Ur. S. Hbonnemenk-kecklngungen; vkonnements- Preis prSnnmerandll: Bicrtcljührl. SfiO m., monatl. 1,10 SRI., wöchrnIKch 28 Pfg. frei ins Haus. Einzelne Kummet 5 Pfg, Sonntags« nummct mit illustrierter Sonntags« Beilage„Die Reue Welt" 10 Pfg. Post« Abonnement: l.lll Marl pro Monat, Eingetragen in die Post-Zeitungs« Preisliste, Unter Kreuzband sur DeuIsÄland und Oeslerreich- Ungarn 2 Mark, für das übrige Ausland 8 Marl pro Monat. Postadonueinenls nehmen an: Belgien. Dänemarl. Holland, Italien, Luxemburg, Portugal, Rumänien, Schweden und die Schweiz. 28. Jahrg. Crffjjlnt liigüch außer montags, Verllnev Volksblnkt. Die Tnlcrtions-Gcbüftr telrägt für die sechsgespaltene Kolonel« zelle oder deren Raum 60 Pfg., für polltische und gewerlschaftllche Vereins- Und Berfammlungs-Anzeigen Lv Pfg. „Alelne ZZnrelgen", das erste(feit- gedruckte) Wort 20 Pfg,, jedes weitere Wort lv Pfg. Stellengesuche und Schlaf- slellen-Zlnzeigen das erste Wort 10 Pfg,, jedes weitere Wort 5 Psg. Worte über lö Buchstaben zählen sür zwei Worte. Inserate für die nächste Nummer müssen bis Ii Uhr nachmittags in der Expedition abgegeben werden. Die Expedition ist bis 7 Uhr abends geöffnet. Telegramm-Adresse: „SoaUIlliinoßrat Rellin'*. Zentralorgan der roztaldemohrati leben Partei Deutfchlands. Redaktion: 8M. 68, Lindcnstrasse 69. Fernsprecher: Amt IV, Nr. 1983, Der Leheime Rat als DokuroeDtcDfälfdKr. S t e n wird uns vom 31. Dezember geschrieben: Allmählich dringt in die berüchtigte Belgrader Dokumenten- fälschung doch Licht hinein: freilich ein Licht, das uns in die diplomatische Hexenküche einen tiefen Einblick gestattet. Es ist näinlich nun fast sicher, dast jene Dokumente, die vor und während der Annexion eine so große Rolle spielten und in dem unvergeßlichen Friedjiing-Prozesse als freche Fälschungen entlarvt worden sind, nicht die simplen Produkte der Phantasie eines Spions lvaren, dem die österreichisch-ungarischen Diplomaten aufgesessen sind, sondern es ist ganz außerordentlich wahrschein« lich, ja geradezu bewiesen, daß die österreichisch-ungarischc Gesandtschast in Belgrad bei der Verfertigung der Dokumente, also bei dem ganzen Fälscherkuuststück werktätig mitgewirkt, daß sie dabei einfach die leitende Rolle gespielt hat, und jener Vasitsch, der die Anfertigung besorgte, nur ihr Werkzeug war. Es wäre zwar schon schlimm genug gewesen, wenn diese famosen Diplomaten bloß düpiert geworden wären, denn jene„Dokumente" waren so plumpe, so offenkundige Fälschungen, daß nur Einfaltspinsel ihnen aufsitzen konnten, und daß der Historiker Friedjung ihnen aufgesessen ist, hat ihn mit Recht seine halbe Reputation gekostet. Aber wenn Dummheit immer ein Entschuldigungsgrund ist, so wäre die bewußte Mitschuld an den Fälschungen ein wahres Verbrechen. Deshalb ist die Klarstellung der Verantivortlichkeitcn für dieses Verbrechen, dessen Aufdeckung sich jetzt der durch seine Wahrheitsliebe bestens bekannte Professor Masaryk an gelegen sein läßt, ein wahres Verdienst, und daß die öffent liche Meinung in Oesterreich— übrigens bezeichnenderiveise auch in Deutschland— auf diese Feststellung absolut nicht reagieren will, ist nur ein Beweis mehr der moralischen Veo lotterung dieser Oeffentlichkeit, die um Regiernngs- und Hof gunst Willen alle Moral zum Teufel fahren läßt. Wie es sich mit jenen„Dokinnenten" verhält, ist vielleicht noch in Erinnerung. Während der AnnexionSkrise, als sich der Konflikt mit Serbien jeden Augenblick in einen Krieg entladen zu wollen schien, veröffentlichte Friedjung in der„Neuen Freien Presse" einen Artikel, dessen Zweck sein sollte, vor Europa die Notwendigkeit der Annexion darzutun. Die Annexion sei wegen der serbischen Umtriebe notwendig ge Wesen, die darauf ausgingen, in Bosnien und in den süd slawischen Gebieten Oesterreichs eine irredentistische Bewegung zu entfachen, die zur Loslösung dieser Gebiete und zu ihrem Zusammenschluß mit Serbien hätte führen sollen. In dem Artikel machte Friedjung nun darauf Anspielungen, daß eine Reihe von Politikern in Kroatien mit dieser antiösterreichischen, also in Hinsicht Oesterreichs hochverräterischen Bewegung in Verbindung stehen und daß einige Mitglieder der serbisch kroatischen Koalition(der serbischen und kroatischen Abgeordneten des kroatischen Landtages, die da mals in heftiger Opposition gegen das Regiine deZ Banus Rauch standen) von Serbien mit Geld unterstützt werden, sich also an Serbien verkauft haben. Die Folge davon war,, daß sämtliche Mitglieder der Koalition gegen Friedjung die Ehrenbeleidiguugsklage erhoben, die ini Dezember 1909 vor dem Wiener Schwurgerichte verhandelt wurde, und die mit der bekannten Riesenblamage des Historikers endete. Herr Friedjung produzierte damals einen ganzen Band von Aktenstücken, freilich von Aktenstücken ganz sonderbarer Art. Selbstverständlich keine Originale, aber auch nicht, wie man erwartet hatte, Photographien, sondern eine Druckschrift, in der etwa dreißig Protokolle und Instruktionen vereinigt waren, die sich als die deutsche llebersetzung der un bekannten und unauffindlichen Originale ausgaben. Die meisten der„Dokumente" waren angebliche Protokolle eines Belgrader Studentenvereins, des„Slovenski Jug' („Slawischer Süden"), aus denen, wenn sie echt gc Wesen wären, allerdings hervorgegangen iväre, daß in Serbien der Plan einer Jnsurgentenbewegung gegen Oesterreich bestanden habe und daß die kroatischen Politiker mit diesem Plan einen hochverräterischen Zusammenhang hatten. Neben diesen kroatischen Politikern hätten die Dokumente, hier ins- besondere eine angebliche Instruktion deS Sicktionschefs im serbischen Ministerium des Aeußern und ein Bericht an ihn, auch die führenden Leute der ungarischen Unabhängigkeits- Partei kompromittiert und„hochverräterische" Strömungen innerhalb der tscheschisch-bürgerlichen Parteien enthüllt. Das alles muß man sich gegenwärtig halten, um der ganzen In- famie dieser Fälschungen bewußt zu werden. Denn alle diese angeblichen Dokumente waren vom Anfang bis zu in Ende grobe Fälschungen. Das war ihnen übrigens vorweg anzusehen und man muß schon von dem unausstehlichen Selbstbewußtsein der Diplomaten oder dem Hochmut eines zünftigen Gelehrten infiziert sein, um den dummen Schwindel, der freilich in seinen Ab- sichten wieder eine unerhörte Niedertracht war, nicht gleich zu durchschauen. In der Verhandlung vor dem Schivurgerichte ist es übrigens lückenlos nachgewiesen worden, so daß danach auch nieniand mehr ein Zweifel gehegt hat. Besonders drastisch fiel der Beweis bezüglich des allerwichtigsten„Doku- mentes" aus, desjenigen, wo von dem angeblichen Originale auch ein Bruchstück photographiert vorgelegt ward und das überdies den eigentlichen Jusurgentenplan enthielt, so daß daraufhin der österreichisch ungarische Generalstab eine regel- 'rechte Bandenkarte entivarf. Das„Dokument" war ein Protokoll über die Sitzung des erwähnten Vereins nach der Proklamierung der Annexion und die Haupt- rolle spielte darin- der Präsident des Vereins, ein Professor Markowitsch. Nun wurde schlüssig nachgewiesen, daß der Professor während der Annexionskrise gar nicht in Belgrad war und sich insbesondere an dem Tage jener an- geblichen Sitzung in Berlin aufgehalten hat. Tns Ende jenes Prozesses ist bekannt: Friedjung zog seine Behauptungen zurück und die Kläger verzichteten auf das Gerichtsurteil, nachdem die Verhandlung sie so glänzend rehabilitiert hatte. Die Frage blieb freilich weiter bestehen, wer denn die niederträchtigen Fälschungen, mit denen so viele Parteien und Politiker verleumdet werden sollten— es steht fest, daß die Aktenstücke an allen entscheidenden Stellen in der Monarchie, auch dem Kaiser und dem Thronfolger, vorgelegt ivorden ivaren— eigentlich auf dem Gewissen haben. wen also die Verantwortung sür die ungeheuere Intrige treffe. Vis nun meinte man, daß die Belgrader Gesandtschaft einfach einem Schwindler auf den Leim gegangen sei. Aber nun ist dieser Schwindler, er heißtVasitsch, dingfestgemachtwordenund vondem Belgrader Gerichte wegen Hochverrats zu fünf Jahren Zucht- haus verurteilt worden. Da hat nian nun bis zur völligen Evidenz erfahren, daß die Version, die Herr Aehreuthal ver- breitet, wonach der Ehrenmann Vasitsch die„Dokumente" selbständig fabriziert und sie der Gesandtschaft als echte Akten- stücke angehängt habe, falsch ist, daß vielmehr Vasitsch die Dokumente mit zwei Beamten der Gesandtschaft zusammen verfertigt hat, daß also zumindest diese zwei Beamten der österreichisch-ungarischen Gesandtschaft an den, scheußlichen Betrug mitschuldig sind, oder richsiger, daß sie ihn bewußt entstehen ließen. Bei der Hausdurchsuchung bei Vasitsch wprde nämlich ein Telegramm gefunden, vondem unzweifelhaft feststeht, daß es eine Fälschung ist, und ebenso unzweifelhaft feststeht, daß es von dem Beamten der österreichisch-unga- rischen Gesandtschaft Swicutochowski geschrieben ist: woraus sich zwingend ergibt, daß dieser Swientochowski mitgefälscht hat. Dann sind bei dem Vasitsch ein Rest von„Dokumenten" ge- fuuden worden, die er Herrn Swicutochowski noch liefern sollte, welche Lieferung aber infolge des Abbruchs der Geschäfts- Verbindung unterblieb. Diese Dokumente schauen nun sehr merkwürdig aus. Jedes der angeblichen Protokolle ist nämlich auf einem etwa einen halben Meter breiten und einen Meter langen Rieseupapierblatt geschrieben. Was hätte diese Studenten veranlassen können, sich für ihre Protokolle ßiues so seltsamen Papiersormats zu bedienen? Ist der Verdacht nicht zwingend, daß der Vasitsch jene fabelhaften Protokolle über Auftrag des Herrn Swicutochowski deshalb auf diesem Format niedergeschrieben hat, damit Herr Swicutochowski sie leichter und besser abphotographieren könne? Im übrigen genügt zur Feststellung, daß die eigentlichen Autoren jener Fälschungen in der österreichisch-ungarischen Gesandtschaft zu suchen sind, die logische Erlvägung, wie denn jener Herr Vasitsch auf den Einfall hätte kommen sollen, alle möglichen und unmöglichen Parteien in Oesterreich-Ungarn zu kompromittieren. Würden die«Dokumente" nur die Beweise über eine antiösterreichische Bewegung in Serbien sein, so könnte nian immerhin glauben, daß sie sich der Vasitsch selber frank und frei erfunden hat: weil er wußte, daß sie gerne gekauft und gut bezahlt werden und weil er die Leistung schließlich aus eigenenl hätte bestreiten können. Aber wie sollte der serbische Spion darauf kommen, alle dem Aehrenthalschen Regime feindlichen oder unbequemen Parteien in Oesterreich-Ungarn zu verdächtigen? Und wie soll er das so gut getroffen haben? Es ist also schlechthin nicht zu bezweifeln, daß die frechen und böswilligen Fälschungen von österreichischer Seite ausgegangen sind, daß sie, wenn nicht in Wien, so doch ganz sicher auf der österreichisch- ungarischen Gesandtschaft in Belgrad ausgeheckt wurden. Die- Mittäterschaft, die nach der Sachlage auch die e i g e n t- liche Urheberschaft ist, ist übrigens bezüglich zweier Beamten dieser Gesandtschaft bewiesen worden. Und wer soll nun so naiv sein, zu glauben, daß diese zwei subalternen Beamten derlei Umtriebe, bei denen eS schließlich um Kopf und Kragen geht, auf eigene Faust unternehmen werden? Es ist also ganz selbstverständlich, daß der Gesandte, der Graf F 0 r g a ch, mit im Spiele war, daß der eigentliche Verant- wortliche an dieser schandbaren Tat der österreichisch-ungarische Gesandte ist. Wenn nicht die Urheberschaft noch weiter reicht und nicht am Ende bei dem Grafen Aehrenthal selber beginnt.... Trotzdem gelingt es, und das ist für Oesterreich so charakteristisch, daß die dunkle Geschichte vertuscht wird. Graf Aehrenthal plagt sich mit der Widerlegung der Beweise und Schlüsse ivirklich nicht. Seine Polemik besteht eigentlich nur in Verdächtigungen der Motive des Professors Masaryk, was eine Dreistigkeit ftir sich ist, weil es Masaryk wirklich nur um die Wahrheit zu tun ist und weil er wirklich ein gutes Verhältnis zwischen Serbien und Oesterreich- Ungarn herbeifiihren will; und zweitens in der Behauptung, an der Sache sei nichts weiter daran, als daß ein unter- geordneter Beamter einein Schwindler aufgesessen sei. Auf die Beweise, die nun in Hülle und Fülle vorliegen, daß die Verfertigung der falschen Dokumente unter der Mithilfe der österreichisch-ungarischen Gesandtschaft geschah, wie eS auch Expedition: 8M. 68» I�indenstrasse 69» Fernsprecher: Amt IV. Nr. 1981» das gerichtliche Urteil über Vasitsch annimmt und feststellt, läßt sich der saubere Minister überhaupt nicht ein. In einem Lande mit kritischer Oeffentlichkeit würde der Vertuschungs- versuch natürlich schmählich mißlingen, in Oesterreich dagegen gelingt es vortrefflich. Die deutsch-bürgerlichen Zeitungen sind hierzulande eben durch die Bank ährenthaloffiziös und die deutsch-bürgerlichen Politiker sind eben ausnahmslos servil. Da Graf Aehrenthal oben noch inimer„fest" steht, so halten sie zu ihm und schweigen alles tot, was deutlich enthüllt ist. Selbst- verständlich ist sich niemand im unklaren mehr, aber die Parole ist ausgegeben, sich dumm zu st c l l e n, als ob man den wahren Sachverhalt nicht verstünde. Geht nian dieser deutsch-bürgerlichen Polttik auf den Grund, so wird man als ihr eigentliches Motiv die Vorstellung finden, daß Aehrenthal so etwas wie ein deutsches Besitztum sei. Die Fälschungen sind gegen Serben, gegen Tschechen, Kroaten, magyarischen Unabhängigkeitspolitiker, also gegen lauter„Deutschfeinde" ge- richtet gewesen, sind also— mau sagt es nicht, aber denkt es sich— eigentlich ein verdienstlich Werk. Dazu die„Nibelungen- treue", Aehrenthal habe Oesterreich Deutschland näher gebracht, kurz der Fälscher i st ein deutscher Held! Daß nach dem Rezept ein andermal deutsche„Verschwörnngen" „dokumentarisch" belegt werden könnten, stört die deiltsch- bürgerlichen Politiker nicht und so wird das Unwahrscheinliche Ereignis: die schamlosen Fälschungen, mit denen die österreichisch-ungarische Politik vergiftet wurde und für die die Urheberschaft zumindest des Gesandten feststeht, hatten bisher kein anderes Ergebnis, als daß Graf Forgach nach der Auf- deckung seiner Mitschuld Seiner Majestät Geheimer Rat gc- worden ist— In Oesterreich wäre den Fälschern in der Affäre Dreyfus kein Haar gekrümmt worden. ei» plumper sgrsrilcher Schwindel. Bunt, recht bunt ist ein Flugblatt, daS aus der„Deutschen Tageszeitung" stammt und jüngst diesem agrarischen Blatte bei- gelegt war. TaS bunte Blatt, das wohl zur Einleitung des Wahl» kampfes dienen soll, trägt folgenden Vermerk:„Dieses zur Ver- breitung in ländlichen Kreisen außerordentlichgeeigncte Blatt ist zu folgenden Preisen vom Verlage der„Deutschen Tageszeitung", Berlin SW. 11, Dessauerstr. 6, zu beziehen: 109 Exemplare 3 M., 1000 Exemplare für 24 M. Auf Pappe gezogen und mit Oefen verschen per Stück 30 Pf." Zur Massenverbreitung und dauernder Agitation soll also das Ding benutzt werden. Da lohnt es sich, das Machwerk ein wenig gesiauer anzusehen. Jn�>er Hauptsache sind es grüne, rosa und gelbe Flächen, die je nach der Höhe den Wert an Produkten deutscher Arbeit oder der Welt- Produktion angeben sollen. Warum ist das Ding zur Verbreitung in ländlichen Kreisen so„außerordentlich geeignet"? Etwa weil es so bunt ist? Dieser Grund kann nicht ausschlaggebend sein, denn man erhält für billiges Geld noch viel buntere Sachen. Wir können diese Angabe nur so erklären, daß die„Deutsche Tageszeitung" annimmt, nur in ländlichen Kreisen seien so dumme Menschen zu finden, die solchen offenbaren Lügen, wie sie die Ziffern enthalten, noch glauben. Ueberschrieben ist das Blatts„Per Wert der deut- schen Landwirtschaft für unsere Volkswirt« schaft." In dem Text heißt eS: i. „Die nebenstehenden bildlichen Darstellungen, die wir von einer unparteiischen, wissenschaftlichen Autori» tat auf dem Gebiete der Statistik auf ihre Richtigkeit hin haben prüfen lassen, zeigen klar das wahre Verhältnis zwischen den Produktionswerten von Landwirtschaft und In- dustrie." Man darf ruhig sagen, daß eS gelogen ist, wenn behauptet wird, eine wissenschaftliche Autorität auf dem Gebiete der Statistik habe den Inhalt des Flugblattes geprüft und für richtig befunden. Man braucht keine wissenschaftliche Autorität und nicht Statistiker zu sein, um nachzuweisen, daß das Ding plump zusamniengestoppelt und nicht einmal an den amtlichen statistischen Schriften nach- geprüft ist. Wenn die Ziffern wahr wären, dann könnte man sie zur Llgitation gegen die Agrarzölle ausnutzen. Figur 1 mit der Ueberschrift„Gesamtproduktionswerte von Landwirtschaft und Industrie von 1909" ist eine grüne und eine rosa Fläche. Die grüne Fläche gibt den Wert der Produkte der Land- Wirtschaft für das Jahr 1909 auf 11 891 Millionen Mark an, und die rosa Fläche den Wert der Jndustrieprodukte für dasselbe Fahr auf 9903 Millionen Mark. Wäre der Wert der landwirtschaftlichen Produkte eines Jahres um 1928 Millionen Mark höher als der Wert der Jndustrieprodukte, wie darf man dann nur noch einen Tag die Agrarzölle aufrechterhalten? Nach dieser Behauptung haben also Landwirtschaft und Industrie zusammen für 21 8ö4 Millionen Mark Produkte erzeugt. Von der Landwirtschaft lebten 1907 17 681 170 Menschen und von der Industrie 20 380 537, von Handel und Verkehr 8 278 239 Personen. Rechnet man nur die Personen der Landwirtschaft und der Industrie, dann kommen rund 44 Millionen der Bevölkerung des Deutschen Reiches in Be- tracht. Die landwirtschaftlichen Produkte sind durch Zölle und ähnliche Maßnahmen künstlich verteuert, so daß sie an Wert 54,4 Proz. von dem Wert der Gesamterzeugnisse haben. Von dem Rest von 45,0 Proz. des Wertes sollen aber 59,8 Proz. der indu, striellen Bevölkerung leben. Ferner, wie hoch muß der Profit der Grundbesitzer sein. Die Grundbesitzer zahlen nur einen Bruchteil von der Summe deS Arbeitslohns, den die Industriellen zahlen müssen. Um für 9903 Millionen Mark Werte zu erzeugen, mußten die Industriellen an 7 652 498 männliche und 1626 634 weibliche Angestellte und Ar- Leiter Lohn zahlen, währenh Lie Grundbesitzer für die Trzeugung von 11891 Millionen Mark Werten nur an 3N13SI männliche und 4 279 752 weibliche Arbeiter und Angestellte Lohn zahlen. Man darf also annehmen, daß die Grundbesitzer kaum halb soviel Lohn zahlen wie die Industriellen, die doch auch ganz gute Profite er- zielen, und doch pressen nach Angabe des Flugblattes die Agrarier 1928 Millionen Mark mehr Produktionswert aus ihren Arbeitern heraus, als die Industriellen. Während man sonst von der not- leidenden Landwirtschaft sprach, kann man danach jetzt von einer im Ueberfluß schwelgenden Landwirtschaft sprechen. Unsere Genossen können diese Ziffern bei Beratung der Reichsversicherungsordnung praktisch an- wenden und beantragen, daß den Landarbeitern ebenso hohe Bezüge aus der Kranken-, Unfall-, Hinterbliebenen- und Invalidenversicherung zufließen, wie den Industriearbeitern. Schlimm liegt es für die Jndustriekapitalisten. Wenn der Gesamtwert der Fndustrieprodukte nur 9963 Millionen Mark be- trägt, dann ist unsere ganze Industrie bankerott. Nach den Rech- nungsergebnissen der Berufsgcnossenschaften zahlten die Jndu- striellen an die gegen Unfall versicherten Arbeiter 1998 an Lohn 8 447 589 149 M. Viele Arbeiter in Kleinbetrieben, sowie die Tech- niker und Werkmeister mit mehr als 3999 M. Gehalt sind nicht versichert. Wird man den Lohn der NichtVersicherten noch auf 1999 Millionen Mark schätzen, und dann noch die Summe hinzurechnen, die die Industriellen für Versicherungsbeiträge zahlen, dann er- gibt sich, daß' die Industriellen den ganzen Er- lös von 9963 Millionen Mark für Arbeitslohn und Versi'cherungsbeiträge hergeben und selbst hungern. Taß das nicht der Fall ist, weiß Oertel, und er be- hauptet doch das Gegenteil.— Betrachtet man nun die Einzelheiten der Tabelle: „Einzelproduktionßwert der haisptsächlichsten industriellen Roh- Produktionen in Deutschland 1999", so findet man 1..Bergbau und Metalle Summe 2928 Millionen Mark". Wie seht diese Summe sich zusammen? Darüber gibt das..Vierteljahrsheft zur Statistik des Deutschen Reiches" Auskunft. Man erhält eine ähn- liche Summe, wenn man folgende Summen addiert: 1. Minerolkohlen und Bitumen.. 1799 313 999 M. 2. Mineralsalze........ 87 926 909„ 3. Erze........... 183 239009„ 4. Eisenhockiofenerzengnisse.... 691 564 099„ 5. Meto llhüttenerzeugnisse... 312 299 909, 2 984 242 009 M. Davon in Luxemburg erzeugt 73 494 999„ Bleibt für Deutscbland... 2 919 838 999 M. 'Hier ist der„unparteiischen wissenschaftlichen Autorität" ein kleines Malheur passiert. Die Abweichung der Zahl kann dadurch - entstanden sein, daß er vorläufige Zahlen benutzt hat. Was aber schlimmer ist, und was einem Schuljungen schon nicht passieren sollte, das ist der Umstand, daß er doppelt zählt. Wenn er so weiter zählen würde, käme er zu den unglaublichsten Ziffern in den Produktionswerten der Industrie. Erst rechnet er den Wert der Kohlen und der Erze und addiert dazu den Wert der aus diesem Erz und einem Teil der Kohlen hergestellten Hüttenerzeug- niste; er erhält also eine Gesamtsumme aus Wiederholungen der- selben Werte. In derselben Tabelle erscheinen dann noch einmal gesondert die Werte von Kohlen. Eisen, Erzen und Me- talle», außer Eisen, Baumwolle und Salze. Wie plump gefälscht wird, zeigt folgende Ziffer. Der Wert der 1999 in Deutschland produzierten Salze wird in der Tabelle von der„wistenschaftlichen Autorität" auf 78 Millionen Mark an. gegeben. DaS Statistische Amt deS Deutschen Reiches gibt folgende Ziffern an: a) bergmännisch gewonnene Salze L 412 525 Tonnen im Werte von 87 926 999 M.; b) aus Lösungen gewonnene 1 598 435 Tonnen(ohne Steuer) im Werte von 197 995 999 M. Der Gesamtwert beträgt also 195 921 999 M. Hiervon läßt also der agrarische LÜMer rund 117 Millionen Mark verschwinden. Der köstlichste und zugleich der unverschämteste Appell an die Leichtgläubigkeit der Landleute ist die Ziffer über Baumwollenver- arbeitung. Da steht 494 Millionen Mark. Woher stammt diese Zahl und was ist damit gemeint? Die Zahl ist aus dem„Statisti- schen Jahrbuch für das Deutsche Reich" entnommen, aber damit ist bewiesen, daß die„wistenschaftliche Autorität auf dem Gebiete der Statistik" nicht einmal lesen kann. Denn die 494 sind nicht Millionen Mark, sondern tausend Tonnen, und nicht Produkte der deutschen Industrie, sondern Einfuhr von Rohstoffen! Für 1999 steht in der Rubrik Rohbaumwolle Tonnen 1999 M. Einfuhr... 455 923 532 221 Ausfubr... 51 356 54 548 Inlandverbrauch 494 567' 477 673 Das Flugblatt wendet sich an Leute, die in solchen Dingen nicht Bescheid wissen, wie denn die ganze Macht des schwarz-blauen Blocks sich nur auf die Unwissenheit der Massen stützt. Bei Baum- wollwaren kann man aber den Wert der Jnlandproduktion an- nähernd schätzen, wenn man den Wert der Ausfuhr als Durch- schnittswert annimmt. Wir haben 1999 für 321 Millionen Mark Baumwollwaren ausgeführt. Ter Durchschnittswert für eine Tonne ausgeführter Baumwollwaren ist 5746 M. Rechnet man, daß aus den 494 567 Tonnen Rohbaumwolle 364119 Tonnen Waren her. gestellt sind— es sind hier 19 Proz. Verlust gerechnet— dann stellt sich der Wert der Baumwollproduktion auf 364 119 X 5746=: 3 992 176 969 M. abzüglich der 477 673 999 M. für Rohbaumwolle gibt 1614.5 Millionen Mark. Tiefe Ziffern beruhen nur auf roher Schätzung. Bemiht man den Anteil des Jnlandsverbrauchs an dem Gewicht der Einfuhr von Rohbaumwolle nach Abzug der Aus- fuhr, dann sind in den letzten fünf Jahren 12 bis 15 Proz. unserer Baumwollproduktion ausgeführt. Ter Wert der Ausfuhr schwankte zwischen 432 Millionen Mark im Jahre 1997 und 321,7 Millionen Mark im Jahre 1999. Leider können das Reich und die Jndu- striellen sich nicht zu einer ProduktionSstatistik entschließen. Daß das Reich eS nicht tut, ist erklärlich; denn die Reichsregierung ge- fällt sich gar zu gut in der deS Hausknechts der Agrarier, und die Industriellen fürchten das Proletariat. Wenn das Prole- tariat Kenntnis erhielt von den Werten, die es schafft, dann würde es die AuSbeutungSrate ausrechne können und danach seine Forde- rungen stellen. Aber eine ProduktionSstatistik würde überdies und vor allem zeigen, daß Deutschland ein Industriestaat ist. Ä, emcr unglaublitf) starken agrarischen Zumutung an die Leichtgläubigkeit der Massen der Landbevölkerung beginnt also das neue Jahr, das Wahllahr. An den, einen Beispiel kann man schon ermessen, waS noch im Laufe des Wahlkampfe» geboten werden wird. Will man solchen unverschäniten Lügen Eingang in weite Kreise verichaften, dann setzt man darüber, daß eine unparteiische wisse» schaftliche Autorität die Angaben geprüft hat. Der Glaube an die a g ra r 1 1 ch e n Autoritäten scheint bei der Landbevölkerung schon inS Wanken geraten zu sein. Die Herren von der»Deutschen Tageszeitung" mögen-S nur ßo weiter treiben. Roch einige folch« Werke, uyd unsere Land- agitaloren haben so viel Stoff für die Lanbagitation, daß sie sich um weiteren Stoff nicht zu bemühen brauchen, Der Cocfifpilzel. Im neuen Jahr dos alte Elend I kann der Polizeipräsident sagen. Die erste Sitzung de« M o a b i t e r Prozesses im neuen Fahr hat ihm wiederum den Becher mit Wcnnut bis zum Rande geskillt. Polizei- brutalilöten über Polizeibriitalitäten, eine immer schlimmer und empörender als die andere, wurden wiederum festgestellt. ES gibl kein Ende dieser Dinge— nimmer will sich diese Flut erschöpfen und leeren, und wenn jetzt der Schlußstrich unter die Beweisauinahme gesetzt wird, so heißt das noch lange nicht, daß die Verteidigung über weiteres Material nicht mehr verfügt. Sie hat nur einen Teil vorbringen können, sie mußte sich von vornherein auf die wichtigeren Fälle beschränken, um die Verhandlung nicht inS Endlose zu verlängern. Schliinmer ober noch für die Polizei als die Auslagen der Zeugen Sprcniberg, Piau, Kleickmann, Pansen, Böttcher, Braun, Hennig, Sieg. KallieS und Robert, deren Zeugnisse eine einzige Kette von Brutalitäten der Schutzmannschaft darstellen, ist die Enthüllung über die Tätigkeit polizeilicher Lockspitzel in Moabit, die die Aussage des Fabrikanten Pritjchan brachte. Hier haben wir den Lockspitzel in Reinkultur vor ii»S; wie auf dem bewegten Film des Kinemoiographen festgeholten schen wir seine.staatscrhaltende" Tätigkeit in allen Pbaien sich vor unS abspielen. Noch nie ist der deuische Lockspitzel bei Slraßenunruhen so genau beobachtet und vor Gericht geschildert worden, wie in diesem klassischen Zeugnis. Es fehlte kein wesentliches Moment. Besonders gravierend ist ein Nnistand, den selbst der Zeuge OSlath, der zuerst diese bedenkliche Rolle von Kriminalbeamten in Moabit aufdeckte. nicht bemerkt hat. Die Schilderung deS Zeugen Pritichau zeig! unS die Lockipiyel direkt als Führer von Menschenmengen, als Kristalli- salionspunkte der Ansammlungen. Sie waren sofort wieder an der Spitze, wenn die Menge nach der Attacke wieder zusammenfloß, sagte der Zeug« Pritschau. Sie waren die ersten, die dann.Bluthunde' riefen, stellte er weiter fest, erst ihr Rufen setzte die Kehlen der anderen, vornehmlich der Jungen in Bewegung. WaS brauchen wir noch weiter Zeugnis I Als in der Aussage des Schneidermeisters OSlath der Lockspitzel zum eisten Male in diesem Prozeß auftauchte, da haben wir, da dos Polizeipräsidium zunächst stumm blieb, in einem Leitartikel die Bedeutung dieser Enthüllung festgestellt und einige Fragen an Herrn v. Jagow gerichtet, deren Beantwortung die Oeffentlichkeit außerordentlich interessiert hätte. Wir fragten vor allem, ob das Polizeipräsidium die Kriminalbeamten, die sich als Lockspitzel betätigt haben, preisgibt, und wir fragten weiter, durch wessen Einfluß die Beamten, die doch nicht auf eigene Faust sich in solche gefährliche «benteuer stürzen werden, dazu gebracht worden sind, die Rolle der �snto provocateurs zu übernehmen. Die Antwort deS Herrn Polizeipräsidenten war die in solch unangenehmen Fällen bei der preußischen Bureaukratie sehr beliebte— ein Strafantrag gegen den unbequemen Frager und Kritiker. Der.Vorwärts" soll eö büßen. daß der Schneidermeister OSlath wahrheitsgemäß bekundet hat, waS er gesehen hat, unser verantwortlicher Redakteur soll nach dem Wunsche deS Herrn Polizeipräsidenten eingesperrt werden, und der Verfasser des Artikels mit ihm. vorausgesetzt, daß man ihn kriegen kann— weil der.Vorwärts" aus den Bekundungen des Zeuge» Oslath die Folgerungen zog, die jeder vernünftige Mensch daraus ziehen muß. Damals hat aber Herr v. Jagow wohl nicht bedacht, daß auch andere Leute noch dasselbe beobachtet haben, wie Herr Oslath, und noch weniger, daß diese Beobachtungen noch präziser sein könnten, als die deS ersten Zeugen, so daß ein Eni- schlüpfen der Polizei ganz unmöglich wird l WaS diese Feststellungen für den Prozeß, für die Angeklagten zu bedeuten haben, liegt auf der Hand. Tränenden Auges stehen die Scharfmacher heute am Grabe ihrer Hoffnungen. Die Sozial- demokrotie sollte als die geheime Leiterin der Unruhen, des.Auf- standeS" entlarvt werden. Und nun nach achtlvöiviger angestrengter Eilthüllungsorbeit, bei der die Polizei von einer Porsche in die andere, von einem Blutpfuhl in den anderen geriet, starrt den eifrigen .Enthüllern" die gxjnsende Fratze deS Lockspitzels entgegen. Das ist wirklich ein Ergebnis, deS Schweißes der Edlen wert l Sie haben das Märchen vom sozialdemokratischen Aufstand restlos zerstört, au« dem die Reaktion einen blutigroien Wahlschrecken zusammenbasteln wollte, sie haben dafür nachgelviesen, daß schmutzige Hände an der Blut- suppe vonMoabit mitgekochl haben, daß ein Teil— ein nicht unerheblicher Teil— der Unruhen auf das Konto von Lockspitzeln zu setzen ist, die Diener des Staates sind und die in Moabit, gewirkt haben im Interesse der Reaktion, der staatsstreichlüsternen Junker, der Gewalt- Politiker, die von der Anwendung des Blut- und Eisenrezepts Bismarcks auf die innere Politik träumen. Die den schändlichen Plan durchführen möchten. durch den der alternde Reichs- kanzler sich aus wachsenden Schwierigkeiten zu befreien gedachte, den großen Aderlaß am Proletariat, das er durch provozierende Ge- waltmaßregeln vor die Achtmillimetrigen zu treiben unternehmen wollte. DaS Feuer, das Unlernehmerhochnmt. Arbeitswilligen- frechbeit und-Uebermut und die Ungeschicklichkeit und Brutalität der Polizei in Moabit entzündet hatte, schienen diesen Spahnleuten der Revolution von oben paßlich, ihr reaktionäres Süppchen daran zu wärmen. Und so ließen sie ins Feuer blasen; der Lockspitzel war ihr Blasebalg. Die Spekulation war vergebens, das größere Verbrechen konnte nicht vollbracht werden. Aber groß genug ist immer noch das der Lockspitzelei. Und riesengroß erhebt sich jetzt die Frage: Wer hat die Verinittelung zwischen den StaatSslreichrcflektanten und den lock- spitzelnden Kriminalbeamten besorgt. Wo ist die Stelle, wo der Ein- fluß der kleinen, aber mächtigen Clique einsetzen konnte, wo dteser mächtige Einfluß sich in die Form des Befehls oder der befehlenden Andeutung umgoß? Die Frage fordert gebieterisch Antwort. Der PoNzeipräsident wird sie nicht geben. Er hat zur Abwechselung wieder einmal die Periode der Schweigsamkeit. Er verbietet seinen Kriminalkommissaren zu reden, er verbietet ihnen, über Mißhandlungen, die Polizeibeamte verübt haben, ohne weiteres Zeugnis abzulegen. Er will sie nur mit SicherheitSverschluß reden lassen, er will über jede einzelne Frage entscheiden. Das hat noch gefehlt, um das Bild zu vervollständigen. WaS muß eS da alles zu verbergen geben; wie viele pertäss honteuses gibt es da zu bedecken. Natürlich nur um des Wohle« und der Sicherheit Preußens wegen. Ganz gewiß, denn— so lautet die Formell poUtifchc dcbcrfScht Berlin, den 2. Januar 1911. Protest der portugiesischen Jesuiten. Pater A. Cabral, Jesuiten-Provinzial der portugiesischen Provinz, daß heißt bisheriger HLchstloinmandierender der jüngst durch ein Dekret der neuen republikanische» Regierung ouö Portugal der« trieben»» Jesuiten, hat sich an da».portugiesische Boll" mit einem wehleidigen Protest gewandt, in dem er bitter über das ihm und seinem Orden zugefügte Unrecht klagt. Für bis Anschauungen der portugiesischen Jesuiten und ihres Oberen ist dieses Schrift- stück außerordentlich charakteristisch, zeigt doch Pater A. Cabral darin, daß er einen ausgeprägten Geschäftssinn besitzt und die Bedeutung der Güter dieser Welt sehr wohl zu würdigen weiß. In dem ganzen Protest spricht nämlich Pater Cabral nicht ein einziges Mal von den Interessen der Kirche und Katholiken in Portugal, wohl aber zählt er sorgfältig den Schaden auf. den sein Orden und er selbst— er ist Eigentümer mehrerer Landgüter— durch die Ausweisung erfahren hat. So heißt eS z. B. in feinem Protest: .Mitten im Jahrhundert der Freiheit haben Menschen, die ssch prahlend ihrer liberalen Gesinnung rühmen, im Namen der Prinzipien der Gleichheit in einem einzigen Augenblick dreihundert und mehr Portugiesen, die in ungefähr zwanzig Häusern aus dem Kontinente und in den überseeischen Besitzungen von Afrika, Asien und Australien lebten, vom vaterländischen Boden ver- trieben, ohne sie eines einzigen Verbrechens zu überführen, ohne ihnen ein Wort zu ihrer Verteidigung zu gestatten, ohne ihnen Zeit zu gewähren, um ihr Hab und Gut zusammenzuraffen, ihre Bücher, ihre Schriften, die Frucht einer ehrenvollen Arbeit während einer langen Reihe von Jahren, die in einem Leben unermüdlichen Studiums'dahingeflossen sind. Im Namen der Freiheit nahmen und raubten sie un alles, im Namen der Frei- heit enteigneten sie uns unseres Eigentums und unserer Häuser; einige der letzteren waren erbaut worden mit den Ersparnissen, die man von dem gemacht hatte. waS unsere Alumnen bezahlten, infolge einer genauen Verlvaltung und einer uneigennützigen Sparsamkeit; andere wieder hatten Privatleute mit dem eigenen Vermögen erworben und sie rechtlich auf ihren eigenen Ztamen eintragen lassen. Zugleich mit diesen Gebäulichkeiten und dem Grund und Boden raubten sie uns alles, was dazu gehörte und sich gerade dort befand. Ich selbst(warum soll ich eS nickt sagen?), ich selbst hatte, auch abgesehen von dem, was sich die Gesellschaft Jesu durch ihre Arbeit und ihre umsichtige Verwaltung erworben. Recht wenig- stens auf mein väterliches und mütterliches Pflichtteil, welches von mir in beweglichen und unbeweglichen Gütern und in Grund und Boden angelegt und rechtlich auf meinen Namen eingetragen war; ich selbst verließ mein Portugal, ohne etwas anderes als mein Kleid, und selbst dieses war mir von einer befreundeten Person gekauft worden, da ich keinen weltlichen Anzug besaß, mit dem ich mich hätte kleiden können, und die Geldmittel, die ich hatte, genügten gerade, um nach Frankreich zu gelangen. Dieses Geld aber war mir als Almosen von einem Manne zugesandt worden, der mich nur dem Namen und Ansehen nach kannte: Ich Armer, der ich um Christi willen beraubt wurde, beeile mich, diesem Wohltäter hier meine Dankbarkeit zu bezeugen." Ferner klagt der Jesuiten-Provinzial in ermüdender Breite über schlechte Behandlung, Entbehrung usw. Aber waS er als Bei- spiel für die schlechte Behandlung anführt, ist recht belanglos. Das schlimmste, WaS er den Revolutionären nachzusagen weiß, besteht nämlich darin, daß man den Jesuiten, nachdem man sie in das Gefängnis deS Artillerieregiments eingeliefert hatte, zwar Essen schickte, aber in der Aufregung des Revolutionskampfes vergaß, auch Löffel beizulegen, und daß ferner die Wachtposten nach dem Kampfe zweifelhafte Weiber zu den Priestern herbeiließen und da- durch deren Tugend gefährdeten: Und lvas nun die Entbehrungen meiner lieben Mitbrüder be» trifft, die für die Sache Gottes eingekerkert wurden, so erwähne ich nur, daß in dem Gefängnis des ersten ArtilleriercgimentS, wo nicht das Heer, sondern der ge- meinste Pöbel kommandierte, den Gefangenen nicht einmal ein Löffel gegeben wurde, um das Wenige, das man ihnen gab, essen zu können; man setzte ihnen sogar einen Zwischenraum von acht Stunden fest, nach dem sie sich einen Augenblick zurückziehen konnten, und man erklärte auch den armen Kranken, denen eine solche Tyrannei das Leben hätte kosten können, daß jeder kurze Ausgang als bloßer Scheingrund und Vorwand betrachtet würde, um die Zeit zu vertreiben und sich zu zerstreuen. In eben demselben Quartier war es auch. wo während der Nacht die Wache den Gefangenen drohte, Feuer zu geben, falls es einer nur wagen sollte, sich zu erheben. In den letzten Tagen dieses furchtbaren Martyriums wagte man es sogar, schamlose Weiber zu den Gefangenen hineinzufuhren, die sich jedoch bald wieder zurückziehen mußten, oa sie trotz ihrer Frech? heit bestürzt und verwirrt wurden durch die hervorragende Tugend und die bescheidene Würde meiner bewundernswerter Mltbrüder. Nichts als stinkendes Eigenlob, eitle Selbstbespiegelung und kleinliche Ruhmsucht. Ultramontane Sozialpolitik. Seit Jahren agitiert die organisierte Arbeiterschaft— auch die Christlichen � in Bayern fstr die Errichtung von OrtSkranken» lassen. Nun gefällt eS aber einem einflußreichen ZentrumSblatte, der„Donau-Zeitung" des Abg. Pichler in Passau, lediglich aus politischen Gründen für die Ausbreitung der Betriebs- kranienkafsen zu plädieren. Tie.Donau-Zeitung" erhebt diese Forderung, weil eö»durch die Zweidrittelmehrheit der ver- icherten in den Kossenorganen" der Sozialdemokratie angeblich möglich geworden sei..die unbedingte Herrschaft in vielen OrtSlrankenkassen aus- zuüben. d. h. über die Krankenversicherung von mehr alS sieben Mi!- lionen Arbeitern und Angestellten zu bestimmen und die Beamten- 'tellen der Kassen mit ihren hervorragendsten Agitatoren zu besetzen." Unter so schäbiger Motivierung greift daS Zentrum also nicht nur daS SelbstvcrwaltungSrecht der Krankenkassen an, sondern seine Agitation für die BetriebSkrankenkassen bezweckt auch eine materielle Schädigung oer Arbeiter. Die in den Belriebskrankenkassen ver- icherten Arbeiter sind eben in jeder Beziehung schlechter daran, als die Mitglieder der OrtSkrankenkassen. Für die Republik. Die Forderung der republikanischen Staatsform ür Elsaß-Lothringen wird im dortigen VerfassungSkampfe in einem Aufruf zur Massenkundgebung vom 8. Januar, den die Vorstände d«S Sozialdemokratischen Verein» und de» Gewerkschasts- kartellS in Mülhausen erlassen, dahin formuliert, daß die republi» konische Staatsverfassung mit einem auf Vorschlag des elsaß-lothringischen Landtages vom Deutschen sieich«tag aufbJahre gewähltenPräsidenten ver- langt wird. Dazu natürlich eine einzige Volkskammer aus der Grundlage de» allgemeinen, gleichen, geheimen und direkten Wahlrechtes m» Pro- portioiialwahlsystem. Die Grenzlinie gegenüber der nationalistuchen Bourogeoisie wird mit dem Satze gezogen: E l s a tz' L o t h r l n g e n den Elsaß-Lothringern—. aber nicht den elsaß-lothrmgischen Ausbeutern, sondern dem elsaß-lothringischr" Vollel Für«ine DenionstralionSversammlung am 6. Januar hat sich Ende vergangener Woche auch die Parteiorgauisation in M e tz entschieden. In Kalmar findet wie in Mülhausen und G-bweller nach der Versammlung, die in Kolmor ans dem MarSfclde statt- findet, ein Stroßenumzug statt. In ähnlicher Weise wird in dem Grenzorte St. Ludwig bei Basel demoustriert. Die Liberalen in Mülhausen haben die Mitwirkung bei der Demonstration, wie vorausgesehen, im Gegensatze zu den Demokraten aus„prinzipiellen Grllnden' abgelehnt, weil damit Gtrahenmanifestation'en verbunden sind. Hiergegen hat ihr Vorstand in dem Schreiben ausdrücklich erklärt, dafc er zu der Verfassungsreform in der vorliegenden Gestalt„denselben ab- lehnenden Standpunkt'1 einnehme wie der sozialdemokratische Verein. Man wird abwarten müssen, ob die Liberalen auch wirklich etwas Ernhaftes tun, um dlesen kritischen Standpunkt gegenüber der Negieruugsvorlage zu beobachten. Mandatsunide? An Stelle des reichSvcrbändleriichen Scharfmachers v. D i r! s e n ist von den Konservativen im Wahlkreise Koltbus-Spreinberg der LandgenchtSdirekror Parlhey-Frankfurt a. O. ausgestellt worden. Dirksen scheint keine Neigung zu verspüren, sich der Gefahr einer Niederlage auszusetzen. In der Stichwahl wurde Dirksen mit 15 667 gegen 8683 Stimmen gewählt. In der Hauptwahl erhielt er 1138-t Stimmen. Auf die Sozialdemokiatie einfielen 9082, aus die Freisinnigen 5531 und auf das Zentrum 120 Stimmen. Erledigtes Neichstagsmaudat. In Jmmenstadt iAllgäu) ist der bisherige Vertreter dieses Kreises, der uliramoutane Abg. Schmidt gestorben. Die Nachwahl wird voraussichtlich zu einem heftigen Kampf zwischen dem Zentrum und den Liberalen führen, die im Jahre 1907 in der Stichwahl unterlegen sind. Im ersten Wahlgang wurden abgegeben 24 651 Stimmen, davon erhielt Schmidt 12 013, der liberale Kandidat 10 633, Genosse Jschniger 1099. In der Stichwahl siegte dann Schmidt mit 13636 gegen 10 831'Stimmen. Nach Bonner Muster. Kurz nach den Exzessen der Bonner Borussen verübten ein paar Münchener Studierende einen groben Unfug ähnlicher Art. Die Münchener Korps hatten am 22. Juni einen Ausflug gemacht und kehrten von Grohhasiellohe nachts 11 llhr mit dem letzten Zuge nach München zurück. Kaum war der Zug unter den Klöngen einer von den AuSzüglern mitgebrachten Musikkapelle abgefahren, als der Lokomotivführer auf dem Trittbrett der Maschine einen Studenten bemerkte, der offenbar aus einem der Wagen kommend, die Trittbretter entlang bis zur Lokomotive gelangt war. Um einen Unfall zu verhüten, ließ der Führer den jungen Mann, der offenbar angetrunken war, auf die Lokomotive heraufsteigen, wo er sich aber sehr bald höchst unnütz machte, indem er mehrere Male an den Hebel der Dampfpfeife griff und sie auch wiederholt zum Ertönen brachte. In Solln, der nächsten Haltestelle, sollte der Student die Maschine verlassen; inzwischen waren noch zwei seiner Kommilitonen hinzugekommen und erst an der Haltestelle Forsteriederstratze konnten die drei Studenten von der Loko» motive entfernt werden. Sie bestiegen den der Lokomotive folgenden Personenwagen, doch erschien der ersterwähnte Student, nachdem sich der Zug in Bewegung gesetzt hatte, plötzlich aufs neue an der Maschine, kletterte während der ganzen Fahrt aussen an ihr herum, schnitt dem Lokomotivführer und dem Heizer Grimassen, bestieg auch das Dach des Führerraumes, zog von aussen mehrere Male die Dampfpfeife und hantierte an dem Sicherheitsventil herum. Im Hauptbahnhof angelangt, wurden seine Personalien festgestellt. Es war der 22 Jahre alte Stud. Jng. Arnold Bockel- mann aus Melde bei Osnabrück, dem alsbald die Polizei wegen groben Unfugs einen Strafbefehl auf eine WocheHaft zustellte. Bockelmann erhob hiergegen Einspruch. Vor dem Schöffengericht entschuldigte er sein Verhalten mit Trunkenheit und erklärte, er wisse gar nicht, wie er zu dem unbedachten Streich gekommen sei. Der Vorsitzende bemerkte hierzu. Trunkenheit sei für einen gebildeten Menschen keine Entschuldigung und sein Be- nehnien sei um so tadelnswerter, als erst kurz vorher die Bonner Studentenexzcsse in der ganzen Presse abfällig erörtert worden seien. Das Gericht sah, um den Angeklagten nicht in seinem Fortkommen zu schädigen, von einer Freiheitsstrafe ab und er- kannte auf eine Geldstrafe von 80 M. oder 8 Tage Haft. In der Urteilsbegründung wurde ausgeführt, dass ihm die Geldstrafe bei seinen nicht gerade günstigen finanziellen Per- Hältnissen empfindlich treffe. Als straferschwerend komme in Betracht, daß seine Handlungsweise eines gebildeten Menschen durchaus unwürdig sei und nicht allein ihn selbst, sondern auch die Mitfahrenden gefährdet hätte. Die beiden anderen Studenten sind nicht zu ermitteln gewesen. Was hätte wohl ein Arbeiter erhalten, der sich ähnliche ge- fährliche Streiche erlaubt hätte? Tie Parteien des Abgeordnetenhauses haben zurzeit folgende Stärke: Konservative 149, Freikonservative 61, Nationalliberale 66, Fortschrittliche Volkspartei 37. Zentrum 102, Polen 15, Sozialdemokralen 6. fraklionslos 8. Erledigt sind vier Mandate und zwar: 1. Köslin, 4. Oppeln. 1. Danzig und 4. Königsberg._ Silvesterprophezelungen. Dir„National-Ztg.11 hat sich den— ernstgemeinten— Silvester- scherz geleistet, bei Parlameniariern eine Rundfrage über die Aus- sichten der Parteien bei den ReichStagswahlen zu veranstalten. In der ersten Veröffentlichung in der NeujahrSnummer kommen zunächst die Herren Strcsemann, Erzberger und Potthoff zum Wort. Herr Stresemann schreibt, viele Politiker stünden unter der Suggestion«ineS grossen und gewaltigen Sieges der Sozialdemokratie. Man spreche von 130 Mandaten, welche diese Partei erobern würde. und von der roten Flut, durch die wir hindurchmüssten. Ich halte diese Aussichten sür völlig übertrieben. Die Sozialdemokratie wird gewiss einen Stimmenzuwachs aufweisen. Neuerdings zeigt sich aber die Wirkung des Magdeburger Parteitage», der Tumulte in Moabit und der nach wie vor unnachsichtigen Orthodoxie im Parteiregiment in einem Abflauen der sozialdemokratischen Bewegung... Wenn eS ihr daher gelingt, die Mandatsziffer des Jahres 1903 nur um weniges zu überschreiten und auf 90 Mandate anzuschwellen, so wird sie alle« erreicht haben, was der gegenwärtige Zeitkauf ihr bietet. In Verlust dieser von der Soziakdemokralie etwa zu erobernden 40—50 Mandate werden sich die Parteien ausserhalb deS Zentrums testen müssen.. Herr Er„oerger hat keine Lust zum Prophezeien, da„ein einziges weltpolitisches Ereignis' alle Kombinationen über den Hausen werfen könnte. AlZ sicher nimmt er an, dass die Zahl der Stichwahlen sehr erheblich sei und im ersten Wohlgang 90 Zentrum«. abgeordnete gewählt werden. Die Sozialdemokraten würden der- stärkt wiederkehren, aber nicht in der Zahl von 120 oder 140. Herr P o t t h o f f glaubt, dass der Liberalismus bei den nächsten Wahlen eine große« Anzahl von Sitzen(Grossstädte und Industrie- Plätze) an die Sozialdemokratie verlieren wird. Die Liberalen könnten die Verluste ausgleichen, wenn sie in Dutzende von konfer- valivcn und nltramontanen Kreisen eine aufklärende Agitation nach Art derer von Oletzko und Labiau tragen. Die katholische Kirchs»ls Ttaatsfeindi«. In einer Zeit, wo sich bei uns in Deutschland die katholische Kirche mit der reaktionären Staatsgewalt aufs innigste zur Niederzwingung der aufstrebenden Volksmassen verbündet hat. ist der NachiveiS nicht uninteressant, dass die katholische Kirche gegcbenenialls auch nicht davor zurückschreckt, dem Staate den erbittertsten Krieg zu erklären und seine Existenz durch die rücksichtsloseste Staatsfeindschaft direkt in Frage zu stellen. Diesen Nachweis nun erbringt auS neuester Zeit die„Kölnische Zeitung' durch folgende Reminiszenzen: „In feierlicher Enzyklika verurteilte Pius X. am 11. Februar 1906 daS durch die legitimen gesetz- gebenden Faktoren ritv zustande gekommene französische Trennuugsgesetz: „Eingedenk unseres opoftolische» Amtes verurteilen und verdammen wir kraft der böcksten Autorilät, die unS Gott verliehen hat. das in Frankreich angenommene Ge- setz über Trennung von Staat und Kirche. Wir verurteilen und verdammen es..., weil eS im Widerspruch steht mit der götilichen Verfassung der Kircke, mit ihren wesentlichen Rcchlen und mit ihrer Freiheit.... Wir protestieren feierlich und auÄ allen unseren Kräften gegen die Einbringung, gegen dns Votum und gegen die V e ö f i e n t l i ch u n g dieses Gesetzes und erklären, dass es niemals wird an- geführt'werden können gegen die unveräusserlichen und unabänderlichen Rechte der Kirche, um sie zu schwächen l.Ger- mania' vom 20. Februar 1906). Am 2t. Februar desselben JahreS wiederholt Pius X. diese Verurteilung(„Germania' vom 25. Februar 1906). Am 10. August desselben JahreS fügt der Papst einer neuen Verurteilung des Ge- setzes die bezeichnenden Werte hinzu: „Die Katholiken Frankreichs haben jetzt unsere Verurteilung dieses gottlosen Ge° seyeS und seiner Anwendung gehört; nun mögen sie, wie es ihre Pflicht ist, uns Ge- h o r s a m leisten.'(„Kölnische VolkSzeNung' vom 15. August 1906.) Diese den Ungehorsam gegen ein StaatSgesetz direkt fordernden Worte Pius X. veranlassten Briand, der damals Kultusminister war. zu erklären:„Der Papst hat durch sein Verbot, dem TienuungSgesetz sich zu fügen. die französische Geistlichkeit aus der Gesetzlichkeit hinaus- gestossen; er zwingt sie, die Landesgesetze zu verletzen. Er handelt nicht mehr als geistliches Oberhaupt der Katholiken, er wirft sich zu ihrem politischen Ober- Haupt auf.'(„Germania' vom 11. Dezember 1906.) Die alte, bekannte Geschichte. Bei Gefährdung ktrch- l i ch e r Interessen wirft die katholische Kirche dem Staat rücksichtslos den Fehdehandschuh hin— für den Schutz der Rechte der Besitzlosen rührt sie nicht die Hand. Im Gegenteil, dann ist ihre Losung:„Wer Knecht ist, soll Knecht bleiben!"_ Das Militär als Konkurrent der Privatunternehmer. In Speyer o. Rh. soll über einen Bach eine hölzerne Brücke von 200 Zentner Tragkraft hergestellt werden. Das in Speyer garnisonierende Pionierbataillon stellte nun an den Stadtrat den Antrag,„im Juteresie der Ausbildung der Mannschaften dem Militär den Bau zu übertragen.' Der Voranschlag war auf 3400 M. festgesetzt, das Angebot des Pionierbataillons ging um 800 M. unter diesen Preis. Bei Vergebung der Arbeit durch den Stadtrat stimmten nur die Sozialdemokraten gegen daS Angebot der Pionier«, denen die Arbeit durch die Stimmen der Liberalen und des Zentrums zugesprochen wurde. Ocftemlcb. Protest gegen die Fleischnot. Trieft, 2. Januar. Gemäss einem in einer gestern abgehaltenen Versammlung gefahten Beschluß halten die Fleischer heute ihre Geschäfte als Protest gegen die Fleischnot geschlossen. fratihrefcb, Für Durand. Paris, 1. Januar.(Eig. Ber.) Der Kampf für die Befreiung Durands ist in den Vordergrund des politischen Interesses getreten. Durand ist begnadigt worden, aber selbst abgeseh endavon, daß 7 Jahre Gefängnis noch immer eine erschreckende Strafe für ein paar heftige Worte wären, ist die Begnadigung überhaupt keine Lösung. Die Arbeiterklasse wird die faule„Humanität", die die Gerechtigkeit mit der bürgerlichen Abschreckungspolitik aus- gleichen will, nicht akzeptieren. Sie fordert die Revision des Prozesses und wird zur Erreichung dieses Zieles die Macht ihrer Organisation ins Feld führen. Natürlich nimmt sie die Hilfe der bürgerlichen Idealisten mit Freude wahr und läßt nichts unversucht, um die sittlichen Antriebe in den Volks- massen zu entfesseln. Darum ist auch die vom radikalen Deputierten Meunier begonnene Aktion besonders wertvoll. Herr Meunier hat in Havre Erhebungen über Durands Verhalten während des Kohlenverladerstreiks angestellt, und ihr Er- gebnis, das er im„Matin" mitteilt, ist der Beweis für Durands vollständige Unschuld. Meunier hat eine Menge Zeugen einvernommen: solche, die vom Untersuchungsrichter. nicht aber vor den Geschworenen verhört worden sind; solche, die der Polizeichef, aber nicht der Untersuchungsrichter vor- geladen hat, endlich solche, die überhaupt noch nicht Gelegen. heit gefunden hatten, auszusagen. Nicht weniger als 3 0 0 Arbeiter hatten ihre Arbeit verlassen, um ihren Unglück- lichen Kameraden zu retten. Sie alle haben den Ge- Werkschaftsversammlungen beigewohnt und bezeugen, daß Durand, weit entfernt davon, zu Gewaltakten aufgefordert oder gar jenes wahnwitzige„Todesurteil" zur Abstimmung gebracht zu haben, stets zur Mäßigung, Selbst- beherrschung und Nüchternheit ermahnt hat. Von den zw ö l f Zeugen aber, auf deren widerspruchsvolle Aussagen hin Durand in Ronen verurteilt worden ist und von denen ein einziger die Geschichte von der„Abstimmung" bestätigt hat. ist gerade dieser vonMeunierderLügeüberführt worden. Dieser Zeuge, Leprestre, hatte ausgesagt:„Das Todesurteil ist in der Vollversammlung der Streikenden von Durand zur Abstimftrung gebracht worden. Von 353 An. wesenden haben 352 die Hand erhoben, bei der Gegenprobe ein einziaer, namens M o u l y. der übrigens taub ist." Nun hat Leprestres eigene Schwester erklärt, daß er ihr vor dem Prozeß in Ronen bekannt habe, daß er über die Affäre nur wisse, was ihm die Kameraden erzählt hätten! Meunier hielt Leprestre diese Aussage vor. Nach einigem Leugnen erklärte Leprestre wörtlich:„Ich habe mit eigenen Ohren Durand erklären hören, daß man sich von Dongs trennen ümsie." Auf die Frage Meuniers:„Ist daS alles?" antwortete er:„Ja, das ist alles!" Meunier hat in dieser Aussage das neue Faktum ge- fundcn. dasdieRevisiondesProzesses möglich und notwendig macht. Also auch die Hinweise auf die formalen Bedingungen des Justtzverfahrens sind hinfällig geworden. Di« Kämpfer für die Revision des Prozesses haben nicht nur das materielle, sondern auch das formale Recht auf ihrer Seite. Die lauen Gnadenanwälte des Radikalismus werden ja ja, nein nein sagen müssen. Wie anders war es... Paris, 30. Dezember.(Eig. Ber.) Die Pariser Sektionen der einst während der Dreyfus-Kampagne gegründeten Liga der Menschenrechte wollen jetzt an dt«„Intellektuellen" appellieren, wn die Aktion der Lrdeiterschast fix die Befreiung Durands zu unterstützen. Sie hatten auch schon die Veranstaltung einer grossen Versammlung beschlossen, die im Saale des„Grand- Orient', der grossen Freimaurer-Vereinigung, stattfinden sollte. Die Verwaltung des Gebäudes aber hat auf Weisung des Ordensrats den Saal verweigert. Diese tückische Bos- heit, die übrigens mehr ihre Urheber kompromittiert, als sie die Sache, gegen die sie gerichtet ist, schaden kann, ist zweifellos daS Werk des Herrn L a f f e r r e, der das Oberhaupt der Freimaurer und das Faktotum der Briandfchcn Scharfmacherei ist. Spanien. Neubildung des Ministeriums. Madrid, 1. Januar Ministerpräsident C a n a l e j a s bot dem König die Gcsamtdemission des Kabinetts an. Der König sprach Canalejas aufS neue fein Vertrauen aus, gab ihm Vollmarbt, in der Zusammensetzung des Kabinetts die von ihm für erforderlich erachtete Veränderung vorzunehmen und billigte die Richtlinien der von Canalejas vorgeschlagenen Politik. Die neu zu ernennenden Minister werden sein: Gasse t für die öffentlichen Arbeiten, Alfonso Castrillo für das Innere und LlmoS Salvador für den öffentlichen Unterricht._ Hue der partei* Ein Parteiveteran. Unser alter lieber Harburger Parteigenosse Heinrich B a e r e r feierte am Neujahrstage seinen siebzig st en Ge- b u r t S t a g. Der brave alte Genosse erfreut sich noch Verhältnis- mässig guter körperlicher Rüstigkeit und bester geistiger Frische. Fast zwei Menschenalter, seit seinen Jünglingsjahren, hat er in der Arbeiterbewegung gestanden und viele Jahrzehnte hindurch in der Front derselben, wo ihn mancher schwere Schlag, von reaktionärer Polizeibrutalität geführt, getroffen hat. Viel schwere Opfer hat er seiner proletarischen, sozialdemokratischen lieber- zeugung bringen müssen. Aber immer wieder raffte er sich empor und setzte sich mit dem ihm eigenen goldenen Humor über alle Fährlichkeiten und Polizeischikane hinweg, auch über die schwere, schwere Zeit des Schandgesetzes, in der ihn und seine Familie der Ausweisungsbefehl traf. Seit den siebziger Jahren hatte er sich auf speziellen Wunsch des Parteivorstandes, für den Genosse Bebel an ihn schrieb, den Harburger Parteigenossen für die Reichstagskandidatur zur Verfügung gestellt. Und er hat auf diesem Posten seine Schuldigkeit getan noch bei der letzten Wahl. Wir wünschen dem tapferen alten Genossen noch ewen weiteren frohen Lebensabend._ Der Erfolg ber Denunzianten. Gegen den Genossen Hermann W e n d e l- Frankfurt a. M., ist jetzt wegen seiner Kaiserreden.Rede und-Broschüre offiziell An- klage wegen Majestätsbeleidigung erhoben worden. Heyde- brand und Wagner werden lebhaft bedauern, dass der Herr Staats» anwalt sich vergeblich bemühte, in Mendels Ausführungen auch noch Hochverrat zu entdecken. Die„Frankfurter Volksstimme" bemerkt zu der Anklage: „DaS Delikt der Majestätsbeleidigung ist so künstlich kon- struiert, dass man fast sagen könnte, nicht die Wendelsche Schrift, sondern die Anklageschrift enthält die wirkliche Beleidigung der Majestät, indem sie in eine Stelle willkürlich einen Sinn hinein- interpretiert, der gar nicht darin steckt. Wir sind gespannt, ob die Staatsanwaltschaft auf diesem Glatteis ausrutschen wird, wir halten es aber für ausgeschlossen, dass irgendein Gericht der Welt auf Grund dieser Konstruktion zu einer Verurteilung kommt." Gemeindewahlcrfolge. In GrossrückerSwalde und G o r n a r, zlvei Orten deS 20. sächsischen Wahlkreises, in denen noch nie Sozialdemokraten im Gemeindeparlament fassen, wurden in der Klasse der Unansässiaen die Kandidaten unserer Partei nach heftigen Wahlkämpfen gewählt. Personalien. In die Redaktion der„Zittauer VolkS-Zeitung" tritt an Stelle des ausscheidenden Genossen Uhlig der Genosse Rauch- Bremen._ Hub Industrie und Kandel. Esst Zucker— anS Patriotismus! Eine der widersinnigsten, volksfeindlichsten Steuern ist die VerbrauchSabgabe auf Zucker. Dank der famosen Arbeit der Schnapsblockbiüder bei der Reichsfinanzreform beträgt die Steuer immer noch 7 Pf. pro Pfd. Zucker. Früher war sie noch höher, sie betrug 10 Pf. Diese Steuer diente dazu, den Znckerbaronen Export- Prämien zu zahlen. Der inländische Konsument musste dem aus- ländischen Verbraucher den deutschen Zucker billig machen. War dach infolge der hohen JnlandSsteuer und der Exportprämie der deutsche Zucker in England bis zu 30 Pf. pro Kilogramm billiger als in Deutschland. Und diese Einrichtung hatte nur den Zweck, unseren Zuckerfabrikanten gute Gewinne zu garantieren. Die Plünderung der deutschen Konsumenten zugunsten einer Handvoll Dividenden- schlucket, führte zu so unleidlichen Zuständen auf dem Weltmarkt, dass„zum Leidwesen unserer Zuckerpatrioten, auf Drängen deS Aus- landes, die sogenannte Brüsseler Konvention die Ausfuhrprämien- Wirtschaft beseitigte. Nun hatten die deutschen Zuckerproduzenten nicht mehr das bisherige Interesse an den hohen Verbrauchsabgaben, denn nun muhte die Julandsproduktion gesteigert werde», oder man war gezwungen, die Produktion erheblich einzuschränken. Eine Konsumsteig-rung liehe sich sehr leicht durch eine beträchtliche Steuerherabsetzung erreichen. Der Reichstag hatte auch bereits die Ermässigung vis auf 10 M pro Zentner beschlossen. Doch war der Beschluß an die Voraussetzung der Erschliessung einer anderen Steuerqnelle gebunden. Die Reichsstnanzreform zerstörte diese Voraussetzung, indem die Junker sich weigerten, eine Erhöhung der Erbschaftssteuer zu akzeptieren Deshalb bleibt eS bei der Steuer von 7 Pf. pro Pfund Zucker. Damit die Besitzenden, die Reichtümer erben, von «wer kleinen Abgabe verschont bleiben, müssen die Konsumenten die un- geheuerliche Steuer auf eines der allerwichtigsten Lebensmittel tragen. Nun meldet sich ein Angestellter der Zuckerbarone im„Tag" (80. Dezember) mit der Aufforderung an die Zuckerkonsumenten, sie sollten aus Patriotismus viel Zucker essen, nicht weil das gesund ist, sondern weil man damit Steuern zahlt. Der Verfasser, ein Fabrik- direktor Dr. K. Ulrich, Magdeburg, schreibt: „Eine Steigerung des Zuckerverbrauchs ist aber schliesslich auch mit Rücksicht auf unsere Reichsfinanzen recht wünschenswert. Unter unseren Verbrauchssteuern nimmt bekanntlich die recht bc- deutende Zuckersteuer, welche zurzeit immer noch 14 M. pro Doppelzentner beträgt, neben der Branntweinsteuer den ersten Platz ein und führt dem Reiche doch recht bedeutende Summen zu. wie folgende Zahlen beweisen: 1901 106 186 200 M. 1906 138404800 M. 1902 93 166 200„ 1907 138 365 400„ 1903 101 905 100„ 1908 144 085 600„ 1904 128 211200., 1909 149 204 800. 1903 112 908 000„ lOiö 150 000 000„ geschZtzt. ES ist deshalb schliesslich Sache jede« Patrioten, dem doch an einer guten Finanzlage deS Reiches gelegen sein muh. zur weitere» Hebimg deS ZnckerverbrauchS beizutragen." . ES ist doch ein starkes Stück, das unter der Last der Lebens- mittelsteuern seufzende arme Volk aufzufordern. auS Patriotismus noch mehr Steuern aufzubringen, während die Liebesgabenschlucker. d'e au« der Bewncherung des Volkes Millionengewinne erraffen. damit drohen, dass alle Familtenbande gesprengt, die Vaterlands- liebe, das monarchtswe Gefühl bei den— Reichen vernichtet werde. wenn dre lachenden Erben»»cht von einer höheren Erbschaftssteuer verschont oueven. Gewcrfefcbaftlichee. JVTatem! für Husnabtnegefctze sammeln unsere Scharfmacher. Kürzlich wurde ein Schrift- stück einer Firma aus der Metallindustrie bekanntgegeben, in dem zugegeben werden muszte, daß die den Betrieb bestreiken- den Arbeiter keinerlei Ausschreitungen begangen hatten. Trotzdem forderte die Firma Maßregeln zum Schutze der Ar- beitswilligen. Dieses Verfahren wird anscheinend überall angewandt. um„Material" Herbeizuschaffen. Die„Arbeitgeber-Zeitung" g. B. berichtet von einem Streik der Buchbinder und Arbeite- rinnen der Firma Langebartels u. Jürgensen in Altona- Ottensen, wobei es am Schlüsse heißt: „Der Buchbinderverband hat sofort nach Ausbruch diese? Streiks fortdauernd und in großer Zahl Streikposten ausgestellt, durch welche die bei der Firma angestellten Leute auf das Wider- wärtigste behandelt, eingeschüchtert und beleidigt worden sind. An- fangs glaubte die Betriebsleitung auf polizeilichen Schutz verzich- ten zu können, doch haben es die Streikposten selbst in ihrem Uebermut soweit getrieben, daß die Polizei direkt gezwungen wurde, einzugreifen. Es hat sich, wie es in dem uns zugehenden Bericht ausdrücklich heißt, bei dieser Gelegenheit deutlich ergeben, daß ein vermehrter und energischer Schutz der Arbeitswilligen auf gesetzlichem Wege unbedingt erforderlich ist!" Vage Behauptungen, für die ein Beweis nicht erbracht wird und nicht erbracht werden kann, sind es. die in diesem Falle als„Material" dienen müssen. Lediglich die Tatsache, daß überhaupt Streikposten—„in großer Zahl" sagt die„Ar- beitgeber-ZeituvK"— ausgestellt wurden, ist Grund genug, nach Staatsanwalt und Ausnahmegesetzen zu schreien. Da anderes, durchschlagenderes Material wahrscheinlich nicht zu erhalten ist,> sind die Scharfmacherschmoks darauf angewiesen. solches künstlich zu konstruieren. Das jämmerliche Resultat ist aus dem veröffentlichten Beispiele zu ersehen. Berlin und Clmgegcnd. Zur Beachtung für die Delegierten zum Heimarbeiter- kongrest! Dia zu dem am 12. Januar m B e r l i n stattfindenden Heim- arbeiterkongreß bestimmten Delegierten werden gebeten, sich zwecks Besorgung von Logis an den Genossen Alwin K ö r st e n, Berlin, Engel-Ufer 1b, Zimmer 12, zu wenden. Es stehen Logis zur Verfügung in der Preislage von 1,50 bis 3 M., und wird ge- beten, bei Bestellung auch gleich den Preis des gewünschten Logis mit anzugeben._ Achtung, Glasschleifer! Die Werkstelle Maro» u. Bartsch, Verlin, C., Dirksenstr. 41, ist für Glasschleifer, Polierer und Be- leger gesperrt. Die Firma erkennt den im Oktober 1910 ab- geschlossenen Lohntarif nicht an, auch ist von derselben der Arbeits- Nachweis umgangen worden. Die Kollegen haben darauf zu achten, daß keine Arbeit der betreffenden Firma in anderen Werkstellen an- gefertigt wird. Die Ortsverwalwng. Achtung, Metallarbeiter: In der Schraubendreherei von Adolf Mertens, Berlin, Kottbuserdamm 75, haben sämtliche Kollegen die Arbeit niedergelegt.— Der Betrieb ist gesperrt. Deutscher Metallarbeiterverband, Ortsverwaltung Berlin. Achtung! Fensterputzer und Mesfingputzer. Wegen Lohndifferenzen sowie Maßregelung sind mit dem heutigen Tage sämtliche Arbeiter der Fensterreinigungsanstalt Ber- liner Glasermnungsmeistcr, E. G. m. b. H., in den Streik getreten. Zuzug ist afs strengste fernzuhalten! Hoch die Solidarität! . Am Mittwoch, den 4. d. M., abends 6 Uhr, findet in Wilkes Festsälcn in der Sebastianstratze eine öffentliche Versamm- lung der Fen st er Putzer statt, in welcher zu der Bewegung Stellung genommen wird. Deutscher Transportarbeiter-Verbcmd, Bezirksverwaltung Groß-Berlin. I. A.: F. Lambrecht. Oeurfcbes Reich. Der Kampf in der Delmenhorster Waggonfabrik dauert nun schon ein halbes Jahr. Der Betrieb wurde von der Streikbrecherlieferantin Auguste Müller- Hamburg wiederholt vollständig besetzt. Die Firma konnte aber mit diesen„Vassermann- schen Gestalten" wenig anfangen, denn eben so viele Leute, wie„ge- liefert" wurden, erhielten auch ihre Entlassung. Prügeleien im Bc- triebe sind, solange diese Gesellschaft dort haust, an der Tages- Ordnung. Die Wirtschaften sind diesen Leuten fast alle verboten. Trotzdem drangen sie in ein Lokal ein und demolierten das ganze Inventar, bedrohten auch den Wirt, so daß dieser in der Notwehr von der Schußwaffe Gebrauch machen mußte und einen der Ein- dringlinge niederschoß. Anstatt, daß die Polizei nun die den Ueber- fall ausführenden Elemente hinter Schloß und Riegel brachte, wurde der überfallen« Wirt wochenlang in Untersuchungshaft behalten! Er mußte jetzt jedoch freigelassen werden und ist das gegen ihn an- hängig gemachte Verfahren inzwischen eingestellt. In den letzten Wochen find einige Trupps, die bis dahin in der Delmenhorster Fabrik„arbeiteten", nach Rastatt geschafft worden. Der Streikbrecheragent, der sie nach Delmenhorst gebracht hatte, Holl» sie auch wieder von dort ab. um die Vermittelungsgebühren für dieselben Leute zweimal einzustecken. Von den Streikenden sind nur noch 7 Mann am Orte. Die Arbeiter sind überzeugt, daß, wenn die Delmenhorster Waggonfabrik noch ein weiteres halbes Jahr so„fleißig liefert", wie im letzten, dann werden die Aktien bis inS Ungemessene steigen. In der Waggonfabrik in Rastatt sind außer den Delmenhorster Rausreißern Arbeitswillige nicht vorhanden. Von Auguste Müller wurde ein Transport von 120 Arbeitswilligen zwei Tage vor Weih- nachten geliefert, die für Metallarbeiter ausgegabc-n wurden. Die Direktion der Waggonfabrik wird bald einsehen, daß mit dieser Gesellschaft nichts anzufangen ist. Die Streikenden stehen auch in Rastatt einmütig zusammen._ Gescheiterte Einigungsverhandlungen. Die Feilenarbeiter in Remscheid stehen bekanntlich seit 20 Wochen in einem Streik um Verbesserung ihrer Lohn- und Arbeitsbedingungen. Aus Veranlassung des Oberbürger- meister Dr. Ja r r e s und unter dem Vorsitz desselben fanden dieser Tage Einigungsverhandlungen zwischen Arbeitgebern und Arbeit- nehmern statt, die sich aber resultatlos zerschlugen, da die Vorschläge der Arbeitgeber, welche nicht das geringste Entgegenkommen ent- hielten, für die Streikenden unannehmbar waren. In einer darauf- folgenden Versammlung beschäftigten sich die streikenden Feilen- arbeitcr mit der Lage des Streiks. Es sollte festgestellt werden, ob Geneigtheit besteht, den Kampf abzubrechen. Von den 608 noch im Kampfe stehenden Feilenarbeitern— die andern sind bereits seit längerer Ze:t untergebracht— st i m m t c n 002 für die Wetterführung des Kampfes und 4 für Beendigung des Streiks, 2 Zettel waren ungültig. Dies Resultat ist um so bemerkenswerter, als die Leitung sich jeder Stimmungsäußerung enthielt und den Entschluß völlig den Streikenden überließ._ Tarifabschluft in der südwestdeutschen Konfektions- Industrie. Der Verband der Schneider, Schneiderinnen und Wäsche- arbeiter hat im Dezember mit dem im Verbände süddeutscher Klei- Berantw. Redakt.: Richard Barth, Berlin. Inseratenteil verantw.: derfabriken organisierten Arbeitgebern der Konfektionsbranche einen neuen Tarifvertrag abgeschlossen. Das Vertragsgebiet umfaßt die Städte Frankfurt a. M., Mainz, Darmstadt, Heidelberg, Speyer und Worms. Hierzu gehören ferner die umfangreichen Land- bezirke des'Taunus, Rheinhessens, von Oberhessen, des Odentvaldes, Badens und der bayerischen Pfalz. Insgesamt kommen ungefähr 1500 meist in der ländlichen Hausindustrie-beschäftigte Arbeiter in Frage. Der Tarif tritt am I. Januar 1911 in Kraft und endet am 31. Dezember 1914. Zur Erledigung von Streitigkeiten sind zwei paritätische Tariftommissionen vorgesehen, eine mit dem Sitze in Frankfurt a. M. und eine mit dem Sitze in Speyer. Bei Diffe- renzen, die den ganzen Tarifbezirk berühren, entscheiden die beiden Kommissionen gemeinsam. Dasselbe geschieht, wenn sich während der Dauer des Tarifvertrages die tarifliche Festlegung neuer Ar- betten erforderlich macht. Die Lohnerhöhung selbst beträgt 12—17 Prozent auf die Grundpreise. Hierzu kommt noch eine Neuregelung der Extra- arbeiten, die seither etwas lückenhaft waren. Alles in allem also ein Erfolg, mit dem die Heimarbeiter Südwestdentschlands sehr zu. frieden sein können. Er ist um so höher einzuschätzen, da er ohne Kampf, lediglich auf dem Unterhandlungswege erreicht worden ist. Leicht ist allerdings den Vertretern des Schneidcrverbandes der Erfolg nicht gemacht worden. Acht volle Tage waren nötig, bevor die annähernd 200 Positionen des Tarifs restlos aufgearbeitet waren. Oft waren die Verhandlungen leidenschaftlich bewegt, und es platzten die Gegensätze mit voller Heftigkeit aufeinander; es gelang aber immer wieder, da die Arbeitgeber, wie anerkannt wer- den mutz, Entgegenkommen zeigten, die Beratungen in ein ruhi- geres Fahrtvasser zu lenken. Die Konfektionsarbeiter, die sich in den letzten Monaten wieder zahlreich der Organisation angeschlossen haben, nahmen in einer Reihe von Versammlungen zu dem Tarifabschlutz Stellung, fast ausnahmslos gelangte er einstimmig zur Annahme. Für verschiedene Werkstattbctriebe wurden noch eine Reihe Sonderabschlüsse mit noch höheren Lohnpositionen vereinbart. KusUmd. Die Bergarbeiterbewegung im Lütticher Bergwerksbecken nimmt schnell einen größeren Umfang an. Auf einer Reihe von Zechen fahren kaum zehn Prozent der Belegschaften an. Die Zahl der streikenden Bergleute beziffert sich jetzt schon auf über 10 000. Die Bürgermeister der im Streikgebiet gelegenen Ort- schaften haben Ansammlungen von Personen auf offener Straße untersagt. Die Gendarmen sind aus den nahegelegenen Städten, wie Verviers usw., verstärkt worden. Am Neujahrstage haben zahlreiche Versammlungen von Ausständigen stattgefunden, worin die Zurücknahme des neuen Arbeitsreglements verlangt und be- schlössen wurde, den Ausstand so lange fortzusetzen, bis den Berg- leuten volle Genugtuung gegeben worden sei. Ein neues Uebereinkommen der Strastenbahner in Kristiania. Der Streik oder vielmehr die Aussperrung der Straßen- bahnangestellten in Kristiania ist noch kurz vor Neujahr abgewehrt worden. Durch Vermittelung des Stadtverordnetenvorsitzenden Bang, des Vertreters der Stadt bei der Strahenbahndirektion, ist ein neues Uebereinkommen erzielt worden, das die Zu- stimmung-beider Parteien gefunden hat. Dem Fahrpersonal ist darin eine Lohnerhöhung von 150 Kronen im Jahre, und vom 1. Januar 1914 ab um weitere 50 Kronen gewährt worden, wofür jedoch eine Tantieme von iVs Proz. der Bruttoeinnahme, die dem Personal mit 120 Kronen jährlich garantiert war, in Fortfall kommt, so daß die eigentliche Lohnzulage sehr gering ist. Der Lohn ist nun für das erste Dienstjahr auf 1310 Kronen festgesetzt und steigt in 12 Dienstjahren nach und nach auf 1730 Kronen. Es werden 14 Tagen Sommerferien gewährt, und außerdem ist jeder 11. Wochentag sowie jeder 4. Sonntag frei. Für das Re- servepersonal sind die Stundenlöhne um einige Oere erhöht worden, so daß sie jetzt im ersten Jahre 35, im zweiten 37 und im dritten 40 Oere betragen. Die Arbeitszeit ist so geregelt, daß sie 9 Stunden täglich nicht übersteigt. Das neue Uebereinkommen soll bis zum 1. Januar 1917 gelten. Die Beileidungsfrage soll noch durch Verhandlungen mit dem Personal geregelt werden, besonders mit Rücksicht auf das Verlangen des Personals nach einer leichteren Sommerkleidung. „Intelligente" Streikbrecher. In Helsingfors kam es zu einer Bewegung der Setzer in den Druckereien des Unternehmcrverbandes. In den Zeitungen fungieren nach bürgerlichen Mitteilungen Frauen und Männer der „Intelligenz" als Streikbrecher. Die Herrschaften werden dabei die Erfahrung machen, daß der Beruf eines Setzers außer der Intelligenz noch schwere körperliche Arbeit und eine jahrelange Ausbildung und Uebung erfordert. Die Unternehmer scheinen übrigens der Intelligenz nicht anzugehören, sonst würden sie ihr kostbares Material nicht hergelaufenen Laien zur zweifellosen Vernichtung ausliefern._ Die Ausstandsbewegnng in Barcelona. Dem Ausstand der Hafenarbeiter haben sich nun auch die Fuhrleute angeschlossen. Der gesamte Hafenverkehr ist lahm- gelegt. Die Bürgerwehr bewacht die im Hafen und in den Bahn- Höfen aufgestellten Waren. Soziales« Sargschiffe. Bon den drei Slomann-Danipfern ist, wie unsere Leser wissen. die„Palermo" mit Mann und Maus untergegangen. Aber noch zwei andere Dampfer derselben Reederei,„ S a v o n a" und „Genua" find längst überfällig. Leider ist fast mit Sicherheit anzunehmen, daß auch diese Dampfer auf dem feuchten Grunde ruhen. 65 Menschen hätten danach ihren Tod im Meer gefunden. Es wirst sich die Frage aus: Trägt niemand an dem Menschenverlust schuld? Waren die Schiffe hinreichend seetüchtig. Unser Bruderorgan, das„Hamburger Echo", gibt über die Schiffe einige Auskünfte, die die Vermutung rechtfertigen, daß die untergegangenen Schiffe für Sachkennner als Sargschiffe erkennbar waren. Die Dampfer waren 35, 34. 33 Jahre alt. Ein See- befahrener, der die vorletzte Reise mit der„Palermo" mitmachte, schrieb damals: der Kasten ist reif zum Versaufen. Die TodeSfahrt auf der„Palermo" lehnte er deshalb ab und hat so sein Leben gerettet. Ein mit der„Savona" wahrscheinlich ertrunkener Maschinist sprach vor der Abreise die Be- fürchtung aus, der alte Kasten sei nicht mehr seetüchtig. Von der Fahrt aus berichtete er. daß die Maschine schwer in Gang zu bringen sei. Sind die Schiffe vor ihrer Abreise von ber Reederei und den zuständigen Behörden einer gründlichen Untersuchung auf ihre Seetüchtigkeit unterworfen worden? Wir fürchten, nein. Zu dieser Befürchtung gibt uns der Untergang dieser drei Schiffe, ihr Alter, die wiedergegebenen Aeußerungen und die Tatsache Anlaß, daß ein anderer Dampfer derselben Reederei,„Amalfi", gleichfalls dem Untergang geweiht gewesen wäre, wenn nicht die Feuerleute von der zuständigen Behörde eine Untersuchung der lecken Kesseln verlangt und eS durchgesetzt hätten, daß die Ausreise deS Klapperkastens verboten wurde. Die behördliche Untersuchung solch' alter Schiffe mußte aufs peinlichste vorgenommen werden. Sie kann heute oft von der Mannschaft nicht in der wünschenswerten Weise unterstützt werden, 'H. Glocke, Berlin. Druck u. Verlag: Vorwärts Buchdr. u. Verlagsanstalt i weil nach den Gepflogenheiten der Großreederelen Maschinisten und Offiziere fürchten müssen, wenn fie reden, ihre Stellung zu verlieren und außerdem auf die schwarzeListezu kommen. Dies System der schwarzen Listen ist nicht nur die ärgste Terrorisierung Arbeits- williger. Sie setzt auch, wie der Verlust der drei Sargschiffe zeigt, das Leben von Menschen frevelhaft aufs Spiel. Das seit Jahr- zehnten von der Sozialdemolratie erhobene Verlangen, die Ver- Wender schwarzer Liste» zu bestrafen, stellt sich immer dringender als vom Allgemeininteresse geboten dar. Will der ReichSlanzler endlich dem Verlangen entsprechen? Die Abnahme der Bleikrankheit. Ueber die Verbreitung der Bleikrankheit in den gewerblichen Betrieben sind in jüngster Zeit zwei Arbeiten erschienen. In der einen wird die Bleivergiftung nach den Berichten der deutschen Ge- werbcinspektoren und der Berliner Malerkasse von Abelsoorf dargestellt. Die bisherigen Erfahrungen lassen immer dringlicher die gesetzliche Anzeigepflicht der Bleikrankheit(und anderer gewerb- lichen Vergiftungen) fordern, denn die Zahl der zur Kenntnis der Behörden kommenden Fälle entspricht bei weitem nicht der Wirk- lichkeit. Ebenso wurden aus allen sogenannten Bleigelverben eine ansehnliche Zahl von Vcrgiftungsfällen bekannt. Die Ortskranken- kasse der Maler weist allerdings einen, wenn auch geringfügigen Rückgang der Bleivergiftungen auf. Abelsdorf verlangt besonders die vermehrte Beiziehung des ärztlichen Elements zur Gewerbe- Hygiene. Wenn auch neue Kosten dabei erwachsen, so sei doch der Ausspruch Mangonos dabei zu beherzigen:„Keine Geldsumme ver- mag den moralischen Niedergang sowie die physische Degeneration eines Volkes auszugleichen, wobei besonders an den Einfluß der Bleikrankheit aus Zeugungsfähigkeit und Nachkommenschaft zu denken ist." Nach Kaup sind die bekannt gewordenen Fälle von Blei- Vergiftung bei allen preußischen Krankenkassen von 1050 im Jahre 1904 auf 900 im Jahre 1908 zurückgegangen, die Krankheitstage von 27 943 auf 21 150. Die einzelnen Regierungsbezirke Preußens weisen jedoch erhebliche Unterschiede auf. Im allgemeinen glaubt Kaup einen erfreulichen Rückgang der Bleivergiftung konstatieren za können. Beleidigung eines achtjährigen Kindes. Die Inhaberin einer Plättanstalt, Frau Teynaß, hatte die Plätterin B. nach kurzfristiger Beschäftigung am 3.' Dezember wieder entlassen. Sie wurde deshalb von Frl. B. beim Gewerbe- geeicht verklagt, vor dem gestern Termin in der Sache anstand. Die Klägerin forderte eine zweiwöchige Lohnentschädigung von 30 M. Die Beklagte hielt die Entlassung für berechtigt, weil ihre Tochter, ein achtjähriges Kind,— von der Klägerin beleidigt worden ist, indem diese sagte:„Du Rotznäse, mach daß Du fortkommst. Wir brauchen keinen Aufpasser." Der Vorsitzende, Magistratsrat Dr. Leo, erblickte in diesen Worten eine die sofortige Lösung des Ar- beitsverhältnisses berechtigende Beleidigung eines Familienange- hörigen des Arbeitgebers und hatte deshalb Beweisaufnahme an- geordnet. Gestern wurde die 13jährige Nichte der Beklagten als Zeugin vernommen, die die oben erwähnte, von der Klägerin ent- schieden in Abrede gestellte Aeußerung bekundete. Das Kollegium schloß sich jedoch der eigenartigen Ansicht des Vorsitzenden nicht an. Es hielt wohl jene Aeußerung als eine sehr grobe Ungehörigkeit, die vom Schöffengericht vielleicht mit Strafe geahndet werden würde. Die fristlose Entlassung wird aber durch eine einfache Be- leidigung nicht berechtigt. Es müsse schon eine grobe Beleidigung sein. Eine solche sei aber jene Aeußerung nicht. Die Beklagte,— die zuvor einen Vergleichsvorschlag des Vorsitzenden auf Enlschädi» gung einer halben Woche abgelehnt hatte—, wurde dem Klage- antrage entsprechend verurteilt. Hus der frauenbewegung. Gegen die Mieltschincr Greuel. Der Berein„Frauenwohl" und der Verein für Frauenstimm- recht hatten zu gestern abend eine Versammlung nach den „Arminhallen" in der Kommandantenstraße einberufen, um gegen die Vorgänge in der Erziehungsa» stall Mieltschin zu protestiere». Zunächst sprach Frau Minna Cauer über die Erziehung der Für- sorgezöglinge und erklärte zum Schluß, daß nach dem gerichtlichen Urteil gegen Breithaupt man überzeugt sein könne, daß eS eine Klassenjustiz in Preußen gebe. Stadtverordneter Dr. A. B e r n st e i n nannte das Fürsorge- erziehungSgesetz ein ekelhaftes Zerrbild der Pädagogik und nannte Breithaupt den Typus der entarteten Pädagogen. Solange unsere Erziehung in Abhängigkeit zum pfäffisch-militärischen Wesen.stehe, sei an eine grundlegende Aenderung des Systems nicht zu denken. Wohl trügen auch die städtischen Behörden einen Teil der Schuld und der Verantwortlichkeit, aber er müsse zu» geben, daß gerade die Waisendeputation brüderlich, ohne einen Unterschied zwischen den Parteien zu machen, arbeite. Der Redner forderte eigene Anstalten für die Schwachsinnigen, Epileptiker und und Psychopathen. Er schloß mit den Worten: Fort mit allem brutalem Zwang in der Erziehung, her mit gutem Beispiel und her mit den Frauen in die städtischen Behörden. Nachdem noch Frau Adele Schreiber-Krieger ge» sprachen, wurde folgende Resolution angenommen: Die am 2. Januar in den„Arminhallen" versammelten Männer und Frauen geben ihrer Entrüstung über die Borkomm- nisse in Mieltschin Ausdruck, die neben anderen schlimmen Folgen auch eine lebhafte Beunruhigung darüber hervorgerufen haben, daß auch in anderen Erziehungsanstalten ungeeignete Methoden. zur Anwendung gelangen. Die Versammlung spricht die Erlvar- tung aus, daß Magistrat und Stadtverordnete alles daran setzen werden, um über alle ihnen unterstellte Fürsorgeeinrichwngen volle Klarheit zu schaffen und ähnlichen Vorkommnissen für die Zukunft vorzubeugen. Die Versammlung hält es für unbedingt notwendig, daß sowohl zur Leitung wie zur ständigen Beauf- sichtigung aller zur Fürsorge gefährdeter Jugend getroffenen Ein- richtungen Frauen hinzugezogen werden, und verlangt für die Frauen Siy und Stimme in der Stadtverordnetenversammlung sowie in allen Deputationen und Körperschaften, die mit der Durchführung der Fürsorgeerziehungsgesetze betraut sinds Hetzte ftachricbten« Zur Befreinnq Durands. Paris, 2. Januar.(W. T. B.) Der Allgemeine Arbeiterverband hat heute beschlossen, auf vollständige Befreiung des zu einer Gefängnisstrafe von 7 Jahren be- begnadigten Syndikatssekretärs Durand zu dringen und hat seinen Generalstrcikausschuß beauftragt, eine allgemeine Bewegung der organisierten Arbeiter in die Wege zu leiten« Explosion im Strasienbahnhof. San Sebastian, 2. Januar.(W. T. B.) Durch eine Explosion im hiesigen Straßenbahnhof wurde eine Person getötet, zwei andere wurden verletzt. Konstantiüopel, 2. Januar.(W. T. B.) Wie« der Ober- kommandierende der türkischen Truppen bei K e r a k telcgraphisch meldet, wurden bei Zusammenstößen der Truppen mit den Auf- ständischen, welche sich weigerten, die im Verlaufe der letzten Er- eignisse geraubten Sachen herauszugeben, 18 Aufständische getötet, Zaul Singer öc Co., Berlin L>V. Hierzu 2 Beilage»«.Unterhaltungsbl«' W-?-»'--'-- 1. Ktilsge des Lttmls" Kerliiltr DolksdlM. ——— aBBBg—— MIWIII Die tlioabiter Vorgänge vor Sericht. Siebenunddrcißigstcr Tag. Slbon seit Wochen wohnten von den Angeklogten nur die in Haft befindliche» den Verhandlungen bei, während die anderen von, Erscheinen entbunden waren. In der geslrigen Sitzung waren auf Anordnung des Gerichts wieder sämtliche Angeklagte anwesend. Der ominöse Radfahrer. Die Verhandlung begann mit der Vernehmung des A r b e i t e r S Willi Ptock. Er soll nach einer früheren Angabe des Polizei- lentnants Götze während der Unruhen im Auftrage der Partei- leilung als Radfahrer Ordonnanzdienste geleistet hoben.— Der Zeuge Stock bekundet, er sei an dem Streik der Arbeiter der Handelsgesellschaft der Apotheker beteiligt gewesen, der zu derselben Zeit war tfe der Streik bei Kupfer. Er habe Streikposten bei der HandelSgewllschaft gestanden und deshalb nach Moabit fahren müssen, doch nicht morgen! um 6 Uhr. wie Polizeileutnant Götze angab, sondern nie vor 8—'/zll Uhr. In den Tagen der Unruhen sei er krank getvesen und sei deshalb zu jener Zeit überhaupt nicht in Moabit gewesen. Zur Parteileitung habe er keine Beziehungen, er habe keinen Auftrag voitz ihr erhalten. Da» alles habe er auch bei feiner polizeilichen Vernehmung gesagt. Wie konservative Zeitungen flunkerten. Schrift st eller B e r t h o l d, der als Berichterstatter der .Deutschen Tageszeitung" und anderer reaktionärer Blätter in Moabit war, bat in einer der früheren Sitzungen sehr phantastische Angaben gemacht. Unter anderein sprach er von einem laugen Manu niit Spitzbart und Kneifer, der die Exzesse geleitet haben solle. Der Zeuge Berthold ist aufs neue geladen. Rechtsanwalt Rosen selb hält ihm mehrere Berichte der „Mecklenburgischen Warte" vor, für die der Zeuge auch korrespondiert bat. I» diesen Berichten wird unter anderem gesagt, es seien Maschinengewehre gegen die Exzcdenten aufgefahren, die Vorschritten über den Waffengebrauch der Polizei seien verschärst, es seien Vor- tehrungen getroffen, um einem Sturm der Exzedeuten auf die Strafanstalt Plotzensee zu begegnen usw.— Der Zeuge sah. die Berichte habe er versaht, aber die angeführten lieber- trribungcn seien von der Redaktion, nicht von ihm, eingefügt worden. Wie die Polizei vorging. Fabrikant P ritschau aus Düsseldorf befand sich auf einer Geschäftsreise in Berlin. Als er von den Vorgängen hörte, hat er es kür durchaus berechtigt gehalten, dast die Polizei energisch ein- griff, um das Eigentum zu schützen. Als er dann von einer dcmo- lierten Kirche las. ging er nach Moabit, uni sich die Vorgänge selbst anzusehen und da»lachte er folgende Beobachtungen: Am 29. abends zwischen 10 und 11 Uhr standen an einer Haltestelle in der Turmstrasje 15—20 Personen. Frauen, Kinder und aste Leute waren darunter. Es war vollkommen ruhig auf der Straße. Plötzlich kamen von allen Seite» Schutzleute mit blanker Waffe auf die Leute, die ruhig an der Haltestelle standen, zu und schlugen auf sie ein. Die Leute wurden, wie der Zeuge sagt, ohne Veranlassung einfach niedergemacht. Die Leute schrien, daß eS gar nicht mit anzuhören war. Sie wurdcu immer über die Köpfe geschlagen. Wie die Metzelei endete, weiß der Zeuge nicht. Denn er wurde von einem reitenden Schutz- mann verfolgt und mußte sich in Sicherheit bringen. Kriminalbcainte rufen„Bluthunde". Bei anderen Gelegenheiten hat der Zeuge gesehen, daß Jungen«, die in der Menge„Bluthunde" riefen, davonrannten. Aber Männer in gesetzten Jahren und guter Kleidung, die ebenfalls„Bluthunde" gerufen hatten, blieben ruhig stehen, ivcnn die Schutzleute vorgingen. Wenn sich die Menge wieder sammelte, so waren jene Männer gleich wieder an der Spitze und die ersten, die„Bluthundel" riefen. Und ihren Rufen folgten dann die der Junge». Der Zeuge hält diese Männer für Kriminalbeamte und wird in dieser Ansicht dadurch bestärkt, daß einer von ihnen, der eben„Bliithiinde" gerufen hatte, sich an die Wand stellte und, als ein Schutzmann auf ihn zukam, den Stock erhob und dabei „Kollege" rief. Ganz dieselbe Beobachtung hat der Zeuge in einem zweiten Falle an einem anderen Kriminalbeamten gemacht. Ein anderer Fall, den der Zeuge als emen kleines feuilleron. Theater. -Deutsches Theater:.LumpacivagabunduS' von Johann Nest roh. NestroyS altmodisch vergnügliche Handwerks- burscheuposse, die unter der Experimenten abseits von Jbien- und Hauptmannbahnen so wenig geneigten Brahmschen Direktion in> Deutschen Theater Einzug hielt und mit Kaiuz als Schneider Zwirn von neuem Kasscustiick wurde, beivährte auch in Reinhardts Silvester- aufführuug die Frische ihres volkstümlich hannlosen HumorS. Die Beleuchtung war freilich eine andere. Herr Bonn, der als ans- wärtiger Gast die Rolle des Schneiders übernommen, vermochte schon wegen seiner Korpulenz die spezifische Windikuskomik des lustigen Scherenhelden nicht herauszubringen. Ein beleibter Zwirn ist ein Widersprucb in sich wie ein beleibter Don Ouichote. Auch gebrach eS dem bartlosen, rotbäckigen Max- und Moritzgesicht an lebendig»nterhaltlicheni Wechsel des Ausdrucks. Himer den Effekten sah man die Absicht de§ Effektes; eine glatte, rechnende Routine ließ ein naiv-fröblichcS Behagen nicht auskommen. Herr B i e n s f e l d t, der durch ein bloßeS Ausschlagen der Augenlider, «in paar trocken hingeworfene Worte elementare Heiterleilsausbrnche erzeugt und sein barockes Posientemperament diesmal nur in der winzigen Rolle des.Lumpacivagabundus" im Borspiel zeigen konnte, wäre ein wahrscheinlich unvergleichlich drolligerer und originellerer Zwirn gewesen.— Ausgeglicheu wurde das Defizit durch Bassermanns urechien, stürmisch unijubelten Schuster Knieriem, dem am Ende»och eine ähnliche Berübmiheit wie Kainzens Zwirn bevorstehen mag. Die Gestalt wuchs über die schwaukmäßig-leichte gedankenlose Komik NestrohZ inS Menschlich-Tragikomiiche hiunus. Der cnragierte Säufer mit seinen verrückten astronomischen WeltuutergaiigSidecn erhielt in diesem Nachbild etwas Rührendes. Ein kinMiche, voni Vogabiindenelend nur obeuhin verschüliete gutmütige Ehrlichkeit leuchtete miS dem knochigen, von einer Manrerfräse umrahmten Antlitz und breitete einen versöhnlichen Schimnier über die hoffnungs- lose alkoholische Zerrüttung jeder Willenskrast. Die Trunkcnheits- szene in der Herberge litt für mein Empfinden an einem Ueber- maße naturalistischer Detailausmalung. Ganz prächtig aber war Bonrag und Erklärung der schönen melancholiichen Ballade vor den Zechgenosse». Jeder Strich enthielt da eine neue Feinheit. Wie er sie sang, stellte er auch die eingelegten aktuellen, nicht gerad' sehr geistvollen Couplets in den Nahmen seiner künstlerischen Ge- samtcharalteristik.— DaS schwache allegorisiercnde Vorspiel im Zaubemiche hatte Reinhardts Regie durch farbig drollige Märchen- dekorationen sehr glücklich aufgefrischt. Für die schwachen Szcnen im Salon des rcichgewordenen Schneiders gab es keine solche Möglichkeit; man hätte deshalb gut getan, hier energisch zu streichen. » Akt entsetzlicher Roheit bezeichnet, spielte sich so ab: Ans einer Bank im Kleinen Tiergarten saß ein dem Anschein nach kränklicher jiinzcr Mann. Drei Schutz- leute kamen heran. Mit de» Worten:„Was hast Du hier auf der Bank zu sitzen?" rissen sie ihn von der Bank und hieben ans ihn ein, daß er liegen blieb. Dann kam noch ein vierter Schutzmann und schlug den jungen Mann über de» Kopf, daß das Bstir herunterfloß. Eine Dame, die das mit ansah, rief:»Das ist ja entsetz- lich".— Auf Befragen gibt der Zeuge noch au, er habe den Vorgang mit den Mäimer», die Bluthunde riefen, sich daii» an die Wand stellten und sich den Schutzleuten als„Kollege" zu erlenneii gaben, erst keine Bedeutmig beigelegt, dann aber in den Zeilungsbenchtcn gelesen, daß andere Leute ebensolche Beobachtungen gemacht haben. Darauf habe er sich bei einem Verteidiger a�Zcngen angeboten.— Erster Staats- a n w a l t: Wo haben t£ie das gelesen?— Zeuge: Ich lese die „Frankfurter Zeitung", die„Kölnische Ztg." nnd daS„Verl. Tageblatt".— RechtsanwaltRosenfeld: Haben die Leute, die an der Haltestelle der Straßenbahn standen, der Polizei Grund zum Einschreiten gegeben?— Zeuge: Ich habe keinen Grund gelehen. Die Leute verhielten sich ganz ruhig. Wie eins der Pistole geschossen wnren die Schiltzlriite mit einmal da und alle Leute, die dort standen, sind mit dem Säbel bearbeitet worden. Milchhä ndlcr Spremberg kam auf einem Geschäfts- gange an eine SchntzniannSkelte. AIS er einem Vonibersahrenden Äntomobil nachsah, bekam er von einem Schutzmann einen Säbel- hieb. Der Zeuge kam nach 9 Uhr in die Rostocker Straße. Da waren viele Schutzleute. Er rannte, um nicht wieder geschsagen zu weiden, denn ein Schutzmann hatte ihm zugerufen:„Rennen Sie, je doller Sie rennen, desto weniger kriegen Sie!" Der Zeuge kam in die Hulteiistraße. Dort stellte er sich an einer Haltestelle auf, um mit der Straßenbahii nach Hause zu fahren. Die ankommende» Wagen waren übersiillt. Der Zeuge wartete etwa 10 Minuten. Da kani ein Kriminalbeamter und schlug fortgesetzt auf ihn ein. Endlich kam der Zeuge nach Hanse. Da sah er auf den Tisch den blutbesudelten Kragen seines Schwagers liegen, der ebenfalls in Moabit verprügelt war, aber nochnial ans- gegangen war, um den Zeugen, den er ans einer Unfallstation ver- inntete. zu stichen. Nach seinen Verletzungen befragt, sagt der Zeuge: Verwundet bin ich nicht, aber ich hatte so viele braune und blaue Streifen, daß ich 14 Tage wie ein Zebra aussah. Zigarre u händier Fiau macht folgende Angaben: Am Abend des 26. September verfolgten Schutzleute eine fliehende Menge junger Biiriche» und schlugen blindlings aus jede» ein, den sie niit den, Säbel erreichen komitr». Ein junger Mann anS der Menge war zurückgeblieben. Ein Schiitzmann ging auf ihn zu und schlug ib» mit dem Säbel über den Kopf. Dann kam»och ein zweiter Schnyniaim und hieb ebenfalls auf den jungen Mann ein. Kurz daraus wurde der Manu zum drittcuunil mit dem Säbel geschlagen. Der Zeuge»ahm den Verletzten in seinen Laden und legte ihm einen Notverband an. Der junge Mann hatte stark blutende Wunden am Kopf und zwei tiefe Hiebwunden am Arm. Bei anderen Gelegenheiten ermunterten sich die Schutzleute gegenseitig zum Schlagen niit den Worten;„H�nt doch daS Aas." Ein reitender Schutzmann, der ruhig gehendes Publikum vor sich hertrieb, drängte einen einzelnen Mann an eine Gruppe von Kriminalbeamten und rief: „Du Hund, willst Du laufe»." Da fielen Kriminalbeamte über den Manu her und schlugen ihn, daß ihm das Blut vom Kopfe herunterlief und eine große Lache auf dem Boden bildete.�— Ein Mann wurde von einem reitenden Schutzmann niit dem Säbel ge- schlagen. Der Schutzmann führte de» Hieb so wuchtig, als wenn er den Mann mitten durch schlagen wollte. Z e» g e Espenhahn hat gesehen, daß zlvei junge Leute, die nach erfolgter Aufforderung zum Weitergehen stehen blieben, von einem Schutzmann Ohrfeige» bekamen. Zeuge G l o ck»i n ii n sagt unier anderem anS: Auf dem Bürgetsteige in der Beuffelstraße standen einige Leute. Ein Polizcilcutnant kam auf sie zu, faßte eine» jungen Manu von hinten an der Schulter und warf ihn nieder. Der junge Manu sagte etwas, da»» warf ihn der Leutnant in derselben Weise nochmal nieder. Am Abend des 29 wurde ein Mann, als er eben auS der Straßenbahn stieg, zuerst von Kriminallicamten niedergeschlagen und dann bekam er von Schutz- leiitcn noch Säbelhiebe über die Beine. Menschen, durch die sich die Polizei hätte bedroht fühlen können, waren nicht in der Nähe. An der Hallestelle stand eine einzelne Dmne. Ein Kriminalbeamter, der einen ungewöhnlich langen Paletot trug, ging um sie herum. Erst durch des graziösen Fräulein E i b e u s ch ü tz Ariengesang am Schlüsse des Aufzuges belebte sich hier die abgestaute Stinmuing wieder. dt. Berliner Theater.»Bummel st udenten". Posse mit Gesang und Tanz von E. Pohl und Willen. Musik von C o» r a d i. Die ausgegrabene Pohlsche Posse„Auf eigeueu Füßen", aus der die populär geioordcize Melodie„Feins Liebchen mein unter dein Rebendach" stammt, Ivurde, neu ausgeputzt, vom Publikum des Berliner Theaters mit geradezu überquellender Dankbarkeit begrüßt. Die abgebrauchtesten Scherze ivcckten doimeriiden Widerhall. Da die modernen Einschiebsel und Aenderungen insofern dem Gebot der Srilcinheit folgte», als sie über das geistige Niveau des Originals nirgends hinansstrebten, muß der Erfolg gegen die stolzen Reden von Eutwickelung und Verfeinerung des Geschmacks recht skeptisch stimmen. Die Bedürfnislosigkeit läßt sich nicht weiter treiben, als die Autoren es in diesem Stück getan. Zwei Heidelberger Bierstudenten, die sich aus eine Millionenerbschaft ipitzen, versuchen e». als der gute Onkel im Testament einen Be- fähigungSnachwcis in Form selbstäudigeu Verdienstes vom Erben verlangt, mit einem Restaurant, in dem kein Gast, einem Kon- servatorium. in dem kein Mniikbeflissencr sich sehen läßt usw., vis nach drei Stunden, am Schlüsse des Theaterabends, endlich die Be« kehrung zur Solidität vollzogen ist. Für die Unmöglichkeit der Siiuotionen, den Mangel individueller Züge entschädigt keine Augen- blickskoniik verblüffender Situationen. Die Späße sind an den Haaren herbeigezogen. Herr K l e w i n g, ein immer interessanter Slvauspseler, war ein exemplarisch flotter Bursch und feierte mit seinen Liedern auf der Laute doppelte Triumphe. S a b o sekundierte als Bumnielkompagiion sehr derb, aber zuweilen mit glücklich treffender Schlagkraft. Direktor Meinhard, der den Ber- waudlungSlünstler Maroni gab, erschien in einer Menge amüsanter Masken. dt. Musik. Die populäre Liederbeweguug— wenn ein solcher Ausdruck ge- stattet ist— gewinnt Bode». Nach und neben den Bolkslied-Nach» mittagen im Tiergaitenhofe finden jetzt an den roten Tagen „Populäre Lieder- Nachmittage int Blüthner» Saale statt. An ihrer Spitze steht Gustav Lazarus, der sich durch Kompositionen verschiedener Art sowie durch Lehrtätigkeit i» Berlin einen guten Namen gemacht hat. Gegen das Populär- treiben etivas bedenklich geworden, überließen ivir das EröffnungS- konzert von, 25. Dezember dem privaten Interesse und besuchten ersß als wir Günstiges darüber gehört, ein späteres Konzert(vom Neujahrstag). Das neue Unternehmen stellt nicht die VolkSliedsache in den Vordergrund und verzichtet auf die anderSwo eingeführte Bier- gcmütlichkcit. Seine Auswahl der Darbietungen knüpft nur lose an Plötzlich erhob er de« Stock und schlug die Dame ein paarmal über den Kopf. Schlosser Paulsen arbeitete in der Fabrik von Ludwig Loewe. Er ivar zugegen, als die Polizei in der Mittagstunde des 26. September eine Attacke auf die Locweschcn Arbeiter machte. Er schilderte den Hergang so: Als der Kohlenwagen vor- überfuhr, gab der auf dem Wagen sitzende Arbeitswillige einen Schuß ab. Auf der Straße stände», weil eS in der MiUngstunde war, viele von den Lölveschen Arbeitern. Nachdem der Schuß gefallen lvar, brach die Menge in EiilrüstuiigSrufs aus. Zwei Schutzleute, welche den Kohlenwagen begleitet halte», sprengten gegen die Menge an. Die Arbeiter flüchtete» auf den Fnbrikhof imd da« Tor wurde auf Verlangen des Polizeileuiilants geschloffen. Jiifolgcdcsscu sammelten sich draußen vor dem Tore diejenigen Arbeiter an, lvelch: vom Mittagessen zurückkehrten. Gegen diese schritt die Polizei wiederum ein. Zweimal wurde eine Attacke auf die Arbeiter gemacht. Die Schutzleute folgten den Fliehenden auf den Hof. In gemeiner und niederträchtiger Weise wurden die Arbeiter von den Schutzleuten attackiert, u. a. tvnrde ein alter Arbeiter geschlagen, der ruhig auf dem Hofe saß n»d sei» Essen verzehrte. E« war den von der Polizei bedrängten Arbeitern nicht möglich, schneller in die Fabrik hineiiizutonnnen, weil die Eiiigangslüren nur klein sind. ES enlstaiid dcSbalb eine Staiiiing. Trotzdem schlugen die Schutz- leute auf die Arbeiter ein, bi« der letzte Mann hniler der Tür verschwunden ivar. Dies Austreten der Schntzlente rief große Empörung unter den Arbeitern hervor. Ans Befragen er- klärt der Zeuge, er habe nicht gesehen, daß die Arbeiter auf der Straße nach dem vorüberfahrenden Kohlemvagen warfen. Als die Arbeiter auf dem Hofe von der Polizei attackiert wurden, da fei allerdings nach den Schutzleuten geworfen loorden. Am Abend des 27. September sah der Zeuge, daß ein Schutzmann, der das Publikum von dem Bürgersteig vertrieb, einen alten Mann i» den Nacken stieß mit den Worten: alter Esel! In den vordersten Reihen der Mri>schena»sa»u»lmigen hat der Zeuge oft Leute gesehen, die er für Kriniinalbeamte hielt. Geschäftsführer Böttcher macht Angaben über die polizeiliche Räumung der Restanration, die an der Ecke der Beusscl-»nd Sickingenstraße von ihm geleitet lvird. Es war am 26. September, abends zwischen 8 uiid 9 Uhr. Eine Anzahl von Schutzleuten unter Führung eines Wachtmeisters stürmten herein und veilangten, die Gäste sollten hinausgehen. Auch mich, sagt der Zeuge, packte ei» Schntiniaim am Halse und wollte mich hinauswerfen. Ich sagte: Was wollen Sie denn von mir? Ich bin doch hier angestellt. Da bekam ich eins niit dem Säbel. Als ich dagegen Einwendniigcn mache, sagte der Schutzmatm: Sie könne» noch viel mehr bekommcit. Am folgende» Tage kam ein Polizeileutiiant in das Lokal nnd sagte z» mir: Wenn solche Sckweincrei wie gestern»och mal vorkommt, lasse ich das Lokal mit der blanken Waffe räumen. Ich sagte: bei»mS sei doch durchaus nichts vorgekoninic». Wir haben dann unfcr Lokal freiwillig geschloffen, ohne erst die polizeiliche Aufforderung abzuwarten. Weiter gibt der Zeuge noch an, daß er'einen Verletzten anderthalb Slunde aus der Straße liegen sah und daß Schutzleute vorbeigingen, ohne sich um den Man» zu kümmern. Wenn die Leute, welche sich auf der Straße angesammelt hatten, nach erfolgter Aufsorderuilg nicht sofort aiiSeiiianbergingen, schlugen die Schutzleute auf sie ein. Wenn die Straße geräumt war, wurde jeder einzesne, der sich»och sehen ließ, verhauen. Am 28. gegen 10 Uhr abends wurde ein Auto mit drei Insassen von einem Polizeileutcnant angehalten. Von hinten rief jemand: Ranshauen. Darauf schlugen einige Schutzleute oh»e weiteres auf die Personen in dem Auto ein. I» der Turm- ftraße, die fast leer von Menschen lvar, stürzten sich acht Schutzleute gleichzeitig n»f zwei Passanten nnd bearbeiteten sie mit dem Säbel. K a u f m a n n S t o ck bat an drei Abenden die Vorgänge in Moabit beobachtet. Die auf der Straße aiigesaiiiinelten Menschen hätten die Schutzleute tatsächlich brüskiert und sie sehr gereizt. Er habe sich gewundert, daß sich die Polizei das ruhig habe gefallen lasten. Steine feien nach den Schntzlenten geworfelt worden. Einmal habe er gesehen, daß zwei bis drei Männer mit den Fäusten auf Schntzlente losgingen. Da zogen die Schutzleute blank. Dann baten die Aiigreifer die Schntzlente, sie»lochten ihnen doch nichts tu», sie würden ruhig weiter gehen. Darauf steckten die Schutzleute ihre Säbel ein und ließen ihre Angreifer unbehelligt laufen.— Kaufmann Braun ist am 29. September abend!, als er ans einer Bedürfnisanstalt trat, von einem Kriminalbeamten mit einem Gummiknüppel über den Kopf geschlagen worden. Er fiel zu Boden und bekam dann noch sechs bi! acht Schläge mit dem Gummiknüppel über den Nücke». Nach Ansicht des Zeugen müssen den Tag an sWeihnachlSflänge usw.), bringt manches sonst Seltene vom 16. Jahrhundert an bis auf unsere Zeit— z. B. Duette von Schubert—, stellt aber im ganzen sein Programm w prinziplo» zusammen, wie dies eben üblich ist. Weim wir dringclid bitten, erstens für eine faßliche Einheit zu sorgen, zweitens Bruchstücke ans größeren* Werken ganz zu niciden und drittens dem Programm Erläuterungen für weitere Kreise beizugeben, so haben wir uns der kritischen Be- fchwerden entledigt»nd können»mi um so froheren Herzens zugunsten des neuen Unternehmens sprechen. Namentlich seine sehr mannigfache Schar von Säiigcru und Sängerinnen leistet Hervor- ragendes, und ein lebhafter'Besuch kann auch dazu beitragen, daß wir hier ivirklich ciiiiual eine volkstümliche Kunstpflege bekommen. Die Eintrittspreise(Vo und 1 M.) und die sonstigen Verhältuisse sind einladend genug, daß wir glauben, es werde sich lohnen. BZ. Notizen. — Theaterchronik. Die Erstaksfführung von Gerhart Hauptmanns Berliner Tragikomödie„Die Natten" im L e f f i n g- T h e a t e r ist auf Freitag, den 13., angesetzt. — Vorträge. Zum erstenmal wird Wilhelm Bölsche, der am 2. Januar sein süufzigslcs Lebensjahr vollendete, in diesem Winter Vorträge niit Lichtbildern halten. ES finden»ur zwei Vorlesnngen statt, am 29. Januar und 5. Februar, und zwar über die Themen„Das Weltall als Kunstwerk" und„Die Kunst der Eiszeit". — Josef Uphues, einer der von Wilhelm II. protegierten SiegeSallce-Bildhauer, ist im 6l. Lebensjahre in Wilmersdorf ge- storben. Uphues, der aus der Schule von Reinhold Begas hervor- gegangen war, hatte zweifellos Talent zum Anmutigen, Leichten, das unter anderen Vcrhällniffen sich freier hätte entfalten könne». Seine Aufträge waren die üblichen Kaiser- und Herocndcnkmale sKaiser Friedrich vor dem Charlottenburger Schloß, Friedrich IL in der Siegesallee nnd das Moltke-Denkmal auf dem KvuigZplatz). — Die Ku n st im Die nfte der Tierkunde und des Tierschutzes ist das Thema eines ProjcktionsvortrageS, den Ingenieur Max Grempe an Hand von 124 kolorierten Lichtbildern heute in der Patzcnhofer Brauerei, Turmstr. 25, am 6. Januar im „KönigShos", Bülowstr. 87, und am 9. Januar in den„Industrie- Fcstsälen", Bcuthstr. 20, halten wird. Der Eintritt ist an allen drei Tagen frei. — Die Frauen- Universität in Toki«. Tausend Japanerinnen studieren zurzeit an der Franen-Universität in Tokio; allerdings umfaßt diese Universität nicht ausschließlich akademische Berufe in unicrem Sinne, sondern sie gibt zugleich eine allgemeine höhere Mädchen- und Fraueubildung für das praktische Leben und zielt insbesondere auch darauf ab, die Mädchen für die Aufgaben der Mutterschaft und der Kindererziehung vorzubilden. melime Beamte glelchzeMg auf ihn eingeschlagen haben. Als er vcrp'ügelt wurde, warc» uniformierte Schutzleute uud ein Polizei- osfi'rr in nächster Nähe. Ein anderer Mann wurde in derselben We�se wie der Zeuge von Kriminalbeamten verhauen. Platzverwalter Wusdorf gibt an, er habe am 27. in der Rostocker Strohe gesehen, datz die Laterne» ansgemachl wurden und dah mit Flaschen und Blumentöpfen geworfen worden sei. Bäckern, ei st er Richard Hennig trat in der Nacht zum 27. nach 12 Uhr in die Tür seines Ladens in der ErnSmusstrahe. Ein vorübergehender Pvlizeilcutnant riet ihm zu: Wollen Sic innchc», daß Tic rein kommen, sonst schlage ich Ihnen mit dem Säbel über den Kopf. Ich fragte, warum ich denn hineingehen solle und was denn eigentlich los sei. Da wiederholte der Polizeilentnant die Drohung nochmals. Darauf ging ich hinein. Am 27. abends ging der Zeuge durch die Emdener Strohe; als er durch eine Schutzmanns- kette ging, rief ihn, ein Schiitzmunn zu: Machen Sie, daß Sic fort- kommen, sonst gibt es Dresche. Als der Zeuge weiter gegange» war. sah er, dah ei» M»nn, der gar nichts getan hatte, von einem Schutzmann mit dem Säbel über de» Kops uud von einem Kriminal- bea»iten mit dem Stock über de» Rücken geschlagen wurde. Der Mihh-ndelte fiel zu Boden. Als sich der Zeuge nach ihm umiah, wurde er von enieni Schnyinan» Vertrieben mit den Worten: Wollen Sie machen, daß Sic wegkommen. Am 28, abends zwischen b und 9 Uhr machten Schutzleute eine Attacke. Dabei wurde ein Ganwirt, der vor leiner Tür stand, mit einem Fuhtritt in sei» Lokal gestohen, Arbeiter, die vo» der Nachtschicht»ach Hause ginge», wurden von Schutzlrntcu ohne Veranlassung geschlagen. Auch ein Manu mit einem Holzfuß bekam Prügel von einem Schutzmann. Andere Schutzleute, die das mit ousaheii, lachten dazu, Schankwirt A r o in e i t ist der Inhaber des Lokals in der Königstraße, wo der Angeklagte Kliche mit Steinen in der Tasche betroffen und später ans der Strohe festgenommen wurde. Der Zeuge bekundet, dah Kliche bei dieser Gelegenheit total betrunken war, Maler Sick ist bei einer Attacke in der Sickingenstrahe glücklich durch die Reihe der Schutzleute gekommen. Dann kamen ihm andere Schntzleuie entgegen. Einer davon rief ihm zu: Zurück, Tu Ans. Dabei führte er cliien wuchtigen Säbelhieb nach dem Zeugen, traf ihn aber glücklicherweise nicht. Als der Zeuge abciids nach 11 Uhr nach Hanse ging, sah er an der Ecke der Beusscl- und Hiilleiistrahe, daß zwei Schutzleute einen Mann fortwährend stiehen. Ein Schutzmann schlug auch»lit dem Säbel nach den, Manne. Der Mann hob den Arm, um die Säbelhiebe aufzufangei, oder abzuwehren. Darauf zogen auch die miberen Schutzleute blank und schlugen auf den Mann ein. Der Mann fiel zu Boden nnb gab einen Lant vo» sich als wenn ein Kalb abgeschlachtet wird. Als der Mann schon am Boden lag, schlugen die Schutzleute immer noch auf ihn ein. Nun lag der Mai», wie wt da. Leute die sich um den Mann küiiimern und ihm behilflich sein wollten, wurden vo» den Schutzleuten fortgctricben. Nachdem der Mann niedergeschlagen war, sahen die Schntzleute Ilm an und riefen: ihr Mesierstecher. Nach etwa zehn Minute» hoben die Schutzleute den Verletzten auf und brachten»hu fort. Jetzt konnte ihm der Zeuge ins Gesicht sehen. Er erkannte in ihm den Angetlagtcn Bock, der ihm cwar nicht dem Namen»ach. aber von Ansehen bekannt war. Der Zeuge erkennt auch jetzt den Angeklagten Bock wieder, und bestätigt ans eine Frage des Rechtsanwalts Bahn, daß Bock tatsächlich der Mann ist, der in der angegebenen Weise von den Schntzleute» gemißhandelt wurde. Ferner gibt der teuge an. daß die Fahrgäste aus dein Bahnhof Bcnsselstraße von chutzleuten derart bedrängt wurden, daß es gefährlich war, den Bahnhof zu betreten. Sowohl beim Betreten wie beim Bcrlasien des Bahnhofes gab es Prügel. Ter Zeuge Hot am 29, nach lv Uhr abends die Vorgänge in der Rostoaer Straße beobachtet und macht darüber ähnliche Angaben wie Frau Pstaumbaum. Der Zeuge sah, daß zwei junge Leute an der Ecke der Wiltsiocker Straße von Schutz« leuten mit dem Säbel geschlagen wurden. Diese Schutzleute schlugen Überhaupi jeden Passanten, der vorbeikam. 5—8 Kriminalbeamte fielen über zwei junge Leute her und bearbeiteten sie sürchlcrlich mit Gummischliiuchcn. Nack dieser Tat rühmten sich die Kriminalbeamten untereinander, wie sie aus die jungen Leute losgeschlagen haben, Der eine sagte: von mir hat er ordentlich etioas gekriegt, ein anderer: ich habe ihn auch tüchtig zugedeckt usw.— Arbeiter K a l l i e S ist bei der Einkassierung von Verbandsbeilrägen an mehreren Abenden in dem Unrnhegebiet tätig gewesen. Und am L«, September wußte er noch nicht, daß in Moabit überhaupt etwas loS sei. Er war sehr erstaunt, als er mehrmals SchutzmannSattackcn sah. Er mußte sich öfter vor den attackierenden Schntzleuten in ein HmiS flüchten. Noch einer derartigen Attacke sah der Zeuge. daß ei» Herr an die Schutzleute herantrat und ganz entriistel sagte: Was soll das bedeuten? Hier wird ja ans anständige Lcnte cingchauen. Eine Frau sagte dein Zeugen, der Herr, der so zu dem Schutzmann sprach, sei Pastor Schwebet. Der werde wohl auch etivas adgekriegt haben. In der Sickingenstraße hatten sich RowdicS und halbwüchsige Burschen aiige'animelt. Sie der- höhnten die Schutzleute niii Rufen wie:„Blmilöpfe, kommt doch mal her!" Da zogen die Schnpleiite blank. Die Radaumacher rannten fort. Ader die anständigen Leute, welche sich nicht an dem Unfug beteiligt hatten, wurde» verhauen. DuS wiederholte sich mehrere Male. tieranf ka», der Zeuge an dem Kohlenplatz von Kupfer u. Co. vor- e>. ES war abends zwischen 8 und 9 Uhr, die Straße war völlig menschenleer. Vor dem Eingang zum Kupferschcu Kohlcnplatz stand «in Schutzmann und neben»hin ein großer Herr in Zivil. Plötzlich gab einer von de» beiden das Kommando:„RauS! los l" Sosort stürzle» 20—30 Leute, die wie Räuber aussahen, vom Kohlcnplatz her ans die Straße. Auf der anderen Seite der Straße gingen 4—5 Pcrsonc» vorüber. Auf diese warfen sich die vom Kohlcnplatz gekommene» Leute, die allem Anschein nach zu den Arbeitswilligen von Kupfer u. Ko. Sehörten. Einer von diesen holte etwas uiiter dem Rock hervor und ieb damit einem der rnhigrn Straßcnpasfanten eins über. Der Ge- schiagene gab einen fürchierltcheu Schrei von sich und stöhnte ent» setzlich. Gegen Arbeitswillige kein Schutz. Der Zeuge ging zu dem Schutzmann, der an der Tür des Kohleiiplatzes stand und sagte zu», ihm: Sehe» Sie denn nicht, was da vorgebt? Der Schutzmann antwortete: Was soll ich denn tun, ich stehe hier Posten und darf nicht sortgcycn. Der Zeuge mgl: Ans dem Kohlenplay waren zu dieser Zeit wenigstens 100 Schntzleute. Mir kam es so vor, daß ich von den Leinen, die nun wieder nach dem Platz znriickkehrtei,. auch Prügel beloinmen haben würde, wenn ich noch mehr gesagt hätte. Einem Schutzmann, der an der Ecke der Bensielstraße stand und einen vertrauenerweckenden Eindruck aus mich mochte, habe ich die Sache sogleich erzählt. Der wollte mir das gar nicht glauben. An, 27. sab der Zeuge, daß ein Mann, der nach einer Attacke ruhig seines Weges ging, von einem Schntzmann hinten über den Kopf geschlagen wurde. Am 28. abends ivurde der Zeiige in die abge'perrte Rosiocker Straße zivar hincingelassen, als er aber nach Erledigmig seiner Geschäfte wieder hinaus wollte, wurde er an allen Ecken von den Schiitzlenten ziirückgewicsen. Als er sagt«, er müsse doch nach Hause, stieß ihn ei» Schutzmann in ein Haus und sagte, er solle sich nicht aus der Straße sehen lassen. Schließlich gelang es dem Zeugen nach vielen Bcmnhiinge». auS der Rostocker Straße herauszukommen. Er kam nach All-Moabit. Die Siraße war leer. Nur auf dein Biirgcrsteig gingen zwei Schutzleute. Einer von ihnen hielt de» Revolver schußbereit vor sich. Als der Zeuge nach Hanse kam. erzählte die Frau des Zeugen, der Schntzmann habe mit dein Revolver in der Hand die vor der Tür stehenden Leute hinein» getrieben und gedroht, er werde schießen, wenn sie nicht hinein- gingen. Prokurist Robert hat am 28. von seiner Wohnung von der Rasrocker Straße ans Beobachtungen geniacht, durch welche die Angaben der Zeugin Pflaumbaum bestätigt werden. Als er auf seinem Balkon stand, rief ein Sctmtzinann biiianf: gehen Sic vom Balkon oder cS ist ihr Unglück. Der Zeuge ging hinein und setzte sich an das geschlossene Fenster. Die Beamten geslilnlierien zu ihin hinauf. In der Annahme, daß auch der Platz am Fenster durch die Polizei geiahidet sei, ließ er die Jalousie herunter und sah durch die Spaiteu derselben. WcShalb ließ die Polizei die Fenster schließen? Pasianten. die Irnich die Straße kamen, wurden von de» Knminal- beamtc» mit Fäusten inS Genick und mit de» Knien inS Gesäß gestoßen. Gegen il Uhr kmnen die Arbeiter der Turbiiiei-sobrik van der Arbeit, um nach dein Badnhvf Bensielsiraße zu gehen. Ruch ans diese Arbeiter schlüge» die Krimiiialbramten ein. Der Zeuge er- klärte»lit Bestimiuiheir, daß sich auch der Kriminalkommissar Wenicr am Schlagen beteiligte. Auch er stieß die Leute mit der Faust ins Genick. Auch mit den Magiicsinmfackrln baden dir Kriininaldcamten geschlagen. Das muß nach Ansicht des Zengeii auch der Kvininissar Werner gesehen haben, der sich iii nächster Nähe befand. Kriminalioinmissar Werner versichert, datz er von alledem nichts gesehen habe. Der Polizeipräsident hat die Genehmigung zur Aussage Über Mißhandliingeu durch Beamte verweigert! Hieraus soll Kriminalkommissar Kluth vernommen werden. Er bemerkt, er habe noch nicht die EclanbniS des Polizeipräsidenten zur Auslage.— Der Erste Staatsanwalt erklärt, die Aussage der Beamten über Mißhandlungen habe der Polizeipräsident verweigert.— Rechtsanwalt Heine: Die Aussagen über Mißhandinngen ist generell verweigert worden?— Er st er Staatsanwalt: Die Genehmigung, über Miß- Handlungen anszusagen, hat der Polizeipiäsidcnt nicht>>n allgemeinen erteilt, sondern er wünscht, daß ihin in jedem Fall Mir- teilmig gemacht werde. ans welchen Fall sich die Aus- sagen beziehen. Der Polizeipräsident will sich in jedem Einzelfalle die Beschlußfassung über Ge- nehmigung oder Verweigerung der Aussagen über Mißhandlungen vorbehalten. Der Staats- an walk will beim Polizeipräsidenten anfragen, ob er in diesem Falle die Genehmigung zur Aussage erteilen will. Der Zeuge Kluth soll sodann am Mittwoch vernommen werden. Rechtsanwalt Liebknecht beantragt die Abhaltung eines Lokaltermins im Pilzschcn Lokal unter Hinzuziehung der Zeugen, die in, Falle Pilz vernommen worden sind. Die Venchltgnng des Lokals werde ergeben, daß sich die Vorgänge unmöglich so abgespielt haben können, wie Wellschmidt es dargestellt hatte. Wellschmidt habe behauptet, er sei gleich- zeilig von l5— 20 Personen geschlagen worden. Der Raum auf den, sich dieser Borgang abgeipieil haben solle, sei nur einen Meter lang und 4S Zentimeter breit. Auf diesem Raum hätten sich nicht einmal zlvei Personen gleichzeitig an Wellschmidt vergreifen können. Auch durch andere Beweismitel solle die lln- glaubwiirdigkeit Wellschmidts dargelon werben. Der Antrag auf Lokalbesichtigung sei ja schon früher gestellt»vorden, aber das Gericht habe sich noch nicht darüber schlüssig gcinacht. Deshalb sei die Wiederholung des Antrages jetzt kurz vor Schluß der Beweisaufnahme geboten:— Staatsanwalt Stelzncr ersucht um Ablehnung des Antrages.—'Rechtsanwalt Cohn tritt für den Antrag Liebknecht �in, und zivar unter Hinweisung darauf, daß auch andere Zeugen in Sachen Pilz belastende Angaben gemacht haben, deren Unglaubwürdigkeit durch die Lokalbesichtigung dargetan werden würde. Auch RechtSanwaltHeine tritt für den Antrag Liebknecht ein. Die Verteidigung lege Wert darauf, daß an Ort, und Stelle geprüft werde, welche Zeugenaussagen die größere Wahrscheinlichkeit für sich haben. Die Ablehnung des Antrages würde eine wesentliche Bcschräirknng der Verteidigung bedeuten. Der Vorsitzende benierlt, das Gericht werde sich über den Antrag schlüssig machen. Wenn der Antrag angenoninien werden sollte, dann könne es nicht bei den bisherigen Dispositionen des Gerichts bleiben. Sollte der Antrag abgelehnt werden, dann würde am Mitiivoch der Knminalkoinmisiar Kluth veriioinmen und dann die Beweisaufnahme geschlossen. Zur Vorbereitung der Plädoyers bleib: der Dienstag sitzungsfrei. Die nächste Sitzung findet am Mittwoch S'/z Uhr statt. Hus Induftne und Ftandel* 700 Millioue« Getreide-Exportprämicu. Das Getreide- Exportgeschäft der deutschen Agrarier kommt immer mehr in Schwung. Den sicheren Maßstab für die Entwicke- lung bilden die Ausgaben, die dem Deutschen Reich a»S dem Ein- fuhrscheinshstem erwachsen. In diesem verrückten System feiert die junkerliche LiebeSgabenpolitik ihren höchsten Triumph. Auf .gesetzmäßigem" Wege steigert sie die Ausbeutung und Au«- Plünderung der Masten des deutschen Volkes fortgesetzt. Da« Jahr 1910 hat wieder einen Rekord in bezug auf die agrarische LiebcS- gäbe der Gelreide-Exportprämie gebracht. Die nachfolgende Tabelle zeigt, wie die Reichskasse seit 1894 geplündert worden ist. Der Zoll wurde durch E i n f'u h r s ch e i n beglichen Jahr insgesamt in 1000 Mar! 1894........ 6 75« 1895........ 7 124 189«........ 7 640 1897........ 10 900 1898........ 15 932 1899........ 20 130 1000........ 22 199 1901........ 16 038 1903....... 14 033 1003........ 21 357 1904........ 81 381 1905........ 88 619 1906........ 66 744 1907........ 63»6« 1903........ 90 263 1909........ 100 378 1910 bis Ende November III 009 Die Summen, die zusammen seit 1894 rund 700 Milli onen Mark ausmachen, werden, nachdem der Jdentiiätsnachiveis nach den Wünschen der Agrarier beseitigt worden ist. nicht mehr für die Einfuhr resp, Durchsuhr von Getreide gezahlt, sondern für die Au»- fuhr, und zivar unter dem irritierenden Namen„Eiiifi:hr"scheine. Wer mehr als zehn Tonnen Getreide, Roggen, Weizen. Haser, Gerste usw,, ausführt, erhält an der Grenze einen Eiufuhrscheiu. der über den Zollbetrag lanlet. Solche Scheine kann man aus der Börse verkaufen, dort werden sie als angenebme Zahlungsmittel von den Jinporteuren gern genommen. Insbesondere bei der Einfuhr von Weizen werden die Scheine verwendet, weil hier da? nach Deutsch- land kommende Onanium größer ist als das nach dem Auslände gehende. Der Einfuhrschei» bar die beabsichtigte Wirkung, den In- landspreiS um den vollen Zollbetrag über den WeltinarkipreiS hinaus» zutreiben und auf dieser Höhe zu halten. Tie guten Weizensorten »verden»ach dem Ausland geschafft, die lchlcckten im Inland verkauft. So hat allein die französi'che Weizennot des vergangenen Jahres den deutschen Agrariern, die sonst nach dort so gut wie kemen Zentner ausführen, Einfuhrscheingewinne gebracht, die nach Millionen rechneu. Bein» Roggen ist es so. daß die Ausfuhr ständig die Ein« fuhr überragt. Hier gelvinnt also die Reichskasse nicht»»»»r »ichtö. sie muß sogar noch zusetzen! Im neue»» Erntcjabre, das vom 1. August a» läuft bis zun» 20. Dezember, hat daS Tcnt'che Reich allein für Roggen an Einfuhricheinen nichr ausgezahlt als ein« genoniinen 9 314 000 Mark! Dazu kommt noch eine Viertelmillion Mark für Roggeninehl. Das Einsnhrsyste»» ist daran sckuld, daß für die 1902 im Prinzip beschlossene Witiven- und Waiseitvetsicherungs» einsnhtung noch kein Pfennig angesaiiuiiclt werden loirnte, die Agrarier haben alles gelchliickt! Und die Ansdeutung steigt noch fortgesetzt; die Regierung läßt daS ruhig geschehen. Es»vird Zeit, daß die ReichStagswablen koininen, damit das Volt für den Liebesgabenraub quittieren kaiu»! Terror. Wenn der Terror den Zwecke,» der Junker und industriellen Ansbenter dient, dann betrachtet nian ihn als ein ebenso legales Mittel zu der Erlangung vo» Vertnögensvorleilen, wie z. B. die ehemalige» Straiichrilter daS ganz priniilive. natiirivnchsige Brand- schätzen als ihr standesgemäßes Handivcrk ansahen. Mit einer sympaihilch beiührende» Offenheit, die wohliäiig von dem Terror- gehenchel der ber»lfsniäßigeii Terrorislen absticht, bemerkt die .Rb,-Westf. Ztg." im Anschluß an eine Meldiiiig,»vonach daS Roh- eilenihndikat mit den Siegerländer Hütten wegen ihre? Anschlusses cinzeln verhandeln wolle: .DaS ist wohl dabin zu verstehen, daß der Robeisenverband mit den dissentierenden Siegerläuder W rken, also Geisweid, Köln» Müsen. Cbnrlollenliüite, direlle Verhandlungen»vegen ihrer Onoleu- beteiligniig ausnehmen will, was er ja bis jetzt bekanntlich ab- gclebiit hat. Damit würde er den vo» vornherein gehegten Wunsch der Siegerländer erfülle»; denn diesen selbst stehen leine Machtmittel zu Gebote, um die»viderspensiigen Werke zu zähmen. Wohl aber kann der Roheisenvei band in Verbindung mit dem Kohleiilyiidikat oder einer Großbank einen solchen Druck auf die widerstrebende» Werke ausübe»." Also Terror in Vertretung und im Austrage! Wie würden die Scharfmacher sich entrüsten, wenn die Arbeiterorganisationen oder die sozialdeinakralische Partei den Terror in gleicher Weise praktizieren»vollten._ Die Kalifrage. Nach einer Meldung des„Sun" aus Washington hat Staatssekretär Knox durch Äermittelimg des amerikanischen Bot- schafterS in BeilrnHill eine Note an die deutsche Regierung gerichtet, in welcher der Wunsch der Vereinigten Staaten ausgedrückt wird, den Kalistreit auf diplomatischem Wege zu regeln. )Zus aller Welt. Aus dem russischen Sumpfe. Ein neuer Fall fast unglaublicher Korruption erregt tn Petersburg berechtigtes Aufsehen. Während de? russisch- japanischen Krieges wurden vo» Privatpersonen große Suminen für die Bestrebungen des Roten Kreuzes gespeitdet. Eoit den Millionen, die in der mildtätigen Absicht gegeben wurden, den »vährend der Greuel des Krieges erkrankten»ind verwundeten Soldaten Hilfe zu bringen, ist nur blutwenig seinem eigentlichen Zwecke zugeführt worden. Der Hauplteil ist kleben geblieben in den aristokratischen Händchen der Präsidentin de? Roten Kreuzes, der Fürstin Lobanow Rostowsky. Während einer zchnliündigen Hauöiuchung in bem eleganten Heim dieser Edelsten und Besten ist masienhast Material gefiuiden worden, daS die Fürsttn schwer belastet. Weitere Ueberraschungen in dieser neuesten Skandalaffäre der Petersburger Aristokratie stehen noch bevor. Aber die von der unangenehmen Bekamitschaft mit dem UnlerslichnngSrichter Betroffenen mögen sich trösten: Die kleinen Diebe hängt man..._ Ter Ballon„Hildebrandt" verschollen. Am Donnerstag voriger Woche ist in Schmargendorf der Ballon .Hildebrandt" aufgestiegen und wird seitdem vermißt. In der Gondel des in nordöstlicher'Richtung getriebenen Ballons be- fanden sich als Führer der Berliner RechtSan>valt Dr. Walter Kohrs und als Miifahrer der Prokurist Keidel. ES wird in den Kreisen deS Berliner LuftickiffervcreinS befürchtet, datz der Ballon aus seiner Fahrt in die Ostsee abgetrieben worden ist. und datz die Insassen den Tod in den Wellen gefunden haben. Jminerhin besteht aber noch Hoffnung, datz Kohr»»nit seinem Ballon in einer abgelegenen Gegend Finnlands ge» landet ist und so noch keine Gelegenheit hatte, seine Berliner Freunde zu benachrichligen._ Militärischer Ueberlandflug Töberitz-Magdeburg. Ohne datz vorher cuvaS in die Leffeiitlicbkeit gedrungen»väre, bat am gestrigen Moiitagiiacbmillag ein militärischer Ueberlandflug Töberitz-Magdeburg stallgefunven. Leutnant Mockcnihun. der erst Vor einigen Wocven einen wohlgelungenen Ueberlandflug nach Ralhenoiv ausgeführt hat, hat am gestrigen Nachinittag zii'ammen mit Leutnant Fölster auf einein Aviatik-Doppeldecker einen Fing nach Magdeburg ausgeführt. Die beiden Piloten bestiegen gegen 2>/z Uhr die Maschine und erhoben sich»ach einigen Proberunden auf 200 Meter Höhe. Um 4.16 Uhr, als die Dunkelheit schon fast völlig hereingebrochen war, schwebte der Aervplan über den Krakauer Anger, passierte die Elbe, nahm dann die Richtung nach dem Alten Markt, umkreiste den D om in 160 Meter und fuhr dann nach dem Krakauer Anger zurück. Bei seinem Fluge über die Stadt erregte der Doppeldecker natürlich großes Aiiffehen nnter de» Paffanten. Leutnant Mackenthun hatte die 120 Kilometer lange Strecke in zwei Stunden zurückgelegt, also eine mittlere Geschivindigkeit von 60 Kiloinctern erreicht. Die Flieger beabsichtigen au» heutigen DieuStag auf dein Luftwege zurückzulehren._ Die FlngrekordS 1910. Den Fortschritt der Fliigtechnik beiveist am besten die Gegeiiübersteflnng der Höchstleistiingen aus den Jahren 1909 und 1910. Sie zeigen folgendes Bild: 1909 1010 Höhenflug..... 500 Meler 3474 Meier Distanzflug..... 234 Kilonieter 581 Kilometer Dauerflug..... 4 Stunden 17 Min. 8 Sinnden l2 Min. , mit Passagier 1 Stunde 36 Min: 3«lu»''»» 20 Min. Höchstgeschwindigkeit.. 60— 70 Km. p. St. 120— 140Ki».p. St. Noch am 31. Dezember versuchten mehrere französische Aviatiker neue Höchstleistungen aufznstellcn, lvas ihnen aber wegen der schlechten Witterung und anderer Zufälligkeiten wegen nicht gelang. Jiunierhin durchflog Legagneur in 3 Stunden 200 Kilometer, B reg»et in 5 Stunden 390 Kilo» meter, Henry Farm an in 7 Stunden 11 Min. 487 Kilo- Nieter und der 22jährige Eisässer B o u r n i ch e(Pseudiiym Pierre Mario) in 6 Stunden 29 Min. 530 Kilometer. Ein neues Opfer der Llviatik. Der Avwtiker Hoxsey, der kürzlich den Höhmrekord von 11 474 Fuß aufgestellt bat. machte am 31. Dezember den versiich, diesen Rrlord zu verbessern. Beim Abstieg geriet er in einen Lust« Wirke!, sein ZSnghticher ZweideckerübersSiug sich zwei- mal. und angesickUS einer groben Zuschcmermenge fiel Hoxiey aus MO F"k Höhe zur Trde. Er wurde tot unter dem Motor dcS LeroplnnS hervorgezogen. Hoxiey war neben dem am 17. Slobemver gleichfalls tödlich ver- «mglückien Johnstone der erfolgreichste und bcrwegenste Aviatiker Amerikas. Ott hatte er die tolllühnsten Gleilflüge ausgeführt— am letzten Tage des alten JahreS ereilte ihn— wie man annimmt in- folge Bruchs eines Spanndrahtes— das Schicksal. Damit hat die moderne Aviatik seit 10OS, dem Beginn ihrer Triumphe, das 37. Todesopfer gefordert. Im Dezember ISIS fanden allein 9 Flieger durch Absturz ihren Tod. Es wäre endlich angebracht, daß die Aviatik, statt sich durch lmnier neue Rekords und verblüffende Sensationsleistungen hervor- zutun, nunmehr ihr Ziel in möglichster Sicherung der Luft- fabrzeuge suchte. Durch solidere Bauart, Schntzvorrichlungen für die Flieger und Verzicht auf Waghalsigkciten tonnte schon heute manches Opfer gespart werden._ Ein russischer Matrose in Toulon erschossen. Durch einen französischen Militärposten der Hafenstadt Toulon wurde am Sonntagabend ein Matrose des zurzeit im Tonloner Hafen vor Anker liegenden riusischen Dampfers„Slava" erschossen. Bei einem Spaziergange durch die Stadt kamen mehrere Matrosen deS Schiffes in die Nähe einer Patronenfabrik. Auf Anrufen des wachthabenden Postens gingen die der französischen Sprache nicht Mächtigen weiter. der Po neu gab Feuer und tötete dadurch den einen Matrosen, während ein anderer einen Streifschuß am Kopfe erhielt._ Kleine Notizen. Belm Schlittenfahren ertrunken. Am Sonntag nachmittag ge- rieten in Hallerndorf in Bayern drei Kinder im Alter von vier bis neun Jahren beim Schlittenfahren in die A i s ch und ertranken. Ein schweres Automobilnnglück hat sich am Sonntagabend in der württembergischen Stadt Vaihingen zugetragen. Das Auto- mobil eines Arztes, in dem sich dessen Kinder mit einem Dienstmäd- chen befanden, stieß gegen einen mutwilligerweise über die Strohe gelegten Baumstamm. Dem Chauffeur ist der Brustkorb eingedrückt worden. Das eine der Kinder ist tödlich verletzt, die anderen leichter. Das Dienst- mädchen wurde schwer verletzt. Blutige Sylvesterfcier. In Bielefeld wurden in der Neu- jahrsnacht bei einer Schlägerei zwei Personen erstochen und mehrere verletzt.— Während eines Wirtshausstreites wurde in Düsseldorf in der Neujahrsnacht der Dekorateur H e n l e s er- stochen. SchkffSnntergang. In der Nahe von A l g i e r ist ein Trümmer» stuck, das zu dem venuihten französischen Dampfer„Norrna" gehört, aufgefunden worden. Die„Normo", die wahrschein- lich mit Mann und Maus untergegangen ist, hatte fünfzehn Personen an Bord. Tödlicher llnfall auf einem deutschen Dampfer. Auf dem beut» schen Danipfer„Liebenfels", der einer Lloydnieldung zufolge gestern in P e r i m eingetroffen ist, sind auf der Fahrt von Kalkutta nach Hauiburg am 26. Dezember.infolge Platzens eines DampfrohrcS vier indische Heizer getötet worden. Ein fünfter Inder, der gestern in Perim an Land gebracht worden war, ist heute gestorben. Mysteriöser Leichcnfnnd. � In dem Londoner Vorort Claphau aon.nion wurde am Sonntag morgen der Leichnam eines ermordeten Mannes aufgefunden, dessen Kopf vollständig mit d�e n F ü h e n zertreten war. Der Körper, der eine ge- wisse Strecke weit ans den Boden geschleist worden war, war hinter einem kleinen Echölz verborgen. Unwetter im MittellänNschen Meere. Durch schwere Schnee» stürme wird die italienische Küste heimgesucht. Im Adria- tischen Meere sind während des Siurmes drei Schiffe mit Mann und Maus untergegangen. Durch den über das Land hinbrausenden Sturm sind in der italienischen Provinz Cuner zahlreiche Lawinen niedergegangen. Meh-> rerc Wohnhäuser mit ihren Bewohnern sind verschüttet wor- d e n. Tie Zahl der Opfer ist noch nicht bekannt. Es herrscht im „sonnigen Süden" bittere Kälte. Zillen Fremidcn, Verwandten und Helaiinten die traurige Nach- icht, da» mein lieber Maiu�, Vater, Druder, Sohu, Lnkel, der Eisen- d eber zS2le Olfo Scheck Stargarder Str. 13 am 1. Januar im 3ö. Lebensjahre an Darmwberknlose»ach langem Leiden laust«»tschlasen ist. Um stilles Beileid bittet Witwe Se-deol« nebst Kindern. Die Beei digung findet Miltwach nachmittag S Ubr von der Leichen- Halle des städtische» Friedhofes in FiiedrichSseldc auS statt. SozialileiiiHscIier WaMverein des 6. Herl. Relclislags-Wahlkrelses. Tode»- Anzeige. Am 1. Januar 1911 verstarb uiiser Mitglied, der Dreher Ott« 8vhSvl! Stargarder Straße 13. Ehre seinem Nndeukeuk Dt« Beerdigung findet am Mittwoch, den 4. Januar, nach- mittags 4 Uhr, von der Leichen« balle des städtischen Friedhofs m Filedrichsselde auS statt. Um rege Beteiligung ersucht vee Voi-»t»nd. Deutscher Metallarbeiter-Verbani! Verwstlungsstelle Berlin. Nachruf. Den Kollegen und Kolleginnen zur Nachricht, daß unser Mitglied dt« Löleriu 110/1 Donte Bulla gestorben ist. Ehre ihrem aludcnken! Tacke»-Anzeige. Den Kollegen zur Nachricht, daß unser Mitglied, der Dreh« OKo Scheck am 1. b. M. an Darmtuberkulose gestorben ist. Ehre seinem Andenken Z Die Beerdigung findet am Mittwoch, de» 4. Januar,»ach- miitagS 3 Uhr. von der Llichen- halle des Zentral- Fi tcdhofeS in Frtedrichsfclde aus statt. Reg« Beteiligung erwartet vis Ortsverwaltung. Sozialdemokratischer Wabiverein Itixdorf. Den Parteigenossen zur Nach- ischt. daß unser Mitglied, de Arbeiter Karl Baumgart Weii-str. 21(21. Bezirk) am 31. Dezember verstorben ist. Ehre seine« Andenke«! Die Beerdigung findet am Mittwoch, den 4. Januar, nach- nitttagS 2'l, Uhr von der Letche-i- Halle des Rirdoifer iSemelnde- Frier boseS, Mariendorfer Weg ans statt. Zahlreiche Beteiligung erwartet Der Lorstand. Deuisdier fiauarheiterveriiaDi! y.welirvereln Iterlin. Bezirk Rizdorf. Am 31. Dezember 1910 verstarb unser Milglied. der Baiiarbettei Karl Baumgart. Ehre seinem Andenke» k Die Beerdigung findet am Mittwoch, den 4. Januar, nach- mUiags 2'i, Uhr. von der Leicheilhalle de« Ztixdorstr(Se- melnde-FriedhoseS, Mariendorser Weg. anS statt. l3S/2 Zahlreiche Beteiligung erwartet Der Borstaiid. iiniiirii' unb hrlmrtiludtttl von Roberl Meyer,' «Bt MamllNtn-Slroßt 2. Hierdurch die traurige Nach- richt, datz mein imiigilgeUedter Mann, unser guter Vater und Schwiegervater frleilrlcli Herrmann im Alter von 63 Jabren nach langem, schiverem Leiden sanst entschlafen ist. Dies zeigen lies betrübt an Emilie Herrmann nebst Kindern. Die Beerdigung findet am Mittwochnachmittag 3'/, Uhr. von der Halle des Marzahner Fried- hofeS statt. 25286 Verband der Gemeinde- und Staatsarbeiter, Filiale«rock Berlin. Durch den Tod ist un» einer unserer Mitkämpser, der Kollege Rrlellrlcli Herrmann von der Sektion Lichtenberg ent> rissen worden. Wir werden ihm ein ehrendes Andenken bewahren. Die Bestattung findet am Mittwoch, den 4. Januar, nach- mittags 3'/, Uhr, von der Leichen- balle de» Lichtcnbergcr Gemeinde- Friedhofes in Marzahn aus statt. 35/1 Die Ortsverwattung. Deutscher flolzarbeller-Verband Den Mitgliedern zur Nachricht. daß unser Kollege, der Tischler Paul Hirsch am 80. Dezember gestorben ist. Ehre seinem Zlndenken! Die Beerdigung findet heute Dienstag, den 3. Januar, nach« mittag» 2 Uhr, vom Krankenhause Am Urban au» aus dem Zentral- sricdhos In Friedrlchsscldc statt. Um rege Beteiligung ersticht 77/4 Die Ortsverwaltung. Frei die traurige Nachricht, daß mein lieber Mann, der Gastwirt Karl Borkeuhagen nach langem, schwerem Leiden sanst enischlase» ist. Die trauernden HInterblledenen. Wilmersdorf. WilhelmSaue 29. Die Beerdigung findet am Mittwoch, den 4. Januar, nach. mittags S Uhr, aus dem WilnierS. dorser Friedhol statt. 2547Ü Allen Verwandten und Be- kannten die traurige Nachricht. dag in der Silvesternacht mein lieber Mann, unser auter Vater. Bruder und Grogvater, der Maurer Ksnl Giiese nach langem, schwerem Leiden lanst verschieden ist. Um stille Teilnahme bitten Die trauernden sklntei-diledenen. Die Beerdigung findet am Mittwoch, den 4. Januar, nach. mittags S'L Uhr, vom Wilme- s- dorfer Friedhofe aus statt. zur Allen Freunden und Bekennten Nachrtchl, dah bricht, dah nieln lieber Hann, unser guter Valer nach kurzem, schwerem Leide» lm Alter von 43 Jahren am Souiiabend den 31. Dezember 1910,»ach- mittag» 2 Uhr, verschieden ist. Die« zeigen in tiesster Trauer an Frau Tl. Baumpil orÄke nebst Kindern. Die Beerdigung findet am Mittwoch, den 4. Januar 1911, nachmittags 2'/, Uhr, von der Leichenhalle des Ri�doffer Kirch- hoseS, Mariendorser Weg. au» statt. 29S0L Danksagung. Für die Beweise herzlicher Teilnahme bei der Beerb gung unsere» guten Vater»»anlel Snokert sagen wir allen Verwandten, Freunden und Bekannten sowie dem Chcs und den Kollegen der Firma H. Kunitz und dem Metallarbeiter-Verband unseren herzlichsten Dank. 2ö4tL Hniiiav Snckert u. Geschwister. Danksagung. Gage allen Freunden und Be- kannten, Genossen und Genosfiniien für die Blumenipende und Teilnahme bei der Beerdigung meiner lieben Frau aus diesem Wege meinen herzlichsten Dank. 2ä30b Willy Schnlz. Danksagung. Für die herzliche Teilnahme bei der Beerdigung unseres unoergehlichen Bruders und Schwagers[25166 Richard Kemmler sagen wir allen Freunden, Bekannten, Verwandten, sowie dem Den schen Meiallarbeiter-Verband unseren innig- sten Dank. Familie Reminier, Nicder-Schönbausen— Ebingen. Für die uns erwiesenen Ausmerk- samkeiten anlählich unserer Silber- hochzett sagen wir allen Kollegen, Freunden und Geuosseu unseren besten Dank.' 2549b Güstau Mmann und Tran. Liepnersehe Sterbe- ti. Kranken- liitterstiiizungskasse Ho. 29. Mittwoch, de» 11. Januar ivli, abends 8 Uhr, im Kassenlokas. Linienstr. 8 s Generalversammlung Tagesordnung: 1. RechcnschastSbericht der Revisoren. 2. Wahl dcS Vorstehers. 3. Wahl des Revisors. 4. Verschiedenes. 2522b Ber Vorstand. Dr. Simmel Spezial-Arzt für Haut- und Harnlefden. Prinzenslr. 41, ÄT» 10—2, 5— 7. Sonntage 10— 12, 2— 4 Zur 1. Klasse(Ziehung iJ. und 14. Januar) Preuss. Lotterie» Orlffinal-IiOne'/ _% M.«0- 20.- 10— A. Müller, �'do�ÄÄ: Kottöuser Dain Tö/ll, nbzngoben. 142/4* nahe Hertnannpl. Saal�eschäft, billige Miete, sichere Existenz, zu verkaufen. Bewerber mit 8—10 Mille eigenem Kapital belieben ihre Adresse unter C. W.E.200 Postamt 26 anzugeben. Bernan, Rttntg/ental, Zepernick, Schünow und Schdn- brück: Heiinich»rose, Hohesteiiistr. 74, Part. Zeitnugs-AnsgabesteUe» und Inseraten-Annahme. Xentrnm: Albert Höhnisch, Augustsir. 50. Eingang Joachimstrahe L. Wahikrein, W.: Gust. Schmidt, Kirchbachstr. 14, Hochparterre. . S. und SW.: Hermann Werner, Gneisenaustr. 72. 8, Wahlkreis: St. Fritz, Prinzenslr. 81, Hos recht« pari. ck. Waiiikrei«: O» e n: Robert W e n g e l«. Gr. Franksurterstr. 120. — Richard H a ck e l b u s ch. PcierSburgcrvlatz 4 sLaden). 4. WiihlkrelB, Südosten: Paul 956m. Lauiiyervlatz 14/15. fi. WnlilkrelH: Leo Zucht. Jmmanuelkirchstr. 12(Hos). G. WablkreiH(Aeabit): Karl Ander«. Salzwcdelcrstr. 8. Weckdlng/: Karl Wethe. Nazarethkirchstrahe 43. Bnaenthaier und«ranienbnr«er Vorstadt: Wilhelm B a u m a n n, Bernauerflr. 9, vorn Part. <»eNnndhrnnnen: F. Trapp. Stettinerstr. 10. ftichünhaiiNer Vorstadt: Karl MarS, Lychenerstr. 123. A dierNhof; Karl Schwarzlos«. Hosfmannslr. 9. Vit-P!Iienicke: Wilbelin Dürre, Rudowcrstr. 83 ll. iia>iRn«cIi»Iena ex: H. H o r n i g, Maricnthalcrstr. 13, I. "«ntxental, Heinrich Bros. Blendorl: Leopold Peters, Doffstr. 38. Bolmmdorr und Falkenberpt: Alois Lauf, Bohnsdorf, Ge« nossenIchastshauS„Paradies*. rharlottenbnrir: ffiuftnn Scharnberg, Selenhelmerftrah« 1. Fichwnide, Istenthen. BierHdorf und llankela Abiaffe: LS kar Mahle, Eichwalde, Stubenrauchstr. 33. F.rkner: Erust H o s s m a n n. Fiiednchshagener Thaufiee. Vrederndorl-Feternhaffen: E. Hiselbarth, Petershagen. Vriedenan- Stefflitz-tSüdende- Vr.-U-ichterrelcke-Went: H. Berniee. Lchlosiftr. IIS. Hos I, in Steglitz. Vriedricbahaffen: Ernst W e r t m a n n, Äopenicker Straße 13. vrünan: Franz Klein, Bahnhosftr. 5 IN. dohanninihni: Pieltcke, Kailer-WilHelin-Platz 4. kariahornt: Richard Küter. Rädelstr. 9, II. I4t>nIff«..B UKterbnnMen: Friedrich B a u m a n N. BaHnHvfstr. 13. Ii riuenick: Emil W ihler, Kietzerstr. 5, Ladeiu I.icntcnberff, Friedrich-relcke, Wllhelrnzberff: Dito Settel, KronprinzeiistraHe 4, I. TtahlMlorr, BaulMdorf: Scheibe. MablSdors, Walderfeeslr. 14. Zini'iendorr: August Lelp, Ebausseestr. 238. Hos. Barlenrr ide: Emil W e l n e r t, Dorfstr. 14. fiieoenhaffen; Johann Hübscher. Wolterittahe. Xicder-SicbNneweide: Max Priebte, Brttzerstr. 14 U. > a« ez: Wilhelm Joppe, Fr-tedrichstr. 7. Gber-hchiineweide: August H e n i e s, Lausenerstr. 2, 1. l'niilio>v-\ieder»ciiiinlinuHen: R I tz m a n n, Müblenstr. 30. iteinickendorr• Owt, Wilhelmsruh und Scbüiihols: P. G u r i ch. Kainelestr. l2. I. Iii,dorr: M. Heinrich. Reckarstrahe 2, Im Laden. KnmnielMburj;, itoxiinecii: A. R o s e n k r a n z, Alt-Boxhagen 56, hrlitiiicberg; Wilhelm Baumlet, Marlin Lulherslr. 51, im Lade». hpHudun: K ö p p e N, Jagowilr. 9. leael, iturxign nldo, Wittenaa, Waidmannnliist, lierniMdorf und Keinlckeiidorf- Wczt: Paul Kienajt, Borügwalde, Räuichstrahe lO. Teltow: Will elm Sonore, Teltow. Zehlendorfer Str. ff. Tei»pelh,>r: Albert Thiel, Berliner Straße 41/42. Treptow: Rod. Gramenz, Kiesholzslraße 412. Laoen. W eiltciizee: K. Fuhrma n n, Sedanslr. 105. parterre. W iiincrzdorr-Balcnnee-Bchmarffenckorr: Paul Schubert KtHelmSaue 2S. Sämtliche ParteMteratur savle alle wtgenschasMchen Werke werbe» geliefert. -Ltols-Verksuj hi extra biügen Inventup-fVeisen! Echte Skunks-SUlas vo„ 25 ir- Nerzmurmel-„ von 14, fibet-, von 4" Weißfuchs-Imllalbn.... 450 Kinder-Colliers..... 1 u. Marder, Nerz, Biber, HermeHn, Feh, SkUnkS In ffroüsr ffnswnhl. 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Verbandsangelegenheiten. Mir Arbeitslose werden am Mittwoch VcrtrauenSmännerkarten in den Arbeitsnachweisen ausgegeben. Die Gencralvcrsantmlungs-Delegierten haben in dem Bezirk Zutritt zur Versammlung, wo sie als Delegierte gewählt waren. DrccbfUr, Crcppengelandcr- und Luxusmöbd- Brancbc. 77/3 Vörden bei Döhliug, Brunnenstr. 7S. «»ten bei Schneider, Frledenftr. K7. Südosten und Südwesten bei Stramm, Ritterstr. 123. snawMfKdtev pünktlich um 8 Uhr im Gewerkschaftshause rkiavirrarutiutr engCiu)-er 14/15( Eing. L Part., Nrbeiwlolenraum 1>Iodettti5ckler bei Waldt, Pslugstr. 5. GiltTctZtV im Gcwerkschaftshause, Engcluser 14/15, Saal 11. (Donnerstag Bezirksversammlnngen.) bei Hahn„Rosenthaler VereinshauS«, Rolew vrettmacner thaler Straße 57. Bodenleger im Gewerkschaftshause, Engelufer 14/15, Saal 2. Jalousiearbeiter bei Walter, Abalbertstr. 62. Vergolder im GewcrkschaftShanse, Engeluser 14/l5, Saal 5. Giften- U. Koff crmacbcr bei Baudach. Breslauer Straße 28. Korbmacher Bei Böhm, Koppenftr. 47. Bürstenmacher bei Preuft, Holzmarktstr. es. Kammacher bei Prcuf,. Holzmarktstr. 65. Perlmutt-, l?om- und Steinnußarbeiter UM« Uhr bei Ernst Thomas, Melchiorstr. 5. Bilderrahrnenrnacher um e uhr bei Nattcroth, Riuerstr. 32. Stocharbeiter um 6 Uhr bei Lehman». Neue Friebrichstr. 1. sVlaschinenarbeiter. Die BcrtrauenSinänner-Bersammlung findet am Montag» _ den 9. Januar, statt._ Cischler. Südwesten in Habels Brauerei, Bergmannstr. 5—7. Süden Bei Gtiesing, Wasscrtorstr. 68. Südosten I n. II in den Naunyn-Festsiilen, Naunynstr. 0. Osten I bei Kluge, Langestr. 53. Osten II bei Wolter, Frankfurter Allee 166. Osten III bei Bergmann, Boxhagencr Straße 26. Ocstlicbc Vororte bei W. Schulz, l-lebtonbeeg, Kronprinzen jlraße 37, Ecke Scharnwebeistraße. Nordosten bei Boeker, Weberstr. 17. Jede Sargtischlerei muß einen Vertrauensmann nach dieser Verfamm� kung sende». Ilosentbnler nnd Schüntaaascr Torstadt bei Lbiglo, Schwedter Straße 23. Weddlns n»d Aoavlt bei Kaczorawski, Ravensstr. 6. WolLensee im Prälaten, Lehderstr. 122. Bautischler. Bczlrli 1: Südwesten, Süden, Südosten bei GraftHosf, Admiralstraße löo. vesirlr S: Osten bei Zieh, Warschauer Straße 61. Xfeilrlr 8: Korden nnd nürdliche Tororte bei Glischc, Äopenhaginer Straße 74. Besslrü 4: Oesnndürnnnen, Weddlnx nnd Hoablt bei Sachse, Ändower Straße 26. Ladenemrifttunga- und Kontormöbel- Branche im»Engische» Garten«, Alexanderstr. 27a. Kiichenmöbelbrauche bei Drews, Holzmarktstr. s. I�löbel- u. btuhlpolierer sowie sVlagazinarbeiter. Osten bei Boeier, Deberstr. 17. Südosten im»Märkischen Hof«, Adrniralstr. ISo. Oesirb Vorrlässige ärztliche Feststellung gar nicht statt- gesunden hat. Agesichrs der auS unseren Geschäftsbüchern erweislichen Tatsae, daß in Groß-Berlin allein mehr als 100 000 Personen«glich und regelmäßig unsere Margarine verzehren und da wir in der fraglichen Zeit täglich zirka 120 000 Pfund Magrine hergestellt und versandt haben, be« weisen jene 2 Mels„gen gar nichts gegen die gute Beschaffen- hcit unserer MargcW Hätte unsere Margarine tatsächlich irgend welche gesniheitSschädlichen Stoffe enthalten, so hätten die Fälle von Era„kungen allein in Berlin nach vielen Tausenden zählen stssx,,. Auch tue a»22. Dezember d. I. von uns für jeden nachgewiesenen Erkchfungsfall ausgesetzte 3e!ohntig von 1000 Jßark hat bisher noch in stnem Falle zu dem verlangten Nachweise geführt. Wir haltcih�xdurch das Versprechen dieser Belohnung in dem früheren lli%ge ausdrücklich aufrecht. Altona, de» 3 Dezember 1910. WM Her BmpKD M der Heu der Mental o. Beralspesseesttialleii Deutschlands.— Ortsgruppe: Groll-Berlin. Donnerstag, den 6. Januar, abends S1/, Uhr. in de» Musikersälen, Kaiser-Wilhelmitraße 18 m: Seffent!. frotest-Versanitnlunti Tagesordnung: 1. Die Stellung des Reichstages sn den Forderungen der Angestellten. Resereut: Reichstags abgeordneter Robert Schmidt. 2. greie Aussprache. f Gestaltet die Tcrsammlnng sn einer jVIUUvIJVII• Rassendemonstratlon! 45/1* Die Ortsverwattung. I. A.:». pattlood. MMMlÄ» Freitag, den S. dannar IVII, wird bei W. Kaczorowski, Berlin ZV, Raven�str.«, Nähe des Nettclbeckplatzcs, Dienstag, dea 10. Jannar 1011, bei Lehmann. Rixdort, Hermaunstraßc, Ecke Steiuuieststrahe, abends 8>/, Uhr, unentgeltlich ein Kursus in Stenographie eröffnet. Dauer des Kursus 10—22 Stunden. Für Lehrbuch und UebungS- heste sind 2 Marl zu entrichten. Isdsn Donnerstag Uebungsabend bei Julius Meyer, OranlenetraBe 103. Anmeldungen werden in den Lokalen nnd bei W. Trautma»». Mexandrinenstraße S, III, entgegengenommen. 2531b Unsei- vorSiixliches öocilöiek gelangt sd 4. Januar 1911 in Gebinden und Flaschen zum Ausstoß, Gabriel& Richter, Lagerbier-Brauerei, Berlin- Weißensee. Engelhardt ß Caramel-Bier Alkoholarmes Spezlalbräa Aerztlich empfohlen für Nervöse, Bleicbsücbtlge, nährende Mütter etc. etc. w» Marp-werie ör& Co. H. Mohr. Verantwortlicher Richard Barth, Berlin. G. m. d. I 4/6 Flasche 10 Pf. Ueberau käuflich, Größte Malzblerbrauerei Deutsch lamb. Zentner Bettfedern und Daunen im Jahre 1910 also iodei oMi nel als in ijalire hat umgesetzt die Erste Bettfedern-Fabrik tnit elektrischem Betriebe Berlin S, Prinzen-Strasse 46 und 47. Die Firma führt nur Kettfederu zu 0,55, 1,00 1,25, 1,50, 1,75, 2,00, 2,25,2,50, 3,00, 3,50 bis 6,00 M. per Fiund Da»neu ai 2,85, 3,50, 4,50, 5,00, 6.50 bis 9,00 M Fertige Ketten, bestehend aus Obe-bttt, Unterbett, 2 Kissen zu 12, 15, 19, 20, 23.50. 28. 38, 45, 54. 61, 75, SO bis 105 Mark KrttinlrUr■>»«.«»- Kettartikel. Es kann nlemiinil Betten und Bttlfedern MlllSer oder tessäf liefern nii die finnn Gustov Lustig 1. weil die Firma sich nur mit dem Artikel Betten und Betttedern befasst; 2. we I kein zweites Geschäft, dss an Private liefert, 3000 Zentner Bettfedern in einem Jahre umsetzt; 3. weil die Firma Gustav Lustig meist von ersten Importeuren, von ersten russischen, österreichischen und inländischen tammlern und von Geflügel« Mästern kauft und 4. Rohwaren in eigener Bet5federnfabi*lk verarbeitet SMet Lager vodiJSO Zentnern Beftfedern und Daunen Heioil- Bettstellen in grosser Auswahl. Mit Zugfeder- Matratze, 190 cm lang, schon von II Mark an bis zu'den elegantesten. 1000 Bettstellen MIM Rlonopol-Dauiien (ges. gesch.) 3— 4 Pfund zum Oberbett Pfund ■■85 m. Grösstes SpeziaN Geschäft Deutschlands n 0 a es e « s s n Preisliste und Proben kostenfrei Znseratenteilberantw.sTH�GlockchBerlin. TruckulVerlag: Vorwärts Buchdruckerei u. VerlagSanstalt Paul Singer».Co., Berlin L sm. A ZWM 2. Ktilllge dtg»lomiirtö" Ktlliner Noldsllllltt. Partei-?Zngelegenkeiten- Tie neue Lokalliste. Der heutigen?!ummer des„Vorwärts" liegt die neue L o k a l l i st e sür Berlin und die Provinz Brandenburg bei. Wir richten das dringende Ersuchen an die gesamte Arbeiter- schaft, der Lokalliste die nötige Beachtung zu schenken. Berliner Nachrichten. Ans dem Eise des Westens. Anneliese, die siebente und jüngste Tochter des verarmten adeligen Offiziers a. D., strahlt vor Vergnügen. Ihre Schön- heit ist ihr Vermögen. Und die Hoffnung der ganzen Familie. Der 65jährige wohlhabende Onkel Eberhard auf Dingsda in Ostelbien hat ihr zu Weihnachten Schlittschuhe allerneuesten Typs, ein hochfeudales Eissportkostüm, einen„Blauen" für Marzipan und einen Heiratsantrag geschickt. Das alte abge- lebte Scheusal! Seine Geschenke hat sie selbstverständlich an- genommen uird den„Korb" in Reserve behalten. Den „Blauen" beschlagnahmte gleich Mamachen, weil die Geschäfts. idioten nicht mehr pumpen wollen. Papa, der ewig kein Geld hat, braucht den alten knickstiebligen Geizkragen noch. Viel- leicht beißt ein Jüngerer, der ebensoviel Geld hat, aus ihre arme, aber junge und sieghafte Schönheit an. Mit blitzenden, lockenden Augen fliegt die elegante Gestalt über die spiegel- blanke Fläche. Hinter ihr in kühnen Bogen ein Schwärm gespornter Edelster der Nation. Fast alle arm wie die Kirchen- mäuse, aber rotglut in weibertollen Herzen. Moral? Unsinn! Ihre Jugend wollen sie auskosten, in vollen Zügen. Und an dem einen oder anderen wird Anneliesens Jugend und Tugend sicher zerschellen. Was schadet's? Sie weiß ja im voraus, daß die Standesgenossen ein armes Mädel nicht heiraten können. Schlimmstenfalls nimmt sie den schwarz haarigen bürgerlichen Lassen, den Kaufmannssohn, der ihr nun schon wochenlang wie angeheftet folgt. Reserveoffizier soll er sein. Zur Not genügt's. Wenn Papa das Patent sieht und den offenen Geldschrank, geht sein Adelsstolz zum Teufel Und die Schulden beim Onkel werden bezahlt mit dem bür- gerlichen Kuppelgeld... Die Geheimrätin aus der Tiergartenstraße sitzt streng und kerzengerade im Sektpavillon dicht bei der Musik. Prüfend überwacht sie mit dem goldenen, langgestielten Lorgnon die schillernde Bahn. Sie weiß aus Erfahrung, was nach dem Eislauf möglich ist, und muß Anstandswauwau markieren. Gott, was tut man nicht alles wegen der Kinder, um den guten Familienruf. Heutzutage ist ja das Vev Ichwinden in der entlegensten„Sommerfrische" nicht so leicht jzu verheimlichen. Und dann der Skandal! Irmgard, die Be- varmundete, kocht vor Wut. Ewig die bigotte Tante, die Vor- standsdame aus zehn frommen Vereinen im Schlepptau... «s ist zum Platzen. Man ist doch kein Kind mehr? Bah, wenn die Aufpasser wüßten! Zwar auf dem Eise muß sie heucheln, muß die Sittsame herausbeißen. Auf Ehre... zehn, zwanzig Leutnants schießen sich um ihre Tugend. Wenn die wüßten! Nur vor der Welt ist sie Eiszapfen. Bei der Tante zu Hause hat sie mal im Schreibtisch herumgeschnökert und gewisse Briefe erwischt. Na, und was die liebe gute Seele mit zwanzig Lenzen konnte, das ist für die moderne Jugend aus Berlin Wild-West schon mit sechzehn nichts Neues mehr. Irmgard wird auch heute der Tante eine Nase drehen und... leben, lieben... Frau Ella, die vielgefeierte Bankiersgattin, wiegt sich auf dem Eis« wie im Tanzsaal. Ihre wundervolle Figur in dem pelzverbrämten Kostüm, das extra aus Paris verschrieben ist und Tausende kostet, zieht hundert Kennerblicke magisch an. Bewundernd sieht auch der dicke, kugelrunde Gatte zu. Eifer- Dchtig wie ein Türke ist er. Und mit den guten Wechseln im Tresor HAt er so manchen begehrlichen Marsjünger, der noch hier auf dem Eise Feuer fängt, diabolisch lächelnd in Schach. ».Ella... Kind... wie Du glühst... wie Du schön bist!" winselt berauscht der vermeintliche Meinbesitzer von so viel Anmut. Und mit einem bitterbösen Blick streift er den langen Kürassier, der seiner Frau nun schon zwei Stunden lang die Eiscour schneidet. Verdammt, daß von dem Kerl keine Wechsel aufzutreiben sind. Immer von neuem stürzt sich Frau Ella am Arme ihres Kavaliers in das bunte Eistreiben. Und wenn sie fern sind vom Sektbüfett, am anderen Ende der weiten Bahn, raunt's und wispert's von verbotener Liebe. Die Musik spielt den schönsten Walzer aus der lustigen Witwe. Ein häßlicher Zug fliegt um die Mundwinkel des langen Kürassiers. Er weiß, die hier, die an den Gatten verkanft ist, bekommt er, wie er sie haben will. Die Armenpflege der Stadt Berlin stand im Etatsjahr 1969/16 noch sehr unter dem Einfluß der ungünstigen Wirtschaftslage. In dem Jahresbericht der Armendirektion, den der Magistrat jetzt ver- öffentlicht hat, wird das hervorgehoben. Der Bericht erklärt hieraus die erneute und beträchtliche ZunahmederAuf. Wendungen, die die Stadt für ihre offene Armenpflege hat machen müssen. Diesmal wurden 13 172 314 Mk. ausgegeben, wovon nur 977 653 Mk. durch Einnahmen(größten- teils aus Unterstützungserstattungen) gedeckt wurden, so daß 12 195 291 Mk. aus dem Stadtsäckel zugeschossen werden mußten. Der Zuschuß war wieder um 863 667 Mk. höher als im vorhergehenden Etatsjahr, wo 12 314 423 Mk. ausgegeben, 922139 Mk. eingenommen und 11392287 Mk. zugeschossen wurden. Von der Gesamtausgabe entfällt alljährlich der weitaus größte Teil auf die Unterstützungen, die von den Armen- ko m Missionen den Bedürftigen gewährt werden. Hn 1969/16 wurden hierfür 16 318 675 Mk. ausgegeben, nämlich ,7 153 698 Mk. Almosengelder, 1356592 Mk. Pflegegelder �gezahlt an Witwen für ihre Kinder), 1 563 513 Mk. Extra- unteritützungen(davon 256 263 Mk. für Lebensmittel und Kleidung), 316 872 Mk. Winterunterstützung(zum Ankauf von Feuerung). Niemand wird behaupten wollen, daß von den Armenkommissionen allzu rasch und allzu reichlich Hilfe gewährt wird, wenn Arme kommen und ihre Not klagen. Aber trotz der weitgehenden Vorsicht und Genauigkeit, mit der die Kommissionen die Bedürftigkeit prüfen, haben ihre Aus- gaben auch diesmal wieder die durch den Etat be- willigten Beträge erheblich überschreiten müssen. Tie notwendig gewordenen Mehrausgaben gegen- über dem Voranschlag des Etats betragen diesmal im ganzen 753 675 Mk., im einzelnen bei den Almosen 253 698 Mk., bei den Pflegegeldern 196592 Mk., bei den Extraunterstützungen 363 513 Mk., bei der Winterunterstützung 5872 Mk. Besonders bei den Extraunterstützungen war der Betrag des Vckran- schlage» weit hinter der dann tatsächlich notwendig gewordenen Ausgabe zurückgeblieben: 1266 666 Mk. waren bewilligt worden, 1 563513 Mk. mußten ausgegeben werden, um reich- lich ein Viertel mehr. Auch bei den Pflegegeldern wurden die 1 166 666 Mk. des Voranschlages durch die tatsächliche Ausgabe von 1356592 Mk. sehr beträchtlich überschritten, um nahezu ein Sechstel der bewilligten Summe. Alle Sparsamkeit der Armenpflege, die in jeder Etatsberatung immer wieder von dem Stadtkämmerer unter dem Beifall der freisinnigen Stadtvcrordnetenmehrhcit gepredigt wird, hat die Steigerung des Armen- e t a t s nicht a u f z u h a l t en vermocht. Es ist den Armenkommissionen nicht möglich gewesen, die Flut der Hilfe- suckienden auch nur so weit einzudämmen, daß die bewilligten Mittel ausgereicht hätten. Bis zum Schluß des Etatsjahres 1969/16 stieg die Zahl der Almosenempfänger auf 35 247 gegenüber 34 415 in 1968/69 und 33 286 in 1967/68. Aehnlich erhöhte sich die Zahl der Pflegekinder bis zum Schlüsse von 1969/16 auf 13 563 gegenüber 12 826 und 11 925 in den beiden Vorjahren. Zu diesem Anschwellen der Zahl der Hilfsbedürf- tigen kommt hinzu, daß auch die Unterstützungsbeträge mehr und mehr erhöht wurden, erhöht werden mußten, unge- achtet aller Mahnungen zur Sparsamkeit. Der Bericht hebt hervor, daß z. B. bei den Almosen die Beträge über 18 Mk. in den letzten Jahren immer häufiger geworden sind, so daß in 1969/16 bereits 42 Proz. aller Almosen über 18 Mk. be- trugen. In der Armenverwaltung wird hoffentlich keiner glauben, daß Berlin auf diese Ziffer schon stolz sein könne. Man wolle gefälligst nicht vergessen, daß in den letzten Jahren die Ver- teuerung aller Lebensbedürfnisse, durch die der arbeitenden Bevölkerung die Taschen geleert werden, doch auch die Aermsten der Armen mitbetroffen hat. Das Mehr an Unterstützungen wird aufgewogen durch die Mehrausgaben, die durch die Auspoverungspolitik der Herr- schenden Klasse auch den Allerärmsten abgezwackt werden. Konferenz über die Tempelhofer Untergrundbahn. Auf An- regung des Berliner Polizeipräsidenten findet, wie der„Lokalanzei- ger" wissen will, ain 10. Januar im Polizeipräsidium eine Konfe- renz statt, in der über den Antrag der Gemeinde Tempelhof auf Genehmigung einer Untergrundbahn vom Halleschen Tor nach Tem- pclhof verhandelt werden soll. Die Auffichtsbehörde will in den Kampf, der sich zwischen Tempelhos und Berlin entsponnen hat, ver- mittelnd eingreifen. Auf Wunsch des Polizeipräsidiums hat sich der Gemeindevorstand von Tempelhof auch an den Berliner Magistrat gewandt, um mit ihm in der Angelegenheit zu verhandeln. Der postalische NeujahrSverkehr in Grost-Berlin stand abermals nicht auf der Höhe dessen, was verlangt werden kann, und reihte sich den übrigen Krebsgängen Kraetkeschcr Leitung würdig an. Es wurde wieder, wie im Vorjahre, besonders unangenehm empfunden, daß namentlich in den Vorstadtbezirken keine Trennung der Bestell- bezirke stattgefunden hatte, also dieselben Briefträger wie an ge- wohnlichen Tagen das kolossal verstärkte Brief» und Kartenmatcrial austragen mugten. Jnfolgedcffen kam die erste Post, die sonst spätestens um SZL Uhr bestellt ist, was auch nicht gerade nach Fort- schritt aussieht, vielfach erst nach 12 Uhr mittags m die Hände des Empfängers, das heißt vier bis fünf Stunden später als gewöhnlich! Dabei waren das meist nur die am Vortage frühzeitig aufgegebenen Sendungen, während Briefschaften, die am 31. Dezember nach 8 Uhr abends in den Kasten geworfen worden waren, erst am Sonntag nachmittag und abend oder gar ani Montag früh bestellt worden sind. Bei NeujahrSgratulationen kommt es ja nun auf ein paar Stunden Verspätung nicht so an. Zu den mit vielen Stunden Ver- spätung bestellten Sendungen gehörten aber auch wichtige Geschäfts- und Privatbriefe. Wer auf solche rechnete, mutzte seinen Brief- träger unterwegs abfangen. Jedenfalls ist unter dem seligen Stephan eine derartige umfangreiche Verzögerung nicht zu bemerken gewesen. Lessing- und Mendelssohn- Gedanktafeln. An der Front des Hauses Spandauer Str. 68 im Jahre 1005 eine Gedenktafel für Lessing angebracht worden, der dort von 1748—1751 gewohnt hat. Im Hofraum desselben Hauses erinnert die Inschrift auf einer großen eingemauerten Steinplatte, daß hier auch Moses Mendelssohn einst gewohnt hat. Die Inschrift lautet: In diesem Hause lebte und wirkte Unsterbliches Moses Mendelssohn, geb. in Dessau 1720, ge- storbcn in Berlin 1780. Die Steinplatte ist zu groß, um auch am Vorderhause Platz finden zu können. ES soll deshalb aus städtische Kosten eine entsprechend kleinere Gedeultafel mit der gleichen In- schrift am Vorderhause angebracht werden. In der Silvesternacht sind 134 Sistierungen vorgenommen worden, darunter in 54 Fällen wegen groben Unfugs. Streichhölzer billiger! Nach Einführung der Zündholzsteuer von der Ritter und Heiligen Gnade kostete ein Paket Zündhölzer durchweg 30 Pfennige. Das mußte auch sür 10 Schachteln bezahlt werden, in denen oft zahlreiche Hölzer durch Fehlen der Köpfe un- brauchbar waren. Nunmehr ist der Preis für gute Streichhölzer auf 27 und 28 Pfennige pro Paket gesunken. Man ersieht daraus, daß das Jammern der Zündholzfabriken und Großhändler, die an- geblich früher nicht billiger verkaufen konnten, eitel Geflunker war. Sobald der Staat das Volk schröpft, ziehen auch die Kapitalisten die Schraube an und wirtschaften in ihre Tasche. Das trifft bei den neuen Verbrauchssteuern nicht bloß auf die Zündholzindustrie zu. Durch die so oft gerügte Unsitte, in der Silvesternacht Freuden- schüsse abzufeuern, ist wieder ein Menschenleben in Gefahr gebracht worden. Als in der Nacht zum 1. Januar gegen 12>/z Uhr die 2gjährige Gastwirtin Emmy Tanzcl, Lichtenberg, Rummelsburger Straße 3 wohnhaft, ihren Hund spazieren führte, erhielt sie plötzlich einen Schutz in die rechte Schläfe und brach bluiüberströmt zu- sammen. Passanten brachten die schwerverletzte Frau nach der Unfallstation, von wo sie nach Anlegung eines Notverbandes nach der königlichen Klinik in der Ziegelstraße geschafft wurde. Hier mußte di» Kugel auf operativem Wege entfernt werde». Das Befinden der Frau T. ist besorgniserregend. Die Recherchen der Liebtenberger Kriminalpolizei ergaben, daß die Gastwirtin von dem l7jährigen Straßenreiniger Ehrhardt angeschossen worden war. Der junge Mann vergnügte sich in der Silvesternacht damit, zusammen mit mehreren Freunden durch die Straßen RummelsburgS zu ziehen und dabei Schüsse abzufeuern. Der Bursche hatte jedoch leichtsinnigerwcise vergessen, auS seinem Tesching die scharfen Patronen herauszunehmen und so kam es, daß eines der Geschoffe, freilich gegen den Willen des Schützen, Frau T. verletzte. Ein aufregender Doppelselbstmord hat sich in der Silvesternacht in Charlottenburg ereignet. In dem Hause Niebuhrstr. 50 bewohnte seit dem 1. Oktober borigen Jahres der 36 jährige aus Moskau stammende Ingenieur Richard Fuchs mit feiner Geliebten, der 32 jährigen Russin Anna Wannowska Krüger, eine fünfzimmerige Wohnung. DaS Paar befand sich anscheinend in guten Verhältnissen. FuchS lebte mit seiner Geliebten, die in Moskau.vor einigen Jahren von ihrem Mann geschieden worden war. im besten Ein- vernehmen und nach Aussage mehrerer Hausbewohner kam eS zwischen den beiden nie zu Zwistigkciten. Am Vormittag des 31. De« zember hatte Fuchs sür die Silvesterfeier einen Korb Champagner n seine Wohnung schaffen lassen, da er für den Abend ein in Berlin wohnendes russisches Ehepaar eingeladen hatte. Am Nach- mittag überbrachte der Postbote an Fuchs einen eingeschriebenen Brief aus Moskau, dessen Inhalt sür den Jngenienr offenbar sehr ernster Natur sein mußte, da die Krüger, nawdem sie das Schreiben gelesen hatte, in Schreikrämpfe verfiel und sich erst nach mehreren Stunden wieder erholen konnte. Während der Silvesterfeicr trug sie jedoch ein heiteres Wesen zur Schau und feuerte ihre Gäste unausgesetzt zum Trinken an. Gegen'/a2 Khr nachts zog sie dann plötzlich ein Fläschchen Zyankali hervor, schüttete den Inhalt in ihr volles SektglaS und trank die Flüssigkeit bis auf den letzten Tropfen auS. DaS zu Besuch weilende Ehepaar eilte auf die Straße, um einen Arzt herbeizuholen, während sich Fuchs um die mit dem Tode Ringende bemühte. Als der Arzt eintraf, war die junge Frau bereits tot. Der Ingenieur bettete seine Geliebte auf einem Sofa und trat dann zum Fenster. das er öffnete. Plötzlich sprang er auf das Fensterbrett und stürzte sich, ehe ihn noch jemand daran hindern konnte, aus der Höhe der vierten Etage in die Tiefe, wo er mit zerschmettertem Schädel tot liegen blieb. Die Leichen des unglücklichen Paares wurden nach dem Schauhause gebracht und die Wohnung polizeilich geschlossen. Welches Motiv dem Selbstmorde zugrunde liegt, ist nicht bekannt. Die Mitteilung einiger Blätter, daß politische Gründe vorhanden seien, ist unrichtig. Gegen die Erhöhung der Hundesteuer. Die Wilmersdorfer Wohlsahrtsdeputation beschäsiigie sich in ihrer letzten Sitzung noch- malS aus Anlaß eines Schreibens des königlichen Polizeipräsidiums Schöneberg nnt der beabsichtigten Hundesteuererhöhung. Die Deputation beschloß, dem königlichen Polizeipräsidium mitzuteilen, daß sie eine Beseitigung der sogenannten Hundeplage in der be- absichtigten Erhöhung der Hundesteuer nicht erblicken könne. Der Magistrat hat diesem Beschlüsse seine Zustimmung erteilt. Bekanntlich begründet der Berliner Magistrat seine der Stadt« verordnetenversammlung gemachte Vorlage wegen Erhöhung der Hundesteuer gleichfalls mit der Hnndeplage, die zur Beschmutzung von Straßen und Plätzen führe. Auch wir meinen, daß die Steuer- «rhöhung kein Mittel ist, dieser Verunreinigung zu begegnen. Wegen Erpressung ist ein 18 Jahre alter Hausdiener Karl Lorenz verhaftet worden. Dem Verhafteien tvird zur Last gelegt, dm Briefe an eine betagte Rentnerin und Hausbesitzerin in der Chanle- straße geschrieben zu haben, in denen er um Niedcrleguug einer größeren Summe Geldes an einer bestimmten Stelle des eigenen Grundstückes der Hausbesitzerin ersuchte, im anderen Falle die alte Frau das Schicksal der Frau Hoffmann in der Blumenthalstraße teilen würde. Zuletzt sandte L. an die Dame einen Jungen zur Entgegennahme des Geldes. Als der Junge die Straße betrat, kam von der Schumannstraße her in aller Eile ein Radfahrer, riß dem Jungen den Brief, der mit Papierschnitzel gefüllt war, weg und jngte davon. Ein Kriminalbeamter. der auf der Lauer lag, warf den. Davoneilenden einen Stock zwischen das Rad, der Fahrer kam zu Fall und wurde verhaftet. Auf der Wache erklärte er, zu seinem Vorgehen durch das Auftreten der Gebrüder Koppius in Leipzig veranlaßt worden zu sein._ DaS Verhalten der Berliner Zollverwaltung bei der Nückzahlnng von Automatcnstcuern. Uns wird geschrieben: Für die Wahrheit des alten Worte?, daß der Fiskus sehr gern Steuern nimmt, aber nur sehr schwer Geld herausrückt, liefert zurzeit daö Verhalten der Berliner Zollbehörden eine recht nette Illustration. Bekanntlich sind in zahlreichen Orten die Spielautomaten durch die Gerichte als Glücksspiel erklärt war» den. Auf Grund dieser Urteile traten nun die Interessenten an die Steuerbehörden mit dem Antrag auf Rückzahlung der gezahlten Steuern heran. Uebereinstimmend wird nun darüber geklagt, daß die Rückzahlung auf außerordentliche Schtvierigkeiten stößt. So ver- langt z. B. die Zollbehörde in Berlin ein Gutachten des Berliner Polizeipräsidiums darüber, daß die in Frage kommenden Spiel- Automaten als„Glücksspiel" angesehen werden. Vergeblich berufen sich die Antragsteller auf die Entscheidung der Gerichte; die Zollbehörde bleibt Ki ihrem Verlangen. Gehen aber die Jnter- essenten zum Polizeipräsidium, so verweigert der Dezernent die AuS- stellung eines solchen Zeugnisses, wozu er ja auch rechtlich nicht verpflichtet ist. Es hilft den Antragstellern nun auch gar nichts, daß sie sich der Zollbehörde gegenüber daraus berufen können, daß derselbe Polizeidezernent, der für diese Zwecke keine Bescheinigung ausstellen will, selbst in vielen Prozessen als Sachverständiger her- vorragend für die Erklärung der Automaten als Glücksspielapparate gewirkt hat. Die Zollbehörde hält das Geld fest und stellt sich im übrigen auf den Standpunkt, daß sie nur den Teil der Steuer zu» rückzahlen würde, der für die Zeit in Betracht kommt, während welcher die Automaten nicht mehr aufgestellt waren. Auch dieser Standpunkt ist falsch. Es ist in zahlreichen Gerichtsentscheidungen konstant die Auffassung zum Ausdruck gebracht worden, daß die Be- Hörden nur berechtigt sind, von sittlich erlaubten Handlun- gen Steuern zu nehmen. Dementsprechend sind zum Beispiel Bor» dellbesitzer von der Anklage der Steuerhinterziehung freigesprochen worden, weil das Einkommen aus diesem unsauberen Gewerbe über» Haupt nicht der Steuer unterliegt. Das Reichsgericht hat z. B. auch bei Buchmachern, die deswegen bestrast, aber außerdem noch wegen Steuerhinterziehung belangt waren, regelmäßig das letztere Delikt verneint und diese Strafe aufgehoben, wobei der vorher erwähnte Grundsatz maßgebend war. Demnach ist also auch die gesamte ge- zahlte Steuer für diejenigen Automaten, die durch Gcrichtsspruch als„Glücksspiel" erklärt wurden, zurückzuzahlen. Besteht die Ber- liner Zollverwaltung durdhaus aus eine Auskunft des Polizeipräsi- diums, so ist doch der einfachste Weg eine direkte Anfrage, zumal jetzt, wo man weiß, daß den Interessenten die verlangte Bescheini- gung nicht gegeben wird. Im übrigen ist die Sachlage so klar, daß im Prozeßwege auch ohne die„Bescheinigung" der Polizei die Zoll- Verwaltung zur Zurückzahlung verurteilt werden würde. Die dann entstehenden Kosten würden natürlich aus dem allgemeinen Steuer. säckel gehen. Dazu sind aber die von der Bevölkerung unter großen Opfern aufgebrachten öffentlichen Gelder wirklich nicht da. daß sie in zwecklosen Prozessen verloren werden. Man kann ein entschiede- ner Gegner der Automaten sein und doch den Grundsatz vertreten: Was Recht ist, muß auch in diesem Falle Recht blcibenl Ein erschütterndes Liedeödrama hat sich in der Silvesternacht in der Großbeerenstraße abgespielt. Der 21 Jahre alte Kellner Adolf Robloff auS der Möckernstraße hatte sich vor einiger Zeit mit der Tochter eines Beamten B. aus ver Großbeercnstaße 82 a verlobt. Vor kurzem kam es zwischen dem lungen Paare zu Meinung?- Verschiedenheiten,»nd die Braut beabsichtigte, das Verlöbnis auf- zulvsen. Obendrein wurde R. auch noch stellungslos. Am Silvester- obend hielt sich der junge Mann bei den Angehörigen der Braut auf. Kurz vor Mitternacht kam es zwischen dem Paar zu einem erregten Auftritt, der damit endete, daß R. die Wohnung verließ. Wenige Minuten darailf folgte ihm die Braut, die nichts Gutes ahnte. Als sie die Treppe binunterstieß, stieß sie am unteren Podest an einen menschlichen Körper. Zu ihrem Entsetzen erkannte sie dann ihren Bräutigam. Der Unglückliche hatte sich am Podest erhängt. Man rief sofort einen Arzt auS der Nachbarschaft hinzu, doch war R. be- reits tot. DaS Mädchen mußte von den Angehörige» nach der Wohnung hinaufgebracht werden, da sie beim Anblick der Leiche ohn« mächtig zusammengebrochen war. Ein eifriges LleSeSwerben ist zwischen der..Staatsbürgerzeitung" und dem..Lieichsboten" um die ehemaligen Leser des inzwischen sanft entschlafenen..Reich' entbrannt. Beide Blätter wollen durchaus die Interessen der christ lich-sozialcn Leser des ehemaligen„Reich" wahrnehmen. Dabei ge� raten sie sich böse in die Haare. Der„Reichsbote" wirft der„Staats- bürgerzeitung" vor. datz sie mit ihrem Uebergang in den Verlag der „Deutschen Tageszeitung" eine radikale Schwenkung vollzogen habe und zu einer Art alldeutschen Wodankultus zurückkehre. Und weil der„Reichsbote" irrtümlicherweise eine Meldung der„Staats bürgerzeitung" über die beabsichtigte Gründung einer neuen Tages- zeitung„Der Morgen" der„Deutschen Tageszeitung" zuschrieb, ist die Staatsbürgerin ganz erbost und schreibt einen Artikel mit der Ueberschrift:„Der..ReichSote' lügt". Darin heißt es u. a.: „Der„Reichsbote" irrt, verdächtigt und lügt. Die„Deutsche Tageszeitung" hat bis zum 3l. Dezember abends nicht ein Wort von der beabsichtigten Gründung einer christlich-sozialen Zeitung gebracht. DaS ist der Irrtum! Der „Reichsbote" war also fix, doch nicht gewissenhaft. Der„Reichs- böte" verdächtigt und lügt aber bewußt, lvenn er sagt, daß die „Staatsbürgerzeitung"„zu einer Art altdeutschen Wodankultus zurückkehren werde". Negersockenstrickenden Teeschwestecn und weltfremden Stiftsdamen mag ja allerdings bei den vom„Reichs boten" zitierten Sätzen ein Schüttelfrost überlaufen, des Lesens Kundige, vom Tertianer aufwärts werden aber auch nicht den Schein eines Beweises für die vom.Lieichsboten" ausgesprochene Verdächtigung finden in dem vollständigen Aufsatz... Die„Staatsbürgerzeitung" wird in der Druckerei der„Deut- schen Tageszeitung" gedruckt, ist aber redaktionell und finan- zicll vollkommen, vollkommen, lieber„Reichsbote", u n a b- häng ig. Wer etwas Anderes behauptet, der lügt, und das soll weder ein Anhänger deZ Wodanskultus, noch ein— Reichs- böte." Und daS alles um eine Handvoll Abonnenten! UebrigenS gebraucht die„Staarsbürgerzeitung" die Bezeichnung „Lüge" in letzter Zeit bei jeder Gelegenheit so reichlich, daß man auf den Gedanken kommt, ihr Sprachschatz ist mit diesem Ausdruck so ziemlich erschöpft._ Bon der Straßenbahn totgefahren. Ein Stratzenbahnunfall mit tödlichem Ausgang hat sich gestern nachmittag an der Ecke der Pots- damer und Bülowstraße zugetragen. Beim Ueberschreiten des Fahr- dammes wurde dort eine ältere Frau, deren Persönlichkeit noch nicht festgestellt werden konnte, von einem Straßenbahnwagen der Linie 72 umgefahren und derart zu Boden geschleudert, daß sie mit einem schweren Schädelbruch liegen blieb. Die Verunglückte wurde nach dem Elisabeth-Krankenhause geschafft, starb dort aber eine Stunde nach der Einlieferung an den Folgen der Verletzung. Das Gerücht von einem Morde war gestern früh in den nörd- lichen Vororten Berlins verbreitet. Es hieß, auf der Landstraße von Reinickendorf nach Berlin sei der Schlächtermeister Hahnilch aus Schildow erniordet aufgefunden worden. Den zuständigen Polizei- behörden ist aber von dieser Angelegenheit nichts bekannt. Wahr- fcheinlich hat der betreffende Schlächtermeister einen Unfall er- litten, der schließlich zum Tode führte. Quittung. Für den Verein„Arbeiter-Jugendheim" gingen bei mir 13.50 M. vom„Lese- und Diskutierklub Vorwärts" ein. K. R o s e n f e l d. C. 2, An der Spondauer Brücke U. Emen schweren Verlust hat am 1. Januar ein Geschäftsmann erlitten, der an diesem Tage abends 10 Uhr von der Kömggrätzer- Siraße. Ecke Hedemannstraße. eine Kraftdroschke nach der Wrangel- straße 58 benutzte. Dabei ließ er versehentlich eine braune Leder- tascke mit einer größeren Summe Geldes stehen. Der Verlust ist um so größer, da es fich um fremde Gelder handelt, wofür der Ver- lierer ersatzpflichtig ist. Da es nicht ausgeschlossen ist, daß nach dem Verlasien des Wagens die Tasche bei der Weiterfahrt von der Kraftdroschke heruntergefallen ist. wird der ehrliche Finder wie auch der Kraft- droschlensührer gebeten, Meldungen hierüber in der„Vorwärts"- Spedition, Lausitzer Platz 14/15, abzugeben. Nicht minder schwer wie im ersten Falle wird ein Hilfskassierer der Bäcker getroffen, der gestern früh in einem Straßenbahnwagen der Linie 40 ein schwarzes Portemonnaie mit über 100 Mark Inhalt verlor. Da der Verlierer den Betrag ersetzen muß, wird der Finder um Abgabe gebeten im Bureau des Bäckerverbandes, Engclufer 14. Arbeiter-Samariter-Bund— Kolonne Berlin. Es finden fol- gende UcbungSstunden statt: am Mittwoch, 5. Abteilung, Rixdorf, Erkstr. 8; am Donnerstag, 4. Abteilung, Lichtenberg, Scharnweber- straße t>0. und 3. Abteilung in Schöneberg, Vorbergftr. 0. Vortrag in allen Abteilungen über Bewußtlosigkeiten, Hitzschlag, Blitzschlag. Beschädigungen durch Elektrizität. Daran anschließend praktische Hebungen. Zeugen gesucht. Am 1. Januar, nachmittags 4 Uhr, wurde in der Waldstraße 23 ein Arbeiter von einem Hunde angefallen und verletzt. Der Herr, der sich darüber zu dem Verletzten äußerte, und ein Schulmädchen, das den Vorfall sah, werden um Angabe chrer Adressen an Robert Marutzky, Oldenburger Str. 11. Ouergeb. Part., gebeten._ Vorort- JVadmcbtem Mahlsdorf a. d. Ostbahn. Die hiesige HauS- und Grmidbesiherclique konnte es nicht über sich gewinnen, daß sie bei den Gemeindevertreterwahlen im der» gangenen Jahr in der dritten Abteilung gegen unsere Genossen glatt durchfiel. In derselben unsauberen Manier, wie sie den Wahlkampf sühnen, haben sie auch hinterher die Gültigkeit der Wahlen an- gefochten und damit einen teilweisen Erfolg gehabt. Zwar hat sich der KreiSanSschuß die verleumderischen und denunziatorischen Gründe dieser Herren nicht zu eigen gemacht, aber er hat doch eines Form- sehlers wegen die Wahl unseres Genossen SlbeN S ch m i d t' für ungültig«klärt und ihnen damit die Möglichleit einer Neuwahl ge- schaffen. Da wir nur mit 159 gegen 140 Stimmen siegten, so setzen die Herren auf eine Nachwahl große Hoffnungen, wissen stesdoch, dasein Teil der Arbeiter, die für uns als Wähler in Betracht kommen, fort» gezogen sind, was ihnen, da nach der alten Liste gewählt wird, zu- gute kommen soll. Die Wahl ist auf Dienstag, den 10. Januar, nachmittags von 12 bis 9 Uhr, im Brandtschen Lokal, Bahnhofstraße, angesetzt. Die Hoffnungen unserer Gegner müssen zuschanden gemacht werden. Unsere Parteigenossen und Wähl«, welche seit der letzten Wahl(März 1910) auS Mahlsdorf verzogen sind, müssen daS Opfer bringen, am Wahltage nach Mahls- darf zu kommen und ihre Stimme abgeben. Aber auch den hiesigen Genossen erwachsen noch besondere Aufgaben. Eine ganze Anzahl Arbeit« usw. haben bei der letzten Wahl nicht gestimmt, andere haben unsere Gegner gewählt, und da muß noch tüchtig mit mündlicher Agitation eingesetzt werden. Tun unsere Parteigenossen in den wenigen Tagen, die uns noch von der Wahl trennen, ihre volle Schuldigkeit, dann muß uns der Sieg wiederum zufallen und unsere Gegner werden sich mit der Tatsache abfinden müssen, daß sie in der drnien Abteilung keine Eroberungen mehr machen können. ».' Zur Agitation für diese Wahl findet am Mittwoch und Sonntag je eine Flugblattverbrettung statt. Zur Verbreitung des ersten Flugblattes treffen sich die Genossen heute abend 8 Uhr bei Drägcr, Bahnhofstraße. Ferner findet am Freitag,«. d. Mis.. abends 8'/z Uhr, eine öffentliche Versammlung bei Schliefe, Hönow- straße, und eine zweite Versammlung am S o n n t a g, 8. d. MtS., nachmittags 3 Uhr, in Mahlsdorf-Süd, im.Heidekrug" statt. Die i Parteigenossen werden ersucht, für die Flugblattverbrettungen sowie für die Versammlungen eine recht rege Agitatton zu entfalten. Die BezirlslcUung. Rixdorf. Rnhrungssorgen haben angeblich am Sylvesterabend den Kbjäh- rigen Arbeiter Ludwig Dcgner aus der Nogatstratze 4l zu der Ab- ficht geführt, sich zu vergtftcn. D., der den Krieg l870/7l mitgemacht hat, war seit mehreren Jahren in einer Berliner Fabrik beschäftigt. Vor etwa vier Monaten erkrankte der alte Mann schwer und verlor aus diesem Grunde seine Stellung. Alle Bemühungen, andere Beschäftigung zu finden, blieben erfolglos und D. geriet in Not. Als am Sonnabend abend Frau D. fortgegangen war, öffnete der alte Veteran die Gashähne der Wohnung und legte sich auf das Sofa. Gegen 10 Uhr erschien seine in der Nähe wohnende Tochter, um den Eltern das Abendbrot zu überbringen, und fand den Bater bereits leblos vor. Die von einem sofort herbeigerufenen Arzt ange- stellten Wiederbelebungsversuche waren erst nach mehrstündigem Be- mühen von Erfolg gekrönt. Das Befinden des bedauernswerten Mannes war jedoch derart, daß er nach dem städtischen Kranken- Hause übergeführt werden mußte. Das Opfer eines nächtliche» Raubanfalles wurde der Vor- arbeiter Gustav Beerbaum aus der Treptower Straße 10. Als B. Ende voriger Woche die Saalestraße entlang ging, wurde er nachts um 12'/ Uhr an der Ecke der Wipperstraße von einer Frauens- Person angesprochen, die ihn bat, ihr etwas Geld zu geben, weil sie feit IV- Tagen nichts mehr gegessen habe. B. gab der Bittenden ein 50-Pfennigstück. Als er dann sein Portemonnaie wieder ein- steckte, packte ihn plötzlich ein Kerl, der sich unbemerkt herange- schlichen hatte, ritz ihn zu Boden, hielt ihn fest, während ihm daS Frauenzimmer fein Portemonnaie mit 90 M. gewaltsam aus der Tasche riß und davonlief. Dann ergriff auch der Kerl die Flucht und entkam. Der Beraubte sah nur noch, wie daS Frauenzimmer in ein Haus der Schöneweider Straße hineinging und hinter sich abschloß. Die Kriminalpolizei hat jetzt beide Räuber verhastet, die Prostituierte Marie Moncz aus der Schöneweider Straße 23 und ihren Zuhälter, den 39 Jahre alten Arbeiter Wilhelm Schemel aus der Richardstraße 35. Ichöneverg. Am Neujahrsmorgen erschoß sich an der Köthener Brücke die 27 Jahre alte, aus Siam gebürtige Rcntnerinwitwe Lilly Hilde- brand, die seit acht Monaten mit einer 12 Jahre alten Pflege- tochter am Sachsendamm 45 wohnte. Die Frau erzählte im Hause, sie sei als die Tochter eines deutschen Beamten in Jokohama geboren und, 14 Jahre alt, mit ihren Eltern nach Deutschland gelommen. Hier sei sie drei Jahre mit einem Leutnant von Scheves verheiratet gewesen und dann geschieden worden. Ihr zweiter Mann sei Post- inspeltor gewesen und nach zweijähriger Ehe gestorben. Sonst wußte man im Hause nichts von der Dame. In den letzten Tagen zeigte sie ein aufgeregtes und verstörtes Wesen. Am Freitag schickte sie ihre Pflegetochter zu Vertvandten des Mädchens. Am Neujahrsmorgen hörten Schiffer um 5 lihr an der Köthener Brücke einen Schuß fallen und fanden Frau Hildebrand tot am Ufer liegen. Sie hatte sich aus einem Revolver eine Kugel in die rechte Schläfe geschossen. Außer dieser Waffe, die neben der Leiche lag, hatte sie noch zwei Revolver in den Kleidertaschen. Die Leiche wurde nach dem Schauhause gebracht. Lichtenberg. Ein tödlicher Eisenbahnunfall ereignete sich am Silvesterabend auf dem Abstellbahnhof Lichtenberg-Friedrichsfelde. Gegen Uhr verließ der 35 jährige Schirmmacher Siegfried Kerrath, Wagner- straße 22. wohnhast, den Perron und lief einem einfahrenden Leer- zug der Stadtbahn entgegen. Obwohl d« Lokomotivführer fast augenblicklich zu bremsen vermochte, geriet K. unter die Maschine, deren Räder ihm den linken Oberschenkel dicht unter dem Rumpf abtrennten. Der hinzugerufene Bahnarzt Dr. Birnbaum legte dem Verunglückten einen Notverband an und ließ ihn nach dem Rummels- burger Krankenhaus schaffen, wo« bald nach seiner Einlieferung infolge des starken Blutverlustes verstarb. Beeskow. Das Gerücht von einem Bombenattentat war vorgestern hier verbreitet. In dem Flur des Hauses Berliner Straße 28 war eine andbombe aufgefunden worden, die mit etwa einem halben Pfund prcngstoffen gefüllt war. Die aus grauem, starkem Papier be» stehende Hülle trug den Stempel„Vereinigte Köln-Rottweiler Pulverfabriken, Zweigniederlassung Düneburg'. Das Sprengstück, das vier Zündschnüre aufwies, war in eine Berliner Zeitung ein« gewickelt. Ob cs sich in dem vorliegenden Falle tatsächlich um ein beabsichtigtes Bomkmattentat oder nur um einen, allerdings ver- werslichen Dummenjungenstreich handelt, Wird die polizeiliche Untersuchung ergeben. Wcihensee. AuS der Gemeindevertretung. Die walderstraße soll nach einem Abkommen mit folgender Grundlage erfolgen. 1. Die Stadt Berlin ist verpflichtet, einen Kanal im Zuge der Greifswalderstratze und im Zuge der verlängerten Roelckestratze bis zur Gemarkung Weitzensee bis zum 1. Oktober 1911 bezw. 1. Oktober 1912 betriebsfertig herzustellen. 2. Die Regulierung der GreifSwalderstraße ist bis zum 1. Okto. ber 1911, in der gleichen Weise wie nördlich der Ringbahn begonnen, bis zur Gemarkung Weißensee fortzuführen. 3. Die Stadt Berlin hat dauernd die Ueberleittmg der Vor- ftut- und Regenwässer in ihre Kanalisation zu gestatten. 4. Die von der Gemeinde Weißensee zu leistende Entschädigung wird auf 459 900 M. festgesetzt. Diese Summe soll jedoch nicht in bar geleistet, sondern nach besonderer Vereinbarung verzinst und amortisiert werden. 5. Die'Erlaubnis der Strompolizei zur Einführung der Regen- wässer in die Spree hat die Gemeinde selbst zu erwirken. Gleichzeitig soll nach Erledigung des Ente ignungSverfahrenS die südliche Seite der Greifswalderstratze ausgebaut und reguliert werden.— Für den Nachtfernsprechverkehr hat die Gemeinde einen Zuschuß für das Jahr 1910 von 820 M. zu leisten, da nur 430 M. annähme zu verzeichnen war. Für das Jahr 1911 erhöht sich die zu garantierende Jahressumme von 1250 auf 1410 M., was mit der allgemeinen Erhöhung der Bezüge der Postbeamten begründet wird. Nieder-Schönhausen. In der letzten Gemeindevertretersitzung wurde vom Bürger- meister daraus hingewiesen, daß in verschiedenen Berliner Zeitungen der Bericht über die kürzlich stattgefundene Gerichtsverhandlung gegen den Besitzer eines FeuerwerkSlaboratoriumS nicht der Wirklichkeit entspreche. Er habe als Amtsvorsteher auf eine Anzeige hin den Wachtmeister beanstragt, bei dem Fabrikanten Erkundigun- gen einzuziehen, ob dort Knallkorken fabriziert werden, ivaS von dem Fabrikanten verneint worden sei. Der Wachtmeister habe auch nicht gewußt, daß in einem Räume derarttge Feuerwerkskörper in größeren Mengen lagern. Am Nachmittage desselben TageS sollte eine gründliche Revision der Räume vorgenommen werden; gerade als der Wachtmeister nach dorthin auf dem Wege war. erfolgte die Explosion. Es könne deshalb nicht davon gesprochen werden, daß der Wachtmeister sich habe oon dem Angeklagten düpieren lassen. Eine lange Debatte rief die Platzfrage für die Erbauung einer höheren Mädchenschule hervor. Von den 19 eingegangenen Offerten muhten von vornherein 13 ausscheiden, da die Bauplätze zu klein und zu weit vom Mittelpunkt des Ortes entfernt sind. Ein definitiver Beschluß wurde nicht gefaßt, sondern eS soll das Bauamt zunächst für die sechs in Betracht kommenden Grundstücke Projekte aus- arbeiten, um sie dem Ministerium vorzulegen, das dann die Bau- crlaubnis für den einen oder anderen Platz erteilt.'Die angebote- neu Grundstücke, die noch in Frage kommen, sind folgende: HermS, Kaiser-Wilhelmstr. 88. für 125 000 M.; Steinicke. Beuthstraße. für 91 000 M.; Müller u. Schmidt, Katserin-Avgustastraße. für 75 000 Mark; Thickbach, Siegfried straße. für 38 500 M.; Maschnersche Erben, Regulierung der GreifS- mit der Stadt Berlin auf TreSkowstraße� für 52408 V?.; Terraingesellschaft, Platanenstraße, für 59 258 M. Die Herstellung des Brückengeländers an der Straße 12 wurde der hiesigen Firma Zetsche zum Preise von 910 M. übertragen. Wittenau-Borfigwalde. Aus der letzten Gemeinbrvertretersitzung. Zunächst gab der Ge-' meindevorsteher Witte bekannt,' daß der Absatz 5 der Gebührenord- nung für Desinfektion, welcber die Unentgeltlichkeit bis zu einem Einkommen von 900 M. vorsieht, nicht dahin abgeändert werden soll, daß bei Scharlach- und Diphtheritisepidemien, wie sie z. B. hietz am Orte grassierte, ohne Unterschied des Einkommens Unentgelt- lichkeit eintritt, wie dies unsere Genossen beantragt hatten. Man hat sich zu einer Ermäßigung, nötigenfalls zu einem völligen Erlaß der Gebühren aufgeschwungen, wenn von den betroffenen Haus- Haltungsvorständen ein solcher Antrag an den Gemeindevorstand gestellt und die Eingabe vom Vorstand als berechtigt anerkannt wird. Eine Anfrage, aus welchem Grunde ein von der hiesigen Bezirks- leituna des Wahlvereins eingesandtes Schreiben nicht zur Kenntnis gebracht worden sei, wurde dahingehend beantwortet„daß man ja die Angelegenheit eben besprochen habe," ohne die Anreger namhaft zu machen. In tiefes Schweigen hüllten sich die Herren, als unser Genosse Adam in längeren Ausführungen die Ungerechtigkeit dieses Verfahrens geißelte und darauf hinwies, wie zuvorkommend man den Bürgerverein im gleichen Fall behandelt, trotzdem dessen Mit- aliederzahl in keinem Verhältnis zu der des Wahlvereins stehe; auch solle man nie vergessen, daß bei den ReichstagSwahlen 830 Stimmen für die Sozialdemokratie abgegeben sind, dagegen hätten es die ver- einigten bürgerlichen Parteien trotz der Hottcntottenparole nur auf 320 Stimmen gebracht. Die Jahresrechnung der Gemeinde- und Steuerkasse für 1909 balanciert mit einer Einnahme von 3 424 848 Mark und einer Ausgabe von 2 735 190 M., so daß ein Bestand von 689 857 M. verbleibt. Die Dcpositenverwaltung schließt mit einer Einnahme von 237 245 M. und einer Ausgabe von 16 889 M. ab. Nachdem der Austausch von StraßenterrainS mit den Anliegern erledigt war. wurde der Ausbau der Hauptstraße nach Waidmanns- lust vertagt. Die Herren von der Bodengescllschaft wünschten die Zustimmung der Gemeindevertretung zum Ankauf von Straßen- land aus Kosten der Gemeinde im Interesse der Anlieger; benötigt wird die Kleinigkeit von 8000 M. Die Anlieger weigern sich, das erforderliche Ackerland zur Anlegung einer 32 Meter breiten cstraße herzugeben, trotzdem durch die Pflasterung eine rapide Wcrtsteige- rung erfolgen dürste. Eine lebhafte Debatte entstand über die Instandsetzung des Zementkanals in der Straße 35. Zirka 90 Meter Zementrohre waren rissig geworden. Der Lieferant sowie die Firma Goodion als Verleger haben sich bereit erklärt, die Reparatur un» entgeltlich auszuführen, sowie eine 20jährige Garantie zu über- nehmen. Dem wurde einmütig zugestimmt. Die Veräußerung des Anschlußgleises auf dem Elektrizitätsgrundstück in der Breitenbach» straße an die Borsigwalder Terraingesellschast soll so erfolgen, daß die Gesellschaft die Kosten, welche vom Bauamt berechnet werden, bezahlt. Von der Eisenbahndirektion wird an laufenden Kosten für den Ausgang des Bahnhofs Waidmannslust nach der Wittenauer Seite 5000 M. pro Jahr gefordert. Tie Wittenauer Bodengesell» schaft hat beantragt, daß die Gemeinde von den entstehenden Kosten von 25 000 M. 12 500 M. übernimmt. Die Gemeinde hat zu den Herstellungskosten 14 000 M. bezahlt. Unsere Genossen sprachen sich gegen die Uebernahme von weiteren Unkosten durch die Ge- meinde auS, da ja hauptsächlich dieser Ausgang den Besitzern am Bahnhof zugute kommt. Gegen fünf Stimmen wurde beschlossen, die ersten drei Jahre trägt die Bodengescllschaft die Kosten, die nächsten zwei Jahre übernimmt die Gemeinde dieselben. Der Erlaß eines Ortsstatuts betreffend die Verunstaltung von Ortschaften und landschaftlich hervorragenden Gegenden wurde zur nochmaligen Beratung an eine Kommission verwiesen, die die betreffenden Ja» teressenten hinzuziehen soll.— Den Kriegsveteranen wurde eine Extragratifitation von 50 M. bewilligt, und zwar wird der Betrag bis zu einem Einkommen von 2000 M. gezahlt. Dem Pächter des Gemeinderestaurcmts wurde die Pacht gegen vier Stimmen auf ein Vierteljahr erlassen._ Lese- und Tiskutierklub„Wilhelm Liebknecht". Heute, DienZ- tag. abends 9 Uhr: Sitzung bei Karl Elchhorn, Danzlger Str. SS, Vortrag. Gäste willkommen._ Eingegangene Oruchfcbriften. Bon der., Gleichheit". Zeitschrist jür die Interessen der Ardeiterlnnm (Stuttgart, Verlag von Paul sing«), ist uns soeben Zlr. 7 des LI. Jahr» ganges zugegangen. AuS dem Inhalt diejcr Nummer heben wlr hervor: Ins neue Jahr.— Zum ArbeitSkammergesetz. Von gb.— Ein prole» tattscheS Muster der Bnraertugcnd. Von Klara Zetkin.— Hclmarbciler- Ichutz. Bon g. scb.— Von der Jahresbilanz des Holzarbeiterverbandes. Bon k. k.— Die Entwlclelung der Frauenbewegung in Oldenburg- Oststiesland. Von Ad. Sch.— Mit den Beilagen:„Für unsere Mütter und ßauäfiuucn* und„Für unsere Kinder". Die.Gleichheit- erscheint alle 14 Tage einmal. Preis der Nummer 10 Pf., durch dt« Post bezogen beträgt der Abonnementspreis vierteljährlich ohne Bestellgeld 55 Ps.; unter Kreuzband 85 Pj. Jahresabonnement 2.80 M. Die NeujahrSnummer des„Wahren Jacob", die soeben erschienen ist, erössnet den 28. Jahrgang des bekannten und in immer wettere Kreise dringenden Witzblattes. Die Nummer ist IS Seilen stark und reichhaltig ausgestattet. Der Preis der Nummer ist 10 Ps. Probenummem sind jederzeit durch den Verlag Paul Singer in Stuttgart sowie von allen Buchhandlungen und Kolporteuen zu beziehen._ «mtliwer Marktbericht der städttlchen Martthallen-Dtrektton üb« den Großhandel w den Zennal-Marttballen. Marktlage: gl et Ich: gusuhr stark, Geschäft niblg, Preise sür Schwrlncfleisch nachgebend, sonst unverändert. Wild: Zufuhr reichlich, namentllch in Hasen, Geichäjt stau,. Preise zum Teil nachgebend. G e s l ü g e l: gusuhr genügend, Geichäst ruhig, Preise nachgebend. Fische: Zusuhr knapp, Geschäst ziemlich leb» hast, Presse wenig verändert. Butter und Käse: Geschäst ruhig, Prelle unverändert, l» e m ü l e, Obst und Südsrücht«: Zusuhr genügend, Geschäst still, Presse wenig verändert. WitternngSUderstch» vom 8. Januar 1911. morgens 8 Uhr. «ettervrvgiiose tttr Dienstag, den g. Januar 1911. Ein wenig kälter, veränderlich, vorherrschend wolkig, mit-Schneefälle» und mätzigm nordöstlichen Winden. Berliner Wetterbureau. WasserftandS-Ractietitite« der Landes«, stall sür Gewässerkunde, mitgeteilt vom Berliner Wetterbureau. Vasswstand M e m e l. TUM P r e g e l, Jnsterbmg Weichsel, Thor» Oder. Rattdar , Krolle« , grantwrt Warthe, Scb rinn» , LandSdttg Netze, Vordamm Elbe, Leitmcrttz , DreSdcu , varbh » Magdeburg 0+ bedeutet Wuchs.— Fall.—*) Unterpegel. 20 Säle und Vereinszimmer mit modernen Bühnen, In allen GröBen sowie 8 neu renovierte Kegelbahnen an Wochentagen (auch einige Sonnabende und Sonntage) noch frei. Sophien-Säle Pracht-Säle Alt-Berlin C. 54, Sophlenstr. 17-18 Blnmenntr. 10 Tel. III 2783 Tel. VII 3095 Inhaber: Panl Baatz.• r Heinrich Pranck � Tel.': Amt III. 4352. Brunnenstraße 22. s bis 7 IThr geöSnet. Mein Rohtabak- und Utensiliengeschäft befindet sich jetzt Brunnenstraße 22, mrekt neben Morr. � Telephon und Geschäftszeit wie bisher. Am 1. Januar eroSne ich Gr. Frankfurter Str. 181 I eine Poliklinik für kranke Kinder, wochentäglich 3— 4 Uhr. Dr. Felix Proskauer. 2523b Gummiwaren aller Art. Anfr. erb. Gummi- Grosso- Haus C. A. Growald, Oharlottenbg.-Bln.37,P.-A.2. 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Husaren- sieBcr. Friedrich- Wilhelmftädtisches. Cyrano von Bergerae. Lustlpielhaus. Der Feldherrn- Hügel. Suiien. MudilkeS Reise n. Indien. Modernes. Der Doppeimensch. (Ansang 8'/, Uhr.) Mole. Der Müller und sein Kind. Herrufeld. Eine verlorene Nacht. Der Derbvsteger. Volksoper. Robert der Teufel. Folies Caprice. Der Feldwebel- hügel.(Ansang 8'/« Uhr.) Meti-u»i)l. Hurra— Wir leben noch I Kasino. Julie Wippchen. Apollo. Spezialitäten. »affftge. Svezialltäte». Voigt. Die Schuld der Mutter. Reichshallen. stcltiner Sänger. Biiiirergarte». Spezialitäten. Sanssouci. Wie werde ich reich? Spezialitäten.(Ans. 8'/. Uhr.) Walhalla. Bravo l Dacapo I(An» sang 8'/. Uhr.) Karl Haverlanv. Spezialitäten. Urania. Taubenstrasze 48/1S. Nachm. 4 Uhr: Der Vierwald- stäiier See und der Gotthard. Abends 8 Uhr: Von San Nemo nach Florenz. Sternwarte. Jnvalidenstr. 57— 62. Lessing-Theater. Dienstag 8 Uhr: Wenn der junge Wein blüht. Mittwoch 8 Uhr: Anatol._ Urania. Wissenschaftliches Theater Taubenstraße 48/49. Nachmittags 4 Uhr: Der Vlerwalasttttter See und der Gotthard. Abends 8 Uhr: Von San Remo nach Florenz. Beginn der Hörsaalvorträge 11. Januar. Prospekt kostenlos. Kaiser- Panorama. Neu! Reise ins Pharaonenland von Triest nach Kairo. II. Wanderungen u. Klettereien in der sächsischen Schweiz. Kcli liier- Schiller-Theater 0.(Wallner-Tbeal). Dienstag, abends 8 Uhr: Der Dnmmhopf. Lustspiel in B Auszügen v. L. Fulda. Ende 10°/« Uhr. Mittwoch, abends 8 Übe: Bor Bimmel auf Erden. Donnerstag, abends 8 Uhr: Bor Himmel anf Erden. Theater. Schiller-Theater Charlottenburg. Dienstag, abends 8 Uhr: Hasarcnllcber. Lustspiel in 4 Akt. v. Gustav Kadelburg u. Richard Skvwrvnnek. Ende l0'/, 11. Mittwoch, abends 8 Uhr: Der Band der Jagend. Donnerstag, abends 8 Uhr: Banareatleher. OSE=THEATE Berliner Volksoper Velle-Alliancestraffe 7/8.— l/s9 Uhr: Robert der Teufel. Residenz-Theater. Direktion: Richard Alexander. Ansang 8 Uhr. Familie Bolero Schwank In 8 Akten van Maurice Hennequin und Paul Bilhaud. Morgen und folgende Tage: _ Familie Volero._ Luisen-Theater. Abends 8 Uhr: Mndlckes Reise nach Isditn. Mittwoch, Donnerstag: MudilkeS Reife nach Indien. Freitag: Premiere: Der Millionen- junge. Sonnabend 4 Uhr: Hänfel und Grete!. S Uhr: Der Millionenjunge. ZKelropol-Tkestsr. Hurra! Wir lebe» noch! Große Ausstatwngsrevue in 7 Bildern v. I. Freund. Musik v. B. Holländer. In Szene gesetzt von Dir. R. Schultz. Ansang 8 Uhr. Rauchen gestattet. EJerliner Theater. H-ute- gWINMlMlöN. 8 Uhr. Morgen: Bummclstndenten._ Neues Theater. Täglich: Oer G. m. b. H.-Tenor. _ Ansang 8 Uhr._ Theater des Westens. 8 Uhr: Das Piiupeiunttdel. Wiitw. u. Sonnab. 4 Uhr: Rotkäppchen. (Sonnt. 3'/, U.: Die geschiedene Frau. Modernes Theater (früher Hebbeltheatar). Abends 8 Uhr: _ Doppeimensch._ Friedrich-Wilhelmstädtisches Schauspielhaus. Dienstag, d. 3. Januar, abend« 8 Uhr: Cyrano von Bergerac. Mittwoch 8'/, Ahr: Die Räuber. Donnerstag zum ersten Male: Die blaue Maus. Liis'tsfuviksus. Abends 8 Uhr: Der Feldherruhugel. Theater des Weddings Müllerstr. 182/183- Sellarttr. 35. Täglich»or auSverkaustem Hause: Abgrileide Drama in zwei Alien von Urban Gab. Außerdem das neue grobartige Programm. 8 Uhr: DaS vollständig neue, sensationelle Programm. 10 grolle Attraktionen 10 mit Otto Rentter..». „CLOU BEREI\EB KONZERTHAV8 Mauerstr. 82 Zimmerstr. 90-91 Eintritt 50 Pf. ! I! Heute! I! Gastspiel vinJohannStraoB mit seiner vollständigen Kapella. Anfang 8 Ehr. Wo4-»nifhr,ieh Promenadenkonzert bei freiem Eintritt. Sport-Palast EntrM 1 M- Potsdamer Strafe 70-72a Entree 1 H- Größter Eispalast der Welt Tom St». Dezember bis 8. Januar: Feerle;„Weihnachten am Nordpol'4. Stltndlg£ Kttnstlcrknpellen. — Anfiergcwdbnlicde Lkbteffekte.— 200 Eislaafkflnstler.— Unterricht Im Eislauf. Täglich von 11—1 Uhr Vormittage: KONZERT. Jeden Sonntag 4 Uhr: NachmittagSeVorstellung. Donnerstag, d. 5. u. Freitag, d. 6. Januar 1911, abends: Zum Besten des Vaterländischen Frauenvereins Berlin Zwei Konzerte der Bonner Liedertafel (2. Preis auf dem Wettstreit in Frankfurt a. M.) 230 Sänger"ÄmiÄ?" Joseph Werth. Reservierter Platz 5 M. u. 3 M., alle anderen 2 M. Vorverkauf bei: Hofmusikalienhandlung Bote& Bock, Leipziger Str. 37; Musikalienhandlung Btahl, Potsdamer Straße 39; A. Wertheim, Leipziger Straße; im Bureau des Vaterländischen Frauenvereina, Dessauer Str. 14 und an der Kasse des Sport-Palastes, Potsdamer Str. 72— 72 a. [ jMTAlcner Spielplan I Ethol Xevoy;, Amerikas Favorit. l.a belle Eeonora, Spaniens Stolz, Ka-Ten-Ichy-Truppe, japanisch# Wasserspiele. Harmony Four, ein musikal. Ulk. Tharete Renz, Schulreiterin. The GaudamidU, Clown-Akrobaten, mit ihren spanischen Pudeln. De WIM, Burnt, Torrance, Exzen- triks, in ihrer Szene:„Lebendes Spielzeug". Mlle. Denarbers Luftballonfahrt über den Köpfen des Publikums. Valazzi, Jongleur. The 3 Ennest, kom. Beckakt. Las fleurs Poionalsei in ihr. Szene: „Ein polnisches Bauernfest", Biograph, neueste Aufnahmen. Alt-Iloabit 47/48. Donnerstag, den 5. Januar 1911: Im Abonnement! Groffer Lacherfolg! Die WchrsülltM. Schwant in 3 Akten von I. Jarno und H. Rickelt. Sebast. Nordhanse«: Dir. HanS Reih. Kasseneröffn. 7 Uhr. Ans. 8>/. Uhr. Nach der Vorstillung: ran». Excelsior-IMtspieiliaiis Rixdorf, Bergstr. 151/152. Heute: Der Todcsisturz de» Avlatlkers T.afTont# mit ttelnem Pasisagier Pollns sowie das Neujahrs- Programm und Einlagen. Anfang Wochentags O Ehr. X X Sonntags 3 Ehr.| Jeden Sonnabend: Vollatftndlg neues Programm. bSOSS«»»SO«»«»G»»»GOv«»»»»««»eSOO»S««»e« MMII Eine verlorene Nacht. Der Derby-8teger. Mittwoch, dm 4. Januar 1911: Illbilöiims- und Premitren- Abend. Zum 100. Male: Fine verlorene Nacht. Zum 1. Male: Er, Sie und Er. Komödie von Marell Rouvier. Ans. S Uhr. Borvertaus 11—2 Uhr. Berliner Frater-Theater Kastanien-Allee 7-9- Jeden Dienstag: Mimis Ml Ansang S1/. Uhr. Alle Borzugs karten gültig. Noch der Borst.: Freltanz. 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Neuer bunter Teil. selckmbelhilgel. LICHTSPIELE. Mozart-Saal. Nollendorf-Platz. Beginn 6 Uhr. Ende II Uhr. Ml«« Hochbahnstation Kottbnser Tor. 87« Uhr: Wie werde ich reich? Amerikanische Sensations-ÄirleSke In drei Bildern. Gastspiel E6d!a de F�rard und die grandiosen Januar-Spezialitäten. Trianon-Theater. Ansang 8 Uhr. Der heilige Haiu. Reicbstiallen-Tlieater. Stettiner Sdnger. Neu! Musikanten-Weihnacht. Genrebild von Meysel. Ansang Wochentag» 8 Uhr SonnwgS 7 Uhr. Zirkus Busch. Dienstag, 3. Jan., abds. 71/, Uhr: Groner Gala-Abend. Neu! Neu! Neu! IW Die 5 Cllftons! TMI DV Die Acrosl"TMS Neu! Neu! Neu! Gastspiel des Herrn Direktors Pierre Altholl und Frau Direktor Adele Althoff. Freiheits-Dress. vis Fredianis, Akrobaten zu Pferde. 3 Gebr. Fralellinls, urkomische ital. Clowns. Frl. Elisabeth v. Oynar, Schulreiterin. Um 9 Uhr ca. zum 10. Male: Die mit so gr. 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Holzarbeiterverbau des Verantwortlicher Redakteur: Richard Barth, Berlin, Für den Inseratenteil verantw.: Th. Glocke, Berlin. Druck»;. Verlag: Vorwärts. Buchdruckerei i»- Verlagsanstalt Paul Singer ä. Co., Berlin SW. IMMM» 1» K (■a- R3n«Z) J40i»n.>q»|ic •jrjos fiaitititft ( vglltZ- Moz)-�«»pz»szx ZIVISJ ZW 'Sqjjzg-H pWafc lS-uintiq-n�» "H-O-d»,!«'»« •ajJjaimuBQuaeuuö'puigiu© hl!W -tz>p?ZL huL?4D)atp.UH'anuqtJaS IL'Ajavuvg'aaCpJig»!?(? 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Sn.iqMjq.i»x 'S X'PiuarlOH q ,.lqah»a,hn 8- i aajsiajna� ■aajjnvhD.tanaßcqj�juq •apg laq uv piiuntpiaiqjufö ynasaqivW Ijaix:amoiojj- i)(i)(piiiaq;iao2 nBinw®KTA-�-siA'jjo((piiiaqiia(;? eiA-t-siA öAitqii.ntiiiojj; Aftluift 'B-'l q>mp?>»cpZ1 gl ppiaqgqj q j.UoqoUnpqapaiufps •g-l'Piuartgjs q)(pnqaqj3(ft. g X Piuaan�-q ijniuajanjfO. pjuartfiö q jahs«ll-hi>S» •I a q J 3 I D j 0 s 3 11 18 ff X'1»!"'><'!> M •ßutiPQ inuz, qnc 'gq-Zljaauwqeio�'.nahilwitplpvjk' { moqpffl ai®) snvhuaqi,»« ia„>z ff- X■0S5N«q4ZjZNK-5V>llgZ iaaj'.laßnajp ■aqivAiiapNI-q S.i«qila'�i«>x -xnmn®'„lchvquajlZ.mg" ■aaiqiz AaiAvq>q-A'patz-pzLqavqi,� (■gmamlJ- gpoJ)«»».bthbh ■ajoquuj® 1403'.tzpchjapasun' Biqne uojjjpq® gmzaitT' gpoJ|.ioi>«i{.>ot>i paa-tjaß ajojog aßu •a-n splsz�»»««»,;» ■UUDU1.13QJ8 III® fljnqnspnBJff q«»aaajff-'ijf nimqiJ s ff- x»»»»-»» 1» 1v)0Z ßHagi n pnvquaqnPZ (noxNti-nvivA)«z«u»l»a!ZK ■znpnU joh,jo®'g t zijiioih uuvmaaqu®>403 •ßqjds-'qiJOJ •jmunoiiajß smmaiV H- O J'H I»««!*»»* ■43)tp!8s uuag quß'aQoqtlag •4ajqii■?4uaiqjj-i-qiju® Maßnay Z •ff-'X ■a� mag(juß Miuup'jrg mng ff- II'Waqappjff q pffff-M si"«, ■joquqvK mv'üaq.ioK ■slZ3qqoix)'qi;jEPißa.aiS Kimvmv>Z 'fl-II'».>«, ■4>lila3gi->i>'Dz>aaßiz-au->j3aix>aimaK "L8 aainr>'aiojva.i2 Aauus.-Q 99 33iii6>ainjsa,i5'ijimoAqus ir 'pagioqiR fuua'qoquaiung-jjaiß 'fl-'H 8»>«»>1-1>„>D ■|l'JOi5 I,3»"ll« öqmsxdz-qiipz 4ai>iv,>■ faqiiojß (ßjaquiaids-snqnes]/-i o pi uu« x *1443 4)30 3 1UJa)]00® 3 HB aqnis'ß ni'joiifqljaj.taffi ff- X•JJopsiuaz sq.uoi<|hh ■03® 4.11x9.1®'uutmuajju® qun ijauan'nooi(ps usLizai mng 131) 310)03 auiä ff-ü-apiajSJSf ■9•4ii(pi4qai i.O■43]31(J. qug quß'gnuqeilufplnaia® ganajß Ol Mijtppqapg '.ahziD itaun.tß ang"'iinhiA ig 09 ijjfpiioapg'aBnag" oi® '81/31 Aijj.mtfc'ajla�qiiß"ija;ß=)4Dgs ap.zz-aqv.11j, iiiqaug'uaqai Mapiuaitgjj qun•qaiqaj.i •1111.13' pvßsMi? 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Paul No!»ka, Prellbock. ®uft KeuBartq, Kl.»Ströbitz. tSanimt. ff.-ff. Kein Lokal frei. T.-ff. Verkehrblokal Franz Moser, Pots> domePir. S. 'I'l1>«>I. Gleiche, Bahnhosstratze. P. Grase, Bahnhosstraß«. w. ßüttner, Berliner, trahe. W. ftvoofn. Schiitzcnh., Bcrltnerstr. S. Hir». Markt. Wm Muse, Zossenerstraße. H>KM0VecIiserslraß«. Trepkdi». T.-ff. an- Soraic frei Treuen brietzen. Serm.Dornow, Berliner Vorstadt 2. Gust. Narenz. Brettestr. 254. iletr.«i«ri. H.-ff. �Sgerhcim", yul. Schmoll. Vulen tiii«ner«Ier. Frei. ff..C..ff. Vebiei«»«.?.-ff.-ff. -r. Pectsch, SesklllchofPH.AuSb.. srei. out Schlöttke gespeirl. Velten, ff.-o.-ff. Gesperrt: JulwS Tübbecke. Breite- IM. 67 midTuruhalle dcSMänner. Turnvereins. Alle and. Lok. srei. VetReban. verkehrSlokol: Lehmanns Gasthos w Otradow b. Belschan. Gasth. ,. deutsch Kaiser, Noitbuserstr. ffff. Klausch, Gtradower Weg. Vietz.(Landsberg-Soldln.) Rest. Sabert, am Viehmarkt. T«s«i�uns.(Gub.-Lübb.) Wiv.»ahlisch. Waiilinunnvlnst. ff.-ff. Rest. SchweizerhäuSchen, Diana- straße 26/33. Jnh. G. Harttg. Zum Bergschloff, Jnh. Dräger. sffgvdllki-Vzlldlllttee. di.-0. Georg Lassan, GesellschastShous, Prenzlauer- u.Ber-nauerilr- Ecke. Sec-Terrassc Wandlitzsee, A. Binger. Alle anderen Lokale sind gesperrt. Wasmuee. T.-B. Fürstcnhos, Philipp, Königstr. 49. Bairischer Hos, Jnh.: Wollenzien, Glienickerslr. 19. Gust. Koch, Cbausseeftr. 2a. VSNZdSI'k. B.-C.-H. Kein Lokal frei. Wartenburg, ff. ff. Alle Lokale gesperrt. Wein m ei w terh orn, Benthiii. P.-O.-H. Weissagk, Soran-Forst. M. Kanter. W'ei««enscc. ff.-ff. Alle Lokale srei. Welzen', colld.-ffpi'dg. G. Model, Gasth. zur Grube Clara. H. Pseifier, Zum deutschen Kaiser. August Bötschtl. Wenii.-Ikuebbalz. T.-ff. VeikehrSlolal: Rest. Schön. Wen«iekeniT«rk. ff.-ff. Alle Lokale gesperrt. Werder a. d. Havel. Schwarzer Adler,(Jnh. Koch), Fischerstr. 98. Werneneben. Carl Schlöttke(sr.Witlcnbcra). Wernndort. T.-ff. SportshauS am Crossinsec, Jnh. Gotllicb Handschke. Schwedler,.Zum Oder Spree-Kanal' Wenk««-.(colldot-Zprbg.) Restaurant Franz Winnenberg. Wildau. T.-B. Cito Schuhmann, Wildauer Hos. Otto Heiser, VollSgarten. P. Scholz, Zum grünen Baum. Willieliuttberg. ff.-ff. Alle Lokal« srei. Willielminhagen- ff.-ff. Slllc Lokale srei. Willielmaruh. ff ff ?lllc Lokale srei. «WinieimarubiODerhav.). Verkehi slokal, Jnh. Kicker. Wilmersdorf. T.-ff. GesellschaltshauS, WtlhelmSaue 112 Jnh. Dase.[114-115. Viktoria-Garten, WllhelmSau« Spichern< Säle, Spichernstraße 3, Jnh. Stcchert. Zur Klause, HIldcgardstr. 5/6. WUsuaek.(Wcst-Prignitz.) Müllers Gasthos. Wittenau, ff.-ff. Albert Schulze, Hauptstr. 56. E. Wittchow. Oranienbingerstr.199. Julius Eberhardt, Lübarser» straße 96. srei. Friedrich Schulze, Oranienburger- straße 88-89, gesperrt. Wittenberge(West-Prlgn.). StiehmS Volksgarten. Wilhelm Schober, Bürgergarten. Wittstoek(O.-Prignitz). Meißner,„Zur Eisenbahn". Woitersdort(Dorf), ff.-ff. Alle Lokale srei. Woitersdorf(80b eusos.H.-B. Woltersb. Mühle. Hotel Kranichs- bcrg u.Casc Ruhwald gesperrt. Alle anderen Lokale srei. W oltersdorf(ßuckcuuiaRie) Fr. Schade gesperrt. Zdckeriek a. O. A. Hinze. Zech in(Frankfurt-LebuS). Brauerei Friedr. Buchholz. Zeesen. T.-ff. P. Behreiid. Gasth. z. Palme. Zebdeniek. Restaurant Buch holz, Amtsfreiheit. Zebiendort. T.-ff. B. Miellei, Potsdamcrstraße 25 (WaldeSluft). Wild. Mieck. ÄesellschastShauS.Karl. straße 12. Schwarz, Bürgtrgarken.AlfcnstrLS. Tidlevdsi'ld.XIedellViilde sff-ff.) «Rest, zur Eisenbahn, E. Osten. Zeperniek an der Stettiner Bahn, ff.-ff. ,Lum Pank>SchIöbchen*(Lstertag). Ww. Packert, Dorsstr. Zernsdorf. T.-ff. Georg Schulz,.Zur FrledenSetche« gesperrt. Alle andern Lokale sret. Zcnthen. T.-ff. ZllbrechiShos(Spelhmann). .Zur Dorsaue", Jnh. Lindemann, Dorsstr. 15. Xiege»ß3l5 d. Hiederledme. T.-ff. Rest. z.SporthauSjJiih.M.Mörschel. Restaurant Gull. Heiß. Zieien�ig. (Ost- und West-Siernberg.) Rest. SchützcnbauS. Rest. Dalilmaim. Ostrowersttaße. Rest. Jrgang, Ostrowcrstraße. Rest. W-iß. Am Maikl. Ziltendort.(Gub.-Lübb.) Gasthos Redlich. Zinna(ffloßlerj. August Heinrich. Zossen. T.-ff. VerkehrSlokal: Kurzner, Baruther- straße 19. Ziiblsdort. ff.-ff. Rest..Zur Eisenbahn*, F. Gilge. Ziilliciian.«Ue Lokale gesperrt. Zniebnscb. T.-ff. Gärtner, Bett. Schweiz, Seddmsee. V Alle Lokale, die keine« Saal habe«, sind frei! Lokal-Kiste für Kerlw und die Provinz Krandendnrg. Ausgegeben am 3. Januar 1911. Obmann der Kommission:-Albert Hahnisch, C. 54, Attstttststr. 51, O,. IT. All- Mitteilungen. Ansingen-e. sind sür Berlin an daS unterzeichnete KommisfionSmItglied de» betrestenden Kreises zu richten. Für Kreis Nieder-Barnim an Hermann GliaS, 0. 112, Slumenthalstr. 24. sür Kreis Teltow. Beestow an«arl Rohr. Rixdors, Seichoiverstr. 15/15, v. IV: sur KretS PotSda»i-Ost>.Havellalid an Emil Schubert, Spandau, Kurftr. 21.,,.. Die zu den genannien drei Kreisen gehörenden Orte sind durch folgende Buchsioben besonders bezeichnet: Nieder-Barnim— N.-B., Teltow-Beeslow= T.-B., Potsdam- Oft a 0 eil ono = P.-O.-H. Für alle übrigen Orte sind Anfragen usw. direkt an den Obmann der Kommission zu richten. Zur besonderen Beachtung empfehlen wir: Die tu der Liste mit einei»■*■ bezeichneten Orte bezw. Lokale gelten als frei, jedoch ersuchen wir die Parteigenossen dringend, Vereins-, Werkstatt- oder sonstige größere Partien nicht nach diese» Lokalen zu unternehmen. Zu seder gewiiuschten Zlusknnft ist die Kommission jederzeit geni bereit, nur muffen wir darum bitten, alle Zlnfragen möglichst frühzeitig zu stellen. Dj, Lokalkommifston. Berlin.--- Betanlreotflldf): Albert Hahnisch. Berlin C 64,«uauflstr. 81. Druck: SorwürtS viuhdruckerei und PerlagSmisloli Paul Singer»ph>jl>W'S) johUsquiI �I-ZjZ 'ipl««susqz>zq pjaiiBdsnasH »paqQCS JatltPl'I-wqa® itnBntg •J-'l'DJSqsnBJis'q jjopsaoiJS;� •g-zqjazqiva» «WlMg UäjaoBgnoffi gazqazhzZ (icjoigBunimun)) «Mffi'it-Kihzz�zl>!!'t«I«fuijqoT mng- �,jv®-g.'x-SS8 -strigw�iqzg w«.A�«»p«ua»Z) •fl-'X dsssoz q|aopuaqB(f •)i.i3(tj38 3J0J03 auiö •O« -„uzhi�oihzjqizL"'aaqpufpg •fltmqo®•a�taiqjqjBa'tlnHZ 6uiiuijo§U3)nö q ävU'»M?W'0o!£ '»nvh>zziuoU'qmijjoif uusH ■Juojy.mg'sjuduotj} 'gnvhuzqvh-J'jqoig m® -q-M ang'.13�)01® '«Nvqeiivh-jii3j3N'Buua®'ig •Kiiqqjof» -3yvaij33jjiwyD'jqunijquaffi -/!T3|>I-UH|MUr» ST 3110311 uaÖDjuujäB'iqMBß ,p«,«as v-aiaTunp >»3j 31010(5 3JJ18 g- g •jafiaX»g'aqqqtqtB.iuof> ■jqiiuipS) uioq® TJaifi I I»jaqspuBi-nv |aq opid|iiB}f afuoioo •aBpjuDi�-.Jioqnjg.qioqpaa uumrniDQj guvH quß 'imafjMlfla® q-yhi®:]rjoigjfpp3ffi g- D-d-Mopai�, »Bimj goiß Tjatfi•(«pnunuaflnf 'D«|ID9Jd JJ) aaqaa;joq3 ■BjjJuaajBunß MizquiH'sipnbasigt guuuiuBiaa 8 '„mnvzuoquiF lang"'.«uaa® qiiJ Bimisij-quß'3qnqh3,T ani-,l3� ■utuiuqgBiuoy '„ua�ijgi�jsqpöf"'»(pliug i'ivSfe „wultuoazz aahzjina®"'aliaffii-wg „lohßiiwV"'Mmai® ■„uajaoB.wijoij)"'qßioqnjß 'i3jivM3kpj,n3q e hijvK'qjoaa m® •ua�iqirmuamnjjDy ghiw® ounag ijoulqgjaduyftp®-quillt® mjc ■ua�iDB.iaj® johuhvgz mij'jofjusj.ioBaaij juwnDjjay; ■mumqg'Biugjs'ipoiu «aqaaJffeaaB.inquaijoi.ioija'aioqog)® ?nu(jqi"SE'6R/8eB3aiA3)3B3J')UD.y« 'B9 BaauspBa®'.wjqaig M „uapvBgaiqiiaZ zx/qx �Uahin� '(BuipgU) 3ig®-vno,z>a aijnBniz 'TS-3,jh,iaaz,3L aajwU'iintz,® J ''.»IStljaL'g-paivzqiv®" 'vT 03® 33)383®'auglp®-aqapS 'aajjnvhz aanvquvßA'aajjnajj-qasg g■.ijjuauijoaj'„gtiDqgjioöj- g X•fan))oi.inii,> •itJaB aiDjog avw g- g MioaBO •(a3qg3�®-qu8).apa33) 350® IZMO®'g.'X-asjiaji •;uo3nosj3ix-U3i30N g,ß33qmo® •opiBMttaaqg laq zji.ijf jah,jo® 9553� ■(Mnjgnqjj siaas)«�-s,a» 'Wiaqogz 5z 'llzqqgl-iiaqng'jaopsmoati •(,3fp!39U3Q31.lg'') Ijoß pioiflo® •snqjjoi isq«zzBBa» TTTa»33j3oqxm53hi!®uiiouu3,i3D �l�ll33j30qS3UI3g,>W'qu050B53H?jOJ ST aijuiai®'Kiwyßiiotx •gs AjBaaa'»35308955088 'KU-p B«anquapaBafg •aiomqifi'ag'B-'O-'d'jBOzto}! 3l"3IJl3H!«E')gt8m�®')qoajq(i®-58 e-'O-'d ll>luaog-zps�«iiaaqD 133)35050330)8-fl-'i-apieAfiisjOB M3»j3S 350503 amä B B JJopsfij#! 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Osliahnhof-Restaurant, I. Opper- mann, Küstriner Platz. Patriasestsäle,Gr.Fraiikiurtersk.28. Patzcohojer, Landsberger Allee 24. Prachtsäle.Alt-Berlw", O. Baatz, Blumeostr. 10. Residenz- Festsälc, Landsberger- strake 31. Schmidt,.Zum Freischütz", Frucht- strahe 36 a. C.Hahns Festsäle, Gr.Frioalidenstr.84/85. FuntesGesellschastshaus,Triststr.41 Gehrke, Seestr. 71. Genosscnsch.-WirtSH.IVNorduserio Germania-Säle, Chausseestr. UV. Gesellschastshaus, Jnh. M. Schöl- zcl, Boyenstr. 12. Hostmann, Pajewalkerstr. 3. voppe, Seestr. 1. Huoiboldt-Säle, Hussttenstr. 40. KöhlerS Salon, Tieckstr. 24. KromrcySFestsaal. Eichendorffstr.8. Naders Lereinshans, Kösliner- stratze 17. Neues Clubhau», Schulstr. 29. Oranienburg.Fcstsäle,Chausseeft.16 Pharus-Säle, Müllerslr. 142. Raabes Festsäle, Kolbergerstr. 23. Sachon, Müllerstr. 136. Schmidts Festsäle, Gartenstr. 6. SchrcinersVereinshaus,Schulst.66. Schulthcitz, Seestr. 32. Schwankes Feftsäle, Chausteest. 102. E. Schwarz, Tegelerstr. 55/56. ereius-Restaurant, Wilh. Reinelt, Sparrstr. 14. Zum Vollsheim, Zlckerstr. 123. „Zum Schillerpori", F. Schulz, Müllerstr. ö3. 2 Rosenthaler Borstadt und Gesundbrunnen. Borussia, Slckerstr. 6/7. Bruimen- Säle, Brunnensw. 15. E. Daase, Brunnenstr. 154. Dietrichs Festsäle, Brunnenstr. 34. Elsasser Ball-Salon, Elsafserstr. 15 Fey, Brunnenstr. 134. Jos. Franlcs Festsäle, Badstr. 19. Frisch» Victoria-Garten, Badstr. 12. Grainotte, O., Bergstr. 12. Harmonie, Jnoalidciistr. la. Mclchcrt, Bergstr. 68. Noacks Feftsäle, Brunnenstr. 16. Olböter, Usedomstr. 33. Restaurant und Feftsäle, Elsasser« stratze 26. Roewers Festsäle, eiisabcthkirchstr. 14 Swinemünder Gesellschastshaus, Swinemünderstr. 42. F. Schuster, Slckerstr. 144. Zum«ängerheim, Veteranenstr. 1» Balllchmieder, Badstr. 16. Bernhard Rosc-Theater. Badstr. 58. Gregory-Braucrei, Badstr. 67 Max Hahn, Koloniestr. 124. Marienbad, Badstr. 35/36(Jnh. Nagel). Schmidt, Herm., Prmzen-Mee 33. Volksgarten-Theater, Badstr. 8 (Behm- und Bellermannstratze). Walhalla-Restaurant, Weinbergs- weg 19/20. Wende, Koloniestr. 147. A. Zacharias, Ausschank Dr. Pönix- Brauerei, Hochstr. 21/24. Schönhauser Vorstadt. Arndts Festsäle, Belforterstr. 15. Arnim-Festsäle, Schönflietzerstr. 22 Berolina- Festsäle, Schönhauser Allee 28. Bier-Sprudel, Gaudystr. 10. Brauerei Bötzow, Prenzlauer Alleen Brauerei Psesferberg, Schönhauser Allee 176. Brauerei Gabriel u. Jäger, Oekon. Wendors, Zehdenickerstr. 10. Brauerei Königftadt, Octon. Rob. Liebing, Schönhauser Allee 10. Bmatheater-Festsäle, Schönhauser Allee 129. Couzerthallen, Sützmtlch, Born» holmerslr. 7. GenossenschastS- Wirtshaus, Star- garderstr. 3. Kopenhagencr Klubhaus, Gliesche, Kopcnhageoerstr. 74. Maertins Festsäle, Pappel-Allee25. Mila-Sälc, Schönhauser Allee 130. Obiglos Feftsäle, Schwedterft.23/24. Pialcr-Theatcr,KostanienAllec7/g. PuhImannS Theoter(Inhaber Sl. Titws), Schön hau! er Allee147. Rath, Schönhauser Allee 134a. Rcimanns Vereinshaus, Born- holmer Str. 72. Sänger-Heim, 5. Grunze, Schön- hmiser Allee 156. Schmlheitz' Festsäle, Kaftanim- Allee 23. Lokal-Kommisfions-Mitglieb: Wilhelm Dams. Schlegeislr. S. »eppoi»(v.u.W.-Sternbcrg)� Berkehrslokal:„Hotel Karl". Alle übrioen Lokale gesperrt. August Böter. Rhmstr. 4. Kiessvn(Gub.-Liibb.). Wulf. Uixdorf.T.-B. Alle Lokale frei. Köntgrntlinl. B.-B. Aug. Lange, Rest. Röiitgenthal. Herm. Dlarx'S Wald haus. BtBseiittial. B.-B. Gasthos zur Mühle, Jnh. KaMitz. Küdersdwrt(Dorf). H.-" R. Marx, Luisenstr. 31. Bernhard Schulze, Friedrichstr. 38. Rüdersdorf(Kalkb.j. B.-B. 81. Roll, Ealth. z. Linde. Heiiutzerst.>9. Restaurant zum Bergwerk, Joh. Fr. öeoig Heinitz rstr. 35. Deutsches Haus, am Kesselsee, Jnh. Edwin Schwedersky. Mitzters Jiiouogshaus, Schulstr.45 Gesellschastsh'Us„GlückAus", Jnh. Koppen. Schulstr. 18. Meitzer Schwan, P. Hofsmann, Vogelsdorserstr. 1. Rudow bei Johannisthal T.-B. Vertehrslolale: Aug. Palm, Köpe- nickerstratze. Rich. Rolle, Koepenickerstr. 86. Alle anderen Lokale gesperrt. Ruhlsdorf. B.-B. Alle Lokale gesperrt. Ruliisdorf b. Teltow. T.-B. Alle Lokale getperrt. Ruuiiuolshurg/. B.-B. Alle Lokale stet. Saaruiiind(Luckenwalde). A. Hildebiandt. tzfaatwiukel. P.-O.-B. Alle Lokale frei üfachsendorf(Cottb-SpreiRb.) Aug. Dobring u. Paul Sachs. Sfacro.(Sorau-Forst.) 3i. Schönborn, Brauerei. �fadona- T.-B. Pflugs Rest. a. d. Oberspree. Zur Waldschänke, Joh. Töldte. tzfaudhorx-Reliftlk. Fr. Thiele, Zur grünen Tanne. Sfaudhausen. B.-B. Woldschlotz. Selieukondorf. T.-B. Otto Pätich(Saal). ScltSllltenSoi'l sgohen-llhhon). Deuticher Kaiser, Joh. Karl Richter. ÜÜqIiouuo(Sorau-Forst). G. Schneider u. E. Gebhardt, (Waldschlotz). »««hildhorn. k.-B.-I. »Hans Ritzhaupt."Schröder. "Schmidt, Wirtshaus Schildhorn. Sehildow. B.-B. Kein Lokal frei. "hfchlachtensec. T.-B. Beelitzhos, Wilhelmshöhe und Kastanienwäldchen, Jnh. Krüger, frei; alle anderen Lokale gesperrt. Sehmareoudorf. T.-B. F. Bartels Wirtshaus, Schmargendorf, Barmmünderstr. 6. „Llndenbaum", Spaniauerstr.•./), Jnh. Ad. Pöttscher. Schüpenhaus. Hundelehlenstr. 20, Jnh. H Mcigoer. Lckmellivitr(Cottb.-Sprembg.). Richard Lucia«. Herm. Hofsmaoo. Snhrnerlzke bei Brandenburg a. d. H. Nestamant Gericke. büriiinörkwifz. T.-B. Gailhof„Zur Paline", am Seddin- see, Herrn. Peler. Noack, Restaurant Zum Seddinsee. Muxfeldt,„Seglerschlotz". „Wnld-Jdyll", Witwe Lorenz. Schdnbiicii 0. Wollersdorf. B.-B. Zum Waldichlötzchen, Tb. Müller. Zellöneberg. T.-B. Alle Säle frei. ZlfJiönejcde-BeliSllelieelt. B.-B. Waldschlotz, Job Max. Mann. tzfchiiuerliud«. M.-B. Jntei optionale Spoithaus frei. i�ehöufliess. B.-B. Alle Lokale gesperrt. bksrkoufliLss b. Fürslenberg. Rest. Aug. Krüger. SsrhöuholT!. B.-B. Schloß SchönHolz gesperrt. Alle aodeien Lokale frei. Mrhönow. B.-B. Schulz. Mrliön walde i. d. R. B.-B. H. Schulz.— L. Liebenhagen.— H. Borowski, Internat. Sports- haus a. Gorinsee. btzehöpfurlh. O.-B. Schützenbaus(Fritz Schukar). SirhuIoaMidorf. B.-B. "Rest. Neue,"Rest. Müller, Rest. Hubertus, Jnh. Mlosch, frei. Zcdlllzenilcrf b.Bieb«»IlIe. T.-B. Kein Lokal srei. isirhwaueheek. B.-B. Alle Lokale gesperrt. Schwedt a. O. Deutsches Haus. Heinersdorserstr. 8chwtehus. Ww. Pralsch, Crosseoerstratze. Gustao Gondolatsch, Mühlenstr. Wilh. Pansch, Herreiisb atze. Rod. Peil, Franksurterstratze. Jul. Laokisch. Kutschlauerstratze. Osw. Schmidt, Markt. Reioh. Zilz, Angerstratze. Z. wcitzeo Laiom. R. Weber, Poststr. isieddiu bei Beelitz. Rest Willi Grätz. "tzfcexofeld. B.-g.-B. Gesperrt: Nicolai. bsiciellltii!, l-sodbez. Xsvdsbz. Zum spitzkrug. K4«»Tersdorf. Lorfll-korsl. Restaurant Schober. Senflenberg II.(Calau-Luckau). BeusterS Gaithos in Snuo. �euxi». T.-B. Sllle Lokale frei. Silrlow b. Eottbus. Heinrich Schwellow. Slamcn(Cottb.-Sprembg.). E. Fischer: Rest. F. Lemke; Adolf Juri, Bellcouc. ZlBwell-Ilezelei. Hofsmonos Lokal. !8omui«rf«Id(Schiviebus). Zum Kurfürsten. Babohosstratze. Nonmierfeld b.Kremnien.P.(I.H. Brauerei Weber srei. Rest. Cindei. Siouuouhurs (O.- u. W.-Sterobcrg). Wilh. Greiser und Hotel Markgraf. Siorau. Flora. Sagancrstratze.— Gasthos zur Eile, Ciipiatz.— Rumbauer, Psörtnerstratze.— Goldener Anker, Priebuserstratze. Sioruo.(Calau-Luckau) Krügeis Gasthof. Sipaudau. P.-O.-l. Verkehrslokale: Carl Gottwald, Schönwalderstr. 80. E. Käpiiicks Ball-Salon, PichelS- dorferstr. 39. Paul Holldors, Seeburgerftr. 26. .Bo'ksheiui", Fr. Böhl«, Havel- stratze 20. Spandauer Berg/. T.-B. Bockbrauerei. Splndlersfelde- T.-l. Rest. Ruhwald. Spreenhagen» T.-B. Sllle Lokale geiperrt. Spreni herg- Paul Heioze, Gesellschastshaus. Paul Kobelt. Konzerthaus. Ludwig Krüger, Bergschlötzchen. Bruno Rückert, Bürgerhaus. Springelberg. N.-B. Restaurant Fathke. Sprucke bei Guben» Rest. Schulz. Rest. Halenz. Spntendorf'd. gr.-Beereii T.-l. Gotil. Vogel. Dorsstr. 9. Staaken.?.-g.-B. Gasthof„Zum braunen Hirsch", Hamburger Chaussee. Stahnsdorf- Klein-Raehnow. T.-l. Alle Lokale gesperrt. Stegiit«. T.-B. Frei: Schellhase, Saal u. Garten Ahornstr. l5a. u. Birkenwäldchen Saal und Garten, Schätzenstr. Rest..Zum Paradicsgarten". Steinf'nrt. v.-v. Wilh. Schleusener. Stolpbriiek. B.-B. Wilhelm Lehmann. Stolpe a. d. Nordbahn. B.-B. Bergemann, im Dorf. Stolzenhagen. B.-B. Sllle Lotale gesperrt. Storkow. T.-B. Sllle Lolale gesperrt. Stralau. I.-B. SMe Lokale frei. Strausberg(Stadt). Rest. Franz Magnus, WUHelmstr. Rose, Bürgergarien, Wriezcnerstr. Strausberg(Vorst.u.Umg.). Landhaus— Wolssthal— See« bad— Schlagmühle— Rot- täppchen— Neue Spitzmühl« — Aste Spitzmühle— Reit, zum Hungrigen Wolf.— Seeschlotz.