Kr. 7. Ftonncments-nedlngnngfB: Btoiiiifinentä■ Preis pränumerando! Lierlcliiihrl. 3�0 SR f., nionall. 1,10 Ml,, loöchcnliich 2» Psg. frei ins Haus. Einzelne Rümmer 6 Psg, Sonnlag?- nunimcr mit illuflrierler Sonntags- Beilage»Die Reue Weit" 10 Pfg. Post- Abonnement: 1,10 Marl pro Monat. Eingetragen in die Post-Zeitungs- Preisliste. Unter Kreuzband für Deulschland und Oesterreich- Ungarn L Marl, für das übrige Ausland 3 Marl pro Mona». PostabonnementS nehmen an: Belgien. Dänemarl, Holland, Italien, Luxemburg, Portugal, Rumänien, Schweden und die Schweiz. 88. Ja�rg. CrlcDtint tlglld) außer montags. Berliner Volksblnlt. Sie TnltrHonse Gebühr keträgt für die fcchsgefpaltene Kolons» geile oder deren Rauin K0 Pfg., für politische und gcwerlschaftllche Vereins- lind Bersammlungs-Anzeigen 30 Pfg. „Rtelne Hurtigen", das erste fsctt- gedruckte) Wort 20 Pfg,, jed-S weite« Wort 10 Pfg. Stellengesuche und Schlaf- stellen-Anzcigen das erste Wort 10 Pfg, jede» wettere Wort s Pfg. Worte über 15 Buchstaben zählen für zwei Worte. Inserate für die nächste Rümmer müssen bis S Uhr nachmittags In der Expedition abgegeben werden. Die Expeditton ist bis 7 Uhr abends geöffnet, Telegramm-Adresse» „9oilaliicm»knt Rcrnitf Zcntralorgan der rozialdemokrati fchen Partei Deutfchlands. Redaktion: SA. 68, Llndenstrasee 69. Fernsprecheri Amt IV, Nr. 1983. Expedition: SA. 68, Linden Strasse 69» Fernsprecher: Amt tV, Nr. 1984. I und ist zum Teil heute noch demokratisch— eben weil die Ar. I politischen Kampfe fordern läßt. Deshalb begnügen wir uns Demokratie, und Sozialismus.! AnS dem Hange zum einseitigen Schematisieren ist das Urteil entsprungen, welches die Entwickelung zum Sozialis- mus und die Macht der Arbeiterpartei mit der Stufe der politischen Demokratie identifiziert, die ein Staat erreicht hat. In dieser Auffassung steckt noch ein Rest der bürgerlichen Be- trachtung, die nur die äußeren politischen Institutionen sieht, ohne sich dessen bewußt zu werden, daß gleiche politische Erscheinungsformen ganz verschiedene ökonomische Machtver- Hältnisse und ganz verschiedene Entwickelungsswfen der Klassenkämpfe auszudrücken vermögen. Dieselbe demo- kratische Form des allgemeinen, gleichen Wahlrechtes war im Frankreich Napoleons III. das Mittel, die Herrschaft des bonapartistischen Absolutismus mit Hilfe desKleinbauerntums und des Lumpenproletariats aufzurichten, war im neuge- gründeten Deutschen Reiche das Band, das das Reich gegen die Sonderbestrebungen der Bundesstaaten zusammhalten sollte: seine Durchsetzung in Oesterreich war bereits ein Stück des proletarischen Kampfes, dessen siegreiche Beendigung durch die Zerrissenheit des Nationalitätenstaates erleichtert wurde. Die- selbe Forderung des gleickzen Wahlrechtes stößt in Ländern wie Preußen oder Sachsen, in Gemeinden wie Berlin oder Wien auf den erbitterten Widerstand fast aller nicht proletarischen Schichten. Denn was vor einem Menschenalter noch ein In- strument des Zäsarismus, ist heute für das unendlich ent- wickeltere und fortgeschrittenere Proletariat das Mittel zur Eroberung der politischen Macht geworden. In derselben politischen Forderung birgt sich ein ganz anderer, entgegen- gesetzter Klasstninhalt. Diese fehlerhaste Auffassung befestigte sich im bürger- lichen Denken um so mehr, als sie durch das englische Beispiel zugleich die Bestätigung einer historischen Erfahrung und die Weihe eines politischen Ideals zu erhalten schien. Seit den revolutionären Kämpfen des 17. Jahrhunderts, die in Eng- land das Bürgertum zur Herrschast brachten, blieb die innere englische Entwickelung von gewaltsamen Umwälzungen jedes Stils unberührt. Eine allmähliche Evolution führte zur steten Befestigung und Erweiterung der politischen Freiheiten und Rechte. Selbst die bedeutungsvollen Reformen des Wahl- rechtes zum Unterhause, der völlige Umschwung der Wirt- schaftspolitik, den der Uebergang zum Freihandel bedeutete, gingen im Gefolge einer intensiven und beharrlichen Agi- tation ohne gewaltsame Erschütterungen vor sich, während die drohende revolutionäre Bewegung der Chartisten nur eine rasch vorübergehende und leicht überwundene Episode blieb. Je mehr aber die kontinentale bürgerliche Demokratie an Kampfesfreude und Siegeszuversicht verlor, desto maß- gebender erschien das englische Beispiel, während die Er- sahrungen der französischen Revolution in dem Bewußtsein des konterrevoultionären Bürgertums immer mehr zurücktraten. Friedliche Evolution wie in England, nicht gewaltsame Revo- lution wie in Frankreich, wurde das politische Ideal. Allmäh- liche Demokratisierung, die mit der zunehmenden Reife des Volkes Schritt zu halten habe, wobei die„Allmählichkeit" gegenüber der Demokratisierung immer mehr betont wurde: das sei der notwendige Entwickelungsgang im inneren Leben der ganzen Nationen. Und während Marx bei dem Studium der englischen kapitalistischen Oekonomie die Bewegungs- gesetze der Geschichte entdeckte, die Klassengegensätze auszeigte und die Klassenkämpfe beschrieb, in denen die kapitalistische Gesellschaft und ihr Staat überwunden werden müssen, blieb der Blick der bürgerlichen Politiker und Staatslehrcr an den politischen Institutionen hasten, die ihnen vorbildlich für alle kommenden Zeiten und Länder zu sein schienen; und nicht ein- mal diese von selbst sich ausdrängende Erwägung machte sie stutzig, daß dieselben Engländer, die zu Hause so begeisterte Demokraten sind, vor keiner politischen Unterdrückung zurück- schrecken, sobald es sich um die Niederhaltung Irlands oder Indiens oder Aegyptens handelt. Was'die Betrachter übersahen, war jenes eigentümliche Moment der englischen Entwickelung, das das Aufkommen einer selbständigen, unabhängigen, sozialdemokratischen Ar. beiterpartei so sehr verzögert hat, selbst heute die Loslösung der Arbeiter aus der Gefolgsäzaft der bürgerlichen Parteien zu einem so langsamen und schwierigen Prozeß gestaltet und das den Klassengegensatz nur innerhalb der wirtschaftlich- kapitalistischen Grenzen des gewerkschaftlichen Kampfes und der konsumgenossenschaftlichen Organisation sich äußern ließ. Auf die Gründe dieser Erscheinung einzugehen, würde hier zu weit führen. Doch ist es klar, daß dieses Fehlen einer unabhängigen Arbeiterpartei die bürgerliche Politik Englands entscheidend bestimmt hat. Politische Institutionen, das heißt die Einrichtungen, die den Anteil an der Staatsmacht be- stimmen, sind nie Selbstzweck: sie dienen, wie die staatliche Organisation überhaupt, der Verfechtung der Interessen der Klassen, sind Mittel für die Durchsetzung ihrer sozialen Lebensnotwendigkeiten. Wir Arbeiter sind Demokraten, weil nur die demokra- tische Gestaltung des Staates uns die politische Herrschaft verbürgt, deren Erlangung die Voraussetzung für die Durch- setzung der Interessen der arbeitenden Massen ist. Wir sind heute die einzigen Demokraten, weil nur wir die Selbst. bestimmung der ihrer Interessen bewußt gewordenen arbei» tenden Massen wollen können. DaS englische Bürgertum war bester des Gegensatzes ihrer Interessen zu denen des Bürger»■ nicht, nur für einzelne unserer Forderungen Wähler zu tums noch nicht bewußt waren und sind. Solange die Massen werben. Wir müssen stets aufs ganze gehen. Daher das un- i nicht selbständig politisch handeln, so lange haben auch die ablässige Ringen um die Seele jedes einzelnen Arbeiters, die ! Herrschenden keinen Grund, der Demokratie feind zu sein, unermüdliche Arbeit, die nicht eher ruhen darf, als bis sie jeden Und indem der Streit zwischen den einzelnen Schichten des Wähler zum Mitglied der politischen und gewerkschaftlichen Bürgertums, der noch durch keine Furcht vor dem Proletariat Organisation, zum Abonnenten des Parteiblattes gemacht hat. in Schranken gehalten wird, die Hadernden selbst zum Appell Daher auch der Erfolg, daß unsere Reihen so unerschütterlich an die Massen zwingt, um so die eigene Kraft zu erhöhen, sind sind, daß auch der stürmischeste Angriff der Gegner höchstens sie es selbst, die der Fortentwickelung der Demokratie die Wege einmal eine Verlangsamung des Wachstums bewirken, dieses ebnen. Und da diese Kämpfe, anders als die Kämpfe zwischen Wachstum selbst nie aufzuhalten vermag und daß jeder Ver» Bourgeoisie und Proletariat, keinen das Leben der kapita listischen Gesellschaft selbst gefährdenden Charakter tragen, ist es auch leichter möglich, sie in Formen auszufechten, die von der Heftigkeit revolutionärer Umgestaltungen weit ent- fernt bleiben. langsamung nur ein um so stürmischeres Wachstum folgt. • Schritt für Schritt, in unermüdlicher Kleinarbeit und in großen opservollen Kämpfen muß sich die Arbeiterklasse den Weg in die Freiheit bahnen. Um die Freiheit zu erringen, um das große Ziel der Begründung einer Gesellschaft zu er- reichen, in der die Arbeit nicht mehr der fremden Ausbeutung, sondern der eigenen Kultur geleistet wird, bedarf sie der Er- oberung der Staatsmacht. Zu dieser Eroberung führt die Erringung der Demokratie. Aber was die Demokratie der Arbeiterklasse unumgänglich macht, sckiafft der Bourgeoisie die größte Not. Sie wird nun antidemokratisch, weil sie anti- sozialistisch ist. Sie wird reaktionär aus Feindschaft gegen den Sozialismus und' droht durch ihre antidemokratische Haltung selbst immer mehr die Möglichkeit der friedlichen und allmählichen Fortentwickclung zu verschütten, die einst ihr Ideal war. Sie selbst neigt, wie die jüngste Zeit wieder lehrt, zu Gewalttaten und ruft nach dem Staatsstreich, der Gewalt. tat von oben. Von unten aber wirkt gleichmäßig und unauf» hörlich der stets wachsende Druck der immer mächtiger wer. denden Sozialdemokratie. Und was unsere Gegner auch be- ginnen, der fürchterlich lastende Druck nimmt zu. So sehr sie sich sträuben, sie müssen zurück, weil wir nach vorwärts drängen. Am Ist. Januar tritt dasverhaßteDreiklassen» Parlament zu einer neuen Session zusammen. Die Nutz. nießer deS Gcldsackprwilegs und ihre Handlanger in der preu- ßischen Regierung weigern sich, die feierlich versprochene, dringlichste politische Aufgabe zu erfüllen: Von der Wahl. r e f 0 r m ist keine Rede. Da tut es um so dringender not, daß das Drängen der entrechteten Volksmassen von neuem einfetzt. Die Eröffnung des preußischen Abgeordnetenhauses bedeutet für uns den Wiederbeginn unseres Kampfes für die Demokratie, für daS allgemeine, gleiche, direkte und geHeimo Wahlrecht in Preußen. Und den störrigen Herrschenden rufen wir unsere alte Kampfparole zu: Keine Ruhe in Preußen, ehe daS gleiche Recht er» rnngen ist! Der ISanifeftaflonstag des elfaß- lothringischen Voitzes. SluS dem Elsaß wird uns geschrieben: Zum 8. Januar, dem Tag der öffentlichen MeinungSkund- gebung über das neue VerfassungS- und Wahlunrecht, hat der Landesvorstand der sozialdemokratischen Par- tei Elsatz-Lothringens den Partei- und Gewerkschafts- Organisationen, welche Versammlungs- und Etrahenkundgebungen veranstalten, diese Resolution vorgeschlagen: „Die heute am 8. Januar 1911 in........ versammelten Bärger und Bürgerinnen protestieren mit aller Entschiedenheit gegen den Entwurf einer Verfassung für Elsaß-Lothringen, den der Bundesrat dem Reichstag zur Beschlußfassung unterbreitet hat. Dieser Entwurf entspricht in keiner Weise den berechtigten Forderungen deS elsaß-lothringischen Volkes. Er ist ein reaktiv- näreS Machwerk, lediglich geeignet, die politische und wirtschaftliche Entwickelung Elsaß-Lothringens völlig zu unterbinden. Die gc- plante Gründung einer preußischen Krondomäne empfindet die Bcr- sammlung als eine höhnische Herausforderung der freiheitlich gc- finnten Bevölkerung Elsaß-LothringenS In der Einrichtung einer Ersten Kammer erblicken die Versammelten ein neues Bollwerk der Reaktion, eine Kräftigung des monarchlichen Gedankens, eins« Hort des privilegierten Notabelntums, eine Stärkung des preußi- schen Absolutismus. DaS für die Zweite Kammer in Vorschlag ge- brachte Alterspluralwahlrecht entspricht in keiner Weise dem Grundgedanken des modernen Staates: dem gleichen Recht für alle. Die Wohnsitz-Klausel bedeutet eine schwere Entrechtung weiter Kreise des arbeitenden Volkes, die für den Weiterbestand der Volks- gemcinschaft unentbehrlich sind. Die freiheitlichen Traditionen unseres Landes fordern gebieterisch nicht nur die völlige Autonomie mit all ihren Zwangsmitteln den Streik niederschlug. Iwd �lsaß-Lothringens. die staatliche Gleichberechtigung mit de« umgekehrt: In.« allen«d-rlkrebens wurden die»errwuden ÄÄÄ' 01 ■ erv.-rj r s s. al l �'V s Lothringens im deutschen Bundesrat, sie fordern auch die republika- " m gezwungen, der.lrbelterklasse wenigstens die„ifche Regierungsform, die eine und alleinige Volkskammer, gc- notigste Beweguiigsfreiheit zuzugeztehen. Nur daß die anti------------ Anders aber, wo die bürgerliche Demokratie der F e u e r- P r obe des en tw i ck e l t en K l a s s e n g egen sa tz e s zwischen Proletariat und Bourgeoisie ausgesetzt wird. Je entwickelter die Demokratie, desto größer und unmittelbarer auch der politische Einfluß der Arbeiterpartei, desto stärker aber auch die Abneigung immer zahlreicher werdender Schichten des Bürgertums vor jeder Ausgestaltung der demo- kratischen Institutionen. Mit dem Wachstum der Sozialdemo- kratie wächst gleichzeitig die Feindschaft des Bürgertums gegen die demokratischen Forderungen der Arbeiterpartei. Es sind keine anderen Forderungen, als die das Bürgertum einst selbst vertreten hatte: als es sich im Kampfe gegen den Feudalismus und die absolute Königsmacht auf die Massen berufen mußte, deren Gefolgschaft es damals noch sicher tvar. Es sind die. selben politischen Institutionen, die es heute bekämpft, weil es den geänderten sozialen Inhalt fürchtet, mit dem die ihm feindliche proletarische Klasse die gleiche Form erfüllen würde. Wir aber, die wir gewohnt sind, hinter den politischen ITMfen die Klasseniirteressen aufzusuchen, die unS die Kämpfe erst verstehen lehren, wir wissen, daß es eine Illusion ist, an eine Entwickelung zu glauben, die uns zusammen mit dem Bürgertum zuerst die Demokratie erringen ließe, um erst dann den Kampf für den Sozialismus zu führen. Wir wissen, daß das englische Beispiel versagen muß, je weiter die Selb- ständigkeit der Arbeiterklasse gediehen, je größer die prole- tarische Macht geworden ist. Wir wissen, daß je höher die Wogen unserer Bewegung gehen, desto lebhafter das Ver- langen unserer Gegner wird. Dämme aufzuwerfen gegen die drohende demokratische Ueberflutung. Der Kampf um die Demokratie ist also untrennbar ver- bunden mit dem Klassenkampf des Proletariats überhaupt, mit dem Kampf um den Sozialismus, was nur heißt, daß die Demokratie aufgehört hat oder immer mehr aufhört, eine bürgerliche Forderung zu sein, und zu einer proletarischen ge. worden ist. Ter Erweiterung der Demokratie, ja auch ihrer Bewahrung tritt immer mehr der geschlossene Widerstand der Herrschenden entgegen; und je entwickelter die Sozialdemo- kratie, desto undemokratischer die Politik der Machthaber. Weit entfernt davon, daß der erreichte Grad der Demokratie einen Maßstab für die Entwickelung des Sozialismus bietet, kann man oft sagen, daß umgekehrt die Feindschaft und der Widerstand gegen die Demokratie ein viel besserer Maßstab ist, um die wahre Stärke der Arbeiterpartei und die Reife der Entwickelung abzuschätzen. Man weiß, daß das deutsche Beispiel für diese Sätze mit ausreichender Deutlichkeit zeugt. Aber die bloße Betrachtung der äußeren politischen Formen bleibt nicht nur deshalb trügerisch, weil sie über die Verschiedenheit des sozialen Inhalts täuschen kann; sie ge- nügt auch nicht, um das Maß wirklicher politischer Be- Wegungsfreiheit abzuschätzen. Wenn mit dem Fortschritt der Sozialdemokratie demokratische Fortschritte nur errungen tverden, soweit die Macht der Arbeiter und ihre Macht allein ihre Erringung durchzusetzen vermag, so ist der dem Gegner' abgerungene Boden dann auch in ganz anderer Weise gesichert. Man hat an dem Beispiel des französischen Eisenbahnerstreiks gesehen, welch geringen Nutzen die demokratischesten �nsti- tutionen für die Arbeiter bilden, wenn hinter ihnen nicht eine starke, kampffähige, geschlossene und schlagfertige politische und gewerkschaftliche Organisation steht. All die schönen und guten Gesetze des demokratischen Frankreich erwiesen sich plötzlich als nicht mehr wert als das Stück Papier>auf dem sie verzeichnet waren: und an ihre Stelle trat plötzlich, unbe- kümmert um Gesetz und Recht, die brutale Staatsmacht, die demokratische Tendenz, die sich auch gegen das Notwendige und Unvermeidliche sträubt— notwendig und unvermeidlich, weil dahinter eben die organisiette Macht der Arbeiterklasse steht—, die Klassen im beständigen KriegSzuswnd erhält und eben damit die Klarheit und den rascheren Fortschritt der ver- haßten Partei nur fördert. Und mag auch die Unterdrückungs wählt auf Grund eines allgemeinen, gleichen, geheimen und direkten Wahlrechtes(nach dem VerhältniSsystem) für alle großjährigen Be- wohner des Landes, ohne Unterschied des Geschlechtes. Die Versammelten geloben, nicht zu ruhen und nicht zu rasten. und alle geeignet erscheinenden Mittel in Anwendung zu bringen, um diese Forderungen deS eksaß-lothringischen Volkes zu verwirk- lichen. Vom Reichstage, der Vertretung des deutschen Volke», aber c Tt s ä£ s,» f« w- r cwiL■ vrn erwartet die Versammlung, daß er den Wünschen und Forderungen "cht der Herrschenden noch so viele Opfer tn die©efangntlfe des elsaß-lothringischen Voltes mehr Entgegenkommen bezeige, als schicken— diese Opfer treffen oft den einzelnen hart, doch der die deutsche Reichsregierung, daß er die Elsaß-Lothringer nach großen Partei können sie nichts anhaben, können nur ihren vierzigjährigem HörigkeitsverhöltniS vor der völligen Verpreußung Kampfesmut stählen, ihre Opferbereitschaft erhöhen. i bewahre und ihnen endlich zu ihrem Rechte verhelfe." So erkennen wir die Demokratie als Problem der! Tiefer Resolution hat die Partei, und Gewerkschaftsleitung i» proletarischen Macht. Es ist diese Erkenntnis, die. M ü l h a u s e n. wo der Gedanke des politischen Massenstreiks stets uns die tratiffe Verbindung sozialistischer Erziehung mit berolWSost propagiert vordsn ist, im ztpeijen Teile vei Etttöhnung dex tfet, mit Sei,«, Sen BolksforSerungen Nachdruck Serli�en werden soll, die Worte eingefügt:.. erforderlichenfalls «uch den pokrtrfchen Massen st reik....." Die Ein- schaltung ist das Ergebnis einer eingehenden Erörterung unter den Vorständen und Funktionären der Partei«nd der Gewerkschaften. Denlonstrationsversammlungen, die größtenteils mit Straßen- Umzügen verbunden«erden, find einberufen: in den drei ersten elsaß-loihringischen Reichstagswahlkreisen nach Mülhausen. St. Ludwig. Thann und Gebweiler, und in den zwölf anderen Wahlkreisen nach Colmar, Strahburg, Schiltig- heim, Metz und Merken buch. Die polizeiliche Erlaubnis zu Straßenumzügen ist dort, wo fie nachgesucht wurde, anstandslos er- teilt worden. Die. sofortige energische Mobilisation der organisierten Arbeiter- Ulasse gegen das neue VerfassungS- und Wahlrechtsmonstrum hat ihre Wirkung auch auf die bürgerlichen Parteien nicht verfehlt. Der Vorstand der Demokratischen Partei Mülhausen erläßt diesen Sonnabend einen zweiten. Aufruf an die Parteimit- hl.cder sowie an alle freiheitlich wnd fortschrittlich gesinnten Bürger Mülhausens mit dem dringenden Ersuchen, sich an den Kund- yebungen zur VerfaffungSresorm in Massen zu beteiligen. In der Massenversammlung in Mülhausen spricht neben den Sozkaldemo- traten Emmel und Wickh der Demokrat Dr. Elias. ES wird in dem Aufruf auf die geplante' Straßenkundgebung hingewiesen, dann heißt es wörtlich.- .Der jetzige Entwurf der Verfassungsreform ist ein Hohn »uf olles demokratische und freiheitliche Empfinde». An Stelle der von der gesamten Bevölkerung Elsaß-LothringenZ stürmisch verlangten Autonomie mit stimm- berechtigter Vertretung im Bundesrat sollen wir die Karikatur einer Verfassung erhalten, die jedem Kenner der Verhält- »risse unseres Landes die Schamröte ins Gesicht treiben muß. Daher muß jede Gelegenheit wahrgenommen werden,«m ohne Ilnterfchied der Parteizugehörigkeit gegen diese reaktionären. Anschläge einmütig zu protestieren. Beteiligen Sie sich daher in Massen an den Kundgebungen vom 8. Januar und fordern Sie Ihre Freunde und Bekannten auf. dasselbe zu tun." Sogar das elsassische Zentrum, dem das Wahlrecht zur Zweiten Kammer doch ans den Leib zugeschnitten ist, fängt unter dem Druck der öffentlichen Meinung zu protestieren an. Im führende» elsässischen ZentrumSvrgan.Der Ekfässer" wird nach einem eingehenden Vergleich der gegenwärtigen Lage mit der zu- künftigen(nach dem Entwurf) die Vorlage abgelehnt mit dem er- lösenden Seufzer:.ES ist gut, daß der Optimismus der ersten Stunden— wo er war— verschwunden ist.* Und die.Oberelsäsfische LandeSzeituug" geht so weit, an die Nachricht, daß die elsaß-lothrin- gischen Zentrumsabgeordneten eine Reihe von Abänderungsvor- schlagen zum VerfassungS- und WahlrechtSentwurf beschlossen hätten, die Anmerkung zu knüpfen:.Die Vertretung des elsaß- lothringi scheu Zentrums im Reichstag ist fest entschlossen, dem Entwurf nur in einer für Elsaß-Lothringen wirklich an- piehmbaren Form feine Zustimmung zu erteilen." Für den Kenner der parlamentarischen Taktik der Zentrums- Partei ergibt sich daraus, daß die Zentrumsabgeordneten ans den ReichSlanden den Entwurf in der von den Regierungen vorgelegten Form dcrrch ihr« außerhalb Ekfaß-LothringenS ge- wählten politischen Freunde annehmen lassen wollen, um die Schande später vor den Wählern im Lande nicht verantworten zu müssen. Diese» Abrücken selbst der schlimmsten Reaktionäre im Laude ist ein Symptom dafür, wie einmütig dag elsah-lothringische Volk den Wcchselhalg von sich weist.. »Mlecße and Orden. Die Sonnabendsitzung des Moabiter Prozesse» gehörte tn Verteidigung. Nur einmal trat die DtaatSanwalischaft in Funktion, nicht um einen Verteidiger zu widerlegen, sondern um eine Ordnungsstrafe gegen ihn zu beantragen. Rechtsanwalt Dr. Rosenfeld soll«ine grob« Ungebühr begongen haben, indem er. einem Bilde des letzten.Ulk" folgend, erklärte, daß Orden die Blutspure« nicht verdecken können, mit denen sich jene Polizei- beamt«, die in Moabit Ausschreitungen begingen, befleckt haben. Mit 100 Mark Ordnungsstrafe meinte die Hammer Lieber die» Wort des Anwalt» strafen zu müssen. Da der Redner den Vorwurf miSdrncklich auf die Beamten beschränkt hat, denen Mißhandlimgen friedlicher Bürger nachgewiesen sind— und daß eS solcher Beamter eine große, große Zahl gibt, kann nach der Beweisaufnahme nicht bestritien werden— so kann von einer Belridigurig der Polizei nicht die Rede sein. Die Ungebühr tonn also nur darin erblickt werden, daß Dr. Rosenfeld eine Tatfache angeführt hat. die da? Gericht für falsch hält. Aber dann braucht e« ja die Anficht des Verteidiger» einfach nicht zu der seinigen zu machen. Und wenn daS Gericht etwa die Ungebühr darin erblickt hat. daß der Verteidiger eine nicht in der Verhandlung erörtert« Angelegen- heil erwähnt hat, so wird dadurch die Strafe nicht verständlicher— in diesem Falle halte eine Rüge de» Vorsitzenden völlig genügt. wenn ein Einschreiten überhaupt für nötig erachtet wurde. Jeden- fall» kann diese Ordnungsstrafe nicht au» der Welt schaffen, daß diese Ordensverleihung während de» Prozesses in den breitesten Kreffei» de« Volke» alle» andere, denn zustimmend« Gefühle er- weckt hat, daß die von dem Verteidiger ausgesprochene Behauptung über die Wirkung, die die Orden nicht haben körnien, fast ungeteilte Anerkennung in der Bevölkerung finden wird. Wir haben schon einmal hier ausgeführt, daß die verantwort- lichen Ratgeber der Krone von der Verleihung der Orden während de» Prozesse» unbedingt hätten abraten müssen, wenn fie die wahren Interessen der Krone in diesem Fall erkannt höttew Denn die Wirkung diese» Akte» auf die Oeffeutlichkeit ist sicher nicht so, wie fie ein guter Monarchist wünschen mutz. Wenn die Minister nach den Ergebnissen de» Prozesse» die Verleihung der Orden noch für angebracht gehalten hätten, so wäre da» ihre Sache gewesen. Sicherlich hätte ein solcher Akt der Krone nach diesem Prozesse, nach dieser Beweisaufnahme auf große Kreise der Nation sehr befremdend gewirkt, aber eine Befürchtung hätte sich nicht erheben können, nämlich die, daß da» Urteil der Richter durch die Tatsache der Ordensverleihung beeinflußt werden könne. Wohl ist«s Pflicht de» Richter», nicht» auf seineu Spruch einwirken zu lassen, waS außerhalb der Verhandlung ge- schiebt. Aber niemand kann darüber im Zweifel fem. daß da« UebermeuschrichcS fordern heißt. Bei allem guten Willen wird der Richter nicht verhüten können, daß öffentliche Borgänge unbewußter Weise auf sein Denken und Urteilen Einfluß gewinnen. Und das liegt hier um so näher, als Orden in den Kreisen, denen die preußische» Richter meist zu entstammen pflegen und in denen fie leben, al» sehr ernste, bedeutsame Sachen angesehen werden. Nun liegt hier aber nicht nur die Verleihung selber vor. sondern vor allem auch die Art, wie sie von der Polizeipresse ausgebeutet worden ist. In drei Portionen hat man die Mitteilungen über bis Angelegenheit serviert. Vor Wochen schon erfolgte eine ziemlich detaillierte Voranzeig« von der kommenden Dekorierung der verdienten Beamten, dann kam die halbamtliche Liste der Aug- gezeichneten und am Freitag endlich die amtliche Publikation im .ReichSanzeiger". Wer an dieser dreifachen SuSschlachtung der Sache Interesse hat, liegt auf der Hand. Die lieben Freunde der Polizei in der Presse haben daS ihrige getan, um den für die Polizei höchst ungünstigen Eindruck der Prozeßverhandlungen auf die Oeffeullich- keit i» etwa» durch die wiederhotte Meldung der OrdcuS Verleihungen zu milDeru. Daß fie auch eine Einwirkung auf die Richter de- zweckten, werden fie natürlich mit schmalzigen Beteuerungen ihreS Respekts vor der über alle Zweifel erhabenen Un- abhängigkeit preußischer Richter bestreiten. Aber in Wirklich- flrit wissen sie ganz genau, daß die preußischen Richter durch die Bank stramme Verehrer der StaatSautoritäi find und daß ihre Unabhängigkeit and ihr Eid fie niemals davor sichern können. die Forderungen der sogenannten StaatSraison gutgläubig mir den Forderungen der Gerechtigkeit zu verioechielo. Die journa- listische Ausbeutung der OrdeuSverleihimgen durch die guten Freunde der Polizei ist daher em sehr bedenkliche» Begleitmoinent. das bei der überwiegeuden Mehrheit des Bolle» sehr viel andere Gefühle hervorrufe» muß, al» die Regierung und die Polizei w mischen. o• 41 Verteidiger Dr. Heinemann führte am Sonnabend sein Plädoyer ,u Ende. An die Berteidigimg der Augellagic» Tiedemann und Merten knüpfte er eine lichtvolle Darlegung der allgemeinen Gesichts- puukle, die für die Beurteilung der Schuld- und Straffrageu heran- zuziehen sind. Sehr fein war die Aufdeckung der Ungerechtigkeit. die die Staatsanwaltschaft begeht, wem, sie den Angeklagten daS Solidaritätsgefühl der Arbciterichaft strafschärfend angerechnet wissen will. Heinemann wie? treffend nach, wie vollberechtigten Anspruch das Proletariat hat. daß fei» SoUdarilätSgejühl im Gerichtssaal nicht minder respektiert wird, alS die besonderen Ehr- begriffe des OsfizierstandeS, als die Meinung des Geiverbetreibenden über rmlauteren Wettbewerb. ES war sehr angebracht, daß er angefichl» der fewdlichen Tendenz, die heute gegen da? KoalitionS- recht in der Justiz umgeht, betonte, daß ohne dieses Recht der Ärbeiter zum Sklaven des Unternehmers herabgedrückt wird. Scharffinnige juristische Argumente enthielten die Ausführungen über die Konsequenz, die au» der Annahme der einheit- lichen Handlung der Angeklagten zu ziehen ist, nämlich die Annahme der einhehlichen Handlung auch auf feiten der Polizei und daher die Verneinung der SÄuldfrage nach Aufruhr, da die ungeheure Zahl der murerechten Mißhandlungen erweisen, daß die Mengen nicht berechtigten Amtshandlungen Widerstand geleistet hoben. Sehr eindrucksvoll war die Zurückweisung de» Steinbrechlschen Angriff» auf die Beweisführung der Verteidigung und auf ihre Zeugen. vernichtend für die Anklagebehörde der Streich, den der Verteidiger mit ihren eigenen Waffen gegen sie führt«, indem er auf die negative Bewerlimg hinwies, die Zeugen, welche nichts gesehen haben, in Strcikpostenprozessen finden. Die schwere, aber nur zu sehr berechtigt« Anklag« gegen den Eid zweier Schutzleute schloß die packende Rede. Dann plädierte Rechtsanwalt Dr. Coßmann für seinen jugend- lichen Klienten Meier, gegen den die Staatsanwaltschaft be- kanntlich ein Jahr Gefängnis gefordert hat. Der Antrag ist eine der furchtbarsten Erscheinungen in diesem Prozeß. Der fühlend« Beobachter schaudert bei dem Gedanken, daß dieser Knabe ein Jahr Himer Schloß und Riegel gesteckt werden soll und wie Mittelalter mutet uns die Ansicht des Herrn Ersten Staat»- anwalt» an. daß der Junge so.auf den rechten Weg zurückgeführt" werden müsse. Denn hundert gegen ein» ist zu wetten, daß der Aufenthalt im Gefängnis den jungen Menschen an Lech und Seele verderben wird. Preußische Gesängniffe find keine BesierungSanstalte». sondern Hochschulen de» Verbrechen»; da» ist eine Binsenwahrheit, die aber in die Amtsstube de» Ersten Staatsanwalt Steinbrecht noch nicht eingedrungen«st. Furchtbar ist der Gedanke, daß hier ein junges Menschenleben dem toten Schema geopfert werden könnte. Wenn der Tatbestand im Sinne des Staatsanwalts angenommen wird, dann liegt hier aller- dingS objektiv Aufruhr vor. und der Strafantrag ist nach dem Buch- stabea des Gesetzes gerechtfertigt. Aber daß dieser Knabe das Bewußtsein von der furchtbaren Strafdarkeit der Handlung hatte. die nach Herrn SleinbrechtS Meinung festgestellt ist. da» ist'S, was dem ollerstärksten Zweifel unterliegt. Der Laufbursche Meier hat natürlich gewußt, daß man nicht mit Steinen werfen darf aber daß solche Tat al» zuchthauSwllrdigeS verbrechen angesehen werden kann, davon hat er vor der Anklage sicherlich nicht? geahnt. Wenn er nach der Tat bei ruhiger Ueberlegung sich klar geworden ist. daß er etwa» Strafbares getan hat, fo hat er sicherlich nicht geglaubt, daß er mehr al» Unfug verübt hat- Da» ist zwar nicht bewiesen, aber das ist sicherlich viel wohrschein- sicher, al» die Annahme, daß Meier Einsicht in die große Straf» barkeit seiner Handlung gehabt habe. Und man sollte meinen, daß LtaatSanwallschast und Richter diesen Zweifel mit Freuden begrüßen müßten, weil er ihnen die Möglichkeit gibt, den jugendlichen Sünder vor den furchtbaren sittlichen Gefahren langdauernder GesängniShast zu bewahren. Bei der Staatsanwaltschaft ist'S nicht der Fall. Ob bei den Richtern? Verteidiger Dr. Rosenfeld hielt eine interessante Nachlese zu den allgemetnen Ausführungen feiner Vorredner. Er zerstörte zunächst in gründlichster Weise da» Zerrbild, da» die Anklageschrift von den Motiven und Triebkräften de» Streiks bei Kupfer u. Ko., von dem verhalten und den Absichten der Firma und de» TranSport» arbeiterverbandeS in diesem Kampfe entworfen hatte, er zeigte sodann die Steinbrechlschen.harmlosen" Arbeitswilligen im unerbittlichen Lichte der Wahrheit, die Dtreilbrecher-Prügelmaschine auf dem Kupferschen Kohlenhofs, die Begünstigung dieser Brutali- täten durch Polizeibeamte, die durch ihre unwah, scheinlichen AuS- reden und halben Zugeständnisse deutlich genug die Rolle zugestanden haben, die fie bei den schändlichen Roheitsakten gespielt haben. Sehr scharf zeichnet« der Verteidiger den etappenweisen Rückzug. den die StaalSanwollschaft nach den ersten mißlungenen Ber» suchen zur Widerlegung der verteidigungSzeugen aulrat, und sehr angebracht war sein Hinwet» auf da» Urteil EgidyS über die Haltung der Berliner Schutzleute bei der bekannten Arbeitslosen- verprügelimg im Jahre 1892. Eingehend und mit ätzender Schärfe charakterisierte Dr. Rosenfeld die Tätigkeit der exzedierenden Kriminalbeamten, wie« mit gehörigem Rachdruck auf die auffälligen Verweigerungen der Genehmigung zur Aussage der Beamten hin und hob geschickt hervor, daß selbst die Staatsanwaltschaft für die Kriminal- Polizei kein Wort in ihrer Rede gesunden habe. Wer von der Kri- minalpolizei spricht, muß von Lockspitzeln sprechen. Dr. Rosenseld besorgte e» gründlich, eindrucksvoll faßte er alle Momente zusammen, die die Existenz der Lockspitzel in Moabit über allen Zweifel er- härten. Sein resümierende» Urteil über die Haltung eines großen. großen Teiles der Polizeibeamten trug ihm dann am Ende seiner allgemeinen Ausführungen die oben erwähnte Ordnungsstrafe ein. Den Schluß der Sitzung machte die Behandlung der Einzel- fälle, die den Berteidigern Dr. Rosenfeld und Heine anvertraut sind. '.' voraussichtlich wird der Prozeß noch bis Mittwoch dauern. Am Montag beginnt inzwischen schon der SchiviirgenchlSprozeß gegen achtzehn der Teilnahme an den Moabiter Unruhen Angeklagte. Sie werden von den Rechtsanwälten Heine, Heinemann. Rosenfeld und Justizrat Leonh. Friedman» verteidigt. Da die Bcrteidignng vor der Strafkammer bis zum Ende vertreten bleiben muß, so wird eine Teilung stattfinden; in den ersten Tagen werden also vor dem Schwurgericht nicht alle genennten verteidig« erscheinen. Natürlich werden die Fehlenden durch ihre Kollegen vertreten werden. poUtffebe Oeberfubt. Berlin, den 7. Januar 1911. Kalisyndikat«nd Deutsche Landwirtschaftsgesellschaft. Der mit dem Borstande des Bayerischen Landwirtschafts- rates in Konflitt geratene und auS dieser Vereinigung aus- geschiedene Professor Dr. v. S o x h l e t hat sich nicht be- stimmen lassen, über die eigenartigen Kali- Barmittel nngi». geschäfte der Deutschen LandivirtschastSgesellschast und des Bundes der Landwirte den Mund zu halten. In den Nummern 8 und 9 der„Münchener Neuest. Nachr." deckt er rücksichtslos auf, wie diese Geschäfte beschaffen waren; und die Enthüllungen zeiget«, daß die Deutsche Landwirtschafts- gesellschaft nicht mir ihre von der agrarischen Presse so hochgepriesenen und hochgerühmtcn Leistungen auS Agenten- gebühren bestritten hat, die die deutschen Landwirte in den ihnen abverlangten Preisen an das Kalisyndikat wieder zurück- erstatten mußten, sondern daß sich auch als Entgelt die Deutsche Landwirtschaftsgesellschast dazu hergab, Reklame für die Kalidüngung zu treiben und sich gänzlich in den harten Dienst des KalisyndikatS zu stellen. So berichtet z. B. Pro- sessor Dr. v. Soxhlet: Schon während de? ProbisoriitmS. im Herbst 1384. befaßte fie(die Deutsche Landwirtschaftsgesellschast) sich mit dem Bezug. von Kainit, dem wichtigsten Kalidüngsalz, für ihre Mitglieder, und am 2. Februar 1885 schloß sie mit der der damaligen Kainit- Konvention der Kaliwerke«inen Lieferungsvertrag ab. dem dann weitere Verträge mit dem Kalisyndikat folgten. An die Dentsche Landwirtschaftsgesellschast gliederten sich in der Folge die genoffen- schastlichen Verbände und der Bund der Landwirte an. Seit 1890 veröffentlicht die Gesellschaft genauere Ausstellungen über ihre DüngervermittelungSgeschäfte. In den seither verflossenen zwanzig Jahre»(1890—1909) hat sie an Provisionen beim Verkauf von Kunstdünger 11 745 589 Mark ein- genommen und davon nach Gewähr der Rückvergütungen an die Käufer 5 704 557 Mark für sich zurückbehalten. Der Löwenanteil traf auf daS Kaligeschäft. DaS Kalssyndikat bat ihr an VerkaufSprovisioiten nicht weniger al» 8 973 195 M. bezahlt, wovon sie 3 812 9S4 M. für sich behielt. Die deutschen Land- Wirte verbrauchen jährlich für 300 Millionen Mark Kunstdünger und davon treffen 30 Millionen oder 10 Proz. auf Kalisalze; im Tüngergesckäst der Deutschen LandwirtschastS-Gesellschaft nehmen sie mit 7(5,4 Proz. den ersten Platz ein. Den Provisionen. die ihr daS Kalisyndikat gezahlt hat. verdankt die Deutsche LandwirtschastS-Gesellschaft ihr Vermögen von jetzt 3.2 Mrllionen, und auch ihre anderen Leistungen werde» zum große» Teil daran» bezahlt. Für diese schönen VermittlunflSprofite mußte die Deutsche Landwirtschaftsgesellschast sich völlig in den Reklamedienst des Kalisyndikats stellen: Räch dem Bertrage vom Jahre 1902 sollten die Propaganda- gelder«in erster Linie zur Förderung einer rationellen Düngung, insbesondere mit Kali" und„zur Berbreilung der Kenntnis der zweckmäßigen Anwendung der Kalisalze" dienen. Da» konnte»»an sich noch gefallen lassen. Roch Ablauf de» Bertrage» wurden (1905) die Propagandagelder auf daS 2-, 3-, 4«, 5 fache erhöht und die Bestimmungen darüber in einem geheimen Rebenverirage auf-' genommen. Nach dem neuen Bertrage(1910) blieb ihre Höhe) unverändert und im Vertrage selbst wurde festgesetzt, wa» ibre Aufgabe fei. Die Körperschaften mußtet» sich „verpflichten, für die Steigerung des Ad- satzeS der Kalifalze durch Versuch»-, litera« rische BortragStatigkeit unablässig Sorge* zu tragen", d. h. fie mußten, selbstverständlich unter Berschweigung der Tatsache, daß diese. Leistungen vom Kalisyndilaj bezahlt werden. ihre versuchStätigleit, die tandwirtschaftsichen Zeitungen und die Wanderlehrtätigkeit in den Dienst der Reklame für da« Kalisyndikat stellen; überdies muhten sie sich die demütigende Borfchrift gefallen lassen,„dem Kaltsyndikat eine» Nachweis der Verwendung vorzulegen". Nach dem Bertrage von 1902 lounten die damals viel geringeren Propaganda- gelder auch zur Förderung der rationellen Düngung im allgemeinen »nd zur Berbreilung von Kenntnissen darüber vertoendet werden. also auch dazu, die Landwirte vor Amvendung der Kalisalze dort, wo fie wukuugslo» oder schädlich sind, zu warnen. Nach der neuen Bestimmung durfte die» alle« nicht geschehen; dir Gelder dursten nur zur Steigerung des Absatzes von Kalisalzen verwendet werden, also zu Rellameversuchen, Reklame- artileln und Rrllame Vorträgen. Diese VerwagS- bestimmung, die mit Grund da» Licht der Oeffeutlichkeit zu scheuen hatte, wurde ängstlich geheim gehalten, wie denn auch der ganze Kalivertrag nur wenigen zu Gesicht gekomme» ist. Eine nette Bloßstellung der Deutschen Landwirtschafts- gesellschaft. Jahrelang sind ihre„Verdienste" von den agrar- konservativen Blättern, vomehmlich von dem Jntelligenzblatt des Bunde« der Landwirte, der„Deutschen Tageszeitung". mit den schönste» Phrasen gepriesen worden— und nun stellt sich heraus, daß auch an dieser agrarischen Musterinstitutton manches wurmstichig ist._ Nicht scharf genng! Die Scharfmacherpreffe hat melancholische Anwandlimgen, dleweilen ihr beim Moabiter Prozeß die Felle so schön fort- geschwommen sind. Wie gern hätte sie die Gozialdemokratte als Organisatorin der„revolutionären Vorübungen" entlarvt gesehen. Statt dessen gerieten zahlreiche Polizisten moralisch auf die Anklagebank. Aber die Melancholie ist wie bei Amokläufern auch bei der Scharfniacherpreffe nur das Vorstaditim der Tobsucht. Nur äußert sich die Tobsucht bei den Amokläufern des Scharfmachertnins ungleich bestialischer. Während ein malayischer Kult bei seinem Anfall unter Preisgabe des eigenen Lebens seiner VernichtiingSwut frönt, suchen unsere kapitalistischen Kulis andere derart zum Bliitrausch zu entflammen, daß sie sich mit der blanken Waffe aus das aus- ersehene Opfer, daS arbeitende Volk, stürzen. So speit die „Staatsbürger-Ztg.", nachdem sie über die„empfindsamen Aesthetiker" gehöhnt, die die Taten deS PolizcisäbelS und Gummiknüppels maßlos und empörend gesunden, ihre Galle in der Aufreizung aus: „Mögen die' Regierungen sich endlich bewußt werden, daß nur eiserne Strenge den Uebermut der Sozialdemokratie bändigem kann,«ins daß in da» rot« Sammelbecken niedriger und cntartetcr Rasse scharfe Lange gegossen werden muß." Die Roheit der Gesinnung paart sich hier mit dem Idiotismus der AuSdrucksweise so einzigartig, daß selbst die „Post" mit dergleichen Ergüssen nicht zu konkurrieren ver- mag. Immerhin bringt es auch dieS Scharfmacherorgan zu respektablen Leistungen. Gibt eS doch Urteile wie daS folgende von sich: .Nicht die Erregung der S ch u tz t e u t e ist zu der- Wundern, fondern die Mäßigung, mit der diese Männer Stunde um Stunde ruhig ausharrten, einer gröhlenden, höhnenden und spottenden Meuichennulige gegenüber..." Und weiter: »Sollten auch von seite» der Schutzleute Mißgriffe vor- gehmimen sein— bewiesen ist uichtZ(!)— so sind sie gewiß be- dauerlich, aber mau empfindet sie an und für sich als begreif- lich, und sie sind nicht zu vermeiden. Wer sich in Gefahr be- gibt, fommt darin um, jagt die Bibel. Wer sich in einer auf- rührerischeu, gegen die Staatsordnung mit brutaler Gewalt vorgehenden Menge aufhält, muß damit rechnen, daß die Staatsgewalt, die das Schwert der Ordnung nicht u m i o n ft trägt und tragen soll, ihn mit den Führer» und Machern des Aufstandeö in aller Schärf« trifft. Hüten wir uu» vor jeder falschen Sentimalitat." Beiviesen ist kein„Mißgriff" der Schutzleute, sagt die „Post". Das hatte nicht einmal der Staatsanwalt zu be- hanpten gewagt! Aber hätten statt der Hunderts von Zeugen deren ebensoviel Tausende die bekannten entsetz- lichen Ausschreitungen zeugeneidlich bekundet— die Scharfmacherpresse hätte dennoch seelenruhig erklärt:„bewiesen ist nichts." Das Scharfmachergesindel bleibt also dabei, daß die Polizei in Moabit noch viel zu milde gehaust hat. Sie ersehnt Aderlässe größeren Stils, sie lechzt nach dem roten Meer, mit dessen Verheißung der Januschauer die Nerven des reaktionären Gervaltmenschentuins gekitzelt! Das neue Uortbilvmigsschulgesetz. Die Korrespondenz Woth meldet:„Unter den Borlagen, die dem Landtage demnächst zugehen werden, befindet sich ein Eni, wurs betressend Einsührung der allgemeinen Fortbildungsschul- Pflicht für alle gewerblichen Arbeiter unter 18 Jahren. Nach diesem Entwurf soll die Fortbildungsschulpslicht für alle mann- lichen jugendlichen gewerblichen Arbeiter in allen Orten einge- führt werden, die nach der letzten Volkszählung mehr als IviXXZ Seelen zählten. Diese Schulen sind von den Kommunen zu er- richten und zu unterhalten und werden im allgemeinen den be- stehenden BolkSschulc» angegliedert werden, zulässig ist auch die Benutzung des Lehrerpersonals der Volksschulen für diese Fort- bildungsschulen. Es kommen zurzeit etwa nur noch 50 Orte in Betracht, die aus Grund dieses Gesetzes Fortbildungsschulen ein- zuführen hätten. Dem Wunsche, das neue Gesetz, auf die juaend- lichen gewerblichen Arbeiterinnen auszudehnen, konnte nicht statt- gegeben werden, weil dadurch eine zu große Belastung der Ge- meinden eintreten würde und auch die Schwierigkeiten bei der Be- schaffung geeigneter Lehrkräfte für diese weiblichen Fortbildungs- schulen zurzeit noch zu groß-sind. ES bleibt aber immerhin den Gemeinden überlassen, freiwillig solche Mädchenfortbildungsschulen einzuführen." Bei diesem Gesetz handelt«S sich also wiederum nur um eine ganz unzulängliche Maßnahme, wie sie übrigens schon am I. Februar ISOS vom damaligen Handclsminister v. Delbrück an- gekündigt worden war. Die Kosten für die wenigen neu zu errich- tenden Schulen— 50 gegenüber zirka 1500, die es bereits 1900 in Preußen gab— sollen natürlich wieder von der Kommune ge- tragen werden; für Bildungszwecke, die überwiegend Prole- tariern zugute kommen, hat der preußische Staat nicht? übrig!_ Die Reichswertznwnchsstener. Nack einer Meldung- der»Norddeuticheii Allgemeinen Zeitung" besteht die Absicht, am 16. Januar im Reichstag mit der zweiten Lefung des Zuwach-Zsteucrgesetzes zu beginnen. Durch da» Gesetz würde, mcinl da» Kanzlerblait, die unemdebrliche Grundlage fiir die weitere Etatsbeiawng geschossen, da der Zuwachssteuererlrag einen culschcidenden Bestandteil der Einnahmen bilde, die bei Hin- zutritt der Heerrsverchärlung und einer verbesserten Veteranen- Versorgung zur Erzielung des EtatsgleichgcwichtS erforderlich seien. D»e„Norddeutsche Allgemeine Zeinmg" erwartet mit aller Be- -stinnmbeit. der Reichstag werde dem Zuwachssteuergesetz den Cbarakier einer endgültigen Entschließung geben. Die Tragweite dieser Entschließung sei so groß, daß sie durch den Widersland ver- «iuzcttcr Gruppen und örllicher Interessen nicht mehr beeinträchtigt werden könnte._ Freisinnige Neichskagökandidqtur in Frankfnrt a* M. In einer gestern abend abgehaltenen Generalversammlung der Forlichi ittlicheu BolkSpartei wurde der gegenwärtige Inhaber deS Frantlurler NcichutagSmandateS, Redakteur Rudolf Oeser. für die bevorstehende ReichStagSwahl einstimmig wieder als Kandidat auf- gestellt._ Die Landtagsersatzwahl im wjirttembcrgischen Wahlkreise Heilbronn-Slmt für unseren verstorbenen Genossen S ch ä f s l e r ist a»f Mittwoch, den 11. Januar festgesetzt. Bei der Hanptwahl im Jahre 1906 sielen ans unseren Kmididalen 2383 Stimmen. auf den Volks- parteiler lOltS. Banernbund 1268, Zentrum 625. Im zweiten Wahlgang siegt« unser Genosse mit 2988 Stimmen über den vaueni- bündler, der 2271 Stimmen erhielt. Für die kommende Wahl ist von der Sozialdemotralie Genosse-H o rv u n g- Güglingen auf- gestellt worden, für die BolkSpartei kandidiert der Parteisekretär des P'arrerS Namaann, der frühe» e Sekretär der evangelische» Arbeiter- vereine Joh. Fi scher- Heilbronn, für den Bauernbund der Wein- gärtner Haag-Hcilbrann. TaS Zentrum will wiederum Gröber als Zählkandidaien aufstellen. Die Zahl der Wahlberechtigten ist von 6556 aus 7148 gestiegen.__ Schifsahrtsabgabeu. Am 13. Januar findet in Karlsruhe eine Vollbersammkung des badischen Hgudelttage» statt, aus der zum Schiffahrtsabgaben- Geseyeniwurs Slellung genommen werden soll. Die Handelslammern von Mannheim und Konstanz haben die Referate übernommen. Berichtigung. Bei der Zusammenstellung der Notiz„Das freisinnig- nationalliberalc Wahlabkouimen sür Brandenburg" in der Politischen Uebersicht der gestrigen Nummer ist durch ein Versehen der letzte Absatz, beginnend mit den Worten:„Die Verteilung der Mandate hat", gleich hinter den ersten Absatz ein- geschoben worden, so daß es bei flüchtigem Lese» erscheint, als ge- höre dieser die kritischen Bemerkungen der„VorwärtS'-Redaktion enthaltende Absatz mit zu dem vom„Verl. Lok.-A»z." veröfseutlichlen Protokoll. Wir bitten deshalb, den jetzigen zweiten Absatz beim Lesen an den Schluß der Noiiz zu setzen. ÖelUi'i'eicb. Ein Landtagswahlsieg in Sttiermark. Donnerstag fand in dem zweiten Wahlkreis der Arbeiter- kurie des steirischen Landtages die Ersatzwahl für das durch den Rücktritt des Genossen I o d l b a u e r erledigte Mandat statt. TaS vorigemal hatten die Sozialdemokraten mit 4151 gegen 3055 gegnerische Stiinmen, die sich auf einen christlich- sozialen und einen deutschnationalen Kandidaten aufteilten, gesiegt.- Die Deutschuationalen machten sich diesmal Hoff- «ung auf das Malidol, da die Ehristiichsozialen beschlossen lhatten, den deutschnationalen Kandidaten zu unterstützen. Unser Kandidat war der Eisenbahner Genosse Michael Kol- leger.. l �, Die Wahlbeteiligung war diesmal auf beiden Seiten ge- ringer. Während das vorigemal mehr als 7000 gültige Stimmen abgegeben worden waren, wurden heute nur wenig mehr als 500V Stimmen abgegeben. Trotz aller Machinationen der Tentschnationalen siegten die Sozialdemokraten diesmal mit Zweidrittelmehrheit. Ge- nosse Kol leg er erhielt 3334, der deutschnationale Mischmaschkandidat Burgstaller 1780 Stimmen. frankreick. Tie Unsicherheit auf den Bahne». Paris, 7. Januar. Aus Anlaß dcS Eiscnbahnunfallcs in Rambouillet ersuchte der konservative Deputierte Angerand, der eine Interpellation über die Zustände bei den Staatsbahncn angekündigt hat. den Obmann, des Budcgtansschufses, die Beratung des Staatsbahnbudgcts sofort nach Zusammentritt der Kammer auf die Tagesordnung zu setzen, da die un unter- brochene Reihe der Katastrophen, die seit mehr als sechs Wochen aus dem Staatsbahnnetzc eine blutige Spur hinter- ließen, die Kammer mit Besorgnis erfüllen müßten. TaS Kammerpräsidinm. Paris, 6. Januar. Deschanel hat sich auf Wunsch einer. großen Anzahl von Deputierten bereit erklärt, für die Präfix d e n t s ch a s t in der Kammer zu kandidieren. Pfäffischer Bohkott. Paris, 6. Januar. Das Lyoner Diözese nblatt ver- össentlicht einen von zwei Erzbischösen und 11 Bischöfen unterzeichneten Erlaß, durch den vier republikanische Blätter von Lyon und St. Etienne als der katholischen Religion und der Moral schädlich und gefährlich erklärt und der Per- kauf, der Kauf und die Lektüre dieser Blätter al» ein« schwere Sünde bezeichnet werden. Spanien. Ei« mißglücktes Attentat. Madrid, 7. Januar. Nach einer amtlichen Meldung aus Malaga fiel, als der K ö n i g das Palais des Gouverneurs betreten hatte, ein Revolverzur Erde, der einer Zivil- Person gehörte, und entlud sich mit lautem Knall. Der Um- stehenden bemächtigte sich eine leichte Panik. Zwei Personen wurden verletzt._ Verhaftung eines Anarchisten. Malaga. 7. Januar. Die hiesige Polizei verhaftete gestern den 22jährigen Anarchisten R u g a S. welcher sich auch bei den Unruhen in Barcelona beteiligt hat. In seinem Besitz wurden verschiedene kompromittierende Schriften gesunden sowie auch eine Rummer eines anarchistischen Blattes. Die Polizei glaubt. Rugas sei nach Malaga gekommen, um dort ein Attentat auf König Alfons auszuführen. Gegen politische Hochstapelei. Bilbao, 6. Januar. Aus Anlaß der Ankunft des radikalen Deputierten Lerroux, auf den die Sozialisten sehr schlecht zu sprechen sind, haben die Behörden große Borsichtsmaßnahmen getroffen. In einer Versammlung, in der Lerroux heute vormittag sprechen sollte, machten die Sozialisten solche Opposition, daß sie ausgehoben werden mußte. Die Schließung wurde mit Tumult und. Absingen der Internationale aufgenommen. Monaco. Die Verfassung. Paris, 6. Januar. Heute ist der von mehreren Rechtsgelehrten verfaßte Bericht über die Einführung einer Verfassung im Fürstentum Monaco veröffentlicht worden. Das Verfaffungs- gesetz besagt: TaS Fürstentum bildet einen unabhängigen Staat. Die Freiheit und die Souveränität des Fürsten bleiben, wie in den Verträgen mit Frankreich festgesetzt. Das Gesetz garantiert die persönliche Freiheit des Einzelnen, die Unverletzlichkeit des Eigentums, das Versammlungsrecht und die Freiheit der Kulte. Die Regierung wird unter der Hoheit des Fürsten anS- geübt durch einen Minister unter Mitwirkung eines Staatsrats. Die Legislatur wird ausgeübt durch den Fürsten und einen R a» tionalrat von 21 Mitgliedern, die nach dem allge- meinen Stimmrecht aus vier Jahre getvählt werden. Das Gebiet des Fürstentums wird in drei Gemeindebezirke eingeteilt. die von Gemeindekörperschaftcn vorwaltet werden, an deren Wahl auch Frauen mitwirken. Lralllien. Das Schicksal der Meuterer. Einem Telegramm aus New Dort zufolge starben in dem Ge- fängnis in Rio de Janeiro, in dem die zur Zwangsarbeit ver- urteilten Meuterer untergebracht waren, 26 infolge Sonnen- stichs und 19 durch Ersticken in den Gefängniszellen, darunter der Anführer der Meuterei, Candida. Der Plötzliche Tod Hai das Gerücht verursacht, daß die Meuterer vorsätzlich getötet worden sind. Pari», 7. Januar. Offiziös wird dazu gemeldet: Wie aus Rio de Janeiro gemeldet wird, sind in der Stadt allerlei Ge- rüchtc über eine Anzahl von Todesfällen unter den auf der Schlangeniusel internierten Meuterern in Umlauf, die sich auf ihre Richtigkeit bisher nicht haben prüfen lassen. Indes wird versichert, daß der Führer der Meuterer, der Matrose Cagbido, am Leben sei. Eue der Partei. Ovkar Rissen. Einen schweren Verlust hat unsere norwegische Bruderpartci erlitten. Am Mittwoch starb in Kristiania im 68. LebenS- jähre Genosse Dr. Oskar Nissen, Parteivorsitzender der nor- wegischen Sozialdemokratie. Nissen war Frauenarzt von Berus und ein Mann, der sich eine vielseitige und gründliche Bildung verschafft hatte und dessen edle Charaktercigenschaften auch bei den schärfsten Gognern Anerkennung fanden. In seinen jungen Jahren hat er sich für mancherlei Bestrebungen begeistert und stets ist er mit seiner ganzen Persönlichkeit für seine Ucbcrzeugungen ein- getreten. 1813 in Tromsö. in Nordnorwegcn, geboren, aber dänischer Abstammung, eilte er 1864 in jugendlich-patriotischer Begeisterung den Dänen zu Hilfe und diente sechs Monate lang erst als Gemeiner, dann als Korporal im dänischen Heere. 1870 nach der Schlacht bei Sedan reiste er nach Paris, um den Franzosen beizustehen, aber nicht mehr als Soldat, sondern als Arzt. Er übte diese Tätigkeit während der ganze« Zeit der Belagerung und unter der Kommune aus und korrespondierte nebenbei für nor- wegisch- Blätter. Er kehrte dann in sein Hümatland zurück und ließ sich einige Jahre später in Kristiania als Frauenarzt nieder. Er galt als einer der tüchtigsten Aerzte Norwegens. Ais Mitte der achtziger Jahre im alten Arbeiterverein—„Kristiania arpeider- famfurrd"— der Kampf zwischen den Anhängern der Lintenpartei und der jung aufstrebenden Sozialdemokratie«insetzt«, pellte sich Nissen entschieden auf die Seite der Sozialdemokratie�, und von jener Zeit an begann seine Tätigkeit in der Partei. Bon 1891 — als die Partei„Socialdemokratcn" übernahm— bis 1898 war er Redakteur dieses Blattes. Seit 1808 war er Stadtverordneter und seit 1906 Vorsitzender der norwegischen Arbeiterpartei, die in ihm einen ihrer tüchtigsten Männer verliert. Die Beerdigung findet am heutigen Sonntag statt. Die russische Parteipreffe über die Belebung der r«vol»itionöre» Bewegung in Rußland. Unsere russischen Genossen find zurzeit leider der Möglichkeit beraubt, durch eine eigene Presse zu den Massen zu sprechen, da die brutalen Polizeiverfolgnngen die legale sozialdemokratische. Presse vollkommen vernichtet haben. Die im Äuslande erscheinenden Parteiblätter können nur mit Verspätung.und unregelmäßig ans die Vorgänge m Rußland reagieren. Um tzo interessanter ist es, aus den Aeußerungen der verschiedenen Fttaktioiisorgane sestzu- stellen, wie sie sich zu den jüngsten Ereignissen in Rußland stellen und welche Tragweite sie ihnen in der revolutionären Eptwicke- lung des Landes zuschreiben. „Die in einer Reihe von Städten stattgefuietzenen politischen Manifestationen"— schrieb Genosse L. Martosf nach den Tolstoi- Demonstrationen im menschewistischen„Golos Sszialdemo- k r a t a"—„sind von tiefer symptomatischer Beden- tu ng. Sie legen selbstverständlich kein Zeugnis ab, daß die Rassen schon bereit sind, den unterbrochenen Freiheitskampf wieder aufzu- nehuien und systematisch sortzuführen, daß sie bereit sind, jeden Borwand zu benutzen, um diesen Kamps zu erneuern.'— Zu derselben Zeit schrieb das Arbeiterblatt„Prawda", das Organ de» Genassen Trvtzki, folgendes:„Kaum hatte der Mann, der der triumphierende» Gegenrevolution fein unvergeßliches:„Ich kann nicht schweigen! entgegenschleudcrte, für immer die Augun geschlossen. als d ie revolutionäre Demokratie aus ihrem Schlafe zu erwachen begann, und die keichs.e Studentenkavallerie ihre erste Tause im Kampfe erhielt. Zu gleicher Zeit schickt sich aber die schwere Masse des Proletariats, die nicht so schnell in Bewegung gerät, an, den Protest gegen die Todesstrafe in den ruhmreichen Losungen der Revolution aufzu- lösen, die unbesiegbar sind wie die Wahrheit." Die Ereignisse, die sich seitdem abspielten, haben die Richtig- keit dieser Prognose bestätigt und die Situation verschärft. Die soeben erschienene bolschewistische„Arbeiterzeitung"(Ra- dotschaja Gazetta Nr. 2) schreibt darüber folgendes:„Wir sehen jetzt, nach drei Jahren der wildesten Orgien der Gegenrevolution, daß die Volks ma ssen, die mehr als alle bedrückt, vergewaltigt und durch alle möglichen Verfolgungen eingeschüchtert wurden, wie- der den Kops erheben und den Kamps beginnen. Drei Jahre Hin- richtungen. Verfolgungen, wildester Exekutionen vernichteten Zehn- tausende von den„Feinden" der Selbstherrschast, während Hun- derttausendc in die Gefängnisse gesperrt, in die Verbannung ge- schickt und weitere Hunderttausende eingeschüchtert wurden. Aber die Millionen der Bevölkerung sind jetzt nicht mehr dieselben wie vor der Revolution. Diese Millionen haben noch n i e während der russischen Geschichte einen so lehrreichen, anschaulichen Unterricht, einen so offenen Klassenkampf durMemacht. Daß in diesen Millionen eine neue tiefe, dumpfe Gärung ausgebrochen ist, ist aus den Arbeiterstreiks des verflossenen Sommers und den jüngsten Demonstrationen ersichtlich... Die Periode der vollen Herr- schaft der Reaktion ist zu Errde. El beginnt die Periode eines neuen A u s s ch w u n g s. Das Proletariat, das sich— wenn auch in großen Abständen— von 1005 bis 1009 auf dem Rück- z u g e befand, sammelt jetzt seine Kräfte und beginnt zum An» griff überzugehen. Leo Tolstois Tod führt— zum ersten Male nach langer Unterbrechung— zu Straßendemonst ratio» n e n, an denen meist Studenten, teilweise ober auch Arbeiter teil- nehmen. Die Arbeitsniederlegung in einer ganzen Reihe von Fabriken am Tage der Bestattung Tolstois erscheint als schüch» terner Beginn der DemonstrationsstreikL. In der letzten Zeit haben die Greuel der Zarenbüttel in den Gefängnissen, die unsere, wegen ihres heldenhaften RevolutionSkanipfeS verfolgten Genossen auf der Kawrga in Wokogda und Serentui peinigten, die Gärung unter den Studenten noch mehr verstärkt. Ueberall im ganzen Reiche finden Studentenversammlungen und Meetings statt, die Polizei dringt mit Gewalt in die Universitäten ein, prügelt und verhaftet die Studierenden, verfolgt die Zeitungen wegen des geringsten wahren Wortes über die Unruhen und verstärkt dadurch nur noch die all- gemeine Gärung."_ polizcUichee, GcrichtUchca usw. Da» Opfer falscher Berichterstattung ist der Redakteur des„Harburger Vvlksbtatts", Genosse Zielte geworden. Bus Grund faliwer Jnsormalivuen brachte gje lke ein« Notiz über angebliche Mißstände in der Armenansiall H n ck s e l d, durch die sich der Hausvater und eine Kranlenjchwesier beleidigt fühlten. Nachdem sich die Unrichligkeil der Tarstellruig herausgeslellsi halte, brachte Genosse Zielke sofort eine Berichtigung. Trotz dieser loyalen Behandlung der Angelegenheit beanlragr« de« Amrsanwalt im Termin gegen Zielte und mehrere Personen, die imt Verdachte standen, daL„Volksblait" informiert zu haben, geradezu unversiäudkiche Strafen. Genosse Zielke sollte das Ver- sehen mit 8 Monaten Gefängnis büßen, die Mit- angeklagten, Landwirt König, Schneidermeister D r e w e S und Armenhäusler S o b i i ch. wollte der Aerireter der Siaatsgewalt aus 6. 4und4 Monate inöLoch gestecktlvissen. DaS Urteil lautete gegen Zielte auf 600 Mark, gegen DreweS auf 200 Mark und Sobisch aus 50 Mark Geldstrafe. D«r Angeklagte König wurde freigesprochen. Auch eine Beleidigung. Durch den Ausdruck„Unser Mitarbeiter apf dem Polizeipräsidium", den unser Essener Partciblatt gelegentlich der Aufnahme nur eines Teiles einer Berichtigung des Essener Polizeipräsidenten gebrauchte, fühlte sich der Herr Polizeipräsident so ungeheuer in seinem fein entwickelten Ehrgefühl gekränkt, daß er Strasantrag gegen den Verantwortlichen. Genossen Stein- buche l, stellte. In dem Antrags an die Staatsanwaltschaft bat er um ein« empfindliche Strafe. Das Gericht sühnts das an dem Polizeipräsidenten begangene Verbrechen mit 100 Mark Geldstrafe, die es dem Prehsünd:r auferlegte. Der Herr Staats- anwalt hatte besseres Verständnis für den Wunsch nach empfind- licher Bestrafung gezeigt; er beantragte wegen deS so schwer ehrom. kränkenden Ausdrucks Mitarbeiter nur drei Monate Ge»' fängnis und wegen Uebertretung des Preßg.'setzos 75 Mark Geldstrafe. Des letzteren Vergehens fand das Gericht de»! Angeklagten nicht für schuldig. Reparierte ReichSverbandsehre. Die„Mecklenburger Volkszeitung" hatte im November v. I. sich' mit,dem Neichsvorbandshäupiling Muelenz in Rostock boschaf-' tigt, der damals gerade zur Disposition gestellt worden war. Wegen. des Ausdrucks M. sei„abgelegt" worden, suhlte der RcichSverbänd- ler sich beleidigt und klagte. Das Gericht machte ihm auch die Freude, den Verantwortlichen der„BolkSztg.", Genossen Franke, zu bO M. Geld st rase zu verdonnern. Iugenäbenvegung. Vom Kampf gegen die Freie Jngendorganisatlo». Nach bewährten Mastern ist nunmehr auch die Freie Jugend- organisatio» in Naumburg a. S. aufgetöst worden. Um die „aus Umwege" geratenen jungen Leute für immer von ihrem siaatS�esährlichcn Treiben abzubringen, erschienen kurz nach der Aufiöiung die Pfarrer der städtischen Kirche» in den Wohnungen der Mitglieder. Ueber große Erfolge bei dieser eigenartige» Propa» ganda sollen aber die Vertreter der Kirche nicht zu jubeln hallen. Gewcrkfcbaftlicbcs. Bertin und llmzegend, Achwng! Metallarbeiter. Der Streik bei H o l d h e i in und Feder dauert fort Ibaß d'er Dresdener Schiedsspruch von den Pols» tdamer Arbeitgebern im Maurergewerbe in �vollem Umfange anzuerkennen sei. Im Verlaufe dieser weitschweifigen Verhandlungen gaben die I Vertreter der Unternehmer wiederholt zu erkennen, dah sie sich ! einer Entscheidung nicht fügen könnten, wenn ihnen zugemutet Der würde, die im Dresdener Schiedsspruch vorgesehene Lohnerhöhung Rusfond. Der blutige Zusammenstoß im Lütticher Kohlenrevier. Die Lage im Streikgebiet. Man schreibt uns aus Belgien unterm 6. Januar: Die Anwendung des neuen Bcrgarbeitergesetzes über den Neun- VöllCU UCl dJ U i U C l m UIIW(y C W C t UUllCti IUI». Vit, nn,<.<<< �__ r+ Betrieb ist nach wie vor für Zinkaiener und Stürz er sowie anzuerkennen. Trotzdem hat nunmehr der Arbeitgeberverband für! s'Undentag hat dank der herausfordernden und schrossen Haltung r m /w«.. rr...e.Ja... r.. r....... x trr.. i__; a___ e_______ i s. c OT)—.. � � � v,. �».ir, � r,. s rr...«i 4". C*', Sie» t�rp pitihipTirt�Ptf rtCrtPH CSjP.iPh nun III Arveiterfreundliche für Metallarbeiter aller Branche» gesperrt. Blätter werden um Nachdruck gebeten. Bei der Firma Mertens, Kottbuser Damm, dauert der Streik der Schraubendreher ebenfalls fort. Auch dieser Betrieb ist.-„ gesperrt für Schrauberdreher, Schraubendreherimren, Einrichter usw. länger entziehen können. Deutscher Metallarbeiler-Verband. Ortsverw. Berlin.' das Maurergewerbe beschlossen, dem Schiedsspruch sich zu fügen. der Unternehmer, die ihre Feindseligkeit gegen das Gesetz nun in Das Zwischenmeistertnm im Steinmetzgewerbe. Die Sandsteinarbeiter, die Sektion k des Steinarbeitcrver- Landes, hielten am Freitag im Englischen Garten eine zahlreich be- suchte Versammlung ab, in der die Vergebung von Zlrbeiten der Firma Czarnikow an Zwischenunternehmer auf der Tagesord- nung stand. Die genannte Firma, mit der der Verband im Tarif- Verhältnis und auch sonst in gutem Einvernehmen steht, ist in der letzten Zeit dazu übergegangen, Arbeiten an Zwischenunternehmer zu vergeben, und es sind jetzt Jüngers u. S ch i l l e, die einen Bau von ihr übernommen haben. Das Zwischenunternehmertum kann dem Gewerbe und der Arbeiterschaft natürlich nur zum Nach. teil gereichen, die Organisation hat jedoch keine Handhabe, die Ver- gebung von Arbeiten an solche Leute direkt zu verhindern, eS sei denn, daß man den Zwischenmeistern die Arbeitskräfte entziehen würde. Dah dies Mittel angewandt werden sollte, war auch die Meinung einer Minderheit einer Sitzung des Vorstandes und der Platzvertreter, die sich mit der Frage befaßte; die Mehrheit war jedoch der Meinung, dah man durch solches Vorgehen leicht dahin kommen könnte, der Beschäftigung unorganisierter Leute Vorschub zu leisten, und dah es deshalb besser sei, mit aller Kraft dafür zu sorgen, dah der Tarif auch bei den Zwischenmeistern in jeder Hin- ficht zur Geltung kommt, um auf jeden Fall die Schmutzkonkurrenz auszuschalten. Im Zusammenhang mit dieser Frage steht das Bc- prdüen der Unternehmer, die Akkordarbeit auch bei Kunststein- arbeiten einzuführen. Der Tarif sieht die Akkordarbeit nur für Naturstein vor und sie scheint für Kunststein um so weniger angebracht, als dieses Produkt mit der Zeit immer härter wird, so dah, je länger es lagert, die Bearbeitung imnier mehr Anstrengung und Zeit erfordert.— In der Versammlung wurden diese Fragen ein- gehend besprochen, und zwar mit dem Ergebnis, dah Kunststein- Arbeit nur in Lohn ausgeführt werden soll, und dah, wenn Ar- beiten vielleicht an solche Zwischenunternehmer vergeben werden sollten, bei denen die Arbeiter ihres Lohnes nicht sicher sein können, der Lohn von der betreffenden Firma zu garantieren ist. e r � A r b e iw e ber" b e a nhi � f ü r � b as � im m rr pr« 1 m" s"r �! Repressalien gegen die Arbeiter umsetzen, zu einer allgemeinen der Verpflichtung, einen gleichen Vertrag abzuschließen.� nun nicht �Geiefccs" fc � Bergarbeitern gefuhrt. Während die Einführung �" s o!./ o><> � des Gesetzes IM Borinage jedoch ohne ernstere Störung von statten ging— obgleich nunmehr Arbeiter, die früher 7� Stunden arbei- tcten, jetzt zu 9 und 9th Stunden Arbeit verhalten sind, was natur- gemäß zu Unzufiedcnheit und zu Protesten Anlaß gab—. hat sie im Lütticher Revier zu umfangreichen Streiks und schließlich zu Deutkcbes Reich. Christlicher Terrorismnsschwindel. _ Der Veibaud der Christlichen Bauarbeiter in Posen hat durch> blutigen Szenen geführt, welch letztere wie gewöhnlich durch da? leinen Zahlstcllenleiter� Krantz der Posener Presse eine schaurige � temperamentvolle Eingreifen der Gendarmerie verschuldet wurden. � T � Ter Zusammenstoß erfolgte in Ser aing gerade zur Zeit, als die schon jetz: mit schniunzelndem Behagen abqedrnat wird und sicher r.-i*- v i- cm-r v<» ür art�a � — M..»...Li S.f! Bergarbeiter IM dortigen Raison du Peuple zur Abstimmung Uber ihren Weg durch die NcichSwahrheilLvcrbaiidSpresse des Deutschen Reiches nehmen wird. Nach dieser christlichen Zuschrift wollen bei den Bauten auf dem AuSstellungSplatze in Pose» chiistliche Ziinuierer nur dann eingestellt worden sein, wenn sie sich veipflichietcn, in den Zentralverband der Zimmerer einzlitrete», andernfalls würden sie euil.issen. Nur. um nicht den Winter über arbeitslos zu sein, hätten die Christen sich ge- fügt. Das gleiche ist bei den Maurern der Fall gewesen. Wie alle Terrorisinuslügen kurze Beine haben, so auch diese. Die„Posener Neuesten Nachrichten", ein gut bürgerliches Blatt, hat sich der terrorisierten Christen angenommen und bei den be- teiligten Unternehmern und deren Beauftragten Nachfrage gehalten. Weder die Unternehnier noch ein auf dem Platz beschäftigter Vorsitzender deS StulkateurverbandeS aus Düssekdorf,»och überhaupt irgend ein Mensch, ja selbst christliche organisierte Arbeiter haben von einem TerrorismuS etwas gemerkt, lodah jetzt selbst die bürgerlichen„Posener Neuesten Nachrichten" erkläre», dah die Borwürfe des ZentralverbandeS der christlichen Bauarbeiter in Posen nicht berechtigt find und durchaus jeder Grundlage eiltbehren. Trotz dieser einwaudSfreien Darstellung des bürgerlichen Blatte? werden sich natürlich wieder die reaktionären Blätter mit Gier über diesen„fetten" Bissen stürzen._ Arbeitsverbessernngen auf der Kieler Reichswerft. Durch die Presse ging dieser Tage eine Notiz, dah auf der kaiserlichen Werft in Kiel ab 1. Januar die wöchentliche Arbeitszeit nur noch 56 Stunden beträgt, und der Stundenlohn um 2 Pf. durchweg erhöht worden fei. Weiter heißt es, daß diese Maß- nahmen später auch von den anderen kaiserlichen Werften cingc führt werden sollen. Die Mitteilungen beruhen auf Mitzverständ Zum Streik der Fenster- und Messingputier bei der Fenster- � fianbelt sich um Versammlungen in Kiel, in denen die reinigungsanstalt Berliner Glaserinnungsmeister ist zu berichten,>,er örtlichen VerhandlimgSkommissionen Bericht über die dah die Situation bisher günstig war, jedoch scheint jetzt eine Wen- merbandlungen mit den Werftbesitzern erstatteten. Danach wurden dung insofern einzutreten, als gestern die sogenannte Hintzegarde � n@ennania"-SBcrft und den Howaldtwerken die erwähnten in Aktion getreten ist, die ihre Arbeit am Montag aufnehmen soll," Der Agent, welcher diese„Mustertruppe" vermittelt hat, soll, wie uns von gut unterrichteter Seite mitgeteilt wurde, derselbe sein, der beim Streik der Kohlenarbeiter die Streikbrechcrgarde ver- mittelte. Wenn die Firma glaubt, mit diesen Elementen ihre Verbesserungen, zu denen noch die Vergütung der beiden ersten Ueberstunden mit 25 Proz., der weiteren mit 50 Proz. kommt, mit dem t. Januar eingeführt. Auf den kaiserlichen Wersten haben flunbfrfmM Ä. sT----------............................ die Arbeiter bereits einen Teil der Lohn- und Arbeitsverhältnisse. ' 3" können, so dürfte sie sich jeden-"on den Arbeitern der Privatwerftbesitzer jetzt erst mit er- L__ gewalt,g irren. Wundern muh man sich nur, dah es der j geblichen Opfern erkämpft werden muhten. Jitma jetzt möglich ist, höhere Löhne zu zahlen. Ter Streikleiwng sind auch bereits verschiedene Mitteilungen seitens der Knndschast oer Glaserinnung zllgegangen, dah diese sich von Streikbrechern nicht bedienen lassen will. Die übrigen Unternehmer der Branche bringen der bestreikten Firma nicht allzuviel Sympathie entgegen. Trotz des Ernstes der Situation sind jedoch die Streikenden guten Ein patriarchalischer Bankrott. Die Waggonfabrik in Danzig, eine verzwickte Oftmarken- Gründung, wurde in den zehn Jahren ihres Bestehens von ihrem Direktor, dem kaiserlichen Geheimen Rat und Vorsitzenden des -.-.up vcs» urrnitce oer»uuanon nno zeoocy oie iStrencnoen aulen...,. n�uteS. Sollten andere Unternehmer Streikarbeit verrichten so �"bandes. Ostdeutscher Jndusrrieller S chr e h. zu einem be- ist ganz selbstverständlich, daß der Kampf erheblich an Ausdehn'una sonderen sozialen Laboratorium gemacht. Durch die vollständige zunimmt.>->!« Hnr»rfnrfi-n mir um(Sni-v-rrinf I Umklaminerung der Arbeiter mit einem rafstniert ausgeklügelten Nach wie vor ersuchen wir um Solidarität. Deutscher Transportarbeiterverband. Bezirk Groh-Berlin. Die Titnation im Töpfergewerbe wurde in einer Versammlung der Bau-VertrauenSmänner, die am Freitag abend im GetverlsckastShause stattfand, besprochen. Wie Segaw« erklärte, ist die Lage gegenwartig in Berlin recht un- günstig, während cS außerhalb etwas besser aussteht. In Berlin macht sich wieder viel Schwindel im Baugewerbe breit. Segawe macbte die Namen verschiedener Firmen bekannt, die den Topfern die Löhne schuldig bleiben, er empfahl diese Firmen der besonderen Beachtung der Vertrauensmänner. Verbandsmitglieder. d,e ihren Lohn nicht bekommen, mühten dies sofort dem Verbände an- System aller möglich"»„Wohltaten" sollten sie zu willenlösen Auto- maten degradiert werden, die speichelleckend nur die irdische Gott- heit ihres„gütigen" Direktors anbeteten. Jeder Widerstand wurde von vornherein durch die Hungerpeitsche erstickt. Als schwerstes Verbrechen galt neben der Sozialdemokratie die gewerkschaftliche Ausübung des gesetzlichen Kcalitionsrechtes, das Schreh selbst in weitestem Umfange ausnützte. Gegen den roten Drachen kämpfte er fortwährend durch Fabrikredcn und Reichsverbandsflugblätter. Zu seinem größten Schmerz erfolgte trotzdem im Jahre 1909 die Mitteilung an die Eisenbahnbehörde, dah die Träger einer Anzahl Waggons verbohrt seien! Zwar versorgte er darauf die sozialdemo» kratischen Zeitungen mit«Berichtigungen", in denen er aber nur den Umfang der behaupteten Manipulationen zu bestreiten ver- mochte! Mit unverminderter Zähigkeit setzte er seinen roten Kreuz zug fort und versicherte schließlich zu Wikhelm II. im Herbst l91< in Manenburg feierlich, dah es in seinem Betriebe keinen einzigen Sozialdemokraten gebe! Zur Vorsicht verbreitete er dann aber zeigen, denn schnelles Eingreifen ist in solchen Fällen notwendig, zug fort und versicherte schließlich zu Wikhelm II. im Herbst 1910 wenn wirksam e Mahregeln ergriffen werden sollen. Im In---------.......— tcreffe der Töpfer liegt es, daß sie auf jedem Bau eine tüchtige Per»— a---------------- au f 8 i"®nmt1' bc5 Fabrikdespoten ■-'""" r-bai-«bor Pjmsiet warf. stondete ihm sechs Jahre. Auch er soll das einen Vertrag ouf�drei'"Jahre abzuschließen, lehnte' aber jede Lohnzulage ab; und auch auf Vorstellung �tralor�nis�.on weigerte sie sich beharrlich, den Dresdener Schiedsspruch anzuerkennen. Der Verband der Maurermeister 8 � lcriute abcr die dah der Schiedsspruch für Pstsdam z � � zzauhilss. Lohnerhöhung von 5 Pf. für saurer � ��be diese Lohn- arbeiter mit der Begründung ab. dah das-a g � 3 � erhöhung nicht vertragen könne; er erkla Lohnaufschlag zu gewähren.. zi-rauf die im Vertrage Die Arbeiterorganisationen rieft" ein—- porgesehene zweite Snftnn» an. in>.—,- Verbrechen der Ausübung des Koalitionsrechtes begangen haben. Ultramontaner Terrorismus. h<-rr,Uuu.rZ\ w•Iurfi??usstandes der oberbayerischen Kohlen. -""..Streikgebiet erscheinend« Zentrumsblatt, der zwinlich objektiv über die dortigen Vorgänge i/ die 3�"trumslager gewaltigen Zorn erregt, weil i J* SrnS �eLS<5tv6e, dingung, die der Unternehmer vorschreibt und wäre gar nicht in der Lage, bessere Arbeitsverhältnisse zu erreichen, wenn er nicht das Solidaritätsgefühl mit den Mitgliedern feiner Klasse hätte und betätigte. Nur durch die Koalition ist der Arbeiter in der Lage, seine Arbeitskraft zu besseren Bedingungen zu verkaufen. Das ist der Grund, dafe sich das Solidaritätsgefühl in der Arbeiterklasse so stark entwickelt hat. Der Gesetzgeber hat aber noch ein übriges getan, um das Solidaritätsgefühl auszubilden. Der Rücktritt von Verabredungen zur Verbesserung der Lebenslage läßt nach§ 152 der Gewerbeordnung weder Klage noch Einspruch zu. Wo der recht liche Zwang fehlt, entwickelt sich natürlich das moralische Gefühl für dir Interessen der Klassen um so stärker. Es kommt hinzu, dafe der§ 153 der Gewerbeordnung den Arbeitswilligen zur Seite steht irnd Handlungen unter Strafe stellt, die in jedem anderen Falle ftraflo» sind. TaS Solidaritätsgefühl der Arbeiter kann demnach niemals ein StrafvrrfchärfnngSgrnnd fein. Es ist ja richtig, dafe im Falle der Angeklagten Tiedemann und Merten eine Menge da war, die mit vereinten Kräften Gewalt gegen Personen oder gegen Sachen verübt hat. Der Staatsanwalt geht von der falschen Vor auSsetzung aus. dafe jeder strafbar sei. der sich in einer solchen Menge befand. Daö ist eine völlige Berkennung der Rechtslage. Wenn die Ansicht dcS Ersten Staatsanwalts richtig wäre, dann hätten sich viele seiner Zeugen auch strafbar gemacht. Z. B. der kleines fenilleton. Die Rrutralifierung der Flugmaschine im.Kriege. Wie aus Washington berichtet wird, wird den Giofemächten in der nächste» Zeit et» Vorschlag zugehen, der daraus abzielt, in KricgSzeite» die Flugmaschine zu neutralisieren. Die Luftfahrzeuge der kriegsiihrendcn Mächte sollen keinerlei Angriffe unternehmen dürfen, aber auch die Artillerie wurde nach dieiein Plane die feindlichen Flugapparate respektieren müssen. Der Vorschlag geht von Italien aus und stützt sich auf humanitäre Erwägungen; er will der Fortentwickelung der artilleristischen Abwehrinittel gegen Lnftfohrzeuge ein Ende machen und auch die Gefahr ausschalten, dafe Flugmaichweu als Offensiv- tvoffen gebraucht werden. Voraussichtlich wird sich die Rechtsstelle der Haager Konvention mit der Angelegenheit beschSiiigen. wenngleich auch die italienische Regierung auf dem Standpunkte steht, dafe die Lösung der Frage durch einen Notenaustausch der beteiligten Mächte zum Av- fchlufe gebrach« werden könnte. Der Gedanke der Ncutratisierung der Flugapparate soll ursprünglich von Frankreich ausgegangen sein. daö in der Tat in der letzten Zeit die Schiefesibnngen von und auf Slugmafwinen aufgegeben hat. Statt desien will die französische rmeeverwaltung alle Kraft daran setzen, ein drahtloses Tclegraphic- system zu vervollkonnnneu. durch das die Aeroplmie zu drahtlosen Telegraphicstationen gemacht werden können. Der Vorschlag Italiens Wird auch einen Passus enthalten, durch den kricgiüdrenden Mächten jedeö ,.-euern aus der Luft verboten werden ioll. Der WirstingS- rrei» der Flngmaichine soll sich auf ErkundigungS« und Signali- sterungszwccke beschränken. Die Volkszählung in Bereinigten Staaten. Das ZensnS- ivnreau der Bcreiniapcn Staate» hat jetzt bereits die Ergebnisse der dieSiädrigen Volkszählung vollständig veröffentlicht, und zwar für jeden Staat und jedes Territorium einzeln, wobei auch die Zu» nähme der Bevölleiung feit der vorigen Volkszählung im Jahr 1lK)0 für jeden Staat berechnet worden ist' Die Gesamtziffer beläuft sich auf 9t 372267. und damit sind die Vereinigten Staaten jetzt nächst China. Britisch-Jndicn und Rufstand da« volksreichste Land der Erde. Die Zu- nähme für das ganze Gebiet hat in dem letzten Jahrzehnt 2l Proz. betragen. Die einzelnen Z.iblcn find recht interessant. Eö finden sich darin ganz aufeerordemliche Gegensätze. So hat der kleine Staat New Jork jetzt über 9 Millionen Einwohner, dagegen das große Nevada immer»och nicht 82(XXI. Ueberhmipt sind unter den 49 Staaten deS Festlandes noch 18, die weniger als 1 Million Einivohner besitzen. Bei dielen macht sich denn auch die stärkste Zunahme bemerkbar, nämlich bis zu mehr als «» Prozent. Der Staat Washington, der jetzt über 1 Million Einwohner bat. paradiert sogar mit einer Zimahme von mehr als 120 Proz. Aus diesen Tatsachen geht hervor, einer wie großen Steigerung die Besiedelung der Bereinigten Staaten noch fähig ist, denn die durchschnittliche Lolksdichle hat erst den Betrag von 16 auf 1 Ouadratkilcwieter erreicht. Die volksreichsten Staaten nächst New gork find Pennsylvania, Illinois. Ohio. Texas. Mafia- chuseltS und Misiouri. In dieser Reihenfolge macht sich, abgesehen von de« riesigen Texas, das allein größer ist Herr Kluge, der oft in einer Menge war, aris der geworfen wurde. Das Reichsgericht verlangt, dafe jemand nur dann verurteilt wer- den kann, wenn er sich mit Alisicht und Bewußtsein in einer solchen Menge aufhält, um ihre Absichten zu fördern. Er muß also ge- wissermafeen ein Mittäter sein. So liegt es aber hier nicht. Tiede- inaim hat nicht wie der Staatsanwalt sagt, die Kohlenwagen ver- folgt, sondern er hat sie im Auftrage der Streikleitung begleitet, um zu sehen, Ivosdie Kohlen abgeliefert werden. Das Gericht wird in diesem Falle mindesten? zu einem non liquet(nicht spruchreif) kommen müssen. Viel günstiger liegt die Sache noch im Falle de- Angeklagten Merten.?luch ihm ist keine Beteiligung an Ge- Walttätigkeiten aus der Menge nachgewiesen. In dem zweiten Falle, au dem ebenfalls der Angeklagte Tiedemann beteiligt ist, kann ihm gar nichts Strafbares nachgewiesen werden. Hier geht der Staatsanwalt augenscheinlich von dem Grundsatz aus: mitgefangen, mitgehangen. TaS ist kein Mechtsgrundsatz, sondern die Aufhebung, die Negation des Rechts, die Anarchie. Ja, der Erste Staatsanwalt geht noch weiter; sonst soll doch nur der mitgehangen werden, der da gewesen ist, wo andere etwas getan haben, wegen dessen sie gehängt werden müßten. Aber nach der Auffassung des Ersten Staatsanwalts soll jeder mitgehangen werden, der auch nur in der Stixlfee war, wo etwas geschehen ist. Da Tiedemann nicht an einer Stelle war, wo Ausschreitungen bc- gangen wurden, so muß er freigesprochen werden. Ich bitte Sie, sich jetzt des Anfangs dieser Verhandlungen zu erinnern und des Gerichtsbeschlusses, wonach die ganzen Moabiter Vorgänge eine Einheit darstellen. Ist es so, dann ist es erheblich, festzustellen, was von der anderen Seite geschehe» ist. In dieser Hinsicht weise ich darauf hin, dafe von der Polizei Leute ungerecht und ohne Veranlassung mißhandelt worden sind. Wenn das der Fall ist und die ganzen Vorfälle eine Einheit bilden, dann fällt der Begriff der Zusammenrottung einer Menge, die mit vereinten Kräften gegen berechtigte Amtshandlungen Widerstand leistet. Es liegt dann Notwehr gegen Gewalttätigkeiten der Beamten vor. Deshalb haben wir unsere Beweise gestellt. Sie beziehen sich nicht nur auf die Straffrage, sondern auch auf die Schuldfrage. Der Erste Staatsanwalt sagte, unsere Beweise seien nicht gestellt um der Sache willen sondern um der Polizei eins ausznwischen. Auf das Verletzende, das in diesem Vorwurf liegt, gehe ich mit keinem Wort ein, nachdem das Gericht selbst das Erforderliche gesagt hat, wäre es vermessen und taktlos von mir, wenn ich nochmal darauf zu- rückkommen würde. Nur auf den sachlichen Borwurf gehe ich ein. Rechtsanwalt Heine hat auf den§ 244 der St.-P.-O. hinge- wiesen. Das wäre noch gar nicht einnral nötig gewesen. Von dex in§ 244 der Verteidigung eingeräumten Befugnis, selbst Zeugen zu laden und zu stellen, ist in dieser Verhandlung noch nicht ein ein- ziges Mal Gebrauch gemacht worden. Wir haben ja keine Zeugen geladen. Wir haben nur Anträge gestellt und das Gericht hat unseren Anträgen stattgegeben und hat unsere Zeugen geladen. ES ist also ein recht schwerer Vorwurf, den der Staatsanwalt gegen das Gericht erhoben hat. Das Gericht muß alle Beweise erheben, die erheblich sind. In der Bemerkung des Staatsanwalts liegt als» der Borwurf, das Ge- richt habe Beweise erhoben, die nicht der Sache dienen, sondern den Zweck haben, der Polizei eins auszuwischen. Diesen Vcrwurf sollte mar, gegenüber diesem Gerichtshof, der die ganze Verhandlung mit strenger Sachlichkeit und Ruhe geleitet hat, doch nicht erheben! Der Vorwurf ist so unbegründet wie möglich. DaS Geriäst hat alle die Beweise erhoben, die es für erheblich und zur Sache gehörig hält. Wir l?aben dem Gericht kein Beweismittel aufgedrängt. Wir haben nur Anträge gestellt und die sind angenommen. Dadurch entfällt jeder Vorwurf gegen die Verteidigung. ES ist auf die Straf- prozcßrcform verwiesen worden. Diese wird doch niemals so ge- staltet werden können, dafe es heißt, das Gericht soll Belveise nicht erheben, auch wenn es sie für erheblich hält. Wir haben durch unsere Zeugen bewiesen, was wir beweisen wollten: daß Mißhand- klingen dnrch Polizeibeamte in große». Umfange vorgekommen sind. Dieser Beweis ist erbracht durch Zeugen, die verschiedenen politi- schen Richtungen und verschiedenen sozialen Stellungen angehören. Darunter befinden sich viele hochgeachtete und angesehene Männer. Da soll man doch nicht sagen, wie der Staatsanwalt, alle diese als das Deutsche Reich, der Einflufe der großen Städte deutlich bemerkbar. Von auswärtigen Besitzungen sind in die dies- jährige Volkszählung eingeschlossen gewesen Alaska, Hawai und Porto Rico, die Philippinen dagegen nicht. Die Einwohnerzahl von Porto Rico hat jetzt auch schon eine Million überschritten, wäbrend daneben da» große Alaska mir 64 356 Einwohner auf einer Fläche von säst 1,4 Millionen Ouadralkiloineter zählt und trotz semeS Gold- reichiums auch nur eine ganz unwesentliche Zunahme von eiingcn hundert Seelen zu verzeichnen hat. Tdrnter. AuSstellungS-Theater amZoo:„Meyer S." von Fritz F r i e d m a n n- F r e d c r i ch Man wähnt im Herrnfeid- Theater zu sein— bei diesem jüdisch in der Wolle gefärbten Schwank. Die Familie Meyer ist so zahlreich als vielspaltig. Sie .macht"— damit alles schön beisammen bleibt— in allem: als Aktienfirma in Chamoltcziegeln, als verivandtlchafiliche Sippe in Zusainmenhciraten usw. Einer ist gar.Geheimrat". Die 5kinder und Neffen schlagen ganz ans der Art. Der Sohn— jetzt Ein- jähriger— will absolut O'fizier werden, weil ihn„der Hauptmann darum gebeten" hat. Nebbich. Der Neffe hat ,JuS" studiert und beabsichtigt, eben weil er von der Juristerei nichts versteht, bei der Regierung Karriere zu machen. Solcher Streberei müssen Opfer gebracht werden. Man wechselt—. waS ist auch billiger 1— die Konsession. Onkel Melier nebst Frau Nosalie sind erst kürzlich ge- taust lvorden. Der..Geheimrat" ist bereits seit fünfundzwanzig Jahren getauft und suhlte sich sehr wohl dabei. Schliefelich ist die ganze Miichpoche„christlich" geworden. Soweit ist ja allcS recht g'l'pafiig: jüdischer Witz, ans spitze Antithesen gestellt; Knallbonbons, die immer zur paffenden Zeit platze«» und das bekannte Gewieher im Parkelt verursachen. Dies Berlinertum verträgt sich dann— des Kontrastes wegen— ganz nett mit osipreufeffchem Land- pomeranzengeist und Kenichsbarger Genrietlichkeit. Ist zwar samt und sonderS nach altbeirährtcn Rezepten fabriziert, aber unter Zu- hilfenahme cincS„Chevalier de la Roche"— Wcinreiiendcr in einer Ausgabe, Koch in der andern— gibt« einen hübschen„Knddel- nntddel". Und dicS Gemenge nennt sich Schwank und wurde in der Haupliachc von Solisten des LnstipielhmiseS— Fritz Beckmann, Herbert Poulmüller. Hans Genius über Wasser gehalten. o. k. Humor und Tatire. Gnade für Recht. Prolet, bedenke, was du verbrochen, es wird von den Herrschenden immer gerochen, versöhnen kann sie kein MiloerungSgrund, du bist nicht adelig, bist gesund. Du bist nicht gereizt, bist nicht in Notwehr, und wenn dein Gegner selber der Tod wär'z berechtigte Interessen gar nimmst du nirgends und niemals wahr. Und willst du zum höchsten Zorn sie reizen, dafe sie mit schwersten Strafen nicht geizen, so zeige, was deine Tat auch sei. leine Spur von Demut, Buße und Reu'. Zeugen sind nicht glaubtosirdig. Ich stehe seit Dezennien in d«r juristischen Praxis. Aber eine unobjektivcre Kritik habe ich noch niemals erlebt. Das erregt mein juristisches Gewissen um so mehr, als sonst in allen Prozessen, namentlich bei Streikpostcnprozessen, gesagt wird, dafe positive Bekundungen durch negative Bekundungen nicht aus der Welt geschafft werben können. Der Erste Staatsanwalt hätte schon deshalb diesen Borwurf nicht erheben sollen, weil er doch mit vielen seiner Zeugen recht bedenkliche Erfahrungen gemacht hat. Wenn ich an den Fall Lanzerat denke und vergleiche, was die Gäste des Lokals gesagt haben, mit dem, was Polizeileutnant Heck II mit chcvalercsker Liebenswürdigkeit in gutem Glauben, aber aus vollkommen mißverständlicher Auffassung seiner Stellung zugegeben hat, und wenn ich dann die Aussagen der Schuhlentr Walter und Six damit in Einklang bringen will, so muß ich doch fragen. ob diese beiden Zeugen die Strenge der EideSpfiicht noch beachtet haben? So sehr ich vor dem sehr schweren Vorwurf einer EideSverletzuiig zurückicheue und diesen Vorwurf auch hier nichts erbeben will, weife ich doch nicht, wie ich niir diese Sache sonst erkiären soll. Wenn ich die Zeugen Walter und Six gegen eine derartige Anklage verteidigen und ihren guten Glauben nachweisen sollte, dann könnte ich nur mit dem großen Dubois- Reyinond antloorten: ignorarnus!(Wir wissen nicht I) Rechtsanwalt Dr. Cohmaim plädiert für den jugendlichen Angeklagten Meier. Er führt u. a. aus, der Angeklagte sei ein anständiger und fleißiger Knabe, der mit den» geringen Ertrag seiner Arbeit seine Eltern und Geschwister unterstützt habe. Er sei in eine schreiende und johlende Menge hineingeraten und habe dann ein Kohlenstückchen, daß zu seinen Füße» lünkollerte. aufgehoben und damit geworfen. Auch habe sich die Mnsscustlggcstioii gellend gemacht. Ter junge Mensch habe die ganze Sache jedenfalls nicht anders aufgefaßt als wie einen Unfug in der Silvesternacht. Dafür soll er nun nach dem Antrage deS Staatsanwalts wegen Auf» ruhrs mit 1 Jahr Gcsängnis bestraft werden! Daö sei für einen Jugendlichen ebenso viel, wie für einen Erwachsenen 1 Jahr Zucht« hauS. Meier habe die Erkenntnis der Strafbarkett seiner Handlung sicher nicht gehabt. Der Verteidiger beantragt deshalb Frei» s p r e ck u n g. Hierauf erhält Rechtsanwalt Dr. Kurt Rofenfelb das Wort und führt u. a. aus: Der Erste Staatsanwalt hat gestern in seinen Bemerkungen gegen RechiSninvalt Heine gesagt, dieser habe die Staatsauivallschaft angegriffen, weil sie auS politischen Gründen die Verbindung der Anklagen beantragt habe. � DaS ist nicht der Grund, weshalb die Etaotsanwaltichaft angegriffen wurde. Rechts- anwalt Heine sagte vielmehr, die SlaaiSanwaltschast habe uns durch Verbindung der Auflagen in der Erledigung unserer Aufgaben unter« stützt, so dafe wir der StaatSanwaltichaft dankbar sein könnten, da» neben aber auch der Polizei, die uns im Laufe der Verhandlungen die Gelegenheit gab, durch Vernehmung vieler Zeugen in viele dunkle Winkel hineinzuleuchten. Die Staatsanwaltschaft hat ja einen Rückzug angetreten, denn sie hält nicht mehr fest an ihrer ursprünglichen Ansicht, dafe die Lciinng der Partei und die Gewerkschaften an den Exzeffen . schuld seien. Dieser Gedanke findet sich in der Anklageschrift. Er ist aber durch die Verhandlung vollständig widerlegt. ES ist nun erwiesen, daß nicht der geringste Zusammenhang zwischen der sozial» demokratischen Partei und den Unruhen besteht. Ja, die hierzu vernommenen Zeugen haben betont, daß eS de« Arbeiterorganisationen sehr unerwüm'ckit ist, rccnii_ eS ans Anlaß von Streiks zu Unruhen kommt, und dafe Zusammenstöße mit der Polizei nicht im Jutercsse der Sozialdemokratie, sondern im Interesse ihrer Gegner liegen. Auch die frühere Ansicht der Staatsanwaltschaft über die Ge» werkschaften ist als irrig nachgewiesen. Der Erste Staatsanwalt sagte, cS sei gleichgültig, ob der Streik berechtigt war oder nicht. DaS ist das gröfete Verbrechen eben, und diese Sünde wird nie vergeben, die Sünde wider den heiligen Geist, der da Macht der herrschenden Klaffen heißt. Nur e�ieS kann dich erretten: Gnade. Darum in Träne» dein Antlitz bade, daS rührt sogar einen Staatsanwalt, vermindert seines Zornes Gewalt. Und lieblich tönt eS dir an daS Ohr, er singt wie der Tannhäiffer-Pilgerchor: „Der Gnade Heil ist dem Büßer beschiedeu" Mit milder Bestrafung bin ich zufrieden I" Franz. Notizen. — Vorträge. Im Institut für Meereskunde spricht DienStag Prof Reuter über Ostseehandel und Landwirtschaft im 16. und 17. Jahrhundert. Mittwoch hält Prof. Laos den ersten Vortrag des Zyklus: Einblicke in den Schissban. Freitag spricht Dr. F o w l e r über das schwimmende Leben der Hochsce.— Die deutsche Gesellschaft für ethische Kultur veranstaltet zusammen mit dem Institut für internationalen Austausch fort- schriitlicker Erfahrungen am Dienstag, abends S'/z Uh� jm nrosien Saal des Vereins der Kanfleute und Industriellen, Jägcrstr. 22, Hos 1 part. einen Vortragsabend. Pros. Broda- Paris spricht über:„Die konfessionslose Schule in Frankreich." Diskussion. Eiiilritt für Gäste 50 Pf. �— Tbeaterchronik. Harry Waiden hat seinen Vertrag mit dem Deutschen Theater gelöst und geht ans Lustlpielhaus über. Er wird sowohl als Darsteller wie auch als Mitdirektor neben Dr. Zickel tätig sein, und eventuell, falls das Urteil aeaen Kickel bestehen bleibt, allein die Direktion deS LustspielhauseS übernehmen. — Kunstenthnsiasten. Am 16. Januar findet bekanntlich >m Lessing-Theater die Erstaufführung von Hauptmanns neuem «liick„Tie Natten" statt. Wie miigeteilt wird, sind nicht weniger als 12 600 Gesuche um Eintrittskarten zu dieser Uraufführuno bor der Direktion eingelaufen. Da das Theater aber nur rund 1000 Personen fafet, kann nur der zwölfte Teil derer, die am ersten Tage dabei gewesen sein wollen, berücksichtigt werden. Die übrigen werden erst in den späteren Tagen„dabei sein" dürfen — K u n st a b e n d. Die Vereinigung der Kunstfreunde deö Eharlottenburger LehrervercinS veranstaltet am DonnerSIao im RathanSsaale zu Cbarlottenburg eine» Hugo-Wols-«ib<>nk> Der Eintritt ist für jedermann frei. — Die Nordpolbeichte als©efchäfr q\tr SchellmofSky Mister Cook hat jetzt zweimal die Welt beschwindelt- zuerst mit dem Bericht seiner Nordpolentdeckung und nun mtt d r Berichtigung seiner Lügen. Daß diese neue Sensation bi». 8-«� sch.°indelh°ft'wie die erste sein dürfte, sehr reelle Zwecke mZolÄ beweist die Mitteilung, daß Cook für seine vier nn« einer amerikanischen Zeitschrift und einer dänische» Zeitung airka IM O�M. bezieht. Die Dumme» scheinen vittlich A£, Die StaaiZanlvaMSaft stand nicht immer auf d,e,em Standpunfi. In der Alltt-igeschrist hat sie den Streik als unberechtigt er- klärt. Da heiht es, der Verband der wollte den Streik, er wollte eine Machtprobe veranstalten, aber die Firma hatte keine Veranlasiung, die Forderung zu bewilligen. Wenn nun die Staats- anwaltschast auch i» diesem Punkte einen Rückzug angetreten hat. so muß ich doch nachweisen, daß ihr früherer Standpunkt unbegründet ist. In der Anklageschrift heißt es: die Forderung der Arbeiter war unberechtigt, weil die Finna mit Verlust arbeitet. Diese Ansicht hat durch die Verhandlung eine eigentümliche Aufklärung erhalten. Nach den Bekundungen des Geschäftsführers Buschineier hat die Firma Kupfer die Aufgabe, die schlcfischen Kohlen vom Berliner Markt zu verdränge», um für die Köhlen de« Stinneö-Konzerns den Markt zu erobern. Diese Aufgabe hat die Firma Kupfer zu erfüllen, auf die Gefahr. daß sie zunächst einen größeren Verlust erleidet. Wenn sie also wirklich Verlust dabei, sollte, so spricht das nicht gegen die De- rechligung der Arbciterforderunge». UebrigenS haben ja die Arbeiter, als sie»hre Forderung stellten, von dem angeblichen Verlust der Firma nichts gewußt. Selbst wenn sie es gewußt hätten, so haben sie doch trotzdem den Anspruch, ihre Arbeitsbedingungen besser zn gestalten. Als die Forderungen der Arbeiter der Firma eingereicht wurden, hat der Verband gleich darauf hingewiesen, daß bei einem beiderseitigen Entgegen- komnien eine friedliche Erledigung möglich sei. Die Firma hat sachlich nichts darauf geantwortet. Sie hat nur geschrieben, daß sie sich erst mit ihrem AussichiSrat ins Lelnehmen setzen müsse. Da? haben die Arbeiter so aufgefaßt, als ob sie so lange hingehalten werden sollten, bis� die für die Lohn- bewegung günslige Zeit vorüber war. Diese Ausfnssuug der Arbeiter war berechtigt. Wir haben ja gehört, daß sie sich gar nicht an den Aufsichlsrat gewandt hat! Durch daS Verhalten der Firma ist der Streik provoziert. Tie Firma bat nicht nur Verhandlungen abgelehnt, sondern gleichzeitig schwarze Listen versandt und eS dadurch den Arbeitern unmöglich gemacht, bei anderen Firmen Arbeit zu finden. Trotzdem hat der Verband nochmals Verhandlungen nachgesucht. Aber auch diesmal hat die Firma wieder abgelehnt. Die völltge Ansschalliing des Verbandes der Arbeiter war das Prinzip der Firma, ein Prinzip. welches von großer sozialer Riicksiändigkeit zeugt. I», weiteren Verlauf deS Streiks lchntc dann die Firma die Bcrhandlmig vor dem EinjgniigSamt des GcwcrbcgerichtS, ja selbst die Bermitteluug des Oberbürgermeisters Kirschncr ab. Dem TranSportarbeiierverband kann also wegen dieses Streiks kein Vorwurf gemacht werden. Trovdcm sprach der Staatsanwalt von einer Diktatur des Bcrbandes! Ebenso unbegründet ist die Be- hauptung der StaaiSamvallichast, daß der verband durch diesen Streik eine Machtprobe veranstalten wollte. Für einen Verband mit ZllvOl) Mitgliedern in Berlin hat ein Streik, an dem nur 150 Arbeiter beteilig, sind, eine sehr geringe Bedetitiing. Kein Streik kann friedlicher geführt werden, als wie dieser Streik geführt worden ist. Die Auüchl der StaatSanivaltschoft, daß der Transportarbeiter- verband schuld an den Moabitrr Exzessen sei, entbehrt hiernach jeder Begründung. Wir haben ja auch von dem Verbandsleiter Werner gehört, daß jeder Streik so geführt werden muß. daß er die öffentliche Meinung auf seiner Seite hat. Darum bat der Zeuge Werner auch tagen können, daß dem Verband nichts unangenehiner ist, als wenn es aus Anlaß eines Streiks zu Ziisaiiimeustöße» mit der Polizei kommt. Wir sehen ja unter den LS Angeklagten nur sechs Verbandsmitglieder. Wenn der Verband nicht sagen kann, daß kcins seiner Sllitglieder angeklagt worden ist. so lieg» das an gewissen Verhältn isien. Die Kohlenarbeiter sind Leute, die aus kulturell rückständigen Gegenden nach Berlin kommen. Sie entbehre» der Schulung, welche die Arbeiterorganisation auf ihre Mitglieder ausübt, denn diese Einflüsse können sich natürlich erst nack Einioirkimg auf die Arbeiter geltend machen. So ist eS zu erkläre», daß sich überhaupt einige Streikende unter den An- geklagten befinden. Dazu kommt die Errkgnng, in welche die Streikende» ver'etzl worden sind, durch das Verhalten der Firma und durch die Nnlerstützung, welche die Firma bei der Polizei fand. Hat doch die Polizei jede friedliche Annäherung der Streileudei, an die Arbeitswilligen von vornherein unmöglich gemacht. Abgesehen davon. daß schon die gesetzlichen Bestimmungen gegen Streikende als Ausnahmegesetz anzusehen find, wird auch noch die Strastcnordnilng angewandt,«im auch die loyalste Ausübung deS Rechts, Slreikpostcn zu stehen, unmöglich zu machen. Droh dieser Cinschränknngen dcZ Streikrechts sprach der Staats- anwalt von der Macht des Verbandes, vor der sich die Arbeits willige» zu fürchten hätten. Der Staatsanwalt bezeichnete die Streikbrecher als Leute, die ihr Recht ehrlicher Arbeit auszuüben betätigt hätten. In dieser Hinsicht denken die organisierten Arbeiter eben anders. Sie stelle» den Streilbrecher auf die gleiche Stufe, wie den Landesverräter. Dazu kommt noch in diesem Falle, daß die Arbeitswilligen ans einem ganz eigenartigen Material ziisammengesetzl waren. Sie sind der Firma geliefert worden, wie irgend eine Ware von einem jlaufinan» geli fert wird. Wir haben ja von Hintze, dem König der Streikbecher gehört. Hintze hat dem Zeugen von Reitzenstein erklärt, es komme seinen Leuten nicht auf höhere Löhne a», sondern nur darauf, daß sie»»gestraft hauen dürfen. Hintze selbst hat sich ja gerühmt, wie er in Moabit relngchancn hat. Er hat ja ei» besonderes System, nicht bloß Streiks zu brechen, sondern auch solche zu verhindern. Dem Herrn v. Reitzenstein hat er ja. dies System enthüllt. Er schickt einen seiner Leute in die Fabrik, wo der Streik zu erwarten ist. Der Mann von der Hinpe- Garde.haut dem Vertrauensmann der organisierten Arbeiter eins in die Frrsie'. Dieser beschwert sich bei der Fabrikleitung. Er bekomm, tel» Recht. Damn kriegt er nochmals.eins in die Fresse", sodaß er schließlich von selber geht. So vertreibt Hinye die organisierte» Arbeiter und verhindert den Streik. Wenn es aber zum Streik kommt, dann tritt Hintze mit seinen Siebenmonatskindern an und bricht den Streik mit den Mitteln, wie wir eS hier gesehen laben. In welcher Weise die Streilbrecher in Moabit ruhige Leiite verbauen haben, dafür sind uns eine Reihe von Beispielen angeführt worden. Ter Staatsauwalt hat die Kupfersche» Streikbrecher als harmlose Leute bezeichnet. Wir man auch diesen Begriff auslegen mag, die Leute. von denen wir hier gehört haben, kann man nicht als harmlos an- sehen. Man hat die Streikenden mit Revolvern bewaffnet und mit Gnmmischlänchen, von denen wir hin Eremplar, mit Sand gefüllt und mit eisernen Schrauben versehe», gesehen haben. Mit Revolvern zeigten sich die Streikbrecher auf der Straße. Sie spielten nicht nur mit den Waffen, sondern bedrohten das Publikum damit. Ja, sie haben auch geschossen. Tnß das geschehen konnte, daran ist doch auch die Polizei schuld. Polizeimajor Klein hat zwar verboten, daß den Arbeits- willigen die Revolver welche er auf dem Koblenplatz sah. mit. gegeben werden. Der Major hat sich aber nicht überzeugt, ob die Leute noch eigene eigene Revolver im Besitz halten. In dieser Hin- stch''st Major Klein a,so„iwl von jeder Sckrntd frei. In den Fällen, wo Arbe,»willige geschossen haben, fanden sie ,a den Schutz der PRizeu Die Arbeitswilligen haben ja auch it« mehreren Fällen Leute mißhandelt, die ihnen auf dem K-hlenplat, von Polizei. bcnmten m die Hand gespielt worden sind. Auf diese Weise sind ja nicht nur Streikende, sondern «tch ganz unbeteiligte Personen, die nach dem Kohlenplatz siinert tvurden, von Arbeitswilligen verprügelt worden. Die Angeklagten Hagen, Albrecht und Zollchow sind auf diese Weise mißhandelt worden und der Zeuge Callics hat uns die gemeingefährliche Art geschildert, in der ruhige Straßenpassaute» von Streikbrechern verhauen wurden. DaS kann der Polizei nicht entgangen sein. Die Mißhandlimgen durch Arbeitswillige, die nnter den Augen der Polizei verübt worden sind, stehen im engsten Znsammeuhang mit den Mißhandlungen des Publikums durch Schutzleute. Der Staatsanwalt sagte, die Schutzleute seien in den ersten Tagen ruhig und besonnen gewesen. Er gab aber zu, daß seit dem 27. September eine gewisse Erregung unter den Schutzleuten Platz gegriffen babe. Trotzdem sind die Sänitzkeute am 28. mit Karabinern und scharfe» Patronen ausgerüstet worden. Daß die auf- geregten Beamten sldärfer als sonst bewaffnet wurde», das hätte Polizeimajor Klein, der doch die Stimmung der Beamten von eigener Anschauung kannte, nicht zugeben dürfen. Recht bezeichnend ist eine Aeußerung. die Herr v. Egidy im Jahre 1884 vor Gericht machte. Es handelte sich damals um das Vorgehen der Polizei gegen die Besucher einer Arbritslosenversammlung. Herr v. Egidy sagte danials, die feindsclige Erregung der drutschen Soldaten in Frankreich war nicht so groß, wie die der Schutzleute gegen die Arbeitslosen. Diese Stimmung der Polizeibeamten ist bis auf den heutigen Tag geblieben. Sie wird auch so lange bestehen bleiben, bis das System, welches wir hier kennen gelernt haben, bis ans den Grnnd geändert ist. Haben wir doch hier gehört, daß ein Schutzmann tagte: Wenn die Säbel nicht gebraucht werden, dann rosten sie. Der Mann freute sich auf die Gelegenheit, wo er den Rost von einem Säbel mit Bürgerblnt abwa'chen konnte. In bezng auf die Mißhandlungen stehen die Kriminalbeamten hinter ihren uniformicrten Kollrgen nicht zurück. Sie ve» standen es, mit ihren Waffen nocd besser aufzuräumen, wie die Schutzleute mit dem Säbel. Hundert» undachtzig Kriminalbeamte erschienen eines Tages in Moabit. Wir haben nicvt erfahren köniien. wie sie dabin gekommen sind. Uu- gerufen durch den obersten Leiter der Polizei in Moabit erschienen sie auf dem Kampfplatz. Major Klein wußte nicht, welche Aufgabe sie halten. Wir haben zwar gehört, daß die Kriminalbeamten der 4. Abteilung Straftaten ermitteln sollten. Aber über die Tätigkeit der Beamten von der politischen Abteilung tonnten wir überhaupt nichts erfahren. Sie muß also wohl so gc- wesen sein, daß sie am besten in Dunkel gehüllt bleibt. Die Kriminalbeamten sind nach Moabit geschickt worden. weil man aus dem Polizeipräsidium der Meinung war, im Ver- häliniS zi« den Ansschreiiungcn seien nicht genug Leute sislicrt worden. Diese Meinung stützte sich auf Zeitungsberichte. von denen wir mit Sicherheit annehmen können, daß sie von der Polizei selbst herstammen. DaS ist eine ganz eigentümliche Art, die Not- ivendigkeit tür eine Verstärkung der Polizei zu schaffen. Welche Tätigkeit die Kriminalbeamten in Moabit eutfaltet haben, dafür hat uns die Beweisaufnahme eine Reihe erschreckender Bilder geliefert. Der Ucberfall aus die englischen Jonrnalisteu ist ja durch den Kriminalwachtmeister Ritzer veranlaßt worden. Er war es ja, welcher durch den Ruf: Aus die Kerle im Auto! das Signal zum Einhancn gegeben hat. weil sich in seinem Kopf das Märchen fest- gesetzt hatte, in dem Auto seien die Führer des Aufruhrs zu finden. Eine Anzahl ähnlicher Märchen, dir von Kriminalbeamten aufgebracht wurden, sind uns hier bekundet worden. So von dem radfahrenden Dienst der Parteileitung, von dem Knaben, der mit einem Feuerhaken das Straßenpflaster aufriß, von dem Manne mit dem Maurerhammer, der die gleiche Tätigkeit entfaliete. Alle diese Märchen haben sich als völlig halllos herausgestellt, ebenso noch manche anderen Fälle, wo Kriminalbeamte Gespenster gesehen haben. Die Kriminalbeamte« waren nicht nur Ermittler von Straftaten, sondem sie waren auch Rächer und Strafvollstrecker in einer Person. Ueber die Tätigkeit der Kriminalpolizei hat der Staaisanwalt nicht ein Wort gesagt. Will er mit ihnen vielleicht ebensowenig zu tun haben, wie die uniformierte Polizei? Seit dem 27. beherrschten die Kruninalbeaniten in Moabit die Straße. Sie ichlnge» auf das Publikum ein und loaren insofern ganz»»parteiiich, indem sie die Prügel ohne Rücklicht ans Alter, Geschlecht nnd StandeSzugehörigkeil verteilten. Hat doch selbst der Buchhalter von Kupfer seine Prügel bekommen. Mehrere Zeugen haben unS die Kriminalbeamten in der Rolle von Lockspitzel» lWigt. Znerst war es der Schneidermeister Oslath, der in dieser Hinsicht einwandsfreie Beobachtungen gemacht hat. Er hat die Leute gesehen, welche„Bluthunde" riefen, sich bei der Attacke an die Wand stellten und durch den Ruf:„Halt, Kollege!" vor jedem Angriff der uniformierten Schutzleute gesichert waren. Wie ein Zauberwort wirkte dieser Ruf. Wer nach den Bekundungen deS Zeuge» Oslaib noch im Zweifel sein konnte, ob eS sich hier wirklich um eine Lock- spitzeltäligkeit von Krinmialbeamten handelte, der mußte durch die Angaben später vernommener Zeugen zu einer anderen Ansicht kommen. Ganz besonders gravierend waren ja die Angaben des Zeiigen Piilichau, eines in jeder Hinsicht einwandfreien und un- parteiischen Manne». Er wußte sogar noch mehr aiizngeben. wie die vorhergegangenen Zeugen. Denn er bat gesehen, daß es Kriminal- beamte waren, welche zuerst„Bluthunde" riefen und dadurch erst die Menge zur Nachahuning reizten und nachher auch duich das Zauber- wart.Halt, Kollege!" vor Angriffen der uniformierten Schutzleute sich zu sichern wußten. Durch diesen Zeugen ist bewiesen, daß Kriminalbeamte im wahren Sinne deS Wortes als Lockspitzel aufgetreten sind. Wenn der Erste Staatsanwalt sagte, der Haß sei als Rädels- führer unter der Menge gewesen, so sage ich, daß wenigstens in dem von Prilschau bekundeten Falle Kriminalbeamte die Rädelsführer gewesen sind. Ich habe noch nickit gehört, daß von diesen Rädels« fübrern einer unter Anklage gestellt worden ist. Aber diese Aus- sage steht ja nicht allein. Auch andere Leute haben verdächtige Ge- stalten gesehen. Auch bei der Attacke aus die Loeweschen Arbeiter iiid Leute beobachtet worden, die wie Kriniinolbeamte aussahen und an der Spitze der immer wieder eindringenden Mensche» standen. Daß Kriminalbeomten, die in Moabit waren, eine'solche Tätigkeit zuzutrauen ist, daß die die Polizei angereizt haben zum Sturm auf die Loeweschen Arbeiter, das stimmt mit den Aussagen anderer Zeugen vollkommen überein. Wir haben ja gehört, daß ein solcher Mann eine Fcnstrr- scheide entzwei schoß niid daß ihn die vorübergehenden Schnvleute unbehelligt ließen. Ein anderer schoß dir Bogenlampe eines Waren- hauseS entzwei. Wir wissen ja auch, daß Kriminalbeamte in Moabit waren, die in Arbeiterkleidung steckten. Warum mußte» die Kriminal- beamte» gerade Arbeiterkleidung anziehen? Da» verstärkt doch den Verdacht der Lockipitzelei. Es ist ja auch nicht daS erste Mal, daß Berliner Kriminalbeamte alS Lockspitzel tätig waren. Ich erinner« an den Prozeß Leckrrt-Lützow und an unseren An- trag, der ja leider abgelehnt worden ist, wodurch bewiesen werden sollte, daß ein Kriminalbeamter bei einer Wahlrechtsdcmonstratiou die Leute aufforderte, einen Postwagen in die Spree zu werfen. Das ist auch ein Fall, wo ein Kriminalbeamter als Lockspitzel tätig war. Auch be» den Borfällen aus Anlaß der Wahlrechts- Demonstrationen an der Friedrichsgracht stand der Kriminalbeamte in den vordersten Reihen der Demonstranten. Die Beweise für die Lockspitzellätigkeit der Kriminalbeamten wären noch handgreiflicher beigebracht worden, wenn nicht der Polizeipräsident den Beamte» die Genehmigung zur Aussage verweigert und so den Vorhang zugezogen hätte, der diese Seite der Tätigkeit der Kriminalbeamten verhüllt. Ich hatte ja unter Beweis gestellt, daß ein Polizeileutnant zum Kriminalkommissar Kluth gesagt habe, eZ gehe auf der Straße so unangenehm onstäudig zu, der Kommissar solle doch seine Leute in die Menge schicken, damit endlich etwa? passiere und die uniformierten Schutzleute gegen die Menge vorgehen könnten. In diesem Falle hat ja der Polizeipräsident die Genehmigung zur Aussage erteilt. Daß die Angabe nicht aus der Luft gegriffen ist, das wird dadurch bewiesen, daß Kriminalkommissar Kluth sogleich etwas davon wußte. Er wußte, um welchen Polizei- leutnaiit es sich handelte, doch soll dieser nur gesagt haben, hier ist ja heute nichts los. Die weitere Bemerkung konnle Kommiffar Kluth nicht abstreiten. Er erinnerte sich ihrer nicht. Wenn in solchen Fällen sich eine auffallende Gedächtnisschwäche bei einem Polizei- beamten bemerkbar macht, dann weiß man, was man davon zu hallen hat. Nach allem, was hier über die Tätigkest von Lockspitzeln dar- getan wurde, steht fest, daß die Kriminalbeamten das ihrige getan haben, um als würdige Schwestern der Uniformierte»- angesehen zu werden und ihren Anteil an den Lorbeeren zu fordern, die die Uiiifonnierten in Moabit errungen haben. Tie Polizeibeamten, denen nachgewiesen ist. daß sie ihre Befugnis überschritten haben, haben die Stelle deS Kampfes verlassen, befleckt mit dem Blute der Bürger. Diese Blutflecke find nicht durch die ihnen der- liehenen Orden zn verdecken. Der Vorsitzende unterbricht den Verteidiger nnd fragt den Ersten Staatsanwalt, ob er wegen dieser Aeußerung Anträge zu stellen habe. Erster Staatsanwalt Steinbrrcht: Ich halte eS für sehr kränkend für die Polizei, wenn gesagt wird, daß sie mit Blutflecken davon ge- ganger, sind, die nicht vei deckt werden können durch die Orden, welche ihnen von allerhöchster Stelle verliehen wurden. Ich stelle eine Ordnungsstrafe anHeim. Rechtsanwalt Roscufeld: Ich habe zn erklären, was ich gesagt habe. ist die Ueberzeugung, die ich auf Grund der achtwöchigen Verhandlung gewonnen habe. Von dem was ich sagte, habe ich kein Wort zurück- zunehmen. Gerichtsbeschluß. Nach kurzer Beratung de? Gericht» verkündete der Vorsitzende den Beschluß: Rechtsanwalt Dr. Roscufeld wird wegen Ungebühr in eine Ordnnngsstrafe von 100 M. genommen. Vors.: Ich habe eine Stimme voin Zuhörerraum gehört. Wer war das? Der Gerichtsdiener und ein Kriminalbeamter weisen auf die letzte Bank, auf der vier Leute sitzen. Vorsitzender: Hat der Betreffende den Mut sich zu melden? Dann erlnche ich den Betreffenden, vorzutreten. Ein Mann tritt vor und erklärt, er sei der Invalide Wietschorek. Er habe aber gar nicht« getagt, sondern sich nur geräuspert iufolge seiner Kraukhelt. Er wird darauf entlassen. Rechtsanwalt Rosenfeld setzt hierauf sein Plädoyer fort und behandelt hierauf die acht Einzelfälle, deren Vertretung ihm übertragen worden ist. Die Anträge des StaalSanivaltS bezeichnet er als viel zu hoch, teilweise als geradezu unbegreiflich. Der Verteidiger schließt mit den Worten: Sie haben, meine Herren Richter, beim größten Teil der Fälle, die zur Anklage stehen, die Haft oufgehobc». Sie haben damit an diesen Fällen gezeigt, daß Sie Milde walte» lasten wollen bei diesen Angeklagten. �ch habe nur noch die eine Bitte: verfahren Sie nach demselben Gesichtspunkt bei der Frage der Verurteilung und bei der Frage dcS Strafmaßes. Rechtsanwalt Heine geht dann kurz ans fünf ihm übertragene Einzelfälle ein und bittet, die Strafen durch die Uniersuchungstiaft für verbüßt zu ei klären und den viel zu well gehenden Anträgen deS Staatsomvalis nicht zu folgen. Zur Entgegennahme der üdrigev Plädoyers wird für Montag S'/z Uhr eine weitere Sitzung anberaumt. Die Verhandlung findet von diesem Tage an wieder in dem Räume statt, wo sie begonnen hat, nämlich im Schwurgerichissaal 664 im Neuen Kriminal« gerichtsgebäude._ Hu 9 aller Melt. Ein frommer Schwindler. In dem Dorfe Geesthacht bei Hamburg leitete der Kauf" mann Hubert Schweig mann seit Jabren die dortige Spar- und DarlehnSkaffe. dertm Direktion sich in Hannover befindet. Er er- freute sich weithin große» Vertrauens, das soweit ging, daß ihm ein Teil der Sparer ihre Sparbelräge ohne jede Empfang«» bestätigung auslieferte. Die» große Vertrauen miß- brauchte der Herr Direktor, der über der Tür seine» Bureau» den Spruch hängen halte:«Gott hat geholfen. Gott hilft weiter, wir wollen daSBeste hoffen", auf da» schnödeste. Durch einen Lehrer a. D.. der kürzlich in den Vmstond gewählt worden war, wurden ganz bedeutende Fehlbeträge aufgedeckt. Dies« wurden ansänglich aus 120 000 M. geschätzt, werden aber wohl die Höhe von 200000 M. erreiche>». gewiß eine für ländliche Verhälluiffe sehr bedeutende Summe. Ziemlich 100 000 M. werden die 43 mit je 2000 M. haftenden Mitglieder der Kasse zahlen müssen, den Rest wird die Direktion decken, so daß, abgesehen von den Mitgliedern selbst, wohl nur diejenigen, weltfce ihr Geld ohne Ouittung bergegeben haben, geschädigt haben. Vermutlich werden die Mitglieder den Aussichtsrat ersatzpflichtig machen. Was Scdweigmann mit dem unterschlagenen Geld« angefangen, hat sich bis jetzt nicht feststellen lassen._ Vom Erdbeben in Zentralaflen. Nach einem Telegramm sind in der Stadt Wjernyt infolge der durch das Erdbeben verursachien HauSeinftsirzk 700 Familien obdachlos, die sich tagsüber in Schnkg-bäuden und Kasernen aufhalten. die Rächte aber au« Furcht vor einem neuen Erdbeben trotz 10 Grad Kälte unter freiem Himmel zu» bringe»». In der Umgegend sind tiefe Erdriffe sowie Hebungen und Senkungen de» Boden« entstanden. Unterhalb de» Gletschers wurden riesige dunkle Felsstücke in nördlicher Richlung auf die S-tmeeselder geschleudert. In den FelSsckluchten im Osten und Westen wurde eine groß« Zahl von Menschen und viel Vieh unter den Trümmern der durch Erdbeben verursachten Berg« stürze verschüttet. Die Meldungen au» Tokmak.?ischpek. au» der Bnamschlncht und vom Rordwesiufer de» Jsihk'kul-SeeS lassen vermuten, daß der Miitrlpimkt des Erdbeben« im Ostteil deS Jffqk» kul«SeeS oder etwas südlicher lag. Die Telegrovhenliuie zum Nord« ufer ist zerstört, ebenso infolge der starken BerSuderung der Erdoberfläche die Straße nach PrschewalSk. Ter gepfändete Kriegerverein. Durchtränkt von patriotischem Geiste hatte der Krkegerverein deS rheinischen Orte« Wesseling im September vorigen Jabre« eine Sedanfeier veranstaltet, deren Reinertrag für die Kriegergräber be- stimmt war. Der Festball wurde mit 100 Mark zur Steuer herangezogen. Der Verein war erbötig. 50 Mark zu zahlen. Der Streit zwischen dem Berein und dem Gemeinderat hat nun» «ehr ten verlaus genommen, dah die des Krieger« Vereins mit der vom Kaiser verliehenen Schleife, sechs Gewehre und 200 Patronen, drei Böller, ein Fahnenschrank und verschiedene kleine Utensilien zum Zwecke der Zwangsversteigerung gepfändet wurden. Und da sollen unsere Patrioten noch Lust haben, in Zukunft Vaterländische Gedenktage festlich zu begehe»? TaZ ist ja geradezu zum Notwerden!__ Kleine Notizen. Opfer deS winterlichen Sports. Bei Kehlheim in Bayern brachen auf einem Kanäle beim Schlittschuhlaufen drei Knaben ein. Nur einer von ihnen konnte sich retten. Aus Schlesien wird eine Anzahl schwerer Rodelunfälle gemeldet. Auf der Rodelbahn am Matibeushügel bei L i e g n i tz erlitt die Ehefrau eines BizefeldwebelS schwere innere Verletzungen Auf der Landeskronen-Rodelbahn bei Görlitz wurden zwei Fahrer schwer verletzt und bei G o l d b e r g erlitt der Fabrikarbeiter K a tz n e r einen doppelten Beinbruch. Bei F r i e d l a n d wurde ein elijähriges Mädchen aus dem Rodelschlitten geschleudert; sie erlitt eine Kopfverletzung und schwere Gehirnerschütterung und dürste kaum mit dem Leben davonkommen. Ucbrrfall auf einen Arzt. In räuberischer Absicht wurde in München- Gladbach auf dem Nachhausewege Herr Dr. Zapf, Arzt der dortigen Lungenheilstätte, von vier Männern überfallen. Der Arzt feuerte mehrere Revolverschüsse auf die Angreifer ab; drei derselben entflohen, der vierte wurde durch zwei Schüsse in die Brust schwer verletzt. Durch Großfcuer wurden in der vergangenen Nacht in dem Würltembergiscven Orte Ebingen zehn Häuser eingeäschert. Eine Kaufinannsfamilie konnte sich nur durch Abipringen aus den Fenstern letten, ein Handlungsgehilfe ist in den Flammen um- gekommen. Schwerer Gnibeiniiifall in Spanien. In einer Mine der Rio Tintogesellschaft in H u e l v a wurden durch Nachgeben deS Erdreichs mehrere Arbeiter verschüttet. Fünf Tote und fünf Verwundete wurden bereils geborgen. Eine Kesselexplosion ereignete sich gestern in einer Spiritusfabrik der ungarischen Orlichaft FeranczvagoS. Drei Arbeiter wurden dabei tödlich verwundet, zwei weitere Arbeiter er- litten schwere Verletzungen. Alkgeiuetne FamINeuflervekasse. Heute Sonntag von fr— 8 M« Zahltag Andreasslrabe 123 bei Wernicke und Marimlnenstrabe 43 im ltestaurant._ WktterunqSüberlicht vom 7. Januar lull, morgens 8 llvr. - 5 Stationen:S4I b~ jf' Settel 1? Ja gl jromtmv«"72 SD Hamborg|768D *erftt 770 D anti.a l'i 769 SD Äünchiv i 773 SS Wien 770 still 3 heiter 3 wolkig 2 bedeckt 2 Dunst 1 heiler Nebel »li e» »«Z. — s i —5 5 C tattonen i!i ji Irl Vetter e-« h *k 4 bedeckt—4 2 bedeckt—6 8 768 SN® 3halb bd. >762 SSW wollcnl 2 bedeckt 2 1 Havaranda 766 SD Petersburg 778 S Sctllv Kranki.a vi 769 SD 2 Dunst—6'lberdeeu Rünchen>773 SS 1 heiter—11 Parrs>767 S 0 I\ I Wetterprognose nir Sonntag, de» 8. Januar IV1A. Zeitweise ausllarend, aber noch veränderlich mit vereinzelten leichten Niederfchlägen bei wenig veränderten Temperaturen und schwachen bis mätzigen südöstlichen Winden. Berliner Setter Bureau. mmmtKmmmmmBmmmmm mmmmmmmmmmmrn t Dem ewig jungen RiHmi'«! Arndt J zum 51. Wiegenseste ein drei- tz mal donnerndes Hoch! I Sparklub Gäufeklein. 4 Unicrcm lieben Dufei u. Tante, 4 dem Neltaurateur J Wilhelm Waesch n. Frau, 2 die herzlichsten Glückwünsche zur 4 Silberhochzeit. 4 ybre Nichte Rosa Riede und 1 Christian Schäfer nebst Sohn. �Christ Allen ifreunde» und Bekannten die lramige Nachricht, daß mein lieber Mann, der Hausdiener und Musiker psu> Knaus« am 26. Dezember 1910 plötzlich verschieden ist. Die trauernden Hinterbliebenen Witttie Angaitte Krause, Liegn tzer Str. 4. Die Beeidigung findet am 9. Januar, nachmittags 3>/, Uhr, von der LeichenbaUe des Zentral. FriedhoscS in Friedrichsselde aus stait. 25!0b ZMileMi'zlj�d.VMei'eii! tvr den l.BerlinerReiclistapalilte Ciürlltzer Viertel. Bezirk 224, Teil X. Den Mitgliedern zur Nachricht, dag unser Genosse, der Hausdiener Paul Krause Liegnitzer Str. 4 gestorben ist. 215/6 Cfhtc seinem Andenken! Die Beerdigung findet am Montag, den 9. Januar, nach- mlttags 3'/, Uhr, von der Leichen. hall« de« Zentral» Friedhofes in Friedrichsselde auS statt. Um rege Beteiligung ersucht Der Baritaud Oeutscher Transportarbeiter* Verband. Bezirkeverwaltung GroB-Berlln. Den Mitgliedern zur Nachricht, datz unser Kollege, der Arbeiter Johann Herfuhrt am 6. b. Ml», im Wer von SS Jahren verstorben ist. Ehre seinem Andenken k Die Beerdigung findet am Sonntag, den 8. d. MlZ., nach. mittags S'/jUht, von de, Leichen. halle des Rummelsburger Fried- hofeS, Lückstraße, aus liatt. Um rege Beteiligung wird ersucht. Den Mitgliedern zur Nachricht. daß unser Kollege, der HauS- dieuer faul Kranze am 26. Dezember im Alter von 34 Jahren durch Ueberjahren verstorben ist. Ehre seinem Andeuken k Die Beerdigung findet am Montag, den g. d. Mis.. nach. mittags s1/, Uhr, von der LAchkn- hall« des Zentral-Friedhoses in Friedrichssclde aus stait. ersuch? Beteiligung wird Wilhelm Schllnsen am 3. d. MlS. im Alter von 43 Jahren verstorben ist. Ehre seinem Andenken! Die Beerdigung findet am Sonnabend, den 7. d. Mts..„ach. miitags 3 Ubr, von der Leich.». volle de» Krai'lenbauscS Moabii ouS nach dem HeilandS-Kirchhos. Plötzensee, statt. 65/3 Die Bezirksverwaltung. Allen Freunden und Bekannten die traurige Nachricht, daß unsere liebe Tochter und Schwester Lisheth Schmoock in ihrem 17. Lebensjahre nach kurzem schwerem Leiden ver starben ist. 2560b Dies zeigen tlefhetrübt an Ulbert Schmoock nebst Frau und Kindern. Die Beerdigung findet Montag. nachmittag B/.Uvr aus dem J Kreuzlirchhoj in Manendorf statt. !ellti'al-lti'aiiliee-!jii!ei's!i!t!lli!gs- verein der Sciimifde u. verw. Gewerbe Oeuischlands. Zahlstelle Berlin 9. Den Mitgliedern zur Nachricht, daß unser Mitglied Witketm Büttner am 5. Januar verstorben ist. Dle Beerdigung findet am Montag, den 9. Januar, nach- mittags 3'/, Ubr von der Leichen- balle des Himmelsahrts-Kirchhoses (Nordend) auS stall. 2S76b Ilm rege Beteiligung ersucht Die Lrtsverwaltuug. smmsin Mitgl. deS Arbeiter- Gegründet am S. Aug. 1890. „klclile" Turner- Bundes. GeschSslSst.: Koppcnstr. 24 II. Oentsener Metallarbeiter-Verband Verwaltungsstelle Berlin. Todes- Anzeigen. Den Kollegen zur Nachricht, daß unser Mitglica, der Metallarbeiter «Mthetm Büttner am 5. Januar an Herzleiden gestorben ist. 110/9 Ehre seinem Andenke»: Die Beerdigung findet am Montag, den g. Januar, nach- mittags 31/, Nbr. von der Leichen- halle des Himmelslablts Kirch. hoieS in Nieder-Schönhauscn- Nordend aus statt. Rege Beteiligung wird erwartet. _ Die Ortsverwaltung Hierdurch die traurige Nachricht. daß mein geliebter Mann, unser guier Vater, der Arbeiter Joksnn Herfurth am Freitag, den 6. Januar, Plötz- lich an Herzschlag verstorben ist. Um stilles Beileid bitten Gie trauernde Witwe nehtt Kindern. Die Beerdigung findet heute Sonntag, den 8. Januar, nach- mittags 8'/, Ubr, von der Leichenhalle des Rummelsburger Gemeinde-Friedhoses, Lückswatze aus statt. 2577 b Am Donnerstag, den 5. Januar, verstarb nach kurzem scvweien Leiden unsere Tochter, Schwester und Mutter. Frau 2574d Berts Berxmsllll Im 23. Lebensjahre. Im Namen der trauernden Hinterbliebenen It. Lange, Putzer. Die Beerdigung findet am Montag, den S. Januar, nach. mittag» l'/, Uhr. von der Leiche». balle der Philippus- Gemeinde nach dem Siädtiichen Friedhofe in der Müllerstraße(Ecke der See- jtraße) stait. Tumvereiii„Fichte" , ,1.. Krauen• Abteilung. Am 6. Januar entschlief nach kurzem schweren Leiden unsere liebe Turnschwester Elisabeth Schmoock Im 17. Lebensjahre. 285/10 Wir werden unserer lieben Tunischweller ein ehrendes An- denken bewahren. Die Beerdigung findet am Montag, den 9. Januar, nach- mittags 2'/, Uhr, aus dein Heilig Ki euz- Kirchhos in Marieudorf, Eisenacher Slraße. statt. Um rege Beleiligung bittet Der Vorstand. ___________ II! Berlin, KöniggrStzer Str. 90. Tage»-« Abendkurse. Ausbildung zum Techniker, Architekten. Ingenieur. Werkmstr.-Kurse 60 Dozenten Chemischee, elektroteohn., maschinentechn Laborator. Hörsäle m. Projektions-Ein- riohtung Lichtbilder-Vor- träge. Besichtigung, nn- verhindliche Teilnahme am Lnterrioht gestattet Größe: 4 Etagen des Grundstücks (V orderh..Seitenfl., Quergeb.) Ij-'W.......... Montag, den 9. Januar, abends 8 Uhr, Eröffnung der 4. Frauen-Abteilung in der 206./212. Gcmeindeschule. Moabit. Siemensstr. SB. Emschreib'geld: 35 Ps. Monatlicher Beilrag: 60 Ps. Im Beitrag ist die monatlich einmal erscheinende Zeitschiist„Ble Tm-neiln" und das„Alttellungsdlutt" des VercmS sowie die UaCallkaMse mit einbegrissen. 285/12 Turnstunden: ülontag und Donnerstag 8— 10 Uhr abends. PV Ausnahme von Mitgliedern in den Turnstunden. Mitglieder, welche sich am Erössuungsabcud aumelden, sind vom Ei» schreib egeld befreit. l'reitasr, den 6. Jannur 1011. wurde bei W. Kaczorowski, Berlin ktz., Rabc»e»r. K, Nähe des NeticlbeckptatzeS, Dienstag, den lO. Januar, wird bei Lehman». Rixborf, Herwannsirasie. Ecke Slciinnebsirafie, abends 8'/, Ubr, uueutgelUich ein Kursus in Stenvxrapkie eröffnet. Daner des Kursus 10—12 Stunden. 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Wohnung und Beruf der, enigen Mitglieder, welche Arbeitslosenunterstützung erhalten und für die der gememd- b) Datum" de s �ffleg i nrw'fce r"' 2lr 6e i tSlofig Wt sowie der Beginn c) die A�e�der" Tage."f�r�we�e der Unterstützungsanspruch ck) dc� Betrag der Unterstützung, die statutenmätzig geleistet wird;„.. c) der Betrag, der pro Tag und Kopf zugeschossen w,rd; l) die Art der von dem Verein ausgeübten Kontrolle der Arbeitslosen. Ferner gestatten die Vereine den Beauftragten der Verwaltung dieses gemeindlichen Fonds jederzeit Einblick in alle Einrichtungen ihrer Arbeitslosenunterstützung.« s 7. Zahlung der Arbeitslosenunterstützung. Die Vereine zahlen ihren Mitgliedern zusammen mit der statutenmätzigen Unterstützung den Betrag des gemeindlichen Zu. schuffes vorfchutzweise au» und reichen allmonatlich ihre Liste(§ 6) der Verwaltung zur Abrechnung ein. Gemeindliche Arbeitslosenunterstiitzung. § 8- ZugehSrigkeit zu dieser Untcrstützungskasse. Der von der Gemeinde eingerichteten Arbeitslosenunter» stützungskafie(§ 1) kann jeder UI der Gemeinde wohnende In. validenversicherungSpflichtc angehören, sofern für seinen Beruf keine Lerufsvereinigung besteht, die Arbeitslosenunterstützung zahlt. 8 8. Britragslristung. Der wöchentliche Bettrag beträgt: für die l- und 2. Jnvalidenversicherungs-Deitragsklassc 20 Pf-: für die 3.» 4. und B. JnvalidenversicherungS-Beitragsklasse 80 Pf. Bei militärischen Uebungen. Krankheit und Arbeitslosigkeit ruht die Bcitragspflicht.� Wer au» anderen Gründen langer als vier Wochen sein« Beiträg« nicht entrichtet, verliert alle auS der Bersicherung jhm zustehenden Anrechte. Die Beitragslcistung wird durch Einkleben von Marken in einer Zahlkarte bescheinigt. § 10. Hohe der Unterstützung. Nach gezahlten B2 Wochcnbeiträgen kann nach Ablauf einer Woche vom Tage der Anmeldung der Arbeitslosigkeit Unter- stützung gewährt werden, und zwar inneriwlb eines Beitrag»- jähre» bis zu CO Wochentagen mindestens t M. pro Tag. § lt. Karenzzeit. Nach Ablauf von 60 Unterstützungstagen innerhalb dcS Bei- tragsjahres kann erst von neuem wieder Unterstützung bezogen werden, wenn mindestens 40 Wochenbeiträge vom letzten Unter- stützungstage ab gezahlt wurden. 8 12. Ruhen der Unterstützung. Bei Arbeitslosigkeit infolge von Streik, Aussperrung, Krank- heit, Unfall und Invalidität wird diese gemeindliche Unterstützung nicht gewährt. 8 13. Kontrolle der Unterstützung. Jeder unterstützungsbcrechtigtc Arbeitslose hat sich täglich bei dem von der Verwaltung bestimmten Arbeitsnachweis(Jj 3) zu melden und dessen Äontrollbestimmungen sich zu unterwerfen. § 14. Ablehnung vermittelter Arbeit. Für die Arbeitsvcrmittelung gelten die im§ S festgesedten Bestimmungen. » Außer diesem Antrage hat die sozialdemokratische Fraktion der Berliner Stadtverordnetenversammlung die Einrichtung eines städtischen Arbeitsnachweises beantragt und ein hierauf bezügliches Statut eingereicht. » In den kleineren Vororten, welche eigene Arbeitsnachweise zu errichten nicht imstande sind, ist folgender Antrag einzubringen: Die Versammlung wolle beschließen: Einen gemeinschaft- lichen Arbeitsnachweis an den» zu errichtenden städtischen Ar- beitsnachweis in Berlin anzugliedern und die erforderlichen Mittel in den Etat für 1911/12 einzustellen. Soziales. Ein arglistiger Lrhrherr ist nach einen� Urteil der II. Kammer dcS Kaufmannsgerichts der Kaufmann OS'tar Hemicke» alleiniger Inhaber der Firma„UnitaS", Finanzieruiigsgesellschaft, Heinicke u. Mollen, Hindcrsiustratze 4. Der Lehrling F.. der seit dem 1. Oktober v. I. bei ihm in der Lehre stand und im Dezember das Lehrverhältnis bereits wieder gelöst hatte, klugte im Beistande seines Vaters auf Rückzahlung des Lehr- geldcs im Betrage von 309 M. Der Beklagte soll nach der Ueber- zeugung des Kläger» gar nicht in der Lage fein, den Vertrag zu er- lüllMt. da dessen Geschäftsbetrieb kein richtiges Bank- und Kom- misflonSgeschast sei, in dem seine Ausbildung zu einem Bankbuch- Halter möglich wäre. Vor Eintritt in die Verhandlung lehnte der Beklagte den Vor- sitzenden, Magistratsassessor Liebrccht, wegen Besorgnis der Be- fangenheij; ab. Ten AblehnnngSantrag begründete er mit den Tat- iachen, Hätz er in dem kürzlich erledigten Prozeß seines Lehrlings W. untzer Borsitz des abgelehnten Richters zur Rückzahlung deS Lehrgeldes verurteilt worden ist und daß in der vorliegenden Sache unter. Androhung einer Ordnungsstrafe von 50 M. sein persönliche? Ericheinen angeordnet worden ist. Als darauf die Kammer unter Versitz des Magistratsasscssors Dr. Depene über den AblchnungS- ontrag verhandeln wollte, lehnte der Beklagte auch diesen Vorsitzen- den ab. weil er über die Sache nicht informiert sei. TaS Gericht wies den AblehnungSantrqg als unzulässig zurück und wies auch den Ablehnungsantrag gegen den Assessor Liebrccht ab. Das Gc- richt hatte die. Ueberzeugung erlangt, datz der Beklagte die Ab- lchnungsanträge nur gestellt hat, um den Prozeß hinzuziehen. Alsdann wurde zur Sache verhandelt. Der Beklagte behauptet, der Kläger habe das Lehrverhältnis grundlos gelöst; nach dem Ver- trage besteht auch kein Anspruch auf Rückzahlung des Lehrgelds. Während seiner nur wenige Jahre zählenden Selbständigkeit habe er schon 30 Lehrlinge gehabt, die alle ihr gutes Fortkommen als Bankbuchhalter hätten. Als Zeugen wurden gehört der Lehrling W.. der ebenfalls den Lehrvertrag fristlos gelöst und beim Kauf- mannSgericht ein obsiegendes Urteil gegen den Beklagten erstritten hat, zwei noch beim Beklagten in der Lehre stehende junge Leute, eine Schreibmaschinendamc und der„Geschäftsführer". Die Be- weiSaufnahme ergab, datz der Beklagte ein eigentliches Bankgeschäft gar nicht betreibt. Er besorgt nur Geldvcrmittelungen, beschafft Hypotheken und Darlehen an Beamte, wobei er gleichzeitig Lebens- vecsicherui'gsabschlüssc zu machen sucht. Hin und wieder besorgt er die Gründung von Aktiengesellschaften. So ist die im Hause Hin- dersinftratze 4 befindliche„Metcor"-PatentverwertungZgcsellschaft m. b. H. von ihm gegründet worden. In der Regel gehört er selbst während der ersten Zeit dem AufsichtSrat der von ihm gegründeten Aktiengesellschaften an. Zur Börse ist er nicht zugelassen. Mit dein An- und Verkauf von Effekten und Wertpapieren und ebenso mit der auf seinen Geschäftsbriefbogen angeführten Ausstellung von Kreditbriefen an allen Plätzen der Welt befaßt sich der Be- klagte so gut wie gar nicht. Er macht überhaupt nur Sachen, bei denen viel Geld zu holen ist. Außer dem„Geschäftsführer", einem ehemaligen Kanzlisien, beschäftigt er noch fünf Schreibmaschinen- damen und vier, zeitweilig auch fünf Volonteure bezw. Lehrlinge. Einen Buchhalter beschäftigt er nicht. Die jungen Leute verleben bei ihm goldene Tage. Denn viel zu tun ist nicht, so datz sie sich so manches Mal die Zeit mit allerhand Spaßen vertreiben durften. Ihre Tätigkeit besteht in der Hauptsache im Adressenschreibrn. Sic haben die Zeitungen auf DarlehnS- und Hypothekengesuche zu durch- suchen, eventuell den Inserenten Offerten zu machen und die ersten Besuche zu besorgen. Aber über das Wesen und die Bedeutung einer Hypothek, eines Wechsels, eines Kreditbriefes hat selbst der älteste der beim Beklagten in der Lehre stehenden jungen Leute keine blasse Ahnung. Auch von der Buchführung kriegen die jungen Leute nichts zu merken. Di« Bücher, die der Beklagte führen will, befinden sich unter sorgfältigstem Verschluß. Wie der„Geschäftsführer" Siebert angibt, lehrt der Beklagte, obwohl er beim Engagement versichert, daß einfache, doppelte und amerikanische Buchführung bei ihm erlernt werte, nur auf a»S- drückliche» Wunsch die Buchführung. Zu diesem Zwecke haben sich die Lehrlinge Schreibhefte zu beschaffen. Der„Geschäftsführer" hält sich auch für jurtstifch gebildet und meint, datz die jungen Leute auch in dieser Beziehung viel von ihm lernen können. Wie er be- kündet, geschieht die Auswahl der Zungen Leute, die sich auf die Inserate deS Beklagten als Lehrlinge melden, weniger nach deren Befähigung, sonder» nach den VermögenSverhältnissen der Eltern. In der Verhandlung kam der Vorsitzende noch auf eine Bemerkung zu sprechen, die der Beklagte noch der Verurteilung auf die Klage des Lehrlings W. getan hat. Er sag'« damals beim Verlassen des VerhandlungsraumeS mit Bezug auf den Kläger: DaS Geld be- komm! er doch nicht. Das hat der Beklagte auch wahr gemacht. Selbst die Pfändungsversuche waren fruchtlos geblieben, weil der Beklagte einer Jeanette Fasquel, die bei ihm als„erste Buch- halterin" angestellt und mit mehreren Tausend Mark am Geschäft beteiligt sein soll, daS Geschäftsmobiliar als Sicherheit der- schrieben hat! TaS Gericht verurteilte den Beklagten zur Rückzahlung des Lehrgelde». In der Begründung wurde dargelegt, datz der Be- klagte die sich aus dem Lehrvertrage ergebenden Pflichten nicht er- füllt hat und sie auch zu erfüllen gar nicht in der Lage ist. Er kann den jungen Leuten vermöge der Eigenart seine? GeschästSbetrieb» eine ordnungS- und sachgemäste Ausbildung nicht zuteil werden lassen. Auch sein Gcschäftsfiihrer. ein ebemaliger Kanzlistgehilse, ist keineswegs die geeignete Persönlichkeit dazu. Das Gericht ist vielmehr der Ueberzugung. daß es dem Beklagten bei diesen Lehr- Verträgen nur darum zu tun ist, die 300 M. zu erhalten. Anderer- seits erhält er dadurch billige Schreibkräfte, denen er kein lstchalt zu zahlen braucht. Datz das Vorgehen und daS Verhalten des Beklagten dabei ein arglistiges ist. beweist die Pfändung in Sachen W.'s, bei der sich herausstellt«, datz der Beklagte mit einer dritten Puson einen Vertrag geschlossea hat, um feine Gegenstände der Zwangsvollstreckung zu entziehen. Der Kläger war durchaus be- recht igt, das Lehrberhältnis zu lösen, weil er vom Beklagten in arg- listiger Weise getäuscht worden ist. Er hat demnach auch einen An- spruch auf Rückzahlung des Lehrgeldes von 300 M. Prämie für Kasscnbetrüger. Vor dem Schöff.mgcrichte in Halle a. S. wurde der Maurer- meisler Pichler, der im Verlaufe von drei Monaten 401,70 M. Krankenkassenbeiträge seiner Arbeiter unterschlagen hatte, zu 100 Mark Geldstrafe verurteilt. DaS G.schäft der Unterschlagung brachte also 30l Mark 70 Pfennig ein. Wann wird endlich die Praxis, mit der einige Gerichte schon aufgeräumt haben, aufhören, daß die Unterschlagung von Arbeitergroschen an den Versicherung». geldern so gering bestraft wird, datz sie geradezu als ein Anreiz zur Wiederholung des DeliftS aufgcfatzt werden können? SericKts- Deining. Wegen eines halben Pfennigs vor dem Strafrichter! Wegen eines angeblichen Diebstahls im Werte von etwa einem halben Pfennig fand am Freitag vor dem Göttiuger Schöffengericht eine hoch- notpeinliche Gerichtsverhandlung mit dem ganzen Aufgebot von Richter, Schöffen, Amtöanwalt und Rechlsamvälten statt. Angeklagt war der Ingenieur Hans Lesch, Mitinhaber der G ö t t i n g e r P r ä z i s i o n s>v a g e n f a b r i k G. in. b. H., der beschuldigt war,— ein der Firma Wilhelm SartoriuS gehöriges Kuvert gestohlen zu haben. Die Anzeige war die Folge eineS heftigen Konkurrenzkampfes, den die ältere Firma Wilhelm Sartorius entfacht hat, deren früherer Kon- struktionsingenieur der Angeklagte Lesch ivar. Der Ingenieur Lesch hatte festgestellt, daß die Firma Sartorius Drucksachen hatte allfertigen lassen, die bellen seiner Fabrik täuschend ähnlich nachgeahmt waren. Er vermutete unlautere Geschäftsmanipulationen, und um dies vor Gericht zwecks Verhinderung der ihm bekannt gewordenen Absicht der Firma Sartorius, sich eine der seinigen ähnlich klingende Firma eintragen zu lasse», beweisen zu können, reichte er dcni Gericht ein Kuvert ein, das dem von ihm entworfenen Auf- druck seiner Firma tänschend ähnelte. Das Kuvert hatte er sich.von seinem Buchdrucker ausgebeten, was dieser auch vor Gericht bezeugte. Der Staatsanwalt beantragte selb st die dann auch erfolgte Freisprechung. Das Gericht er» kannte demgemäß. War denn aber wirklich die Aufbietung des ganzen behördlichen Apparates einer hochnotpeinlichen Gerichtsverhandlung nötig, um den klarliegenden Tatbestand festzustellen?_ „Tribüne" vor Gericht. Ein interessanter Preßprozetz gelangte gestern bor der IV. Strafkammer zur Verhandlung. Angellagt waren die Schrift- stellcr Karl Schneidt und Friedrich Schwetznert, sowie der Zeitung?. metteur Lück. Den Angeklagten wurde die Veröffentlichung einer unzüchtigen Schrift in Nr. 22 der„Tribüne", sowie eine Ueber» tretung des Prctzgesetzes zur Last gelegt. Inkriminiert war«ine vom Angeklagte» Schneidt vor Jahren verfaßte humoristische Er- zählung. Schneidt lehnte die strafrechtliche Verantwortlichkeit für die Veröffentlichung der Schrift ab, da dieselbe gegen seine aus- drückliche Anordnung erfolgt fei. Aus der Beweisaufnahme ergab sich, daß dies wirklich zutraf, Sie ergab ferner, daß der damals aus der Zeitung angegebene verantwortliche Redakteur verrefft war. Friedrich Schtveynert war mitang»klagt worden, weil die Staats» anwaltschaft— aus seinem Verwandtschastsvcrhältnis zum Heraus» geber der„Tribüne" auf die Mittäterschaft geschlossen hatte. Der Staatsanwalt, beantragte im Falle Schweymrt Freisprechung. gcgen Schneidt 100 M. Geldstrafe WPeN Veröffentlichung einer unzüchtigen Schrift, sowie gegen Schneidt und Lück Geldstrafen Ivegen Uebertreiung vcs PrepgesetzcS. Im Verlaufe der Vcr» Handlung kam es wiederholt zu erregten Auseinandersetzungen zwischen dem Angeklagten Schneidt und dem Vorsitzenden Gayen, weil dieser den Angeklagten Schneidt wiederholt unterbrach und seine Ausführungen teivreise für unzulässig erklärte. Hierauf reagierte der Angeklagte Schneidt schließlich damit, datz er sich in seiner Verteidigung für vergewaltigt erklärte, die Aufnahme emcS dahingehenden Protestes ins Protokoll durchsetzte und auf jede weitere Berwidigung verzichtete. Die Verhandlung endete mit der Freisprechung der Mitangeklagten Schweynert und Lück und der Verurteilung des Angeklagten Schneidt wegen Preßgesctzüber- tretung zu 30 M. Geldstnafe. Von der Anklage, eine unzüchtige Schrift vcrfatzt zu haben, wurde er freigesprochen. Die Vcrhand- lung dauerte 2',d Stunden._ Bayerische Schweinereien ohne Ende. In der letzten Zeit wurden bor dem Landgerichte München I sechs Schweinemetzgcrmcister wegen unerhörter Schweinereien bei der Wurstfabrikation zu Geldstrafen von 1000 bis 1500 M. ver- urtilt. Das Feuer wurde angefacht durch eine von der Gehilfen- organisation im Frühjahr 1909 einberufenen Volksversammlung, in der der Vorsitzende dieser Organisation, Paul Heusel-Bcrlin, die Geheim»tssc deö Miiucheuer Wurstkessels dem konsumierenden Publikum lüftete. Die dabei zutage geförderten Schweinereien er- regten damals weit und breit kolossales Aufsehen, so daß sich der Staatsanwalt veranlaßt sah, gegen oie Schweinemetzgermeister An» klage wegen eines fortgesetzte» vergehen« gegen das Nahrnngs- rnittelgesetz zu erheben. DaS DeweisergebniS in diesen sechs Ver» Handlungen war derart gravierend, datz sich schließlich der Staats- anwalt zu dem Geständnis bequemen mutzte, daß die seinerzeitige Meygergehilfeubewegung luftreinigend aus die Verhältnisse im Münchener Eharkuttergewrrbe grwirkt habe. Als letzter der in dieser Volksversammlung gebrandmarkten Schwoinemetzger hatte sich jetzt der Metzgrrmeister Alois Giesel zu verantworten. Wie die sechs seiner„schweinernen" schon ver- urteilten Kollegen hatte auch er bei der Wurstfabrikatwn Stier- Hoden, die weiblichen Geschlechtsteile der Schweine, Stier- und Tchw»i»Saugen, alte schmierige, nicht mehr verkäufliche Würste wieder verwendet. Dem Giesel lag weiter zur Last, daß er aus stichigem Schinken und aus Schinteuknocheufleisch sogenannte Fleifchpflanzerl herstellen und an das Publikum verkaufen ließ. Die Anschauungen Giesels werden durch folgendes Vorkommnis be- sonders illustriert. Er kaufte von der Bötin in Jahrenshaufen einen 250 Pfund schweren, perlsüchtizen Zuchteber. Diesen entzog er in München der Fleischbeschau und den mit Geschwüren bedeckten Teil des Fleische? ließ er entfernen»nd zur Wnrstftibrikatton ver- wenden, obwohl er von einem Gehilfen darauf aufmerksam gemacht wurde, daß der Eber zum Wasen meistcr gehör«. U£iC der Vor- , sitzende vorhielt, soll der Angeklagte darauf geantwortet haben: ! Dummes Zeng, ist alles so so teuer, dir essens fch,; Der Staatsanwalt beantragte gegen Giesel wegen einos fort- gesetzten Vergehens gegen das NahrungSmittelgesetz 800 Mk. Geld» . strafe oder 80 Tage Gefängnis und wegen der Verwendung deS perl- süchtigen EberS 14 Tage Gefängnis. Das Urteil lautete auf eine Woche Gefängnis und 600 Mk. Geldstrafe oder weitere 60 Tage Gefängnis._ Der Kutscher Otto Seuvert ersucht un, mitzuteilen, daß er noch keine Zuchthausstrafe vevbutzt hat. Am Lg. Juni v. I. be» richteten wir über eine Schwurgerichtsverhandlung, wobei mitgeteilt ! wurde, datz D. bereits mit Zuchthaus vorbestraft sei E» bandelte I sich jedoch nur um emigo kleinere Gefängniöstrase�' Theaker und Vergnügungen GDD|��J OÖD □□□ Seifte#-' 5-6) , Sruppe 49— 51): Thalia-Theater. Siehe Wochen-Spielplan.) Freie Volksbühne: Sonntag, den Z. Innnar, nachmittags 3 Uhr, i-Thea!er. 2. Sltteil(Gruppe 6): DaS Konzert. Neues Schauspielhaus. 9. Wteilrmg (Gruppe 39—40): Manna Vanna. Herrnfeld» Theater. v.)7. Abteilung (Gruppe 26— 30): Der Herr Senator, Residenz-Theater. llJiÜ. Abteilung. Die 300 Tage. L./4. Abteil.(ll.—lZ. Gruppe): Die Ichihie Helena. Rontag, den». Janaar, abends 8 Ubr: Neues Schauspielhaus. Ut Abteilung UL Abendabteilung: Der Zerrissene. Neue Freie Volksbühne. Sonntag, den S. Januar, nachm. 2'/» Uhr: Scutfchcs Theater: Die Räuber. r.ammerspiele: Gawäm Nachm. 3 Uhr: SchMer-Theater 0.: Die Ehre. Schiller- Theater Charlottenburg: CgmoiU. Metropol-Thealer: Pariser Leben. NenrS Operetten• Theater: Die Glocken Bon Corneville. Kleines Theater: Joachim von Brandt. Neue» Theater: Tariüss.— Die Ge- Ichwiftcr. Nene» VolkS-Theatrr: Der G'wissens- wmm. Abends S'/z Uhr: UeueS VolkZ-Theater: Der G'.'vissenS» wurm. Kgl. Hochschule für Musil: Lieder auS alter Zeit(Kate Hyair). Neues Volks-�Theater: Rontag, Mittwoch u. Sonnabend: Hanneies Himmelfahrt.— Der Tor und der Tod. DienStag: Der G'wissenS- wurnr. Donnerstag: lieber unsere 5trast. Freitag: DSbrand. Voits-Oper: Montag: Don Juan. l.essinx-'Tdeater. 8 Uhr: Anatol. Montag» Uhr ,. 25. Male; Anatol. Dienstag: Vienn der junge Wein hlllhi Neues Tiieater. Düglich: Der 6. m. b, H.-Tenor. Anfang 8 Uhr. Berliner Theater. Heute: gllllMlStlMte!,. 8 Uhr. Nachm. 3 Uhr: Der Veitchenfresser. Residenz-Tiieatsr. Direktion: Richard Sllexander. Ansang t Uhr. Familie Bolero Schwant in 3 Allen von Maurice Hennequin und Paul Biihaud. Morgen und folgende Tage: Familie Valero. hiellsikkMlisliDstSMLl'.es 8(tepigi!töll8. Sonntag, 8. Januar, abend» 8 Uhr: Die blaue Maus. Nachmittags 3 Uhr: Faust. Montag: Die blaue Maus. Dienstag: Die blaue Mau»._ Lustspielhaus. Abends s Uhr: Der Feldherrnhugel. Nachm. 3 Uhr:»s, l.auwan«6mllnllol. �oclernes Theater (irlldor iiabdeltdosisr). Abends 8 Uhr: Dvppeinleuacd. Berliner Volksoper Nachm. S'/t Uhr: Die woißs Dama. Abends 8 Uhr: JDie Pollarpringewain. V olks. Theater Rixdorf, Hermannstr. 20. Sonntag, den 8. Januar: Pifl RAllhsir Trauerte, in 5 Auszüg. UIU ndUUÖf, o. Friedrich V.Schiller. Ansang 7 ubr. Mon.ag, den g. Januar: He? Delgeuiiiseliek m üittsnwaiil. LZollsstück in 3 Akten von 2. Ganghöser. Ansang 8'� Ubr. Theater des Westens, s Uhr: Da« Pappenmttdel. STWUir. u.® omtab. 4 Uhr: Ratklppohen. Sonntag 3')« Uhr: ein Walzertraum. aieteopöl- Theater. Sonntag nachmittag 8 llhr: Pariser Leben. ilbrnds 8 Uhr: Rauchen gestattet. Hnrra! Wir leben noch! Große AuSstaMmgSrevue in 7 Mldcrn v. I. Freund. Musil v. y.(dolländcr. In Szene gcfedt von Dir. R. S-chultz. kolissTWee? Täglich 8>/, Uhr: 0!e Abgelreleve Frau. Reuer bunter XetL feidwebd�ügd. Urania. Wissenschaftliches Theater. Taubenstraße 48/49. Sonntag abend 8 Ckr: Von San Remo nach Florenz, Monta» 8 Chr: DireHor Franz üoerke: Märhisohe LandsehafU- und Garten-Poosle. RaiseF-Panorama. Ken! Ii. Ttur t. ChamsuftU in das Msntblanc-Gebiet. III. interess. Reise in Indien. Eine Reise 20Pf. Kind nur tOPf. Abonnements 1 ML Tausende Abcnn. Trianon-Theater. Nnfam, I Uhr. Der heilige Hain. _}Vea«v Spielplan l'Tpg Heute: Zwei TorMtellnngen: Nachmittags 3 Uhr(kleine Preise) und abends 8 Uhr: ETHEL LEVEY Amerikas Favorit. La belle Leonora Spaniens Stola. Mite. Oenarbers LuftbaHonfahrt über den Köpfen des Publikums sowie vreitert 12 Star-Attraktionen 12 Waihaiia-Tlieater. p/Ztofenth.Tor.) Weinbergsw. 20 Stefang 81/. Uhr: Januar-illefimtes in Bravo! Da Capo! Eine AllerweltS- Revue in S BUdern mit vielen neuen Anlagen, Cauplet» und Attraktionen. Sonntags nachm. 3'/, Uhr: !D»zere Don Juans.! Posse mit Gesaug.». Tanz. Meine Preise. LICHTSPIELE. Mozart-Saal, Nollendorf-Platz. Bellfno Z Ubr. Ende II Ubr. Tbeater des Weddings MQilerstr. 182/183— Sellerstr. 35. Täglich vor ausverkaustem Hause: �hgi'unÄv Drama in zwei Akten von Urban Gad. Außerdem da? neue großartige Programm.__ ReichshaHen-Thealer. Sieltiner Sänpr. Neu! Musikanten-Weihnacht. Genrebild von Meysel. Ansang wochentags 8 Uhr Sonntags 7 Uhr. Karl Haverland- Anfang Niazta» Kommandanten« präz. 7'/- U. lUclUdl. ftraße 77/79. Januar urk»««�» da» Tagesgespräch im —_ neuen Jahre. Casf no-Theater Lothringer Straß« 37. Täglich 8 Uhr: Da» Original Berliner ÄollSstück Julie Wippchen. UrberlinerHumor l Urberliner Typen l Im Stile der ehem. Wallner-Bühn«. Vorher erftklassiger bunter Teil. Sonntag 3'/, Uhr: Haß und Liebe. Losporus anK Mdcjizplat; Das Variete-Konsuinsystem bleibt Täglich 8 Uhr: k' Laeü-Prsirin) ii! Knoh Schluß der Vorstellung: ' Bep lies Bociierlryiieis: EloBtfMesliBssponis 2 Kapellen, Vergnfigongspark. ]ti« 9 Uhr nach««. Schiller Scbißer-Theater 0.(Wallner-Theat). Sonntag, nachm. 3 Uhr: I>te Ehre. Schauspiel in 4 Akten v. Sndermcmn. Ende ö'/a Uhr. Sonntag, abends 8 Uhr: Husn reu lieber. I«I in 4 Akten»an Gusia» Kabel- »Ng und Nich.»kowroimel. Ende lm/, Uhr. Montag, atendS» Uhr: 0er Dummhepk. > I e n S t a g, a»- n»« 8 Uhr: ilnsarcnflefoer. Lufttei> ■Theater. Schiller-Theater Chariottenburg. Sonntag, nachm. 3 Uhr: Eginout. Trauerspiel in 5 Ausz. c. Goethe. Ende 6 Uhr. Sonntag, abends 8 Uhr: IMe illncht der Flnnternln. Schauspiel in 5 Akten von Leo N. Tolstoi. Ueberjetzt von R. Löwenseld. Ende 10°/. Uhr. Montag,»bendsSUHr: ver Haad der Jagend, DienStag, a b a n d« 8U6t; Der Uicumel ant Erden. mmmmm Castan' Panoptikum,?. im Boten Saal von 8— 10 Uhr, Sonntags 7—1 Friedrichsir. 165 J (Pschorr-Palasl)! __________._ r— 10 Uhr;» g chev. Andre Andeeje9„ii»ntivi«t".| Der Meister• Gedankenleser ßberirlftt alles bis jetzt auf diesem Gebiet Oagawesene!— AuCordem; Bunte Vorstellung. Preise der Plätze: Tribüne 6 H., ros. Platz 2 M., Entree 1 M. Größte Selienswördiykeit, Sctiausteilungen, Illusionen etc. < Castan2 fanoptlkum ► � Große liiiisller-iorslellung* von 4 Ubr nachm. an. Entrse 50 Pf.— Militär und Kinder die Hälfte. J Sport-Palast Entf88' M- fotsdamer Strajle 70-72a Enlr8e 1 M: Größtes* Eispalast der Welt Feerie:„Weihnachten am Nordpol". Ständig L Rttnstlerkapellon. — Aoflergcwöhnliche LichteUekte.— 200 Efslaafkfiosdter.— Unterricht im Dslauf. Täglich von 11—1 Uhr vormittags: KONZERT. Jeden Sonntag 4 Ubr: NachmittagSaVorstellung. 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Der letzte Marktbericht des »Glückauf' charakterisiert dergleichen Mitteilungen als StimmungS- mache. Das genannte Fachblatt schreibt nämlich: „In Fettkohle haben die günstigen Absatzverhältnisse für alle Sorten angehalten; in Kohlen für Kokereizwecke reichten die verfüg- baren Mengen kaum zur Deckung des Bedarfs auö, auch in Gas- und Feltgaskohlen herrschen die gleichen günstigen Absatzverhältnisse wie im Bormonat, ebenso ist in Eß- und Magerkohlen der Absatz in fast allen Sorten befriedigend. Der Aussall der Kokslieferungen der nordfranzösischen Zechen hatte für das Syndikat beträchtliche Mehrbestellungen der ostfranzösischen Hochofenwerke zur Folge. Auch wurde von den inländischen Hochofeuwerken im Laufe des Berichts- monats nicht unerhebliche Mehrmengen im besonderen im Hinblick auf die Feiertage abgerufen. Diese stärkeren Anforderungen in HochofenkokS in Verbindung mit dem gesteigerten Absotze in den übrigen Äokssorten sitzten daS Syndikat in den Stand, feinen Mit- gliedern in Koks erheblich über die beschlossenen 72,5 Prozent der Bktciligungsziffer hinaus zu beschästigen. In Briketts hielt sich der Versand auf der Höhe des Vormonats. Konkurrenz am Weltmarkt. Die Aenderung in der Preispolitik des amerikanischen Stahltrust scheint schneller in die Tat umgesetzt zu werden, als Europa ahnt. Eist vor zwei Tagen wurde bekannt, daß wegen Differenzen in der Handelspolitik des Trust der Generaldirektor Corey ausgeschieden sei. Dazu wurde an dieser Stelle bemerkt, daß eine sehr wahrscheinliche Folge das Beireiben einer sehr forcierte» Ausfuhr durch den Trust sein werde. In der Tat hat jetzt der Stahltrust bereits in England Stahlknüppel zu einem wesentlich niedrigeren Preise an- geboten und auch verkauft. Doch wird das bloh der An- fang des größeren Exportes sein. Am schwersten wird sich zuerst der Wettbewerb aus der nordanierikanischen Union in Südamerika fühl- machen. Dorthin haben die deutschen Stahlwerke einen recht be- deutenden Absatz, besonders in fertigen Fabrikaten. Schon lange find die Nordamerikaner auf die Eroberung der südlichen Hälfte ihres Kontinents ausgegangen, doch bisher ohne den gewünschten Erfolg. Neben Deutschland setzen auch die anderen europäischen Eisen- industrieländer ihre Fabrikate nach Südamerika ab. Belgien und Grohbritainiien haben den Argentiniern die großen Schienenmengen für den Bau an ihren Bahnen geliefert und sich auch in Brasilien und den anderen amerikanischen Republiken bc- stäligt. Ihnen ollen wird ein verschärfter Wettbewerb des Stahl- trusts zu niedrigeren Preisen sehr unbequem sein, und ihnen den Wettbewerb erschweren. Drum ist bei Zeiten darauf zu achten, daß vertragliche Sicherungen getroffen werden, daß die deutsche Eisen- induftrie in diesen Ländern nicht unter schlechteren Bedingungen arbeiten muß, als der nordamerikanische Trust. „Kunstdünger". Nach einer Darstellung deS Geh. HofratS Prof. Dr. v. Soxhlet in den.Münch. Neuesten Nachr." bekundet die Deutsche Landwirt- schaflsgesellschaft bezw. der Bund der Landwirte einen ganz eigen- artigen Geschäftsgeist, wodurch der Bündler Fürsorge für die Land- Wirte, speziell für die kleinen Besitzer und Pächter, recht drastisch beleuchtet wird. Wie der Genannte behauptet, hat die Deutsche üandwirtschaftsgesellschaft, an die sich die genossenschaftlichen Bei- bände und der Bund der Landwirte im Laufe der Jahre angegliedert hatten, von 1890—1909 an Provisionen beim Verkauf von Kunst- dünger 11 745 589 M. eingenommen und davon nach Gewähr der Ruckvergütuitgen an die Käufer 5 704 557 M. für sich zurück- behalten. Der Löwenanteil traf auf das Kaligeschäft. Das Kali- syndikat hat ihr an Verkaufsprovision nicht weniger als 8 973195 M. bezahlt, wovon sie 3 812 964 M. für sich behielt. Diesen Provisionen verdankt die Gesellschaft ihr jetziges Ver- mögen von 3,2 Millionen Mark. Der HanptangriffSpunkt Soxhlets ist der sogenannte Propagandagelderparagraph. Im neuen Vertrag 1910 sollten sich die landwirtschasilichen Körperschaften für diese Propagandagelder„verpflichten, für die Steigerung des Absatzes der Kalisalze durch Versuchs-, literarische und Vortragstätigkeit unab- lässig Sorge zu tragen", das heißt sie mußten, selbstverständlich unter Verschweigung der Talsache, daß diese Leistungen vom Kali- syndikat bezahlt werden, ihre Versuchsläligkeit, die landwirtschaft- licken Zeitungen und die Wanderlehrtätigkeit in den Dienst der Reklame für das Kalisyndikat stellen: überdies mußten sie sich die demütigende Vorschrift gefallen lassen,»dem Kalisyndikat einen Nach- weis der Verwendung vorzulegen". Geschlossen. New Dork, 7. Januar. Die Carnegie- Trust- Company, deren Kapital einundeinhalb Millionen Dollar beträgt und deren Depositen sich aus zehn Millionen Dollar belaufen, ist auf Befehl des staallichen Bankeukommissars geschlossen worden. Steigerung der Dividenden. Vergleichen wir die Durchschnittsdividenden der Ge- sellschaften, die in den Monaten Januar bis November der Jahre 1909 und 1910 ihre Abschlüsse veröffentlichten, so finden wir ein Wachsen der Durchschniltsdividende von 7,28 auf 7.79 Proz. Die Rentabilität der 3792 Aktiengesellschaften, bei denen das Dividenden- ergebnis vergleichbor ist, hat sich also um 0,42 Proz. gehoben. Die Durchschnittsdividende stieg be> 123 Aktiengesellschaften der chemischen tndustrie von 13,1 auf 14,6 Proz., bei 273 Unlernebniungen deS extilgewerbes von 8,0 auf 9,9 Proz., bei 31 Gesellschaften der Gruppe Bekleidung und Reinigung von 8,0 auf 9,5 Proz., bei 78 Papierfabriken von 5,0 auf 5.9 Proz. und bei 80 Unter- nehmungen der graphischen Gewerbe von 5,8 ans 6,6 Proz. Kleinere Dividendenerböhungen fanden unter anderen in der Gruppe Bergbau und Hütten, wo die Durchschnittsziffer von 8,0 auf 8,Z stieg, im Eisengewerbe, wo sie von 8,2 auf 8.5 in die Höhe ging, den Elektriziiäts- und Gasgesellschasten, deren Durchschnitts- dividende von 8,0 auf 8,4 Proz. sich erhöhte, und im Nahrnngs- und Genußmittelgewerbe, deren Durchichnittsdividende 6.7 Proz. gegen 6,3 im Vorjahr betrug, statt. Niedrigere Dividenden verteilte die Industrie der Steine und Erden mit 6,7 gegen 7.5 Proz., die Gruppe Holz- und Schnitzstoffe mit 9,0 gegen 10,9 Proz. und der Handel außer Banken mit 5,8 gegen 6.1 Proz. Bei den Banken selbst fand nur eine geringe Avance von 8,1 auf 8,3 Proz. statt. Geldmarkt. Innerhalb weniger Tage ist der Privatdiskont ver- hältnismäßig stark gesunken. Während zum Schluß des alten Jahres der Satz noch 4'/, Proz. betragen hatte, ging er noch am 31. Dezember auf 4 Proz. und bald nachher noch zweimal um je 1li Proz. auf S'/s Proz. herab. Der Eingang der Hypothekenzinsen und sonstiger Gefälle bringt zum Jahresschluß immer große Mengen Kapital aii den Geldmarkt, das nach einer Anlagegelegenheit sucht. Zur vorübergehenden Anlage benutzen dann insbesondere die Hypothekenbanken und Versicherungsgesellschaften Diskonten in um- fassendem Maße. Nach der Weihnachtsruhe der letzten Zeit zeigte die Berliner Börse in der Woche vom 30. Dezember bis 6. Januar wieder ein lebhaftes Bild. Lriekkaften der Redaktion, ®le inrtkUtch« Evrechsiundk finvei 8 in» euftr a y« dir. 90, dorn vier Trevven— te a d r kl» d l—, wochciiiägliiv von 4�/, Vit?y>Uvr abend?, Eo»nabc»d- von-VI* bis C Uhr nachmitiaqs ftact. Jeder für den Brief» tasten bestimmten Slnsraa- ist ein Buchstabe und«ine Zabt als Merk- zeiche» be>zniii,ic». Briciliche Rnrivorl ivird nicht»rteilt. Eilige ieraacn trage man in der Eprechstnnde voe. M. W. 6. 1. Ja. 2a. Wahrscheinlich Verweis. 2b. Mindeststrase 1 Tag Gefängnis. 3. Derjenige Finder, der sich nicht der Fundunter- schlngung schuldig gemacht hat, nach Ablaus eines Jahres.— Moabit. 1. Rechtsmittel beim Reichsversicherungsamt gegen die Entscheidung des Schiedsgerichts sür Albeiterversicherung. 2. Klage beim Gcwerbegericht. 3. Lothringer Str. 67 I.— 7 Erpressung. In 6 Jahren.— 9l. B. IVO. Der Stempel läßt sich erst berechnen, wenn Sie uns angeben, welchen Mietszins Sic für die Geschästsräuine und welchen sür die Wohnräume zahlen.— Steglitz 100. Besragen Sie einen Fachmann(Bürstenmacher). E. R. 307. 1. Sic sind zur Zahlung der Miete sür den ganzen Monat verpslichtet, wenn monatliche Entschädigung vereinbart ist. 2. Nein. — M. T. 17. 1. Bis einschließlich Dezember 1912. 2. Etwa 8 Tage. Die Austritksciklärung darf nicht vor Ablauf von 4 Wochen und nach Ab« laus von 6 Wochen, von dem Eingang der Anmeldung an gerechnet, ab- gegeben werden. 3. Nein, wenn Sie unverschnldeterweise— etwa wegen Krankdeit— gefehlt haben, sonst ja.— Zl, R. 34. Ja.— 93. P. 100» 1. Geschäfte weisen wir nicht nach. 2. bis 8. Für die Behandlung derartiger Fragen ist im Brieslasten kein Raum. 9. Bei dem Amtsgericht Finster- walde. Zunächst müssen Sie, unter Angabe Ihrer Personalien, den Austritt anmelden, wonächst sie eine Vorladung erhalten.— M. II, Ja. — O. St. 35. Die Forderung ist nicht verjährt.— H. H. 167. 1. Alltäglich zum Abiaus von 14 Tagen. 2. Bis zur Dauer von 14 Tagen. — O. D. 100. Fragen Sie beim Transportarbeiterverband, Engel- ufcr 15, an.— 93. 33. In der Wegenerschen Erbschastssache sind wir nicht insormiert.— Gertrud. Während der Tagesstunden ja.— Fritz Rcuter. Die Sachen finden Sie in Reuters Werken, Preis 6 M., bei der Buchhandlung BorwärtS oder bei Ihrem Zeitungsspediteur erhältlich.— G. W. R. Nein.— F. P 60. Ja, und zwar dasjenige, was 23,85 M. wöchentlich übersteigt.— O. P. 100. Der Wirt ist nlcht verpflichtet, die Scheiben zu versichern. Falls Sie selber nicht versichern, hastet der Wirt nicht sür etwaigen Schaden.— E. R. 37. t. 10 bis 6 Uhr, einschließlich Sonntags, jedoch ausschließlich der gesetzlichen Feierlage. 2. 8 M.— P. S. Sie sind zur Zahlung der sämtlichen Beträge, die angemessen sind, verpflichtet. — L. R., Nowawes. Dr. Zadel, Dresdener Straße 169: Dr. Wehl, Lothringer Straße 67; Dr. Bernstein. Blücherstt. 6t.— F. 93. 383. Die Forderung des Konkursverwalters ist nach Ihrer Darstellung unbc- gründet.— O. K. 40. Ist der Mietszins nach Monaten bemessen, so können Sie allmonatlich derart, daß der Vermieter spätestens am 15. im Besitz der Kündigung ist, zum Eisten kommenden MonatS kündigen. Der Verkauf ist ovne Einfluß.— G. 1803. 1. Bezüglich Wahl des Truppen- teils können wir Ihnen keinen Rat erteilen. 2. Das Gesuch ist an das betreffende Regimentskommando zu richten.— R. B. O. 34. 1. Am nächsten Lohnzahlungstermin. wenn das Mädchen bis dahin aufgekündigt. 2. Etwa eine Uhr und ein Anzug.— G. Stlv. 14. 1. Die Kinder erben nur dann, wenn im Testament bestimmt. Für diesen Fall würden sie ge» meinlam'/, beanspruchen können. 2. Nein.— R. S. 300. Das ist nur zulässig, wenn Sie Ausländer sind. Sind Sie, wie wir annehmen Inländer, so können Sie sich im Ausland weiter versichern.— Eine »»iviffeudc in Berlin. 1. Eine Klage gegen die Tochter ericheint aus» sichlslos. Aus dem Urteil gegen die Eheleute können Sie jederzeit voll- strecken lassen. 2. und 3. Das ist nicht ratsam. 4. ES muß Festsetzung erfolgen. S. Jnkassovereine empfehlen wir nicht.— E. Nein. 9l. B. N. 100. Wir können Sie auch nur an einen Arzt verweilen.— Ausnahme■ Preise zwecks Räumung unserer Inventur- Bestände Gummi-Pelennen große Bestände von 5.— an Lüster-Jacketts-. große Bestände von 1� an Krawatten.-... ßroL« Bestände von 20 Pf. an Knaben-Anzüge Große Bestände in Kammgarn, Buckskin, Manchester, /lAO Blusen- u. Norfolk-Fassons, f. 3-8 Jahre w Hosenträger... große Bestände von 50 Pf.■» Herren-Sr rviteurs gr. Bestände von 40 Pf.« Knaben-Waschanzügegr-Beständ®*. I75«■ BaenSohn Kleider-Werke Chausseestraße29-30 na 11 Bräckenstraße 11 Gr. Frankfurter Straße 20 Da Schoneberg, Hauptstr. 10 Der Haupt• Katalog Nr. 41 und der Spezial- Katalog Nr. 40 kostenlos und portofrei Geffentliehe politische Versamminngen. a Sechster Wahlkreis! Sonntag, den 8. Januar 1911, abends 6Vs Uhr, im Prater-Theater, Kastanien-Allee 7/9: für Männer und Frauen. Vortrag: Gtistige M- vlld StreitfraM. Referent: Stadt- verordneter Valllee!l Nsnssze. Nach der Versammlung: Gemütliches Beisammensein. Tanz SO Pf. 224/3*_ Ter Einbrrnser: �olisnn Sichertftr S. Öeifentl politisehe Versantmlung (8. Wahlkreis). fraucn und Männer! 4� Erscheint in der Öffentlichen Uolksversammlnng welche am Ditnsiag, de« 10. Ianiinr MI, obrods 8'/- Uhr in den Königs-Sälen, Wadzeckstr. U-IZ, Ecke Neue KSnigstraße stattfindet. Pran IRRINGS wird über das Thema: Wer ml km ßtot-««> FlcWmrnhn! referieren._ Nietnand fehle! 223/1* Der Einberufer. Willy Prledlaendcr, Elsafier Straft« SS. Orfs-Kvatritenltasse derSelineider.Sebneideriinieiiuiii! Tervaiidter Geverbe zu Beriis. Slaffcnlofal: SeßafTion(tr. 37/38. Die für das Fabr 1911 gewählten Vertreter obengenannter Kasse werden zu der am Montag, de« IN. Januar 1911. abends, t» Wittes ssestsSlrn. Srbastianstr. SS, stattfindenden Ordentlichen General-Yersammlang hiermit eingeladen. Taaesordnung: ErgänzungSwahl zum Vorstande, und zwar uni 8 Uhr: Dahl von sechs Arbeit- nehmcr-VorstandZmitgliedern pro 1311?12 und drei Etellvertretern. um 9 Uhr: Wahl von drei?lidelt« geder- Vorstandsmitglledern pro 1911/12 und zwei Stellvertretern. Im Anschluß hieran findet um lv Ilbr die Oemelnachnmiche General-Yersaminlung statt mit der 270/2 Tagesordnung: 1. Wahl eines Ausschusses zur Vorpruiung der Jahreirechnung pro 1910. 2. Vortrag mit Lichtbildern, ge- halten von Herrn Dr. Braun, über- .übronische Beinleidtn und ihre soziale Bedeutung'. Die Türen zu den Wahlräumen werden während der Dahl geschlossen. Berlin, den 9. Januar 1911. Oer Vor*t»!»d. Gustav Nahtow, Vorsitzender. Paul Dorltz, Zchristsührer. Berlin N. 20, Hochstraße 21/24. Sonntag, den 8. Januar, abends 6 Uhr» im großen Saale des Gewerkschaftshanses, Engelufer 15: lugenä-VersammIung. Vortrag des Schriftstellers Lmanuel �Vurni über: Naturerkenntnis. Nach dem Bortrag: Gesellige«nterhaltnng.— Eintritt srel. Srhrlinge, jugendliche Rrbotter und Arbetterinnen fiud zn btetrr Versammln, ig freundlichst eingeladen Vernnltnnff Berlin. Holzarbeiter in Martendorf und Tempelhof. Msntag» den N.Januar» abends 8 Uhr. bei Löwenhagen, Chausseeftr. S1: Versammlung. Maschiuen-Arbeiter. Montag, den v.Jannar 1S11, abends acht Uhr, in» Englischen Garten, Alexanderstr.»7c: Außerordentliche vettrauensmännei'-verlammlung. TageS-Ordnung: 1. Die Hhgiene-AuSNelliing in Dresden 1911 und unsere Gcsabren an den HolzbeardeitungSmaschinen. 2. Bericht der Oblente. 3. Ausstellung der Delegierten zur Generalversammlung. ICH. Kollege», wir erwarten bestimmt, daft ei» jeder Betrieb, wo Muschtnenarbelter betchtisttgt werden, vertreten ist. Ta wir gemeinsam mit dem Hauptvorstand uns an dieser Ausstellung br- teillg>n wollen, so jft«s notwendig, daft die zur Ausgabe gelangenden Frageboae» auch von jedem Kollegen ausgefüllt werden. 3 Tarum, Kolleg?«, fommt in diese Berfammtung; dieselbe wird «nd uinsi dazu teitraaen. daft die Stchcrhritsmaftregcln in unserem Berufe durchgreifender werden. Die zur Ausgabe gelangenden Fragebogen müssen sofort am nächsten Tage ausgefüllt werden und sofort dem Kollegen Windmuller, Kochhann- strafte»3, zugestellt werden. Die Tischlerkollegen werden erincht, die Maschwenarbeiter mg diese Bersammlung ausmerksam zu niachen. Kasse). Sonntag, 22. Januar 1911, vorm. VelO Uhr, im BereinShanS Berliner Musiker, Kaiser Wilhelmstraße 18m, unterer Saal: GeuerKl-Bersammluiig. TageS-Ordnung: 1. Verlesung deS Protokolls der auhcrordentllchen Generalversammlung vom 25. September 1910. 2 Kasseiibencht deS Rcndanten sür 19l0 und Bericht der Revisoren. 3. Kastenangetegenbeiten. 4. Saht deS ersten vor- sitzenden, des Rcndanten«nd deS stellvertretenden SchrtstsührerS. b. Wahl von drei Revisoren. Mitgliedsbuch legitimiert. Oer Vorntnnd. I. St.:®. Wegner, Vors. Zur Beachtung! yttr den worden: Restaurant Brunncnstr. 30(nahe SlnNamcrstr.l Jeden Zoiinnbcnd von 8— 10 Uhr abends Slnnahme von Beiträgen und Nachmeldungen von Kindern.— Jede» ersten Sonntag im Monat vormittag« von 9—1 Uhr, Anfnahnie»euer Mitglieder, Nachmeldung von Frauen»nd Kindern, sowie Annabme von Beiträgen. Für dt: Montag, den 1 6. Januar; Itednerachale: Dienstag, den 17. iauuar; P.tiifahriing in den wimenMchaftliehen MoxialiHmnH: Mittwoch, den 18. Januar; Geuehiehte; Donnerstag, den 19. Januar- GewerkHcliaftHwoscn: Freitag, den 20. Januar; Gesetueuknnde: Sonnabend, den 21. Januar; FortHchrlttukiii-mm: Sonnabend, den 2t. Januar, Der Fortschritts- kursuu findet im Qewerksohaftsbaus, Zimmer 11, lief rechts, pari., statt. Jeder Kursus arstreekt steh anf zehn Abende und beginnt Sünktlioh um 8V, tihr und endet pünktlich uro 10 Uhr. Dar onntagskursus beginnt pünktlich um IO Uhr und endet pünktlich um 1)'/, Uhr. Die reicnhaltigo lllbllothek ist an den Abenden von T'/'—d1/, Uhr geöffnet. Der Mitgliedsbeitrag beträgt pro Monat 25 Pf.: das Unterrichtsgeld für jedes Fach pro Kursus 1 Mark und ist spätestens am zweiten Abend zu zahlen. Die Aufnahme neuer Mitglieder und Schüler erfolgt bei Beginn jedes Kursus im Schallokal Grcnadlerutraße 37, Rot geradeBis 1 Treppe, und in nachstehenden Zahlstellen: Gottfr. Schul», Admiralstr. 40a-, Beul, Barnimstr. 42- Vogel, Lortzingstr. 37; W. KacxorowekJ, Raveniztr, 6; Uorach. Engeluier 15. Alle Zuschriften an den Vorsitzenden, llermanr Lamme, Bei-Itn-Rixriort, StcInmcfMtraBe 61 III, Geldsendungen an den Kassierer H. Königs, Berlin S. 59, Hasenheide öS. Der Vorstand« m Bekanntmachung. Seniäg§«7 de» KaffenstatuIS geben wir hierdurch bekannt, bak der Vorstand fich stil dem 5. Januar 1911 aus solgenden Personen zusammen» seht: Brnno Fiedler, Vorfitzender. August Tcsnier, ftellvertr. Bor fitzend«, Robert Walter, Echristsührer, Paul Biester, Beisitzer, Franz Kalcnshl,, Paul Schulze,, 'Wilhelm Sehröder,. Jacob\enni<-Icr,» Frieda Schulte,• IHjbot}, den 7. Januar 1911.»70/3 Ter Kallenvorstaud. ««,. Fiedler, gez. Walter. Borfitzender,«schrislsührer. Nur moderne zu ganz enorm billigen )(or\feki:ior\ herabgesetzten Preisen ''' 1— Posten W mter-P d-lctots SU, �emurterten Stoffen englischer Art In prima Verarbeitung, ca. 115 cm lang Früherer Preb 16—20 m.■ II50 Jetzt durchweg M, 1» Posten mter-P äletots ans Stoffen englischer Art sowie in marineblau, mit hübschen Garnierungen, ca. 120 cm lang Früherer Preis mmt m 28—32 m.■ 750 Jetzt durckweg M. 17 Posten Plüsch-Jacketts Schalkragen und Soutache garniert..... 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Grosse Poalen Reate in Roustuchen für Leib- und BetMsche c.o.se p....»>-»>.>- Inletten In nllen Breiten Grosse Posten Reste in Bezusstof en In älntt, sestrelft, Dnmnst Grosse Posten Reste in weißen und InrbIZen Earthenlen c,.... p<>.ic» h<.i. i* bunten Bezutstoffen Grosse Posten Reste in.• LnKenstoff.,(.Baumwolle, Halbleln.u.lelnen nag I___—* 17 1». I»...L» En Poslea BßttlQKßll 140X210 cm Stck. M. 235 ans gutem Elsasser Bettuch, gesäumt; 150X225 cm Stck. M. 2.70 Em Posten �dfDÜGfßD Bßtt&ßZÜ�ß"louUUm" ineh. Garnitur 1 Deckbett, 2 Kissen, zum Knöpien oder Schnüren eingerichtet, M. 5.40_____ Ein grosser Posten Welse, reinleinene mit kleinem Webefehler, für Damen und Herren, gesäumt, Serie I Serie II Sene III früherer Wert bis M. 8 früherer Wert d.ßd. 10 frühererWertb. 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Renforcä, mit Stickerei garniert, M. 1.45 1.75 1.95 Ein grosser Posten Weisse Sticherei- oder üalenclennes- Spltzen-Hnterröche siait M.»- Grosse Posten durch den Umzug angestaubter Domen-, Herren- und KinderwSsche sind im Preise sehr billig herabgesetzt! ""•rr Elejnnter wiener nodellwfiscne mit Valenciennes-Spitzen oder feiner Mullstickerei garniert, welche durch den Umzug etwas unsauber geworden sind, teilweise für die Hälfte des früheren Wertes. Ein grosser Posten Schweizer und süchslscher Stickereien in verschiedenen Breiten, Stück 4 10 m. M. 0.70 0.95 1,20 _» 4.50.... 0.95 1.15 1.35 «•SStS.SIsr Domen- n. Herrentrikofnsen bestehend aus Hemden, Unterjacken, Beinkleidern, bunten Garnituren, Damen- o. Kinderhemdhosen, Reformbeinklelderi, Untertaillen. 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S«»«>«S.8.I-«MIM Wtwoch. den 11. Januar: Zal)labend in den Bezirken Groß--Berlins. Das Grgebnis der volksaähluug in Groß-ßerlin. Das Statistische Amt der Stadt Berlin(Direktor Professor Dr. Sibergleit) hat jetzt die Ergebnisse der Bolkozählung vom I. Dezember 1910 für Berlin und 67 Bororte unter Vergleich mit den Zahlen von 1905 zusammengestellt und die absolute sowie die relauve Bevölkerungszunahme für den fünfjährigen Zeitraum der letzten Zählungspcriode berechnet. Wir teilen nachstehend das Er- gebnis in Tabellenform niit: Zunahme(-f-) Abnahme(—) 1905/1910 absolut Proz. I Ortsanwesende Gemeinde Bevölkerung am 1. Dezbr. 1905 1. Dezbr. 1910 9114 701 3 9ä5 1 143 67 2J0 140. 32 989 9 477 456 AdlerShof.... Ahrensfelde.... Alt-Glienicke..■. Biesdorf(Landgem.) (Gutsbezirk) Birkholz..... Blankenburg.... Boxhagen-Rummelsb. Britz...... Bncb...... Berlin..... 2040148 Buckow..... 1 322 Cbarlottenburg.. 239 559 Köpenick..... 27 721 Dahlem..... 1 054 �ranzösisch-Buchholz. 4 086 Friedenau.... 18011 FriedricbSfelde... 14 072 Friedrichshagen.. 13 231 Glienicke a. d. Nordb. 549 Groh-Lichterfelde.. 34 331 Grünau..... 2 539 Grunewald.... 4 574 Forst.. 530 Heinersdorf..., 831 Hellersdorf.... 1 790 Hermsdorf.... 3982 Hohenschönhausen (Landgem.) 1 889 .(Gutsbezirk) 1 758 fohamiiSthal... 3251 ankwitz..... 7 177 Lichtenberg.... 55391 Lichtenrade.... 1 812 Lübars..... 2 431 Mahlsdorf (Landgem.). 2 107 .(Gutsoezirk). 124 Mariendorf.... 9018 Marienfelde.... 2 901 Rieder-Schöneweide. 3 090 Nieder- Schönhausen (Landgem.). 9 164 ,(GutSbezirk). 393 Nikolassee.... 547 Ober-Schöneweide. 14 098 Osdorf..... 482 Pankow..... 29 077 PichelSwerder... 29 Plötzensee.... 3083 Reinickendorf... 22 445 Kirdorf..... 163 513 Rosenthal.... 4741 Rudow..... 1 674 Ruhleben.... 482 Schmargendorf.. 5 039 Schöneberg.... 141 010 Spandau..... 71 902 Spandau-Zitadelle. 339 Steglitz..... 32 825 Stralau..... 3 539 Tegel...... 12 202 . Schloß... 198 Tempelhof.... 10 676 Treptow..... 11314 Wannsee..... 2 747 Warlenberg.... 213 Wetfcenfee.... 37 608 Wilmersdorf... 63568 Wittenau..... 7 422 Lehlendorf.... 12647 Berlin u. 67 Bororle» 210-.7 zuiammen 3-1"**' inSbe-< Berlin sondere\ 67 Bororte Hiernach ist die 2 040148 1 170299 2064153+ 24 005 4- 1,18 1 638 809+468 510+ 40,03 ,... Einwohnerzahl von Berlin allein, wie schon bekaniit war, in den fünf Jahren von 1905 bis 1910 von 2040148 out 2 064 153, also nur um 24 005 oder 1,18 Proz. gestiegen. Die Bevölkerung der Bororte hat fich dagegen von 1 170 299 auf 1 638 909. also um 468 510 oder 40.03 Proz. erhöht. Für Gros;- Berlin ergibt sich somit«ine Bevölkerungszunahme von 3 210 447 auf 3 702 962. alio um 492 515 oder 15,34 Proz. An dieser Er- böbung um nahezu eine halbe Million Einwohner sind 14 Ort- schatten mit einer SleigerungSziffer von mehr als 10 000 Ein- wohnern beteiligt, allen weit voran Rixdorf mit 82 865, dann Chor- loltenbnrg mit 64 721. Wilmersdorf mit 45 455, Schöneberg mit «1 662. Steglitz mit 29 987 und Lichtenberg mit 25 767. Diese sechs Bororte halten jeder eine absolut grötzcre Zunahme als die Stadt Berlin. Eine Abnahme der Bevölkerung zeige» acht Orte, von denen die grötzten Plötzensee. Hellerödorf und die Landgemeinde Hohenschönhausen sind. Die prozentuale Zunahme stieg an se«S Orten über 100 Proz., und zwar in Treptow mit 119,04. Riederichöneweide mit 134.21, Mohlsdorf Gutsbezirk niit 161,29, Nikolassee mit 167.28. Dahlem mit 221,34 und Buch mit incht weniger als 532.68 Proz., 16 weiter� Orte halten eine Zunahme von über 50— 100 Proz Die Abnahme ivar verhältniSniäjzig am beträchtlichsten in Warlenberg mit 18,78 und Blankenburg mit 30 Proz. An der Bevölkerung Berlins ist das mann- lichc Geichlecht mit 992 009(i. I. 1005»84 804), das weibliche mit 1 072 144(1055 344) beteiligt. Dos männliche Ge- schlecht hat also nur um 7205, das weibliche da- gegen um 16 800 zugeno mmen. Das weibliche Geschlecht überwiegt damit über das männliche um 80 185«öpse. Für Groh-Berlin läßt stch die Bevölkernng nach dem Ge> schlecht noch nicht trennen, weil die Angaben für C h a r- lottenburg bisher noch fehlen. Im allgemeinen ist fast überall das weibliche Geschlecht stärker vertreten als das männliche, be- sonders in den westlichen Bororten, fo in Wilmersdorf um rund 19 500 in Steglitz um fast 6000, in Friedenau um 5000, dagegen tu Lichtenberg um noch nicht 1000. GenKlndevertreter-Monfmnz. Im Einverständnis mit dem Ausschüsse der Stadt- und Gemeindevertreter des Verbandes berufen»vir eine Konferenz der Stadt- und Gemeindevertreter Berlins und der Vor- orte auf Sonntag, den 15. Januar, pünktlich 10 Uhr vormittags, «ach dem Getverkschaftshause, Saal l. Wir bitten, dafür Sorge zu tragen, daß alle inter- essierten Gemeinden bei dieser Zusammenkunft der- treten sind. Es handelt sich um Stellungnahme zu dem geplanten Zweck- resp. Zwangsverband Grosi-Berlin. Das einleitende Referat hat Stadtver- ordncter Genosse Hugo Heimann übernommen. Die Teilnehmer bitten wir, für geeignete Legitimation Sorge zu tragen. Mit Parteigruß: Der geschäftsführeude Ausschuß deö Verbandes der sozialdemokratischen Wahlvereine Berlins und Umgegend. Partei-?Zngelegenkeiten. Zchlcudorf(Wannseebahn). Mittwoch, den 11. d. MtS., findet für sämtliche Bezirke Extrazahlabend statt. ES werden die Mit- gtiedsbücher wieder zurückgegeben. Der Vorstand. Strglitz-Fricdenau. Die WahlvereinS- und GewerlschaftSmit- glieder löimen Eintrittskarten a 25 Pf. zu dein vom BildungS- auSschuß veranstalteten Bolksliedcrabend am 24. Januar in allen Zahlabcnden erhalten. Der Vorstand. Biesdorf. DienSlag. den 10. d.M., abends 8'/z Uhr: Mitglieder- versamnilung bei Gustav Berlin, Marzahner Straße 24. Bortrag des Parteisekretärs Genossen R. B ü h l e r- Lichtenberg. Die Bezirksleitung. Schcukcndorf bei KönigS-Wusterhauscn. Die Mitglieder-Ber- sammlung des WahlvereinS findet am Dienstag, den 10. d. M., abends 3 Uhr, bei Otto Pätsch statt. Nouiawcs. Mittwoch, den 11. Januar, abends 8'/z Uhr, im Schmidtscheu Lokale- den Pferden und Wagenrädern über und über mit Schmutz vespritzb Die Verbreiterung dieser Engpässe hat man solange hinäusgeschoben, bis sie am Kostenpunkt scheitern mußten, und so ist die einzige Abhilfe in einer„Ver- kehrsregelung" zu suchen. Diese ist in ähnlicher Weise gc» plant, wie in den Promenadenstraßen mit zwei Fahrdämmen. Unter den Linden usw., indem man die Friedrich- uno Char» lottenstraße aus den Strecken zwischen Bebren- und D-o r 0 t h e e n st r a tz e als eine Straße mit zwei Fahrdämmen betrachtet und dem Süd-Nord-Verkehr die Charlotten-, dem Nord-Süd- Verkehr die Friedrich straße anweist. Der Fahrverkehr vom Oranienburger nach dem Halleschen Tor wird sich danach künftig ausschließlich durch die Fricdrichstraße abwickeln, während er in umgekehrter Richtung zwt;chen Behren- und Doro- the n straße durch die Charlotte 11 straße abgelenkt werden soll. Der kleine Umweg, den die Wagen dabei machen müssen, wird reichlich dadurch aufgewogen, daß sie künftig freiere Bahnen finden werden Die neu» Verkehrsregelung, die vorläufig nur einen Versuch darstellen soll, dürfte alsbald in die Wege geleitet werden Ter Durchgangsverkehr von Lastwagen wird, soweit die bezeichneten Engpässe in Frage kommen, zugleich gänzlich verboten werden: dagegen soll, um den GcschafiSinhabern lener Straßenstrecken ent- gegenzukommcn, das Ent- und Beladen von G e s ch 5. j k»j a g e n, das jetzt in der Zeit von 11 Uhr vormittags bis 7 Uhr abends der- boten ist, künftig freigetzeve.» werden. ®cr Ankauf der WuWeide durch Berlin. Aus dem Rathaule wird bencktet: Die Stadt Verlin hat seit dem Jahre 1907 mit dem ForstfiSkuS wegen Ankaufs der Wuhlheide in Bei Handlungen gestanden. Die Verhandlungen sind erst jetzt zum Abschlug gekommen. Die königliche Genehmigung zu der Veräußerung ist auch erfolgt. Der Kaufvertrag wird unverzüglich der Stadt- verordnetenversamnilung zur Zustiminnng vorgelegt worden. Während ursprünglich in Aussicht genoiirmen war, die für die Anlage eine- Gruudwasserwerks nötigen Flächen zn erwerben, wurden später die Verhandlungen auf die ganze im Eigentum des Fiskus befind liche Wuhlheidcfläche ausgedehnt, mit Ausnahme eines südlich der Viummelsburg-Köpenicker Chaussee liegenden Baublocks, der nach Ober-Schöneiveide unigemeindet werden soll. Die Gesamtgröfie des Teiles der Wuhlheide. der in den Besitz der Stadt Berlin übergehe» soll, beträgt rund 527,00 Hektar. Der Erlverb dieser grosten sich von RminnelSburg bis Köpenick hinziehenden Fläche bietet durch die Möglichkeit, eine der Stadt nicht genehme Bebauung auSzuschlieste», einen äußerst wichtigen Schutz für die sich durch die ganze Länge der Wuhlheide erstreckenden Brunnen galerien des geplanten Wassc>werkeL. Dies soll ein Grundwastcr- werk werden von etwa 05 000 Kubiknieter Leistungsfähigkeit pro Tag, das nach den vorgenommenen Untersuchungen ein wegen feiner etwas größeren Härte besonders zuträgliches Trinkwasser liefern wird. Außerdem bleibt ein umfangreiches Wald- gelände für einen angemessenen Preis zur Verfügung. Die Stadt hat eS in der Hand, dieses außer den für all? Fälle nach dem Kaufvertrag für einen Volkspark von 125 Hektar Größe reservierten Flächen, so lange sie will, zu erhalten; sie hat Flächen von jeder Größe für alle möglichen Zwecke, insbesondere auch gemeinnützige Anlagen, in gesunder Gegend zur Verstigung. Der Gesamtwert wird auf etiva 29 Millionen Mark beziffert. Hiervon hat die Stadt zunächst 2 M. für den Lnndralmeter. also rund 10 516 000 M. zu zahlen, welche in fünf Raten von je 2109 200 M. zu zahlen sind. Die gestundeten Beträge sind mit 4 Proz. jährlich zu verzinsen. Die Auflassung an die Stadt erfolgt nach Zahlung der ersten Rate. Weitere Zahlungen erfolgen nur dann, wenn die Stadt Berlin Weiler- verkällfe vorninimt oder Teile der Kauffläche für besondere städtische Anlagen benntzt oder auf längere Zeit verpachtet. Für die für den Bolkspark bestimmte Fläche und die für das geplante Wasserwerk ausgeworfene» 8,06 Hektar sind keine Nachzahlungen zu leisten. Ter Nest von rund 394,30 Hektar wird als Bauland be- wertet, für welches Nachzahlungen beim etwaigen Verkauf oder bei Ingebrauchnahme für städtische Zwecke nach Maßgabe der Be- stimmungen des Kaufvertrages zu leisten sind, nachdem 22 Proz. alS Slraßenland in Abzug gebracht sind. Die Mittel zur Zahlung der vorläufig, vorbehaltlich genauer Feststellung nach erfolgter Vcr- Messung, auf 10 540 000 M. ermittelten in fiiiir Raten zn zahlenden Kaufsumme nebst Zinsen und den rund 507 000 M. beiragenden Kosten für Stempel, Umsatzsteuer und Umschreibung, sollen aus einer für die Wasserwerke aufzimehmeuden Anleihe gedeckt werden. Die Cliarlottenburger Strasienorbnung ist vom dortigen Polizei- Präsidenten soeben nach dem Vorbild der Berliner dahin ergänzt worden, daß, wie ein neuer Paragraph(24d) bestimmt, in allen Straßen mit zwei Fahrdämmen Fuhrwerke aller Art, Reiter usw. in jeder Richtung nur den zu ihrer Rechten gelegenen Fahrdamm benutzen dürfen. Dasstlbc gilt von Straßen mit drei Fahr- dämmen; hier darf der mittlere Fahrdamm von Last- und Arbeits- wagen, Schiebkarren usw. überhaupt nicht benutzt werden. Aus- genommen ist die Berliner Straße zwischen Bahnhof „Tiergarten" und„Knie", für die es bei den bisherige,, Vor- schriften verbleibt. Aufhebung der Sperre«uff dem Bich- und Schlachthof. Der DepartemenlSlierarzt Koschel hat, wie die„Allgemeine Fleischer- Zeitung- meldet, gestern folgende Bekanntmachimg erlassen: Die ani 23. Dezember 1910 über den Vieh- und Schlochibof a Anlaß des AnsbruchS der Maul- und Klauenseuche verhängte Sp.. wird hier- mit ausgehoben. Der Vieb- und Schlachlhoj bleibt BeobachumgS- bezirk. Die Ausfuhr von Schlachttieren ist unter den bisherigen Bedingungen bis auf weiteres gestaltet. Mit dem Zwangsverbande Grofj-Berli» beschäftigte sich gestern die gemischte Deputation des Magistrats und der Stadtverordneten» Versammlung, der die beiden■ Bürgermeister, der Käininerer, die Stadträte Moffe, Fischbeck, Alberti und Preiiß und die Stadlvv. Michclet, Cnsiel, Kämpf, Dove, Stapf, Dr. Nathan. Rosenow, Bruns. Borgmann. Dr. Roscnfeld. Mommien und Jacobi angehören. Zur Erörterung stand u. a. die Frage, welche Maßnahme» zu ergreifen sind, um die Regiening zu veranlassen, daß sie vor Eiubringlmg des Gesttzentwurfes in den Landtag die beteiligten Gemeinden hört. Herr Oberbürgermeister Kirschner hatte bekanntlich dieser Tage eine Besprechung n» Ministerium des Jiiilem Über diese Frage und dürfte der gemischten Depulalio». deren Beratungen veitranlich wäre», Be- richt erstattet haben. Nach kurzer Erörterung wurden die Verhand- luitgeu vertagt. Die Beseitigung der Müllberge östlich der Mnllcrstraße und West- llch des Schillerbaiiis soll in Kürze erfolgen, wenn die Stadlver- ordnelcnversainntluiia die hierzu nötigen Miltel in Höhe vo» L0 530 M. bewilligt hat._ Ein folgenschwerer Zusammenstoß im Stadtbahnverkehr, tvckbei vier Personen zu Schaden kamen und empfindliche Ver- kchrsstockungen hervorgerufen würden, hat sich gestern abend in der siebenten Stunde auf dem Südring ereignet. In der Nähe der Station Treptow stieß ein Südringzug mit einem Arbeiter- zug zusammen. Die Maschine des Stadtbahnzuges bohrte sich in die letzten Waggons des Arbeitertrains hinein und richtete er- hcblichcn Materialschaden an. Gestern abend war von Spandau ein nach Berlin bestimmter Arbeiterzug abgelassen worden. Er fuhr über Papestraße nach Rummelsburg zu und hinter der Station Treptow verpaßte er die Verbindung. Der Zug benutzte die Südringgleise und zur selben Zeit war auch ein von Rixdorf kommender Südringzug fällig. Kurz hinter der Station kam eS dann zu dem Zusammen- stoß. Ter Anprall erfolgte mit großer Gewalt. Tie letzten Wogen des Arbeiterzugcs wurden stark demoliert und die darin befindlichen Personen von den Sitzen herunter- geschlendert und teilweise verletzt. Vier der Be- troffenen erlitten Stirnwunde» und Verletzungen am Kopf. Schioerere Verletzungen sind glücklicherweise nicht vorgekommen. Erheblich dagegen war die Verkehrsstörung, die durch den Unfall herbeigeführt wurde. Auf beiden Seiten waren die Gleise ver- sperrt, und so verkehren die Südringzüge nach beiden Richtungen unregelmäßig. In der Richtung nach Rummelsburg war er voll- ständig eingestellt worden. Zum Teil wurden die Ziigejn der Richtung nach Rixdorf über den Nordring gefahren.� Die Stockung konnte erst im Laufe der Nacht wieder vollständig beseitigt werden. Ein dreistes DiebcSstück wurde am Oranienburger Tor von zwer Mtbekaimten Dieben auSaesührt. An der Haltestelle für Auto- Droschken an der Einmiindnna der Oranienburger Straß- hatte der Chauffeur V. mit seinem Kraftwagen l. A. 9591 gehalten. Er ent- sernte sich für kurze Zeit von der Haltestelle, um ,n einem nahe» flestourant etwas zu cffen Währenddessen machte sich nun ein fremder Bursche, der mit einem Komplicen auf der Lauer gelegen hatte, an das Auto hrrau und fuhr mit dem Kraftwagen davon. Der Komplice spulte dabei den Aufpasser. Das Auto war chon , erichwunden, als der Chauffeur aus dem Lokal heraustrat. Bisher st eS noch nicht gelungen, den Entführe- de» Autos zu ermitteln. ~------"- in der Jrren- TodeSfall hat leb- A» Tiphtheriliz gestorben ist dieser Tage i »stalt Herzberge eine Pflegerm. Dieser Z hafteS Aufsehen erregt. Auf Veranlassung der Direktion ist bei einer größeren Zahl von Pflegerinnen und Geisteskranken eine Untersuchung durch das städtische Untersuchmigsamt fiir hygienische und gewerbliche Zwecke vorgenommen worden, wobei festgestellt ivurde, daß sich in der Anstalt zwei Bazillenträgerinnen befanden, die sich zwar des besten Wohlseins erfreuten, aber eine um so größere Gefahr für ihre Umgebung bildeten. Die erforderlichen Schutzmaßregeln, Desinfektionen, Isolierungen usw. sind sofort er- folgt, so daß nach besten Kräften von der Leitung der Anstalt einem Umsichgreifen der tückischen Krankheit vorgebeugt worden ist. Eine Reihe erheblicher Unglücksfälle sind gestern abend im Stroßenbabnverkehr durch den Schneefall verursacht worden. Auf den Bürgersteigen und Fahrdämmen haire sich infolge des Tauens und späteren Frosteintrirlö eine glatte Eisschicht gebildet, die für Menschen und Pferde äußerst gefährlich war. Viele Pailanten kamen zu Fall und erlitten Verstauchungen, Verrenkungen und auch Knochen- bräche. Die Verunglückten wurden alle auf den Rettungswachen und Unfallstationen in ärztliche Behandlung genommen. Eine Schwindlerin, die als Abgesandte des FrauenvereinS „Rotes Kreuz- auftrat, ist gestern von der hiesigen Kriiniualpokizei festgenommen worden. Sie führte sich mit einer Visitenkarte ans den Namen Charlotte Kutzewski oder Fräulein v. Bcloiv bei hilss bedürftigen Damen höherer Gesellschaftskreise unter der Bor spiegelung ein, daß sie im Auftrage des Vereins komme, um nachzusehen, ob bie Bewilligung eines Weihnachtsgeschenkes am Platze iei. Die Gaunerin verschaffte sich und benutzte dann die Ge- lcgeiiheit, daß man sie einen Augenblick allein ließ, die Hilfs- beoürfligen zu bestehlen. Die Verhailere entpuppte sich als ein ein- uiidzwanzig Jahre altes, ans Velten gebürtiges Dienstniädchen Marie Schreier. Ein Kautionsschwindler ist in der Person des Landmesser- kandidalen Jol'ef Knoner aus Neisse von der Polizei festgenommen worden. K. hatte Unter den Linden einen„Zentral-Kmo-Verlag- begründet und durch Inserate Leute gesucht mit Ideen zu kinemalographischen Vorsührungen. Er versprach den sich Meldenden g oße Gewinne, nahm von ihnen GeichäftSeiiilagen an, ließ sich Kautionen, auch von seinen Bureauangestellte» zahlen, und lebte da- von einen guten Tag. Die Geschädigten machten schließlich Anzeige gegen K., worauf er verhaftet wurde. Dieser ist der ihm zur Last gelegten Slraflalen geständig. Er hat, wie er sagt, anfangs ge- glaubt, daß niit seinen, Unternehmen ein großes Geschäft zu machen lei. Die Sache sei nur nicht eingeschlagen. Vermißt wird seit Sonntag, den 1. Januar, ein 19jähriger schlanker junger Mann aus Rixdorf mit länglichem Gesicht und blasser Farbe. Bekleidet war derselbe mit blauem Cheviot-Jackett- anzug, dunklem, neuem Paletot, schtvarzem steifen Hut, niedrigem Umlegekragen und lila Kragcnschoner. Der Vermißte ist zuletzt am Sonntag vormittag gegen 12 Uhr an der Ecke Gubener- und Kopernikusstratze gesehen worden und seitdem spurlos ver- schtvunden. Die Angehörigen bitten, etwaige zweckdienliche Mit- teilungcn an das nächste Polizeirevier gelangen zu lassen. Oeffentlichc Bibliothek und Lesehalle zu unentgeltlicher Be- nudung für jedermann, SO., Adalbertstr. 41. Geöffnet werk- täglich von bÜ— 10 Uhr abends, an Sonn- und Feiertagen von 9— 1 und 3— 6 Uhr. In dem Lesesaal liegen zurzeit 541 Zeitungen und Zeitschriften jeder Art und Richtung aus. Der Turuverri»„Fichte" eröffnet in Moabit am Montag, den 9. Jannar, seine 4 Frauen-Abteilung in der Turnhalle der 206./2l2. Gemcindcschule. SiemenSstr. 20. Turnzeite» sind Montags nnd Donnerstags 8—10 Ubr abends. Der Name„Damen-Abteilung- ist jetzt umgeändert in„Frauen-Abteilung- und werden nach wie vor Mitglieder vom 10. Jahre an aufgenommen. Aus Versehen mitgenommen. Am Donnerstag, den 5. d. M.. wurde in einein Lokale der Kvchstvahe(Nähe der Friedrichstraße) von einem der anwesenden Gäste ein Paket versehentlick mit- genommen. Der Betreffende wird ersucht, an die Adresse: Robert Weber, SO�Reichenbergerstr. 38, III, die darin enthaltenen, für jeden anderen wertlosen Dokumente. Drucksachen usw. zurück- zusenden. Feuer in der Schultheiß-Branerci. In der sechsten Morgen- stunde wurde g stcrn die Berliner Feuerwehr nach der Schultheiß- Brauerei in der Schönhauser Allee 36/39 gerufen. Als die Lösch- züge 17 und 19 anrückten, stand an der Ecke der Fransecky- und Tresckowstraße das Obergeschoß des Faßwaschhallengebaudes in Elantmen. Der Brand war vermutlich durch einen Pechofen ent- anden und hatte Fässer und andere Materialien, sowie die Dach- konstruktion erfaßt. Durch kräftiges Wasswgeben konnte die Gefahr bald beseitigt werden, so daß der Schaden nicht bedeutend ist. Bald nach 7 Uhr konnten die Löschzüge wieder in ihre Depots zurück- kehren._ Vorort- Naebriebtern Liffffenberg. Stadtverordnetensiduns- Zunächst wurde die Neuwahl des Bureaus vorgenommen. Als Vorsteher wurde Herr P l o n z wiedergewählt. Unsere Genossen gaben, um gegen die bisherige parteiische Geschäftsführung desselben Protest einzulegen, hierbei weiße Stimmzettel ab. Als Vorstehcr-Stellvertreter wurde eben- falls Herr Röder wiedergewählt, während auf unseren Genossen Grauer 14 Stimmen fielen. Als Beisitzer resp. Stellvertreter wurden die Genossen Spieckermann und Seilet wieder mit- gewählt. Im neungliedrigen Wahlausschuß wurden unS in diesem Jahr entsprechend unserer Fraktionsstärke 3 Vertreter zugebilligt; gewählt wurden die Genossen Brühl, Düwell und Grauer. Alsdann bewilligte die Versammlung außer den in der vorigen Sitzung bereits genehmigten neuen Lehrerstellen noch zwei weitere, und zwar je eine für die evangelischen und katholischen Schulen. Hierbei regte Genosse Röster die Frage der Erbauung einer neuen Schule für Wilhelmsberg resp. den Ortsteil Röderstraße und Herzbergstraße an. da die dort jetzt bestehenden Schulverhältnissc als geradezu skandalöse bezeichnet werden müssen. Weiter wurde beschlossen, den Magistrat zu ersuchen. Erkundigungen einzuziehen über die in anderen Städten gemachten Erfahrungen über den Wert von Schulkommissionen.— Alsdann erfolgte die Dechar- gierung mehrerer Bau- und Jahresabrechnungen, unter anderem auch über die seit Jahr und Tag geforderte Baurechnung der Ge- mcindeschule in der Pfarrstraße. Bei der Dechargierung der Jahresabrechnung über die Löperstiftung wurde mitgeteilt, daß endlich am 1. April er. mit der Niederlegung der Gebäude auf der Insel in der Möllendorffstraße begonnen werden kann. Es bleibt alsdann nur noch die alte Kirche als ein sehenswertes Wahrzeichen verflossener Jahrhunderte übrig.— Alsdann erfolgte die Wahl einer gemischten Kommission zwecks Stellungnahme zu dem von der Regierung geplanten Zwangszweckverband für Groß-Berlin. Hier- bei wurde betont, daß es gerade für die östlichen Vororte notwendig sei zu verlangen, daß dieser Zwcckvcrband sich in erster Linie auch mit der Regelung der Schul- und Armenlastcn befasse. Gewählt wurden u. a. die Genossen Düwell. Grauer, Rösler und Stob er.— Für den Ortsteil„Neu-Licbtenberg- soll die bisher im Schulgebäude in der Friedrichstraße befindliche Steuerkasse II wegen Unzulänglichkeit der bisherigen Räume am 1. Februar cr. nach der Jrenenstraße 2lz v'rlegt werden.— Beim folgenden Punkt, Pflasterung eines Teiles des Parallelweges wies Gen. Kertzscher darauf hin. wie notwendig es sei. nicht nur ein Viertel des Parallelweges herzustellen, sondern die gesamte Straße zu pflastern, da jetzt dieselbe noch zum großen Teil als Schuttabladc- stelle benutzt wird.— Eine lebhafte Debatte entspann sich beim fol- genden Punkt der Tagesordnung, betreffend den Anbau an die städtische Desinfektionsanstalt. Von unseren Genossen Eisen- st ä d t und Spieckermann wurde auf die großen hygienischen Uehelstände ist der Aujtgst hingewiesen; so müsse u. a. derselbe Be- amkr, welcher üle unreinen mit Krankheitserregern kehafleken Sachen in die DcsinfektionStrommel legt, in derselben Kleidung und ohne sich vorher baden zu können, dieselben auf der anderen, der sogenannten reinen Seite wieder herausnehmen. Selbst Herr B o- kofzer mußte vom ärztlichen Standpunkt aus an den jetzigen Zu» ständen schärfste Kritik üben, so daß es allgemeine Verwunderung erregte, daß sich für diese Mißstände noch in Herrn„Sanitäts» r a t" Dr. Wolf ein Verteidiger fand. Ihm wurde vom Genossen Düwell die richtige Antwort zuteil.— Der bisher vollständig unbeleuchtete Teil der Hohenschönhauscncr Straße zwischen Straße 17 und Weißenseer Weg soll jetzt endlich elektrisch beleuchtet werden.— Ferner wurde beschlossen, da Zweifel entstanden waren, ob beim Krankenhausneubau die Krankenhausbaukommission allein oder in Verbindung mit der Baukommission ihre Entschlüsse zu treffen hat, die gesamte Bauleitung der neuen Krankenhausbau- kommission zu unterstellen. Dieselbe soll in Zukunft aus vier Magistratsmitgliedern und 12 Stadtverordneten bestehen. Hoffent- lich wird man nun bald außer der Kommission auch etwas vom Bau selbst verspüren.— Nach Erledigung dieser umfangreichen Tagesordnung folgte um �10 Uhr noch eine geheime Sitzung. Wilmersdorf. Rückschritte im Vestattungswescn. Unter den Gemeinden Groß-Berlins sucht Wilmersdorf mit einer gewissen Absichtlichk-it auf sozialpolitischem Gebiet hinter den Anforderungen der Gegenwart zurückzubleiben. Selbst auf dem relativ abseits liegenden Felde des BestattungswescnS handelt man nach Kräften den heutigen Ansprüchen der Bevölkc- rung entgegen. Wenn ein Magistrat sich in diesem Bereich zu Neuerungen anschickt, dann erwartet man, daß die der Stadtver- ordnetenvcrsammlung unterbreitete Vorlage die Ueberleitung der Beerdigungen in kommunale Regie enthält. Verschiedene Gemeinden in Groß-Berlin, wie Rixdorf, Schöneberg und selbst Steglitz sind neuerdings diesen Weg gegangen, damit den Ein- wohncrn die Erfüllung einer traurigen Pflicht möglichst erleichtert werde. Ganz anders handelt Wilmersdorf. Hier hat der Ma- gistrat der Stadtverordnetenversammlung eine Vorlage unter- breitet, die eine wesentliche Verteuerung der Friedhofs- gebühren enthält. Wir wollen kein Aufhebens davon machen» daß der Magistrat zu den acht verschiedenen Rangplätzen. die das Märchen von der Gleichheit im Tode illustrieren, auf dem städtischen Friedhof noch einen neunten in der Form von be- sonderen Hainwahl stellen errichten will. Wer da meint, 300 M. für einen solchen Begräbnisplatz der Gemeindekasse zu- wenden zn können, möge es tun, obgleich es unserem Ideal mehr entspricht, wenn eben im Tode alle gleich bcbandelt werden. Etwa? anderes ist es aber darum, daß der Magistrat die Gebühren für das Begießen und In standhalten der Grab- h ü g e l ganz beträchtlich c rh ö h e n will. Während bisher für das Grab eines Erwachsenen 6 M. und für das eines Kindes je nach der Größe 3 und 1,50 M. erhoben wurden, sollen die Gebühren fortan 8, 5 und 3 M. betragen. Ganz wilmersdorfisch ist die Begründung dieser Vorlage. Es wird da angedeutet, daß der Friedhosswärter. der von der Stadt kein Gehalt bezieht, sondern lediglich auf die Gebühren für einzelne Verrichtungen angewiesen ist, infolge von Lohn- erhöhung und Verkürzung der Arbeitszeit seiner Arbeiter nicht mehr bestehen kann. DaS ist so ziemlich das ärgste, was auf diesem Gebiete an Begründung möglich ist. Wir wollen ein- mal annehmen, daß die Arbeiter sich eine bessere Stellung er- rungen haben, und wollen ferner davon absehen, daß an anderen Orten zum Teil wesentlich niedrigere Gebühren für die erwähnten Verrichtungen erhoben werden als in Wilmers- dorf. Warum in aller Welt beantragt denn der Magistrat aber bei der behaupteten Verschlechterung der Lebenslage des Friedhof» Wärters nicht, daß dem Mann gleich den anderen städtischen Be» amten ein f e st e s. seiner Stellung angemessenes Gehalt ge» zahlt werden soll, und daß auch die Friedhyföarbeiter von der Stadt übernommen werden mögen? Die Stadtverordneten- Versammlung hat die Magistratsvorlagc in aller Eile dem Finanzausschuß überwiesen. Wenn sie von hier wieder an das Plenum gelangt, wird der Magistrat auf die hier gestellten Fragen Antwort zu geben haben. Stralau. Die erste Gemeindevertretersitzung in diesem Jahre hatte fich abermals mit der Frage der Umgemeindung von Gebietsteilen aus Stralau nach Rummelsburg bezw. aus RummelSburg nach Stralau zu beschäftigen. Wie bereits in einem früheren Bericht mitgeteilt, hatte die Gemeinde Rummelsburg beim Kreisausschuß beantragt. größere Gebietsteile der Gemeinde Stralau, darunter den Mark- grafcndamm bis zur Tübbeckestraße. nach RnnimelSburg einzugemeinden. Stralau hatte beantragt, die auf der südöstlichen Seite des Rummelsburger Sees gelegenen zu der Gemeinde R. gehörenden Parzellen an Stralau abzutreten, dagegen die zu Stralau gehörenden Grundstücke östlich dcö EiSgrabenS(„Neuseeland") nach R. einzugemeinden. Der KreisauSschuß hat jetzt im Sinne des Antrages Stralau entschieden, den Antrag Rum- melSburg. die Umgemeindung des Markgrafendamm betreffend, jedoch„als nicht im öffentlichen Interesse liegend" abgelehnt. Die Vertretung erklärte sich mit diesem Entscheid einverstanden. Ein Antrag der Treptow-Sternwarte um Gewährung eines jährlichen Beitrages wurde von der Tagesordnung abgesetzt, da mit dem Leiter der Sternwarte, Herrn Direktor Archenhold Rücksprache ge- nommen werden soll, um eventuell Einlaßkarten zur Sternwarte für Schulkinder zu ermäßigten Preiien zu erlangen. Grüna«. RuS der Gemeindevertretung. Der Voranschlag fiir 1911 balanzicrt in Einnahmen und Ausgaben mit 183 000 gegen 163 000 M. im Vorjahr. An Steucrzuschlag werden wie im Vor- jähr 110 Proz. Einkommensteuer und 0,34 Proz. Grnndwertstcucr erhoben. Den größten Teil der Beratungen bildeten die Verband- lungen über die Privatschule. Tie Schule wird gegenwärtig von 9 Knaben und 30 Mädchen besucht. Die Klassensrequenz schwankt zwischen 2 und 7 Schüler. Der bisherige etatsmäßige Zuschuß der Gemeinde von 1500 M. reicht bei weitem nicht zur Deckung deS Defizits. Nach der vorliegenden Aufstellung über das letzte Se- mefier wäre für das laufende Jahr ein Zuschuß von 4360 M. er- forderlich. Statt nun lieber der sehr reformbedürftigen Gemeinde- schule die Mittel zuzuwenden, wurden wieder 1500 M in den Etat eingesetzt. Die späteren Fehlbeträge sollen nachbcwilligt werden. Deni geradezu unhaltbaren Zustande in der Gcmeindcschule. die noch Klassenfrequenzen bis 07 Schülern aufweist, soll dadurch ab- geholfen werden, daß zum 1. April 2 weitere Lehrer angestellt werden. Die Kirche erfordert einen Zuschuß von 2000 M. Neu ein- geführt ist auch eine Vetcranenbeihilfe. Für den Schularzt sind wieder 220 M. eingesetzt; leider lag ein Bericht desselben nicht vor. Der Bebauungsplan für das eingemeindete Terrain zwischen dem Kanal, der Adlershofer und Köpenicker Straße dürfte in aller- nächster Zeit endgültig genehmigt werden. Einem Antrage der Grundbesitzer um Genehmigung zur Be- bauung des Terrains in der Köpenicker Straße 83/84. das sich bis an den Forst erstreckt, wurde stattgegeben mit der Maßgabe, daß die Unternehmer zwei Straßen mit 15 bezw. 13 Meter Breite anbau- fähig herzustellen haben. Grünau befindet sich gegenwärtig, nach- dem die EntWickelung lange Jahre stagniert hat. in den Anfangs- stadien einer großzügigen EntWickelung. Um so bedauerlicher fft es. daß wir immer noch keinen Vertreter im Ortsparlament haben. Die Vertretung besteht jetzt durchweg aus Hausbesitzern. Rosenthal-Wilhclmsruh. Wer im hiesigen Ort glaubte, daß die Zeiten der Beleidigungs- Prozesse vorbei seien, wurde in der letzten Äemeindcvcrtretersitzung eines anderen belehrt. Im Anschluß an einen Prozeß des früberen Eemeindevorstehers Schmidt gegen den Gemeindcvertreter Kühl soll etn Gerücht tm Crle ßerBrctfei kvorden se?n, wonach die beiden Schöffen bei Ankauf des Schulgrundstücks in Nordend Provision erhalten hätten. Beide Herren bestritten dies und Herr Kurth kündigte einen neuen Prozeß an. Die Vertretung nahm schließlich ein Vertrauensvotum für beide Herren an. Der Erwerb eines Grundstücks zur Erweiterung des Wasserwerks wurde vertagt, um ein günstigeres Angebot einzufordern. Zur Errichtung einer Fort- bildungsschule konnte sich die Gemeindevertretung, angeblich der hohen Kosten wegen, nicht aufschwingen. Für Bildungszwecke ist auch in Roscnthal kein Geld vorhanden. Ion Frage kommen 96 junge Leute, die nun unter der Rückständigkeit der Vertretung zu leiden haben. E:»»? interessante Debatte zeitigte der Punkt 9 der Tagesordnung: Erlaß eines Lrtsstatuts über Erhebung von Bei- trägen für die Herstellung von Pflasterungen usw. Herr Litzncr erklärte der Sache sympathisch gegenüberzustehen, brachte es aber trotzdem fertig, über eine halbe Stunde dagegen zu sprechen. Seine Ausführungen gipfelten in den bekannten Tiraden von der Not der Hausagrarier und dem noch größeren Elend der bäuerlichen Grundbesitzer, die gar nicht imstande wären, die schon sehr niedrig bemessenen Beiträge aufzubringen. Er führte weiter aus, daß die Herren doch erst vor kurzen: im Interesse der Gemeinde Land hergegeben hätten. Daß sie dafür recht nett bezahlt bekommen, schien der Redner im Augenblick ganz vergessen zu haben. Die Herren stecken wohl gern den Wertzuwachs ihrer Grundstücke, die durch die Maßnahmen und Mittel der Allgemeinheit erheblich an Wert gewonnen haben, ein, aber irgendwelche Belastung auf sich gu nehmen, wehren sie sich mit Händen und Füßen. Zur Stundung von Kanalisationsbeiträgen wurde beschlossen, daß nach Ablauf der Stundungsfrist über jeden.Fall einzeln entschieden werden soll. Es stehen noch ungefähr■10 009 M. aus. Die Verlegung der Burcauräume hat zirka 300 M. gekostet. Spandau. Ja der ersten Ttadtvemdnetenfitzung im neuen Jahre wurden zunächst die wiedergewählten Stadträte Müller, Zimmermann und Kerstcn sowie der ncugewählte«tadtrat Schweder in ihre Acmter eingeführt und vereidigt. Bei der Ansprache, die der Oberbürger- mcistcr K o e l tz e hielt, kam er auch auf die Pflichten der Ma- gistratsmitglieder zu sprechen und meinte, zu diesen Pflichten ge- höre auch die Amtsverschwiegenheit. Er spielte hiermit auf einen Vorgang aus der letzten geheimen Stadtverordnetensitzung an, wo über die dort gepflogenen Verhandlungen der Redaktion der„Span- dauer Zeitung" ausführlich berichtet ist. Der Redner sprach sein Bedauern darüber aus. Hierauf fand die Vorstandswahl statt, welche zum Ergebnis hatte, daß der alte Vorstand wiedergewählt wurde.— Der Wasserlieferungsvertrag mit der Firma Siemens u. HalSke, der»n voriger Versammlung zurückgegeben war, gelangte zur Annahme. Die Firma zahlt bei Abnahme von 500 060 Kubik- meter Wasser pro Kubikmeter 10 Pf. und bei Abnahme von mehr als 500 000 Kubikmetern 9 Pf. pro Kubikmeter.— Die Staatsregierung zahlt für die hiesige gewerbliche Fortbildungsschule einen Zuschuß von 17 000 M. pro Jahr, verlangt aber nach einer Ver- fügung des Ministers für Handel und Gewerbe vom 31. Juli 1909, daß für diese Schule auch Schulgeld gezahlt werde, anderenfalls der Zuschuß zurückgezogen werde. Nach längerem Beraten be- schloß das Schulkuratorium, daß für jeden Schüler pro Jahr 3 M. Schulgeld gezahlt werden, aber auS städtischen Mitteln, damit nicht der Handwerkerstand unnötig belastet würde. Die Gesamtkosten werden sich auf zirka 3600 M. jährlich belaufen. Eine merkwürdige Ansicht äußerte hierbei der Stadtverordnete Justizrat Dr. Bau- mert. Er verlangte nämlich, daß der Ueberschuß der Warenhaus- steuer, welche jetzt gesetzmäßig für die Entlastung der Gewerbe- steuerklassen 3 und 4 verwendet wird, für die Fortbildungsschule verwendet werden soll. Der juristisch gebildete Herr scheint über- sehen zu haben, daß eine derartige Verwendung nach den bestehen- den gesetzlichen Bestimmungen gar nicht zulässig ist. Die Ver- sammlung stimmte dem Beschlüsse des Kuratoriums zu.— Der Hochbauetat zeigt eine Ausgabe von 53 510 M. und eine Einnahme von 3370 M. Der Etat der Tiefbauverwaltung schließt ab mit einer Einnahme von 201 000 M. und mit einer Ausgabe von 307 000 M. Genosse Pieper regte bei diesem Etat eine Ver- besserung des Gatower Weges bei Boxfelde an.— Der SicherheitS- etat zerfällt in zwei Teile: 1. die Straßenbeleuchtung, 2. das Feuerlöschwesen. Die Gesamtausgaben für die Straßenbeleuch- kung betragen 70925 M. Stadtverordneter Genosse Pieper trat hierbei für eine bessere Beleuchtung der Gatower Straße ein. Beim Feuerlöschwesen betragen die Einnahmen 10 776 M. und die Ausgaben 32 399 M.— Der Parkctat ist eine neue Einrichtung. Bisher wurde die Erhaltung der städtischen Plätze und Anlagen durch den BerschönerungSvcrein bewirkt. Dieser Verein ist aber im Saufe dieses JahreS infolge mangelnder Mittel entschlafen und hat nunmehr die Stadt die Erhaltung der Plätze und Anlagen über- nommen. Der Etat weist eine Einnahme von 3590 M. und eine Ausgabe von 39 640 M. auf. Der Zuschuß beträgt somit 36 050 M. Der Betrieb der städtischen öffentlichen Bedürfnisanstalten wurde der Frau M. Fredrich unter Zubilligung eines städtischen Zuschusses von 4140 M. übertragen. Sie hat die niedrigste Forderung ge- stellt. Interessant wäre es. zu erfahren, wie die Frauen, welche die Aufsicht in diesen Anstalten haben, vom Unternehmer besoldet werden. Die übrigen Nummern der Tagesordnung sind von ge- ringerec Bedeutung. In der geheimen Sitzung stand abermals der Verkauf des Gutes Gartenfelde zur Verhandlung, der zweifellos diesmal auch genehmigt wurde. Der Bezirk Ronnendamm hat durch das scharfe Vor- gehen de» Polizeikommiffar Marx ein freies Lokal erhalten. Derselbe drang, wie gemeldet, am letzten Zahlabend noch Schluß der Polizeistunde in das L. kal de? Gastwirts Dreier. Märkischer Steig 6. ein und forderte die Mitglieder deS Wahlvereins zun, sofortige» Verlassen des Lokals auf. Auf die Be- fchwerde des BezirksführerS beim Oberbürgermeisters hat der Gast- Wirt Bescheid in Gestalt eines Strafmandats von 20 M. erhalten. TaSJjal de» bisher polizrifrommen Wirt so empört, daß er gegen das Strafmandat Berulung eingelegt und der Partei sein Lokal zu allen Veranstaltungen zur Verfügung gestellt hat. Pvslabonncnten des.Vorwärts" und ne» zuziehenden Abonnenten sei mitgeteilt, daß der.Vorwärts" feit 1. November durch Zeitungs. boten auf dem Nonnendamm für 1.10 M. frei i»S HauS geliefert wird. Bestellung«, nimmt der Genosse Böhm, Märkischer Steig 6, sowie die Paneispedition in Spandau entgegen. Potsdam. TaS ArbeiterauSkunftSbureau wurde 1910 in 713 Fällen von 700 Personen gegen 504 im Jahre vorher besucht. Von den Be- suchern waren 571 männliche und 129 weibliche. 103 Personen wohnten in den Nachbarorten. Gewerkschaftlich organisiert waren von den männluhen Besuchern 430. außerdem politisch 154, organi- sationslos waren 91. Letztere wurden, soweit angängig, über die Wichtigkeit der Organisation belehrt. Schriftsätze wurden 315 gegen 830 im Jahre 1909 angefertigt. Mündliche Vertretung erfolgte in 6, schriftliche in 29 Fallen. Auf die einzelnen Gebiete verteilte sich die Auskunft wie folgt: Krankenversicherung 63. Unsallversicherung 58. JnvaliditätS- und Altersversorgung 56, Arbeits- und Dienst- vertrag 87. Bürgerliches Recht 153. Strafrccht 72. Gemeinde- und Staatsangelegenheiten 167, Diverses 61. Die Auskunft und An- fertigung von Schriftstücken erfolgt unentgeltlich, und zwar werk- täglich, außer Mittwochs, von 6— 3 Uhr abends Junkerstratze 16 l. Tie letzte WahlvereinSvrrsammlung nahm Stellung zu der am 19. Februar in Spandau stattfindenden KreiSgencralversammlung. Der Beschlutz deS Kreisvorstandes, den Beitrag auf 10 Pf. wöchent- lieh festzusetzen, wurde zum Antrag erhoben, da man sich der Ein- ficht nicht verschließen kann, daß es notwendig ist. die Kasse zu füllen.— Die Abrechnung vom 3. Luartal 1910 ergab einen Kassen- bestand von 67.41 M.— Der Ueberschuß vom Weihnachtsvergnügen betrug LötSS R. Zur Aufnahme hatten fich 11 Genossen gemeldet. SemKts- Leitung. Herr Dr. Breitfchcib und Herr Pfemfert, deren Streit um den Platz an der Sonne der„Demokratischen Vereinigung" schließlich auch den Gerichten zu tun gegeben hatte, haben gestern ihre wechselseitige Beleidigungsklage vor dem Land- gericht I im Schatten des Ausschlusses der Oeffentlichkeit durch einen Vergleich beendet. Vom Kläger Breitscheid war Berufung eingelegt worden gegen das Urteil des Schöffengerichts, das den Beklagten Pfemfcrt freigesprochen hatte, weil er bei seinen be° leidigcndcn Aeutzcrungen über Breitscheid auf Grund falfckzer In- formationen in gutem Glauben und in Wahrnehmung berechtigter Interessen gehandelt habe. Die Presse schien der Verhandlung vor dem Landgericht I(Strafkammer 9) ein ganz besonderes Interesse entgegengebracht zu haben, wenigstens sah man auf dem Korridor vor dem Sitzungssaal eine so reichliche Zahl von Berichterstattern versammelt, wie wenn es sich um eine Haupt- und Staatsaktion ersten Ranges handelte. In den Sitzungssaal gelangte aber keiner von ihnen hinein. Denn der Vorsitzende Landgcrichtsdirektor Neucnfcldt war der Meinung, daß die Verhandlungen über den Vergleich, den er den streitenden Parteien vorschlug, am besten in einer nicht öffentlichen Besprechung zu führen seien. Wir hören, daß weder der Kläger Breitscheid noch der Beklagte und Wider- klüger Pfemfert gegen dieses Verfahren mit seinem Ausschluß der Oeffentlichkeit etwas einzuwenden gehabt haben! Sämtliche Pressevertreter wurden durch die Gcrichtsdiener auf An- ordnung des Vorsitzenden noch vor Beginn der Verhandlungen zurückgewiesen und von vornherein daran gehindert, den Saal zu betreten, und es blieb hierbei während der ganzen Dauer der Ver- gleichöverhandlungen, ja, auch die Verkündung des zustande- gekommenen Vergleichs sowie der Einstellung des Verfahrens erfolgte unter Ausschluß der Oeff-ntlichleit. Wir erfahren, daß der Vergleich folgenden Inhalt hat: Herr Pfemfert erklärt: Wie ich auS der Beweisaufnahme erster Instanz mich überzeugt habe, war meine öffentlich ausgesprochene Be- hauptung, Herr Dr. Breitscheid hätte ein Fälsch:rstück verübt, un» gerechtfertigt und zurückzuführen auf falsche Informationen. Ich bcdaure daher, diese Behauptung seinerzeit aufgestellt zu haben. Ich versichere, daß ich in der in Frage kommenden Versammlung am 28. Dezember 1909 dem Herrn Dr. Breitscheid nicht den Vor- wurf gemacht habe, er hätte den Ingenieur Freund in den Tod getrieben. Ich will eine derartige Behauptung auch in keiner Weife mehr aufstellen.— Herr Dr. Breitscheid erklärt: Ich habe in der Versammlung vom 21. Dezember 1909 lediglich so. wie ich es im Laufe des vorliegenden Privatklageverfahrens behauptet habe, eine für Herrn Pfemfcrt aufgestellte Erklärung entworfen und dabei nicht behauptet, daß diese Erklärung von Herrn Pfemfert selbst abgegeben und unterschrieben sei. Seinerzeit habe ich im Jntcr- esse meiner Partei es für geboten erachtet, mich an den Heraus- geber des Blaubuchs dagegen zu wenden, daß Herr Pfemfert als verantwortlicher Redakteur des Blaubuchs zeichnete. Sollten Meine Bemühungen den Eindruck bei Herrn Jlgenstcin hinterlassen haben, als hätten mich andere Motive geleitet, dann bedaure ich das und wiederhole, daß, wie ich damals bereits des öfteren betont habe, dabei nicht etwa Gerüchte über die sittliche Qualität des Herrn Pfemfert mitgesprochen haben. Derartige Vorwürfe habe ich gegen Herrn Pfemfert nicht erhoben und halte insbesondere den Vorwurf der Homosexualität für unbegründet. Nach dem Urteil erster Instanz hatten beide Parteien allerlei sich widersprechende Nachrichten verbreitet, denen wir Aufnahme ver- sagen mutzten, weil wir es für selbstverständliche Pflicht der Presse halten, möglichst aus eigener Anschauung übet den Sachverhalt zu berichten. Wir sprachen damals die Erwartung aus, daß der Termin der Berufungsinstanz so r.-chtzeitig mitgeteilt würde, daß eine objektive Berichterstattung über die beiderseitigen Be- hauptungen und über das Ergebnis der Beweisaufnahme möglich würde. Durch den Ausschluß der Oeffentlichkeit ist es unmöglich geworden, den der Klage zugrunde liegenden Sach- verhalt objektiv darzustellen. Der Ausschluß der Oeffentlichkeit auch über die Frage, ob die Oeffentlichkeit ausgeschlossen w.rden solle, verstößt gegen das Gesetz und kann insbesondere gegen den Willen der Parteien nicht erfolgen. Beliebt der Vor- sitzende, einen Sühnetermin dem Verhandlungstermin vorangehen zu lassen, so kann dieser Termin mit Zustimmung der Parteien unter Ausschluß der Oeffentlichkeit erfolgen. Daß Pressevertreter erst zum Kadi renn-n und dann in Ausschluß der Oeffentlichkeit willigen, ist ein bislang wohl noch nie beobachteter, nichts weniger als nackahmcnswertcr Vorgang. Glauben Personen, die im öffent- lichen Leben stehen, eine Beleidigungsklage anstrengen zu müssen, so kann dies doch nur mit der Absicht erfolgen, einen Hergang öffentlich klarzustellen. Die beiden Parteien haben tm vorliegenden Fall, nachd'm sie in der ihnen zur Verfügung stehenden Presse deS langen und breiten über den Prozeß sich ausgelassen, plötzlich dem Ausschluß der Oeffentlichkeit zugestimmt. Sie sind schuld daran, wenn aus dieser Einwilligung ihnen unliebsame Schlüsse gezogen werden. Von ernsten, für eine dem Allgemeinwohl di-nende Sache sich widmenden Männern hätte man ein anderes Verhalten er- warten dürfen. Dem Ansehen der Pr'sse— ohne Unterschied ihrer politischen Richtung— und dem Schutz einer der wesentlichsten Garantien unparteiischer Rechtspflege, der Oeffentlichkeit. haben beide Herren keinen guten Dienst erwiesen. Der„tic convulslv". In einer momentanen Bewußtseinsstörung hat der Klempner- Meister Julius Haschke eine Straftat verübt, die ihn unter der An- klage deS versuchten Verbrechens gegen die Sittlichkeit vor die Straf- kammer des Landgerichts III führte.— Der Angeklagte, ein 43jäh- riger verheirateter Mann, ist wegen desselben Verbrechens schon er- heblich vorbestraft. Eines Tages lockte er ein Schulmädchen unter dem Versprechen, ihm Süßigkeiten zu schenken, in die Wohnung einer Verwandten und versuchte dort, sich an dem Kinde zu ver» gehen. TaS Mädchen war so eingeschüchtert, daß eS erst nach einiger Zeit seinen Eltern Mitteilung von dem Geschehnis machte. Die Folge war die jetzige Anklage gegen H.— Da sich Zweifel an der Zurcchnungsfähigkcit des Angeklagten herausstellten, waren auf Antrag des Rechtsanwalts Dr. Puppe der Oberarzt der Maifon de Saute. Dr. Schilling, und Dr. Magnus Hirschfeld als Sachver- ständige geladen. Diese gaben auf Grund längerer Beobachtungen übereinstimmend ihr Gutachten dahin ab, daß die Verfassung des Angeklagten sich als neuropathifche Konstitution darstelle, vermöge deren der Angeklagte nicht in der Lage fei, seinen Trieben den nötigen Widerstand entgegenzusehen. Beide Gutachter bezeichneten als besonders charakteristisch den sog.„tic eonvuUiv", d. h. ein plötzliches nervöses, das Bewußtsein momentan ausschließendes Zucken, das sich bei Personen von der Art deS Angeklagten häufiger zeige. DaS Gericht kam auf Grund des§ 51 St.-G.-B. dem An- trage des Staatsanwalts gemäß zu der Freisprechung des An- geklagten.—— «mtltcher Marktbericht der ftSdNichen Marttballen-Vtrektton Obn den Srotzbandel in den Zenwal-Marttballen. Marktlage: sslettck: Zusubr schwach, Seschöft still. Preise unverändert. Wild: Znkndr reichlich, Ge'chäst stau, Preise sast unverändert,««slügel: Zustihr genügend, Seichäst sehr still, Preise sast unverändert. Fische: Zufuhr knapp, Seschäst schleppend. Preise wenig verändert. Butter und Käse: «Leschäst ruhig, Prelle unverändert. Semas«, Ob» und Süd» fruchte: Zufuhr genügend. Geschäft lebhaft, Presse wenig verändert. Berliner Ardeiter-Schachklub. Osten I: sehen Dienstag>/zS Mr Bei Böbl, RüderSdorfer Str. ist. .. II: leden Donnerstag'iL Uhr bei Votz. Weberstr. 6. Südost: jeden Freilag>/..9 Uhr bei Nitschke, Neichenberger Straße stst. Ecke Glogauer Straße. Süden: jeden Dienstag'/,9 Uhr bei Uebelessen, Wasiertorstr. 8. llveften: jeden Freitag'/,9 Uhr bei Päßlcr, Karlsbad 17, Ecke Flotlwellstr. Norden l: jeden Freitag'/.9 Uhr bei Lachentch. Marstr. 13b. „ II: jeden Freitag'/j9 Uhr bei Frissch, Drontheimer Str. st» „ III: jeden Freitag'/.,9 Uhr bei Baganz, Gaudystr. 3. . IV: jeden Sonnabend>/.v Uhr bei Kersten, B-rnauerstr.«S, Ecke Swinemünder Straße. Nordwest: jeden Freitag'/,9 Uhr bei Lamprecht, Putlitzstr.�10. Charloitenburg: jeden Donnerotag'/,9 Uhr bei Brünn, Spre Lichtenberg: jeden Freitag'/.9 Uhr bei Blume, Alt-Boxhagen 56. Ober-Schöncwetde: jeden Freitag'/,9 Uhr bei Rvdcnb» 17, Spreestr. .ujen 56. ich, Wilhelminenhof- straße 64, Ecke�Rathenaüstraße. Nixdorf I: jeden Dienstag>/,9 Uhr bei Stahmann, Reutcrstr. 4«. , II: jeden Doimerslag'/,9 Uhr bei Wethe, Hermannstr. 160, Ecke Einser Siraße. . M: jeden Freitag'/,3 Uhr bei Rau, Wildenbruchstr. 56, Ecke Weser- straße. Köpenick: jeden DonnerSIng von S'/j Uhr Bei Bewart, Rudowerstr. 88. CQccbeti-Spielplan der Berliner Cbeater. KSnigl. Opernhaus. Sonntag: Tannhäuser. Montag: Carmen. Dienstag: Tristan und Isolde. Mittwoch: Der Barbier von Sevilla. Donnerstag: Salome. Freitag: Der Waffenschmied. Sonnabend: KönlgS- linder. Sonntag: Der Prophet. Montag: KonigSlinder. Neues tönigl. Opern-Ddeaicr. Sonntag: Die Rabensteinerin. Anfang 3 Uhr. Montag: Hamlet. Kiinigl. Schauspielhaus. Sonnlag: Der Störenfried. Montag: Die Welt, in der man sich langweilt Dienstag: Der Kaufmann von Venedig. Mittwoch: Der Störcnsried. Donnerstag: Der Kaufmann von Venedig. Freitag: Die Jouriiaiiften. Sonnabend: Der Störenfried. Sonntagnach- mittags 3 Uhr: Die Rabensteinerin. Abends; Der Kaufmann von Venedig. Monlaa: Eolbcrg. Ansang?>/, Uhr. Deutsches Thearrr. Sonntag: Lumpazivagabundus. Montag: Othello. Dienstag: LuniPazivagabunduS. Mittwoch: Hamlet Donners- tag: Othello. Freitag: Ein SommernachtStraum. Sonnabend: Othello. Sonntag: Lumpazivagabundus. Montag: Ein Sonmiernochtstraum. (Ansang 7>f, Uhr.) Deutsches Tlieater(K a m M e r s p i e k e). Sonntag: Lanzelot. Montag: Die Komödie der Irrungen. Die Heirat wider Willen. DienS« lag: Lanzelot. Mittwoch: Der verwundete Vogel. Donnerstag: Lanzelot. Freitag: Nawlln. Sonnabend: Die Komödie der Irrungen. Di« Heirat wider Willen. Sonntag: Lanzelot. Montag: Aglavaine und Sclysette. Ansang 8 Uhr. Lesstug- Ddeatrr. Sonntag und Montag: Anawk. Dienstag: Wenn der junge Wein blüht. Mittwoch und Donnerstag: Analol. Freitag, Sonnabend und Sonntag: Die Zialten. Montag: Anatol. Ansang 8 Uhr. Kleines Theater. Soiintagnachmiltag« 3 Uhr: Joachim v. Brandt. Abends und von Montag bis Mittwoch: Erster Klasse. Die verflixten Frnueuzimmcr. Varielä. Freitag, Sonnabend und Sonntag: Studenten- heb«. Soinitagnachmittags 3 Uhr: Joachim v. Brandt. Montag: Erster Klasse. Die verstixicn Frauenzimmer. Ansang 8 Uhr. NeucS Schauspielhaus. Sonntag: Die Hosen de» Herrn von Bredow. Montag: Der Zerrissene. Dienstag: Alt-Hcidelbcrg. Mittwoch- naa mittags 3 Uhr: Frau Holle. Abends: Die Hofen des Herrn von Bredow. Domiersiag: Der Zerrissene. Freitag: Die Jungslau von Orleans. Soiinabeud: Ali-Heibelberg. Soiiutag: Der Herr Verteidiger. Montag: Unbestimmt. Anfang 8 Uhr. Berliner Theater. Sonntagnachmittags 3 Uhr: Der Veilchensrcsser. Abends nno folgende Tage bis Freita:g: Bummelstiideuten. Sonnabend- nachmittags 3 Uhr: Macbeth. AbendS: Bummelftudenten. Eonntagnach- millagS 3 Uhr: Der Veilchensresjer. Abends und Montag: Bummel- swdenlen. Ansang 8 Uhr. N.ucS Theater. Täglich: Ter G. m. b. H.-Tenor. Anfang S Uhr. Modernes(Hebbel-) Tlieater. Sonntagnachmtltng 3 Uhr: Shcrtock Holmes. Abends: Der Doppelmensch. Monlag: Der Doppclmcnsch. Don Dienstag bis Sonnabend: Das glückliche Gesicht. Conntaanachmittags 3 Uhr: Der Doppelmensch. Abends nno Montag: DaS glückliche Gesicht. Ansang 8 Uhr. Komische Oper. SonntagnachmittagS 2 Uhr: Hoffmann» Erzählungen. Abends: Das vergeffene Ich. Montag: Hofsnianns Erzählungen. Dienstag: Die Boböme. Mittwoch: Zigeunerliebe. Donnerstag: Die Bohöme. Freitag: Tiefland. Sonnabend: Die Bohöme. Sonntagnachmittags 3 Uhr: Zigeuneriiepe. Abends: ToSca. Montag: Tiefland. Ansang 8 Uhr. Ausfteilungstheater am Zoo. Montag bis Ansana 8 Uhr. Tvalia. Theater. Bis aus weiteres täglich: Anfang 8 Uhr. Schillrr-Tbrater O. EonntagnachmlitagS 3 Uhr: Die Ehre. Abend«: Husareiifiebn. Montag: Der Dummkopf. Dienstag und Mittwoch: Husarensiever. Donnerstag: Prinz Friedrich von Homburg. Freitag: Der Hinimei aus Ei den. Sonnabend: Prinz Friedlich von Homburg. Somitag» riachnnllags 3 Uhr: Die Ehre. Abends: Husarenstebcr. Montag: Der Hinimel aus Erden. Ansang 8 Uhr. SchtUer. Tveater Guaiiottcitbnrg. Sonntagnachmittag» 8 Uhr: Egmont. Abends: Die Macht der Finsternis. Montag: Der Blind der Jugend. Dirnstag: Der Himmel auf Erden. Mittwoch: Dir Fee Caprice. Donnerstag: Die Macht der FinsteiniS. Freitag: Husarenfieber. Sonnabend: Die Macht der Finsteniis. Eonntagnachmiltng 3 Uhr: Egmont. AbendS: Der Hummet aus Elben. Montag: Husarenfieber. Anfang 8 Uhr. Fm'drlch- Tl>ilhel»,ftitd.ischeS Tchauspirlvau». Tonntag. nachmittag» 3 Ubr: Faust. Abends: Die blaue Maus. Montag und Dienstag: DI« blaue Mau». MiltwochnachmittagS 3 Uhr: Die Hermanns- schlachl. AbendS, DonuerStag und Freitag: Dt« blaue Maus Sonn- abendnachmiltng 3 Uhr: Die Heiinnnnsschlacht. Abend«: Krieg im Frieden. S onillagnachmittag« 3 Ubr: Dir Räuber. Abends: Chrono von Bergerae. Montag: Die Ervlonte. Ansang 8 Uhr. Neues Cpemien. Theater. Sonntagnachmittags g Uhr: Die Glocken von Eorneville. AbendS: Die schöne Niselte. Montag bis Sonn- abend: Die schöne Risetle. Somliagnachmittag» 3 Uhr: Die Glocken von Eorneville. Abends und Monlag: Die schöne Rtsette. Ansang 8 Uhr. Th nter des Westens. Sonntagnachmittags 3 Uhr: Die geschiedene Fran. Abend»: DaS Puvpenmädel. Montag und Dienstag: Das Puppenmädel. MillwochnachniillagS 3 Uhr: Rotkäppchen. Mendö, Donnerstag und Freitag: Das Puppenmädel. Sonnabendnachmittags 3 Uhr: Rvlkäppchen. Abends: DaS Puppenmädel. Sonnlagnachmiltags 3 Uhr: Ein Walzerlraum. AbendS und Montag: DaS Puppenmädel. Ansang 8 Uhr. Trianou. Theater. Sonntagnachmittags 3 Uhr: Der selige Tonpwel. Abends und bis Sonnabend: Der ycliige Hain. Loniitagnachiiniiags 3 Uhr: träulein Joselte— meine Frau. AbendS: Der heilige Hain. Montag: >er heilige Hain. Ansang 8 Uhr. Refldrnz.Theaicr. Allabendlich: Familie Bolero. Ansang 8 Uhr. Berliner BolkS- Oper. Soniitagnachnittlags 3'/, Uhr: DI« weiße Dame. Abends: Die Dollarprinzcssin. Montag: Don Juan. DienStag: Der Postillon von Lonjumeau. Mittwoch: Robert der Teusel. Donnerstag: Die Dollarprinzcssin. Freiing: Undine. Sonnabend: Die Dollarpriiizesstn. Lonnlagnachmittags 3'/, Uhr: Martha. AbendS: Die Hugenotten. Man- tag: Don Juan. Ansang 8 Uhr. Luisen> Theater. Sonntagnachmittags 3 Uhr: Hamlet. Abends und bis Freitag: Mudickcs Reise nach Indien. Sonnabendnachmittaa 3 Uhr: Mlw und Moritz. Abend«: Kean. Sonntagnachmittag 8 sidr: Wilhelm Tell. AbendS und Montag: Der Millioneriiunge. Ansang 8 Uhr. Lnstipiethnus. Abends: Der Feldherriihügel. Von Montag bis Sonnabend: Der Feldherriihügel. Sonntagnachmittags Z Uhr: Der Herr Abends und Montag: Der Feldhercnhügel. Ansang 8 Uhr Somitag: Meyer». Polnische Wirtschaft. WW>»W»WW»»W Metropol. Theaier. Allabendlich: Hurra!— Ansang 8 Ubr. Hcrrnseld-rheatcr. Ansang 8 Uhr. Easiuo- Theater. Abends: Julie Wippchen. Wir leben noch! Täglich- Eine verlorene Nacht. Der Derbhsicger. vonntagnachmittag g'l, Uhr: Haß und Liebe. .______— r-r-,— Allabendlich 8 Uhr: Julie Wippcho� Eonntag- nachmittag 3 Uhr: Haß und Liebe. Abends: Julie Wippchen Rose-Theaier.«oiiiitagnachmillagS 3 Uhr: Der Kaileijäger. AbendS und Montag: Don Carlos. Dienstag: Sem Sündenregister Mittwoch: Don Carlos. Donnerstag: Sein Sündem erster. Freitag: Don Carlos' Sonnabend: Der Müller und scia Kind. Sonntag und Momao: Don Carlos. Ansang 8 Uhr. Aolleo Caprice. Alkabcndllch RS aus weiteres: Der Fekdwevekbsiael. Anfang 8'/. Uhr.. ApoNo-Tbeater. Allabendlich: Spezialitäten. Anfang 8 Ubr. Sonn- tagnachmlttag 3'/, Uhr: Spezialitäten. Paflage- Tueaerr. Soinitag. nachmittag» S Uhr: Sve»lalttäten Allabendlich: Spezialitäten. Ansang 8 Uhr. l.pe,iamalen. Wintergarten. Allabendlich und Sonntagnachmittag: Svezialitätrn Ansang 8 Uhr. NeichobaNcu> Thenter. Täglich: Stetllner Sänger. Ansana 8 Mr. Sonntags 7 Uhr.."" 0'' NraniaTveater. Tauvenstr. 48/49. 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Erschreckend hoch ist in Teutschland die Säuglingssterblichkeit. 1908 starben 18,5 Proz. der Kinder im ersten Lebensjahr und 1904 sogar 19.0 Proz., oder in absoluten Zahlen ausgedrückt zirka 400 000 im Jahre. 7000 Frauen werden noch alljährlich durch das Kindbettfieber hinweggerafft und 10 000 Frauen sterben außerdem an den Folgen der Geburt. Tas sind furchtbare Opfer. Opfer, die fallen dank der traurigen sozialen Verhältnisse, in denen weite Schichten unseres Volkes leben müssen. Lttndererwerbsarbeit, Ueberlastung der Jugendlichen mit Er- werbsarbeit, Unterernährung, die schädlichen Einflüsse unserer elen- den Wohnungsoerhältnisse und anderes mehr bedingen, daß sehr oft das junge Mädchen schon einen kranken Körper in die Ehe mitbringt. Muß dann in der Ehe die Erwerbsarbcit fortgesetzt werden bis kurz vor der Entbindung, oder alsbald wieder nach dieser aufgenommen werden, wirken wohl gar noch gewerbliche Gifte oder krankmachende Arbeitsmethoden verderbenbringend aus den Organismus der Frau und damit auf den Organismus des werdenden Kindes, so erscheinen die Folgen, die uns in den obigen Zahlen entgegentreten, erklärlich. Diese die Gesundheit zerstörenden Einflüsse zeitigen aber außer der hohen Mütter- und Säuglingssterblichkeit noch andere tieftravrige Folgen: schmerzhafte, quälende Frauenkrankheiten, frühes Siechtum und Invalidität der Mütter, kranke, bresthafte und verkrüppelte Leiber der Kinder. Bei der ersten amtlichen Krüppelzählung im Jahre 1907 wur- den7SlS3 jugendliche Krüppel in Deutschland gezählt, dabei warrm Bayern, Württemberg und Baden noch gar nicht mit einbezogen, weil diese Staaten eine andere Zählmethode ange- wandt hatteBi. Tatsächlich ist also die Zahl der jugendlichen Krüppel noch bedeutend höher. Zum Teil sind diese Aermsten als Krüppel geboren, vielleicht infolge der Erwerbsarbeit der Mutter, zum Teil sind sie nach der Geburt verkrüppelt, meistens, weil ihnen die Muttcrbrust geraubt ward, da die Not die Mutter wieder in die Erwerbsarbeit trieb, oder der Organismus der Mutter schon so zermürbt war, daß der natürliche Nahrungsquell, die Mutterbrust, versiegte. Die Entziehung der Mutterbrust ist, neben den genannten krankmachenden Einflüssen auch d i e Hauptursache der großen Säuglings st erblich« keit. Tie Muttermilch ist eben die beste, gesündeste, weil natürlichste Nahrung für den Säugling. Sie bedeutet die natürliche Fortsetzung der Ernährung des Kindes, wie sie im Mutterleibe begann. Die Muttermilch enthält neben den ernährenden Substanzen auch solche, die die Verdauung erleichtern und fördern und deshalb die schwachen Verdauungsorgane des Säuglings entlasten. Hinzu kommt, daß bei Ernährung durch Muttermilch keine Gärungs- und Krankheits- keime mit in den Magen des Säuglings gelangen, wie das bei Ernährung durch Kuhmilch oder Mehlpräparaten sehr leicht und oft geschieht. Soll Leben und Gesundheit von Mutter und Säugling ge« schützt werden, so gilt es. zunächst die Kinder- und Arbeiterinnen- schutzgesetzgebung auszubauen, um all die gesundheitsschädlichen Einflüsse aus den Organismus der Frau und den des werdenden KindeS abzuschwächen. Dann aber gilt es, die Schwangeren und Wöchuc- rinnen zu schützen und dem Kinde die natür- liche Nahrung zu sichern. Deshalb fordern wir: Verbot der Erwerbsarbeit kurz(8 Wochen) vor und nach der Entbindung und Ersatz des Lohnausfalles während dieser Zeit! Zu diesem Ersatz des Lohnausfalles, wodurch der Schwan- geren und Wöchnerin für die angegebene Zeit Ruhe und Pflege garantiert wird, müßte alsdann noch für eine weitere Zeit (20 Wochen) ein teilweiser Ersatz des Lohnes gewährt werden, um der jungen Mutter das Stillen zu ermögliche«. Diese Schwangeren- und Wöchnerinnen- Unterstützung, desgleichen das Stillgeld in Höhe deö gesetzlichen Krankengeldes müßte als Pflichtleistung den Krankenkassen auferlegt werden, bei denen die Arbeiterinnen versichert sind. Um allen Ar- beiterinnen diese Fürsorge zu sichern, wäre die Ausdeh- nung der Kraukenversicherung auf alle erwerbs- tätigen Frauen eine Notwendigkeit. Döch nicht nur die erwerbstätigen Frauen sind in der ange- gebenen Weise fürsorgebedürftig, sondern ebenso sehr weite Schich- ten der Hausfrauen und Töchter in Arbeiter- kreisen und in den Kreisen des Kleinbürger- tu ms. Auf sie alle, sofern ihr Familieneinkommen 5 0 00 M. nicht übersteigt, müßte deshalb die Krankenversicherung und damit die Fürsorgepflicht ausgedehnt werden. Denn die schlimmen Folgen, die die Arbeitsüberbürdung für die Arbeite- rinnen hat, bringt bei den Hausfrauen und Töchtern mangelnde Ernährung und Pflege mit sich. Würden dann weiter allen Schwangeren und Wöchnerinnen des bezeichneten KreiseS die Geburtshilfe und die ä r z t- liche Hilfe bei den Schwangerschaftsbefchwerden unentgeltlich von den Krankenkassen gewährt, so würde die Zahl der Opfer, die heute fallen, schon stark vermindert. Der Reichstag wird, wenn er über die ReichsversicherungS- ordnung entscheidet, auch über die Frage des erweiterten Mutter- und Säuglingsschutzes entscheiden. Sache unserer Frauen ist es. überall im Ein- Verständnis mit den Organisationen die Pro- paganda in möglichst intensiver Weise zugun st en der obigen Mindestforderungen zu entfalten. „Das Jahrhundert des Kindes", so lautete das Thema einer kürzlich von den Vereinen„Frauenwohl" und„Frauenstimmrecht" einberufenen Versammlung. Was es mit der pompösen Bezeich- nung vom Jahrhundert des Kindes auf sich hat, weiß jede Ge- nossin, die mit den tatsächlichen Verhältnissen auch nur einiger- maßen vertraut ist. Und für manche Damen scheint die Verems- fache auch mehr ein Sport- als ein soziales Bedürfnis zu befriedi- gen. Eharakteristischerweise wurde es in der erwähnten Versamm- lung sehr unruhig, als eine Genossin in der Diskussion bemerkte, angesichts der Tatsache, daß laut amtlicher Statistik in Berlin Kindheit an dem Erwerb nachzugehen gezwungen seien, Tausende nicht satt zu essen hätten, ohne Frühstück zur Schule wanderten und ohne tvarmes Mittagbrot zu erhalten, körperlich und geistig Schaden erlitten, klinge es wie Hohn, wenn man eine solche Zeit „das Jahrhundert des Kindes" nenne. Die bürgerliche Gesellschaft suche in der Fürsorgeerziehung einen Ausweg, um die sozialeu Uebel zu verdecken.— Wie„human" die Fürsorge sei, das habe der Mieltschiner Prozeß ja mit erschreckender Deutlichkeit enthüllt. So- lange das Gottesgnadentum und Willkür herrsche, Aemter nach Protektion und nicht nach Verdienst und Fähigkeit� vergeben wür- den, solange cö höhere und niedere Schulen gäbe, könne von einem „Jahrhundert des Kindes" nicht gesprochen werden. Erst wenn der Volkswille oberstes Gesetz geworden sei und das Jahrhundert des Proletariats begonnen, erst dam: werde das„Jahrhundert des KindeS" anfangen.— Bezeichnend für die Gemütsverfassung der- schiedener PersanunlungSbesucher war. daß während dieser Aus- fübrungen einigemal Schluß gerufen wurde. Die bürgerliche Ge- scllschazt hat nicht den Willen, die Axt an die Wurzel zu setzen, um die Schäden wirklich zu beseitigen. Mehr als alle bürgerlichen Parteien zusammen, ist die Sozialdemokratie für Kinderschutz ein- getreten. Ueber die Gegeuwartsarbeit darf natürlich das Ziel nicht in der Versenkung verschwinden. Wir haben doppelte Arbeit zu leisten. Das freie Wahlrecht muß für uns ein Mittel zur wozialisicrung der Gesellschaft sein. Wer das Wahlrecht nicht nur zur Erlangung von Damenrechten haben will, wem es um die Er- ringung allgemeiner Menschenrechte zu tun ist, der muß mitarbei- ten in der sozialdemokrarischen Partei. Die Forderung des allgemeinen, gleichen und geheimen Wahlrechts für alle gesetzgebenden und Verwaltungskörperschaften hat bis jetzt nur die Sozialdemo- kratie konsequent vertreten. Die nächsten. ReichStagSwahlen stehen vor der Türe. Die Mitarbeit der Frau kann viel zum Siege der sozialdemokratischen Partei und damit für die politische Gleich- bcrechtigung der Frau beitragen. Darum ans Werk! Leseabende. Dienstag, den 10. Januar. Potsdam bei Wilhelm, Kaiser-Wilhelmstraße. Vortrag.— Genossin Anna Matfchkc-Berlin. Rummclsburg bei Blume. Alt-Boxhagen 50. Versammlungen— Veranstaltungen. Zentralvcrband der Hausangestellten. Sonntag, den 8. Januar, abends pünktlich 7 Uhr, in Beckers Festsälen, Konrmanoanten- straße 02 l. Portrag von Herrn Stürmer:„Tic kulturellen Aufgaben der Arbeiterbewegung". WassersianvS-Nachri�tea der LandeSanstalt für Gewässerkunde, mitgeteilt von: Berliner Wetterbureau. Waflerftand M e m- l. TllM B r e g e l, Jntterbmg W e i ch i e l, Tborn Oder, Ratibor . Krosien , Franktint Warthe, Sibrimm , LandSberg Netze, Lordamm Elbe, Letrmeritz , Dresden , Bardo . Magdeburg vasseritand Saale, Grochlitz Havel, Svandau') , Ztatbenow') S v r e», Svr-mberg') , BesSlow Weser, Münde» , Minden Rhein, MaxiinilianSau , Kaub Köln Neckar, Heildronu Main, Wertheim Mosel, Trier 4- bedeutet Wuchs,— Kall.—') Uiiterveael.— Starkes treiben.— 0 Schwaches Eiötrciben.— r} Eis in Bewegung. Hauskur ohne Diät Apotheker Kumbier's 91 erlmerStahlbnmneti' seit 25 Jahre« von bewährter Heilkraft bei Blutarmut, Bleichsucht. Nervenleiden, Magen-, Darm-, Leber-, Gallenstein-, Nieren u. Blasenleiden. Rheuma- tismus, Gicht, Ischias, Lungenkatarrst. Atembeschwerden, Herzleiden, Leiden der Wechseljahre« Epilepsie, Schlagaa-r-Perkalkuna, Zuckerkrankheit. Analyse: Natriumchlorld 1.302, Katrlumsulfat 20.920, Kallnmsulfat 0.172, Magnesiurasulfat 1.160, Uangansulfat 0.14, Eieenkarbonat 2.197 in 10 000 Teilen. «rette: 80 gl. 02. 10 Prä«. 60 gl. 02. 17 vrän. 180 gl. 02. 30„ran. Fortsetzung:»0 AI. 02, 8;«0 AI. 02. 15. Clcfermtg der Aiakchen für du» Studtinnere«in, ein, Ar das Stadlnuher« und dl» näheren Vorort« 80 AI, lufamme» tgiaschen-Psandl.— Stach auswärts: Rift« 30 AI. irei jut Balm 02. 15, 8 Kisten 02. 87, Forlsetzung t 1 Kiste 02. 18. Für frankiert iuiückgesandte stiften werden 4 02, vergütet. nBeriinep Stahlbpunnen"(Apotheker Kumbier's Erben) o m. b. h, Berlin BW, Marienstrasse 30, gfltjrtfjiMrijMh�� Fernsprech-Anschiüsfe: Amt Iii, Nr. 6631 und Nr. 4832. Neue Erfolge. UnsBfB Finna verbürgt sich dafür, dass alle Erfoigbestäti- gungen genau der Wahrheit entiprechen. Ieh KM«eil l*aK«r Zell»« teftlf»'» optar hmerern und Bin«. n«, nach 60 glaschen von Ihrem vorzüglichen Ttahtdrumiea diu ich«üni- lirh vird-T frUeh nid w anter und laun ihn daher der leidenden MtillchheU nur«mvsthlen. Berlin. I. Januar 1011, stomiuandamenstr 60. Frau INUNor. Idr„Berliaer«UhlbroBnen", von dem ich iiih«, 90 Masche» gebrauchie, I«» mir««kr tat hekoamen. leb IIU seit meio-m 14. Lebemijihre an cpHeptlThen KramnlantZllen. die sich den Tag»- 4 mal wieder. Holten, bin nochis au» Bern i>eil- ge'auen. Mied veftnniingSioi liegen and liaile mir immer die tfunae blullfl gediften. Seit dem Jahre(HOS, da leb die eratea St Flaachea tob Ihrem Brconcn gettnEkea habe, iat__dlB_e£lle£tjiiei|ie Krankheit ram aaaireMlebe». Sitrd-r'.>S. Te.e.nvcr 1010. H ermann ftr. 214-219. Emil OntteeU. ... Cot 2 Jodren haue ich vedeQiende Blatrerlnote. Weil Ich auch den Weeboellahrea vordeagen Baute, uiachl« Ich den Vernich mtl Ihrem Statu. druunrn. ne rher mir rormB«lleb«eholfni hat. Ich bade davon bald glojchen gelrunlen. lieht die», Vi rdannnq mad Stuhlpmng«lad «ereaelr, ee kommen aieb keine Siflruiim-u der.'W�nnti natlon mehr tot. von denen»tele w den Iodr,n ,ieanali weiden und die andere Leiden dervoirale»»ein»»aree Körper tat widerataadefählifer pewor. en ala er IrSbei war! ich habe Irlaehe Farbe,«Utes Auiaehoa, will read früher leder mein»ehleelitea Anaaebea bedaueite. llöln, 81. tstovemver luio. Sleriengaile 1. grau Lflfxenrneh. ... Kala Leiden bat aieb aacb dem Geltraueb«na 60 Flaaehen be- deataad aebeaaert. I'b die Pwvwn- und hnlaletclend. Sehon nach dem Sebraaeh von 15 Flaaehea»erapüne ich rtae waaentilehe Beeieraat, so da« kb den Brunnen allen inten den grauen lehr emviehien kann. Berlin. 15. S2ovembit 1»10. Batfuilitodt 1._______ Frau Rautcnbcrg. ... Ihr Stahlbrnnnea bat«leb bat mir aufs best« bawibrt. lob war tot Uebrsacb detarlbea immor mOelc neu! abnfpnnnt. Saeb Verbrauch der HO Flaschen Stablhrnnaeä tttble leb«rieb friscti and tri Ulf. Berlin, IS. S.ovember 1010. slraanftiaie in. Emil COppert. ... leb litt aebr an Wcrvcwlwlde»«. Koptschmerren, IWngen. nnd UntrTlelhshesehwcrilCD. Uaa alle« hat aieb, nxetadem leb «u Fla.enea„Berliaer»tablbraaae»'- aetraaken habe, gehoben.... Löfs» bei Würzen, 10. Oktober 1010. Frnu E. Basier. Wa! meine Kar anbetrifft, to banfe Ich Ihnen herzlich,»ie bat mir fllr Blnae wl« IHapen anoaeaelohnet« Dienst««ctan,(o bflft ich Sie zu tetet rfeti emplehien lann und werde. Ich seidft werde alle Jahr« die stur wiederholen Wristens.r.1 E.v..«b.r 1010. g,.»?rp.-l.la.. ««ansir. 7V. Nrr Stablbrannen hat»ich bei meinem nervOaew Wagenlnlden ■ad hnrtnaehlner Slnhlvcratoptunq auta best» bewahrt. ■eine Sc wtndelnniail««Ind«Tiaallab rorttber und fflUe leb ml«b wieder»esund, haut Irelilch auch 120 Flaschen getrutllen Herzlichste» Inns. z.g.1. 1«. August 1010.»arkbert. Brunowlirabe 28 a Vor Jahren war leb»nckorkrnnk. wurde daun«ebwer hntt- Iflgcrtq und mein panaer Korper bedeckt««leb mit C«»chivaren. dabei quälten mich dauernd bettlpa Kcbmerten.,. stuf Umpfeulung Iiove ich nun I Ilten Berliner SlelilBrunncn getiunlen und lann Ihnen zu meiner groben Freude milieilen, dost ich nach Vcibranrh tob 60 Klaacbea tob den Oo* achwüren betreit tw und da« Bett nicht mehr zu hüten brauche:«ueb alle Sobmeraea«lad Teraebwnadeiu... Ich bin jetzt 60 Jahre all.... BtTlin, 80. Juli 1010. Holnrleh Nenbert. Memeler Sirab« 55.__ Ich habt von Ihrem Berliner Siabibrimnen seU 12 Iahren alliffhrNch 60 Flasche» geirunten und bin jetzt 54 Jahre oll leb litt früher aa Mnstl» trilnste't. ManealelN stürvet- gewicht Hobe ich in dieser Zeil So Psund zugenomwen Aneh in den Weehiiell. lahrea bat der Brunaca mir groaae Dienada(eleistot.———— Berlin«. 87. Juli! 010. Sröseftrabe 8._ grau tt'elnborg. ...«leichzetii, teilt ich Jonen mit. daß»ach diese« Mal Ihr �Derlioar btablhrbnaea" mleb TOliatäadig wledarbergea teilt bat. leb IIU an Inehlnw and war die Kraakbait diese« B«] zebr Birtaicklfi acht Wochen ung wai ich genöiigl, an Gtlltzen zu lausen. KHarlsttenburg. 87. Jnii 1010. Soisetln-Auliulta-AUee 15-16. Krau HUrta Loetseh. ... leb litt«eit etwa 10 Jahren an hnWIgom WheumnHbmn«. Herzlcldon oad Blntannnt, hatte öfter neltlae bivhmeruen In der Brual und Sltelic in der linken Seite, äuaserdem litt leb Jahre. lann an hwtllgen Koptachmerni-n. stach Gebrauch rou 60 Flaiefaea tob Ihrem btablbrnonen bin ich uun gänaUob tou meinen Sehnterten befreit. Berit» O 17, 0. 02ai 1010. Otto Berner. Sruchistr. 61, Ui." Ich bah« Ihren„Berliner Htahlbrunaen'' mit«ehr gutem Krfoite gegen Bln««rmnt. chronlaciicn RachenUalai'rk und Katarrh der Luftwepe� geirudken.«o das« lob ihn iiiin iieii Leidenden mit(jutem faowlaseo eapfeblea kana. Berlin SO. 8. 02 at 1010. SiuMauet Ett«7. (insinv Taactae, staust» an». I«h litt aa ncrvaaen IWancnbeaehwr rd«w mit«tarker Sinhl. Parmkoltk, HaiHleni und Hnlabrachworrlen» koaota keine aoeb ao laictate«peiae mehr Tcrcragea. baue Jedesmal fnretatbare Neharenen Im Leibe and Nagen. leb habe Ihren Stahl. brunaea 4 Monate getrunken! Jetat kann ich wieder alles essen nnd trinken ohne Bosehwcrdeu. Berlin. 6. Mal 1010, Ungelttfet 2o. IV. Frau Emma Voigt. Meint Frau leidet in den WeehaoIlalireB an allen mdglichen ve» schwerden. namentlich an atarkar, nrrvNarr Llrhnrrrirano, K«pf» nrhsssarU, BNokesi. awd mtcrlcibaarh■ cr/ei». narvetarssi Harr und alarkem HrrrKioplren. tia.ichem sie i« giaichen �QicS siadi-wunbens peirunten, til daß«11 emetndeftnden vedeulend bester! st« Hai neuen LebenSmul erdaiien, alle Beschwerden ftnd verschwunden. Rixdors. 1». Wiät\ 1010. Frlli Sehrflder. «beitritt. 68. Ii. 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