Dr.«. ■Mrantt-BtAiiguin;■jl M � AsA" JW..mÄ'ÄÄÄB.i««'' �ÄlabSlÄ. mCTiÄ; W 9 �flfWr W T/m m Bf m Wi s« � f d°r°n R°um«Psg. m wNtt�ch fteiwsH�s! W.Jm W Sa El LS WWW BB M � Hr$"5f(5lun& S°w»lsch°sMche Vereins. Einzelne Nummer 5 Pfg. Sonntags. rtlSfäj Ml W> p« w) Häf IZig WS HH IM W Wg f"— // und Versammlungs-Anzeigen 80 Pfg- Nummer mit Mustricrter Sonntags. mm MB«ZI PS MB tbm BBH VM v) MW BZW I„kleine?n:eig«n", das erste isctt- Beilage.Die Neue Welt" 10 Psrn Post. OH BH SB BH C'/J|W|B W> W> WW DD»M> gedruckte) Wort 20 Pfg., jedes weitere ildonnernent: I.lO Marl pro Monat. V�WB WM>M MB MU> UBij WI MW MW MW WorttOPsg. Stellengesuche und Schlaf. �uasen w d.e Post. Seiwngs.«» MM �ftbeBL AV M stellen-Anzeigen das erste Wort lOPfg.. Deustchland u�>OesNr?ei�. Ungarn W M HG- M. M jedes»eitere WottSPfg. Wortellder 2 Mark, für das übrige Ausland«B ��am\ X' BM 16 Buchstaben zählen für zwei Worte. 8 Mark pro Monat. Postabonncments W�l�W_____-/ MW Inserate für die nächste Nummer müssen nehmen an: Belgien. Dänemark..�WW�B�� � ��*""->, v/ bis S Uhr nachmittags in der Expedition Holland. Italien. Luxemburg. Portugal.(/?) �-- � abgegeben werden. Die Expedstiot» ist «utitänien. Schweden und die Schweiz. �° bis 7 Uhr abends gcSsjnet. Vevlinev.s»«». Tentralorgan cler fo2ialäemokratifcken Partei veutfcklanäs. Redahtion: 8 Cd. 68, Lindenstraese 69. Fernsprecher: Amt IT, Nr. 1983. Zusammentritt der Parlamente. Am heutigen Dienstag werden der Reichstag und der preußische Landtag wiederum zusammentreten. Die Session des Abgeordnetenhauses wird aller Voraus- ficht nach keine allzu lange sein, da eine gesetzgeberische Arbeit größeren Stils nicht beabsichtigt ist. Und ob der Reichstag sehr lange beisammen bleiben wird, steht auch noch dahin. Die Neuwahlen werfen bereits ihre Schatten voraus, und die Ungeduld ist um so größer, als man— wenigstens draußen irrt Lande"— nicht weiß, wann das Volksaufgebot zur großen Ab- rechnung aufgerufen werden wird. Die Massen sind zum Schlagen bereit, und nur die Regierung des schwarzblauen Blocks harrt des für sie günstigsten Augenblicks, um den Appell an die Wähler ergehen zu lassen. Vermutlich werden die Wahlen bereits im Frühjahr stattfinden, und ganz aus- geschlossen erscheint es angesichts der für die Reaktion so prekären Lage nicht, daß man es wieder einmal mit einer Ueberrumpelung versucht, also gegebenenfalls auch mit einer jähen Beendigung der Reichstagssession. Mancherlei Anzeichen sprechen dafür, daß die Regierung im stillen alle Vorberei- tungen trifft, um den Wahltermin nach Möglichkeit beschleu- nigen zu köniren. Die Parteien werden also gut tun, ihre Rüstungen so zu betreiben, daß der Kampf in jedem Augenblick auf der ganzen Linie entbrennen kann. Nament- lich für das Proletariat gilt das Wort: Bereit sein ist alles! Denn gerade für die Arbeiterschaft steht bei dieser Reichs- tagswahl unendlich viel auf dem Spiel. Ist doch der Ausfall der Neuwahlen nicht nur von einschneidendster Bedeutung für die Gestaltung der Reichspolitik, sondern auch ausschlag- gebend für die preußische Politik, besonders für das Maß von politischen Rechten, das dem Volke durch die neue Wahl- rechtsreform eingeräumt werden wird! Das Hauptgewicht wird die Regierung auf die Fertigstellung des Quinquennotsgesetzes legen, durch das die Heeresstärke um rund 11 000 Mann erhöht werden soll. Unser unersättlicher Militarismus soll wieder einmal durch ein Tribut von mehr als 100 Millionen für ein Jahrfünft abgefunden werden. Uitd da das Defizit im Rcichssäckcl auch ohne diese Anforderungen bereits riesengroß ist, und speziell die militärischen Ausgaben durch Uebernahme der Verpflichtungen des aufgezehrten Reichsinvalidenfonds ohnehin um diverse Dutzend Millionen anwachsen, will man versuchen, durch eine Reichswertzuwachs- steuer die Deckung für die Ansprüche des Quinquennats zu schaffen. Ob das aber so leicht gelingen wird, ist recht frag- lich, so daß es schon hier zu einem Konflikt von größter Trag- weite kommen könnte. Auf noch größeren Widerstand aber dürste die Regierung mit ihrer Absicht stoßen, die Vorlage über die Arbeitskammern, die Versicherungsordnung, die Strofprozeßreform und die Novelle zum Strafgesetzbuch zu scharfmacherischen Kncbelmaßnahmen gegen die Arbeiterklasse zu gestalten. So gern das Zentrum unter anderen Umstän- den auch seinen Scharfmacherfreunden den Gefallen tun würde: die bevorstehenden Reichstagsneuwahlen dürften es denn doch schrecken. So läßt sich auch hier den Plänen der Regierung kein günstiges Prognostikon stellen. Bleibt von wichtigeren Gesetzgebungsmaterien noch die Verfassungsreform für Elsaß- Lothringen, die, so sehr sie mit ihren schikanösen Bestimmun- gen über die Ansässigkeit im Wahlbezirk und die Plural- stimme für das höhere Alter den Ansprüchen der Billigkeit Hohn spricht, doch den Junkern noch viel zu demokratisch sein wird. Auch hier wird also die Regierung auf eine glatte Annahme durch den Reichstag nicht rechnen können. Den preußischen Landtag will die Regierung von vorn- herein mit wichtigeren Vorlagen verschonen. Die Vorlage über die Feuerbestattung bildet noch eins seiner Prunkstücke, obgleich durch sie nur der geradezu lächerliche Zustand aus der Welt geschafft werden soll, daß so ziemlich ini ganzen Reiche jedermann nach seinem Wunsche durch Einäscherung bestattet werden kann, nur nicht in Preußen, sofern sich nicht der Preuße noch nach seinem Tode über die Grenzen der rückständigen Junkerdomäne flüchtet! Dieser wahrhaft alberne Ausnahmezustand soll jetzt endlich beseitigt werden, nachdem alle anderen deutschen Vaterländer vorangegangen sind l Da- gegen will man sich zu einer Reform der direkten Steuern noch nicht verstehen. Trotz der ungeheuerlichen Belastung der proletarischen Volksschichten durch die Steuerreform des Schnapsblocks, trotz der ungeheuerlichen Lebensmittel Verteuerung durch die agrarische Volksausplünderungspolitik will man in Preußen auch von den Aermstcn jene Steuerzuschläge weiter erheben, die seinerzeit von dem Junkerparlamcnt be- schloffen worden sind, obgleich selbst die preußische Regierung diese Zuschläge nur von den Einkommen über 8000 M. erhoben wissen wollte! Erst recht nicht denkt man daran, das Existenzminimum von 900 M., das heute längst kein solches Minimum mehr bedeutet, auf 1200 oder 1500 M. zu erhöhen, das heißt bis zu dieser Einkommensstufe die Einkommen von der direkten Staatssteuer zu befreien! Zu Reformen braucht der neben dem Lande des Ochsenkopfes rückständigste Staat Deutschlands eben viel, viel Zeit l Das beweist auch der empörende Umstand, daß Herr d.Bethmann Hollweg gar nicht daran denkt, dem Landtag in dieser Session eine Wahlrechtsvorlagen zu präsentieren. Er will erst Dienstag, de« 10. Januar 1911. einmal abwarten, wie die Reichstagswahlen ausfallen, und welche politische Konstellation dieser Wahlausfall erzeugt. Man könnte meinen, das bedeutete ein Zugeständnis an den Volks- willen, eine Rücksichtnahme auf das Ergebnis des unter dem demokratischen Wahlrecht zustandegekommenen Massenvotums. Aber wer das annehmen wollte, kennt den Erzreaktionär Bethmann Hollweg schlecht. Dieser Philosoph der gott- gewollten Abhängigkeiten und des Gottesgnadentums hofft viel- : mehr auf eine gegenseitige Annäherung sämtlicher reaktionären Parteien, auf einen bürgerlichen Block gegen die abermals mächtig gewachsene Sozialdemokratie, der es ihm dann später möglich machen soll, im Landtage eine Mehrheit für eine Flickreform ähnlichen Kalibers zustandezubringen, wie es der, nach dem Wort Scheidemanns; auf dem Schindanger Ver- scharrte Wahlrechtsivechselbalg des Jahres 1910 war. Bethmann Hollwegs Pläne liegen auf der Hand— aber die Masse des entrechteten Volkes wird dafür sorgen, daß diese reaktionären Anschläge zu schänden werden. Die Reichs- tagswahlen bieten dafür die beste Gelegenheit. Es gilt, den blauschwarzen Block zu zertrümmern, aber es gilt darüber hinaus durch das Massenvotum für die Sozialdemokratie ein Menetekel aufzurichten, das auch den hitzigsten Scharfmachern Bedenken einflößt, es mit der Trutz- und Knebelpolitik bis zum Aeußersten zrt treiben I Die Verhandlungen der Parlamente werden in ihrer Art ein Vorspiel der ReichstagSwahlen fein. Das Grollen des Wahlkampfes wird in mancher Debatte vernehmlich sein. Die Massen aber mögen gerüstet sein, selbst in die Kampagne einzugreifen, sobald Generalmarsch geschlagen wird l Sie tM!enluindgebungen gegen den eliaß-lothringischen Verfassungsentwurf. Die von der sozialdemokratischen Partei Elsaß-Lothringcns in verschiedenen reichsländischen Städten am gestrigen Sonntag veranstalteten Strahenkundgebungen und Protestversammlungen gegen den die Reichslande zu einer preußischen Krondomäne stempelnden Verfassungsentwurf haben einen glänzenden Ver- laus genommen. Zahlreich hatte sich die Arbeiterschaft eingefunden, besonders in Straßburg, Kolmar und dem industrie- reichen Mülhausen; doch wiesen auch einige kleinere Städte sehr stark besuchte Protestvcrsammlungen auf, da sich außer der Arbeiterschaft vielfach auch bürgerlich-demokratische Elemente daran beteiligten. Der große Straßenumzug in Mülhausen ging unter dem Spiel des„Sozialistenmarsches" und der„Jnlernationale" sowie dem Gesang trutziger Arbeiterlieder progranimäßig vor sich. Die Beteiligung wird auf 6000—10000 Personell geschätzt.' Nirgends wurde, da die Polizei sich zurückhielt, die Ordnung gestört. lieber die Einzelheiten der Massenkundgebung wird uns auS Mülhausen und Straßburg berichtet: Millhausen, 8. Januar. Die Demonstrationen, die von der Sozialdemokratie auf den 8. Januar angesetzt waren, sind zu Massenkundgebungen geworden. ES hat der vom Polizeipräsidenten am Ort erteilten Genehntigung keinen Abbruch getan, daß sich für M ü l h a u s e n die. S t r a ß- burger Post", das im allgemeinen als offiziös geltende national- liberale Straßburger.Wellblatt", dem Verlangen der„Deutschen Tageszeitung" nach einem Einschreiten der vorgesetzten Be- Hörden gegen das Singen der„Internationale" und des„Weckrufes" und gegen das Spielen des„SozialistenmarscheS" auf offener Straße ausdrücklich anschloß, indem das Blatt in seiner Mittagausgabe vom Sonnabend schrieb, diese Genehmigung, die es anfangs ebenfalls für einen Neujahrsscberz gehalten haben, sei„so befremdlich, daß auch die besonderen Müihauser Verhältnisse schwerlich eine Rechtfertigung bilden können". Die Polizei bot zwar ein halbes Dutzend Gendarmen zu Pferd auS der Umgebung auf, um neben den Schutzleuten zu Fuß in Uniform und Zivil die „Ordnung" an dem Demonstrationstage in Mülhausen aufrecht- zuerhalten, aber es bot sich ihr nicht der geringste An- laß zum Einschreiten. Die ganze Demonstration verlief programmgemäß ohne den geringsten Zwischenfall! Und mit welcher Beteiligung l Ganz Mülhausen war auf den Beinen, sei es um bei der Kundgebung persönlich mitzuwirken, sei es um bei dem Straßenumzug Spalier zu bilden. An der um'/gH Uhr vormittags mit dem Absingen der„Jnter- nationale" eröffneten Versammlung in der Neuen Markthalle nahmen 6—8000 Personen teil, die den Ansprachen der Genossen Emme! und W i ck y und des Redners der bürgerlichen Demokratie, Herrn Dr. Elias lauschten, welch letzterer vom Standpunkte der ärztlichen Wissenschaft auS mit Zahlenmaterial über die Unterernährung der Arbeiterrschaft und ihre größere Sterblichkeit das vor- geschlagene Altersmehrstimmenrecht als gemeinschädlich verwarf. Die scharfe Betonung des republikanischen Standpunktes der eingeseffenen Bevölkerung gegenüber dem Versuch, Elsaß- Lothringen in eine preußische Krondomäne umzuwandeln, rief wie die Proteste gegen die Einführung einer Ersten Kammer stürmische Zustimmung hervor. Der preußischen Junkerpreffe mag zur Beruhigung dienen, daß da? Mitführen von Inschriften tafeln beim Umzüge, welche die republikanische Staatsform betonten, von der Polizei verboten worden ist; dafür wurden Tafeln mitgeführt, welche das Frauen-Wahlrecht forderten und Inschriften trugen wie:»Wir Expedition: 8 Cd. 68, Lindenstraese 69« Fernsprecher: Amt IV, Nr. 1984. wollen keine preußische Kondomäne werden",»Wir wollen keine Preußen sein" u. dgl. m. Die Zahl der Teilnehmer am Zuge, der um 11 Uhr begann und um 12 Uhr mit dem nochmaligen Spielen des Soziallsten- marscheS auf der Ueberdeckung des Jll-Hochwasserkanals endigte, schwankte zwischen 8—10 000; am Schlüsse waren auf der weiten Ueberdeckungsstrecke gut 20 000 Personen anwesend. Die Demon- stration war eine Massenkundgebung von imposanter Größe, wie noch keine in der oberelsässischen Fabrikstadt. Auch die Beteiligung in den sonstigen Demonstrationszentren war über Erwarten groß. In St. Ludwig im Kreise Mülhausen, hart oben an der Schweizer Grenze, wo am Nachmittag Genosse E m m e l redete, beteiligten sich an der Versammlung 500 Personen und am nachfolgenden Straßenumzug 400; in Thann nahmen an der Versammlung auf freiem Platze, in welcher der Reichstagskandidat Genosse Gsell sprach, 800 Personen teil, und in Gebweiler nahmen an der Versammlung, ebenfalls unter freiem Himmel, in welcher der Reichstagskandidat Genosse W i ck y redete, 1200 Personen teil. Die ablehnende Stellungnahme der Zentrums- presse und der Liberalen gegenüber den Straßenkundgebungen hat nicht verhindern können, daß überall, wo solche Kundgebungen an- gesetzt waren, die Beteiligung eine über alles Erwarten starke war. Die Demonstrationen waren nicht umsonst— auch wenn die Junker und Pfaffen im Reichstage nicht darauf hören. Straßburg, den 8. Januar. In Straßburg fand die Protestversammlung in der weiten, ge- räumigen Markthalle statt. Versammlungsteilnehmer wurden mindestens 3000 geschätzt, ebensoviele umlagerten das Versammlungs- lokal. Genosse B ö h l e. der Reichstagsabgeorduete für Straßburg- Stadt, legte unter jubelndem Beifalle der Versammelten die reaktiv- nären Tendenzen de? bundesrätlichen Entwurfes dar. Die vom Laudesvorstand der sozialdemokratischen Partei Elsaß-Lothringens zur Annahme den verschiedenen Versammlungen vorgelegte Resolution wurde einstimmig angenommen. An dem Demonstrationszuge, der sich durch die Hauptverkehrsadern der Altstadt nach dem„VollSgarten" hin betvegte, beteiligte!» sich zirka 4—5000 Personen. In Kolmar sprach Genosse P e i r 0 t e s unter freiem Himmel auf dem Rappplatze. Es ivaren über 3000 Personen, die den AuS- führungen des Redners mit gespanntester Aufmerksamkeit folgten und sie bei ihren Höhepunkten mit frenetischem Betfall unter« strichen. Auch hier gelangte die Resolution einstimmig zur Annahme. Am Zuge beteiligten sich etwa 1000 Personen, lediglich Arbeiter. In Schiltighcim fand am Vorabend eine Versammlung statt, in der ebenfalls Genosse P e i r 0 t e s sprach. Es wurden an 500 Teil- nehmer gezählt. Die Genossen von Schiltighcim beteiligten sich am Sonntag am Straßburger DemonstrationSzug. Jm Unterelsaß fanden außerdem noch Versammlungen statt in LingolSheim und Barr, die ebenfalls sehr gut besucht waren. In Barr waren beispielsweise an die 500 Besucher gezählt. In Lothringen fanden nur zwei Versammlungen statt: in Metz und im Kohlenrevier in Mulenbach. In Metz sprach Genosse Dr. W e i I l vor 600 Zuhörern, in Mulenbach Genosse H u e b e r ebenfalls vor mehreren Hundert Teilnehinern. Ucberall herrschte Begeisterung._ Zwei Säulen der Anklage. Der Strafkammerprozeß gegen die Moabiter Uebeltäter geht zu Ende; am Montag wurden die Plädoyers der Verteidiger beendet. Heute werden die Entgegnungen der Staatsanwaltschaft erfolgen, denen die Verteidigung jedenfalls wieder wird antworten müssen. Für Mittwoch dürfte der Spruch des Gerichts zu erwarten sein. Jm Vordergrunde des Interesses stand am Montag der Fall Pilz. Die Staatsanwaltschaft hat bekanntlich ganz besonders darauf bestanden, daß die Anklage gegen den„Partei- und Streikwirt" Pilz mit in den Krawallprozeß hineingezogen werde, obgleich die angebliche Straftat des Gastwirts erst mehrere Tage nach dem Abschluß der Unruhen passiert sein soll. Der Anklagcbehörde kam das vermeintliche „Femgericht", sehr gelegen. Dieser Fall gab der Massenanklage, die doch meist nur relativ harmlose Straftaten enthielt, den entsprechend düsteren Hintergrund. Hier glaubte die Staatsanwaltschaft so etwas wie eine förmliche Organisierung des Terrorismus gegen die Arbeitswilligen, womöglich gar eine Spur nachweisen zu können, die zur Organisation, zum Transportarbeiterverband und zur Sozial- demokratie hinüberführte. Darin wurde sie allerdings bitter eut- täuscht. Die Beweisaufnahme ergab vielmehr, daß die Verbands- Vertreter und die älteren Verbandsangehörigen niit allen Kräften Ausschreitungen der Streikenden entgegengetvirkt haben. Um so zäher hielt die Staatsanwaltschaft an der Anklage wider Pilz selbst fest, obgleich im Laufe der Beweisaufnahme sehr deutlich zu Tage trat, daß sie auf sehr schwachen Füßen steht. Der einzige Zeuge, der schließlich gegen diesen Angeklagten übrig blieb, ist der Arbeitswillige Wellschmidt. Sicherlich kein klassischer Zeuge, aber die Anklagebehörde, die nicht davor zurückschreckt, einige hundert einwandfreie Männer und Frauen in Bausch und Bogen für un- glaubwürdig zu erklären, weil sie es wagten, die Polizei zu belasten. ist blind für die vielen Momente, die die Glaubwürdigkeit des Herrn Wellschmidt in Frage stellen. Diese fragwürdige Persönlichkeit, die von Mutter und Schwestern in nicht rosigem Lichte geschildert wird— was Herr Stelzner ihnen übrigens sehr verdenkt— ist der Staatsanwalt- schaft sympathisch, auf sie macht er einen„vorzüglichen Eindruck". So war es denn die Aufgabe des Verteidigers Th. Liebknecht, die Person des Wellschmidt ins rechte Licht zu stellen und die Brüchigkeit der Beweise nachzuweisen, womit die Staatsanwaltschaft gegen Pilz auf- zuwarten hat. Er tat das in einer warmen, eindrucksvollen Rede, die das weitschichtige Material geschickt und übersichtlich zusammen« fahte und die Anklage CiS in alle Schlupfwinkel mit spitzer, kritischer Sonde verfolgte. Der Verteidiger zeigte die viele» Unwahrschcin- lichkeiten und Unmöglichkeiten der Wellschmidtschen Darstellung und wies mit scharfer Logik nach, daß es auch um die Glaubwürdigkeit der anderen Zeugen, die zwar- nicht die zur Anklage gestellte Tat. aber andere belastende Nebeuuiomente bekundet haben, sehr schlecht steht. Er erhob sich dabei zu einer allgemeinen schneidenden Kritik der Aussagen jener an Zahl nicht geringen polizeilichen Zeugen, die eine auffallriider Gedächtnisschwäche befallen hatte, soweit eS sich um Ausschreitungen der Polizei handelt, während sie mit aller Be- stiinmlheit wissen. waS an Ausschreitungen der Menschenmengen und einzelner Angeklagten vorgekommen ist. Sehr wirkungsvoll hob er die klaffenden Differenzen hervor, die zwischen den Dar- stellungen der beiden Schutzleute Lehmann und Mouze be- stehen. Und den scharfmacherischen Uebertreibungen in den staatsanwaltschaftlichen Behauptungen über die Vorgänge im Pilz- sche» Lokal und den Terrorismus der Streikenden setzte er treffend die Tatsachen entgegen, datz die Streikleitung und die älteren Verbandsangehörigen stets gewalttätigem Vorgehen gegen die Arbeits- willigen gewehrt haben, dah die Ausschreitungen daher offenbar von Leuten herrühren, die noch nicht lange genug in der Schule der Orga- nisation waren und die zudem durch die tags zuvor erfolgte Ver- öffentlichung der schamlosen Hiiitzeschen Bekenntnisse aufs höchste gereizt waren. Sehr eingehend wies er nach, datz die Behauptungen der Anklage dem Gastwirt Pilz eine Dummheit über die andere zumuten. Unter seinen sicheren Streichen blieb von dieser Anklage kein Stein auf dem anderen. Der Fall Pilz ist eine der Säulen der Anklage sie ist geborsten durch und durch. Eine andere Säule ist der Fall Sattler. Auf ihn legte die Staatsanwallschaft ein ganz besonderes Gewicht, weil, wie sie in der Anklageschrift ausdrücklich hervorhob. Frau Sattler Mitglied der sozialdemokratischen Organisation ist und sich bei den Wahlen für ihre Partei eifrig betätigt hat. Hier meinte die Anklagebehörde auch eine der Spuren gesunden zu haben, die von den Unruhen zur Sozialdemokratie führen sollte. Aber die sensationelle Ausputzung der Anklage hinderte nicht, dah sie in der Beweisaufnahme ebenso zusammenbrach, so sehr, daß Herr Steinbrecht selbst sich der Empfindung nicht zu erwehren vermochte, das Gericht werde zur Freisprechung kommen. Trotzdem beantragte er die ungeheuerliche Strafe von zwei Monaten Gefängnis gegen die Frau, der nichts, aber auch gar nichts nachgewiesen ist. Er will sie auf Grund der Aussagen in der Voruntersuchung verurteilt wissen und er schreckt nicht davor zurück, ohne jede tatsächliche Unterlage von dunklen Einflüssen zu sprechen, die die Zeugen be- wogen haben sollen, ihre Bekundungen in der Hauptverhandlung seiner Meinung nach einzuschränken, anstatt anzuerkennen, daß die einseitigen Vernehmungen in der Voruntersuchung wenig geeignet sind, die voll« Wahrheit an den Tag zu bringen. Mit feiner Ironie hat Verteidiger Dr. Cohn in seinem trefflichen Plädoyer die Nichtig- keil dieser beweislosen Behauptungen des Herrn Steinbrecht nach- gewiesen und die Haltlosigkeit seines Antrags auf Verurteilung auf- gezeigt. Auch diese Säule der Anklage ist ebenso zusammengebrochen und eö bleibt nur das Staunen darüber, wie angesichts der Beweis- aufnähme der Antrag de? Staatsanwalts gestellt werden konnte. Dr. Cohn brachte in seiner Rede reiches historisches Material zur Beurteilung des Wesens unserer Polizei bei. Er zeigte schlagend, wie aus der Tatsache, daß die Polizei auf vor- märzlichem Standpunkt stehen geblieben ist, sich natürlicherweise die Abneigung der Arbeiterschaft gegen die Polizei ergibt. Und in er- greifender Rede, die dem Empfinden des Proletariats getreuen Aus- druck gab, wies er nach, daß die Arbeiter Hundsfötter sein müßten. wenn sie nicht im Gedächtnis bewahrten, wie allezeit, wie besonders unter dem Sozialistengesetz, die Polizei ihre Väter, ihre Klasse gehetzt hat. Noch einmal entrollte er die Anklage, in die sich die Beweisaufnahme gegen die Polizei gewandelt hat. in charakteristischen Strichen zeichnete er daö düstere abstoßende Bild ihrer Taten. Der Lockspitzelei widmete er eine eingehende Betrachtung, an der Hand gradierender geschichtlicher Parallelen wies er die innere Wahrschein- lickkeit der ungeheuerlich klingenden Bekundungen über die Lockspitzel- tätigkeit bei den Moabiter Unruhen nach. Die Erörterung darüber, ob die Ordensverleihungen in negativer oder positiver Weise zur Beurteilung der Glaubwürdigkeit der Polizeizeugen heranzuziehen sind, schnitt ihm ein Gerichtsbeschluß ab. Von tiefem Eindruck war der Schluß, der bittere Hinweis darauf, daß solange der Gerechtigkeit nicht Genüge getan sei. als nicht der Totschlag an Arbeiter Herrmann an den schuldigen Polizeibeamten gesühnt sei, die zornige Anklage, daß die Leitung der Polizei nicht mehr Eifer bei der Suche nach den Tätern gezeig» hat. Zu Beginn der Sitzung hatte Verteidiger Dr. Rosenberg für seine Klienten gesprochen, wobei er zum allgemeinen Teil der An- klage bemerkenswerte Ausführungen machte und zur Kritik des Polizeivorgehens mehrere wertvolle Beiträge lieferte. Auch der im bürgerlichen Lager stehende Rechtsanwalt Bahn wandte sich in seinem Plädoyer gegen die von der Staatsanwaltschaft versuchte Ausschlachuing der Unruhen gegen die Arbeiterbewegung. Den Schluß machte Herr Ulrich. Er hielt die Rede, die von ihm zu �erwarten war; wir hätten sie niederschreiben können, ehe er sie gehalten. Ueber den Inhalt wollen wir mit Herrn Ulrich nicht rechten. Es wäre ungerecht, ihn dafür verantwortlich zu machen. Er ist ein armer Verführter, der unser Mitleid verdient. Die verderbte reakiionäre Presse, die Blätter der Jimkcr und der Scharfmacher haben ihn auf dem Gewissen; in dieser schlechten Schule hat er keinen Respekt vor dem Ringen der Arbeiterklasse um Brot und Freiheit bekonimen können. Schärfster Kampf den Verführern, aber verzeihende Milde dem armen verführten Herrn Ulrich. ver flkiarchisteiMei' in Condon. AuS London wird uns geschrieben: Die Londoner Sensationspressa hat sich in den letzten Tagen übertroffen. Bei ihrem Appell an die niedrigsten In- stintte der Menschen greift sie zu den schmutzigsten und ge- meiitsten Mitteln, um den Konkurrenten zu übertrumpfen. Dieses anekelnde Produkt des Kapitalismus hat es schließlich so weit getrieben, daß selbst das englische Witzblatt„Punch", das nur höchst selten beißende Satiren bringt, sich vor kurzem veranlaßt sah, Stellung gegen diese Gesellschaft zu nehmen. Es brachte zu der Zeit, als diese Presse gelegentlich des Falles Dr. Crippen wie die Säue im Schmutz wühlte, eine Karikatur, die einen in Zeitungen eingehüllten, von oben bis unten mit Unrat bedeckten Menschen in einer Kloake dar- stellte, der zu den Zuschauern hinausrief:„Werfen Sie mir nur noch einen Halfpenny zu, meine Damen und Herren. «nd ich wälze mich in dem Dreck!" Diesmal hat der Mensch den Halfpenny gar nicht ab- gewartet, sondern sich gleich von Anfang an kopfüber in den Kot gestürzt. Alles was zur Verdächtigung und Vcrun- glimpfung der politischen Flüchtlinge herbeigeschafft werden konnte, wenn es mich nicht ein Fünkchen Wahrheit enthielt, wurde aufgeputzt und den erschrockenen Londonern aufge- tischt, Der Umstand, datz einer der mutmaßlichen Ver- brecher, Peter der Maler— 5er übrigens nach 5en letzten Polizeiberichten ein ganz harmloser Mensch sein soll, der mit der Schießerei nickfls zu tun hatte—, einmal in einem nicht mehr existierenden anarchistischen Klub Ostlondons eine Szenerie gemalt haben soll, wurde dazu benutzt, aus dem Unternehmen eines gewöhnlichen internationalen Einbrecher- konsortiums eine anarchistische Verschwörung zu machen. Zu einer anarchistischen Verschwörung gehören aber auch anarchistische Klubs, und da man in London, wo nach den An- schauungen der ausländischen Polizeipresse die Anarchisten- klubs so zahlreich wie die Brombeeren sind, keinen Klub auf- treiben konnte, dem man eine anarchistische Tendenz nach- sagen kann, so stempelte man einfach sozialistische Klubs zu anarchistischen. Sogar die„Times" entblöden sich nicht, diesen Trick zu benutzen. Londoner Anarchistenklubs sind keine dauerhaften Gebilde: es sollte mich nicht wundern, wenn augenblicklich in London kein einziger besteht. Es ist schwer zu kontrollieren: denn gewöhnlich leben diese Vereine, von denen man Kunde erhält, nur ein paar Monate; dann zanken sich die Mitglieder wie die Spatzen und fliegen aus- einander. Aber der Anarchistenkoller hatte sich mit den roman- tischen Schilderungen des anarchistischen Treiben-s noch nicht ausgetobt. Vor einigen Tagen wurde in einem offenen Londoner Park ein alter Jude ermordet. Die Tat war hö-�st- wahrscheinlich die Tat eines Irrsinnigen. Bei der Unter- suchung der Leiche fand man, daß auf beide Wangen der Buchstabe„K" eingeschnitten werden war. Sogleich hieß es, daß der Buchstabe„K" Spion bedeute. Der ermordete „Russe", in Wirklichkeit war es ein Franzose, so meldete die Sensationspresse, sei von Revolutionären als Spion hinge- richtet worden. Man brachte die Tat gar in> Verbindung mit der Schlacht in Sidncy Street. Der schöne Traum zer- rann aber, als man am nächsten Tage auch andere deutlich eingeschnittene Buchstaben im Gesicht des Toten wahr- nahm, unter anderem auch den Buchstaben„V", der jedenfalls für„verrückt" stand. Dies sei nur als Beispiel für die wahnwitzigen Gerüchke angegeben, die von der Lügenpresse in die Welt gesetzt werden. Außer der Sensationssucht mögen aber auch die engen Beziehungen mit der Polizei, die die Rinnsteinpresse in allen Ländern pflegt, dazu beigetragen Haben, der Mordgeichichte einen politischen Anstrich zu geben. Die Londoner Polizei hat sich bei dem Versuch, die Verbrecher zu arretieren, Zweifels- ohne höchst ungeschickt benommen und sucht nun der Affäre durch die Mobilisierung des anarchistischen Popanzes einen ganz besonderen Charakter zu verleihen. Jedenfalls gehört es nicht zur Aufgabe der Polizei, Lynckffustiz zu üben. Ihre Pflicht wäre gewesen, die Verbrecher lebend den Gerichten zu überweisen. Die Polizei mit Herrn Churchill an der Spitze hatte den Kopf verloren, das ist klar. Sonst ist es ganz un- erklärlich, daß niemand an das einfache Mittel dachte, die Verbrecher mit Chemikalien aus dem Hause zu treiben. Die Anarchisten sollen nun dafür büßen, daß sich die Polizei durch das Auffahren von Schnellfeuergeschiitzen gegen zwei Despe- rados unsterblich lächerlich gemacht hat. Ich habe den ganzen, teilweise von der Polizei inspirier- ten Klatsch durchwatet und nicht eine einzige Stelle gefunden, die ernstlich daraus schließen läßt, daß die an dem Embruchs- versuch in Houndsditch beteiligten Verbrecher Anarchisten waren. Es ist wohl möglich, daß der eine oder der andere von ihnen einmal einen anarchistischen Klub besucht hat, viel- leicht gar in Begleitung eines russischen Polizeispitzels, die im Osten Londons recht zahlreich sind. In Ostlondon be- hauptet man sogar, daß russische Polizeispitzel hinter der Affäre in Houndsditchstecken, wie sie vor zwei Jahren hinter der Tottenhamer Affäre gesteckt haben sollen. Dies sind natürlich nur Gerüchte, die aber nicht unwahrscheinlicher klingen wie die von der Sensationspresse ausgestreuten Mord- geschichten. Das enge Zusammenwirken zwischen der russischen Polizei und dem russischen Verbrechertum ist ja Welt- bekannt, und der Versuch, England durch die Anstiftung von Verbrechen zur Aufhebung des Asylrechts zu. bewegen, ist ''.r Gesellschaft wohl zuzutrauen. Jedenfalls ist die ganze Geschichte noch recht unklar und man tut gut, das Resultat der gerichtlichen Untersuchung abzuwarten und den Berichten der nach Pfennigen haschenden Sensationsprcsse keine allzu große Bedeutung beizumessen. politiscbe(leberlidrt. Berlin, den 9. Januar 1911. Zentrum und Gleichberechtigung. In Bayern, wo das Zentrum das Heft in den Händen hat. will es jedem, der sich offen zu den Grundsätzen und Zielen der Sozial- demokratie bekennt, die Aufnahme in den Staatsdienst versagen. Die Sozialdemotraten sollen weder als Beamte, noch als Angestellte und Arbeiter in Staatsbetrieben zugelassen, d. h. bayerische SiaatS- bürger sollen nach dem Willen der ZentrumSpartei ihrer p o l i« tischen Ueberzeugung wegen brotlos gemacht, vergewaltigt oder zur Heuchelei gezwungen werden. Demgegenüber erinnere man sich, welche Rolle in den Ländern. wo die Klerikalen in der Minderheit sind, wie in Preußen, die Forderung der Parität, d. h. der Gleichberechtigung der Staats- bürger oh»e Rücksicht auf Glauben und Parteistellung, gespielt Hot. Unter dem Rufe nach Parität ist die Zentnimspartei entstanden. und heute noch erschallt diese Forderung überall da, wo sich Zentrums- angebörige zurückgesetzt glauben. Bor wenigen Tagen war in der„Kölnischen Volks- z e i t u n g'ie ich besuchte, Pas Wort Sozialismus jemals gehört Bogen. Frauen wurden unter anderen Gegenständen mit großem Geschick in den Versammlungen propagiert. Neue Arbeiterinnenvereine, die miteinander in Fühlung blieben, erblühten. Da suchte die Re- gierung durch Stöcker und Genossen die Arbeiterinnen zu sich herüberzuziehen. Vergeblich war alle Liebesmühe. Zum Klappen kam es bei einer von der Stöckerschen Richtung auf dem„Johannis- tisch" einberufenen Versammlung der Antisemiten. Genossin Ihrer brachte eine Resolution mit Betonung des Rechts auf Gleich- heit aller, die Menschenantlitz haben, ein. Die Abstimmung wurde von Stöcker abgelehnt, die Versammlung von ihm geschlossen. Vor der Versammlung wurden die Arbeiterinnen von dem antisemiti- schen Janhagel mit Steinen beworfen. Nach dieser Versammlung sah die Polizei ein, daß ein Hinüberziehen der Arbeiterinnen in die Netze der Reaktionäre unmöglich sei. Darauf wurde am 2 6. Mai 1886 durch den Kriminalkommissar Schöne Haussuchung bei den Vorstandsmit- gliedern des Vereins zur Vertretung der Ar- beiterinnen abgehalten, am 2 8. Mai wurde er ge- schlössen. Die Genossin Staegemann, Frau Dr. Hofmann, Ihrer und Jagert wurden angeklagt, weil sie erstens in dem nur aus Frauen bestehenden politischen Verein— Frauen ausgenommen, ferner mit anderen politischen Vereinen in Verbindung getreten seien. Die zweite Anklage fiel. Die erste führte am 4. 12. 1886 zur Verurteilung der Angeklagten durch die Brausewetter- kammer. Brausewetter wurde in der Verhandlung erst durch den Abgeordneten Rickert, der als Zeuge erschienen war, darüber be- lehrt, daß Frauen öffentliche politische Versammlungen ein- berufen dürfen. Nunmehr konstruierte das Gericht: die öffent- lichen Versammlungen sind Vereinsversammlungen und verurteilte die Angeklagten zu je 69, die Genossin Staegemann als Vorbe- strafte zu 199 M. Geldstrafe. Selbst in diesem Tendenzprozeß mußten die Richter zugeben,„daß die Angeklagten ursprünglich Erlaubtes erstrebten", nachträglich aber, hieß es, seien sie zum Werkzeug und Spielball sozialdemokratischer Elemente geworden. Gleicher Erdrosselung verfiel später selbst eine AgitationS- kommission der Frauen Alle Verfolgungen vermochten die wackere Streiterin, die längst die Fesseln religiöser und kleinbürgerlicher Anschauungen abgestreift hatte, nicht in ihrer Aufklärungsarbeit zu hemmen. Unermüdlich durchwanderte sie Deutschland als Rednerin. Wiederholt war sie auf nationalen und internationalen Kongressen Delegierte des politisch und gewerkschaftlich organisierten Prole tariats, so 1889 auf dem Internationalen Kongreß in Paris. An fangs 189l gab sie„Die Arbeiterin" heraus, ein Blatt, das später in die„Gleichheit" überging. Von politischen wie von gewcrkschaft- lichen Organisationen wiederholt als Vertrauensperson gewählt, hat Genossin Ihrer allerorts in Deutschland Indifferente aufgerüttelt, ist der Mutlosigkeit und philiströsen Beschränktheit in den eigenen Reihen oftmals erfolgreich entgegengetreten. Seit Fahren hat sie als Vorsitzende die in der Blumen-, Blätter- und Putzfederfabri- kation organisierten Arbeiterinnen geleitet, als Redakteurin das Fachorgan„Der Blumen-Arbeiter" in herzerfrischender Lebendigkeit redigert und hat daneben so manche schriftstellerische Arbeit in den Dienst des Proletariats gestellt. Ihre kleine Broschüre:„Die Arbeiterinnen im Klassenkampf" beschreibt lebendig die Anfänge der Arbeiterinnenbewegung uicd ihren Gegensah zur bürgerlichen Frauenbewegung. Seit Jahren gehörte Genossin Ihrer dem ge- werkschaftlichen Frauen-Agitationskomitee an. Auf allen Gebieten der Arbeiterbewegung hat die zu früh Dahingeschiedene eine rastlose Tätigkeit entfaltet. Unendlich ist die Zahl derer, denen sie persönlich Rat und Hilfe hat angedeihen lassen. Unendlich groß ist die Zahl derer, die trauernd der Unver- geßlichen gedenken. Mit ihr ist eine der Besten dahin. Ihrer reichen Arbeit Mühe, ihr Leben war nicht umsonst. Ihr nachzu- streben ist der beste Dank, der der liebenswürdigen, energischen, zielbewußten Mitkämpferin gezollt werden kann. ver„VorwSrtz" vor Gericht. Am Sonntag, den 6. März 1919, am denkwürdigen Jagower Treptow- und Tiergartentage, gings auch in Solingen hoch her. An der großen Protestveranstaltung gegen das preußische Wahlrecht nahmen dort fast 29 999 Personen teil, und die drei Redner(die Genossen Böhle und Scheidemann sowie ein Liberaler) An dem trostlosen Zustand der Arbeiterbewegung in Japan sind natürlich unsere paar Genossen unschuldig. Die paar Mann, die in Deutschland Sozialdemokraten genannt werden können, haben unmenschlich für ihr Ideal gearbeitet. Aber selbst wenn sie ihre Kräfte vertausendfacht hätten, sie hätten nennenswerte Er- folge nicht schaffen können. Denn in Japan sind die Vor- beding ungen für eine sozialistische Bewegung nochnichterfüllt. Auf einer Basis, wie sie das heutige Japan ist, kann wohl, wenn sonst die Umstände günstig, einmal ein rotes Strohfeuer kurz auflodern, aber nicht der sozialistische Same frucht- bringend aufgehen. Selbst wenn die moralischen und geistigen Eigenschaften der breiten Volksmasse günstiger wären und auch das politische Terrain dem proletarischen Fuß Halt und freie Be- weguna gäbe, könnte eine klassenbewußte Arbeiterbewegung schwer- lich gedeihen, weil ihr Träger, das industrielle Proletariat, noch ein geistiger und körperlicher Schwächling ist. Ohne ein bis zu einem gewissen Grade entwickeltes Jndustrieproletariat ist die mo- derne Arbeiterbewegung undenkbar. Wie steht's nun mit ihm? In der japanischen Industrie sind nach den neuesten offiziellen Angaben(rund) 999 999 Personen beschäftigt. Davon sind fast 59 Proz. Frauen und junge Mädchen, Kinder. Die Arbeiterinnen sind für diese Betrachtung von vornherein auszuscheiden, auch wenn alles erwachsene Frauen wären, denn die zapanische Frau von heute, deren Wille und Selbständigkeit durch eine jahrtausend- lange Erziehung systematisch verkrüppelt, vernichtet worden ist, kann für eine proletarische Kampfgemeinschaft als fördernder Faktor nicht in Frage kommen. So bleiben noch 459 999 männliche Arbeiter. Davon sind ein volles Hunderttausend jugendliche Ar- beiter, zum Teil noch schulpflichtige Jungen, die hier auch auS- zuscheiden sind. So bleiben noch 359 999 Mann, die als Träger der Bewegung in Betracht kommen können. Was will dieses Häuflein bedeuten gegenüber den vielen Millionen stockkonservativen, bi- gotten Bauern? Und die numerische Schwäche dieser indu- st r i e l l e n Masse wird noch stark vermehrt, wenn die geistige Be- schaffenheit ihrer Glieder näher betrachtet wird. Der Industriearbeiter von heute fronte gestern noch auf der Scholle. Auf ihm lastet die Tradition: die Ideen, Gefühle und Be- dürfnisse der Feudalzeit mit nur leicht verminderter Schwere. Sein ist noch, nur erst wenig modernisiert, der Intellekt der (einst mehr als leibeigenen) Bauern. Mit dem Wechseln des Arbeits- Platzes wechseln nicht gleich die Hirnzellen. Unterwürfigkeit, Respekt vor der Autorität und scheußlicher Chauvinismus be- herrscht noch den Geist. Die intelligenteren, tatkräftigen Leute lehren dem Elenltzder Heimat den Rücken, wandern nach Hawaii, Amerika oder den Philippinen. Da, wo Phantasie ist, träumt sie von Heldentaten und Waffenruhm. Jene vierzig Ronins(fahrende Ritter), die für ihren(Feudal.)Herrn sich ohne Zaudern den Bauch aufschlitzten, leben tief im Äolksgeist als lebensvolle Ideale patriotischer Tugend. Obwohl die Kriegerkaste seit Jahrzehnten aufgelöst ist, tragen ihre Nachkommen noch stolz das Familien- Wappen auf ihrer Kleidung. Davon machen Genossen von uns keine Ausnahme. Die Schulzeit war gerade lang genug, die gött- liche Abstammung des Mikado und das höchste Gebot, die Ver- chrung dieses Gottessohnes, einzuprägen und den Chauvinismus zu überzüchten. Ein derartig beschaffenes Menschenmaterial ist nicht fähig, sozialistische Streiter zu liefern. Kus der Schule werden konnten sich rühmen, in der riesigsten Versammlung gesprochen zu haben, die der Solinger Kreis jemals gesehen hat. In Ruhe und Ordnung rückten die Massen auf den Schützen» burgplatz, und die gewaltige Demonstration bekam dadurch ge- regelte Ordnung, daß man sich auf den drei Rednertribünen des üblichen Mittels bediente: durch Schwenken roter Signalfahncn Anfang und Ende der Reden zu markieren. Auch der A b m a r s ch der Massen begann sich in Ruhe zu voll- ziehen. Die Polizisten aber wurden nervös oder richtiger: sie wurden vom Solinger Polizeiinspektor, einem gewissen Herr» Kirch er, nervös gemacht durch den ihnen bis zum Ueberdruß vorgetragenen und unaufhörlich wiederholten Befehl: auf keinen Fall das Mitführen der drei Signalfahnen beim Abzug der Massen zu dulden... Gegen die drei Fahnen wurde nun fast die ganze Solinger Pölizeimacht(28 Mann) losgeschickt. Der Befehl, die Fahnen her- unterzunehmen, war jedoch leichter gegeben als überhaupt nur gehört, geschweige denn ausgeführt; Solingen hat nämlich sehr enge Straßen und beim Abrücken staute sich das Heer der Demon- stranten zu dichten Haufen zusammen; wo aber dem Träger eines der drei Signale die polizeiliche Anordnung deutlich gemacht werden konnte, da fand sie auf der Stelle Gehorsam, und auch sonst mach- ten unsere Genossen durch kleine Ansprachen mit Erfolg darauf aufmerksam, daß man sich nicht provozieren lassen und daß man Ruhe bewahren solle! Nicht so die Polizei, die schließlich doch, angesichts des der Attacke von der Rathaustreppe herab zuschauenden Inspektors mit ge- zogenen Säbeln auf die Menge eindrang und losschlug, wobei Männer, Frauen, Kinder bös zu Fall kamen. Die Fahne wurde „erobert", die Menge floh, und auch auf Stürzende, Fliehende, sich nach ihren verlorenen Hüten Bückende sausten Hiebe hernieder. Diese Vorfälle hatte unser Solinger Parteiblatt in vier überaus scharfen Artikeln kritisiert. Es erfolgte Anklage, und Genosse Wendemuth, der verantwortliche Redakteur, wurde zu 199 Mark Geldstrafe verurteilt. Offenbar nahm � die Elberfelder Straflammer— so hieß es in einem Solinger bür» gerlichen Blatt— an, daß die zur Verantwortung gezogenen Darlegungen zum großen Teil richtig sind; sonst wäre die„Milde" dieses Urteils nicht verständlich.— »• • Den Prozeß in Elberfeld gegen die„Bergische Arbeiterstimme" leitet« Landgerichtsdirektor N e u m a n n. der die Zeugen getreu dem Wortlaut, getreu vor allem dem Sinne der Strafprozeß- ordnung, ihre Gesamtaussagen ungestört im Zusammenhang machen ließ, so daß ein ungetrübtes Bild von den Solinger Er» eignissen des 6. März erzielt wurde. Der „Vorwärts" hat in seiner Nummer vom 9. März 1919 in einem„Der Polizei- Überfall in Solingen" betitelten Artikel die Attacke um die rote Fahne in wesentlich milderer Form geschildert. Trotzdem er- folgte auch in diesem Falle Anklage. Unser Genosse Barth, als Verantwortlicher, hatte das zweifelhafte Vergnügen, wegen„Be- leidigung der Solinger Polizei" gestern vor der ersten Straf- kammer des Landgerichts I zu stehen. Wir nennen das Vergnügen „zweifelhaft", weil es dem Genossen Barth nicht beschieden ist, in Herrn Landgerichtsdirektor Schmidt einen Prozeßleiter von den Qualitäten des obengenannten Elberfelder Richters gefunden zu haben. Im Gegenteil! Wir sind ja von Moabit und von sonst allenthalben her dieS und jenes gewöhnt. Aber wir müssen doch sagen: Einem Vor- sitzenden, der— natürlich unbewußt— die Kunst, den Zeugen zu suggerieren, ivas sie sagen sollen oder nicht sollen. so meistert wie der Herr Landgerichts. direktor Schmidt, sind wir doch wohl noch nicht begegnet. Ganz abgesehen davon, daß von den 24 Zeugen, die gestern ver- nomine» wurden, kaum einer in die Lage kam. sich wirklich i m Zusammenhang ununterbrochen und unglossiert über seine Wahrnehmungen zu äußern. Ein paar Beispiele für die fast hypnotische Suggestion Ein Polizist, der zugibt, mit dem Seitengewehr drein- und draufgehauen zu haben, soll sich über den Grund zu dieser Ver» wendung der Waffe äußern. Der Polizist stockt und schweigt. Der Vorsitzende bringt durch Fragestellung im Hand- umdrehen die Antwort heraus: daß er zuschlug, weil er be- kaum Schriftzeichen genug für die konkreten Begriffe eines simplen Geistes mitgebracht, geschweige für die abstrakten, die notwendig sind, die sozialistische Lehre zu verstehen. Neben dieser Schwierigkeit, sich der Masse geistig zu nähern, hat die sozialistische Agitation auch in der Brutalität der Polizei ein solides Hindernis. Hätten die armen Teufel von Jndustriesklaven Mut und Kraft genug zu einem Versuche, an ihren Zwingburgen zu rütteln, die Polizeifaust würde sie rücksichts- los zerschmettern. Die Polizei, straff organisiert, vollständig zentralisiert, der Militärkaste, die als Regierung wütet, blindlings ergeben, ist imstande, jede Regung des Proletariats zu beobachten und, wenn nötig, zu unterdrücken. Der Arbeiter, der seinen Unterdrückern entgegenträte, müßte Hungers sterben. Gegen eine reaktionäre Macht von diesem Schlage kann nur eine an Intelligenz, Mut, Kraft, Kraftbewußtsein und Zahl viel, viel stärkere Arbeiter- klasse erfolgreich ankämpfen. Die Frage nach der Beschaffenheit der Arbeiterbewegung ist vorerst die Frage nach dem Stand der Industrie. Von der Eni- Wickelung dieser ist die der anderen in erster Linie abhängig. Ohne Zweifel hat die wirtschaftliche Tätigkeit seit der Restauration (1868) einen tüchtigen Aufschwung genommen. Die Zahl der Fabriken ist von Null auf mehrere Tausend gestiegen, auS dem Häuflein isolierter Kleinhandwerker ist eine Hunderttausende zählende Jndustriearbeiterschaft geworden und der Handel hat sich in eine geachtete Stellung emporgearbeitet. Indessen, Handel und Industrie, kurz, das wirtschaftliche Leben ist noch im Anfang seiner EntWickelung, wie alle gesellschaftlichen Funktionen des neuen Staates überhaupt. Sie ist noch nicht weit genug gediehen und die Zeit war noch zu kurz für die Schaffung eines Prole« tariatcs, wie es die klassenbewußte Arbeiterbewegung bedingt. Ob Industrie und Handel auch weiterhin mit der nämlichen Schnelligkeit wachsen, hangt nicht zum wenigsten von den auS» ländischcn Kapitalisten ab. Die Geldfrage ist für Japan ein delikates Problem. Ohne fremdes Kapital würde die Industrie sehr in ihrem Wachstum gehindert sein. Ein geldsuchender Staat, wie es daS arme Japan ist, dessen Staatsschuld in dreißig Jahren(von 1878 bis 1998) von 142 Millionen Mark auf 4796 Millionen Mark gewachsen ist, kann auf dem Geldmarkt Werterhin au gleiches Entgegenkommen nur rechnen, wenn er entsprechende Garantien zu geben in der Lage ist. DaS Gefühl der Sicherheit der ausländischen Kapitalisten wird sehr geschmälert durch das Verbot, Grundeigentum zu erwerben, und durch den Mangel an Vertrauen in die japanische Justiz. Die Erwerbung von Grundeigentum, die Betreibung der Landwirtschaft und auch die Ausbeutung von Minen ist dem Ausländer durch Gesetz verboten. Die Wegräumung dieses SteinS des Anstoßes für die fremden Kapitalisten ist ziemlich schwierig in einem Lande, wo der Ruf Japan den Japa.nern! laut und oft erschallt. Daß er trotz alledem früher oder später be- seitigt werden muß, ist außer Frage, denn die weitere Entwicke- lung hängt nicht wenig davon ab. Mit dem stärkeren Wachstum der Industrie und des Handels wird auch das Proletariat soweit erstarken, daß es fähig wird, eine ernste Lnd lebensfähige Arbeiter, bewegung zu schaffen fürchten mutzte, sonst selber Schläge zu bekommen? Ein Zeuge, Entlastungszeuge natürlich, mutz die Frage über sich ergehen lassen:»Wie lautete die Parole nach Schlutz der Ver- sammlung?" Trotzdem auf Grund von gut ein Dutzend unter E i d abgegebenen Aussagen feststand, datz nichts wie eine„Parole" oder dergleichen ausgegeben war? Aehnliche Momente aus der gestrigen Zeugenvernehmung könnten in großer Menge aufgeführt werden. Wir beschränken uns für heute darauf, den i r a s s e sie n Fall wiederzugeben, der denn auch naturnotwendiger Weise zu einem scharfen Zusammenstoß mit dem Verteidiger des Angeklagten, dem Genossen Dr. Karl Liebknecht, führte. Der wichtigste Entlastungszeuge ist ein gewisser Gerden: ein ruhiger, besonnener, klar denkenixr und scharf beobachtender Mann, der nicht als� Teilnehmer am Zuge, sondern vom Fenster seiner im zweiten Slockwerk liegenden Wohnung aus(das Haus steht unmittelbar am Schauplatz der Handlung) den Polizeikünsten aufmerksamen Auges gefolgt ist. Als Gerden die durchaus ein- wandsfreie Aussage machte, datz einer Frau von einem Polizei- säbcl der Rüden bearbeitet worden sei, und zwar von einem der beiden Polizeisergeanten Freitag oder Hagcmann, da schien dem Vorsitzenden diese Aussage komisch. Nun hat Hagemann zuge- geben, datz er schlug, und der Sergeant Freitag ist eigenartiger Weise von der sonst so ladelustigen Staatsanwaltschaft nicht ge- laden! Herr Landgerichtsdirektor Schmidt glaubte Gerdens Be- lundung mit den Worten glossieren zu müssen: „Na, das ist ja eine schöne Aussage!" Der Zeuge lietz sich durch diese Behandlung nicht beirren und lberichtete weiter: Die Person, die jene liebenswürdigen Polizei- hiebe bekam, sei„eine ziemlich starke Fraul' Da sagte der Vorsitzende, der selber im Laufe der Verhandlung deS öfteren und einmal auch bereits dem Zeugen Gerden gegenüber auf die auch von anderen Zeugen erwähnte, an sich ganz gleichgültige und nebensächliche Dame hingewiesen hatte: „Aha! Jetzt kommt die korpulente Frau!" Der Verteidiger tat nur seine Pflicht und Schuldigkeit, als er gegen diese außergewöhnliche und außerordentliche Behandlung eines Zeugen scharf protestierte. Scharf, aber formell objektiv, vorsichtig, ruhig und sachlich. Dieser Ansicht war sogar der Herr Staatsairwaltschaftsrat Merschberger! Denn obwohl der sich be- leidigt fühlende Präsident jenem nahelegte, gegen den Verteidiger eine— Ungebühr st rafe zu beantragen, erklärte der Staats- anwalt: er habe keinen Antrag zu stellen... Trotzdem zog sich der. Gerichtshof zurüd, und nach knapp einer Viertelstunde war Rechtsanwalt Liebknecht zu 100 Mark Geldstrafe wegen„Ungebühr" verurteilt? Die„Ungebühr" wurde darin erblidt, daß Liebknecht gesagt hatte: Der Vorsitzende habe bei allem Bestreben, objektiv zu bleiben, und ohne Verfolgung einer bestimmten inobjektiven Absicht den B e l a st u n g s z e u g e n durch die Art der Befragung Gelegenheit gegeben, ihre Aussagen hieb« und stichfest zu machen und sie auf festen Boden zu stellen; die Entlastungszeugen dagegen würden durch eine Behandlung wie im Falle Gerden natürlich diskreditiert. Nicht minder verwunderlich als die Verhängung dieser„Un gebühr"«Strafe(über die ja das letzte Wort noch nicht gesprochen ist) mußte es wirken, daß der Vorsitzende den Antrag des Ver» teidigers, die Vorfälle, die zu dem Zusammenstoß geführt hatten, gu protokollieren, ablehnte? Wenn der Prozeßleiter im Verlauf der weiteren Tagung nun auch die Verhandlung in einer Art leitete, die ungefähr auf der vom Verteidiger gewünschten Linie lag, so haftete dem ganzen bis zum Schluß doch ein nicht mehr recht auszumerzender peinlicher Rest an. Heute wird weiter darüber verhandelt werden: ob die Behörde, die der H e i l s- A r m e e Umzüge durch die Stadt mit großen roten Bannern gestattet, beim Anblick von drei kleinen roten Signalfahncn wirklich nervös und direktionSlos geworden ist. Die Verhandlung wird wegen anderweitiger Belegung deS ur- sprünglichen Sitzungszimmers heute nachmittag um 2 Uhr im Zimmer 413 fortgesetzt._ Huö Induftne und ftandel* Industrielle Konzentration. Die rechtlichen Formen der großen industriellen Erwerbsunter- nehimmgen, die als Akliengesellschasten, Gewerlenschaften usw. auf- treten, verhüllen vielfach den Grad der Konzen iration de« in- dustriellen Kapitals. Theoretisch gibt-die Form der Aktiengesellschaft die Möglichkeit der Demokratisierung deS Besitzes, indem man Anteilscheine auf ganz geringe Beträge ausgeben kann, die sich auf eine Unzahl von Erwerbern verteilen könnten. Nach dieser Schablone kann man sich die Arbeiter eines Unternehmens als dessen Aktionäre als dessen Besitzer und als Empfänger der erzielten Gewinne denken. In der Praxis ist es natürlich anders. Speziell in Deutschland hat die Gesellschaftsform der großindustriellen Uniernehmen den Besitz nicht demokratisiert, sie war vielmehr das Mittel zu einer beschleunig ten Konzentration. Die Mehrheit der Aktien eines Unternehmens sind gewöhnlich in wenigen Händen vereinigt und die wenigen Hände haben sich die Herrschaft in einer ganzen Reihe von Unternehmungen gesichert. Ein, wenn auch nicht vollständiges, so doch interessantes Urteil nach dieser Richtung erlaubt eine Aufstellung, die der«Tech- nische Grubenbeamte" kürzlich über die Besitzverhältnisse im Ruhr- revier veröffentlichte. Die Uebersicht umfaßt über 200 Schacht- anlagen mit einer Gesamtbelegschaft von 356 234 Arbeitern. In den Besitz und die Herrschaft teilen sich 42 Unternehinen. 11 von diesen eignen aber allein 171 Anlagen mit 231 742 Arbeitern, gleich 82 Proz. der Gesamtbelegschaft aller von der Aufstellung erfaßten Zechen. Wie sich die 82 Proz. der Arbeiter und die 171 Anlagen auf die einzelnen Besitzergruppen verteilen, veraiischanlicht diese Tabelle: Zahl der Zechen Zahl der Arbeiter 25 33 367 StinneS-Konzern.... 25 Häniel-„.... 2V Waldthausen-Konzeril... 25 Funke-Konzern..... 20 Tbtiffen....... 5 Kruvp........ 6 Gelsenkirchener B.-A.-G... 21 Harpener„.. 2l Hibernia„.. 11 Phönix.... 10 Fiskus........ 7 42 440 44 341 23 636 16 351 12716 36 609 27 782 20 400 18 707 3 563 Die Ausstellung gibt aber noch lange kein klares Bild von den tatsächlichen Machtverhältnissen. Hugo Stinnes besitzt z. B. auch als Aussichlsrat in der Gelsenkirchener Bergwerksgesellschaft und in einer Reihe anderer Unternehmen bedeutenden Einfluß; Thyssen ist Be- sitzer eines der größten Stahlwerke—„Deutscher Kaiser"— und Mitbesitzer anderer Hüttenwerke und Erzbergwerke; die Familie Krupp besitzt die Essener Kanonenfabrik, das Grusonwerk in Magde- bürg, die Germamawerft sowie eine Reihe von Eisensteingruben; den, Gelsenkirchener Bergwerksverein sind ebenfalls Hüttenwerke an- geschloffen, der Schalker Gruben- und Hüttenverein sowie der Aachener Hüllenverein; zur Phönix-Gesellschaft gehören die Hüttenwerke Phönix und der Hörher Bergwerks- und Hüttenverein; die Familie Haniel donnniert in der Rhein-Schiffahrt. So erstreckt sich der Einfluß der aufgezählten Unternehmen weit über den Kreis der genannten Zechen hinaus. Allein auf den zugehörigen Eisen- und Stahlwerken sind über 100 000 Personen beschäftigt. Damit steigt das Heer der Arbeitssklaven der 11 Unternehmungen schon auf rund 400 000 Köpfe? Diese Zahlen geben eine Vorstellung von der wirtschaftlichen Macht einiger Magnatenfamilien. Die wirtschaftliche Macht setzt sich aber auch in politische um, und das erklärt die Unterwürfigkeit der Re- gierung gegenüber den Scharfmacherforderungen der rhetnisch-west- fälischen Großindustriellen._ Die Bereinigten Staaten als Exportland von Jndustrieprodukten. Eine bemerkenswerte Verschiebung hat sich in dem Charakter deS amerikanischen Exports in den letzten Jahrzehnten vollzogen, die nunmehr ihren positiven Ausdruck in einer Umkehrung des Verhält- niffeS zwischen dem Export von landwirtschaftlichen und von indu- strielleu Produkten gesunden hat. Nach den über die ersten acht Monate des Jnhres 1310 vorliegenden Berichten hat nämlich in diesem Zeitraum zum e r st e n m a l in den Vereinigten Staate» der Export von Jndustrieprodukten den land- wirtschaftlicher Erzeugnisse übertroffen. Der erste« betrug nämlich 1027 Millionen Dollar----- 52.88 Proz. der Gesamtausfuhr, der letztere dagegen nur 316 Millionen Dollar— 47,17 Proz. Noch im vorhergehenden Jahre blieb der Export von Jndustrieprodukten mit 44,3 Proz. der Gesamtausfuhr"erheblich hinter dem der landwirtschaftlichen zurück. Vor zehn Jahren betrug der Anteil der Industrie an der Aussuhr 34>/z Proz., vor 20 Jahren 21 Proz. und vor 30 Jahren gar nur 15 Proz. Natürlich kann die durch diese Zahlen beleuchtete EntWickelung der Vereinigten Staaten nicht ohne Rückwirkung auf die Wirtichafts- Politik des Landes bleiben und die neuerdings mächtig erstaikenden Bestrebungen, in die Hochschutzpolilik der Vereinigten Staaten Dämme zu reißen, dürften in jener Entivickelung ihre bestimmende Ursache haben. Es ist wohl nicht unintereslanl zu prüfen, welche Produkte hauptsächlich an der so intensiven Steigerung der Jndustrieausfuhr beteiligt sind. Es betrug die Ausfuhr in den ersten acht Monaten deS betreffenden Jahres in Millionen Dollar 1303 1303 1310 Automobile........ 4 ö'/a ö'/a Gummi und Kautschuk.... 4V2 b1/«?>/, Stahlschienen....... 4Vj 43/4 7 Stahlbleche und Platten.... 4 S'/a 9 Eisen- und Stahlwaren aller Art 1053/4 101 130 Lederwaren aller Art..... 18 20'/« 26 Waggons und Wagen.... 13 113/4 17 Aderbaugeräte....... 133/4 21a/4 278/4 Zurückgegangen in der Ausfuhr sind in den letzten Jahren nur Kupfer, Leuchtöl, Baumwollengewebe. Das internationale Stahlschieuen-Kartell. Ueber dieses Thema macht die„New Uorker Handels-Zeitung folgende Mitteilungen: Die neuliche Meldung aus Washington, die Bundesregierung beabsichtige in ihrer Anlitrustkampagiie auch der zwischen den großen Stahlschienen-Fabrikanten bestehenden, den Preis und das Absatzgebiet regulierenden Vereinbarung in das Bereich ihrer Untersuchungen zu ziehen, scheint besonders in Groß- britannicn Aufsehen erregt zu haben. Zumal gleichzeitig dadurch allgemein bekannt geworden ist, zu welchem Anteile an dem Well-Exportgeichäftin Stahlschienen die beteiligten Fabrikanten der ver- schicdenen Länder berechtigt sind, nämlich: die Großbritanniens zu 37,36 Proz., die der Ver. Staaten zu 25,70 Proz., die Deutschlands zu 20,13 Proz., Belgiens zu 12,34 Proz. und Frankreichs zu 4,47 Proz. Die britischen Fabrikanten beanspruchen alles Geschäft, welches den Kolonien des Reiches entstammt, und der Umfang dieses Geschäftes, in welches sie sich mit Fabrikanten anderer Länder teilen müssen, liefert hauptsächlich die Ursache für ihre Unzufriedenheit. Des weiteren wird der Bestand des Syndikates durch die zunehmende Verwendung von Offenherd-Stahtschienen gefährdet. Denn das genannte Fabrikationsverfahren hat die Kosten der Herstellung eine« StahlschienenwerkeS wesentlich reduziert, da auf solche Weise fast jede Stahlhütte, nur durch Beschaffung eines Walzwerkes, in die Stablschienenfabrikation eintreten kann. Notwendiger- weise derniehrt sich dadurch die Zahl der Fabriken, und je mehr Wettbewerber um das internationale Geschäft auf- tauchen, um so schwieriger ist eS, bei notweniger Neuregelung der Verteilung alle Jnieressenten zu befriedigen. Die Unzufriedenheit der britischen Fabrikanten wird natürlich durch den Umstand erhöht, daß ihre Stahlschienenausfuhr in den letzten Jahren stabil geblieben ist, während die Deutschlands sich nahezu verdreifacht und auch die Belgiens sich ansehnlich vermehrt hat. Es dürste mcht überraschen, wenn die von der amerikanischen Regierung jetzt erhobene Beanstandung der Zugehörigkeit der amen- konischen Fabrikanten zu dem Kartell zur Auflösung desselben führen würde._ Soziales* Wie Reichsverdandsnachrichten entstehen. „Sozlaldemokratksche Parteipolitik ist also jetzt auch in der Potsdamer Allgemeinen Orts- krankenkasse Trumpf, eine soziale Einrichtung, die an die Ar- beitgeber bedeutende Anforderungen stellt, wird nach Partei» politischen Interessen fortan vertvaltet werden." So be- hauptet die konservative„Potsdamer Tageszeitung" von einer„sozialdemokratischen Machtprobe" in der Kranken- lasse, und alle Kreisblätter öffnen ihre Spalten. Sucht man doch begierig nach Material zur Neichsversicherungsordnung. Den Beweis für diese Behauptung bleibt natürlich das Paulische Leiborgan schuldig. Sie wird aber dazu ge« z w u n g e n werden, diese Beleidigung zurückzunehmen. Was ist denn tatsächlich überhaupt geschehen? Seit Jahren haben die Arbeitgeber in Gemeinschaft mit ihnen gleichgesinnten Arbeitnehmern die in der Minderheit befindlichen gewerkschaftlichen Arbeitnehmer von den Bor- standsämtern(1. und 2. Borsitzender, Schriftführer) ohne weiteres ausgeschlossen. Das ist einfach selbstverständ- lich in diesen Kreisen! Jetzt haben sich die Gelverkschaftler erdreistet, von diesen drei Posten einen einzigen zu besetzen und sofort entsteht das Märchen von der„sozialdemokra- tischen Machtprobe" und der„sozialdemokratischen Partei- Politik". Als der Schriftsetzer Erich Krüger zum 1. Bor- itzendcn getvählt wurde, legten alle 4 Arbeitgeber ihre Vor- standsmandatc sofort nieder; Schriftführer wurde der Magi- stratskanzlist Rothe, den Posten des 2. Vorsitzenden ließ man vorläufig unbesetzt, bis die Arbeitgeber wieder ihre Posten auszufüllen geruhen werden. Sie wollen eine Neuwahl vornehmen. Durch das Sprachrohr der Potsdamer Kon- servativen werden sie bereits aufgefordert, sich der Wahl zu enthalten, damit die Aufsichtsbehörde eingreifen muß. Die Herren scheinen das Krankenkassengesetz und ihre Pflichten wenig zu keimen. Ten törichten.Unsinn des Potsdanier konservativen Blättchens drucken auch konservative, nationalliberale und Zentrumsblättcr größerer Städte ab, um das„gesetzwidrige Treiben" der— Sozialdemokraten zu illustrieren. Spotten ihrer selbst und wissen nicht wie. Gesetzwidrig haben die Ar- Zeitgeber gehandelt, die ihre Posten niedergelegt haben. Dazu ind sie nach dem Gesetz und der konstanten Rechtsprechung Zes Oberverwaltungsgerichts nicht berechtigt. Die Hetzorgane 'uchen aber die Behörden zu einem Eingreifen nicht gegen die !l r b e i t g e b e r, die gegen Gesetz und Statut durch Niederlegung ihrer Posten ihre Pflicht gröblich verletzt und die Interessen der Kasse geschädigt haben, niobil zu machen, fondern gegen die Arbeiter, die streng und äußerst loyal im Rahinen des Gesetzes die Interessen der Kasse wahrgenommen haben. Wird erst die Aufsichtsbehörde den Arbeitgebern klar- machen, daß sie bei Vermeidung von Ordnungsstrafen ihre Pflicht zu erfüllen haben?_ Unberechtigte polizeiliche Verfügung gegen einen Berufsverrin. Gegen den Vorstand des Knappenvcreins„Gottessegen" zu Lütgendortmund richtete die Polizeiverwaltung eine Verfügung, durch die sie ibm aufgab, den Betrieb der Sterbe- und Kranken- nnterstützuiigskasse des Vereins einzustellen. Die Verfügung rech- nete damit, daß der Verein wegen der Kasse dem Gesetz vom 2. Mai 1301, betreffend die Privatvcrsicherung, unterfalle, und rügte, als mit dem Geletz in Widerspruch stehend, datz das Statut einen Rechtsanspruch der Mitglieder auf die Unterstützung ausschließe. Ferner wurde gerügt, daß die Kasse des Vereins nicht ge- nehmigt sei. Der Bezirksausschuß hob auf die Klage des Vereins die Ver- fügung der Polizei auf. Er ging davon au», datz das genannte Ge- setz auf den Verein und seine Unterstützungseinrichtungen über- Haupt nicht Anwendung finde. Und zwar falle der Verein gerade deshalb nicht unter das Gesetz, weil die Mitglieder statutengemäß keinen Anspruch auf gerichtliche Einklagung von Unterstützungen habe, sondern bei Befriedigung ihrer Wünsche auf das Ermessen der Kassenorgane und die jeweiligen wirtschaftlichen Verhältnisse der Kasse angewiesen sei. Die Polizeiverwaltung legte Rekurs ein. Das Lber-Brrwaltungsgericht, vor dem Rechtsanwalt Tr. Curt Rosenberg den Verein vertrat, wies am Donnerstag die Berufung ab. Ohne auf die Frage, ob der Verein dem Privatversicherungs- gesteh unterfalle, einzugehen, wieS es die Berufung der Polizei- Verwaltung aus folgenden Gründen zurück: Die Polizei sei nach folgender Bestimmung deS Z 163 des PrivatversicherungSgesetzeS nicht berechtigt gewesen, einzuschreiten:„Auf Vereine, die, ohne die Rechtsfähigkeit erlangt zu haben, zur Zeit des JnkrastretenS dieses Gesetzes die Versicherung ihrer Mitglieder nach dem Grundsatz der Gegenseitigkeit betreiben, finden die Vorschriften des Absatz 3 keine Anwendung. Solche Vereine können von der Aufsichtsbehörde auf- gefordert werden, binnen einer bestimmten Frist ihre Zulassung gemäß den Borschriften des Gesetzes nachzusuchen. Die Frist soll wenigstens sechs Monate betragen. Kommt der Verein einer solchen Aufforderung nicht nach, so ist die Aufstchtsbehördc befugt, den weiteren Geschäftsbetrieb zu untersagen."— Nur wenn in dieser Weise vorgegangen sei bei einem dem Gesetz unterfallenden Ver- ein, so führte das Gericht weiter aus. könnte schließlich auch die Polizeibehörde eingreifen. Immer aber müsse die Aufsichtsbehörde, der Regierungspräsident, erst jenen im§ 103 vorgezeichneben Weg gegangen sein. Da das nicht der Fall gewesen sei, so fehle der Polizei die Grundlage für ihr Borgehen schon in formeller Be- ziehung. Nun wäre allerdings noch zwischen der Krankenunter- stützung und der Sterbeunterstützung zu unterscheiden. Für Sterbe- lassen sei nach der Kabinettsorder von 1333 die erforderliche Geneh- migung durch den Oberpräsidenten zu erteilen. Gegen eine Sterbe- lasse, die nicht genehmigt sei, könnte ja die Polizei einschreite». Ob es sich hier aber um eine derartige Sterbekaffe im Sinne der maßgebenden Bestimmungen handele, könne dahingestellt bleiben, weil die polizeiliche Verfügung eine einheitliche sei und keinen Unterschied gemacht habe zwischen Krankenunterstützung und Sterbegeld. So könne auch der Richter die Verfügung nicht in zwei Teile zerlegen. Sie müsse als Ganze? gelten und es müsse darum ihre Aufhebung aus dem vom Senat angeführten Grunde(Z 103 des PrivatversicherungSgesetzeS usw.) bestätigt werden. Der Prozeß zeigt, wenngleich die Polizei abgeblitzt ist, wie nötig eine von unS wiederholt befürwortete Acnderung des Privat» Versicherungsgesetzes dahin ist, daß den Berussvereinen das auS- drückliche Recht eingeräumt wird. UnterstützungSkassen zu schaffen. Bekanntlich will die Regierung unter Aushebung des Hilfskassen- gesetzes alle Unterstützungskassen dem PrivatversicherungSgesetz unterstellen._ Kinderklinik. Göttingen ist auf Grund einer Stiftung des Vaters des in jugendlichem Alter verstorbenen Dr. med. T reger in die Reihe der wenigen Universitätsstädte getreten, die eine Kinderklinik be- sitzen. SMe mit einem Gesamtkostenaufwande von etwa 185 000 Mark erbaute Universitätskinderklinik ist gestern ihrer Bestimmung übergeben worden. Mit der Kinderklinik ist eine SänglingSfiirsorge- stelle(Mütterberatungsstelle und öffentliche Mlchküche zur Abgabe von Säuglingsnahrung) verbunden. Hus der frauenbewegung. Die Mutter und der Alkohol. Die erbliche Belastung der Kinder des Proletariats ist ganz besonder? groß, da in der Regel schon eine Reihe ihrer Borfahren durch ungünstige schlechte Lebensverhältnisse körperlich und geistig geschwächt worden sind, und diese Schwächung naturgesctzlich den Kindern vererbt wird. Diese vererbte Schwäche wird dann häufig durch schlechte Ernährung und schwere Arbeit der Mutter während der Schwangerschaft und Stillungsperiode erhöht, da sie dem sich entwickelnden Kinde nicht die notwendige Lebensenergie zuführen kann. Zu frühe und rasch aufeinander folgende Geburten tragen auch das ihrige dazu bei, die Kinder noch mehr zu schwächen, da durch diese Geburten die kümmerliche mütterliche Kraft rasch auf- gezehrt wird. Daß nun die kümmerlichen Ernährung?« und son- Iiigen schlechten Lebensverhältnisse, unter denen unsere proletarische Jugend aufwachsen muß, sie weiter schwächt und eine gesunde, voll- kommene EntWickelung des Körpers und Geistes vollends unmöglich macht, liegt auf der Hand. Die Arbeiterschaft steht hier Verhält- nissen gegenüber, gegen die sie einfach machtlos ist, solange die kapitalistische Wirtschaftsordnung besteht, und die sie erst mit dem Zusammenbruch dieser Wirtschaftsordnung wirksam bekämpfen und radikal ändern und bessern kann. Um so mehr sollte aber die Ar- beiterschaft sich klar werden über die Schädigungen und Schwächun« gen, die nicht auf das Konto der kapitalistischen Virtsd)aftsordnung zu setzen sind, und deren Bekämpfung allein abhängig ist von der Einsicht der Arbeiterschaft und von ihrem Willen, und die sie des- halb bekämpfen kann und in ihrem Interesse bekämpfen muß, um das ungeheuerliche Elend wenigstens etwas zu mildern und die Kraft des Proletariats zu erhöhen. Und das sind die Schädigungen und Schwächungen, die durch den Alkoholgenuß hervorgerufen werden. Diese Schädigungen find sehr bedeutende, sowohl hin- sichtlich der Erwachsenen, wie hinsichtlich des Kindes. �Hier wollen wir uns nur mit den Schädigungen des Kindes beschäftigen. Zu- nächst wird daS Kind schon vor und während der Zeugung durch den Alkohol, den seine zukünftigen Eltern trinken, geschädigt, da die Keimzellen der Eltern, woraus das Kind sich entwickelt, die Eizelle der Mutter und die Samenzelle des Vaters durch den ge- nossenen Alkohol schon vor der Begattung vergiftet und dadurch minderwertig geworden find. Fast drei Viertel der Säuglinge. häufig mehr, sind rachitisch! Und dafür ist in erster Linie der Alkoholismus der Eltern und anderer Vorfahren verantwortlich zu machen. Sehr viele innerliche Krankheiten der Kinder werden auch durch die Rachitis selbst wieder hervorgerufen, u. a. Krämpfe. Und was für einen Lcbenswert hat ein rachitisches Kind? Gar keinen. Dem Kampf umS Dasein ist es nicht gewachsen, es ist ein wertloses Glied, ein Zuwachs au menschlicher Verkommenheit, sich und andern eine Last. Aehnliche traurige Folgen für das Kind hat das Alkoholtrinken der Mutter während der Schwangerschaft und des Stillens, auch daS mäßige. Der Alkohol, den die Mutter trinkt, wird dem Kinde durch das mütterliche Vlut und die Milch zugeführt und kann für da» Kind schlimme Folgen haben, öeson. derS dann, wenn dos Kindchen schon erblich belastet und geschwächt ist. Starkes Trinken der Mutter während der Schwangerschaft und des Stillens wird körperliche Gesundheit, Moral, Charakter und Verstand des Kindes in nachteiliger Weise beeinflussen. Dah genau die gleickien schlimmen Folgen eintreten, wenn die Kinder selbst Alkohol trinken, ist tausendfach erwiesen. Der Mutter Ausgabe und Pflicht ist es nun in erster Linie, daß sie selbst den Alkohol meidet. Was sie kann, tue sie auch, den Mann vom regelmäßigen Alkoholgenuß zu entlvöhnen, selbstver- ständlich nur durch gütiges Zureden und Aufklärung. Und niemals gewöhne sie ihre Kinder an den Alkoholgenuß, dulde unter keinen Umständen, daß sie auch nur einen Tropfen Alkohol erhalten. Sich. � ihrem Manne, ihren Kindern präge die Mutter mit allem Nach- druck folgende Leitsätze ein: Der Alkohol ist ein Gift, das der Arbeiterschaft Kraft und Verstand raubt und sie machtlos an die Galeere des Kapitalismus schmiedet. Jeder Alkoholgcnuß ist eine Steuerzahlung, welche die Macht des Kapitalismus stärkt. Der Alkohol ist eins der gefähr- lichsten und stärksten Hinderniffe der Arbeiterschaft im Kampfe gegen Kapitalismus und Absolutismus. Nur der nüchterne Ar- beiter ist der gefährlichste und der siegreiche Feind gegen Kapita- lismus und Absolutismus._ I. E. Schutz den Müttern und den Kindern. Noch nicht lange ist es her, daß man Mädchen, die ohne die kirchlich abgestempelte Erlaubnis schwanger wurden, das„Kränze!" vom Haupte riß und ihnen„Häckerling" vor die Türe streute. Wie in anderen Lebensfragen hatte pfäffischer Geist aus dem Mittelalter seine Gläubigen zu solchen„christlichen" Liebes- bezeugungen ranatisiert, und eS soll heute noch dunkle Winkel im Kulturlande der Germanen geben, wo man einem unglücklichen Weibe jene Schmach antut. Mindestens böse Nachrede folgt überall nach. Nicht nur das! Von der Kanzel herab, vor aller Oeffentlich- kcit donnert der Nachfolger Jesu, der die Dirne Magdalena mit liebevollen Worten getröstet haben soll, mit salbungsvollen Worten gegen die Sünderin. Nichtsdestowenrgcr hat es die Kirche nicht ver- macht, die natürlichen Triebe zu unterdrücken. Ja. dort, wo die Kirche noch unbestritten regiert, verzeichnet die Statistik die meisten unehelichen Geburten. Bon den 130 000 unehelichen Kindern, die alljährlich in Deutschland zur Welt kommen, entfällt weitaus der größte Teil auf die katholische Bevölkerung. So steht Bayern unter den deutschen Bundesstaaten mit 14 Proz. an erster Stelle und München übertrifft in dieser Be- ziehung Berlin und Hamburg um 20 Proz. Die jüngsten Statt- sti.en weisen nun auf die Erscheinung hin, daß die Zähl der un- ehelichen Geburten in Deutschland stetig steigt, während die der ehelichen ebenso stetig im Sinken begriffen ist. Es ist kein Zweifel, daß in der Hauptsache wirtschaftliche Einflüsse hier sich geltend machen. Sozialpsychologische Momente mögen da mit ein» wirken, ausschlaggebend jedock, wie bürgerliche Sozialpolitikcr meinen, sind sie keinesfalls. Daß Wirtschaftsfragen die größte Rolle in dieser Erscheinung spielen, beweist schon der Umstand, daß die unehelichen Geburten um so geringer sind, je höher die soziale Stellung der Eltern. Hier muß allerdings eingeschaltet werden. daß es der Tochter bemittelter Eltern nicht allzu schwer fällt, eine schivere Stunde fern von der heimatlichen Scholle in einem ver- schwicgenen Sanatorium vorübergehen zu lassen. Haben doch auch schon hohe und höhere junge Damen vom Baum der Sünde gekostet und verschwanden, als sich die Folgen der süßen Kost bemerkbar nmchten um nach längerer Zeit, vom..Nervenfieber" geheilt, frisch und gesund, wie„neu geboren", wieder zurückzukehren. Anders das arme Mädchen. Von den Eltern verstoßen, vom Vater des zu erwartenden KindeS verlassen, ohne Mittel und Zuflucht, irrt eS umher. Wohl ihm. wenn es noch eine Unterkunft findet. Sonst geht eZ einem unerbittlichen Schicksal entgegeik, und oft bildet eine Verzweiflungstat das Vorspiel zu dem Schlußakt der Tragödie vor dem Schwurgericht. Dtrselbe Staat, der den Nachwuchs braucht, kümmert sich weder un die Sckiwangere, noch um das Neu- geborene. Ja die Behörden n-achen beiden das Leben noch herzlich schwer und die Gemeinden arbeiten mit den verwerflichsten Mitteln, um sich eine solche„Verworfene" mit ihrem„Bastard" vom Halse zu halten. Der Ausspruch des Leiters eines Berliners Kranken- Hauses, der erklärte, daß jede Mutter, die mit ihrem neugeborenen Kinde hilflos hinaus ins Leben gestoßen werde und ihr Kind n ich t ermorde, eine H�e l d i n sei, ist charakteristisch für unsere heutigen Zustände. Der Staat, der Milliarden für Kanonen verpulvert, hat für das„Kanonenfutter" und für die Mütter nichts übrig. Wenn � auch schon von bürgerlicher Seite sehr lobenswerte Anstrengungen � gemacht werden, um aus diesem Gebiete Verbesserungen zu erzielen, die Wurzeln des Nebels werden, solange der Gott Kapitalismus regiert, nicht getroffen; ihn zu stürzen wird dem kämpfenden und siegreichen Proletariat überlassen bleiben» Em aller Melt. Das IMufeum der fingerabdrüche. Gelegentlich der Debatten über die Erschwerung der Einwanderung hatte sich die Londoner Zeitung„DaUy Telegraph" zu der Forderung verstiegen, nicht nur das EinwanderungS- geietz in reaktionärem Sinne abzuändern, sondern auch von jedem Einwanderer Fingerabdrückc zu nehmen. Rur so, glaubte das Blatt, könne dem unheilvollen Wirken politischer Emigranten ein Ziel gesetzt werden. In einer Polemik gegen diese Anregung veröffentlicht die liberale„Daily New?" nun eine Liste politischer Flüchtlinge, die auf Englands Boden ein sicheres Asyl gefunden haben. Wäre der monströse Vor- schlag deö„Daily Telegraph" unter der Regicrungszeit der Königin Viktoria durchgeführt worden, dann fänden sich in dem Ver- brcchermuseum von Scotland Aard u. a. Fingerabdrucke folgender Berühmtheiten: M a z z i n i, italienischer Freiheitskänchser, P a n n i z z i, Organisator des britischen Museums, K o s s u t h, der ungarische Patriot und Freiheitskämpfer, Victor Hugo, Louis Napoleon, später Napoleon III., Karl Marx, Wilhelm Lieb- k n e ch t, Fürst Krapotkin, Stepniak, russischer Reformer, TschaikowSky, berühmter Musiker, König Louis Philipp, König Manuel. Friedrich Engels, Louis B l a n c, die Pariser Kommunarden, und KoSciuSzko, der große polnische Pairiot. Die geistige Bedeutung eines großen Teils dieser Berühmtheiten läßt klar erkennen, daß das geistige Leben Englands durch Ge- wähmng deS Asylrechts nur gewönne n�hat. Vielfach macht man sich ganz falsche Vorstellungen über den Umfang der Einwanderung nach England und die Zahl der in Eng- land wohnenden Ausländer; auch scheut die reaktionäre Presse jetzt nicht einmal davor zurück, absichtlich und offenkundig ge- fälschte und übertriebene Zahlen darüber zu veröffentlichen, um ihre Pläne zu fördern. Nach der letzten amtlichen ählung von 1003 gab eS im Vereinigten Königreich insgesamt 86025 Ausländer oder 0,60 Proz. der Gesamt- b e v ö l k e r u n g. In den anderen Staaten war nach amtlicher Feststellung der Prozenlsatz der Ausländer wie folgt: Vereinigte Staaten 13,71, Schweiz 9,53, Dänemark 3,26, Belgien 2.82. Frank- reich 2,66, Deutschland 1,38, Holland 1,04. Erst dann kam England an die Reihe mit, wie erwähnt, 0,60 Proz., eS st and also an achter Stelle. Seitdem hat die Zahl der Ausländer in Eng- land kaum merklich zugenomuren. Genaue Angaben siegen nicht vor, aber nach der Schätzung der EinwandcrungSinspektion beträgt der Ucberschuß der einwandernden Ausländer über die auswanderndeii jährlich ungefähr 7000, gewiß eine geringe Zahl im Vergleich zur Gesamtbevölkerung._ Wieder ei» tödlicher Absturz. Der Flieger R u s i j a n ist am Montag bei einem Probe» flug innerhalb der Belgrader Festung aus einer Höhe von etlva 20 Meter auf den FestungLwall abgestürzt. E r starb nach»o e n i g e n Minuten. Auf der Suche»ach dem„Hildcbrandt". Auf die Nachricht hin, baß der Ballon„Hildebrandt" bei H ö g a n e ß im Kattegat nach See zutreibend gesehen worden i st, hat das Kommando der Marinesiation der Ostsee der Bitte der Angehörigen der vermißten Luftschiffcr entsprochen und die beiden Torpedoboote V. 164 und V. 170 auf die Suche nach dem Ballon bezw. seinen Insassen geschickt. Die Boote haben den Auftrag, da? südliche Kattegat abzusuchen. Da diese Aufgabe durch die früh einbrechende Dunkelheit wesentlich erschwert wird, ist den Booten ein Zeitraum von drei Tagen zur gründlichen AuS- führung ihres Auftrages zur Verfügung gestellt worden. Eine halbe Million stadtischer Gelder verloren. Im Jahre 1007 erfolgte in Mainz am Zoll- und Binnenhafen ein Dammrutsch Die Anlage war von einem Privalunternehmer nach Pläne» und unier Aufsicht des städtischen Banamles ausgeführt worden. Die Stadt klagte gegen den Bauunternehmer, der sich da» mal» bereit erklärte, einen Teil des Schadens zu tragen. Aber die juristische Kommission des Stadtrats klagte, führte den Prozeß bis zm» ReiwSgericht und— verlor. Nach einem bürgerlichen Blatt beläufl sich der Schaden auf 500 000 M. Im Prozeßverfahren sollen die Zeugenaussage» für das Bauamt, das dem Baulinter» nebmer das Reckt der Kritik an den Plänen deS städtischen Bau» amteS abgesprochen hatte, geradezu vernichtend a»S» gefallen sein._ Kleine Notizen. Opfer der Kälte. In der Gemeinde Bottrop bei Essen a. R. wurdet» zwei Arbeiter, die im Freien genächtigt halten, erfroren aufgefunden. Familieudrama. Der 13jährige Sohn des Monteurs Faut aus Kastell in Unterfranken versank am Sonntagabend beiin Schlittschuh» laufen im FestungSgrabcn des Glacis im Schlamme. Die Mutler deS Verunglückten wurde, als man ihr die Nnglücksbotschast überbrachte, ohnmächtig und hat bis Montag mittag d a S B e« wußtsein nicht wiedererlangt. Tynanlitattentat. In der galizifchen Stadt StaniLlau wurde i» der Sonntagnacht in das Schlafzimmer deö Fleischhauer» meisterS Mroczkow, wahrscheinlich aus Rache, eine Dynamit» bombe geworfen. Diefelbe explodierte und Mroczkow wurde förmlich in Stücke gerissen. Schülerstrcik. Wie ein Telegramm miS T o n l o n ineldek, be» schlössen dort und in der Umgebung die Schulkinder, wegen in a» g e l n d e r Beheizung der S ch n lr ä u m e zu streiken. ES heißt, daß an de», Streik an clftau send Schüler und Schülerinnen beteiligt sind. Ei» Soldat als Mörder. Am Sonntagabend ermordete ein Soldat deS 41. französischen Artillerie-Regiments, der in Hau- b o u r d i n auf Urlaub weilte, seine Geliebte, eine Arbeiterin, i n« dem er ihr 40 Stiche mit seinem Seitengewehr beibrachte. Der Mörder ergriff nach der Tat die Flucht. Man glaubt, daß er über die belgische Grenze entkommen ist. 1911 1911 Bis 14. Januar inkl. Nach beendeter Inventur stellen wir bis zur obengenannten kurzen Zeit größere Posten zu ganz vorteilhaften niedrigen Preisen zum Verkauf. Aus unseren sich stets erneuernden großen Vorräten bleiben kleine Bestände übrig, :::: welche, obwohl in tadellosem Zustande, sehr billig verkauft werden sollen.:::: ============:(Speziell kommen zum Verkauf:- Farbige Sakko- u. Rock-Anzüge» Ulster und Paletots Frühjahr u. Winter Beinkleider» Westen• Joppen» Jüngüngs-Anzöge mit lang.u. kurz. Beinkleidern =—=— Qeh-Pelze- Sport-Anzüge====== Blusen- Anzüge, ganz besondere Oelegenheiisküufe, speziell in besseren Qualitäten Ende des Sonderverkaufs am 14. Jaimar§988 Peeb& Cloppenburg Berlin C., Gertraudtenslraße 25, 26, 27. SnSSii ÄeeeeMw Unserem Freunde H V Lauäat nebst?ran c »ur Silberhochzeit f.. y herzlichste Glückwünsche l � W l.»Nor>svsrein„�Sricisodo P 8ok«oie", V/siSensso/ � »SIssAASSHEHtzHOE� SozialdemokratisehJalilYereiii Kreis Nieiler-Bariiiin Bezirk Nieder-Schönhausen. Den Mitgliedern zur Nachricht. dag am 8. d. Mts. unser treues und lanjähriges Mitglied, die Genossin 238/1 krau Emma Ihrer tm Alter von 54 Jahren ver- starben ist. Ehre ihrem Andenkens Die Beerdigung findet am Mittwoch, nachmittags�'/, 4 Uhr, von der Leichenhalle des stadlischen FriedhoseS in Friedrichsfelde aus statt. Um recht zahlreiche Beteiligung ersucht Die Bezirksleitung. Am Sonntag, den 8. Januar, morgens 9 Uhr, wurde uns unsere geliebte treue Freundin, die Mitbegründerin und Vorsitzende des gewerkschaftlichen Arbeiterinnenkomitees Emma Ihrer im Alter von 64 Jahren durch den Tod entrissen. "Wir verlieren in ihr eine allzeit arbeitsfreudige, hilfsbereite Mitarbeiterin, die besonders für die entrechteten Frauen seit mehr als 20 Jahren unermüdlich und vorbildlich gekämpft hat. Sie wird uns unvergeßlich bleiben! Die Beerdigung findet Mittwoch, nachm. �4 Uhr, von der Leichenhalle des städtischen Friedhofes in Friedrichsfelde aus statt. 185/14 Das gewerkschaftliche Arbeiterinnenkomitee. I. A.: Gertrad Hanna. Zentral-Verband der in der Blumen-, Blätter-, Palmen- Oeifentl politische Versammlung (5. Wahlkreis). fraucn und Männer! Erscheint in der und Puktedertabrlliatlen Arbeiter und Verein fUr Frauen und Mädeben der Arbeiterklasse. Todes• Anzeige. Am Sonntag, den 8. Januar, verstarb unser treues Mitglied, die Milbegründerin unseres Vereins Frau Emma Ihrer. Ehre ihrem Andenken! Die Beerdigung findet morgen Mittwoch, den 11. Januar, nach- mittags 3'/, Uhr, aus dem Zentral- Frieddos in Friedrichsselde statt. Vollzähliges Erscheinen der Mit- glieder erwartet 53/1 Ose Vorstand. Arbeiterinnen Deutschlands. Am Sonntag, den 8. Januar, verstarb unsere Vorsitzende Frau Emma Ihrer. Wir verlieren in der Verstorbenen die Mitbegründerin | und rege Agitatorin, der das Wohl des Verbandes stets am Herzen gelegen hat. Wir werden ihr ein ehrendes Andenken bewahren und in ihrem Sinne weiterwirken. | 285/16 Der Zentralvorstand. Öffentlichen UolKsversammlnng welche heule Vieuslug, deu III. Iuuuur, ubeuds 8'/- Uhr in den Königs-Sälen, Wadzeckstr. 11-12, Ecke Nene«ömgstraße stattfindet. ITren» Luise Zietz wird über das Thema: Ueiiti mit i>km DI- Nil Mchnchtr! referieren. Niemand fehle! 223/1« Oer Einberufer, Willy Fried lae oder, Etsaiser Strafte 25. Verband der in der Blninen-, Blätter-, Palmen- und Putz federfabrikation beschäftigten Arbeiter und Arbeiterinnen. Hiermit die traurige Nachricht. daß unsere hochgeschätzte Vor- sitzende Fr«» Emma Ihrer am Sonntag, den 8. Januar ver« storben ist. Ehre ihrem Andenken! Die Beerdigung findet am Mittwoch, den 11. d. M., nach- mittags 3'/, Uhr, von der Leichen- halle des städtischen FriedhoseS in Friedrichsselde aus statt. Um zahlreiche Beteiligung er- sucht 235/ IS Die Ortsverwaltunj Berlin. Verband der Gemeinde- und Staatsarbeiter. Filiale Grofi-Berlln. Durch den Tod ist uns einer unserer Mitlämpser, der Kollege Erieclrich Thielitz von der Englischen Gasanstalt entrissen worden. Wir werden ihm ein ehrendes Andenken bewahren. Die Bestattung findet morgen Mittwoch, den 11. Januar, nach- mittags 3 Uhr, von der Leichen- ballt deS Andreas-KirchhoseS in Wilhelmsberg auS statt. 35/2 vi« Ortsverwaltung. Danksagung. Allen Freunden und Bekannten. die bei der Beerdigung meines Mannes teilgenommen, sage hiermit meinen wärmsten Dank. 2S89b Witwe Blnek nebst Kindern. Deutscher Tranprtarbeiter- Verband. Bezirksverwaitung GroB■ Berlin. Den Mitgliedern zur Nachricht, daß unser Kollege, der Arbeiter kriellried Buchholz am 7. d. Mts. im Alter von 51 Jahren verstorben ist. Ehre seinem Andenken! Die Beerdigung findet am Dienstag, den 10. Januar 1911, nachmittags 2'/, Uhr, von der Leichenhalle des KirchhoseS an der Blanken Hölle auS statt. 55/4 Die BezirkSverwaltung. Für die herzliche Teilnahme und vielen Kranzspenden bei bei Beerdi- gung meiner lieben Frau, unserer guten Mutter ehrlstlsno Spaet sagen wir allen Verwandten, Freunden und Bekannten, insbesondere Hern» Waldeck Manasse sür die trostreiche Rede sowie dem 4. Berliner Rcichs- tagswahlkreis, dem 388. Bez., 20. Abt., dem Gesangverein.Münnerchor Ost", der ILl.Armenkommission, dem Rauch- klub.Ohne Zwang- und dem Gesang- verein„Lorbeerkranz' unseren aus- richttgsten Dank. L59lb Wild. 8paet und Kwder Wemstr. 23. D�mSlIUIUSl Spezial-Arzt für Haut- und Harnleiden. Prinzenslr. 41,«XJ.U. 10—2, 5— 7. 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Freunden uno Bekannten sowie dcm Personai, den Kollegen der „Sport-Welt" und der Vereinigung der Berliner Zeitungsspediteure und -Verköuser unseren innigsten Dank sür die rege Beteiligung und reich. ltchen Kranzspenden bei dem Be- gräbnis unserer unvergeßlichen Mutter. 2598b «e»odwl»>t«i> Blewei'- Danksagung. Für ble vielen Beweise herzlicher Teilnahme bei der Beerdigung unserer unvergeßlichen Tochter und Schwester T-lewketd lagen wir allen Freunden und Belannlen, dem Turnverein .Fichte' sowie dem„Klub der Freund«' Miseren herzlichsten Dank. 2595b Schnioocb _ nebst Frau und Kindern. Kinmeii- und grnnibiuhrrri von Robert Meyer,* ro r Warinniitli-Ärolit 2. Syphilis- Nachweis in allen(risch. u. veraltet, zweifelhaft Fäll, durch wissenschastl. Untersuchung. sofort; deSgl. Harn-(spez. aus Go- norrhoe-Fädcn) u. Sputum-Analysen. Or. Homeyer& Co., Spezial-Laborat., griedrichstr. 189, zw. Krone»- und Mohrensttaße), 1. 8724. Pers. Rückspr. diSfr. u. kostenl. 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Rechenschastsbericht der Revisoren. 2. Vorsteherwahl. 3. Revisorenwahl 4. Verschiedenes. 2597b ver» Torstand. Geffentl Jugend-Versamtnlung Freitag, den 13. Januar, abends S'/s Uhr, im großen Saale des Gctverkschaftshauses, Engelufer 15. i. Vortrag des Schriftstellers Lmaauel �Vnnm „Aeiso ins Weltall".- 2. Wahl«.. MT Lehrlinge, jugendliche Arbeiter«nd Arbeiterinnen! Erscheint zahlreich! 288/13'__ Der Elnbernfep. r ArbettSnattweiS: Hos l. Amt 3, 1239. Verwaltungsstelle Berlin. Haup-burrau: CharitistraSe 3. Hos UL Amt 3. 1987 Achtung! Bauanschläger! Achtung! Engelhardt Deutsch-Pilsner Erstklassiges Spezial-Bräu ------- Flasche 10 Pf.------- Ueberall käuflich. Tonnerstag, den IS. Januar, abends 8 Uhr: Monats-Versammlung im Gewerkschaftshaus, Engelufer IS, Saal 1. Tage«. Ordnung: 110/8 1. Jahresbericht der Agitationskommission. 2. DlSkusfion. 3. Neuwahl der AgitattonSkommission. 4. Branchenangelegenheiten und Verschiedenes. SM" Kollegen! Wegen der Wichtigkeit der DageSordnuug wird um vollzähliges Erscheinen ersucht. Dl«- Dptsverwaltnnst-. Zur 1. Klasse(Ziehung 13. und 14. Januar) Preuss. Lotteries A. Müller, '/,'/,'/,. OriKinal-Lose & Kl. 20.— tO.— S.— M.(Porto 15 Pf.) Kol. Lott.-Einnehmer, lerlln». 59. Kotttef Danun lO/ll, nahe Hermannpl. JH.&P. Uder, Kerlin MO. 16, Sngel-Ufcr 5. Tabak-fSroßhandlnng und Tabakfabrik. 1�" Raucb-, Kau-, Schnupftabake, Zigarren, Zigaretten."WM � Vcrtcilhof teste Bezugsquelle für Wiederverkäufer. Größte Auswahl gelagerter Zigarren In allen Preislagen. kannten 0Maerkbeen Zigatettetl zu«Hglnalproiwen.| Amt 4,3014. L rZitl|DDg»hon II. 0. II. Jamar? Rote 4* otterie d.Vaterländ. Frauen-Vereins Berlin 6443 Gewinne i. W. Mark 140 000 150000 120000 etc. etc. 2559L* Oscar Bräuer& Co. Nachf., AndreanstraOe 40a. MAQGP Bouillon- Würfel za 5 Pfg. geben augenblicklich, nur durch Uebergiessen mit kochendem Wasser, feinste Fleischbrühe. Aufklärung! 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Der Magistrat von Berlin hat den in den Wählerlisten verzeichneten wahlberechtigten Kaufleuten besondere Benach- richtigungen für die am IS. Februar 1911 stattfindende Wahl der Beisitzer für das Berliner Kanfmannsgericht zugehen lassen. Die Empfänger dieser Benachrichtigungen ersehen aus den Karten, daß sie in die Wählerlisten eingetragen sind. Alle diejenigen wahlberechtigten Äaofiente, die eine solche Karte nicht erhalten haben, wollen nunmehr die am 10. und 11. Januar d. I. öffentlich im Wahlbnrea«, Poststr. 16, II, von nachmittags 4 bis abends 7 Uhr auSliegendeo Wählerlisten einsehen. Wer nicht eingetragen ist. muß den Antrag auf Eintragung stellen. Wahlberechtigt ist jeder, der daS 25. Lebensjahr vollendet, in Berlin eine Handelsniederlassung hat und mindestens einen Handlungsgehilfen, Gehilfin, Haudlungslehrling oder Lehr- mädchen, BerkSafer oder Berkäuferi« das ganze Jahr hindurch oder auch nur zu gewissen Zeiten des Jahres beschäftigt hat. Angesichts der Agitation der bürgerlichen Arbeitgeber er- wächst allen Anhängern der Partei die dringliche Verpflichtung, noch an den letzten beiden Tagen für ihre Aufnahme in die Liste zu sorgen und alle, die mit uns sympathisieren, aus die Wahl und Listenaufnahme aufmerksam zu machen. Der geschäftSführende Ausschuß. Fünfter Wahlkreis. Heute Dienstag, 10. Januar, 8>/z Uhr abends: Voltsversammlung in den KoniaSiälen, W a d z e ck st r. 11/12, Ecke Reue Köiiigstrasie. Genossin Lulse Zietz referiert über bas Thema:.Nieder mit dem Fleisch» und Brolwucherl' Die Genossen, besonders auch die Genossinnen, bitten wir dringend um Erscheinen. Der Vorstand. Charlottenburg. Am Mittwoch, den 11. Januar, abends 8'/, Uhr, im BolkShanse, Roflnenstratze 3: Gemeinsamer Zahlabend sämt- licher Bezirke der v. und 8. Gruppe. Außer wichtigen WahlvereinS» angelegenheiten, Vortrag des Genossen Dr. Mose». Der Vorstand. Marienfelbe. Am Mittwoch: Mitgliederversammlung deS Wahl- Vereins bei Berger, Berliner Str. 111. Genosse Grog er spricht über: Die verschiedenen Programme der politischen Parteien. DiS- kussion. Gäste haben Zutritt. Grünau. Morgen Mittwoch, den 11. Versammlung im Lokal zur.Grünen Ecke Tagesordnung: 1. Vortrag des Genossen .Konstellation der Parteien. 2. Diskussion. heiten. Verschiedene«. Am 11. Januar findet im Lokal von Ehrhardt. Bahnhofstr. 1. der vom BildungSauSschuß veranstaltete Kunstabend statt. Beginn pünktlich um 8>/z Uhr. Der Vorstand. Bohnsdorf. Mittwochabend 8'/, Uhr in Villa Kahl: Mit« gliedervcrfammlung de« Wahlvereins. Tagesordnung: Borttag. Diskussion, Vereinsangelegenheiten und Verschiedenes. In dieser Versammlung wird die beschlossene Feststellung über die Zugehörig- kcit zur gewerkschaftlichen Organisation vorgenommen. Der Vorstand. Alt-Glienicke. Dienstag, dm 10. Januar, abends 8 Uhr, im Lokale des Herrn Fröhlich: Volksversammlung für Männer und Srauen. Tagesordnung: 1. Vortrag der Genossin Frau M. Juchacz- ixdorf über:»WaL wollen die Frauen in der Politil 3" S. Diskussion. Wilhelmsruh-Niederschönhausen-West. Der gablabend für den ersten und zweiten Bezirk findet im Lokal von Mielbrodt. Walderiee- fttaße 5, statt. Sonntag, den Ib. Januar, vormittag» 0'/, Uhr, im ' Der Januar: Mitglieder- , Köpenicker Str. 88. Ewald über: Die 4. VereinSangelcgen- Lokal von Mielbrodt: Generalversammlung. Vorstand. ßcrliner l�acbrlcbtcn. Wintersport. Die wesentliche Heilkraft der Winternatur für die in unhygienischen Kleinwohnungen eingepferchten Millionen von Großstädtern hat man erst in den letzten Jahren richtiger zu würdigen verstanden. Der Wohlhabende, der seine entnervte Körperkonstitution mit blankem Golde nach Belieben zurecht stutzen kann, flüchtet vor dem ungesunden Klima der engeren Heimat nicht mehr ausschließlich nach dem sonnigen Süden. Er sucht die zahlreichen Gebirgskurorte auf, wo die großen Hoteis.nicht mehr wie früher mit Beginn des Winters ihre Pforten schließen, sondern sich auf einen Fremden ström fast wie im Hochsommer einrichten. Der Winter im Gebirge macht sich für Herz und Auge ganz anders bemerkbar als im Flachlonde, ist durch die grandiose Szenerie, durch seine trotz der Kraft der Sonnenstrahlen starte Beständigkeit und vor allem durch Trockenheit und Reinheit der Lust von mächtigster Einwirkung auf daS Nervensystem So hat denn die auSerwählte Schar der Bemittelten auch diesen modernen Vorzug vor den ärmeren Klassen, vor den ungezählten Millionen, die in entnervender Arbeit ums liebe Brot ihre Gesundheit langsam einsargen. Aber Allmutter Natur sorgt für einen kleinen Ausgleich. Der Berliner hat recht spät, viel zu spät die Bedeutung ausgiebigen Wintersports. dem ja die schafsenden Massen eigentlich nur am fronsreien Sonn tag huldigen können, erkannt. Sobald wenigstens trockener, fester Schnee liegt, kann man auf die Freuden deS Eislaufs einiger maßen verzichten. Und der Schneefall der letzten Tage hat in der waldreichen Umgebung Berlins so prächtige Schneebahnen gezaubert, wie sie viel schöner auch nicht im Gebirge sein können. Dazu gewährt die Szenerie der unter der kristallenen Schneelast die wunderlich bizarr gestalteten Zweige tief zur beschneiten Erde neigenden Waldbäume einen Anblick wie daS märchenhafte FlockcnparadieS Frau HolleS. Der Schlitten, den man auf den Berliner Straßen nur noch selten sieht, ist auf den Schneebahncn der umgebenden Land- und Bergstraßen wieder zu höchsten Ehren gekommen. In moderner Form, als Rodelschlitten. Jung und alt beteiligt sich ?u Tausenden an diesem edlen, lungcnkräftigen Winter Port, der jetzt vorzugsweise in den Müggelbergen ausgedehnt ge pflegt wird. Das war am Sonntag bei völliger Windstille und mätziger Temperawr, die aber doch Wangen und Nase rot färbte, rings um die Müggel ein Leben und Teiben fast wie im Sommer. Immer neue Scharen von Rodlern, die �schütten oder den Skischuhen auf dem Rücken, brachten die Vorortzüge heran. Und wie in einem Ameisenhaufen kribbelte und wibbelte es vom frühen Vormittag an bis weit nach Dunkelwerden auf den verschiedenen Rodel- bahnen, welche die Müggelberge in vollendeter Schön- heit aufweisen. Von der Höhe des Bismarckwartenplateaus kamen zeitweise hintereinander Hunderte von Rodelschlitten mit jodelnden Erwachsenen und jauchzenden Kindern in sausender Fahrt zum Teufelssee herab. Schade, daß man das jedesnialige Vergnügen der tollen Fahrt mit einem atemraubenden Aufstieg zur Höhe bezahlen muß. Diese Stelle ist ganz besonders beliebt, weil sie nur wenige größere Kurven zeigt und die stattliche Länge von über tausend Meter hat. Gefährlicher und nur für geübte Rodler geeignet ist die von der Warte in Zickzacklinie, an Abhängen und Schluchten vor- überführende Bahn nach Restaurant Marienlust an der Ober- spree. Für Kinder und Anfänger sind mehrere kleine, nicht zu steile Bahnen in tadelloser Verfassung. Wer keinen eigenen Rodelschlitten hat, kann solchen draußen für billigen Preis mieten. Auch am Kreuzberg, im Humboldthain, wo unsere Parkverwaltung anerkennenswerterweise Rodelbahnen geschaffen hat, und an mehreren anderen geeigneten abschüssigen Punkten der Weltstadtperipherie wurde so wacker gerodelt, daß eS selbst für die lebendige Zuschauergalerie ein herzerquickendes Ver- gnügen war. Sogar an Versuchen mit dem Bobsleigh fehlte es nicht, so daß man sich beinahe in den fashionablen Winter- sport echtester Gebirgslandschaft versetzt glauben konnte. Nur mit dem Skilauf will es bei uns in der Niederung noch nicht viel werden. Einige Sportvereine, die geschlossen auf- marschierten, boten jedoch auch hierin schon achtbare Leistungen und fanden viel Bewunderer. Mancher Sprung von der Höhe in Schneemulden gelang brillant. Jetzt fehlt nur noch etwas anhaltender Frost, der die Schneebahnen beständig macht und auch dem Schlittschuh, dem Eishockcrspiel, dem Segelschlitten und dem Segellaufen auf schneefreiem Eise zum fröhlichen Sportrecht verHilst. » Auch der Grunewald hatte sich eines starken Zuspruchs zu erfreuen; man sah Familien mit Kind und Kegel in großen Massen heranziehen und selbst die Kuchentüten und Stullen- Pakete fehlten nicht. Daß Familien Kaffee gekocht und ge- mütliche Picknicks im Freien veranstaltet hätten, konnte aller- dings nicht beobachtet werden. Doch waren die Lokale umso voller, deren Inhaber vergnügt schmunzelten. Draußen aber wsirden die kleinen Handschlitten strapaziert. Die Kinder spielten abwechselnd Pferd und Kutscher; oft zogen sie auch Vater oder Mutter eine Strecke weit oder ließen sich von ihren Eltern ziehen. Ja. man will sogar festgestellt haben, daß ein hoffnungsvoller Heiratskandidat mit Ausdauer und Opfermut seine zukünftige Schwiegermama durch Eis und Schnee kuffchierte. Buben und Mädchen belagerten die dürftigen Ab hänge und rodelten mit roten Wangen und glänzenden Augen. Wo der Wald Gefälle zeigte, fammclteu sie sich Dutzend- weise, vom kleinsten Krümel bis zum»jungen Mann" und dem schulentlassenen Fräulein im langen Kleid. Doch die einzige brauchbare Rodelbahn, der Weg um den Hundekehlen see. den die Kinder an den vorhergehenden Tagen spiegelglatt gefahren hatten, war ihnen gesperrt. Nicht nur. daß Hunderte von Spaziergängern, unter den seltsamsten Gliedervcrrenkungen die Bahn passierten, nein, oben am Start stand noch, wie der Chenib vor dem Paradies, ein königlich preußischer Geudarm, der aufzupassen hatte, daß hier nicht gerodelt werde. Auch teilte er einigen Auskunft heischenden Buben mit, daß die Bahn am nächsten Tage aufgehackt würde, welche Nachricht die Fragenden mit tiefer Bekümmernis erfüllte. Die große Eisfläche lag still und einsam da. Sie»trug nicht", zum großen Leidwesen der Schlittschuhjttnger. Als der feurige Sonnenball schon ttef am Horizont stand und die glitzernde Schncelandschast mit lohender Glitt über goß, hallte der Wald noch wieder von munteren Kinder stimmen. Aus der Ferne klang lustiges Schellengeläute und Schlitten jagten vorüber, aus denen frischgerötete Gesichter blickten. Ein schönes Vergnügen, so'ne Schlittenpartie— wer's dazu hat, denn sie ist heilloS teuer. Sie kostet ungefähr so viel, wie ein DurchschnittSarbeiter die Woche verdient. Glatteis. Eine große, aber nickt angenehme Ueberraschung Hot sich am gestrigen Morgen den Berlinern. Während bis Sonntag abend trockene», katteS Weiler geherrscht hatte, ging gestern Morgen gegen S Uhr ein seiner Sprühregen hernieder, der Fahrdämme und Böiger steige bald infolge der Kälte mit einer dünnen Schicht Glatteis über zog, auf der jeder, der ahnungslos am Morgen da» Hau»»erließ, unweigerlich zu Fall kam. Da die Portier» in den meisten Fällen erst gegen 3 Uhr und noch später den vor ihrem Hause belegenen Teil de» Bürgersteige» mit Sand und Asche bestreuten, kam es in der Zeit zwischen 7 und 8 Uhr zu außerordentlich zahlreichen Unfällen. Die drolligsten Szenen spielten sich im KonfektionSviertel. am Hausvoigteiplatz und den Neben ftraßen, ab. In dieser Gegend, wo der Humpelrock seine höchsten Triumphe feiert, kamen zahlreiche Vertreterinnen dieser ichritteverkürzenden Mode zu Fall und vermochten sich nicht eher, erhebe», 61« ihnen ein galanter Kavalier wieder aus die Beine ha Eiuige von derartigen Unfällen waren leider ernsterer Naiur und die Unsollstotion in der Kronenstraße leistete in acht Fällen die erste Hilfe. Zahlreiche Schulkinder stürzten auf dem Wege zur Schule und mußten ärztliche Hilf« in Anspruch nehme». Aus den Berliner Unfallstationen erhielten nicht weniger al» 1 7 K i n d e r die erste Hilfe Die Zahl der Erwachsenen, die infolge de» Glatteise« verunglückte» und die bis um l0 Uhr vormittags in den Kra»ke»hSuiern, Unfall- ftationen und Rettungswachen Hilfe suchten, betrug e t w a 80 b i S 85. Ein besonders schwerer Unglücksfall ereignete sich in der Lindower Straße. Dort stürzte ein etwa 40jähriger Arbeiter, dessen Personalien bisher nickt festgestellt werden konnten, beim Ueber schreiten de« FahrdammeS zu Boden und erlitt einen Beckenbruch sowie Gehirnerschütterung. Er wurde in eine nahe belegen« Privat- tlinil gebracht. Die Unfallstation in der Lindower Straße legte »eben zahlreichen kleineren Fällen fünf Personen, die Ober schenkel- und Armbrüche erlitten hatte», Notverbände an. In der Frankfurter Allee kam infolge AuZgleitenS der 48 jährige Tiichler Rehbein aus der Vorhagener Str. 23 so un- glücklich zu Fall, daß er eine klaffende Koplwunde erlitt und nach der Unfallsiaiion in der Warschauer Straße gebracht werden mußte, wo ihm ein Rotverband angelegt wnrde. Dort erhielt auch der «rbeiler Eduard Rose auS der Gerichtslraße die erste Hilfe, der au einem Reubau in der Landsberger Allee infolge der Glätte gestürzt war und sich au» einer starken Verstauchung de« rechten Hand- gelenkeS eine schwere Kopfverletzung zugezogen hatte. In der Petersburger Straße verunglückte �infolge Ausgleiten» der Arbeiter ivir uii ournn"-«- iicut» uifc i iptriet�uurgcc �Öliaße octuugiuuic ui|uigc uuofliciirn» vti.»vucuct meisten mit dem zierlich und doch kräftig gebauten Rodel- 1 Emst Lange aus der Boxhogener Str. 18 schwer, indem er bei dem Sturz eine blutende Wunde am Kops und eine Gehirnerschütterung davontrug. Auch der Wagenverkehr wurde durch daS Glatteis natürlich stark be- hindert. Obwohl die Straßenreinigung seit den frühen Morgen- tunden in den Hauptstraßen KieS und Sand hatte streuen lasten, kam eS doch zu zahlreichen Unfällen. Der Straßenbahnverlehr konnte regelmäßig durebgefiihrt werden, während die Pferde« und Motoromnibuste ihren Weg streckenweise nur sehr schwer fortsetzen konnten. Die Hochbahn konnte auf den mit Ei» überzogenen Schienen keinen Kontakt der Stromschiene mit den Stromabnehmern erreichen und so passierte eS sehr häufig, daß die Sicherungen durchbrannten und die Wagen auf der Strecke liegen blieben, bis neue Stöpsel eingesetzt waren. Der Zugzusammcnstoß bei Stralau-RummelSburg. Nach dem Zugzusammenstoh zwischen den Bahnhöfen Stralau» Rummelsburg und Treptow, der am Sonnabendabend erfolgte. haben sich insgesamt 41 Personen als verletzt gemeldet. Aber nur in drei Fällen handelt es sich mn ernstere Verletzungen, nämlich bei den Arbeitern Günther, Rösener und SikorSki, die er- hebliche Brustquetschungen davongetragen haben. Die übrigen Verunglückten haben geringere Wunden erlttten. Die Unfallstelle wurde noch in der Nacht zum Sonntag vollständig aufgeräumt. Die beschädigte Lokomotive des Südringzugeö und die zertrüm» Merten Wagen des Arbeiterzuges wurden nach den RummelS- burger Reparaturwerkstätten geschafft. Sonntag früh konnte der Betrieb wieder fahrplanmäßig aufgenommen werden. Die Schuldfrage ist immer noch nicht aufgeklärt, da sich die AuS» sagen deS LokomotivpersonolS und der StellwerkSbeamtcn wider- sprechen. In erster Linie hat die falsche Weichen st ellung den Zusammenstoß verschuldet. Der Lokomotivführer des Arbeiter- zugeS 7 behauptet, daß er, als sein Zug daS falsche Gleis benutzte, ein Signal zum Zurückdrücken erhalten habe. Wer dieses Signal gegeben hat, lieh sich noch nicht feststellen. Die Beamten des Stellwerks wollen«s nicht getan haben. Der Lokomotivführer drückt« seinen Arbeiterzug etwa 450 Meter zurück und kam dadurch mit dem Train auf das Gleis de» SüdringeS, wo im gleichen Augenblick der Südringzug 2122 herannahte. Bei dem herrschenden Nebel konnte der Lokomotivführer diese» Zuges die Situation nicht früh genug übersehen, so daß der Zusammenstoß unvermeidlich wurde. Dem Lotomotidführer de» Arbeiterzuges wird zum Bor- Wurf gemacht, daß er nicht gehalten hat. auch wenn ein Signal zum Zurückdrücken gegeben sein sollte. Das Zurückdrücken eines Zuge» ist streng verboten.— Am 14. Dezember hat der„Vorwärts" in eingehender Schil- derung auf die gefährliche Ueberfüllung der Arbeiterzüge im Ring. bahnbetriebe und auf die skandalösen Zustände bei der Entleerung dieser Züge, beispielsweise morgen» auf dem Ringbahnhof Wedding, hingewiesen. Durch diese Ueberfüllung und da« stetige Anwachsen de» Arbeiterverkehr» wachse— so wurde ausdrücklich gewarnt— auch die Gefahrmöglichkeit, daß mal ein größere» Un- heil angerichtet wird. Ein solche» Unglück ist schneller eingetreten alS wir zu fürchten wagten. Ist der Zusammenstoß bei Treptow trotz der großen Zahl von Verletzungen auch nicht von Menschen- Verlusten begleitet gewesen, so fragt man sich doch, loa» wohl hätte entstehen können oder entstehen müssen, wenn der ZusammenpraU beider Züge ein heftigerer gewesen wäre. Die Eisenbahnverwal» tung gibt sich bei der Gesahrberechnung in dem ihrer Meinung noch technisch ziemlich leicht zu handhabenden Siingbahnverkehr offenbar einer viel zu großen Sorglosigkeit hin. Man glaubt, daß schwerere Zusammenstöße auf der Strecke sich hier kaum ereignen können. Deshalb werden die Arbeiterzüge vollgepfropft bis auf das letzte Plätzchen. Dabei wird, selbst wenn diese Ansicht richtig wäre, wovon ja daS jetzige Unglück daS Gegenteil beweist, nicht beachtet, daß auch ohne Zusammenstoß, beispielsweise durch ilchsen- bruch, Brand. Panik, Entgleisung und dergleichen, jeden Augen- blick eine Katastrophe möglich fft. Vielleicht gibt die Untersuchung deS jetzigen Unfalls auch dazu Anlaß, um die Ueberfüllung der Arbeiterzüge in den Morgen» und Abendstunden einzuschränken. Der Stadtverordnete Karl Sceger ist gestern gestorben. Seeger war 34 Jahre Stadtverordneter und vertrat den 10. Wahlbezirk der ersten Abteilung. Mit dem SechStage-Rennen sollen die Berliner nun wirklich zum dritten Male beglückt werden. Nachdem die ersten Ver- Handlungen hauptsächlich an der Raumfrage gescheitert waren, da die früher für diesen Zweck benutzten Ausstellungshallen am Zoo nicht mehr zur Verfügung stehen, haben die Manager endlich die Pachtung einer geeigneten Bahn, die achttausend Personen fassen soll, in Aussicht. Wir haben uns wiederholt gegen diese Menschen- schinderei gewandt, die alles andere al» Sport ist und auch dann kein Sport wird, wenn hochgestellte Personen ihr Gefallen an der öden Sache durch ihr Erscheinen auf der Bahn betätigen. ES fehlt diesen Veranstaltungen, die so ziemlich auf derselben Kulturstufe wie die verrohenden Boxkämpfe stehen, schon deshalb jeder Sportsinn. weil durch sie der Körper systematisch ruiniert werden muß und überdies die auf die äußerst« Grenze der Leistungsfähigkeit getriebene Strampelei praktisch gar nicht ver» wertbqr ist. Dieselben Parfvrce-Raoler, die hier in sechttagigem Pedaltreten schier Uebermenschliches leisten, werden aus natür» lichen Bahnen, also auf Chaussee und Landstraße, zweifellos völlig versagen. ES soll also nur auf den Nervenkitzel Zehntausender von Sportfanatikern eingewirkt und gleichzeitig, was die Haupt» fache ist, die Tasche der Veranstalter gefüllt werden. Zudem haben die Vorgänge bei auswärtigen Sechstagerennen aus der letzten Zeit die Sympathien für Dauerradler nicht gerade vermehrt. In Bremen mußte ein halbes Dutzend Steher disqualifiziert werden, weil sich herausstellte, daß unter den Radlern von vorn- herein die Siegerrollen verteilt waren. In New gork, von wo dieser Sportunfug zu uns herüberkam, haben die deutschen Renner herzlich schlecht abgeschnitten, jedenfalls trotz größter Schinderei io gut wie nichts gewonnen. Wenn wir also das Sechstagerennen letzt in Berlin wirklich noch einmal zu sehen bekommen, dann hoffentlich zum allerletzten Male. DaS Brot de» städtischen Obdachs. Dem Magistrat oder dem bisherigen Dezernenten des städtischen Obdachs scheint eine Be- merkung in unserem SonntagSartikel unter der obigen llebersckrist es angetan zu haben, in der unter anderem gesagt war, e« gehöre ein mehr als aniprucksloser Gaumen dazu, um dieses Brot viel» leicht wochenlang zusammen mit dem scheußlichen Mehlkleister himiiiterzuschlingen und eS dann noch»äußerst wohlschmeckend" zu finden. Im Rathause glaubt man an dieser Bemerkung ein absprechen- deS Urteil über das Brot im Obdach überhaupt zu finden, während doch nur im Zusammenhang mit anderen Umständen von dem Zustand de« BroteS gesprochen wurde. Der Magisttat be- eilt sich infolgedessen mitzuteilen, daß sozialdemokratische Stadtverordnete dieses Brot als vorzüglich anerkannt hätten. Das zu betonen, war Misere» ErachtenS ganz überflüssig und trifft in keiner Weise unsere Bemerkungen. Drei schwere Rodelunfällc— im Humboldthain— ereigneten sich am Sonntagvormittag auf der gegenwärtig stark benutzten Rodelbahn, die in dem im Norden der Stadt gelegenen Park ftir die sportlustige Jugend eröffnet worden ist. Die 18jährige Nr» beiterin Margarethe Schnell, Böttgerstr� 3 wohnhaft, fuhr mit ihrem Rodel die ziemlich steil abfallende Bahn hinunter, rannte jedoch durch ein falsches Steuerungsmanöver gegen einen Baum und erlitt einen komplizierten Öberschenkelbruch sowie leichte Gehirnerschütterung. Das junge Mädchen wurde nach der Unfall- ftation in der Badstrabe und von dort nach dem Lazarus-Kranken- Haus übergeführt.— Tie 17jährige Modistin Erna Palo, Pank- ftraste 33 wohnhaft, stürzte mit ihrem Schlitten um und erlitt doppelten Llrmbruch. Sie wurde zu einem Arzt und von dort nach ihrer Wohnung geschafft.— Der dritte Unfall wurde durch einen Zusammenstoß zweier Schlitten verursacht. Der 12jährige Schüler Martin Mauk, Buttmannstraße wohnhaft, stieß mit einem anderen Rodler zusammen, wobei Ihm die eisenbeschlagene Spitze des fremden Gefährtes in den Oberschenkel drang und eine sieben Zentimeter lange, tiefe Wunde verursachte. Der Verletzte erhielt einen Notverband auf der Unfallstation in der Badstraße und wurde von dort nach der elterlichen Wohnung geschafft. TideSstnrz aus der Rodelbahn. Zu den mitgeteilten Unfällen beim Rodeln in der Umgegend Berlins ist ein neuer Fall getreten, der einen tödlichen Ausgang genommen hat. In den Püttbergen bei Wilhelmshagen fuhr Sonntag abend der Oberprimaner Otto Borwert aus Fnedrichshagen, Köpenicker Str. 3, mit seinem Rodel« s-blitten gegen einen Baum. Der Schlitten überschlug sich, und der Gymnasiast wurde mit dem Kopfe gesen die hervorstehenden Aeste mehrere» Bäume geschleudert. Er erlitt schwere innere Verletzungen und mußte von Passanten in die Wohnung seiner Eltern gebracht werden, wo er vorgestem vormittag starb. Unfall bei einer Sprengung von Fundamenten. Bei der Sprengung von Fundamenten auf dem Neubau in der Alten Jakobstraße 106 hat sich gestern abend 6 Uhr ein schwerer Unfall zugetragen. DaZ Grundstück gehört der HauSgesellschaft Stromstraße m. b. H. und stößt an einer Seite an den Hos des Hauses Kommandantenstraße 20/21, in dem sich zahlreiche Fabrib betriebe befinden. Nachdem die alten Gebäude niedergelegt worden sind, werden seit einigen Tagen die Fundamente durch eine Pionierabteilung gesprengt. Die Anwohner wurden davon verständigt und aus die Gefahr hingewiesen. Gestern abend sollte ein besonders starker Fundamentblock gesprengt werden Hierbei entstand eine gewaltige Detonation und fast haushoch wurden Steine und Fundamentteile empor» geschleudert. Ein Teil der Steine flog in die Fenster des FabrikhauseS in der Konunandantenstraße 20/21, so daß unter den dort beschäftigten Arbeitern und Arbeiterinnen eine große Panik ausbrach. Alles stürzte nach den Ausgängen, da man mit einer Explosion rechnete. Besonder» im dritten Stock/ wo die Kinderhütefabrik von Max L e w i n untergebracht ist und etwa zweihundert Arbeiterinnen anwesend waren, entstand eine un- geheure Aufregung. Einige 20 Arbeiterinnen fielen vor S ch re ck i n O h nm a cht oder bekamen Schreikrämpfe. Am schlimmsten erging es der Frau Martha Blum aus der Rochow straße 3. die einen A r m b r u ch erlitt. Die. Verunglückte erhielt auf der Unfallstation in der Kommandantenstraße die erste Hilfe und wurde dann nach ihrer Wohnung geschafft. Such die anderen Arbeiterinnen mutzten zum Teil nach Hause entlasten werden. Auf der Unfallstätte waren bald einige Aerzte eingetroffen, um Hilf« zu leisten. In dem Fabrikgebäude sind nur wenig Fenster intakt ge blieben. Der erzeugte Luftdruck war so gewaltig, daß die Personen meterweit zur Seite geschleudert wurden. Die Revier- Polizei sperrte den Bauplatz sofort ab und leitete eine genaue Unter suchung ein._ Margarinevergiftung? Polizeilich beschlagnahmt wurde die Leiche der 68 Jahre alten Zigarrenmacherin Luise Cardineo, geborene Hein, aus der Prenzlauer Allee 238. Die alt« Frau erkrankte. nachdem sie Margarine genossen hatte, am Sonnabend an Erbrechen und Durchfall. Erst Soiinlagiiachmittag holte man einen Arzt. Als dieser kam, lag die Kranke schon im Sterben, und sie verschied in seiner Anwesenheit. Der Arzt konnte die Todesursache nicht mit Bestiinmthett seststellen, vermutet aber, daß es Margarinevergiftung fei. Die Leiche wurde beschlagnahmt und zur gerichtsärztlichen Be stchtigung nach dem Schauhaufe gebracht. Wege» Straßenraubes in der Potsdamer Straße find Sonntag abend die Arbeiter Wolff und Robert MattaeuS verhaftet worden. Sie werden beschuldigt, den Bauführer Schmidt zu Boden ge« warfen und ihm die Geldtasche mit Gewalt abgenommen zu haben. Eine Bande von Eisenbahnräuber» ist festgenommen worden. ES handelt sich um einen Kaufmann Alexander Steinitz, der mit einem Tischler Paul TringS und besten Geliebte, erner Marie Winkler. in Luxuszügen Berlin— Köln, Posen— Breslau umfang« reichere Räubereien ausgeführt haben. Einer Gasvergiftung erlegen ist gestern morgen der Diener Max Neumann, der bei dem Rechtsanwalt Dr. Ehrhardt befchäfttgt war. Dr. ErHardt befindet sich feit Weihnachten auf Reisemund ließ seinen Diener in der Wohnung zurück. Hausgenossen wurden morgenS durch einen starken Gasgeruch aus die Wohnung des Aw walts ausmerlsam, und als nim dessen Angestellte öffneten, fanden fie Neumann in seinem Schlasraum tot im Bette lieget». Der Hahn des Kochers war geöffnet und der ganze Raum mit Gas angefüllt. Die Feuerwehr, die gerufen wurde, öffnete die Fenster, um das Gas abziehen zu lasten und machte, weil der Körper noch warm war. Wiederbelebungsversuche. Diese hatten aber keinen Erfolg mehr. So» Serbeck de« Straßenbahnwagens gestürzt. Ein schwerer Unfall ereignet« sich am gestrigen Vormittag gegen S Uhr w der Hasenheide, an der Ecke der Fichiestraße. Auf dem verdeck be« Anhängewagen« SSI der Linie 1b hatte der 26 jährige Kaufmann Josef Seiler, Eourbiörestr« wohnhast. Platz genommen. Durch einen Windstoß wurde der Hut de» S. ersaßt und vom Wagen heruntergeweht. Der Kaufmann, der seine Kopfbedeckung noch im letzten Augenblick erfasten zn können glaubte, beugte sich zu weit über das Geländer und stürzte auf das Straßenpflaster. In einer Droschke wurde S., der eine Gehirnerswütterung erlitten hatte, nach dem Krankenhause Am Urban übergeführt. Ein zweiler Sttaßenbahnunfalsi. an dem das Glatteis die Schuld trägt, trug sich vor dem Hause Prinzenstr. 78 zu.- Dort wollte der Zbjahrige Hermann Folz, Hochslr. 3b wohnhast, während der Fahrt den Hinterperron des Motorwagen 1376 der Linie 41 verlosten, kam jedoch zu Fall und erlitt«ine Gehinierschütterung. Der Verunglückte wurde nach der nahebelegenen Unfallstation und von dort nach seiner Wohnung geschafft. Polizeilich geschlossen wurden in der vergangenen Woche die Geschäftsräume der Deutschen Uhrenindusttie G. m.v. H., über deren Vermögen kürzlich das Konkursverfahren eröffnet worden und deren Leiter, Kaufmann AlexanderZeier, unter dem Verdacht des betrügerischen Bankrott» verhaftet worden ist. Die Gesellschaft hatte den ganzen ersten Stock des Vorderhauses feit drei Jahren für eine Jahresmiete von 6000 M. inne. In dem Hauke kommt eS noch jetzt fast täglich zu lebhaften Austritten. Unausgesetzt kommen Leute, die Uhren mit Garantie gekauft haben und sie jetzt zrirückbringen wollen, weil sie nicht« taugen Die Leute finden die Tür verschlossen»md versiegelt »md geraten oft in große Auflegung, wenn fie erfahren mästen, daß sie ihr guteS Geld nicht zurückbekommen werden. Manche gehen auch zur Revierpolizei, bekommen aber auch dort keine tröstlichere SuSkunft. Vorort-Nacbrichteit. Friedenau. Aus der Gemeindevertretuttg. Entgegen den Ausführungen des Stadtverordneten GottschaU in einer Sitzung der Schöneberger Stadtverordnetenversammlung erklärte Bürgermeister Walger auf eine Anfrage ans der Versammlung, daß zwischen den Verwaltungen beider Orte Differenzen irgend welcher Art nicht bestehen, auch nicht bestanden haben. Sodann lag ein Antrag des Gemeindevorstandes vor, welcher die Anstellung einer besoldeten juristischen Hilfskrast für den Gemeindevorsteher verlangt. Genosse Richter wies daraus hin, daß der Bürgermeister in der letzten Sitzung vor Weihnachten sich gegen seinen Antrag, welcher die Anstellungeines besoldeten Schöffen verlangt, ausgesprochen habe, er ersuchte aus diesem Grunde um Ablehnung des Anttages. Nachdem sich auch noch verschiedene bürgerlich« Ber« treter gegen den Anttag gewandt hatten, wurde derselbe mit 13 gegen 10 Stimmen abgelehnt. Um der satten Gesellschaft des Ortes Gelegenheit zu geben, wieder einmal billig in sogen. Patnotismus zu machen, wurde für die Geburtstagsfeier Wilhelm« II. ein Zuschuß von 400 M. verlangt, wogegen von unseren Genoffen entschieden protestiert wurde. Der Anttag wurde natürlich angenommen. Zwei weitere Anträge deS Gemeindevorstandes verlangen die Ver« sicherung der Feuerwehr und der Volksschulkinder gegen Unfall. Die Bedingungen für die Versicherung der Volksschulkinder sind: Die Gemeinde zahlt an die Gesellschaft pro Kind jährlich O.SO M.; die Kinder find dann in folgenden Fällen gegen Unfall versichert: aus dem Wege nach der Schule und zurück: beim Aufenthalt aus dem Schulgrundslück vor, während und nach dem Unterricht: außerdem bei allen mit Lehrpersonen unternommenen Spaziergängen, AuS» flögen usw. Die Gesellschaft gewährt für das Kind ei» tägliches Krankengeld von 2,50 M., 1500 M. Sterbegeld und 5000 M. für den Fall der Invalidität. Während die Vorlage allgemein günstig auf« genommen wurde, hatte der sonst in»mer mit seinem warmen Herzen für die Minderbemittelten prahlende Gemeindevertt. Gerken Bedenken, daß nun die Krankengelder der Kinder dazu herhalten müßten, um d e m Arbeiter die Faulheit zu stärken. Herr Gerken ging noch weiter, indem er sagte, daß sich manche Eltern ordentlich freuen würden, wenn ihr Kind eines schönen Tages mit einem Unfall nach Hause käme. Er beantragte, die Vorlage noch einmal an einen Aus« schuß zurückzuverweisen. Genosse Richter begrüßte die Borlage als Fortschritt und ersuchte, derselben gleich zuzustinunen. Auf die haltlosen Verdächtigungen des Herrn Gcrken glaubte unser Redner nicht groß eingehen zu brauchen. Der Antrag wurde schließlich an« genommen»md die Versicherung der LebeusverstcherungS-Attiengeflll« Ichaft.Deutschland' übertragen. Die Kosten für die innere Ein« richtung sowie die Außenanlage der neuen.höheren Mädchenschule' in Höhe von 112 000 M. wurden bewilligt. Am Schluß der Sitzung fragte Genosse Richter an. ob stch der Gcmeindevorstand nach dem vorliegenden Resultat der letzten Volkszählung schon einmal mit der Frage der Errichtung eines GewerbegerichtS befaßt habe. Der Ge- meiudevorsteher antwortete, daß statistische Erhebungen angestellt seien und im Etat die Errichtung eine« Gewerbegerichts beantragt werde. Steglitz. Frauenschule. Zum 1. April 1S11 wird in Steglitz im An- schluß an die höhere Mädchenschule eine Frauenschule eingerichtet werden, die bereits die Genehmigung des Kultusministers gefunden hat. Vorläufig wird sie im Gebäude der neuen Gemeinde» schule am Platz Y untergebracht werden. Lichtenberg-Friedrichsfelde. Da« Arbeiter-Jugendheim wurde am Sonntag seiner Bestim> mung übergeben. Bereits am Vormittag fanden sich eine Airzahl geladener Gäste sowie die Sänger des Lichtenberger Männerchores ein, um die geschmackvoll ausgestatteten Räume durch eine kleine stimmungsvolle Feier zu weihen. In seiner Eröffnungsrede wußte K l i e m in wenigen aber trefflichen Worten die tiefe Bedeutur»g der Jugendheime für die Arbeiterjugend voll hervorzuheben. Harmonisch sich daran anschließend durchbrausten die begeisternden Akkorde des Liedes„Empor zum Licht" das Hein». Am Nachmittag fanden sich dann die jungen Leute in hellen Scharen ein, um sich, bald im geselligen Spiel, bald in froher Unterhaltung zu ergötzen oder aber die andächtige Stille des LeflraumS zu ernsterem Tun aufzusuchen. Man konnte im Zweifel sein, ob die freudig bewegten Gesichter der jugendlichen und auch erwachsenen Besucher oder ob die freundliche Ausstattung der Zimmer das Gefühl der Behaglich- keit in allen wachrief. Wahrscheinlich wirkte beides wechselseitig und so wichen schließlich auch von den abgehärmtesten Gesichtern die Schatten vor innerer Freude über das neue Heim. Dieses herzerfrischende Schauspiel recht oft erleben zu können war der Wunsch der zahlreich Versammelten. Lankwitz. In der letzten Gemeindevertreterfitzung wurden vier Ersatzwahlen für ausgeschiedene Wahlmanner zum Kreistag vor» genommen; vorgeschlagen und gewählt wurden die Herren Hofrat NeymanS, Kaufmann Krohn. Sanitätsrat Dr. Fränkel und Ver» golder Richter. Unter den Vorgeschlagenen befanden sich alle Ge- meindevertreter, welche diesen Posten noch nicht inne hatten, außer unseren Genossen; die letzteren quittierten diese Nichtachtung bei der Wahl durch Abgeben weißer Stimmzettel.— Ein Antrag deS Genossen Teurig, den Punkt.Personalsache' öffentlich zu ver- handeln, wurde abgelehnt. ES handelte sich um das Gehalt deS Gemeindevorstehers, welches in nichtöffentlicher Sitzung von 10000 aus 12 000 M. erhöht wurde. AIS Begründung für d>e Erhöhung wurden die Gehälter der anderen Vorortgemeinden herangezogen. von denen die meisten eine viel größere Einwohnerschaft auf- weisen. Mit 9500 Einwohnern dürfte unser Ort wohl mit einem solchen Gehalt deS Gemeindevorsteher» an der Spitze stehen.— Die Kosten für Aufstellung eines Regenentwässerungsprojekte» wurden bewilligt.— Ferner wurde die Einrichtung eines Nacht- diensteS beim Fernsprechamt in Groß-Lichterfelde zugestimmt. Der Nachtdienst soll mit Groß-Lichterfelde zusammen eingerichtet werden; dw Kosten betragen für Lankwitz jährlich bOO M.— Die Krankenpflege für die OrtSarmen wurde dem Verein für Kinder- fürsorge und Krankenpflege übertragen und demselben dafür 900 M. jährlich« Beihilfe bewilligt. Genosse Radike protestierte lebhaft dagegen, die Fürsorge der Armen und Kranken, welche die vornehmste Aufgabe der Gemeinde sein sollte, einem Privat- verein zu überantworten. Die Mehrheit stimmte jedoch der Vor- läge zu. Die Zukunft wird e» ja lehren, ob dadurch die Kranken- pflege der OrtSarmen gebessert werden wird. Mohlsdorf a. d. Ostbah«. Mit der heute am 19. Januar stattfindenden Gemeinde- vertreterwahl beschäftigte sich eine öffentliche Versammlung. Der Referent, Genosse Schumann, zeigte noch einmal, welche Mittel die Gegner angewendet haben, um die Wahl unsere» Ge- noffen Schmidt für ungültig zu erklären. Sache der Arbeiter- schast von Mahlsdorf sei es, dafür zu sorgen, daß der sozialdemo- kratische ffimrdidat, Genosse Schmidt, abermal» al» gewählt au» der Wahl hervorgehe. Letzteres sei schon deshalb notwendig. weil im Falle der Wahl des Gegner? auf eine Herabsetzung der Grundwertsteuer und eine Erhöhung des Kommunalsteuerzuschlages auf 160 oder gar auf 200 Proz. hingearbeitet werden cll. Die trefflichen Ausführungen des Redners wurden noch vom Genossen Schmidt ergänzt. Am Schlüsse der imposanten Ver- ämmlung forderte Genosse Käming die Anwesenden auf, am heutigen Tage Mann für Mann für den sozialdemokratischen Kandidaten«inzutreten. Spandau. Dnrch das Platze» cincS großen Wasserrohre» ist in der Nacht vom Sonnabend zum Sonntag am Rathausneubau die neuangelegte, bisher unbebaute Klosterstraße unterspült ivorden. Das dortselbst angelegte große Wasserrohr war wohl infolge Hinzudringens von Grundwasser geplatzt und die mit furchtbarer Gewalt hervor- brechende» Fluten höhlten nunmehr die Erdmassen aus, so daß daS Pflaster be»auSgerissen wurde und teilweise in sich selbst zusammen» stürzte. Der Fabrdamm der Klosterstraße ist in einer Breite von acht Metern eingestürzt und der Straßenbahnverkehr kann nur auf einem Gleise, das im Laufe des Sonntagvormittags gestützt werden mußte, aufrecht erhalten werden. Der übrige Fuhrv�rkehr wird über das Festungsgelände geleitet. Die Reparawrarbciten dürsten etwa 3 bis 10 Tage in Anspruch nehmen. Witteuan-Borfigwalde. Die letzte LezirkSversammlung deS WahIvereinS beschäftigte sich unter anderem mit der Wiederaufnahme eine» unter eigen- artigen Umständen ausgeschiedenen Mitgliedes. Die Versammlung konnte sich jedoch nicht für eine sofonige Aufnahme entschließen, sondern faßte gegen eine Stimme den Beschluß, die Aufnahme aus ein Jahr anzusetzen, um dann eventuell einen erneuten Aufnahme» anttag der B'zirksversammlung zu unterbreiten. Die Äeuauf» zunehmenden wurden darauf aufmerksam gemacht, daß sie die Be- rechtigung haben, in der Aufnahmeversammlung zu erscheinen. Des- gleichen wurde bekannt gegeben, daß bis zum 1. April noch 80 Pf.» Marken zu kleben sind. Die Besprechung der Vorbereitungen zur nächsten Reichstagswahl soll in einer späteren Versammlung statt- sinden. � NowaweS. Feuer brach in der Nacht vom Sonnabend zu Sonntag w Klein» Glienicke in dem dem Prinzen von Preußen gehörigen Park uuö. In dem Eiskeller brannten alle zündbaren Tetle nieder. ES wird Brandstiftung vermutet. Potsdam. Stadtvcrordnrteilvcrsammlung. Mit sieben unbesetzten Mandaten tritt die Versammlung in da? neue Geschäftsjahr ein, ein Zustand, der noch das ganze Jahr dauern soll, da die Ersatz- Wahlen erst Ende des Jahre» vorgenommen werden. Der bisherige Vorstand wurde Wiedergewählt. Für den zum Stadtrat gewählten Schristsührcr ttitt Agent Bergemann ein. DaS öffentliche Anschlags- wesen soll zum ersten Male im Wege der Ausschreibung vergeben werden. Seit langer Zeit ist es im Besitze einer Familie, die ohne wesentliche Ausgaben den � Profit einheimste. Unter den Meistbietenden soll der Magistrat die AuS- wähl treffen. Die Uebernabmc in eigene Regie wurde gar nicht er- wogen. Der Stadthallenbaugesellichasr, eine auswärtige SpekulationS- gescllschasl.wurde die Erlaubnis erteilt, aus dem städtischen Freund- schastSinselterrain für die S t a d t h a l l e die FundanientierungS« gruben auszuheben. Für die Stadt sollen dadurch keine sinanziellen Verpflichtungen erfolgen. Für die JugendschnsleiiauSstellung deS Lehrervereins wurden 100 M. bewilligt. Wenn der Stadtverordnete Lehrer Schneck bei dieser Gelegenheit bedauert, daß von den Kreisen, für die die Ausstellung eigentlich bestimmt ist, so gut wie gar keine Ankäufe stattgefunden haben, sollte er sich einmal bei der Arbeiter« schast informieren, waS sie im Kampfe gegen die Schmutz- literatur tut. Versammlungen. Deutscher Bauarbeiterverband. Die Mitgliederversammlung der Sektion der Putzer, die am Sonntagvormittag in DräselS Saal, Neue Jriedrichstraße, stattfand, wurde durch einen Neu- jahrSgruß des Gesangvereins der Putzer eingeleitet. Der Vor- sitzende Neu mann erstattete dann den Jahresbericht der ört- lichcn Verwaltung. Die 12 Mitgliederversammlungen des Jahre» 1910 hatten sich zum Teil mit Lohnbewegungen, mit der Aussperrung. mit der Vcrschmelzungsfrage und im übrigen mit der inneren Verwaltung zu beschäftigen. Zwei Dautcnkontrollcn wurden vorgenommen. Bausperren waren nicht zu verhängen, e» kamen nur kleinere Konflikte vor. Als Unterstützung an Gemäß- regelte wurden 2478 M. ausKcgeben, und zwar für die Zeit von 469>4 Tagen, wozu noch ISO Tage, die aus dem Rohrerstreik sich ergaben, zu rechnen sind. N e u m a n n gedachte in Worten der Anerkennung für die Arbeiter der Zeit der Aussperrung im Bau- gewerbe, in der die Arbeitenden zu größeren Leistungen Hera»»- gezogen werden mußten. Die Agitation für den Verband bc- gegnete großen Echivierigkeiten, man sollte aber jetzt mit allem Eifer nachholen, was versäumt worden ist und energisch für bessere Organisationsverhältnisse im Berus sorgen.— Ohne Diskussion über den Bericht nahm die Versammlung den nächsten Punkt der Tagesordnung, die Besetzung des Vorstandes betreffend, auf und beschloß, daß auch fernerhin fünf Personen zum Vorstande gehören sollen. Vorschläge zu der Besetzung werden zunächst in den Be- zirksversammlungen diskutiert werden. Cingegangene Druckfcbriften. Die Fackel. 13 Doppelnummer 60 Pf. Nr. 813/14. HerauSgeder: K Kran». erlag Wien llk. Wie prüf» man Kurszettel und Bilanzen? Von P. Th. Matten». I M. E Abigl, Wiesbaden. Die Selbftregierung der Schüler. Von Joh. Hepp. III S. Schullheß u. Co., Zürich._ «mtltwer Marktbericht der itSdttlchen Karktdallen-DtreMo» über den INrotzbandel m den Zenwat-Marttballen. Marktlage: F l e i< ch: Zulubr stark. Geichäst rege. Preise für Bullenfleisch anziehend, für Kalb- und Schweinefleisch nachgebend. W> I»: Zufuhr reichlich,«Seichäst nicht lebhost genug. Preise für Hasen nachgebend. G e s I ü g e l: Zufuhr mäßig, Geichäii still, Preiie unverändett. ss i I ch e: Zufuhr knapp, Geschäft ziemlich lebhast. Preise etwas ausgebessert. Butter und Käse: Geschäft ruhig, Preiie unverändett Gemüir, Obst und Süd- s r ü ch t e: Zufuhr schwach, Geschäft leblos, Preise wenig verind�t. eSaIserstand«.«o>e>ausgabe. 2. Nur, wenn der Auszug zu einer auxergewühiilichen Zeit geschieht.— O. B. 2vl!. 1. La. 2. Nur dann nicht, wenn. der auderweite Verlehr innerhalb der gesetzlichen önrpsängniSzeit. das ist der t8l. bis!!02. Tag vorder Geburt, stattgesunden hat.— K. lvv. Teilen Sie dem Schuldner nrit, daß Sie bis zu einem Termin, den Sie bestimme:! miisscn, slundcn. Dar»! bedarf eS keiner neuen Kündigung.— Ladung 1911. Wenn Ihre Darstellung bewiesen werden tamr, dann ist die Klage unbegründet. — A. W. 555. Beantragen Sic bei dem Nachlasrgeücht die Erteilung einer Abschrist des ErbrezesseS. Aus dieser crieheir Sic das Erforderliche. — H. Sch. 421. Die Aufhebung der Lohnpfändung muh der Vormund bewirken. Dieser ist dazu bercchligt.— A. P. 39. 1. Innerhalb eines FabreS nach der Heirat. 2. �Sr in Berlin Dohnhaste a» den MaglstraiZ- kommissar für Lnvalidenvcrfrcherung, Am Köllnischeu Part 8. 3. Wir können dazu nicht rate». Es ist zwcikmähiger, weiter zu versichern. Für diesen Fall sind innerhalb zwei Jahren nrindcstens 20 Marlen zu kleben, auch muh die Karle jeweilig inirerbnlb längstens 2 Jahren eingetauscht sein.— (?•. 500. Nach den in Berlin üblichen Aictsverträgen ja.— Mulattin. Sie fragen lvie Ihr bildhübscher Freund von seiner Vorliebe sür Neger- mädchen geheilt werden kann, ohne aus Bcrlla fort zu müssen. Leider könncn wir Ihnen in dem Fall nicht Helsen. «rttrrvrognose kür Dienstag, den 10. Januar 1911. Ziemlich milde, zeilweise ansklarend, vorwiegend trübe mit Nieder- schlügen und lcbhasten südivestlichen Winden. Berliner Wetterbureau. «NitterungSüberffcht vom S. Januar 1911. morgens 8»lbr. «Uttrmn * 5 ~ S Bf Setter . i I sriumcmvt 1.69®® 4 Regen Hamburg 1770 SSe® 4 Renen Berlin 1771 SW i 2 bedeckt Franti.a Vi 775 SW München i780SW Wien 1773 W K» *'! I? «i 5 Regen 1 wölken!— 9 3 heiter s»-Z «tattenen Savaranda 749 L-SW Petersburg 769 S Scillp 772 Zlbcrveeu Paris* 766 sSW 776 S Setter B« I 4 Schnee 0 2 bedeckt— i 4 bedeckt 4 wolkig 3 Regen Theater und Vergnügungen □□ Dienstag, 10. Januar. Ansang 7-/2 Uhr. Aönigl. QPeruhauS. Tristan und Isolde.(Ans. 7 Uhr.) Sönigl. IciiausPielbauS. Der Kauf- mann von Venedig. Ncues königl. Lpern-Theater. Geschlossen. Deutsches. LirmpaclvagabunduS. Kamm erspiele. Lanzelot. (Ans. 8 Uhr.) Ansang 8 Uhr. ReucS Operetten. Die schöne Risette. Lessing. Wenn der junge Wein blüht. Komiiche Oper. Die Bobsme. Neues Schauspielhaus. All-Heidel- berg. Uerliuer. Bummelstudenten. Weste«. Das Puppenmädel. Neues. Der G. m. b. H.-Tenor. Trianon. Der heilige Hain. Residenz. Familie Bolero. Thalia. Polnische Wirtschaft. Schiller" WatUrer. Theater.) Husarerrsieber. Schin. Gbarlottenbnrg. Der Himmel aus Erden. Friedrich. WilhelmstädttscheS. Die blaue Maus. ftteiues. Verflixten Frauenzimmer. 1. Klasse. Lnftivielbaus. Der Feldherrn- Aosstcllungs-Tbeater. MeverS. Luisen. MudickeS Reise nach Indien. Modernes. Das glückliche Gesicht. (Ansang B'i. Uhr.) Rote. Sein Sündenregister. Herrnfeld. Eine verlorene Nacht. Er. Sie und Er. Volksover. Der Postillon»on Lonjumea«.(Ans. 8'/. Uhr.) Fultes Capriee. Der hügc!(Anfang S>/. lli Vieteovot. Hurra— nochl Kafino. Julie Wippchen. flpvllo. Zpezialitäle». Va6age. Spezialitäten. Voigt. Der StabStrompet«. RetchsvaUr». Stettiner Sänger. Wintergarten. Spezialitäten. Sanssouci. Wie werde Ich r Spezialitaten.(Ans. Bllt Uhr. Walhalla. Bravo l Dacapo l(Z lang 8-,. Uhr.) »«rt Haverland. Spezialitäten. Urania. Taubcustrasze 48/49. Abend« 8 Uhr: Bon San Remo nach Florenz. Gteruwarte. Jnvalidenstr. 67—62. dwebel leben Lessing-Theater. • Uhr: Wem. der junge Wein blüht. Mittwoch 8 Uhr: Anatol. Donnerstag 8 Uhr: Anatol. berliner Tüester. Heute: kWMgIztlIliöNtSlI. ö Uhr. Morgen: Bummelftudeulen. Xölies Iliestös. Täglich: lies lZ. m. b. H.-Tenor. Ansang 8 Uhr. Theater des Westens. 8 Uhr: Dan Puppenmiidel. Msttw. u. Sonnab. 4 Uhr: Rotkäppchen. Sonntag 31/, Uhr: Ein WaUerlraum. Modernes Theater ((rOher Hebbeltheater). Abend« 8 Uhr: Doppelmennch._ Berliner Volksoper Belle-Alllance-Elratze 7/8. w- poHiüion o. Folljvmkao. Lustspielhaus. Abends| Uhr: Der FeldherrphLgel. Residenz-Theater. Dtrettlon: Richard Alexander. Ansang 8 Uhr. Familie Bolero Schwant in 3 Asten von Maurice Hennequin und Paul BUhaud. Morgen und folgende Tage: _ Familie Volero._ MWIll Ans. 8 Uhr. Vorverkauf 11—2 Uhr. Zwei Schlager: Blne verlorene lischt. Et, Sie und Er fltft Anton und Dona! Herrnjeld in den Hauptrollen. TIi'ÄNi». VZ'isssnsgkaslllostes l'stsstzör DaribsnstralZs 48/49. �bsncks 8 Utrr: Von Lan Remo nacb Florenz. Hörsaal. Zyklen im 1. Quart: Industrio u.Technik(Brüssel 1910). Elektr. Entladungen(Prot Dr. Donath). Feuer, Wasser, Luft u. Erde(Prof. Dr. Rathgen). Aus der Werkstatt des Lebens(Dr. Bemdt). Weltverkehr(Dr.Hennig). Großeisenindustrie usw.(Ingen. Keßner). Erdkunde(Prof. Dr. Schwahn). Prospekt kostenlos. Kaiser-Panorama. Xcn! II. Tour v. Chamounix in das Montblanc-Gebiet.. III. interess. Reise in Indien. Eine Reise 20Pf. Kind nur 1 OPf. Abonnements I M. Tausende Abonn. Friedricb-Wiliielmstädtiscties Schauspielhaus. DlenStag, 10. Januar, abends 8 Uhr: Die blaue Maus. Mittwoch 8'/, Uhr: Die blaue MauS. Nachm. 3'/, Uhr: Hermannsschlacht Donnerstag: Die blaue Maus. Luisen-Theater. AbendS 8 Uhr: Mudickes Reise«ach Indien. Morgen: MudickeS Resse nach Indien. OSEsTHEATE (Srosse Ans. 8 Str. t32. Hr. Ende'/,I1 Uhr. Sein Sündeneegistes. Lustsp. in3AN. v. Friidmamr Fredertch. Mittwoch, Freitag. Sonntag: Do» Carlos. Donnerstag: Sein Sündenregister. Sonnab endnachm.: Prinz. Edellraut. 8 Uhr: Du Weltstadt-Programm. »>/, Uhr: Das Tagesgespräch Berlins: Otto Reutter mit vollstäubig neue» Schlagern. SKCetropol' Theater. Abend« 8 Uhr: Rauchen gestattet. Hurra! Wir leben noch! Grosse AuSftattungSrevue in 7 Bildern v. I. Freund Musik v. B Holländer. In Szene gefetzt oon Dir. R. Schultz. DM** Bf euer Spielplan t-MW ETHEL LEVEY Amerikas Favorit La belle Leonora Spaniens Stols. Mit«. Oenarbers Luftballonfahrt übsr den Köpfen des Publikoms sowie weitere 12 Star- Attraktionen 12 - Rancben gestattet!-- Walhalia-Theater. �Rosenth.Tor.) DeiubergSw.20 1 Anfang Sllt Uhr: Jaoiiar-Illerneoestes Bravo! Da Capo! Eine AllerweltS« Revue in 5 Bildern mit vielen neuen Einlagen, Couplets und Attraktionen. Sonntags nachm. 3'/, Uhr: ! Unsere Don Juans.| Posse mit Gesang u. Tanz. Kleine Preise. Hchlllei*- Schiller-Theater 0.(Wallner-Tbeal). Dienstag, abend» 8 Uhr: 11»»»ro nttLdvl». Lustspiel in 4 Alt. v. Gusioo Kadelburg u. Richard Stowronnck. Ende 10'/, U. Mittwoch, abend« 8 Uhr: Husai'vnfl«!»«!'. Donnerstag, abend« 8 Uhr: Prinz Friedrich von Hombarg. Theater. Schiller-Theater Charlottenburg. Dienstag, abend« 8 U Hr: Hei- Hioiiiivl auf Erden. Schwant in 3 Akten v. Julius Horst. Ende 10>/. Uhr. Mittwoch, abend« 8 Uhr: Hie Fee Capricc. Donnerstag, abend« 8 Uhr: Hie Macht der Finsternis. „CLOU" BEREINER KOKZERTIIAFS Mauerstr. 82.. Zfmmerstr. 90-91 ! I! Heute! I! Gperetten-JM. Eintritt 50 Pf.— Anfang 8 Uhr. Wochentagen Großes Pr omenaäen- Konzerl von 4—7 Uhr: bei freiem Eintritt. Sport-Palast Entr"' H- Potsdamer Straße 70-72a E"tre' 1 w- Größter Eispalast der Welt Feerie:„Am Nordpol". — Aofiergew&hnlicbe Lichteflekte.— 2 Kfinstlerkapelleu.— Rcstanrnnt für 6000 Personen. Unterrieht im Eislauf. Täglich von 11—1 Uhr vormittags: KONZERT. leden Sonntag 4 Uhr: Nachmltf flgSeVorstellung. Arnold Scholz IVene Welt Hasenheide 108—114 Heute» Dienstag, den 10. Januar 1911: {.großes Haberfeldtreiben Neu für GrofisBerlint Ilm großen Festsaal und im neuen Uchtprunk-Saal,« zusammen 7000 Personen fassend: Berlins joiler Boekbiertrnbel mit seineo großartigen Alpen-Dekorationen. Baron Muckls urwüchsige ßauernkapelle. Defreggers Tyroler- Truppe. Anfang; 7 Ehr. Dienstag, den 10. Januar 1911, abends 7l/j Uhr: Neu! Neu! BrM-Brah-Brokk. Neu! Neu! Arconi-Truppe, 4 Personen. Kreisel-Globns, Feet RsN) � PukIi-UuII I sjrielende Polo-Hall} Bierde neueste Kreation des Direktors Alb. S ch» m a» n sowie die übrigen Attraktionen. Her oroke Coup S'/, Uhr. der g°/z Uhr. Schmuggler. Romant. Pantombne in 4 Asten. Folies Capriee. Täglich 8'/. Uhr: vis abgetreleiie Frau. Neuer bunter Teil. felMebelhügel. tk Alt-Hoakit 47/48. Donnerstag, den 12. Januar 1911: Die noii ficdjfattcl. Lustspiel in 3 Auszügen von Stein unb Heller. Nepertoirstiick des Lustspielhauses. Kassenerössni 7 Uhr. Ans. 8'/. Uhr. Nach der Vorstellung: = Tanz.= Entree 80 Pf. Brauerei Friedrichshain.■ Am KSnigstor. Gräflte Sehenswürdigkeit Berlins. Heute s-wie folgende Tage: (Zroßer BocksJubel u. -Trubel«Auf der Alm". Der beliebteste Festwirt Leborsek Lkrengrudsr mit sewer Trupp«(60 Mitwirk.) aus München. Ansang 8 Uhr. Entrce 39 Ps. Passlerkarten haban volle Gültigkeit Morgen. Mittwoch: Elite- Tag. 1|»6666»66666666»6»6606666—•••••666—# iExcelsior-LicIrtspielliauS: ; Rixdorf, Bergstr. 151/152«(Passage.)| {M?* Heute: Der Todewütura de. Avialikerw Eaffonta i mit«einem Paaaagricr Poliaa< i sowie das Neujahrs- Programm und Einlagen.< ' Anfang Woehontags 6 Ehr. X X Sonntag. 8 Ehr. J Jeden Sonnabend: Foll.tiindig neue. Programm. ••••••••••••••»••••••••6666666666666666I Beiiiner Prater. Kastanien-Allee 7—9. Jede» Dienstag: Kolfraanns Sänger Aissang 81/« Uhr. Alle VorzugSkartcn gültig. Nach der Soiree: Preitanz, Hochbahnstation Koltbrsser Tor. S1lil Wie werde ich reich? F�dia de Fdrard Preisgekrönte Schönheit. IC/.t Nenheltt Lebende Schatten! Theater des Veddings MQUerstr. 182/183— Sellerstr. 36. Täglich vor auSvcrkaustem Hause: Abgründe Drama in zwei Akten von Urban Gab. Außerdem da« neue großartige Programm._ Karl Raverland- Ansang Tsi q a fnn Kommandanten- präz. 7'/, U. lllvlttrl. strasse 77/79. Inannii Ein urkomisches *. Spezialitäten-Programm 1911. da» Tagesgespräch im neuen Jahr«. AM?- Heute J\ und die folgenden Tage: Soekhier-Saison. Zum Ausschank gelangt nur il echtes MOnchenerVoilbräu.!! Cri-oUcr iiBock-JübeluJrübßlil 3 bayrische Kapellen' Sänger- Schuhplattler. Oer neue Wintergarten Ist mit Zentralheizung sowie Ventilation eingerichtet. *Ant.: Sonnt. 31/,, wochent. r/,Uhr IMMPPW66666»—< Mila.-Säle SchSnhauser Allee 130, Milastr. 8 Jeden Dienstag, Donnerstag und Sonntag: |W Kavalier- Ball-MM bei großem Streichorchester. Tanz und Entree: Herren 56 Pf., Damen SO Pf. Vorzugskarten haben Gültigkeit. Anfang; Wochentags 8 Uhr, Sonntags 5 Uhr. • Carl Elsnec. Zirkus Busch. Dienstag, 10. Jan.. abds. 71/, Uhr: OroBor Gala-Abend. Gastspiel des Herrn Direktors Pierre Althoff und Frau Direktor Adele Althoff m. ihren eleganten Freiheitsdressuren.— Aeros, höchst kom. Trapezk.— Elisabeth v. Dynar, Schulreiterin.— Die Fredianis, Akrobaten zu Pferde. 3 Gebrüder Fratelllni. 5 Cliftons 5. Um 9 Uhr ca. zum 19. 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Januar 1911s Gastspiel in Puhlmanns Theater, Schönhauser Allee 148. Der Stabslrompeter. Volksstück mit Gesang in 4 Akten von Manstädt: Musik von Stessen«. Kasscncröffnung 7 Uhr. Ansang 8 Uhr. Bosporus am Morifzplatz. Das Variete-Konsumsystem bleibt Täglich 8 Uhr: r- Ueli-rnijjHii iibll Nach Schluß der Vorstellung; Begii lies BieUierMels; Ii 2 Kapellen, Vergnügungspark. Bis Ä Ehr nachts. LICHTSPIELE. Mozart-Saal. Nollendorf-Platz. Beginn 6 Uhr. Reicbshailen-Theater. Stettiner Sänger. Neu! Genrebild oon McyseL Anfang wochentags 8 Uhr Sonntag» 7 Uhr. Relehahnllen-Mn»!: Grosses Bockbier» Jubel» und Tnibelfest! Militär-Konzert I Ulkiadcn! Anstich des ursüfstgen Schultheis!- Bock! 2 Kapellen I Ans. wochentags 8, Sonnt. 6 Uhr. Rekehiihsllen-C»k6: Allabendlich: Das berühmte Schramme!-Quartett. Ein Deiner Bunzlauer 30 Pf. J, Kcnhnaen-Blllards (Stunde 80 Pf.). U I/ A CA n-'' VERA .. 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