Mr. 4. Erscheint täglich außer Montags. Abonnements Preis für Berlin: Vierteljährlich 3,30 Mart, monatlich 1,10 Mart, wöchentlich 28 Pfg. frei in's Haus. Einzelne Nummer 5 Pfg. Sonntags: Nummer mit bem ,, Sonntags= Blatt" 10 Pfg. Post- Abonnement: 3,30 Mart pro Quartal. Unter Kreuzband: Für Deutschland u.Desterreich- Ungarn 2 Mart, für das übrige Ausland 3 Mart pro Monat. Eingetragen in der Post- Zeitungs- Preisliste für 1891 unter Nr. 6469. Vorwärts 8. Jahrg. Insertions- Gebühr beträgt für die fünfgespaltene Petitzeile oder deren Raum 40 Pfg., für Vereins- und Versammlungs- Anzeigen 20 Pfg. Inserate für die nächste Nummer müssen bis 4 Uhr Nachmittags in der Expedition abgegeben werden. Die Expedition ist an Wochentagen bis 1 Uhr Mittags und von 3 bis 7 Uhr Nachmittags, an Sonn- und Festtagen bis 9 Uhr Vormittags geöffnet. Fernsprecher: Amt 6, Nr. 4106. Berliner Bolksblatt. Zentralorgan der sozialdemokratischen Partei Deutschlands. Redaktion: Beuth- Straße 2. Quittung. Im Monat Dezember 1890 gingen für die Parteikasse folgende Beiträge ein: Mühlheim a. R. 17,50 M. Groß- Auheim bei Hanau 35 M. A. 2. Ftbrg. 1 M. H. K. 6 M. J. M. 160 M. Potsdam 50 M. Eßlingen i. W., Waldfest 30 M. D. M., Leipzig 50 M. Tempelhof 35 M. Aus dem 6. Berl. Wahlkreis 60 M. Wahl freis Straßburg i. Els., Land 20 M. Straßburg Stadt 50 M. Halberstadt 51,35 M. Berlin 2. 2. 75 M. Forst i. 2. 100 M. Von den Frauen Gaardens 10 M. Gaarden 100 M. Dr. Br., Berlin 10 M. N. München 1 M. Putzerkolonne Dertel, Berlin 7 M. Die lustigen Kameruner F. M., Altona 150 M. Altenburg 50 M. Von 3 Vergnügten aus Schkeudig 125 M. Werther 4000 M. Von Arbeitern in Bant 74 M. Reichenbach- Ernsdorf i. Schl. 10 M. Northeim 3,25 M. Pianoforte Fabrit Quandt, Berlin 18,10 M. Rockwill Ver. Staat. 20,60 M Gd. Berlin 50 M. Meldorf 3 M. Hagen i. W. 100 M. W. Gr. Hamburg 11 M. Spremberg 50 M. Suhl 5,75 M. Gera 50 M. Pegau 18 M. Löbau i. S. 4,05 M. Pazenhofer Tonne Berlin 3,55 M. Bau Ritterstr. 47 Berlin, gesammelt 18,15 M. Ueberschuß Berlin 8,85 M. Puzzer Bau Altonaerstr. 21/22, Berlin 5 M. B. F. in R. 10 M. B. B. 150 M. S. B. 50 M. In der Quittung für November( Nr. 293 d. B. V.") wurde durch einen Druckfehler für Ohlaut i. Schl. der Betrag nicht angegeben. Dhlau i. Schl. sandte 30 M. Alle Geldsendungen für die Partei sind zu richten an A. Bebel, Berlin W., Groß- Görschenstr. 22 a. Berlin, den 5. Januar 1891. Der Parteivorstand. Dienstag, den 6. Januar 1891. Ursache oder Zweck Lohnerhöhung und andere ZuLohnerhöhung geständnisse. Gegen Lohnreduktion Streitigkeit wegen Regelung der Unzufriedenheit mit den Arbeits-, Lohnfrage den Arbeitszeitbedingungen, dem Material Gegen Aenderung der ArbeitsStreitigkeiten unter verschiedenen bedingungen Arbeiterkategorien wegen der Preise, der Arbeit Für Einführung und Vertheidigung gewerkschaftlicher Vorschriften und Grundsätze und zur Vertheidigung von GewerkvereinsGenossen Vertheidigung oder Abweisung von unzufriedenheit mit Vorgesetzten Arbeitskollegen Für Vorgesetzte • Sympathie mit oder Einschüchte rung infolge von Streiks. Ursache unbekannt • Gesammtzahl Gelungen Theilweise gelungen Mißlungen Unbekannt 299 195 66 59 1 619 149 43 95 10 • 12 8 20 5 20 10 4 42 49 2 4 139 62 31 41 16 9 15 1 36 18 29 29 12 225 20 6 5 Ст 73 A 2 61 7 3 2 17 5 17 12 283 52 Expedition: Beuth- Straße 3. bei den Zusammenstößen zwischen Unternehmerthum und Industrie- Arbeiterschaft sich als schneidige Waffen be währen. Es geht aber auch ferner daraus hervor, daß in Zeiten einer steigenden Konjunktur, in der Periode eines wirthschaftlichen Aufschwungs der Streif am günstigsten sich durchführen, insbesondere die Vergrößerung des Arbeitseinkommens am leichtesten sich durchsetzen läßt. So lange die Prosperität anhält, sind die Unternehmer am ehesten im Stande und am meisten dazu gedrängt, diesem Ansinnen sich schnell zu fügen. Je besser ausgebildet die gewerkschaftliche Organisation der Massen ist, desto sorgfältiger wird die Gelegenheit zum rechtzeitigen Losschlagen benützt, desto peinlicher die ungünstige Zeit vermieden werden. Die Gewerkschaftsleitung folgt den Bewegungen des Marktes, sie disziplinirt die Truppen, sie sorgt für die Aufschatzung von Geld, sie wird zur berufenen Organi fatorin des Sieges. Nicht weniger als 139 Streifs entsprangen aus allgemeiner Unzufriedenheit mit den Arbeitsbedingungen; von diesen waren 47,9 pCt. ganz, 30,2 pCt. theilweise erfolgreich, 30,2 pt. ohne Erfolg. Faßt man das Gesammtresultat zusammen, so ergiebt 4 sich, daß von den 1145 unternommenen Ausständen 41,6 pCt. ganz, 32,1 pCt. theilweise erfolgreich waren, 18,1 pct. mißlangen, und bei 8,2 pCt. der Ausgang 4 nicht bekannt wurde. 3 Wie die 1145 Streifs endgiltig ausgingen, darüber Insgesammt: 1145 476 368 207 94 weiß für 1061 Herr Burnett Folgendes zu melden. In Wie man sieht, dreht sich mehr als die Hälfte der 62,3 pCt. der Fälle kam es zur Vereinbarung, in 4,2 pt. Ausstände um Lohnerhöhung und wenn man die Streifs griff ein Schiedsgericht regelnd ein, in 12,2 pct. fam es hinzuzählt, die wegen Steigerung der Löhne und Erreichung zur Niederlage und absoluten Unterwerfung der Arbeiter, anderer Konzessionen in Szene gesetzt wurden, so beziffern in 4,3 pCt. wurden die Streifenden durch Streikbrecher Englische Auslände. fich die Lohnkämpfe auf 768, oder 67 pCt. aller Streits erfekt, in 1,8 pGt. kam es zur theilweiſen Unterwerfung Der Arbeitersekretär des englischen Handels- Amts, des Jahres 1889. Von den Arbeitseinstellungen, welche und theilweisem Ersatz der Ausständigen durch andere Mr. Burnett, ein alter Trades- Unionist, hat kürzlich zum Zwecke der Lohnerhöhung unternommen wurden, waren Hände". 3,3 pCt. wurden durch Vereinbarung und Unterseinen Bericht über die Ausstände und Aussperrungen des 40,3 pCt. vollständig erfolgreich, 31,5 pCt. führten zu werfung, 3,5 pCt. durch eine Verschmelzung der VereinJahres 1889 im Vereinigten Königreiche der Deffentlich- einem theilweisen Erfolg, d. h. ein Theil der Forderungen barung und des Ersatzes durch andere Hände" erledigt. feit übergeben. Seine Mittheilungen geben ein anschau- wenigstens wurde zugestanden, nur 10,7 pCt. schlugen fehl, Soweit Nachrichten darüber eingingen, betrug die liches Bild von der Lebhaftigkeit der Arbeiterbewegung, und in 9,5 pCt. der Fälle blieb das Ergebniß Herrn durchschnittliche Dauer eines Streits 18 Tage, die Zahl der Straffheit der Gewerkschaften, dem Auf und Ab der Burnett unbekannt. Es ist sicherlich keine übermäßige der in Mitleidenschaft gezogenen Personen 200 527. Die Vorgänge des Arbeitsmarktes; sie ergänzen zugleich die Schätzung, wenn man die Ansicht vertritt, daß auch für Gewerkvereine, welche die Fragebogen des Arbeitssekretärs Daten, welche wir vor einiger Zeit aus dem trefflichen diese lettgenannten ein gleiches Verhältniß wie für die auch betreffs dieses Punktes beantworteten, gaben 1889 Jahresbericht des Herrn Peck, des New- Yorker Arbeits- übrigen Fälle angenommen werden kann, sodaß demnach für Streifzwecke 1 272 220 M. aus. statistikers, mitgetheilt haben. der weitaus größere Theil dieser unter der Rubrik:„ ErEngland ist der größte Industriestaat der Welt, der Die nachfolgende tabellarische Uebersicht giebt die vergebniß unbekannt" angeführten 59 Streits der Arbeiter Nationalreichthum", mill sagen der Besitzstand der schiedenen Ursachen und Zwecke der Streits und die Zahl schaft gutzuschreiben ist. Kapitalistenklasse, ist ein riesenhafter, trotz der Streifs, der Arbeitseinstellungen an, welche ganz oder theilweise Diese Erscheinung ist ein trefflicher Beleg für die trotz der Gewerkschaften, trotz der ausgiebigen Koalitionserfolgreich waren, und die, welche miẞlangen: Tüchtigkeit der gewerkschaftlichen Organisationen, die freiheit, wie sie jenseits des Kanals herrscht. Feuilleton. Nachbruc verboten.] Bei Mama. [ 4 sie das große Fallissement; die Hauptfrage war, ob die " Es war wohl am klügsten, nicht Alles zu glauben, was sich die Kinder an sie und baten, mit ihr gehen zu dürfen; man hier hörte, dachte Frau Holmisen. Jedoch die Stadt ich möchte mit Dir nach Hause, Mama," jammerte Tom, mußte ohne Zweifel sich verschlechtert haben. In ihrer ich möchte mit Dir!" Kam dann Jungfer Henriksen wieder Jugendzeit hatte sie wohl von untreuen Männern ver herein, so stahlen sie sich hinweg, jedes in seinen Winkel, nommen, allein von untreuen Frauen niemals. Ja, unter ganz verbrechenbewußt anzuschauen. Fanny, die sich noch ganz simplen Leuten vielleicht und dann ein vernicht zu beherrschen verstand, schrie wie besessen, so oft die einzeltesmal unter den allerfeinsten, wie z. B. die Kammer- Mama sich zeigte:„ ich will mit! ich will mit!" Und es Roman oon Arne Garborg. frau, die jedesmal aufs Schloß mußte, wenn der König da wurde immer schwieriger, ihr zu entkommen. war: aber das war ja ganz etwas Anderes. Nun, es Sier lernte sie Kleider machen und hörte Geschichten; würde hübsch aussehen in der Welt, wenn die Frauen besonders am Sonntag, und es war traurig anzusehen, Frau Holmsen brachte ihnen gern etwas Gutes mit, -die Mädchen, mit welchen sie beisammen saß, wußten nun begönnen mit den Männern um die Wette wild zu mit welcher Gier sie es verzehrten. Und der böse Blick, mehr, als ihnen eigentlich gut that. Derzeit beschäftigte leben! Es wurde ein unangenehmer, nasser Herbst, ewiger die am meisten Herrin über sich war, steckte in der mit welchem Jungfer Henriksen sie dabei betrachtete. Lea, vornehmen Verwandten des Groffierers ihn vor dem Regen und Koth, so daß die Stadt sich nicht gerade gut Regel das Brötchen in die Tasche, mit der Bemerkung, Zuchthause retten konnten. Seine Liebes Abenteuer ausnahm. Natürlich! etwas mußte ja die Freude stören! sie wolle es essen, wenn sie hungrig würde"; wurden eingehend und fachkundig erwogen und es ging und am schlimmsten war es mit den Füßen; der Schuster ja wohl, das redete sie einer Anderen ein!- Kindern ganz deutlich hervor, daß der Grossierer auch in dieser hatte schon dafür gesorgt, daß die Sohlen nicht wasserdicht thut es nicht gut, zwischen den Mahlzeiten zu essen," erRichtung ein Arger gewesen. Allerdings gab es einige, waren. Jedoch luftig blieb es dennoch in der Stadt. die behaupteten, er sei durchaus nicht der Aergste. Ein klärte Jungfer Henriksen. Mensch, wie Thomas Thronby, habe noch mehr Sünden Es wohnte so viel Lebhaftigkeit in den Leuten; man auf dem Gewissen, von Henrik Lund gar nicht zu reden. ging hier nicht und trabte und trodelte her, wie unter Aber Henrik Lund, der hatte dafür wieder diese den Bauern droben; man fühlte ordentlich neuen Muth in Frau; sie war ja auch nicht viel besser. Ja, ja, die sich, wenn man bloß auf die Straße kam. war schon von der richtigen Sorte; sie hatte mehr Ges Und wie groß die Stadt wurde! Sie genoß es wie ein Ich kann mir nicht vorstellen, daß sie so... schichten als Frau Grom und Madame Striffenbach. Es Märchen. Mitten im Stadttheil, wo sie daheim war, wo sie menschlich find," antwortete Frau Holmsen zögernd; aber war wirklich schwer zu entscheiden, wer von ihnen die jeden Stein, jedes Loch, jede Pfütze gekannt hatte, stand ich möchte auch, wissen, wie es einem in der Todesstunde zu schlimmste sei; man durfte ihnen niemals recht trauen, sie fremd und verwirrt in neuen Straßen, die sie niemals Muthe wäre, der sich erinnerte, daß er ein Kind habe hungern diesen seinen Damen. Das sahen wir, als damals der vorher gesehen; sogar der Erdboden hatte sich verändert; lassen!" große Standal ans Licht kam; denkt Euch, sie hielten sich Höhen waren verschwunden und Senkungen ausgefüllt. ganz gewöhnliche Burschen, die sie bezahlten... Und da Jedoch Jungfer Henriksen wurde ihr stets antipathischer fie zur Polizei mußten, denn soweit ging es, daß und ihr Verdacht, daß die Kinder es im Hause nicht hatten, in die Polizei einschritt, ja, denkt Euch: sie wollten sich wie sie sollten, wurde immer stärker. Es deutete gewiß auf noch vertheidigen." Was sollen wir machen?" sagten sie; nichts Gutes hin, daß Lea und Tom so still geworden. So fie unsere Männer haben ihre Mädchen!" oft sie einmal mit ihnen allein beisammen war, schmiegten Ich denke, es thut ihnen gut, zu essen, wenn sie hungrig sind," meinte Frau Holmsen. Sie glauben doch wohl nicht, daß sie bei mir hungern?" fragte Jungfer Henriksen mit gezwungenem Lächeln. Mir ist nicht so zu Muthe," sagte Jungfer Henriksen, und Sie brauchen der Kinder wegen sich wahrhaftig nicht Uukosten zu stürzen." von mir bekommen," erwiderte Frau Holmisen. ,, D, wie ich merke, haben sie noch Platz für das, was Es gab kleine Szenen. Die beiden Frauen vermochten Unsere deutschen Angstmeier und Polizeiseelen sind| Wilszek gehörigen Dreifaltigkeitsschacht in unsere Stimmen in den Reichstag entsenden. Strikteste freilich nicht zu befehren. Sie meinen, daß die Unter- stra u( österr. Schlesien) eine Explosion statt, bei der bis Wahlenthaltung ist demnach unsere Parole. drückung der gewerkschaftlichen Organisationen der In- jetzt 57 Todte aus den Schachten herausbefördert wurden. Der Sozialismus in Elsaß: Lothringen wird jetzt begriff politischer Weisheit sei und handeln danach. Was Wie viel Todte die schwer zugängliche Unglücksstätte noch sie nicht hindert, die Induſtriekartelle zu hegen und zu unrecht wäre es, diese schrecklichen Katastrophen ganz oder betrachten den Sozialismus offenbar als ein Gegengift birgt, wird erst in den nächsten Tagen festzustellen sein. von reaktionären Blättern merkwürdiger Weise gelobt. Sie hätscheln. Ja, Arbeiter, das ist ganz etwas Anderes. auch nur in erster Linie auf Rechnung des„ blinden gegen die Reichsfeindlichkeit der Bewohner. Richtig ist Wüthens der Naturkräfte" zu sehen, weit mehr trägt die allerdings, daß der Sozialismus als belebendes und be elende Profitwuth die Schuld, welche blind für alles, was seelendes Element einer gesunden Arbeiterbewegung alle nicht Politische Itebersicht. ht die Steigerung des Mehrwerthes im Gefolge hat, falschen, das Volk von seinen wirklichen Intereſſen abdie Schußmaßregeln verabsäumt. Welch' Geschrei und lenkenden Fragen, wie namentlich Religions; und Gejammer ertönt, wenn man das Risiko des Kapitals steigert, Nationalitäts- Fragen aus dem Wege räumt und Die Kreuz- Zeitung" sucht die fatale Thatsache, essen, die bürgerliche Presse kann sich da nicht beruhigen, Stelle jetzt. da handelt es sich stets um die höchsten nationalen Inter- die Lebensfrage der Gegenwart: die soziale an ihre So haben wir z. B. gesehen, wie in daß die angeblich konservative Partei in einen höchst denn der Geldjack, pardon das Vaterland ist dann in Gefahr. Schleswig- Holstein, Kurhessen und theilweise rebellischen Gegensatz zur Regierung ge- Das viel größere Risiko der Arbeit aber wird nicht beachtet, Hannover der sogenannte" Bartikularismus" durch den rathen ist, hinter einer Dunstwolfe von mehr oder weniger davon schweigt die dem Kapitalismus verkaufte Presse, desto Sozialismus lahm gelegt worden ist. Und Aehnliches tiefsinnigen Betrachtungen über die revolutionäre Natur entschiedener muß immer von uns betont werden, um vollzieht sich jetzt unzweifelhaft in Elsaß- Lothringen, Elemente vorhandene Nothwendigkeit eines radikalen Bruches Kapitals ist. des Liberalismus und über die für alle staatserhaltenden wie viel größer das Risiko der Arbeit als das des wo die barbarischen Gegensätze: Hie Deutſch! Hie Französisch! mehr und mehr durch die zeitgemäßere, der modernen mit denselben zu verbergen. Der Liberalismus ift die Kapitals ist. Kultur und dem thatsächlichen Klassenkampfe entsprechende Devise: " Berlin, den 5. Januar. Hie Unternehmer- hie Arbeiter! Hie Ausbeuter hie Proletarier! Hie Reaktionär- hie Sozialist! in und Duelle alles Uebels- Sozialdemokratie, Anarchismus, Das Wahlresultat in Bochum ärgert die, Germania" Mammonismus, Frreligion, Bürgerkrieg- kurz alle Uebel gewaltig, sie ist so kindisch ungeschickt oder so feige, jedender Welt sind aus seiner Pandorabüchse herausgeflogen falls so unanständig, das amtliche Ergebniß nicht mitund fliegen noch fortwährend heraus, denn sie ist un zutheilen. Unseren Erfolg sucht sie zu verkleinern, indem sie erschöpflich. Und ein liftiger Geselle ist der Libe- konstatirt, daß wir nicht in die Stichwahl gekommen sind. verdrängt wird. ralismus ein wahrer Gottseibeiuns: wer ihm den Nun, lassen wir ihr das Vergnügen, das zwar Dieser Umschwung mag dem deutschen Chauvinismus fleinen Finger giebt dem nimmt er bald die ganze Hand, recht sehr getrübt werden wird, wenn sie den für den Augenblick ganz nützlich erscheinen das ist seine und hat er einmal die Hand, dann hat er auch bald den Artikel der Westfälischen Volkszeitung", des Bochumer Sache; wenn er sich aber so kindlich darüber freut, so er ganzen Kerl. Also Vorsicht. Und die Moral der Organs die Moral der Organs ihrer Partei über die Wahl lesen wird. innert seine Freude uns an die jenes Schlaumeiers, der Geschicht" hüte die Regierung sich ja vor der Macht Obgleich dasselbe die Verhältnisse bei der Wahl für das Zentrum den Ast, auf dem er saß, absägte, und zu jedem Schnitt der des Bösen, wende sie sich ab von den umstürzlerischen als besonders schlechte darzustellen sucht, während sie doch Säge vergnügt lachte. Der französische Chauvinismus Tendenzen, die der Liberalismus in die Land- Gemeinde- nur für unsere ganz aus Arbeitern bestehende Partei, wegen ist dem deutschen nicht gefährlich, im Gegentheil, er liefert ihm Ordnung und die anderen Reformgefege eingeschmuggelt hat, der vielen Maßregelungen und der zahlreichen Verschiebungen Wasser auf die Mühle- wie auch umgekehrt der deutsche dem und mache sie hübsch gemeine Sache mit den braven Land- der Arbeiterbevölkerung seit dem 20. Februar, außer französischen- der Sozialismus aber wird dem junkern! ordentlich ungünstige waren. Trotzdem nun das Bochumer Chauvinismus ohne Gnade den Garaus machen Sehr hübsch diese höchst praktischen- Bußpredigten Zentrumsorgan durch diese Verhältnisse unzutreffenderweise zwar dem deutschen nicht blos, sondern auch dem frangegen den Liberalismus und die Revolution. Wenn nur den Rückgang der Zentrumsstimmen zu erklären sucht, sie zösischen. die Kreuz- Zeitung" nicht selbst in einem Glashause wohnte. aber bei uns nicht voll gelten lassen will, schreibt es doch: Oder haben etwa die biederen Junker der„ Kreuz- Zeitung" den liberalen Tanz um das goldene Kalb nicht in ,, liberalster" Weise mitgemacht und treiben sie nicht den Schnaps, Getreideund Fleischwucher mit einem Eifer, der den geldhungrigsten Liberalen beschämen könnte üben sie nicht vermittelst der Klinke der Gesetzgebung" die unfittliche Ausbeutung", 6. h., nach der„ Kreuz- Zeitung", die verwerflichste Ausgeburt des Liberalismus" mit einer methodischen Rücksichtslosigfeit, für welche der Liberalismus der liberalen Musterländer England und Frankreich von Deutschland garnicht zu nun erst die Revolution" und die Legitimität“ hat die Kreuz- Zeitung" sich nicht mit dem General- Umsturz des Jahres 1866 einverstanden erklärt? Hat sie nicht die gewaltsame Entthronung dreier legitimer Fürsten und damit die revolutionäre Zertrümmerung des Legitimitätsprinzips reden auch nicht annähernd ein Seitenstück bietet? Und gebilligt? Ist das neue Deutsche Reich nicht revolutionären Ursprungs? Ist das allgemeine Wahlrecht nicht urrevolutionär? Ist die Klinke der Gesetzgebung, vermittelst deren die Junker der„ Kreuz- Zeitung" dem Plebs die Arbeitergroschen" auspumpen, nicht ein Kind der Revolution"? Wahrhaftig, die Kreuz- Zeitung" thäte besser, diese Bußpredigten zu unterlassen, die nur komisch wirken, und mannhaft zuzugestehen: ,, Als Sieger sind eigentlich die Sozialdemokraten " Der Papst hat wieder einmal gegen die Sozialdemo aus der Wahlurne hervorgegangen, wenn es ihnen diesmal fraten gesprochen. Das einzige Bemerkenswerthe dabei ist, auch noch nicht gelungen ist, in die Stichwahl zu kommen. daß er sie nicht verflucht hat, wie bei mehreren früheren Ge Wenn man die Verluste in Rechnung stellt, welche diese Partei legenheiten. Er scheint also zu der Ueberzeugung gekommen durch Umzüge, geringere Wahlbetheiligung 2c. erlitten hat, und dabei erwägt, daß sie doch 9700 Stimmen erhalten hat, so ergiebt sich ein Stimmenzuwachs von mehr als 25 pct., ein ganz bedeutender Erfolg, wenn man ihm die Wahlresultate der übrigen Parteien entgegenhält." liberale Bresse- diesmal betreffs unserer Haltung in der Unsern Kopf zerbricht sich wieder einmal die nationalBochumer Stichwahl. Heißt's da in einem Waschzettel der Nationalliberalen Korrespondenz": " Bei der Stichwahl in Bochum stehen die Sozialdemokraten vor einer schweren Entscheidung. Die Unterstützung eines Nationalliberalen geht ihnen natürlich sehr gegen den Sinn, andererseits hat sich der Zentrumskandidat als schroffster Zünstler und Lebensmittel- Wertheuerer" vorgestellt und die feindselige Haltung, welche die katholische Kirche und das Zentrum gegenwärtig den Sozialdemokraten gegenüber zur Schau tragen, hat bei den letzteren eine sehr gereizte Stimmung hervorgebracht. Die leitenden sozialdemokratischen Blätter äußern sich über die Taktik ihrer Parteigenossen bei jener Stichwahl noch nicht. Im Wahlkreise nimmt man an, die Sozialdemokraten würden sich größtentheils der Wahl enthalten, auch wenn von der Parteileitung eine Anweisung zum Eintreten für den Zentrumskandidaten erfolgen sollte." " zu sein, daß das Fluchen nicht mehr zeitgemäß ist und jeden falls den Sozialdemokraten gegenüber nichts hilft. Oder sollte er über die Sozialdemokratie jetzt etwas christlicher benken als in früheren Zeiten? Es wäre das entschieden ein sozialdemokratischer Erfolg eine moralische Er lehrt, warum wir diesmal nicht verflucht worden sind. oberung". Nun, vielleicht werden wir noch des Näheren beDas Stöckerblatt lügt: " Witten. Sozialdemokratische freie Dis tuffion. Heute fand hier eine sozialdemokratische Versamm lung statt, in welcher der Abgeordnete Singer sprach. Nach dem Vortrage sollte freie Diskussion" stattfinden. Dabei hatte man sich aber wohl gehütet, politische Gegner zuzulassen, da die Eintrittskarten nur bei den bekannten Parteigenossen" vor her zu haben waren. Unter solchen Umständen verzichteten natürlich die Deutsch- Sozialen", die einzigen in unserer Gegend, welche den Muth haben, der Sozialdemokratie offen entgegenzutreten, auf das Vergnügen, sich in die Versammlung einzudrängen. Andernfalls würden Herrn Singer wohl einige unangenehme Fragen nicht erspart geblieben sein, vor allem die, ob die für die Firma Singer u. Co. arbeitenben Nahvinner mit den in diesem Geschäft gezahlten Hungerlöhnen und den sonstigen Geschäftsgrundsätzen zufrieden seien. Und das nennt die Sozialdemokratie: freie Diskussion". Wir sind die würdigen Nachfolger der mittelalterlichen Den spaßigen Eiertanz hätte die Mannesseele" sich Raubritter; wir wollen wie sie herrschen und uns bereichern ersparen können. Erstens stand die Haltung unserer Partei-nur daß wir unsere Geschäftspraxis den Beiten gemäß genossen für die Bochumer Stichwahl von vornherein fest, die Ausschließung der Stöckerlinge, und die antisemitische Der richtige Stöcker! Die„ Singer'schen Hungerlöhne" ändern mußten-; wir wollen bleiben, was wir und zwar bei allen Parteigenossen ohne Ausnahme. Und sind und was unsere Vorfahren waren, zweitens hat unser Blatt, das doch wohl auch zu den Kourage" alles Stöckerlügen. Die Herren Antisemiten und wer uns entgegen tritt, der hat es mit uns zu thun!" leitenden" gehört, gleich nach Bekanntwerden des Er- haben bis jetzt, sehr seltene und unbedeutende Fälle ausDas wäre wenigstens ehrlich und gewiß auch ritter- gebnisses der ersten Wahl klipp und klar ausgesprochen, was genommen, nirgends" den Muth" gehabt, sich der So zialdemokratie zu stellen. Dagegen ist noch niemals ein So licher", als die jämmerliche politische Heuchelei, durch welche wir thun werden. zialdemokrat einem Stöckerling ausgewichen und wäre die Kreuz- 3tg." ihre ohnehin schlechte Sache nur noch mehr Interessant ist, daß auch die Frankfurter Zeitung" uns auch die ganze Sippschaft zusammen gewesen. Uebrigens verschlechtert. nahelegt, für den nationalliberalen Kandidaten einzutreten, geht die sozialdemokratische Jagd auf dieses freilich nicht Das Risiko des Arbeiters ist trotz aller Unfall- Ver- die Frankfurter Zeitung" ist sogar so freundlich, uns die edle- Wild jetzt an verschiedenen Punkten lustig voran. ficherungsgeseze noch ein ungeheuer großes, jedenfalls ein Stichwahl- Barole zu redigiren. All diese Mühe ist verviel bedeutenderes als das des Kapitalisten, das bei der Be- geblich. Für unsere Parteigenossen giebt es bei dieser Wahl Die deutsche Gefängnißpraxis politischen Ver schönigung aller Kapitalprofite eine so große Rolle spielt. fein Schwanken. Keine sozialistische Stimme brechern" gegenüber hat sich noch nicht gebessert. Wer nicht Am letzten Freitag wurden in Krümmel bei Ham- barf am 8. Januar im Bochumer Wahl- ins Horn der Regierungspolitit bläft, wird noch immer burg in einer Dynamitfabrik neun Arbeiter ge- treise abgegeben werden. Ebenso wenig dürfen nicht nur eingesperrt, sondern auch im Gefängniß schlecht tödtet und am gleichen Tage fand in dem dem Grafen wir den Nationalliberalen als den Zentrumsmann durch behandelt, dies muß nun auch der Redakteur der welfischen sich so in Wuth zu bringen, daß sie schließlich um einander und wenn er ein Stein war; nichts verfing bei ihm. Ob er er aussah!- Kopf und Beine bierschwer, voll Schmutz und herumgingen wie die Kazen; jeden Moment hielten sie sich denn noch immer keine Ruhe haben könne vor ihrem Roth, in zerriffenen, schäbigen Kleidern, vom Trinken fett, gegenseitig die Krallen unter die Augen; es zuckte in ihnen Gejammer, fing er an. Ob sie sich denn vorgenommen, mit gelbfahlen Wangen, die Haare ungekämmt und feucht vor Lust, auf einander loszufahren. Es dünkte Frau ihn bis in's Grab zu verfolgen? Für die Kinder habe in die Stirn hängend, der Bart ungepflegt und ruppig, Holmsen schrecklich, sich nicht die Zügel schießen zu lassen; er Alles geordnet, so gut es ihm eben möglich gewesen die Augen noch heiß und roth vom letzten Rausch; jedoch, was war zu thun; sagte man ein Wort, so hieß es sei, behauptete er. Er wisse feinen anderen Ort, wo er sie über dem Ganzen ein Ausdruck von krankhafter Wildgleich: Bitte sehr! nehmen Sie Ihre Kinder nur wieder unterbringen könnte. Bei Jungfer Henriksen hätten sie es heit; was man vor sich sah, war einfach ein Trunken mit! Ich lege Ihnen nichts in den Weg! Bitte sehr, bitte gut, erhielten Kleider und Essen, soviel als sie brauchten, bold!- Und mit diesem Menschen war sie verheirathet sehr!" pfui, welch' eine Person! und mehr Erziehung, als bei ihrer Mutter. Fanny könnte gewesen. Dieser Mann sollte Vater sein; auf ihn Arme Kinder! Arme Wenn jedoch die Kinder wirklich hungerten, so wollte auch bei Jungfer Henriksen bleiben; damit sei dem Ausgleich sollten die Kinder sich stützen. und mußte fie Mittel und Wege finden. Und wenn sie von seiner Seite Genüge geschehen; es ist also über- Kinder! selbst zu Holmsen müßte, um der Kinder willen thäte flüssig, daß Du wegen dieser Sache dem Amtmann droben Etwas Hilfloseres als diese kleinen Kinder gab es sie auch das. Sie konnten ja nicht einmal Und wenn sie deswegen kam, so würde er beschwerlich fällst. Ja, meinst Du denn, ich wisse nicht, doch wahrhaftig nicht. wohl auch ein Einsehen haben; wie wenig Herz er auch das Du mich unter Aufsicht stellen willst wie einen Land- auf ihre Eltern bauen, nicht einmal auf die eigenen sonst für seine Kinder zeigte, er begriff doch, daß sie efsen streicher? Merkwürdig genug, daß Du mich nicht auch Eltern. mußten, zu Zwangsarbeit willst anhalten lassen!" Sie quälte und sorgte sich wegen der Kleinen, bis der Sie suchte die Bekanntschaft von Dienstmädchen, Scheuer- Ach Du,- Du machst Dich von Allem los: Du hast Kopfschmerz kam und sie fast arbeitsunfähig machte. Nun nahte weibern und allen möglichen anderen Leuten aus dem es schon auf die Art einzurichten gewußt!" Hause, in welchem Jungfer Henriksen wohnte, und da er-" Was soll ich denn eigentlich anfangen, Weib? Von fuhr sie allerlei. Es war Gott und aller Welt bekannt, meinem Besigthum droben hast Du mich zu befreien geholfen daß Jungfer Henriksen mit dem Essen kargte und daß die und ein anderes habe ich noch nicht erworben Kinder Prügel bekamen; das konnte man ja in der ganzen werde es wohl auch nie; mir ist das ganze zuwider, kümmere Straße hören. Es war dies überhaupt kein Aufenthaltsort mich den Kutuk drum...... pah, was verstehst Du für Kinder. Holmsen saß fast jeden Abend bei der Dame davon!" droben und lärmte und zechte, und um welche Zeit er fortging, ei, das bemerken wir ja am Morgen. Sie, diese Närrin, bildet sich ein, er wolle sie heirathen; jedoch wir werden schon sehen, was geschieht, wenn er einmal ihr Geld durchgebracht hat- und das dauert gewiß nicht mehr lang. Nein, wäre ich an Ihrer Stelle, so tämen mir die Kinder aus diesem Haus, und zwar lieber heute als morgen." die Zeit, wo sie an die Rückreise denken mußte; wie würde es ihr da ergehen? Die Kinder verlassen fonnte sie, so wie die Sachen standen, doch wohl nicht; allein sie mit sich nehmen, das konnte sie noch viel weniger. Zu Hause hatte sie nichts, ihnen zu geben; es brauchte wahrscheinlich Zeit, ehe der Mode salon recht in Gang tam und von ihrer Näherei allein vermochte sie höchstens sich und Fanny zu erhalten. Auf alte Freunde Nun natürlich, ich verstehe gar nichts; aber so viel sich verlassen?... nein, nein; es würde sie bald dünken, weiß ich doch, wenn Du mir gäbest, was Du ver- sie falle ihnen beschwerlich. Sie dachte vor und zurück, zus jubelst rück und vor; sie kam damit nicht weiter; allein die Ge Geh' zum Teufel, Madame! nun habe ich genug von danken ließen sie nicht los. Manchmal war ihr, als schaute Deinem Zeug, verstanden? Adieu!" sie hinein in eine endlose Nacht; sie hatte keine Stüße außer Gott, und keine Zuflucht außer Thränen. " " Er griff nach seinem Hut und verschwand durch die Küche. Da stand sie nun. Weinend ging sie heim. Nils redete nach Kräften und Vernunft mit ihr. Die alten Weiber droben hatten geschwägt; sie waren natürlic Frau Holmsen suchte ihren Mann auf; er hatte sich Ach Gott, wie hoffnungslos und schlimm und schrecklich in Unfrieden mit Jungfer Henriksen simple Leute waren gut verborgen, allein sie fand ihn. Und sie erzählte ihm, Alles schien! Nirgend Jemand, an den man sich wenden mit einander stets in Ünfrieden, und da rächten sie sich Daß seine Kinder hungerten. Jedoch er war noch derselbe kann; er, der der Nächste sein sollte, der Allerärgſte! nach Weiberart mit der Zunge. Wenn die Kinder mensch Er war noch ärger als früher. Und so verkommen! lich aussahen, so hatten sie es auch wohl menschlich. herzlose Mensch, der er immer gewesen. Er wollte von nichts hören, ging nur im Zimmer auf und ab und wandte fich Herrgott, das sollte der Waldkönig sein! ja wohl, ein Natürlich aßen sie gern Weizenbrötchen und natürlich weg. Natürlich, ja", knurrte er,„ Geklatsch und Geschwäß, schöner König! Er besaß nicht einmal ein Zimmer für sich; weinten sie und wollten zur Mutter; das bedeutete aber das ist etwas für Dich." Sie bettelte und bat, sie weinte zum die Kammer, die er beim Bierhändler Simonsen inne hatte, nichts; das thäten alle Kinder. Schluß, sie machte ihm Vorstellungen, die ihn rühren mußten, I wurde zugleich als Herberge für Reisende benutzt. Und wie Von Holmsen müßte sie nicht zu schlimm denken. ET T C t e r 3 e re e Denn ermordet, D. Volksztg.", Herr Rechtsanwalt von Dannenberg, er- I Apropos, einer der berüchtigsten englischen Lockspizzel ist| agent im Indianergebiet Mr. Mac Laughlin in seinem proben. Er hat soeben eine 6 monatige Gefängnißstrafe wieder aufgetaucht: der Dynamitheld O'Donno van offiziellen Bericht vom Kriegsschauplatz die Ermordung angetreten, die ihm wegen Verächtlichmachung von Staats- Rossa. Nachdem er als Agent der englischen Regierung Sitting Bull's des sitzenden Stiers. einrichtungen zuerkannt worden ist. Eine solche Verurtheilung entlarvt worden war, zog er sich eine Zeit lang ins Privat verrätherischer Weise ermordet worden ist der unglückliche ist bekanntlich nur möglich, wenn der Gerichtshof annimmt, leben zurück und jetzt hören wir plöglich, daß er sich in Indianerhäuptling, der sich widerstandslos gefangen nehmen daß der Angeklagte wider bessere Erkenntniß gehandelt hat. New- York wieder ans Tageslicht gewagt und seinen Ent- ließ und, selbst nach dem amtlichen Bericht, gar nichts gethan Der Artikel, um den es sich handelt, enthält nach An- schluß angekündigt hat, nach Irland zu fahren, wo er gerade hat, um die von seinem erbittertsten persönlichen Feind be= schauung des Staatsanwalts und der Richter Schmähungen noch gefehlt hat. fehligte Indianische Polizei zum Gebrauch der Waffen und " ein Kaiser Wilhelms 1. Daß dieser aber wider bessere Er- Auch Parnell will sich beiläufig auf einige Zeit ins zur Veranstaltung einer scheußlichen Mezzelei zu veranlassen. kenntniß geschrieben wurde, Lassen wir dahingestellt. Brivatleben zurückziehen, und nach einiger Zeit, wenn etwas und diese feige, schuftige Mordthat, welche ein unauslöschHerr v. D. genießt im Zellengefängniß zu Hannover nur Gras über den Skandalen der letzten Monate ge- licher Schandfleck des Sternenbanners ist, nennt solche Vergünstigungen, welche auch ehr- wachsen ist, von Neuem die irische Partei führen". amerikanischer Staatsbeamter amtlich ein höchſt beLosen Verbrechernzugestanden werden( eigene So foll's ausgemacht sein. Leider ift es friedigendes Ergebniß"! Und einem so unglaublich rohen Kleidung, Licht bis 92 Uhr, allein Spazierengehen, Belle zu spät. Wäre Parnell nach dem O'Shea Prozeß Menschen war die Fürsorge für ein großes Indianer- Genicht selbst reinigen, eigene Beschäftigung). Ja, der Ge- so vernünftig gewesen, dann hätten die Dinge sich möglicher meinwesen anvertraut! Das St. Louis Tageblatt" schreibt fängnißdirektor hat ihn auch mit der Entziehung dieser weise so einrenten lassen, allein was er seit dem gethan über das schmachvolle Verbrechen: Bergünstigungen nach Verbüßung einer früheren Strafe hat, tann auch von den sonst so gutmüthigen und leicht bedroht. Bessere Verpflegung, Korrespondenz mit der Außen- vergessenden- Irländern nicht amnestirt werden. welt genießt Herr v. D. nicht. Schwere Verbrecher, welche M sich aus ihrem Arbeitsverdienst- Antheil ihre Rost verbessern Gestern fanden in Frankreich Ersatzivahlen zum tönnen, haben es besser als Herr v. D. während des ersten Senat statt. Der Senat ist eine höchst überflüssige KörperTheiles seiner Haft. Die 6 monatige Strafe wird Herrn schaft, und das Wahlgesetz durchaus reaktionär. So konnte v. D. bei der gewohnten Gefangenenkost wahrscheinlich für es denn Herrn Ferry gelingen, eine Majorität zu er sein Leben seine Gesundheit fosten. langen. Nun wir gönnen ihn dem Senat und den Senat ihm. Eines schönen Tages wird dieser lächerliche Zopf, genannt Senat, doch abgeschnitten werden. Diese Behandlung ist unwürdig. Es wäre höchste Zeit, daß Deutschland endlich ein anständiges Strafvollzugsgesetz erhält, das zwischen politischen und nichtpolitischen Verbrechern die nöthigen Unterschiede macht. Unermüdlich sind die Russen in der Erforschung Zentralasiens. Heute, wo es für Jedermann klar ist, Ein Brief Mendelssohn's in der Pariser„ Ba- daß die Entdeckungsreisen nicht aus wissenschaftlichem Intertaille" legt das skandalöse Treiben des internationalen esse geschehen, sondern in erster Linie politischen Zwecken Spigelthums dar. Französische Mouchards, die für die dienen, muß der Thätigkeit russischer Forschungsreisender russische Geheimpolizei arbeiteten, fangen Briese ab, und große Aufmerksamkeit geschenkt werden. Nach sechzehntreiben es genau so, wie wir Deutschen es in der Nera Bis- monatlichen, höchst erfolgreichen Forschungen ist der russische marck erlebt haben. Asienforscher B. Grombtschewski aus Tibet zurückgekehrt. Das Skandalöseste ist, daß die französischen Behörden, Seine Entdeckungen galten dem Nordoftabhange des Himaund namentlich auch die französische Post sich zu laya, hatten demnach wohl den Zweck, einen weniger bediesem ehrlosen Spiele hergeben. Die Vorkommnisse und schwerlichen Weg nach Britisch- Indien als den über Afghanistan Handlungen, deren Mendelssohn erwähnt, werden in der zu erforschen. Früher suchte Rußland Chiwa, Buckharafranzösischen Kammer zur Sprache kommen. Es ist Ehren- und andere Gegenden zu erforschen, was als ein fache für die französischen Demokraten und Republikaner großer wissenschaftlicher Erfolg galt, nachher wurden geworden, der ebenso unwürdigen als lächerlichen Buhlerei diese Gebiete unterwühlt, heute heute erforscht Rußland um die Gunst des zarischen Rußland, welche in gewissen Tibet und Persien und sucht vielleicht nach mehreren Jahren natürlich den sog.„ höheren" Kreisen der französischen auch dort Fuß zu fassen. Immer mehr nähert sich der Gesellschaft schamlos getrieben wird, endlich einmal mit russische Koloß Indien, das mit Konstantinopel, das Ziel Nachdruck zu steuern. Wenn ein Blatt, wie Blatt, wie das der russischen Eroberungspolitik ist. Es dürfte auch nicht Journal Illustré" seinen Lesern einen französisch- ohne Bedeutung sein, daß man den russischen Thronfolger russischen Doppel- Kalender für das Jahr 1891 jezt nach Indien gesandt hat. Wie ein großer Herrscher ( mit obligaten französischen und russischen Soldaten wird er dort von den englischen Behörden aufgenommen, zur Garnitur) als Neujahrsgabe darbietet, so zeugt welche dadurch die Aufmerksamkeit der indischen Bevölkerung dies abgesehen von der grotesken Geschmacks- Ver- auf Rußland lenken. Rußland, schon seit mehr als einem Jahr irrung von einer politischen Versunkenheit, welche den hundert eine Gefahr für die friedliche Entwickelung Europas, heiligen" Born eines jeden, sein Vaterland und die Repu- wird es auch bald für die asiatischen Besitzungen der blik liebenden Franzosen hervorrufen muß. Ein Glück nur, europäischen Staaten werden. daß diese Niederträchtigkeit der Gesinnung bloß in den höheren" und höchsten" Klassen zu finden ist, und von den durch auswärtige Verwicklungen abzulenken, Das Jnteresse von den heimischen Angelegenheiten Arbeitern mit gebührender Verachtung und wachsender ist nicht nur ein Kunststück der monarchischen ReEmpörung betrachtet wird. Französisch- russischen Spizelkreisen ist die, telegraphisch unzufriedenheit des Volkes der Vereinigten Staaten mit gierungen, sondern auch der republikanischen. Die nach Deutschland beförderte Nachricht des" Gaulois" ent- der Regierung, welche in den letzten Wahlen so beredten stammt: " Die französische Polizei hätte gelegentlich der Verfolgung Ausdruck gefunden hat, die Unzufriedenheit mit den Die französische Polizei hätte gelegentlich der Verfolgung Pablewski's entdeckt, daß alle sozialistischen, nihilistischen Wirkungen der Mac- Kinley- Bill, die Verschiebung adminiund sonstigen revolutionären Vereinigungen zu strativer Reformen, die Unzufriedenheit mit dem in Folge einer Internationale verbunden seien, deren 3 entrat der Krise steigenden Einfluß europäischer Mächte in Argensib sich in Deutschland befände. Die Mitglieder der tinien, die Erregung wegen des Indianeraufstandes sollen Internationale feien jedoch meistens vor der Untersuchung ge- abgelenkt werden auf England. Man sucht einen Konflikt warnt worden, so daß nur einige Verhaftungen und Auswei- wegen der Fischerei im Behringsmeer heraufzubeschwören, fungen bevorständen." Durch diese Entschuldigung wird bestätigt, wes wir neu- bigen sollen, man sucht Kredite nach für die Verbesserung man rüstet Kaperschiffe, welche den englischen Handel schälich schon sagten: daß das deutsche Element in dieser der Kriegsflotte, man afzeptirt endlich nicht das Anerbieten russisch- französischen Spizelgesellschaft sehr stark vertreten Englands, den Fall durch ein Schiedsgericht regeln zu lassen. ist. Schade, daß die Spigel nicht allmächtig sind: Dann Man handelt so, als wenn man einen Krieg mit England wäre das kühnste Jdeal unserer Reaktionäre verwirklicht, und aus heraufbeschwören wollte um einer Frage willen, welche ein der internationalen Spizelallianz erstünde paar Schiffsrheder interessirt. Natürlich wird es nicht zu die von Bismarck geträumte neue Heilige Allianz einem Kriege kommen, es handelt sich einzig und der internationalen Kontre- Revolution allein darum, die Aufmerksamkeit des Volkes von der ein Allianz, zu der auch England gehören würde,( an inneren Mißwirthschaft abzulenken; das wird man wohl auch dem die Heilige Allianz" Alexanders 1. bekanntlich in Amerika einsehen und der Regierung das Spiel verderben. Scheiterte)- denn die englischen Detektivs sind ganz von demselben Stoffe gemacht, wie ihre kontinentalen ,, Ein höchst befriedigendes Ergebnis"- a most Kollegen. gratifying result nennt der amerikanische Regierungs" " Sitting Bull war den amerikanischen Landräubern im Wege. Er vertrat die historischen" Rechte seines Stammes und Volkes auf das Energischste und mißtraute den Weißen und ihren Versprechungen. So oft von ihnen vergewaltigt und betrogen, kannte er natürlich kein anderes Mittel der Abwehr, als das der Nothwehr: Gewalt und List, die er, wo es die Umstände gerade opportun erscheinen ließen, zur Anwendung brachte. Sitting Bull war im Vergleich mit uns freilich ein Barbar, oder mindestens ein Halbbarbar; aber so viel verstand er doch vom Leben und den Menschenrechten, daß den Amerikanern und den Zivilisirten überhaupt nicht viel zu trauen ist; daß sie viel versprechen und nicht Wort halten; die Schwachen überlisten, ausbeuten und unterdrücken. " Er haßte und verabscheute die Weißen so ehrlich, wie nur Jemand, der sein Bolt liebt, deffen Ausplünderer verabscheuen und hassen kann. Und wenn seinem Volke Gefahr der Ueberrumpelung durch„ Konferenzen" mit den Weißen drohte, da war er Mannes und Patriot genug, seine warnende Stimme zu erheben: Laßt Euch von den Weißen nicht über's Ohr hauen." Charakteristisch für die amerikanische Presse ist es, daß fie, die sonst beim Tode eines berühmten oder berüchtigten Mannes dessen Lebenslauf aus ihren Files" zusammenträgt, fich gar nicht mehr erinnert, was vor zwei Jahren Sitting Bull wieder in den Vordergrund der Indianerereignisse gebracht hat. Schlagen wir z. B. unsere" File" von 1888 nach, so finden wir unterm 31. Juli folgende Depesche: " Standing Rock Agentur, Dakota. " Unter den Indianern der Sioux- Reservation herrscht bezüglich der Unterzeichnung des von der Regierung vorgeschlagenen Vertrags zum Verkauf des brachliegenden Refervationslandes Meinungsverschiedenheit. Die in die Konferenz gewählten Indianer sind gegen den Vertrag; andere wieder für denselben. Sollte Sitting Bull noch herkommen, dann giebt es Wirrwarr. Denn er würde auf keinen Fall die Unterzeichnung des Vertrags zugeben." Natürlich sind die Landdiebe, die Viehgesellschaften, welche das gesammte Indianer- Besitzthum gern ihr eigen nennen möchten, herzlich froh, daß Sitting Bull, der Führer und Rathgeber der Rothhäute todt ist. Aufgehezt" hat er sein Volk gegen die Weißen, ihre Unterdrücker, das ist wahr. In unserer Sprache nennt man das aber Aufklären. Die Amerikaner führen als Grund ihrer betrügerischen und brutalen Maßnahmen gegen die Indianer an, daß die bisherigen Zivilisirungsversuche an ihnen einen nur geringen Erfolg gezeigt haben. Wir sind nicht kompetent, diese Frage zu entscheiden; nur Autoritäten, welche unter den Indianern gelebt haben und sich mit der Zivilisirung derselben befaßten, dürfen hierfür maßgebend sein; und ihr Urtheil wechselt je nach Zeit, Lokalität und Umständen. Indianer zu erziehen, mag allerdings eine sehr mühselige, langwierige Arbeit sein. Gesezt den Fall nun, lettere sei was wir jedoch nicht glauben auf die Dauer fruchtlos, oder stehe, wegen der Rückfälligkeit" der in, christlicher" Mission erzogenen Indianer in feinem Verhältniß zu den Mühen und Unkosten. Was dann? Dürfen wir deshalb die Indianer ausrotten, todtschlagen, aus dem Wege räumen, um ihr Land, ihr Erbtheil zu erschleichen? Eine Analogie ist leicht zu finden. Blödsinnige Kinder dürfen wir nicht tödten, auch dann nicht, wenn jedwede Aussicht, sie zu einigermaßen nüzlichen Mitgliedern der menschlichen Gesellschaft heranzubilden, genommen ist. Diese Kinder sind in einer Anstalt unterzubringen, in welcher sie verpflegt werden, bis ein natürlicher Tod fie des Daseins enthebt. In ähnlichem Sinne müßten wir uns die Existenz der Indianer selbst dann gefallen lassen, wenn es als absolute Wahrheit feststünde, daß sie höherer Zivilisation unzugänglich sind. mochte so schlecht sein als er wollte, so war er doch kaum und bat ihn und beschwor ihn, ihr nach Weihnachten mit daher gesprungen wie ein Hund, wie ein toller Hund, mit der Mann, seine Kinder mißhandeln zu lassen. Er liebte ein paar Thalern zu helfen; in diesem Falle wolle sie die blutrothen Augen, mit großen Zähnen, wollte beißen, beißen sie in seiner Weise, meinte Nils; besonders der Knabe war Rinder strats nach Hause nehmen und mit Gottes Hilfe selbst... a- a- ab! Sie erwachte mit einem Schrei, schweißsein Augapfel. Es hätte keinen Sinn zu glauben, daß er für ihren Unterhalt sorgen. gebadet und bebend. sie hungern lasse. Hierauf wurde sie ruhiger; nur der Kopfschmerz hielt Nicht viele erinnerten sich ihrer in dieser Zeit; selbst Frau Holmsen hörte dies manchmal an; jedoch plötzlich an. Derselbe wurde nach und nach ärger, so daß sie manch- Frau Mühlberg sah man selten. Sie hatten wohl für saß sie dann wieder da und weinte. Und als der Tag der mal im Bett bleiben mußte. Und wenn ihr schlecht war, Weihnachten zu thun. Frau Holmsen wohnte nun aber Abreise tam, hätte sie die Kinder fast mit sich genommen. ging es nicht mit Mehlkoch und Häring. Sie mußte sich auch so unheimlich abseits, auf dem Hügel gegenüber der Es war unerträglich, die armen Verschüchterten in Speise schaffen, die den Appetit reizte. Fanny aß wie ein Kirche, wo nicht einmal mehr Straßen waren, sondern blos ihrem Winkel stehen und schluchzen zu sehen, als ginge Drescher. Da die Wohnung kalt war, verbrannte man eine Steige und Pfützen, da mur Arbeiter hier herzogen; es an ihr Leben. Sie konnte dieselben nicht verlassen. Menge Holz. Frau Holmsen begann fast zu bereuen, daß ordentliche Leute konnten sie hier wohl nicht auffinden. Jungfer Henriksen mußte der Sache schließlich ein ernstes sie um die Kinder geschrieben hatte. Weihnachten kam näher; Sie dachten übrigens vielleicht, daß sie nun, nachdem sie Ende bereiten; es ist doch nicht der Mühe werth, sie länger einen Theil der Arbeit, welche sie übernommen, mußte sie in Kristiania gewesen und Kleidermachen gelernt habe, wieder als nöthig zu quälen", sagte sie und jagte Lea und Tom zurückgeben, da sie deren Fertigstellung nicht zu versprechen wagte. obenauf sei. hinaus. Alt- Kari wanderte eines Tages mit dem goldenen Ring in Der Vortag des Christabends tam herbei. Das Haus Frau Holmsen hätte sie zerreißen mögen. Füglich kam die Pfandleihanstalt. Nachher ging die Taschenuhr und das war blank und leer, und Frau Holmsen litt an ihren Kopffie aber doch zu Vernunft und reiste ab. Der liebe Gott Seidenkleid den gleichen Weg. Der Kredit war nicht mehr schmerzen. Fanny wurde zu Lehmann geschickt; nun lag würde auf die Kinder sehen; Nils hatte auch versprochen, sie viel werth; sie war überall schuldig und überall schien man Frau Holmsen und wartete auf die alte Kari. nicht aus den Augen zu verlieren; was sich nicht ändern jetzt Bezahlung zu erwarten. Man mußte sich an den HinkeDa Klopfte es leise an der Thür. Herein!- Herein!" ließ, mußte seinen Lauf haben. Michel halten; allein die alte Kari gab zu verstehen, daß Die Thür ging auf und in der Deffnung zeigte sich erst Jedoch die weinenden Kinder verfolgten sie auf der auch dieser nicht länger bei rechter Laune war. Nun werden Tom und dann Lea. ganzen Heimfahrt. Sie hörte dieselben durch den Lärm wir sagen, wie der Knabe sagt, der am Christabend die Frau Holmsen freute sich dergestalt, daß sie gesund Der Eisenbahn hindurch; bei jeder Station mußte sie aus Ruthe friegte", lachte Alt- Kari:„ daß werden ja nette ward. Kamen sie nun, so tamen sie nicht mit leeren steigen und nachschauen; ihr schien, als fämen sie ihr nach, Weihnachten!" Händen! Und denkt Euch, wie herrlich, seine Kinder zu riefen sie, streckten die Arme nach ihr aus, bäten sie zu Von Holmsen vernahm man gar nichts, und darüber Weihnachten heim zu haben. Sie sprang aus dem Bett, warten, zu warten;- besonders deutlich hörte sie das mußte Frau Holmsen bei dieser Sachlage sich nur freuen. im Hemd, wie sie war, und empfing sie mit Thränen des Weinen des kleinen Tom. Wozu würde es dienen, wenn die Kinder jetzt heimfamen? Glücks. Und zu Hause wurde es auch kaum beffer. Die zwei Sie konnten ebenso gut anderswo wie zu Hause hungern. Jedoch sie kamen dennoch mit leeren Händen. Papa Kleinen standen vor ihr, Tag und Nacht, in Gedanken und Daß er nichts besaß, um dieselben zu unterstützen, das hatte ihnen nichts zu geben gehabt. Und Jungfer Henriksen Träumen und unruhigen Phantasien; sie konnte nicht be- hätte sie wissen sollen; er mußte natürlich vor allem Brannt war so böse gewesen, so... Papa hatte sich mit Jungfer greifen, daß sie die Kinder verlassen hatte; sie mußte toll wein haben. Henritsen vollständig zerzankt. gewesen sein. Es gab keine andere Möglichkeit; fie Gott weiß, ob auch nicht sie bald zu trinken aufing. Da sette Frau Holmsen sich rasch nieder. Sie war mußten wieder heim. Sie konnte nicht leben, ehe sie ihre Diese ewigen Sorgen brachten sie um. Nicht einmal im grau im Gesicht. Kinder in Sicherheit wußte. Schlafe hatte sie je Ruhe. Ja, dte Träume waren sogar Mit blauen Wangen und fahl standen die Kinder vor Sie bekam ein paar Kleider anzufertigen und rechnete fast das ärgste. Die Kinder besuchten sie, mit blauen ihr, ganz herabgekommen vor Kälte. Der kleine Tom fing aus, bis Weihnachten müsse sie so und so viel verdient Wangen und fahl, in jeder Nacht; sie weinten und baten an zu weinen und bat um etwas zu essen. Ihren Reisehaben; mit Fanny's drei Thalern gab das förmlich eine um Hilfe, konnten aber von ihr keine erlangen. Sie war vorrath hätten sie längst aufgezehrt, sagte er. Summe. Dann miethete sie eine billige Wohnung und ganz steif, sie konnte sich nicht rühren; da kam Jungfer schränkte sich ein; man konnte jetzt ebenso wie früher von Henriksen; sie hatte ein langes Messer und wollte die Kleinen Mehlkoch und Kartoffeln leben. Also schrieb sie an Holmsen zum Mittagessen schlachten; oder es war Holmsen; er fam ( Fortsetzung folgt.) Unsere Pflicht bestünde dann darin, sie todtzufüttern", nicht aber, sie todtzuschlagen. Das Revolutionäre Zentral- Komitee. Nur ein einziger Gedenktag: Der der Kommune! sondern als Beispiel der Ehre, des Muthes und der treuen Pflicht erfüllung. Und diesem Beispiele sollen wir folgen, sowohl Obendrein wird uns in den Jahresberichten des Indianerin der Gegenwart als in der Zukunft, wir sollen ihm aber Kommissärs jedesmal Fortschritt" der Zivilisirung gemeldet; Wie das Revolutionäre Zentral- Komitee schon am nicht sflavisch nachahmen, wir müssen die Idee und die da wird erzählt, wie Missionen und Schulen im Gebiete der fünf zivilisirten Stämme des Indianer- Territoriums( zu denen 2. Januar 1890 am Grabe Blanqui's erklärt hatte, als es praktische Politik immer in Beziehung bringen zu den stets die Sioux allerdings nicht gehören, denn die leben noch in gekommen war, um das Andenken des großen Revolutionärs sich ändernden Verhältnissen. Nord- Dakota) gedeihen, wie die Lust zum Landwirthschafts- am Fahrestage seines Todes gegen die Cäsaristen zu vertheidigen, Ende Mai, wie am 18. März, und nur an diesen Zeit Betrieb zunimmt u. f. w. gegen diese Verräther am Sozialismus, welche vergebens punkten, an diesen Gedenktagen unserer revolutionären Ges Wir denken, daß der Unterschied zwischen einem zivilisirten versuchen, das Gedächtniß des Todten zu beschimpfen, um schichte, an diesen jährlichen Heerschauen über unsere Stärke und halbbarbarischen Indianerstammt nicht größer ist, als die eigene Schande zu bemänteln, wie das Komitee da- und unsere Hoffnungen, an diesen Tagen wird das revo innerhalb der weißen Race zwischen den Verächtern und den mals erklärt hatte, hat es bestimmt, daß in Zukunft nicht lutionäre Zentralfomitee alle seine Anhänger zusammen Verehrern des Militarismus. Nachträglich erfahren wir, daß die Ermordung Sitting mehr ein Gedenktag an irgend eine Person oder ein be berufen, seine Freunde, alle guten Bürger, nicht paktirt haben und nicht paktiren, weder mit Bulls zum Gegenstand eines Antrags im Kongreß gemacht sonderes Ereigniß festlich begangen werden soll. Das Komitee überläßt den zurückgebliebenen Poli- dem Casarismus noch mit dem Opportunismus, welche mit worden ist. Legt die amerikanische Volksvertretung sich nicht tikern und Intriganten die Vergötterung von Menschen ihm gegen die Reaktion und die kapitalistische Herrschaft den noch rechtzeitig ins Mittel, so ist ein Aufstand sämmt und Sachen, es hat und will keine andere Sorge haben, als Kampf der Befreiung der arbeitenden Klasse des Sozialismus licher indianischen Stämme oder Stammesreste un die der Entwickelung, der Propaganda, der Organisation und der Revolution führen wollen. vermeidlich; und dieser würde, nach entsetzlichem Gemezel, unserer Partei voraussichtlich mit der Vernichtung aller noch gruppen- oder unserer Partei und der nöthigen Einheit in ihrer truppweise vorhandenen Rothhäute im Bereich der Ver- Thätigkeit. einigten Staaten enden. Aus Paris wird nns nachstehendes Schriftstück übersandt, welches sich gegen den in Frankreich fast noch mehr als in Deutschland grassirenden Personenkultus wendet, und wesentlich zu der so nothwendigen Vereinigung aller sozialistischen Elemente in Frankreich beitragen wird: Theater. Dienstag, den 6. Januar. Opernhaus. Violetta. Schauspielhaus. Was ihr wollt. Leffing Theater. Auf der Höhe des Jahrhunderts. Die Jungfrau Berliner Theater. von Orleans. Friedrich- Wilhelmstädt. Theater. Die Gondoliere. Wallner- Theater. Mamsell Nitouche. Residenz- Theater. Der Kampf ums Dasein. Viktoria Theater. Die sieben Raben. Am Jahrestage der Niederlage der Kommune, auf dem Leichenfelde der Föderaten, auf den Grabhügeln Blanqui's und all' Derer, welche, wie er gekämpft und gelitten haben, und gestorben sind für unsere Sache, für die Sache der Arbeiterklasse, der Republik, des Sozialismus,- an diesem Tage wird das revolutionäre Zentral- Komitee das Andenken eines heldenhaften Todten feiern, eines Todten, welcher geehrt werden muß nicht in einer mystischen oder religiösen Form, Circus Renz. Karlstraße. Dienstag, den 6. Januar 1891, Abends 7 Uhr: Die Touristen, oder: Ein Sommertag am Tegernsee. Gr. Orig.- Pantomime vom Hof- Ballet meister A. Siems, neu arrangirt und in Szene gesetzt vom Direktor E. Renz. Musik vom Kapellmeister A. Cahnbley. Außerdem: Bal- u. Concert- hippique mit 8 arab. Schimmelhengsten, dress. Bellealliance- Theater. Mein Freund und vorgef. von Hrn. Fr. Renz. Trepido, Lehmann. ger. von Fräul. Oceana Renz( Enkelin). Ostend- Theater. Der Trompeter Kandelaber, ger. von Herrn Ernst Renz von Säffingen. ( Enkel). Auftreten d. phänomi. ReitDem Genossen Ernst Diecke zu Glienicke zu. gestr. Wiegenfeste ein donnerndes Hoch. 78 Die Genossen. Fachverein der Putzer. Den Mitgliedern, sowie dem Gesang verein Gemüthlichkeit zur Nachricht, daß unser Kollege Anton Ludwig am 4. d. M. verstorben ist. Die Beerdigung findet am 7. d. M., Nachmittags 3 Uhr, vom Trauerhause Linienstr. 30 nach dem freireligiösen Friedhof( Pappelallee) statt. Thomas- Theater. Der Soldaten- tünstlers Mr. J. F. Clarke. Miß 88] freund. Kaufmann's Variété. Große Spezialitäten- Vorstellung. Theater der Reichshallen. Große Spezialitäten- Vorstellung. Concordia. Große SpezialitätenBorstellung. Gebr. Richter's Variété. Große Spezialitäten- Vorstellung. Wintergarten. Große SpezialitätenVorstellung. Englischer Garten. Direktion: C. Andress, Alexanderstraße 27c. Clara Conrad, Lieder- und Walzerfängerin. Jenny Reimann, Roftüm Soubrette. Max Menzel, Gesangskomiter. Mr. Koberstein, Malabarist. Mc. Lean Brothers, Amerikan. Neger- Excentric. Gebr. Willmo, musikalische Clowns. Anfang Wochentags 8 Uhr. Sonntags 52 Uhr. Entree Wochentags u. Sonntags 30 Pf. 50 Pf. und 75 Bf., im Borverkauf 20 und 30 Pf. Etablissement Buggenhagen am Moritzplatz. Täglich: Grosses Concert. Direktion A. Rödmann. Dienstag und Freitag: Walzer- Abend. Entrée Wochentags 10 Pfg., Sonn- und Festtags 25 Pfg. Großer Frühstücks- und Mittagstisch. Spezial- Ausschant von Bazenhofer Export- Bier, Seidel 15 Pf. 641 F. Müller. Bratweilige Bierhallen Kommandantenstr. 77-79. Täglich: Grosses Concert mit Quartett- Sängern, ausgeführt von dem Mujik- Direktor H. Sanftleben. Wochentags: Frei- Concert. Sonntags Entrée 20 Pf. Empfehle auch zugleich 8 Billards, 3 Regelbahnen und einen Saal zu Vergnügungen und Versammlungen. 703 F. Sodtke. PassageZelia Zampa, amerikanische LuftUm zahlreiche Betheiligung ersucht Der Vorstand. Für Es lebe die soziale Republik! Paris, den 1. Januar 1891. welche das revolutionäre Zentral- Romitee Die Verwaltungs- Kommission. Baudin, Lachize, Abgeordnete. Chauvière, Vaillant, Gemeinderäthe von Paris. Pernin, Bürgermeister von St. Duen. Degay, Herand, Laurent, Landrin, Lepage, Sekretäre. Lepeut, Schatzmeister. Grosse öffentliche Volks- Versammlung am Mittwoch, den 7. Januar, Abends 8½ Uhr, bei Joël( fr. Keller), Andreasstraße 21. Tages- Ordnung: 1. Vortrag. 2. Diskussion. 3. Wahl einer Preßkommission. 4. Verschiedenes. Der Einberufer. E. Ernst. 76 Fachverein der Tischler. Heute Abend bei Feuerstein, Alte Jakobstr. 75( Tunnel): Vorstands Sitzung. Mittwoch, den 7. Januar, Abends 84 Uhr, Mitglieder- Versammlung. gymnaſtikerin. Auftreten der berühmten Fachverein d. Lithographicstein- in Orschel's Salon", Sebastianstraße Nr. 39: Afrobatenfamilie Briatore. Mr. Burnell Fillis, als Boat Richie schleifer und Berufsgenossen. Voltigeur la Richard. Auftreten der Reittünſtl. Frl. Natalie. Miß Lillie Meers, als Jockeyreiterin. Pas de deux gracieus auf 2 Pferden von Mm. u. Mr. Bradbury. Komische Entrees und Intermezzos von sämmtl. Clowns. Morgen Vorstellung. E. Renz, Direktor. Circus Schumann. Friedrich- Karl- Ufer. Heute Abend 71/2 Uhr: Große Vorstellung mit neuem vorzüglich gewähltem Programın. Zum Schluß der Vorstellung: Eine ländl. Hochzeit, Circus unter Wasser. Sensationelle Wasserpantomime. Spezialität: 4 Wassernymphen. morgen Abend 7 Uhr: Große Vorstellung mit vorzüglich gewähltem Programm. Eine ländliche Hochzeit. Sonntag, den 11. Januar, 2 Vorstellungen, Nachm. 3/2 Uhr und Abends 71/2 Uhr. In beiden Vorstellungen die sensationelle Wasser- Pantomime. Castan's Panopticum. Prof. Dr. R. Koch im Labora torium. Amażonen- Truppe a. d. Leibwache des Königs von Dahomey. eu WeihnachtsAusstellung. Damen- Kapelle. Entree 50Pf. Kinder 25 Pf. v.9 Uhr Morg. bis 10 Uhr Ab. Panopticum. Jede Uhr 2 100 nene zu repariren ( außer Bruch) unter Garantie kostet bei mir 1,50 Mk. Gruppen und Figuren. Kleine Reparaturen entsprechend billiger. Den Mitgliedern zur Nachricht, daß unser Mitglied und Kollege August Bischoff Tages Ordnung: 1. Vortrag des Herrn Dr. Lütgenau über: ,, Ibsen und der Sozialismus“ 2. Diskussion. 3. Vereinsangelegenheiten, Verschiedenes am 3. Januar nach 14tägigem Kranken- und Fragekasten.- Bahlreiches Erscheinen erwartet lager gestorben ist. Die Beerdigung 90 findet am Dienstag, den 6. ds. Mts., Nachmittags 3 Uhr, vom Trauerhause Görligerstraße 50 nach dem St. Emmauskirchhof statt. Ehre seinem Andenken! Die Mitglieder und Kollegen werden gebeten, dem Kollegen Bischoff die letzte Ehre zu erweisen. Der Vorstand. 74 Achtung! Putzer( Maurer)! forest, wie ſtatiſtiſchen Fragebogen Alle Kollegen werden hierdurch aufüber Lohn- und Arbeitsverhältnisse der Maurer Deutschlands für das Jahr 1890 gewissenhaft ausgefüllt an die unterzeichneten Vertrauensleute der Buzer, oder an die bekannten Adressen der Vertrauensleute der Berl. Maurer, bis spätestens Sonntag, den 11. d. M., abzugeben. Kollegen, thut Eure Pflicht! H. Siefert, Stalizerjir. 54a. A. Krause, Andreasstr. 62. A. König, Franfeckistr. 3. P. Förster, Lübeckerstr. 43. W. Schlimbach, Stegligerstr. 84. 79 J. Dochow, Gneisenaustr. 28. Gesangverein ,, Sängerfranz“ ( gegründet 1853) feiert am Sonnabend, 10. Januar, in Gerth's Salon, Blücherstr. 66, Abds. 9 Uhr, die 25jährige Mitgliedschaft des Herrn Oswald Ludwig, und ladet zu dieser Feier alle ehemaligen Mitglieder, Freunde und Gönner des Vereins freundlichst ein. Möbel, Spiegel and Polsterwaaren. eigener Gr. Lager, bill. Preise. Fabrik. Emil Heyn, Brunnenstraße 28, Hof parterre. Theilzahlung nach lebereinkunft. 82 Der Vorstand. Achtung, Schmiede! Gr. Versammlung für Frauen n. Männer der Vereinigung der Schmiede Deutschl.( Zahlstelle Berlin) am Mittwoch, den 10. Jan., Abds. 812 Uhr, Fin ,, Scheffer's Salon", Insel Strasse 10. Tagesordnung: 1. Vortrag über Infektionskrankheiten. Referent Ser Dr. Rehfisch. 2. Diskussion. 3. Abrechnung vom 4. Quartal. 4. Neu wahl der Ortsverwaltung und Wahl eines Vergnügungs- Komitees. 5. Ver schiedenes und Fragekasten. Die Kollegen aus den Fabriken werden gebeter in dieser Versammlung zu erscheinen. Gäste haben Zutritt. Die Ortsverwaltung. 80 J. A.: Alb. Dörgeloh, Langestraße 96, v. 3 Tr. F. Nietsch jr., Hofschlächter Meister, Berlin, Friedrichstr. 245, 2. Geschäft: Wilhelmstr. 109/110, Ecfe Anhaltstr. empfiehlt neben allen Sorten feiner Wurst- u. Fleischw. als Spezialität: Casseler ohne Knochen P. 80 Pf. ! Ausverkauf! um jeden Preis von 20 000 DF Cafeler Rippespeer, Pfd. b b h. Ic ( D 11 30 n g e S tl so 11 g 21 le IE 11 L j b a h 27 h IE h 9 11 re 21 h D b fe 11 89 tr δ WF Wiener Würstchen à Paar 15 Pf. Braunschweiger Rothwurst, Blafen- Schinken& Pfd. M. 1,40, sowie den wegen seines milden Geschmacks und leichter Verdau lichkeit zumal Magenleidenden sehr zu empfehlenden Lachs- Schinken. Versandt auch nach auswärts prompt. Schuss-. Hieb- u. 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Druck und Verlag von Max Bading in Berlin SW ,, Beuthstraße 2. Berliner Lagerhof, Gebäude Nr. 3. Arbeitsmarkt. Mamsells a. Knabenanz. verl. Stein, Adalbertstr. 22, 2 Tr. 85 Geübte Mamsells auf bessere Knabens fachen verlangt Martin, Wiener straße 17, pt. Hierzu eine Beilage. 42 9 F e a 9 C 3. 9: es err eus Ser cer er r. f. 89 89 wie aus I e e t Et 3 beit Jub hen Ber Sen 86 chen ter al vital bie 81 11 an 3. tein, 85 ben eners 42 Beilage zum„ Vorwärts" Berliner Volksblatt. Nr. 4. Ein Riesen- Zopf. Dienstag, den 6. Januar 1891. 8. Jahrg. her dann nicht genug, mit der Faust in der Tasche, raisonniren nete öffentliche Arbeiten dem augenblicklich herrschenden Glend fann, wenn ihn zufällig einmal selber die Widerhaken fassen, entgegentreten." deren Einsetzung er so großmüthig angerathen. Die Versammlung beauftragte das Bureau und die Referenten Nein und tausendmal Nein! Was in der Kommission sehlt, der Versammlung, Franzen, Niehues, Werther und Holz, dem ist nicht die Verstärkung des richterlichen, sondern des volksthüm Oberbürgermeister von Köln und dem Stadtverordneten- Kollegium lichen Elements. Was wir zu einem guten und zeitgemäßen die Resolution zu übermitteln. bürgerlichen Gesetzbuch zuerst zu fordern haben, ist, daß die richter: Das Komitee begab sich zum Oberbürgermeister, der die Abliche Gewalt genau abgegrenzt und festgestellt und nicht, daß gesandten vertröstete. Hoffentlich werden sich die städtischen Beihrem freien Ermessen noch mehr Spielraum geschaffen werde. hörden ihrer Pflicht bewußt, hier Abhilfe zu schaffen. Die Noth Denn unsere Zeitverhältnisse sind so weit vorgeschritten, als daß Wir sagen diesen Herren voraus, daß sie pro nihilo arbeiten. ist so groß, daß fie dringend Linderung braucht. man beliebig die Interessen der großen Masse aus der Gesetzge bung ausschließen kann. Das geht für den Augenblick, aber nicht für die Dauer. Was da geschaffen wird, wenn der Geiſt weiter waltet, unter dem man begonnen, kann nicht von Bestand sein gegenüber der wachsenden Macht der Arbeiterklasse. Die Seeschlange, die man Entwurf eines neuen bürgerlichen Gesetzbuches nennt, ist einer Kommission zur weiteren Behandlung" übergeben worden, nachdem so und so viele Juristen von Beruf dieselbe schon eine lange Reihe von Jahren in der Behandlung gehabt. Hier wird Arbeit von echt deutscher Gründlichkeit" gemacht, die sehr zum Nach theil des deutschen Professoren- und Gelehrtenthums absticht von der Präzision und Gewandtheit, mit der einst die verkommenen Franzosen" den Code Napoléon ausgearbeitet haben. Wie viel wir indeffen auch am Code Napoléon auszusetzen haben, so fürchten wir doch, daß trotz der Zeitverſchiedenheit das neue bürgerliche Gesetzbuch des deutschen Reichs hinter ihm zurückbleiben und ihn nur in seinen Schwächen übertreffen wird. Deshalb empfinden wir keinen Kummer, daß das große Wert" so Der Geist verknöcherten Gelehrtenthums und einseitigen Korpslangsam vorwärts geht, denn was kann da Gutes kommen? Burschenthums, der aus dem Entwurf des neuen bürgerlichen GeElementen besetzt, Die neue Kommiſſion iſt überwiegend mit reaktionären fetzbuchs uns anweht, beweist nur, wie wenig die herrschenden unter Anderm sind die Herren von Helldorff und von Manteuffel in derselben Klassen fähig sind, den Geist der Zeit zu erfassen. zwei freisinnigen Mitglieder gehören zu den zahmsten, die der Freisinn" aufzuweisen hat. Da wird der Entwurf so ziemlich bleiben, wie er war, und die reaktionären Bestimmungen desselben, wie z. B. über die Ehescheidung, werden in vielen deutschen Staaten, wenn sie Gesetz werden sollten, gegenüber den jetzt bestehenden Zuständen eine schlechtere sein. Der ganze Geist des Entwurfs läßt sich dahin zusammenfassen, daß er ein Produkt jener Sucht der herrschenden Klassen ist, sich überall Privilegien für den Besiz einzurichten. Denn der Entwurf ist voll von Beschwernissen für die armen und arbeitenden Klassen und bringt sie gegenüber den Besitzenden vielfach in Nachtheil, wie dies unlängst auch von juristischer Seite eingehend und schlagend nachgewiesen worden ist. und Wir haben von den zünftigen Juristen allerdings auch niemals etwas Anderes erwartet und der Hinzutritt einiger feudalen Junker und Kreuzzeitungs- Ritter wird an der Sache wahrlich nichts bessern. Die zünftigen Juristen haben uns noch immer Unheil gebracht, seitdem sie mit dem römischen Recht ins Land gekommen find, und wenn Hermann der Cherusker sich schon mit Recht über den juristischen Zopf beschwert hat wie jedes Kind in der Schule lernt so haben wir heute noch mehr Anlaß dazu. Unser Recht ist nicht geschöpft aus todten Büchern, sondern aus den frischen Quell des wirklichen Lebens, des Volks Lebens. Dazu wäre erforderlich, daß die Kommission für das bürger liche Gesetzbuch mit volksthümlichen Elementen beseßt würde. Von den zünftigen Juristen wird da eingewendet werden, Leute aus dem Volke seien nicht damit vertraut, wie der tausendjährige juristische Zopf geflochten und wie die Schleife an demselben befestigt werden müsse. Ganz recht, aber wir wollen den 3opf auch gar nicht neu geflochten, wir wollen ihn abgeschnitten haben. Darauf dürfen wir allerdings weder in der Kommission, noch im Reichstag hoffen. Korrespondenzen und Parteinachrichten. Breslau. Die Vertrauensmänner der beiden Breslauer Wahlkreise fordern zur Beschickung eines schlesischen ProvinzialLandtages auf, der am 1. Februar in Breslau stattfinden soll. Als Tagesordnung wird in Vorschlag gebracht: hat ** * Aus Sachsen find wieder eine Anzahl Siege bei den Gemeinderaths Wahlen zu melden, so entfielen in Schön au don 216 abgegebenen Stimmen 116 auf unsere Kandidaten, in Rosch au wählten die Unansässigen mit 57 gegen 51 Stimmen die von uns aufgestellten Männer. Bei den Ansässigen fehlten uns nur zwei Stimmen zur Majorität. In Gelenau wählten die Hausbesizer mit 121 gegen 80 Stimmen Sozialdemokraten. Die Unansässigen gaben 268 sozialdemokratische und nur 96 antisozialistische Bettel ab. In Gesau siegten wir bei den Unansässigen. In Strambach siegten alle sozialistischen Kandidaten, so daß der dortige Gemeinderath eine sozialistische Zweidrittel- Majorität besitzt. Kleinitz, den 2. Januar 1891. Der Kampf mit geistigen Waffen gegen die Sozialdemokratie wird auf dem platten Lande mit allen möglichen und unmöglichen Mitteln geführt, am heftigsten aber da, wo es wenig oder gar keine Sozialdemokratie giebt. So versucht man es in neuerer Zeit mit einer Broschüre, befitelt: Der Sozialdemokrat kommt! herausgegeben von einem alten Dorfpfarrer, welcher sich aber scheut seinen Namen zu nennen, 2. Unsere Agitation in der industriellen, ländlichen und hier und auch an andern Orten den Leuten Furcht vor dem bergmännischen Bevölkerung. 1. Die schlesische Parteiorganisation. 3. Unsere Parteipresse. 4. Besondere Anträge. 5. Verschiedenes. Das einleitende Referat zur Tagesordnung des Parteitages Fritz Kunert übernommen. Die Genossen werden aufgefordert, wenn möglich, in öffentlichen Versammlungen Delegirte zu wählen, die sofort ihre Adresse an die Unterzeichneten einzusenden haben. Starke Betheiligung bei der unzweifelhaften Wichtigkeit der Tagesordnung und der großen Bedeutung eines solchen Parteitages für unsere Provinz, besonders der ländlichen Bezirke, ist dringend erwünscht. mehr und mehr rothen Gespenst zu machen. Die Menge von Verdrehungen, Lügen, Verläumdungen, Entstellungen u. f. w., welche in diesem Büch lein enthalten sind, sollte man doch kaum für möglich halten. Die katholischen Pfaffen thun natürlich ihr möglichstes, um dieser Leftüre Eingang in die christlichen Familien zu verschaffen, und diese so vor den bösen+ Sozialdemokraten zu bewahren, und den festen Thurm des Zentrums vor dem drohenden Fall zu schützen. Aber es geht vorwärts, trotz alledem! Immer mehr und mehr Anhänger schaaren sich unt das rothe Banner immer der Sozialdemokratie; drängt sich den unteren Schichten des Volkes die Er kenntniß auf, daß sie keinen Schutz hinter den Geldsäcken der besitzenden Klassen zu suchen haben, und sie sehen sich die Leute an, welche Ihnen jederzeit den Fuß in den Nacken setzen, um ihre niederen Gelüfte zu erfüllen, und ihre Sonderinteressen zur Geltung zu bringen. Dies kann uns nur nüßen. Man sieht eben, wie von allen Seiten Propaganda für unsere Sache gemacht wird, wir werden das Uebrige thun, der deutsche Michel hat sich Bildstock( Kreis Saarbrücken). Der aus dem Gefängniß nach der Reichstagswahl nicht wieder schlafen gelegt, und daß er heimkehrende Bergmann Warken wurde von seinen Berufsgenossen es nicht thut, dafür zu sorgen, soll unsere größte Pflicht sein. in festlichster Weise empfangen. Während der Feiertage haben die Genossen Kunert, Kühn und Max Baginsti zahlreiche Versammlungen in Schlesien abgehalten, die sämmtlich zahlreich besucht waren und sehr günstig verlaufen sind. * Resolution: * Lokales. Unser Bürgerthum ist in dieser Beziehung völlig mit Blindheit geschlagen. Statt zu erkennen, daß ein neuer Aufbau künstlicher Vorrechte nur die Verwirrung unserer Zeit vergrößern wird, ohne auf die Dauer dem demokratischen und ausgleichenden Köln a./Rh. Eine Versammlung von ArbeitsZuge, der durch die Welt geht, widerstehen zu können, jammern osen tagte am 31. Dezember, Vormittags 102 Uhr, im die guten Leute noch laut, daß der Entwurf zu wenig von „ Schwanen". Dieselbe wurde durch einfaches Plakat bekannt zünftigen Juristen bearbeitet wird. Ein Berliner Blatt hat es gegeben, und doch war der Saal dicht gefüllt; ja, wir sind überDie Ausführung des Alters- Versicherungsgesetzes bevorgefagt und zahlreiche Blätter fast aller Schattirungen zeugt, der größte Saal Kölns hätte die Arbeitslosen nicht alle zu ginnt mit größeren Schwierigkeiten als allgemein bekannt ist. haben es nachgebetet, daß in der Kommission das richter- fassen vermocht. In dieser Versammlung entrollte der Maurer Eine eigenthümliche Mittheilung über die erste Herstellung von liche Element" nicht hinreichend vertreten sei. Die Holz in mehr als einstündiger, meisterhafter, oft von Beifall Quittungsmarken machte in der letzten Sigung des Vereins der Motivirung dieses echt spießbürgerlichen Jammers ist zu fostbar, unterbrochener Rede ein Bild von den Ursachen und Wirkungen Berliner Weißbier- Wirthe der Rendant der Orts- Krankenkasse der um ihrer nicht zu erwähnen; es wird nämlich behauptet, daß die des herrschenden Elends. Nach eingehender Diskussion faßte die Gastwirthe, Herr Hildebrandt. Derselbe berichtete, daß die zuerst rechtsgelehrten Richter in täglicher Uebung die Vorzüge Versammlung folgende Resolution: hergestellten Quittungskarten nur 47 Felder, für 47 Beitragsund Schattenseiten unseres bürgerlichen Ge= wochen gehabt haben, er selbst habe eine solche Quittungsfarte setzbuches zu empfinden Gelegenheit hätten."- Wir Die heute, Mittwoch, den 31. Dezbr. 1890, Vormittags seit in der Hand gehabt. Nachdem dann der Irrthum erkannt wor hatten bis jetzt geglaubt, das rechtsuchende und angeklagte 11 Uhr, Thieboldsgasse 112 im Saale des Herrn Michels tagende den, sei der Borrath kassirt und eingestampft und ein Neudruck Publikum sei es in erster Linie, das„ die Vorzüge und Schatten- zahlreich besuchte Versammlung von Arbeitslosen Kölns von Karten mit 52 Feldern, für 52 Beitragswochen, veranstaltet seiten" der Gesetzgebung zu empfinden habe. Nun erfahren wir erklärt sich mit den Ausführungen der Redner im Wesentlichen worden.(!) mit einem Male, daß es die armen Herren Richter sind, welche einverstanden, sie konstatirt eine ungewöhnlich große Arbeitslosig- Daß die Wahl des Ausschusses der Alters- Versicherungsanstalt diese Vorzüge und Schattenseiten" auf sich nehmen müssen, und keit, von der Tausende von Mitbürgern erfaßt sind, eine Arbeits- Berlin zum Theil auf gesetzlich nicht wählbare Personen gefallen das ist um so trauriger, als ja die Schattenseiten in unserer losigkeit, hervorgerufen theils durch die übergroße Arbeitszeit der ist, haben wir schon mitgetheilt, jedoch der Grund der Ungiltigkeit Gesetzgebung so sehr überwiegen. Selbstverständlich erwächst da noch in Arbeit Befindlichen, theils durch den ungemein harten, dieser Wahlen nicht erwähnt. Die Ungiltigkeit folgt aus§ 52 die eilige und unabweisbare Pflicht, es den Herren Richtern an- andauernden Winter, andererseits dadurch, daß die Träger der des Alters Versicherungsgesetzes. Nach dem genannten genehmer zu machen und das bürgerliche Gesetzbuch ganz nach besitzenden Klasse, der fast alle Produktionsmittel zugehören, nicht Paragraphen werden solche versicherte Personen, welche ihrem Behagen einzurichten. Sie wissen natürlich am Besten die gesetzliche Pflicht haben, für ausreichenden Verdienst der besitz- zugleich versicherungspflichtige Person beschäftigen, felber, was ihnen behagt, und da kann man nichts Zweck losen Massen zu sorgen. Das öffentliche Interesse erfordert, wenn für die Wahl des Ausschusses, des Schiedsgerichts zc. nicht den mäßigeres thun, als den Herren Richtern selber es auch zu über nicht von den Großindustriellen u. s. w. durch Schaffung von Arbeitnehmern, sondern den Arbeitgebern beigerechnet. Der tragen, daß sie sich so warm und so weich als möglich betten in Arbeit zur Abhilfe des Nothstandes geschritten wird, daß die Gesetzgeber hat bei diesem Paragraphen wohl nur die Hausdem neuen Gesetzbuch. So argumentirt der Philister, der hinter- Stadtverwaltung und andere Behörden durch schleunigst angeord- industriellen im Auge gehabt; es kann indeß kein Zweifel darüber Rothenburger Tage. Roman aus der Zeit des großen Bauerukrieges von 1525. Von Wilhelm Blos. ( 28. Fortsetzung.) " = eine wandte. Er suchte ihre Hand zu fassen, aber Agnes entzog ein verlorener Mann. Du bist verstoßen von Deinem sie ihm. Vater; ich biete Dir eine Heimath, ein Leben der Ruhe und Vergebt," sprach er stotternd, daß ich anders spreche des Glückes. Eucharius Steinmetz bietet sich nicht leicht an; und thue, wie die Menschen vom gewöhnlichen Schlag." dann läßt er sich aber auch nicht verschmiähen." " Ihr haltet viel auf Euch," sprach Agnes etwas spöttisch. „ Elender!" rief Agnes. Wohl", sprach der Doktor,„ das darf ich auch." Seine " Sie brachen die Wagenburg auf," fuhr der Doktor Stimme ward sicherer.„ Drum mach' ich keine Unschweife. fort, und ließen ihr Geschütz stehen; sie hielten die Ord- So viel hab' ich gehört von Eurer Tugend, von Eurem Geist nung ein und strebten nach dem nahen Wald. Aber da und Muth, daß Euer Bildniß längst mein Herz erfüllt. fielen von beiden Seiten die Reisigen in sie und sie flohen So vernehmet denn: Doktor Eucharius Steinmez will Euch auseinander. Ja, die Reisigen sind der Bauern Tod. Es als sein ehelich Gemahl in sein Haus führen." war wie eine Schweinhezze, an die achttausend sind erstochen Agues fuhr zurück." Ihr seid ein seltsamer Freiwerber," Ihr seid nicht wie Andere und ich bin es auch nicht," bemerkte der Doktor mit einem funkelnden Blicke. Die Zeitläufte sind nicht nach einer Heirath angethan," worden. " „ Gräßlich!" murmelte Bärbchen. sagte sie. " wich Agnes aus. ,, Und warum nicht?" rief er. Ich habe meinen Agnes ward unheimlich zu Muthe. Mädchen," fuhr der Doktor fort ,,, wenn Du mir diesen Florian Geyer vorzögest, so müßte ich dafür sorgen, daß er vom Teufel geholt würde." ,, Das thätet Ihr! die die Ja, das könnte ich, denn ich liebe Dich, und Du mußt Meine werden." Er wußte kaum mehr, was er sprach, so schüttelte ihn Leidenschaft. Agnes lauschte ihm gespannt. feinen Stein in den Weg werfen, edler Florian!" ,, Warte nur," knirschte er in sich hinein, Du sollst mir Ein Strahl tödtlichen Hasses blitzte aus seinen Augen. ,, Was sagt Ihr da?" frug Agnes. ,, Nichts," meinte er, als daß Du mir bestimmt bist Und so sehet Ihr," sprach der Doktor, daß der Baueru Sach' verloren ist. Der Truchseß zieht mit gewaltiger Heeresmacht auf Würzburg heran. Gestern Abend war gen Süden der Himmel geröthet; das waren die Dörfer um Königshofen, welche die Bündischen angezündet." " Das ist ja ein unmenschlich Morden und Brennen", In meinem Hause seid Ihr geborgen; ich stehe in des Nein!" sprach Agnes. schwäbischen Bundes Schutz. Agnes, seid vernünftig und Morden und Brennen", echote der wein- und schlaf- gut, werdet die Meine!" trunkene Grumbach. Agnes sah ihn verächtlich an. Er wollte sie an sich ziehen, aber sie entwand Die Franken fönnen gegen den Truchseß das Feld sich ihm. " 1 Doktor. Frieden mit den Herren gemacht, heimlich und verschwiegen. und daß ich Dich nicht lassen will. Sage nun Ja oder Agnes blickte vor sich nieder; daun sprach sie:„ Ich kann in diesem Augenblick weder Ja noch Nein sagen!" Wenn ein Anderer" knirschte der Doktor. " Ich bitte um Bedenkzeit bis morgen früh," sagte Agnes ruhig. Des Doktors Augen leuchteten auf. ,, Und ich kann hoffen," sagte er haftig. Ihr könnt hoffen. Nun aber gestattet, daß ich mich Ruhe begebe." Sie huschte hinaus. nicht halten. Da heißt es sich nun dncken und den Kopf Ich liebe Euch nicht!" sagte sie. falviren, auf daß ihn nicht der Henker nimmt," sagte der In des Doktors Augen flammte urplöglich eine so " Ich bin nicht so trußig wie Herr Florian wilde Leidenschaft auf, daß Agnes erschrak." Geyer von" Geyersberg. Der wird schwer thun." ,, Ach", sprach er mit vibrirender Stimme, Ihr liebt Bärbchen entfärbte sich; gleich darauf erhob sie sich und einen Andern. Ich weiß, man hat mir berichtet, Ihr zur schützte Kopfweh vor, um sich zu entfernen. Das arme trüget eine heimliche Liebe zu diesem Florian Geyer in Ding fonnte nicht anhören, wie so von seinem Geliebten Euch und seid darum nach Würzburg gekommen. Aber er gesprochen wurde. ist wohl grob gegen Euch gewesen, dieser ungehobelte Herr Grumbachs Kopf war schwer auf den Tisch gesunken; Florian; ich weiß, er mag die Weiber nicht im Krieg."„ Das war eine stürmische Werbung," murmelte er. die Dünste des Weines hatten den Ritter überwältigt nnd ,, Schweiget!" rief Agnes. ,, Aber sie wird mein und wenn die Alten abgehen, so er schnarchte laut. Doktor Eucharius beherrschte sich besser;" Nein, mein Täublein", sprach der Doktor mit wilder wird auch der Reichthum derer von Badell an mich komaber aus seinen Augen sprühten die wilden Flammen des Erregung, nein, ich schweige nicht. Du mußt mein werden. men. Ja, man muß seine Sache nur verstehen!" Weines und der Leidenschaft, als er sich nun an Agnes Schlag Dir diesen Florian Geyer aus dem Kopf; der ist| Er sah selbstgefällig an sich nieder; dann suchte er der Der Doktor goß sich seinen Humpen voll und stürzte den Inhalt auf einmal hinunter. der den Verstorbenen verhaften wollte. Der Diener des Gesetzes mußte, ohne seinen Auftrag erfüllt zu haben, die Wohnung wieder verlassen. Dem Tode gegenüber hatte die straf ende Nemesis" ihre Macht verloren; für diesmal kam sie zu spät. bestehen, daß nach seiner Fassung auch z. B. ein Arbeiter, welcher Eine drollige Geschichte aus den staatlichen Ferien-| Graft niedergestellten Sarg legten, der sodann eingesenkt wurde. ein Dienstmädchen hält, als Arbeitgeber gilt. Wer ein Dienst- Kolonien" erzählt uns Jemand, der kürzlich zu einer zehntägigen Wir bemerkten unter Anderen herrliche Kränze mit entsprechen mädchen hält, kann also nicht Vertreter der Arbeitnehmer im Uebung als Reservist nach Frankfurt a. D. eingezogen war. Die den Widmungen von der Agitationsschule Lassalle", von den Ausschusse sein, und wer nach seiner Wahl als Vertreter der zur Uebung Einberufenen erhielten eine Mart als Marsch Gesangvereinen„ Südost" und" Unverzagt", Leseklub„ Heine" und Arbeitnehmer im Ausschuß ein Dienstmädchen miethet, wird verpflegungsgelder und haben über diesen Betrag denn wohl auch Herwegh", der Freien Hilfskaffe der Bauarbeiter"; ferner die gleichzeitig unfähig, als Vertreter der Arbeitnehmer im Ausschuß sofort ihre Disposition getroffen. In Frankfurt angekommen, Vertretung des sozialdemokratischen Wahlvereins des vierten zu fungiren. Wenn nun( wie in den Blättern berichtet wurde) wurde ihnen aber eine aus der Menage gelieferte Mahlzeit vor Wahlkreises durch einen Stadtverordneten und schließlich einen die Wahlen der Vertreter der Arbeitnehmer im Ausschuß der gesetzt, welche freilich nicht allen behagte, wofür aber bei der meterhohen Kranz von den letzten Arbeitgeber des Verstorbenen. Versicherungsanstalt Berlin zum Theil auf solche Arbeitgeber" nächsten Löhnung 26 Pfennige bei jedem Reservisten in Abzug Der ganze Akt vollzog sich ruhig und würdevoll, weil die Polizei gefallen sind, so sind diese Wahlen ungiltig und es werden dem gebracht wurden. An den folgenden Tagen hatten die Refer- durch Abwesenheit glänzte. nächst Neuwahlen stattfinden müssen. visten Gelegenheit, Betrachtungen über die von dem General 3n spät. Unter denjenigen Genossen, welche in letzter Zeit, Die Mitglieder der Post- Krankenkassen derselben giebt es Vogel von Faldenstein geschilderten großen Fleischportionen an40 im Reich werden von dem Gesetze nicht mit den Mitgliedern zustellen, die besonders am 17. Oftober sehr interessant aussielen. als mit den Gesetzen in Ronflitt gekommen, in unserer Zeitung der Orts, Innungs- 2c. Krankenkassen, sondern mit denen der An diesem Tage gab es nämlich Erbsen mit Speck und unter der Rubrik zur neuen Aera" genannt wurden, gehörte Oskar Schleupner, nicht freien Hilfskaffen gemeinsam behandelt; die Absicht aber ist dies Käfern; von letterer Fleischspezies wurden in einzelnen Näpfen auch der Holz- Bildhauer ficher nicht gewesen. je 30 bis 40 Exemplare gezählt, die alle fein säuberlich mitgekocht Schleuzner, wie in der betreffenden Notiz stand. Derselbe hatte Voraussichtlich werden sich der Schwierigkeiten, Unklar waren. Der Küchenunteroffizier, unter dessen Aussicht diese appe- sich durch eine in einer Versammlung zu Frankfurt am Main geheiten, Lücken und unbeabsichtigten Konsequenzen noch mehr titliche Mahlzeit hergestellt war, erklärte einfach, wer nicht essen haltene Rede eine Anklage wegen Aufreizung zum Klaffenhaß zuherausstellen. will, wisse ja, was er zu thun habe. Eine Kompagnie wies das gezogen. Er, der schon längere Zeit bruftleidend war, reiste, da Essen zurück; dasselbe wurde aber von den übrigen zu bespeisenden sich sein Zustand verschlimmerte, Anfangs November nach Breslau Die Ueberfüllung der Klassen in den Gemeindeschulen 300 Mann mitaufgegessen. Die Schuld an den nicht auf dem Speise- au ſeinen Eltern, wo er bald das Bett nicht mehr verlassen wurde in der letzten Sigung der Stadtverordneten- Versammlung zettel stehenden Käfern sollte der Erbfenlieferant tragen. Doch fonnte fonnte. Dort erlag er zirka acht Tage vor Weihnachten einem bei der Berathung des bekannten Antrages Stadthagen von dem man ihm böse Absicht oder Nachlässigkeit nicht nachweisen, da die Herzschlage. Der Sozialismus verlor in ihm einen feiner treuesten Stadtschulrath Bertram bestritten. Die Klassenzimmer feien im Käfer angeblich erst beim Kochen aus den Erbsen hervorgekommen und gebildetsten Anhänger unter den Handarbeitern. Hierüber Gegentheil so groß und geräumig, daß von einem Zusammen- waren. Beim nächsten Löhnungsappell wurde den Mannschaften herrscht wohl keine Meinungsverschiedenheit unter den Berliner pferchen" der Kinder keine Rede sein könne. mitgetheilt, daß die Angelegenheit dem Bataillon gemeldet worden Genossen, welche D. Schleupner während seiner Anwesenheit hierEr starb als ein Opfer der Wenige Tage vor der betreffenden Sigung war in versei; doch hatten die Reserve- Ferienkolonisten bis zu ihrer Ent- selbst näher kennen gelernt haben. schiedenen Blättern eine statistische Busammenstellung über die fassung noch keinen Ausschluß darüber, wie das Bataillons- von ihm bekämpften Gesellschaft. Kaum drei Stunden nach erPlatzverhältnisse in den Gemeindeschulen veröffentlicht worden. Kommando über die Vergrößerung der Fleischrationen durch 30 folgtem Tode kommt zu den in Schmerz aufgelöften Angehörigen Danach find in 3153 besetzten Klassen 91 261 Knabenpläge und bis 40 Käfer dachte; der Herr Regimentskommandeur entließ die Schleupner's ein Schuhmann 95 161 Mädchenplätze, zusammen 186 422 Plätze vorhanden. Leute mit der jetzt bei solchen Anlässen üblich werdenden Rede Besezt waren amt 1. November 1890 85 577 Knabenpläge und auf den„ inneren" Feind, den jeder Soldat neben dem äußeren 87 955 Mädchenplätze, zusammen 173 532 Pläge. Also blieben Feinde zu bekämpfen habe. Wenns aber wieder Erbsen mit Speck als unbesezt übrig 5684 Knabenpläge und 7206 Mädchenpläße, giebt, dann können sich die Leute auch noch zum Kampf mit dem zufammen 12 890 läge. ,, inneren Feinde der Erbsen" rüsten, eine Nothwendigkeit, die den Genosse Felix Witkowski, der bekanntlich kürzlich aus Daß diese Zusammenstellung gerade noch zu rechter Zeit Mannschaften viel besser einleuchten wird, als mysteriöse politische dem Gefängniß entlassen wurde, sagt auf diesem Wege noch bekannt gemacht wurde, ist schwerlich als ein Zufall anzusehen. Andeutungen, die am besten möglichst bald aus den Reden der nachträglich allen Freunden und Genossen, die bei seiner EntEs sollte augenscheinlich zur Beruhigung des Publikums" schon Herren Kommandeure ganz verschwinden sollten, wenn nicht das vorher der Beweis geliefert werden, daß von einem Zusammen- Gegentheil von dem erzielt werden soll, was die Herren bezwecken. großartige Manifestation veranstaltet hatten, seinen herzlichsten Laſſung aus Plößensee sich so zahlreich versammelt und eine so pferchen der Kinder keine Rede sein könne." Auf diese Weise wollte man den zu erwartenden Ausführungen des Stadtv. Stadthagen, denen Eine energische Agitation behufs Aufklärung der noch Dank. Der Gesundheitszustand des Genossen Witkowski hat ihm man nicht ohne Besorgniß entgegensah von vornherein die Spitze indifferenten Wählermaffen der Kreis ist hauptsächlich von nicht früher erlaubt, dieser Pflicht nachzukommen. abbrechen und ihre Wirkung auf das Publikum zerstören. Mancher einem dem Untergange nahen Kleinbürgerthum bewohnt- beabDie Lokalkommission Charlottenburgs erwidert auf die mag beim Lesen der obigen Zusammenstellung in der That dar- sichtigt der Wahlverein des 5. Berliner Reichstags- Wahlkreises über gestaunt haben, daß in den Berliner Gemeindeschulen noch im neuen Jahre zu entfalten. Begonnen wurde der Aufklärungs- Berichtigung der Kaiserbrauerei, daß ihr von dem Miether des so„ koloffal viel" Platz vorhanden ist. Vertheilt man aber die fampf am letzten Sonntag mit der Vertheilung eines Flugblattes: Saales die Antwort zutheil wurde, daß dieser sich in einigen 12 890 unbesetzten Pläge auf die 3153 Klassen, so erhält man im An die Wähler des fünften Wahlkreises", in welchem die Tagen werde Eigenthümer nennen fönnen, da er das Grundstück, Durchschnitt pro Klaffe vier Pläge. Diese an sich schon Letzteren aufgefordert werden, recht fleißig die sozialdemokratischen welches den Saal enthält, käuflich erworben habe, und nur noch außerordentlich geringe Bahl zeigt sich erst in ihrer ganzen Versammlungen zu besuchen und die Arbeiterpresse und Literatur auf die Papiere vom Gericht warte. Richtig ist, daß der Saal Nichtigkeit, wenn man sie mit den 60 Plätzen vergleicht, welche zu lesen. Die Genossen des Wahlkreises sowie auch zahl für eine Entschädigung zur Verfügung gestellt wurde, doch wissen im Durchschnitt in einer Klasse vorhanden sind. Der gewonnene reiche aus anderen Bezirken hatten sich pünktlich am Sonntag die Herren sehr gut, daß die Lokalkommission nicht im Stande Solchen Machinationen Ueberschuß an frischer Luft zum Athmen und an Raum zu freier Morgen an den Ausgabestellen eingefunden und gingen rüstig ist, 50 M. für den Saal zu zahlen. Bewegung beträgt gerade ein Fünfzehntel. Diese Zahlen, welche ans Werk, so daß in kürzester Frist sämmtliche Flugblätter sehr gegenüber wiederholt die Charlottenburger Lokalkommission die fich aus der veröffentlichten Zusammenstellung durch Berechnung gut vertheilt waren. Leider stellte sich jedoch heraus, daß die Aufforderung, das Bier der Kaiserbrauerei, Sophien- Charlottenergeben, hat man nachweislich nicht mit veröffentlicht. Das Bahl derselben, 15 000, lange nicht ausreichten, um den gesammten straße 92, Das Bahl derselben, 15 000, lange nicht ausreichten, um den gesammten straße 92, nicht früher zu trinken, und das Lokal von Krause zu meiden, bis der Saal zu Arbeiterversammlungen Publikum sollte eben wieder einmal mit Hilfe des so oft miß- Kreis damit zu belegen. unentgeltlich zur Verfügung steht. An die Berliner Lokalkommission brauchten Sages Bahlen beweisen" beruhigt" werden. Ein imposanter Leichenzug bewegte fich am vergangenen sowie an sämmtliche Parteigenossen ergeht die Bitte, die Char Sonntag von der Sorauerstraße aus nach dem Emmausfriedhofe lottenburger Lokalkommission in diesem Bestreben zu unterin Britz zu. Wiederum hatte der unerbittliche Tod einen unserer stützen. braven Genossen frühzeitig dahingerafft. Der Maurer August Sommerfeld, unter dem Beinamen Waldemar unter seinen Die neue Polizeiverordnung, betreffend die Desinfektion Rollegen allgemein bekannt, war im verflossenen Frühjahr bedenk- bei Tuberkulose, ist von einschneidender Bedeutung für weite lich an der Lunge erkrankt und in der Nacht zum ersten Weih- Kreise. Durch die Verordnung wird die für andere Infektions nachtsfeiertage im Alter von 33 Jahren verstorben. Die Beerdi- frankheiten bestehende obligatorische Wohnungsdesinfektion und gung sollte am Sonntag Nachmittag 12 Uhr stattfinden. Die ärztliche Meldepflicht auf die Hauptfälle der Tuberkulose aus schneidige Kälte erlaubte es nicht gut, längere Zeit vorher auf gedehnt. Nur die städtischen Desinfektoren sind jetzt befugt, der Straße zu verweilen, und es hatte daher den Anschein, als rechtsgiltige Wohnungsdesinfektionen vorzunehmen. Täglich sind würde die Betheiligung an dem Begräbniß feine allzu große sein. acht große Wagen unterwegs, in denen die Gegenstände aus den Kaum war jedoch die angegebene Zeit herangerückt, so wurde es Wohnungen nach der Anstalt gebracht werden. Angestellt sind mit einem Male lebendig auf der Straße und zahlreiche Theil- siebenundzwanzig Desinfektionsaufseher und nehmer formirten sich schnell zu einem langen Zuge. Die Er- Desinfektoren. Nach der neuen Verordnung wird die Wohnungs schienenen hatten sich jedenfalls noch im letzten Moment in den in desinfektion ausgedehnt auf alle Erkrankungen und Sterbefälle an Der Nähe gelegenen Lokalen erwärmt. Etwa eine Viertelstunde Lungen-, Kehlkopf- und Darmtuberkulose, welche in dem öffent später wurde der Sarg aus der Wohnung getragen, unter den lichen Verkehr dienenden Aufenthalts- Einrichtungen Wehklagen der von außerhalb herbeigeeilten Mutter des Verstor kommen. Bur Desinfektion verpflichtet sind auch die Unter Was nehmer von sowie die Besitzer benen, und der großartige Zug setzte sich in Bewegung. Privat Krantenanstalten, sowie Hotels, Gasthöfen und Herbergen. Aerzt würde mancher reiche Mann darum geben, wenn er wüßte, daß und Leiter von ihm ein solcher Leichenzug zu Theil würde", diese und welche derartige Kranke daselbst behandeln oder von dort ähnliche zutreffende Aeußerungen hörte man verschiedentlich. übernehmen, sind verpflichtet, der Sanitätskommission binnen Trotz der Kälte bleiben alle Nachfolgenden auch außerhalb der 24 Stunden Anzeige zu machen. Die Sanitätstommission ist ein Stadt im Zuge, dem sich auf dem Wege zum Friedhof immer Theil des Polizeipräsidiums, der eigentliche Dezernent bei der mehr Genossen anschlossen, so daß es weit über 1000 Personen selben ist Geh. Rath Pistor. Wie der Geh. Ober- Regierungsrath waren, welche dem Verstorbenen das letzte Geleite gaben. Es Spinola in der Gesellschaft der Charitee- Merzte" mitgetheilt hat, war ein erhebender Anblick, wie die flare Wintersonne ihre wollte das Polizeipräsidium die Anzeige- und Desinfektionspflicht Strahlen auf die mächtigen Kränze mit ihren rothen Schleifen ursprünglich auf alle Fälle von derartiger Tuberkulose aus und Goldfranzen niedersandte. Auf dem Friedhofe traten die dehnen, auch auf die in Privatwohnungen, und erst nach dem Theilnehmer auf den langen Mittelweg des Begräbnißplates lebhaften Widerspruch der Deputation für öffentliche Gesundheits und bildeten Spalier, während der Sarg zum Grabe getragen pflege nahm die Behörde von dieser extremen Ausdehnung Ab wurde, und eine kleine Kapelle einen Trauer- Choral ertönen ließ. ftand und beschränkte sie auf die dem öffentlichen Verkehr dies Ein anwesender Gesangverein stimmte sodann ein Trauerlied an, nenden Aufenthaltseinrichtungen. Nicht desinfizirt zu werden worauf die Deputirten der verschiedenen Vereine ihre Kranz braucht in Fällen von Hirn-, Knochen- und Hauttuberkulose, spenden mit kurzen, würdigen Ansprachen auf den über der offenen weil man annimmt, daß hier das Zerstäuben der Bazillen in Ge giebt zwar Klaffen, in denen noch mehr als 4 Pläge unbesezt sind, aber dafür giebt es auch solche, die ganz gefüllt sind. Man hat sogar in einzelnen Fällen, namentlich in den untersten Klassen, das Maximum überschreiten und bis zu 75 Kinder in einem Zimmer unterbringen müssen. Die Kinder mußten dann einfach zusammenrücken. Bei den älteren Bänken läßt sich das durch führen; bei den neueren, welche in gesonderte Size getheilt sind, ist es zum Glück unmöglich. Die Schulverwaltung wird diese Ueberschreitungen des Maximums als Ausnahmen, zu denen die Noth des Augenblics drängte, zu entschuldigen suchen und sich darauf berufen, daß die Schulkinder in allen anderen Fällen ihren Platz von vorgeschriebener Breite erhalten haben. Aber bei der Frage der Ueberfüllung und des Zusammenpferchens" handelt es sich ja nicht blos darum, daß alle Kinder Play finden, sondern der Hauptvorwurf richtet sich dagegen, daß die Zahl der Plätze in den Klaffen von vornherein zu hoch bemessen wird. Man muß sehr unbefangen sein, wenn man es bei 60 Plägen überhaupt noch wagt, die Ueberfüllung der Klassenräume, deren mäßige Dimensionen ja allgemein bekannt sind, zu bestreiten. Die Verwaltung hat freilich ihre guten Gründe, die Unzulänglichkeit der Schulräume nicht zuzugeben. Da die Klassenzimmer, aus Rücksicht auf die Lungenkraft und das Auge des Lehrers, nicht gut in größeren Dimensionen angelegt werden tönnen, so würde die Anerkennung der bestehenden Mißstände eine Verminderung der Schülerzahl in den einzelnen Klassen und in folge deffen eine Vermehrung des Lehrpersonals, also eine Er höhung der Ausgaben, erfordern. Die Verminderung der Schüler zahl, welche allein eine wirksame Abhilfe zu schaffen vermöchte, würde gleichzeitig auch die Erfolge des Unterrichtes steigern. Aber an dem Geldpunkt ist, bei den niederen, wie auch bei den höheren Lehranstalten, bisher noch jeder Versuch einer ernstlichen Reform gescheitert, ob es sich nun um hygienische oder um pädagogische Maßregeln handelte. Statt die Sozialdemokratie durch die Schule bekämpfen zu wollen, sollte man lieber ihre Forde rungen auf dem Gebiete des Schulwesens erfüllen. heftig schnarchenden Grumbach zu wecken. Er füllte ihm seinen Humpen und schüttelte den Schlafenden. ,, Auf, alte Kriegsgurgel!" schrie er. Holloh, ich glaub', Ihr verschliefet die ewige Seeligkeit, so es anginge." Grumbach hob endlich das weinschwere Haupt und starrte ihn mit gläsernen Augen an. Was wollt Ihr, Doktor Eucharius?" frug er. Sprechen wollt ich mit Euch von wegen dem Ritter Florian," sprach Steinmez. Florian", lallte Grumbach. " Da stärkt Euch erst," sprach der Doktor, dessen Haupt nun selbst schwer wurde, und schob dem Nitter den Humpen hin. Grumbach trank. Der schwäbische Bund überzieht Franken," sprach der Doktor; wenn Ihr Euch bei dem Truchseß einen Stein in's Brett setzen könnet, ist's gut." " Gut," murmelte Grumbach. " Beinen und stieß die Thür auf, die nur angelehnt war. Er sah Niemand. ,, Vielleicht war's so ein altes Klapperbein von einer Ahnfrau, die im Grab keine Ruhe finden kann," brummte der Burgherr. hundertundfiebar Dor " Ich weiß nicht," antwortete Bärbchen bestürzt. Die hat uns behorcht und wir haben im Rausch ges plaudert. Das macht der alte Frankenwein." Der Kluge Doktor Eucharius Steinmetz schnitt in diesem Augenblick ein sehr dummes Gesicht. Sie tranfen sich zu und endlich überwältigte der Wein auch den Doktor. Er wollte sich den Humpen noch einmal füllen, aber da that er einen Fehltritt und stieß den Krug um, so daß das föstliche Getränk über den Boden hinfloß. burg geritten. D, die Weibsleute!" Dann sant er schwer auf einen Stuhl und sein Haupt ruhte bald auf dem Tisch. Er schnarchte mit Grumbach um die Wette. Die Leuchte ging aus und durch die runden kleinen Fensterscheiben fielen dünne Mondstrahlen hinein; die spiegelten sich in dem Silber der Humpen und in dem Wein, der auf dem Boden floß. " Ihr könnet hoffen, hat sie zu mir gesagt," stammelte er. " Ja, das könnet Ihr auch bis an Euer selig End, Die ist's ins Lager nach Würz sagte Grumbach grimmig. Mit schweren Köpfen waren die beiden Zecher aufgewacht; wüft und verstört sahen sie drein. Bärbchen brachte ihnen den Morgentrunk. Wo ist Eure Base?" sprach der Doktor,„ ich hätte mit ihr zu reden!" Wenn Ihr dafür sorgtet, daß der oder jener Urfächer der Empörung, todt oder lebendig, in die Hände der Bündischen kommt, so werdet Ihr Euch gut empfehlen und Ich hab' sie noch nicht gesehen", sprach das Burgder Bischof wird nicht darnach fragen, daß Ihr vor dem fräulein, aber ich gehe sie zu holen." Schloß gelegen." Bärbchen enteilte. Das Schlößlein von Ingolstatt. Es brechen Eisenherzen Jm Donnersturm der Schlacht; Der Freiheit letzte Kerzen Verlöschen in der Nacht. Zu Würzburg ging Alles drunter und drüber. Schreckens volle Nachrichten kamen herein. Der Bauernhans vo Mergentheim ritt schweißtriefend in Heidingsfeld ein und erzählte das Unglück von Königshofen. Aber man glaubte dem Unglücksboten nicht, dann tamen noch Andere, die brachten Kunde, der helle Haufe stehe noch unbesiegt im Taubergrund, aber der Truchseß sei hart an ihm. So beschloß man, den christlichen Brüdern an der Tauber schleunige Meinetwegen," sprach Grumbach, der etwas munterer" Hoffentlich wird mir Eure Base das Jawort geben", Hilfe zu bringen und start für und fort zu ziehen. wurde.„ Ich hab' mit dem Wertheimer in der Sturm- sprach der Doktor,„ mir schien, als hätte sie sich in den Aber schon war die Muthlosigkeit Herr geworden und daß nacht vor dem Schloß gehalten, um denen im Schloß bei Ritter Florian verguckt." die Hauptleute dachten nun erst mit Schrecken daran, zuspringen, wenn's gefährlich würde; so werd' ich sagen." Der kann Euch nicht gefährlich werden", sprach das Landvolk mit seinen einfachen und schlechten Wehren Wohl", sprach der Doktor. Darauf stoßen wir an." Grumbach, denn der ist, im Vertrauen gesagt, mit meiner wohl kaum im Stande sein werde, den wohlgewappnete Sie stießen an und leerten die Humpen. Schwester verlobt." Fähnlein besten Kriegsvolls und den Reisigen, die der „ Aber das Mädchen!" sprach Grumbach. ich zum Sturme vorgeschickt!" Die wird meine Frau!" " Die hab' Brav gemacht, Doftor! Brav gemacht! Die kann auch nur solch ein Teufelskerl wie Ihr bändigen!" Go die und werden Der Tausend!" rief der Doktor, aber das ist ein Truchseß daher führte, im offenen Felde zu widerstehen. gefährlicher Schwager, den müßt Ihr Euch wohl oder übel sehr hatte der Aufenthalt in dem lustigen Würzburg Man ließ umschlagen vom Halse schaffen." Ueberlegung verdrängt. " Hab' auch schon daran gedacht," sprach Grumbach. werben; sogar die Geistlichkeit sollte herangezogen " Wenn mir's nur nicht so dumpf wär' in meinem Kopf! zum Waffendienst. Sie machte sich los, indem sie fünfzig freie und wohlbewaffnete Knechte stellte. Hundert Dom Bärbchen kam und meldete, Agnes sei verschwunden; schüler, die Blüthe der studirenden Jugend, stellten sich frei willig; sie waren durch die feurigen Reden des Paters In diesem Augenblick vernahm man im Nebengemach Aber sprecht zu Niemand von der Sache!" ein leises Rauschen wie von Frauengewändern. ,, Wer horcht da? schrie Grumbach und wollte aufstehen, sie sei in aller Frühe ausgeritten. doch er fiel schwer auf seinen Siz zurück, der edle Franken-" Tod und Teufel!" rief Grumbach, welcher Esel von Ambrosius zu solchem Entschlusse begeistert worden. wein hielt ihn fest. Der Doktor ging auf schwankenden Wächter hat sie denn hinausgelassen?" Da rückten auch die Fähnlein aus dem Aischgrund eir, schädlicher Weise nicht vorkommen fann. Wenn im§ 1b auch Pensionate, Chambres garnies und Schlafstellen genannt sind, so ist durch eine authentische Auslegung festgestellt, daß diese Lokale nur dann unter die Verordnung fallen, wenn sie in größerem Umfange betrieben und als dem öffentlichen Verkehr dienend angesehen werden können. Geradezu nuglaubliche Zustände herrschen, wie von ver schiedenen Seiten mitgetheilt wird, gegenwärtig bei der sirengen Winterkälte auf der Potsdamer Bahn. Fast durchweg versagt die anfänglich so vielgerühmte Luftheizung, da die von der Lokomotive ausgehenden Schläuche eingefroren und daher unbrauchbar sind. Die Direktion ist aber durchaus nicht bemüht, auch nur halbwegs durch andere Heizmethoden Abhilfe zu schaffen. Alle Beschwerden er weisen sich als fruchtlos. Außerdem machen sich noch weitere arge Unannehmlichkeiten geltend. Der Freitag Abend 9 Uhr 18 Min. fahrplanmäßig abgelassene Vorortzug lief ohne Licht in den Wagen in die Halle, und erst kurz vor der Abfahrt wurden die Koupees erleuchtet. So tam es, daß mehrere Damen in den Frauenkoupees von einem dort eingestiegenen Trunkenbold sehr belästigt wurden. bereits traf der telegraphisch herbeigerufene Vater der Frau[ genau auf Wenzlau. Man nahm eine Haussuchung bei ihm vor und Haucke in Berlin ein. Darüber, ob und welche Familienzwistig fand auch richtig etwa den dritten Theil der gestohlenen Goldfeiten etwa den Verstorbenen kurz vor seinem Ende start erregt fachen in einem Versteck vor. Man wußte, daß Wenzlau haben und welche Bewandtniß es mit dem getrennten Leben der in letzterer Zeit vielfach mit dem Schlosser Wilhelm Hahn Gatten er hier, die Frau in Riga hatte, war nichts in in Verkehr gestanden hatte und folgerte daraus dessen TheilErfahrung zu bringen. nahme an dem Diebstahl. Als Hahn Wind davon bekam, stellte er sich freiwillig der Polizei, um dadurch seine Unschuld zu be= Ein durch ,, Fischgift" hervorgerufener Todesfall wird aus weisen, man hielt ihn aber trotzdem fest und seine Mitthäterschaft dem Norden der Stadt von einer hiesigen Korrespondenz gemeldet. wurde bald zweifellos erwiesen, da der 17 jährige Sohn des Die Frau des in der Wiesenstraße wohnenden Tischlers K. hatte Wirthes nach längerem Zeugnen einräumte, daß Hahn am Tage für den Sylvester Karpfen gekauft und das Fischgericht am Nach nach dem Einbruch seinen Freund Wenzlau in dessen Behausung mittag dieses Tages zubereitet. Beim Abschuppen der Karpfen besuchte und sie dann gemeinschaftlich die Goldfachen versteckt verletzte sich die Frau mit dem Messer an der linken Hand, doch hätten. Der 17 jährige May Schulze hatte sich dadurch der Beachtete sie der kleinen Wunde nicht und beendigte ihre Arbeit. günstigung schuldig gemacht, wofür die dritte Strafkammer des Es traten wenige Stunden darauf heftige Schmerzen in der Hand Landgerichts 1 ihn gestern mit sechs Wochen Gefängniß belegte. ein, die in der Nacht noch zunahmen; der Arm begann zu Wenzlau und Hahn wurden zu je fünf Jahren Zuchtschwellen, ein hochgradiges Fieber mit Schüttelfrost stellte sich aus und den üblichen Nebenstrafen verurtheilt. gleichfalls ein, und als endlich am Freitag Abend der Arzt geholt wurde, war es zu spät. Trotz allen Bemühens, Frau K. am Leben zu erhalten, verschied dieselbe am Sonnabend Nachmittag unter den entsetzlichsten Qualen. Berliner Asylverein für Obdachlose. Im verflossenen Monat Dezember 1890 nächtigten im Männerasyl 8970 Personen, davon badeten 2335 Personen, im Frauenasyl 1192 Pernonen, davon badeten 89 Personen. „ Die Leichtgläubigen werden nicht alle und es ist geradezu erstaunlich, wie leicht Seitens gewisser Weibsleute den Betrügern ihre Arbeit gemacht wird, sowie nur irgendwie ein Gheversprechen mit in Frage kommt." Mit diesen Worten Einen neuen Geschäftskniff beim Gänsehandel scheint begann gestern der Staatsanwalt sein Plaidoyer in einer Anklage die Kälte gezeitigt zu haben. Eine Predigerwittwe in der Mittelwegen Betruges und Urkundenfälschung gegen den Gärtner straße, die ein Pensionat für angehende Theologen unterhält, Hermann Willert. Die Beweisaufnahme bewies, daß der kaufte am dritten Weihnachts- Feiertage in der Markthalle in der Staatsanwalt mit dieser Bemerkung Recht hatte und daß wieder Dorotheenstraße eine 17 Pfund schwere Gans. Daß das feiste Thier knochenhart gefroren war, schien bei dem herrschenden Polizei- Bericht. Am 2. d. Mts. Abends glitt eine Frait einmal zwei vertrauensselige Mädchen einem Heirathsschwindler zur Last gefallen sind. Das erste Opfer ist eine schmucke SpreeFroste erklärlich und war für den Abschluß des Handels fein beim Betreten des Schlächterladens im Hause Höchstestr. 7 aufwälderin, welche hier bei einem Theaterdirektor als Amme dient. Hinderniß, weil sich das Fleisch bei der Kälte besser konservirt. der vor demselben befindlichen Treppenstufe infolge der Glätte Der Angeklagte näherte sich ihr mit einem Heirathsantrag, Die Gans sollte theils zur Schmalzgewinnung, theils zum Ein- aus und brach den linken Oberarm. Als am 2. d. M. Abends welchen das unerfahrene Mädchen gern annahm, da ihr der Angeklagte pökeln verwandt werden. Als die Magd sich daran machte, der Maschinist Bütner in der Silberwaarenfabrik von H. Meyen vorschwindelte, daß er der Sohn eines wohlhabenden Gutsbesizers das Thier zu zerlegen, stieß sie im Innern mit dem Messer u. Ko., Sebaftianstr. 20, au der Dampfmaschine das eingefrorene fei, selbst Vermögen befize und demnächst an der Ecke der Chauffeeauf einen harten Gegenstand, der einen heftigen Wider Abflußrohr des Kondensators aufthauen wollte, platzte derselbe und Tieckstraße ein großes Restaurant eröffnen würde. Er hatte nur stand entgegensezte. Die nähere Untersuchung ergab, daß sich und flog dem Bütner ein Sprengstück gegen den Kopf, so daß er in der Bauchhöhle der Gans ein mächtiges Stück Eis befand, das einen schweren Schädelbruch erlitt. Er wurde nach dem Kranken- Besorgniß, daß sein Vater nicht sehr erbaut von dem Heirathsfich genau den Formen der Bauchhöhle anschmiegte. Der los- hause Bethanien gebracht. Am 3. d. M. Morgens wurde der projekt sein werde und um denfelben geneigter zu machen, erbat er sich von dem Mädchen vorübergehend ihr Sparkassenbuch über gelöste Gisklumpen hatte ein Gewicht von netto drei Pfund. Es Portier eines Hauses in der Neuen Friedrichstraße in seiner Stube 350 M., um es dem Vater vorzulegen und demselben zu zeigen, fann feinem Zweifel unterliegen, daß die ausgeschlachtete Gans erhängt vorgefunden. Schwere Körperliche Leiden scheinen die welch' treffliches, sparsames Mädchen die Auserwählte sei. Das mit Wasser gefüllt und dann scharfem Froste ausgesetzt worden Veranlassung zum Selbstmord gewesen zu sein. Nachmittags Mädchen gab das Buch mit selbstzufriedenem Lächeln aus der ist, um das Wasser in Eis zu verwandeln. Daß der Schwindel stürzte ein Mann von der unbeleuchteten Treppe des Hauses Hand, erschrat aber nicht wenig, als ihre Herrschaft ihr klarlegte, entdeckt wurde, ist lediglich darauf zurückzuführen, daß die Gans Grenadierstr. 6 und erlitt bedeutende Verletzungen am Kopf und welche kolossale Dummheit sie begangen. Sie eilte am nächsten in gefrorenem Zustande zerlegt wurde. Wäre diefelbe aufgehängt Arm. Abends fiel auf dem Schlesischen Bahnhofe ein Mann von Tage zur Sparkasse, erfuhr dort aber zu ihrem Schrecken, daß worden und allmälig aufgethaut, dann wäre das Eis geschmolzen der nach dem Tunnel führenden Treppe und wurde am Hinterkopfe bereits 100 m. darauf abgehoben worden feien. Während die und das Wasser herausgelaufen. Das Ausstopfen der Gans mit so schwer verletzt, daß er nach dem Krankenhause Friedrichshain ge- Kriminalpolizei noch nach dem Angeklagten, der sich einen falschen Stroh, Papier oder anderen Beschwerungsmitteln ist zwar all- bracht werden mußte. Zu derselben Zeit stürzte ein Mann in Namen beigelegt hatte, suchte, verübte er einen ganz ähnlichen gemein bekannt, das Ausfüllen mit Wasser bezw. Gis ist dagegen der Mansteinstraße infolge der Glätte zur Erde und erlitt eine Betrug gegen eine zweite„ Braut", welcher er unter ganz gleichen neu, weil dasselbe nur in einem Winter möglich ist, der so kalt Verlegung am Knie, so daß er mittelst Droschke nach seiner Borspielungen eine Summe von 150 M. abnahm, als" Sicherist, wie der heurige. Wohnung gebracht werden mußte. In der Nacht zum 4. 6. M. heit" ihr einen gefälschten Darlehnsschein über eine Summe, die wurde auf dem Bahnhofe Gesundbrunnen zwischen den Geleiſen er angeblich ansgeliehen, zurücklaffend. Der Gerichtshof verdie Leiche eines unbekannten, etwa 30 Jahre alten Mannes mit schweren Verlegungen am Kopfe aufgefunden. Auf welche Weise urtheilte den Schwindler zu 1 Jahr 6 Monaten Buchtderselbe verunglückt ist, hat bisher nicht festgestellt werden können. haus. Eine gefährliche Schwindlerbande ist vor einigen Tagen dingfest gemacht worden. Seit einiger Zeit besuchten zwei ärm lich, aber sauber gekleidete Kinder, ein Knabe und ein Mädchen, im Alter von 11 resp. 10 Jahren die Restaurants des Nordens Am 4. d. M. Morgens wurde dem Schlächterlehrling Wende in Eine wiffentlich falsche Anschuldigung, die von einem unserer Stadt, um in bescheidener Weise den Gästen ein Schreiben der Schlächterei von Roschnitz, Spreestr. 7, beim Berlegen eines außerordentlich boshaften Charakter zeugte, unterlag gestern der vorzulegen, in welchem das Glend der K.'schen Familie in den Schweines von seinem Meister ein Finger ganz und ein zweiter Prüfung der zweiten Straftammer des Landgerichts I. Im grellsten Farben geschildert wurde. Als am Freitag Abend die zum Theil abgehauen, so daß seine Ueberführung nach der Uni- Februar d. J. lief bei dem Polizeipräsidium eine Anzeige ohne Kinder wiederum in einem Restaurant in der Elsasserstraße versitäts- Klinik erforderlich wurde. Vormittags wurde ein Unterschrift ein, welche wohl geeignet war, bei der Behörde AufRollefte machten, fiel es mehreren Gästen auf, daß zwei Männer, Mann in seiner Wohnung, in der Neuen Königstraße, erhängt sehen zu erregen. Der Verfasser theilte mit, daß im Jahre 1873 welche furz vorher in dem Lokal erschienen waren, erklärten, die vorgefunden. Nachmittags fiel ein Schutzmann beim Betreten vor dem Prenzlauer Thore ein kleines Mädchen, Namens Emma arme Familie genau zu kennen und natürlich sich an der Geld- eines Ladens im Hause Grünauerstr. 2 infolge der Glätte zur Lankiewicz, ermordet und von dem Thäter heimlich an einer näher fammlung betheiligten. Die beiden Fremden verließen dann und Erde und brach den linken Vorderarm. Am 3. und 4. d. M. bezeichneten Stelle auf dem Sophien- Kirchhofe verscharrt worden nach ihnen die reichlich beschenkten Kleinen die Kneipe; einer und in der darauf folgenden Nacht fanden 21 kleine Brände sei. Der Thäter sei der in der Wollinerstraße wohnhafte Arbeiter der Gäste, der nach Hause gehen wollte, bemerkte vor dem ſtatt; außerdem wurde die Feuerwehr in fünf Fällen infolge Heinze. Bevor die Polizei gegen den so schwer Verdächtigten Restaurant auf der Straße die Gruppe und sah, wie Bruchs der Wasserleitungsröhren gerufen. irgend welche Schritte unternahm, stellte sie Nachforschungen an, ob ein solches Verbrechen überhaupt zur Anzeige gelangt sei und nachdem dies sich nicht bestätigte, gelangte man bald zu der Ueberzeugung, daß es sich um eine Mystifikation handele. Als Schreiber des Briefes wurde der Arbeiter Franz Heinze ermittelt und der von ihm Bezichtigte war sein eigener Bruder. Heinze räumte auch sofort ein, daß er in böswilliger Absicht die falsche Anzeige ,, Das ist Feger- Karls Werk" meinte ein Kriminalbeamter, gemacht, um sich an seinem Bruder, mit dem er auf schlechtem als er am Morgen des zweiten Oktober v. J. den Schauplab Fuße stand, zu rächen. Dies Geständniß wiederholte er eines Einbruchsdiebstahls in Augenschein nahm, der im Laufe der in der gestrigen Hauptverhandlung. Gegen den AnNacht begangen war. Die Diebe mußten die Hausthür des geklagten war ferner von seinem früheren Arbeit Grundstückes in der Invalidenstraße, in welcher die Wittwe geber Strafantrag wegen Beleidigung gestellt worden, Von einem jähen Tode ereilt wurde am Sonnabend in Schlag ein Gold- und Silberwaaren- Geschäft betreibt, entweder hatte er demselben eine Postkarte geschrieben, die der 6. Abendstunde der aus Riga stammende, schon längere Zeit mittelst Nachschlüssels geöffnet oder sich am Abend vorher in das von Beleidigungen strotte. Der Staatsanwalt hob als in Berlin lebende Baumeister G. Hancke, hier in der Kreuzberg- Haus eingeschlichen haben. Die von dem Laden nach dem Flur erschwerend hervor, daß der Angeklagte es jedenfalls straße 14 wohnhaft. Am Sonnabend Morgen war seine gehende Thür des Schlag'schen Geschäfts war mit Gewalt ge- darauf abgesehen hatte, seinen Bruder unter dem Verdachte eines Gattin aus Riga hier angekommen, hatte im Terminus sprengt worden, nachdem die Diebe zwei Vorlegeschlösser kunst- schweren Verbrechens ins Gefängniß zu bringen, er beantragte Hotel in der Friedrichstraße Wohnung genommen und gerecht durch Durchfeilen von den Krammen gelöst hatten. Eine wegen beider Vergehen eine Gesammtstrafe von sechs Monaten. in den Nachmittagsstunden gemeinschaftlich ihrem Menge Goldfachen zum Werthe von über 1500 Mart war Beute Der Gerichtshof berücksichtigte, daß der Angeklagte wenigstens Mann einen jüngeren Verwandten besucht, welcher im Hotel der Einbrecher geworden. Die oben angeführte Bemerkung des die eine anständige Regung gezeigt hatte, seine That sofort einBehrens, welches sich mit dem Café Bauer im gleichen Haufe Kriminalbeamten sollte sich bald als richtig erweisen. Feger- Karl" zugestehen und ermäßigte das Strafmaß daher auf zwei Monate Unter den Linden 26 befindet, logirte. Gegen 6 Uhr verließen ist der jetzt 50 jährige Handelsmann Karl Wenzlau, eine Woche Gefängniß, wovon eine Woche durch die erlittene beide Ehegatten das Hotel und stiegen die Treppen nach Unter der früher Schornsteinfeger gewesen ist und den man in Untersuchungshaft abgerechnet wurde. die Kinder das Geld an die Männer ablieferten. Nun folgte der dadurch neugierig Gewordene der Schwindlerbande, welche wenige Minuten später in ein anderes Restaurant eintrat, um hier dasselbe Manöver zu beginnen, diesmal aber mit weit weniger Erfolg, denn der entrüstete Herr deckte den Betrug sofort auf und veranlaßte die Ueberführung der Betrüger nach der nächsten Polizeiwache, wo die Namen derselben festgestellt wurden. Die Kinder waren von den beiden Männern, die in gar keiner verwandtschaftlichen Beziehung zu ihnen stehen, gemiethet" und zu dem Betruge abgerichtet worden. Gerichts- Beitung. den Linden hinab. Als sie unten im Hausflur anlangten, wurde Verbrecherkreisen deshalb den Spitznamen Feger- Rarl" beigelegt der Baumeister in dem schmalen Gange, dicht vor der Eingangs- hat. Der Polizei ist er als einer der verwegenſten Einbrecher Wegen Betruges war der Buchhandlungs. Reisende thür zum Café, plötzlich von einem Herzschlage betroffen, welcher Berlins bekannt, der zur Zeit des obigen Diebstahls erst fürzlich Friedrich Weyer vom Schöffengerichte zu einer Gefängnißstrafe seinem Leben sofort ein Ende machte. Der Entseelte wurde zu eine vierjährige Zuchthausstrafe verbüßt hatte. Die Beschreibung, von zwei Wochen verurtheilt worden. Der Angeklagte vertreibt nächst in einem Hotelzimmer niedergelegt und im Laufe des welche die Bestohlene von einem Manne machte, der sich am Abend für die Firma Kulicke u. Co. Brockhaus Konservations- Lexikon Abends noch schaffte man die Leiche aus dem Hause. Gestern vorher längere Zeit vor dem Schaufenster aufgehalten hatte, paßte gegen Provision. Im Mai vorigen Jahres suchte er für das " unter dem tapferen Hauptmann Gregor von Burgbernheim, drunten in der Stadt etwas vor sich ging; drum Weiß Gott, wir können ihn brauchen," meinte Röhl. der den blutigen Tyrannen, den Markgrafen Kasimir von spähten sie scharf sie scharf hinunter. Gegen Morgen ritt" Jetzt möget Ihr das einsehen," sprach Pezold. Aber Ansbach, bei Windsheim in die Flucht getrieben hatte; die Herr Heinz Truchseß, des Bischofs Bischofs von Würzburg die Räthe haben ihn immer auf Reisen geschickt, also daß er Fähnlein Gregors waren voll Siegesfreude und das hob Marschalt, mit 250 Reitern keck an das Schloß heran; sein Schwert nicht hat brauchen können." auch den Muth der Anderen. vier von seinen Reitern saßen ab und man ließ sie Köhl seufzte und antwortete nichts. Jörg Spelt und Ehrenfried Kumpf entritten in der in das Schloß einsteigen, wo sie der Besatzung ver Eine Staubwolke ward sichtbar, drei Reiter kamen Nacht. Herr Ehrenfried glaubte in Rothenburg noth- kündigten, der Truchseß habe der Truchseß habe bei Königshofen den daher gesprengt. Der vorderste war Herr Florian selber auf wendiger zu sein, um die Stadt beim Bund zu halten. hellen Haufen vernichtet und sei mit dem Bischof Konrad im schweißbedecktem, schäumendem Roß. Zu Rothenburg hatte man Spelt wollte mit ausziehen, zu fechten und zu streiten. Anzug, den Frauenberg zu entsetzen und die aufrührerische ihn nicht gar freundlich empfangen, als er einritt, des Geleits " Kommt mur mit," hatte Kumpf gesagt, zu Rothenburg Stadt Würzburg einzunehmen und zu strafen. Es erhub des Markgrafen Cafimir gewärtig; die Stimmung schlug schon wird's genug zu thun geben; wer weiß, ob Ihr dort nicht sich ein Freudengeschrei und ein Lärm im Schloffe, daß die, um, und die Rathsherren waren gar truhig und hochmüthig. des Fechtens satt werdet!" so schliefen, aus den Betten sprangen; dem Marschalt ließ Das kam von dem Heranzug des Truchsessen und von der So verließen sie Würzburg, dessen Volk in der größten man hinaus sagen, die Bauern seien wahrscheinlich gen Schlacht von Königshofen; als Herr Florian davon erfuhr, Aufregung und im Ungestüm durch die Straßen vaunte, Heidingsfeld abgerückt. Da blies der Thürmer vom mitt warf er sich sofort auf sein Pferd und ritt spornstreichs die denn Jedem ahnte es, als fomme ein großes Unglück. Leren Thurm zum Hohn hinab in die Stadt: Nacht hindurch, Würzburg zu. In der Nacht zog das Heer aus gen Heidingsfeld, " Hat Dich der Schimpf gerauhen, an die fünftausend Mann, sieben Fähnlein Fußvolts mit So zeuch Du wieder heim!" viel leichtem Feldgeschütz, über vierzig Stück. Auch eine Der andere Thürmer aber ward von der Besatzung Wagenburg führten sie mit. Es waren die Schwarzen jubelnd in die vordersten Schanzen hinaus geführt und blies des Herrn Florian Geyer, soweit sie nicht bei dem den Würzburgern den„ armen Judas" hinunter. unglücklichen Sturm auf das Schloß gefallen waren, dann Es ward lebendig in der Stadt; sie zogen die Sturm die Fähnlein des fränkischen Heeres, die aus Würzburg, aus glocken und eilten nach den Sammelplätzen. Auch die Da waren Alle wieder muthig und zogen frisch Kizingen, aus Mergentheim und von weiter her aus dem Büchsenmeister der Bauern sahen die Reiter und wandten fürbaß; sie waren so voll von Zuversicht, daß sie gelobten, Gäu und dem Taubergrund, die fünfzig freien Knechte ihre Geschütze gegen sie; die Stückkugeln flogen aber über den grausamen Landsknechten und Reisigen keinen Pardon und die Domschüler. Mit Thränen in den Augen hatte das Geschwader hinweg. Jetzt ritt der Marschalk in der zu geben, zur Rache für die erschlagenen Brüder. Pater Ambrosius im Hof zum Katzenwicker die christlichen Dämmerung davon und, um das Volk zu beruhigen, sagten Sie wußten nicht, daß der Truchseß ihnen schon so Brüder eingesegnet. Als die Domschüler an ihm vorüber ihm die Hauptleute, die die Reiter seien ein Gespenst nahe war, denn er lag bei Giebelstatt, Herrn Florian zogen, da ward er weich; er abute wohl, daß diese kühnen gewesen, das der Feuerwerker im Schloß ihnen vor Geyers Heimath. Ein Theil der Fußknechte war meuterisch Jünglinge dem Tod entgegen gingen. Er hob aber gezaubert. geworden; sie begehrten einen Schlachtsold. Kaum vermochte seine Hände und rief ihnen zu, ehrlich zu fechten und Der Pfingmorgen graute, und in langem Zuge rückte sie der Truchseß zu beschwichtigen; es folgte ihm an diesem tapfer zu streiten für das Evangelium. Sie antworteten das Heer der Franken die Steige hinter Heidingsfeld Tage zuerst nur ein Theil seines Heeres, die Reifigen und das mit muthigem Buruf. Ambrofius aber wandte sich ab, um hinauf. Geschütz, vom Fußvolk die Hauptleute, Fähndriche, Waibel Ein brausender Jubelruf erhub sich im Heere, als ste den kühnen, ritterlichen Führer, der Aller Vertrauen besaß, daher jagen sahen. Herr Florian begab sich an die Spize seiner schwarzen Schaar und ertheilte den Befehl, auf Röttingen zu ziehen. Dort sollte das Heer lagern und sich vollends rüsten zum Gefecht. seine Thränen zu verbergen. Drei Jahre später verzehrte Herr Jakob Köhl von Eivelstadt, des fränkischen und Doppelföldner, eine auserlesene Schaar; doch schlossen das Feuer des Scheiterhaufens den kühnen Volksprediger Heeres oberster Hauptmann, war nicht in der besten sich die gemeinen Knechte nach und nach wieder an. auf dem Sanderrasen zu Würzburg. In aller Stille zogen die fünftausend Mann ab, damit die im Schloß nichts merken sollten; ungefähr eben so viele blieben in der Stadt und vor dem Schloß liegen. Denen im Schlosse blieb aber nicht verborgen, daß Stimmung. Wenn nur Florian Geyer hier wäre," sprach er zu Hans Pezold, dem Schultheißen, der neben ihm ritt. Wenn ihn keine übermenschliche Gewalt aufhält, dann kommt er," entgegnete Pezold. ( Fortseßung folgt.) Alle Bogen zurück zu erhalten Wert Abnehmer unter den Hilfs- Weichenstellern und Arbeitern und wir hoffen, nur sorgfältig ausgefüllte noch wenig oder gar nicht beschäftigt war. Der größte Kreb auf dem Stettiner Bahnhofe. Er ging von Bude zu Bude und sende man geft. innerhalb spätestens schaden in unserer Branche sind die Beamtenfrauen, die, um den von Weiche zu Weiche, um den dort Beschäftigten die Vorzüge 14 Tagen, an den Arbeitsnachweis des Fachvereins, Gehalt des Mannes etwas zu verbessern, den an sich schlechten des Werks mit glühender Beredsamkeit zu schildern und sie zur Luisenufer 22( Oranienplatz) bei Sperling. Die Geschäftsstunden Lohn noch um ein Bedeutendes herabdrücken. Der Referent Unterschrift zu bewegen, wodurch sie sich zur Abnahme der desselben sind: Wochentags Abends 8-91/ 2 und Sonntags Vor- kommt dann auf die Ausbeutung der in der Hausindustrie be siebzehn Bände verpflichteten. Die wenigsten der einfachen Leute mittags 10-11 Uhr. schäftigten Arbeiter und Arbeiterinnen seitens der sogenannten wußten, was ein Konversations- Lexikon sei, der Angeklagte Sollten noch Fragebogen gebraucht werden, so können solche Schwizer" oder Zwischenmeister, die, um ihr Leben mehr in erläuterte es ihnen nach Kräften und erklärte auch, daß sie in der am Montag, den 12. Januar, bei Reßner, Annen- Ruhe genießen zu können, ihre Arbeiter Dom frühen durch Lesen in dem Werke sich eine bessere Stellung zu verschaffen straße 16, mit interessanter Tagesordnung stattfindenden Ver- Morgen bis zum späten Abend für einen geringen Lohn für sich vermöchten. Aber alle diese Lockmittel verfingen nicht wegen der fammlung von der Kommission in Empfang genommen arbeiten lassen. Diesem Ausbeutungssystem gegenüber ist es hohen Summe, welche die Bücher kosteten, die Leute hielten dem werden. unsere Pflicht, uns die Frage vorzulegen, wie hier Abhilfe zu Reisenden entgegen, daß eine Ausgabe von 153 M., selbst wenn Mit kollegialischem Gruß: Die statistische Kommission. J. A.: schaffen ist. Diese Frage beantwortet Redner etwa folgender fie nach dem Anerbieten des Lieferanten in monatlichen Raten Richard 3 ander, SO., Köpnickerstr. 10a. von 3 M. zu zahlen wäre, zu ihrem geringen Gehalte in einem maßen: 1. Abschaffung der Akkordarbeit, Einführung des Stundenauffallenden Mißverhältnisse stände. Da richtete einer der lohnes, Einfeßung eines Maximal- Arbeitstages. 2. Einführung Weichensteller an den Reisenden die Frage, ob denn nicht drei großer Betriebswerkstätten. Diesen Forderungen gegenüber wäre Bände à 9 M. ebenfalls ein abgeschlossenes Werk bildeten und befestigt werden und diejenigen Geschäfte kennzeichnen sollen, die es zweckmäßig, Marten einzuführen, die in den Kleidungsstücken sofort bejahte dies der Gefragte. Auf Grund dieser Erklärung den gerechten Forderungen der Arbeiter nachgekommen sind und ließen sich drei Weichensteller herbei, je drei Bände zu bestellen das Recht haben, an das Solidaritätsgefühl derselben zu appelliren. und sie vermeinten auch, sich zu nichts anderem zu verAn diesen sehr beifällig aufgenommenen Vortrag schloß sich eine pflichten, als sie den Abonnementsschein unterzeichneten. lebhafte Diskussion, an der sich die Kollegen Wissemann, Kulik, Später wurde ihnen durch die Buchhandlung die Mit Täterom und Zierbel betheiligten, worauf folgende von Kollegen Rogge verfaßte Resolution einstimmig zur Annahme fam: theilung, daß sie auf das ganze Werk abonnirt hätten und es auch übernehmen müßten. Jezt machten sie Anzeige wegen Betruges. Der Verurtheilte legte Berufung ein und versuchte in der zweiten Instanz den Sachverhalt so darzustellen, als liege demselben nur ein Mißverständniß zu Grunde. Die vernommenen Zeugen blieben aber mit voller Bestimmtheit bei ihren früheren Aussagen, so daß auch dieser Gerichtshof die Ueberzeugung von der Schuld des Angeklagten gewann. Da der Inhaber der Firma Kulicke u. Co. aber erklärte, keinerlei Ansprüche gegen einen der Weichensteller erheben zu wollen und so init eine Schädigung nicht vorlag, so glaubte der Gerichtshof gegen den bisher unbescholtenen noch eine Geldstrafe verhängen sollen. Das erste Urtheil wurde aufgehoben und auf eine Geldstrafe von 60 Mart, event. 6 Tagen Gefängniß erkannt. Boziale Uebersicht. Aufruf au sämmtliche Kollegen nud Arbeiter des Juund Auslandes. Werthe Kollegen und Arbeiter! Die AusSperrung der Glasarbeiter währt nun nahezu 27 Wochen, und noch immer ist das Ende derselben nicht abzusehen, da die Fabrikanten nach wie vor auf den Austritt aus dem Fachverein bestehen, und die Arbeiter fest entschlossen sind, dem Anfinnen der Fabrikanten auch ferner den entschiedensten Widerstand entgegenzusehen. Da die Fabrikanten einsehen, daß die ausgesperrten Arbeiter nur durch die äußerste Noth zur Nachgiebigkeit gezwungen werden fönnen, so suchen sie jetzt durch allerhand Vorspiegelungen und Versprechungen von auswärts Arbeitskräfte heranzulocken; wir fordern daher die auswärtigen Kollegen auf, nicht auf den Leim zu gehen, sondern den Zuzug nach den ausgesperrten Hütten nach wie vor streng fern zu halten: wenn die Aussperrung beendigt sein wird, werden wir dies entsprechend bekaunt geben. Ueber die Durchführung des gesetzlichen Elfftundentages schreibt der tirol vorarlberger Fabrifinspektor in seinem letzten Berichte, daß eine relativ größere Leistung Fabrikanten mögen sich das ad notam nehmen. der Arbeit sich unverkennbar zeigte." Die deutschen Eine vortreffliche Erläuterung zu den verlogenen Dar stellungen der Crispi und Genossen von dem steigenden Wohlstand der italienischen Volksmasse giebt die Statistik der Au 3 wanderung. Es wanderten aus: 1876: 108 771 1877: 92 113 1878: 90 268 1879: 119 831 1880: 119 901 1881: 135 832 1882: 161 562 1883: 169 101 1884: 147 017 1885: 157 193 1886: 169 829 1887: 215 665 1888: 290 732 1889: 218 412 Die heutige Versammlung erklärt, mit den Ausführungen des Referenten und der folgenden Redner einverstanden, für die nächste wichtigste Forderung der in der Konfektion beschäftigten Arbeiter und Arbeiterinnen, um die unfagbar traurige Lage etwas zu heben, daß große Betriebswerkstätten seitens der Unternehmer eingerichtet werden. Die Agitationskommission wird beauftragt, nach dieser Richtung hin energisch thätig zu sein. Fachverein der Steindrucker und Lithographen. Be richtigung über den Bericht der Versammlung vom 18. Dezember: Peter heißen: Derselbe hatte die Dreistigkeit, den 1. Mai feiern Bei Verschiedenem" muß die Stelle in Betreff des Kollegen zu wollen, da er aber sah, daß die andern Kollegen unschlüssig waren, gab auch er nach. Die italienischen Proletarier, sei es, daß sie vorübergehend nach Deutschland, Desterreich, Frankreich ziehen, sei es, daß sie als billige Rulis nach den Vereinigten Staaten, nach Brasilien, nach Argentinien( Argentinien allein nahm 1889: 30 912 Italiener auf verschifft werden, müssen die Heimath verlassen, weil sie als Landarbeiter und als Industrie- Arbeiter am Hungertuche nagen müssen. Die italienische Bourgeoisie und die italienische Grundariftotratie beuten in schamlosester Weise die Lohnarbeiter und Pächter aus. Die Zustände in der römischen Campagna, wie sie Werner Sombart in seinem ausgezeichneten Buche geschildert hat, Am Neujahrstag, Abends 8 Uhr, fand eine gut besuchte find typisch für die Agrarverhältnisse, und die infame Ausnühung öffentliche Versammlung für Frauen und Männer unter Leitung industrieller Arbeitskräfte, wie sie in den sizilianischen Schwefel des Genossen Heitmann statt. Herr Türk referirte über Herengruben, wo Weiber und zarte Kinder ihre Knochen zu Markte tragen prozesse; der Vortrag wurde mit großem Beifall aufgenommen. müssen, gang und gebe find, charakterisirt das mobile Kapital, als dessen Nachdem der Vorsitzende die Anwesenden zur Agitation für unsere Schirmherr der Gr- Carbonaro Crispi sein Möglichstes thut. Die Sache und zu zahlreichem Besuch der Versammlungen auf Hungerkrawalle in Rom, wie in der Lombardei, das Pellagra, die gemuntert hatte, wurde die Versammlung mit einem dreimaligen gräuliche Hungerfrankheit, welche Taufende dahinrafft, das sind hoch auf die internationale, völkerbefreiende Sozialdemokratie Symptome des Massenelends. Jedennoch die Kapitalisten ge- geschlossen. fratie der Gemeindeverwaltung wird exploitirt, gegründet, gedeihen, und in süßer Gemeinschaft mit einer verlotterten Bureaustohlen, gegaunert, bankerottirt. Versammlungen. getheilt wird, hat die letzte öffentliche Schuhmacher- Versammlung Oeffentliche Schuhmacher- Versammlung. Wie uns mit noch eine Resolution angenommen, welche die Agitationskommission auffordert, in nächster Zeit eine große öffentliche Versammlung einzuberufen, welche sich mit der Frage einer einheitlichen Schuhmacher- Organisation in Berlin befassen soll. Für diese Versammlung soll ein Referent und ein Korreferent bestellt werden. An den drei Orten Bergedorf, Flensburg und Ottensen be- tagte am 1. Januar Abends unter Vorsitz von Sündermann. eine öffentliche Versammlung für Männer und Frauen in Eine öffentliche Versammlung für Frauen und Männer Steglitz, 1. Januar. Am dritten Weihnachts- Feiertage fand finden sich zur Zeit noch 215 Mann in der Aussperrung, davon Ueber das Thema:" Ist unsere heutige Gesellschaft human?" Fränkel's Restaurant zu Friedenau mit folgender Tagesordnung find verheirathet 180 Mann mit 456 Kindern; 35 Mann sind hielt Herr Pinn den mit Beifall aufgenommenen Vortrag. unverheirathet. statt: 1. Die Ziele der Sozialdemokratie. Referent Baumeister Obwohl sich unsere Zahl durch Abreisen erheblich vermindert sich zu einer äußerst animirten, es betheiligten sich hieran: vereins. 4. Verschiedenes. Herr Keßler gedachte in seinen AusDie an den Vortrag sich anschließende Diskussion gestaltete Reßler. 2. Diskussion. 3. Gründung eines Arbeiter Bildungs hat, so wird die Noth doch immer fühlbarer; da einerseits die Grundmann, Treuherz, Gefrois, Fräul. Baader, führungen der verflossenen Weihnachts Feiertage und ging dann grimmige Kälte viele Arbeiter brotlos gemacht hat, wodurch Sündermann, Frau Sumann und Prochnow. Scharf ausführlich auf die Ziele der Sozialdemokratie ein. Zur Dis naturgemäß die einlaufende Unterstützung sich erheblich ver- gegeißelt wurde im Verlaufe der Diskussion auch jene„ Humani fussion ging der Antrag ein, nur Gegner zum Wort zu lassen; der ringerte und andererseits der Winter den Ausgesperrten größere tät" der Berliner städtischen Behörden, welche in der Nutzbar Antrag wurde angenommen. Unsere Gegner glänzten durch Abwesen Ausgaben auferlegte( durch vermehrten Feuerungsverbrauch 2c.); machung des finnigen Fleisches als Nahrungsmittel aller und heit, obwohl sie schriftlich eingeladen waren. Zum 3. Punkt der Tages trotzdem werden wir auch ferner ausharren und hoffen, daß uns jeder Humanität die Krone aufsetzt. die Arbeiterschaft auch ferner solidarisch zur Seite stehen wird; ordnung wurde beschlossen, die in Schöneberg bestehende Ver Die Versammlung erledigte hierauf noch mehrere Anträge einigung zu beauftragen in nächster Zeit eine Versammlung ein dann wird der endliche Sieg nicht ausbleiben. und Mittheilungen. zuberufen und dann erst endgültigen Beschluß zu fassen. Zu Ver Die Summe von 8 M. 30 Pf. wurde als erzielter Ueber- schiedenem meldete sich Niemand zum Wort. Der Vorsitzende schuß der Zentralfommission der Gewerkschaften in Hamburg schloß um 64 Uhr die Versammlung mit einem Hoch auf die überwiesen. Mit einem begeistert aufgenommenen Hoch auf die internationale, völkerbefreiende Sozialdemokratie. Die Versamm Sozialdemokratie wurde die Versammlung geschlossen. lung tagte ohne polizeiliche Bewachung. Es verlief alles in der größten Ruhe und Ordnung. Die Versammelten blieben noch lange im geselligen Kreise unter Vorträgen und Tanz zusammen. Möge man den Arbeitern nur das Koalitionsrecht nicht verkümmern, dann verzichten dieselben gerne auf die Richterschen " Irrlehren" und sonstigen Kohl. Des Weiteren V Sozialdemokratischer Lese- und Diskutirklub Herwegh". Heute Dienstag Abend 8½ Uhr, im totale des Herrn Linte, Forsterstraße 45. Säfte willkommen. Zentral- Kranken- u. Sterbekaffe des Deutschen Senefelder- Bundes ( E. 5.), Verw.- Stelle Berlin. Heute Abends 8 Uhr im Restaurant Bemter, Münzstr. 11: Mitglieder und Verwaltungsversammlung. Tagesordnung: Das neue Statut. Der Unterstütungsbund der Hausdiener Berlins hält am Dienstag, und Bericht vom Weihnachtsfest. 2. Bierteljahrsberichte und Aufnahme neuer Gäste willkommen. Die Herren Fabrikanten gaben an, daß die Fachvereine die Arbeiter zu unverschämten Forderungen aufhezten, wodurch die Harmonie zwischen Arbeitgeber und Arbeiter zerstört und das Bestehen der Industrie gefährdet sei, deshalb wären die Herren Fabrikanten gezwungen, gegen die Fachvereine vorzugehen. Daß die Fachvereine unverschämte Forderungen gestellt haben, ist ein- Der Fachverein der Schlächtergesellen Berlins und fach unwahr und erhellt schon am besten daraus, daß die Arbeiter Umgegend hielt am 4. d. Mts. seine erste Jahres- Generalgar feine Forderungen in diesem Jahre gestellt haben, sondern versammlung ab. Auf der Tagesordnung stand als 1. Punkt: dieselben sind ohne jede Ursache aufs Pflaster gesetzt, und daß Kassenbericht des Kassirers, Kollegen Schwarze, per letztes das Bestehen der Industrie nicht gefährdet ist, beweisen die Vierteljahr 1890. Hierzu stellte Kollege Gaßmann den AnHerren Fabrikanten am besten selbst; die Industrie fann es ver- trag, daß, da nur ein Revisor die Bücher revidirt hatte, der tragen, daß man gute und tüchtige Arbeiter ohne jede Ursache Kassenbericht von der Tagesordnung abzusehen und zur Erstattung aufs Pflaster wirft und dafür Agenten in die Welt sendet, die desselben eine außerordentliche Generalversammlung einzuberufen für schweres Geld Arbeitskräfte heranlootsen, über deren Tüchtig sei. Dieser Antrag fand einstimmige Annahme. Die General- den 6. Januar, bei Feuerstein, Alte Jakobstraße 75, 1 Tr., feine zweite ordent teit man durch nichts informirt ist! Den vereinigten Glashütten versammlung schritt hierauf zur Ergänzungswahl des Vorstandes. liche General- Versammlung mit folgender Tagesordnung ab: 1. Mittheilungen in Ottensen ist es gelungen, einige Arbeiter von auswärts Der erste Vorsitzende, Kollege Keslinte, hatte sein Amt bereits mitglieder. 3. Neuwahl eines Stellenvermittlers. 4. Anträge. 5. Bundes heranzulootsen; diesen Arbeitern soll nun die Firma aus eigenem früher niedergelegt, und der erste Schriftführer, Kollege Gaß angelegenheiten und Fragekasten. In dieser Versammlung werden die Billets Antriebe eine Lohnerhöhung zugebilligt haben( angeblich von mann, legte im Verlaufe der Versammlung sein Amt nieder. zu dem am 17. d. Wt. stattfindenden Maskenball ausgegeben. Kollegen als 15 pCt.), außerdem soll man Richter's Irrlehren" unter diese Für beide war daher eine Neuwahl vorzunehmen. Nachdem Verein selbstständiger Zahnkünstler der Proving Brandenburgimportirten Arbeiter gratis vertheilt haben; das kann die In- Kollege Schwarze auf die Bedeutung eines Vorstandsamtes Berlin. Ordentliche Generalversammlung am Dienstag, den 6. Januar cr., dustrie also Alles vertragen, ohne zu Grunde zu gehen. Die hingewiesen hatte, wurde Kollege Reslinke einstimmig Bunft 8 Uhr Abends, in den Akademischen Bierhallen", Hegelplay 1. Arbeiter- Sängerbund Berlins und Umgegend, Abends 9 Uhr, Uebungs Handlungsweise der Fabrikanten erweist sich so als das, wofür zum ersten Vorsitzenden wiedergewählt.( Seine Amtsnieder- stunde, Aufnahme von Mitgliedern.- Gefangverein" Steinet che"( Böttcher), wir sie von vornherein hingestellt haben, nämlich als ein Aft roher legung war aus lediglich privaten Gründen erfolgt.) Lichtenbergerstr. 21 bei Heise. Gesangverein, Norddeutsche Schleife", Brutalität. Arbeiter- Gesangverein Bors legte wegen Zeitmangels auch der zweite Restaurant Kaiser Franz Grenadierplay 7. wärts( Süd- Ost)" bei 8temer, Cuvryfir. 16. Gesangverein Allegro", Rassirer, Kollege I'm mer, sein Amt nieder. Derselbe war aber Staligerfir. 142 bei Greifer. Gefangverein Olympia", Prinzenftr. 106 bet nicht abgeneigt, ein leichteres Amt im Vorstande anzunehmen. Gerth. Gesangverein Kreuzberg", Tempelhofer- Ufer 15 bet Rrang. Kollege Reslinke nahm die Wahl an und übernahm sofort die Gesangverein" Fidelitas", Acterstraße 13 bei Kummer. Moabiter Liedertafel", Wilhelmshavnerstr. 23 bei Brosch. Die Kollegen und Arbeiter allerorts aber bitten wir zum Leitung der Versammlung. Zum ersten Schriftführer wurde fo- glöckchen", Hochstr. 32 a bet Wilfe. Gefangverein Mais Männerchor Süd- Ost", köpniders Schluß nochmals, uns auch ferner kräftig zu unterstützen, damit dann gewählt Kollege Ga ßmann( provisorisch), zum zweiten traße 191 bet Folge. Männer- Gesangverein harmonia", Abends 9 Uhr wir nicht nach so schwerem Kampfe unterliegen. Mit kollegialischem Schriftführer Kollege Lassowski, zum zweiten Kassirer Kollege bet Zemm, Steinmezſtr. 76. Gesangverein, Bruberherz" bei Birto, Gruß Straußbergerstr. 3. Oppermann, zum Beisiger Kollege Stiller, zu Revisoren bei Miete, Abends 9 Uhr. Die ausgesperrten Glasarbeiter. Männer- Gesangverein Schildhorn", Usedomstr. 33 Gesangverein Waldtapelle" in Friedrichs Alle Sendungen sind zu richten an Glasarbeiter Herrmann die Kollegen Immer und Damerow( an Stelle der Kollegen bagen, Restaurant Blant, Friedrichstraße, Abends 9 Uhr. Hallwas in Sande, Markt Nr. 4, bei Bergedorf, sowie an die Krause und Lassowski). Ein Vortrag Werner's mußte Lese- und Diskutirklubs. Serwegh". Abends 8% Uhr im Lokale des Herrn Otto Linke, Forsterstr. 45. Gäste willkommen. " Feuerbach", Redaktionen des„ Der Fachgenosse" in Löbtau bei Dresden und wegen Abwesenheit desselben ausfallen. Am 8. Februar ver- 8 Uhr bei Schröder, Reichenbergerstr. 24. Humanität", Abends Der Glaser" in Wiesbaden. Alle arbeiterfreundlichen Blätter anstaltet der Verein bei Joël( Andreasstraße) einen Wiener 8 Uhr im Lotale des Herrn Steuer, Weinstraße 22. Gäste willkommen. werden um Abdruck gebeten. Maskenball. Unter„ Verschiedenes" beleuchtete Kollege GaßAgitationsverein afsalle", Abends 8 Uhr, Mariannenstr. 31 bei mann in längeren Ausführungen die heutigen Verhältnisse, die Borchardt, Schulzenstr. 28. Johannes Wedde", Abends 9 Uhr im Gäste haben Zutritt."" Proletarter",( Pantow), bei In der Banschlosserei von Franz Spengler, Alte Jakob- es ermöglichen, daß Menschen auf der Straße verhungern und sofale von Schüße, Urbanstraße 51. Männer und Frauen als Gäſte will, straße 6, hat gestern der größte Theil der Schlosser die Arbeit erfrieren, und setzte unter Bugrundelegung solcher Vorkommnisse tommen. Hasensclever", Abends 8 Uhr, im Restaurant Schol niedergelegt. In besagter Fabrik war vom 1. Mai ab die neun- auseinander, daß sich Jeder vergegenwärtigen müssen, daß er Kastanien Allee 35. Gäste willkommen. stündige Arbeitszeit bei einem Minimallohn von 24 Mark ein- selber in solche Lage kommen könne und daß demzufolge für Jeden Abends von 9-11 Uhr bei Keßner, Annenſtr. 16. Gefang-, Turn- und gesellige Vereine. Gesangverein„ Anacreon", geführt. Zu Neujahr wurde daselbst ein neuer Meister eingestellt, die Pflicht erwachse, sich zu koaliren, den Arbeitervereinigungen Männer- Gefangverein unverzagt",( Moabit), Abends 8 Uhr, bei Hermerschmidt, Perle auf dessen Betreiben es zurückgeführt werden muß, daß gestern beizutreten, um durch gemeinsames Wirken eine Verbesserung der bei Birke, Abends 9 Uhr. bergerstraße 28. Gesangverein Brüderherz", Straußbergerstraße 3, plötzlich in der Fabrik ein Plakat angeschlagen wurde, nach Verhältnisse herbeizuführen. Kollege Schwarze empfahl seiner im Restaurant Lehmann, Naunynſtr. 44. Privat- Theaterverein, cacte", Abends 9 uhr, welchem nunmehr die Arbeit zehn Stunden betragen sollte. Da feits eine rege Agitation für den Arbeitsnachweis des Fach- hofer üfer 13, Ede der Großbeerenstraße. Gäste willkommen. Theaters klub" Selmerding", Abends 9 Uhr in Hanf's Restaurant, Zempel eine Einigung nicht erzielt werden konnte, wurde die Arbeit vereins, namentlich auch in den Kreisen der Meister, welche noch verein Bergnügungs- und Theater niedergelegt. Zuzug ist fern zu halten. Romeo", Abends 9 Uhr bei Säger, Grüner Weg 29. sehr wenig Verständniß für diese Institution zeigen. Die willkommen. Bergnügungs- Verein Nordlicht", Abends 8-11 Uhr, Zur Beachtung für die Lederarbeiter Berlins und herrschenden Mißstände im Schlächtergewerbe fanden ferner bei G. Sautner, Wrangelſir. 65.- Verein ehmaltger 37er, Abends 9 Uhr, im Königstadt- Kasino, Holzmarktstraße 72. Rauchflub Rosenblätter" Umgegend. Nachdem noch bekannt gegeben, abends 8 Uhr bei Leopoldt, Yort- und Mannsteinstraßen Ede. Gäste wil Die unterzeichnete Kommission, die im vorigen eine vielseitige Besprechung. Jahre in einer General- Versammlung des Fachvereins der Leder- daß, solange der jezige Dekonom, Herr May, Inhaber des tommen. Der Gesellige Verein der Wachstuch- und Linoleumbruder arbeiter" damit beauftragt wurde, eine" statistische Er- Lokales Beuthstraße 22 sei, dortselbst keine Versammlungen mehr Berlins" hält seine Sizung jeden Montag nach dem 15. im Reſtaurant Fiſcherhebung über die Lohn- und sonstigen Verhältnisse in hiesigen stattfinden würden, sowie, daß die beschlossene außerordentliche straße 25 ab. Kollegen willkommen. Lederwaaren- Fabriken zu veranstalten, sieht sich genöthigt, anf Generalversammlung noch in diesem Monat einberufen werden diesem Wege alle säumigen Kollegen zu ersuchen, die ihnen in wird, schloß der Vorsitzende die Generalversammlung mit einem diesen Tagen brieflich zugehenden Fragebogen recht wahr dreifachen Hoch auf das fernere Gedeihen des bereits 800 Mitheitsgemäß und so genau als nur irgend möglich auszufüllen. glieder zählenden Fachvereins der Schlächtergesellen Berlins und Bet Anfragen bitten wir die Abonnements- Quittung beizufügen. Brieflich Brietkaffen der Redaktion. Von den ca. 200 Wertstätten haben schon eine ansehnliche Zahl Umgegend. " " ihre Schuldigkeit gethan; es fehlt aber noch manche darunter, Am 27. Dezember fand unter Vorsiz des Kollegen Rolloff " Doberstein. " " -" Antwort wird nicht ertheilt. G.. 11. Le sozialiste, Paris. Böhr. Der Wähler. Pforzheim. Es heißt: Der Feind, 2c. Briefkasten der Expedition. Gäfte auch verschiedene größere deren Verhältnisse bei der Fest- eine öffentliche Versammlung aller in der Bekleidungsindustrie stellung des Resultats von erheblicher Bedeutung find. Darum beschäftigten Arbeiter und Arbeiterinnen statt. Rollege Timm thue ein jeder bis jetzt unbetheiligter Lederarbeiter feine Pflicht führte in seinem Vortrag:" Welche Forderungen stellen wir der nnd gebe seine Verdienst- und anderen Verhältnisse offenherzig an. der immer mehr um sich greifenden Konfektionsarbeit gegenüber?" denn bedenkt, Kollegen! The wir bei passender Zeit eine Ver- ungefähr Folgendes aus: Vergleichen wir die heutige Zeit mit besserung unserer wirthschaftlichen Lage herbeiführen können, der vor 60 Jahren, so sehen wir, daß Deutschland heute den blatt, ist in der Post- Zeitungsliste pro 1891 unter Nr. 6469 C. H., Swinemünderstr. Der Vorwärts", Berl. Volfs müssen wir ohne Zweifel einen Ueberblick über die gesammten ersten Rang in der Konfektionsarbeit einnimmt. An uns tritt getragen. Jede Bostanſtalt innerhalb Deutschlands ist verpflichtet, Berhältnisse des ganzen Gewerks haben. Und diesen gewinnen die Frage heran, welche Forderung stellen wir den schlechten Zu- Bestellungen darauf anzunehmen, und zwar für 3,30 M. pro wir nur, wenn sich ein Jeder bei der statistischen Aufnahme beständen in der Konfektion gegenüber. Zur Lösung dieser Frage Quartal. theiligt. Indiskretionen hat Niemand zu befürchten, da nur das greife ich um 15 Jahre zurück, wo wir sehen werden, Resultat von allen Werkstätten zusammen veröffentlicht wird. daß die Frau, die uns heute die meiste Konkurrenz bietet, Verantwortlicher Redakteur: Curt Baake in Berlin. Druck und Verlag von Mag Bading in Berlin SW., Beuthstraße 2.