Mr. 175. Erscheint täglich außer Montags. Prets pränumerando: Viertele fährlich 3,30 Mart, monatlich 1,10 mt, wöchentlich 28 Bfg. fret in's Haus. Einzelne Nummes 6 Pfg. Sonntags- Nummer mit illuftr. Sonntags- Beilage Neue Welt" 10 Pfg. Post- Abonnement: 8,30 Mt.pro Quartal. Unter Kreuzband: Deutschland u. Defterreich: Ungarn 2 Mt., für das übrige. Ausland 3 Mt.pr.Monat. Eingetr. in der Pont Beitungs- Preisliste für 1893 unter Nr. 6708. Vorwärts 10. Jahrg. Infertions- Gebühr beträgt für die fünfgespaltene Petitzeile oder deren Raum 40 Pfg., für Vereins- und Beriammlungs- Anzeigen 20 Pfg Inferate für die nächte Nummer müssen bis 4 Uhr Nachmittags in der Ervedition abgegeben werden. Die Expedition ist an Wochens tagen bis 7 Uor Abends, an Sonnund Feittagen bis 9 Uhr Vormittags geöffnet. Fernspredjer: Amt I, 4186. Telegramm- Adresse: " Sozialdemokrat Berlin! Berliner Bolksblatt. Zentralorgan der sozialdemokratischen Partei Deutschlands. Redaktion: SW. 19, Beuth- Straße 2. Zum englischen KohlenarbeiterAusstand. London, 25. Juli. Freitag, den 28. Juli 1893. Expedition: SW. 19, Beuth- Straße 3. Man sieht schon daraus, wie nicht mehr die Person des Unternehmers, sondern der un- falsch es ist, den Widerstand dieser Distrikte gegen die gesetzvermittelte Einfluß des Marktes es ist, den der Arbeiter liche Regelung der Arbeitszeit als den Ausfluß größeren Unfich gegenüber sieht, d. h. eine unpersönliche, objektive abhängigkeitsfinnes zu bezeichnen, auch wenn man sonst Macht, ist der Widerstand gegen den Druck ihm eher er- nicht wüßte, welchen nicht besonders rühmlichen Rücksichten schwert. Durch Gegendruck auf den Unternehmer konnte er er in Wirklichkeit zuzuschreiben ist.*) Andererseits erunter Umständen indirekt auf den Markt wirken; ver- klärt sich die größere Widerstandsfähigkeit der Föderations schwindet der Unternehmer hinter dem den Marktschwankungen distrikte in der Lohnfrage dadurch, daß diese überwiegend angepaßten Lohntarif, so ist der Druck vertheilt, und es muß den heimischen Markt versorgen, Durham und Northumbernun erst der Ansazpunkt für die Entfaltung des nöthigen land dagegen den Export, d. h. den Weltmarkt. Die Gegendrucks gesucht werden. Föderation hat durch energisch geführten Kampf in den ihr laftet, nicht aufhebt, sondern nur verschiebt. Und insofern freien Vertrag festhalten. " Der mit Ende dieser Woche in Kraft tretende Kohlenarbeiter- Ausstand oder Ausschluß ist nicht nur wegen der gewaltigen Ausdehnung, die er selbst ohne die Einbeziehung der Kohlenbezirke von Durham und Northumberland einer feits und Süd- Wales andererseits annehmen wird, ein Ereigniß von Bedeutung, sondern auch vornehmlich wegen der Frage der gewerkschaftlichen Kriegsführung, die mit ihm Diese Erfahrung hat die Praxis vielen englischen Ar- angehörigen Distrikten von 1888, wo fie ins Leben trat, ciner erneuerten Prüfung durch die Praxis unterworfen beitern aufgedrängt, und daher gerade in den Reihen der bis 1890 die Löhne um 40 pCt. über den bisherigen Satz werden soll. Sieht man von den uneingestandenen Zwecken, bestorganisirten der wachsende Widerwille gegen die gleiten- in die Höhe gebracht und seitdem behauptet, welche die Unternehmer mit dem Vorschlag der 25 pro- den Lobulisten und die Vermittelung durch sogenannte Un- in Durham haben die Arbeiter bekanntlich im zentigen Lohnreduktion verbinden, ab, so stellt sich für die parteiische, die auf demselben Prinzip beruht. Der Un- vorigen Jahre nach einem bitteren Streik eine 10prozentige, Arbeiter die Frage so, ob und wie weit es möglich ist, die parteiische vergleicht Lohusay und Marktpreis, sucht dann in diesem Jahre eine weitere 5prozentige Lohnreduktion Lohnsäte dem Einfluß der Schwankungen im Preise ihres Pro- ein Normalverhältniß zwischen beiden zu ermitteln, meist über sich ergehen lassen müssen; in Northumberland sind dukts zu entziehen. Für die orthodore Manchesterökonomie ist die auf grund des zuletzt zwiichen Arbeitern und Unterfeit 1891 mit den fallenden Kohlenpreisen die Löhne schrittFrage von vornherein entschieden: es ist unmöglich. Außer nehmern vereinbarten und von beiden als recht und billig weise bis um 164 pet. gefallen, in Süd- Wales seit durch ein Monopol, das aber sehr unmoralisch wäre, tann( ,, fair") anerkannten Tarifs, und erkennt alsdann, ob und Februar 1891 um über 40 pCt. Kein Wunder, daß die die Waare Arbeit sich den Gesezen des Waarenmarkts nicht welche Aenderung der Löhne im betreffenden Moment dem Föderation auch in diesen Distrikten immer mehr Anhänger entziehen. Allenfalls wird zugegeben, daß bei einer gleich veränderten Marktpreis entspreche. Dazu brauchen nun gewinnt. Aber die Durham- Leute sind durch den letzt zeitigen Verbesserung des Produktionsprozesses, resp. Steige- aber die Arbeiter, sobald sie selbst in ihren Gewerkschaften jährigen Streit noch so erschöpft, daß sie sich vor einer zu rung der Produktivität der Arbeit das Verhältniß von das nöthige Material besigen, keinen Außenstehenden mehr. frühen Wiederholung scheuen, und wenn sie auch ihren Lohn und Produktpreis zu gunsten des ersteren verschoben was der Unparteiische sagen würde, wissen wir im voraus", Führern zum Troh den Anschluß an die Föderation erwerden mag, aber bei gegebener Produktivität der Arbeit sagte zur Zeit der jüngsten Baumwollenstreiks Herr Mawdsley, zwungen haben, so ist es immer noch zweifelhaft, ob sie der muß der Lohn unfehlbar den Bewegungen im Preise des der Führer der Spinner, ehe wir ihn afzeptiren, können an sie von seiten der letzteren ergangenen Aufforderung, Produkts folgen, und die Koalitionen der Arbeiter haben wir lieber gleich in die Forderung der Meister willigen". mit in den Kampf einzutreten, werden Folge leisten können. deshalb ihr Augenmerk darauf zu beschränken, die Dasselbe erklären jetzt die Pickard, Woods, Aspinall und Die Föderation hat die Forderung der vereinigten Ausnutzung günstiger Marktpreise ihren Mitgliedern wie die Führer der großen Bergarbeiter- Föderation sonst Grubenbesizer auf Herabsetzung der Löhne um 25 pCt. zul erleichtern und fie vor vor übertriebenen Schädi noch heißen mögen. Kein Schiedsgericht und keine gleitende d. h. 25 pCt. vom ursprünglichen Sah, was 18 pCt. vom gungen durch schlechte Marktkonjunkturen möglichst Lohnliste. Sie haben erkannt, welch' eklige Falle für die jetzigen ausmacht- rundweg mit der Erklärung abgelehnt, zu schützen. Das ist das Dogma, und es hat seine Arbeiter dahinter steckt. der ständige Preisfall der Kohle sei die Folge wahnsinniger modernste Anwendung in den gleitenden Lohnlisten" ge- Die große englische Bergarbeiter- Föderation zählt mit gegenseitiger Unterbietung der Grubenleitungen, sowie von funden, diesem Entzücken aller philanthropischen Bourgeois- den ihr neuerdings beigetretenen Verbänden von Durham chronischer Ueberproduktion. Der jetzt erreichte Lohusah sei ökonomen. Ein zweites Amerika war entdeckt, die Har- und Northumberland, die jedoch die Politik der Föderation das Minimum, wovon ein Arbeiter leidlich existiren könne monie zwischen Kapital und Arbeit war mit ihm vor jedem noch nicht völlig akzeptirt haben, rund 250 000, ohne die und darum sähen sie nicht den geringsten Grund, unter ihn schädigenden Stoß geschützt, den Arbeitern alles gesichert, rund 190 000 Mitglieder hauptsächlich in Lancashire, herabzugehen. Sie hat die Arbeiter in den bedrohten was sie vernünftigerweise verlangen und mit den äußersten Yorkshire und den Grafschaften Mittel- Englands, den sog. Distrikten, denen von ihren Verwaltungen nicht gekündigt sonstigen Mitteln nur durchsetzen könnten. Ja, man ent- Midlands. Zieht man nur die Distrikte in Betracht, wo wurde, aufgefordert, ihrerseits die Kündigung einzureichen, decte sogar( siehe W. von Schulze- Gävernih, die Baum- die Politik der Föderation afzeptirt ist, so repräsentiren weil der allgemeine Streit die größere Garantie baldigen nollenindustrie), daß mit den gleitenden Lohnlisten die dieselben eine aktive Bergarbeiter- Bevölkerung von rund Sieges biete, und aus demselben Grunde an die ihr beiArbeiter die Unternehmer und die Unternehmer bloße Be- 350 000 Köpfen, mit den Familienangehörigen gering ge- getretenen Arbeiter von Durham, in Schottland, Südamte werden: die Chancen des Marktes dem Arbeiter, der rechnet anderthalb Millionen Menschen. wales u. s. w. die Weisung ergehen lassen, eine Lohnschäbige Reft dem Fabrikherrn, heißt es jetzt. Man kann die Politik der Föderation als die des erhöhung zu verlangen, die die dortigen Löhne Lange genug haben die englischen Gewerkschaftler auf Widerstandes gegen den Marktdruck bezeichnen. Durham auf das gleiche Niveau mit denen der bisherigen Föderationssolche Versicherungen gehört, und das System redlich durch- und Northumberland haben bis jetzt am Prinzip der glei- distrikte bringt. Vielfach ist das letztere bereits geschehen, probirt. Daß es gegenüber dem brutalen Unternehmer- tenden Lifte festgehalten, dasselbe thut die Föderation der und daß in den Föderationsdistrikten selbst die Weisung Absolutismus, wie er anderwärts herrscht, einen gewissen Kohlenarbeiter von Süd- Wales, wo eine solche Liste seit durchgängig befolgt werden wird, untersteht keinem Zweifel. Fortschritt darstellt, soll nicht geleugnet werden, ebenso- Jahren in Kraft ist. Es ist interessant, die Politik in der wenig daß, wo es bei seiner Feststellung ehrlich zugegangen, Lohnfrage mit der in der Frage der Arbeitszeit zu ver*) Die Häuer, die den Ausschlag geben, haben 61/ aftündige der gleitende Lohntarif den Arbeitern zwecklose Opfer zu gleichen. Da vertritt die Föderation die Forderung des Arbeitsschichten, die Schlepper 2c. arbeiten 9 Stunden und ersparen vermag, aber schließlich ist er eben doch nur ein gesetzlichen Achtstundentages, während Durham und darüber. Würde deren Arbeitszeit reduzirt, so wäre die kurze Auskunftsmittel, das den Druck, der auf dem Arbeiter Northumberland an der Regelung der Arbeitszeit durch Arbeitszeit der Häuer schwer aufrecht zu erhalten. Feuilleton. Nadbrua verboten.) [ 27 Die Bekehrung André Savenay's. sein! Man mußte weiter kämpfen, standhalten. Dann ihnen zur Hälfte gehörte? Sozialistischer Roman von Georges Renard. Autorisirte Uebersetzung von Marie Kunert. des Gerichts in Kenntniß seyte, ging ihre anfängliche Be- ihn schon bei den ersten Worten: er wäre der politische stürzung schließlich in hellen Zorn über. So hatte man sie Redakteur seiner Zeitung, aber der finanzielle Theil wäre also betrügen und ungestraft ausplündern können! Sie an ein Syndikat von Bankiers verpachtet, von denen fonnten nicht einmal durchsehen, daß die Schuldigen vor mehrere zu den kompromittirten Persönlichkeiten gehörten. das Gericht zitirt wurden! Nein, nein, das konnte nicht Wie könnte man diese Leute in einem Blatte angreifen, das würde man den Minister der öffentlichen An Ein anderer, der einfacher Redakteur bei einem un gelegenheiten zwingen, seine Pflicht zu thun, wenn parteiischen Blatte war, hörte mit Interesse André's Bericht er es nicht gutwillig that. Man würde von neuem über die Thatsachen; als Kenner solcher Verhältnisse war flagbar vorgehen, man würde sich gegen die Verfügung des er wohl im stande, das Verfahren, das hier angewendet Untersuchungsrichters wenden, man würde in der Kammer worden war, um den Leuten das Geld aus der Tasche zu Ein Richter wurde zur Prüfung der Angelegenheit verlangen, daß die Schuldigen bestraft werden sollten. Es ziehen, richtig zu tariren. eingesetzt. Aber es vergingen Tage, Wochen und Mo- würde allerdings lange dauern. Gleichviel, wenn es nur Ein großartiger Schurkenstreich," sagte er, und wahrnate, und von einer Einleitung des Prozesses war noch überhaupt gelang, die Gerichte in Bewegung zu setzen. haft raffinirt ausgeführt!" immer feine Rede. Doch, o Fronie! um Geld zu bekommen, war die erste Er schien bereit, die Sache der Deffentlichkeit zu überAndré war wie alle, die von dem Labyrinth, das eine Bedingung für sie, Geld aufzutreiben. Man brauchte Geld geben; aber als er dann unter den Namen der Ansolche Anklage zu passiren hat, schlecht unterrichtet sind, ganz für die Konfultationen der Rechtsanwälte, für die Abschriften geschuldigten auch diejenigen von Finanzgrößen aller Parerschöpft vor Ungeduld. Der alte Beamte, den er fast täg- der verschiedenen Schriftstücke, kurz überall Geld und teien, von Marquis, Senatoren und schließlich auch den lich sah, wüthete, gestikulirte und fluchte noch immer. Nach wiederum Geld. Die unglücklichen Aktionäre, die ohnehin Namen des Barons von Türkheim erfuhr, wurde seine dem ihre Geduld endlich zu Ende war, drangen beide schließ schon beinahe wie Zitronen ausgepreßt waren, schwitzten Haltung sofort kühl abweisend, er schüttelte den Kopf und lich fast gewaltsam in das Heiligthum des Richters, der Blut und Wasser, um die paar tausend Franks aufzubringen, schien mit einem Male wenig geneigt, die Sache in Angriff mit der Untersuchung der Sache betraut war. Er theilte die sie in den Stand sehen sollten, ihre Rechte zu ver- zu nehmen. ihnen mit, daß er in den infrimirten That- theidigen. Aber wer verbürgte ihnen, daß ihr Gesuch„ Aber wenn ich den Artikel verfaßte und mit meinem fachen das angegebene Delift nicht habe finden nicht wieder bei Seite geworfen wurde? Einer von Namen unterzeichnete?" sagte André. tönnen und daß er Dor zehn Tagen verfügt ihnen rief, man müsse sich an die öffentliche Meinung" Nüßt nichts," antwortete der andere. Er könnte doch habe, daß die Anklage niedergeschlagen werde. André, hier- wenden, Lärm in der Presse machen. Das wäre das nicht aufgenommen werden." Und als André sich darüber von überrascht, fragte mit einiger Schärfe, warum man sie einzige Mittel, die Regierung zur Verfolgung der Verbrecher wunderte, fuhr er fort: denn nicht wenigstens von einer Sache unterrichtet habe, die zu zwingen. Wie, glauben Sie denn wirklich, daß wir die Freiheit fie doch auf's höchste interessire. Der Richter erwiderte Da André bei einigen Zeitungen Freunde hatte, so haben, zu veröffentlichen, was wir wollen? Blauer Dunst ihm darauf trocken, daß das Gesetz ihn in keiner Weise wurde er beauftragt, sie aufzusuchen und zu bewegen, daß ist alles, was man heute von der Freiheit der Preſſe faselt. dazu verpflichte, den Klägern von dem gefaßten Beschluß sie der Katze die Schelle anhängen sollten. Er ging auch Wir haben nur die Knechtschaft gewechselt, das ist alles. Mittheilung zu machen. hin, um ihnen die ganze Angelegenheit auseinanderzusehen Von der Regierung, von der Polizei haben wir uns allerAls man die Aktionäre von dem abschlägigen Bescheid und sie um ihre Meinung zu bitten. Der eine unterbrach dings fast ganz emanzipirt, aber uwärtig sind wir !! Gegen 400 000 Arbeiter werden mit Ende der Woche Ab- 1 Wie haben sie sich auch quälen müssen mit der Militärkehr" nehmen, und schon jetzt schnellen die Kohleupreise um vorlage! Schillinge in die Höhe. Politische Ueberlicht. Die Unfallversicherung auch für die handwerk3mäßigen Betriebe ist ein Kreuz unserer Geheimräthe. Die österreichischen Staatsmänner find offenbar Seit Jahren wird dieser Gegenstand bearbeitet. Bei seiner nicht müde und sichern sich dadurch die Vortheile einer Zoll- Regelung soll, wie offiziös gemeldet wird, auch die Frage ermäßigung. Der„ Vossischen Zeitung" wird aus entschieden werden, wie den Wünschen einzelner Gewerbs Wien unterm 27. Juli telegraphirt: = zweige auf eine andere Zusammensetzung jetzt " Nach einer Petersburger Meldung wird die russische schon bestehender Berufsgenossenschaften endgiltig Regierung die Vorschläge Desterreichs annehmen und soll die entsprochen werden kann. Unter anderem soll dies auch mit Festsetzung des österreichisch russischen Handelsvertrages in dem Verlangen des Fleischergewerbes der Fall sein, fürzester Zeit erfolgen. Rußland wird dann gegenüber das aus der Nahrungsmittelindustrie- Berufsgenossenschaft Desterreich- Ungarn den bisherigen Tarif beibehalten, bis das der es gegenwärtig angehört und zu der es die Mehrzahl österreichische und ungarische Parlament den Handelsvertrag der versicherungspflichtigen Betriebe stellt, auszuscheiden annehmen. Desterreich werden sodann auch die Zollermäßigungen schon mehrfach beantragt hat. des Vertrages mit Frankreich zukommen." Die Arbeitszeit jugendlicher Arbeiter. Da wir mitten im Sommer sind, so trifft der Streit das große Publikum direkt uur insoweit, als es sich um Kohlen für die Küche zc. handelt. Anders natürlich mit der Industrie. Der Kohlenverbrauch dieser im Bereich des vereinigten Königreichs wird- 13 Millionen Tonnen für den Minenbetrieb nicht eingerechnet auf jährlich 130 Millionen Tonnen geschäßt, während für häusliche Zweck 34 Millionen Tonnen verbraucht und 18 Millionen Tonnen exportirt werden. Beinahe die Hälfte des Verbrauchs für industrielle Zwecke nämlich 60 Millionen Tonnen entfällt auf die Stahl- und Eisenindustrie, und Durch für kaum eine zweite Industrie bedeutet ein Aufschlag in Die gewerbliche Sonntagsruhe wird vertagt und löchert wie ein Sieb ist der Arbeiterschutz der Gewerbeden Preisen für die Kohle eine gleich erhebliche Vertheueimmer wieder vertagt. Warum? Weil die Groß- novelle. Eine Ausnahme jagt die andere. Einer offiziösen rung der Produktion, obwohl natürlich auch in vielen induſtriellen gerade so der„ Schonung" bedürftig sind wie Korrespondenz zufolge hat es nun der Reichskanzler in anderen Induſtrien der Kohlenpreis für die Herſtellungs- die Agrarier und weil Herr von Stumm diefelbe Rücksicht letzter Beit mehrfach abgelehnt, auf eine von den allkosten des Produkts ganz bedeutend ins Gewicht fällt. Für verdient wie etwa Herr von Manteuffel. Nun wird der gemeinen Bestimmungen abweichende Regelung der Arbeitsdie Arbeiter dieser Induſtrien ist der drohende Kohlenstreit Kölnischen Zeitung" aus Unternehmerkreisen mit- zeit von jugendlichen Arbeitern und Arbeiterinnen, wie sie in einem Moment, wo sich gerade wieder eine kleine Besserung getheilt, daß die Vorschläge zur Regelung der gewerblichen von einzelnen Industriezweigen gewünscht wurde, einzuzumal gerade die unmittelbare Folge, ja schon die Aussicht Sonntagsruhe seit längerer Zeit fertig seien und gedruckt gehen oder eine solche dem Bundesrathe vorzuschlagen. Die des Streiks ein schwindelhaftes Anschwellen der Kohlenpreise im Reichsamt des Innern lägen. Man beabsichtige auch, Ablehnung ist hauptsächlich deshalb erfolgt, weil in den zur Folge hat. Den Kohlenarbeitern kann man natürlich sie durch die Landesregierungen den betheiligten Kreisen" betreffenden Berufszweigen teine so große Anzahl solcher keinen Vorwurf machen, sie wehren sich eben ihrer Haut, zugänglich zu machen. Der Berichterstatter des Organs der Arbeiter beschäftigt war, daß ihretwegen besondere Bestim und nicht zum geringen Theil richtet sich ihr Streit eben Großindustriellen meint, es sei kein vernünftiger Grund mungen eingeführt werden könnten. Wer wüßte nicht, wie und nicht zum geringen Theil richtet sich ihr Streit eben dafür ausfindig zu machen, daß dies nicht bereits jetzt bereitwillig die Regierung den ausnahmebedürftigen Untergegen die schwindelhafte Spekulation. Mehr verantwortlich find dagegen die Herren Grubenvorstände, die heute unter- geschieht, er hat nur verlauten hören, man wisse nicht recht, nehmern entgegengekommen ist und auf dem Verwaltungswem man sie geben soll, da namentlich die Arbeiterkreise wege das Bischen Arbeiterschutzgesetz zu gunsten des Großbieten, um morgen zu überfordern. Da aber der Eine nur thut, wozu die Konkurrenz des darüber verstimmt werden könnten, wenn etwa ein oder der gewerbes zurechtgestutzt hat! Der Kanzler hat so viel beAnderen ihn treibt, Jeder behaupten kann, lediglich dem andere Unternehmer Vorschläge eher erführe, als ein Ar- reits für das Kapital gethan, daß mehr zu thun ihm fast beiter. Ueber eine solche Furcht" vor den Arbeitern nicht übrig bleibt. Gebot der Selbsterhaltung zu folgen, so bleibt es wohl wundere er sich heutzutage nicht mehr, warum, brauchen dabei, daß die kapitalistische Gesellschaftsordnung mit ihren wir nicht zu sagen". Als Furcht" erscheint es den Schlot- Ein Gewinn vom Kuhhandel. Die offiziöse AbKonkurrenzgesetzen, ihrer Produktionsanarchie die beste baronen, wenn die Regierung sich vielleicht scheut, die läugnung der„ Norddeutschen Allgemeinen Zeitung" betreffs aller möglichen Gesellschaftsordnungen ist. machtvolle Arbeiterbewegung, die stärkste politische Partei des polnischen Sprachunterrichts war, wie es scheint, nicht Deutschlands, gar zu sehr zu brüstiren, weil sie etwa sich ernst gemeint. Man beabsichtigt, den polnischen Sprachdavor hütet, die famose Gleichheit vor dem Gesetz unterricht in die Volksschulen der polnisch sprechenden offensichtlich durch eine gröbliche Bevorzugung der Industrie- Landestheile Preußens wieder einzuführen. Gewiß ist nicht fürsten zu verlegen. Wir wollen allerdings abwarten. das Mindeste dagegen einzuwenden, daß polnische Kinder Weshalb aber überhaupt die seltsame Geheimnißkrämerei? in der Schule auch polnisch lernen sollen. Ueber elementare Berlin, den 27. Juli. Weshalb überhaupt der Verdacht eines Techtelmechtels Forderungen dieser Art dürfte in einem Kultur staat Zwei Reichsgesetze, die die Steuerzahler an zwischen Schlotjunkern und Regierung auch hier aufkommen fein Streit herrschen. Aber ein solches Zugeständniß auf die Heldenthat der Reichstagsmehrheit vom 15. Juli nur lassen? Der Vertrauensmann der„ Kölnischen Zeitung" hat Kosten der großen Masse durch ein Ja für die MilitärRecht, wenn er als einfache, billige Lösung der Frage die vorlage zu erkaufen, ist schofel. zu lebhaft erinnern, veröffentlicht der Reichs130% Veröffentlichung der Vorschläge im Reichs- Eine feine Nase hat die„ Kölnische Bolts- Zeitung"; Anzeiger" vom 27. Juli, das Gesetz, betreffend die Anzeiger" fordert. Weshalb zögert die Sozialpolitik von Feststellung eines zweiten Nachtrages zum Reichs- oben? Fürchtet sie, daß die unbefangene Kritik ihr dann sie wittert aus unserem neulichen Abwehr"-Artikel über von die Gewerkschaften das Vorhandensein haushalts Etat für das Etatsjahr 1893, und das bas Spiel verderben könnte? Als ob wir etwas anderes strömungen" heraus, die wir fürchten sollen. Wenn die Gesetz, betreffend die Aufnahme einer Anleihe für Zwecke der Verwaltung des Reich 3 heere 3. Der Nach erwarteten, als in erster Reihe zarte Rücksichtnahme auf die Kölnische Volts- Zeitung" die Versammlungsberichte des Reichsheeres. Großindustriellen? ,, Vorwärts" gelesen hätte, so würde sie wissen, daß wir den tragsetat belastet das Volk mit einer Ausgabe von 71 282 547 Mark, und der aufzunehmende Reich 3 pump in jenem Leitartikel zum Ausdruck gelangten Standpunkt wird sich auf 48 060 699 Mark belaufen. So rächt sich in Gewerkschaftsversammlungen schon wiederholt persönlich vertreten haben. Redaktionell hatte der Vorwärts" sich die Thorheit und Schwerfälligkeit des deutschen Michels, Der ständige Posthilfsbote Herrmann, zulegt auf aber mit der Sache nicht beschäftigt. Unser Dienstags- Leitder unsichere Kantonisten in den Reichstag geschickt hat. dem Postamt 3 beschäftigt, erlitt nach Neujahr 1892 eine artikel ist beiläufig auf Wunsch von Gewerkschaftsleitern Auch ein Grund. Ein russisches Blatt hatte be- Verlegung dadurch, daß beim Transport eines Packet geschrieben, die es für zweckmäßig hielten, daß vor dem hauptet, daß die deutsche Regierung den Vorschlag der Ent- farrens ein Packet beim Auffahren auf den Perron her Büricher Kongreß die Stellung der Partei zu den Gewerksendung russischer Kommissäre zur Theilnahme an der ge- unterstürzte und dem Herrmann auf den Kopf fiel. Seit schaften für die weniger Kundigen Klargestellt, und nebenbei mischten Konferenz in Berlin unter der Bedingung an dieser Zeit erschien Herrmann gestört und benahm sich so, der neueste Schwindel, den die Bourgeoisie mit Hilfe der genommen habe, daß diese Konferenz nicht früher als am daß der Verdacht geistiger Erkrankung gerechtfertigt er- Unabhängigen" in Szene gesetzt hat, aufgedeckt werde. aber sie ,, Unterströmungen" haben wir freilich Anfang des Herbstes zusammentrete, da die deutschen schien. Er mußte austreten und erhielt ein Jahr seinen unabhängigen" in Szene gesezt hat, aufgedeckt werde. Die Gehalt von 2,20 M. täglich. Nach dieser Zeit trat er heißen: Antisemitismus, Konservative Partei, Deutschfreisin, Staatsmänner im höchsten Grade ermüdet seien". " Kreuz- Zeitung" bemerkt dazu:„ Das im legten Satz Aus wieder ein, mußte aber nach kurzer Zeit wieder aufhören, Bolkspartei und auch Zentrum- alles ,, Unterströmungen", gesprochene können wir aus sicherer Quelle durchaus als weil sein Zustand eine dienstliche Thätigkeit unmöglich die mehr und mehr Wasser an die sozialdemokratische Strözutreffend bezeichnen." Weil unsere hohen Beamten in die machte. Nun kam ein Bescheid, daß er nichts mehr be- mung ablassen und allmälig- als freundliche Vorfrucht" Sommerfrische gehen wollen, wird eine so wichtige An- fäme. Jetzt gerieth die Familie in die größte Noth; dazu - ganz in ihr aufgehen werden. Kann die Kölnische gelegenheit wie der deutsch russische Handels- erkrankte auch die Fran. Sie kam ins Krankenhaus und Volks- Zeitung" noch einige weitere Unterströmungen" ververtrag auf die lange Bank geschoben. Nun haben wir Herrmann ins Siechenhaus. Die Frau ist vor 3 Wochen rathen, so soll es uns sehr lieb sein. Wir sind nicht des den Zollkrieg. Ob und was für Gegen gestorben, und Herrmann sieht seinem Ende jeden Tag ent- bescheidenen Glaubens, daß man des Guten zu viel haben maßregeln die Reichsregierung gegen den russischen gegen. Wie man hört, soll die Stadt wegen der Kranken- könne. Höchsttarif ergreifen wird, ist noch nicht entschieden. Daß haus- und Siechenhauskosten die Postverwaltung verklagt Die ,, Unabhängigen" find todt, es leben die„ Ans fie unter Umständen die deutschen Einfuhrzölle gegen Ruß- haben. Herrmann hat ziemlich 15 Jahre bei der Post gearchisten"!- erschallt jezt aus allen Ecken der Heulmeierland bis um 50 Prozent erhöhen kann, ist freilich richtig. dient, war aber noch nicht etatsmäßig angestellt! So geht es den Post proletariern, für die ruf der kapitalistischen Presse. Der" Unabhängigen"= Eine solche Gewaltmaßregel, die den heute bereits mit dem Fünfmark- Zoll belasteten russischen Roggen einfach aus- Verbesserung der Lage unserer Postunterbeamten geschieht Popanz war absolut nicht mehr zu benutzen es waren sperrte und die deutschen Verbraucher aufs schwerste nichts, dafür hat die Ueberschußwirthschaft der Postverwal- schlechterdings auch mit Reporterlupen keine" Unabhängigen" schädigte, verschärft nur den Zwist. Rascher Abschluß tung fein Geld übrig. Wozu besteht denn nun die be- mehr zu sehen. Es mußte ein Popanz entdeckt werden, eines friedlichen Vertrages muß die Losung sein. rufene Kaiser Wilhelm- Stiftung? Doch nicht blos für der nicht zu sehen ist; und da präsentirten sich dann die Anarchisten", die man bekanntlich nicht sieht, sondern blos Wenn freilich die deutschen Staatsmänner müde sind"!" Höhere"? Aus dem Reiche des Herrn von Stephan. Aus Görlig wird uns geschrieben: man " erstickt werden. ,, UnterSklaven des Geldes. Wir sind nichts anderes, wie Arwies man ihn kurz aber höflich ab, indem man ihn wenigstens war er sicher, gehört und verstanden zu werden. beiter, die unter einem Patron stehen, von dem ihre Existenz darauf aufmerksam machte, daß fich feine Mehrere Blätter derselben Farbe druckten den Artikel ab abhängt. Wer hindert ihn denn, uns aufs Pflaster zu Berleumdungsklage zuziehen wolle. Ein kleines Winkel- und billigten seine Ausführungen. Andere erwähnten ihn werfen, wenn wir uns erlauben, anders zu denken, als er? blättchen, das vom Standal lebte, erbot sich, den Artikel mit Wuth und Abscheu. Jetzt konnte die Sache nicht mehr Wer uns bezahlt, ist unser Herr. Man läßt uns alles abzudrucken, wenn André 500 Franks dafür zahlen wolle. Wieder vergingen Wochen um Wochen. Die Aktionäre Mögliche über Politik zusammenschreiben, für oder gegen André, willigte ein, aber als der festgesetzte Tag heranein Ministerium kämpfen, es sieht so aus, als könnten gekommen war, erklärte der Direktor verlegen, daß er sich hatten beschlossen, ihre Sache einem hervorragenden Advokaten wir in diesen Fällen schreiben, was uns richtig anders besonnen habe und André dachte an das Sprüche anzuvertrauen. Das fostete viel Geld, aber man dürfte doch scheint; aber in Wirklichkeit befinden wir uns immer an wort: Reden ist Silber, Schweigen ist Gold. nichts vernachlässigen, wenn man den Sieg davoutragen wollte. der Kette der Geldleute. Fällt es uns einmal ein, unsere Des vergeblichen Umherlaufens müde, entschloß sich Ardré, der selbst Advokat war, erhielt jezt den Auftrag, unter eigene Meinung in einer Frage zu haben, bei der André, eine sozialistische Zeitung aufzusuchen. Er wagte den berühmten Vertretern des Rechtes den geeigneten Mann das Interesse eines mächtigen Herrn von Geldsacks denn auch wirklich einen Gang nach der Redaktion der ausfindig zu machen. Der erste, an den er sich wandte, Gnaden betheiligt ist, sofort zieht er den Strid Révolution sociale"*) in der Rue du Croissant, wo er in mußte ablehnen, weil er mit einem der Administratoren veran. Gewiß, wir haben die Freiheit, entweder still einem Hintergebäude eine enge und dunkle Treppe erwandt war. Der zweite war untröstlich, nicht annehmen zu zu schweigen, oder unserer Wege zu gehen. Sie flimmen mußte, bis er auf eine Thür stieß, an der das können, weil er der Rechtsbeistand einer großen Gesellschaft sehen nun, mein verehrter Herr, die Geldleute können Wort Redaktion" geschrieben stand. Er durchschritt einen war, deren Direktor der Herr Baron von Türkheim war. Royalisten oder Republikaner, Opportunisten oder Radikale dunklen Korridor und drang schließlich in ein von Zigarren- Der dritte war gerade wie auf Bestellung vor einigen Tagen sein, aber in einem Punkt stimmen sie alle überein: man rauch erfülltes Zimmer, in dem am hellen Tage Gas von der Gegenpartei um seinen Beistand gebeten worden. barf beileibe nicht ihr Geld anrühren." brannte. " Allyn, der ehemalige Präsident der Rechtsanwaltschaft, der Und doch," sagte André, habe ich in den Zeitungen Er bat, den Herrn Direktor sprechen zu dürfen. Der mehr als irgend ein anderer Gehör in Gerichtskreisen fand, oft Angriffe auf Finanzmänner gelesen." Redaktionsdiener, den er mein Herr" statt Bürger" an hatte seinen Beistand schon Herrn Albary zugesagt, demSo mußte " Gewiß," erwiderte der andere, wenn zwischen zwei redete, betrachtete ihn mit Mißtrauen. Trotzdem wurde er selben, gegen den die Klage gerichtet war. Parteien, z. B. zwischen dem jüdischen und katholischen in das Zimmer geführt, und er hatte kaum den Zweck feines André unter all den Fürsten des Rechtsanwaltstandes die Kapital ein Streit ausgebrochen war. Aber sobald An- Besizes auseinandergesetzt, als der Direktor ausrief:" Vor- Runde machen. Ueberall stieß er auf begründete Weigegriffe von außen kommen, sind ihre Interessen solidarisch. trefflich! Ihr Artikel wird morgen erscheinen." rungen, und der Gedanke drängte sich ihm immer mehr auf, Wenn man da auf einen von ihnen losschlägt, heulen die In der That erschien André's Bericht schon am nächsten daß seine Gegner mit diesen Leuten durch all die tausend anderen sofort mit. Und aus diesem Grunde kann Ihr Tage an hervorragender Stelle des Blattes unter der Ueber Bande der Verwandtschaft, der gesellschaftlichen und ge= Artikel bei uns nicht erscheinen; höchstens könnte er in schrift:" Ein neuer Diebstahl der kapitali schäftlichen Beziehungen aufs engste verknüpft waren. Schließ irgend einem Käseblatt Aufnahme finden, das kein Mensch stischen Großgauner an der Börse." lich wandte er sich an einen jungen Advokaten, Ferrier, liest oder in einer unfindbaren Zeitung, die eine eigene Er war von einem flammenden Kommentar, von hef der von ernstem, solidem, wenn auch weniger glänzendem aber Meinung und Prinzipien vertritt und nicht einen Geld- tigen Angriffen gegen die Großkapitalisten und einem Appell Geiste war, weder den Ruf noch die Ers fact." an die öffentliche Meinung gegen diese Bande von Schma- fahrung des alten, geriebenen Schlaufopfs hatte, mit dem André protestirte dagegen. Trotz seiner persönlichen rotern" begleitet. André fand, daß das Blatt feiner er es aufnehmen sollte. Er Juzwischen hatte auch die Anklagekammer gesprochen. Erfahrungen glaubte er noch immer, daß die Presse die Entrüstung einen zu scharfen Ausdruck gegeben hätte. Rächerin der Leiden der Bedrängten sei. Er wollte nun war unzufrieden mit der heftigen Sprache, die seiner nüchternen Sie entschied, daß dem Antrag auf Verfolgung der Schuldigen noch einen Versuch machen. Er verfaßte einen kurzen und gehaltenen Darstellung einen blutrothen Rahmen gab. Aber nachzukommen sei. In all ihrer Noth hatten die armen Artikel, der die Beschwerden der Aktionäre enthielt und was sollte er dagegen thun? Es war nicht seine Schuld, Aktionäre zum ersten Male einen Moment der Freude und trug ihn von einer Redaktion zur anderen. Hier bat man daß man nur die achtete, welche laut schrieen. Diesmal Hoffnung. Die Sache wurde ausnahmsweise an die achte ihn, sein Mannskript da zu lassen, und wenn er wieder anKammer gewiesen. Der Staatsawalt Chapuis wurde damit fragte, war ber rektor stets ansgegangen. Dort Révolution sociale zu deutsch:" Soziale Revolution". I beauftragt, die Anklage zu erheben. " - " " = " fühlt, wenn man durch eine Dynamitbombe in die Luft| Terrain soll, weil es sich in ziemlich großer Entfernung des Behandlung der Gefangenen durch die Gefängnißbeamt gesprengt wird. Ganz Berlin ist mit Anarchisten" er- Schießplates befindet, nicht zu demjenigen gehören, das hatte einen solchen Grad der Grausamkeit erreicht, daß der füllt, die im Stillen arbeiten die Unabhängigen" haben während der Schießübungen gesperrt ist. Statthalter zu gunsten der Gefangenen sich einmischen mußte. sich in Anarchisten" verwandelt." So lautet die neueste Einige Gefangene nahmen zu ihrer eigenen Verstümmelung Wauwau- Mär, und ein Sonntagskind, das die Flöhe husten Sozialpolitik in der Pickelhaube. Zum 1. September Zuflucht, andere flohen in den undurchdringlichen Wald, in hört, versichert allen Ernstes, es gäbe 12 000 Anarchisten" wird die Gendarmerie im Kreise Saarbrücken um zehn, dem sie alle Schrecken des Hungers litten. In dem Beutel allein in Berlin. Nun, die„ Anarchisten" wandeln, gleich Saarlouis um drei, Ottweiler um sieben Mann vermehrt eines entronnenen Gefangenen wurden Stücke von den„ Unabhängigen" auf Gänsefüßchen und werden uns die Die neuen Stationen sind, der Köln. Volksztg." zufolge, menschenfleisch gefunden, und andere Fälle von KanNachtruhe nicht stören. und vornehmlich Orte mit Bergwerks Industrie. nibalismus( Menschenfresserei) werden berichtet. Sachalin Wer wird jetzt noch klagen über die staatlichen Muster- ist die jüngste Verbrecherkolonie. Die erste Deportation Konservatives und Antisemitisches." Ein hochbetriebe"? angesehener altpreußischer Ronservativer", wie ihn die dahin fand 1869 statt. Seit einigen Jahren werden Norddeutsche Allgemeine Zeitung" Noch einmal der Hund des Oberregierungsrathes. jährlich 1000 Gefangene dorthin gesandt. Es giebt aber titelt, veröffentlicht in dem offiziösen Blatte eine eingehende Wir haben bereits( Nr. 172 vom 25. Juli) den§ 346 des noch heute feile Agenten des Barismus, die in deutschen Betrachtung: Konservatives und Antisemitisches, die sich mit R.-Str.-G. zitirt, der auf den Fall des Bürgermeisters Preßorganen die russische Gefängniß- und Verbannungsbemerkenswerther Schärfe gegen die Gönnerin des Anti- ange in Erfurt in der Affäre des oberregierungsräth- wirthschaft über den grünen Klee loben, Sibirien als eine femitismus, die„ Kreuz- Zeitungs"- Partei richtet lichen Hundes wohl zur Anwendung gelangen dürfte. Von Ferienkolonie preisen und die edlen russischen Freiheitsund mit den Hammerstein und Stöcker sorgsam Abrechnung iuristischer Seite wird die Frankfurter Zeitung" kämpfer, die in den Kerkern und Bergwerken Asiens zu Es ist der Helldorff'sche Ton, der aus der darauf aufmerksam gemacht, daß das Reichsgericht Grunde gehen, mit dem geifernden Borne einer BordellAuseinandersetzung herausklingt, der Ton des regierungs- durch Urtheil vom 30. April 1885 ausdrücklich diesen Para Veteranin schmähen. fähigen Antisemitismus, der um kein Haar fortgeschrittener graphen auch auf Polizeibeamte und ich diesen Parafür bält. = be= Desterreich. M bürger vor dem Wahlgesez in Bahlen. 1891 wählten in Die Gleichberechtigung aller StaatsDesterreich: t bi 85 Abgeordnete 583 Handelskammerwähler 21 5 402 Großgrundbesitzer 5 292 800 Stadtbewohner 18 415 262 Landbewohner 118 129 Daher entfiel durchschnittlich auf je 68 Großgrundbesitzer YOR 1 Abgeordneter 27 Handelskammermitglieder 1 1 1 " " 44 854 Stadtbewohner 142 754 Landbewohner und Parteinachrichten. Bum Magdeburger Lokalboykott. Der Lokalkommission in Magdeburg ist von den Brauereibefizern Dummer u. Döring ein Erklärung zugegangen des Inhalts, daß die Mitgliedschaft dieser Firma zum Verband der Brauereien fortbesteht trob der zu Händen des Herrn Rechtsanwalt Heine abgegebenen Austrittserklärung. Der Lokalboykott über diese konsequente Firma wird mithin wieder in vollem Umfange aufrecht erhalten. Die Versammlungsfreiheit im 2ande der wieder gewonnenen Brüder illustrirt folgende Mittheilung unseres Nachdem die Abhaltung der für gestern Abend beabsichtigten stehendes Gesuch zu: als der Hammerstein'sche Konservatismus, es vorzieht, seine tretungen für anwendbar erklärt hat.( Entscheid Band 12, reaktionäre Gesinnung in vorsichtigerer Weise, nicht in der S. 161/2). Dreschflegelweise der Tivoligenossen, zu bekunden. Mit nicht geringem Geschick führt der junkerliche Wadelstrumpf aus, wie die Stöcker und ihre Bundesgenossen Bresche gelegt haben für den radikal sich gebärdenden Antisemitismus der Böckel und Ahlwardt, die sich auf den altererbten Sitzen der konservativen Partei bereits häuslich einrichten. Nur kann der Fortgang der Entwickelung nicht mehr gehemmt werden. Endlich fangen die Kleinbauernschaft und die Kleinbürger an, sich gegen die konservativen Mächte, deren getreue Hintersassen fie bisher gewesen sind, zu empören. Ist einmal der Bund schuh des sozialpolitischen Aufstandes aufgeworfen, so muß sich in absehbarer Zeit die Kerntruppe der Rebellen um das richtige Banner ralliiren", will sagen, sie wird sich zur 14 Großgrundbesitzer 1 Abgeordneter, in Schlesien auf je In Böhmen und Mähren aber entfiel schon auf je Elsaß- Lothringischen Parteiorgans: Einsicht in die Zustände durchringen und die Vorschule des 18 Großgrundbesitzer 1 Abgeordneter. 18 schlesische Groß- öffentlichen Boltsversammlung, wie bereits mitgetheilt, untersagt Antisemitismus nur durchlaufen, um dem Sozialismus erfreuliche Gefolgschaft zu leisten. Wir also find die lachenden grundbesitzer sind also genau so„ reis" zum wählen, wie worden ist, ging gestern dem kaiserl. Bezirkspräsidium nachDritten und überlassen in vergnüglicher Ruhe die Helldorff 142 754 Landbewohner zusammengenommen! Zum Kaiserl. Bezirkspräsidium und Blumenthal, denen Herr Bindter auch diesmal auf dem politischen Mensurboden als Schleppfuchs seine Dienste spaßhafter. Am 26. Juli erließ die Berner Regierung ein freises Mülhausen nachkommen zu tönnen ersuche ich hiermit um Der wildgewordene Berner Mut" wird immer um meiner Verpflichtung gegenüber den Wählern des Wahlleistet, ihrem häuslichen Zwiste mit den Stöcker, Hammers Verbot gegen das öffentliche Aufpflanzeu Genehmigung einer öffentlichen Versammlung, welche Donnerstag, stein und Kropatschek. oder Tragen rother Fahnen auf bernischem Ge- den 27. d. M., Abends 8 Uhr, im Lokale Cisteller" hier stattSchlagfertig antwortet übrigens die Kreuzbiet. Es werden Gefängnißstrafen von 8 bis 40 Tagen finden soll mit der Tagesordnung: 1. Berichterstattung über die Beitung" schon heute Abend auf den Angriff des„ hoch- oder 100 bis 500 Fr. Buße festgesetzt. Dieses Verbot ist Thätigkeit des Reichstages. Referent: Reichstags- Abgeordneter angesehenen altpreußischen Konservativen", den sie natürlich um so belästigender, als dieselbe Regierung eine vor etlichen F. Bueb; 2. Freie Diskussion über das obige Thema. recht gut kennt. Sie mußt ihm auf, daß er bei der letzten Monaten von der berüchtigten Drganisation des fanatischen Mülhausen, 24. Juli 1898. Reichstagswahl von vornherein durch einen unbekannten Berner Patrizier und Muckerthums, dem„ EinwohnerF. Bueb, Reichstags- Abgeordneter. Grundbesitzer" ersetzt worden sei. Der arme Herr v. Hell- Verein", gegen derartige Kundgebungen und gegen den demokratischen Abgeordneten in Elsaß- Lothringen das selbst Es handelt sich darum zu konstatiren, ob den sozial dorff! Im übrigen vertheidigt das Junkerblatt die von Arbeitersekretär Wassilieff gerichtete schäbige Angeberei mit verständliche Recht oder vielmehr die Pflicht, den Wählern über ihm vertretene Tivoli Politik mit großer Lebhaftigkeit. schlagenden Gründen zurückgewiesen hat. Wenn zivei Junter sich raufen, springt für uns immer frawalle haben Muz" aus Rand und Band gebracht und macht wird." Die Maurer- ihre Reichstags- Thätigkeit Bericht zu erstatten, unausführbar geetwas heraus. Der Konservatismus bröckelt, und der ihn er springt, wie eben ein Bär springt, der auf glühender unterwühlt, ist der Antisemitismus. Auf die Antwort, die auf dies Gefuch erfolgen wird, braucht Eisenplatte tanzen lernt. Die soziale Bewegung ist der man nicht besonders gespannt zu sein. Popanz, der ihn schreckt. = " verhandlungen über den Krawall vom 19. Juni erft Nach dem Nouvelliste Vaudois" sollen die Gerichts im Herbst" beginnen, und die Untersuchungsheft soll so lange fortdauern! So rächt sich die Berner Bourgeoisie an Wassilieff, dem unermüdlichen, trefflichen Organisator der Bernischen Arbeiterbewegung. Genehmigung durch eine Immediateingabe an den König Für die Schneidemühler Brunnenlotterie soll die nachgesucht werden. Die Lotteriepatrioten können sich ja auf die Schloßfreiheits- und Antisklaverei- Lotterie berufen. Ein gesittetes Gemeinwesen hilft den Bedrängten durch fozialpolitische Maßregeln, nicht durch Veranstaltung eines Glücksspieles. Militärisches. Der Der bayerische Gelondelieutenant leute in Durham haben in einer Delegirten- Versammlung Der englische Bergarbeiter- Ausstand. Die BergHoffmeister vom 18. Infanterie- Regiment, der sich in Birmingham beschlossen, eine Lohnerhöhung von 15 pet. wegen angeblicher sozialistischer Umtriebe in zu fordern, den Vorschlag jedoch, sich einem allgemeinen Würzburg in Untersuchungshaft befindet, wird sich nach Ausstande anzuschließen, abgelehnt. Jezt bedarf es einer bayerischen Blättern anfangs August wegen Aufreizung zc. Abstimmung sämmtlicher Mitglieder der Union und einer vor den Militärgeschworenen zu verantworten haben. allgemeinen Ausstande betheiligen. Der Versuch, einen Zweidrittel- Mehrheit, damit die Durham- Leute sich an dem Ausgleich zwischen Arbeitern und Grubenbesigern herbei zuführen, ist in letter Stunde unternommen worden, wird aber voraussichtlich scheitern. Colmar. gegen unser Stuttgarter Bruderorgan, die Schwäb. Zagwacht", Polizeiliches, Gerichtliches 2c. wegen des tonfiszirten Nothstandsartikels eingeleitet worden. Gin Majestätsbeleidigungs Prozeß ist Auch der Stuttgarter Beobachter", ein volksparteiliches Blatt, gegen unser Stuttgarter Bruderorgan, die" Schwäb. Tagwacht", hat einen Majestätsbeleidigungs- Prozeß auf den Hals bekommen und zwar ebenfalls wegen eines sogenannten Nothstandsartikels. Derselbe beschäftigte sich mit dem Nichtempfang der AlbbauernDeputation durch den König. Brüdern" umgeht, zeigte uns wieder einmal eine Gerichtsverhand-Wie man in Elsaß- Lothringen mit den„ wiedergewonnenen lung vor der Strafkammer zu Metz gegen unseren Genossen Ries. Derselbe war angeklagt, am 14. April d. J. die Reichstagsrede Bebel's vom 3. Februar über den Zukunftsstaat vertheilt zu haben. Auf seinem eigenen Acker hat ein Bürger von Oßweil und zwar vier Wirthe, eine Wirthin und ein Polizeikommissar. Von der Staatsanwaltschaft waren sechs Zeugen geladen ( Württemberg) gänzlich unverhofft als ein Opfer des Mi Die vier Gastwirthe sagten aus, daß Ries nicht der Mann fei, litarismus sein junges Leben lassen müssen. Der Ludwigswelcher die Blätter bei ihnen vertheilt habe, es sei dies ein an burger Zeitung" wird unterm 24. Juli darüber berichtet: Der 21 Jahre alte Gottlob Stumm, Sohn des Wagners derer gewesen. Die Wirthin konnte nicht bestimmt sagen, daß Stumm von hier, der heute Vormittag auf seinem Acker in Ries es gewesen sei, fie meinte" es blos. Ebenso konnte der Der schwedisch norwegische Streithandel. Ein Polizeikommissar nichts aussagen, da er von der Sache nichts den sogenannten Seewiesen, unweit des Weges nach Poppen außerordentlicher Reichstag, so wird aus Stockholm ge- wußte, als daß man ihm die Blätter auf sein Bureau gebracht weiler, mit Erntearbeiten beschäftigt war, wurde um halb meldet, soll wegen der Konsulatfrage nicht einberufen hatte. Auf Befragen fagte Ries, daß er wohl die Rede Bebel's 11 Uhr von einer Kugel, welche sich, wie es scheint, vom werden. Die Regierung, heißt es, werde zu den Mehraus- vertheilt habe, aber nicht am 14. April, sondern während der Schießplate aus, wo gegenwärtig Mannschaften des in gaben den vom Reichstage zur Verfügung gestellten„ fleinen einer Zeit, wo die Bertheilung von Flugblättern erlaubt ist. Der Wahlperiode, und zwar in der Zeit vom 28.- 30. Mai, also zu Stuttgart garnisonirenden Grenadier Regiments Schieß- Kredit" anwenden. Aus Christiania, der norwegi- Gerichtspräsident meinte dazu, daß der Tag nichts zur Sache übungen halten, verirrte, durch den Rücken mitten ins Herz schen Hauptstadt, wird ferner mitgetheilt, daß die königliche thue, das Austheilen sei auch während der Wahlperiode ver getroffen, so daß der Tod alsbald eintrat. Das betreffende Sanktion fich lediglich auf vom norwegischen Storthing boten. Diese Meinung wurde ihm aber sowohl von Ries, als angenommene kleinere Gesetzentwürfe ohne besondere poli- auch vom Vertreter der Staatsanwaltschaft widerlegt. Troßdem Wieder vergingen Wochen um Wochen. Da hörte man tische Bedeutung beziehe. Dagegen seien in betreff der beantragte der Vertreter der Staatsanwaltschaft doch 40 m. Storthingsbeschlüffe bezüglich der Kündigung des gemein- Geldstrafe oder 10 Tage Gefängniß, und plötzlich, daß der Staatsanwalt sein Amt niedergelegt habe. schaftlichen Konsulatswesens, der Herabseßung der Apanage die unbestimmte Aussage der Wirthin Jonas seine Aufgabe zu ernst genommen, und daß die Regierung Das unbeſtimmte Gerücht tauchte bald darauf auf, daß er des Königs und des Kronprinzen, der Streichung der Tafel- und auf das Geständniß unseres Genossen Ries. Hierauf im Hinblick auf die hohe Stellung der Betheiligten Milde gelder für die beiden Staatsminister, der Aufhebung gewiffer führte aus, wie es geradezu unbegreiflich sei, daß der Staatsanwalt im Hinblick auf die hohe Stellung der Betheiligten Milde Professuren u. s. w. bis zur Stunde noch keinerlei fönigliche unter den Umstanden, welche die Zeugenvernehmung festgestellt gerabesut aufeiner Wertheidigung walten zu lassen wünschte. Dadurch entstand eine neue Verzöge- Entschließungen erfolgt. Schweden wird sich eben friedlich habe, die Anklage habe aufrechterhalten können; und er kam auf rung, welche die Aktionäre fast zur Verzweiflung brachte. Der Staatsanwalt Martin, der an die Stelle feines Kollegen getreten mit der norwegischen Bauerndemokratie auseinandersehen die abnormen Verhältnisse in den Reichslanden zu sprechen, die war, brachte die ihm anvertraute Arbeit in aller Gemäch lichkeit zu Ende. Endlich kam der für die Hauptverhandlung angesetzte Tag heran. Es waren blos fünf Monate verflossen, seitdem die Klage anhängig gemacht worden war. Die Kenner der Gerichtspraxis waren einstimmig der Ansicht, daß die Sache einen außerordentlich schnellen Fortgang genommen hätte. 10. Rapite I. müssen. zwar auf und zwischen deutschem und französischem Recht in der Zwickmühle steckten und gar keinen Rechtsboden hätten. Er schloß, nachdem Der Militarismus in Dänemark. Aus Kopen- er die Hinfälligkeit der Anklage in allen Einzelheiten nachhagen meldet das Depeschenbureau Herold" unterm gewiesen, mit dem Ausdruck der zuversichtlichen Erwartung 27. Juli: feiner Freisprechung. Das Urtheil, welches 8 Tage später gefällt wurde, lautete auf 1 Monat Gefängniß, 20 M. Geldstrafe, oder im Nichtzahlungsfalle noch weitere 4 Tage Gefängniß. Gegen dieses Urtheil ist Revision beim Reichsgericht eingelegt. " Der Kriegsminister hat in Veranlassung der Bestrafungen von Mannschaften des Ingenieurregiments wegen In subordination die Kriegsgerichtsaften veröffentlicht, nach denen die Disziplin in diesem Regiment schon im vorigen Jahre eine sehr lockere war, und die Verurtheilung von Mannschaften zu insgesammt 12 715 Tagen Quartierarrest im Laufe eines Jahres nöthig wurde." Die achte Strafkammer, die zu allen Zeiten schon etwas zu klein gewesen war, ist heute überfüllt. Man erwartet eine jener spannenden Verhandlungen, die für gewisse Leute Es ist etwas faul im Staate Dänemark. den Reiz einer Première im Theater haben. Dennoch ist Serbien. Aus Belgrad meldet Wolff's Telegraphendie Frauenwelt noch wenig zahlreich im Zuhörerraum ver- Bureau unterm 27. Juli, daß das Ministerium im Gegen treten. Die meisten Frauen suchen diesen Raum nur auf, faße zum Untersuchungsausschuß der Stuptschina ein wenn irgend ein großer Mordprozeß zur Verhandlung steht, Gerichtsverfahren gegen die angeklagten Ex- Minister verbei der sie dann ein doppelt aufregendes Schauspiel ge- wirft. Der Ausschuß dagegen beabsichtigt alle Angeklagten nießen, zunächst dasjenige, ohne Gefahr für ihre Person in Haft nehmen zu lassen und die entschiedensten Maß sich hier am Geruch des Blutes sättigen, nach Belieben regeln zu treffen. Das Kabinet hat mit seinem Rücktritt alles betrachten zu können, was zu dem Verbrechen gedient gedroht. Bereits ist das Gerücht verbreitet, daß Sava hat, die Hände, welche den Mord vollzogen, das Messer, Gruic mit der Neubildung des Kabinets beauftragt sei. das den Körper verstümmelte, die Kiste, in der man die Der weitere Verlauf der Angelegenheit hängt von der Entzerstückelte Leiche verborgen; dann aber auch das scheidung des Königs ab, der sich gegen schroffe Schritte des Schauspiel, in voller Sicherheit den gefährlichen Ver- Ausschusses ausgesprochen hat, jedoch den gesetzlichen Verlauf brecher zu sehen, wie er verfolgt und umzingelt bald trozig der Untersuchung nicht hindern will. Widerstand leistet, bald vor, der gegen ihn entfesselten menschlichen Meute zurückweicht. Man könnte glauben, einem Stiergefecht beizuwohnen, nur daß diese Jagd auf den Menschen doch viel unterhaltender ist. ( Fortsetzung folgt.) Literarisches. Im Verlage von Wörlein u. Ko. in Nürnberg erschien soeben eine hochinteressante Broschüre, betitelt:„ Die heilige Behme des Militarismus. Nach triegsgerichtlichen Erkenntnissen." Von Frizz Kunert. Der Inhalt des hübsch ausgestatteten Werkchens lautet: " betreffend: Ein Fall fortgesetzter Beleidigung und Mißhandlung. Einleitung. Kriegsgerichtliche Erkenntnisse, Vorgesetzte Ein dreifacher Mißbrauch der Dienstgewalt. Ein sozialdemokratischer Unteroffizier. Kriegsgerichtliche Erkenntnisse, untergebene be treffend: Hüften fest, Süften los! licher Angriff im ersten Rückfall. Sechs richtig verabfolgte Brote. Ueber Zapfenstreich!" Thät Allerlei Insubordination: Zehn Jahre Gefängniß. Da muß der Deibel breinschlagen!" Aus der Ferienkolonie der Militärgefangenen oder ein militärischer Aufruhr. Fünfzehn Jahre Gefängniß, vom deutschen Kaiser Wilhelm II. bestätigt. Eine Reserveübung endet für zwei Eingezogene mit faft 30 Jahren Nussisches. Soeben in London aus Odessa ein Gefängniß. Ein Rekrutengespräch über Streit und rothe Federn getroffene Nachrichten des„ Sun", die einem in Ostsibirien in der Kaserne.- Schlußwort.- Nachtrag. des die erscheinenden Blatte entnommen sind, sprechen von der umfaßt, ist nur 25 Pf. und können wir dieselbe unseren Lesern, Der Preis der Broschüre, welche 80 eng bedruckte Seiten grausamen Behandlung, die den Gefangenen welche einen Einblick in die Mysterien des Militarismus thun auf der Insel Sachalin zu theil geworden ist. Die wollen, zur Anschaffung bestens empfehlen. Für den Inhalt der Inserate über. nimmt die Redaktion dem Publikum gegenüber keinerlei Verantwortung Theater. Freitag, den 28. Juli. Friedrich- Wilhelmstädt. Theater. Nanon. -O Kroll's Theater. Geschlossen. Viktorin Theater. Frau Venus. National Theater. Lehmann auf der Weltausstellung in Chicago. Alexanderplat- Theater. Der Hüttenbesizer. Apollo Theater. SpezialitätenKönigl. italienischer Circus Freie Vereinigung Sozialdemokr. Partei- Versammlung Ernesto Ciniselli. der Lohgerber u. Lederzurichter Stadtbahnstation Zoologischer Garten. Heute, Freitag, den 28. Juli: Große Brillant- Vorstellung. Zum 20. Male. Die Erschaffung des Weibes oder: Das Weib durch die Jahrhunderte. Gr. Ausstattungspantomime mit Ballet mit durchweg neuen Dekorationen, Kostümen, Requisiten 2c. Gesetzl. geschützt. Inscenirt vom Dir. Ernesto Ciniselli. Arrangements u. vorkommende Tänze vom fönigl. italienischen Balletmeister Ant. Tignani. Ferner Auftreten der renommirtesten Künstler und Künstlerinnen, sowie sowie Berufsgenossen Berlins. Sonnabend, den 29. Juli, Abends 8 Uhr: Versammlung Weinstr. 11 bei Feindt. Tages- Ordnung: 1. Geschäftliches. 2. Antrag auf Wahl eines Ausschusses. 3. Wie stellen wir uns zum Antrag der GewerkschaftsKommission? Mitgliedsbuch legitimirt. Der Vorstand. 206/5 Arbeiter- Verein für für den II. Berliner Reichstags- Wahlkreis am Freitag, den 28. Juli, Abends 8 Uhr, im Saale der Berliner Bockbrauerei, Tempelhofer Berg. Tagesordnung: Protest gegen die Delegirtenwahl zum internationalen Kongreß in Zürich. Um zahlreiches Erscheinen ersucht 345/13 Die Vertrauensperson. Maler, Lackirer und Anstreicher. 234/17 Sonntag, den 30. Juli, Vormittags 10 Uhr, im Lokale des Herrn Gries in Lichterfelde: Oeffentliche Versammlung. Abfahrt anotariété. Spezialitäten- Reiten und Borführen der beftoresfirten Rummelsburg u. mg. Die oegen Berlins und der Umgegend werden ersucht zahlreich zu erscheinen. Vorstellung. National- Theater. Große Frankfurterstraße 182. Sensationelle Novität! Lehmann auf der Weltausstellung in Chicago. 1 Große Ausstattungs- Posse mit Gesang und Tanz in 5 Aufzügen von Eugen Prudens. Mufit von Adolph Widecke. Regie: M. Samst. Raffenöffnung 3/2 Uhr. Anfang der Abend- Vorstellung 71/2 Uhr. Im Garten auf der Sommerbühne: Aufführung von Einattern, sowie Auftreten von Specialitäten I. Ranges. Neues Programm. Morgen: Dieselbe Vorstellung. PassagePanopticum. Grösstes Schau- u.VergnügungsEtablissement der Welt. Entree 50 Pf. Castan's Panopticum. RiesenSchlangen- Familie aus Carl Hagenbeck's Thierpark. Ohne Extra- Entree. Berliner Bock. Heute: Engl. amer. Sport- Vorst. Tom Cannon art. Leiter. Auftr. von Artisten, Athleten, Akrobaten zc. allerersten Ranges. Anfang 8 Uhr. Entree 50 Pf. Ref. Pl. 1 M., Sperrf. 1,50 M. Loge 2 M. Heute: Ringkampf. 1091b Schul- und Freiheitspferde. Anfang 8 Uhr. Ernesto Ciniselli, Direktor. Hippodrom unter Wasser. 9 BERLINER HIPPODROM Am Kurfürstendamm. 2 Min. von Station Zoolog. Garten. Heute: Gr. Parade- Vorstellung. Am Strande von Ostende. Gr.Wasser- Pantomime in 12 Bildern von Arthur Fraenkel. Susanne im Bade! Zum Schluß: Gr. Feuerwerk. Borher: Reichhaltiges Programm: Römisches Reiten und Fahren. Damen Jockey Rennen, HerrenFlach- Rennen u. Hürden- Rennen. Miss Athene und Mr. Hajex, Thurmseilkünstler. Sigra. Isabella, Jagd- Schule. Im prachtv. Park: Gr. Konzert von 5 Uhr an. Anfang der Vorstellung 8 Uhr. Morgen: Große Gala Bor ftellung. Moabiter Montag, den 31. Juli, Abends im Lokale des Herrn Borchmann, Achtung! Steinmetzen. Achtung! Hauptstraße 83: General- Versammlung. Große öffentliche Versammlung Tagesordnung: 1. Abrechnung vom letzten Quartal. am Sonntag, den 30. Juli, Vorm. 10 Uhr, im Lokale des 2. Abrechnung von der Waldpartie. 8. Bericht des Bibliothekars. 4. Ersatzwahl einer Hilfsperson. 5. Stellung Herrn Müller, Johannisstraße Nr. 20. Tagesordnung: 1. Berichterstattung des Delegirten von der Gewerkschafts- Kommission. nahme zur diesjährigen Lassalle- Feier 2. Verschiedenes. 3. Vortrag über die wirthschaftlichen Umwälzungen und die und Stiftungsfest. NB. Zutritt nur gegen Vorzeigung des Mitgliedsbuches. 110/16 Der Vorstand Mitglieder- Versammlung der Zentral- Kranken- u. Sterbekaffe der Tubakarbeiter, Berlin I am Sonnabend, 29. Juli, Abds. 9 Uhr, bei Hrn. Feindt, Weinstraße Nr. 11. Tagesordnung: 1. Abrechnung vom 1. Quartal 1893. 2. Wahl des gesammten Vorstandes. 3. Auflösung der Filiale Berlin I. 4. Berschiedenes. Arbeiter. Referent: Genosse Millarg. Der Wichtigkeit der Tagesordnung wegen ist ein jeder Kollege verpflichtet zu erscheinen. Die Marmor- und Granitarbeiter sind dazu eingeladen. Der Vertrauensmann. 286/17 Achtung! Kürschner. Achtung! Sonnabend, den 29. Juli, Abends 8% Uhr, im Saale des alten Schützenhauses, Linienstraße 5/6. 196b Große öffentliche Versammlung aller in der Kürschner- Brauche beschäftigten Arbeiter und Arbeiterinnen. Tagesordnung: 1. Situationsbericht. 2. Diskussion. 3. Verschiedenes. Zahlreiches und pünktliches Erscheinen aller Kollegen und Kolleginnen Die Lohnkommission. Die Mitglieder werden ersucht, recht zahlreich zu erscheinen, damit diese ist dringend erforderlich. Versammlung nicht wieder vertagt werden muß wegen zu schwacher Betheiligung. 322/9 Der Vorstand. J. A.: A. Motes. Die Vorstände derjenigen Orts Krankenkassen, die Gesellschaftshaus. freie Arztwahl haben, werden ersucht, Alt- Moabit 80 und 81. Täglich: Theater- und Spezialitäten Vorstellung, sowie Concert. Anjang 4 Uhr. Entree 30 Pf., refervirter Plaz 50 Pf. Helmuth Peters. 4127L* mir umgehend mitzutheilen, wie hoch sich das ärztliche Honorar pro Jahr und Mitglied stellt. Statuten werden mit Dant angenommen. Porto wird auf Wunsch zurückerstattet. J. A.: 426/1 C. Bigitschko, Kl. Brückstr. 16, Ginden. Achtung! Adlershof. Achtung! Sonnabend, den 29. Juli 1893: 1126b Groker Sommernachtsball. Anfang 8 Uhr. Um 12 Uhr: Grosse Knallbonbon- Polonaise. Entree: Damen 25 Pf., Herren 50 Pf. Hierzu ladet freundlichst ein F. Schröder, Wöllstein's Luftgarten. Soeben erschienen und durch uns zu beziehen: Verhandlungen und Beschlüsse des Etablissement Neue freie Volksbühne. Internationalen Arbeiter- Kongresses Süd- Ost Waldemarstraße Nr. 75. Sonnabend, den 12, August und Sonnabend, den 26. August: Italienische Nacht Zur Eröffnung meines Lokals lade im Belle- Alliance- Garten des Viktoriaich hiermit Freunde und Gönner er- Theaters. Konzert, Theater- Borstellung gebenst ein. mim Garten, Spezialitäten, humoristische Jeden Sonntag: Tanzkränzchen. Vorträge, Tanz in der Glashalle, Anfang 5 Uhr. Illumination. Der Garten ist von Empfehle meinen 500 Personen 3 Uhr ab geöffnet. Billets zum er fassenden Saal für Vereine u. Gewert- mäßigten Preise von 30 Pf. an allen schaften, sowie zu Hochzeiten. Bahlstellen des Vereins. Für sämmtEinige Sonnabende sind noch zu liche Veranstaltungen( einschließlich haben. Tanz) ist keinerlei Nachzahlung zu leisten. Die Inhaber der Billets haben ferner unentgeltlichen Zutritt zur Vorstellung Frau Venus", so weit der Raum im Parterre reicht. Victoria- Brauerei, omstraße 4595L 111-112. Garten resp. Saal. ( außer Läglich Sonnabends) Stettiner Sänger. Stets wechselndes Programm. Anfang Sonnt. 7 Uhr, Wochent. 8 Uhr. Entree 50 Pf. Vorverkauf Billets Sonntags feine Giltigkeit. Schweizer Garten Am Königsthor. Am Friedrichshain. Mittwoch: Familien- und Kinderfest verbunden mit Präsentvertheilung. Große Fackel- Bolonaise und Kinder belustigungen. Carl Ulrich, Restaurateur. Ostbahn- Park am Rüstriner Plaz, ( Hermann Jmbs) Rüdersdorferstr. 71, am Ostbahnhof Konzert, Täglich: Theater und Spezialitäten Borstellung. Neu u. sensationell: 3 Schwestern Peretti, Runstradfahrerinnen. Emmy u. Reinhold Hintsche, Gefangs- u. Charakter- Duettisten 2c. Volksbelustig. jeder Art. 4 Kegelbahnen z. Verfügung. Kaffeeküche geöffnet an Wochentagen von 2 bis 6 Uhr, Sonntags von 2-5 Uhr. " 410/2 Aratweil'sche Bierhallen. Kommandantenstr. 77-79. Täglich: Auftreten der Leipziger Sänger Alf. vom Kryftall- alaßt. ochent. 7½ Uhr. Entree 10 Pf. Anerkannt gute Küche. Sonntags 6 Uhr. Entree 30 Pf. Säle für Festlichkeiten und Versammlungen. Carl Koch. zut Brüffel. 16. bis 22. August 1891. Preis 20 Pf. Angesichts des bevorstehenden Züricher Internationalen Kongresses, auf dem eine Reihe der in Brüssel behandelten Fragen ebenfalls zur Verhand lung fommen, wird diese nach den Berichten der Tagespresse angefertigte Bu sammenstellung der Kongreßdebatten dem in der Kreisen der Genoffen lebhaft empfundenen Mangel eines offiziellen Kongreß Protokolls einigermaßen abhelfen. Verlag des Vorwärts, Berliner Volksblatt". SW., Beuthitr. 2. Soeben ist erschienen und durch alle ParteiBuchhandlungen, Kolporteure u. ZeitungsSpediteure, sowie vom Verleger H. Baake, City- Passage, Moritz zu beziehen: Kurfürst von Sachsen, August der Starke, önig von Volen. Nr. 2 der Sammlung: Gekrönte Häupter. Nr. 1: Katharina l. von Ruhland ist tonfiszirt: 64 Seiten. Preis 20 Pfennig. Allen Freunden der Wahrheit und der Aufklärung empfohlen. Moriz Etablissement Buggenhagen. Plaz. Play. Täglich: Gr. Garten- Konzert. 4591L* zu vergeben[ 392M Vereinszimmer deterraße 2. Charlottenburg. Beste Magdeburger Rutscher u. HandAltes Schüßenhaus, Großer Frühstücks- u. Mittags- stücken Wilmersdorferstr. 36, im Reſt. Wilhelmshöhe, Woltersdorf. 15 Minuten v. Bahnhof Erkner, an der Chauffee nach Kaltbergeheiten. Rüdersdorf( nicht Schleuse). Linienstraße 5, empfiehlt seine Festfäle tifd. Spezial- Ausschant von Paben( 560 Personen fassend) zu allen Gelegenhofer Lagerbier, hell und dunkel fofort zu verkaufen. Off. unter E. S. Destillation mit ganz. Konzession ist 7336 Bei ungünstiger Witterung findet das Konzert in den unteren Restaurations. Postamt 89 niederzulegen. räumen statt. Brennspiritus Saal für Versammlungen, Garten und Besonderer Umstände halber ist mein 11176 Gr. Ertra- Vorstellung. Gee.affeetiche täglich geöffnet. August an Bereine unentgeltlich zu Säle für Versammlungen, Rommerje, 48/17 Wald für 3000 Personen am Flaten- Saal noch an Sonnabenden im Monat Entree Wochent. 10 Pf. Sonnt. 25 Pf. à Liter 30 Pf., v. 5 Liter an frei Haus. Entree 30 Pf.: Ball. 4604 Im Saale: Um Besuch bittet Carl Gillmann. vergeben. 1073b Oranienstraße 180. Festlichkeiten 2c. Leo Löwinsohn, Alexanderstr. 32. Oranienstr. 36. Amt 7, Nr. 5127. Amt 4, Nr. 3345. Münchener Brauhaus Aktien- Gesellschaft. Wir erlauben uns unsere aus besten Materialien hergestellten Biere, und zwar Helles Lager- Bier, Münchener Versand- Bier, in empfehlende Erinnerung zu bringen. Berlin N., Johannisstraße 18/19. ben 25. Juli 1898. Fernsprecher Amt III No. 8035. Die Direktion. 4593L* Verantwortlicher Redakteur: Wilhelm Schröder in Berlin. Druck und Verlag von Mag Bading in Berlin, SW, Beuthstraße 2. bierzu zwei Beilagen 1. Beilage zum„ Vorwärts" Berliner Volfsblatt. Nr. 175. Internationaler Arbeiterkongreß in Zürich. Nachstehend veröffentlichen wir die infolge unserer Aufforderung bei uns eingegangenen Anmeldungen von Delegirten für den Züricher Kongreß. Von seiten des Parteivorstandes und der Reichstagsfraktion wurden als Vertreter der sozialdemokratischen Partei Deutsch lands delegirt: A. Bebel, W. Liebknecht, P. Singer. Von seiten der Genossen einzelner Kreise wurden gewählt: Altenburg. A. Meschte für Altenburg. Bant. Paul Hug für Oldenburg I und II. Berlin. H. Friz, Th. Mezner, J. Timm und Frau Klara Bettin- Stuttgart für Berlin I- VI. Bielefeld. Br. Schumann für Bielefeld, beide Lippe, Braunschweig. R. Calwer für Braunschweig I- III. Bremen. J. Bruhns für Bremen. Freitag, den 28. Juli 1893. 10. Jahrg. gegeben." Die Hüter des„ Reformgefeßez" trösten sich nun gehörenden Bürgern und Handwerkern. Die Verkaufspreise der damit, daß die Eltern nunmehr den jungen Leuten gegen- pharmazeutischen Produkte sind 10-40 pCt. und die der Speziali über ein sehr wirksames Zuchtmittel in Händen haben, da täten( von einer einzelnen Firma fabrikmäßig hergestellte Arzneien von oft sehr zweifelhaftem Werthe wie Schweizerpillen) sie die Zustimmung jederzeit zurückziehen können." 10-15 pet. niedriger als anderwärts. Trotzdem ist der GeschäftsAus diesem Sage spricht die ganze Verständnißlosigkeit gewinn in den ersten sechs Jahren auf 125 000 Frants gestiegen. der Bourgeois für die Regungen der Proletarierseele. Offen- Der Gewinn wird auf die aktienbefizenden Hilfskaffen im Verbar haben die Arbeitereltern nur gerechter gefühlt, als die hältniß ihres Bedarfs vertheilt; er rührt einzig von der LaufPharisäer. Sie werden es oft bitter und schwer genug fundschaft her und ist so bedeutend, daß die aktienbesigenden empfinden, wenn sich die arbeitenden Kinder frühzeitig von Kaffen ihre Arzneien durch einfache Gegenrechnung bezahlen ihnen trennen, eigene Kasse führen, im besten Falle pünktlich tönnen. Dieser überraschende Erfolg veranlaßte die sozialistischen Kostgeld zahlen, gar oft aber auch gesondert wohnen und essen Genossenschaften der bedeutendsten belgischen Provinzialstädte ebenund sich von ihrer Familie ganz lostrennen. Aber die falls Boltsapotheken ins Leben zu rufen, die überall sehr befriedigende Resultate erzielen. Die vom Verwaltungsrath der Genossenschaft anProletariereltern find gerecht genug, sich zu sagen, daß in gestellten Apotheker erhalten feste Besoldung und Antheil am Gewinn. einem Zustand, der Kindern eigenen Erwerb zur harten Wenn die Resultate in Brüssel und Belgien so günstig sind, Nothwendigkeit macht, wegen der selbständigen Verfügung warum sollten sie es in Berlin und Deutschland weniger sein? der Kinder über ihren Verdienst auch kein Wort verloren Statt daß die Regierung jedes Jahr an einzelne und noch werden kann. Die Unternehmer im Kreistag zu Mühlheim dazu stets wohlhabende Privatpersonen mit der am Rhein find so ehrlich gewesen, dasselbe zuzugestehen. Grtheilung neuer Apothekenkonzessionen Geschenke von je 20 000, Auch sie betonten, daß die Reform"-Maßregel au ſehr in 50 000 m. und mehr vergiebt, kann sie auch einem Verbande von Krankenkassen solche Konzessionen ertheilen. Das wäre, wenn die moderne wirthschaftliche Selbständigkeit der minder auch keine große, doch immerhin eine wirkliche soziale Wohlthat jährigen Arbeiter einschneide", die Auflehnung derselben für einen großen Theil der Bevölkerung und noch dazu eine, herausfordere" und sie einfach zum Abzug veranlassen welche der Regierung gar nichts tostete. Die bestehenden werde. Natürlich spielt dabei ein gewisses Unternehmer- Apotheken würden darüber wohl etivas jammern, aber die jammern und interesse mit. Den Fabrikanten in Hannover ist es eben auch jezt schon und haben Schaden, wenn eine neue Konzession falls viel lieber gewesen, den Lohn weiter an die jungen in ihrer Nähe ertheilt wird. Haben doch auch schon eine Reihe Leute selbst zu zahlen. Die Lohnberechnung für von Krankenhäusern und alle Garnison- Lazarethe eigene Apotheken, und über die gewissenhafte Führung dieser Voltsapotheken könnte junge unerfahrene Menschen fällt manchmal ganz sich die Regierung jede Garantie geben laffen und die merkwürdig aus, und die Fabrikanten sehen es offenbar gar umfassendsten Aufsichtsmaßregeln treffen. Daß die gegenwärtigen nicht gern, wenn sich Dritte in dieses schöne Verhältniß Zustände in den Apotheken auf die Dauer nicht haltbar sind, mischen. Die christlich soziale Reform ist also bei aller hat ja die Regierung selbst schon wiederholt erklärt. Jedenfalls Rücksicht und Schonung für die Unternehmer doch so täppisch wird es sich empfehlen, wenn die Vorstände der Krankenkassen gewesen, ein Ausbeutungsinteresse nebensächlicher Art uns mit Anfragen in dieser Richtung an die Regierung herantreten, sanft mitzuberühren, gewiß wider ihren Willen. Und das so lange die Regierung sich nicht entschließt, den Betrieb der bisherige Fiasko der Vorschrift des§ 119a wird somit Apotheken von Staatswegen in die Hand zu nehmen. doppelt erklärt. Cannstatt. H. Stamm für den 7. württembergischen Wahlkreis. Chemnitz. M. Schippel- Berlin für Chemniz. Gera. E. Wurm Hannover für Reuß. Hamburg. G. Stengele für Hamburg I- III. M Leipzig. R. Pintau für den 11., 12., 13. 14. sächsischen Wahlkreis. M Mannheim. A. Dreesbach für Mannheim. Mülhausen i. E. F. Bueb für Mülhausen. Nürnberg. M. Segit Fürth für Nürnberg. Offenbach. E. Ulrich für Großherzogthum Hessen. Rosenheim in Bayern. Fr. Sperber Kalbermoor für den 7. oberbayrischen Wahlkreis. Solingen. G. Schumacher für Solingen. Zwickau. A. Seifert für den 19. sächs. Wahlkreis. Bon Gewerkschafts- Organisationen wurden gewählt: Elberfeld. " Lohnzahlung an Minderjährige. bei der Ueberwachung und Beschränkung der Kinder- ausgeführt wurde. Braner- Zentralverband: R. Wiehle- Hannover. Metallarbeiter- Verband: A. Junge Stuttgart und Ueber die Lohn- und Arbeitsverhältnisse der ArM. Segiz Fürth. Ob die jetzige Umfrage des preußischen Handelsministers beiterin der Meierei von G. Bolle, Alt- Moabit 99 Porzellanarbeiter Berlins: R. Jahn, Porzellan- Besseres über die Lohnzahlung an Minderjährige heraus bis 103, werden uns folgende Mittheilungen gemacht: Die maler, Berlin. bringen wird? Schwerlich! Ueberall dort aber, wo dienst Klingeljungen, von denen zwei bis vier einen Wagen begleiten, Schneider- u. Schneiderinnen- Verband: H. Stühmer- eifrige Stadtverwaltungen jetzt noch nachträglich dem Winke erhalten wöchentlich 8-12 M. Sie alle, gegen 400, wohnen bei Hamburg. des Ministers folgen und den pharifäerhaften Schutz der den Eltern außerhalb der Meierei. Sind die jungen Leute im Schuhmacher- Verband: W. Bock Gotha. Alter von 17-18 Jahren im stande, selbst einen Wagen mit elterlichen Autorität" einführen wollen, den die Arbeiter Milchgefäßen zu beladen, so dürfen sie denselben auch als Rutscher Textilarbeiter Rheinland- Westfalens: E. Müller- eltern gar nicht verlangen, da sollten die Genossen durch fahren. Ihre Tour, oder vielmehr das Quantum Milch, das sie ihre Organe, durch die Ausschüsse der Gewerbegerichte, in zu verkaufen haben, ist kleiner als das der älteren Kntscher. Der Parteivorstand. denen sie vertreten sind, durch Versammlungen und Ge- Gleichzeitig bilden sie sich zum Theil als Bläser für den Bolle werkschaften den reformeifrigen Behörden zu verstehen geben, schen Posaunen- Chor aus. Ihr Anfangslohn beträgt 15-18 M. wo eine Reform weit richtiger und besser angebracht wäre: wöchentlich, ganz wie in dem Versammlungsbericht in Nr. 161 Renntlich sind sie sind sie als Bläser an Die älteren Kutscher( über ausbeutung selbst, nicht erst bei ihren selbstverständlichen 20 Jahre) erhalten 24 M. Wochenlohn und pro Hektoliter etliche der Silbertreffe ihrer Mütze. " Stärkung und Festigung der elterlichen Autorität" Folgeerscheinungen. Pfennige Provision. Die Höhe von 36 M. erreicht der Lohn dieses Schlagwort hat bekanntlich bei derselben Arbeiternach Ansicht unseres Gewährsmannes auf feinen Fall, da etwa schutz- Reform im Deutschen Reiche eine große Rolle gespielt, 140 Wagen eine gegenseitige Konkurrenz ausüben und vielfach bei der man es ruhig weiter geduldet hat, daß 13 bis mehr Strafen zu zahlen find, als die Provision im günstigsten 16jährige Kinder von habsüchtigen Fabrikanten nach wie Falle ausmacht. Strafen sind verwirkt, wenn Jemand einige vor bis zu 10 und mehr Stunden täglich ausgenügt, viel Winuten zu spät vom Hof fährt oder zu spät wiederkommt; wenn zu früh der Schule und dem Elternhause entrissen und da ein Rutscher zu schnell fährt oder gering mißt. Wer im Wirthsdurch verroht und brutalisirt werden. Es geht eben haus betroffen wird, hat gleichfalls Strafe zu zahlen u. s. w. nichts über bürgerliche Reformen"! Und so spielt sich denn In der gestrigen Nummer des Vorwärts" wurde von den Die Strafbestimmungen sind bei Bolle so zahlreich, wie beim derselbe Vorgang immer erneut ab. Die Kontrolle der Kinder- Parteigenossen des zweiten Wahlkreises eine sogenannte Protest- Militär die Kriegsartikel und fich vor Strafe zu schüßen, ist auch bei Bolle faum möglich. Die in der Käserei und beim schutz- Bestimmungen wird noch jeden Tag so lax durch die Versammlung gegen die Wahl der Delegirten zum internationalen Buttern beschäftigten Personen erhalten 30 m. pro Monat Ortspolizeibehörden gehandhabt, daß die Gewerbe Kongreß angekündigt resp. zu heute Abend nach der Bockbrauerei bei freier Station( außer Wäsche). Juspettoren fortwährend sogar Kinder unter 13 Jahren einberufen. Die Unterzeichneten errlären hiermit, daß die von früh 2 Uhr bis Nachmittags 4 und 5 Uhr. 1,20 m. und solche von 13-16 Jahren weit über das gesetzliche Genossen des zweiten Wahlkreises damit einverstanden waren, werden für die Krankenkasse und die Invaliden- und auch sagt der christlich- soziale Schuß der heiligen" Familien- daß nur eine Versammlung für ganz Berlin stattfinden sollte; nur wenige Minuten ausbleibt, zahlt 50 Pf. Strafe. bande vor der Profitsucht der Unternehmer vollständig. nach Lage der Verhältnisse wurde dieselbe ohne Wider Dagegen fährt man fort, dort, wo es den Unternehmern spruch nach den Konkordia- Sälen einberufen; die große möglichst wenig wehe thut, seine christliche Sorge für das Wohl und Wehe der Fabrikkinder und die Stärkung der elterlichen Autorität" zu bethätigen. Und so hat denn der preußische Handelsminister kürzlich wieder türzlich wieder sein besonderes Augenmerk auf den berühmten neuen § 119a der Gewerbe Ordnung geworfen, der die Lohnzahlung = Minderjährige reformiren" all und Lokales. Parteigenossen Berlins! " Majorität der Genossen war damit einverstanden, daß nur vier Personen gewählt wurden. Die daselbst gewählten Delegirten vertreten somit die Berliner Genossen und ist demnach eine Nachwahl in einzelnen Streisen unzulässig. Die Vertrauenspersonen Berlins. Die Gemeindewähler erinnern wir nochmals daran, die dadurch moralisch wirken" will. Nur sollen nicht im städtischen Wahlbureau, Poststr. 16, nur noch bis zum 30. Juli etwa die Unternehmer, welche Kinder ausbeuten, sondern täglich von 9 Uhr Vormittags bis 8 Uhr Nachmittags ausliegenunter Beibehaltung der Ausbeutung die Kinder und ihre den Wählerlisten einzusehen. Während dieser Zeit kann jedes Eltern moralisch gehoben" werden, dadurch, daß der ver- Mitglied der Stadtgemeinde gegen die Richtigkeit der Liste Eindiente Lohn der Kinder in der Regel an die Eltern gewendungen erheben. Dieselben müssen in der gedachten Zeit zahlt werden muß, nicht mehr an die Kinder, die leicht zu selbständig"," lüderlich",„ ausschweifend" u. s. w. werden. schriftlich bei dem Magistrat angebracht werden; später einDas ist die richtige gouvernementale Sozialpolitik! gehende Einsprüche werden nicht berücksichtigt. " Ihre Arbeitszeit ist Jeden Sonnabend von 5-6 Uhr Abends ist in der Kapelle des Etablissements Gottesdienst, an dem jeder Angestellte theilnehmen muß. Bei dieser Gelegenheit tritt auch der Posaunenchor in Aktion. Die sogenannten Sternfutscher lernen die neu eintretenden und jungen Kutscher an; auch fahren sie aushilfsweise oder finden als Kontrolleure Verwendung. Solch ein chargirter Kutscher war es auch, der in der fraglichen Versammlung außer den übrigen Beamten sprach und auf den sich Herr Bolle in seiner Berichtigung berief. Das Reinigen der Gefäße besorgen Frauen; den Wagen muß jeder Rutscher selbst waschen, Sonntags unterbleibt es. " Zur Lage der Kelluerinnen. Die Befürchtung vor einer neuen behördlichen oder gefeßlichen Maßregel, wonach in der Folge kein Mädchen unter 25 Jahren mehr das Gewerbe einer hiesigen Restaurant fungirende Kellnerin, ein Schreiben an uns Kellnerin auszuüben befugt sein wird, veranlaßt eine in einem zu richten, dessen Inhalt wir wortgetreu wiedergeben, weil jede Aenderung nur den Eindruck schwächen könnte. Mit Fortlassung der Einleitung und der Schlußworte lautet dasselbe: Nebenbei hat sie den Vorzug, sogar gewissen freisinnigen Zum Apothekenwesen. In einer vor einigen Tagen ab- Der Stand einer Kellnerin ist freilich ein so mißachteter Wünschen welche Fronie des Schicksals!- zu ent- gehaltenen Bersammlung der Vorstände sämmtlicher Krankenkassen und unterdrückter, daß selbst ein vorurtheilsfreies, sozialdemo sprechen. Wenigstens fonnten kürzlich eine Anzahl frei- Berlins hatte der staatliche Revisor der Krankenkassen, Herr fratisches Blatt vielleicht noch zögern würde, die Interessen Sagt finniger Redner in der Königsberger Stadtverordneten- Schobe, auf die in der Versammlung ausgesprochenen RI a gen servirender Damen" ritterlich zu vertreten. Und doch! Versammlung die Lüderlichkeit der dortigen minder über die hohe Arzneitage erklärt, der hohe Verdienst nicht der Herr Reichstags- Abgeordnete Bebel in seiner so unjährigen Arbeiter gar nicht fraß genug schildern, und es der Apotheker sei eine Fabel, eigene Apotheken der Krankenkassen endlich lebenswahren Schilderung der Frau:" Was nüßt es zu würden kaum billiger die Arzneien liefern, als jetzt die Apotheken. behaupten, daß diese oder jene Beschäftigung des Weibes unhätte nicht viel gefehlt, so hätte man sich dort beinahe zu Man vergleiche mit dieser Behauptung die Mittheilungen, die würdig sei, wenn man ihr nicht eine andere, entsprechende einem Ortsstatut über die Lohnzahlung an Minderjährige Emil Bandervelde im 6. Band 2. Heft von Braun's" Archiv für Thätigkeit zuweisen kann." Das eben ist des Pudels Kern! eutschlossen. Man blieb schließlich beim geliebten Manchester soziale Gesetzgebung" über die Voltsapotheten in Nicht immer ist es die Hefe des Voltes, aus welcher sich jene thum und that nichts aber im Berliner Handels- Belgien macht. Vandervelde theilt mit, daß der Verband Unglücklichen rekrutiren, deren traurige Aufgabe es ist, für einen ministerium wird man sich doch freuen, daß man die der Brüsseler Hilfskassen mit den Apothekerrechnungen" un- oft ungemein geringen Tagessold eine frivole Männerschaar, in milden Regungen christlicher Fürsorge für die in die zufrieden war, welche demselben seine Apotheker sendeten. Der dunst- und rauchgeschwängerter Atmosphäre, zu bedienen und zu Fabrittretmühle gebannten Proletarierkinder mit einzelnen Berband beschloß daher, seinen Bedarf an Arzneien durch eine unterhalten. Nicht immer sind die Kenntnisse, welche ein braver eigene Apotheke zu beschaffen. Am 15. Januar 1881 gründeten Vater zu Hause ihr angedeihen ließ, im stande, die kaum er freifinnigen Kapitalistenherzen gemeinsam hat. 35 Abgeordnete, die je eine Hilfstasse vertraten, einen Konsum- wachsene Tochter nach seinem Tode vor Mangel zu schüßen, die Doch zur neuesten Umfrage des preußischen Handels- verein mit dem Kapitalminimum von 12 000 Frants unter dem nun arm, freundlos und verlassen, des Broterwerbes dringend ministers! Dieselbe hinkt privaten Untersuchungen über den Namen einer Genossenschaft der Boltsapotheken". Das Gesell- bedürftig, an allen Thüren topfschüttelnd abgewiesen wird, da selben Punkt ein wenig nach, wie wir den Blättern für schafts- Rapital wurde geschaffen durch Zahlung eines festen Bei- man es bei dem ungeheuren Angebot von Lehr- und Arbeitsfoziale Praxis"( Frankfurt a. Main) entnehmen. Schon trages von 15 Frants feitens jeder Kasse und 3 Frants für jedes träften nicht nöthig hat, eine Debutantin" für sein Haus zu vor dem preußischen Handelsminister hat man festgestellt, ihrer Mitglieder. In Wirklichkeit beliefen sich aber die Ein- engagiren und wäre es für noch so billiges Geld! Zu unzahlungen daß der§ 119a der neuen Gewerbe- Ordnung sehr wenig und 50 pct. des nominellen Kapitals. nur auf 1,50 Frants für jedes Mitglied gewohnter, grober Arbeit aber scheinen ihre zarten Handgelenke Die Einzahlungen dem Publikum nicht ausreichend fräftig genug, und so findet die Liebe bei den Stadtverwaltungen gefunden hat, die solche berechtigten zu einem jährlichen Bins von 4 pct. Die als Erzieherin fungiren zu können geglaubt, zuguterlegt nicht Ortsstatuten über die Lohnzahlung an minderjährige Ar- Volksapotheken in Brüssel besigen jetzt 8 Offizinen, die von einmal als Dienstmädchen eine Anstellung. Ihre Augen, von beiter erlassen sollten. Apolda, Gera, Glauchau, Mayen, einem Bentral- Laboratorium versorgt werden. Die Mitglieder der Ueberbürdung der Studienjahre start mitgenommen, eignen Münden, Rathenow, Weinheim und Wiesloch in Baden der Verbandsvereinigungen können hier kostenlos alles erhalten, fich nicht zu anhaltender und angestrengter Handarbeit. Sie scheinen dieeinzigen Orte zu sein, in welchen man sich bis jetzt was ihnen von den Aerzten des Verbandes verschrieben wird. sucht ein Engagement als Verkäuferin- doch, man wünscht nur zu der Reformthat" aufschwang. Eine Erfahrung über Am Schluß eines jeden Halbjahres erhalten die antheilhabenden ihre Arbeitskraft, übersieht jedoch dabei, daß der Hauptzweck den Erfolg" liegt uns aus dem Bezirt Glauchau Bereine Rechnungen über die ihren Mitgliedern verabreichten jedes Arbeitskandidaten der ist, sich vor Hunger zu schützen. Dort wollen die Medikamente, deren Betrag sie zu Händen des Schatzmeisters der Ein Gehalt von 25-30 m. monatlich, ohne freie Station, und die ist bezeichnend. Eltern, deren Autorität" den Kindern gegenüber geschützt Genossenschaften abzuführen haben. Die Vereinigung der Volts- ist kein Präservativ gegen den letteren. Was also thun? Apotheken zählt heut als Aktionäre über 75 Hilfskaffen mit einem spricht Zeus. werden soll, von der Wohlthat des Gesetzes absolut nichts Bestand von 12-15 000 Mitgliedern. Da fie ferner an jeder-" Die von Haus aus reine, gebildete Tochter hochachtbarer wissen. Sie haben in den allermeisten Fällen ihre schrift mann und zwar zu sehr mäßigen Preisen verkauft, so befizt sie Eltern schließt sich, nachdem die legten Hilfsquellen versiegt sind liche Erlaubniß zur unmittelbaren Auszahlung des Lohnes l eine zahlreiche Rundschaft unter den nicht den Hilfskaffen an- mit blutendem Herzen vielleicht-, der großen Armee weib Dor, " " licher Wesen an, die schon in den Schanklokalen Schutz vor dem daß Stolle Rette und Gewichte am Freitag voriger Woche selbst| Krankenhause Bethanien gebracht. Der Thäter stellte sich selbst Aeußersten gesucht und gefunden haben. Die makellose, ehrenhafte gekauft hat, um sich damit bei dem Sprunge in das Wasser zu und ist verhaftet worden. Nachmittags wurde ein elfjähriger Waise, deren Ruf unantastbarer vielleicht als derjenige der beschweren. An demselben Abend hat er sich aus seinem Lofale Knabe vor dem Hause Fennstr. 1a durch einen Pferdebahnwagen Hausmonarchinen selbst gewesen ist, wurde von den letzteren entfernt, nachdem er den Inhalt der Kaffe zu sich gesteckt hatte. überfahren und am Arm und Kopf so bedeutend verlegt, daß er unter nichtssagenden Entschuldigungen und Vertröstungen auf Er muß dann das geräumige Grundstück in der Rungestraße nach der Charitee gebracht werden mußte. Am 26. d. M. Voreine gelegenere Zeit zurückgewiesen, während die Noth der unbemerkt betreten und von da aus den Sprung in die Fluthen mittags lentstand auf dem Berliner Lagerhofe in der BrunnenAermsten bereits auf dem Zenith stand der Schankwirth unternommen haben. Die Gewichte haben den Körper auf der ftraße in einem 960 Quadratmeter großen Schuppen Feuer, wo nimmt sie auf und bietet ihr fofortiges Engagement, Koft Sohle des Spreebettes festgehalten, bis sich der Leichnam bei durch die in demselben befindlichen Geräthschaften gänzlich zerund die Möglichkeit, durch den täglichen Rassenüberschuß an Eintritt des Verwesungsprozesses naturgemäß auf den Kopf flört wurden. Die Feuerwehr, welche mit fünf Druck und zwei Trinkgeldern, den dringendsten Anforderungen des Privatlebens, stellte, und die Beine an der Oberfläche des Wassers sichtbar Dampfsprigen zur Stelle war, löschte den Brand in etwa fünf als da sind: Miethe, Wäsche, Kleidung 2c. gerecht zu werden. wurden. Den Beweggrund zum Selbstmord kann in einer Stunden. Außerdem fanden fünf unbedeutende Feuer statt. Die unfreiwillige Kelnerin ich spreche von solchen, schlechten Geschäftslage nicht gesucht werden, eine andere Veranlaffung aber ist nicht ersichtlich. Die Gerüchte, die sich an den Zeichenfund knüpften, die wir gestern abfichlich übergingen, find hiernach hinfällig geworden. " welche es der Noth gehorchend, nicht dem eig'nen Trieb" geworden sind und ihre Anzahl ist Legion- bleibt trotz aller Versuchungen anständig, ist sparsam, fie bewohnt nur eine sogenannte Schlafstelle, womöglich mit noch einem anderen Mädchen zusammen, um ein billiges Obdach zu haben und ist zufrieden, vorläufig wenigstens dem Aeußersten entronnen zu sein. Die Pifanterien der Herrenwelt, welche fie gleichwohl, im Bewußtsein ihrer hilflosen Abhängigkeit, über sich ergehen laffen muß, berühren sie wie ein talter Wasserstrahl- Efel und Abscheu ist das einzige Empfinden, das sie denjenigen entgegen bringen kann, welche sie ohne weiteres degradiren zu dürfen glauben, weil der Kampf ums Dasein sie genöthigt, in ihrer un reinen Nähe zu verweilen. " Und ein solches Mädchen, das glückselig ist, nach den langen, qualvollen Stunden, unter pöbelhaft rohen Männern, endlich mit sich selbst und den eigenen Gedanken allein zu sein, sollte die verhaßte Gesellschaft jener Wüstlinge, von deren lästiger Gegenwart fie teine vorgerückte Abendstunde, kein Sonn- oder Feiertag befreit, noch für die endlich herangekommene Zeit in Anspruch nehmen, die ihrer Ruhe und Erholung gewidmet ist, sie follte faum um Haaresbreite von einer Prostituirten unterschieden werden? Was aber, frage ich, soll aus der Kellnerin, wie ich fie eben geschildert habe, also gerade der anständigen, werden, wenn jenes neue Gesetz wirklich in Kraft tritt und sie das Unglück hat, noch kein Vierteljahrhundert alt zu sein? Als unbescholtenes Mädchen, das eben aus dem Waterhause tam, konnte sie fein Engagement finden was nun, da sie, wenn auch im eigentlichen Sinne noch immer unbescholten, schon eine mehrjährige Thätigkeit als kelnerin hinter sich hat? " Der anstrengende Beruf hat ihren Zügen den Stempel des Leidens aufgedrückt, fe ist nicht mehr das blühende, gesundheitsstrotzende junge Mädchen von mals. Ihre Aussichten sind also verzweifelter als je. Geld konnte bei einem Durchschnitts- Berdienst von 1 M. pro Lag, von welchem noch Abzüge gemacht werden müſſen, nicht erübrigt werden. Das Loos ber noch nicht 25jährigen Kellnerin ist also dann die Schande oder der Tod." In der Wohnung des Stadtverordneten Metner erschienen heute Morgen 81 Uhr vier Polizeibeamten in Bivil, um, ohne einen schriftlichen Befehl vorzuzeigen, eine Hausfuchung, wie gesagt wurde Auf Beschluß des Königl. Amtsgerichts I, 2bth. 127 vom 21. Juli 1893", vorzunehmen, und drohten, als Mehner das Vorzeigen eines schriftlichen Befehls, unter Hinweis, daß das Sozialistengesetz nicht mehr bestehe, ver langte, mit sofortiger Verhaftung. Gesucht wurde ein konservatives Flugblatt, Gendarmen und Nachtwächter", in welchem die Sozialdemokratie in schamlosester Weise verleumdet wird. Metz ner hatte dasselbe in einer Versammlung bei Jena am 25. v. M. einer Kritik unterzogen, durch welche der überwachende Beamte die dortige Gendarmerie für beleidigt glaubt und deshalb Anzeige erstattet hat, infolge deren Metzner bereits verantwortlich vernommen wurde. Da er nur ein Exemplar besaß, wurde dieses mit Beschlag belegt. Unternehmer Moral. Das Gewerbegericht mußte sich wiederholt mit einigen Speditionsfirmen beschäftigen, die in der Regel ihren Kutschern allwöchentlich 1 M. vom Lohn abziehen, bis die Summe eine gewisse Höhe erreicht hat, die sie dann als Raution betrachten, um sich bei Verlusten, welche etwa dadurch entstehen, daß dem Kutscher beim Abrollen von Gütern solche vom Wagen entwendet werden, schadlos zu halten. Das Gewerbegericht hat entschieden, daß, so lange dem Rutscher nicht direkte Fahrlässigkeit nachzuweisen ist, er nicht ersatzpflichtig ist; auf feinen Fall aber, wenn die Firma unterläßt, dem Wagen einen Begleiter( Rolljungen) mitzugeben. Gelegentlich einer Verhand lung aus obiger Veranlassung gegen die Firma Marzillier u. Komp. wurde erwiesen, daß genannte Firma, wie überhaupt die Mehrheit dieser Geschäfte, übrigens gegen derartige Verluste versichert sind. Trotzdem ihnen also ein direkter Schaden nie er wächst, wird der Werth des Kollis doch von der Raution abgezogen und einfach als Geschäftsgewinn" betrachtet. Das ist schmutzig. Als nubestellbar lagern bei der faiserlichen Ober- Post direktion in Berlin: a) 26 Stück in Berlin in der Zeit von Anfang Februar bis Anfang Mai d. J. mit dem Bestimmungsort Berlin aufgegebene Einschreibebriefe; b) 42 Stück in Berlin in der Zeit von Ende November v. J. bis Mitte Mai d. J. Gerichts- Beitung. Zu dem Selbstmord des Technikers Friedrich Schmöl e, der am 24. d. M. in seiner Luisenstr. 60 belegenen Gewerbegericht. Sigung vom 26. Juli. Rammer II Wohnung erhängt aufgefunden wurde, wird noch berichtet, daß Der Arbeiter Künner war vom Vertreter der Firma Rommel, der Verstorbene als Kontrolleur bei der Stadt- Baupolizei an Weiß u. Ko. zur Fertigstellung eines Beltes angenommen worden, gestellt, von seiner ersten Frau geschieden und seit einiger Beit ohne daß ihm direkt gesagt wurde, er solle nur dies eine Belt mit einer Wittwe zum zweiten Male verheirathet war. Kurz herstellen. Ohne Kündigung entlassen, klagte er auf eine Lohnvor seinem Ende erhielt er zwei Briefe, deren einer nicht mehr entschädigung von 42 M. Der Vertreter der beklagten Firma aufzufinden ist und daher vernichtet sein muß. Man greift nicht mußte zugeben, daß mit dem Kläger betreffs der üblichen Kündifehl in der Annahme, daß darin eine Drohung enthalten gewesen gungsfrist nichts, was diese ausschloß, vereinbart sei. Dem fei, die auf die amtliche Thätigkeit Schmöle's Bezug hatte. Ob Kläger wurden die beanspruchten 42 M. zuerkannt. eine Annahme von Geschenken für in das Amt einschlagende Kammer I. Die Modistin Zibell hatte drei Schneiderinnen, Handlungen oder eine Erpressung vorgelegen hat, läßt sich nicht welche bei ihr arbeiteten, erlaubt, sich am Paradetage das Heranflar beurtheilen. ziehen der Truppen anzusehen". Zwei davon hatten nur bis 10 Uhr Vormittags Urlaub. Sie tamen aber erst Nachmittags Ueber die bevorstehende Wiederausgrabung einer Leiche um 2 Uhr wieder, worauf sie entlassen wurden. Eine von ihnen, wird uns gemeldet: Am 17. d. M. starb in dem Hause Prenz Fräulein Leßmann, flagte nun auf Bahlung einer Lohnentschädilauerstr. 17 der elfjährige Schüler Paul Schmidt, und an den gung. Ihre Schicksalsgenossin und Freundin, Fräulein Say, brachte Tod hatte sich das Gerücht geknüpft, daß der Knabe an der sie zum Termin als Zeugin mit. Die Beklagte machte geltend, daß Cholera gestorben sei. Die Leiche wurde beschlagnahmt; eine die Klägerin oft zu spät gekommen sei und daß sie troß mehrfacher ärztliche Untersuchung ergab das Unbegründete des Gerüchtes; Verwarnung das Zuspätkommen nicht nnterlassen habe. Die die Leiche wurde auf dem Georgenkirchhofe beerdigt. Inzwischen Klägerin wie auch deren Zeugin fuchten ihr längeres Ausbleiben ist bei der Staatsanwaltschaft eine Anzeige dahin eingegangen, am 2. Juni damit zu rechtfertigen, daß sie bis 10 Uhr den Kaiser daß der Knabe infolge erlittener Mißhandlungen aus dem Leben noch nicht gesehen hatten und der Meinung waren, es werde geschieden sei. Die Behörde hat deswegen angeordnet, daß die wohl nicht so genau auf ein paar Stunden ankommen. Die Leiche wieder ausgegraben und gerichtsärztlich im Sinne der An- Klägerin wurde mit ihrer Klage abgewiesen. seige untersucht werde. Ein vorsorglicher Selbstmörder ist der 53 Jahre alte Tischler Johann Borowski aus der Grünauerstr. 26, der sich in Der Nacht zu gestern um 1114 Uhr an der Forsterstraße in den Landwehrkanal stürzte. The er den Sprung unternahm, zog er seinen Rock aus und legte unter diesen am Ufer seinen Mieths tontraft nieder. Rock und Kontrakt wurden alsbald aufgefunden, der Leichnam konnte aber erst heute Morgen gelandet werden. alte Rentner Rudolf Heine aus seiner an den Nonnenwiesen zu Spurlos verschwunden ist seit acht Tagen der 62 Jahre Charlottenburg belegenen Wohnung. Der in guten Verhältnissen lebende Mann zeigte seit einiger Zeit Spuren geistiger Verwirrung. einen Schnurrbart und trug einen grauen Anzug mit Müße. Seine hat ein auf seinen Namen lautendes Sparkassenbuch mit genommen und eine goldene Uhr bei sich. Die Taillenarbeiterin Hahn verlangte vom Fabrikanten Himmelbach für gelieferte Blousen 8 M., welche dieser mit der Motivirung ihr vorenthalten hat, die Blousen feien verpfuscht gewesen. Die Verhandlung ergab, daß an den Blouſen im Ges schäft des Herrn Himmelbach Aenderungen vorgenommen wurden, ohne daß vorher der Klägerin angetragen worden ist, felbst diefelben vorzunehmen. Es ist ihr nicht einmal etwas von der Nothwendigkeit von Nacharbeiten gesagt worden. Himmelbach wurde verurtheilt, die 8 M. zu bezahlen.must Während der letzten Lohnbewegung der Konfektionsder Großen Frankfurterstraße, gegen welche das Mitglied der Schneider war es u. a. namentlich die Firma Lindenbaum aus Schneider- Agitationskommission, Timm, scharf zu Felde zog. Schäftspraktiken Lindenbaum's und forderte diesen, der zur Versammlung eingeladen, aber nicht erschienen war, schließlich auf, flagbar zu werden. Da Lindenbaum hauptsächlich auf Arbeiterfundschaft angewiesen ist, so gab er dieser Aufforderung Der Vergleichs Vorschlag, den der vorsitzende Aufklärung gefunden hat die Angelegenheit, die bezüglich Folge. in vor' Eintritt Die eines am 20. d. M. bei Pichelsdorf aus der Havel gezogenen wurde von beiden Seiten abgelehnt. Alles zureden des Richters Verhandlung machte, zusammengebundenen Paares gemeldet wird. E3 handelt sich, wie erst jetzt festgestellt wurde, um den am 16. Juli half nichts. Es wurde also in die Verhandlung eingetreten. Auf 1874 geborenen Georg N. aus der Müllerstraße 12c und um die Befragen bemerkte Timm, daß er zweimal auf grund des§ 130 nebenan in Nr. 12b in Wohnung gewesene, am 5. Januar 1876( Aufreizung) bestraft sei. D, o!" bemerkte hierzu der Richter, geborene unverehelichte Martha K. Beide unterhielten ein Liebes- wollen Sie auch jetzt noch nicht sich vergleichen?" und hielt ihm verhältniß mit einander, das die Billigung der Angehörigen nicht die in der Versammlung angeblich gefallenen beleidigenden erlangen konnte. Da sie sich im Leben nicht angehören konnten, Aeußerungen vor. Danach soll Timm den Lindenbaum einen beschlossen sie gemeinsam in den Tod zu gehen. Am 16. d. M. Ausbeuter genannt und von ihm gesagt haben, er behandle seine verschwand das Paar aus Berlin mit der Ringbahn vom Bahn- Arbeiter auf das schlechteste, er heuchle, ein Arbeiterfreund zu hofe Wedding aus, ist dann noch eine zeitlang umhergewandert sein, auch Schimpfworte wie Betrüger, Lump, Schuft sollen geund hat schließlich am Geburtstage des jungen Mannes den Tod fallen sein, und zwar in einer öffentlichen Versammlung, die, wie im Wasser gesucht. die Klageschrift behauptet, am 20. März bei Joel tagte. Lezteres stellt Timm dahin richtig, daß die Aeußerungen in einer Ver fammlung am 10. April gethan feien. Der Kläger bleibt jedoch dabei, daß es sich um den 20. März handle. Auf eine Frage des Dichters erklärt schließlich Timm bereitwilligst, daß er dieselbe Versammlung meine wie der Kläger. Er bestreitet dann, die Schimpfworte gebraucht zu haben, und tritt bezüglich der thatsächlichen Angaben über die außerordentlich niedrigen Löhne den Wahrheitsbeweis durch Stellung von Zeugen an. Zur Gutkräftung der von Timm aufrecht erhaltenen Angaben hat Linden= baum einige bei ihm noch jetzt beschäftigte Arbeiter als Zeugen vorgeschlagen. Der erste derselben, Buschneider Adler, Eine empörende Rohheit haben, wie uns die Direktion erklärt die Löhne, welche sein Chef zahlt, für angemessen. Er des Paffage Panoptitums mittheilt, unermittelt gebliebene Be giebt dann zu, daß Timm die Worte Schuft, Betrüger 2c. nur fucher am Sonntag dadurch begangen, daß sie verschiedene ausgebraucht hat, indem er sagte, wenn Lindenbaum nicht klage, gestellte Gegenstände muthwillig beschädigten und zerstörten. Dann sei er ein Schuft. Er meint aber, die ganze Rede Timm's Der Schaden soll sich auf mehrere hundert Mark belaufen. sei eine schmähliche Herabwürdigung Lindenbaum's gewesen. = Unfall. Vor dem Reichshallen Theater in der Leipziger straße wurden am Mittwoch Abend zwei ältere Knaben von einem Lastwagen überfahren, der Ziegelsteine enthielt. Die beiden schoben einen Geschäftshandwagen und famen der Deichsel des ihnen entgegenkommenden Lastfuhrwerks zu nahe. Der von diesem erfaßte leichte Handwagen wurde zur Seite geschleudert, wobei die Jungen zu Falle tamen. Der eine erlitt nur leichte Haut abschürfungen, während dem anderen beide Beine überfahren wurden. nach anderen Orten zur Post gegebene Einschreibebriefe; Berichtigung. Wie die Herren Besitzer der Arminhallen, Worin diese Herabwürdigung gelegen habe, fann er indeß nicht c) 9 Stück in Berlin in der Zeit von Mitte Februar bis Mitte Nordalm u. Jäger, der Redaktion mittheilen, wird in ihrem angeben. Auf die Frage die gegnerischen Anwalts: Hatten Sie im Mai d. J. aufgegebene Briefe mit Werthinhalt, und d) 20 Stück Lokal schon seit Anfang Juni kein Bier der Spandauer Berg- allgemeinen den Eindruck von der Rede, daß sie eine gleichfalls in Berlin in der Zeit von Ende Mai 1891 bis Ende brauerei verschänkt. Die gestrige gegentheilige Notiz der Lokal- Herabwürdigung des Klägers war?" lautete die Antwort:" Ja". Ein zweiter Zeuge, Namens Hoffmann, giebt an, er fei Schlächter, Mai 1893 aufgelieferte Postanweisungen. Die unbekannten Ab- tommission beruhe also auf einen Frrthum. habe in einem Lokale zufällig im Vorwärts" die Ver sender der vorbezeichneten Sendungen müssen zur Empfangnahme derselben sich spätestens innerhalb 4 Wochen schriftlich bei der Marktpreise in Berlin am 26. Juli, nach Ermitte- sammlungs- Anzeige gelesen und sei, obwohl er gar kein Interesse hiesigen Ober- Postdirektion melden, andernfalls mit den Sen lungen des Polizeipräsidiums. Weizen per 100 Kg. guter von an der Lohnbewegung gehabt, nur aus Neugierde hingegangen. Sen- lungen dungen nach den gesetzlichen Vorschriften verfahren wird und 16,80-16,40 m., mittlerer von 16,30-16,00 M., geringer von Er habe gehört, daß der Beklagte den Lindenbaum Schurke, Bewerden sie, soweit von Geldwerth, der Post- Unterstützungskaffe 15,90-15,60 M. Roggen per 100 kg. guter von 14,80-14,50 m., trüger zc. nannte, ohne die Worte an die oben wiedergegebene überwiesen. Es befinden sich unter den Sendungen namhafte mittlerer von 14,40-14,20 m., geringerer von 14,10-13,80 m. Bedingung zu knüpfen; er habe sich diese Worte sofort aufWerthbeträge. Gerste per 100 kg. gute von 17,00-16,00., mittlere von geschrieben. Er kaufe nämlich bei Lindenbaum seine Kleider. 15,90-15,00 m., geringe von 14,90-14,00 M. Safer per 100 Kg. Polizeilieutenant Golz, der jene Versammlung überwachte, beVergiftung durch Hühnereiweiß. In der„ Berl. lin. guter von 19,20-18,80 W., mittlerer von 18,70-18,30 m, fundet auch, daß Timm den Lindenbaum in gröbster Weise anWochenschrift" wird eine Krankengeschichte von Vergiftung durch geringer von 18,20-17,80 m. Stroh, Richt- per 100 Rg. von gegriffen habe. Er habe ihn Schurke genannt, weil er, der KundHühnereiweiß mitgetheilt, die in weiteren Kreisen bekannt zu 6,68-5,78 m. Heu per 100 Kilogr. von 10-7,00 M. Erbfen, gelbe schaft gegenüber, sich arbeiterfreundlich stelle. Die von Timm werden verdient. Es handelt sich dabei um eine Vergiftung von zum Kochen per 100 Kg. von 40,00-24,00 m. Speisebohnen, weiße angeführten Löhne, die Lindenbaum zahle, seien so außerordentlich sechs Personen einer Familie durch Genuß einer Puddingjauce, per 100 g. von 50,00-20,00 m. Zinsen per 100 kg. von 80,00 gering gewesen, daß man es nicht für möglich halten sollte, daß die aus dem seit etwa acht Tagen aufbewahrten Hühnereiweiß, bis 28,00. Kartoffeln per 100 kg. von 14,00-8,00 m. Mind- solche Löhne gezahlt werden. Zuschneider Schiwet, der früher dessen Dotter anderweitig zur Verwendung gekommen waren, be- fleisch von der Keule per 1 Kg. von 1,60-1,20 m. Bauchfleisch bei Lindenbaum angestellt war und von demselben nicht in Unreitet war. Schon bei dem Schlagen des Eiweiß zu Schaum per 1 Kg. von 1,30-0,90 M. Schweinefleisch per 1 Kg. von frieden geschieden ist, bekundet, daß in der That die Löhne bei war der etwas fade Geruch und die trübe Farbe der 1,50-1,10 M. Kalbfleisch per 1 Kg. von 1,60-0,90 m. Hammel- 2. äußerst gering find. Für Röcke erhielten die Arbeiter 4,50 M., sonst in einem reinen Glasgefäße an einem fühlen Orte fleisch per 1 Kg. von 1,50-0,90. Butter per 1 Kg. von 2,80 5 M... w. bis 12 M. für bestellte Waare. Auch sei es aufbewahrt gewefenen Masse aufgefallen, die sich außerdem bis 1,80 m. Gier per 60 Stüd von 4,00-2,00 m. Fische per wahr, daß feste Preise bei Lindenbaum nicht existiren; der durchaus nicht zu Schaum schlagen ließ. Durch Zusatz 1 Kg.: Karpfen von 2,00-1,00 m. ale von 3,00-1,00 m. Eine zahle so viel, der Andere so viel, je nachdem der von dem Eiweiß einiger frischen Gier war es indeß der spar- Bander von 2,40-1,20 m. Hechte von 2,00-1,00 m. Barsche Runde handeln könne. Es kämen für dieselbe Waare PreisDies bestreitet Lindenbaum ganz famen Hausfrau möglich, auch die erste Portion noch zu der von 1,60-0,80 m. Schleie von 2,00-1,00 M. Bleie von 1,40 differenzen bis zu 20 M. vor. entschieden; er lasse wohl ab, aber so viel nicht. Handle Sauce zur Verwendung zu bringen. An dem Geschmacke fand bis 0,60 m. Krebse per 60 Stüd von 20,00-1,50 M. Jemand bei der Bestellung viel ab, so sei wohl der Stoff derfich durchaus keine Veränderung, so daß diese süße Speise mit Polizeibericht. Am 25. d. M. Abends sprang ein Former selbe, wie bei besserem Preise, aber die Zuthaten seien andere Genuß verzehrt wurde. Erst etiva 15 Stunden später traten indeß bei allen den Mitgliedern der Familie, die weniger oder lehrling vor dem Hause Staligerstr. 62/63 von einem in der und auch der Arbeitslohn geringer. Auch der Kommis mehr von der Sance genoffen hatten, heftige Vergiftungs- Fahrt befindlichen Wagen, wurde überfahren und am Kopfe, an Löbinger, der bei dem Kläger beschäftigt gewesen ist, bestreitet, M. Zeuge Schubert, der erscheinungen auf, die sich in lähmungsartiger Schwäche der ge- der Schulter und der Hand so bedeutend verletzt, daß er nach daß mehr als 10 m. abgelassen werde. erscheinungen auf, die sich in lähmungsartiger Schwäche der gebem Krankenhause Bethanien gebracht werden mußte. Am noch jetzt für Lindenbaum arbeitet, bestreitet eine vorher von sammten Muskulatur des Körpers, beschleunigter Herzthätigkeit, startem Uebelbefinden und so weiter fundgaben und erst nach 26. d. M. Vormittags fiel ein Arbeiter vor dem Hause Spener Schiet gemachte Angabe, wonach Schubert Schiwek seine Noth energifcher therapeutischer Einwirkung zum Schwinden famen. Straße 25 zur Erde und zog sich hierbei eine so bedeutende Ver- getlagt habe, daß er bei den 4 und 5 M., die er für bestellte bekomme, nicht bestehen könne. Er erhalte für Die Erscheinungen waren ganz ähnlich denen, die sich nach letzung an der Stirn zu, daß seine Ueberführung nach dem Röcke Rock 6,50 bis 9 Mart, für LagerWurst, Fleisch- und Fischvergiftungen zeigen, die zweifellos alle Krantenbaufe Moabit erforderlich wurde. Vor dem Grund einen bestellten bis 4 Mart. Schneider Labenz arbeitet nur fammt auf einer fauligen Bersetzung von Eiweißstoffen beruhen. bekannten, etwa 45 Jahre alten Mannes angeschwemmt, bestellte Waare und erhält dafür von Lindenbaum, wie er Stück 28assergasse 29 wurde Vormittags die Leiche eines un- öcke 3,75 Zu dem gemeldeten Leichenfund hinter dem Grundstück an der sich eine eiserne Kette um den Hals geschlungen angievt, für Paletot 10-14 M., Röcke 10-12 M., Jackets 8 bis Gewichte In dem befand, an welcher zwei von je fünf Kilo- 10 M. Schneider Schmidt arbeitete bis zum Januar für Lindens Rungestraße liegen jegt nähere Einzelheiten vor. Zooten ist heute, Donnerstag- Morgen, der 47 Jahre alte Gast gramm befestigt waren. Es liegt unzweifelhaft Selbstmord baum und erhielt für bestellte Röcke 9-11 m., einmal auch nur wirth Friedrich Stolle erkannt worden, der am Weidenweg 78 vor. Infolge eines Wortwechsels machte Nachmittags ein 5 M., für Lager- Röcke 3-3,50 M., für sogenannte Hohenzollernsein Geschäft betrieb. Er war unverheirathet und hatte eine Maler in seiner Wohnung, in der Staligerstraße, den Versuch, mäntel 6 M. Nach dieser Beweisaufnahme beantragte RechtsSchwester zur Führung des Haushalts bei sich aufgenommen. seine Ehefrau mittels eines Küchenmessers zu erftechen, brachte ihr aber anwalt Galland eine Freiheitsstrafe gegen den Angeklagten. Timm, Es liegt unstreitig Selbstmord vor, da an der Leiche Spuren nur anscheinend unbedeutende Schnittwunden an den Armen bei. in seiner Wertheidigungsrede, bemerft: Schon die Differenz ber äußerer Gewalt nicht wahrnehmbar sind, andererseits feststeht, Nach Anlegung eines Nothverbandes wurde die Frau nach dem Preise sei eine Unreellität, wie sie in andern Geschäften nicht vorkomme. Wenn ferner ein Runde gut handeln könne, so müsse der Arbeiter auf die Hälfte feines Lohnes verzichten. Seien in der Versammlung scharfe Worte gefallen, fo sei das aus der Er regung erklärlich, in welche die Schilderung solcher Handlungsweise versetze. Ihm stehe der§ 193 St.-G. zur Seite. Der Gerichtshof nahm in seinem Urtheil an, daß im Lindenbaum'schen Geschäft die Verhältnisse nicht so lagen, wie Timm ste in der Versamm lung geschildert hat. Er erachtete daher Timm wegen des Gebrauchs der Schimpfworte und wegen des ganzen Tones feiner Rede" der Beleidigung für schuldig und verurtheilte ihn zu drei Wochen Gefängniß, sprach auch dem Kläger die Publikationsbefugniß an der Gerichtstafel zu. Das Komitee. J. A.: O. Märtens. Versammlungen. auch Zum internationalen Schuhmacherkongreß in Zürich.| Abgeordneten su. Wir zählen unter den 891 derzeitigen Mit Wir werden um Veröffentlichung nachstehender Buschrift er- gliedern 53, welche noch nicht 40 Jahre alt sind, 22 zwischen 30 sucht: bis 85, unter 30 find 8. Die meisten jungen Mitglieder weist Das Empfangskomitee richtet an die in Zürich ankommenden die sozialdemokratische Partei auf; denn von ihren Mitgliedern Delegirten das Ersuchen, sich an die am Bahnhof postirten und find Bueb 1865, Regien 1861, Herbert 1860 geboren; 1859 find an roth- grünfarbigen Bandstreifen erkennbaren Kollegen zu wenden. geboren Vogtherr, Dr. Schoenlant, M. Schippel; 1858 Schmidt Das Empfangskomitee ist von Sonnabend Mittag an ununter- und Schulze, 1857 Stadthagen und Wurm. Die Antisemitent brochen am Bahnhofe postirt. weisen auch eine große Anzahl noch junger Kräfte auf; Schriftsteller Eine besondere Aufforderung richten wir noch an die in der so ist der Kaufmann Hänichen 1865, ber 1861, Böckel, Köhler Köhler und Zimmermann 1859, Schuhindustrie beschäftigten Arbeiterinnen. Bislang ist Leuß noch keine Delegirte angemeldet. In anbetracht der Be Gräfe 1857 geboren. Die Polen hatten schon in der junge Mitglieder; deutung, die gerade in der Schuhindustrie die weibliche vorigen Legislaturperiode recht Arbeitskraft einnimmt, richtet das Komitee an die Betheiligten diesmal zählen die wiedergewählten Herren Fürst Czartoryski Eine geheimnisvolle Persönlichkeit ist der Italiener das Ersuchen, möglichst bald zur Frage der Entsendung einer und Graf Kwvilecki, beide 1859, und Dr. von Dziembowski, 1858 Giuseppe Sangiolosi, welcher heute der ersten Ferien: Delegirten Stellung zu nehmen. geboren, zu den jüngsten Mitgliedern. Unter den Zentrums- Ab= straftammer des Landgerichts I vorgeführt wurde. Cangioloft Alle arbeiterfreundlichen Blätter werden um Abbruck er- geordneten sind die jüngsten die 1858 geborenen Herren Bachem, wurde im April unter dem Verdacht der Hochstapelei verhaftet. fucht. Pfarrer Frank und Mühlenbesitzer Steininger( Bayern); es Die bei ihm in der Villa zu Pankow, die er mit seiner Ehefrau, folgen de Witt( Mülheim) und Stephan( Beuthen). Von den deren Geschwistern und einer Gesellschafterin bewohnte, vorElsassern ist der jüngste der für Kolmar gewählte Rechtsanwalt genommene Haussuchung förderte eine Menge verdächtiger Preis, geboren 1859; von den Welfen der 1862 geborene Freiherr Schriftstücke und auch eine kleine Geheimdruckerei zu Tage. Man v. Hodenberg. Der einzige attive Lehrer des Reichstages, glaubte, daß Cangiolosi sich mit revolutionären Umtrieben beder Bayer Weiß von der Freisinnigen Volkspartei, ist 1863 fasse und hat die hiesige Behörde in der Heimath des Ver- gubit geboren; es folgen Göllner( Schweidnitz), geboren 1859, dächtigen Erkundigungen einziehen lassen, die noch nicht abgeschlossen sind. Im gestrigen Termine tamen nur drei BetrugsHaußmann, geboren 1857. Die Mitglieder der Freisinnigen Vereinigung find sämmtlich über 40 Jahre alt; von den fälle zur Sprache, deren der Angeklagte beschuldigt ist. Von der Der sozialdemokratische Wahlverein für den vierten Nationalliberalen sind die jüngsten die Herren Hahn, Graf Polizeibehörde zu Palermo ist die Auskunft eingegangen, daß C. dort Wahlkreis hielt am 25. Juli im Vereinshaus Südost" eine Oriola und Rimpau, geboren 1854; der freitonservative Kanoneneinmal wegen Erpressung mit sechs Monaten Gefängniß bestraft worden ist. Der Angeklagte, der der deutschen Sprache Versammlung ab, in der Genoffe Timm unter lebhafter Bu- tönig Krupp ist 1854 geboren; endlich führen wir noch an von nicht mächtig ist, so daß ein Dolmetscher zur Hilfe gezogen referirte. In der Diskussion hob Gräschte hervor, daß zur geboren 1864, Prinz zu Hohenlohe, geboren 1862, Baron v. Langen, stimmung über die soziale Entwickelung der Arbeiterbewegung" den Deutsch- Konservativen die Herren Rittergutsbesitzer Sachsfe, werden mußte, bestritt mit aller Entschiedenheit, daß er die er wirksamen Bekämpfung des Kapitalismus es der Organisation geboren 1860, v. Herber, geboren 1858. Das älteste Mitglied wähnte Vorstrafe erlitten habe. Er gab an, daß er nach Berlin gekommen fei, als der König von Italien hier zum Besuch weilte. der Arbeiter bedürfe, und zwar nicht nur der in den Wahl- des Hauses ist der Zentrums- Abgeordnete Weingutsbesitzer Dieden, Er wollte demselben ein Begnadigungsgesuch überreichen, weil er vereinen, sondern vor allem auch der gewerkschaftlichen Dr- geboren 17. Dezember 1810; das nächstälteste der nationalliberale ganisation, die den Zweck habe, den Arbeiter Kampf- Rittergutsbesizer v. Benda, geboren 1816, dann wieder die Zenin Italien defertirt sei. Dies Vorhaben habe er nicht zur Ausfähig führung bringen können. Er sei seit jener Zeit in Berlin ge- fähig zu erhalten. Auch Genosse Klawitter betonte trums- Abgeordneten Lingens und v. Kehler, geboren 1818 bezw. blieben, weil ihm sein Heimathland wegen seiner Deſertion ver- Unter Verschiedenem theilte der Vorsitzende mit, daß über das lisch; als Katholiken find bezeichnet 95 Mitglieder des Zentrums, Nothwendigkeit der gewerkschaftlichen Organisation. 1820. Die allermeisten Mitglieder des Reichstages sind evangeschlossen sei. Die durch den Angeklagten geschädigten Personen find Landsleute von ihm, Cangiolofi erschien im verflossenen Thema" politischer und gewerkschaftlicher Kampf" in Kürze 4 Konservative( Gescher, Frhr. v. Saurma, Prinz Alexander Winter in der Weinhandlung von Gazzolo in der Lindenstraße. bereits in öffentlicher Versammlung referirt werden soll. Die Ver- v. Hohenlohe, Baron Zorn v. Bulach), 1 Antisemit( Zimmermann), Er machte sich bald mit den beiden Inhabern, Vater und Sohn, sammlung nahm daher von ihrem früheren Beschlusse, vom Verein 19 Polen, 3 Nationalliberale( Adt, Günther, Graf Oriola), bekannt. Ueber persönlichen Verhältnisse erzählte aus Referenten für dieses Thema zu bestellen, Abstand. Kowalsti süddeutscher Volksparteiler( Galler), 4 Sozialdemokraten, feine 1 er Wunderdinge. Er sei der illegitime Sohn eines italienischen indem er 1. M. bemerfte, die wirthschaftlichen Verhältnisse Sozialdemokraten Stadthagen, Singer, Wurm; altkatholisch ist fritisirte abfällig den Leitartikel des Vorwärts" vom 25. Juli, 8 Elsaffer, 4 Wilde 139. Als mosaisch sind bezeichnet die Fürsten. In Chikago besitze er eine Fabrik zur Herstellung von fünstlichem Marmor, in der er 400 Personen beschäftige, in hinderten die Arbeiter ja nicht, Geld zur Gründung von der sozialdemokratische Abgeordnete für München II Birk. London besitze er ein Atelier und bei Palermo große Güter, von Redner eine Uenderung der Statuten an, die Leitung der von Vollmar; Dissidenten sind: Bock, Frohme, Geyer, Harm, politischen Landsmannschaften herzugeben. Ferner regte der katholisch getauft bezeichnen sich: Auer, Fischer, Meist und deren Weinerträgen eine Schiffsladung nach Hamburg unterwegs sei. In Rom, bei der dortigen Reichsbant, harre eine Million Vereinsversammlungen betreffend. Er wünschte, daß der Vor: Hofmann, Kühn, Reißhaus, Schmidt( Berlin), Schmidt( Sachsen), der Abhebung durch ihn. Der Angeklagte soll ein äußerst ge- fiende in jeder Versammlung besonders gewählt werde, damit Schuhmacher, Seifert, Zubeil; religionslos: Bebel, Schulte, riebener Fälscher sein, dem jüngeren Gazzolo zeigte er ein so die Genossen in der Vereinsleitung geübt würden. Hiernach Möller; tonfessionslos: Blos, Joest, Legien, Liebknecht, Megger, Schmidt( Frankfurt), Tuzauer, Vogtherr; freireligiös: Herbert, Dokument, wonach ein Prinz von Belmonte, sein angeblicher wurde die Versammlung geschlossen. Grillenberger, Klees, Ulrich, Stolle; evangelisch: Brühne, Bueb, Großvater, ihn zum Erben einsette. Durch alle diese VorAm Sonntag, den 23. Juli, hielt der Arbeiter. Diet, Schoenlant, Schippel; evangelisch- lutherisch: Förster; spiegelungen gelang es dem Angeklagten, sich in der Wein Bildungsverein" 3utunft zu Reinickendorf lutherisch: Meister. Von den süddeutschen Volksparteilern behandlung von Gazzolo einen bedeutenden Kredit zu verschaffen. eine Generalversammlung ab, in welcher Kand. phil. Hoff- zeichnet sich Ströber als konfessionslos. Er hat seine Landsleute um etwa 500 Mart geschädigt. Einen mann über das Thema: Was sollen wir aus den Wahlen armen italienischen Handelsmann betrog der Angeklagte lernen?" referirte. Bei der Gröffnung der Versammlung wurde um annähernd 200 Mark. Der Staatsanwalt hob hervor, das Andenken des verstorbenen Genossen Georg Linke in der daß man in dem Angeklagten wahrscheinlich einen äußerst ge üblichen Weise durch Erheben von den Sigen geehrt. Ueber den fährlichen Menschen vor sich habe, gegen den die Verfolgung mit Beifall aufgenommenen Vortrag entspann sich eine rege Dis wegen anderer Strafthaten noch in Aussicht stehe. Man habe fussion. Hierauf erstattete der Kassirer den Kassenbericht. Die das Dunkel, welches über der Persönlichkeit des Angeklagten bisherigen Mitglieder des Vorstandes wurden einstimmig wieder: schwebe, insoweit gelichtet, als man festgestellt habe, daß derselbe gewählt. Das Amt der Revisoren wurde den Genossen Israel ein desertirter italienischer Unteroffizier fei. Höchst wahrschein- und Meier übertragen. lich verschaffe derselbe sich seinen Lebensunterhalt durch Erpreffungen, die er gegen hochgestellte Personen in Italien richte. die " " = AIS Ein Polizeiwachtmeister wegen Sittlichkeitsvergehen verhaftet. Wie der Wähler" aus sicherer Quelle erfährt, wurde Mittwoch voriger Woche der Leipziger Polizeiwachtmeister Bickert I verhaftet und durch den Polizeidirektor Brettschneider der Staatsanwaltschaft überliefert, weil er sich auf der 8. Bezirkswache ( Dorfstraße, Gasanstalt) eines Sittlichkeitsvergehens schuldig gemacht hatte. Uebrigens soll, wie dem„ Wähler" weiter berichtet wird, der Genannte schon im vergangenen Jahre bei einer ähn lichen Affäre mit einer Prostituirten erwischt worden sein; doch Die Hilfsarbeiter und Arbeiterinnen in Gummi-, wurde damals auf die Bitten seiner Frau schonend mit ihm verDie Annahme, daß der Angeklagte ein internationaler Hoch- Seifen und anderen Fabriken, sowie in Färbereien, fahren, sodaß er mit einem Verweis und einer Geldstrafe von stapler sei, lasse sich durch eine Menge Thatsachen begründen. Gasanstalten 2c., hielten am Dienstag in Sanssouci" eine 20 m. davon kam. Diese Milde scheint aber, wie der neuerliche Wegen der bisher gegen ihn erwiesenen Schwindeleien beantrage öffentliche Versammlung ab, in der Genosse Mattutat ein Fall beweist, keineswegs bessernd auf den Beamten eingewirkt zu er eine Gefängnißstrafe von einem Jahre. In großer Erregung gehend über das Thema: Die politische oder gewerkschaftliche haben. Auffallend bleibt an der ganzen Geschichte, so bemerkt der erklärte der Angeklagte durch den Dolmetscher, daß er gegen seine Organisation", referirte. In der lang ausgedehnten Diskussion Wähler", daß die bürgerlichen Blätter bis heute den standalösen Vor Verurtheilung Protest einlege. wurden die elenden Erwerbsverhältnisse, die Nichtbeachtung des gang mit feiner Beile erwähnt haben. Es scheint also, daß in den Der Gerichtshof erkannte auf fünf Monate Gelaren Wortlauts der Arbeiterschutz- Gesetzgebung den Frauen und Polizeinotizen, die tagtäglich unseren Lokalblättern zugehen, dieser fängniß. jugendlichen Arbeitern gegenüber, und das Fehlen jeder Schuh- Vorfall nicht erwähnt wurde. Weshalb dies geschah, meint unfer vorrichtung in den meisten Fabriken aus schlecht angebrachten Leipziger Bruderblatt, können wir mit unseren gewöhnlichen Der Berichtigungs- Paragraph des Preßgesetzes. Der Sparsamkeitsrücksichten gehörig gebrandmarkt. Eine Resolution, Rechtsbegriffen nicht vereinbaren. Wenn jeder arme Teufel, der Etraffenat des Ober- Landesgerichts zu Celle hat bezüglich der in der die Anweseenden ihren Anschluß an die politische und aus Noth und Hunger eine Wurst stiehlt, für würdig befunden Berichtigungspflicht einer Zeitung ausgesprochen:" Indem das gewerkschaftliche Organisation erklären, fand einstimmige An- wird, die Spalten der Tagespresse als Verbrecher zu füllen, so Gesetz eine Berichtigungspflicht nur bezüglich der in einer nahme. Um eine Verschmelzung der kleinen Branchenvereine in hat ein Polizeibeamter, ein Hüter der Sittlichkeit, der im Dienst periodischen Druckschrift mitgetheilten" Thatsachen" statuirt, ver- die Wege zu leiten, wurde eine Agitationskommission, der folgende fich eines Sittlichkeitsvergehens schuldig macht, doch doppeltes steht es unter solchen in die äußere Erscheinung getretene Vor Personen angehören, gewählt: Zimmermann, Schüler, und dreifaches Anrecht darauf, daß sein Name verewigt wird. kommnisse. Nur diese sind des Beobachtet werdens fähig, worauf Schulze, Fischer und die Frauen Hagermann, Köppen Geschieht dies nicht, so könnte der harmlose Zeitungslefer, der es nach dem Sinne der in Rede ſtehenden Vorschrift ankommt. und Rumlandt. In der nächsten Bersammlung soll die Rech- hinterdrein doch etwas von der Sache erfährt, gar leicht auf den Damit find fogenannte innere Thatsachen, also reine Ergebnisse nungslegung der früheren Agitationskommission und die Bericht bösen Gedanken kommen, daß man nicht nur im evangeliſchdes Dentprozesses, wie Urtheile, Motive u. s. w. ausgeschlossen.... erstattung der Delegirten zur Gewerkschaftskommission erfolgen. lutherischen erstattung der Delegirten zur Gewerkschaftskommission erfolgen. lutherischen Vereinshause unliebfame Vorkommnisse fittlichAndernfalls würde jede Mittheilung in einer periodischen Druck. Beide Punkte wurden der vorgerückten Zeit wegen von der Tages bedenklicher Art mit dem Mantel der christlichen Liebe zu be schrift der Berichtigungspflicht unterliegen, und die durch das ordnung abgesetzt. Gesez erfolgte Beschränkung auf mitgetheilte Thatsachen, welcher dann auch die Vorschrist, daß die Berichtigung nur thatsächliche Angaben enthalten darf, entspricht, jede Bedeutung verlieren." Druckfehler- Berichtigung. Ein sinnentstellender Druck fehler befindet sich in der gestrigen Nummer des" Vorwärts" unter Gerichts- Zeitung. Es muß dort in dem Bericht" Hänschen Blum und das Preßgefeß" Beile 11 felbstredend heißen:... und Zahlung von 100 Mart Buße an Blum. Soziale Ueberlicht. Achtung, Metallarbeiter! Der Streit bei der Firma Willing u. Biolet( Bourset und Weiler) dauert unverändert fort. Zuzug ist strengstens fernzuhalten. Der Vorstand des Verbandes decken liebt. Die Kistenmacher hielten am 24. Juli eine öffentliche Die staatsgefährliche Trommel und ihre Folgen. Die Versammlung ab, in welcher der ehemalige Vertrauensmann„ Straßburger Post" weiß folgenden, die elfaß- lothringischen ZuMertens nachträglich über seine Einnahmen und Ausgaben stände charakterisirenden Vorfall zu berichten: Die Feuerwehr Bericht erstattete. Die Gesammteinnahme betrug 175 M., darunter in Sulzern, Ober- Elsaß, benutzte beim Ausrücken immer eine befindet sich der Ertrag der Listensammlungen für die streifenden alte Trommel, deren Anstrich die französischen Farben zeigte. Kistenmacher der Firma Werner und Jakobi und für die Dele- Die Polizeibehörde sab sich veranlaßt, eine Aenderung des Angation zum Kongreß in Kassel. Die Gesammtausgabe betrug striches anzuempfehlen. Dazu wollte sich die Feuerwehr aber 205,30 M., sodaß mit Verrechnung eines früheren Bestandes von nicht bequemen, trotzdem die Erneuerung des Anstriches noth56,14 M. bei der Amtsniederlegung Mertens ein Bestand von wendig war. Am letzten Sonntag löste sich nun deshalb die 25,84 m. verblieb. Genosse Tschernig berichtete darauf über Feuerwehr auf, und unsere Gemeinde ist nun einer alten Trommel das Resultat der letzten Bersammlung der Gewerkschafts- wegen ohne organisirte Löschmannschaft." kommission. Durch Beschluß erklärten sich die Anwesenden damit einverstanden, daß die Kommission ein ständiges Bureau eröffne liche Professor der romanischen Philologie an der Universität Wie aus Jena vom 27. Juli berichtet wird, ist der ordent und einen Genossen darin fest anstelle. Weiter. beschloß man liche Professor der romanischen Philologie an der Universität nach längerer Debatte, die Einführung der Kontrollmarte im Jena Dr. Schwan, in Gießen gestorben. Bäckereigewerbe nach Kräften zu unterstützen. Zum Schluß er= ledigte die Versammlung noch verschiedene Organisationsangelegen beiten. Der Fachverein der Stellmacher für Berlin und Umgegend hielt am 16. Juli eine Generalversammlung ab. Der Rechnungsabschluß für das zweite Quartal ergab eine Einnahme von 78,75 M. und eine Ausgabe von 52,85 M., bleibt ein Kassenbestand von 25,90 M. Ueber den Anschluß an den Holzarbeiter- Verband wurde noch kein endgiltiger Beschluß geDurchführung des Arbeitsnachweises beitragen. Depeschen. ( Depeschen bes Bureau Herold.) aller in der Metallindustrie beschäftigten Arbeiter Berlins und Umgegend. Otto Mäther, Vorsitzender, N., Anklamerstr. 44. An alle Arbeiter- Organisationen Deutschlands! Be reits seit 3 Wochen befinden sich die Korbmacher Hamburg- Altonas im Kampf mit dem Unternehmerthum, um einen Lohnausschlag von 10 pet. zu erringen, ohne daß sich die Lage der Streifenden frage, die je länger, desto mehr eine kritische zu werden beginnt, indem während der Dauer des Streits erst eine einwöchentliche Herr W. Wendt, Gormannstr. 21, ersucht uns, zu berich Unterstützung ausbezahlt werden konnte, und somit die Lage der tigen, daß er mit dem in der gestrigen Nummer in dem Bericht Streitenden eine immer drückendere wird. Trotz diefer bedrängten der Mäntelnäherinnen- Versammlung benannten Wendt nicht Verhältnisse haben wir in unseren Reihen erst zwei Abtrünnige identisch ist. zu verzeichnen, gewiß ein schöner Beweis von dem Solidaritätsgefühl der Kollegen und dem Bewußtsein, für eine gerechte Sache zu kämpfen und auszuharren, selbst unter den größten Entbehrungen. Deshalb wenden wir uns abermals mit der wieder holten Bitte an alle organisirten Arbeiter Deutschlands, uns nach Kräften in unserem Kampfe zu unterstützen, um den Kampfes muth der Streifenden zu erhalten und zu befestigen. Aber unverzüglich, denn schnelle Hilfe ist doppelte Hilfe! Briefe und Geldsendungen werden erbeten an L. von Dahle, per Adr.: Herrn Borchert, Thalstr. 17, Hamburg- St. Pauli. Alle arbeiterfreundlichen Blätter werden um Abdruck gebeten. Das Streittomite. wesentlich geändert hätte. Vor allem ist es die Unterstützungs- faßt. Sodann tadelte man, daß die Kollegen so wenig zur Lohnes Kämpfen zwischen den Streifenden und Nichtstreikenden Brit. Der Unterzeichnete ersucht die Genossen, die noch Listen im Besitz haben, diese so schnell als möglich abzuliefern. Karl Bosse, Bertrauensperson, Chausseestraße 44. Die Adresse der Agitations- Kommission der Provinz Brandenburg ist von jetzt ab Tischler August Völker, Berlin SO, Reichenbergersir. 72a. An diesen sind alle Bufchriften zu richten. Straße 16, Generalversammlung. Tagesordnung: Bericht des Borstandes. Tanzlehrerverein Solidarität." In Lofal bet Ehrenberg, AnnenGraz, 27. Juli. In den hier benachbarten Rohlen- Bergwerfen ist ein Streit ausgebrochen zwecks Erlangung höheren und kürzerer Arbeitszeit für die älteren Arbeiter. Es ist bereits gut gekommen und wurden mehrere Verhaftungen vorgenommen. London, 27. Juli. Die Hinausschiebung der Blokade der fiamesischen Küste wird von der englischen Regierung als ein gutes Zeichen dafür angesehen, daß Frankreich doch noch zu einer gütlichen Einigung bereit fei. London, 27. Juli. Die Dockarbeiter haben die Einstellung der Arbeit für den 30. Juli angekündigt. Charlottenburg. Von Seiten der polnischen Genoffen wird zu Sonntag den 30. Juli, Nachmittag 4 Uhr, eine Boltsversammlung einberufen im Lokale für einen etwaigen Krieg mit Frankreich nach Mittheilung des New- York, 27. Juli. Die fiamesische Regierung erwartet Bismardshöhe, Bismarckstraße, für Gründung eines Vereins. Schule, Mariendorferitr. 5 bei Grube. Süd- Ost- Schule, Reichenberger- fremden Macht, da sie, obwohl ihre Flotte widerstandsfähig Arbeiter- gildungsschule. Freitag, Abends von 8%-10% Uhr: Süd- hiesigen siamesischen Generalkonsuls die Unterstüßung einer straße 188. Unterricht über Gefeßestunde und Nationalökonomie. Oft- Schule, Martusstr. 31. Unterricht in Geschichte( alte). Nord- Schule, müller: sei, sich doch nicht allein Frankreich gegenüber gewachsen fühle. straße 179a: Unterricht in Physiologie und Buchführung. In allen Unterrichtsfächern, mit Ausnahme von Mathematit und Buchführung, tönnen noch Schüler und Schülerinnen, auch jezt im Laufe des Semesters eintreten. English Conversational Club Shakespeare. Meeting every Friday at 9 p. m. at Behrens Restaurant Königstr. 62. Lecturer Mr. J. Bloch. Guests are welcome. 1989 Vermischtes. Eine auf grund des amtlichen Reichstags- Handbuchs zusammengestellte Personalienskizze des neuen Reichstage geht der Schles. Boltsztg." von einem schlesischen Zentrums( Wolff's Telegraphen- Bureau.) Wien, 27. Juli. Die Wiener Zeitung" veröffentlicht eine Bekanntmachung, betreffend die Martenschutz- Konvention zwischen Desterreich- Ungarn und Rumänien. Paris, 27. Juli. Den Morgenblättern zufolge beorderte der Marineminister aus Brest und Toulon zwei Kreuzer zur Verstärkung der Division Humann nach Siam. " Dem Gaulois" wird aus Saigon gemeldet, daß von dort 500 Mann behufs Besetzung der Proving Battambang abgegangen feien. Weitere Detachements sollten nachfolgen. Paris, 27. Juli. Aus Wydah wird gemeldet, daß König Behangin den interimistischen Kommandanten der Truppen in Benin, Obersten Dumas, um eine Unterredung ersuchen ließ. Paris, 27. Juli. Der englische Botschafter Lord Dufferin| lichsten Interessen der Marine zuwider, Markham_zu tadeln, hatte heute Vormittag eine Unterredung mit dem Minister des weil er den Befehl seines persönlich gegenwärtigen Oberbefehls Auswärtigen Develle. Wie verlautet, beabsichtigt Frankreich vor habers ausgeführt habe. Allem, die Frage betreffs der Verlegung der Verträge und der nationalen Würde, welche durch das Verhalten Siams gegenüber Frankreich hervorgerufen sei, zu regeln. Die französische Regierung halte baran fest, feine fremde Einmischung in diese Angelegenheit zu dulden. Madrid, 26. Juli. Die Kammer nahm mit 129 gegen 61 Stimmen den Gesezentwurf über die Weinsteuer an. Madrid, 27. Juli. Nach hier eingegangenen Meldungen sind in der Ortschaft Pindo, Provinz La Corunna, einige choleraartige Erkrankungen mit tödlichem Ausgange vorgekommen. Cetinje, 27. Juli. Die Feier des vierhundertjährigen Bestehens der Buchdruckerei des Obod- Klosters nahm einen glänzenden Berlauf. Die bei der Feier gehaltenen Reden trugen einen rein wissenschaftlichen Charakter. Konstantinopel, 27. Juli. Wie verlautet, sind in Smyrna einige verdächtige Krankheitsfälle vorgekommen. Die Krankheit soll durch ein französisches Schiff eingeschleppt worden sein. Dem Gesundheitsrath war gestern noch keine Mittheilung hierüber zugegangen. Die Schiffsgesellschaften nehmen keine Passagiere nach Smyrna auf. New- York, 27. Juli. Dem Herald" wird aus Panama gemeldet, daß, einem daselbst eingetroffenen Privattelgramm aus Nicaragua zufolge, die Insurgenten Managua genommen hätten. Briefkaffen der Redaktion. 糖 G. E., Thiergartenstraße. Der Vorwärts" hat sich vor einiger Zeit mit dieser Frage befaßt. Sehen Sie die betreffenden Nummern in unserer Expedition ein. Friedr. Beil. Wollen Sie so freundlich sein und zwischen 12-1 Uhr auf die Redaktion kommen. Herrn H. K. Berlin W. Wir sind weder gegen noch für D. Die ganze Sache geht uns nichts an. So weit der Mann verfolgt wurde, standen wir ihm zur Seite; und sollte er von neuem verfolgt werden, so sind wir selbstverständlick wieder bereit, für den Unterdrückten einzutreten. M. B., Juvalidenstraße. Senden Sie uns eine en A. W. 46. Gegen Perfonen, die bei Verübung einer mit sprechende Berichtigung. Buchthaus bedrohten That noch nicht das 18. Lebensjahr voll- Morgenroth. Deffentliches Tanzvergnügen ist das von endet haben, kann nie auf Zuchthausstrafe erkannt werden. Ihnen beschriebene und von polizeilicher Genehmigung abhängig. Frl. J. 3. Bitte sich persönlich in den Nachmittagsstunden Wenn die Betreffenden den Raum Ihres Lokals miethen und ihre in der Redaktion einzufinden. Tanzvergnügungen auf den Kreis ihrer Mitglieder be= A. K. Die Krankenkassen sind an die gefeßlichen Bestim- schränken, so steht der Tanzluft nichts Polizeiliches entgegen. mungen gebunden, und kann der Vorstand für Abweichung von W. F. 1. Lohnbeschlagnahme ist unzulässig. Nach richtiger denselben, auch wenn es aus noch so großer Humanität geschieht, Ansicht ist auch dann der Lohn nicht pfändbar u. s. w., wenn er persönlich verantwortlich gemacht werden. Hier handelt es sich ausgezahlt ist. Der Lohn soll eben zur Bestreitung der nothzunächst darum: aus welchem Grunde sind die betreffenden wendigsten Lebensbedürfnisse dem Arbeiter verbleiben. Dem Leute aus der Kasse gestoßen. gemäß hat das hiesige Amts- und Landgericht die Fortnahme des eben ausgezahlten Lohnes durch den Gerichtsvollzieher für unzulässig erklärt. 2. Selbst zu pfänden ohne Hilfe eines Gerichtsvollziehersist kein Gläubiger berechtigt, mit Ausnahme des Fistus. Zwei Wettende in der Admiralstraße. Das liegt ganz in dem Ermessen der Militärbehörde. K. 1. Die Berliner Feuerwehr steht nicht unter magistratlicher, sondern unter polizeilicher Verwaltung, die in Berlin eine staatliche, oder wie Sie sich ausdrücken, eine königliche, ist. In Titelfragen wenden Sie sich nicht an uns. Malta, 27. Juli. Das Kriegsgericht über den Kapitän Bourke und die anderen überlebenden Offiziere des untergegangenen Kriegsschiffes Victoria" erkannte dahin, daß der Untergang der„ Victoria" lediglich durch die Schuld des Admirals Tryon herbeigeführt worden sei und daß der Kapitän Bourke und die übrigen Offiziere der Victoria" von jedem Tadel freiE. M. 10. Berlin. Nicht verwendbar. zusprechen seien. In dem Urtheil wird dem Bedauern darüber X. y. 2. 1 und 2. Unter ,, Bayer und andere HeirathsAusdruck gegeben, daß der Kontre- Admiral Markham nicht die lustige" erledigt. 3. Das Aufgebot soll 14 Tage lang aushängen Absicht ausgeführt habe, um eine Erklärung des von Tryon ge- und verliert seine Kraft, wenn seit dessen Vollziehung sechs Mogebenen Signals zu ersuchen. Es laufe indessen den wesent- nate verstrichen sind, ohne daß die Ehe geschlossen worden ist. Berlag des Vorwärts" Berliner Volksblatt Berlin SW., Beuth Straße 2. Für Vereine, Lesezirkel, Privatbibliotheken, Arbeiterbildungsschulen und zu Agitationszwecken empfehlen wir den Parteigenossen die Schriffen von Augull Bebel: Neueste Auflage. Brosch. Die Frau und der Sozialismus. M. 2, Geb. 2,50. Das Bebel'sche Buch ist, wenn man von den Schriften eines Karl Mary und und Friedrich Engels absieht, das bedeutendste litterarische Erzeugniß, welches der deutsche Sozialismus hervorgebracht hat. Wer den Inhalt des Sozialismus und seine Btele genau fennen lernen will, wird nicht umhin können, sich der Lektüre desselben zu unterziehen, dessen großer Fleiß und strenger, fittlicher Ernst selbst bei den delikatesten Fragen auch seitens des Gegners offen anertannt werden müssen. Charles Fourier. Sein Leben und seine Theorien. Mit einem Phalanstères. Porträt Fouriers und einer Abbildung des Broschirt Mt. 2, Gebunden Mt. 2,50 Unsere Biele. Sine Streitschrift gegen die demokratische Rorrespondenz. Neue Aufl. unt. der Presse. Mt. 0,30 Die Schrift ist ein historisches Dokument der deutschen Sozialdemokratie, troßdem der damalige Standpuntt des Verfassers nach verschiedenen Richtungen hin überholt ist. Agitationsschrift Zu den Landtagswahlen in Sachsen. gelegentlich der Ergänzungswahlen zum fächs. Landtage im Jahre 1891. Mt. 0,15 Bur Lage der Arbeiter in den Bäckereien. mr. 1, Nach einer vom Verfasser vorgenommenen Enquete, welche die schauderhaften Bustände über Arbeits-, Lohn- und Wohnungsverhältniffe im Bäckergewerbe zum ersten Mal statistisch bloslegt und nicht blos unbestritten blieb, sondern burch die seitherigen Untersuchungen nur bestätigt wurde, ohne die geforderte gefeßliche Regelung zu finden. Die Entwickelung Frankreichs vom 16. bis gegen Ende des 18. Jahrhund. Mt. 0,15 Gine tulturhistorische Stizze über Frankreichs Reformationstämpfe, die Zeiten des Fürstenwahnsinns und der tollsten Verschwendungssucht, die darauf fol= gende Revolution der Geister, welche in der politischen Revolution von 1789 in die äußere Erscheinung trat. Die Mohamedanisch- Arabische Kultur- Periode. 2. Auflage. Mt. 0,50 Populäre Darstellung zweier Kulturperioden im Orient und in Spanten, die dort vom vorbringenden Christenthum brutal vernichtet wurden. Das Reichs- Gesundheitsamt und fein Brogramm vom beleuchtet. Mt. 0,10 Ein nach dem Fall des Sozialistengefeßes doppelt intereffant gewordene Broschüre: wie die Sozialdemokratie 1878 zu Regierungsvorlagen stand, wenn fie in dem Boden moderner Entwicklung wurzelten, und wie die bürgerlichen Parteten unterschiedslos frondirten, wenn dem privatkapitalistischen Ausbeutungsschwindel Gefahr drohte. des Deutschen ReichsDie parlamentarische Thätigkeit tages und der Landtage von 1874-1876. 2. Auflage. Mt. 0,25 Die Thätigkeit des deutschen Reichstags 1887/89. Mt. 0,50 Die beiden Broschüren, gleichsam eine turze tritische Geschichte der deutschen Reichspolttit während der verflossenen anderthalb Jahrzehnte, bieten eine solche Summe historischen Materials, daß sie für jeden unentbehrlich sind, der am politischen Leben der Gegenwart Intereffe nimmt. zu Yves Guyot's und Sigismond Lacroir's" Die wahre Gloffen Gestalt des Christenthums"( Etude sur les doctrines sociales du christianisme). Nebst einem Anhang: Ueber die gegenwärtige und künftige Stellung der Frau. 3. durchgesehene Auflage. Mt. 0,30 In tnappen, scharfen Umrissen, eine Darlegung, daß alle religiöfen Bewegungen im Grunde fozialer Natur find, insbesondere mit Bezug auf Luther's reafttonäre Reformationsbewegung. Der Anhang ist die Quintessenz der betreffenden größeren Schrift aus des Verfassers Feder. Eine religiöse Polemik Christenthum und Sozialismus. zwischen Herrn Kaplan Hohoff in Hüffe und Bebe I. Mt. 0,10 Ift zur Massenverbreitung namentlich in katholischen Gegenden sehr geeignet. Rede Unsere wirthschaftliche und politische Lage. Bebel's gehalten im September 1892 im Kasino Zürich. Mt. 0,20 Stehendes Heer oder Volkswehr? Rede Bebel's zur Militairvorlage, gehalten im Reichstage am 13. Dezember 1892. Mt. 0,10 vor dem deutschen ReichsDie Soldatenmißhandlungen tage. Stenographischer Bericht über die Sigung vom Freitag den 18. März 1891. Enthält Reden Bebel's und Anderer. Mt. 0,15 Verhandlungen des ReichsMt. 0,25 Die Soldatenmißhandlungen. tags v. 10. u. 21. März 1893. Enthält Reden Bebel's und Anderer. Wiederverkäufer erhalten Rabatt. Bei Aufträgen von außerhalb ersuchen wir um gleichzeitige Einfendung des Betrages.( Porto extra.) Ortskrankenkasse 1 Briefkaffen der Expedition. C. B., Emden. Die Annonce kostet 2,20 m. Heinrich. Brief erhalten, wird besorgt. Weitere Nachricht demnächst. der Klempner. Schlosspark Wilhelminenhof. Wir bringen hiermit zur Kenntniß, daß die Bestimmungen des neuen Statuts vom 1. August d. J. in Kraft treten und wird dasselbe den Mitgliedern verabfolgt werden. Die wöchentlichen Rassenbeiträge betragen von da resp. vom 31.Juli cr. ab: 1. für erwachsene männliche Kaffenmitglieder, ausschließlich der Lehrlinge 45 Pf. Station der Dampfschifffahrts- Gesellschaft. Bahnstation Johannisthal. Für Fußgänger auch von Sadowa in 30 min. durch prachtvollen Laubwald zu erreichen.. 4567L* Beste Gelegenheit für Tages- und Nachmittags- Ausflüge. Besonders geeignet für kleine und größere Gewerkschaften. Bei ungünstiger Witterung für ca. 3000 Personen sichere Unterkunft. Fr. Dolinski. Jamaica- Rum, [ 131M* 2. für erwachsene weibliche mit echt Verschnitt u. Fac., Literfl. 1,10. 1,60, 2,10, bei 5 Fl. 10 Pf. billiger. glieder. 24 Bi. Tokayer, med. süßer Ungarwein, Literfl. M. 2,10. 3. für männliche Rassenmitglieder Himbeer-, Kirsch-, Johannisbeersaft, Liter M. 1,20. unter 16 Jahren und für Lehr- Echt Stonsdorfer Bitter- Litör, Liter 1,20, 5 Str. 5,50, 10 Str. 10. linge 21 B. Cognac fine Champagne, 3/4 Literfl. 3,50, 4,50, 5,50, 7,50, 12. Eugen Neumann& Co., 4. für weibliche Rassenmitglieder unter 16 Jahren 15 Pf6a. Belle- Alliance- Play 6a. 81. Neue Friedrichstr. 81. 8. Dranienftr. 8. Ferner bringen wir nachfolgende auf Grund der§§ 26a und 55 des KrankenVersicherungsgesetzes und des§ 54 des Statuts von der Generalversammlung angenommene Bestimmungen zur Kenntniß, welche von der Aufsichtsbehörde genehmigt und dem neuen Statut am Ende beigefügt sind. A. Verhaltungsmaßregeln für erkrankte Mitglieder: 1. Kassenmitglieder, welche sich frank melden wollen, haben auf der Kasse oder bei ihrem Arbeitgeber einen mit dem Namen des Rassenarztes versehenen Schein in Empfang zu nehmen. Wird vom Arzte die Arbeitsunfähigkeit konstatirt, so muß innerhalb 48 Stunden dieser Schein und das Quittungsbuch im RassenIotal gegen einen Hauskrankenschein eingetauscht werden. Wird Jemand vom Kaffenarzte einem Krankenhause überwiesen, so muß dieserhalb ein Aufnahmeschein von der Kasse geholt werden. Die übrigen Bestimmungen be treffend Zahlung des Krankengeldes und Ausfüllung der Krankenscheine find in§ 25 des Statuts und auf den Scheinen selbst angegeben. 2. Dem Krankenkontrolleur muß zu jeder Tageszeit der Zutritt zur Wohnung des Kranken gestattet werden, und hat der Kranke jede Auskunft zu ertheilen, welche sich auf die Krankheit bezieht. Der Krankenschein ist dem Kontrolleur stets vorzulegen und muß beim Verlassen der Wohnung zurückbleiben, falls der Kranke sich nicht zum Arzt oder zur Kasse be= giebt. 64/1 Oranien- Bad Oranienstrasse 44. Abonnements I. RI. 60 Pf., II. RI. 3 Bäder 1 M. Dampfkasten- Bäder. Einpackung und Massage. Leitungswaffer. 4310L* X- und O- Beine Diese Missgestaltung wird bei Allen ohne Mechanik, Schienen etc. vollständig und auf das eleganteste verdeckt durch HEINRICH BAYER'S 59 EGALISATOR", in den meisten Kulturstaaten patentamtlich geschützt, bequem, baltbar und leicht. Unter jedem Beinkleide und bei allen Bewegung, unsichtbar. Gewicht 2-300 Gramm. Toilettenstück ersten Ranges. Schnelle Anfertigung nach selbtgenommenem Maasse. Ausf. illustr. Prospekte mit Anleit. und Maass gegen 10 Pf.- Marke fco. in verschloss, Couvert ohne Firma durch die Fabrik. Beobachtung strengster Discretion. Heinr. Bayer, Reinfeld in Holstein, augenblicklich auf kurze Zeit mit Mustern hier anwesend. Zu sprechen von 10-2 und 4-6 Uhr, HOF SW., Dorotheenstr. 93, I. Sophastoff Reste Naether& Krausse 3. Den ärztlichen Vorschriften haben die Kranten unbedingt Folge zu leisten und ist ihnen nicht gestattet, in Rips, Damast, Crêpe, Fantasie, ihre Wohnung außer der ihnen vom Gobelin, Plüsch und bunten Arzt bewilligten Ausgehezeit zu ver- Mocquets spottbillig! laffen. Das Verziehen nach einem Proben franko! anderen außerhalb des Bezirks der Berlin S., Raffenärzte gelegenen Ort während Emil Lefèvre, Oranienstraße der Krankheit ist nur mit Genehmi gung des Arztes und des Kassen: vorstandes gestattet. 4. Dem Kranten ist jeglicher Besuch von Schankstätten, sowie die Vornahme irgend einer Beschäftigung oder einer der Genesung hinderlichen Handlung untersagt. 5. Zuwiderhandlungen gegen stehende Vorschriften werden mit Ordnungsstrafen bis zu 5 M. gestraft und steht der Kasse das Recht zu, die Strafgelder von dem Krantengeld in Abzug zu bringen. Dor 158. Roh- Tabak A. Goldschmidt, 4485L am hiesigen Plage wie bekannt grösste Auswahl! Garantie für sicheren Brand. Streng reelle Bedienung, billigste Preise! Sämmtliche im Handel befindl. Rohtabate sind am Lager. A. Goldschmidt, Anklamerstr. 44 an der Brunnen- Straße. Billigste Bezugsquelle für Uhren. Reparaturen gut und billig. 300 Mark gesucht zur Ausbeutung e. Kolportage- Artifels. Sicherh. vorh. Adr. unter A. F. Post. Friedenau. Alte Stiefel gr. Ausw., Reparatur. u. Best. reell u. billig. Runge, Naunynstr. 2. 1123h* erbe nachgehen urbe ihrem Oranienburgerstr. 2. Staart, Mitglieder, welche Erund gleichzeitig Strankengeld beziehen, unterliegen den Bestimmungen des Strafgesetzbuches. B. Mahngebühren, 46032* Krankheitshalb. sof. Eck- Destillation welche von denjenigen Arbeitgebern, zu verkaufen. Zu erfragen b. Hempel, welche die Eintrittsgelder und Beiträge( Moabit) Stephanstraße 8, Hof 2 Tr., zum Fälligkeitstermin nicht eingezahlt haben, mit diefen Rückständen zugleich 1121b erhoben werden. Dieselben sind wie folgt festgefeßt: Bei einem Betrage bis 3 M. 1124b 10 Pf. von 8 bis 15 M. 20 Pf. Don 15 bis 150 M. 40 Pf. über 150 m. 75 Pf. Der Vorstand. von 12-1 und 6-8. Juwelen, junge 1 M., alle Waldvögel alvaget bidlig.( 4570 F. Schnelle, Staligerffr. 182. Möbl. Schlafft. f. 1-2 Herren, sep. Scheidemann, Adalbertstr. 84, v. Ein anständ. Herr findet Schlafstelle bei Schulz, Waldemarstr. 75, 8 Tr. Dresdenerstr. 125, 2 Tr. r., freundl. Zimmer f. 1-2 Hrn. sof., Flureing. alt Gold und Silber, werden zu den höchsten Preisen gekauft und in Bahlung genommen. Goldwaaren- Fabrit Königstraße 22, Hof parterre. a. Wolfilzhüte find. dauernde u. Iohn. Größtes Lager Berlins Beschäftigung bei Louis Noessell, 1122b Tüchtiger Presser Kinderwagen. Andreasur. 23. Sp Sutfabrik, Brunnenſtr. 162. 33.53| Verantwortlicher Redakteur: Wilhelm Schröder in Berlin. Druck und Verlag von Mag Bading in Berlin SW., Beuthstraße 2. 2. Beilage zum„ Vorwärts" Berliner Volksblatt. Mr. 175. Freitag, den 28. Juli 1893. 10. Jahrg. Alte und nene Arten und Abarten wird der eine Baden, die Boltsinitiative, gegen den anderen wir fanden nämlich nach reiflicher Erwägung, es fei der direkten Gesetzgebung.") " oder Nein. 21 # ift nur absolut, wenn er unseren Willen thut" verfahren, dann gängige, gesetzlich geforderte Diskussion. Backen, das Referendum, zugeschraubt und das Gesetz auch ohne beffer für Bauern und Arbeiter die Belehrung über die Gesetzes den Rath gemacht. Da dieser aber in ziemlichem" Refpeft ge- vorlagen, statt offiziellen Gemeindeversammlungen anheim zu ( Von einem Schweizer, Karl Bürkli in Zürich.) halten wird durch diese Schraub- Konkurrenz, so befleißigt er sich geben, wo nach gewalteter Diskussion sofort über das Gesetz Die Initiativ- und Referendum: Maschinerie mußte aber in der Regel fehr, seine Gesetzesvorschläge mit den Ideen und abgestimmt würde, es ganz einfach dem täglichen Verkehrsleben zu Referendum- Maschinerie gerade aus den von diesen Staats- Gelahrten so arg verlästerten, Intereffen des Volkes in Einklang zu bringen und allfällige Lücken überlassen; der Belehrung von Mann zu Mann, auf der Straße, als banaufisch verschrienen Demokraten- und Sozialdemokraten- und Mängel fofort zu forrigiren, ungefähr so willfährig zeigt dem Markte, bei der Arbeit oder auch im Wirths oder Köpfen heraus konftruirt werden und wenn damals( 1868) nicht sich der Rath dem Bolle gegenüber, wie die preußischen Herren Gesellschaftshaus, in Vereinen, freien Versammlungen, durch ZeiKöpfen heraus konftruirt werden und wenn damals( 1868) nicht alles so gelungen und perfekt geworden ist, wie wir es gewollt Minister der allerhöchsten Stelle, dem sog.„ ersten Staatsdiener", tungen und Flugschriften, belehrende öffentliche Vorträge, vor allem aber durch die beleuchtenden, nach dem Gesetz objektiv, sachlich zu Frren ist ja menschlich so war es doch wenigstens brauchbar, sich unterthänig zeigen. Das Volk aber, das nun weiß, daß es das letzte Wort, Ja haltenden d. h. beide Seiten, Vortheile und Nachtheile, offen darjedenfalls viel, viel besser als was jene hochgelahrten" Nörgler" oder Nein, hat, wird die Gesetzesvorschläge ruhig an fich heran- legenden amtlichen Berichte des Rathes oder der Regierung, sowie je zu wege gebracht hätten, denn deren Grundanschauuug ist, daß kommen lassen, sie dann besehen, studiren und diskutiren. Mit dem auch welche der Kopf, die Intelligenz allein nur gute Gesetze machen der Initianten jedem Stimmberechtigten vor der Volts Abfann, während im Gegensatz bazu die unferige war und noch ist, obligatorischen Referendum wird somit die Volksabstimmung zu einem auf Staatskosten dreißig Tage kann, während im Gegenfaz bazu die unferige war und noch ist, organischen Aft, einer Lebenskräftigen That dadurch, daß der Volksstimmung in's Haus gebracht werden müssen, so daß er am daß der Bauch, das Interesse die Geseze macht, und wenn daher die arbeitenden Massen die Gesetze endgiltig zu beschließen wille den Gesetzesvorschlag genehmigt und bekräftigt. Das obli- Abstimmungs- Sonntage, statt einer ermüdenden Versammlung, haben, so werden folgerichtig im langen Lauf der Zeiten und gatorische Referendum ist der friedliche und fortwährende Ge- wo langweilige Matadoren sich nur zu oft hören lassen und brauch des Grundrechtes, den das politisch mannbare Bolt ausübt, leeres Stroh dreschen, nur einen fleinen Gang zur Urne zu Dinge die Geseze auch zum Frommen der Arbeit, und nicht im Inter- es ist, wie der Belgier Deploige sagt, la reconnaissance solennelle machen hat, um da seinen Willen kund zu geben durch Eineffe des Kapitals gemacht werden. Freilich kann jedes neue Gebiet erst nach längerer Erfahrung et l'affirmation pratique de la souveraineté du peuple, b. b. werfen feines mit Ja! oder Nein!! beschriebenen Stimmzettels. Vor 25 Jahren war es noch nicht so leicht, das Volks richtig organisirt werden.„ Ich getröfte mich", sagte damals einer die feierliche Anerkennung und ausübende Bekräftigung des initiativrecht in seinem innersten Wesen zu erfassen. So viel war von uns, den Zukunftsstaat" nicht fir und fertig in der Tasche Selbstbestimmungsrechts des Volkes. Im Kanton Zürich wird jedem Stimmberechtigten die uns aber klar, daß sich die Initiative wesentlich unterscheiden habenden Sozialdemokraten, mit dem Gedanken, daß wir über- Referendumsvorlage mit einem beleuchtenden Bericht einen ganzen müsse von einem„ Anzug" an die Landesgemeinde, einem Antrag haupt eine ganz neue Bahn betreten und wie in allen Dingen, Monat vor der Volksabstimmung ins Haus gebracht, damit nicht oder einer Motion im Rath oder Parlament, vollends aber von so auch hier wohl nicht beim ersten Anlauf das für alle Zeiten eine Behörde, weil die an einem Maßgebende treffen werden. Wir werden auf der Bahn der nur der Mann, sondern auch die Frau und Töchter, sowie die einer Petition an auf einem Plage versammelte Landsgemeinde, direkten Demokratie erst gehen zu lernen haben, und es wäre ver- noch nicht stimmfähigen Söhne unter 20 Jahren es lesen und Orte, darüber reden können und so thatsächlich eine Art Haushaltungs- das im Rathssaal besammelte Parlament, Anzüge", Anmessen anzunehmen, daß der erste Wurf, den wir thun, auch un- oder Frauenstimmrecht daraus wird und drei Tage vor der Abträge, Motionen, Amendements, Petitionen entgegennehmen, bedingt gelingen werde." Immerhin war der Wurf doch so ge= lungen, daß stracks Bern, Thurgau, Aargau, Solothurn das ſtimmung, die immer an einem Sonntage stattfinden muß, erhält der diskutiren, debattiren, durch eine Reihe von Eventualabstim Ding" nachahmten und zuletzt die welschen Kantone nach- Aktivbürger ebenfalls auf seinen Familientisch den Stimmzettel mungen bereinigen und schließlich durch eine Hauptabstimmung folgten, aber ohne an den„ Institutionen der têtes carrées", oder Stimmfarte, wo er sein Ja oder Nein hinschreibt, sammt das Gesetz oder den Beschluß feststellen kann, während das der vierschrötigen deutschschweizerischen Steckföpfe etwas zu ver dem Stimmfähigkeitsschein oder der Ausweisk arte, die auf seinen eben die örtlich getrennte, in hunderten und tausenden bessern, im Gegentheil sie verböserten" dieselben, indem sie ent- Namen ausgestellt ist. Im Falle der Stimmberechtigte frant, von Gemeinden, weit auseinander wohnende stimmberechtigte momentan abwesend, durch pressante Arbeit oder sonst wie ver- Aktivbürgerschaft nicht kann. weder eine erschwerte oder gar keine Initiative und ein fakul hindert wäre selbst an die Urne zu gehen, fann er durch einen Hauptunterschied zwischen Initiative und obigen Institutionen, Daraus folgt naturgemäß der tatives Referendum einführten. Man spricht dermalen viel von andern Stimmberechtigten seinen beschriebenen Stimmzettel der darin besteht, daß an der Initiative nichts, gar nichts diefen Schweizer Institutionen in Frankreich, sogar in Spanien und Italien, vor allem aber in Belgien, wo die Ortsbehörden sammt Ausweistarte besorgen lassen, denn jeder Attivbürger geändert werden darf, während dies bei„ Anzügen" und Motionen seit Jahren schon von dem Gemeinde- Referendum ergiebig Ge- darf in zürcherisch fantonalen Abstimmungen und Wahlen außer gar wohl geschehen fann und darf und in der Regel auch gebrauch machen, sogar großartige freiwillige Boltsabstimmungen seinen eigenen Stimmzettel noch zwei Stimmzettel und Aus- fchieht, ja dem Parlamentarier so selbstverständlich vorkommt, zum Zwecke der Propaganda veranstalten, und eine Broschüre weistarten Anderer abgeben. Die Stimmabgabe ist obligatorisch daß er von vornherein das Gleiche auch von der Initiative vor nach der andern erscheint, sowie auch gelehrte Abhandlungen und bei Buße; nicht abgegebene Ausweiskarten werden vom Weibel aussetzt, folglich deswegen von der direkten Gesetzgebung nichts verstehen kann, wie es einst einem Louis Blanc, Proudhon, darüber in Zeitschriften. Auch in England wird von den ein paar Tage nach der Abstimmung unter Buße einbezogen. fortgeschritteneren Arbeitern das Referendum bereits auf das flaren Formulirung der Volksinitiative, denn diese war das Polititer ergeht. Weit mehr Kopfzerbrechens brauchte es zur Gestaltung und Girardin ergangen, und heutzutage noch einer Menge gewiegter politische Programm genommen und in Nordamerika wird für die mals( 1868) eine ganz neu zu schaffende, vorher noch nirgends direct legislation eifrig und im großen Stil Propaganda ge- fo radital eingeführte Staatsinstitution, die sich scharf von allen gereicht worden ist, zur Voltsabstimmung kommen. Es darf Die Initiative muß tale quale, sowie sie der Regierung ein macht, gerade jezt agitirt man im Staate New- Jersey für eine Verfassungsänderung behufs Einführung des Referendums und bisher üblichen politischen Rechten unterschied. Unter Volks- daran tein Jota geändert, also feine Abänderungsanträge geder Intiative; die Politiker tönnen sich darauf gefaßt machen, initiative oder Vorschlagsrecht des Volkes versteht man das von stellt werden. Gie muß in globo, als Ganzes angenommen daß noch vor Ende des Jahrhunderts viele Staaten, besonders einer bestimmten Anzahl von Stimmberechtigten( im Kanton oder verworfen werden. Auch der Rath, dem die Initiative zur Beim Westen, mit Initiative und Referendum ausgestattet, scharf Bürich 5000 von 80 000 Stimmberechtigten) ausgehende Begutachtung unterbreitet wird, darf daran nichts, absolut gar in Attion treten werden gegen die Plutokratie und politische Gesetzes sei es in der Form der einfachen Anregung oder des anzunehmen oder zu verwerfen; eventual für den Fall er die Sache gehren nach Erlaß, Aufhebung oder Abänderung eines bestimmten nichts ändern; er darf dem Volte nur den Nath geben, sie Korruption in den Vereinigten Staaten. Vor 25 Jahren stellten wir Zürcher Demokraten das eine ausgearbeiteten Entwurfes und obligatorische Vorlage des für wichtig genug erachtet, barf er einen Gegen vorschlag der beiden Bolksrechte, das obligatorische Referendum vor allem felben an alle Stimmberechtigten zur Volts abstimmung durch Ja machen, zwischen welchen beiden Vorschlägen, dem der Initianten nur in den Vordergrund, weil es populär, allseitig verstanden und demjenigen des Rathes, das Volk zu wählen und zu ent Je nachdem man die direkte Gesebgebung mehr oder weniger scheiden hat. Die direkte Volksgesetzgebung ist also unvers und auch hier und da schon praktizirt worden war. Bei den häufigen radikal auffaßt, muß auch die Initiative entsprechend ausfallen. ein bar mit Amendements, denn wenn Jeder beliebig Abtantonalen Partial- und Total- Verfassungsrevisionen war es üblich seit den dreißiger Jahren, diese neuen und abgeänderten Das Prinzip der direkten Gefeßgebung durch das Volk in seiner änderungsanträge stellen dürfte, müßte es unfehlbar vollen Reinheit und Nacktheit besteht eigentlich nur aus den wie Louis Blanc und Proudhon auch meinten Verfassungen ei er Bolts abstimmung zu unterwerfen. Was fchien beiden Volksrechten, Vorschlags- und Abstimmungsrecht. Freilich zu einer babylonischen Verwirrung, zu einer General- Konfusion, nun einfacher, als dem Volke begreiflich zu machen, daß wenn wären dann die beiden Worte Initiative und Referendum nicht zu einem großartigen Fiasko führen", während im Gegentheil gewiß auch über ein Gesetz in gleicher Weise werde abstimmen mehr so recht am Blaze, da sie aus einem Kompromiß zwischen alles glatt, ja ganz selbstverständlich vor sich geht, wenn über fönnen. Wir wollten daher von dem sogen. fakultativen dem Repräsentativsystem und der Theorie der direkten Gesetz- die Initiative abgestimmt wird, so wie sie gestellt worden ist. nicht vollständig Die Voltsinitiative ist ihrer Natur nach nichts anderes, als ein die Amerikaner nennen es besser optional- Referendum, gebung entstanden sind und sich daher mit der letzten decken, mit ihr sich nicht so nicht so ganz von einer bestimmten Anzahl von Stimmberechtigten ausgehender das von einer gewissen Anzahl von Stimmberechtigten( 1/ 10-1/ 25, 3. B. beim Bundesreferendum 122, d. h. 30 000 Unterschriften identifiziren lassen. Um über die Gesetze referiren", und an die gesammte Attivbürgerschaft gerichteter bestimmter dieselben ad referendum nehmen oder, wie man von 660 000 Attivbürgern) unterschriftlich verlangt werden muß, vor Antrag. Hier liegt die Analogie oder Aehnlichkeit mit dem ehe es in Funktion tritt, weil veto anrüchig", nichts wissen, beimbringen"( in die Kantone, an die großen Räthe oder Lands- lichen Unterschiede, daß die vom Landrath begutachteten ehe es in Funktion tritt, weil veto- anrüchig", nichts wissen, Zeiten in der Schweiz von den Tagsagungs- Beschlüssen sagte, Anzug" bei der Landsgemeinde- Einrichtung, aber mit dem wesent sondern entschieden uns von vornherein für das obligatorische gemeinden), ans Volk„ bringen" zu können, um seine Geneh- Anzüge" an der Landsgemeinde z. B. in Glarus durch Anträge Referendum, dem alle Gefeße ipso jure, von Rechtswegen, zu migung einzuholen, muß doch vor allem ein Rath, ein Parla- und Unteranträge immer noch und manchmal wesentlich abSanktion oder Genehmigung unterstellt werden müssen, weil es das allein richtige, das recptiv verarbeitende, kritisch thätige, ment, eine gefeßgebende Behörde da fein außerhalb des geändert werden können, gerade so wie ein Antrag oder die normale Referendum ist, denn es bildet die natürliche eine Hälfte der Boltes. Ebenso sagt man von einem Manne, der seine Geschäfte Motion eines Rathsmitgliedes vom Parlament durch Amendements selbst und allein besorgt, nicht, er habe die Initiative in seinen beliebig geändert werden kann. gesetzgebenden Gewalt, die zwiefach zusammengesetzt ist, aus zwei Geschäften, weil sich das von selbst versteht. Hat aber dieser Bollends aber ist die Initiative nicht, wie so oft und hartKomponenten besteht, aus einer produttiven, in der Schöpfung Mann einen Associé oder gar Geschäftsführer, der schlauer und näckig behauptet wird, eine etwas verbesserte Petition, ein vers eines genau präzisirten Entwurfes bestehenden Thätigkeit ( Volksintiative oder Rath) und der Sanktion( Referendum), erfahrener ist als er, so kann er in den Fall kommen, von seiner stärktes, potenzirtes Petitionsrecht, eine Petition von höherer Bewomit dem Entwurfe staatliche Autorität verliehen wird. Beide Initiative Gebrauch zu machen, wenn er durch den Andern in deutung", sondern sie ist ihrer innersten Natur nach das gerade sind einander koordinirt, wo diese zwei Thätigkeiten nicht mehr arge Verlegenheit gerathen ist; deshalb wollte auch Rittinghausen Gegentheil davon. Das Petitionsrecht ist ein fosmopolitisches dem einen Organ der Repräsentanz, sondern zwei Organen von einem solchen Associé oder Rath nichts wissen und brauchte Rechtsinstitut, ein sogenanntes Freiheitsrecht; es versteht sich in einem Staate, welcher Regierungsform er auch huldige, sofern ( Initiative oder Rath und Referendum) überbunden sind, kann daher auch die beiden Worte nicht. feines ohne das andere funktioniren, ohne das Zusammenwirken ein tonturrirendes Organ, einen Beirath, eine Art Neben Initiativrecht ist aber nur in demjenigen Staate möglich, welcher Wir aber wollten im Gegentheil( 1868) mit der Initiative die politische Freiheit nicht bloße Phrase ist, von selbst. Das beider entsteht kein Gesez. Nach dem positiven Staatsrechte fast rath( nicht einen Geheimrath", sondern einen„ Offenrath") dem Prinzip der direkten Volksgesetzgebung huldigt. Die Petition aller Schweizerkantone ist mithin die gesetzgebende Gewalt ge- schaffen, welcher mit dem in der Initiative liegenden Zwang be- ist ein von einer oder mehreren, außerhalb eines beſtimmten theilt zwischen proponirendem Rathe oder Initiative rechtigt sein soll, sowohl Anregungen, als auch( ber ratio, dem Stollegiums stehenden Personen ausgehendes, an das Kollegium und sanktionirender Aktivbürgerschaft, ausdrückliche oder stillschweigende Sanktion, d. h. obligatorisches oder Sinn und Geist des Justitutes entsprechend) fertige Entwürfe,( Rath, Behörde) gerichtetes un verbindliches Begehren. Die fakultatives Referendum, die bejahenden und gerade so gut wie der Rath, vor's Volt zur Abstimmung zu Bolfinitiative dagegen ist ein von einer bestimmten Anzahl bringen. Wir abstrahirten also von vornherein von der radi- bestimmt qualifizirter Bürger an die Gesammtheit derselben ge= verneinenden Stimmen giltig und ausschlaggebend sind. falen Ansicht Rittinghausen's, es ohne Parlament" zu machen richteter Antrag gesetzgeberischen Inhaltes, an welchem der Rath Dem einen Hauptfaktor, der Volksinitiative, fommt die Aufgabe zu, in Verbindung mit dem andern, dem obligatorischen probiren, da bei der direkten Gesetzgebung eine Verfassung über- muß. Hieraus folgt, daß Petition und Initiative sich unters Aufgabe zu, in Verbindung mit dem andern, dem obligatorischen und ebenso von der Idee Confiderants, es ohne Verfassung" zu nichts ändern kann und über welchen das Volk abstimmen Referendum, die direkte Gesetzgebung zu verwirklichen, denn nach unserer Rechtsauffassung ist die Initiative als Korrelat und noth flüssig, das Volk ja alsdann die lebendige Verfassung selbst scheiden: sei". Dies war natürlich mit einem ordentlichen Rath nicht a) Durch die angesprochene Person. Die Initiative ist ein wendige Ergänzung des Referendums, oder auch umgekehrt, zu ausführbar, denn die Verfassung in einer Republik ist Antrag an die Aktivbürgerschaft als gesetzgebende Gewalt. Die gerade des Rathes wegen, in einer kon Petition dagegen kann an jedes Organ des Staates, an jede Prosaisch ausgedrückt kann man sagen, diese beiden Volks stitutionellen Monarchie der Krone und des Pa r- Behörde gerichtet werden; es besteht für die Adresse der Petition rechte der Züricher Verfassung sind die beiden Seiten oder Backen iamentes wegen da, ist gegen die Uebergriffe nur die natürliche Schranke, daß dieselbe an die zuständige Bes des legislativen Schraubstockes; den Raum zwischen den dieser gesetzgebenden Gewalten gerichtet, ist folglich eine Schutz- hörde gerichtet werde; eine andere dürfte ja die Bitte nicht Baden nennt man das Maul, wo sich das Parlament, wehr für das Volk, also für, nicht gegen das Volk aufgestellt. erfüllen. der Kantonsrath zwischen diesen beiden Faktoren ein b) Durch die Aktivlegitimation. Nur der im Vollgenusse der geklemmt befindet. Thut der Rath nicht gut, so wird das sich selbst Gesetze gebende Volt, das absolute Volk wird als er nach dem preußischen Junker Grundsatz:" Der König papiernen Verfassung mehr bedürfen und zwar aus noch der Aktiv bürger, oder wie die Amerikaner es nennen the duly Herr und Meister, wie ein absoluter Monarch, wohl keiner politischen Rechte stehende Bürger( wie wir in Zürich es heißen bessern Gründen als einst im tollen Jahr" der König von qualified voter, der gehörig qualifizirte Botant, der stimmberechtigte *) Siehe den in Nummer 78 gebrachten, sowie die früheren Preußen entrüstet ausrief:" Rein Blatt" Papier" zwischen Wir Bollbürger) kann ein Initiativbegehren stellen. Es gehört zum Begriff und meinem" Volke!" Das herrenlose" Bolt ist die der Initiative, z. B. bei der eidgenössischen oder Bundes- Initiative, **) Die 5 Gentimes Broschüre Le Referendum lebendige Verfassung selbst, denn„ Herrenlosigkeit bedingt daß das Begehren von der vorgeschriebenen Anzahl Unterschriften par G. Lorand, rédacteur en chef de La Réforme in papierne Verfassungslosigkeit";" die Ausübung der Volks:( in Zürich 5000, im Bund 50 000) folcher Bürger begleitet sei Brüssel. Aux Messageries de la Presse. 20, rue du Persil. fouverainetät" sagt Considerant, durch das Volk selbst schafft und daß alle Unterschriften auf die( der Kanton Zürich ist hierin 1890. In dieser massenhaft abgesetzten französisch und flämisch alle und jede politische, fünftliche( artifizielle), geschriebene, weitherziger, als der Bund) vorgeschriebene Art und Weise erschienenen Broschüre von 30 Seiten ist auch das Gemeinde- vertragsmäßige( fonventionelle) Verfassung ab aus dem sehr ein zustande gekommen seien, während es für den Begriff der Petition Referendum beschrieben, wie es in Belgien da und dort mit Er- fachen Grunde, weil das Volk selbst die natürliche Verfassung des gleichgiltig ist, ob sie von einer oder von tausend Personen unterfolg praktizirt worden. Selbstbestimmungsrechtes ist." schrieben ist, ob die Unterschriften von politisch Berechtigten oder Le Referendum en Suisse par Simon Deploige Da die Quintessenz der direkten Gesetzgebung durch das Volk Unberechtigten, von Einheimischen oder Fremden herrühren; denn advocat, Sociétébelge de Librairie 16 rue Freurenberg. nur aus Vorschlags- und Abstimmungsrecht besteht, so ist es noch jedermann, der überhaupt eine vernünftige Meinung hat, darf sie Brüssel 1892. sehr die Frage, ob es nicht besser wäre, eventuell das System in der Form der Bitte äußern. Ein Buch von 190 Seiten vom ultramontanen Standpunkt Rittinghausen noch mehr zu vereinfachen und es ohne die dis- c) Durch Umfang und Inhalt. Das Iniativbegehren kann die aus geschrieben, aber mit Sachkenntniß, da der Autor die Dinge tutirenden Sektionen zu machen, d. b. gar keine sich nur auf verfassungsmäßig bezeichnete Materie aus eigener Anschauung in der Schweiz studirt hat. jener amtlichen Debatten oder offiziellen Ortsversammlungen ab- gefeßgeberischen Juhaltes beziehen; denn es ist ein Rechtsmittel In folgenden Zeitschriften belehrende Artikel im Jahre 1892. zuhalten, die dem Volke nur Zeitversäumniß, Kosten und Mühe der legislativen Gewalt. Jeder Gegenstand hingegen, der sich La revue de droit international No. 3, 4 et 5. 1892. verursachen, und an denen wohl eher das Kapital als die Arbeit irgendwie in den Bereich des staatlichen Interesses ziehen läßt, Brüssel. La revue social et politique No. 3. 1892. Brüssel. fich breit machen und das große Wort führen würden. Könnte fann Gegenstand einer Petition sein. Dem Inhalt nach kann Le Correspondant No. du 25 avril 1892. Paris. La Revue man es nicht auch mit dem gut sein lassen, wie wir es in der sich ein Jnitiativbegehren, je nach dem positiven Rechte eines des deux mondes, No. du 1er Mai 1892. Paris. La nueva Büricher Verfassung von 1869 für das Referendum festgestellt Kantons, nur mit dem Erlasse, der Aufhebung oder Abänderung ciencia juridica, 80. Juni 1892. Madrid. haben, eine einfache Abstimmung ohne vor- leines bestimmten Gesetzes oder Beschlusses befassen, während die z. betrachten. Artikel. 100 nur " Bis wann mögen die maßgebenden Kreise im Lande der Sozialreform sich zur Höhe der in wilden Ländern üblichen Auffassung von der Bedeutung des Fabrikinspektorats aufgeschwungen haben? " Betition das Begehren um Erfüllung einer Bitte in irgend einer elementaren Unfall bradig gewordene Trinkwasser zurückzuführen| anderen wilden Ländern" längst bewährt hat. Es wird ges Weise zum Inhalte haben fann. d) Durch die Wirkung. Das der Regierung zu Händen des dem Vize Konsulat zu Dünkirchen abgegebene Erklärung sei, außerdem auf die im gleichen Sinne lautende auf meldet: Rathes eingereichte Initiativbegehren enthält für diesen die des ersten Steuermannes, des Kochs und Vom nächsten 1. Oktober an kommt auf der Linie Leipzig Nöthigung innert verfassungsmäßiger Frist eine bestimmte Schluß- trosen der„ Emilie". eines Ma- Halle- Magdeburg das Koupiren der Eisenbahn- Fahrkarten durch nahme zu fassen, ansonsten sich der Rath seines Rechtes der Begut nach längerer Berathung den Ausführungen der Kläger, Kontrolle der Reisenden beim Betreten des Bahnsteiges ein. Das Reichsversicherungsamt stimmte die Schaffner in Wegfall; es tritt dafür eine einfache Billetachtung oder der Stellung eines Gegenvorschlages begiebt. Jusofern welche ihre Sache persönlich vertraten, zu, hob das Urtheil des Wenn sich diese Maßregel, die außerdem zunächst noch auf der übt das Iniativbegehren auf den Rath einen gewissen Zwang aus, Schiedsgerichts auf und verurtheilte die beklagte Strecke Braunschweig- Berlin getroffen wird, bewährt, so soll obschon diese Behörde gar nicht die angesprochene Person ist. See- Berufsgenossenschaft zur Zahlung der den sie auch auf den anderen deutschen Bahnen zur Einführung Der wirklich angesprochenen Aktivbürgerschaft darf von der Wittwen und Kindern gesehmäßig zustehenden kommen. Regierung das Initiativbegehren verfassungsgemäß nicht eher Rente vom Todestage an. Daffelbe führte aus, daß vorgelegt werden, als bis der Rath von seinem Rechte Gebrauch dieser Fall dem eines Schiffes gleichzuachten sei, welches an eine bekannten deutschen Langstieligkeit" nicht zu lange auf sich Wenn nur die Verallgemeinerung dieser Neuerung bei der gemacht, respektive seine Pflicht, immerhin aber innerf gefeglicher öde Insel verschlagen wurde, auf der die Mannschaft wegen warten läßt. Frist( etwa 6 Monate) erfüllt hat. Der Petition gegenüber, auch Mangels an Nahrung umkommen müßte. Wie in einem solchen wenn sie Massenpetition ist, bewegt sich der Rath, auch in der Falle der Tod der Mannschaft schon bei der Landung besiegelt Adel als solcher feinen Pfifferling gilt, ist es für einen HochHochgeborene Vagabunden. Im wilden Amerika, wo der reinen Demokratie, durchaus frei. Die Gewährleistung des sei, so sei es auch bei der Mannschaft der„ Emilie" bei dem geborenen mit dem standesgemäßen Auftreten manchmal äußerst Petitionsrechtes ist nur die Erklärung des Staates, daß er bereit Brackigwerden des Trinkwassers der Fall gewesen. Sodann windig bestellt. sei, die Ansichten und Wünsche des Publikums, der Gemeinschaft, wurde von dem Reichs- Versicherungsamt noch betont, daß durch Evansville gemeldet: In einem Straßengraben wurde heute früh So wird der„ New- Yorker- Bolts- 3tg." aus wie immer sie sich gebildet haben, zu hören und in Erwägung diesen Fall der Storbut nicht aus der Reihe der Krankheiten ge- die Leiche des A. A. Gablenz, eines Insassen des hiesigen zu ziehen. Ein Recht auf Erfüllung der Petition hat niemand. strichen und in die entschädigungspflichtigen Unfälle gesetzt werden Armenhauses, gefunden. Er soll ein Graf und Sohn eines deutDer Rath hat nicht die Pflicht, einer Petition, selbst wenn fie folle. Storbut bleibe nach wie vor eine Gewerbefrankheit und schen Millionärs sein. Er war ein gebildeter Mann, dem es mehr Unterschriften trägt als eine Boltsinitiative, zu entsprechen; sei als solche zu behandeln. Dieser Fall bilde jedoch eine Aus- hier gut ging, bis er dem Trunk verfiel. er ist durchaus frei in seiner Handlungsweise. Und in einer MitDie Voltsinitiative ist also etwas ganz anderes als eine ursachten Unfall veranlaßt sei. nahme, da der Skorbut durch einen durch die Elemente ver- theilung aus St. Joseph heißt es: Victor Lungfeldt, ein preußiPetition; fie unterscheidet sich aber auch von der Motion, den scher Edelmanu, der hier seit 20 Jahren ansässig war und allAnträgen im Rathe, nicht blos dadurch, daß sie nicht abgeändert werden darf, sondern besonders dadurch, daß sie nicht mehr hat die englische Regierung als die erste mit dem Beginn des die Folge einer längeren Spree", welche den„ Grafen" törperWeibliche Fabrikinspektoren in England. Bekanntlich durch Morphium den Tod gegeben. Die verzweifelte That war Weibliche Fabrikinspektoren in England. Bekanntlich gemein der„ Count" genannt wurde, hat im" Pacific House" sich zurück gezogen werden kann, aus dem sehr einfachen, in der laufenden Finanzjahres neben den männlichen auch zwei weiblich und finanziell ruinirt hatte. Natur der Sache liegenden Grund, weil die Zustimmung zur liche Inspektoren zur Beaufsichtigung der Arbeitsverhältnisse der Zurückziehung von den vielen, vielen Tausenden von Ini- Frauen und Mädchen in den englischen Fabriken angestellt. Sieben Jahre als Frau verkleidet. Vor dem Straftianten, im ganzen Lande herum zerstreut, ganz einfach nicht mehr leber die bekannteste dieser beiden Fabrikinspektorinnen, Fräu- richter des Wiener Bezirksgerichts Währing fam vorigen Freitag erhältlich wäre. Die von den Initianten einmal lancirte, d. h. lein May Abraham, enthält die Wochenschrift Für's eine Affäre zur Sprache, die vor furzer Zeit großes Aufsehen der Regierung eingegebene Voltsinitiative ist zu vergleichen mit Haus" folgende Mittheilungen: Fräulein May Abraham ist hervorgerufen hat und auch von uns erwähnt worden ist. Ein dem vom Schützen abgegebenen Schuß; der Schüße hat keine Frländerin von Geburt und tam nach London als junger, vollkommen entwickelter Mann sollte sieben Jahre als Gewalt mehr über die abgefeuerte Kugel; er fann den Schuß Privatsekretärin der Lady Dilke. In dieser Eigenschaft Köchin in den verschiedensten Häusern gedient haben. Die Vernicht mehr ungeschehen machen. Ist er ein guter Schütze, hat er fam sie mit einflußreichen Frauenvereinen in Berührung, die handlung, über die wir nach dem W. Egbl. berichten, ergab, daß wohl gezielt, so wird die Kugel am Zweck herum einschlagen; den Frauenschuß sich zur Aufgabe gestellt. Als sie hier nun die Geschichte vollkommen auf Wahrheit beruht. Albrecht Lackner ist er aber ein schlechter Schüße, so geht sein Schuß fehl, und einst Kenntniß von den Beschwerden der Londoner Wäscherinnen beißt der junge Mann. Durch fieben Jahre rasirte er sich sorger braucht dann für den Spott nicht zu sorgen. Desgleichen die erhielt, versuchte sie in einer großen Versammlung im Hyde Park fältig, trug falsche Böpfe und erschien in Frauenröcken, sowie Initiative; ist die Idee gut und wohl formulirt, so wird sie die Wäscherinnen aufzufordern, Schritte zu thun beim Minifterium, entsprechend adjustirten Frauenleibchen; auch sprach er mit leiser vom Volte angenommen werden; ist sie nicht gut, oder, wenn um es durchzusetzen, daß auch sie der Wohlthaten des Fabrik- gedämpfter Stimme, damit der rauhe Klang seines Organs ihn gut, schlecht formulirt, das heißt unbeholfen redigirt, zweideutig gesetzes theilhaftig werden. Tags darauf erschien im Parlament nicht verrathe, und um den Schein vollständig zu bewahren, verabgefaßt, so wird sie verworfen werden, um dem vielleicht besser eine Abordnung der Wäscherinnen, welche ihre Wünsche vortrug. Schmähte Albrecht Lackner auch nicht, sich den Hof machen rediairten Gegenvorschlag des Rathes oder einer zukünftig forrett Die Sache erregte Aufsehen und Fräulein Abraham wurde öffent- zu lassen. Sein ernstes Wesen, sein Fleiß und seine Nettigabgefaßten Initiative Platz zu machen. Die Initiative ist wie lich bekannt. feit erwarben ihm viele Freunde, ja zahlreiche Liebhaber, ein Geschenk, einmal gegeben, fann es nicht mehr zurückgenommen die es ernst meinten; Sofie", so nannte sich Albrecht Lackner, werden; ist das Gebotene dem Beschenkten nicht anständig, nicht pflegte mit ihnen Partien zu machen und Unterhaltungen zu be genehm, so kann er es ja verwerfen; oder wie die Feinde der suchen, hielt aber strenge auf ihren guten Ruf. Lackner ist mittelBoltsgesetzgebung wohl lieber sagen würden, die Initiative ist groß und blond; er hat ein schmales, blasses Gesicht, eine ziem wie ein begangenes Verbrechen, das nicht mehr ungeschehen ge= lich scharf gebogene und keineswegs fleine Nase, dann für einen macht werden kann und vom Volksgerichte abgeurtheilt werden Unfallversicherung in Desterreich. In Desterreich waren Mann verhältnismäßig fleine Füße. Seine Stimme ist ein muß. Ein Spaßvogel übersetzte einst die lateinischen Worte: im Jahre 1891 gegen Unfall überhaupt versichert 1 369 763 Per Mittelding zwischen einer Frauen- und Männerstimme, und Initiative mit Stoß oder Stupfrecht" ins derbe Schweizer- fonen in 145 309 Betrieben. Die versicherte Lohnfumme betrug immer spricht er leise, gedämpft. Er ist 1868 geboren, war deutsch, und Referendum durch Habe- oder Hebrecht"; die 260 676 855 fl. Das Unfallversicherungsgesetz fand jedoch nur Zuckerbäckerlehrling und ist jeht als Ladenbursche in einem beiden Volksrechte seien zu vergleichen mit einem Liebes- auf 957 525 Personen in 58 366 Betrieben Anwendung, und es Bäckerladen beschäftigt. Seine Entdeckung wurde folgenderverhältniß zwischen Initiativ- Mann und Referendums- Weib; betrug hier die versicherte Lohnfumme 257 933 738 fl. Auf je maßen herbeigeführt: Von dem Zentral- Meldungsamte wurde sei der Initiant„ ein strammer Kerl", gesund, schön, start 1 Betrieb entfielen 16 Personen mit 4418 fl. Lohn. Das poly- nach Albrecht Lackner geforscht. Nach den vorhandenen Meldeund frisch und die Referendin oder Empfängerin ebenso wohl graphische Gewerbe ist daran betheiligt mit 15 500 Personen, zetteln mußte er in Ottakring, Langegasse 21, bei seinem disponirt, so werde der Grund für ein urwüchsiges, gutes Ge- 439 Betrieben und 7273 293 fl. Lohn. Auf je 1 Betrieb ent- Vater wohnen. Ein Detektive suchte die Wohnung setzestind gelegt sein, das dann innert, verfassungsmäßiger Frist" fallen 35 Personen mit 16,568 fl. Lohn. Im Gesammtdurchschnitt Ladner's auf, fand ten Vater, und dieser sagte ihm auf die erscheinen werde. Auch hier kann der Mann, einmal die Initia- aller gewerblichen Betriebe setzten sich 1000 Arbeiter zusammen Frage, 100 der Sohn sei:„ Der is in Währing als tive ergriffen, sie nicht mehr ungeschehen machen, er hat eben zu aus 688 männlichen und 247 weiblichen Erwachsenen, 58 männ- Köchin bei an' Wirth!" Das Währinger Kommissariat er gewärtigen, was draus wird. lichen und 12 weiblichen Jugendlichen. Auf je 10 000 Voll- mittelte, daß eine Sofie Lackner bei dem Gastwirthe Josef standen) fielen 248,6 Unfallsanzeigen, 70,8( 96,5) Unfälle mit Magd wurde auf das Kommissariat zitirt; ein Polizei- Arzt arbeiter( dies find solche, die unter 300tägiger Beobachtung ge- Arnold, Währing, Sternwartgasse Nr. 13, bedienstet sei; diese vorübergehender, 25,1( 32,2) Unfälle mit dauernder Erwerbs- untersuchte die Magd und konstatirte, daß die angebliche Sofie unfähigkeit und 6,6( 8,3) mit tödtlichem Ausgange. Die ein- Lackner ein normal entwickelter Mann sei. Richter: geklammerten Ziffern bezeichnen die Unfälle überhaupt. Warum haben Sie als Mädchen einen Platz gesucht? Angefl.: Ich fand als Lehrling fein Unterfommen und dachte, Die Verunreinigung der Flüsse durch Fabrikabwässer, daß ich als Mädchen meine Kochtunst beffer verwerthen tönne. so berichtet die Germania", ist in diesem wasserarmen Sommer Richter: Haben Sie das Dienstbotenbuch Ihrer Schwester geradezu zu einer Kalamität geworden. Von der Weser, Fulda, genommen? Angefl.; Nein, meine Schwester Sofie hatte Ofer u. s. w. kommen die eindringlichsten Klagen über die Ver- ein anderes. Richter: Sie hatten seit dem 30. September seuchung des Waffers, die Verpestung der Luft, das Hinsterben 1886 sehr viele Dienstpläge, nämlich 18- hat man Ihr Ge der Fische infolge der Verunreinigung der Flüsse durch die schlecht nie entdeckt? Anget: Nein nie! Ich habe Fabrikabwässer. So hat z. B. die Stadt Fulda eine prächtige aber auch einige lange Zeugnisse! Richter: In einem neue Bade Anstalt in der Fulda erbaut, deren Mangel seither Hause, und zwar bei Daniel Winter, waren Sie dreizehn Monate Vom Segen des Bergbaues. Der„ Frankfurter Zeitung" sehr fühlbar gewesen war; und nun, nachdem die Anstalt das ist richtig. Wie haben Sie sich denn nur immer so unbemerkt wird aus dem rheinisch- westfälischen Kohlenreviere geschrieben: mit großen Kosten fertiggestellt ist, kann fte nicht ankleiden können? Hier liegt der Zopf und hier sind Die Bergleute unseres Bezirkes werden zu den unfreiwilligen benutzt werden, denn das Wasser ist geradezu vergiftet die Tücher, mit denen Sie sich ausstopfen mußten, das Anziehen Feierschichten, die ja schon an sich die Löhne kürzen, eine Lohn- durch die ekelhaften Abwässer verschiedener Fabriken. Dazu war demnach eine langdauernde Manipulation bei Ihnen. herabsetzung zu erwarten haben. Der Belegschaft der Zeche Graf kommt, daß todte Fische in großen Massen ans Ufer Angekl.: Ich hatte das Anziehen schon in der Uebung. Beust"( Essener Bezirt) ist bereits eine 162/ sprozentige Lohn- getrieben werden, dort verfaulen und die Luft verpesten. Ganz Richter: Das glaube ich, aber Ihre Stimme und der Bart? verkürzung angemeldet. Andere Grubenverwaltungen werden ähnlich heißt es in einer Korrespondenz aus Gifhorn: Ein großes Anget L.: Sch sprach wenig und arbeitete fleißig. ebenfalls eine Verminderung des Lohnes eintreten lassen, nur ist Fischsterben zeigt sich im Ockerflusse oberhalb Braunschweig und Richter: Und waren Sie bei jeder Assentirung?- Anman sich über die Höhe derselben noch nicht einig geworden. bis in die Aller hinein. Das Wasser ist dunkel gefärbt und ver- getlagter: Ich war bei jeder„ Stellung" ich kündete Die Herabsetzung der ohnehin schon sehr niedrigen Löhne breitet einen üblen Geruch. Allein in der Gemarkung Hillersee immer meinen Play, stellte mich und wartete dann einige Zeit, wird eine große Mißstimmung der Bergleute hervor schätzt man die Zahl der todten Fische auf 60 bis 70 Bentner. bis mir die Haare wieder nachgewachsen waren, dann suchte ich rufen, da die Lebensmittel für den kommenden Winter Dem Anschein nach rührt diese Wasserverunreinigung von Fabrit mir wieder einen Platz. Richter: Warum warteten Sie, voraussichtlich nicht billig sein werden. Schon jetzt abwässern her. Wann wird endlich die deutsche Fischerei und bis Ihre Haare gewachsen waren? Angekl: Nur wenn wissen Bergleute mit einer zahlreichen Familie kaum das Noth- Fischwirthschaft gegen den brutalen Egoismus der Fabritanten meine Haare länger waren, konnte ich sie in den Bopi einwendigste von ihrem Lohne zu bestreiten. Es giebt sehr geschützt werden?! Aus Rücksichtnahme auf einige Fabriken, deren flechten. Richter: Hatten Sie gar keine anderen Nebentüchtige Hauer, die mit 70 M. nach Hause gehen. Ja auf ein- Dividende dadurch vielleicht um ein halbes Prozent niedriger absichten mit Ihrer Verkleidung?- Angefl.: Gar feine zelnen Zechen sollen noch geringere Löhne für Hauer ausgezahlt ausfallen könnte, läßt man Jahr aus Jahr ein die deutschen anderen, als mich leichter und besser fortbringen zu können. werden.. Und ferner aus Ems: Seit der am Sonnabend vor Wasserläufe verunreinigen!" Das ist leider vollkommen wahr; Richter: Ihr Vater und ihre Schwester wußten von acht Tagen erfolgten Kündigung von 200 Grubenarbeitern ist nach unseren heutigen Gefeßen ist es sehr schwer, den schreienden der Verkleidung?- Angefl: Sie wußten und billigten es. inzwischen, wie die„ Kobl. V.- 3tg." erfährt, auf den verschiedenen Mißständen, wie sie hier geschildert werden, abzuhelfen, wenn Der Fleischhauer Stingl in Hernals, bei dem die„ Softe" beBetrieben noch im ganzen 100 Arbeitern gekündigt worden. Es nicht die Fabrikanten selbst einsichtig genug sind, die Hand zur dienstet war, fällt über sie folgendes Urtheil:„ Sie war bei mir sind hierbei Leute betroffen worden, die mehr als 30 Jahre Mitwirkung zu bieten. Unser Wasserrecht bedarf ganz entschieden sehr brav, sehr fleißig, und ich bedauerte lebhaft, daß sie mir ununterbrochen auf der Gewerkschaft beschäftigt waren und nun einer Ergänzung in dieser Hinsicht, und man sollte unseres Er selbst fündigte!" The letter Dienstgeber, der Gastwirth Josef nachdem sie durch die ungefunden Arbeiten ihre Gesundheit achtens nicht damit warten, bis das bürgerliche Gesetzbuch für Arnold, sagte dem Strafrichter:" Die„ Sofie" war bei dem aufgerieben ihrer Pension und sämmtlicher gezahlter das Deutsche Reich fertig ist und in die Praxis eingeführt wird. Waschtrog zu brauchen und in der Kuchel! Sie war unermüdBeiträge verlustig gehen. Am 24. Juli findet hierselbst Es handelt sich hier um öffentliche Mißstände, gegen welche auf lich thätig, ehrlich und brav, und es ist nur zu bedauern, daß eine Versammlung der Aktionäre statt. Es wird dann darüber dem Verwaltungswege ein Einschreiten ermöglicht werden müßte. nicht alle Frauenzimmer so fan, als wia der Albrecht da bei berathen werden, ob das Werk überhaupt noch und mit welcher Die Phrase, daß die Fabrikanten einsichtig genug sein mir war! Die„ Sofie" nehmat i glei wieder zu mir." Richter: Belegschaft weiter betrieben werden soll. werden, die Hand zur Mitwirkung zu bieten, zeugt bestenfalls Fit Ihnen an der Sofie" nichts aufgefallen? Zeuge: von der Unbeholfenheit und Verlegenheit der ,, Germania" derartigen Meine Schwägerin schaut amal die Sofie" an und sagt; ficht vorhanden ist, so rührt der auf dem freien Spiel der der Softe" auf d' Wang' greift, da g'spürt fie so die empörenden Mißständen gegenüber. Wenn noch zehnmal die Ein-" Sö, Sö fan da schmutzig!" Und wia d' Schwägerin wirthschaftlichen Kräste" sich stützende Fabrikant auch noch keinen Stacheln von an Bart! Mir hab'n uns denkt, daß' s Finger, um Abhilfe zu schaffen. Und wie gering die Energie Frauenzimmer mit an Bartwuchs ja a gibt und die G'schicht' der Behörden und Gesetzgeber dem Groß- Unternehmerthum gegen- war damit aus. Richter: Wie sind Sie zu der„ Softe" ge= über ist, wo dessen Interesse mit dem der Gesammtheit in Ron- Fommen? 3euge: Aus an Bureau hab' is' triagt. flift kommt, das sollte doch ein Blatt wie die„ Germania" am Richter( zum Ladner): Glauben Sie nicht, daß Sie auch als allerehesten wissen! Mann Ihr Fortkommen gefunden hätten? Lackner schweigt. Nachdem der Strafrichter noch konstatirt hatte, daß die ein= gehenden polizeilichen Erhebungen nicht das Mindeste ergeben hatten, was den Albrecht Lackner belasten könnte, beantragte der staatsanwaltschaftliche Funktionär die Bestrafung, da Lackner durch sieben Jahre hindurch sich einen falschen Namen und ein falsches Geschlecht beigelegt und hierdurch die Behörden irregeführt habe: Albrecht Lackner wurde schuldig erkannt und in anbetracht der vielen mildernden Umstände zu einer nur 24 stün= bigen Arreststrafe verurtheilt. Lackner nahm die Strafe an; es wurde ihm ein vierwöchentlicher Strafaufschub bewilligt. Die reine Volksinitiative ist nur möglich in einem Staate, der das rudimentäre Veto, sowie die unvollkommenen Formen des fakultativen Referendums bereits hinter sich hat( denn die Boltsinitiative bedingt eo ipso obligatorisches teferendum, auch da, wo das fakultative den Gesegesvorschlägen des Rathes gegenüber noch existirt) und willens ist, die Bahn der direkten Boltsgesetzgebung zu beschreiten. Soziale Lleberlicht. Trotz alledem heucheln die Blätter der Grubenbarone von dem aus allzu üppigem Leben refultirenden Uebermuth der Bergarbeiter. " Vermischikes. Wichtig für die seemännische Bevölkerung. Ein interessanter, seit 1/2 Jahren schwebender, namentlich die seemännische Bevölkerung intereffirender Prozeß fand kürzlich vor dem Reichs Versicherungsamt zu Berlin in letzter Instanz seinen Abschluß. Von den Vertretern der Hinterbliebenen des auf der Reise von Blyth nach Piſagua an brackig gewordenem Trinkwasser auf der Brater Bart Emilie" verstorbenen Kapitäns Hollander und Schiffszimmermanns Broesder, H. und B. von Weener, war zu Anfang des Jahres 1892 ein Antrag auf Bewilligung der gesetzmäßigen Rente bei der See- Berufsgenossenschaft zu Hamburg gestellt. Diese lehnte jedoch den Antrag ab, indem sie ausführte, der Storbut sei eine dem Schiffergewerbe eigenthümliche Krankheit, Mit dem Glockenspiel auf den Kirchthürmen die soziale gegen welche das Unfall- Versicherungsgesetz den Versicherten nicht Frage zu lösen, ist der neueste fromme Wunsch der Leipziger decke. Tie Kläger waren jedoch der Ansicht, daß dieser Fall nicht 3tg.". Sie schreibt im Briefkasten:" Hrn. Pastor F. in M. mit einer Gewerbekrankheit zu vergleichen sei, da das Brackigwerden Sie wünschen, daß wieder mehr Glockenspiele auf unseren Kirch; des Trinkwassers, welches den Tod der Genannten verschuldet thürmen errichtet werden, die uns Lieder wie: Ueb' immer Tren' hatte, durch einen elementaren Unfall herbeigeführt sei, und und Redlichkeit, Wer nur den lieben Gott läßt walten, Allein stellten daher den Antrag auf schiedsgerichtliche Entscheidung. Gott in der Höh' sei Ehr', Befiehl Du Deine Wege, Nun ruhen Das Schiedsgericht zu Bremen stimmte jedoch in seiner Sigung alle Wälder u. f. w. täglich von oben herab verkünden. Wir vom 30. September 1892 dem Urtheil der See- Berufsgenossen- sind sehr damit einverstanden. Wie ist dem abzuhelfen? Wo schaft zu und führte aus, daß fein" plöglicher", d. h. zeitlich be- bestehen denn noch diese altfränkischen" und doch so schönen ftimmter Unfall den Tod des Hollander und Broesder verschuldet Sitten!" Wir glauben, so meint der Wähler“ zu diesem Vorhabe, sondern derselbe eine Folge der langen Reise, der aus schlag, daß es vielen Parteigenossen der Leipz. 3tg." recht ungestandenen Strapazen, einförmigen Rost u. s. m. sei. Gegen angenehm wäre, alltäglich das schöne Lied Ueb' immer Treu' dieses Urtheil legten die Kläger Rekurs beim Reichsversicherungs- und Redlichkeit" vom Kirchthurm herab zu hören. Es tlänge den amt ein. Sie gründeten denselben hauptsächlich auf den Spruch Herren Junkern und Kapitalisten doch gar zu- altfränkisch! des Seeamts zu Brake, welcher lautete, daß die Krankheit resp. Endlich wird eine wohlthätige Neuerung auf deutschen der Tod der Genannten unzweifelhaft nur auf das durch einen Eisenbahnen eingeführt, welche sich in Frankreich, Belgien und Verantwortlicher Redakteur: Wilhelm Schröder in Berlin. Druck und Verlag von Mag Bading in Berlin SW., Beuthstraße 2. Briefkaffen der Redaktion. Judenflinten. 1. Willkürliche Abzüge vom vereinbarten Lohn darf der Meister nicht machen; Sie können den Betrag später einklagen, wenn Sie sich nicht ausdrücklich mit dem Abzug einverstanden erklärt haben. 2. Sie müssen die Miethe fortan pünktlich, dem Vertrage gemäß bei Vermeidung der Ermission zahlen. P. H. 67. 1. Nein. 2. und 3. Vergleichen Sie die Antwort unter Bayer und andere Ehelustige.