ZK. 15. H6onncmcntS'Bed?ngung«n: OBonncmentS. Preis pränumerando! Liertcljährl. 8JS0 MI, monatl, 1,10 Mk.. wöchentlich 28 Pfg. frei WS HauS. Einzelne Nununer 5 Pfg. SonmagS- nunimer mit illustrierter Conntaas« BeUagc„Die Neue Welt' 10 Pfg. Post- tlbonnemenl: 1.10 Wart pro Monat. Eingetragen in die Post-Zeitungs- Preististe. Unter Kreuzband für Deutschland und Oesterreich. Ungarn 2 Marl, für das übrige Ausland S Mark pro Monat. PostobonnementS nehmen an: Belgien. Dänemark, Holland. Italien. Luxemburg Portugal, «umänicn, Schweden und die Schweiz. 28. Jähes» CrfAdnt täglich außer Dontatt. 5>� Berliner VolKsblnkk. VIe Insertion!-Kebllhr NeKZgt für die sechsgespaltene kotonkl- geile oder deren Raum 00 Pfg., für politische und gewerkschaftliche Vereins- lind Versammlungs-Anzeigen M Psg. „Kleine anzeigen", das erste(fett- gedruckte) Wort 20 Pfg., jedes weitere Wort 10 Psg. Stellengesuche und Schlaf- slellen-Anzeigen das erste Wort 10 Psg., jedes weitere Wort 5 Pfg Worte über »5 Buchstaben zählen für zwei Worte. Inserate für die nächste Nummer müssen tis S Uhr nachmittags in der Expedition abgegeben werden. Die Expedition ist bis 7 Uhr abends geöffnet, Telegramm. Adresse: „Sozlaldenihlint Berlia", Zentralorgan der fozialdcmokrattrchcn parte» Deutfchtands. RecUhtion: ÖCQ. 68, Linden Strasse 69» Fernsprecher: Amt IV, Nr. 1983. Mittwoch, de« 18. Januar 1911* Expedition: 8M. 68, Linden Strasse 69» Fernsprecher: Amt IV, Nr. 1984. Erscheint am Sonntag in Massen z« MÄZ/SI 1 vi I den Demonstrations- Versammlungen ifiiDUter gegen IKichier! Herr v. Bethmann Hollweg ist auch am dritten Tage den Etatverhandlungen des Abgeordnetenhauses fern- geblieben. Er war zur Hofjagd nach Springe gefahren. Die moralische Stäupung mußte an dem Abwesenden vollzogen werden. Dafür gab sich der neue Minister des Innern, der ehemalige Kanalrebell v. Dallwitz, alle Mühe, seinen Chef würdig zu vertreten. Und das Zeugnis darf ihm nicht ver- sagt werden, daß er es mindestens ebensogut verstanden hat, wie Herr v. Bethmann Hollwcg selbst, die Erwartungen des Scharfmachertums zu erfüllen. Eine schneidigere Attacke gegen die Justiz ist noch nicht geritten worden, als am Dienstag von dem preußischen Polizeiminister. Hatte das Organ der Rechtspflege, hatte die Lieber-Kammer den deutschen Reichskanzler und preußischen Ministerpräsideuten schonungslos desavouieren müssen, so desavouierte der Polizeiminister jetzt das Gericht. Alles, was das Gencht in seinem Urteil als Ergebnis der Beweisaufnahme festgestellt hatte, wurde von Herrn v. Dallwitz rücksichtslos beiseite geschoben. Un- verblümteste Mißachtung der in neunwöchiger Arbeit ge- wonnenen und im Urteil ausführlich niedergelegten gericht- lichen Feststellungen atmete jedes Wort des Oberscharfmachers auf dem Ministersessel. In dem Urteil hieß es: .ES muß alö erwiesen gelten, daß Mißgriffe und Nester- schrcitunge» der Ämtsbefugnisse vorgekommen sind. ES handelt sich nicht mn vereinzelte Mißgriffe der Beamten, sondern daS Gericht hat die Ueberzeugung, daß Mißgriffe und Ueber- griffe in größerer Anzahl vorgekommen find." Der Polizeiminister aber erklärte es für unrichtig, daß die Polizei„übertrieben schneidig und roh" vorgegangen seil Er behauptete, daß die Polizei„eine be- dauernswerte Ruhe und Kaltblütigkeit" bewahrt habe. Alle Mißhandlungen Unschuldiger und ganz Unbeteiligter, auch der ganz vereinzelt und friedlich ihres Weges gehenden Bürger, nahm er als etwas Unvermeidliches in Schutz! Nicht das leiseste Wort der Krittk hatte er für die zahllosen Brutalitäten, die an Frauen, Greisen, Kindern verübt worden sind und durch eine Unzahl von Zeugen bekundet wurden, die daS Ge- richt als völlig einwandfrei gelten lasten mußte l Und was sagte das Urteil über die Ursachen der Moabitcr Vorgänge. Man wird der Lieber-Kammer und ihrem Urteil alles nachsagen können, aber sicherlich nicht ein- seitige Stellungnahme zugunsten der Angeklagten. Das Urteil spricht von den Ausschreitungen von Arbeitern gegen die Arbeitswilligen, von den Beschimpfungen der Schutzleute, von den Exzessen des Janhagels— allein es berücksichtigt auch pflichtgenläß die Momente, die die Bewohner des Moabiter Stadtviertels erregen mußten. Das Urteil führt darüber aus: „ES mutz aber zugunsten der Angeklagten festgestellt werden, daß die Bevölkerung den Anspruch auf die von den Streikende» geforderte Lohnerhöhung für berechtigt halten konnte... Was die Provokation durch die Arbeitswilligen betrifft, so kann von einer solchen an den ersten Tagen keine Rede sein. Auch nicht bei den Vorfällen am 4. und 5. Oktober, wo Arbeitswillige auf der Straße überfallen wurden. Dagegen wird man zugeben müssen, daß die Leute, die Hintze hergebracht hat, anderer Art find, wie die sonstigen Arbeitswilligen. Wenn man bedenkt, wie die Hintzeschen Leute geworben wurden, so wird man annehmen müssen, daß bei ihnen eine gewisse Abenteurcrluft herrscht. Man wird auch annehmen müssen, daß es der P 0 l i z e i nicht gelungen ist. die nach dem Kohlenplatz gebrachten Arrestanten in allen Fällen vor Mißhandlungea durch die Arbeitswilligen zu bewahren, die fich auf dem Play berumtrieben und die Gelegenheit benutzten,«« ihre Abenteurerlust zu betätigen.... DaS hat die Leute erregt, ebenso die Absperrung der Straßen. ES muß berücksichtigt werden, daß in einem stark bevölkerten Stadtteil jede derartige Maß- nähme Erregung hervorrufen mußte. Dasselbe gilt von den Attacken. Aber daS Gericht muß ablehnen zu ent- scheiden, ob diese Matznahmen der Polizei richtig getroffen sind----" All diese Erwägungen des Gerichts existieren nicht für den Polizeiministerl Für ihn ist alles, was die Polizei tat, wohl getan gewesen I Er erklärt es für seine„Ehren- Pflicht",„die Pflichttreue" zu erwähnen, die die Polizei aus- uahmslos bekundet haben soll! Das durch die Schreckens» Herrschaft der Polizei terrorisierte Volk trägt ganz allein die Schuld; es ist ihm, dem Junker, der„fanatisierte und anfgehebtc Pöbel"! Fanatisiert worden ist aber dieser „Pöbel" durch„die jahrelang geübte Berhcßung der Presse". Zu einem solch unerhörten, die Tatsachen skrupellos ver- gewaltigenden, die Dinge geradezu auf den Kopf stellenden Urteil aber ist der Polizeiminister dadurch gekommen, daß er Idie Verhandlungen und Feststellungen des Gerichtsverfahrens �einfach souverain ignorierte und sich einfach auf die„amtlichen Feststellungen" verließ, die ihm vermutlich Herr v. Jagow, in die Hand gespielt hat! Da das Stenogramm der Rede noch nicht vor- liegt und auch die Scharfmacherpresse die„chronologische Dar- stellung" der Vorgänge, mit der Herr v. Dallwitz anhub, nur sehr unvollständig wiedergibt, sind wir heute nicht in der Lage, zu zeigen, wie der Polizeiminister einfach jene parteioffiziöse Darstellung benutzt hat, die auch der famosen A n kla g e s ch ri st des Herrn Steinbrecht zugrunde lag, die aber durch die Zeugenvernehmung vielfach als total unrichtig erwiesen worden ist! Eine Unrichtigkeit der Darstellung des Polizeiministers sei jedoch schon hiermit festgenagelt. Herr v. Dallwitz be- hauptete, der Pastor Schwebe! sei mit Steinen ge- warfen worden. Das ist unwahr! Herr Pastor Schwebe! ist zwar einen Augenblick durch junge Burschen mit Worten bedroht worden, doch ist er in k e i n e r W e i s e einer tätlichen Beleidigung ausgesetzt gewesen, trotzdem er eine halbe Stunde lang an der Haustür arbeiten mußte, bevor er sie aufschließen konnte. Schon das eine Faktum beweist, wie der Polizeiminister mit den Tatsachen umzuspringen wagte! Herr v. Dallwitz nahm sich auch heraus, den Teil der bürgerlichen Presse anzurempeln, der später zur Besinnung gekommen ist und dem scharfmacherischen Schwindel die Wahrheit gegenüberstellte. Darauf erhält es vom«Verl. Tage öl." bereits die gebührende Antwort: .Wenn eS noch eines Beweises dafür bedurft hätte, daß der große Prozeß von Moabit eine schwere Nieder- läge deS preußischen Polizeisystems bedeutete, so hätte diesen Beweis heute der P 0 l i z e i m i n i st e r im Ab- geordnetenhause zur Evidenz erbracht. Herr v. Dallwitz hatte den.Mut", heute zu Beginn der Sitzung in einer Antwort aus die gestrigen Ausführungen des Abgeordneten Ströbel trotz der gerichtlichen Feststellungen über die Mißgriffe und GesetzeSüber- schreitungen der Polizei, von einer.bewundernswerten Ruhe und Kaltblütigkeit der Polizei' zu sprechen II... Die Rede des Herrn v. Dallwitz ist so recht ein Beweis dafür, was diese herrschenden Kreise unter.Ordnung' eigentlich ver- stehen, und wie sie selbst fortwährend bereit sind, die notwendige Ordnung der Dinge zu durchbrechen, wenn ihr politisches Interesse auf dem Spiele steht. Wir haben vom ersten Tage an gesagt: wer wirklich die Ordnung will, der muß in gleicher Weise gegen die Ruhestörer sein, die den Krawall entfesselt haben und nun ja auch— soweit man sie gefaßt hat— hart genug bestraft worden find, und gegen diejenigen, laut Gerichtsurteil leider zahl- reichen Polizeibeamten, die fich zum Unterschied von ihren anständigeren und besser disziplinierten Kollegen brutal, zügellos und gesetzwidrig gegen ruhige Bürger und BürgerSstauen vergangen haben. Die Herren v. Bethmann Hollweg und v. Dallwitz find so ordnungsliebend nicht: sie beschönigen, leugnen und entschuldigen die gerichtlich festgestellte Disziplinlosigkeit und das gesetzwidttge Verhalten eines erheblichen Teiles der Polizei, und indem sie das in Verfolgung ihrer politischen Zwecke tun, machen sie sich auch weiter, gemeinsam mit Herrn v. Jagow. schuldig an dieser Disziplinlosigkeit, stellen sie den schlechten Elementen ihrer Beamtenschaft einen Berechtigungsschein zu neuen Heldentaten aus." In der Tat. fühlte sich der Polizeiminister als Organ der wirklichen Ordnung, so wäre es seine Pflicht ge- Wesen, sofort das DiSziplinarverfahreu gegen die so schwer belasteten Beamten einzuleiten, ebenso wie es die unweiger- liche Pflicht des I u st i z m i n i st e r S gewesen wäre, die Staatsanwälte zur Erhebung des Anklageverfahrens wider die polizeiliche« Exzedente» aufzufordern. Statt der Strafe erhielten die Schuldigen Orden l Trotzdem aber iväre es noch immer nicht zu spät zum Einschreiten für die.Behörden gewesen. Auch Stößel wurde tn Anllagezustand versetzt und verurteilt, trotzdem er den Schwarzen Adlerorden erhalten hatte. Aber freilich, das geschah in— R u ß l a nd l Daß der Scharfmacherklüngel des Junker- und Geldsack- Parlaments seinem neuen Erkorenen und Beauftragten zujauchzte, versteht sich von selbst. Ist doch ein Polizeiminister, der nicht nur über Ströme vergossenen Bürgerblutes, sondern auch über das Verdikt eines preußischen Gerichtshofes achtlos hinwegschreitet, wenn die Junkermeute das verlangt, ein Mann nach dem Herzen der Pappenheim und Oldenburg, der Bueck und Zedlitz! '.' Der Tag der Scharfmacher. Ein Scharfmacher nach dem anderen erhob sich am Dienstag im Abgeordnetenhause, um über die gewalttätigen Sozis und die nicht ausreichenden Machtbefugnisse des Staate? gegenüber dem Umsturz zu jammern. Den Reigen eröffnete der Minister des Innern. Wir wissen ihm Dank, daß er feine Karten offen aufgedeckt und sich als der gegeben hat, der er in Wirklichkeit ist: ein Scharfmacher nach dem Herzen der Kraut- und Schlotjunker, ein Polizeiminister im vollsten Sinne des Wortes, der dem Kampf mit geistigen Waffen ängstlich aus dem Wege geht und seine einzige Zuflucht in der Flinte, die schießt, und dem Säbel, der haut, erblickt. Vielleicht ist Herr von Dallwitz der.starke" Mann, der Herrn v. Kröcher vor Augen schwebt, der.starke" Mann, an dessen geistige Fähigkeiten um so weniger Ansprüche erhoben werden. Herr v. Dallwitz, ein so großer Scharfmacher auch immer er ist, er ist im Grunde genommen durch nur ein Waisenknabe im Vergleich zu den Zedlitz, Arnim und Konsorten, die nach ihm das Wort ergriffen, und sich in noch größeren Angriffen und Beschimpfungen ergingen. Was soll man dazu sagen, wenn Abg. Frhr. v. Z e d l i tz den Zeugen im Moabiter Prozeß vorwirft, sie hätten unter sozialdemokratischer Suggestion Verfehlungen der Polizei bekundet und wahrheitswidrige und gefälschte Aussagen gemacht? Eine größere Unverschämtheit ist schlechterdings nicht denkbar. Aber Leute wie Zedlitz schrecken vor keiner Niedertracht zurück, wenn es sich darum handelt, ihre reaktionären Pläne zu propagieren. Worauf Herr v. Zedlitz hinaus will, das hat er un- zweideutig ausgesprochen: Verschärfung der Strafgesetze, Bestra- fung des politischen Massenstreiks mit Zuchthaus, Maßnahmen zum Schutze der Arbeitswilligen und gegen die Aufklärung der Jugend, und als Entgelt für diese völlige Knebelung der Arbeiterklasse: die Vorenthaltung des Wahlrechts. Aehnlich äußerte sich Abg. v. Arnim-Züsedom, der sogar soweit ging, wenn auch nur verblümt,- den Ruf nach einem neuen Ausnahmegesetz gegen die Soziald'cmokratie erschallen zu lassen. Denn was bedeutet sein Wehklagen darüber, daß nach Bis- marck kein Reichskanzler die Sozialdemokratie mit Taten bekämpft hat, anders? Und wie dieser Krautjunker, so zeterte auch der Sach- Walter des Schlotjunkertums. Abg. Schmieding(natl.) über sozialdemokratischen Terrorismus und über die Gefahren, denen die armen Arbeitswilligen ausgesetzt seien. In das Bild dieses Scharfmachertages fügt sich durchaus passend ein die Ableugnung einer Fleischnot durch den neuen Landwirtschaftsminister. Kugeln statt Nahrung! Das ist das Ziel, was dieser Sippschaft als Ziel vor Augen schwebt. Im übrigen sei aus der Sitzung noch hervorgehoben, daß ein Vertreter der Regierung den ihm gewordenen Auftrog erfüllte und die Erklärung abgab, daß Herr Abg. Frhr. v. Richthofen nicht der Steuerdcfraudation schuldig sei. Vorsichtigerweise wird man aber abwarten müssen, welches Resultat der schwebende BeleidigungS- Prozeß zeitigt. Den Schluß bildete eine lange Rede des Abg. Dr. P 0 r s ch(Z.), der sich im Schweiße seines Angesichts bemühte, die Wahlrechtsfeindschaft des Zentrums abzuleugnen und Herrn Schmieding, der seinem Schwärmen für ein konservativ-national- liberales Kartell Ausdruck verliehen hatte, klarzumachen, daß die Schwarzen unentwegt am Schnapsblock festhalten, bei dem sie die besten Geschäfte machen zu können glauben. Njn Mittwoch soll die erste Lesung des Etats beendet werden. ff» LesechMellung! »Wenn man in Gefechtsstellung ist, dann greift man eben zu!" erklärte am Dienstag der Polizeileutnant Schirmer im M 0 a b i t e r Schwurgerichtsprozeß. ES war bei der Wiederholung der ouS dem Strafkammerprozeh bekannten Aussage des Försters a. D. Trevor über die scheußliche Mißhandlung, die in der menschenleeren Bredowstraße an einem vereinzelten jungen Mann von mehreren Schutzleuten verübt wurde. Dieses Zeugnis hat die Polizei be- kanntlich schon im Vorprozeß zu erschüttern versucht, in'dem der Polizeileutnant Schirmer und der Wachtmeister Thurow aufgeboten wurden, die den Mißhandelten als einen Steinwerfer oder wenigstens al« einen Menschen Hinstellten, der Steine auflas, um zu werfen. Freilich hatte der Leuwant nach eigenem Zugeständnis von dieser angeblichen bösen Absicht des ihm in der leeren Straße entgegen- kommenden einzelnen Menschen nichts gewußt— trotzdem schlug er auf ihn loS. Es hat sich inde» herausgestellt und besonders in dieser Sitzung des Schwurgerichts trat es deutlich zutage, daß der Fall, von dem der Leutnant und der Wachtmeister erzählen, nicht der Vorfall ist, den Herr Trevor beobachtet hat, daß also der Mißhandelte nicht mit dem von Thurow verfolgten Steinwerfer ldenttsch ist. Die Absicht der Polizei, die Bekundung der unbequemen Zeugen zu erschüttern, ist also völlig mißlungen. Dagegen ist durch daS eigene Zeugnis des Leutnants Schirmer erlviesen, daß der Herr ohne Grund auf einen einzelnen Menschen losschlug, obgleich in weitem Umkreise keine die Polizei oder die Ordnung bedrohende Menschenmenge zu sehen war. Näher befragt, wie er zu dieser Handlung kam, erging fich der Herr zunächst in einigen verlegenen Wendungen über komplizierte seelische Vorgänge, um schließlich mit der oben wiedergegebenen«eußerung herauszukommen. Justizrat Friedmann quittierte darüber mit einem sarkastischen»Alle Achttmg l", wodurch sich Herr Leutnant Schirmer sehr gekränkt fühlte. Die nicht minder ironische Feststellung des Verteidigers Heine, daß der Leutnant fich in GefechtSstellung fühlte, als er in der sonst leeren Strotze einen Menschen auf sich zukommen sah. wird dem Herrn Offizier nicht besser gefallen haben. Der Fall ist charakteristisch für die falsche Auffassung, die in den Köpfen der Polizeioffiziere wenigstens vieler— über ihre Aufgabe und ihre Rechte der Be- völkerung gegenüber herrscht. Wenn der Säbel einmal gezogen ist, dann wird auch dreingehauen, mag die Situation sich auch in- zwischen Völlig geändert haben oder als ganz anders herausstellen, denn sie bei der Anordnung der Maßregel erschien. Gefechtsstellung ist GefechtSstellmig und wenn sich die aufrührerische Menschenmenge, der Feind, den man erwartete, nicht zeigt, so wird auf die Einzel- Personen eingehauen, die einem in die Ouere kommen, einerlei, ob sie etwa» verbrochen haben oder nicht, ob sie verdächtig sind oder nicht I Wer der Polizei bei der Attacke in die Hände fällt, ist eben Feind und wird verdroschen und wenn den Umständen nach für die Polizei auch nicht die geringste Gefahr besteht, noch die Ordnung und Sicherheit gefährdet ist. Heute sieht Leutnant Schirmer selbst ein, daß er in dieser Situation nicht schlagen durfte und seine Handlung tut ihm leid, waS ihm Ehre macht. Ob diese bessere Erkenntnis aber künftig die Wiederholung solcher Aktionen verhüten wird? DaS ist noch nicht sicher; wir dürfen nicht ver- gessen, daß die Handlung nicht bloß aus augenblicklicher Erregung. sondern auch auS einer falschen Auffassung über die Aufgaben und Rechte der Polizei entsprang, und diese Auffassung ist so schnell nicht abgelegt, da sie die ganze Polizei durchdringt. Wenn aber der Poltzetoffizier so wahllos drauf loShaut, wenn er sich in mancher leeren Straße in GefechtSstellnng glaubt, was soll man da vom Schutzmann verlangen? I � � Einen heftigen Zusammenstoß zwischen Verteidigung und Staats- anwaltsckiaft gab«S bei der Vernehmung des Zeugen Pritschau. Die Anklagebehörde sieht ihre Hauptaufgabe darin, die für die Polizei sehr belastenden Aussagen über die Lockspitzeleien zu werfen. Beim Zeugen Pritschau glaubt sie«inen Anhalt gefunden zu haben, um die Glaubwürdigkeit des Herrn in den Augen der Geschworenen herabzusetzen. Herr Preuß wollte es dem Zeugen zunächst an- rechnen, daß er— ohne sein Verschulden— in den ZeitungS- berichten über die Strafkammerverhandlungen als Großkaufmann oder gar als Großindustrieller bezeichnet werde, während er„nur Kaufmann" ist und vor Jahren sogar einmal— man denke I— Milchkutscher war, während seine Frau da» Verbrechen begeht, ein Restaurant zu betreiben, das der Herr Oberstaatsanwalt in dem allerding» unbegründeten Verdacht hat, eine Damenkneipe zu sein. Aber das ist noch nicht alles. Der Zeuge hat auch Borstrafen. Be- sieht man sie bei Lichte, so sind'» freilich arge Kleinigkeiten und liegen weit, weit zurück. Aber die letzte ist wegen Duldung von Glücksspielen ausgesprochen worden und hat die schwindelnde Höhe von IV M. Geldstrafe. Außerdem hat der Oberstaatsanwalt noch zwei Leumundszeugen, Düsseldorfer Polizeibeamte, in der Hinter- Hand, die den unbequemen Zeugen schlecht machen werden. JndeS noch nicht gleich, denn die Verteidiger Heinemann und Heine gingen in der schärfsten Weise gegen diese„Ueberraschung", die ihnen die Staatsanwaltschaft bereitete, vor und übten an dem Verfahren der Anklagebehörde eine so gepfefferte Kritik, daß Herr Ober- staatsanwalt seine Ruhe verlor und mit erhobener Stimme erklärte. . er lasse sich nicht einschüchtern. Heine hielt ihm vor, daß solches Verfahren vielleicht die unerwünschte Wirkung haben könnte, Zeugen einzuschüchtern, und Heinemann führte dem Herrn Vertreter der Anklagebehörde recht drastisch die Konsequenz seiner Taktik vor Augen, indem er die Vorlag« der DiSziplinarakten sämtlicher bereits vernommenen und noch zu vernehmenden Polizeibeamten beantragte. waS das Gericht allerdings abgelehnt hat. Die Weiterführung der staatsanwaltschaftlichen Aktion wurde einstweilen verschoben. *•' UebrigenS hat die Polizei noch eine probatere Methode, die Nichtexistenz der Lockspitzel zu beweisen. Sie hat sämtliche Kriminal- bcamte, die in Moabit Dienst hatten, befragt und alle haben unter Berufung auf ihren Diensteid versichert, daß sie nicht gelock- spitzelt haben. Wem diese Versicherung der Beschuldigten nicht genügt, der ist natürlich ein unverbesserlicher Nörgler. Äv Attentat auf ßriand. Paris, 17. Januar. Im Verlauf der heutigen Sitzung der Deputiertenkammer wurden von derZuschauer- tribüne zwei Revolverschttsse auf den Minister- Präsidenten B r i a n d, der auf der Mintsterbank saß, ab- gefeuert. Brian d blieb unversehrt, jedoch wurde Mirman, der Direktor deS Armcnwesens. an der Wade verwundet. Der Angreifer wurde festgenommen, er ist ein ehemaliger Gerichtsschreiber auS Bayonne, namens G i z o l m e. Der Attentäter geisteskrank. Paris, 17. Januar. Ueber den Revolveranschlag, welcher heute nachmittag während der Kainmersitzung von dem geisteskranken ehemaligen Gerichtsaktuar Gizolme ver- übt wurde, sind noch folgende Einzelheiten zu berichten: Der Attentäter befand sich auf der oberhalb der äußersten Linken und unterhalb der Journalistentribüne gelegenen Zuschauer- tribüne. Der erste Schuß ging glatt an dem Kopfe deS konservativen Deputierten de VilleboiS- Mareuil vorbei. Die zweite Kugel streifte den Direktor deS Armenwesens und der Gesundheitspflege im Ministerium deS Innern Mirman, welcher der Sitzung als Regierungs- koinmissar betwohnte, am Beine und prallte dann auf den Boden nieder. Gizolme befand sich noch vor wenigen Tagen int I r r e n h a u s e in Ville-Evrard bei Paris; er wurde seiner Familie übergeben, da die Aerzte, ivelche ihn als Neurastheniker ansahen, empfahlen, ihm möglichst viel Zerstreuung zu bieten. Zu diesem Zweck hatte Matt ihm auch eine Karte für die heutige Kammersttzung gegeben. Es heißt, daß er vor dem Staatsanwalt und dem Unter- suchungsrichter erNärte. er habe keinerlei Rache üben, sondern sich nur amüsieren wollen. Er hat vor mehreren Jahren mit derselben Motivierung zwei R e- volverschüsse auf einen Konsul in San Sebastian abgefeuert mid ist damals seiner Gerichtsaktuarstelle enthoben worden. Sein Bruder ist Ingenieur und der Präsidial- kanzlet des Ministers der öffentlichen Arbeiten zugeteilt und wohnte der Kammersitzung bei. Sie beaunichweigisthe ftlahlreform. Aus Braun schweig wird unS unterm IS. Januar ge- schrieben: Der Braunschweigische Landtag tritt nach sehr ausgiebigen Weihnachtsferien am 17. Januar wieder zusammen. Er soll jetzt endlich über die Reform des LandtagSwahlrechts, die zu entwerfen, ihm die Regierung überlassen hatte, ins Reine gekommen sein. Im Plenum des Landtages fiel allerdings in dieser Sitzungsperiode kein Wort über die Wahlreform. Mau hielt sie in einer Kommission hermetisch von der Oeffentlichkeit abgeschlossen. Als ein neugewähl- In Abgeordneter schüchtern nach chrepr Schicksal fragte, gntworjete ihm See Landtag mit einem Enkrüstungsgemufme?• un5 Set Präsident rief ihn zur Ordnung. Dennoch soll inzwischen die Kommission mit dem Entwurf fertig geworden sein und mit einer fast einstimmigen Annahme im Plenum rechnen. Man könnte also annehmen, daß noch während dieser Tagung Braunschwcig seine Wahlreform bekommt, wenn nicht der Braunschweigische Landtag stets ungeheuer viel Zeit hätte, so daß es leicht möglich ist, daß die Reform wiederum verschleppt wird und dann erst nach den noch in diesem Jahre stattfindenden Neuwahlen zur Beratung gelangt. Immerhin ist die Wahlreform im Gange. DaS hat der Land- tagsabgeordnete Thiemann, der das unserem Genossen Jasper ab- genommene Mandat inne hat, kürzlich in einem Rechenschaftsbericht, den er den Wählern seines Kreises erstattete, ausgeplaudert, wobei er auch auf die Einzelheiten des Reformentwurfs einging. Soweit wäre also alles ganz schön: die Wahlreform kommt. Es ist auch ziemlich sicher, daß die Regierung den Entwurf des Landtages annehmen wird. Nur den einen Haken hat die Sache, nämlich den, daß die Reform kaum eine Reform zu nennen ist. Die mit dem Entwurf betraute Kommission machte in der Dunkel- kammer, in die sie sich 0 Monate zurückgezogen hatte, es sich recht leicht, und hat jetzt einfach einen alten Entwurf, den der Landtag schon am 20. Mai 1908 angenommen hatte, wieder hervorgeholt. Damals nahm der Landtag mit 38 gegen 7 Stimmen einen Kam- missionsentwurf an, der die Regierung aufforderte, das Landtag»- Wahlrecht in der Weise zu ändern, daß statt des indirekten das direkte Wahlrecht eingeführt würde. Die Dreiklasseneinteilung sollte beibehalten werden. In die erste Klasse sollten 10 Proz., in die zweite Klasse 20 Proz.. in die dritte Klasse 70 Proz. der Wähler eingereiht werden. Die erste Wählerklasse sollte 3 Stimmen, die zweite Klasse 2 Stimmen und die dritte Klasse eine Stimme er- halten. Die Regierung gab jedoch selbst dieser bescheidenen„Resürm" nicht ihre Zustimmung. Sic versenkte sie stillschweigend in den Papierkorb. Der Landtag hat nun weiter nichts getan, als seinen alten Beschluß hervorgeholt, der jetzt, nachdem die Wahlrechtsfrage infolge des in Braunschweig besonders lebhaften Wahlrechtskampfe», eine ganz andere Aktualität erlangt hat, die Zustimmung der Re- gierung erlangen dürfte. Wirklich reformiert wird damit so gut wie gar nichts. Der Braunschweigische Landtag besteht aus 48 Abgeordneten, von denen 30 slS auf dem Lande, IS in den Städten) in geheimer, indirekter Dreiklassenwahl gewählt werden, während die Geistlichkeit, die höhere Beamtenschaft, die Großindustrie, der Großgrundbesitz und die reichsten Rentiers direkt 18 Abgeordnete ernennen. Diese 18 von den privilegierten Berufsständen ernannten Abgeordneten sollen beibehalten werden. Nur die Wahl der 30 wird reformiert. Bisher wählten, wie in Preußen, die erste und zweite Klasse 66% Proz. der Wahlmänner, während die dritte Klasse nur 66% Proz. zu wählen hatte. Künftig haben von 100 Wählern die 30 der ersten und zweiten Klasse zusammen 70 Stimmen, die 70 Wähler der dritten Klasse auch nur 70 Stimmen. ES müssen also in der dritten Klasse alle Stimmen für einen Kandidaten ab- gegeben werden und auch einige Stimmen aus der ersten oder zweiten Klasse dazukommen, wenn die dritte Klasse einen Kandidaten durchbringen will. In der Stadt Braunschweig sind gegenwärtig in der ersten Klasse 145, in der zweiten 1004, in der dritten 11 41S Wähler. Nach dem Neformentwurf würden in der ersten Klasse 1250, in der zweiten 2513, in der dritten 8795 Wähler sein. Für die Stadt Braunschweig brächte also die..Reform" eine kleine Besserung, während sich auf dem Lande für die Besitzlosen praktisch kaum etwas bessern würde. Die Stadt Braunschweig hat aber nur 8 Abgeordnete, obwohl in ihr fast die Hälfte der Bevölkerung des Herzogtums lebt, und die Anzahl dieser Mandate der Stadt Braunschweig soll nicht erhöht werden. Es würde uns deshalb auch nach der..Reform" bestenfalls nur möglich sein, ein paar Mandate zu erobern. Bei der ReichStagSwahl im Jahre 1907 wurden im Herzogtum Braunschweig 37 542 sozialdemokratische Stimmen abgegeben, wäh- rend auf die Agrarier und Nationalliberalen zusammen nur 30 593 Stimmen entfielen. Dazü kamen noch 14 579 welfische Stimmen. Bei den nächsten Retchstagswahlen dürfte die Hälfte der abgegebenen Stimmen sozialdemokratisch sein. Wir hätten also, wenn für den Landtag das ReichstagSwahlrecht gälte, auf 24 von den 43 Mandaten Anspruch. Daraus sieht man, wie wenig die Wahlreform den Namen einer Reform verdient. ES ist selbstverständlich, daß die braunschweigische Arbeiter- schaft, die auch nach der geplanten Aenderung de« LandtagSwahl- rechtes politisch entrechtet bleibt, den Wahlkampf weiter führen wird. Die Achtung des nakionalisrnus In den Kcichslandcn. AuS Elsaß-Lothringen wird unS geschrieben: Der vor kurzem wegen Vetcranenbeleidigung zu zwei Monaten Gefängnis verurteilte KarikawrenzÄchner H. Zislin. dem man soeben wieder zwei Ansichtspostkarten konfisziert hat— dieser unverbesserliche nationalistische Sünder, dem das Gefängnis den Humor nicht geraubt hat, bringt in der neuesten Nummer seines Blattes „Dur's Elsaß" ein satirisches Bild von blutiger Wahr- heit. Eine elsässische Vogesenlandschaft. und tief unten im Tal eine alte Mühle mit der Mufschrift„Nationalismus", aus deren Tür der Müller schwere Säcke auf einen davor haltenden Wagen schleppt. Das große alte Rad der Müble aber wird getrieben von hoch herabstürzenden Wassern, auf deren lanaeni Sturzbach nian die Inschrift der verschiedenen„Affären" liest, die dank dem täppischen Ungeschick der Regierung und ihrer Behörden in den letzten Monaten die nationalistische Presse im Lande gespeist haben: Die Tenkmalseinweihung in Weißenburg, wo an dem Monument für die gefallenen franzö- fischen Soldaten der zuerst erlaubt gewesene gallische Hahn nachträglich verboten wurde, daS Spielverbot für die zum Besuche eines elsässischen Musikvereins in Dörnach bei Miil- hausen erschienene„L y r e B e l f o r t a i n e"(Lyra von Bel- fort), die MajestätsbeleidigUtigSaffäre im Gymnasium zu Schlettstadt usw.. nicht zu vergessen die Prozesse gegen Wetterlä und ZiSlin selber. Die letzte Strophe des Begleit- poems, das schlechter ist als ZislinS Zeichenstift, lautet: Die Wellen stürzen, treiben Das große Mühlenrad. So kann es weiter bleiben, BiS uns die Freiheit naht. Die Wellen stürzen in der Tat mit immer gewaltiger wer- dender Triebkraft aus die Mühlen des Nationalismus im Lande, und das Wasser liefert mit rührender Gefälligkeit die Regierung mit immer neuen täppischen Unterdrückungsmaß. nahmen, von denen die nationalistische Presse jedesmal Wochen und Monate hindurch niit Erfolg zehrt und die so die ein- heimische Bevölkerung in der richtigeu Stimmung zu erhalten versprechen bis zum Wahltage, wo sie den Nationalisten ein paar Mandate zum Reichstag und--- zum neuen elsaß-lothrin» gischell Land?ag bringen soffen. Zu blesen Negicnittg?- imb Polizcimaßnahmcn, die für die nationalistische Presse das tag- liche Brot sind, gehören die neuesten Metzer Ereig- nisse, die jetzt am Vorabend der Verhandlungen über die reichsländische Verfassungsvorlage im Reichstag so lebhaftes Interesse auch in Alt-Teutschland hervorgerufen haben: das Verbot eines im Grunde harmlosen VereinskonzerteS, durch- geführt in einer so herausfordernden Form, daß das bis zur Sinnlosigkeit aufgebrachte Vereinsspießertum mit Straßen- demonstrationeu deutschfeindlichen Charakters antwortete: die alsbaldige Auflösung des Vereins, der„Lorraine sportive" selbst, und sofort darauf die Verhaftung des inzwischen wieder entlassenen jungen Vereinsvorsitzenden Sa Main, eines 24jährigen Zigarrenhändlers, der noch vor wenigen Monaten als Einjahrig-Freiwilliger im deutschen Heere zil Metz diente und als— Unteroffizier abging. Der Verein soll im geheimen deutschfeindliche Tendenzen verfolgen und dem„Geist des Aufruhrs" den Bodeic vorbereiten, und der verhaftete VereiiiSpräsident soll sich an» letzten Sonntag im Konflikte mit der PoliZei des Haus- friedensbruchs und der Aufforderung zum Ungehorsani gegen die Gesetze schuldig gemacht haben. Eine ganze Anzahl von deutschet, Beamten, Söhne von Polizeibeamten usw., gehört dem Verein an. Wer glaubt da im Ernste, daß in dem Vereine, der eine Verbindung zur Förderung sportlicher Ziele darstellte, sich etwas vorbereiten konnte, was nicht alsbald von der Beamtenwelt beinerkt worden wäre? Und wer hält es nicht vielmehr für wahrschein- lich, daß die ganzen Ereignisse in diesem Augenblick, wo der Reichstag sich mit der VerfassungSvorlage zu beschäftigen hat, von einer«eite provoziert worden sind, die befürchtet. eine Verbesserung der Vorlage im d e in o k r a t i s ch e n Sinne könnte sich doch noch vollziehen, und diese Verbesserung könnte dem allmächtigen Polizcircgimente im Lande gefährlid) werden? Die Züchtung des Nationalismus in Elsaß- Lothringen ist, gewollt oder ungewollt, Polizeiwerk. Die Polizei, die nach den Berichten der einheimischen Blätter in Metz provozierend vorgegangen sein soll, hat an der Auf- rechterhaltung des jetzigen Zustandes in Elsaß-Lothringen ganz zweifellos ein hohes Interesse. Es dürfte gut sein, dieses Moment scharf im Auge zu behalten und weiter zu verfolgen, wenn, wie die reaktionäre Presse andeutet, die Vorgänge in Metz gegendieGewährungeinerfreicrenVer- fassung und eines demokratischere» Wahl- rechtes für Elsaß-Lothringen, auf der Rcichstagstribnne ausgespielt werden sollen. V Die Einsetzung einer Regentschaft für Elsaß-Lothringen an Stelle des kaiserlichen Statthalters verlangen jetzt die elsässischenZentrumsabgeordneten, nachdem ie vor einigen Tagen behufs Stellungnahme zur Ver- assungsvorlage zusammengetreten waren, in Versamm- ungen der Zentruinspartei, die im übrigen in ihrer Presse keinerlei Angaben über die beschlossenen Anträge, macht. Diese Forderung einer Regentschaft ist offenbar die Ver- ständigungsbasiS für diese elsässischen Zentrumsd6put6s, von denen einzelne„im Prinzip" für die R e p u b l i k schwärmen, während die anderen laut ihre monarchische Ueberzeugung betonen. Inwiefern ein Regent auf Lebenszeit— und um einen solchen handelt es sich— sich der Demokratie mehr nähern soll als der kaiserliche Statthalter, ist schwer ersichtlich: der angebliche Vorzug der geringeren Abhängig- keit vom Kaiser wird doch mindestens aufgewogen durch den Rachteil, den die Stärkung der sogenannten monarchischen Autorität durch die Einsetzung auf Lebenszeit mit sich bringt. Aber so sind sie halt, diese klerikalen„Republikanex"! poUtifcbe Oeberfiebt. Berlin, den 17. Januat: 1911, Wachsende Berwirrnug. Aus dem Reichstage, 17. Januar. Auch am zweiten Tage wurde die Beratung über den Z 1 der Wertzuwachs- st e u e r in der zweiten Lesung noch nicht zu Ende gebracht. Dabei schwoll die Flut der Verdes serunqsanträge schier ins Unermeßliche an. Bei Schluß der Sitzung waren zu der Gesamtvorlage von den verschiedenen Parteien etwa zwei Dutzend Anträge zur Verteilung gelangt, die durchweg sich auf mehrere Paragraphen beziehen. Diese Fülle der An- träge ist nur dadurch erklärlich, daß innerhalb der bürger- lichen Parteien die Mitglieder gegeneinander arbeiten, sie ist deshalb auch ein Kennzeichen der wachsenden Ver- wirrung, so daß sich in keiner Weise übersehen läßt, ob dabei überhaupt etwas herauskommen wird oder nicht. Dieser ganze Wirrwarr ist aber auch ein weiterer Beweis für die Tatsache, daß gerade die Regierungsparteien des SchnapSblockeö nur mit halbem Herzen bei der Sache sind. Genosse Südekum konnte deshalb zutreffend den politischen Charakter der Vorlage dahin präzisieren, daß die Schnaps- blockbrtidcr eine„Besitzsteuer" vorweisen lvollcn, mit der sie in der Wahlbewegung die Kritik entwaffnen können und sich deshalb diese Attrappe zurechtgepappt haben. Er faßte dann sein Schlußurteil über dieses schnapsblockige Machwerk in den Worten zusammen: Lieber keine. alS diese Wertzuwachssteuer! Der freisinnige N e u m a n n- H o f e r trat für die Kommissions- Vorlage ein. die die Leute mit einem Einkommen von weniger als 2000 M. freilassen will von der Steuer, während die Sozialdemokraten diese BegrcnziMg streichen, die Rechte und das Zentrum sie sogar bis auf 3000 M. erhöhen will. Fast gegen jede Rechnung der Vorlage polemisierte der froikonservative Dr. Arendt, setzte sich aber mit seinen eigenen Argumenten, die keiner grundsätzlichen Stellungnahme entspringen, vielfach in Widerspruch. Das erleichterte dem Staatssekretär Mermuth die Polemik gegen diesen Gegner aus den Reihen der Re- gterungsparteien. Er wies unter anderem nach. daß die verlangte Freilassung der Leute mit weniger als 2000 oder gar 3000 M. Einkommen die überwiegende Maffe der Grundbesitzer hinausbugsieren würde aus den Wertzuwachs- steuerzahlern. DaS iväre ihm als Finanzminister natürlich sehr unbequem. Die Agrarier aber arbeiten gerade auf eine solche Steuerbefreiung hm. so daß offenbar in die Freund- schaft zwischen den Regierungsparteien und dem Reichsschatz- sekretär ein recht bitterer Tropfen Mermuth gefallen ist. Morgen geht die Debatte über§ 1 weiter. Warum in Württemberg die Sozialdemokraten der Landtagseröffnnng beiwohnten. An dem.Staatsakt" der Eröffnung des württembcrgischen Land- tag? hat auch die sozialdemokratische Landtagsfraktion teilgenommen. Di«.SchwäB. Tagwacht", unserer Stuttgarter Parteiorgan, hat den höfischen Firlefanz dieses durch den König vorgenommenen„Staats- altes" drastisch geschildert. Daß trotzdem die sozialdemokratische Fraktion an der ErösfnungSzeremonie teilgenommen hat, wurde da- mit begründet, daß„die Verfassung die Abgeordneten geradezu zwingt, an der LandtagSeröfsnuug teilzunehmen." „Die Zweite Kammer würde nämlich nach dem§ 161 der Verfassung gar nicht in Funktion treten können, wenn nicht bei der Eröffnung Wenigstens zwei , Drittel ihrer Mitglieder erscheinen. Darum i nahm auch die'ozialdemokratische Fraktion, wie vor vier Jahren, � au der Eröffnung teil." Zu diesem LegründungSversuch unseres Stuttgarter Partei- organs bemerkt nun der vollSparteiliche Stuttgarter« B e o b- achter": „Wir halten diese Ausführungen für irrig und möchten ihnen gleich entgegentreten, damit sich nicht ein falsches Gewohn- heitsrecht ausbildet. Zuerst muß bemerkt werden, daß mit der Zitierung des 161 V.-U. wohl ein Druckfehler vorliegt. Der§ 160 kommt hierbei in Betracht. Er bestimmt: „Die Erste Kammer wird durch die Anwesenheit der Hälfte, die Zweite Kammer durch das Erscheinen von zwei Dritteln ihrer Glieder als vollständig besetzt angesehen. Der Ständische Ausschuß hat an dem Tage vor dem in dem Einberufungsschreiben bestimmten Termin dem Geheimen Rate von dem Erfolge des ItegitimatiouSgeschäfiL Anzeige zu machen. Der König wird hierauf, wenn seine Zahl durch solche Abgeordnete erfüllt ist. bei deren Legitimation sich kein Anstand gesunden hat, den Landtag in den für diesen Fall vereinigten Kammern eröffnen." Hieraus ist deutlich ersichtlich, daß die in Absatz 1 angeführte PrSsenzzahl sich ausschließlich auf die tagS vor der Eröffnung rechtlich legitimierten Abgeordneten bezieht. Ist diese Zahl am Tag« vor dem Termin des EinberufungSschreibenS vorhanden, erfolgt die Eröffnung der Ständekammer, ohne Rücksicht darauf, wie viele Mitglieder dem Eröffnuugsakt selbst beiwohnen. Hiefür spricht ja auch schon der äußere Umstand, daß eine Auszählung der anwesenden Abgeordneten am Eröffnungstage und vor dem Eröffnungsakt gar nicht stattfindet. Dies zur Richtigstellung der irrigen Auslegung von sozial- demokratischer Seite." Die vom„Beobachter" zitierte Verfaffungsbestimmung scheint auch uns so unzweideutig gefaßt zu sein, daß es schwer verständlich ist, wie die sozialdemokratische Landtags fraktion und unser Stutt- zarter Parteiorgan zu ihrer Auslegung der verfaffungSurkunde kommen konnten. DaS führende Organ der württembergischen Volks- Partei hält eZ für notwendig, der Auslegung der Verfassung, wie sie de» Parteigenossen durch die„Schwöb. Tagwacht" geboten wird, entgegenzutreten,„damit sich nicht ein falsches Gewohnheitsrecht aus- bildet". Das bürgerliche Blatt will offenbar verhüten, daß jene Abgeordnete», die dem höfischen Zwang keinen Geschmack abgewinnen können, durch die irrtümliche Auslegung der Verfaffung durch die sozialdemokratische Fraktion gezwungen werden, solchen über- tarnevalistischen Veranstaltungen beizuwohnen. Vielleicht rechnet daS Blatt auch mit der Möglichkeit, dereinst wieder in OppofitionS- stellung gegen die Negierung einrücken zu müssen. Die Präsidentenwahl mit Hinderniffen hak im Dreiklasienhause zwar bei der zweiten Abstimmung am Mon- tag zur Wiederwahl des Vaters dcS Hausknechtsparagraphen geführt, daß aber der Obcrjunkcr Kröcher trotz der für ihn abgegebenen 301 von 306 Stimmen keineswegs das Vertrauen auch nur der b ü r g e r- ilichcn Parteien genießt, beweist das eigenartige Resultat dieser Abstiinuiung. Verschiedene konservative Blatter möchten allerdings die fünf dissentierten Stimmen den Sozialdemokraten zu- schreiben, um dem Präsidenten, der nur mit der Verknöcherung der Geschäftsordnung das Haus zu regieren vermochte, den Beweis der unentwegten Anhänglichkeit der bürgerlichen Abgeordneten zu er- bringen. ES tut uns jedoch schmerzlich leid, der Preußenkammer einerseits und Herrn Jordan v. Kröcher andererseits den Schmerz zufügen zu müssen, die 6 Stimmen, die der Sozialdemokratie zu- gedacht sind, dankend ablehnen zu müssen. Denn von der So- zialdemokrnti c wurden bei dieser zw ei ten Ab st im m u ng überhaupt keine Stimmen abgegeben. Unsere Frak- tion hatte durch den Einspruch am Sonnabend ihrer Meinung über den Mann und seine Geschäftsführung derartig klaren Ausdruck gegeben, daß sie bei der zweiten Abstimmung am Montag die bürger- ilichen Parteien völlig unter sich lassen konnte. ES wurde auch nicht c i n sozialdemokratischer Stimmzettel abgegeben, wie ja auch die Ab- stimmungSlistc beweist. Also nicht nur die drei weißen Zettel, lsoudcrn auch die auf den nationallibcralen Herrn Schwabach und unseren Genossen?l d. H o f s in a n n lautenden beiden Stimmzettel sind von bürgerlichen Abgeordneten abgegeben worden. Eine Feststellung, die Herrn Jordan v. Kröcher zur Wiederholung seines berühmten Ausspruches veranlassen wird:„Ja, ja, die infamichten Jesuiten." Parlamentarische Stimmen zur Privatbeamten- Versicherung. Die Korrespondenz Woth hat unter ReichiZtogSabgeordneten eine Umfrage über die Stellungnahme der Parteien zu dem Privat- beamteiiversicheruugSenUvurf veranstaltet. Nach den gewordenen Auskünften habe der Entwurf allgemein enttäuscht; den Wünschen der Angestellten werde mit diesen, Gesetz nicht genügend entgegengekommen. Die Beiträge seien für viele zu belastend, die Renten zu klein. Bedenke» errege auch die hohe Belastimg der Arbeitgeber. Dieser Zwang, 60 Proz. beizusteuern, werde auf die BehaltSgestal- tung einen wesentlichen Einfluß ausüben. In dieser Form habe der' Entwurf schwerlich Aussicht auf Annahme. Oeftemich. Eröffnung des Reichstages. Das neue Ministerium. Wien, 17. Januar. Das Abgeordnetenhaus ist heute noch den Ferien zum ersten Male zusammengetreten, um die Bor- stellung der neuen Regierung entgegenzunehmen. In seiner Pro- grammrede, die zunächst durch lärmende Zurufe der Tschechisch-Radikalen gestört wurde, erbat der Minister- Präsident die Unterstützung des Hauses. Die neue Regierung werde eine den Interessen der Bevölkerung in jeder Hinsicht ent- sprechende Politik der gewissenhaftesten Objektivität führen, welche niemand abstoße und es insbesondere unterlasse, einseitig in die Ge- staltung der nationalen Verhältnisse einzugreifen. Die wichtigste Voraussetzung hierfür sei die Milderung der bestehenden politischen Gegensätze in den gemischtsprachigen Provinzen. Insbesondere halte die Regierung unerschütterlich an dem A u S g l e i ch s g e d a n k c n in Böhmen fest. Der Ministerprästdent betonte, daß eine sachlich geführte, allen anderen Erwägungen und Einflüssen entrückte V e r- w a l t u n g die erste Bedingung für eine gesunde Entwickelung auf allen Gebieten der Kultur und Volkswirtschaft sei.—- Das HauS be- gann sodann dieersteLesungdesBudgetS. Nene Herrenhäuslerfrechheit. Aus Wien wird uns geschrieben: Nach der Gewerbe- sronung von— 1859(kaiserliches Patent!) wird der Kotttraktbruch des Arbeiters noch mit G e s ä n a n i s bedroht, während der des Unternehmers nicht bestrast wird. Auf Antrag unsexex Senossey Hat das Abgeordnetenhaus ein- sttmm� die Aushebung dieses Ausnahmegesetzes beschlossen-«» aber die.,volks"wirtschaftliche Kommission des Herrenhauses hat das Eintreten in die Beratung abgelehnt, weil man das erst mit der ganzen Gewerbeordnung neu regeln könnte. Das hat man aber bei den zünfrlerischen Abänderungen der Gewerbeordnung nicht gesagt. DaS in allm zivilisierten Staaten längst durchgeführte Verbot der Nachtarbeit der Frauen soll nach deni Beschluß der gleichen Kommission in Oesterreich erst übers Jahr in Kraft treten! Unsere Partei hat in ganz Oesterreich Pxotest- Versammlungen einberufen. Portugal. Die Streikbewegung. Lissabon, 17. Januar. Der gestrige Tag ist ruhig verlaufen. Der Ausstand der Gasarbeiter dauert fort, aber die Herstellung von Gas ist nahezu durch neues Personal vollständig gesichert. Dagegen sind in den Metall- fabriken die Arbeiter gestern der Arbeit ferngeblieben. Die Gasfabrik von Belem sowie deren Umgebung ist von einem starken Kavallerieaufgebot besetzt. Militärpatrouillen durchzichen die Stadt und Soldaten bewachen die Eingangs- tore der großen Fabriken. Eö scheint, daß dieser große Apparat weniger aus Furcht vor Unruhen aufgeboten ist, als vielmehr um zu zeigen, daß die Regierung entschlossen ist, allen AufstandSgelüsten sofort die Spitze zu bieten. Die re- volutionären Komitees sind gegen die Ausständigen und eS gehört für diese hoher Mut dazu, bei ihrer kleinen Anhängerzahl gegen die Stimmung der Mehrheit der Be- völkerung auf ihren Forderungen zu beharren. Eine Ab- ordnung der Ausständigen hatte gestern eine lange Unterredung mit dem Minister der öffentlichen Arbeitet!. Eine spanische Intervention. Lissabon, 17. Januar. Ministerpräsident CanalejaS er- klärte gegenüber Gerüchten von Absichten Spaniens be- züglich Portugals folgendes: Portugal ist ein unabhängiges Land, das sich diejenigen Einrichtungen gab, die es wünschte. Unsere Haltung darf nur die sein, seine Unabhängikeit zu achten und im Falle von Ruhestörungen unseren Grenzen Achtung zu verschaffen. Wiederaufnahme des Verkehrs. Madrid, 17. Januar. Die Eisenbahnverbindungen sind tviederhergc stellt mit Ausnahme der Linien Segovia — Avila, deren Strecken noch immer durch Schnee und Damm- rutschungen unterbrochen sind. Der aus Paris kommende Siid- expreß liegt immer noch in Avila fest. Scktveäeit. Eröffnung des Parlaments. Stockholm, 17. Januar. Der Reichstag ist heute vom König mit einer Thronrede eröffnet worden, in der zunächst auf die schwebenden HandelSvertragSverhandlungen mit Deutschland hingewiesen wird. Die Thronrede betont sodann, daß die Beziehungen Schwedens zu allen Mächten gut sind und hebt den wirtschaftlichen Aufschwung des Landes im vergangenen Jahre hervor. Der Gesetzentwurf über das Verhält- nis zwischen Arbeitgebern und Arbeitern, der vom letzten Reichstage abgelehnt worden ist, wird dem Reichstag in der bevorstehenden Session in abgeänderter Form wieder zugehen. Ferner kündigt die Thronrede Gesetzentwürfe über bedeutende öffentliche Arbeiten an. Oergeivaltigimg der Candarbelter. RechtloSmachung der Landarbeiter, Verewigung der aus» nahmerechtlichen Stellung der Landarbeiter, das ist nach der gestern abgegebenen Erklärung des Staatssekretärs Delbrück in der Kam- Mission zur Vorberatung der ReichSvcrsicherungsordnung, über deren Verhandlungen wir im Beiblatt berichten, die Absicht der Regierung. Wiederherstellung der Vorschriften der Regierungs- vorläge über Auslieferung der Landkrankenkassen an die Gemeinde- verioaltung unter Ausschluß des SelbstverivaltungSrechts der Ar- beiter und auch materielle Schlcchterstcllung der Landkranten» kassenmitglieder gegenüber allen anderen Arbeiterkategorien in Krankheitsfällen-» ist die Parole der Regierung, die sie auf Geheiß der Konservativen ausgibt, und der sich anzuschließen auch das Zentrum geneigt zu fein scheint. Der Landkrankenkasse sollen bekanntlich Landarbeiter, aber auch andere Arbeiter, unter Um» ständen auch gelverbliche Arbeiter, angehören. Diese ungeheuer- liche Abkehr von jeder Sozialpolitik mag es angebracht erscheinen lassen, auf die Mißhandlung der Rechte des Landarbeiters in der Krankenversicherung durch Regierung und Zentrum seit der Zeit der ersten Vorlage des KrankenverstcherungSgesetzes zurückzublicken. Der KrankenverstcherungSgesetzentwurf vom Jahre 1882 lehnte die r e i ch S gesetzliche Krankenversicherung der ländlichen Arbeiter ab und wollte nur die Möglichkeit einer landcSrechtltchen oder einer durch.Statut einer Gemeinde oder eines weiteren Kommunalvcrbandes beschlossenen Krankenversicherung der L a n d a r b e i t er zulassen. D«S Gesinde sollte nur daS Recht haben, gegen Zahlung der vollen Bei- träge der Gemeindekrankenversicherung, auf deren Verwaltung die Arbeiter keinen Einfluß haben, freiwillig beizutreten. In der Kommission, in die damals das Plenum des Reichstages keinen Sozialdemokraten als Mitglied zuließ, beantragte ein etwas weiter als seine Freunde sehender konservativer Abgeordneter, Freiherr v. M a ltz a h n- G ü ltz, die Versicherung« p f l i ch t der Land- arbeiter— mit Ausschluß des Gesindes— auszusprechen. Allerdings machte der Antrag, der gegen die Besserstellung der Landarbeiter ge- richteten reaktionären Strömung in konservativen und Zentrums- kreisen die Konzession, daß diese Versicherungspflicht durch Beschluß einer Gemeinde oder eines weiteren Kommunalverbandes mit Ge- nehmtgung der höheren Verwaltungsbehörden sollte ausgeschlossen werden können. Bei der z w e i t e n Beratung im Plenum wurde der Antrag insbesondere vom Zentrum und der Regierung bekämpft. gelangte aber mit großer Mehrheit zur A n n a h m e. Vorher war der Antrag der Sozialdemokraten abgelehnt, alle Personen, die das 16. Lebensjahr zurückgelegt und ein selbständiges Einkommen bis zu M. pro Tag haben, der Krankenversicherungspfltcht zu unterwerfen. DaSselbc Schicksal teilte ein Antrag der Abgeordneten A n S f e l d und P a a s ch c, der die Möglichkeit eines statutarischen Ausschlusses der Versicherungspflicht beseitigen wollte. In der dritten Lesung erklärte das Zentrum und die Regierung, sie müßten dem Gesetz ihre Zustimmung versagen, wenn nicht der zu- gunsten der Landarbeiter gefaßte Beschluß wieder aufgehoben würde. In namentlicher Abstimmung wurde die VersichernngSpflicht der ländlichen Arbeiter darauf am 31. Mai 1883 mit 136 gegen 134 Stim- men bei zwei Stimmenthaltungen(Lohren(fmk.) und Wcdell- Malchow(kons.), die in Zweiter Lesung f ü r die Bersicherungspflicht gestimmt hatten) gestrichen. In einer nicht zur Verabschiedung gelangten Novelle von 1886 zum KrankttverfilhexungSgefetz führte die Regierung als Grund gegen eine obligatorische Versicherung Lee Landarbeiter SN,—» „daß der erkrankte Arbeiter, wenn cr neben seinen NaturalicU noch daS gesetzliche Krankengeld erhalte, besser gestellt sein würde als der gesunde"! Alle seil der Zeit von der sozialdemokratischen Fraktion gestellten Anträge auf Einführung der rcichsgesctzlichen Versicherungspflicht für die Landarbeiter und das Gesinde fielen auf steinigen Boden. Nur einige Resolutionen gelangten zur An- nähme: am 14. Mai 1900 die Resolution zu erwägen, ob eine Versicherungspflicht einzuführen sei, am 30. April 1003 die Nc- solution, die rcichsgcsetzliche KrwnkenversichcrungSpflicht der land- und forstwirtschaftlichen Arbeiter und des Gesindes einzuführen. Für diese Resolution stimmte auch das Zentrum. Eine Reihe Einzelländer— natürlich nicht Preußen— haben seit längerer Zeit eine landeSgesctzliche KrankenvcrsicherungSpflicht eingeführt. Die Reichsversicherungsordniing schlägt bekanntlich daS Zerrbild einer Krankenversichcrungspflicht für Landarbeiter lind Gesinde, eine Verschlechtertc Gemeindekrankenversicherung, vor: Ausschluß der Arbeiter von der Vcrtvaltung und völlig unzu- reichende Leistungen— für den Winter soll sogar der Landarbeiter vom Bezug des Krankengeldes ausgeschlossen werden können I Und der Staatssekretär erklärt: ohne diese Verhöhnung der ländlichen Arbeiter hat die ReichsversicherungSordnun� für die Regierung keinen Wert. Kam, die Brutalisierung gegenüber der Arbeiterklasse schärfer ausgedrückt, klarer gestellt werden, daß auch bei dieser Gesetzgebung einzig maßgebend ist die Rücksicht auf den Geld- beute! der Grundbesitzer und in noch stärkerem Maße der Wunsw. die Lage der ländlichen Arbeiter und der Kleinbesitzer möglichst abhängig von der Gnade des nicht nur im Osten häufig die Aus- Übung der Armenpflege bestimmenden Großdrundbesitzers zu be- lassen? Kann stärker künstlich die Leutenot gezüchtet werden? Es gilt, über diese Pläne die Landbevölkerung aufzuklären. Wer kein Feind der Landarbeiter ist. für den kann die Parole nur lauten: ohne eine wirkliche Krankenversicherung der Landarbeiter ist die Reichsversicherungsordnung völlig wertlos. Am Zen- trum liegt es, wenn die Landarbeiter nun aber» malS um ihr Recht geprellt werden sollten. Erklärt daS Zentrum, daß es diesen Verrat an den ländlichen Arbeitern nicht mitmacht, so kann die Regierung nicht bei ihrer antisozialen Stellung beharren._ Soziales* Lohn für SonntagSarbeit. Das Versandhaus M. Liemann hat an den beiden Sonniagcn vor Weihnachten, an denen es seine Verkaufsräume offen halten durfte, auch die Packer beschäftigt, diesen aber dafür keinen Lohn gezahlt. Dre, der Packer vermochten nun nicht eiiizusehen, warum die Ar- beit an dem silbernen und goldenen Sonntag gerade für sie keinen Segen haben sollte. Da ihre Forderung auf Bezahlung der Sonn- tagsarbeit mit je 6.40 Mk. nicht bewilligt iourde, wandten sie sich an das GeweiBegericht. In der gestrigen Kammersitzung wendete die beklagte Firma ein, den Klägern sei gesagt worden, die Arbeit an den beiden Tagen wird nicht bezahlt, wer damit nicht einver- standen ist, kann seine Entlassung erhalten. Das wurde den Klä- gern gejagt, als der Lohn für den ersten Sonntag bereits fällig ivar. Widersprochen wurde ihrerseits nicht; sie glaubten jedoch, daß ihnen ihr Anspruch ans Bezahlung ihrer Arbeit sowieso er» halten bliebe. Das Gericht war anderer Ansicht, es hielt nur den Anspruch auf Bezahlung für den ersten Sonntag für berechtigt, empfahl aber der Beklagten, sich mit den Klägern aus je 4 Mk. zu einigen. Dem wurde cntsprochen. Angst vor Lohiiämtern. Der ZcntralauSschuß Berliner kaufmännischer, industrieller und gewerblicher Vereine nahm am Montag zu dem Heimarbeiter- gesetzentwurf und besonders auch zu der Forderung nach Lohn- ämtern Stellung. Generalsekretär Dr. Koppel meinte, die Ein- führung solcher Lohnämter würde ein Eingriff des Staates in den Privatbetrieb fein; außerdem könne man nicht wissen, ob nicht das, was heute in der Heimarbeit geschehe, morgen einem anderen Jndustrieztveig widerfahre. In der einstimmig angenommenen Resolution wendet sich der Zentralausschuß nachdrücklich gegen alle über die Regierungsvorlage sowie die Kommissionsbeschlüsse hinaus- gehenden weiteren Forderungen und erhebt insbesondere schärfsten Protest gegen die Forderung des Heimarbeitertagcs auf Einfüh- rung staatlicher Lohnämter. Der Zentralausschuß hält einerseits diese Lohnämter praktisch und technisch für undurchführbar, andererseits aber muß aus prinzipielle» Gründen dieser Protest rhoben werden, da die Festsehung des Lohnes von Staats wegen ohne gleichzeitige Garantie der Konkurrenzmilglichkeit, der Preise und des Absatzes der Produkte eine Neuerung bedeuten würde, die zu unabsehUiren Konsequenzen führen und die ExistenzmöglidVicit der Unternehmerbetricbe in Frage stelle» müßte. Auch diese Sätze sind nur wieder ein Beweis, daß sich die Ausbeuter mit Händen und Füßen zur Wehr setzen, wenn sie eine Begrenzung der bös- artigsten Ausbeutungsmöglichkeiten fürchten. Huö Induftric und Handel» Ueber 33 700 Rinder weniger. Das Jahr 1040 stand wie seine Vorgänger im Zeichen der Vieh- und Fleischleuerung. Auf dem städtischen Viehhofe in Berlin wurden im Vorjahre(»ach den anulichen Marktberichten) 246 870(1900: 280 679) Rinder. 104 716(211011) Kälber, 658 077(601048) Schafe und 1 348 746(1 207 232) Schwein« aufgetrieben. ES waren mithin 33 700 Rinder, 16 296 Kälber und 32071 Schafe weniger zum Vor- kauf gestellt als 1909, dagegen 46 613 Schweine mehr. Eine umfang- reicher« Einfuhr von Schlachtvieh oder Fleisch wurde von den Staatsbehörden abgelehnt, und so mußten die Vieh- und Fleisch- preise hinaufschnellen. Die Preise für Rinder, Kälber und Schafe sind im versiossenen Jahre gestiegen, und die für Schweine waren einem ständigen Wechsel unterworfen. Hohe Biehpreise hindern die Viehzucht! Diese von uns aufgestellte Behauptung wird nun auch von NN« zweifelhaft echtagrarischer Seite bestätigt. Die„Wiener land- wirtschaftliche Zeitung' schreibt in ihrer Nummer vom 11. d. M.: „Die traurigen Folgen der Futtcrnotjahre 1008 und 1900 zwangen die Viehbesitzer, ihre Viehbestände ivegen Mangels au dein notwendigen Rauhsulter zu vermindern, und viele der schönsten und melversprechendsten Rinder mußten zu Schleuder- reisen tief unter den GestelmngSwm verkauft werden. Allerdings rächte das Jahr 1910 entsprechende Futtererträge, aber auch der Liehpreis stieg rasch und dem Landwirt. der nun selbst als Käufer auftreten muß. fehlt in der Regel das Geld... Sicherlich Hot jeder Viehzüchter, jeder Bauer den Wunsch, seinen Viehstand zu vermehren: unter den gegenwärtigen Umständen bleibt das aber meist ein frommer Wunsch, der selten zur Tat wird. D i e hohen Preise, die für Schlachtkälber gezahlt werden, sind zu verlockend, als daß der Bauer unter dem Drucke des Geldmangels der Versuchung widerstehen könnte." DaS gilt für Deutschland genau so wie für Oesterreich, das Wirtschafts- und handelspolitische System ist Hüven und drüben das leiche. Die deutschen Agrarier betonen ja auch bei jeder Gelegen- eit, so erst letzthin bei dem Agrarierdmer in Wien, ihre Solidarität mit den schwarzgelben VolkSauSwuchern. Was werden sie nun zu diesem Geständnis ihrer Freunde sagen? Gewerbfcbaftlicbe� Eine StucUenrnfe belgifchcr Gewerhrd�aftcr nach Berlin. AuS Brüssel wird uns gemeldet: Für die von der belgischen Gewerkschaftskommission organisierte Studienreise für Mitglieder der an sie an- geschlossenen Gewerkschaften gibt sich lebhaftes Interesse kund, so daß die Bewerberzahl die der festgesetzten Teil- nehmer voraussichtlich weit überschreiten dürfte. Die Reise hat den Zweck, die Berliner Partei- und Gewerkschaftseinrichtungen für die belgische Arbeiter-, insbesondere die G e w e r k- schaftsbewegung fruchtbar zu machen. Das „deutsche Muster", dem in Belgien in den Fragen gewerk- schaftlicher Organisation, insbesondere der Zentralisationsidee, allmählich Eingang verschafft wird, soll durch das den ganzen Kreis gewerkschaftlicher Wirksamkeit umfassende geplante Studium in Berlin eine weitere praktische Nutzbarmachung erfahren.— Die von ihren Gewerkschaften delegierten Teil- nehmer— und nur solche können an der Reise teilnehmen— werden am 22. Februar mit einer Visite des Berliner Gewerkschaftshauses ihren Studienstreifzug an- treten. Alle Räume und Einrichtungen: die Schule, das statistische Bureau, die Abteilung für Arbeitergesetzgebung, das Berliner Sekretariat, die juristische Auskunftsstelle u. a. sollen von den Delegierten besichtigt werden. Auch der Aus- stellung der gewerkschaftlichen Dokumenten- und Formularien- sammlung wird ein eingehender Besuch gewidmet werden. Besonders soll den Einrichtungen des Deutschen Holzarbeiter- Verbandes zum Zweck des Studiums des Typus einer Zentralorganisation eine ins Detail gehende Durcharbeitung des Verwaltungsapparates und der Dokumente seitens der belgischen Delegierten werden. Weiter ist in Aussicht ge- nommen die Besichtigung des Metallarbeiterhauses. des„Vorwärts"hauses— des Pressebureaus, des Partei- archivs. der sozialistischen Arbeiterschule, des Jugendheims. der Bibliotheken usw. Die Teilnehmer, die noch Zeit er- übrigen können, werden dann noch das„Berlin der Arbeit" durch Besichtigung von großen industriellen Etablissements kennen lernen.— Da bei den Besuchen je ein Funktionär der betreffenden Organisation den erläuternden Führer machen und den Belgiern auch das Dokumentenmaterial zur Verfügung gestellt werden wird, verspricht diese Studien- reise eine gute Ausbeute, die sicherlich den modernen Zug gewerkschaftlicher Organisation in Belgien vertiefen helfen wird. »eriin und llmgegend. Achtung, Werkzeugmacher und Mechaniker. Es werden wieder einmal Versuche gemacht, um Angehörige obiger Berufe zu verleiten, nach auswärts als Arbeitswillige an- zuwerben. Wir ersuchen dringend, bei jedem ArbeitSong e- bot nachauswärtS s ich erst an unS um Auskunft zu we n d e n. Deutscher Metallarbeiterverband, OrtSverwaltung Berkin. Ocotrches Reich. Im Verbände der Blumen- und Blätterarbeiterinnen ist an Stelle der verstorbenen Genossin Ihrer Genosse H. Sinn als Verbandsvorsitzender gewählt worden. Die neu« Adresse des Verbandsvorstandes ist Berlin dl.. Stettiner Straße 30. Dort befindet sich auch die Redaktion des.Blumenarbeiter". Zur Lohnbewegung der Bergarbeiter im Ruhrgebiet. Am 6. und 8. Januar haben im Ruhrgebiet, wie schon berichtet, 83 Belegschaftsversammlungen stattgefunden, am Ib. Januar tagten weitere 92 Versammlungen, die zu den von den drei in der Lohn- frage einig vorgehenden Verbänden aufgestellten Forderungen Stel- lung nahmen. Alle Versammlungen wiesen sehr starken Besuch auf. Obgleich der Gewerkverein seine Mitglieder aufgefordert hatte, diese Versammlungen nicht zu besuchen, waren die Christlichen in diesen Versammlungen doch überall stark vertreten und stimmten den von den Verbänden erhobenen Forderungen einstimmig zu. In allen Versammlungen wurde eine Entscheidung getroffen, die die Arbeiter ausschüsse beauftragt, die Forderungen den einzelnen Zechenverwat tungen vorzulegen. Für jede Zeche wurde ein Vertrauensmann gr wählt. Die Versammlung in Dortmund war von etwa 1999 Berg� arbeitern der beiden Kaiserstuhlschächte besucht. Neben 15 Proz. Lohnerhöhung wurde der Abschluß korporativer Arbeitsverträge und taifmäßige Lohnfestlegung gefordert. Einem Anarchosozialisten ver- weigerte die Versammlung das Wort. Bekanntlich sind die Ausschüsse die gesetzlichen Vertreter der Ar- beiter. Sie haben die Aufgabe, Beschwerden und Wünsche der Beleg- schast den Zechenverwaltungen zu unterbreiten. Es ist der letzte Weg, der den Verbänden noch übrig bleibt, um zu einer friedlichen Verständigung zu kommen. Lehnen auch die ein- zelnen Zechenverwaltungen gleich dem Zechenverband jedes Eni- gegenkommen ab, dann werden die Organisationen über die weiter zu unternehmenden Schritte entscheiden müssen. Die christlichen Generäle spielen ihre Verräterrolle weiter und bringen sich damit in einen immer schärferen Gegensatz zu ihren Mit- gliedern, die den Forderungen der Verbände zustimmen. Nach Art der Bankrotteure suchen sie sich über die brenzliche Situation durch einen großen Tamtam hinwegzuhelfen und damit die Oefientlichkeit zu täuschen. Sie arrangieren Versammlung und trommeln dazu ihre Anhänger aus der weitesten Umgebung zusammen. Ihre Ge- treuen werden schriftlich eingeladen, erhalten Fahrgeld und Spesen und werden vor Beginn der öffentlichen.Kundgebungen" in vertrau- lichen Konferenzen instruiert, so daß nachher alles programmäßig verläuft. Zu diesen„Kundgebungen" erscheinen außer oen schrift- lich Eingeladenen zumeist nur Zentrumsanhänger, meist Hand- werker, Krämer usw. Bon diesen Leuten läßt man dann Resolu- tionen annehmen, worin den GewerkvereinSftrategen das Vertrauen ausgesprochen wird und die in der Lohnfrage einig vorgehenden Ver- bände beschimpft werden. Die vereinigten Verbände haben bisher 185 Belegschaftsversammlungen abgehalten, die alle sehr stark besucht waren; einstimmig haben diese Versammlungen, die auch von vielen Tausenden Mitgliedern des Gewerkvereins besucht waren, die Forde- rungen der Verbände gutgeheißen. DaS ist jedenfalls der schlagendste Beweis dafür, daß die von den GewerkvereinSstrategen arrangierten Zentrumsparaden von den Mitgliedern nur als Komödie betrachtet werden. UebrigenS werden die bisher schon an diese VersammlungS- besucher bezahlten Fahrgelder und Spesen verschiedene Tausend Mark betragen. Wenn das so weiter geht, wird von der starken Gewerkbereinskasse bald nichts mehr übrig bleiben. Die Christlichen bezeichneten bekanntlich diese Bergarbeiter- bewegung als im politischen Interesse von den Verbänden eingeleitet. Wie sie aber diese Bewegung politisch ausschlachten wollen, dafür diene folgender Beweis: In einer christlichen Versammlung in H e r n e führte der christ- liche Führer Hüstens zur Rechtfertigung deS Verhaltens seiner Organisation u. a. aus. die Arbeiter müßten aufhören, die Arbeit» geber als vollgefressene Strümpfe zu betrachten, und wenn die natio- nalliberale Partei im Wahlkreise Bochum einen annehmbaren Kan- didaten aufstellt, und dieser mit Hue in die Stichwahl kommt, dann seien für Otto Hue die schönen Tage voll Aranjuez vorbei. Die Christlichen würden kräftig mit dazu beitragen, daß Hue, dieses Hebel der Bergarbeiterbewegung. verschwinde. Ein bestreikter Unternehmer, der der Verbandsleitung bezw. den Streikenden seinen Betrieb zur Verfügung stellt. Eine neue Erscheinung ist in den wirtschaftlichen Kämpfen der Solinger I n d u st r i e zu verzeichnen. Die Waffen- fabrik Karl Kaisern. Co., Solingen, über deren Betrieb die gesamte Waffenbranche, die im Jndustriearbeiterverband organisiert ist, wegen Verletzung des Preisverzeichnisses sTarif) den Ausstand verhängt hat, bestreitet nichl nur die Berechtigung dieses Vorgehens, sondern macht den Jndustriearbeiterverband und seine Führer auf dem Wege der Zivilklage für den Ausstandsbeschluß der Arbeiter der genannten Branche verantwortlich. Die Firma verlangt vom Gericht Ersatz des Schadens, der bisher durch die Arbeitsniederlegung ent- standen ist und noch entstehen wird, und fordert weiter vom Gericht, vem Jndustriearbeiterverband aufzugeben, jede Einwirkung auf die Arbeitswilligen zu unterlassen. Ferner hat die Firma in einem Schreibe,» dem Verbände mitgeteilt, daß sie, wenn der Ausstand nicht bis zu einem bestimmten Tage rückgängig gemacht werde, dem Verbände in rechtsverbindlicher Form ihren gesamten Betrieb zur Verfügung stellen und den Wert gegen die Kasse des Verbandes ein- klagen werde. Das eigenartige Schreiben, das in den wirtschaftlichen Kämpfen zwischen Albeitern und Unternehmern eine Rarität darstellt, hat folgenden Wortlaut: „Sofern die Streikerklärung bis zum 19. d. Mls. nicht zurück- gezogen ist, stelle ich meinen gesamten Betrieb mit allem, was dazu gehört, zu Ihrer Verfügung und werde das Objekt von M. 143 999 inkl. Ansprüchen Dritter und unter Hinzusügung etwaiger Ansprüche von mir selbst sowohl gegen die Kasse des Jndustriearbeiler-Verbandes wie auch der verantwortlichen Mit- glieder ohne weiteres einklagen. Es wird den verantwortlichen Persönlichkeiten diese obige Mitteilung in rechtsverbindlicher Form demnächst noch wiederholt werden..." Eine Versammlung der Arbeiter der Waffenbranche befaßte sich mit diesen Drohichreiben der bestreikten Firma und beschloß ein- stimmig, den Streik fortzusetzen. In der Versammlung wurde zum Ausdruck gebracht, daß, selbst wenn das Gericht den Industrie- arbeiter-Verband verurieile» würde, man die Arbeiter der Waffen- branche doch nicht zwingen könne, für die Firma Kaiser u. Co. zu arbeiten. Die Kämpfe in der Solinger Industrie haben schon alle mög- lichen Erscheinungen zutage gebracht.- Derartige Klagen, wie sie hier angestrengt wurden, sind bisher aber noch neu, und deshalb ist man dort allgemein gespannt, welchen Ausgang dieselben nehmen werden._ Die Angestellten der Nähmaschinenfabrik Singer Co. sind in Nürnberg in eine Lohnbewegung eingetreten, die vom Zentral verband der Handlungsgehilfen und-Gehilfinnen unterstützt wird. Bei einer rigorosen Behandlung erhalten die Verkäufer und Eiw kassierer nur ein Fixum von 15 M. pro Woche und Provision. Ein Versuch, mit der Leitung des Unternehmens wegen Gehaltsauf besserung usw. eine Aussprache herbeizuführen, ist bis jetzt von der maßgebenden Stelle ohne Antwort geblieben. Weder der Zentral- verband noch die Leitung der Vereinigten Gewerkschaften hat eine Antwort von der Generalvertretung dieser Firma, die in.Hamburg ihren Sitz hat. erhalten können. Das Gewcrkschastskartell hat sich bereits mit dieser Angelegenheit befaßt und den beteiligten Ange- stellten seine volle Sympathie ausgesprochen. Jiusljind. Der Streik in der Wiener Konfektton. Nach sehr langwierigen Verhandlungen, an denen auch die Ver treter der organisierten Arbeiter teilnahmen, ist es zu Verein- barungen zwischen den Stückmeistern und jenen Konfektio- nären gekommen, die nicht schon Einzelverträge abgeschlossen hatten. Die Vereinbarungen enthalten Lohnerhöhungen von 5 bis 12 vom Hundert, Einsetzung einer paritätischen Kommission zur befristeten Ausarbeitung eines Lohntarifs, Festsetzung der vierjährigen Dauer dieses Vertrags. Die Zeitpunkte, wann dieser Vertrag ins Leben treten bezw. ablaufen soll, sind noch nicht festgesetzt, überhaupt muß er erst noch von den Stückmeisterversammlungen genehmigt werden. — Eine stark besuchte Gehilfen Versammlung beschloß, die Arbeit nicht früher aufzunehmen, ehe nicht ihre Forderungen von den Zwischenmeistern bewilligt sind. Eine Einigung zwischen Stück- meistern und Konfektionären wird also noch nicht die Wieder- aufnahm« der Arbeit herbeiführen. Lohnbewegnngen«nd Lohnkämpfe in Dänemark. Auch in Dänemark stehen große Lohnkämpfe bevor und sind zum Teil schon ausgebrochen. Die K l e m p n e r haben in Jütland Arbeit niedergelegt, nachdem ihr Tarif bereits am die 1. Januar abgelaufen war. Sie hatten den Streik schon zu diesem Datum beschlossen, versuchten aber nochmals durch friedliche Ver- Handlungen zu einer Einigung mit den Arbeitgebern zu kommen, wobei gleidgeitig die Lohn- und Arbeitsverhältnisse der Klempner Kopenhagens und der Inseln geregelt werden sollten, deren Tarife am 1. April ablaufen. Die Verhandlungen scheiterten, weil die Arbeitgeber statt Lohnerhöhungen zu bewilligen, die Löhne teil- weise noch herabdrücken wollten. Im Maurer- undZimme- rergewerbe Dänemarks sind ebenfalls Verhandlungen über den Abschluß neuer Tarifverträge geführt worden und ergebnislos verlaufen. Die Arbeitgeber boten so geringe Lohnzulagen, daß sich die Arbeiter damit nicht zufrieden geben konnten. Es soll nun noch einmal mit den Hauptorganisationen beider Parteien verhandelt werden. In der Herrenkonfektion Kopenhagens steht ein allgemeiner Streik bevor, der den Arbeitgebern bereits ange- kündigt ist. Verhandlungen über«inen neuen Tarifvertrag sind auch hier ergebnislos verlaufen. Der Streik wird an die 1399 weibliche und 159 männliche Arbeiter umfassen.»In der Textil» Industrie Dänemarks sind die von neuem aufgenommenen Ver- Handlungen ebenfalls gescheitert. Der staatSangestellte SchlichtungS- beamte wird zwar nochmals versuchen, eine Einigung anzubahnen. aber Aussicht auf eine friedliche Lösung des Konflikts ist kaum vor- Händen._ «roste Lohnbewegungen in Norwegen./ Die norwegischen Gewerkschaften gehen offenbar großen Lohn- kämpfen entgegen. In einer Reihe von Gewerben und Industrien sirch die Tarifverträge gekündigt und zum Teil schon abgelaufen. ohne daß ein neue» Uebereinkommen zustandegebracht wurde. Dies gilt namentlich von der G r u b e n i n d u st r i e, in der wenig AuS- sicht auf einen friedlichen Verlauf der Lohnbewegung vorhanden ist. Auch in der Tabakindustrie ist man trotz Ablauf des alten lieber einkommenS noch zu keiner Einigung gekommen. In der Eisenindustrie, die gegen 14 999 Mann beschäftigt, läuft der Tarif zum 1. April ab, in der Textilindustrie mit 3900 Beschäftigten, sowie in der Ze l l u l o se i n d u st r i e mit 8999 Arbeitern zum 1. Juli. Es sind im ganzen ungefähr 39 999 Ar- beiter, für die, soweit sich bis jetzt übersehen läßt, im Lauf« dieses Jahres neue Tarifverträge abgeschlossen werden sollen. Norwegen befindet sich schon seit längerer Zeit in einer Periode ilchustriellen Aufschwunges. ES ist unter diesen Umständen selbstverständlich. daß die Arbeiterschaft energisch auf eine entsprechende Verbesserung ihrer Lebenslage drängt, um so mehr als auch in Norwegen eine starke Verteuerung der Lebenshaltung eingetreten ist. Da jedoch das Unternehniertum lieber Verschlechterungen der Lohn- und Arbeits- Verhältnisse statt Verbesserungen durchführen möchte, muß man auf große Kämpfe gefaßt sein.__ Hub der frauenbeweegung. Der erste sozialdemokratische„Frauentag" in Dentschland. Der unaufhaltsam vorwärtstreibende Strom der ökonomischen EntWickelung hat Millionen von Frauen aus dem schützenden Heim und der altgewohnten Familientätigkeit hinausgetrieben: in die 9t* werbsarbeit, in den wilden Kampf ums Dasein I Mit Hand und Hirn im Produktionsprozeß als Gleichverpflichtets tätig, im Konkurrenzkampf den gleichen Gefahren und Kämpfen preisgegeben wie der Mann, fehlen ihnen doch die gleichen Waffen für diese Kämpfe: die politischen Rechte! Politische Rückständigkeit, vor allem die Furcht vor der wachsenden Macht der Arbeiterklasse machen Regierung und bürgerliche Mehrheitsparteien zu den schlimmsten Feinden einer weiteren Demokratisierung des Wahlrechts und damit zu Feinden des Frauenwahlrechts. Philisterhaftigkeit, der alte Herrenstandpunkt und kleinliche Konkurrenzfurcht lassen ebenfalls zahlreiche Kämpfer gegen das Franenwahlrecht auf dem Plane erscheinen, obwohl die Tätigkeit im Produktionsprozeß, die Pflichten der Mutterschaft und ihre Steuerleistungen(direlte und indirekte) den Frauen einen mehr als wohlbegründeten Rechlsanspruch auf das Wahlrecht geben. Allein die Sozialdemokratie, fußend auf dem unerschütterlichen Boden geschichtlicher Ent- Wickelung, tritt energisch und rückhaltlos für die volle politische Gleichberechtigung der Frau ein. Die Forderung der politischen Gleichberechtigung der Frau war bei der Sozialdemokratie niemals ein nur dekorariver Programm- Punkt, sondern stets eine mit allem Ernst und aller Lebhaftigkeit vertretene grundsätzliche Forderung. Die Sozialdemokratie hat keinen Wahl- und keinen Wahlrecknskampf geführt, bei dem nicht mit allem Nachdruck auch das Fraucnwahlrccht propagiert worden wäre. Im Parlament und bei der öffentlichen Agitation, immer ist das Frauenwahlrecht mit demselben Eifer und derselben Wärme von unseren Abgeordneten und Rednern gefordert worden, als eine Waffe im Gegenwartskampf und ein Mittel zur Eroberung der politischen Macht. Am lS. März dieses JahreS wird nun die sozialdemokratische Partei die erste allgemeine Agitation im Reiche veranstalten, die lediglich der Propag anda für das Frauenwahlrecht dient: den sozialdemokratischen Frauentag. An diesem Tage werden in allen Orten, in denen Von einer Frauenbewegung die Rede sein kann, Frauenversammlungen statt- finden, in denen die Frage des FranenlvahlrechlS behandelt werden wird, des politischen Frauenwahlrechts, des Wahlrechts zur Kommunal- Verwaltung, zu den Kaufmanns- und Gewcrbegerichten und des Wahlrechts zu den Verwaltungskörpern der sozialen Versicherung. Die Gewerkschaften, die vor allem auch ein Jntereffe daran haben, daß die Arbeiterinnen die zuletzt genannten Wahlrechte er- obern, um damit wirksamere Waffen für ihren gewerkschaftlichen Kampf zu erhalten, werden der Frauenwahlrechtsaktion die weit- geheildste Unterstützung zuteil werden lassen. So von der großen Gesamtarbeiterbewegung getragen, wird der sozialdemo- kratische Frauentag zu e i n e r g e w a l t i g e u D e m o n» stration für die politische und soziale Gleich« berechtigung der Frau werden! In Preußen, Elsaß-Lothringen und einer Reihe kleinerer deutscher Bundesstaaten, in denen wir im Wahlrechtskainpfe stehen, wird der „Frauentag" eine kräftige Belebung und Förderung dieses Kampfes bedeuten, in dem er das Heer der Kämpfer vergrößert, die Recht« losesten der Rechtlosen gegen Unrecht und Unterdrückung aufruft I Ja mehr als da?: Entsprechend der Ueberlcgung, daß der Hieb die beste Verteidigung ist, wird der„Frauentag" zu einer kräftigen Abwehr gegen Wahlrechtsfeinde und Staatsstreichler werden, denn die Propagierung des Frauenwahlrechtes bedeutet die Propagierung der weitgehendsten demokratischen Ausgestaltung de» Wahlrechts. In der Veranstaltung des sozialdemokratischen Frauentages sehen die Genossinnen die Erfüllung des Wunsches, der auf der inter« nationalen Kopenhagener Frouenkonferenz ausgesprochen wurde. Nun ist eS ihre Sache, im Einverständnis mit den Organifations- leitungen alle? zu tun, was ein Gelingen der geplanten Akiion fördern und sichern kann. Vor allem gilt eS, die Voragitation in der umfassendsten Weife zu betreiben: in Fabrik und Werkstatt, in Laden und in Kontor, in die Familien und auf unsere Feste, in Versammlungen und Leseabende, in Stadt und Land mutz die Kunde von dem geplanten Frauentag getragen, überall muß zu seinem Besuch aufgefordert werden. Die Genossinnen müssen dafür sorgen, daß die Indifferenten und Gleichgültigen die Wichtigkeit de? Frauentages begreifen; sie müssen Begeisterung in ihnen wecken und zur hellen Flamme schüren, ihnen klarmachen, daß eS sich um ihre Sache handelt: um die Eroberung des vollen Bürgerrechtes derFrau. Bersammlnngen— Beranstaltnngen« Berti» für Frauen mtd Mädchen der ArbeiterNaffe. Heute Mittwoch, den 18. Januar. 8'/, Uhr. im Englischen Garten, Alexander- strotze 27c: Bortrag des Parteisekretärs Herm. Müller über „Frauenarbeit einst und jetzt". Gäste willkommen. J*ctzU ffocbrlchten. Mord in Darmstadt. D«rmstabt, 17. Januar.(B. H.) An der achtjährigen T o ch t e r des Schreiners T r a u b ist ein Mord verübt worden. DaS Kind wurde in einem S a ck auf dem Speicher aufgefunden. Es wurden an der Leiche Spuren von Gewalt am Halse entdeckt �er Täter ist noch unbekannt. Folgenschwere Explofivnen. HRgeno», 17. Januar.(2B. T. 35.) In der Wohnung des Ar- berters Molt auf der alten Egelingschen Ziegelei explodiert, in Ab- Wesenheit der Eltern die Lampe. Von den d r e i K i n d e r n wurden zwei schwer b-r.etzt,-ins leichter. Di- beiden schwer verletzten Kinde, tnd nach ihrer Einl,eferung im Krankenhause a e it» r b« n. Rew-S-rk, 17 Januar.(W. T. 33.) An Bord de« Schlachtschiffes Delaware soll vor Norfolk«ine Expi.si«» stattae?� haben, durch die acht Personen getStet worden sind. Zum Tode verurteilt «„rJwh�r i7/ Der SSjährige«ckerknecht nPf b-& in Appelhülsen die Dienst- "schlug und den Hausknecht � lebensgefährlich verletzte, wurde nach 1-, � 0£n Mordes zum Tode und wegen « Zuchthaus und Verlust der" lichen Ehrenrechte auf Lebensdauer verurteilt. bürger- �aS Gesetz über Elnichränkung der Echankstätten angenommen. 5. 8'"Januar.(W. T. B.) Der S e n a t hat mit 137 gegen 12. Stimmen das ganze Gesetz über Einschränkung der Schankstättrn angenommen. Die Pest in China. Peking, 17. Januar.(Meld. d. Reut. Bur.) Ein Todesfall an der Pest ist jetzt in Tientfin, ein weiterer südlich von Shan» Haiku a n-amtlich festgestellt worden. Kerantw. Rcdakt.: Richard Barth, Berlin. Inseratenteil verantw.: Th. Glocke, Berlin. Druck U.Verlag: Vorwärts Buchdr.u.Berlagsanjlalt Paul SingerSCo., Berlin LW. Hl-'-zu 3 gcitimcn». n»trt* inrnnflf Nr.U 28. Jahrgang. 1. KcilM des Jormätls" Kerlim Polfelilntt. Mittwolh, 18. Inmtar 1911 Keickstag. 109. Sitzung. Dienstag, den 17. Januar 1911, nachmittags 1 Uhr. Am Bundesratßttsch: Mermuth. Die Geschäftsordnungskommission beantragt, die Genehmigung zur Strafverfolgung des Abg. Carstens(Vp.) in einer Privat- beleidigungssacke nicht zu erteilen. Abg. Doormann(Vp.) bittet, die Genehmigung im Interesse des Abg. Carstens zu erteilen. Abg. Geyer(Soz.): Das Allgemeininteresie muß dem des ein- zelnen Abgeordneten vorgehen; deswegen ist es angebracht, an der bisherigen Gepflogenheit festzuhalten und die Genehmigung zu versagen. Abg. Bassermann(natl.) und Dr. Gicse(k.) schließen sich dem an. ' Abg. Dr. Junck snatl.) bittet, die Genehmigung zu erteilen z wird in solchen Fällen die Genehmigung versagt, so braucht ein von einem Abgeordneten wegen Beleidigung Verklagter nur Wider- klage zu erbeben, um die Entscheidung zu verzögern. Auch früher hat der Reichstag in solchen Fällen schon die Genehmigung zur Strafverfolgung erteilt. Abg. Dr. Südckum(Soz.): In solchen Fällen ist dem Reichs» tage die Sache genau substantiiert vorgetragen und er konnte über die Notwendigkeit der Strafverfolgung entscheiden. Hier ist das nicht geschehe» und deshalb ist die Genehmigung zu versagen. Abg. Dr. Neumann- Hofer(Vp.j schließt sich diesen Aus- führnngen an, Damit schließt die Diskussion; der Antrag der Kommission wird angenommen, die Genehmigung also versagt. ES folgt die zweite Beratung des Gesetzentwurfs über die Reichswertzuwachssteuer. Abg. Dirksen sRp.s: Wir stimmen dem Gesetzentwurf zu und können uns den Ausführungen des Schatzsekrelärs und des Grafen Westarp anschließen. Bestärkt werden wir in der Zustimmung durch die guten Erfahrungen, welche die Kommunen mit dieser Steuer gemacht haben. Die Abänderungsanträge werden wir sämtlich ab lehnen, bis auf den des Abg. C u n o, hinter Wertzuwachs die Worte zu streichen:»der ohne Zutun des Eigentümers entstanden ist"; denn diese Worte stellen die Rechtsprechung vor eine unmögliche Aufgabe.— Notwendig ist die Borlage, um die Kosten für die Heeres Vorlage zu decken. Abg. Seyda(Pole): Meine Freunde stehen der Vorlage mit sehr gemischten Gefühlen gegenüber. Dem Gedanken, den unverdienten Wertzuwachs zu besteuern, könnte man zustimme», be- sonders, da die Erwäge zum Ersatz des erhöhten Umsatzstenipels benutzt werden sollten; aber dieser Zweck ist verschwunden, jetzt sollen in erster Linie die Kosten für die neue Heeresvorlage aufgebracht werden. Dies müßte aber durch Ersparnisse im Etat geschehen. Sehr bedenklich ist aber die rück- wirkende Kraft, die der Entwurf an verschiedenen Stellen hat. Dem kleinen Grundbesitzer kommt der Entwurf nicht g e- nügend entgegen; deshalb haben wir beantragt, die Grenzen für die Steuerfreiheit heraufzusetzen.— Im§ 22 werden die Bundesstaaten für steuerfrei erklärt. Wir haben Bedenken, dem Bundesstaat Preußen mit seiner gegen uns gerichteten An- siedelungspolittk die Steuerfreiheit zu gewähren. Von dem Schicksal der von uns einzubringenden Anträge wird unsere endgültige Stellungnahme zu dem Gesetz abhängen. sBravo l bei den Polen.> Abg. Raab lWirtsch. Bg.): Meine Freunde stimmen dem Entwurf zu und bitten, ebenso wie der Schatzsekretär, weitere Abschwächungen nicht mehr vorzunehmen. Abg. Werner sAntisemit) begrüßt die Steuer als populäre Besitz- steuer; ihre Erträgnisse müssen in erster Linie den Veteranen zugute komnien. Abg. Pauly- Cochem(Z.) bittet, die Steuerfreiheit bei Ber- kaufen kleiner Grundstücke zu gewähren, wenn der Vermißter ein Einkommen bis zu 3000 Mark hatte, nicht bis zu 2000. wie die Kommission will; es würde die« den kleinen Landwirten und den kleinen Handwerksmeistern zugute kommen. Abg. Dr. Südekum(Soz.): «u« dem Eteuerges-tz, als das ursprünglich diese Vorlage ge- dacht war, ist unter der Hand ein kleines Feuilleton. Schriftstellerstipendien. Im norwegischen Staatsbudget sind für das laufende Jahr 24 200 Kronen als Stipendien und zur Unterstützung von Künstlern und Schriftstellern bewilligt, wovon 0000 Kronen auf die Schriftsteller kommen. Diese sind nun wie folgt verteilt worden: Johan Falkberget 1500, Olav Hoprekstad 1500, Herman Wildenwey 1000, Regine Normann, Matti Aikio und Alvilde Pryds je 500 Kronen. Die beiden zuerst aufgeführten Stipendien sind zu Studienreisen ins Ausland bestimmt.— Von den genannten Schriftstellern ist unser» Lesern besonders Falk- berget bekannt, von dem im Unterhaltungsblatt einige kleine Er- Zählungen abgedruckt worden sind, ein Proletarier, der noch vor wenigen Jahren als Grubenarbeiter sein Leben fristete. Gut, daß er kein Deutscher ist, denn da hätte sich schwerlich einer um ihn bekümmert oder an seinem Streben Anteil genommen, und an ein Staatsstipendium wäre ja überhaupt nicht zu denkne gewesen, zumal bei einem Proleten, der entsetzlich viel auszusetzen hat an dieser göttlichen Weltordnung. Fußtritte für den Armen, der sich emporzuringen sucht aus der Not des Daseins, der sich erfrecht, in die heiligen Hallen der Literatur und Kunst einzudringen als ein Strebender und Schaffender, die sind zu haben. Aber sonst mag einer die Brosamen fressen, die von der Reichen Tische fallen, und dann im stillen Kämmerlein dem Vaterlande ein Loblied singen! Ter Atem unter dem Mikroskop. Es erscheint bei der ersten lleberlegung als ein Unding, daß man etwas wie den Hauch des Atems, der doch nach der gewöhnlichen Annahme ausschließlich aus Gasen besteht, unter dem Mikroskop sollte besichtigen können. Einer wissenschaftlichen Untersuchung ist er natürlich unterworfen, aber diese kann sich, sollte man meinen, doch nur auf chemische und physikalische Messungen erstrecken. Selbstverständlich ist die chemi- sche Zusammensetzung der ausgeatmeten Luft längst bekannt, und auch über die physiologiichen Kräfte, die bei der Atmung zum Aus- druck kommen, haben Physikalische Methoden Aufklärung gebracht. Nun scheint etwas ganz Neues hinzu zu kommen, und zwar durch den Segen des Ultramikroskops, dieses überaus feinen In- strumcnts, das es dem Forscher ermöglicht hat, seinem Auge eine Schärfe noch über-die Grenze hinaus zu erteilen, die sogar ein Helmholtz als das äußerste bezeichnet, was man von einem Mikro- skop erwarten könnte. Dr. Courtade hat vor der Medizinischen Gesellschaft in Paris die Ergebnisse von Untersuchungen des Atems mit diesem Apparat angezeigt. Sie bringen die erstaunliche Eni- hüllung. daß die ausgeatmete Luft nicht nur aus Gasen wie Stick- stoff. Kohlensäure, Wasserdampf usw. besteht, sondern auch eine Menge von festen Körperchen enthält. Diese sind von mannigfacher Art und Form, bald starr, bald beweglich. In einigen kann man winzige Bakterien in Stäbchen- oder in Kugelform(Kokken) ver- muten, und zweifellos ist t>as Vorkommen von kleinen Hautzellen (Epithel) im Atem. DaS Verfahren, das der Forscher bei diesen Untersuchungen benutzt hat, ist sehr einfach. Man braucht nur ein Agar Tröpfchen hes Atems auf einen Glasstreifen verdunsten zu politisches Gesetz geworden. Die Konservativen haben angesichts des über sie herein- gebrowenen Unwetters bei den Nachwahlen das Bedürfnis gespürt, tili er Steuer zuzustimmen, die nach einer Bcsitzstcuer aussieht. Aber die Steuerscheu, die nun einmal von konservativer Gesinnung untrennbar zu sein scheint(Heiterkeit und Sehr gutl links.) hat nun doch bewirkt, daß die Rechte, und mit ihr das Zentrum, aus der Regierungsvorlage wieder ein agrarisches Gesetz zu machen im besten Zuge sind. Man kommt da mit Anträgen, durch die Ausnahmen angeblich zugunsten Minderbemittelter gemacht werden sollen. Das klingt ganz schön, sieht nach Mitielstandssieundlichkeit aus, ist aber in Wirklichkeit nichts als Demagogie.(Sehr gut! bei den Sozialdemokraten.) Es handelt sich bei dem Gesetz doch um die Besteuerung des unver- dienten Wertzuwachses und da kann nicht in Frage kommen, ob dieser unverdiente Wertzuwachs Bemittelten oder Unbemittelten zufällt. Gegenüber allen AbschwächnngSanträgen beantragen wir die Wiederherstellung der Regierungsvorlage. Alleir falls würden wir uns mit dem Abänderungsantrag Marx-Zehnter befreunden können, der die Befreiung von dem Wert des Grund stücks. nicht von seinem Verkaufspreis abhängig machen will. Der Redner der polnischen Fraktion hat Bedenken politischer Natur vorgebracht, die keineswegs zu unterschätzen sind. Darüber wird sich bei den betreffenden Paragraphen reden lassen. Es ist wiederholt— besonders mich vom Schntzsekretär darauf hingewiesen worden, daß von dem Schicksal dieser Borlage die Fertigstellung des Etats und die Versorgung der Veteranen abhängig sein würde. Diese Art, Vorspann für die Vorlage zu requirieren, hat auf uns rechi wenig Eindruck ge macht.(Sehr gut! bei den Sozialdeinokralen.) Entweder ist die Vorlage gut— dann braucht sie keinen Vorspann, oder sie ist schlecht, dann kann und darf die Rücksicht auf den Etat und die Veteranen nicht zur Annahme einer schlechten Vorlage verführen. Für die Veteranen muß gesorgt werden, einerlei, ob diese Vorlage zustande kommt oder nicht.(Sehr wahr! links.) Von uns zu verlangen, daß wir aus Rücksicht auf die Veteranen für eine schlechte Vorlage stiminen sollen, heißt von uns verlangen, daß wir dem schwarzblaurn Stcucrblock P« spanndienste leisten sollen. Eine etwas sehr starke Zumutung an unsere Gutmütigkeit I(Sehr wahr I bei kraten.) Man sage uns nicht, daß einer schlechten Wertzuwachssteuer einer Vorlage den Weg verbarrikadiert. DaS der Fall. Daß der Gedanke der Zuwachssteuer nicht einschläft, dafür wird der zunehmende Einfluß der Sozialdemokratie in den Kommunen sorgen. Ein Volk von 05 Millionen mit einer jährlichen Bevölkerungszunahme von beinahe einer Million wird und kann eS sich auf die Dauer nicht gefallen lassen, daß die Steigerung des Grundwertes ausschließlich einer kleinen und immer mehr abnehmenden Zahl von Grund- besitzern zugute kommt.(Lebhaftes Sehr richtig I bei den Sozialdemokraten.) Wenn die Rechte und das Zentrum daS Be dürfnis verspüren, durch eine wirkliche Besitzsteuer ihre Sünden ver- gessen zu machen, so mögen sie eine solche Steuer beantragen, nicht aber ein neues Gesetz zugunsten der Agrarier machen. Keine Wertzuwachssteuer ist besser als eine schlechte, agrarisch durchlöcherte Wertzuwachssteuer.(Lebh. Beifall b. d. Soz.) Reichsichatziekretär Mermuth bittet dringend, alle Ab schwächungsanträge abzulehnen. Abg. Dr. Neumann-Hofer(Vp.): Ganz besonder? unangenehm ist die Verquickung der Wertzuwachs st euer mit der Militärvorlage. Die Regierungsvorlage müßte erhebliche Bedenken hervorrufen, die aber durch die Koinmission beseitigt sind. Wenn aber uoch weitere Abschwächungen erfolgen, so wird die ganze Vorlage ein L u f t h i e b. die Steuer bringt dann weniger als ihre Erhebungskosten. Abg. Bogel(natl.) warnt davor. daS Prinzip der Besteuerung des Wertzuwachses zu weit zu treiben. Man sollte wirklich allmählich mit der sogenannten.sozialen" Belastung des Besitzes einhalten. Besonders möchte ich gegen die Be- hauptung protestieren, daß der Bergbau eine weitere Belastung ver- trägt. Der Fall kann sehr leicht eintreten, daß ein Bergwerk, für das eben eine Zuwachssteuer bezahlt worden ist, eine Wertvermin- derung aufweist. Abg. Dr. Arendt(Rp.) dankt dem Vorredner für sein warmes Eintreten für die Interessen des Bergbaues.— Den Standpunkt den Sozialdemo die Ablehnung künftigen besseren Gegenteil ist lassen, um dann an diesen Stellen mit dem Ultramikroskop Staub- flecken zu beobachten, die nicht weniger reichlich zusammengesetzt sind als diejenigen, die man bei der Verdunstung von Trinkwasser erhalten kann. Vielleicht wird die weitere Prüfung zum Nachweis von Unterschieden dieses Atemstaubs bei gesunden und kranken Menschen führen. Massenfabrikation von Edelsteinen. Die kostbaren Edelsteine sind bekanntlich gerade deswegen so wertvoll, weil sie außerordent- lich selten sind. Es gibt aber eine Industrie, die Edelsteine zu Millionen verbraucht. Das ist die Uhrmacherei und die Instrumenten- macherei, in deren Edelsteinverbrauch der.American Mawinist" einen interessanten Einblick gewährt. Daß Edelsteine, zum Beispiel Rubine, als Lager für die Zapfen von Taschenuhren zahlreich verwendet werden, weiß wohl jeder; ebenso werden bei anderen Uhren und bei den verschiedensten Instrumenten ähnliche Lager massenhaft verwendet. Einer der wichtigsten Edelsteine hierfür ist der Saphir. Saphire aller Farben, die aus Ceylon, Australien und Montana stammen, werden zii Zapfenlagern verarbeitet. Die Amerikaner behaupten, ihre einheimischen Saphire seien für Instrumente die besten. Die Schnelligkeit, mit der die außerordentlich harten Steine zubereitet werden, ist ziemlich überraschend. Die gewöhnlichen Lager für Uhren haben Durchmesser von Ibis 6 Millimetern, für größere Instrumente kommen jedoch solche mit Durchmesienr bis zu einem Zentimeter zur Verwendung. Von den Durchschnittssteinen kann ein Arbeiter 80 bis 100 in zehnstündiger Arbeitszeit schneiden und polieren, und doppelt soviel kann ein Arbeiter in gleicher Zeit mit den Bohrlöcheru, die die Zapfenlager bilden, versehen. Von den feinsten Saphir- lagern, die für empfindliche Präzisionsinstrumente gebraucht werden. laiin ein Arbeiter jedoch höchstens 40 in zehnstündiger Arbeitszeit herstellen. Wie bestimmt man Farben? Als die Anilinindustrie erstand und eine Unzahl der prachtvollsten Farbenschattierungen lieferte, kam man in Verlegenheit, wie man diese einteilen und einheitlich benennen sollte. Da griff der berühmte Chemiker Chevreul zu folgendem Verfahren. Er ließ Sonnenstrahlen durch ein mit Schwefelkohlenstoff gefülltes Prisma fallen und vereinigte sämtliche durch diese Vorrichtung gebrochenen Farben in einem in 300 Grade geteilten Kreise. An dem einen Pole liegt daS Rot. 120 Grad weiter nach links Blau, in der Mitte zwischen beiden Gelb. Der Raum zwischen Rot und Gelb ist durch Mar- kierungen in vier gleiche Teile geschieden und jede Markierung zeigt eine Bezeichnung, nämtlich Rotorange, Orange, Gelborange. Aehn- lich wird der Abstand zwischen Gelb und Blau eingeteilt durch die Marken Grüngelb. Grün. Blaugrün.' Der Rest de« Kreises zwischen Blau und Rot wird als Blauviolett. Violett und Rotviolett gekennzeichnet. Nun wird jede Abteilung wieder in sechs Felder geteilt und diese werden mit Nummern bezeichnet, man hat also z. B. Rot II oder Gelbarün IV usf. Jede Farbe bildet aber auch noch mit Schwarz Mischfarben, zu denen alle gebrochenen Farben zu zählen sind. Auch diese werden in der gleichen Weise wie die vorigen festgestellt, so daß für eine jede für unsere Sinne überhaupt wahrnehmbare Farbe ein Unterkommen gefunden ist. meiner politischen Freunde hat mein Kollege Doerksen dargelegt; ich habe einen abweichenden Standpunkt, nicht prinzipiell, aber die praktische Durchführbarkeit scheint mir ausgeschlossen. Ich habe seinerzeit für die Forderung einer Wertzuwachsstener gestimmt (Hört! hört! bei den Sozialdemokraten), aber da kannte ich die Einzelheiten dieses Entwurfes noch nicht. Die Be- ratung zeigt die Nichtigkeit meiner Kritik, eine zweite Lesung wie diese habe ich in meiner langen parlamentarischen Praxis noch nicht erlebt.(Hört I hört I links.) Eine Wert« zuwachssteuer müßte auch das mobile Kapital heranziehen, sonst ist es besser, gar keine Wcrtznwachssteuer zu beschließen. Die ganze Materie ist so schwierig, daß noch nicht ein halbes Dutzend Abgeordnete das Gesetz in allen Einzelheiten beherrschen; die meisten haben mir zugestanden, daß sie r i der Lektüre nicht über den§ 4, 5 oder 0 hinausgekommen sind.(Widerspruch.) Die Steuer wird den Umsatz in Grundstücken hintanhalten und dadurch auch den Enrag der Umsatzsteuer beeinträchtigen.— Völlig unannehmbar ist für mich die Bestimmung des§ 11 über die Rückwirkung bis 1885. Wird dieser Paragraph nicht be« seitigt. muß ich gegen das ganze GJesetz stimmen. Es wird, trotz anfänglicher Mindereinnahmen, auf die Dauer vorteil- hafter sein, wenn wir an die Stelle der Rückbeziehung auf 1385 die Schätzung des jetzigen Wertes setzen. Ich bitte daher, meiner An- regung zu folgen, im übrigen aber die Beratung abzukürzen, deren Verlängerung nur immer neue Zweifel und Bedenken schafft. Reichsschatzsekretär Mermuth: Der Umstand, daß Herr Dr. Arendt nur für seine Person, nicht für seine Partei gesprochen hat, erlaubt mir, die Polemik gegen ihn wesentlich einzuschränken und so der Notwendigkeit gerecht zu werden, die er selbst in so warmer Weise betont hat. nämtlich mit der Zeit haushälterisch um- zugehen.(Große Heiterkeit und lebhafte Zustimmung.) Wenn do� Gesetz, das Herr Dr. Arendt in Grund und Boden zu reden sucht, wirklich so volksgefährlich, wirklich so ruinierend für den Grundbesitz ist, so wundert es mich doch, daß bei der ersten Lesung der Wort- führer seiner Fraktion so lebhast für das Gesetz eintrat. (Sehr gut!) Durch genaue Erkundigungen an Ort und Stelle, wo die WertzuwachSsteuer in Kraft ist, haben sich meine Beamten über- zeugt, daß die Schwierigkeiten und Kosten der Erhebung ganz u n- geheuerlich übertrieben worden sind.(Lebhaftes Hört, hört!) Ich bitte nochmals dringend, an die Veteranen zu denken, und muß mich gegen Herrn Dr. Südekums Vorwurf verwahren, daß ich diese Borlage mit der Veteranenfrage vernrenge. Es ist meine Pflicht, für die Deckung neuer Ausgaben zu sorgen. Die Wehr st euer ist undurchführbar; davon habe ich, glaube ich, in privater Unterhaltung ihre Befürworter überzeugt. Abg. Graf Westarp(k.): Meine Freunde in ihrer großen Mehr» hcit halten an der K o m m i s s i o n s f a s s u n g f e st. Die Ge- fahr, daß die BesreiungSvorschrislen von Terrainspekulanten miß- braucht werden, ist nicht von der Hand zu weisen. Der Besitzer eines Terrains im Wert von 100 000 M. braucht es nur in zehn Parzellen von je 10 000 M. zu zerschlagen und durch von ihm ab- hängige Strohmänner, die natürlich kein hohes Einkommen besitzen, verkaufen zu lassen, und er wäre bei der Ausdehnung der Befreiungsvorschriften steuerfrei.— Herr Göhre ist gestern auf das Märchen von der niedrigen Einschätzung der Grund- b e s i tz e r zurückgekommen; bei der Vermögenseinschätzung kann gerade der Grundbesitzer nichts verheimlichen. Dan» hat der Ab- geordnete das Wort bergagrarisch gebildet. Agrarisch bedeutet land- wirtschaftlich, die Sozialdemokratie aber bringt damit den Haß gegen die Landwirtschaft zum Ausdruck.(Zuruf bei den Sozialdemokraten: Gegen die Junker!) Das Gesetz läßt aber gar nicht das Vergwerkseigentum frei, beim Verkauf eines Berg- Werks wird es von der Zuwachssteuer erfaßt, frei bleiben sollen nur unbewegliche Bergwerksanteile. Auch sonst ist der Vorwurf des agrarischen Pferdefußes, den Herr Göhre gegen den Entwurf erhob, unberechtigt, aber mit Recht haben wir dafür sorgen wollen, den durch die Arbeit des Landwirts geschaffenen Wert nicht einer besonderen Zuwachssteuer zu unterwerfen.(Sehr richtig I rechts.) Abg. Dr. v. Savigny(Z.) befürwortet die Heraufsetzung der Befreiungsgrenze für bebaute Grundstücke auf den Wert von 30 000, für unbebaute auf den Wert von 10000 M. Hierauf vertagt das Haus die Weiterberatung auf Mitt« woch 1 Uhr. Schluß 6V| Uhr. Humor und Satire. Ein neues Preßgeseh wird von«einem Einsender in der„Kreuzzeitung" vorgeschlagen. Der schwarzblaue Reformator hat ein Mittel gefunden, den beut- schen Zeitungsleuten die Lust zu freier Meinungsäußerung gründ- lich auszutreiben. Natürlich bloß um brave Menschen gegen rohe Beleidigung durch die Presse zu schützen. Von jedem Zeitungs- besitzer soll eine seiner Auflage entsprechende Kaution zu hinter- legen sein und dann sollen bei Preßvergehen(Mdstrafen von dieser, immer wieder auf ihren Normalpegel zu ergänzenden Kau- tion in einer Höhe abgezogen werden,„daß auch dem zahlungs- fähigsten Preßmagnaten die Aussicht auf eine derartige Bestrafung ernstliches Unbehagen erregen müßte". Außerdem Geldbuhe an den Beleidigten,„auch wenn er eine bestimmte materielle Schädigung nicht nachzuweisen vermöchte". Dazu soll ganzen Klassen und Ständen das Klagerccht zugebilligt werden.— Merkste was? Wenn z. B. so ein Preßmagnat— das„abhängige und vor- geschobene" Redakteurzeug kommt gar nicht in Betracht!— die von Gott zur Nutznießung des Deutschen Reiches und insbesondere des Königreichs Preußen eingesetzten konservativen Junker scharf angreift, oder auch die vom selben lieben Gott zu Vorgesetzten der Nation bestimmten Hctzkapläne usw.,— schwupp zieht man ihm 100 000 Emchen von der Kaution ab. Und dann so weiter, bis ihm die�Sache zu dumm wird, oder bis ihm der Pleitegeier auf dem Das Mittel ist probat— aber immer noch viel zu umständlich. Es müßte ganz einfach jeder Angegriffene das Recht haben, einen 'hm passenden Betrag per Nachnahme von dem Beleidiger ein- zuziehen! Das gleiche Recht wäre jedem königlich preußischen Landrat und jeder konservativen Zeitungsredaktion einzuräumen. _(»Jugend".) Notizen. — Eine Vorstandökrise in der Berliner Sezession Von dem bisherigen Vorstande erklärt einer»ach dem andern daß er nicht wieder mittun will. Nach Liebern, ann kamen Kruse und Slevogt und jetzt hat sich ihnen auch Klimsch angeschlossen. Die Hintergründe dieser KrisiS werden nicht bekannt gegeben blöke Personenfragen aber haben kein öffentliches Interesse.' — Ratten-Zensur. In Hauptmanns„Ratten" hat die Zensur eme Stelle im dritten Akt gestrichen, in der der Tbeater. direktor Hassenreuter sagt:(„erleide ich eine Schädigung, so wende ich mich an den Polizeipräsidenten): ich bin'mit ße rm von M a d ai gut bekannt." Bei der Premiere wurde die Stelle trotzdem gesprochen, dann aber auf polizeiliche Reklamation hm weggelassen. Inzwischen wurde Madai in„Baron v. Krawutschke" umgetauft. Da zahlreiche andere bekannte Namen im Stück kwben bleiben dursten, weiß man sich den polizeilichen UkaS gegen den Klage erhoben wurde, nicht recht zu erklären. Wollte die Voli-ei mit der Streichung andeuten, wie unwahrscheinlich es itt h-ife jemand seiner Bekanntschaft mit der Polizei rühmt?'' 6 m Hbgeordmtenbaua, 5. Sitzung vom Dienstag, den 17. Januar, vormittags 11 Uhr. Am Ministertisch: Dr. L e n tz e. v. D a l l w i tz, B e s e l e r V.Trott zuSolz. Sydow.v. Schorle m er, v. Breiten Vach. Die erste Lesung des Etats wird fortgesetzt. Minister des Innern v. Dallwitz: Die eigenartig einseitige Darstellung des Herrn Abg. S t r ö b e l über den Verlauf der Moabiter Vorgänge nötigt mich, eine chronologische Uebersicht über die tatsächlichen Vorgänge zu geben. Redner gibt eine einseitige. mit den Zeugenaussagen teilweise im Widerspruch stehende Darstellung der Vorgänge. Es ist nun der Polizei der Vorwurf gemacht worden, das; sie nicht von vornherein energisch eingegriffen hätte. Andererseits wird behauptet, sie hätte ohne Grund in den Lohnkampf bei Kupfer eingegriffen und dadurch die Ausschreitungen der Bewohner erst veranlagt und sei dann mit grosier Brutalität vorgegangen. Bei dem ersten Vorwurf wird übersehen, daß der Streik von 140 Arbeitern kein besonders bedeutsames Ereignis war und dag sich auch vor Montag, den 2ö., die Ausschreitungen immer noch in ge- wissen Grenzen gehalten haben, so dag es der Polizei nicht möglich war, vorauszusehen, welchen Umfang die Ausschreitungen am 26. annehmen würden. Trotzdem waren Vorkehrungen getroffen, um Leute, die sich immer wieder zusammenrotteten, zu trennen. Nachdem durch den Verlauf der Nacht vom 26. und 27. der gemein- gefährliche Charakter der Bewegung deutlich hervorgetreten war, hat die Polizei sofort sehr weitgehende Maßnahmen getroffen und die notwendigeSäuberu'ngder gefährdeten Straßen energisch und planmäßig durchgeführt. Daher gelang es Ihr auch, die Unruhen bereits am Donnerstag zum Ende zu bringen. Es wurde hierbei»ach altpreußischcm Grundsatz verfahren, das Militär erst dann heranzuziehen ist, wenn die in erster Reihe zur Aufrechterhaltung der öffentlichen Ordnung berufene Polizei hierzu nicht mehr imstande ist. Ich halte diesen Grundsatz für richtig, und zwar aus praktischen Gründen, aber auch aus ethischen und huma- nitären. Ich betrachte eS sogar als einen Vorzug, dessen wir uns gegenüber anderen Kulturnatioiren zu erfreuen haben, daß es bei uns in der Regel gelingt, große Unruhen zu über- winden, ohne daß es hierzu der Heranziehung des i» erster Linie zum Schutze des Vaterlandes gegen auswärtige Feinde be- rufenen Heeres bedarf. sSehr richtig I rechts.) Die Unrichtigkeit des zweiten Vorwurfs, ergibt sich aus dem dargelegten Sachverhalt. Es ist bedauerlich, wie iveit bereits die von der sozialdemokratischen Presse systematisch geförderte Umbildung aller Werte und Rechts- begriffe bei uns vorgeschritten ist. sSehr richtig I rechts, Zurufe links.) Es hat sich bei dieser Gelegenheit gezeigt, daß in weiten Kreisen der Bevölkerung das Verständnis dafür abhanden gekommen ist, daß dem Koalitionsrecht das Recht aus freie Arbeitswahl ebenbürtig zur Seite steht, sSehr richtig l rechts), daß das Koalitionsrecht nie zum Koalitions- zwang ausarten darf.(Bravo! rechts.) Es war die Pflicht der zum Schutze der öffentlichen Sicherheit und Ordnung, zum Schutze von Leben, Gesundheit und Eigentum berufenen Polizei(Zuruf bei den Sozialdemokraten: Des Eigentums vor allem Ij, die nötigen Vorkehrungen zum Schutze zu treffen und den durch einen fanatifierten, aufgehetzten Pöbel bedrohten Beirieb von Kupfer u. Co. zu schützen.(Bravo I rechts.) Wenn nun nach Ansicht de? Gerichts in einer Anzahl von Fällen Mißgriffe, insbesondere Beleidigungen seitens der Polizei vorgekommen sind, so muß ich ganz entschieden Ver- Wahrung dagegen einlegen, daß versucht wird, aus solchen Mißgriffen, wie sie bei Straßenlämpfen nainentlich in der Nacht kau in je zu vermeiden sein werden und wie sie natnr- gemäß von den Betroffenen außerordentlich aufgebauscht, wenn nicht gar zum Teil mit Absicht entstellt wiedergegeben werden(Große Un- ruhe bei den Sozialdemokralen. Zuruf: Eidliche Aussagen l Die Polizei hat gelogenl Unruhe rechts), ganz allgemein so un- geheuerliche Beschuldigungen gegen die Polizei herzuleiten, wie dies im Reichstag und auch hier geschehen ist. Die Polizei hat vom 20. bis zum 26. bereits die gröbsten Beschimpfungen und Verhöhnungen über sich ergehen lasten müssen und hat demgegenüber bewundernswerte Ruhe und Kaltblütigkeit bewahrt. Erst als die Ausschreitungen den Charakter des offenen Ausruhrs annahmen, ist sie pflichtgemäß eingeschritten, dann aber auch mit der nötigen Energie und Unerschrockenheit. (Bravo! rechts. Zuruf b. d. Soziald.: Gegen Wehrlose und Kinder I) Wenn dabei neugierige Zuschauer zu schaden kommen, mag man das bedauern, es ist aber nicht zu vermeiden, ein Teil der Schuld trifft die Betreffenden doch stets. Ein großer Teil der Bevölkerung hat den Ernst der Situation nicht erkannt, sondern betrachtete die Vorgänge al« interessantes, sensationelles Schauspiel. Nur so ist es erklärlich, daß sonst ruhige Leute den Anordnungen der Polizei nur zögernd und widerwillig Folge leisteten, und es ist unerläßlich, daß man in solchen Fällen energisch vorgeht, wenn man überhaupt eines derartigen AufstandeS Herr werden will. Ich halte eS für meine Ehrenpflicht, die Pflichttreue hervorzuheben, mit der die Polizei ihres schweren Amtes im Dienste des Staates und im Interesse des friedlichen und verständigen Teiles der Bcvölke- rung gewaltet hat. (Bravo I rechts.) Ich muß zum Schluß noch kurz auf die inneren Gründe eingehen, welche die Auftritte in Moabit zwar nicht veran- laßt, aber ermöglicht haben. Es liegen keine Beweise vor. daß eS sich um eine von langer Hand vorbereitete Aktion gehandelt hat. Es ist daher auch nicht angängig, einzelne Personen oder Gruppen von Personen als Anstifter im juristischen Sinne zu be- zeichnen. Wohl aber halte ich es für gar nicht zweifelhaft, daß die jahraus, jahrein geübte Verhetzung der Massen gegen die Polizei sowie gegen ArveitSwillige, natürlich bei größeren Streiks zu gesetzwidrigen Ausschreitungen und Roheiten führen muß. (Sehr richtig I rechts.) Wenn in der sozialdemokratischen Presse die Arbeitswilligen fortgesetzt als Lumpeu bezeichnet werden und wenn derartige Verhetzungen und Verleumdungen ständig fortgesetzt werden(Zuruf bei den Sozialdemokraten: Be- weise I), so müssen bei den verhetzten Massen Gefühle hervorgerufen werden, die bei gegebener Gelegenheit zu Widerstand gegen die Staatsgewalt und rohen brutalen Mißhandlungen von Arbeits- willigen führen. Es ist bedauerlich, daß ein Teil der b ü r g e r- lichen Presse sich diesen Treibereien angeschlossen hat. (Sehr richtig I rechts.) Solche Ereignisse sind geeignet, das Recht der freien Arbeit immer mehr zu verkümmern. Ich bedauere das Vorgehen der sozialdemo- tratischen Presse auch im Interesse der Arbeiter, weil dadurch bei ihnen die Neigung zu Gewalttaten nur gefördert werden kann und weil diese am letzten Ende zu neuen Auö- schreitungen führen muß, deren Unterdrückung alsdann mit e n t- sprechender Energie und Rücksichtslosigkeit er- folgen mutz und(mit erhobener Stimme)—- darüber möchte ich keinen Zweifel auflommen lassen)— auch erfolgen wird. (Lebhafter Beifall rechts. Zischen bei den Sozialdemokraten.) Generalsteuerdirektor Heinke erklärt: Nach den eingeleiteten Ermittelungen sei der gegen Abg. v. R i ch t h o f e n erhobene Vor» Wurf der Steuerhinterziehung haltlos. Abg. Frhr. v. ZedlitzW. W»W> nach Art des. Berliner Tageblatts".(Stürmische Zustrmmung rechts.) Die Zeuze» in Moabit haben unter sozialdemokratischer Suggestion Verfehlungen der Polizei bekundet in Aussagen, die wahrheitswidrig und gefälscht waren. (Stürmische Zurufe Lei den Sozialdemokraten: Unwahr I unwahrst Präsident v. Kröcher: Ich bitte den Vorwurf der subjektiven Unwahrheit zu unterlassen.(Abg. Lein er t: Er meint die Polizei zeugen.) Abg. Freiherr v. Zedlitz: Wie die V e r t e i d i g u n g die Zeugen verwirrt hat, das ist verwerflich und zum mindesten eine objektive Frivolität der schlimmsten Art. (Zustimmung rechts.) Trotz einzelner Verfehlungen bat die Polizei bewunderungstvürdige Pflichttreue bewiesen, das zu konstatieren ist eine Pflicht der Volksvertretung.(Lebhafter Beifall rechts.) In Zukunft muß die Polizei schärfer zu greifen, dann werden auch nicht erst Versehlungen vorkommen können. Wir müssen den Arbeitswilligen strafrecht- lichen Schutz gewähren. Abg. Liebknecht hat die Vermessenheit gehabt, mit dem Generalstreik zu drohen, wenn das Wahlrecht nicht gemäß dem Willen der Sozialdemokratie gestaltet werde. Der politische Maffenstreik verdient dem Hochverrat strafrechtlich gleichgestellt zu werden und besondere Strafbesiimmungen müssen den Versuch treffen, die Eiseubahubediensteten zum Generalstreik zu bewegen.(Zustimmung rechts.) Die Einbringung einer Wahlrechtsvorlage in der Art des Reichstagswahlrechtes wäre eine Dummheit und eine Dummheit niacht keine Regierung.(Heiterkeit.) Schließlich würde diese Vorlage auch nur Stoff zu würden also damit die Geschäfte und das liegt am wenigsten rede von 1903.(Sehr gut! rechts.) die Lage kommen, ein Wahlgesetz zu schaffen, wie es im I n t e r- esse der Ruhe unseres Vaterlandes liegt.(Bravo! rechts.) Der Vorwurf des Herrn Wiemer, das Gericht in Greifs- wald sei politisch befangen gewesen, ist unberechtigt. Auch seine Ansicht, daß die Fideikommisse sich vollständig überlebt hätten, kann ich nicht teilen. Der Modernisteneid sollte den Universttätsprofessoren nicht auferlegt werden. Die Vorlage betreffend die Jugend- f ü r s o r g e begrüßen wir. Die männliche Jugend muß gegen Verwahrlosung und gegen sozialdemokratische Ver- h e tz u n g geschützt werden.(Bravo! rechts.) Landwirtschaftsminister v. Schorlemer: Die Ostmarkenpolitik wird die Regierung wie bisher energisch und zielbewußt betreiben.(Bravo! rechts.) Herr Slröbel hat gestern wieder von der F l e i s ch n o t gesprochen. Ich verweise demgegenüber darauf, daß die Kleinhandel- preise für Fleuch im November und Dezember 1910 zurückgegangen sind und daß im Dezember 1909, wo nicht über Fleischteueruug geklagt wurde. der Preis für Schweinefleisch teurer war als 1910.(Hört i hört I rechts.) Abg. Schmieding(natl.): Wir sind gegen eine Thesaurierungs- Politik ans den Ueberichüssen der Eisenbahn, so lange die Steuer- zahler übermäßig in Anspruch genommen werden. Wir wünschen eine paritätische Behandlung von Landwirtschast, Handel und Industrie. Die Industrie ist aber infolge der sozialpolitischen Gesetzgebung im Reich und der Steuergesetzgebung in Preußen schwer belastet. Für den Mißerfolg der Wahlrechtsvorlage tragen allein die Kon- servat'iven die Verantwortung. Die gestrige Rede des Herrn Ströbel über Moabit war nichts als der Kanonendonner bei einem Rückzugsgefecht. An dem Blut, das an den Uniformen der Polizei kleben geblieben ist, sind vor allem die Schuld, die die Erregung der Bevölkerung geschürt haben und die Freiheit der Arbeit mißachten.(Sehr richtig I bei den National- liberalen.) Der Liberalismus lehnt sich auf gegen das Bündnis der Konservativen mit dem Klerikalismus. Er wird in diesem Kampfe iegeii, wenn er den innern Feind nicht vergißt Wir wollen eine gesunde, freiheitliche Entwickelung unseres preußischen, deutschen Vaterlandes. Wer das gleiche will, ist UNS willkommen. (Bravo I bei den Nationalliberalen.) Abg. v. Arnim-Züsedom(k.): Die Ausführungen des Ministers über die Wahlrechtsvorlage finden unsere volle Bil« l i g u n g und namens meiner politischen Freunde kann ich erklären, daß das in der Thronrede seinerzeit gegebene Versprechen un- seres Erachtens durch die im verfloffenen Jahre erfolgte Vorlage als eingelöst zu betrochtru ist und daß zu einer weiteren Vorlage umso weniger ein Be- dürfnis einzusehen ist, als eine Unterstützung durch die an- deren bürgerlichen Parteien auf unüberwindliche Schwierigkeiten tößt.(Lebhafter Beifall rechts. Widerspruch links.) Sie(zur Linken) werden uns doch nicht zur Annahme einer Vorlage zwingen.(Zu- rufe bei den Sozialdemokraten: Sie werden schon müssen.) Was die Moabiter Vorgänge anbetrifft, so ist im Urteil fest- gestellt, daß in den Tagen vom 26. ab vollständige Anarchie in Moabit herrschte, da hatte die Polizei die Pflicht, mit allen ihr zu Gebote stehenden Mitteln Ordnung zu schaffen.(Zuruf ber den Sozialdemokraten: Aber nicht das Recht zu Mißhandlungen!) Nach Herrn Hirsch ist es die Aufgabe der Sozial« demokratie, die Mafien qufzupeitschen(Sehr wahr! bei den Sozialdemokraten) und da können sich die Herren nicht wunder», wenn weniger gebildete Leute gegebenenfalls die Gesetze aufIdas gröb- lichste verletzen. Wenn Sie das Volk zur Unzufriedenheit aufrühre», Zuruf bei den Sozialdemokraten: DaS besorgen Sie zur Genüge I) o tragen Sie die Verantwortung für solche Vorgänge. Ich bedaure, daß wir seit dem Abgang des Fürsten Bismarck ein planmäßiges entschiedenes Borgehen gegen die Sozialdemokratie nicht haben beobachten können. Die Herren Friedberg und Schmieding haben ja erfreulicherweise ein neues Gesetz i um Schutze der Arbeitswilligen verlangt. Der Staat ann nicht bestehen, wenn die Sozialdemokratie einen Stpat im Staate bildet. Fürst Bülow hat sich zwar große Mühe gegeben, die Sozialdemokratie mit Worten zu bekämpfen, aber zu energischen Maßregeln ist er nicht übergegangen(Zuruf bei den Sozial« demokraten: Wie wäre es mit Oldenburg!(Heiterkeit.) Das ist ein so kleiner Staat(Große Heiterkeit), was der für ein Wahlrecht macht, geht uns nichts an(Zuruf bei den Soz.: Oldenburg- Januschaul) Ich hoffe, daß die Entschiedenheit des Ministers des Innern von dem Gesamtministerium geteilt wird. Möge die Regierung dafür sorgen, daß wir ein starke? Preußen be- halten und daß Preußen die Vormacht in Deutschland wird beim Niederreiten der Sozialdemokratie.(Bravo I rechts. Zuruf bei den Sozialdemokraten: Hipp hipp hurra I) Abg. Dr. Porfch(Z.): Vom Wahlrecht bat Graf Praschma nicht geiprochen, weil diese Frage aus Anlaß e»neS Antrages ein« zehend behandelt werden wird. Daß Herr Martin Spahn Gegner ?es ReichstagswahlrechtS fei, ist nicht richtig. Die ttebertragung dieses Wahlrechts auf Preußen, für die wir prinzipiell sind, ist zurzeit ganz aussichtslos. Im gegenwärtigen Augenblick halten wir die Durch« ührung einer Wahlreform für überhaupt nicht möglich, namentlich angesichts der schweren ReichStagswahl.(Hört! hört! bei den Sozial- demokraten.) Die Beichuldigung, daß wir das geheime und direkte Wahlrecht hier hätten durchführen können, ist eine schamlose B e- 'chimpsung. Die Nationalliberalen waren dafür nur zu haben. wenn gleichzeitig ein ungleiches Wahlrecht geschaffen wurde, durch das der bestehende Zustand noch verschlechtert worden wäre. Lebhafte Zustimmung b. d. Soz. Widerspruch b. d. Noll.) Redner ührt deS weiteren Beschwerde über ungenügende Berücksichtigung der Katholiken bei Besetzung der Stellen in der Verwaltung und polemisiert gegen die Ausführungen der Bbgg. Dr. Wiemer und Dr. Friedbcrg in bezug' auf den Modernisteneid. Wir sollten nicht in die Vergangenheit sehen, wie es Herr Schmieding wieder getan hat. sondern sollten angesichts der Schwierigkeit der Lage uns iemühen, zusammenzuarbeiten. Nach Herrn Schmiedings Ans- ührungen allerdings scheint es für ihn zu heißen: Lieber rot, als chwarz. Wenn das seine Meinung ist. werden wir ihm überall die nötige Antwort geben, so sehr ich das im Interesse des inneren Friedens bedauern würde.(Bravo I im Zentrum.) Hierauf vertagt das Haus die Weiterberatung auf Mittwoch 11 Uhr. Schluß gegen 4 Uhr. Die Moabites vorgZnge vor dem SchuMgericht. Siebenter Tag. Noch Eröffnung der gestrigen Sitzung wird Medizinalrat Dr. Hoffmann, der den Angeklagten Cieslick aus Anordnung des Gerichts untersucht hat, über das Ergebnis der Untersuchung gehört. Er sagt unter anderem: Cieslick hat vorn am Unterleib eine Narbe, die von dem Operationsschnitt herrührt. Eine zweibe Narbe be- findet sich rechts am Gesäß, sie rührt von dem Säbelstich her, den Cieslick seiner Angabe nach von einem hinter ihm kommenden Schatzmann bekommen hat. Die Art der Verwunoung läßt dieie Angabe glaubhast erscheinen. In dauerndes Siechtum wird Cieslick infolge der Verletzung nicht verfallen, er wird aber siir immer an Verstopfung und derartigen Beschwerden leiden und wird schwere Arbeit nicht verrichten könne». Er wird sich ebenso schonen müssen, wie jemand, der an einem Bruch leidet. Hierauf wird wieder der allgemeine Teil erörtert. Mechaniker Frost hat am 27. gesehen, daß die Schittzleuke mit flacher Klmge einHieben auf das Publikum. Wenn auch mancher getroffen wurde, der sich an den Schimpfworten, welche den Anlaß zum Borgehen gaben, nicht beteiligt hatte, so hielt der Zeuge das Vorgehen der Beamten doch nicht für unberechtigt, Werl es verwerflich sei, daß dumme Jungen reife Männer mit Worten wie .Bluthunde" beschimpften. Vom 28. ab wurde er anderer Meinung. Da wurde nicht mehr mit der flachen, sondern mit der scharfen Klinge eingehauen. Das rief eine so große Erregung im Publikum hervor, daß, als ein Schutzmann mit dem Pferde stürzte, nicht nur die Leute auf der Straße, sondern auch die ruhigen Bürger, die aus den Fenstern sahen, Freudenrufe ausstießen. Selbst eine kleine Toidter des Zeugen rief erfreut aus:„Pop", das ist dem Schutzmann recht." Ferner hat der Zeuge folgendes gesehen: Ein ruhig deS Weges gehender alter Herr wurde durch den Säbelhieb eines Schutzmannes niedergestreckt. Der Schutzmann betrachtete den am Boden Liegenden und entfernte sich. Zwei Zivilpersonen trugen den Verletzten in ein Haus. Ich war— sagt der Zeuge— über diesen Vorfall so erregt, daß ich, wenn mich meine Vernunft nicht gezügelt hätte, auf die Straße gegangen wäre und etwas Ungesetzliches getan hätte. Zu meiner Frau sagte ich: Da bekänwfe ich nun mein Leben lang die Sozialdemokratie und nun muß ich sehen, was der Bürger wert ist. Wie ei» Hund wird er niedergeschlagen.— Ferner sah ich einen alten Mann, der ruhig au einem Baum stand. Nach einer Attacke ging ein Schutzmann auf ihn zu, der Mann rannte um den Baum, es lamen noch zwei Schutzleute, die sich an der Verfolgung des Mannes be- teiligten, der bald darauf durch einen Säbelhieb zu Boden gestreckt wurde. Eine alte Frau, die auf fast nieiisweuleerer Straße um die Eck« biegen wollte, bekam einen Säbelhieb über den Rücken, daß sie stolperte. Wo kamen„Schüsse" her? lieber.Schüsse"— sagt der Zeuge— habe ich eigenartige Be- obachtungen gemacht.! Ein besser gekleideter Mann stellte sich zwischen die Strahenbahnschienen. Als ein Wagen kam, trat der Mann zurück und als der Wagen die Stelle passierte, wo der Mann gestanden hatte, gab es einen starken Knall und Rauch. Kurz darauf wiederbolte sich derselbe Vorgang. Ein Samariter mischte sich unter die Menge und betätigte sich als Spitzel. Er erhob die Hand und auf dies Zeichen gingen die Schutzleute gegen das Publikum vor. Aus Fragen der Verteidiger gibt der Zeuge an, daß der Mann, welcher Patronen auf die Straßen- bahnschwuen legte, eine» Stock trug, daß er sich nicht entfernte, wenn infolge der Patronenexplosionen Lärm entstand und die Schutzleute egen das Publikum vorgingen. Obgleich der Mann ruhig stehen lieb, wurde er von den Schutzleuten in keiner Weife behelligt. Ferner gibt der Zeuge an. daß er Mitglied eines gelben Werlvereins ist und bis vor kurzem zweiter Vorsitzender desselben war. Frau Saar, die Gattin eines Kirchendieners, ging eines Abends nach Hause. Ein„höherer Polizeibramter"— sagt die Zeugin— fragte mich, wo ich hin will. Ich sagte, nach Hause und gab meine Wohnung an. Da schrie mich der Beamte an:„Sie freches, gemeines Frauenzimmer, was treiben Sie sich noch auf der Straße herum?" Ich sagte, ich bin eine anständige Frau. Da rief der Beamte:„Wenn Sie Ihre freche Schnauze nicht halten, lasse ich Sie verhauen." Als ich dann nach Hause ging, sah ich, daß vier Schutzleute auf einen am Boden liegenden Menschen mit Säbeln einschlugen. Auch Arbeiter, die ruhig von der Arbeit kamen, wurden geschlagen. Zeuge Trevor, ein pensionierter königlicher Förster, hat Von seinem Balkon aus gesehen, daß vier bis fünf Schutzleute einen ein- zelnen Mann, der sich vor ihnen flüchtete, niederschlugen. Der Mann wurde erst von einem Schutzmann durch einen schweren Säbelhieb zu Boden geschlagen, und als er auf den Knien lag und den Kopf vor Schlägen zu schützen suchte, schlugen 4 bis 5 Schutzleute von hinten mit den Säbeln in der brutalsten Weise auf ihn ein. Konservative Mcineidsfreunde. Auf eine Frage des Rechtsanwalts Heine gibt der Zeuge an, Nach seiner Aussage vor der Strafkammer haben ihm zwei hochkvnferva- tive Herren Vorwürfe gemacht, weil er zuungunsten der Polizei«us- gesagt habe. Er habe kein politisches Interesse an dieser Sache. Er habe sich nur deshalb als Zeuge gemeldet, weil ihn die brutale Miß- Handlung empörte. Eisendrehcr Löffler hat eine Reihe von Mißhandlungen durch Beamte gesehen. Unter anderem gibt der Zeuge an. daß ein Offi- zier dabeistand, als ein Mann so geschlagen wurde, daß er furchtbar schrie. Als Leute aus den Fenstern darüber ihre Entrüstung äußerten, rief der Offizier:„Fenster zn, oder wir schieße»." Kaufmann Pritschau aus Düsseldorf hat am 28. gegen 10 Uhr abends gesehen, daß an einer Haltestelle bei der Heilandskirche 1b bis 20 Personen standen. Da kamen von mehreren Seiten Schutzleute mit blanken Säbeln und drangen auf die Leute ein, die in die An- lagen flüchteten. Da wurden sie von den von allen Seiten auf sie eindringenden Schutzleuten geschlagen. Keiner konnte entrinnen. In zwei Fällen hat der Zeuge beobachtet, daß ein Mann in einer Menge von jungen Leuten nach den Schutzleuten hinüber rief: „Bluthunde". Darauf stimmten auch die jungen Leute in den Ruf ein. Dann ging die Polizei gegen die Menge vor, alle flüchteten, nur der Mann, der zuerst„Bluthunde" gerufen hatte, blieb stehen. Er rief den Schutzleuten das Wort„Kollege" zu und darauf ließen sie ihn unbehelligt. Bei einer anderen Gelegenheit sah der Zeuge. daß ein junger Mann, der ganz erschöpft auf einer Bank in den An- lagen saß, von einem Schutzmann ohne jede Veranlassung nieder- geschlagen wurde. Als er schon am Boden lag, schlug noch ein zweijer Schutzmann auf ihn ein. Auffälliges Verhalten der Staatsanwaltschaft. Oberstaatsanwalt Preuß: Auf diesen Zeugen ist im Straf- kaminerprozetz großes Gewicht gelegt worden. In der Presse wurde er als Großkaufmann bezeichnet. Ich möchte deshalb fragen, was für ein Kaufmann der Zeuge ist. Zeuge: Ich vertrete eine Firma, welche Geschäftsutensilien fabriziert. An der irrtümlichen Bezeichnung in der Presse bin ich nicht schuld. Oberstaatsanwalt: Ich stelle fest, daß der Zeuge vorbestraft ist wegen Hausfriedensbruch mit einer Geldstrafe, wegen Unter- schlagung mit einer Geldstrafe und wegen Duldung von Glück». spielen mit einer Geldstrafe. Dieser letztere Fall gestattet einen Rückschluß auf des Zeugen jetzige Tätigkeit. Haben Sle oder Ihre Frau eine Damenkueipe? Zeuge: Ich habe— ein bürgerliches Restaurant gehabt, aber nicht mit Damenbedienung, sondern nur mit einer Büfettdame. Oberstaatsanwalt: Ich habe auch noch Leumundszeugen aus Düsseldorf in bezug auf diesen Zeugen. Rechtsanwalt Heine(zum Zeugen Pritschau): Was Sie mcker Ihrem Eid ausgesagt haben ist doch wahr!, Zeuse: Selbstverständlich. Davon neljine ich kein Wort zurück. Rechtsanwalt Heine(zu den Staatsanwälten): Werden gegen andere Zeugen, die dieselben Beobachtungen wie Herr Pritschau gemacht haben, auch noch Ermittelungen veranstaltet, wodurch diese Zeugen als unglaubwürdig hingestellt werden sollen, dann möchte ich doch bitten, uns beizeiten Mitteilung davon zu machen, dcunit wir uns gegen solche— Ueberraschungen wollen wir mal sagen, rechtzeitig sichern können. Rechtsanwalt Heinemann-..zum Zeugen Pritschau): Wie hoch war die Strafe, die Sie wegen Duldung von Glücksspielen bekom- men haben?— Zeuge: 10 Mark. Es war ein Spiel, welches wohl in allen Restaurants gespielt wird. Es führt den Ramen„Mauscheln". Die Gäste meines Restaurants haben es nicht des Ge- Winnes, sondern lediglich der Unterhaltung wegen gespielt. Rechtsanwalt Hcineuiann: Das Verhalten der Staatsanwalt- schast gegenüber diesem Zeugen ist so überraschend und so wenig üblich, daß ich mich nunmehr auch zur Stellung eines Antrages veranlaßt fühle. Ich beantrage, die Disziplinarakten einzufordern über sämtliche hier vernommenen und noch zu vernehmende» Be- amten. Wir wollen doch mal sehen, ob sich nicht unter den Beamten auch welche befinden, die Geldstrafen von 10 Mark oder mehr er- halten haben. Rechtsanwalt Heine: Vielleicht sind auch Beamte darunter, die wegen Mißhandlung des Publikums disziplinarisch bestraft wurden. Man wird zugeben, daß das auf die Glaubwürdigkeit der Zeugen gerade im vorliegenden Falle von Bedeutung ist. Wir sind zu diesem Antrage gezwungen, nachdem die Staatsanwaltschaft etwas getan hat, was man, wenn es ein Vertetdiger tun würde, als grob- lichen Mißbrauch der Advokatur bezeichnen würde. Ober-Staatsanwalt Prcnß(in etwas heftigem Tone): Ich habe das Recht, mich über die Zeugen zu erkundigen. Wie ich das tue, ist meine Sache. Darüber lasse ich mir keine Vorschriften machen. Die Beleidigung, die in den Worten des Rechtsanwalts Heine liegt, muß ich entschieden zurückweisen. Ich ziehe Erkundigungen ein, wo ich eS für nötig halte. Erkundigungen über die anderen Zeugen einzuziehen habe ich keine Veranlassung. Den Antrag der Verteidigung ans Vorlegung der Disziplinarakten bitte ich abzulehnen. Rechtsanwalt Heine: Niemand bestreitet der Staatsanwalt- schaft das Recht, Ermittelungen über Zeugen anzustellen. Aber ich bestreite, daß es sachdienlich ist, einem Zeugen eine Vorstraf« von 10 Mark wegen Glücksspiels unter solchen Umständen und in solcher Form vorzuhalten. Bewiesen wird dadurch nichts. Aber es kann die unerwünschte Wirkung haben, daß Zeugen eingeschüchtert und abgeschreckt werden, tvahrheitsgemäß zu sagen, was sie wissen. Schon aus diesem Grunde hätte die Staatsanwaltschaft das, waS sie dem Zeugen Pr'tschau gegenüber tat, unterlassen müssen. Rechtsanwalt Heinemann begründet den Antrag auf Vorlegung der Disziplinarakten. Die Verteidigung würde einen solchen Antrag nie gestellt haben, aber nach dem Vorgehen der Staatsanwaltschaft befindet sich die Verteidigung in der Notwehr. Nach kurzer Beratung des Gerichts verkündet der Vorsitzende, daß der Antrag abgelehnt ist. Auf eine Frage des Rechtsanwalts Heinemann antwortet der Zeuge Pritschau: Die Spieler waren bürgerliche Leute, sie spielten nicht um hohe Sätze. Weiter teilt der Zeuge mit, daß nach seiner Aussage im Vorprozeß Kriminalbeamte bei seiner Frau erschienen und Erkundigungen über seine Person anstellten.— Ober-TtaatS- auwalt Preuß bemerkt, er habe nicht durch diese Erkundigungen, sondern von dritter Seite Mitteilung über die Vorstrafen des Zeu- gen Pritschau erhalten. Diese Seite zu nennen, weigert sich der Ober-Staatsanwalt. Rechtsanwalt Heine: Sagen wir es doch gerade heraus. Der Zeuge vermutet, daß der Kriminalkommissar in seiner Heimat, der feit Jahren gehässig gegen ihn ist, der Staatsanwaltschaft die An» gaben gemacht hat. Hierauf wird die Vernehmung der Zeugen fortgesetzt. Gerichtsaktuar Schur hörte auf menschenleerer Straße in einiger Entfernung schreien. Da trat ein Schutzmann auf ihn zu niit den Worten:„Warum schreien Sie?" und schlug ihn mit dem Säbel. Ms der Zeuge dagegen Einspruch erheben wollte, bekam er noch einen Säbelhieb und wurde aufgefordert, zu laufen. Kriminalkommissar Kuhn macht über die Verwendung von Kriminalbeamten in Moabit dieselben Angaben, die er vor der Strafkammer gemacht hat. Außer den den Polizeirevieren zu- geteilten sogenannten Weiten Kriminalbeamten waren noch Be- amte der vierten und solche der siebenten(politischen) Abteilung in Moabit. Diese beiden Kategorien unterstanden nicht dem Führer der uniformierten Schutzleute(Major Klein), sondern operierten jede für sich und jede unter besonderer Leitung. Die Charlotten- burger Polizei operierte wieder unabhängig von der Berliner Polizei, so daß also vier Arten von Kriminalbeamten in Moabit »varen, von denen jede auf eigene Hand operierte. Die Kriminal- b samten— sagt der Zeuge— sind mit Browningpistolen bewaffnet. Stöcke werden sie auch wohl gehabt haben. Die Antwort auf die Frage, ob er oder andere Beamte Berichte über die Moabiter Bor- gänge an die Presse geliefert haben, lehnt der Zeuge ab.— Die Verteidigung bemüht sich, von dem Zeugen zu erfahren, ob außer den Kriminalbeamten noch Polizeivigilanten in Moabit tätig waren. Der Zeuge antwortet: Bon unS sind solche Leute in Moabit nicht benutzt worden. Rechtsanw. Rosenfeld: Sie sagten, ein Teil Ihrer Beamten war an den llnfallstationen aufgestellt. Warum geschah das?— Kriminalkommissar Kuhn: Da sich in den Listen der Unfallstationen oft Personen unter falschem Namen eintragen lassen, so sollten sie alle festgestellt werden.— Rechtsanw. Rosen feld: Weshalb denn? — Kriminalkommissar Kuhn: Um zu ermitteln, ob sich die Wer- letzten strafbar gemacht haben, damit eventuell gegen sie ein- geschritten werden könnte.— Auf eine Frage des Rechtsanw. Rosenfeld gibt der Zeuge an. gehSrt zu haben, daß ein Beamter der> politischen Abteilung, der sich in Arbeiter- Neidung unter der Menge befand, von uniformierten Schutzleuten verhauen wurde. Mit Bezug auf die von mehreren Zeugen bekundeten Fälle von Lockspitzelei erklärt Kommissar Kuhn: Für diese Fälle komme keiner von den Beamten der 4. und der 7. Abteilung in Frage. Sämtliche Beamte seien vernommen worden und hätten auf ihren Diensteid erklärt, daß sie so etwas nicht gemacht haben.— Rechtsanwalt Heine: Also die Beschuldigten haben erklärt, fie waren es nickst. TaS beweist doch nichts. Polizeimajor Klein soll vernommen werden über die Ver- Wendung der zweiten Kriminalbeamten und ihre Instruktion.�— Rccktsanw. Heinemann erklärt diese Vernehmung fiir überflüssig. — Oberstaatsanwalt Preuß: Ich kann darauf nur dann verzichten. wenn die Verteidigung die Behauptung, daß Lockspitzel in Moabit tätig waren, fallen läßt.— Rechtsanw. Heine: Wie ttnnen wir etwas fallen lassen, was sechs Zeugen bekundet haben? Aber die Angaben der Vorgesetzten können in diesem Punkte gar nichts nutzen. Wir haben ja nie behauptet, daß die Leute, welche sich als Lockspitzel betätigt haben, dies im Austrage ihrer Vorgesetzten getan haben. So klug sind die Vorgesetzten selbstverständlich, daß sie derartige Aufträge nicht erteilen. Aber ich bin fest überzeugt, daß die Leute, welche von den Zeugen gesehen wurden. Kriminal- beamte sind, die aber auf eigene Faust handelten, um sich hervor. fjutun....... Ariminalwachtmeister Klante von der politischen Abteilung gibt an. er sei mit einer Anzahl von Beamten Dieser Abteilung nach Moabit geschickt worden, um die Vorgänge zu beobachten und seinem Chef Bericht zu erstatten. Bigilanten seien offiziell nicht in Moabit 'Wlizeileutnant Schirmer ist als Gegenzeuge zu den Angaben de» Zeugen Trevor geladen. Wie im Vorprozetz. so gibt Polize,- leutnant Schirmer auch jetzt zu, daß er nach einem jungen Manne mit dem Säbel schlug, in der Absicht, ihn zu treffen. Er wisse aber nicht, ob er ihn getroffen habe. Nach dem Grunde des Schlagen» be- fragt, sagt Polizeileutnant Schirmer: Der Mann kam von dort her, wo eine Menge stand, von der Gewaltfätigkeitm zu erwarten waren. — Nechtsanwakt Helnemann: Also es kommk ein einzelner Mensch aus einer Gegend, wo sie eine Menschenmenge, die Gewalttätigkeiten verüben könnte, vermuten. Mit welchem Recht schlugen Sie ihn?— Polizeileutnant Schirmer: Die Menge hatte vorher der zur Auf- rechterhaltung der Ruhe und Ordnung bestellten Staatsautorität Widerstand geleistet durch Werfen, ja es ist auch ein Schutz gefallen. — Rechtsanwalt Heinemann: Hat denn der junge Mann auch Wider- stand geleistet?— Polizeileutnant Schirmer: Ich weiß es nicht, ich mutzte es annehmen. Ob er zu den Leuten gehörte, welche vorher Widerstand leisteten, weiß ich nicht. Der Zeuge beruft sich auf die in der Gendarmerieordnung enthaltenen Vorschriften über den Waffen- gebrauch.— Rechtsanwalt Heinemann: Wie ist denn Ihr Verhalten mit der Gendarmerieordnung vereinbär?— Polizeileutnant Schirmer: Sie stellen mich vor eine schwere Antwort. Was man im Moment tut, das läßt sich nicht immer begründen.— Rechtsanwalt Heinemann: Auch wenn der junge Mann vorher Widerstand geleistet hätte, warum schlugen Sie ihn nachher, wo kein Widerstand geleistet wurde?— Polizeileutnant Schirmer: Das ist ein seelischer Vorgang, der sich schwer erklären läßt. Wenn man sich in einer Gefechts- stellung befindet, greift man eben zu. Ein Zwischenfall. Der Zeuge wendet sich an den Vorfitzenden und sagt: Einer der Verteidiger hat eben gesagt:„Alle Achtung!" Das ist eine Kränkung für mich. Ich bitte um Schutz.— Justlzrat Friedmann: Ich war es, der zu der Bemerkung des Zeugen von der Gefechtsstellung„alle Achtung" sagte. Das ist doch keine Kränkung.— Rechtsanwalt Heine(zum Zeugen Trevor): War denn die Situation so. daß man von einer Gefechtsstellung reden kann?— Zeuge Trevor: Nein. Außer 10 bis 12 Schutzleuten war nur der einzelne Mann da, der auch nicht aus der Menge, sondern aus entgegengesetzter Richtung kam.— Rechtsanwalt Heine: Und das,� Herr Leutnant Schirmer, nennen Sie eine Gefechtsstellung?(Heiterkeit.)— Vors.: Ich bitte, nicht zu lachen.— Polizeileutnant Schirmer: Die Gefecktsstellung bestand darin, daß ich von der einen und Wachtmeister Thurow von der anderen Seite vorgehen mutzten. Jetzt tut es mir ja leid, daß ich den jungen Mann geschlagen habe, ich bedaurr es. Zeuge Trevor: Der Schuß, von dem der Herr Polizeileutnant sprach, ist 45 Minuten vor dem Falle erfolgt, wo der Leutnant Schirmer den jungen Mann schlug.— Wachtmeister Thurow behauptet, der Mann, welcher von ihm und nachher vom Leutnant ge- schlagen wurde, habe vorher einen Stein aufgehoben.— Zeuge Trevor: Es ist ganz unmöglich» daß der junge Mann, der vor meinen Augen geschlagen wurde, einen Stein aufgehoben haben kann. Hierauf wurden noch mehrere Zeugen vernommen, die alle ihre vor der Strafkammer gemachten Angaben über Mißhand- lungen des Publikums durch Schutzleute und Kriminalbeamte wiederholen.— Der Zeuge Wilhelm Schmidt hat einen Mann ge- sehen, der in auffallender Weise nach den Schutzleuten hinüberrief „Bluthunde", sich mit der von den Schutzleuten vertriebenen Menge entfernte und an anderer Stelle sich wieder aufstellte und „Bluthunde" rief. Am folgenden Abend hat der Zeuge denselben Mann in Gesellschaft eines anderen ManneS gesehen. Ein Polizei- leutnant mit Mantel und Mütze erteilte diesen beiden Männern die Weisung:„Gehen Sie mal dort hinüber und sehen Sie zu, was da los ist." Die Männer folgten dieser Weisung.— Polizeimajor Klein bemerkt: Das könne kein Polizeileutnant gewesen sein; denn diese hätten bei jenen Gelegenheiten stets den Helm getragen. Die Verteidiger zeigen Photographien der Moabiter Ereignisse bor. auf denen Polizrioffiziere mit Mützen zu sehen find. Zeuge Kowalski suchte sich bei einer Attacke in einer Türnische zu sichern. Ein Leutnant zog ihn heraus und von den Schutzleuten bekam der Zeuge mehrere Säbelhiebe, von denen einer Paletot, Rock und Weste durchschlug und eine leichte Wunde verursachte. Kernmacher Westphal sah, daß ein Schutzmann eine einzelne Frau zu Boden warf und sie dann mit dem Säbel schlug. Ein Arbeiter, der zur Nachtschicht ging, wurde von einem Schutzmann geftagt: Wohin? Der Arbeiter gab Antwort. Ein anderer Schutz- mann sagte zu dem ersten: Sprechen Sie doch nicht erst mit ihm, hauen Sie ihn in die Schnauze. Grünkramhändler Dorn bekundet unter anderem: Ich wollte für eine Nachbarin, die in Wehen lag, eine Hebamme holen. Als ich einem Polizeileutnant das sagte und um Durchlaß bat, ant- wartete er:»Was heißt hier Hebamme, jetzt wird keine Rücksicht mehr genommen, ob Kinder kommen oder nicht. An diesen Zustän- den sind Sie selbst schuld."— Dem Zeugen gelang es schließlich, mit Hilfe eines Samariters, der ihm den Schutz des Roten Kreuzes anbot, die Hebamme herbeizuschaffen, die aber schwer zum Mit- gehen zu bewegen war, weil sie sich vor den Schutzleuten fürchtete. Am Abend des 28. Septembers forderte ein Kriminalschutzmann den Zeugen auf. den Laden zu schließen und daS Licht zu löschen und fügte die Drohung hinzu:„Wer sich nach S Uhr noch auf der Straße sehen läßt, wird erschossen."— Als der Zeuge den Laden geschlossen hatte, hörte er furchtbaren Lärm auf der Straße. Tischler Fritsch sah einen Fall, wo ein alleingehendes Ehepaar von Schutzleuten angefallen und die Frau niedergeschlagen wurde mit den Worten:„Dir Sau werden wir helfen." Buchhalter Birkholz, der bei der Firma Kupfer u. Co. ange- stellt ist, wollte vom Bahnhof Beusselstraße nach Hause fahren. Er fand sämtliche Fahrkartenautomaten geschlossen und von den vier Schaltern nur einen geöffnet. Die Reisenden konnten deshalb nicht abgefertigt werden, infolgedessen sammelte sich viel Publikum in der Vorhalle. Dann stürmten Schutzleute herein und trieben das Publikum heraus. Auf der Straße ist der Zeuge von einem Krimi- ualbcamten mit dem Stock geschlagen worden. Zeuge Lindemann war in einem Schanklokal in der Wiclef- straße. Nur wenige Gäste waren da, es ging vollkommen ruhig zu, der Wirt spielte Zither. Da stürmten Schutzleute mit blanke» Säbeln herein und riefen:„Wollt Ihr raus, Schweinehunde!" Die Gäste verließen daS Lokal und wurden draußen von Schutzleuten verhauen. Damit schloß die Sitzung. Heut um 10 Uhr wird die Ver- Handlung fortgesetzt.__ Die Sledding-Erelgniiie vor Gericht. Zweiter Tag. Gestern wurde zum allgemeinen Teil der Anklage die Beweis- rrhebung fortgesetzt. Sie brachte die Vernehmung der Polizei- bramten, die in der Schererftraße und Umgegend sich als Ruhe- stiftcr betätigt haben. Polizcihauptmann Körnich hat die Maßnahmen der Polizei geleitet. Er gibt an, daß es hauptsächlich am 2!1. Oktober zu größeren Ruhestörungen gekommen sei. Im wesentlichen auf den 29. Oktober beschränkt sich dann die Beweiserhebung bei der Ver- nehmung aller Zeugen. Körnich schildert die verschiedenen Versuche, die in der Ugmebung des Geschäfts von Morgenstern sich immer wieder ansammelnde Menge zurückzudrängen und zu zerstreuen. Von der Waffe sei, wenn sie überhaupt angewendet wurde, immer erst nach dreimaliger Aufforderung Gebrauch gemacht worden. Attakiert wurde besonders nach Steinwürfen, aber auch sehr viel harmlosere Dinge waren der Polizei ein Anlaß, vorzugehen. Zeuge bebt hervor, daß er an der Ecke der Schercr- und Reinickendorfer Straße auch ein Arbeiterlied habe singen hören. Er meint, eS sei die Ärbeitrrmarseillaise gewesen, und fügt hinzu: so daß wir gezwungen waren, vorzugchen." Das war nach Mitternacht, wo es zu neuen Ansammlungen in der Schererstraße gekommen war. nachdem Körnick bereits das Gros der Schutzmannschaft— bis auf 7 Mann, die vor dem Morgensternschen Geschäft blieben— zurückgezogen hatte. Zeuge weiß auch über Unterstützung zu berichten, die er aus dem in den Straßen sich bewegenden Publikum erhalten habe. Ein Wann habe gus eine Gastwirtschaft aufmerksam ge- maHjk, in die mehrere Skesntverfer sich zurückgezogen HKken, und die Gäste seien dann herausgeholt worden. Derselbe Mann habe später veranlaßt, daß eine Person wegen Zerstörung einer Laterne sisticrt wurde. Die„dreimalige Aufforderung" näher zu prüfen, bemüht sich der Verteidiger Rechtsanwalt Cohn, und dieses Thema wird dann auch bei den Vernehmungen aller übrigen Polizeizeugen immer wieder erörtert. Dreimal soll Hauptmann Körnich z. B. an der Ecke der Reinickendorfer und Schercr- bezw. Wiesenstraße aufgefor- dert haben, auseinanderzugehen. Rechtsanwalt Cohn: Können die drei Aufforderungen gehört worden sein?— Zeuge Körnich: Sie müssen sicher gehört worden sein, die Leute standen ja um mich herum.— Rechtsanwalt Colin: Aber wer erst nachher auf seinem Wege hineingeriet?— Zeuge: Wenn er die Aufforderungen nicht gehört hatte, so mußte er doch sich über die Situation klar sein.— Rechtsanwalt Cohn: Bemerkten Sie, daß Ihre Leute auf Personen eitlschlugen, die ersichtlich nichts mit den Exzedcnten zu tun hatten? — Zeuge: Ich habe nichts bemerkt. Bezüglich des Arbeiterliedes, das Zeuge gehört hat, fragt Rechstanwalt Karl Liebknecht: Was für ein Lied war das?�— Zeuge wiederholt: Die Arbeitermarseillaise.— Rechtsanwalt Lieb- knecht: Wie viele sangen sie? Wohl nur so zwei Leute?— Zeuge: Nein, nein, es war ein lauter und melodischer Gesang, meiner Ansicht nach von Leuten, die eigentlich einem Gesangverein ange- hören mußten.— Rechtsanwalt" Liebknecht: Na, vielleicht war es ein Gesangverein!(Heiterkeit im Zuhörerraum.) Die Verteidigung steht auf dem Standpunkt, daß polizeilicher Uebercifer die Situation verschärft hat. Hierzu bemerkt Rechtsanwalt Cohn: In einem anderen Prozeß hat sich herausgestellt, daß die Entblößung der Waffen zu sehr ungelegener Zeit erfolgte. — Zeuge Körnich: Nach meiner Meinung geschah das bei uns sehr zweckmäßig.— Rechtsanwalt Cohn: Ich zweifle nicht, daß auf Sie die Situation diesen Eindruck machen konnte. Waren Sie aber darüber unterrichtet, wie an anderen Punkten die Lage war? Ich bin der Meinung, daß die ernsteren Vorfälle durch die Matznahmen der Polizei verschuldet worden sind.— Wie die Schutzleute den Befehl zum Dreinhauen ausführten. daS sah Hauptmann Körnich selber mit an. Rechtsanwalt Cohn: Auf was für Leute wurde denn eingehauen? Auf zusammengerottete oder auch ruhige und einzeln gehende?— Zeuge: Daß aus einzelne eingehaucn wurde, sah ich nicht, und ich halte das auch für ausgeschlossen. Wir hatten uns stundenlang mit Leuten herumgeärgert, da wußte jeder nun Be- scheid.— Rechtsanwalt Cohn: Ist Ihnen bekannt geworden, daß an oder in der Bedürfnisanstalt, die sich an der Ecke der Reinicken- dorfer und Wiesenstraße befindet, Leute mißhandelt wurden?— Zeuge: Mißhandelt wurden sie nicht, es kann aber sein, daß dort die Waffe gebraucht wurde. Dorthin zogen sich nämlich die An» greiser zurück, und die Bedürfnisanstalt war gerammelt voll. Die Staatsanwaltschaft wehrt sich gegen die Ermittelung, ob Lockspitzelei getrieben ist. Den Zeugen Kornich fragt der Angekl. Rudolph: Waren Lock- spitzel tätig?— Zeuge: Ich kenne Lockspitzel überhaupt nicht.--- Angekl.: Es sollen sich welche in der Menge aufgehalten haben; Kriminalbeamte waren da.— Zeuge: Daß die„zweiten Kriminal- beamten" da waren, weiß ich; vielleidjt 15.— Rechtsanw. Cohn: Haben Sie die Instruktion für die Kriminalschutzleute selber au? gegeben?— Zeuge: Ja, ich hatte Austrag gegeben, zu zweien zu gehen und Leute festzunehmen, die„Bluthunde" riefen.— Rechtsanwalt Cohn: Hatten die den Auftrag, sich unter die Menge zu mischen?— Staatsanw. Brüning: Bisher ist den Beamten nur die Genehmigung erteilt worden, über die Vorgänge auf der Straße auszusagen.— Vors.: Wie weit der Zeuge eine Genehmigung zur Aussage hat, wissen wir ja nicht.— Rechtsanw. Karl Liebknecht: Es sollten doch nicht überflüssige Schwierigkeiten gemacht werden, die Wahrheit zu ermitteln? sie zu ermitteln, liegt doch auch im Jntcr- esse der Staatsanwaltschaft.— Staatsanw. Brüning: Ich tue nur meine Pflicht, wenn ich hierauf hinweise. Nur Aussagen über Maßnahmen zur Beruhigung sind genehmigt.— Vors.: Ich selber weiß nicht, wie weit die Genehmigung geht und mutz die Eni- scheidung dem Zeugen überlassen.— Rechtsanwalt Karl Liebknecht: Es handelt sich doch wohl auch bei diesen Maßnahmen nur um solche zur Beruhigung, nicht zur Beunruhigung.— Rechtsanw. Cohn: Ein Recht der Staatsanwaltschaft, den Zeugen auf etwas hinzuweisen, besteht nicht.— Staatsanw. Brüning: Es handelt sich hier um eine Frage der Verteidigung an den Zeugen, da bin ich berechtigt, Bedenken dagegen zu äußern.— Vors.: Möge der Zeuge entscheiden.— Rechtsanw. Cohn: Hier ist doch noch eine all» gemeine Bemerkung nötig. Die Staatsanwaltschaft ist in keiner Weise berechtigt, einen Zeugen über sein Berweigerungsrecht zu belehren.— Staatsanw. Brüning: Diese Zeugen haben wir ge- laden, damit sie über die Maßnahmen der Polizei bekunden. Da bin ich verpflichtet, beim Polizeipräsidium anzufragen, wieweit sie aussagen dürfen.— Rechtsanw. Liebknecht: Es ergibt sich nicht eine Art Eigentums- und Berfügungsrccht über einen Zeugen daraus. ob ihn die eine oder die andere Partei geladen hat.— Vors.: Wir wollen doch einfach die Prozeßordnung befolgen und den Zeugen entscheiden lassen.— Staatsanw. Linde: Gestern hat der Ver- teidigcr gegenüber dem Zeugen Böhlmann dasselbe Recht bean- sprucht, wie wir heute.— Rechtsanw. Cohn: Es ist nur ein Unter- schied; denn da handelte es sich um eine Privatangelegenheit, die für diesen Prozeß ohne Belang war. Hierauf fragt den Zeugen Hauptmann Körnich der RechtSanM. Cohn: Also Sie hatten die„zweiten Kriminalschutzleute" aus der ganzen Hauptmannschaft zusammengezogen. Hatten die von Ihnen eine besondere Instruktion?— Zeuge: Von mir hatten sie die In- struktion, z» patrouillieren und bei strafbaren Handlungen die Täter festzunehmen.— Rcchtsankvalt Cohn: Sollten sie sich auch unter die Menge mischen? Zeuge: Darüber verweigere ich die Aussage. Rechtsanw. Cohn: Dann bitte ich, hierzu die Genehmigung des Polizeipräsidenten einzuholen. Schon aus den Akten ergibt sich ja, daß auch Auftrag gegeben war, sich unter die Menge zu mischen; sonst hätte ich ja gar nicht danach gefragt.— Rechtsanw. Puppe: Hat denn der Polizeipräsident verboten, hierüber aus- zusagen?— Zeuge: Genehmigt ist mir, auszusagen über die Vor- gänge auf der Straße.— Rechtsanw. Cohn: Haben Sie Kriminal- beamte in der Menge gesehen?— Zeuge: In der Menge gesehen!? Das weiß ich nicht.— Rechtsanw. Liebknecht: Welche Kleidung hatten die Kriminalbeamten?— Zeuge: Dieselbe wie sonst.— Rechtsanw. Liebkuecht: Wie ist die? Normale bürgerliche Kleidung oder Arbeitcrtleidung?— Zeuge: Nach meiner Meinung war eS bürgerliche Kleidung. Nur der eine hatte eine etwas auffallende Kleidung, er wurde auch im„Vorwärts" erwähnt, sie nannten ihn da, glaube ich, den„Schah von Persien".— Rechtsanw. Liebknecht: Haben nicht Kriminalbeamte verschiedene Kleidung, etwa so wie die Schauspieler?— Zeuge: Das ist mir nicht bekannt.— Rechts- anwalt Liebknecht: Haben Sie bemerkt, daß ein Kriminalbeamter den„Vorwärts" besonders auffällig in die Tasche steckte und eine rote Krawatte trug?— Zeuge: Nein.— Vors.: Der Zeuge Schreiber soll sich ja als Kriminalbeamter aufgespielt haben.— Rechtsanw. Liebknecht: Wir meinten, das habe so eine Art zweck- dienliche Uniform sein sollen Ob noch andere als die der Polizeihauptmannschaft unter- stellten„zweiten Kriminalbeamten" auf der Straße waren, weiß � Zeuge nicht.— Rechtsanw. Liebknecht hält es für einen unmög- lichen Zustand, daß der verantwortliche Leiter der polizeilichen Maßnahmen hierüber nicht unterrichtet werde.— Zeuge Hauptin. Körnich: Darüber muß ich die Auskunft verweigern, das sind innere Angelegenheiten.— Rechtsanw. Cohn: Waren Kriminal- schutzleute von der politischen Abteilung da?— Zeuge: Das mag wohl sein.— Rechtsanw. Cohn: Dienstlich ist Ihnen nichts darüber bekannt geworden?— Zeuge: Von Offizieren habe ich erst vorhin gehört, zwei Beamte der 7. Abteilung seien auf einer Wache gewesen. Polizeileutnant Harnack äußert sich über die Vorgange vom 29. Oktober ähnlich wie Hauptmann Körnich. Er schildert die wiederholten„Säuberungen" der Straßen und die Ansschreitungen der Menge, die er dabei beobachtet habe. Bezüglich etwaiger AuS» fchreltungen von Beamten fragt ver Borfitzende: Haben Beamte auf Verhaftete beim Trausport zur Wache eingeschlagen?— Zeuge: Das weiß ich nicht.— Vors.: Ob auf der Wache mißhandelt wurde? — Zeuge: Nein.— Staatsanwalt Brüning erhebt Einspruch gegen dieje Frage.— Vors.: Von der Verteidigung wird sie ja doch ge- stellt!— Staatsanwalt Brüning: Ich bitte, diese Frage seitens der Verteidigung nur dann zuzulassen, wenn sie für die Beweiserhebung erheblich ist.— Vors.: Wir haben uns doch schon gestern darüber geeinigt.— Rechtsanwalt Lohn: Wird diese Frage also beanstandet oder nicht?— Staatsanwalt Brüning: Ich stehe auf dem Stand- Punkt, daß nur über Vorgänge auf der Straße, nicht über Vorgänge auf der Wache gefragt lverden darf. Im weiteren Verlauf der Sitzung verliest Staatsanwalt Brü- ning, um die Wiederholung solcher Fragen zu verhindern, ein bei der Staatsanwaltschaft eingegmigenes Schreiben des Polizeipräsi- deuten. Danach ist den Polizeibeamten die Genehmigung erteilt worden nur zu Aussagen über Vorgänge, die zu den Unruhen und ihrer Unterdrückung in Beziehung stehen und sich auf den Straßen oder in Häusern ereignet haben. Der Polizeipräsident habe also, fügt der Staatsanwalt hinzu, Aussagen über Vorgänge auf den Wachen nicht genehmigt, auch nicht über cttoaige Misihandlnngen. Die Staatsanwaltschaft sei aber bereit, die Genehmigung auch hier- für nachzusuchen, sobald Beweisanträge von der Verteidigung vor- liegen.— Rechtsanwalt Lohn kündigt solche Anträge an. Bei der Vernehmung des Polizeileutnants Harnack wird auch die Frage erörtert, wann die Polizei attackierte, ob das tatsächlich erst nach dreimaliger Aufforderung geschah und ob die Menge diese Aufforderungen gehört haben könne. Dieselbe Frage wird mit den Zeugen Polizeileutnant Maurer, Polizeileutnant v. Sydow, Polizei- leutnant Kulte umständlich besprochen. Die Offiziere neigen mehr zu der Annahme, daß der Menge nur„in freundlicher und licbens- würdiger Weise zugeredet" worden sei, doch nach Hause zu gehen. Dagegen erklären die später vernommenen Zeugen Schutzmann Ernst Schulz, Schutzmann Hoffmüller, Schutzmann Kränier mit großer Bestimmtheit, es sei dreimalige Aufforderung erfolgt. Alle diese Zeugen werden in ihrer Vernehmung ausdrücklich darauf hingewiesen, daß eine formelle Aufforderung unter Androhung der Waffengewalt gemeint sei, wie das Strafgesetzbuch sie vorsieht. Auch nach den Mißhandlungen wird von der Verteidigung noch einige Male geforscht. Leutnant Maurer antwortet, nicht gesehen zu haben, daß bei Attacken auch auf Unbeteiligte eingeschlagen wurde. Derselbe Zeuge bekundet übrigens später, daß er keinen Massenwiderstand, sondern nur den Widerstand einzelner beobachtet habe. Als Rechtsanwalt Cohn den Leutnant v. Sydow fragt, ob auf der Wache Mißhandlungen vorgekommen sind, beanstandet der Vorsitzende diese Frage unter Hinweis auf das von der Staats- anwaltschaft gegebene Versprechen, erweiterte Genehmigung zu Aussagen hierüber zu erwirken. Leutnant v. Shdow erklärt, er wolle schon jetzt antworten.— Rechtsanwalt Cohn: Ist Ihnen be- kannt, daß aus Ihrer Wache geschlagen wird?— Zeuge: Gestern habe ich diese Behauptung in der Zeitung gelesen, darauf habe ich mich informiert, habe aber nichts ermitteln können.— Rechtsanwalt Cohn: Ist Ihnen nicht bekannt geworden, daß die Umwohner Be- schwerde geführt haben über nächtliche Ruhestörungen durch Schläge und Schmerzensschreie?— Zeuge: Nein.— Rechtsanwalt Cohn: Ihre Wache soll besonders im Ruf stehen, daß dort geschlagen wird. - Zeuge: Davon ist mir nichts bekannt.— Daß bei Attacken auf Unbeteiligte eingeschlagen wurde, hat auch Leutnant Kulke nicht gesehen, und er hält das auch nicht für möglich. Auf Befragen gibt er an, er sei immer dabei gewesen, wenn seine Leute die Waffen gebrauchten. Das Einerlei der Aussagen dieser Polizeizeugen wird unter- brechen durch die Vernehmung des Journalisten Freund, der als Berichterstatter des„Lokalanzeiger" den 29. Oktober mitgemacht hat. Der Herr weiß über ganz merk- würdige Erlebnisse zu berichten. Er schildert die Haltung der Menge in noch schwärzeren Farben, als selbst die Polizeibeamten; das deckt sich ja auch mit den Berichten, die damals der„Lokal- anzciger" gebracht hat. Ihn selber habe man für einen Polizei- spitzet gehalten, weil er mit Polizeibeamten gesprochen habe. Ihm und einem Wachtmeister, neben dem er ging, seien zwei Leute osten- tativ entgegen getreten. Wir schoben sie, erzählt er, auseinander. Das mag wohl etwas kräftig geschehen sein, wenigstens flog der Betreffende, den ich zur Seite schob, ein ganzes Stück weiter. Es sei dann zu Schmährufen„Bluthunde! Schlagt sie nieder!" ge- kommen, und man habe mit Sleinen geworfen. Schließlich habe er sich auf die Polizeiwache in der Uferstraße gerettet und von dort aus an seine Redaktion telephoniert.— Zu dem Rencontre mit jenen beiden Männern fragt Rechtsanwalt Cohn: Ein Angriff auf Sie war nicht erfolgt?— Zeuge: Nein!— Rechtsanwalt Cohn: So daß als der aggressive songreifend«) Teil Sie erscheinen mutzten. — Auch Zeuge Freund hat die Arbeitermarseillaise gehört, etwa um 1 Uhr an der Reinickendorfer und Schererstraße. Er sah, daß sofort Berittene dorthin stürmten, doch weiß er nicht, was daraus wurde. Er beobachtete nicht, daß Verhaftete auf dem Transport geschlagen wurden; sie ließen, sagt er, sich ruhig abführen. Nur zweimal bemerkte er, daß„auf Leute, die Schmährufe ausstießen, oder nicht weiter wollten, geschlagen" wurde. Toll ist eine Geschichte, die der Zeuge Freund dann vom 31. Ok- tober zum besten gibt. Als er nachmittags in der Schererstratze sich fragend an Schutzleute wandte» fiel ihm auf, daß in einem benach- barten Lokal hinter dem Fenster heftig gestikuliert und auf ihn gewiesen wurde. Ihm sei dann ein Mann gefolgt, der ihn fragte: . Sind Sie ein Arbeiter? Höchstwahrscheinlich nicht, sonst würden Sie nicht so mit dem Beamten sprechen!" Ich ging, erzählt Zeuge, ihm und nach und fragte ihn, was er eigentlich von mir wollte. Der Mann antwortete mir:„Ach, Sie sind Polizeispitzel, ein Polizei- offizier in Zivil. Sehen Sie sich vor, daß Sie nicht mal ein Paar reinbekommen! Ich bin von meinen Kollegen Ihnen nachgeschickt worden, um Sie zu beobachten!" Darauf zeigte ich ihm meine Karte, aber ich sagte selbstverständlich nicht, von welchem Blatt ich bin. Da wurde der Mann ganz anders. Er streckte mir die Hand entgegen und sagte:„Ich bin Gnchpcnführer der Partei. Ich arbeite da drüben in der Fabrik, aber ich habe mich von der Arbeit freigemacht.. Von der Partei bin ich beauftragt, nachzusehen, ob es hier wirklich so schlimm ist." Ich sagte ihm, dann solle er seiner Partei und seinem„Vorwärts" Bericht erstatten, damit zur Ruhe gemahnt werde. An demselben Nachmittag fand ich dann in einem Extrablatt des„Borwärts"*°) eine Mahnung zur Ruhe. Ich will dahingestellt sein lassen, ob das auf unser Gespräch zurückzuführen ist.— Das Gericht hört die Erzählung und selbst diesen letzten Satz mit dem unerschütterlichen Ernst an, den jeder Zeuge fordern darf. Die weitere Beweiserhebung bringt unter anderem die Bekun- düngen eines Schutzmanns Nowack, Her am 29. Oktober nicht Dienst hatte, aber ein besonders wichtiger Zeuge sein soll, weil er in seiner Vernommen Kerben bann eine Frau Kreutler, die am 39. Ok tober wegen eines Einkaufs bei Morgenstern auf dem Heimwege be lästigt worden ist, und zwei Zeugen Klose und Granschow, die nach dem 29. Oktober am anderen Morgen aufgerissenes Bürgersteig Pflaster sahen. Granschow, der an der Ecke der Reinickendorfer und Wiesenstraße wohnt, sagt, etwa 13 Steine seien herausgerissen ge Wesen. Am Abend vorher hat er stundenlang die Vorgänge beob achtet und keine Aufforderung des Hauptmanns Körnich zu hören vermocht. Auch Zeuge Abraham, der im Eckhaus Schererstraße wohnt, hörte keine Aufforderung. Ein Zeuge Weiß, der dann aufgerufen wird, packt sogleich einen arg zerhauenen Hut aus. Er hat ihn an der Ecke der Reinickendorfer- und Schercrstratze vom Pflaster aufgelesen und legt ihn als Beweisstück vor. Am 29. Oktober war er abends erst um 11 Uhr von der Arbeit heimgekehrt; wir Schuhmacher arbeiten gewöhnlich länger, fügt er erläuternd hinzu. Ins Haus hinein getraute er sich nicht, weil drei Schutzleute mit bloßen Säbeln davor standen. Er ging dann umher und beobachtete, wie in der Schererstraße ein Mann das Pflaster aufriß und Steine verteilte. Als einer sich weigerte, einen Stein zu nehmen, sagte der Mann „Habt Ihr Angst vor den Blauen? Ihr Sch...!" Ein älterer Mann trat dazwischen:„Laßt Euch nicht provozieren, nicht von den Schutzleute» und nicht von Spitzeln!" Plötzlich rückten Schutz leute an. Der Mann, der Steine verteilt hatte, zeigte auf einen „Hier, der ohne Paletot!" und schloß sich dann den in die Anton straße hineinstürmenden Schutzleuten an. Später geriet Weiß au' der Flucht zwischen zwei Schutzmannsketten. Er bat, den Hut lüftend:„Herr Wachtmeister, tun Sie mir nichts, ich will nach Hause." Er bekam mit flacher Klinge einen Säbelhieb über den Rücken.„Sie Maulaffe, sind Sie noch nicht zu Hause!?" Nachher beobachtete er an der Ecke der Scherer- und Reinickendorferstratze, wie ein junger Mann von vier Kriminalschutzleuten ohne erficht- lichen Grund mit Gummiknüppeln niedergeschlagen wurde. Es werden dann aus dem„Vorwärts" mehrere auf den Streik bei Morgenstern und die sich anschließenden Straßenvorgänge bezügliche Notizen und Artikel verlesen. Darunter sind Bekannt machungen des Zentralverbandes der Fleischer, der vor Zuzug warnt, und Artikel des„Vorwärts", die die übertreibende Bericht erstattung der bürgerlichen Presse und im besonderen des„Lokal anzeiger" geißeln. Herrn Freund, den Berichterstatter des„Lokalanzeiger", fragt hier Rechtsanwalt Cohn noch, wo er sich seine Informationen geholt habe. Zeuge antwortet, er habe sich bei Polizeioffizieren und durch eigene Beobachtungen informiert und halte gegenüber den An griffen des„Vorwärts" alles aufrecht. Die Frage des Rechts anwalts Cohn, ob vom„Lokalanzeiger" etwa beim Polizeipräsidium oder beim SNinisterium des Innern auch Informationen über die den Artikeln zu gebende Richtung eingeholt worden seien, wird vom Vorsitzenden beanstandet. Es kommt dann zwischen dem Ver- teidiger Rechtsanwalt Cohn und dem Staatsanwalt Brüning zu einer Auseinandersetzung über die politische Färbung, die auch dieser Anklage wegen der Weddingunruhen wieder gegeben worden sei. Schließlich fragt Rechtsanwalt Cohn noch den Zeugen Freund, was er sich eigentlich unter einem„Gruppenführer der svzialdem» kratischen Partei" denke. Zeuge antwortet, jener Mann habe ein „Arbeiterkontrollbuch" vorgewiesen, um zu zeigen, daß er ein Ehrenamt bekleide. Als Wohnort habe er Pankow angegeben. Freund fügt hinzu: Wenn ich hier erwähne, daß ein Parteifühver sich über die Unruhen ärgerte, so verteiifige ich doch die Partei.— Rechtsanwalt Cohn: Nun, Sie müssen auch die Wahrheit sagen, wenn Sie damit die sozialdemokratische Partei verteidigen. Hiermit schließt die Sitzung. Heute um 9 Uhr ist die nächste Sitzung. In ihr beginnt die Beweiserhebung über die einzelnen Anllagcfälle. parlamentarifcdes. e vom Balkon aus am späten r habe bemerkt, wie unten das Wohnung Ecke Anton- und Maxstra Abend die Vorgänge beobachtet hat. i_ Bürgersteigpflaster aufgerissen wurde, die Leute sich die Taschen mit Steinen vollstopften und dann an dem gegenüberliegenden Bretterzaun die aufprallenden Steine ein Gepolter erzeugten. Da habe Leutnant Maurer gerufen:„Hier ist mit Steinen geworfen worden! Gewehr auf, marsch, marsch!" Leutnant Maurer selber weiß davon nichts und erklärt es für unulöglich; höchstens werde «r gesagt haben:„Chaine, marsch, marsch!" Schutzmann Nowack lenkt ein:„Ja, von zwei Stock hoch konnte ich das nicht so genau hören.— Vors.: Sahen Sie denn, daß auf das Kommando über- Haupt die Säbel gezogen wurden?— Zeuge: Einige zogen sie.— Bors.: Einige! Vielleicht geschah das nur im Uebereiser.— So endet die Aussage dieses klassischen Polizeizeugen, der von einem gutgelegenen Beobachtungsposten in völliger Ruhe seine Beobach- tungen hat machen können! *) Das von uns herausgegebene Extrablatt ist selbstverständlich nicht auf das vom Zeugen behauptete Gespräch zurückzuführen. von dessen Inhalt wir erst durch diesen Bericht Kenntnis erhalten. Rühren die Märchen des„Lokalanzeigers" über die Wedding» Unruhen von demselben Zeugen her? Aus der Reichsversicherungsordnungs-Kommission. Sitzung am Dienstag, den 17. Januar. Freiwillige Weitcrverficherung. Scheidet ein Mitglied, das in den vergangenen 12 Monaten mindestens 26 Wochen oder unmittelbar vorher mindestens 6 Wochen einer Kasse angehört hat, au» der versicherungspflichtigen Beschäf- tigung aus, so kann es in einer Kasse oder Lohnstufe Mitglied bleiben, so lange es sich regelmäßig im Jnlande aufhält. Auf Antrag der Sozialdemokraten wurde hinzugefügt, daß in einem solchen Falle der Versicherte in eine niedere Lohnklasse übertreten kann, was bisher verboten war. Wer Mitglied bleiben will, muß es der Kasse binnen drei Wochen nach dem Ausscheiden anzeigen. Der Anzeige steht es gleich, wenn in der gleichen Frist die satzungsmäßigen Beiträge voll gezahlt werden.— Die Sozialdemokraten machten auf die Schwierigkeit in dem Falle aufmerksam, daß der Versicherte innerhalb der Melde- frist erkrankt. Hat er sich nicht vor seiner Krankheit als freiwilliges Mitglied gemeldet, dann ist in einigen Bundesstaaten vom obersten Gericht der Unterstützungsanspruch zurückgewiesen, in anderen Bundesstaaten anerkannt worden. Die Sozialdemokraten beantragten, daß der Anspruch für solche Fälle im Gesetz ausdrücklich als berechtigt anerkannt werde. Diesen Antrag lehnten die Kon- servativen, Nationalliberalen und das Zentrum zwar ab, nahmen aber den Antrag an, daß der Anspruch für die Erkrankungen innerhalb der ersten Woche nach dem Aus- tritt aus der versicherungspflichtigen Beschäftigung anerkannt wird. Dann kam es zu einer Aussprache über das Selbstvcrwaltungsrccht der Arbeiter in ihren Krankenkassen. Die Sozialdemokraten wendeten sich entschieden gegen die Entrechtung der Arbeiter in bezug auf die Wahl des Kassenvorsitzenden; wie in erster Lesung angenommen war. Nach lebhafter Diskussion, in der Abg. Becker- Arnsberg allerlei beweislose Be- houptungen über den Terrorismus der Sozialdemokraten in den Krankenkassen vorbrachte, blieb es mit Hilfe der Konservativen, Nationalliberalen und des Zentrums bei der Entrechtung der Arbeiter. Im weiteren Verlauf der Verhandlungen beantragte Abg. T r i m- b orn, die Fragen, ob die Arbeiter auch in bezug auf die Zusammen- setzung des Vorstandes und des Ausschusses sowie in bezug auf die Anstellung der Kassenbeamten entrechtet werden sollen, bis zum Schlüsse der Beratung zurückzustellen. Inzwischen werde der Ent- wurf des Einführungsgesetzes� dem Reichstage und der Kommission zugehen und dann könnten jene Fragen besser entschieden werden als jetzt. Hiergegen wendeten sich die Sozialdemokraten. da dann auch die Arztfrage und alle weiteren wichtigeren Fragen ver ta gt werden nmßlen und damit die Beendigung der ganzen großen Arbeit in diesem Jahre unmöglich sei. Das Z e n t r u m beschloß aber zusammen mit den.Konser- v a t i v e n und N a t i o n a l l i b e r a l e n, daß jene Fragen zurück- gestellt werden. In dieser Debatte fragte Genosse Hoch den Staatssekretär. ob der Entwurf des VerficherungSgesctzcs für Privatangcstellte auch jetzt noch dem Reichstage zugehen und zusammen mit der Reichsversicherungsordnung erledigt' werden soll. Der Staats- sekretär Dr. Delbrück erklärte: Der Entwurf sei nur eine Vorlage der preußischen Regierung an den Bundesrat. Es sei noch gar nicht zu übersehen, wann der Entwurf an den Reichstag gelangen und welchen Inhalt er haben werde. Vergewaltigung der landwirtschaftlichen Arbeiter. Die Konservativen beantragten von neuem die in der ersten Lesung mit Hilfe des Zentrums abgelehnte Bestimmung, daß bei den Landkrankenkenkassen der Gemeindeverband den Bor- sitzenden und die anderen Mitglieder des Vorstandes bestellt, darunter einen oder mehrere Stellvertreter de? Vorsitzenden. Das Zentrum war bereits mit einem Ergänzungsantrag bei der Hand: cS hatte sich offenbar schon mit den Konservativen über die Annahme des Antrages verständigt. Demgemäß trat auch der Staatssekretär Dr. Delbrück ganz entschieden auf. Er erklärte, daß die Regierungen das ganze Gesetz ablehnen würden, wenn nicht alle Ausnahmebestimmungen der Vor- lagegegendie landwirtschaftlichen Arbeiter an» genommen würden. Unsere Genossen und der Pole antworteten dem Herrn, daß die Regierungen sich selbst am schlimmsten kennzeichnen würden, wenn sie aus diesem Grunde die Reform der Arbeiterversicherung scheitern lassen würden. Das Zentrum aber war angeblich so zerschmettert durch die Erklärung des Staatssekretärs, daß eS erklärte, es müsse sich die Sache noch einmal gründlich überlegen. Demgemäß mutzte die Sitzung ver- tagt werden. Nächste Sitzung Mittwoch._ Das Zulagewesen bei der Marine. Dis Budgetkommission des Reichstages erörterte am Dienstag das Zulagewesen bei der Marine. Umfang und Mannig- faltigkeit dieser Zulagen werden durch folgendes Musterverzeichnis gekennzeichnet: es gibt Messe- und Tafclgelder, Funktions-, Bord- und Fachzulagen, Seefahrts- und Landzulagen, Dienstalter-, Stellen-, Ministerial-, Orts- und Verpflegungszulagen; ferner Ehrenzulagen und Dienstaufwandsentschädigungen. Für diese Zu- lagen sind im nächsten Etat nichtweniger als 13 315 515 M. eingesetzt. Auf Veranlassung des Reichstages sind an den Tafeln- und Messegeldern im ganzen 459 099 M. gespart worden, nachdem der Reichstag im vorigen Jahre 271 574 M. vom Etat ab- strich. Aber die Kürzungen sind so erfolgt, daß die höheren Offiziere kaum etwas einbüßen; viel härter, zum Teil skandalös hart, sind die unteren Chargen und die Gemeinen betroffen worden. Ein Flottenchef wird auch in Zukunft jährlich noch etwa 11599 M. Tafel- und Messegelder erhalten; sie sind von 33 W für den Tag auf 32 M. gekürzt worden. Im Aus- lande erhält er auch in Zukunft täglich 69 M. Tafel» gelder. Dagegen sind 19 999 Heizern zum Beispiel die 29 Pfennig-Zulage entzogen worden, obwohl sie die schwere, gesundheitsschädigende Arbeit zu leisten haben. Für die Mann- schaften erhöht sich der Verpflegungssatz im Auslande von 85 Pf. aus 1,93 M., also um 21 Proz., bei den Offizieren um 88 bis 299 Prozent; außerdem beziehen die Herren Offiziere nicht selten mehrere Zulagen nebeneinander, die zusammen oft erheblich höher als das Gehalt sind. Endlich haben die Offiziere noch namhafte andere Vergünstigungen. Ter Staatssekretär meinte, er habe doch das Zulagewesen ganz nach den Wünschen des Reichstages, das heißt seiner bürger- ichen Mehrheit, geregelt. Der Vorschlag der Freisinnigen, zur Prüfung des Zulagewesens eine Subkommission einzusetzen, wurde mit dem Hinweise bekämpft, dabei würden wahrscheinlich wieder höhere Zulagen herauskommen; gerade die Liberalen hätten sich vor einigen Jahren in dieser Richtung betätigt.— Von sozialdemokratischer Seite wurde scharf gegen die Abzüge bei den Heizern protestiert; die Abzüge seien um so mehr zu verurteilen, als sich der Reichstag auf sozialdemokratische Anregungen hin für die Erhöhung der Mannschafts löhnung ausgesprochen habe. Wenn sich das Zentrum jetzt einer Reform des ZulagewesenS widersetze, handle es nur aus politischen Gründen; aus gleichen Gründen hätten damals die Liberalen die Wünsche der Verwaltung erfüllt. Direkt gefährlich sei die Subventionierung der nichtamt- lichen„Marinerundschau" mit 29 999 M.; außerdem erhalte ein Offizier noch eine Extrazulage als Redakteur; gelegentlich leiste sich gerade diese Zeitschrift politische Extravaganzen, so vor kurzem erst eine kleine Englandhetze. Der Versuch der Verwaltung, die Abzüge für die Heizer damit zu begründen, daß Heizer, die auf Grund der allgemeinen Dienstpflicht dienen, keine Extraentschädigungen zu beanspruchen hätten, wird von sozial» demokratischer Seite scharf zurückgewiesen. Für die Heizer müßten die Zulagen durch Ersparnisse bei höheren Stellen wieder heraus- geholt werden.— Einige vorliegende Anträge sollen bei den ent- sprechenden Etatspositionen erledigt werden. Hus der Partei. Gabriel Löwcnstcin l'. Unser Parteiveteran Gabriel Löwen st ein ist Dienstag mittag, 85 Jahre alt, in Nürnberg an einer Lungenentzündung g e st o r b e n. Löwenstein gchört zu den ältesten Parteimitgliedern und zu den Gründern der Eisenacher Richtung. Schon 1869, auf dem Verbandstage der Arbeiter-Bildungsvereine in Nürnberg, saß der Bortenmacher Gabriel Löwenstein neben Bebel im Vorstande des Verbandstages als zweiter Vor- itzender. Er war die Seele der Nürnberger iozialdemokrat ischen Bewegung und hat als Vertreter der dortigen Genossen die meisten der ersten Partei- tage besucht. Bis in die neunziger Jahre war der alte Löwenstein überall zu sehen, wo die Partei im Kampfe stand oder über schwierige Fragen zu Rate saß. Er widmete sich päter fast ausschließlich der Gemeindepolitik, der er sich schon in jüngeren Jahren mit großem Eifer zugewandt hatte. Auch in den bayerischen Landtag zog er ein, dort wesentlich kommunale Fragen und die Staatsarbciterverhältnisse be» handelnd. In den letzten Jahren wurde er häufiger von Krankheiten heimgesucht, so daß mehr wie einmal das Ge- rücht von seinem Tode auftauchte. Aber immer wieder ge- lang es ihm, die Krankheit zu überwinden und empor- zukommen, und noch vor ein paar Jahren gelegentlich des Nürnberger Parteitages bewegte er sich frisch und Wohl- gelaunt unter der Schar der Delegierten. Das deutsche Proletariat verliert in dem Verstorbenen einen seiner Besten; weit über die Grenzen Deutschlands hin- aus wird das Hinscheiden Löwensteins lebhaste Teilnahme und tiefe Trauer erwecken. Die großen Verdienste des alten Löwenstein um die Arbeiterbewegung werden in den Herzen !)er Genossen in dauerndem Andenken bleiben. Fortschritte in der Organisation.» Der Sozialdemokratische Verein für den 13. sächsischen Reichstags Wahlkreis fLeipzig-Land) bat auch im zweiten Halbjahr� 1919 eine weitere erfreuliche Steigerung seiner Mitgliederzahl aufzuweisen. Wäh- rend im vergangenen Gescbästsjahr 1299 Aufnahmen zu verzeichnen waren, wurden allein im vergangenen halben Jahre 1511 neue Mit- glieder aufgenommen, 1175 männliche und 336 weibliche. Die Mit- gliederzahl, die am Schlüsse des vorigen Geschäftsjahres 24 945 be» trug, ist nunmehr auf 26 456 gestiegen. Die Einnahme der 58 OrtS- vereine des KreiSvereinS beliefeu sich auf 57 493,19 M., die der Hauptkasie(einschließlich 33 394.51 M. Beiträge der OrtSvereme) 47 683.74 M. An den Parteivorstand wurden 12 900 M. abgeliefert. der Kassenbestand beträgt 17 635,48 M. Bon der sozialdemokratischen Presse in der Schwei,. Seit Neujahr erscheint in C h u r ein neues Parteiblatt für die Arbeiterschaft des KaiitonS Graubünden unter dem Titel.Bündner Volkswacht". Das Blatt erscheint wöchentlich und die Redaktion be- orgt Genosse Dr. G a m s e r. Er ist auch der Leiter de« am Januar 1911 eröffneten neuen bündnerischen ArbsitersekretariatS. — Das Organ der sozialdemokratischen Jugendorganisation in der Schweiz„Der Jungbursche', hat seinen Namen in„Die freie Jugend" umgewandelt. Zugleich wurde das Format des achtseitig erscheinenden Blattes vergrößert._ Verantwortlicher Redakteur: Richard Barth, Berlin. Für den Inseratenteil verantw.: Th. Glocke, Berlin. Druck».Verlag: Vorwärts jöuchdruckerei jp VerlagSanstalt Paul Singer u-Co., Berlin LW, it.i5. Z8.z.w«. 2. Keilte des„NorlUlts" Kerlilttl Nolksdlck. Jugencibe�vegung. Die preußische Regierung im Kampf gegen die Jugend- bewegung. Der preußische Minister des Innern, Herr v. Dallwitz, ist fest entschlossen, den Kampf gegen die freie Jugendbewegung mit allem Nachdruck zu führen und in diesem Kampf zu siegen oder— in irgendeiner Pcnsionopolis über die Grenzen beschränkter Ne- gierungsmacht nachzudenken. Er hat an die preußischen Re- gierungspräsidenten folgende Anweisung gegeben: ,.Der Minister des Innern. Berlin, den 23. Nov. 1310. Durch das in dem Reichsvereinsgesctz enthaltene Verbot der Beteiligung von Personen unter 13 Jahren an politischen Per- einen usw. hat die S o z i a l d« m o k r a t i c sich bekanntlich gc- nötigt gesehen, nach Formen zu suchen, in denen sie die seit einer Reihe von Jahren betriebene Agitation zur Organisation der arbeitenden Jugend ungehindert fortsetzen konnte. Die Angelegenheit kam auf dem Nürnberger Parteitage 1308 zur Beratung und führte zu der Beschlußfastung, daß die Organisationen— politische wie gewerkschaftliche— für die Erziehung der Jugend in der proletarischen Weltanschauung zu sorgen haben. Zu dem Behufs seien örtliche Kommissio- n e n zu bilden, welche, ohne der politischen oder gewerkschaftlichen Organisation angegliedert zu sein, in öffentlichen, allen Jugend- lichen zugänglichen und angeblich unpolitischen Veranstaltungen das in Rede stehende Erziehungswerk auszuführen haben. Dem Beschluß wurde eine Deklaration des Inhalts hinzugefügt, daß lokalen Jugendorganisationen unpolitischen Charakters nichts im Wege steht. In Berlin und Umgegend bestand seit 1304 eine solche vereinsmäßige Organisation, welche in Uebcreinstimmung mit dem oben erwähnten ParteitagSbeschlusse weiter unterhalten wurde. Gegen diese Organisation verfügte der hiesige Polizei- Präsident zu Anfang die Auflösung mit der Begründung, daß sie ein politischer Verein sei, als solcher keine Existenz- berechtigung habe, da sie es sich zur Aufgabe mache, Personen unter 18 Jahren als Mitglieder aufzunehmen, also einen jtrafgesetzwidrigen Zweck verfolge.(§§ 1, 17, 18, Ziff. S und 6 R.-V.-G.) Die gegen die Auflösung im Verwal- lungsstreitverfahren erhobene Klage ist durch Urteil des Ober- bcrwaltungsgerichts vom 14. Oktober 1310 abgewiesen." Der Minister führt nun aus. daß das Gericht den politischen Charakter der freien Jugendorganisation und ihren engen Zu» sammenhang mit der Sozialdemokratie festgestellt habe und fährt dann fort: „Die in dem Urteil enthaltenen Rechtsausführungen zeigen den Weg, auf dem es möglich sein wird, den sozialdemokratischen Bestrebungen zur Gewinnung der Jugend mit Erfolg entgegen- zutreten. Die Schädlichkeit der in Rede stehenden Agitation macht eS dringend nötig, von jeder sich bietenden Handhabe zu ihrer Eindämmung den schärf st en Gebrauch zu machen. Indem ich auf den wegen der Jugendorganisation schon ergangenen Erlaß vom 23. April 1303— 6528— Bezug nehme, übersende ich Euer(Hochwohlgeboren, Hochgeboren, Durch- laucht) anbei crgebenst einen Abdruck des Urteils des Oberver- waltungsaerichts vom 14. Oktober 1310 mit dem Ersuchen, die Polizeibehörden, soweit dies den örtlichen Verhältnissen nach geboten ist. mit den darin aufgestellten Rechtsgrundsätzen bekannt ,,ii machen und sie anzuweisen, zu prüfen, ob in ihren Dien st bezirken sich e»n Anlaß zum Einschrei- t c n bietet. Die Jugendkommissionen selbst werden in der Regel als politische Vereine angesehen und behandelt werden können. In M a g d e b u r g ist ein solcher Fall, dem eine gegen den Vorsitzenden des dortigen Jugendbildungsausschusies gerichtete Anklage wegen Uebertretung des§ 3 R.-V.-G. zu- gründe lag, bis zur Revisionsinstanz— Oberlandesgericht in Naumburg— erfolgreich durchgeführt worden. In dem Urteil vom 16. August 1310 hat das Oberlandesgericht anerkannt, daß der Jugendbildungsausschuß ein politischer Verein sei, denn ein Verein, der sich, wie der Jugendbildungsausschuß, die Vcr- breitung und Befestigung sozialdemokratischer Ideen zur Auf- gäbe mache, bezwecke die Erörterung solcher Angelegenheiten, die unmittelbar den Staat und seine Gesetzesgebung berühren. Euere(Hochwohlgeboren, Hochgeboren, Durchlaucht) ersuche ich ergebenst, hiernach daS weitere gefälligst zu ver- anlassen und mir über alle Fälle, in denen straf recht- l i ch oder im polizeilichen Exekutivwege gegen sozialdemokratische Jugendbestrebungen eingeschritten wird, zu berichten. gez. von Dallwitz. An die Herren Regierungspräsidenten." Der Magdeburger Regierungspräsident ließ dann unter dem 4. Dezember 1310 den ihm unterstellten Landräten eine Instruktion zugehen, der wir folgendes entnehmen: „Bei der Bedeutung der Angelegenheit ersuche ich um ernste Erwägung, wieweit etwa nach dem Vorgange des Berliner Polizeipräsidenten gegen dort bestehende sozialdemokratische Jugendorganisationen in gleicher Weise wird eingeschritten werden können. Da Fehlgriffe und letztinstanzliche Aufhebungen eine Gefahr gegen das Vorgehen gegen die Sozialdemokratie enthalten, stelle ich ergebenst an- heim, sofern das Material nicht ausreichend erscheint, die Angelegenheit hier zur Vorlage zu bringen. Getrennt von der Frage, ob die Jugendorganisationen als politische Vereine anzusehen sind, geht die Entscheidung, ob die zur Beteiligung der Jugend eingerichteten Turn-, Gesang-, Geselligkeits-, BildungS- und anderen Veranstal- tungen als politische Vereine und Versamm- l u n g e n, bei denen also die Teilnahme von Personen unter 18 Jahren verboten ist, als politische anzusehen sind oder nicht. Im Bejahungssalle kann nach Z 18, 5. u. 6. R.-V.-G. Bestrafung erfolgen. Ich ersuche auch diesen Veranstaltungen ihre ernste Aufmerksamkeit zuzuwenden, und falls bei ihnen ein politisches Moment im Sinne der Anordnung des Berliner Poli- zeipräsidenten und des OberverwaltungsgerichtS-ErkenntnisseS nachweisbar ist, mit Bestrafungen gegen Leiter und jugendliche Teilnehmer vorzugehen. Wie- weit Euer(Hochwohlgeboren, Hochgeboren) die Ortspolizei- bchörden in den Städten und auf dein Lande mit Anweisung, die vielleicht auch mündlich erfolgen kann, versehen wollen, über- lasse ich Ihrem Ermessen. gez. von Miesitscheck. An die Herren Landräte pp." Also ein Feldzug großen Stils. Schade ist eS eigentlich, daß man die Instruktionen nicht kennt, die von den„hochwohlgeborenen" und„hochgeborenen" Landräten den Amts- und Gemeindevor- stehern erteilt wurden. Diese Herren geben dann wieder den Gendarmen und Polizisten Anweisung und dann kann die Schnüffe- lei einsetzen.___ Gericbts- Leitung. Der„Ulk" vor Gerich». Die so vielfach erörterte Affäre der Bonner Borussen bildete den Ausgangspunkt einer Anklage wegen Beleidigung der Mit» glieder der Bonner Strafkammer, die heute ßum zweitenmal vor der zweiten Strafkamer des Landgerichts I unter Vorsitz der Land- gerichtsdirektors Wcstcrman» verhandelt wurde. Angeklagt sind der verantwortliche Redakteur des„Ulk" Schriftsteller Fritz Engel und der Geschäftsführer Joseph Lewin. Den Gegenstand der Be- ledigung bilden zwei Beiträge, die in der Nummer vom 13. Juni 1310 unter den Titeln„Die heitere Themis, eine GerichtSverhand- lung" und„Milde Richter" veröffentlicht worden sind. Die erste Verhandlung, die am 5. November stattgefunden hatte, war vertagt worden, weil Gelegenheit zur Einleitung von Vcrgleichsverhandlungen gegeben werden sollte. Die Vergleichs- Verhandlungen scheiterten jedoch daran, daß der Angeklagte Engel es ablehnte, die Erklärung, von deren Aufnahme im„Ulk" die Mitglieder der Bonner Strafkammer die Zurücknahme des Straf- antrageS abhängig machten, in der übersandten Form erscheinen zu lassen. Gleichwohl veröffentlichte der Angeklagte Engel in einer Nummer des„Ulk" eine Erklärung, in der er zum Ausdruck brachte, daß ihm die Absicht, das Nichterkollegium zu beleidigen, ferngelegen habe. Bei der darauf folgenden Vernehmung des Angeklagten wies der Angeklagte Engel darauf hin, daß die Redaktion des„Ulk" eine vollständig selbständige sei, und daß eine völlige Trennung zwischen der Redaktion des„Ulk" und dem„Berliner Tageblatt" bestehe. Eine äußere Verbindung sei nur insofern vorhanden, als der„Ulk" als Beilage zum„Berliner Tageblatt" erscheine. Als verantwortlicher Redakteur des„Ulk" lese er das„Berliner Tage- blatt" nur so wie jede andere Zeitung. Zur Sache selbst erklärte der Angeklagte Engel, daß die beiden Artikel der Ausfluß der Er- regung gewesen seien, in die er durch die Berichte über die Bonner Verhandlung versetzt worden sei: Es sei doch nun einmal eine nicht zu leugnende Tatsache, daß das Benehmen der Bonner Korps- studentcn ein unqualifizierbares gewesen sei. Die Artikel hätten lediglich den Zweck gehabt, eine übergroße Konnivenz gegen den studentischen Humor in Zukunft zu verhindern. Auch die milden Strafen und die Urteile namhafter Juristen, deren Ansichten sich mit der seinigen gedeckt haben, hätten ihn zu der Veröffentlichung bestimmt. Der Angeklagte betonte, daß ihm die Absicht einer Be- lcidigung des Gerichts völlig ferngelegen habe; er habe nur die Absicht gehabt, den Einzelfall in Verbindung mit anderen Er» scheinungen in unserer Rechtspflege zu verallgemeinern. Nicht zum letzten sei für die Aufnahme der Artikel die Tatsache maß- gebend gewesen, daß alle Angeklagten und auch die als Zeugen vernommenen Korpsstudenten bekundet hätten, sie seien sinnlos betrunken gewesen, so daß sie die Vorgänge nicht wiedergeben könnten. Gerade diese sinnlose Trunkenheit, auf deren Schädlich- keit auch von allerhöchster Stelle wiederholt hingewiesen worden sei, sei ein Grund zur Veröffentlichung der Beiträge gewesen.— Der Angeklagte Lewin sagte aus, daß er zur Zeit des Erscheinens der betreffenden Nummer des„Ulk" der alleinige Letter des großen DruckcreibetriebeS von Rudolf Mosse gewesen sei und deshalb für ihn eine Unmöglichkeit vorgelegen habe, tatsächlich von dem In- halte einer der gedruckten Schriften vor dem Erscheinen Kenntnis zu nehmen. LandgerichtSrat Wcstphal-Bonn ist Referent in dem Prozesse gewesen. Er bekundete unter anderem: Der Vorsitzende habe die angeklagten Studenten in keiner Weise anders behandelt als andere Angeklagte. Er habe sich in keiner Weise Uebergriffe der Studenten gefallen lassen; im Gegenteil, er habe eS entschieden zurückgewiesen, als einmal bei einer Bekundung eines Angeklagten gelacht wurde. Ter Verlauf der Verhandlung schließe eS vollständig aus, daß jemand hätte annehmen können, diese Herren würden irgendwie anders behandelt als andere; sie seien im Gegenteil in manchen Dingen schlechter behandelt worden, denn sie hätten beispielsweise während der ganzen Verhandlung stehen müssen. Mit Korpsbändern und Mützen sei keiner der Angeklagten erschienen, einige, die beim Militär dienten, trugen ihre Uniform. — ES folgte die Verlesung deS Urteils des Bonner Landgerichts, durch welches drei Studenten zu je 80 M., einer zu 50 M., zwei zu je 30 M. verurteilt, die übrigen Angeklagten freigesprochen wurden. Das Urteil stellt fest, daß in der Tat schwere Exzesse der Bonner Studentcn vorgekommen seien, die nach sachverständigem Gutachten erhebliche Gefährdung des Transports darstellten. Da- zu gehören insbesondere die Entfernung der Signallatrrnen, das noch zur rechten Zeit entdeckte Legen eines Steines in das Bahn- gleise. Im ganzen sind 37 Fensterscheiben zertrümmert worden. Die Urheber der schwersten Ausschreitungen haben trotz ein- gchendster Nachforschungen nicht ermittelt werden können. Wahr- scheinlich seien an einer dieser Ausschreitungen Westfalen oder Teutonen, an einer anderen ein Pfälzer beteiligt gewesen. Die Bahnbeamten haben keinen der Angeklagten als Täter bezeichnen können. ES konnten nur drei der Angeklagten wegen Sach- beschädigung, einer wegen Beleidigung eines Bahnbeamten und zwei wegen Bahnpolizeiübertretung bestraft werden. DaS Urteil weist zum Schlüsse darauf hin, daß zweifellos schwere und höchst bedauerliche Ausschreitungen vorliegen, die nicht bloß im jugend- lichen, überschäumenden Uebermut begangen seien, sondern die eine gewisse Roheit und Zügellostgkeit, eine Nichtachtung fremden Rechts und fremder Persönlichkeit bekundeten. In Betracht komme ferner, daß man in früheren Fällen, in welchen ähnliche, wenn auch nicht so schwere Ausschreitungen vorgekommen, zu nachsichtig gewesen ist, endlich, daß kein Angeklagter vorbestraft und der an- gerichtete Schaden vollständig ersetzt worden ist.— Staatsanwalt Müller beantragt gegen Engel 453 M. Geldstrafe eventuell 30 Tage Gefängnis, gegen den Angeklagten Lewin die Freisprechung.— Justizrat Masse beantragte bezüglich des Angeklagten Lewin, auch die Kosten der Verteidigung der Staatskasse zur Last zu legen. Was den Angeklagten Engel betrifft, so erscheine die beantragte Strafe zu hoch.— DaS Gericht kam zur Verurteilung des Angc- klagten Engel in dem einen zur Anklage stehenden Falle. Ein Witzblatt, so führte der Vorsitzende aus, kann öffentliche Zustände und Mißstände kritisieren, diese Kritik müsse sich aber innerhalb der erlaubten Grenzen halten. Diese Grenzen seien in diesem Falle bei weitem überschritten, denn den Richtern werde der Vor- Wurf gemacht, daß sie in speichelleckerischer, liebedienerischer Weise Unterschied in der Behandlung und Beurteilung von Angeklagten je nach deren Angehörigkeit zu einer bestimmten Gesellschaftsklasse machen. Wenn auch nicht die Absicht, so habe doch das Bewußt- sein der Beleidigung den Angeklagten innegcwohnt. Mildernd sei erwogen, daß der Angeklagte nachträglich daS seinige getan hat, um den Richtern Genugtuung zu gewähren. Das Urteil gegen ihn lautete auf 300 M. Geldstrafe eventuell 20 Tage Gefängnis.— Der Angeklagte Lewi» wurde freigesprochen und die ihm er- wachsenen nötigen Auslagen der Staatsbehörde zur Last gelegt. Wenn in Moabit die gegen die Bonner Borussen an den Tag gelegte Milde angewendet wäre, hätte dann auf die enormen Frei- heitsstrafen erkannt werden können? Hus aller Alelt. Untergang eines deutfeben Unterfeebootes. Ein schwerer Unfall hat am Dienstagvormittag die deutsche Marine getroffen. In der Heikendorfer Bucht im Kieler Hasen ist eines der acht Unterseeboote, die die deutsche Marine besitzt. daS Boot„17 3", mit der gesamten Besatzung von 30 Mann gesunken. Bis zum Abend gelang eS, 27 Mann zu retten; aller Voraussicht nach werden auch die noch im Turm deS Bootes befindlichen drei Mann gerettet werden können. Ueber die Einzelheiten des Unglücks unterrichten folgende Telegramme: Berlin, 17. Januar. Wie wir an unterrichteter Stelle erfahren, ist der Unfall des Unterseebootes.17 3" wahrscheinlich infolge un- beabsichtigten VollaufenS einer Abteilung des Bootes entstanden. Eine unmittelbare Gefahr für die Besatzung liegt nicht vor, zumal der Sauerstoffvorrat für mehr als 48 Stunden ausreicht. Das Bootskommando ist bereits durch die Telephonboje mit der Außenwelt in telephonische Be» bindung getreten. Kiel, 17. Januar. Der Inspekteur des Torpedowesens Konter- admiral L a n S leitet die Hebungsarbeiten. Außer dem Hebeschiff„Vulkan" ist auch das Unterseeboot„17 5" zur Stelle. Berlin, 17. Januar. Die Bergungsarbeiten am gesunkenen Unterseeboot„17. 3." sind in gutem Fortgang. Die Besatzung i st am Leben. Die Periskope ragen bereits über Wasser. Kiel, 17. Januar, 6 Uhr 15 Minuten abends. DaS gesunkene Unterseeboot„17 3" hängt im Schwimmkran der kaiserlichen Werft, schrägt mit dem Bug nach oben und ist soweit gehoben, daß 27 Mann der Besatzung das Boot durch daS im Bug befindliche Torpedo- bootlanzierrohr haben verlassen können. Im Kommandoturm des Bootes befinden sich noch drei Mann, nämlich der Kommandant, der Wachosfizier und der Rudergänger, die noch nicht geborgen werden konnten, da der Mitschiffs befindliche Kommandoturm sich durch die schräge Lage des Boolcs noch unter Wasser befindet. Das Unterseeboot ist durch den Schwimmkran gehoben Ivorden, weil das Torpedo- Mutterschiff„Vulkan" sich gerade im Trockendock befand und daher später, als der Schwimmkran an der Unfallstelle eingetroffen war. » Die Versuche mit Unterseebooten sind in Deutschland noch neueren Datums. Erst 1906 wurden die Probefahrten des ersten deutschen Unterseeboots„17 1" in weitem Umfange aufgenommen. Seitdem hat sich, wie die„Voss. Ztg." schreibt, da sich die ersten Boote belvährten, die Zahl der Untcrsecbote schnell vermehrt. Die sämtlichen deutschen Unterseeboote sind auf der Germaniawerft in Kiel ent- standen.„17 3", das jetzt gesunkene Schiff, ist 1307 gebaut worden. Die deutschen Untcrsecbote Hobe» den Top eines als Hochseeboot geltenden„Tauchbootes". Maßgebend waren hierfür die schwierigen Küstenverhältnisse der deutschen Meere init den weit vorgelagerten Watten und den besonders an den Mündungen der in die Nordsee sich ergießenden Flüsse für kleine Boote gefährlichen Grundseen. Deshalb konnten nicht die in England und Frankreich üblichen.Unterwasserboote' bei tins gebaut werden, sondern es mußte zu dem in der Konstruktion weit schwierigeren Typ des .Tauchbootes" geschritten werden. Brauchbarere Konstruktionen der- artiger Boote gibt es erst seit ungefähr 7 Jahren, so daß die deutsche Marine aus diesem Grunds nicht eher an energische Versuche mit Unterseebooten herangehen konnte. Die bei unS bis jetzt gebauten Tauchboote haben sich im allgemeinen gut bewährt. Die Marine ist auch bis heute vor einem ernsten Verlust auf diesem Gebiete bewahrt geblieben._ Skandalaffäre In der amerikanischen Marine. Wie der„Petite Republique" aus New Aork gemeldet wird, hat der Vizeadmiral T h o m a den Vizeadmiral Barry seines Postens als Befehlshaber des Geschwaders deS Stillen Ozeans wegen honiofexueller Tätlichkeiten, die an Manm- schaften des Geschwaders begangen wurden, ent- hoben. Präsident Taft hat das betrefiende Dekret bereits unter- zeichnet._ Fromme Fürsorge. Die„Kreuz-Zeitung" lobt die Anregung eines Seekenhirten. denKinematographenin den Dien st der Kirche zu stellen. Es sollen Films mit Bildern aus dem Leben der kirchlichen Arbeit, der Mission und ähnlicher Gebiete vorgeführt werden, cS werde dann eines der Mittel gewonnen werden,„dem Einreißen der Zuchilosigkeit und Pietätlosigkcit der Gesetz- und Gottlosigkeit zu ivehren." Vielleicht nimmt die preußische Regierung diese Anregung in ihr Programm zur Rettung der Jugend vor der Sozialdemokratie auf. Verbunden mit der phonogrophischen Wiedergabe einiger Lamenta- lionen des Kultusministers Trott zu Solz über die ungeheuren Gefahren, die der proletarischen Jugend miS der Aneignung von Wissen drohen, versprechen wir uns von derartigen Veranstaltungen großen Erfolg._ Kleine Notizen. Pom verunglückten Ballon„Hildcbrandt". Gestern nachmittag gelang eS, die Leiche des BalloilführerS, Rechtsanwalt Dr. Kohr«, an Land zu bringen. Die Leiche des Prokuristen Keidel fiel bei den BergungSversuchen aus dem Ballonkorb ins Wasser und versank. Die Gondel deS Ballons ist geborgen. Die Uhr de« Rechtsanwalts Dr. Kohrs war um T1/. Uhr stehen geblieben. Danach haben die Insassen wahrscheinlich schon nach zweistündiger Fahrt einen Landungsversuch unternommen. Eine Doppelhinrichtung. Im Hofe deS Jnsterburger Ge- fängnisses wurden gestern früh die beiden zum Tode verurteilten rulsisch-polnischen Landarbeiter Wladislaus MurawSki und Peter Galat, die ihren Arbeitskollegen Sokolowski im August vorigen Jahres getötet und beraubt hatten, hingerichtet. BergarbeiterloS. Auf derKonkordiagrubc bei Zabrze stürzten beim Pfeilerabbau große Kohlenmassen nieder. Hierbei wurde der Bergmann Pyttel erschlagen, ein anderer Bergmann konnte gerettet werden. Mord an einem Achtzigjährigen. Im Wiener Gemeindebezirk Brigittenau wurde gestern nachmittag der achtzigjährige Agent und sriihere Bauspelulant Jakob D e d e y a n, ein naturalisierter Perser, in seinem Kabinett mit zahlreichen, von Dolch« stichen Herrührenden Wunden bedeckt aufgefunden, denen er im Krankenhause, wohin er sofort gebracht wurde, erlag. Der mutmaßliche Täter, ein au« der Türkei stammender ehemaliger Angestellter Dedeyans namens Eremi an, befindet sich in den Händen der Polizei. DaS Motiv der Mordtat ist noch nicht aufgeklärt. Marokkanische Grausamkeit. Der Scheich von Koubbau hat den Sohn des Scheichs von Bezmaa blenden lassen, indem er ihm flüssiges Blei in die Augen träufeln ließ. Infolge dieses Vor- falls befürchtet man Kämpfe unter den Eingeborenen. �jb�hiangsaeachäftg � iUnkK&QEU Credit-Haus [„Bellealliance'' Bollealllancß-Str. 100, I. Etage. iTare« n. Möbel ä. kalsut. Beding, Erscheint 2 mal wöchentlich. B(Bxiss$Bqu&Uen*�!enBichmBi Untcnotehenda Geschäfte empfehlen sich bei Einkäufen Röhn's Samariter-Bad Frankf. Alle, 32. Rigaerstr. Berliner Credit-Haus #RP Komraandantenstr. 67."Wk Mll-ta Mil TutmstraOe 55. Ecke Waidstr. cewähitjedemb. spielend leichler An- n. Abzahlung mehrjährlsen Kredit auf Waren und kLSdel. !l|]2pp||pn Q Spandau iiiJuUU iUl) U, rotailaiaeratr.23,1 Auf Abzahlung gibt Wilh. NeumauD, Pappolallee 83 Waren, Möbel, Garderobe. ffoiteaarl�rnr- �Alhoholfrolo�����We� SmalcofBilzbrausej Qen.-Vertret. QttO Star'lCk NO, Landsberg-er Allee 8/7. - Fernruf VII: 1066 u. 1561.— Fr an k A braham Haml). Messina- u.Römertrauk-Kell. N 4, Schlegelst. 0, Fernsp. III, 7727. BO BftCSß"nd'be�r Stn95: r.nl-ril Seiler- u. Limonad.-Fabrik UUlnll, TUaeratr. 14. T.A.7,8176. && Btsfes alkobel- 211. 3bi freies öetränk. Vi 8 VI BeniHp.fiuiiolfM �Tirteltar-BelilBlriun�J FÜLT* 18 Utr f /.osseuerstr. 32 • IT iallirk» BergmanB5t96 Kolinsn8]öringS?Mtrf2: Landsb.AUee 148 Rird..Bergst.66. lüeiiiLKiaflbrohTich'.praifl.n.arzli. zapf, Feronia Alleinig.Fabr. Gebr.Hagen Nchf. Max Hagen, Dalldorf erstr. 16. Gasdicke's Bäckerei Ober- u. Niederachöneweide Karlshorst, Baumschulenwcg. 1 W Hankg'i MMml J TS GescHäft© ) in allen Stadtteilen Berlins J und in Rixdorf. Geg�pdct INgg. BuehUSohn, Bäckerei„Korclstern" Inb.: Gast. Muller Filialen i. verschied. Stadtteilen Bädterei Oststern, Scharavebersl.23 Herberg, Paul, Amsterd.-Str. 29. Gtrechterstr.n. Burgdorf8tr.l4. Jarosdi, A., Winsstraßo Nr. 67 Großbäckerei. Christburgerst.88 Badstr.13. Schwed.- St.19, Soldinerst.SO, __ Reinickend.-St. 118. Kunze, Grossbäckerei Berlin N, Pankow, Weiflense«. MMM BMIM Ä Rieh. Liebenow Kisdorf; Bergstr. 113 Brotrabrik. Filialen in allen Stadtteilen. WaldeinarGeskc, Trept»*, Eismstr.Sä. Mache, Carl ,s�Ijr Samariterst., Ecke Frankf. Allee. Proakauerstr. 81. Voigtstr. 80. Waldeyerst. 1. Grünbergerst. 15. 8traßbg.-St. 39. Franseckyst. 16. Peter,sf«röfsbäckerei in allen Stadtteilen u. östlichen Vororten; üb. 60 eig. Geschäfte. Gustav Schulz, Gcorgcnkirchslr. 67 Scfaäpe, H., Rixdorf, Bergstr. 84. fitonütt, O. BCTito o° no. Max Spillmann, Görlitzerstr. 63. Ferd. Tzschetzsch, W rangelst. 45 ülbricli STST'"'' Heinrich Wittler Pampeniiikel-. Schwarzbrot- a. Simoni- brot-Fshrih. T. II, 3213. Maislr. 7. Yerbaiirsslell.i.all.Cegeiid.Grot-Berlin9 c Badeanstalten Anstalten vom Admiralsgarten-Bad: Alexanderplatz 3. Luisenufer 22. Reinickend.-Str. 3. Lützowstr. 74. Arkona-Bad, Anklamer-Str. 84. Augusta-Bad, Köpenick.-Str. 60/61 Bürger- Bad We�b"tr Bftd, Mönzstraße 2. V'CUIIIZ,- Kassonlieferant. CeniFai-Eail An-e�Ml».-s. Bad Frankfurt, Gr.Frkft.Str. 136. Lieferant sämtl. Krankenkassen Bad Friedrichshain, LandsbAIIeel 53 Gflnzels Bade- Anstalt, Brnnneiilr. 120. Badeanstalt, Hasenheide 18. Helena Bad, Cnlmstr. 20 a. Holionctaufen-Bad,CoIiut4(it Am Nollendorf-WInterreldplatz. Bfirsen-Bad, Dlrcksenstr. SO Am Hackeschen Markt. aller Kassen. B-Z cm F-U Landsberger St 107, JL-PoC-HW-C Gollnowstraße 41. H- Kallsch, Lieferant all. Kassen. Iffland-Ead, Marsilinsatr. 9. Kaiser Friedrichs Bad, rb»rl.a.BU. KSpenlcfcerBad,Köj)enick.-St 176 SC!JI»**"*,a,t.Gfundin.-inn "O»»" Kopermkusatraße 29. SCMf*"AB,talt.>'-ö8er" ___ Hoaentalaratr. 70. Bad„Meyers" lief, Ackeratr. 132. Marisnbad, Chausseestr. 42. MünchenerBad.Ri-.Jliiiicbtrcratr.Sl. Nationai-Bad, Brunoenstr. 9. Meander-Bad, Neanderstr. 12. Neptun-Bad, Scbönbaaser-Allae 104. B-Norä-OstLÄÄ�-K. Bad Ostend Äf/K�aei Ost-Bad, Pallisa denstr. 76. Bad Pankow, Wollankstr. 26. Passage- Bad Damm«! Prinzen-Bad, Prinzenstr. 42. Reform-Bad, Wiener Str. 65. PeformbadWcißensce,LeMer8lr.l04. ifflEF-Sad Ätaga�.™�- Kuss.-röm. Bad, Stepbanatr, 40. Schiller-Bad Schönhauser Bad, Scbönh. Allee 28. N§ cafSs 2#- Eatl■■ aa M 4® I Ii e Ö n«1 Schlesiscbe Str. 3 1. Spandaucr Bad, Neuendorf. Str. 96 V TIRlonia- Bad—— Kottbuscr Damm 75 y Friedrich Wühelmabad Chausseestr. 87. Viktoria-Bad, riainmeIsb.,Pr.-Albert«tr.6. Wilhelmsbad, ScbützeBstr. 181. 2762. H. Bauke, Stralauer Str. 56. Lange, A. E., Bruunenstr. 167. Meyer, P., Ri., Berlinerstr. 49—50. Pelzmann, D., Neue Königstr. 30. Wende, A., TÄr341 Rpirh<» Ä Scydelstraßo 15. Keicne, R. Lief.ailerKaaaen Max Schönfeld, O. Müggelatr. 3- Kuranstalt Ungjäbr. I. Assistent d. ehemals veitberdhmt. Jakobi Heilanstalt DM- Pflanzenheilverfabren-WM Attest« tob OeheiitM. �Beepdl�AMtrsä�m� Berudt,W.,Fillanerslr.7.EckeJI«Belal. A. Butt!, Zorndorfer Str. 23, fllul PßlilS Fraifkfurter-Alloe 170 Oaister, M., Badatr.§2,63. Georg lleroldt,Oderberger»tr.33. Hlekel, Fr., Gr. Hamburgorst. 37 Kodb, Emil,Weißen»ee,Berli»crl.45 E. Lüttcher, Primtml. 24, IT, 10 880, Misch, O. n.Münchebergcrstr. 1. Meldt, Fritz, Rixd., Reuterplatz. Gust. Nobert, Potsdamerstr. 115s H. Petermeier, Strelitzerstr. 8. Petcr-Schlev, Wllh., Zouaiarztr. 1 1 Rommeck, C., Ri., Hermannst. 22, Fritz Settekom. Elbiugerstr. 21, R. Stark, Wiclefstr. 20. ��Belei��t�QeBenrt�J Becker, Reinh, Invaliden» Str. 164. Beuster, Rlxd., Koia-Friedrlehit. 175. RuriTol R Rixdorf BUnZei, n. Kais.Friedr.-St.49. BBttner, A., Danzigerstr. 96. E.Lelscbner, Kottbusserdamm 69 Kronen-GrossmaDD Elsasser Str. 92 Leser des„Vorwärts" 60/o Rabstt. UEüEOllOrt, 0. P., Lf.d.Spar�No'rd; �M&StlingiderSan�a Schrammar, D., riSÄIir Hamburger Laden, Charl., Wallst. Sl Keiner, Otto, Gerichtstraße 86. WilkScbolem Kottbuserdamm 94, Koller. SchUCh, M., BcrlinaTaUI. Schwalbe, Wllh., Wolliner-Str.12. Ufopl/OP R Mühlendamm 3, iVCuKul, H. Kottbuserdamm 98 w. Aktienbrauerei Potsdam. Eigene Niederlagen: Berlin SW, Tempclhotcr Ufer 15. Brandenburg a. H., Febriler Str. Z. Spezialität: PotsdamerStangenbler in Flaschen und Gebinden. Bergbrauerei::» Feinstes Doppelbier Tel. III, 1412. Berliner Bock-Brauerei. Kerl, ffeifsbier A. Landre Straloaer Str. 36,37. Tel. 1, 7685, 4004. Weifsbicr C. Landet Ad-Ges. Straßbnrger Str. 6-8. TeLlll,1692. Max Böhm Marienbnrgerstr. 17. Brauerei„Germania" Actien-Gesellschaft. In ca. 100 eig. Ausschanklokal. �/loLBaimciilöPIg., kl. Weiße 10, gr. Weiße 20 Pf g. Brauerei Alt-Berlin, Charlottenb. Gabriel 4 Jaejer, Weltbier. T.-AJn,N».(30 Bier-Verlag. Gitschinerstr, 90. Idl Berlin S, Hasenhaide 32/38 offeriert ihre vorzügUchen Fafs- n.Flaseheubiere. Caramel- Weifsbier fast alkoholfrei, erfrisekmd, bcknoinliok, Berliner WclBb.-Braucrei E.VVillncr. Grotcrjans Naifbicr, Schöah.-illce 1 30, T. m, 50(3. fHT Maaee- Brauerei."WC C. Habels Brauerei hell— Habelbräu— dunkel. Hempel, E., Müllerstr. 138 d. Kahlenberg, A., Müllerstr. 156 c. Brauerei Engelhardt A.-G. Lagerbigr������Mahbier. Unser Ooidbiep ist nicht nur ein Erfrisclmngsgctränk, sondern auch ein Gesnndbcltsblcr ersten Ranges. Berliner Bnions-Branerei.BerliD 8. Luisenbrauerei Weißensee. ßcr'lfn er Porter, Maiz- u. Wei&bier Brauerei y9Sternfl N.4, Chausseestr. 40, T.-A.8882. 8. 1>. Moewes Hohersteinweg 6/7. Tel. I, 8360. NiMM Erauliaiis Mlit . l-fi. Schlesischestr. 20. Tel. IV. 4785. irw— wsrw—«TM m mm Phönix-l Brauerei h A.-G. S Erstklassige 3 Biere. 3 gegr. 1820. Berlin C 54. T.III, 1517. ROland F1-0b-if)iebrveraand. Srhflrfp Grüner Weg III. OUIdUC, weiß. n Malzbier. Siosslrara SMm Schlonsbräu• Xronenbräu in Gebinden und Flaschen. Stadtbrauerci-Schonebg., Bahast. 14. Strehblow&Co..Welßb.,Gerichtst. 4$. VereiiiiBraDereiTeiitoBia.llWH. Weissbier Albert Hrann. Weissbier, C. ßreithaupt, Palisa denstr. 97. Tel.-A. VII, 2634. Hier F. W. flilie&Blo 1.-6. Koppenstraße 68/69. Tel. 7, 2821. GRUps�??ar!!��rummestr�29� Otto Graunetraße 8. Ww. Rutschte, Ri. Hermannst.62 H. Zinke, Nowawes�edr.- E.Prbittrri. c Bouillon-"' Qnfel D RXhrnilttol-Ueeeiiachaft „Krone«4 Michaelis& Co. b/S: Berlin SW. 47, Hagelberger Str. 49. 5 Buttnp, Eier, m«8} . F. Assmann 20 Filialen in Berlin O. ArenzÄ Popcr 8tÄr3r Butlerbandlnng Max Baeniadi, 8 Filialen._ OskarBeck 0e,"art. Dresdenerst. 97, Blücherstr. 11 Reichenbergerstr. 18 u. westl. Vororte. Vorzugaprelae. Fritz ISartz Fili®]en. Buntrodi, W. BoddSs. t llüaeritl Oderbergerstr.53. d.lfdnPrili,Schivelbeinerst.l7 Dünkier, Otto, 11 Filialen. Carl FrankefÄ Hofliefer. IHgroSe lin eljeac DeUiljeach. Ulli t Berlin aTorcrte 1 L| d Fried. Giiseke, 7 Filiiilen. | F. Hagen 22"Sri August Holtz gÜ Hoffmann�., Ober-Schöneweide. Kenten, Gedr., Wörther-Str. 83 a. Kosmalla, E., 48«!��. Eugen Köhler, Neue Königstr. 68. Licntenstoln, A.» Thaerstr. 23. Aiaeding, J. Markthalle, Azdreasatr., Krsatitr. Memeler-St. 74, Grüner Weg 97. MfcErnstfflaÄÄ )rima Wurst- und Fleischwaren. riiua vy utöi- uuu iutterbandlaiigFritzWuth. NOrdStern inierUnNanNO. PomOrski,PaaI Choriner'ir.U8 Brauerei Pfefferberg Versand- nnd PilsenerBier. Branerei Tivoli Äruäu"� Fruehtstr. 37._ Braurci WeiBeoiee. H EDden. H Lutterhandlg. I p UernaaDslr. 116,1 I Hennaoastr. 39. I Ernst Schneider, Spandau Schenefeld«, Britz, Chausseest.Sl Schroier.LII»- Scholz, Arthur, Ri.,HermanQ8t.66. Sdiuruacher, J., Markusstr. 47. A. Talman"sfr'T" Uhly Li Wolfram fiEiiniffaBiin.Ert.ÄAmr. Xum Stern, Adalbertstr. 12. c Cacao, Chocolade Assmuss, Kastanien-Allee 39, Konfitüren. irl1! OY Filialen i. all. llCiA) vJb� Stadtteilen Die Fabrikate der „Sarottl«« Chocoladen- u. Cacao-Industric- Aktiengeselischaft sind überall erhaltlich. Schon Nf., Konfilöre«, Xow.,Prie8ter8t.l2 Schütz, Warschauerst. 82, ggr.1900 Seiffert, Erich, ÄÄunn Trirhmsnn II Cbaasserst 42, Bads« 33 a. Itlu!!l!(ll!ll, U. Weißensee, Antonpl. C Voigt, Gräfesl. 27, Eckeürbanst '.Vcrkmeister6Refzdorff,0.,Gr Fraab farter-.str.89. Gr Wej.l 1 3, Dreada.-Str. 69. Cisarrenhandlungen Brager, J., Rixdorf, Bergstr. 57. Brüuer, P-, O. 112Pro8kauerst. 12 Frohs, Gust., Rixd.,Tbomasstr.3. Cnrcrnv H Choriuerstraße 13, WUl LdN, Iii. Tabak-, Pfeifenhdlg. Alfi. Rasalke Kr. XXI»#. XXUVU1UU gta(jtte|j> Klein, Wilh. Sl1,84 Krebs, Aug., Rixdorf Bergstr.124. H. Misrhke, Beusselstr. 32. Willy Münstermaun.Gledilschrtr.lS. Schirmer, A., Invalidenstr. 2. Weber, K., Ri., Hermannstr. 110. Wolters, Theod-, Blücherstr. 25. c Damenkonfektion Hugo AHronfelcf. Gr.Frankf.-St.117, Badst.32. Binsen, Kleider, Min tel.MiS&nfert. Max Arnsdorff Oranienstr. 176 u. Rixd., Derggtr.9 Blugen-Kah, Kl. Berliner Str. 7. [arlBriDIlifZErlRoSenbirgem»: Cohn, Geschw� Borgmannstr. 9. MMM!Mi!Igstr"76 Czerwlnskl,F.,Reichenb.-Str.l62. DombrowskySÄÄ w tw ut\j ABfertig. naeh Mi Holz& Ascher O. Frankfurter Allee 68. N. Schönhauser Allee 127. zln 5«• Blus., Kostüraröcke, �' wm Wäsche,MaabeDgtr.13. Pappelbaum m.Klfider.Köcte.Gollnowgtr.a Rissen,! Wagn r.Z6 37 a» O Rixd., Bergstr. 42. M Damenm., Pelzw. Westmann 1. Geschäft; Mohrenstr. 37a. 2. Geschäft; Gr. Frankf.-Str. 116. Bei Vorzeigung 6% Rabatt. l/n|4f Blusen:: Kostüme' " u 1", Schönhauser Allee I27a. A. Kieper, Nowawes Friedricbstrasse 28. C Orooen u. Farben 3 Adler-Drogerie Ap�Än. Adler-Drogerie, O., Müggelatr. 8. Angermann, Königebergeretr. 13 Artelt, Kurt, Ri., Reuterstr. 88. Beider, C. Litthauerstr. 6. J. Beetz, PetersbQrget M 72. O. Beug, Böcklistr. 54. Eckt Grlarstr. Bt!i.Bfl[eliDi.ÄÄ;� Sämtl. hygienische Bedarfsartik. Vereinigte 48 Pommersche fertcois- Meierelen«teilen. Bohne, O-, Sp»nd»a, PicheI«d.Str.a. Böckmann. Fr. Hochstädter8tr.21 Robert Brü�gemann, A�StrsIan70 Domsalla,W., Falckenstein8tr.44. Donath, W.,Landsbg. Str.99Ecke. Drogerie, Landsberger Allee 55. Fhppt Ma* Kopernikusstr. 17. liWtl l, 1*1 dA War8chauer8tr.21. Edlson-Drogerien, O.-Schöneveid«. Franz Fischer, Pmkf. Cbicsse« 148, Simtl. Gnmniiarlikel:: Diskr. Bedienung. Fortuna-Drogerie, Zossener8tr.35 Lieferant f. sämtl. Krankenkaasep Franck, Ludw., Ri., Hennanosir. 108 FÖh8e,0. Fruehtstr 62 Friedrich, Paul, 0, Gärtnerstr. 29. Germania-Dr.Spand.Pichelsd.St.Ol a Grasnick, Fr. 0. Kronprinzenstr. 48. Gottschalk, Otto, Krautstr. 55 a. Alfr. Gotting, F�lTr Grelaer.H., Roinickendorf.St.105. ApothekerGrünenthal.ß ieicnt.69 Günther, J.öwen-Dro8erie",StroB«l. 37 Manisch, Roh., Boxbag. ChausstS. Haeberleln, Trept, Oraelz-Boocliejtr. Hansa-Drogerie, N. Raunierst.50. F. Hotop, l'fnau-Drog., rfnaastr. 6. Klahn, H-, Ri., Kalser-Friedrickatr.!3( KüElßllEtk'OrOg., Hennannst.ll,. Kronen-Drogerie, Alt- Bozhag. 49. I omolra Scharnweberstr. 14a, LaClIiLKD Ecke Weichselstr. Lercb, Ph., Reichenbergerstr. 1 16. Alfr. Marsch Culmstr. 37. Messl ng,Bammel8bg.Türr8cliin. 8t. S5 W.Metcke.Charl., Potsdam.-Str.S. B.Michaelis, ScbönhauserAlle 183 Nellö, Felix, Memelerstr. 16 a. Neue Drogerie, Hochrae!sterst.8 Apoth. Oppermann, Henainnstr. 227. Felix Pinkert, Rügenerstr. 10. Piper, R., Boxhag., Sonntag3tr.29. Ramien, Otto, Landsbg. Platz 1. Rats-Drog. Spandau, Potsdaa.St. 2. Rattey, Hans, Memelerstr. 72, Bill. Bezugsquelle f.Gummiwaren Rathaus-Drogerie, Ri. Donaostr. 24. RccoHin,P.,Reinickendorferst.51 Louis Rühl, Inh. Paul Riihl, Cöpenick. Franz Schönbeck, Oberschöneweide. Schubert, 0 34. Ebertystr 46. SchultZtHugOg Müllerstr. 166 a. Photogr.Bed.-Art, Hyg.Gummiw. Erich Seidel, N. Lychenerstr. 113 Sieglrieii-Oroißtifi�-rnier�o1 Edmund Buchloh, Soldinerstr. 26, Lief, sämtl. Kraukenk. T. II. 2658. Spangenberg, Frankf. Allee 34. Carl Spitzer, Stralsunderstr. 29 Union-Drogerie, RomintenerSt.l. Virchow-Drogerie, Fehmarnstr.4 Rob.Wel8ch,Frankf.-Chau8see95. Werder-Drogerie, Britr.Radowerst. 5a. Wedding- Drogerie, Genterstr. 37. WllliWesch,Charl.,Nehringst.I3. A. Wohlgemath, Usedom Str. 22. Zobel�&Mrg���ckerstTj�O. c _ Elsen- u. Stahlw., Waff.) Aln�n�S��JäiserTrleSncüIstr�. W. Allner, Muiackstr. 24. Beutel1CMBozh.,NeueBahnh.St.26 Uerm. Braun, Lasdebg. Allee U9. Brenneke,C.,wraeugeiftr94 6. Brenneks, Schrui. Alice 156. W.Brcnnekc e�oSos*. G. ßrucklacher, SÄ; Otto Döring, Rixd., Elbestr. 34. M. Eggeling, Müllerstr. 29. Willy Erpel, Turrastr. 29. J. Fehrmann, Birkenstr. 67. fiwltoiWflltraaÄÄss. Turmstraße 63. Spez.: Schlittschuhe. LHlllPT Wilmersdorf erstr. 102 3 RlÜBi Haus- u. Küchengeräte Jacob, Otto, ÄÄ Carl Jung, Strorastr. 31. Hermannstr. 172, Schillerpromenade 9. Pari �OPctcrit Weidenweg 62, Uull lidiülÜUl Hans-a. Küchengeräte. Kniehase, A.,sk?mzonrsSt.«B. Fritz Köhler, Hochstädtorstr. 2. Unrt Urcnrbn Schönbaus.-AIIooSO. liUU UlaRlK?, Ringbahnhof. Paul Kruger, fS!®Ä. Gust. Lenz GätS,,,. Lübcke, Ernst, Samariterstr. 13. Osk. Mann, Rostockerstr. 34. Markwart, Bomh., ßaatozclialcavcz. P.HolilEiaD8rIhM?SS: Banartliel, Werkrcnna fiirdec Banbaiarf. Franz Müller, Weinmeioterstr. 9. Müller. R, Boxh., Wismarplatz 3. A.Radioff, Reiackdrf., Msrkilr.l a.S«e. Max Richter, Scbönh.-Allee 104, Rössel, F., Markgrafendamm 1. Rühlmann,P.,Müllerst.40b,E. Soest. Schmidt, Paul, Li, Seluriweberal. 49. Schröder, C.1Ri.,Hermann8tr.89, 60. i.C.SchützeNachf.,� Heinr. Schupke, Wielefstr. 12/13. Sellach, Th., Ri., Hermannstr. 48. iBTilidenstr 133 Eck. Gartenet. Seorgltasiiiswild Roii. MM üaöll. wTuÄ: E. Teesch, Ri., Kirchho'str. 12. Paul Tie�s, Chausseestr. 42. 0 Troikc, Th. poSüÄ-° each,Chantbg.,knol)eis(iorffstr23. Franz Wollmer wSd�er- WuriasceJhax,Nachf.,InTalld.-Str.2 Zobelti�Pankow�Bsrliaeis��� �F�»k�nS��gillI>in»avli� M�AÜele�nrrmnenßtrTTOr Carl Alm, Bochaaieratr.l.E. AH-KsaMl Baum, Emil, Schöneb., Herbe rtst.I Rrpnnahnr Fabrik-Fiiiale DrClIIIdOUr Kronenstr. 11. Bölling, B., Kottbnserstr. 18. >1», n-m Schönhauser Allee 116 HlEX udü] Kinderwag., Bettstell Daedrich, P.t Ri., Bergstr. 159. Falirraii-LelSDS Wm Neue Schönhauser-Str. 11. Fahrradhaus Sport, Charlottenb. Bismirckstr.62, Arb.-Radf. 100/oR*b. Fiedler, G., Spand., Klosterst.iO. Heinrich Hahues, Cöpeniok. G. Haller, Charl., Bismarckstr. 79 Klinik KrOger. ' Rjfh 47a •> Linienstr. 8. Leopold A Schulz, Danzigerstr.29. Ernst Machnow Größtes Fahrradhans Berlins, Jahresumsatz über 15000 Räder. Verlangen Sie Katalog grat.n-trk. W. Mallosch ky, Schles.-Str. 45. r-.l unilnr Reiniekend.-Str. 106, Lull Inllütl Chausseestr. 81. G. Plage, Birkenstr. 77. Röper.Cari, Pelcribj.-St-S lIFtMADm Röpke, G, RI, Hobenzollernpl. 15. Schönbom Willy, Charlbj Scholatr.5. A.Wodnlak, Apoatel-Paulusst.41. c FSrbornlen, WSschor. Berliner Dampf-Waicfaerol Fritz Hering, Neue Königstr. 84 Daüipiwästei„ DunkerstpaB« 8B. Aitbelianm för Liefcraag von Utdelltser Wasche bei natigstea Freisen. 35 Gebr Erbguth Bremer Slr.48. O. Noefe 1 Färberei o. ehem. Wäscherei I f. Herren- u. Damengarder. 1 Läden In allen Stadtteilen, j Berlin, Ripdorf, SchönebArf! Tailliert, J., l See-FTachhandlunoenl Ahlers& Co., S SeefUchhanclltinn. C.Dittmann Berief �.42 1X«xfxl Weidenweg 79, auch Wild und Geflügel. Chr. Kroog TuS tagl. Bahn- u. Postversand. See- u. Flnß-FLsclie,.MarlnadeB, Rincbcrwaren. Seelische vom Fanaplstz Preislisten gratis Hans Kunkol Ge®3tf' ■■MRManmv MUNOO WiDkMrtfioliIÄVÄ PcterAbrahälnSnrStraläund.Str.s; Hermann Albrecht, Metzerstr. 7 5*» KsiSfall Warschauer Straße 88, ff- Fleisch- u. Wurstwaren. Wilhelm Behr Wurstfabrik, Speck- und Schinkensalzerei. BerHn.Schönebcrg,KolonBcasL57-58 Beste und billigste Bezugsquelle f. Wiederverkäufer. «Hast liirnsteinn5un�erönT78. Paul Brackrock, Huttenstr. 72. Braiim, franz wkÄÄ Georg Brenner, Ebertystr. 57, P. Buckwitz Rigaerstr. 106. Spez.-Gesch. f.Fleisch-u.Wurstw. '. Bachbolz, Ueedonutr. 13a. iPaalel, J.. Ei., Hermannstr. 147. Robert BludschusNachf lg. Panoramastr. 1 o. Gontardstr. Billigste Bezugsquelle. DanzigerFieiscb-Centrale - Danziger Straße 14-- Rieh Deckert, Sä��tTigosz� Scharuvrebcrstr,!, Albert Douike, Stralaoer Allee 24, Georg Düll, Thaerstr. 23. Düll.M.. Rixd., Kais. Friedr.Str.14. Trithsrl, f. Petersburger Str. 59 jUlullUI, II.,(SternmarkenL Wurst, Speck, Schinken kauf.Sie a.besten u. bllllgHten bei Anton Fehlau, Gonthardtat. Stadtbahnb-Ecke Königsgrab., Andr.-St.47,Lands- bergerst. 98, Konigsbergerst. 8, Landsb.-AIlee30,Rixd.,Berg8tr.!6. •leisch-Zentrale Charlottenbg. A. io e rs, Schillerstr.85, F. 8382. Wurst- nnd Flelschwaren off. zu billigsten Tagespreisen August Haffer I. Geschäft; Dirksenstr. 43/44, II.„ Kastanien-Allee 62, III.„ Skalitzerstr. 99. Fleisch- o.Wnrst-Centrale BrunnensfraRe 76. Beste and billigste Bezugsgaelle d. Nord. iiee Fleisöi- am! WiirsiwarED Landsberger Str. 20._ Oskar Fritsdi Äw'oe. Jj. Friede, Paul Friedrich, Stephanstr. 44. GerhardtÄÄ9 Fr. Cerlach, Tanroggeneratr. I«■ L. G.-nil.nf), Kottbusserdamm 8 Spezialgesch.f. Fleisch- u.Wurstw finmwalii IM. Ä'Ä. Gottlieb, Reinickdf., Amradni. 109 Eduard Grunwald nur Turmstr. 37. Wurst Speck Schinken. OttoO rubeHoÄ7. Berthold Hahne, Bsihageaentr 2. Willy Hauka, Cruuueustr. 121. [i8rra.BartiBaooEckd:tL,5sti.u.tr. Carl Heil, Rixd., Weserstr. 213. WÜh. Langestr. 28. Conrad HeckeL Admiralstr. 35. mrstlitell]., ��senst�."- ICneore Heiter Eckte Braeaackv. i. Tk« riager Wttiat«. I.Geock.. Aadreuatr.30, Blaaenlr.JSa lllldcbrand,Wiid«v.St.28, L.Koos.G.B.C. Carl Jacubczyck Spandau Albert Jähnert JÄS; Fritz JcntschÄa"�.5 Herrn. Jeske, Kronprinzensir. 53/54. Richard Jeske, Sparrstr. 1. Josef Jessenberger, Fosenerstr.U. Pranzioniy.ltralsDniieritraßüZ?. Jul. Rempe, Boyeung 5' Feine Wurst- und Fleisohwaren Spezialität: Landschinken OsRar Klähn 114 Alt-Moablt 114 153 Invalidenstraße 151. Fritz Klein, Kottbuserdamm 12. Alfred Kluge, Liebenwaiderst. 12, Max Enaat, Alt-Boxhagen 60. Auguit Roch eran»u»� Straße 8. Ernst Kolbe, O.Königsberg. St.5. 6 ff. Fleisch- u. Wurstwaren Lenbachst.l. a-a*xis a. xx v» i«j w, a-/• o vj A. Kö'hn, w Gast. Kantze, Boihagrarr ckaoure 1 9 Ernst Kurth, Mnsknuorstr. 33. ILebensmi'.tel-Größ haudlucg j . Triftstraße»—— Billigster Einkaul d. Nordens| Lisks's flüiidizBiitrale X'T" Heinr. Langer, Britz, Rudowerst.S Herrn. Leucht KÄn" Wilhelm Liebherr Max Lteske, Tiisiterstraßo 10. W. Lindner, BI.Kais.Friedrickitr.38 39 Fr Lindemann. Emdenerstr. 45. Lochmann, Malplaquetstr. 32. E.Löifler, Strelitzerst. 62 Innhl'S Inh Rostockerstraße 43 l'JEIJ«, JllU. Fielsch.u Wurstfabr. Aug. Maar, Schulstraße 103. R. Magdzinskl, Jasmunderstr. 15 H. Wlatzker�X'S Stephan Mederer, Zoradorfentr. 19. Otto Menzel SS: 6ottfr.McussIinaGs�ßeT Josef Michel, 8tsÄg9er Albrecht Müller, Höchstestr. 45. Adolf Nagel«frÄ1" Max Neubert, Strelitzer Str. 30. Julius Off, Richthofenstraße 6. Karl PetrichÄÄ F.Pogorzelsky, Charl., Tsnrogg.-St.SS MaxPohler,W.,Blumenthalstr.l9. lul. Pyttlik Äm. Fritz Rasch, Stephanstr. 61. A. Rathenow, Elsässcrstr. 12. Peter Rechel ÄS Reimann, Frankfurter Allee 38. Ulli no W.A., �rdAnarta WalterRudolph, Grünbergerst. 17. Ottomar Rudolph, G5rtnerstr.l7. E. Schauer. Huttenstr. 70. Rieh. Schiddel, Chamissoplatz 4. Eduard Schmied, Löbbenerst. 19 ' MntiaUSfir rel,ch"» Aufachnitt- rliuuiiauoci, Centrale, Wickertalr. 1 59 Oskar Schubert, Hussitenstr.44 Max Schubert Ml�6Ttr Albert Schucht O. Schreiber, Hohenfriedb. Str. 1. Max Sommer, Weberstraße 48. W. Tauche Pan?!exrÄ 25. ß Thiel kf. Fleisch- u. Wurstw. . 111161, Lichtenberg, Brtt« Tllr. InfstklteMe-ltaa«vi#. ThisS, N- Weißenburgerstr, 74. Feine Fleisch- u. Wurstwaren P. Hetze. MMW fillee 80. Albert Urban, Nostizstr. 34. Karl Unte Franz Veit, Palisadenstr. 50. Wilhelm Vogel, Oderbergerstr.l Wilh. Vogel£d;2 C. Wiese, Mühienst.45. ff. Fleisch- u. Wurstwaren. Herrn. Wilhelm, Ri. FriedelBtr,2o. AugUSt Will iPeüeslr. 48. Gottlieb Wloch, Grüner Wegl'S kauftmanFleisch und vw �Wuest gut und billig? *39/ 19 mtuBpjesnqttog 'mnEUOH-tain/w*n-qoipu mf P. Wontora, 0., Friedriek»berg.St.21, Wurat-Borgwardt, Ziaasklrchpl. 4. Wurst-Ccntrale�;-,« Wurst.Spgck, Schinken Paul Zwarg, Landsberg.Allee 136. Glas u. Porzeliaa 3 floeder& Kroll Rixdorf, Bergst.lSo, Ecke Rosenst. Karl Harms, Danzigerstr. 7. G. Kröger, Weißenburgerstr. 71. A. Wllborn, Bruunenstr. 16. � Grammoph., Sprechm.� Becker, W., Wilmersd.-Str. 127, L Hoyer, A., 8«�°� l Look's Rollschuh- Centrale u. Musikh., Ooltzstr. 47. PhonGgraplien-Ratz größtes Spezialhaus. Reimann, Hackesch. Markt 4. Teil*. Spredimaschinen-Centrale Arthur Kühn, 8*5.0.. Oranie&itraBelSI. lUamlnH Invalid-St.2«, Türmst 3t nullUcii, Tellzahl-BCtattet, Winde, P., Prinzenstr. 92. Q. Böhlke, Clnaa.it. 9, KlempaereL Eeuster.Rlxd., Kais.-Friedrich8t.17l. üällliert, 0. B«eart.' 1«. FEnliiianfl Bomgomlii aÄ Uamnirli Spandau, Sch5new.St.92 du Ii!!l III, Eiaaille, Glas, F.nelUa.laD,. köchen-SchreierDriid.dÄii Llndnar�fachf., Perlebergerst.39 Messow, M., Reiehenbergerst, SJ M. Müller, Dresdenerstr. 41/42. Palme, H, Frankf.-Chaussee 61 d. Rßt!(slroUaflGGs�nocebr,wagsc�. RohkrämerP, Nathf., Frkf.-Alls« II SaiOWjl. � Saildoff, F. Lam pen'u. Ge schirrv Lampen Gr. Fraal. R. Schnappercllc f,r,crittj. n Wandorin Reiniekend. Str. 12* n, n allgcl 1U Urontheimer Str.,. Wurmsee,Max,\'nchf,liivalid«,n5t ,. Hepreii-Artlkel 1 Antonl, Schönhauser Allee 116. Borth. Axt, Fonnstr. 60. Felix Bri||kov, Köpenick. Die berühmte Felsenwäache, Batst 46 Gürtelstraße 17. Magazin England Kottk. D«mm78,0rasiearir. I(t Ä. Hits, Wäsche, Crswstlcn. Martin Grässel, Alt-Moabit 112. Eml! Klart, Ksstanien-Aliee 49. Knrnin fifln Frsakrr'.r.Alleslt.Pelsngi.- ELllMEstr. 68, Warteli aaar-Slr. 23. Krause,\VUh.,Ri., Herm.-St. 168. Gg-Kursch, Britz, Rudowerstr.95. R. Lehmann, Inh. Winter, Cöpenick. Ad. Mahnke�Ä* Menzel, p, Cöpenick, Schloßstr. A.Nitschpan,SW. Bergmannst. 11 Prinzenstr. 31,«Ä!11- ASaraael,O.Mirbachst.62, Schirme, �fhnl? fkw w Bergstr. 141. oLiiUI£, UaW.ju, Berauvti. 171. Cnrpn(TpI\ wienerstr. 14 B. OpiCllgCijrt. Hüte u. bebirma Steinhardt, G», Königsberg. St.30. Emil Zallo, Gr. Frankfurt.-Str. 90. fj�eprenu.Knabengapd/J Imerikan.yerkaülsliallen R. Bänsch, Bellealliancest. 4. 5%, J<>r. Badstr. 26, Ecke . Ä»»6fr Prinzen-Allee. Behrens, Ri.,Kais.-Friedr.-Str.226 Berg A Co., Wiisnackerstr. 62. llrtQcsxt. Friedrichshagen, IH Sncl» Friedrichstraße 100. Besser. Julius, Ri., Bergstr. 19, Mai fiafaoer ÄriÄ Uambnrg-SteglilZte 103 Hirschfeldt Lieferant d.Kon8.-Oenossenscbaft Heppen-Confoktlonshaua ■ Franke—» BpunnenstpaRe 60- Mithr\ Spandau, Lutberstr. 19. Spandau, Metzerstr. 19. Nöke, J., Spandau, Klosterstr 31. S.Hoffrasnn.Cbarl.Wilinertd-Stil Paul Ihlenfeld, Thurmstr. 44. Inhabep Ptplebepg nur in Fa. S. Perleberg BBCkM»sec-Slr. 08, i. a Bojicaslr. Rud. Israel, Grüner Wug 95. Max Kaplan, Frledrichstr. 1. Große Auswahl fertiger Kleidung. Solide Maßanfertigung. C RslüOf � Bidst.45 46. 0.Aadrustr. 59 j.UQiilcl O, Gr. Frankf. Str. 104 Leske A Siupeckl, Scköik.-Allce 70 c. MumiC Q Rixd., Bergstr. 44-45 lull 1115, u. feriige n. liaCsclneiderei. Msirlfa 1? Barutherstr. 1, 1, uld»! BS, I.ke/nl�iden, daher bili. Preise, Teilzahig. gestattet. Müller, Adolf, Grüner Weg 75. Ost, W., Frankf.-Allee 117, a.Maß, D. Perletoertf Berlin N., Chausseestraße 83, Ecke Liesenstraße. Fortaetauntf siehe n&chste Seite. FortsetÄiiinö des BeÄu�sciuellen-Veracelctirsisses. Sakalit�erstr. 119 n. 127. f Hßte, Mützen u, Pelzw.� AntonI, Schönhai ser Allee 116. Apelt, E., Ri.f Hermannstr. 151. c Kolonialwaren D Beiße, Rud., Chauseeestr. es. �Ä�Jsentalertor. Casper, Ed., Rixd., Bergstr. 139. Cohn, Simon, Goltzstr. 32. Drcws, Alwin, Kottb.-Damm 32. Ma Grund Brun""�. 177 Hancon Rixd., Berliner Str. 11, IlalJocli, Osten. Koppenstr. 18. Max Holnovv, Alt-Moabit 20. Huf-Cenfrale 0sTta' Otto Albrecht, Lycbenerstr. 11. Heinrich Arndt, Fennstr. 49. L mtkDdtatl � VÄwÄenh. Theodor Anthofner, Solmsstr. 22. i Gustav Bahn, Müllerstr. 165. Babel& Hauke, Wilsoackerstr. 38. Paul Bandow, Beusselstr. 44. T. Ed. Bahrfuß, Wiesonstr. 28. Otto Ball, Wiener Str. 8. Barz, Wilh., NO, Weberstr. 9. üestav Mim ÄÄ Berg. loh. Cirksena, Ob. Schencweide. Otto Berger, Hertzbergst. 32-33. Bickmeier, Carl, 4 Gesch.imNord. VaL Boenke, Muskauerstr. 36. FranzßonkiSJp.48- 1 illerprom.7 Borchardt, O., Mühlecstr. 1. _ Fritj Bötke, O, Mühlenstr. 44. Jacob, Oskar, 6chonh.-Al ee 104. Brandt, Paul, Gloganer Str. 25. Fnednchsh. 30' Rrann ÄZiermer. TIsodomRtr.27n. Kehr-Hüte(KöniM J. Kock, Kastanien Allee 80. M» Alfr. Krug. Hutfabr. I. Gesch. Bnmnenst 54 II.„ Sch5nh.All.115 Leser d. Zeit. 50/o Beb. A. Lcmaitre, WilmHdrf.FerliDrrst.] 32, Liebe, B., Boxhg-, Bahnhofstr.35. A LOBER-HUTE 133 Frankfurter AMee- Plandel's liutkZdnkc?»?«. Pratal, A.. Frankf.-Allee 149. Peters, A. Warschauer Str.t9 Prager, Hutfabr., Prenzl.-Allee 27 Pulvermann. Grüner Weg 34. Rieck, Em. äm1,'. Ring, A., Rosenthaler-Straße 19. Wlluelm Rother, Bergmannst 94. Braun& Ziegner, üsodomstr. 27a. Budacfa, Franz, O, Goßlerstr. 23. Georg Burow, Strorastraße 39. Busse, Otto, Memelerstr. 7. Clausen, Abraham, Winsstr. SO. J. R. Damm, K tzlerstr. 19. Au$;n.st]>aiikert Max Dähnick, Ri. Weserstr. 63.' Carl Ehmke, Copenick. R. Ehrig, Lieben walderstr. 47. j GustavEigendorf.O. MöggelstSS. Joh. Eichler fetrt'25' Hermann Ellas, Stephanstr. 69. Arthur Enke, Amsterdamerst.lO Walter Fahre, Cöslinerstr. 10. Ä.ng!iadilla(M.ÄKÄ A. Fiedler, Eöpenick, Mnggelh.St. 41. C. E. Fink, N, Pankstr. 7. Rudolf tink wuueiui rvuiuer, Dvrgiuaiiufrv s». I n»***4 v/* a A R»RAA Alt-Moabit 83. Lchesrr.Herm., Wiwier5d.-St.46. � Rud Fwk Xaehk. Ua>«id«rge»Ir. N. E. Seheep» Skaiitzer Str 127., C.Finke, Hixdorf, Donauetr. 118, UffneAaa, C* Kottbeser- j Foerster,Helnr.,Ob.8chönewoide ", a_. Danlm] Wilhelm Franz, Stettinerstr. 66. Wewer. H.. Grcifnwalderstr. 33.; II r.jj,. vorm. Roh. Mücke, Wirtschafterstr.,Nchf., ßruanen«t.I67. I H.I IIlAt! Frankfurt.Chaussee 154. Zilir Rlxdorf,! L. Friedrich, Mariendorf, Bergst. 15. ] Iii 70 II ertn Koloniestr. S/4. liUtZl, nenn. Schwedenstr. la. ffiatschke, A., Grossencrstr.27, Simon-Daehstr. 6, Boxhag.-Str.12 PayiEilaasssÄ�d«� Marnh«lz,ff. cÄtVlT�. Martini, Erich, Rixd., Allerstr. 39. Wiliisli!! Man ÄrsSf-i«: Karl Maurischat, Thaerstr. 13. KarllVIercier,Huttenst3 Meyer, Gust., Insterburger Str. 2. Jlieliaclis, Punl SNordC-Beruin Mielke, Max, Huttenstr. 33. Mewes, Adolf, Warschaue rstr.55. Minke, Carl, Frankfurt. Allee 66. Hugo Möllhoff, Glogauer Str. 33. Moritz, Alfr., Ri., Weserstr. 181 Max Moysich. W ilhelmsba v. St. 46. Paul Mulack, Mariannenstr. 8. ISfilfni1 T, Kottbuser Damm 31, uiliSicl, Ii. IIenn.Stl55,Kncsebeekstl8 UßWiCl). IcWwmannstr; U. A-lb. Müller, Petersburger Str. 19. f,:ufcioi!Eii.[i.B�LKarmP,racIz1g- Albert Nass Bu6trsd30.rf' Nauck, Wilh., Ri, Weserstr. 16 Alb. Nehm, 2 Gesehsffe im Nord. 3 WfiFÜfh Hobenlohestr. 5. Ii.«lillilU, Buttet* u. Käse. \V. Niese. SickiEgeiulr.56, Eckellosostr. Wilh. Ghltz, Wilhelmshav. Str. 58. OÜO CdStlfClllt Ecke�oldiner Ifr. Fritz Pfeiffer.ÄÄp',. PaUl PistOr BcrTlinÄ0.,,l!2. A. Plaacke, Oderberger Str. 65. •IisliiiH Plotke, Reinickendorferstr. 13, Neue Hochstr.Sl, Fing. Dalldirferstr. O. Pohle, Metzer Str. 22. Fritz Poliähn, Graefestr. 30. Friede, E., Boxhag.-Chauesee 22. Prochnow, Pankow, Wollankst. 23 R. PuhJmann,WoIdönbergerst.32 Carl Quast, Prinzen-Allee 15. Herrn. Radke, Cöpenick. A. Ramhold, Prinzen-Allee 18. MJMijEEr Schneider-Akademie Rudolf Maurer Friedrich8tr.65a, Ecke Mohrenstr. l>ir. Ku StraBe 114. Woptliorfi««belfnbrfk f» CI tllL/io Gotzkowskystr. 27. Wilh. Witt Wilhelmsha venor8t.64 t Woikereien� � Milch Schmidt Rixdorf, HermannstraBe 53, Tollnilcli. süC« n. saare Sslue,.Schlagsahn« eine Koßkurr. j» Berlin. Tag!, fr. Eullcr aus eigner Balterci mit elcklr. Beirieb. BßtienuUeb— Billig! Billig iWeit-Kaee. DfdH bestes deutsches Fabrikat rldll Steinheuer, Spandau. LiiHlEiiiepr5""1'1� Lillauer.Yerlr.'lilke, Pf.ii't' Wälimaschinen JT 1 elf 1- G.Wcndt.\Vilsiiack.St.35 W. Scho�jiejJgsedomstrJÜ� Nähmascbinen Lüden in allen Stadtteilen. c Optiker Dane, Paul, N, Müllerstr. 174. GroB, Paul, Warschauerstr. 66. Schubert, Carl, Kl,, Bergstr. U8. f Papier- u. Schrelbw.*) Loh, Paul Könipsbergcrstr. 32. Seidler, Louis, Ri., Bergstr. 42. Alfred Starke, Mantculfelstr. 20. Vogt�Vill��kalitzerst�Tä�� ( Putzmittel) Kauft nur Saffin, bester Schnhputz Solano. best. Metallputz JaegerAKIessIlch, Berlin, SO, 33 Weltlecter�lanss Karnolbin Feinster gernehloscr Schuhcreme. Koch ABetker,Cini.-Ces., Berlin 80 36. Kauft nur mit Bona— Rosa-Line-Bützblank. � Putz- u. Modewaren � MVttAa Frankfurter Allee 165 •unUts Soezialh.f.Damenhüt© EwMfelfl, König. Titus Modehau« llBEnnann-ltr.JlÄÄ. Wilhelm Mehner Große Frankfurterstraße 92 Snezialhaus für Damenhüte. .....\ Resterhandiunflen J Carl Joch, NO, Palieadcnatr. 97. Neumann, G» Grenadierstr. 43. Reste-Spitz, FehrbellincrSt.24pt. Schreiber, Borth.. Seoe Königstr. 35 c Schirmfabrik Ittet Sin-FM Eugen Lichtenstein Lelpzigerstr. 78. Müllergtr. la. Kcxförstenia 1 1. Wilmcrsd-Str.tS RoB«DtSlr.ll/12. Schönh.AIleelOl. Tnrmstr. 57. Orsnlensti. 88. Tegel, Berlinerstr. 4. c Schirme u. Stöcke J G. Dahinter, Hill, Knis.-friedrichslr. 10. Bezüge billigst, ClrodTF., Spradau, Potsd. Str. 19. Job. Jung, Roichenbergerstr. 26. Arth. Piesker, Chorinerstr. 61. G�Schleussner�VnrsehauersLSS. ���uhtuai��ohuhm� Koli(3reUflri!-WßsrRreraer5,r-50 Bredomr.36 Zuschneide-Schule de« Oeutach. Zuschneider- Verbände«, e. V., BERLIN, Mauerstr. 86 88, T. I 3401. Hartkes Zuschneide- Akademie, Schloßplatz 3, Damen- WäKheschneid., Pro«pekte frei. H.8cheDermann?ÄM Dennewitzstr. 22, Zossenerstr. 38, Kyffhäuserstr.Sl, Goltzstr. 1 u. 22. Billigste Preise, V» Rabatt. „Schwclzerhof", Meierei und Milchkursnstait. Emdener Str. 46.!! Tel. H. 2565. C Mtislklnstrunümte-"') Braun, Emil Kaun, Richard, O 27, GrünerWegl? Klrst, Rieh., Brunnenstr. 45. Plato& Co., Köpenickerst. 105/6. Lorenz Rahmel, Oranienstr. 8. Reetz. Spandau, Haveistr. 21. SchnStke, Otto, Ri..Biebar(litr. 115. Schulz, Pietschmann4Co..BniiiBeiiit 26 Ernst Adam. Friedrichshagen. Herrn. Adler, Steglitz, Schloßst.119 Anhalt, E., Andreasstr. 13. ÄcrUar Brunnenstraße 68. Aovll�l y Ecke Demminer Str. H. R eklers, Mirbachstr. 64., Lief. d. Kons.-G6DO8sen8ch.BerlmQ.Cn19. RonaHils Potsdamerstr. 67, DcllCUlK gewährt KP/o Rabatt. Damaschke, Invalidenstr. 144. Franziska Deranick, Zionskirchpl. 1. Draeger. Warschauerstr. 74. Rieh. Deckert, Gartenstr. 2. Ed. Drechsler ÄÄ Engel, W., Königsbergerstr. 13 Fleer, Frledr., Sparr-Str. 17. Formanowltz, E.,¥orkstr.63,anBhf. Goldschmidt's Partiewaren. Schuh waren.Trikotagen, Wäsche, Rixdorf, Berlinerstr. 74 OttoGrtktich, Chansscestr. 120.67. Ahrrni Brunnenstr. 60 . UlUDl, Eing.BornauerStr. Cfe) Heinrich, Johann, PeterBb.-Str.86. Heise, A., Badstr. 69. Hering, C., Petersburgerstr. 90. O. Hofftn ann, Charl., Danckelm.'St.35. Janko, Hermann, Holzmkt.-St. 60. Janke, F., Stralauer-Allee 17 a. 2 Herrn. Jentsch, Charl., EßBlneiut. H. Jetzlaff, Badstr. 64. Jubuke, E. S. Prinzenstr. 108. »MWM»»/"«!. Kossowikl, Pappel-Allee 57. Herrn. Kärrner, Cöpenick. St.Klama. Charl., DanckeIm..St. 52 Otto Koppe, Ißh. Franz Halb, Köpenick. O. Krämer, Wjlm_, Berlinerstr. 131. Paul Lebmann, F riedriebshagen. J. Lewy, Schdneb., Hauptstr. 142. Liepes Schuhwarenh. Köpenick, Lücke, Horm., Waldemarstr. 63. E.Lückfeld,l,ütiMken)l,B,n.il.Tnrinstr. Rieh Maeder, Chart., Berlinerst. 1 20. Masuch, Otto, Bailsssl. 1 4. 5% Rtbtli Paul Milie, Stromstr. 36. Nelnas, Erich, Scbönh. Allee III. C. Neuinann. Falkensteiostr. 37. Oesterllng, O., Grüner Weg 107. Ortmaun, Rieb., Alt-Baxbagcn 44. i Petersohn, Osk., Müllerstr. 156. St. Plnek, Stargardterstr. 19. Franz Quotschalta, O.-Schönc velle. Reetz, Max Fr. RflSOStll,(ÄSfÄ. Saalheim, F., Ri., Hermannst. 66. Schmidt, Gebr., Fennstr. 59. Schuh- Unni/9rtrt( Hermann- Hans„lülndlli Str. 31.(5%). ftMwareoMEMK Schüler, Wilh., Schonh.-Allee 10-11. Schwarzwald, IZTil' Schwersenzer, Turnistraße 48. Sommer, Wilh.. N, Schönh.-Allee 85 c Nfihmaschlnen Afrana-Nähmaachlnen O.A.Büttner, U«ßpig"ekln4re»jil.79 Filialen: Petersburgerstr. 87, Spapdan, Schönwalderstr. 19. Bellraann, E, �Unow8tr-M- � Wasehmasch. Rosenlhalerstr. 19. All« Systeme; TeUreU. 1 Stolz, F., W«rscli»nernlr.82, E.Boxh. ; ThewaId,W.,lliiteBw.�lr.284,.f.Koni. 1 Tornow, Franz, Tegel, Berl.-St.la. TnnnnHrnirti Wilm.,Augnstastr.l. luyßnCreiu!, Alte Schönh.-Str. 69. Ad. Uebrick, Goltzstr. 21. Wegner, Rmbo�sÄ. Schuhwarenhaas„Hannes" Gr. Frkf. Str. 117 a.d. Andr.-Str. Seifen Gustav Gambal, Ksntstr. 64. Heldke, Paul, Burgsdorfstr. IS. 71 Memeier Str. 48a, JOlin. H«. A"6 Hsusheltangs- ' arllkel. R. Semrau, Wrangelstr. 118, Pflcklerstr. 26, Eisenbahnstr. 26. I Teppiche u. Gardinen j Frankenstein 4 Co., Rh, Berget. 149. Carl Gehrllng, Teppiche, Höbelsloäs, Gr.Frankfunerstr. 8£, Gardinen, Linelen«, Mauerhotf, lil., Gr. Frkf. Str. 9, pk. ���Tpauer-Mi�����J Westmonn Mohrenstr. 37 a, Gr. Frkf. Str. 115. � Uhren u. voldManon � 7k AI Goltzstr. 30. am WinterfeldpL Albert. Alfred, Manteuffelstr.öS. Oscar Aldag, Charl., Krumraest.29. Arlt, Kenn., Manteuffelstr. 114, Joh.Beggerow, Charl., Tegcl.Weg 10t J. Behrendt, wrangelstr. 52. Arnold Beyer, Oberschöne weide. Otto Brauer, Müllerstr. 164. Briese, Ernst, Ri., Berl.-Str. 6L E[iitkirianii.RixdÄ�rm Bürger, Jul., Müllerstr. 6. Max Busse Fmil Hirnn Scbönbanser Allee 131 LH: II UI|iPl! vis a vis der Gnoistst. Eberl, Otto,"TT"* R.EichlertReinckdf.fO,BesideQZst45 Ellinghausen, Gebr., Gräncrweg 4«. Fenske, S., Kottbusserdaram 96 Fliegonschmidt, M-, Bergmannstr. 9. J. Gebhardt Eerane�Ä George, Adolph, Badstr. 65. Carl Giesen, Oranienstr 165«. Ernst Grüber, Brunnenstr. 78. Ernst Henke, Brunnenstr. 88. J. Herzig, Charl., Pestalozzistr. 31. P. Hoff mann, Hobenfriedb. St. 4. Holfeld, E., Andreasstrafie 21. Hummel, K., Reichenborg. Str. 74 Jarchow, A., Bergmannstr. 21. PaulJUttner,SO.,Grflnauerstr.9. l�.?S©.ri©lBra�8tr- G. Kerger, Boxhagen, Grimlg.-St.lS R. Kionka, Oranienstr. 35. Martin Klein, Neue Hochstr. 25. Kniebusch, W., Frft. Chaussee 6t J. Körner, Reinckdf.,Mark8lr.la.Se«. Lehmann, Alb., Frankf. Allee 40. Lehmann, Wilh., Kpttb. Damm 23. Leisegang, Now., Lindenstr. 61. Lewin, Adolf, Fr Meschke, Warschauer Str. 85. 0. Neumann, Charltlbfl., Wallstr. 50 Holte, K. Siir"iD3acl1' Eudolt PIddz, Bninnenstr. 112. EmilQuade„sacuhpäa Qultzow, Job., Müllerstr. la. Rampmaler, F., Skalitzerstr. 23. Karl Reichel"TaTrT RiedelNchf,, Reinickendorf. St.74. Job. Schallau, Sckönk. Allee 186 L Ter. Alfred Scheer, Turmstr. 40. Carl Schlewiusky, Koppenstr. i. K.SclimelZ, bergerSWtJ Schönemann, G, Ri., Berl.-Str. 73. Rieh. Schramm, Turmstr. 32. P.Scbuch,CbarI.,KnobeIsd.-Str.4«. Schumacher, 0./Tegel,BerI.-St.5a, Schulz, Osw., Frankf. Allee 24, T. Stolz, Chausseestr. 63. Carl Stuhr, Dresdneratr. 134. Sturm, Erich, Tegel, Hormsd.-St.l Paul Trenk, Charl., Spand.-Str. 33. Tribes, Alfred, Falkensteinstr. 4, Truxa, W.. Frankft. Allee 185. Ulbrich, Frledr., Brunnenstr. 187. Adolf völkel, Fniikf. Ckaosaee 153. Reit UM"bsSr- Otto Wnrttlg, Triftstr. 3. Wedermann, O.ÄÄ. Wegner, R., Rixd., Bergstr. 55/56. R. Welse, Nowawes, PnesterstJi Winii,Ad.,BeÄ44. Wutke,KarU7Ä.t Verslchorungen J „Deutschland" Berlin Arbclterverslchernng— Schütze«- Sterbekaasenvmlcherg. straBe 3. „Friedrich Wilhelm" Berlin W8i Behrenstr 66—31 l.ebeiui-,Sierbekaesen-ß.ArbelterTenicIig. Mit u. ohne ärztl. Untersuchung. Jahres-, Monats-, Wochenbeiträge Warenhäuser J Bernhard, G, Ober-Schönevreide. Bieber, Nf., Yorkstr. 87, am Bhl lyiaxBIumenreieh.�- I Warenhaus naxCodikl SO.,WrangelEt.20.HckePiicklsnt. I novili I 5 Sjm.-Dachstr.42. UdVlU,L.O., Alt-Boxhag. 36. Helnze, Pnrtlewar., laaghanssTr. 101 Leopold Jacobsohn, Nostlzstr. 36 Julius Loßwßiiöi'rs Haüiüg. I nnr Gleimstr. 19, a. d. Schonbaaser-AUee. Spandau Waschmittel Verlangen Sie „Edelweiß" Krone aller WusehmiUeL Herkules :: schont die Wäsche;; Sparsam Im Verbrauch. Chcm. Febr.„Hevclla" Wollanksti Slvkgo 50 Filialen, in allen Stadteil Fortsetzung siehe nUchste Seite. Fortsetzung des BezugsciuellenverzeicSinisses. ßettlnger, Eug., Wald-Ecke, Wickle!. Conrad, Großdeltillation Oranienstr. 207, Ecke Skalitzerst. DennhardtASchultxe, Bniiinensl.53. Eile m.Wcyle, Likorfabr.,(ierkhlslr. 16. Großd..ZurSonne', P.rreudenberg. K. Lchnvann, Nowa�ea.GrcSbberenat.S» Martin, Bruno, Ri-, Hermannapl.». Sderteo, Louis, Belle" Alliancest. 19. If;e8, Fritz, Iii, HermannsplatiB. Scktwendy, H., Roaenthalerstr. 07. Seilo, Hermann,'S Fwre'veri-i-xt zu Fngrnapr"i'wv Eizderf.Bergit, 52 53 i ii. Lioewy, jer Klrci(1_ A l.mlck R'xdorf, ___._i_S_Rais.-Friedr.St. 177 Lnster, C., Reichenbergerstr. 61. Hermann Meyer, Schirelbeiner St. 21. A.Nitschpan.Rcnin«nn«l,llHelnnil9. Pflaume, Gebr., Friedrlchstr. 205. liier, L.WIa�Ä�.U. Pietschmann, Marie, Jagowstr. 26. A.Radioff, Relnckdf., HtrkiLl a.Sca Raehmer, C., Andreasatr. 69. SchaefePj, M. Schacfer S.W. Hollmannstr. 43 W Maaaaenatr. 17. Sigmund Simon Nf., Köpeniekerst.liS Slawen ow, CbarLgGtrdei-da-Corpintr.lO L. Vierarm, Zionskirebstr. 34. E.Volgt, Beialekeadorf, Amendestr.IOI. Gr.Frkf. St96. Frkf.AUeel34. Wollhaus Ucas�i, c Wild u. Geflügel J Sehrow, Lina, Mirbachatr. 31. C.Dittmann 0. Grimm �.Ädtr23' Schmidt, E., Spandau, Havelat. 19 StenzeM�ÄST* Zimmer, H., Prinzenatr. 12. E. BadOpN. Kastanienallee 103, 1. Hollbnich, Herrn., P&iikst.5,8egr.l871 ! Jordan, Alfr., Fennstr. Gl, gegr. 1888. Schmidt, W. ReS«�it Vorzeiger dieses 10 3« Rabatt. Kolonie Nonnendamm. vi« HGrkleche Bodengoscllschaft, Berlin W, lielpzlger Straße IttL a(Amt I, 2156), bietet in ihren Häusern zwischen Nonnondamm und Siemens-StraSe allen Wohnungsuohenden günstige Wohngelegenheit. Billige Mietspreise, geräumige, luftige, helle Zimmer, nur Vorderwohnungen, Ersparnis der erheblichen.Fahrspesen. Auskunft bei den Verwaltern und im Bureau, Nonnendamm, Reis-Straße 24. 2419L* ■WSS|_0.A A HH 10 lahre Garant Teilz. wöchentl. 1 M. Plomben �4»il8Hfi@£"»■■l.öOM. Fast vollk. sclimorzlos. Zahnziehen. Umarbeitung schlecht sitzender Gebisse Reparaturen sofort.• Zahn-Arzt Wolf, Potsdamer Str. 55.(Hochbahnst. Bülowstr.) 8—7. : Malcliower Kautabake g Mar echt, wenn mit Zettelclnlage I Johann Dannehl, Malchow. Generalvertrieb durch C«3B*I RockOPg vn 3861. Berlin 0 27, Gruner Weg 11». ■ziehung | 5 Schiesische D Pferde g g• kottene Lose. 1 Sk. Kis" SS 3942 Gewinne. Gesamtwert Mark Sil 000 ■peo. 43 Pferde nnd 6 Equlp«c«n Mark 4-''1 Still txod 8800 ailbergewinoe Mark 20000 1. Hauptgev.: Equipage mit 4 Pferder Mk. 10000 Lose empfehlen und versenden Lud. Müller& Co. Bankgeschäft Berlin C.,Breit«str.6. Telegt.-Adr.: GlOokimüller.~ I Lose auch zu haben in allen I Lotteriegeschäften und durch I Plakat kenntL Verkaufsstellen. Haben Sie faloft' kk tiHtt davon Anzae od. Palotet nach Ata ss, schick, oaiierh. Zutaten von 25 Mmrk au. Moritz Laband, Neue Promenade 8, iL(Stadlb. BSn.) •J Krankeugrid- Zuschuß- und Ktgrübuiskasse der Kerliuer Kuopfardeiter und verwandter Gewerbe. Sonnabend, den 21. Januar 1911, abends 8 Uhr, bei Knotb, Berlin, Wrangelstr. 106: Ordentl. Generalversammlung. Tagesordnung: 1. Kassenbericht: a) Vierteljährlich; b) jährlich. 2. Wahl des GesamtvorstandeS und der Revisoren. 3. Innere Kafsenangelegenheiten. 4. Verschiedenes. 2699b Die Mitglieder werden ersucht, pllnkl- lieh und zahlreich zu erscheinen. ver Vorstand. I. V: Paul Schulz. Hochedle Kanarienvögel! Original-Stamm Seifert, versende unter Garantie für Wert n. leb. Anf. zum Preise von 8—25 M. Weibchen 3 M. Preis!, frei. Christ. Sondermann, Neucndorf bei Seiftungen(Harz). Neltesle u. grohte Züchlerei d. Umgeg.» 8pezisl-�rzl* für Haut- und Harnleiden. Prinzensir. 41, AZZ*, 10— 2. 5—7. Sonntags 10— 12, 2—4 Jedes Wort 10 Pfennig. Da* erste Wort(fettgedruckt) 20 Pfg. Stellengesuche und Schlafstellen-Anzeigen 5 r'fg.f das erste Wort (fettgedruckt) 10 Pfg. Worte mit mehr als 15 Buchstaben zählen doppelt. ) Kleine Anzeigen[ ANZEIGEN fQr die nächste Nummer werden in den Annahme- stellen lür Berlin bis I Uhr, lür die Vororte bis 12 Uhr, in der Haupt- Expedition, Lindenstrasse 69, bis 5 Uhr angenommen. Verkäufe. Tepvldie l(seblerbalte) In all«, Gröge», fast für die Halste des Wertes Tevvilblagcr Brünn. Hackeicher Marl! 4. Dahnboi Börse.(Leier des »Vorwärt»' erkalten 5 Prozenl Rabatt.) Sonntags geöffnet!* «Sasfrone, elegante, 10,—, Fried. richstrahe 192/193, III, Sonneiibrodt. Kormartsleier erbalien fünf Prozen SrnnrabatI, selbst bei Gc- ftgenheltsläusem_ Teppich- Thomas. Oranien- ftrane 160. Oramenplah; Roien. thalerNratzc 54._ 194951* Bi lder lausen Sie dir«« Fabril bei Bogdan. Weininciiterstratze 2.* Verbreche» un> Prostitution als sozial« KranfbeilSericheinungen oon Paul Hirsch. Preis 2.— Marl, geb. 2,50 Mark. Expedition Vorwärts. t! ndenstrage 69."_ Hermannvia» 6 Psandleih- haus. Slaunenddillige WinlerpaleloiS. Ja-fetlanzuge.>4leorockanzüge. Herren- boten. PclzstolaS. AuSilcucrsachen. Brautbellen. Personaibeilen. Bell- stücke. Spottbilliger Wäich-vertaus. i-iardtn-noerlauj. Teppichverfauj. Plüitbtbchdcckeii. Steppdecken. Riesen- auSwahl Schniuckiachen. Ta'chcii- udren. Wandubren..Krogberlins billiger Warcnoerfauj' im Piandleih- Haus Hcrntannplatz 6. Auch sonn- tags geussnei. Gastronen obne Anzahlung, wöchcnttich 1.00, Ricsenlager Louis Böttwer is-lbsl). BelriebSIeilung Box. hagenerstrahe zweiunddreihig(Bahn- Verbindung: Äarschauerstr»be). Fi- lialen: PolKdamerilrahe 81, Rixdors, Kaiser-Friedrichstraiie 247. 1S44K* Herrenhüte, früher ein unbedeu- tcneer Nebcnartilel bei mir, gehen jctzl enorm. Ich verlause soviel Dutzend als ich srüver Stücke oerfauste. Ich bin aber auch lehr billig und führe stets d»s Neueste darin, tz err> mann Schlesinger, Turmilrasic 38, Rcinickendoisersilasze 48._ 16-651* Bücher dei deutsche«_ HauieS. Eine Sammlung guter Erzählungen, Gcichichlen, Novellen ulw Gut aus- geftatlet, zirka 300 Seil« umjassend, zum Teil illustrierl und gebunden. 90 Pfennige pro Band. Expedition, Lmdensttatze 89. Laden._ Teppiche(Farbensehler), Siepp' decken. Gardinen. Tilchdecken, Tüll» dcttdecke», Ueberaardinen, Sosa- stossrcsle spottbillig Fabrillager Mauerhoff, Große Frau fiurferstraße 9, Flureingang. Borwärlsieser» zehn Prozenl Somuags geöffnet 248851* Monatsanzüge und Winter- palelots von 5 Marl sowie Hosen von 1,60, Gehrockanzüge oon 12,00, Frack» von 2,50, sowie(üt korpulente Figuren. Neue Garderohe zu staunend billigen Preisen, aus Pfandleihen ver« salleuc Sachen lnusi man am billigsten bei Na ff, Mul.rckstraste 14.' Borjührig? elegante Gchrock- anzüge. Frack mzüge und Smokings aus jeinsten Maffstofien eiiorm billig. Versandhaus Germania, Unier den Linden 2l. Arrihundiger TolalauSverfaus I PsanöleihbauS Chausseestrage 60. s>potivreise. Allerweiteste Reise empfehlenswert. Verfallene Pfänder. Gelegenheiten. Beitenverkauj. Aus- steuerwäsche. Dinlerpaletots. Herren- anzüge. D.Miensachen. PelzstolaS. Uhrenverfaus. Schmucksachen. Gar- dinenauswahl. Plüichleppiche._* Taschenbuch für Garlenfreunde. Ein Ratgeber für die Pflege und sachgemätze Bewirtschaftung des häuS- lichen Zier-, Gemüse- und Obst- garten» oon Max Hesdörser. Zweite vermehrte Auflage.'Mit 137 Text- abbildungen. Preis 3,50 Mark. Expe- dttton Vorwärts. Lindenstr. 69. Monatsanzüge, Paleiol», wenig getragene, oon 5 Marl an, grotze AuswabI für jede Figur, auch neu» elegante Garderobe an» erster Be- zugsauelle, 20 Prozeni billiger wie im Laden, diref! vom Sdmeider- meitter Vaui gürstenzetl, mir Roien- tbalerftrasie 10 240/12* Beleuchtungshans 1 Gaszug lampen 7�0, GaSziveilochkocher 3,50, Walliierlheaterstraste 32. 2707b "�Zinfwaschgcsäffe, Zober, Sitzbade. wannen, Waschmaschinen, Wring- Maschinen. Teilzahlung gestattet. Post- karte genügt. Kottlow, Skalitzer- straffe 133._ 2700b Grosse Divandecken 4,35, Kara- mani, doppelseilia, 7,50, Prima Plüsch 23,50, Dioanrückwände, reichgeittckt, 3.75. Jnventur-Exlrapref». Teppich. Haus Emit Lesövre, Oranienstr. 158. Inventur> Extraliste spottbilliger Artikel gratis. T ppichhauS Emil Lesdvre, Oranienstraffe 158. 1994K* QesckSflKverhSufe. Zigarrengeschäsl franfheliShalber billig ocrläusiich. Schöneberg, Mci- ningerslraffe 10.__+136* "Sclfenge schüft, reelles, verläuslich Chooowieckisttage 33. 10/g Plirteilokai, Goldgrube. ZnsallfL lache, Wabwcrew, Zahlstelle, dret Vereine, billige Miele, tranfhett«- halber verfäuflich. Auskunft Blumen- straffe 64, Zigarrengeschäsi._ 10/8 Ztgarrengeschäft- Einrichtungen in durchaus reeller, gewiffeuhaster Weise durch Karl Röcker, Berlin 0. 27, Grüner Weg 112, Ami VII 3861. Tabaksabrlk. Zigarren, Zigaretten engro», Hauptniederlage Nordhäuser, Dänischer und Malchower Kautabake. Teifeiigeschäft mit Rolle sehr billig. Zu erfragen Scholz, Schuh- machermelster, Kürasflerstras« 12. Brotstelle I Restaimant mit voller Konzession sofort vom HauSwIit ver- käuflich, nur 400 Mark notwendig. 10—2 Uhr. Fürstenstraffe 18, nahe Moritzplatz._ 10/4 ScifengeschSft, gutgehend, 38,00 Miete, zu oerlaujen Höchstestrahe 41. Möbel. 86 Ankleideschränke. Mahagoni, nuffbaum, salin, tadellose Arbeit 60.—, mit Spiegel, dreilürsg 87,—. Riesig preiswert I Möbelsabrtl M. irschowitz, Skalltzerftraffe 25, an der ochbahnl 1972K* MSbelangebot! Sosas. Gariii- turen, Kleiderspinden, Verttkos.BüjettS, Schreibtische, Spiegel, Bettstellen, Kiichenmübel, PianinoS, ganze Ein- richtungen, spottbillig, groffe Ge- legenbett, RieienauSwahI, 5 Etagen. Möbelspeicherei Reue Königstr. 5/6. Fabrikgebäude SonntagS geöftnet. Teilzahlung gestattet. 240/16* GelegenheitSfauf. Zurückgesetzte Büfetts 85,—, Verttfo, nuffbaum 39,—, Kleiderspind, nuffbaum 39,—, WachSwch-Ausziebtisch 16,50, billige EosaS, Schreibtische, Trumeaus, moderne Küchen. Möbelfabrik Graes»- straffe 34, Fabritgebäude. Speziali- tat: Kleine bürgerliche WohnungS- einrichlungen. Teilzahlung gestattet. Ilmzugshalber des onderS billige Preise! Englischer Ankleideschrank 55,—, mit geschlissenem Sviegel 65,—, eleganter Soiaumbau mit groffcm Krist allspieget 55,—, Plüschsosa 45,—, Säulenbüjett, Spezial-Ledei stühle 8,—, englische, moderne Bettstelle mit Mattatze und Keilkissen 45,—, Säulen- trumeau mit gclchlifienem Spiegel 29,—, Herrenschreibtisch 40,—, Chaiselongue mit Decke 22.—, Ausziehlisch 15,—, WaschtoUette mit Marmorpiatte 26,—, moderne, farbige Kuchen 55,— an. Aufbewahrung und Trauspori frei. MöbclkaujhauZ Dresdener. straffe 107-108._ 201/12 Metallbetten. zwei, modern. spottbillig verkäuflich. gossener- straffe 10, Hutgcschäst._ 9/20* Chaiselongue, elegant 14,—, Plüschsosa, tadellos 35,—, AnSzieh ♦H/fi 9:"ifei tisch, Lützowstraffe 74 I. 201/10 Möbel ohne Geld bei ganz fleiner Anzablung geben Wirtschaften und einzelne Stücke aus Kredit unter äufferster Preisnotierung; auch Waren aller Art. Der ganze Osten kaust bei uns. Ztzretschmann u Co., Koppen- straffe 4, Schlefischer Bahnhos. 19blK /Nusik. PianinoS jeder Holzart, in jeder Preislage, über 100 zur Auswahl. Ratenzahlung, auch ohne Anzahlung. Holpianinosabril Mauthey, Pols. damerstraffe 27h. SletS gebrauchte Instrumente aus Lager. Billige neue PianinoS 400.— an._ 200951* Piauiuo, vorzügliches, tadellos er« ballen, ist sofort ganz billig zu ver» fausen Französischestraffe 15, I ge- radezu. 4/1* Pianino, hohes, goldgraviert 115,—(Teilzahlung). Turmstraffe 8 L Verschiedenes. Platinabfülle, Stlberallsälle, Rückstände, Zabngebisse, Onecksilber, Me- tolle hochltzahlend, Goldschmelze Nieper. Kövenickerstraffe 20a(gegen- über Moutcuffeistraffe). 2995K Hateutauwult Müller, Gttschiner- straffe 81.__ 1955K* Kunitslopfcrei von Frau.Kokosly. Schlachtenlee, Kursttaffe 8 III._ Paien tanwnlt Wessel, Gitschtner-� straffe 94a. Unnshmestelle» für„Kieme anzeigen" »«rlln O. U. Hahnssch.»lnguststr. 50, Eingang Joachimstraffe. W. G. Schmidt, Kirchbachstr. 14. O. R. Halfelbusch Petersburger Platz 4. Gustav Bogel. Koppen- sti-ffe 33 St. BDeiigels, Gr. Frankfurter Stt. 120. >' V. L. Zucht, ymmamielfirchitr. l2. I. iHciil, Barnimilr. 42. ZT. W. Baumaun. Bernauer Sir. 9. F. Trapp, Sletttner Sir. 10. Karl Mar«, Lychener Stt. l23. Karl Weisse, Nazarelbkirchstt. 49. H. Bogel, Lortzingltr. 37. A. Tieh. Jitvalidenstr. 124 L. Tcchand. Rubeplatzltr. 2t. Karl linders, Salzwedelerstr. 8. Weckert, GotzfowSfdftr. 2V. H. tWeruer. Gneiienaustf 72. Taehn, Hageiberger Stt. 27. »z. St. Friu, Priuzenitr. 31 F.. Gntschmldt. Kottbuler Damm 8. «e». Paul Bot, in, Lanfltzer Platz 14115 P. Horsch, Engelujer 15. -AdlPPshaK. Karl Schwarzlose, Hossmannftr. 9. «»uaisohnlrnvsg. H. Hornig, Marientbalerstr. 13, I. »»i'slgrsealde. Paul.Kienast, Räuichftr. 10. Oliaulttlltnibueg. Gustav Schaniverg, Srscnbeimer Stt. 1, Frlcdrlcbshagcn. Gruft Werfmann. Köpenicker Stt. 18. «i-lknuii. Franz Klein. Babnbosstt. 6. III. d«»l,«n»lsfh,sl. Piellcke. Kaiser-Wilkeim-PIatz 4. ks nz-lsl><»fst. Richard Küter. Rödelslr. 9, II. ftlipenlcll. Emil Btthler, Kietzeritt. 6, Laden. l-lehtcaltvng. Otto Scifel. Kronvrinzenttr. 4, I. Zhleder-SchOnewelde. Max Priebfe, Btttzer Stt. 14 II. Mowssstss. Blilhelm Jappe, giiebrichftr. 7. ekksn-diekdnvsvttlde. August Henjes, Lauscner Stt. 2. I. »IsdwnF.'VI. Heinrich, Neckarstt. 2. Conrad. Hermanuftr. 60. Knnimelsbarg. A. Sfoirnfranz. Alt-Boxhagen öS. Srhtineberg. Tvilhelm Bäumler, Martin-Luther-Stt. 61 im Laben. bfnandaii. Koppen, Jagoivitr. 9. Stegtita. H. Bernsee, Schloffstr. IIS. leaipelhol. Albert Z/Hiel, Berliner Dir. 4l/42. T'reptaur. Robert Gramrnz, Kiesvolzstt. 412. Laden. >4 elUensee. itzulirmann. Scoamtr.>05. Schillert. Koitlg-Tha'.lssee ZZa kVUaieesdvet. Paul Schubert. WllvelmSaue 26, Hoj parterre. I'anhisv. Otto Ristman», Mühienstt. 30. IteiaicheadaeF. P. Gursch, Kametestr. 12. Frtedrich-Wilhelm*. General- agculur; 0, 112, Malnzerstraffe 24 II. Lebens-, Arb eil er-, Kind eroerfich erung. Auch Sonntags._ 1853ji* Tchaügräber. Platina, Bruchgold, Silber, Edelsteine, höchstzabtend, Werner, Pappelallee 3._ 18941t* Jeden Donnerstag nachmittag: Frische Gubener Grützwurst(Schneide- Wurst). Paul Merler, Mariannen- straffe 26a._+124* Zahle für Frauenhaar höchste Preise. Postkarte vergütet. Rixdors, Bergstraffe 62 I._+56* Beretuszimmer. zwei groffe. zu vergeben. Vinelaplatz 4, Restaurant. Plattnabfälle, Gramm 4,40, tadngebisse, Silber, Aitgold kaust iümel, Auguststtahe 19, HI.+115* Alleinstehende Frau lann gegen Beaufsichtigung zweier Mädchen von eis und zwölf Jahren be! anständigem fwndwcrler von AprU leeres Zimmer ewohnen. Offerten: Vorwärts- Spedition Snelsenaustrahe 72._ Hebamme Arndt, Schliemann. straffe 6._+44 Widerrufe die Belrldlgung und erkläre dte Eheleute LafinSki, Pankow, Schmtdlstraffe 20(Laden), für ehrliche Geschäststeule. Frau Bler, Pankow, Gottjchalksttaffe 8._, 27056 Kaufe Berliner Echankgeschäst, wenn alS Anzahlung mein Provinzial- gasthoj mit schönem Grundstück und Inventar genommen und etwas bar herausgezahlt wird. Angebote mit Angabe des Preises, Umsatzes und Miete unter A. 1 an Hauptexpedition deS.vorwärts*. 2711b jdietsxesuehs. Tuche eine kleine Dohmmg: Stnbe, Küche, ältere Leute, am lieblten Vorort. Preisangabe unter IL W., Postamt 65._+132 2 junge Herren suchen per 1. Fe- bruar bester möbliertes Zimmer, Gegend Stralau-RummelSburg. Ge- fällige Offerten mit Preisangabe un, er G. 0. 75, Postamt 55.+56* Handwerter sucht möbiierles g Immer. Gegend Oranienplatz. fferlen mit Preisangabe. SSciul, Waldemarstraffe 33.+28 Arbeitsmarkt. Stellenangebote. Arbeiterinnen aus Damenwäsche verlang! Krasi, WUsnackerstraffe 58. Zeitungsfrauen sofort verlangt für die Tour Schützenstraffe. MÄ- düngen Schützenstraffe 24/25, Hos parterre._ 10/5* ""Zeitungsfrauen verlangt Kronen- straffe 2.1._ Kartonagenarbeiterin neu, geübt aus Heine Karionagen, finden sofort dauernde Beschäftigung bei gutem Verdienst Kartonaguisabttk, MarsiliuS» straffe 21._ 26886« Mamsells aut PalclotS verlangt Zeitz. Lortzingsttaffe 29. +141* Laeftererin. jüngere, Verniercrin gesucht. Osterten.V. 3*. Expedilion diese« Blatte». 2070K* Vermietungen. Wohnungen. Zu vermieten Rixdors. Nähe Bahn- los Herrmannstraffe 2 Stuben und dos Kü, . che im Vorderhau», 1 Stube und Küche im Hinterhaus, Läden lür alle Geschäfte passend. Nähere» Rixdors, Bodestraffe 16. 2588b� " Stube und Küche und 2 Stuben und Küche Frantsurler Allee 165, so« fort oder 1. April, 20 Mark._* 2 Stuben und Küche, Vorderhaus, Fraukiurler Allee 165, 35 Mark, LJttmL__ 1947ft* Rlxdorf, billige, renovierte Prachl. Wohnungen, sofort, später vermietbar: Siegjriedlttaffe 22(direkt Bahnhos Hermatmltraffe) zwei und drei Zim- mer, Bad, Zubehör. Bodesttaffe 32, Juliusstraffe 38/39(Bahnhof Her- mannsttaffe). ein und zwei Zimmer. Baltonwohnuugen. 2 Stuben, Küche, 33,—. sosort, kleine Markus. sttaffe 3._ 10,7* Heidelbergerstraste 3l(5 Minuten vom Bahnhos Treptow) find noch einige wirklich preiswerte, moderne 2- und 1» Zimmerwohnungcn zu haben. Zech. g014K Im Ardcitsmarft durch besonderen Druck hervorgehobene Anzeigen kosten 50 Ps. die Zeile. aüiininer. Leere Balkonzimmer, Garten« »immer, Küchen, für anständigen inngen Mann. Zorndotterstraffe 21.* Ivgrndlillikl Hilssarbttter (15—17 Jahre) für ein Parleiburean gesucht. Flotte Handschrift erwünscht. Seibstgeschriebene Osterten unter W. 3 bei der Expedition. 286/ 10* Karlontäbrii'ffiÄfi" Werkmeister des hohem Gehalt und dauernder Stellung. Osterten unter Z. 8 Hauet« expeditton des.Vorwärts*. L«g7b GsIvsniLöur. tüchtiger Schleifer, mit der Vernickelung oon Etscntcilen vollkommen oerttaut, in dauernde Stellung für selb- ständigen Posten oonSchreib- Malchin«isadrit gesucht. An- gsbote mit Lohnansprüchen unter dl. 6lb an Haase» stein u. Vogler A.- A., Halle a. S. 182/3* Geübte Piüschipitter werden per- laugt.* iiitoü& iifreil LebmanD Aktiengesellschaft, Nieder-Schöneweide be, Berlin. ___ 1764«*,,_________ Verantwortlicher gietiakteur: Richard Barth, Berlin. Für den Inseratenteil verantw.: Th. Glocke, Berlin. Druck u. Verlag: Vorwärts Buchdruckerei jz. Verlagsanstalt Paul Singer u.Co., Berlin LVV. it. 15. 28. Zahrgimz. 3. Ktiltte des Joraärlf Kerlim NcksdlR Mitwochs 18. Zmmr IM Zum Zmckverbznckzgelet? M Srok-kerli». In der Begründung zum Zweckverbandsgesetz ist die Der- teilung der Stimmenzahl der Verbandsmitglieder nach dem Steuer- soll und nach der Einwohnerzahl genau festgelegt. Nach dem Steuer- soll gestaltet sich die Stimmenverteilung wie folgt: Lfde. Nr. 3 4 b 6 7 8 8 Verbandsglied 'Berlin..... Charlottenburg.. Schöneberg... Rixdorf..... Deutsch-Wilmersdorf Lichtenberg... Spandau.... Kreis Teltow... Kreis Niederbarnim Summe von Einwohner- zahl und Steuersoll 68 114 673 11 136 697 4 621 671 2 876 116 3 682 210 1006 128 1 146 092 3 963 732 6 801 623 107 261 741 Anzahl der Vertreter 33 19 8 6 6 2 2 16 g Bei Zulassung der Gemeinde Steglitz als selbständiges Glied des Verbandes sind statt Nr. 8(Kreis Teltow) folgende Zahlen einzusetzen: 8a I KreiS Teltow....... I 7 783 606 I 13 8b I Steglitz......... j 1 186 227 I 2 Verteilung der 99 Vertreter für die Verbandsversammlung auf die Verbandsglieder nach dem Verhältnisse der Einwohner- _ zahl(§13 Abs. 1 des Entwurfs): e. e. w Berbandsglied Berlin.... 2 Charlottenburg. Schöneberg... Rixdorf.... Dtsch.-Wilmersdorf Lichtenberg... Spandau.... Kreis Teltow.. Kreis Niederbarnim Bemerkung Für Nr. 1. 2. 4 u. 8 steht das Ergebnis der letzten Personen» stmidsausnahme vom 15. Oktober 1910»och nicht fest. Es sind deshalb bei Nr. 1 8dj Steglitz....1 63 373 1 2 j Partei- hlngelegendeiteu. Dritter Wahlkreis. Am Sonnabend, den 2l. Januar, findet in den Gesamträumen de? GcwcrkschaftshauseS. Engelufer 16, das Stiftungsfest d e S Wahlvereins statt. Für ein reichhaltiges Programm ist Sorge gettagen. Es be- steht aus Konzert unter Mitwirkung des Gesangvereins.Libertö' sowie des beliebten Berliner Ulk-Trio. Großer Festball. BillettS a 30 Pf. sind bei den Bezirksführern zu haben. Sechster Wahlkreis. Billetts zur Urania-Vorstellung am Sonntag, den 22. Januar, find noch zu haben im Bureau des Wahlvereins. Neue Hochstr. 23. Zum Borttage gelangt:»Bon San Nemo nach Florenz'. Marienfelde. Am heutigen Mittwoch, den 18. Januar, abends S'/z Uhr. bei Berger, Berliner Str. 114: Generalversammlung deS Wahlvereins. Trebbin. Am Sonnabend, den 21. Januar 1911, abends 8'/, Uhr, im Schützenhaus(W. Tromm): Wahlvereinsversammlung. TageS- ordnung: 1. Kafie und Aufnahme neuer Mitglieder. 2. Abrechnung vom II. Quartal 10/11. 3. Bürgerrecht und Stadtverordnetenwahlen. 4. Parteiangelegenheiten. 6. Verschiedenes. Potsdam. Freitag, den 20. Januar, abends 3 Uhr, im Viktoria- garten. Alte Lmsenstraße: Große Volksversammlung für Männer und Frauen. Tagesordnung: 1. Preußisch-deutsche Politik und die Sozialdemokratte. Referent: ReichStagSkandidat Dr. Karl Liebknecht» Berlin. 2. Diskussion. berliner JVacbricbten* Das„National-Albuw". So soll sich ein anläßlich der klägltchen„Hundertjahr- Jubiläumsfeier' der Berliner Universität„geplantes" Bilder- werk:„Preußische Porträt-Galerie" benamsen, für welches gegenwärtig bei allen möglichen Leuten ein reger Abonnenten- fang betrieben wird. Besagtes„National-Album" sei— so steht auf einer als Köder' beiliegenden Einladungskarte zu lesen—„mit zirka 22000 Porträts auf zirka 50 Tafeln be- reitS unter Herstellung und wird voraussichtlich noch recht- zeitig bis zum 52. Geburtstage S. M. deS Kaisers und Königs, den 27. Januar 1911. fertiggestellt werden. Ein Exemplar des Albums auf Prachttafeln wird Höchstdemselben in Seiner Eigenschaft als Rcctor Magnificentissirnus und promovierter Ehrendoktor beider Rechte, als bleibendes Denkmal des histort- schen Ereignisses überreicht werden." Remplem. Der große„historische" Moment, von Wilhelm El. in offigio möglicherweise gesehen zu werden, hat laut Ver- sicherung der Drahtzieher schon mächtig gezogen,„Von den einzelnen in Betracht kommenden Berufsklassen sind soeben auf 4 Tafeln erschienen: Die evangelische Geistlich» keit mit 2300 Porträts, die Aerzte auf 5 Tafeln mit 2500 Porträts, die Offiziere zirka 3000 usw." Wo soviel preußisches Heldentum bildgemäß aufmarschiert, da meinen dann auch die„Helden von der Feder" mit ihrem Konterfei nicht fehlen zu sollen. Wie sich'S gebührt, rücken sie hinter ehrbaren Gottesmännern. Jüngern des Acskulaps, Plempen- rittern und sonstigen Stützen des preußischen Staates, be- scheiden in die Linie, was ja nur wieder der wenig rühmlichen Rangordnung entspricht, die die Presse gerade auch bei dem Universitätsjubiläum zugewiesen erhalten hat. Ein aus Mit- gliedern Berliner Berufsvereinigungen zusammengesetztes Komitee wendet sich nun,„damit die uns betreffenden Tafeln des Jubiläums-Albums vollzählig hergestellt werden können", an alle„Herren Standesgenossen", welche ihre Photo- graphie noch nicht eingesandt haben, dies noch rechtzeitig tun zu wollen". Es„fehlen" nämlich„noch immer die Porträts (darunter auch das Ihrige"— womit jeder Tintenfisch, der erfolgreich angeschossen werden soll, gemeint ist) einiger geladener(!) Herren, um die betreffende Tafelserie:„Die Schrift st eller und Journalisten Preußen s", vollzählig ferttgstellen zu können". Deshalb erwartet man nun die Einsendung der„werten Photographie"(am besten Brustbild in Visit- oder Kabinettformat) zum Kopieren und Aufnehmen in das National-Album, wenn möglich umgehend oder aber spätestens bis zum 20. Januar 1911"— wenn man nicht will, daß man dort„ungern" vermißt werden würde. Wie wird sich nun jeder byzantinisch-eitle Federfuchser— hätte seine ganze bisherige Tätigkeit auch nur darin bestanden, ehrfürchtig von ferne her die Hoflakaien und die dampfenden „Semmeln" der Hofrösser zu zählen— beeilen, dabei zu sein! Allerdings— und dies ist der hinkende Pferdefuß— das Ver- gnügen ist mit Geldopfern verbunden. Um ein Exemplar der Tafel, in welcher man sein eigenes Konterfei unter„den- jenigen seiner Standesgenossen" findet, als Besitztum an den wonnejauchzenden Busen drücken zu können, sind 20 Mark mindestens aber 10 Mark(in halber Größe l) zu blechen. Wer 50 Mark springen lassen will, kann sich allerdings auch in Prachtausgabe bewundern. Zwar wird mit Perldruck in Paranthese bemertt, daß keine Verpflichtung zur Bestellung bestehe. Aber— man kennt sich doch in diesem Punkt. Wer wollte fehlen, wenn es gilt die heiligsten Güter zu bewahren?„Der König rief— und alle, alle kamen". So wirds wohl auch hier heißen. Haufenweis werden die 10- und 20 Mark-Ritter, spärlicher schon die 50 Markblecher erscheinen; denn wo ist die Garantie, daß man, ohne sich ans eine Tafel zu abonnieren, bildlich auf- genommen wird...?„Erkläre mir Graf Jaromir".— Um nun auf die„Tafeln" zu kommen. Jede a 20 M. soll 65 zu 85 Zentimeter haben. Bei der„Prachtausgabe" sind keine Maße angegeben. Rechnet man aber nur ein Pfund auf jeden Papp, so ergäbe sich bei 50 Tafeln ein Gewicht von mindestens 25 Kilo. Es wird also ein sehr schwerwiegendes.,National"-Geschenk sein— dies„Jubiläums Album" borussischer„Patnoten". Die Kehrseite heißt freilich sehr viel anders. Mindestens 500 Porträts sollen auf jede Tafel kommen. Wie winzig, wie ersterbend nichtssagend wird sich da der Einzelne aus- nehmen? Aber immer hereinspaziert, ehrenwerte Herren Byzanttner. Hurra I hurra l Als Abonnentenfang niedrigster Sorte erweist sich die von einigen Zeitungen und Familienblättern eingerichtete Abonnenten- Versicherung. In den Reklamen, in denen zum Abonnement auf die Zeitung aufgefordert wird, wird darauf hingewiesen, daß die Abonnenten gegen Unfall, Invalidität versichert seien und daß selbst bei natürlichem Tode Sterbegeld gewährt werde. Mancher wird durch solche Versprechungen zum Abonnement veranlaßt, aber erst zu spät sieht er ein, daß er einer Täuschung zum Opfer ge- fallen ist, nämlich dann, wenn er an die sogenannte Versicherung Ansprüche stellen will. Da stellt sich vielfach heraus, daß er ent- weder sich nicht besonders zur Versicherung gemeldet hat oder aber es stehen soviel Hindernisse und Bestimmungen der Versicherungs- anstatt, bei der die Abonnenten versichert sind, im Wege, daß an die Erfüllung eines Anspruches nur in verhältnismäßig wenig Fällen zu denken ist. Wird aber in dem oder jenem Falle wirklich einmal ein Anspruch erfüllt, so wird von dieser Tatsache in der Zeitung mit möglichst großen Lettern der Leserschaft Kenntnis ge- geben. Zur Beleuchtung dieser Art Abonnentenfanges haben wir schon verschiedene Beiträge geliefert. Heute möchten wir folgenden hinzu- fügen. Das„Illustrierte Familienblatt" hat gleichfalls diese Abonnentenversicherung eingerichtet. Die Abonnenten sind bei der „Deutschland", einer Lebensversicherungsaktiengesellschaft, ver- sichert. Bei natürlichem Tode soll Sterbegeld, bei Ganzinvalidität durch Unfall, bei Teilinvalidität soll eine größere Summe gezahlt werden. Eine Witwe in Spandau, deren Ehemann gestorben «var, macht der Gesellschaft pflichtschuldigst von dem Sterbefall An- zeige. Darauf erhält sie die Mitteilung, die genauen Adressen der Aerzte anzugeben, bei denen der Mann vor seinem Eintritt in die Behandlung des letzten Arztes gestanden hat. Als ob es nicht ge- nügt hätte, daß der Tod des Mannes in beglaubigter Form nach- gewiesen ist. Tot bleibt er, auch wenn die Gesellschaft weiß, daß der Mann noch ein halbes Dutzend Aerzte vorher konsultiert hat. Sechs Tage später erhält die Witwe eine Aufforderung, die Po- lice einzureichen. Nicht jeder Abonnent achtet darauf, daß er auch eine Police haben muß; noch den Reklamen nimmt er an, daß er ohne weiteres versichert ist, wenn er Abonnent ist. Und schließlich evhält die Witwe nach weiteren drei Wochen Wartezeit die Nachricht, daß die Ansprüche hätten abgelehnt werden müssen, weil der Ehemann bei Eingang der Versicherung bereits da» 66. Lebensjahr überschritten hatte. Voraussetzung sei aber, daß der Abonnent bei Ausstellung des Versicherungsausweises diese Altersgrenze noch nicht überschritten habe. Wenn die letztere Be- hauptung richtig ist, warum hat man denn nicht gleich der Frau diese Mitteilung gemacht. Also eS gibt in den meisten Fällen immer einen Haken, der eS ermöglicht, die versicherten Abonnenten um ihre Hoffnungen zu bringen. Aber bei der Leichtgläubigkeit weiter Kreise wird eS immer wieder genug Personen geben, die sich durch alle möglichen Versprechungen ködern lassen. Die Teltower Kreisbahnen und die Grunewaldbahn haben im Jahre 1910 insgesamt 6 570 840 Personen befördert. Von diesen entfallen auf die Strecke Groß-Lichterfelde-Lankwitz- Südende 4 140 986 Personen, auf die Strecke Groß-Lichter- felde-Sechof-Teltow-Stahnsdorf-Machnower Schleuse 939 167, auf die Strecke Alt-Glienicke-Adlershof 419220 und auf die Strecke Steglitz-Dahlem-Grunewald 1 021 467 Personen. Die gesamten Betriebseinnahmen bettugen 637 843 M., davon allein von der Strecke Groß-Lichterfeldc-Siidende 400930 M. Auf allen vier Linien wurden 3 465 014 Fahrscheine zu 10 Pf. ausgegeben, 667 927 zu 15 Pf. und 413 109 zu 20 Pf. Die Strecke Groß-Lichterselde-Machnower-Schleuse hat selbst Fahr-, scheine zu 25 und 30 Pf. Auf Zeitkarten fuhren 1886758Personen. Zur Beförderung dieser Personen legten die Wagen der Bahnen 1 680 786 Kilometer zurück, davon die Motorwagen allein 1 488 017 Kilometer, die Anhängewagen 192 779 Kilo- meter. Die Strecke Groß-Lichterfelde— Südende beanspruchte allein 935 283 Wagenkilometer. Die Bahnen verfügen jetzt über 34 Motor- und 18 Anhängewagen. Die Strecke Groß- Lichterfelde— Südcnde beanspruchte allein 20 Motorwagen. Die Bahnen beschäftigen jetzt 175 Personen. Von diesen sind 115 zwischen Groß-Lichterfelde und Südende beschäftigt, 32 zwischen Groß-Lichterfelde und Machnow. Die Länge des Netzes beträgt 30,34 Kilometer. Von diesen entfallen auf die Strecke Groß-Lichterfelde— Südende 15,11 Kilometer, Groß- Lichterfelde— Machnow 10 Kilometer, Alt-Glienicke— Adlershof 2 Kilometer und Steglitz— Grunewald 2,3 Kilometer. Für das Schutzmannserholungsheim in Rahnsdorf, die scharf- macherische Gründung des Landesdirektors Freiherrn von Man- teuffel, wird seit Monaten und besonders in den letzten Wochen eine sehr beredte Reklame gemacht. Jedesmal fit hervorgehoben, daß die öffentlich erbettelten Geldmittel dazu reichlich fließen, auch aus der Tasche kleiner Leute. Man kann sich lebhaft denken. aus welcher Quelle diese Berichte stammen, und legt ihnen daher den entsprechenden Wert bei. Vorgestern hat die Gründung, die unter dem Protektorat des Kronprinzen segelt, den offiziellen Segen bekommen. Herr von Manteuffel, der das besserungs- bedürftige Polizeikind aus den Windeln hob, will aber aus„Ge- sundheitsrücksichten" nicht mehr mitmachen. Den Vorsitz hat der unvermeidliche Geheime Kommerzienrat Jakob übernommen. Wenn der nicht dabei wäre, fehlte ja einer. Wir gönnen der Berliner Schutzmannschaft, unter der sich auch anständige Elemente befinden, dieses Heim. Der Polizei- dienst auf der Straße ist an reger VenchrSstelle nicht leicht und hat schon viele Schutzleute invalide gemacht. Nur die unfeine Art und Weise, für diese Gründung bei der Bevölkerung Stimmung zu machen in einer Zeit, in der die Berliner Polizei vor den Ge- richten und in den Parlamenten auf der Anklagebank sitzt, ist ebenso durchsichtig als echt reaktionär. Den im Amte invalide ge- wordenen Schutzleuten muß es ein erhebendes Gefühl sein, das Altenteil aus den Bettelgroschen der Bevölkerung zu empfangen. Der„verlorene" Sohn des Milchkühlers Konrad, der, wie wir berichteten, vor 8 Tagen bei einem Umzüge von Garzin nach Müncheberg i. M. vom Wagen verloren gegangen war, ist jetzt auf der Bollersdorfer Feldmark bei Buckow von einem Gärtner des Gutsbesitzers von Flemming erfroren aufgefunden worden. Eine Gerichtskommission hat sich nach dem Fundort begeben. Bier Finger amputiert wurden am Montag einem 16'/, Jahre alten Lehrmädchen, das in der Druckerei von Niesenstahl, Frucht- straße 2, an einer Phönixmoschine verunglückte und in das Krankenhaus eingeliefert werden mußte. Wie uns berichtet wird, war an der Unglücksstelle Verbandzeug nicht vorhanden, die Verunglückte mußte in ihren Schmerzen eine halbe Stunde auf den telephonisch herbeigerufenen Arzt warten. Große Empörung rief gestern mittag unter den Passanten ein Vorgang hervor, über den uns folgendes berichtet wird: Heule(Dienstag) mittag begaben sich ein Fahnenträger mit vier Mann vom zweiten Garderegiment von der Kaserne in der Karlstraße nach der Kaserne in der Friedrichstraße. Kurz vor denselben tänzelte«in neun bis zehn Jahre alter Junge umher. Als der Fahnenträger das bemerkte, ging er auf den Knaben zu und ohrfeigte denselben dermaßen, daß er sich mehrere Male überschlug. Wäre der Knabe ein klein wenig weiter gefallen, so hätte derselbe leicht unter einen Wagen geraten können. Augenzeugen dieses Vorfalles wendeten sich sofort an einen in un» mittelbarer Nähe stehenden Schutzmann, der jedoch angab, nichts von dem Vorgang bemerkt zu haben. Mord? Ein mysteriöser Leichenfund, ber allem Anschein nach auf schweres Verbrechen hinweist, ist gestern abend in Saat- Winkel gemacht worden. Dort wurde in der Nähe der Gastwirtschaft von Renach die Leiche eines etwa 40jährigen, wahrscheinlich dem Arbeiterstande angehörenden Mannes aus dem Spandauer Schiff» fahrtskanals gelandet. Um den Hals des Mannes war ein starker Strick geschlungen, der unter beide Arme hindurch geknüpft war. Bei dem Verstorbenen wurden keinerlei Legitimationspapiere oder Wertsachen vorgefunden. Da der Körper des Toten keinerlei äußere Verletzungen zeigte, nahm die Spandauer Kriminalpolizei zunächst an, daß es sich um einen Selbstmord handele. Allerdings war der hintere Teil des Jacketts vollständig zerrissen und zerschnitten, doch glaubte die Behörde, daß dies durch einen Bootshaken oder durch eine Dampferschraube geschehen sei. Die nähere Untersuchung der Leiche in der Halle in Haselhorst ergab jedoch zur Ueberraschung der Polizei, daß der Tote zwei tiefe Stichwunden am rechten Oberarm aufwies, die auf keinen Fall nach dem Gutachten des anwesenden Arztes durch eine Dampferschraube oder durch einen Bootshaken. sondern zweifellos durch ein Messer oder ein ähnliches Instrument verursacht sind. Die Spandauer Polizei rechnet daher mN der MSglichkeik, daß der Tote das Opfer eines Verbrechens geworden ist. Die Leiche, die von Tegel aus angeschwemmt ist, kann etwa vier Wochen im Wasser gelegen haben. Der Unbekannte ist etwa 1,78 Meter groß, hat dunkle Haare und Vollbart. Er war mit dunklem Jackett und Hosen, blauen Sweater, weißem Chemisett und Stehkragen, einem grauen wollenen und einem Leinenhemd bekleidet und trug schwarze Strümpfe und Schuhe. An Kohlendunst erstickt ist in der vergangenen Nacht der 46 Jahre alte Wächter Karl Ferner aus der Gr. Frankfurter Str. 62, der seit vier Jahren die Fabrikgebäude auf dem großen Grundstück Blumen- straße 70 nacht« bewachte. Femer hatte in seiner Wächterbnde einen Vlechkasten. den er jeden Abend mit einigen Preßkohlen, die er sich beim Pförtner anzündete, zu heizen pflegte. In der vergangenen Nacht cnlivickeltcn die Kohlen, während er eingenickt war. einen so starken Qualm, daß. er mit seinem Wachhunde, einem vierjährigen Spitz, erstickte. Bestem morgen fand man ihn mit dem Hunde tot auf. Ein Leichenfund«mf dem Bahnhof|« Wriezm beschäftigt seit einigen Tagen die Polizeibehörden. Auf dem Güterbahnhof zu Wriezen wurde gestem vor acht Tagen auf dem Abort die Leiche eines Manne? gesunden, an der je eine Schußwunde am Kopf und in der Herzgegend festgestellt wurde. An und für sich liegt e» nahe, einen Selbstmord anzunehmen, einige Umstände aber deuten darauf hin. daß der Mann auch das Opfer eines Verbrechens geworden sein kann. Um Klarheit zu schaffen. ist es zunächst notwendig, die Persönlichkeit festzustellen! Der Mann ist etwa 20 bis 26 Jahre alt und nur etwa 1,66 Meter groß. Er trug einen grauen Jackettanzug, einen braunen Ueber- zieber mit Plüschfutter und schwarzen Streifen, ein Chemisett mit weißem Stehkragen und grauem Schlips, ein Trikothemd aus Kamel- haaren, einen gelben Kragenschoner, graue Strümpfe, Schnürschuhe und einen grauen, fast neuen Schlapphut mit schwarzem Bande. Bei dem Toten fand man eine silberne Remontoiruhr mit gelber Kette, ein kleines, versilbertes Taschenmesser, einen Revolver mit vier abgeschossenen und einer scharfen Pattone, ein Portemonnaie mit drei Patronen, einen HauSschlüsfe», eine rotledeme Brieftasche, einen Kneifer und ein KursVurch von König. Der Tote hat eine ausgeprägte Adlernase. Festgenommen wurde gestern ein Schwindler, der arme Witwen bald nach dem Tode ihrer Männer aufsuchte und ihnen unter der Borspiegelung, baft er von der Domgemeinde beauftragt sei. sie niit IbOO Pretzkohlen zu unterstützen, Beträge von 50 Pf. bis zu einer Mark abnahm. Er entpuppte sich als ein 43 Jahre alter früherer Staatsbeamter Julius Plaschte. der wegen eines Nerven- leidens aus dem Dienst entlassen worden ist. Plaschke ist wahr- scheinlich auch der Schwindler, der als Beauftragter der Landes- Versicherungsanstalt Witwen eine Staatsunterstützung in Aussicht stellte und ihnen unter der Borspiegelung, daß er einen Totenschein beschaffen müsse, drei Mark abnahm. Erweiterungsbau des Warenhauses Tietz in der Leipziger- ftraßr. Die Firma Hermann Tietz, welche für das Grundstück Jerusalemerstr. 38/39 das Recht der Auflasjung besitzt, hat mit der Firma Carl Stiller das Abkommen getroffen, daß dies« ihre in dem Grundstücke belegenen Räume per Herbst dieses Jahres der Firma Hermann Tietz überläßt. Hierdurch besitzt die Firma Hermann Tietz die Gesamtsront am Dönboffplatz zwischen Leip- ziger- und Kräusenstraße. Wie wir hören, soll mit d«m Umbau i>cr Häuser Leipzigerstraße 50, 50a, Jerusalemerstraße 36, 37, 38 und 39 im Laufe dieses Jahres noch begonnen werden. Zeugin gesucht. Die junge Frau mit dem Kinde auf'dem Arm, die am 17. September 1910 abends 6 Uhr in der Sickingenstraße, Ecke Rvstocker Straße, gesehen hat, icks ein kleines Mädchen einem jungen Menschen ins Fahrrad lief, der infolgedessen einen Beinbruch erlitt, wird gebeten, sich bei Schulz. Sickingenstr. 7. Ouergeb. 4 Tr., zu melden. Personen, die am 19. Juli 1910 abends zwischen 6 und 7 Uhr Holzmarklstr. 49 Zeuge deS Renkonters waren, da« sich im Flur de« Hauses abspielte, werden um Abgabe ihrer Adresse an Gastwirt Uter, Holzmarktstr. 49, gebeten. Im Blüthner-Saal ist am Sonntag, den 15. Januar, eine Uhr gesunde» worden. Abzuholen bei Frau Klotzsch, Fichtestr. 1. Prina(Bariton) mit. pünktlich 9 Uhr. DaS Eintrittsgeld betrögt IS Pf. Anfang ßcschrii Vorort- JVaebnebtens Rixdorf. Eine„deutschnationale" Berichtigung. Unter Bezugnahme aus den in unserer Nummer vom Sonntag veröffentlichte» Versammlungsbericht über die bevorstehenden Kauf mannsgerichlswahlen erhallen wir von dem antisemitischen Dis lussionsredncr Herrn Thomas folgende Berichtigung: „In der 4. Beilage der Nr. 13 des„Vorwärts" wird unter der Spiymarke„Mit den bevorstehenden Kaufmannsgerichtswahlen behauptet:„Herr Thomas regte sich über einen ganz hannloien Zwischenruf kunstlich auf. um einen Vorwand zu haben, seine Ausführungen zu unterbrechen und unter Protest den Saal zu verlassen." Diese Behauptung ist unwahr. Wahr ist. daß an- dauernder vhrenbetäubender Lärm das gesprochene Wort unver- ständlich»nachte: wahr ist, daß ich deswegen darauf verzichtete. wetter zu sprechen. Oskar Thomas. Hierzu wird uns von dem Verfasser deS Versammlungsbprichts hrieben: Die vorstehende Berichtigung wird allen Besuchern der Ver sammlmig wie überhaupt den Kennern deutschnational-antisemittscher Manieren nicht uninteresiaiit sein. Ist eS doch in den weitesten Kreisen bekannt, daß die Antisemirenhäuptintge und ganz besonders Herr Thomas die Gepflogenheit habeit, in gegnerischen Bersammlungen vor dem Schlußwort des Referenten unier irgend einem an den Haaren herbeigezogenen Grunde den Saal zu verlassen. Die einzige Abweichung von der sonstigen Art liegt darin, daß Herr Thomas diesmal schon seilte eigenen Ausführungen unterbrach, um mit seinen Getreuen da» Feld zu räumen. Der Grund für diese veränderte Taktik ist— wie wir schon in unserer Nummer von, 15. Januar erwähnten— in der Tatsache zu suchen, daß unser Grnosse U ck o für die Antisemiten sehr blamable Tatsachen behauptet hatte, die zu widerlegen selbst dem größten Berdrehungskünstler nicht gelungen wäre. Den ohrenbetäubenden Lärm— der nach Herrn Thomas in der Versammlung herrschte— bat wohl dieser nur selbst wahrgenommen. Richtig ist, wie wir be« haupteten, daß die Ursache ein harmloser Zwischenruf war. Erst ein Zwiegespräch, das Herr TbomaS mit dem gwiichenrufer führte, ver- anlahte einen Teil der Versammlung, in ei» Gelächter einzustimmen. Die dadurch entstandene Unruhe dauerte jedoch kaum eine Minute; Herr Thomtis hätte dann sofort seine Rede fortzusetzen die Möglich- keit gehabt. Vielleicht ha» er icdoch nicht niehr gewußt, was er sagen soll. Die Herren Antisemiten sind doch sonst nicht so cmpstndlich.__ Gbiul Ottenburg. Am Freitag, den 29. Januar, 814 Uhr findet der letzte Bortrag des Genossen Ed. Bernstein über.DaS Deutsche Reich und seine Parteien" statt. Ferner ist zum Sonntag, den 5. Februar, pünktlich 514 Uhr nachmittags, im Volkshause. Rosinenstr. 3, eine künst» lcrische musikalische Veranstaltung unter Mit- Wirkung hervorragender Kräfte arrangiert. Mitwirkende: Frl. Lisa Jockel(Klavier), Frl. Elfriede Baruch(Bioline), Herr Loebel (Cello), Frl. Lilienthal(Gesang). Die Eintrittskarten kosten 30 Pf. und sind bei den Zahlabendleitern sowie bei Will, Kirch. siraß« 30, Weisheit. Rosinenstr. 3. und bei Scharrnberg, Sesen- heiiuerstr. 1, zu haben. Nach dem Konzert Zusammensein und Tanz. Der BildungSausschuß. Ter städtische Arbeitsnachweis hat sein« Geschäftsstelle nach de« Verltnersir. S1 w' eigens für seine Zwecke umgebaute und praktisch ausgestattete Räum« yerlegt. Mit Ausnahme von Sonn- abend findet werktäglich von 3 bis 7 Uhr nachmittags Dienstboten vermitteluw'"~ 1 c« statt. Hausfrauen und Dienstmädchen können sich in der Geschäftsstelle treffen und dort miteinander verhandeln. iAchöneoer». Wanderungen durch die böhmisch.sächsische Schweiz und ,.Max und.Moritz", eine bös« Bvbengeschichte. gelangen am Donnerstag. den 19. Januar, abends SV> Uhr. im großen Saale de» Schwarzen Adler. Hauptstr., mit zirka 150 Lichtbildern zum Vortrag. Das E.ntrittsgeld beträgt 29 Pf. Der Ausschuß. Ä-chtenberg-ssriedrichsfelde. Die Einführung in die Tonkunst bezweckt«in morgen, DonnerS» tag. den 19. Januar, in Paul Schwarz'? Festsaal. Lichtenberg. Möllendorffstr. 25/26, geplantes Arrangement. Herr Dr. Hugo Leichtentrt't wird den Zuhörern den Wert der Tonkunst vor Bugen führen Die Erläuterungen am Flügel hat Herr Leo »esti-nbera übernommen ebenio wirkt Herr Felix Lederer- Mahlsdorf et. d. Ostbahn. Ein entsetzlicher Unglücksfall ereignele sich borgest«» im hiesigen Ort. Der 34jährige Arbeiter Karl Rohrbock war allein in den Kiesgruben an der Hönowerstraße beschäftigt. Als er sich in einer Tiefe von etwa 3 Meter befand, stürzten plötzlich die nicht abgesteiften Grubenwände ein und R. wurde vollständig ver- schüttet. Mit größter Anstrengung gelang eS dem Bedauerns- werten, sich soweit emporzuarbeiten, daß er mit der rechten Hand durch die Sanddecke hindurchreichte. Da Rohrbock dann aber die Besinnung verlor und Hilfe nicht in der Nähe war. mußte der ' Arbeiter elendiglich ersticken. Als nachmittags gegen 5 Uhr mehrere Arbeiter jene Gegend passierten, sahen sie die Hand aus der Grube hervorragen, sie gruben den Toten heraus. Dabendorf bei Zossen. Als eine Beleidigung der Gemeindevertrettmg betrachtete es der Gemeindevorsteher, daß in der letzten Gemeindevertreter- sitzung ein von etwas fortschrittlichem Geist veseelter bürgerlicher Vertreter die Beschlüsse der aus Bauern bestehenden Mehrheit der Vertretung zu kritisieren suchte. Der Redner wurde von dem Ge- meindevorsteher unlerbrochen, der es nicht dulden wollte, daß an irgend welchen gefaßten Beschlüssen Kritik geübt würde. Von der Mehrheit der Bevölkerung wird eS indessen freudig begrüßt, wenn sich ein bürgerlicher Vertreter findet, der die bisherige Ortspolitik mißbilligt. Die Vertretung schien, trotzdem sich der Redner durch das Eingreifen des Gemeindevorstehers am Weiterreden hindern ließ, aus dem Gesagten doch einige Nutzanwendung gezogen zu haben, denn bei der Beratung des Etats für 1911 wurde der bis- herige Kommunalsteuerznschlag von 309 Prozent, wodurch eine Entwickelung des Ortes geradezu unmöglich war. auf WO Prozent herabgesetzt. Unter„Verschiedenes" machte der Vorsteher bekannt, daß die im vergangenen Jahre eingeführte Wertzuwachssteuer schwer ein- zuziehen ist. ES wurde hierauf zwei Antragstellern die Wert- zuwachssteuer im Betrage von 1600 M. und 3263 M. in Ratenzahlungen zu leisten gestattet. Lübars-Waidmannslust. Die Gemrindevertretrrsitzuiigen am Montag und Freitag voriger Woche zeigten den Gemeindeangehörigen einmal wieder, was sie von der gegenwärtigen Mehrheit des Dorfparlaments zu erwarten haben. Die geplante Hundesteuererhöhung von 15 auf 20 M. wurde zunächst einstimmig abgelehnt. Bei Beratung eines Nachtrages zur Umsatzsteuerordnung traten die Großgrundbesitzerintelesien so recht in den Vordergrund. Der Nachtrag tollte nur verhüten, daß bei sogenanillen GrundstückSichiebereien oder Zwangsversteigerungen nicht die Verlaufs- oder Zuschlagssumme, wenn sie unter dem gemeinen Wert des Grundstücks zurückbleibt, der Umsatzsteuer unterliegen soll, sondern der gemeine Wert zur Zeit de» EigeniumSwechsel». Auch tollten be- baute Grundstücke, welche einen größeren Flächeninhalt besitzen als die vierfach bebaute Fläche, bei Veräußerungen zur Umsatzsteuer zu zwei Prozent herangezogen werden.— Tie übrigen bebauten Grund- stücke zahlen ein Prozent.— Diese Bestimmungen waren den Groß« grundbesitzern eine zu große Härte. Nachdem Genosse Luscher be- tonte, daß den Grundstücksschieberti, welche die Gemeinde um einen Teil der Umsatzsteuer prellen wollen, ein Riegel vorgeschoben werde» müßte, wurde der Nachtrag gegen eine Stimme an- genommen. Eine lebhaste Debatte entspann sich über einen Polizeiverordnungsentwnrf, welcher die Normativbestimmungen zur Herstellung anbaufähiger Straßen enthält. Diese Polizeiver- ordnung kann nach dem Baufluchtliniengesetz nur»ür neu auszu- bauende Straßen Geltung haben. Der Entwurf enthält aber eine Verfügung, welche die Anlieger an schon fertig hergestellten Straßen, die den Bestimmungen der neue» Polizeiveroronung nicht entsprechen, verpflichtet, diese Straßen der neuen Verordnung enlsprecheiid her- zustellen. Genosse Kestin meinte, daß sich Polizeiverordnunqen innerhalb der LondeSgesetze zu bewegen Häven, sonst könnte die Ge» meinde in kostspielige Prozesse ve» wickelt werden. Der SmtSvorsteher -nachte sich die Verteidigung seiner Vorlage sehr leicht, indem er erklärte, alles was unsere Genossen vorgebracht hätten. gehöre nicht zur Sache. Der Seböffe Tobin brachte Dinge vor, die den Kern der Sache nicht berührtet». Das veranloßte Genossen Luicher zu der Bemerkung, daß die Position des AmtSvorstehers i» dieser Sache sehr schwach sei. Hierüber wurde letzterer so erregt. daß er drohte, mit Hilfe des Kreisausschusses eine Verordnung ein- zuführen, wenn diese Besttnimuiigen nicht angenommen werden. Unsere Genossen lachten, wofür sie von dem gestrengen Herrn zur Ordnung geiufen wurden. DaS geschah dann auch zum zweitenmal, als der Lochteufel nicht gleich weichen wollte. Hierauf drohte der AmtSvorsteher mit einem Antrage, wonach unser Ge- »osse Kestin von drei Sitzungen ausgeschlossen werden soll. Bemerkenswert»st noch an der Debatte, daß die Gemeindevertreter Franke und Michaelis dagegen sprachen und bei der Abstimmung dafür stimmten. Sämtliche Abänderungsanträge wurden abgelehnt und die Vorlage gegen drei Stimmen angenommen. In der Freitagsitzung stand der Ausbau der Rosenthaler Strohe auf der Tagesordnung. Die Anlieger---- meistens Großgrund- besitz«— hatten sich nu» zu einem Teil der Kosten für die Herstellung der Straße verpflichtet. Die Vorlage verlangte deS- halb von der Gemeinde einen Zuschuß von 28 000 Mark. Uniere Genossen sowie einige Gemeindevertreter sprachen dagegen'. Genosse Kestin betonte, daß die Anlieger nach dem Gesetz verpflichtet sind, die ersten StraßenherstelluiiaSkoste» zu bezahlen und daß die Bei-rags- Pflicht spätestens bei Errichtung von Baulichkeiten eintritt, Er er« innert« die Herren an ihren in der vorigen Sitzung gekaßte» Be- schluß, und sprach die Hoffnung miS. daß sie auch die Konsequenzen daraus z-ehen und den Zuschuß glatt ablehnen werden. Diese Konsequenz war nicht vorhanden: nachdem der Gemeindevorsteher bat, hier mal eine Ausnahme zu machen und den Zuschuß zu bewilligen, wurde die Borlage gegen 4 Stimmen angenommen. Hier zeigt es sich, wie aus der e»nen Seite dur» die Beichlußsassung ungesetzlicher Bestimmungen der kleine Grundbesitzer belastet werden soll und wie andererseits den Großgrundbcsstzern ein Geichenk von 23 000 M. gemacht wird. Diese 23 000 M. scheinen keine so große Rolle zu spielen, wie die 12 M. DeSlnfektionSgebühren. um die man«inen Gemeinde- ongehörtgeu mehrere Male mahnte, trotzdem der Beireffende»ach der Luoarser Gebührenordnung gar nicht zu bezahlen brauchte. Januar in den bekanntgegebenen Potsdam. Eine neue Brücke muß über die Havel gebaut werden. Die Regierung will nur dann die Genehinigung zu dem Bebauungsplan der von der Stadt zum größten Teil angekauften dicht am Bahnhof gelegenen Freundschaftsinsel geben, wenn zur Entlastung der jetzige» Kaiser Wilhelmbrücke und zur Aufnahme des Verkehrs von» Güterbahnhof und nach NowaweS eine zweite Beücke im Zuge der Packhofstraße gebaut wird. Mit diesem ganzen Projekt ist die Regelung respektive Vergrößerung des GüterbahnhosS, die Aus- schültung der Melchertwiesen und die Verbreilcrung der dort in die Havel mündenden Ruthe verbunden, die im Anschluß an den Güter- bahnhof zum Umschlaghafen«ingerichiel werden soll. Die Regierung hat einen Kostenzuschuß vou 400000 M. zugesichert. Die Gemeindewählerlisten liegen in den einzelnen Vororten bis zum 30. Gemeindebureaus aus. Außer den bereits Orten tragen wir noch folgende nach. Steglitz. Die Wählerlisten liegen an den Wochentagen von 8—3 und von 5— 7 Uhr, an den Sonntagen von �14—1214 Uhr und am 27. d. M. von 8—1 Uhr im Zimmer 34 des HauseS Schloßstraße 36 II, aus. Marienfelde. Täglich von 8 bis 3 Uhr im Gemeindeamt. Da wahrscheinlich eine Neuwahl stattfindet, ist eS Pflicht eines jeden Wählers, die Liste einzusehen. Wer verhindert ist. melde sich bei Adolf Berger, welcher bereit ist. dies zu tun. Adlershof. Im hiesigen Gemcindeamte, BiSmarckstr. 58a. Zimmer 3, während der Dienststunden von 8 Uhr vormittags bis 3 Uhr nachmittags. Zur Einsichtnahme für jedermann haben sich bereit erklärt: Genosse August Beck, BiSmarckstr. 11, Verkaufsstelle der Konsumgenossenschaft, sowie Genosse Johann Feyerstein, Bis- marckstr. 28._ Lese- und Diskutierklub„Süd-Oft". Heute abend S'/, Uhr bei Neidbardt, Görlitzer Strafet 58: Mitglicderverlammlung. Gäste willkommen. Arbeiter-SSauderverein„Berlin-. Heute abend Lst, Uhr Wer- sammlung im Vereinslokal bei Wäbltsch. Zkalitzer Sit. 23. Bereit» ehem. Beelitzer, Abt lt. Mittwoch, 18. Januar, avendS 3 Uhr, im Rosenthaler Hos, Rosenthaler Str. 12/13: Versammlung. Gäste willkommen._______ BrUffcarten der Rcdahtton. Tie intiftitAc Gvreltifniud« ftnfcei StnvcnflraHc Nr. 00, dorn vier Tredden— ffodrkiu-il—, woNirutäoliili von 4»/, dt«?>/, Nlir adendS, Sonnabcnd» don-l'/a bis 6 Nhr Nachmittage Natt. A«d«r für den Brief- tasten bestimmten ilufrag- ist»in Buchstabe und«ine Zabl alt wlcrf- zeichen Beizufügen, Brieflich« Antwort wird Nicht erteilt. Eilig« Kraaell trag» man in der Evrechstnndr bor. G. H. 17. Ja, wenn dadurch da? Weitervermieten vereitelt wird. Sie sind verpflichtet, die Schlüssel im Hause zu lassen, wenn nicht der Vertrag etwas anderes bestimmt.— A. SS. ö7. Nein.— Frau Scholz 10a0. Ja.— E. Sch. 5. Nein.— G. N. 100. Ja, wegen Beleidigung.— Streitende. Nein, nur Revifion.— Fritz. Ja.— Laura 1000. In der Regel nicht.— Rixdorf 8. Ja, in vier Jahren.— Wilmersdorf. 1 Ja. 3. Nein. — Zossen SS. 1. Wenn Sie»ustrelen: ja, und zwar die Halste. 2. Recht- lich betrachlet: Nein. 3. Beim Konsistorium.— Frankfurt<». Nein.— Sklawr 40. Leider ja.— St. 7. Sie fragen, wieviel Billards sich im Cajs Bauer befinden. Bitte, zählen Sie dort nach: wir müfeten das auch tun.— G. R. S07. Nein.— S. 8. Sie können die Ansprüche an Ihre Wirtin als Gegenwert für die von dieser gemachte» Auswendungen ab- treten.— M. tvk. 88. Das kommt aus den Inhalt der Karte und ans die Auffassung de« Richtet? an.— P. G. Rixdorf. Wir halten die ver- sagnng sür unbegründet, klagen Sie beim KreiSausichufe.— O. T. SO. Der MielSftempel ist bei JahreSmicten von mehr als 360 M. zu zahle». Um die Höhe des Mietsstempels angeben zu könneii.»miffen wir die Höhe der Jahresmiete kennen.— A. G. 36. 1. Sie müssen 6 Wochen vor OuartalSschlufe kündigen. 3. Leider ja. 3. Gesetzlich keinen— F. i. 58. 1. Nein. 2. Ja.— S. D. 10. An den Rektor.— F. F. 7. Ja. Dieie Kosten find jedoch nur ganz geringfügig.— H. St. 11. 15—30 M.. sür jeden Besuch 1—2 M.. je nach Einkommen und Vermögen des ZnHIunas« pflicht geii.— 100. H. E. 1. Ihnen gegenüber ichadeneisatzpflichtta. S. Zimmevstr. 90/91. Sie können klagen.— A. F. 99. Besprechen Sie die Sache mit dem Rektor.— W. W. 81. Sie können für die ersten 14 Soge Entschädigung verlangen, müssen sich aber das aus der Kranken- lasse Empsangene anrechnen lassen. «meliiver Marktberichr der städtlichen Marktballen-DireMon üdev den Grofebandel w den Zenlral-Marktballen. OKartilage: F l e i i ch i Zufuhr reichlich, Geichäst flau, Presse unverändert. Wild: Zufuhr ge- nügend. Geichäst nicht lebhast genug, Presse unverändert. G e j l ü g e l: Zumhr mäßig, Geichäst still. Presse wenig verändert. Fische: Zusuhr mäßig. Geschäst ziemlich Icbhast,~" MWWs w'~ M'■ Käse: Geschäst S ü d s i ü ch»«: unoerändett. Press« wenig verändert. Butter und ruhig, Presse unverändert. Gemüse, Ob st und Zusuhr genügend. Geschäst etwas lebhafter, Preise fast WitteriinqSnderNrdi vom 17. Januar lull, niorgen«»»Hr. � 3 ä >>« >1 Otttn Swmrmde '«ritt, Fr an kl a W München Wien 777® 779 WSW 77959 78t S 785 SW 781 W G» cS. äil §? K.» •tattonen sä «Ii Bettet u-o n G k Havaranda 755 S® Pete 2 heiter—0 5 Nebel—2 Petersburg 758®«® 3 bedeckt-0 Scillo 730 SO 2 Dunst— 0 i'lberbeen 770 S«W 3 heiter-11 Sans �731 NNO l halb bd.-2i I, Wetterprognose für Mittwoch,»rn IS. Januar iniL Zunächst etwas wärmer, vo. wiegend neblig, aber wollig bei ziemlich kebbaslen südwestlichen Winden ohne erheblühe Nlcdcrsltzläge: später zeitweise ausktarend und langsame Abkühlung. Bexlin erWettexbureau. 2 halb bd.— 6 1 wölke»!—7 1 bedeckt S 1 wolkig 8 Swollenl—3 I i WasseritanstS.Rachrtcktte« der LandeS anstalt sür Gewässerkunde, mitgeteilt vom PerlitM Wetterbureau. Tpanda«. Arbeiter-Gamariterkokonne. avendS Am heutigen Mittwoch. 3 Uhr. hält die Kolonne im Lokale von Böhl«, Havelstraße, einen UebungSabend ab, zu Anatomie halten wird. dem ein leitender Arzt einen Bortrag über Gäste willkommen. Wasserst and Kemel, Tilsst P r e g e l, Jnsterburg W e i ch i e t, Tboru Oder. RaNbor , Kronen , Frankfurt Warthe. Schnmm .. Landsberg Netze. Bordamm Elb», üelmierttz » Dreedep # Barbv » Magdeburg l am>ei» S. 1!1S. l. on-!»»>'1 258')—19 61«)+44 135«>—20 155—19 187»)-5 194»)+3 26«)-4 44«)—13 16«)-4 6-10 114«)-8 185—16 158 1—10 i 4- bedeuiei Wuchs,— Fall.—») Unierpeaet.»» ch Eisstand.— ch EiStreiben.— ch eisfrei.— ch Eisbewegung. JUNO Beste BPfg. Cicarette Mittwoch. 18. Januar. Ansang VI, Uhr. Aönigl. Opernhaus. Fidelis. »önlgl. Schauspielhaus. Der Storensried. Neues königl. Opern-Theater. beschlossen. Den-sches. Der Kausmann von Venedig. Kamm erspiele. Der der» wundete Vogel.(Ans. S Uhr.) Ansang L Uhr. Lessing. Anatol Meines. Die ocrslixtm Frauen- zimmer. 1. Klasse. Neues Operetten. Die schSne Risette. Kouiiiche Over. Die Bohsme. Neues Schaiiivielbans. Die Hosen des Herrn v. Bredow. Rachmittags LV« Uhr: Maria Stuart. Berliner. Bummelstudenten, Weste». Das Puppenmädel. Neues. Der G. m. b. H.-Tenor. Triauon. Der beilige Hain. Residenz. Der Unterprasekt. Thalia. Polnische Wirtschasl. Schiller o. t�nanei. totaler) -Wallensteins Tod. Sch Spart oltendnrg. Der Himmel aus Erden. Friedrich. WilhelmstSdtischeS. Sosgunst. LustsvieldanS. Der Feldherrn- Hügel. Ausstellnngs-Theater. MeherZ. Lniien. Mudickes Reise nach Indien. Modernes. Da» glückliche Gesicht. (Ansang SV« Uhr.) Role. Don Carlos. Herrnfeld. Eine verlorene Nacht. Er. Sie und Er. Vvlksoper. Die Dollarprinzesfin. (Anl. 8'/, Uhr.) Nachmittags 3'/, Uhr: Der Kamps um Schneewittchen. Folirs Caprice. Der Feldwelel- Hügel.(Ansang 8'/, Uhr.) Metronol. Hurra— Wir leben noch I Kasino. Julie Wippchen. Zlp�U«. Spezialitäten. ivaiiage. Spezialitäten. Boigt. Der Erbsörster. RlichspaUru. Steitiner Sänger. Wintergarten. Spezialitäten. SanSsonei. Die werde ich reich? Spezialitäten.(Ans. 8>/, Uhr.) Walhalla. Bravo I Dacapo I(An- sang 8>i« Uhr.) Wedding. Abgründe. Kart Havelland. Spezialitäten. tlranta. Tnudeusirasic AHIM. Abends 8 Uhr: Diamanten und Goldgewinnung. Hörsaal abend» S Uhr: Die Zelle als Staatsbürger. Sternwarte. Jnvalidenstr. 57—62. Ussinx-TKeater. Mittwoch 8 Uhr: Anatol. Donnerstag 3 Uhr: Di« Ratte». Freitag 8 Uhr: illnatol. Verüner Theater. «tutet Bumnielstudenten.» m Morgen: Bummelstudenten. Neues Theater. Der 6. m. b. Ii-Tenor. Ansang 8 Uhr. Morgen und solgende Tage: _ Dieselbe Borstellung._ Theater des Westens. 8 Ubr: Da« PnnpeninHdol. MUw. u.® onnaJ, 4 Uhr: Rotkäppchen. Sonntag 3'/. Uhr: Ein WaUertrauw. Modernes Theater (frfiher Hebheitheater). Abend» 8 Uhr: Poppvlmvaiml». Berliner Volksoper Nachm. 31/» Uhr: Der Kamps«m Schneewittchen.— Abend» 8'/, Uhr: Die D«Uarprin»es«in, CusTspielhaus. «lbends g Uhr, Der Feldherrnhiigel. krisltslvh'MIhsImetzdtisohee 8ehsusp!»iiiaus. Mittwoch. IS. Januar, abppd» 8 Uhr; Hofgunst» Donnerstag: Corano von Bergerae. Freitag: Die Srbtant«. Sonnabend 8')i Uhr: gayst. Residenz-Theater, Pireltton: Stichard Alexander. Ansang 8 Uhr. Der Unterpräfekt. Schwank tn 8 Akten von L. Gandlllos. Morgen und folgende Tag«: Der(Jntcrprilfekt. Sonntagnachm. 8 Uhr: Hebletea»hli�e Reicbshaiien-Theater. Stettiner Sänger. Neu! Mustkanten-Veilinaciit Genrebild von Meysel. Anfang wochentags 8 Uhr Sonntags 7 Uhr. Urania. Wissenschaftliches Theater TanbenstraXSe 48/49. Abends 8 Uhr: Dr. 0. G. Müller: Diamanten und Goldgewinnung. Hörsaal 6 Uhr: Dr. Wilhelm Berndt; Die Zelle als Staatsbürger. Kaiser-Panorama. Die Schwei®. Wintern. Sport i. Oberengadin. L W. III. interess. Reise in Indien. Eine Reise 20 Pf. Kind nur IQPf. Abonnements l M. Tausende Abonn. Luisen-Theater. Mndickes Reise nach Indien. Gr AusstattungSst. m. Gesang u.Tanz Mittwoch u. Donnerst.: Mudickes Reise. OSE=THEATE .»rai Ans. 8 Uhr. Ende nach ll. Voi» Carlos Dramat. Gedicht In 5 Akten v. Schiller. Donnerstag: Sein Sündenregister. Freitag und Sontag: von Carlos. Sonuabendnachm.: Hansel u.(Bretel. Abends: Der Glücksschmied. Schiller Sehlller-Theater 0.(Wallner-Theat). Mittwoch, abends 8 Uhr: Wallennteins Tod. Von Friedrich Schiller. Ende W Uhr. Donnerstag, abend» 8 Uhr: Hosarenfieber. Freitag, abend« 8 Ubr: Der Himmel anf Erden. Thealep. Schiller-Theater Charlettenhurg. Mittwoch, abends 3 Uhr: Der Himmel anf Erden. Schwan! in S Alten v. Julius Horst. Donnerstag, abends 8 Uhr: Das Urbild des TartilfT. r e i l a g, abend» 0 Ubr: "er Bund der Jugend. Anfang 8 Uhr. Zum ersten „CLOU" BERUNER KOKZERTHAV8 filauerstr. 82 Zimmeretr. 90-91 !!! HenteüS GastspielsKonzert der „Ciavoli rossi di Pianella" Original Italien. Harmonie-Orchester. Eintritt 60 PI. Male in Deutschland! MnM Aus. 8 Uhr. Vorverkauf 11—2 Uhr. Zwei Schlager: Eime verlorene Nacht. Er, Sie und Er mit Anton und Donat Herrnseld in den Hauptrollen. Idealer des Ueddings MQIIerstr. 182/183— Selleretr. 35. Täglich vor auSverkaustem Hause: Drama in zwei Akten von Urban Gab. Außerdem daS neue großartige Programm._ Ein Erlols ohne Vielehen Otto Rentters neueste Sehlacer sowie da» grolle �ensatlons- Programm. Metronol-Theateri Abends 3 Uhr: Rauchen gestattet. Hurra! Wir leben noch! Groß» AuSstattungsrevue in 7 Bildern v. I. Freund Musik v. B. Holländer. In Szene gesetzi von Dir. R. Schultz. A�Jannar Spielplan-Wg ETHEL LEVEY Amerikas Favorit. La belle Leonora Spaniens Stolz. Mlle Denarhers Luftballonfahrt üdep den Köpfen des Publikums tewi« weitere iZ Star- Attraktionen 12 Rauchte gestaltet! Sport- fatast fr«™ 1- Potsdamer Strajie 70-72a£ntr»' M- Heute Mittwoch, den 18. Januar 1911: Premlere der Feris „Karneval am Nordpol44 SOO Eislanf künstler. Zwei Musikkapellen. «"•" Veue Welt"Sö«' BockbiersPest Im bayrischen Hochwald, im herrlichen Berchtesgaden in g&mtliohen Peat-Sälen(7000 Personen fassend). BV Wunderbare Alpendekoration. Horgen Donnerstag, den 19. Jannar 1911: piiip.Tfin Hrttinllernng des engsten modernen klUC* iity. Hampelruckes vom Promenaden- oder tiesollMchattakleid.— Drei bare Preise SO, SO, 20 Mark. Wettlaufen der drei Prämiierten um einen Extrapreis. Anmeldungen bis 10 Uhr an der Kasse.(Nur Domen von 16 Jahren ah können sich zum Wettbewerb melden.) Anfang 7 Uhr. 4 Kapellen. Entree 10 PI. Schwarzer Richard Arnhold. vaßr klariid. Chaussee 5. Mittwoch, den 18. Jannar 1911: Gr. Bockbierfest unter Mitwirkung der Leipziger Sänger. Einen wirklichen fienuB bietet eine Vorstellung im Excelsior-Liclitspielliaus Rixdorf, Bergstr. 151/152.(Passage.) Wie stets, allen voran t Der Verzweiflongskampi der Anarchisten in Houndsditcb. Dazu: Das dieswftehentltehe«cnsations Programm. Anfang: Sonntags 3 nachm., wochentags abds. 6 Uhr, Bntr. 30 Pf. Brauerei Friedrichshain. Am KSnigstor. Größte Sehenswilrdigkeit Borlins. Uente: Gröfites and amüsantestes Bock- 511er* Fest. Plito Tan Gratisverlosung». 100 Wertgogensfänd EillC'lOjj, jeder Besuch, erhält 1 lioee gratis. Der berbhmieste Fellwirt Lskorsek Slirengrudsr mit seiner Truppe(60 Personen) aus ü)i üi»chen. Ansang 8 Uhr. Entrec SV Ps. Psssierhsrlen hadea»olle Gliltigkelt. !> �RÄi'eR>ii-5se«t«ille(Hasmann Bosgmaa»)| Andreaia.tr. Sl, gegenüber dem Ändroaspiats. pgr Jeden Mittwoch:-WW ••Auftreten der beliebten Apollo»Sänger.| Bosporus am Moritzplatz. Heute 6 Uhr: Das �änderbare Variett-frogramin. Kasseneröffnung 4 Uhr. Nach SchloD der Vorstellung: Großer Bockbier-Jubel Trubel FestomzaiJaoz. Vergnügungspark > Mapellen bis 3 Uhr nachts. Entree 30 Pf. Res. Platz SO Pt. Vorzogskarten haben Gültigkeit. Vorzeiger dieser Annonce zahlt an der Kasse nur 10 Pf, nach. Gleiebroitig empfehle meine Stile und Vcrcinszlmmer] zu Festlichkeiten und Verstunmlungen.• Berlins größtes ferpipnis-EtaissetiÄ Mittwoch, den 17. Januar, abends VI, Uhr: Der große Coup 0% Uhr. der 9% Uhr. Schmuggler. Briff-Braff-Broff. Arconi-Truppe,Än. Foot-Bnil— Pasb-Ball Polo-Ball Kreisel-Globus, neueste Kreation des Direktors Alb. Schumann sowie die übrigen Attraktionen. Alt-noablt 1374H. Donnerstag. bw 19. Januar 1811; Schauspiel in zwei Mteilungen u. vier Auszügen von Charlotte Birch-Pseiffer. Lord Rochester.. Dir. HanS Reitz. Kassmeröfsn. 7 Uhr. Anfang 8'/« Uhr. Nach der Vorstellung: ----- Tsi».----- LIGHTSPIELE. MOZART- SAAL. Nollendorf-Platz. Beginn 6 Ubr. Casino-Theater Lothringer Stratze 37. Täglich 8 Uhr: Da» Original Berliner Bollsstück Julie Wippchen. Ur-berlinerHumorl Urberllncr Type»! Im Stlle der ehem. Wallner-Bühne. Borher erftttassiger bunter Teil. Sonntag 3'/, Uhr: Weihnachten Passage-Panoplikum. Lebend 1 Lebend! Das binne Weibs EHn Opfer wilder Barbaren. Prinz Atom: der kiilnsteMenseh alter Zeiten. Dci* Hann mit dem eisernen btalilund. Buddhas Wundertalel. Alles ohne Extra. Entree! Bnrgtlieater- Festsäle und Kinematograpb vorm. Groterjan. Jnhub.; Rud. Merz, Schö»l, auier Allee iL». Tel. 3. g3S3 Lebende k-hotogruphion. Eintritt 30 u. 40 Ps, Kinder die Halste. Ans 7 U., Sonnt. 4 U. Vorzugsicarten, nur wochent. gültig. SS Ps. aus allen Plätzen. Stets wechs. Programm. Achtung! Vereine! „Märkischer Hof" Amt 4, 4S94 Admiralsip. 18c. Der arosie Saal einige Sonn» abende ,m März srei geworden. Kleiner Saal(100 Personen) noch mehrere Sormabendc zu vergeben.- Jeden Ssnnta,: Gnilfcl' Ball. Nißles Fest-Säle Dennewitzsfraße 13. jeden Donnerstag und Soontag: Großer Ball. 36156'__ C. XlOle. Sie müssen heitt abend das aufsehenerregende sehen! Wedding Reinickendorfer StraOe 14. Ifreuzberg- Festsäle, Besitzer: Otto Ernert, SW., Kreuzbcrgftr. 48, Jeden Mittwoch u. Freitag: VroKerPreiTani. Jeden Sonntag: (ZroKer Laß. Lw März noch Sonnabende L» vergeben. 2iräCus ßusvK.I fiiltvoch, lSlanuar, ahds.7'i,vhr: urolle(Zala-Vorstellung. Uaotsp. d. hsr. Drssssurs Um. oieokt. Plores Altholf m. sein. ca. 90 dress. Pferd, u. Frau Direktor Adele Althoff m. ihren eleganten Freiheitsdressur. FrLSIaptha KSohnkc, Schnlreiterin. DieAeros, kam. TrapuzkBnstler.— Feediaais, her. Reiterfamilie.— 5 Cliftons 5. 3 Gebrüder Eratetllni, urkom. italienische Clowns. Um 9 Uhr ca. zum 2.7 Male: Voigt-Theater Gesundbrunnen, BadstraHe 58. Msttwockpden 18. Jaruar 1911: Der Erbförsiea« Trauerspiel in 5 Ausz. o. Otto Ludwig. Kasseneröfsnung 7, Ansang 8 Uhr. Walhalla-Theater. �Rosenth.Tor.) WeinbergSw. 20 j Anfang 8'/« Uhr: iijei Bravo! Da Capo! Eine AllerweltS• Revue in 5 Bilden: mit vielen neuen Einlagen, Couplet» und Attrakttonen. Sonntags nachm. 3'l, Uhr: I Unsere Don Juans.! Posse mit Gesang«. Tanz. MIetnc Preise. ;aprice. Täglich«'/. Uhr: Die ahgetreteve Prau. Neuer bunter Teil. selMebelHiigel. Trlsnon»Tdeater. Ansang 3 Uhr. Der heilige Hain. Chkatrr„Eroß-Kerlin". Mittwoch, den 13. Ja-mar. 8>/, Uhr i bleue Weit, Blumankäte. Entrte bO—lOOPs. Vorzug»!, billiger. Dieses Inserat gilt als Borziigstart». Donnerstag: Puhlmanne Thestee. Königstaiil-Iasino. Holzmartlstr. 79, Ecke«leranderstraße. Ttlglich s EBmanoff-Trupiie, russ. Sänger, Franz Sebanskl, Pulware, Miisik.Akt, Gebrüddr Kühn, The Murnellas, Fasjspringer usw. Die Erbttente, Posse mit Gesang vou ElY-SobanSfh Ansang 8 Uhr. Sonntags Q'l, Uhr. IM 0 Hochbahnstation Kottbuser Tor. 8'/. Uhr: Wie werde ich reich? Nmcril.uiischeS-niallansburlesfe. IjQtte Hebnsi R. TVesemann Berlins Lieblinge. KärTHaverland- Ansang Thostcn Koimnandanten» "-" lUtlllEj, strgtze 77/79. vräz. 7>l, U, Januar Gin urkomische» 191t. da» Tagesgespräch im ntittm Jahre. Germania-Pracht- Säle Carl Rlphter. W,, Cbnussee-Straße 119, Heute Mittwoch, Paul Hanllieys lustioe Säuger. uest. Schlager! mit Ernst Walters neuest.Schlager! Anfang 8 Uhr. Eintritt 30 Pf. VorzuQskart. gett. Anseht. Freitanz. Jeden Donnerstag: fir, Bookbler-Houuert. H Berliner amor-ftuartett Gg, Trener wRKasUHientlleei» Aar den Junai» der Juierate dbernimm» die Redaktion dem Publikum gegenüber keinerlei Zierantworniug. Unserem Kollegen 2698B Georg Blend zu seinem heutigen GeburiS- tage ein dreifach donnerndes Hoch« Die Wcrkstattkollcgen. ch ZozisIijeivollrslizedei'Vziilikei'eiii Sso ß. Kerl. I!elc!i5t»g8-V»l!llml8e5. Am 15. Januar verstarb unser Genosse, der Tiichler Otto Hoeder Rheinsvcrger Straße 35. Ehre seinem Andenken t Dre Beerdigung findet morgen Donnerstag, den 19. Januar, nachmittags 4 Uhr, von der Leichen- Halle des Friedhoses der Zions- Gemeinde, Nieder- Schönhaulen, Nordend, aus statt. 224/9 Um rege Beteiligung ersucht Der Borstand. Am 15. d. MtS. verschied nach kurzem Leiden mein lieber Mann, unser guter Vater, der Gastwirt Wilhelm Noack im 52. Lebensjahre. Um stille Teilnahme bitten Luise Noack geb. Hausmann. Martha, Richard, Lieschen als Kinder. Die Beerdigung findet am Donnerstag, d. 19. d. MtS., um l;,4 Uhr vom Trauerdause Walter- straße 27 nach dem Jakobi-Ktrch- hos, Hermannstraße statt. 8o!l»WemoIl!'sMerV»Mei'(!io Rixdorf. Den Parteigenossen zur Nach- richt, daß unser langjähriges Mt- glied, der Gastwirt Wilhelm IVoack Walterstr. 27/28(13. Bez.) verstorben ist. Ehre seinem Andenken t Die Beerdigung findet morgen Donnerstag, den 19. Januar, nach- mittags 4 Uhr, vom Trauerhause aus, nach dem neuen Jakobi- Kirchhose, Hermannstraße, statt. Zahlreiche Betelltgung erwartet 224/4 Der Borftand. Verband der freien Gast- und Schankwirte Deutschlands. Ortsverwaltung Rixdorf. Den Mitgliedern zur Nachricht, daß unser Kollege Wilhelm I�oack Waltherstr. 27 verstorben ist. Ehre seinem Andenke«! Die Beerdigung findet am Donnerstag, den 19. Januar, nachmittags 3>/, Uhr, vom Trauer- Hause aus aus dem Jakobi- Kirchhos statt. Um zahlreiche Beteiligung ersucht 74/5 Oie Ortsverwaltung. Treffpunkt bei Franz RGckhelm, Bergstr. 98. Deutscher Transportarbeiter-Verband. Bazlrksverwaltung Groß-Borlin. Den Mitgliedern zur Nachricht, daß unser Kollege, der Fenster- Putzer 55/10 Richard Kühne am 15. d. MtS. verstorben ifL Ehre seinem Andenken! Die Beerdigung findet am Mittwoch, den 18. d. Mts., nach- mittags 3 Uhr, von der Leichen- Halle des Krankenhauses am I FriedrichShain auS nach dem Fried- I hos der MarkuSgemeinde in Dil- helmSberg statt. Um rege Beteiligung ersucht Die Bezirksverwaltnu«. l Dentseher Baoarbeiterverbaiid. Zwelgrereln Berlin. Sektion der Putzer« Am 15. Januar verstarb unser Mitglied 136/7 llsrl Velmaim junior (Bezirk Tharlottenburg) an Lungenentzündung. Di« Beerdigung findet am Mittwochnachmittag 3 Uhr aus dem Luisen-Kirchhoi(Westend) Patt. Um rege BeteUigung ersucht Die örtliche Ber waltung. Für die vielen Beweis« herzlicher Teilnahme und die reichen Kranz. sp"iden bei der Beerdigung meines Neben Manne» Jnlins Penknhn sage ich allen Berwandten und Be- kannten sowie seinen Kollegen der Stattonen IL und 5 und dem Ver- band der Gemeinde- und Staats- «bester meinen herzlichsten Dank Die trauernd- Witwe Berte» Penknhn. Montag vormittag entschlief unser einziger geliebter Sohn �lex Ldiirmhotk im 17. Lebensjahre. Die tiesbetrübten Ntern E. Schirmhoff u. Frau. Di« Beerdigung findet am Donnerstag, den 19. d. MtS., nach- mittags 3 Uhr, von der Halle des neuen Nazareth- Zkirchboss, Reinickendors-West, Berlmer Str., aus statt. Deutscher Metallarbeiter-Verband Verwaltungsstelle Berlin. Nachruf. Den Kollegen zur Nachricht, daß unser Mitglied Ssns klkgemann gestorben ist. Ehre seinem Andenken k 110/14 vis Ortsverwaltung. Danksagung Allen Freunden und Bekannten, insbesondere den Genoflcn deS S. WahlkreffeS, dem Verbände der Maschinisten und Heizer, sowie den Kollegen und Lehrlingen der Firma A. Gocde, Chaussecstr. 38, sage ich sür die überaus reichen Kranzspenden bei der Beerdigung meines lieben Mannes Msx Zabel meinen herzlichsten Dank. L702b Frau Unna Tadel geb. Agaciaek. Yerband der Böeh- und Steindruekerei-flilfsarbeiter o. Arbeiterinnen Deutseblands. Ortsverwaltnng Berlin. Am 13. Januar starb nach langem schwerem Leiden unser Kollege Otto Geidel im noch nicht vollendeten 30.Levens- jahrc. Ehre seine« Andenken! Die Beerdigung findet hente Mittwoch, den 13. Januar, nach- mittags>/,4 Uhr, von der Leichen- Halle des Heilig- Kreuzkirchhoses in Mariendors aus statt. 27/1 Ole Ortsverwaltung. Danksagung. Für die vielen Beweise herzlicher Teilnahme bei der Beerdigung meiner ieben Frau Kmma geb. Kulzmann agen allen Freunden und Bekannten unseren herzlichsten Dank. 2708b Ott« Belle nebst Kindern. Danksagung. Für die herzliche Teilnahme und die Zkranzsv enden bei der Beerdigung meines geliebten Mannes, unseres outen BaterS, Sohnes, Bruders und Neffen HeZnricb Zurbel sagen wir allen Freunden, ins- besondere Herrn Ollttel sür die trostreichen Worte, der Direktion und den Kollegen der Brauerei Schultheiß. dem Verband der Brauereiarbeiter und dem Lotterieverein»Sicher wie Goldunseren herzlichsten Dank. 2703b Die trauernden Hinterbliebenen. Für die vielen Beweise herzlicher ! Teilnahme beim Hinscheiden unseres 1 lieben Bruders und Schwagers, des Steindrmker» 270 wirkvBavToII.rsrb., hUbseh m bl«a Cherl«!« etc.. modera« A II aucestenet,|as Fsuom,« früher II N. Zt. tm SO, 71_ J15.t«>-, Teil— 34, k bU 73 KW Ii 6S. SS, Li# 75. 48.| IS. 11.50 45, Ä Ä (] RostQme a. Gesellschaftskleider A V w cen« bedeutend erweiterter Aue- gm jm f ruber Me U H webt, eehlcke Aueflihmces. e. T. 9/9_»X- Y, W BS,.. M.»n.-. 58.-, ia- H (Lister k Co. Ltd.. Bredford), vornehme Ausarbelton«, eof Dameesd und belbseldeaem Oemesed«efsttert, mit und ohne Pelebeeets, Me 140 er* lang, auch ktr- M BW frOher e««t e. T. K. ........ 10.- 1 Echte Pelzsachen x Poromneriackett«, Hm-, Mm-znurmol- ste. M Jacketts, Kollier« und Muffes Ii «er vereerücktee Jahreeeeft ewteproeh. MMg, V L«eDwelee JOr ein artMel. k � WestmaimH MohrBQtf, 37 1 (eahe Jeratat. svj »arterre ■ad I.Ete«s Frankfurter Strasse IIS faahe Andreantr.) parterre