Jlt. Hl» üdsnnemenk-keäingungen: Abonnemcnis. Pms pränumerando: Lierteljährl. 3£ü>TO., moimtr. 1,10 Ml, wöchenlliai 28 Pfg. frei ins Haus. kinjclne Slunimer S Pfg. Sonntags- nunnncr mit illustrierter Sonntags- Beilage.Die Neue Weit" 10 Pfg. Posi- illionnemcnt: 1,10 Marl pro Monat. Eingetragen in die Post-Zeiwngs- Brctslislc. Unter Kreuzband für Deutschland und Oesterreich- Ungarn z Marl, für das übrige Ausland Z Marl pro Monat, PostabonncmentS nehmen an: Belgien, Dänemarl, olland, Italien, Luxemburg, Portugal, — nänicn, Schweden und die Schweiz. VIcheiilt lsglich suLcr Msnttgt. Verlinev Volksblatt. 38. Jahrg. Die TnlertionS'Gebütjr beträgt für die fechsgespaltene Kolonel- zeile oder deren Raum SO Pfg,, für politische und gewcrlschaftliche Vereins- und Vcrsammlungs-Slnzeigcn 00 Pfg, „Uleine Rnreigen", das erste lfcit- gedruckte) Wort 20 Pfg,, jedes weitere Wort 10 Pfg. Stellengesuche und Schlaf- siellen-Anzeigen das erste Wort 10 Pfg,, jedes weitere Wort S Pfg, Worte über IS Buchstaben zählen für zwei Worte. Inserate für die nächste Nummer müssen bis z Uhr nachmittags in der Expedition abgegeben werden. Die Expedition ist tis 7 Uhr abends gcössnet, Telegramm-Adresse: „Sozialdtrookrat tUrli»" Zcntralorgan der rozialdemokratifchen Partei Deutfchlands. Redaktion: 8W. 68, Lindenstrasse 69. Fernsprecher: Amt IV. Nr. 1983. Sonntag, den 5. Februar 1911. Expedition: ÖCQ. 68, Lindenstrasse 69. Fernsprecher: Amt IV. Nr. 1984. Uaul Singer jww Abschied. Nun ist die schwere Stunde des Abschieds gekommen! Fünf Tage haben wir uns auf diesen Gang der Trauer vorbereiten können. Doch nur noch schwerer ist er uns geworden. Denn jeden Tag fühlten wir aufs neue den Verlust, den wir erlitten, fühlten,' wie eng verwachsen dieses Leben, das jetzt verloschen, mit deni Leben der Partei war. Wenn wir in stohen und in düsteren Stunden an unser Höchstes, an unsere Partei dachten, dann dachten wir auch an die Alten, die mit der Partei gewachsen,, die durch die Partei zur Größe ans- gestiegen waren, wie die Partei groß und mächtig geworden war, durch ihre Arbeit. Dann dachten wir auch an Dich, Paul Singer! Jetzt muß sich trennen, ivas miteinander un- trennbar verwachsen schien. Einer der Besten und Treuesten hat uns verlassen. In den Tagen des Sozialisten- gesetzes kamst Du zu uns. Damals, als jene Hetzjagd auf die kleine und schwache Partei begann, als die Schmutzwellen der Verleumdung sich über ihre Wortführer ergossen, als die Schufte der Geheimpolizei von einem schurkischen Minister auf die noch lose und locker gefügten Reihen der kämpfenden Arbeiter losgelassen wurden, als feile Richter alle Härten des Schandgesetzes durch ihre Sprüche noch verschärften, als Tag für Tag die Polizisten in die Wohnungen unserer Vertrauensleute einbrachen, um sie in das Elend der Verbannung zu jagen, damals kamst Tu, Paul Singer, zu uns! Als viele wankten, auf die wir fest gebaut hatten, da trieb es Dich zu bekennen: Auch ich bin ein solcher. Auch ich gehöre zu denen, die die Mächtigen jagen wie gehetztes Wild, die sie verleumden als den Abschaum der Menschheit, die sie schlimmer verfolgen als die schlimmsten Verbrecher. Mich drückt nicht persönliches Elend und nicht die Last der Armen. Aber das Leid der Enterbten und Unterdrückten, ich fühle es als eigenes und ich weiß es, daß die, die heute verfolgt sind, die Träger alles dessen sind, worauf die Zukunftshoffnung der Menschheit beruht. Die Armen von heute sind die Gründer der künftigen Welt, die den Klassengegensatz nicht mehr kennt, die den Reichtum schafft, ohne zvichüch das Elend zu schaffen, die dll- gewaltigen Mittel der Produktion beherrscht, ohne sich von ihnen bc- herrschen zu lassen; den Erlösern aus den Fesseln der ökonomischen und politischen Knechtschaft will ich zugehören und Eure Verfolgungen haben nur bewirkt, daß der Entschluß, der lange in mir gereift war, jetzt zur Tat Ivird. So kamst Du. Paul Singer, zu uns. das haben wir Dir nie vergessen und immer wirst Du, so wie Tu zu uns gekommen, in unserem Gedächtnis fortleben: Als«tolzer, Aufrechter, Unerschütterlicher, der zn uns kam in großer Not, als andere uns verließen. Was Du damals versprochen, treu hast Du es gehalten. Du kamst und gabst uns alles, waö Du geben konntest. Die Ausweisungen und Verfolgungen haben Hunderte und Tausende in Elend gestürzt. Klein war die Partei und arm. Hilflos stand sie dem großen Elend gegenüber. Du warst reich.' Wo Du helfen konntest, halfest Du, wo Du lindern konntest, lindertest Du.■ Tank hast Du nicht verlangt. Du tatest nur, was Pflicht Dir schien. Aber wir wußten, daß wir auf Dich bauen konnten. Dann, nachdem der erste Ansturm abgeschlagen, kam die Zeit des mühevollen Wieder- aufbaues, des zähen Kleinkrieges, der Neueroberung Schritt für Schritt und Mann an Mann. Da entfaltetest Du all Deine Gaben: die Umsicht und Ruhe des geschickten Organisators, die Beharrlichkeit und Siegeszuversicht des unermüdlichen Kämpfers, die kluge Erkenntnis des derzeit Möglichen und die klare Prinzipienfestigkeit, die nicht um des kleinen Vorteils von heute, künftige Möglichkeiten größerer Errungenschaften preisgibt. Du warft ein guter und gewissenhafter Arbeiter und wieder fandest Du Deinen Lohn nur in dem Wachstum und der inneren Er- starkung der Partei. Und da blieb Deine Arbeit nicht ungelohnt. Die Organisation ward ivicder hergestellt, im Geheimen wurde beschlossen, was öffentlich ausgeführt wurde, jede neue Wahl lvurdc ein neuer Triumph, das alte Siegesvertrauen erfüllte wieder die Reihen und an der Macht der Arbeitcrbataillone zer- schmetterte der brutale Stoß der Feinde. Die Partei war sieg- reich und mit ihr warst Du Sieger. Das Sozialistengesetz fiel, sein Ur- Heber stürzte. Und Deiner warteten ncüc Aufgaben. Das große organisatorische Talent, das Du in den schwersten Tagen bewährtest, hast Du dann, als größere Bewegungsfreiheit er- rungen, wieder in den Dienst der Partei gestellt, die Dir stets alles gewesen ist. Im Vorstande der Partei hast Du die schwierigen und verantwortungsvollen Pflichten vor allem auf Dich genommen, die die geschäftliche Führung stellten. Kaum war die Möglichkeit wieder da, in Deutschland die sozialdemokratische Presse neu erstehen zn lassen, als Du alles daran zu setzen bereit warst, um in Berlin der Partei ein würdiges Organ zu schaffen als wichtigste Waffe zu neuen Kämpfen. Und als das Blatt dank Deiner Dir so selbst- verständlichen Hilfsbereitschaft und Opferwilligkeit erschienen war, da umgabst Du seine ersten Schritte mit all Deiner reichen Sorgfalt, Deiner tatbereiten Wachsamkeit und warst stets sein treuer Berater. Im Vorstand der Fraktion, der Du als der geliebte Vertreter des vierten Berliner Wahlkreises ange- hörtest, hast Du mit stets aufs neue bewunderter Geistesgegenwart, mit prachtvoller Umsicht und nie versagender Klugheit im ersten Treffen gestanden, wenn es galt Vergewaltigungsversuche der Feinde abzuwehren, der Stinime der Freunde Gehör zu verschaffen. Als Führer der Stadtverordneten Berlins hast Du unermüdlich für die arbeitenden Massen dieser Stadt Dich gemüht und bist vorbildlich gewesen für die Tätigkeit der Sozial- demokratie in den Kommunen. Ein Leben lang hast Du im harten Kampfe gestanden. Die Gegner haben Dich nie geschont und die Freunde Deine Kraft immer in Anspruch genommen. Aber alle Härten des Krieges, alle Bitternisse des Streites haben Dein Wesen nicht zu berühren vermocht, dieses Wesen, das Güte und Liebe, Treue und Lauterkeit war. Für die arbeitende Menschheit hast Tu gearbeitet.» an die Menschheit hast Du geglaubt. Das danken wir Dir heute und nie werden wir Deiner vergessen. Im Herzen der kämpfenden Arbeiter hast Du, Paul Singer. Dir das Denkmal errichtet, das nimmer vergehen wird. Wir grüßen Dich zum letztenmal! Gin ftna der KlaSteniuitiz. . in jenem Blatte hat diejenige Sozialdemolratie ihren Mund gefunden, welche ihre Ziele darin findet, die zwischen Besitz und Nichtbesitz destehende Kluft zu erweitern, sie zu einem unüberbrückbaren Abgrunde zu gestalten, auf defien einer Seite die S v z i a I d e in o I r a t e n stehen, die mit Hätz und Verachtung auf diejenigen blicken, die sich jenseits der Kluft befinden. Denken Sie, meine Herren Geschworenen, an so manchen Streik! Wenn Sie, meine Herren, sich daS alles vergegenwärtigen, dann werden Sie einsehen, daß Parteihaß und Parteileiden- fchaft zu Verbrechen führen k-nnen. Diese Leute(die Angeklagten) predigen: Proletarier aller Länder vereinigt Euch! Aus diesem Grunde heraus sind die Meineide entstanden, die hier vor Ihren Augen erörtert worden find. Ich bitte Sie, meine Herren, die Frage nach wissentlichem Meineid zu bejahen." Erster Staatsanwalt P e t e r s o n am 17. August 1S9S in dem Essener MeineidSprozeß. Man schreibt uns aus Essen: Wie schmählich ist das ganze Gebäude jener Anklage, das einst mit so großem staatsanwaltschaftlichem Eifer aufgebaut wurde, zusammengestürzt! Ein wüster Trümmerhaufen blieb zurück. In Essen haben in den letzten Tagen nicht die nominell Angeklagten auf der Anklagebank gesessen, die ganze Ver- Handlung gestaltete sich vielmehr zu einer wuchtigen Anklage gegen preußische Polizciivillkür und preußisch-deutsche Klassen- justiz. Unter der erdrückenden Last einer Beweisaufnahme, die die unschuldig Verurteilten auch juristisch glänzend rehabilitierte. ließen selbst die heutigen Staatsanwälte die Anklage restlos fallen. Ter Not gehorchend, wenn anders sie sich nichi allen Ansehens berauben wollten.„Auf Grund der Beweis- aufnähme werden die Geschworenen nimmer- mehr zu einem Schuldig komme n." Das war ein offenes Eingeständnis des gänzlichen Zusammenbruchs der Anklage von autoritativster Stelle, aus dem Munde des Ersten Staatsanwalts. Und sicherlich hat es den Vertreter der An- klage Ueberwindung gekostet, die einst von seinen Vorgängern mit Vehemenz und leider auch mit Erfolg behauptete Position aufzugeben und die Freisprechung aller Angeklagten zu be- antragen. Indessen, es war nicht das mindeste zu retten, alles war rettungslos verloren! Herr Münter war von jeher in all' den vielen Verhand- lungcn der einzige Tatzenge der Anklage gewesen. Er allein bekundete positiv. Schröder nicht gestoßen zu haben. Und dieser verflossene Hauptzeuge, dieser Kronzeuge der Staats- amvaltschaft, war— das muß angesichts des unendlich großen Unheils, das dieser Mensch über sieben brave Arbeiter und ihre Familien gebracht hat, ausgesprochen werden— ein aus- gemachter Schurke. Er unterschlug als Brigade- s ch r e i b e r die ihm anvertrauten, sauer ersparten Heirats- gelder seiner Kameraden. Trotzdem blieb er, weil er ein großer Augendiener war, im Amt. Als Gendarm übte er täglich Exzesse aus, er trank, führte ein liederliches Leben, war ein Großschwätzer, neigte zu Tätlichkeiten und beswitt von jeher alles, � ivai ihm zur Last gelegt wurde. Das haben reichlich ein Dutzend ehemalige Kameraden ur.o zwei Borges etzte des Münter bekundet! Ein Schulfreund glaubt ihm kein Wort. auch dann nicht, wenn er es eidlich bekundet! Trotzalledem blieo der Mann, von dem jedes Kind wußte, daß er aggressiver Natur war, nicht nur in A m t, er wurde sogar noch Magistratsassistent in Schöneberg. Im Dienst fehlte er häufig wegen seines Gallensteinleidens. Inzwischen be- sorgte er Rechtsgeschäfte für andere Leute. Uneigennützig wie GIne Rede Singers. Am 3. Juli 1886 mußte Paul Singer infolge des er- haltenen Ausweisungsbefehls Berlin verlassen. Um öffentliche Demonstrationen der Berliner Arbeiter zu verhindern, besetzte ein starkes Aufgebot von Schutzleuten unter Führung mehrerer Polizeioffiziere den Schlesischen Bahnhof, von dem die Abfahrt erfolgen sollte; und das Betreten des Perrons wurde nur gegen Vorzeigung eines Eisenbahnbilletts im Mindestbetrage von 1 M. 60 Pf.(2. Klasse bis Spandau) gestattet. Dennoch kam es zu einer imposanten Demonstration der Berliner Arbeiterschaft. Noch steht Singer auf dem Perron, als plötzlich ein Zug vom Grunewald einläuft, dicht besetzt mit Arbeitern. Sobald die Lokomotive pfeift, erhebt sich ein anhaltendes donnerndes Hochrufen aus dem Zuge. Und diesem ersten Zuge folgen andere, alle vollbesetzt mit hochrufendcn Berliner Arbeitern. Dieselben Szenen wiederholen sich in immer stärkcrem Maße auf den Bahnhöfen Jannowitzbrücke, Alexanderplatz, Friedrichstraße usw.. bis sie auf der Station Zoologischer Garten ihren Höhepunkt erreichen. Die Ausweisung Singers war die Folge der großen Rede, in der er am 18. Februar 1886 im Reichstag das Lockspitzel- treiben der Berliner politischen Polizei vor den Augen aller Welt bloßgestellt hatte: eine der besten Reden, die Singer im Reichstage gehalten hat. Wir teilen sie in der knappen Fassung mit, in der sie am 19. Februar 1886 im damaligen„Berliner Wolksblatt", dem Vorläufer des„Vorwärts", erschienen ist: In dem uns vorgelegten Berichte heißt eS. die sozialdemo- kratischen Agitatoren fänden bei den Wahlen stets so viel Ge- legenheit, den Samen ihrer Agitation unter die Arbeitcrmassen zu streuen, daß derselbe sich auch für die Folgezeit noch in Ver- einen und Versammlungen fortpflanze. Hiermit motiviert die Regierung die von ihr angeordneten sehr zahlreichen Verbote und Auflösungen von angeblich gemeingefährlichen Versamm- lungen. Auf der Tagesordnung dieser Versammlungen standen aber Themata wie Getreidezölle. Kolonien, die Errichtung neuer Sanitätswachen, die Frage der Sonntagsruhe, die Landtags- wählen, die allgemeine Situation und ähnliches. Ist die Er- örterung eines dieser Stoffe gemeingefährlich? Das Gefährliche am ganzen System Puttkamer ist gerade, daß mit zweierlei Maß gemessen wird, daß die sozialdemokratischen Versammlungen anders behandelt werden als die übrigen. Es herrscht in bezug auf Versammlungsauflösungen und Verbote«ine exorbitante Willkür, die verübt'wird unter dem Deckmantel des Sozialisten. gesetzes, ohne daß man nachzuweisen braucht, ob dies Gesetz im einzelnen Falle wirklich nach der Absicht der Gesetzgeber ange- er war, auS purer Menschenliebe, ohne Entgelt. Nur die Auslagen ließ Herr Münter sich ersetzen. Im Minimum be- trugen diese allerdings hundert, unter Umständen auch fünf- hundert Mark I Als Spezialität betrieb Herr Münter dann noch die Veranstaltung von Gerichtssitzungen, in denen. die Zeugen schriftliche Informationen er- hielten, was sie vor Gericht der Wahrheit zu- ivider aussagen sollten! Selbst der preußischen Staatsanwalt- schast, der Herr Münter einst so wertvolle Dienste geleistet hatte, erschien er der versuchten Verleitung zum Meineide in mehreren Fällen mehr als hinreichend" verdächtig. Herrn Münter hat die rächende Nemesis leider nicht erreicht, er zog es vor, just im richtigen Augenblick zu sterben. Als sehr verdächtigen Zeugen mußte ihn denn auch der diesnialige Anklagevertreter bezeichnen, und unter dem Druck der Verhältnisse räumte der Erste Staatsanwalt auch ein, daß die Angeklagten mit Recht verlangen könnten, daß aus dem Zeugnis dieses Mannes für die Schuld der Angeklagten keinerlei Schlüsse gezogen werden dürften. Damit fiel die einzige „positive" Bekundung über die Schuld der Angeklagten, das Zengnis des Herrn Münter, aus das die Staatsanwaltschaft einst eine Anklage aufzubauen wagte! Für die angebliche Schuld der Angeklagten wurden ehe- dem dann noch einige Zeugen ins Feld geführt, die seinerzeit unbedenklich ihr Urteil, obwohl sie selbst nichts gesehen hatten, dahin abgaben, daß sie es hätten sehen müssen, wenn Schröder von Münter gestoßen worden sei. Die Richter und der Staatsanwalt der ersten Verhandlung haben zwar in Essen bekundet, sie hätten diese Aussage für k e i n U r t e i l, sondern für eine Bekundung über eigene Wahrnehmungen der Zeugen gehalten. Dem jetzigen Gerichtsvorsitzenden waren solche Aussagen indessen„zu heikel". Deshalb unter- blieben auch dieses Mal solche Urteilsabgaben. Es blieben dann schließlich nur noch die Zeugen, die immer schon die Aussagen der Verurteilten völlig be- st ä t i g t hatten. Die Erinnerung an jene Vorgänge war bei einigen Zeugen naturgemäß geschwächt. Immerhin bekundeten aber noch etiva ein Dutzend Zeugen, daß Schröder von Münter zweimal gestoßen sei. Den Geschworenen blieb gar nichts anderes übrig, als sämtliche Schuldfragen zu verneinen. Und damit ist das Urteil, das die Sozialdemokratie von jeher über den Ausgang der ersten Verhandlung gefällt hat. aufs glänzendste gerechtfertigt worden. In Essen wurde im Jahre 1895 ein eklatantes Klassenurteil gefällt. Der Erste Staatsanwalt Peterfon, der am dritten Verhandlungstage in Kiel als Oberstaats- anwalt starb, hatte nicht vergebens an das Klassen- be wußtsein der bürgerlichen Geschworenen appelliert. Nur in der politischen Vorein- genommenheit der Geschworenen ist der Schlüssel zu ihrem Fehlspruch zu finden. Tie Regierung war auf der Suche nach Material, die Sozialdemokratie nahm in ihr un- angenehmer Weise an Anhängern zu— in Essen brachte man sieben di.ser„staatsgefährlichen" Gesellen zur Strecke! Die blindwütende Kapitalisten- Presse jubilierte über den vermeintlich tödlichen Stoß, den man der Bergarbeiterbewegung und der Sozialdemokratie durch Verurteilung zweier Arbeiterführer zu entehrenden Zuchthaus- und Nebenstrafen versetzt hatte. Man prophezeite der modernen Arbeiterbewegung ein baldiges Ende. Diese Kalkulation hat sich freilich als irrig erwiesen. Die Entwickelling des ultcn Verbandes und der Sozialdemokratie hat namentlich seit jener Zeit machtvoll eingesetzt! Die unschuldig Verurteilten bedursten der juristtschen Rehabilitierung nicht. Sie galten, wie ihr Verteidiger Rechts- amvalt Dr. Niemeyer, dem für sein unentwegtes und auf- opferndes Eintreten für die Angeklagten auch von unserer Seite volle Anerkennung gebührt, mit Recht sagen konnte, nicht als geächtet, sondern wurden auch in den Kreisen ihrer Gegner geachtet. wendet war. Der Bericht weist aus die loyale Handhabung des Gesetzes bei den Ausweisungen hin. Ich erinnere an den bekann- ten Fall des ausgewiesenen Apothekers Vogel, dem erst vom Polizeipräsidenten und dann vom Minister v. Puttkamer ein eintägiger Aufenthalt in Berlin verweigert wurde. Dies geschah, obgleich Vogel bereits fünf Jahre fern von Berlin gelebt hat, und obgleich der Aufenthalt zum Zweck der Einkassierung alter Schulden erbeten war, die für den durch die Ausweisung in seiner Vermögenslage zurückgekommenen Vogel eine Lebens- frage war. Ein Arbeiter Müller in Berlin erschien der Polizei auf Grund anonymer Denunziationen verdächtig, ein Sozial- demokrat zu sein. Jeden Tag erschien ein Polizist auf der Ar- beitsstätte, bis Müller schließlich von seinem Arbeitgeber, der nicht mehr von der Polizei belästigt sein wollte, entlassen und brotlos wurde. Ein ganz ähnlicher Fall ist in Kiel vorgekommen. Der Bericht weist ferner darauf hin, daß unter der sozialdemo- kratischen Bevölkerung die Neigung zu Exzessen im Steigen begriffen sei. Tatsächlich werden die Exzesse aber von anderer Seite provoziert. Denken Sie an den bekannten Vorfall, wo Taufende von Berliner Parteigenossen mit Frauen und Kindern harmlos bei Gelegenheit einer Landpartie im Freien versammelt waren, als 20 Gendarmen plötzlich mitten in die Versammlung hineinsprengten, offenbar in der Absicht, einen Exzeß zu provo- zieren. Nur die von meinen Parteigenossen bewahrte Ruhe und der feste Wille, sich das Fest nicht stören zu lassen, haben bewirkt, daß ein beklagenswertes Vorkommnis vermieden wurde. Gerade wir Führer der sozialdemokratischen Bewegung sind am eifrigsten bemüht, dafür zu sorgen, daß in unseren Arbeitcrversammlungen Exzesse niemals stattfinden; denn solche würden zu Konsequenzen führen, die für die friedliche Gestaltung der Dinge verhängnisvoll werden könnten. Redner behauptet ferner, daß durch die Schrift eines schweizer Staatsanwalts erwiesen sei, daß deutsche� Polizei agenten in der Schweiz als sgents provocateurs die Sache der Anarchisten ermutigten. Aber auch in Berlin kommen solche Tinge vor. In einen hiesigen Arbciterbczirksvcrein ließ sich ein Mann aufnehmen, der sich Mahlow nannte, sich gleich am Anfang als sehr eifriger Parteigenosse gerirtc, bald aber weiter ging und es in seinen Aufforderungen zu Gewalttaten, die er an die Vereinsgenossen richtete, immer ärger und ärger trieb. (Redner führt aus solchen Aeuherungen dieser Person Details an die den Unwillen des Hauses erregen und den Präsidenten zur Unterbrechung des Redners veranlassen, da durch dergleichen Dinge die Gefühle des Hauses verletzt würden.) Dieser angebliche Mahlow sagte unter anderem noch zu einem VereinSmitglied, man möge doch nicht hinter den russischen Nihilisten zurückstehen� da sich die Weltgeschichte, die bisher immer von oben gemacht sei, auch von unten machen lasse und Rußland bereits von den Nihilisten beherrscht werde. Er sagte ferner, die Sozialreform helfe nichts; das einzige Mittel sei die Gewalt. Er bcschaf- tigte sich auch mit der Organisation eines Klubs, in dem er Vorträge hielt über Verbesserung in der A n w e n d u n g von Der Schuldspruch ist aufgehoben. Was die„von Rechts wegen" unschuldig Verurteilten erlitten, alle ihre unsagbaren Qualen, all' den Kummer ihrer Frauen und Kinder, das kann ihnen niemand vergelten. Doch auch eine Lichtseite hat der„Essener Prozeß". Auch er hat sein Teil dazu beigetragen, die Wege zu ebnen, die uns einer Zeit entgegenführen, in denen Klassenurteile der Vergangenheit angehören. Wie uns aus Essen gemeldet wird, haben die fünf Frei« gesprochenen sofort durch ihren Rechtsanwalt Dr. Niemeyer beim Essener Gericht den Antrag auf Entschädigung durch den Staat ge-- stellt; und tatsächlich hat denn auch daS dortige Schwurgericht be- reits gestern die Entschädigungspflicht des Staates für die erlittene Untersuchungshaft und die Strafzeit anerkannt. Die Höhe der Summe wird in einem besonderen Verfahren festgestellt. Darauf wird der Vorschlag im Justizministerium geprüft werden. Noch eine alnerikaiiüche Satrapie. New Aork, 17. Januar 1911.(Eig. Bcr.) In China wie in der Türkei hat das amerikanische Kapital in der letzten Zeit seinen Einfluß beträchtlich verstärkt, in Liberia hat es seine Diktatur erdichtet, Mexiko ist wirtschatfilch vollständig von den Vereinigten Staaten abhängig, und nun wird auch in Honduras ein amerikanisches Finanzprotektovat er- richtet. Wieder hat eine von der Wall Street(Mittelpunkt des hiesigen Bankviertels) bestellte und finanzierte Revolution den beabsichtigten Zweck erreicht. Honduras ist finanziell gänzlich einem von dem hiesigen Weltbankbaus I. P. Mar- g a n u. Co. gegründeten Syndikat ausgeliefert, welches die hondumnische Staatsschuld konvertiert. Tie Regierung zu Washington hat die Garantie der zur Konverlienmg not- wendigen Anleihe übernommen. Letzte Woche wurde der Ver- trag von dem anrerikanischen Staatssekretär(Minister des Aeußern) Knor und dem honduranischen Finaiizminister Paredes unterzeichnet. Die Finanzen von Honduras befinden sich in einer trost- losen Verfassung. Seit 1872 blieben die Zinsen fiir vier im Jahre 1867 in Europa untergebrachte Anleihen von ins- gesamt 25 Millionen Tollars unbezahlt. Man schätzt die Staatsschulden der nicht ganz 806 066 Einwohner zählenden, wirtschaftftch wenig entwickelten Republik auf 112 Millionen Dollar. Seit Jahrzebnten ist Ho..duras bankrott. Schon längst haben seine Gläubiger die Hoffnung aufgegeben, je- mal wieder einen Cent ihres Geldes zu bekommen. De facto, wenn auch nicht de jure, ist die Republik ihre Schulden los, ohne daß amerikanische Bürger durch den Staatsbaukrott von Honduras in nennenswertem Grade in Mitleidenschaft gezogen worden wären. Zu einem Eingreifen der Washingtoner Regierung lag also nicht der geringste An- laß vor. Aber Honduras besitzt reiche natürliche Hilfsquellen, deren Ausbeutung hohe Gewinne verspricht. Die Regierung der Vereinigten Staaten wurde mobil gemacht. Unter Be- rufung auf die Mouroedoktrin trat sie an die honduramlche Regierung mit dem Vorschlag heran, die Finanzen der zeniral- amerikanischen Republik durch amerikanisches Kapital „sanieren" zu lassen. Tarauf einzugehen, zeigte Davila, der Präsident von Honduras, keine Neigung. Also mußte nachgeholfen werden. Eines schönen Tages war der„General" Manuel B o u i l l a im Besitze eines alten amerikanischen Kanonenbootes, dem er den Namen„Hörnet" beilegte. Mit dem Fahrzeug landete er an der Spitze amerikanischer Abeu, teurer und anderer Söldlinge aus honduranischem Boden. Bei seiner überlegenen, aus den Bereinigten Staaten� be- zogenen Ausrüstung und Bewaffnung war es ihm ein Leichtes, die Regierungsstreitkräst- vor sich her zu jagen. Dynamit; er brachte auch mehrmals Proben von Dyna- mit mit, zeigte sie umher und suchte mehrere VereinSmit- glieder zu überreden, sie sollten von ihm angefertigte Dynamit- bomben, die er das nächstemal mitbringen wolle, an sich nehmen und verwenden.(Hört? hört!) Das wurde den besonnenen Arbeitern doch zu arg; man forschte dem Gebaren des Mahlow nach, und eines Tages kam der Mann den» auch mit seiner eigentlichen Tendenz heraus, indem er ein Bereinsmitglied auf- forderte, doch gleich in die Dienste der p o l i t t s ch e n Abtei» lung des Polizeipräsidiums zu treten; mit ehrlicher Arbeit komme man doch nicht weiter, es sei ja gleich- gültig, ob ein Spitzel mehr oder weniger vorhanden sei; das sogenannte gute Gewissen möge man ruhig beiseite werfen. Der betreffende Arbeiter ging denn auch scheinbar auf das Ansinnen ein, worauf ihm denn Mahlow sagte:„Strebe mit mir dahin, die Leute zu einem Klub zu organisieren, damit wir dann das ganze Nest auf einmal aufheben können; denn wir brauchen Material zur Verlängerung des Sozialistengesetzes." Er schrieb dem Arbeiter auch einen Brief des Inhalts:„Lieber Freund. wie ich aus Deinem Briese sehe, hat sich Dein Nasenbluten wieder eingestellt, kaufe Dir deshalb für 10 Pf. Eisenchlorid und be- streiche damit den oberen Teil; damit ist das Uebel beseitigt." Als der Arbeiter darauf den Brief auf der oberen Seite mit Eisenchlorid bestrichen hatte, kamen die Worte zum Vorschein: „Ich erwarte Dich um die und die Zeit an dem und dem Ort." Die Entlarvung des Mahlow fand demnächst statH er entpuppte sich tatsächlich als Beamter der politischen Pcgt i, namens I h r i n g, wohnhaft G o l l n o» st r a ß e S 6. iLeb- hafte Bewegung.) In der betreffenden Sitzung des Bczirksver- eins, der ich selber beiwohnte, wurde der Man» in ziemlich un- sanfter Weise auS dem Lokal entfernt; er legitimierte sich auch dem überwachenden Polizeibcauüen, in dessen Schutz er sich begab, durch seine Marke� als Beamter der politischen Polizei.(Abgeordneter Richter:„Das ist stark!— Pflicht- treue Beamte, Herr v. Puttkamer!") Ich klage meinerseits die Regierung vor dem Lande an, solche Zustände, die durch eine ihr untergeordnete Behörde, das Berliner Polizeipräsidium, vcran- laßt sind, geduldet zu haben. Welches Elend wäre über Berlin hereingebrochen, wenn jener verruchte Mann einen Arbeiter wirk- lich zu einem Attentat veranlaßt hätte! Die Regierung kann dir Verantwortung für jene Dinge nicht von sich abwälzen; sie kann namentlich, nachdem solche Dinge vorgekommen sind, nicht mcbr die Verlängerung des Sozialistengesetzes vor dem Hause moti- vieren. Einer solchen Verlängerung sehen wir übrigens mit Ruhe entgegen; wir lassen uns durch solche Maßregeln nicht um Zolles Breite von unserem Standpunkte abdrängen; und ich kon- statiere für heute nur vor dem Lande und der Welt, daß die deutsche Sozialdemokratie selbst in der schlimmsten Zeit der Be» drückung nichts getan hat, wodurch irgendwelche Ausnahme- maßregeln mit Fug und Recht motiviert werden könnten.(Beifall bei den Sozialdemokraten.) Davsta fügte sich d'em Wunsche des Staatssekretärs Knox und seiner Auftraggeberin, der hiesigen Wall Street. Nach den Bestimmungen des gestern vor acht Tagen in Washington zwischen dem Staatssekretär Knor und dem honduranischen Finanzminister Paredes abgeschlossenen Ver- träges, dessen Genehmigung durch den Bundessenat keinem Zweifel unterliegt, bringt das Morgansche Syndikat zehn Millionen Dollar auf: davon sind sechs Millionen Dollar für den Bau von Eisenbahnen, der Rest ist für die Tilgung der Staatsschuld bestimmt. Honduras wird seinen europäischen Gläubigern 15 Proz. der Anleihen von 1867 be- zahlen, die� aufgelaufenen Zinsen aber auch weiterhin schuldig bleiben. Zwar übernehmen die Vereinigten Staaten nicht die Verwaltung der honduranischen Staatsfinanzen, auch nicht diejenige der Zollämter: aber durch die Uebernahme der Garantie der Konvertierungsanlcihe haben sie eine tatsächliche Vormundschaft über Honduras angetreten. Und unsere Regierung betrachtet sich, wie die Erfahrung tausendfach lehrt, als Sachwalterin des amerikanischen Großkapitals. *» • Washington, 3. Februar. Der Präsident von Hon- dura» Tavila hat dem Präsidenten Taft mitgeteilt, daß ihm die freundschaftliche Vermittelung der Vereinigten Staaten willkommen sein würde, um weiteres Blutvergießen zu verhüten. Präsident Taft hat daraufhin den Kommandeur des amerikanischen Geschwaders beauftragt, den Versuch zu machen. einen W a f f e n st i l l st a n d herbeizuführen. Washington, 3. Februar. Die Ablehnung des An- �eihevorschlages des Bankhauses Morgan durch den Kon- grcß von Honduras wird in hiesigen offiziellen Kreisen nicht als endgültig angesehen. Man glaubt, daß die Verhand- lungen wieder aufgenommen werden, sobald die politischen Wirren in Honduras beendigt sein werden. poUtifcbe öcbcrHcbt. Berlin, den 4. Februar 1911. Abgeordnetenhaus. Am Sonnabend hat das Abgeordnetenhaus die Generaldebatte zum Etat der Justizverwaltung beendet, ohne daß es noch zu prinzipiellen Auseinandersetzungen gekommen wäre. Indes versuchte der erste Redner, der sattsam bekannte Konservative Herr Strosse r. die Debatte auf das politische Gebiet zu ziehen, aber es war ein Versuch mit untauglichen Mitteln. Was Herr Strosier vorbrachte, war nichts weiter als Reichsverbandsgetratsch. ES ist eigenartig. wie sich im Hirn dieses ManueS die Dinge widerspiegeln: die Sozialistenfurcht hat schon unheilvolle Verwüstungen bei ihm an- gerichtet. Was soll man dazu sagen, wenn er davon faselt, daß e», wie die Vorfälle in Moabit gezeigt haben sollen, vielen Leuten zur Gewohnheit geworden sei, einen Revolver bei sich zu tragen? Womit er natürlich nicht die Schutzleute, auch nicht die Arbeitswilligen, sondern die organisierten Arbeiter meint. WaS soll man dazu sagen, wenn er die Sozialdemokratie als Förderin des AlkoholiSmuS bezeichnet, weil die kleinen Gast- Wirte angeblich von ihr abhängig sind? Lohnt eS sich, darauf überhaupt zu erwidern? Höchstens kann man Mitleid haben mit einer Partei, die auf solche Vertreter angewiesen ist. Die nachfolgenden Redner folgten dem kühnen Gedankensiug des ReichsverbändlerS nicht, sie vermieden eS überhaupt, allgemein interessierende Fragen zu erörtern und verloren sich in Einzelheiten So stand denn die Debatte, der ein Schlußantrag gewaltsam ein Ende machte, von Anfang bis zu Ende auf denr für das Dreiklassen- Parlament charakteristischen tiefen Niveau. Am Montag sollen die noch ausstehenden Titel deS Justizetats erledigt werden._ Ter Arbeitsplan des Abgeordnetenhauses für die nächste Woche ist vom Präfidium folgendermaßen aufgestellt worden: Am Montag soll der Justizetat zu Ende geführt und dann der Antrag über die Maul- und Klauenseuche, der Gesetzentwurf betreffend die Bergwerksanleihe, der Gesetzentwurf über die staat- liche» Arbeiterwohliungeu und die Deilkschrift über die Hochwasser- schäden beraten werden. Am Dienstag soll die Tagesordnung des Montags, soweit sie noch nicht erledigt ist, aufgearbeitet und dann mit der ersten Lesung der beiden Zweclverbandsgejetze begonnen werden, die am Mittwoch fortgesetzt wird. Der Donncrötag bleibt sitznngöfrei, um die Arbeit der Budgetkommission zu fördern. Am Freitag soll dann der eventuelle Rest vom Mittwoch erledigt und mit der zweiten Lesung des EiatS des Innern begonnen werden, die dann anl Sonnabend forrgesetzt wird. Reaktionäre Pläne. Sicherem Vernehmen nach will die Regierung das bor einiger Zeit veröffentlichte PrivatbeamtenversicherungSgesetz noch durch den jetzigen Reichstag zur Verabschiedung ge- langen lassen. Bei der volksfeindlichen Haltung der Mehrheit des NcichSlao-» ist als Resultat- eine weitere Verschandelung deS ' e" �rungseillwurfeö zu erwarten. Such hier macht sich Ii»«. bemerkbar, durch den schwarzblauen Block noch mög- bn d"�erfeindliche Gesetze unter Dach und Fach zu briugen. slrumciir Reichstag schwerlich ein gleich gefügiges In- °8onäre Zwecke bilden wird. ... akratischen Reichstagskandidaten I fl me: r" stub jetzt4 u�', öie lipptfdhen Fürsten* o ,. ,, Nfgestellt. ES kandidieren für 7 Minden» für öerfnrh �ontai' Litzinger, Arbeiteriekretär, Minden: Bielefeld- fiir Bi»re finden 2>: Karl Hoffmann. Redakteur. S v r m°-ld. Wiedenbrück Winden 3):' Karl Bär". JfflkSn• Bielefeld; für P aderbor n» tili- Warf,,, � �helm Medemanit, Lagerhalter, Bielefeld: bitter' fr"» �' Kork Schäfermeier, Lager- SSfnm Ä-L0/«-!1"s-adt- Brilon(Arnsberg 8): Albert 8? ÄÄr�,eUfe,b- für Bentheim-Meppen IL«.»ÄfSSÄ Ffclnc trüber.., N Ter Artikel richtet s.ch be.onders g�n die R a t i o ,i a l l i b e- r a l c n. von denen es heißt: .Für viele gut christlich und n�jonal empfindende Kreise wurde cS mit der Zeit immer mehr«ine innere Unmöglichkeit, noch weiter mit der nat.onall.beralen Partei zusammenzugehen Tie nationallibcrale Parte, hatte»afü» viel z u v i e l ch r i st. Ii che. und trotz ihres Namens„natwnal.libcral' zu viele Bersönlichkeitswerte zerstört: uud gerade aus dem Gebiete der lozialen Frage schrien ihu Sünden azzw Himmel. Auf dem schroff st en Herren st andpunkt stehend, welcher der aufstrebenden Arbeiterschaft ihre Rechte ver. sagte und verkümmerte, trieb sie einen großen Teil derselben in die Hände der Sozialdemokratie. Diejenigen, die noch nicht an ihren christlichen und nationalen Idealen irregeworden waren, mußten sich die schnödesten Verdächtigungen und Bekämpfungen gefallen lassen. Die christliche Gewerk- schaftsbewegung weiß es ganz genau, welche Wunden n a t i o- natliberaler Terrorismus und Verblendung der christlich-nationalen Arbeiterbewegung geschlagen hat..." So geht es noch eine Weile fort. In seinem Eifer denkt das Blatt gar nicht daran, daß im Kreise Hagen-Schwelm die Christlichsozialen mit den Nationalliberalen, „deren Sünden zum Himmel schreien" ein Bündnis für die kommende Reichstagswahl geschlossen haben. Aber diese Sorte Politiker schlägt sich und verträgt sich. Tie Zeutruuisspäh«e und ihre Gegner. In einem Artikel der„Augsb. Postztg.", überschrieben„Die Wahrheit über den Fall Spahn", wird mitgeteilt, aus welchen Gründen die Zentrümsfraktion des Reichstages schließlich nach langen Erwägungen den Straßburger Professor Martin Spahn in ihre Mitte aufgenommen hat. In einem Schreiben an den Frak- tionsvorsitzenden Freiherrn v. Hertling hat nämlich Herr Spahn junior demütig wegen seiner früheren Sünden Abbitte geleistet und Besserung versprochen. Dieses Schreiben ist zwar als ein streng vertrauliches an die Fraktionsmitglicder gedruckt verteilt worden, aber da die gesamte Wählerschaft des Zentrums, wie das Augsburger Blatt meint, gegenüber gewissen Verdunkelungen der Spahnclique ein Recht auf Klarheit habe, so hält es die Veröffent- lichung für durchaus geboten. Tie wichtigsten Stellen jenes Schreibens seien folgende: Zusammengetragen in der OpperSdorffschen Schrift gegen Spahn sind alle oder fast alle Ansprüche, in denen ich vor zehn und mehr Jahren in dem Ueberschwange eines jungen Mannes dem, was unseren protestantischen Mitbürgern teuer ist. allzu gerecht zu werden suchte... Von jeher überzeugter Katholik, hat mir nie etwas ferner gelegen, als etwa, wie man insbesondere aus meinem ..Fackel"-Aufsatze von 1803 herauslesen wollte, von einer Gleich- bercchtigung des Katholizismus und Proiestantismus im dogmä- tischen Sinne zu sprechen... Sobald der Aufsatz aus dem eigenen Lager beanstandet wurde, habe ich erkannt, daß die be- anslandeten Stellen teils schief, teils unhaltbar seien, und war auch durch meine Erklärungen im„Westfälischen Merkur" Nr. 311, 24. Juni 1904, bestrebt, den Sinn, den ich ihnen hatte geben wollen, nicht länger im Unklaren zu lassen... Ich bedauere ihn(den Brief an den Grafen Hoensbroech) gewiß wegen deS Anstoßes, den das katholische Empfinden daran nehmen mußte, mehr als jeder andere. Von welchem Belang aber ein solcher I u g e n d i r r t u m für die Beurteilung der öffentlichen Wirksamkeit eines Mannes sein kann, den die deutschen Katholiken und auch die Partei in dem letzten Jahr- fünft wiederholt bei wichtigen Angelegenheiten mit ihrem Ver- trafen ausgezeichnet haben, überlasse ich Ihrer Beurteilung. Das Schreiben ist allerdings für Herrn Professor Dr. Martin Spahn höchst blamabel; denn sein Inhalt läuft auf das Geständnis: „Ich bin ein großes einfältiges Kind und deshalb für meine Reden und Schreibereien nicht verantwortlich." Veterancn-Versorgung. Nachdem der Reichstag dem Zuwachssteuergcsctze seine Zu- stimmung gegeben hat, werden jetzt ergänzende Bestimmungen für die Versorgung der Veteranen vorbereitet. Nach der„Berliner Vörsenzeitung" sollen bei den Etatberatungen des ReichsschatzamtS in der Budgetkommission deS Reichstages nähere Mitteilungen über jene Bestimmungen erfolgen._ Tas Zentrum als Gegner der Gleichberechtigung. Das Zentrum hat sich in Bayern offen dagegen auSge- sprachen, daß Sozialdemokraten als Beamte, Angestellte'oder Ar- beiter in Staatsbetrieben beschäftigt werden. Und im p r e u ß i- scheu Landtag hat eS durch den Abgeordneten Busch dem LandwirtschaftSminister seine Zustimmung ausdrücken lassen, als dieser verkündete, daß Sozialdemokraten in der staatlichen Forst- Verwaltung nicht einmal als einfache Waldarbeiter angestellt würden. Der„Vorwärts" hat schön darauf hingewiesen, wie seltsam sich ein solches Verhalten ausnimint bei einer Partei, die über die ge- ringste Beeinträchtigung einet Ultramontanen ein lautes Geschrei über verletzte„Parität" anzustimmen pflegt. Ebenso haben wir bereits bemerkt, daß das Zentrum, das keine Sozialdemokraten als Beamte oder Staatsarbciter. das vor allem auch keine sozial- demokratische Agitation unter staatlichen Angestellten dulden will. es als selbstverständlich betrachtet, in seiner Agitationszentrale in M.-Gladbach für Beamte sogenannte„soziale Kurse" ab- halten zu dürfen, die natürlich keinem anderen Zwecke als der Agi- tation für die Zentrumspolitik dienen. Soeben erläßt der Volksverein für das katholische Deutschland die Einladung zu einem solchen Kursus, die sich wendet„an alle öffentlichen Beamten: Vcrkchrsbcamte der Post und Eisenbahn, Beamte der Justiz, der Zoll- und Steuerverwal- tuug, Gcmeindebcamte usw." Der Kursus dauert eine Woche und zwar vom 6.— 11. März. Die Themata, die dort behandelt werden, Kingen unverfänglich, aber man weiß aus der Tätigkeit deS Volks- vercins zur Genüge, daß diese Zentrumsorganisation nichts tut, was nicht der klerikalen Sache zugute kommt. Eine rückgratfeste Stadtverwaltnng hat das im Wahlkreis Hof-Münchberg-Naila-Sclb liegende Stadt- che» Rehau: eine Erscheinung, die jedenfalls nicht alle Tage zu verzeichnen ist. Zum großen Entsetzen aller jener, die bei dem Wort Regierung in Ehrfurcht ersterben, erlaubt sich die Stadwer- waltung ReHaus einfach, sich einer jeder gesetzlichen Begründung entbehrenden Anordnung des Kultusministcriums zu wider- setzen. Die Sache kam so. Die Gemeinde hatte beschlossen, eine Fortbildungsschule zu errichten und hatte zu diesem Zweck eine Schultommission gebildet, ohne erst den katholischen Geistlichen da- nach zu fragen. Tarauf verlangte dieser, in die Kommission auf- genommen zu werden; ein Verlangen» zu dem er absolut kein Recht hat, da kein Geistlicher irgendeiner Konfession der Schulkommission angehört. Aus die ablehnende Haltung der Stadtverwaltung hin legte der Geistliche Beschwerde beim Kultusministerium mit dem Erfolg ein, daß der Kultus mini fter die Zulassung des katholischen Geistlichen zur Schulkommission verfügte. Das ging dem Zlchauer Magistrat wider den Strich. Kurz und bündig erklärte er im„Rehauer Tageblatt", daß er von der Entschließung des Kultusministeriums Kenntnis nehme und dazu folgendes zu bemerken habe: „Der Stadtmagistrat kann nicht umhin, zunächst sein leb- Haftes Bedauern darüber zum Ausdruck zu bringen, daß der katholische Pfarrkurat Stengel es nicht unterlassen konnte, gegen die ausschließlich aus Mitteln der Gemeinde geschaffene Knaben- fortblldungsschule dahier Sturm zu laufen. Es ist dies jedenfalls der Dank dafür, daß die Stadtgeineinde der katholischen Lokal- schulinspektion auf dem Gebiete der Schule in weitestgehendem Maße entgegengekoillmcu ist... Was nun die Nicklaufnahme der Geistlichen in die Schul- vorstandschaft der Fortbildungsschule aubelangt, so hat der Stadt- Magistrat von allein Ansang an den Standpuntt eingenommen, daß in der Fortbildungsschule Protestanten und Katholiken ein- trächtig nebeneinander lernen und arbeiten sollen, und daß des- halb alles vermieden werden soll, was die Angehörigen der beiden Konfessionen gegeneinander aufbringen könnte. Auch die Schul- vorstandschast der Fortbildungsschule sollte von vornherein von allen jenen Kingen freigehalten werden, die zu religiösen Meinungsverschiedenheiten Anlaß geben könnten. Aus diesen Cr. wägungen heraus wurde von der Aufnahme der Geistlichen beider Konfessionen in die Schulvorstandschaft abgesehen, und dies um so mehr, als in der Fortbildungsschule ein Religionsunterricht ja tatsächlich nicht gelehrt wird.... Sollte in dieser Beziehung mit staatsaufsichtlichcm Zwang vorgegangen werden, so würde sich der Stadtmagistrat veranlaßt sehen, die Wiederaufhebung dev Fort- bildungsschule zu beschließen. Der Stadtmagistrat wird nie zugeben, daß dem katholischen Pfarrkurat irgendein Einfluß auf die gemeindliche Fortbildungsschule eingeräumt wird. Der Stadtmagistrat protestiert auch entschieden dagegen, daß die hiesige Fortbildungsschule, die zu Elfzwölftel von Pro- testanten besucht wird, durch einen katholischen Distriktsschul- inspektor geprüft werden soll.... Im Interesse des religiösen Friedens in hiesiger Stadt stellt der Stadtmagistrat an das K. bayerische Staatsministerium des Innern für Kirchen- und Schulangelegenheiten die� Bitte, es wolle auf der Ergänzung der Schulordnung der hiesigen Fort- bildungsschule im Sinne der Ministerialentschließung vom 19. November 1919 nicht weiter bestanden werden." Natürlich wird der bayerische Kultusminister von Zentrums Gnaden dem Wunsch des ReHauer Magistrats nicht entsprechen, mag auch die Fortbildungsschule darüber zum Teufel gehen. Jen- trum ist eben Trumpf in Bayern. Aber das eine steht fest, manche größere Stadtverwaltung könnte von der Rückgratfestigkeit des ReHauer Magistrats sehr viel gebrauchen. Alldeutscher Unfug. Der geschästsführmde Ausschuß des Alldeutschen Verbandes hat nach einer Mitteilung der„Alldeutschen Blätter" am 28. Januar zwei Entichließungen zugestinunt, in denen es heißt: „Der Ausschuß hat die von den verbündeten Regierungen vorgeschlagene Verfassungsänderung in Cliaß-Loihringen von vorn- herein als eine Gefahr für das Deutschtum im Reichslande und für die Macht st ellung des Reiches angesehen und deshalb ihre Einbringung bedauert. Der Ausschuß ist der Ueberzeugimg. daß die Annahme des Gesetzentwurfes schwere Erschütte runge« der Ruhe und Sicher- hcit des Reiches zur Folge l---ben wird. Er ist der Ansicht, daß die endgültige und gedeiyliche Lösung der reichsländischen Frage nur durch die E i n v e r l e i b u n g E l i a ß- L o t h r r n g e n s in das Königreich Preußen erreicht werden ka»»." Der Ausschuß bedauert, daß die preußische Siaalsregiernng bisher das E n t e i g n u n g s g e s e tz nicht angewendet hat. und teilt die Betürchlungcn weiter vaterländischer Kreise, daß durch weitere Verzögerung seiner Anwendung dem preußischen Staate und dem Deulschtnm im Osten nicht wieder autznmachender Schaden zugefügt wird. Der Ausschuß ist deshalb der Ansicht, daß die Enteignung unverzüglich angewendet werden mutz." Zu der reichsländischeu Verfassungssrage schreiben die tapferen Alldeutschen noch: „Wir wahren unser Gewissen und stemmen uNS gegen das Weiter-Hinabgleiten aus der schiefen Edeue, auf die man fich mit der Aufhebung des Diltatur- Paragraphen begeben hat." Ter befehlende Gefreite. Als im vorigen Herbst der Reservist B. eine 26tägige Nebung beim 1S3. Jnfanicrieregiment in Reumiinster absolvierte, soll er sich einem Einjährig- Freiwilligen(Gefreiten), der KorporalichaflSdicnste versah, gegeunber renitent benommen und dessen Befehl, Schanzzeug zutragen, unbeachtet gelassen haben. Wegen GehorsaiuZvcriveigeriing. Beharrens im Ungehorsam uud Brlcidigung eines Vorgesetzten vor versammelter Mannschast vor Gericht gestellt, behauptete B., die Vorgesetztengnalilät des junge» Einjahrig-Freiwilligen nicht gekannt zu haben, wie er auch in dem Befehl eine Schikane erbl ckt habe, daß man ihm. dem bedeutend älteren Reservisten, mit dem Tragen von Schanzzeug„beglückte". Ein Untergebener darf aber keine Reflexionen über die Ziveckmäßigkeit von Befehlen Vorgesetzter an- stellen, weshalb man ihm nicht loeniger als ein Jahr und sieben Monate Gefängnis aufbrinnmte. Das Oberkriegsgecicht in Altona meinte aber, daß eine GesäugniSstraje von fünfzehn Monaten geniige. So wird mit Leuten umgesprungen, die sich aiu Allerheiligstev» an der militärischen Disziplin versündigen. OcftciTdcb. Die Dreadnought-Mode. Budapest, 3. Februar. Im HeercSausschuß der österreichischen Delegation bezeichnete Ellendogen(Soz.l die Dreädnought- frage als eine Modekrankheit, deren Wesen darin bestehe, daß große Schiffe gebaut würden, welche binnen kurzem wertlos würden. Die Sozialdcmokrateit erblickten in einer Verständigung mit Italien über eine Einschränkung der Seerüstungen eine bessere Garaulic als in dem Bau neuer Schlachtschiffe. fraukmeh. Antirtpublikanischc Offiziere. Pari», 4. Februar. Aus Aurillac(Dep. Canial) wird ge- meldet, daß der durch seine antircpublika nische Be- tätigung bekannt gewordene Obmann der Camelots du Roy' Real del Carte, der gegenwärtig seiner Militärpflicht genügt. mit mehreren Offizieren der dortigen Garnison in freund- schaftlichen Verkehr getreten sei. Diese Offiziere hätten ihm ge- legcntlich eines bei einem hohen Beamten abgehaltenen Festes demonstrativ ihre Sympathie bezeugt. Die hierauf ein- geleitete Untersuchung habe ergeben, daß Real de Sorte und ein Leutnant den Versuch gemacht haben, eine Art royalistischer Vereinigung zu gründen. Der Leutnant wurde versetzt, mehrere andere Offiziere wurden mit Arrest bestraft. Das Kricgsministerium bestätigt zwar die Richtigkeit des Vorfalls, er- klärt aber, daß ihm keine Bedeutung beizulegen sei. folßland. Studentenversolgungen. Odessa, 3. Februar. Der Stadt Hauptmann hat 36 frühere Studenten der hiesigen Universität wegen gemein- gefährlicher Tätigkeit a n i e s e n. Die wegen der Unruhen in H a: befindlichen Studenten führen den Beschluß, keine Nahrung zu sichzunehmen, nun schon den dritten Tag durch, weil sie noch nicht freigelassen worden sind. Es gelang ihnen, an den Ministerpräsident Stoly. Pin eine Protejtdepesche zu senden. perNen. Der Finauzminista- erschossen. Teheran, 4. Februar. Der Finanzminister Sant ed D a u l e h wurde heute bei seiner Rückkehr auK dem Medschlitz von zw ei Armeniern erschossen. Die Verfolgung der Mörder ist aufgenommen. Hmcnba. Gegen den Schiffahrtstrust. Washingtau, 4. Februar. Der Handelsmarineaus- s ch u ß hat dem Repräsentantenhause einen günstigen Bericht er- stattet über die H u m p h r e y b i l l, welche die Regierung ermäch- tigt, von den amerikanischen Häfen alle fremden Schiffe auszuschließen, die sich an einem Abkommen zur Kon- trolle der Fracht- und Personentarife beteiligen. Das Justiz- departement hat der Bill sejne Z u st i m m u n g«teilt. Gcwerh rcbaftUcbe�. Clne Taubere chrirtHche Kumpanei Die unglaublichste Verlotterung der christlichen Draht- zieher offenbart sich jetzt wieder in dem Städtchen Eilenburg bei Leipzig. Dort hat, wie wir schon berichteten, das Scharf- machcrtum den Kampf wider das Koalitionsrecht der Arbeiterin der Weise aufgenommen-, daß es die Arbeiterschaft in den vom Reichsverband gegründeten„Nationalen Unterstützrmgs- verein pressen will: Entweder die Arbeiter treten aus den Gewerkschaften aus in den gelben Verein ein, oder— sie erhalten ihre Kündigung!— Diese Erpressermaßregel haben nun die Arbeiter der Deutschen Zelluloidfabrik in Eilenburg zum größten Teil rnit der Niederlegung der Arbeit beant- wortet; 318 Arbeiter und Arbeiterinnen sind ausständig, und es ist nicht ausgeschlossen, daß noch Arbeiter anderer Betriebe gezwungen sein werden, in dieser Weise ihr Koalitionsrccht zu verteidigen. Indessen sich so die gewerkschaftlich organi- siertcn Arbeiter Eilenburgs in hartem Kampfe um das höchste Recht der Gewerkschaften, das freie Koalitionsrecht, befinden, ersteht den Scharfmachern ein williger Helfer in dem bekannten christlichen Gewerkschaftsführer Jakob M i n t e r aus Berlin. Dieser Herr trat niit dem Direktor der Zelluloid- fabrik in Verbindung, nachdem in einer Versammlung der christlichen Gewerkschaften Eilenburgs eine Resolution ge- faßt worden war, die folgenden charakteristischen Passus enthält: „Die in der christlich-nationalen Gewerkschaft organisierte Arbeiterschaft Eilenburgs beauftragt den Gewerkschaftssekretär Minter, mit den hiesigen Fabrikanten in Verbindung zu treten zwecks Entgegennahme einer bündigen Erklärung, ob auch sie, die längst vor der Gründung des„Nationalen UnterstützungS- Vereins" nicht in Berührung zu treten, die Annahme erfolgt hier nationalen Grundsätze energisch vertreten hat, in den„Nationalen Unterstützungsverein" übertreten müssen. Je nachdem die Ant- wort ausfalle, müsse sie in dem jetzigen Kampf Stellung nehmen." Der Erfolg dieser christlichen Aktion war folgende schrift- liche Erklärung der Direktion der Zelluloidfabrik: „Die Direktion der Deutschen Zelluloidfabrik erklärt dem in Sachen der ausgebrochenen Bewegung erschienenen Vertreter der christlichen Gewerkschaften Deutschlands: 1. Von den in unserer Fabrik beschäftigten Arbeitern, die Mitglied einer christlichen Gewerkschaft sind, wird Austritt aus derselben oder Eintritt in den„Nationalen Unterstützungsverein" nicht ver- langt. 2. Arbeiter, die sich als Mitglied einer christlichen Ge- werlschaft ausweisen, brauchen bei Nachfragen nach Arbeit mit dem Arbeitsnachweis des„Nationalen Arbciter-Unterstützungs- Vereins nicht in Berührung zu treten, die Annahme erfolgt hier nur direkt durch das Werk selbst. Die Mitglieder der christ- lichen Gewerkschaften, die voreilig bereits die Arbeit nieder- gelegt haben, nehmen dieselbe wieder auf. Eine Zurückstellung irgendwelcher Art durch die Betriebsleitung erfolgt für diese nicht." Mit dieser Versicherung in der Tasche ging dann Minter in die Versammlung seiner Getreuen und erklärte dort:„Für die christlichen Gewerkschaften fällt damit jeder Grund zum Streik fort!" Das ist also der offen proklamierte Streikbruch, das un- verblümte Hand-in-Hand-Ar?eiten mit den koalitionsrcchts feindlichen Scharfmachern. Reichsverband und Unternehmer tum gründen den Nationalen Arbeiterverein und versuchen mit der Hungerpeitsche die gewerkschaftlich organisierten Arbeiter in diesen hineinzupressen. Die Arbeiter nehmen den Kampf gegen den unerhörten Scharfniacherterror auf und legen die Arbeit nieder; auch christliche Arbeiter sind darunter. Da kommt der oberste der Berliner Christen und verhökert feine Schafe an das Scharfmachertum, verleitet sie zum Ver rat an ihren Klassengenossen und organisiert sie als Hilfs truppe der Ausbeuter in deren Kampf gegen das Koalitions recht der Arbeiterschaft. Höher geht die Verräterei der Christen- doch wohl nimmer. Lerlin unck Qmgegenck. Achtung, Schuhmacher! Den Kollegen zur Kenntnis, daß die im Interesse der Schoßarbeiter beabsichtigte Verteilung von Flugblättern an die Parteigenossen im kommenden Zahlabcnd die Zustimmung der in Betracht kommenden Instanzen nicht gefunden hat. Vielmehr wird nur ein Hinweis im„Mitteilungsblatt" an die Parteigenossen erfolgen. Wir bitten daher die Kollegen, durch mündliche Information das Notwendige ergänzen zu wollen. Die Ortsvcrwaltung. Deutsches Reich. Die diesjährige Darifbewegung im Holzgewerbe nimmt einen recht eigenartigen Verlauf. Gegenwärtig läßt sich noch gar nicht übersehen, wie sich die Dinge in den nächsten Wochen gestalten werden. Bks zum Ablauf der Verträge sind nur noch zwei Wochen Zeit, und dabei sind die Ortsverhandlungen noch nirgends recht in Fluß gekommen, und auch die zentralen Ver- Handlungen sind ins Stocken geraten. In den ersten Tagen des Januar sind die Forderungen auf Beschluß einer Städtekonferenz der Arbeiter den Arbeitgebern der einzelnen Städte übermittelt worden. In den meisten Fällen haben die Unternehmer darauf gar nicht reagiert, teilweise erklärten sie, daß sie überhaupt nichts bewill-gen können, oder aber sie verwiesen darauf, daß sie noch keine Anweisung vom Vorstand des ArbeitgeberschutzvcrbandeS hätten. Am 23. Januar hat nun in Berlin eine Versammlung von Arbeitgebervertretern der in Frage kommenden Städte stattgesun- den, in der es äußerst lebhaft zugegangen ist. Uebcr die„hohen Forderungen der Arbeiter" hat man sich weidlich entrüstet, wie das za üblich ist. Die vom Holzarbeiterverband geforderte Ijährigc Bertragsdauer wollen die Unternehmer nicht anerkennen, sie wollen aber„Entgegenkommen" zeigen und schlagen deshalb eine Sjährige Vertragsdauer vor. wohl in der sicheren Erwartung, daß der Holz arbeiterverband diese rundweg ablehnen wird und muß. Von der Verkürzung der Arbeitszeit wollen die Unternehmer nichts wissen, weil sie sich eingeredet haben, daß vor drei Jahren, wo in einer An- zahl Städte eine bescheidene Verkürzung der Arbeitszeit stattfand, die Arbeitervertreter sich damit abgefunden hätten, daß eine weitere Verkürzung in der nächsten Vertragsperiode nicht stattfinden sollte. Die Redner der Arbeitervertreter, die bestritten, daß eine Ab- machung in diesem Sinne getroffen worden ist, wurden eines „besseren" belehrt, aber nicht überzeugt. Ueber die weiter einzu- schlagende Taktik waren die Unternehmer sich auch nicht ganz einig. Einige Städte möchten es gern ohne Vertrag versuchen, wenn— man sicher wäre, daß der Holzarbeiterverband c,n ganzes Jahr Ruhe halten würde, und man nicht befürchten müsse, daß eines guten Tages der Streik da sei. Andere Redner meinten, daß der Vertrag sein Gutes habe, doch könnten die„unverschämten Forderungen" der Arbeiter unter keinen Umständen anerkannt werden, dann wolle man lieber ohne Vertrag arbeiten. Kein einziger Redner verwies auf die Notlage der Arbeiter, die durch die gewaltige Verteuerung aller Lebensbedürfnisse in den letzten drei Jahren eingetreten ist. Wohl aber wurde darauf verwiesen, daß es auch den Tischlermeistern nicht besonders gut geht, wegen der gedrückten Preise für die Fabri- kate. daß aber die Arbeitgeber an dieser gedrückten Konjunktur selbst die Preise immer mehr herunterdrücken, darüber gab es nur leise Andeutungen. Aber warum denn auch, es galt ja, gegen die„bc- gehrlichen" Arbeiter zu Felde zu ziehen._ Verantw. Redakt.: Richard Barth, Berlin. Inseratenteil verantw.: Schließlich einigte man sich dahin, daß die Verhandlungen I des SteinarbeiterverdandeS haben die Vereinigken Granitwerke zu möglichst sofort weiter geführt werden sollten, und zwar zunächst Wunsiedel den Revers zurückgezogen, die Entlassenen werden wieder ,..........------'■—*■•••----—'- eingestellt. Es ist geradezu beschämend, daß Arbeiten, die der Reichstag bewilligt hat, unter den Tariflöhnen hergestellt werden sollen._ Tie christlichen Gewerkschaften im Jahre 1910. Ende 1909 halten die dem G e sa in t v e r b a n d der christ« lichen Gewerkschaften Deutschlands aiigeschlosseiien Orgaiiisatioiien 280 061 Mitglieder. Ende 1903 ivaren es im Jahres» diiichschiiilt 264 519. Jetzt'weiden die Gewinne an Mit» gliedern bekannt, welche die christlichen Arbeilerverbäiide 1910 gemacht haben. Es ergibt sich in runden Ziffern— die genauen sind noch nicht bekannt— das folgende Bild: Zunahme an Mitgliedern hatlen der in zentraler Form. Ob durch diese der Wege für die Ortsverhaud luugen frei gemacht werden kann, läßt sich heute noch nicht sagen Jedenfalls tun die Holzarbeiter gut, sich nicht durch falsche Friedens Hoffnungen einzuschläfern zu lassen, sie könnten sonst unangenehm übctrascht werden._ Hcnschcl und Sohn.Z Man schreibt lins: In der Noiiz des„Vorivärts" vom 2. Feaniar:„De Arbeiter darf nur 40 Jahre all werden!" wird daranf hingewiesen, daß die Firma Henschcl und Sohn keinen Kupfer schiuied, der über 40 Jabre alt ist, einstellen will lind daß sie über dein ein polizeiliches Fiihrmig Salt est iür die Zeiträume. über die keine Zengniffe nsio. vorgelegt werden köiine», verlangt. Tie Redaknon bemerkl zu dem Schreiben an den Arbeiter, daß daraus nicht bervorgehe, ob die Firma Hen'chet und Sohn bei den Loko- ntolivlieserliilgen für den preußischen, den bayerischen und anderen Slaaten nur staatSerhaltende Arbeiter tätig wissen wolle Nun kann ich diese Frage zwar nicht für da§ H a u p t w e r k der Firma in Kassel, Wohl aber sür das große Hochofen» und Walzwerk der Firma H c n s ch e l u. Sohn in Hattingen in Westfalen beantworten. Wahrscheinlich wird es aber in Kassel nicht anders gehalten werden wie in Hatlingen Als ich vor einigen Jahren bei der Firma Henschel». Sohn in Hattingen beschäfligt war. hatte die Fabrikordliung in der Tat eine Bestioinuliig, ivonach„die Küi, digltlig zu gewärtigen" hat.„wer sich an Agitationen oder Vereinen be teiligt, die aus den Umsturz der staatlichen oder gesellschaftlichen Ordnung gerichtete Be strebungen verfolge ii!" Allerdings würde die Firma in arge Verlegenheit koinrnen wenn sie sich etloa beifallen lasiei, lvürde, die Bestimmung in unserer Zeit in die Praxis umzusetzen, sie würde die Fabrik leerstehen haben Zu den bereits mitgeteilten sozialen Gepflogenheiten der Firma Henschel u. Sohn paßt es denn auch, daß saus dem Hattinger Werk) lveiter„die K ü>, d i g u u g zu g e iv ä r t i g e n" hatte,. iv e r ohne besondere schriftliche Erlaubnis der Werks direktion neben seiner Beschästiguilg auf dem Werke ein Gewerbe zu Hause betreibt oder durch Familie na ii gehörige oder so nstige Personen be treiben läßt". Die Firma Henschel u. Sohn hat, wie es solchem Sklaven „vertrage" nach scheint, ein Jahrhunderi verschlafen. Nach dem§ 616 des Bürgerlichen Gesetzbuches hat der Arbeiter doch Anspruch aus den entsprecheiiden Lohn, wenn er für eine verhältnismäßig nicht erhebliche Zeil durch einen in seiner Person liegenden Grund ohne sein Berschiilden an der Arbeitsleistung ver» hindert ist. Die Firma Henschel u. Sohn maßt sich das Recht an durch ihre Fabrikordnung dasReichSgesetz zu beschränken Es heißt nämlich kategorisch in der Fabrikordnung: „Die im§ 616 B. G.-B. erwähnte nicht erhebliche Arbeils Unterbrechung wird auf höchstens zwei Stunden fest gesetzt!" Punktum. Natürlich hat die Firma zu solcher„Revision" des Bürgerlichen Gesetzbuches kein Recht. Der Z 616 kaiin weder vom Arbeiter noch von der Firma Henschel u. Sohn eiiigeschränkt werden soweit der Z 2 des Lohnbeschlag i, ahmegesetzes dies verbietet. Der§ 616 SB. G.-B. gibt dem Arbeiter cincn Rechtsanspruch auf einen küiistigen Lohnteil. Das„Rechtsgeschäft" über eine» Teil dieses Anspruches das in irgend einer Form vorweg über eine» Teil dieses Anspruches verfügt, ist im Umfange des Lohnbcschlagnahmcgesetzes nichtig und ohne Rechts Wirkung. Was eine„verhältnismäßig nicht erhebliche Zeit" ist. bestimmt das erkenn ende Gewerbe- g e r i ch t und nicht die Firma Henschel u. Sohn. Jedenfalls täte es gut, daß ein frischer Wind den alten Plunder aus dem„freien Arbeitsvertrag" bei der Firma Henschel u. Sohn einmal gründlich wegfegen würde. Eine Dm,».glückte gelbe Gründung. In dem württembergischen Städtchen H c i d e n h e i m befindet sich die große Maschinenfabrik I. M. Voith, deren Besitzer, Herr Voith sen., nach berühmten Mustern für seine Arbeiter 100 060 Mark spendete, die als Grundstock für einen zu gründenden gelben Verein dienen sollten. Es fanden sich einige willfährige Elemente unter den Arbeitern des Betriebes, die den gelben Verein ins Leben rufen wollten. Und unter Mitwirkung von zwei„Grün- dungsmitgliedern" des gelben Wcrkvereins der Maschinenfabrik Augsburg sollte der neue Wcchselbalg ins Leben treten. Doch die Arbeiterschaft der Firma Voith war nicht gewillt, sich so ohne weiteres einen gelben Arbeitswilligenverein ausdrängen zu lassen. In einer öffentlichen Versammlung, die wohl die größte gewesen sein dürfte, die je in Hcidenhcim stattgefunden hat. wurde nach einem mit stürmischem Beifall aufgenommenen Referat des Ge schäftsführers des Metallarbciterverbandcs. Genossen Warn th a l e r- Augsburg der gelbe Zersplitterungsversuch einmütig zurückgewiesen. Außer den Arbeitern der Firma Voith waren auch der Sohn des Besitzers, der Betriebsleiter sowie einige In- genieure und Werkmeister in der Versammlung erschienen. Die zwei gelben Größen aus Augsburg hatten es vorgezogen, dieser Versammlung fern zu bleiben, nachdem sie die Situation überschaut hatten. Sie probierten ihr Glück am anderen Tage, aber mit sehr geringem Erfolg. Nur einige Dutzend Leute ließen sich auf die gelbe Leimrute locken, fast durchweg alte, invalide Arbeiter. Die uberwiegende Mehrzahl der Arbeiter dieses Betriebes hat deutlich gezeigt, daß sie von den gelben Segnungen nichts wissen will. Etwa 4060 Schul, fabrikarbeiter und-Arbeiterinnen in W c i ß e n f e l s beschloffen, da die Fabrikanten ihre Forderung auf Einführung der neunstündigen Arbeitszeit mit Lohn- ausgleich und Erhöhung der Uebcrstundenlöhne abgelehnt haben, in allen Fabriken die Kündigung einzureichen und am 18. Februar die Arbeit niederzulegen._ Von Unternehme, verbänden ausgesetzte Konventional- strafen sind nicht rechtsverbindlich. Beim letzten Stickerstreik in Plauen i. V. hatten die bestreikten Stickmaschinenbcsitzer auf Anraten ihres Syndikus, Rechts- anwalt Geyer, einen Versammlungsbeschluß herbeigeführt, wo- nach sie sich gegenseitig verpflichteten, den vom Textilarbeiterverband vorgelegten Lohntarif nicht zu unterschreiben. Zuwiderhandelnde sollten für jede Maschine 160 M. Konventionalstrafe zahlen. Eine Anzahl Stickmaschinenbesitzer, die mit ihren Arbeitern in Frieden leben wollten, fügten sich dem Beschlüsse nicht, sie erkannten unter- schriftlich den Tarif an. Auf Empfehlung ihres Syndikus strengte der Vorsitzende des Maschincnbesitzcrvcreins Klage an. Er forderte von einem Mitgliede 700 M. Konventionalstrafe. Er hatte damit kein Glück. Das Landgericht Plauen wies die Klage kostenpflichtig ab. Begründend wurde ausgeführt, daß der gefaßte Versamm- lungsbeschluß keine rechtsverbindliche Wirkung habe. Lohnbewegungen in der Tteinindnstrie. Im Fichtelgebirge wurde eine bedeutsame Lohnbewegung zum Abschluß gebracht. Ein Bezirkstaris für die Monumentalbranche wurde mit ganz wesentlichen Verbesserungen bis zum 1. April 1914 verlängert. Die Verhandlungen gestalteten sich sehr schwierig, weil momentan die Granitschleifereicn eine gute Beschäftigung nicht aufweisen. Da aber im Fichtelgebirge früher bei Lohndcwc- gungen langwierige Streiks geführt wurden, so ließen sich diesmal die Unternehmer zu wesentlichen Zugeständnissen herbei. Am Ab- 'chlusse sind rund 900 Steinarbeiter beteiligt. In N e u h a r z. Oberpfalz, wurde den Steinmetzen ein Revers vorgelegt, demzufolge die Arbeiten zum Kaiser-Wilhelm-Kanal 3 Proz. unter Tarif hergestellt werden sollten. Diejenigen, die nicht unterzeichneten, erhielten ihre Entlassung. Aus Intervention Metallarbeiter..... 9 900 Tabalarbeiter.... 1 800 Schuh- und Lederarbeiter. 1000 Textilarbeiterverband.. 10 666 Holzarbeiter..... 2 666 Nahrung?» u. Gemißmittel- gewerbe... 1066 Außer diesen Zunahmen, die ausschließlich auf die großen Ge» werkvcreine entkallen, haben besonders»ow die christlichen Staats» arbeiler und Angestellten einen ziffernmäßigen Zuwachs zu ver- zeichnen, so daß die Leitung des Gesamlverbandes mit einen. Mit» gliederzuwachs von rund 36 666 rechnet. Die freien Gewerkschaften schloffen 1969 mit 1 892 568 Mitgliedern ab, sie haben bis jetzt schon über 2 0 6060 Mehrorganisierte zählen können, obgleich von einer Reihe kleinerer Verbände nur geschätzte Ziffern vorlagen. Die modernen Organisationen find 1916 also bis zu zwei Millionen Mit» gliedern gekommen, die christlichen Gewerkschaften haben auch im vergangenen Jahre trotz aller Bemühungen und bei SBeachtung des Zuwachses von rund 36 606 Mitgliedern daS dritte Hundert» tausend nicht wesentlich überschritten. IZuslanck. Eisenbahnerstrcik in Hall. Das Wolffsche Bureau meldet aus Hull: Infolge der Eni- lassung einiger Träger traten alle Angestellten der hiesigen Bahn- station trotz Abratcns ihrer Führer in den Ausstand. Die Güter- beförderung hat vollständig aufgehört. In den Docks ist der Ver- kehr gänzlich gestört. Da die Schiffe mit den eigenen Mannschaften weiter ausladen, häufen sich die Güter aus den Kais an. Ter Passagicrverkehr blieb bisher ungestört, obschon sich auch die Bahnsteigbeamten an dem Ausstand beteiligen. Versammlungen. Die Sektion der Lackierer vom Verband der Maler. Lackierer. Anstreicher usw. hiel, am Donnerstagabend eine Versammlung im Gewcrkschaftshause ab. Auf der Tagesordnung stand die Vorlage des HauptvorstandeS zur Einführung der obligatorischen Arbeits- loseuversicheruiig sim Wortlaut veröffentlicht im„Vereins-Anzeiger" vom 14. Januar d. I.) Der Referent Fritz Klotz empfahl, der jetzigen Borlage des Hanptvorstandes zuzustimmen, wenn auch zuerst nur im Prinzip. Die wesentlichen SBestirnmungen in bezug auf die Höhe der Unlerstützung und der Beiträge lauten, kurz zusammen- gefaßt, folgendermaffen: Die Unterstützung soll bis zu 18 Tagen pro Tag 1,50 M. be« tragen für Mitglieder, die der Organisation mindestens 2 Jahre an- gehörten und 164 Wochenbeiträge bezahlt haben. Der Beitrag soll um 25 Pf. erhöht werden. Für diejenigen Mitglieder, die langer als 5 Jahre dem Verbände angehören und die Erwerbslosen» Unterstützung von 27 M. wenn auch mit Unterbrechungen bezogen haben, kann eine weitere Unterstützung von 75 Pf. bis 1 M. pro Tag, je nach der Dauer der Mitgliedschaft, gezahlt lverden. Für die alten Mitglieder kommt die erworbene Miigliedschaft nach dem 1. Juli 1916 in Anrechnung, so daß die Auszahlung der Unterstützung vom 1. Juli 1912 an beginnt. In der Diskussion wurde der Einführung der Unter- slützung von verschiedenen Seiten scharf opponiert; man hielt die Zeit und die Umstände dafür noch nicht als als günstig genug gelegen, man fürchtete für den Kampf« charakter der Organisation, man hielt die Unterstützung ftir zu gering. man machte andere Vorschläge und verlangte BeitragSfreihett bei der Arbeitslosigkeit. Aber auch die Freunde der Vorlage machten ihre Gründe geltend. Und schließlich gelangte eine Resolution zur Annahme, in der die Versammlung erklärte, daß sie prinzipielk mit Arbeitslosenversicherung einverstanden sei, aber von der General» Versammlung noch die Berücksichligung mancherlei Wünsche der Mit» glieder erwarte._ letzte Nachrichten. Ausstandsbewegung der Setzer in Lüttich. Lüttich, 4. Februar.(93. H.) Tic ausständigen Setzer haben insofern schon einen Sieg zu verzeichnen, als 23 Drucke» reie» ihre Bedingungen angenommen haben. Die B r ü s s e- ler Schriftsetzer haben den Ausständigen eine Summe von 2V 000 Frcs. als erste Unter st ützung zur Ver» fügnng gestellt._ Die Revolution in Mexiko. Ncw Jork, 4. Februar. Tic mexikanischen Insurgenten benachrichtigten den Konsul in Juarez davon, daß ein Angriff bevorstehe. 1166 Mann mit Maschinengewehren �nd in kurzer Entfernung von der Stadt, in der nur 466 Ma' 9tcg«ec�..v»- truppcn stehen. Fast alle Bewohner erwarten denU�ng>n Li Paso. Die amerikanische Regierung Ha3"')e.r.15� 566 Mann Kavallerie ionzentriert. Es verlautet, 45, �.0m' bardement von Juarez durch die Insurgenten a 11 e n werden. Mexiko ersuchte die Vereinigten Str�"' Mußnahnicn dafür zu treffen, daß die Insurgenten, welch sehr hau ng aus amerikanisches Gebiet übertreten, die Neutral"'"cht chiiyr ver- letzen. Tie Bundesregierung beschloß infol�itc"' die �renz« Patrouillen entsprechend zu verstärken. Heut Werden wieder zwei Regimenter aus Mexiko nach dem Norden«Zehen. Sturmschäden an der spanisM Küste. Madrid, 4. Februar.(B. H.) Der den. der durch die Stürme angerichtet worden ist. bcläuft si'M»"lc Millionen. In (Safte II on fehlen noch sieben Fischerlrkcn. Zahlretche Lelche« und Schiffstrümmer werden ans ust ieschwemmt. Bedeutende UnterstützungSgelder werden gcsammel um die in Milleidenicha,. gezogene Bevölkerung zu unterstützen.. Madrid, 4. Februar.(W. T. 23. Infolge des Sturmes'st bei Eastrllon de la Plana ein spanischc'Tchoner gekentert! ach, Mann lud ertrunken. Todeszugver Pest. Charbin, 4. Februar. Geste" sind der Seuche 46 Personen er» legen, unter ihnen zweiEurlpäcr. Im Chinesen v, e r t e l Fudsjadjan sterben tagliß �>0 Personen, so daß dic Ein- Wohnerschaft von vierzigtcusend aus sechstausend zusammen- geschmolzen ist. Tic ch i n e. i s ch c n Behörden haben etwa zwei- tausend Leichen verbrannt,«r Verbrennung harren aber noch etwa viertausend. Die Meldungen aus cnderen Städten schildern die Lage nicht weniger schrecklich. In Hula n haben sich Berge von Leichen angesammelt. Ein Teck von ihnen ist aus dem E i s e d e s H u I a n. einem Nebenflüsse des Sungari. aufgehäuft worden, osfenbar in der«bfirfii. ,'ie mit dem Eisgang im Früh iah r fort, in der Absicht, sie mit treiben zu lassen Th.Glvckr, Berlin. Druck u. Verlag: Vorwärts Buchdr.u.V«rlag»anstaIt Paul Singer& Co.. Berlin SW>* Hierzu 1 Beilagen» Nr. Zt. 28. Jahrgang. 1. Keikze iw Süttiitng, 5. Fedrilkl 1911. Der Neltbshn-SkanÄsI. Paris. 2. Februar.(Eig. 33er.) Tie heute begonnene Kammerdebatte über das Budget der Staatseisenbahnen wird sich hauptsächlich um die Zustände auf der verstaat- lichten We st bahn drehen. Tie mangelhafte Betriebs- organisation auf dieser Linie, die eine erschreckende Hänsung von Katastrophen zur Folge hatte, ist keineswegs als Argu- ment für die Gegner des Staatsbetriebs zu brauchen, die hierzulande, allen in anderen Stvaten gemachten Erfahrungen zum Trotz, noch immer die Phrasen des Manchestertums wiederkäuen, �sondern läßt sich nur gegen jene betrügerische Sorte von„Staatssozialismus" ins Feld führen, die als Teckmantel schamloser kapitalistischer Raubzüge dient. In der Tat war die Verstaatlichung der Westbahn, diese angeb- lich staatssoziolistijchc Tat der letzten Kammer, nichts als ein großartiger Tiebstahl an der Nation. Der Staat hat sich für schweres Geld eine Linie anhängen lassen, die nicht nur seit vielen Jahren gewissenlos vernachlässigt, sondern zuletzt von den Besitzern im Hinblick auf die bevorstehende Verstaat- lichung geradezu sabotiert worden war. Der vom Deputierten Besnard im Namen der Budgetkommision erstattete Be- richt enthüllt eine Reihe von Tatsachen, die nicht allein für die Verwaltung der früheren Gesellschaft, sondern ganz bc- sonders für die Parlamentarier kompromittierend sind, die sich um die Annahme der Konvention mit ihr bemüht haben. Das Gleis ist auf einer Länge von 3248 Kilometer, der Unterbau in einer Länge von 2330 Kilometer erneuerungsbedürftig. Im ganzen sind 94 Millionen Frank dazu nötig, von denen 42 Millionen zweifellos zur Gutmachung der Ver- nachlässigung unter der alten Gesellschaft verwendet werden müssen. Von 1992 bis 1906, iimerftalb vier Jahren, hat die 39estbahn eine einzige Lokomotive gekauft. Im Augenblick der Ucbernahme fehlten 374 Lokomotiven, 2äl» Personen-, 49 Gepäck- und 4999 Güter- w a g g o n s zum notwendigen Bestand. Aus der dringenden Bestellung von 260 Lokomotiven sind dem Staat Ausgaben in der Höhe von 30 Millionen erwachsen, aus der Bestellung der notwendigen Waggons ergaben sich Ausgaben von 40 Mil- lionen. Tie Reparaturen des übernommenen Materials werden 20 Millionen kosten. 227 Bahnhöfe sind in einer gefahrbringenden Weise angelegt oder zu klein, 162 haben ein ungenügendes Personal. Tie Beschaffung des fehlenden Matcrialbestandes hat 47 Millionen erfordert. Alles in allem fällt dem Staat eine notwendige Ausgabe von '>45 Millionen zur Last, um die Westbahn in einen brauchbaren Zustand zu versetzen. Daß die Westbahngesellschaft direkt verbrecherisch gehaust bat. steht wohl nicht im Kommissionsbericht, aber es geht aus einem von der„Huinanitä" veröffentlichten geheimen Dokument hervor, über das der Berichterstatter über dieses Budgctkapitel merkwürdigerweise schweigt. In dem vom Chefingenieur der Staatsbautenerhaltung im September 1909 vorgelegten Programm heißt es am Ende:„Wenn die Westbahngesell'chas: ihr Netz unter normalen Bedingungen verwaltet hätte, wäre ein großer Teil der Reparaturen(die der Hauptstrecken) heute vollendet. Aus Rücksicht auf ihr Budget erneuerte sie aber alljährlich nur eine Strecke von durchschnittlich 79 Kilometer und suchte vergeblich durch Palliativmittel die Dauerhaftigkeit der Schienenwege zu ver- längcrn, für die die Erneuerung die einzige Lösung war. Um den Bedürfnissen des Verkehrs zu entsprechen, hätte sie seit zehn Jahren niindestens 200 bis 250 Kilometer jährlich er- neuern müssen. Tie Riickständigkeit beträgt also ungefähr (220— 70) mal 10 gleich 1500 Kilometer." Wer trägt die Schuld an dieser Verirachlässigung, die tu einer doppelten Weise verbrecherisch war, da sie einerseits das reisende Publikum in Gefahr brachte, andererseits auf einen Betrug des Staates bei der Zlblösung abzielte? Zwei Mitglieder des ehemaligen Verwaltungsrats, Herr B r i c e und Baron G 6 r a r d, sitzen in der Kammer. Dem noch immer bestehenden„Liguidationsrat" der Bahn, der mit dem Verwaltungsrat fast identisch ist, gehört eine Reihe der„her- kleines feialletcm. Wird sich die Pest in Lfiina verbreiten? Der Gang der Pest ton der Mandschurei nach dem nördlichen China ist ein außer- ordentlich schneller gewesen, falls nicht die darüber angestellten Erhebungen oder die darauf gegründeten Nachrichten unzulänglich gewesen sind. Es ist nun eine Frage von mehr als gewöhnlicher Bedeutung, ob sich erwarten läßt, daß die Pest einigermaßen auf das jetzt von ihr eroberte Gebiet beschränkt bleibt oder noch weiter fortschreiten wird. Tie allgemeinen Vorstellungen, die über den Charakter der Chinesen und über ihre Lebensweise bc» stehen, werden toahrscheinlich zu pessimistischen Ansichten führen. Auch hat nach den bisherigen Berichten nur das Vorgehen der Europäer in der Mandschurei, in Nordchina und in Schantung eine wesentliche und vielleicht erfolgreiche Tatkraft gezeigt, die von der chinesischen Regierung nur passiv unterstützt worden ist, was freilich auch schon einen gewissen Grad von Einsicht oder auch nur von Angst verrät. Tie chinesische Bevölkerung selbst ist mit Bezug auf alle Krankheiten derart von Aberglauben befangen. daß von ihr ein vernünftiges und zweckmäßiges Handeln gegen eine weitere Verbreitung der Seuche nicht zu erwarten ist. Auch ist der Chinese in einem gewissen Sinne Fatalist, obgleich nicht in der gleichen Weise wie der Türke. In einer Hinsicht aber werden die Verhältnisse in China jedenfalls zu ungünstig be- trachtet, nämlich im Hinblick auf die Beschaffenheit der An» sicdelungen und Wohnungen. Nach den Erfahrungen in den Häfen und namentlich in denen, die dem freien Handel geöffnet sind, halten die meisten Leute den Schmutz und überhaupt den größten Mangel an Reinlichkeit für unzertrennlich von dem Be- grisf einer chinesischen Behausung. Diese Anschauung ist nun durchaus irrig, soweit die ländlichen Bezirke in Betracht kommen, da dort in den chinesischen Dörfern meist große Sauberkeit an- zutreffen ist. Da die Reinlichkeit der beste Bundesgenosse gegen Seuchen ist, braucht man sich demnach über die Ausbreitung der Pest nicht allzu schlimmen Befürchtungen hinzugeben. Thenter. Schiller-Theater 0:.Der Kaiser', Tragödie von HanS von Kahlenberg und Hans Olden. Den ersten Anstoß zu dem Siück, das m einem imaginären Nordland spielt, gaben vermutlich Borgänge der russischen Revolution, der Vieltausend- kipfige von Gapon angeführte Demonstrationömg vor daS PeterS- burger Zaremchloß und die gräßliche Niederkartälschung der Wehr- losen. Wie mag eS— diese Frage drängte sich damals wohl Un- zähligen auf— in dem Gewissen der an dem Frevel Schuldigen. « Gewissen des Zaren selbst, in dessen Namen all' dieses Furcht- vorragendsteir" Persönlichkeiten der Finanzwelt an. � Wird man ihnen zu Leibe gehen? Gegen die Sabotage, die von Arbeitern begangen wird, will Briand ein eigenes Gesetz beschließen lassen. Der von der Kapitalistenbande angerichtete Schaden und die von ihr verschuldete Gefährdung ist aber doch etwas ganz anderes als der von der„Gucrre Soziale" empfohlene Unfug, der in der Beschädigung einiger Gleis- anlagen und Telepbonleitungen mit Vermeidung von Ge° fahren für das Publikum besteht. Es ist aber klar, daß die Schuldigen nicht allein in der Leitung der alten Gesellschaft zu smhen sind, sondern auch im Kreise der zur Kontrolle der Privatbahnen bestimmten tech- nischen Funktionäre und unter den Parlamentariern, die die Verstaatlichung unter solchen Bedingungen gefördert haben. Darum ist es denn auch gar zu bequem, wenn radikale Blätter die Sache jetzt se drclicn möchten, daß gerade die Zustände, die auf der Westbahn geherrscht hätten, ein Zeugnis für die Notwendigkeit der vorgenommenen Verstaatlichung seien- Denn einer Gesellschaft gegenüber, die die Interessen des Ver- kchrs derart vernachlässigte, wäre die einfache Konzessions- cntzichung und die Ucbernahme in den Staatsbetrieb am Platze gewesen. Das Problem: Staats- oder Privatbetrieb steht jetzt nicht in Frage, sondern der„Reformismus" der kapitalistisch korrumpierten Demokratie, die aus dem sozialistischen Programm Fetzen reißt, um ungeheuerliche Schuldverschreibungen an das Finanzkapital darauf zu setzen. J?bgeorclmtenkaiis. ID. Sitzung vom Sonnabend, den 4. Februar, vormittags 11 Uhr. Am Ministertisch: B e s e l e r. Die zweite Lesung des JustizetatS wird fortgesetzt. Abg. Strosse»(I): Die Sozialdemokratie hat durchaus nicht nötig gehabt. Herrn U» g e r in Schutz zu nehmen. Herr Unger würde dann auch wohl sagen: Gott schütze mich vor meinen Freunden. Wir sind nickt aggressiv gegen Herrn Unger vorgegangen, sonder» haben nur die eigentümliche Form semer Recklsbelehrung nicht gutheißen können. Aus ihr konnte geschlossen werden, daß eigenifich jeder mit einem Revolver spaziere» gehen müßte. Auf die Ausführungen des Herrn Liebknecht über die Ordensverleihungen an Schutzleute, die er eine Demvnstralion von höchster Stelle, einen Eingriff in die Rechtspflege nannte lSehr richtig! bei den Sozial- demokraien), kann ich nicht in der Weiie, wie es nötig wäre, sprechen, denn auch über mir schwebt das Damoklesichwert, von dein Herr Liebknecht sprach; unter den jetzigen Umständen muß ich daraus verzichten.(Zuruf bei den Sozialdentokraten: Die Sie geschaffen baben l) Die Sozialdenioklaiie stellt alles auf den Kopf. Wenn ein Mitglied der Sozialdemokrarie nach Recht und Gesetz verurteilt w�ird, ist er immer ein Opfer der Klaffen- justiz.(Zuruf bei den Sozialdeinokraten: E s s e n I) Wenn aber Organe der Staatsgewalt die größten Exzesse nicht dulden, wird von „bis zum Mord sich steigernder Brutalität" geiprochen.(Zuruf bei den Sozialdemokraten: Siehe Moabit!) Gegen Herrn Boehmer ist der„Vorwärts" mit den gröbsten Beschimpfuiigen vor- gegangen, weil er gesagt hat, auch die Berichte des„Vorwärts" über Gerichtsverhandlungen seien nicht immer ganz richtig. (Lebhafter Widerspruch bei den Sozialdemokraie», Zurns: Herr Boehmer hat ganz etwas anderes gesagt!) Wie frei bei lins geredel und geschrieben werden darf, beweisen die R e d e n in sozialdemokratischen Versammlungen und auf Parteitagen. Herr Liebknecht schloß mit den Worten: Wir sind Vertreter der über den Parteien stehenden Gerechtigkeit. (Sehr wahr! bei den Sozialdemokraten.) Wir sind die Erzieher der deutschen Nation. Herr Liebknecht und Herr H o f f m a n n als Erzieher!(Heiterkeit rechts.) Eine derartige Erziehung lehnen wir ab. Bei der 40jährigen Gedenkfeier der Kaiferproklamätton erschien ein sozialdemokratisches Flugblatt, in dem es hieß:„Ich bin ein Preuße, kennt Ihr meine Schande!"(Zuruf bei den Sozial- demokraien; Das DreiklassenwahlreÄt!) Präsident v. Kröcher ruft den Redner zur Sache. Abg. Strosser(k.): Wir anderen Vertreter des preußischen Volkes fühlen uns als Vorkämpfer für die Ehre und Größe des preußischen Staates.(Bravo! rechts.) Abg. Viereck(fk.): Niemand ist unabhängiger als der preußische Nichter. Im Falle Unger liegt keine Beeinflussung durch bare geschah, aussehen? Gedanken, die der Phantasie ein weite? Feld der Kombinationen öffneten. Freilich, ZiikolaiiS war Nikolaus. Nichts kann nach allem, was man weiß, nninterrsiailter als Psychologie dieier gekrönten Marionette sein. Wie aber, wenn der Zufall ein empfängliches Geschöpf mit offenen sehenden Augen, einen Menschen, der sich von dem kilidischcn Wahn deS GolteSgnadentumS losgelöst hätte, auf eine solche Stelle ver- schlagen hälte.� Wie müßte der in einem solchen Fall empnnden? Starke, künstlerisch gewissenhafte Talente würden sin Gefühle der ungeheuren Schwierigkeit, dem bloß Gedachten lebensvoll konkrete Jndividilalität zu geben, sich an die Aufgabe wohl kaum herangewagt haben. HanS v. Kahlenberg, die bekannte Roman- schrislstellcrln, und Olden plagten derlei Skrupeln aber offenbar nur wenig. Wird« keine Dichtung, wirdS vielleicht, wenn man nur derbe zufaßt und mit romanhaft bunten Zutaten nicht spart, doch noch ein wirtsames Theaterstück. Sie schwelgen in naiven Banalitäten, sie häufen lächerliche Widerspiüche, lassen ihre Leute das physiognomieloS fadeste AllcrwcltSdeutsch reden. Aber die Tragkraft und Tendenz des Stoffes— um die große MiltelpunktSszene. in der das Boll beranmarschiert und die militärischen Granden den menschlicher fühlenden Herrscher bestürmen, daS Signal zu dem Gemetzel zu geben— hält bei alledem doch eine Art von Spannung wach. Der Nordlandskaiser des Dramas empfindet seine Menschlichkeit als Merkmal einer aus der Art geschlagenen Dekadenz. Wie hätten seine Vorfahren Könige sein, Hekatomben ihrem Königswillen opfern können, wenn sie nnt einem Gewissen wie er selbst zur Welt ge- kommen wären I Diese Seelenstärke, die man bei gewöhnlichen Ber- brechcrn freilich anders nennt, erfüllt ihn manchmal geradezu mit Neid. Eine melodramatische Szene, in der eine junge Attentätcrin— eine ziemlich larmoyante Nihilistenkarikatur— dem Herrscher das Elend deS Volkes schildert, bestärkt ihn sin Einschluß, dem Dräugen der Kamarilla nach einem Blulbad zu widerstehen. Doch als die Scharen herangezogen find, läßt et trotzdem in der Er- regung über einen brutalen Exzeß des Pöbels sich den Befehl zum Dreiuschlagen einreißen. Um so entsetzlicher sind die Folgen. Mit- schuldig schleudert er seine pathetiscb wuchtige Anklage gegen die Vertreter von Militär und Geistlichkeit, die nach erreichtem Zweck sich wieder gern mit Huinanität drapieren möchten. Eine Verschwörung ain Hofe führt zu seinem Sturz. Man entwaffnet ihn. als er sich löten will, indes ein wohlgezielter Dolchstoß der Attentäterin, die nun in dankbar-glühender Bewunderung für den Edlen schwärmt, erlöst ihn. Man halte daS Stück mit großem Aufwand und sorgfältig in- szeniert, nur litt die Aufführung zeitweise unter zu leisem Sprechen. Die Haupifigur fand in dem begabten Herrn Gerhard einen sympathischen Repräsentanten. In der so übel verzeichneten Atten- täterin überraschte Frl. Baumbach durch einige echte Töne. dt. den Jiistizministcr, sondern lediglich eine Befragung vor.— Die vermehrte Lerwendimg von Stenographie und Schreibmaschine bei den Gerichten begrüßen wir. Abg. Dr. Boll(Z.) tritt für einen Ausbau der Jugend- geriiltishöfe ein. Bei dem Bau von Jnsiizgebäuden würde ein gewisser„Modernismus" nichts schaden.(Heiterkeit im Zenlrnin.) Die jungen Juristen müssen inehr mit sozialem Geist erfüllt werden. DaS System der geheimen P e r s o n a l a k- e n ist ganz unzeitgemäß. Zum mindesten muß den Assessoren Gelegenheit gegebeir werden, sich zu dem Inhalt der Konduilcnlisten zu äußern.— Gegen Verteidiger, die aussichtslose, der Lerschleppnng dienende Anträge, stellen, wie daS z. B. im Falle Breuer geschehen ist, muß em- geschritten werden, aber dadurch dürfen nicht die Rechte der Aiigeklagten bceinlrächligt werden. Das Lertraueil_ zur Rechtspflege im Volke ist die Hauptsache und cS wird vielfach von de« Angelsagten als schweres Unrecht empfunden, wenn ihre Zeugen nicht vernommen werden. Die Frei- sprechung im Essener Prozeß kaun nur zur Hebung deS Vertrauens in unsere Rechtspflege beitragen. Die Justiz muß riiigeu um die Seele des ganzen Volkes.(Bravo! im Zeiitrnm.) Minister Beseker betont, daß auf Grund der geheimen Personalakten kein Asseffor entlasten werde, ohne gehört zu werden. Abg. Schiffer(natl.) befürwortet eine Verminderung der Arbeitslast der Richte r. Viele Arbeiten kömiten sehr gut von Siibaliernbeamteii erledigt werden. Die Hin zu zieh ung de« L a t e n e l e m e n t S ist notwendig, damit die Fühlung der RechiS- pflege mit der Allgemeinheit erhailen wird. Wir begrüßen es, daß j-tzt auch die Koiiservativen für die Ziilassnng der Lehrer als Schöffe» und Geschworene zu haben sind. Von den Vormundschafts- richtern sollien Frauen zur Mitarbeit herangezogen werden, in den Großstädten werden wir zum Institut der Berufs- Vormünder übergehen müssen. Abg. Dr. Scyda«Pole): Die Richter in Poicn stehen unter der Wirkimg deS Erlasses, der den Beamten in den polniichen Provinzen die Pflege des DcnischtnmS zur Pflicht macht.— Redner tritt für die Schaffung eines Landgerichts in Katiowitz ein. Em Schluß an irag wird angenommen, der Titel Minister ivird bewilligt. Tie Abgg. Mailsis(natl.), Drinneuverg(Z.) und Schcpp(Vp.) sprechen für etalsmäßig« Auslellung der Kcmzleigchilfen. Ein Regicriiiigskoiiiiuissirr betont, daß schon jetzt die Kanzlei- gehilfcn im wesentlichen den etatSmäßigen Beannen gleichgestellt seien. Abg. Witzmnun(natl.) wünscht möglichst vielseitige Anwendung der Stenographie in der Rechtspflege. Abg. Cassel(Vp.) betont, daß seine Freunde gegen jede Ver- Minderung der RechlSgarantien für den Angeklagten m erster Instanz seien. Gegenüber de» Angriffen auf die Verteidigung, die hier erhoben worden sind, muß ich hervorheben, daß die Verteidiger im Moabitcr Prozeß zwar zum großen Teil meine politischen Gegner sind, ich aber nach den Resultaten, die der Prozeß ergeben hat. sagen muß, das» sie die Bertretniig der ihnen anvertrauten Intet essen durchaus nur»ach Pflicht und Gewissen wahr- gruommen haben.(Hört! hört! bei den Sozialdemokraten.) Wir sind gegen jede Becinträchtigung der freien Advokatur.(Bravo! links.) Abg. Wodarz, Knesebeckstr. 24, statt. Musikdirektor Müngersdorf spricht über daS Thema:„Wie das Volk dichtet und sing t." Stachher Rezitationen und Gesänge. — Vorträge. Im Institut für Meereskunde spricht Dienstag Prof. I. Rei n k e-Kiel über die EntWickelung der Dünen aitf den ostfriesischen Inseln, Mittwoch Prof. W. L a a S über den Stapellauf. An, Freitag hält statt des erkrankten Dr. L. Brühl Geheimrat A. P e n ck einen Vortrag über„Eine Fahrt uach Spitz- bergen". — Der neue Schillertheater-Direktor. Zum Nach» folgcr Raphael Löwenlelds wurde vom Aufsichisrat der beiden Schillertheater Max Pategg ernaimt. Herr Patcgg, ber dein Schillerrheater seit 1894 angehört, nachdem er zuvor im Deutschen Theater tätig gewesen war. hat als tüchtiger Schauspieler, als gc- wandter Regisseur und als Stellvertreter des Direktors feine Ge« eignetheit für die Leitung der populären Theater bereit» erwiesen. GxekutivZonniees der letzten Jahre gewählt. Der Parteitag wurde von einem Vertreter der lokalen Sektion der Arbeiterpartei will- komme» geheißen. Der Partcworstand gab darauf bekannt, daß er im Namen de/, Uhr.) Deutsches Theater(Kammerspiele). Sonntag: Lanzelot. Montag: SawSn. Dienstag: Lanzelot. RUttvoch: Stzge» und fetn Ring. DomierSiag: Sanzekak. ffriitaa: Di« ftomäbi« der Jrrmtgt«». Die Heirat wider Willen. Eonnabend und Sonntag: Lanzelot. Montag! Aglavaine und Selvsette.(Ansang 8 Uhr.) Lesfiiia-Tbeater. Somitagnachmiiiag 3 Uhr: TantrIS der Narr. Abends: Die Ratten. Montag: Wenn der junge Wein blüht. D�en-tag: Die Ratten. Mittwoch: Anatol. Donnerstag: Die Ratten. Freitag: Bau- mcister Solncß. Sonnabend: Die Ratten. Sonntagnachmiitag 3 Uhr: Da« Konzert. Abends: Die Ratten. Montag: Anatob(Ansang 8 Uhr.) Kleine« Theater. Sonntagnachintttag 3 Uhr: DaS Kind. Abends bis Freitag: Die verftirsten Frauenzimmer. Erster Klaffe. Variete. Ab Somiabcno: Der Leibgardist.(Ansang 8 Uhr.) Nächsten Sonntag- nachmittag 3 Uhr: Das Kind. Neues Schanspielha»«. Sonntag: DaS sseine Schokoladenmädche». Monlaa: Kenooeva. Dienstag: Das sseine Schokoladenmädchcn. Witt- woch: Faust I. Teil.(7'� Mr.) Donnerstag: Das Newe SchokoladenmSdchen. Freitag: Alt-Heidelberg. Sonnabend und sonntag: DaZ lleine Schokoladen- Mädchen. Montag: Genoveva.(Ansang 8 Uhr.) Berliner Theater. Sonnlagnachmltlag 3 Uhr: Einer von unsere Leut'. Abends und solgende Tage: Bummelsttldenten._ Anfang 8 Uhr. Eonnabendnockwtillag 3 Uhr: Nathan der Weise. Nächsten Sonntag- nachmittag 3 Uhr: Einer von unsere Leut'. Neue« Theater. Bis Dienstag: Der G. m. b. H.-Tenor. Ab Mut- woch: Mein erlauchter Ahnherr.(Ansang 8 Ubr.) Moderne«(Hebbel-) Theater. Zonnt-gilochmittag 3 Uhr: Der HLttcnbcsitzer. Abend?: Der Feldherrnhügel. Montag: Glück! kuh.(An- fang 7'/, Uhr.) Ab DienStag allabrndlich: Der Feldherrnhügel.(Anfang 8'lt Uhr.) Nächsten Tonntaznechmltlag 3 Uhr: Der Vcilchenfreffer. Komische Oper. Sonntagnachmittag 3 Ubr: Tiefland. Abend!: Die Dohömc. Monlag: Tiefland. DlenSlag: Die Bohhmc. Mittwoch: Die Fledermaus. Donnerstag: ToSca. Freitag: HoffmannZ Erzählungen. Sonnabend: Tie Boheme. Soniiwgnachmitlag 3 Uhr: Zigeunerlicbe. Abends: Di« Fledermaus. Montag: Hoffmanns Erzählungen.(Ans. 8 Uhr) AuSstellungStheater am Zoo. Montag bis Sonntag: Weyers Anfang 8 Uhr. Thalia-Theater. Somttaanachlniltag 2 Uhr: Die Brunnen-Nywphc. BIS auf weiteres täglich: Polnische Wirtschast. Ansang 8 Uhr. Schiller> Tliearrr O. Eonntagnachmiltag 3 Uhr: Die Ehre. AöendZ: Ter Kaiser. Montag: Hllsarenfieber. Dienstag: Prinz Friedrich von Homburg. Mittwoch: Der Kaiser. Donnerstag: Der Bund der Jugend. Freitag: Der Kaiser. Sonnabend: Die Fee Caprice. Sonntagnachmiltag 3 Uhr: Die Ehre. SlbendS: Husarcnsiebcr. Montag: Die Fee Caprice. (Ansang 8 Uhr.) Schiller° Theater CHarlettcnburg. Sonntagnachmiitag 3 Udr: Prinz Friedrich von Homburg. Abends: Raihan der Weise. Montag: Tie Macht der Finsternis. Dienstag: Die Fee Caprice. Mittwoch: Nathan der Weis«. DonnerSlag: Der Hivlmel auf Erden. Freitag: Nathan der Weife. Sonnabend: Husarcnsiebrr. Sonntagnachmittag Ii Uhr: Prinz Friedrich von Homburg. Abends: Der Kaiser. Montag: Nathan der Weise.(Ans. 8 Uhr.) Friedri-ti-Wilheiuiftadiisches Schauspielhaus. Somitagnachmittag 3 Uhr: Die Räuber. Abends: Eyrano von Bergcrac. Montag: Graf Essex. DienSlag: Wilhelm Teil. Mittwcchnachmittaz 3 Uhr: Die Räuber. Ab-ndS: Chrono von Bcrgerac. Donnerstag: Wilhelm Teil. Freitag: Hosgunst. Sonnabend; Ctirano von Bergerac. Soniiiognachmittag 3 Uhr: Die Jungfrau von Orleans. Abends und Montag: Wilhelm Tell.(Ans. 8 Uhr.) Neues Operettcu- Theater. Somitagnachmittag 3 Uhr: Die Glocken von Corneville. Allabendlich: Die fchöne Risette. Anfang 8 Uhr. Nächsten Sonnlagnachmittag 3 Udr: Ter Glück-, engeb Th, atcr des KSestcn». Sonntagnachmiitag 8 Uhr: Ein Walzer« träum. Allabendlich: Die wstige Witwe.(Ansang 8 Uhr.) Nächsten Sonntagnachmittag 8 Uhr: Die geschiedene Frau. Trsanon-Tbeater. Sonntagnachmiitag 3 Uhr: Der heilige Hain. Abends imd bis nächsten Montag: HippolnteS?lbenteuer. Ansang 8 Uhr. Sonntagnachmittag 3 Uhr: Der heilige Hain. Resideuz-Theater. Allabendlich: Pariser Menn. Anfang 8 Uhr. Berliner Volk«- Oper. Sonntagnachmittag 8'/, Uhr: Der Troubadour. AdendS: Di- Dollarprinzestin.(Ansang 8 Uhr.) Montag: Die weiße Dame. DienSlag: Der Trompeter von Sätkingen. Mittwoch i Martha. Donnerstag: Die Dollarprinzessin. Freitag: Zar und Zimmer- mann. Sonnabend: Da» ssuge Felleisen. Der Troubadour. Sonntag» nachmittag 3'/, Ubr: Ter Freischütz. AbendS: Die Dollarprinzessin. (Aniung 8 Ubr.) Montag: D»e«eiste Dame.(Ansang 8>i, Uhr.) Lnisen-Thratrr. Konntagiiachmiuag 0 Uhr: Die Hosen des Herrn von Bredow. AbendS: DaS graste Licht. Montag und DienStag: Die Hosen brS Herrn von Bredow. Mittwoch und Donnerstag: DaS graste Licht. Freitag: Um» goldene Kalb. Soniiabev.ditachmittag 3 Uhr: Rot- käppchcn. Abend!: Durchgegangene WeiScr. Somitagnachmittag 2 Uhr: Hamlet. Abends und Montag: UmS goldene Kalb.(Ansang 8 Ubr.) Luftivirlbait«. Sonntagnaibmittag 3 Uhr: Der Herr Senator. AbendS bis Mittwoch: Der unbekannte Tänzer. Ab Donnerötag: Das Objc.'t.(Ansang 8 Uhr.) Nächsten sonntagnachmittag 8 Uhr: DaS LeuwanlSmündel. Meiropol- Theater. Allabendlich: Hurra!— wir leben nochl Ansang 8 Uhr. Serrnfeld-tHeater. Täglich: Eine verlorene Nacht. Er, Sie und Er. Aniang 8 Uhr. Nosr-Tticatetz. Sonntagnachmittag 3 Uhr: Don Carlo». Abend!: Ter GlückSschmied. Montag: Lorbcrbamn und Bettelstab. DienStag: Der GlückSIchmied. Mittwoch: Lorbeerbaum und Bettelstab. Donnerstag: Don Carlos. Freilag: Der GlückSIchmied. Sonnabeud und solgende Tage: Lorbeerbaum und Betlettlab.(Ansang 8 Uhr.) ktzolirs Caprice. Allabendlich bis aus weitere!: Der Feldwebelhügel. Ansang 8'/. Ubr. lnvollo-Tlicatcr. Allabendlich: Speztalitaten. Anfang 3 Uhr. Sonn» tagnachmittag 3'/, Uhr: Spezialttaten. Eaiino. Tlicatrr. Sonntagnachmittag 3 Uhr: Der HochmutStcusel. Allabendlich d Uhr: Julie Wippchcn. Nächsten Sonntagnachmittag 3 Uhr: Hast und Lieb«. Paffage- Thealer. SviintagnachmUtag 3 Uhr: Spezialitäten. Allabendlich: Speziatliäten. Ansang 8 Uhr. TEint. rgartrn. Allabendlich und Sonntagnachmiitag: Spezialitäten. Ansang 8 Uhr. Rcichoi, allen- Theater. Täglich: Stettiner Sänger. Ansang 8 Uhr. Sonutago 7 Ubr. llValsiaUa> Theater. Allabendlich: Bravo! Da capo l SP-zialitäte». Ansang 81,'. Uhr. Saiissouei. Allabendlich: Wie werde ich reich? Spezialltäten. An- sang S>,, Uhr. Cart-Haverland-Tbeater. Täglich: GpezlaMSten. Anfang 8 Uhr. llraniaTbratcr, Tanbelistr. 48/43. Soimlag: Städte und Länder der Kronprinzcnrelse. Montag und TienStag: WaS unS der Mond erzählt. Mittwoch: Wiffenichcälicher Berein. Donnerstag und Freitag: Was un! der Mond erzählt. Sonnabend: Die neue Taucrn- uno Kara« wanlcnbahn. Sonntag: Was uns der Mond erzählt. Montag: Un- bestimmt.(Anfang 3 Ubr.) Sternwarte. Jnvatidenstr. 27—62. Leseabend. M-Glienicke. DienStag, den 7. Februar, 8 Uhr, km Lokal Von Jahn, Rudower Str. 5t. Vortrag:„Bürgerliche und proleta- rische Franenbeweguiig". Referentin: Frau M. Juchacz-Rixdorf. BrUfhaftcn der Redahtfett. Tie fatlftlfdit evreibftnnd« ftnvet Stnvtnftrafte Nr. 80, vorn »ier Dreddei,— F«lirft»lil~,«„»ruenglleti Vau 4>/, di!7>/. Illir avend«, «»ni-adenve von 4'lt bis« ups uachmitea,« trat,. Never für den Briet- lasten bestimniteu Äntraa« ist»m vuchsiav« un» eine jtadl«I! lvterk- »rirtitn t>ei»u 1»tAJ 48/110 cm Stubenhandtücher reinlein. 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Februar) Preuss- Lotteries Vs ll,'1, Original- Lob« k M. 40— 20.- 10� Keniier kauen mir flsgenbruek WIM llnxo Farl ndeenbraeh, ülühlhaoaen i. Tb. Bert, eter: Aug. Kleinere. Berlin O. 27. Verantwortlicher Redakteur i Richard Barth? Verl im Zur' den Inseratenteil verantw.: Th. Glocke, Berlin. Drucku-Verlag: Borwar s Viichdruckerei u. PerlagSanstal: Paul Singer u. Co.. Berlin SW, (Porto 15 Pf.) A. MQHef, �°run�?'so? KültiiM Damn ID/11,„e�Bp,. Nr. 3t. 28. Jahrgang. 2. SklllP Ks Jotncts" Aerlim MÄR Sountag. S. Fedtliar l9tt. literarisches. Gcmeindcfinanzeu. Zweiter Band. 3 Teile. u. Humblot in Leipzig. Berlag von Duncker Der erste Ts� oteter im Auftrage des Vereins für Sozialpolitik herausgegebenen Arbeit behandelt Einzelfragen der Finanzpolitik der Gemeinden mit Beiträgen von Dr. Otto Landsberg fEntwickelung des Gemeindeabgabcnwesens in den preußischen Städten). Dr. Boldt (Das Interesse als Grundlage der Gemeindebesteucrung), Dr. Mischler i An des Reiches Pforien. Repdcnz-Theater. 12./l3.?lk>teiluug (Gruppe 52—55 und 27): Die 300 Tage. Montag, de» 6. Februar, abends 8 Uhr: Neues Schauspielhaus. IC.(III.) Wendabteilung: Genojeba. Nene Freie Volksbühne. Sonntag, deir 5. Februar, nachm. 2'/. Uhr: Deutsches Theater: Die Räuber, Kanimerspicle: Lanzclot. Nachm. 3 Uhr: Schiller-Tbcater 0.: Die Ehre. Schiller- Theater Ebailolienburg: Prinz Friedrich von Homburg. Mctrvpol-Theater: Pariser Leben. Neues Operetten- Theater: Die Glorkcn von Corneville. Kleines Theater: Das Kind. Neues Theater: Tartüss.— Die Geschwister. Neues Polls-Thcater: Der Gewissens- wurm. r'ibcnds 8'/, Uhr:_ Neues Volks- Theater: Sonntag, Dienstag, Donnerstag, Sonnabend: Hannelcs Himmelsahrt.— Der Tor und der Tod.— Montag, Mittwoch, Freitag: Die Schmetterlingsschlacht. Volks-Oper: Montag: Die weihe Dame._ Lessing-Theater. 3 Uhr: Dautris der Narr. 8 Uhr: Die Natten. Montag 8 Uhr: Wenn der jnuge Wein blüht._ Berliner Theater. Täglich 8 Uhr: Bttmmelftttdenten. Modernes Theater (früher HebheUheater). Abends 8 Uhr: Poppelnienwch._ Neues Hieaier. Sonntag bis Dienstag: Oer G. m, b. H.-Tenor. Ansang 8 Uhr. : Mittwoch zun» erstenmal: Mein erlauchter Ahnherr. TKeater des Westens. 8 Uhr: Die Instlzpe H'ltwn. Sonntag nachm. 31/« Uhr: Ein Walzenraum. Berliner Volksoper Nachm. S'/s Uhr: Ter Troubadour. Abends 3 Uhr: Die DoIIarpi,liizesBliK_ Residenz-Tbeater. Direktton: Richard Alexander. Anfang 8 Uhr. Pariser Menn. Drei Gänge von Georges Fehdeau und Veber-iilbric. 1. Gang:„52 Meter über Paris", I Akt von Veber-Abric. S.Gang:„Eine Nachtsitzung", lAkt von Georges Feydeau. 3. Gang:„Nach dem Mäuschen- ball", 1 Akt von Georges Feydeau. Sonntag, den 12. Februar, nachm. 3 Uhr: Kümmere Dich um Amblic. Luisen � Theater. Nachmittags 3 Uhr: Miiekes Reise nach iodien. Abends 8 Uhr: Das große Licht. Montag, Dienstag: Die Hosen des Herrn von Bredow._ IOSE=THEATE I Grohe Frankfurter Str. 132. 1 Nachmittags 3 Uhr: lj Don Carlos. Schauspiel in 5 Akten o. Fr.v. Schiller. Abends 8 Uhr: Der Glücksschmied. Bolksstlick in 5 Akten von Görner und Spannuth-Bodcnstedt. Montag: Lorbeerbaum«.Bettel- ftab. Dienstag: Der Glücksschmied. Friedrlch-Wiltielnistadtiscties Schauspielhaus. Sonntag, 5. Februar, abend! 8 Uhr: Cyrano von Bergerac. Nachm. 3 Uhr: Die Rituber. Montag: Gras Essex. Dienstag: Gras Essex. Mittwoch: Ctzrano von Bergerac. Metropol Nachmitta [-Theater. hnttttag 3 Uhr: Pariser Lebe«. Aiends 3 Uhr: Rauchen gestattet. Hurra! Wir leben noch! Grotze Ausstattungsrevu« üt 7 Bildern v. J. Freund. Musik v. V, Holländer. gn Szene gesetzt von Dir. R. Schultz. Urania. Wissenschaftliches Theater Tanbenstraße 48/49. Abends 8 Uhr: Geheimrat Ernst. v.Hesse-Wartegg Städte u. I.llnder d. Krou- prinseenreise. Montag 8 Uhr: Was ans der?Ioud erzählt. Hörsaal 8 Uhr: Dr. R. Hennig: Eisenbahnwesen. Maiser-Panorama. Z. I.Male: IV. Wanderung in Venedig. L. Woche: III. Tour im südlichen Schwarzwald. EineReise20Pf. Kindnur'lOPf. Abonnements 1 M. Tausende Abonn. Passage-Panoptikum. Die Sensation des Tages! Das sprechende Pferd! ..lliliis'chen" Lebend! Lebend! Das blaueWeib u. die ander. Schau-Atlraktionen. Ohne Extra-Entree! Eintritt 50 Pf., Kind., Soldat. 25 Pf. aasa Heute, Sonntag; 2 Vorstellungen. Nachmittags 3—7 Uhr(kleine Preise), abends 8 Uhr. Sgr. Ordona der spanische Caruso. Scbneider-Duncker{ Les Vignacs u. d. kolossale Fabr.-Prog. 14 neue Varietb-Attraktion. Trianon-Theater. Abends 8 Uhr: Hippolyten Abenteuer. Scliiiler- Schiller-Theater 0.(Wallner-Theal). Sonntag, nachm. 3 Uhr: Die Elire. Schauspiel in 5 Akt. v. H. Sudermann. Ende b'lt Uhr. Sonntag, abends 8 Uhr: Der Itataer. Eine Tragödie in 5 Alien von HanS v. Kahlenberg». Hans Oldcn. E. 1t U. Montag, abends 8 Uhr: Dusarciiilcbcr. Dienstag, a d e n 0 S 8 Uhr: Prinz prledrich von ttomburg. Sehilier-Theater VharloNenhurg. Sonntag, nachm. 3 Uhr: _ Prinz Friedrich von Hornburg. Schauspiel in 5 Sitten V. H. v. Kleist. Ende 5 Uhr. Soniltag,abciids8Uhr: Xatlrna der Weise. Ein dramatisches Gedicht in süns Ausz. v. G. E. Lcssing. Ende 11 Uhr. Montag, a b e II d s 8 u b r: Die Aaeltt der Einsterai«. Dienstag, abends 8 Uhr: Die Eee Caprice. BEREITER KOSZERTHAES Mauerstr. 82 Ziinmerstr. 90-91 -SV Heute:-ULS vA-n uhr: Konzert Hatiaee bei freiem Eintritt. Außerdem: Zwei große Konzerte. Am,'/»< vd,-. Ab 7 Uhr: Gastspiel von Johann StranB aus Wien. Brauerei Priedrichshain. Am Königstor. Krollte Sehenswürdigkeit Berlins. Heute: Sonntag Ällk d. AllU. J Ter berühmteste Feilwirt LeKorssh LKrengruder mit seiner Truppe(SV Personen) aus München. ltotOTtaij von m Wertiesensfilnilei!. j Jeder Besucher erhält ein Los gratis. Ans. 4 Uhr. 4 Orchester. Eulree SV Ps. Entree t M. Sport- falast Potsdamer Strape 72-72a Entree 1 M. Lustspielhaus. Sibcnds 81/« Uhr: Der Feldherrnhiigel Foiies Caprice. Täglich S1/, Uhr: Die abgetretene Frau. Neuer bunter Teil. yelätzvedelhiigel. Größtes« Eispalast der Welt. Feerie„Karneval am Nordpol". 200 Eislaufkünstler X Prachtvolle Ausstattung. 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Pänlginger letzter Weg und der grandiose Trauerzug Eigene authentische Original- Aafnabme des Union- Theater Alexandcrplatz Horitzplatz Rixdorf, Bergstr. 151/152 (Passage) vom 4.— 10. Febrnar einschl. Pathä-Journal. Neuigkeiten der Woche. MUe. Davis mit ihren kleinen Negern. Variete aufnähme. Der Maschinist. Drama. l'Titzohens erste Liebe. Humoristisch. Katharina Horvath. Historisohes Drama. „Ergreift den Mörder!" Burleske. Heringsfang im Kanal. Naturaufnahme. Der ungetreue Sohn. Lebensbild. Max bleibt ledig oder: Das verflixte Pliegenpapier. Von Max Linder. Die schöne Guerrero. Spanischer Tanz. Tonhili Sofort nach Erscheinen: Das Leichenbegängnis vnn Paul Singer. Anfangt: Sonntags: 3 Uhr nachm. Wochentags: 6 Uhr abends. » WV11UUIUUU, Sonntag, den 5. Februar 1911 1 2 große n Vorstellungen l\ Nachm. 3 ,,Uhr. abds.77-Uhr. Nachm. hat jeder Besucher I Kind unter 10 Jahren frei aus allen Sitzplätzen, jedes weitere Kmd I Halbe» Preis. In beiden Vorstellungen: Ler Ms Goup der Sehmugglerj RomantischcPantomimem4Akten. 1 Ren! HEROS Neu! aiigergewöhniicherKrastjongieur. Neu! Antonett u. Crock Neu! mit ihrem ganz neuen musikaL Alt.| Arconis(4 Personen) sowie b, übrig, reuen AttraMonen. Oasino-Theater Lothringer Straße 37. Täglich 8 Uhr: Das Original Berliner Volksstück Julie Wippchen. Urberliner Humor I Urberliner Typen! Im Stile der ehem. Wallner-Bübne. Vorher erstklassiger bunter Teil. Sonnt. 3'/, Ubr: Oer ffochrmitsleiifel. Populäre LieiT im UlUtiincrsnul [ Heute. Sonnt., nachm. 4I11 1 Gr. Ipr-tal Ida Hiedler, Kgl. Pr. Kammers., Marg. König, E. Nollet, F Sieberl, G. Lazarus. 1 Kart. 0.50u. 1 M. a d Kasse. 1 Köniysiaüt-Kasino. Holzmarltstr. 72. Gänzlich neues Programm mit Ernnz Sobanskl. Leop. Rasser, Elsa de Planque, Geschwister Bernhardy, MiB Eugenia, The Blanke usw. Ter keusche Joseph. Posse i. 1 Alt. Wochenl. Ans. 3, Sonntags 6'/- Uhr. LICHTSPIELE. MOZART- SAAL. Nollendorf-Platz. Beginn 6 Ubr. Karl Haverland- Ansang fhnnfnn Kommandanten- präz. 7'/, U. luLllltl, straze 77/79. Das vielseitige amüsante Febrnarprograsnin. Ntiie rrflkl. SpeiialiMtn. Höllls: Vollslsclüg neues Piogm. Anfang G Uhr, Kassenerö&ung 4 Ulu Nach Schluß der\ orsteUung: Grofici' 2 Kapellen. Vergnügungspark. Tanz. Mittwoch, den S.Februar: Prämiiernng d. schicksten Daincnhntes. Walhalla-Thealer. iiRosenth.Tor.) WeinbergSw.20 1 � Allabendlich 8'/. Uhr: Dravo! Da Dapo!! Eine AllerivcitS- Revue. Sonntagnaciirn. 3'/, Uhr: Unsere Don Juans. Kleine Preise. Voigt-Theater Gesundbrunnen, Badstratze 58. Sonntag, 5. Februar, nachm. 3 Uhr: Ein seltsamer Fall. Mends 7 Ubr: Reif-Reislingen. Billetworverkaus von 10 Uhr vor- mittags ab an der Theaterkasse. Hochbahnstation Koltbuser Tor. «Uhr: Die von da drüben. Große Gesangsposse von L. Ely. Musik von Schottiimd. Grete Oallns Paul Förster. Mus Busch! Sonntag, d. 5. Februar 1911 2 Große- ft j Gato-Meliiip ZI Nachmittags 3'/- Uhr«ud abends 7Vt llhr. Um tt'/s Uhr hat jeder Erwachsene ein angehöriges Kind unter zehn Jahren auf allen Sitipläbeu Frei. Weitere ilinder unter 10 Jahren Haide Preise, Galerie volle Preise. Nachm. 3',, Uhr VriUl-U 5. Akt: Ein Traum! In Aalhall! Feenhafte Apotheose. I» beiden Borstellnnge«: f tz liätl Sandwlna V f •• Eady Herkules•• In beiden Vorstellungen: s�j p Rons. Anionns □ □ Champion im Hochspringen. Herr Direktor Pierre Althosf. Arau Direktor Adele Althosf, Freiheitsdressuren. Die Fredianis, Akrobaten zu Pferde. In beiden Vorstellungen: Vorführen und Reiten der best- dressierten Schul-, Freihelts- und Springpferde.— Austreten sämtl. Clowns mit de» neuesten Witzen. Abends?-/, Uhr: K I Zum45. Male: a»»«» Großes VollS-Mange-schaustück. Purgtheater- Festsälc und Üinematograpd oorm. Groterjan. JnHab.: Rud. Merz, Schönhauser Allee 129. Tel 3, 9353 Ecbcnde Photographien. Eintritt 30 u. 40 Ps.. Kinder dieHälfie. Ans. 7 U., Sonnt. 4 11. Vorzugskarten, mir wochent. gültig, Sö Ps. auf allen Plätzen. Stets Mechi. Programm. Alt-Roablt 47/48. Sonntag, den 3. Februar 1911» An Mt«M. Lustspiel in 4 Auszügen von.Bendix. Repertolrstück d. kgl. Schanspielh. Kasseiieröstn. G-i»Uhr. Ansang 7-/, Uhr. Nach der Vorstellung: = Tanz.= toter des Weditings Lieh tspiel- Palast Mülle; str. 132,183— Sellerstr. 3S DieHaud vonBearny. Das Drama Des Mascbiiiisieii. Theater„Groß-Kerlin". Sonntag, den 5. Febr., Gastspiel in Erkner. Neues Schüheiihans. 7-/,: Anna-Liese. Historisches Lustspiel in 5 Ali. v. Herseb. Preise 1,00—1,25. Im Borveikaus 75— 100 Ps. Vorverkauf bei Roeder. Benisee und Matthes. V«IliA- TI»eater Rixdorf, Hcrmannstr. 89. Sonntag, den 5. Februar: Der tkeiermann und sein Kind. Voltsstllck m" Gesang in 5 Akten von Charlotte Birch-Pscisscr. Montag, den 6. Februar: Im russischen Kerker. Schauspiel in 4 Akt. von Karl Hcliiiin. Ansg.: Sonntag 7, Montag 8-/. Uhr. |(X und die folgenden tage:<> iiTriutnptiator-ii Test Bayerische Kapellen Sänger- Schuhplattler. !! Köm. Aufzöge u. Äuffirungen,•! J[ Ausschank des echten J\ iTriumphator-Bieresl; Anfang: wochentags 7'/, Uhr. I> Entree 30 Pf. Anfang; Sonntags 3'/, Uhr. Entree SO Pf. Hermannstraße, Ecke Zietenstr.: Rixdorf, Keues Theater Erstdlasflge LlWldspielt. Für den Inhalt der Inserate übernimmt die Redaktion dem Publikum gegenüber keinerle Verantwortung. WH II« Der angesetzte Lustige Abend � findet heute statt in den Arminhallen, Kommandantenstr. 58/59. ■W Humoristische Rezitationen in allen Dialekten Vortragender: Herr Otto ÜViemer. Eintritt mit Tanz{10 Pf. Beginn Punkt 6 Uhr. Zahlreichen Besuch, auch von Gästen, erwartet 30/2 Der Vorstand. N.. Chausseestr 110. Karl Richter, Sonntag: fJiÄJ�iManllieys Lustige Sänger Mets wechselndes Programm) Ansang B1/, Uhr. Eintritt SO Pf. Nachdem: Familie»- Kränzchen. Von 5 Uhr ab im weihen Saale: Lr. Kall.— Jeden Mittwoch: Paul Mantheys Luftige sänget u. Freitanz. Vorzugskarten gelten. Markgrafen-Säle 34, inarkgrafcn-Dainm 84. = An der Stralauer Allee.== Jeden Sonntag: Großer Italh Im Restaurant täglich mufikalische Nuterhaltung. Vorzügliche Küche, ff. Biete u. Weine, Billard U.Kegelbahn Mila= Säle Schünhauser Allee 130, Milastr. 3 Gr. Kavalier-Ball bei großem Orchester Jeden Dienstag, Donnerstag und Sonntag. Anfang: 5 Uhr. Wochentags 8 Ühr. Carl Eisner. Alhatnbra Wallncr-Tbealerstrahe 15. Großer Bai! GroheS Orchester. Anfang SonnkagS b Uhr. A. Z�arneitat. Konkordia-Festsäle 64 Audrcas-8traßo 64. Inhaber M. Wendt u. A. Schütze. Jeden Sonntag: Gr. MilitSr-Streich-Konzert. Mmms Sänger. Direktor: F. Fanthcr Kaffeneröffnnng 5 Uhr. Anfang 6 Uhr. Von 5 Uhr ab: Großer«all. Avis! Jcd. Donnerst.: voffnianns Sänger. Direkior: Fr. Fanther. Nach der Soiree: -- Frei-Tanz-- Paul Petri's Festsäle, Rixdorf, Knesebeckstr. 113. Den verehrten fBenoffen stelle ich meinen vollständig neurenovierten Partettsaal, ßßß Personen fast., mit Thcaterbübne zu Vereinsfeft. lichkeiten. Berfammlnngen ufw. auch Sonnabends und Sonntags unentgeltlich zur Verfügung, ebenso für die Soinmersaison meinen Ißßo Personen saffenden herrlichen Ratnrgarten mit Theaterbühne.» kerlinek�Ik-M Ztixdort Labnstr.7t/75 Zur AuMsrunrj! Unseren Freunden zur Nachricht, daß Herr Scheuer infolge Engagement-Annahme am Rose- Theater freiwillig aus unserem Trio ausscheidet. Für voll wertigen Ersatz ist bereits gesorgt und steht das Berliner ulk-Trio vom 15. Februar d. J. ab allen Vereinen in altbekanntem Genre(vom Neuen das Neueste) wie bisher zur Verfügung. Zuschriften erbitten wir nur an obige Adresse. Berliner Ulk-Trio I. A.: Oarl Haase. I Berlin, Küniggrätzer Str. 90. Tages-, Abendkurse. Ausbildung zum Techniker, Architekten, Ingenieur. Werkmstr.-Kurse. 53 Dozenten. Chemisches, elektrotechn., m aschinen teohn. Laborator. Hörsäle m. Projektions-Ein- richtung. Lichtbilder-Vorträge. 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HoßjAger-palasK, HasenHeide 52/58. Tages-Ordnung: 1. Vorstandsberichte. 8. Partei- und Bereinsangelegenheiten. S. Wahlkreis. Kessserksohattshsus, Engelufer 15. TageS-Ordnung: I. Vorstandsberichte. L. Bestätigung der Delegierten zur Verbands-Generalversammlung. S. Verschiedenes. Keller, Kopprnstr. 29. Tages. Ordnung: i. Vorstands-, Kasten- und Revisionsbericht. 2. Sinträge zur Verbands. Beneraioersammluug. 3. Bestätigung der Delegierten. 4. Verschiedenes. s. Wahlkreis. N»nig».SLl«, TageS-Ordnung: 1. VorstandZberichte. 2. Unsere Reichstags-Kandidawr.' 3. Bestätigung der Delegierten zur VerbandS-Generalversammlung i. Partei- und Bereinsangelegenheiten. 6. Wahlkreis. Moabiter Geselischaftshaus, Millefstraße 24. TageS-Ordnung: 1. Bestätigung der Delegierten zur VerbandS-Generalversammlung. 2. Bericht des Vorstandes und Kassenbericht. 3. Bericht der Revisoren. 4. Ausstellung des Kandidaten zur ReichStagSwahl. Mtglieclsbuck dea dCtahlvercina legitimiert zur betreffenden Versammlung. Zahlreiches Erscheinen erwarten Die Vorstände. Oeutseher Sanarbeiter-Verband. Zweigvereln Berlin. Sektion der Patzer. Donnerstag, den 9. Februar, abends« uhr, w Dräfels großem Saal, Neu. Fnedrichstr. ss: M»tK'IiSd«rvSrG».ii»il>I«nKs. Tages-Ordnung: 1. Abrechnung vom 4. Quartal und Jahresabrechnung pro 1910. 2. Diskussion über die vorgeschlagenen Kandidaten zum Vorstand pro 1911. 3. Wahl eines Zentral-Wahlkomitees und Verschiedenes. ize/14 Um recht zahlreiches Erscheinen der Mitglieder ersucht Die örtliche Verwaltung. Daiticher Ketaiiarbeiter-Verband. = Vcrwaltnngsstelle Berlin. Arbeitsnachweis: Hos I. Amt IH, 1239. Charitestrafte S. Hauptburean: Hos iii. Amt IN, 1287. Mittwoch, den 8. Februar, abends 6 Uhr, im großen Saale der Kronenbrauerei, . Alt-Moabit 47/48, lissentiieke Metailarbeiter-Yersammlung. TageS-Orduung: i. Der Streik bei der Firma Siemens- Schlickert und die Polizei. 2. Diskussion. Metallarbeiter! erscheint in Massen, nm gegen die Maßnahmen der Polizei Protest zu erheben. 111/18______ Dir Inventur Verkauf d«t Firma GardinenhauS Bernhard Schwach nur noch bis Sonnabend den Ii. v. M. Wallstr. 13 Syphilis- Nacliweis In allen friseh. u. veraltet, nvelfelhaft Fall, durch wtstenschastl. Untersuchung. sosort: deSzl. Harn-(spez. aus Go. norrhoe-FSden) u. Sputum-Analhsen. 0r. Honte, er& Co., Spezial-Laborat., " siedrichstr. 182, zw. Kronen- und ohrenskasie). I. 8724. Pers. Stücks pr diskr. u. tostenl. Geössnet von 8—3 Sonntag» von 12—1. Dattschichmacher! Montag, den«. Februar, abends 8V2 Uhr, in Boekers Festsälen, Weberstr. 1?: Versammlung. TageS-Ordnung: I. Bericht vom Helmcirbciterschutz-Kongrest. Berichterstatter: Kollege Bürger. 2. Neuwahl der Branchcnleitung. 3. Sonstige Branchen- angelegenheiten und Verschiedenes. 187/4 Guten Besuch erwartet Die Branchenlettnng. Saai mit vhhne Personen fastend,»weiter Ostcrfeiertag noch zu vergeben 1 Große Frankfurter Straße 30. 22121,1 Die reelisten und billigsten Möbel and Polsterwaren aof Teilzahlung zu Kassenpreieen und Zins. Vergütung: erhält man in oer seit 82 Jahren bestehenden Möbelfabrik unter lOjähriger Garantie R�c,,eBl,,f"er Neu erbaut! Neu eröffnet! Kohettslaufeti'Säle •» »• a» aa Kottbnser Damm 76. IV. 5024. Sehenswürdigkeit des Südens 10 Pestsäle mit Btthne"fH sind täglich unter den kulantesten Bedingungen aa vergeben. i- t Beste Küche für Hociwolten.> 1■■ 27641-*] Max Httpfner, Besitzer. r Ii Terwaltang Berlin. Montag, den 6. Februar 1911: UlitgUeUer'vekiawmlungei» für alle Branchen in folgenden Lokalen: Habels Brauerei, Bergmannstr. 5—7, um 5 Uhr, gleich nach Feierabend. Rittersäle, Ritterstr. 73, um 6 Uhr. (Stock- und Schirmbranche.) Märkischer Hof, Admiralstr. 18o, um 5'/s Uhr. Reichenberger Hof, Reichenbergerstr. 147, um 5V, Uhr. Naunynsäle, Naunynstr. 6, um ö'/n Uhr. Gewerkschaftshaus, Saal 4, um SVa Uhr. (Klavierarbeiter, Rahmenmacher, Bodenleger, Bergolder.) Andreas-Festsäle, Andreasstr. 21. um ö'/g Uhr. Litfin, Memeler Str. 67, um öVa Uhr. Prachtsäle des Ostens, Frankfurter Allee 151/158, um ö'/g Uhr. Alt-Berlin, Blumenstr. 11, um 8 Uhr (diese Versammlung ist für die Polierer). Feuerstein, Alte Jakobstr. 75, um 8 Uhr. (Drechsler und Treppengeländerbranche.) Englischer Garten, Alexanderstr. 27c, um 6 Uhr. (Laden- und Küchenmöbelbranche.) Boeker, Weberstr. 17. um 6 Uhr. Rosenthaler Hof, Rosenthaler Str. 11, um 8 Uhr. (Stellmacher, Modelltischler.) Obiglo, Schwedter Str. 23, um 6 Uhr. Raabe, Kolberaer Str. 23, um 6 Uhr. Patzenhofer Brauerei, Turmstr. 25/26, um 3 Uhr. Tagesordnung: Die Nmiivderung der Ulltkrstnhvngssähe in denIahißellen Groß-Kerlius. Reserenten: Dadlire, Exner, Fendel, Gttth, Hilde- Brandt, Hübner, Jacck, L-anghammer, L-eopoId, Maler, Mltschkr, Reiche, Schreiber, Spütbe, Thlcle- mann, Th-.malske und IVindmttllrr. —- Alle Kollegen müssen zur Stelle sein. Mitgliedsbuch legitimiert. Am Montag wird das Bureau nm 5 Uhr geschloffen. 9U Mittwoch, den 15. Februar: Generalverfammlung für Groß- Berlin. Arbeiter-Athleten-Bund -------- DeuiKcblands.== Krcla Groß• Berlin. Die Kollegen werden gebeten, sich bei der Beerdigung des Genossen Panl Singer an ihre Wahl- vereine anzuschließen. Die Delegierten sihimg fällt aus und findet dasür am Sonntag. den 12. Pebmar, vormiltags 9 Uhr, im bekannten Lokal statt. Pünktliches Erscheinen wegen der um 12 Uhr stattfindenden Versammlnngeii sedr erwünscht. 2979b Der Voratand. D/e Harnleiden ihre Gefahren, Verhütung und Beseitigung von J)r. med. Sc/jcrper, BERLIN— Preis 1 Mark. > 7 tc» Tausend. W Verlaq MaiRicItterß��i0.1� Cafe Dresdener ey er Str. 128/129. Kaffee IOu.16, Dier.h-ll.u.dunk. 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Februar, nach- mittags 3 Uhr, vom Trauerhause aus statt. 224/15 Um rege Beteiligung ersucht Der Borstand. SozlaldemokratiselierWatilTereiii für Sehöneberg. Bezirk 10. Am Mittwoch, den 1. Februar. verstarb nach langen, schweren Leiden unser langsähriges Mit- glied, der Restauratcur WitKelm Donath im Mter von 5t Jahren. Ehre seinem Andenken! Die Beerdigung findet heute Sonntag, den 5. Februar, nach- mittags 4 Uhr, von der Leichen- Halle des Steglitzer Gemeinde- Fncdhoses, Bergstraße, aus statt. Um zahlreiche Beteiligung ersucht 15/4 Ter Borftand. Mstiw Bauarbeiterveriianii. Kweigvereln Berlin. Am 1. Februar verstarb unser langjähriges Mitglied Wilhelm Richter (Bezirk Süd-West). Ehre seinem Andenken! Die Beerdigung findet am Montag, den 5. Februar, nach- mittags 4 Uhr, von der Leichen- Halle des Heilig-Kreuz-Kirchhoses in Mariendors aus statt. Um rege Beteiligung ersucht io6/13 Der Vorstand. der Maschinisten und Heizer j sowie BerutspossenDeutselil.l Verwaltungsstelle Groll-Berlin. Am Mittwoch, den 1. Februar verstarb unser Mitglied, Kollege Hermann Miething. Ehre seinem Andenken! Die Beerdigung findet am Sonnlag, den 5. Februar, nach- mittags 3 Uhr. von der Leichen- Halle de§ St. Andrcas-Klrchhoscs. Wilhelmsbcrg. aus statt. 145/5 Rege Beteiligung erwartet Tie Ortsverwaltnng. Allen Freunden und Bekannten die traurige Nachricht, daß w der Nacht vom 30. zum 31. Januar d. I. meine liebe Frau, unsere gute Mutter, Schwiegermutter und Großmutter sowie auch meine Tochter, unsere Schwester, Schwägerin und Tante aus diesem Leben geschieden find. Die Beisetzung beider findet am Montag, den 6. Februar d. I., nachmittags 30, Uhr, aus dem Kirchhof der Paul Gerbmbl-Ge- meinde in Nordend(Gethsemane» ZÜrchhos) statt. Um stille Teilnahme bitten Friedrieh Jlarwlfz nebst Kinder und Enkel. Am Freitag, den 3. d. Mts. verstarb mein lieber Mann, unser Sohn und Vater, der Töpser Richard Lchulie. Dies zeigt tiefbetrübt an Eifriede Schulze. Die Beerdigung findet am Dienstag, den 7. d. Mts., nach. mittags 4 Uhr, von der Halle des Neuen Matthäi-Kirchhofes, Priesterweg, aus statt. 2S90b Nach langem, schwerem Leiden verschied am Freitag mein lieber Mann und Vater, der Schristsetzer Robert Kirschner im 50. Lebensjahre. 2g8Sb Dies zeigt ttefbetriibt an Die trauernde Witwe. Die Beerdigima findet Dienstag nachmittag« S Uhr, vom Trauer- Hause, Oranienburg, Goethestr. 5 aus statt. Danksagung. Für die herzliche Teilnahme beider Beerdigung meines liebe» Mannes, unsere« guten Vater«, Schwieger- und Großvater« Ludwig Degner l»n wir hiermit allen unsern hetz. len Dank. 29lSL Witwe Julie Degner nebst Kinder. Allen Verwandten nnd Be< kannten zur Nachricht, daß meine »»vergebliche Frau, unsere liebe Mutter Derta Muche am Freitag, vormittags 11 Uhr. an Lungenentzündung gestorben ist. Die Beerdigung findet am Montag nachmittags 4>/,Uhr, aus dem Tegeler Friedhos statt. Um stilles Beileid bitten Gastwirt Gustav Muche 29956 nebst Kindern. Zur Beisetzung meine« lieben Mannes und Vaters. deS Tischlers Oshur l anger sage ich allen Verwandten, Freunden und Bekannten sowie dem Oeuteehen Holzarboiter- Verband und den Kollepen der Firma Penkuhn für die zahlreiche Tellnahme nnd Beileidskundgebungen meinen herzlichsten Dank. 2975b Frau Wwe. langer und Tüahter. Danksagung. Für die überaus vielen Beweise herzlicher Teilnahme bei der Beer- digung meines geliebten Mannes, un- jeres guten Vaters Fritz Krause agen wir sämtlichen Befestigten un- eren besten Dank. 2974b Wwe. Marie Krause nebst Kindern. Danksaauug. Für die vielen Beweise herzlicher Testnahme und Kranzspenden bei der Beerdigung meines lieben, unvergeß- lichen Mannes, des RestaurateurS Dermann Theuerkauf age ich allen, welche ihm die letzte Ehre erwiesen, insbesondere dem Gesangverein Schöneberger Männer- chor, sowie dem Genossen R. Küter für die trostreichen Worte am Grade meinen herzlichsten Dank. 2985b Die trauernde Wittve Frau Theuerkauf. Danksagung. Für die herzliche Teilnahme und reichen Kranzspenden beim Begräbnis meinen lieben Frau sagen wir hier- mit allen Beteiligten, den Angestellten der Ortskrankentasse der Kausleute, der Kolonie.Neue Heimat', in« besondere den Sängern und Herrn Professor Gehrke für die tressuchen Worte unsern innigsten Dank. Julius Stange nebst Kinder. Danksagung. Für die herzliche Teilnahme und Kranzspenden bei der Beerdigung meines lieben SohneS Friedrich Kiefer sage ich hiermit allen Beteiligten meinen herzlichsten Dank. krau Witwe Kiefer. Danksagnng. Für die herzliche Teilnahme bei der Beerdigung meines lieben Mannes Vritz Kravise sage allen Kollegen und Beteiligten verbindlichsten Dank. Witwe ZMarie Krause _ nebst Kindern. Danksagung. Für die zahlreiche Teilnahme und die vielen Kranzspenden bei der Beerdi- aung meiner lieben Frau sage allen Freunden und Bekannten, insbeson« dere den Mitgliedern de« WahlvereinS und den Kollegen der Firma.Beda, Halensee' meinen herzlichsten Dan! frnst Hampel. 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Man achte auf die beistehende Schutzmarke und auf unser gelbrotes Plakat in den Läden. Tel. IV. 9359. Allgemeine NährmittelaGesellschaft Brühl& Cie. G. m. b. ff. Berlin SO., Sehmidstr. 18. Verantwortlicher öiedalteur: Richard Barth, Berlin. Für den Inseratenteil verantw.: Th. Glocke, Berlin. Druck». Verlag: vorwärts Buchdruckerei u> BerlagSanftalt Paul Singer»».So., Berlin SW, Nr. 3t. 28. Jahrgang. 4. Sciliw des Jotiiiiiits" Kerlim Sonntag, 5. Februar 1911. Mitwoch, 8. Februar: Zablabend in den Bezirken Groß-Berlins. Zur Keitattuvg Paul Singers. Wir ersuchen die von den Organisationen gestellten Ordner. n den Straßenzügen, die der Leichenzug berührt, den Verkehr zu regeln. Von den Teilnehmern des Zuges und den Straßen- Passanten erwarten wir, daß sie den im Interesse des Vor- kehrs getroffenen Anordnungen der Ordner Folge leisten. Ferner ersuchen wir die Kranzdeputationen, auf dem Friedhofe Spalier zu bilden. Um den Verkehr auf dem Friedhofe zu regeln, ist in der Nähe der Grabstätte ein Aus- gang nach dem Bahngleisc geschaffen worden. Die Besucher haben den Friedhof durch diesen Ausgang zu verlassen. *** Beileidskttndgebungen. Zum Tode unseres Genossen Paul Singer gingen uns heute folgende Beileidstelegramme ein: Trieft, 3. Februar. Die in Trieft zu einer I n t e r- nationalen Konferenz versammelten Vertreter der sozialdemokratischen Partei Italiens, der deutschen, tschechischen, polnischen, jungslawischen, italienischen Sozialdemokratie von O e st e r r e i ch und der ungarischen Sozialdemokratie betrauern mit Euch den schmerzlichen Verlust beim Hinscheiden Paul Singers, dessen Hingebung für die Sache des Proletariats ein Vorbild für uns alle ist, und dessen Gedächtnis in der ganzen Internationale fortleben wird. Adler. Bissolati. Diamand. Kristan. Nemec. Pittoni. Wcltner. Reichenberg, 4. Februar. Die traurige Nachricht von dem Tode Ihres besten Vorkämpfers veranlaßt uns, Ihnen unser tiefstes Beileid auszudrücken. Seien Sie daher unserer herz- lichsten Teilnahme versichert. Die Kreisvertretung der deutschen Sozialdemokraten Rcichenbergs. Die nordböhm i.s che Gewerkschaftskommission in Reichenbcrg. Paris, 4. Februar. Wir drücken unsere herzlichste Teil- nähme an Eurem Verlust aus, der zugleich ein Verlust der gesamten Internationale ist. Die Vertreter der sozialdcmo- kratischcn Arbeiterpartei Rußlands im Intel- nationalen Bureau: Plechanow, Lenin. London, 2. Februar. Ter Ä o m m u n i st i s ch e Ar- beiter-Bildungsverein, London, drückt Ihnen an- läßlich des herben Verlustes, den Sie durch den Tod unseres alten Parteigenossen und bewährten Mitkämpfers Paul Singer erlitten haben, sein innigstes Mitleid aus. M. D ittrich. Sekretär. Wien, 2. Februar. Zu dem schweren Verluste, den Sie und die gesamte internationale Sozialdemokratie durch den Tod unseres Genossen Singer erlitten haben, sprechen wir Ihnen unser wahres, tiefgefühltes Beileid aus. Freie Vereinigung sozialdemokratischer Studenten. Antwerpen, 4. Februar. Wir betrauern mit Ihnen den schmerzlichen Verlust von unseren! großen Paul Singer. Deutscher Arbeiterverein Antwerpen. Aus Antwerpen sandten für den ausgeschiedenen Flügel der holländischen Partei ein weiteres Beileidschrciben die Genossen Wynkoop und Ceton. Petersburg, 3. Februar. Die sozialdemokratische Gruppe der freien F r a u e n u n i v e r s i t ä t in Petersburg be- teiligt sich an der allgemeinen Trauer über den Tod des teuren Führers der Arbeiterbewegung. Kristiania, 4. Februar. Im Namen der sozialdcmokrati- schen Partei Norwegens senden ivir Euch herzlichstes Bei- leid. Wir empfinden mit Euch den schivcren Verlust, den die gesamte sozialistische Internationale erlitten hat. Knudscn und Nilsen. Bukarest, 4. Februar. Die sozialistische Partei Ru° mäniens teilt die Trauer der deutschen Sozialdemokratie. Frimu. Ferner sandten Beileidstelegramme und Schreiben der Schweizer Grütliverein; Tschechische sozialdemokratische Sektion in Trcbitsch; russische Arbeiterschule in Genf und die Pariser Gruppe des russischen Bundes in Paris. Die Aufstelluug des Trauerzuges« Kaufmannsgerichtswal)! Berlin. Sonntag, den 12.sFebruar, 10—3 Uhr, finden die Wahlen der Handlniigsgehilfenbeisitzer statt. Die Zahl der eingereichten Vorschlagslisten ist größer als je. Zwölf verschiedene Rich- tungen bewerben sich um die Stimmen der kaufmännischen Angestellten. Alle behaupten, am besten die Interessen der Handlungsgehilfen im Kaufmannsgericht vertreten zu können, und doch segeln sie im Fahrwasser der Harmonie zwischen dem Handelskapital und seinen Angestellten. Nur der Zentralverband der Handlungsgehilfen und -g e h i l f i n n e n Deutschlands, der die Liste 3 prä- sentiert, erkennt den bestehenden Gegensatz zwischen Prinzipalen und AngZtcllten. Mit Entstellungen und Verleumdungen arbeiten die bürgerlichen Gegner, namentlich der antisemitische Deutsch- nationale Handlungsgehilfen-Vcrband, gegen die gewerkschaft- liche Lifte 3 des Zcntralverbandes der Handlungsgehilfen und -gehilfinnen und die Vertretung feiner' Forderung durch die sozialdemokratischen Fraktionen in den Parlamenten. Auch alle anderen, von den Hirsch-Dunckerschcn bis zu den reinen Thcaterbillettvereinen suchen die Handlungsgehilfen über ihre Lage zu täuschen und für den bürgerlichen Rückschritt ein- zufangcn. Wer dem gewerkschaftlichen Gedanken zum Siege der- helfen will, der sorge dafür, daß die Liste 3 möglichst viele Stimmen auf sich vereinigt. Wahlberechtigt ist jeder Handlungsgehilfe, der in Berlin beschäftigt ist, am 12. Februar das 25. Lebensjahr er- reicht hat und nicht über 5000 M. im Jahr verdient. Jede weitere Auskunft, sowie Stimmzettel für Lifte 3 sind zu haben im Zentralwahlburcau des Zentralverbandes der Haudlinigsgehilfinnen und-gehilsiunen Deutschlands, Nene Königstr. 36. Partei- Angelegenheiten. Zur Beerdigung des Genossen Singer. Zu den gestern bereits bekanntgegebenen Vororten tragen wir noch nach: Eharlottenburg: 10 Uhr Treffpunkt in den Zahlabendlokalen. WilmcrSdorf-Halcnsce. Treffpunkt um 10 Uhr m den BezirkS- lokalen. Friedenau: Präzise 10 Uhr an der Kaisereiche. StegliN: l/,11 Uhr bei Schellhase, Abmarsch 11 Uhr. Lankwitz:"(,11 Uhr bei Prochatzka, Viktoriastratze. Mit dem Zuge 11"> nach Berlin. Stralau: W/« Uhr im Bezirkslokal. FricdrichSfelde': Abfahrt Punkt'/»II Uhr von Schulz, Linden- park aus. Mahlsdorf sOstbahn): Zur Abfahrt mit dem Zuge 10'° auf dem Bahnhof. Ncinickendorf-West: O'/z Uhr in den Zahlabendlokalen. Borfigwalde-Wittenau: S'/z Uhr in den Lokalen Schulz und Zühlke. Köpenick. Am Bahnhof, Abfahrt lO« Zur Lokallistel Aus wieberholte Anfragen teilen ivir mit, daß das Lokal „Happoldt-Alisichanl", Jnh. Miklcy. Schloßsir. 2 in FricdrichSfelde, zu allen Veranstaltungen der Partei zur Verfügung steht. Die Lokalkommisston. Stralau. Die Bezirkskonferenz findet wegen der BeerdigungS- feicr des Genossen Singer erst ain Sonntag, den 19. Februar, im Restaurant„Zur Wachtelburg" in Hennikcndorf statt. Nicder-Schönewcide. Am Dienstag, den 7. d. MtS., abends S'/z Uhr, im Lokal„Loreley", Berliner Str. 101, öffentliche Versammlung. Der Zahlabeud am Mittwoch, den 8. d. Mts., fällt aus. Der Vorstand. NowaweS. Die an» Mitlwoch, den 8. Februar, fällige Ver« sanuulung des Wahwereins findet umständehalber erst am Mittwoch, den 15. Februar, statt, dieselbe wird sich mit der bevorstehenden Gemeindewahl beschäfrigen. Am Donnerstaa, den ö. Februar, abends 8'/z Uhr, findet im Schmidtschen Lokal. Wilhelm- straße 41—43, eine Volksversammlung statt, in welcher Reichsiags- abgeordneter Genosse Frank- Mannheim über die zukünfligen Reich-lagSwahIen sprechen wird. Der Borstand. Falkcnhagen- Seegefeld. Mittwoch, den 8. Februar, abends 8 Uhr: Mitgliederversammlung im Lokal von Nicolai. Vortrag des Gen. Schubert über:„Grundsätze und Forderungen der Sozialdemo- kratie"._ Der Vorstand. Berliner J�acbricbten* Ein Menschenfreund. Hoch oben im Norden Berlins— zugänglich von der Wiescnstraße— erheben sich mehrere aus roten Ziegelsteinen hergerichtete Baulichkeiten, in denen sich tagtäglich Hunderte von Männern und Frauen einfinden, um für die Nacht ein Obdach zu suchen. Es sind jene Armen und Elenden, Opfer unserer verkehrten sozialen Zustände. die nicht so viel ihr eigen nennen, um sich in ihr eigenes Bett legen zu können. Hunger und Not treiben diese Aermsten der Armen unstät von Ort zu Ort, ein Heim kennen sie nicht. Sie müßten elendiglich umkommen, wenn ihnen wenigstens nicht für die Nacht ein Unterkommen gewährt wird. Die Stadtgemeinde ist gesetzlich verpflichtet, für Obdach zu sorgen. Das geschieht zwar, aber immer nur bis zu einem gewissen Grade und Unifange und dann unter Verhältnissen, die keines- wegS ideale sind. Längst aber, bevor die Kommune sich dieser Sorgepflicht unterzog. traten in Berlin hochherzige Männer zusammen, die sich um die Obdachlosen kümmerten. Vor mehr als 41 Jähren wurde in Berlin der Asylvcrein für Obdachlose ins Leben gerufen, der sich die Sorge für die Obdachlosen besonders und ausschließlich an- gelegen sein ließ. Durch freiwillige Mittel begüterter Berliner Bürger wurde ein Fonds zusammengebracht, der dem ge- nannten Zwecke diente. Zunächst in bescheidenen Räumen untergebracht, stellte sich bald infolge der wechselnden Prosperität und Krisen auf dein Wirtschaftsmarkt die Un- zulänglichkeit der zur Verfügung stehenden Räumlichketten heraus. Häuser mußten angekauft und für die Obdach» losen hergerichtet werden, bis der Verein schließlich in der Wicsenstraße einen eigenen Bau aufführen mußte. Was uns den Asylverein besonders sympathisch macht, ist außer seiner Sorge für die Aermsten der Armen die Art, wie er sich seiner Aufgabe entledigt. Von Anfang an ist es Grundsatz gewesen, den Obdachlosen eine wahre Frei- statt zu gewähren und sie zu sättigen. Niemand---- wer eS auch sei— wird gefragt, wie er heiße, woher er komme oder wohin er gehe. Der Verein will nicht richten über Schuld oder Nichtschuld, sondern nur Unglücklichen helfen in echter. wahrer Menschenliebe. Und wenn wirklich unter denen, die das Asyl aufsuchen, auch einige Unwürdige sich befinden sollten. so sollen die, die unverschuldet ins Elend geraten sind, darunter nicht leiden. Diesen schönen Grundsatz hat der Verein bis heute hochgehalten, trotz aller Angriffe, die er während der 41 Jahre seines Bestehens zu erdulden hatte. Der Vorsitzende dieses Vereins war Herr Gustav Thölde. der im Vorjahre in einem Alter von 91 Jahren verstorben ist. Ihm zur Seite stand Paul Singer, der dem greisen Vorsitzenden nunmehr schnell in den Tod gefolgt ist. Seiti nahezu vier Jahrzehnt hat nnser toter Freund die Berünei Asylbewegung gefördert.< Genosse Singer hat mehr denn 35 Jahre dem Vorstand des Asylvereins für Obdachlose angehört. Ihn verband ein inniges Freundschaftsverhältnis mit dem alten Thölde, einem Manne, der ein reines Kindergemüt hatte und der sein Leben- lang nur den Armen gelebt hat. Neben seiner umfassenden agitatorischen Tätigkeit im Interesse der Partei hat Genoffe Singer immer noch Zeit gesunden, im Gegenwartsstaat sein Teil zur Milderung der schlimmsten Auswüchse der kapita- listischcn Gesellschaft— der Obdachlosigkeit— beizutragen. Die vielen Jahre hindurch versah Singer das Ehrenamt deS Kurators des Männerasyls und und hielt streng darauf, daß die Grundsätze des Vereins, auf denen er aufgebaut ist. streng durchgeführt wurden. Die Polizei durfte keinen Fuß über die Schwelle des Asyls setzen. Nun ist Paul Singer dahingegangen. Und mit ihm nicht nur ein unerschrockener Kämpfer für die großen Ziele des Proletariats, sondern auch ein Mensch, der allezeit ein warmes Herz für die armen Obdachlosen gehabt hat. Ein edler Menschenfreund l » Berliner Asylvcrein für Obdachlose. Im Monat Januar nächtig» ten im Mäimerasyl 15 491 Personen, wovon 7956 badeten, im Frauen« asyl 4590 Personen, wovon 1565 badeten. Arbeitsnachweis wird erbeten fiir Männer: Wiesensir. 55/59, für Frauen: Kolberger Slraße 30._ Aus der städtischen Kuilstdeputation. In der gestrigen Sitzung der Kunstdeputation gedachte Ver Oberbürgermeister zunächst des verstorbenen Stadtverordneten Singer, der lange Jahre hindurch der Deputation als Mitglied angehört hat. Sodann begrüßte der Vorsitzende die neu in die Kunsideputation als Bürgerdcputierte hineingewählten Mitglieder: Professoren Liebermann und Kiesel. Die Kunstdeputation hat beschlossen, den städtischen Behörden vorzuschlagen, die Räume im 2. Stock des HauseL Klosterstr. 63. des ehemaligen Podewilsfchen Palaiö, das der Stadt gehört, die künstlerisch ausgeführte Stuckdecken enthalten und sich zur Auf» nähme von Bildern in besonderm Maße eignen zur Aushängung und Ausstellung von Bildern, zur Verfügung zu stellen, welche der Stadt gehören und jetzt zum Teil anderweitig eine vorläufige und zum Teil aber wenig geeignete Unterkunft gefunden haben. Die Deputation hat ferner besckilossen, auch in diesem Jahre 12 000 M. für die Große Berliner Kunftausstellung und 6000 M. für die Ausstellung der Sezession zur Perfügung zu stellen. Diese Beträge föffot rtafi WaU Set KunstSepuiatiSn gut Ctktfutig Bim E?t/z— 1 Uhr nachmittags im Saale des Rathauses wählt. In der 3. und 2. Abteilung sind je drei Vertreter zur Ergänzung auf sechs Jahre, in der 1. Ab- teilung dagegen zwei Vertreter zur Ergänzung auf sechs Jahre und einer als Ersatzmann auf vier Jahre zu wählen. Auch diese Wahl zeigt die Rechtlosigkeit der Arbeiierschaft in grellem Licht, stehen doch 4564 eingeschriebenen Wählern der 3. Abteilung nur 21 Wähler tu der 1. Abteilung gegenüber; die 2. Abteilung weist 683 aus. Weihensee. Auf zur Kaufmannsgerichtswahl! Die Wahl der Handlungsgehilfen-Bcisitzer zum KaufmannSgericht Weißensee findet morgen. am Montag, den 6. Februar. nachmittags 5—7 Uhr. im Brauereiausschank, Berliner Allee 211—215 früher Königchaussee), statt. Wahlberechtigt ist jeder HandlungS» gehilfe, der in Weißensee beichäfngt ist und daS 25. Lebensjahr überschritten hat. Als Wahllcgitimation genügt die Bescheinigung hierüber entweder vom Arbeitgeber beziehungsweise von der Polizei. Vcr« säume niemand, die Liste 4 des ZenttalverbandeS der HandlungS« gehilfen und Gehilfinnen zu wählen. SS kommt auf jede Stimme an. Tvandau. Stadtvemdnetenversammluag. Von den auf der TageSord- nung stehenden Vorlagen treten für das öffentliche Interesse nur einige in den Vordergrund. Zunächst eine Erstreckung der Hafen- anleihe von 3112 000 auf 5 600 000 Mark. Man scheint sich bei dem Hasenbau recht gründlich verrechnet zu haben, um zirka 2� Millionen Mark wird derselbe teurer werden. Allerdings sind hierin Ausgaben für Grundstücksankäufe und Straßenpflasterungen enthalten die mit dem Hafendau selbst eigentlich nicht- zu tun haben. Durch die Erstreckung der Anleihe, welche vom Bezirks- auSschuß genehmigt werden muß, ist der Stadt der Vorteil geboten. daß die Verzinsung und Amortisation erst mit dem Jahre 1316 beginnt. Bemerkenswert bei der hierüber entstehenden Debatte war die Bekanntgabe, daß ein Mitglied der Hafendeputation, der Stadtrat Plath, als Konkurrent der Stadt aufgetreten ist, indem er auf seinem in der Nähe des Hafens belegenen Terrain auch einen Stätteplatz errichtet hat und bis jetzt der Stadt die fettesten, Happen vor der Nase weggenommen hat. Einige Stadtverordnete rieten, eine Einigung mit dem städtischen Konkurrenten herbei- zuführen. Zweckmäßiger erscheint es wohl, wenn man dem Herrn nahe legte, unter den gegebenen Umständen seine städtischen Ehren- ämter, zum mindesten aber sein Amt als Hafendeputierter nieder- zulegen. Eine längere Debatte rief die Petition, welche der Magistrat an das Abgeordnetenhaus bezüglich des Zweckvcrbandes Groß-Berlins gerichtet hat, hervor. Die Versammlung soll nämlich nachträglich ihre Genehmigung zu der bereits abgesandten Petition geben, welche verlangt, daß Spandau nicht in den Zweckverband ausgenommen wird. Die Begründung in der Petition besagt unter anderem, daß Spandau mir Groß-Aerlin weder wirtschaftliche noch VerkehrS-Jnteressen habe. Für Spandau habe weder die Orte- posttax« noch die OrtSfcrnfprechtaxe Gültigkeit. Für die Spandauer Einwohner liege auch kein Bedürfnis vor, größere Wälder, Parks. Wiesen, Schmuck-, Spiel- und Sportplätze von der Bebauung frei zu halten, denn die«tadt habe selbst einen 6000 Morgen großen Wald. Von der Stadtforst sei schon jetzt eine Fläche von etwa 1000 Morgen als städtischer Park vorbehalten. Der übrige Teil solle forstlich weiter dewirtschaftet werden. Ms einzige Gegner der Vorlage und als Freund« des ZweckvcrbandcS traten die sozial- demokratischen Stadtverordneten auf. Genosse Pieper als deren Sprecher erklärte, daß sie durch den Gesetzentwurf über den Zweck. verband von Groß-Berlin ein« Verbesserung auch der Spandauer Verhältnisse erwanen. Spandau sei wirtschaftlich mit Berlin stark verbunden, daS könne man morgens an der großen Menge Arbeiter sehen, welch« von Berlin nach Spandau und umgekehrt von Spandau nach Berlin fahren. Auch eine VerkehrSverbindung be- stehe zwischen Spandau und Berlin. Tie Untergrundbahn wird doch über kurz oder lang nach Spandau weitergeführt werden und wenn die große Berliner Straßenbahn nach Heiligensee verlängert wird, werde auch bald eine Verbindung nach Spandau folgen. Auch«chmuck-, Spiel- und Sportplätze stehen Spandau nicht in genügender Zahl zur Verfügung. Den besten Teil des StadttvaldeS habe man für ein Butterbrot an das JohanneSstift verkauft. Ter Holzbcstand war die Kaufsumme allein wert. Auch auf die Steuer- zuschlage, die jetzt in Spandau noch 150 Prozent betragen, die aber noch steigen werden, würde der Zweckverband vorteilhaft ein- wirken, ebenso würde der Zweckvcrband energisch« Schritte unter- nehmen, um die Staatsbetriebe zur Steuer heranzuziehen. Daß der Genosse Pieper mit seinen Ausführungen nicht so ganz unrecht hat, bewies die etwas erregte Erwiderung des Oberbürgermeisters, der sogar eine angeblich falsche Notiz d«S„Vorwärts' über den Verkauf von Waldterrain an den Restaurateur Behrendts heranzog. um den„Vorwärts" eins auszuwischen. Der Berichterstatter des „Vorwärts" wird sich über dies« Angelegenheit noch äußern. Auch der freifinnige Stadtverordnete Dr. Kantorowicz zapfte unseren Genoffen wegen deffcn Stellung zum Zweckvcrband an, indem er meinte, man dürfe sich nicht zum Zwang« drängen. Hinterher verlangt« der Herr über die Beratung des Hauptetats den Erlaß einer Polizei-Äerfügung über das Rechtsfahren in den Straßen Spandaus, wozu gar kein Grund vorlag. Der Herr Dr. mußte sich gefallen lassen, daß ihm ein GesinnungSgenoffc, der Stadtverordnete Weder vorwarf, er fei noch päpstlicher wie der Papst, man solle doch nicht nach neuen Poltzeiverordnungen schreien, die habe man schon genügend. Die Versammlung erllarse sich, wie vorauszusehen war, erH cÜsft Üa Sifet f o z!a?�e ftt a? i: al i i j n StiüMan füt ble Absendung der Petition.— Der Hafen-Etat, der dann Kur De- ratung anstand, wird in Einnahme und Ausgabe auf 187 00V Mk. festgesetzt, Spandau bekommt vom Hafen vorläufig bei einer jähr- lichen Zinszahlung von 175 000 M. nur 90 000 M. ein.— Nach dieser Vorlage gab der Kämmerer Stadtrat Weber einen längeren Bericht über den Stand der Gemeindeangelegenheiten, der in feinem Schlug darin ausklang, datz man sich grötzter Sparsamkeit befleigigcn müsse, wenn man die Steuerzuschläge nicht erhöhen wolle, die Schulden der Stadt sind von 27 500 000 M. auf 29 200 000 Mark gestiegen. Ter Haupt-Etat. über den dann vcrhairdelt wurde, balanziert in Einnahme und Ausgabe mit 12 474 340 M. Wir übergehen die längere Debatte und bemerken, daß sich der Finanzbedarf auf 2 054 700 M. stellt, der durch Steuern aufzu- bringen ist. Durch indirekte Steuern sollen aufgebracht werden 378 000 M. und zwar sollen erbringen: Biersteuer 75 900 M., Hundesteuer 30 000 M., Lustbarkeitssteuer 17 000 M., Umsatzsteuer 175 000 M. und Wcrtzuwachssteuer 75 000 M. Durch direkte Steuern sollen aufgebracht werden 2 270 000 M.; es sind in Ansatz gebracht die BetriebSstcuer mit 8000 M., 50 v. H. Zuscklag zur Betriebssteuer mit 4000 M., Gcmeindcabgaben der Offiziere 10 050 M., 150 v. H. Zuschlag zur Staatseinkommcnsteuer: Soll 727 000 M.— 1 090 500 M.; 240 v. H. Zuschlag zur Gewerbesteuer: Soll 150 000 M.— 360 000 M., 268 v. H. Zuschlag zur Grund- und Gebäudesteuer: Soll 311250 M.; 3,35 v. T. bei 249 000 000 M. Wert— 820 750 M. An Ausgaben für die Polizeivcrwaltung sind 297 549.92 M. bei 33 260 M. Einnahmen in den Etat eingestellt. Die Mehrausgaben sind zurückzuführen auf das Einrücken von Beamten in höhere Gehaltsklassen und auf die Einstellung neuer Beamten auf Grund der Beschlüsse der städtischen Körperschaften; 13 090 M. sind zur Neubesetzung von sechs Polizei- sergeantenstelien nach dem Antrag der Polizeiinspektion vom 19. Januar d. I. eingesetzt. Ein mifttgtudtt L-tgang ereignete fich gefier» früh in dK gegenstände zum ffenster hinausgeworfen hatte. Mit zerschmetterten Gliedern wurde die Bedauernswerte nach dem gegenüberliegendem Krankenhause gebracht. Dort konnte jedoch nur noch der bereits eingetretene Tod festgestellt werden. Die Frau hat die Tat in einem Anfall geistiger Umnachtung vollbracht, denn es zeigten sich schon seit einiger Zeit Spuren von Geistesgestörtheit bei ihr. Als der Ehemann gestem früh von der Nachtarbeit auf den StaatSwerk- stätten heimkehrend sich auf dem Korridor beschäftigte, hörte er seine Frau in der Stube lärmen, nichts Gutes ahnend wollte er hinein, fand aber die Tür von innen verschlossen. Die Tür mutzt« erst ge- waltsam geöffnet werden und eS konnte deshalb das Unglück nicht verhütet werden._ rSitternugSitberücht vom 4. Februar 1911. morgens 8 Uvr. Elittonen SS S 2 -° B!e Swmcmde lerfra Aranks.a v! Rllnchen Wien n r §1 765 ND 769 35 768 SSB 772 NO 776 SO 771 DNW Setter > 4 bedeckt 4 bedeckt 4 bedeckt t bedeckt Swolkeiil 2 heiter »ll I? Etstwnen � ß «3 e? Havaranda 749 9!B Petersburg 739 D Scillh|775 DJ elberdeen Parts 779 31 53 774 NNO Setter rfol ci »" I| 2tvoMz|— 5 1 Schnee—7 3 brdeckt 1 9 3 bedeckt( 6 3 bedeckt—2 Wetteevrognote für Tonutag, den s Februar 1911. Ein wenig kühler, zeitweiie auskiarend, aber sehr veränderlich mit ge- ringen Niederschlägeu und frifckjen nordwestlichen Winden. Berliner Wetterburean. »tUstbiitinscht KetUke» DienStag, den 7. Februar, abends stratze 18/19: Sitzung. und Äterbekaffe voll l»sS.(§. H. Tl.) 9 Uhr, im Restaurant Lüden- «tintlicher Marktbericht der städtischen MerNhallen-DIreltion über den Grotzbandel in den Zentral-Martthallen. Marktlage: Fleisch: Zatnhr schwach, tbeschäst stiS. Preise unverändert. Wild: reichlich, Geichäst jchleppend, Preis« fast unverändert.<5« s 1 ü g e I: genügend. Geschäft etwas lebhaster, Vre!!- befriedigend. Fische:. mätzig, Geschäft ziemlich lebhast, Preise unverändert. Butter Käse: Seschäst~ Südsrüchte: verändert. sufubr lusuhr sttsuhr ___________________________ und ruhi»,' Preile unverändert. Gemüse, Obst und Zustihr reichlich, Geschäft etwas lebhafter, Preise wenig «vaiierftandv-RachZtibten der Landesanstalt sür Gewäsferlunde, mitgeteilt vom Berlin« Wetterbureau. Safferttand v!- m- l, Tilst t ? r e g e I, Jm'terburg Weichsel. 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