Pr. 87. Hbonncments-Scdingungen: VwonncmenIZ> PreiZ pränumerando: Liertcljährp 3,30 KRt., monatl. 1,10 Mk., wöchentlich 2b Psg. frei ins Haus. Einzelne Nummer S Pfg. Sonntags« nmnmer mit illustrierter Sonntags- Vellage»Die Neue Well" 10 Pfg. Post« Adonnemcnt: 1,10 Mark pro Monat. Eingetragen in die Post- Zeiwngs« Preisliste. Unter Kreuzband slir Deutschland und Oesterreich- Ungarn 2 Marl, für das übrige Ausland 8 Marl pro Monat. PoslabonnementS nehmen an: Belgien, Dänemark, Holland, Italien, Luxemburg, Portugal, Rumänien, Schi-oden und die Schweiz, 88. Jahrg. erWKlnt täglid) außer Glontasi. 5�- Berliner Volksblnll. v?e InleMons-Sedoh? vekägt sür die sechSgespaltene Kolonel- zcile oder deren Raum SO Pfg., für politische und gcwcrkschastllche Vereins« und BersammlungS-Anzeigen 30 Pig. „Kleine Hnzeigen", das erste tfelt- xedruckte) Wort 20 Pfg., jedes weiter- Wort 10 Psg. Stellengesuche und Schlaf- slcllen-Nnzcigen das erste Wort 10 Psg„ jedes weitere Wort° Pfg. Worte über lö Buchstaben zählen sür zwei Worte. Inserate sür die nächste Nummer müssen bis ä Uhr nachmittags in der Expedition abgegeben werden. Die Expedition ist bis 7 Uhr abends geöffnet. Telegramm-Adresse: „Sezialdemomt Berlin'*. Zentralorgan der Ibzialdemohratifchen partei Deutfchlande. Rcdahtion: 8Äl. 68, Lindenstrasse 69. Fernsprecher: Amt IV, Nr. 1988. Sonntag, den 18. Februar 19 II. Expedition: SM. 68, Lindcnstrasac 69. Fernsprecher: Amt IV, Nr. 1981. Der SchuISentilgllligslchivimlel im Keichsetat. Die„Deutsche Tageszeitung" gesteht heute, freilich nicht ohne einen Wust törichter Schimpfereien und abgeschmückter Verlegenheitsphrasen, die runde und nette Tatsache ein, daß die Aufmachung des Rcichsetats auf einem plumpen Schwindel beruht. Sie gesteht zu. daß im Etat ein Ausgabeposten von 89,6 Millionen Mark für Tilgung der Reichsschuld angesetzt ist, für den es keineDeckung gibt. Sie gibt zu, daß, wenn dieser Betrag an alten Schulden wirklich getilgt werden sollte, die A n l e i h e um genau den entsprechenden Betrag erhöht werden müßte. Das heißt also: Sollen die 89,6 Millionen Schulden wirklich getilgt werden, wie es durch das Gesetz vorgesehen ist, so genügen nicht die 97,8 Millionen Anleihe, die im außerordentlichen Etat vorgesehen sind, sondern dann muß eben die Anleihe 97,34-89,6 Millionen gleich 187,4 Millionen Mark betragen! Das ist eine bittere Tatsache, die den Mißerfolg der Reichs- finanzreform so eklatant zutage treten läßt, daß die Regierung im Interesse des schwarzblauen Blocks ein fo totales Fiasko nicht rundweg eingestehen möchte, vielmehr durch eine geradezu unglaubliche Anfstellmig des Etats nach Möglichkeit zu v e r- f ch l e i e r n sucht. Oder isb�s kein plumper Verschleierungs- versuch des Standes unserer Reichsfinanzen, wenn die Re- gierung durch die Aufitelluna des Etats den Anschein zu er- wecken sucht, daß mir 97,8 Millionen Mark Anleihe notwendig seien, um den Verpflichtungen für das Jahr 19l1 nachzu- kommen, während in Wirklichkeit eine klaffende Lücke von 89,6 Millionen b e st e h e n bleibt?! Wenn sie aus dem Dilemma nur so herauskommt, daß sie entweder die 89,6 Millionen„Schuldentilgung", die pomphaft unter den Ausgaben des ordentlichen Etats stehen, auch nicht mit einem roten Pfennig tilgt, oder aber statt der Anleihe von 97,8 Millionen eine solche von 187,4 Millionen zu machen genötigt ist? I lind das unglaublichste ist, daß die„Deutsche Tages- zeitung" eine solche Schwindelbilanz ganz in der Ordnung findet, daß sie sich drei Tage dreht und windet, um den vom „Vorwärts" und von der„Leipziger Volkszeitung" entlarvten Schwindel zu beschönigen I Um zu zeigen, wie ungeheuerlich die Regierung bei der Etataufstellung vorgegangen ist. wie sehr ihre Etataufstellung auf den Versuch einer plumpen Täuschung der Oeffentlichkeit hinausläuft, wollen wir die Sachlage noch einmal kurz darstellen. Der ordentliche Etat balanziert in Einnahme und Ausgabe mit 2 767 819913 M. Das heißt, einer Ausgabe von dieser Höhe steht eine Einnahme von der gleichen Höhe gegenüber. Unter den Ausgaben des ordentlichen Etats bc- findet sich auch der Posten von 89,6 Millionen Mark zum Zwecke der Schuldentilgung. Er ist gleich allen übrigen Ausgabeposten des ordentlichen Etats gedeckt durch die Einnahmen des ordentlichen Etats. Und wie uns die Denk- schrift zur Erläuterung des Etats und die Etatsrede des Reichsschatzsekretärs Mermuth zeigt, sollen die 89,6 Millionen Mark Schuldentilgung ihre Deckung finden durch die Ueberschüsse bei der Reichspost, bei den Reichseisenbahnen und die Mehreinnahmen an Zöllen und Steuern.(Stenogramm der 97. Sitzung des Reichstages, Seite 3516). Diese Ueberschüsse sind aber vollständig, ohne einen Pfennig Abzug enthalten in der oben ge- nauer angeführten Einnahme summe des ordentlichen Etats. Soweit ist gegen die. Aufstellung des Etats nicht das geringste einzuwenden. Nun aber kommt das Wunderbare. Der außerordentliche Etat enthält Ausgaben in Höhe von 217125 817 M. Diese Ausgaben enthalten, wie wir ausdrücklich hervorheben wollen, die 89,6 Millionen für Schuldentilgung nicht nochmals. Wohl aber finden wir unter den Einnahmen des außerordentlichen Etats der- blüffenderuicise die 89,6 Millionen Mark für Schuldentilgung nochmals aufgeführt, die bereits zur Deckung der 89,6 Millionen Mark Schuldentilgung unter den Ausgaben deS 0 r d e n t- lichen Etats dienen mußten. Also: die Einnahme von 89,6 Millionen erscheint zweimal als Einnahme! Einmal, um die Schuldentilgung zu decken, und zum zweitenmal, um Deckung zu liefern für die ganz anders geartete Ausgabe des außerordentlichen Etats! Bekanntlich hat die„Deutsche Tageszeitung" wiederholt bestritten, daß die 89,6 Millionen, die als besondere Einnahme im außer ordentlichen Etat erscheinen, bereits in den Einnahmen des ordentlichen Etats enthalten seien. Wir haben sie ebenso oft in der liebenswürdigsten Weise um den Beweis dafür ersucht! Der Beweis konnte nicht geliefert werden, weil unsere Behauptung st i m m t, weil die 89.6 Millionen Mark wirklich schon einmal in den 2,7 Milliarden der Einnahmen des ordentlichen Etats enthalten sind. Die„Deutsche Tageszeitung" ist denn auch in ihrem letzten Erguß auf diesen springenden Punkt unserer ganzen Darlegung mit keinem Wort mehr eingegangen. Da sie trotz unserer Aufforderung, ihren Lesern doch einmal mitzuteilen, um waS es sich bei unserer Auseinandersetzung mit ihr überhaupt handelt, diesen Lesern unsere Darstellung ängstlich verheimlicht hat, glaubt sie offenbar diesen � w i ch t i g st e n Punkt unserer Darstellung vollständig unter 1 den Tisch fallen lassen zu können! Daß diese Tatsache der doppelten Inrechnungstellung der Einnahme von 89,6 Millionen Mark aber den wichtigsten Punkt, den Angelpunkt der ganzen Angelegenheit bildet, ergibt sich aus dem folgenden: Wenn die 89,6 Millionen, die bereits in den Ein- nahmen des ordentlichen Etats enthalten sind, wirklich zur Deckung des Ausgabepostens von 89,6 Millionen zum Zwecke der Schuldentilgung im ordentlichen Etat verwendet werden, sind sie damit verausgabt, existieren sie nicht mehr. Sie können dann nicht mehr als Einnahme zur Deckung der Ausgaben des außerordentlichen Etats verwendet werden! Da aber dann, wenn die 89,6 Millionen als Einnahme des außer- ordentlichen Etats nicht mehr in Frage kommen, ein u n g e- deckter Betrag von 89,6 Millionen übrig bleibt, muß die Anleihe in Höhe von 97,8 Millionen nm weitere 89,6 Millionen erhöht werden, ist also zur Deckung der Ausgabe des außer- ordentlichen Etats nicht eine Anleihe von 97,8 Millionen, sondern eine solche von 187,4 Millionen erforderlich. Es gibt also nur ein Entweder-Oder. Entweder werden die 89,6 Millionen zu tilgender Schulden nicht ge- tilgt— und dann ist es ein unerhörter Schwindel, diesen Posten überhaupt unter den Ausgaben des ordentlichen Etats aufmarschieren zu lassen — und die 89.6 Millionen werden zur Deckung der Ausgaben des außerordentlichen Etats verwendet; oder aber die im ordentlichen Etat vorgesehene und durch das Gesetz vom 15. Juli 1969 vorgeschriebene Schlildentilgung erfolgt unter der Bedingung, daß die im außerordentlichen Etat fehlen- den 89,6 Millionen durch eine weitere Anleihe in der gleichen Höhe gedeckt werden! Die Etataufstcllung aber erweckt, und das ist eben der Schwindel, für jeden, der nicht gleich uns den Etat mit aller Skepsis gründlich durchstöbert, den Anschein, als ob 89,6 Mill. Mark Schulden getilgt ivürden, ohne daß der Anleihebedarf die Summe von 97,8 Millionen Mark uni die volle Höhe von 89,6 Millionen Mark überschreitet! Wie sich die Regierung, auf diesen unerhörten Schwindel festgenagelt, herauszureden versuchen würde, ist uns natürlich nicht eine Sekunde schleierhaft geblieben. Das haben wir ja selbst in unserer MittwochSnummer durch daS Zitat aus der „Leipziger Bolkszcitung" mit aller Klarheit anseinaudergesetzt! Die betreffende Stelle des Zitats lautete wörtlich: „Die gleiche Summe zweimal auc-gebe», zur Tilgung der Schuld im ordentlichen Etat und zur Deckung der Ausgaben im außerordentlichen Etat, das geht offenbar nicht, es wäre die r e i n st e H e x e r e i. Da aber Herr Mermuth unseres Wissens als Hexenmeister noch nicht erprobt ist, so mutz man schon eine vernunftige Erllärung suchen. Die Erllärung ist die: es wird nicht getilgt, kein roter Heller wird auf die Reichsschuld abgezahlt! Es beträgt das faktische Defizit im autzerordeiulichen Etat 187,4 Millionen. Will man 89,6 Millionen für die Tilgung austvenden, dann mutz man diese 187,4 Millionen pumpe». Es würde sich also die verrückte Manipulation aus den Jahren 1896 bis 1899 wiederholen. Herr Mermuth umgeht das und ver- wendet einfach die 89,6 Millionen Mark nicht zur Tilgung, sondern zur Deckung der autzerordentlichen AuS- gaben. Das geht auch aus dem Gesetze über den Etat klar hervor. Dort heitzl eS nämlich im§ 2:«Der Reichskanzler wird ermächtigt, zur Bestreitung einmaliger autzerordentlicher Ausgaben die Summe von 97 99l4l2M. flüssig zumachen. Werden die zur T i l g u n g der R e i ch S s ch u l d bestimmten Mittel ganz oder teilweise zum Ankauf vonSchuldverschreibungen verwendet, so erhöht sich die im Absatz 1 bezeichnete Kreditsumme um den entsprechenden Betrag." Mit anderen Worten: soll getilgt werden, dann kann man nur tilgen, indem man pumpt! DaS ganze Gerede von der Tilgung, all die schönen Tabellen über die Verminderung der Schuld und die Ersparnis an Zinsen ist e i n f a ch B l u f f. Wozu das? Ei nun, um die Lage günstiger zu malen, als sie ist. um das Defizit geringer erscheinen zu lassen, als es ist, um glauben zumachen, daß es mit der Tilgung ernst ist. Trotzdem wird der Reichstag dieses Etatsgesetz annehmen, denn mit seinem Gesetz vom Jahre 1909 über die Tilgung bat ja der SchnapSblock von vornherein bewußten Schwindel getrieben. Das Resultat ist: es werden neue Schulden gemacht und getilgt tv i r d n i ai t s. Fragt man: wie tilgt das Reich seine Schulden? so lautet die Antwort: durch Schwindel!" Die„Deutsche Tageszeitung", die so heftig gegen„Vor- wärtS" und„Leipziger Volkszeitung" polemisierte, weiß denn auch in ihrer Sonnabendnummer itichts Gescheiteres zu sagen, als diese unsere Darstellung vollständig zu be- st ä t i g e n. Sie schreibt: „Im ordentlichen Etat für 1911 hat sich ein U e b e r s ch u tz von 89,6 Millionen Mark ergeben. Dieser Ueberichutz mutzvir den Bilanzschwindel zum erstenmal entlarvten, forderten, fordern wir auch heute wieder. Nicht nur die Aufstellung einer korrekten Bilanz, sondern auch die Vorlegung einer Uebersicht über die wirklichen Ncttoausgaben und-Einnahme» des Reiches. Vor ein paar Jahren, vor der Reichssinanzreform, hak sich die Regierung ja bereits einmal zur Vorlegung eines solchen Ncltoetats bequemt. Der Reichstag und daS Volk haben ein Recht, zu verlangen, daß ein solcher Nettoetat alljährlich vorgelegt wird Wenn dadurch denjenigen, die an der Verschleierung der Finanzlage des Reiches ein Interesse haben, das Handwerk erschwert wird, um so besser! ver Kampf der russischen Studenten. Die Bewegung auf den russischen Hochschulen ist in ein neues, höchst ernstes Stadium eingetreten. Die Studenten der Hochschulen in Petersburg, Moskau und Kiew haben den Beschluß gefaßt, keine Vorlesungen zu besuchen, bis die Re- gierung ihre reaktionären Verfügungen zurücknimmt und die Hetze gegen die Hochschulen einstellt. Dieser Beschluß ist nach reiflicher Ucberlegung gefaßt worden, nachdem die Studenten» schaft aus den Verfügungen und Repressivmaßnahmen des Mi- nisteriums die Uebcrzcugung gewonnen hat, daß die Regie- rung mit der Protestbewegung der Studierenden auch die Autonomie der Universitäten„liquidieren" will. Da die Opposition der liberalen Professorenkollegien vollkommen ver- sagte und die echtrussische Duma sich natürlich, nach Nieder- stimmung der sozialdemokratischen Anträge, auf die Seite der Regierung stellte, blieb den Studenten in ihrem Kampfe um die freie Hochschule kein anderer Weg übrig, als zur Selbsthilfe zu greifen. Sie haben nun in ihrer überwältigen- den Majorität den Weg des passiven Widerstandes gegen die Regierung beschritten, um die Hochschulen der Polizei und den echtrussischen Lockspitzeln zu entreißen, die sie, nach dem Muster der Odessaer Universität, zu überschwemmen drohen. Regierung ist schon seit Monosen bestrebt gewesen, ihre Aktion gegen die Hochschulen entsprechend vorzudereiten. Die Regierungspresse schilderte die„revolutionäre Gefahr" in den UniversNäten mit den glicheildsten Farben, während die besoldeten Handlanger der politischen Polizei in der Odessaer ltniversität ein Massaker veranstaätcten, um den den„Revo- lutionarismuS" und„TerrocissnuS"- der„Roten" nachzu- weisen. Dieses Manöver hatte allerdings nur den Erfolg, die frivol«. Provokationspolitik der Regierung an den Pranger zu stellen. Das hinderte aber das Ministerium Stolypin nicht, seine Aktion in verstärktem Maße fortzusetzen, um in den Universitäten desto schneller„reinen Tisch" zu machen. Es wurden hierbei dieselben Methoden angewandt, die schon vor 1905 vollständig Bankerott erlitten haben. Der Minister- rat hob in seinem Befehl vom 23. Januar das V e r s a m m- Jungs- und Vereinsrecht der Studierenden auf und degradierte die Prosessorenkollegien zu Unter- gebenen der Polizei. Gleichzeitig verlangte der Unterrichtsminister eine unverzügliche Verstärkung der Aus- sichtsbeamten in den Universitäten. Gegen die Studenten- schaft selbst wurde mit denselben Mitteln gearbeitet wie in den achtziger und neunziger Jahren, wo man die Protestbe- wegung der akademischen Jugend durch Verhaftungund Verbannung niederhalten wollte. Die regierenden Gc- Waltpolitiker sind natürlich auszerstande. die tiefen sozialen Ursachen der jetzt ausgebrochenen Studentenbewegung zu er- kennen. Anstatt in derselben ein Symptom der politischen Belebung der bürgerlichen Demokratie zu sehen, die sich gegen die unerträglichen Härten des Stolypin- schen Regimes zu organisieren beginnt, sieht die Regierung nur einen Haufen von„Aufrührern" und„Demonstranten", die beseitigt werden müssen. Anstatt daS drohende Steigen des politischen Barometers ku beachten, zerbricht die Regie- rung, wie schon oft zuvor, mit brutaler Faust das Barometer, von der törichten Hoffnung geleitet, daß dadurch auch die Ursachen vernichtet werden, die das Steigen des Baro- meters hervorgerufen haben. Um diese Bewegung zu„liqui- diercn", ist es nach Ansicht der Regierung vor allem not- wendig, die„Anführer" ausfindig zu machen und zu de- seitigen. Es werden darum in den Ministerien Proskriptions- listen der Studenten und Studentinnen angefertigt, die rele- giert und in entfernte Gouvernements verbannt werden. Wie dieser Feldzug gegen die Studentenschaft durchgeführt wird, hat Genosse Pokrowski in seiner letzten Dumarede aus- führlich erzählt: .Der Ministerrat— so erklärte er— führt jetzt einen Ver- nichtungsfeldzug gegen die Hochschule. ES werden nicht etwa über- führte Personen verurteilt, sondern Personen, die auf den von den echtrussischen Spitzeln und den Schutzabteilungen schon früher aui- - gefertigten Proslriptionslisien stehen. Die Schritte, die jetzt in den Hochschulen ergriffen werden, werden sonst nur während einer ÄriegSerpedition ausgeführt. Die Regierung rele- gierte dre Studenten nach Listen, diegar nicht nachgeprüft waren. In der Liste der Studenten der Petersburger Universität, die das Unterrichtsministerium mit dem Befehl der Relegation der Universität übermittelte, standen eine Reihe von Personen, die in den Universitätslisten gar nicht zu finden waren. In T o m s k wurden zirka 400 Studenten relegiert, die von der Polizei in dem Institut angetroffen wurden. Daö ist nichts anderes als die s ch a m l o s e st e E x e k u t i o n, als ein w i l d e r Rachefeldzug. der keinerlei Rücksichten nimmt. Die Pro- fessoren sind jetzt nickts anderes, als blinde Vollstrecker der Polizei» lichen Verfügungen der Regierung in der Universität." Die hier geschilderten Zustände illustrieren die infame Willkürherrschaft in den Universitäten, die von den Regie« rungskreaturen zu dem Zweck eingeführt wurde, um auch die Universitäten in chauvinistische, nationalistisck)« Verhetzungs- anstalten, in denen echtrussische Professoren ihre hetzerischen Agitationsreden halten könnten. Leider hat die liberale Pro- sessorenschaft, von kurzsichtigen Opportunitätsgründen und ihrer Furcht vor der revolutionären Bewegung geleitet, durch ihr serviles Verhalten den Bestrebungen der Regierung Vor- schub geleistet und bereits jeden Kontakt mit der Studenten- schaft verloren. Wenn die Studentenbewegung in den lebten Monaten noch als Ausdruck der beginnenden oppositionellen Stimmung der demokratischen Schichten der Bevölkerung angesehen wer- den konnte, so hat sie jetzt durch die notwendige Verquickung der demokratischen Forderungen mit den unmittelbaren aka- demischcn. Forderungen der Studentenschaft einen stärkeren Rückgrat, eine festere Basis gewonnen. Mag die Bewegung in ihrem Vorwärtsschreiten auch auf Hindernisse, vielleicht auch auf vorübergehende Mißerfolge stoßen, ihr Ergebnis wird sein, daß die Studentenschaft, die sich in den letzten Jahren von dem öffentlichen Leben abzuwenden begonnen hatte, sich Ifolteellpitseleien. Recht zeitgemäße Erinnerungen sind es, die Genosse Eugen Ernst in einer soeben erschienenen Broschüre�) auffrischt. Zeit- gemäß, wenn auch unerfreulich! Denn Genoste Ernst leuchtet an Hand eine» reichhaltigen Materials hinein in das unsaubere Ge- triebe der politischen Polizei mit ihrem Werben von Verrätern und Lockspitzeln. Wenn auch heute noch dann und wann eine Blase aus dem Sumpfe der politischen Polizei zum Platzen kommt, das klassische Zeitalter der Polizeischuftereien bleibt unbestreitbar die Zeit des Schandgesetzes, das geschaffen wurde, die aufstrebende Sozialdemo- kratie niederzuringen. Mit welch skrupellosen Mitteln die mit Kor- ruptionsfonds reich gespickte politische Polizei ihre unsauberen Auf- träge durchführte, erhellt der folgende Abschnitt auS der Schrist unseres Genossen: ... Berlin war im Jahre 1883 der Brennpunkt des Spionage- spstem«; hier wurde daS System der politischen Bespitzelung zur höchsten Entfaltung gebracht. Und wiederum die Glanzzeit für dieses staatserhaltende Musterinstitut war die Zeit des Sozialistengesetzes. Nur mit Trauer denken heute die Kostgänger des Alexanderplatzes an jene herrliche Zeit. Ja, damals sorgte der Herr noch für die Seinen, da konnte man noch etwas verdienen, heute ist die Sache schon schwieriger. Damals gab es noch Staatsanwälte wie Tcssen- dorf, oder Gerichtshöfe wie die berüchtigte VI I. Deputation des Ber- liner Stadtgerichts, die an einem einzigen Tage, am 8. Juni 1878, sieben wegen Majestätsbeleidigung Angeklagte z u LLZh Jahren Gefängnis verurteilte. Diese Ver- treter deS„Rechts" schnitten unbequeme Fragestellungen der Vn die dritte und vierte Wagcnklasse nicht mehr aufgenommen, in den anderen Klassen nur nach Desinfektion und ärztlicher Untersuchung. Der russische Generalkonsul in Jspahan ertrunken« Teheran, 11. Februar.(Meldung des Reuterschen BureauS.) Der russische Geacralkiusul in JSpahan wurde heute in einem Brunnen auf dem Konsulatsgrundstück ertrunken aufgefunden. Angesichts der großen Erregung, die der kürzlich auf den Gou- verneur verübte Anschlag und der Umstand, daß daS russische Kon. sulat den Tätern, die russische Untertanen sind. Zuflucht gewährte, hervorgerufen hat. liegt der Verdacht nahe, daß er keines natür- lichen Todes gestorben ist. Anhaltspunkte dafür sind allerdings bis jetzt nicht vorhanden. Hierzu S Beilagen. |t. 37. 28. Zahrgaag. 1. KtilM i>es, Amiirls" Kerlim AlliÄR Zovvtllg, 12. Febkvar 1911. R.eicKstag. Sitzung vom Sonnabend, den 11. Februar 1910, vormittags 11 Uhr. Am BundeSratstisch: Dr. Delbrück, Havenstein. Aus der Tagesordnung steht an erster Stelle die Interpellation der Konservativen: „Welche Matzregeln denken die Verbündeten Regierungen zu ergreifen, um einer U.berschwemmung des deutschen Gelbmarktes mit fremden Wert- papieren und einem übermäßigen Abfluß deutschen Kapitals nach dem Auslande vorzubeugen?" Itachdem auf die Frage des Präsidenten Staatssekretär Dr. Delbrück erklärt hat, er wolle die Interpellation heute beantworten, erhält zur Bearündung der Interpellation das Wort Abg. Gras v. kaniy(kons.): Die Tagespresse hat unsere Jnter- pcllation nicht überall mit Wohlwollen aufgenommen, teilweise meinte man, sie habe eine direkt börsenfeindliche Ten- d e n z, und suchte uns über die Wichtigkeit des Besitzes ausländi- scher Werte namentlich im Kriegsfalle zu belehren. Das ist uns nicht neu. Aber unsere Jnterpellarion ist veranlaßt durch die Be- sorgnis, daß der deutsche Geldmarkt durch die Emission fremder Wertpapiere zu stark belastet wird. Die Statistik gibt zu geringe Zahlen, weil vielfach von deutschen Kapitalisten auslän- dische Papiere im Ausland getauft und dort belassen werden, um dem Stempel zu entgehen, und weil ausländische Papiere vielfach zur Zeichnung aufgelegt werden, bevor ihre Zulassung beantragt und genehmigt ist; trotzdem zeigt die Statistik des Statistischen Amtes, daß 1908 für 746, 190S für 974 Millionen auslän- bischer Papiere in Deutschland zugelassen waren. Es zeigt sich in der letzten Jahren eine rapide, geradezu furchtbare Steigerung der ausländischen Werte, und ein solcher Abfluß beut- sehen Kapitals nach öem Auslande mutz eine Steigerung des Zinsfußes im I n la nd e hervorrufen, und ferner mutz da- durch ein Druck auf die Kurse unserer Reichs- und Staatsanleihen bewirkt werden. Bei den bedenklichsten ame- rikanischen Papieren sind natürlich hohe Provisionen zu verdienen, und deshalb werden sie von den Großbanken bevorzugt ohne Rück» ficht auf das deutsche Wirtschaftsleben. Wir müssen unfern Martt vor minderwertigen ausländischen Papieren schützen. Dazu würde geeignet sein eine Z e n t r a l st e l l«, die kompetent wäre für die Zulassung ausländischer Werte für alle deutschen Börsen, wie ich es bereits vor 18 Jahren bei der Bürsencnquete beantragt hatte. Folgende Grundsätze müssen festgehalten Iverden: Ausländische Emissionen dürfen nur zugelassen werden nach vollständiger Deckung des inländischen Kapitalbedarfs; sie müssen sich ferner in den Dienst der natiinalen Arbeit stellen, und bei der Auswahl muß sorgfältig vorgegangen werden; so dürfen keine Papiere zugelassen werden, die an der Börse ihres Heimatlandes nicht zugelassen sind. (Bravo! rechts!) Staatssekretär Dr. Delbrück: Die Zulassung ausländischr Pa- Piere liegt in der Hand der Zulassungsstellen an den Börsen, die unter der Aufsicht der Landesregierungen stehen. Nach Z 36 des Börsengesetzcs sind solche ausländischen Papiere nicht zuzulassen, die eine Uebervorteilung des Publikums befürch- t e n lassen oder öffentlichen Interessen zuwider- laufen. Die Entwickelung unserer Industrie drängt zur An- legung deutschen Geldes im Auslande; freilich kann das den öffent- lichen Interessen zmmderlaufen, wenn der Kapitalbedarf im In- land sehr groß ist, und es ist richtig, unter solchen Umständen der Anlctze deutschen Geldes im Auslande gewisse Schranken aufzu- erlegen.(Sehr richtig! rechts.) Natürlich wird man dann zunächst die Papiere ausschließen, die weder für unsere Industrie Auf- träge hereinschaffen, noch irgendwelche politische Bedcu- tung für unS für den Fall der Kriegsbereitschaft haben.(Sehr richtig! rechts.) Ein klares Bild über die in Deutsch- land untergebrachten ausländischen Werte kann die Emissions- statistik nicht geben. Wir stehen, wenn nicht alle Zeichen trügen. am Beginn einer aufsteigenden Periode, in welcher der inländische Markt einen großen Kapitalbedarf haben wird. und deswegen empfiehlt es sich, bei der Anlage deutschen Geldes im Auslande sich eine gewisse Reserve aufzuerlegen.(Sehr richtig! rechts.) Die Regierung ist sich der Verantwortung bewußt. die ihr daraus bei der Ueberwachung und Durchführung des Börsengesetzes erwächst, und sie ist entschlossen, von den ihr erteilten Befugnissen Gebrauch zu machen, wenn die allgemeine Lage es er- fordert. Jedes Reglementieren bringt aber auch Nachteile mit sich, und deshalb hofft der Reichskanzler, daß die Bankkreise sich dessen bewußt sein werden, daß sie nicht nur ihr eigenes Ge- fchäftSinteresse im Auge haben müssen, sondern auch allgemeine vaterländische und wirtschaftliche Gesichtspunkte.(Bravo!) Auf Antrag des Abg. Dove(Bp.) wird in die Besprechung der Interpellation eingetreten. Abg. Speck(Z.): Die Hergabe deutschen Geldes für gute aus ländische Papier, ist unbedenklich, nur darf unser inländischer Markt nicht zu sehr mit Auslandswerten belastet werden. Börsen� feindlich sind wir nicht, aber wir halten die Börse für ein lei- stung»fähige» Objekt der Besteuerung, und die Aus- wüchse der Börse bekämpfen wir, wo immer sie sich zeigen, und SU diesen Auswüchsen zählen wir die Art und Weise, wie jetzt auslandische Papiere auf den deutschen Markt gebracht werden. (Sehr richtig! rechts und im Zentrum.) Daß keine weitere Dis- kbntermaßigung eintreten konnte, ist auch eine Folge der Ueber- fchwemmung unseres Geldmarktes mit auswärtigen Papieren; und die darunter zu leiden haben, mögen sich bei der Deutschen Bank usw.«danken. Es ist Torheit, daß die gutmütigen Deut- fchen Geld kur die amerikanische Industrie hergeben. Amerika dankt es Ms schlecht. Eben erst bereitet es wieder einen Schlag gegen dieMremde, d. h. in erster Linie die deutsche Schiff- fahrt vW Wir tonnen gewiß nicht die rapide Entwickelung des mnerlkanvchen Wirtschaftslebens hindern, wir haben aber keine Veranlassung, viese Entwickelung künstlich mit deutschem Gelde zu fordern,(«ehr richtig, rechts und im Zentrum.) In Frank- reich wird eine Extrasteuer auf auswärtige Papiere angeregt; hier in�eusichland genießen diese Papiere noch Steuerprivilegien. Alle Spariamkeitsbestrebungen im Reicksfinanzwesen, alle Be- strebungen, den heimlichen Geldmarkt zu schonen, werden durch die iKmisswnsbanken über den Haufen geworfen, die Hunderte von Millionen für amerikanische Papiere aus dem Lande ziehen. Man muß wirklich eine gewisse Absicht dahinter vermuten. Aber ob Absicht oder nicht: die Folge ist jedenfalls«ine Schtvächung des heimischen Geldmarktes, die ihrerseits wieder auf den Kurs der Staatspapiere zurückwirkt. Mir erscheint es unzweifelhaft, daß schon auf Grund der heutigen gesetzlichen Bestimmungen Zu- lassungsstelle und Aufsichtsbehörde die Zulassung der ame- »ikanischen Papiere hätten hindern können, ja, sie auch jetzt, nach der Zulassung, von der Preisnotierung aus- schließen könnten. Aber Börse, Bank und Handelskammer hängen g-" zu eng zusammen. Die Privatbanken werden eingeschüchtert. Ein Bankier wurde mit dem Boykott bedroht, weil er verdächtigt war, mit den Interpellanten in Verbindung zu stehen.(Hört! hört! recht».) Eine Krähe hackt der anderen kein Auge aus.— Hoffentlich läßt sich Abhilfe auch ohne Aenderung, des Börsen- gesetzes erzielen, sonst muß das Börsengesetz geändert werden.(Bravo! rechts und im Zentrum.) Abg. Dr. Frank- Mannheim(Soz.): Die Interpellation spricht nur von auswärtigen Papieren; eS scheint aber auch eine gewisse Furcht vor einheimischen Vopieren mitzusprechen, nämlich vor Wahlzetteln.(Sehr gut! bei den Sozialdemokraten.) Augenscheinlich spekuliert die Interpellation— eine Notiz der„Deutschen Tageszeitung" hat es verraten— auf die, die nicht alle werden; dem Publikum, soweit es leichtgläubig genug ist, soll eingeredet werden, daß die Konser- vativen mächtig genug seien, durch Interpellationen den Geldmarkt zu beeinflussen. Man scheint es wieder einmal darauf anzulegen, einen Unter- schied zwischen dem guten nationalen und dem bösen internationalen Kapital zu konstruieren. Vergebliches Unterfangen! Ich will gar nicht erst untersuchen, wieviele auswärtige Papiere sich in den Geld- schränken der allernationalstcn Agrarier befinden; bei Steuer- defraudationsprozessen sind da sehr nette Dinge zutage gekommen.(Sehr gut! und Heiterkeit links.) Das Kapital, ob im Handel, in der Industrie, in der Landwirtschaft angelegt, ist seiner Natur nach vaterlandslos— das Wort übrigens ganz neutral, ohne gehässige Nebenbedeutung gebraucht—, es strömt da- hin, wo es sich am vorteilhaftesten betätigen kann. Ich erinnere an die Skrupellosigkeit, mit der die Agrarier auswärtige Arbeiter ins Land ziehen, haben sie sich doch sogar die natür- lich bereitwilligst abgegebene ministerielle Zusicherung erteilen lassen, daß beim masurischen Kanal ja keine inländische Arbeiter beschäftigt werden sollen. (Hört, hört! bei den Sozialdemokraten.) Ich erinnere weiter an die Syndikatspolitik, die den Erfolg hat, daß im Ausland deutsche Kohle und deutsches Eisen billiger verkauft werden als im Inland.(Hört, hört! bei den Sozialdemokraten.) Besonders ! pikant ist, daß dieselben Syndikatsherren oftmals in den Vorständen der Ortsgruppen des Reichsverbandes zur Bekämpfung 'der Sozialdemokratie sitzen.(Hört, hört! bei den Sozial- demokraten.) Ueber die nationalen Wirkungen der Shndikatspolitik zu interpellieren, würde ich den Konservativen einmal sehr emp- fehlen.(Heiterkeit und Sehr gut! bei den Sozialdemokraten.) So steht es keineswegs, daß ausschließlich deutsches Geld nach Amerika fließt. Auch das Umgekehrte ist der Fall. Was uns Sozialdemokraten betrifft, so betrachten wir den Exporthandel und alles, was damit zusammenhängt, als eine notwendige Phase der kapitalistischen Gesellschaft.- Wir sehen auch, daß die internationalen Finanzbeziehungen immer wichtiger und bestimmender für die politischen Machtverhältnisse werden. Die Beziehungen zwischen Frankreich und Rußland bestätigen das alte Sprichwort, daß der Kavalier keine zärtlicheren Beschützer hat als seine Gläubiger(HeiterkeitI), andererseits haben wir es oft genug erlebt, daß hinter unbezahlten Forderungen sich das Kriegs- oder Annexionsgespenst erhebt. Durch die Ausfuhr deutschen Geldes Bestellungen aus dem Ausland zu erzwingen, ist ebenfalls eine i n t e r- nationale Gewohnheit. Bei Privaten spricht man bei solcher Ausnutzung der Notlage bei Geldgeschäften von Sachwucher, ge- schieht es aber im großen und international, so spricht man von „patriotischen Aktionen". Der Abfluß heimischen Geldes nach dem Ausland kann freilich nicht gehindert werden, er darf aber durch die staatliche Autorität nicht gefördert werden, und das geschieht zweifellos durch die Zulassung fremder Papier« an der Börse.(Sehr richtig!) Graf Kanitz hat bereits von einer Revision des Börsen-- gesetzes gesprochen. Es ist doch recht hart, daß, nachdem die Blockehe in die Brüche gegangen ist, die Konservativen jetzt schon die Bcr- lobungsgeschenke zurückfordern.(Große Heiterkeit.) Ganz zweifellos ist der Bundesrat und die preußische Regie- rung berechtigt, im öffentlichen Interesse einzuschreiten, und die preußische Regierung hat. weil sie gegen die Deutsche Bank nicht eingeschritten ist, den Schein auf sich geladen, daß sie dieser Bank eine Ausnahmestellung einräumt. Man weiß gar nicht mehr recht, wer denn die Aufficht ausübt, die Deutsche Bank oder die deutsche Reichsbank.(Sehr richtig! rechts und bei den Sozialdemokraten.) Je gewaltiger die Vermögenskonzentration in solchen Instituten ist. um so notwendiger ist die Wahrung der öffentlichen Interessen. In den Aktienbanken sind etwa acht Milliarden, in den Berliner Großbanken etwa vier Milliarden Mark investiert. Bei so gewaltigen Summen kann nian nicht mehr von privaten Summen sprechen. Wenn der Staat sich um das' Tempo zedes Radfahrers und Automobils küm- mert, wenn er darauf achtet, daß jeder Wagen zur Nachtzeit be- leuchtet ist, so hat er auch die Pflicht, bei diesen Instituten s» ch u m die Wahrung der öffentlichen Interessen zu kümmern.(Lebhaftes Sehr richtig! rechts, im Zentrum und bei den Sozialdemokraten.) Die Frage, wie der Staat eingreifen soll, ist freilich sehr schwer zu entscheiden. Bei der Beratung des Börsengesetzes verlangten wir Sozialdemokraten die Schaffung eines Aufsichtöamtes für das Bankwesen. Das wäre wenigstens der Anfang einer Organisation zu einer wirksamen Beaufsichtigung dieser großen Institute. Wir glauben freilich nicht, daß die Regierung in ihrer gegenwärtigen Zusammen- setzung und daß etwa der jetzige Reichskanzler eine beson- dere Befähigung zur Beaufsichtigung der Banken hat. viel- mehr sind wir überzeugt, daß der Reichskanzler von den Banken sehr oft über das Ohr gehauen wird.(Zustimmung.) Aber trotzdem meinen wir, daß die Allgemeinheit ein Recht auf die Ueberwachung der Banken hat, und wenn der gegenwärtige Reichs- kanzler nicht dazu imstande ist,— nun, er braucht j a nicht ewig auf seinem Platze zu bleiben.(Lebhaste Zustim- mung bei den Sozialdemokraten.) Vielleicht bildet sich in der Stille einer Bankdirektion schon das Talent, das künftig einmal diese Auf- gäbe erfüllen wird. Jedenfalls meinen wir, wenn die Banken nur das Divrdendeninteresse wahrnehmen— und das nehmen wir ihnen nicht ubel—, daß dann ein Amt da sein muß, welches den Banken gegenüber me allgemeinen Interessen des Volkes wahrnimmt.(Bravo! bei den Sozialdemokraten.) Abg. Dvve(Vp.): Die internationale Entwickelung von Handel und Verkehr bedingt auch den internationalen Weltmarkt. Mit welcher Freude begrüßte man es nicht allgemein, daß Deutschland sich an der heißumstrittenen türkischen Anleihe beteiligen tonnte. DaS System, das sich auf unserem Kapitalmarkt bewährt hat, um das Publikum zu schützen, hat sich aus den Börsenorganen selbst entwickelt,� das Berliner Börsenkommissariat, welches bei der Zulassung ausländischer Werte sehr vorsichtig verfährt. UebrigenS ist die Regierung der Börse gegenüber nicht wehrlos. Paragraph 1 des Börsengesetzes gibt ihr sogar die Möglichkeit, unter Umständen die Börse ganz zu beseitigen(Heiterkeit); jedenfalls ist die Befug ms. einzuschreiten, genügend vorhanden, wenn das öffent, liche Interesse es ersordert.(Zustimmung bei der Volkspartei.) Abg. Frhr. v. Gamp(Rp.): Es ist sehr zu bedauern, daß am Sonnabend das Haus stets so leer ist. Vielleicht wäre es gut, am Schluß eine namentliche Abstimmung über die Tages- ordnung am Montag herbeizuführen(Heiterkeit), wir würden da- durch dem Reichssäckel eine ganz schöne Summe ersparen und die Herren künftig vielleicht auch am Sonnabend hier sehen. Vizepräsident Schultz: Eine namentliche Abstimmung kann ich nur ankündigen, wenn ein Antrag auf namentliche Abstimmung vorliegt. Abg. Frhr. v. Gamp(fortfahrend): Für diese Belehrung bin ich sehr dankbar, doch bedurfte ich ihrer nicht.(Heiterkeit.) Als ich die Sache anregte, wurde mir entgegengehalten, daß vielleicht gar nicht 5 0 Abgeordnete da sind, die zur Unter- stützung eines solchen Antrages notwendig find. (Große Heiterkeit.)— In der Sache, die zur Diskussion steht. schließe ich mich vollständig den Ausführungen des Grafen Kanitz an. Mit seinen allgemeinen Grundsätzen erklärte sich auch Herr Dove einverstanden, nur will er sie nicht anwenden; aber! auf nicht angewandte Grundsätze Pfeife ich. Herr Dove will alles der Zulassungsstelle und den Banken überlassen; aber dies Ver- trauen ist doch nicht gerechtfertigt. Die Großbanken haben vor allem ein Divideadeuinteresfe. Die Großbanken haben die Situation, in welcher Reich und Staat ein besonderes Anleihe- bedürsnis nicht hatten, in verwerflicher Weise benutzt» um ausländische Werte hereinzubringen, und die Zulaffungsftelle hat nicht immer sorgsam genug geprüft, ob ein Papier nicht zurück- zuweisen ist. Es wäre gut, nach dem Vorschlag von Roland Lücke, einem früheren Direktor der Deutschen Bank, eine besondere stän- dige Kommission für Bankangelcgenheiten zu schaffen.(Bravol rechts.) Abg. Dr. Stresemann(natl.): Als einzige praktische Anregung der Debatte liegt die der Schaffung einer Zeutralzulassungsstelle vor. Aber es ist fraglich, ob dies möglich ist; denn die einzelnen Regierungen haben das Aufsichtsrccht über die einzelnen Zu- lassungsstellen und können von diesen ausgesprochene Zulassungen sogar ivieder rückgängig machen. Wir haben auch vom Staats- sekretär gehört, daß die Bundesstaaten von ihren Befugnissen Ge- brauch machen wollen, und bei den amerikanischen Eisenbahn« papieren ist der preußische Handelsminister auch eingeschritten. Man unterschätze doch nicht die Bedeutung des Weltmarktes, man unterschätze auch nicht die Bedeutung der auswärtigen Betätigung des deutschen Kapitals für die politische Machtstellung Deutschlands. Man denke an die Sympathi en, die uns das deutsche Kapital am Bosporus, in Chile erworben hat.— Die bestehenden gesetzlichen Bestimmungen genügen durchaus, um den deutschen Geld» markt zu schützen.(Beifall links.) Abg. Raab(Wirt. Vg.): Ich will durchaus nicht den gemüt- lichen Ton unseres politischen Fünfuhrtee» stören. (Heiterkeit.) Ganz entbehrt werden kann die auswärtige Betäti- gung des deutschen Kapitals wohl nicht; aber gegen die Ueber- . schwemmung und Bedrohung des heimischen Geldmarktes muß energischer vorgegangen werden. Man soll nicht so nachgiebig gegenüber Amerika sein. Wenn die bestehenden Bestim- mungen den Verbündeten Regierungen nicht genügend kräftige Handhabe bieten, so müssen sie eben verschärft werden. Ein Aus- s i ch t s a m t für das gesamte Bankwesen ließe sich sehr wohl schaffen.(Bravo! rechts.) Abg. Dr. Hahn(k.): Mit dem Ergebnis der Interpellation können wir zufrieden sein. Alle Redner haben gewünscht, daß daZ deutsche Publikum verschont werde mit Papieren, deren Kurse nicht hier, sondern im Auslande gemacht werden. Mit Umgehung der Börse gehen Agenten mit ausländischen Papieren förmlich hausieren und schwatzen dem Publikum ganz kolossale Mengen schlechter ausländischer Werte auf. Auf dies Unwesen möge die Regierung ihr Augenmerk lenken. An positiven Maßnahmen hat uns der Staatssekretär recht wenig versprochen, er hat an die Banken appelliert, sie sollten bedenken, daß sie im Dienst der Ge- samtheit stehen. Aber Bankdirektoren sind keine Idealisten und sollen es auch nicht sein, und deshalb ist eine allgemeine öffentliche Ueberwachungsstelle notwendig, um das nationale Interesse wahr- zunehmen bei der Anlage deutschen Kapitals im Auslande. Das mobile Kapital, das ins Ausland geht und dort Fabriken gründet, speziell in Ostasien, wodie Löhne niedrig sind, schaffen eine nicht zu unterschätzende Konkurrenz für die heimische Industrie; in dieser Richtung nicht das englische Beispiel nach- zuahmen, sondern für den Schutz der deutschen Arbeit zu sorgen, ist eine wichtige Aufgabe. Redner schlägt einen Ausbau der See- Handlung vor. die namentlich überall in Großstädten Depositen- lassen errichten solle. Vielleicht muß das aus der Zeit rot-blauen Blocks(Heiterkeit) stammende Börsengesetz bald wieder revidiert werden.(Bravo! rechts.) Hierauf ve r tagt sich das HauS. Nächste Sitzung: Montag. 2 Uhr.(M a r i n e e t a t.) Schluß 6 Uhr. Mgeoränetenbaus. 24. Sitzung vom Sonnabend, den 11. Februar» vormittags 11 Uhr. Am Ministertisch: v. Dallwitz. Auf der Tagesordnung steht zunächst die erste Beratung des Gesetzentwurfs betr. Bewilligung weiterer 12 Millionen Mark zur Verbesserung der Wohnungsverhältnisse von Ar« beitcrn, die in staatlichen Betrieben beschäftigt sind und von gering besoldeten Staatsbeamten. Abg. Frhr. v. Malhahn(k.): Wir stimmen der Vorlage zu. Der Staat soll vorbildlich beim Bau von Arbeiterwohnungen wirken. Seit 1895 sind 132 Millionen für diesen Zweck verwandt worden. Die Nachweisung über die Verwendung der Gelder sollte unS alljährlich vorgelegt werden. Es sollten möglichst viel Einzeldar» lehen an Arbeiter und Beamte gewährt werden, die sich seßhaft machen wollen. Abg. Hirsch(Soz.): Gin eigenes Haus ist vielfach für die Arbeiter ein Danaer« g e s ch e n k. Wenn ein Umschwung in ihren wirtschaftlichen Ver« Hältnissen eintritt, find sie in ihrer Bewegungsfreiheit gehemmt.(Sehr richtig I bei den Sozialdemokraten.) Im übrigen stimme ich in der Wertschätzung einer gesunden Wohnung vollkommen mit dem Vor- redner überein und tchließe mich auch seinem Wunsche auf jährliche Vorlegung der Nachweisungen an. Auch von dem Inhalt derMietS- v�e r t r ä g e sollte uns KennmiS gegeben werden. Was unsere prinzipielle Stellung zu der Vorlage anlangt, so kann gewiß unter Umständen der hier besckrittene Weg durchaus segensreich wirken. Aber eS be- steht die große Gefahr, daß mit dieser WohlfahrtSeinrichtung Miß- brauch getrieben wird. Ich erinnere daran, daß im vorigen Jahre der Abg. Brust Beispiele angeführt hat, wo die Bergvcrwaltung Arbeitern oder Beamten die Werkswohnungen einfach gekündigt hat» weil die Arbeiter sich politisch betätigt hatten.(Hört l hört! bei den Sozialdemokraten.) Die Regierung wußte damals auf seine schweren Anklagen kein Wort zu erwidem. Herr Brust sagte damals. es werde durch die Entziehung der aus allgemeinen Staatsmitteln geschaffenen Arbeiterwohnungen versucht, die Arbeiter in der Ausübung ihrer öffentlichen Rechte zu beschränken und Uebertretungcn von bergpolizeilichen Vor- schriften durch Grubenbeamte zu vertuschen. Zu einem solchen Zweck können wir natürlich keine Mittel be- willigen. Daß es sich hier um ein planmäßiges Borgehen bandelt, beweist der Ausspruch des HerrenhauSmitgliedeS Graf H o h e n t h a l- Dölkau bei einer ähnliwen Vorlage, man wolle da- mit einen gewissen Einfluß auf die patriotische Gesinnung der Leute gewinnen.(Hört, hört I bei den Sozialdemokraten.) Mittel, die dazu verwandt werden, Arbeiter und Beamte in ihren politischen Rechten zu kürzen und die Leute zu veranlassen, patriotische Gesinnung zu heucheln, können wir unter keinen Umständen bewilligen. Wenn wir also auch die Bedeutung gesunder Wohnungen in sittlicher, hygienischer und sozialer Beziehung durchaus anerkennen, können wir doch dieser Vorlage n i ch t z u st i m m e n. Da wir nicht unsere Hand dazu bieten können, daß Wohlsabrtseinrichtungen geschaffen werden, die schließlich dazu führen, aus freien Bürgern GesinnungS« Heuchler zu zückten.(Bravol bei den Sozialdemokraten.) Abg. Schroder-Kassel(natl.) stimmt der Vorlage zu, hält aber einen Mißbrauch zu politischen Zwecker auch für unzulässig. Ein RrgierungSkommissar betont, daß die Regierung nur mit Baugenossenschaften nickt mit Einzelpersonen in Ver- bindung trete. Es seien Bestimmungen geschaffen, daß diese bei Versetzungen die Häuser wieder zurücknehmen. Abg. Bartsch«(Z.): Es handelt sich hier um ein großes soziale» Werk, und es ist bezeichnend, daß der Vertreter der Sozialdemokratie erklärte, seine Freunde würden gegen das Gesetz stimmen. Deutsch» land sieht in der Sozialpolitik an der Spitze aller Länder, aber die Wohnungsverhältnisse sind bei u NS schlechten als z. B. kn Amerika. Dnher hat der Staat allen Anlaß, in dieser Beziehung ein mustergültiges Beispiel zu geben. Abg. Rosenow».60 pr. Kaffeekannen bsnuehe f»™ 27 bie65 pt. MUchtÖpfe koniechc Form,,.. 4 ble 16 Pf. Milchtopfe itbtncbte Form.,. 15 bl»45 Pf. Kaffeekannen»»neb. Form» 27» 48 Pf. Teekannen*»ncbiedenc Formen 27, 48 Pf. Schokoladenkannen 30 pr. MllchtÖpfe Torecbiedcne Formen. 8 ble 15 Pf. T assen....... 11» donn..... 15 pr. Tabletts 30 pi, Zuckerdosen 15 pr. Bierbecher»chmolzen 7, Goldrend 10 Pt Bierbecher ��..9, 12 pr. Likörgläser gepreett........ 6, 7 pr. Wassergläser............... 5, 6 pr. Butterdosen................ 25 pr. Honigdosen.......... 15, 20 pr. Käseglocken eepre»,.... 35, 40 Pt Bierkrüge................ 60 pt Kompottschusseln icpreut.8» 15 pr. Kompotteller............. 4, 6 pr. Ein Reetpoeten Kompottschüsseln „Diamant" a leiiig 35, 45, 65 pt FBeeebea 25» 35» 48 Pt Bierbecher flbiibn. 27, 27 pr. Bowlenkannen leecbiirren.. 63, 85 pr. Bowlenkannen"Al'binf. 90 pr. u» 2.05 Groggläser(eecbiibn 23, 16 pr. Likörgläser 30, Si,,idr.nd40 pt. Wassergläser geeebimen,.. 20, 27 pt Likörbecher(trbtg........... 3 pr. Butterglocken gcscbiiirea.. 80 pr., 1.30 Käseglocken geecbur-n........ 1.25 Kompottschüsseln f�nabn 27 bie95 Pt Kompotteller geeebiibn... 20, 23 pt Sturzflaschen"»L'K».. 36bie63 pt Sturzflaschen arbig, mit eist.... 45 pr. Likörflaschen reich geaebiibo.... 78 pr. Wasserflaschen geeebiihn. 45«,70 pr. Ein Restposten Kristall- Bowlenkelche glatt 27 Pf. Kristall-Bier- und Teebecher graviert 25 Pf. Montag Dienstag Mittwoch Steingut Tafelgeschirr aii-js, FistoifForm Speiseteller cur oder flach....... 7 Pt Dessertteller.............. 6 pt Kompotteller............ 5 Pt Terrinen................. 70 pt Kartoffelnäpfe........... 57 Pt Saucieren............... 33 Pt Kompottschüsseln..... 8 bi» 33 pt Bratenschüsseln»ni... 10 w» 60 pr. Satz Salatschüsseln'l'," 95 pt, 1.20 Satz Salatschüsseln g"*. 1.10, 1.55 Tafelgeschirr„Erika** F»31 ort' Form, mit Plamingirlaad» Speiseteller tief oder steh...... 18 Pt Dessertteller............. 16 pt. Kompotteller............. 12 ff. Terrinen............ 1.75, 2.45 Kartoffelnäpfe............ 1.35 Saucieren............... 85 pt. Bratenschüsseln»t»i 20 Pt w» 1.35 Tafelservice bi.ues e on Zwiebelmuster, für 6 Personen 9»dyV/ Waschgarnituren 4 tonig,«okMiari 1.30 Waschgarnituren sttuig, dtboriort 3.25 Toiletteneimer mit Einlege«ad RebrbDgel velee 2.25, 2.65, mit Goldrend 3.50 Ein Posten W aschgamituren ÄST; 2.90, 3.75, 5.75 Blumentöpfe«eieui».. 12pr. Me2.10 Schirmständer M<)oiika....... 3.90 Ein Pesten Grosser Waschbecken dekoriert i»45 Fasanen StVcA 1.40 Billige Ronserven � f Apfelsinen In OHginalkMcn ve« ca. 1 5S Stck. 6.50 Bruchspargel onn eterk Dolo 1.30 Bruchspargel 1.......... v»no 1.10 Ksuserschoten»«« r>°„ 1.20 Junge Schoten enirekla.. v, Dose 88 PT. Junge Schoten I......«/• Dos« 75 pr. Junge Schoten IV.... v. Dose 36 pr. Karotten l Doie 65 pr. Karotten................ d»«» 45 pr. Karotten in Streifen dos» 26 pr. Gemischtes Gemüse Ii»/, De»» 60 pr. Gemischtes Gemüse..«/, D»»e 48 pt. Grünkohl Ibla gewiegt Dose 33 pr. Spinat gegrint...........Vi Dolo 38 Pf. Teltower Rübchen.... v, Dose 65 pr. Rosenkohl...... Do>e 65 pr. Pfefferlinge............. Doee 48 pr. Morcheln............ V. Doee 1.10 Sellerie'lu Sebelbe».......>/■ Dose SO pr. Champignons Vi Dose 1.45, /.Dos« 80 pr. Saure Kirschen mit Sleieeo, Vi Doee 58 pr. Champignons I Vi Dos- 1.80>/, v>-,- 1.60 Brdheeren...........«a Des« 88 n Neunaugen»««« s Stack inbai* 05 vr Stangenspargel''rb"» 1.35 Steinpilze....>/. v-»- 85,...>/, o»,» 48 Kalifornische Aprikosen>/. 0«° 1.35 Mirahellen................ 65 pi. Rote Rüben.......... iopfu„d.D«.. 1.20 Bratheringe.............« �.-,.0-« 1.20 Himbeeren........... v, d#»» 1.10 Aprikosen........... v. dos» 1.00 Pfirsiche la........... v. Dost 1.40 Melangefrüchte...... v. Dose 85 pr. Pflaumen I» Essig und Zueker. Vi Doso 70 Pf. Preisseibeeren........ v. doss 65 pr, Apfelmus............ v. Dom 55 rt Dunstfrüchte Stscbelbecren, Birnen, Pflsuraea ohne Kerns, 004% Jobsnnisbeeren, Heidelbeeren, Klrscbsn mit K/ Steinen................. Olss Wfc*"« Gemischte Marmelade Dose es. ee Eimer es. H on Eimer es. O Oft 2 Pfund"3 pr' 5 Pfund I.äU, jg Pfund Apfelmarmelade Eimer es. sprund 1.80 Pflaumen- Konfitüre fpfund*" 1.75 Rhein. Kraut aTfnn'i 80, iDp" 42 pr. " Verantwortlicher Redakteur: Richard Barth, Berlin. Für den Inseratenteil verantw.: Th. Glocke, Berlin. Druck u. Verlag-Vorwärts Buchdrucker« u. Verlagsanstalt Paul Singer u.Co., Berlin LW. Kr. 37. 28. latitgira*. 2. Stilnjt des„ömmärts" ßttlintt PoMIntl Sotntag, 12. feJ)i«H I9!L Die Nshlev zum Kauftnannsserlcl)! finden heute in der Zeit von 10—3 Uhr statt. Die Wahlen finden auf Grund der Verhältniswahlen statt. Jede Stimme fällt da in die Wagschale! Bleibe deshalb kein Wahl« berechtigter der Wahl fern. Ein aufgeklärter Handlungsgehilfe kann nur die Liste des Zentrawerbandes, die Liste 3, abgeben. Nur diese Liste gibt die Gewähr für eine wirtlich objektive Recht- sprechung l Handlungsgehilfe»! Stimmt heute für die Liste S. Slirtschaftlicher Aochenberichl. Berlin, 11. Februar 1911. Agrarier gegen Linderung der Fleischnot.— Preisgestaltung.— Truchengefai Theater-Capes mit pei«be«au..,, e,» Darren-PalelOtS iDttTressengaralernDg.... ISS M 37 » 96 M 480 M. 196 M 5®° 2?.° ReinwollGrieMisseiine! neue 1 PbanUtie-Muster ' auf hellem und duoklem Food, früherer Frei« bis 1.10 M.|etsf Mir. «5 pt. SdiMcrcc rni» ksiMe reWenstofte Günstige Celeaenheil za enorm Billliaen Einkäufen Dieser Inventurverkaof unfaeat«asser de« bei der Inventur nun grosse« Teil Im Preise ganz bedeutend herabgesetzten Warenbeständen auch noch weiter« vertellhafts ßelegenheitsposte«. Für BrgulaHssiallunoen; Hemden- u. Louisianatuch i««-«»«»«. 5. 80 Fertige Bettbezüge oeekb«» an«>»»,»>»»«,,. 2.83 Weisse Bettlaken«k»,»akt, fertig geuuau... 98 n Fertige Bettinlette rat mt rosarot geslretll.■, 2.95 Bettdamast w»»»»>» Bsubreit«...... mr. 90 Bt. Altdeutsche KüchenhandtQcher..>1,0*4. 1.48 Damast-Tischtücher.........«�1.25 Crosse Posten aiteestauhfe wasche Reinseidene bhugrüne R yes.... Mir. 85 pi. Reinseidene Louisines einfarbig.... iet>t uu. 90 pi. Reinseidene Tafte und Merveitleux. Mir. 9a pr. 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Schiller- Theater Chai lotienburg: Prinz Friedrich von Homburg. Neues Theater: Tarlüsf.— Die Ge- schwister. Neues Operetten> Theater: Der Glückscngcl. Metropol-Theater: Pariser Leben. Kleines Theater: Das Kind. rubendS 8'/, Uhr: NeueS Volks- Theater: Sonntag, Montag, Mittwoch, Freitag, Sonn abend: Die Schmeilerlingsschlacht. — DienStag: Ueder unsere Krast I. — Donnerstag: Hanneies Himmel- sahrt. Bolls- Oper: Montag: Die weihe Dame.— Freitag: Zar und Zimmermann._ Lessing-Theater. 3 Uhr: Rosenmontag, fi Uhr: Die Ratten. iiontag 8 Uhr: Anatol._ Berliner Theater. Täglich 8 Uhr: Bummelstudenten. Modernes Theater (früher Hebbeltheater). Abends 8 Uhr: _ Poppelmcnsch._ Neues Theater. Täglich: eMiter Weit. Anfang 8 Uhr. Theater des Westens. 0 Uhr! Die Ingtigre Witwe. Sonntag nachm. 3'/, Uhr: Die geschiedene Frau. Berliner Volksoper Nachm. 3'/, Uhr: Der Freischütz. Abends 8 Uhr: Die Doilm-peinsEeMiiK Residenz-Theater. Dtreltton: Richard Alexander. Ansang 8 Uhr. Pariser Menu. Drei Gänge von Georges Feydeau und Veber-?lbnc. 1. Gang: ,52 Meter über Paris*. 1 Akt von Veber-Abric. 2. Gang:.Eine Nachtsitzung*, 1 Akt von Georges Feydeau. 3. Gang:.Nach dem Mäuschen- ball*, I Akt von Georges Feydeau. Sonntag, den 19. Februar, nachm. 3 Uhr: Kümmere Dich«m Amblie. L.tiisen- Theater. Nachmittags 3 Uhr: 11 a Iii 1 et. Abends 8 Uhr: Ums goldene Kalb. Montag: UmS goldene Kalb, Dienstag: HascmannS Töchter. FriedrlGh-Wilhelmsfödtisches Schauspielhaus. Sonntag, 12. Februar, abend« 8 Uhr: HWIIseZm Teil. Nachm. 3 Uhr: Die Jnugfra« von Orleans. Montag: Wilhelm Teil. Dienstag: Hosgunst._ |gOSE=THEATE I 1111 Große Franksurtei Str. 132. II Il Nachmittags 3 Uhr: |Hj Der Glucksschnlikd. BolkSstüik in 5 Akten von Görner und Spannuth-Vodcnstedt. AbcndS 8 Uhr: Forbmltuum und Kettelstab. Schauspiel in 4 Akten von Holtet. Montag: Lorbeerbaum u. Bettel» stad. Dienstag: De» Glücks- schmied._ Trianon-Theater. Abends 8 Uhr: Hippolyten Abenteuer. Lustspielhaus. Ugchm. 3 Uhr: Ose LeutnanUmflndel. Abends 8 Uhr: Das Objekt. Urania. Wissenschaftliches Theater. Taubenstraßo 48/49. Abends 8 Uhr: Was an» der ülond erztthlt. Montag 8 Uhr: E. v. Paska, Wien: Ote neue Tauern-Bahn und ihr Gebiet. Hörsaal 8 Uhr: Dr. Rieh. H e n n i g: Postwesen, _ Telegraphie und Telephonie. Kalser-PanoraimT- Z. I.Male: IV. Wanderung in Venedig. L. Woche: HI. Tour im iüdlichen Schwarzwald. Eine Reise 20P(. Kind nur lOPf. Abonnements 1 M. Tausende Abonn. Passage-Paiiopiikum. i» Eine Kolonie S in Ihr. Leben, Sitten u. Gebrauch. Kam 1. Male in Berlin! in ein. eigens.erbauten Polardorfc. Ohne Extra-Entree! Heute, Sonntag: 2 Vor- steUungen. Nachmittags 3— 7 Uhr(kleine Preise) Abends 8 Uhr. Sgr. Ordona der spanische Caruso. Scbnelder-Ouncker Les Vignacs u. d. kolossale Febr.-Preg j 14 neue Varlelb Attraktion SKetropol Nachmiltai tviser Uhr:. Hur, gW" drottixen 5ssckinxsproxrgmm. Heute Sonntag S'/, und 8 Uhr: 2 gr. Vorstellungen. Ärf Halbe Preise. 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Sonntag, nachm 3 Uhr: Prinz Friedrich von Homburg. Schauspiel in 5 Alten v. H. v. KleisL Ende 6 Ubr. Sonntag, abends 8 Uhr: Der Baiser. Eine Tragödie in 5 Allen von Hans ».Kahlenberg». H.Olden. E. 11 Uhr. Montag, abends 8 Uhr: Kaihaa der Weise. Dienstag. abendS 8 ll h r: Zum 1. Male: lflaria und Tlasdalena. Md ßerliicf BueDM-liascieDiisler. Sonntag:, den iL. Februar, abend» 6 Uhr, im großen Saal der Sophtenväle, Sophienstr. 18; Unleriiallungsabsndi Heilere Kunst. Mitwirkende: Frau Kftte Itzyan(Ueder zur Laute ans alter Zeit); Frau Amalie Radwaner• Olrnbanm(Violine); Herr Felix Eederer-Prlna(Gesang); Herr l»eo Kestenberg:(Klavier); Herr Emil KUhne(Rezitationen). 287/19 Nach den Vorträgen: Tanz. Eintrittspreis 60 Pf. einschL Tanz und Programm. Freitag, 17. Februar 1911, im Bldthnersaal, f Sc-wd- Aftonrl Lützowstr. 76, abends 8 Uhr i-rl»ZI.-/ADCnU zum Besten der Luftschiffe ihres ungerecht unterdrückten Vaters mit kurzem Vortrag darüber von Freya Ganswindt Mitw. ihre Schwester stud. phil.(in Vorbereitung zum Doktorexamen in der Physik) Isolde(Vortrag) und ihr kleiner Bruder, der vor elf Monaten im Blüthnersaal als vierjähriger„Wunderknabe- stürmisch applaudierte Hartmut Ganswindt. Progr. s. Plakat, beute auch an den Säulen. Der„Lnftschiffwalzer" der Konzertgeberin wird im Druck erscheinen und kann für 1,50 M. bei Hormann Ganswindt in Schöne berg bei Berlin vorbestellt werden. Karten zu 5, 4, 3, 2, 1 M. bei Bote& Book und A. Wertheim, Leipziger Straße.___ 78 b Theater. mittag 3 Uhr: Pariser Leben. Abends 8 Uhr: Rauchen gestattet W»! Wir leben noch! Kroße AuSstattungSrevue in 7 Bildeni v. I. Freund. Musik o. B Holländer. In Szene gesetzt von Dir. R. Schultz. �rielirlck» 165 Castan5 Panoptikum SX Die Schönen Samoas. 25 Personen. Ohne Extra-Entroe. Heute: 2 Vorstellungen 2 DRchm. 8 Uhr kleine Preise abends 8 Uhr mit Md. Chung der berühmten chinesischen Tragödin u. Ihrem chfnes. Schausp.-Ensemble sowie dem Sport- Tatast süüujü; Potsdamer Straste 72 72a EntrM'*■ Größter Eispalast der Welt. Feerie„Karneval am Nordpol". 200 Eislaufkünstler X Prachtvolle Ausstattung. Unerreichbare Lichteffekte. X 2 Musikkspellen. Raum für 10 000 Personen. X Unterricht im Eitlauf. Vorml( tag:s- K onzer te. Sonntags 4 Uhr: Kachmlttng;s-VorsteIIanc. „CLOU" BERTA\ ER KOXZERTRAIJS Maueretr. 82 Zlmmertlr. 90-91 Beute'/,1— 3 Uhr: Konzert- Matinee MM- bei freiem Eintritt."WM Außerdem: Zwei große Konzerte. Am.«/«< Uhr. Ab 7 Uhr: Gastspiel von Jobann StranB ans Wien. Montag zum Besten des Invalidendank: Honster-Konzcrt. Brauerei Friedrichshain." Am KBnlgstor. GrflGto Sehenswürdigkeit Berlins. Heute: Sonntag auf d. Alm. Der berfihmieste Feslwirt Lellorsek Lkrengruder mit seiner Truppe(60 Persenen) aus München. Die iideien südd. Sänger. 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Mit ca. 125(arbenprächtigen Kunst-Lichtbildern nach eigenen Aufnahmen des Vortragenian• P Der Saal wird vor'/j 7 Uhr nicht geöffnet.— Beginn'/i 8 Uhr. Nachdem: Gemütliches Beisammensein und Tanz. Eintritt 30 Pf. Garderobe frei. 6/5' Tonntag, IS. Februar 1911: 2 große n Vorstellungen/ Nachm. Z>,,IIHl, abbe.T'/jlIhr. Nachm hat jeder Beiucher I Kind mner 10 Jabren frei aus alle» Sitzplätzen, jedes weitere Kind unter 10 iIahren halben Preis. In beiden Vorstellungen: Die romani. Ausstati.-Pantomime Ler große Coup der Schmuggler In beiden Vorftellungen: Heros, Kraft jonglrar Antonet u. Grock Arconis(4 Perionen) Rcitrrfainlllc Clarke sowie d. übrig, neuen Aitraittonen. kolies Csipriee. Täglich 8V« Uhr: Die abgetretene Frau. Rener bunter Teil. seldwebeihügel. LICHTSPIELE. MOZART- SAAL. Nollendorf- Platz. Beginn 6 Ubr. Konlgstadt-Kasino. Holzmarklstr. 72. Gänzlich neues Programm mtt Franz hiohanskl. Loop. Rossrr, Elsa de Pianque, Geschwister Beniftardy, HIB Eugenia, The Blanke usw. 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Alt: Oer Aufmarsch der römischen Legionen. (Die Hermannsschlacht.) In beiden Vorstellungen: 816 Serene Nord, Tauchllinstlerm Käti Sandwlna, Lady Herkules. Herr Direktor Pierre Althoff und Frau, Freiheitsdresfuren. Die Fredianis, Akrobaten zu Pferde. Q n Rons. Amonns QO Coampion im Hochspringen. Vorführen und Reiten der best- dressierten Schul». Fre'beitS- und Springpseide. sämtl. EiownS mit neuen Witzen und Epäßen. Abends 7»/, Uhr: Umiin! Großes VolkS-Manege-Schaustück. Thratkr„Hroß-Lkrti»". Ansang'l-ß Uhr. Sonntag. 12. Februar, in Ebsrswatde M. Rohdes Tpeater- und Festsäie: Die Ikose von älapau. Gr. Operelte von KirckS u. Reislingen. Vi eise: 30 Ps. bis l,25 M.; im Vorverk. billiger. Po, verkauf: Im Theater- lokale und in den Zigarreugeschäsien von Mündt, Hamann und Matthias. TnlAt-Thenter Geinndbruiinen, Badstraß« 58. Loniiiag. 12. Febrna'. nachm. 3 Uhr: Neif-Neistingeu. Abends 7 Ubr: Robert der Teufel oder: Die Stumme v. Burgund. Billettvorverkaus von lv Uhr vor« mittags ab an der Theaterkasse. Alt-Roadlt 47/48. Sonntag, den 12. Februar 1911 j pit pliient f itii. Lustspiel in 3 Auszügen von Schön» than und Koppel-EUseld. Ritter HanS v. Schwetzingen t Dir. HanS Reitz. Kasteneröffn. 6'/, Uhr. Ans. 7'/, Uhr. Nach der Vorstellung: i= Tanz.= Hochbahnstation Kottbuser Tor. 7 Uhr: Konzert der Theaterkapellt. 8 Uhr: Die von da drüben. Gesangsposse von 2. Elp. Grete Gallas Paal Förster. Wer dK Weddings Ei cht spiel- Palast Hülle, str. 182/183— Sellerstr.] Singers Begräbnis. 'in Auto durch die 8aToyer Alpen(Naturaufnahme). Der blinde Ktfnlg(lUustrafc zur Ublandschen BaUade)., Toranzeige: Mittwoch, IS. Febr., 5'/, o. 9 Uhr: Vortrag des Herrn Sohriftstell. Walter Boen Basel über die Besteigung des Himalajra durch den Herzog der Abruzzen. Für den Jndat» der Inierate übernimmt die Redatttou dem Publikum gegenüber keinerlei Verautwortun>. Bnrgtheater- Festsäle und Kinematograph bo-in. Groterjan. Jnbnb.: Rud. 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Der Staat, St« JnSustr!« tffiS Set Sozialismus. Druck und Verlag von Kaden u. Comp. Dresden-A. 192 S. Preis 3 Mark. Es ist der Stolz und die Stärke der Sozialdemokratie, daß ihr Programm und ihre Politik auf wissenschaftlichen Grundlagen be- ruhen, auf der Erkenntnis der in unserer Gesellschaft wirksamen Tendenzen und Gesetze. Insbesondere ist es die Konzentration der Kapitalien, welche die Produktion immer mehr und immer deutlicher zu einer Angelegentseit der Gesellschaft macht, nicht mehr zu der des Einzelnen; während sich das Privateigentum an den Produktionsmitteln immer klarer als Hemmnis der Entwicke- lung der Produktionskräfte erweist. In den letzten Jahren hat diese Konzentration ungeheure Fortschritte gemacht; nicht nur daß Betriebe entstanden sind, von deren Umfang und Leistungsfähigkeit man noch vor kurzem keine Vorstellung hatte; die Konzentration der Kapitalien ist noch weit rascher vor sich gegangen als die der Betriebe. Sie findet in den verschiedenartigen Unternehmerverbänden, den Trusts, Kartellen, Ringen usw. sinnfälligen Ausdruck, nirgends aber so deutlich wie in der Entstehung der Großbanken. Sind auf den meisten Gebieten der Industrie die großen führenden Firmen noch immer ziemlich zahlreich, und wirken die verschiedenen Industriezweige zw gleich nebeneinander, so ist der Konzentrationsprozetz in der Bank weit heute so weit fortgeschritten, daß man kaum mehr als die Finger einer Hand braucht, um die Institute aufzuzählen, die heut« das ganze Finanzkapital und damit auch die ganze Industrie, den Handel und Verkehr des Deutschen Reiches beherrschen. Denn die Banken, die noch vor wenigen Jahren die gefügigen und gefälligen Diener der großen Industrie waren, sind heute ihre Herren und Meister geworden, sie alle stehen aber wieder unter der Obergewalt der paar Berliner Großbanken, die selbst wieder untereinander vielfach verknüpft und verbunden sind. Wer also das moderne Wirtschaftsleben verstehen und die von ihm unseren Gegnern und uns diktierte Politik begreifen will, der muß sich vor allem mit den Problemen des Bankwesens, mit der Rolle vertraut machen, die die Banken heute im wirtschaftlichen und politischen Leben spielen. Mit dieser Aufgabe beschäftigt sich das neue Buch des Genossen Parvus, das allerdings auch die übrigen Fragen des Verhältnisses zwischen Industrie, Staat und Sozialismus in den Kreis seiner Betrachtungen zieht und besonders die Bedeutung des Konsums für die Volkswirtschaft hervorhebt. Parvus geht davon auS, daß die Bewegung des Kapitalismus fortwährend zwischen Unterproduktion und Ueberproduktion hin und her pendelt. Im Anfang des industriellen Aufschwunges bleibt die Produktion hinter der Nachfrage zurück, dann aber überholt sie diese und findet nun keinen Absatz mehr, die Krise bricht herein. Diese rührt nach Parvus daheri daß»das kapitalistische Privat- cigentum die Produzenten in Proletarier, die Konsumenten in Hungerleider verwandelt".(S. 19.) Diese von Rodbertus aufgestellte Theorie der Krisen ist aber bereits von Marx(vgl. besonders „Kapital" Bd. II. S. 385 ff.) widerlegt worden. So einfach wie Parvus die Sache hinstellt, ist die Erklärung der Krisen durchaus nicht. Um diese zu finden, muß man vor allem die Gesetze der Reproduktion und Zirkulation des gesellschaftlichen Gesamtkapitalö zu ergründen suchen. Die Kapitel, die Marx diesem Gegenstand im zweiten Band seines Hauptwerkes gewidmet hat, gehören zu seinen tiefsten und genialsten Leistungen. Sie begnügen sich nicht mit einigen Allgemeinheiten über Produktion und Konsumtion, wie eS Parvus tut, sondern untersuchen die Bedingungen, unter denen in der kapitalistischen Wirtschaftsordnung das Gleichgewicht zwischen Produktion, produktiver und individueller Konsumtion bestehen könnte. Erst auf dieser Grundlage ist ein Studium des Krisen. Problems möglich und fruchtbar. Da Parvus diesen Weg nicht ein- geschlagen hat, mußte er an der Oberfläche der Erscheinungen bleiben, mußten die„Richtlinien einer sozialistischen WirtschaftS- Politik", die er(S. 25 ff.) entwirft, so nichtssagend ausfallen. Im Gegensatz zu der Dürftigkeit der breiten Massen des Volkes, die den Konsum in engen Schranken hält, steht das Be- dürfnis des Kapitals nach Expansion, nach Ausbreitung. ParvuS versucht nun, das Maß der kapitalistischen Akkumulation, der An- Häufung produktiven Kapitals, auS der Statistik nachzuweisen und zu bemessen. Nach der preußischen Statistik betrug das schuldenfreie Ver- mögen der Steuerzahler mit mehr als 3009 M. Jahreseinkommen 58 786 Millionen im Jahre 1905 gegenüber 53 222 Millionen im Jahre 1902; es ist daher in drei Jahren um 5� Milliarden ge- stiegen..Soviel haben die wohlhabenden und reichen Leute Preußens in den drei Jahren zurückgelegt."(S. 16.) Das ge- samte Einkommen derselben Schicht betrug während dieser drei Jahre nach Abzug der Schulden 12 789 Millionen.„Von 12% Milliarden Einkommen wurden demnach 5� Milliarden, also über 40 Proz., dem Kapital zugeführt." An dieser Stelle hebt ParvuS selbst noch hervor, daß diese Angaben nichts weniger als genau find. Tatsächlich findet die hohe Kunst der Steuerhinterziehung ihre eifrigen Jünger in allen Schichten der besitzenden Klassen. Später aber verwendet ParvuS daS Ergebnis seiner Schluß- folgerung ohne derartige Warnungen als feststehende Tatsache. Aber sind denn diese Schlußfolgerungen selbst berechtigt? In der Zeit deS Kampfes um eine Reichs-Wertzuwachssteuer ist es doch sonderbar zu behaupten, jede Vermögensvermehrung rühre von „Ersparung" her. In den großen Städten steigt der Wert der Häuser rapide, ohne daß ihr Eigentümer irgend etwas dazu tut. Die Agrarzölle haben die Junker enorm bereichert, die Grund- renten in die Höhe getrieben. Ist nun der„Wert" von Grund und Boden etwa dadurch gestiegen, daß die Junker von ihren ge- steigerten Renten etwas„zurücklegten"? Keineswegs; sondern der Wert von Grund und Boden ist nichts anderes als die kapitali- sterte Rente. Hat z. B. ein Landgut früher 5000 M. Rente ge- tragen, so war es bei einem Zinsfuß von 5 Proz. 100 000 M. wert. Steigt nun die Rente etwa infolge von neuen Zöllen auf 6000 M.. so steigt der„Wert" des Gutes bei gleichem Zinsfuß auf 120 000 M., ist aber etwa zugleich der Zinsfuß auf 4 Proz. gesunken, so ist das Gut jetzt 150 000 M. wert. Sind diese 20 000 oder 50 000 M.„zurückgelegt"? Aehnlich verhält es sich bei Aktiengesellschaften. Wenn Aktien, die auf 1000 M. lauten, heute 2500 M. kosten, so rührt das nicht daher, daß die Aktionäre etwas zurückgelegt haben, sondern einfach daher, daß die Dividende des betreffenden Unternehmens etwa von 5 Proz. auf 12,5 Proz. gestiegen ist. Die Berechnung, die ParvuS hier aufstellt, ist daher gänzlich wertlos und irreführend. ParvuS untersucht nun, wie sich daS gesellschaftliche JahreS- Produkt auf die verschiedenen Verwendungsarten verteilt und zeigt, daß der Bedarf des Staates davon 13. der der Kommunen mit mehr als 10 000 Einwohnern 5, der der Bourgeoisie zu Produktiv- und Konsumzwecken 27 und der der Volksmassen 55 Prozent des Gesamtbedarfes der Gesellschaft betragen. Von dieser ganzen Rech- nung sind bloß die Zahlen für den Bedarf des Staates und der Gemeinden verläßlich, von dem der Volksmassen vermutet Parvus selbst, daß er zu niedrig eingesetzt sei. Von der völligen Unbrauch- barkeit der Zahlen für die Bourgeoisie haben wir uns eben über- zeugt. Immerhin mag zugegeben werden, daß der Bedarf des Staates und der Gemeinden rascher wächst als der der Bourgersie, d. h. daß die Steuern rascher wachsen als die Produktivität der Arbeit. Daraus schließt Parvus, daß die Zeit nicht fern sei, wo der Bedarf von Staat und Gemeinde den der Bourgeoisie übersteigen werde. „Wir ziehen daraus den Schluß, der wohl manchen überraschen dürfte; es bringt mehr ein, den Staat zu refor- mierenalSdie Bourgeoisie zu expropriiere n." Dieser Satz enthält den Kern der Anschauungen des Genossen Parvus, das Aktionsprogramm, daS er der Taktik der Partei zu- gründe gelegt sehen will, den neuen Weg zur sozialen Revolution. „Soweit es sich um den Bedarf des Staates und der Kom- munen handelt," heißt es S. 32,„ist das wirtschaftliche Problem der sozialen Revolution von vornherein und unmittelbar ein politisches Problem: es besteht darin, den Willen und die Jnter- essen des arbeitenden Volkes im Staat und in der Kommune zur Geltung zu bringen. Es bedarf dazu keiner Expropriation, keiner Verletzung des Privateigentums. Es muß bloß(!) verhindert werden, daß Staat und Kommune als Ausbeutungsquelle dienen und die Mittel und Kräfte des Volkes vergeudet werden." Genosse Parvus berechnet nun, daß der durchschnittliche Jahresverbrauch einer Bourgeoisfamilie 5300 M. beträgt, also nicht mehr, als das Gehalt manches Beamten in der Partei- oder Ge- Werkschaftsorganisation.„Es kann nicht unsere Aufgabe sein," meint er(S. 33),„diesen Bedarf zu reduzieren, wir müssen viel- mehr dafür sorgen, daß möglichst große Volksschichten so weit hin- aufrücken." Damit nun die Gesellschaft in den Besitz des jährlichen Kapitab Zuwachses der Bourgeoisie gelange, bedarf es, meint Parvus, keiner revolutionären Gewaltmittel; denn„dieser wird ihr vielmehr von der Bourgeoisie selbst zugetragen". Um dies zu beweisen, stellt Parvus wieder eine Rechnung auf, die aber nicht besser begründet ist als die bereits angeführte. Er rechnet nämlich alle in einem Jahre in Deutschland vorgenommenen Emissionen, das in den Banken untergebrachte Kapital(Kreditoren und Depositen) und die Einlagen der Sparkassen zusammen und findet nun, daß dieser Betrag den früher für das Reich ermittelten Betrag des neu akkumulierten Kapitals sogar übersteigt. Nun haben aber diese beiden Dinge sehr wenig miteinander zu tun, denn weder die Aktien emissionen noch die Kapitalien der Kreditoren und Depositoren der Banken müssen auf neuer Kapitalsakkumulation beruhen. So wurden bei der Umwandlung der Kruppschen Werke in eine Aktien gesellschaft 160 Millionen Mark neue Aktien emittiert, ohne daß irgendwelche Neuanlagen erfolgt wären. Aber auch Anlagen von neuem, zusätzlichem Kapital in Banken brauchen nicht auf Akkumu- lation zu beruhen, sie stammen zum großen Teil von den momen tanen Stillsetzungen von Betriebskapitalien in Geldform. So muß z. B. der Wert der Maschinen, Baulichkeiten usw. jahrelang aus dem Wert des Jahresproduktes allmählich ersetzt werden. Diese Kapitalien wandern in die Bank, ohne daß sie deshalb neues Kapital wären, sie sind nur der Ersatz für den Verschleiß des fixen Kapitals. Dabei ist aber diese ganze verunglückte Rechnung ganz über- flüssig; denn die Tatsache, daß ein immer größerer Teil der neu angelegten Kapitalien nicht mehr zu persönlichen Unternehmungen verwendet wird, sondern in den verschiedenen Formen der Beteili gung an den Riesenbetrieben der Industrie, des Handels, der Banken, des Verkehrs, deS Staates und der Gemeinden zugeführt wird, ist wohl bekannt und kaum von irgend jemand bezweifelt. Daß die moderne Wirtschaft immer mehr über den Nahmen deS Privateigentums am Kopital hinauswächst, daß sie immer offen. sichtlicher den Charakter einer gesellschaftlichen Produktion an- nimmt, das brauchte Parvus kaum mehr zu beweisen. Es handelt sich aber um die Frage, wie diese gesellschaftliche Produktion nun auch in das Eigentum der Gesellschaft übergeführt werden soll, wie das Proletariat die Leitung, die Herrschaft über diesen ungeheuren Organismus erobern kann und soll, den, es heute fronen mutz. DaS Mittel dazu glaubt Parvus in den Banken gefunden zu haben, und der Behandlung dieser Frage ist der größte und inter- essanteste Teil seines Buches gewidmet. „Die Verstaatlichung der Banken." hat Parvus schon an anderem Orte") erklärt,„bedeutet soviel wie die Expropriation der Kapitalistenklasse." Dieser Gedanke beherrscht auch die Ausführungen des vorliegenden Buches. ES„genügt die Verstaat- lichung der Banken und Sparkassen, um das gesellschaftliche Kapital in den Besitz der Gesellschaft zu überführen.— vorausgesetzt aller- dingS, daß der Staat die politische Organisation der Volksmaflen darstellt und nicht eine Organisation, die über dem Volke steht, um die Herrschaft einer Klasse zu stützen".(S. 35.) Es handelt sich also erstens um die Frage der Verstaatlichung der Banken und zweitens um die der Demokratisierung des Staates. Zur Verstaatlichung der Banken stehen nach ParvuS zwei Wege offen: entweder der Druck des wirtschaftlichen UebergewichtS deS Staates oder die Gesetzgebung. In der Konkurrenz sei der Staat den Privatbanken weit überlegen, und zudem werden die Banken immer mehr vom Staate abhängig, während sich dieser in steigendem Matze von ihnen emanzipiert. Die unter dem direkten Einfluß des Staates stehenden Notenbanken, meint ParvuS, können heute nicht ihre volle wirtschaftliche Kraft entfalten, weil sie durch ihre Funktion der Notenausgabe gehemmt werden. Um die Gold- reservcn festzuhalten, müssen sich die Notenbanken in der Kredit- gewährung beschränken und drängen so das Publikum geradezu den Privatbanken zu. Um die Behauptung, daß die Notenausgabe heute zu einem Hemmnis der EntWickelung der Notenbanken geworden sei, zu be- weisen, führt Parvus statistische Daten zum Vergleich der Er- trägnisse der Noten- und der Effektenbanken an. in deren Aus- legung er aber nicht glücklicher ist als in den Fällen, die wir schon kennen. Denn auch hier ist die Grundlage der ganzen Berechnung falsch; weder bei den Effekten- noch bei den Notenbanken kann man auS der Dividende ohne weiteres auf den erzielten Gewinn schließen. Vor allem mühte bei jedem Jahr angegeben werden. wie viel den Reserven überwiesen wurde. Die großen Banken Der Sozialismus und die soziale Revolution. Berlin 1910. Buchhandlung Vorwärts. 30 S. Preis 25 Pf. S. 25. wollen meist eine Möglichst stabile Dibidendenpollttk treiben vnS halten daher in guten Jahren zurück, um dafür in schlechten aus- zugleichen. Noch weniger gilt aber dieser Maßstab für die Noten- banken, die bekanntlich einen Teil ihres Gewinns nach einem ziemlich komplizierten Schlüssel an den Staat abzuführen haben. Schließlich ist aber auch gar nicht abzusehen, waS dieser ganze Vergleich beweisen soll; denn die Aufgaben der Noienbanken sind von denen der Effektenbanken ganz verschieden. Diese legen immer mehr Gewicht auf die Gewährung von Produktivkredit. auf das Eindringen in Industrie, Verkehrswesen und Handel. Hierin können ihnen die Notenbanken nicht folgen, ohne die Grundlagen der gesamten Volkswirtschaft zu erschüttern, weshalb ihnen auch solche Geschäfte durch Gesetze und Verordnungen ver- boten sind. Wenn also Genosse Parvus die Banknote nicht ab» schaffen will, ist nicht abzusehen, WaS mit dem angeführten Ver- gleich bewiesen werden soll. ES bliebe also zur Verstaatlichung der Banken nur der zweite Weg gangbar, der der Gesetzgebung. Hier meint nun ParvuS, der Widerstand der Bourgeoisie gegen eine solche Maßregel werde gewiß nicht groß sein, da daS Bürgertum immer mehr sich in bloße Rentenempfänger verwandle, denen eS nur erwünscht sein könne, wenn der Staat ihre Renten garantiere. Zur Unterstützung dieser Behauptung beruft sich ParvuS auf die Tatsache, daß die Dividenden der verschiedensten Unter- nehmungen nur scheinbar verschieden seien; die Börse reguliert aber die Preisnotierung der Aktien so, daß fast alle die gleiche Verzinsung zeigen, die von dem allgemeinen Zinssatz wenig ab- weicht. Dadurch schwinde auch, meint er, der Vorteil der Effekten- banken gegenüber einer Staatsbank, die sich nicht am Pro, duktivkredit beteiligt; denn der industrielle Profit wird so auf daS Maß des Leihzinses herabgedrückt.— Aber auch dieses Argument wendet sich gegen ParvuS selbst. Durch die Aus- gleichung der Profite mit dem ZinS wird nämlich gerade daS Gegenteil von dem erzielt, was Parvus glaubt. Trug in der guten alten Zeit ein Unternehmen in einem Jahr statt 20 Proz. nur 18, so mutzte der Kapitalist seinen individuellen Konsum etwas einschränken oder seine Akkumulation verlangsamen. Mit dem Untergange war er deshalb noch lange nicht bedroht. Sinkt aber heute die Dividende einer Aktie von 10 Proz. auf 9, so fällt der KurS des PapiereS ebenfalls um ein Zehntel, etwa von 200 auf 180. Alle nun, die das Papier auf Spekulation gekauft haben, verlieren dadurch ein Zehntel der Kaufsumme, die sehr oft ihr Vermögen weit überragt. Und das Börsenspiel ver- breitet sich immer mehr in den Kreisen des Bürgertums. Habe ich aber ein Papier, das 10 M. trägt, heute um 200 M. gekauft und trägt es im nächsten Jahr nur mehr 9 M., so ist es für mich alles eher als ein Trost, daß jetzt der Kurs des Papieres nur mehr auf 180 steht, daß sich dieses also nach wie vor mit 5 Proz. verzinst. Die Bourgeoisie ist daher gegen Schwankungen im Er« trag der Unternehmungen nicht gleichgültiger geworden, sondern viel empfindlicher. Würde Parvus' Vorschlag verwirklicht und die ganze Bank- weit und dadurch die ganze Industrie verstaatlicht, so wären selbst die müden und ängstlichen Elemente des Bürgertums mit dieser Maßregel nur dann zufrieden, wenn ihnen dadurch der ruhige Fortbestand ihrer Einkünfte staatlich garantiert würde. Damit wäre das Ideal der allgemeinen Bureaukratisierung verwirklicht, HobbeS' Leviathan hätte die bürgerliche Welt verschlungen. . So will das Parvus aber nicht verstanden wissen. Der Staat, der die Banken und die Industrie beherrscht, und der den Bourgeois ihre Renten garantiert, soll nicht der autoritäre Staat von heute sein. Zunächst soll die Tätigkeit der Gemeinden ein Gegengewicht gegen die HerrschaftSgelüste, den Imperialismus des Staates bilden.„Kommunalpolitik kontra Kolonialpolitikl" ist die Losung.(S. 148.). Parvus begründet diese sonderbare Entgegenstellung damit, daß die Gemeinden den Kapitalmarkt immer mehr in Anspruch nehmen, so daß dieser für den Im- perialismus weniger Interesse behält. Es sei aber auch dann noch erforderlich:„1. Schutz der Volksmassen vor der Ausbeutung durch die Gemeinde, 2. Schutz der Gemeinde vor dem Staat." (S. 150.) Dieses Ziel soll erreicht werden durch die Organisation der Massen in Konsum- und Produktivgenossenschaften sowie Gewerk- schaftcn und durch daS Vordringen der sozialistischen Staatsideei „Es ist eine neue Staatsidee," sagt Parvus(S. 149),„die hier, wie vorher in der Gemeinde, zum Durchbruch zu kommen sucht; der Staat als Produktions- und Konsumtionsgemeinschaft im Kampfe gegen das kapitalistische und das militaristische Interesse." Die Auflösung der gesamten gesellschaftlichen Produktion in Produktivgenossenschaften hält ParvuS für undurchführbar, weil die Zusammenhänge der Produktion weit über den Bereich der einzelnen Genossenschaften hinausgewachsen sind.„Aber als Grundzelle innerhalb des großen gesellschaftlichen Wirtschafts- shstems dürfte der Produktivgcnossenschaft, neben den anderen Formen der Genossenschaft, in der sozialen Revolution dieselbe Rolle zufallen, wie der einzelnen kapitalistischen Unternehmung innerhalb der kapitalistischen Konzentrationen."(S. 156.) Hier tritt uns endlich das Ziel klar entgegen, dem sich ParvuS in seinem Buche immer mehr nähert. Es ist die Organisation des Konsums und der Produktion in Genossenschaften, geleitet und beherrscht von einer einem demokratischen Staatswesen unter» stehenden Zentralbank. Das ist aber nichts anderes als die Idee, die der französische Sozialist LouiS Alane vor nun 70 Jahren bereits verfocht und in der Revolution des Jahres 1848 zu verwirklichen bestrebt war. In seinem bekannten Werk„Organisation der Arbeit"") schlug Louis Alane vor, der Staat solle die Banken monopolisieren und mit deren Hilfe sollen Produktivgenossen. schaftcn ins Leben gerufen und gefördert werden, die sich dem Einzelbetriebe überlegen erweisen und so die Keimzellen einer neuen geiellschaftlichen Organisation werden.„Man re» organisiere die Arbeit." ruft LouiS Blanc(S. 232 der deutschen Ausgabe),„man schaffe eine demokratische Gewalt, und dann, ohne Umschweife sei es gesagt: muß der Einzelkredit durch den Staatskredit ersetzt werden." Der Versuch Parvus', die Rolle der Banken und der Staats- und Gemeindeverwaltungen für das moderne Wirtschaftsleben auf, zuzcigen und daraus die praktischen Konsequenzen für unsere Politik und Taktik zu ziehen, ist mißglückt. Und daS ist um so mehr zu bedauern, als die Tatsache, die Parvus zu zeigen unter. nahm, daß die bürgerliche Welt, die kapitalistische Wirtschaft heute bereits über den Rahmen der Privatwirtschaft hinausgewachsen ist. «» Deutsche Uebersetzung von Robert Prager. Berlin. R. L. Prager, 1899. Satz 6er moderne WirtschaftSbetriev feinet, individualistischen Chckrakter schon längst verloren hat und ein öffentlich sozialer ge- worden ist, daß mithin die Produktionsverhältnisse heute mit den Eigentumsverhältnissen im schreiendsten Widerspruch stehen, un- zweifelhaft richtig ist. Parvus bringt eine Fülle interessanten Materials, das diesen Tatbestand dem Leser anschaulich vorführt, das ihm die Ueberzeugung aufzwingt, daß die bürgerliche Welt zur Sozialisierung schon heute reif ist, und insofern ist die Lektüre seines Buches anregend und lehrreich; aber es ist ihm nicht ge- lungen. den Stoff zu meistern. Seine Betrachtungen bleiben stets «m der Obersläche haften; er hat es unterlassen, in die Tiefe zu steigen und seinem Standpunkt eine theoretische, wissenschaftliche Grundlage zu geben. Dem heutigen Staat die ungeheuren Machtmittel einer monopolisierten Bank, die absolute Herrschast über die gesamte Wirtschaft in die Hand zu geben, wie es Parvu» wenigstens an einigen Siesten feines BucheS zu meinen scheint(vgl. z. B. S. 138 und 141), wäre vom Standpunkt der Demokratie offenbar der- brecherischer Wahnsinn. ES scheint aber bei Parvus die Ansicht vorzuherrschen, daß die Verstaatlichung der Banken im Verlause der sozialen Revolution, die er sich als einen sehr langwierigen Vorgang vorstellt, bei dem der wiederholte Generalstreik eine große Rolle spielt, mit der Demokratisierung des Staates parallel zu gehen habe. Es ist aber sehr schwer, mit dieser Idee eine klare Vorstellung zu verbinden. Die Anschauung, daß dieser Vorgang der Bourgeoisie ziemlich gleichgültig sei, weil sie nur mehr am Einstreichen gleichförmiger Renten interessiert sei, ist, wie wir gesehen haben, völlig unhaltbar. Vielmehr wird das Bürgertum die Macht über die Produktion mit allen Mitteln festzuhalten suchen und sich lieber der schroffsten Militärdiktatur in die Arme werfen, als ihrem Todfeind, dem Proletariat, die Herrschaft über ihren Lebensnerv, das Geld- und Kreditwesen, in die Hand zu geben. Und glaubt Genosse ParbuS, eine siegreiche proletarische Re, volution werde keine anderen Sorgen haben als die Verstaat- lichung der Banken, um den Bourgeois ihre Renten zu garantieren? Allerdings wäre die Untersuchung der Frage interessant und wertvoll genug, wie weit eine revolutionäre Macht dadurch die Herrschaft über das Wirtschaftsleben gewinnt, daß es ihr gelingt. auf die Großbanken die Hand zu legen. Aber die Lösung dieser Frage müßte von festeren, solideren Grundlagen ausgehen, als es die sind, die Parvus in seinem Buch gelegt hat. Sein Buch ist interessant durch den Standpunkt, den es ein- nimmt, es ist reich an geistreichen Einfällen, die für d«n anregend sind, der sich mit den dort behandelten Tingen und der Literatur über sie beschäftigt hat; aber eS verlangt sehr kritische Leser; zur Einführung in das Studium des Verhältnisses zwischen Staat, Industrie und Sozialismus ist es nicht geeignet. Gustav Eckstein. SoziatdemoMseher'Wahlverein für den 2.8erlinerHeiehstags-Wahihreis. DienStag, den 14. Februar 19U, abendS 8'/, Uhr, in Nißles Fest- fitlen, DennewlUstr. IS: Vortrag des G°n°s!-n Dr. A. Gonrady as-r- Das preußische Wahlrecht seit 1848. i n■ i i. MtgliedZbuch legitimiert..«> Um zahlreichen Besucht bittet SfOp Der Vorstand. Iligtild-Ilisschliß fir GrH-Sklli». Sonntag, den 1?. Februar, abends 6 Uhr: Jng:enelverfiiaiiinilnngs in den Pharuösälen(grofter Saal). Müllerstrasie IIS. „Die Euwickeising der bildenden Kirnst imfcm Zeit." Neierent Tr. Max vöborn. Räch dem Vortrag liöseülges vejzsmmellsöio(Tanz). Alle Lehrlinge, jugendliche» Arbeiter und Arbeiterinnen find zu dieser Versammlung jreuiidlichst eingeladen. Der Eintritt ist frei!« Verband der Sattler u. Portefeuiiler Ortsvcrwaltuugr Berlin. Am Mittwoch, den IS. Februar, abends 8'/, Uhr, in den„.Arinln-BnllSn", Kommandanten str. 58/60: fahreS'Generalvcrfammlunsi. TageS-Oidnung» 1. Jahresbericht der Verwaltung für das«eschäftsjahr 1910. L. Renwahl der Revisoren. S. Bericht deS BeranüstungStomtteeS. 4. Neuwahl des Vorsitzenden und deS Kassierers vom ver- gnügiingskomitee. ö. Stnsfiellung der Kandidaten zum Gcsellenausschnst, zum Jnnungsschiedogerlcht und zur HerbergStommtssion. S. Verschiedenes. » Ohne Mitgliedsbuch kein Zutritt, Die Vertranensleute werden ersucht, die gedruckten Jahresberichte vom Bnreau abzuholen. 156/7 IMe Ortaverwaltnng. »I» SURR III»! Bureau: Sedastianfir. 87/38, Hos rechts II. �.Telephon: Amt IV, 0737. Achtung? Militärschi, cider! Montag, den IS. Februar. abendS 8'/,»h», in den„«rmtnhallen-, Kommandantenstr. S8/S9: Oeffentliche Versammlung der Militärschneider. TageS-Ordnung: „Soll der Tarif gekneidigt werden?" Die Wichtigkeit der Tagesordnung ersordert vollzähliacs Erscheinen. 162/3 Die Kommission der Miiitärschneider. Zenlral- Krankenkasse der Maurer, Gipser, WeiBbindar und Stukkateure Deutschlands. Terwaltnognstelle Berlin. Sonntag, den 19. Februar, vormittags 10 Uhr. im(Sewertschafts. Hanse, Engelufer IS(Saal 7): Mitglieder- Versammlung. TageS-Ordnung: 1. Kaisen- und KeschästSbericht für daS 4. Quartal 1010 und Jahresbericht. 2. Wabl des elften Vcvollmächllgten, zweiten Kassierers, ersten Schrifl- führ«« und eine» Revisors. 3. Kasienangelegenheiten. 140/8* Die Ortsverwaltung. Deutscher Arbeiter-Sängerbund. Gau Berlin und Umgegend. Sonntag, den 19, Februar 1911, vormittags 11 Uhr, Im Saale der Brauerei Frlcdrichsbain: Uebungs■= Stunde für den Bezirk I(Berlin). Geübt werden folgendoLioder: Saat und Ernte.— Dom Lenz entgegen.— Sohnsucht.— Zuiu 1. Mai. IVu�nvörm0it?2S,!lch Ausschuß- Sitzung DM" für den ganoen Gan.-MG Tagesordnung: 17/1 1. Aufnahme von Vereinen. 8. Wahl der Delegierten nach Stuttgart 8. Wahl des Bundesdirigenten. 4. Wahl der Kon- trolioure und Ilevisoron. ö. BundesangelegenUciten. KB. Die Vereine werden darauf anfraerkam gemacht, daß 1 laut Beschluß der Generalversammlung 60 Proz. der Sänger Gebun gestünde besuchen müssen. Der Vomtano. die Sechster Wahlkreis. Sonntag, de» 13. Februar 1911: Oeffentliche politifche Versammlung für Männer und Fronen im Moabiter Gesellschaftshaus, Wiclefstr. 24. Vortrag d. Redakteurs Genossen Düvell-Tresden über: M�oderNS Tchlrffftltlpfe» Nach der Versammlung: kemtttiiekss Beisammensein und Tanz. 234/16_ Der Cinberufer: Alfred Paersch, Oldenburger Str. 10. 6. W ahlkreis! Dienstag, den 14. Febrnar, abends SVz Uhr: 1« iiMliche Frmn-NllssUklnßeti Obiglos Festsäle. Schwedter Str. 23/24. Berolina-Festfäle, Schönhauser Allee 28. Konzerthallen Süstmilch, Bornholmerstr. 7. Borufsta-Säle, Ackerstr. 6/7. Swinemüader Gesellschaftshaus, Swine- münder Str. 42. in folgenden Lakaien: Fraukes Festsäle. Badstr. 19. Cranz' Festsäle. Kösliner Str. 8. Bock-Brauerei(Abt. 2), Cbausseestr. 64. Pharus-Säle, Müllerstr. 142. Stadt-Theater Moabit. Alt-Moabit 47/49. TageS-Ordnung: „Renten fiir Witwen nnd Waisen oder ZwangS- erziehuug für Arbeiterkinder?" Freie Dise«sfio». Referentinnen: Ottilie Baacker. Regina FrledlSnder. Marie Qrelfenberg, Gertrud Hanna. Luise Kahler. Anna Matschke. Martha Tletz. Mathilde Wurm. Klara Wey). Luise Zietz. 221/17»_ Für die Einberufer:»Ivdai-ck SaaneiN«!. Ueckennünder Str. 17. Die in der Kenrralveisammlunll der Betriebskranteukasse der Stadt- gemeinde Berlin vom 6. Dezember v. Sl. beschlossene Aenderung des ,.. 30. Okiober 2t°tutS vom cg. Dezember �92, be- Weffend a) Gewährung freier Srzilichcr Be> Handlung und freier Arznei an die ini Haushalte der Kassen- Mitglieder lebenden nicht kranken- versicherungspflichtigen Ebesrauen und Kinder unter 1b Jahren vom 1. Hi'iU 19tl ab; b) Erdöhung der Beiträge vom 1. April 10t l ad aus 5 Proz � des durchschnittlichen Tagelohncs; c) Erhebung der Beiträge für volle Wochen; ck) Berusung der Wahlversammlung zur Keneralversnmmwng tind der Generalversammlung selbst durch das.Gemeindebtalt», das»Berliner BollSblalt BonvärtS» und die.Berliner BolkSzeitnna» ist durch Beschlutz des BezirtSauS- schusseS zu Berlin vom 17. Ja» nuar 1911 genehmigt worden. Druckexemplare der Abänderungen werden nach Herstellung dersetben an die Mitglieder verteilt werden. Berlin, den 8. Februar 1911, Der Vorstand der Kktriebsdraiitteiikaffe der Stadtgemkiiidk Kerlill. von Sodnl«. 271/5 Berlin. Die revidierte Satzung ist vom Königlichen Polizeipräsidium unter dem 26. Januar 1911 genehmigt und tritt mit dem 1. März in Kraft. Berlin, 12. Februar 1911. 94b Ter Vorstand. C. 54 Grenadlerstr. 4 a find zum 1. April 1011 Werkstfitteu sowie Wohnungen billig zu vermieten. 03b» II «rdri»snaa,wetS! Hoi l. Amt s. 1239. Verwaltungsstelle Nerlt». Hanptdurean> Chiritistrat« 3. Hol IQ. Am» 3, 1987. rar ib DienStag, 14. Frdrnar, abends 8'/, Uhr. im Gcwertschoftshauß. Gngelnfer IS, Saal Ii Vansarnmiung der VsuankcklSger. Tagesordnung: 1. Unsere kommende Tanibewegung. 2. Diskussion. 8. Verbands- und Branchenangelegenheiten. 4. BerfchicdeneS. - Mitgliedsbuch legitimiert.>> Zahlreichen Besuch erwartet 111/18 Die Ortsverwaltnng. Nttdiiiid der Lkdtllilheittr.Kttttit I. Montag, den IS. Februar, abendS 8 Uhr: Versaitttttluna in Schmidts Feftfälen, Priuzenallee 33. TageS-Ordnung! !. Kassenbericht. 2. Bericht der Slalutenheratungikommisfion. 3. Lohn» bewegimgcn. 4. VelbandSangelegenoeiten. 144/2 erscheinen. Es ist Pflicht eincS jeden Kollegen, zu dieser Versammlung zu Der Voratand. Steinarbeiter. Mittwoch, den 19. Februar. avendS 8 Uhr» Mitgtitdn-VtchWNtims der SM»« II im»tKngltschen Garten», ellexandersiraße S7e. TageS-Ordnung: 1. Agitation und Organisation. Referent Kollege Artur Znnk. 2. Verschiedenes. 171/4 Jeder Marmorarbeiter ist verpflichtet, in dieser wichtigen Versaniullung zu erscheinen. Die Ortoveroaltang, Deutscher Kürscbner-Verband. Filiale Berlin. Bureau u. Arbeitsnachweis: M). 43, Barnimstr. 21. Tel.: Amt VQ 6789. Mittwoch, den 15. Februar, abendS 8 Uhr, in den Musiker-Sälen, Kaiser-Wilhelm-Straße 18m: Mitglieder-Versammlung T a g e S- O r d n u Ii g: 102,00 1. Die Aussperrung der Zurichter und die Arbeilsuiederlegnug bei der Firma«. WKrtnor. 2. Diskusflon. 8. Perschiedene». Srschewm. Der wichtigen Tagesordnung halber ersuchen wir um zahlreiche» Dl« Ort» verreal tan u. Mittwoch, den 15. Frdruar ct., abendS S1/« Uhr: Gemeinsame General-Oerfammlung fir die Newait-ilzsttllr« im Keriiter fohigediet im,Ilanu, Engeinfer 14/15. TageS-Ordnung: Die Umänderung der Untrrstlitzungösötze im Berliner Lohngeilet. Delegiertenkarte nnd Mitgliedsbuch legitimiert. Am»0..-il.�«. Februar I.jelltbilllLrVvrli'äDö statt über: „Tie historische Gntwickelung der Künste und die modernen Bestrebungen im Handwerk". {Hubela Brauerei, Bergmannstr. 6/7. CsewerknehaftMhani«,(Sngeiu'er 14/15. Freyera Fcatattle, Koppenslr. 29. t.......---- Mitgliedsbiich legitimiert.---» Donnerstag, den 28. Febr., im deverkschattshans. Eugelnfer 14/15: Lichlbstilekvorli'zz fül' stinclei'. Zum Vortrag kommen:„Wanderungen durch die Alpen" mit 100 besten Blidern. ZumEchluh: Märchen. Erzählnngen».humoristische Darbietungen. E>Sfsnung um%'/, Uhr. X Anfang pünktlich um 3 Uhr. MS Legitimation dient eine Einlasikarte. welche die Kollegen für ihre Kinder bei den veilragssammlern und im Bureau erhalten. Die Karten kosten nicht», sedoch wild nur eine beschränkte Zahl ausgegeben werden. jMM- Kinder unter 0 Jahren können nicht zngelasjen werden."MW Klavieraribeiter, Montag, den 13. Febr., abends 8 Uhr, im Httrklsclicn Hol, Admiratstr. 18c: Branchen- Vcrfammlung TageS-Ordnung: 1. Die Venregelung der Unterftützungssätze w Groß> Berlin. Reserent: Kollege Bjlnor. 2. Branchmmigelegenbelten und BerbandSangelegenheitm. Mitgliedsbuch legitimiert. Um zahlreiches Svjchcuim cv'ucht Die Brnnchenlcltanj. Korbmacher. Montag, de» 13. Februar, abends 8'/, Uhr, bci Wollachlägcr, Adalbertstr. 21: Branchen»Versammlung TageS-Ordnung: 1. Dir Umänderung der Unterstützungssätze. Reserent: Kollege Ddomalnko. S. Derbandtangelegenheiten. 8. Verschiedenes. 79/3 liObensnntcrhalt oder guten Rebenerwerb kann man stch zu Hause mit Stricken für un» oder Private aus unicrer erflklatsigcn Str>ckmaichi»c verdiene». Sir iiescril dieielde mit 50 M. Anzahlung und beqnciner Teilzahlung. Anlernen gratis. 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Rege Beteiligung erwartet 111/19 Oie Ortsverwaltung. Todesanzeige. Allen Freunden und Bekannten die traurige Nachricht, dah meine liebe Frau, unsere gnte Schwester und Schwägerin HeDvig Kollhoff genannt ThOrllng geb. Piaal nach schwerem Leiden entschlasen ist. Um sttlleS Beileid bitten Die traaernden Hinterbliebenen. Die Beerdigung findet Montag. den 13. Februar, nachm. 4 Uhr. von der Halle des städtischen Fried. hoseS in Friebrichssclde aus statt. Am 9. Februar verstarb nach schwerem Leiden im Aller von 62 Jahren unser lieber Kollege August Messerschmidt. Er war unS stets ein ehren- werter Kollege und werden wir sein Andcnlen dauernd in Ehren halten. S7b Die Beerdigung findet am Sonntag, den 12. Februar, vor« mittags U'l, Uhr. auf dem Nazarelhlirchhos, Rcinickendors. West statt. Oes Personal der Graphischen KunsUnstall Arnold Weylandt, Rungestr. 19. Am Sonnabend verschied nach langem, schwerem Leiden meine liebe Frau, unsere gute Mutter EHise Teichmann im 36. LkbenSiabre. 956 DicS zeigt ticsbelrllbt an Blchsrd Teichmann nebst Kindern, Berlin 0., Fruchlstr. 21. Die Beerdigung findet DIenS- lag. nachm. 3 Uhr, von der Leichenhalle des AiidreaS-Kirch- Haies in WdbclmSberg au» statt. Dnnksagnug. Allen Verwandten, Freunden. Kc- nassen und Gcnolsinnen, Kollegen. Kolleginnen und Bekannten, tnSbe- sondere den Dcnossen de? 298. Bczirl» für den crgrcisciidcn Gesang und An» spräche am r arge unseres SohneS Pi'nnz F»!I»NA fegen wir unseren besten Dank. Franz F»ik»» und Frau, OOICL Zorndorser Sir. 49. wem Für die herzliche Teilnahme bei der" Beerdigung unserer lieben Eni- schlaseuen Frau Etarts �eumann anen mir hiermit besten Lank. Rir.dors. Oie trauernden Hintorblisbcnen. ZeHtralverbanil der Maschinisten untl Heizer sowie HenifsseDossenDeiitsebl. Verwaltungsstelle Grofi-Berlln. Am 8. Februar verstarb unser Mitglied, Kollege Albert Willemowsky. Ehre seinem Andenken t Die Beerdiguna findet am Sonntag, den 12. Februar, nach- mittags 2'/, Uhr, vom Leichen- ichanbau« aus nach dem Dom- Kirchhos, Müllerstratze statt. Um zahlreiche Belciiigung er- sucht 145/7 Die OrtSvertvalwng. Deutsober Iransportarbeiter-Verband. Bezirksverwaltung Groll Berlin. Den Mitgliedern zur Nachricht, datz unser Kollege, der Keller. arbeller Hermann Dane am 8. d. MtS. im Aller von 45 Jahren verstorben ist. Ehre seinem Andenken! Die Beerdigung findet am Montag, den l3. d. M., nach- mittags 5 Uhr, von der Leichen- balle deS Immanuel- Kirchhofes, Weitzensee, Fallenbcrger Chaussee, auS statt. 66/6 oie Bezirksverwaltung. Allen Bekannten, Freunden und Verwandten die traurige Nachricht, daß Unser Bruder, Schwager, Onkel und Cousin, der Kohlm. Händler Herrmann Fagerstern auS dem Leben geschieden ist. Die Beerdigung findet am Dienstag, den 14. d. MtS., nachmittags 8 Uhr. von der Halle des Zentral-FitedhoscS i» Friedrichs- jeide auS statt. Im Hamen 96b der trauernden Hinterdlledenon: Otto Fagerstern, Bcymestr. 17. Am 10. Februar, srüh 1'/, Uhr, oerschied nach kurzem Kianken- lagcr meine liebe Frau und gute Mutter Allna HIanillSe geb. OUlirc. Um sttlle Teilnahme bitten Itarl Jlnrnnde und Kinder. Die Beerdigung findet Montag. den 13. Februar, nachm. 5 Uhr, aus dem Friedhof der EmmauS- lSemeinde in Britz statt. Heute srüh starb nach schwerem Leiden meine liebe Frau (jertniä Bergau geb. Nürnberg. Die Trauerseicr u. Einäscherung findet Dienstag, den 14. Februar, mittags 1 Uhr. im Krematormm zu Leipzig statt. 22/4 Normann Bergan. Rirdorf, den 10. Februar 1911. Bürlnerstratze 2. Blumen- nrid Kranzspenden häslichst verbeten. eiezM/ •KlOSKO.1 1 Türk. Tabak-& Clgaretion-Fabrik, Mim Q Ha/ios Aüo Stidili O Ptil. .Kios" o C. RobertBöhme, Dresden. Xiejerant der Jramösischtn Zabak-Regie. ist ein jede» Geficht ohne yautnnrelnlgkelten und Qaut- ausschlage, wie Mitesser, Pusteln, Finnen, ksautröte, Blütchen usw. Saher gebrauchen sie nur die allein echte ZteekeÄpfLra ceersMpefei Stjfe v.Lt7gmanN» e»., stsistdeul.»St.Sv pfg. Überall zu haben. e-zmezet*«»»ssssZ Unserem Gruppenführer Gen. Gustav Danzmannu. Frau die herzlichsten Glückwüniche Silberhochzeit. Btedorf Bezirk SQ Unserem Genossen Wilhelm, Pukies und Frau die berzlich.. stcn Glückwünsche zur morgigen' Silberhochzeit. ; 696 Bezirk 529a. »»«»«»«EV»»«»««»»»»« Orts- Krankenkasse Weißensee Bekanntmachung Der unierm 29. November v. IS. beschlossene SatzungSnachtraa ist von dem löniglichen SezlrtSausfchutz zu Potsdam unterm 19. Januar er. genehmigt worden. § 21 Abs. 1 erhält hiernach solgend« Fassung t „Das Recht aus Unletslützung ve» ginnt für diejenig n, welche der Kasse auf Grund deS tz 2 angehören, mit dem Tag«' deS Beginne» der Mit- gliedschast. Solchen Mitgliedern, welche vom Tage der Erwerb«» Unfähigkeit ab gerechnet nicht min« bestens 6 Wochen ununterbrochen einer Zwangstasse oder einer Ge< meindekraiilenverlicherung angehört haben, wird das Krankengeld bis zur Dauer von 6 Wochen nach näherer Bestimmung deS K 6 Abs. 2 de« Ge« setzeS nur im Bettage der Hälfte deS der Bemessung zugrunde liegenden durchschnittlichen Taaelohncs gewährt. Nur die im ß 28 Abs. 2 Ziffer 3 be« zeichneten Personen, welche vorüber« gehend auS der Kasse ausgeschieden sind, erhallen beim Wiedereintritt in die letztere schon vom Tag« deS WicdereinttittS ab die vollen satzunaS« mäßigen Unterstützungen ohne die vorstehenden Beschränkungen,- SatznngSnachttag« sind in unserem Kassenbureau hier, Sedanstt. 43, er« hältlich. Weißens««, den 8. Februar 1911. Der Borstaud. 271/7 I. A.: Fuhrmann, Vorsitzender. Bztra-Adtellnng . Gesch.; Berlin W., Mohren- Stra8e37a(2 Haus von der| Jerusalemer Straße). | II. Gesch.; Berlin NO., Grolle 1 Frankfurt. Str. IIS(2. Haus I von der Andreasstralle). I 1 Sohrgr. Ausw. fort. Kleider, I I Hüte, Handschuhe, Schleier t loto. v. einfachsten bis zum I j hechelegant. Genre z. äußerst{ niedrigen Preisen. konder- Abteilung: naßanfurtlguiBg in 10 bis 12 Stunden. Bureau: ftmt lll. 1474. Aerliv ff. 24, Gr. Hamburger Str. t8/tS. Arbeitsnachweis; Ami lll. 1813. Ortsverwaltung I für Keilner, Köche, Köchinnen, Küfettiers usw. Ortsverwaltung ll Abteilung für das Hilfspersonal: Zapfer, Hansdiener- Knpferpntzer usw Ortsverwaltung AUeiinng für Kierabxkel/ert III Dt« Mitglieder de» verbände» find mit einer Mitgliedskarte zur Legitimation versehen, die j«de» Quartal erneuert wird und die Farbe wechselt. 287/17 Die sür da» laufende Quartal gültige Karte ist von ziegelroter Farbe mit schwarzem Aufdruck und lag dieselbe am letzten Zahlabend zur Ansicht aus.— WahIveteinSbücher gelten nicht als AttSweiS sür die Zugchörlglell zur gewctkschasllichen Organisation. JJM- Gleichzeitig machen wir daraus ausmerksam, datz der„verband deutscher GastwirtSgehissen» und der »Gastronomische Gehllsenverband' Ntlkjk identisch sind. Oer Vok-stLNtl. ca. gut ourbeitete 2200 Stück bei MMM. Konfektion aus der letzten Winter-Saison tollen Jetil auf Jeden Fall zu ledern auch nur Irgendwie annehmbaren Preise Mohrenstr, 378, ntheJeriutleniertlr. 8r.Fr2nHturUtr.ll5,«»i"'An Neuheiten für Anzüge, LUtei, Koitümc cie., Meter 3-—, 4-—.. Siilehhaar-Loden, Inprüct.lerl fir Wt'trr-Pete'intn, Meter l.iO. 2.—. TaehUi et Cerirandten- ttnüe 20-21, Koch{r Seeland, Ge- »ethihi'im- b.H.vtr-i-vied Fctr kirche nnr nach Maß anerkannt best Au». sühruug, garantiert tadelloler Sitz, liesert an Herren!u aesichert. Pol: ion aut Toileah- lung zu Koskaoroisoo monatlich 10 M., wöchentlich 2,50 M. >Hocbwald' | Villen und Landbaustellen An Seit iitxcnli ans Uohen- Xeucntlorf (N ordbah n) jQRuto 12 Mark an! 10"/, An- 1 Zahlung. Tilgung dos Restes in lOjfthrl. Raten. Kein Bauzwang. 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Die Wäsche wird eingesetzt(eingeweichl), dann'/,— 7, Stunde m Persil- tauge gekocht und sorglältig ausgespült; sie ist jetzt lertig, blütenweiS, von angenehmem Geruch und wie auf dem Rasen gebleicht.— Also kein zweimaliges Kochen, kein Reiben und Bürsten, wodurch das Gewebe sonst sehr leidet und in der Faser geschwächt wird.— Auch vermeide man jeden weiteren Zusatz von Seite oder Waschpulver, da Persil Seile genug enihält. Derartige besondere Zusätze machen, wenn in minderer Qualität genommen, die Wäsche meist nur gelb und beeinträchtigen unter Umständen die Bleichwirkung von Persil.— Geradezu unentbehrlich ist Persil für Spitzen, Gardinen, leine Blasen und alle zarten Stoffe, die keine unsanfte Behandlung vertragen; auch für Wollwäsche eigne! es sich vorzüglich, nur darf diese nicht gekocht werden. Persil wirkt auch in hohem Maße desinfizierend, eignet sich also vorzüglich lür Krankenw3sche,ebensoauch zum Waschen von Kiadersacbcn,derenscharlenGeruch es vollkommen beseitigt. 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Die Verkehrspolitik tvar tat- sächlich stets sozialpolitisch, sei es betvuht, sei es unbewuht. Ihr Grundgedanke war freilich das freie Spiel der Kräfte unter staats- polizeilicher Protektion, und diese Auffassung sucht noch heute ihre Stütze im Kleinbahngesetz. Kennzeichnend ist für dieses Gesetz die Tatsache, daß in ihm das Wort„Gemeinde" gar nicht vorkommt, sondern nur von„Wcgeunterbaltnngspflichtigen" geredet wird. Da? Kleinbahngesetz gibt die Möglichkeit, die Gemeinde über- Haupt auszuschalten, den einzigen Faktor, der der Träger einer rechten Sozialpolitik im Verkehrswesen einer Stadt sein kann. Bei dem Wort„Sozialpolitik" darf man indes nicht, wie das so üblich ist, nur an Arbcitcrfürsorge denken. Auch sie ist im Verkehrswesen möglich und nötig, wie ja auch der l 897er Vertrag zwischen der Stadt Berlin und der Grohen Berliner Strastenbahngesellschaft manche Verbesserungen nach dieser Richtung hin gebracht hat. Sozialpolitik ist aber die Politik jedes Verwaltungszweiges, aufgefatzt unter sozialen Gesichtspunkten. Wendet man das auf das Berliner Verkehrswesen an, so zeigt sich, dah es sich hier geradezu um eine Lebensfrage des städtischen Gemeinwesens handelt. Die moderne Grohstadt ist ihrem innersten Wesen nach eine Verkehrsstadt. Sie dehnt sich nicht in ihrem ganzen Umkreis gleichmätzig aus, sondern in Strahlen, indem sie zunächst grotze VerkebrSstratzen in die Umgebung vor- schiebt. Ihre Existenz als Grotzstadt wird bedingt durch die Art, wie sie in dem Netz des Verkehrs aufgehängt ist. Auf die Frage, was sozialpolitisch der Verkehr für daS Gemeinwesen Berlin bedeutet, mutz man antworten: AlleS. Auf die Frage, was nach dem Kleinbahngesetz die Gemeinde Berlin fitr ihr Verkehrswesen bedeutet, möckte man fast antworten: Nichts. Nirgends ist die Grotzstadtzusammenlxillung so in die Augen fallend wie in Berlin, das unter den Millionenstädten den kleinsten Flächeninhalt und infolgedessen eine besonders hohe Bc- Völkerungsdichtigkeit hat. Nur eine sozialpolitisch durchdachte Ver- kehrSpolitik könnte diese Zustände Hestern. Für eine weiträumige Bebauungsweise ist um Berlin noch Platz genug, aber es fehlt die Aufschltetzung durch Verkehrsmittel, die schnell und ddbei billig befördern. Die ganze kommunale Wohnungs- und Boden, und Ansiedelungspolitik ist bedingt durch die kommunale Verkehrspolitik. Nur wenn die Gemeinde das Ver- lehrSwesen in der Hand hat, gewinnt sie entscheidenden Ernfluh auch auf di« räumliche Gruppierung der sozialen Klassen. Die Verkehrsmittel für den Massentransport Grotz-BerlinS gehören dem Staat oder privaten Erwerbsgesellschaften. Die Eisen- bahnen, die einen grossen Teil d«S Verkehr» zwischen Berlin und den Vororten zu bewältigen haben, sind in den Händen des Staates. Technisch widersinnig ist, datz sie nickt sämtlich durch das Stadt- innere hindurchgeführt find. Auch fehlt cS an einem sozialpolitisch erleuckteten Zusammenarbeiten zwischen Staat und Stadt, da» die Weiterentwtckelung des Berliner Verkehrswesens fördern könnte. Bon einem Zusammenarbeiten mit privaten Berkehrdgesellschaften ist für die Förde- rung kommunaler Bcrkehrspolitik nichts zu erwarten. Datz solchen Gesellschaften mit der Zeit ein Monopol zufällt, ist ein ganz natür- licker Vorgang, gegen den auch Konkurrenz durch die Gemeinde nichts vermag. Bei einer Konkurrenz zwischen Gemeinde und Ge- sellschaften kommt es nur zu bald zu einer„Arbeitsteilung" derart, datz die Gesellschaften nur rentable Linien bauen und betreiben, und der Gemeinde der Bau und Betrieb unrentabler Linien bleibt. Die Gemeinde bat ein Interesse daran, solche erst später sich rentierenden Aufschlietzungsstrccken zu bauen, aber sie kann diese kostspielig« Pflicht nur übernehmen, wenn sie alle Linien baut und betreibt. Durch Verträge mit Gesellschaften kann keine Gemeinde eine wirklich von sozialem Geist erfüllte Verkehrs- Politik schaffen. Möglich wäre daS auch bei Verstadtlichung der Stratzenbahnen nur dann, wenn die wirtschaftliche Einheit Berlins und seiner Vororte durch ein kommunale« Grotz-Berlin ergänzt würde. Eine kommunale Wohnungs- und Ansiedelungspolitik und eine ihren Zielen dienende Verkchrspolitik sind bei kommunaler Zersplitteruna nickt möglich. Wie die Dinge heute liegen, will nicht Berlin seine besten Steuerzahler den Vororten überlassen und wollen nickt die Vororte die Arbeiterbevölkerung Berlins über- nehmen. Nachdem die Grotz-Berliner Eingemeindung verpatzt ist, soll jetzt der Zwangsverband helfen. Da zu seinen Auf- gaben vor allein die Regelung des VerkehrslvefenS gehören soll, so wird gerade er eine Trennung des Verkehrswesens von der Kam- munalpolitik bringen. Stur durck die Entivickelung de» Verbände» in der Ricktung einer dezentralisierenden Eingemeindung, würde die Voraussetzung für die Möglichkeit eines grotzen sozialpolitischen Umsckwungcs im Grotz-Berliner Verkehrswesen gegeben sein. An den Vortrag knüpfte sich keine Diskussion. Eine Bemer- kung scheint uns nötig gegenüber einer schmückenden Beigabe, die der Vortragende seinen AuSsührungen über den 1 8 97 er Stratzcnbahnvcrtrag ankügte. Preutz sagte, um den Prei» der darin geivährleisteten Verbesserungen zugunsten der Stratzen» bahnangestellten habe auch die sozialdemokratische Stadtverordnetenfraktion schliesslich dem Vertrage zu- gestimmt. Richtig ist. datz sie zugestimmt hat, richtig auch, datz durch sie die Gemeindebehörden gedrängt worden sind, der Stratzen- babngesellschaft ein bitzchcn mehr Arbeiterfürsorge abzuringen. Indes, Berlin tauschte damals noch einiges andere ein, z. B. den Z e h n p f e n n i g t a r i f. der gewiss auch«in Stück„Sozial- Politik im Verkehr" war, aber ohne Vertragsverlängerung nickt zu haben gewesen wäre. Nebenbei bemerkt: ei handelte sick damals nicht etwa um die Frage, ob die Stadt selber die Stratzenbahnen übernehmen solle. Lediglich darum handelte e» sich, ob sie den noch bi» 19ll geltenden Vertrag bis 7919 verlängern solle. Nur unter dieser Bedingung wollte die Gesellschaft sich zur Einführung de» elektrischen Betriebes für das ganze Bahnnetz bequemen. Auch das war„Sozialpolitik im Verkehr", weil erst jetzt die Entwickelung der Stratzenbahn zu einem die Vororte er- schlietzenden Massentransvortmittel möglich wurde. Wir haben die Umstände des Zustandekommens des Vertrages von 1897 oft genug dargelegt, und auch da» haben wir immer wieder festgestellt. datz damals die sozialdemokratische Fraktion infolge noch geringer Starke für die Abstimmung weder mit ihrem„Ja" etwas bedeutete, noch mit einem„Nein" etwas bedeutet hätte. Sadtrat Preutz scheint die„Gesellschaft für soziale Reform" verwechselt zu haben mit einem Bezirksverein, der für die Mätzchen abgebrühter Frei- sinnsagitatoren empfänglich ist. Partei- �Zngelegenkeiten. Zur LokaNiste! Am Sonnabend, den 18 Februar, veranstaltet der Gesangverein „Frohsinn" in M a r i e n d o r f im Lokal von Blümel, Chaussee- stratze 276, einen Maskenball. Da versucht wird, in Arbeiterkreisen Billetts umzusetzen, machen wir darauf aufmerksam, datz daS Lokal der Arbeiterschaft nicht zur Verfügung steht, und bitten, die an- gebotenen BillcttS zurückzuweisen. Iii Reu-Zittau,(T. B.) Kolonie Burig, steht unS das Restaurant „Waldbaus Burig" zu alleu Bcrauslallungen zur Verfügung, während daS Lokal von Frenk der Partei verweigert wird. � Die Lokaltommisston, f weiter Wahlkreis.(6. Abteilung.) Montag, den ebruar, abeudS 8'/, Uhr, bei Habel, Bergmannstr. v/7: Brrsanimlung. Vortrag des Genossen Dr. Alfred Bernstein. Diskussion. SchSneberg. Montag, den 13. Februar, abends 8% Uhr: Volksversammlung in den Neuen RathauSsälen, Meiningerstr. 8. Tagesordnung:„Die Arbeitslosenversicherung in Schöne- b e r g". Referent Stadtverordneter Genosse G. D ä u m i g. Die GewcrkschaftSkommisston. Der Vorstand de« WahIvercinS. Tempelhof. Dienstag, den lt. d. M., abends S'/2 Uhr. bei Thiel. Berliner Str. 41/42: Mitgliederversammlung. 1. Vortrag de» Genossen Oskar Ewald über:„Polittsche Streifzüge". 2. DtS- kusslon. 3. Wahl von je zwei Delegierten zur Kreis- und Verbands« Generalversammlung. 5. Verschiedenes. Ober- SchSiicweide. Am Dienstag, den 14. d. M„ abends 8'/, Uhr. im Wilhelmineuhof: Mirgliederversannnlung. Tages- ordnung: Vortrag des Genossen Giebel, Bertin. über: Die Reiche- versiche'rungSordnung und die Rechtloömachuiig der Arbeiter durch die Schaffung neuer Kassen hiesiger Geschäftsleute". Diskusston Verschiedenes. Die VezirkSleitung. lSriy-Bucko». Am Dienstag, den 14. Februar, abend» S'/, Uhr. im Lolal von Köhler, Britz, Rudower Strotze vi: öfiemliche Versammlung. Tagesordnung: 1. Bortrag de» Relchstags- abgeordneren Genossen Kunert über die„ReichStagswahl. 2. Dis- kujsion. 3. Verschiedenes. Frirdrichshagen. An. Montag, den 13. Februar, abends 8'/« Uhr, im„Lindengartcn". Friedrickstr. 74: Zweiter Vortragsabend des Genossen Piek:»Aus der Geschichte des 19. Jahrhunderts." Der BildungSauSschutz. Zossen. Mittwoch, abend» Vz? Uhr, von Kurzner auS. Flug> blattverbreitung. Freitag, den 17. d. M., abends 8 Uhr. bei Kurzner: öffentlich« Versammlung mit der Forrietzung der TageS» ordnung: Die Wahrheitsliebe der Diener Gottes und der hiesige VolkSvercin. Genosse Unger referiert. Der Vorstand. Nowawe». Mittwoch, den IS. Februar, abends 8*/, Uhr, iin Lokale de» Herrn En, st Schmidt(Inhaber Hermann Wolfgramm). Wilhelmstr. 41— 43: Versammlung des Wahlvereins. Tagesordnung 1. Geschäftliches. 2. Die bevorstehende Gemetndewahl und Auf> stellung der Kandidalen. 3. Wahl der Delegierten zur Kreis- und Verbands-Gcneralversammlung. 4. Verschiedenes. Neue Mitglieder werden aufgenommen. Der Vorstand. Schrnkendors bei Königs« Wusterhausen. Am DienStag, den 14. Februar, abends 8 Uhr, bei Paetsch: Mitgliederversammlung Berichte, VerciiiSaiigeleaenheiten. Wahl der Delegierten zur Kreis generalversammlung und Grotz-Lcrlin. Reinickcudors-Wcst. Uraniabilletts zur Vorst ellung am IS. Februar sind nur heut« Sonntag noch bei Reuhoff, Eich bornstr. b4, zu haben. Berliner JVaebriebten. Das hereingefallene Spandau.■ In Spandau macht sich eine bittere Enttäuschung bemerk. bar,»veil große Hoffnungen, die man an den Bau der Dobe. ritzer Heerstraße geknüpft hatte, nicht erfüllt werden. Als vor einigen Jahren bekannt wurde, daß man an einer hohen Stelle den Plan hegte, eine große Heerstraße von Berlin di- rekt nach dem Dvberihcr Uebungsplatze anzulegen, waren auch die städtischen Körperschaften der Stadt Spandau schnell be- reit, auch ihr Teil zur Ausführung des allerhöchsten Wunsches beizutragen. Es wurde beschlossen, den Bau der Heerstraße im Spandauer Gebiet auf Kosten der Stadt auszuführen. Diese Kosten waren sehr erhebliche und beliefcn sich auf zirka 2 Millionen Mark. In Spandau rechnete man im Stillen damit, daß die Regierung der bereitwilligen Stadt entgegen- konimen würde. Dieses Entgegenkommen sah man in der Absicht, das 1. Garde-Dragonerregiment nach Spandau zu verlegen. Nach neueren Mitteilungen scheint es aber danut nichts zu werden und Spandau ist um eine Hoffnung ärmer. Es stellt sich immer mehr heraus, daß die Heerstraße weniger wegen des Döberitzer UebungSplatzes gebaut ist, sondern aus anderen Gründen. Denn man hat bekanntlich mit der An- legung eines neuen UebungSplatzes bei Zossen begonnen, der für das Gardekorps bestimmt ist, während daS Döberitzer Ge> lande künftig mehr vom 3. Armeekorps benutzt wird. Den städtischen Körperschaften in Spandau brummt ob der großen Kosten für die Heerstraße der Kopf, denn mit den Baukosten allein sind die Opfer noch nicht erschöpft. Dazu kommen die nicht unerheblichen Kosten für die Unterhaltung der Straße. Allgemein dämmert es jetzt weiten Kreisen auf, daß die Straße weniger eine Heerstraße, sondern eine tadellose Automobil st raße darstellt, auf der die Kraftwagen fast zu jeder Tages- und Nachtzeit mit unkontrollierbarer, durch nichts gehemmter, rasender Geschwindigkeit dahinsauseu und daß die Fußgänger acht geben müssen, nicht überfahren zu werden. Das eigentliche Geschäft bei Anlegung der Straße bat der Forstfiskus gemacht. Ohne daß es dem Fiskus etwas kostete, ist der Grunewald erschlossen worden, damit er in die Lage kam, Forstländereien zu Bauzwecken für höh? Preise zu verkaufen. Um einigermaßen die Kosten etwas herabzudrückcn, hat der Magistra- sich an die Provinzialvcrwaltung gewendet mit dem Antrag, der Stadt einen Beitrag zu den Kosten des Heer- straßenbaucs zu bewilligen. Dieser Antrag ist aber abgelehnt worden. Und so muß Spandau schon sehen, wie es fertig wird. Die Bevölkerung muß die Bereitwilligkeit ihrer städtl- schen Behörden, die Wünsche hoher Stellen eilfertig auf allge- meine Kosten zu erfüllen, teuer bezahlen. Heber das orthopädische Turnen in den Berliner Vororte« berichtet jetzt die Regierung in Poisdam. Derartige Tiirnlurse an Balls- schulen wurden emgerichiet. weil die periodischen schulärztlichen Unlcrsuchnngen in den Vororten Berlins stets eine grotze Anzahl von Kindern mit DIfformitäteii des Knochengerüstes. insbesondere der Wirbelsäule, und anderen Anomalien des Wachstums ergeben haben, dle bei rechtzeitiger sachgemätzcr Behandlung noch einer Besserung fähig waren. Ohne Eingriffe hallen sie zu schweren Schädigungen führen müssen. Die ersten Versuch» wurden 1994 von Charlottenvurg gemacht, das heuie noch nach dem Urteil der Re- gierung die umfassendsten und volllommensten Veranstaltungen auf- weist. l90S bestanden dort 24 Kurse mit 262 Knaben und 691 Mädchen. 1916 stieg die Zahl der Kurse aus 34. Von den gvg tm Jahre 1969 überwiesenen Kindern haben 4l6 den Kursus vollständig absolviert, 6t wurden geheilt. 66„wesentlich gebessert", >66„gebessert". Bei 193 trat keine Besserung ein. während bei 26 da» Uebel Forlschritte machte. Weitere Kurse bestehen in gehlen- dorf und Sckönebera seit 1906, Wilmersdorf und Weiheniee seit l909, Steglitz und Rtxdorf seit 1910. Ueberall erfolgt die Auswahl durch die Schulärzte. Leiter der Kurse sind besonders vorgebildete Lehrer und Lehrerinnen unter Ueberwachuna durch einen Arzt. ES wird meist in den Turnstunden 2 bis 3mal wöcheiulich 1 bis 1'/» Stunde geübt. Die Kurse umfassen durchschnittlich 29 Kinder. Der Magistrat trat in seiner gestrigen Sitzung den Vorschlägen der gemischten Deputation, welcher der Antrag des Stadtvcrord- neten Gelpcke und Genossen auf Errichtung besonderer Abteilun- gen für zahlende Kranke in den städtischen Kmnkenhäuscrn zur Beratung überwiesen lvar. und über die wir schon berichtet haben, in den wesentlichen Punkten bei. Vorbehaltlich der Zustimmung der Stadtverordnetenversammlung soll versuchsweise im Kranken- hau» Moabit in Verbindung mit der chirurgischen Abteilung des Krankenhauses ein besonderes Haus mit etwa 69—69 Betten für Patienten des Mittelstandes,«ine sogenannte 2. Klasse, eingc- richtet werden; die übrigen Kranken sollen hierdurch aber keine Nachteile haben und die in den Stationen vorhandenen kleinen Zimmer bleiben ihrer bisherigen Bestimmung vorbehält««, Zur Bereinigung von Wilmersdorf und Schönrderg wird uns au» Wilmersdorf geschrieben:„Die Frage der Vereinigung von Wilmersdorf und Schöneberg, über die gestern berichtet wurde, stellt an die Wilmersdorfer Perücken wesentliche Anforderungen. Man tat sich gar viel daraus zugute, datz der steuerkräftigste Ort des prcutzischen Staates eine Rummer für sich sei, und nahm den Nachbarorten gegenüber nicht selten eine Stellung ein, die mit der des „Arbeitswilligen" in gcwerlschaftlichen Kämpfen«ine gewisse «ehnlichkeit hat. Nun ist aber auch In Wilmersdorf nicht alles Gold wa» glänzt. Abgesehen davon, datz die Stadt gleich ihrer Nachbargemcinde Schötteberg an den Lasten des SchnellvahnbaueS erheblich zu tragen hat, kommen für die nächste Zeit cwe Reihe be« sonderer Ausgaben in Betracht, die stark in die Millionen gehen. Wilmersdorf mutz«in Rathaus haben; ein KraiilcnhauS fehlt be« kanntlich ebenfalls in dieser an die 119099 Einwohner zählenden Stadt, ferner eine Badeanstalt und noch so mancher andere not- wendige Bau. Hier könnte Schöneberg bei einer Vcrcinigniig zum wesentlichen aushelfen und man braucht nur daran zu denlett, datz feine Anstalten für Krankenpflege sehr vorsorglich auf die Zukunft an- gelegt sind. Es kommt Hinz», datz auch in der Steuerfrage in beiden Städten«ine Tendenz zum Ausgleich hervortritt. Mit den 99 Proz. Zuschlag zur Einkommensteuer, auf die Wilmersdorf sich viel zugute tat, ist eö seit dem vorjährigen Eingreifen der Regierung für imnier vorbei; und was die Belastung der Grundbesitzer betrifft, so brachten diese Herren bei irgendwelchen«uforderungen an sie immer zur Seltung. datz ihre Kollegen in Schöneberg im Vergleich mit ihnen milde behandelt würden. Wenn wir aber das Interesse der minderbemittelten Bevölkerung ins Auge fassen, so würde hier bei der Bereinigung der beiden Städte ganz und gar nicht von Nachteilen zu reden sein, Mit einer nur zu grotzen Berechtigung wurde Wilmersdorf bis dahin die Siadt ohne Sozialpolitik genannt, wohingegen Schöneberg auf sozial- poltlischem Gebiet immerhin einige Leistungen aufzuweisen hat. Aber diese Erscheinniig würde, wen» die anderen hier erwähnten Borteile nicht von Belang wären, bei den Vertretern de» Besitzes eher gegen als für die Eingemetiidung sprechen. Nebenher kommt zur Förderung des Plane» vielleicht auch noch in Betracht, datz die beiden Landgemeinden Friedenau und Schmargendorf feit langem ihre recht kostspielige Selbständigkeit satt haben und notwendig an einen grötzeren Ort Anschlutz suchen müssen. Darf man nun auch keineswegs verkennen, datz die Verelnigimg der Vororte mit Berlin der einzige wirkliche Ausweg au» all de» kommunalen Wirrnissen der Gegenwart ist, so darf doch nicht antzer Betracht bleiben, datz selbst vom Standpunkte de» Besitze» au» viel gewonnen wäre, wenn vorab etliche Gemeinden sich zusammen- schlössen. Der WilmerSdorser KirchtumSphilister wird daher, wo letzten Ende» auch für ihn ein Gewinn in«ussicht steht, dm Lokal« Patriotismus vorsorglich in dir Kommode Packen." Ungesetzliche» au» ttt Berliner Stenrrverwaltnng. In den letzten Monaten sind unS eine ganze Reihe Fälle bor- getragen worden, au» denen hervorgeht, datz bei der Einziehung von Steuern nicht immer die gesetzlichen Bestimmungen beachtet werden. Wir haben das Verfahren im Auge, da» bei Pfändung des Arbeits- lohncS für rückständige Steuern beobachtet wird. In den uns vor- getragenen und mit den von der Steuervcrlvaltung ausgestellten ZahIungSvcrboten belegten Fällen handelt rS sich um Pfändung von Lohn für rückständige Steuern für die letzten zwei und drei Ouar- tale. Es ist vorgekommen, daß manche mit der Lohnbcschlagnahme Bedachten von ihrem Wochenlohn nur 2 und 3 M. ausgezahlt er. hielten, während der andere Teil für rcsticrende Steuern ein- behalten wurde. Die Steuerverwaltung bezieht sich in ihren Pfändungsbefehlen auf verschiedene Paragraphen, unterläßt aber dabei die Beachtung des Lohnbeschlagnahmegesetzes. Dieses Gesetz besagt im§ 4 unter 2: „DaS gegenwärtige Gesetz findet keine Anwendung auf die Beitreibung der direkten persönlichen StaatSstcuern und Korn- munalabgaben(die derartigen Abgaben an Kreis-, Kirchen», Zchul- und sonstige Kommunalderbände mit eingeschlossen), soferg diese Steuern und Mgaben nicht seit langer als drei Monate« füllig geworden sind." In Berlin werden die genannten Steuern bekanntlich in der ersten Hälfte des zweiten Quartalsmonats fällig. Mithin ist bei- spielsweise der Lohn für das Quartal Januar/März 1810 bis am ib. Mai 1910 pfändbar. Diese gesetzlichen Bestimmungen werden von der Steuerverwaltung aufs gröblichste»mistachtet. wenn sie den Lohn für mehrere Quartale pfänden läßt. Die Arbeitgeber brauchen einer solchen gegen das Lohnbeschlagnahmegesetz verstoßenden Pfändung nicht nachzukommen; im Gegenteil machen sie sich mitschuldig, wenn sie den auf mehrere Quartale gepfändeten Lohn in Abzug aringen. Es muß wunder nehmen, daß in der Steuerverwaltung die ge- letzlichen Bestimmungen über Lohnpfändung so wenig bekannt sind, >aß in ungesetzlicher Weise verfahren wird. Es muß erwartet werden, daß die Vorschriften über Lohnpfändungen in Zukunft be- achtet werden. lieber die Mihhandliingen des vierjährigen Kindes, über die wir gestern nach einem hiesigen Blatte berichteten, lesen wir in der ..Vossischen Zeitung":„Die gestern von einigen Zeitungen verbrci- cten Nachrichten über die Mißhandlungen und unmenschliche Be- Handlung eines Kindes, der stij Jahre alten Tochter des Fabrik- irbeiters Friedrich Schettast aus der Frankfurter Allee 197, hatten iur Folge, daß sich vor dem Hause ungeheure Menschenmassen an- sammelten, Verwünschungen gegen die angeblich entmenschten Eltern ausstießen und Lynchjustiz üben wollten. Ein größeres Polizeiaufgebot mußte in den Abendstunden das Haus bewachen und für Ruhe sorgen. Nach der uns auf Anfrage von anitlichen Stellen gegebenen Auskunft, sind die veröffentlichten Einzelheiten über die Behandlung des Kindes übertrieben. Tatsache ist, daß die Stiefmutter des Kindes ihre Erziehungspflichten in einer Weise vernachlässigt hat, daß ein Einschreiten von dritter Seite unbe- dingt notwendig erschien. Die Polizeibehörde in Lichtenberg er- hielt Anfang vorigen Monats eine anonyme Anzeige über angeb- lich unmenschliche Behandlung des Kindes durch seine Stiefmutter. Inzwischen hatte sich auch der Waisenrat und der Vormund des Kindes der Angelegenheit angenommen und am 15. Januar wurde das Kind den Eltern abgenommen und dem Waisenhause in Berlin zugeführt. Das Kind befand sich bei der Abholung in einem Zu- stand äußerster Verwahrlosung, körperlich und geistig herabge- kommen. In der Waisenhauspflege hat es sich in der kurzen Zeit bereits erholt. Die Eltern bestreiten die Mißhandlungen, doch ist Anzeige beider Staatsanwaltschaft erstattet worden. Das Verschwinden eines Bauunternehmers erregt in Wilmers- darf Aufsehen. Der Maurermeister Leopold Matthey aus der Hol- steinischen Straße, der in den besten Verhältnissen lebt, ist seit vori- gem Freitag spurlos verschwunden. Die Angehörigen zahlen für Mitteilung über den Verbleib des Vermißten eine hohe Belohnung. Erdichtet hat die Frau deS Steuererhebers Rißmann den Ueber- fall, bei dem ihr vorgestern abend 1100 M. geraubt worden sein sollten. Sie hatte die Räubergeichichte von langer Hand vorbereitet, um ihrem Manne ab und zu Freude zu machen. Dieser ist etwas leidend und gibt wohl hin und wieder falich heraus, so daß er kleine Mankos hat. Obwohl er in guten Verhältnissen lebt, machte er sich dann Sorgen. Frau Rißmann versteckte nun das Geld und wollte es in Teilbeträgen als von Verwandten kommend übergeben. um ihm alle Sorgen zu nehmen. Vorgestern händigte sie ihm denn auch 400 Mark ein. von denen sie sagte, daß eine dritte Person sie im Auftrage von Verwandten gebrach» habe. Um den Raub glaubhaft erscheinen zu lassen. verbrannte sie den Beutel, in dem sie sonst das Geld weg- brachte, und versteckte das harte Geld und die Scheine an vcr- schiedenen Stellen, an denen sie schwer zu finden waren. Sie be» streute sich auch selbst mit Pfeffer, beging aber dabei einen Fehler, der zur Entlarvung führte. Sie hatte sich den Pfeffer schon aus den Kopf gestreut, b«vor sie die Haarunterlage auflegte. AuS der Hand des RäuberS konnte der Pfeffer unmöglich dorthin gelang� sein. Diese Entdeckung veranlaßte dann auch die Frau, ein Geständnis abzulegen.— Dem Uebersall in der Flottwellstraße liegt lediglich Rache, nicht die Absicht des Raubes zugrunde. Selbstmord verübte in der Nacht vom Freitag zu Sonnabend in der Herberge im Gewerkschaflshause der 52jährige Schriftsetzer Karl Obermeier. O. war sehr asthmaleidend und mußte wiederholt ein Krankenhaus aufsuchen, bis er es zuletzt nicht mehr ertragen konnte und durch Erhängen seinem Leben ein Ende machte. Im Hotel erschossen hat sich gestern morgen der Bäckermeiste Willi Fehse aus Falkenhagen. Arbriter-LildungSschule. Heute abend T'/a Uhr, pünktlich, B o r t r o g deS Herrn Ferd. Krause: Wanderfahrt zur Märkischen Schweiz mit zirka 125 farbenprächtigen Kunstlichtbildern mach ergenen Aufnahmen des Bortragenden) im Königstadt-Kaflno, Holzmarltstr. 72. Im Luisen-Theater fand am Freitagabend die Erstauf- führung eines„Berliner VolkSstückS" mit Gesang in drei Akten statt:„Ums goldene Kalb" von dem Berliner Schriftsteller G. Schade. Musik von E. Uhlig. Die Bezeichnung„Volksstück" ist nur dann richtig, wenn man dieses Wort in dem Sinne nimmt, wie es Kalisch und LÄrronge zur Charakterisierung ihrer Berliner Possen und Lustspiele gebraucht haben. Denn was G. Schade schildert, sind nicht Vorgange aus dem modernen Arbeiter- und Volksleben, keine tragischen Konflikte aus dem heutigen Ringen und Kämpfen der aufwärtsstrebenden Arbeiterklasse, sondern heitere Episoden aus dem kleinbürgerlichen Leben einer biederen, am Althergebrachten hängen- den Berliner Handwerkersamilie; aber die kleinen spießbürgerlichen Familienszenen, die uns der Verfasser vorführt, sind mit Humor dem Leben abgelauscht und recht bühnenwirksam gestaltet. Die Fabel des Stücks ist folgende: Ein kleiner Berliner Schlossermeister steht vor dem Bankerott. Er hat zwar einen praktischen Konserven- dosenöffner erfunden und auch ein Reichspatent darauf erhalten. aber seine Bemühungen, seinen reichen Hauswirt zu bewegen, Geld zur Gründung einer kleinen Fabrik herzugeben, schlagen fehl. Da erhält der Schlossermeister eine gerichtliche Meldung, daß ein alter amerikanischer Großonkel ihm eine Erbschaft hinterlassen habe. In ihrer Freude prahlt die biedere Frau Schlossermeister mit einer mehrfachen Millionenerbschaft, und nun kommen alle die Liefe- ranten, die früher nicht mehr pumpen wollten, und bieten sich als Kreditgeber an. Selbst der Hauswirt kommt und bietet 25 000 M. zur Errichtung der geplanten Fabrik. Schnell wird diese einge- richtet. Die Konservenbüchsenöffner finden großen Absatz. Der ehrsame Schlossermeister wird zum wohlhabenden Fabrikanten, dessen Familie, als sich schließlich herausstellt, daß bei der Versteige- rung der Grundstücke des amerikanischen Onkels sich kein Ueber- schuß ergeben hat, die schmerzliche Enttäuschung mit ruhiger Fassung erträgt. Die Auffuhrung hatte entschiedenen Erfolg. ES wurde v,el gelacht und applaudiert. Zu einem guten Teil hat der Autor diesen Erfolg dem Spiel zu danken. Oberregisseur Wald hatte das Stück vorzüglich inszeniert, und Margarete Fischbach als„gebildete" Schlosserstochter, Elise Hüftel als Frau Meisterin boten höchst an- erkennenswerte Leistungen. Besonders aber verdient die Dar- tellung des schlichten, altväterischen Schlossermeisters durch Herrn Karl Elzer erwähnt zu werden. Er schuf eine durchaus lebens- wahre Gestalt. Arbeiter-Samarlter-Bund, Kolonne Berlin, In dieser Woche finden folgende Lehrabende statt: Montag, den 13.. Abteilung Brun- »enstraße 154; Mittwoch, den 15.. Abteilung Rixdorf. Erkstraße 3; Donnerstag, den IS.. Abteilung Lichtenberg. Scharrnweberstr. 60 und Schöneberg. Vorbergstr. 9. Ueberall Vortrag über Vergiftungen. Anfang pünktlich 9 Uhr. Gäste willkommen. Die Zentralkommission der Krankenkasse» Berlins und der Vororte veranstaltet auch in dieser Woche hygienische Vorträge, die nachstehend aufgeführt sind. Der Zutritt zu diesen Vorträgen ist für jedermann unentgeltlich. Am Montag, 13. Februar er., spricht Herr Dr. Zadel über „Alkohol und Gesundheit" in der 91./101. Gemeindeschule, Gneise» naustraße 7. Am Donnerstag, den 16. Februar er., sprechen in den Aulen der nachbenannten Gemeindcschulen über das Thema„Die ge- schlechtliche Ansteckung und ihre Folgen" Herr Dr. Lilienthal, in der 247./252. Gemcindeschule, Rigaerstr. 81/82; Herr Dr. L. Casper in der 240./254. Gemeindeschule, Waldenserstr. 25/26; Herr Dr. M Bab in der 117./178. Gemeindeschule, Eberswalderstr. 10; Herr Dr. I. Jacobsohn in der 115./237. Gemeindeschule, Skalitzer Straße 55/56. Am Freitag, den 17. Februar er., sprechen über das Thema „Gesundheitspflege von Nase und Ohr" Herr Dr. R. Lehmann in der 81./109. Gemeindeschule, Tilsiterstr. 4/5; Herr Prof. Dr. Brühl in der ll8./I27. Gemeindeschule, Pankstr. 8; Herr Dr. Selbiger in der 228./279. Gcmeindeschule, Pasteurstr. 5. In Boxhagen- Rummelsburg in der Neuen Schule in der Marktstraße spricht am Dienstag, den 14, Februar cr., Herr Dr. Seegall über das Thema„Gebiet der Geschlechtskrankheiten". In Eharlottenbu r g in der 2. Gemcindeschule, Sophie- Charlottenstr. 69/70, spricht am Mittwoch, den 15. Februar cr., Herr Dr. E. Engel über das Thema„Frauenleiden und ihre Verhütung" (nur für Frauen). In C ö p e n i ck in der Mädchen-Mittelschule, in der Freiheit, spricht am Dienstag, den 14. Februar, Herr Dr. E. Meyer über das Thema„Ursachen und Verhütung der Schwindsucht". Für Friedenau und Steglitz spricht Herr Dr. F. Moses über das Thema„Geschlechtskrankheiten und ihre Verhütung", in dem Sitzungssaal der Gemeindevertretung im Gymnasium am Mlaybachplatz zu Friedenau. In Lichtenberg spricht Herr Dr. L. Jacobfohn in der Ge- meindeschule in der Kronprinzenstr. 10 über das Thema„Auge und Arbeit". Für Mariendorf und Tempelhof spricht am Donnerstag, den 16. Februar cr., Herr Dr. Muskat über das Thema„Die Be- deutung der Heilgymnastik" im Restaurant G. Löwenhagen, Chausseestr. 27,'zu Mariendorf. In Pankow, in der 2. Gemeindeschule, Grunowstraße, spricht am Donnerstag, den 16. Februar cr., Herr Dr. H. Feilchen- seld über das Thema„Hygiene des Auges". In Reinickendorf, in der 3. Gemeindeschule, Pankower Allee, spricht am Mittwoch, den 15. Februar cr., Herr Dr. M. Halle über das Thema„Hygiene des Ohres". In Rixdorf. in der 9./ 10. Gemeindeschule, Kaiser-Friedrich- traße 4, am Hermannplatz, spricht Herr Dr. A. Schönfeld über das Thema„Halskrankheitcn und Schwindsucht". In Schöneberg, in der 10./11. Gemcindeschule, spricht Herr Dr. Citron über das Thema„Magen- und Tarmleiden", am Dienstag, den 14. Februar cr. In Tegel spricht am Dienstag, den 14. Februar cr., Herr Prof. Dr. Masse in der Gemeindesckwle, Tresckowstr. 26/31, über das Thema„Einige Fragen aus der Gesundheitslehre des täglichen Lebens". In W e i h e n s e e, in der Gemeindeschule in der LanyhanS- straße 120, spricht Herr Dr. L. Zu.itz am Freitag, den 17. Februar cr., über das Thema„Verhütung von Frauenkrankheiten. Die Bedeutung der Blutungen"(nur für Frauen). In Wilmersdorf, im Bismarckgymnasinm, Pfalzburger Straße 30/31, spricht am Mittwoch, den 15. Februar cr., Herr Prof. Dr. Neuhaus über das Thema„Blinddarmentzündungen". Sämtliche Vorträge beginnen pünktlich um 8 Uhr. Ein Paket AbzahlungSmarken ist gestern in einem Wagen der Linie 22 gefunden worden. Der Verlierer kann dieselben bei Schult- heiß, Rixdorf, Jansastraße 7, abholen. O.utttn«g. Für dcn Verein Arbeiter-Jugendbeim gingen bei dem Unterzeichneten ein: 19,95 Mark Kranzübcr'chnß der Arbeiter de> Chemischen Fabrik Schering, Müllerstraße. K. Rosenseld, An der Spandauer Brücke la. Vorort- ach ricbtem Rixdorf. Ueber ei» recht sonderbares Verfahren deS hiesigen Magistrats wird uns folgendes berichtet: Bei der letzten Auslegung der Wählerlisten zu den Stadt- verordnetenwahlen vermißte der seit IVa Jahren bei einem Tischler R. wohnhafte Chambregarnist Schlosser L. seinen Nomen in der Wählerliste; er erhob daher sofort Einspruch gegen die Nicht- eintragung. Sein Antrag, ihn in die Wählerliste aufzunehmen. wurde von der Stadtverordnetenversammlung zurückgewiesen, weil L. nach ihrer Meinung nicht selbständig sei im Sinne des Gesetzes. L. erhob Klage bei dem Bezirksausschuß in Potsdam. Er legte die polizeiliche Meldung vor und berief sich auf das Zeugnis seines Hauswirtes, des Tischlers R., dessen Vernehmung vom Bezirksausschuß angeordnet wurde. Bei der Vernehmung beschwor R., daß L. vom September 1909 bei ihm in einem möblierten Zimmer wohnt, über das er in jeder Beziehung freies VerfügnilgSrecht habe. Demzufolge wurde vom Bezirksausschuß die Einiragung LS. in die Wählerliste angeordnet und den Parteien der Beschluß am Miit- woch, den 3. Februar zugestellt, mit dem üblichen Hinweis der vier- zehntägigen Einspruchsfrist. Der Magistrat von Rixdorf scheint die Absicht zu haben, den Einspruch zu erheben. Das geht Welligstens daraus hervor, daß er am Donnerstag einen Magistratsdieiier nach der Wohnung Rs. schickte, der sich vergewissern sollte, ob L. noch dort wohnt. Des weiteren verlangte er Auskunft über die Giöße der Wohnung, die Stärke der Familie Rs., den Mietspreis und die von L. gezahlte Miete. Dann betrat er das Zinimer LS., der gerade anweiend war. Dessen erstaunte Frage, was er wolle und von wem er komme, beantwortete er dahin, daß er sich einmal daS Zimmer ansehen wolle. Warum? Genügte dem Magistrat die eidliche AuS- sage deS Zeugen des Klägers vor dem Bezirksausschuß nicht? Cdarlottenvnrg. Der Baubeginn der Untergrundbahnlinie nach dem Kurfürsten- dämm, deren Eröffnung gleichzeitig mit der Wilmersdorfer Linie stattfinden muß, wird, wenn es die Witterung erlaubt, bereits im März d. I. erfolgen. Die städtische Tiefbauverwaltung in Char- lottenburg wird in nächster Zeit die durch den Bau der Bahn not- wendige Verlegung und Umänderung der städtischen Versorgungs- leitungen für Kanalisation. Gas, Elektrizität, Wasser, Feuermelder in der Tauentzienstratze und im Kurfürstendamm beginnen. Für diese Arbeiten werden bei der Stadtverordnetenversammlung Mittel in Höhe von 186 100 M. beantragt. Für NeoPflasterungen von Straßen sind im Haushaltsplan für 1911 450 000 M. eingestellt. Für folgende Straßenzüge sind Neupflasterungen(mit Stampfasphalt und Holzpflaster) vorgesehen: Marchstraße zwischen Marchbrücke und dem südlichen Asphalt- anschluß. Platanenallee in Westend zwischen Linden- und Ahorn- allee, Grolmanstraße zwischen Kurfürstendamm und Savigny- platz, Kaiser-Friedrich-Straße zwischen Pcstalozzistraße und dem nördlichen Asphaltanschluß, zwischen Stuttgarter Platz und Pestalozzistraße, der Straße am Luisenplatz zwischen Charlotten- burger Ufer und Eosanderstraße, Charlottenburger Ufer zwischen Schloßbrücke und Lohmeherstraße. Die fortlaufenden Ausgaben für Unterhaltung der Straßen, Brücken. Bürgersteige usw. betragen 843 728 M., 109 571 M. mehr gegen das Vorjahr. Die Gesamt- ausgaben für das Kapitel: Straßenbau belaufen stch auf 1354 914 Mark, daS bedeutet gegen das Vorjahr eine Steigerung von 340 233 Mark. Der letzten Sonntag ausgefallene musikalische Kunstabcnd findet nunmehr bestimmt am Donnerstag, den 16. Februar er., abends 8 Uhr, im Volkshause, Rosinenstr. 3, statt. Die Karten zum 5. Februar haben Gültigkeit. ES werden zwei TrioS sowie Geigen-, Klavier» und Cellosolo und Gesangsvorträge von hervorragenden künstlerischen Kräften zu Gehör gebracht. Karten zu 80 Pf. find bei Weichert, Rosiuensir. 3, Scharuberg, Sesenbeimer Str. 1, Will, Kirch» straße 30, und den Zahlabendleilern zu haben. Der BildungSansschuß. Der Charlottenburger HauSpstegevcrcin weist wiederholt darauf hin, daß er seine Fürsorge jetzt auch auf eine gute, kräftige Er- nährung schwangerer Frauen im letzten Monat von der Geburt er- streckt. Die Stadt hat dem Verein Mittel zur Verfügung gestellt, von dem Grundsätze ausgehend, daß die einzige rationelle und gute Ernährung des Säuglings die Ernährung mit Muttermilch ist, daß aber Frauen, welche das zu erwartende Kind selbst stillen wollen, vorher Durch gute Kost in den dazu gehörigen Kräftezuitand versetzt werden müssen. Die Frauen, denen nach vorheriger Recherche diese Vergünstigung zuerkannt wird, erhalten— möglichst den letzren Monat vor der Entbindung— vier Wochen lang kräftiges Mittag- essen. Alles nähere ist im Hauspflegeverein..Ernähriiiigsabteilung", Marchstr. 7k, zu erfahren und zwar in den Sprechstunden D i e n s- t a g und Freitag, 10 bis 11 Uhr vorui'ttags. Schivangere Frauen, welche beabsichtigen, ihr Kind selbst zu nähren und denen ihre Verhälluisse keine genügend gute Ernährung vorher gestalten, können sich möglichst sechs Wochen vor ihrer Entbindung dort in der angegebenen Zeit zur Borernährung meiden. Lichtenberg. Die von der Arbeiterschaft arrangierte Theatervorstellung bei Schivarz lMöllendorf), ain heniigeil Sointtag. den 12. Februar, be- giiiiir pünktlich um 2Vz Uhr. Die unter Leitung des Herrn Tirektor Geyer sleheiide Märkische Wanderbühne, der Angehörige auch dem Swiller-Theater augehören, bringen JbfenS Gespeustcr zur Ausführung. Groft-Lichterfelde. Am heutigen Soantag veranstaltet der BildungSansschuß einen Lichtbildervortrag über die natürliche Schöpfungsgeschichte. Vor« tragender: Herr Tb. Meeutzen aus Dresden. Aiifaug püiilUich ö'/a Uhr im Restaurant Wabrendorf, Bäkeslr. 22. Eiiilrikt 30 Pf. Am Nachiniltag, 3 Uhr, findet ebendaselbst ein Lichtbildervortrag für Kinder statt. Eintritt für Kinder wie Erlvachsene 10 Pf. Mariendorf. Die Gciiicindrvertrctiing beschäftigte sich in ihrer letzten Sitzimg mit einer Anfrage wegen Erriwtung einer Radreuubahn am Ort. An die englische Gasanstalt, die ein sehr großes, zum Teil noch brachliegendes Gelände besitzt, ist eine Radrenubalmgesellichafl berau- getreten mit dem Ersuchen, ihr das an der Ringstraße gelegene Gelände zwecks Errichmilg einer Rennbahn pachlweise auf 10 Jahre zu überlassen. Der Direktor der Gasanstalt wünscht vorher die Meinung der Gemeindeverlremng hierüber. Vom Gemeindevorsteher wurden Grunde für und gegen dieses Projekt vorgebracht. Tagegen sei die Belästiguiig der nächstliegenden Bewohner in Betracht zu ziehen, doch� müsse dem gegeniibergestellt werden, daß zweifellos eine Verbesserung der Verkehrsverhältnisse herbeigeführt und außerdem die Geschäftsleute und besonders die Gastwirte be» deulcude Vorteile haben würden. Bon unseren Vertretern wurde durch den Genossen Reichardt c>ie Zustimmung unter der Bedingung gegeben, daß die Rcnnbahngesellschatl verpflichtet werden müsse, an die Gemeinde eine bestimmre Summe jährlich zu zahlen. Der Schösse Herr Ziedrich protestierte gegen die Errichtung mit der Begründung, daß ihm damit ein bedeutender persönlicher Schaden zugeführt werde, weil er leinen an der anderen Seite der Ring- straße gelegenen Grundbesitz durch die Rennbahn nicht vorteilhaft für die Bebauung verkaufen könne. Diese Ausfübrung wurde vom Genossen Reichardt festgenagelt. Unser Redner betonte, daß noch niemals ein Gemeindeverlrerer derart seine persöutichen Vorteile in den Vordergrund gestellt habe, wie Herr Ziedrich. der noch dazu das Ehrenamt eines unbesoldeten Schöffen bekleidet, dabei würden die Gcuieiudevertreter handschlaglich an Eldesstatt verpflichtet, nur aus das Wohl der Gemeinde bedacht zu sein unter Hintanstellnng ihrer eigenen Interessen. Herrn Ziedrich war dicie Festsrellnna in aller Oefientlirtifeu sinnlich unangenehm. er machte verzweiselte Anstrengung um die Sache abzu» schwächen. Genone Weber konnte feststellen, daß dieser Versuch voll- ständig mißlungen sei. Bei der namentlich beantragten Abstimmung über das vorgeichlogene Projekt selbst stimmten 10 Vertreter mit ja und 3 mit nein, bei einer Sliinmenthaltuiig. Es dürfte somit in Mariendorf in allernächster Zeit eine Radrennöahn errichtet werden. Hierauf wurde beschlossen, die Kurfürsleustraße besser zu beleuchten. Hoffentlich läßt die Beleuchtung nicht so lange auf sich warten, wie die Regulierung der Straße selbst, die, obgleich schon lange be» schlössen, heule noch nicht in Angriff genoimiien ist. Noch Bewilli» gung einer für andere Straßen notwendigen Aufstellung von Lampen wurde Klage geführt, daß die vorhandenen Richilampen des Nachts schon vor 2 Uhr ausgeschaltet werden, so daß die mit der letzten Bahn lommeuden Bewohner stets im Dunkeln gehen müsse». Eine Beschwerde soll Abhilfe schaffen. Eine größere Debatte brachte der letzte Punkt der Tagesordnung: Gewährung einer Beihilfe zu den Kosten der Eisenbahuunterfnhrung iin Zuge der Großbecrenslraße. Der jetzige Zustand ist so, daß die Eisenbahn bei einein starken Verkehr immer noch direkt über die Großbecren» straße geht und durch Schranken abgeschlossen wird. waS bei dem starken Verkehr eine Unglücksgefahc bedeutet. Urber den Kostenanschlag, der 435 000 M. beträgt,' ist man noch nicht hinaus» gekommen und lediglich deswegen, weil über die Verteilung der Kosten keine Einigung erzielt werden kann. Der Eisenbahnfislus hat sich bereit erklärt, 6000 M dazu zahlen zu wollen. Der Gemeinde» Vorsteher gab bekannt, daß jetzt neue Verhandlungen mit der an diesem Projekt ebenfalls stark interessierten Gemeinde Marienselde staltgefunden haben. deren Resultat die Unterbreitung einer neuen Offerte beim Fiskus sein soll. In dieser Offerte erklären sich die beiden Orte bereit, von den gesamten Kosten 100 000 M. zu tragen. und zwar so verteilt, daß Martendorf ein Drittel und Marienselde zwei Drittel der Summe zahlt. Hierbei wurde von unseren Vor» tretern auf das schärfste verurteilt, daß die so notwendige Unter» führung der Bahn so lange hinausgeschoben wird. Wegen des Kvsteustreiies würde die Sicherheit des Publikums in Frage gestellt. Schließlich einigte man sich dahin, den Antrag in der vorgeschlagenen Form als Offerte beim Eisenbahnfiskus aufzugeben mit der un» bedingten Bestimmung, daß der Bahnhof Maricnfelde, der jetzt ein Stück hinter der Großbeerensiraße liegt, so angelegt wird, daß ein direkter Zugang von der Großbeerensiraße möglich ist.— Hiernach nichtöffentliche Sitzung. Pankow. Da an der Bcsichtignilg der neuen Schule am Sonntag unsere Leser infolge der Beerdigung des Genossen Singer nicht teilnehmen konnten, soll versucht werden, einen anderen Tag hiclfür zu er» langen. Zur Information diene einstweilen das folgende: Wir be- treten von der Görschitratze aus die höhere Mädchenschule, daran anschließend das Lehreriniiensemiirar. dann die Gemeiiideknaben- und noch weiter die Mädchenschule. Hieran schließt die alle� höhere Mädchenschule, die jetzt noch einen Auf- und Anbau erhält, um später noch eine dritte Gemeindeschnle aufzunehmen. Der Nachteil, so viele Schulen auf einen Fleck zusammen zu drängen, wird durch die durchaus günstige Loge teilweise ausgeglichen. Hierdurch wurde ein Hosraum geschaffen, der 120 X 60 Meter im Ausmaß hat, nach einer Seite offen ist und so Luft und Licht reichlichen Zustrom ge- staltet. Außerdem ist noch ein zweiter Hof vorhanden, an der Wollank- straße, der mit altem Baumbestand besetzt ist. Das Grundstück liegt an drei Straßen und ist so von allen Seilen zugänglich. Die Fassade deS Baues sowie das Treppenhaus der höheren Mädchenschule sind im Stile der deutschen Spätrenaissance gehalten. Die Gesamtzahl der Klassenrämne beträgt 96, hierzu kommen noch 9 Spezialklassen für Physik, Chemie und Biologie. 4 Ieichensäle, 17 Lehnnittelzimmer, 14 Dienstzimmer und 3 Turnhallen. Im Dachgeschoß sind außerdem 1 Lese» und ArbeitSsaal für die Fortbildungsschule untergebracht, in der unsere Jugend Sonntags Gelegenheit zur Unterhaltung finden soll. Die langen Korridor« find mit Linoleum belegt, die Wände mit Oel» anstrich versehen, der!n flUett Etagen verschieden ist. um eine schnellere Orientierung zu ermöglichen. Zur Aufnabme vr'n Papier- abfällen sind in den Wänden Klappen vorhanden. Solricir die Flure kein direktes Licht erhalten, sind die Klanenwände durchbrochen, um Licht durchzulassen und auch eine schnelle Durchlüftung der Klassen zu ermöglichen. Die Fensteröffnungen sind alle verschieden gehalten und geben in ihrer Reichhaltigkeit die schönste Gelegenheit, Stil- studien treiben zu können. In jeder Etage befinden sich Klosett- anlagen, die hell und leicht zu reinigen sind. Die Heizung erfolgt von einem Maschinenhause aus ausierhalb der Schnlränme in Ver- bindung mit einem Elektrizitätswerk, das zugleich der Schule Licht spendet. Der hier erzeugte Dampf wird durch Rohrleitungen nach dem Keller der Schule geführt und von hier, je»ach Bedarf, nach allen Räumen verteilt. Zur genauen Kontrolle der Teniperatur in den einzelnen Zimmern braucht man diese nicht erst aufzniuchen, sondern kann sie im Keller von einem Zeiger ablesen, wenn man vorher den Knopf eines Schalt- bretleS berührt. Die verbrauchte Lust wird dinch LnstichSchle nach dem Dache hin auf der einen Seile abgcsogen, während auf der anderen Seile des Zimmers frische, vorgewärmte Luft Zutritt erhält. Brausebäder sind nicht vorhanden. Es wird also notwendig'ein, dag die Badeanstalt mit Schwimmbassin, die auf demselben Grundstück geplant ist. recht bald in Angriff geitommcn wird, um einen fühl- baren Mangel zu beseitigen." Der jetzt vorhandene Bau ist in lslA Jabrc» aufgeführt worden und kostet nach der Vollendung 2300 000 M._ Gerichts-Zeitung. Ordnung muß sein! Der Kutscher August Just in Nixdorf, ein älterer, kränk- licher Mann, der schon mehrere Unfälle im Betriebe erlitten hatte, hatte das Pech, die Mitirahme seines Fahrscheines ver- gessen zu haben, als er mit seinem Arbeitsgespann durch öritz fuhr. Diese furchtbare Verfehlung gegen die öffent- liche Ordnung mußte gesühnt werden. Die Polizeiverordnung läßt Strafe von 1 M. aufwärts als Sühne zu. Die Behörde belegte den Kutscher mit 3 M. Geldstrafe eventuell einem Tage Haft. Just erkrankte und bat, ihm zu gestatten, die 3 M. in llaten von je 30 Pf. abzutragen. Der Bitte wurde stattge- zebcn. Er zahlte von seinem schmalen Krankengeld soviel er konnte. Gegen 53 Pf. vermochte er nicht zu zahlen, weil er nicht mehr krank, aber arbeitslos war. Da die Pfändung wegen dieser Lappalie fruchtlos ausfiel, wurde er vom Amts- Vorsteher in Britz aufgefordert, innerhalb acht Tagen sich im Polizeigefängnis zu Lichtenberg einzufinden, um dort die Neststrafe in Höhe von 3 Stunden und 26 Minuten abzu- brummen.� Just machte die Neise von Rirdorf nach Lichten- berg, inspizierte 3 Stunden 26 Minuten lang das Lichten- berger Polizeigesängnis und rettete dadurch die Ordnung. Tie massenhaften Polizeiverordnungen, deren Inhalt ins- besondere Kutscher bedroht, sollten endlich dahin reformiert werden, daß derlei Ordnungsstrafen erst festzusetzen sind, wenn mehrmalige Warnungen ergebnislos gewesen sind und der zu sühnende Frevel wirklich erheblicher Natur, die Ordnung in der Tat gefährdend ist. Schon jetzt sollte aber, schon um die Scherereien der Behörde zu ersparen, die mit Bewachung, Pfändungsversuchen usw. verbunden sind, von der Festsetzung einer Freibeitsstrafe an Stelle der Geldstrafe so- lange wie möglich Abstand genommen werden. Wäre Britz, Rirdorf, Lichtenberg und der preußische Staat in Trümmer zerfallen, wenn mit der Beitreibung des kleinen Restes ein Jahr oder noch länger gewartet worden wäre? Lohnt die Bei- treibung von kaum 56 Pf. Strafrest die Aufwendungen an Papier, Tinte und Arbeit, die in diesem Fall verbraucht wurden? Aber freilich: Ordnung muß sein. Ter Zusammenstoß eines kaiserlichen Automobils, in welchem sich der Oberhofmeister Exzellenz Freiherr v. Mirbach befand, mit einer Automobildroschke hatte gestern vor dem Schöffengericht Berlin-Mitte ein gerichtliches Nachspiel. Wegen Uebertretung der Polizeiverordnung über das Kraftfahrwesen mutzte sich der Kraftdroschkenführer Robert Luft vor dem Straf- richter verantworten. Der Angeklagte soll am 30. Oktober v. I. in übermätzig schnellem Tempo die Stratze Alt-Moabit entlang- gefahren sein. Als er an der Ecke der Werftstratze ankam, kam ihm von der Moltkebrücke her ein kaiserliches Automobil entgegen, von welchem aus die bekannten langgezogenen Signale gegeben wurden. Der Angeklagte fuhr in demselben Tempo weiter und sauste mit voller Kraft in das kaiserliche Auto hinein, welches in die Werftstratze einbiegen wollte. Bei dem mit lauten Krach er- folgten Zusammenstotz wurden mehrere Scheiben und andere Teile der beiden Kraftwagen demoliert und nur durch einen Zufall entging der Insasse des kaiserlichen Automobils, Oberhofmeister Freiherr v. Mirbach, ernsteren Verletzungen. Nach dem Unfall stellte es sich heraus, datz der Angeklagte angetrunken war. Gegen L. wurde deshalb wegen zu schnellen Fahrens und weil er im Fahrdienst angetrunken gewesen war, ein Strafbefehl in Höhe von 21 M. Geldstrafe und zwei Wochen Haft erlassen. Gegen diesen Strafbefchl Uetz L. Einspruch erheben. Vor Gericht suchte er den Nachweis zu führen, datz er zwar einige Glas Bier ge- trunken hatte, nicht aber als angetrunken gelten konnte.— Das Schöffengericht sah auf Grund der Beweisaufnahme die Sache milder an und erkannte auf K0 M. Geldstrafe. Nochmals daS Unglück auf Zeche Radbod. Wegen Beleidigung des Bergrats Andre, des Direktors der Zeche I und II, war bekanntlich am 18. Oktober 1909 vom Land- gericht Bochum der Redakteur der„Bergarbeiter-Zeitung", Theodor Wagner in Bochum, zu 300 M. Geldstrafe verurteilt worden. Auf seine Revision hob am 12. April 1910 das Reichsgericht das Urteil auf, weil mehrere von ihm benannte Zeugen nicht vernommen worden waren. Am 28. Oktober 1910 ist, wie unseren Lesern er- innerlich, der Angeklagte vom Landgericht leider zu derselben Strafe wie früher verurteilt worden. Das Reichsgericht verwarf am Freitag die auch gegen dieses Urteil eingelegte Revision. Drei Monate Gefängnis für Entwendung von Kohlen ' im Werte von 40 Pf. hat am 14. November v. I. vom Landgericht M.-Gladbach die Arbeiterfrau Gertrud Baum zudiktiert erhalten, weil sie bereits zweimal wegen Diebstahls vorbestraft war.— In ihrer Revision suchte sie nachzuweisen, datz sie nur wegen Mundraubs hätte be- straft werden könne», da sie die Kohlen als Genutzmittel, d. h. zum Erwärmen der Nahrung entwendet habe. Bei dem jetzigen Stande der Gesetzgebung konnte diesen Dar- legungen keine Beachtung geschenkt werden; das Reichsgericht ver- warf deshalb am Freitag die Revision.— Die Strasjustiznovelle, die der Ungeheuerlichkeit ein Ende bereiten will, datz derartige Entwendungen im Rückfall mit der Mindeststrafe von drei Monaten zu bestrafen sind, ist bekanntlich vom Reichstag noch nicht ver- abschiedet, vielmehr— mit einem KneSdl gegen die Presse und mit unzureichender Regelung des Erpressungsparagraphen be- packt— erst in zweiter Lesung begriffen. bessert haben. Mit Hilfe der jetzt in größerer Zahl eingetroffenen Sanitätötruppen sind bisher 3500 Leichen verbrannt worden. Da auf den Straßen keine Leichen mehr liegen, ist die augenblickliche Ansteckungsgefahr etwas gemildert. Im Gegensatz dazu nehmen die Erkrankungen selbst einen immer heftigeren Charakter an. Der Krankhcitsprozetz, der früher fünf Tage dauerte, verläuft jetzt in fünf bis zehn Stund eir, alle Erkrankten sterben, bisher ist kein einziger Fall von Genesung beobachtet worden. Alle Läden sind geschlossen, ganze Straße» leer. Die katholische und die protestantische Mission sind nach Mulden geflohen, um dem drohenden Tode zu entgehen. Ein offizielles Dekret, da? in Charbin veröffentlicht worden ist, befiehlt den Chinesen aus der ganzen Mandschurei, ihre Städte und Dörfer während der Dauer der Pestepidcmie auf keinen Fall zu verlassen. Um eine eveninelle EinschlePpimgSgefahr nach Möglichkeit zu verhindern, hat die belgische R> gierung die Anordnung getroffen, datz die ans Rußland kommenden internationalen Eisenbahn- ivagen in Zukinift desinfiziert ivcrden sollen, wem» sie die belgische Grenze passieren._ Kundschafter im Aeroplan. Während der seit einiger Zeit entbrannten Revolution in Mexiko ist zum ersten Male die Verwendbarkeit des Aeroplans für Kriegszwecke erprobt worden. In den Dienst der zur Bewachung der Grenze kommandierten amerikanischen Truppen sind als Freiwillige auch einige Aviatiker getreten, die dem Kommando über die Bewegung der beiden mexikanischen Kriegs- Parteien Kundschafterdien sie leisten wollen. An> Freitag ist aus dem Lager der amerikanischen Truppen der Aviatiker Hamilton aufgestiegen; er überflog mit seinem Aero- plan trotz der Warnungen, daß die mexikanischen Truppen auf ihn feuern würden, die mexikanische Grenze. Auf nrexilanischem Ge- biete umkreiste er die Verteidigungslinien der Stadt Juarez. Nach seinen Erkundigmigen gelangte er wohlbehalten im amerikanischen. Lager an, wo er dem Oberkommando über das Erschaute Bericht�' erstattete._ Schweres Unglück im Schieferbruch. Einen entsetzlichen Tod fanden mehrere Arbeiter, die in den Schieferbriichen von G o u r i n im französischen De- rpartement Morbichan ihrer Beschäftigung nachgingen. Am Sonnabend löste sich in einem 47 Meter tiefen Schachte ein schwerer Felsblock, durch den sechs Arbeiter zermalmt wurden. Bisher konnten erst zwei Verunglückte als Leichen zutage gefördert werden. Einsturz auf dem Weltausstellungsgelände. Bei dem Abriß der deutschen Abteilung der Welt- ausstellung in Brüssel hat sich ein schwerer Unfall ereignet. Gestern mittag ist die Halle für landwirtschaftliche Maschinen beim Abbruch eingestürzt, wodurch mehrere Arbeiter verschüttet wurden. Nach einem aus zugegangenen Telegramm wurde ein Arbeiter getötet, drei erlitten Verletzungen. Die deutsche Regierung trifft keinerlei Verantwortung für den Unfall, da die Halle an einem Privatunternehmer verkauft verkauft war, der den Abbruch auf eigene Rechnung und Gefahr vornimmt. -» % Kleine Notizen. Ein LiebeSdrama im Hotel. In der Nacht zum Sonnabend hat in einem Hotel in C r o n b e r g der Frankfurter Juwelier Bäke die Inhaberin eines Weinrestaurants, eine Frau Klingenberg, erschossen und dann Selb stmord verübt. Die beide» waren am Abend vorher gerneinsam von Franlsurt a. M. ein- getroffen. Wege» schwerer Sittlichkeitöverbrechen wurde gestern in Heidel- berg der ehemalige Leiter der dortigen Taubstunimenanstalt. ein Direktor Holler, zu neun Jahren Zuchthaus ver- urteilt. Der Unmensch hatte sich längere Zeit an de» uliglück- lichen Zöglingen seiner Anstalt vergangen. Die Grübcnkatastrophe in dem»ordamerikanischen Bergwerk Cokedale hat noch zwei weitere Opfer gefordert. Bei den Ver- suchen, zu den Verschütteten zu gelangen, sind zwei Freiwillige u m g e k o in m e n. Von den fünfzehn verschütteten Grubenarbeitern wurden bisher neun als Leichen geborgen. Verurteilter Raubmörder. DaS Schwurgericht in Bautzen verurteilte den Arbeiter S ü ß m a n n ivegen Mordes in zwei Fällen, versuchten Mordes. Raubes und Brandstistung zum Tode und zu lO Jahren Zuchthaus. Süßmann hatte im Juni vorigen Jahres auf die 62jährige Materialwarenhändlerin R ä tz e einen Raub- Mordversuch unternommen und am 8. Dezrmber die 69 jährige Materialwarenhändlerin G e d l i ch und deren 37 jährige Tochter ermordet, sowie das von ihnen bewohnte Grundstück in Brand gesteckt. Eine gewaltige Schlammflut hat sich nach einem Telegramm aus Petersburg am Freilagabend über die zentralasiatische Stadt Tschimkent ergossen. Der Basarplatz und die anliegenden Straßen sind fußhoch, stellenweise meterhoch über- schwemmt worden. Die Landiocge in der Umgegend sind u n- passierbar: mehrere Brücken wurden fortgerissen. Modernes(Hebbel.) Theater. Sonntagnachmlllaz 3 Uhr: Der Beilchenfresssr. Allabendlich: Der Fcldherrnhügel.(Ansang 8-/. Uhr.) Nachllen Sonutagiiaämnttag 3 Uhr: Der Veichenlresscr.. K,»nische Oper. Sonntagnachmittag 3 Uhr: Zigcunerliebe. Abends. Die Fledermaus. Montag: tzossmanns Erzählungen. Dienstag: Die FobSme. Diittwoch: Nachmittag 3 Uhr: HoffmannS Erzählungen. Abends:-ricsland. Donnerstag: Die Boheme. Freitag: HoffmannS Erzählungen Sonnabend. Die FledennauS. Sonntagnachmittag 3 Uhr: Tosca. Abends: Die höme. Montag: Tiefland.(Ansang 3 Uhr.), Anostellungsthcater am Zoo. Montag bis Sonntag: Meyers. � � Tl, a l iä- Theater. Bis ans weiteres täglich: Polnische Wirtschaft. An- �"�Schiller- Dbeater O. Sonntagimchmillag 3 Uhr: Die Ehre. Abends: Huiarensteber. Montag: Die Fee Capricc. Dienstag:. Der Himmel au Erden/ Mittwoch: Zapjenstreich. Donnerstag: Der Kaiser. Freitag: Kabale und Liebe. Sonnabend: Egmont. Sonntagnachmiilag o Ul,r: Die Ehre. Abends: Ter Himmel ans Erden. Montag: Das Urbild des Tartüff.(Ansang 8 Uhr.)-.. ,,, Schiller- Theater Eharlottenburg. Soimtagiiachmitlag � Uhr: Prinz Friedrich von Homburg. Abends: Der Kaiser. Montag: Nathan der Weste. Dienstag: Maria Magdalene. Mittwoch: Der Kaiser. Donners- tag: Nathan der Weise Freitag: Maria Magdalene. Sonnabend: Die �ee Caprice. Sonntagnachmittag 3 Uhr: Prinz Friedrich von Homburg. Abends: Maria Magdalene Montag: Nathan der Weise.(Ansang 8 Uhr.) Friedrim-Wilhelmstädtisches Schauipielhaiis. Sonntagnachmmaz 3 Uhr: Die Jnngsran von Orleans. Aüends und Montag: Wilhelm Tcll. Dienstag: Hosgunst. Mittwoch: Die Räuber. Donnerstag: Wilhelm Tell. Freitag: Emheirat. Sonnabend: Figaros Hochzeit. SvuiitagnachmlUog 3 Uhr: Krieg im Frieden. Abends: Einheirat. Montag: Wilhelm Tcll. (Ansang 8 Uhr.) Neues Operette»> Theater. Somilagnachmittag 3 Uhr: Die Glocken von Corncville. Allabendlich: Die schöne Risette. Ansang 8 Uhr. Nächsten Somilagnachmittag 3 Uhr: Der Glücksciigel. Th atcr des SÄeilens. soimtaqnachmiltag 3'/« Uhr: Ein Walzer- tranm. Sonntag vis Mittwoch: Die lustige Witwe. Von Donnerstag all- abendlich: Das Puppenmädcl.(Ansang 8 Uhr.) Nächsten Sonntagnach- mittag 3 Uhr: Die geschiedene Frau. Trianon-Theater. Sonutagl'achmiltag 2 Uhr: Der belllge Hain Abends und bis nächsten Montag: Hippolyt-s Abenteuer. Ansang 8 Uhr. Nächsten Somttagiinchmittag 3 Uhr: Der selige Toupincl. Residenz-Theater. Sonnlagnachmittag 3 Uhr: Kümmere Dich um Amelie. Allabendlich: Pariser Menü. Ansang 8 Uhr. Berliner Volks- Oper. Sonntagnachmittag J'/z Uhr: Der Freischütz. Abends: Die Dollarprinzessin.(Ansang 8 Uhr.) Montag: Die weitze Dame. Dienstag: Der Trompeter von Säkkingcn. Mittwoch: Die Dollarprinzessin. Donnerstag: Der Troubadour. Freitag: Zar und Zimmermann. Sonnabend: Das Pensionat von Sorrent.(Ansang 8 Uhr.) . onntagnachmittag 3'/, Uhr: Zar und Zimmermann. AbendS:.Die Dollar- Prinzessin.(Ansang 8 Uhr.) Montag: Der Waffenschmied.(Ansang S'/j Uhr.) Luiseii-THeater. Sonntagnachniittag 3 Uhr: Hamlet. Abends und Montag: Ums goldene Kalb. Dienstag: HasemamiS Töchter. Mittwoch: Die Hosen des Herrn von Bredow. Donnerstag, Freitag: Das graste Licht. Somiabendnachniittag 3 Uhr: Max und Moritz Abends: Das grotze Licht. Soniitagnachmiltag 3 Uhr: Der Millionciijunge. Abends: Der jüngste Leutnant. Montag: DaS groffe Llcht.(Ansang 8 Uhr.) Lustspielhaus. Somitagnachmittag 3 Uhr: Das Leutnantsmündcl. Aallabendlich: Das Objekt.('Ansang 8 Uhr.) Nächsten SonntagnachmUtag 3 Uhr: Der Herr Senator. Metropol- Theaier. Allabendlich: Hurra I— Wir leben noch! Ansang 8 Uhr. Hemiseld-Theater. Täglich: Eine verlorene Nacht. Er, Sie und Er. (Ansang 8 Uhr.) Rose-Thrater. Sonntagnachmittaa 3 Uhr: Der Glücksichmied. Abends und Montag: Lorberbaum und Bettelstab. Dienstag: Der Glücksschmicd. Mittwoch: Lorbeerbaum und Bettelstab. Donnerstag: Der Herrgotts- schnitzet von Ninmcrgau. Freitag: Lorbeerbaum und Bettelstab. Sonnabend, Somiiag und Montag: Der Herrgollsschnitzer von Ammergau.(Ansang 8 Uhr.) Folies Caprice. Allabendlich bis auf weiteres: Der Feldwebelhügcl. Anfang 8'/. Uhr. Avollo-Tlieater. Allabendlich: Spezialitäten. Ansang 8 Uhr. Sonn» tagnachmiltag 3'/, Uhr: Spezialitäten. Casiiio-Dlieater. Soimtagnachmittag 3>/z Uhr: Haff und Liebe.?lll» abendlich 8�Uhr: Julie Wippchen. Nächsten Sönntagnachmittag 3'/. Uhr: Trudchcns Somnierrelse. Passage. Ttiemor. Sonntagnachmittag 3 Uhr: Spezialilätei«. Allabendlich: Spezialitäten. Auffing 8 Uhr. Wint rgarten. Allabendlich und SonntagnachmUtag: Spezialitäten. Ansang 8 Uhr. Ncichshallen- Theater. Täglich: Stetttner Sänger. Ansang 8 Uhr, Sonntags 7 Uhr. Walhalla< Theater. Allabendlich: Bravo l Da capo! Spezialitäten. Ansang 8'/, Uhr. Sanssouci. Allabendlich: Die von da drüben. Spezialitäten. An« sang 81/« Uhr. Carl Haverlanb-Theater. Täglich: Spezialitäten. Anfang 8 Uhr. � UraiiiäTbeaier, Taubcnitr. 18/49. Sonntag: Was uns der Mond erzählt. Montag: Die neue Tanernbahn und ihr Gebiet. Dienstag bis Soiliitag: Was uns der Mond erzählt. Montag: Unbestimmt.(Aus. 8 Uhr. Sternwarte, Jnvalideiislr. 57—63. Allaenieine Familiensterbekasse. Zahltag Ackerslraffe 123 bei Wernicke. Heute Sonntag von 3—6 Uhr: )Zus aller Mlelt. Zur Peftepiclemie. Nach einem Telegramm, das die Londoner.Times' aus Eharbin erhielt, soll sich die Lage im Pestgebiet etwa» ge« Mocken-8plelplan cler Berliner Cheater. Königl. Opernhaus. Sonntag: Königskinder. Montag: Zar und Zimmermann. Dienstag: Mignou. Mittwoch: Fidelio. Donnerstag: Sa- lome. Freitag: Unbestimmt. Sonnabend: Die Zauberflöte. Sonntag: KönigSlinder. Montag: Die Zauberflöte.(Ansang 7'/, Uhr.) Königl. Schaiiipielhaus. Sonntagnachmittag 2'/, Uhr: Die Journa- listen. AbendS: Ein Schritt vom Wege. Montag: Der Störenfried. Dienstag: Der Kausmann von Venedig. Mittwoch: Minna von Barnhelm. Donnerstag: Der Störenfried. Freitag: Ein Schritt vom Wege. Sonn- abend: Wilhelm Tell. Sonntag: Der Störensricd. Montag: Ein Schritt vom Wege.(Antang?>/, Ubr.) Deutsches Theater. Sonntag: Don Carlo«. Montag: Ein Sommer- Nachtstraum. Dienstag: Judith. Mittwoch: Die Räuber. Donnerstag: Othello. Freilag: Faust. Sonnabend: Don Carlos(Anfang 6'l, Ubr.) Sonntag: Hamlet. Montag: Ein SommcrnachlStraum.(Ansang 71/, Ubr.) Deutsches Theater i.K a m m e r s p i e l c>. Sonnlag: Lanzelot. Montag: Aglavainc und Selysette. Dienstag: Lanzelot. Mittwoch: Die Hose.(Ansang 7'/, Uhr.) Donnerstag: Die Hose. Freitag: Komödie der Irrungen. Die Heirat wider Willen. Sonnabend: Lanzelot. Sonntag: Die Hose. Montag: Gawän.(Ansang 8 Uhr.) tiessing-Ttieater. Sönntagnachmittag 3 Uhr: Roienmontag. AdendS: Die Natten. Montag: Anatol. D.enstag: Die Ratten. Mittwoch: Wenn der junge Wein blüht. Donnerstag und Freitag: Die Ratten. Sonnabend: Die Kinder.(Ansang 7'/, Uhr.) Sonntagnachmiltag 3 Uhr: Die versunkene Glocke. Abends: Die Kinder. Montag: Die Ratten.(Ansang 8 Uhr.) Kleines Theater. Sönntagnachmittag 3 Uhr: Das Kind. Abends bis Donnerstag: Die verflixten Frauenzimmer. Erster Klasse. Varicts. treitag: Der Leibgardist.(Ansang 7Li„ Uhr.) Sonnabend und folgende age: Der Leibgardist.(Ansang 3 Uhr.) Nächsten Sönntagnachmittag 3 Uhr: DaS Kind. Neues Schauspielhaus. Sonntag: DaS kleine Schokoladenmädchen. Montag: Genooeva. Dienstag und Mittwoch: DaS kleine Schokoladen- Mädchen. Mittwochnachmittag 3 Uhr: Maria Stuart. Donnerstag: Faust I. Teil.(?'/, Uhr.) Freilag, Sonnabend und Soliutaa: Das kleine Schotoladenmädchen. Sonnabendnachmittag 3 Uhr: Marm Stuart. Montag: Iphigenie.(Anfang 8 Uhr.) Berliner Theater. Sönntagnachmittag 3 Uhr: Einer von unsere Leut'. AbendS und folgende Tage: Bumniclstudenten. Anfang 8 Uhr. Mittwoch- und Sonnabcndnachmittag 3 Uhr: Nathan der Weise. Nächsten Sönntagnachmittag 3 Uhr: Einer von unsere Leut'. NeurS Theater. Allabendlich: Mein.erlauchter Ahnherr.(Ansang 3 Uhr.) Briefkasten cler Redaktion. Tie(BttftUdie Svreihftnude Nndei Linden ftra he Nr. SV. Vor» vier Trevvc»— K a k r s>» v l—, woairniägliiv vo» 4'/» die 7'l, llht abends, «oniiabends vo» 4'/, bis S Ith»»achmitiagS ftal». Jeder für de» Brics- kasten bestimmte» Ansraa- ist-IN BuMnade»»d«>»c Zahl als S'Ierk- zeiaicu deizntiiae». Briefliche sltitiuari wir» nicht erteil». Eilige ittaaen»rage man in der Svrechftnnde vor. T. Ou(ober®.?) 910 Wir halten die Betreffende nicht für ersatzpflichtig.— E. P. 15. 1. Es empfiehlt sich die Abhebung. Der An- trag ist längstens binnen Jahrcssrist nach dem Ableben zu stellen. 2. Sie find als Erbin gebunden, können aber zum 1. Juli aufkundigen, wenn der Vertragsinhalt dem nicht entgegen'-eht.— P. M. 9. Zu erfahren im Bureau des TranSportarbeiterverbandeS, Engclnfer 15 oder auch in, Bureau der städtischen Straffenbabiiverwaltung, Kniprodestraffc.— Rixdorf 4L«. Der Eiscnbahnfiskus ist hastbar. Es empsichlt sich, einen Nervenarzt zu lonlutlicren und sich demnächst an einen Rechtsanwalt zu wenden— — H. W. l. Beide Arten. 3. Die»teilweise Unterhaltspflicht, aber kein Bestimmungsrecht. 3. Ja, nach der Rechtsprechung deS Oberverwaltmias- gerichts, die unseres ErachtenS im Gesetz keine Stütze findet.— A. B. 1V99. 1. Jnvalideineute 13.45 M. monatlich.— 2. Bei der Gemcindebchürde. 3. Das ist nicht absolut erforderlich, aber zweckmäffig. 4. und 5. DaS ist kein Hiudernis. 6. Die Kaite muff innerhalb längstens zweier Jahre ein- getauscht sein und es müssen— bei etwaiger Wcitervcrsichcrung— in diesem Zeitraum miudesteus 30 Beitragswochcn geleistet sein.— F. R. 1»«. Für Berlin nicht.— Streitfrage 21. Im Plenum ist darüber noch nickit verhandelt, in der Budgetkommission nur geftteist. Verhandlungen oder Beschlüsse sind erst in 2. oder 3. Lesung des Etats im Plenum zu erwarten. — D. 19. 1. Nein. 2. Darüber wird der Mietsvcrtrag eine Bestimmnng enthalten. Sie lönncn auch die Miete einsenden so rechtzeitig, daff der Ver- Mieter am Fälligkeitstage im Besitz ist.— 9t. St». 100. Nach den für Berlin üblichen Mictsverträgen nicht.— W. M. 70. 1. Nein. 2. Ja. WltternnaSiiderNck» von, 41. Februar 4944.»lorgen« 8 Ulir. «tattonen fä Ii Ii 'S »ett« �winerndr Hamdura verlir Arantl.a M München Wien 765 OSO >764 OSO j 765 NW 765 SW >769 SW 763 Still 1 wölken! 2 heiter 1 bedeckt 3 Nebel 2 halb bd. Nebel Wettervrognofe für Tonntag, den 4S. Fcbrnar 1944. Pielsach nebelig, sonst ziemlich Keiler und trocken bei schwachen ver- änderlichen Winden; außer um Mittag Frost. Berliner D etterbureau. «mtlMier Marktbericht der ftädttichen Marktballeii.Dlrektlon über den Groffbandel in den Zentral-Marktballen. Marktlage: Fleisch: Zufuhr schwach. Geschäsl still, Preise unverändert. Wild: Zufuhr knapp. Gcichöst Icbhast, Preise fest. Geflügel: Zufuhr ausreichend, Geschäst etwas Icbhajter, Preise behauptet. Fische: Znsuhr mäffig, Geschäst ziemlich belebt, Preise wenig verändert. Butter und Käse: Geschäst ruhig, Preise unverändert. Geniüi«, Obv und Südfrüchte: Zu uhr genügend, Geschäft ruhig, Presse wenig verändert. cm N.JSRAEL KÖNIO-STRASSE 11—14 BERLIN C. 28— 32 SPANDAUER STR. OEQRONDET 1815 Wäsche- Ausstattungen Wohnungs- Einrichtungen Montag, den 13., und folgende Tage Modellhut- Ausstellung Original-Modelle aus den ersten Pariser Salons zu sehr vorteilhaften Preisen: Während der Ausstellung: Soweit Vorrat; Handschuh- Verkauf zu ausserordentlich billigen Preisen: Schwedische Leder- Herren- Handschuhe,._ farbig, mit 1 Druckknopf, Paar l.J J „Fownes' Gloves". 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(Ohne GewAhr.1(Neohdruek verboten.) 78 778 XOfl Sf tSOO) 175 302<90 71 2116 31» iK») «0 446«0 02 702 840 3 259 878 98 808 978 4011 279 8,2 5 178 486 984«ZI» 806 47 8» 801 26 698 981 719« 904 97» 8245»67 OS 458 507 03» 1O0M«9 178 739 86» 11591 497 82 1 2060 87 190 265 659 877 9» 13178 329 ISOOj 88 438 48 95 811 28 14106 Ol 71 78 489 648 1300] 795 1 5208 UOO] 19 409 579 907 38 1 6095 147 92 406 57 855 801 67 782 814[1000] 88(400) 17119 228 48»79 620 SS 850 920 1 8033 80 143 671 7?l 904 6 965 1 9151 332 71 592 20209 799 877 987( 200] 21252<20 783 923 22102 85»0 819 2307( 185 487 24069 101 880 2 5089 163 252 832»10(2(10) 87 26090 80 16« 458 781 2 7 278 648»13 88075(300] 354 457 92 876 921 29127 4 9 400 300SS 107 97«84 802 844 31505[8001 562 818 98« 32285 419 810 7«8»79 33!»» 808 482 580 3 4169 648 714 851 80 82 951 3 SO?« TIS 25«5 36004»I 159 888 50J 16 68 670 709 3 705« 361 66 07 879 380« 304 579[200] 815 70 77 927[ 8001 53 3 9016 37 978 681 97 058 87 49111<82 500 844 4 1 084 244 869 896 915 4 2101 478 917!5d 4 3 84 402 78(»00) 322 729 878 4 48,9 567 645 81 ffi 790 02 4 5106 Ol 810(200) 478 706 21 999 46o:m 115 4 7003( 500) 100 78 258 556 4 8 720 917(800) 49031 [2901 128 816 1 2001 604 50813 497 Sil»« 84[800]»51 499 5 2 366 44» 698 787 878 53517 48 187 84 325 467 868 943«8 54079 347 55274 IfOO] 886 56538 76 ISOOJ 824 89 408 625 702 958 57021 454 888 58100 88 543 603 74»8[200] 780»21(409) 66 SO 59027 75 165 297( 200) 435 00)68 246 416 586 61 31 746 80»9 888 0 1 097 160 849 419 598 856( 200) 763 827 40 92? 06 88 62095 147 761 63 106 81 65» 781 64084 18» 70 200 780 59 914 6500» 66 218 415 9»»62 712 ,99 66000 6711» 17 Ki 68006 II« 420[ 8001»71 69174 634 70175 2»6 467 748 885 7 1 437 422 587 812 83 72(774 140 573 68, 709 14 4 7 7 3171 74810 75874 7» 406 561 41 640 727 7 6113( 200) 21»9 219 405 316 002( 300) 7 722? 888«48 118«1 7 8018 386 477 520 54 838 989 7 905» 184 443 902 98 8022» 617 810 8 1 542 908[200] 82004 38 830 83188 22» 24 884 424 92» 8 4287 434 18 037( 600] 67 SS�O 186»55 455 602 86184 249»8 861 65S 702»5 68 701» 1»8»6( 4001 498 8 8 791 988 45 8 9046 320 45» »O057 148 287 76 724 608 18 94» 75 91084 106 48 214 SO 548 773 800»75 92482 75 J 808| 828»91 93041 526 321(08 24[800] 81 531 611 9 4028 80 23« 720»9 2. Ziehung 2. Kl. 224. KgL Preuss- Lotterie. Ziehung vom II. Februar 1911, nachmittags. Nut dl« Gewinne Uber 88 Mark Und den betreff enden Nummern in Klammern beigefügt. Die Gewinno fallen auf die betefebneten Lote beider Abteilungen. fOhno Gewahr,)(Nachdruck verboten.) 495 881 88» 719 988«87 39 1130[200] 53 89 383 43 87 90 404 86 1 710 81 980»7 2118 748 066 30S6 59 243 85 301 807 4008 244(200) 87 443 1200] 46 815 89 951 6(199 507 911 6845»58(200) 748( 290) 915 7108 275 98 878 434(300) 528 686 715«79 97 Soll 675 746 829 41 [400] 920 9 081 167 588 784 88 808 48 19150[200] 604 783 11175 263 856 851 975 1 2038 417 28 559[ 200] 13021 57 226 86 76 714 992 1 4137 840 623 788[300] 88 643 97 ,88 1 5016 116[200] 69« 16511 693 17049 208 337 531 873 18073 110 220 336 54 650 822 IfePO: m 20113 473»3 653»78 2 1 393 434 796 22140 238 67 474 834 2 3 245 67[200] 751»45 2 4458 547 818 796 874 933 2 5005 88[400) 193 KM 52 2 6157 361 462 941 27162 601 718 28006 101[200) 219 386 48 439 542 675 714 8« &4 2 9078 108 268[400] 81» 440 818 698 743[400] 81 3OI08 425 621 831 3 1 081 514 640 957 3 2054 164 9,[200] 26» 486 82» 33858 70 88 526[ 300) 74 948 34(19 408 82 880[»09)»83 35103 482 739 36"05 658 72» 37240 401 sei 725 901 33[200] 38015 514 779»43[300] 30223 827 84 782 40. 5 830 85 808 4 1 337 68 4»4 18« 42288 801 43014 89 983 44186 381 548 651 922 46504 833 46011 >40 651 51 785 891 920 81 47022 88 194 218 2G 418[ 400] «73»78 4805« 104 245[200] 33T»8 491 40243 851 401 71 542 788 044 50151 56 256 769 61175 336 686 848 7S[900) 52125 38 278 67» 798 5 3186 78 283[4001 404 56» 54138 201 450 62 539 686 001 5 5277[BOO] 348 85 5 0077 181 247 370 844 5 7065 122 85 0» 457 659 TO 648»16[800] 58044 382 788»99 50029 161 45» 84» 878«20 73 60811»60 6 1 546 703 0 2385<67»50 03 124 34 481 800 04041 88 80, 696 721 5» 310 40»4 79 910 65049 951 66053 7.1 154[300) 280 36» 86 650 709 78[äOO] 95 67420 6814»[200] SO«[2001 453 57» 7S4 810 84 3» 004 60161 411 572 848 912 7 0341 55 882 404 605 57 977 71117 530 913 41 72018 98 242 94 335 483 762 91» 63 73005[ 200) 28 85 III 284 68 719 841 ,89 74014 127 838 782 7 5058 178 204 22 492 67» 76023 834 739 7 7146 267 379 434 723 7 8201 813 453 877[800]»40 7 9 219 453 533 80686( 200) 823 8 1 323 60? 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Elaste«24. KgL Preuss, Klassen-Lotterie findet statt am 10. und 11. Mira 19U. BeranfworfliHer Rodaifcur: Richard Barth, Berlin, Zur den Jnseratontoil verantw.: Th. Glocke, Berlin. Druck u. Verlag: Vorwärts Buchdrurterei u. Berlagsanjtalt Paul Singer ff.Cc4 Berlin SWa Nr. 37. 28. Jahrgang. 5. KtilU Ks Jotniitlü" Sfrlinrt Jlolfeslilalt. Sonntag, 12. Februar 1911 Verfamlnlungen. Wählt Liste 3! lautete das Thema einer vom Zentralverband der Handlungs- gehilfen und-Gehilfinnen einberufenen und überaus stark besuchten öffentlichen Versammlung, in der Genosse Eduard Bernstein unter allseitigem Beifall referierte. In der Diskussion forderte der Vorsitzende die anwesenden Gegner auf, ihre Angriffe aus den Flugblättern hier vor aller Augen zu vertreten, es würde ihnen volle Redefreiheit gewährt. Doch wagte sich keiner der Herren vor. Meier vom Zentralverband kritisierte nachher in sehr lau- niger Weise das„Standesbewusttsein" eines Teiles seiner Berufs- kollegen und forderte die Anwesenden dringend auf, die Kandi- daten auf ihre Gesinnung und Anschauungen hin sehr sorgsam zu prüfen. Des weiteren rechnete der Redner, gestützt auf Tatsachen und unter lebhafter Zustimmung der Versammlung mit dem Deutsch-nationalcn Verbände ab. Diese Wahlen sollten ein Ge- richt werden für die genannte Organisation und wenn jeder dazu beitrage, so werde endlich die Zeit auch für die Handlungsgehilfen kommen, wo einer für alle und alle für einen eintreten werden.— Trotz nochmaliger Aufforderung meldeten sich die anwesenden Gegner nicht zum Worte.— Zum Schlüsse richtete Bernstein an die Versammlung noch einmal warme Ermahnungen und er- läuternde Worte. Wenn die Wahlen am Sonntag ein Gericht für die Deutsch-Nationalen werden sollen, dann müsse Mann für Mann für Liste 3 stimmen. Mit einem begeisterten Hoch war die Ver- sammlung beendet._ fteölTnct 8—8. Gegr. 1879. Sonntags 8— 9. Moebel=Boebel Verkauf n�r"Fabrikgebäude! BERLIK S., MOFUZplcltZ 58 Verkauf nuV�'Rii�l'abrlkgebttndel SPEZIALITÄT: Ein- und Zwei-Zimmer-Einrichtunsren. 'S 5 « /. 5 V Ä s - s u mm O CS •a © > £ © S i. la Wohnzimmer, echt Nußbaum fourniert............. M. 297.— 1 Trumean mit Stufe. 1 Anszugtlsch.... X X 5 Jahre Garantie. X X Musterbuch„F" gratis. 1 Kleldersplnd 4 Stühle a 6 n.= M.«7.— M. 84.— M. SU.-~ M. 30.— 1 Vertiko........ H. 68.— 1 Sofa M. 75.— Umbau extra 91. 50.— Eigene Werkstätten. Nach beendeter Inventur kommen zn ganz bedeutend ermäßigten Traisen| zum Verkauf: Teppiche ÄÄn 2650 I975 12 I Piüschtischdecken fll7S 950 6": Gardinen-Bi!!4b!ensterde 62S 475 l95| Portieren, Plüsch und Tuch, 975 62S 29S Großer Posten Felle u. 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