Nr. 184. Erfcheint täglich außer Montags. Prets pränumerando: Viertei: jährlich 3,30 Mart, monatlich 1,10 mt, wöchentlich 28 Bfg. fret in's Haus. Einzelne Nummer 6 Bfg. Sonntags- Nummer mit illuftr. Sonntags- Beilage Neue Welt" 10 Pfg. Boft- Abonnement: 3,30 Mt.pro Quartal. Unter Kreuz band: Deutschland u. DefterreichUngarn 2 Mt., für das übrige Ausland 3 Mt.pr.Monat. Eingetr. in der Boft Beitungs- Breisliste für 1893 unter Nr 6708, Vorwärts 10. Jahrg. Infertions- Gebühr beträgt für die fünfgespaltene Petitzeile oder deren Raum 40 Pfg., für Vereins- und Beriammlungs- Anzeigen 20 Pfg Inferate für die nächste Nummer müffen bis 4 Uhr Nachmittags in Der Grpedition abgegeben werden. Die Expedition ist an Wochens tagen bis 7 Uhr Abends, an Sonnund Festtagen bis 9 Uhr Vormittags geöffnet. Fernsprecher: 3mt I, 4186. Telegramm- Adresse: " Sozialdemokrat Berlin Berliner Bolksblatt. Zentralorgan der sozialdemokratischen Partei Deutschlands. Redaktion: SW. 19, Beuth- Straße 2. Quittung. Dienstag, den 8. August 1893. 10 Berlin, den 5. August 1893. B -> Für den Parteivorstand A. Gerisch, Razzbachstr. 9, I. Die Bestenerung des geistigen Verbrauchs. Expedition: SW. 19, Beuth- Straße 3. Konsum in Deutschland glücklicherweise ist, von unseren Steuerkünstlern bearbeitet wird, wir eine ganze Musterkarte von derartigen Steuern erhalten können. Dies ist um so mehr zu befürchten, als es sich hier um ein Gebiet handelt, wo das Interesse des Fistus und das der Redaktion zusammenfällt. ham Str.( including Sterl. 1 Pfd. 8 sch. 6d. collected by the das sich so gerne das der Dichter und Denker nennen läßt, Social Democratie Federation) 58,14. Mann im Mond 1000, Michelstadt 1,70. Meerane, gesammelt bei einem Fäßchen Frei- anderen die Besteuerung des geistigen Konfums aufgehoben wenn es in dem Jahrhunderte, wo ein Staat nach dem Im Monat Juli gingen bei der Parteitaffe folgende Bei bier 2,70. Meerane, durch P. 200,-. Mülheim a. Rhein, von hat und wo selbst in den rückständigsten Ländern ein träge ein: Genossen 25,-. New York, Nat. Execut. der Soc. ArbeiterBerlin, Beiträge der Wahlkreise: 2. Kr. 2300 3. Kr. Partei Nordameritas 4. Rate 2072,50( darunter von jüdischen aussichtsvoller Kampf gegen diese Besteuerung geführt wird, 500,- 4. Kr. Süd- Ost 1201,98( darunter: Kolumbus 3,- Arbeitern gesammelt durch die New Yorker jüdische Arbeiter- menn zu dieser Zeit das Deutsche Reich eine solche Steuer wieder Ein Talglicht 3,31. Die vier Alten 2,50. Unbenannten 25,- Beitung" 52,55 Doll.). Neuendorf, Z. B. St. Ch. 3.- Prenz- einführen könnte. Beim Abschluß von Zollverträgen selbst Auktion Dampferpartie Südost 6,25. Arbeiterfreund 5.- lau, von den Genossen 17,25. Posen 20,-. Plauen i. B., Langenstein, zwischen hochschutzöllnerischen Staaten gilt es fast stets als Woltersdorf Martgr. Pieffe, aufgebl. Rose 2,20). 4 Kr. Oft r. Bigarrentiſte Isabellenruh Greiz 4,60. Rostock, v. Genossen 100,- selbstverständlich, daß Zeitungen, Kalender, Bücher u. dergl. 800,-( darunter Rauchflub Lassalle 25,-. Stichwahl bei Schönau verunglückte Kindtaufe 4, Stettin, von den Genoffen unverzollt die Landesgrenzen überschreiten dürfen. Läßt das Sod 1.75. Stattlub Treff" 36,-). 6. Kr. Alte Schuld 100.- 200,-. Sorau, Ueberschuß Leseklub 5,25. Solingen,„ Lügner" deutsche Volk nun den ersten Schritt auf dem Wege der 6. Kr. Rosenthaler Vorstadt, Maifeier 309,75. Reichstags 10,-. Stettin, Tischler bei einer amerit. Autt. 8,08." Schöne wahllisten 798,36. Bons 225,50. Summa 1833,61. 6. Kreis: berg, Mitglieder des ehemaligen Lokalverbandes 43, Schwedt, Besteuerung des geistigen Konsums zu, dann werden wir Oranienburger Vorstadt, Wedding und Gesundbrunnen 1000,- zurück 72,05. Stadthagen,.. 24,80. Solingen, Ueberschuß bald auch den Kalender- und Zeitungsstempel, die Be( darunter: ein Stück Rommißbrot 8,-). 6. Kreis: Moabit 300,- der Wahl Schuhmacher, 2. Rate 400,-. Trebbin, amerit. Autt. steuerung des Schreib- und Druckpapiers, Zölle auf aus6. Kreis: Schönhauser Vorstadt 1080,-( darunter: rothe Sieben eines Bratherings v. rothen Tischlern 3,02. Teltow- Beeskower ländische Literatur und dergleichen haben. Denn darüber 18,-). Berlin diverse Beiträge: P. S. 50,-... 50,- Wahlkreis, durch W. zurück 600,-. Zobtenau, von den Rothen tann tein Streit sein, daß die steigende Bewegung unserer Dr. 2. A. 20,-. Maurer, Neubau Plan- Ufer 92d dnrch 2. 8,50. aus Todtenau- Schönau 3,20. Unter Bredow, Gesangverein Reichsausgaben noch lange nicht ihren Höhepunkt erreicht Von den Genoffen aus Wartenberg's Hutfabrit 5,80. Glück Auf" 6, Vorwärts", 2. Quartal 10 999,70. Wilsnack, hat und daß, wenn ein so großes Gebiet, wie es der geistige Rammmacher 3,90. Th. Darl. zurück 30,-. Munition 8,- Rothe aus Groß- Lübeck 1,-. Möckernstraße, Ueberschuß vom„ Jakob" 20,- Max Bading 75,-. Jakob Bamberger 25,- Ueberschuß der Dampferpartie nach Swinemünde- Heringsdorf 30,- Rothe Gürtler 2,60. Uebersch. Diäten 15,-. Ueberschuß einer rothen Beamtenhochzeit Liebigstraße 1,-. E.G. P.- Str. 47 a 2,05. Von den Judenfinten- Arbeitern Martinicenfelde 4,35, Ueberschuß der Geburtstagsfeier bei W. 2. 1,-. Drei von Sollte der Plan thatsächlich erwogen" werden, dann Freg'sche grüne Jungens aus Moabit 3,-. Personal von M. werden die Reptilien uns zu beweisen suchen, das Zeitungsu. D. 12,50. Weberelend 2,35. Kontobucharheiter Kochstr. 4,-. Amerit. Auktion bei einer Landpartie der Firma B. u. M. 5,-. Lesen sei ein Luxus, die Inseratensteuer sei eine Luxussteuer, Gießerei Dranienstr. mit einer Ausnahme 5,-. Amerikanische denn die Betheiligung am öffentlichen Leben, das Verfolgen Auktion am 10. 7. in Schmöckwitz durch Schonheim Gräfestraße der politischen und sozialen Ereignisse durch Lesen von 8,-. Uebersch. Preistegeln Karolinenhof 3, 4 Wandteller Beitungen sei ein Lurus. Nicht alle Staatsbürger hätten Neue Welt" 2,-. Die rothen Buchbinder aus der Grünftr. 5, bergleichen Bedürfnisse und eine Einschränkung wäre auch kein Bigarrenfabrit R. Schulz und Arbeiter Friedrichsfelderstr. 21, Unglück, da ja gerade die Wermsten, die die Steuer am schwersten durch Preuß 6,-. Von den Weißgerbern Guiard's, Wollant träfe, ohnedies sozialdemokratische Wähler seien, zu deren ftraße, 5,-. Simeonstraße 5,10. Von den Rothen, Alte Jakob- Es ist heute dem Tagesschriftsteller kaum mehr möglich Wiedergewinnung für Thron und Altar es nur dienlich ftraße 118 2,10. Lotterieklub Bruderhand, Barmbeck, 9,95. Bon all den Plänen zu folgen, die von geschäftigen Offiziösen sein könne, wenn ihnen das sozialdemokratische Gift nun den Mitgliedern der Turngemeinde 2,50. Hochzeitsfeier B. St. alltäglich dem Publikum, vorgesetzt werden. Wir sind der nicht mehr so leicht zugänglich sein wird. 4,65. Von Birkenwerder, amerit. Auktion( Knochen) durch Gnadt 2,15. Amerit. Auktion 1 gr. Weiße d. Rothen Piper, Ackerstraße Ueberzeugung, daß die Miquel- Husaren dem Publikum blos diesem Gedankengange läßt sich ersehen, wie sehr die Reaktio1,75. Von den Arbeitern der Militär- Gffettenfabrik und Herrn den Appetit gründlich an ihren Gerichten verekeln wollen, nären, die Gegner des arbeitenden Volkes und gleichzeitigen Dr. H. 14,50. Die Rothen aus der Breitestraße 6,-. Gam- damit später die Miquel'schen letzten Offenbarungen nach der Gegner der Volksbildung und Voltsaufklärung an einer brinus bei Reuter 3,- Im Monat Juli gingen bei der Frankfurter Ministerkonferenz im Gegensatze zu den offiziösen Besteuerung des geistigen Konsums interessirt sind. Schon Expedition des Vorwärts" für den Wahlfonds noch Vorschlägen als halbwegs erträgliche und annehmbare auf- deshalb müssen diese Steuerprojekte mit besonderem Ernste ein: 81,60. Bielefeld 10,-. Bremen, M. R. 5,-. Buenos genommen werden sollen. Nur von diesem Gesichtspunkte beurtheilt werden. Man darf eben nicht vergessen, daß die Ayres, Vorwärts 360,- Bant, von einem Abonnenten der aus können wir uns den kürzlich aufgetauchten Vorschlag, Hammerstein und Mirbach, die Stumm und Krupp, die Nordwacht" a. Bergedorf 1,10. Brüffel, S. A.-G.-B. Fraternité, die Zeitungsinserate zu besteuern, erklären. 2. Rate, 24,19. Cincinnati, durch G. M. 103,08. Crimmitschau, Hammacher und Bürcklin, die Hompesch und Size alle in Abschied mit Kaiserbier beim Spont 2,-. Cincinnatie 11,33. Da aber die Frage der Besteuerung des geistigen Ron- gleichem Maße an der Volksverdummung aufs lebhafteste Dublin, M. Gleiche 5,10. Dresden, Gesangverein Vorwärts 20,- sums von großer grundsäglicher Bedeutung ist, muß dieser interessirt sind, daß sich demnach für derartige Projekte Diäten durch M. zurück 26,-. Görlig 113,-. Gera, A. S. 10,-. Vorschlag besprochen werden. leicht eine große Majorität im Reichstage finden läßt. Hannover 500,-. Hamburg Hamburg, von den Schneidern 100, Diese Reichstagsmehrheit würde es aber sehr schwer Hohenstein- Ennsthal, von den Genossen 50,-. Haynau, H. St. fallen, ihre Abstimmung zu begründen, da ja die Ausbeuter30,-. Halle a. S. zurück 69,76. Hamburg, 2. Wahlfreis 2000, fippe sich wohl hütet, derartige Abstimmungen ehrlich und Desgl. 64. Bezirk 25,-. Hirschberg i. Schl., einige Genoffen 20, mit ihren wirklichen Beweggründen zu begründen. Es wird Heidingsfeld, Weißgerber 10,60. Hamburg, 1. Wahlkreis 2000, Desgl. Kümmel- und Bier- Ueberschuß durch E. Defflander 10, ihr deshalb schwer fallen, weil sich in der ganzen modernen Desdl. Ersparniß an Schefflers Bau Bullerdeich 20,-. Lübeck, Principiis obsta!( Dem Anfange widersetze Dich!) muß Finanzwissenschaft kein Name von Ansehen findet, welcher 200, Lockstedt, aus der Sparkasse der Liebertafel Gin hier der Grundsay jedes an der Volksbildung Interessirten die Besteuerung des geistigen Konsums vertheidigen würde. tracht 13,-. London, Com. Arb. Bild. Ver. 49 Totten- sein. Eine Schmach und Schande wäre es für das Volk, Lorenz von Stein, der Jahrzehntelang der erste Lehrer der Feuilleton. Nadbrud verboten.) " [ 36 Unsere Finanzkünstler tappen im Dunkeln nach den Steuerobjekten, aus denen alljährlich hundert Millionen in die Reichstassen gequetscht werden sollen, an die sich die Polypen des Militarismus angesaugt und angeklammert haben. Jm Deutschen Reiche find sämmtliche Massenartikel des materi ellen Verbrauchs besteuert, mit der Inseratenfteuer würde man den verhängnißvollen weiteren Schritt von der Besteuerung des Materiellen zu dem des geistigen Konjums machen. Schon aus " Fünfmal hunderttausend Franks baar als Mitgift, Vorzug, den eine etwas beschränkte Frau hat? Du hast zahlbar in sicheren Werthen. Reine Schwiegermutter. Aus- mit ihr ein Kind, meinetwegen auch zwei, um das Erbe zu gezeichnete Aussichten. Weder Brüder noch Schwestern vor sichern. Du verstehst mich wohl... Dann bist Du frei. handen. Der Vater fann von einem Tag zum andern Donnerwetter! Du bist jung, und, vorausgesetzt, daß Du sterben. Er ist 65 Jahre alt und hat ein Herzleiden. Er teinen Standal veranlaßt, tannst Du Dich dann ein bischen hinterläßt nach seinem Tode zwei große, sehr einträgliche amüsiren. Also, wenn Du willst, stelle ich Dich Die Bekehrung André Savenay's. Säuser in Paris, ein Gut in der Brie und mehr als eine morgen vor. Der Vater ist ein Freund von mir. Unter Sozialistischer Roman von Georges Renard. Autorisirte Uebersehung von Marie Kunert. Der Onkel drückte ihm sein Mitgefühl ohne Ironie, faft zärtlich aus. André erkannte ihn gar nicht wieder. Endlich, als man beim Deſſert angekommen war, diesem diplomatischen Augenblick, in dem das Feuer der edlen Weine die widerstrebendsten Seelen erweicht und zu Bugeständnissen geneigt macht, sagte der Onkel in seiner absichtlich treuherzig- derben Art: Du mußt nicht verzweifeln, mein Junge, Du bist jung, ein flotter Kerl und nicht auf den Kopf gefallen. Du verstehst Dich vortheilhaft zu kleiden, Du hast Chic, alles das ist so gut wie ein Kapital. Man muß es nur verstehen, einen Profit herauszuschlagen." Er machte eine Pause, während André's ganzes Gesicht zu fragen schien:" Wie denn das?" Dann fuhr er eifrig fort: Du solltest heirathen. Du hast doch keine Abneigung gegen die Ehe, nicht wahr? Nun wohl! Ich habe etwas für Dich. Eine Gelegenheit, wie sie nicht wieder vortommt!" André war schon zur Abwehr bereit. Zunächst aber antwortete er nichts und beschränkte sich darauf, eine sehr ernste Miene anzunehmen. Der Onkel fuhr fort: Million. Vorläufig würde er Dich in sein Geschäft nehmen. meinem Schuhe wirst Du gut aufgenommen, machst Deine Er ist ein tüchtiger Mann. Sein Vermögen hat er unter dem Kaiserreich in Grundstückspekulationen erworben. André verzog das Gesicht. Der Onkel, der dies bemerkt hatte, beeilte sich, hinzuzufügen: " D, wenn man den Ursprung aller Vermögen verfolgen könnte, würde man noch ganz andere Dinge erleben. Hauptsache ist, daß alles solide und sicher ist, so daß es nicht angefochten werden kann! Dann kann das Geld meinetwegen erworben sein, wie es will!" Und das Mädchen?" sagte André. " Fünfundzwanzig Jahre. Nicht gar hübsch, teine schöne Larve, aber gesund, fräftig, rund. Sie heißt Rosalie. Wenn ich Dir sagen soll, ob sie blaue, schwarze oder graue Augen hat, meiner Treu, dann muß ich Dir gestehen, daß ich das nicht weiß. Es ist mir so, als ob sie blond sei. Was ich aber gewiß weiß, ist, daß man sie sich nicht besser wünschen kann. Sie ist schüchtern, häuslich, gehorsam, ohne eigenen Willen, gerade flug genug, um so weit zu sehen, wie ihre Nase reicht, die aber durchaus nicht lang ist. Kurz, eine Frau, für die man gutsagen kann." André konnte sich nicht enthalten, wieder eine Grimasse zu schneiden. " Ich sehe Dich schon kommen, Du Spötter", sagte der Onkel mit luftiger Miene. Du möchtest lieber etwas Bitantes haben. Aber sichst Du Dummkopf denn nicht den " Aufwartung, und in drei Wochen ist Hochzeit. Eine Hochzeit, sage ich Dir, daß alle, die Dich in diese Lage gebracht haben, plagen sollen vor Neid und Aerger. Ich will Dir auf dem Standesamte den Saal mit Blumen dekoriren lassen. In der Kirche sollst Du Musik, Blumen und Kerzen haben, daß Dein Freund Vernaud sich verkriechen kann. Nun, was sagst Du dazu?" André zögerte einen Augenblick mit der Antwort, um ihr größeren Nachdruck zu geben. Dann sagte er langsam: Ich sage, daß ich nicht mag." Der Onkel fuhr auf in ihm zu kochen: Und warum das? Ist Dir die Partie vielleicht nicht glänzend genug? Oder findet der junge Herr die Braut nicht hübsch genug?" - er war verlegt, und es sing an, Nein, das nicht," erwiderte André faltblütig. Ich finde diese Jagd auf eine reiche Erbin nur sehr schmußig. Ich habe zum Mitgiftjäger absolut fein Talent." Als hätte er einen Schlag ins Gesicht erhalten, sprang der Onkel in die Höhe. Wo nimmst Du denn Deine brutalen Ausdrücke her? Mein Lieber, eine reiche Frau heirathen, wenn man arm ist, das ist ganz in der Ordnung. Man thut es ja alle Tage. Sehr vornehme Leute sogar, Grafen und Herzöge thun es. Denke, Vernaud, der Banquier, hat auch auf diese VolkSwirthschast in Oesterreich, dem Staate mit der am meisten ansgebildeten Besteuerung des geistigen Konsums, mar, nennt die Besteuerung des geistigen Konsums die unverständigste aller Konsumsteuern, gegen die unsere Zeit mit vollem Rechte ankämpft. Was die Jnseratensteuer im Speziellen anlangt, so nennt Stein die besondere Besteuerung der Anzeigen falsch, weil das Steuerobjekt auf gar keine gleiche Einheit zurückgeführt werden kann. Schäffle, der es als ehemaliger österreichischer Minister wissen muß und der für Literaturzölle eintritt, behauptet, daß Volkskalender undZcitungen wesentlich auspolitischen Gründen Gebrauchsabgaben unterworfen werden. Man wollte eben das Zeitungslesen überhaupt nicht, suchte es durch Be steuerung zu vertheuern und damit zu erschweren. Auch er erklärt die Jnsertionssteuer als Verbrauchsabgabe nicht ge rechtfertigt. Der jüngere Lißt, der Sohn des obersten staats- anwaltschastlichen Beamten in Oesterreich, der die Absichten der Regierung bei Besteuerung des geistigen Konsums auch kennen muß, nennt die Besteuerung des geistigen Konsums verwerflich vom politischen Standpunkte aus, sie soll als Präventivmittel wrken, das Austauchen kleiner mit ge ringem Anlage- und Betriebskapital ausgerüsteten Blättern verhindern,„weil bei diesen die Gefahr eines Mißbrauches der Preßfreiheit besonders nahe liegt." Sehr richtig bemerkt Lißt dann, daß die Presse durch die Be- steuerung des geistigen Konsums dem Großkapital in die Hände getrieben wird, dadurch eine Verbindung dieser beiden Mächte bewirkt und ihr Einfluß gesteigert wird. Jn bezug auf die Jnseratensteuer führt er aus, daß sie an das Ungleiche schablonenhaft den gleichen Maßstab anlegt und den Armen der Beschäftigung sucht, ebenso trifft wie den Reichen, der seinen großen Besitz veräußern will. Wir begnügen uns mit diesen sicherlich über den Ver- dacht sozialdemokratischer oder revolutionärer Sympathien freien Zengen gegen die Besteuerung des geistigen Konsums und speziell der Inserate. Wir könnten aber noch zahb reiche andere Vertreter des gleichen Standpunktes anführen, wissen aber niemanden, der einen entgegengesetzten Stand punkt in der modernen wissenschaftlichen Literatur ver- treten hat. Wenn man anführen wollte, daß hinter den Inseraten häufig Schwindel steckt, daß das Jnseratenwesen nicht nöthig sei, daß es dem Publikum gleichgiltig sein kann, ob die Zeitungen Inserate bringen oder nicht, so ist dies gänzlich unrichtig. Die Inserate sind heute ebenso wie die Post und der Telegraph unentbehrliche Werkzeuge des modernen Verkehrs, der Verständigung. Sie Zersetzen zum Theil Märkte und Reisende, sie fördern die Ausgleichung von Angebot und Nachfrage in der modernen Wirlhschaft, sie ersparen Zeit und Mühe, erfüllen mit einem Worte hochwichtige volts- wirthschaftliche Aufgaben. Ihre Beoeutung würde jedermann sofort klar werden, wenn durch eine Woche unsere Zeitungen ohne Anzeigen erscheinen würden. Selbstverständlich soll nicht geleugnet werden, daß das Jnseratenwesen auch be dauerliche Auswüchse zeitigt, aber es ist sicher, daß durch die Besteuerung der Inserate am allerwenigsten die schlechten, am meisten die nützlichen Inserate leiden würden. Falsch wäre es auch, wollte man einwenden, die Jnseratensteuer werde die ohnedies reichen Zeitungsverleger treffen. Die Zeitungsvcrleger, die wissen, daß das Publikum ohne In- scrate nicht existiren kann, werden die Anzeigenpreise um den Betrag der Jnseratensteuer erhöhen und das inserirende Publikum wird sich dies gefallen lassen, die Steuer wird deninach von den Verlegern auf die Inserenten abgewälzt werden und wo dies den Verlegern nicht glücken sollte, wird es ihnen ein leichtes sein, den Steuerbetrag aus die Abonnenten abzuwälzen. Demnach werden gerade diejenigen nicht die Steuerträger, die die Steuer formell in die Staatskassen einzahlen, sondern die Steuer wird von In- serenten und Abonnenten getragen werden müssen. Deshalb müssen auch wir gegen die Besteuerung der Inserate eintreten. Wir dürfen nicht zulassen, daß die täg- liche Nahrung des Geistes im Volke, daß ein allgemeines Element der Bildung besteuert werde, wir müssen uns des- halb gegen die Jnseratensteuer als den ersten und ver- hängnißvollen Schritt auf dem Wege der Besteuerung des geistigen Konsunis aussprechen. Wie folgenschwer eine Vertheuerung der Zeitungen durch die Besteuerung auf den Konsum wirkt, lehrt eine That- fache aus der Stenergeschichte Englands. Als 1S36 der Zeitungsstempel in England auf ein Viertel seiner früheren Höhe herabgesetzt wurde, stieg im Verlaufe blos eines Jahres die Zahl der Blätter von SZ'/a auf Millionen. Die umgekehrte Wirkung würde die Besteuerung der Inserate bei uns zeitigen, dies muß die Sozialdemokratie im Juteresse der Volksbilduug mit allen Mitteln zu verhindern suchen. Weise sein Glück begründet, und dabei war die Frau, die er nahm, noch fünfzehn Jahre älter als er. Und Du, Du schlägst wie. ein Einfaltspinsel ein so einfaches und sicheres Mittel, Deine Stellung wiederherzustellen, aus! Und das wegen— ich weiß nicht was für eines närrischen Einfalls! Du solltest mir fußfällig danken und aus die Partie, die ich Dir anbiete, losstürzen. Siehst Du, alle Welt würde es nur natürlich und vernünftig finden." „Alle Welt— mit Ausnahme der ehrlichen Leute, die mich verachten werden." „Bah! wenn nian alle, die dergleichen thun, verachten wollie, dann würden nicht viele übrig bleiben. Aber da Dir an der Achtung der andern etwas gelegen ist, merke Dir das eine: Trägst Du neue Handschuhe, Lackschuhe, An- züge nach der neuesten Mode, so wird man Dich schätzen. Besitzeft Du Landgüter, Häuser, giebst Du feine Gesell- schaflen, so wird man Dich hochachten. Dich lieben. Du wirst sehen, wie Deine Freunde zu Dir zurückkehren werden, sobald Du wieder obenauf bist." „Nein," erwiderte Andre,„ich will ganz entschieden nicht. Es würde immer noch jemand geben, der mich ver- achtete." „Wer denn?" -Ich!" Für einige Augenblicke war der Onkel wie nieder- geschmettert durch diese Antwort. Dann rief er in zorniger Aufwallung heftig aus: „O, daS ist also auch der Jemand, der Dich diese großartige Dummheit begehen heißt, mein Söhnchen! Sage diesem Jtmand von mir, daß er ein Schafskopf ist mit seinen einfältigen Gewissensskrupeln. Du kannst ihm auch sagen, daß man, um in der Welt vorwärts zu kommen, Volikische Itebevlrckik. Berlin, den L. August. Aus Petersburg kommt die Nach nächsten� Tagen auch der sinn Der Zollkrieg. richt, daß in den ländische Zolltarif gegen Deutschland erhöht werden wird. So spitzt sich der Kampf zu. Denn vor allem ein Merkzeichen dafür ist die Meldung wohl, daß der finnisch-deutsche Verkehr nur gering ist. Während wir im Kriege liegen, treten heute, am 7. August, die öfter» reichisch-russischen Unterhändler in Wien zusammen, um über einen Handelsvertrag zwischen dem Zarenreich und Oesterreich zu verhandeln. Wir warten bis zum 1. Oktober, mag darüber auch unser wirthschaftlicher Organismus schwer geschädigt werden. Das berühmte Wort von Oesterreichs Glück könnte man ummodeln: Krie mögen die anderen führen, du, glückliches Oesterreich, schlie Handelsverträge!— Zur Frankfurter Konferenz, die am 8. August er- öffnet wird, bringt M i q u e l, wie angeblich gut unter richtete Zeitungen melden, eine große Reihe fertig aus- gearbeiteter Steuerpläne und die Nachweisungen über das auf grund der Statistik zu erwartende etwaige Erträg jeder einzelnen Steuer mit. Bei der Ausarbeitung der Denk schrift sind vielfach Mittheilungen des Reichsschatzamts be- nutzt worden. Wie es heißt, werden auch die Minister von Bayern und Württemberg mit Vorschlägen kommen. Man nimmt an, daß dem Reichstag ein„Steuerbouquet ganz eigener Art" im Herbst zur Annahme vorgelegt werden wird. So muß es kommen.— Wenigstens wird der deutsche Michel bald erfahren, wie er zur Ader gelassen wird. Die„Norddeutsche Allgemeine Zeitung" meldet in höherem Auftrag: „Was in Frankfurt erwogen und beschlossen werden wird, kann nicht allzu lange geheim bleiben, und besteht auch wohl kaum die Absicht, es zu verheimlichen. Für eine ernsthafte Erörterung seitens der politischen Kreise und der Interessenten ist die Zeit doch aber erst dann gekommen, wenn in beglaubigter Form bekannt wird, welches Ergebniß die Konferenzen gereift haben." Den Steuerschnüfflern, die das Packet porto zu gunsten Molochs erhöhen wollten, wird jetzt, offenbar im Auftrage des General Postmeisters, in der„Nord� deutschen Allgemeinen Zeitung' gründlich der Kopf gewaschen. Es heißt in dem Artikel: „Die Erwartungen, die sich an die Einführung des einheit- lichen Packetportos geknüpft haben, sind in vollem Umfange erfüllt worden. Die Vereinfachung und Erleichterung, welche der Päckereivertehr der Post durch den Einheitstarif erfuhr, haben auf die gesammten Verkehrsbeziehlingen in hohem Grade fördernd und anregend gewirkt. Während des zehnjährigen Zeitraumes 1874/83 ist die Zahl der im Reichs-Postgeoiete be- förderten Packete von 33 auf 62 Millionen gestiegen, in den folgenden 10 Jahren hat sie sich bis auf rund 100 Millionen gehoben. Unter dem Einfluß des Einheitstarifes hat sich das Absatzgebiet für wichtige Erzeugnisse des Gewerbefleißes und der Landwirlhschaft, das bisher in vielen Fällen auf die unmittelbare Nähe des Entstehungsortes beschränkt war, über das gesammte Reichsgebiet ausgedehnt. Zahlreiche Industrien und Handelszweige verdanken dieser Erweiterung deS Absatzgebietes ihre Entstehuirg oder den Aufschwung ihrer Eutwickelnng. Für eine große Zahl von gewerblichen Erzeug- nisten, von Lebensmitteln u. f. w. ist dem unmittelbaren Verkehr zwischen Erzeugern und Verbrauchern der Weg geebnet und der die Waare vertheuernde Zwischenhandel entbehrlich gemacht worden. Es haben sich Bezugsquellen eröffnet, die früher, der Höhe der Portokosten wegen, nicht aufgesucht werden lonnten. Naturprodukte, welche früher am Orte ihres Entstehens gar keinen oder nur geringen Werth hatten, bilden jetzt einen lohnenden Erwerb für die das Einsammeln be- sorgende arme Bevölkerung. Bei einer erheblichen Zahl von Nahrungsmitteln hat der Vertrieb sich lohnender gestaltet, z. B. der Fleisch, Wurst, Butter, Käse, Honig, frischen, ge> räucherte» und marinirten Fischen, Obst, Weintrauben u. s. w Von den unter der Herrschaft des Tarifs ins Leben getretenen Industriezweigen ist die Herstellung von Kübeln und Kisten für den Postversandt von Butter. Fischen u. s. w. in Packeten von b Kilogramm hervorzuheben." Auch die Gütererzengung habe sich, so führte der Beaufl tragte des Herrn von Stephan aus, dank dem ermäßigten Porto gehoben. Der Beleg dafür beweist allerdings nur, daß das kapitalistische Interesse auch bei dieser Reform am mächtigsten gefördert worden ist. Denn wenn darauf hingewiesen wird, daß„in Postpacketen Rohstoffe nach Gegenden mit niedrigen Arbeitslöhnen gesandt werden, wo man sie zu Waaren verarbeitet", wenn dann als solche Gewerbe die H a u s i n d u st r i e n der Stickerei und Weberei(Spitzen, Gardinen, Weißwaaren, Strümpfe) aufgezählt werden, so quillt das Füllhorn haus� ich den Bräuchen der Welt anpaffen muß. Du willst es also niemals zu etwas bringen?" „Wenn ich aus krummen Wegen dazu gelangen soll, dann nicht!" „Wie es Dir beliebt! Du könntest reich sein, Deine Schwester ausstatten, Deiner Mutter ein glückliches, orgenfreies Alter verschaffen. Aber nein! Der Herr liebt es nun einmal, den Don Quixote, den Paladin, den Roman- zelden zu spielen. Das ist groß! Das ist edel! Das ist hochherzig! Aber, mein schöner Neffe. Du wirst Dich noch einmal an das erinnern, was ich Dir gesagt habe. Du wirst niemals mehr werden, als ein Hungerleider, als ein Pechvogel, als eine taube Nuß!" Mit dieser dreifachen Verwünschung bezahlte Herr Theodor Savenay wüthend die Zeche dieses Vormittags, der ihm viel Geld gekostet und doch zu nichts geführt hatte. Dann schleuderte er Andre noch die Abschiedsworte zu: „Du weißt jetzt Bescheid, rechne niemals auf mich, wenn Du Dich in Noth befindest!" Damit verschwand er, ohne ihm die Hand zu reichen. Andre ging in heiterer Stimmung nach Hause.„Heute würde Johanna mit mir zufrieden gewesen sein," sprach er lächelnd zu sich selbst.„Aber," fügte er seufzend hinzu,„das war wieder ein Ereigniß, das meine Angelegenheit gerade nicht vorwärts gebracht hat." 12. Kapitel. Am nächsten Tage sagte Guntram zu Andrä, der sich pünktlich zu dem verabredeten Rendez-vous eingesunden hatte: „Ich habe Dir einen Vorschlag zu machen, oder besser, Dich um einen Dienst zu bitten. Mein Vater,— das sage industriellen Segens dm kaufmännischen Verlegern, mcht aber der elendestbezahlten und schlechtestgestellten deutschen Arbeitergruppe, den Hausindnstriellen. Trotzalledem ist es richtig, daß der Packetposttarif eine volksthüm liche Einrichtung geworden ist. Was werden die Miqueliden auf diese Erwiderung entgegnen?— Die Reichsschulden-Tilgung, mit der die Miqueliden prunken, bezeichneten wir sogleich als schönen Schein. Miquel will Geld, viel Geld haben, da im Herbst voraus- sichtlich eine neue Marinevorlage dem Reichstage zugehen wird. Gewisse„hohe" Wünsche dürfen aber nicht übersehen werden, und das Wettrennen um„hohe" Gunst ist schon eine Mehrbelastung des Volkes werth. Dafür wächst die Kriegsflotte und wir hören ab und an von Un- fällen und Katastrophen, an denen unsere junge Kriegs- marine im Verhältniß reicher ist, als mancher alte See- staat.— Aus dem Reiche des Herrn von Stephan. Die kaiser- liche Oberpostdirektion zu Liegnitz ersucht uns um Ausnahme der nachstehenden„Berichtigung": Der Aufsatz in Nr. 175 dieses Blattes„Aus dem Reiche des Herrn von Stephan" giebt eine unrichtige Dar- stellung folgender Sachlage. Der Posthilfsbote Herr- mann ,n Görlitz ist wegen Geisteskrankheit entlassen worden. Spuren von Geistesgestörtheit sind schon vor dem angeblichen Unfälle aufgetreten, der darin bestanden hat, daß ein herabfallendes Poststück die Nase des H. streifte und eine Hautabschürfung von Fingernagelgröße verursachte. Herrmann hat wegen dieser, von ihm selbst mit Heftpflaster verklebten Verletzung keinen Arzt in Anspruch genommen, damals auch keine Anzeige erstattet, wohl aber bald daraus ein auf„Magenkatarrh" lautendes Krankheitszeugniß vor- gelegt. Eine Anwendung des Unfall-Fürsorgesetzes läßt sich daher im vorliegenden Falle nicht begründen. Einen sonstigen gesetzlichen Penstonsanspruch hat H. nicht erdient. Ob ihm auf grund der Ermächtigung im§ 37 des Reichs- beamten-Gesetzes eine Pension bewilligt werden kann, unter- liegt zur Zeit noch der Erwägung der obersten Postbehörde. Ob Herrmann vor dem Unfall schon geistesgestört ge- wesen ist, ob der Unfall in der That nur eine Haut- abschürfung, nichts mehr verursacht hat, darüber wollen wir nicht rechten. Der Einzige, der über den Verlauf der An- gelegenheit Auskunft geben könnte, Herrmann, ist jetzt nicht mehr vernehmungsfähig. Wir schöpften unsere Mittheilungen aus guter Quelle. In unserer Rotiz war übrigens mit keinem Worte dieRede von einer Fürsorge durch das Unfallversicherungs- gesetz, die Ober- Postdirektion„berichtigt" hier also etwas, was wir gar nicht behauptet haben. Wir haben nur den Thatbestanv dargelegt: wie ein Angestellter der Reichspost, dcrfast 15 Jahre thätig ist, trotzdem, wennerunveschuldetinsNn- glück geräth, seinem Schicksal überlassen wird, sobald er nicht etatsniäßig angestellt ist, ein beklagenswerther Zustand, der in schroffstem Widerspruch zu den einfachen Forderungen der sozialen Politik steht. Ein kleiner Fortschritt ist es, daß die Postverwaltung wenigstens erwägt, ob Hermann eine Pension bewilligt werden kann. Wir sind der Ansicht, daß, wenn je, es hier es keiner längeren„Erwägung" be- darf. Trotzalledem freut es uns, daß der„Vorwärts" die Sache in Fluß gebracht hat.— Die gewerbliche Sonntagsruhe, auf die wir schon fünf Jahre warten, die aber verschoben wird von einer Frist zur anderen, da die Gewaltigen der Großindustrie nicht mitthun mögen, soll wieder einmal in einer Konferenz besprochen werden. Die„G u t a ch t e x" für die gewerbliche Sonntagsruhe aus dem Kreise der Unternehmer in Erzgruben, Kohlengruben und Hüttenwerken, die Obersten des Großgewerbes, sind aiif den 20. September nach Berlin berufen worden. Was die Kohlen- und Eisen- barone„begutachten", kann in der That— gut werden.— Die preußischen Sandeödirektoren werden am 18. August in Kassel über die der kommunalständischen Verwaltung unter- tcllten Anstalten, besonders die Alters- und Jnvaliditäts-Ver- ichemngj berathen. Kolonialspaße. DaS Antifllaverei-Komitee, das durch seine Lotterie eine erkleckliche Dummheitssteuer mit staat- lichcr Erlaubniß erhoben hat, blickt wenigstens aus eine rühmliche Geschichte zurück. Die Millionen sind so zer- rönnen, wie sie gewonnen wurden. Der konservative„Ham- burgische Korrespondent" bespricht z. B. die vom Antifllaverei- Komitee veranstaltete Borchert'sche Viktoria-Nyanza-Vor- Expedition. Dieser Zug hat nicht weniger als 269 752 M. gekostet. Herr Borchert hat ein eigenes Trompeterchors mitgenommen, das an die Spitze seines Zuges trat, sobald er sich einem Orte näherte. Unter Pauken- und Trompeten- 'chall ritt dann Herr Borchert hoch zu Roß oder Esel in ich Dir im Vertrauen— rechnet darauf, bei den nächsten Wahlen zum Deputirten gewählt zu werden. Stark be- chäftigt, wie er es jetzt schon ist, braucht er einen Mann, zu dem er Vertrauen haben kann, der ihm als Sekretär dienen, die Briefe abfassen müßte, die zu schreiben er keine Zeit hat und der an seiner Stelle mit den Leuten verhau- delt, die er nicht empfangen will oder kann. Dies sollte eigentlich meine Aufgabe sein: aber, siehst Du, mir ehlt alles das, was man zu einer solchen Thätigkeit jraucht." Als Andre hier durch eine Geberde seine abweichende Meinung zu erkennen gab, fuhr Guntram fort: „Nein, nein, ich kenne mich, ich habe weder eine so geschickte Zunge, noch ist meine Feder gewandt genug dazu. Da habe ich an Dich gedacht. Potztausend! es wird durch- aus keine Sinekure sein. Du wirst viel zu thun haben, 'ehr viel, und Deine Stellung wird Deinen Fähigkeiten Zürchaus nicht entsprechen. Aber wenn Du mit fünfhundert Franks monatlich zufrieden bist, die Dir mein Valer für diesen Posten anbietet, dann wirst Tu uns aus einer großen Verlegenheit befreien." Andre war durch dieses unerwartete Anerbieten gerührt und mehr noch durch die zarte Art, in der es ihm gemacht wurde. Er faßte mit beredtem Druck die Hand des braven Jungen, der noch ganz roth vor Aufregung war, so sehr hatte er gefürchtet, den Stolz seines Freundes zu verletzen und sich in seiner sorgfältig vorbereiteten kleinen Rede zu verhaspeln. Zum Schein machte Andre noch einige Ein- wände und Vorbehalte. Er wäre nicht ganz sicher, ob er 'einer Aufgabe auch gewachsen sein würde, und ob er die- elben politischen Ansichten hätte, wie Guntram's Vater. (Fortsetzung folgt.) d?S Dorf ein. Auch soll er m seinem Zelt aus erhöhtem Sch von silbernem Geschirr gespeist haben, während seine Untergebenen von Porzellantellern auf niedrigeren Sitzen in angemessener Entfernung von ihm aßen. Herr Borchert ist bekanntlich nur bis Mpwapwa gekommen und von dort als angeblich krank wieder an die Küste zurückgekehrt. Das Unternehmen des Peters-Dampfers, der heute in Bagamoyo verrostet, hat nicht weniger als 525 000 M. verschlungen.— Wegen Majestätsbeleidigung zu acht Jahren Zuchthaus verurtheilt wurde in Mainz vom Militär- gericht der Kapellmeister Kern vom 118. Infanterie- Regiment. Welcher Art die Beleidigung ist, welche so schwere Ahndung nach sich zieht, erfährt man nicht. Welches beleidigende Wort aber auch der Kapellmeister ausgestoßen, welchen beschimpfenden Ausdruck er auch gebraucht haben mag, an der Neige des 19. Jahrhunderts berührt es eigen, daß dieses Verbrechen eine Strafe nach sich zieht, welche einem Todesurtheil ziemlich gleich kommt. Kern ist, wie wir seiner Zeit meldeten, von einem Militärmusiker denuuzirt worden.— Aus Mannheim schreibt der„Franks. Ztg." unter Bezug» nähme aus die auch von uns abgedruckte Mannheimer Kor- respondenz der„Franks. Ztg." ein Herr Joseph Gentil, Abiturient des dortigen Gymnasiums, daß er bei dem Festakt der Schule allein einen Vortrag gehalten habe, darin aber weder direkt noch indirekt von der Sozialdemokratie ge- sprachen habe.— Ueber den Lieutenant Hofmeister, der demnächst von dem Würzburger Atilitär-Bezirksgericht wegen„sozial- demokratischer Agitation" prozesstrt werden wird, schreibt ein gegnerisches Blatt, die katholisch- bauernbündlerische „Neue Bayerische Landeszeitung" u. a.: „Lieutenant Rudolf Hofmeister, der Sohn eine? bayerischen Majors, wird vor den Geschworenen des Würzburger Militär-Be- zirksgerichts unter der für einen deutschen Offizier ungewöhnlichen Anklage erscheinen, durch Aeuberungen und Vertheilung von Schristendie Untergebenenzum Mißvergnügen verleitet zu baben.. Es ist trotzdem nicht so neu, daß deutsche Offiziere von den her- gebrachten Traditionen sich abgewendet haben. Wir wollen gar nicht an die Jahre 48 und 49 erinnern, an den Aufstand in der Pfalz und in Baden, an die standrechtliche Erschießung des bayerischen Artillerielieutenants Fürsten Fugger in Landau. War es nicht der preußische Artillerielieurenant v. Rüstow, der nachherige schweizerische Generalftabschef und berühmte Militärschriftsteller, welcher 18S0 die Schrift„Der preußische Militärstaat vor und nach der Revolution" schrieb, zu Festungshast verurtheilt wurde und dann in's Ausland hüchtete, bei dem die Beobachtung der Ungerechtigkeiten in der Armee einen ausgeprägten Haß gegen die preußische Regie- rung erzeugt hatte, dem er bis an sein Lebensende treu ge- blieben ist. Rüstow war auch ein Freund Lassalle's, den man den Vater der deutschen Sozialdemokratie nennt, er war dessen Sekundant in dem unglücklichen Duell mit dem Fürsten Racko- wiza. Und als einen Schüler Lassalle's treffen wir den bayerischen Lieutenant Herrn von Hofstetten. Nach 1870 tritt der ehemalige-ayerische Oifizier v. Vollmar, gleich jenen der Sprosse eines alten Osfiziergeschlechts, in die Reihen der sozialdemokratischen Vorkämpfer ein. Und heute sehen wir wieder den Sohn eines Stabsoffiziers auf der Anklagebank unter der gleichen Beschuldigung, ein Sozialdemokrat zu sein.... Hofmeister hat seit V Jahren als Offizier ge- dient, er hat keinen Strasbogen und ist zweifellos e i n guter Mensch. Kein Vorgesetzter hat an demselben Ge- sinnungen bemerkt, deren Besitz allein schon hinreichen würde, ihn bei der geringsten Kundgebung als Offizier des Königs unmöglich zu machen. Die Ursache seiner Denk- und Handlungs- weise, welche den Mann ins Gefängnis bringt, iit nach der Meinung derer, die ihn genauer kennen, in seiner geistigen und seelischen Entwicklung zu suchen. Oester habe er sich beklagt, daß er im Kadettenkorps von einer Abtheilung von Mitschülern systematisch schlecht behandelt worden sei. Das Gefühl er- littener Kränkungen habe ihn zu einer Auffassung und Bethäti- gung seines Berufs gebracht, bei welcher der Mensch den Drill- meister alter Ordnung völlig zurückdrängt. Wohl exerzierte auch er seine Rekruten, er machte mit seiner Abthei- lung sogar die beste Vorstellung im Regiment. Aber nicht die Furcht vor dem Vorgesetzten oder vor Strafen, sondern nur die Achtung vor dem Offizier, die Liebe und Verehrung für den menschlich denkenden und fühlenden Lieutenant waren das Band, welches die Untergebenen mit ihrem Befehlshaber ver- band. Die Rohheit war in seinem Zuge unbe- kannt. Er wachte mit Eifer darüber, daß keine Soldatcnschinderei vorkam. Unmuth, Entrüstung, Verachtung erfüllten ihn Angesichts der Berichte über die systemalischen Quälereien, mit denen brave Söhne des Volkes zu körperlichen und geistigen Krüppeln gemacht wurden. Ihm erschienen die Soldaten als Menschen und Brüder. Er ließ manckimal«inen Soldaten oder einen Unteroffizier zu sich in die Wohnung kommen, bewirthete ihn und unterhielt sich mit demselben. Die Soldaten gingen für ihn durch's Feuer, so dankbar waren sie für die gute Behandlung und die leutselige Art, mit welcher der Lieutenant ihnen die schweren Tage der Rekrutenzeit erträglich machte. Ein ideal angelegter Mensch, faßte er s einen Berus ideal auf, er vereinigte mit dem Drill des Soldaten die Erziehung zum Menschen. So war er gemäß seiner Anlage, seiner Er- fahrung und Grundsätze zu einer Kritik gewisser Verhältnisse gelangt, welche ihn rm Lause der Entwicklung vom Gedanken zur Meinungsäußerung bis auf die Anklagebank gebracht haben. Ein Soldat, der bei ihm Bedienter gewesen war, be- wegte sich im Urlaub seinem Vater gegenüber in vielleicht miß- verständlich gebrauchten Redensarten, welche diesem bedenklich vorkamen und denselben bestimmten, an das Regiments- Kommando über die Vaterschaft dieser destruktiven Aeußerungen und Anschauungen zu berichten. Also wurde Hofmeister verhastet und angeklagt—«ine Anklage, welche früher kurz auf Hochverrath gelautet hätte, heute aber, bei den feineren juristischen Unterscheidungs- nierkmalen sprachlich etwas gemildert erscheint, ohne indessen an der Schwere der Folgen etwas zu ändern." Hofmeister ist offenbar ein edelgesinnter, von tiefem Mitgefühl für seine Mitmenschen erfüllter Mann, der die Soldaten human behandelte und von ihnen deshalb verehrt wurde. Ob er Sozialist war, das ist die Frage, die wir nicht bejahen möchten. Die Partei wenigstens kennt ihn nicht, er hat nie Beziehungen zu ihr gehabt. Ist Humanität ein strafwürdiges Verbrechen? Wenn dieser von Haus aus nervös-empfindliche Mensch, der offenbar richts ist als ein Humanist, bestraft wird dafür, � daß er feines Herzens Drange folgte und ein Muster-Offizier, die besten Mannschaften erzog, was wird das Volk zu einem solchen Urtheil sagen? Eines bleibt der Heeresverwaltung ja immer frei, sie kann Hofmeister diszipliniren, indem sie ihn entläßt.— Tie Vivisektion ist ein uothwendigeS Hilfsmittel der wissenschaftlichen Forschung. Aber der Vivisektor, der nicht am Dersuchsthier, sondern am Menschen seine Beob- achtungen anstellt, gehört vor den Strafrichter. Denn der Versuch in oorxors vili, am werthlosen Körper, richtet sich gegen die-Armuth. Der Proletarier, den die Kliniker, die Krankenhäuser, nur zu oft nicht als zu heilenden Kranken, sondern als Gegenstand des Studierens, des Experiments, als Probirobjekt für den Studiosus be. trachten, zahlt auch hier wieder die Zeche. In einer Schrift: Aerztliche Versuche an lebenden Nienschen(Leipzig, Voigt) veröffentlicht Dr. Koch eine Reihe unerhörter Be- lege für unsere Darstellung. In einem öffentlichen, vor Kollegen gehaltenen Vortrag berichtet ein Arzt, daß er Versuche gemacht habe, das schwarze Blatterngift Kälbern einzuspritzen, daß ihm aber diese Versuche schließlich zu theuer gekommen seien, daher er sie„mit gütiger Erlaubniß des Oberarztes" an vierzehn Waisenknaben eines Findelhauses fortgesetzt habe. So geschehen in Stockholm. In einer österreichischen Irren- a n st a l t wurden an Geisteskranken Versuche mit tödtlich wirkenden Giften angestellt, darunter auch mit Hyoscin. Die Kranken merkten bald, was an der Sache sei, und, wie )er Experimentator sagt,„baten sie flehentlich, sie mit diesem chmerzhasten Mittel mcht zu behandeln." Bei dieser Ein- pritzung von Hyoscin war„fast ohne Ausnahme die An- Wendung von G e w a l t nöthig," und der Erfolg war ein solcher, daß schließlich„die Jsolirung unvermeidlich war." Was den wissenschaftlichen Gewinn betrifft, so„konnten wir bei dem Mittel absolut keine Vortheile entdecken. Nach- theile aber um so mehr." Versetzen wir uns nach Breslau. Dort wurde bei einer Taglöhnerfrau durch Ent- fernung einer Neubildung von der linken Rippenwand eine Eiterung erzielt, infolge deren schließlich das Herz frei zur Beobachtung da lag. Indem nun auf das Herz, und zwar direkt, mit Kautschuklamellen überspannte Trichterchen festgeklebt wurden, konnten Pulskurven graphisch dargestellt werden. Dieser interessante Versuchs- gegenständ kam später nach Erlangen, wo an ihm eben- falls experimentirt wurde, zuletzt aber in die Münchener Klinik, wo die Versuche durch physikalische Eingriffe, elek- irische Reize w. variirt wurden. Nachdem die Versuche mehrere Monate gedauert hatten, starb die Patientin. Und der wissenschaftliche Gewinn? Er bestand darin, daß „diesen Versuchen ein besonderer Werth nicht beigemessen werden konnte" und daß vie Pulskurven bewiesen, daß das Herz bei einer solchen Behandlung„jede Spur von Regel- Mäßigkeit vermissen ließ." Das hatte wahrlich jeder Karren- schieber voraussagen können, bemerkt dazu der bekannte spiritistische Schriftsteller Karl du Prel, der in den„Mün- chener Neuesten Nachrichten" über die Koch'sche Schrift be- richtet. Wenn die Angaben Kochs zutreffen, und wir haben keinen Anlaß daran zu zweifeln, so muß gegen diese Barbarei, die an den Armen und Elenden sich vergreift, entschieden Einspruch erhoben werden. Ueber jedenFußtritt,der einen beleckendenMops trifft, geräth der Chor hysterischer Thierschutzsreunde in Aufregung. Wir bekämpfen wie jede Rohheit so auch die Thierquälerei rücksichtslos. Hier aber aber werden wehr- lose Mitmenschen gequält. Wie lange noch..?— Oesterreich. Mit der Auflösung des Reichsraths drohen die österreichischen Klerikalen im„Linzer Volksblatt" und prophezeien, die Neuwahlen würden der Linken sehr viele Mandate kosten. Die liberalen Blätter zittern schon beim bloßen Gedanken an die Nothwendjgkeit, sich wieder in Bewegung setzen zu müssen, aber auch den Klerikalen wird nicht recht wohl, obwohl sie selbst den Teufel an die Wand gemalt. Jede Reichsrathswahl bringt eben das ungeheure Unrecht der heutigen Wahlordnung zum Bewußtsein des Volkes und das kann keiner der reaktionären Parteien, möge sie sich„liberal" oder„konservativ" nennen, angenehm sein. Den Sozialdemokraten aber könnte es nur angenehm sein. Sie würden die Wahlbewegung in eine Wahlrechtbewegung verwandeln und allen Parteien harte Bissen zu schlucken geben. Leider aber ist es damit nichts. Das„Linzer Volksblatt" meint:„E s geht nicht mehr weiter!", als ob so was einen echten Wiener geniren würde.„Geht" es nicht weiter, so „wurstelt" man eben weiter und aus irgend welche politische Ziele war die Regierung des Grafen Taaffe niemals ver- sessen. Das Landwehrgesetz, das wieder das Volk einige Millionen kosten wird, werden ja Liberale wie Konservative mit Pauken und Trompeten mit dem üblichen blutenden Herzen, aber mit der nicht minder üblichen „patriotischen Opferivilligkeit" bewilligen. Und was will T a a s s e mehr als Soldaten und Geld?? Wenn es aber wirklich nicht weiter geht, auch nicht mit der Wurstlerei, dann bliebe tzar nichts übrig als neuer Wein in neue Schläuche— ein neues Parlament auf grund des all- gemeinen, gleichen und direkten Wahl- rechts.-» Der englische Grnbenarbeiter-Ausstand. Wolff's Telegr.-Bnreau meldet aus London unterm 7. August: Dem„Standard" zufolge haben die Besitzer der Kohlengruben in Wales und M o n m o u t h eingewilligt, die Löhne der Bergarbeiter um IVt pCt. zu erhöhen. Die Arbeit werde daselbst wahrscheinlich morgen wieder auf- genommen werden. ■parket« n nluttdilcu. Rüstig anS Werk. Der„Beobachter" in Chemnitz macht darauf aufmerksam, daß in diesem Jahre dort nicht weniger als drei öffentliche Wahlen vorzunehmen find, an denen die Partei inleressirt ist. Voran gehen natürlich die am 19. Oktober statt- sindenden Wahlen zur zweiten sächsischen Kammer, der hoffentlich das so nöthige frische sozialistische Blut in Menge zugejührt wird, dann sind die Wahlen zum Chemnitzer G e- werbegericht vorzunehmen und schließlich gilt es bei den ebenfalls in diesem Jahre noch erfolgenden Stadtverord- neten-Wahlen den ersten Sozialdemokralen aufs Rathhaus zu entsenden. Unsere Chemnitzer Parteigenossen werden es an fleißiger Agitation nicht fehlen lassen und dem sächsischen Philisterium die Hölle nach Gebühr heiß machen. Die Unheimlichkeit der �heutigen Zustände in Elsaß- Lothringen geht selbst gut bürgerlichen Organen über die Hut- schnür. So schreibt die„Straßburger Post", ein liberales Blatt: „Der Wind in den höheren Regionen hat umgeschlagen. Man pirscht nicht mehr nach Schwarz-, sondern nach Rothwild. Fedelta und Bürgermeister Spies haben Ruhe. Vielleicht kommt auch Herr Feichler in Ruhe— stand. Um so mehr regt sich's gegen die Sozen. In Bischweiler hat man einen Genoffen aus- gewiesen, der einst optirt. In Mülhausen fährt Reichsrags-Ab- geordneter Bueb fort, der verbotenste und ausgelösteste Mann zu sein. Er muß in die Schwei, pilgern, um zu seinen Wählern sprechen zu können. Das gegen Bueb beliebte Verfahren dürfte in Deutschland ohne Beispiel sein. Im Lande der Denker be- trachtete man es von je als Recht und Pflicht eines Reichstags- Abgeordneten, seinen Wählern Rechenschaft abzulegen. Selbst in den Zeiten des Sozialistengesetzes gab man so- zialistische Rechenschaftsberichte frei. Freilich-in der Region der Sicherheits» Ventile und Ausnahme-Gesetze scheert man sich einen Pfifferling um das. was ander- wärts der Brauch. Man hat das Recht zu verbieten und ver- bietet. Und wenn dann infolge der gesteigerten Unzufriedenheit die Sozialistenstimmen in geometrischer Progression wachsen. dann rathen die Eisenbarte der offiziösen Presse, alle Sozialisten aus Elsaß-Lothringen auszuweisen. Haben dann die„Nörgler" den Staub von den Füßen geschüttelt, so ist die soziale Frage gelöst. Man sollte glauben, die Resultate der verflossenen Wahlen seien für die Regierung«in warnendes Mene Tekel. Auf dem Lande blüht der Regierungsweizen. Man stand unter dem Zeichen der Hohenlohe, Pöhlmann, Bostetter. Grund: das politisch noch im Dornröschenschlaf befangene Land verspürte von den Polizeimaßnahmen gegen Parteien und Personen wenig oder fast nichts. In den Städten dagegen schillerte es blutroth — aus dem entgegengesetzten Grunde. Bebel kam nach Straß- bürg, sah, sprach nicht und wurde gewählt. Spingler ließ sich im Landkreise Straßburg nicht blicken(?) und erhielt gegen 5000 Stimmen. Trotzdem diese Thatsachen nicht sprechen, sondern schreien, segelt man lustig im alten Geleise weiter. Wie lange noch?« »• Zur Arbeiterbewegung in Russisch-Polen. In Russisch- Polen wächstt in den letzten Jahren als Ergebrnß einer rasch emporsteigenden Industrie und unter dem geistigen Einfluß der westeuropäischen, besonders der deutschen Sozialdemokratie, die Arbeiterbewegung mächtig heran. Trotz der ungeheuren tindernisse, welche das absolutistische Regime jeder politischen ethätigung entgegensetzt, kämpfen die polnischen Arbeiter rüstig fort, finoen Mittel und Möglichkeiten, sich zu vereinigen und dco Arbeitermaffen aufzuklären. Das am meisten Hindere liche ist die Unmöglichkeit, im Lande selbst eine Arbeiterpresse zu schaffen. Die polnischen Genossen sind deshalb darauf verwiesen, ohne Zeitungen und sonstige Agitationen Schriften im Auslande erscheinen zu lassen, um sie dann nach Rußland hinüber zu schmuggeln. Die deutschen Arbeiter wissen aus der Zeit des Sozialistengesetzes, mit welchen Schwierigkeiten dies verbunden ist. Die polnische Sozialdemokratie arbeitet un- verdrossen und überwindet auch diese Schwierigkeiten, wie es auch seinerzeit die deutschen Vorkämpfer der internationalen Sozial- demokratie so glänzend gethan haben. Gerade in der neuesten Zeit(seit dem 1. Juli d. I.) beginnt in Genf eine Monatsschrift für Polen„Lprawa Robotnicza"(Arbeitersache) zu erscheinen, Diese Zeitschrist stellt sich entschieden auf den Boden der Sozial- demokratie und ist bestrebt, unter anderem auch durch ausführ- liche Berichte über die westeuropäische, besonders die deutsche sozial- demokratische Bewegung, das Klassenbewußtsein der polnischen Arbeiter zu erweitern. Der Hauptinhalt der ersten Nummer ist: „Von der Redaktion.— Die politischen Aufgaben der Arbeiter- klaffe in Polen.— Ueber Nussifikation.— Die Arbeiterbewegung im Ausland.— Korrespondenzen.— Vaterländische Rundschau". So bricht sich das Proletariat überall Bahn zur Selbst- erkenntniß und zur Organisation l � Oesterreich-Ungarn ist aus' dem Züricher Kongreß durch folgende Delegirte vertreten: Wien. Dr. Viktor Adler, Dr. Wilhelm Ellenbogen, Franz Schuhmeier, Adelheid Dworak, Josef Scheu, Karl Kautsky, Luise Kautsky. Als Vertreter der Gewerkschaften zu den internationalen Gewerkschaftstagen sind delegirt: Laurenz Widholz, Karl Höger, Franz Bösenbeck, Franz Karl, Peter Neurnrer, Ferdinand Skaret, Josef Tomschik, Josef Lischka, Robert Dittrich. Oberösterreich- Salzburg für die politische Partei: Jakob Prähanser. Steier- mark: Johann Rcsel. Kärnten: Wilhelm Eich. Böhmen: Josef Krapka, Josef Steiner, Wilhelm Kiesewetter, Josef Seidel, Josef Roscher, Franz Schaller, letztere für die Gewerkschaftstage der Textilarbeiter und Tischler. Mähren und Schlesien: Hugo Schmidt, Joses Hybesch. Galizien: Dascinsky, Koßakiewiez und Stekenberg. Oesterreichische Zensurb'lüthe». Letzte Nummer der „Wiener Arbeiterzeitung": Weg mit dem Statthalter-- Kon- fiszirt I Konfiszirt--- ihr Maaß ist voll. Die Rohheit, welche-- Konfiszirt. Wer jahrelang die Rubrik hindurch zu registriren hat:„Wie man uns behandelt",---- Konfiszirt. Wer das lesen kann——— Konfiszirt! Konfiszirt——— Brutalität!! »« Todtenliste der Partei.' Einer unserer ältesten Partei- genoffen, Karl Kühn, so schreibt der„Beobachter", ist in Chemnitz gestorben. Unter zahlreicher Betheiligung der Genossen wurde er am Freitag in seine letzte Ruhestätte überführt. Der Verstorbene hat im Dienste der Partei manchen Sturm erlebt. In der letzten Zeit ließ er sich weniger oft in den Versammlungen sehen, da ihn hartnäckige. körperliche Leiden an der regen Be- thciligung hinderten. In' früheren Zeiten, als die Bewegung ihre ersten Anfänge machte, war er rege thätig. Er reserirte in vielen Versammlungen und schuf mit Feuereifer Organisationen. Auch unter den Schlägen der Gegner hat er mit zu leiden ge- habt. Im Jahre 1370 wurde er mit dem leider zu früh ver- storbenen Bracke zusammen in Ketteiffnach Lötzensgebracht. Als er dies in einer späteren Versammlung im Baum'schen Lokale schilderte, wurde er von den Polizisten ergriffen und von der Tribüne gebracht. Nun ist er todt. So sinkt von den Alten einer nach dem andern dahin, und uns, den Jungen, erwächst die Pflicht, das von den Alten Hinterlasse»?:„nichts als Kampf und wieder Kamps", im Sinne all' der Tobten zu Ende zu führen. Und das geloben wir an jeder Gruft. Literarisches. Das rothe Gespenst oder: Was die Sozialdemokraten sind und wn- sie wollen. Agitationsbroschüre von Josef Lischka. 20 Seite» Oktav, Preis 6 kr.— 12 Heller. 20 Stück 1 fl.— 2 Kronen. Postporto zu Lasten des Empfängers. Verlag:„Oesterreichischer Metallarbeiter"(Heinrich Beer) Wien, IV. Heumiihlgaffe 12. Zu beziehen:„Arbeiter- Zeitung" VI. Gumpendorferstraße 60.„Volks-Tribüne" VII. Schottenfeldgasse 73. Die Zeitschwingen"» Monatsschrift für Volksbildung, Auf- klärung und Unterhaltung. Verlag von I. Beranek, Reichen- berg, Böhmen, Friedländerstraße 12. Preis pro Heft 40 Heller= 40 Pf. Probehefte gratis. Die weitere Annahme von Heften gilt als Abonncments-Zusage. Soeben erschien das 7. Heft des 4. Jahrgangs. Inhalt: Volk und Wissen- schaft von Leo Tolstoj/— Die soziale Bedeutung der elek- frischen Kraftübertragung von Paul Breitum. II.— Ueber Glück und Unglück von Ä. Vehr. II.— Die moderne Welt- anschauung und der Mensch nach einem Bortrage des Prof. Dr. B. Vetter, Dresden. V.(Fortsetzung und Schluß.)— Die Wunder des menschlichen Körpers von Dr. T. Stepanus, bearbeitet nach Heribet Rau.(Fortsetzung.)— Feuilleton: Lust und Licht, Gedicht von Karl Gcrok.— Ein Vagabund von R. Plöhn.— Literatur. Die bürgerliche Kunst und die besitzlosen Volksklaffen.— Literatur. Für den Inhalt der Inserate über. nimmt die Redaktion dem Publikum gegenüber keinerlei Verantwortung Theater. Dienstag, den 8. August. Leffing- Theater. Rosmershalm. Friedrich- Wilhelmstädt. Theater. Nanon. B Kroll's Theater. Martha. Viktoria- Theater. Frau Venus. Alexanderplah Theater. Rean, oder: Genie und Leidenschaft. National Theater. Rehmann auf der Weltausstellung in Chicago. Apollo Theater. Spezialitäten Vorstellung. Kaufmann's Variété. SpezialitätenVorstellung. National- Theater. Große Frankfurterstraße 132. Gastspiel der königl. Rammersängerin Adolphine Grimminger. Sensationelle Novität! Hippodrom unter Wasser. BERLINER HIPPODROM Am Kurfürstendamm. 2 Min. von Station Zoolog. Garten. Unserem Freund dem Großgrund befizer und Agrarier Emil Perficke zu feinem 30. Geburtstage ein donnerndes Hoch, daß sich die Laube dreht und hebt und uns das Bier im Arm. fchwebt. 1331b P. X. O. H. Unserem Vereinsbruder Simon Schwarz wünschen zu seinem heutigen Wiegenfefte ein dreimal donnerndes 1330b A. V. E. Heute: Gr. Extravorstellung. Soch Reichh. Programm. Olympische Spiele, Damen- Jockey- Rennen, Herren Flach Rennen, HürdenRennen, Bost mit je 4 Pferden, Quadriga- Fahren 2c. 2c. = The Original Three Johnson's, Athleten und Kraft- Jongleure. Ein Künstler auf Reisen, ausgef. von Herrn E. Clebus.( Ballet Parodie.) Boa Constrictor, dargestellt v. Mr. Duwenet. Zum Schluß. Am Strande von Ostende. Gr. Wasser- Pantomime in 12 Bildern. Großes Feuerwerk. Morgen, Mittwoch: Große Jubiläums- Vorstell. 3. 25. Male: Am Strande von Oftende. Lehmann auf der Weltaus Berliner Bock stellung in Chicago. Große Ausstattungspoffe mit Gesang und Tanz in 5 Aften von Eugen Prudens. Musik von Adolph Tempelhofer Berg. Heute Sonntag: 23ie dede. Kouplets v. 2inderer Große Vorstellung. Regie: M. Sam ft. Raffenöffnung 5% Uhr. Anfang der Abend- Borstellung 7 Uhr. Im Garten auf der Sommerbühne: Novität: Wirkliches Wasser. Wirklicher Regen. Berlin unter Wasser oder: Kneipp's Wafferkur". " Neues Programm. Todes- Anzeige. Am Sonnabend früh 3/42 Uhr entschlief nach schweren Leiden an den Folgen von Herzerweite rung unsere innigstgeliebte Mutter Charlotte Heinze geb. Schulz, im 89. Lebensjahre. Alle Diejenigen, die ihr nahe geftanden, werden unfern Schmerz zu würdigen wissen. Der tiefbetrübte Gatte nebst Kindern, Eugen Heinze. Anna Neumann geb. Heinze. Marie Russler geb. Heinze. Die Beerdigung findet heute, Dienstag, Nachm. 4 Uhr, von der Leichenhalle des Neuen Jakobi1318b Kirchhofes aus, statt. Hierdurch zur Nachricht, daß unser Rollege und Mitarbeiter 13246 Carl Ewald am 4. b. M. gestorben ist. Die Beerdigung findet am Dienstag, Achtung, Arbeiter Berlins! Deffentliche Volks- Versammlungen am Mittwoch, den 9. August 1893, Abends 8 Uhr, 1. in den Concordia- Festsälen, Andreasstr. 64, 2. in den Germania- Festsälen, Chauffeeftr. 103, 3. in der Viktoria- Brauerei, Züzomstr. 111-112, am Freitag, den 11. August 1893, Abends 8 Uhr, 4. in der Unions- Brauerei, Hafenhaide 22-31. Zagesordnung in allen vier Versammlungen: und 1. Die Zustände in den Berliner Bäckereibetrieben und die Einführung der Arbeiter- Kontrollmarke.( Die Referenten werden in den Versammlungen bekannt gemacht.) 2. Diskussion.p Wir ersuchen in anbetracht der Wichtigkeit der Tagesordnung um zahlreiches Erscheinen. Die Berliner Gewerkschafts- Kommission. 274/8 J. A.: Oskar Völkel, Dunderstr. 6. Sozialdemokratischer Wahlverein für den 2. Berl. Reichstags- Wahlkreis. Mittwoch, den 9. August, Abends 8½½ Uhr, in Habel's Brauerei, Bergmannstraße Nr. 5-7: General- Versammlung. Zages Ordnung: 1. Borstandss und Raffenbericht. 2. Wahl des Borstandes. 3. Vereinsangelegenheiten. 4. Verschiedenes und Fragetaften. In dieser Versammlung gelangt die Broschüre zur Wohnungsfrage" von Fr. Engels zur Ausgabe. Mitgliedsbuch legitimirt. Um zahl reichen Besuch bittet 372/16 Der Vorstand. Sozialdemokratischer Wahlverein den 8. b. M., Nachm. 4 Uhr, von der für den 4. Berl. Reichstags- Wahlkreis. Leichenhalle des Emmaus Kirchhofes aus, ftatt. Endscheidungs- Ringkampf Die Kollegen der C. Bechstein'schen im Lokale Königsbank", Gr. Frankfurterstr. 117: Dienstag, den 8. August, Abends 82 Uhr, zwisch. Eberle( Schüler von Karl Abs) und Paul Hoog aus Amsterdam. HU Entree 50 Pf. Anfang 1/26 Uhr. 404 Hof- Piano- Fabrik. Danksagung. Posse mit Gesang und Tanz in 2 Atten Altes Schüßenhaus, Kollegen, bie am 6. Auguſt am Grabe von Mylius. Vorher Novität: Chansonetten Liebe. Linienstraße 5, empfiehlt seine Feftfäle ( 560 Personen faffend) zu allen GelegenPosse mit Gesang und Tanz in 1 Att heiten. von Eugen Prudens. 7836 Versammlung Zages Ordnung: Allen Freunden, Verwandten und 1. Vortrag des Genoffen Theod. Glocke über: Direkte Gesetzmeinem Manne die letzte Ehre er- gebung durch das Volf." 2. Diskussion. 3. Verschiedenes. wiesen haben, sagen wir unsern herz- Gäste haben Zutritt. Neue Mitglieder werden aufgenommen. lichsten Dant. 1320b 377/4 Der Vorstand. Frau Roßdeutscher nebst Kindern. Vor, nach und zwischen den Possen: Ortskrankenkasse d. Bildhauer, Stuckateu Auftreten von Spezialitäten 1. Ranges. Neues Programm. Morgen: Jm Theater: Dieselbe und verwandter Gewerbe. Sozialdemokratischer Wahlverein des 5. Reichstags- Wahlkreises. Am Borstellung; im Garten: Erstes großes Generalversammlung am 15. Mai beschlossene Aenderung I. Den Mitgliedern zur Kenntniß: die von der am Dienstag, den 8. August 1893, Abends 8½ Uhr, im Lokale Kinder- Freudenfest. der§ 9, 37, 38, 39, 63 unseres Statutes hat die GeRosenthalerstraße 38: Große öffentliche Versammlung. Tagesordnung: 1. Vortrag des Genossen Köster über: Die Errungenschaften der Castan's ehmigung des Bezirksausschusses am 19. Jult erhalten astronomie und die Religion", 2. Distuſion. 3. Stellungnahme zur JalallePanopticum. Riesen- SchlangenFamilie aus Carl Hagenbeck's Thierpart. Ohne Extra- Entree. und wird sobald als möglich den Mitgliedern als Feier. 4. Verschiedenes. 1. Nachtrag des Statutes zugehen. Um zahlreiches Erscheinen ersucht 378/17 Der Vorstand. Sozialdemokratischer Wahlverein ſchloffenen Verhaltungsvorschriften über Krankenmeldung, das Berhalten der für den 6. Berl. Reichstags- Wahlkreis. Dienstag, den 8. August, Abends 8½ Uhr, II. Ferner haben die von der Generalversammlung am 3. Juli beKranken und die Krankenaufsicht die Genehmigung unserer Aufsichtsbehörde am 10. Juli erhalten und bringen wir dieselben den Mitgliedern zur Kenntniß: § 1. Erkrankt ein Mitglied, so hat sich das Mitglied oder eine vom in den Germania- Sälen, Chauffeestraße Nr. 103. Mitgliede beauftragte Person aus dem Kassenlotale oder von einer vom Vorstande beauftragten Person unter Vorlegung des Duittungsbuches einen Ausserordentliche General- Versammlung. Medizinschem zu beschaffen. In dringendem Falle ist es gestattet, die Krankmeldung ohne Medizinschein unter Vorlegung des Quittungsbuches beim M PassagePanopticum. Raffenarzte unter Angabe des Tages der Arbeitsunfähigkeit ausgefüllte MedizinZages Ordnung: Berichterstattung der Fünfer Rommission über das zur Berathung geKaffenarzte zu machen. Bei einem plöglichen Erkrankungsfalle hat der Kranke langende Statut. Berichterstatter sind die Genossen Dornbusch und das Recht, sich der Hilfe eines jeden Arztes zuerst zu bedienen, jedoch muß Rie g.- Vereinsangelegenheiten. Verschiedenes. Fragefaften. darüber binnen drei Tagen Anzeige bei der Kasse erfolgen. Mitgliedsbuch legitimirt. NB. Die Versammlung wird punkt 81/2 Uhr eröffnet. DF Den Genossen zur Nachricht, daß die Grösstes § 2. Ist das Mitglied arbeitsunfähig geschrieben, so müssen der vom schein und das Quittungsbuch spätestens in 24 Stunden an die Kasse zurückgereicht und der Hauskrankenschein abgehoben werden. Ift vom Kaffenarzte Lassalle- Feier am 28. August stattfindet, die Dringlichkeit der Aufnahme eines erfrantten Mitgliedes in ein Kranken- und zwar: für Moabit in der Kronen- Brauerei, für die übrigen Stadthaus bescheinigt, so muß vor der Ueberführung in das Krankenhaus der Auf- theile des Kreises in Weimann's Volksgarten. Die Sänger, welche geSchau- u.Vergnügungs- nahmeschein zum Krankenhause aus dem Kassenlokale geholt werden. Bei willt sind, am Tage des Festes unentgeltlich zu fingen, können sich beim Gee inem plöglichen Erkrankungs- oder Unglücksfalle kann der Aufnahmeschein noffen Gleinert, Fenn- und Müllerstraßen- Ecke, melden. Billets sind in zum Krantenhause nachträglich, jedoch spätestens 24 Stunden nach der Auf- fämmtlichen Zahlstellen zu entnehmen. nahme in das Krankenhaus, aus dem Kaffenlokal beschafft werden. Das aus dem Krankenhause oder der Heimstädte für Genesende entlassene Mitglied muß sich am Tage der Entlassung oder spätestens am Tage nach der Entlassung im Victoria- Brauerei, owstraße Kaffenlokal melden oder melden lassen und den Entlassungsschein abgeben. Auch die mit Schonung entlassenen Mitglieder haben diese Pflicht zu Etablissement der Welt. Entree 50 Pf. 111-112. Garten refp. Saal erfüllen. § 3. Während der Arbeitsunfähigkeit bleibt das Quittungsbuch im Raffenlotale. Als Tag der Krankmeldung gilt der Zag, an welchem das Mit Täglich Sonnabends) ( außer Stettiner Sänger slied sich in ärztliche Behandlung begab. Stets wechselndes Programm. Anfang Sonnt. 7 Uhr, Wochent 8 Uhr. Entree 50 Pf. Vorverkauf Billets Sonntags teine Giltigkeit. SchweizerGarten. Am Königsthor. Halteftelle der Ringbahn. Sonntag sowie täglich: Extra- Vorstellung mit neuen Spezialitäten. Garreton- Troupe. Familie Grunatho. Gebr. Beyer u. f. w. Theater- Vorstellung. Boltsbeluftigungen aller Art. Täglich: Gutree 30 Pf. Grosser Ball. Während der Wintersaison ist der Saal mit Nebenräumen noch an einigen Sonnabenden im Dttober, November und Dezember zu vergeben. § 4. Die Auszahlung des Krankengeldes erfolgt an das Mitglied, wenn das Mitglied nicht zur Kaffenzeit ausgehen darf, an die Person, welche den vom Kaffenarzte vorschriftsmäßig ausgefüllten Krankenschein bei der Kaffe vorlegt. Die Zahlstellen des Vereins befinden sich bei: Franz Gleinert, Fenn- und Müller- Joh. Gnadt, Swinemünderstr. 120. straßen- Ecke. Hilgenfeld, Bergstr. 60. Steinbach, Antonftr. 1. Emil Schmidt, Tresckow- u. Diedens Haverlandt, Bellermannftr. 87. hofenerstraßen- Ede. Hermerschmidt, Moabit, Perleberger Meinhardt, Pappel- Allee 3-4. ftraße 28. Kalkowski, Moabit, Calvinstr. 1. F. Lükke, Schwedterstr. 33. Der Vorstand. . Linneken, Beuffelftr. 57. Raabe, Ruppinerstr. 46, 240/18 Achtung, Stellmacher! Große öffentliche Versammlung. Zages Ordnung: § 5. Das krante Mitglied darf seine Wohnung nur dann verlassen, Mittwoch, den 9. August, Abends 8 Uhr, Kommandantenstr. 20: wenn der Kassenarzt demselben vorher bestimmte Stunden, welche auf dem Haustrantenscheine verzeichnet sein müssen, zum Ausgehen gestattet hat. Diese Stunden sowohl als auch die etwa eintretenden Aenderungen derfelben, so wie die etwa während der Krankheit stattfindende Wohnungsänderung sind der 1. Vortrag des Genossen Koblenzer. 2. Diskussion. 8. Wie verhalten Kaffe sofort zu melden, damit die Krankenaufsicht danach angeordnet werden sich die Stellmacher zur Maßregelung des Kollegen Brüß? 4. Bericht der fann. Den Hausfrankenschein hat das erkrankte Mitglied in der Wohnung zu Gewerkschafts- Kommission. 5. Verschiedenes.. laffen, damit der Krankenkontrolleur fich von der bewilligten Ausgehzeit über- Zur Deckung der Unkosten Tellersammlung. zeugen tann. Nur wenn das Mitglied fich zum Arzt oder zur Kaffe begiebt, Stellmacher! Erscheint Mann für Mann! Säfte haben Zutritt. hat es den Hausfrankenschein mitzunehmen. Der Einberufer. 285/8 Tabatarbeiter und Tabakarbeiterinnen! Ist das erkrankte Mitglied gezwungen, die Ausgehzeit zu überschreiten, so muß es bei den Angehörigen, den Wirthsleuten oder der Rasse angeben, aus welchem Grunde es die Wohnung verlassen und wohin es sich begeben will oder begeben hat. Dem Krankenkontrolleur muß der Zutritt zu der Mittwoch, den 9. August, Abends 81/2 Uhr, bei Bötzow, Prenzlauer Allee 247: Wohnung gestattet werden. Große öffentliche Versammlung. § 6. Während der Erwerbsunfähigkeit darf der Krante teine Arbeit Das frant gewesene Mitglied hat die Pflicht, die vom Rassenarzte Tagesordnung: Jahresbericht der Kommission. Vortrag über die bescheinigte Arbeitsfähigkeit der Raffe fofort anzuzeigen; auch dann hat es biefe in Aussicht stehende Tabakfabrikat- stener. Untrag der GewerkschaftsPflicht, wenn es, ohne vom Raffenarzte gesund geschrieben zu sein, arbeiten Kommission. Neuwahl der Kommission. Verschiedenes. will ober au arbeiten begonnen hat. § 7. Die vom Kaffenarzte oder vom Vorstande getroffenen Anordnungen und Vorschriften find genau zu befolgen. Wenn das frante Mitglied diese Anordnungen und Vorschriften wiederholt nicht befolgt, so ist dasselbe einem Krankenhause zu überweisen. § 8. Zuwiderhandlungen gegen vorstehende Bestimmungen ziehen Drdnungsstrafen bis zu 20 M. nach sich. § 9. Gegen die getroffenen Strafverfügungen ist binnen zwei Wochen nach deren Eröffnung Beschwerde an die Aufsichtsbehörde zulässig. Die Entscheidung der letzteren ist endgiltig. Beide vorstehenden Bestätigungen treten am Tage der Bekanntmachung Berlin, den 7. August 1893. in Kraft. 117/20 Der Vorstand. J. A.: J. Söfner, Vorsitzender. Die Kommission der Tabakarbeiter. J. A.: Carl Butry. aller in der 1329b Große öffentliche Versammlung Getreidebranche beschäft. Personen am Mittwoch, den 9. August, Abends 8 Uhr, in Fey's Salon, Brunnenstraße 184( alte Nr. 140). ihre Folgen. Referent: A. Blaurod. 2. Die Mißstände in unserem Tagesordnung: 1. Vortrag über: Die Arbeitslosigkeit und Gewerbe. 3. Diskussion. 4. Verschiedenes. 197/14 Frauen haben Zutritt. Um zahlreiches Erscheinen bittet Der Vertrauensmann: Karl Poetz, Stralsunderstr. 44. Die nächste Vereinsversammlung findet Sonntag, den 13. August, statt. Hierzu zwei Beilagen Verantwortlicher Redakteur: Wilhelm Schröder in Berlin. Drud und Verlag von Mag Bading in Berlin, SW, Beuthstraße 2. 1. Beilage zum„Vorwärts" Berliner Volksblait. Nr. 184. Dienstag, den 8. August 1893. 19. Jahrg. Internationaler Ardeiterkongreß in Zürich. Zürich, 5. August 189S. „Im alten Schützenhause, am Bahnhofsplatz, hat sich das Empfangskomitee für die bereits heute zahlreich ein- getroffenen Delegirten niedergelassen. Es ist ein historischer Ort, denn hier haben seit Jahr und Tag alle größeren sozialistischen Demonstrationen und Versammlungen statt- gefunden— und in verhältnißmäßig kurzer Zeit wird auch dieses vielgenannte Haus an der alten Züricher Stadt- mauer verschwunden sein, um einem der Prachtbauten Platz zu machen, wie sie, seitdem Zürich Großstadt wird, den Bahnhossplatz schmücken. Auch der Bahnhofsplatz ruft historische Reminiszenzen wach: 1869 fand hier anläßlich des ersten schweizerischen Arbeitertages eine riesige Demon- stration statt und 1833 füllten Tausende von Arbeitern diesen Platz, um dagegen zu protestiren, daß der schweizer Bundesrath der brutalen Pression Bismarck's zur Unterdrückung des„Sozialdemokrat nachgegeben und die Ausweisung über unsere vier Genossen verhängt hatte. Mit klingendem Spiele und wehenden Fahnen hatten die Arbeitervereine des ganzen Kantons und zahlreiche Delegationen aus den größeren Städten der Schweiz hier den Ausgewiesenen den letzten Abschiedsgruß bei ihrer Abreise nach London dargebracht. Das System Bismarck ist gestürzt, jene Gewaltmaß- regel des Bnndesraths, jene diplomatische Nachgiebigkeit gegen die undiplomatischen Rüpeleien Herbert'chens sind aber von der schweizer Arbeiterschaft nicht vergessen worden. Die konservativen Bourgeoisherzen freilich möchten, ganz wie bei uns, auch heute noch jede politische Aktion der Arbeiterklasse, der Sozialdemokratie, mit brutaler Ge- walt niederdrücken. Schon seit Monaten haben einzelne politische Rowdies die öffentliche Meinung gegen die Ab- Haltung des Internationalen Arbeiterkongresscs aufzu- wiegeln, ein Verbot desselben seitens der Regierung zu ertrotzen versucht. Aber wir zählen heute 1893, nicht mehr 1880. Damals war e s der von den Konservativen mit allen schmutzigen Mitteln einer gewissem losen Demagogie betriebene Arbeiter- und Fremdenhetze ge- lungen. Tausende von Schweizerbürgern, insbesondere von Bauern zu einem Proteste gegen die Abhaltung des damals geplanten Arbeiter- Weltkongresses auf Zürcher Boden zu bewegen; der Regierungsrath weigerte sich, den Kongreß zu verbieten, aber eine mit ca. 30 000 Unterschriften ver- sehene Eingabe an den Kantonsrath führte zum Ziele— der damalige internationale Arbeiterkongreß mußte nach Granbünden, nach Chur verlegt und auch dort in aller Heimlichkeit vorbereitet werden, um einem etwaigen Verbote seitens der graubündener Regierung vorzubeugen. Ganz mit denselben Mitteln wird durch Riesen-Aufrufe im„Tageblatt" jetzt wieder Stimmung zu machen versucht, denn diese Art der Stimmungsmacherei ist hier in dem Streite der politischen Parteien ein ebenso viel benütztes, wie erfolgversprechendes Kampfmittel. Und den Zorn der Vollblut- Bourgeois hat es insbesondere erregt, daß das„feinste" der Zürcher Lokale, die„Ton halle", an die Einberufer des Kongresses vermiethet wurde. Man sucht das Schreckgespenst des„Ton- Halle-Skandals" wieder aufzufrischen und den Bürger mit der Furcht graulich zu machen, es könnte jetzt wie damals zu einem kleinen Putsch, zu Blutvergießen kommen. 1871 hatten die deutschen mordspatriotischen Bourgeois in der „Tonhalle" eine lärmende Siegesfeier veranstaltet; die Zürcher Bevölkerung war damals überwiegend sranzosen- Mr' �"...... freundlich gesinnt. Tausende von französischen Soldaten und Offiziere der Bourbaki'schen Armee waren in Zürich internirt, gewissenlose Hetzer thatcn das Ihre die Massen gegen diese Taktlosigkeit der deutschen Chauvinisten aufzuregen: es kam zu einem Auflauf, die Menge suchte den Festsaal mit Gewalt zu erstürmen, das Lokal wurde mit Steinen bombardirt und demoltrt, schließlich mußte Militär aufgeboten werden, nm mit Waffengewalt„Ruhe und Ordnung" wlederher- zustellen. Alle diese Vorgänge werden aus der Rumpelkammer der Parteiskandale hervorgeholt, um die öffentliche Meinung aufzuregen und irrezuführen. Und zur Erheiterung unserer Genossen wollen wir eines dieser Inserate, wie sie täglich die Spalten des„Tageblatt" füllen, hier reprvduziren: Ein neuer Tonhafle-Skandal. Mit Verwunderung ersahen wir aus den öffentlichen Blättern der vorigen Woche, daß der bevorstehende„Welt- kongreß" der Sozialisten und ihrer nahen Gesinnungsverwandten, der Anarchisten und Dynamitarden in der hiesigen Tonhalle(!) stattfinden werde. War es nun früher schon, und besonders seit den Vorgängen in Bern unbegreiflich, daß weder der h. Bunde-rath noch die h. Regierung des Kantons Zürich dieser gefährlichen Ansammlung von Feinden jeder vernünsligen staatlichen Ordnung ein entschiedenes Kon licet, entgegensetzte, so trauten wir unseren Ohren nicht, als wir hörten, es habe der Tonhalle-Vorstand— also Repräsentanten der sogenannten guten Gesellschaft— das ihm zur Verwaltung anvertraute Lokal den erklärten Umstürzern der bestehenden(wo nicht jeder) gesellschaftlichen Ordnung zum Tummelplatz ihrer Leidenschaften und zur Diskussion ihrer rechtswidrigen Begehrlichkeiten ein- geräumt.— Ob auch der l. Stadtrath zu dieser eigenthüm- lichen Verfügung seine Einwilligung erlheilt shat? Wir be- fürchten es. Nun möchten wir aber fragen: Haben die Aktionäre, haben die Steuerzahler von Zürich ihr Geld deshalb in den unersättlichen Schlund der Tonhalle geworfen, damit diese schließlich derartigen Zwecken diene, und wird künftig nicht jeder anständige Mensch sich scheuen, ein Lokal wieder zu de- treten, in welchem die Verherrlicher der Kommune und ihre Adepten, die Träger der rothen und der schwarzen Fahnen, diö Prediger des Aufruhrs und des Diebstahls einen unver- tilgbar häßlichen Geruch hinterlaffen werden.� Dann wird der kleine, pekuniäre Nutzen, welchen das„Geschästchen" eintragen mag, zehnfach wieder verloren gehen. �. Wir legen dem Vorstand der T.-H.-G- nicht gerne Steme in den Weg; derselbe hat schon oft in schwierigsten Lagen eine lähigleit und Ausdauer bewiesen, die uns Respekt eingeflößt Wenn Männer von hervorragender Stellung und Bildung in Sachen von allergrößter Tragweite eine solche Schwäche des politischen Charakters beurkunden, was wird erst dann ge schehen, wenn einmal die Patrone des Umsturzes den Versuch wagen werden, ihre Theorien in die Praxis zu übersetzen? Uns graut davor! Mehrere Aktionäre der neuen und alten Tonhalle misöre. Aber wie gesagt, alle diese Versuche schlagen fehl, sie finden bei der Masse der Bevölkerung kein Echo mehr, und der Kongreß wird morgen ohne jede Störung, unter voller Sympathie der arbeitenden Bevölkerung seinen Ansang nehmen. Zürich, 6. August 1893. Zur Feier des Internationalen Kongresses hatte der deutsche Arbeiterverein sein Heim mit Fahnen, Tannenreis, Blumenguirlanden, Denksprüche, Transparenten und den Bildern von Lassalle und Marx festlich geschmückt.„Ohne Fürsten glücklich leben, ohne Pfaffen freudig sterben."— „Der Mensch soll als Mensch dem Menschen ein Gott sein." —„Das gleiche Leid gemeinsam zu besiegen, ist der Na- tionen höchstes Ziel."—„Proletarier aller Länder ver- einigt Euch."— Die Arbeiter sind der Fels, auf den die Kirche der Zukunft gebaut werden soll."— Diese und ähnliche Grüße bekunden dem Vorübergehenden den Geist, der in diesem Hause gepflegt werde. Und in glänzenden Transparenten verkünden ihn Nachts die Herwegh'schen Verse: Mann der Arbeit aufgewacht, Und erkenne Deine Macht, Alle Räder stehen still, Wenn Dein starker Arm es will. oder der siegesfrohe Ruf: Verlacht uns nur, verhöhnt uns nur, Das muß ja bald verwehen. Wir kamen nicht zu ernten her, Wir kamen, um zu säen. »« « Abends 8 Uhr fand im großen Saale des Deutschen Vereinshauses eine Konferenz der deutschen Sozialisten in der Schweiz statt. Mit dem Inkrafttreten des Sozialisten gesetzcs hatte sich für die deutschen Genossen die Roth wendigkeit eines engeren Zusammenschlusses herausgestellt. Die Opfer des Sozialistengesetzes, die nach der Schweiz kamen, mußten unterstützt werden; der geistige Zu- sammenhang unter den Genossen mußte gepflegt, das große Rekrutirungs gebiet der zahlreich ein- oder durchwandernden jungen deutschen Arbeiter dürfte für unsere Partei, unsere Ideen nicht brach liegen gelassen werden aus allen diesen Gründen organisirten sich im Jahre 1380 die deutschen Genossen in der Schweiz zu einem eng ge- schlossenen Bunde, der aber in allen allgemeinen Arbeiter-, in allen gewerkschaftlichen Angelegenheiten mit den Schweizern Hand in Hand geht. Und die Tausende von Franks, welche während der letzten zwölf Jahre zu allen politischen und wirthschaftlichen Kämpfen der deutschen Arbeiter seitens der deutschen Genossen in der Schweiz aufgebracht worden sind — zum letzten Wahlkampf allein 3000 Franks, ohne die Summen, die für die Agitation seitens der Züricher, Basler, Schaffhauser direkt ausgegeben wurden—, die Dutzende von Genossen, die heute im politischen und gewerkschaftlichen Kampfe in Deutschland im Vordergrunde stehen, nachdem sie ihre politische Vorbildung dazu im Kreise der Genossen in der Schweiz erlangt haben— alle diese Thatsachen beweisen ebenso sehr die Nothwendigkeit und Berechtigung dieser Organisation, wie sie anderseits ein rühmendes Zeichen für den Fleiß und Eifer unserer Genossen in der Schweiz sind. Die Konferenz behandelte fast ausschließlich innere Angelegenheiten. Zur Einleitung hatte Genosse Bebel ein kurzes Referat übernommen, worin er die Aufgaben der Genossen im Auslande und ihre Stellung zur Partei- bewegung im Reich behandelle, den Dank der deutschen Partei für die thatkräftige Hilfe im letzten Wahlkampf aussprach und dabei in kurzen Umrissen ein Bild dieses Wahlkampfes und der dabei zur Erscheinung getretenen Zersetzung der bürgerlichen Parteien im Reiche gab. Die Verhandlungen, auf deren Gegenstand auch ein Antrag an den Kölner Parteitag steht, die deutschen Genossen zu er- suchen, eine Wochenausgabe des„Vorwärts" herauszugeben, wurden nach dreistündiger Dauer abgebrochen und auf Sonntag vertagt. Z ü r i ch, den 6. August. Vorkonferenz der deutschen Delegirten sim„Deutschen Vereinshaus", Sonntag Vornnttags 10 Uhr. Um 9 Uhr treten die deutschen Genossen zu einer Vor- konferenz zusammen behufs Prüfung der Mandate und Be- sprechung der vorläufigen Tagesordnung. In das Präsidium des Kongresses wurde Singer, als Uebersetzer die Gen. Bern- stein, Bueb, Liebknecht und Klara Zetkin entsendet. Zur Tages- ordnung werden keinerlei Abänderungen beschlossen. Um event. Resolutionen zu den einzelnen Punkten der Tagesordnung mit den anderen Nationen behufs Vorlage an den Kongreß auszu- arbeiten, wird für jeden Gegenstand eine Kommission bestimmt und zwar für die einzelnen Punkte folgende Genossen: .eln zur internationalen Durch- (Kommission: Grillenberge r, en: das kann uns aber nicht abhalten, unser tiefstes Be- "iüftf---' dauern über sein jetziges unglückliches Vorgehen auszusprechen. Tagesordnung: 1. führung des Achtstundentags. K l o ß, S e g i tz.) 2. Gemeinsame Bestimmungen über die Maifeier.(Bock, Timm, Wurm.) 3. Die politische Taktik der Sozialdemokraten: Parlamen- tarismus und Wahlagitation. Direkte Gesetzgebung durch das Volk.(Bebel, Kautsky, Liebknecht.) 4. Stellung der Sozialdemokratie im Kriegsfalle.(Meist, Schippel, Singer.) S. Schutz der Arbeiterinnen.(Elm, Möller» Elberfeld, Zetkin.) 6. Nationale und internationale Ausgestaltung der Gewerk- schaften.(Schwartz, Diene r-Franksurt, Jung e-Stuttgart.) 7. Internationale Organisation der Sozialdemokraten. (Bern st ein, Pinkau, Schumacher.) Zur Geschäftsordnung soll beantragt werden, daß Ab- stimmungen nach Nationalitäten nur auf Antrag von drei(statt wie vorgeschlagen ist: einer) Nationalitüten stattfinden solle. Zürich, 6. August 1893. Erste Sitzung: Vormittags 10 Uhr. Den großen Tonhalle- Saal schmücken Embleme in allen Sprachen der am Kongreß vertretenen Nationen mit dem Kriegs- rufe der internationalen Arbeiterbewegung: Proletarier aller Länder vereinigt Euch! Hoch oben über der Orgel ist ein von der Tochter des Arbeitersekretärs Greulich künstlerisch aus- geführtes prächtiges Porträt Marx's angebracht, umrahmt von rothen Bannern. Nach 10 Uhr eröffnet Genosse Karl B ü r k l i, einer der Veteranen des europäischen Sozialismus, mit einer glänzenden Willkommenrede den Kongreß und es ruft die Begeisterung der englischen und französischen Delegirten heraus, als der silber- haarige Greis mit dem Herzen und Feuergeiste emes Jünglings seine Rede auch ins Englische und Französische übersetzte: Er habe die Kongresse der alten Internationale mitgemacht— aber welcher Unterschied zwischen damals und heute! Welcher Fort- schritt! Damals einzelne begeisterte Idealisten, und heute Millionen organisirter, klassenbewußter Arbeiter! Und daneben welche Zersetzung des bürgerlichen Liberalismus, die Flucht zum Militarismus! Dieser Kongreß, in seiner Vereinigung ein llemes Vorbild der Vereinigten Staaten und der zukünftigen Welt- republik, bedeute einen wichtigen Fortschritt. Möge der Geist der Brüderlichkeit das Wahrzeichen des Kongresses sein und uns einen Schritt weiter führen zum großen Ziele: Befreiung der Arbeiterklasse durch sich selbst. Eine langwierige Debatte entspinnt sich über die Geschäfts- ordnung, wobei namentlich der Formalismus der Engländer wiederholt auffällig in Erscheinung tritt. Schließlich erklärt der Kongreß mit 243 gegen S3 Stimmen En bloc-Annahme der vorgelegten Geschäftsordnung. Die Schweizer Delegirten sind natür- lich sehr zahlreich vertreten, um aber jedes Uebergewicht bei den einzelnen Abstimmungen zu vermeiden, erklären die Schweizer Genossen unter großem Beifalle des Kongresses nur mit 20 Stimmen an der Abstimmung sich zu betheilige«. Zahlreiche Depeschen aus verschiedenen Ländern(Deutschland) gelangen zur Verlesung und nach 12 Uhr wird die Schung geschlossen. Nachmittags 2 Uhr fand eine Demonstration der Zürcherischen Arbeiterschaft statt, wie Zürich noch keine gesehen hatte; aus einer ganzen Reihe von Slädten waren Vereine und Delegationen erschienen, Winterthur allein hatte per Extrazug 1S00 Theil- nehmer an den Festzug geliefert, dessen Gesammtzahl auf min- bestens 10 000— nur organisirte Arbeiter— geschätzt werden muß. Tausende aus der sympathisirende Zürcher Arbeiter- bevölkerung grüßten mit freudigen Zuruf den Festzug. als er durch die dichtgefüllten Straßen der Stadt zog. Selbstverständ- lich verlief die ganze Demonstration ohne jeden Zwischenfall und die Verschiedenartigkeit der politischen Verhältnisse und der Stellung der Behörden gegenüber dem Volke trat auch darin zu Tage, daß beispielsweise hier die Behörden nichts thaten, was die Demonstration hätte Schwierigkeiten bereiten können. Als das reaktionäre Rektorat des Gymnasiums den Turnplatz der Kantonsschule zur Abhaltung einer Demonstrationsversammlung verweigern wollte, stellte ihn kurzerhand die Kantonsregwrung zur Verfügung. Und ebenso befahl der Stadtrath von Zürich der Pferdebahngesellschaft, von>/s2— 6Uhr den Betrieb einzustellen in allen den Straßen, die der Festzug passirte. Dutzende von Fahnen flatterten an der Spitze des Festzuges; die einzelnen Gewerkschaften hatten ihre verschiedenen Gewirks- Embleme zum Theil in künstlerischer, zum Theil in origineller Durchführung aufgepflanzt. Die Tischler z. B. hatten eine aus Hobelspähnen angefertigte Fahne mitgebracht, auf der eine flotte Malerei den Zweck des Vereins versinnbildlichte; die Buchbinder ein riesiges Buch mit der Aufschrift: Wissen ist Macht. Den Buchdruckern wurde ein riesiges Plakat vorangetragen, auf dessen Vorderseite stand: Hoch lebe die Internationale Arbeiterpresse, auf der Rückseite waren die Titel der Arbeiterblätter in den ver- schiedenen Ländern Europa's und Amerika's aufgeklebt mit der Umschrift:„Die Schrift ist mächtiger als das Schwert." Den Zug beschloß ein großes Plakat, auf der eine Riesenheuschrecke ab- gebildet war mit der Unterschrift: Der Kapitalismus. Diese Verkörperung des gefräßigen, länderverwüstenden KapitaliS- mus begegnete auf dem ganzen Wege der freudigsten Aufnahme. Besonderen Jubel rief die Kindergruppe hervor; ein hübsches Mädchen in weißem Gewände und geschmückt mit der phrygischen Mütze trug eine rothe Fahne, ein anderes die Inschrift:„Des Vaters Streben wird uns zum Segen" und hinter ihnenfolgten, Blumenguirlanden tragend, Hunderte von Knaben und Mädchen und ein stattlicher Zug von Arbeitermädchen und Arbeiterfrauen schloß die Gruppe. Und so ging es beim herrlichsten Wetter durch die sonnenbeschienenen Straßen der Stadt auf die Höhe der Kantonsschule hinan, wo eine Riesenversammlung von Tausenden Sieden von Greulich, S t o b s o n- Sheffield, o t d e r s- Brüssel und Bebel mit begeisterten Beifallsrufen begrüßte und begleitete. Bebel wurde mit begeisterten Zurufen begrüßt. Er stattete vor allem den Schweizer Genossen den Dank der deutschen Sozial- demokratie ab dafür, daß sie vor IS Jahren, als die Sozialisten- hetze begann, die deutschen Genossen nicht wußten, wohin sie sich wenden sollten, so vielen von uns Gastfreundschaft geboten und unserer Partei so treue Waffenfreundschaft gehalten haben. Und wenn es später auch der deutschen Regierung, die in dem Hasse der Schweizer Bourgeoisie gegen die Sozialdemokratie einen will- kommenen Bundesgenossen gefunden hatte, gelungen war, uns zu zwingen, die beste Waffe, die wir mit Hilfe der Schweizer Brüder geschmiedet und geschärft hatten, auf dem Schweizer Boden nieder- zulegen, wenn auch die Genossen vom„Sozialdemokrat" des Landes verwiesen wurden— der Schlag kam zehn Jahre zu spät, er verfehlte sein Ziel. Der heutige Tag, diese riesige Demonstration werde für uns alle ein Sporn mehr sein, unseren Kampf durchzuführe», bis unser Ziel erreicht sei: Beseitigung der olitische» Unterdrückung, Aushebung der ökonomischen Aus» eutung, Verhinderung der religiösen Aerdummung. Mit dem gegenseitigen Versprechen, hoffe er, werden nach Beendigung des Kongresses die Delegirten auseinandergehen, bis zum letzten Herz- schlag uns gegenseitig zu unterstützen in dem gemeinsamen Kamps, »er uns von der Bourgeoisie aufgezwungen worden, denn ohne Bourgeoisie, die eine so elende Gesellschaft erzeugt habe, keine Sozialdemokratie. Schwere Kämpfe haben wir in einzelnen Ländern schon zu bestehen gehabt, aber schwerere stehen uns noch bevor. Rüsten wir uns zur Einigkeit, damit wir unseren Gegnern »rufen können: Wehe Euch, wenn der letzte Schlag fällt! Nach öebel sprach T ur a t i- Mailand in flammenden Worten. Nach Schluß der Versammlung zogen die Demonstranten in neugeordnetem Zuge nach dem Bahnhofplatze, wo der Zug sich unter begeisterten Hochs auf die internationale revolutionäre Sozialdemokratie auslöste. Lolknles. Achtung, GewerbegerichtS- Beisitzer k Betreffs der Protokollformulare und F r a g e b l o ck s. die bei den Ausschußmitgliedern zu bähen sind, theilen wir mit, daß der Kellner 2. Gbert von Oranienstraße nach in Anspruch nahm, hat bislang den Verbleib des jungen zunehmen. Die Anklagebehörde erblickte hierin die Veranstal Nannyn str. 9, 2. Quergeb., 4 Tr., verzogen ist. Der Ausschuß des Gewerbegericht3. J. A.: Alwin Körsten. " Hat sich bodenlos frech gegen die Herrschaft sowohl, wie gegen meine Kinder mit gemeinen Redensarten betragen, lügt, wenn sie den Mund aufmacht. Am liebsten möchte sie Basteten essen, Brot scheint sie zu verschmähen. Auf Beschwerde des Mädchens erhielt dieses nach einigen Tagen das Dienstbuch durch einen Schuhmann zugestellt mit dem vom Polizeipräsidium beglaubigten Vermerk: Die der N. N. im Attest 4 zur Last gelegten Beschuldigungen sind nicht als erwiesen anzusehen." Für die durch die Ausstellung des obigen Zeugniß bekundete Frechheit und Gemeinheit der Dienstherrschaft giebt es dank der famosen Gesinde- Ordnung vom Jahre 1810, die noch heute in Kraft ist, feine Genugthuung. Es giebt„ Gnädige Frauen", die ein förmliches Syſtem haben, ihre Dienstmädchen auf die abgefeimteste Art zu maltraitiren, und wehe dem unerfahrenen Mädchen, das solchen Drachen in die Hände fällt! Mädchens nicht ermitteln fönnen. Es ist nicht unmöglich, daß tung einer selbständigen Lotterie und Staatsanwalt von Jarosdie Vermißte in schlechte Hände gerathen ist und absichtlich ent- czewsti beantragte im gestrigen Termine eine Geldstrafe von 2000 m., weder hier oder auswärts verborgen gehalten wird. Zu ihrer da aus dem geschilderten Verfahren hervorgehe, daß eine Entdeckung sei mitgetheilt, daß sie dunkles Haar, dunkle große Eigenthumsübertragung an den Theilnehmer nicht stattfinde. Augen, einen fleinen Mund und eine schlanke Gestalt hat und Der Vertheidiger Rechtsanwalt Bonin plaidirte auf Freisprechung, bei ihrem Fortgange blau emaillirte Ohrringe in Herzform mit da doch jedenfalls aus dem Plane des Angeklagten hervorgehe, je einer Wachsperle in der Mitte trug. daß derselbe das Verfügungsrecht über das Loos dem Käufer übertragen wolle. Gerichts- Beitung. Der Gerichtshof stellte sich auf den Boden der Anklagebehörde, beließ es aber bei einer Geldstrafe von 150 M. " dem Kläger zum Fertigmachen hingestellt worden. Da er fünf Tage gewartet, hätte er mit Recht eine andere Stellung angenommen. Er sei gegen seinen Willen unrechtmäßiger Weise an der Fertigstellung feines Affords verhindert worden. Eine nette Herrschaft fand ein Dienstmädchen, das von auswärts mit den besten Zeugnissen eintraf, bei einer gnädigen Frau" in der Thärstraße. Als das Mädchen zuzog, fand sie ihr Schlafgemach in einer wüsten Rumpelkammer, und als sie am anderen Morgen, um die Kinder anzuziehen, in die Schlafräume Zur äußersten Vorsicht beim Umgang mit Brenn der Familie tam, fand sie es dort ebenso wie in der Küche nicht fpiritus mahnt wieder folgender Vorfall. Am Sonn besser aussehend vor, so daß ihr graute, das ihr von der tag wollte die Frau des Segelboot- Besizers Hennig auf einer " gnädigen Frau" vorgeschrittene Brot oder von derselben zu- Spiritusmaschine Kaffee tochen und goß, da die Flamme vom Wegen gemeinschaftlichen Hausfriedensbruchs, schwerer bereitete Essen zu genießen. Nach drei Tagen erklärte fie, es Wind ausgeblasen wurde, aus einer Flasche Spiritus in den noch und einfacher Körperverlegung und Sachbeschädigung standen nicht mehr aushalten zu können und wurde mit Ohrfeigen und heißen Kochapparat nach. Hierbei schlug die Flamme wieder gestern sechs Sandkutscher vor der zweiten Ferienstrastammer des Büffen, sowie nachfolgendem gengniß entlassen: empor, die Flasche explodirte und der brennende Spiritus ergoß Landgerichts 1. Am Abend des 11. Februar besuchte der Kutscher Zeugniß. sich über beide Arme der Frau. Auf das Hilfegefchrei eilten Auguryki das Lokal des Schankwirths Ueckermann vor dem Stra mehrere Personen herbei und löschten das brennende kleid, so lauer Thor. Er gerieth mit dem Wirthe in Streit, weil dieser daß der Brand auf die Arme beschränkt blieb. Um der Ver- sich weigerte, ihm Getränke auf Kredit zu verabfolgen. Als man unglückten Linderung zu verschaffen, mußten aber die Aermel des dem Augurgli das Lokal verwies, entfernte dieser sich mit der Kleides aufgeschnitten werden und nun zeigte sich, daß die Frau Drohung, daß er in Begleitung seiner Kameraden wiederkommen trog sofortiger Hilfe schrecklich gelitten hatte; denn die Haut würde. Gegen 11 Uhr Abends stürzte eine ganze Horde blieb förmlich an den abgetrennten Kleidungsstücken hängen. Man unter Anführung des Augurtti in das Lokal. Auf das Signal rieb die verbrannten Körperstellen mit Del ein und brachte die des Letteren: So, Kinder, nun legt los!" entwickelte Frau nach dem Bahnhof Schmöckwih, von wo aus sie weiter nach sich eine wüste Szene. Die Begleiter des Auguryki Berlin befördert wurde. fielen ohne weiteres über den Wirth und die anwesenden Gäste her. Sie zertrümmerten Stühle und benugten die Stuhlbeine Polizeibericht. Am 4. d. M., Nachmittags, wurde in der zum Schlagen. Einige schlugen mit Seideln. Es wurde dem Grimmstraße eine unbekannte, etwa 36 Jahre alte Frauensperson Wirth ein beträchtlicher Schaden an seinem Material zugefügt in Krämpfen bewußtlos auf einer Bank fißend aufgefunden und und Blut floß auf beiden Seiten. Drei der überfallenen Gäste in das Krankenhaus am Urban gebracht, wo sie, ohne die Be- wurden so zugerichtet, daß sie nach dem Krankenhause gebracht finnung wieder erlangt zu haben, am folgenden Tage verstarb.werden mußten. Der Anstifter Augurtti hatte sich selbst während In seiner Wohnung in der Novalisstraße wurde ein Schmied des Kampfes tapfer im Hintergrund gehalten, das Gericht vererhängt vorgefunden. Am 5. d. M., Nachmittags, fiel vom urtheilte ihn zu a cht Monaten Gefängniß. Seine MitFür die in hiesigen Zigarettenfabriken beschäftigten 3. Stock des Neubaues Mauerstr. 4 ein Mauerstein auf die angeklagten, die Sandkutscher Krüger, Gumprecht, männlichen und weiblichen Personen ist seitens des Oberpräsi- Straße herab und traf einen Arbeiter am Kopfe, so daß er eine Dohms, Woywode und Schlicht wurden zu Gefängnißdenten der Provinz Brandenburg und von Berlin durch Erlaß bedeutende Verlegung erlitt und nach der Charitee ge- ftrafen von beziehungsweise einem Jahr, fünf Monaten, vom 20. Juli d. J. eine anderweitige Regelung ihrer Kranken: bracht werden mußte.-Am 6. d. M., Morgens, fiel in drei Monaten, drei Monaten und zwei Monaten zwei Wochen versicherungsverhältnisse in Aussicht genommen. Sie, die bisher dem Hause Hennigsdorferstr. 23 ein Arbeiter vom Treppen verurtheilt. bei der„ Orts Krankenkasse gewerblicher Arbeiter und Arbeite: flur bes 3. Stockes über das Geländer bis in das Erdgeschoß rinnen" versichert sind und im Hinblick auf die statutarischen hinab und erlitt hierbei außer einem Bruch des rechten und Gewerbegericht. Rammer IV. Sigung vom 5. Auguft. Bestimmungen bis auf weiteres in derselben zu verbleiben haben, einer Verstauchung des linken Armes verschiedene, auch Der Tischler Hellwich stand bei dem Tischlermeister Nußbeck in sollen der hiesigen Orts- Krankenkasse der 3igarren- innere Verlegungen, so daß er mittels Krankenwagens nach der Arbeit, hatte aber die Absicht, sich zu verändern. Einige Spinde, macher, Bigarrenfortirer und deren gewerb Charitee gebracht werden mußte. Nachmittags wurde auf dem an welchen der Polier eine Zwischenarbeit auszuführen hatte, lichen Hilfsarbeiter" überwiesen werden. Die Gewerbe Wilhelmsplate ein Maler schwer trant aufgefunden und nach wollte er durch einen Kollegen fertig machen lassen. Der Meister Deputation des Magistrats bringt dies auf grund des§ 18a des der Charitee gebracht. Am Halle'schen Thorgebäude fiel Nach ging darauf nicht ein und verlangte, er solle es selbst thun. Kranken- Versicherungsgesetzes vom 10. April 1892 zur öffentlichen mittags eine unbekannte, etwa 40 Jahre alte Frau infolge von Hierauf vereinbarten Meister und Gehilfe einen bestimmten Tag, Kenntniß, damit die betheiligten Versicherten in der Lage sind, Krämpfen zur Erde und erlitt hierbei eine so bedeutende Ver- an welchem zu diesem Zwecke Hellwich wieder in der Werkstatt etwaige Einsprüche gegen die beabsichtigte Ueberweisung bei ihr legung am Kopfe, daß sie nach dem Krankenhause am Urban ge- erscheinen sollte. Die Polierarbeit war an diesem Tage noch binnen acht Tagen anzubringen. bracht werden mußte. Abends sprang eine Näherin am May- nicht fertig und Hellwich trat nach einigem Warten eine sich bach- ljer, gegenüber der Göße'schen Bade- Anstalt, in den Land- bietende neue Stellung an. Meister Nußbeck ließ nun die In einer furchtbaren Situation befand sich Sonnabend wehr- Kanal, wurde aber noch lebend aus dem Wasser gezogen Spinde von einem anderen Gehilfen fertig machen. Hellwich Mittag ein Dienstmädchen, dessen Leben thatsächlich nur noch an und nach ihrer Wohnung gebracht. In der Nacht zum wurde beim Gewerbegericht lagbar. Er verlangte 12 M., einem Faden hing. Die 24jährige bei einem Kaufmann Sch. in 7. d. M. wurde im Thiergarten, in der Nähe des Schlosses während ihm Herr Nußbeck nur 4 M. geben wollte; 8 M. hatte der Gartenstraße bedienstete Raroline Seiffarth aus Langenbielau Bellevue, die Leiche eines unbekannten, etwa 30 Jahre alten dieser dem Fertigsteller der Spinde gegeben. Das Gericht in Schlesien sollte in Gemeinschaft mit einer Aufwärterin auf Mannes mit Schüssen in der Brust und in der Schläfe auf- verurtheilte den Beklagten gemäß dem Klage- Antrage. Die vier dem Trockenboden Wäsche aufhängen und beide Frauen zogen gefunden. Im Laufe des Tages fanden 5 fleine Feuer statt. Spinden seien, so wurde das Urtheil begründet, nicht rechtzeitig daselbst zu diesem Zwecke Leinen auf. Hierbei mußte das Seil über einen dicht am Fenster befindlichen Querbalken gelegt werden und um dies mühelos zu bewerkstelligen, stieg das Dienstmädchen auf das Brett des offen stehenden Fensters, um die Leine, welche sie in der Hand hielt, über den Balken hinweg zu Der Tischler Larsen flagte gegen seinen früheren Meister werfen. Auf dem Fenstersims, stehend muß die S. ausgeglitten sein, denn sie stürzte aus dem Dachfenster; glücklicherweise besaß Ein gegen die Orts- Krankenkaffe verübter Betrug führte Blagner, er verlangt 29 M. rückständigen Affordlohn. Zwei fie Geistesgegenwart genug, sich an dem Seil, das sie trampshaft gestern den Zimmermann August Schultz vor der 136. 26. Bengen, Tischler, welche noch bei dem Beklagten in Arbeit stehen, umflammert hielt, festzuhalten, und zum Glück riß die Leine, die theilung des Schöffengerichts. Der Angeklagte erlitt im April bezeichneten die gelieferte Arbeit als so schlecht, daß auch sie an Stelle ihres Meinters, wie er es gethan, dem Kläger die noch wiederum über mehrere Balken des Bodens gezogen war, nicht eine Verlegung der linken Hand, wodurch er 4 Wochen arbeitsDas Hilfegeschrei der S., die thatsächlich zwischen Himmel und unfähig wurde. Er erhielt möchentlich 12 M. Krankengeld. Es nicht fertigen Theile des Akkords fortgenommen hätten, um Erde schwebie, veranlaßte die Aufwärterin hinzuzuspringen und stellte sich später heraus, daß Schultz während der beiden letzten weiterer Pfuscherei vorzubeugen. Festgestellt wurde, daß die dem Kläger in Atford gegebenen Thüren demselben entzogen wurden, die etwa 1½ Meter unterhalb des Fenstersimses Hängende mit Wochen seiner Arbeitsunfähigkeit die Aufsicht über einen Bau ge- nachdem er schon fünf Tage daran gearbeitet hatte. Das Gericht Aufbietung aller Kräfte emporzuziehen. Aus der entseglichen führt und dafür wöchentlich 42 M. Lohn bezogen hatte. Troß betrachtete als durch die glaubwürdigen Zeugenaussagen erwiesen, Todesgefahr ist das Mädchen gänzlich unverlegt davongekommen, dieses Verdienstes nahm Schulh die Krankenkasse in Anspruch, das Seil aber war an der Stelle, wo es sich an dem Fenstersims so daß er während der beiden letzten Wochen ein Einfommen daß die Arbeit des Klägers nicht so gewesen ist, wie sie bei 54 Mart wöchentlich wöchentlich hatte. Nach dem Gesetz ordnungsmäßiger Ausführung hätte sein müssen. Dem Beklagten durchscheuert hatte, zu zwei Drittel durchgerissen, so daß das von Kranker ein arbeitsunfähiger Leben der S. thatsächlich nur an einem Faden gehangen hatte! verliert ein schon das An- treffe aber der Vorwurf, nicht die nöthige Vorsicht bei der Verrecht auf Unterstützung, wenn auf der gebung der Arbeit angewandt zu haben. Er habe den Kläger ет sich nur Eine schwere Anklage richtet sich gegen die Arbeiterfrau Arbeitsstelle aufhält. Im Verhandlungstermine entschul- einfach arbeiten lassen und nach fünf Tagen mal nachgesehen. Knaat aus der Anklamerstr. 57, deren franfe, etwa 6 Monate digte der Angeklagte sich damit, daß er nicht mit den Händen, Dem Kläger sei eine Entschädigung zuzubilligen, welche seinen Leistungen entspreche. Als angemessen für ihn werde der alte Tochter am 4. d. M., Nachmittags gegen 6 Uhr, gestorben sondern mit dem Kopf" gearbeitet habe. Der Bau- Unternehmer, ift. Die Leiche wurde beschlagnahmt, weil durch ein ärztliches der den Angeklagten beschäftigte, befundete noch, daß der letztere Mindestlohn von 18 M. erachtet. Für die fünf Tage, an welchen Gutachten, wie durch Zeugen festgestellt ist, daß mütterliche auch seine beiden Söhne bei dem Bau als Arbeiter angenommen er gearbeitet habe, seien ihm deshalb 15 M. vom Beklagten zu Nachlässigkeit den Tod beschleunigt, ja vielleicht herbei- und widerrechtlicher Weise den Lohn für den jüngeren, einen zahlen. geführt hat. 15jährigen Burschen, mit 55 Bf. pro Stunde in Rechnung gestellt habe. Die Familie habe somit einen sehr anständigen WochenLynchjustiz wurde in der Nacht zum Montag an zwei Bulohn bezogen. Der Gerichtshof war mit dem Staatsanwalt der hältern von Bewohnern des Scheunenviertels" vollzogen. Mit Ansicht, daß derartige Vertrauensbrüche von Mitgliedern gegen ben Worten: Da kommt Gener, den wollen wir uns foofen", traten gegen 12 Uhr drei Bursche in der Linienstraße, Ecke der ein Institut, welches zum Nutzen der Allgemeinheit gestiftet sei, empfindlich bestraft werden müsse. Dem Angeklagten sind daher Alten Schönhauserstraße, auf den ruhig seines Weges gehenden mildernde Umstände versagt und derselbe zu vier Wochen Handlungsgehilfen B. und begannen ohne weiteres auf ihn loszuschlagen, bis der Ueberfallene zusammenbrach. Bewohner Gefängniß verurtheilt. jener Gegend hatten den Ueberfall wahrgenommen und famen Der pensionirte Bezirks Feldwebel König, welcher beutung und Arbeitslosigkeit! Ihr alle, die Ihr Frau und Kind B., auf dessen Uhr und Portemonnaie es wohl abgesehen war, geftern vor der ersten Ferien Straftammer des Landgerichts I in trauriger Gegenwart dahin welken seht; die Ihr auf gefahrzu Hilfe. Nun wurde an zweien der Strolche der dritte stand, sollte sich einer Rautionsschwindelei schuldig gemacht vollen und ungefunden Arbeitspläzen Guch Jahr aus, Jahr ein war inzwischen entflohen- ein furchtbares Strafgericht abge- haben. Im Jahre 1888 gründete der Angeklagte für eine Thu- abschindet, um dann dafür einen Lohn zu bekommen, der nicht halten. Sageldicht fausten die Siebe auf die beiden Rowdies ringer Brauerei einen Ausschank in der Leipzigerstraße. Die einmal für den ledigen reicht, gefchweige gar für einen, der noch nieber, bis Schuyleute die Rowdies aus den Händen der Lynchen- Einrichtung wurde von der Brauerei besorgt. Da K. aber so Weib und Kinder zu ernähren hat. den befreiten. Die Burschen wurden verhaftet und sammt dem gut wie gar feine Mittel hatte, half er fich dadurch, daß er Ihr, Ueberfallenen nach der Polizeiwache in der Dragonerstraße ge- einen Buffetier annahm, der 1000 m. Raution stellen mußte. ist, alles is ins Pfandhaus tragen müßt, um wenigstens bracht, wo sie Nothverbände erhielten. Das Unternehmen zeigte sich als so wenig ertragsfähig, daß es Gure Kinder nicht hungern zu lassen! Wollt Ihr, daß dies so Wegen Brandstiftung ist der 14 Jahre alte Arbeitsbursche nach wenigen Monaten wieder einging. Der Büffetier konnte fort dauern oder wollt Ihr menschenwürdige Verhältnisse für seine Kaution nicht zurückerhalten. Er versuchte es zunächst mit Guch und für Alle? Wout Ihr die Hände feig in den Schooß Christian Weber festgenommen worden. Am 26. v. M., Abends einer Zivilflage, erzielte nach jahrelangem Prozessiren auch ein ob- legen? Oder wollt Ihr die in Euch schlummernde Kraft zu zwischen 10 und 11 Uhr, entstand in dem wegen Baufälligkeit fiegendes Erkenntniß. Dasselbe hatte aber feinen praktischen Werth, Eurer Befreiung von Elend und Schmach benutzen? Kollegen Ihr unbewohnten Hause Waldstr. 40 Feuer, wodurch der Dachstuhl denn die Zwangsvollstreckung fiel bei dem Berurtheilten fruchtlos aus. müßt Gure Lage verbessern, Ihr wollt Zustände herbeischaffen, völlig zerstört wurde. Die Ursache des Brandes konnte nicht auf: Nun zeigte der Büffetier seinen früheren Prinzipal wegen Unter- bie es Euch ermöglichen, als Menschen zu leben. Wer aber dies geklärt werden; doch nahm man vorsätzliche Brandstiftung an, weil in dem Hause, namentlich zu so später Abendstunde, niemand etwas schlagung an. Während der Angeklagte im Termine behauptete, Biel will, muß auch das Mittel wollen. Und das einzige Mittel daß er die Erlaubniß gehabt habe, die 1000 m. ins Geschäft zu der Befreiung heißt Organisation. Darum Kollegen tretet ein in zuthun hatte. Jezt hat man als den Brandleger den Arbeitsburschen stecken, bestritt der Zeuge dies mit aller Entschiedenheit. Es unserer Organisation der Maler, Lackirer und Anstreicher, werdet ermittelt und zur Haft gebracht. Weber hat zwei Knaben erzählt, daß er an jenem Abend eins der Bretter, mit denen die wurde aber in dem zwischen den Parteien abgeschlossenen Ver- Mitkämpfer für die Befreiung des arbeitenden Volkes. Jeden Monat finden Versammlungen der Maler 2c. ftatt, Fensteröffnungen des Hauses versetzt waren, losgerissen habe, trage ein Vermerk gefunden, wonach dem Zeugen das Recht eindurch die Deffnung eingestiegen sei und dann Hobelspähne, die geräumt wurde, sich aus den ihm anvertrauten Waaren zu be- bie zu besuchen jeder Maler, Lacirer und Anstreicher moralisch er in einem Sack fand, auf der zum Dachgeschoß führenden höl- Staution beim Ausscheiden des Beugen zurückzugeben. Dieser findet bei Hensel, Ecke der Brunnen- und Invalidenstraße, eine höl- friedigen, falls ber Angeklagte außer stande sein sollte, die verpflichtet ist. Am Dienstag, den 8. August, Abends 81/2 Uhr, zernen Treppe zerstreut und angezündet habe. Ein gleicher Versuch sei ihm vier Wochen vorher mißglückt, weil er die Hobel- Bermerk wurde der Rettungsanker des Angeklagten, denn der Versammlung statt. Genosse Waldeck Manasse hält dort spähne zu dick auf einander geschüttet habe. Als Grund für Gerichtshof schloß daraus, daß er doch über die 1000 m. ver- einen Vortrag über„ Der Kampf ums Dasein". Also nochmals feine That hat er angegeben, er habe einmal die Feuerwehr in fügen durfte. Infolge dessen wurde auf Freisprechung erkannt. richten wir an Euch die dringende Bitte, zu dieser Versammnächster Nähe arbeiten sehen wollen. Jezt leugnet Weber zwar Wegen unbefugter Veranstaltung einer Lotterie hatte lung zu erscheinen. May Wenzel. die That, bestreitet auch, den Knaben die Erzählung gemacht zu sich gestern der Kaufmann Eugen Schereck vor der siebenten haben; es find aber mehrere Personen ermittelt worden, die am Ferienstraffammer des Landgerichts I zu verantworten. Es be An alle fozialdemokratischen Radfahrer Berlins und 26. v. M. Abends einen Knaben, in dem sie Weber zu erkennen stehen 400 Frants- Türkenloose, welche in je vierteljährigen Umgegend. Im Anschluß an den in Nr. 179 des Vorwärts" glauben, an dem Hause Waldstr. 40 über den Bretterzaun nach Biehungen derart gezogen werden, daß mit der letzten Ziehung, fich befindlichen Aufrufs betreffs Gründung eines sozialdemoder Straße flettern saben. die im Jahre 1974 stattfinden soll, das letzte Loos gezogen fein fratischen Radfahrerbundes ladet Unterzeichneter alle Sports Erschoffen aufgefunden wurde am Sonntag Abend um Der Angeklagte hat diese Loose zu einem gewinnbringenden nach Stein's( Philipp) Restaurant, Rosenthalerstr. 38, Abends Erschossen aufgefunden wurde am Sonntag Abend um muß. Die Papiere haben einen festen Börsenkurs von 90-92 pet. genoffen zu einer Besprechung zu heute, Dienstag, den 8. Auguſt 11 Uhr in der Nähe des Schlosses Bellevue im Thiergarten der Unternehmen benutzt. Er besigt ein Bant- und Lotteriegeschäft in 9 Uhr ein. 30 Jahre alte Kaufmann Theodor Reich, Jerufalemerstr. 48 bei der Taubenstraße. Im Mai d. J. veröffentlichte er in hiesigen Bei- Sportgenossen! Mache es sich jeder zur Pflicht, am heutigen der Wittwe Löwy in Wohnung und bei dem Kaufmann Moses tungen eine Anzeige mit der Ueberschrift:" Jedes Loos gewinnt!" Abend pünktlich zu erscheinen. in der Brüderstraße in Stellung gewesen. In einem hinter- Es folgte die Aufzählung der hohen Gewinne. Hieran knüpfte sich das Anerbieten des Inserenten, 1/ 4- Loose für den Preis von 110 m. abgeben zu wollen, wenn der Abnehmer sich verpflichtete, 0 Soziale Ueberlicht. Aufruf an alle Maler und Anstreicher de 3 Nordens von Berlin. Kollegen! Jhr alle, die Ihr leidet unter den heutigen Zuständen, Ihr alle, die Ihr seufzt unter der Last des Elends, unter dem Druck der Lohnstlaverei und der Auswenn im Winter keine Arbeit J. A.: Carl Müller, Pallisadenstr. 11. laffenen Schreiben bittet der Selbstmörder, in Hamburg verbrannt zu werden. Ueber die Beweggründe zur That giebt er schriftlich keine Auskunft. Er hat sich mittels eines Revolvers den Betrag in Monatsraten zu 10 m. zu zahlen. Bei fofortiger Aus Defterreich. In Wien find die Arbeiter der einen Schuß in die linke Schläfe, einen in die Herzgegend bei Baarzahlung des ganzen Betrages ermäßige sich der Preis auf Möbel- und Bautischlerei J. Soulet, VI, Mollardgebracht. 100 M. Wenn das Loos aber auf Abzahlung entnommen werde, gasse 54, in den Streit getreten, weil ihnen die verlangte menschAus dem Elternhause verschwunden ist seit dem 3. v. M. fo bleibe es in seinem Befih. werde die zweite Rate nicht be- liche Behandlung verweigert wurde. Zuzug ist fernzuhalten. die 17 Jahre alte Zochter Gertrud des Bau- Unternehmers zahlt, fo nehme er an, daß der Spieler auf ein Weiterspielen Der Streit in der Silberwaaren- Fabrik von Seidfeld u. Ko., Bäthge, Weddingstr. 9. Alle Nachforschungen der Eltern verzichte. Durch diese Einrichtung brauchte Jemand also Wien, bauert fort; ebenfalls der Streit bei Werner und um an einer Ziehung theil- Pfleiderer, Wien. In Jnzersdorf streiken erwiesen fich als erfolglos, und auch die Polizei, die der Water nur 10 Mart einzusenden, fämmtliche 33 Arbeiter der Fabrit Anderlisto. Gie verlangen Einhaltung der Sonntagsruhe und der zehnstündigen Arbeitszeit, Abschaffung der Akkordarbeit und für sämmtliche Wochenarbeiter 2 Fl. Bulage, sowie doppelte Entlohnung der In Wingaffing bei Neunkirchen streifen bie 40@chuhmacherizren berbogen er Ueberstunden. halten. Versammlungen. = Ganverein Berliner Bildhauer. Dienstag Bersammlung, Annenftr. 16. unverein„ Catilia", Uebungsflur Sauermann. 1 Zu dem Bericht des Vorwärts" über die Tapezirer- steftaurant Sing. Gesangverein Eintracht, Nieder Schönweide, " versammlung, die am 31. August in der Ressource stattgefunden hat, ist folgendes zu berichten: Die Agitationskommission( an Stelle der aufgelösten Werkstatt- Kontrollkommission) wurde nicht aus dem Grunde gewählt, damit auch Anhänger des allgemeinen deutschen Tapezirervereins darin Vertretung finden, sondern weil die Werkstatt Kontrollkommission bei Vertreibung der Marken zum Unterstützungs- und Streitfonds überhaupt ein schweres Arbeiten hatte und in letzter Zeit von seiten der Kollegen verlangt wurde, eine öffentliche Agitationstommission zu wählen. Dieselbe soll über die um die Organisationsform fich streitenden Parteien stehen und lediglich dafür agitiren, die Kollegen aus ihrem Indifferentismus aufzurütteln. Die Agitationskommission besteht aus den Kollegen: Fondmeier, Feder, Holz, Mostopf, Bönife, August Sander, Schröder, Hopfmüller und Uessem. Schmidt. im Kaisergarten. " Die Eröffnung des Kanals von Korinth hat am Sonntag stattgefunden. Depeschen. Privat Telegramm des Vorwärts". Hunter und Watt3 treten namens der Engländer für die Aufrechterhaltung der Brüsseler Bedingungen mit deren weitester Auslegung ein. Bonnier Paris spricht für Aufrechterhaltung der Brüsseler Bedingungen. Vermischtes. Tagesordnug: Vortrag des Herrn Klausen über„ Entstehung der Schrift." Zentral- Kranken- und Sterbekasse der Schuhmacher und Derwandten Berufsgenollen Deutschlands( E.§. 91 Samburg). Dertliche Ein Offizier als Dieb. Die Bossische Zeitung" schreibt: Berwaltungsstelle Berlin. Dienstag, den 8. Auguſt, Abends she lieder: Brüffel, 6. Auguft. Seit einigen Tagen waren bei der Badeperfammlung bei Bols, Alte Jafobitr. 75. Tagesordnung: Kaffenbericht vom 2. Quartal. Wahl der gesammten Ortsverwaltungsbeamten. Innere Kaffen: leitung des Seebades Ostende zahlreiche Klagen darüber eindem die schon erfolgte Busage einer fleinen Lohnerhöhung Musikverein„ Cazilia". Uebungsstunde 9 Uhr, nachdem Tanz in Sentral- gelaufen, daß während die Badegäste sich im Meere befanden, aus den Badefajüten Werthsachen verschwinden. Aus den schnöde gebrochen wurde. Der Streit der Tischler in Bieliz, Soffmann's Festsälen, Orantenftr. 180. Arbeiter- Bildungsschule. Dienstag Abend von 8%-10% Uhr. Süd- Taschen wurde Gelb genommen; gut gefüllte Portemonnaies über den das Bureau Herold flunkerte, daß die Arbeiter Ein- Schule, Mariendorferstraße( bet Grube): Deutsch( mittel.). Südost fehlten und mit Banknoten gefüllte Geldtaschen verschwanden. führung der Affordarbeit verlangten, hat seine Ursache in der Schule, Reichenbergerstraße 183: Gesetzesfunde und Deutsch( unt). Oft: Verweigerung folgender Forderungen: Verkürzung der Arbeits- Schule, Martusstraße 31: Deutsch( unt.). Nord: Schule, Müllerstraße 179a: Die Badepolizei wurde zur strengsten Aufsicht angewiesen; sie Rechnen. Korrespondenz und Geschichte( alte). In allen Fächern, mit Aus- schöpfte bald ernsteren Verdacht gegen einen belgischen Offizier, einen zeit um eine Stunde, doppelte Bezahlung der Sonntags und nahme Mathematit und Buchführung, fönnen noch Schüler und Schülerinnen Hauptmann und Bataillonsadjutanten des 11. Linienregiments. Er Feiertagsstunden und 25 pCt. Aufschlag für auswärtige Arbeiten. auch jezt im Laufe des Semesters, eintreten. Ferner richten die Streifenden, 76 an der Bahl, an die Meister bei C. Behrend, Blumenthalstr. 5. Sefe- und Diskutirklube. Dienstag. Empor", Abends 8% Uhr, wurde scharf überwacht und am Freitag wurde er auf frischer That ertappt. Der Offizier hatte sich in die Kajüte einer gerade die in Defterreich übliche Bitte, sie hinfort nicht mehr wie Thiere, Arbeiter- Sängerbund Berlins und Umgegend. Alle Aenderungen im im Bade befindlichen Dame gefchlichen und aus ihrem Kleide sondern wie Menschen zu behandeln. Unterstützungen find zu Vereinstalender find zu richten an Friedr. Kortum, Manteuffelstr. 70. Dienas, das Portemonnaie entwendet. Der in 3ivil gekleidete Polizist fenden an Ignaz Werber, Gastwirth in Bieliz, Bleichstraße. bbs. 9 Uhr, Uebungsstunde. Aufnahme neuer Mitglieder. Freundschaft 1, bei Oswald Berliner, Brunnenstr. 114. Olympia, Adalbertitr. 8 bei führte den Offizier sofort nach dem Bade- Amte, woselbst man Zuzug ist hier, wie überall, fernzuhalten. In Kaschau sind Schildhorn, Usedomftr. 33 bei Mielte. Allegro, ihn verhörte. Der Offizier leugnete; inzwischen erschien die beden Spenglern die Forderungen der zehnstündigen Arbeits- Wrangelstr. 141, bet Schmidt.- Alpenglode, Grüner Weg 29, bei Saeger. Ihn'scher Humor, Strauß- ftohlene Dame und gab an, daß ihr Portemonnaie ein goldenes zeit und des Zuschlags für Ueberstunden- und Sonntagsarbeit ruberber 3, Andreasftr. 26 bei Wilfe bergerstraße 3 bet Birf. Unverzagt 2, Moabit, Kronen- Brauerei. Zehnfrankstück mit Napoleon III. und einem schwarzen Flecke bewilligt worden. Ein hartnäckiger Ausstand der Maurer Soffnung 2, Deutsch Wilmersdorf, Brandenburgstraße bei Gräß. auf der Rückseite, wie ein Fünffrantstück enthalten habe. Beide wird in Agram durchgefochten. Da die bisher noch nicht waldtapelle, Reichenbergerstr. 19 bei Roscher. Arbeiter: Mai= Münzen fand man in der Tasche des Offiziers, welcher sofort Gängertette, Rottbuser Ausständigen fich den Streitenden angeschlossen haben, verkündet bund, Nowawes, Wallstraße bei Gärtner. Damm 74 bei A. Hilfe. Kreuzberg, Lichterfelderftr. 7-8 bei Winter. festgenommen wurde. die Polizei, daß sie den Unternehmern mit den üblichen Ein- alte Linde, Reichenbergerstraße 39 bei Fürstenau. Vorwärts 4 schüchterungsversuchen beispringen will. Zuzug ist ferngu- Rathenowo, Refiaurant Sur Erholung bet W. Friefede. Ginigtett 2 Landsbergerftr. 31 bei Musehold. Gesangverein der Böttcher Stein etche, Jüdenftr. 55 bet Trieschmann. Vorwärts 8, Marwig, bei Wilhelm Nölte. Silaria, Frankfurterstr. 30 bet Haberecht. WiederhaII, Röpenickerftr. 191 bet Boge. Johanni, Dft: bahnhof 7 bet Schulz. Vorwärts 3, Friedrichsfelde, Wilhelmftr. 10 bei Momber. Gesangverein Rothe Melte 2, bei Rabe, Ruppiner- und Schönholzerstraßen- Ece. Schneeglöckchen 1, Rirdorf, Karlsgarten= Straße bei Silpert. Mohr'sches Doppelquartett, Friedrichsbergerstr. 19. Zürich, 7. August, Nachmittags 4 Uhr 45. Gesangverein Frohsinn in Stralau, Gräft. Reischach'sche Brauerei. Deutsche Liebertafel, Grüner Weg 29 bet Säger.Sängergruß, Am Vormittag führt Singer den Vorsiz. Er erinnert in Epheu, Aderstr. 123 bei Stümte. Friedrichshagen, Blant's Restaurant. Gesangverein Freiheit 1", Bülowstr. 65 bet Richter. Gejangverein der Eröffnungsansprache an den Tag vor 25 Jahren, wo der cho 2" 9 Uhr Abends uebungsstunde bei Reimann, Alte Schönhauser Verbandstag deutscher Arbeitervereine in Nürnberg die Statuten traße 42. Gesangverein Gerechtigkeit Westen, Bülowstr. 56 Acacte"( gemisch. Chor). der Internationale angenommen hat. Die Tagesordnung war: bei Werner. Gesang- und Theaterverein Beughofftr 8 bet Behlendorf. Arbeiter- Gefangverein Freiheit 2, Adlershof, Restaurant Kuhle. Fretes Steb 1, Friedrichsberg, Friedrich- Kart Berathung der Vorschläge der Brüsseler Vorkonferenz über die ftraße 11 bet Heirecte. Wacht auf Wörther- und Rytestraßen- Ecke bet fation 16. Lustige Sänger in Potsdam, Brandenburger Kommuni- Bulassungsbedingungen zum Kongreß. Es entspinnt sich eine Blumentese, Sebastianstr. 3, bet Meter. Freiheit s Anarchistendebatte. Bernau, im Schüßen haus. Frete Gloden, Martannenstraße 81-32 bet Doberstein. Senefelder, Landsbergerftr. 31 bei Geehausen. Reufer Paris will jebe Meinung zulassen, fordert aber, Quartett Dämmerlicht", Frankfurter Allee 121 bei P. Beyer. Bergißmein nicht bei Görite, Schul- u. Ererzterstraßen- Ece. Doppel daß Ruheftörer ausgeschlossen werden. Behlendorf, Karlstraße bet Regler. Nordstern", Müllerstr. 7 bei Reichard. Männergesangverein Wa ch Auf, Pantom, Wollantstr. 115 bei Hermann Sonntag. Männergefangverein Gich entrang". Prenzlau, Die Freie Vereinigung felbständiger Handelsleute Schönleinstraße 6 bet Otto Klein. Männergesangverein ottbuser Harmonie", für Berlin und Umgegend tagte am 3. Auguft. Bur Bund der gefelligen Arbeitervereine Berlins und Umgegend. Aufnahme in den Verein hatten sich drei Kollegen gemeldet. ue Buſchriften, den Bund betreffend, sind zu richten an P. Hentel, Dienstag. Stattlub Kreuz- Solo bei Nach dem Bericht des Kassirers hat der Verein eine Ein- Bergmannstraße 21, of 3 Tr. Natte, Andreasstr. 18. Theaterverein Blumeniese bet Sommer, Stallnahme von 60,65 m. erzielt, der eine Ausgabe von 43,80 m. fchreiberstr. 58.- Geselliger Berein Soffnung bei Fröhlich, Naunynstr. 43, gegenübersteht. Der Vorsitzende behandelte sodann eingehend die alle 14 Tage. Tambourve rein Wirbel, bei Müller, Gartenstraße 52. Frage: Wie ftellen wir uns zu dem Antwortschreiben des Louisenstädtischer Theaterverein robfinn bei Möhring, Admiralstr. 18c. Tambourverein Deutsche Eiche bei Niederschuh, Fürbringerstraße 7. Handelsministers betreffend die Sonntagsruhe?" Er entledigte Tambour- Verein Boruffta bei Scholz, Weidenweg, Ecke Möglinerstraße. sich seiner Aufgabe zur Zufriedenheit der Versammlung. Es-Bergnügungsverein limbim bet Bredlow, Bülowftr. 65.- TambourVergnügungsverein Amor II bet gelangte fodann ein Antrag des Kollegen 3o ch zur Annahme, perein tuf bet Sperling, Inselstr. 1. Bergemann, Prinzen- Allee 10. Mufitverein Hoffnung, bei Dreßler, der bestimmt, daß die Vereinsmitglieder an ihren Wagen ein Eisenbahnstr. 6. Gefelliger Verein Mehr Licht bei Gols, Gr. Frant Abzeichen führen, damit wenn jemand einen festen Stand ein- furterstraße 138. Geselliger Mufitoilettanten- Verein Münstermann, genommen hat, thm ein anderer Vereinstollege nicht Konkurrenz bei Bitte, Sochftr. 32a. Uebungsstunde und Aufnahme neuer Mitglieder. Schüßenverein Freituget, Staligerstr. 54 bet Sente. Theaterverein macht, sondern weiter fährt. Freundschaft, Abends 9 Uhr beim Anhaltiner, Tempelhofer ufer. Rauchtlub Elvira, Abends 9 Uhr Friedrichsfelderftr. 24 bet Lehmann. Gesang-, Turn- und gesellige Vereine. Dienstag. Gesangverein Anatreon, Abends 9-11 Uhr, bet, Reßner, Annenstraße 16.- Musikverein zugleichende Gegenfäße trennen. Mit den Holländern gehen wir auseinander, nur in der Frage über das Maß der Theilnahme orb 8-11 Uhr, Wriezenerfir. 6, bei Genbře. am politischen Kampf. Die Anarchisten lehnen jede Betheiligung daran ab; mögen die Anarchisten einen besonderen Kongreß ab= balten, wie die Christlich- Sozialen. Bei den Anarchisten gelte der Einig feien sie nur ftraße 168 bei Buchs. Privattheaterverein Crescendo. Abends, bet Sah: So viel Köpfe, so viel Meinungen. Nicolan, elifabetht irchstr. 14.- Theaterverein Bultanta bei Säger im Rampf gegen den Hauptfeind, die Sozialdemokratie, als ob die Gartenstraße 13-14. Theaterverein Bultanta a Abends 9 Uhr ftraße 144 Borstädtisches Kasino. Theatervere in Freundestreis", Bourgeoisie nicht existire. Mit solcher Sette fönne man nicht Sigung 9 Uhr, Restaurant Razorte, Solmspr. 1. Bergnügungsverein Amicitia, 8% Uhr, bei Schönnagel, Barnimftr. 47. verhandeln.( Minutenlanger Beifall.) Bergnügungsverein Nordmo a cht, abends 9 Uhr, im Botale F. Brais, Gahan, Vertreter der jüdisch- amerikanischen Arbeiter führt Restaurant Firma J. Gebhardt. Gefelliger Verein Brüderfchaft, im Rest. Deutscher Neichsadler, Beuffelstr. 9.- Bergnügungsverein Saturnalia. aus: Die Anarchisten seien früher gegen jede GewerkschaftsBergnügungsverein Fidelio, Abends 9 Uhr Sigung mit Damen bet Seifert, Dranten organisation gewesen, jetzt geben sie sich als glühende Gewerkftraße 21. Geselliger Verein Mehr Licht" Abends hr, schaftler, daß sei ein durchsichtiger Deckmantel. Große Frankfurterfir. 133 bet Golds. Iuft" Abends 9 Uhr, Fransectstr. und Schönhauser- Aűee- Ece. Gefelliger Arbeiterverein Soffnung. Bereinslotal( Süddeutscher BraueretCornelissen- Holland ist für Zulassung von Unabhängigen Ausschant) Reichenbergerfir. 21. Aue 14 Tage Dienstags, Abends s uhr. und Anarchisten. Geselliger Verein Regina Sigung mit Damen Oranienstr. 153 bet SchönIn der Nachmittagssigung wird ein von den Engländern walder.-. Vergnügungsverein 2 una. Sigung bei Haberecht, Große Frant furterftr. 30, Fidelitas. Männerchor Waldesrauscheb im Restaurant gestellter Schlußantrag mit großer Mehrheit ange Hohenzollern", Seydelstraße. Die Abstimmung nach Nationen ergiebt die AnMufit- Dilettantenverein Prestofa", Abends 8% Uhr, Uebungsstunde nommen. in Scheffler's Restaurant, Reinickendorferstr. 25. Aufnahme. Bithertlub nahme der Vorschläge der Brüsseler Konferenz durch 15 Nationen " Freiheitstlänge" bei G. Frante, Apostelkirche 7 b. Bitherverein Ginigkeit". Abends 9 Uhr bei Gulden, Orantenstr. 36, Uebungsstunde. einstimmig und durch eine mit überwältigender Mehrheit. Dagegen Reichen bergerstraße 24, bet Schröder. Rauchtlub Dammermolte, stimmt Spanien. Bebel's Amendement findet ebenso Annahme Böchftr. 51. Rauchtlub Bruderbund. Abends 9 Uhr, bei Stabernad, bei drei Enthaltungen. Werner Berlin provozirt Standal. Bücklerstr. 49. Rauchtlub Bettgeist, Abends 9 Uhr bet Raspar, Restaurant zum Beitgeist, Bernauerstr. 72.- Rauchflub Unversagt bei G. Ruppin, Die Tumultuanten werden hinausgebracht. Blumenstraße 49. Rauchtlub Portorico, Abends 9 Uhr, bei Rohn, Wrangelstraße Nr. 136. Rauchtlub Gemüthlichtett 2, bends 9 Uhr bei Achsel, Köpenickerstraße 161. Rauchtlub Abgu, 8% uhr, bet Schulze, Weberstraße 10. Altdeutscher Rauchflub. Be Wuttte, Graubenzerstr. 2. Rauch flub Abgus 1. Abends 8% Uhr bei Rauchklub Grüne Quaste", Abends Nawrod Martusstraße 23. 9 Uhr Münchebergerstr. 29, Restauration Schmeist. Rauchklub Ido= rabo Abends 8% uhr Am Oftbahnhof 7 beim Restaurateur Schulz. Rauch Nauch flub Tabats blüthe, Sigung, Abends 9 Uhr, Blumenftr. 19. tlub Golumbus, Abends 8% Uhr, bet A. Utte, Oppelnerftr. 23. 1 Turnverein Gesundbrunnen. Die 1. Männer- Abtheilung turnt von 8x- 10% Uhr in der Turnhalle des Sessing- Gymnasiums, Pantstraße 9-10.Berliner Turngen offenfchaft. Die 9. Männerabtheilung turnt jeben Dienstag und Freitag in der Gemeindeschule, Blumenftr. 63 a. Privat- Theater- Gesellschaft Berliner Humor, Abends 9 Uhr, Köpnicker1 Der Frauen und Mädchen Bildungsverein des ar beitenden Boltes für Berlin und Umgegend hielt am 2. Auguft in den Arminhallen feine Vereinsversammlung ab, in der Genosse Adler in einem sehr interessanten Vortrage über den ehernen Schritt der Zeit sprach. Der Vortrag wurde mit lebhaftem Beifall aufgenommen. In der Diskussion( prachen Theater- Berein thetto 2 Abends 9 Uhr, bet Tägers, Gartenftr. 18-14. Frau v. Hoffstetten über die Sklaverei und Frau Klauke über die Rechte der Frau einst und jezt. Im Schlußworte beantwortete der Referent einige Fragen. Zu Vereinsangelegen heiten wurde bekannt gemacht, daß am 16. August die Wanderversammlung im Osten stattfinden soll. Ferner sind von Frau Hoffmann dem Vereine einige 20 Bücher für die Bibliothek überwiesen, und verfügt der Verein jetzt über eine stattliche Bibliothek. Zum Schluffe wurden die Mitglieder aufgefordert, recht rege für den Verein zu agitiren und soll in nächster Zeit ein Aufruf an alle Genofsinnen und Genossen im Vorwärts" erscheinen mit dem Hinweise, daß sich die Genossinnen dem Vereine anschließen, damit derfelbe noch größere Fortschritte zu verzeichnen hat. Bis jetzt zählt der Verein über 170 Mitglieder. Mit einem Hoch auf den Berein wurde die gut besuchte Versammlung geschlossen. Im Verein deutscher Schuhmacher, Filiale Berlin 11, hielt am Montag, den 31. Juli Fräulein Ha a se einen Vortrag über„ Andere Länder, andere Sitten". An der Diskussion betheiligten sich mehrere Kollegen im Sinne der Referentin. Darauf verlas der Kassirer den Kassenbericht vom 2. Quartal; derfelbe ergab eine Einnahme von 94,70 M. und eine Ausgabe von 103,55 W., mithin ein Defizit von 18,85 M. Die Zahl der Mitglieder be trägt 95. Auf Antrag bewilligte die Bersammlung dem ersten und zweiten Bevollmächtigten pro Quartal 5 M. Gleichzeitig wurde bekannt gemacht, daß am Montag, den 14. Auguft eine öffentliche Schuhmacherversammlung stattfindet, in der Genoffe Adler über der gewerkschaftliche Streit der heutigen Beit" referiren wird. Die nächste Verfammlung der ersten Filiale ist am Montag, den 7. August, bei Ehrenberg, Annenstr. 16. Die jenigen, welche noch Billets vom Stiftungsfest haben, werden er sucht, so bald als möglich abzurechnen. Charlottenburg. Eine öffentliche Kommunalwähler Berfammlung tagte am 3. Auguft in Bismarckshöhe, zwecks Besprechung und Beschlußfassung über die Stadtverordnetenwahlen in unserer Stadt. Als Referent sprach Genosse Faber- Berlin über die Bedeutung dieser Wahlen für die arbeitende Klaffe. Redner betonte die Wichtigkeit der Wahl und forderte die Verfammlung dazu auf, mit aller Energie in die Wahl einzutreten, das schlechteste aller Wahlsysteme so weit wie irgend möglich anszunuzen und Männer zu Stadtverordneten zu wählen, welche gauz energisch und unermüdlich für das Wohl der Bürger eintreten und als wahre Vertreter der arbeitenden Bevölkerung deren Abend 9 Uhr, Andreasstr. 3, Gigung. " " " Touristenklub Wander: " Orientalischer Rauchtlub Spar- und Kreditverein, Abends 9 Uhr, Abends 9 Uhr bei Bredlow, Bülowstr. 65. Rauchtlub Blaue Luft, Sprecisaal. Die Redaktion stellt die Benugung des Sprechsaals, soweit der Raum dafür abzugeben ist, dem Publitum zur Besprechung von Angelegenheiten allgemeinen Intereffes zur Verfügung; sie wahrt sich aber gleichzeitig dagegen, mit dem Inhalt beffelben identifizirt zu werden. Grilärung. Zu dem von R. Walther im Auftrage mehrerer Kollegen" Rechte und gerechte Forderungen zu wahren und zu vertreten unterzeichneten Aufruf an die Bureau- Angestellten in Nr. 183 nissen. Dem mit Beifall aufgenommenen Vortrag schloß sich des Vorwärts"( Soziale Uebersicht) hat der Vorstand der Freien eine lebhafte Distuffion an. Erwähnenswerth ist noch ein Fall. Bereinigung der Bureau- Angestellten Folgendes zu bemerken: So lange Herr Walther nicht die von uns unternommenen Die Charlottenburger Müllabfahrer hatten den Magistrat ersucht, ihnen einen Abladeplatz anzuweisen. Dieses Gesuch wurde jedoch thatsächlichen Schritte bezeichnet, welche dem Geiste der modernen furzweg abgewiesen und den Betreffenden der Bescheid gegeben: Arbeiterbewegung widersprechen, erklären wir seine Behauptung, Wenn Sie sich nicht selber einen Abladeplay beschaffen fönnten, daß die Vereinigung sich der Unterstützung der Genossen in feiner wirden die Berliner Müllabfahrer das Müll gern abholen." Weise würdig gezeigt habe, für eine böswillige Berleumdung, Dadurch käme nun Berlin in die angenehme Lage, für Char- ausgestreut, um uns die Sympathie der Arbeiter zu entziehen. lottenburg Müllabladeplätze zu halten. Es wäre wünschens- Diesen Beweis wird Herr Walther schuldig bleiben müssen; denn, werth, wenn der Berliner Magistrat hierauf etwas achten wie auch ihm bekannt ist, find die Leiter der Bewegung nicht immer und immer wieder auf den würde. Eine Resolution, wonach die Versammlung sich mit dem müde geworden, diametralen der Gegensatz Vortrage einverstanden erklärt und ferner zum Ausdruck bringt, Interessen der Angestellten daß sie mit der heutigen Stadtvertretung nicht einverstanden ist und mit aller Energie in die Wahlen einzutreten gewillt ist, wird angenommen. und Landauer Berlin will, daß die Anarchisten zugelassen werden, wenn sie wie er Sozialisten feien. B Maws bray London, Anarchist, will Zulassung Aller. Bebel beantragt folgenden Zusaß zur Brüsseler Bedingung: Daß die Arbeiterparteien die politischen Rechte und GesezgebungsMaschinerie benutzen zur Förderung der Interessen des Proletariats und zur Eroberung der politischen Macht." Unsere Taktik ist, führt er aus, durch alte Erfahrungen mit den Anarchisten bestimmt, von denen uns grundsätzliche, durch teine Debatte aus( Depeschen des Bureau Herold.) Kopenhagen, 7. August. Nach einer Bekanntmachung des Justizministeriums sind alle aus Neapel fommenden Schiffe als choleraverdächtig zu behandeln und ist gleichzeitig die Einfuhr von Lumpen von dort verboten worden. ( Wolff's Telegraphen- Burean.) Paris, 7. August. Wie hiesige Blätter mittheilen, ist unter den sozialistischen Gruppen und an der Arbeitsbörse eine lebhafte Agitation im Gange, um für den 1. Oktober einen allgemeinen Ausstand vorzubereiten.( Wahlmanöver?) London, 7. Auguft. In den Grafschaften Fife und Kinroß haben heute insgesammt 7000 Bergleute gekündigt, weil die Grubenbefizer sich weigerten, ihnen eine 25prozentige Lohnerhöhung zu gewähren. Briefkaffen der Redaktion. R. T. 100. Jugendlichen Arbeitern( 14-16 Jahre) muß Mittags eine einstündige, sowie Vormittags und Nachmittags je eine halbstündige Pause gewährt werden. in der Redaktion Auskunft. 8. 3. Holen Sie sich persönlich in den Nachmittagsstunden W. S. 5. Die Beschwerde ist zunächst anzubringen bei der Gewerbebeputation des Magistrats. G. A. Die Sache ist zweifelhaft. Es dürfte sich aber kaum Lohnen, es auf eine Entscheidung des Reichs- Versicherungsamts antommen zu laffen. Briefkaffen der Expedition. ihrer Prinzipale hinzuweisen und durch Vorträge In unserer Expedition gingen zum Wahlfonds ferner in öffentlichen und Vereins- Versammlungen Klarheit über folgende Beträge ein: die Lage der Berufsgenossen zu verbreiten. Ob unsere Amerit. Auktion( 1 Blumenkorb) beim Königsangeln Früh In das Wahlkomitee wurden sodann die Genossen Görke, Taftit, die den thatsächlichen Verhältnissen, dem sozialpolitischen Auf 12,75. Reading Zweiggesellschaft d. Bornes 5,05. Kollegen Wernicke, Schnell, U. Schlender, Günther, Berbe und Bunge ge- Tiefstand der großen Masse der Kollegenschaft Rechnung trägt, der Tischlerwerkstatt von Weismann 4,50. Von sieben Sattlern, wählt. In betreff des Boykotts über die Spandauer Berg- richtig oder falsch sei, mag jeder nach seinem Standpunkt be- Mauerstraße 5,-. Von Maurern Neubau Plan- Ufer 8,-. brauerei gelangte folgende Resolution zur Annahme: urtheilen. Jedenfalls aber berechtigt sie niemand zu dem ver- Maschinenfabrit Ahrenberg, 3. Rate 6,50. Nepperbund, Reinickersteckten Vorwurf des Verraths an der Arbeiterschaft, deren Unterdorf, Gesellschaftsstr. 2, 2,-. P. B. 3,-. Schmiede- Vereinigung ftüßung wir vorher angenommen hatten. " Die Versammlung erklärt sich mit den Beschlüffen der Berliner, Charlottenburger und Spandauer Lokalfommission, betr. des Boykotts der Spandauer Bergbrauerei einverstanden und verpflichtet sich, den Beschluß derselben hochzuhalten." Wir weisen diese beleidigende Infinuation deshalb entschieden zurück und fordern Herrn Walther nochmals auf, mit Beweisen Die Abrechnung von der Maifeier ergab einen Ueberschuß zu kommen. von 129,38 M., der dem Zentral- Wahlkomitee überwiesen wurde. Am 27. d. M. findet ein Besuch der Urania von seiten des Ber- der eins ftatt. Einlaßkarten find zum Preise von 50 Pf. bei Wernicke, Krummestraße, zu haben. Der Vorstand der Freien Vereinigung Bureau Angestellten Berlins und Umgegend. B. Astor, F. Schulz, Tresckowstraße 16, Urbanstraße 35. Rixdorfs 5,-. Verspätet zum Wahlfonds d. A. Hummel 3,80. Bierprozente der Tischlerwerkstatt Kroll u. Komp. 10, G. Rusche 1,50. Durch Kleeberg, Elifabeth Ufer 2,-. Ges. von den drei Gesangvereinen Treu und Fest"," Myrthenblätter" und„ Alpenglode 12,50. Summa 81,60 M. Bereits quittirt 14 953,85; in Summa 15 034,95 9. F. F. 13. Gegen Einsendung von 1,70 M. zu haben. Achtung! Vergolder! Achtung! en Freunden und Bekannten, die Große öffentliche Versammlung bei der Beerdigung unseres lieben Vaters anwesend waren, sagen wir hierdurch unsern herzlichsten Dant. Emma, Anna u. Richard Otto. Am Mittwoch, den 9. Auguft, Abends 82 Uhr: aller im Vergoldergewerbe besch. Arbeiter u. Arbeiterinnen am Donnerstag, den 10. August, Abends 8½ Uhr, im Lokale des Herrn Philipp, Rosenthalerstraße 38. Versammlung Zages- Ordnung: 1. Bortrag. Referent wird in der Versammlung bekannt gemacht. 2. Diskussion. 3. Verschiedenes. Sämmtliche Berufsgenossen find hiermit besonders eingeladen. Die Vertrauensleute oder ihre Vertreter werden ersucht, recht zahlreich zu erscheinen und die Sammellisten für den Streitfonds in Empfang zu nehmen. 358/10 Die Agitationskommission. Deutscher Holzarbeiter- Verband. Zahlstelle Berlin. Versammlung für den Norden, Wedding und Moabit am Mittwoch, den 9. Auguft, Abends 8½ Uhr, im Lokale Tegelerstraße 55-56. Tagesordnung: Vortrag, Diskussion, Vorschläge zu Werkstattkontrolleuren, Um zahlreiches Erscheinen ersucht Verschiedenes. 430/2 Die Ortsverwaltung. Arbeiter Gesangverein„ Nord". ( M. d. A.-S.-B.) Sonnabend, den 12. August 1893: Grosses Sommerfest= in Weimann's Volksgarten, Gesundbrunnen, Badstraße 56 und Pantstraße 25, bestehend in großem Vokal- und Instrumental- Concert, ausgeführt von der Freien Bereinigung der Eivil- Berufsmusiker unter Leitung des Herrn Schonert. Auftreten sämmtlicher Künstlerspezialitäten sowie des urkomischen Köhler. Große Fackelpolonaise wozu ein jedes Kind eine Stocklaterne gratis bekommt. Im Saale: Grosser Ball. Von 4-6 Uhr Damentaux. Die Kaffeeküche ist den Damen von 2 Uhr an geöffnet. Volksbeluftigungen aller Art. Anfang 4 Uhr. Programm 25 Pf. des Sozialdem. Agitationsvereins für die Kreise Wittenberg, Torgau etc. im Vereinslokal, Neue Grünftr. 14. Tagesordnung: Vortrag, Diskussion, Verschiedenes. Um zahlreiches Erscheinen ersucht Der Vorstand. 388/17 Ganverein Berliner Bildhauer, Annenstraße 16. Dienstag, den 8. Auguft: Versammlung. Tagesordnung: Vortrag des Herrn Klausen über: Entstehung der Schrift. 147/1 Ich erkläre hierdurch, daß ich die gegen Herrn Albert Werthmann, Langeftr. 6, am 23. Juli ausgestoßenen Beleidigungen zurücknehme. 1322b Gottlob Woizan. Ehrenerklärung. Die über den Gastwirth A. Papio, Schöneberg, Hauptstr. Nr. 23 gethane Aeußerung nehme hiermit zurück. 1325b W. Siewert, Afazienſtr. 2. G Berlag des ,, Vorwärts" Berliner Volksblatt Berlin SW., Beuth- Straße 2. Das zur diesjährigen Maifeier in Aussicht gestellte Kundblatt welches bereits in der Maifeft- Zeitung als Mittelbild gebracht wurde, ist nunmehr in bedeutend vergrößertem Maßstabe- Plattengröße 6847 cm, Kartongröße 95 x 73 cm in feiner Kupfer. ägung ausgeführt in unserem Verlage erschienen. Das Bild heißt: Der erste Mai und ist dazu angethan, jeden Versammlungsraum, jedes Vereinszimmer der Arbeiter zu verschönen, vor allem wird es für jedes Proletarierheim ein würdiger Zimmerschmuck fein. Um dies wahrhafte Kunstblatt auch weiteren Kreisen zugänglich zu machen, ist der Preis auf nur feftgesetzt. Drei Mark Gegen Einsendung des Betrages werden Bestellungen von außerhalb porto- und emballagefrei effettuirt. Wiederverkäufer erhalten Rabatt. Empfehle mein Geschäft in friscaen Ein politischer Verein sucht einen Blumen und Kränzen. 3528 L gebrauchten Bibliothek- Schrank zu faufen. Meldungen ratweil'sche Robert Meyer, et hielede, Rummelsburg, Bierhallen Kommandantenstr.77-79. Täglich von 5 Uhr ab: Grosses Frei- Concert. Soiréen der Leipziger Sänger vom Krystall- Palast. Unf. Wochent. 72 Uhr. Entree 15 Pf., Es sind weder Rosten noch Mühe gescheut, um das Feft zu einem wirk- reservirt 25 Pf. Anf. Sonntags 6 Uhr. lich großartigen zu gestalten. 159/10 Das Komitee. Oeffentliche Versammlung für arbeitsloſe Lithographen, Steindruder u. Berufsgenossen am Mittwoch, den 9. August, Vormittags 10 bei Philipp, Rosenthalerstraße 38. Rein Zrinkawang. Krantentafsen- Buch oder Invalidenkarte vorzeigen. Zahlreiches Erscheinen dringend nothwendig. 209/12 Der Einberufer. Entree 30 Pf., refervirt 50 Pf. Anerkannt gute Küche. Säle für Festlichkeiten u. Versamml. Programm unentgeltlich. Carl Koch. Play. Etablissement morizPlaz. Nr 2. Mariannenstraße Nr. 2. NB. Um häufigen Irrthum au ver- gelangen zu lassen. meiden, bitte ich meine Freunde und Genoffen, genau auf meine Adresse zu achten. Roh- Tabak A. Goldschmidt, 4435L am hiesigen Plage wie bekannt grösste Auswahl! Garantie für sicheren Brand. Streng reelle Bedienung, billigste Preise! Sämmtliche im Handel befindl. Rohtabate sind am Lager. A. Goldschmidt, was. Buggenhagen. Oranienburgerstr. 2. Gr. Frühstücks- u. Mittagstisch. Täglich: Gr. Garten- Konzert. Spezial- Ausschant von Vahenhofer Bund der geselligen Arbeitervereine Arbeitervereineonzert in den unteren Reſtaurationsanerkannt beste Preßkohlen, Geizkraft, wenig Lagerbier, hell und dunkel. 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August, im Saale des Herrn Klein( Stadt- Theater), bestehend in Vokal- und Instrumental- Concert, unter Mitwirkung mehrerer Gefangvereine( M. d. A.-S.-B.), humoristischen Vorträgen, Verloosung etc. Nach dem Concert großer Ball. Anfang 8 Uhr. Festlichkeiten 2c, Moabiter Gesellschaftshaus. Alt Moabit 80 u. 81. Täglich: Theater- und SpezialitätenVorstellung sowie Concert. Anfang 4 Uhr. Entree 30 Pf., refervirter Platz 50 Pf. Donnerstag, den 10, August 1893: Benefiz für das beliebte Alberti Trio. 4127L* Helmuth Peters, Th. Boltz' Festsäle, ( vorm. G. Feuerstein) Alte Jakobstrasse No. 75.[ 727b Entree für Herren 50 Pf., Damen 25 Pf., inkl. Tang. Billets find bei den Mitgliedern und in den mit Plakaten belegten Gr. u. kl. Säle z. all. Fentlichkeiten Geschäften und an der Kasse zu haben. Produktiv- Genossenschaft 159/9 u. Versammlungen. Coulante Bed. Teleph.- Anschl. Amt I 1082. Restaurant der vereinigten Bäckerei- Arbeiter Zur neuen Post, Berlins und Umgegend. 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Der Staatsanwalt hielt das Geständniß zur willigte ihm zunächst die volle Rente, sodann nach beendeter Ueberführung der Angeklagten für ausreichend, er beantragte Heilung eine Rente von 50 pCt. und berechnete diese nach dem Gewerbegericht. Kammer Vll. Der Droschkenkutscher wiederum 14 Tage Gefängniß. Der Vertheidiger führte da- Gehalt des Verletzten von jährlich 850 M. Dieser war mit der Kunert flagte gegen den Fuhrherrn Erpel, Wrangelstraße, auf Zahlung einer kohnentschädigung wegen ungefeßlicher sofortiger gegen aus, daß das Geständniß als gefeßliches Beweis- Höhe des Prozentsatzes zwar einverstanden, nicht aber mit der mittel gar feine Kraft besize, znmal die Entlaffung. Seinen Anspruch von 42 M. hatte er im Sühne dasselbe jetzt widerrufe. Angeklagte Berechnung der Rente, indem er vielmehr beanspruchte, daß Nachdem das Reichsgericht ein seinem Gehalt noch der Jahresdurchschnitt seiner Trinkgelder, den termin auf 18 M. ermäßigt. Der Beklagte wendet ein, daß der mal den Nachweis für erforderlich halte, daß gerade die durch er auf etwa 750 M. angab, hinzugesetzt werde. Das Schieds. Kläger das Geld unterschlagen habe, welches er für eine Fahrt die Urkundenfälschung des Mannes erlangten Gelder, und zwar gericht wies diese Forderung ab, indem es auf grund der Ausnach Hoppegarten bekam. Hiergegen macht der Kläger geltend, nachweislich in denselben Geldstücken, an die angeklagte Ehefrau fage des Direktors der Kölner Straßenbahn- Gesellschaft feststellte, er sei nur einer unter Droschkentutschern üblichen Gepflogenheit gegeben seien und da eine solche Feststellung sich heute unmöglich daß bei der Bemessung der Gehälter der Pferdebahn Schaffner nachgekommen, indem er den größeren Theil des Erlöses jener mehr treffen lasse, so müsse die Freisprechung der Angeklagten auf den Umstand, daß diese von dem die Pferdebahn benutzenden Fahrt für sich behielt; die minderverdienste früherer Arbeitstage erfolgen. Der Gerichtshof nahm als erwiesen an, daß ein Theil Publikum vielfach Trinkgelder erhielten, feinerlei Rücksicht ge habe er dadurch nur wett gemacht. Die Vernehmung des Be- des Geldes in denselben Stücken an die Ehefrau gegeben worden nommen und ihnen namentlichlaus diesem Grunde kein geringeres flagten ergab, daß die Entlassung erst vier Wochen nach der sei und die Hehlerei somit als festgestellt erachtet werden müsse. Gehalt gewährt werde, als sie es ohnedem erhalten würden. Hoppegartenfahrt erfolgte und daß sich Erpel schon damals über Es wurde nach dem Antrage des Staatsanwalts erkannt. Demnach seien die Trinkgelder nicht, wie vielfach im gewerblichen das Geringe seines Erlöstheiles beschwerte. Erpel wurde verVerkehr, eine Form, in welcher der Unternehmer die Besoldung urtheilt, die 18 M. zu zahlen. seiner Angestellten theilweise auf das Publikum abwälze, sondern sie hätten hier wirklich die Natur reiner Geschenke, die der Schaffner zwar gelegentlich seiner Berufsthätigkeit, aber nicht als Arbeitsverdienst erhalte. Diesen Ausführungen ist das Reichs Versicherungsamt beigetreten und hat daher den Rekurs des Klägers abgewiesen. Soziale teberlicht. und Arbeiterinnen in Berlin und Vororte. = = Der Arbeiter Scholz, welcher zehn Jahre in Diensten des Unternehmers Braun stand, wurde plötzlich wegen folgenden Vorganges entlassen. Er hatte den Auftrag erhalten, mit einem Helfer einen Waggon noch auszuladen, auch wenn er dabei Ueberstunden machen müsse. Wegen der voraussichtlichen Dauer der Arbeit An die in den Orts- Krankenkassen versicherten Arbeiter geriethen die Mitarbeiter in Streit. Scholz glaubte sich durch seinen Helfer bedroht, verließ den Wagen, verschloß das ihm anvertraute Mitglieder! Seit dem 1. Januar d. J. ist das revidirte Arbeiter ums liebe Brot. Gelegentlich einer Kritik der in BernSystematisch verstümmeln und vergiften muß sich der Komtor und fuhr nach Treptow zu seinem Chef, um denselben um Rath zu fragen, Dieser meinte, er solle nur nach Hause Krankenkassen- Gesetz in Kraft und war jede Krankenkasse vergehen, morgen werde sich alles finden. Am andern Tage erfolgte Pflichtet, ihr Statut nach dem Krankenkassen Gesetz umzuändern. burg geübten Fabrikinspektion fördert das„ Volksblatt für Andann die Entlassung. Scholz wurde nun beim Gewerbegerichte Eine größere Anzahl Rassen ist bis zur Stunde noch nicht halt" folgende entsetzliche Zustände zu Zage:" Wir wären beflagbar, er verlangte 44 M. Entschädigung für 14 Tage. Der im Besitz der Genehmigung des von den Generalversammlungen onders gespannt gewesen, aus dem Munde des Herrn FabrikVertreter des Beklagten machte gegen diesen Anspruch geltend, aufgestellten neuen Statuts und wo dies der Fall ist, hat es sich inspektors zu hören, ob denn die Einrichtungen der Chromdaß der Kläger um 61%, Uhr, also eine Stunde vor Ablauf der gezeigt, daß die berechtigten Wünsche der Kassenmitglieder bei abrit den Gesezen entsprechen und ob die Gesetze mit dem Namen Arbeiterschuh" belegt zu werden verdienen, unter ordnungsmäßigen Arbeitszeit, die Arbeit verlassen und zugleich den Verwaltungsbehörden wenig Berücksichtigung gefunden haben, denen e3" statthaft ist, daß die Arbeiter für 2,50-2,80 m. bei das Komtoir zu früh geschlossen habe. Die angebliche Bedrohung vielleicht auch nicht finden konnten, da nach den Bestimmungen denen es statthaft ist, daß die Arbeiter für 2,50-2,80 m. bei zwölfftündiger Arbeitszeit in einer vergifteten des Klägers sei feine eigentliche Bedrohung gewesen, das habe des neuen Geſetzes eine wesentliche Umgestaltung der bisherigen atmosphäre aushalten müssen, die nur wenige, verschont. die Befragung seines Mitarbeiters ergeben. Die Entlassung sei Krankenkassen- Statuten erfolgen müßte. darum berechtigt. Das Gericht war nicht dieser Ansicht, sondern Daß das neue Krankenkassen- Gesetz nicht befriedigen kann, Den meisten der dort beschäftigten Arbeiter wird in furzer Zeit verurtheilte die beklagte Firma zur Zahlung der 44 M., welche liegt auf der Hand. Namentlich sind es drei Punkte des Gesteht man mit verbundenem Kopf, mit eingewickelten Händen und beansprucht wurden. Es die Nasenscheidewand vernichtet. Biele Arbeiter Armen zur Arbeit gehen, weil das Gift ihrem Körper große Wunden geschlagen hat. Sollte sich durch tehrungen eine Befferung nicht erzielen lassen, dann dürfte wohl beffere Ventilation, durch Vermehrung der Sicherheits- Vordurch bessere Bezahlung sie in den Stand zu setzen, kräftige Nahgeboten sein, gefeßlich die Arbeitszeit zu verkürzen, um den Arbeitern Gelegenheit zu geben, in frischer Luft sich zu ergehen und rung und gesunde Wohnung sich zu beschaffen." Darf man ernsthaft von Arbeiterschuh in einem Lande reden, wo derartige Scheußlichkeiten noch möglich sind? Rammer VI. Die Kochmamsell Dornbarth will 39 m. schlechterung des alten Gesetzes schwer empfunden werden. von ihrem früheren Arbeitgeber, dem Restaurateur Greste haben. find dies: 1. Die Bestimmung, daß niemand zweien Orts- Krankenkassen Sie giebt an, mit einem monatlichen Gehalt von 60 M. engagirt gewesen und ohne Ründigung und gesetzlichen Grund entlassen zu sein. angehören darf; Der Beklagte hingegen meint, seine Frau und er hätten sie zu 2. daß die Arbeiter immer derjenigen Orts- 2c. Krantentasse nächst probeweise beschäftigt und ihr zum 1. Juli ein Engagement beizutreten haben, zu welcher der Hauptbetrieb des Geschäftes mit 60 M. monatlichem Gehalt für den Fall in Aussicht gestellt, gehört, in welchem sie beschäftigt werden, und daß sie sich als brauchbar erweise. Weil sie nicht den gestellten 3. daß durch diesen Krankenkassenwechsel der Arbeiter aller Anforderungen entsprochen habe, sei fie am letzten Juni entlassen derjenigen Vortheile verlustig geht, welche er durch längere Beiworden. Sie habe 12 M. erhalten und sich durch ihre Unter- tragsjahre sich unter dem alten Gesetz erwerben konnte. schrift jeden weiteren Anspruches begeben. Das bezügliche Durch erstere Bestimmung werden Hunderttausende zu ein Das Mainzer Gewerkschaftskartell gab am Donnerstag Schriftstück wird dem Gericht vorgelegt. Wieder einmal stellte durchaus unzureichendes Krankengeld verurtheilt; durch die zweite Abend seine Zustimmung zur Errichtung einer Zentral- Herberge. sich nun heraus, daß es seinem Inhalte nach von der Unter- wird der Arbeiter, welcher durch die traurigen wirthschaftlichen Die diesbezüglichen Abmachungen sind mit einem Wirth geschriebenen garnicht gekannt wurde. Sie wußte blos, daß es Verhältnisse gezwungen ist, Arbeit zu nehmen, wo er sie findet, troffen; dieser läßt die entsprechenden Lokalitäten soeben herein großer Bogen war, auf den sie ihren Namen gesezt hatte. aus einer Krankenkasse in die andere geschoben, je nachdem der richten. Auf der künftigen Zentral- Herberge sollen alle Sigungen Die Frau des Beklagten beschwor zudem, daß das Arbeits- Betrieb der einen oder der andern Kasse angehört. Ja, es wird der verschiedenen Kommissionen 2c. sowie Versammlungen abverhältniß in der von ihrem Manne angegebenen Weise ge- feine Seltenheit sein, daß der Arbeiter fich gezwungen sieht, gehalten werden, ebenso soll dort die Auszahlung der Unternnerhalb 3-4 Wochen ebenso vielen Raffen anzugehören. Er tüzungen der verschiedenen Gewerkschaften stattfinden, sowie der schlossen wurde. Die Klägerin wurde abgewiesen. Ein Brauer mußte mit einer Forderung von über 400 M. wird niedrige und bald hohe Kassenbeiträge zu zahlen haben, Arbeitsnachweis eingerichtet werden. Mit dem Plane einebenfalls abgewiesen werden, weil er burch Anerkenntnis bald freie Arztwahl genießen, bald sich dem Arztzwange zu verstanden erklärten sich die Vertreter der Metallarbeiter, der einer nichtgefannten Arbeitsordnung sich des Rechtes, das unterwerfen haben, und viele werden trot regelmäßiger Bahlung Holzarbeiter, der Bildhauer, Glaser, Zimmerleute, Buchdrucker, Berlangte zu fordern, beraubt hatte. Die Arbeitsordnung, es ist der Kaffenbeiträge nur Anspruch auf die Weindeſtleiſtung der Buchbinder, Steindrucker, Schneider, Schuhmacher, Sattler, die der Borsdorf'schen Brauerei, ließ übrigens an" Arbeiter Raffe, das ist 13 Wochen Krankengeld und 60 Mark Sterbegeld, Barbiere, Maurer, Tabat- und nichtgewerbliche Arbeiter. erheben können. B Mit den Ortskrankenkassen geht es offenbar abwärts. Seit Der Werth der Gewerkschafts Verbände. In der Jahren sind Beitragserhöhungen und Einschränkungen ständige Industrie" war fürzlich die Notiz zu lesen:" Bu der im AllgeRubrik auf den Generalversammlungen und trotzdem ist es noch meinen schon so trofilofen Lage des englischen Kohlenmarktes feiner Kaffe in Berlin gelungen, den gesetzlichen Refervefonds tritt jetzt noch ein neuer Uebelstand, der für viele Grubenbefizer zurückzulegen; hingegen find schon einige Kaffen auf dem Punkte weitere Schwierigkeiten im Gefolge haben wird. Der„ Nationale angelangt, ihren Mitgliedern nur die gesetzliche Mindestleistung Verband der Bergarbeiter"( Miners Federation of Great Britain), bieten zu können. dessen Tendenz der Kampf gegen jede Lohnermäßigung ist, hat Das sind traurige Zustände! Deshalb ist es nothwendig, nämlich neuen Zuwachs erhalten, indem die Köhler von daß die in den Ortskrankenkassen versicherten Arbeiter und Northumberland ihren Anschluß an die Federation vollzogen Arbeiterinnen sich flar machen, was geschehen muß, um aus haben. Es steht zu befürchten, daß noch weitere Anschlüsse an diesem unhaltbaren Zustand herauszukommen. den Verein erfolgen. freundlichkeit" nichts zu wünschen übrig. Der bekannte ungarische Musikdirektor Vörös 2ajos flagte gegen ein ehemaliges Mitglied seiner Kapelle, den Bymbelschläger Gyula, auf Erstattung einer Konventionalstrafe von 85 Mark, zu deren Zahlung sich letzterer laut Kontrakt für den Fall verpflichtet hat, daß er vor Ablauf seines zweijährigen Engagements dasselbe aufgebe. Der Vertreter des nicht deutschredenden Beklagten, ein Landsmann desselben, machte Zuständigfeits- Bedenken geltend, und zwar deshalb, weil in dem vorgelegten Kontratt sich der Kläger verpflichtet, dem Urtheil eines ungarischen Bezirksgerichts dasselbe wird näher bezeichnet bei etwaigen Streitfällen sich zu fügen. Nur dieses Gericht solle Am besten wird derselbe beseitigt, wenn es gelingt für angerufen werden. Bezüglich des Kontraktes und der sonstigen Engagements Vörös Lajos bemerkt der Vertreter des Beklagten, Berlin und Vororte daffelbe zu schaffen, was in anderen Städten ersterer betreibe einen reinen Sklavenhandel. Einzelne Punkte 6. B. schon seit Jahren mit großem Erfolg durchgeführt ist, des Kontraktes scheinen dem Herrn nicht ganz Unrecht zu geben. nämlich:" Die Bentralisation" der Ortskrantentassen. Infolge der Kontraktbestimmung betreffs des ungarischen Die Vortheile eines zentralisirten Kassenwesens sind ganz Gerichts erklärte sich das Gewerbegericht für diese Sache nicht eminente und liegen klar vor Augen: zuständig. Im mittleren England, wo die Federation am meisten verbreitet ist, war deshalb auch die Lage der Grubenbesiger schon feit längerer Zeit am ungünstigsten, weil den Arbeitern der vor Jahren bewilligte Lohnausschlag bis jetzt weiter gezahlt werden mußte, während im Norden Englands und in Wales die Löhne erheblich heruntergegangen find" Das ist ein flares, bezeichnendes Urtheil des hohen Nutzens der starken Verbände für deren Mitglieder, und der Verderblichkeit des Nichtverbundenseins für die Einzelstehenden, für die Indifferenten, Drückeberger und sonstwie nebelhaft verworrene Köpfe. Sogar bei schlechterer Geschäftslage find die starken englischen Verbände im stande, die Löhne hoch zu halten, das hat die Industrie" konstatirt; und dieser Effett sollte für die Kein Uebertritt aus einer Kasse in die andere, fein ver schiedener Beitrag, keine verschiedenen Leistungen und Wegfall der Ein interessantes Urtheil des Reichsgerichts war die bisherigen auch für die Arbeitgeber überaus läftigen UmmeldeVeranlassung, daß die vierte Straffammer des Landgerichts I fich pflicht. Die Regelung des Apothekenwesens, der Krankenhaus gestern zum zweiten Male mit einer Anklagesache zu beschäftigen und Heimstättenpflege, so wie die Durchführung der vollständigen hatte, der folgender Sachverhalt zu Grunde lag: An einem freien Arztwahl finden nur in der Zentralisation ihre Lösung. Februartage des vorigen Jahres fand der 14jährige Sohn des Homöopathische Behandlung und das Naturheilverfahren können nur Maurers 3eplin in Charlottenburg auf der Straße einen Brief in der Zentralisation den Mitgliedern in gewünschter Weise ge- fontinentalen Bergleute wie überhaupt für die Arbeiter allein mit der Adresse: An Frau Marie Mensing in Charlottenburg". boten werden. Die Ausdehnung der ärztlichen Behandlung und schon ein hinreichender Ansporn sein, sich ebenfalls in großer Ein Briefträger hatte den Brief verloren. Der Knabe öffnete Gewährung von Medikamenten auf die Familie ist nur der Masse zu verbinden. den Umschlag und fand in demselben außer einem in englischer Bentralisation möglich. Die Leipziger zentralisirte OrtskrantenSprache verfaßten Brief einen über 417,75 M. lautenden fasse giebt durch ihre Abschlüsse den Beweis, daß dort bei beAus New York wird uns berichtet: Die Schließung der Check, der in New- York ausgestellt, auf die Firma deutend niedrigeren Beiträgen, als wir in Berlin zahlen müssen, Minen in den Silberdistrikten scheint ein Manöver der UnterDelbrück, Leo u. Co. gezogen und an Frau Marie Mensing oder bedeutend höhere Leistungen gewährt werden al in Berlin. nehmer zu sein, um neben der Wirkung des Druckes auf die deren Ordre gerichtet war. Der Knabe zerriß den Brief in fleine Die Ausdehnung der Arztpflege nebst freier Medizin auf die öffentliche Meinung bezw. wenigstens theilweiser AufrechtStücke und warf sie auf dem Hofe eines Hauses in den Müllkasten, Familienangehörigen, besteht dort schon jahrelang, zum größten erhaltung des Silberschuhes" einen Zweck zu erreichen, den den Check übergab er seiner Mutter. Demnächst wechselte der Nutzen der Versicherten. sie sonst nur durch hartnäckige Rämpfe erreichen könnten, nämlich Ehemann derselben, der Maurer Zeplin, den Check bei einem Was in Leipzig durchzuführen möglich war, wird auch in die Herabdrückung der Löhne. Es geht die Notiz durch die Bankhause um, nachdem er von seinem Sohne auf die Rückseite Berlin zu erreichen sein, wenn die Arbeiter und Arbeiterinnen von Presse, daß die Silberboffe auf einer Konferenz zu dem Resultat des Papiers den Namen„ Marie Mensing" als Quittungsvermerk Berlin und den Vororten den festen Willen dazu in den General- gekommen seien, daß die Wiedereröffnung der Minen stattfinden hatte schreiben lassen. Die Sache tam heraus, worauf gegen den versammlungen befunden und nur solche Delegirte wählen, die könne, wenn die Produktionsfosten in angemessener" Weise verden Knaben Antiage wegen Fundunterschlagung, dessen Vater für die Zentralisation der Ortstrankenkassen einzutreten ver- Beamten um 50 pGt. erniedrigt worden, und in einem Zirkular mindert würden. Es sind daher angeblich die Gehälter der solche wegen Urkundenfälschung und gegen die Ehefrau Seplin sprechen. Anflage wegen Hehlerei erhoben wurde. Der Erstgenannte In nächster Zeit werden öffentliche Versammlungen ein- an die Bergarbeiter- Unions werde diese aufgefordert, diesem Beiwurde freigesprochen, Beplin zu vier Monaten Gefängniß und berufen werden, in welchen diese hochwichtige Angelegenheit be- spiel zu folgen und ihr Einverständniß mit dem Vorschlag zu dessen Ehefrau zu 14 Tagen Gefängniß verurtheilt. In betreff sprochen werden soll. Heute aber rufen wir allen Versicherten erklären. Der Lohn betrug angeblich bisher 4 Dollars der Letzteren wurde als erwiesen erachtet, daß sie von ihrem zu: Durch die Zentralisation, wenn wir sie selbst anstreben, täglich für Gräber; doch ist daran zu erinnern, daß im Ehemann 50 M. erhalten und die unlautere Quelle gekannt tönnen wir nur gewinnen und opfern dafür nichts weiter, als vorigen Jahre die Silbergräber in Idaho gegen eine Lohn habe, aus der das Geld stammte. Gegen dieses Urtheil legte der längst unhaltbar gewordene Rassenzustände: ein fostspieliges reduktion von 8,50 auf 3 Dollar streitten und unterlagen. Bertheidiger, Rechtsanwalt Dr. Haase, Revision ein, insofern es Beamtenheer, theuere Kaffenräume und eine sogenannte Selbst- Verschiedene Arbeiterorganisationen in den Silberstaaten haben die Ehefrau Beplin betraf. Er rügte, daß dieselbe der verwaltung, welche eigentlich nur ein hohler Schall ist. Wir sich theils an den Orden der Knights, theils an die Amerikanische Hehlerei für überführt erachtet worden war, da in keiner Arbeiter haben längst alle Innungs- und Zunftphrafen fort- Federation of Labor resp. deren Führer Powderly und Gompers Weise erwiesen sei, daß gerade diejenigen Summen, welche geworfen, beseitigen wir auch diesen Rest dünkelhafter Ab- gewendet, damit diefelben ihren Einfluß geltend machen, daß die die Ehefrau von ihrem Manne erhalten habe, identisch fonderung, indem wir für Berlin und Vororte eine zentralisirte Demonetisirung" des Silbers verhindert werde; wie es in einem feien mit denjenigen Geldstücken, welche der Ehemann sich durch Ortskrantentasse mit Filialentheilung schaffen. der Schreiben heißt, werde dieser Wunsch auch von leitenden die Urkundenfälschung verschafft habe. Sei aber erst eine UmMännern" im betreffenden Staate ausgesprochen. Man sieht wechselung des Geldes vorgenommen, so könne der Ehefrau auch daran, was es mit der Aufklärung", welche sowohl der Orden nicht mehr nachgewiesen werden, daß sie von den unredlich er- Martin, Gutheit, Dähne, Allert, Seidel, Buch- wie die Föderation zu betreiben vorgeben, auf sich hat.- Es worbenen Geldstücken an sich genommen habe. Das Reichsgericht heißt, daß jetzt schon großes Elend in den Silberdistrikten trat dieser Auffassung bei und verwies die Sache, insofern sie herrsche; das wäre unbegreiflich, wenn es nicht zugleich auch hieße, viele der nach anderen Minendistrikten ausgewanderten Bergleute hätten Zertifikate über Depositen in den verkrachten Banten im Beth gehabt, auf welche ihnen natürlicherweise tein Mensch einen Gent borgte! Dhnedem- d. h. wenn ihnen die Ersparnisse nicht verbanterottirt worden wären hätten sie wohl einige Monate ruhig abwarten können, wie sich die Dinge machten. Berlin, im August 1893. Die Kommission holz, Schiele, Sparfeld. die Ehefrau betraf, zur nochmaligen Verhandlung an die vierte Die Trinkgelder der Pferdebahnschaffner. In einer Straffammaer des Landgerichts I zurück. Im gestrigen der letzten Sitzungen des Reichs- Versicherungsamtes lag dem GeTermin tonnte nur der Ehemann Zeplin darüber verrichtshof die interessante Frage zur Entscheidung vor, ob die nommen werden, об er seiner Frau von denjenigen Trinkgelder der Pferdebahnschaffner als ein Theil ihres DienstGeldstücken gegeben, die er bei der Bank erhalten. Er einkommens anzusehen und daher bei der Feststellung einer Unmachte von dem Rechte, sein Zeugniß zu verweigern, Gebrauch. fallrente in den Jahres- Arbeitsverdienst mit einzurechnen seien. Das Gericht war nunmehr lediglich darauf angewiesen, zum In Köln war ein Schaffner von einem Wagen der Straßenbahn Zweck des Beweises dasjenige Protokoll zu verlesen, wonach die während der Fahrt herabgestürzt und hatte sich erhebliche Ber Die Krisis übt ihre Wirkung natürlich auch auf andere als Im übrigen fracht's an allen Ecken und Enden lustig weiter, und neben den Banken sind es in neuerer Zeit besonders Industrie Unternehmungen, welche ihre Thore schließen. Dieses Jahr scheint ein solches des eindringlichsten AnschauungsUnterrichts" für die arbeitende Klasse Amerikas werden zu wollen. Wenn dieser Unterricht nur anschlagen wollte! " Bergar beiterfreise; so heißt es, daß Waarenbestellungen bei zunächst die Abrechnung vom 2. Quartal, die von den Revisoren ständigen Bureaus der Gewerkschafts- Kommission, sowie mit Newyorker Firmen im Betrage von 12 Millionen Dollar rück- für richtig befunden wurde. Zu Punkt 2 kam die Abrechnung Einführung der Kontrollmarke im Bäckereigewerbe erklärt sich gängig gemacht worden seien und daß sich allein in Colorado vom Streit zur Verlesung, die demnächst veröffentlicht werden die Versammlung einverstanden. Ein Antrag, den Hamburger 30 000 Arbeitslose befinden, wovon 10 000 auf die Hauptstadt wird. Die Abrechnung vom letzten Stiftungsfeste ergab einen Korbmachern 20 M. zu bewilligen, wurde angenommen. Denver kommen. Ueberschuß von 9,87 M. Mehrere Billets stehen noch aus. Sodann wurde angeregt, da Aussicht vorhanden wäre für größere Lieferung von Kugelförben, dahin zu streben, daß künftig bei solchen Arbeiten ein einheitlicher Arbeitslohn für ganz DeutschBriefkaffen der Redaktion. land gezahlt wird. Nach einigen geschäftlichen Angelegenheiten wurde die Versammlung geschlossen. Nächste Versammlung am K., Köpenick. Das kommt ganz auf die näheren Umstände an. 21. August. Arbeitsnachweis bei Jungnickel, Wienerstr. 11. Her Wir rathen Ihnen, lieber nicht zu flagen. Jm Kohlenrevier von Kansas ist es schon wieder berge bei Stramm, Ritterstr. 123. K. M. M., Gera. Warum schreibt die Sozialdemokratie holt zu Blutvergießen gekommen. Die Unternehmer haben ihre nichts gegen die Religionsmacher oder Freimaurer? Sie könnten Scabs" bis an die Zähne bewaffnet, und es treffen stets neue Eine Versammlung des Gauvereins Berliner ebenso fragen, warum sie nicht gegen Kartenlegerinnen und ähnWaggonladungen von solchen ein. In Kansas hat bei den Bildhauer beschäftigte sich am 1. August mit der Ein- lichen Schwindel schreibt. Unseren Lesern genügt, wenn wir, letzten Wahlen die" Peoples Party" gefiegt und der von ihr ge- führung der Werkstattdelegirten Versammlungen. Alle Redner was schon oft geschehen, die Freimaurer für einen Bourgeoiswählte Gouverneur sowie die sonstigen Beamten schienen erst für äußerten sich in zustimmender Weise über diesen Antrag. verein erklären, der allerlei Klimbim treibt. die Streifenden Partei nehmen zu wollen; neuerdings haben sie Ueber die Geschäftsführung fonnte eine Einigung noch nicht er- Th. F. Die polizeiliche Anmeldung eines Vereins ist nicht fich aber eines anderen besonnen, und es sind jett Sheriffs- Mann- zielt werden. Nachdem 15 Delegirte Bericht erstattet hatten, an eine bestimmte Mitgliederzahl des Vereins gebunden. Ber schaften zum Schutz des Eigenthums" der Unternehmer nach den vurde mit der Aufforderung, bei dem nächsten Holzbildhauer- sammlungen können Sie auch in Privatwohnungen abhalten. Minendistrikten beordert worden. Die Unternehmer rechnen auf Abend aus allen Werkstätten Kollegen zu entsenden, dieser H. J., Prinzenallee. Nur in bestimmten Fällen tritt die Zuzug aus den Silberminen- Distrikten. Ob diese Rechnung Gegenstand der Berathung verlassen. Mit der Einrichtung eines Haftbarkeit der Eltern ein. richtig ist, bleibt freilich abzuwarten; aber sie von vornherein als verkehrt bezeichnen tann man auch nicht. Wir haben ja ähnliche Vorkommnisse oft genug erlebt. Einer der beiden Staatszeugen im Homesteader Vergiftungsprozeß hat sein Geständniß widerrufen; er will zu demselben durch den auf seine und seines Komplicen Aussagen hin verurtheilten Dempsey veranlaßt worden sein. Der andere Staatszeuge blieb bisher bei seinem Geständniß. = Gouverneur Altgeld hat zum Chef Fabrifinspektor für den Staat Illinois die vielen Deutschen und besonders den Züricher Genossen bekannte Sozialistin Frau Florence Kelly er nannt. Damit ist zugleich Garantie gegeben, daß das am 1. Juli in Kraft getretene neue Anti- Schwigbuden- Gesez, dessen Zustandetommen ebenfalls hauptsächlich Altgeld zuzuschreiben ist, ausgeführt wird so weit dies überhaupt unter den bestehenden Verhältnissen möglich ist. Versammlungen. Die Möbel Transportarbeiter beschäftigten sich in einer gut besuchten Versammlung am 3. August mit der Organisations. frage. Das Referat hierzu hatte Genosse 3 ubeil übernommen, da dieser aber durch Krankheit am Erscheinen verhindert war, hielt Genoffe Sabor das einleitende Referat, unter anderem die Arbeitsordnung der Möbeltransport- Aktiengesellschaft, Köpenickerstraße, einer eingehenden Kritik unterziehend. Der Verlauf der Versammlung war ein sehr erregter und wurde der Referent oft unterbrochen in seinem Vortrage. Auch die Diskussion wurde von einer fortwährenden Unruhe beherrscht. Lint geht des näheren auf die Gründung der Vereinigung ein. Diese hatte zu Anfang ihres Bestehens im Jahre 1891 zirka 150 Mitglieder und wäre man so fortgeschritten, hätten die gegenwärtigen Zustände unmöglich einreißen fönnen. Man sähe, daß niemand, weder Polizei noch Regierung, für sie eintrete, wohl gäbe es Thierschuh- Vereine für Vieh, während ihnen bei schwerer 18-20stündiger Arbeitszeit schlechtere Be handlung zu theil würde wie dem Vieh. Brunsch versuchte ein Loblied auf die Aktiengesellschaft anzustimmen und wurde darin von Schubrich unterstügt, indem dieser bemerkte, daß 25 Pfennig pro Stunde, welche die Aktiengesellschaft in der Köpnickerstraße zahle, angemessene Bezahlung sei. Mit Ent rüstung wiesen Loschüß, Bachmann, Linke und Leschinsky diese Zumuthung zurück. Zum Schluß gelangte eine Resolution zur Annahme, in der sich die Anwesenden bereit erklären, dem Verein beizutreten. Zur weiteren Besprechung dieser Angelegenheit findet in nächster Zeit eine Vereins- Verfammlung statt, in der neue Mitglieder aufgenommen werden. 1. Ziehung der 2. Klasse 189. Königl. Preuß. Lotterie. Biehung vom 7. August 1893, Vormittags. Nur die Gewinne über 105 Mart find den betreffenden Nummern in Parenthese beigefügt. ( Ohne Gewähr.) 124[ 300] 205 442 48 550[ 150] 638 93 729 66 74 90 92 947 60 1394 579 667 802 34 2114 226 45 69 301 436 99 766 906 55 3097 324[ 150] 426 29 542 659 67 771 852 902 4124 37 78 327 576 603 32( 1501 37 955 5095 433 595 632 6071 119 307 85 426 50 540 834 92 932 72 7020 107 22 290 305 472 83 573 93 747 49 8004 52 151 287 896 916 9074 119 37 390 425 672 807 55 97 10020 24 620 69 719 27 860 11078 174 462 76 533 89 92 633 67 79 972 12811 13100 274 447 638[ 150] 783 845 928 14096 207 518 623 973 88 15164 75 366 75 412 91 613[ 150] 20 33[ 200] 38 52 720 861 10152 79 229 346 420 599 746 869 17027 125 402 582 703 87 821 903 36 18027 103 387 421 77 525 49 865 66 917 63 19483 735 815 80 98 20047 115 232 377 496 552 830 21134 255 860 943 74 22077 175 201 338 47 413 591 625 770 826 964 90 23098 300 7 60 551 988 24019 110 78 292 99 369 475 592 677 887 25024 97 203 363 454 537 688 871 11501 948 26141 684 86 896 913 27096 114 298 341 488 91 526 39 63 665 820 28060 270 388 437 48 723 98 840 29256 410 24 533 67 718 946 54 30026 171 84 348 519 958 93 31577 603 728 32007 19 91 98 327 48 445 627 83 791 874 33016 193 373 84 539 667 766 809 13 40[ 200] 78 910 27 35 34213 56 81 1200] 310 415 510 681 88 709 97 926 52 35125 49 243 438 527 704 30 989 36097 207 12 712 76 803 22 96 935 71 37121[ 150] 475 601 723 62 936 38001 84 337 530 918 30205 766 812 87 919 79 40023 46 157 375[ 150] 655 70 713 916 41070 118 312 91 458 500 44 51 605 23 98 801 946 42090 484 576 772 841 88 43249 58 561 83 637 940 44039 65( 150] 393 416 31 533 707 93 912 45122 422 541 654 710 26 46021 99 667 88 47022 35 127 63 213[ 2001 445 59 64 553 627 750 919 53 79 99 48182 332 804 17 900 89 49080 84 93 109 252 308 15 17 19 640 54 886 917 59 50035 80 303[ 150] 445 833 50 929 40 58 51138 39 265 400[ 150] 16 715 73 52188 220 353 497 575 657 708 847 53083 96 205 6 333 49 95 494[ 150] 527 672 86[ 150] 737 807 43 910[ 150] 68 54024 37 103 340 549 93 612 99 765 823[ 1501 913 55169 243 333 455 657 740 56003 50 101 82 209 69 97 301 27 63 57040 55 343 568 619 33 764 69 845 62 58011 202 21 25 428[ 150] 86 92 517 638 42 58 92 714 937 64[ 150] 94 59170 287 550 658 706 803 46 934 60122 64 275 365 86 416 518 56 92 1150] 671[ 150] 872 918[ 150] 64 65 61170 623 28 808 18 993 62425 85 88 508 66 84 94[ 150] 789 897 63087 232 372 421 559 663 797 839 64088 565 701 815 83 911 65089 193 269 375 413 544 62 73 612 742 995 66010 610 858 67226 81 319 80 408 529 711 945 68185 239 386 91 95 456 86 92 909 69054 63 334 50 86 461 526 59 766 807[ 150] 25 36 64 70048 176 238 383 894 71027 529 57 807 68 72013 210 91 366 87 550 642 736 801 73192 558[ 150] 864 969 96 74113 61 251 79 568 84 650 784 817 78 75331 437 87 655 777 907 76165 94 285 89.65 55 85 800 23 94 906 31 77171 301 88 545 840 903 4 96 78004 73 127 284 320 78 485[ 150] 659 878 83 79471 723 825 989 80132 61 64 242 69 93 375 416 18 92 99 793 893 963 78 80 81024 79 220 436 53 524 45 53 63 880 98 82146 421 887 971 83007 11 66 479 88 573 713 982 88 84036 39 74 297 337 513 44 1200] 74 733 53 974 85007 109 59 81 241 373 417 30 87 527 70 913 86016 106 22 27 225 59 869 925 41 87006 200 403 509 24 28 714 41 826 928 88124 203 372 507 634 58 715 63 865 929 89057 269 80 370 72 743[ 150] 827 70 90229 375 451 555 701 804 996 91044 156 210 71 78 388 720 85 838 92005 98 99 182 554 68 753 56 863 99 967 72 93108 37 94 346 621 69 784 874 95 905 16 33 62 90 94 94235 631 738 846 95088 100 510 711 97 956 59 96031 55 121 22 357 500 606 76 740[ 200] 71 917 75 97031 433 517 37 714 820 98007 61 72 267 314 56 57 557 746 827 68 920 32 99046 61 456 96 577 691 826 988 100709 864 99 933 96 101054 113 311 420 650 791 813 54 987 102184[ 150] 321 401 21 515 691 717 65 820 85[ 150] 97 103239 850 951 104254 92 601 792 105133 55[ 150] 0 91 379 494 567 701 16 25 887 108013 108 42 254 87 358 94 482 556 646 85 759 107002 15 46 135 232 380 84 455 88 94 507 689 97 911 108398 454 811 13 109183 205 22 301 22 59 641 85 704 17 66 110211 337 571 692 745 853[ 150] 66 111025 28 113 300 524 724 113808 7 112082( 3000] 249 77 375 401 84 553 673 979 1. Zichung der 2. Klasse 189. Königl. Preuß. Lotterie. Biehung vom 7. August 1893, Nachmittags. Nur die Gewinnte über 105 tart find ben betreffenden Nummern in Parenthefe beigefügt. ( Ohne Gewähr.) Die Freie Vereinigung der Graveure, 3iseleure und verwandten Berufsgenossen Berlins und Umgegend hielt am 31. Juli ihre ordentliche Generalversammlung ab. Unter Geschäftlichem theilte der 2. Vorsitzende, Kollege Grill mit, daß nach einem Vorstandsbeschluß den streifenden Kürschnern 15 M. bewilligt wurden. Laut Rassenbericht des 1. Raffirers, Kollegen Tobias, betrugen die Einnahmen des letzten Halbjahrs 326,85 m., die 42 970 Ausgaben 351,95 M., sodaß bei einem Bestand von 132,19 M. vom Dezember 1892 ein Kassenbestand von 107,09 m. verbleibt. Kollege Zwit gab dann Gemeldet den Bericht vom Arbeitsnachweis. waren 44 Meister, 60 Gehilfen, erledigt find 39 Stellen. Bei der Ergänzungswahl zum Vorstande wurden folgende Kollegen gewählt: 2. Vorsitzender Kollege Schulz, 2. Kassirer Kollege Ührbach, 2. Schriftführer Kollege Wilsnat, 1. Sekretär Kollege Thiel, zu Beisißern die Kollegen Schulze, Bergner, Thirow und Rohrbeck. Der Antrag Peterson, den Fortfall der Annonce zur General- Versammlung betreffend, wurde angenommen, ebenso der Antrag Uhrbach, Tiefe, bei einer sich nothwendig machenden zweiten General- Versammlung die schriftliche Einladung wegfallen zu lassen. Der Bibliothekar Kollege Luckhardt rügt die schwache Benutzung der Bibliothek. Eine rege Diskussion ent spann sich noch über den Antrag Sievert, den Arbeitsnachweis unentgeltlich verwalten zu lassen. Derselbe wurde angenommen. Die Generalversammlung der Arbeiter- Bildungsschule, welche am 4. August in der Ressource tagte, war gut besucht. Nachdem der Vorsitzende Wagner über die Thätigkeit des Vorstandes und über den Stand des Besuches der einzelnen Unterrichtsfächer Bericht erstattet hatte, verlas der Kassirer Gumpel die Abrechnung für das 2. Quartal. Nach derselben verblieb am 1. Juli ein Bestand von 174,25 M.; die Oster Matinee brachte 50 M. Ueberschuß. Nach längerer Debatte es handelte sich um die Monirung eines Postens der Abrechnung wurde dein Genossen Gumpel Decharge ertheilt. Darauf stellte Genoffe Wagner im Namen des Vorstandes den Antrag, die Or ganisation der Schule dahin zu ändern, daß der Unterricht nicht mehr in mehreren, sondern in einer Schule stattfinde, die im Mittelpunkt der Stadt ihr Domizil habe. Ein weiterer Antrag des Vorstandes bezweckt den Fortfall der Elementarfächer in der reorganisirten Schule. Zur Begründung des ersten Antrages verwies der Vorsitzende auf die finanziellen Schwierig feiten, mit welchen der Berein fortwährend zu kämpfen habe. Es frage sich nur, meint Redner, ob eine Generalversammlung der Schule selber über die weittragenden Umwandlungen be stimmen solle oder eine Volksversammlung; der Vorstand halte lettere für geeigneter. An der Debatte betheiligten sich die Ge nossen Dreher, Dr. Arons, Königs, Berichterstatter Dr. Joel, Hansen, Schade, lebscher, Morbach, Serzhaff und andere. Bezüglich der Vorstandsanträge war man verschiedener Meinung, anerkannt wurde aber von allen Seiten, daß so wie jetzt nicht weiter gehe. Am wärmsten trat für die Anträge Genoffe Arons ein, am heftigsten bekämpft wurden sie von den Genossen Dreher und lebscher, welche in der sogenannten Sentralisirung der Schule ein Herabfinten in der sogenannten blickten. Von den meisten Rednern wurde zum Distutirklub er Diese Ansicht nicht getheilt. Wegen der vorgerückten Zeit wurde schließlich die Einberufung einer neuen Generalversammlung beschlossen, in der die Debate fortgefegt werden soll. Der Kassirer und die zweite Vorsitzende, Fräulein Baader, legten ihre Aemter nieder. Dieselben werden vorläufig bis zur Beschlußfaffung von anderen Vorstands über die Organisationsänderung mitgliedern mit versehen werden. Eine Versammlung der Fliale Berlin des Verbandes deutscher Korbmacher fand an 17. Juli statt. Es erfolgte 40 116 89 251 305 458 81 83 672 1009 92 185 91 290 300 6 24 532 63 778 893 2063 207 11 354 56 730 85 872 3022 148 226 590 605 749 827 49 991[ 200] 4429 742 877 5028 43 65 136 87 411 640 765 73 812 966 6004 254 91 312 20 32 402 669 778 883 974 7141 505 15 651 59 76 921 57 61 078 257 322 554 636 83 707 30 851 9134 250 56 340 50 787 886 87 99 10165 269 327 56 593 95 686 823 994 11105 96 336 83 648 12202 344 96 425 564 70 717 89 901 22 13199 225 86 384 525 924 44 57 14000 35 126 232 539 779 15187 296 378 546 661 715 821 924 44[ 150] 16064 65[ 150] 294 385[ 150] 400 38 64 508 11 933 74 17041 89 284 394 475 567 75 18267 410 574 84 761 853 19104 404 747 66 20013 18 318 52 53 495 563 609 755 21080 155 356 83 419 557 22004 172( 150 85 253 441 51 610 659 70 97 743 80 820 56 925 23231 42 324 99 736 42 81 87 827 930 21055 73 352 404[ 150] 658 720 986 25085 152 551[ 150] 26005 46 151 273 508 17 632 40 81 911 33 74 27037 55 386 473 533 616 891 924 28026 229 87 398 674 835 901 29051 93 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Druck und Verlag von May Bading in Berlin SW., Beuthstraße 2.