Ur. 8S. HbonnementS'Bedingungen: NbonnemenIS- Preis pränumerando: Sierteljährl. 3£0 3Kf, monall. 1,10 Mr., wöchentlich 2ö Pfg. frei ins Haus. Einzelne Nummer S Pfg. Eonnlags. nuinmcr mit Mufiricrlcr Sonntags» Beilage.Die Neue Welt" 10 Pfg. Post» Abonnement: 1,10 Mark pro Monat. Eingetragen in die Post> Zeitungs- Preisliste. Unter Kreuzband sür Deutschland und Oesterreich. Ungarn 2 Marl, für das übrige Ausland S Marl pro Monat. BostabonnementS nehmen an: Belgien. Dänemark, Holland. Italien. Luzeurburg, Pormgal. Rumänien, Schweden und die Schweiz. 28. Jahrg. VIe Inlertlonz-eedlih» beträgt sür die sechsgespaltene Kolonel- zeile oder deren Raum SO Pfg., für politische und gcwcrlschaftliche Vereins- und Bersanunlungs-Anzeigen M Pfg. „Kleine Hnieigen", daS fettgedruckte Wort 20 Pfg.(zulässig 2 fettgedruckte Worte), jedes weitere Wort 10 Pfg. Stellengesuche und Schlafstellenmi- zeigen d-'S erste Wort 10 Pfg.. jedeS weitere WortS Pfg. Worte über löBuch» stoben zählen für zwei Worte. Inserate für die nächste Nummer müssen bis ki Uhr nachmittags in der Erpedision abgegeben werden. Die Crveditioa tjt bis 7 Uhr abends geöffnet. erlchel»!»glich aaUcr dootass. Verlinev Volksblatt. Zcntralorgan der rozialdemokratifcheii Partei Deutfcblande. Telegramm- Adresse: „SozialiUinolsrat ßertitt". Redaktion: SM. 68, Linden Strasse 69. Fernsprecher: Amt IT, Nr. 1983* Die Herren gegen das Volk! Die Redensart von dem niedrigen Niveau der Parlamente gehört zum eisernen Bestand der reaktionären Phraseologie. Die Presse der Junker und der Schlotbarone wird nicht müde, das freche Hohnwort von dem Tiefstand der aus Volkswahlen hervorgegangenen Parlamente immer von neuem zu wieder- holen. Als Tiefstand bezeichnet man es, wenn die Parlamente, statt in wohltemperierter Schönrednerei zu glänzen, die politischen Streitfragen mit kräftigem Temperament und schmucklosem Tat- sachenstil zu Leibe gehen. Jedes derbe Wort, aber auch jede un- crbittlich eindringliche Sachdarstellung wird von der Presse unserer Krautjunker und Jndustriemagnaten als ein Herab- sinken in den Pöbelton bejammert oder als öde und lang- weilig verschrien. Als ob es Aufgabe eines Parlamentes sei, fast- und marklose Schönrednerei zu pflegen und blasierten journalistischen Snobs einen Ohrenschmaus zu bereiten! Man braucht wahrhastig kein Bewunderer unseres deutschen Parla- mentarismus zu sein— aber wer schon Gelegenheit hatte, den Verhandlungen des Hauses der„erlauchten und edlen Herren", der famosen Standesvertretung des hohen und höchsten Adels und der Spitzen unserer Bureaukratie, kurz des Herrenhauses beizuwohnen, der wird von förmlicher Hochachtung ergriffen nicht nur für den Reichstag, sondern selbst für das preußische Dreiklassenparlament I Er- wecken doch die Verhandlungen des preußischen Herrenhauses geradezu den Eindruck, als fühle sich diese hohe Körper- schaft zu dem Nachweis gedrängt, daß Heinrich von T r e i t s ch k e mit seinem Urteil über diese„verdutzte und entwürdigte Versammlung" nicht ein Wort zuviel gesagt habe. Mehr als zw�i Drittel des Herrenhauses sind dort als Re- Präsentanten des Adels vertreten. Und von dieser Herren- häuslerischen Mehrheit gilt heute wie im Jahre 1872 das beißende Wort Treitschkes:„Die natürliche Trägheit privilegierter Klassen erscheint in diesem Kleinadel ungewöhn- lich reich entwickelt. Spärlich ist sein Besuch, leblos sind die Debatten, wenn nicht zuweilen ein StandeSintereffe die Partei- leidenschaft erregt." Das Standcsinteresse der preußischen Herren war nun in diesen Tagen der Etatdebatte besonders erregt. Aber was von den Edelsten der Nation gegen die Arbeiterklasse, gegen den Liberalismus, gegen mißliebige Vertreter der Wissenschaft, gegen schwächlichste Rcformversuche aller Art vorgebracht wurde, war so zahnlos greisenhaft, so öde und abgestanden, so widersinnig rückständig, daß man versucht wäre, über diesen gespenstischen Spuk aufzu- lachen, wenn nicht Deutschlands größter und an Wirtschaft- licher Kraftentfaltuna lebendigster Staat dazu verdammt wäre, diese vorsintflutliche Pairskamnler, um wiederum mit Treitschke zu sprechen,„als totes Glied an seinem Leibe fortzuschleppen". Im Jahre 1872 bereits schrieb der hohenzollernsche Hof- historiograph. daß„mit Ausnahme eines kleinen Kreises vonLand- edclleuten aus dem Osten alle Parteien in der Geringschätzung des hohen Hauses so vollständig übereinstimmten, daß es fast Ueberwindung koste, das hundertmal Durchgesprochene noch einmal zu sagen"— und noch im Jahre 1911 muß sich eine Nation, die an der Spitze der Kultur zu marschieren vorgibt, von einer solchen Verkörperung kultureller und geistiger Rückständigkeit bei jedem Schritt Steine in den Weg wälzen lassen I Daß so etwas möglich ist, ist die v e r n i ch t e n d st e Anklage gegen unsere bürgerlichenParteien. Ein Liberalismus, der sich nicht einmal zu der energischen Forderung aufzuschwingen vermag. eine solche gesetzgebende Körperschaft der Rumpelkammer der Geschichte einzuverleiben, hat sich vor Mit» und Nachwelt das Urteil gesprochen! Den Junkern selbst kann man es nicht verargen, wenn sie von der Macht, die ihnen bürgealiche Waschlappigkeit und schlotternde Sozialistenfurcht auch im zwanzigsten Jahr- hundert noch einräumt, nach den berüchtigten Traditionen ihrer Kaste nach Möglichkeit Gebrauch machen. So war es denn nur selbstverständlich, daß die Mittwochsdebatte über den Etat sofort durch einen junkerlichen Vorstoß gegen die Arbeiterklasse eingeleitet wurde. Ter Gras v. Keyserling erwarb sich gleich als Äencralberichterstatter das Verdienst, von der„sozialdemokratischen Hetze gegen Preußen" zu sprechen, im giftigsten Scharfmachergeiste der Moabiter Vorgänge zu gedenken und den Staatsbehörden den b e» sonderen Dank„für die Art und Weise" aus- zusprechen,„wie sie der Unruhen Herr ge- worden s e i". Daß die Lieberkammer gerade über die Art und Weise, wie die Polizeiorgane in Moabit vor- gegangen, ein ebenso reichhaltiges wie furchtbares Beweis- Material zusammengestellt hat, inkommodierte den Herrn Grafen natürlich nicht im geringsten. Nach den Belobigungen der Jagow, Dallwitz und Bethmann Hollweg fehlte ja just dem Moabiter Polizeisäbel noch der Blutsegen des Herren- Hauses! Der Anerkennung für die Moabiter Polizeitaten folgte dann ans dem Fuße das gönnerhafte Junkerlob für den Herrn Reichskanzler selbst. Graf Mirbach sprach seine Genugtuung aus über den seltsamen Mut, mit dein sich Herr v. Bethmann Hollweg zur„nationalen Tat" der N e i ch s f i n a n z- reform des Schnapsblocks bekannt hatte I Er be- schwor die großen politischen Parteien, doch endlich einmal in der Frage der Steuerausplünderung die Streitaxt zu be» graben, habe doch nur der Radikalismus den Vorteil von der gegenseitigen Befehdung der verschiedenen Ausbeutergruppen. Böse Worte bekani der H a n s a b u n d zu hören, diese„V e r- einigung zur Verhetzung aller Gewerb e". Und zum Schluß hatte der alte Agrarierhäuptling gar die Stirn, ein Klagelied von der Not der Land- Wirtschaft anzustimmen! Alle Zollraubzüge, alle Fleischwuchermachinationen, alle Liebesgabenraffereien ge- nügen diesem Vorkämpfer modernen junkerlichen Freibeuter- rechts noch nicht! Ter Landwirtschaft soll auch weiter noch geholfen werden durch eine„Entlastung auf dem Gebiet der verhängnisvollen direkten Steuern"! Dabei fehlte es nicht an einem Seitenhieb gegen den Brentano-Schüler Professor Schultze- Gävernitz, dem ja auch die„Konservative Korre- spondenz" in ihrer letzten Nummer das Zeugnis ausgestellt hat, daß er in seiner jüngsten Rede wie ein— wörtlich— „einfältiger Schuljunge" gesprochen habe. Nicht nur keine Sozialisten sollen an unseren Hochschulen geduldet werden, sondern auch ein nationalökonomischer Anti- Modernistcneid dünkt unseren Junkern dringend am Platze. Am besten natürlich wäre, wenn nur Leute vom Schlage der Ruhland, Dade und E h r e n b e r g die national- ökonomischen Lehrstühle besetzten! Als„Nachfolger Bebels" denunzierte Graf Mirbach Herrn v. Schultze- Gävernitz. Wenn das dem Manne nicht das Genick bricht, tragen wahrhaftig die Junker nicht die Verantwortung für die Ausbreitung der volkswirtschaftlichen Irrlehren! Tann kam der zweite Teil der Aktion, bei dem etwelche andere Grafen ihren Klepper gegen den e l s a ß- l 0 t h r i n gl- scheu Umsturz tummelten. Graf Wedel äußerte feine lebhafte Besorgnis, daß man den Reichslanden eine Verfassung und drei Bundesratsstimmen geben wolle. Dazu sei deren Bevölkerung denn doch„noch nicht reif". Ganz schlimm aber sei es, daß man Elsaß-Lothringen das allgemeine, gleiche Wahlrecht geben wolle. Sei doch das all- gemeine, gleiche Wahlrecht„überhaupt eine Einrichtung, die mit den tatsächlichen Verhältnissen, die im Volke herrschen, nicht im Einklang steht, und deshalb zu verwerfen". Auch Graf Hoensbrocch eiferte gegen das allgemeine, gleiche Wahlrecht. Nicht nur deshalb, weil es für Elsaß- Lothringen nicht passe, sondern vor allen Dingen auch„wegen seiner Reflexwirkung auf Preuße n". Man hat also Angst, daß die Gewährung des gleichen Wahlrechts an die Elsaß-Lothringer nicht ohne bedenklichen Einfluß auf die künftige Gestaltung des preußischen Wahlrechts bleiben könne! Beachtlich war indessen die i m m e r h i n m i l d e T 0 n a r t, in der man sich gegen die allzu konzessionsbereite Regierung wendete, eine Tonart, die von der des Herrn v. Heydebrand nicht unerheblich abstach. Fast scheint es, als ob man der Regierung zutraut, daß sie dem konservativen Drängen doch noch nachgebe und die Verfassungsreform zu in Scheitern bringe! Erklärte Graf Wedel doch zum Schluß, daß die Konservativen, die gar nicht daran dächten, den Kanzler zu stürzen, hofften. Herrn v. Bethmann Hollweg „über der Asche des Verfassungsentwurfs für Elsaß-Lothringen die Freundeshand zu reiche n". Man hofft also, daß es mit der clsaß- lothringischen Verfassungsreform schließlich ebenso geben werde, wie mit der preußischen Wahlreform! Und vermutlich rechnet man damit, daß das Zentrum auch hier wieder den Junkern zuliebe der Regierung das Spiel erleichtern werde! Die Verhandlung schloß nicht, ohne daß einer anderen reaktionären Regierungssäule noch eine Ovation bereitet wurde. Der neue Landwirtschaftsminister Herr v. Schorlemer war es, dem Graf Mirbach seine besondere Sympathie auszusprechen sich gedrungen fühlte. Herr v. Schorlemer hat diese Liebeserklärung während seiner kurzen Tätig- keit auch bereits redlich verdient— man braucht nur an die brüske Kriegserklärung zu denken, die er bei der Beratung des Forstetats gegen die freien Geiverkschaftsorganisationcn richtete. Der Landwirtschaftsministcr nach dem Herzen der Ueberagrarier nahm das Lob denn auch mit höflicher Ver- beugung entgegen: Er werde es für seine Pflicht halten, seines Amtes„in steter Fühlung mit der l and- wirtschaftlichen Bevölkerung" zu ivalten. Das heißt: die Wünsche unserer Strohdachflickenden werden dem Landwirtschaftsminister jederzeit Befehl sein! So agierten die„Herren" gegen das Volk l Das Volk wird die Antwort nicht schuldig bleiben! trotz der Plural waHKchmacl)! Bei der Stichwahl im 23. ländlichen Wahlkreise Leipzig-Land wurde, wie bereits gemeldet, der sozialdemokratische Kandidat Möller gewählt. Bei den LandtagSwahlen 1903. die zum ersten Male unter dem neuen Pluralwahlshsteme vor sich gingen, gehörte der 23. ländliche Wahlkreis zu den wenigen Kreisen, in denen dem sozialdemokratischen Kandidaten nur ein einziger bürgerlicher Kandidat gegenüberstand. ES stimmten damals 2036 Wähler mit 6605 Stimmen für den bisherigen freikonservativen Vertreter Dürr, während für den sozialdemokratischen Kandidaten Möller von 2733 Wählern nur 4053 Stimmen gezählt wurden. Bei dem gleichen Wahlrechte wäre also der Sozialdemokrat mit fast 800 Stimmen Mehrheit gewählt gewesen! Bei der Rachwahl traten nun Konservative, NationaNiberale und Freisinnig« mit eigenen Kandidaten auf, alle Parteien in der Expedition: SM. 68» Lindenstrasse 69, Fernsprecher: Amt IT, Nr. 1984. Hoffnung, ihren Kandidaten in die Stichwahl zu bringen und mit Hilfe der übrigen bürgerlichen Parteien über den Sozial» demokraten zu siegen. � Die Hauptwahl hat insofern das von der Sozialdemokratie erwartete Ergebnis gehabt, als der konservative Kandidat mit dem sozialdemokratischen in die Stichwahl kam. Die Nationallibcralen gaben zur Stichwahl die Losung für den Konser» vativen aus, während die Fortschrittler indirekt die Wahl deS Sozialdemokraten befürworteten, indem sie ihre Wähler aufforderten, dem Konservativen leine Stimme zuzuwenden. Die Fortschrittler haben jedoch diese Wahlparole nicht durchgängig befolgt. Bei der Hauptwahl waren bekanntlich gezählt worden für Möller 4312, sür den Konservativen 2624, für den Nationalliberalen 2222 und für den fortschrittlichen Kandidaten 1737 Stimmen. Bei der Stichwahl musterten unser Genosse Möller 5379 und der konservative Kandidat 5174 Stimmen. Wir haben also 1067 Stimmen gewonnen, die größtenteils von freisinnigen Wählern herrühren. Wenn die nationalliberalen Stimmen restlos auf den Konservativen über» gegangen wären, müßte der konservative Kandidat noch 328 frei» sinnige Stimmen erhalten haben, während ebensoviele freisinnige Stimmen überhaupt nicht abgegeben worden sind. Bei Betrachtung der einzelnen Wahlbezirke stellt sich jedoch heraus, daß auch viel» fach Nationalliberale für den Sozialdemokraten votiert haben. So hat Möller in Möckern, dem Wohnsitze deS nationalliberalen Kandidaten, bei der Hauptwahl 91, bei der Stichwahl aber 138 Stimmen, also 47 Stimmen mehr erhalten. Der konservative Kandidat erhielt 63 Stimmen; er hätte ober, wenn alle 95 nationalliberale Stimmen zu den 22 konservativen gestoßen wären, 117 Stimmen erhalten müssen; in Wirklichkeit hat er jedoch nicht viel mehr als die H ä l f t e der konservativen und national» liberalen Stimmen auf sich vereinigt I Achnlich ist es auch in einigen anderen Bezirken. Daraus geht hervor, daß in dem sozialdemo« kratischen Stimmenplus weniger fortschrittliche Stimmen stecken, als es die Gesamtzahlen vermuten lassen. Zieht man noch in Betracht, daß in einigelt Wahlbezirken die Partei ihre Stimmen» zahl aus eigener Kraft nicht unbeträchtlich ver« mehrt hat. so sind von den fortschrittlichen Stimmen kaum die Hälfte auf den Sozialdemokraten über» gegangen. Nicht viel hätte gefehlt, dann hätte trotz der fort« schrittlichen Wahlparole gegen den»konservativen Kandidaten dieser über den sozialdemokratischen Kandidaten triumphiert! Natürlich würde auch bei der Ersatzwahl der sozialdemokratische Kandidat im ersten Wahlgange über alle drei Gegner glatt gesiegt haben, wenn wir statt deS P I u r a l s y st e m S ein gleiches Wahlrecht gehabt hätten. Dann würde es der sozial» demokratische Kandidat etwa auf 2875 Stimmen, die drei bürger« lichen dagegen auf kaum mehr als 2000 Stimmen gebracht haben. Mit Genoffen Möller zählt die sozialdemokratische Fraktion. 26 Mitglieder. Sie ist also genau so stark, wie die nationälliberale Fraktion, die durch den Austritt des Abg. Merkel, den Ausschluß des Abg. Langhammer und den Tod des Abg. Dürr, der im letzten Landtage bei den Nationalliberalcn hospitierte, auf 26 Mit» glieder gesunken ist. Die konservative Fraktion zählt nach wie vor 29 Mitglieder, die freisinnige 8. Dqneben gibt cS zwei Wilde, Merkel und Langhanuner. Die Ersatzwahl in Leipzig-Land ist die vierte seit den letzten allgemeinen Wahlen. Bei den vorhergehenden Ersatzwahlen be» haupteten die Parteien ihren Besitzstand. Die jetzige Ersatzwahl ist die erste, bei der eine Verschiebung der Parteiverhältnisse zu ver» zeichnen ist. Und diese Verschiebung hat stattgefunden zugunsten der Sozialdemokratie trotz des Pluralwahlunrechtes. Gegen die Sozial» deinokratie ist eben kein Kraut gewachsen! Die Parlamentsvorlage. London, 3. April.(Eig.©er.) Mit dem Eintritt in die Komiteeberatung gelangt die Parlamentsvorlage heute zur entscheidenden Etappe. Die Re- gierung ist entschlossen, die Vorlage bis Mitte Mai durch- zudrücken, damit die unvermeidliche Krise noch vor der Krönung des Königs Georg eintrete. Die Opposition versucht dagegen mit allen Mitteln, die Entscheidung zu verschleppen und hofft, daß ein langwieriger Kampf Uneinigkeit in den Reihen der„Verbündeten" erzeugen wird. Die Art der Opposition, die die Konservativen zu treiben entschlossen sind, wird durch die Tatsache angedeutet, daß mehr als iXX) Amendements zur Parlainentsbill gestellt worden sind. Bei weitem die größte Anzahl der Amendements stammt von den Konservativen und trägt unverkennbar den Charakter der Obstruktion. Man will zweifelsohne die Regierung zu einer drastischen Abkürzung der Debatte zwingen und sie danach anklagen, die gründliche Beratung einer„revolutionären" Maßregel verhindert zu haben. Die ernsteren Anträge von konservativer Seite verlangen, daß sich die Vorlage nicht auf Fragen von erster Bedeutung wie Homerule für Irland und ähnliche Punkte des liberalen Programms be- ziehen soll. Auch einige Liberale und die Arbeiterpartei haben AbänderungSanträge gestellt. Ein liberaler Antrag fordert, daß eine Vorlage schon, nachdem sie zweimal(anstatt dreimal� wie in der Vorlage) von den Lords verworfen worden ist, automatisch Gesetzeskraft erlange. Die Arbeiterpartei hat den Antrag gestellt. den Passus in der Einleitung, in dem die Regierung ihre Absickst ausdrückt, eine neue Zweite Kammer an die Stelle des Hauses der Lords zu setzen, ganz zu streichen. Die einzige Partei, die keine Anträge gestellt hat, ist die irische, die mit der Vorlage aus leicht verständlichen Gründen vollständig zufrieden ist. Ueber die Zukunft der ParlaMntsvorlags sind in d-u letzten Tagen Angaben gemacht worden, die sehr wahr- scheinlich klingen und auch don der der Regierung nahe stehenden„Westminster Gazette" als wesentlich korrekt bezeichnet worden sind. Danach erwartet die Regierung. daß die LordS die Parlamentsbill entweder verwerfen oder versuchen werden, die Vorlage zu verschleppen. Die Regierung würde darauf die Session schließen und gleich darauf eine neue anberaumen. In der neuen Session würde dann die Parlamentsvorlage unverzüglich wieder eingebracht und schnell durchgepeitscht werden. Weitere OppositionS- gelüste der Lords würden durch die Drohung, das Vorrecht der Krone, Peers zu ernennen, in großem Maßstabe zur Anwendung zu bringen, erstickt werden. Dieser auf die Bedürfnisse der liberalen und irischen Partei zugeschuittcue Aktionsplan würde aber für die Sozialrcforni ein großes Uu- glück bedeuten. Mit der Beendigung der Session fallen auch alle nicht durchgeführten Gcsetzesprojekte. Mithin würden nicht allein das neue Berggesetz und die Ladenvorlage, sondern auch die Kranken-, Invaliden- und Krbcitslosenversicherungs- Vorlage, die unmittelbar nach Ostern eingebracht werden soll, in diesem Jahre ihre Erledigung nicht finden. Sie KeichztsgZWAli! im vierten Verliaer Iiireise. Rur kurze Zeit trennt uns noch Von dem Tage der Wahl, der dem Volke Gelegenheit bietet, durch seine Stimmabgabe Protest einzulegen gegen die volksverräterische Politik des schwarzblauen Blocks, gegen die reaktionäre Negicrunz, gegen daS ganze System der Ausbeutung und Unterdrückung des arbeitenden Volkes. Unsere Parteigenossen nutzen die Zeit, um die Wähler zum Massenvrotest gegen ihre Bedrücker auf- zurufen. Am Dienstag fanden wieder eine Anzahl von Der- fammlungen statt, in denen die Genossen Büchner, Davidsohn, KaliSki, Leinert, Liebknecht, Wels und Wehl sprachen. An Agitatioiisstoff fehlt es unS nie. Dafür, baß er nicht ausgeht, jä, daß immer neue und aktuelle Momente unsere Agitation beleben, sorgen schon unsere Gegner. Hat doch des Reiches l'gnger Kanzler erst vor wenigen Tagen das Volks- empfinden, daS Friedensbedürfms aller 5kulturmenschcn derart verhöhnt und beleidigt, daß sein provokatorisches Auftreten den flammenden Protest aller Humaudcnkenden herausfordert. Die VcrsammlungSredncr benutzten denn auch die Gelegenheit, neben den sonstigen Sünden der Regierung die neueste Anti- friedenskundgcbung des Reichskanzlers gebührend zu kennzeichnen. Die Friedenskundgebungen im französischen und englischen Parlament hat der Kanzler des Deutschen Reiches mit einer säbelrasselnden KricgSrede beantwortet. Nach dem Willen der Regierung soll also der Wahnsinn der fortgesetzten Kriegs- rüstungeu weiter toben. Die ungeheuren Lasten, tvelche der Militarismus dem Volke auferlegt, sollen nicht erleichtert. sondern vermehrt und inimer drückender gestaltet werden. Nichts. gilt der Regierung und den herrschenden Parteien daS Friedens- bcdürfnis dcS unter der Last der Kriegsrüstnngeu zu Boden ge- drückten Volkes. Keine Rede ist von der Erfüllung notwendiger Kulturaufgabcn. Um so energischer aber werden die Vorbereitungen zum Kriege, zum barbarischen Massenmorde betrieben. So hat es die Politik der Regierung, so hat es die Rede des Kanzlers dahin gebracht, daß das Deutsche Reich in den . Augen anderer Nationen als der Friedensstörer erscheint und deshalb überall mit Mißtrauen betrachtet wird. ES gilt zu protestieren gegen ein System, welches solche Folgen herbei- führt. In den Nachwahlen, welche bisher vollzogen wurden, ist dieser Protest zum Ausdruck gekommen, nicht mir durch die Wahl sozialdemokratischer Vertreter, sondern besonders durch die starke Vermehrung der sozialdemokratischen Stimmen. Jetzt ist auch den Wählern beS vierten/ Berliner ReichstagswahlkreiseS Gelegenheit gegeben, sich deist Protest anderer Wahlkreise anzuschließen. Ein weithin wirken- der Prokest gegen die Regierung und die herrschenden Parteien muß die Wahl im vierten Kreise werden. Nur dadurch kann der Protest zum Ausdruck kommen, daß unser Kandidat Büchner mit einer erheblich größeren Stimmcnzahl gewählt wird, als bei der letzten Wahl des Genossen Singer ab- gegeben wurden. Nicht in der Zahl unserer Abgeordneten. sondern in der Zahl unserer Anhänger liegt unsere Macht. Für die Parteigenossen des vierten Berliner Wahl- kreises ist es nicht nur eine Partcipflicht, sondern auch das Andenken an unseren unvergeßlichen Genossen Singer erfordert es, daß jeder Parteigenosse in seiner Umgebung für die Vermehrung unserer Stimmcnzahl, für die Vermehrung unserer Anhänger und damit für die Steigerung unserer Macht sorgt. Der Wahltag muß ein Tag dcS Dolksgerichts werden. Er muß eine wuchtige Entscheidung gegen die Regierung bringen. Es muß den herrschenden Parteien klar gemacht werden, daß nicht eine kleine Zahl Bevorrechteter die Geschicke des Volkes zu bestimmen haben, sondem daß des Volkes Wille das- höchste Gesetz ist. � politiCcbc Oebcrfkbt Berlin, den 5. April 1911. Fröhliche Ostern! Die braucht man dem hohen Dreiklaflenparlament nicht erst zu wünschen. Die Schwarzblauen haben sich selbst fröhliche Ostern bereitet, denn sie haben gestern noch rasch den Dr. Ehlers aus ihrem Tempel hinausgejagt, und sie hoffen, datz die mehr als merk- würdigen Rechtögrundsätze. die sie sich bei Wahlprüsungen zugelegt haben, sie davor bewahren wird, neben Stroffer und Wagner jetzt einen Nichtschwarzblauen als dritten Breslauer Abgeordneten unter sich sehen zu müssen. Hat man doch sogar Wahlmänner- wählen jetzt für gültig erklärt, die 1906 vom Wahlmänner- kollegüun selbst kassiert worden waren. Und die Wahl des Dr. Ehlers ist aufgehoben worden, ohne daß auch nur ein einziger BrcSlaucr Urwähler das Bedürfnis gehabt hat, einen Protest ein- zubringen I Freilich, den Fortschrittlern steht es Übel an, gegen diesen Streich sich zu wehren, denn ihnen geschieht nur, was sie in gleicher Absicht, wenn auch in anderer Form, den vier Berliner sozialdemokratischen Landtagsabgeordneten seiner- zeit angetan haben. Im übrigen gab eZ nur Petitionen. Und dann ging das Haus auseinander, ohne daß der Präsident die Sentimentalität gehabt hätte, den Abgeordneten fröhliche Ostern zu wünschen. Schließlich hätten die Sozialdemokraten einen solche» Wunsch ja auch auf sich beziehen können und dieser Lllißdeutung darf sich doch der Jordan v. Kröcher nicht aussetzen! Am 3. Mai tritt das Haus wieder zusammen, um zunächst Heinere Vorlagen zu erledigen. l Der„neueste" Wahttermin! DaZ„Liognitzer Tageblatt" bringt ein Telegramm aus Berlin, wonach die vom Seniorenkonvent beschlossene H-rbsttagung des Reichstages nicht zur Ausführung kommen werde. Die Verbündeten Regierungen hätten in der letzten BiindeZratösitzimg sich mit einem Vorschlaga des Reichskanzlers einverstanden erktärt, wonach die ReichstagSwahlen für den Svätherbst 1911 vorgesehen sind. Wenn auch ganz gewiß Ueberraschungen keineswegs ausgeschloffeu sind, so halten wir diese Meldung doch lediglich für einen etwas verspäteten Aprilscherz. Nach allen,, was in den letzten Tagen in Kreisen, die als informiert gelien lönnen, zu hören war, steht die Horbstscssio» fest._ Lehrermastregelung. Die preußische Regierung hat wieder einen Uebeltäter erwischt, der es wagte, wider den Stachel des Herrn Landrats zu locken. ES handelt sich um einen Lehrer namens Stark in S ee h o f lPommern). Arn 10. März sprach der aus dem Grimmener LandratS- prozeß her bekannte Rittergutöbesiizer Becker in einer öffentlichen Versammlung in R u in m e l S b u r g: Stark hatte die Leitung. In der Diskussion nahmen fast alle höheren Kreisbcamten, darunter auch der Landrat v. T r e b a baS Wort. Der Umstand, daß der Lehrer Stark es sich erlaubte, anderer Ansicht zu sein als fein Vorgesetzter, genügte schon, um ihn an höherer Stelle entsprechend anzukreiden. Hierzu kam dann noch'ein denunziatorischeS„Eingesandt" in der„Fnrsteinhumcr Ztg.". dem elendesten agrar-konservativen Machwerk in Pommern, da? später auch in den Spalten der„Kreuz-Zeituug" bereitwilligst Unterschlupf fand. In diesem Falle funktionierte die„strafende Gerechtigkeit" äußerst schnell. Acht Tage nach der Veröffentlichung des„Eingesandt" in der„Kreuz-Zeitnng" wurde dein Lehrer Stark eröffnet, daß gegen ihn ein Disziplinarverfahren eingeleitet worden sei. Da eS sich aber um ganz besonders grobe Verstöße gegen die Insubordination handelt, so wurde ihm auch sogleich die Erteilung jedes weiteren Unterrichts unter- sagt. Daß der Landrat ein treuer Gehilfe der Regierung ist und sie sich auf seine konservative Gesinnung unbedingt verlassen kann, ist eine unumstößliche Tatsache. Diese Gefolgschaft darf aber nicht so weit gehen, daß auch Andersdenkende gezwungen werden können, blindlings mitzulanfen. Der Lehrer ist abhängig von der Ne- gierung. benutzt sie die Abhängigkeit zur Knebelung der Gewiffens- freiheit, dann übt sie den schändlichsten TerroriSmnS crnS, der sich denken läßt. Hiergegen muß der schärfste Protest erhoben werden. Tie Heizerzulagen. In der letzten Sitzung vor den Ostcrfericu sind im Reichs- tage die sozialdemokratisch-fortschrittlichen Anträge auf Wieder- einstellung der gestrichenen 8(X)(XX) M. für Heizerzulagen in namentlicher Abstimmung mit 161 gegen 116 Stimmen an- genommen worden; zwei Abgeordnete haben sich der Stimme enthalten. Geschlossen f u r die Weitergewährung der Heizerzulagen stimmten die Sozialdemokraten, Fortschrittler und Nationalliberalen. DaS Zentrum harte eine Anzahl in der christlichen Arbeiterbewegung tätiger Abgeordneter abkommandiert, die, um den arbeiterst eundlichen Schein zu retten, für die Anträge stimmen mutzten, das Gros des Zentrums stimmte, ebenso wie Konservative und ReichSpartciler, gegen die Heizerzulagen. ES dürfte interessieren, die Ab- geordneten kennen zu lernen, die den Heizern die hartvcrdicnten Zulagen verweigern wollten. Gegen die Zulagen stimmten: Konservative: Arnstadt, Rogalla v. Bieberstein, v. Bolko, v. Bonin, v. Brockhausen, v. Byern, Dietrich, Fürst zu Dohna- Schlobitten, Dr. Dröscher, Feldmann, Gliier, Holtschke, Hufnagel, Graf Kanitz, v. Kröcher, Malkewttz, v. Maltzan, Mentz. v. Michaelis. Niedcrlöhner, v. Normann, v. Oldenburg. Perniock, Gans Edler zu Putlitz, v. Rautter, v. Rtchthofen, Ritter, Rother, Sicbcnbürger, Sielrrmann, v. Staudy, v. Trcuensels, Gras Westarp, Winckler, v. Winter» feldt-Menkin, Rösicke, Rupp, Graf Schwertn-Löwitz. Von den Konservativen stimmten für die Heizerzulagen nur: Dr. Giese, Nehdel, Schickert, Dr. Wagner-Sachsen und Will(Stolp). Reich spart ei: Arendt, Baucrmeister, Dr. Bnmster- mann, v. Gamp. Fürst Hatzfeldt, v. Liebert, Löscher, Pauli- Oberbarnim, Schlüter, Witt.— Der Stimme enthalten hat sich von der Reichspartei Dr. Kolbe. Von den reichsparteilichen Hospitanten stimmten gegen die Zulagen: Langerfcld, Nauck; dafür Linz, und enthalten hat sich v. Oertzen. Zentrum: Baumann. Beck-Aichach, Dr. Belzer, Engelen, Erzberger, Euler, Fehrenbach, Dr. Fleischer, Frank-Ratibor, v. Freyberg. Gerstönberger, Glowatzki, Göhring, HäuSler, auser, Holzapfel. Horn-Neisse, Hubrich. Dr. Jäger, Kalkhof, lose, Kohl, Krebs, Lchemeir. Dr. Lcnder, Leser. Dr. Marcour, Mayer(Pfarrkirchen), Müller(Fulda), Nacken, Graf Oppers- dorff, Pauly(Kochern), Graf Praschma, Ranner. v. Saviguy, Dr. Schaedler. Schefbeck, Schneider. Schüler, Schwarze(Lipp- stadt), Sir.- Peter Spahn, Speck, Stamm, Steindl, Strzoda, Dr. Thaler, v. Thüneseld, Vonderscheer, Wallenborn, Wcllstetn, Zehnter. Vom Zentruni stimmten für die Zulagen: Birkenmayer, Duffner, Dr. Faßbender, Dr. Fervers, Fritzen(ReeS), Gics- berts, Hamccher, Herold, Marx, Dr. Pfeiffer, Dr. Pieper. Schiffer, Schirmcr, Sittart. v. Strombeck, Stupp, Trimborn, Wiedeberg, Will(Straßburg) und Am Zehnhoff. Polen: Brandys, Czarlinski, GrabSki, Jankowski, Kulerski, OrlowSki. Morawskt, Dzierzykraj, Nolvicki, Janta- Poczanski. Saß-JaworSki, Waida(Pleß). oie anderen Polen fehlten. Endlich stimmten gegen die Zulage die Wilden: Hilpert und Lehmann(Jena)._ Die Wahlkreiseinteilnng für E!s«si-Lothrittgen, die in der Reichstagskomnussion für die elsaß-lotheingische VcrfassungS« Vorlage nur unter dein Vorbehalte der vertraulichen BeHand- luug vom Staatssekretär Dr. Delbrück mitgeteilt wurde, ist vom „Elsässer" in Siraßburg, dein Zentralorgan der elsässische» Zentrumspartei, veröffentlicht worden. Mehr als alles andere zeigt dieser VertraucnSbruch, in der Kommission waren auch die ZeutrumSabgeordneten mit der vertraulichen Behandlung einverstanden, daß daS Zentrum zum äußersten entschlossen ist. um diese Wahlkreiöeinteilung zu vereiteln. Danach würde Eliaß-Lothringen in 55 Wahlkreise eingeteilt, von denen drei mehrere Abgeordnete zu wählen bälten: Straßburg I (cigemliche Stadt innerbalb der Uinwallnng) 4, Cobnar-Nenbreisach 2 und Metz(Stadl Metz) 2, die übrigen Wahlkreise je 1. Diese Ein- teilung ist zweifellos gerechter als der Zentrumsantrag, der die bestehenden VerwaltungSkreise der WahlkreiSeintsilung zugrunde legt und in jeden: dieser Kreise auf einer Liste so viele Ab- geordnete wählen lassen will, als nach der Einwohnerzahl darauf entfallen. Der ans dieser Einteilung, wenn sie nicht durch daSVer- hältniswahlrecht zweckmäßig korrigiert wird, sich ergebende Nachteil der brutalen iviajorisierung der Minderheiten wird in dem RegierungSvorschlog nur für die erwähnten drei Wahlkreise Straß» bürg?, Colmar-Neubreisach und Metz(Siadt) beibehalten, von denen allerdings vor allen- für Straßburg I(vier Abgeordnete) zugcgebm werden muß, daß die Einteilung entschieden den Liberalen zustatten kommt: aber auch bei Annahme des ZentrumS- vorichlages würde die Zentnnnspartei ohne Kompromiß im Vev- walunigSkreise Strasburg- Stadt nach Lage der Partei- Verhältnisse leer ausgehen. so daß dieser Teil der gouvcrnementalcn Wahlkreiseinteilnng den Stein des Anstoßes für das Zentrum nicht bilden kann. Der wunde Punkt für das Zentrum liegt vielmehr darin, daß die Schaffung kleinerer Wahlkreise(mit rund 39990 Einwohnern, auf die ein Abgeordneter entfällt) in den bestehenden Vcrwaltungskreisen Altlirch, Thann. Colmar. Gebiveilcr, Rappollsweiler usw. die dort vorhandenen libe- raten oder sozialdeniolratischcn Minderheiten zur Geltung kommen läßt, während das Zentrum bei Annahme seines Antrages die Minderheiten in diesen Kreisen ähnlich wie bei der Reichstags- wähl zu überstimmen hofft. Es ist also nicht zu viel ge- sagt, wenn man den ungewöhnlich heftigen Widerstand de- Zentrums gegen diese von der Regierung öorgelegle Wahlkreis- einteilmig auf die Entschließung dieser Partei zurückführt, sich mir Hilfe der verbündeten Konservativen, unter Ausnutzung der gegen- wärtigen Konstellation im Reichstage, im neuen Landespatlaureut für Elfaß-Lokbringen auf lange hinaus die Mehrheil zu sichern. Inzwischen geht der Schacher hinter den Kulissen seine» Gang, und man darf darauf gefaßt sein, daß die Regierung, die etwas Positives haben will, den Kuh- Handel mit Zugeständnissen an das Zentrum abschließt. Sollte eS sich bestätigen, daß dabei als neuer Regierungsvorschlag für die Gewährung dcS aktiven Wahlrechtes zur Zweiten Kammer die Forderung der ein- jährigen Ansässigkeit in der Gemeinde(!) oder im Wahlkreis ausgeheckt worden ist und daß die Regierung tat- sächlich am Alters plnral Wahlrecht festhält, so wäre eS höchste Zeit, daß einmal die Parteien der Linken der Regierung klarmachten, daß auch sie die Lorlage zum Scheitern bringen können. Vielleicht wird auch in Elsaß-Lothringe» das Volk selber noch einen kräftigen Ton miireden, wenn die Ergebnisse dieses Handeis hinter den Kulissen nach der dritten Lesung in der Kommisston vorliege»._ Zu Unrecht verbotene Versammlung unter freiem Himmel. Im August vorigen Jahres war eine öffentliche Versammlung unter freieni Himmel nach Michälkowitz einberufen worden. Der Einberufer K. gab in seinem Genehnügungsgesuch an, eS solle über Arbeiterangelegenheiten verhandelt werden, und nnterzeichnete mit Vor- und Zunamen, während er zugleich seine Wohnung(Königs- Hütte, Kaiserstr. öl) angab. Der Amlsvorsteher verlangte, che er sich zur Frage der Ge- nehmigung äußerte, daß K. folgendes angebe: seinen Stand oder Beruf, daS voraussichtliche Ende der Leriammlung, den näheren Zweck der Versammlung und den Personenlreis, der zur Teilnahme bestimmt sei. Als K. keine Angaben weiter machte, also dieS verlangen nicht berücksichtigte, lehnte der AmtSvorstcher die Erteilung der Genehmigung für die öffentliche Versammlung unter freiem Himmel ab. Der Bezirksausschuß in Oppeln als zweite Instanz wies die von K. gegen den Amtsvorsteher erhobene Klage ab. Er erachtete K. zwar nicht für verpflichtet, die verschiedenen anderen Forderungen des AmtSvorstcherS zu erfüllen- dagegen war der Bezirksausschuß der Meinung, daß er daS GenehimgungSgesuch durch Angabe von Beruf oder Stand Höne ergänzen müssen, um seine Person deutlich zu machen. Die Person des Einberufers müsse aus dem Genehmigungsgesuch deutlich erkennbar sein. Die Angab: des Namens und der Wohnung genüge nicht. Der Name komme öfter vor. Das Oberver'waltungSgericht hob auf die Revision des Klägers das Urteil auf und setzte die Verfügung des Amtdvorsteher?. durch die die Genehmigung zur Versammlung versagt worden war, außer Kraft. Es führte ans, daß die Person des Klägers genügend deutlich bezeichnet gewesen sei. Der Angabe des Standes oder Berufs hätte es nicht bedurft. Auch die Nichtbeantwortung der anderen Fragen des AmtSvorstcherS hätte die Versagung der Genehmigung zur Abhaltung der Versammlung nicht begründen können. Somit sei das Lcrsainmlungsverbot ungerechtfertigt. Die Freisinnigen als Bittsteller. In Königsberg ist Abgeordneter G y ß l i n g wiederum von den Freisinnigen als Kandidat für die nächste Wahl aufgestellt worden. Bei der Wahl im Jahre 1997 wurde er mit Hilfe der National- liberalen. Konservanven und des Zentrum» gewählt. Herr Gyßling hofft, daß ihn auch diesmal die Konservativen unterstützen werden. Er hat in der Versammlung ausgeführt: „Ich hoffe bestimmt, daß die Konservativen auch bei der nächste» Wahl für uns eintreten; denn ich habe das Vertrauen zu den konservativen Wählern, den Mitbürger» unserer Stadt, daß sie den Kampf gegen die Sozialdemokratie ernst nehmen. Es fällt mir nicht ein, um die Stimmen irgend einer Partei zu buhlen(!!), weder der Konservativen noch des Zentrums. Das würde dein Wesen unserer Partei ganz und gar nicht einsprechen. Aber'ich vertraue ans de» gesunden Sinn unserer Bevölkerung, daß sie uns in dem schweren Ernste des kommenden politischen Kampfe? nicht verlassen wird, zumal da ein großer Teil der Konservativen den Staat durchaus nicht in solche Bahnen lenken will, wie es Herr v. Heydebraud mit seinem Anhange anstrebt." Die mutigen Herren Freisinnigen eröffnen also den Wahlgang mit einem Bittgang zu den Konservativen. Das badische Militärflugblatt. Aus Basel wird berichtet: Der im deutschen Fahndungsblatt wegen der bekannten badi- schen Militärflugblattaffäre ausgeschriebene Erdarbeiter Ludwig Feil aus Weiler bei Sinsheim ist heute hier von einem Geheim- Polizisten erkannt und festgenommen worden. ES erfolgte alsbald feine Vorführung vor den Direktor des Justiz- und Polizeiwesens, Regierungsrat Dr. Bloch er. wo Feil einigen Angestellten der GcnossenschaftSdruckerei, die(wie auch von uns mitgeteilt. Red.) daS inkriminierte Flugblatt hergestellt hat. gegen- nbcrgcstellt wurde. Während der Faktor Bögli an der Identität Feils mit dem Manne, der am 15. Dezember v. I. die Flugblätter in Auftrag gegeben hatte, zweifelte, glaubte der Geschäftsführer A. Jcgglt mit ziemlicher Bestimmtheit in Feil jenen Mann wieder» zuerkennen. Feil selbst g«b im Verhör zu, am 15. Dezember in Basel gewesen und bei der Bestellung deS Flugblattes mit tätig gewesen zu sein. Er habe eS jedoch nicht selbst geschrieben umd in Auftrag gegeben, das hätten andere besorgt. An der ganzen Sache seien„Mehrere" beteiligt gewesen, und eS hätten.größere H e r r c n" dahinter gestanden, die ihm(Feil) auch einen gvößeren Geldbetrag versprochen hätten. Feil, in deffcn Besitz sich an Geld nur noch etwa 59 TentimeZ vorfanden, soll, da wegen politischer Vergehen bekanntlich keine Auslieferung nach Deutschland erfolgt, und da ihm kein Vergehen gegen schweizerische Gesetze zur Last liegt, wahrscheinlich noch einige Tage in Hast behalten werden, da das Jdcntifizierungöver- fahren gegen ihn durchgeführt wird, um festzustellen, ob er sich noch irgendwelche andere Straftaten hat zuschulden kommen lassen. deretwegen seine Auslieferung an Deutschland oder seine Be- strafung nach den schweizerischen Strafgesetzen erfolgen mühte. Die Basier Polizei hält seine Angaben über die hinter der Flugblatt» attion stehenden»größeren Herren" für Aufschneidereien. Um den lieben Gott zu versöhnen. Die Allgäuer Sühnewallfahrt«ach Llltötting, die nach der ZentrumSmederlage in Kempteo-Lmmeostadt g5> plan! wurde, wird nun trotz alles Tl-oktes, der nach ihrer Aulündi- gung laut wurde, doch zur Ausführung kommen. Nach einer Dil!» teilunz aus Kempten werden die von frommen ZentrumSseelen zusammengetrommelten Allgäuer katholischen Vereine, besonders die Burschen-, Gesellen-, Arbeiter-, Volks-, Gesang- und katholischen Männervereine, mit Fahnen am IS. Mai nach Altötting wallfahrten. Dag es sich in der Tat um eine Sühne wallfahrt handelt, um den lieben Gott mit dem Ausfall doa Wahl zu versöhnen, geht schon daraus hervor, daß sich nach dem Einladeschreiben keine Frauen an dem Pilgcrzuge beteiligen dürfen, während auch solche Männer und Jünglwge teilnehmen können, die keinem Vereine angehören._ Oeftemich» Ein ilcrikalcr Liebesdienst. Trieft, 5. April. Die Polizei hat einen vom hiesigen philo- fophischen Verein Trance angekündigten Vortrag deZ rtaticnischen Deputierten Murr» verboten. Mnrri gilt als Führer der christ- lichen Demokratie und dsS Modernismus in Italien. Er wurde vom Papst exkommuniziert und ist den ttlerikaleit als früherer Priester besonders verhaßt. frankrelcb. Hoffnungen der Kolonialtreiber. Paris, 5. April.„Eclair" schreibt über die Ereignisse in Marokko: Die französische Regierung scheint keine Hoffnung mehr zu haben, daß Mnloy Hafid mit den Aufständischen fertig wird. Sie hat jetzt keinen Vorwand mehr, vor Maßnahme» zurürk- zuichrecken, die sie bisher niemals anszuführe» wagte; denn seit der unheilvollen Initiative DelcassvS bestand die Politik Frankreichs in der Marolkofrage lediglich darin, alles auf morgen zu verschieben. Jetzt gibt es keine Lösung mehr außer dem Verzicht, der eine Feigheit, und der Eroberung, die ohne Zuftimmung der Signaiannächte des AlgeciraSvertrageS eine ll n- Vorsichtigkeit wäre. Wäre, da dieser Vertrag bald erlischt, nicht ein günstiger Anlaß, die ganze Angelegenheit von neuem ausS Tapet zu bringen und den gordischen Knoten zu durch- hauen? Es ist höchste Zeit, offen zu sprechen l Lelglen. Wieder ein AuSlieferungSantrag der russischen Regierung. Brüssel, 3. April.(Eig. Ver.) Die russische Regierung macht wieder den Versuch, nachdem ihr vorjähriger gescheitert ist. ein Opfer in Belgien einzusaugen. Sie verlangt die Auslieferung eines Ge- nosien, eines Russtsch-Polen. der nach ihr Mitschuldiger an einem gemeinen Verbrechen ist. Vorerst handelt eZ sich um kein g e- meines, sondern um ein politisches Verbrechen, dessentwegen in-Belgien ein Flüchtling aber nicht ausgeliefert werden kann. Z y m a n s k y wird beschuldigt, im März 1003 im Dorfe Pißli einen Spitzel der russischen Okrana namens Beinermann ermordet zu haben. Die Regierung stützt ihre Beschuldigung auf die Aussage eines gewissen Florenö, der zwei Jahre nach dem Tode BeinermannS von dessen Witwe als der Mann bezeichnet wurde, der ihren Mann einige Stunden vor dessen Ermordung vom Haustlweglockte. Dieser Florenö gab nun an, daß er dies auf Anweisung zweier Männer, davon einer Szhmanskh sei, getan habe und', daß diese beiden die Mörder des Beinermann seien. Die russische Regierung erklärt natürlich die Aussage des Florens als glaubwürdig, gleichzeitig wird allerdings mitgeteilt, daß Florens seinerseits erklärt hat, daß er eine falsche Aussage in derUnttrsuchung abgelegt und das gesagt hat, was ihm die Polizisten einbliesenl Also: weder handelt es sich um ein gemeines Verbrechen, wie die russische Regierung angibt, noch ist bewiesen, daß SzymanSky an diesem Verbrechen irgend einen Anteil hat. ES ist anzunehmen, daß die belgische Regierung, die bisher den Versuchen Rußlands, Flücht- linge auszuliefern, widerstanden hat, auch diesmal ihr Nein spricht und den verhafteten SzymanSky der Freiheit wiedergibt. SzymanSky ist bald ein Jahr in Belgien, wo er Unterkunft als Maschimst fand. Spanien. Die Fortsetzung der Ferrer-Debatte. Madrid, b. April. In der gestrigen Sitzung der Deputierten- kammcr erklärte Azcarate, die Republikaner wollten die Ferrer-Angelegenheit ungehindert und ohne daß irgend- ein Druck ausgeübt werde, erörtern. Sie glaubten, daß die Armee der Ministcrkrise vollständig fernstehe. Ministerpräsident Cana- kejas lobte die Armee, deren Disziplin vollkommen sei. Daraus nahm wieder der frühere Minister Lacierva das Wort zu der Ferrer-Angelegenheit und bemühte sich, nachzuweisen, daß die Zeugen gegen Ferrer weder falsch noch widerspruchsvoll aus- gesagt hätten. Sodann befaßte sich der Redner mit der Vergangen- Ijeit Fcrrcrs, der direkt oder indirekt an verschiedenen rcvolutio- nären Erhebungen in Spanien sowie an den Anschlägen gegen CanovaS, Alfonso XIII. in der Calle Mayor sowie gegen Alfonso und Louöet in Paris beteiligt gewesen sei und durch seine Pro- paganda und sein persönliches Eingreifen zu den Vorgängen in Barcelona im Jahre IVOS aufgereizt und beigetragen habe. La- cierva richtete scharfe Angriffe gegen die Republikaner und S o z i a l i st e n, die er beschuldigte, den Namen Ferrer als Banner benutzt zu haben, um, im Auslande unterstützt durch anarchistische Elemente, einen ungerechten Feldzug gegen die konservative Regierung zu führen, Zum Schluß verteidigte Lacierva energisch das Kabinet Maura, das streng im Rahmen der Gesetze seine Pflicht getan habe, sowie den Gerichtshof, der Ferrer auf materielle, unanfechtbare Beweise hin, ohne daß irgendein Druck oder eine Beeinflussung ausgeübt worden sei, verurteilt habe. Der Urteilbspruch sei gerecht und billig sowie gesetzlich ge» Wesen. Die Rede Laciervas wurde oft von den R e p u b l i- kanern unterbrochen und von den Konservativen mit lang- anhaltendem Beifall ausgenommen. Tie Sozialisten waren besonders empört über den Vorwurf des Redners, daß sie mit auswärtigen Elementen gegen den Frieden und das Wohl- ergehen Spaniens sich verschworen hätten. Italien. Einigungsfrier und Hungersnot.« Rom» 5. April. Wegen der andauernden Steigerung der Lebensmittelpreise fanden hier gestern zahlreiche Pro- testkundgebungen von Arbeitern, Handelsangestellten und Beamten statt. Die Demonstranten veranstalteten Umzüge und trugen Plakate mit den Ausschriften:..Nieder mit den Speku- kanten! Wir fordern Bebauung der römischen Campagna? Wir verlangen daS allgemeine Stimmrecht!" In den Versammlungen wurde darauf hingewiesen, daß die Lebensmittelpreise in den letzten fünf Jahren um Lll Proz. gestiegen seien, während die Löhne in dem gleichen Zeiträume eine Steigerung von nur fünf Prozent erfahren hätten. Während Italien seine Svjährige Einheit mit großem Prunke feiere, herrsche Hungersnot unter bcn arbeitenden Klassen. Es wurden Resolutionen beschloffen, in denen die Regierung aufgefordert wird, die ausgedehnten u n- bebauten Ländereiea«Bischey Csnipagnq BUjjbgr QU SlaZeu. Snglanck.' Duüilhüte der Rnftungsrefolutio». Lvudo», 4. Llpril. DaS ObcrhauS hat nach zwei- tägiger Debatte die Nesolution Lord Roberts mit 99 gegen 40 Stimmen angenommen. Die Annahme der Resolution im Hause der Lords ist politisch ohne weitere Folgen. Gegen den Rüstungswahusin». London, 5. April. In einer Arbeiterversammlung, die sich mit den englischen Rüstungen befaßte, stellte ein Rodner fest, daß Großbritannien im letzten Jahrhundert eine Summe von 5 Milliarden Pfund Sterling(100 Milliarden Mark) für Rüstungen ausgegeben habe. Das diesjährige Budget bcan- spruche allein 73 Millionen Pfund Sterling(130 Millionen Mark). Redner führte aus, daß der Gedanke, dem Handel einer Nation würde durch den guten Ausgang einer kriegerischen Aktion geholfen, hinfällig sei. Die Geschäfte folgten nicht der Fahne, sondern den Preisen des Weltmarktes. Gc- nosse Keir Ha r die rechnete aus, daß die Ausgaben für Heer und Flotte, die in diesem Jahre gemacht werden, genügen würden,' um jedem Arbeiter und jeder Arbeiterin wöchentlich 4 Schilling zu zahlen. Das steie Anwachsen der Ausgaben für kriegerische Zwecke verursache einen fortwährenden Aufschub der Sozialreformen. Rußland. Die Wahl dcö Dumaprüsidenten. Petersburg, 5. April. Die Duma»vählte R o d s i a n k o zum Präsidenten, einen der Begründer der Oktobristenpartei, der aber in letzter Zeit zu den Rationalisien hielt, der parla- mentarischen Schutzgarde S t o l y p i n s. Für diesen bedeutet daher die Wahl einen Erfolg. ES ist wahrscheinlich, daß sich der rechte Flügel der Oktobristen mit den Nationalisten ver- einigen wird, so das; Stolhpin über eine zuverlässige Majorität verfügen wird. Es hat großes Aufsehen erregt. daß N o s i a n k o in seiner Antrittsrede vom repräsentiven Regime sprach und den Ausdruck„Konstitution" sorgfältig vermied. Rorea. Ein Komplott gegen die Japaner. Die„Korrespondenz des Aeußersten Osten" meldet aus Söul: Die Untersuchung wegen des gegen den V i z e k ö n i g v o n 5k o r e a gerichteten Komplotts hat zur Verhaftung von 30 Personen geführt, von denen fünf geständig sind. Der Leiter der Verschwö- rung ist ein gewisser Au-Min-Ken, ein Bruder deS Mörders des Marquis Jto. Die Verschwörung wurde entdeckt, weil bei reichen Koreanern von den Verschwörern Geldcrpressungen vorgenommen wurden. Die Verschwörer hatten die Absicht, den Zug in die Luft zu sprengen, in dem der Vizckönig fahren sollte, und dann einen gegen Japan gerichteten'Aufstand aus- brechen zu lassen. Sitz der Verschwörung ist Wladiwostok. In Japan haben die Nachrichten große Beunruhigung hervorgerufen und cs wird angeraten, eine weniger harte Politik gegen» über Korea einzuschlagen. Die japanische Negierung erlgubt der Presse, über die Verschwörung zu schreiben, Hmenha. Die Situation i» Mexiko. New Dar?. B. April. Die Lage in Mexiko ist noch recht unklar. Madero, der acht Meilen von Ehihuahua steht, erklärte, der Friede sei ohne Diaz' Rücktritt aufgeschlossen, des Vize- Präsidenten E o r r a l Rücktritt sei als Konzession zu spät ge- kommen. Andererseits erklären Mitglieder des Kabinetts, die Friedensverhandlungen schritten gut fort und ein Resultat sei bald zu erwarten. Madcrds Vater und Bruder gehen zu einer Besprechung über die Situation in daS Insurgenten, lager, da Madero dem von Diaz zugesicherten freien Geleit miß- traut. Die Standard Oil Co. erläßt ein Dementi der von London aus verbreiteten und in Mexiko vielfach kolportierten Bc« hauptung, sie finanziere die mexikanische Revolution. Klus da pami* Zur Maifeier. In einer gemeinsamen Sitzung nahmen die Hamburger Landeöorganiiation der soziald�okratischen Partei und daS GewerkschastSkartell Stellung zur diesjährigen Maifeier. Die Bor- schlage der Parteivorstände und der Kartellkommission fanden»ach eingehender Debatte Annahme. Nachdem die Hamburger Behörde den DemonstrattonSzua durch bestimmte Straßen bis zur LcmdeSgrenze genehmigt har, ist inzwischen auch die Erlaubnis des Poppenbütteler Amtsvorstehers zur Abhaltung einer Versa mm- lung unter freiem Himmel eingegangen.(Im vorigen Jahre hatte dieser preußische Amtsgcwaltige im„Interesse der öffent- lichen Sicherheit" die Invasion Hamburgtscher Maifeierteilnehmer durch Verbot„abgewehrt", doch hat das preußische OberverwaltungS- g-richt das Verbot für unoerechlsertigt erklärt.) Der Festzug endet also am„Forsthof" bei«teilShop. etwa fünf Minuten von der Landesgrenze. Für männliche Teilnehmer beträgt der KartenpreiS 30 Pf., für weibliche 10 Pf. Die Angestellteu von Partei und Gewerkschaften sowie diejenigen Mitglieder, die. ohne arbeiten zu müssen, ihr Gehalt oder Arbeitsverdienst nicht einbüßen, haben den entsprechenden Betrag dem MaifeierfondS zuzuführen. Abends sinden in den einzelnen Stadtteilen entsprechende Arrangements statt. Die Finanzen der französischen Partei. Paris, 8. April.(Eig. Ber.) Die letzte Rummer deS„Socialiste" enthält den Kassenbericht der geeinigt«» Partei für das Jahr lv10. Er weist an E i nn a h men 133 800 Fr., an Ausgaben 110 000 Fr. oiiS, eS ergab sich also ein Ueberschuß von 14 800 Fr. Von den Einnahmen entfällt fast die Hälfie, nämlich 63 000 Fr., aus die D e p u t i e r t e n st e u e r. die jetzt ordnungsgemäß einläuft, die Parteibeiträge dagegen machen mit 44 000 Fr. nur ein Drittel der Gesamleinnahmen auS. Unter den außerordentlichen Einnahme» deS lctzien Jahres finden wir das Ergebnis der von der ..Humanitv" anläßlich der Kammerwahlcn eingeleiteten Sammlung. ES beträgt nur 10SS Fr. Für verkaufte ParteitagSprotokolle kanten 023 Fr. ein, bei einem Preis von 3 Fr. für das Protokoll. Fortschritte der amerikanischen Partei. Seit dem 6. März erscheint„ThomicS", da» älteste Blatt der finnischen Genossen, in Hancock, Mass., als T a g e b l a t t.. In achtjährigem Ringen hat es einen festen Stamm voitz 11 000 Abonneuien gewonnen und man erwartet ein baldiges Steigen auf l3 000. Ein zweites, auch in Moslachnsetts dreimal erschemendes finnisches Organ plant ebenfalls, statt dreimal wöchentlich täglich zu erscheinen.— Den politischen und der südslavischrn Sektion sind die Mittel zur Anstellung ständiger Uebersetzer von der Parteileitung bewilligt worden. Em Indiiftm u�d Rarcdel. Die Rache des Kapitals. Die Erinnerung an einen auffallend schnell vergessenen Skandal wird durch die Mitteilung wachgerufen, daß das Stahl» werk Becker, zu Willis uoch einem turzw Lravlfid- rlüm cüÄn JnkttessengelilelnschastSberlkag firtt dem Sicher Hütkek» Berciit aus 20 Jahre abgeschlossen hat.. Ter Gründer und Ge« neraldirektor der Beckcr-Gcsellschaft war Leiter des Crefeldcr Stahlwerks, das zu in K o n z e r n des bekannten Großindustriellen Thyssen gehört. Nun geschah es, daß nach dem Bekanntwerden seiner GründungSabpchten Becker von den T'hysscnleuten angeblicher Ailanzverschletcrimgcn. die er in seiner Stellung als Direktor des Erefeldcr Stahlwerks ödgangen haben sollte, bezichtigt wurde. Auf diese Denunziation hin wurde Becker verhaftet, mußte jedoch alsbald freigelassen werden, und nach 4zbmonarigen Untersuchungen wurde das gegen i h n eingeleitete Verfahren in allen Punkten nieder- geschlagen. Da Becker und seine Angehörigen über eigenes Vermögen verfügten, gelang die Durchführung der Gründung dennmfy obwohl der Thyssen-Konzern auch weiterhin nichts unter- ließ, den Mann, der es gewagt hatte, Thyssen-Interessen hinderlich zu sein, mit allen Mitteln zu verfolgen. Zur Finanzierung des Unternehmens Ivar Becker mit der Zcntral-Bank in Bern in Ver- bindung getreten. Die„Frankfurter Zeitung" beanstandete diese Beziehungen mit dem wenig angesehenen Bankinstitut, woraus ihr die Direktion des Stahlwerkes Becker erklärte, daß die maß» gebenden Industriellen im A u f s i ch t s r a t d e S Cr e- felder Stahlwerks(dieser bestand damals aus General- direkter Franz Bürgers, August Thyssen, Karl Später jr.. Kam- merzienrat Peter Klöckner und Fritz Thyssen) es durch ihren Einfluß verhindert hätten, daß die Herren Becker mit einem deutschen Bankinstitut die Finanzierung ihrer G e s e l ls cha s t durchführen konnten. ES seien Versuche mit einer stattlichen Anzahl großer und größerer Bankinstitute und-Firmen in Deutschland gemacht Ivocden, alle mit demselben negativen Erfolg, zum Teil unter ausdrücklichem Hinweis auf die Gegnerschaft der genannten Großindustriellen. Unter diesen Ilmständen seien die Herren Becker auf ausländisches Kapital ange- wiesen gctvesen; sie hätten zuerst Verbindungen mit England ge- sucht und gefunden, diese aber im Siublick auf den Gegensatz Zwischen der deutschen und englischen Montanindustrie wieder aus- gegeben. Dann sei man an die Zentralbank in Bern gekommen und mit dieser sei die tveitere Finanzierung durchgeführt worden. Unwidersprochen konnte also die Verwaltung des Stahlwerts Becker feststellen, daß ein Mann in leitender Jnoustriestellung von einer mächtigen ftapitalsklique ausgehungert werden sollte, nur weil er sich erdreistet hatte, nickt in Abhängigkeit von der Thyssen- gruppe zu verharren. Der Sicher Hütten-Verein, mit dem das Stahlwerk Becker die Jnteressengcmeinsckiaft abgeschlossen hat, ge- hört zu den größten luxemburgischen MtmtanunUrnchmungen; bisher ist er der einzige Betrieb, der direkt aus flüssigem Roheisen nnter Verwendung von Elektrizität Elektrostahl herstellt. Der Zu- fall wollte, daß Becker die Aufmerksamkeit dieses Werkes erregte, das außerhalb der Jntcrcssenkreise von Thyssen und der deutschen Banken steht, sonst wäre ihm die Rache des Großkapitals wohl noch übler bekommen. Nach diesen Praktiken hat das Unternehmertum des Thpssenkonzerus gewiß die sittliche Berechtigung, über den Terror der Arbeiterschaft zu klagen und einen erhöhten Arbeits« willigenschutz zu fordern. Huö der Frauenbewegung. Ter Kampf der Dienstmädchen im Norden. Kopcnhageir., Anfang April 1011. In den drei nordischen Ländern geht zurzeit eine zielbewußt« und mit großer Energie betriebene Organisation der Dienstmädchen vor sich; den Herrschaften gegenüber werden ganz bestimmte Forde- rungen formuliert, deren Nichterfüllung einen sozialen Kampf nach dem Muster der Ausstände und Boykotts der Fachorganisa- tionen der Arbeiter zur Folge haben würde. Selbstredend hängt die Möglichkeit für die Dienstmädchen, ihre Wünsch« mittels eines Kampfes durchzuführen, un'd ihre Kraft, in einem lderartigen Kampfe zu bestehen, von der Straffheit ab. womit es ihnen ge- lingen wird, die neuen„Dicnstmädchensachvereme" zu organisieren. Tatsache ist aber, daß eS sich um eine wirkliche soziale Bewegung der Dienstmädchen im Norden handelt; es wird mit großem Erfolg dafür agitiert, daß sich eine immer wachscnde Zahl der Dienstmädchen den Vereinigungen anschließt, und weite Kreise der dienenden weiblichen Bevölkerung sind darauf gefaßt und dazu bereit, einen Kampf gegen die Herrschaften aufzunehmen. Die Hauptorganisalionen der Dienstmädchen sinden sich naiur« gemäß in den drei nordischen Hauptstädten, Kopenhagen, Stockholm und Kristiania. Diese Vereinigungen haben sich dahin ge« einigt, ihre Forderungen wie folgt zu formulieren; 1. Abschaffung allen Nachtarbeit. Die Nacht fängt lim S Uhr abends an und dauert bis 7 Uhr früh. 2. Extravergütung für all« Arbeit außerhalb der Dienstzeit, insbesondere für die Nachtarbeit. 8. Anspruch auf einen freien Nachmittag(von 3 Uhr an) jede Woche, auf einen freien Sonntag(von 10 Uhr vormittags an) olle zwei Wochen und auf einen zweiwöchigen Sommcrurlaub, während dessen Lohn und Kostgeld zu zahlen ist. 4. Allmähliche Erhöhung des Lohnes, der Tüchtigkeit ent- sprechend, womit die Arbeit ausgeführt wird. 3. Der Raum, der dem Dienstmädchen zum Aufenthalt an- gewiesen wird, soll hell und warm sein; Sonne darf nicht ganz fehlen. ES würden bereits mehrere große Versammlungen der Dienst- mädchen abgehalten, in denen dieses„Kampfprogramm" eingehend diskutiert wurde; zu einigen dieser Versammlungen waren auch Hausmütter eingeladen worden; die Hausfrauen, die erschienen waren, stellten sich im allgemeinen recht verständnisvoll zu den Ansprüchen der Dienstmädchen; zum mindestens erklärten ste, daß sie gern bereit feien, mit den Dienstmädchen über deren Wünsch« zu verhandeln. ES scheint aber, als ob die Hausmütter mehr geneigt seien, vorläufig wenigstens, die Diskussion in der Presse zu führen. Jedenfalls wird dieser Tage in mehreren nordischen Blättern die erste sachliche und umfassende Erwiderung auf daS Programm der Dienstmädchen, namens der Hausmütter, von einen alten und erfahrenen Hausfrau, nämlich der dänischen Frau Ge» richtspräsident Thinn, gebracht. In dieser Auslassung wird ein- leitend bemerkt, das Verlangen der Dienstmädchen nach Festsetzung einer bestimmten Arbeitszeit sei durchaus billjg; doch dürfe mit Rücksicht auf die Tatsache, daß viele Kinder schon um 7'ch Uhr früh zur Schule müßten, die„freie Nachtzeit" des Dienstmädchens nicht länger als bis 6% Uhr früh dauern. Dagegen sei es angemessen. daß die Dienstmädchen abends um 9 Uhr ihre Freiheit bekämen; eine Entschädigung von etwa 13 bis 20 Pf. pro Stunde für jede Arbeit über diese Zeit hinaus(z. B. bei Gesellschaften) sei durch- aus am Platze. Der Anspruch auf einen vierzehntägigen Sommer- Urlaub wird als durchaus berechtigt bezeichnet; doch müsse sich das Dienstmädchen während dieser Zeit mit seinem Lohn begnügen und dürfe keinen Anspruch auf Kostgeld stellen. Ein freier Nachmittag jede Woche werde sicher von den meisten Hausfrauen mit Freude gewährt werden. Daß die Dienstmädchen ihren Lohn entsprechend ihnen Leistungen geregelt haben möchten, sei nur erfmilich; das werde zur Folge haben, daß die Hausfrau, die einen hohen Lohn bezahle, ihrerseits auch die Dienste einer fachgemäß ausgebildeten Person beanspruchen könne; hoffentlich würden die Organisationen der Dienstmädchen recht bald an die Errichtung guter Fachschulen herantreten.— Es gilt als wahrscheinlich, daß die Hausfrauen in den drei nordischen Haupstädten in einer nahen Zukunft ihrer, seits ebenfalls Versammlungen abhalten werden, um ein gemein- sames Vorgehen in die Wege zu leiten. Die Hausfrauen werden sodann zunächst Vertreterinnen ivählen, die mit den Organisationen der Dienstmädchen über deren Ansprüche im einzelnen verhandeln sollen. Ein interessantes Zeick?en der modernen Zeit ist cd jeden- falls, daß die Dienstmädchen als Organisation sich den Hausfrauen gegenüberstellen, ja, diese zwingen, sich auch ihrerseits zn organi- sieren, um über die„Forderungen der Dienstmädchen" zu ver- handeln: etwas derartige- wäre vor fünfzehn, ja noch vor geht! Jtchuo«ich im Rpldw völlig unfemlltai getvejeg«, GewerklchaftUcbe� Der Zentratverband der Bäcker und Konditoren im Jahre 1910. Im lvergangenen Jahre haben die Bäcker und Konditoren in ihrer gewerkschaftlichen Organisation euren erfreulichen Fortschritt zu verzeichnen. Nach dem vorliegenden Jahrbuch für ISIV tvaren am Jahresschluß in 116 Zahlstellen und 20 Orten mit Vertrauensmännern 23 093 Mitglieder inklusive 3061 weiblichen vor- Händen, was gegenüber dem Vorjahre eine Zunahme von 2743 be- deutet. Geordnet nach Braucken entfallen auf die Bäcker 16 658 — 72 Proz., Konditoren 1426— 6.2 Proz.. Hilfsarbeiter 1740 — 7,5 Proz., Arbeiterinnen 3061= 13,3 Proz. und 208 Lehrlinge. Die stärkste Zunahme weisen die Arbeiterinnen mit ruüd 1000 und die Bäcker mit 1273 Mitgliedern auf. Diese bedeutende Mit- gliederzunahme konnte die Organisation trotz aller scharfmacheri- schen Bestrebungen der Unternehmer erreichen, die alle ihr zur Verfügung stehenden Mittel gegen das Vorwärtsschreiten des Ver- bandes zur Anwendung brachten. Den Einnahmen von 718 806 M. inklusive 214 210 M. Kassenbestand stehen 485 987 M. Ausgaben gegenüber. Das Verbandsvermögen beträgt 232 819 M. Von den Ausgaben wurden für Unterstützungen 187 473,95 M. verwendet. Anderen Verbänden wurden für Streikunterstützung 11 593 M. überwiesen. Außer dem Bericht d«S Vorstandes enthält das Jahrbuch Ab- Handlungen über die wirtschaftliche Lage im Gewerbe. Durch die Preissenkung der Rohprodukte war die Konjunktur für das Unter- nehmcrtum außerordentlich gewinnbringend, für die Arbeiterschaft war sie dagegen wenig erfreulich. So war die Arbeitslosigkeit bei den Bäckern gegenüber anderen Branchen besonders hoch; für 254 040 Tage Arbeitslosigkeit mußte Unterstützung gezahlt werden. Weiter wird das Ergebnis der Betriebszählung in eingehender Weis« besprochen, wobei besonders hervorzuheben ist, daß 41850 Lehrlinge allein in den Bäckereien beschäftigt werden. Das Ergebnis einer im November vorigen Jahres aufgenom- menen Statistik über die Löhne, das Größenverhältnis der Be- triebe, den Kost- und Logiszwang, wie der konsumgenossenschaft- lichen Brotproduktion bildet eine wertvolle Bereicherung des Jahr- buches. Sehr niedrige Löhne weisen die Beschäftigten in der Schokoladen- und Zuckerwarenindustrie auf. Dort beträgt das Durchschnittseinkommen eines erwachsenen Arbeiters 20.66 M., eines jugendlichen 9,16 M., einer erwachsenen Arbeiterin 10,82 M. und einer jugendlichen Arbeiterin 8,14 M. Die Beseitigung des Kost- und Logiszwanges beim Arbeitgeber konnte weiter erreicht werden. Von wesentlicher Bedeutung ist das Anwachsen der Groß- betriebe in den Bäckereien. Mit mehr als zehn beschäftigten Per- sonen wurden 475 Betriebe mit 8792 Arbeitern im Verbandsgebiete gezählt. Dazu kommt-noch, daß in den Konsum- und Genossen- schaftsbäckereien allein für 61,8 Millionen Mark Brot und Back- waren produziert wurden. Soweit gegnerische Organisationen vor- Händen sind, wurden auch deren unternehmerfreundliche Be strebungen im Jahrbuch gewürdigt. Die Christlichen ebenso wie die Gelben leisten den Unternehmern durch ihren Streikbrecherzutrieb hervorragende Dienste. Das alles muß auch den Un- organisierten die Notwendigkeit einer starken Organisation be- weisen._ Berlin und Nmgegend. Den Lohntarif für die Dachdcckerhilföarleiter unterschriftlich an- erkannt hat die Firma Hermann M ü h l p f o r d t, Halensee, Westfälische Str. 57. Oeutfekev Reich. Wenn zwei dasselbe tun... Beim Steinsetzerstreik in T h o r n im November v. I. wurde der Gauleiter des Verbandes Genosse Schwandke vom Polizei- beamten Dehmlow gröblich beleidigt. Schwandke wurde, als er nach dem Vorgesetzten des Polizisten fragte, verhaftet. In dem gegen ihn eingeleiteten Strafverfahren.wegen Erregung einer Un- ruhe' wurde er freigesprochen. Gegen den beleidigenden Polizei- beamten stellte Schwandke Strafantrag, der jedoch von der Staats- anwallschaft.wegen Mangel eines öffentlichen Interesses' ab- gelehnt wurde. In der daraufhin angestrengten Privaiklage wurde der Polizeibeamte, der wegen Beleidigung mit 6 M. vorbestraft ist, vom Schöffengericht in Thorn mit 3 M. Geldstrafe oder einem Tag Hast bestraft. Dein Kläger wurde die einmalige Publikation des Urteils auf Kosten de« Beklagten zugesagt. Der Polizeibeamte bekam für die erwiesene Beleidigung gegen den Genossen Schwandke 3 M. Strafe, Schwandke aber, der einen Arbeitswilligen Lump genannt habensoll, wurde vordem zu sieben Tagen Gefängnis verurteilt I Lohnbewegungen im Dachdeckergewerbe. In Kalbe und Nienburg a. S. legten am 1. April samt- liche 38 Dachdecker die Arbeit nieder, um die Anerkennung des ein- gereichten Lohniarifes durchzuführen. Den Bemühungen de? Bau- leiters in Kalbe gelang es durch Verhandlungen eine Verständignng zustande zu bringen und einen Vertrag auf drei Jahre abzu- schließen. Es tritt eine sofortige Lohnerhöhung von 5 Pf. ein und am 1. April 1913 eine weitere von 3 Pf. pro Stunde. Der 1. Mai gilt als Feiertag. In Nienburg war die Verhandlung ergebnislos, weshalb nach dorthin Zuzug von Dachdeckern strengstens fernzuhalten ist... In Hanau a. M. und Umgegend bestehen ebenfalls Differenzen. Die Dachdecker verlangen 3 Pf. Stundenlohnerhöhung. Die Unternehmer wollen nur 2 Pf. bewilligen und verlangen außerdem, daß die Arbeiter 18 M. für daS Werkzeug bezahlen(das bisher der Meister stellte) und für alle Werkfchäden. nicht nur grob-fahrläfsige oder böswillige Beschädigungen aufkommen. Daraufhin haben die Gehilfen die Arbeit niedergelegt. Die Lithographen und Steindrucker in S o li n g en stellten an die Unternehmer did Forderung auf Abschluß eines einheitlichen Orts- tarifes. DaS veranlaßte die Unternehmer zu einem Zusamnien- schluß in einer.Vereinigung der Sleindruckereibesitzer von Solingen", die den Gehilfen iniueilie, daß die Prinzipale wobl zu Berbandlungen bereit seien, doch solle man ihnen mehr Zeit lassen. Da die Gehilfen der Meinung waren, daß die Sache verschleppt werden sollte, kündigten sie sämtlich ihre Stellung. Darauf kam es zu Verhandlungen und schließlich zum Abschluß eines Tarifvertrages. worauf die Kündigungen zurückgezogen wurden. Die wichtigsten Punkte sind: Die effektive wöchentliche Arbeitszeit wurde für Stein« drucker auf 52, für Lithographen auf 47 Stunden festgesetzt mit der Maßgabe, daß sie Sonnabends spätestens um 4 Uhr beendet sein muß. Der Ueberstundenzuichlag beträgt für die ersten zwei Stunden L5, für jede weitere Stunde 33 und für Sonntagsarbeit 50 Proz. Bei zweistündiger Ueberarbeit wird eine viertelstündige Pause ge- währt und in die Arbeitszeit eingerechnet. Der Mindesllobn beträgt im ersten Gehilfenjahre beim Lehrprinzipal 22, sonst 24 M.. im zweiten 26 und im dritten Gehilfenjahre 28 M.— Für Bronzier- arbeit(auch bei Maschinenbronziernng), die mehr als zwei Stunden dauert, wird für jede Stunde eine Extraentschädigung von 10 Pf. gewährt. Die Lohnzahlung erfolgt Freitags während der Arbeits- zeit. Auf je 1—4 Gehilfen kommt ei» Lehrling. Die KündigungS- zeit beträgt 14 Tage. Arbeitsmuster werden ausgehändigt. Der Arbeitsnachweis der Gehilfen soll nach Möglichkeit benutzt werden. Ebenso ist dem Wunsche nach Ferien möglichst Rechnung zu tragen. Der Tarif tritt am 1. April in Kraft und gilt bis zum 31. März 1914. Außer diesen Abmachungen wurden in 6 Firmen eine Reihe Lohnzulagen bewilligt. Verantw. Redakteur: Albert Wachs. Berlin. Irl /eratenteil verantw.: Em Bergurbeiterstreik aus vesouderer Ursache ist auf Zeche Glückauf-Segen bei Dortmund ausgebrochen. Die Verwaltung wollte das„ Z w e i nn in m e r s y st e m" einführen, angeblich um genauer feststellen zu können, wer unreine Kohlen fördert. Die Bergarbeiter sind der Ansicht, daß die Maßregel die einleitende Vorbedingung dafür sein soll, getrenntes Gedinge einzuführen. Von einem getrennten Gedinge versprechen sich die Bergarbeiter nichts Gutes. Dabei ist es möglich, die eine Schicht gegen die andere ausspielen zu können, einen unwürdigen Krieg um eine Mehrleistung hervorzurufen usw. Die Arbeiter schen auch eine große Gefahr darin, daß beim getrennten Gedinge das Verbauen vernachlässigt werden würde, da dann jede Schicht nur danach gedrängt werde, möglichst viel Kohlen zu schaffen. Die Bergarbeiter sind der Ansicht, daß die Bergbehörde die Einsübrung des neuen Systems wegen der großen Gefahren für Leib und Leben einfach verbieten sollte. Alte, erfahrene Zechculciier sührten ein solches System auch nicht ein, denn sie wüßten recht gut, daß da- durch auch der ganze Betrieb.versaut" würde. Weil die Zechen- Verwaltung auf ihrer Anordnung bestand, ist die Belegschaft aus- ständig geworden._ Ausstand der Maler und Anstreicher in Koblenz. In Koblenz haben am Dienstag 160 Maler und Anstreicher die Arbeit niedergelegt. Die Unternehmer haben eine Lohn- erhöhungsforderung von 3 Pf. beharrlich abgelehnt. Zuzug ist fern- zuhalten._ Streik der Former und Giestereiavbeiter in Harburg. Schon seit einigen Jahren beabsichtigten die Former und Gicßereiarbciter in Harburg, ihre Lohn- und ArbeitSverhältniffe mit den Arbeitgebern zu regeln. Anfang dieses Jahres richtete die Be- zirkSleitung des Metallarbeiterverbandes an den Unlernehmerverband das Ersuchen, Unterhandlungen wegen der Lohnfestsetzungen ab- zuhalten, sie erhielt jedoch von den Unternehmern den Bescheid, daß.nach den Grundsätzen unseres Vereins Verhandlungen mit Arbeiterorganisationen oder deren Vertretern ausgeschloffen sind." Eine Versammlung der Arbeiter beschloß darauf, nun in jedem Betrieb eine Kommission zu wählen, die die Wünsche der Arbeiter vortragen und mir den Arbeitgebern beraten sollte. Die Arbeiter verlangten in der Hauptsache die 56stündige Arbeitswoche, Mindcststundenlöhne. Zuschläge für Ueberzeitarbeit usw. Die Unternehmer aber versteiften sich auf die Beschlüsse ihrer Organisation und lehnten— mit wenigen Ausnahmen— auch Einzelverhandlungon ab. Die Arbeiter riefen das Gewerbegericht alS� Einigungsamt an. Aber auch dieses Be- mühen war erfolglos, da die Unternehmer sich auf Anschreiben des Herrn Senators Dr. Behrens vor dem Gewerbegericht nicht stellten. So waren alle Versuche zu einer friedlichen Verständigung ge- scheitert. Mit 207 gegen 26 Stimmen beschlossen darauf die Arbeiter. die Arbeit einzustellen; vor Einstellung der Arbeit wurden die Kommissionen nochmals vorstellig. Irgend welche Zugeständnisse oder Entgegenkommen wurden, abgesehen von der Firma G. Nie- meyer, nicht erzielt. Diese Firma stellte der Kommission in Aussicht, daß die Hamburger Abmachungen grundlegend sein könnten, aber infolge der Mitgliedschaft zum Verein der Arbeitgeber siir Harburg und Umgegend momentan Schwierigkeiten vorliegen. Demgemäß wurden die Ver- Handlungen fortgefetzl. Sie endeten mit dem Ergebnis, daß diese Firma versprach, sofort mit dem genannten Arbcitgeberverband in Unterhandlung zu lreien, um ähnliche Abmachungen wie die Ham- burger festlegen zu können. Herr Koeber, der Direktor der Horburger Eisen- und Bronze- werke A.-G. gibt sich in der bürgerlichen Presse die größte Mühe, den Tatbestand nach Möglichkeit zu entstellen. Tie Aussperrung im Hamburger Holzgewerbe wird mit einem glänzenden Fiasko für die Arbeitgeber enden, das darf heute schon mit aller Bestimmtheit ausgesprochen werden. Im Laufe der ganzen letzten Woche wurden ausgesperrt 636 Mann in 120 Betrieben. Dazu sind noch am Montag und Dienstag 7 Be- triebe mit 32 Ausgesperrten gekommen, so daß insgesamt aus- gesperrt wurden 718 Arbeiter. In einzelnen Bezirke» haben die Arbeitgeber sich an der Aussperrung überhaupt nicht beteiligt, z. B. in A l t- R a h l st e d t, L o k st e d t und Langenfelde. Nicht ausgesperrt baben auch die Jnstrumcnteiifabriken und Spezial- betriebe; in WilhelmSbnrg, Schiffbeck sperrten je ein Arbeitgeber mit 6 Mann aus, während in Wandsbek insgesamt 44 Holzarbeiter ausgesperrt wurden. Nach einer Zusammen- stellung sind im ganzen Zahlstellengebiet 1110 Werkstellen mit 5600 Arbeitern der in Frage kommenden Branche vorhanden. Die gegenwärtige Aussperrung ähnelt denen in früheren Jahren wie ein Ei dem anderen. Es ist nämlich nicht das erste Mal, daß die Hamburger Tischlermeister ihre Kraft in einer Aussperrung erprobt haben, sondern ein derartiger Beschluß wurde bereits viermal ge- faßt. DaS erste Mal im Jahrx. 1888, wo allerdings die Arbeiter durch Einstellung der Arbeit auf der ganzen Linie den Unternehmern zuvorkamen. 1905, wo der Arbeitsnachweis der Hamburger Tischler- innung gesperrt und bei der Firma Heymann der Streik erklärt wurde, beschlossen die Arbeitgeber die sofortige Aussperrung und gelang eS ihnen nach vieler Mühe. 669 Arbeiter hinaus- zuwerfen. In demselben Jahre, wo die Hamburger Holz- arbeitet sich überaus zahlreich an der Maifeier beteiligten, wurde ein neuer AuSsperriingSbefchlutz gefaßt, bei dem es aber nur gelang, 512 Mann auf die Straße zu werfen. Man sollte annehmen, daß die Holzindustriellen an diesen Proben der früheren Zeit genug gehabt haben würden, doch haben sie auch dieses Mal ihre Sehnsucht nach neuen.Lorbeeren" nicht zügeln können und müffen nun selbstverständlich auch dafür die Zeche zahlen. Von den Betrieben, welche sich an der Aussperrung beteiligten. sind nun in den letzten Tagen auch einige der Großen an den Holzarbeiteroerband herangetreten und haben ihre Be- reitwilligleit erklärt, die Aussperrung zurückzunehmen und Frieden zu schließen. Zunächst hat der Holzarbeiterverband dieses abgelehnt, weil sich die Situation immer noch nicht genügend geklärt hat..Der«rbeitgeberschutzverband wagt gegenwärtig gar keine Versammlung der Tischlernieister einzuberufen, weil in einer solchen dem Oberstrategen G u r l i tz für seine.erfolgreiche Taktil" wahrscheinlich gehörig der Marsch geblasen werden würde; denn selbst die Tischlermeister glauben jetzt nicht mehr daran, daß es gelingen wird, der Aussperrung noch eine weitere Ausdehnung zu geben. Vielmehr steht fest, daß die ganze Taktik des.Aibeitgeber- Schutzverbandes" kurz bor dem Zusammenbruch steht, und eS ist nicht ausgeschlossen, daß hierdurch sogar die ganze Arbeitgeberorganisation in die Luft fliegt. Trotzdem ist es nicht unmöglich, daß der Verband.Unter- elbe", dem der Arbcitgeber-Schutzverband angeschlossen ist, Ver- Handlungen über das VcrtragSmuster und den paritätischen Arbeits- Nachweis nicht zulassen wird. Der Holzarbeiferverband rechnet darum auch mit der Fortdauer des Kanipfes und betreibt auch jetzt noch die Abreise der Ledigen. Von diesen haben bis zum Montag abend 520 das Zahlstellengebiet verlassen.— Zuzug ist auch weiter nach Hamburg fernzuhalten._ Matrosenartilleristen als Arbeitswillige. Die bei der Firma Mauritius in Lehe tätig gewesenen Matrosenariilleristen sind angeblich nicht für die bei der dortigen Firma streikenden Tapezierer als Arbeitswillige beschäftigt worden, sondern mit Repararurarbeiten für Offiziere. Derartige Be- chästigung von Matrosenartilleristen für denselben Zweck in der gleichen Werkstatt soll auch schon früher vorgekommen Fein. Achtung, Former und Giestereiarbeiter k In der Vetschauer Maschinenfabrik und Eisengießerei G. m. b. H., vorm. A. Lehning in Vetschau haben sämtliche Arbeiter der Gießerei die Arbeit eingestellt. Schon seit Wochen bestanden dort Differenzen. In voriger Woche kam nocb die Maßregelung einiger Arbeiter dazu. Verhandlungen mit den Vertretern der Organisationen waren er- gebnislos. deshalb legten alle Arbeiter der Gießerei die Arbeit nieder. Zuzug ist streng fernznbalten. Deutscher Metallarbeiterverband. Gewerlverein der Maschinen- und Metallarbeiter H.-D. Busland. Bewegung der Lithographen und Stciudrucker in Luxemburg. Die dem deutschen Verband der Lithographen, Steindrucker und verwandten Berufe angehörenden Gehilfen Luxemburgs forderten von der Firma Dr. M. H u ß den Abschluß eines Arbeits- tarifs, der auch nach staltgefundeiien Berhondlmigen vollzogen wurde. Vereinbart wurde, daß die Arbeitszeit für alle Beschäftigten 8'/2 Stunden täglich beträgt. Die Feiertage werden voll bezahlt. Der Zuschlag für Ueberstundcn beträgt 25 und 50 Prozent. Bei zwei Ueberstunden wird eine Viertelstunde, bei längerer Ueberarbeit eine halbe Stunde Pause in die Arbeitszeit eingerechnet und mit- bezahlt. Der Mindestlohn beträgt im ersten Gehilfenjahre 25 M., im zweiten Gehilfeiijahre 27 M. Auf je 1— 4 Gehilfen darf ein Lehrling gehalten werden. Muster selbstgefertigter Arbeiten werden geliefert.— Der abgeschlossene Tarif hat zwei Jahre Gültigkeit. Tischleraussperrung in Zürich in Sicht. In Zürich stehen seit dem 1. Avril die Tischler in einer großen Anzahl Betriebe im Streik. In erster Linie wird eine Verkürzung der Arbeitszeit gefordert, die von den Unternehmern mit der Motivierung abgelehnt wird, daß in den lüddeutschen Städten eine kürzere als 54ftülidige Arbeitszeit nicht üblich sei. Die Züricher Unternehmer sind dem süddeutschen Holzindustrielleii-Verband an- geschlossen und behaupten, von diesem die Verpflichtung auferlegt bekommen zu haben, eine Verkürzung der Arbeitszeit unter allen Uni- ständen abzulehnen. Die Züricher Tischler rechnen mit einer Aussperrung auf der ganzen Linie, deshalb ist Zuzug nach dort wie den anderen Orten fernzuhalten._ Versammlungen. Anklagen gegen eine JnnungSlrankenkasse. In einer öffentlichen Versammlung der Angestellten im Gast- Wirtsgewerbe, die am Dienstagnachmittag in den Jndustrie-Fest- sälen stattfand, referierte der Arbeitersekretär Gustav Bauer über das Thema:„Skandalöse Zustände in der Krankenkaffe der Gastwirte-Jnnung und die Stellung der Behörden dazu." Der Versammlung lag folgende Resolution vor: „Die am 4. April 1911 in den Jndustrie-Festsälcn tagende zahlreich besuchte öffentliche Versammlung aller Angestellten im Gastwirtsgewerbe protestiert energisch gegen die mit Hilfe der Halbierung der Beiträge herbeigeführte Ausschaltung der Ar« beitnehmer aus der Verwaltung der Krankenkasse der Gastwirte- Innung zu Berlin. Dadurch und auch infolge der Interesselosigkeit der Arbeit- geber ist die Verwaltung vollständig in die Hände des reaktiv- nären Rendanten v. Soest übergegangen, der alle seine Maß- nahmen von dem Gedanken der„Sparsamkeit" diktieren läßt. Dieses Verhalten führt fortgesetzt zu schwerer gesundheil» licher und materieller Schädigung der Kasscnmitglieder. Die Versammlung spricht ihre Verwunderung aus über die Möglichkeit, daß in der Kasse seit über einem Jahre keine Bor» standssitzung stattgefunden hat und daß, nachdem im Oktober vorigen Jahres die Delegierten ihre Mandate zur Generalversammlung niedergelegt haben» bis heute noch keine Neuwahlen ausgeschrieben sind. Die Versammlung verurteilt auf das entschiedenste die par- teiische Stellungnahme der Berliner Gewerbedeputation, des Oberpräsidenten in Potsdam und des Berliner Polizei- Präsidenten, die allen gesetzlichen Bestimmungen entgegen, mei- stens ohne Angabe von Gründen die Arbeitnehmer mit ihren berechtigten Beschwerden über die Verwaltung der Kasse ab- gewiesen haben, und erwartet, daß eine nochmalige sorgfältig« Prüfung de» Tatsachenmaterials vorgenommen wird. Die Versammlung ist der Ansicht, daß nach Inkrafttreten der dem Reichstage vorliegenden Reichsversicherungsordnung solche und ähnliche Zustände in vielen Krankenkasse Platz greifen würden, und erwartet vom Reichstage, daß er diese Vorlebe ab- lehnen werde." Die vorgeschlagene Resolution wurde angenommen, ohne daß sich eine Stimme dagegen erhob. Die Versammlung ging aber noch weiter und nahm einen Antrag an. durch den die Aufsichtsbehörde ersucht wurde, dir Kasse sofort in kommissarische Verwaltung zu nehmen, da alle Gründe dazu als gegeben betrachtet werden müßten._ Letzte ffaehrichten* Zwei Bierkutscher verunglückt. München, 5. April.(B. H.) In Seßlach bei Bamberg Mrde der Bierführer Zieh von seinen scheuenden Pferden unter den Wagen gerissen und getötet. Auch in München geriet heute vor- mittag der Bierführer Bastian zwischen seinen und einen anderen Wagen und wurde tot gedrückt. Vom Saccharinschmuggcl. Regensburg, 5. April.(B. H.) In einer Ortschaft bei Freyung hat die Gendarmerie ein Saccharinschmugglernest ausgehoben. Vier Schmuggler wurden verhaftet, 24 Kilogramm Saccharin und 1500 Mark Bargeld beschlagnahmt._ � Beendigung des Kampfes der finnländischen Buchdrucker. Helsingfors, 5. April.(W. T. B.) Der Ausstand der Setzer. der Ende vorigen Jahres begonnen hat, ist durch eine Vereinbarung mit den Arbeitgebern, die für 5 Jahre Gültigkeit haben soll, beendet worden. Beendigung des Streiks in Singers Nähinaschinewfabrike». Glasgow, 5. April.(W. T. B.) In den Singcr-Maschinen- werken ist der Ausstand beendet. Tie Arbeit wird am 7. d. M. wieder ausgenommen werden. DaS Flottcnwettrüsten. Washington, 5. Äpril.(W. T. B.) Im Senat setzten der Staatssekretär Knox und der Marineminister die Gründe auseinander, warum man Argentinien die Bcnnbung der geheimen Pläne für die amerikanischen Treadnoughts gestattet habe. Der Marineminister erklärte, es sei von Wichtigkeit, daß die amerika- nischen Schiffbauer dieselbe Unterstützung erhielten, wie sie den großen europäischen Schiffsbaufirmen von ihren Regierungen zu- teil würden, wenn sie imstande sein sollten, mit ihren fremden Wettbewerbern zu konkurrieren. ■ttiumistration amerikanischer Arbeiter. New Dork, 5. April.(W. T. B.) Die organisierte Arbeiter- schaft veranstaltete heute eine Trauerkundgebung für die Opfer des Brandunglücks in der Zelluloidfabrik sowie gleichzeitig eine Kundgebung gegen die unsicheren Zustände in den Fabrikgebäuden. Zahlreiche Fabriken waren aus diesem Anlaß geschloffen. An den Kundgebungen nahmen etwa 69 000 Arbeiter und Arbeiterinnen teil. -Th. Glocke, Berlin. Druck u. Verlag: Vorwärts Buchdr. u, SerlagSanstalt Paul Singer i Co., Berlin SW. Hierzu 3 Beilage» n. Unterhaltung»»!. Nr. 82. 28. Jahrgang. kW Ks LsmSrls" Krlim KldsblM Donnerstag. 6. April l9U. SoziZlilewoiiröÄe unü niiftungsMcfyrMung. Von G. Ledebour. Der Antrag der sozialdemokratischen Reichstagsfraktion auf Einleitung von Verhandlungen zur Einschränkung der Rüstungen und zur Abschaffung des Seebcutcrechts-ist in der „Leipziger Volkszeitung" und der„Bremer Vürgerzeitung" sehr abfällig kritisiert Ivorden. Kritik zu üben, nicht nur an den Gegnern, sondern auch an den eigenen Parteigenossen und deren Betätigung, ist ein gutes Recht, es ist unter Umständen sogar eine dringende Pflicht der Parteipresse. Auch der Reichstags- fraklion kann es nur ersprießlich sein, wenn diese Kritik regelmäßig, natürlich mit der gebotenen Sorgfalt und Sachlichkeit geübt wird. Ich stehe gar nicht an zu erklären, daß es vielleicht ganz gut gewesen wäre, wenn solche Kritik häufiger geübt würde. Deshalb billige ich es auch durchaus nicht, daß andere Parteiblättcr das schwere Geschütz moralischer Entrüstung gegen die Kritik jener beiden Zeitungen aufgefahren und den Kritikern üble Motive untergeschoben haben. Form und Ton ihrer Kritik,'so abfällig sie ausgefallen ist, scheint mir nicht über das unter Parteigenossen zulässige Maß hinauszugehen. Nur der Zeitpunkt, an dem unsere Kritiker in ihrem Eifer losgeschlagen haben, scheint mir nicht glücklich geivählt. Nachdem die Einbringung jenes Antrages angekündigt war und noch ehe die Verhandlungen darüber im Reichstage ab geschlossen waren, zu erklären, die Fraktion befinde sich„auf dem Holzlvege", ist nicht zweckdienlich. Gerät ein Nebenmann und Freund in einen Kampf, so soll man ihn. wenn er den Kanipf nicht mehr abbrechen kann, nicht an den Rockschößen zurückzuziehen und in eine Abwehraktion nach der Seite zu verwickeln suchen. Damit nützt man nur dem gemeinsamen Gegner. Es hätte genügt, wenn unsere Kritiker mit ihren Vorhaltungen gclvartet hätten, bis der doch imnlerhin nur kurze Kampf völlig ab geschlossen gewesen wäre. Dann wäre Zeit genug zur kritischen Erörterung des Vorgangs gewesen, um, sollte er sich als ein Mißgriff erweisen, seine Wiederholung zu veo hüten. Die„Lcipz. Volksztg." und die„Bremer Bürgerztg." begegnen sich in der Auffassung, daß der sozialdemokratische Antrag auf Herbeiführung von Rüstungsbeschränkungen sich nicht mit der ungetrübten sozialistischen Auffassung vonl Wesen des Kapitalismus, Militarismus und Imperialismus vertrage, da der Kapitalismus mitsamt jenen anderen beiden ihm entstamnienden und unlösbar an haftenden— ismen die Tendenz zum ständigen Anwachsen bis zu seinem endgültigen Zusammenbruch habe. Eine Rüstungs einschränkung sei deshalb für die im Banne jener drei—ismen lebenden kapitalistischen Staatsgebilde unmöglich; eine solche Unmöglichkeit zu fordern sei deshalb verkehrt für eine sozial demokratische Partei, sei ein Rückfall in eine kleinbürgerliche Utopie. Die„Leipziger Volkszeitung" drückt das in einem Artikel„Praktische Politik" vom 31. März so aus, daff sie zunächst ganz zutreffend darlegt, die Stärke einer sozialdemokratischen Fraktion liege in ihrer unerbittlichen sozialistischen Kritik am Kapitalismus, in zweiter Reihe könne sie mit solchen positiven Anträgen operieren, deren Erfüllung den kapitalistischen Parteien bei gutem Willen niöglich sei. Dann fährt das Blatt fort: „In eine schiefe Position begibt sich jedoch eine sozialdemo irakische Fraktion, wenn sie von der bestehenden Gescllschafts- ordnung des Kapitalismus in der Form parlamentarischer An träge kbinge verlangt, die innerhalb dieser Gesellschaftsordnung schlechterdings nicht durchführbar sind. Sozial- demokratische Parlamentvrior werden beispielsweise das heutige kleines feuUUton. Martin Greif und Henrik Ibsen. Der in Kufstein nach langen Lebens« und Schaffenskämpsen wie ein lächelnder Philosoph ge- storbene Miinchener Lyriker Greif ist einmal heftig mit Ibsen zu- sammengestotzen. Das war nach einer feuchtfröhlichen Tafelrunde im Münchener Kunstgewerbebans. Die beiden Gcgenfützler, der Stimmungslyriker und der realistische Dramatiker, hatten„in vor- gerückter Stunde" Aussprache gehalten und sich gegenseitig einige Bosheiten an den Kopf geworfen. Als dann der trinkfeste Ibsen in des Hünen M. G. Conrad Arm eingehängt durch die näckit- liche Maximilianstraße heimschritt, schimpfte Ibsen, der etwas illuminiert war, sehr aufgeregt auf den.idealistischen" Dramen- schreiber Greif.„Was wollte denn eigentlick dieser Martin Greif? Ich verstehe ihn nicht. Was schreibt er denn für Dramen? Die Dranien von Leuten, die längst tot sind, die er niemals gekannt hat. Kann man über Unbekannte Dramen schreiben? Was gehen den Martin Greif die Toten an? Er soll sie doch in Ruhe lassen und die Lebendigen dramatisieren, soviel er will. Jetzt stört er die toten bayerischen Fürsten in ihrer Grabesruhe. Wenn er mit dreien fertig ist, kommen wohl die hohenzollerischcn dran I Es ist wahr, es gibt genug tote Fürsten. Die Geschichte ist groß. Aber das ist heute dock nicht die Aufgabe der Dramatik." Immer wieder stieß der Erregte die Frage heraus:.Was gehen den Martin Greif die toten Könige an?" Um ihn abzulenken, ivars Conrad ein:„Aber. lieber Doktor Ibsen, Sie haben doch auch einen.Catilina" ge- schrieben I".Oho I" rief Ibsen prompt,.erstens war Catilma kein König, sondern ein Anarchist. Zweitens war ,ch damals kein Dra- matiler, sondern Apotheker.(.Catilina" war des Apothekerprovisors Ibsen erster dramatischer Versuch.) Ist Martin Greis jemals Apo- lheker gewesen? Also l.. Winter im April. Nachdem die letzten Märztage schon völlig sommerliche Temperaturen gebracht hatten, ist in dieser Woche ein außerordentlich heftiger Wettersturz erfolgt. DienStagmorgen herrschte, von der Nordieeküste abgesehen, in ganz Deutschland Frost; die Morgentemperalure» lagen überall 1—2 Grad unter dem Ge» frierpunkt. erhoben sich auch während deS TagcS kaum um 1—2 Grad über Null. Dabei fanden seit Montag im ganzen Laude Schneefälle statt; Dienstag früh schneite es in fast ganz Mittel» und Ostdeutschland, und die Schneefälle wiederholten sich häufig während deS TageS. Heiteres, aber gleichfalls kaltes Weiter herrschte im wesentlichen nur an der Nordieeküste und an der linken Rheinseite. Heslige Schneestürme aus nördlicher Richtung richteten an der Ostl'eeküite erheblichen Schaden an. Die mittleren Tagestemperaturen, die Donnerstag vielfach bis zu IE Grad über den normalen Werten gelegen und Juniwerte erreicht hatten, lagen Dienstag bis zu S Grad unter der normalen TageStcmperatur und entsprachen damit den normalen Verhällnisien der kältesten Januar- wachen. Wir halten somit in Deutschland innerhalb eine Woche Temperaturgegensätze, wie sie normalerweise um sechs Monate von einander geschieden sein sollen. Den Anlaß zu der heftigen Lohnsystcm mit höchstem Recht als die Form der kapitalistischen Ausbeutung des Mensche» durch den Menschen kennzeichnen können. Niemals aber werden sie den Antrag stellen können, den Herrn Reichskanzler zu ersuchen, das Lohnsystem abzuschaffen. Ein solcher Antrag wäre unter bestehenden Verhältnissen eine Ilwpie, und ist selbstredend nie gestellt worden. Aber auf der- selben Höhe scheint uns der Antrag zu stehen, den gestern Genosse Scheidcmann begründete: den Herrn Reichskanzler zu ersuchen, sofort Schritte zu tun, um eine internationale Verständigung über die allgemeine Einschränkung der Rüstungen herbeizuführen. Gewiß: man kann sagen, Einschränkungen der Rüstungen ist noch nicht Abrüstung. Rur das letzte ist eine rein sozialistische Forderung, während die erste auch unter kapitalistischen Per- hältnisfen denkbar wäre. Denkbar! Je nun! In einer imaginär- kapitalistischen Welt vielleicht, in der konkrct-kapitalistischen Welt jedoch sicherlich nicht. Herr Bethinann Hollweg hat alle die Gründe angeführt, die einem kapitalistischen Wortführer den sozialdemokratischen Antrag unmöglich machen, und eigentlich hätte unser Redner die Rede halten müssen, die. der Reichskanzler hielt. Der Sozialdemo- krat hätte nachweisen müssen, daß der Kapitalismus auf den Weltkrieg hinarbeitet, daß er ohne beständige Ausdehnung der Rüstungen nickt auskommen könne, daß infolgedessen für ihn weder ein Stillstand noch gar eine Einschränkung der Rüstungen -in Frage komme. Und gerade darin bestehe die Gemeingefährlich- ie.it des Kapitalismus, gerade deshalb dürften die unterdrückten Klassen nicht ruhen, bis der Kapitalismus an seinen eigenen Widersprüchen und seiner menschenmordenden Gemeingefährlich- keit zugrunde gegangen ist." Die„Bremer Bürgerztg." ferner preist am 1. April in dem Artikel„Auf dem Holzwege" gleichfalls den Reichskanzler, weil er seine Behauptung, daß die Ein- schränkung der Rüstungen undurchführbar sei, mit Gründen gestützt hätte,„die Hand und Fuß haben". Weiter sagt dann dieses Blatt: „Die ReichstagLfraktion forderte von der Regierung, sie solle sofort Schritte tun. um eine internationale Verständigung über die allgemeine Einschränkung der Rüstungen in Verbindung mit der Abschaffung des Seebeuterechts herbeizuführen. Wie wir es hier vor dem Magdeburger Parteitag in einer Kritik des Kopenhagener Beschlusses und der Haltung des Genossen Lede- bour schon ausführlich bewiesen haben, bildet die Grundlage dieser Forderung eine illusionäre Auffassung des Kapitalismus, des Militarismus und des Wesens der auswärtigen Politik. Des Kapitalismus, weil er genötigt ist, um die Austragung der kapi» talistischen Gegensätze, die mit jedem Jahre einen kleineren Raum für die kapitalistische Entwickelung freilassen, zu ver- schieben und neue Märkte zu erobern, was ohne Militär- und Marinerü st ungern, unmöglich i st. Des Militarismus, weil dieser als eine internationale Erschei- nung die Tendenz zum fortdauernden Wachstum besitzt, die sich durch keine parlamentarischen Beschlüsse dauernd zurückdrängen läßt, wie sich durch sie die kapitalistische Entwickelung auch nicht dauernd zurückhalten läßt. Sie beruhen schließlich auf der Ver- kcnnung der Eigenart der kapitalistischen auswärtigen Politik. dank welcher jedes Bündnis einiger kapitalistischer Staaten sich gegen andere richten muß, dank welcher bei der Mannigfaltigkeit und steter Enitvickelung, steter Verschiebung der Machtverhält- nisse, die allgemeine Regulierung und Fixierung ihrer Bc- gichungen undurchführbar ist. Ohne eine solche Regulierung und Fixierung wäre eine Einschränkung der Rüstungen unmög- lich, selbst wenn sie nicht schon aus den oben angeführten Grün- den unmöglich wäre. Wer solche Forderungen aufstellt, wie es die ReichstagSfraktion tut, der m u ß alle diese ent- scheidenden Tatsachen den Massen des arbei- tenden Volkes verhüllen, der muß ihnen die Wahrheit über die Natur des Kapitalismus vorenthalten, der führt also die Massen irre, statt sie a u fzu k l ä r c n." Es handelt sich also in der Hauptsache um die Frage: I st für ein kapitali st isches Staats ivesen, ist für das Deutsche Reich insbesondere eine Einschränkung der Rüstungen möglich oder nicht? Die beiden genannten Parteiblätter, die„L. B.-Z." und die„B. B.-Z." verneinen die Frage im Einklang Abkühlung gab eine Umschichtung des Luftdruckes, durch die Mitteleuropa, dos vorher warme Südwinde bestrichen hatten, unter die Herrschaft kalter Nordwestwinde kam. Noch am Sonntag waren beim Vorbeigang eines Teilminimums die Temperaturen an einzelnen Orten wieder über 20 Grad binausgestiegen; Montag da- gegen war vom hohen Norde» ein tiefes Minimum, dem sich der erwähnte Teilwirbel angegliedert hatte, in das Gebiet der nördlichen Ostsee gelangt, wo sich das Zentrum des Tiefdrucks von weniger als 744 Millimeter Höhe befand. Hinter ihm drang das Grönland- maxünuin mit sehr bedeutender Höhe über Island hinaus gegen den Kontinent vor; es erreichte im Nordatlautik 778 Milli- ineter Höhe. Die zwischen beiden Druckgebieteu herrschenden großen Gefälleunterschiede führte» zu starten bis stürmischen Nordwest- und Nordwinden, unter deren abkühlendem Ein- fluß die Regenschauer schließlich völlig in Schneefälle übergingen. Im hohen Norden deS Erdteils herrschen noch Temperaturen bis zu 14 Grad unter Null; die Abkühlung umfaßt beinahe ganz Europa, und nur von Mittelitalien ab ist es noch warm. Nach wiederholten Nachtsrösten dürfte sich bei steigendem Luftdruck allmählich auch im Osten Deutschlands Aufheiterung und damit langsame Wiedcrcrivärmung einstellen; de»» das hohe Maximum rückt ziemlich schnell hinter den ostwärts abziehenden Wirbeln gegen den Kontinent vor, und da über Island sich schon wieder die Anzeichen einer neuen Depression bemerkbar machen, so dürfte der Kern des Hochs bald auf das Festland gelangen,»vomit die kalten Nordwestwinde ihr Ende erreichen würden. Patriotische Naturverschanbelung. In der in München er- scheinenden„Deutschen Alpenzeitung" lesen wir: Wer sich dem bayerischen Bergland nähert, den grüßt schon aus weiter Ferne ein merkwürdiges Berggebildc, eine gedrungene und doch graziöse Felspyramide, ein charakteristisches Mal: das Ettaler Mandl. Jedem Wanderer in diesem Landstrich ists ein lieber, guter Bekannter, ein Freund und Kamerad. Und diesen Berg möchte man uns ver- schandeln. Verschandeln unter dem Deckmantel des Patriotismus. Da ist nämlich ein Miinchener Bildhauer auf die gloriose Idee perfallen, das Ettaler Mandl„ummeitzeln" zu lassen. Seine Sil- houette sollte zwar möglichst gewahrt bleiben, aber statt der Felsen- wand, an der jetzt der Steig auf den Gipfel führt, sollte in Hoch- relief, fast Rundplastik, das Brustporträt des Prinz-Regenten, der Kopf mit einer Kapuze bedeckt, in etwa zwanzigfacher Lebensgröße in die Erscheinung treten.... Im Münchener Kunstvcrcin war neulich das Modell dieser beabsichtigten Metamorphose, die etwas wahrhaft amerikanisch-unkultiviertes hat, zur Schau gestellt. Das ist kein Patriotismus, das ist Bizarrerie, das ist Spiel mit Sensa- tion. Zu solchen zweiselhaften Zwecken sind unsere Berge nicht da. Patriotismus bekundet sich viel mehr als in solchen Versuchen in reiner Erhaltung der Naturschönheiten. Und davon abgesehen, ge- hört ein reichliches Stück Geschmacklosigkeit dazu, einem viel be- stiegenen Berg eine menschliche Gestalt zu geben. Soll man künftig- hin vielleicht an der Nase des Porträtierten herumklettern? Soll man— wie es das Modell zeigt— auf seinem Kopf sich placieren? Wer so etwas provoziert, den haben Geschmack und Patriotismus perlassen; hier beginnt die Farce, um Akq» hat bisher unsere mit dem Reichskanzler v. Bethmann Holllveg. Die Rcichstags- fraktion bejahte sie, wie jene Blätter ganz richtig annehmen. Ich darf wohl hinzusetzen, daß die Fraktion sich dabei im Ein- klang befand mit der deutschen Delegation auf dem internationalen Sozialistenkongreß in Kopenhagen und mit der überwältigenden Mehrheit dieses Kongresses überhaupt, denn eine Opposition gegen diese Auffassung trat nur zutage bei einem polnischen und einem holländischen Mitgliede der vorbcratendcn Kom- Mission. Unsere Freunde in Leipzig und Bremen sind nun, wie aus ihren Ausführungen hervorgeht, zu ihrem irrigen Schlüsse nur gekommen, weil sie sich blenden ließen durch die zweifellos gewaltigen Kräfte und Strömungen innerhalb des Kapita- lisnins, die auf eine gewaltsame staatliche Raubpolitik und damit auf die stetige Rüstnngssteigernng hindrängen. Sie faßten dabei aber nicht ins Auge oder würdigten nicht genügend die innerhalb der kapitalistischen Gesellschaft sich gleichfalls stetig entwickelnden Gegenkräfte und Gegenströmungen, die für den Frieden und daniit für die Rüstungsbeschränkung wirken. Das erscheint mir aber doch als ein arger Denkfehler, als eine Verkennung des dialektischen Entwickelungsganges des Kapitalismus, die bei so wohlgeschultcn Marxisten, wie sie in Leipzig und Bremen Hausen, besonders auffällig ist. Dem Kapitalismus immanent ist das Bestreben, die staat- lichen Machtmittel auszilnutzen zur Beraubung fremder Völker, zur Unterjochung fremder Länder, um sie im Interesse der heiinischen Kapitalisten besser ausbeuten zu können. Träger dieses Triebes sind die Anteressenten aller Art, die von einer solchen Gewaltpolitik Vorteil ziehen können: in erster Reihe die Lieferanten von Kriegsmaterial, seien es Industrie- oder Handelskavitalisten, wie die Krupp und Arm- strong einerseits, die Tippclskirch u. Eo. andererseits; dann das Finanzkapital, soweit es in der neuerlichen im- perialistischen Periode in Kolonien und kapitalistisch unentwickelten Fremdländern durch die staatlichen Machtmittel sich Anlage- und Ansbeutnngsmonopole zu schaffen sucht; schließ- lich natürlich die Ehrsüchtigen, die Kriegsknechte und Kolonial- abenteurer sowie die Scharen der Patrioten, die durch die imperialistischen Ideologien beeinflußt und begeistert werden. Das sind in ihrem Zusammenwirken mächtige Kräfte zur Durchsetzung der kriegerischen Tendenzen des Kapitalismus. Aber der Kapitalismus erzeugt in seinem Schöße Gegenkräfte und Gegenströmungen, die an Kraft stetig zu- nehmen mit dem Wachstum des Kapitalismus selbst. Wie kann man sie völlig außer acht lassen, will man die Frage der Einschränkungsmöglichkeit der Kriegsgefahr und der Kriegsrüstungen erörtern! Da sind zunächst die Totengräber des Kapitalismus, die Proletarier, die an Zahl, an Organisationsfähigkeit, an Klassenbewußtsein, an Kampfeslust und damit an tatsächlicher, Einfluß ausübender Macht stetig wachsen niit dem Wachstum des Kapitalismus selbst. Diese Tatsache an sich wird sicher von keinem Sozialdemokraten bestritten werden, auch nicht, daß die klassenbewußten Proletarier kricgsfeindlich sind. Aber unsere Freunde in Leipzig und Bremen scheinen anzunehmen, daß das Proletariat zwar seine Macht zur völligen Ab- schaffung der Kriegsrüstungen geltend machen kann, sobald es die Oberhand gewonnen hat und die kapitalistischen Einrichtungen überhaupt beseitigen kann, nicht aber die Macht hat, auf Einschränkung der Nüstungen hinzuwirken, solange es noch eine Minorität bildet im Staat. In der Be- ziehung denkt selbst ein kapitalistischer Minister in England, Sir Edward Grey, marxistischer. Das tritt in seiner Warnung zutage, daß das Ucbermaß der Rüstungssteigerung mit seinem Ucbermaß des Steuerdrucks, besonders wenn deren bedrohliche Wirkung gesteigert wird durch den unglücklichen Ausgang eines Krieges, die Gefahr einer Revolution, also doch wohl nach Greys Auffassung die gelvaltsame und sieg- Natur oft genug gegen industrielle Unternehmer verteidigen und vor ihren unbesorgten Uebcrgriffen schützen müssen, jetzt scheinen sich auch gewisse Künstler an der Natur vergreifen und sie ver- gewaltigen zu wollen. Da wollen wir Freunde der Alpen uns aber schönstens dafür bedanken und energisch dagegen Front machen. Theater. Modernes Theater:„Colette, die anständige Frau", Schwank von Alexander Engel und Julius Horst. Der Schwank ahmt das bekannte Pariser Schema so getreulich nach, daß die Lcr- fasser, in richtiger Selbsterkenntnis, sogar das NamenöverzeichniS der Figuren von dorther bezogen haben. Zur Gattung gehören auch die Gattungsnamen. Sie sagen einem gleich, daß man an ihre Träger keinen noch so bescheidenen Maßstab der Menschen- »löglichlctt anlegen darf. Kündigte der Theaterzettel statt einer Frau Colette eine Frau Müller oder Schulze an, so bestand Gefahr, daß in dieser Hinsicht irrige Erwartungen rege werden konnte». Indes bleibt die deutsche Kopie auch hinter dem schlechten Durchschnitt des französischen Genres um Erhebliches zurück. Die ersten zwei Akte sind bei krampfhaftem Bemühen um einen frivolen Schiverenötertou von trister Langweile. Erst in dem dritten geht die Verrücktheit hier und da bis zu den Grenzen fort, wo sie in eine Art grotesker Komik umschlägt. Die anständige Frau, die anfangs nur, um ihren flatterhaften Mann durch Eifersucht an sich zu fesseln, flirtet, gewinnt dabei Geschmack au diesem Spiele. Mit amüsanter Drastik brachte Herr Erich S ch ö n s e l d e r in der Versteckungs- und Verwechseluligshetzjagd der letzten Szenen die abenteuerlich-blödsinnigen Kombinationen eines Einfaltspinsels und betrogenen Gatten, der sich als Sherlok Holmes aufspielt, heraus. _ dt. Notizen. _--»Rembrnndts„Mühle" wandert aus. Der Mar» guis LanSdowne, der Führer der Konservativen, hat das berühmt« Gemälde von Rembrandt„Die Mühle" für 2 Millionen Mark an einen reichen Amcrilancr veräußert. Die öffentliche Subskription. die zur Ertvcrbung dieses Gemäldes eröffnet wurde, hatte kein nennenstvcrtes Ergebnis zu verzeichnen. Es kamen nur 880 EEE M. zusammen. Der patriotische Lord wollte seinen Landsleutcn das Bild zwar etwas billiger lassen. Aber sie haben es mit Recht abge- lehnt, sich auf solche unkontrollierbare Preistreibereien einzulassen. Da der Käufer des Bildes nicht genannt wird, konnte mancher glauben, es handele sich nur um einen Trick. — Frauen rechte aufJSland. Das islandische Atting hat in seiner unteren Abteilung einen Gesetzentwurf angenommen. der den Frauen gleich den Männern das Recht gibt, an sämtlichen Lehranstalten des Landes Unterricht zu genießen und ihr Examen zu niachen und alle Beamtenstellen deS Landes zu bekleiden. Island wird noch im Laufe diese« JahreS seine eigene Universität erhalten. Wenn das Gesetz auch die Zuslimnumg der oberen Abteilung des Parlaments findet, werden die Frauen im höheren Studium und den Berufen, die dieses erschließt, den Männern gleichberechtigt sein. teiüjc Erhebung SeB ProlelariatS gegen 5te kaHltalistische Unterdrückung heraufbeschwört. Grey war keineswegs der erste bürgerliche Politiker, der diese Behauptung ausgesprochen hat, aber noch keiner hat es getan in seiner verantwortlichen Stellung. Mau kann die Realität dieser Befürchtung auch nicht aus her Welt schaffen durch den Einwand: O, dieser Heuchler! Rüstet er nicht selbst weiter? Gray glaubt doch, wenn auch unserer Meinung nach irriger Weise, England dürfe allein nicht den Anfang machen mit Nüstungsbeschränkungen. Deshalb wünscht er ja gerade eine gleichzeitige Einschränkung der Rüstungen auf Grund eines Abkommens. Um das zu erzielen, bringt er jenes Argumenit vor, das an sich zwvifellos richtig ist, das weithin wirkt auf die Kapitalisten, denen so wie so schon die Furcht bor dein Sozialismus in den Knochen fitzt. Also ist die Sozialdemo- kratie an sich schon heutigen Tages ein Machtsaktor, der gegen die Kriegsgefahr auf die Einschränkungen der Nüstun- gen einen merklichen Einslust ausübt. tEi» Awciter Artikel folglf« Hbgeo'rclmtetidaiis. CS, Sitzung vom Mittwoch, den c. April« vormittags!t Uhr. Km Ministei tische: Komimissare. Aus der Taxesordnuiig steht der Bericht der WahlprüfungS» kommifsio» über die Wahl des Abg. Dr. Ehlers(Bp.) im Wahl- bezirk 4 Breslau. Der Berichtcrstolter Mg. Toirrneau(Z.) beantragt namenS der Wahlprüfuiigskommifiion. die Wahl des Abg. Dr. Ehlers für un» gültig zu erklären. Abg. Fischvcck hSp.) beantragt, dre Angelegenheit an die Wahl- Prüfungskommission zurückzuve, weisen. Die Abgg. Strosser(l) und Gottschall(iiatl.) sprechen sich für die UngültigkeitS- erklärung aus. Z)er Antrag der Wahlprufuiigskommission wird angenommen Und die Wahl des Abg. Dr. Ehlers für ungültig erklärt. Nachdem die Abgg. Strosser st.) und Fischbcik(Sßp.) noch einmal ihren Standpunkt beront babeu, wird ein Schlußantrag von ton- scrvativer Seite eingebracht. Auf der Rednerliste steht»och der Abg. H o ff m a nn n d e w a h l r e ch t ciu grosses Reinemache» vorzunehme» und diesen Ueberrest längst vergangener Zeiten auszukehren.(Beifall bei den Sozialdemokraten.) lieber die Petition wird zur Tagesordnung über- gegangen. Es folgt eine Petition des Bundes deutscher Militäraulvärter um Anrechnung der Miliiärdienstzeit auf daS Beioldungödienstalter in den Komimuien. Die Abgg. Strosier(f.), Lüdicke(frk.i, Delius(Vp.), Barlscher(Z.), Hausmann inatl.) treten für Berück- sichtiamig ein. Ein Regiening-kcmimissar erhebt Bedenken dagegen. Dte Petition wird zur Berücksichtigung überwiesen. _ Eine Petition der Fu'chereisckiutzgeilossenschaft in Rathenow, die bessere Entschädigung für die Fiscbereibcrechtigung fordert, wird auf Antrag der Kommission zur Berücksichtigimg überwiesen, nachdem Abg. v. Brandenstein(k.) die Wünsche der Petenten noch besonders unterstützt und ein Rsgicrungskomniissar wohlwollende Behandlung der Angelegenheit zugesichert hat. Die TageSardnuiig ist damit erschöpft. Nächste Sitzung: Dienstag, den 2. Mai, l2Uhr.(Gemeinde- ordnulig für die Rheiiiprovinz, Antrag Hammer(k.) über die Wander- tager und weitere Anträge. Schluß Uhr._ Seriems-Leitung. Eine aufgeregte Angeklagte. _ Zu einem aufregenden Zwischenfall kam es gestern in einer Sitzung der 7. Strafkammer des Landgerichts I unter Vorsitz des Landgerichtsrats Wilke. Unter der Anklage des Diebstahls hatte sich die 24jährige Arbeiterin Wilhelmine Nickel vor dem Strafrichter zu verantworten. Sie wurde beschuldigt, ihre eigene Schwester be- stöhlen zu haben. Bald nachdem die Verhandlung begonnen hatte, wurde es bekannt, daß die Angeklagte einen Revolver bei sich trage, mit welchem sie iin Falle ihrer Verurteilung ihre als Zeugin an- wcsende Schwester und dann sich erschießen wolle. Der Vorsitzende ordnete sofort eine Visitation der Angeklagten an, die auch, soweit es im Gerichtssaale durch den Gerichtsdiencr möglich war, statt- fand, jedoch ergebnislos verlief. Als der Staatsanwalt gegen die Angeklagte eine Gefängnisstrafe von 4 Monaten beantragte, be- obachtete der Gerichtsdiener Görke, Wie sich die Angeklagte un- auffällig an ihrer Unterkleidung zu schaffen machte. Er sprang sofort zu und sah, daß die N. in ihrer Hand einen Revolver zu der- bergen suchte. Er entriß der sich heftig wehrenden Angeklagten die Waffe, ehe sie damit größeres Unheil anrichten konnte.— In der Sache selbst wurde die Angeklagte freigesprochen. Der R-volver wurde vom Gericht beschlagnahmt. Der Messerstecher vor Gericht. Unter dem schweren Verdacht, die Massenattentate gegen Frauen und Mädchen begangen zu haben, die im Jahre 4909 Berlin in so gewaltige Aufregung versetzt haben, steht der Maler Richard Bennewitz, der gestern aus der Untersuchungshaft der 1. Straf- kammer des Landgerichts I unter Vorsitz des LaudgerichtsdireZtors Schmidt vorgeführt würde, um sich wegen mehrerer Straftaten auS dem Jahre 1919 zu verantworten. Er wird beschuldigt, durch sieben selbständige Handlungen in der Nacht zum 24. November 1919 die unverehelichte Martha Fischer im Hotel„Dänischer Hof" mit einem Messer bedroht, sie mit dein Messer in den Kopf und in die Hände gestochen und deren Tasche, die er wach Geld durchsuchte, zerrissen zu haben. Ferner soll er im Oktober 1919 die unverehelichte Ger- trud Bieneck mit einem Messer und einem Revolver bedroht und gezwungen haben, ihm zu Willen zu sein; als auf deren Hilferufe sich dem Entflieheuden oie Wirtschafterin Emma Kahl in den Weg stellte, soll er auch diese bedroht haben. Außerdem wird ihm ein Diebstahl und die Beilegung eines falschen Namens bei seiner Ver- Haftung zur Last gelegt. Ob er der Messerstecher ist, dem im Jahre 1999 ein Menschenleben zum Opfer gefallen ist, wird die nach dieser Richtung hin gegen ihn geführte besondere Untersuchung erst er- geben. Den gegen ihn nach dieser Richtung entstandenen Verdacht sollen schon 12 Zeugen verstärkt haben, die den Angeklagten mit Bestimnrtheit wiedererkannt haben. Da unter diesen Umständen das sexuelle Moment stark in den Vordergrund rückt, beantragte Medizinalrat Dr. Hoffmann die Beobachtung des Angeklagten in einer öffentlichen Irrenanstalt auf die Dauer von längstens sechs Wochen. Der Angeklagte erklärte sich demgegenüber für vollständig geistig gesund. Das Gericht entsprach jÄoch dem Antrage des Sachverständigen und vertagte aus diesem Grunde die Verhand- lung._ Ein Lümmel, der noch in den Drcckhosen steckt. Mit dieser geschmackvollen Wendung belegte daS Organ des Getverkvereins christlicher Bergaroeiter,„Der Bergknappe", am 28. Januar den Gewerkschaftssekretär des Verbandes der Berg- arbeiter, Hoffeld, weil dieser über einige Mitglieder deS GeWerk- Vereins die wahre Behauptung verbreitet hatte, sie hätten bei der ReichStagsstichwahl 1997 für die nationalliberale Partei agitiert. Darauf strengte Hoffeld die Beleidigungsklage an. Ob das nötig war, wollen wir nicht erörtern. In der Regel unterläßt«in Sozialdemokrat den Gang zum Kadi, wenn es sich nur um formale Flegeleien eines politischen Gegners handelt, hängt diese vielmehr nur niedriger. Drei Wochen nach Erhebung der Klage erklärte der„Bergknappe" unter dem 2ö. Februar, nicht Hoffeld, sondern Löffler habe jene Behauptung aufgestellt, ihm, nicht Hoffeld solle die von christlicher Liebe überströmende Bezeichnung eines Lüm- mels, der noch in den Dreckhosen steckt, gelten. In der Verhandlung vor dem Schöffengericht in Hamm er- klärte der durch seine arbeiterfeindliche, schmutzige Aeußerung, die Verbändler seien eine„Meineidsgesellschaft mit beschränkter Haf« tnng", bekannt gewordene Eswerkschaftssekretär HüSkes, den Ar- tikel habe er geschrieben, er habe die Namen verwechselt und das erst bemerkt, als der Redakteur ihn von HoffeldS Klage in Kennt- niS gesetzt hatte. Das Gericht sprach hierauf mit der Begründung, der Redakteur sei falsch berichtet, mithin liege nur Fahrlässigkeit vor, für diese sei er aber nicht verantwortlich, den Angeklagten frei. Ein überraschend schlecht gearbeitete» Stück aus der preußischen Justizfabrik. An sich hätten wir vom Standpunkt der Preß- sreiheit sicherlich wenig gegen den Grundsatz einzuwenden, daß ein Redakteur von Strafe zu verschonen ist, wenn durch seine Fahr- lässigkeit ein Vergehen begangen ist. Indes entspricht dieser Rechisgrundsatz leider weder dem bestehenden Recht noch der gegen Sozialdemokraten betätigten Rechtsprechung. Er wäre auch nicht zu billigen, soweit er wie hier zu einein Privileg der Presse zur Schimpffreiheit nach Art des„Bergknappen" wird. DaS RoheitS- delikt des Organs des Gewerkvereins christlicher Bergarbeiter ist überdies keineswegs ein nur fahrlässiges. Der angeklagte Redak- teur nicht minder wie der christliche Gewerkschaftssetretär sind zu- rechnungsfähig. Sie waren sich also des beleidigenden Eharakters der in bezug auf den Kläger gebrauchten lediglich beschimpfenden Wendung bewußt. Mithin sind alle Erfordernisse einer strafbaren Beleidigung erfüllt. Ein Borsatz, zu beleidigen, ist für die Straf- barkcit nicht erforderlich, liegt aber außerdem vor. Wahrhaft grandios ist die juristische Konstruktion: weil HüSkes und der ..Bergknappen"-Nedakteur nach der Erhebung der Klage auch Löffler ebenso beschimpft hätten, liege eine Beleidigung HoffeldS nicht vor. Hätte der„Bergknappe", nachdem er sich überzeugt hatte, daß er sich über den tatsächlichen Vorwand zur Beleidigung Hoffelds im Irrtum befunden hatte, seine flegelhafte Bemerkung über Hoffeld mit dein Ausdruck des Bedauerns zurückgenommen, so hätte das auf das Strafmaß einen Einfluß üben tonnen. Hüskes und der „Bergknappe" haben aber solche von jedem anständigen Preßorgan als selbstverständliche AnstandSpflicht erachtete Zurücknahme unter- lassen. Und das, wiewohl sie wußten, daß der als Vorwand für ihre Anpöbelung Hoffelds aufgestellte Tatbestand mit der Wahr- heit unvereinbar ist. Durch diese Unterlassung haben sie deutlich zum Ausdruck gebracht, bass sie bewußt, vorsätzlich und absichtlich durch den in bezug auf Horseld gebrauchteil Ausdruck diesen haben IMlSll fficlffn, SMÄd Mcu sie ihre Schmähungen auch dann noch Nicht vedauerk, als sie sich überzeugten. Saß ihre dem Hoffeld in den Mund gelegten Worte von diesem gar nicht gesprochen sind, also das Moment fortfiel, das allenfalls zur Erklärung ihrer Er- regung und Milderung der Strafe hätte herangezogen werden können, wenn die dem Hofseld zugeschriebene Behauptung unwahr wäre. Und dieser klaren Sachlage gegenüber erkannte das Gericht auf Freisprechung! Wäre seine Deduktion zutreffend, so müßte es auch auf Freisprechung erkennen, wenn auf eine Klage LöfflerS die Stützen des christlichen Getverkvereins erklären würden, wir haben uns geirrt: nicht Löffler, sondern Hoffeld oder Friedrich August Schulze meinten wir. Zur Freisprechung müßte das Hammer Schöffengericht dann auch gelangen, wenn etwa ein Berg- arbeiter den Redakteur des„Bergknappen unter dem Motto:„D>r tränke ich Deine Meineidszesellschaft mit beschränkter Haftung ein" braun und"blau schlagen, vielleicht auch einige Rippen zerbrechen, aber nachher erklären würde: da lag eine Verwechselung vor, ich glaubte, der Redakteur nicht Hüskes habe jene infamen Worte ge- braucht. Auf Grund der neuesten Entdeckung des Hammer Gerichts wäre auch ein Totschläger freizusprechen, wenn er in der völlig unbegründeten,„fahrlässigen" Annahme, der Totgeschlagene habe seine Frau vergewaltigt, das Verbrechen begehen würde. Famose Perspeftiven für Verbrecher? Fast noch interessanter als die Gründe des Hammer Gerichts- Urteils ist das Verhalten der„Ehristlichen". Im Reichstag stimmt das Zentrum für drakonische Strafbestimmungen wegen Beleidi« gung durch die Presse, und für sich selbst nehmen die Zentrums- leute das Privileg der Schimpffreiheit in Anspruch. Und diese Partei mit doppelter Buchführung nennt sich eine Partei für Ge- rechtigkeitl_____ Zur Haftung deS Rechtsauwalts, der den Prozeß verloren hat. Ein Forstaufseher ist in Gemeinschaft mit einem Dritten ver- urteilt worden, weil ein Arbeiter durch sein Verschulden bei einem Langholzfuhrwerk zu Schaden gekommen ist. Da der andere nicht leistungsfähig ist. hat er allein 497 M. zahlen müssen und auch weiterhin eine Rente von jährlich 83 M. zu zahlen. Nach Erledi- gung dieses Prozesses ist er von der Weimarischen Berufsgenoffen- schaft darauf hingewiesen worden, daß der Verletzte Unfallrente bezieht und er als versicherter Betriebsunteraehmer des landwirt- schaftlichen Betriebes, in dem der Verletzte verunglückt ist, gemäß 8 146 des Landwirtschaftlichen Unfall fürsorgegesetzes gar nicht habe verurteilt werden können. Das Landgericht und Oberlandesgcricht hatten in dem Vorprozesse ausgeführt, daß der Großvater deS jetzigen Klägers der Betriebsunternehmer sei; in Wirklichkeit hatte aber der Kläger damals, als der Unfall passiert war, den Betrieb schon übernommen gehabt. Der Forstauffeher hat dann seinen Rechtsanwalt in Weimar auf Schadenersatz verklagt. Er machte geltend, daß es Sache des ihn vertretenden Rechtsanwalts gewesen sei. dies« Frage aufzuklären und den Einwand des zitierten Paragraphen vorzubringen. Dann hätte er in dem Vorprozesse nicht verurteilt werden können. Von dem Beklagten verlangt er Ersatz der Beträge, die er zu zahlen ver- pflichtet ist. Diesen Schadenersatzanspruch des Klägers hatte daS Land- gericht Weimar als gerechtfertigt anerkannt, daS Oberlandcsgericht Jena dagegen den Kläger zur Hälfte wegen eigeuen Verschuldens abgewiesen. Denn er habe aus den Urteilen der Vvrinstanzen er- sehen können, daß sein Großvater als Letriebsunternehmer be- zeichnet worden war, deshalb sei es seine Pflicht gewesen, den An- malt auf den Irrtum im Urteil aufmerksam zu machen. Die Eni- scheidung über die andere Hälfte ist von einem Eid deS betlagtcir Anwalts abhängig gemacht, daß ihn, vom Kläger(damaligen Be- klagten) vor Erlaß des reichsgerichtlichen Urteils nicht mitgeteilt worden sei, daß er der Unternehmer deS Betriebes sei, in dem der Verletzte verunglückt ist. Auf die Revision des Klägers hat das Reichsgericht am DienS- tag das Urteil des Oberlandesgerichts Jena ausgehoben und das den beklagten Reckstsanwalt bedingungslos verurteilende Erkeuutnis deS Landgerichts wiederhergestellt. Da» Reichsgericht vertritt den Standpunkt, daß in einem Falle, wie dem vorliegenden, den Rechts- anwalt allein das Verschulden trifft, wenn er es unterläßt, einen für den Prozeß wichtigen Umstand zu berücksichtigen und den be- treffende» Paragraphen zu zitieren. Ein Muster eines Schutzmanne». Wegen Beleidigung de» Bürgermeister» von Schwelm ist am 3. Dezember vom Landgericht Hage» der Polizeisergoant Albert Fröhlich zu 6 Wochen Gefängnis verurteilt worden. Er hatte seinen jüngeren Kollegen P. vielfach scknkaniert und dabei gröblich auf den Bürgermeister geschimpft.— Die Revision des Angeklagten wurde am Dienstag vom Reichsgericht als unbegründet verworfk». Knickerigkeit de» EisenbahnfiSkuS vor dem Reichsgericht. Der Lokomotivführer W. aus Stettin hat im Jahre 1899 km Dienste der preußischen Staatseisenbahu dadurch einen Schaden er- litten, daß er ein Eisenbahnunglück, das infolge falscher Weichen» strllung einzutreten drohte, durch große Aufmerksamkeit verhütete. indem er seinen Zug rechtzeitig zum Steheil brachte. Infolge der Aufregung und der eiligen Tätigkeit hat W. eine Nervenerschütte. rung und einen Schaden an der Wirbelsäule erlitten. Er ist im Jahre 1894 in den Ruhestand versetzt worden und erhält neben seiner Pension von etwa 1499 M. jährlich noch einen Zuschuß für seine Verpflegung. Außerdem ist ihm jedes Jahr der Betrag von 1299 M. für eine achtwöchige Kur in Oeynhausen zur Verfügung gestellt worden. Vom Jahre 1998 an weigerte sich der Eisenbahn- fiskus, dem W. die 1299 M. weiterhin zur Verfügung zu stellen. Er machte geltend, daß nach den Bekundungen Sachverstäitdigev die Kur in Oeynhausen auf daS Leiden des Klägers ohne Heil- tendenz Reibe, daß zum mindesten die notwendige Heilung nicht zu erwarten sei. W. ist aber trotzdem wieder nach Oeynhausen ge- fahren und klagte gegen den preußischen EifenbagufiskuS auf Zahlung der 1299 M. Das Oberlandesgcricht Stettin hat den Beklagten verurteilt. dem Kläger weiterhin die besonderen Kosten zn erstatten, die er für einen vierwöchigen Aufenthalt in Oeynhausen aufzuwenden hat. DaS Oberlandesgericht tritt einigen Gutachten von sachverständiger Seite bei, die bekunden, daß ein Aufenthall in Oeynhausen für den Kläger von wohltuendem Einfluß ist und ihm Linderung bringt. Besonders auf die traumatisch« Neurose habe die Kur günstigo Wirkung ausgeübt. Jedoch halten beide Sachverständige emen längeren Aufenthalt in dem Badeorte für das psychische Leiden de? Klägers nicht für angebracht. Der EisenbahnfiSkuS legte gegen da» Urteil de» Oberlandes» gerichtS Stettin Revision ein und führte aus, daß die Wirkung der Kur in Oeynhausen nur auf Einbildung beruhe. Das Reich»- gericht wies die Revision des beklagten EiienbahnfiskuS am DienS- tag zurück. Wenn der FiskuS so wenig wohlwollend die Taten derer de» lohnt, die ein Eisenbahnunglück verhütet haben, so wirb er von einer im Allgemeininteresse besonders zu verurteilende» Sparsam- leite- sucht am unrechten Ort beherrscht. Entziehung de» Hebammen-PrüfungSscheine». DaS OberverwalttingSgericht bestätigte die Entziehung deS Prüfungsscheincs der Hebamme L. aus Danzig, welche eine schlimme, fast völlige Erblindung eines neugeborenen Kinde» da- durch verschuldet hatte, daß sie dem Kinde nicht alSbald nach der Geburt eine Höllevsteinlösung in die Augen träufelte. Da» Hebammenlehrbuch und die dazu ergangene Instruktion für Hebammen schreiben das vor. DaS ObervrrwaltungSgericht führt« aus: Es sei der Hebamme L. die Nichtbeachtung einer sehr wuch» tigen Vorschrift vorzuwerfen, wie schon die Folgen der Unter- lassung bewiesen. Vielleicht hätte sich noch eine Rettung erzielen lassen, wenn die Hebamme davauf gedrungen hätte, daß die Eltern alsbald nach dem Beginn der Augeuentzündung einen Arzt hinzu- zogen. Auch das habe sie nicht getan. Ihre grobe FM�gjsigküt luüjje zu; Entziehung des Prüfungsscheincs führe»,. Huö aller Melt. KorruptionswirtfcbafL 5« der„ÄuflSBurget Abendzeitung", einem strammen Zentrums» Nktt,«schien am 24. März folgendes Inserat: Junger Mann erhält sichere Lebensstellung durch hohen Staatsbeamten tChef), wenn er solchem eigenart. Verhältnisse halber ca. M. MOV leihweise gegen 6 Proz. Zins und Sicherheit zur Verfügung stellen kann. Gest. Zuschriften unter hl. L. 2094 zur Weiterbeförderung an Nud. Diosse, München. Um den hohen Staatsbeamten etwas näher kenne» zu lernen. ging im Auftrage unseres AugSburger Parteiorgans ein Herr scheinbar aus diesen sauberen Handel ein. Er schrieb unter der Chiffre an den Unbekannten einen Brief, in dem er die 5000 M. anbot, wenn seinem Sohne, einem Mechaniker, eine dauernde Stellung ge- sichert würde. Und er hatte Glückt Sein DarlehnSangebot fand Gnade vor den Augen des hohen Staatsbeamten, wie folgende Antwort des Vermittlers ausweist: Im Auftrage eines hohen Staatsbeamten, der sehr einflußreich ist. soll ich die Einlcitungen führen und bemerke ausdrücklich, daß ich Kaufmann und nicht prov. Ver- mittler bin. Betr. Herr will erst bei Entschluß Ihrerseits mrt Rücklicht seiner Persönlichkeit selbst mit Ihnen unterhandeln mid werde?: Sie dies wohl begreiflich fi?iden. Ich s el b st bin betr. Herrn sehr viel Dank schuldig und besorge diese Sache als Ehrenpflicht.— Da eS unmöglich ist, die eigenart. Per- hältniffe zu sckreiben. erbitte Ihren Besuch und zwar unter vor- heriger Benachtigung, damit Sie mich antreffen. Ihr Wunsch bezügl. Ihres Sohnes wird ganz nach Ihrem Verlangen von feiten dieses Herrn erfüllt, das werden Sie sofort selbst er- sehen, wenn Sie entschlossen sind, das Darlehen zu gebcnjind werde Sie sofort zu betr. Herrn, der ein höherer Osnzier ist führen. Sein Sohn ist Leutnant in einem hiefigen Regiment.— Der Herr selbst ist sehr einflußreich bei der Regierung, als beim Magistrat in Anbetracht seiner Stellung und seines Nessorts und was zusagt— hält er. Hochachtend Vertreter: Georg Hahn. Kaufmann, München, Nymphcnburgerstr. 183. TuS dem Schreiben ergeben sich nur zwei Möglichkeiten: ent- weder schreibt Herr Hahn die Unwahrheit und dann muß die Staatsanwaltschaft wegen verleumderischer Be- leidigung des bayerischen Offizierkorps gegen Hahn Anklage erheben, oder— der Blies beruht auf Wahrheit und dann muß der bayerische Kriegs?» in i st er gegen die schäm- lose Korruption einschreiten ui?d den höheren Offizier auS dem Heere entfernen. Man darf gespannt sein, was geschieht. Empfehlenswerte Ordnungshüter. In Wien wurde am Mittwoch ein Schutzmann zu einer Strafe von drei Jahren schweren Kerkers verurteilt. Der Hüter des Gesetzes hatte feit Jahren seine dienstfreien So?lntage dazu be- nutzt. u?n bei einem Juwelier einzubrechen, dem er nn Laufe der Zeit Waren im Werte von 16000 Kronen ent tv endete. — Emen würdigen Kollegen hat der Schutzmann an einen Preßburger Krimi nalbea?nten gefunden, der seit 18 Jahren im Dienste der dortigen Polizei steht. Der Greifer in Zivil wird be- schuldigt, seit Jahre» einen schwunghaften Handel mit unsittlichen Schriften betrieben zu haben.. Dirnen in Wien, Berlin und Barcelona waren die Hauptabnehmer des industriellen Beamten._ Kleine Notizen. Ein EifersuchtSdrav?» spielte sich gestern morgen in einer Dresdener Fremdei?pei>sion ab. Ein 13jähriger Kanfmann Bogel, der die Nacht bei seiner Geliebten, einem in der Pel?sion beschäftigten Dienstmädchen Richter, zugebracht hatte, geriet aus Eifersucht mit dem Mädchen in Streit. Dabei zog er einen Revolver und erschoß das Mädchen. Gleich darauf verübte a Selbstmord. Gekenterte Motorsacht. Bei einer Uebungsfahrt kenterte in der Nähe von Monaco die Motorjacht des Berliner Kaufmanns Rudolf Hertzog. Der Besitzer des BooteS und zwei andere Insassen konnten sich durch Schwimmgürtcl so lange über Wasser halte», bis Hilfe kam.. Explosion m einer Pulverfabrik. In der Pulverfabrik in Neu- s o h l sltnga?:») explodierten gestern früh um 5 Uhr 20 Doppel- z entner Pulver. Die Fabrik und ein benachbartes Wohnhaus liegen in T r ü?n m e r n. Der Eigentümer u n d z>v e i Arbeiter wurden getötet. Die Ursache des Unglücks ist noijj unbekannt. Die Pest auf Java. Nach an?tl?cher Meldung ist jetzt die Pest auf Java bakteriologisch festgestellt. Gestern sind acht Erkrankungen und zwei Todesfälle an Pest vorgekommeii. Die zur Untersuchung der verdächtigen Fälle nolivendigeu Matznahmen sind getroffen. Auf ganz Java' ist die Ausrottung der Natten in Angriff genommen._ Bn�fkaFten der Redaktion. Tie JittlfiifiJjt Sprechstunde findet Linden st raste 09, vorn vier?rev>>ea F a st r st n st l—, lvochentägtich von 414 bis 714 Nstr abcndS, Eonuadends von 414 bis 6 Uhr abends statt. Jcder sstr den Bricftastcn brftimmtcn Anfrage ist ein Luchstabc und eine Zahl als Mcrlzeichen beizufügen. Briefliche Antwort wird nicht ertrilt. Eiligr Fragen trage man in der Sbrechstnnde vor. Holland 1911. Kommen Sie in die Sprechstunde.— A.<9. Lesen Sie die Bckalinlmttchtmgen der Bezirkskommandos an den Anschlagsäulen: dieselben Köngen auch au? den Polizeirevieren aus.— A. Ä. Bis 600 M. einschließlich.— 414 O. R. Rixoorf. Ja, falls die Bollmacht nicht widerrufen ist.— Paul(>9. Sie haben Anspruch aus Erinäsjigung. ivc?ln durch die Arbeitslosigkeit Ihr Jahreseinkommen um vermindert ist. Der Antrag ist an den Vorsitzenden der Vcra??Iagm?gSIo?ninission zu richic??.— Ernst 1k. 1. Ja, wenn das Kleiderspind nicht zu den unentbehrlichen Sachen gehört. 2. Offenbacher Krankenkasse. Vorsitzender Wilst. Hinz, Prinzenstr. KS IV.— L. Z. 11. Bestrasung kann unseres ErachtenS nicht erjolgen.— E. S. LS. 1. und 2. Ja.— F. Ä. St. 31. Für den ganzen Monat, we:m monatliche Entschädigung vereinbart ist.— H. D.II. Leider ja, da nach Ihrer Angabe nicht t??indcstens 10 Arbei!eri??i?en tätig sind.— 91. 10. Rem.— A. H. 18. 1. Nein. Versicherungsbeiträge nur sür die beiden letzten Lohrizahlungsperioden. L. Nein. o. Ja.— Todes-Anzeigen Am Montag, den 3. April, nach- mittags 4>l Uhr. verschied nach langen Leiden im Alter von 30 Jahren mein lieber Mann und guter Bater RVax Knebel Barbier. D!eS zeigen tiefbetrübt an krön Knebel nebst Kind. Die Beerdigung findet heute Donnerstag, den S. April, nach- Mittags 4'/. Uhr, von der Leichen- Halle de» Tegeler JriedhojeZ aus statt. 11206 ÄMM-MMlMiii Bezirk Tegel. Am Montag, den 3. April, ver- schied nach längerem Leiden unser zwellcr Sasfiercr, der Genosse RVax Knebel. Seine eifrige Tätigkeit wird ihm ein dauernde» Andenken be- wahreti. Die Beerdigung findet heute Donnerstag, den 6. April, Nach- mittags 4ff, Uhr, von der Leiche»- Halle des Tegeler GeiNelnde- Friedhofes aus statt. Di« Genossen und lZenosfinnen, welche sich an der Beerdigung t?e> I eiligen, treffen sich um 4 Uhr bei Kakle*, Berliner Str. 93.. Zahlreiche Beteiligung wird er- wartet. 238/9 Die Bezirksleitung. veolzeker Solisrdeitei'-Vei'dsitt! Den Mitgliedern zur Nachricht, dag unser Kollege, der Tischler August Kühn am 3. April gestorben ist. Ehre seinem Andenken: Die Beerdigung findet am Donnerstag, den 6. April, nach- mittags 3 Uhr, von der Halle des ZentralsriedhoseS in Friedrich»- seid« au» statt Um rege Betelllguitg ersucht 81/14 Die vrtsvcrivaltung. Tischler-Verein zu Berlin. da E. Iis K. Kr. 89. tcrrnit die traurige Nachricht, unser AtUglied Angast Kühn Jmmanuellirchstrahe 10 wohnhast, am 3. April im Alter von SS Jahren verstorben ist. Ehre seinem Üludenke»: Di« Beerdigung findet am Donnerstag, den 6. April, nach- .mittag» 3 Uhr, von der Leichen- Halle deS Zentral-FriedhoseS in FriedrichStelde aus statt Um rege Beteiligung ersucht I»«r Vorstand. Deutscher Bauarbeiterverhand. y.weljrveroln Berlin. Sektion d. Gips- u.Zementbranche Den Kollegen zur Nachricht, daß unser Milglted, der Zemeiitierer ksrl Lckirmef am 3. April im Alter von S2 Jahren an Lungenentziindung uitd Herz- läh?nung gestorben ist. 137/18 Ehre seinem Andenke»! Die Beerdigung findet heute Donnerstag, nachm. 4'/, Uhr, vonderLeichcnballe dcSGemeinde- Friedhofes in Friedrichsselde au» Natt.— Um rege Beteiligung er- sucht Der Sektlonevorstand. . IferhaDd der Lithopphen, Steiudrueher u.?erw. fierule. (Deutschet Seneleldcr-Bund.) Am Montag, den 3. AprU, verstarb unser Kollege und Mit- glled, der Lithograph Karl Banz an im Alter von 47 Jahren g Lungenschwindsucht. Ehre seinem Andenken: Die Beerdigung findet heute Donnerstag, nachmittags 4'/, Uhr, von der Halle des Apostel-PauIuS- KlrchhoseS, Ecke See- und Müller- straffe, aus statt. 290/2 Di* Verwaltung der Filiale I. Für die vielen Beweise herzlichcr Teilnahme bei dem Begräbnis ineinc» lieben MaimeS sage ich hiermit, ins- besondere den Kollege», meinen innig- steit Dank. tll.b Die tranernde Witwe Ellaabetb ÜUrtl. »/eee S Ut S Her €€««<■»«»SSSSSS� Unserem BezirkSsührer Mmm Böttcher nebst Frau «v zu ihrer»lldernen Hochzelt jg die herzlichsten Glückwünsche. S> Die Genossen de» 193/199. Bezitls des 4. Kreises. tN Vi i Unfetrn Bereinswirt 11216 � Willi. Treuter». Gemahlin| zur Silberhochzeit I die herzlichsten Glückwünsche.? Lotterievereiii„Nordstern".• ••••••••••••eMMoa» Lfandlethe MarluSstraße 27. Filiale Rixdorl. Am Sonntag, den 9. April er., vormittag» von 9 bis 9 Uhr »achmtttago findet Ziethenstr.«9 bei Krnnicr die Wahl der Dcle- gierten zur diesjährigen«senoralvornammlansr statt. S» ist Pflicht, daß sich jede» Mitglied an der«ahl belelligt. 114/9 Die Orfverwaltung._ Seemen- hannoverjche Lebensversicherungs-Sank fUQ. f.n Antrags-Summe gingen(In: 1903: Mk. 8.346.000 1005; me. 12.704.000 1907: Mk. 18.848.000 1909: Mk. 20.77b.000 1010: Mk. 27.524.000 Meie enorme Ltefgerung lanerdslb acht lahren ist cler beste vewets lllr aatvcrlrsuen. Sa» unzcrcr Oanb eulgegengedrachl ujirtL Müh' und Plag' haben ein Ende, Mit„Humor" putzen alle Hände. Humor Putzt alle Metalle sauber und geruchlos. Ueberau zu haben in FläSCllCll von 10 Pf. an. Hnmor-Wcrke G. m. b. 11., Berlln-Llchtonberg. Orts-Krankenkasse für Ober- Schöneweide. Am Dienstag, den 25. April 1911, nachmittags 6 Uhr, findet im Restaur. des Herrn Warnet«, hier, Wilhel- mmenhosstr. 18, die Or«lc»tll«llv General-Versanimliing der Vertreter der Arbeitgeber und Arbeitnehmer statt Tagesordnung: 1. Jahresbericht für das Rechnung«. jähr>910. 273/10 2. Bericht der Revisoren. L. Anträge. 4. Beschickung des Krankenkassen kongreffes in Berlin. S. Verschiedenes. Als Legitimation gilt die Eiuladungs karte. Nach der gemeinsamen Vcrsamm- lung findet die Wahl.i??cs Bor- standSinitgliedcs seitens dcrArbcit> nehm er statt.(Ersatz jür Gcntz.) Ober-Echötiewcide, 3. April 1911. Der Vorstand. Sommerfeld, Wille, 1. Vorsitzender. Schristjührer� Orts- Krankenkasse der Kilrschner-SSS"" zu Berlin. Bekanntmachung. Montag, den 10. April 1SU, abends 81/, Uhr, im Restaurant Kuhn, Linie» ilt. 8: Wahlversammlung der Arbeitgeber, welche Beiträge au» eigenen Mitteln zur Kasse zahlen.''' 273/9 Taaesordiiung; Ersatzwahl von 2 Delegierte«.'''' Am M I t t w o ch. 19. April 1911, abend« von 7'/,— 8 Uhr, in den Musiker- Sälen, fiatsef- Wilhelmstr. 18m: Wahlversammlung der großjährigen Kasseumitglieder, welche im Besitze der bürgerlichen Ehrenrechte sind. Tagesordnung: Ersatzwahl von 1? Delegierte». Der Vorstand. _ C. Fritze, Vorsitzender. Br Ausslugler empfehlen wir: Ulekllngs wlnidrlbnch für die Wnrk ßrlnidtnbllrg 3 Teile, mit 58 Karten. Erster Teil: Nähere Umgebung Berlins....... Preis 1,50 SU» Zweiter Teil: Weitere llnigebnng Berlins, ivestlichc Hälfte Preis 2 M. Dritter Teil: Weitere Umgebung Berlins, östliche Hälfte Preis 2,50 M. KiefslingS Daschenatlns der Um- gegcud Berlins, mit 100 Aus- slügcn..... geb. L,— M Strandes Märkisches Wander- buch, 4 Teile, mit 76 Karten je 1- M. Silva. Märkischer Wander-AtlaS mit 16 Karten, kartoniert V— M. mit 22 Karten geb. 1,50 M. Spezialkarte« in reicher Auswahl und in allen Preislagen vorrätig. Buchhandlung Vorwärts, Berlin SW., ündenstr. 69, Laden. Stnil£ipwe Serllo,0ranienstr.i53 abgepaßte Fenster, weiß nneFcrOme p.Fenstep2353,4-206i. (mit. Point-Iace-Künsilsr- fi7B gardiiien, p. Fenster, k/I. ö Elegante Seretslons-TUII-«95 Stores...... M. 1 Gestickte echte Spachtel->?75 Stores...... M.* Goldfarbige reichgaslickte 085 Band-Stores.... 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Die Frage nach dem Wohin wird in den Zusammenkünften erörtert. Und es sind der Möglichkeiten viele, die in Betracht kommen: Soll es eine Kremserpartie oder eine Fußpartie sein, soll man erst eine längere Eisenbahnfahrt zurücklegen, um dann ein Stück des Weges zu Fuß zu gehen, um ans Ziel zu gelangen, oder soll gar eine Dampfer- Partie veranstaltet werden. Alles das wird in den Vereinen früh- zeitig erwogen, um die noch sonst nötigen Vorbereitungen erledigen zu können. In Berlin gibt es eine Unmenge Vereine, besonders solche geselligen Charakters, die ohne eine Frühjahrs- oder Sommer- Partie gar nicht denkbar sind; auch von Werkstellen werden hin und wieder gemeinschaftliche Ausflüge oder Partien veranstaltet. Es sollte bei den Festsetzungen des Ausflugszieles von allen Vereinen, denen aufgeklärte Arbeiter als Mitglieder angehören, in erster Linie' die Lokalliste genau angesehen werden. Die Lokalliste gibt Auskunft darüber, welche Lokalinhaber ihre Räumlichkeiten der sozialdemokratischen Partei zur Erörterung ihrer ernsten Angelegenheiten zur Verfügung stellen. Ohne Ver- sammlungslokale aber wird unsere Agitation äußerst erschwert, viel- fach nahezu unmöglich gemacht. Haben wir Gelegenheit, unsere Ideen von Mund zu Mund zu verkünden, so ist das die beste und wirksamste Agitation. Dazu brauchen wir aber Versammlungs- säle. Wir brauchen diese um so notwendiger, als wir vor einer umfänglichen Agitation stehen. Die Reichstagswahlen, die Anfang nächsten Jahres stattfinden sollen, bedingen auch eine rege Ver- fammlungSagitation. Diese kann aber nur erfolgen, wenn wir genügend Versammlungssäle haben. Solche zu bekommen und die uns zur Verfügung stehenden zu erhalten, sollte Aufgabe jedes Parteigenossen sein. Und das kann geschehen, ohne daß der einzelne ein persönliches Opfer zu bringen braucht. Es wird nur verlangt: Beachtet dir Lokalliste. Beschließt keinen Ausflug, keine Partie, ohne vorher genau festgestellt zu haben, ob das als Ausflugsziel in Aussicht genommene Lokal für die Arbeiterschaft frei ist und in der Lokalliste steht. Gerade jetzt versenden zahlreiche Lokalinhaber auS den bekannteren Ausflugsorten Prospekte an Vereine, in denen um Berück- sichtigung ihrer Lokale gebeten wird. Parteigenossen, prüft diese Prospekte daraufhin, ob die empfohlenen Lokale in der Lokalliste verzeichnet find. Sorgt dafür, daß die gesperrten Lokale streng ge- mieden werden. Wer den Arbeitern sein Lokal zu ernster Beratung verweigert, den sollen die Arbeiter auch bei ihren geselligen Ver- anstaltungen links liegen lassen. Hebe sich jeder Genosse die Lokalliste auf und unternehme Niemand einen Ausflug, ohne sie vorher studiert zu haben, Die nene Lokalliste liegt der heutigen Nummer des„Vorwärts" bei. Die Partei- genossen wollen diese Liste sich gewissenhaft aufheben und ge- nauer Beachtung unterziehen. Steglitz. Sonntag, den 9. April: LandagitationStoun Die Genossen, welche sich daran beteiligen wollen, werden ersucht, sich früh 7 Uhr. bei Clement, Düppelstr. 7, einzufinden. Genossen mit und ohne Rad können daran teilnehmen. Der Vorstand. Zossen. Sonntag fiüh 8 Uhr von Kurzner ans: Broschüren« Verteilung für Zossen, N.-Neuendorf, Glienick und Gr.-Schulzendorf. Die Parteigenossen, welcke auswärts die Broschüren verteilen, er- halten das Material am Sonnabendabend 8 Uhr bei Kurzner. Der Borstand. DaVendors bei Zossen. Am Sonnabend, den 8. d. M., bei Wiese: Mitgliederversammlung. Tagesordnung: 1. Kassenbericht. 2. Bericht von der Kreis- und Berbands-Generalversammlung. 3. Wahl von Delegierten für Groß-Berlin. 4. Verschiedenes. Der Vorstand. Berliner Nacbricbten* Fünf Grad«nter Rull. Die barometrische Depression, die von der Ostsee her nach Süden zieht und deren Ausläufer die Mark Branden- bürg berührt, hat sich in Berlin gründlich festgesetzt. Auf das , Schneetreiben, das in wenigen Minuten die freien Plätze und Rasenflächen, auf denen die Märzsonne bereits das erste Grün hervorgezaubert hatte, mit einer weißen Decke über- zogen hatte, setzte am Dienstag in den Abendstunden ein heftiger Nordost ein, der die an und für sich schon niedrige Temperatur noch erheblich abkühlte und dessen eisiger Hauch die Wasserpfützen auf den Straßen zum Gefrieren brachte. Im Laufe der Nacht verzeichnete das Thermometer eine Kälte von fünf Grad und den Spaziergängern, die morgens durch den Tiergarten kamen, bot sich eine prächtige Winterlandschaft. Zwischen den Bäumen lag eine leichte Schneedecke und die kleineren Kanäle und Teiche waren von einer dünnen Eisdecke überzogen. Nur die grünen Blätter an den Sträuchern und die Krokus, denen selbst strengere Kälte nichts schadet, störten die Illusion und erinnerten daran, daß wir uns eigentlich im Frühling und nicht im Winter befinden. Besonders stark hatten unter der Kälte die Obdachlosen zu leiden. Die Asyle hatten sich eines starken Besuches zu erfreuen. daß die Ivetten Hallen bis auf den letzten Platz besetzt waren._ Grundsatzlosigkeit. .»ES ist höckste Zeit, daß sich die Berliner Genossen die Folgen ihrer Prinzipienreiterei klar machen: die Genossen innerhalb des Rathauses und außerhalb". Diesen Schlußsatz au» einem Artikel des Genossen Stadtverordneten Leo Arons in den.Sozialistischen Monatsheften" stellt das„Berliner Tage» blatt" an die Spitze eines Leitartikels„Gemeindebudget und Sozial- demokratie". Dem„Berliner Tageblatt" ist es ebensowenig wie anderen bürgerlichen Blättern zu verargen, daß es fteudig dem Gedankengang des Aronsschen Artikels zustimmt, der gegen die ab» lehnende Haltung der Genossen im Roten Hause zum Budget Front macht. Sind doch die„Sozialistischen Monatshefte" eine Fundgrube der auf die Untergrabung der Einheit der Partei hinarbeitenden Elemente. Da» nehmen wir auch nicht tragisch. An dem gesunden Sinn und der klaren Auffassung der Genossen über die Situation zerschellen die Quertreibereien bürgerlicher Blätter gegen die Partei. Wenn Genosse Aronö e» für angebracht hält, gegen die Haltung der Fraktion, der er angehört, zu polemisieren, so ist das sein gutes Recht. Wählt er zum Platz seiner Darlegungen die von ihm unterhaltenen„Sozialistischen Monatshefte", so wollen wir über seinen Geschmack nicht streiten, durch solches Vorgehen der von ihm unterstützten Zeitschrift das Gepräge einer Ablagerungsstätte für Parteimarodeure deutlich aufzudrücken. Wohl aber müssen wir un-Z mit dem Aronsschen Elaborat, nach- dem ihm durch die bürgerliche Presse Verbreitung gegeben ist, in zwei Punkten befassen. Genosse Arons teilt in dem Artikel Vor- gänge aus der Sitzung der sozialdemokratischen Stadtverordneten- fraktion mit. Das ist eine neue Gepflogenheit, die mit der Diskretionspflicht der Fraktionsmitglieder unvereinbar ist, die durch das Vertrauen ihrer Parteigenossen in ihr Amt berufen sind, um das Interesse der Arbeiterklasse und der Gesamtheit im Roten Hause in gemeinsamer Arbeit der Fraktion wahrzunehmen. Eine gemeinsame Arbeit ist unmöglich, wenn über Jnternas der Fraktion ohne Zustinimung derselben in der Oeffentlichkeit berichtet wird. Derartige Untergrabungen gemein- schastlicher Arbeit durch solche Seitensprünge sind— und darin wissen wir uns mit der Stadlverordnetenfraktion eins— auf? entschiedenste zu verurteilen. Fraktionssitzungen sind nicht Plauder- stunden, deren Inhalt jedwedem preiszugeben sind. Genosse Arons teilt aus der Fraktionssitzung,.in der gegen den Etat Stellung genommen wurde, bedauernd mit, daß nur zwei Stimmen für einen Antrag. für den Etat unter gewissen Bedingungen zu stimmen, zu haben waren. Wir freuen uns dieses Ergebnisses und ersehen aus dem Aronsschen Artikel, daß ihm der springende Punkt, weshalb gegen den Etat gestimmt wurde, bis heute nicht verständlich geworden ist. ES war für die Ablehnung, abgesehen von anderen nebensächlichen Punkten, folgendes ausschlaggebend: Der Etat ist nicht allein eine bestimmte Ausstellung von Zahlensummen, sondern ein Gesamtbild der Ver- waltungsart und deS Verwaltungsprinzips. Wer mit dem Ver- waltungSprinzip der auf dem Dreiklassenwahlrecht und dem HauS- besitzerprivileg beruhenden Mehrheit nicht einverstanden ist, kann für den Etat in seiner Gesamtheit nicht stimmen. Nicht„Prinzipien- reiterei", sondern Pflichtbewußtsein für Erfüllung der den Genossen im Roten Hause anvertrauten Aufgaben mußte in diesem Jahre ganz besonders zur Ablehnung des Etats führen. Ist doch die Finanz- misere der Stadt in erster Linie darauf zurückzuführeit, daß die von der Sozialdemokratie geforderte Verstadtlichung der Verkehrs- mittel und Elektrizitätswerke abgelehnt ist. Und macht doch ferner die Ablehnung der Erfüllung notwendiger Kulturaufgaben dem. der für deren endliche Lösung eintritt, also den Sozialdemokraten, die Zustimmung zum Gesamtetat unmöglich. Das, nicht „Prinzipienreiterei", hat früher und diesmal zur Ablehnung des Etats geführt. Wenn Genosse AronS behauptet, die zur Gesamtabstimmung gegebene Erklärung des Genossen Bruns habe ganz erheblich von der vorjährigen abgewichen, sie habe kein Wort mehr von der prinzipiellen Ablehnung enthalten, so irrt der Genosse Arons. Der Genosse Bruns hatte den Auftrag, aus denselben Gründen wie früher, die ablehnende Haltung zu motivieren. Mit Recht hat er sich gegen die von bürgerlicher Seite versuchte, vom Genossen Arons jetzt unterstrichene Ausdeutung seiner Worte sofort ge- wendet. Zieht Genosse AronS als Fazit seiner Betrachtungen über die Haltung der Fraktion gegen den Etat das:„Der nackte Krämer- sinn hat gesiegt und die sozialdemokratische Fraktion, beengt durch ihre Prinzipien reiterei, hat diesen Sieg nicht einmal ernstlich zu erschweren vermocht," so sollte ihn dies ihm deshalb vom„Berliner Tageblatt" gespendete Lob zum Nachdenken veranlassen. Vielleicht gelangt er dann zu der Ueberzeugung, die Grundsatzlosigkeit, die er unter Verschmähung von„Prinzipienreiterei" predigt, würde jede praktische Arbeit unmöglich machen und die Arbeiterklasse Berlins um die Früchte bringen, die für sie die Fraktion im Roten Hause durch un- ablässige Arbeit gerade dadurch errungen hat, daß sie nie den Boden des Programms verlassen oder ihren prinzipiellen Stand- Punkt aufgegeben hat. Wenn die Berliner Genossen„inner- halb des Roten Hauses und außerhalb" daS Pflicht- gemäße Berantwortlichkeitsgefühl, das Genosse AronS Prinzipien reiterei zu nennen beliebt, aufgeben würden, so würde die Grundsatzlosigkeit sie zur hellsten Freude der bürgerlichen Mehrheit in den opportunistischen Sumpf führen. DaS kann doch wohl aber auch nach deS Genossen AronS Ansicht nicht der Zweck sozialdemokratischer Arbeit sein. Die Rauheit des harten Kampfe» der Wirklichkeit ist auch durch den schönsten diplomatischen Eiertanz nicht auS der Welt zu schaffen._ Für Errichtung eineS städtischen Wohnungsamtes sprach sich eine Versammlung aus, die am Dienstagabend in der „Neuen Philharmonie" in der Köpenicker Straße stattfand. Der Privatdozent Dr. Wehl sprach über die hygienische Seite des ungesunden Wohnens, während der Abgeordnete Südekum über die Aufgaben des Wohnungsamtes referierte. Es wurde eine Resolution beschlossen, in der die städtischen Behörden ersucht werden, für Berlin unverzüglich ein Wohnungsamt mit geregelter Wohnungsinspeltion zu schaffen. Großstadtelcnd. Am 1. April 1911 befanden sich im städtischen Familieüobdach 206 Personen, und zwar 89 Familien mit zusammen 81 Köpfen sdarunter 35 Kinder und 15 Säuglinge) und 125 Einzel- Personen. Der Gesamtbestand betrug am 1. März 191 Personen mehr.— DaS nächtliche Obdach wurde während des März von 113 994 Männern und Frauen besucht. Der Tag de» geringsten Besuches war der 31. März mit 3974 Personen, der des stärksten Besuches der 1. März mit 4162 Personen. Gebadet haben in den Brausebädern täglich durchschnittlich 792 Personen. Wannen- bäder wurden während des ganzen Monats an 1991 Männer und 594 Frauen verabreicht. Städtische Baute». Die Hochbaudeputation beschäftigte sich in ihrer gestrigen Sitzung unter anderem mit einer Reihe von Vor- schlügen für die Vereinfachung und Beschleunigung der Abrechnung in de» Hochbauämtern, dem Technischen- und dem Revisionsbureau. Ferner genehmigte die Deputation den Vorentwurf zum Neubau einer Gemeindedoppelschule an der Zechlinerstraße sKostenüberschlag 919999 Mark), den neuen Vorentwurf zum Neubau eines Hospitals für Obdach- lose auf dem Grundstück des städtischen Obdachs an der Fröbelstraße sKostenüberschlag 253 999 M.h Entwurf und Kostenanschlag über 849 999 M. für den Umbau des Anschlußgleises und Neubau einer Bekoblungsanlage für die Zentrale in Buch, Entwurf und Kosten- anschlag über 39 899 M. zum Geräteschuppen mit Werkstatt für die Parkverwallung auf dem Friedhof Gerichtstraße und endlich den Ent- wurf und Kostenanschlag über 17 699 M. für die Einrichtung eines StraßenreinignngSdepotS in der Markthalle VN. Dresdener Sir. 27. Die dritte städtische Irrenanstalt in Buch soll eine direkte unter- irdische telegraphische Verbindung mit dem königl. Polizeipräsidium in Berlin erhalten. Der über 3899 M. lautende Kostenanschlag fand ebenfalls Genehmigung. Ei« städtischer Medizinalrat für Berlin wird von den Stadt- verordneten gefordert. Ein mit der Vorberatung mehrerer Anträge eingesetzter Ausschuß hat sich einstimmig dafür ausgesprochen. Der Streit wird nun darüber entbrennen, ob dieser Medizinalrat be- soldetcs Magisiratsmitglied sein soll. Der Oberbnrgermetster hat sich seit Jahren gegen eine Vermehrung des ohnehin schon 24 Mit« glieder zählenden Magistrats gewehrt. Auf Mord und Selbstmord ist nach eingeleiteten Ermittelungen ein doppelter Leichenfund in der Gräfestraße zurückzuführen. Der 65 Jahre alte Agent August Tamerus hat seine 61 Jahre alte Ehe« frau Marie geb. Winkler mit einem hölzernen Hammer nieder- geschlagen und erdrosselt und sich dann selbst erhängt. Die Leute hatten sich, bevor sie im vergangenen Jahre die Ehe schlössen, gegenseitig über ihre wirtschaftliche Lage ge- täuscht. Um so unangenehmer empfanden sie die Wnklichkcit. Tamerus kehrte im Herbst 1999 als Witwer auS Amerika zurück und erzählte, daß er von dort aus verschiedenen Unter- nehniungen viel Geld mitgebracht habe. Seine Frau, die seit drei Jahren verwitwet war, hatte zwanzig Jahre lang einen Schankwirt Dahner aus Moabit zum Manne gehabt, und spiegelte ihrem Ge- liebten vor, daß fie noch über bedeutende Ersparnisse aus jener Zeit verfüge. Jeder Teil wußte, daß er nichts hatte, verließ sich aber auf den anderen. So heiratete man sich am 7. Mai vorigen JahreS und mietete im ersten Stock des Vorderhauses Arndtstraße Nr. 35 eine Wohnung für 599 Mark. Die Enttäuschung ließ nicht lange auf sich warten. Tamerus verdiente als Versicherungsagent nur wenig, und seine Frau war bald ge- zwungen, durch Aufwartearbciten für den notdürftigsten Lebens- unterhalt miizuerwcrben. Die Miete bezahlten die Leute schon vom September an nur noch in klenien Teilen. Ein Stück der Wirt- schaft mußten sie nach dem andern versetzen. Schon am 8. September versuchte sich Tamerus mit Leuchtgas zu ver- giften, seine Frau fand ihn aber noch zeitig auf, und im Kranken- Haus am Urban wurde er in zwei Tagen wieder hergestellt. Wegen unpünktlicher Mietezahlung wurde den Leuten zum 1. April die Wohnung gekündigt. Trotz ihrer schlechten Lage nahmen sie in der Gräfestr. 33 wieder eine Wohnung im ersten Stock des Vorder- Hauses. Schon beim Umzug erklärte Tamerus seinen alten Haus- genossen, er und seine Frau würden sich wohl bald das Leben nehmen. Als die Leute Dienstagnachmittag mit den Anmeldungen und der Miete noch nicht zum Hauswirt kamen, ließ der Hauswirt Glück durch'die Polizei des 47. Reviers die Wohnung öffnen und fand nun seine Mieter tot auf. Ein schwerer Unfall ereignete sich beim Bau der Fürstenwalder Kleinbahn. Der bei dem Bahnbau beschäftigte Arbeiter Michael Lanczak hatte den Auftrag erhalten, aus einem entfernten Lager- schuppen eine Kanne mit Oel zu holen. Um sich den Weg ab- zukürzen, wollte er den auf der gleichen Strecke verkehrenden Ar- beitSzug benutzen. Als er während der Fahrt aufspringen wollte, kam er zu Fall und geriet unter die Räder, die ihm über beide Beine hinweggingen. Der Schwerverletzte wurde in das Fürsten- walder Krankenhaus eingeliefert, wo ihm der rechte Fuß amputiert werden mußte, während das linke Bein doppelt gebrochen war. Einen unheimlichen Fund machte man gestern auf dem Hofe des Grundstückes Skalitzer Str. 46. In einem Müllkasten dort lag die Leiche eines neugeborenen Knaben, die in braunes Packpapier ein- gewickelt war. Wie sie an die Fundstelle gekommen ist. ließ sich noch nicht feststellen. Die kleine Leiche wurde zur Feststellung der Todesursache beschlagnahmt. Beim Angeln ertrunken ist der 33jährige Schlosser Rudolf Pötkow. Er war in einem Boot auf den Tegeler See hinaus- gefahren, um dort seiner Liebhaberei, dem Angelsport, obzuliegen. Infolge einer unvorsichtigen Bewegung brachte er den kleinen Kahn zum Kentern und stürzte ins Wasser. Obwohl ein Motor- boot, von dem aus der Vorfall beobachtet worden war, in wenigen Minuten an der Unfallstelle eintraf, gelang es trotz angestrengter Bemühungen nicht, den Verunglückten, der, des Schwimmens un- kundig, bereits untergegangen war, zu retten. Die Leiche des Er- trunkenen konnte noch nicht gelandet werden. Ein Elendsbild bot sich gestern früh gegen 8 Uhr Passanten der Münzstraße. In dem Flur des Hauses Münzstr. 16 lag eine etwa 69 Jahre alte in schmutzige Lumpen gehüllte Frau am Boden; sie wurde für betrunken gehalten. Schutzleute hatten sie in daS HauS geschafft. Ein Beamter holte von der Markthalle einen GelegenheitS» arbeiter, der die vor Schmutz Starrende in eine Droschke schleppte. Die vor Kälte erstarrten Hände waren blau gefroren. An dem einen Fuße hing ein Glück Schuh, doch war die nackte Fußsohle zu sehen. da das Unterleder bis an die Zehen losgelöst war; der andere Fuß war nur mit Lumpen umwickelt. Die Frau hatte anscheinend die Nacht auf der Straße zugebracht. Spitzbuben haben innerhalb acht Tagen zweimal eine große Spiegelscheibe im Herren-Modengeschäft von Karl Zobel, Ecke Köpenicker und Michaelkirchstraße, zertrümmert und die ausgestell- ten Gegenstände geraubt. Die Spitzbuben haben Glück gehabt, daß sie von Polizei- und Nachtwachbeamten, die dort bei ihren Rund- gängen vielfach zusammentreffen, nicht gestört wurden. Einen schweren Verlust hat eine ältere Frau erlitten, die am Dienstag vormittag in einem Straßenbahnwagen Linie 29 von der Jerusalemer Straße Ecke Leipziger Straße bis Kaiser-Friedrichstraße Ecke Wildenbruchstraße ein Portemonnaie mit über 79 M. verlor. Das Geld war der Verdienst für längere Zeit.' Der Finder wird um Abgabe gebeten an Frau Köhn, Rixvors, Wildenbruchstr. 62. Vorort- 1>sacb richten. Rixdorf. Stadtverordnetenversammlung(Fortsetzung der Etatberatungen.) Beim Kapitel IV, Veranstaltungen und Einrichtungen, erhob Stadtv. T h u r o w(Soz.) Einspruch gegen den Beschluß des RechniingsauSschuffcS. nach welchem in den Bedürfnisanstalten auf den städtischen Märkten an Markttagen das Freiklosett für Frauen aus- gehoben und dafür das übliche Entgelt erhoben werden soll. Redner soivohl als auch Stadtv. Conrad(Soz.) bezeichneten eS als unsinnig, daß die freie Benutzung der Einrichtung nur dann gestaltet ist, wenn es selten vorkommt, bei größerem Verkehr aber aufgehoben würde. Noch unhaltbarer war die Verteidigung der Maßnahme durch Stadtv. Z o u f a l l und Stadtrat M i e r. welche von einem„Mißbrauch" sprachen, weil bei der starken Frequenz deS Freiklosetts an Markt- tagen die Wärterinnen erhöhte Trinkgeldeinnahmen hätten.— Die Versammlung war vernünftig genug, den Antrag des RechnungS- ausschusseS abzulehnen. Die Rechtsauskunft stelle wird auf Vorschlag deS Ma- gistrots vom 1. April 19l1 ab in städtische Regie übernommen. Die beantragte Einstellung von sechs' weiteren Feuermänncrn in der städtischen Berufs- Feuerwehr fand Zustimmung. Das Gehalt der Fcuermänner soll vom 1. April d. I. ab betragen: jährlich 1699 M., steigend von 3 zu 3 Jahren um 199 M. bis zu 2990 M., außerdem freie Dienstkleidung; Oberfeuermänner erhalten 2199 M. und steigen alle 3 Jahre um 199 M. bis zu 2599 M.. außerdem freie Dienstkleidung. Der Betrag für Unterstützungen in der Säuglings- fürsorge stelle ist im Rechnungsausschuß auf Antrag unserer Genossen von 4699 M. auf 6999 M. erhöht worden. Das Plenum trat diesem Beschlüsse bei. Für den Heilstättenverein Lenzheim wurde zum Bau eines zweiten KinderpflegehauseS eins einmalige Beihilfe von 1699 M. bewilligt. tai gMze Kapitel erfordert eüM Zuschuß von etlvaS mehr als »000 M. Ter Etat für die A r m e n- und W a i s e n p f l e g e und die Fürsorgeerziehuna fand nach den Borscklägen des AuS- schusseS Annahme. Den Einnahmen von 1SZ000 M. stehen 720 300 Mark Ausaaben gegenüber, so daß ein Zuschuß von öö4300 M. erforderlich ist. Das LMpitcl Krankenpflege wurde in der Einnahme auf 378 000 M., in der Ausgabe auf 6S9 400 M. festgesetzt, so daß ein Minus von 280 500 M. aus dein allgemeinen Stadtsäckel zu decken bleibt. Eine Borlaae des Magistrats auf Schaffung einer neuen Hofausseherstelle und Gewährung von Vergliiistigungen an ein paar Angestellte im städtischen Krankenhaus in Buckow wurde auf Antrag des Sladtv. W u y k l> sSoz.) zurückgestellt, bis die auf dessen Au- regung eingeleitete Untersuchung über mangelhafte Berwallung und Wirtschaftsführung in dieser Anstalt zum Abschluß gelangt ist. Debaitelos genehmigt wurden die Voranschläge über die öffent- liche n Straßen und Plätze und die Kapital« und Schuldenverwaltung. Im Haupte xtraordinariu m hat der Magistrat den zweiten Bauteil zur Erweiterung des Krankenhauses, der bereits beschlossen war, gestrichen. Im NechnuugsauSschuß war cö unseren Genossen nicht gelungen, die Wiedereinstellung zu er- reichen; ihr Antrag wurde dort mir S gegen 5 ssozialdemokratiiche) Stimmen abgelehnt, weil die Vertreter der Neuen bürgerlichen Fraktion nicht mitstimmten. Jetzt im Plenum will der Vorsteher die Beschluß- fassung über den Erweiteruiigöbau zurückstellen, bis man sich über den Sleuerplan geeinigt habe. Namens der sozialdemokratischen Fraktion er- hob Stadtv. Dr. S il b e r st e in dagegen Widerspruch und eö entspann sich infolgedessen eine lebhaft� Debatte, die zu sehr heftigen AuS- einandersctzungen zwischen unseren Genossen und dem Oberbürger- meister führte. Wir werden darauf noch zurückkommen. Auf Antrag des Stadtv. Hey de von der Neuen Fraktion wurde die Beschluß- saffung über den Ärankenhausbau schließlich doch ausgesetzt,.bis man über die Deckung der Mittel klar sehe". Stadtv. Hoppe lSoz.) fragte, wann denn nun endlich die seit Jahren beschlossene städiische Badeanstalt in Angriff genommen werde, Bürgermeister Dr.- Weinreich sprach in dunklen An- deutnngen von neuen Borschlägen, welche noch zu prüfen sind (Aha!>Nufe bei den Sozialdemokraten), so daß seine Versicherung. noch im neuen Etatsjahr werde mit dem Bau begonnen, starte Zweifel aufsteigen ließ. Die Beratung des SteuerplanS begann mit der zum dritten Male vom Magistrat vorgelegten Schankkonzession S» steuer und der von diesem vorgeschlagenen Erhöhung der Steuer für die im Gemeindebezirke gebrauten Biere ans 05 Pf. pro Hekto- liter. Die Stadtvv. Gröpler, Hoppe lSoz.) und Wutzky (Soz.) sprachen energisch gegen diese Vorschläge. unter An- fübrung all der schon wiederholt angeführten schwerwiegenden Gegengründe, während Stadtrat M i e r, Stadtvv. K o y e, Dr. Maaß und andere für die neuen Vorschläge ein- traten. Nach lange wogendem Rcdekampf wurde die Schanl- k o n z e s s i o n S st e u e r in namentlicher Abstimmung mit 33 gegen 29 Stimmen angenommen, nachdem etliche Stadtväler, welche früher Gegner waren, der Tapferkeit beffereS Teil erwählt und sich entsernt halten. Die Erhöhung der Biersteuer tzing mit 87 gegen 20 Stimmen durch, dagegen wurde die vom Magistrat be- antragte Erhöhung der Gewerbesteuer abgelehnt. Mit 30 gegen20 Stimmen kam die angefochtene Lustbarkeitssteuer zur Annahme. Am Schluß gab es noch ein MinuS von 37900 M.zu decken. Nach hilflosem Hi» und Her zwischen Magistrat und bürgerlicher Mehrheit wurde vor- geschlagen, die G r n n d st e u e r um diesen Betrag höher zu vcr- anschlagen— ein Antrag, der sichtlich den Herren HauSagrariern arges Bauchgrimmen bereitete. Viele von ihnen saßen denn auch bei der Abstimmung hilflos da. die 24 Stimmen dafür und 24 Stimmen dagegen ergab, so daß die zustimmende Entscheidung des Vorstehers den ad hoc produzierten Vorschlag erst rettete. Nach der so kläglich zusammengestöppelten Deckung für den Etat fand endlich auch der zurückgestellte ErweiterungSdau des Kranken« Hauses Annahme. Vermißte Familie. Eine ganze Familie ist seit dem t. d. MtS. aus Rixdorf verschwunden, der 3l Johre alte Spediteur Friednch Wagner, der in der Schönstedtstraße 9 ein gutgehendes Geschäft betrieb, seine 30 Jahre alte Frau Klara und der einzige 10 Jahre alte Sohn. Die Leute wurden am Freitag vergangener Woche zum letztenmal gesehen und ließen Haus und Geschäft im Stich. Weil beide hochgradig nervös find, so fürchtet man, daß sie mit ihrem Knaben irgendwo den Tod gesucht und gefunden haben. Der Mann ist etwa t.70 Meter groß und schlank, hat blonde« Haar und Schnurr- bart und graue Äuge» und trägt einen dunkelblauen Jacketianzug, schwarzen,' steifen Hut und schwarze Stieiel. Di- Frau Klara Wagner ist ebenso groß wie der Mann und auch schlank. Sie bat dunkles Hopr, einen schwarzen Glockenhut mit schwarzen Straußsedern, eine weiße Bluse und-in rotbraunes Kostüm. Der Knabe trägt einen dunkelbloiien Malrosenanzug mit gelben Knöpfen und schwarze Stiesel. Etwaige Mitteilungen über den Verbleib der Vermißten nimmt die Rixdorfer Kriminalpolizei entgegen. Charlottenburg. Beim Besteigen eines fahrenden Straf?clthahnwag«nS schwer verunglückt ist vorgestern der Volksschullehrer Carl Hädche aus der Lahmcyerstraße 9. Er versucht- in der Berliner Straße gegen- über dem Rathause auf einen vorübersahrenden Straßenbahn» wagen der Linie Q der Berlin-Charlottenburger Straßerrbahlr- gcsellschaft zu springen, glitt jedoch ab und stürzte zu Boden. Ter Verunglückte, der einen Bruch des rechten Fußgelenkes, eine blutende Kopfwunde und Hautabschürfungen crlittcn'hatte, mußte nach dem Ärankcnhavse Westend übergeführt werden. Schöneberg. Bon einem Fuhrwerk überfahren und getötet. Ein tödlicher Un glücksfall ereignete sich am DienStagnachmtttag. Der bei der Nutz- holzhandlung von Metzenthin Nachfolger in Treptow angestellte 37jährige Kutscher Schulz sollte einen Posten Bauhölzer und Gerüst teile auf dem Hose des Grundstücks Tempelhofer Str. 18 abliefern. Als er in den Torweg einfahren wollte, stieß da» rechte Borderrad gegen die Mauer. Infolge des ziemlich heftigen Anpralles stürzt« der Kutscher kopfüber von seinem Sitze herab und geriet unter den schweren Wagen, dessen Vorderräder über ihn hinweggingen. Der Verunglückte verstarb nach wenigen Minuten. Unbekannte Tote. Auf einer Bank am Bayrischen Platz wurde vorgestern abend gegen'/zlO Uhr eine elegant gekleidete, etwa 3öjährige Dame tot aufgefunden. Die Verstorbene wurde nach der Unsallstation in der Vorbcrgstroße übergeführt, wo festgestellt wurde, daß sie einem Herzschlage erlegen ist. Die Personalien der Toten konnten bisher nicht ermittelt werden. Die Leiche wurde polizeilich beschlagnahmt. Tempelhof. Acht Gcmeiubevertreier waren anwesend, als der Vorsteher die letzte Gemeindevertrctcrsitzung eröffnete; sie war gerade beschluß- fähig. Ein nach hier berufener Oberlehrer hatte die Forderung von 700 M. und die Erstattung der Umzugskosten eingereicht. Der Oberlehrer hat der Gemeinde Stendal, seinem letzten Dienstort, die 700 M. zu zahlen, weil er die Bedingung einer fünfjährigen An- Wesenheit daselbst nicht erfüllte. Während der Oberlehrer behauptet, daß ihm diese Summe vom Herrn Syndikus zugesichert worden sei, erklärt letzterer eine derartige Zusicheruirg für völlig ausgeschlossen. Die Forderung wurde abgelehnt.— Eine Debatte, wie sie selbst der ganze Etat nicht hervorgerufen hatte, erfolgte über die Ber- Pachtung der hinter dem„Biskenwäldchen" gelegenen Gemeinde- ländcrcien. ES kam zeittvrise zst einem solchen Durcheinander, haß diese Sache zur Klärunu an eine Kommission verwiesen wurde. So viel sieht fest, daß der Pfuhl daselbst zugeschüttet, die niedrig gc- legensn Stellen ausgefüllt und das Land einem Tempelhofer Bürger zugeschanzt werden M« der sich daselbst eigen Ohstgqrteg anlegey( und für den MoMn 33 V. Pachtgeld gahlött Enff. Gm ondseer Tempelhofer Bürger hat daZ Gemeindeland an Laubenlolonisten verpachtet; weil dieser nicht gleich die Zahl und Namen seiner Unterpächter am Schnürchen heruntcrsagcn konnte, wurde er in öffentlicher Sitzung als„unzuverlässig" bezeichnet. WeSbalb schreibt die Gemeinde die Verpachtung nicht öffentlich aus, und warum nimmt die Gemeinde die Verpachtung nicht m die eigene Hand, zumal sie sich hier ein gutes Geschäft entgehen läßt? Das Ein- gangStor zur Paristraße an der Berliner Straße soll entfernt werdcn. Wünschenswert wäre, an der Berliner Straße einen Ein- gang zum Park zu schaffen, damit nicht die Vermutung Platz greift, die Türen zum Park würden versteckt und nur in die Nähe der herrschaftlichen Wohnungen gelegt.—. Heber die Kosten der Regulierung der platzartigen Erweiterung der'Iiichnow- und Schön- burgstrahe Ivar selbst der Vorsteher erschrocken. Sie erreichen die Höhe von 4000 M. Die Einfassung des Platzes mit Bordschwellen, ivelche»och 1200 M. mehr erfordert, wurde abgelehnt.— Eine längere Aussprache über Einsprüche gegen den Bebauungsplan bildete den Schluß der ausnahmsweise» langen Sitzung, an die sich noch einige nichtöffentliche Mitteilungen' schlössen. In eiuer gntbesuchten BolkSversommlung sprach NeichstogS- abgeordneter B u f o l d über die gegenwärtige polilisckie Lage. Unlcr lebhaftem Beifall giiijj er mit dem blauscvwarzen Block scharf ins Gericht und forderte die Versammlung auf, schon jetzt mit den Vor- bereitungen zur Abrechnung bei den kommenden ReichStagöwahlen zn beginnen.— Stach einer Aussprache über Gemeindeangelegenheiten wurde folgende Resolution einstimmig angenommen: „Die im Lokal„Wilhelmsgarien" versammelten Einwohner Tempelhofs protestieren gan, energisch gegen die Einteilling Tempel- hosö in Gemeinde-Wahlbezirke nach der Bekanntmachung des Ge- meindevorstandeS. Sie erblicken darin eine weiicre Entrechtung der Wäbler dritter Klaffe. Die Versammelten erwarlen vom Gemeinde- vorstand eine Abänderung der Bekanntmachung vom 23. Januar 1911 dabiligeheiid, daß die Bczirkseintcilnng ausgehoben, dafür aber in mehrere» Wahllokalen gewählt wird, um so das Wahlgeschäft zu fördern. Ferner verurteilen die Versammelten die Ignorierung der Anträge des sozialdemokratischen Wahlvereins auf Änstellimg von Schulärzten und Einführung einer Arbeitslosenversicherung durch die Gemeindevertretung, die durch ihre Ablehnung eine Nichtachtung der Arbeiterklasse und deren berchtigten Forderungen bewiesen hat. Die Versammelten geloben, unermüdlich für die Ideen der sozial- demokratie tätig zu sein, um so dazu beizutragen, daß Männer in die Gemeindevertretung gewählt werdcn, die den Bedürfnissen einer modernen Gemeinde mehr Rechnung tragen, als es jetzt geschieht.' Lichtenberg. In der heute Donnerstag 6 Uhr im Stadwerordneien-SitzungS» male stattfindenden Stadtverordnetenversammlung soll nun doch über die Errichtung eines st ädtischen Krankenhauses und die hicrsür erforderlichen Baukosten Beschlutz gefaßt werden. Teltow. Seit langem war«Z de» hiesigen Genossen wieder einmal möglich, eine öffentliche Versammlung einzuberufen, in welcher der Abgeord- nete des Kreises. Genosse Z u b e i l, vor einer zahlreichen Zuhörer- schaft über das Thema„Tie bevorstehende ReiÄStagSwahl" referierte. Der Redner schilderte die Ereignisie während der ganzen Legislatur- Periode und die Stellungnahme der Fraktion zu den verschiedenen Gesetzesvorlagen. Ferner braudmarkre ZuSeil das Bestreben der Regierung und der Blockparteien nach einer zugkräftigen Wahlparole. Der Redner forderte am Schlüsse seines niil großem Beifall aus genommenen Vortrages die anwesenden Frauen zur Mitarbeit bei den bevorstehenden Wahlen auf. Motzen(Lireis Teltow). Eine imposante Versammlung unter freiem Himmel tagte am Sonntag auf dem Grmidstück des Genossen Hertel, das bekanntlich im vorigen Jahre nach Ansicht der Polizeibehörde zum Abhalten einer Versammlung ungeeignet sein sollte. Ans die Beschwerde unserer Genossen setzte jedoch der Lberpräsident, nachdem man auch vom Landrat abgewiesen worden war, das Verbot außer Kraft. Die Genossin I n ch a c z- Ripdorf behandelte bor aufmerksamer Zuhörerschaft das Thema:„Wer sind die Feinde des werktätigen Volkes". In der Diskussion ermahnte Genosse Pag eis die Ver- sammelten, schon jetzt eine umfassende Agitation fiir die nächste Reichstagswahl zu entfalten. Vor und nach der Versammlung hatte der Gesangverein Mittenwalde einige stimmungsvolle Lieder zum Vortrag gebracht. 8 Anwesende meldeten ihren Beitritt in den Wahlverein an. Es geht nunmehr also auch hier vorwärts. Rahnsdorf. Einer sonderbaren Amtshandlung scheint sich der hiesige Amt? Vorsteher, Aml Köpenick Forst, Herr Kottmeicr, zn befkeitzigen. Am 11. März d. I. halle der sozialdemolratische Wahlverein einen Maskenball im Muhmschen Lokal arrangiert. Hierauf erhielt der Vorsitzende deS hiesigen WahlvcreinS vom Aimsvoisteher die Aufforderung— zwecks Feststellung, ob daS Vergnügen als öffent. liches oder als Vereinsvergnügen anzusehen ist, bis zum gleichen Tage mittags 12 Uhr ein Verzeichnis der Mitglieder des Vereins vorzulegen und binnen gleicher Frist die Vorstandsmitglieder mit- zuteilen, sowie ein Statutenexemplar zur Einsicht einzureichen. Unser Genosse kam dieser Aufforderung nicht nach, er erhielt deshalb eme Strafverfügung von 30 M. In der Strafverfügung fehlte der Hin- weis, daß der mit der Verfügung Bedachte das Recht habe, binnen einer Woche auf gerichtliche Entscheidung sntragen zu können. Letzteres hätte aber nach 8 453 der Strasprozetzorviiung geschehen müssen. Die ganz« Strafverfügung ist daher ungesetzlich. Wie wenig der Amtsvorsteher von dieser gesetzlichen Vorschrift Kenntnis zu haben scheint, beweist, daß er auf den von unserem Ge- »offen eingereichten Antrag auf gerichtliche Entscheidung antwortete, daß der Anlrag nicht zulässig sei. So ganz klar mutz sich Herr Kottmeier aber doch nicht gewesen sein, denn im Nachsatz bemerkt er, daß er die Vorgänge, falls es der Kläger wünsche, dem Amtsgericht Köpenick vorlegen werde. Bon einem Amtsvorstcher sollte man billigerweise verlangen. daß er seine amtlichen Obliegenheiten nach gesetzlichen Vorschriften regelt. Spandau. Der Amtsvorsteher von Spanbau-Lanb, Oberstkentnani a. D. v. Rohr, ein hervorragender Sozifreffer, hat einmal in einer Versammlung des konservativen Neuen WahlvercinS den Aus« spruch getan, so lange er Amtsvorsteher von Spandau-Land sei. werde er eS zn verhindern wissen, daß in den Sälen seines Amts. bezirks(in Frage kommen nur der Saal der Bockbrauerei und der der Pichclödorfer Brauerei) sozialdemokratische Versammlungen abgehalten werden. Eine kurze Zeit war es ihm auch gelungen, der Partei diese beiden Säle abzutreiben. TaS war aber nur eine kurze Zeit. Vor einigen Wochen wurde im Saal der Spandaucr Bockbraucrei eine von den Charlottenburger und Spandaucr Gc» wcrkschaften einberufene öffentliche Versammlung abgehalten, und am Dienstagabend fand im Saal der Pichelsdorfer Brauercz eine gutbesuchte Volksversammlung statt, die von der hiesigen Partei- lcitung einberufen war. Der ReichStagsabgeordnete Genosse Eichhorn hielt einen etwa zweistündigen Vortrag über die politische Lage und die bevorstehende ReichStngSwahl. Ter große Beifall nach seinen zündenden Ausführungen bewies, daß die Versammelten die gegenwärtige Apolitische Situation richtig erfaßt haben. AI» Einleitung zu dem bevorstehenden Wahllkampfe ließ sich diese erste Versammlung sehr gut an, und der Herr V. Rohr wird seinen steifen Aerger darüber haben, wenn er erfährt, daß ihm alles Be- mühen nichts genutzt hat, diese Versammlung zu verhindern. Auch der Vorsitzende deS hiesigen sozialdemokratischen Wahlvereins. Ge» noffe Czlgr. fepxrte zgig Schluß die Asweswdxn zia kräftigen Agiialw» liliS Orgkkmiaklon an, ffaitnk öjidlia? fr! Wahlkreis Spandau-Potsdam-Ojthavclland, der sogenannte Hohenzollern. Wahlkreis, für die Sozialdemokratie gewonnen werde. Namentlich sordcr'.e er die Abschaffung der bürgerlichen und die Einsührung der Arbeiterpresse in die Behausungen der Arbeiter. Pankow. Zusammenbruch einer BerlagSsirma. Nach Hinierkaffung einer Schuldenlast von etwa 600000 Mark ist seit einigen Tagen der Inhaber deS LorortszeitungsverlagcS Emil Pilger Nacks, in Pankow sowie des Internationalen LuftschiffcrhauseS, Berlin, Zimmerstr. 70. Adolf H!>Hr ichsen, Pankow, Breilestraße 10 wohnhaft, abgereist. Hinrichsen kaufte vor etwa 20 Jahren in Pankow das Lokalblatt und erweiterte es im Lause der Jahre zu einer Zeitung, die in verschiedenen Vorortsgemeinden amtliches Organ wurde, und so entstanden die elf täglichen BorortSzeitungcn. die sämtlich denselben Text und Inserate»teil hatten und deren jede nur einen anderen Kopf trug. Die Gesamtauslage aller 11 Zeitungen betrug noch nicht zwei- tausend Exemplare. Hinrichsen ließ sich noch nebenbei in alle möglichen Geschäfte ein, von denen die meisten einen zweifei- hasten Eharakter hatten. Um das Geld für seine verschiedenen Unternehmungen aufzutreiben, stellte Hinrichsen zahlreiches Personal an, das ihn: hohe Einlagen für. seine Geschäfte gab. Die Zahl seiner Angestellten, von denen er Gelder genommen hatte, beträgt annähernd zwanzig und die Höhe der Beteiligung schwankt von L- bis 00 000 M. DaS Grundstück in Pankow, wo sich die Buchdruckerei für die Borortszcitungen und die Zentrale der Geschäfte befanden. ist mit 21 Hypotheken belastet, während es 130 000 M. wert ist. Die Buckdrnckmaschincn sind nacheinander fünf Teilhabern als Sicherheit für ihre Einlagen verpfändet worden. Mit Vorliebe nah», Hinrichsen seine Geldgeber aus den Kreisen ehemaliger Offiziere. Seine letzte Gründung war das Internationale LustschiffahrtShaus. Cr ließ eine Reihe von Flugapparaten bauen, gründete eine Zeit» schrift„Im Reiche der Lüfte" und schuf auch das Flugfeld Teltow. Mit diesem Felde hatte er im vorigen Jahre noch gute Geschäfte gemacht. aber die Schuldenlast war ihm längst über de» Kopf gewachsen, und zu jedem OuartalSersteu mußte er einen neuen Teilhaber aufnehmen, um die Kopitals- und Hypothekenzinsen und die Gehälter zu zahle». Als er jetzt zum 1. April leinen neuen Teilhaber fand— er brauchte stir seine Verpflichtungen etwa 20000 M.— brach das unsolide Unternehmen zusammen, und am Sonntag hat er mit seiner Familie Pankow in zwei Automobilen verlassen, nachdem er seine Haupt- gläubiger brieflich benachrichtigt hatte, daß er seine Zahlungen ein- stellen müsse, da eö ihm nicht gelungen sei, größeres Kapital für seine Unternehmung aufzutreiben. Die Hmrichscnschen Zeitungen mutzten sofort ihr Erscheinen einstellen, die Bureaus in Pankow, Schöneberg, in der Zimmerstraße und in der Leipziger Straß« wurde» geschloffen und die Schlüssel der Polizei übergeben, der von einigen Hauptgläubigern gestellte Antrag aus Konkurseröffnung mußte sofort zurückgewiesen werden, weil so gut wie gar keine Masse vorhanden ist. Fortwährend melden sich noch Leute, die kleine Kapitalien hin« gegeben haben und die seit dem 1. April vergeblich aus ihre Zinsen oder ihr Gehalt warteten. Leider befinden sich auch mehrere Leute darunter, die ihre ersparten paar tausend Mark blindlings hin- gegeben haben, weil sie die guten Zinsen und da» gute Gehalt für die leichten Stellungen— sie hatten fast gar nichts zu tun— verlockt hatten.' Potsdam. Auffindung einer weibliche» Leiche. Am Hause vrauerstratze 8 wurde gestern früh um 7 Uhr aus der Strombavel eine tvcibliche Leiche angeschwemmt. Sie war von mittlerer Statur, 30—40 Jahre alt, 1.60—1.65 Meter groß. Die Dame hatte dunkle» Haar, hohe Stirn, vollständige Zähne, starke Nase. Bekleidet war sie mit roter Bluse, grünem Lodenkostüm, weißem Leinenhemd, weißem Beinkleid. zwei Unterröcken, schwarzen Slnimpsen, schwarzen Schnürschuhen ui�d schwarzem Hut. Die Wäsche zeigte daö Monogramm M. F. Im Besitz der Toten fand man ein grüneL Portemonnaie mit 17,87 M., eine silberne Damenuhr, goldene KugeUette. golden« Brosche mit Opalen und goldene Ohrgehänge. Die Freie Gemeinde in Spandau seiert am Palmsonntag, nach- mittags 5 Uhr, im Lokal.Vorwärts', ischinwalder Str. 80, ihre Jugend- weihe. Zur Deckung der Unkosten werden 10 Pf. Eintritt erhoben. Freunde und Gönner willlommen. Eingegangene Dmckfchriften. Geschichte»er Revolutioue«. Bon Dr. A. Conrad!?." Tie Hefte t3 und 19 stud zur Ausgabe gelangt. Preis pro Hest 20 Pj. Verlag Buchhandlung Vorwärts, Berlin SV. 68. „In Freien Stnuden.« Eine Wochenschrift. Romane und Erzählungen für das arbeitende Volt. Preis pro Hcjt 10 Ps. Verlag Buchhandlung Vorwärts, Berlin LV. 68. Die Hefte 10 und 11 find erschiercu. Marktpreis« von Berlin am 4. April IS1I. nach Ermittelunz de» Königlichen Polizeipräsidium». Marttdallenpreise. sKlcinhandcl.) 100 Kilogramm Erbsen, gelbe, zum Koche» 30.00—50,00. Speisebohiien, weiße 30,00—50,00. Linsen 20,00- 60,00. itarlosteln 5,00-9,00, l Kilo- greinm Rindfleisch, von der Keule 1,60—2,30. Rindfleisch, Bauchst-nch 1,20 bis 1,70. Lch-vein-sleisch 1,20-1,90. Kalbfleisch 1,50-2,40. Hammelstei'ch 1,40—2.20. Butler 2,20—3,00. 60 Stück Gier 3,00—4,40. f Kilogramm Karpse» 1,20-2, 4a Aale 1,60-3,00. Zander 1,40—3,60. Hechte 1.30 bi» 2,80. Barsche 0,£0-2, 00. Schleie 1,40-0,10. Bleie 0,«0-1.60. 60 Stück Krebse 4,00-23,00._ vlttterungsüderlich» vom 5. April 1911. Zwmemd« öamtutt 8 erlin Äranfl.o K München Wien 765 R 766 ARO 764 V 761 NO 757 O 760 NNO »K tfft »Ii 1* M« 3 heiter I 4 Schnee—5 2 heiter 1 4 halb l>d.—3 6 bedeckt—3 3 halb bd.—1 fttechoucn 8(8(1 Iwollenl—11 Iwokkenl— 14 6 wolkig 4 4hawbd. 3 3 Schnee—0 I I BSrttrrvrognole kür Doniierstaa' den 6. April!»ll. Kalt, vielfach heiter, aber noch unbeständig, init leichten Schneefällen und scharsen nordöstlichen Winden. Berliner Wetterbureau. Haparanda 769 N> Petersburg 758 WSW Scilla 765910 'ütreeen 773 ONO Paris ,7öS NNO !' i 7! t< ii Waslerlianvs.StniUrt-veev der LandeSanflalt für Eewäfierlundc. mitgeteilt vom Berliner Wettrrburrau. Wasserstand M- m- l. Tilsit ■Siegel, Zinterburg S e i ch l e l. Tborn Oder. Ratibor , Krosien . Frantiurt Warthe. Schrinnn , LmidSberg Neye, Borvamn» Elbe, Leiwicritz , Dresden , Bardo , Magdeburg ')+((«tatet Vach».— Fall.—•) Qnttmgtl ZekWMrren. «rftleh»«Ifg&nt und gut gekleidet sehen wellen. Mz iierren-BeRIeiäoni oder getragene Massgarderotie, ;etat€re teils au» en�Uaebeo Stoffen and in ersten Werkstätten ge ubeitek iür jede Tigut passend am Lagen ra lolgenden l'tsijtni Jackett- Anzüsie. 14 18 22 etc. Herren-Paletots. 12 IS 22„ Book-AnzUs'e. 13 20 27„ Crehrook-Änzüge 20 24 33„ Smoking-Anzüge 25 LS 36„ Fraok-Ansüge. LS 29 38„ Herrea-äosea... 5—12„ Abannonoatesachan con 30 M. anlwärtc. Pracks, tlcscUscliafts-Anrüse Verden vcrlicIieD. »MM-Sardattm-MBS. WWF. WV" Äonntagrf» eeGffnrt! V? WWW�WM�UMM�W���W Fabrik-Resiou Coupons sind cingefvoff, ;«oulisiisi! sÄiizüge. Ulster Mir. Z.I.öM. Tuchlager kook>1 Svslsnii. 6. m d. lZerlranljtenetr.ZL-Ll In iFaketon 0 5.10» Off. 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Die Braut von Meffina. Xeuifrtic«. gauft. 11. Seil.(Ans. 6 Uhr.) Anfang 8 Uhr. ReueS fön igt. cvsru-Theaier. Paragrnp benschufter. Kammeripiele. Sumrnn. ifefftug.(Staube uud Heimat. Vtrues Srt>a»lt>irll»i>!S. DllZ kleine Schokolabeiilnädcheu. MIeiueS. Der Leldgarbist. Neues Operetten.(Selchlvsien. «eeliner. Lummelstudenten. Westen. Die luftigen Nibelungen. Neue». Mein erlauchter Ahnherr. «oiiiü-che Oper. Orpheus in der Unterwelt. itustlpielhuiis. Die grüne Neune. Trianon. HippolhteS Abenteuer. Restreuz. Fernand» Ehckoutralt. Thalia. Polnisch« Wirtschaft. Schiller«> ronliiie,• Lcealer.) Maria und Magdalena. Schiit�(ebartottrnburg. Ein Idealer Gatte. Friedrich. WilhelmstSdtischeS. Eine Ehe. Bolksvper. Zligolcllo.(Ansang S'/z Uhr.) Luisen. Aus erster Ehe. Modernes. SoteleUe.«w» SN, stäudige Frau. Nute Der Stürenfrled. Herrufeid. Scheidung!- Touper. Bar- Schwester. Folies Eapricr. Soll und Haben. 67s Uhr) Mete- vor. Hurra— Dir leim noch! Noigt. Der Meineidbauex Ziafino. 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Abmd« 8 Uhr: Tie luftigen Nibelungen.- Sminlag 37« Uhr: Das Puppenmadd. IOSE=THEATE Wroge Franljurte» Str!S2. Ans. 8 Uhr Ende 11 Uhr. Dtr Ztörenftied Zreitag: Wilhelm Teil. Sonnabend t T>w Störenfried. reg 1327!\ «, i I Urania. Wissenschaftliches Theater IsubenstraQe 46/49. Abends 8 Uhr: Corto. Von Abbazia bis ßesidenz-Theoter. Direktion: Richard Ztlexander. Ansang 8 Uhr. Fernands Ehekontrakt. Schwant in 3 Alten von Georges Fehdeau. In deutscher Bearbeitung von Benno Jacobson. Sanntag. 9. April, nachm. 3 Uhr: Pariser ÄNrnu. Morgen und folgende Tage: Fernands Ehekontrakt. Neues Schauspielhaus „vis Wledorlcobrri' Agnen Dernancr. Friedrich-Wilhelmsfadtisches Schauspielhaus, Donnerstag, den 6. April, 8 Uhr; Etne Ehe. Freitag: Eine Ehe. Sonnabend: 2 X 2— 8. Sonntag 3 Uhr: Die Räuber. 8 Uhr: Eine Ehe.___ Lftisispielhausn Abends 8 Uhr: Die grüne Neune. Binsen- Theater. Heute und folgende Tage: Aus erster Ehe. Schaufp. in S Akt v. Ernst Ritterfcldt nach einer Erzählung von H. Eourts Mahlcr. Soimlag 8 Uhr: Räuber. Dienstag, 11. April, S Uhr, zum «rfienmol: Zapfenstreich._ Lessing-Theatcr Dan Konzert. Tor Sonnenanfgang. Thalia-Tbeater Operette Die«ehlinc Helens. Moral. Berliner Volksoper Belle-AMancestraße 7/8.— 7,9 Uhr: liigoletto. Residenz-Tbeoter Dl© 300 Tage. Herrnfcld-Theater As d. Reichen Pforten. Die Einlasi'artcn zur Extraporstellung im Sessing-Theater am I. Osterfeicrtag, den 16. April, werden in den Zahlstellen aus» gegeben. 210/14 Der Toratand. I. V,: G. Winklsr. „CLOU" BERIAVKR KOKKERTHAUS Uaaerstr. 52 Zlmmerstr. 90-91 Heute! und folgende Tage; hiaatnplel des k. t. Hofball-Mcsikdirektors mit seiner aus 65 Wiener Kfinetlorn bcEtobendon Kapelle. Anfang hl Uhr. Eintritt 56 Pf. C« M. ZSelirer Potsdamer Str.72/72a Sport-Palast Potsdamer Str.72/72a Zirkus Busch. I Donnerst., 6. April, abds. 77, Uhr: Gr. Gala-Vorstellnng. Bon-Bon Dar sprechende Ueboriiucd! (Parodie). Möns. Carlot Blndostanische Jongleurkünsfe| Herr Georg Curkhsrdi• Foottil, SChnlreiter. Herr Ernst Selm- j mann. Mciaterdrossuren. 3 Gebr. Fratellini, urk. Clowns. Die Prcdlanin. Um 97« Uhr eura HO. Male: „Armin," Gr. Volks-Manege-Schaustüok j Iftetropol-Theatsr. Abends 8 Uhr: Rauchen gestattet. Hurra! Wir leben noch! Große AuSstattungSrevuc in 7 Bildern v. I. Freund. Musik v. V. Hollaender. In Szene gefetzt von Dir. R. Schultz. Grokter Eispalast der Welt. Als Dankeagucg für den außergewöhnHoh ftarken Sesnch während des W:nters wird bis SchluS der EiBlanfssison am 18. April am —— Tags wie auch nbends nur—— Allabendlich glänzende sportliche Vorführungen u. d. Ausslattungsfoerle| Bisfest an der Newa. 200 Mitirlrkend© 2 Kflnntlerkanellcn Pfennig Eintritt erhoben. Dl» gefeinten großen Spezialiäten. 9'/, Uhr: ittsinrsvh prsng w dem Schwank Ein Gemütsmensch. Sonuabsnd, den 16. z�pril sev/ie un eilen droi OAtorfeieptageu adsnds - 8 Uhr= mit feinom Ensemble der X X X X X GroßsM• Vorführung 5—6 Uhr. leiiüST- Ml Heute 5— 7 Uhr: Halbe Kessenpreise. Abends 8 Uhr: Lina Loos mit neuem Revertoir. I�atty Trank Truppe Weltmeister b. Alrobatil und das groBe April-Varlati-Programm. Domicrslag. den 6. April 1911, abends 77, Uhr: iatoisobil- Deberholungs- rennen Ind. Luft Gl0ßt Sfllfflfiött ausgeführt von La liollo Goorgina und ihrem Partner. 97, Uhr: Der große Conp der Schmuggler Borh. die übrigen Attraitione«. Ao l gt-Tl> eater Kesimdbrunnen, Badstratze 53. Donnerstag, den 6. April r Adschieds-Oiastspiel in TrappS Festfäle», legst. Der Meineidbaner. BolkSltüch mit Gksang in 3 Alten (7 Bildern) von Ludwig Anzengruber. SflffrtmBifmmg 7, Ansang 87« Uhr. Reicbshalien-TMer. Stettlner Sänger. Britton als Mieze im Hosenrock .7�«»fang wochentags 8 Uhr Sonntags ? Uhr. r- Fttt den Inhalt der Inserate Übernimmt die Redaktion dem Vnbliknm gegenüber keinerlei Sterantwortnuq._ Eigene Fabrikation Im Hanse! MANOLI lim i n r Cigarcltes Beliebfc Special marken Abbas Dandy Glbson GM F raiienstSmmrecht■ BeHSn. Donnerstag, den 6. April, abends S'/a Ubr, im großen Saa! der Arminhallen, Kommandantenstr. 58s i-llmnl Die Wirkungen des Franenstimmreehts in Finnland. Frau Annie Furuhjelm Heisingtors. Kefe- rentin: Gäste sind-R-illkommen. Verwaltungsstelle Berlin. Geschäftsstelle Berlin C. 54, Mulackstr. 10, L— Fernsprecher Amt HI, 4518 Weiß- anl) Wlibicrbrinictti-Arbcilkr! Freitag, den 7. April, abends 7'/., Nhr, im„<»«werk8el»ntt«» knn»"» Engelnfcr 15 sSaal V): Gruppen- Vers ammlung Tages-Ordnung: 1. Vortrag des stellvertretenden Verbandsoorsitzenden Soll. Küppier ,Xct Kampf der Arbeiter ums tägliche Brot". 2. Berbandsanzelcgenheiten. Hanllmr!ier,l!jlaso>iiiiistoo, Helier, Han�erller- iilltsarlielter, Xolilensolileber o. Absolrmlerer! Sonntag, den 9. April, vorm. 9 Uhr, im„Ciewerküelmf'ts? hans", Engcliifcr 15(Sani V): Gruppen- Versammlung Tages-Ordnung: 1. Dortrag des Koll. llodapp über:„Die kommunale Arbeits- losenversicherung". 2. Berbandsangclegentzciten. Kriiuer njilfsdtkitfr i. iiiiittkilKelricbt! Sonntag, den 9. April, nachm. 2'/., Uhr, im„KewerksekaltH- liaag", Engelufer 15(Saal I): Gruppen- Versammlung TageS-Ordnung: 1. Vortrag des Redakteurs Gen. Fr. DüWell über:„Die nächste Reichstagswahl". 2. Dcrbandsangelcgenhcitcn. Kollegen k Die wichtige Tagesordnung macht eS jedem Kollegen zur strengsten Pflicht, in dieser Versammlung zu erscheinen. BBir Tie Bersammlungeu werden pünktlich eröffnet. VU 42/11"' Die Ortgvomaltnnx, Märmöi�rbeiter! Heute, DouuerStag, abends 8 Uhr, im Englische» Garten, Alexanders«». 27c: WtgUeäer-Versammlung. 171/12* Möbelfabrik Julius Apelt, Tischler-Meisler 6. Adalbertstraße No. 6 Kottbuser Tor Komplette Wotmungs-Sinriehtnngen Moderne Musterzimmer stehen zur Ansicht zu soliden Preisen In meinen großen Fabrik- nnd Verkauisrdamen.— Ani Wunsch Zablangserleichterang.===== TageS-Ordnung: Bericht der Tariflommission und Stellungnahme hierzu. Kein organisierter Kollege darf schien. Agitiert für guten Besuch.__ Zentralvcrband der Steinarbeiter. 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Wir beschränken uns auf die Wiedergabe des hauptsächlichsten Inhalts. Danach empfiehlt Borstand und Ausschutz die Annahme folgender Erklärung: „Die 19. Generalversammlung erneuert die Beschlüsse, wo- nach den örUi'chcn Organisationen uneingeschränktes Selbst- bestiinmungsrecht über Inhalt, Annahme oder Ablehnung der Tarifverträge zusteht. Allen Bestrebungen, die Tarifverträge zu zentralisieren, ist der schärfste Widerstand entgegenzusetzen." Will der Verband die Lohn- und Arbeitsbedingungen der Be- rufskollegen gcmätz den sozialen Verhältnissen verbessern, dann mutz er an der alten bewährten Taktik festhalten. Ter Tarifvertrag soll Arbeitskämpfe möglichst verhindern und trotzdem die Wahrung und Verbesserung der bcruflich-wirtschaft- liehen Lage der Arbeiter bewirken. Das organisierte Unternehmer- tum im Baugewerbe ist dagegen bestrebt, aus dem Tarifvertrag ein Instrument zur Knebelung der aufwärts strebenden Bau- arbeiter zu machen. Das präsentierte Vertragsmuster im Jahre 1919 legte Zeugnis von den Absichten der Vaugewaltigen ab und solange die Scharfmachcrer dieser Art in den Reihen der Arbeit- geber nicht aufhört, solange können auch die Zimmerer ihre Tarif- vertragspolitik nicht ändern.— Der Referent bezeichnete als Ideal der bürgerlichen Sozialreform den Buchdrucker- tarif und den Garantievertrag, welcher zwischen dem „Deutschen Buchdruckcrverein" und dem„Verband der deutschen Buchdrucker" abgeschlossen ist. Und nachdem der Redner die Grund- bestimmungen und die Organisation der Buchdruckertarifgemein- schaft erörtert, kam er zu dem folgenden Urteil: /.Es würde uns zu weit führen, an dieser Stelle zu untersuchen, wie diese Einrich- tungcn auf die wirtschaftliche Lage der Buchdrucker wirken. Aber es mutz gesagt werden: Würden solche Einrichtungen auch für das Baugewerbe getroffen, dann würde der wirtschaftliche Aufstieg der Bauleute sehr verlangsamt oder ganz zum�Stillstand gebracht werden. Das müssen wir den bürgerlickunr Sozialreformern und allen jenen sagen, die die Einrichtungen im Buchdruckgewerbe auch für uns als erstrebenswert bezeichnen. Wir können uns nicht darauf einlassen, Forderungen nur mit Rücksicht auf die„verteuerten Lebensbedingungen" zu stellen, der Produktionsertrag mutz nach wie vor ebenfalls für uns ein maßgebender Faktor sein. Wie kommt es vor, daß an Orten, Ivo seit Mcnsckiengedenkcn die Bautätigkeit nur unbedeutend mar und dann plötzlich von der Spekulation neu belebt und zur höchsten Blüte getrieben toird, gewissermaßen die Millionen geradezu von der Straße aufgelesen werden? Soll man da warten, bis der Schncckengang eines Reichstarifes die Löhne den neu entstandenen Verhältnissen anpatzt? Und Ivos für eine Bedeutung hat der Tarifvertrag an Orten, wo die Bautätig- kcit plötzlich erstirbt? Er wird dann bedeutungslos. Denke man sich aber auch einmal die Kündigungsfrist von einem Jahre! Den Taktiker möchte ich sehe», der unter solchen Bedingungen mit der (Gewerkschaftsbewegung noch vorwärtskommen könnte. Im Buch- druckgewcrbe mag das alles ganz anders liegen; das bleibe dahin- gestellt. I ni Baugewerbe m ü tz t e n Einrichtungen, wie sie die Buchdrucker haben, das Grab allen Fortschritts bedeuten. Die Arbeitgeber wollen aber auch gar nicht ein Tarifverhältnis wie es im Buchdruckgewcrbe be- steht, ihr Ideal ist vielmehr die e i n s e i t i g e Festsetzung der Lohn- und Arbeitsbedingungen durch die Unternehmer. Im Jahre 1998 hatten sie noch die Absicht, den Einfluß der Zentrawrganisation auszuschalten und den Arbeitgeberbund für das Baugewerbe allein maßgebend zu machen. Als diese Absicht fehlschlug, der» suchten sie Verträge mit den Zentralvorständcn der Gewerkschaften zu schließen. Diese sollten die verantwortlichen und faßbaren Kon- trahenten sein. Die Konsequenzen solcher Tarifverträge braucht man nicht groß auszumalen— allen Bestrebungen, die darauf hin- zielen, muß schärfster Widerstand entgegengesetzt werden. Es ist den Baugewaltigen im Baugewerbe nun zwar nicht gelungen, die Zentralorganisationen im Jahre 1998, noch die örtlichen Organi- sationen im Jahre 1919 von den Verhandlungen auszuschließen, noch ihre übrigen Pläne, Schadenersatzklagen usw., durchzusetzen, aber wir können damit rechnen, daß sie im Jahre 1913 wieder aufs neue derartige Versuche unternehmen werden. Bei ihnen handelt es sich um die Frage: Wie können wir die Macht der Ge- w e r k s ch a f t e n zügeln und fesseln? Ein starres Festlegen auf eine bestimmte Zukuuftstaktik hält der Redner nicht für empfehlenswert. Es genüge, die Zentral- instanzen zu verpflichten, allen Bestrebungen, die Tarifverträge zu zentralisieren, den schärfsten Widerstand entgegenzusetzen. Red- ner verbreitete sich des weiteren über das Wesen der Tarifverträge. Die Debatte wird von S l o V i g- Breslau eröffnet. Redner tritt für die An- träge ein, die Urabstimmung bei größeren Tarifabschlüssen oder Aufhebung von Streiks und Aussperrungen fordern. Die Brcs- lauer Kollegen sind Freunde von tariflichen Vereinbarungen, sie wollen aber die Entscheidung in die Hände der Mitglieder gelegt sehen.— Eine ganze Anzahl Redner, so I a n tz c n- Düsseldorf, Schröder- Dortmund, Kaczu marek- Duisburg u. a. führen die Gründe an für die Opposition der vielen größeren Städte gegen den vorjährigen Schiedsspruch, welche die Redner nach Lage der Verhältnisse erklärlich finden. Zur Tarifsrage sagt I a n tz e n- Düsseldorf, daß das Unternehmertum unter dem Mantel der Tarif- vertragspolitik nichts weiter als nackte Geivaltpolitik betreiben will. Früher haben im Rheinland die tariflichen Instanzen unter der Leitung des Geheimrats W i e d f e l d noch einigermaßen im Sinne der Arbeiter funktioniert, nach dem Weggange dieses Herrn sind sie ebenfalls nur Mittel der untcrnchmerlichen Gewaltpolitik geworden.— Kremser- Frankfurt unterschreibt die Ausführun- gen Bringmanns. dieselben schaffen vor allen Dingen Klarheit über das Wohin der Tarifbetvcgung sowie darüber, daß Tarifver- träge Machtfragen sind. Vereinzelt, so durch Oswald- Stutt- gart und K l ö f o w s k y- Berlin tauchte auch die Meinung auf, daß maii dem Reichstarif doch nicht entgehen werde.— Die Debatte wird durch Schlußantrag beendet. Nachdem Bringmann noch einige packende Schlußausführungen gemacht, erfolgt die einstimmige An- nähme der vrgcschlagenen Resolution. Den Bericht vom Ausierordcntlichen Gewerkschaftskongreß gibt K n üp s e r- Berlin. Eine Debatte darüber findet nicht statt und wird die Sitzung auf Mittwoch vertagt. Soziales. Ein ständiger Gast beim Gewerbegericht. In dem Bericht über eine Gelverbegcrichtsvcrhandlung teilten wir am 29. Januar mit, ein gegen die Firma Ruhemann u. Cie. klagendes Lehrmädchen habe vor dem Gericht erklärt, sie hätte schon nach drei Tagen die Uebcrzeugung gewonnen, bei der Firma nichts rechtes lernen zu können. Der Vertreter der Firma behauptet, diese Mitteilung entspreche nicht den Tatsachen. Die Arbeiterin habe als Grund für ihren Weggang vor dem Getverbegericht ledig» lich angegeben, sie hätte die Luft in dem Fabrikraum nicht ver- tragen können. Dem unter Bezugnahme auf Z 11 des Prcßgesctzcs erfolgten Ersuchen um Aufnahme dieser„Berichtigung" kommen wir nach, wiewohl ihr Zweck nicht ersichtlich ist. In der Tat hat aber die Klägerin bei der Verhandlung gesagt,„sie habe gesehen, daß die Lehrstelle bei der Beklagten nichts rechtes für sie ist, sie könne da doch nichts werden." Außerdem begründete sie ihren Weggang mit ihrem Gesundheitszustand. Ein Arzt hatte ihr bescheinigt, daß ihr die Arbeit bei der Beklagten nicht zuträglich ist. Sie behauptete auch, daß die Betriebseinrichtungen der Beklagten nicht derart seien, daß die gesundheitlichen Gefahren, die diese Arbeit an sich hat, nach Möglichkeit gemindert werden. Das bestritt die Beklagte entschieden. Auf die Angabe über hie Beschaffenheit der Fabrikräume legten wir keinen Wert, weil Beweis hierüber nicht erhoben werden konnte und über den Fall insbesondere wegen des Grundes von uns berichtet wurde, aus dem die Verurteilung der Firma dem Gesuch entsprechend erfolgte. Sie trat ein, tvcil innerhalb der Probezeit, die mindestens vier Wochen zu betragen hat, das Lehr- Verhältnis von beiden Teilen ohne Angabe und ohne Vorliegen eines besonderen Grundes gelöst werden kann. Vom JnnungsschiedSgcricht. Die Firma Zelder u. Plothen, Möbelfabrik, deren einer Mitinhaber dem Vorstande des Arbeiigeberschugverbandes an- gehört, scheint zu glauben, sie müsse den übrigen Verbandsfirmen als nachahmenswertes Beispiel in strenger Ahndung jeder Berlrags- Verletzung durch die Arbeiter vorangehen. Nur zil häufig ist die Firma beim Jnnungsschiedsgericht anzutreffen, wo sie in der Regel als Klägerin gegen die Arbeiter auftritt, die vor Fertigstellung ihrer Akkordarbeit den Betrieb wieder verlassen, nachdem sie eingesehen haben, daß die ihnen gebotenen Akkordlöhne zu niedrig sind, um dabei auf den regulären Lohn zu kommen. Die Firma scheint nicht zu bemerken, daß sie selbst durch ihre häufigen Kontraktbruchklagen darauf hinweist, daß ihr Betrieb für sehr viele Arbeiter keineswegs ein Dorado ist. Auch in dieser Woche klagte die Firma wieder gegen v i ti je Arbeiter, die ihre Akkordarbeit liegen gelassen hätten. Sie forderte auf Grund des§ 124b der Gewerbeordnung von jedem der Beklagten eine Entschädigung in Höhe des ortsüblichen Tagelohnes für eine Woche mit 21,69 M. Im Laufe der weiteren Verhandlung ergab sich aber, daß die Beklagten im Zeitlohn gearbeilet haben und an einem Sonnabend aufgehört haben. Hierzu glaubten sie sich berechtigt; sie bezogen sich für ihr Recht auf den Tarifvertrag, der Kündigungsausschluß vorsieht. Die Klägerin gab zu, daß KündigungS- auSschluß bestehe, doch werde derselbe durch eine Bestimmung der Arbeitsordnung eingeschränkt. Diese schreibt nämlich vor, daß das Arbeitsverhältnis nur am Lohnzahlungstage— und das sei der Freitag— gelöst werden könne. Da danach nur fünf Tage des Vertragsbruchs in Frage kamen, ermäßigte die Klägerin ihre Forde- rungen auf je 18 M. Die Beklagten erhoben Widerklage auf Zahlung von zu- sammen 49,25 M. rückständigen Lohn. Das Schiedsgericht gab den beiderseitigen 51 lagean trägen statt und verurteilte die Beklagten, an die Klägerin je 18 M. zu zahlen, und die Widerbeklagte, an die Widerkläger den rückständigen Lohn zu zahlen. Der Einwand der Beklagten, daß die Klägerin sich als Ver- lragssirma nur an die Tarifbestimmungen zu halten habe, wurde vom Schiedsgericht verworfen und die in der Arbeitsordnung enthaltene Beschränkung des Kündigungsausschlusses für zulässig erklärt. Die Entscheidung ist eine irrige und befremdende. Die Tarif- Vertragsvereinbarung ist gültig. Neben ihr hat die einseitige, zu- Ungunsten der Arbeiter erfolgte Vorschrift der Arbeitsordnung keinen Raum. Sie enthält überdies die Vereinbarung einer Prämie für Tarifvertragsbruch der Klägerin. Eine solche Ver- einbarung ist aber nichtig, weil sie gegen die guten Sitten verstößt. Das Urteil läßt ferner die Vorschrift des Z 134 G.-O. außer acht, die ausdrücklich erklärt:„Auf die Arbeitgeber und Arbeiter in Be- trieben, in denen in der Regel mindestens 29 Arbeiter beschäftigt werden"— zu diesen gehört der llägerische Betrieb—„finden die Bestimmungen des§ 124b keine Anwendung. Es ist bedauerlich. daß durch wiche offenbar dem Gesetz zuwiderlaufende Entscheidungen des Schiedsgerichts die Arbeiter gezwungen werden, Berufung an das ordentliche Gericht einzulegen. A. Hochelegant! SchwanerSeidenpaletot lPoiret-Fasson) mit hell, Aufschlägen u.»» Spachtelkr. M. 99,75 B. Fesches Reisekostüm in Original- englischer Ware, auf Seide mit ganz modem.ShawU»» Garnitren M 42.75 C. Frühjahrs-KostOin in modernen, gestreiften' Kammgarnstoffen Jugendlich..n Mark 30.75 v. Schicker Ulster solid. Ware u. gut. Schnitt Mrtol-Fuioi Mark 10.76 ohne Gürtel« Mark D.00 ALLE WEGE FÜHREN Bwlin C, KSnl&itrasse 9Z Mm Verkäufe. «®tnn»H egttffe ver VolMi, von kfriedrich Stampfer. Gebunden 3 M. 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Der Bewerbung muß Angabe der Mitgliedsdauer und Tättgkeit in der Arbeiterbewegung sowie eine kurze Bewcrbungsarbeit über die Tättgkeit eines Gewerkschaslsarigcstellten beigefügt werden. Meldungen sind spätestens bis zum Lv. April im Bureau. Engel- ufcr 14/13, mit der Aufschrift»Bewerbung* einzureichen. 81/13_ Die Ortavemraltnng. Wir suchen zum soforttgen Antritt für den Norden Berlins 3-4 perfekte UlMusemneil. m, vcr Kolonialwarenbranche. Meldungen erbeten 104/12 läaunuiasenaononnehatt Berit»»»S I/»>a«tre»ck. _ Lichtenberg. Rittergntftr. 24. Hof Parterre. Lercintwortlick/er Mattem Albert Wachs, Aerlw. Zur kö Lnlergtegtxil verantw,: TS- Glocke, Berlin. Druck u. Verlag-Lerwärtz iöuchdruckerei u. VcrlagSanstalt Paul Singer Limmer. Möbliertes sonniges Vorder- zimmer auch tageweise vermietet Schwanke. Hollmaiinslraße 9 II. LehlaksteNsn. Schlafstelle Licrente, Dresdener« straße 30. 53/19 Freundliches Zimmer bei linder« losen Leuten, Herrn, sojott vermiet- bar. 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Am liebsten alS Berichterstatter oder Lokal« redakteur an kleinerer Parteizeltnng. Offerlen unter V. 2 erbeten an die Hauptcxpcdition deS„Vorwärts".* ] Schosser oder Mechaniker selbständig auf Fahrradreparatur, Licht- und Kraftanlagen verlangt bei gutem Lohn und dauernder Stellung Mai naoworih Friedrichshagr», mal uamilll, Nähe Bahnhof. Konsum-Verein für Charlottenburg und viugegend, Eingetragene Genossenschaft mit beschränkter Haftpflicht zu Charlottenburg, trlfi miidchen, Nicht unter 16 Jahren, gesucht. Schriftlich e Meldungen nach unserem Kontor erbeten. 1118b keklliiig! Hclzarbeiter. Wege» Streik oder Lohn- differenzen sind gesperrt» Kistenfabrik Pflagratta, Elfen- straffe 3L. Jalousiesabrik Helnr. Frcesc, Berlin-Niedersehöndause». Pianofabrtt Ecke Seelower Strafte K(für Zusammen- srffer). Tischlerei Gohnei«I«r, Man- tenffelstraffe 30 und Laujitzer Straffe 40 v. p. Banttschleret Nonrach, in Hennigsdorf. Shintlicho Betriebe in Hamburg und Liegnih. Das Berliner Arbeitswilligen- verinitteliingSbureau d. gelben »Handwerkcrschuffverbande«". Die Ortsverwalning Berlin de« Deutsch. Holzarbciterverbandcs. Berlin LÄ. MvW u-Q'"IIB'ajcfgäs'H -�IVMNSZL) UBnsqdji �-SizquzqulF tüSS g-'O'opiajJaiqaiT •io�u�ogs MV'M}3$ iioqnjß a- i*opBJiio»uDri •mii szozoF ajjB e-fj•Sjsquajiian -PIZltjzS ZlvzoJ zyy 'IISZNIS1 '89'islsänvH'zSzvt-H ■nraqdi 'vimviZ?uvinvilzzg (-(Z vpnhuvlZ'W) ,«iAqq«iniviiiqsi -uuvm�ZF-gx g- l-atojiojG) pq niqqai 'SP/lP'�jvmo? -ZZgj'gnr�gjio�l]j3lo®'ozLvhzoizk uopixz 18 »USI�NM'LlNh-D-huJ'UZsIVD-SZlqolvxj; 'S'iijuzzqnM'snvhspM spqa a-'l•ZÜAMpitl'I •„javdgoj�s"'zzSgZW 3?1WG '.LaihzjqivW"'anvsjzzL'uuvmxo,2 a-'� -ulzijzzqoz;'�w® qun qivmhZNA'h,lv® 'a-'I'jaoqusyplpjz izg �«�aSiiB'L -ailgiZW'iioqlz •EinP»I««H -]ohuqvgz MV'tzaqqog; M»ggaU) Snvqg,lvlx]yz]ZN guuvmvL 'a-'N i�opsiniiH kij(ua3fj|0i02 apa'aaHB-aioigaix'pilnag '88 aallN-aiojsai�'lanvI'S '99 aarnj-luoisaix'ij&noiqv©-jj 'i,]paqivqB Soii�'ququailing'ijajß a-'N-»sjoiisijbh 'PPS g.akunV '(SizqulZi�Z-snqaoD)-joqsjaB» •lajucjj s-ÄPW •(5i3qw3ict0'fnq]|og)-jaop�uuB» •piartjaö appnovg ajiu '3??�'L iiDjojgiqaiiaa a-'X'�wqguiag pq MOiqBH 'vagx launi®'uuum >-22l]vgx qun ijinjffi'uvmqig"uaäiam uing 'Soq.iojn j' •pi] apioF oub a- N-spisjsaor •9-iijhziiqaiig •aapiffi chiig-lquI'gnvqgjüifpljiaJa© Zana�z 'Ol agoi?] •qsuqapg'„ahzizz uauniB ing"'kznipI-ig '09 aävii] -q-pqaiiZ'chnvA-qojß-huF'phnaquin '81/31'3llaH-quQ"jlaui'iiv� •ajD�a�viiliapiuaqgjs qun=fpiiqaiag 'uaqa�uaD'uaunßgjioffi lazvhigiuuvqoI •ijUpuqaug apZ'-zivK•ajaog; ÄlW'/Pg'Ivqjgiuuvqog'uapu�aaöinffi 'S'i,]uooig'uiqo®-qiB ipppi�aiiaffi a- x-iiq�iwüBiior •ifluapoi®'3ßuo3 jchijpD -IBq|SIUJl|OBOr 'latpvuuamm®-{g jofjUv® ( cquaxnJ- E-GnvL) j.iopaoq.>iuj5i* •uuvzgz uaqziai inng (fnqas-pitliutiig) a9|JvSodg •3Qlis»aBSq989i» 'livckuaquiF'uuvmiaH'g; 'SnvHs,]vq-]ii3]3®''�iin®;qo3(l£ 'a-'N'laqölÄaoss»» •(lövfflj 91'3l]Z3Si3qgnvi,D'laiajuaH'g "iL'iijpnvH'atzuas S N-spisjzjÖH '(ajvvH) 68'illiouipaß"huatznhaD '81'ailmio, 'Z!W SijnBnB'gnchijiog'txiaiuaqiaH-H 'a-'N'J-iopsuweif -aqviSqio®'®'Sinqjaifpogg inF a-'N-jaopuaqoiuuaH •laitvjs uahzlinaE lang; Iiiactja® •goiqalQpgjs'upuapä •loifpluo©-qug'Miiv© guan®-aloiffi g H-'O-'d-jaopsgjMuaH -laqiauhzZ'S qun ctongi�-qog ■(lUo£-nuao2)j j.iopsiaio» 'laqchiaqs pjug H-'O-'d-puBioSidH •uacaos uauaqioS innS iofjiln®'laqngs qaimo® ipvojß ,iui® •(Bi3qiu3a(t3'gnqi;oj))piojsqo|jraj9H '09'aijsnmiT'tpqqvjß tl!S25 a-'N-JJiopsjeafOH •9i3mqi0 najuaSiipH qun gojiplqipgj lang a- N-nssnBqpuBS-assueäiiiaH •}2i34]30 uiocj qun lajajls •pi] kioqqmgz a-'N'(J-10«) s»snog|||9H 'laqqiixZ'gx'gnoliU3tznhz0 -jciozaqaiW'® luoinvijajß -qivlutxngz invZ; qun SQ3W'W'uuvmknvg;-qy uo., giuvinvijaiL 'sqpmZZsqI pq szqqiii�sgs»» 'viqioauo® alv® -3.isqLS.uiii '(päctW•!]; �oitz>]i3iS30'haiiupH-gg a-'X-«gBfqv»loquB» •piactJaB 3pi03 ajjB a- N-ssuiniBH 'liiactjaB apjog uaiaqun ajitj laquaiiD*ino)]3tß ipiojgiqaiiajg a- x sqiv» '61'll]Sl03®-UUvh -og'fp313M®-g) 31v],]3g 13]l0qgl3Mllgg 'SuipiK-qiag-qug '031/6TI mmvquoijinpNU'jioctuajjiniinjy a- x ss««sLv» 'liiodjaö 310103 3i])5 "H-'O-'d'NvquvcjZ pq opisjusq«» ■|]ni.p0 uuomiaH ioqiio® •a-'X'mossho •gnoqgina»a (xwmnszg) sssiqs»sqjz Wittenberge(West-Prignitz). 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Alle anderen Lokale frei. Zentken. T.-B. Bahnhofs-Restaurant, Jnh. Rob. Barnack. Albrechtshof(Spethmann). „Zur Dorsaue", Jnh. Lindemann, Dorf- straße 15. Restaurant Waldschlößchen, Seestr. 35. Jnh. Karl Trill. Zlegenkuls bei Niederlehme. T.-B. Rest. z. Sporthaus, Jnh. M. Mörschel. Restaurant Gust. Heiß. Zlelenzlg(Ost- und West-Sternberg). Restaurant Schützenhaus. Restaurant Dahlmann. Ostrowerstr. Restaurant Jrgang. Ostrowerstr. Restaurant Weiß, Am Markt. ZUtendorf(Guben-Lübbcn). Gasthof Redlich. Zinn»(Kloster). August Heinrich. ZosBen T.-B. Verkehrslokal: Kurzner. Barutherstr. 19. Zttklsdorf. N.-B. Restaurant.Zur Eisenbahn", F. Gilge. ZSlUoban. Alle Lokale gesperrt. Zwiebnsch. T.-B. Gärtner, Verl. Schweiz, Seddmjee. � «eranwor«»: Sl»»rt H-Hnlsch. verNn C. 5t. Hufluftsfr. 61. Sank: Sortotoll Duchdruckerei und Aerlagtanftalt Peut Stngcr* Co, Berlin BW.«. Lwdenstr. 691 Alle Lokale, die keine« Saal habe«, find frei! dllfll'Mste für Herl!»««d die Provinz Hrnndenbnrg. Ausgegeben sm 6. flpril 1911. Obmanu der Kommission: Ulbert lllnbniseb,iiaiL •«UDig-Q-gug'88-ajUapiuarfoy 'ap® uaunifi ing:ivjozg2gaziaK-aa;:agay a-X'nBiqiJt» ■■u•U3)(pu nf uajijunmojiojog Ziq UV Bltiatgoii npoa lubciJUB zPliSpiagxSiq uzqivjk laSpiriaQ bunuujjUE-uig; uq'aoqcq liajqjjftuia qun uaiigaujaiun nf ujpjoq li.'naiq Pvu;ipiu uaiuvK aiagpaB oBpjuoj wqo.pvsjpuM'.xupizz' q u j 8 u) i q ustjouzv�pvK 3}Q noi ua�nju ipoqa)'>aaj siv iianaB gqipcqaume gaq ainjog luvpqz am:-JMS •ÖtuijiOiS ZxvM'«W loaigvE'(uvinvila(L söuizilg-I 'ä�vatjaauaog »Sinv�'jioguaSavmlpI'gzocuauntN sjv® 'iljaagvgsuakuoaZ'(tock »MW SW'D'gut'üajiD® aagogsuaLuviZ '9—Z atjaaqvg »SniiagnH'uucutjagaiW'hu�'jaogqpöS •g•i(]iaqDqgn(iaqn(5 •iioquaBiom�'ua.lat©"-guß'Knvgqivgx •X•3?UaqDq?n?iaq »nH'jioguaBivmgaZ'-(jajß'gnjaaqn�•?0 rquij»jaa'qja® •(iaoquaBiomgj®) 8 iXjiagvqgnpaqnH'uiajfe swzz naig a- x '.»jnvH uag-jinaq mnö-gtjv®"'Bun�'W g''>I'Zlosqs»aq»«-««o-s -qqivgmaiß znv� "ftuß'61'lljiZstllSaiT'jiDiuagnga© anF *631-itiiauipaffi'jactig(upinutlaiß 'tOI•atjaa.gnvgz'Ja;(P!!ß'(ja� *63'«jaiPffi'poquoigc®-iqaug '(tla) jogaaUvzz-inotjaz/z'ncjß'MW a X•apiajJdtqon-ssoj!») •gagucjjß'fpujß uagpljnacs mnk Mtl0® •(fjaog.noiog) 2jzift5i"SSOJ0 •jajqjg aaSiomga©'majg jioqu -uagnA tag aasadjg-ssoaco •apauiaM'miaH iaqog •aß'isjivU uag>j,naT iang-3nv(jäLZ-IZloH g X'»chvg-pgA-g-v«s,«»»-«««-'» 'taij ivzoz uiaU 'g-'X'nwaaa-ssoao •jaij ivzoz uias g-'X-JJopuaqTjJO -xvuvH qun uuvmg>;ajZ •aqiootuapng tag mo||oo •uuDmgatgg-qujg-gug'joguaqutz g- X'«asoo •Xiiadlaß apiojs; antS H-O-d'««loo •taii ajoiog; anis -(nvxnF-nvivI)«aqoo •ir g-ti? qv(jn® '(bchagchnvF) F-op�iqgi, •Zi'atjjaoT'?qlwg>I(Jnßnjs •H'v aaqiagg tag Mopnuo atjmiagiM'uuouiiaqu'uatuintuoijy mng �logZuuaH tag aqojuoriO •jiaagiaB appg ajjjg g- X'JJopnesai» •laBiqojß'3nv(jaz6'kzuhZJ•anptjajß •uaqn® tag jjopsjauija*) •taai zozoF uiaU 'H-O-d-H'P'bäoibo 'Baag; Cja® qun„aJno$ uagslpaq mng" jogtjv® '(�t>L-NV30Z) IIS«««>A -BvttaiaZ'ig® •(öaagmaactI-Kngqoz) usqsHsnvA -ta;ü azvpF ajiß -»pin.uaoisjnj •I3]qi5 aaeavmgzT'zazaazE(lui® •a�vpjjogugvT'aßtvU"-811)5 •agoiilBiuqg'|aq»{fe -aagaiaig-T gnvggxpg-jyaja® 'O»»Jaquajsap� •ajgj�ijß I '(uZggnF-uagnA) naqdiajuqj •)a4qig-ß'mnvgz uauniß mng -ZngatcqhzI tag JdpjaAisqo}jpdiJj[ ■aJPlffi "B'„uaquiz iatq uaq ng- logtp® a-N-iHqj�qaiapajj� •iioqgugoiß gtq-o-giq qucjoB »zaH-(uoinvila�-qnoatliaBBnW-aaqiaot »jaÖBnjq;•(lögiaßflnjjj'•uajiDßuaSua� -zgvkaqnzjz•gcpptquDit®,-Äoxg-jzaBBnzA sssisSjtgzx ms ajctjog 'uapvßgajatH jogugvA mv..Banqqivxx"'utatjuaqvzL(uvanotja�z .-taaj azozoF aziiz •g-'�-nsSBqsqs�psi� Ot . tuvaS ingtiB tuoinvtjajß •lajogjg inojjj-(lajß-pgiajwU japg •(ptoutnajß) iiimtipn�v •aiaimtaBojg ing•tlajß'alaigg �oMaaZ qun-qgogx'aapvA g-'X uajjoF tag �aopiisq««-»»� -ggvoz/x-gi>W -g-'O-'d'jaoqZötuuaH tag qoqaqnev 'jogugvA m«'uuvmzaoW 'a- N-noSuqnanejt 'uuvmnvA qun ppg gajgjluiajß -(nvxnZ-nvqvI) jjopseqax •paadlaB appF ayiz H-O-'d-!?!lP»X '29 ifjaaUncg®'ajmny-3'uatavßgjioa "91•itiipoffi'aBuoS"E H-'O-'d'nanu v •„0301g ang")uo3no(lajß g-'X'(""Jjoß) J.iopuduo\-Jsqoi)V ■?3ap®'aquiF snB jogilo® a- N'ejoqaqauniir •6]ogun®-msa�-guß'mojß ,qv,I •(fttgaS'ptmjuoag) Sasqsqsugzx ■0i|3n<5|3iat)lo®-pooffi ,3io,!io® '(ZngaF.pnjzuvtL)»soanpiü •3tl33(i3ogg}ng5'33(101�'Bnß *3(l33t3cqg3a(]0S2'gzlaao�z-qß B N Zissqus»q«ic •133] 3)0103 3J3E a- x•nna«n»»2|ii£ •uaoquofp®)'„quna® aanazg" uagn® tag Sasqiisqsgix •tzgotakgiuoß'ajnoH ustz-j)naT utnS Mlio® riojojgagajaDa a-x-oezioH: •(333�139 3)0)0(5 3I1B a- N U3g3lUO()ig 3Ng" a-N'MvqnhiT tag siqqiusqfmftix •uaeut3(luo3� mnS-gilo®'uuomnajß(ju3Z a- x»Pl«�«s,,nl •33003� 3Z)U03n0tj3ig a- x'�op�»M 'OazunM-U qun 33q3gs'H:(aaaäja® •(•aiuapng-Miag-gmvg) jaopiwqaiji- 'IvzoF gjaddo� -(vaagmaictZ-Zngpoz)) jaopzaon; •)333(iia0 3)0)05 an e g- N'PqezJVK 'Buijj35-H 5)3�13�-g.'mnoqanfpg H- O- d •3(_l33mmoqu30uo5'ptugoa© �11® •gptaga®-guß's go)qgz3iU'aqogilaZ IL-aijaBuoF'aahzkZ-0103 'g-'X''WaiLing-g aqsdidjBaSqjBjs •|33Odj30 3)0)05 3I11S a-x spisxvs»�« '208-atjaajlnogZ 'gnogg)jog,)D3j3®«.1303®-goß:(333�)3® ■pi'UlBiuqg-zvZNF)no�-(laz)) 'I8/6t'3(.iU3333E'3®'(UUOM -33H guoÄ) ZnvgaaßiaaiqzJ mng-(jaziz 'LZ-3(133 Ijnog?)'uaBoguamoF 0303®-(biß �•3l]U3)j3Nj3ttU'USfpRgjipjqpg mng-(jsjß a x-JJopuaiJBK •uagjggigjiqiogs'(Oaqnajß a- N ssjaxogoaK tag •ftaix sjo® 'g-'N'33jus�aW.�«qa)Bir •33Bg3(x-guß'Bn3)3qi3H'(latg -UviaapW) pnS-JJopsiq«It •0385 33]30qg33))3H MV'uagHgMaqoK g33U33gZ -aHoaiimou <13® aiuoioU'U33pqsnog(v� uaq ng-(ja�z a- N xa«p«iqvic •sqiaH stitoz/x •(LaagtuaactZ-ZngqoZ) �tozpBzx •133] 3)0)05 311B •g-'X"dsnafqos aaiionqjBK t *X8l•tjitauiidmaj'moqaT laaqozg -zx-z RlaqaX'i -33lt-t0V-ßNE-guß'U1I3SA(qv)0 •33)B3ig-H-3no!]3Z); -)33ug3M-guß'Buljß 3dU3q)0® •uBuaqqm •3?03tjU33(J'UUD3n® ijaU •gaiy MD'uaog)(uosnojj.iiß •naqqgi •(333d]30 gnogua�nfp® •ap|Biiuaqoni -g-jtuixk tlnBnig •utgqa� tag jjopua�ni •J333dj30 3)0)05 3I1» a- N-Saaqnapnn •(lOVJ) l)gmOlDmg30 110® •(Biagaqaug-aqjvcutiujg) jaopuadan •Oljaapiuaqgag')3t]u30Dgs uoq-gtjo® ' a-N spiB�«aqaii Torona-Prachtsäle(Jnh. Fiedler), Aom» mandantenstr. 72. Deutscher Hof, Luckauerstr. 15. Dresdener Kasino, Dresdenerstr. 96. Dresdener Garten, Dresdenerstr. 45, Jnh. W. Pasternacki. Englischer Hof, Neue Rotzstrabe 3. Feuersteins Festsäle, Alte Jakobstratze 75 (Jnh. W.»übe). Süritenhof, Köpenickerstr. 437/133. csellschastshauS, Prinzenstr. 94. GewerkschafiSbauS. Engelufer 15. Graphisches VereinshauS, Alexandrinen- stratze 44. Nratweils Bierhallen. Kommandanten- stratze 77/79 /Jnh. Haberland), anuSzkiewicz, Melchiorstr. 15. nsel-Festsäle. Jnselstr. 10. Jndustrie-Festsäle, Beuthstr. 19/20. Kellers„Neue Philharmonie", Köpenicker- stratze 96/97. Köpenicker Festsäle, Köpenickerstr. 127z. Köpenicker Vereinshaus, Köpenickerstr. 62. LudtkeS VereinshauS, Dresdenerstr. 116. Luisenstädtische Bierhallen(Jnh. Rcppel), Alte Jakobstr. 89. Luisenstadt. KonzerthauS(Jnh. Eifert), Alte Jakobsir. 37. Luisenstädtisches ClubhauS(Jnh. R. Vom- mer), Annenstr. 16. Märkischer Hof, Admiralstr. 18c. Meyer. Oranienstr. 103. Michacl-Festsäle, Michaelkirchstr. 39. Netzpalast- Festsäle(Jnh. Reumann), Alexandrinenstr. 110. Präger Restaurant(Jnh. Kratky), Alte Jakobstr. 64. Wnkes Festsäle, Sebastianstr. 39. �Zum Alexandriner", Alexandrinenstr. 37z. Lokal-Kommissions-Miiglied: G u st a v Müller, Grünauerstr. 26 III. 4."Wahlta-sß»(Süd-Ost). Vehrends Festsälc, Manteuffelstr. 95. Cafe Alfen, Vor dem Schlcsischeu Tor 2. Central-Festsälc, Oranienstr. 180. Gleve,„Süd-Ost", Waldemarstr. 75. Graumann, Naunhnstr. 27. Grünauer Garten, Grünauerstr. 14. Jndustrie-Festsäle, Mariannenstr. 31. Mariannen-Festsäle. Mariannen-Ufer 2. Max Nowack, Manteuffelstr. 9. Naunynfestsäle(Böhm), Naunynstr. 6. Oranien-Salon, Oranienstr. 170. Reichenberger Hof, Rcichenbcrgerstr. 147. Schycke i Drachenburg), Vor dem Schlesi. schen Tor. Schuhmacher. Skaliherstr. 126. Walter illrania), Wrangelstr. 9/10. E Wollschläger, Adalbcrtstr. 21. Ost. Alhambra, Wallnertheaterstr. 15. Albrecht. GesellschaftshauS. Langestr. 108. ilndreas-Festsäle, Andreasstr. 21. Andreas- Garten, AndreaSstr. 26. BclzmännS GesellschaftshauS, Lichten- bergerstr. 21. Böhmisches Brauhaus, Landsberger Allee Nr. 11—13. Boekers GesellschaftshauS, Weberstr. 17. Brauerei Friedrichshain, Am Friedrichs- Hain 22— 29. Breuer, Grotze Frankfurterstr. 117. Bürger-Hof. Küstriner Platz 10. Concordia-Festsäle, AndreaSstr. 64, Jnh. Wendt und A. Schütze. Elisabeth-Garten, Elisabethstr. 30. Elysium, Landsberger Allee 40/41. „Englischer Garten", Alexanderstr. 27c. Fortuna-Säle, Strausber�erstr. 3. Germaniabrauerei, Frank). Allee 53. GesellschaftshauS, Jnh. Schmidt, Lichten» bergerstr. 16. Grambe, Weinstr. 11. Gieske, LandSbergerstr. 89. Siegel, Gr. Frankfurterstr. 30. Keller, Koppenstr. 29(Jnh. Freyer). Kolwigs Festsäle. Gr. Frankfurterstr. 99. Königstadt-Kasino. Holzmarktstr. 72. Königstädtisches Kasino. Grotze Frankfurter- stratze 76. P. Litfin, Memelerstr. 67. Markgrafensäle, Markgrafendamm 34. C. Nickel. Gr. Frankfurterstr. 41/42. Nowottnick, Langestr. 30. Ost-Kasino, Wolter, Franks. Allee 166. Ostbahnhof-Restaurant. I. Oppermann, Küstriner Platz. Patriafestsäle. Gr. Frankfurterstr. 23. Patzenhofer, Landsberger Allee 24. Prachtsälc„Alt-Bcrlin", O. Baatz, Blu» mcnstr. 10. Residenz-Festsäle, Landsbergerstr. 31. Rott, Stratzmannstr. 29. Schmidt,„Zum Freischütz". Fruchtstr. 36z. E. Hahns Festsäle. Gr. Frankfurterstr. 74. Schröders Gesellschaftshaus, Frankfurter Allee 127. B. Schumski, Langestr. 65. Tauert. Grotze Frankfurterstr. 85. P. Schmidts Spezialitätentheater, Lands- bergcr Allee 76/77. G. Wolff, Kolonie Wilhelmshöhe, Hohen» schönhaufer Str. Zictz, Warschauerstr. 61. Zimmermann, Grüner Weg 29. Lokal-Kommissions-Mitglied: Carl Rott, Stratzmannstr. 29 pt. S. Wahlkreis. Berliner Musikersäle, Kaiser-Wilhelm» Stratze 18 m. Diesener, Landsbergerstr. 37. A. Ernst, Prenzlaueritr. 4t. Fürstenbcrg-Sälc. Rosenthalerstr. 38. Grunows VereinshauS. Dragonerstr. Iih Königssäle. Neue Königstr. 26. Kürbis, Luisenftr. 26. Trehhln. T.-B. E. Schulze, GesellschaftshauS, Bahnhvfstr. Ö. Wolfs, Zum Kronpr., Bahnhofstr. H. Lehmann, Bahnhofstr. H. Gleiche, Bahnhofstr. P. Gräfe, Bahnhofstr. W Jüttner, Berlincrstr. W. Fromm, Schützenhaus, Berlinerstr. I. Hirsch. Markt. Ww. Hause. Zossenerstr. H. Graf. Beelitzerstr. Treptow. T.-B. Alle Lokale frei. Trenenbr i etzen. Herm. Dornow, Berliner Vorstadt 2. Gust. Norenz, Breitestr. 254. Betzdorf. N.-B. .Jägerheim", Jul. Schmoll. Talen tioswerder. P.-O.-H. Frei. Tehlefhnz. P.-O.-ff. Hr. Peeifch, Gesellschsh., AuSb., frei. Paul Schlottke gesperrt. Velten. P.-O.-H. Gesperrt: Julius Tübbecke, Breitestr. 67 und Turnhalle des Männer-TurnvereinS. Alle anderen Lokale frei. Vetsehan. Verkehrslokal: Lehmanns Gasthof in Stra- dvw b. Vetschau. Gasth. z. deutschen Kaiser. Kottbuserstr. W. Klausch, Stradower Weg. Vietz.(Landsberg-Soldin). Rest. Tabert, am Vichmarkt. Toxelsangj(Guben-Lübbcn). Ww. Kahlisch. Waidmannslnst. N.-B. Rest. Schweizerhäuschen, Dianastr. 26/33. Jnh. W. Hartig. Zum Bcrgschlotz, Jnh. Dräger. Wandiitz-Wandlitzsee. N.-B. Georg Lassan. GesellschaftshauS, Prenz- lauer- und Bernaucrstr.-Ecke. Sce-Terrassc Wandlidsec, A. Bingcr. Alle anderen Lokale sind gesperrt. Wannsee. T.-B. Fürstenhof, Philipp, Königstr. 40. Bairischer Hof, Jnh. W. Ziehm, Glienicker» stratze 10. Gust. Koch, Chausseestr. 2a. Wansdorf. P.-O.-H. Kein Lokal frei. Wartenhnrg. N.-B. All« Lokale gesperrt. Wehnueisterhom. P.-O.-H. Benthin. Wetssagk(Sorau-Forst). 27?. Kanter. Wclssensee. N.-B. Alle Lokale frei. Welzov(Cottbus-Sprcmberg). G. Model, Gasth. zur Grube Clara. H. Pfeiffer, Zum deutschen Kaiser. August Pötschik. Wendiseh-Hnehholz. T.-B. Verkehrslokal: Rest. Schön. Wensiekendorf. N.-B. Alle Lokale gesperrt. Werder a. d. Havel. Schwarzer Adler(Jnh. Koch). Fischerstr. 98. Wemenehen. Carl Schlottke(fr. Wittenberg). Wernsdorf. T.-B. Sportshaus am Crossinsce, Jnh. Gotllieb Handschke. Schwedler,„Zum Oder-Spree-Kanal". Weskow(Cottbus-Spremberg). Restaurant Franz Winnenberg. Wildau. T.-B. Otto Schuhmann. Wildauer Hof. Otto Heiser. Volksgarten. P. Scholz. Zum grünen Baum. Wllhelmsherir. N.-B. Alle Lokale frei. Wilhelmshaven. N.-B. Alle Lokale frei. Wilhelmsrnh. N.-B. Alle Lokale frei. 'Wilhelmsrnh.(Oberhavel). Verkehrslokal. Jnh. Kicker. Wilmersdorf. T.-B. Gesellschaftsh., Wilhelmsaue 11», 114/116. Jnh. Dase. Viktoria-Garten, Wilhelmsaue. Spichern-Säle, Spichernstrahe 3, Jnh. Stechert. Zur Klause. Hildegardstr. 5/6. Wilsnack(West-Prignitz). Müllers Gasthof. Wittenau. N.-B. Albert Schulze. Hauptstr. 56. E. Wittchow. Oranienburgcrsir. 100. Julius Eberhardt. Lübarscrstr. 96. frei. Friedrich Schulze. Oranienburgerstr. 88/88� gesperrt. TT ,'IZIZNVIA zzlioqszz�l� v'0'6 nzzznviA-zlvvH'�oihzjzz», -uzzivöiziwU-;jsiL'suizn�-H. 'g-'I 'IZZ� ZZvzoF uzzzquv ZW'NlZltt -S2 M#0® spsgnhzZ qun zzzjzigz-qzzZ g-'N•nageqsjojaji uaohh-lI-ß-�liSBoiß-g io�llDQ '8*7"iioquBlp�Zjj wq jaopsad�aj •;ilZ(tl30 Zjupg 3I]B 'Sxaqeijaj ZhvZlllZhlNF'ZZlyhZD ZUlZoivZ -Zgviitiz;,!�-zjhzjlinvF 1NVZ Tqv;�oiL azjnq»oD �ZtpzF qichulz� 'Ivzog süii-ß) qiohnZK ?qvsjioA �s.lnqpoz)'uuvmhZF 'UZHvqstzZiZW ÄuiiSzsZ ijllZZ) -(öZZqulZL-tZ-snqpoI) '(kuzF) goihzjizqvH luvinvilZZL qun (HVU0E) UlvquZiPIZ)'IvSliqUI juvINVltZZjg U'()' 6'sL�aquatlv�l 'zqvuvickZI'lioqiz zzmozuvK .'g'ZitÜoihZD'..usjoiözuv� mnF" ljlvStzoihZA)'HZ�-jlvLk'23�1! tpJ 'Z\-azlhzpqzpg-izjlvU'znvh -gjit)(pJpZiH3(£) izaiojuvgz'I3iäg}ß I-Siziiz ÖS.'OS■ijUsmpaffi «zuvtz.lznvlZiZnviA giaunigg',quvZA-{g "3•i;i3oj(P3'uz,ivSZziaK •Ell•illiuoiiogs'quvio� mutz'aaBijaffi-jj 'p/8'�jknziL'KnvhsiivhzjiizjZG'�üScizg 'IZ-ijUjuiim®'„uafpägjfpjqpg"'pnjgoi® '301 aäcui •JZUtjiagg'„uajliniing mng"'(poqgiaqj) '61-iilmoiauio�'mopajß-znI a-N•ÄOjjiiBa •„(noiaqn� mg" lUDinojlajg 8 1'«aijaS-goa® lag z>Hd •qöß uiliauipaas'Iiaanoffl TS'�uaihnzA'gqjuqai®;jnSn,z •qgS-iTUauiiiaffi'(po®) vuniohaI ang 'a�vaiiuaftntz)®)'(uquag'A) liajrtDqquo®) gnoqqiDgg'uuDuinp�-Z a-N'Sjuquajuujo •laij apiog uaiaquc aqy •„gncquaqnqi®;"' qun .»NK uaunaS mg"'|ipig jz:jiia(tja® *K l Sjaqj»PO naij apioj; uaiaqu» ZM '-jaaailjaö goi�aaidS) •a-N'»pjaÄangqds-aaqo •paaqj >»0 uaivjeuvT lim ai»|ojf uaiaquo any -"•agBippuqsug apz'agvaqj »inp�iaS'Jßifjag afpj|na(£'iqiiu�O) ljuiI •XS'alliajlau�'uajiöSgnoa'aaßui®-ZA a-l-saAiBJÄOX •iaai zvzoF sajjvaqZ '(l.�oZ.nmcrZ) �ivpssox -lai� appF an ig 8- N'P«sp.iox -aagaaT luvrnoijajg 'H-'0-'6-nrraopaauuox uauqoig-g|ut)mo?t3}ß •(uZqqng-uagTtQ) Bqaiqqa«Bmd|\ '61 ßaoiaajiog'gnajg '„pnojsuvZ"'hzjunix '.johSpvF-nazg"'azuqr>W -x'ailmiahiM aajlvU'umaqaiz '„aaiqiz uaiiv«� mng"-stiifl poU 'Lp'aijuaquiF'uvqqzzI'uzpuvuaquiF 'LI'agualhavA'aapng cq,iz 'ualpgoitxlqivgz suaozaipI a-'N-«»»»»q�pqa�-�apazx -mj pzoF UlZU 'H- O- d( clo�3ga)jJtop«anajj[--jpn •iaai apiog uaiaquo ajng -uoqaZ ipaacha® a- l-apiaHaußqas-japaix •laum®-(3 •qug'f'ijlia�n� anajg',uomv,jaqmK 'stlcuhzjniU-quß'�plua® luomv,jazg •qaog qvijn® hug'qnasaaßvg'ijzzg -aadaiig kuvag-qug'gnvhqniz, -uuvmaaaH-gx-(jug'anqajia®'fiajß •ffiojani®•}&-qug'luvanvija� ZaanM -arBqalalapazx-siqqmna� 'uuvmacchx '�'W'-jnaiPT an« ZnvhUv® ,uvanv,jaig '3>tl3S D'hug'uahzgoMqivgx'lpjg a-l•»iqnnraaifi '18'aijjftnn�'h-vqiajal» 'haizg chug'aajoquastvg; mnL iuoano,jzig -gl.-aijaauiiaag;'io�npaqnH'sxnax''W 3 1'NVTTI2?-»»ZI -aiUoquqvA'auuoZ anL jo�Uv® -(usqnA) azza�Bax 'g aajjnvhz) zami�ag;'uumna}»a$'F'„oiuoinaa®" •aqjiaotf'aaihvhzI johjo® •iqddna:-nax 'zxaqaih-A'�t® jo�jvAj ■(pnjjUDag'i�) AvosSaBi-nax •gipig poy lahijo® •(gnq33-pnliuoi£)SadqnapaBH-«ia|t •xaag uizckaaix joqjjo® a i«rio»«aq •uuoinnajg ginog a-'N Mn»S � i?jgei�®'zuvhzjsnig-qioääoH'sttixM 08'aijutjaqji®-quviaaqvg tziag *11'aijmiaqii®'zavquaquiF'SinPZ'G '08 aayig-uaLula�'azMag gaqngz-ag '81 sgva,j «auipaA'(jaoqguvA) uapoßacksoH slvI a- N ap,a�Hqa�pal.i.i 'paacilaß apzoF uaaaquv amg '3'a>.igoiPI'zuutxlZnx; Zqiojiiaja® gauhvU a-'N-r,«qqanzi---iBBa� 'P8�'aljuaihnmhzjng;'oqvaoqiI 'IS'ailaaqJ'-noqZiphzjpaRa® '(>-p-b»jqjqaBJj; •iaa} apiog uaaaquv aW'pjadlaß Znvquatznlx® Isjoj; •iaaj aiDjog; ahziiimvI ('NvxnF-nvivI) ap[BAvja)sn|� •iaai appF ajug, 'H- O-'d'Ämquaqiiu, •}uoano}la}ß«iao£tanu'nu® 'SnoqsijoUnaja®'au�oH-zg a- N-»»«», q»,� -paaäjaß aivpF uaaaquv afliz 'uuvmnazg qjnßniz 'R-'Q-'d uniaqjqaj •aaljaa® ,uvanv�aie'öigmaioaeg-ag WWäulvT mng']3}o§'flaaßo�-Qf 'a-'N'asnaiqosSiiBti •iaai aivzvF uaßiaqn axx •ßanqiiaq »uöi®'hug'uaajivy g uaq ng—-ßaaq -uohzZ'{b-qug'uaquiß g uaq ng:,aaacha® "H-'O-'d'i.i(| '51'ailaamvqgpjb'�ngfloig ßaoa® a-'i•ziiAiej«! 'gnvguatznPZ '(nvxnF-nvpZ)-nBqqojjj 'iaaj uapBßuaquig qun gnoguatznqzZ MuaqoQ -aaßnaU jogijo® •AvoqijqqoQ -pozz '(sjaoL-nvaoZ) jaopsraofl naal(puvy aaupjdnzg) H-O-d•'PIMqsSui.nioci '1I°W'M '(LaZqmzadI-ZnqpoZ) usqsus«BiI uav jf.i«pBiiszg� •uapvßaalpy utn? poanviiajß •amqBg; •qaaactjaß appF aju a-'l•inoiqtqi /-jaoquaqvT-nazg ahalZ) 'a-'i usllotz ioq jjopnaqBd •paadiaß appz ans 'O*P'« nossooo Sommerfeld(SchwiebuS). Zum Kurfürsten, BahnhofsP. Sommerfeld bei Kremmen. P.-O.-H. Brauerei Weber frei. Nest. Cindel. Soi»iieiid«rx(Ost- u. West-Sternbg.). Wilh. Greifer und Hotel Markgraf. Soran. Flora, Saganerftr.— Gasthof zur Eile, Eilplatz.— Rumbauer, Pförtnerstr. Sorno(Calau-Luckau.) Krügers Gasthof. Spandav. P.-P.-R. Verkehrslokale: Carl Gottwald, Schönwalderstr. 80. E. Köpnicks Ballsalon, Pichelsdorferstr. 29. Paul Holldorf, Seeburgerstr.'26. »Volksheim", Fr. Böhle, Havelstr. 20. Spondaver verx. I.-3. Bockbrauerei. Spindlersfelde. T.-B, Rest. Ruhwald. Spreenhagen. T.-B. Alle Lokale gesperrt. Spremherg. Paul Heinze, EesellschaftshauS. Paul Kobelt, Konzcrthaus. Ludwig Krüger, Bergschlößchen. Bruno Rückert, Bürgerhaus. Sprlngelber�. N.-B. Restaurant Fathke. Sprache bei Guben. Rest. Schulz., Rest. Halenz. Spatendorf bei Groß-Beeren. T.-B. Gottl. Vogel, Dorfsir. 9. Staahea. p-v..». jNasthof»Zum braunen Hirsch". Ham. burger Chaussee. Stahnsdorf-Kl.-Äochnow. T..B. Alle Lokale gesperrt. Steglitz. T.-B. Frei: Schcllhase. Saal und Garten Ahorn- straßc Iba, und Birkenwäldchen Taal und Garten. Schützenftr.. Rest..Zum Paradiesgarten". Stelnfart. O.-B. Wilb. Sihleufener. Stolpbrück. N. B. Wilhelm Lehmann. Stolpe a. d. Nordbabn. N.-B Lergemann. im Dorf, Stolzenhagen. N.-B Alle Lokale gesperrt. Storhov. T.-B. Alle Lokale gesperrt. Stralan. N.-B. Alle Lokale frei. Straasherg(Stadt). Rest. Otto Weiß. WilHelmsP. Rose, Bürgcrgarten, WriezenersP. Straasherg(Vorstadt u. Umgegend). Landhaus.— Wolfsthal.— Seebad. — Schlagmühle.— Rotkäppchen.— Reue Spitzmühle.— Alte Spitzmühle.— Rest. zum Hungrigen Wolf.— Seeschloß. Ströbitz fCottbus-Spremberg). Paul Nowka. Prellbock. Gust. Neubarth, Kl.-SPöbitz. Sammt. N.-B. Kein Lokal frei. Shdeade. T.-B. VerkehrZlokal Franz Moser, Potsdamer, straße 5. Franz Bredereck, Steglitzerstr. 24. Tasdorf. N.-B. Kaiferhof, P. GapinSki, KaifersP. 80. Rest.„Thüringer Hof", E. Schütze, Ber- linerstr. 24. Gasthof„Zum deutschen Hause", Jnh. A. Rudolf, Berlinorstr. 12. Tegel. N.-B. Rest. Strandschloß. Rest. Bellevue am See, Rest. Hamusek, Hauptstr., und Zum alten Krug gesperrt. Tegelort. N-B. Rest. Beckmann u. Haideschlößchen gesperrt. Alle anderen Lokale frei. Teltov-Seehof. T.-B. Preußischer Adler, Jnh. W. Bonow Ber, lincrstraße 16. .G. Kupsch. Hoher Steinweg 12. Tempelhof. T.-B. .Wilhelmsgarten". Jnh. Schmidt, Berliner» straße 9. GenossenschaftSwirtShauS, Dorfstr. 60. Albert Thiel, Berlinerstr. 41/42. Templln. Alle Lokale gesperrt. Teabltz. T.-B. Verkehrslokal Kürzet am Markt. Tiefwerder a- H. P.-O.-H. Kein Lokal frei. Tratteadorf.(Cottbus Svremberg). Otto Nakonz, Kuhns Festsäle, Linienstr. ß. Landsberger Castno, Alb. Scheruch, Lands» bergcrsir. 39. LeydeckerS Salon, Sophienstr. 34. Logen-Restaurant, Kleine AugustsP. 14. Luna-Säle. Neue Königstr. 7. Müller, Restaurant, Linienstr. 65. Mündner, Linienstr. 19. Neues Konzerthaus, Alexanderplatz. Pachuras Klubhaus, Landsbergerstr. 85. Philadelphia, Greifswalderstr. 138/139. Restaurant.Bürgerheim", Alte Schön» hauserstr. 23/24. Rosenthaler Hof, Rosenthalerstr. 11/12. Rosenthaler VereinShauS, Rosenthaler» strahe 57. Schweizergarten, Am KönigStor. Sophien-Säle, Sophienstr. 17/18. Union-Festsäle, Greifswalderstr. 222. Verbanoshaus der GastwirtSgehilfen, Gr. Hamburgerstr. 18/19. WendtS Pracht-Säle, Münzstr. 17, Eingang Königsgraben. Lokal-Komm.-Mitglied: Albert H a h n i s ch, Auguststr. 51, Ouerg. lV. 6. Wahlkreis(Tlon�t). ArtuS-Hof, Jnh. Pirnau, PerlebergersP. 26. Arminius-Hallen, Bremerstr. 70/71. Bauern-Schänke, W. Küster, Beusselstr. 22. Danziger Ball-Salon, Stromstr. 28. Eisschlößchen /Plötzensee). Fnsel-ResPurant, Neumuth, Plötzensee. Kronen-Brauerei, Alt-Moabit 47/49. E. Ladewig. Lehrterstr. 34. .Moabiter Bürgersäle", Beusselstr. 9. Moabiter GesellschaftshauS, Wiclefstr. 24, Emdenerstr. 34/35. Moabiter Kasino, WilSnackerstr. 63. Moabiter Schützenhaus Plötzensee). Schüler /Brauerei Moabit), Turmstr. 25/26. Spreeschlößchen, Kirchstr. 13. E. Stark, Waldstr. 8. Diktoria-Salon, Perlebergersir. 14. Wedding and vranlen barger Torstadt. AltmannS Vereinshaus, Jnvalidenstr. 146. Berliner Bock-Brauerei, Abt. II, Chaussee- straße 64. Bertiner Nordpark, MüllersP. 148. Gebr. Cranz' Festsäle, Köslinerstr. 8. DetloffS Festsäle. Jnvalidenstr. 84/85. FunkeS GesellschaftshauS, Triftstr. 41. Gehtie. Seestr. 71. Genossenfchasts-WirtSh. IV, Nordufer 10. Germania-Säle, Chausseestr. 110. GesellschaftshauS.'Jnh. M. Schölzcl. Bötzen- straße 12. Hoffmann, Pasewalkerstr. 3. Hoppe, Seestr. 1. HulNboldt»Säle> Hussitenstr. 40. KöhlerS Salon, Tieckstr. 24. KromretzS Festfaal, Eichendorffstr. 8, Naders Vereinshauß, Köslinerstr. 17. Neues Clubhaus, Schulstr. 29. Oranienburger Festsäle, Chausseestr. 16. Pharus-Säle, Müllerstr. 142. Pracht-Säle des Nordens, Gerichtstr. 31, Roabes Festsäle, Kolbergerstr. 23. Sachon, Müllerstr. 136. Schmidts Festsäle, Gartenstr. 6. Schreiners VereinshauS, Schulstr. 66. Schultheiß. Jnh. Bischer, Seestr. 32. Schwankes Festsäle. Chausseestr. 102. . Schwarz, Tegelerstr. 55/56. ereins-Restaurant, Wilh. Reinelt, Sparr- straße 14. Zum Volksheim, Ackerstr. 123. „Zum Schillerpark", F. Schplz, Müller« straße 59. Losenthaler Torstadt and Ciesandbrannen. Borussia, Ackerstr. 6/7. Brunnen-Säle, Brunnenstr. 15. E. Daase, Brunnenstr. 154. Dietrichs Festsäle, Brunnenstr. 34. Elsasser Ball-Salon. Elsafferstr. 15. Fetz, Brunnenstr. 184. Jos. Frankes Festsäle, Badstr. 19. Frischs Victoria-Garten, Badstr. 12. Gramotte, O., Bergstr. 12. Harmonie, Jnvalidenstr. 1a. Melchert, Bergstr. 68. Noacks Festsäle, Brunnenstr. 16. Olbötcr. Uscdomstr. 33. Phönix-Brauerei, Jnh. Donaths Bad-, Ecke Hochstraße. Restaurant und Festsäle, Elsasserstr. 2b. Roewers Festsäle, Elisabcthkirchstr. 14. Swinemündcr GesellschaftshauS, Swine» münderstr. 42. F. Schuster, Ackerstr. 144. Zum Sängerhcim, Vcteranenstr. 18. Ballschmieder, Badstr. 16. Bernhard Rose-Theater, Badstr. 58. Gregortz-Brauerei, Badstr. 67. Maricnbad, Badstr. 35/36 /Jnh. Nagel). Schmidt, Herm., Prinzen-Allee 33. Volksgarten-Thcater, Badstr. 8(Behm- u. Bellermannstraße). Vqreinshaus Norden, Koloniestr. 124. Walhalla-Restaurant, Weinbergsweg 19/20. Wende, KoloniesP. 147. A. Zacharias. Ausschank der Phönix. Brauerei, Hochstr. 21/24. Sehttnhaaser Torstadt. Arndts Festsäle, Bclforterstr. 15. Arnim-Festsäle. Schönfließerstr. 22. Berolina-Fcstsäle, Schönhauser Allee 28. Bicr-sprudcl, Gaudhstr. 10. Brauerei Bötzow. Prenzlauer Allee. Brauerei Pfefferberg, Schönhauser Allee 176. Brauexei Gabriel u. Jäger, Oekon. Wen- dorf, Zehdenickerstr. 10. ST '..uzhckoMqizZ''zzqizuhz«) •Buiiqo®-zPizzqsPvW'Sin�g •flunuijodj uz,nS laq ctöy'azqnzM-qo� ■gno�p3?uag'�imjioy'mazH •auoau ing'szuvuivU -SNv�uzstnhiT'3(qo]g-mag ■dpfä ang-izhzjoacL 'zno�g?jvhzlzizjZT'Öi'PqCS"B •snqi�oa -Z�opjZZMvhI'MVIMZgg •z|a|H-«!«*Tsna 'SI Z�vTsjuzgvzuoiK'lqoavJ �pt�siiov-uia�uj •ml apio� an® •g.-N*13Bds pikagz•ai(oi[spiijuo3 •iqimeps Zoiuo�-lj3LZ ■fl-'N'baog 'T'ZUvF-W p q apiojuuji szii«!«» •aSojuoj�'iioqnjß qiohpagz ■fl-'X'MMZI jag Aio>son.> •uuvmnogz ZuoH •guI'mp�iZlöZZ �ozhZD iIvloisa�pZK U' 0-6 •laönaU paqojg zuvanvija� '('UUZöuK.nviwai�«aqaliiaoq� •Saij »uiaDunL uuaiuiH'a�andaaigz guuvmöaag; -qaiqoa,; ziwI'huJ'logsaauaog •„mnoquaquiF mnF-'aauaagg'Mg •LiuuaH-guI'aqnqixaiK ink'ipiL •uiuiv'q -göma�''„uahzWtxlaqiaH"'zPjpiZ ino�z '•„guuctuoiy ia(pljn3<2"'atiagg pvI •„loqgiio}5"'ijuxaigg •„uaiiDBiajlom"'qdjaqnjq •jajuiäs uahz.l?naT mnS iogilö®■öioaas-tuag •uagzqio-uuaiuvsjvU gqpogj ounigj • zinuBq «!�rq»1A?q»8-lanvpaBd� ni y •azmalhzjF aaqvg »uL'QLlfl 03® 1313032'podgöunOnußiajg •mmuqsßiugiy 'qaomaqiaijfe aaßanquapopohz)'(uoqufpg -SnogqzvW'68/88 03®-sMax'luoy-g •„uapoß vxaiqvavxk'''sg 03® aapSa�'aazqaig-gx '88/18-?vaij -aag,nJ'/öuipoU) sivI-vpopiA a;ln0nD '.PlSt -ijag"'fz'Pwpqapg aajiög'«inlp?,-Z •„a3?01Q]0®"'Of 03® 3313032'auotz)«, lg 'IQ aaljnoqI lanoquDfts'aqqD3i9o}ß'ijajg •aalznogI aanvquvctI'aapnM-qaag -g-pluauiloiL'..gnvgsiioD" g.'X •paagiaö sivzoz zyxz 'g.'jll•M-OlVfr -faaqoahZD'hug)„zpA.po-jT" •{aqDjß-qugj joquaulioavI'ijaziz •nvunaU lag �«qnauizo�viz -<„-gs-aiUaqagg'ahajaizz iliug •(Mjaß.gmüg) ii|ad«3 •hlvaglaH qavnqg'sviiZ '(öZ3gm3actI.ßngpoI) •3Ava,juaqulA'mopnA'aqiciU oho:ud uaihzp ni quij uaßDiiujg •, snBÜiaepaig)»"'iptuiajß-ipizö 'lsnqag-pnljuvag) •(ftaoigp© sipjiiJDja;) Aioqana "II-aijiamoqniß'uachuajjI-H g- X'�PS Pg �oqan«.i»sx '1113�130 aiozoilvv«, 3111,1 'ST'AiaaljnvhZ'uiaiy"iß ijDjoigigäjiag a-'X'�Pß P9 JAOJfona •jaii aioiotT am» a-'N•(»!«oioh) nona •laii apiog anB a- N'qana •J3li 31VZ0F 3112 a-'N-ö«gZguvF-M-g amnuiqonja •laij ajp«) agiliiuwI a-'x �'luvanvilaiß-uapviN Z02aqilwZ •agivaiZaagI lag xmn •iogiio© gjpi •(pmljuDig fiaig) oqsajaa •tppuqaes 2 •uaggnF-uagnG'laopsnid�a ';i5. i'(..-h-psuaqalig") jiag P'Mljvq» •gngqog lag z|fu»Ja 'TXT'ilpalioqZmiagiM'uuvmaapaK 'LI'aijiapoqzmiagiiW'quviobiaH sjvI 'ST-aüuiazS'gnoqszioK ,i'03 mi0-3A'U3?lD0tIIOffl 'H'P'" Sonquapunaia •«ouM zg H-'O-'d'Äoz�oa 'ST HiPPPffi"NB'ffl&S)'iqomöo®-D "H-'O-'d-uijujoa-�paisujoa •taii ainjos ans 'a-'N•apio-HÄisJoa •laiadbB aioiog sing a-x-jjioptiSjoa •unnpcaljogg inp'Biaquancg-pazß igojj vqiK'„giuuajpg" pioJlUlflaiß'laAopg; pmZ ipiqgigapatj; 'a-'X'jaopsuqoa •131] appz 3112 "H-'O-'d'taquiAiiBBS 'iquviqaqilH"2 •(aqpoiuopns) piruuuuu� •laoj apps 3112 a-'N•SjnqsjaMiuiua •11134130 appF 3112 'a-'X'OWPX Pg JJ«ps|qna •liiadlaO apps 3112 a-'N'JJopsiqna *11134130 ajopg uaiaquv 3]]2 ■g8'il.ii3plU34oU'apoiß'(piiG •ai]i3piu34gg'uip�*0n2-appisiqaiiaig a- x'IvhWuuvgoL lag �«p»a '!'Iipalioq i-Z130o-g'uuvmjjoH'ch'utlatfjpai' löais® *81-iliptps'U344gy aaqDfpß'„Inupni©" snvhsilolpjgalaG •cg'Illing?©*snvgZ0unuuL AiaiSM •lllZiaqaallp©*gu�'oaljpU mv Znvgiaiöojz •qzsiaqacugl© uliuqZ-guJ'33]i3ll3U luv'snvH- Z3lpt,naT '98'Hjiagmlay 'SiuaH'ig'guF'113M013M utttL luoinoilaiß •08'Higoiip©'gnuguognip© •gl•iipaftimaH'aquiF in?-gijvG'pozß*iß -g.-�-(aöiagzpV) �op�spqa '88 iJjfppqaug'aSptp© qivguiag; '18'ihuajliiF'ZivW-jß a'N l�loT) •stiiqvj;-gug'aignzK in?]ogijD® a-N'leq�uosoa •znvgqpW g,Si»2ffi mia� 'pgpaOluoiß iUDinoi]3{ß'30uvA 0n2 a-N'IvqT»s«,iij;a •131] 3P10F 3112 a- x-�«pxia 'jlN® •(usggnF.uagnG) •*-njuigiß'aajgffi Itn0n2 -Sjaqsaioqa •iii34]30 appz U30liqn 3112 ,-..pvU lapH» lppisigapas •(LiaguiaiZ-ipW-n°i]2) u�ddaa '8T.'illiauipag;'(Jagsniiß) laöa® •6ST/85T 33di}_1 -lagamuivg,©'„uapoigj mß-'aqunU A •Ql•iijiaujiiags'uuduiOis H '09 iljuioq�lI'apluioqipig'laylg-©'H "Sl/Si'illuioqgn©'pOug 'TTI/STI'Hliaulzias'0113® "IS/OS'Plgju®'napagipiqp®'saqig® Ä 'ST iiluioqlput)'Tigoligogs-ß *63•aljiauiiiag?'aailujE iltlig •uoic®-gug'snoguagngz© "601 /TOT"iljiaqaai '{uianoigs guuvmiiog) lahagz � •aaltnvgs 1313», z'iwip®... 13i] ippA uiiagns 3112'11134]30'88•iiji4nvH'uuvmignz; qun„gvq33©"'„uaiivSZtpiiqarig-iajiv� '"3,12 a-'N?-opBsqs�iisa •Ulh-lvE-2 a-'X'aiozioiZ isg spzvAi«»qs>szl •piupoiß'W •guJ'U3Ul3l]U3]vlSllvM uaq IlL Togilv® a-'X-»»««» '2311?®-guL'oqulF ing-ilazß •gnogqipag gqgaionuiß a-'X'JspjaviSuKjqaiii!}! 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RoL. Liebing, Schönhouser Allee 10. Burgthcatcrfestsäle, Schönhauser Allee 12V. Conzerthollen, Sützmilch, Bornholmerstr. 7. Genossenschofts-Wirtsh., Starqarderstr. 3. Kopenhagener Klubhaus, Gliesche, Kopen- hagenerstr. 71. Moertins Festsälc, Poppel-Allee 25. Mila-Däle, Schönhauser Allee 130. Obiglos Festsälc, Schwedterstr, 23/21, Prater-Theoier, Kastonien-Allee 7/V. Puhlmanns Theater /Inhaber A. TitiuS� Schönhauser Allee 147. Rath, Schönhauser Allee 134». Reimanns Vercinshaus, Bornholmerstr. 72. Sänger-Heim, C. Grunze, Schönhauser Allee 156. Schultheiß' Festsäle, Kastanien-Allee 23, Lokal-Kommissions-Mitglied: j. N i l h. Dams. Schlcgelstr. 9. �dl«r«l»«t. T.-B. Wöllsteins Lustgarten, Wismar ckstr. 24. R. Kaul, Bismarckstr. 15. Beyers Gesell- schaftshaus, Bismarckstr. 10. Adlers- hofcr Garten, Jnh. Franz Eschner, Bis- marckstr. 60. Rest. Wilhelm Ulbricht, Sedanstr. 3/4. Restaurant Ruhwald /Walter Berger), Am Bahnhof Spind- lcrsfeld. •AJirrensfeldle. N.-B, Julius Schneider, Am Ostfriedhof. Alt-Rnchhorst. N.-B. Alle Lokale gesperrt. Alt.«elt«v. P.-O.-H. Alle Lokale gesperrt. Alt-VIIenlvIio. T.-B. Alle Lokale frei. Alt-Limfodei's. N.-B- Verkehrslokal: Kalms, Berlinerstr. Alt-XIonch wlukel. N.-B. Restaurant Lenz, Verkehrslokal. AIt-R»ntt bei Freienwalde a. O. Alle Lokale gesperrt. AIt-8t»kn«dork. T.-B. Alle Lokale gesperrt. Alt-Tncliebrundt bei Golzow. Gasthof Karl Rech. AnxermUnde. Restaurant„Seebad". Arnswnlde. Gasthof zum Löwen(Ww. Schimming), Rnxow. W.-H. Restaurant Fritz Koppen. Ra»dorT. N.-B. Zum Waldfriedcn, Jnh. Strenncr. Banmschnlenweg. T.-B. Alle Lokale frei, Beeilt« I. 31. Gasthof zur Stadt Beelitz, Brückersir. 2®, Beeskow. T.-B. Kein Saal frei. l Beetz bei Kremmen. P.-O.-H. Restaurant W. Rose. Rest. Mönchmcier. Belzig-Sandberg I. 31. Gasthof zur grünen Tanne. Fr. Thiele. Bergfeldc(Kolonie). N.-B. Zum Einsiedler(Jnh. G. Scharpf). Berkenbrttck bei Luckenwalde. Gasthof Koppen. Bernau. N.-B. StöweS Kaisergarten gesperrt. Alle andern Lokale, sowie Kirsch�arten und Wald- kater bei Bernau frei. Biesdorf. N.-B. H. Berlin, Marzahnerstr.(Nord.) E. Erbe, Lindengarten, Prinzcnstr. 45. ExuerS .GesellschastShaus(Süd). Biesentbal. 0.-B. M. Gregorczak, Breitestr. Seeschloß am Wukensee, Hotel u. Restaur., Jnh. K. P. Strauß. Bindow. T.-B. Alle Lokale gesperrt. Birkenwerder. N.-B. E. Sengbusch,„Paradiesgarten". GesellschastShaus S. Habermann am Bahn, hos Stolpe. Zum Rheingau, Jnh. E. Paffoke. A Birkholz. N.-B. Alle Lokale gesperrt. Blankenbnrg. N.-B. Alle Lokale gesperrt. "Blankenfelde. N.-B. 'Stab. Sachsendorf(Cottbus- Svremberg). Aug. Dobring u. Paul Sachs. Saoro.(Sorau-Forst). R. Schönborn, Praucrei. Sadown. T.-B. Pflugs Rest. a. d. Obersprcc. Zur Waldschänkc, Jnh. Töldte. Sandberg-Belzig. Fr. Thiele, Zur grünen Tanne. Sandkansen. N.-B. Waldschloß.. Sebenkendorf. T.-B. Otto Pätsch(Saal). Sebenkendorf(Guben-Lübben). Deutscher Kaiser, Jnh. Karl Richter. Schcuno(Sorau-Forst). SS. Schneider u. E. Gebhardt(Waldschloß). 'Schildhorn. P.-O.-H. 'Hans Ritzhaupt."Schröder,"Schmidt, Wirtshaus Schildhorn. Schildow. N.-B. Kein Lokal frei. Scblacbtcnsce. T.-B. Beelitzhof, Wilhelmshöhe und"Kastanien- Wäldchen, Jnh. Krüger, frei; alle andern Lokale gesperrt. Schmargendorf. T.-B. F. Bartels Wirtshaus, Schmargendorf, Warnemünderftr. 6. „Lindenbaum", Spandauerstr. 10, Jnh. Ad. Pöttfcher. Schützenhaus, Hundekehlenstr. 20, Inhaber H. Meißner. Schmellwitz(Cottbus- Spremberg). Richard Lueian. Herm. Hoffmann. Schmertzkc bei Brandend uro a. H. Restaurant Gericke. Schmöckwitz. T.-B. Gasthof„Zur Palme", ain Seddinsee, Her- mann Peter. Noack, Restaurant Zum Seddinsee. Muxfeldt,..Seglerschloß". Scholands GesellschaftshauS, Jnh. Bern- hard Schmidt. „Wald-Jdyll". Witwe Lorenz. Schfinhllck bei Wolfersdorf. N.-B. Zum Waldschlößchen, Th. Müller. Schvncderg. T.-B. Alle Säle frei. SchSnclchc-Schvnehcck. N.-B. Waldschlößchen, Jnh. Max. Mann. SchSncrllndc. N.-B. Gasthof SzperlinSki frei« SchHnUlcss. N.-B. Alle Lokale gesperrt. SchBntUess bei Fürstenberg. Rest. Aug. Krüger. � Schönholz N.-B. Schloß Schönholz gesperrt. Alle anderen Lokale frei. Schönow. N.-B. Schulz. Schönwalde 1. d. 33. N.-B. H. Schulz.— Müller, zum„Weißen Roß". Internat. Sportshaus a. Gorinsee, Jnh. Fleischer. Schöpfnrth. O.-B. Schützenhaus(Fritz Schukar). Schnlzendorf. N.-B. "Rest. Neue,"Rest. Müller, Rest. Hubertus Jnh. Mlosch, frei. Schnlzendorf bei Eichwaldc. T.- B. Kein Lokal frei. Schwaneheck. N.-B. Alle Lokale gesperrt. Schwedt a. O. Deutsches Haus, Heinersdorferftr, Schwlehns. Ww. Pratsch, Erossenerstr. Gustav Gondolatsch, Mühlenftt. Wilh. Pansch, Herrenstr. Rod. Peil. Frankfurterstr.. Jul. Lankisch. Kutschlauerstr. OSw. Schmidt, Markt. Reinh. Zilz, Angerstr. Zum weißen Lamm, R. Weber, Poststr, Seddin bei Beelitz. Rest. Willi Grätz. 'Seegefeld. P.-O.-H. Nicolai. Sefdlltz(Landbezirk Landsberg). Zum Spitzkrug., Seifersdorf(Sorau-Forst). Restaurant Schober. 1, A Senftenberg II(Calau-Luckau). BeusterS Gasthof in Sauo. Senzig. T.-B. Alle Lokale frei. Sielow bei Cottbus. Heinrich Schwcllow. a Slamen(Cottbus-Spremberg). C, Fischer; Rest. F. Lemke; Adolf Jmck, Bellevue. Slamen-jülegelel. Hoffmanns Lokaj, IS