Nr.86. HbonnementS'Bcdingungen: Abonnements> Preis pränumerando i Bicrteljährl. 320 MI. ntonatl. l.io Mt., wöchentlich 28 Psg. frei ins Haus. einzelne Nummer 5 Pfg. Sonntags. nuuuncr trat illustrierter Sonntags- Beilage»Die Neue Welt" 10 Psg. Poit- ilbonnemenl: 1,10 Marl pro Monat. Eingetragen in die Pojt.ZciMngs. Preisliste. Unter Kreuzband sür Deutschland und Oesterreich- Ungarn 2 Marl, für das übrige Ausland 3 Marl pro Monat. PoslabonnementS nehmen an: Belgien. Dänemarl, Holland, Italien. Luxemburg. Portugal. Rumänien, Schweden und die Schweiz. 28. Jahrg. ettodtt tiaili mlltr Ontsst. Berliner Volksblnkt. Zentralorgan der fozialdeniokratifcben Partei Deutfchlands. Die TnkrtlonS'GcbQbr Beträgt für die sechsgespallene Kolonel» geile oder deren Raum 60 Psg., für politische und gewerkschaftliche Vereins- und Versammlungs-Anzeigen 30 Psg. „Kleine Hnzeigen", das settgcdrume Wort 20 Psg. szulässig 2 fettgedruckte Worte). jedcS weitere Wort 10 Psg. Stellengesuche und Schlasstellcnan- seinen das erste Wort 10 Psg., jedes wcnere Worts Psg. Worte über löVuch- slaben zählen sür zwei Worte. Inserate für die nächste Nummer müssen bis ki Uhr nachmittags in der Erpedition «paegeben werden. Die Expedition ljt bis 7 Uhr abends geöffnet. Tclegrain»!- Adresse: „SsÄZlütiilSlirz» vcri!»-. lUdahtfom SAl. 68, Lindcnstraeac 69» Fernsprecher: Amt rv. Nr. 1S8Z. Dienstag, den 11. April 1911. Expedition: 8M. 68, Lindcnotraoae 69» Fernsprecher: Amt IV. Nr. 1984. Die 6rfatzwa])l in Berlin IV. Bei der Ersatzwahl im vierten Berliner Reichstagswahl- kreis wurde Genosse Otto Büchner mit 69 872 Stimmen gewählt. Der Zentrumskand.idat, Gras Oppersdorfs, brachte es auf 1827 Stimmen, während auf den Polen 718 .Stimmen entfielen und 896 Stimmen sich zersplitterten. Die Sozialdemokratie kann mit dem Wahlergebnis durchaus zufrieden sein. Zwar ist die Zahl von 82 639 Stimmen, die im Jahre 1967 für S i n g e r abgegeben wurden, nicht erreicht worden, allein da es sich um eine E r- satzwahl handelte und zudem die Zahl der Wahlberechtig- ten gegenüber der Hauptwahl um 3395 abgenommen hatte, ist das Wahlergebnis durchaus kein schlechtes zu nennen. Kommt doch vor allen Dingen auch in Betracht, daß diesmal ein Wahlkampf überhaupt nicht stattfand. Frei- sinn und Konservative, die 1967 immerhin die stattliche Zahl von 22 666 Wählern gemustert hatten, hatten überhaupt keinen Kandidaten aufgestellt, und nur das Zentrum betrieb für feinen Zählkandidaten, den Grafen Oppersdorfs, eine ziem- lich lebhafte Propaganda. Trotzdem sind für das Zentrum, das im Jahre 1967 2768 Stimmen erhielt, diesmal 881 Stim- men weniger abgegeben worden und auch der pol- nische Kandidat erhielt 595 Stimmen weniger als bei der Hauptwahl. Die Abnahme der polnischen und Zentrums- stimmen ist also eine s e h r v i e l g r ö ß e r e als die der .Sozialdemokratie! Daß aber die Sozialdemokratie die Stimmenzahl vom Jahre 1967 nicht wieder erreichte, lag vor allen Dingen daran, daß diesmal wegen des Fehlens des freisinnigen und konser- vativen Gegenkandidaten die Wahl geradezu zu einer öffentlichen gestempelt worden war! Es ist ganz zweifellos, daß zahlreiche Wähler, Lehrer, Beamte, in Staatsbetrieben beschäftigte Arbeiter usw., die im Jahre 11967 für den Sozialdemokraten gestimmt hatten und diesmal gleichfalls wieder für den sozialdemokratischen Kandidaten ge- stimmt haben würden, sich der A b st i m m u n g e n t h a l t e n haben, weil sie sich der Gefahr nicht aussetzen wollten, ihre Abstimmung kontrolliert zu sehen. Zieht man diesen Um- stand in Betracht, so wird man dem Proletariat des vierten Berliner ReichstagswahlkreiseS das Lob nicht vorenthalten dürfen, daß es in anerkennenswertem Maße feine Schuldigkeit getan hat! In Prozenten berechnet gaben 1967 für den sozialdemo- kratischen Kandidaten 61 Prozent aller Wahlberechtigten ihre Stimme ab. Diesmal erhielt der sozialdemokratische Kandidat die Stimmen von 54,5 Prozent aller Wahlberechtigten. Die Differenz ist also keineswegs allzu groß und durch die Tatsache hinlänglich erklärt, daß dies- mal Tausende von Wählern, die sich in abhängiger Stellung befinden, infolge deS geradezu öffentlichen Charakters der Wahlurne fernblieben. In wenigen Monaten wird die arbeitende Be- völkerung von Berlin IV abermals zur Wahl an- treten. Dann werden ja auch die bürgerlichen Parteien wieder ihre Kandidaten aufstellen. Und dann, wenn die Wahl wiederum zu einer geheimen geworden ist, wird es sich vollends mit aller Deutlichkeit herausstellen, daß die Sozialdemokratie im vierten Wahlkreise an Anhängern nicht eingebüßt, sondern noch gewonnen hat! vom Husnahmegeletz gegen die Arbeiter. Der Eindrittelbeitrag, den die Arbeitgeber zu den Kassen der Krankenversicherung beizutragen haben, wird in Wahrheit von den Arbeitern getragen. Die sogenannten Arbeitgeber- beitrage sind lediglich ein vorbchaltener, im voraus fest- stehender Lohnteil. DaS ist auch von Angehörigen aller bürgerlichen Parteien— Konservativen, Freikonservativen, Zentrumsleuten, Nationalliberalen wie Fortschrittlern— früher stets anerkannt und von keinem ernsthast zu nehmenden Nationalökonom oder Sozialpolitiker geleugnet. Die Last der Arbeitgeber ist nur eine scheinbare, tatsächlich trägt sie der Arbeiter. Folgerichtig wäre eS, daß die Kosten für einen vom Reich ausgesprochenen Zwang zur Versicherung das Reich trägt. Indessen ist die von Bismarck infolge der sozialdemokratischen Agitation vorgeschlagene Anbahnung einer solchen Kosten- regelung als.sozialistisch' vom Reichstag im Jahre 1881 ab- gelehnt und auch jetzt hat bei der Reichstagskommission der Gedanke der Uebernahme der Kosten für die Versicherung auf das Reich keinen Widerhall gefunden. Die Kosten sollen nach wie vor die Arbeiter tragen. Nur soll, um einen Schein von Recht für eine Anteil- nähme an der Verwaltung durch die Arbeitgeber zu schaffen, ein Drittel direkt von den Arbeitgebern I gezahlt, zwei Drittel— das sind gegen 3 Prozent seines Jahreseinkomniens— dem Arbeiter vom Lohn ab- gezogen und für ihn an die Kasse gezahlt werden. Selbst wenn das Drittel, das nominell der Arbeitgeber zu tragen hat, kein im voraus feststehender Teil des Lohns wäre, sondern vom Arbeitgeber aus eigenen Mitteln zu zahlen wäre, läge eine Berechtigung zur Teilnahme des Arbeitgebers an der Verwaltung nicht vor. Denn Aufgabe der Kasse ist Fürsorge in Krankheitsfällen des Arbeiters, nicht des Arbeit- g e b e r s. Statt aber den Arbeitern volles Selbstverwaltungs- recht zu geben, hat die Reichsversicherungsordnungsvorlagc ihnen den kümmerlichen Anteil, den sie bislang an der Selbst- Verwaltung hatten, fastßrcstlos genonimen, die Selbstverwaltung geraubt und außerdem den nominellen Beitrag des Arbeit- gebers nicht einmal dem Regierungsantrag entsprechend er- höht. Der Vorsitzende der Kasse, ihre Beamten und An- gestellten sollen eine Schutztruppe des Unternehmertums werden. Es sollen den Wünschen der jeweiligen Regierung willige Bureaukratcn, nicht das Wohl der Kasse und der Kassenmitglieder fördernde Arbeiter die Geschäfte der Kasse führen. Wie das gemeint ist, darüber hat der Vater der jetzt vorgeschlagenen Entrechtungen, der konservative Abgeordnete v. W e st a r p, keinen Zweifel gelassen: für die Haltung und Absetzung der Kassenbeamten sollen dieselben Grundsätze maßgebend seien, wie sie das Oberverwaltungs- gericht in dem bekannten Absetzungsurteil gegen den frei- sinnigen Bürgermeister S ch ü ck i n g festgelegt hat. Aufrechte Männer oder gar Sozialdemokraten sollen in der Ver- waltung der Kasse nicht gelitten werden. Und für dieses Ausnahmegesetz gegen die Arbeiter haben'unter Dr. Mugdans Führung die- selben Freisinnigen gestimmt, die über das Urteil gegen S ch ü ck i n g empört waren! Eine in der Praxis völlig wertlose Besümmung, nach der„eine religiöse oder polittsche Betättgung außerhalb der Dienstgeschäfte und die Ausübung des Vereinigungsrechts, soweit sie nicht gegen die Gesetze verstoßen', nicht gehindert werden darf, scheint die Herren beruhigt zu haben. Welche Ausübung des Vereinigungs rechts und welche polttische Betättgung verstößt denn gegen das Gesetz? Und wo ist ein Rechtslveg gegen Verstöße gegen das Verbot? Die durch Sperrdruck hervorgehobene Einschränkung hat nur dann einen Sinn, wenn man durch sie ein Hintertürchen will, um aufrechtstehende, überzeugungstteue Leute nach dem Musterprozeß Schütting drangsalieren zu können. Glaubte man in der Tat im Gegensatz zur Unfallver- sicherung bei der Krankenversicherung Schutz gegen Mißbräuche von Beamten oder Vorstandsmitgliedern schaffen zu müssen, so lag es ja nahe, der Generalversammlung der Kasse(in der Vorlage Ausschuß genannt) weitergehende Rechte auf Anstellung und Absetzung zu geben. Solchen Schutz wollte man aber nicht, sondern Dersorgungsposten für Bureau- kraten und Militäranwärter. Statt Angestellter, die die Jnter- essen der Kaffe und ihrer Mitglieder, wie auch die Gegner der Sozialdemokratte, darunter viele Unternehmer, anerkannt haben, aufopferungsvoll und pflichttreu wahrgenommen haben, will man Posten zur Belohnung von Leuten schaffen, die sich etwa wie in Moabit durch rechtswidrige, brutale bis zur Tötung harm- loser Arbeiter gesteigerte Exzesse gegen Arbeiter hervorgetan haben. Eine fernere Wirkung derVorschlägederKommissionsmehrheit wäre eine erheb- liche Verschlechterung der Lage der Kranken, die noch schlimmer als in Unfallsachen, dann leicht durch Bureaukraten schikaniert würden. Und dieser Degradierung der Rechte der Arbeiter haben Zentrumsleute und Freisinnige zugestimmt I Auch die Rechte der Abeiter in der General- Versammlung(Ausschuß) sind wesentlich eingeengt. Wir heben nach dieser Richtung nur folgende zwei Puntte hervor: Wenn die Ausschüsse mehrerer Kassen die Vereinigung der Kassen zwecks Kostenersparnis und beffercrLcistungcn beschließen wollen, so soll solcher Beschluß nur erfolgen dürfen, wcnnsowohl dieMehr- heit der Versicherten wieder Arbeitgeber übereinstimmen. Dieselbe Uebereinstimmung wird, über den Vorschlag der Regierung hinaus, für Aendcrung der Statuten gefordert. Die winzigen Minimalleistungen einer Kasse können nur durch Kassenstawt, also durch Stattltenänderung, erhöht werden. Trotz der Zersplitterung der Kassen haben die Arbeiter, oft nach hartem Kampf gegen die Unternehmer und mehrfach ohne diese, nach dem Gesetz zulässige Erweiterungen der Leistungen beschlossen. Das paßt den bürgerlichen Parteien nicht: der kranke Arbeiter soll nicht zu üppig werden, Erleichterungen seiner Lage sollen durch den Aus- schuß erschwert werden. Deshalb soll fortan eine Aendcrung der Statuten nur bei überein st immendem Beschluß der Mehrheit der Arbeitgeber und Arbeitnehmer zulässig sein. Diese Enttechttmg der Arbeiter soll ja die Sozialdemokratte treffen. Toren, die diesen Erfolg erhoffen. Sie würde die Arbeiterklasse in ihrer Gesamtheit treffen und der Sozial- demokratie als Partei nur Vorteile bringen. Das gibt ein so energischer Gegner der Sozialdemokratte wie Professor Dr. L e 0 p 0 l d v. W i e s e in seinem im Auftrage des zweiten Deutschen(nationalen) Arbeiterkongresses herausgegebenen Werke„Posadowsky als Sozialpolitiker' unumwunden zu. Auf S. 136 des zitterten Buches bespricht er die Versuche, die Selbstverivaltung von Kassen in der jetzt beschlossenen Art zu vernichten. Er schreibt da: „Wieder sind bei dieser Gelegenheit die Scharfmacher am Werke, die den Arbeitern die freiheitliche Grundlage der Organisation ihrer Krankenkassen rauben möchten, u m auf diese Weise der Sozialdemokratte Abbruch zu tun— ein Beginnen, das uns ebenso kurzsichtig wie unrecht e'r s ch e i n t." Dann heißt es weiter: „Es wirkt in politischer Hinsicht durchaus erzieherisch, wenn eine so völlig sür die Arbeiter bestimmte und teil- weise mit ihren Geldmitteln erhaltene Organisation, wie es die Krankenkassen sind, auch von ihnen verwaltet wird, und wenn hier Sozialdemokraten Gegenwartsarbcit verrichten müssen. Ja, es ist gut, wenn sie dabei eine Domäne gewinnen, in der sich die Arbeiter als Herren fühlen können. Die ängstliche Kleinlichkeit, die sie aus Furcht vor etwaigen, in Einzel fällen auch vorhandenen Mißbräuchen, aus diesem Bezirk vertteiben will, leistet dem Radikalismus u n e n d l i ch v i e l m e h r V 0 r s ch u b, als es die meinet- wegen laxere, jedenfalls politisch klügere und gerechtere Richtung tut, die einen Rückschritt in dem Selbstverwaltungs- recht, das sich hier die Arbeiter erkämpft haben, entschieden verurteilt. Viele christliche und nationale Arbeiter mögen vielleicht denken, es sei schon besser, die Verwaltung der Kassen»verde bureaukrattsch geführt, als daß sie in den Händen von Sozialdemokraten liege, die ihre Politisch anders gerichteten, aber in der Minderheit befindlichen Kameraden doch nicht aufkommen ließen. Hiezu wäre zu sagen: Es ist sicherlich bedauerlich,»venu die Krankenkassen an manchen Orten fast ganz in den Händen von Sozialdemokraten liegen. Aber man bekämpft diesen Mißstand nicht da- durch, daß man den Sozialdemokraten durch den Beamten ersetzt, sondern dadurch, daß sich die christlich-nattonale Arbeiter- schast zu Einfluß und Macht emporarbeitet und auf dein Boden der freien polittschen Konkurrenz der Parteien die Ucbennacht der Sozialdemokraten bricht. Auch hallen wir es für eine Uebertreibung,»venn kurzerhand die Ver- waltung der Kassen durch Sozialdemokraten für eine Mißwirtschaft erklärt»vird. Im ganzen wird man gerechterweise sagen müssen, daß es viele gut geleitete Kassen gibt, daß insbesondere Veruntreuungen viel seltener sind, als die Aufbauschung von Einzelfällen vermuten läßt. Die An- ficht, daß sich die bisherige Selbstverwal- tung der Krankenkassen bewährt hat, scheint unS richtig zu sein. Daß Sicherheiten gegen Untteue einzelner— und wir wiederholen, daß, wenn wir die Ver- Hältnisse bei den Krankenkassen mit denen bei anderen Organisationen(Staats- und Kommunalkassen, Banken usw.) vergleichen, sie durchaus nicht schlechter abschneiden— ge- schaffen werden mußten, wie sie die Novelle von 1903 einführte, ist selbstverständlich. Darüber hinaus braucht man nicht zu geben. Bei der bevorstehenden Reform des gesamten Arbeiterversicherungswerkes wird sicherlich von der einen oder anderen Seite versucht werden, unter allen möglichen Vorwänden, z. B. dem, eine geeignete Grundlage für die Invalidenversicherung zu schaffen, die Selbstverwaltung zu beschränken; an Vorschlägen fehlt es schon jetzt nicht. Wir meinen, hier sollten auch die nationalen Arbeiterorganisationen auf der Hut sein und ihren Parlamentsvertretern die größte Wachsamkeit einschärfen. Die Rechnung hätte nicht die Sozialdemokratie zu zahlen— sie würde vielmehr als Partei Fortschritte machen— s andern eS würde die gesamte Arbeiterschaft um eines ihrer wesentlichsten Rechte verkürzt werden." Diese verständigen Ausführungen hinderten die Zentrum?- Vertreter und die Vertreter der„nationalen Arbeiter' nicht, den geschilderten Verrat an der Arbeiterklaffe zu üben. Polizeiliche Mitzhandler und Totschläger, andere Militär- anwärtcr, abgelegte Offiziere und Privatbeamte, Wohlhabende oder Leute, die wie Hintze sich um die Förderung des Interesses von Scharfmachern durch Anwerbung Gelber und anderer als Streikbrecher hcrvorgetan haben, sind so massenhaft vor- Händen, daß für all' dies Pöbelvolk in zentralisierten Kassenverwaltungen nicht hinreichend Platz wäre. Da mußte dann Platz geschaffen»verde». Und die Scharsmachermehrheit hat dies auf Kosten der Arbeiter durch Zersplitterung der Kassen getan. Statt große leistungsfähige Krankenkaffen entweder durch eine Versicherungsanstalt mit Filialen an den ver- schiedenen Orten oder je eine Krankenkasse für die Städte und je eine für alle ländlichen Gemeinden eines Verwaltungs» bezirks zu schaffen, hat man die Zersplitterung der Kassen, weit über den Vorschlag der Regierung hinaus, be- schlössen. Der heutigen Zersplitterung der Kassen ist keines- Wegs gesteuert, sie ist vielmehr vermehrt. Zu den Orts-, Betriebs-, Jnnungs- und Knappschaftskassen tritt als Karikatur einer Krankenkasse die Land- krankenkasse hinzu. Ortskrankenkassen und Land- krankenkaffen sollen auch sür kleinere Bezirke als den eines VersichcrungSamtcs(Kreis in Preußen, Bezirk in Bayern) errichtet werden können. Neben den allgemeinen Orts- krankenkaffen, die die Regel bilden sollen, sollen als be- sondere Ortskrankenkassen die beruflichen Ortskranken- kassen schon dann zugelassen werden können, wenn die Kasse mindestens 250 Mitglieder zählt. Aus der allgemeinen Orts- krankenkasse sollen besondere Drtskrdnkcnkassen abgelrelmt werden können, auch' wenn der allgemeinen Ortskrankenkasse nur 230 Mitglieder verbleiben. Die B e t r i e b s k r a n k e n- k a s s e n und die H n n u n g s k r a n k e n k a s s e n. die die Abhängigkeit des Arbeitnehmers vom Arbeitgeber fördern und die Interessen der erkramkten Arbeiter erheblich ge- sährden, sollen weiter bestehen bleiben. Eine Betriebs- krankenkasse soll nicht erst, wie die Vorlage vorschlug, bei mindestens 500 Versicherungspflichtigen errichtet werden können, sondern es soll die Zahl von 150 genügen. Ja, zur Aufrechthaltung von landwirtschaftlichen Be- triebskrankenkassen soll schon eine Mitgliederzahl von 50 genügen. Jnnungskrankenkassen können ohne jede Begrenzung ihrer Zahl nach unten fortbestehen und von Innungen für die Versicherungs- Pflichtigen errichtet werden, die in den der Innung an- gehörigen Betrieben ihrer Mitglieder beschäftigt sind. Die Vorlage bietet neben dem krausen Durcheinander aller mög- lichen Kassenarten eine Reihe von wesentlich vom Belieben der Verwaltung abhängiger Bestimmungen über Auseinander- reißung und Vereinigung von Kassen. Dieses bunte Durch- einander erschwert natürlich dem Arbeiter außerordentlich die Geltendmachung seiner Rechte, ermöglicht aber, einen Haufen von Beamten anzustellen. Und das ist offensichtlich der Zweck dieses Gegenarbeitens gegen zentralisierte große leistungsfähige Kassen. Vernichtung des Selbstverwaltungsrechtes der Arbeiter, Anstellung verkrachter Eristenzen der Bourgeoisie als Kassen- leiter an Stelle von Arbeitern und auf Kosten der Arbeiter- klasse ist das Ziel, das die Scharfmachermehrheit nach Ostern zu verwirklichen hofft.__ Das italienische Miniiterprogramm. Rom, den 6. April 1911, In großen Umrissen war das Programm, das Giolitti heute der Kammer vorlegen sollte, bereits bekannt, und mehr als große Umrisse hat der Ministerpräsident in seiner Programmvedc auch nicht gegeben. Die Ausdehnung des Wahlrechts auf alle, die ihren Militärdienst geleistet haben, und auf jedweden männlichen Bürger, der daS 30. Lebensjahr erreicht hat, die Abgeordnetendiätcn. die Alters- und Invalidenversicherung, deren finanzielle Deckung durch «in Staatsmonopol der LebenSverftchcrung geschaffen werden soll— all diese Dinge waren aus den Verhandlungen bekannt, und wer etwa geglaubt hat, Giolitti werde ihnen in seiner Rede ein beson- dcreS Gehalt oder eine besondere Farbe verleihen, der hat sich ge- irrt. Die Programmred« war viel beredter in dem. lvaS sie ver- schwieg, als in dem. was sie aussprach. Sehr beredt war in der Tat das Schweigen über das seit Jahren verheißene Gesetz über die Ehescheidung. Man hatte geglaubt. Giolitti werde Mittel und Wege suchen, um die Klerikalen von sich abzuschütteln und dadurch verhindern, daß sich seine Mehrheit von den Sozialisten bis zu diesen dehne, aber man hat sich sehr geirrt, zu diesem Punkte sagte er nur wortlich:„Was die Beziehungen zwischen Staat und Kirche betrifft, so werden wir in Anerkennung des Prinzips der weitest- gehenden Fveiheit und Voll Achtung vor dem religiösen Gefühl in der ganzen RegieningSaktion die Rechte aufrecht erhalten, die sich auS der Souveränität des weltlichen Staates und aus der Ein. Haltung der Gesetze ergeben." Nicht mit Unrecht hat der Radikale Jvadeletto dem Ministerpräsidenten entgegen gehalten, daß. wenn er sich schon mit Phrasen begnügen muffe, ce die eleganten und blumenreichen Luzzattis bei weitem vorzöge. Bemerkenswert war, daß die Sozialisten sich während der Rede Giolitti» ganz de» Keifalls enthielten. Während dann die Sitzung unterbrochen wurde, um das Programm im Senat zu ver- lesen, hielt di« Parlaments sraktton ihre Sitzung ab. in der sie sich bereit erklärte, das Ministerium zu unterstützen. Als nach Wieder- austiahme der Arbeiten Fradeletto in heftigster Weise Giolittt an- griff, ihn in seiner Gewaltpolitik den Condott ieri des Mittelalters an die Seite stellte, ihn beschuldigte, anstatt auf Grund von Prin- zipien, auf Grund eiiter Klientel zu regieren, da wurde derselbe Fradcletto von niemand öfter unterbrochen als von den Sozialisten und namentlich von Turati. Wir haben öfter Gelegenheit gehabt, auf die tiefe Verachtung hinzuweisen, mit der Giolittt seiner Mehrheit begegnet. Die heutige Kammersitzung muß ihn in diesem Gefühl gewalttg bestärkt haben. Wie gut dressierte Hunde kamen all die Herren der ministeriellen Mehrheit— mit Ausnahme der Sozialisten—, um dem Diktator nach seiner Rede zu huldigen, und zwar kamen genau dieselben. die man al» Gegner der Wahlrechtserweiterung kennt, die be- kannten Gegner liberaler und demokrattscher Politik, kurz alle, die auf das Wert des Giolittt von gestern geschworen hatten und nun anstandslos bereit waren, dem Willen des Herrn gemäß die Livree ihrer Gedanken zu wechseln. Giolittt hat allen Grund, auf die Ergebnisse seiner Dressur stolz zu sei», wenn auch nicht auf das Menschenmaterial, das er dressiert hat. Wem e» aber nickst darum geht, die Macht Person- lichen Einflusses zu erproben, der muß sich voll Besorgnis fragen. wie es um die Geschicke der WahlrechtSerweiterung steht, wenn diese ausschließlich von der Gnade und Laune eine» Menschen abhängt. Die Kammermehrhett will die Rcfarm nicht und findet sich mit ihr nur ab, weil Giolitti dies wünscht. Wenn heute die Diktatorenfaust erlahmte, würden die guten Leute nichts von der Wahlreform übttg lassen. Ob wohl dem Mann, der über drei Viertel der Kammer uneingeschränkt gebieten kann, damit gedient ist, daß die Sozialisten das Reich seiner Allmacht noch vermehren? Und ob die Sozialisten gut tun, sich der Gefolgschaft eines Ministers zuzugesellen, den si» so oft den moralischen Verderber des polittschen Ledens genannt haben? -» Die Parlamentsftaktion, der Fall Bissolati und das Ministerium. In einer mehr als achtstündigen Diskussion, die bis nach Mitternacht währte, hat sich gestern die sozialistische Parlaments- fraktion mit dem Fall Bissolati auseinandergesetzt. Zunächst hat Bissolati selbst Erklärungen über sein Ver- halten abgegeben, unter denen besonders bemerkenswert war. daß Bissolati einräumt, sich in seiner schließlichen Weigerung auch, ihm selbst unbewußt, von dem Unwillen habe leiten lassen, der in Partclkreiscn gegen seinen Schritt zutage trat. Er hätte daraufliin den Eindruck gehabt, daß der Versuch verfrüht sei, halte aber dafür, daß die Partei die Frage de» Eintritts in ein Ministerium in Er- wägung ziehen und prüfen müsse. Die außerordentlich lebhafte Diskussion ließ schließlich vier Grundrichtungen zutage treten: Eine Tagesordnung Ca Ida er- klärt, die zwingenden Gründe anzuerkennen, die den Eintritt in ein Kabinett als einen Vorteil für das Proletariat erscheinen ließen und spricht Bissolati das volle Vertrauen der Fraktion auS. Für diese Tagesordnung stimmten: Aerenini. Ealda. Chiesa, Rondani, Giolietti und Pieraccini. Die zweite Richtung gruppierte sich um eine Tagesordnung Turati, In dieser heißt es. daß bei dem heutigen Organisationz. stände und bei der heutigen psychologischen Beschaffenheit der Pgrtxi und Ler proletarischen Bewegung in Italien der Eintritt der Sozialisten in ein bürgerliches Kabinett, der tvohl von einer vor- übergehenden Unterstützung eines Regierungsprogramms zu unter- scheiden sei, die sozialistische Aktion wesentlich schwächen und das schon bestehende Mißverhältnis zwischen rein proletarischer Aktion und der Reife und Eroberungskvaft der Massen vermehren würde. ES heißt weiter, daß der Eintritt tveder durch eine eigenttiche Volksbewegung noch durch besondere geschichtliche Umstände heute gefordert würde und wahrscheinlich nicht einmal zum Nutzen be- stimmtcr wichtiger Reformen dienen würde. Schließlich spricht die Tagesordnung ihre Genugtuung darüber aus, daß Bissolati diesen Bedingungen Rechnung getragen habe. Für diese Tagesordnung stimmten zehn Abgeordnete und zwar: Beltrami, Monte- martini, Prampolini, Turati, Quaglino, Tra- panese, Podrecca, Merlani, Giacomo Ferr i und T r e v e s. Die dritte Richtung unterscheidet sich nur durch eine Nuance von der vorigen. Ihre Tagesortmung konstatiert lediglich, daß die politischen und sozialen Verhältnisse des Landes durchaus gegen das Experiment eines sozialistischen Ministers sprechen und nimmt den Verzicht Bissolatis zur Kenntnis, der im wesentlichen diesen Verhältnissen Rechnung trägt. In der Fassung dieser Tagesord- nung liegt im Gegensatz zu der Turatis eine gelinde Mißbilligung von Bissolatis Vorgehen. Für sie stimmten der Proponent Pes- cetti und weiter die Genossen Bentini, Mancini, Mor- gari, Cainpanozzi und De F e l i c e. Schließlich hatten die beiden intrcnrsigenten Abgeordneten Musatti und Agnini eine Tagesordnung eingebracht, für die nur die beiden Unterzeichner stimmten. Hier wird die Haltung Bissolatis als logische Konsequenz der bisherigen Methoden der Fraktion bezeichnet und ihr Mißerfolg, der aus ihr erwachsende Schaden und die in ihm zutage tretende Haltlosigkeit hervorgehoben, dann die Unvereinbarkeit der sozialistischen Prinzipien und der sozialistischen Takttk mit dem Eintritt in ein Kabinett und mit der Gewährung eines Vertrauensvotums betont und schließlich be- schlössen, die Aktion der Fraktion künftighin den Leitsätzen gemäß zu gestalten, die sich aus der anttkapitalisttschen und antimonarchi- scheu Natur der sozialistischen Partei ergeben; nur in diesem Falle könnte die Fraktion zukünftig jede Verantwortlichkeit für die Haltung derjenigen sozialistischen Abgeordneten ablehnen, die gegen die Parteidiöziplin fehlten. Wir haben also eine Tagesordnung, die Caldas, die Bissolatts Haltung in allem billigt, weiter zwei Tagesordnungen— Turati und Pascetti—, die nur seinen Verzicht gutheißen, und schließlich die Tagesordnung Musatti-Agnini, die den Gedanken eines Ministerialismus sowohl für die Gegenwart als die nächste Zukunft abweist und die Mißbilligung Bissolatis auf die gesamte Politik der Fraktion ausdehnt. Keine von allen hat die absolute Mehrheit davongetragen, die bei 21 Stimmberechtigten 11 betrug. Bissolati selbst sowie die beiden als Unterstaatssekretäre ins Auge gefaßten Genossen Bonomi und Cabrini haben sich der Abstimmung enthalten. Wenn dies« Diskusston so verlaufen war, daß eine Spaltung vermieden wurde, so brachte die heuttge Entscheidung der Fraktion, f ü r das Kabinett zu stimmen, die Genossen Musatti und Agnini dahin, ihren Austritt aus der Jraktton anzumelden, um nicht in den Augen des Proletariats die Verantwortlichkeit für eine Haltung auf sich zu nehmen, die sie von Grund auS mißbilligen. Man fragt sich mit Sorge, lvelchen Eindruck all diese Dinge in den Massen machen müssen, die sich tatsächlich in der Taktik ihrer Fraktion nicht mehr auskcnnen können. Es tritt immer beut- licher zutage, daß der im Mai bevorstehende Parteitag von Mode na sich absolut nicht damit begnügen kann,«ine technische Ergänzung des Mailänder Parteitages zu fein, •». • Das Votum. Rom, 8. April 1911.(Eig. Bei.) Ohne große Erregung und ohne auch nur das äußere Bill» des Kampfes ist Giolittt die uro» geheure Mehrheit zugefallen, zu der ihn seine politische Diktator- stellung berechtigte. Außer den Republikanern, Sonninianern und Klerikalen haben nur ein paar Eingänger gegen das Kabinett gc- stimmt. Von den Sozialisten stimmten Musatti und Agnini. die auS der Fraktion ausgetreten sind, gegen Giolitti und von den Fraktionsmitgliedern die Genossen Marangoni und PeS» cetti. Von den übrigen iro Sachen des Ministerialismus dissidenten Sozialisten enthielt sich Campanozzi der Ab- sttmmung, während Morgari aus Disziplin mit der FrakttonS- Mehrheit sttmmte. Die Situation kennzeichnet sich ganz klar dahin, daß die Sozialisten dem allgemeinen Stimmrecht zuliebe in der übergroßen Mehrheit GiolitttS aufgegangen sind. Man muß schon abwarten, welchen Preis die Fraktion für ihr Opfer erhält. Vorläufig sind .Kammerferien bis zum lv. Mai und cS kann noch viel Wasser ins Meer fließen, ehe die Wahlreform aus einem Versprechen Giolittis zur Wirklichkeit wird._ Der Zahreskoogrek der belgischen Sozialdemokratie. Aus Brüssel wird uns geschrieben: Den zu Ostern in Brüssel stattfindenden Jahreskongreß der belgischen Partei werden außer den Parteiberichten eine Reihe politischer Fragen der Gegenwart beschäftigen, in deren Mittelpunkt ein erneuter und intensiver Kampf für ein unverfälschtes und un- eingeschränktes allgemeines Wahlrecht— Aufhebung des Plural- Votums und der verfälschten Verhältniswahl— gestellt ist. Der Kongreß wird die vom Generalrat der Partei für die Demon- strierung des politischen Grundrechtes beschlossene nationale M a n i- festation des Volkes, die für den lö. August in Aussicht ge» nommen ist und an der sich die sozialdemokratische Arbeiterschaft ganz Belgiens beteiligen wird, zu bestättgen haben und die weiteren Maßnahmen und Formen für diese Kampagne zu bestimmen. Dem Kamps sür das allgemeine Wahlrecht wird die Partei einen nicht minder energischen Kampf gegen die klerikale Schulvorlage anzufügen haben, die mit den Scheinkonzessionen eineS angeblich.obligatorischen" Unterrichts und deS Kinderschutzes die klerikale Macht auf dem Schulgebiete noch weiter ausdehnen und den Kongregationen zur Bekänipfung des offiziellen SchulunterttchtS lö— 20 Millionen in den Rachen werfen will.— In seinem Kongreßbericht über die politische Situation schlägt Vandervelde vor. daß sämtliche im Hinblick aus die Augustmanifestationen von der Partei organisierten Veranstaltungen die folgenden Punkte auf ihrer Tagesordnung ühren: Gewerkschaftliche Organisation; Kampf gegen die Schulvorloge und allgemeine» Wahl» recht.— Der gestrige Sonntag eröffnete die BersammwngS- kampagne mit einer Serie von Versammlungen für Brüsiel und die Vororte. Die belgische Partei ist hierbei zum erstenmal der deutsch- österreichischen Methode gefolgt, an einem Tage eine Reihe von Versammlungen abzuhalten. Zur Tagesordnung:.Kampf ürS Wahlrecht' und.Gegen die Schulvorlage' sprachen lauter be- kannte Führer der belgischen Partei. Auch die vergarbeiterpensionen. l»e augenblicklich die Kammer beschäftigen und die wieder die jämmerliche Halbheit, die tastende und unzuberläsfige soziakpckNttsche Haltung des klerikalen Arbeitsministers enthüllen, waren Gegenstand der Versammlungskritiken. Die im Oktober stattfindenden Gemeinderatswahlen werden ebenfalls eine Behandlung auf dem Osterkongreß erfahren; ferner wird die belgische Universitätsftage: die Schaffung einer vlämischen Universität beziehungsweise die Vlämtsierung der französischen Universität in Gent seine Frage, die in der Partei geteilte Auffassungen findet), zur Besprechung kommen. Dem Kongreß wird auch ein Vorschlag zur Rcvidierung der Statuten des Generalrats vorgelegt werden.— Wie weit die von Vandervelde feit der der Schulvorlage mit Eifer ver- fochten« Takttk eines gemeinsamen Aufmarsches von Libc- ralen und Sozialisten zur Bekämpfung der Schulvorlage und für die Erringung des allgemeinen Wahlrechts in der Gesamtpartei ihre Förderung findet, wird wohl der Kongreß zeigen. Immerhin bleibt, der Wert der Bundesgenossenschast der Liberalen— die .Blockpolitik' spult natürlich wieder in allen möglichen bürger- lichen Zeitungen— im Wahlrechtskampf wenigstens ein recht zweifelhafter, da selbst die demokratischen Führer nicht die Formel der Arbeiterpartei— allgemeines Wahlrecht„pur ot simplo", ohne Einschränkung vom 21. Lebensjahre an— unterschreiben, sopdern für die Auftechterhaltung der zweiten Stimme für den Familienvater, vom 33. Lebensjahre an, sind und überdies das Recht zum Stimmen erst dem 23 jährigen Staatsbürger zusprechen wollen. Da? klägliche Abstimmungsresultat im Dezember anläßlich des sozialistischen Antrages auf Einführung deS allgemeinen Wahlrechts ohne Einschränkung, hatte neuerdings gezeigt, daß das doktttnäre Bleigewicht die Demokratte in der liberalen Fraktion wieder einmal zu Boden gedrückt hat. Dagegen gestatten die kleri- kalen Attentate der Regierung, wie jetzt wieder die Schulvorlage. den Herren Liberalen die Rolle kühnen FortschritwmS. ja sogar die noch kühnere Rolle von polittschen Vettgenossen der Sozialisten. Politische CUbcrficbt. Berlin, den 10. April 1911. Zur Ersatzwahl tut 4. Reichstagswahlkreise. Bei dem Rückblick auf die EntWickelung der Sozialdemokratie im 4. Wahlkreise seit 1871 in der Nummer vom 6. April hatten wir dargelegt, daß der vierte Kreis seit 1877 sich in sozialdemolrati- schem Besitz befand, daß jedoch 1881 die Sozialdemokratie gegen Träger unterlag. Der Kandidat der Sozialdemokratie war 1881 nicht Frttsche, der sich damals in Amerika befand, sondern Bebel. Tatsächlich hatte Bebel gesiegt, indessen wurden vom Wahl- kouiitee eine große Anzahl gültiger sozialdemokratischer Stimmen für ungültig erklärt, so daß danach Träger 19 031, Bebel 13 079, also 32 Stimmen weniger erhielt. Die Wahl wurde angefochteil und wäre wegen der Wahlmogeleien mit Sicherheit von der Wahl- Prüfungskommission und dem Reichstag kassiert worden. Da ge- schah etwas Unerwartetes— die Wahlakten verschwanden, sie kamen nie wieder zum Vorschein, sie waren auSdem Reichstaggrs stöhlen, um die Kassierung der Wahl zu hintertreibeiju Das kleinere Nebel. Die Freisinnigen zählen unter sich gar seltsame politische Käuze. Sie halten ihre Politik für die Achse, um die sich das ganze politische Leben Deutschlands dreht, und leiten aus dieser Auffassung die Folgerung ab. daß sie bei den Wahlen unbedingt von links und rechts unterstützt werden müssen, damit das poli- tische Gesamtgetriebe in der richtigen Schwebe bleibt. Die Tat- fache, daß die Freisinnigen bisher bei den ReichstagSwahleu nur ganz wenige Mandate aus eigener Kraft zu erringen vermochten und ihre meisten Reichstagssitze dadurch erlangten, daß sie bei den Stichwahlen von links und von rechts als das kleinere Uebcl betrachtet wurden, wird von einer gewissen Sorte Freisinniger gar nicht mehr als Schwäche der eigenen Position empfunden. Sie rechnen vielmehr mit dieser Unterstützung als etwas ganz Selbstverständlichem, und ihre Wahltaktik ist lediglich darauf ge- richtet, sich diese Mittelstellung zu erhalten, daS heißt sich weder so stark nach rechts, noch so weit nach links zu engagieren, daß sie von den Konservativen oder— der Sozialdemokratie nicht mehr als kleineres Uebel betrachtet werden. Deshalb nur ja keine feste Marschroute, keine bestimmten Zusicherungen an die Adressen der Konservativen und des Zentrums, aber auch leine festen Zusicherungen an die Sozialdemokratie. Alles muß hübsch vorsichtig angefaßt werden, damit in jedem Wahlkreis der fort- schrittliche Kandidat seine Taktik nach der dortigen politischen Konstellation einrichten kann,— immer nur das Ziel im Äuge, seine Qualifikation al» kleinere? Uebel nicht einzubüßen, so daß er im Fall einer Stichwahl von rechts> oder links genügend Stimmen erhält— um das Mandat zu erlangen. Da auch Herr Dr. Pachnicke durch diese schöne Strategie sei» Mandat erworben hat, ist es erklärlich, daß er sie in der„Voss. Ztg." als vorzüglich anpreist. Daß der Freisinn, wenn ein frei- sinniger Kandidat mit einem Konservativen oder ZentrumSmanii in die Stichwahl gelangt, auf sozialdemokratische Unterstützung rechen kann, nimmt er als gewiß an, und großmütig meint er, der Freisinn könne sich ruhig solche Hilfe gefallen lassen, ohne an Qualität zu verlieren, denn die Konservativen und ZentrumSpgr- teiler nähmen ja auch sozialdemokratische Unterstützung an. wenn sie sie haben könnten. Schweres Bedenken macht Herrn Pachnicke dagegen die Ankündigung einzelner-konservativer Führer, daß die Konservativen bei Stichwahlen zwischen Fortschrittlern und Sozialdemokraten die Wahlparole„Stimowiltholtung!" be- folgen würden. Mit sanften Worten redet er deshalb deq Konser- vativen zu, sich nicht durch die demokratischen Aeußerungen radi- kaler Freisinniger erbittern zu lassen und nach wie vor die Frei- sinnigen im Vergleich zu den Sozialdenwkraten als das kleinere Uebel zu betrachten: ..Diese Erbitterung ist psychologisch begreiflich, nachdem� sich seit fast zwei Jahren der Kampf so st auSschließlichgcgen rechts gerichtet hat, und nachdem Persönlichkeiten. die freilich mehr Aestheten als Politiker sind., Stich Wahlparolen zur Unzeit undohnejede Epe- zialisieruing ausgegeben haben. So sehr sich indes die Konservativen hierdurch zum Gegcnschlag gereizt fühlen mögen. so wenig dürften die Klügeren unter ihnen vergessen, daß Wähler keine Maschinen sind, und daß ihre Partei, wenn sie solch« Prärie übte, für alle Zeit das Recht verwirkt hätte, sich als eine Be. kämpfcrin der Sozialdemokratie hinzustellen. Außerdem würde die einfachste Berechnung sie darüber auftlärcn. daß sie aus diese Weise zwar dem Liberalismus Verluste beibringen, aber ungefähr ebenso empfindliche Verluste selbst erleiden. Auf die Zahlen braucht hier nicht des näheren eingegangen zu werden; in ciq. zelnen Wahlkreisen schwankt ja auch die Wage. Aber eg bleiben genug Möglichkeiten übrig, um den Gegnern redlich heimzuzahlen. Den Gewinn hätte dabei die Sozialdemokratie." Die Folgerung«ms dieser Besorgnis wäre, daß Herr Pach- nicke seinen Parteigenossen empfiehlt, nur nicht zu radikal auf- zutreten, damit sie sich nicht die Gunst der Konservativen völlig verderben. Aber diese Forderung wagt er doch nicht ohne weiteres öffentlich auszusprechen— vielleicht weil er der diplomatischen Meinung ist:.„Sa etSgS tut wgn, efc« MN sagt qS nGl" Das..Verl. Tagebl." ist übrigens mit der Pcchmckcschcn Wahlstratsgie nicht einverstanden, ES schreibt: „Es ist nicht ganz klar, welche Persönlichkeiten Herr Pachnicke als„A e st h e t e n" zu bezeichnen beliebt— vielleicht meint er Friedrich Naumann, vielleicht auch andere Leute, aber in jedem Falle stört er durch seine Bemerkungen den Partei- frieden, der gerade von den„Aestheten" aufs peinlichste beobachtet wird. Im übrigen lassen wir uns natürlich mit Herrn Pachnicke in eine Diskussion darüber, ob„Stichwahlparolen zur Unzeit" ausgegeben worden sind und ob nicht sein Artikel„zur Unzeit" erscheint, nicht ein. Wenn er die Konservativen um ihre Stimmen bitten will, mag er das tun. Ueber Geschmacksfragen soll man bekanntlich nicht streiten, und wir lasten Herrn Dr. Pachnicke gern seinen Geschmack,"-' Auch eine gottgcgebene Abhängigkeit, In der am Sonntag von uns mitgeteilten Aeußerung der „Norddeutschen Allg. Zeitung" gegen den früheren Minister v. K ö l l e r heißt es, der Widerstand, den der Reichskanzler bezüglich der elsaß-lothringischen Verfassungsreforni auf feiten der Konservativen finde, werde ihn nicht davon abhalten,„mit aller Entschiedenheit an einem Entwurf fest- zuhalten, von dessen Notwendigkeit und Zweckmäßigkeit er nach wie vorüber zeugt i st". Diese Anmaßung des Kanzlers, eine andere Absicht zu verfolgen, als denen um Heydcbrand und Roesicke genehm ist, scheint in den Reihen der konservativen Hauptmacher arg ver- schnupft zu haben; denn Herr Georg Oertel erläßt in der „Deutschen Tageszeitung" eine ernste Verwarnung an den ungehorsamen Kanzler,"in der diesem klargemacht wird, daß er völlig vom blauschwarzen Block abhängig ist und deshalb als deren politischer Kommis die ihm ertellten Aufträge prompt auszuführen habe: „Man mag in der Frage der elsaß-lothringischen Verfassung einen Standpunkt einnehmen, welchen man wolle: das wird aller« feitS zugegeben werben müssen, daß diese Kundgebung nicht sonder- lich glücklich und geschickt gefaßt ist. Ob die Parteien, auf deren Mitarbeit der Kanzler rechnet und rechnen muß, die gewünschte „parteipolitische Bescheidung" bekunden und betätigen werden, steht vorläufig dahin. Mit Ausnahme der Nationalliberalen steht augenblicklich überhaupt keine Partei auf dem Boden des Entwurfes. Die Linksliberalen und die Sozialdemokraten find mit den gebotenen Zugeständnisten bei weitem nicht zufrieden. Das Zentrum war jä geneigt,"'sich' parteipolitisch zu bescheiden, bis der unglückselige Entwurf der Wahlkreiseinteilung der ReichStagSkommisfion zur Kenntnisnahme unterbreitet wurde. Wenn der Reichskanzler trotz alledem noch auf eine Partei- politische Bescheidung der Parteien hofft, so verrät er einen ziemlich starken Optimismus. Wenn aber die offiziöse Erklärung von dem Widerstände spricht, den er dabei auf feiten der Konservativen finde, so ist dieS nicht völlig richtig. Allerdings sind erfreulicherweise die Konservativen im Reiche und in Preußen nicht geneigt, sich zu bescheiden. Für sie kommen durchaus nicht parteipolitische Er- wägungen in Betracht, sondern sie fürchten mit Recht von der Einführung der Verfaffung nicht nur eine zunehmende Radikali- sterung der Reichslande, sondern auch eine schwere Schädigung der nationalen Jntereffen.. Die Anrempelung ist reichlich derbe; aber die konser- vativen Wortführer wissen, daß Herr v. Bcthmann Holllveg lich nach ruhiger Ueberlegung in die„gottgegebcne Abhängig- keit" fügen und Order parieren wird. Basscrmann-Konkurrenz. Nach ekiker Meldung auS Trier hat die ZeniruMMfei be- jschlofsen, dem Kandidaten Bassermann in Saarbrücken einen Ar- heiterkandidaten der Kölner Richtung entgegenzustellen. Bei der Hauptwahl 1907 wurden im Kreise Saarbrücken 20334 nationalliberale, 19183 Zentrums- und 2922 sozialdemo- kratische Stimmen abgegeben. Bei der Stichwahl entfielen 22 668 Stimmen auf den nationalliberalen und 21 220 Stimmen auf den Lentrumskandidaten._ Turchpeitschung der Reichsverstcherungsordnung. In der„Nationalliberalen Korrespondenz" veröffentlicht der dationalliberale Abgeordnete Horn eine Art Erläuterung gu seiner Unterhaltung über die Durchpeitschung der BersicherungS- vvdnung. Was er zu erklären bat. ist lediglich eine Bestätigung besten, was im„Vorwärt«" darüber gesagt worden ist, nur sucht eilen für»in grauen- Abstimmungen in . Kansas und Oregon so günstig, daß eine Volksabstimmung darüber stattfinden wird, ob das Wort vom„männlichen" Wähler au« der Verfassung dieser Siaaten zu streichen sei und nur vom Wähler schlechthin, oo männlich oder weiblich, fernerhin zu reden wäre. Zu diesen letzt- genannten drei Staaten ist nenerding« noch Nevada getreten, wo ebenfalls eine Volksabstimmung über die Frage de» Frauenwahlrecht»«nt- scheiden soll. Kürzlich hat auch der Staatssenat von Illinois sich für ein Frauenwahlrecht erklärt. Unter diesen Umständen ist zu erwarten, daß zu den fünf Staaten, die das Frauenwahlrecht er- rungen haben, nämlich Idaho, Utah. Wyoming. Cola- r a d o und Washington, noch einige weitere im Laufe dieses Jahres zu zählen sein werden. Freilich haben die Frauen bei einer solchen Volksabstimmung eine schwere Probe zu bestehen, denn es sind die Männer allein, die an der Volksabstimmung teilnehmen. In Kalifornien zum Beispiel ist die Volksabstimmung schon zweimal gegen das Frauenwahlrecht ausgefallen. Bei der günstigen Ab- ftinimung in den Parlamente» rechnen die„Staatsmänner" manchmal damit, daß bei der Volksabstimmung die Vorlage fallen wird; sie selbst aber möchten nicht die Vorwürfe der grauen auf fich laden und stimmen dafür, obgleich sie wirklich« Freunde der Vorlage nicht find._ Leseabende. Potsdam, Die Frauenabteilung de« Wahlverein» hält am heutigen Dienstag ihren Leseaoend bei Wilhelm ab. V o r t r a g deS Genossen P. Krüger über.Konsumgenossenschaften". Geschäfts s Eröffnung heute Dienetag, den II. April, Vormittage 10 Uhr Stettiner Bntterhalle, Berlin X., Inralidenstr. 133,«»irekt am stettiner Bahahot. Spezialgeschäft feinster IRottcereibutter Wurstwaren, in- und ausländischer Käse, Eier, Tafelmargarine und diverser Lebensmittel. Meine billigsten Tagespreise sind für allerfeinste Molkerei-Butter a Pfund 132 und 124 Pf. Hausmarke, ganz vorziigliche Tischbulter Iii,» a Pfund 115 Pf. Als ganz besonderen Tatelbutter-Ersatz empfehle ich meine Spezialmarken Tafelmargarine; ff. extrafein a Pfund 90 Pf. X ff, extra a Pfd. 80 Pf. Jeder Käufer erhält an den Eröffnungstagen Dienstag,«in niihliphp� ßPCPhPIllr ffratK Mittwoch und Donnerstag beim Einkauf von Mark I.SO m niUZUCneS beSCneDK jfrailS Theater und Vergnügungen hauspielhaus. Wilhelm Dienstag, 11. April. Slnsang VI, Uhr. »Snigl. Opernhaus. Lohengrin. Ansaiig 7 Uhr. «önigl. Tell. DeurlckeS. Faust. 2. Teil.(Anlang v Uhr.) Ansang 8 Uhr. SteneS königl. Opern-Theater. Amerikaseppl. Neues ZcNauiPielhauS. Judith. iS'rurs Operetten. Der ledige Gatte. ztaunnerspiele. Sumu�ün. itesiing. Glaube und Heimat. Kleines. Der Leibgardist. berliner. Bummelstudenten. LÄesteu. Die lustigen Nibelungen. SieueS. Mein erlauchter Ahnberr. Jtsmififce Oper. Orpheus in der Unterwelt. SustlpielhanS. Meyers. Trianon. Hippolyte» Abenteuer. Siesidenj. Fernands Ehekontrakt. Thalia. Polnische Wirtschast. Schiller O. oailner» �ocaict.) Liebelei. Literatur. Gharlottenburg. Im Klubsessel. Friedrich- WilhelmstSdtischeS, Eine Ehe., Boltsoper. Die Zauberflöte. Suiien. Fapsenstreich. Modernes. Der Feldberrnhügel. vtoie Am Rande des Abgrunds. Herrnfeld. Scheidunas- Souper. Ein LerlobungS-Geschäjl. Die Bar- Schwester. FolirS tkaprire. Soll«md Haben. (Ans. 8-/. Uhr.) Metroio». Hurra— Dir leben noch I Kasino. Zwei Wappen. Voigt. Goldene Berge. Slpauo. Svezioliläten. Daiiage. Spezialitäten. Roatt. Äeschlollcn. Strichsbnlle». Stiitiner SSnger. Karl Haverlaud. Sve>ialitälen. ttvi»«craart«n. Spezialitäten. Walhalla. Bravo I Dacapo I(An- sang h's. Uhr.) JntimeS. Nachtarbeit. LrebeSrausch. (Anfang S'l, Uhr.) Wedding. Lichtspiele. Urania. Taudenstrafte 48/4S. Nachmittag 4 Uhr: Inden Dolo- mite». Abends S Uhr: von Abbazia bis Korsu. Sternwarte, Jnvalidenstr. S7— 82. Ledlller-Idester Dienstag, abends SUdr: I-Ivdvlet. Hieraus: Literstar. Mittwoch, abend« 8 Uhr, Gsbrlello der Flacher. Donnerstag, abendS 8 Uhr: Liehelei. Hieraul: Literstar. SedHIer-Tliealer"VüiT Dienstag, a d e n d» 8 Übt: Zum 1. Male: Im Klabseasel. Lustspiel in 3 Auszügen von Karl Röhler und Ludwig Heller. Mittwoch. abendS V Udrt ver Traum ein Leben. Donnerstag. abendS 8 Uhr: Sedema Ende. Berliner Theater. Abend» 8 Uhr: Bammelatudenten. Morgen: Neues Theater. Dienstag und Mittwoch lg Uhr: itaa einstudiert: lieber den Wassem. Idester äes Westeas. Abends 8 Uhr: Tie lustigen Nibelungen. Karfreitag: 0estoelum: vi« hcböptung, MÄW Tie drei sensationellen Novitäten: Das Sljjeiduugs-Zonper W sefüdWZgezcU Die Bar-Schwester Ansang 8 Uhr. Borveriaus 11—2 Uhr. Urania. Wissenschaftliches Theater Taubenstralle 48/49. Nachmittags 4 Uhr: In den Dolomiten. 8 Uhr; Yon Abbazia bis Corfn. ReÄRheater. Direttion: Richard Alexander. Ansang 3 Uhr. kernsvllL Lkekoolr'Slll. Schwank in 3 Alien von Georges Feydeau. Morgen und folgende Tage: Fernands Ehekontrakt. Berliner Volksoper Belle-Alliancestrage 7/8.—'/,9 Uhr: Die Zauberflöte. Friedrich-Wiltielmstadtisches Schauspielhaus. Dienstag, den 11. April, 8 Uhr: Eine Ehe. Mittwoch: Eine Ehe. Donnerstag: Eine Ehe. Freitag: Geschlossen. Sonnabend: Kascrneiilust._ Lusispielhaus. Abends 8 Uhr: Meyers. OSE=THEATEi Große Frantjurte» Str 132, Ans. 8 Uhr Ende ll Uhr. w liaiide des voltSschaufpicl in 4 Akten von R.Elcho. Mltlwoch: Der Störensried. ZKetropol-Tkester. Hurra! Wir lebe» noch! Große AuSstatlungSrevue In 7 Bildern 0. I. Freund Mufit v. V. Hollaender. gt> Szene gesetzt von Dir. R. Schultz. nsang 8 Uhr. Rauchen gestaltet. Neues Programm! Her sprechende Hand „Dan" und weitere 12 Attraktionen 12 U. s: Roda Roda. Karl Haverland- Ansang T'liDtfor Kommandanten. praz.8Uhr. lULaiLl. straße 77/7». Alles Dagewesekt wird «bertroffe» vom diesjährig. Aprii-Programm. Abends 3 Uhr: Lina Loos mit neuem Repertoir. Trank 7rupps Weltmeister b. Akrobatik und das greis April-Varieti-Pregramm. Deuticber lolzarbeiter-Cerband Verwaltung Berlin Urania'Vorftellund Caubenftraße 48—49 . am Sonntag, dm 16. Hpril ip» (Oftcrfonntag) Sine Reife nach dem JVIond Vortrag mit Lichtbildern Jede» Billett berechtigt für einen platz. Die platze werden— wie in der„freien Volksbühne"— ausgcloft. und zwar am Eingang der„Urania" Der pbynhfaal wird um 4 Ubr geöffnet Die Vorstellung beginnt pünktlich 5 Ubr Billett inkl. Garderobe 65 Pfennig Billetts werden(m Bureau und im Lokal von Krüger, Dolzarbeiterbörfe", ausgegeben. Die Ortsvcrwaltung. Zirkus Büsch. Sonnabends den 15. April sowie an allen drei Osterfeiertagen abends 8 Uhr Tragödie von Shnksspeare. Vorvei kauf bei A. Werthetin, Leipziger Straße, Invalidendank, Unter den Linden 24 und an den Zirkuskassen. Preise der Plütae: Premdenloge 16,—, Loge 10,—, I. Parkett 6,—, II. Parkett 6,—, Mittelbalkan 4,—, Seitenbalkon 3,—, I. Platz numeriert 8,—, I. Platz unnumeriert 2,—, II. Platz 1,60, Galerie ' 1,-M. M CLOU" BF.RL1NEB KOVZERTHAUS Mauertir. 82 Zlmmerstr. 90-91 Deute and folgende Tage: Gastspiel des k. k. HofDall-Muslk-Oirektors C. M Ziehrer mit seiner aus 65 Wiener Künstlern bestehenden Kapelle Anfhne 8 Uhr. Eintritt SO Pf. Potsdamer C?mamA dalae# Potsdamer Str. 72/72a oPOH-'l aiESl Str. 72/72# Größter Eispalast der Welt Allabendlich: Glänzende sportliche Vorführungen und die Aossfattoogs-Feerie „Eisfest an der Newa." Eintritt bis 5 Uhr 50 Pf. Nach 5 Uhr M. 1,—, reservierter Platz M. 2,—. Heute abend?>/, Ukr: t Große Gxtra-Yorstellung. ♦ Czitt Vollbluthonget geritten von Frl. Ovrs Schumann. Geschwister Mazzoii, Jonleur-Att. Trambolin ausges. v.Miß Annl u.äRr, Charley. Akrobat zu Pferde, Mr. Glnvfc, Antonet und Crock als Klavier- virtuosen. Neue Orlginal-Freiheits- dreseuren vorgcs. v. Dir. Albert Scbumann. Mazioli u. Cotlrell mit ihrem Box-Entree. Adelt u. Cooo, tomische Akrobaten. inderLaft. GrdBte Sensation, auSgesährt von La belle Georgina und threi» Partner. 9'/, Uhr: A. gr.Loup d. Schmuggler große AusstottungS-Pantomime. Der Vorverkauf tür die Oster- leiertage beginnt beute. Hasen- hoide uj TrojasFall! Das gewaltige Kolossalgemilde! Moritzplatz TrojasFall! Der Triumph moderner Filmkunst! rn Min U■ Ii B Reinickenderfer ■■ y straje I4 TrojasFall! VortllhrunB abends um tQ Uhr. Polles CapriceT Täglich 8'/. im »Oll und Haben. Ein lebiger Ehemann. Casino-Theater La lhringer Strafte 37. Täglich 8 Uhr: Zwei Wappen. Donnerstag unb Sonnabend: Acliox-mann, An allen Osterseiertagen abends 3 Uhr: Zwei Wappen. Nachm. 3'/, Uhr- Julie Wippchen. Tiisnon-Ttleater. Abends 8 Uhr: Hippolyten Abenteuer. Hede Koseh das Mädchen aus der Steinzeit! Das Urbild der Menschwerdung I Lobend za sehen! Tlglleh von IM u. von 3-10 Uhr. Ab 8 Uhr: Das grosse Weltstadtprogr. 9'/, Uhr: Sensationeller Lacherfolg Heinnüvk Prang in seiner BurleSte Ein Gemütsmensch. ZHrkus Busch. 6 Dienstag, lt. April, abds. Vi, Uhr: Extra-Gala- Abend. Bon-Bon Oer sprechende Ueberhund! (Parodie). Möns. Cariot HIndostaniscbe Jongleurkünste Herr Georg Burkhardt■ Foottit, Schalreiter. Die Prcdianl«, 8 Personen, berühmte Beiter- familie Herr Ernst Schumann, Freiheitsdressuren usw. Um 9'/, Uhr zum 116. Male; „Armin." Gr. Volks-Manege-Schaustttck Ji/oacks Theater. Dlreftion; Robert Oill. Berlin N., Brunnenstraße IS. Weg. Vorbereitung j. d OsterjeiertagM Geschlossen. An allen drei Feiertagen i Erkhlftsfigks Festprogramm. Alt-Hoablt 47/48. Aomierstag, de« 13. April (Gründonnerstag): KeitieNorstrlluug �övlgsls�KBlus!� Holzmarttstr. 72. Während der Karwoche t Gr. Extra■ Vorztellnniiren. Am Ostermorge».— Tie Sünde der �rau. De« Pvrzter» VSebterlela. Spezialitätenvorstellung mit Adelt Holländer, Deutscht, erst. Improvisator. Ansang 8 Uhr. Keine erhöhten Preise. Heiebslialleii-slieslei'. Stettiner Sänger. Britton als Mieze im Hosenrock Anfang wochentags 8 Uhr Sonntags 7 Uhr. Walhalla-Ttieater. IsRosenth.Tor.) WeinbergSw-Lv B9 Allabendlich 8'/, Uhr: Brayo! Da Capolg April-Einlagen. Sonntagnachm. 3'/, Uhr; BB | Oer Trompeter v. SSoklngen.■ Ganz kleine Preise. qW Vol g t-T heäier idoru Gesundbrunnen, Badstraße 63. DienStag, den 11. April tStl: Gastspiel in Puhlmanns Theater. Goldene Berge. VollSstück mit Gesang in drei Alten von H. Willen und E. Jacobsohn. Kasseneröffnung 7, Ansang 8 Uhr. Klir den »bernimmt Publikum gegenüber Verantwortnug. Znliai» der gnierare die Stedattio» dem lemerlei HikW Bouillon Würfel* ausgiebig! gibt /4 /a Liier feinsle Flelschbrölie. Pf. Wer die Bouillon weniger kräftig wünsebt, füge noch etwas kochendes Wasser hinzu. Nur echt mit dem Namen MAGGI und der Sohulzmarke Ceineroeber Geschäftshaus ersten Ranges für Herren- und Knaben-Kleidung sÄaä C, Köllnischer Fischmarkt 4-5-6 eäS » Meine in eigenen Betriebswerkstätten hergestellte Schüler-Kleidung ist preiswert und unübertroffen in Sitz und Haltbarkeit Anzüge° Ulster° Paletots fs]}iö][12I[15][is][21][25][is][32][si][40] M. Moderner Schnitt° Grosse Auswahl° Vorzügliche Passform Sonntag, den 9. April, von 8—10 und 12—6 Uhr geöffnet 1 Mark wöchentliche Teilzahlungen liefereeleganl. fertige rsatz tür Mats Anfertig, n. Mass radellos. Äusführ Schneidermeister Gr. Frankfurter Strasse 37, II Eingang Strausberger Platz ll. Geschäft: Turmstr.18 nur erste Etage. kein Laden Pollmanns Sandsgen ©efchäft, nebrt Hrtihel zur Gesundheifs- u. Krankenpflege, Verbandstoffe, Gummiwaren etc. Berlin ZT., Lothringer Str. SV. 'Lieferant für Krankenkassen. _ Eigene Werkstatt._ Syphilis- Nachweis In allen frisch, u. veraltet, zweifelhaft. Fäll, durch raiffcnjchafll. Untersuchung. hzsort desgl. Harn-(spez. aus Go- wirrhoe-Fädc») u. Sputum-Zlnaihsen. Up. Hameyer& Co., Spezial-Laborat., Friedrichstr. 189, zw. Kronen- und Mohrenskaße), I. 8724. Pcrs. Rückspr. diskr. u. kostenl. Geöffnet von 3—8 Sonntags von 12—1.* Mallisdorf. Rfo™|nVn • J. Bieber, Gontardstr. 5. für Rixdorf. Kehnuulmliihuug. Gemäß g«7 de» Kasiensialutt bringen wir hierdurch zur öffentlichen Kenntnis, daß in den Wahl-Ber» sammlungen der«affendelegierte« a) aus den Reihen der Mitglieder Herr Ni« PÖÜCke b) auS den Reihen der Arbeitgeber H-rrvnuno Fiedlet* zu Mitgliedern des Vorstandes ge- wählt worden find. Die Neuwahlen find durch AuS» scheide» der Herren Biester m.-. Tesmer erforderlich gewesen. 273/17 Rixdorf, den s. vprii isu. Sei' liZiielivoritsiick. Sedlllle. Vorfitzende, Boderl Mller, Schristsührer. WW-W»! Die betten Sommer- PaletotS und 3—400 getragene Anzuges sür Herren, Smoking-Anzüge, Frack- anzüge, sowie von Kavalieren ae- tragene, säst neue Sachen, für jede Figur passend, wgröSter So»- wähl zu unübertroffen dillixen preisen. 1 Treppe, deshalb billiger wie im Laden. S4/l3» $ u. Oranien-Straße 44 *m Oriaira-Pliiz. Friedrich-Str. 190 SS der Kronen-Straß«. Brunnen-Str. 12 nahe Invaliden-Straße. Link-Straße 1 an der PoUdaner Straße. Am Alexander-Platz neben Ascblnger. Chaussee-Str. 72 nahe Müller-Straße, AMÄmliMßÄZ Steina Garantie Jeder von mir bezogene Artikel, der den Anlorde- rungen des Kiulcis nicht voll entspricht, wird anstandslos umgetauscht oder der volle Betrag wird dafür zurückerstaitet. leb lühre keinen Artikel nur deswegen, weil er billig ist. sondern nur solch« Ware wird in meinen Geschälten verkauft, die gleichzeitig durch gute Qualität eine Empfehlung tür wjeh bildet Elektro- Double- Kneifer Original amerikanisches Modell mit meinen OpUl-GUaern..... M. Jlugtn- ttntersnchnng In meinen 11 Geschäften wird die Untersuchung kostenlos mit großer Sorgfalt in eigens dazu eingerichteten Räumen vorgenommen. Ich garantiere für passende Gläser. Optal- Gläser pro Paar N. 1.50 an der Emdener Straß« Karl-Straße 8 an der Luisen-Straße. Spittelmarkt Ecke WaJI-Straß«. Charlottenburg: Tauentzieii-Str. 19 Cdcc Nürnberger Strafte. Wilmersdorf er Str. 48 »» da Schill er-StraSe. $ $ s $ $ $ $ $ Lerantworilicher Redakteur: Albert Wachs, Berlin, gür den Inseratenteil verantw.:Tb. Glocke, Berlin. Drucku.Lerlag: LouvärtS Buchdruckerei u. VerlqtpSanstalt Paul Singer g. to., Berlin SW. Hr. 86. 28. Iahrgaag. 2. Srilunc Ks Jotwütts" Sttlinct Joltelilatt. Pmtng, 1). Jptil 1911 partei- Hngclcgcnbcitcn. Trebbin. Am Freitag, den 14. April 1311. nachmittags 4 Uhr. im ScbützenhauS: Wahlvereins- Versammlung. Tagesordnung: 1. Kassenangelegenheiten und Aufnahme neuer Mitglieder. 2. Stadt- verordnetenwahl und Vorschläge des Kandidaten. 3. Parteiangelegen- h�iten. Berliner Nachrichten. DaS Rauchen in Versammlungen und Zusammenkünften wird von den Besuchern und Rednern recht unangenehm empfunden. Verräucherte Luft erschwert dem Redner das Sprechen, stellt auch an die Hörer größere Anforderungen. als wenn die Worte des Redners durch reine Luft an das Ohr der Zuhörer gelangen können. Schlimmer als auf die Person des Redners wirkt die verqualmte Lust auf die Be- sucher. Viele sind im Kampfe ums Brot, durch lange Arbeits- zeit und schlechte Ernährung zermürbt, die Lungen sind an- gegriffen. Sie haben aber die Energie und die Ueberzeugung, nur in gemeinschaftlicher Besprechung mit Klassengenossen ihre Lage zu verbessern oder ihr Teil zur Erringung politischer Rechte und Freiheiten beizutragen oder aber sich weiterzubilden. Aus diese Versammlungsbesucher wirkt verräucherte Lust wie Gift und schädigt ihre erschütterte Gesundheit nur noch mehr. Vor allem empfinden Nichtraucher den Tabaksqualm als eine starke Belästigung. In den letzten Jahren ist es infolge der Aenderung der Vereinsgesetzgebung auch den Frauen gestattet. Mitglieder polttischer Vereine zu sein. Sollen die Frauen aufgeklärt werden, müssen auch sie in die Versammlungen und Zusammenkünfte kommen. Aber Frauen sind Nichtraucher. Gerade sie empfinden es als eine Pein. einige Stunden in verqualmter Luft zubringen zu müssen. Durch das Rauchen in Versammlungen und Zahlabenden wird den Frauen der Versammlungsbesuch direkt verleidet,»veil viele von ihnen diesen Besuch am anderen Tage mtt Un- behagen und Kopfweh bezahlen müssen. Nun hat sich ja die Ueberzeugung von der Schädlichkeit beS Rauchens in Versammlungen und Zusammenkünsten immer mehr Bahn gebrochen. Und wer die heuttgen Versammlungen vergleicht mit denen, die vor 15 und 20 Jahren stattfanden und die teilweise so verqualmt waren, daß man„mit dem Säbel kaum durchhauen" konnte, der wird zugeben, daß auf diesem Gebiete vieles besser geworden ist. Es ist schon üblich geworden, daß Versammlungsleiter vor Beginn einer Versammlung auffordern, das Rauchen einzustellen, auch in einer Reihe von Zahlabenden bemühen sich die Leiter, das Rauchen für den Abend zu unterdrücken. Auch bei Ver gnügungen kann man eine erhebliche Einschränkung des Rauchens während der Vorträge beobachten. Aber es bleibt doch manches zu tun übrig. Mit vollem Recht wird streng darauf geachtet, daß in den Zusammenkünften der Jugend lichen nicht geraucht werden darf, gerade in Rücksicht auf die schädliche Wirkung des Rauches auf den jugendlichen Orga nismus. Verräucherte Lust schadet aber nicht nur den Jugend lichen. sondern auch den Erwachsenen und zwar besonders schwer den Schwächlichen, Kränklichen und nicht zuletzt den Frauen. Wir haben alle den Wunsch, baß die getroffenen Veranstaltungen von recht vielen Teilnehmern besucht werden und Tag für Tag wird zum„zahlreichen Erscheinen" aufgefordert. Dann aber erwächst auch die Pflicht, dafür Sorge zu wagen, daß der Aufenthall in den Versammlungsräumen nicht er- schwert wird. Das geschieht aber, wenn in Versammlungen und Zusammenkünsten geraucht wird. Es sollte sich in Zukunft jeder Raucher, so schwer es auch manchem fallen mag. daran gewöhnen, in Versammlungen das Rauchen zu unterlassen. Uns sind Zuschriften zugegangen, in denen ein strittes Rauchverbot ver- langt wird. Wer wollen im Augenblick über die Zweckmäßig- keit eines solchen Verbots nicht reden. Aber berechtigt ist die Forderung, das Rauchen während der Tagung von Versamm- lung zu unterlaffen. Damit wird allen Versammlungsbesuchern. den Rednern und nicht zuletzt auch dem Versammlungsbesuch selber nur genutzt._ Bon der Landschaft der Mark Brandenburg. Wenn der Frühling wieder stegreich seinen Einzug ge- halten hat. wenn alle Winteröqual vorbei, dann wandern auch unsere Genossen nach altem, löblichen Brauch hinaus aus deS Fabriksaals drückender Enge, aus Handwerks- und Ge- werbesbanden. in die fteie Natur, um die ihnen ach so kurz zugemessenen Freistunden in Sonnenschein und Waldesgrün zu genießen. Besonders die Jugend soll und muß jede freie Stunde benutzen, ihre Lungen mit frischer Luft zu füllen, ihren Blick an all dem Schönen zu sättigen, das uns die Natur in unserer Mark Brandenburg bietet. Fehlen ihr auch die Bergesriesen, die tiefen Schluchten, die rauschenden Wildbäche. so zeigt sie doch dem aufmerksamen Wanderer, außer den lieblichen Bildern der märkischen Seen und Wälder und dem prächtigen Farben- spiel der vom Abendrot bestrahlten Kiefern. auch gewaltige Spuren einer längst verflossenen Zeitepoche, wie sie selbst das Hochgebirge nicht großartiger ausweist. Die Jugendlichen, welche die Reste jener Vorgänge verstehen und dabei die jetzige Schönheit der Mark in Bild und Wort kennen lernen wollen, werden hingewiesen auf den am Donners- tag. den 13. April, abends 8 Uhr, in den Armin- hallen. Kommandantenstr. 58, stattfindenden Vortrag des Herrn Bolle:„Die geologische Gestaltung der Mark Brandenburg und ihre Landschaft". Alle jugendlichen Arbeiter. Arbeiterinnen und Lehrlinge sind vom Jugendausschuß hierzu freundlichst eingeladen. Die AbteilungSlisten für die im 4. Berliner LandtagSwahlbezirk notwendig gewordene Abgeordnetenersatzwahl liegen nur noch heute von 5 bis 8 Uhr abends in der Turnhalle der 28. Gemeindeschule tn der WilmSstratze 10 zur Einsicht öffentlich auS. Etwaige Einsprüche gegen die AbteilungSeinteilung können sofort nn Ort und Stelle bei dem anwesenden Beamten angebracht werden. Die Post an Ostern. Die Sonntagsruhe bei der Post wird an den grotzen Festtagen bekanntlich zum Teil aufgehoben. In den einzelnen Oberpostdirektionsbezirken werden jedesmal besondere Matz« nahmen getroffen. Für die bevorstehenden Ostertage hat die Ober- Postdirektion Berlin folgende auherordentliche Bestellungen in Aus- ficht genommen. Je eine Paketbestellung findet am Karfreitag und am Ostersonntag vormittags statt. Am Ostersonntag findet autzer- dem statt einer einmaligen eine zweimalige Briesbestellung vor« mittags statt. Auch Geld wird ausnahmsweise an diesem Tage einmal vormittags bestellt. Die Armendirektio» beschäftigte sich außerhalb der Tagesordnung mit der Frage, ob eS zulässig sei, über die Verhandlungen der Direl- tion Mitteilungen in die Presse gelangen zu lassen. Anlaß hierzu war der Umstand, daß ein bürgerliches Mitglied in einer medi- zwischen Zeitschrist eine kurze, harmlose Notiz über die in der Armen- direktion erfolgte Erörterung der freien Arztwahl für erkrankte Arme veröffentlichte. Darin glaubte ein anderes Mitglied eine In- diSkrelion zu erblicken. Es fanden sich in der Deputation auch Mitglieder, welche rund und nett forderten, daß über die Ver« Handlungen nichts in die Oeffentlichkeit gebracht werden dürfe. Was zu berichten wäre, hätte durch das Nachrichtenamt zu geschehen. Unser Genosse Hintze und andere Mitglieder bekämpften diese Ansicht mit dem Erfolg, daß von einer Beschlutzfassung abgesehen wurde. Dann beschäftigte sich die Direktion mit der Entsendung von Pfleglingen aus dem Asyl für Obdachlose nach Gnadental, Hoffnungstal und Lobetal. der letzten Pastor Bodelschwinghschen Gründung. Die Stadt Berlin leistet hier bekanntlich erhebliche Zuschüsse. Neben freier Hergabe von Grund und Boden wird für 150 Pfleglinge pro Tag 70 Pf. gewährt; ist der Ueberwiesene arbeitsfähig, so kommt er nach Hoffnungstal, ist dies nicht der Fall, so wird er nach Gnadental überwiesen und hat alsdann die Armenverwaltung ein Pflegegeld von 21 M. pro Monat zu zahlen. Insgesamt hat Berlin an diese zweifelhafte Gründung über 40 000 M. jährlich zu leisten. Durch unsere Genossen wurde darauf hingewiesen, datz die Behandlung der Pfleglinge eine autzerordentlich harte sei und viele sehr zufrieden seien,»venn sie die gastlichen Räume so schnell als möglich wieder verlaffen könnten; dies ist natürlich nicht so leicht, denn nach der Arbeitsordnung sind die Ueberwiesenen verpflichtet, auf die Dauer von drei Monaten den Anstalten ihre Tätigkeit gegen ein Entgelt von 15—50 Pf. pro Tag zu widmen, für die ersten 14 Tage gibt es den.fürstlichen" Lohn von 50 Pf. pro Woche; aber zur Aus zahlung gelangt auch dieser Betrag erst, wenn der Pflegling nach drei Monaten sein Verhältnis ordnungSmätzig gelöst und gekündigt bat. Zu einer Beschlutzfassung kam es nicht, da der Vorsitzende Herr Stadtrat Kalisch mitteilte, datz der Magistrat eine Kommission ein- gesetzt habe, welche sich mit einer eventuellen Lösung deS Vertrages zu beschästigen habe. Es soll abgewartet werden, was aus deren Beratung heraus springt. Zu lebhaften Debatten kam es dann wegen Entsendung von armen Kindern in Heim- und Heilstätten. Der jetzige Leiter der Armendirektion ist bemüht, durch papierne Erlaffe eine Einschränkung der Entsendung herbeizuführen. Zur Debatte standen namentlich zwei Verfügungen an die Armenkommission und Armenärzte, in denen diesen dringend ans Herz gelegt wird, nur in allerdringendsten Fällen die Fortsendung zu beantragen. Die bewilligten 200 000 M., hietz es, müssen absolut ausreichen und zu diesem Zweck sei eine weitere Siebung der Gesuche nötig. Von unserem Genossen und auch von anderer Seite wurde diese Anficht bekämpft. So lange die Geschäftsanweisung bestehe, müsse danach verfahren werden und es seien, ohne Rücksicht aus die vor- bandenen Mittel, diejenigen Kinder den Heimstätten zu überweisen, für welche der Armenarzt die Notwendigkeit bescheinigt habe. Gegen eine strenge Kontrolle an sich sei nichts einzuwenden. Von anderer Seite wurde die schon hundertmal widerlegte Behaup tung aufgestellt, daß eS sich nur um eine Wohltat und keine Pflicht der Stadt handle. Ein Antrag, eine Kommission zur weiteren Beratung der Frage einzusetzen, wurde abgelehnt. Es wird in Zukunft bei der Entsendung von Kindern mit großer Strenge geprüft werden._ Vom Elend der Proletarierkinder erzählen alljährlich die Berichte über die Tätigkeit der Schulärzte Berlins. Der Bericht für das Schuljahr 1303/10, den der Schularzt Sanitätsrat Dr. Paul Meyer zusammengestellt hat, ist kürzlich von der Schuldeputation veröffentlicht worden. Seine Zahlentabellen reden wieder eine erschütternde Sprache. In 1303/10 wurden die Schulärzte von bisher 44 auf 50 ver- mehrt, so datz nun bei überhaupt 223 753 Gemeindeschulkindern jedem Arzt durchschnittlich 4475 Kinder sim Minimum L2S1, im Maximum 5413) zugewiesen waren. Diese Zahlen sind günstiger als im Vorjahr, aber auch so ist das Arbeitsfeld des einzelnen Schularztes noch immer viel zu groß. Immer wieder zeigt das Bedenkliche dieses Zustande« sich schon bei der Untersuchung der sechsjährigen Schulrekruten, die der Arzt auf ihre Schulfähigkeit prüfen soll. Diesmal waren 34 522 Schulanfänger zu untersuchen, da« macht im Durchschnitt 684 pro Arzt, für jede« Halbjahr durchs schnittlich 342. Die Untersuchungen drangen sich auf wenige Wochen zusammen, da kann man sich denken, welcher Grad von Sorgfalt einem Schularzt gegenüber einer solchen Schar möglich ist. Schulunfähigleit wegen körperlicher oder gei stiger EntwickelungSmängel ergab sich bei 3024 Kindern, die daher vom Schulbesuch bis aus weiteres noch zurückge stellt werden mutzten. Ihr Anteil an der Gesamtzahl der Schulrekruten ist diesmal mit 8®/« Prozent etwas geringer als in den beiden vorhergehenden Jahren, aber auch diese Ziffer ist noch erschreckend hoch. ES scheint übrigens, daß bei den Schulärzten die Neigung, ein Kind zurückzustellen, eine gewisse Einschränkung erfahren hat. Der Grund, aus dem fie mitunter ein noch schwächliche? Kind lieber doch der Schule zuführen zu sollen glauben, kennzeichnet die soziale Lage der Arbeiterklasse. Der Bericht sagt hierüber:.Bei der Zurückstellung der Kinder hat der Schularzt sehr häusig zu kämpfen mit dem Widerstand der Eltern, die ihr Kind möglichst bald in der Schule untergebracht wiffen wollen entweder, um von der häuslichen Ab- Wartung entlastet zu werden oder, weil fie fürchten, datz das Kind später nicht zeitig genug in das Erwerbsleben eintreten kann. Sehr häufig ist aber selbst bei körperlich schwachen Kindern für den Schularzt die Entscheidung schwer, weil vielfach bei sehr un- günstigen häuslichen Verhältnissen trotz der geistigen Anforderungen und dem Zwange zum Stillsitzen in der Schule die Schädlichkeiten der Schule doch noch geringer sind als im Elternhause; vielmehr werden dem Kinde nunmehr unter der Obhut der Lehrkräfte und Schulärzte hygienische Vorteile, wie Beobachtung der Reinlichkeit, Schulspeisung usw. geboten, die im Elternhause ihm nicht zuteil werden." Somit kann gerade nach Perioden schwersten Notstandes der Arbeiterklasse, nach Zeiten allgemeinster Arbeitslosigkeit und schlimmster Lebensmittel« t e u e r u n g die hierdurch bedingte Verschlechterung des Gesundheitszustandes vieler Arbeiterkinder zu einer Minderung der Zurück- stellungen vom Schulbesuch führen. Zu den 3024 Kindern, die in 1303/10 als noch schulunfähig zurückgestellt wurden, kamen 3361 andere, deren Gesundheitszustand gleichfalls zu Bedenken Anlaß gab. Diese wurden zwar, wie die gesundheitlich einwandfrei befundenen Kinder, zum Schulbesuch zu- aelaffen, aber von den Schulärzten bis auf weiteres in b e- londere Ueberwachung genomnien. 8361 Kinder unter 34 522, das sind 24'/- Proz., fast ein Viertel aller Schulrekruten. Aus der Gesamtzahl der Schul- rekruten wurden nur acht Zwölftel als einigermaßen ein- wandfrei befunden, während drei Zwölftel in besondere Ueberwachung genommen und ein Zwölftel bis auf weiteres zurück- gestellt werden mutzten. Die Zahl aller in Ueberwachung befindlichen Gemeindeschulkinder Berlins stieg in 1303/10 auf 45 173, reichlich e i n Fünftel aller Gemeinde schullinder Berlins. DaS zeigt, wie überaus notwendig die Ueberwachung der Schul- linder durch Aerzte ist, ein Fortschritt, den der Berliner Stadtfreisinn sich durch unsere Genossen im RathauS erst nach langem und zähem Kampfe hat abringen lassen. Eine wahrhaft entsetzliche Fülle von Kinderelend spricht aus den Angaben der einzelnen Krankheiten, die eine Ueberwachung oder die Zurückstellung ratsam erscheinen ließen. Bei den Zurück« stellungen steht an der Spitze immer wieder der ungenügende Kräfte« zustand, diesmal allein mit 1233 Fällen von überhaupt 3024. Dazu kamen 362 Fälle von Rachitis, 148 von Skrophulose. 66 von Knochen« tuberkulöse, 130 von Lungentuberkulose, 115 von sonstigen Lungen- leiden, ferner 137 Fälle von Nervenleiden, weiter eine erheb« liche Zahl von Herzleiden, Nierenleiden, von Nasen-, Nachen« Augen-, Ohrenleiden, von Sprachstörungen, von Wirbelsäule« Verkrümmungen, Bruchleiden usw. usw. Auch bei den 8361 in Ueberwachung genommenen Schulrekruten stand an der Spitze der ungenügende Kräftezustand mit 1160 Fällen. Besonders zahlreich waren hier auch Nasen- und Rachenleiden<362), Augenleiden(305), Obrenleiden<741), ferner Wirbelsänleverkrümmungen<711). Bruch- schäden<455), weiter auch Rachitis<443), Skrophulose<510), Knochentuberkulose(83), Lungentuberkulose<202), sonstige Lungenleiden<215), Herzleiden(508) usw. usw. DaS sind, wie gesagt, die Kinder im Alter von sechs Jahren oder wenig darüber. Unter allen 45 173 in Ueberwachung befindlichen Gemeindeschulkindern waren 7246 mit ungenügendem Kräftezustand, 1470 mit Rachitis. 2170 mit Skrophulose, 436 mit Knochentuberkulose, 1771 mit Lungentuberkulose, 1021 mit sonstigen Lungenleiden usw. usw. Wichtig ist die Mitwirkung des ArzteS auch für die S ch w a ch b e f ä h i g t e n. Als geistig minderwertig wurden zurückgestellt 380 Kinder, wurden in Ueberwachung genommen 356 Kinder und waren im Berichtsjahre überhaupt in Ueberwachung 1087 Kinder. Auf andere Einzelheiten dieses neuesten SchularztbettchteS denken wir bei Gelegenheit noch einzugehen. Die umfangreichen Baulichkeiten der Konsumgenossenschaft Berlin und Umgegend in der Rittergutstraße in Lichtenberg gehen ihrer Vollendung entgegen. Ueberall sind noch fleißige Hände an der Arbeit, um das große Werk der Berliner Arbeiterschaft seiner end- gültigen Zweckbestimmung zuzuführen. Zwar sind die Hochbauten fertig, aber es mutz doch da und dort noch der letzte Schliff ge« geben werden. Die Wohnhäuser sind schon in Benutzung genommen. Die Kontorräumlichkeiten sind vor einigen Tagen vom Grünen Weg nach dem eigenen Heim verlegt worden. Seit einigen Tagen hat die Bäckerei ihren Betrieb aufgenomnien. Ausgerüstet mit allen technischen Errungenschaften der Neuzeit ist die Bäckerei in der Lage. auch den größten Anforderungen gerecht werden zu können. Das Produkt kann sich sowohl was Qualität und Quantität anbetrifft, mit jeder Konkurrenz messen. In den ersten Tagen deS Betriebs ließ sich, wie das naturgemäß ist, nicht sofort feststellen, in welchem Umfange die Nachfrage nach dem eigenen Produtt sein würde. Diese war aber erfreulicherweise so groß, daß einige Verkaufsstellen nicht besorgt werden konnten. Natürlich ist dem nun» mehr abgeholfen, und so dürfte gerade die Bäckerei der Konsum- genoffenschaft die besten Aussichten für die Zukunft eröffnen. Wenn die große Anlage in ihren Einzelheiten vollkommen fertig« gestellt ist, hat die Verwaltung die Absicht, den Mitgliedern der Ge- nossenschaft Gelegenheit zur Besichtigung zu geben. Auch wir be« halten uns vor, dann eine eingehende Darstellung über die ge« samten Einrichtungen der Konsumgenossenschaft zu bringen. Jeder, der die Anlage sieht, wird erfreut sein, daß eS auf dem Gebiete de« Konsumvereinswesens in Berlin kräftig vorwärts geht, und wir wünschen, daß die Bewegung sich weiter günstig entwickelt. DaS kann geschehen durch den Beitritt neuer Mitglieder in die Genossen» schaft, außerdem aber auch dadurch, daß die bisherigen Mitglieder mehr als bisher ihren Bedarf aus den Verkaufsstellen entnehmen. Nachträgliche Kirchensteuerveranlagungen für baS Jahr 1310 versendet jetzt in größerem Umfange der geschästsführende Ausschuß der Berliner Stadtsynode. Es wird offenbar alles mögliche ver- sucht, um wenigstens einen kleinen Teil der seinerzeit bei der Shnodalverwaltung durch mehrere Beamte unterschlagenen Riesen- summen wieder einzuholen. Ob es überhaupt zulässig ist, nach Ablauf eines Steuerjahres für dasselbe zu veranlagen und die Kirchensteuer einzufordern, kann bezweifelt werden. Uns wird von einem solchen am 6. April d. I.„zugestellten", das heißt einfach durch den Briefspalt geworfenen Veranlagungsschreibeu Mitteilung gemacht, in dem die Kirchensteuer für einen kalendermäßig gar nicht existterenden Zeitraum, nämlich für den 1. April 1911 bis 30. De- zember 1910, verlangt wird von jemandem, der bereits im Jahre 1909 aus der evangelischen Landeskirche ausgetreten ist. Vermut- lich hat die Synodalverwaltung von den Kirchenaustritten des Jahres 1909 sehr verspätet Kenntnis erhalten und nun beeilt sie sich, den Ausgeschiedenen noch nachträglich die Kirchensteuer> bis zum Schlüsse des auf den Austritt folgenden Jahres abzuknöpfen, wozu leider ein gesetzliches Recht besteht. Dann muß man aber wenigstens verlangen, daß das Veranlagungsschreibeu mit den richtigen Daten ausgefüllt wird. Im vorliegenden Falle trägt eS sogar noch eine verstümmelte Adresse. Die„Zustellung" durch den Briefspalt in Abwesenheit des Empfängers ist also in mehrfacher Beziehung ungülttg. Selbstverständlich ist gegen diese Liederlich» keit Einspruch erhoben worden. Zn der Antomobilstraße Döberitz— Neues Palais— Potsdam hat jetzt die Gemeinde Bornim 16000 M. und Bornstedt 6000 M. als Kostenbeittag bewilligt, nachdem vom Landrat eine eventuelle noch höhere Zwangsfestsetzung für diese„Kreis- chaussee" in Aussicht gestellt war. Vom Hofmarschallamt soll ein Beittag von 60000 M. in Aussicht stehen. Die Gesamt- kosten dieser Straße sind auf 330000 M. festgesetzt. Mit dem Bau bei Bornim und Bornstedt ist bereits begonnen. Bei Nedlitz werden die beiden Havelbrücken verbreitert, um so den Anschluß dieser 30 Meter breiten Straße nach Döberitz her» zustellen. Im ganzen Kreise ist man erstaunt, mit welcher Schnelligkeit diese Automobil-,, Kreischaussee" im Projekt citt- standen ist und ausgeführt wird, obwohl der Kreistag in diesen Tagen erst den Bau beschließen soll. Bemerkt sei noch. daß beide Gemeinden bei der Bewilligung ihres Zuschusses ihre Gemeindevorsteher ersucht haben, bei der Bauleitung vor- stellig zu werden. daß neben den zahlreichen aus- länd ischen Arbeitern auch solche aus der dortigen Gegend zugelassen werden. Man hat diesem Wunsche entsprochen. So wird also diese für den Privatvcrkchr Wilhelms IL bestimmte Straße nur zum Teil von Ausländern aus Kreis- und Gemeindcmitteln hergestellt, wenn es nicht doch noch den einflußcichen Automobilbesitzern gelingt, diese Prachtstraße für den gesamten Automobilverkehr freizubekommen. Welchen Vorteil die Gemeinden allerdings von dieser Straße haben sollen— ein solcher ist ihnen bei Bewilligung des Zuschusses in Aussicht gestellt—, kann man selbst dort nicht einsehen. Von der Schußwaffe machte in der letzten Nacht der Kriminal. beamte Jankowski in der Elbinger Straße Gebrauch und verletzte den Arbeiter Malick am Bein, so daß dieser ins Virchow-KrankenhauS gebracht werden mußte. Der Kriminalbeamte gibt an, von mehreren jungen Burschen überfallen und verletzt worden zu sein. Ju der Notwehr habe er den Revolver gezogen. Ein tödlicher Straßenbahnunfall ereignete sich am Sonnkag» nachmittag gegen 6z4 Uhr vor dem Hause Alt Moabit 53. Dort spielte das sechsjährige Töchterchen Lotte Gabler, die Tochter eine» Por«erZ aus bei Jassswstr. 43,«nt mehreren AlterSgefährtinne». Im Eifer des Spiels lief die Kleine über den Damm, wurde jedoch von dem Motorwagen 2054 der Linie 14 erfaßt und kam so unglücklich zu Fgll, daß sie mit dem Kopf und dem Oberkörper unter den Schutzrahmen geriet. Mit Hilfe mitgeführter Winden und mehrerer Passanten wurde der Motorwagen angehoben und das Kind aus seiner entsetzlichen Lage befreit. Die Hilfe kam jedoch zu spät. Bald nach seiner Einlieferung in die Unfallstation in der Erasmusstratze verstarb da? Mädchen infolge eines Schädel- und GenickbrnckeS. Die Leiche wurde nach der elterlichen Woh- yung übergeführt. Festgeuomme» worden sind vier Personen, die beschuldigt werden. den Einbruchsdiebstahl bei der Speditionsfirma Jakob u. Valentin verübt zu haben. Ein Einbruch wurde gestern nacht in der Filiale Müllerstr. 3a des DchnhworenhauseS H. Leiser Nachf. verübt. Die Einbrecher sind durch die Hintertür eingebrochen und haben den„diebessicheren" Geldschrank geknackt. Bei dieser Gelegenheit fielen ihnen 4l) M. in bar in die Hände. Außerdem stahlen sie einen großen Posten Schuhwaren, deren Wert sich noch nicht schätzen läßt. Konzert der Thilo'schc» Chore. Trotz des sonnigen Sonntags- Wetters war der große Musitsaal in der Brauerei Friedrichshain gedrängt voll Fuhörent, um dem von drei Arbeiter-Sängerchören t„Männcrchor Ost",„Sängerchor Wedding",.Männergesangverein Namenlos") veranstalteten Bokal- und Jnstrumentalkonzert anzu» wohnen. Der 300 Mann starke Chor vollbringt respektable Leistungen. Chorineister Emil Thilo hält aus deutliche Aussprache. Präzision und rhythmische Kraft. Köstlich kam HoydnS„Ständchen"; lodernde Droniatik durchpulste UlhmonnS„Heiliges Feuer", Webers„Wilde Jagd" und Kegars Alpenchor. Kammersänger Franz K a l w e i t. der sich, so oft er gerufen wird, immer gern den künstlerischen Be- strebungen der Berliner Arbeiterschaft zur Verfügung stellt, gab herrliche Liedervorträge. Beethovens„Adelaide", Mendelssohn- Bartholdys„Auf Flügeln des Gesanges", zumal Arie und Rezitativ aus HaydnS Oratorium:„Die Schöpfung" wurden hinreißend schön ge- sungen. Auch eine Liedkomposilion des Chordirigenton(„Herzliche Bitte") mit interessanter Begleitung fiel angenehm auf. Der be- jubelte Sänger mußte sich zu einer Jugabe verstehen.' Großen Bei- fall erntete auch Herr Konzertmeister JuliuS Thornberg vom Philharmonischen Orchester, der in Vertretung des plötzlich erkrankten Professors Dessau erschienen war. Thornberg ist ein ganz hervor« ragender Geiger, der in WieniawskiS„Variationen über ein russische» Volkslied" und in Saral'ateS„Zigeunerweifen" seine bravouröse Technik, aber auch seine edle, seelenvolle BortragSkunst zu be- wuuderungSwürdiger Geltung brachte. Das„Neue Tonkunstler- Orchester" unter Direktion Franz H o l l s e l d e r s leitete das GesangSprograimn stimmungsvoll ein durch Stücke aus Opern von Wagner, Rossini, Reinicke und beschloh eS durch Otto Nickolais Ouvertüre zur Oper„Lustige Weiber", während Webers„Auf forderung zum Tanz' hinüberleitete zu dem nunmehr einsetzenden Vergnügen der Jugend. Vorort-Nadmcbten. Chnrlotteubnrg. Einschränkung der Soimtagsarbeit im HandelSgewerb« Char lottenburgS. Charlottenbnrg beabsichtigt durch OrtSstatut die Sonn tagsruhe im Handelsgewerbe zu erweitern. Nach dem der Stadt verordnetenverfammlung zur Zustimmung zugegangenen OrtSstatut- entwurf dürfen in offenen Verkaufsstellen Gehilfen. Lehrling« und Arbeiter an Sonn- und Festtogen im Sommer(l. Mai bi» 30. Sep tember) nur von 8—10 Uür vormittags, im Winter(1. Oktober bis 30.. April nur von 12—2 Uhr mittags beschäftigt werden. Dies» Einschränkung soll auf den Handel mit Nahrung»- und Genußmittel — wozu auch Tabak und Zigarren rechnen— sowie auf den mit Blnnien keine Anwendung pnden. für diese soll die bisherige Ber- kaufszeit bestehen bleiben. BeschäftigungSzeiten und Ausnahmen sind die gleichen wie in dem Berliner OrtSstatut, das jüngst unter der Voraussetzung beschlossen wurde, daß die Berliner Nachbav gemeinden ein gleiche» Statut erlassen. Ein schwerer Straßenbahnunfall hat sich am Sonntagabend er- eignet. Vor dem Hauie Neue Kantstraße 18 verließ eine etwa LLjährige Dame trotz der eine» von ihr benutzten Stra der Fahrt, kam zu Fall und W. auf, daß sie besinnungslos liegen blieb. Die verunglückte, deren Personalien bis gestern abend nicht festzustellen waren, wurde zu nächst nach der Unfallstalion in der Berliner Straße und von dort nach dem Krankenhaufe Westend geschafft, wo eine schwere Gebim- erschütterung und schwere innere Verletzungen festgestellt wurden. Die Unbekannte halte bi» zum gestrigen Abend das Bewußtsein »och nicht wieder erlangt: an ihrem Aufkommen wird gezweifelt. Steglitz. Die Gemeindevertretung legt« in ihrer gestrigen Sitzung wieder den ersten Freitag im Monat als regelmäßigen S'tzungStag fest und gab dann einem OrtSstatut ihre Zustimmung, das für die Benutzung von Straß« nland zur Lagerung von Baumaterialien die Zahlung von Gebühren festsetzt. Dies« betragen bei Neubauten 5 M. für den laufenden Meter Grundstücks- front, bei Umbauten de» gleichen Betrag für jeden Meter der zu benutzenden Front. Douert die Benutzung länger als sechs Monate, dann ist der gleiche Betrag noch einmal zu zahlen. Der geplanten Einrichtung der kaufmännischen Buchführung für die gewerblichen Unternebmnngen der Gemeinde entsprach ein Antrag des GemeindevorstandeS auf Anstellung eine» kauf männisch vorgebildeten Rechnungsbeamten. Nach längerer Debatte, die sich um den Wirkungskreis des neuen Herrn drehte, wurde die Stelle bewilligt, trotzdem ein biederer Tischlee meiner unter allgemeiner Heiterkeit des Hauses ausführte, daß man dazu keinen Kaufmon» brauche; das bißchen Buchführung fei so ein- fach, daß e» jeder Militäranwärter besorgen könne, wie die Deutsche Bznt beweise, die fast nur Militäranwärter als Buchhalter be- schäslige. Eine erfreuliche Einstimmigkeit zeigte sich auch bei der nächsten Vorlage. Fast ohne Debatte wurde einem Nachtrag zum OrtSstatut betr. Bewilligung von R u h e l o h n und Hinterbliebenen- Versorgung für die im Genwindedienst« beschäftigte» Perionen zu gestimmt, nachdem eS gelungen war, in der KommiisiouSberatung einige wesentliche Verbesserungen deö ursprünglichen AnktageS zu er- zielen. ES wird nunmehr ein Rubelohn nach lOjähriger Beschäf sigung. nach vollendetem 21. Lebensjahre gewyhrt, wenn dauernde Erwerbsunfähigkeit eintritt oder da» 65. Lebensjahr erreicht, ist. Tritt Erwerbsuiisähigkeit infolge einer Krankheit ein. die sich der Betreffende im Dienste zugezogen hat, kann von der lOjähriaen Karenzzeit abgesehen werden. Krankheit und militärische Hebungen, sofern sie im Einzelfalle drei Monate nicht übersteigen, werden als Wartezeit voll angerechnet, ebenso die ganze Zeit de» Militärdienstes. Tritt jemand nach Unterbrechung abermals in Ge» meindedienst.)o wird die vorher absolvierte Zeit voll angerechnet, wenn der Wiedereintritt innerhalb eines Jahre» erfolgt. Der Ruhe- lohn beträgt nack Iviäbriger Tätigkeit und steigt von da ab mit jedem Jahr um bis zum 80. Dieustjahr, dann jährlich um »/,M bis auf höchstens«/M des durchschnittlichen Arbeitslohnes. Stehen dem Berechtigten aus anderen gesetzlichen Leistungen Beziige zu. so daß der Betrag von 750 Mark jährlich Überschritten wird, dann wird der Ruhelohn um den Mehr- betrag gekürzt. Der Antrag auf Bewilligung von Mitteln zur Reuherrichtung des Ratskeller» überraschte verschiedene Gemeindeverireter durch die Höhe der geforderten Summe von 80 000 M. Doch, wurde auch dies« Pill« gegen die Stimmen unserer Vertreter geschluckt. Bei der D-ratuug der Bedingungen und des Tarif» für die Lieferung elektrischen Strome» au» dem netten Gemeinde'ElektriMtSwerk wurde von verschiedenen Seilen eine Herabsetzung des Preises für Privatbeleuch- tung von 40 Pf. auf 35 Pf. für die Kilowattstunde gefordert, um dadurch eine größere Beteiligung von Privaten zu erreiche». Die Mehrheit war jedoch nicht dafür zu haben. Die Kilowattstunde kostet al>o für Privatbeleuchtung 40 Pf., illr Treppen-, Reklameschilder- und HauSnummerbeleuchtung 35 Pf.. für gewerbliche Zwecke 15 Pf. Außerdem werden Abnehmern von Strom zu geioerblichen Zwecken bei einem Jahresverbrauch von mehr als 250 M. folgende Ermäßigungen gewährt: bei mehr als: 220 M. 1 Proz., 500 M. 2'/z Proz.. 1000 M. 5 Proz.. 2500 M. 7'/, Proz.. 5000 M. 10 Proz.. 7500 M. IS'/j. Proz.. 10 000 M. 15 Proz., 15000 M. 17>/z Proz. Bei einem Jahreskonsum von mindesten» 100 000 Kilowattstunden erniedrigt sich der Preis noch um ein Be- deutend«» auf Grund besonderer Vereinbarung. Wenn nun noch die Bewilligung von 650 000 M. zur Erbauung der höheren Mädchenschule aus dem Fichteberg und von weiteren 500 000 M. zur Erbauung einer Gemein de-Doppelschule in der Friesen- straße berichtet wird, dann sind die wesentlichsten Beschlüsse registriert. Bemerkenswert ist noch, daß die Gemeindeschule, deren Modell im Saale ausgestellt war, eine Wandelhalle aufweist, die es den Schülern erlaubt, die Paulen im Freien zu verbringen, ohne den Unbilden der Witterung ausgesetzt zu sein. Eine Neuerung, die im Interesse der Gesundheit der Kinder sehr zu begrüßen ist. Friedenau. Aus der Gemeindevertretung. Von den auf der Tagesordnung stehenden Beratungsgegenständen konnte nur ein Teil erledigt werden. Darunter auch ein Dringlichkeitsantrag des Gemeinde- Vorstandes betr. Acnderung der Lustbarkeitssteuer, deren Sätze für die Borführungen der Kinematographentheatcr auf Antrag des Ge- meindeverordneten Schulz beträchtlich erhöht wurden. Unsere Ge- nossen stimmten dagegen. Daß der vom Genossen Richter kürzlich gegen die Verwaltung erhobene Vorwurf der Bummelei vollauf be- rechtigt war, zeigte sich bei der Wahl der Ausschüsse. In den Vor- schlagSlisten für die einzelnen Kommissionen, im Armenausschuß usw.. herrschte eine solche Unordnung, daß sich der Dezernent selbst nicht t«rin zurechtfirnd. Genosse Huhn hat sein Amt als Mitglied des ArmenauSschusseS niedergelegt und an seine Stell« dem De- zernenten, Herrn Schöffen Wossidw, den Genossen Georg Kleemann vorgeschlagen, wogegen derselbe anfangs auch nichts einwendete. Erst nachdem man, wie e» scheint, erfahren hat, daß Kleemann in bezug auf christliche Gesinnung nicht ganz einwandfrei sei, machte sich Herr Wossidlo als pensionsberechtigter Christ pflichtgemäß auf die Suche nach einem Ersatz und fand denselben in der Person des Lehrers Braunschweig, den er auch vorschlug. Als Genosse Huhn nun Kleemann wieder vorschlug, ersuchte Herr Wossidlo um Ab- lehnuny diese? Vorschlages, da derselbe nicht in dem Bezirk, der zu vertreten sei, wohne. Trotzdem unser Genosse nun nachwies, daß dies in anderen Fällen verschiedentlich auch nicht der Fall sei, wurde sein Vorschlag abgelehnt. In den Waisenrat wurde als Ersatzmann für einen Herrn, der sich noch nicht zur Annahme de» Postens bereit erklärt hat, Genosse Pöhlmann gewählt. Die katholische Kirchengemeinde zu Steglitz beabsichtigt an der Laubacher Straße eine Kirche zu erbauen. Die Anlage derselben ist nun von Herrn Haberland so vorgesehen, daß die Grundmauern zirka einen Meter über der Mitte der Straßenachse hinausgehen, so daß die Haupt- verkehrSstraße später einmal ein ganz beträchtliches Verkehrs- Hindernis aufweisen wird. Genosse Huhn ersuchte um Ablehnung deö Antrages, er könne nicht einsehen, lvarum man für die Kirchen- gemeinde, die doch eine Privatgesellschaft darstelle. Ausnahmerechte schaffen wolle. Nachdem noch der Baurat sowie der Sekundant des Bürgermeisters, Herr von Wrackem, betont hatten, daß die Kirche zur Verschönerung de» Sttahenbil'oeS beitrage, stimmte die Ver- sammlung getreu ben Anweisungen d«S Herrn öaberland, der ja jetzt wieder«inen neuen Brunnen gestiftet, dem Antrage zu. Em Antrag des GemeindevorstandeS verlangte die Summe von 1200 M. für Einweihung der neuen höheren Tochterschule. Genosse Richter beantragte, diese Summe abzulehnen. Mit Recht wies er darauf hin. daß. als er gelegentlich der Etatsberatung beantragt«, die Ein- kommen unter 000 M. steuerfrei zu lassen, weil ja doch für die Ge- meinde nach Abzug der Einziehungskosten nur>500 M. heraus- kommen, dies aus SparsamkritSrücksichten abgelehnt worden fei. Damals habe man die Aermsten der Armen weiter versteuert, wäh- rend heute für einen Schmaus für die Satten eine annähernd so hohe Summe bewilligt werden soll. Die Summe wurde gegen die Stimmen unserer Genossen und des Bürgerlichen Knaack bewilligt. Da seit dem Eintritt unserer Genossen des öfteren Differenzen über die Handhabung der Geschäftsordnung entstanden sind, bei denen sich herausstellte, daß dieselbe sehr reformbedürftig ist, wurde eine Kommission zur Prüfung derselben gewählt, der st. a. auch der Genosse Richter angehört. Tempelhof. Der Bebauungsplan für den westlichen Teil de» Tempelhofer Feldes lag der letzte» Gemeindevertreterfitzung zur Beschlußfassung vor. Bemerkt wurde, daß der alt« Plan sehr gut gewesen sei, erst al» die Agitation von Berlii, einsetzte, sei er schlecht gemacht worden. Auf Veranlassung des Ministeriums wurde der Gemeinde nahegelegt. ob e» sich nicht empfehle, die im alten Plan vorgesehenen park- artigen Plätze zusammenzulegen. Seit Monaien hätten hervorragende Städtebauer und Künstler sich bemüht, neue Sntwürf« aufzustellen. Gemeindevorstond und Lltiengeiell- schast hätten sich aus den Gerlachschen Plan geeinigt. Dieser Plan enthält 44 Proz. Land für Straßen und Plätze(gegen den alten Plan 3 Proz. mehr), während 56 Proz. der Bebauung er- schlössen würden. Die parkartig ausgestaltete Verbindung mit Berlin soll bei dem Aufmarschgelände erfolgen. Die größte Breite der Ver- kehrSstraß» betrage 60, die sich bis zur kleinsten Verbindmigsitraße auf 22 Meter ermäßigt. Längs der Berliner Straße ist eine 32 Meier breite Parallelstraß« gedacht, weil sich eine solche Verkehrsader wegen «den». Sperrung der Berliner Straße durch Paraden empfiehlt I Die 2000 Ouadratruten für öffentliche Zwecke sind für eine Geineinde- Doppelschul«, eine einfach« Gemeindeschule, ein Gymnasium, höher« Mädchenschul« und Feuerwache reserviert. Während die höheren Lehranstalten a» der Berliner Straße gedacht find, weil man auf Berliner Zuzug rechnet, sollen die Gemeindeschulen nach hinten aus die Schöneberger Seite zu liegen kommen. Drei Millionen seien durch dies» abgeänderte Form geopfert worden. Dies fei ein Verlust für die Gemeinde insofern, als dieselbe am Gewinn mit 15 Prozent beteiligt sei. An diesen drei Millionen könne nicht» verdient werden, deshalb habe die Gemeinde kein Jntereffe an erhöhtem Straßenland, au» nicht das geringste Interesse an Hinterhäusern. Nur schüchtern fragte Holzhändler Schubert, warum die Bemeindeschulen nach dem Westen gelegt werden, während der Direktor der Terraingesellschaft. Hensel, der al» Sachverständiger bei den BerkausSverhandlungen im Kriegsministerium tätig war. seine Zufriedenheit mit dem neuen Plan zum Ausdruck brachte. Für Landvermessungsarbeiten wurden 5000 M. bewilligt in der Erwartung, daß die Tempelhofer Feld-Aktiengesellschaft einen Teil dieser Kosten trägt.— Die Klasse 2o, welche 63 Schüler zählt, muß getrennt werden: eS wird vorläufig ein« Lehrerin angestellt. PeterShngen bei Fredersdorf. Aus der Sitzung der Gemrindcvertretung. In der letzten Ge- meindevertretersttznng stand zum vierten Male der Erweiterungsbau der Schule zur� Verhandlung. War die Mehrheit bei der ersten Verhandlung für den Antrag unserer Genossen, das vorhandene Schulgebände durch An- und Ausbau zu erweitern, so war in den beiden nächstfolgenden Sitzungen nur noch Stimmung für einen Aufbau. Dur» Neueinschulung und Zuzug find mit einem Male zirka 60 Kinder mehr in die Schule gekommen. Die» mag die Mehrheit wohl veranlaßt haben, vielleicht auch noch eine andere Stelle, im wesentlichen dem Snlrog unserer Genossen wieder stattzugebeii, so daß. wenn der Bau fertiggestellt sein wird, zirka 6 Schulzimmer zur Verfügung stehen. Beschlossen wurde noch, per l. Oktober eine vierte Lehrerstelle einzurichten. Köpenick. Mit de« Fshrstvhk venmgkilckt ist gestern nachmittag in du Dampfwäschere» von Heine der Wäscher Schramm, der mit dem Expedieren der Ware beschäftigt war. Auf bisher nicht aufgestärts Weise setzte sich der Fahrstuhl wieder in Bewegung, als ihn Sch. mit einem Packen Wäsche betreten wollte. Sch. kam dabei zu Fall und geriet mit dem rechten Arm und Bein zwischen Fahrstuhl und Wandung. Um den Verunglückten aus seiner qualvolle» Lage zu be« freien, mußte das Mauerwerk ausgestemmt und der Fahrstuhl teil- weise zersägt werden. Durch einen inzwischen herbeigerufenen Arzt erhielt der«schwerverletzte einen Notverband und wurde dann später mittels Krankenwagens nach dem Krankenhaus Britz gebracht. Wie uns mitgeteilt wurde, soll der Verunglückte von'/»o bis'/«T, also 21'3 Stunden im Kontor der Fabrik gelegen haben, ehe der einzige für Köpenick bcstebenoe Krankenwagen zur Stelle geschafft werden konnte, da er in Anspruch genommen war. Es wäre unseres Er- achtens Pflicht des Magistrats, für eine der Einwohnerzahl ent- sprechende Vennehrung der Krankenwagen Sorge zu tragen. Potsdam. Wegen StellungSlosigkeit ertränkt. Vor einigen Tagen wurde aus der Stromhavel hinter dem Hause Brauerstraße 3 eine weib- liche Leiche gelandet, die bisher nicht rekognosziert werden konnte. Die Tote war gut gekleidet und besah einen Barbctrag und Schmuck- fachen. Jetzt ist die Tote als die 20jährigc Berliner Kontoristin Martha Schlosser wiedererkannt worden, die in der Kirchbach- straße zu Berlin wohnte. Sie war ßeit dem 1. März stellungslos und hat sich aus Verzweiflung hierüber ins Wasser gestürzt. In Zahlungsschwierigkeiten geraten ist die bis vor einigen Jahren von dem Stadtältesten und Stadtrat Wolff geleitete Kauftnanns-Engrosfirma, die nach dem Tode des Inhabers von seinem Sohne weitergeführt wurde. Zuckerspekulationen haben den Zusammenbruch herbeigeführt. Wolff hatte jahrelang großen Ein- fluß sowohl auf die kaufmännischen wie auch auf die kommunalen Kreise der Stadt ausgeübt, der teilweise ebenfalls auf den Sohn übergegangen war. Mehrere Bankfirmen wollen eine Regelung der Verhältnisse vornehmen. Wolff ist der Schwiegersohn des freikonservativen LandtagSadgeordneten für Potsdam, Kommer,'en- rat Eckert-PotSdam. Eine Nachtigallensteuer zählt hier zu den kommunalen Steuer- arten. Seit Jahren hat die Stadt hieraus schon die kolossale Ein- nähme von 6 M. jährlich, aber beibehalten muß der Zopf werden. Eue aller Welt. Jagd auf einen oberscklefifcken Raubmörder. Zu blutigen Kämpfen kam eS in der Nacht zum Sonntag bei der Verfolgung eines gefährlichen Raubmörders, der feit einiger Zett die Bewohner OberfchlefienS in Angst und Schrecken hält. Der Polizei war bekannt geworden, daß der Arbeiter Kowall, der am 16. März in B i s m a r ck h ü t t e den Nacht« Wächter StaSewSki durch einen Schuß bei Ueberraschung eines Einbruches tötete und am 31. März in Laurahütte bei einer nächtlichen Radauszene den Schutzmann Gehlsen erschoß und vor vier Tagen in JosefSdorf den Schlosser Kopetz, als dieser ihn bei Ausübung eines Einbruches ertappte, tödlich verletzte, in der Wohnung feiner Geliebten in Simianowitsch Unter- schlupf gefunden hatte. Zur Festnahme des gefährlichen Burschen be- gaben sich mehrere Gendarmen und Kriminalbeamte nach dem Orte und umstellten da? HauS. Der Gendarmeriewachtmeister Pnick drang in die Wohnung des Mädchens ein, um den Verbrecher zu verhaften. Kowall streckte den Beamten durch einen Schuß ins Herz nieder und entkam aus der ihm gestellten Falle. Der getötete Beamte hinterläßt Frau und neun Kinder. Auf keiner Flucht suchte er gegen Morgen Unterschlupf bei einem Onkel in Roßberg bei Benthe». Dieser beiiachrichtigte die Polizei. die in Stärke von sechs Schutzleuten eintraf. Ein Schutz- mann, der in die Wohnung eindrang, wurde von einem Komplicen des Kowolk angefallen und gebissen. Der Schutzmann wehrte den Angreifer durch einen Schuß ab. während ein anderer Schutzmann durch ein Fenster auf Kowall schoß. Kowall feuerte gleichfalls mehrmal« und verletzte meh- rere Schfutzleute. darunter einen schwer. Er wurde durch zehn Schüsse getötet, während sein verwundcttr Komplice in da» Gefängnis in Beuthen eingeliefert wurde. 2«O Menschen verbrannt. Ein entsetzliches Brandunglück ereignete sich nach einem Telegramm aus B o m b a y am Sonntag in einem indischen Dorfe im Poonabezirk. Etwa 500 Personen feierten in einem zum größten Teil aus Rohr bestehenden Gebäude eine Festlichkeit. Während derselben fiel eins brennende Petroleumlampe von der Deck,; die Flammen und ..-......_..-..---, Flammen erfaßten sofort daö ganze Gebäude, das nur einen Aus. ang hatte. Etwa 200 Männer, Frauen i n d e r fanden den Tod in den Flammen. Sine» schöne« Erfolg bat die deutsch« Bootsbau- und Mowtenindustrie(n Monaco davongetragen. Bei dem dortigen klassischen Moiorbootrennen ae. wannen in der.Kreuz-r".Klasse. d. h. in der Klasse der?°ttden schweren Boote, d r e i E r z e u g n i s s e d e u t s che" bei einer Konkurrenz von 62 Booten die Prei'c tli war-in- Strecke von 200 Kilometer abzufahren. Die qanze int-iwinnnt» Konkurrenz blieb havariert aus der Strecke; nur �ic drei Sieacr hielte, dur». Erster. wurde.Lürssen-Daimler" mi' Runwf von Lurssen-Vegeiack und Motor Daimler. Marien- felde, zweite der Fmnzos.„La Ou.se". � � deutlchen.MercedeS'-lDatmler) Motor träat. und Dritter Pik AS VE- de» Herrn Rudolf Uog.Berlw mtt vwmpf.von E n ge l b re cht- Zeuthen und D ü r k o p p- Motor. „�.iirssen»Daimler lief 60 Kiwmeter in der Stunde, mußte aber zweimal abstoppen, weil das Rudergeschirr in Unordnung geroten P".01'9"r," ,*!;£ wit jener Ruhe und Beharrlich« L, 5 � lst deswegen besonder» bemerkenswert. weck da« Boot erst vor ein paar Tagen in der Brandung einer Mole kenterte und der Rotor nur unter Aufbietung aller Kräfte w'-dn rechtzeitig zum Laufen gebracht.verde« konnte. Die fron- zostiche Sportze, fchnft L'Auto" bemerkt zu dem deutschen Sieg: „Wir sind heute geschlagen worden, weil die Deutschen mit ivunderbar regulierten Motoren nach Monaco gekommen find, die bi» in die kleinsten Detail« ausprobiert waren.— Der Sieg ist also mit von der deutschen Arbeiterschaft errungen, d,e hochquallfizierte Arbeit geliefert hat. Rieseubrand in Tokio. JnArschiwara. dem den japanischen GeishaS reservierten Stadtviertel Tokio», kam am Sonntag ein Brand aus. der da» ganze Stadtviertel vernichtete. Die Flammen, be» günstigt durch heftigen Wind und Wassermangel, fanden an den leicht gebauten Häusern der.Stadt der käuflichen Liebe' reichlich« Nahrung. Um das Feuer einzudämmen, wurden ganze Straßenzüge niedergelegt, trotzdem konnte nicht verbindert werden, daß der Brand auf die Stadtviertel Tokn und«fakufa übergriff. Auch fix wurden zum großen Teil ein Raub der Flammen. Bei dem Brande wurden über S000 Gebäude zerstört, gegen sooy G-isha» sind obdachlos geworden und haben fast nur da» nackte Leben gerettet._ Die Grnbenkatastrophen in de» vereinigten Staaten. Bisher liegen noch keine endgültigen Zahlen über die Opfer der beiden entsetzlichen Bergwenskatastrophen in den Maaken Pennsylvania und Alabama vor. Es ist jedoch wahrscheinlich, daß über 200 Menschen dabei ihr Leben eingebüßt haben. Nach einer Meldung aus N e w Aork soll das Grubenunglück auf der Bancroftgrube bei Sera n ton 74 Menschenleben gefordert haben. während bei dem Unglück auf der Banner grübe in Alabama 123 Leichen geborgen worden sind. Kleine Notizen. Fernfahrten der Lenkballons. Das neue Zepßelin-Luft. schiff„Deutschland" ist gestern vormittag gegen 11 Uhr aus dem Flugplätze Oos aufgestiegen und, nachdem es auf seiner Fahrt Karlsruhe, Heidelberg und Darmstadt passiert hatte, nach 114 Uhr mittags in Frankfurt a. M. gelandet. Die beab- sichtigte Weiterfahrt nach Düsseldorf mutzte wegen schlechter Wetterverhältnisie verschoben werden.— Der Parscval- b a l l o n VI ist gestern in Bitterfeld aufgestiegen und nach glatter Fahrt auf dem Flugplatze Johannistal bei Berlin ge- landet. Ein ungetreuer Beamter. Der frühere KreiSausschutzsekretär Friedrich aus B i t t e r f e l d wurde nach Veruntreuung von 36 0 00 Mk. verhaftet. Ueberfall auf einen Postwagen. In der Nähe der russischen Ortschaft Turek wurde auf offener Landstraße ein Postwagen überfallen und um 47000 Rubel beraubt. Von den be- gleitenden Soldaten wurden drei getötet, der Fuhrmann wurde verwundet. Wieder flott. Der bei F i r e Island auf Grund geratene Llohddampfer„Prinzeß Irene" ist am Sonnabend wieder flott ge- worden und mit leichten Beschädigungen in New Uork einge- troffen. Unfälle von GebirgStouristen. Auf der R a x fand ein Wiener Tourist Engelka den Tod durch Erfrieren.— Der deutsche Skiläufer A u st e i n, der mit zwei Kollegen vom Grignaberge zurückkam, stürzte in einen Abgrund. Seine Leiche wurde schrecklich verstümmelt geborgen. Zusammenstoß zweier französischer Torpedoboote. Bei einer Uebung sind in der Nähe von C a d i x zwei Torpedoboote zu- sammengestoßen. Bei dem Zusammenstoß wurde ein Heizer getötet und einer verletzt. Das eine Torpedoboot sank bei dem Versuches eS nach dem Arsenal zu bugsieren. Erdbeben in Italien. Gestern morgen wurden in Rom und Umgegend mehrere Erd stoße verspürt. Soweit bekannt, sind keine Unfälle zu verzeichnen. Eingegangene Druchfdmften. Von der..Gleichheit", Zeitfchrlst für die yntmffen der Arvellerlnncn (Stuttgart, Verlag von I. 5. W. Dietz Nachf. G. m. b. H. ist uns soeben Nr. 14 des 21. Jahrgangs zugegangen. Aus dem Inhalt dieser Nummer heben wir hervor: Flammenzeichen.— Heimarbeilerinnenelend in Paris. Bon Otto Pohl.— Erneuerung der Invalidenversicherung. Pon L. Lob.— Die erfolgreiche Beendigung der Tarisbewegung im Holzgewcrbe. Von gb.— Die Liga für die Interessen der erwerbstäligen Frauen in Großbritannien.— Schulzeugnisse. Von J Kr.— Die bevorstehende Tarisbewegung im Buckbinder- gewerbe.— Politische Rundschau. Don H. B.— Gewertschastliche Rundschau.— AuS der Holzindustrie. Von fk.— Aus der Textilarbeiter. bewegung. Von h. j.— AuS der Mewerkschastsbewegung in Russisch- Polen. Von sä.— Der Verband der Sanier und Porteseuiller. Bonn. rv.— Nolizenieil: Dienslbotensrage.— Arbeilsbedingnngen der Arbeiterinnen.— Mit den Beilagen Für unsere Mütter und Hausfrauen und Für unsere Kinder. Di«.Gleichheit' erscheint alle 14 Tage einmal. Preis der Nummer 10 Piemilg. Vom» Wahren Jacob" ist soeben die 8. Nummer deS 28. Jahrganges im Umfange von IS Seiten erschienen. Ter Preis der Nummer ist 10 Ps. Probenummern find jederzeit durch den Perlag I. H. W.! ictz Nachs. G. m. b. H. in Stuttgart sowie von allen Buchban'lungeii und Kolporteuren zu beziehen. Die Tchnireform der Sozialdemokratie. Don H. Schulz. 3 M. Genossenschaften und Arbeiterbewegung. Von H. gleißner. 1 M. Kaden u. Co.. Dresden. Laut Testament. Roma» von Mite Kremnitz. 3,50 M., geb. 1,50 M.— Hinter dem Nebel. Novellen von Elisabeth Heydemann-Möhring. Vita, DeuIicheS Verlagshaus, Berlin-Charlottenburg. 3 M.. geb. 4 M. Ter fliegende Tob. Von einem deutschen Osfizier. 3 M. West- deutsche Verlagsgesevschast in Wiesbaden. Ans mciuem Merkbuch. Von K. Schönherr. 1S8 S. 2. Staack- mann, Leipzig. Was ich in Zlmerika fand. Bon Freiherr H. v. varnekow. 8 M., geb. 4 M. K Siegismund, Berlin. „iviesallianz", eine neue Komödie von Bernard Shaw. E. Fischer, Verlag. Berlin. Die andere Hälfte, Roman von Martin Kilner. Vita, Deutsches Verlagshaus, Berlin-Charlottenburg. 3,50 M.. geb. 4,50 M. Berufswahl und Lehrftellenvemittlnng. Von Dr. jur. I. Alten- rath. 1 M. M-Gladbach, Voltsvcrewsverlag G. m. b. H. Berliner Wegweiser 1911. 25 Pf. PharnS Verlag, Berlln SV. SS. Der kleine Hausgarten. Von K. Weinhaujen. 50 Pj. Deutsche Landbuchhandlung, B.rlin SV. 11. Finnland u»d Rußland. Internationale Londoner Konferenz 1010. 3,20 M. D micker u. Humblot, Leipzig. WitternugSüderstch» vom 10. April 1911. 1 IE«=§ z-: aette» tfK ei* all S!f w« Cfedtentn l3' l2 52 »=i il f »■B 1- tiettei -? »II h "A Swmmtde 756 D Hamburg 755 NNW herflr i756 JA Frantl.a M 757 JW Müncheu l7S9N Wien 757 NNW 2 heiter 2 bedeckt- t wolkig LRegen 2 bedeckt 1 bedeckt j'aoarnnda 757 NW\ 2 heiter eterSburg 756 WNW 1 wollig WS' 2 bedeckt Sctllv illdervee» Part» 767 NO 771 NNW 761 NNW — 5 �_ 2 7 4 4 »wolkig Sbedeckt ,13 Wetterprognose für Dienstag, den 11. April 1911. NwaS kühler, zunächst ziemliw trübe mit geringen Niederichlägen UNd mäßigen nordwestlichen Winden; späler wieder langsam ausllarend. Berliner Wetter du reaa. WasierftandS'Nnchrichte» der Landesanstalt für Gewüssertunde. mltgelellt vom Berlln» Wetterbureau. 9 4- bedeute! Wuchs,— Kall.— y llnterveael. M WWls Todes- Anzeigen WM eaaaaaaaaaaaaawaa» Typographia» Jim 6. April veifchied plötzlich nach schwerem unheilbaren Leiden unser treue» Milglied und lieber Kollege Molf Beyer im Alter von 50 Jahren. Der verblichene hat unserem Verein mehr ai< LS Jahre mit Liebe und Treu« angehört und sich die größte Achtung weit über den Rahmen desselben hinaus erworben. Sein Andenken werden wir stelS in Ehren halten. Oer Vorstand. Die Beerdigung findet heute Dienstag, nachmittag» S Uhr, von der Leichenhalle des Zentral- Friedhofs in griedrichS'elde au» statt und werden die Sänger ge- beten, vollzählig zum letzten Ge- lelt zu erscheinen. Verbanil der freien Gast- uad Sebankvirte GeutsetilaDiis. Zahlstelle Berlin. Den Mitgliedern zur Nachricht. daß der Kollege ttei-msnn peiret Köpenicker Straß« 32(Bezirk 4) verstorben ist. Ehre seinem Andenke«: Die. Beerdigung finde! heute Dienstag, nachmittags 3 Ubr, vo» der Leichenhalle des allen Thomas- Kriedhoses in Rixdorf, Hermann- straße, aus statt. Um rege Beteiligung bittet 74/16 Die Ortsverwaltnng. Unserem lieben Genossen Gennaiii! Geelelii die herzlichsten Glückwünsche zur filbernen Hochzeit. Die Genossen v. 108. Bezirk. Deutscher BauariieitemrhaDil. Zwel�rereln Berlin. Am 7. April verstarb unser Mitglted Robert LtsMkeld (Bezirk Süden). Ehre seine« Andenke«: Di« Beerdigung findet am Dienstag, den II. April, nach- mittag» 4'/, Uhr. von der Hallo de» neuen Luisen-KirchhofeS in Ripdors, Hermannstraße. auS statt. Am S. VprU»erstarb unser Mitglied l<3rl Zprenxer (Bezirk Weißens«,). «Vre seinem Andenken: Die Beerdigung sindet Dien». lag. den lt. Aprll. nachmittag» 1 Uhr, von der Letchenhalle deS Gememde-FriedhosS in der Rölle- straße au» statt. Um r«g« Beteiligung ersucht ,38/1 Der Borstand. Nllcn Freunden und Bekannten die traurig. Nachricht, daß am g. Avril. früh S Uhr. mem lieber Mann, d«r Tischler Karl Tiede (Rlrdors. Jäg-rstraß- 66) nach langem schweren Le.dmver. ltorden ist. Die Beerdigung find««»m Donnerstag, den 13. Aprll, nach- mittag« 2 Uhr. vom Tiauer. hausc nach dem NtUen?I�oUe «emeindesricdhof. Mariendorsei Weg. au» statt.______ Deutscher Holzarbeiter-Verband Den Milgtiedern zur Nachricht. daß unser Kollege, der Modell- ttschler Adolf Blaurock am 8. April gestorben ist. (Sdre seinem««denke«: Die Beerdigung findet am Dienstag, den 11. April, nach, mittag» 3 Uhr, von der Halle de» 3. Pankower Gemelndesried- hose» in Schönholz au» statt. Um rege Beieiligung ersucht 81/10 Die Ortsverwaltnng. Orts-Krankentasse des Maurergewerbes zu Verlin. Donnerstag, den IZ. April, abend»'8 Uhr, sindet w den neuen Armio• Hallen, Kommandanlenllratze 58/59, parterre General-Versammlung der Bertreter der Kaffenmitglied» und der Arbeitgeber statt. TageZ-Ordnung: Vorlegung de» Verwaltung»« berichte» und RechnungSab» 2. schlusse» pro 1010. Bericht' der Prüfungskommission und Beschlußfassung über die Ab- nadme der Jahresiechnung. 3. Antrag aus Bewilligung einer Snttchudigung für die Kassen- Mitglieder de» RechnungZauS- 4. Bei schlerftattung über den Stand der Statutenänderung. 5. Verschiedene». Berlin, den 80. März 1011. vor Vorntand. A. Dähno, C. Lehnig, vorfitzender. Schristsübrer. Deutscher Metallarbeiter-Verband verwaltnngsitell, Berlin. Xoden-An«ol|te. Den Kollegen zur Nachricht, daß m,s«r Mitglied, der Dreher Karl Welederf am 7. April er. an Herzleiden gestorben ist Ehre feinem Andenken: Die Beerdigung findet am Dienstag, den 11. April er., nach- mittag« i'l, Uhr. von der Leichen- halle de« neuen Jakobikirchhos-» ln Ripdorf, Hermannstraßc. au» statt. Rege Beteiligung erwartet 115/5 01« 0>t, ven/ea'feri, Schultheiß Charlotten- Htrafie 8 (am Berliner Theater) Jnh. Franz Schirm empfiehlt Sihungojiinmer bis l00 Pers. Kegelbadne». l2Ivbi <••<•«»««•>»»»•••••• m. :IÄ Willst blanke Sliebeln DuAuiuslc? Wr&th putzen Juste musstef TYROGRAPHIA. Nächste Gesangsstunde: Donnerstag, den 13. April. Dr. Simmel Spezial-Arzt* für Haut- und Harfileiden. Prlnzenstr. 41, 10— 2. 5—7. Sonntajfs 10—12. 2— 4 Sujormiercu Sie sich, bevor Sie eine Parzelle kausrn und verlangen Sie kostenlo» Pläne meiner Terrains in Karlshorst, Biesdorf, «„ulsdorf. Mahlsdorf, Karow, Bernau usw.* J. Klegcr, Berlin, fiontardstr. B. gofasfoffe Riesenauswahl aller QualltSten. Wolle- Hocqne-tta. Plllsoh- Muster Satteltaschen. Emil leie?pe, bei näherer franko. Angabe Berlin, ICO Oromenstr. IvU, flWOeNiTAlDO In Donen an IO, SO Fabrik; Urban 6t Verbund der Puter, luckierer, Anstreicher nsrn. gsiliale Berlin. Den Kollegen zur Nachricht. daß'unser Mitglied, der Maler Willi Franke am 8. April verstorben ist. ilkhre seinem Andenke«: Die Beerdigung findet am Mittwoch, den 12. April, nach mittag« 4 Ubr. aus dem Gcth temane-Kirchhos in Nordend statt 128/19 Die Ortsverwallung. Florians Zahnpflege«Kasten, Zahnpulver, Zahnbürste, Mundwasser(Preis zusammen nur 1 M.) Zn haben in Konsumvereinen, Oenoosonochafton nnd ein- echlfigieen Oesch&ften sowie 10 Stück M. 8,50, 24 Stuok M->3�—. franko Nachnahmr- durch das Jlenim. Wapenhaon, KaeNIratte oder direkt durch die Chemische" Werke, Floriaa a. Co., Britz- Berlin._■ Köpenick, Reslaurant Panl Barsch, Müggclheimep Str. 42, Ecke MarienstraBe, bringt sieh hiermit den werten AnafHlglem in empfehlende Er- innerung. Für gute SpefMn und fletrletre ist stete Serge getragen. i«r W Cigareiten Beste Qualitäten ImiigglMS Külkbtrgc-Rödnsdors Befißer Brnet Hllnaler empfiehlt dm werten»ewerklchasten, Vcretneu,»esellschasten lt. vgl. sein anerkannt größte« vokal der Umgegend, zwei große Säle,»mien mit gebrückt. 3000uadratmeier groß« Holl«. Kasteeküche, Kegelbahnen "TW Kulantes Gntgegenkvunuen.-BMI* Klnmen- nnd ßrunidiudkrej von koberl Heyer,' unr HlarinmifU'Strnstf?. Lie Weiträtsel Gemeinverständl. Studien über monistische Philosophie. Von ernh RächcL Mit Nachträgen zur Begründung der monistischen Weltanschauung. Preis 1 Mark. Lege Hühner» gW JöfSärtS" und 26 Fl. Uberall erlittltlleb. Lernm, Charlottenburg. Hygienische Drogerie Zareniba, «Äeinbergswcal. dir. a.Rosenlhalcr Tor. Billigste Bezugsquelle 1 Versuch s. zur dauernden Kundschaft: w arantiert junge, beste Leger, empfiehlt F. Ltz'egnor, Bvrlli» AB., Mariannenstr. 34. Berlin«ßv.«8 U.1nden>-tr»0e vv sl-aden). N.& P. Uder, Berlin SO. 16, Bngel-Ufer 5. Tabak-GroOhandlnng und Tabakfabrik. Spezialität: Nordhäuser Kautabak von 6. A. Kanewacker, Qtimm Ss Triepel '"-'■"■i- Stete kriech su der» äußersten Engrospreisen.""'.i— ■,■ Amt IV, 3014.■ Hiit-Ärnnlrf Dres<,enersk. hö | IUI»*« I' w 1 U(KelnLadensamQranienplatz Hut und Mützen Engrosgeschäft Einzelverkauf zu auffallend diillxeo aber festen Preises i Sleife HerrenhateVll»- 7JI «UI an er M« uiBoero« wire. Au, lehlerfreif moderne War«. Oröhste Auswam in Strohhütan uno Motzen. KjjMMNmutisuiiHUMttHoiiaMBaMwinnmMhK�iiuMiwNfliwHnamM sesterMMMV 6eff entliehe politische Versamminngen. 4. Candtag$uial)H$ Heute Dienstag, den 11. Hpril, abends$ llhr: 210/16* im Wjäger-II'alalt. Haienheide 52-53. Tages-Ordnung: 1. Referat des Landtagsabgeordneten Adolf Hoffman«. 2. Ansprache des Kandidaten des Kreises M. Grunwald. 3. Disk�on. Wähler erscheint in Massen! Der Einberufer: G. Häasser, Alexandrinenstr. 109. Zentralkrankenkasse der Maurer, Gipser, Veißbinderund Stukkateure Deutsehlands ===== Verwaltungssteile Berlin.======== Mittwoch, den 19. April 1911, abends 8 Uhr, in Wilkes Feftsälen, Sebastianstr. 39: MnoMI. MWciM'MmlW. Tages-Ordnung: i. Unsere diesjährige Generalversammlung. 2. Wahl von 12 Abgeordneten zur Generalversammlung. 149/5' 3. Kassenangelegenheiten. Verband der Tapezierer. Filiale Berlin. Dienstag» den 11. d. Mts.» abends 8 Uhr, bei Keller, Koppenstraße 29: Mitglieder-Versammlung Tages. Ordnung: Erneute Beratung und Beschlußfassung über den Tarifvertrag. Pflicht aller Mitglieder ist eS, anwesend sein. Mitgliedsbuch oder Streikkarte legitimiert. 178/11 _ Die Ortsverwaltung. Die Ortsverwaltung. DkMot Holzarbeiter- Verband. - Bezirk Berlin R.- Donnerstag, den 13. April 1911, abends 8 Uhr, bei Hoppe, Hermannftr. 49: General- Versammlung. TageS.Ordnung: 1. Abrechnung. 2. Stellungnahme zur Maifeier. 3. Wahl der Dele< gierten zur General-Versammlung. 4. VerbandSangelegcnheiten. 82/1_ Die Ortsverwaltung. Mm Arbettonackiwei»: Hos L Amt 3. 1239. verwaltungsfteüe Berlin. Hauptdureau: CtisrlteztraSo 3. Hot III. Amt 3. 1987 »«»»«rntsze, aea 13. �prll 1911,»bvniln 8'/, Uhr, im Gewcrknchattsbansc, Engeluser 15, Saal I: Versammlung "'Sanben, Restaurants Trts Krankenkasse (ür den Amtsbezirk Kialikenfttde. Am Mittwoch, den 26. AprU 1911, abends 6 Uhr, findet im Lokale des Herrn W. Schneider, Rosenihat-Wilhelmiruh. Prinzenstrahe 1, die arel�atlleh« lZenesZl-VölSWmIiilig statt, wozu die Herren Vertreter hier- mit ergebenst eingeladen werden. TageS-Ordnung: 1. Rechnungslegung pro 1910. 2. Bericht der RechnungS-PrüfungS» kommission. 3. Ertatzwahl eineS VorstandSmit- gliedeS lKaffenmitglied). 4. E:idgiiltige Genehmigung von Aerzteverlrägen. 5. Endgültige Genehmigung der Ver» güligung sür die Kassenbcamten und der von denselben zu stellende Sicherheiten. 6. Erledigung etwaiger schristlich«in- gegangener Anträge. 7. Verschiedenes. Ansragen und Beschwerden, zu welchen die Einsicht in die Kassen. büchcr notwendig ist, müssen mündlich oder schristlich behuss Beantwortung derselben in der Generalversammlung bis zum 22. April cr. der Kassenver- woltuna mitgeteilt werden. 2llS Legllimallon ist die schristliche Einladung mitzubringen. 273/14~ zubringen. Der Vorstand. Bekanntmachung. Der Magistrat der hiesigen tönig» Nchen Haupt- und Residenzstadt hat unier dem 23. März 1911 die solgende I. Abänderung der VerhallungSmaß- regeln für erkrankte Mitglieder ge» nchmigt: I. Abänderung der BerhaltungS- maßregeln für erkrankte Mit- glicdcr. Aus Anordnung deZ Vorstandes m»s; sich der Patient einer Vor- resp. Nachmitersuchung bei dem Vertrauens- arzte unterziehen. Berlin, den 26. Januar 1911. Krankeukaste der Perfonen-Lohn- fuhrwerks-Jnnung zu Berliu. Her Vorstand. Gustav Rose, Vorsitzender. Alsred Helterhoss, Schriflsührer. Vorstehende Abänderung der Ver< haitungSmabregttn sür erkrankte Mit- alieder wird gemäh§ 26a deS Kranken- kassenversicherungSgesetzeS hiermit ge- nchmigt. 273/l5 Berlin, den 23. März 1911. Magistrat hiesiger kSuigliche» Haupt- und Residenzstadt. <3 Unterschrislen.) Diese I. Abänderung kann in de- liebiger Anzahl in unserem Bureau in Empsang genommen werden. Berlin, den 3. April 1911. Krankenkasse derPersouen-Loh» 2 preiswerte Anzöge 34S0j Ein- und zweireihig verarbeitet. Mit langer Fasson auf 2 Knöpfen gearbeitet Stets fertig am Lager: der Bauanschläger. Sage«. Ordnung: 1. Stellungnahme zum 1. Mai. 2. Verbands« und Branchenangelegenheiten. 3. Verschiedenes. Die Wichtigkeit dieser Bersammlung macht da» Erscheinen aller Kollege» wünschenswert. DM- nitgllcdsbach legitimiert.-MD 115/4 Achtung! Achtung! Der Osterfeiertage wegen findet die Auszahlung der Er« werbslosenunterslützung(Kranke) wie folgt statt: Für Freitag, de» 14.(Karfreitag), findet die Auszahlung schon am Donnerstag, den 13. Apnl statt.— Für Montag, de« 17. April(2. Feiertag), wird am Sonnabend, den 15. April, gezahlt. Am Dienstag, den 18. April(3. Feiertag), bleibt das Bureau von 12 Uhr ab geschlossen. Die Qrtsverwattung. 1/ ja— aaaaaai� jngpjj g.| ■ Cos-K/an we'B~.®rao— ret— geil» leuchtend, 1 ■ H I|/ CT 1 1 garantiert wetterbeständig, streichfert. H* a-a* � sofort trocknend, billiger als Oelfarbe, | Prospekte, Master gratis. Telephon IV. I KeräntworMcher�Redakteur: M�rtWachsI Berlind Für de» Inseratenteil verantw.: Th. Blocke, Berlin. Druck».«erlag: Vorwärts Luchdruckerei u. Berlagsanstalt Paul Sing«». So, Berlin 5Ä. fuhrwerks-Jnnung zu Berli«. I. A.: R ose, Vorsitzender. lH-R. von 12 Mark an 20 Psennig-Fahrt. 1. liieger, Sonlardttr. 8. 24,50, 27,00, 29,00 32,00, 36,00, 40,00 45,00, 48,00, 52,00 54,00, 56,00, 60,00 65,00, 75,00. M. Schulmeister Spezial-Haus für Berlin SO. 26, Herren- und Knaben-Konfektion. Dresdener Str. 4. Bsor"" Hochbahnstation Kottbnser Tor. L ferlangen Sie bitte � �enen llstalog liir �ank�Wg parte- n. �teM j Steinarbeiter! Donnerstag, den 13. April, abends 8 Uhr, in den Mufikersälen, Kaiser-Wilhelm-Str. 18 m: General-Versammlung. Tage»»Ordnung: 1. Bericht vom 1. Quartal. 2. Stellungnahme zum 1. Mai. 3. Die Organisationszugehörigkeit der Kunststeinarbeiter. Jeder organisierte Kollege ist verflichtet, an der Versammlung teilzunehmen l Um pünktliches Erscheinen ersucht 171/13* Die Ortsverwaltung. Wel ."7."m71ei!ishluug dol kleinster Anzahlung In bekannter GQta* (mit grSBter RQcktichl bei Krankheit and Arbeitslosigkeit) E.Cohn, Gr. Frankfurterstr. 58 verkaufe ich Ohne Jede Anzahlung Pianos erstklassiges Fabrikat (»mal prämiiert Staatsmedaille) in allen Holz- tmd Stilarten von wunderbarer Tonfülle. �Flti® b kl eine mou&tl iche T ellzAhlun�� ohne Jeden PrelaaufMchlag;. 60/18* Für jedes Instrument gewähre ich 20jähr. schriftl. Garantie. Conrad Krause lielifg,, Et.?;ÄÄbVÄr-.i.o. Aach Sonntag» geülfnet. Orts- Krankenkasse ... Miiinbrt zu Berlin. Der Jahresbericht 1919 ist er» schienen und kann im Bureau der Kasse m Empsang genommen werden. 273/16 Der Vorstand. Für die Oster-Ausflüge nach Skrgrfttd und Fatkenhagtll ist das einzige in Seegrseid freie Lokal von Aicelei früher Kleesen in Seegefeld zu empfehlen. 3825L ver Wirt. neu erschienen! zirka 600 Morgen Seeparzellen. □9t. von 10 M. an FlieBparzellen... 4.. Waldparzellen.,» 3,, Ackerparzellen., 2,„ AuSkunst und Pläne kostenlos.* J. Rieger, Setiin, Gontardstr. 5. Wo wollen Sie sich ein Eigenheim schaffen? Sehen Sie sich erst mein Terrain in R«ntzrental an. Verlause QR. noch von 8M. an. 6 Min. v. Bahich. Strahen sertig angelegt. 2» Ps. v. Gesundbr. Geringe An- u. Abzahlung. Gratt, Alt« Moabit 83b. Sonntag» Röntgental. Bahnh.-Restaur. Basener. IdAUoil UMWWWW eiZarettes MVWgWW LeUedte Specislmarken .AJbdas Dandy Glbson GM Nr. 86. 28. Iahrgimz. Z. Ktikze i>tS„öotiiiirfs" DM» AlliÄM. Dievstag, tt. April t9tt. Soziales. Gegen Kassenzersplitterung denket sich eine am Donnerstag gefällte Entscheidung des Preusii- schen Oberverwaltungsgerichts. In Forst i. L. besteht eine All- gemeine Ortskrankenkasse für alle Gewerbe. Infolgedessen gehörten ihr auch die versicherungspflichtigen Angestellten des Schank- und Gastwirtsgewerbes an. Später wurde nun für das Gast- und Schankwirtsgewerbe eine neue besondere Ortskrankenkasse errichtet. Nach dem Statut, das die Genehmigung des Bezirksausschusses fand, sind Mitglieder alle innerhalb der Gemeinde Forst in Gast- oder Schankwirtschaftsbetrieben beschäftigten Personen. Der Regierungspräsident focht den Beschlutz an. Er machte geltend: Miir versicherungspflichtige Personen, die bereits einer Kasse angehören, könne grundsätzlich nur eine neue Kasse errichtet werden, wenn ihr Ausscheiden aus der bestehenden Kasse veranlasst worden sei. Da ein solches nicht stattgesunden habe, so hätte das Statut der neuen Kasse nicht genehmigt werden dürfen. Der Be- schluß des Bezirksausschusses sei deshalb als gegen das Gesetz der- stoßend aufzuheben. Der dritte Senat des OberverwaltungSgcrichts setzte denn auch, seiner ständigen Rechtsprechung folgend, den Genehmigungsbeschluss des Bezirksausschusses außer Kraft, indem er begründend ausführte: Nach dem§ 24 des Krankenversicherungsgesetzes dürfe die Genehmi- gung zu einem Kassenstatut nur versagt werden, wenn das Statut den Anforderungen des Gesetzes nicht genügt oder wenn die Be- stimmungen über die Klassen von Personen, welche der Kasse an- gehören sollen, mit den Bestimmungen des Statuts einer anderen Kasse in Widerspruch stehen. Das letztere sei hier der Fall. Zur älteren Kasse gehören nach ihrem Statut auch die fraglichen Per- sonengruppen, für die die neue Kasse errichtet worden sei. Solange das der Fall sei, könne für das Gast- und Schankwirtsöhaftsgewerbe in Forst keine besondere Kasse ins Leben gerufen werden. Ter 8 48 des Gesetzes gewähre im übrigen den schon bestehenden Orts- krankeukassen, die für versicherungspflichtige Personen verschiedener Gewerbezweige oder Betriebsarten errichtet sind, einen Schutz da- gegen, dass ihr gegen ihren Willen Mitglieder weggenommen werden sollen. Nach Km Paragraphen kann die Ausscheidung der dem- selben Gewerbszweige oder derselben Betriebsart angehörenden Kassenmitglieder aus der gemeinsamen Kasse nur erfolgen, wenn die Mehrzahl dieser Kassenmitglieder zustimmt und dir General- Versammlung der Kasse es beantragt. Dies sei der einzige Weg. Das sei aber hier nicht geschehen. Aus diesen Gründen müsse der Genehmigungsbeschluss des Bezirksausschusses aufgehoben werden. Nach denselben Grundsätzen mühten die hier genehmigten Betriebskassen der A. E. G. und der Siemenswerke aufgehoben werden. Indes hat hier die Behörde die Anfechtung des ungültigen Statuts unterlassen._ Die Uebertragung der Syphilis. Die Berliner Ortsgruppe der Deutschen Gesellschaft zur Be- kämpfung der Geschlechtskrankheiten veranstaltete am S. April einen Vortragsabend, an dem Dr. Carl Schindler über„Die Ueber- tragung der Syphilis Auf die kommenden Geschlechter" sprach. Der Vortragende führte folgendes aus: Die Lehre von der Uebertragung der Syphilis auf die kommenden Geschlechter um- faßt die schwierigsten Probleme der medizinischen Wissenschast. Es war zu untersuchen, wer die Syphilis der wachsenden Frucht, dem Kinde überträgt, der Vater oder die Mutter, wie diese Ueber- tragung zustande kommt, ob der Vater dem Nachwuchs gefähr- licher ist oder die Mutter, ob die Syphilis vom Großvater noch dem Enkel vererbt werden kann, also die Syphilis der ersten Ge- neration auf die zweite und vielleicht noch gar auf die dritte Generation übergeht? Bietet hingegen die Mutter zur Zeit der Geburt Symptome von Syphilis dar, ist aber das Kind frei von solchen, ist das Kind gesund und nicht etwa nur latent syphilitisch. so darf die Mutter, die syphiliskrank ist. ihr gesundes Kind nicht selbst nähren. Die Syphilis erlischt gewöhnlich schon in der ersten Generation; dass die Syphilis direkt vom Grossvater auf den Enkel, also auf die zweite Generation übergeht, ist theoretisch möglich, in der Wirklichkeit äusserst seltene Vielmehr geht die Uebertragung der Syphilis der ersten Generation auf die zweite so vor sich, dass der die erste Generation repräsentierende syphi- litisch geborene Vater ausgeheilt war, aber im gcschlechtsreifen Alter sich zum zweiten Male infizierte. Gerade die Reinfektion beweist, daß die Syphilis vollkommen heilbar ist, denn nur wer ganz geheilt war, kann sich zum zweiten Male mit Svphilis an- stecken. Die Syphilis dezimiert durch die Kindersterblichkeit eine Raffe, aber sie degeneriert nicht eine Rasse, wie z. B. der Alkohol. Die Uebertragungsfähigkeit der Syphilis auf die Kinder erlischt mit dem Alter der Syphilis und durch energische Behandlung. Haben Syphilitiker wenigstens S— 6 Jahre nach der Infektion gewartet, bevor sie heiraten, haben sie sich während dieser Zeit fortdauernd energisch behandelt, so besteht auch die Anwartschaft auf einen gesunden Nachwuchs. Aber auch nur dann! Eltern sollen sich daher vorher vergewissern, ob die Männer; die ihre Töchter zur Frau begehren, eine syphilitische Vergangenheit haben und ob die Syphilis bereits erloschen ist. Es ist heute entschieden, dass die Syphilis des Vaters nur dann auf die Nachkommenschaft übertragen wird, wenn er in einem noch infektiösen Stadium der Syphilis heiratet und dadurch seine Frau, die Mutter, mit Sy- philis infiziert. Die Uebertragung der Syphilis aus die werdenden Kinder erfolgt ausschliesslich und nur durch die syphiliskranke Mutter, so, dass durch die lokale syphilitische Erkrankung der Placenta des Mutterkuchens das Kind direkt in der Gcbärnuitter infiziert wird. Bleibt die Placenta gesund, so kommen trotz der Syphilis der Eltern gesunde Kinder zur Welt. Aber in der Regel erkrankt eben die Placenta, die Kinder sterben und erst nach energischer Behandlung der Syphilis kommen dann gesunde Kinder zur Welt. Von besonderer Wichtigkeit sind einige prak- tische Fragen. Bringt eine gesund erscheinende Mutter ein syphi- litisches Kind zur Welt, so ist die Mutter stets selbst syphilitisch, auch wenn sie zur Zeit der Geburt keine Symptome von Syphilis dar- bietet, sie ist eben latent syphilitisch. Es muß und kann daher allein diese Mutter, die nur scheinbar gesund ist, ihr syphilitisches Kind nähren, ohne selbst sich anzustecken, ohne selbst an Syphilis zu erkranken. Denn diese Mutter hat eben schon Syphilis. Kann eine solche Mutter ihr Kind nicht nähren, so darf das Kind keiner gesunden Amme gegeben werden, es muß mit der Flasche aufge- zogen werden oder von einer syphilitischen Amme genährt werden. Seridrts- Reitling. Ter Diebstahl einer Schadiwschen Reliefkopie aus dem Kunst- gewerbemuseum ..Friedrich den Grossen zu Pferde" darstellend, beschäftigte gestern unter Vorsitz des Landgerichtsdirektors Schmidt die 1. Strafiamm.r des Landgerichts I. Aus der Untersuchungshaft wurden vorgeführt: der Schaufensterdekorateur Karl Link, der Kaufmann Viktor Böttcher und der Volontär Hans Kehr. Die Anklage lautet auf gemeinschaftlichen Diebstahl bczw. Beihilfe und Begünstigung.— Am 22. Januar vorigen Jahres lief bei der Kriminalpolizei eine Anzeige von der Direktion des Kunstgewerbemuseums ein, daß eine Kopie des bekannten Schadowschen Reliefs„Friedrich der Grosse zu Pferde" gestohlen worden sei. Die sofort in Angriff genommenen Ermittelungen nach dem Verbleib des Reliefs, welches einen Wert von zirka 80 M. hatte, blieben ohne Erfolg und wurden ani 44. März eingestellt. Am 26. Mai erfuhren die Kriminalschutzleute Schambacher und Rinke, dass bei einem Zigarrenhändler Sch. im Quartier latin eine Bronzeplatte für ein Darlehn von 5 M. ver- pfändet worden sei. Der Direktor Falk vom Kunstgewerbemuseum rekognoszierte die„Bronzeplatte" als die gestohlene Schadowsche Reliefkopie. Der Zigarrenhändler gab an, daß er das Relief von einem gewissen Böttcher in Pfand bekommen �abe. Die Kriminal- Polizei ermittelte diesen Böttcher in der Person des jetzigen Mit- angeklagten Böttcher. Dieser wiederum wollte das Relief von einem Dekorateur Karl Kraus erhalten haben, den er in einem Cafe am Oranienburger Tor kennen gelernt haben wollte. Dieser „Kraus" wurde in der Person des Angeklagten Link ermittelt und festgenommen. Um die gleiche Zeit lief bei der Kriminalpolizei von einer Prostituierten eine Anzeige ein, in welcher sie den jetzigen Angeklagten Hans Kehr der Zuhälterei, der Erpressung, der Un- terschlagung und anderer Vergehen beschuldigte. In dieser An- zeige waren geheimnisvolle Andeutungen über eine im Kunstge- werbemuseum gestohlene Bronzeplatte enthalten, die sich in dem Besitze des Kehr befunden habe. Kehr stellte erst jede Kenntnis von einem Bronzerelief in Abrede, schliesslich behauptete er, er habe das Relief von einem Baron mit der Anweisung erhalten, es in Paris zu verkaufen. Da ihm jedoch das Geld zur Reise fehlte, habe er es dem Baron wieder zurückgegeben.— In den weiteren Vernehmungen stellte es sich heraus, daß Link und Bött- chcr das Relief in dem Museum gestohlen hatten und Kehr, der sich vielfach als„Baron von Kehr" ausgegeben hatte und in Reit- sttefeln und Sporen herumgelaufen war, den Versatz des Reliefs übernommen hatte. Später bestritten alle drei Angeklagte plötzlich die strafbare Herkunst des Reliefs gekannt zu haben und behaup- teten, es von einem Unbekannten erhalten zu haben.— Auf jene Anzeige der Prostituierten ist gegen Kehr auch Anklage wegen Zu- hälterei. Erpressung, gefährlicher Körperverletzung, Betruges und Unterschlagung erhoben. Die Beweisaufnahme ergab bezüglich des Angeklagten.Hans Kehr folgendes. Er stammt aus einer sehr guten Familie, seine unstäte Natur hat ihm aber manchen Streich gespielt und er ist auf die schiefe Ebene geraten. Er ist seinerzeit als Lehrling bei einem Zahnarzt, der ein Bekannter seines VatcrS ist, eingetreten, hat aber schon damals, wie der Zahnarzt gestern als Zeuge bekundete, allerlei Dummheiten gemacht. Unter anderem ist er als angeblicher Student von einem Bonner Korps angekcilt worden, als er vor dem Schwarzen Brett stand, und hat feierlich die Mütze und das Band erhalten, bis es herauskam, dass er ein Lehrling war. Nach beendeter Lehrzeit hat er Kreuz- und Quer- fahrten durch die Welt gemacht und sich in Belgien, Frankreich, Amerika herumgetrieben. Tatsächlich hat er auf den Philippinen an den Kämpfen daselbst teilgenommen und die Charge eines ame- rikanischen Unterleutnants bekleidet. Von dort kam er wieder nach Deutschland, ging aber bald wieder nach Amerika zurück. Dort erkrankte er u. a. an Malaria, erlitt auch einen Sturz vom Pferde »ind hatte auch sonst verschiedene Abenteuer. Seinem Hang zur phantastischen Renommisterei hat er nicht verloren und letztere ist ihm auch in dieser Strafsache einigermaßen verhängnisvoll gewor- den; denn er hat einer Zeugin gegenüber allerlei Einzelheiten über die Ausführung des Diebstahls erzählt, die daraus schlichen lassen mußten, daß er daran teilgenommen habe. Bei den Wirttnnen, wo er Quartier nahm, stellte er sich regelmäßig als„Baron von Kerr",„Leutnant v. Kehr" und dergl. vor, erzählte viel von seinen Kriegstaten auf den Philippinen, präsentierte einen Säbel, den er als„Ehrensäbel" erhallen habe und prahlte mit einer Pension von monatlich 206 Mk., die ihm zugebilligt worden sei. Tatsächlich rührte diese„Pension" von seinem Vater her, der ihn mit Geld- mittein regelmäßig und ausreichend versah. Das„Ewig-Wei!b- liche" spielt in seinem Leben auch eine grosse Rolle und aus dem Verkehr mit zweifelhaften Damen ist die Anklage wegen Zuhälterei, Erpressung usw. entsprungen. Die für diesen Teil der Anklage in Anspruch zu nehmenden Zeugen sind zurzeit nicht auffindbar. Bezüglich des Diebstahls ergab die Beweisaufnahme, dass Kehr, der die Tätigkeit des Böttcher bei Wegnahme der Plaquette im einzelnen beschrieben hatte, bei der Ausführung des Diebstahls selbst gar nicht beteiligt gewesen sein kann, da er zur Zeit gar nicht in Berlin, sondern in Belgien loar. Eine Mittäterschaft des An- geklagten Link konnte in keiner Beziehung nachgewiesen werden, so daß Staatsanwaltsassesior Schwemann selbst dessen Freisprechung beantragte. Dagegen hielt der Staatsanwalt den Angeklagten Bött- cher für überführt und beantragte gegen diesen wegen Diebstahls, der doch mit grosser Frechheit ausgeführt worden sei, 6 Monate Ge- fängnis. Kehr habe sich der Hehlerei schuldig gemacht, da er ver- sucht habe, die Plaquette in Paris zu verwerten. Böttcher habe ihm zu diesem Zweck schon einen Plan von Paris zur Verfügung gestellt, auf welchem die Geschäfte von Antiquitätenhändlern ein- gezeichnet worden waren. Da Kehr schon wegen Nötigung vorbe- straft ist, wurde eine Strafe von 1 Monat Gefängnis beantragt. — Der Staatsanwalt beantragte die übrigen gegen Kehr noch an- hängigen Straffälle abzutrennen und späterer Verbanilung vorzubehalten. Das Gericht sprach den Angeklagten Link frei, weil die gegen ihn vorhandenen Verdachtsmomente zu einer Verurteilung nicht ausreichend seien. Böttcher wurde zu 1 Jahr Gefängnis ver- urteilt unter Berücksichtigung der Tatsache, daß es sich um einen Museumsdiebstahl handelt. Vier Monate wurden auf die Unter- suchungshaft angerechnet. Gegen Kehr lautete das Urteil auf Bier Monate Gefängnis. Es wurde angenommen, daß er, als er die Plaquette bekam, Kenntnis davon hatte, auf welche Art und Weise sie in den Besitz des Böttcher gekommen war. Die Strafe wurde als verbüßt erachtet und die übrigen Anklagefälle gegen Kehr ver- tagt. Dieser erklärte, sich bei dem Urteil nicht zu beruhigen. Berein„Freies Bolkswohl" endlich unschädlich? Bei dem Bezirksausschüsse zu Berlin wurde gestern die Klage des ersten Vorsitzenden des Vereins„Voliswohl" Ley gegen den Polizeipräsidenten von Berlin verhandelt. Letzterer hatte gegen Ley eine Verfügung dahin erlassen, dass der Verein„Volkswohl" den Stellenvermittelungsbetrieb in der Linkstrasse aufzugeben hätte, weil es sich um eine gewerbsmäßige Stelleiwcrmittelung im Sinne des Stellenvermittelungsgesetzes handle. Rechtsanwalt Bahn führte aus, es handle sich um einen gemeinnützigen Verein. DaS Statut trage auf der ersten Seite das Bild der Königin Luise, der Verein habe auch schon viel Gutes gestiftet. Die Folge des Vor- gehens der Polizei werde sein,— daß in Berlin überhaupt kein Gesinde mehr zu haben sein werde. Der Vertreter des Polizeipräsi- diums führte dagegen aus, daß die Einnahmen aus dem Verein nicht völlig zur Deckung der Unkosten verwendet würden, sondern zum Teil dem Kläger zuflössen. Die Kassenberichte ergäben eine Jahreseinnahme von zirka 40 066 M. Der Bezirksausschuß wies die Klage ab, indem er sich den Ausführungen des Polizeipräsidiums anschloß. Wer haben bereits im Jahre 4006 wiederholt auf das markt- schreierische und gesetzwidrige Gebaren des Vereins«Freies Volks- wohl" hingewiesen und vor dem Beitritt gewarnt. Ein Moabiter Prozeß beschäftigte gestern unter Vorsitz des Landgerichtsdirektors Spletk- stößer die 7. Strafkammer des Landgerichts I. Wegen Vergehen? gegen den K 410 St. G. B.(Aufforderung zum Ungehorsam gegen die Gesetze) hatte sich der Redakteur der anarchistischen Wochenschrift„Der freie Arbeiter", Johann Ray zu verantworten. In der Nr. 8 des„Freien Arbeiters" erschien ein Artikel, welcher sich mit den Moabiter Krawallen befaßte und Ausfälle gegen die Polizei ent- hielt. In dem Artikel wurde ferner für den freien Sozialismus und die„direkte Aktion" Propaganda gemacht, und zwar in einer Weise, die eine Ausforderung zum Ungehorsam gegen das Gesetz darstellen soll. Der Staatsanwalt beantragte eine Geldstrafe von 500 Mark. Das Gericht ging jedoch weit über den Antrag des Staatsanwalts hinaus und erkannte auf— 4 Monate Gefängnis! Wann werden die Schutzleute, denen schwere, gröblichste Be- leidigungen und Mißhandlungen sowie der feige Ueberfall und die ruchlose Tötung des Arbeiters Hermann nachgewiesen ist, endlich angeklagt werden? Marktpreise von Berlin am 8. April 1911, nach Ermittelung des Königlichen Polizeipräsidium». Marktballe«preise.(Kleinhandel.) 400 Kilogramm Erbsen, gelbe, zum Kochen 30,00—50.00. Speisebohnen, weiße 30.00-50,00. Linsen 20,00-60.00. Kartosseln 5.00-0.00. l Kilo. gramm Rindfleisch, von der Keule 1,60— 2,30. Rindfleisch, Bauchsleisch 1,20 bis 1,70. Schweinefleisch 1,20— 1,90. Kalbflcilch 1,50—2,40. Hammelfleisch 1,40—2,20. Butter 2,20—3,00. 60 Stück Eier 3,00—4,40. 1 Kilogramm Karpfen 1,10—2,40. Aale 1,60—3,00. Zander 1,40—3,00. Hechte 1,20 bis 2,80. Barsche 0,80—2,00. Schleie 1,40—3,40. Bleie 0,80—1,60, 60 Stück Krebse 2,50—28,00. Einladnng zum Oster-Freikonzert! Hckckir erbieten uns, Ihnen während der bevorstehen- N* den Osterseiertage und noch lange darüber hinaus, Festkonzerte in Ihrem eigenen Heim zu veranltalten, wie Sie fie wahrscheinlich noch nicht gehört haben. Die Veranstaltung erfolgt völlig kostenlos für Sie und hat den Zweck, Sie zu einem Abonnement aus diese Konzerte zu oeranlassen, sallS das Probe- konzert, daS Sie während der Dauer von S Tage» völlig»neiitgcltlich haben sollen, Ihnen und Ihren Anaehöiigen Freude bereitet hat. Unser Angebot wird Sie gewig ibleressieren, und deshalb bitten wir Sie, uns einige Mirnilen Gehör zu scheuten: Wir wollen Ihnen— zunächst kostenlos auf fünf Tage— einen Spezial-LuxuS-Sprechapparat mit echter Pathö. Schalldose und 20 ausgewählte Stücke aus 10 doppelseitig bespielten. 29 cm großen Künstler-Paths- Plalten zu! enden. Diesen Apparat und diese Platten können Sie während der Dauer von 5 Tagen spielen lassen und probieren, so ost mid so viel Sie ivollen. Wir sind sicher, daß Sie von den Leistungen des Apparates, dessen hervorragende Ausstattung jeden Wohnraum ziert, entzückt sein werden, da die Pathö- Schalldose, die Seele des Apparates, das Vollendetste ist, was aus diesem Gebiete existiert. Un Übertrossen aber sind die von uns gelieserlen Künsller-Pathö-Platten, die nicht nur um em Drittel größer als die allgemein bekannten Radelplatten, sondern auch im Gegensatz zu dielen nahezu unzer- slörbar lind und serner ohne Nadelwcchsel, mit einem niemals auszuwechselnden polterte«, Edel- stein gespielt werden. Was dits« Neuerung bedeutet, kann nur derjenige beutteilen, der schon einmal einen Iprechapparat besessen hat. der den lästigen Radelwechsel kennt und der weiß, wie rasch sich jede, auch die teuerste Nadelplatt«, von Ansang an abnutzt, um schließlich gänzlich zerstört zu werden. Die Vorzüge unserer Paths-Platten sind aber nicht nur HInsichllich der Hallbarteit, sondern auch hinsichtlich ihres Inhaltes so gewaltige, daß nie- mand, der diese Platten gehört hat, den Wunsch haben wird, andere Platten zu besitzen. Da gibt es die neuesten HüttMpmlleyMe.ViilM und andere Tänze, Ouvertüren und Potpourris, alle nur möglichen Instrumentalsoli, wie Flügilhorn. Pifton, Klarinette, Zylophon-c. enist« und lustige Orchester- stücke, Jodler und Duette, humoristische Vorträge und Couplets, und zwar aus allen Gebieten das denk- b a r B e st e. Denn daS große Pathö-Repertoire umfaßt mehr als 25 000 Nummern, lauter Originalaufnahmen, von den größte» Künstlern gesungen und ge- spielt. Haben Sie sich nun während der Dauer von 5 Tagen von alledem, was wir vorstehend gesagt haben, persönlich überzeugt, so steht es Ihnen stet, unsere Sendung läuflich zu erwerben. In diesem Falle haben Sie für Apparat und Platten nur einen Betrag von 3.� Mk. monatlich an uns zu zahlen. Der Apparat tostet einschließlich der echten Pathö-Schalldose nur 45.— Mk., während wir die Platte» zu dem von der Fabrik vorgeschriebenen Berkaussprciße von 3.30 Mk. pro Doppelplatte(also sür 2 Stücke) in Rechnung stellen. Weitere Platten können Sie in einem von uns geschaffenen, cbensalls nur ganz genüge Monats- zahiungen erfordernden Abonnement in beliebigen Mengen nachbezichen. Wenn man bedenkt, wie leicht und achtlos man 10 Pfennig täglich für gleichgültige oder vergängliche Dinge ausgibt, wird niemand zögen», sich und den Seinen den von nnS gebotenen unvergänglichen Genuß zu verschaffen. Die zahllosen uns täglich ohne Aufforderung zu- kommenden, zum Teil in Worten des höchsten Lobes gehaltenen Zuschriften sind der beste Beweis dafür, daß nicht nur die von uns gesührten Fabrikat«, sondern auch die Vergüiistigulige», welche wir gewähren, in den weitesten Kreisen Anerkennung finden. _ Machen Sie also einen Versuch—- der Sie nichts kostet, und werfen Sie den eingedruckten Bestellschein, den Sie nur mit Ihrer Unlerschrist zu versehen brauchen, in den nächsten Lrteskaften. Sie erhalten dann schnellstens unsere Sendung, durch die Sie alles das bestätigt finden werden, was wir geiagt haben. Gefällt Ihnen der Apparat aber nicht, so können Sie die ganze Sendung 5 Tage nach Empfang wieder an un» zurückgehen lassen. Wir sind aber überzeugt, daß auch Sie uns. wie viele Taufende unserer Kunden, dankbar sein werden, daß wir Sie aus unser« Vergünstigungen aüfmertsam gemacht und Ihnen Gelegenheit geboten haben, von denselben Gebrauch zu machen. Einige Anerkennungen Besten Dank für den Pathö-Apparat. Derselbe spielt wunderbar und überragt be» tressend Klangschönheit alles Dagewesene. Ich bin stolz aus den betreffenden Apparat. Danzig. gez. P. P., Buchhalter. Die mir gelieferte Patho-Sendung übertrifft bei weitem meine Ermattung und kann ich diese jedem auss wärm st e«nipjehlen. Radis, Bezirk Halle. gez. W. Sch., kgl. Weichensteller. Ich habe die beiliegenden Pathö-PIalten gespielt und bin mit denselben sehr zufrieden. Erstaunt bin ich sowie meine Familie über die Tonschönheit. Frankfurt a. M. gez. D. M. postkack IZO/IS aS, Bestellschein 120/19 SÄ"? Hierdurch ersuche ich die Firma B i a I& Freund in Breslau 11, mir den angebotenen Luxus-Sprech- apparat mit echter Pathö-Schalldo|e und 20 Stücke aus doppelseitig bespielten Pathö-Platten ohne Anzahlung, ohne Nachnahme, ohne jede Emballageberechnung, insbesondere ohne jede Kausverpslichtung zur Probe zuzusenden. Ich vervflichte mich, diese Sendung, falls ich sie nicht zu behalten wünsch«, innerhalb 5 Tagen, von. Tage de» Empsangcs an gerechnet, franko zurückzusenden, andernfalls behalte ich sie und zahle unter Anerkennung des Eigen» tumSrechteS monatlich 3 Mk. vom Ablaus der Probezeit be- ginnend, bis der Wert des Apparate« von 45 Mk. und der der 10 Doppeiplaitcn» 3,30 Mk. beglichen ist.— ErjüllunaS- ott ist Breslau. Ott und Datum- Bor-, Zuname und Berus- Ilm Anznhluns!' liefere es JedermADD Möbelauf Kredit bei Zahlung: einer Monatsrate laut Vereinbarung und ---------------- bequemster Abzahlung-> Komplette Wohnungseinrichtungen ■owie elmelne Möbelltücke, Polslerwaren,(arbige Küchen, Portieren, Tepplohe, GdPIÜnen, Leib- und Betlwieche, Steppdeoken, Betten, Klonen, Kinderwagen etc. in modernater AusfUbrunB, Ferser QorM!. Herren, Damen, Kinder neueete Faaeoai Wochenrate s. DORN, neueete Faeeona, prAsale Aaswabl. Wochenrate von 1 Mark an. Alte SchAnhauser Str. 3 Ecke Linlinstrasse. a»W»WW»WWWe.»WUUW»>»»,UW»HW»»»»» Drei Tropfen 6� flüssige Metall-Politur machen das schmutzigste Metall spiegelblank in Flaschen von 10 big 50 Pf. Veberall sn haben. Fabrik: Uabszynski A Co., Berlin-Lichtenberg. Warnung vor Betrug! Meine Packung ist nur echt mit der Aufschrift: Dr. Landmann's Messer-Pufzpulver. Pakil 10 Dt.«rriibü«!- SO unb 50 Pf. Sur «cht tu Original. Berpodrmg in alle» beffere» tüeschäilen Zu habin. Op.n.Lamduinuu, Soilib-Penl-ow, Periulr.S 1 Würzburger Huhneraugenmittel von Dr. H. Unger.— Gegen 30 Pfennig aus 10 Ps. jlnweisung frei Ohne Zweifel die bequemste u.«irksamstc Hilfe. Der schmerz ist in S Mi«. fort. DaS Hühnerauge selbst in 3 Tagen.(Enlhäll Salicvlsäure und indische» Hansextralt.) Vf. H. UngCF in WÜrzbUFg. In Berlin(30 Ps): Salomon-Apotheke. CharlottenstraK« 54. Greif. Apotheke, Barnimstratze 33.— München: Schützen-Apotheke.— Stuttgart: Hirsch-Apotheke.— Breslau: Victoria-Apotheke. 113/8 Inden tura»sverta«f zu«Spott- preisen. Teppiche, Farbensehler, jetzt sabel- hast billig. Riesen-Fabriklager, Große ftranksurlerslraße 125, im üaule der Möbelfabrik; billiger wie überall VorwarlSlesern noch extra 10 Prozent Rabatt. Sonntags geöffnet. Gardinen. gabrilreste, Fenster l.SS, 235. 2 85, 3.50, 4.50. 6.75 usw. TotalauSverkauf von an- geschmutzten Gardinen, StoreS, Bett- decken staunend billig. Große Frank- furlerftraße 125. Tuch- und Plüschporstcren, Gar- nitur 3.35, 4.50, 5 25. 6.50, 8.25. 10.50. FabrINager Große Frankfurter- straße 125. Steppdecke» billigst, Fabrik Große Franksurlerstraße 125._ Tuch- und Plüschdecken mit kleinen Fehlent zu spoilprelsen. Große FranNurlerftraße 125. Rur im Hause der Möbelsabrik. 2M5K' Grundbegriffe der PolMh von Friedrich Zlampser. Gebunden 3 M. Buchhandlung Vorwärts, Linden- straße 6g /Laden). Federbetten. Stand 11,00, große 16,00, neue Aussteuerbettcn.«uS- steurttväsche, Gardinen, Portieren, Tcppiche, Decken, große Auswahl, spottbillig. Pjandleihhaus, Küstriner- platz 7 2200K' BorniartSlesee erballen säni Prozent Gxtrarabatt, selbst bei Ge- . legenheUSkausen. TepPich-ThomaS. i Teppich», vorjährige Muster, jllr halben Wert.__ »ardtnen, Restbeständ«, bl» drei Fenster, statt 5— 3, statt S- 5, statt 12— 8. Steppdecken» Similtselde, 8,63 auswärts.__ Portieren mit Slicksehlern, fpofb billig. Sokastosfreste. echter Moguelt- Plüsch-Bezug 15,—. '• ThumaS» Dranien- straße 160, Oranienplatz: Rosen talerstraße 54. 2403«» DrrhrvUen,MoIlereigelnI>n»iigi> schalen. Kriaar u. Abssen, Waßmann- straße 29. Täglich Verläufe. 24l7«» Tepp ich« l /jeblerdaiie) m allen Größen, säst sür die Hälste o«S WerieS Teppichlager Brünn. Hackelcher Marli 4. Babnbot Börse.(Leser deS »Vorwärts' erballen 5 Prozent Nabalt.) Sonntags geöfsnet I Gaskroiten ohne Anzahlung, wöchentlich 1,00, Rielenlager Louis Böltcker /selbst). Betriebsleitung Bor- bagenerstraße zweiunddreißtg(Hoch- bahn, Straßenbahn: Warschauer- straße). Filtal«: Rixdors,«aiser. Friedrichstraß« 247. 2286K» «redithaus Moabit, Turmstraße 55. Ecke Waldftraße, erhallen Sie Möbel und Waren jeder Art aus Test- Zahlung, unter denkbar günstigen Zahlungsbedingungen. Spezialität: Herren- und Damenbekleldung. Gratis erhält jeder Herr beim Kauf eines Anzuges oder Paletols einen Hut, Stock oder Schirm; jede Dame Handtasche oder Gürtel. Beim Kauf größerer Wohnungseinrichwng Teppich oder Regulator. S22SK Leihhaus.Schöneberg', gegenüber Bahnhof, Sedmiftraße 1, Telephon Ami 6, 15687, bietet stet» Gelegen- heitSkäufe in vcrpsändet gewesenen und neuen Anzügen, Sommer- und Winterpaletots, einzelnen Hojen, toldenen. filbernen Herren- und )amen- Remonloire- Uhren. Kelten 3,50 an. jerner goldene Ringe, Broschen, Ohrringe, Pianino», Fahrräder, Frei- schwinger 10 Mark an, Richard Eichelmann._ 200K Milchaeschästseinrlchtungen l MilchverlaiisSgesätz«. MUchkannen, Sitlchmaße, Milchstide Butter- Maschinen. EiSschränke, billigst. EpezialsabrU Jordan, Michaellirch- slrage 21._ 2119«' GaSkroneu, dreiflammig 4,50, Lronzekronen 7,50, ÄaSzuglampen 7,00, Gaslyren 1,40, GaSwandarmr 0,55. Teilzahlungen gestattet. Kronen- läget Große Frantsurterstraße 92: Filiale Raoenästruße 6._ 1301it* Glossen zu Ave« GuyvlS und Sigismund Lacroix'.Die wahre Ge- stau de« ShvifteiiiuniS', von«uguft Bebel. Preis 75 Ps.. billige AuSgobe 30 Ps. Expedition Lindenslraße 69. Laden.__ Billige Hosenwoche. Hochelegant, Herrenhosen au« feinsten Maßstofscn 7—15 Mark. Versandhaus Germania, Unter den Linden 21._ Porjithrigc eleganteHerrenanzüge und Paletots auS seinftei! Maßstojsen SO— 40 Mark. Versandhaus Germania, Unter den Linden 21, 1288K» Drehrollen, beste« Fabrikat. Feder- druck, Lustdruck Aelleste, leislungS- säbigsle Fabrik. Franz Thiele, Berlin, Kochstraße 19. Rixdors, Friede!- straße 27. 231 ZK» Schönhauser Allee 114(Rinn- bahnhof). PsandleihhauS. Großberlin» vorteilhas teste EinkausSquelle. Spottbilligster Beltenverlauf. Zur Einsegnung: Größte« Gotdwaren« lager. Taschenuhren. Zum Umzug: Kardinenlager. Portierenverkaus. Steppdeckenlager. Plüschtischdecken. Freischwinaer. Prachtleppiche. Aus- steucrwäsche. Elegante Frühjahrs- ukster. Jackettanzna«. Alle« zu Spott- preisen. Fahrvergutung. 2250K» TePPich-Leo, Wöhlertstraße 20, nahe Chausseestrabe. Zum Umzug kolossal billiger Verkauf von Teppichen, Gar« dinen, SloreS, Portieren, Tischdecken, Steppdecken._ L401K Mori»iplaü58a im Leihhaus kaufen Sie enorm billig, als: von Kavalieren getragene Jackettanzüge, Rockanzüge, Paletots, arößlenieil» aus Seide, 9—18 Mark. GelegenheilSkäuse in DamenjackettS, Kostümen, Kleidern, früher bis 100 Mark, jetzt 10 bis 20 Mark(hochelegant). GelegenheitS- käuse in Uhren, Ketten, Ringen, Wäsche, AuSsteuerwäsche, Bellen, enorm billig, Moritzplatz 58». 221SK' Salonkrone, dretftammla. 12 bis 30,00, SpetseztmmerlO— 40,SA, vorn II recht». Teilzahlung. Hcrrengorderobe, Damenaarderobe, Kletder, Kleider- stofte. Bellen, Wäsche, Gardinen, Steppdecken, Teppiche, Tischdecken, Portieren, Spiegel. Bilder, Uhren, GrammophoneMndrrwagen. Schmidt, PelerSburgerstraße 23. 2472K» Kinderwagen(Gummi) verkaust billig Heimer, Mirbachstraße 39, Zum Umzug t Gardlnenverkaus, Pluschporlieren, Plüschtischdecken, Prachileppiche, Steppdecken, Frei- schwinger, Bilder auSwahl,"Unerreicht, Billig. Betten, Betten. Riesig billig. AuSsteuerwäsche, ÄnsegnnngSg«« schenke, Sibmucksachen, Jackettanzüge, Gehrockanzüge. Paletots. Spottpreise. PsandleihhauS Koppenstraße 6.» tKLgcbSklsverbSuke. Restaurant in Spandau wegen GiundstückSübernahme zu verkaufen. PichelSdorferstraße 108. 2473K .Nödel. Mövel-Lechner. Brmmenstraße 7, am Rosentbaler Tor, SohnungScin- richwngen auf Kredit und gegen bar. Riesen-AuSwahl. Stube und Küche AAzablung von 15 Mark an. Einzelne Möbelstücke von 5 Mark Anzahlung an. Hervorragend schöne Muster in bunten Küchen. Wochen-, Monat«- oder vierteljährliche Raten nach Ueber. einkunst. Liejere auch nach auswärts. Borzeiaer diese« Inserat» erhält beim Kauf 5 Mark guigeschrleben.» Ottostraße 2. nahe der Turm- straße, lm Laden, erhalten Sie solide gearbeilete Möbel jeder Art, wofür jede gewünschte Garantie übernehm«, zu außergewöhnlich billigen Preisen. Soliden Leuten gewähre Teilzahlung mit nur geringem Aus- schlag. Bei größerer Anzahlung auch ohne Ausschlag. Besichtigung ohne Kaufzwang erbeten. I. knrstcin. Modelauqebot! SosaS,«arni» luren. ttleidersplnde, BertttoS.Büjelt», Schrelbltsche, Spiegel, Bettstellen, Küchenmöbel, Pianino», ganze Einrichtungen iponbillig, große Ge« legenhcst, Riesenauswahl, 5 Etagen, Möbekspeicheret Reue König str, 5/6, Fabrikgebäude. Sonntag» geöffnet. Teilzahlung gestattet._ 240/ 19* Möbel ohne Geld bei ganz lleiner Anzahlung aeben Wirtschasleu und einzelne Stucke aus Kredit unter äußerster Preisnotterung; auch Waren aller Art. Der ganze Osten taust bei uns. Kretfchmann u. Co.. Koppen- straße 4. Schlesischer Bahnhos. 1951K Teilzahlung, Möbeleinrichtung, Stube und Küche 15 Mark. Per- lieben gewesen« Möbel spottbillig. Gebrauchte Möbel nehmen w Zahlung. Berolitta, Kastanienallee 49. 215151" Kücheneinrichtung. fast neu, 88 Mark. Moderne Küchen 55 Mark. PliiichsosaS, vorjährige Muster, sehr billig. Muschelfchränke, echt Nußbaum furniert, 48 Mark Eigene Werkstatt. Wesel, Große Franksurler- straße 9. 2327K» Chaiselongue, 21,25 Marl. Plüsch. sola, Umbausosa billig. Polstermöbel- sabrik, Palisadenstraße 47, Fabrikgebäude. 2328K» Gebrauchte und neue Möbel am billigsten bei Rehseld, vadstraße 49. ""Bettstellen mifMalratze 12.00, 15,00, 18,00. 21 DO.— Englische, nagelneu 25,00. Rehseld, Badstraße 49. 2244K» Klridenchräitke, nußbaumartig 27,00, 12/00, 15,0 Rehseld. Badststraß« 49. Einrichtung, vollständige, für Stube, nagelneu 120,00. Rehseld, Badflraße 49. Kiichriicinrichtung lornplat 45,00. Rehseld, Badftraße 49._ Plüschsofa», nagelneu, modern 39,00. Rebseld, Badftraße 4». fviödelangebot. Im Anhättet Babn- und Möbelspeicher Möckern- straße 25, Anballer Jnnenbahnhos, direkt Hochbahnstation Möckernbrücke. fteben wieder verschiedene prachtvolle timmer- und ganze Wohnung«- inrichlunqen»um schleunigen Verkauf. Ämiz besonder« billig für Hotel», Pensionate, Brautleute passend sind Schlaszimmer 200,00, Speise- »immer, Herrenzimmer. Salon», schöne, 400/«. hübsche Küchen 50,00 an. einzelne Büfette, Bücherschränke, Kleiderschränke, Vertiko», Anlleide- schränke mit Spiegel. Salongarni- iuren, Rubebetten mit prächiiger Decke 22.50. PaneelsosaS, Plüschsofa», Schreibtische schon 23,00. Bettstellen, Speisezimmertische. Salontische. Stühle, prächtige SäulentrumeauS 30.00, Ledcvsiühle.«lubsessel 85,00, Flurgarderoben 17,50, hochelegante Talontepviche mit kleinen, kaum ficht« baren gehlern schon 30.00, Zimmer- teppiche 8,00 an. reichgestickte Plüsch- Portieren 7,50, Oelgemälde. Stepp- decken, ErbSiallftore», Plüschtisch- decken 5,00, Mastronen, Zalonbilder mit elegantem Rahmen, Tüllgardinen, Tüllbcttdccken 2.00 an. Stanvubren spottbillig. Verschiedene Gelegen- Helten sehlerbaster, zurückgesetzter Möbelstücke, Teppiche, Freischwinger 12,00. Ganze Warenlager. Konkursmassen, Wirtschasten, Nachlässe übernehme zum schnellen Verlaus und Versteigerung. Otto Lidecke, AuktionS- und Möbelspeicher, Möckernstraße 25. Koftetiloser Transport. Lagerung.» Möbel< Teilzahlung. Stube und Küche, schon bei 15 Morl Anzahlung. Einzelne Möbelstücke, wöchentlich eine Marl, verlaust Möbel-Magazin Cohn, Große gratiksu, terstiaße 58. 221651* Moevet-Boebel. Moritzptatz 68, In meinem seit 32 Jabren beliebenden Möbelkaushaule stehen m fünf Etagen komplette vobnungseturichiungen zu äußerst niedrigen Preisen zum Verkauf. Als Spezialität liejere: Ein- und Zwei- zimmer-Einrichtungen. 1 Ztmmer und Küche 194,—, 360,—, 422,—. modern 479,—, 2 Zinmier und Küche modern 501,—, 667,—, 721,—. Schlaszimmer, englisch 199,—, mo- dern, echt Eiche, 347,—. Wohnzimmer, modern, 29?,—, Speisezimmer 355,—, Herrenzimmer 200.—, englische Bettstelle mit Matratze 44,—, Kleider- spind 30,—. Trumeau, geschliffen 34.—. Siblaslosa 86,—, Hlülchsoja 55,—, Umbau 50.—, Teppiche. Riesenlager. Besichtigung erbeten. Transport und Lagerung kosten- frei. Eventuell ZahlungSerleichtc- rungeu. Geöünet 8—8, Sonntag« 8—2 Kein Loden. Berkaus nur im Fabrikgebäude. Musterbuch F. gratis und stanto t905K' Brautleute sparen viel Geld durch günstigen Sinkaus w der Möbel, Polsterwaren-Fabrik Max Neumann Oranienstraße 202. Teilzahlung ge« stallet. LorwärlSleser 3 Prozint.* Kiiovelvnndluag Mariannen- straße 25, billige Preis«. Teilzahlung gestattet. vorwärtSleser 8 Prozent Rabatt. 232151» Möbel! Für Brautleute günstigste Gelegenheit, sich Möbel anzuschaffen. Mit tteinster Anzahlung gebe schon Stube und Küche. An jedem Stück deullkcher Preis. Uevervortetluiig daber auSgcjchloffeii. Bei lrrankbeilS- fällen und Arbeitslosigkeit anerkaimt größte Rücksichi. Möbelgeschäjt M. Gotdslaub, Zosienerftraße 38. Ecke Gncijcnausttatze. Kein Abzahlungs- geschäst!_ 290151» Mödelttichlerrt. Harnack.Ttichler- meidet, gegründet 1901, Stallschreiber. straße 57(Moritzplatz), liejert komplette Wohnungseni'.ubtungen zu niedrigsten Fabrikpreisen. Unüber- ttoffene LeisunigSsähigkeit. Enorme Auswahl. Zahlungserleichterung. VorwärtSleser 3 Prozent. Kein Laden, Verkauf Fabrikgebäude. Schränke, Vertiko, Bettstellen, Tische, Küchen 2C. billig, eventuell Teilzahlung. Lange, Schwedterstt. 26. Möbel. Gelegenheitsläuse in aller- größter Auswahl; einlache sowie bessere Wohnungseinrichtungen be- deutend billiger wie regulär. Er, gäiizungsmöbel. Büfette. Schreib« tliche 45, SosaS 45, Garnituren 65, TrumeanS 37, Schränke, VerkikoS 27. Kronen. Teppich«. Bilder. 5küchen- mobel, Klubsessel, Ledersosa». Um- baue, Lederftühle usw. spottbillig. Lennert» Röbelspeicher, Lothringer- straße 55, Ros entHaler- Tor. Die Möbel sind m vier Etagen aus- gestellt._ 22015t* Bis 15. April! verkaufe ich An- kleideschränke, VertikvS. Tische, Tru- meauS, Schreibttlche, Büsett», auch mahagon! Sosa», Umbauten, Gar- nituren, CbaffelongueS zu enorm billigen Preisen Günstig sür Ver- lobte I Möbelfabrik M. Hirschowitz, Skalitzerftraße 25 an der Hochbahn. «uf Teilzahlung komplette Wob- nungSeinrichtunge» in emjacher und besserer Ausführung sowie ewzelner Möbelstücke in koloffaler AuSwahl liefert bei billigen Preisen unter kulanten Bedingungen Tischlermeister Nolle, ZlonSkirchstraße 89. Kew WarenabzahlungSgeschöst Ständiges Lager wrze Zeit verliehen gewesener Möbel. l>82b» Gneifenaustr. 10, Ecke Nostizftr. S. Grau, bekannt al» beste Bezugs- quelle. Kassa und Teilzahlung. Möbel verkaufe zu außergewobn- lich niedrigen Fabnkpreisen direkt im Fabrikgebäude und Laden. Befich« li gung ohne Kaufzwang. Wohnung«. cinrichtung, Stube und Küche 200,00, 270.00—400,00. zwei Stuben und Küche 400.00— 700.00. Speise- zimmer, Herrenzimmer, Schlofzimmer, Küche 950 00— 1450,00. Aeußerft günstige Gelegenheit bietet sich meiner Kundschasi in Gelegenhettskäusen, darunter Muschellleidersplnd. Ver- tila». Ruhebetten, Muschelbettstelle nril Matratze. Säulen trumeau. Schreibtische, Büfette, Plüschganiiluren, Büchersplnd. Paneelsofa sowie ganze Einrrwlungen. Eventuell ZahlungS- erleichlerung. Gelaust« Möbel werden kostenfrei ousbewahrt und geliesert. Richard Dehme!. jetzt Oranien- straße 131._ 209/20* ' Bollftändtge. fast neue Nußbarnn- wirlschast mit prächttgen Küchen- möbeln, Bilder, Teppich, Schreibtisch, Büfett verlaust spotlbillig HauSver. Walter. Wewmeiftersttaße lt>— 2. Bilder. Fsertkggerahmte Bilder, lose Blätter, Oelgemälde, Leisten und Rahmen lausen Sie beute am billig« ften direkt in der Fabril bei Bilder- Bogdan, Berlin, Wernmeifterstraße 2. Verlangen Sit nach dem Einkauf 5 Prozent. 2380K Prachtvolle Bilder, elegant ge- rohmt,(Stahlstiche, Farbdrucke, Gravüren. Ein großer Posten O«I- gemälde soll einzeln spottbillig ver- kaust werden. Künstigste Bezugs. quelle. Btlderjobrit greudcntbal, Niltcrstraße 86. Geöffnet bis 8 Uhr abend». 12tLb Bskrrdder. Herrenfahrrad. Damensahrrad, einmal benutzt, 35,—, Holz, Blumen- straße 368. 2 10851» Geich äkesdreirad, äußerst stabil 50,00 an. Holz, Blumenttraße 368.» Herrenfahrrad, elegante». 25.00. Witwe Friedcnderg, Schwcdlerslr. 17. Teilzahlungen. Spe zialräder 45.00 Barzahlung. Jnva- lidenslraße 20, WilhelmShavcner- straße 73(Ecke Turmstraße). 2470K» "�Damenrad, fast neu(Händler verbeten), verkaust DrewS, Osten, Scharnweberjtraße 3. Piantuo», 80,00 an, Teilzahlung� mielsweije 6,00. Scherer, llhauffee. straße 105. 2276K» Pianino. hohe», goldgraviert 116,—(Teilzahlung). Zauber, Turm- straße 8._ 66/9 PfPrachtPiauino, wie neu,(Hos- lieserant), 152 hoch, umständehalber 225,00. Krüger, Friedenstraße 2 (KönigStor). 210/10 Kunftstopkerei von Frau KokoSky »Schlachteniet, Kurflraße 8 III_ Patentanwalt Sessel, Gstschwer« slrape 94a. FeftdichtUBaeN. Lehser, Große Franksurlcrüraße 67. Zkquarienkreunde. Ausstellung von Schleiersischen und lebendgedären» den Zrerlrschen. Karfreitag. 14. Aprll. Karl Haverland Theatersaal, Kmn- mandniitensNaße 77— 79. Abends: Lichtbilder-Vortrag. Aquarienfifcke lowie sachgemäße Kinematographische Vorführungen._ 11856» Patentanwalt Müller, Gitschiner- straße 81._ 24395t* »Friedrich< Wilhelm*, General agentur-Zahlstelle O. 112, Rainzerstraße 24, Leben«-, Arbeiter-, Kinder- versicherung. Auch SormtagS.» Pfandlethe HeinerSdorserftr. 13. Ecke GreisSwalderftraße._+56» Kunftftovkeret Leyser, Große Frantsurterstraße 67. 239951* Platlna, Gold, Silber, Staniol, Zahngebisse, Quecksilber tauft höchlt- zahlend Edelmetall- EinlausSbureau, Goldschmelzerei, Weberstr. 31. Lands. bergerftraße._ 245351» Techuikum, Berlin, NeanderstratzeS (Schrnlel-Akademie). Inhaber Arlur Werner. Maschinenbau. Elektrotechnik, Hochbau, Tiefbau, Jngenieurkurse, Technikerkurse, Werkmeister-, Monteur» kurse, JnnungSmeister-, Bolierkurse, Architektur. Tageskurse, Abendkurse. Nähnraschtneureparatnren fach- gemäß schnell und billtg, auch außer dem Hause. Bellmaun, Gollnow« straße 2G__ 205651» Zahiigebisse. Zahn bis 80 Pfennig, Goldsachen, Pfandscheine hächstzahlend, Kohn. Reue Königstraße 76. 210/11» Groftwäscherei Brcfchke. Köpenick. PaiäiiuSstroße 18, liefert schneeweiße im Rasen gebleichte Wäsche, 4 Hmid- tücher O.lO. Abholung Donnerstag. Wer leiht Genoffen 400 M. zum Ankauf eine« Geschäft«. In Raten a 50 Mark monatlich zurück. Offerten 6�?.. Postamt 16._ tll3 Die Beleidigung gegen den Gast- Wirt Ed. Grauvirer, Skalitzerftraße 35. nehme ich mit«edauern zurück. Emil Byrgut, Persiusstraße 5.+12 Vermietungen. Aadrikräume. hell, zirka 200 gm. elellrilche Kraft, Fabrslubl, II. und III. Etage, billig, mit Micienachlas! sosort zu vermieten Böckhsttaße 25.» Bälkrrei mit Ladcnermichtung Ltebigstraße 15 zu oermrcten. 1216b' LedlnksteUen. Möbliert« Schlajstelle für Herrn. gemütliche» Heim. Frau Urban, Lrchlenbergerstraße 14, vorn IU. ""Schlafstelle für Herrn, sogleich, Demmincrltraßeb, Hosparterre rechts. Stellensnxekotse Buchbiuder-Lehrllua. Hand- und Prcßvcrgoldeu, verlangt garen, 5tra». senftraße 31._ Täfstanzurtchter gesucht. Willde- nowstraße 5.__ 12186 Knien Maurer aus K.iüanlig.u verlangt Kart 5tisch, FürslenstraßeS. Schrifthaurr. flotter, solide, dauernd. Bergmaunftraße 69. �71 Zeitungsfrauen für die Tour Wilhelmstraße(an der Anhaltftraße) sofort verlangt«chützenslraße 24/25, Hos parterre._ 55/10 ZettungSfraueu sofort oerlangt Königstraße 56/57 und Friedenau. Rhcinslraße 30._ 56/8* Zlrbeltcrinnen zum Sortieren von Papierabs allen, AnsangSlohn 10,00 Mark, steigend bis 15 Mark, verlangt Schimet, Mühlenstraße 11. Im Arbeitsmarkt durch besonderen Druck hervorgehobene Anzeigen kosten SV Pf. die Zeile. Mfuiij)! Holzarbeiter. Wegen Streik ober Lohn» disfercuzeu sin» gesperrt: Jaloustefabrik Helnr. Freese, BerlinNtederrchonoausen. Tischleret Schneider, Man- teusselstrasie SV und Laufitzer Strafte 40 v. p. Bantischleret linnrad, io Hennigsdorf. lSUnrttlebe Betliebe in Hamburg. Lieguth. Fsorft, Finster- walbe, Schönwalve und Schnei- demühl. Da» Berliner Arbeitswilligen- vcrmittelnngSbnrcau d. gelben .Handwerkerschntzverbaudes*. Die VrtSverwalenng Berlin deS Deutsch. Holzarbciterverbandes. Lerantwortlichcr Ncdstteur: Albert Wachs, Berlin. Mr den Inseratenteil verantw.: Tb- Gwcke.Bcrlt«. Druck u-Bttla«: Börii-artö Liichdruckeret u. BerlagSanMt Paul E tilg» u-Eo.. Lerltu S�