Nr. 88. Ndonnementz-veSinMgev: NbonnenicnlZ> Preis pränumcralida i kicrtcljiihrl. i!,30 Mk., inonatl. l,I0 Wit., wöchenllich Äi Pfg. frei ins Haus. Einjclne Nummer S Pfg. SonnlagS- nnnimcr mir illusirierier Sonntags- Beilage.Die Neue Well' 10 Psg. Post- AbonnemenU 1,10 Mark pro Monat. Einactrazen in die Poft-Zcitungs- Prcislislc. Unter Urcujdand für Deutschland und Oesterreich- Ungarn 2 Marl, für das übrige Ausland Z Mark pro Monat. Postabonncments nehmen an: Belgien. Dänemark, Holland. Italien. Luxemburg. Portugal, Numänicn. Schweden und die Schweiz, 28. Jahrs. Crfdittot täsiid) asScr mantast. Vevlinev VolKsblakk. Zentratorgan der fozialdemohratt fehen parte! Deutfchlanda. Die Iiilertlons-Sebllh? ielriigt für die sechsgespaltene flotonel» zeile oder deren Raum 60 Pfg., für politische und gewerkschaftliche BerctnS- und Vcrlaiiiinlnngs-Anzeigen 30 P!g. „Kleine Hnretoen", das fcttgedruckie Wort 20 Pfg.(zulässig Lfettgedrurkl« Worte), jedes weitere Wort 10 Pfg. Stellengesuche und Schlafstcllcnan- zeigen das erste Wort 10 Pfg., jedes weitere Wort 5 Pfg. Worte über 15 Luch- staben zählen für zwei Worte. Inserate für die nächste Nummer»iüssen bis 5 Uhr nachmittags in der Expedition abgegeben werden. Die Expedition iit biS 1 Uhr abends geöffnet Telegramm-Adresse» „Sozlaidemolirat Rerlio". Redaktton: SM. 68, Ltndcnstrasoc 69. Fcrusprccher: Amt IV- Nr. 1983. Expedition: SM. 68, Lindenatraaae 69» Fernsprecher: Amt IV, Nr. 1981. Der öeutlch-KhmMche Handelsvertrag. Die VertragSverhandlungen zwischen den Regierungen Schwedens und Deutschlands über den am 1. Januar d. I. abgelaufenen Handelsvertrag sind nunmehr soweit ab- geschlossen, daß die parlamentarische Behandlung bald erfolgen wird. In der schwedischen Presse wurde berichtet, die deutschen Vertreter seien beim Beginn der Verhandlungen sehr erstaunt gewesen, in dem neuen schivcdischcn Zolltarif ein Ungeheuer vorzufinden, das auf ein Haar dem deutschen Tarif von 1902 ähnlich sieht; man habe deshalb jede einzelne Position der beiden Tarife durchbcratcn müssen. Das wird für die parlamentarischen Verhandlungen kaum notwendig sein, weil an dem vorliegenden Vertragsentwurf nichts zu ändern ist, soll man überhaupt zu einem praktischen Resultat kommen. Die sich hier entgegenstehenden wirtschaftlichen Interessen sind zum Teil so scharf, daß auf dem Boden des HochschntzzollS die Verständigung außerordentlich erschwert ist. Schweden ist ein getreuer Schüler der deutschen Zoll- Politik. Diese Interessen sind sowohl agrarischer als industrieller Natur. Die deutsche Eisenindustrie hat ein leb- Haftes Interesse an dem ungehinderten Bezug schwedischer Eisenerze, die einen außerordentlich hohen Prozentsatz(65 bis 70 Proz.) reines Eisen enthalten. Die deutschen Stein- bruchunternehmungen fordern auf der anderen Seite eine Erschwerung der Einfuhr schwedischen Granits, insbesondere der Pflastersteine, wobei allerdings die In- teresscn der norddeutschen Städte mit denen der Stein- industriellen kollidieren. Der deutsche Export im allge- meinen fordert Erleichterungen der schwedischen Einführ- bestimmungen, deren Handhabung teillveise recht schikanös ist. Es ist vorgekommen, daß wegen Nichtbeachtung kleinlichster formeller Bestimmungen ganze Warensendungen nicht nur zurück- gewiesen, sondern von schwedischen Zollbehörden gar mit der Konfiskation bedroht wurden. Und schließlich sehen die deutschen Junker die zunehmende Einfuhr von schwedischen Agrar- Produkten, besonders von Fleisch und Milch, recht ungern, wogegen sie Erleichterungen ihres Exportes nach Schweden gern akzeptieren würden, ein Export, der ohnehin durch das System der Einfuhrschcine auf Kosten des deutschen Konsums gefördert wird. In allen diesen Fragen sind die schwedischen Jnter- essen ganz entgegengesetzt. Soweit die südschwcdischen Agrarier in Frage kommen, ist für sie der Export nach Deutschland von größtem Prositinteresse. Denn er gestattet ihnen eine bequeme Preistreiberei im eigenen Lande zu gleicher Zeit, wo sie von den hohen Lebensmittel- preisen in Deutschland profitieren. Die schwedische Arbeiter- schaft muß also für diesen Export bluten, indem sie für Milch und Fleisch höhere Preise zahlen muß. Immerhin ließe sich bei den ungeheuren Flächen Schwedens in weit intensiverer Weise Viehzucht treiben. Ob aber diese durch den Export nach Deutschland gefördert wird, ist noch sehr fraglich. Die schwedische S t e i n i n d u st r i e ist in hohem Maße an dem Export nach Deutschland interessiert. Eine Erschwerung dieses Exports würde zunächst die schwedische Steinindustrie lahmlegen, denn der Inland- markt hat keine große Aufnahmefähigkeit. Ein deutscher Pflastersteinzoll würde, soweit er nicht von den nord- und westdeutschen Städten getragen werden müßte. daher die schwedischen Steinbrüche wesentlich auf den englischen Markt treiben, wodurch wiederum die Interessen der norwegischen Steiuindustrie schweren Schaden erleiden würden, die heute diesen Markt beherrscht. Ein deutscher Stcinzoll würde also von noch unberechenbaren Konsequenzen soivohl für die deut- schen Städtevcrwaltungen als für die Steinindustrie auf der skandinavischen Halbinsel sein. Aber die Gefahr scheidet dies- mal aus, da die deutschen Unterhändler die zollfreie S t e i n e i n f u h r als Konzession für wichtigere schwe- dische Zugeständnisse bewilligt haben. Es handelt sich hierbei um die schwedischen Eisen- erze, deren unbehinderte Ausfuhr zivar im Interesse der deutschen Eisenindustrie liegt, fiir die schwedische Volkswirt- schaft aber kein so einfaches Problem darstellt. So lange Schivcdcn keine Aussicht oder Möglichkeit zur Verhüttung und Veredelung seiner Eisenerze im eigenen Lande hatte, niag die unbehinderte Ausfuhr der Erze eine bequeme Kapitalbeschaffung für das kapitalschwache Land bedeutet haben. Anders liegt eS aber heute. Zunächst ist die Beschaffung englischer Stein- kohle für Schweden weder teuerer noch unlständlicher als für Norddcutschland, Ivo in Stettin und Lübeck auch schwedische Erze verhüttet werden. Sie kann auf dem Wasserwege und der Eisenbahn den gleichen Weg gebracht werden, den heute die uuverhüttcten Eisenerze zurücklegen müssen. Sobald aber der neue Großschiffahrtsweg von der Westküste nach Troll- hättau fertig sein wird, läßt sich die englische Steinkohle auf dem Wasserivcge direkt ins Binnenland bringen und gelangt da bald in die ältesten schwedischen Eisenindustriebczirke. Aber das ist nicht das Entscheidende. Von ganz anderer Bedeutung ist die Lösung des Problems der elektrischen Eisenschmelze. Und dieses Problem ist heute gelöst. Seit gut zwei Jahrzehnten arbeiten die schwedischen Ingenieure an der Lösung dieser Frage und sie haben nach den über- einstimmenden Gutachten der Sachverständigen die Lösung ge- fundcn, so daß die große eisenindustrielle Gesellschaft Domnarvct nunmehr die entsprechenden Anlagen schafft, um in größerem Maßstabe die Erze in elektrischen Schmelzöfen zu verhütten. Und schon werden große Kapitalien für die Aus- beutung dieses Verfahrens augelegt. Die Betricbskräfte zur Erzeugung der Elektrizität hat Schweden in seinen großen Wasserfällen, die bisher im wesent- lichen unbenutzt blieben. Bereits sind die Fälle bei Troll- hättan durch den Staat selbst in Verwendung genommen worden, große Anlagen sind geschaffen, die zur Ausbeutung von Via der weltbekannten Fälle ausreichen werden. Die der- bleibenden 8/io sollen für die Touristen bewahrt werden, damit diese Einnahmequelle nicht verstopft wird. Hier werden auch die ersten größeren Anlagen für die elektrische Eisenschmelze geschaffen. Ferner hat der Reichstag im vorigen Jahre bereits die Mittel für die gleiche Exploitierung der großen Porgus- fälle in Lappland, also in unmittelbarer Nähe der nord- schwedischen Eisenerzlager, bewilligt, und es ist wohl kaum daran zu zweifeln, daß auch hier mit der Zeit die Erfahrungen mit der elektrischen Eisenschmelze, die man bis dahin gemacht haben wird.� zur Ausnutzung gelangen werden. Derartige Wasserkräfte hat Schweden aber in fast unerschöpflicher Fülle. Ihre Verwendung � zur Er- zcugimg elektrischer Kraft wird in immer größerem Maße erfolgen und neben der Betriebskraft für die Industrie werden sie auch die Kräfte zum Betriebe der Eisenbahnen liefern. In Südschwedcn, wo die Wasserkräfte zum Teil fehlen, befinden sich große Torflager, in geringerem Unifange auch Steinkohle, deren Verwendung zur Erzeugung elektrischer Kraft nicht unmöglich erscheint. Auch will man bereits eine Konzentration des Brennwertes des Torfes gefunden haben,' die seine Ver- Wendung für die Eiscnschmclze ermöglichen soll. Wir sehen also ungeahnte Möglichkeiten großindustrieller EntWickelung in diesem Lande, dessen territoriale Größe etwa 4/6 der deutschen Bodcnfläche ausmacht. Für den Weltmarkt bedeutungsvoll können aber neben der Steinindustrie nur die Eisen- und Metall- i n d u st r i e sowie die H 0 l z i n d u st r i e werden. Hier hat Schweden die allerbesten Rohmaterialien im eigenen Lande. Wohl sind diese Naturreichtümer nicht unerschöpflich und die Verwüstung der nordschwedischen Wälder in den letzten Jahr- zehnten spricht in dieser Hinsicht ihre warnende Sprache. Wo einst freie Bauern saßen, haben großkapitalistische Gesellschaften das Eigentumsrecht erworben, deren ganzes Interesse die möglichst profitable Niederlegung der Wälder war. Lange Zeit wurden die Wälder auf die bequemste Art versilbert, indem man die Holzstämme fast unverändert im Roh- zustande ans Ausland verkaufte. Später ist man dazu über- gegangen, einen Teil der Holzveredclung am Orte vor- zunehmen und Halb- oder Fertigfabrikate zu exportieren. Die Eisenindustrie dagegen ist eine der ä l t e st e n Industriezweige des Landes und besonders die Fabrikation feinerer Stahlwarcn steht feit alten Zeiten auf einer hohen Stufe. Allein die Großeiseniiidustrie auf moderner Grundlage hat sich bisher infolge der Schwierig- keiten der Eisenschmelze nicht so entwickelt, wie es unter günstigeren Verhältnissen möglich gewesen wäre. Mit der Nutzbarniachung der aus den Wasserfällen zu gewinnenden Elektrizität für die Zwecke der Großeisenindustrie bekommt diese ganze Frage ein anderes Gesicht. Der schwedische Volkswirt glaubt hier vor der Alternative zu stehen, entweder Maßnahmen gegen eine Verschleuderung seiner Eisenerze im Rohzustande ergreifen oder sich mit der Tat fache abfinden zu müssen, daß Schweden auch fernerhin ein Land der Emigration bleiben wird. Entweder Jndustrieerzeugnissc oder Menschen exportieren, so sieht er das Problem. In den letzten drei Jahrzehnten hat das Land im Durch- schnitt jährlich 25 bis 80000 Arbeitskräste ausgeführt, bei einer BevülkerungSdichtigkeit von etwa 11 Einwohner pro Quadratkilometer. Kein Zweifel kann darüber bestehen, daß bei richtiger Ausnutzung der vorhandenen natürlichen Reich- tiimer diesen Arbeitskräften im eigenen Lande Existenz ge- schaffen werden könnte. Für diesen Zweck ist aber die Entwickelung der Groß- eisenindustrie Vorbedingung. Der unbeschränkte Export der Eisenerze wirkt dem entgegen. Zwar haben die nordschwedischen Grubenkapitalisten im Jahre 1906, als die liberale Regierung die Gruben verstaatlichen wollte, aus- rechnen lassen, daß die Erzbcstände nahezu unerschöpflich wären. Aber das diente nur dem Zweck, möglichst günstige Verkaufs- bcdingungen herauszuschlagen. Man wollte noch auf 25 biS 50 Jahre hinaus die über Tage liegenden Erze aus dem Lande bringen können» nachher sollte der Staat die tiefer liegenden und daher schwerer abzubauenden Erzlager über- nehmen dürfen. Der Grängesbcrgstrust, dem neun Zehntel der Eisenerze gehören, ließ berechnen, daß seine Besitzungen etwa 1081 Millionen Tonnen betrüge. In Kiiruna und Loussavaara wollte der Trust 793 Millionen Tonnen besitzen, davon in Loussavaara 18 Millionen Tonnen. Für Kiiruna wurde folgende Aufmachung den Ncgierungsvcrtrctern vor- geführt: Oberhalb des Wasserstandes des LouffabaarasceS 265 Mill. Tonnen Unterhalb„,,. 510., Diese Angabe war eine ganz willkürliche. Die gemachten Bohrungen waren völlig ungenügend und man hatte nicht einmal die Frage untersucht, ob nicht die tieferen Lager schmäler wären als die oberen, oder ob nicht Abzüge für Granitlaaer bezw. niinderwertige Erze zu machen wären. Der Vorsteher der mineralogischen Sanimlnngen der schwedischen Akademie, Prof. Hjalmar Sjögren entlarvte freilich bald den Schwindel durch die Feststellung, daß die bisher bekannten abbaufähigen Erzlager im höchsten Falle 600 Millionen Tonnen ausmachen. Dabei hat er noch 100000 Tonnen in Ansatz ge- bracht, deren Abbaufähigkcit durchaus nicht feststeht. Vielmehr haben die systematischen Bohrungen im nördlichen Schweden nicht mehr als 300 Millionen Tonnen sicher abbaulohnender Eisenerze ergeben und im übrigen Lande nach den Schätzungen Sjögrens 200 Millionen Tonnen. Der Trust hatte also, um die Regierung und die Nation einzuseifen, einfach den doppelten Bestand in Ansatz gebracht. Zieht man in Betracht, daß nur die hochbelegencn Erzlager einst- weilen gewinnbringend und in ihrer Qualität bekannt sind, so wird man leicht die Bestrebungen verstehen, die auf einen Schutz der Erzlager gegen den unkontrollierten Raubbau und die unbegrenzte Ausfuhr hinaus» laufen. Bestrebungen, die von den schwedischen So- zialdcmokraten unterstützt werden. Nachdem die Möglichkeit der einheimischen Verhüttung der Eisenerze feststeht, werden diese Bestrebungen zweifellos an Kraft gewinnen und sobald die schwedische Gesetzgebung durch den Hinzutritt neuer demokratischer Wählermassen ein anderes Aussehen bekommen wird, muß damit gerechnet werden, daß den Trustinteressen ein Dämpfer aufgesetzt wird. Die neuen Wählermassen haben kein Interesse an dem Profit des Trusts, dessen Aktien sich übrigens zum großen Teile in englischen Händen befinden. Ihr Interesse liegt vielmehr in der Nutzbarmachung der schwedischen Rohstoffe für die Entfaltung einer großen Industrie im eigenen Lande, wodurch der Arbeiterexport eingedämmt werden kann. Der Export von Arbeitskräften bedeutet nichts anderes als eine Wirtschaft- liche Schädigung der Nation, der die Arbeitskräfte in dem Augenblick entgehen, wo sie produktionsfähig geworden sind, d. h. wenn sie herangezogen und für die industrielle Pro- duktion ausgebildet sind. Da es sich um dauernde AuS- Wanderung handelt, fließt der schwedischen Volkswirtschaft kein Nutzen etwa in- dem Sinne zu wie bei Italien, dessen Wander- arbciter zum großen Teile in der Heimat ansässig bleiben unb den etwa überschießenden Verdienst dorthin abführen. Der schwedische Auswanderer geht nach Amerika und bildet dort bald ein„völkisches" Element der amerikanischen Nation. Das sind also schwerwiegende Interessen, die der un- behinderten Ausfuhr der schwedischen E'senerze im Wege stehen. Die deutschen Unterhändler haben nun auch diesmal erreicht, daß die Ausfuhr im bisherigen Maße für die Dauer des Vertrages unbehindert bleibt, mehr konnte wohl nicht erreicht werden. Auf die Dauer ist kaum damit zu rechnen, daß die Ausfuhr der Erze so wie bisher gestattet bleibt. Vor allem wird diese Ausfuhr bei eintretender Machtverschiebung in der politischen Leitung des Landes einer schärferen Kontrolle unter- stellt werden. �)as wird sich von selbst ergeben, sobald die elektrische Schmelzmethode eine größere wirtschaftliche Bc- deutung erlangt haben wird. Und die Zeit ist zweifellos nicht mehr fern. Man tut gut. in deutschen Interessentenkreisen schon heute damit zu rechnen. Winzemvolte in Frankreich. In dem Marncgebiet ist eS infolge eines Ve- schlusses, den der Senat am Dienstag angenommen hat, zu einer förmlichen Revolte der Winzer gekommen. Ter Senat hatte beschlossen, die Regierung aufzufordern, alle Ab- grenz ungen der Wein gebiete aufzuheben, da dadurch nur zur Unzufriedenheit der Bevölkerung beigetragen werde. Durch die Beseitigung der Abgrenzung wird den Winzern des Marnegebiets das ausschließliche Recht ge- nommen, ihre Produkte Champagner zu nennen. Durch die Beseitigung dieses Privilegs erwächst den Winzern des Marnegebiets eine erhebliche Konkurrenz durch die Wein- Produktion angrenzender Gebiete. Der Beschluß des Senates schlug deshalb unter den aufgeregten Winzern wie eine Bombe ein und provozierte die stürmischen Kundgebungen des Marnedistrikts. In E p e r n a y hielten die 102 Präsidenten der ab- gegrenzten Chnmpagnerbezirke eine Versammlung ab. in der beschlossen wurde, zwar gegen die neue Abgrenzung mit aller Entschiedenheit anzukämpfen, aber einstweilen in Ruhe die Entscheidung deJ Staatsrats abzuwarten. Die Nachricht von dem Beschluß des Senats machte aber alle Ermahnungen zilr Ruhe zunichte. In dem bei Epernay liegenden Ort Dizy-Magenta tagte gleichfalls eine von 2000 Winzern besuchte Versammlung. Diese beschloß, durch eine Aktion zu zeigen,'daß sie zum äußersten Widerstand bereit wäre. Tie aufgeregter. Winzer zogen vor die Besitzung des Champognerhauses Castcllane und zerstörten alles» was sie im Keller und in den Geschäftsräumen vorfanden, 230 000 Flaschen Champagner sollen z e r- schlagen worden sein. Dann zogen einzelne Haufen nach Reimes. CumidreS unö Ay. wo sie gegen die anrückende Militarmaäit Barriräoeii errichrcicn. Auch in Ay wurde ein Keufladen zerstört. Inzwischen cingetrossenc Dragoner machten einen Anariff auf die Winzer. Weitere Meldungen besagen: ReimS, 12. April.(W. T. B.) Alle Punkte im Weinbezirk sind heute morgen militärisch besetzt worden. Ansammlungen sind verboten. Gendarmerieabteilungen bewachen die Häuser in Damery, die über Nacht geplündert worden sind. Gpernay, 12. April.(W. T. B.) Tie Gemeindebehörden von Tanten) und Umgebung haben ihre Aemtcr niedergelegt, von dem Rathause in Tamery weht die rote Fahne. In vergangener Nacht ist in Benteuil ein Kcltcrhauö zerstört worden. Heute wurden in der Frühe Raketen im ganzen Weinbaubezirk ab- geschossen, um die Winzer zusammenzurufen, die zu mehreren Tausenden auf Epernay marschieren. Reims, 12. April.(W. T. B.) Heute rotteten sich die Winzer in der Gegend von Tizy, Vcntenil und Hautvillcrs zu- sauimcn. Die Leute führten Rcbstangen mit sich und sangen revolutionäre Lieder. Ter Zug gelangte bis in die Nähe von Ay, wo jetzt Mvei Schwadronen Dragoner liegen. Obgleich die Strassen gesperrt waren, gelangten viele Winzer doch durch die Weinberge in die Stadt, andere wurden ausserhalb von Ay von den Truppen zurückgehalten. Gegen 11 Uhr vormittags der- suchten Dragoner die Menge zu zerstreuen, viele weigerten sich aber zu weichen und Warfe« sich vor die Pferde. RcimS, 12. April.(28. T. B.) Mehrere tausend Winzer, denen es gelungen war, die Truppenkette zu sprengen, plün- derten heut nachmittag zu Ay die Kellereien zweier Häuser und steckten diese in Brand. In Epernay plünderten Winzer eben- falls mehrere Häuser. Dragoner gingen mit blanker Waffe vor; mehrere Personen sollen verletzt worden sein. Es ist nicht ansgeschlossen. daß die Vorkommnisse noch zu einer Regierungskrise führen werden. Es wird nämlich berichtet: Tie Lage der Regierung erregt augenblicklich die größte Besorgnis, in politischen Kreise». Tie Abstimmung im Senat von gestern abend, nach welcher das System der Ab- grenzung im Chainpagnegebiet aufgehoben werden soll, bedeutet eine schlvereNiederlagefürdenMinister- Präsidenten Monis. Monis, der selbst ausgedehnte Weingüter im Bezirk von Bordeaur besitzt und ein großer Kognakfabrikant ist, tvar bekanntlich einer der lebhaftesten Verteidiger dieses Systems und hat an der ganzen Frage seit jeher hervorragenden Anteil genommen. Nichtsdestoweniger wird die Abstimmung im Senat von gestern abend möglicher- weite dazu führen, daß das Kadinett sich der Auffassu'ifg dieser Körperschaft anschließt. Seit langem tvar ja eine leb-- hafte Bewegung gegen die Abgrenzung zu mvarten. Die Regierung glaubte allerdings, von dieser Bewegung dadurch frei zu kommen, daß sie die ganze Frage dem Staatsrat überwies. Tie Entscheidung des Seiwts von gestern abend kommt nun aber dem Urteil jeder anderen Körperschaft zuvor. So befindet sich die Regierung in einer außerordentlich kritischen Lage. Da es bekannt ist, daß die Kammer mit einer großen Mehrheit gegen die Abgrenzung ist, so wird ihr viel- leicht die Abstimmung im Senat den Mu't geben, die Regierung heute nachmittag zu siberstimnien. Das aber würde den Beginn einer Kabinettskrise bedeuten. *.• Paris, 12. April. Tie Deputiertenkainmep beriet heute die Interpellationen betreffend die Haltung der Regierung gegenüber der Abgrenzung der Weinbaugebu'te. Börry maß die Schuld an den beklagenswerten Vorgängen im Lkarne- gebiet der widerspruchsvollen Haltung des Ministerpräsi- deuten bei, worauf Monis erwiderte, er habe stets dieselbe Haltung beobachtet. Berry forderte die sofortige Abschaffung der Abgrenzung. Eombrouze verteidigte die Abgrenzung und sagte, die Kammer dürfe nicht unter dem Druck des Aufruhrs darüber beraten. Andre Lefevre fragte, wie die Regierung der gestern von: Senat ailgeiwiumeueu Tagesordnung Reck). nung tragen werde. Mehrere andere Redner verlangten die Aufrechterhaltnng der Abgrenzung. Der Vorsitzotide der Ackerbaukommission, Clementel. führte ans. die Abgrenzung allein könne die Weine gegen Fälschung schützen. Ministerpräsident Monis erklärte: TaS Gesetz muß abgeändert werden. Allerdings ist der jetzige Augenblick nicht günstig, und diese Aeuderung muß sorgfältig geprüft werden. Ich bedarf des vollen Vertrauens der Kanuner, um die ge- genwärligen schmerzlichen Schwierigkeiten zu überwinden. Die Stunde, über die Abgrenzung hier zu debattieren, ist vor- bei. DieZ muß der Kommission überlassen werden, mit der die Regierung zusauunenarüeiten wird. Nicht durch Worte, fondern durch Taten gedenke ich die Ordnung wiederher.zu- stellen. Gerade �hr Vertrauen ist mir unentbehrlich, das Vertrauen, das Sie niemals den republikanischen Regicrun- gen versagt haben, die sich wie ich in schwierigen Verhält- nissen bestmden haben.(Lärm rechts.) Monis schloß mit dein Bemerken, cs� handle sich für ihn lediglich darum zu wissen, ob die Regiernng, die die Pflicht habe, allen Gesetzen Achtung zu verfchasfen, auf das Vertrauen der rspublilgiti- johOii Mehrheit zählen könne.(Lebhafter Beifall.) politische debersicbt. Berlin, den 12. April 1L11. Verlogene Komödiaute». Mit sittlicher Entrüstung haben in den letzten Tagen die konservativen Blätter gegen die Sozialdeinokratte geeifert, die angeblich durch ihre Obstruktion gegen die Durchpeitschung der Reichsversicheriingsordming dieses wertvolle Gesetz frivol gefährden wolle, Ströme höchster Indignation regneten auf uns herab— und nun geben plötzlich die„Deutsche Tages- zeitung" und die„Berl. Neuest. Nachr." zu. daß eS den Kraut- und Schlotjunkern ganz rocht wäre, wen« daS Gesetz nicht zur Annahme gelange, damit sie nur ja nicht in die Loge kämen, aus ihrer Tasche neue Versicherungsbeiträge zu zahlen. Wirklich eine niedliche Heuchelei, die aufs neue an den treffenden AnSstmich der seligen Flora Gaß erinnert: »Komödianten seid Ihr doch alle!" Offen schreibt heute die„Deutsche Tageszeitung": „Zu manchen rechtsstehenden Kreisen hegt man lebhafte Bedenke!» gegen die ReichöversichcrtmgSorduung und titfolgedeffen den Wunsch, dah sie scheitern möge. Wir würdigen die Bedenket» vollkommen, köttnen aber den Wunsch nicht dilligen. Gewiß cnihält die Reichs- Versicherung manche neue Belnsmnz der Untnnehmer und aitch sonst manche einzelne Beslinunung. die au« diesen, oder jenem «runde bedenklich ist. Weite rechtsstehende Kreise fiitd der Meinung, baß eS weder zweckmäßig„och gedeihlich sei, die Kratckenbersichssrung grundsätzlich»nid von Reichs wegen aus die Landarbeiter und die häuslichen Dienstboten auSztidchustt." Zwar so ganz ist mit diesem frommen Wunsch die „Deutsche Tageszeitung" nicht einverstanden: aber nicht etwa weil sie das Gesetz für nötig»md nützlich hält, sondern nur, weil sie fürchtet, daß, wem» das Gesetz jetzt fällt, es nach den Wahlen in» Reichstage wieder eingebracht wird und dann die reaktionäre», arbeiterfeindlichen Be- st i m m u n g e n ausgemerzt werden könnten. Wörtlich schreibt das Blatt der Landbündler: „Gewiss haben an dem Zustandekommen des Gesetzes trotz ihrer»ehrlichen, selbstlosen und erfolgreichen Bemühungen die Konservativen mtd die Agrarier von den Koinpromihparteien das geringste Interesse. Was wird aber schliesslich, wenn der Entwurf jetzt scheitert? Er würde sicher wiederkommen, ja wahrscheinlich dem nächsten Reichstage sosiort wieder vorgelegt werden. Ob sich dann vom Standpunkte der rechts- st c h e n d e n P a r t e i e n a u ch n n r d a s e r r e i ch e n l a s s c n. würde, was jetzt erreicht wird, ob eine Mehrheit sich wieder Ntsammensiitdet wie jetzt, das ist mindestens fraglich. Deshalb muß man trotz aller Bedenken vom Standpunkte des nüchtern abwägenden Realpolitikers wünschen, dass die Reichs- Versicherung cordnung nicht scheitere, sondern vom Reichstage in zweckmässiger und erträglicher Weise erledigt werde." Also nur deshalb soll das Agrariertum trotz seiner Ab- neigung für das Gesetz stimmen, weil im nächsten Reichstag sich kaum die arbeiterfeindlichen Bestiimmmgen durchdrücken lassen werden. Ein wertvolles Zugeständnis! Ter Zwist im bayerischen Nationalliberatismus. Fn der notionalliberalen Partei Bayerns, die in wenigen Jahren drei Vorsitzende verbraucht hat. ist ein neuer Konflikt ausgebrochen, der bereits vor vierzehn Tagen den bisherigen Vorsitzenden des bayerischen Landesausschusses. Fabrikdirektor Tafel, veranlaßte, den Vorsitz niederzulegen. Der Zwist ist über die Frage entstanden, welche Haltung die bayerischen Nationolliberalen zu der Sozialdemokratie und den Konservativen einnehmen sollen. Herr Tafel und seine Spezialfreuude bezeichnen sich als„alt national liberal", das heißt, sie stehen auf dem äußersten rechten Flügel der nationalliberalen Partei und verlangen, daß bei allen wich- tigen Aktionen der Nationalliberalismus an der Seite der Konservativen marschiert. Bassermanns„Radikalis- m u s" ist ihnen aufs äußerste verhaßt, wie denn auch Herr Tafel auf dem nationalliberalen Parteitag in Kastel sich scharf gegen die badische Großblocktaktik ausgesprochen hat und Verständigung mit den Konservativen verlangte. Der größere Teil der balje irischen. Nationalliberalen unter Führung des Vorsitzenden der bayerischen Landtags- fraktion, des Abgeordneten Dr. Cosselmann, hält dagegen zu Bassermann! imd sucht Anschluß nach links, an die Frei- finnigen. Daraus sind allerlei Reibereien entstanden, die Herrn Tafel bewogen haben, an die„Augsburger Abcndztg." eine lange Zuschrift zu richten, in der er feine Anffassung der nationolliberalen Parteiverhältniffe näher darlegt: „Die inneren Gründe find tiefer zu suchen. Zum ersten in der Politik unserer ZcntraNeitung. Aus den A-ussernngen der natianalliberalen Parteileitung in Bayern r. d. Rh. in den letzten Monaten ist zur Genüge vekcmnt, dass ich die Form deL Kampfes zwischen unserer und der konservativen Partei als den Traditionen wie den Interessen beider Teile in gleichem Masse zuwiderlaufend betrachte. E« ist selbstverständlich, dass ich mein möglichstes auf- geboten habe, um auch bei der Zentrallcitting dieser meiner Meinung Geltung zu verschaffen. Zum mindesten suchte ich darauf hinzuwirken, dass»nan uns Bayern bei diesem, im toesentlichen auf preußischem Boden entbrannten Kampfe aus- drücklich ausschliesse. Das ist bei dem jüngsten An- griff unseres Führers Baffer mann gegen d»e Konservativen im Reichstage nicht geschehen. Die Arbeit der Parteileitungen im Lande muß wirkungslos bleiben, wenn die Wünsche der Führer der Landespartcien bei der Zentralleitung unbeachtet bleiben. Ich verkenne nicht die Ztotwendigkeit der Solidarität innerhalb einer Partei, aber sie muß oszillierend wirken, d. h. die LandeSorgamsationcn müssen nicht nur die Wünsche der Zentralleitung bei ihren Dispositionen berücksichtigen, sondern umgekehrt»nuss auch die Parteileitung die Wünsche der Landesparteicn bezw. ihrer Vorsitzenden zum wenigsten als einen Faktor von vielen in ihren Rechnungen ein- fetzen.... Zn Kassel hat unser Führer Baffermann wörtlich gesagt:„Ich sehe die Rettung der deutschen Verhältnisse noch heute in einem Zusannnengehen oller Liberalen und aller Konservativen." Und der offizielle Partcibericht ver- zeichnet nach diesen Worten„stürmisckien Beifall". Es ist meine bestiinmte Ansicht, daß auch von feiten unserer Partei nicht da« Notwendige geschehen ist, um dieses Ziel, daS alte Bülowsche, in dem man in Kassel die Rettung der deutschen Berhältniffe erblickt hat, nun auch wirklich zu erreichen. Tie Vorschläge für eine Einigung mit den Konservativen, die von unserer Seite gemacht worden sind, waren derart, dass meiner Ansicht nach auch wir sie im umgekehrten Falle mit Sicherheit zurückgewiesett hätten...." Ist unsere Partei im Lande nationalliberal, so ist dagegen unsere Fraktion im Landtag„nur liberal". Naturgemäß müssen da die Ideen des Einigleitöliberalismus mehr oder weniger auch auf ihren Führer abfärben, selbst wenn er nationalliberal ist. Auf den derzeitigen Führer. Herrn Dr. Easselmann, scheinen sie tatsächlich sehr kräftig abgefärbt zu haben, denn er hat erst jü,lgjt in Schwabach öffcntlich gesagt: Wir wissen alle, daß die Zeit für die Einigung der liberalen Parteien noch nicht ge- kommen ist. aber sie wird kommen. Diese Eiitigung bedeutet nichts anderes als die Rückkehr zu den Zeiten vor 1 S L 7, mit anderen Worten als die Aufhebung der damals gegründeten nationalliberalen Partei." Vielleicht findet Herr Tafel den Weg zum sogen cmnten FreikonservatiSnuis. dem er eigentlich angehört. Zur elsafi-lothriugischen»vcrfafsuugsfragc. Die ReichSregieruug folgt den Anweisungen des Zentrums. Sie zieht ihren WahlkreiSeinteilungSplan für Elsaß-Lothringen zurück und läßt«inen anderen, den Änsprücheu des Zentrums besser angepaßten Plan ausarbeiten. Wie die„Germania" miS.zuverlässiger Quelle" zu melden tveiss, wird im ReichSmitt des Fimerit gegenwärtig eine gesetzliche WahlkreiSeittteilung für Elsass-Lothringeu ausgearbeitet, die der RcichStagskomiuissirm für die eliass-lothringische verfasftingSfrage»u»ch Ostern zugehen soll. Diese Nachricht werde, meint daS klerikale Blatt, in den Reichslanden gewiss freudig begrüßt werden, besonders da man jetzt wisse, wo! von einer WahllreiSciitteilang durch kaiserliche Verordmutg zu er- warten wäre. Der Schritt der ReiHsregierung sei wieder ein Be» weis, ocn--- n-»-- überstehe, als die eigene Landesregieruitg, die dcu Reichslauden eine so santose LZahIkreiöetttteilung wie die des Herrn Mandel, die bei- nahe den Eindruck eines Aprilscherzes machte, bescheren wollte." Die freudige Eenugttumg. mit der die„Gerinania" ihre Meldung verbreitet, läßt darauf schließen, dass die geplante Wahlkreis- einreiluug den ZcutrumSwiiiischen weit entgegenkommt. Das„Berl- Tageblatt" meint, das Zentrinn werde sicherlich nicht leichten Herzer.S für die den Konservativen verhaßte reichsländische Vorlage cintceicit. Lasse es sich schliesslich noch dafür gewinnen, werde die Regierung sich zur Zahlung eines entsprechenden Preises bereit erklärt haben. Klägliche Nechnungsträgerci. Dem„Verl. Tagebl." hat eS ein Artikel der.Leipziger BolkSztg." angetan, der in ganz zutreffender Weise den F a l l F a t h o folgeitdermassei» glossiert: .Fatho ober hat siS von der Lehre der evangelischen Kirche weit über die Grenze hinaus entfernt, wo Überhaupt noch ein Zusammenhang mit den Grundatiffasinttgen— von Einzelheiten ganz abgesehen— zu erkennen wäre. In einem solchen Falle von Intoleranz, von Gewissenszwang zu reden,' kann eben nur liberalen ManneSseelen passieren. die sich allemal am unrechten Ort entrnitcn. lla'.ho gilt überall, auch bei seinen Gegnern, als ein Manu von unzweifelhaft ehrlicher und offener Gösinnung. Und mancher, der ihn als Menschen und Geistlichen kennt, fragt sich, warum er nicht läng st deuTalar andevNagcl gehängt und die Verbindung mit einer Gemeinschaft gelöst hat, von der er nach Wissen, nach Bildung und Weltanschaumtg so weit ab- steht... Im Gefolge Jathos bleibt man Christ" und kann es doch mit Nietzsche. Darwin oder Haeckel halten. Und daS ist es. was unser gebildetes Bürgertum braucht. Eine Art national- liberales Christcutim», eine Religion für Vikbung und Besitz! Jatbo ist persönlich unschuldig daran, dass er auch Zwiecleit dienen»nuss. die er. ivosern er sie kennte, gewiss verabscheuten würde. Es ist da« Halbe, Unklare und Unenffchiedene seines Vc-rhaitens, loaS ihm solche Elemente zuführt, die ohne inneres Bedürfnis nach Religion sich in seinem Gefolge jenes Quantum von Religion sichern, das für Avancemettt u w d den Kam- m e r z i e n r a t s t i t e l n u« einmal erforderlich i st." Weil nun die»Krenz-Ztg." gleichfalls der Meinung ist, dass diejenigen, die mir den kirchlichen Glaubenslehren gebrochen haben, auch eigentlich in der Kirche nichts mehr zu suchen, haben, leistet sia> das„Berl. Tagebl." einen geradezu hysterischen Wuterguss gegen unser Leipziger Brnderorgan, das es das.Lifgcul der fallen BiidniigSphilisterei" nennt. Die Haltung, die daS.Berl. Tagebl." im Fall JÄho wie überhaupt den kirchlichen Streitigkeiten gegenüber einnimmt, ist für ein Blatt des entschiedenen Liberalismus geradezu tläglich. Wenn die tirseu Philosophen des Mosie-BlalteS eine Religion ohne Glaubenssätze noch Religion nennen wollen, so mögen sie das inunerhin tun. Sie mögen unserthalben auch de» Zusammenschluß derartiger«Eiäubigen" zu einer.Kirche" noch für notwendig halten. Aber zweierlei wenigstens sollten sie fordern t Trennung von Staat und St irche und reinliche Scheidung zwischen Ortho- doxie und kirchlichem Liberalismus! DaS„Berliner Tageblatt" hat aber nicht yur gegen die Aerquickung von Staat und Kirche nicht das geringste einzuwenden, sondern es begeistert sich auch für eine kirchliche Gemeinschaft, in der»:ede:i dein strengsten Buchstabeugläubigen auch der intransigonleste Goüeslcugtier Platz haben soll. Wie man für solch absurden Kttddalumddel schwärmen kamt, wenn nicht aus Gründen j.ener so igen RechuungS« trägerei, die die.Leivz. LoUsztg." geletenzeicknet, wird nicht nur für einen.marxistischen Orthodoxen', foudccu für jeden Menschen mit fünf gesmide» Eimten rätselhaft scinl Nationaltiberale u«d Fortst'irittlcr. Der nationalliberale Parteivorsiand für Dldutbutg rebelliert gegen das Wahlabkommen zwischen den Fteisstmige» und blational- liberalen. Er erklär!, der Berliner ParteiaUGschvss habe l-iue Fühlung mit ihm genommen, er fühle sich darum a»ch»durch daS Ldkommeu nicht gebunden und»verde an der Soitderkandidatur für Oldeuburg festhalten. Die rechtönationalliberale„MagiSeburgische Zeitung" hofft, daß sich, schon um die Kreise in Hamioevr nicht zu störcii, noch ein.ModuS zur Verständigung" finden lasse, weist aber dar- »ruf hin, dass cS kein Zwangsmittel gäbe, die oldcuburgtschcn Nationalliberalen, die nicht mit Unrecht sürchieit müssen, bei den LandtagSwahle» im nächsten Jahre schlechte Geschäfte zu machen, wenn sie jetzt den Freisinnigen die beiden oldcnburgß'chen Reichstags- Mandate kampsloS überließen, zur Verzicht leistung auf«stte eigene Kandidatur zu veranlassen. Auch in den Wahlkreisen des östlichen Weslfal«» und der kippe- schien Fürstentümer findet die Einigung und Verstäiidigtmg Schwierigkeiten. Die Vorstände der nationalliberalen Partei für diese Kreise haben am Dienstag folgenden Beschluss gefaßt: .Die it a t i o n a l l i b e r a l e P a r t e i ist berert. in den Wahl- kreisen Mndeo-Lübbeck« und Lippe bei der bevorstehenden Reichstags- wähl sofort in der Hauptwahl die Kandidaten der Fort- schrittliche tt'Volkspartet zu unterstützen, wenn die Fortschrittliche Bolkspartei in Herford-Halle und in Schanmburg- Lippe schon im ersten Waklgang die Kandidaten der national. liberalen Partei wählt. Voraussetzung für ein solches Wahl- abkommen bildet die Aufftellung von Kandidalan, die beiden Parteien in den in Betracht kommenden Wahlkreisen get M. zlifließen sollen. Insgesamt soll die Hamburgische Finanzresorm 7 Millionen ergeben. Die kapitulistische Eutwirkelnug, der..lühue" Wagemut der Zörrglichen Kauslcute uud Reeder soll uicht eingeengt werden. da» glaube» die„gctuiichtcn" Herren uicht beranlworten zu können. Eine Warerrhaussteuer in Vorschlag zu bringen, der wir selbstverständlich ebenfalls nicht das Wort reden, hütet man sich. Aber die Konsumvereine der Arbeiter bilden ein geeignete» Sleuerobjekt! Als man von dieser Steuer munkelte, richtete der größte Konsumverein Hamburgs, die«Produktion" au die Kommission eiue Srugabe gegen die Erdrosselruigssteuer, in der es u. a. heißt: «Zu einer Zeit, in der die Vertreter Hamburgs bei der Reich?- regierung Maßnahmen bccuttrageu zur Linderung der herrschenden Teuerung wichliger Nahrrulgsnuttel, lami verlangt iverdcu, daß der berechtigten Selbithilse aus diesem Gebiete der Ecseßgeber rrrcht hiuderitd irr den Weg tritt. Es wird in der Eingabe weiter ausgeführt, daß gerade die Llermste» der Armen durch eine nackte Verteuerung der notiocudigsten LebenSniiitcl getroffen werden würden. In dem illustren Geldsacksparlameut, Vürgcrschast genannt, wird dieser Stcueraiurag lebhafte Debatten auslosen. Gemildertes Lchrcriuiiett-Zölibat. Dein württembergischeu Landtage ist ein Gesetzenttvurf zu- gegangen, der m rechtlicher Beziehung«ine ziemliche Gleichstellung der Lehrer uud Lehreriuuen mit den Staatsbeamten bewirke» will. Der Einwurf bringt zugleich eine Milderuiig des Lehrerumen- Zölibats. Die Lehrcrinne» verlieren zwar auch küilstig inr F>rlle einer Heirat den Anspruch auf ihre Stelle uud ihren Ruhegehalt, mit Zustimmung des GernciuderalS und des Oberschulrats k a» rr aber die Oelasiung auf der seitherigen Stelle mit den gleichen Be- zügcn oder die Vcrivcuduug auf eii«cr andrrcu Stelle crsolgen. Schweiz. Ävn der Arauicu- uud UusaLversicherung. Zürich, 0. April. Mg. vcr.) In der verflossenen Früh l i u g» s e s s i o n der L u u d e S v e r s a ur m l u n g ist»ach fast ZVelährigcr Behandlung endlich die Vorlage betr. die Kranken- und Unfallversicherung so Weit gediehen, daß st« in der nächsten Jumsession. da«s sich nur noch uui die redaktionelle Be Handlung bandelt, verabschiedet toerdcn kann. Die kritischsten Fragen waren zuletzt die der BeitragSpfliÄt der Unternehmer an die ftrar.kcnversicherung für ihre Arbeiter und die Ein« Beziehung der RichtbetriebSunfälle in die siaat- lichc Unfallversicherung, die die Kapitalisten am liebsten den privaten Versicherungsgesellschaften, die alljährlich an ihre M tionäre Dividenden bis zu 80 Proz. und darüber entrichten, reserviert l ätten. Die rrstere Frage ist nun so geregelt, daß die Kantone und die Gemeinden das Recht erhalten, die Unternehmer zu Beiträgen an die obligatorische Krankeiwersichcrung ihrer Arbeiter zu ver- pflichten; aber jeder derartige Beschltiß bedarf der Zustimmung der BundeSvirsannnlung, wenn diese sie verlveigert, so fallen alle be» züglichen Beschlüsse einfach dabin. Diese Lösung ist eine durchaus unbefriedigende und bietet einen sehr schlechten Ersatz für daS von dem nackten und rohen Klaffen- egoismuS der kapitalistischen Mehrheit der BundeSvcrsauunInng ab- gelehnte Obligatorium der Beitragsleistung der Unteruchmer an die Krankenversicherung ihrer Arbeiter. Die Richibetriebsunfnlle verbleiben der staatlichen Unfall Versicherung gemäß der bundesrätlichnt Borlage. Die bezügliche Prämie hat zu drei Vierteilen der Versicherte, zu einem Viertel der Bund zu tragen. An die KrankcuversichcrungSbeiträge soll der Bund für jeden Qerstchertcn mit nicht über 3000 Frank JahreSeiiikomme» einen Bei- ' trog von 12'/« Proz. der Versichcr-uugsprämie leisten. Der gesainte jährliche BundcSbcilrag an die Versichemiig ist auf 7 000000 Frank berechnet. Wir werden auf das VersicherungSgesetz ausführlicher zurück kommen, sobald es parlameutanjch erledigt ist. franlircick. i Aollshecr statt Bcrufohccr. Paris. IL. April.(H. B.) Der Sozialift JaureS hat eine» «"trag auf Umwandlung der Armee in ein B-lköherr in der Kammer eingebracht. Tie Begründung zu diesem Antrag, welche heute im Druck erschienen ist, stellt einen Banfc VLN sitchrere» fiiwficici Seiten dar. Belgien. �cc Kautps gegen die klerikale S�nlvorlage. Cs sieht nicht danach aus. daß c» der Regierung gelingen werde, das Schulgesetz, das als Abschiedsgelchenk der vergehenden jseritalcn Mehrheit den Schlußstein aus die seit 1884 betriebene lschulverpiassungspolitik setze» sollte, noch uuter Dach zu bringen. Man battc so tlug gcreckme», mit dem scheinbaren Zugeständnis der Einführung der Schulpflicht, dem Verbot der Favritarbeit unter 14 Jahren u. a. den eigentlichen Kern der Vorlage überdecken und dem Widerstand der äutiklerikalcn Volksmehrheit die Spitze ab- brechen zu können. Ditse aber ist im Kampfe mit der übcrschlaurn Politik der proumten hinreichend geschult, um die verdächtige Ware trotz der schönen vortschritlSflagge sofort zu akzeptieren. Und wenn jetzt nach bewahrtem Rezept die schwarze Presse den mächtig ein- letzenden Boll- stürm aU» eine»Mache der Frein»aurer" hinstellen will, so ist cS reckt hübsch, demgegenüber festzustellen, daß die ersten, die gegen die Vorlage protestiert haben, die katholischen Lehrer der rcligioicn«freien«chulen" gewesen sind— uatür» kidi mit Ausnahme der Ordensbrüder und-Schwestern, auf deren Leib die Vorlage ja zugeschnitten ist. Diese Lehrer wehren sick nicht nur gegen die ihnen zugedachte unzureichende Besoldung. Sie be- kämpfen auch da» Glanftirück der Borlage: den.Schulbon", der nach ihrer sicher aus Sachkunde beruhenden Ucbcrzeugung den Schulkrieg mit neuer Heftigkeit entfesseln würde. Tie Regierung schlägt nämlich vor, jeder ,>oiiiilicnvorstaiid solle soviel Anweisun- gci, auf den staatlichen S-öulzuschuß erhalten, als er schulpflichtige stiuder hat, und diese nach seiner Wahl der Sckiule, der er die Kinder zuweisen will: der neutralen oder der»freien"(religiösen), »ibergeben. Daß damit der schönste Krieg um die«Seelen", deo Sugleich um die von der Kirche nicht geringer geschätzten klingenden CtaatSbeiträge ginge, entfaltet würde, liegt auf der Hand. Alle Machtmittel gegen widerspenstige Öemeindeangehörige, Lohnarbeiter, wie sie selbst in Frankreich noch immer als RekrutierungS- ulittel der frommen Sckulen dienen, würden angewandt werden. ?iür die Nichtklcrikalcn kommen natürlich»och eine Reihe weiterer ablchnungsgrüiide hinzu: insbesondere der Humbug mit der auf rt�ujyewier stehenden„Schulpflicht" und die Zuweudung von etwa Otden i3'1Cn Ftaiik jährlich an die unterrichtenden geistlichen Sozialisten und Liberale geben genleinsam in dicscin Kampfe «or. Ihre Parole lautet: Verhinderuiig jedes Schulgesetze» vor vrr Kainmererneucrung. Sie weisen darauf hin. daß die Mehrheit vor Rcgrerung t„ KgjuBict sÄ Mit fest jgiu Ag�l verringert lial; daß sie sckon beute, trotz Plnrälvokum, nicht mehr die Mebrbcit der Wähler hinter sich hat; daß scbon die auf Grund der Volts- zählung vom 31. Dezember 1910 nötig gewordene neue Wahlkreis- riirtcilung auch in der Kammer die klerikale Mehrheit sicher beseitigen werde. Sie fordern docher K a m m e r a u flö su u g und Gesamterneueruny nach Feststellung der Zählungsergebnisse, d. f. in, Frühjahr 1012. Inzwischen wird vsscil die Obstruktion in der Kammer vorbereitet. Infolge der minimalen Regierung?- Mehrheit(83 gegen 77) haben vou den 0 Abteilungen der Kammer nur 3 eiue Regierungsmehrheit. Die 3 oppositionellen Abteilungen aber lehnen die nach der Geschäftsordnung ihnen zustehende Wahl eines Ausschusses, der zur Beratung der Vorlage nötig wäre, kurz- weg ab. lind die theoretisch möglichen Auswege einer Aenderung der Geschäftsordnung oder einer vorherigen Beratung im Senat, der die Sackie dann auf die Tagesordnung der Kammer bringen würde, verbietet sich bei dem kleinen Krästeunterschied der Parteigruppen und der Erregung tm Volke von selbst. Drohen doch liberale Blätter offen mit dem General- streik, den Arbeiter und Arbeitgeber gemeinsam, in Verbindung mit der Straßendemonstration anwenden würden, falls die parla- mentarische Bekämpfung nicht ausreiche. Für den 13. August wird die große sozialistische Kundgebung für das Wahl- recht und gegen die Schulvorlage vorbereitet. Aber jetzt schon schivillt die Flut der Empörung mächtig an. Am 10. April fand die erste gemeinsame Kundgebung in Brüssel statt, bei der die Führer beider Parteien, Genosse Profepor H. Denis und der liberale A'ltbürgermcister von Brüssel, B u l Z, im Bureau saßen, während Vandervelde und der Liberale H y in a n S referierten. ES folgte eine große Straßeirdcmonstration unter dem alten Ruf: Nieder mit der Mönchskutte.— So darf man an>- nehme», daß der letzte große Uebrrmut der ileriialen Minder- heitshcrrschaft zu ihrem endgültigen Falle die Glocken geläutet hat. Tie kommenden Monate werde« in, Belgien der Kampfplatz zum cntfcheitzeudcn Ringen vorbereiten. aus denen es sich vclbot. bei ihm um Mitteilungen über den Sache verhalt zu.bitten. ,.*•»- Keif, R o ß m a» n, Sauepdcck. Usr.rch. I- CM Voc- Hwö der Partei. Gin Konflikt. In recht eigenartiger Weise macht sich in den letzten Nummern der«Schwäbischen Tagwacht" nach außen hin ein Konflikt bemerk- bar. der zlvischen den Stuttgarter Vertrauens- Männern d e r B a r t e i und der Redaktionsmehrheit der„Tag loa cht" ausgebrochen ist. Die MontagßauSgabe der »Tagwacht" enthielt folgende Erklärung: Nach uns gewordenen Mitteilungen sind in einer Versamm- lung der Stuttgarter Berirauensmänncr vom letzten Dienstag über Fragen unseres inneren Redaktionsbetriebs Mitteilungen gemacht worden, die zum mindesten nicht vollständig waren und bewirkt haben, daß völlig falsche Vorstellungen erweckt wurden. Auf Grund dieser Mitteilungen ist von einer Reihe von Partei- genossen Kritik an der Redaktion der Tagwacht geübt und sind herabwürdigende Urteile gefällt worden, die jeder tatsächlichen Grundlage entbehren. Da das nicht der erste Vorgang dieser Art ist und da uns bisher jede Möglichkeit gefehlt hat, innerhalb des geschlossenen Vertretungskörpers der Vertrauensmänner wahrheitsgemäß Aus- kunst zu geben, sehen wir uns zu dieser Erklärung gezwungen. Keil, R o tz m a n n, S a u e r b e ck, Ulrich. Tarauf aulworieie in der Dieustagnummer der Borsitzcnde des Sozialdemokratischen Vereins Stuttgart: Die Redakteure der Schtväb. Tagwacht Keil, Roßmann, Sauerbeck und Ulrich wenden sich in der gestrigen Nummer der „Tagwacht" mit einer„Erklärung" an die Oefsentlichkeit. Die „Erklärung" befaßt sich mit den Verhandlungen der Vcr- trauensmännervcrsammlung des Sozialdemokratischen Vereins Stuttgart am 4. April d. I. Sie enthält außerordentlich schwere Beschuldigungen gegen Parteigenossen. Dazu sei bemerkt: 1. Interne Rcdattiousgeheimnisse, die von den Vertrauen?- mänuern der Partei gel)eiul gehalten werden mühten, sind in jener Versammlung weder mitgeteilt»och verhandelt worden. 2. Die Käme» der Redakteure Roßmann, Sauerbeck und Ulrich sind überhaupt nicht genannt worden. Von der Existenz des seit einigen Wochen dem Redaktionsverband der„Schwab. Tagwacht" angehörigeu Redakteurs Ulrich dürften die meisten Parteigenossen erst durch die Unterzeichnung der.Erklärung" Kenntnis erlangt haben. 3. Die Vectrauensmänervcrsammlung hat, obgleich ein dahingehender Antrag von keinem der obengenannten vier Redak- teure jemals gestellt worden ist, in jener Sitzung am 4. April von sich aus beschlossen, bei gl LandeSvorstaud eine gemeinsame Sitzung der(öesaintredatiimi mit dem Landesvorstand und den Vertrauensmännern des Sozialdemokratischen Vereins Stuttgart zu beantragen, um so auf ordnungsgemäßem Wege eine Klärung der Verl-ältnisse herbeizuführen. 4. Kritische Bemerkungen über die Redaktionsführung des Ehesredakteurs Keil und die„Tagwacht" sind in jener Sitzung vom Vorsitzenden zurückgewiesen worden. 5. Tie„Erklärung" der vier Redakteure stützt sich offenbar auf unvollständige und irreführende Mitteilungen eines Dritten. der jener VertrauenSmäniierversammlung gar nicht an- gewohnt hat. Durch eine kurze Anfrag« bei dem im Reben- gimgrer arbeitenden Redakteur Westmeyer, beim Parteisckretariat oder bei einem anderen Teilnehmer jener Versammlung hätten die Unterzeichner der«Erklärung" den Sachverhalt sofort er- fahren können. Dem Unterzeichneten ist jedoch die»Erklärung" erst durch die»Tagwacht" bekannt geworden. Fr. W e st m e y e r, Vorsitzender des Soziald. Vereins Stuttgart. Im Anschluß au diese Sachdarslcllung veröffentlichen die vier Redaktcure folgende Erwiderung: Auf die vorstehenden Ausführungen haben wir zu erwidern: Zu 1.: In unserer Erklärung ist nicht gesagt, daß über interne Redaktionsvcrhältnissc,„die geheim gehalten werden müßten," gesprochen worden sei, sondern nur: die Parteigenossen seien über diese Verhältnisse so ungenügend informiert worden, daß sie zu einer scharfen Äritik'und z» herabsetzenden Urteilen gekommen seien. Diese Feststellung entspricht der Wahrheit. Es hatte kein Grund zu einem kritischen Wort über die„Schwäbische Tagwacht" vorgelegen, wenn wahrheitsgemäß und vollständig über den in Frage stehenden Vorgang berichtet»vorden wäre. Zu L.: Welche Namen in der Versammlung genannt worden sind, ist von geringer Bedeutung gegenüber der Tatsache, daß über die»Schwäbische Tagwacht" ats sozialdemokratisches Blatt in herabsetzender Weise geurteilt»vurde. Als Partei- genossen haben wir ein Interesse daran, daß das Ansehen der Schtväb. Tagwacht" gewahrt wird; als Redakteure treten wir letzten 14 Tage abgespielt haben, ist auch der Kollege Ulrich, der seit mehr als 2 Monaten Mitglied der Redaktion ist. interessiert. Zu 3.: Der Vorstand des Sozialdemokratischen Vereins hat uns von dem Beschluß, eine gemeinsame Sitzung zu beantragen, keine Kenntnis gegeben. Zu 4.:«Kritische Bemerkungen über den Chefredakteur Keil und die„Tagwacht"" wären in jener Debatte nicht denkbar ge- »ucsen und der Vorsitzende wäre der Mühe, sie zurückzuweison, ciilhoben gewesen, tvciin die Parteigenossen genau und vollständig unterrichtet»vorden wären.. Zu 0.: Unsere Crilärung stützt sich auf Mitteilungen von Teilnehmern der Versammlung, an deren Wahrheitsliebe gu zweifeln kein Grund vorliegt. Ter im Ncbciiziuimcr arbeitende Wcstmcyer hat keinem der Unterzeichneten Mitteilung davon gemacht, daß die„Schwäbische Tagwacht" wieder einmal Gegen- tfeich LkMev flC&ciej} ili, Sijtfill cißMi)« Grundc. Verbotener Maiumzug. Der Vorsitzende des Sozialdemokratischen Vereins K i e Gaarden hatte sich um Genehmigung eines Maiinnzuges an i Kieler Polizeipräsidenten gewandt. Tarauf ging dem Bt sitzenden folgendes Kulturdokumeirt zu: � � „Die nachgesuchte Genehmigung für einen am 1. rsiai o. von dem Sozialbemokraiischen Berein Kiel-Gaarden gep.anwn Umzug vom Vinctaplatz nach der Waldwiefe wird auf Griuid i- y tz 7 des Reichsvcreinssscsctzcs vom 19. April 1908 vertagt, weil durch denselben nach Lage der hiesigen Vcchältinffe und unter Berücksichtigung des gewählten Tages eine Gesahrduug oer öffentlichen Sicherheit zu befürchten ist. �.».. Ter beabsichtigte Umzug bat den ausgcfprochcnen lystea. Namen der Sozialdemokratische» Partei gegen die bestehende Staats-, Gesellschafte- und Arbeitsordnung(!) auf der Straße zu demonstrieren. Da die Leitung des Zuges in keiner Weife in der Lage ist, die Teilnehmer an demselben der Zahl nacy tatsächlich zu beschränken und für ihr Verhalten bei dem Umzüge ausreichende Gelvahr zu übernehmen, ist bei der Zahl und ocr Zusammensetzung der.Bevölkerung der hiesigen Stadt zu be- fürchten, daß sich, wie auch bei früheren ähnlichen ß-allen(0 in großer Zahl solche Elemente an dem Zuge beteiligen werden, welche zu Radau und Gelvalttatigkeiten neigen. Ausschreitungen durch solche Personen sind aber um so mehr zu erwarten, als der Demonstrationszug bei seiner politischen Tendenz geeignet ist, auch den Widerspruch der anders gesinnten Menge zu erregen, die teils aus politischer Gegnerschaft, teils, weil sie diirck er- zwungene Arbeitsruhe der feiernden Arbeitsaeiwssen zur Arbeitseinstellung gezwungen und dadurch wirtschaftlich geschädigt wird, die Maifeier aus das entschiedenste verurteilt. Dieser Wider- spruch laßt Reibungen zivischeii den Demonstrierenden und dem übrigen Publikum in hohem Maße befurchten, v. Sch-roetcr. Das Verbot ist natürlich gesetzwidrig. Sehr licbens- würdig ist zwar die polizeiliche Fürsorge» daß den DemonstraiUen bei Genehmigung des Umzuges von der„andersgesinnten Menge lwohl den Patrioten) Unlzcil drohen könnte, aber zu c,nem Verbote laugt die Befürckitnng durckaus nicht._ UebrigeuS hat die Sozial- demokratie bei„früheren ähnlichen Fällen" im Gegensatz zu der Auffassung des Polizeipräsidenten bewiesen, daß sie es versteht, musterhafte Ordnung zu halten. Die ganze Antwort atmet den preußischen Polizeigeist, dem cs als ein fluchwürdiges Verbrechen gilt, wenn— um im Stile de? Herrn v. Schroeter zu sprechen— gegen die bestehende Arbeitsordnung demonstriert wird.'__ Eine Quittung für bürgerliche Mandatsräub«. Einen geradezu glänzenden Sieg über den bürgerlichen Ord- nungSbrei errangen unsere Genossen in Hayna»(Schlesien) bei der am Montag siattgefundenen Stadtverordnetenwahl. Im November 1909 gelang cS unseren Genossen zum erstenmal mit etwa öO Stimmen Mehrheit über die vereinigten bürger- lichen Gegner zu siegen. Es wurde Protest eingelegt und als Grund die bekannte Un voll ständigkeit derWählerliste und die Unzulänglichkeit des Wahllokals angegeben. Trotz de? lebhaften Widerspruchs deS Bürgermeisters erklärte die Stadtverordnetenversammlung einstimmig die Mandate der sechs Sozialdemokraten für ungültig. Der Bezirksausschuß stellte sich natürlich auf den gleichen Standpunkt und da vom Kreis- auSschuß ein anderes Resultat auch nicht zu erwarten war, ver- Sichteten unsere Genossen auf diese«Rechtsprechung". Am Montag fanden nun die Neuwahlen statt, mit dem Resultat, daß diesmal die Kandidaten der Sozialdemokratie 180 Stimmen mehr e r h i e l t e n, als bei der Wahl im November 1909. Mit 592 gegen 412 Stimmen wurde den vereinigten bürgerlichen Mandatsräubcrn die Quittung für ihr volksfeindliches Verhalten ausgestellt. Ganze 50 Stimmen mehr hatten die Gegner trotz der verzwetfelstsn und schäbigsten Agitation unter Assistenz des ReichsverbandeS aufbringen können. Vom Nachtwächter bis zu den höchsten Beamten hinauf wurde alles an die Wahlurne geschleppt. Rüstungen zum Wahlkanchf. Die Generalversammlung des Wahlvereins Mülhausen in Elsaß beschloß nach lebhafter Debatte über die kommenden Wahlen einstimmig die Erbebung eines ExtrabeitrageS von 10 Pf. pro Mitglied und Monat auf die Dauer eines Jahres. Der erste Exlrabeiirag soll im April erhoben werden. Ein VorstandSantrag, der nur für zehn Monate eine Extra- steuer vorsah, ging den Genossen nicht weit genug. Eine treffliche Illustration zu dem scharfmacherischen Märchen, daß die Führer der Partei den Genossen durch schlimmsten TerropiSmus die AeitragSguoschen abknöpfen. Soziales* VertragSabrcde gegen die guten Sitten.* Die Verkäuferin I. war bei der beklagten Schuhwareusirmck Earl Stiller feit Juli v. X tätig gewesen. Einige Zeit nach be« gonnener Tätigkeit wurde dem gesamten Personal der Firma ein Revers zur lluterschrist vorgelegt, nach welchem der Angestellte seinen Verzicht auf Gehalt erklärt, für de» Fall, daß er nach der Kündigung aus irgend welchem Grunde fehlen sollte. Da ihre Mitangesteuten den Revers alle unterzeichneten, so unterschrieb sie auch; Als sie dann tm Februar d. I. selbst kündigte und wegen eines Maaengesehwürs aus Grund ärztlichen Attestes fehlte, tvurde ihr das Gehalt für die Krankheitstage vorenthalten. Die Klägerin, die jetzt ihren Gehaltsanspruch geltend machte, führte aus, daß sie allerdings den Schein unterschrieben habe, nachdem die GeschäftSlcitung gesagt Hobe, eS werde nur in Fällen bös- willigen Fehlens davon Gebrauch gemacht werden. Sie mußte ja notgedrunaen unterschreiben, denn hätte sie sich ausgeschlosscn. dann wäre sie„herausgeflogen". Ter Geschäftsführer der Ve- klagten, Kurt, machte dagegen geltend, daß das Personal ohne Ausübung eines Zwanges die schriftliche Erklärung abgegeben Ixrbe, und. daß darum auch die Verzichtleistung der Klägerin zu Recht besteht. Sollte etwa das Gericht die Vereinbarung für ungültig erklaren, weil sie erst nach dem Engagement erfolgte, so»vürde die Firma sich gezwungen sehen, heute noch dem gesamten Personal zu kündigen. Das Kaufmannsgericht verurteilte die Beklagie zur Zahlung des Gehalts für die Tage ihrer Erkrankung in Höhe von 99 M. und zivar nitt folgender Begründung: Die Frage, ob Z 03 des Handelsgesetzbuchs ausgeschlossen»verde» kann oder nickst, brauchte hier nicht geprüft zu werden, da die Vereinbarung der beklagten Firma mit dem Personal viel zu unilar abgefaßt ist. Der tz 03 bezieht sich«ur auf das gehken wegen Krankheit, während die Firma überhaupt jedes Fehlen, gleichviel aus welchem Grunde. in den Gehaltsausschluß einbezogen wissen wollte. Selbst wenn man es nur auf den Krankheitsfall bczicben wollte, so würde doch die Bereinbarung in diesem Falle gegen die guten Sitten verstoßen'. Euie Vereinbarung von so weittragender Bedeutung. wie sie der Auchchluß des tz 03 bedeutet, kann nicht während der Dienstzeit getroneu werden. Vor drm Dienstantritt, bczw. vor Vertragsschluß haben die Angestelltru die Möglichkeit, eine der- � �tclll,u8 �ssAunchmc», umsomchr, da der größte Teil » Ä � �.m" � uicht ausschließt. Setzt sich der An- gestcute durch d>e Weigerung, die neue Vertragsklausel zu unter- tchreibeii, der Kündigung aus. so hgt er auch cincu erhebliche» Mt&t'M» Skifeß ätz LMgitiLig. P OewerhfcbaftUcbeB. ©cbarftmcbcrboffnuncjcti. Der Berichterstatter des„Arbeitgeberverbandes Hamburg- Mtona", gleichzeitig Schriftleiter der„Deutschen Arbeitgeber- zeitung�' Freiherr v. Reiswitz hat in seinem jetzt er- schienenen Jahresbericht den Unternehmern die Notwendigkeit der gelben Gewerkschaften nochmals dringend ans Herz ge- legt. Die Gewerkschaften seien energischer zu bekänipfen. Wer das nicht tue, der toleriere die Arbeiterorganisationen, was zur Selbstvernichtung der Unternehmer hinauslaufen mutzte. Die Agitation der Gewerkschaften in den. Fabriken müsse unterbunden werden. Dann sei Vorsorge zu treffen, danüt bei den Arbeitgebern das Solidaritätsgefühl und die Opfer- Willigkeit mehr wie bisher einziehe. Die schwedischen Arbeit- geber seien hierin den Deutschen vorbildlich. An diese Mah- uungen knüpft v. Reiswitz noch folgendes: „Die völlige Pazifizierung des Arbeitsmarktcs scheitert nicht nur daran, datz die Sazialdemokratie, die sich die Vormundschait über die Arbeiterbewegung dank der Energielosigkeit weitester Kreise ungestraft anmahen durste, es ja gerade zwecks Förderung ihrer revolutionären Absichten auf die ständige Verschärfung der Klassen- gegeniätze im Volk abgesehen hat, sondern auch daran, daß die dem Koalitionswesen zugrunde liegende Idee in dem Verlangen gipfelt, der Gegenseite zwangsweise die Zugeständnisse abzunötigen, die man freiwillig zu leisten aus guten Gründen nicht geneigt und Wohl auch zum grotzen Teil gar nicht inistande ist."So haben wir denn mit der Verpflichtunsg zu rechnen, im Interesse der Prosperität der deutschen Gütererzeugung und damit im Interesse der nationalen Gejamtwohlfahrt die eigene Position derart zu stärken, datz lvir in der Lage sind, sachlich unberechtigte Forderungen der Arbeiterorganisationen wirksam zurückzu- weisen. Eine solche Gegenwehr ist in keiner Weise mit der Absicht zu identifizieren, die Gewerkschaftsbewegung, die nun einmal den Segen der Gesetzgebung erhalten hat. vollkontmen über den Haufen zu werfen. Sie dieut vielmehr einzig und allein dazu, das natur notwendige Gleichgewicht der Kräfte herbeizuführen. Wie die Dinge zurzeit liegen, ist dieses Gleichgewicht ohne Zweifel ganz empfindlich gestört; die Verleidigungsaklion des Unternehmertums ist eine zersplitterte und in dhnamischer Hinsicht ungleiche. Darum ist es unbedingt erforderlrch, datz die deutschen Arbeitgeber zu dem Entschlutz veranlatzt werden, ihre in Unordnung geratenen Reihen nach dem Vorbild der schwedischen Arbeitskollegen zu ordnen und zu e i n e m S ch l a g e auszuholen, der den Gegnern Achtung vor ihrer Geschlossenheit und Stärke abnötigt. Zu einem solchen Entscheidungskamps in u tz es früher oder später doch einnial kommen; j e eher und nachhaltiger er vorbereitet wird, desto ersprietzlicher wird er für alle Teile sein. Was alles als„sachlich unberechtigte Forderungen der Arbeiter" bei den Scharfmachenr angesehen wird, ist bekannt. Bei ihnen ist jede Forderung unberechtigt, soweit sie auf wirb schastliche Besserstellung der Arbeiter hinzielt. Gern möchte man jeden Kampf für diese Besserstellung verhindern, die Organisationen der Arbeiter mit Gewalt unterdrücken. Aber diese Organisationen sind nun einmal da, sind unbesiegbar und das beste Schutzkartell für die Bestrebungen der Arbeiterschaft. Die Unbesiegbarkeit der Gewerkschaften sehen auch die Scharfmacher ein und darum wollen sie sich auf den Versuch beschränken, ein„Gleichgewicht der Kräfte" herbeizuführen. Wie in Schweden soll zu einem General schlag ausgeholt werden, d. i. die allgemeine Aussperrung aller gewerkschaftlich organisierten Arbeiter. Dieser Schlag muh kommen, meint der im Scharfmacherfclde stehende Be richtcrstatter. Nun, er mag kommen, die deutschen Arbeiter werden den Scharfmachern schon zeigen, datz sie die General aussperrung nicht fürchten. Diese Aussperrung dürfte segens reiche Folgen für die scharfmacherischen Hetzer zeitigen; vor allem die, datz für sie die Bäume nicht in den Himmel wachsen werden. Nur lost_ Bettln und Umgegend. Der Streik bei der A. E.-G. hat auf Grundlage des gestern von uns kurz mitgeteilten Angebotes der Direktion sein Ende nicht erreicht. Die Streikenden, die sich gestern nachmittag wiederum bei Ballschmieder versammelt hatten, lehnten es beinahe einstinunig ab, unter jenen Bedingungen die Arbeit wieder aufzunehmen. Am Vormittag hatte nochmals eine Besprechung mit Direktor E l f e S stattgefunden, aber weitere Zu geständnisie nicht ergeben. Falls die Streikenden die Wiederaufnahme der Arbeit beschlietze» würden, sollten 400 sofort wieder eingestellt werden und alle anderen nach Bedarf, sobald Stellen frei werden. Auf weitere Verhandlungen wollte sich die Direktion nicht mehr ein- lassen.— Nachdem der Obmann Ulrich von der Subkommission über das Ergebnis der Verhandlungen berichtet hatte, folgte eine zeitweise sehr erregte Debatte, die über drei Stunden dauerte. Die geheime Abstimmung ergab sodann die Ablehnung des Angebots mit 976 gegen 52 Stimmen. Schlietzlich suchte man durch die folgende Resolution, die gegen wenige Stimmen angenommen wurde, Noch einen Weg der Verständigung zu bahnen: „Die streikenden Lager-, Packer-, HilfS- und Transportarbeiter der A. E.-G., Brunnenstratze, beschlietzen, datz sie den bisher von der Direktion gemachten Zugeständnissen nicht zustimmen können. Dagegen nimmt die Versammlung Kenntnis von der Zusicherung, die seinerzeit Herr Direktor Elses gemacht haben soll dahingehend, datz der bisherige Stundenlohn für alle um 2 Pf. aufgebessert wird und datz der Einstellungslohn von jetzt ab 42 Pf. betragen soll. Die Versammlung bedauert auf das tiefste, datz darüber ein Mitzvcrstündni-Z zutage getreten ist. und erklärt, datz es sonst zu einem Streik nicht gekommen Iväre. Sie beauftragt die Sub- kommission, dies Herrn Direktor Elses mitzuteilen, sowie datz die Streikenden gewillt sind, zu den obigen Bedinglmgcn die Arbeit aufzunehmen'. Gleichzeitig richtet sie an die Kollegen Metall- arbeiter die Bitte, strenge Solidarität zu üben und ihr Wort in die Wagschale zu werfen, datz uns diese Zugeständnisse seitens der Direktion erneut gemacht werden." Die Ncunerkommission wird nun versuchen, nochmals vorstellig zu werden, um der Direktion den Beschlutz der Versammlung mit- zuteilen._ Gin Tarifvertrag für die Tapezierer. Die Generalversammlung, die der Verband der Tapezierer zum Dienstagabend nach Freyers Festsälen, Koppenstratze, einberufen hatte, war autzerordentlich zahlreich besucht. Eine erneute Ab- stimmung über den am Sonntag, wie von uns berichtet, abgelehnten Tarifvertrag sollte vorgenommen werden. Z i tz e w i tz erläuterte die aus den Kommissionsberatungen hervorgegangenen Vorschläge und empfahl wiederum dringend die Annahme des Vertrages. Noch einmal wurde in langer Diskussion das Für und Wider erwogen, mit Heftigkeit platzten oft die Meinungen aufeinander. Auch Otto Wels, der schon zwei Tarifbcwegungen der Tapezierer geleitet hatte, hielt eine Ansprache und empfahl den Versammelten, aus Gründen der Klugheit und Taktik, dem Vertrage zuzustimmen.— Nach Mitternacht wurde das folgende Resultat einer geheimen Ab- stimmung verkündet: Von über 1666 abgegebenen Stimmen waren 669 für den Tarifvertrag, 489 gegen den Tarifvertrag und 7 oder 8 Stimmen waren ungültig. Die in der Dienstagnummer des „Vorsväris" bekanntgemachien Bedingungen sind also angenommen, und zwar für einen vierjährigen Vertrag. Achtung, Glasarbeiter! Der Betriebsleiter der Glasschleiferei und Harigla-werke in Mügeln lBezirk Dresden) sucht in Berlin Glasschleifer als Streikbrecher. Wir ersuchen die Kollegen, kein Arbeitsangebot nach dein genannten Orie anzunehmen. Verband der Glasarbeiter. Kutscheifftreik in Niedcr-Schöucwcide. Bei der Firma Fuhr- geschäft und Kohlenhandlung August S ch in i d t, Nieder-Schöneweide, Berliner Str. 20c, haben die Kutscher am Mittwoch früh einmütig die Arbeit niedergelegt. Die Firnia bewerkstelligt Fuhren für die in der dortigen Gegend befindlichen grotzen Fabriken, für de» Flugplatz sowie von und nach der Giiterbahn. Da es sich um schwere Trans- Porte handelt, ist die Arbeit dieser Kutscher eine Lutzerst anstrengende. Hinzu kommt noch, datz die Kutscher den ganzen Tag mit ihren Ge- spannen unterwegs sein müssen und daher nicht in der Lage sind, am Tage bei ihrer Familie eine warme Mahlzeit einnehmen zu können. Obgleich die meisten Kutscher schon jahrelang in dem Be- triebe tätig sind und zum Wohlstande des Unternehmers mit beigetragen haben, zahlte Herr Schmidt im Gegensatze zu anderen derartigen Betrieben einen sehr minimalen Lohn, 27 M. pro Woche, wovon noch die Versicherungsbeiträge in Abzug kamen. Die Kutscher, welche sämtlich Mitglieder des Transportarbeiier- Verbandes sind, stellten nunmehr vor 14 Tagen durch ihren Verband Forderungen. Durch ein Schreiben an die Vcrbandslcitung lietz Herr Schmidt erklären, datz er es ablehne, in Verhandlungen mit dieser einzutreten; er würde seinen Kutschern 1 M. pro Woche zu- legen, bannt sei für ihm die Sache erledigt. Hiermit waren die Kutscher nicht einverstanden; sie wünschten den üblichen Lohn für Kutscher von 36 M. pro Woche und 1 M. für das Füttern der Pferde an den Sonntagnachmittagen für den dujourhabenden Kutscher. Bei einer Verhandlung mit den Kutschern lehnte der Unter- nehmer jegliches weitere Zugeständnis ab. Darauf traten die Kutscher bereits am Dienstag früh in den Streik. Nach l'/z ständiger Dauer verhandelte dann der Unternehmer mit einem Vertreter des Verbandes und bewilligte die obige Forderung. Er erklärte sich weiter bereit, datz dies Zugeständnis auf die Dauer eines Jahres gelten solle, seitens des Verbandes schriftlich fixiert und dann von beiden Teilen unterschristlich anerkannt werden sollte. Als dann am Dienstagabend der Verbandsvertreter mit der schriftlichen Vereinbarung bei Herrn Schmidt erschien, verweigerte dieser die Unterschrift und erklärte,„datz er sich die Sache überlegt habe; er gebe den Strolchen, die bei ihm streikten, keine Unterschrift". Da sich die Kutscher durch dieses Benehmen beleidigt fühlten und auch weiter der Ueberzeugung sind, datz der Unternehmer nach kurzer Zeit den versprochenen Lohn nicht weiterzahlen werde, legten sie am Mittwoch früh die Arbeit abermals nieder. Der Betrieb ist gesperrt. Die Kutscher und Arbeiter Berlins werden gebeten, den Zuzug strengstens fernzuhalten. Deutfckes Reich. Die Bergherren bleiben überall dieselben! Der Verband der Bergarbeiter Deutschlands, der Gewerkverein christlicher Bergarbeiter und die polnische Berussvereinigung hatten an die Bezirksvorstände des Mitteldeulichen Brannkohlenbergbaus das Ersuchen gerichtet, einen am 15. April in Kraft tretenden Tarif zu genehmigen. Antwort war bis zum 12. April erbeten. Gestern haben die Grubenverwaltungen geantwortet, datz sie nur mit den gesetzlich be stinimten Vertretern derBelegschaflen verhandeln würden. Die Eigenart des mitteldeutschen Bergbaus schlietze die Anwendung eines Lohntarifes aus und verbiete Mindestlöhne im Gedinge nach dessen Bedingungen. Eure Verkürzung der Arbeitszeit sei gesundheitlich nicht not- wendig(!) und wirtschaftlich undurchführbar. Uebrr die Ursache deS Konfliktes mit den Buchdruckern veröffent licht unser Essener Parteiblatt eine Mitteilung, ans der sich er- gibt, datz es sich um belanglose Differenzen handett, die sich bei der Nenanstellung eines lechnischen Leile.rs ergaben.„Der neu ein- gestellte technische Leiter", schreibt unser Bruderorgan,„suchte sich in der Setzerei einen geeigneten Platz. Hiermit war das Personal nicht einverstanden, gab aber keine Erklärung ab, sondern verstellte, als der technische Leiter auf einige Augenblicke die Setzerei verlietz, besten Pult. Wegen dieses Vorgehens zur Rede gestellt, erklärte das Personal, eS wolle sich nicht ge fallen lasten, datz der Leiter diesen Platz behalte. Diese direkte Aufsicht sei unberechtigt. Als dem Verlangen, das Pult nach dem Willen des Personals zu stellen, nicht stattgegeben lourde, stellte das Personal die Arbeit ein. und verlangte, datz der technische Leiter seine» Platz anders wählen solle. Die Verband- lungen, welche hierauf eingeleitet wrirden, hatten folgendes Resultat: Der Arbeiteraussckiutz und der Gauverstand der Buchdrucker erklärten, datz daS Personal tariflich in keiner Weise berechtigt war, die Arbeit niederzulegen. Die Arbeit wurde dann auch ohne weitere« wieder aufgenommen. Das Personal wurde dann ersucht, einen Platz für den Leiter anzugeben, es erklärte aber, datz eS nunmehr kein Interesse mehr an der Sache habe."_ Hintze und die Leipziger Polizei. Unter dieser Ueberschrist berichtet die„Leipziger Volks- zeitung': Hintze, der bekannte Führer der Streikbrechergarde, hatte beim vorjährigen Streik der Reiseartikelsattler in Leipzig den bestreikten Firmen seine willigen Arbeitskräfte angeboten. Hintze war selbst ans dem Kampfplatz erschienen und lietz'schlietzlich den Namen eines vor der Kofferfabrik Saxonia in der Eilseiistratze stehenden Streik- Postens feststellen. Angeblich wegen Belästigung seiner schätzens- werten Persönlichkeit. Flugs warf sich auch die Polizei zum Retter des bedrohten Hintze aufj und schickte dem angeblichen Streiksünder einen Strasbefehl. Vier Tage Haft und 4,66 M. Kosten sollte er zahlen. Aber: manchesinal und überhaupt, kommt eS anders, als man glaubt. Der Sünder legte Berufung ein. Das Schöffengericht hatte schon einmal Termin angesetzt und Hintze freundlichst eingeladen, als Zeuge zu fungieren. Hintze aber erschien nicht, er war mittlerweile zum Militärdienst eingezogen worden, von dem er sich vorher gedrückt hatte. Er wurde deshalb kommissarisch in seiner Garnison Ratzeburg vernommen. Und da stellte sich heraus, datz Hintze unter seinem Eide die Behauptung, er sei be- lästigt worden, nicht aufrecht erhalten konnte. Daö wurde in dem Termin, der jetzt stattgefunden hat, festgestellt. Der zweite Zeuge, ein Schutzmann, konnte nur tagen, datz er den Namen des Streikpostens ai? Beranlasiung HintzeS notiert habe. Unter diesen Umständen konnte der Verteidiger Neu sogar auf die EntlastungSzengen verzichten. Das Gericht mutzte zur Frei» s p r e ch u n g kommen. Was hierbei interessiert, ist die Tatsache, datz die Leipziger Polizei, lediglich auf Veranlassung eines Menschen, der nur nnter dem Zwange des Eides die Wahrheit sagt, eine Slrafverfiigung er- lätzt, die sich hinterher als unhaltbar herausstellt. Das zeugt von einer ganz besonderen Objektivität gegenüber den Arbeitern. Zum Streik der Hafenarbeiter in Mannheim. Seit DienStag hat sich die Situation im Streikgebiete wesentlich verschärft. Dem Arbeitgeberverband ist es gelungen, ans Este n (Ruhr) etwa 466 Streikbrecher zusammenzusuchen. Das Menschen- Material ist dasselbe, wie bei anderen Gelegenheiten auch— halbwüchsige Burschen, notorische»nd gewabnhcttsinätzige Landstreicher und schlietzlich solche Leute, die ans Prinzip Streikbrnch verüben. Der vierte Teil dieser Garde ist bereits, als die Arbeit beginnen sollte, wieder ausgerückt. Diese zweifelhaften Elemente treiben sich jetzt ohne Subsistenzmittel in Mannheim Herum. Die Arbeitgeber verweigern jede Entschädigung und ebenso die Rück- beförderung nach Essen. Die Polizeibehörde und Armen- Verwaltung, an die sich die Leute in ihrer Mittellosigkeit gewandt haben, verw-isen sie an die sich im Streik befindende» Organisationen, die ihrerseits gar leine Ursache haben, Mittel jur diese Kadetten aufzuwenden.. � Die öffentliche Sicherheit Mannheims kann durch das ablehnende Verhalten der Behörden und des Arbeitgeberverbandes, der doch schlietzlich der allein Schuldige ist. arg gefährdet werden. Emrge von den fortgelaufenen Leuten sind, als sie ihre Effekten von dem Streikbrecherschiff holen wollten, von den Streilbrecheragenten ge- prügelt worden.. � Das Gewerbegericht bemüht sich, Verhandlungen herbeizufuhren; ob sich die Uilternehmer darauf cinlasien werden, mutz sick, die nächsten Tage ergeben. Da die Unternehmer sich weiter bemühen, Streikbrecher heranzuschaffen, ist dringend vor Zuzug nach dem Mannheimer Hafen zu warnen. ZflusUnck. Die britischen Gewerkschaften und die Zwangs« verficherung. London,?. April 1911. Von den Plänen der Regierung über die Kranken-, Invaliden« und Arbeitslosenversicherung, die in einigen Wochen dem Parlament unterbreitet werden sollen, sind erst wenige Einzelheiten bekannt. Man weiß aber, datz die mittelbaren Versicherungsorgane von den Unterstützungsgesellschaften(„Friendly Societies) und Gewerkschaften gebildet werden sollen. Vertreter dieser Organisationen wurden vor kurzem von dem Schatzkanzler zu einer Konferenz im Finanz- Ministerium eingeladen. Im Gewcrkschaftslager haben nun die Pläne der Regierung zu ernsten Bedenken Anlaß gegeben. Man befürchtet besonders, datz die Rolle, die den Gewerkschaften unter dem Versicherungssystem zugewiesen werden wird, ihre Selbständig- keit und ihren Kampfcharakter untergraben wird. Die Allgemeine Gewarkschaftsföderation(„General Federation osi Trade Unions) beriet diese Angelegenheit vor einigen Tagen und faßte nach langer Diskussion eine Resolution, in der die Einwände der Gewerkschaften gegen das vom Scbatzkanzler vorgeschlagene Versicherungssysteni an- geführt werden. In dieser Resolution heißt es: „Die Allgemeine Gewerksckaftssöderation bedauert die Hal» tung der Regierung, weil sie nicht öffentlich die beglaubigten Ver- treter der Gewerkschaften zur Mitarbeit an dem Entwurf ihrer Versicherungspläne herangezogen hat." Die Resolution spricht sick dann gegen� den Vorschlag aus, die Gelder für Kranken- und Arbeitslosenunterstützung von den übrigen Geldern der Gewerkschaften zu trennen. Das würde die Organi- satronen an der ganzen Entfaltung ihrer Kräfte hindern, sollte ihre Existenz durch einen Streik oder eine Aussperrung bedroht werden. Irgendein Plan, der den freiwilligen Charakter der gewerkschaft- lichen Organisation beschränke, die Einmischung der Regierung in die Geschäfte oder die Leitung der Geiverkschaften bringe oder die Möglichkeit vermehrter Rechtsstreitigkeiten enthalte, sei nicht an- nehmbar. Die Resolution mißbilligt serner den Vorschlag...von der administrativen Kontrolle irgendeiner der. geplanten Versiche» rungen diejenigen Gewerkickaften auszuschließen, die die einzigen Organisationen sind, die sißt vielen Jahren ordentliche und nicht zum Pauperismus führende Anstrengungen machen, die üblen Folgen des industriellen Systems zn lindern". � Blutvergießen in der Romagna. Rom, den 16. April.(Etz. Ver.) In Lugo in der Provinz Ravenna hat der schwere seit Monate» währende Kampf zwischen republikanischen und sozia- liftiscken Arbeitern schon wieder zu einem blutigen Konflikt geführt. Die sozialistischen Arbeiter hatten von der republikanischen Stadt« Verwaltung von Lugo die Vergebung öffentlicher Arbeilen gefordert und vom Bürgermeister die Antwort erhalten, daß er diese Arbeiten niemals de»„roten", sondern vielmehr den„gelben" Arbeitern geben würde. Die Folge war eine Protestversammlung der Sozialisten, bei der es zu einem Konflikt kam, in dein ein Republikaner durch einen Revolverichuß getötet wurde. Vier andere Arbeiter sind der« wundet. lieber die direkte Verantloortlichkeit an der Bluttat fehlen die Nachrichten. Die indirekte, moralische Verantwortlichkeit fällt zweifellos auf den Bürgermeister von Lugo. Der Ausstand der türkischen Tabakarbeiter breitet fich weiter aus. In Kawala haben 16 666 Arbeiter die Arbeit niedergelegt. Truppen sind in die gefährdeten Gebiete abgegangen. letzte Nachrlcbtcn. Zu der Winzerdebatte in der französischeu Kammer. Paris, 12. April.(W. T. B.) Jcmr�s forderte die Auf- rechterhaltung der Abgrenzung, bis wirksame Maßnahmen zur Unterdrückung der Fälschungen ergriffen seien. Monis erklärte eine von Dalimier eingebrachte Vertrauens-Tagcs» ordnung annehmm zu wollen. Der erste Teil der Tagesord- nung Dalimier. wonach die Kammer in Ruhe die Lösung der durch die Abgrenzungen aufeworfenen Fragen zu verfolgen beschließt und an die Vernunft: und das Vertrauen der Be- völkerung appelliert, wurde niit 542 gegen 7 Stimmen cm- genommeil, der zweite Teil, der der Regierung das Ver- trauen ausspricht, mit 323 gegen 97 Stimmen, der Rest, der die Erklärungen der Regierung billigt und jeden weiteren Zusatz ablehnt, mit 328 gegen 138 Stimmen. Schließlich wurde die Tagesordnung im ganzen in einfacher Abstim- mung angenommen!.(Siche auch Artikel.) 7999 Textilarbeiter ausgesperrt. München, 12. April.(H. B.) Wie die..Münchener Post" meldet, werden am morgigen Tage sämtliche Spinnereien in Hof ihre Betriebe schließen, so daß etwa 7666 Textilarbeiter von der Aussperrung betroffen sind._ Von London nach Paris mittels Eindecker. Paris. 12. April.(W. T. B.) Der Flieger Prie. der heute in London zu einem Fluge nach Paris aufgestiegen war, ist. ohne Zwischenlandung vorgenommen zu haben, heute nachmittag mit seinem Eindecker in JssY-Ics-moultneux gelandet. Erdbeben in Belgien. Brüssel, 12. April.(W. T. B.) Heute abend wurden in MonS, JemappeS. Ouaregnon, St. Ghislain, Boussu und Dour lang an- haltende Erderschütterungen, die mit unterirdischem Geräusch ver- bunden waren, verspürt. In mehreren Häusern wurden Gegen- stände infolge dcS Bebens umgelvorfen. Zum Bankerott der Earneglk-Trustgesellschaft- New U-rk, 12. April.(W. T. B.) Als ein Nachspiel de» Bankrotts der Carnegic-Trustgesellschaft ist das Perfahren wegen Bankrotts gegen den Präsidenien W. I. Cummins, sowie gegen die Direktoren C. A. Moore und M. I. Condon eingeleitet worden. Bei Cummins betragen die Passiva 5 Millionen, die Aktiva 466 666 Dollars. Bei Moore die Pchsiva 2 Millionen, die Aktiva 166 666 Dollars und bei Condon die Passiva OYt Millionen, die Aktiva 566 660 Dollars. Lerantw. Redakteur: Albert Wachs, Berlin. J» jeratenteil verqntw.: Th. Glocke, Berlin. Druck u. Verlag: Vorwärts Buchdr. w Verlagsanstalt Paul Singer S- Co., Berlin SW. Hierzu 3 Beilage» u. Unterhaltungsbl. f Nr. 88. 28. Jahrgang. l. KHm des Jotraitls" Kerl« KcksdlM. iPciiiiftäfug, 13. Jiitil 191L Verlegung des Parteibureaus. Parteigenossen l Das Bureau des Parteivorstandes der sozialdemokratischen Partei Deutschlands befindet sich vom heutigen Tage ab im Hause Lindenstraße 3. Sämtliche für den Parteivorstand bestimmten Zu- fchriften und Drucksachen sind an die Adresse: W. Pfannkuch, Berlin VW. 68, L i n d e n st r. 3, 1. Hof, IV. Etage zu richten. Alle Geldsendungen sind nur an den Parteikassiercr A. Gerisch, Berlin LW. 68, Linden st raße 3, 1. H o s. IV. E t a g e zu adressieren. Berlin, den 12. April 1911. _ Der Parteivorstand. Quittung. Im Monat März gingen bei dem Unterzeichneten folgende Parteibeiträge ein: Abaus-Steinfurt, 3. u. 4. Ou. 1910 38,18; Argentinien, Hennig 6,—; Berlin, Grob-, a konto seiner 8 Wahlkreise 20 000,—,(darunter: 6. Kreis, 2. Abt., Blumenthal 2,—, B. Kreis, 2. Abt., Blumenthal 2,—, Onkel 3,—, Zum Wahlfonds, an Stelle des Märzkranzes, von Kollegen und Kolleginnen der Firma Peek u. Cloppenburg, Kottbuier Damm 67.60, Bei der Frauenversammlung bei Happoldt am 19. März durch Verkauf von Nelken 12,—, Möbelfabrik H. A. Scbnlz, Boxhagener Str. 29 22,30, Schöbe! 1,—, Kollegen der Firma Joh. Gudtmann 43,—, Geburtstagsfeier bei Krugmann 2,16, Kollegen der Firma F. G. Dittmann, statt Märzkranz 29,60. Kollegen der Firma Schubert u. Werth statt Märzkranz, durch Skubella 16,90, Kollegen der Firma Lange u. Gutzeit 10,16, Werstatt v. Kaune 8,—, Ueber schufc der Kranzspende von den Arbeitern der Firma Stock (Motorpslug) 9,—, Breuer 100,—, Boeker 20,—, Heinrich Schätz 6,—. Weihnachtsfeier, Bezirke d. 10. Abt. 13,70, Zur Reiibs- tagswahl(statt Märzkranz) von den Kollegen der Firma Deutsche Maschinenbetriebs-Gesellsch. 23,26, Kranzüberscbuh d. Bachmann 2,60, Ueberschutz v. Märzkranz des Neubaues Gerichtsir. 27 9,60. Für den Wahlkampf v. d. Kollegen der Argusmotoren-Gesellsch. 26,—, Ueber- schub der Kranzspende d. Firma Dr. Levy durch Gen. Günther 36,80, Ueberschuh einer Kranzspende d. Gen. Roschek 6,20, Ungenannt zum Wahlfonds 6,—. Für die Rcichstagswahl(statt Märzkranz) Weber u. Hampe durch Haase 46,86, Märzkranzüberschntz der Gasmesser� fabrik S. Elster 9,—, Munition z. Wahlkampf die Arbeiter d. Firma F. F. Schulze 34,90, Bezirk 496/96 6,60, Bezirk 479/80 49.— Höppner 2,—, Kranzüberschub v. d. Arbeitern d. Anhaltischen Maschinenfabrik 30,—, Von d. Gen. Martens d. Stuttfeld 10,—, Ueberschub v. März- kränz der Finna Max Hasse u. Co. 17,20, A. B. Mister 1.—. März kranzsamnilung der Firina M. Levy durch G. Wolf 47,40, Bezirk 720 3,20, Märzkranzüberschub der Arbeiter von Flohr 46,66, Märzkranzüberschub von Breest u. Co. 18,66, Märzkranzüberschub der Arbeiter von Sentker durch Ziegler 13,86, Ueberschub vom März kränz der Koll. von Keyling u. Thomas 67,—. Kranzüberschnh für den Gen. Singe» vom Gesamtpersonal der Hofbuchdruckcrei Sitten- seid 8,76. Kranzüberschnb für den Gen. Singer von der Sektion der Stockarbciter. Berlin 69,—. Pardemann 17,70. Die Monteure der Privat-Telephongesellschaft, anstatt eines Märzkranzes 14,06. Kranzüberschub der Firma I. Schuchhardt durch W. Krasiewicz 24,—. Kranzübersch. d. Koll. d. Berl. Motorwagenfabrik durch N. Tholl 14,—. Sechserkasse Bezirk 327, Teil I, 4. Kreis 10,—. Arbeiter der Firma Spitz u. Co.. Abt. Strümp, an Stelle eines Märzkranzcs 10,60. Kranzüberschub von Singer, D.-G.-A. Auergesellschaft 143,66. Von den freiorganisiertern Arbeitern der Firma Bernhard Joseph(Kranz- Überschuh) 39,25. Gesammelt von den Kollegen der Firma Sommer- seid, Malitzstr. 33, statt Märzkranz 24,66. Gutenberg 30,10. Orga- nisierte Schneider u. Schneiderinnen der Firma V. Manheimer, Kranziiberschuh von Singer 9,60. Kranzüberüberschuh von Seidel u. Co. 2,76. Kranzüberschub der Deutschen Waffen- u. Munition« fabrik Wittenau 218,60. Kranzüberschub Magnesiawerke Weihensee 6,60. Kranzspende für die Märzgefallenen von den Arbeiter» der Firma Horn, Weihensee 12,86. Von den Kollegen der Ber- liner Motorwagenfabrik Reinickendorf, Ueberschub des März- kranzes 10,26. Sammlung zur Kranzspende für die März kleines Feuilleton. Musikalische Schundliteratur. Auf fcem Musikpädagogischen Kongreß, der dieser Tage in Berlin stattfand, sprach Musiklehrcr Anton Penkert über die Bekämpfung der musitalischen Schund- literatur. Er hob hervor, daß seit langem in musikalisch gebildeten Kreisen ein stiller Unmut gegen die musikalische«Schundliteratur herrsche, daß man sich aber jetzt zu ernstem Kampf rüste. Man müsse sich auf diesem Gebiet die Jugendschriften-Betvegung zum Vorbild nehmen. Die nrusikalische Schundliteratur schädige nicht bloß Spieler und Hörer, sondern auch Kompoiiistcn und Verleger. Geist, Gemüt und Wille kommen bei Hörern und Spielern zu kurz. Man- cher Komponist, der heute Schundliteratur treibt, wäre bei einiger Selbstzucht etwas Tüchtiges geworden. Komponisten, die heute in aller Munde sind, wie Lincke, Lehar und Oskar Strauß, sind musi- kalisch entschieden begabte Menschen, die nur in musikalisch falsche Bahnen gekommen sind(oder besser: sehr viel Geld verdienen wollen. Die Red.). Besonders lebhaft tadelt der Vortragende, daß die ernsthafte Kritik sich fast gar nicht mit der leichten Musik de- schäftige. Man sage da meist, daß es sich wohl nur um Eintags- fliegen handle, übersehe aber, daß das Einzelne wohl vergehe, daß aber die Richtung bleibe. Wie das Arbeitsleben, so muß auch das Genußleben veredelt werden. Leichte Musik wollen wir durchaus nicht ausrotten, aber sie soll sich in einer Linie mit der großen Kunst bewegen, zu der sie hinzuführen hat. Bei der Musik müssen auch die Texte und Ueberschristen sebr beachtet werden. Es ist un- glaublich, welche geschmacklosen Texte gedruckt werden. Zur Be- kämpfung dieser inusikalischen Schundliteratur wurden u. a. Ar- beitsausschüsse, öffentliche volkstümliche Abende, Herausgabe billi- ger guter Ausgaben. Gründung von Volksmusikbibliotheken emp- sizhlen. So sehr die an der musikalischen Schundliteratur geübte Kritik berechtigt und ihre Bekämpfung begrüßenswert ist, so ist doch nicht zu verkennen, daß man auf dem Kongresse nur die Symptome dieser Krankheit sah. Das Uebel sitzt aber tiefer. In einer Ga- sellschaft, die alles zur Ware macht, laust gerade die populärste aller Künste, die Musik, am meisten Gefahr, zum Spekulationsobjekt zu werden. Der ewige Jude. Die Osterwoche, in deren kurze Spanne die christliche Mythologie sämtliche Akte der Christustragöbie hiwein- webt, bringt auch die sagcnlchfte Gestalt des Ahasverus in Er- inncrung. Gaston Paris weist in einer eingehenden Monographie nach, daß sie keincsivegs in allen christlichen Ländern bodenständig, sondern, daß sie überhaupt erst ein Produkt des späten Mittel- alters ist. Die Evangelien berichten zwar vom Simon von kyrene, der Christus das Kreuz nachträgt, wissen aber kein Wort von dem Jerusalemer Schuster Ahasverus zu erzählen-, der den auf seinem Leidensveg ausruhenden Heiland mit dem Leisten von seinem Haus gefallenen v. d. Arbeitern der Firma Schwartzkopff(Wildau) 62,10. Ueberschub von der Kranzspende deZ Gen. Singer vom 1. Bezirk des Deutschen MetallarbeiterverbandeS Berlin durch A. Pfannenbecker 100.—. Immer Ebbe 4,20. Märzkranzüberschub von den Arbeitern der Daimlcr-Motorcn-Gesellsch. Maricnfelde bei Berlin 117,40. Von den Arbeitern der Firma Eckert, Lichtenberg, durch Radke 68,70. Ueberschub vom Singerkranz N.-A.-G. Auto 164.15, Niels Werke 36,—(darunter Modelltischler 7,75). Kabelwerk Oberspree 332,60, Jürst u. Co., Adlershof 4,75, Sa. 537,60. An Stelle des Märzkranzes f. d. kommende Reichstagswahl von dem Personal der Gießerei Butzke u. Co. 8,55. Ueberschub vom Märzkranz vom Hilfspersonal der.Berliner Morgenpost' 27,40. Ueberschub von der Kranz- spende der Märzgefallenen von Gebauer, Maschinenfabrik 22.70.) Berlin, div. Beiträge: Arbeiter der Bergmann-Werke, Abt. Glüh- lampen 2,—; Kranzübersch. d. Firma Melich, Sophienstr. 21 21,36; Kranzübersch. d. Arbtr. d. Knorrbremse 3,60; für die Eroberung Mitte Berlin, Akademikus 20,—; Kranzübersch. v. Arb. u. Arbeiter. d. Firma C. P. Goerz. Friedenau 261,80; Arb. d. medic. Waren- Hauses 37,25; Knabe 3,—; Kranzübersch. Arb. d. Firma Gebr. Siemens 23,35; Kranzübersch. Arb. d. Brauerei Oswald 4,45; Berliner Städtische Angestellte 30,—; v. d. organisierten Brauerei- u. Mllhlcnarbeitern Berlins für 1910 u. 1. Ou. 1911 75,—; Kranz- Überschuß d. Koll. u. Kolleginnen d. General-Coniposing-Company 64,90; Kranzüberschub v. Gießerei der deutschen Niles-Werke, Ober-Schöneweide 13,60; Dr. L. A. für März 100,—; Kranz- übersch. v. d. Verbandsmitgl. d. Buchdr. Büxenstein 7,—; Arb. u. Arbeiter, der Firma Mix u. Genest, Schöneberg 92,46; Machetes 10,—; Beitrag von einem nicht genannt sein wollenden alten Genossen d. F. Wilke 6,—; Koll. der Firma Karl Otto Nachf., Friedenau, Bennigsenstr. 16,66; Hans Henze, Uebersch. v. d. Silberhochz. 9,90; Buchdr. d. Deutsch. Verlags, Uebersch. v. d. Kranzsp. 2,—; Kranzübersch. v. d. Arb. der Firma I. W. Utermöhle, Gr. Frankfurter Str. 137 6,80; Kranz- übersch. v. d. Arb. u. Arbeiter, der A.-G. für Gasglüh- licht, Gubener Str. 47 11,30; Zigarettenarbtr. u. deren ge- werbl. Hilfsarbeiter, Uebersch. d. Kranzsp. für Märzgefallene 60.—; Kranzübersch. v. 18. März v. d. Arbeitern d. Betriebswerkstatt d. Hochbahn. Warschauer Straße 10,60; Munition f. d. Reichstags- wähl, ges. v. d. Koll. d. Firma Magnet, Weibensee 24,45; Arb. d. Flaschenbierniederlage Roland, an Stelle d. Kranzsp. z. 18. März 13,50; Kranzübersch. v. 18. März, Arb. u. Arbeiterinnen d. Firma Mix u. Genesi 79,15; org. Gen. d. Tourist.- Autowerke Tempelhof, an Stelle eines Kranzes f. Märzgefallene 9,30; A. G., Abt. Leh- mann. Uebersch. v. d. Groschenkasse 14,60; Kolleg, d. Firma B. Wröschner, statt Märzkranz 10.—; Arb. d. Firma Zeidler u. Reniack, statt Märzkranz 12,50; Kranzübersch. v. 18. März von Arb. d. Friedrichshagener Genossensch.- Brauer. 4,90; Kranz- sibersch. d. Arb. d. Gasanstalt Müllerstraße 7,85; Arb. des Medizin. Warenhauses, an Stelle eines Märzkranzes 13,75; Die Kontobncharb. v. Wedding 6,—; Arb. d. Firma Friedrich Stein- rück 18,—; Kranzübersch. v. d. klassenbewußten Arbeitern d. Firma H. Tietz, Leipzigerstraße 6,—; Arb. d. deutsch. Post-Eisenbahn-Ber- kehrswesen A.-G., Urbanstr. 100 64,30; Kranzübersch. d. Koll. d. Maschinenfabrik Frister u. Roßmann 32,05; aus d. Sechferkasfe d. Koll. d. Firma Kayser, Monumentenstr. 16 12,—; Kranzübersch. v. Fabrikaro.-Verb. d. Bez. Weißensee 8,30; Kranzübersch. v. 18. März v. d. org. Arb. d. Schultheiß-Braiierci Niederschöneweide Abt. IV 21,90; T. Müller, Wahlfonds 1912 2,—; Kranzübersch.(Singer) v. d. Arb. d. Firma Hasse u. Wrede, Maschin.-Fabr. 18,90; Kranzübersch. v. d. Arb. d. Firma O. Lachmann 25,60; Kranzübersch. v. 13. März V.Arb. der Finna Hasse u. Wrede, Maschinenfabr. 14,85; Kranzübersch. v. d. Arb. der Firma R. Frister, Ober-Schöneweide 12,15; Kranz- übersch. der Firma H. Lehmann u. Co., A.-G., Reinickendorf, Ab. I 3,16; Uebersch. d. Samml. f. Märzkr. v. Koll. der Firma Kanzler, Schreibm. A.-G-, Hollmannstr. 36 9,86; Täschnerwerkstube I. Demuth 6.—; Dr. S. W. 10.—; W. Z. 60.—; A. B. 50.—; M. W. 2.—; Böblingen. 4. württ. R.-W.-K., 4. Ou. 10 198,20; Brandenburg, Wahlkreisbeitrag 765,48; Beuthen, Agit.- Bez. Obcrschlesien 4. Qu. 10, Wahlkreise: Kreuzburg- Rosenberg 4,30; Oppeln 8,28; Cosel- Gr.- Strehlitz 14,63; Lublinitz- Gleiwitz 15,—; Beuthen- Tarnowitz 88,01; Kattowiy- Zabrze 69,33; Pleb- Rybnik 7,73; Ratibor 19,60; Leobschütz 9.80; Sa. 236,63; Bern, P. L. 60,—; Bremen, Restbeitr. v. 3. u. 4. Qu. 10 1400,78; Boizenburg, 1. meckl. R.-W.-K., 122,90; Cöln a. Rh., Reg.-W. 20,- Dortmund-Hörde, 4. Ou. 10 1045,80; Dresden, 4. sächs. R.-W.-K., 2. Rate v. Jahresbeitr. 1500,—; Delmenhorst, 3. old. R.-W.-K., 4. Ou. 10 101,20, darunter: Delmenhorst 36,60; Stenum 20,60; Ganderkesee 27,—; Lemwerder 17,—; Esienach, 2. Rate für 1909/10 100,—; Falkenberg, O. S., A. L. 3,60; Frankfurt a. M., H. F. 6.—; Göppingen, 10. württ. R.-W.-K., 369,27; Görlitzer Agit.-Bez., 4. Ou. 10, Wahlkreise: Grllnberg-Freystadt 105,96; Sagau(davon 6M. von A.L.) 92,28; Glogau lb.—; Lüben-Bunzlau 90,48; Löwew forttreibt, worauf Christus ihm entgegnet haben soll:„Ich werde ruhen, Du aber sollst wandern bis ich wiederkomme", d. h. also bis zum Tage des letzten Gerichts. Wahrscheinlich ist die Sage nichts als ein literarisches Produkt, das an die Stelle im legten Kapitel des JohannisevangeliumS an- knüpft, aus der die Frühchristen folgerten, daß dieser Apostel ein ewiges Leben habe, und sich mit der weiteren Legende vermischt, nach der der Kriegsknecht Malchus, der als Türhüter des Kaiphas Christus schlägt, zur Strafe dafür ewig unter der Erde um die Säule laufen muß, an die Christus gebunden wurde. Das Leben bis zur Auferstehung, das für Johannes zur hohen Auszeichnung wird, bedeutet also für den, der an Christus lieblos gehandelt hat, in seiner Hoffnuirgslosigkeit schon eine furchtbare Qual bei Leb- zeiten auf Erden. Das erste schriftliche Zeugnis über die AhaSverussage findet sich bei dem im Jahre 1237 gestorbenen englischen Chronisten von Wendover, der berichtet, ein im Jahre 1228 in England reisender armenischer Bischof habe erzählt, daß der Türhüter des Kaiphas jetzt nach seiner Taufe unter dem Namen Joseph als heiliger Ein- siedlcr in den Bergen Armeniens lebe und auf Vergebung für den Schlag hoffe. Sehr bald machten sich Hochstapler die Mär vom ewigen Juden zunutze, um auf Kosten von Leichtgläubigen ein be- quemes Wanderleben kreuz und quer durch die Lande zu führen. Im Jahre 1267 taucht in Forli ein Schwindler auf, von dem der um 1300 verstorbene Astrolog Guido Bonatti erzählt, daß er sich als den bekannt habe, der Christus den Schlag versetzt habe. Un- gefähr um dieselbe Zeit wird der ewige Jude auch in Flandern, in der Bretagne und an anderen Orten gesehen, und im Jahre 1542 will der Student der Theologie Paulus von Eitzen, der später Bischof von Schleswig wurde, den ewigen Juden in Hamburg ge- sehen haben, wie er während der Predigt barfuß der Kanzel gegenüberstand. Den Bericht, den er darüber später seinen Schülern erstattete, ließ einer von ihnen 1564 buchhändlerisch verlegen, und diese Broschüre bildet die Grundlage des 1602 erschienenen Volks- buchcs vom ewigen Juden, das dann in die Simrocksche Sammlung deutscher Volksbücher übergegangen ist, und zur Verbreitung der Sage beigetragen hat. Dazu komnit dann noch die Sage, daß er zum schlotternden Greise geworden, alle hundert Jahre in eine schwere Krankheit verfällt, aus der er sich zu weiterem, hundert- zährigem Leben verjüngt. Mit dem aus dem Jahre 1774 stammen- den Fragment Goethes, der den ewigen Juden zum Helden eines großen Epos machen wollt«, beginnt dann die moderne Periode der literarischen Bearbeitungen des Stoffes. Humor und Satire. Frühlingszeichen. Ist der holde Lenz erschienen? Südlich kam er längst in« Lot. Drum nach Korfu, statt Kabinen, Blickt erfrischt der Patriot. berg 18,—; Görlitz-Lauban 462,56; Rothenburg 138,10; Sa. 923,33; Heiligcnstadt-Worbis, 4. Ou. 10 6,60; Hamburg I. R-W.-K. 3000,—; Hamburg II. R.-W.-K. 5000,—; Hamburg III. R.-W.-K. 16 000,—; Kattowitz, Beitrag der P. P. S. v. 4. Qu. 10 232.2a darunter: Kattowitz-Zabrze 88,94; Bemhen-Tarnowitz 53,15; Leipzig, 12. sächs. R.-W.-K. a konto 500.—; Limmer, 9. Hann. R.-W.-K.. 3. u. 4. Ou. 10 882,85; Ludwigshafen. Gau Pfalz. 4. Ou. 10. Wahlkreise: Ludwigs- Hafen-Speyer 310,55; Nenstadt-Laiidau 201,58; Germersheim-Berg- zabern 41,74; Pirmasens- Zweibrücken 174,10; Homburg 49,20; Kaiserslautern 146,58; Sa. 1422,76; Melle, 6. Hann. R.-W.-K. 3. u. 4. Ou. 10 45,14; Nordhausen, Grafsch. Hohenstein, 3. u. 4. Ou. 10 194,65; Nürnberg. Gau Nordbayern. 4. Ou. 10, Wahlkreise:«mberg 41,64; Neumarkt i. O. 10,68; Neustadt a. W. N. 66.14; Hof a. S. 283,24; Bayreuth 352,66; Forchheim 87,90; Kronach 103,30; Bam- berg 112,71; Nürnberg 3178,90; Erlangen 908,56; Ansbach 256,12; Eichstätt 22,20; Diukelsbühl 39,84; Rothenburg a. T. 22.66; Kitzingen 25,08; Neustadl a. Saale 41,79; Schweinfurt 196.30; Würzburg 287,42; Aschaffenburg 132,38; Lohr 26,88; Sa. 6183,30; Niederzwönitz, 19. sächs. R.-W.-Kr., a konto 500,—; Neustadt i. Holst. 4. Qu. 10 69.—; Pottschappel, 6. sächs. R.-W.-Kr., a konto 3000,—; Rastatt, 8. bad. R.-W.-Kr.. 4. Ou. 10 61.93; Reinickendorf, v. d. Koll. d. Firma F. u. M. Lautenschläger, II. Betrieb, an Stelle eine« Märzkranzcs 18,40; Spandau, O. W. Musterwerkstatt 6.—; Schräm» berg, 8. württemb. R.-W.-Kr., 4. Ou. 10 76,72; Stettin, Agit.-Bez. Pommern, 4. Ou. 10,—, Wahlkreise: Stettin 354,42; Randow- Greifenhagen 604,59; Greisswald-Grimmen 85,89; Stralsund- Rügen 145,71; Anklam-Demmin 18,30; Kolberg-KöSlin 68,36; Stolp-Lauenburg 15,48; Naugard-Regenwalde 11,10; Pyritz-Saatzig 13,44; Greifenberg-Kammin 12,—; Neustettin 8,10; Dramburg- Schivelbein 6,—; Bütow-Schlawe 6,—; Sa. 1339,38. Sachsen- Meiningen, Landesorganisation. 4. Ou. 10, Wahlkreise: Meiningen I 39,72; Meiningen II 405,25; Sa. 444,97. Wanzleben, 4. Ou. 10 300,—; Wüstenbrand b. Chemnitz, Arthur Schneider 0,65. Berlin, den 12. April 1911. Für den Parteivorstand: I.V.: Fr. EBert, Lindenstr. M. Stadtverordneten- Versammlung. 16.(außerordentliche) Sitzung vom M ittwoch� 12. April, nachmittags 6 Uhr. Vorsteher Michelct eröffnet die sehr mäßig besuchte Sitzung nach 5'Ä Uhr. Zur Verbreiterung der Landsberger Straße, zwischen Katharincnstraße und Alexanderplatz, sind noch Flächen von den Grundstücken 50 und 52/53 erforderlich. Der Magistrat will den Erwerb im Wege des Enteignungsverfahrens betreiben. In einer weiteren Vorlage wird beantragt, für die Landsberger Straße vom Alexanderplatz bis zum Büschingsplatz eine Breite von 24 Meter festzusetzen und demgemäß neue Fluchtlinien zu beschließen. Die erstere Vorlage wird ohne Debatte angenommen. Zur Regulierung der verlängerten Rigaer und der Petten- koferstraße will der Magistrat das Gntndsck�e Grundstück für 120 000 Mark freihändig, die vom Genslcrschen Grundstück erforderlicher» 162 Quadratmeter dagegen im Enteignungsverfahren erwerben. Auch diese Vorlage gelangt ohne Diskussion zur Annahme. Die Beschlüsse des Pflasterausschusses, an denen in der Sitzung vom 22. d. M. Stadtv. Ewald scharfe Kritik übte, hat heute der Ausschußvorsitzende, Stadtv. Gericke(Fr. Frl, zu der- treten. Er sucht den Beweis zu führen, daß die Verbesserung des Berliner Pflasters in den 10 letzten Jahren großartige Fortschritte gemacht hat, daß Berlin jetzt 6)4 Millionen Qriadratmeter erst» klafsiges Pflaster hat, davon 3 Millionen Asphaltpflaster; und daß die an den Magistratsvorschlägen vorgenommenen Streichungen durchweg Straßen betreffen, die noch brauchbares Pflaster auf» weisen bezw. einen Aufschub der UmPflasterung noch gut vertragen können. Eine Diskussion wird nicht beliebt, die AuLschußbeschlüsse werden von der Versammlung gutgeheißen. Vom 1. April d. I. ab soll die Amtsbezeichnung„Stadt» bauinspektor" verschwinden und dem„Stadtbaumeister" Platz machen. Der zur Prüfung dieser Neuerung eingesetzte Ausschuß ist damit einverstanden, wünscht aber, daß das Aufrücken in M a- g ist ra t sba u ra t s stellen den Stadtbaumeistern schon 8(nicht, wie der Magistrat vorschlägt, 12) Jahre nach ihrer Anstellung er- möglicht werden soll. Außerdem ist auch die neue Gehaltsordnung (5400—8600 M.) gebilligt und schließlich der Wunsch ausgesprochen worden, daß diese Reform, soweit tunlich, bei sämtlichen akademisch gebildeten Werksbeamten durck?geführt werden soll. Die Versammlung beschließt ohne Debatte nach des Lu>« fchußanträgen._ Reichstag, Landtag, alle beide Schlössen fest die Bude zu. Ochs und Schaf spaziert zur Weide Und der Mensch zum Rendezvous. Die Normaluhr geht genauer, Weil sie meist der Treffpunkt ist. Friedlich häuft der Januschauer Jetzt auf eignem Grunde Mist. Bethmann, bei der Osterfeier, Findet, vor Entzücken steif, Hinterm Ofen Kiebitzeier— Und er fühlt sich Bismarck-reif. Staare trafen ein in Masse, Ihr Gezwitscher füllt die Stadt. Oertel selbst entsagt dem Hasse, Träumend von Marienbad. Ueber HerrmannS Grab schon leise Wächst nun GraS als grüne Zier. Schutzmannsleute, dutzendweise, Wandern heimlich zum Barbier. Wie sie glattgeschoren blinken 1 Ja, der Lenz macht wieder jung. Mag im Staat auch manches stinken: Wem verschlägt's? Der Staat braucht Dung s' l _ Michel. Notizen. — K u t t c n k r i t i k. Die jüngste Berlisier literarische Sensation ist ein Franziskanerpater, der in Kutte und Tonsur allen literarischen Ereignissen beiwohnt. Besagter Pater, den die bajuwarische Natur mit einem erfreulichen Bäuchlein ausgestattet hat, fängt jetzt auch an, den Söhnen Aarons literarische Vor« lesungen zu halten. Durch diesen entgegenkommenden Snobismus verführt, hat er jetzt den Berlinern, die überall dabei sein müssen, enthüllt, daß Schönherrs Drama„Glaube und Heimat" eine Sensation, ein Tendenzwerk und— eine Entlehnung sei. Wir meinen, daß diese Charakteristik(bis auf die letzte) vor allem für diese Kuttenkritik zutrifft. — Eine internationale Ausstellung für Buch- ge werbe und Graphik will der deutsche Buchgewerbeverein 1914 in Leipzig veranstalten. Als abgekürzter Titel wird das scheußliche Wort„Bugra" dafür verwendet. Schauspielerstiftung Im Betrage von 100 000 M. zugunsten hilfsbedürftiger Schauspieler hat der kürzlich gestorbene Nestor der deutschen Bühne, Friedrich Haase, testamm- tarisch errichtet, Der Zentralvircm für Arbritsnachwelfe zü Serlin beabsichtig! fm?lnschluh an die Bestimmungen des Etellenvermittlergesetzeö «ine beträchtliche Erweiterung seiner Einrichtungen, und zwar durch Errichtung eines paritätischen Arbeitsnachweises für das gesamte Gastwirtsgewerbe, durch Erweiterung des paritätischen HolzgewcrbearbcitsnachweiscS und durch Ausbau des Tienstboten- Nachweises. Es ist dafür ein Neubau auf dem Grundstück der Lan- desverjicherungsanstalt Berlin in Aussicht genommen, das von dieser dein Zentralverein gegen einen mäßigen Mietzins zur Ver- fügung gestellt werden kann. Für den Grundstücks- bezw. den Mietzins soll nach einem Vorschlage des Magistrats die Stadt bis zur Sähe von jährlich 20 000 M. die Haftung übernehmen. Die Magistraisvorlage wird ohne Debatte genehmig t. Den Mitgliedern des vom 30. August bis 2. September 1911 in Berlin tagenden 3. Internationalen Laryngo-Rhino- löge n»Kon grosses soll ein festlicher Empfang im Rathause angeboten werden. 8000 M. stellt die Versammlung vnzu zur Verfügung. Die Beratungen der gemischten Deputation für den Antrag Dr. Gelpcke wegen Errichtung besonderer Abteilungen für zahlende Kranke in den städtischen Krankenhäusern haben zu dem Magi- stratsoorschlag geführt, eine solche besondere Abteilung(2. Verpfle gungsklasse) von etwa K0 Betten für innerlich und äußerlich Kranke beim Krankenhaus Moabit zu errichten. Der tägliche Verpflegung� sah soll 6,50 M. betragen, wovon dem behandelnden Arzte 1,50 M. pro Kopf und Tag zufallen. Für größere Operationen wird be- sonders— bis 100 M.— liquidiert, ebenso besondere spezialistische Leistungeii nach mäßigen Sätzen besonders. Die Kranlenstatwnen der 2. Klasse sollen nur Angehörigen des Mittelstandes dienen, welche höhere Beträge ohne Gefährdung ihrer wirtschaftlichen Lage zu leisten nicht imstande sind. Ob die betr. Voraussetzungen voo liegen, entscheidet der Magistrat. Stadtv. Dr. Wehlf«4n eZ hTchi möglich ist, Im Privatkrankenhause oder im Sanatorium Heilung zu finden, ivenn sie sich nicht wirtschaftlich ruinieren wollen.(Lebhafte Zustim- mung.) Ada» könnte diesem Kreise sagen:„Geht dock» ins Krankenhaus!" Fast überall sind solche Einrichtungen getroffen, nicht nur in Berlin, in zahlreichen Krankenhäusern, wie Bethanien, Lazarus usw., sondern auch fast in allen Städten, wo städtische Kranken- bäuser vorhanden sind, so in zahlreichen Vororten, aber auch in Bremen, Düsseldorf, Frankfurt, Hamburg usw. usw. Ueberall dort hat sich das Bedürfnis dieser Einrichtung ergeben; und das Bc- dürfnis ist so zwingend, daß selbst bei uns tatsächlich schon solche Kranke, auf die der Antrag Gelpcke zielt, in unsere Krankenhäuser gekommen sind.(Rcpner gibr eine Aufzählung der betreffenden Kategorien von Mitte'lstandsanzehörigen.) Es handelt sich hier also nicht um etwas Neues, sondern darum, etwas bereits Vorhandenes >n ein geordnetes und legitimes System zu bringen. Für diese Leute mutz es auch ein peinliches Empfinden sein, zu demjenigen Satze aufgenommen zu werden, der ancb von den Aermsten gefor- dert wird. Die Gefahr, daß die Behandlung der anderen Klassen leiden werde, mag bestehen; man mutz Bedacht darauf nehmen, sie zu bekämpfen(Hört! hört!) und das wird geschehen. Ein Arzt wird nach meiner Auffassung in der Behandlung der Kranken keinen Standesunterschied kennen.(Widerspruch.) Anders möchte es vielleicht bei den Pflegern und Pflegerinnen sein; man wird eben darauf zu achten haben. Die dritte Klasse wird gehoben werden, je mehr aus besser situierten Kreisen Kranke in den Häusern verkehren. Der Satz von 6,50 M. entspricht dem Satze vieler Privat- und öffentlichen Krankenhauser. Aber auch wenn die Kosten etwas böber sind, so ist Deckung schon in den Beträgen zu finden, die die leisten müssen, die bisher zum niedrigsten Satze hineingekommen sind. Wir erwarten von der Praxis die.Herausbildung von Leit-. sätzen dafür. Die Beunruhigung in der Zlerzteschaft ist nicht be- gründet; die Tendenz, daß den Äerzten Patienten entzogen werden sollen, geht dem Antrage gänzlich at>. Der Satz von 1,50 M. für die ärztliche Entschädigung ist durchaus angemessen. Normaler- iveise können wir doch von unfern Aerzten die Behandlung aller Kranken, die den Krankenhäuseni zugeführt werden, verlangen; wenn wir uns entschloffen haben, für diese Kategorie noch einen besonderen Betrag zu zahlen, so kann das doch die Aerzte nicht ver- letzen. ES handelt sich um einen'Versuch; ivarten wir ab, ob Leute hineinkommen, welche nicht unter die bezeichnete Kategorie fallen. SBenn in Schöneberg die II. Klasse nicht gefüllt wird, so wird sich ja bei uns auch zu zeigen haben, ob ein Bedürfnis vorhanden ist; fthlt es, dann werden wir und Sie die Einrichtmvg wieder aufbeben. Aber ich bin überzeugt, der Versuch wird glücken, und Sie tun ein außerordentlich gutes Werk, wenn Sie dem Magistrats- antrag zustimmen.(Beifall.) Stadtv. Galland(A. L.): Die prinzipielle Frage ist von der Versammlung längst entschieden. Wir wollen doch endlich einen praktischen Schritt zur Ausführung tun. Stadtv. Dr. Nathan(soz..fortschr.) läßt zwar manche Auf- fassungen des Oberbürgermeisters gelten, kommt aber doch zu dem Schlüsse, daß das demokratische Prinzip der Zeit die Hineintragung eines plutokratischen Zuges in unsere Krankenhausverwaltung nicht vertrage. Er gönnt dem Mittelstande alles Gute, aber nicht auf Kosten anderer Bevölkerungsklassen. Eher könnte man städtischer- ftits dem hervorgetretenen Bedürfnis durch die Hergabe von städti- schein Grund und Boden für den Bau besonderer Mittelstands. krankenhäuser genügen. Stadtv. Körte(Fr. Fr.): Die Frage laßt sich nicht allein vom Standpunkte des sozialdemokratischen Stadtverordneten und Slrztes entscheiden. Ein Arzt, der sich bei der Behandlung seiner Kranken von der Rücksicht darauf, ob arm, ob reich, leiten ließe, verdient den Namen Slrzt nicht. Mit der Vorlage sind wir gern einverstanden und hoffen, daß dem ersten Versuch bald eine AuS- dehnung der Einrichtung folgen wird. Stadtv. Dr. Wehl: Ich habe diesen schweren Vorwurf gegen die Aerzteschast gar nickt erhoben, sondern von dem Konflikt ge- sprachen, der in der Seele des Arztes entstehen muß. wenn er auf der einen Station für jeden Kranken 1,50 M. pro Tag, auf der allgemeinen Station aber nichts erhält. Andererseits wird der Glaube des Arbeiters, schlechter behandelt zu werden als hiShcr, feinen Einfluß auf den Verlauf der Behandlung und Heilung aus- üben. Der Oberbürgermeister vertritt doch sonst den Standpunkt, daß zunächst das Bedürfnis festgestellt sein muß. Sind nicht Re- dakteure und Schauspieler, die in der Aufzählung des Oberbürger- meisters vorkamen, auch zumeist proletarische Existenzen? Und sollen alle jene Berufe zukünftig gezwungen sein, 6,50 M. zu bezahlen?(Widerspruch.) Und wie soll sich von den besser Situier- ten, die doch in besonderen Pavillons untergebracht werden, auf die Insassen der großen Säle der gute Ton übertragen? Das würde doch nur eintreten, wenn der Bessersituierte auch auf den großen Stationen untergebracht wird. Wir stehen ja einer kom- Pakten Mehrheit gegenüber, Sie haben die Macht, Macht geht vor Recht, und die Vorlage wird angenommen werden.(Große Heiter- Die Vorlage wird mit großer Mehrheit genehmigt. Ucber die Veränderung der etatsmäßigen Beamtenstellen im Rechnungsjahre 1911 soll nunmehr seitens der Versammlung Be- schluß gefaßt werden, nachdem die gemischte Deputation für Re- formen in, inneren Geschäftsgange abgelehnt hat. in die Beratung der Einzelheiten dieser Stellenvorlage einzutreteir. Auf Antrag Schulze(A. L.) wird für die Vorlage ein be- sonderer Ausschuß eingesetzt. Das Hinterland des Grundstückes Kastanienallee 83 ,n einer Größe von etwa 1015 Quadratmeter soll, da es zwischen den Grund- stücken der 15./171. und 200./214. Gemeindeschule gelegen ist. zur Vergrößerung und Verbindung der beiden Schulhöfe sowie zur späteren Errichtung einer Turnhalle eventuell Erbauung einer Hilfsschule für 74 000 M. angekauft werden. Die Besitzerin hat sich bis zum 15. April gebunden. Die Versammlung tritt dem MagistratZantrage ohne Debatte bei. Der Magistrat hat an die Versammlung den Antrag ge- richtet, der gänzlichen Aufhebung der Berliner Jahrmärkte mit Rücksicht auf den öffentlichen Verkehr zuzustimmen. Stadtv. Frickhaben wir wirklich Zeit, die Frage in einem Ausschuß nochmals gründlich zu beraten. Dem Antrag Hoffmann gemäß wird die Vorlage an einen Ausschuß überwiesen. Von 28 Vorortgemeinden ist beim Oberpräsidenten die Genehmigung dafür nachgesucht worden, ihrem Ortsnamen die Bezeichnung„Berlin-" vorzusetzen. Der Magistrat teilt mit, daß er das Ersuchen des Ooerpräsidcnten um eine gutachtliche Aeutzerung der Berliner städtischen Behörden hierüber in dein Sinne beantworten will, daß er die Genehmigung den städttsche» Interessen Berlins nicht förderlich erachtet, und ersucht die Versammlung, sich seinem ablehnenden Gutachten anzu» schließen. Die Gründe für die Ablehnung sind: 1. Die Besorgnis von Ortsverwechselungen bei gleicher Straßenbenennung, 2. die Bc- fürchtung, die Berliner Geschäftsstellen von VorortLfirmen könnten eingezogen werden. Stadt. Tove(A. 2.): In dem Ersuchen kommt der Gedanke zum Ausdruck, daß sich die Vororte als Einheit eines wirtschasv» lichen Ganzen fühlen; dieser Gedanke ist durchaus berechtigt. SBiv glauben nicht, daß durch die Gestattung der Vorsetzung die Gefahr der Verwechselungen erhöht wird. Ferner halten wir nicht für begründet, daß Firmen ihre Geschäftsstellen in Berlin aufgeben werden, weil sie den Sitz ihrer Geschäftsstelle in den Vororten mit dem Vornamen Berlin schmücken können. Stadw. Solmitz(Fr. Fr.): Ehe wir nicht wissen, was ans dem Zwcckverband wird, sollten wir darüber nicht entscheiden. Wir tragen kein Bedenken, den Vororten diese Erlaubnis zu erteilen, jedoch nur den Vororten, die in den Zweckvcrband hineinkommen. Wir sind dafür, die Sache zu Verlagen. Stadtv. Cassel>'A. L.): Es ist niemand gehindert, schon jetzt Berlin-Schöneberg, iverlin-Wilmersdorf usw. zu sagen, was auch schon allgemein üblich ist; ich halte das für durchaus gefahrlos. Stadtv. Bruns: Wir begreifen nicht, wie die Vorlage mit dem Zweckverband zusammenhängen soll. Auch wir lehnen de» Ma- gistratsantrag ab. Die Ablehnung erfolgt einstimmig.(Große Heiterkeit.) Schluß 9 Ubr. In der Woche nach Ostern findet keine Sitzimg statt. Soziales* Einen Kronkenkassenlicamtentas beruft der Vorstand des Verbandes der Burcauangestellten zum 30. April, vormittags 10J4 Uhr nach der„Neuen Welt" in Berlin ein. Der Verbandsvorsitzendc Carl Giebel wird referieren über: „Stellungnahme») zum Kaffenangestelltenrecht der ReichSvcr- sicherungsordnung. d> zum Anschlag aus unsere Rechte durch das Einführungsgesetz zur Reichsversicherungsordnung." In einem Slufruf werden die Krankenkassenangestellten auS allen Gegenden Deutschlands aufgefordert, diesen Kongreß zu bc- suchen, um für ihren Anspruch auf Gerechtigkeit wirksam zu mcmi, scstieren. Es heißt in dem Aufruf u. a.: „Kein Kraiitenkassenangesteltter ist mehr im Zweifel über die ernsten Gefahren aus dem„Kassenangestelltenrecht" der BeichSLerjilhcruiigZLrtzwllig. Selche« �Becht" ijt Karikatur. iffc KoHn aus d!e Wunsche iind HossnungSn Miserer Kollegen- schaft. Bedeutet es doch größere Unsicherheit als je gewesen, vermehrte Abhängigkeit und vollendete Ausantwortung der An- gestellten an staatliche Behörden, mit schier unbegrenzten Auf- sichtsgewalten. Schlimmer als jenes Kompromißprodukt einer von politischen Nebenabsichten geleiteten Kommissionsmehrheit ist aber das präsentierte Einführungsgesetz. Bringt es doch die unmittel- barsten und die ernstesten Gefahren! Dieses Gesetz bedeutet den direkten Vorstoß gegen unsere Existenz— es wagt das Ansinnen an den Reichstag, die bestehenden, zum größten Teil durch langjährige treue Pflichterfüllung wohlerworbenen Rechte unserer Kollegen kurzerhand zu kassieren. Im krassen Wider- spruch mit den elementarsten Grundsätzen der bürgerlichen Rechtsordnung sollen unsere Rechte einfach expropriiert werden. Nach der Verfassung soll jedes Mitglied des Reichstages Ver- treter des ganzen Volkes sein. Das gibt uns ein Recht, vom Reichstag zu fordern: die Wahrung und Respektierung unserer Rechte. Auch wir zählen zu diesem„ganzen Volk" und müssen erivarten, daß, wenn schon unsere Interessen vom Reichstage mißhandelt wurden, doch unsere vertraglichen Rechte bei ihm eine Stätte des Schutzes finden. Das zu fordern, ist unser heiliges Recht! Es zu verteidigen ist die Pflicht des Tages!" Ein Fabrikidyll. Einen Einblick in ein Fabrikidhll geivährte eine Prozeßverhand- lung vor der Kammer 8 des Getoerbegerichts. Die Arbeiterin V. hatte ihr Arbeitsverhältnis bei der Firma Jünger u. Hahn, Papier- »varenfabrik, zunächst gekündigt, weil ihr der Meister Stamm 100 Beuteltüten ins Gesicht geschleudert hatte. Am Tage darauf balgte sich der Meister mit dem Sohne des Geschäftsführers, wobei er einen Kleistertopf umlvarf. Er verlangte nun von der in der Nähe arbeitenden Klägerin, daß sie den verschütteten Inhalt des Kleistertopfes vom Fußboden aufwischen sollte. Das zu tun ver- weigerte die Klägerin, weil sie im Akkordlohn arbeitete und die Zumutung des Meisters als Schikane empfand. Der Meister hinderte sie darauf, ihre Arbeit fortzusetzen und schickte sie ins Kontor, sie solle sich dort ihre Papiere geben lassen- Das tat auch die Klägerin. Dort wurde ihr aber noch vom Meister, der ihr gefolgt war, gesagt, daß sie sich kontraktbrüchig mache, wenn sie aufhöre. Denn sie habe 14 Tage Kündigung und die müsse sie abarbeiten. Sie solle nur den Kleister aufwischen und weiterarbeiten. Die Klägerin löste aber trotzdem ihr Arbeitsverhältnis. Sie klagte nunmehr auf Zahlung von 13,20 M. rückständigen Lohnes und 40 M. Entschädigung für die Kündigungsfrist. Die Firma bestätigte die sonderbare Rechtsanschauung ihres Meisters Und erhob Widerklage Wegen Kontraktbruch. Sie forderte nach Maßgabe des§ 124b der Gewerbeordnung den ortsüblichen Tagelohn für eine Woche, nämlich 13,20 M. als Schadenersatz. DaS Gericht verurteilte die Firma dem Klageantrag ent- sprechend und wies sie mit der Widerklage ab, weil daS Weiterarbeiten der Klägerin vom Auswischen des verschütteten Kleisters abhängig gemacht worden war, wozu die Klägerin nicht verpflichtet wäre. Ein Kontraktbruch der Klägerin lag somit nicht vor. Der Streit um den Judaslohn. Die Möbeltapezierer befinden sich seit einiger Zeit im Streik und die Arbeitgeber lassen es sich was kosten, wemr es gilt, Arbeits- willig« heranzuziehen und über die Streikzeit zu belzalten. Das zeigte auch ein am Dienstag vor dem Jnnungsschiedsgericht ver- handelter Rechtsstreit. Es klagte der Tapezierer Salle gegen die Polftermöbelfabrik Alex Birnbaum auf Zahlung von 8.00 M. rückständigen Lohnes, den ihm die beklagte Firma einbehalten hat. Tie Beklagte will ihm den Betrag nicht zahlen, weil sie sich vom Kläger betrogen fühlt. Denn es sei mit ihm vereinbart worden, daß er 1 Mf. Stundenlohn erhält, wenn er den Streik über aus- hält; andernfalls sollte ihm die Stunde nur mit dem ortsüblichen Lohn von 05 Pf. berechnet werden. Der Kläger hatte nun am Montag früh nicht weiter gearbeitet, nachdem er am Sonnabend den hohen Lohn eingestrichen hatte. Er habe sichs auch in dem von der Beklagten für die Arbeitswilligen im Betriebe selbst ber- iierichteten Nachtquartier bis zum Montag morgen gut sein lassen. Für die beiden Nächte berechnete die Beklagte— 3 M. Schlaf» gcld. Außerdem will sie'den mit 35 Pf. pro Stunde zuviel be- rechneten Lohn für die bereits bezahlte Arbeitszeit in Abzug bringen, so daß dem Kläger für seine 8�stündige Arbeitszeit am Sonnabend nichts mehr verbleibt. Da der Aufrechnung aber das Gesetz entgegensteht, andererseits die eigenartige Lohnabrede durch das Zeugnis des Werlführers erwiesen wurde, riet der Borsitzende des Schiedsgerichts zum Vergleich. Die Parteien einigten sich auf 4,50 M._ Unterschlagungen in Jnnungskrankenkassen. Nachdem erst vor wenigen Wochen in Düsseldorf der Kassen- führer Schwarz von der dortigen Jnnungskrankenkasse der Maler- und Anstreicherinnung wegen Unterschlagung von rund 7000 M. Kasscngeldern zu acht Monaten Gefängnis verurteilt worden ist, beschäftigte sich letzthin die Düsseldorfer«Strafkammer wieder mit Ilnterschlagungsfällen in drei Düsseldorfer Jnnungskrankenkassen. Tie Innung der Friseure, der Schneider und der Konditoren hatten die Führung der Kassengeschäfte ihrer„Zwerg"-Krankenkassen vor einer Reihe von Jahren dem Stadtsekretär Franz Brieden— einem Zentrumsmanne, wie ja auch die Düsseldorfer Jnnungsführer stramme Zentrumsleute sind— übertragen. Brieden durfte jedoch als städtischer Beamter laut Anstellungsvertrag solche Nebengeschäfte nicht übernehmen, man wußte sich aber zu helfen. Der AnstellungS- vertrag als Kassenführe— rin wurde mit der 23 jährigen Tochter des Brieden abgeschlossen. Vor Jahren führte dies Fräulein auch noch die Kassengeschäfte der Krankenkasse der Düsseldorfer Wirte- innung. Wegen Unstimmigkeiten in der Kasse nahm man ihr 1908 diese jedoch ab, beließ ibr aber trotzdem die übrigen Kassen weiter. Bei einer Kassenrevision im Dezember v. I. stellte sich heraus, daß in den drei Kassen insgesamt etwa 2500 M. fehlten; Mitglicderbeiträgc und Eintrittsgelder waren in vielen Fällen nicht gebucht Worden, eine Rechnung des Aerztevereins hatte man in betrügerischer Absicht gefäscht. In der Voruntersuchung bezeich- nete sich die Frau des damals erkrankten Stadtsekretärs Brieden als die allein Schuldige. Brieden starb im Januar. Kurz vor seinem Tode und beim Termine widerrief die Frau ihr erstes Geständnis und gab an, ihr Mann, der Stadtsekretär, habe die Unterschlagungen begangen. Nur um ihn vor der Verhaftung während seiner Krankheit zu bewahren, habe sie sich selbst bc- schuldigt. Ihr Mann habe sehr verschwenderisch gelebt und viel Schulden gemacht, seine Familie aber vernachlässigt. Durch die Beweisausnahme wurden diese Angaben zum Teil bestätigt. Das Gericht kam zu der Entscheidung, daß die Unterschlagungen der verstorbene Brieden begangen, die falschen Buchungen und die Urkundenfälschungen habe jedoch die Frau begangen; sie wurde dafür zu einer Woche Gefängnis verurteilt, es soll jedoch ihre Begnadigung erwirkt werden.— Bezeichnend für die Kassensührung ist noch folgendes: Das Statut der Schneidcrinnungskrankenkasse bestimmt, daß auch ein Jnnungsmitglied, ein Arbeitgeber, als Kas- sierer neben dem Kassenführer fungieren soll; an diesen Arbeitgeber sollen jeden Abend die Kassengelder abgeführt werden. Das letztere ist niemals geschehen, offenbar aber auch niemals verlangt worden. SericKts- Leitung. Sicheres Geleit. Auf Unfähigkeit der Polizei und auf die eigenartige Praxis bei Verhängung von Untersuchungshaft wirft ein bezeichnendes Licht ein kleiner Vorfall, der sich gestern in Moabit abspielte. Seit einer Woche wird vor der 3. Strafkammer unter Vorsitz des Landgerichtsdirektors Lieber ein großer Pclzdiebstahl-Prozcß verhandelt. Ein Hauptangeklagter ist der Reisende Goebel. Er hatte sich verborgen gehalten, wohl vorgespiegelt, er befinde sich im Ausland, uwd Zttsichcruna von srxFm Geseit xrwjrtt. LsS Ecricht kastn einem aBöesen?en Angeklaglen sichere? Geleit er- teilen, diese Erteilung auch an Bedingungen knüpfen. Ein An- geklagter gilt als abwesend, wenn sein Aufenthalt unbekannt ist, oder wenn er sich im Auslande aufhält und seine Gestellung an das zuständige Gericht nicht ausführbar oder nicht angemessen erscheint. Das sichere Geleit gewährt Befreiung von der Unter- fuchungshaft. Es erlischt, wenn ein auf Freiheitsstrafe lautendes Urteil ergeht oder wenn der Angeklagte Anstalten zur Flucht trifft oder wenn er die Bedingungen nicht erfüllt, unter welchen ihm das sichere Geleit erteilt worden ist. Der Staatsanwalt hatte vor- gestern gegen Goebel 8 Jahre Zuchthaus beantragt. Die Aussicht, so lange Zeit hinter vergitterten Fenstern zubringen zu sollen, hat den unternehmenden Mann vermutlich gestern veranlaßt, der Gerichtsstätte lieber fern zu bleiben. Sein Verteidiger, Rechts- arUvalt Dr. Loewcnstein, teilte mit, daß Goebel noch tags zuvor in seinem Bureau gewesen sei und allerdings den Anschein er- weckt habe, daß er durch die Wucht des staatsanwaltlichen Antrages völlig niedergeschmettert worden sei. Rechtsanwalt Dr. Loeiven- stein konnte über den weiteren Verbleib des Angeklagten auch keinerlei Angaben machen- Die sofort nach der Behausung Goebels entsandten Kriminalbeamten konnten nur feststellen, daß der Vogel ausgeflogen sei. Das Gericht beschloß infolgedessen die Aufhebung des sicheren Geleits und den Erlaß eines Haftbefehls, dem sich sofort ein Steckbrief anschließen wird. Die Verhandlung wurde in Abwesenheit Goebels weiter geführt. Das Urteil gegen ihn lautete auf 6 Jahre Zuchthaus, 10 Jahre Ehrverlust und Stellung unter Polizeiaufsicht. Eigenartig, daß dieselbe Polizei den Aufenthalt eineS Mannes, dem so schwere Diebstähle zur Last fallen, nicht ausfindig machen konnte, und daß dasselbe Gericht den Mann mit der Unter- suchungshaft verschonen mußte, das aus Anlaß der Moabiter Vor- gänge angeklagte ehrenhafte Leute so schnell und auf so lange Zeit in Untersuchungshaft brachte und behielt. Eine Prügelet zwischen Professor und Portier beschäftigte gestern die 129. Abteilung des Amtsgerichts Berlin- Mitte unter Vorsitz bcS Amtsgerichtsrats Dr. Fiedler. Wegen Körperverletzung mittels gefährlichen Werkzeuges und Beleidigung waren der Portier Karl Borske und der Bildhauer Professor Josef Rauch angeklagt. Der Angeklagte Professor Rauch wohnte anfangs v. I. in der Händelstraße. Zwischen ihm und dem Angeklagten Borske, der die Portierstelle in dem Hause inne hat, War es schon mehrfach zu Reibereien gekommen, weil der Hund des Professors wiederholt den Bürgerstcig beschmutzt hatte. Am 12. Februar v. I. war Borske gerade mit dem Reinigen des Bürgersteiges beschäftigt als Professor R. hinzukam. Nach dessen Angabe habe ihn der Portier fixiert und ihm aus seine Frage:„Watuin grüßen Sie mich nicht?" geantwortet:„Wenn Sie mich grüßen, werde ich Sie eben- falls grüßen." Er habe hierauf geantwortet, daß dies eine boden- lose Unverschämtheit sei. In diesem Augenblick sei Borske in drohender Haltung auf ihn zugekommen und, um den drohenden Angriff von sich abzuwenden, habe er auf B.«ingeschlagen.— Nach dem Angeklagten Borske und einem Augenzeugen soll sich der Vor- fall jedoch so zugetragen Habens daß Professor Rauch auf seine Antwort wegen des Grüßens ihm sofort mit der Faust ins Gesicht geschlagen, ihm dann den Besen entrissen und ihm damit über den Rücken geschlagen habe. Borske habe dann die Flucht in den Hausflur ergriffen, wo Rauck nochmals auf ihn eingedrungen sei. Hier habe er sich aber seiner Haut erwehrt und mit einer hölzernen Zigarren- spitze auf Professor Rauch eingeschlagen. Diese Rauferei endete damit, daß beide Beteiligte blutige Köpfe davon trugen, und zwar hatte Borske laut ärztlichen Attestes blutunterlaufene Stellen und Kratzwunden im Gesicht und an der Schläfe, während Professor Rauch ein blaues Auge und zwei tiefe Löcher im Kopf davon- getragen hatte, die offenbar von einem scharfkantigen Gegenstand, nach Ansicht der Anklage von einem zugeklappten Messer oder einem Hausschlüssel herrührten. Der Amtsanwalt beantragte gegen Borske 00 M. und gegen Professor Rauch 10 M. Geldstrafe. Das Gericht hielt Borske der Beleidigung zwar für schuldig, erklärte ihn aber für straffrei, da von beiden Seiten Beleidigungen gefallen seien. Das Gericht habe die vom Amtsanwalt beantragten Strafen nicht für ausreichend gehalten. Bei Professor Rauch falle straferschwcrend ins Gewicht, daß er sich gerade bei seinem Bildungsgrade nicht hätte dazu hinreißen lassen dürfen, dem Portier mit der Faust ins Gesicht zu schlagen. Gegen ihn sei deshalb auf 00 M. Geldstrafe erkannt worden. Mit Rücksicht darauf, daß Borske offenbar ein zugeklapptes Messer benutzt habe, lautete das Urteil gegen ihn auf 90 M. Geldstrafe._ Eine unmenschliche Mutter. Wieder war es das Martyrium eines Kindes, mit dem sich das Amtsgericht Berlin,- Schöneberg gestern?u beschäftigen hatte. Die Angeklagte, eine Frau Hütter in Steglitz, hatte ein uneheliches Kind mit in die Ehe gebracht. Das arme Kind wurde, wie Haus- genossen aussagten, von der Mutter bei jeder Gelegenheit unbarm- herzig verprügelt, so daß eS vielfach mit Striemen bedeckt war. Auch heftige Stöße gab die Mutter dem Kinde, so daß es mit dem Kopse gegen die Wand fiel und starke Schmerzen davon trug. Das Kind ist schließlich ganz verschüchtert gewesen und hat sich gar nicht mehr getraut, von den Mißhandlungen, die es seitens der Mutter erduldete, den Hieben mit dem Ausklopfer und anderen Brutalitäten, dritten Personen etwas zu erzählen. Mitleidige Nachbarn sorgten schließlich dafür, daß das Kind dem Machtbereich der Mutter entzogen und bei guten Leuten unterbebracht wurde. Vor dem Schöffengericht bestritt die Angeklagte, ihr Züchtigungs- recht irgendwie überschritten zu haben. Die Beweisaufnahme ergab das Gegenteil. Das Gericht verurteilte die hartherzige Mutter zu 0 Monaten Gefängnis._ Hus aller Melt. Huq dem Schlaraffenland der GeiftUchen. In der Londoner City befinden sich gegen 80 Kirchen. deren Pfarrherren ein recht behagliche« und beschauliches Leben führen, denn die frühere Einwohnerschaft der Kirchspiele ist durch die großen Handelshäuser der City verdrängt. Nur die Wächter der Häuser und ihre Familien kommen als Kirchenbesucher in Frage- Erst kürzlich berichteten wir, daß für eine derartige Pfarrpfründe, die jährlich 10 000 Mark abwirft, sich 200 Bewerber gemeldet hatten. Vor etlichen Tagen hat, wie uns aus London, ge- schrieben wird, ein neugieriger Journalist einigen dieser Kirchen an einem Sonntag einen Besuch abgestattet. Er ging aufs Gerate- wohl während des Gottesdienstes in die erste beste Citykirche hinein. Dort fand er drei amtierende Geistliche und dreizehn C h o r i st e n und Chorknaben. Die Gemeinde bestand aus drei Männern(einschließlich des Besuchers) und achtFrauen. So erstaunt war die Gemeinde über den seltsamen Eindringling, daß sie ihn unverwandt ansah. Dieses Gebaren ließ den Fremd« ling bald das Weite suchen. Er wandte sich der nächsten Kirche zu. Dort bemerkte er einen Pre diger, einen Orgelspieler und den Chor! die Gemeinde bildeten zwei Männer und vier Frauen. In einer dritten Kirchs sah er zwei Geistliche, einen Organisten und einen aus zwölf Personen bestehenden Chor. Vier Männer und sieben Frauen und Mädiben stellten die Genwinde dar. Die vierte Kirche, die er betreten wollte, war geschlossen; auch deutete nichts darauf hin, daß man sie an jenem Sonntagmorgeu geöffnet hatte. In der fünften Kirche, einem großen Gebäude, das ein Meisterwerk des berühmten Baumeisters Wren darstellt, befanden sich ein Prediger, ein Orgel« spieler und eine Gemeinde, die aus zwei Männern» fünf Frauen und zwölf Kindern bestand. Die Seelsorge der Citynachtwächter wird kaum weniger kost- spielig sein, als die Bekehrung der Juden O st- L o n d o n s zum Christentum, die sich eine Missionsgesellschaft zum Ziele gesetzt hat. Die Bekehrung eines einzigen Sohnes dieses hartnäckigen Völkchens soll dieser drolligen Gesellschaft 1000 Pfd. Sterl.(20000 Mark) kosten._ Kapitalistischer Menschenmord. Die strafrechtliche Untersuchung der Ursachen des BcandunglückZ am Washingtonplatz in New Jork, bei dem am 25. März etwa 150 blühende Menschenleben vernichtet wurden, hat zur Erhebung der Anklage wegen Totschlags ersten Grades gegen die Besitzer der Blusenfabrik Max Blanck und Jsaac Harris geführt. Bei der letzten Vernehmung hat ein Detektiv ausgesagt, die Treppentür im neunten Stockwerk des Gebäude-5 sei beim Ausbruch des Brandes verschlossen gewesen. Die beiden Besitzer sind nicht die allein Schuldigen. Mtschuldig an dem Tode sind die staatlichen Behörden New Jorks, die als Jnteressenvertreter der Kapitalisten es zulassen, daß in so frevelhaft fahrlässiger Weise mit Menschenleben gespielt wird. Ist es doch unwidersprochen geblieben, daß seit Erbauung des Wollen- kratzerS die Aufsichtsbehörde nicht ein einziges Mal den Bau und die Betriebe auf Feuersicherheit kontrolliert hat. Unter Anklage gestellt werden müßten alle, die es jahrein, jahraus zulassen, daß unter Außerachtlassung jeglichen Schutzes Riesengewinne aus der Arbeitskraft erpreßt werden. Klebt doch an all den ge- waltigen Vermögen der Kapitalisten Blut und Gesundheit der Arbeitssllaven._ Ueberschwemmung in Norditalien. Sehr umfangreiche Ueberschwemmungen infolge der andauernden Regengüsse der letzten Tage werden aus der italienischen Provinz M o d e n a gemeldet. Dreitausend Hektar Felder sind vollständig überschwemmt. Mehr alshundertHäuserim Hochwassergebiet drohen einzustürzen und mußten schleunigst geräumt werden. Drei Regimenter Pioniere sind mit den Rettungsarbeiten beschäftigt und versuchen in Eile Dämme zn errichten, um ein Weiterschreiten der Katastrophe zu verhindern._ Drohnen! Während Millionen fleißiger Arbeiter im Schweiße ihres An- gesichts sich täglich mühen, durch ihre Arbeit soviel zu erwerben. um sich und die Ihrigen im Kampfe des Lebens über Wasser zu halten, suchen die Drohnen der menschlichen Gesellschaft nach immer neuen Mitteln, sich standesgemäß zu unterhalten, ihre abgestumpften Nerven durch neue Reizmittel aufzupeitschen. In Monte Carlo beschäftigen sich zurzeit die Sportsleute damit, die Falkenjagd wieder aufleben zu lassen. Es soll nur noch zwei Sports- leute geben, die Jagdfalken besitzen. Die goldene Jugend in Monte Carlo hat einen von ihnen, der im Besitze von vier Edelfalken und zwei Habichten ist, als Falkunier engagiert. Die Tiere sind sehr wertvoll, da es sehr schwierig ist, sie aufzuziehen und der geringste Schaden am Gefieder ihr Fliegen verhindern würde. Glücklich heimgekehrt. Ein seit sechs Monaten verschollener Dreimaster ist jetzt im Hafen der französischen Stadt G r o i x vor Anker gegangen. Da? Boot war vergangenes Jahr zum Fischfang nach der marokkanischen Küste abgegangen, war dann aber, da sich der Fang dort nicht als ergiebig erwies, nach der tunesischen Küste weiter gefahren und von dort zurück nach den kanarischen Inseln gefahren. Da das Boot vorigen Oktober nicht zurückgekehrt wnr, so wurde eS als verloren betrachtet und man hatte für die Fischer auf dem Kirchhose von Groix bereits ein Denkmal errichtet. Kleine Notizen. Die beide» deutschen Motorboote„Lürsscn-Dalmlcr" und„Pick Aß VII" errangen in Monaco neue Erfolge.„Pick Aß" wurde in der Klasse der Kreuzer von 0,60 bis 8 Meter Länge Dritter. Das Boot hatte Anwartschaft auf einen besseren Platz, erlitt aber Benzin-Rohrbruch.„Lürssen-Daimler" wurde unter den Kreuzern von 8— 12 Meter Länge mit einer Stundengeschwindigkeit von 47,5 Kilometer c r st e r. Diese Zeit stellt einen Rekord für diese Klasse schwerer Boote dar. Eine ähnliche Himmelscrschcinung, wie sie am Montag abend aus M e s s i n a gemeldet wurde, ist auch in den der B o d e n s e c- insel Lindau gegenüberliegenden Orten wie Aeschach und Pcgelstein beobachtet worden. Das Phänomen wurde am Montag abend 7 Uhr 50 Minuten gesehen und war mit heftigen Explosionen verbunden. Offenbar handelt es sich um dieselbe Erscheinung. Schwerer Automobilunfall. In einem Vororte der französischen Stadt R e n n e s kam es zu einem Zusammenstoß zwischen zwei in voller Fahrt befindlichen Automobilen. Alle fünf Insassen wurden in weitem Bogen herausgeschleudert, zwei wurde» ge, tötet« die anderen drei leichter verletzt. Krlefhaflen der Redafetion. Die jttrtftitifie Eprcchstundr findet Linden st rase Lg, vorn vier Treppe» — Fahrstuhl—, niochcntiizlich von t>/� vis IVj Uhr abends, Sonnabends von bis 0 Uhr abends statt. Jeder für den Brteflasten bestimmten Äiifraze ist ein Buchstabe und eine Zahl als Mcrljcichcn brijufUgeu. Briefliche Llntuiort wird uicht erteilt. Eilige Frage» trage man tu der Sprechstunde vor. Am Sonnabend fällt die juristische Sprechstunde aus. F. G. 7. Wiederholen Sie Ihre Anfrage mit Angabe des Geschlechts und Alter der Kinder.- F. St, 34. Fortbildungsschule, Sophienstr. 17/18. — R. P. 149. Wenden Sie sich an den Genossen Georg Davidsohn, Berlin, Paileurstr. 13.— Mt. 53. 99. 1. Stiftungen, ja. Deren Bedingungen sind aber verschieden. 2. Stechenbäuier sind Anstalten, die für Personen bestimmt sind, die sich weder zur Ausnahme in ein Krankenhaus eignen, noch in einem Hospital ausgenommen werden können. Städtische Eimichtung.— 31. L., Meldorf. Im Berliner Adreßbuch werden die Finnen getrennt ausgeführt, aber beide im Haus- Bülowitr. LS.— Ott« Stadecke. 25. Januar 1307.— I. D. Zt., RummelSburg. An die Adresse des Genossen H. Stubbe, Hamburg, Tbeatcrstr. 44. In den nächsten Wochen aber finden Sie auch hier im Gewerklchastshaus eine gleiche Aus- slellung mit demselben Ziele.— Seemann. Ersuchen Sie das Hamburger Zlrbeiterselrctariat, Bescnbinderhos S7, um gesl. Unterstützung Ihres Bor» Habens.— 75. M. L. Deutscher Verein von Gas- und Wässersachmänner, Gärtenstr. IL/ 17. 99 Alt. Aus Strafanzeige wegen Körperverletzung kann Bestrafung erfolgen. Die Arztkosten ist der Mann zu zahlen vcrpslichtet. Gegen den Verführer empfiehlt sich eine Strafanzeige wegen Unterschlagung.— 3. S. 13. 1. Sie können sofort wegen Irrtum anfechten. 2. Ja.— R. B. 95. Ja.— 311. St. 200. I. Sosort. 2. Etwa 60 M. monatlich pom Zeitpunkt der Trennung. 3. Gehaitspfändung ist zulässig. 4. Schwere Verletzung der durch die Ehe begründeten Pflichten, eoent. Ehebruch.— L. W, 99. Ja, falls die Ehe deswegen rechtslrästig geschieden und der Antrag innerhalb drei Monaten nach Rechtskrait des Urteils gestellt wird. —». 34. 1. Ja. 2. Schuldepulation.— P. L., Rixdors. Verband der Bureauangestellteii, Berlin, Linienftr. 8.— R. M. 20. Nein.— R.«. 23. 1. und 2. Ja.— Unwissender. New.— A. K. Ja. — Otr. St., Reinickendorfer Str. 1. und 2. Sie haben Anspruch auf ein Viertel des GefamtnachlafieS als gesetzlichen Pflichtteil. 3. Ja.— P. 3l. 002. Nein.— N. 107. 1. Erst dann, wenn die Krankheit drei �ahre angedauert hat und für unheilbar erklärt wird. 2. Ja, 3. Nein.— iL" k00. Ohne vorherige MilteUung au den Eigenlümer nicht.— A. T. 35. 1. Di» Neuwahl kann noch in diesem Jahre stattfinden. Sind nicht die Wahlerl,, teil sur ungültig erklärt, sondern haben sie nur nicht ans. reichende Zeil ausgelegen, so müssen sie neu ausgelegt werden und zwar mmdestens 15 Tage hindurch. Sind die Listen für ungültig erklärt, so mnfc Neuausstellim» und Auslegung ersolgew Die Vorschrijl. baß die Liste» ia 8« Zeit vom 15. bis 30. Januar ausliegen sollen, ist keine Mufjvorschrist: die Auslegung zu anderer Zeit macht die Wahl nicht ungültig. 2. Nein. — N. T. 76. 1. Nein. 2. Ja. 3. Sie können alsdann ausrechnen. Ein Zurückbcbaltungsrecht an den Pfandscheinen haben Sie aber wegen der Prozegkoslen nicht.— Kunhe. Ichöucberg 17. Der Vertrag ist noch rechlswirtsam, soweit die Werkstatt in Frage kommt. Die Hastungsdauer der Erben läßt sich nur an der Hand deZ MietZvertrageS beurteilen.— O. O. 100. Ja. die Halste. Der Antrag mutz mn erhalb eines Jahres nach der Vcrehclichung gestellt sein.— B. 1000. Schriftliche Erklärung, bei der die Unterschrift beglaubigt sein muh, genügt.— F. K. B. 07. 1. Ja, aus Herausgabe, außerdem kann gegen Sie Strasantrag gestellt werden. 2. New. 3. Ja. falls Urteil ergeht.— R. St., Mariendorf. Der„Verschwundene' hätte Anspruch aus den> � schuldige Prämie gekürzt werden könnte.— Fahrschein 0366. lleichen Anleik, wovon ■' Nach erlangter Großjäbrigkeit'hat das Kind Anspruch aus Auszahlung. Der An- trag ist an die Regierungshauptkasse zu richten. Der Anwalt ist zur Aus- kunstserteilung und zur Rechnungslegung seinem Austraggeber gegenüber verpflichtet. Es kann deswegen Klage erhoben werden.— O. R. Nein. Theater und Vergnügungen Donnerstag, 13. April. Ansang VI, Uhr. KSnigl. Opernhaus. Hauptprobe zum Sinsonie-Konzert. Lönigl. Schauspielhaus. Ge- schlössen. Deutsches. Faust. 2. Teil.(Ansang 5 Uhr.) Neues Schanspielh. Faust. 1. Teil. Ansang 8 Uhr. ReneS königl. Operu-Xheater. Jägerblut. Neues Operetten. Die Glocken von Corneville. Kammerspiele. Die Königin. tiessiug. Glaube und Heimat. Kleines. Der Lcibgardist. Berliner. Taisun. Westen. Der sidele Bauer. Neues. Ueber den Wassern. Kouii'ch? Oper. HosimannS Er- Zählungen. Sustspielhaus. Jugend. Triauon. Francillon. Mesidenz. Die Kamcliendame. Thalia. Mein Leopold. Schiller«1. saliner- Theater.) Liebelei. Literatur. Schill,., Eharlottendurg. SodomZ Ende. Friedrich- Wilhelmstädtisches. Eine Ehe. voltsoper. Die letzten Tag» von Pompeji. Luisen. Aus erster Ehe. Modernes. Apostel.(Ans.«'/« Uhr.) »toie. Muttersegen. Herrnfcld. Tie Bar- Schwester. Die Meyerhains. Folirs Saprice. Der Dorfmufikant. Komiker Schnitzel.(Ans. 8'/, Uhr.) Merrvpol. Hurra— Wir leben noch I Kasino. Ackermann. Boigt. Geschlossen. Apollo. Spezialitäten. Bannge. Spezialitäten. Noack. Geschlossen. RcichSdallen. Stettwer Sänger. Karl Haverland. Spezialitäten. Wintergarten. Spezialitälen. Walhalla. Der Trompeter von Säkkinggen. Intimes. Nachtarbeit. LiedeSrausch. (Ansang b'i, Uhr.) Wedding. Lichtspiele. tlrauia. Taubcnftrafte 48/40. Nachmittags 4 Uhr: Der Vierwald- stätter«ee und St. Gotthardt. Abends 8 Uhr: Lebende Ticrbilder von nah und sein. Sternwarte, Jnvalidenstr. 57—62. Schiller-ThealerOÄ Donnerstag, abends 8 Uhr: Liebelei. Hieraus: Literatur. Freitag(Karfreitag): Geachloasen. Eonnabend, abendS 8 Uhr XarNU. Theater des Westens. Abends 8 Uhr: Die lustigen Nibelungen. Karfreitag: Oratorium: vis Sebliptung, Neues Tlieater. Abends 8 Uhr: Ueber den Wassern. Sonnabend: Ueber den Wassern. Ostersonniag und-Montag: Mein erlauchter Ahnherr._ Residenz-Theater. Direktion: Richard Alexander. Ansang 8 Uhr. Die Kameliendame. Schauspiel in 5 Akt. v. A. Dumas Sohn. Karfreitag: Geschlossen. Sonnabend, 15. April: Die Ka- meliendame. Ostersonntag und folgende Tage: Fernands Ehekontrakt. 1. u. 3. Osterjciertag nachm. 3 Uhr: Pariser Menu._ Berliner Theater. a6en*ä xaiffcn. Geschlossen. 8 Uhr; Morgen Karfreitag Lustspielhaus. AbendS 8 Uhr: «Fugend. Freitag: Geschlossen._ Berliner Volksoper Belle-Alltancestraße 7/8.—'Iß Uhr: Die letzten Tage m Pompeji. Luisen-Theater. Abends 8 Uhr: Aus erster Ehe. Schausp. w 5 Akt. v. Ernst Ritterseldt nach einer Erzählung von H. Courts Mahlcr. Freitag: Geschlossen._ I0SE=THEATE Sehiller-Thealer""C" Donnerstag, abends 8 Uhr: tSodom. Ende. Freitag, abend» 8 Uhr: Passions-Konzert. Sonnabend, abend» 8 Uhr: Liebelei. Hieraus: LIteratnr. Friedrich-Wiliielmstädtisches Schauspielhaus. Donnerstag, den 13. April, 8 Uhr: Eine Ehe. Freitag: Geschlossen. (Sonnabend zum erstenmal: Ka> ternenlust. Sonntag 3 Uhr- Faust. 8 Uhr: Kasernenlust._ I Große Franksurter Str. 132. 1 Ans. 8 Uhr Ende 11 Uhr.] 11 Muttersegen. Schauspiel m. Ges.w5Akt.v. Friedrich. Freitag: Geschlossen. Sonnabend und solgende Tage: Mutteriege«. Ab 8 Ubr: 10 Weltstadt-Attraktione». U. a.: Ott« Ruhr,« Janely«, Meistersänger-Ouartett. jflagna Ars Revue plastischer Gemälde. Karfreitag: Geschlossen�_ Koacks Theater. Direktion: Rodert Olli. Berlin N., Brunnenstraße 16. Weg. Vorbereitung z. d. Ostersetertagen Geschlossen. An allen drei Feiertagen: ErstkWges Festprogramm. Neues Schauspielhaus �sne» Bernaner. Lessing-Theater Das Konzert. Tor Sonnenanfgang. Thalia-Tbeater Moral. Residenz-Tbeater Die 800 Tage. Herrnfeld-Theater An d. Reiches Pforten. �240/15 Der Torstand. I. V.: G. Winkler. „CLOU" BERLINER KOXZERTHAES Mauerstr. 82.*. Zimmerstr. 90-91 Mnr noch irenlge Tage: Gastspiel des k. k. Hofball-Musik-Direktors C. M. Ziehrer mit seiner aus 65 Wiener Künstlern bestehenden Kapelle | Anfang 8 Uhr. Eintritt SO Pf. Heute abend?>/, Uhr: ; Mö Extra-forstellöiig.; Auftreten der beliebt. Schulreiterin Frl. Oera Schumann. Trambolin- Sprünge, ausges. v. Miß gnni und Mr. Charly,»ntonet und Grock als Klaviervirwoscn. Dir. Albert Schumann neueste Originaldress. Tie gr. Sensation ist u. bleibt Das Aatomohilrenutll In der Luft mit 2 Autos, auSgcsührt von t.a belle Oeorglna und ihrem Partner. D. gr.Conp d. Schmuggler große Ausstattungs-Pantomime. Morgen, Karsreitag: Geschlossen. ver Vorverkanf zu den Oster- feiertagen hat bereits begonnen. Potsdamer Str. 72/72a Sportpalast ÄS Größter Eispalast der Welt. Allabendlich: ölinzende sportliche Vorführungen und die Ansstattnngs-Feerie „Eisfest an der Newa." Eintritt bis 5 Uhr 50 Pf. Nach 5 Uhr M. 1,—, reservierter Platz M. 2,—. Neues Programm! Der sprechende Hand „Don" und weitere 12 Attraktionen 12 Ü. a.: Roda Roda. Alt Moabit 47/48. Donaerstag, den 18. April (Griindounerstag): KemeDorstellung Die Meyerhains mit den Autoren Anton und Donat Herrnseld und die Novität Die Bar-Schwester An allen drei Osterfeiertagen 8 Uhr: Ein Verlobungs-Geschäst Tie Bar-Schwester sowie Das Scheidungs-Souper. Billett» sür die ganze Osterwoche bereits zu haben._ Karl Haverland- Ansang Thn.fan Kommandanten- präz. 8 Uhr. l uvtllül. straße 77/79. Alles Aagemesene wird übertroffen vom diesjährig. Aprit-Programm. KSnigZlSlH-ssssilll). Holzmarltstr. 72. Während der Karwoche: Dr. Extra- TorstelInng:en. Am Cstetmorgrn.— Die Sünde der Frau. Des Farsters Töchterlein. Spezialitätrnvorftcllung mit Adolf Holländer, Deutscht, erst. Improvisator. Ansang 8 Uhr. Keine erhöhten Preise. keile Roseh das Mädchen ans der Steinzeit! DaS Urbild der Menschwerdung l Lebend zn sehen! Taglich von 11-1 u. van 3-10 Uhr. Heute: Beginn der Volkstage. rfcrlen I. April: frei Wilhrcnd d. Osterferlen vom 13. bis inkl. 19. April: Alle Nebensäle Alle Vorstellungen En.'.».'... ein Kind frei!! Jedes Kind erhält ein Gesehenk.l Abends 8 Ubr: Lina Loos mit neuem Repertoir. |?attu Trank Truppe 1 Veltmeister h.«trobattl| und das grcBe April-Varletb Programm. Voigt-Theater Gesundbrunnen, Badstraße 58. Heute: Ktiiie N»rstklllliiz. Walhalla-Theater. Dir. James Klein. 1(Rosenth.Tor.) Weiiibergsw.LO. I Gründonnerstag und Öfter- Sonnabend abends 8'/, Uhr: Oer Trompeter von SäkkJngen. I In Szene gesetzt v. Dir. I. Klein. I Kleine Preise. Rauchen gest. Urania. Wissenschaftliches Theater. Taubenstraße 48/49. Nachmittags 4 Ubrs Der Vierwaldstäiter See and der Gotthard. 8 Uhr Professor Dr. L. H e c 1c: Lebende Tierbilder von nah und fern. SÄetropol- Theater. Donnerstag und Sonnabend 3 Uhr: Von Ltuke zu Stufe. Ostersomitag und Montag: Hurra! Wir leben noch! Anfang 3 Uhr. Rauchen gestattet. Zirkus Büschs Donnerst., 13. April, abds. 7'/, Uhr: Gala- Abend! Mcn! Neu! Ten f Möns. Cariot Hindosfanische JonglenrkSnste| Bon-Bon Oer sprechende Ueberbundl (Parodie). Herr Georg Burkhardi- Footlit, I Schulreiter. Die Fredlanls, I 8 Personen, berühmte Reiter- 1 familie. Herr Ernst Schumann,[ Freiheitsdressaren usw. Um 9'/« Uhr zum 118. Male:| „Armin." Folies Caprice. Heute Donnerstag: ver Dorfmusikant. LebenSbilb von Joses Armin. 8oIo-TqII. Komiker Schnitzel. Lebensblld von Joses Arnim. T rianon-Theater. Abend» 8 Uhr: Francillon. Morgen: Geschlossen. Sonnabend: Francillon. Casino-Theater Lothringer Straße 37. Täglich 8 Uhr: Ackermann. An allen Ostersetertagen: Das glttnzcndc Programm. AbendS 8 Ubr: Rtoci Wappen. Nachm. S'/i Uhr: Julie Wippchen dazu Tartalosss Kosaken» Ezerci tlen usw._ fifttr den Inhalt der Inserat« dbcrnimmi die Redaktion dem Bnblitum gegenüber keinerlei Acrannvortung. Zum bevorstehenden Osterfeste empfehlen wir; in großer Auswahl zu sehr billigen Preisen! Otto Belwe Nacht. InihiLippoidMIibe , Berlin NW.instr.so. ( Aufruf! Die schönsten Herren ' Verantwortlicher Redakteur: Albert Wachs, Berlin. Sur den Inseratenteil verantv.! Anzüge. Paletot», Ulster, Gesellschafis-Anzüg», einzelne Hosen, wenig gebraucht, auch elegante neue Herren- Garderobe, bekommt man am billigtlen and gut peseend nur im Monats-Oarderobenhaan von Lnft dt Barger, 19, Mariannenstr. 19 Kein Laden. 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Mit launiger Ironie schilderte er, daß der Freisinn, der das Gift für die Sozialdemokraten legen half, nun selbst daran Schaden nehmen mutzte. Bon dröhnenden Heiterkeitsausbrüchen und Zu- stimmnngsäutzerungen unterbrochen, gab Redner ein Bild von den Vorgängen im preutzischen Parlament und zeigte, wie schwierig die Situation für die ersten sieben Mann inmitten der bürgerlichen Mehrheit bisher war und noch ist. Nachdem noch die brennendsten öffentlichen Tagesfragen Revue hatte passiren lassen, schlotz er mit einer von leidenschaftlicher, überzeugender Kraft getragenen Auf- forderung an die Versammelten, Mann für Mann für den Sozial- demokraten zu stimmen. Jeder Mann mehr im Landtage ist ein weiterer Schritt, der uns dem allgemeinen, gleichen, geheimen und direkten Wahlrecht entgegeuführt.(Sttirmischer Beifall.) Hierauf hielt der Kandidat Grunwald eine eindringliche Ansprache, in der er besonders darauf hinwies, datz selbst weite Kreise der Mittelschichten mit dem Gebaren des Freisinns un- zufrieden find und, ohne gerade Sozialdemokraten zu fein, in unserer Partei doch die einzige konsequente, unbeugsame Vertreterin des Volkes erblicken. Die Worte des Kandidaten wurden mit begeisterter Zustimmung aufgenommen. Zur Diskussion meldete sich niemand. Nach einem Schlutzwort deS Vorsitzenden schlotz die Versamm- lung mit einem Hoch auf das allgemeine, gleiche, direkte und geheime Wahlrecht._ Huö Incluftrie und Handel. Konkurs der Vereinigten Wcrderschen Brauereien. Die 1396 aus der Vereinigung von vier Privatbrauereicn ent- standene Alliengcsellschatl.Vereinigte Werdersche Braueren' hat nun trotz ihres langen Sträubens doch den Konkurs anmelden müssen. Mit stolzen Ansprüchen trat sie ins Leben. Ihre Aktien kamen zu ItO Proz. heraus, und in den beiden ersten Jahren zahlte sie sogar auch eine Dividende, und zwar gar 8 und 6 Proz. Aber die schönsten Manöver halfen nichts; den beiden flotten Dividendenjahren folgten fünf dividendenlose Jahre— und der KurS sank auf 37 Proz. Darauf fing das Sanieren und Reorganisieren an. Die alten Aktien wurden zusammengelegt und neue Vorzugsaktien geschaffen. Doch alles ha: nichts genutzt. Bis auf 7 Prozent gingen die Stamm- alticn herunter._ Der Viehauftrieb im ersten Vierteljahr 1911. Bei der fortdauernden Abnahme des Rindviehauftriebes geht der Schweincauftricb stark in die Höhe. Die Lebendeinfnhr von Schlachtvieh in 40 deutsche Städte, abzüglich der Wiederausfuhr nach einem dieser Orte, betrug im März 72,41 Millionen Kilogramm Schlachtgewicht gegen 69,97 Millionen im März 1910. Daiwn ent- fallen im März d. I. auf Rinder 24,41 Millionen gegen 26,81 im März 1910 und 28,40 im März 1909. während sich der Austrieb von Schweinen auf 41,79 Millionen Kilogramm stellt gegen 34,74 1910 und 35,43 im März 1909, Der Austrieb von Rindern ist dcnmach um 2,39 Millionen Kilogramm oder um 8Vs Proz. geringer als im vorjährigen März, während der Scvweinc- auftrieb um 7,03 Millionen Kilogramm oder um nahezu 20 Proz. über den vorjährigen hinausging. Auffallend ist. datz die Einfuhr von Rindern in diese 40 Städte soviel niedriger ist als vergangenes Jahr, während gleichzeitig die Einfuhr von Rindvieh in die Schlacht- Höfe dieser selben Städte über die vorjährige hinausgeht. Die Zu- fuhr zu den Schlaivtdöfen der 40 Städte betrug nämlich im März dieses Jahres 16,73 Millionen Kilogramm gegen 16,63 im Vorjahre, also immerhin etwas mehr. Faiscn wir die Auftriebszahlen der ersten drei' Monate zusammen, so ergibt sich diese Bewegung. Der Austrieb an Rindern, Kälbern, Schafen und Schweinen belief sich, in Schlachtgewicht umgerechnet, im ersten Quartal der Jahre 1909, 1910 uud 1911 in Tonnen auf: Lebendeinfuhr Einfuhr in den abz. Wiederausfuhr Schlachthof 1909... 198 204 144 326 1910... 202 892 147 451 1911... 205 620 153 203 Danach ist auch beim gesamten Viehaustrieb in den ersten drei Monaten zusammen die Einfuhr in den Schlachthof relativ viel stärker gewachsen als das Angebot resp. die Mchrzufuhr an den Märkten. Bei den verschiedenen Viehgattungen betrug die Einfuhr in den Schlachthof der 40 Städte im ersten Viertel der Jahre 1909 bis 1911 in Stück: 1909 1910 1911 Rinder.... 203335 208279 198328 Kälber.... 281 402 314 928 263 698 Schafe.... 228365 233944'221 274 Schweine... 660 627 965 704 1 093 056 Bei Kälbern und Schafen ist ebenso wie bei Rindern die dic§- jährige Zufuhr in den Schlachthof der 40 Städte geringer als in den beiden Vorjahren; nur bei Schweinen geht sie über jene hinaus. Während sich bei Schweinen die Zunahme deS Austriebes auf sämtliche Landesteile erstreckt, ist die Abnahme deS Auftriebes der anderen Vichgatwngen nicht so gleichmätzig vor sich gegangen. Bei Rindern haben vielmehr Schlesien, Kgr. Sachsen, Bayern und Hannovcr-Schleswig-Holstein samt den Hansastädten, bei Kälbern Hessen-Elsatz-Lothringen und bei Schafen ebenfalls Hesseu-Elsatz- Lothringen sowie Baden-Württemberg eine Zunahme auszuweisen. GrncKts- Zeitung* Der Schullchrcr als Sittlichkcit'svcrbrechcr. Vor der Strafkammer des Landgerichts Erfurt wutde am Dienstag der Lehrer Max Reinhardt aus Geschwenda, einem Waldorte im Fürstentum SchwarzburG-Sondcrshauscn. zu einem Jahr Gefängnis verurteilt, weil er sich an einem schulpflichtige» Mädchen in sittlicher Hinsicht vergangen hatte. Dk Verhältnis» mätzig hohe Strafe wurde trotz Zubilligung mildernder Umstände erkannt. Es scheint fick also um ein recht schweres Bergehen ge- handelt zu haben. Tie Verhandlung fand unter Ausschlutz der Oesfcntlichkeit statt. Der Lohrer Reinhardt war eine stramme Ordnungsstütze. nebenbei ein gehässiger Gegner der Sozialdemokratie, die er in der niederträchtigsten Weise verkeumdete. Keine Lüge war ihm schmutzig genug, um sie nicht im Kampfe gegen den Umsturz, den er mit dem ganzen Aufgebot sittlicher Entrüstung über die Zucht, Sitte und Ordnung untergrabende Sozialdemokratie führte, zu verwenden. Nun hat dieser brave Ordnungskämpe auf eine recht unrühmliche Weise geendet._ Lohnende Einbrüche in Gruncwaldvillen fielen dem Hausdiener Richard Lichtenberg zur Last, der der ztveiten Strafkammer des Landgerichts III aus der Untersuchungshaft vor- geführt wurde. In der Nacht zum 19. Okwber 1910 wurde ein Einbruchsisiebstahl in der Dr. Tiehschcn Villa im Grunewald aus- geführt. Die Diebe waren mittels Nachschlüssels in das Haus ge- drungen, hatten mehrere Türen erbrochen und waren in das Bibliothekzimmer gelangt. Dort erbrachen die Diebe den Schreib- tisch und erbeuteten mehrere tausend Mark. Der Verdacht lenkte sich zunächst auf einen Diener Schmidt, der auch in Haft genommen wurde, aber noch 14 Tagen wieder entlassen werden mutzte. In- zwischen war auch in der Villa des Geheimrats Professor Dr. Harnack, die unweit der Villa des Dr. Tietz liegt, ein Einbruchs- dicbstahl verübt worden. Hier hatten die Diebe zirka 200 M. er- beutet. Der Kriminalpolizei gelang es. einen der Diebe in der Person des Angeklagten Lichtenberg, der früher Diener bei Herrn Dr. Tietz gewesen ist, zu ermitteln. Der Angeklagte räumte auch beide Diebstähle ein und gab einen gewissen Borger als seinen Komplicen an. Nach dem ersten Einbruch litten sich die beiden Kumpane auf Reisen begeben und in Breslau, Köln und schlictzsich in Prenzlau— dem Geburtsort Lichtenbergs— auf grotzem Futze gelebt und dort in erstklassigen Hotels Quartier genommen. Lichten- berg ist noch nicht vorbestraft. Das Gericht verurteilte ihn zu IVi Jahren Gefängnis._ Marktpreise von Berlin am II. April 1SII. nach Ermittelung des Königlichen Polizeipräsidiums. Marlthailenpreise. IKleinbaiidel.) 100 Kilogramm Erbsen, gelbe, zum Kochen 30,00—50,00. Speisebobnen, weihe 30,00-50,00. Linsen 20,00-60,00. Kartosfeln S.W— 9,00. l Kilo. gramm Rindfleisch, von der Keule 1,60— 2,30. Rindfleisch, Bauchfleisch 1,20 biS 1,70. Zchwcinefleisch 1,20—1,90. Kalbfleisch 1,50—2,40. Hammelfleisch 1.40—2,20. Butter 2,20—3,00. 60 Stück Eier 3,00—4,40. 1 Kilogramm Karpscn 1,10—2,40. Aale 1,60—3,00. Zander 1.40—8,60. Hechte 1.30 bis 2.80. Barsche 0,80—2.00. Schleie 1,40—3.40. Bleie 0,30—1,60. 60 Stück Krebse 2,23—28,00. ZWUMMMMe Loden-Pelerinen für Herren, Damen, Knaben und Mädchen Pol. 1 1 �rau ocker grünlicher imprägnierter --' Strichloden, vorzüglich im Tragen Lingen: 70 80 90 cm Preb: 4.50 Mk. Längen: 100 110 cm Preis: 6.— Mk. Längen; 120. 125. 130 cm Preis : 7.50 Mk. 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Für die herzliche Teilnahme und herrlichen Kranzspenden bei der Be« erdigmrg meines lieben Mannes, nnfereS guten Baterch Sohnes, Bruders und Schwagers, des Zlestauraleurs ISSSh tlcnuaiiii Perrct, sage allen Freunden und Bctaimten, sowie dem Watzlverein, dem Verband freier GasNoirte, dem Sparoerein „Höchste Zeit" und den verehrten Elaimngäiten herzlichen Dank. Berlin. N. April t3U. Im Namen aller Hinterbliebenen Sie. Martha Perret, geb. Weher. Zentral• RraiMasse der Maurer, Gipser, WeiBbinder und Stukkateure Oeutseidands „Gruniistein zur Einigkeit"« - Verwaltungsstelle Berlin.— Mittwoch, den 19. April 1911, abends 8 Uhr, in Wilkes Festsälen, Sebastianstr. 39: MnnM. Mßlitiill-NchmlW. Rixdorfer „Jdeal Eingetragene Genossenschaft mit lieschränktcr Rafipficht Unsere berufen wir hiermit zum Tvnncrs tag, den S?. Apvit!UtH. adendo S'L Hbr, in die Pdfiage« Täle. gsixdorf, Bergstr-aste. ein. Tages-Hrdnung! 4. Halbjahresherjcht. L. BerichierstaitUlig über die gesetz. iiche Revision, ll. ErgäiizuvaSirahI für dm Vor- stand. i. Neu- und ErgänzungZwahIen für den Russichtsrat. Ivo/t 5. Berichiedenes. Der Aufsichtsrat: Srvn« Fiodler. Orts-Krankenkaffe si-r Pankow. Die ordentliche General-Ber- tammiung findet am Montag, den 24. April 1941. abends t» Uhr. im Restaurant von R o c j Y ck i. Kreuz- straße 3/4 in Pankow, mit sollender Taaesordnuna statt' 1. Verlesung des Protokolls, der letzten Generaloeriammlung. 2. Vorlegung der Jahresrechnuug für 1919 und Bericht der Reviiores. Z. Antrag des Vorstandes auf Aendc- rung der ßz S. 10. hch Ich 17. 1». 2l. öS. 31, so. 61 und öS der Kasscnsta tuten. 4. Nachträglich« Genehmigung der mit ' Herren Dr. Bat ke und den Aerzle» r——— I---- SobeSli abgeschlossenen Vertr L. Anträge, welch- miudeiterrS 5 Tag« vor der Generalvers gmmlung heim Vorstand- eingereicht sind. C. Verschiedenes. 273fl8 Otto R i ß m a n n, Vorsitzender. k�ür nur n<> chentliche Tcllzahlnne Herren- Damen- und Rinder- Garderoben nur Neuheiten in Riesen-Auswatil. iiJelser l Lothringer Str. 67 kcke Gorraannslrflßc. 1 TageS-Ordnung: i. Unsere diesjährige Generalversammlung. 2. Wahl von 12 Abgeordneten zur Generalversammlung. Kassenangelegonhelten. Die Ortsverwaltnng 3. Zentral-Krankenkasse der Maurer Cvandstoin zur Ebiigkeit Fieitaz. dm Ii. April(Klar freitags, vormittags 1« Uhr, bei WoU,»irchhofstrafse chl: Mitglieder-Versammlung TageS-Ordnung: i, Wahl von 2 Abgeordneten zur Generalversammlung. 2. Abrechnung vom ersten Quartal. ä. VerichledencZ. Dte«ichtigkri« der Tagesordnung erfordert, dost jedes Mit- glied erscheint.— Mitgliedsbuch legitimiert. 149)6_ Dir örtliche Verwaltung. Fi. A.: Vilh. lkea«. Ks-sZtt-uj •Tsd. Herrn, der sich ele». n. Hill. kleiden will, empfehle eleg. kjo- natsgaiderobe in feinsten werk- stätt. 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Die größten Finnen haben die Bedeutung der Ldßeusodttel- abteüung erkannt, die bekanntlich international ist Ein Beweis hierfür ist der Eifer, mit dem man sieb PIStze sichert, in Erwartung der bevorstehenden Eröffnung, die bestimmt am 29. April erfolgen soll. Man versteht diesen Eifer von eeiten der ausländisehen Häuser, die wissen, welch bedeutendes Absatzgebiet sfo in Belgien und besonders in dem reichen Cbarleioi Bfe nicht nur der Ipdllstrie und dem Nkstdel, sondern euch der Kunst und Wissenschaft zugetzcihoB Plätze werden sehr bemerlteris- wfcrt seia Die vieles Attraktionen, wie zum Beispiel der japanische Blumengarten, desgleichen auf dem Kontinent noch nie gesehen wurde, sind bereits in der Anlage begriffen. So ist die Menge der Belgier und der Ausländer, die sich en- schickt,£ie Ausstellung fn Ohariaroi zu besuchen, sicher, dort zugleich ein Feld für interessant� und lehrreiche Studien, wie für ihr Vergnügen zij finden. 0J3 Reederei Nobiling ,MI Brückenstr. 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Eine erfolgreiche Agitation für unsere Presse haben die Genossen deS 6. Berliner ReichStagSivahlkreiseS in den ersten beiden Monaten dieses JahreZ unternommen. Eine volle Woche trugen opferwillige Genossen den„Vorwärts" an bestimmte vorher ausgewählte Nicbt abonnenten aus, um diese zum Abonnement zu veranlassen. Ei wurden abteilungsweise 39 213 Exemplare verbreitet und im ganzen bSIS neue Abonnenten für den„Vorwärts" gewonnen. Dem Wahlverein sind im ersten Quartal 1915 männliche und S5i weibliche Mitglieder beigetreten. W Dritter Wahlkreis. Am Karfreitag findet in Gemeinschaft mit dem Gesangverein„Libertb" eine Herrenpartie statt. Treffpunkt für die Mitglieder des WahlvereinS früh 9 Uhr auf dem Potsdamer Bahnho' tWannfeebahn). Für Nachzügler bis 10 Uhr in Zehlendorf im„Ge sellschastShaus", Karlstr. 12, Inhaber W. Mied. Von hier zu Fust nach Machnower Schleuse, von dort zurück über Klein-Machnow nach Teltow; daselbst MitlagSrast im„Preußischen Adler". Jnh. Genosse Bonow. Von Teltow nach Groß-Lichterfelde, wo die Rückfahrt per Bahn stattfindet. Rege Beteiligung erwartet Der Vorstand. AdlerShof. Morgen Freitag, den 14. April, vormittags 3 Uhr Mugblattverbreitung vom Jugendheim, BiSmarckstr. 11, aus. Der Vorstand. Britz.Buckow. Die Bibliothek bleibt am Sonnabend, den 16. April(Osterheiligabend) geschlossen. Der Bllcherwechsel findet jeden Sonnabend von 8— 10 Uhr abends im Restaurant von Otto Zilz, Werderstr. 29, statt. Die BibliotheUommission. Bernan. Heute, Donnerstag: Kombinierter Zahlabend im Lokal des Gen. Salzmann, Basdorfer Straße.» öerliner Nachrichten. Die Juristische Sprechstunde fällt am Sonnabend aus Aus der Stadtverordnetenversammlung. Auch in der Krankenpflege der Stadt soll nun das Zweiklassenkrankenhaus zur Wirklichkeit werden. Der Plan, in unseren Krankenhäusern besondere Abteilungen für zahlungsfähigere Kranke zu schassen, tauchte vor etlichen Jahren auf. Er fand sofort den Beifall der Freisinnigen, und nacktem er das Stadium der „Erwägungen," verhältnismäßig rasch durchlaufen hatte. legte der Magistrat den Stadtverordneten den Antrag vor, einen ersten Versuch im Krankenhaus Moabit zu machen. Gestern hat die freisinnige Mehrheit der Stadtverordnetem Versammlung diesem Antrag ohne weiteres zugestimmt, und dem„dringenden Bedürfnis" wird nun baldigst abge- halfen werden. Widerspruch gegen diese Einführung der Klassenscheidung in die Krankenpflege der Stadt wurde nur von der soziaildemokratischcn Fraktion und daneben noch von der kleinen Gruppe der„Sozialfortschrittler" erhoben. Unser Genosse Wehl legte noch einmal die nu'r zu berechtigten Be- denken dar. die man gegen solche Krankenhaus„reform" ev heben mutz. Er geißelte die Begünstigung des Klassen� d ü n k e l s, der zu der Idee des Zweiklassenkrankenhauses geführt hat, mid zeigte, daß die beabsichtigte Klassenscheidunc. unseren Kraukenhäusern und den minder zahlungsfähigen Kranken nicht zum Vorteil gereichen wird. Auch dem Steuer» säckel wird es wahrscheinlch nicht gut bekommen, daß in dieser Weise den, Standesvorurteilen nachgegeben wird. Trotz höheren Kurkostensatzes werde die Stadt noch tüchtig zu'- schietzen müssen, da die zahlungsfähigeren Kranken ihre An- spräche ungebührlich hoch zu bemessen pflegen. Gegen diese Ausführungen wandte sich Oberbürgermeister K i r s ch n e r. Mit großer Beredsamkeit schilderte er den Klassengegensatz, den inan sonst in, Rathaus nicht anzuerkennen pflegt, und er forderte Berücksichtigung für die S o n d e r w ü n s ch e der B e ui i t t e I l e n. Seine Erklärung, daß die Stadt- verordnetenversammlung mit der Annahme der Vorlage „ein außerordentlich gutes Werk" tun werde, wurde von der Mehrheit mit lebhaftem. Beifall begleitet. Ju der weiteren Debatte stellte sich von den übrigen Rednern nur noch Stadt- verordneter Nathan aus den Standpunkt, daß die Ein- richtung besonderer Abteilungen für bessersituierte Kranke nicht nötig sei. Er sprach von dem demokratischen Zug unserer Zeit, mit dem dieser Gedanke nicht zu vereinen sei. Die Mehr- beit aber ließ sich das nicht anfechten und beschloß ias Zweiklassenkrankenhaus. Da haben wir also doch endlich mal einen„Fortschritt" auf dem Gebiet des Gesundheitswesens Unserer Stadt. Und was für einen! Arbeitergesaog und Knust. Die Arbeitergesangvereine befinden sich seit einigen Jahren in einer neuen Etappe ihrer EntWickelung. So Widerspruchs- voll es auf dem ersten Blick erscheinen mag. so kommt diese EntWickelung rein äußerlich doch in einer Verminderung der Zahl der Arbeitergesangvereine zum Ausdruck. Man bekämpft die Zersplitterung der Arbeitersänger in eine große Zahl kleiner leistungsunsähiger Vereine, die niehr geselligen als künstle- rischen Zwecken dienen, und strebt die Bildung größerer Chöre an. die unter zuverlässiger künstlerischer Leitung den ernsten Aufgaben des Arbeitergesanges nacheisern. In Berlin ist die Leitung des Arbeitersängerbundes bc- tvußt in oer vachtung dieses Zieles tätig, und die Erfolge sind erfreulicherweise auch schon erkennbar. Um das Tempo dieser EntWickelung zu beschleunigen, ergreift der Berliner Arbeiter- süngerbund auch gern gelegentliche Hilfe von auswärts, indem er gute Arbeiterchörc aus anderen Städten, in denen der Zusammenschluß der Arbeitersänger und Arbeitergesangvereine zu leistungsfähigen größeren Chören schon seit längerer Zeit erfolgt ist. zu einer künstlerischen Sängerfahrt nach Berlin ermuntert und sie dabei nach besten Kräften unterstützt. So sind bereits die vortrefflich geschulten Leipziger Männerchöre als Gäste der Berliner Sänger aufgetreten, und so wird an den beiden Ostertagen dieses Jahres der Arbeiter- ge sangverein Bremen. Abteilung Männerchor, in Berlin konzertieren. In Bremen herrschte auf lange Jahre hindurch eine wenig erfreuliche Zersplitterung der Arbcitersänger. Als aber der Parteitag des Jahres 1903 beschloß, daß der nächste Partei- tag in Bremen stattfinden solle, traten die verschiedenen Arbeitergesangvereine auf Anregung des Parteitagskomitees sofort zu einem einheitlichen großen Chor zusammen, der vor- laufig nur den Zweck haben sollte, den Parteitag zu be grüßen und die ParteitagsfesUtchkeiten zu verschönen. Aber der größte Teil der Sänger blieb dem neu- gcgründeteu Chor auch nach dem Parteitage treu. Zugleich gelang es dem Chor einen Dirigenten zu gewinnen, der in gleichem Maße die nötigen künstlerischen Fähigkeiten wie das besondere Verständnis für den Arbeitergesang besaß, so daß der Arbeitermännergesangverein Bremen seit dem Jahre 1904 von Jahr zu Jahr an äußerer und innerer Stärke, an künst- lerischer Bedeutung und deshalb auch an Sympathie bei der bremischen Arbeiterschaft gewonnen hat. Die Konzerte des Vereins stehen auf einem hohen künstlerischen Niveau, und sie erfreuen sich einer so großen Beliebtheft bei den bremischen Arbeitern, daß sie meistens nach einer Woche wiederholt werden müssen, um der starken Nachfrage nur einigermaßen zu genügen. In den letzten Jahren haben sich dem Vereine zwei neue Chöre angegliedert: ein Frauenchor und ein Kinderchor, die beide mft Erfolg denselben Zielen zustreben wie der Männerchor. Die Bremer Arbeitersänger sind sich aber voll der Pflicht bewußt, daß sie bei allem künstlerischen Eifer nicht die Fühlung mit der Arbeiterklasse, mit ihrem Empfinden und Denken der- lieren dürfen. Es ist deshalb selbstverständlich, daß der Arbeiter- gesangverein Bremen Mitglied des Deutschen Arbeitersänger- bundes ist; aber auch durch seine eigentliche künstlerische Betätt- gung, durch die Wahl seiner Lieder, durch seine Hilfe bei den künstlerischen Veranstaltungen des Bildungsausschusses und den propagandistischen Veranstaltungen der bremischen Partei- und Gewerkschaftsorganisattonen hält der Verein die innigste Verbindung mft der Arbeiterklasse aufrecht. Der Bremer Verein ist sich darüber klar, daß es kein kleines Wagnis bedeutet, wenn er mit ungefähr 200 Sängern nach Berlin kommt. Es ist das sowohl ein künstlerisches wie finanzielles Wagnis. Hoffentlich helfen die kunstfreudigen Berliner Arbeiter, insbesondere die Arbeitersänger, durch zahl- reichen Besuch der beiden Konzerte— das erste findet am Abend des Ostersonntages in der Brauerei Friedrichshain, das zweite am Mittag des zweiten Osterfeiertages in der Neuen Welt statt— das finanzielle Risiko der Bremer Arbeitersänger verringern. Daß die Bremer aber das Wagnis in künstlerischer Beziehung und im Vergleich mit den großen Chören Berlins bestehen, dafür birgt die gewissenhafte Schulung und der Ernst ihres künstlerischen Strebens. Förderer der Lustbarkeitssteuer. Die Lustbarkeitssteuer ist bekanntlich wiederum in einen Ausschuß der Stadwerordneten verwiesen worden, weil die Mehrheit im Roten Hause sich scheute, angesichts der erregten Stimmung weiter Kreise der Berliner Bevölkerung Farbe zu bekennen. Inzwischen wird von Hausbesitzern wieder Stimmung für die Steuer gemacht. In einer Versammlung der Freien Bereinigung der Berliner HauS- und Grundbefitzervereine wurde nach einer lebhaften Erörterung, an der sich Stadtv. Liebenow und andere beteiligten, einmütig be- schlössen, eine ausführliche Petition an Magistrat und Stadt- verordnete von Berlin zu richten mit der Bitte, hinter anderen Großstädten und den Vororten nicht zurückzustehen und nach dem Beispiel dieser Städte die Lustbarkeirssteuervorlage anzunehmen und möglichst bald die Kattensteuer einzufiihren. Auch der freisinnige Luisenstädtische Bezirksverein, der die innere Luisenstadt umfaßt, hat am Dienstagabend unter dem Vorsitz des Stadtverordneten Ulrich mit großer Mehrheit beschloffen, an die Stadtverordnetenversammlung eine Eingabe zu ttchten, in der die Ermattung auegesprochen wird, daß die Stadtverordneten die Dkagistratsvorlage über die Lustbarkeitssteuer annehmen und recht bald verabschieden möge. Diese Förderer der Lustbarkeitssteuer verfolgen keinen anderen Zweck, als anderen Bevölkerungskreisen Steuern aufhalsen zu laffen, um selber möglichst verschont zu bleiben. Es muß verlangt werden, daß das Steuermonstrum je eher je besser in den Orkus der» senll wird._ Auf dem Magervichhof in Friedrichsfelde ist gestern, wie die „Mgcmeine Fleischer-Zeiiung" berichtet, die Maul- und Klauenseuche bei einem Rinde im Ueberständerhof festgestellt worden. Infolge- dessen fällt der Schweinemarlt auf dem Magerviehhof auS, während der wegen des Karfreitags bereits auf heute Donnerstag festgesetzte Riudermarkt stattfindet. Inzwischen sind auch die im Ueberständerhof befindlichen Tiere abgeschlachtet werden. Auf dem städtischen Viehhofe betrug der gestrige Auftrieb an Schweinen 25 000 Stück, die höchste Zahl seit Bestehen des Vieh Hofes. Eine nene Berschandelung der Schönhauser Allee in ihrem Teile zwischen der Tanziger Straße und dem Bahnhof Schönhauser Allee wird augenblicklich der Hochbahngesellschaft zu Liebe vorbereitet. Uns wird hierzu geschrieben: Zwischen je zwei der dort stehenden Bäume gräbt man zurzeit Pfähle ein. Will man die Zahl der Alleebäume verdoppeln? Ganz gewiß nicht! Dazu stehen diese viel zu dicht. Augenscheinlich hat man vor, neben diese Pfähle solche besenartigen Surrogate von Alleebäumen zu setzen, wie man sie an Stelle der alten schönen Bäume auf der Strecke zwischen Metzcr Straße und Wörther Straße gesetzt hat. Stehen die Besen erst, dann werden nachträglich die jetzigen stattlichen Bäume ent- crnt, bloß, um einer Privatgesellschaft bequemere Möglichkeiten für >en Bau eines Millionenuntcrnehmens zu gewähren. Lediglich, um die Bevölkerung zu täuschen, macht man es jetzt umgekehrt, wie beim Bau der Untergrundbahnstrecke im unteren Teile der Schönhauser Allee. Dort vernichtete man den vorhandenen schönen Baumbestand mit Axt und Säge und setzte nachträglich dafür einen schwachen Ersatz. Im oberen Teile der Schönhauser Allee chafft man erst den„Ersatz" und entfernt dann die alten Bäume. Dagegen muß auf das allerenergischste protestiert werden. Im Schatten der Hochbahn wird aus den kümmerlichen Bäumchen, die man jetzt in der Schönhauser Allee pflanzt, nie etwas werden. Dagegen konnte man immerhin erwarten, daß die jetzt dort stehen- den kräftigeren Bäume einen Eingriff in ihre Lebensbedingungen überstehen.— Deswegen: Fort die Finger von der weiteren Wer- 'chandelung der Schönhauser Allcel Eine Gedenktafel für Karl Gotthard LanghanS. den Erbauer des Brandenburger ToreS, wird am Hause Charlottenstraße 43, wo LanghanS bis kurz vor seinem Tode wohnte, in nächster Zeft von der Stadt angebracht werden. Der Besitzer des Hauses hat dazu in entgegenkommender Weise seine Erlaubnis gegeben. Die soeben erschienene Personalnachweisnng der Berliner Ge- meindcverwaltung für das Jahr 1911 ist in der Geschäftsstelle deS Gemeindeblattes. Rathaus 3 Treppen, Zimmer 123, zum Preise von 2 M. käuflich zu erhalten. Die Markthallendeputatton hat in ihrer gestrigen Sitzung u. a. beschlossen, den Fleischgroßmarkt so schnell als möglich nach der 5kniprodestraße zu verlegen. Das Projekt hierfür soll so aus« gearbeitet werden, daß die Möglichkeit verbleibt, erforderlichenfalls auch den Gemüse- und Obstgroßmarkt auf dem Gelände an der Kniprodestraße unterzubringen. In den neu zu errichtenden Groß- Markthallen soll mit Rücksicht auf PlatzetsparniS und Berbilligung ür Gemüse» und Obsthandel der Galerie- oder Etagenbau ein- geführt werden. Die Fleischhallen dagegen sollen ebenerdig erbaut werden. Ferner beschloß die Deputation, dem Wagistrat anHeim zu geben, noch einmal mit dem Fiskus wegen Erwerbung deS TerrainS an der Paulstraße zum Zweck der Errichtung des Obst- und Gemüse- großmarkteS in Verhandlung zu treten. Dieses Terrain bietet neben anderen Votteilen vor allem einen ausgiebigen Wasseranschluß. Ein schwieriges Rcttungswerk gelang am Mittwoch der Feuer- wehr am Hafenplatz. Vor der Wache an der Schöneberger Straße war ein Wagen mitsamt den Pferden in den Landwehrkanal gestürzt. Der Feuerwache gelang es. die beiden Pferde gesund herauSzuhobüi. Der Wagen wurde dann auch noch geborgen. Festgenommen worden ist der HeiratS- und Wechselschwindler Hennann Kahn, der zwischen Berlin, Wien, Köln und Frankfurt a. M. umherzureisen pflegte. Garderobenzwang im Eafö. In dem seit knapp Jahresfrist bestehenden, sehr ausgedehnten Cafe Colosseum in der Beuthstraße wird das Sonntagö-Publikum in recht eigenartiger Manier zur Bezahlung für Garderobenausbewahrung gezwungen. Sonntags ist dieses an sich sehr schön eingerichtete Eafö während der Abend- stunden meist überfüllt, so daß die gewöhnlichen Garderobenhalter bei den einzelnen Tischen nicht ausreichen. Es ist daher, wie in den anderen größeren Etablissements, eine besondere Garderoben- ablage gegen Bezahlung von 20 Pf. pro Person vorgesehen. Wie uns geschrieben wird, sind nun die Kellner dem Publikum beim Ablegen der Garderobe behilflich und tragen letztere, ohne auf den Zahlzwang hinzuweisen und die Zustimmung der Gäste abzuwarten, nach dem besonderen Garderobenraum. Man nimmt hinterher vom Kellner etwas erstaunt die Garderobenmarke in Empfang, denkt sich aber zunächst nichts weiter dabei, ist vielmehr über die aufmerksame Be- dienung sehr erfreut. Der hinkende Bote kommt nach, wenn man seine Garderobe nur gegen Erlegung der Gebühr zurückerhält und, um kein Aufsehen zu erregen, in die Tasche greift. Es müßte mindestens das Publikum auf den Zahlzwang irgendwie unzweideutig hingewiesen werden. Wer jetzt erst einmal düpiert worden, kommt zum zweiten Male sicher nicht wieder. DaS Verfahren der Direktion ist also auch höchst geschäftsunklug. In einem Schornstein verstiegen. AuS einem eigenartigen An- laß wurde in der vergangenen Nacht die Berliner Feuerwehr nach der Meierei von Bolle, Alt-Moabtt 93/100, gerufen. Dort waren der Obermonteur Härtung und der Heizer Bindewald im Innern eines etwa 45 Meter hohen Dampfschornsteines aufge- stiegen, um eine Wetterfahne abzunehmen. Diese Arbeit mußte des Nachts ausgeführt werden, weil der Dampfkessel während des ganzen Tages in Betrieb ist. Als die beiden Arbeiter in der Spitze deS Schornsteines angekommen waren, wurde der Ober- monteur Härtung infolge von Hitze und Staub unwohl. Er fiel um und blieb auf dem oberen Rand deS Schornsteines liegen. Beim Anblick des Verunglückten verlor der Heizer Bindewald den Mut, allein wieder abzusteigen. Auf seine Hilfe- rufe eilten andere Arbeiter hinzu, die für die sofortige Alarmierung 1>er Feuerwehr sorgten. Auf die Meldung„Besonderes" rückte auch Branddirektor Reichel nach der Unfallstelle aus. Zwei Feuer- wehrmänner führten das Rettungswerk aus. Sie bestiegen den Schornstein, zogen ein Tau nach sich und befestigten eS mittelst einer Rolle an der Spitze. Der Obermonteur wurde alsdann an dem Tau herabgelassen, während der Heizer mit Unterstützung der Feuerwehrleute selbst absteigen konnte. Die Rettung erfolgte ohne Unfall. Der Obermonteur erholte sich an der frischen Luft nach und nach wieder und dürste in einigen Tagen völlig hergestellr sein, Ein betrügerischer Bankbeamter. Auf bisher unaufgeklätte Weise, aller Wahrscheinlichkeit nach aus Grund eines gefälschten Briefes ist es einem jüngeren Beamten der Dresdner Bank Emil Kneubühler gelungen, bei dem Credit Lyonnais in Genf SS 000 Fr. abzuheben und über Lausanne nach Mailand weiter zu reisen. ES sind die nötigen Schritte zur Festnahme Kneubühler? eingeleitet. Drei größere Brände beschäftigten die Berliner FeuerEehr während der vorletzten Nacht und gestern früh in der Brandenburg. straße 9, Scheringstraße 13/28 und in der Ritterstraße 41. An der ersten Stelle stand ein Teil des Dachstuhles, an der zweiten (Maschinenfabrik Schwartzkopff) die Dachkonstruktion eines Gießerei- schuppens und an der letzten eine Schleiferei in Flammen. An allen drei Orten hatte die Wehr längere Zeft Wasser � oebxp, Uta die Sqaljr zu beseitigen. Vorort-Nacbricbten» Rixdorf. In der Sitzung der Stadtverordnetenversammlung wurden em Donnerstag sieben Magistratsmitglieder durch den Oberbürge-r- meister Kaiser eingefühtt. Stadtbaurat Weigand. welcher dem Tiefbauamt vorsteht, ist wieder- und zwar aus Lebenszeit ge-. wählt worden. Außer ihm wurden noch vereidigt die wieder� gewählten Stadiräte Bürkner, Marggraf, Rochlitz. W i lschke und die neugewählten Stadträte Hildebrandt und Niemetz, sämtlich unbesoldete. In Anrechnung auf die 83 Millionen-Anleihe schlug der Magisttal bor, ein Teildarlehn von 070 000 M. von der LandeSv-ersichc- rungsanstalt Brandenburg zum Zinssahe von 4 Proz. aufzunehmen. Die Versammlung erklärte sich damit einverstanden. �Die Vorlage des Magistrats, nach welcher auf dem Hinter- gelände des städtischen Grundstücks am Richardplatz und an der Richardstraße ein Gemeindeschulgebäude von 00 Klaffen errichtet werden soll, gibt dem Stadtverordneten Winter Anlaß zum Widerspruch gegen die geplante Verteilung der Räume. Er wies nach, daß in den umliegenden Schulen, welche durch den- Neu- bau entlastet werden sollen, 32 Knaben- und 20 Mädchenklaffen keinen eigenen Unterttchtsraum haben, also fliegende Klassen sind. Es müssen deshalb zum mindesten 30 Knaben- und 30 Mädchen- klaffen und nicht, wie es das Bauprogramm will, 20 Knaben- und 40 Mädchenklassen eingettchtet werden. Bürgermeister Dr. Wein- reich ersuchte um die Genehmigung des Projekts und sagte noch- malige Prüfung der Klassenverteilung in der Schuldeputation und erneute Vorlage an die Stadtverordnetenversammlung zu. Darauf lvurde der Neubmi, welcher Turnhalle, 2 Zeichensäk: und Schul- dienerwohnung enthält und auf 730 000 M. Kosten veranschlagt ist. genehmigt. Debattelose Annahme fand der Entwurf zum Neubau einer Turnhalle in der Gemeindeschule Mahlow er- sttraße, welcher einschließlich des vorgesehenen AuSbaus von Abortanlagen mit 45 000 M. Baukosten veranschlagt ist. Im Etat für 1910 haben im Kapitel Armenpflege eure Reihe Uebcr- schreitungen einzelner Positionen stattgefunden, welche durch Schwankungen der wirtschaftlichen und gesundheitlichen Verhältnisse hervorgerufen worden sind. Es wurden zur Deckung dafür insgesamt 104174,17 M. bewilligt, welche Summe aber durch er». höhte Einnahmen ihren Ausgleich findet und daher den Zuschuß der Stadt zum Armenetat 1910 in Höhe von 420 000 M. nichr ver- ändert. Für die Schulverwaltung wurde ebenfalls ewe Verstärkung für Inventar im Betrage von 000 M. genehmigt. In geheimer Sitzung wurde u. a. dem Stadtbaumeister Schubert in Berlin für die Aufstellung eines abgeänderten Projekts zur Weiterführung der Nord-Süd-Untergrundbahn durch Rixdorf-ew Honorar von 1200 M. bewilligt. Ueber die Verlänge- rung der Bahn vom Bellcallianceplatz zum Hermannplatz und darüber hinaus sind Verhandlungen mit Berlin bereits eingeleitet worden. Schöneberg. Vom rigmca Wagen überfahren wurde am Dienstagabend der 20jährige Kutscher Otto Stoltz. Akazienstraße 22 wohnhaft. St. fuhr auf dem Rollwagen der Firma Bettinger in der Kolonnenstraße vor einem Straßenbahnwagen her. Auf das Signal des Fahrers wollte der Kutscher nach rechts ausbiegen, fuhr aber gegen einen an der Bordschwelle stehenden Wagen so heftig an. daß er vom Bock stürzte und vornüber zwischen die Pferde fiel. Dabei ging ihm eines der Hinterräder über den Hals hinweg. In bewußtlosem Znstande wurde der Bedauernswerte nach dem Schöneberger Kranlenhause gebracht, wo die Aerzte einen Gemckbruch feststellten. Der Zustand des Verletzten ist hoffnungslos. Unfall oder Verbrechen? Am Dienstagmorgen wurde in der Nähe des Bahnhofs Schöiieberg ein ölljähriger, dem Arbeiterstande angehöriger Mann bewußtlos auf dem Fahrdamm liegend auf- gefunden und nach dem Schöneberger Krankenbause übergeführt Dort ist der Arbeiter, der als der 50jährige Ernst Füllner aus der Lugustastraße 8 in Tempelhof rekognosziert wurde, im Laufe des gestrigen Mittwochs verstorben, ohne das Bewußtsein wiedererlangt zu haben. Als Todesursache stellten die Aerzte eine schwere Gehirnerschütterung fest. Bisher ist es noch nicht gelungen, zu er- Mitteln, woher die Verletzung F.'s stammt. Man nahm zuerst an, daß Füllner überfahren worden sei, doch ist diese Annahme dadurch widerlegt worden, daß sich an dem Körper des Mannes keine Spuren äußerer Verletzungen fanden. Dagegen entdeckte man später unter- halb des Kinns a» der linken Halsseile eine lange, bis auf den Knochen ! lebende frische Wunde. Die Verletzung dürfte durch ein spitzes In- trument verursacht worden sein, da der Muskel glatt durchschnitten ist. Es ist kaum anzunehmen, daß F. sich diese Wunde durch einen Sturz selbst zugezogen hat. Zehlendorf(Wannseebahn). Die letzte Gemeindevertreterfitzung beschäftigte sich mit der Vorlage eines neuen Ortsstatuts gegen die Verunstaltung von Ortsteilen. Nach der Vorlage kann die Bauerlaubnis versagt werden in der Umgebung einer ganzen Anzahl namhaft gemachter Straßen, Gemeindeeinrichtungen sowie öffentlichen Gebäuden, wenn durch die Ausführung das Ortsbild beeinträchtigt oder der Ein druck der öffentlichen Gebäude benachteiligt werden würde. Für die der geschlossenen Bauweise vorbehaltencn Ortsteile sind eine Reihe von Borbehalte gemacht, die ganz offenbar nur den Zweck verfolgen können, den Hochbau in diesen Ortsteilen möglichst zu beschränken»der unmöglich zu machen.„Pensionopolis" soll eben mit allen Mitteln aufrecht erhalten werden. Der Vorlage wurde trotz aller Bedenken zugestimmt. Sodann wurde aus Grund einiger sehr veralteter Gesetze eine neue Polizeiverordnung erlassen, die geeignet ist, eine ganze Reihe Verdauungsbeschwerden bei den Ge? werbetreibenden auszulösen. Sie hat Bestimmungen über die An- läge von Vorgärten zum Zweck und ordnet zunächst an, daß die Anlage nicht in einer solchen Ausdehnung erfolgen darf, daß da- durch der Charakter als Ziergarten aufgehoben wird. Im§ 6 wird bestimmt, daß die Verwendung der Vorgärten zu gewerblichen Zwecken nur mit besonderer polizeilicher Genehmigung gestattet sei, jedoch die Anbringung von Reklameschildern. Tafeln, Bekannt- machungen und dergleichen untersagt ist. Mit einer Aenderung, daß Firmenschilder von im Hause wohnenden Gewerbetreibenden nicht unter die Bestimmung fallen, wurde die Vorlage genehmigt. Daß wir auch in nächster Nähe von Berlin Schulpaläste haben, die denen von Ostelbien nicht sonderlich nochstehen, zeigte die nächste Vorlage. Sie fordert 420 M. für den Anschluß der Gemeindcschule in Schönow an die Wasserleitung. Begründet wurde die Vorlage damit, daß der auf dem Schulgrundstück dieser einklassigen Schule befindliche Brunnen ständig abläuft und einer Reparatur unterzogen werden müßte, die ebenfalls etwa 225 M. kosten würde. Aus der Vertretung wurde darauf hingewiesen, daß der Brunnen aus sa nitären Gründen völlig unhaltbar ist. Man kennt also äugen scheinlich diesen Zustand schon längere Zeit. Die Kosten wurden bewilligt. . Köpenick. Ein schwerer Fahrstuhlunsall ereignete sich vorgestern nach mittag in der Heineschen Dampfwäscherei. Der dortselbst beschäs tigte Hausdiener Otto Schramm aus der Müggelheimer Straße 2 halte mit dem Fahrstuhl einen großen Posten nasser Wäsche nach dem vierten Stockwerk befördert. Beim Ausladen der Körbe hat sich anscheinend eine Seitenwand des Fahrstuhls geöffnet, denn plötzlich stürzte Sch. infolge einer unvorsichtigen Bewegung in den Schacht hinab. In dem gleichen Augenblick setzte sich auch der Fahr- stuhl nach unten in Bewegung und der Abgestürzte wäre zweifellos zerquetscht worden, wenn eS nicht einem Arbeiter, der Zeuge des Unfalles gewesen, gelungen wäre, den Fahrstuhl in der Höhe des ersten Stockwerkes zum Stehen zu bringen. Nur mit großer Mühe gelang es den Verunglückten aus dem Schacht herauszu bringen. Der Hausdiener, der einen Bruch des rechten Ober schenkelS und innere Verletzungen davongetragen hatte, wurde nach oem Kreiskrankenhause in Britz übergeführt. Friedrichsfelde. Aus der Gemeindevertretung. Die Kirchengemeinden beider Ortsteile hatten beantragt, die Hebegebühren, die an die Gemeinde für Einziehung der Kirchensteuern zu leisten sind, von S auf 5 Proz. herabzusetzen. Die Anfrage unserer Genossen, wie hoch prozentual gerechnet, der Gemeinde Kosten durch die Ein zichung erwachsen, konnte nicht beantwortet werden, weshalb Ge nosse Oehlert beantragte, den alten Satz bestehen zu lassen. Das wurde abgelehnt und die Gebühren auf 5 Proz. ermäßigt. Weiter wurde darüber verhandelt, ob in der P r o z e ß s a ch e des Vereins für Hindernisrennen Berufung eingelegt werden solle. Bekanntlich hat das Oberverwaltungsgericht die Auf- sassung vertreten, daß die Veranstaltung von Hindernisrennen reine Lu st barkeit und der Verein von einer Lustbarkeits- steuer zu befreien sei. Gestützt auf dieses nach Meinung weitester Kreise völlig irrige Urteil hat nun der genannte Verein Klage auf Rückzahlung der hinterlegten 53 000 M. erhoben und das Land- gericht hat die Gemeinde auch verurteilt, nicht nur diese Summe, sondern auch die Zinsen in Höhe von zirka 1700 M. zurückzuerstatten. Da die Berufung wegen der Haupffumme keinen Erfolg verspreche, empfahl der Gemeindevorstand davon abzusehen, wegen der Zinsen aber zunächst eine gütliche Auseinandersetzung mit dem Verein zu versuchen oder aber Berufung einzulegen. Genosse P i n s e l e r widersprach dem im Urteil enthaltenen Passus, wonach eine un- gerechtfertigte Bereicherung dem Rennverein gegenüber vorliegen Jolle. Im Gegenteil, die Steuern seien von den Besuchern der kennen in Form erhöhter Eintrittspreise gezahlt worden. Die Rennleitung habe sogar noch ein gutes Gescbäft dabei gemacht indem sie die Billetts mehr verteuerte, als es dem Steuerbetrag entsprach. E» werde nunmebr Ausgabe der Steuerkünstler sein, einen anderen Weg zu finden, auf welchem die Rennbahn mit besserem Erfolg zu Steuerleistung heranzuziehen sei. als Gegen- leistung für die immensen Aufwendungen, die die Gemeinde der Rennen wegen zu machen gezwungen sei. Herr Schäfer, der auf diese Dinge noch näher einging, wies darauf hin, daß die Renn- leitung sich nicht einmal gescheut habe Einspruch dagegen zu er- heben, daß die Gemeinde nicht den gesamten Komplex des Vereins als bebaut angesehen und entsprechend niedrig zur Grundwertsteuer herangezogen habe, obgleich man soweit entgegengekommen war, eine sechsmal größere Fläche als bebaut einzuschätzen, wie tat- sächlich bebaut sei. Es wurde dem Vorschlag deS Gemeindevor- standes entsprechend beschlossen. In der darauffolgenden geheimen Sitzung sollte über die Er- richtung einer eigenen Gasanstalt beraten werden. Bemerkt sei noch, daß unsere wiederholten Beschwerden wegen unpünktlichen SitzungSbeginns den Bürgermeister veranlaßten. im Laufe der Sitzung die Versicherung abzugeben, daß in Zukunft der öffent- lichen keine Kommissionsberatung mehr vorangehen solle. Adlershof. Mit den Praktiken beS hiesigen liberalen HauSbesitzervereinS fei der kürzlich stattgefundenen Gemeindevertreterwahl in der zweiten Abteilung beschäftigte sich am Montag eine vom Wahl- bereinSvorstand einberufene öffentliche Versammlung. Genosse H o r l i tz als Referent wies zunächst darauf hin, wie in der seiner- zeit vom Genossen Hildebrandt einberufenen Versammlung gerade der Repräsentant des Hausbesitzervereins, Herr Hans Lutze, die Diskussion auf das persönliche Gebiet geleitet und Beschuldigungen gegen ihn und den Wahlvereinsvorstand erhoben habe. Der Wahl- Vereinsvorstand habe sich daher veranlaßt gesehen, Herrn Lutze Gelegenheit zu geben, seine in der Oeffentlichkeit erhobenen Be- schuldigungen nun auch zu beweisen. Komischerweise habe es der Herr abgelehnt, in der Versammlung zu erscheinen, weil er, Horlitz, in der Versammlungseinladung als Referent bezeichnet war. Andererseits erklärt er sich bereit, dem Wahlvereinsvorstand sein Material zu unterbreiten. Ein solches Gebaren könnte nur als Kneifen bezeichnet werden. Im allgemeinen habe der Wahlkampf gezeigt, daß bei den Gegnern das persönliche Moment in der Agita- Hon die Hauptrolle spiele. Dieses Treiben müsse die Genossen veranlassen, bei der nächsten Wahl unsere Kräfte zu verdoppeln, um auch in der zweiten Abteilung Bresche zu legen. Eichwalde. In der letzten Gemeinbcvertretcrsitzung kam zunächst der Pro- test gegen die am 25. März stattgefundene Wahl zum Gemeinderat zur Verhandlung. Bei der Stichwahl am 2. April wurden vier Forensenstimmen zurückgewiesen, weil die Stimmberechtigten, ob- wohl sie am Ort Wohnung haben, sich bei der Wahl vertreten ließen. Es wäre Pflicht der StimmberechHgten gewesen, sich selbst zur Ausübung ihres Wahlrechts einzufinden. Diese 4 Stimmen hätten demnach bereits bei der Hauptwahl nicht gezählt werden dürfen, was zur Folge gehabt hätte, daß unserem Kandidaten Genossen König der Sieg zugefallen wäre. Der Protest wurde gegen die Stimme unseres Vertreters Alritz abgelehnt. Unter anderen fadenscheinigen Gründen wurde von einem sonst frommen Herrn angeführt, daß auch auf sozialdemokratischer Seit« Unregel« Mäßigkeiten vorgekommen seien, die, falls der Protest weitergehe, den Staatsanwalt beschästigen könnten. Die„Forensenstimmen sammler und ihre Vertreter" scheinen sich ihrer Sache nicht sicher zu sein und eine Kassierung der Wahl zu besürchien, daher der Versuch, durch Drohungen unsere Genossen einzuschüchtern, ein Versuch mit untauglichen Mitteln an untauglichem Objekt. Von dem behaupteten Vorkommnis ist dem Wahlkomitee nichts bekannt. Nach Einführung der neugewählten bürgerlichen Vertreter wurde ein Einspruch des evangelischen Pfarrers L ü tz o w gegen den Etat verhandelt und zwar mit gutem Erfolg für die Kirche. Ihr wurden auf Antrag des Kirchenältesten Nanninger zu den bereits be- willigten 3810 M. weitere 500 M. zubewilligt. Der Kirchen� besuch dürfte darum doch kein besserer werden.— Längere Debatte zeitigte die Wasserbesorgungsfrage. Herr Merz wollte die Sache gleich auf 5 Jahre vertagt wissen, unser Genosse Alritz und Schöffe B e n e ck e betonten aber, daß eine so günstige Gelegenheit, mit einer Nachbargemeinde(Königs-Wusteryausen) geeint in dieser Frage vorzugehen, sich nie wieder bieten würde. Durch Umfrage bei den Grundbesitzern soll zunächst deren Meinung hierzu ein- gefordert werden.— Zwecks Bau einer Turnhalle soll neben der Schule ein Grundstück erworben werden. Da man bisher versäumt hat, passende Grundstücke für Gemeindezwecke zu reservieren, mutz jetzt der teure Preis von 70 M. pro Quadratrute gezahlt werden Die nächste öffentliche Versammlung dürfte sich noch eingehender mit der hier nur auszugsweise wiedergcgebenen Tätigkeit unserer Gemeindevertretung beschästigen. Hohen-Schönhausea. Aus der Gemen, devertretersitzung. In den Steuerausschuß wurde auf Ersuchen des Genossen Thiele u. a. auch Genosse K i n tz e ge wählt. Nach einer Verordnung über die Armenpflege sollen fünf Armenbezirke bestehen, Genosse Thiele forderte, daß auch Frauen zu den Armenkommiisionen zugezogen werden. Diesem Wunsche will man später Rechnung tragen, vorläufig sollen in der Waisenpflege Frauen vertreten sein. Der HaushaltSetat ist in diesem Jahre sehr umfangreich; durch die Eingemeindung des Gutsbezirks hat sich die Bevölkerung von 1700 Einwohnern auf 5400 vermehrt. ES sind die Etats für Schullasten, Wasser werk usw. zugekommen. Hoben-Schönhausen hat eine Größe von 900 Hektar mit 617 Grundstücken und 387 Wohnhäusern. Das Vermögen ist von 212 474 M. auf 3 Millionen Mark gestiegen. Der Grund und Boden— 61 Morgen— hat einen Wert von zwei Millionen Mark, Die Grundstücke zu Schulen find auf 245 000 M zu berechnen. ES ist ein Ueberschuß vom vergangenen Jahre von W2 000 M. zu verzeichnen. Als Schularzt ist Herr Dr. Cohn an- ,estellt worden, auch befindet sich vom 1. Ma, eine Apotheke am 3rte. Die Gewerbesteuer wird im kommenden Jahre um 45 Proz. ermäßigt, die Einkommensteuer aus 125 Proz. festgesetzt. In einer ausgedehnten Debatte über die Verkehrsverhältnisse kam zum Ausdruck, daß dieselben längst geregelt wären, wenn nicht durch )aS Eingreifen von Lichtenberg und Weißensee neue Differenzen entstanden wären, jedoch hofft man. daß die schwebenden Per- Handlungen Besserung bringen. Die Reinigung und Beleuchtung der Straßen soll ebenfalls verbessert werden. Der Etat gelangte zur Annahme. Diensdorf am Scharmützelsee. In einer auch von Frauen zahlreich besuchten BolkSversamm lung referierte am vergangenen Sonntag im Gasthofe des Herrn LuziuS Frau Frida Wulff-Berlin über„Die Junker, das deutsche Volk und die Frauen". Die Rednerin schloß ihre mit großem Beifall aufgenommenen Ausführungen mit einem Appell an die Anwesenden, der örtlichen politischen Organisation beizutreten. In der Diskussion ergänzte Genosse Faaß-SSerlin in wirkungsvoller Weise das Referat. Er empfahl den anwesenden Landarbeitern den Anschluß an die am Orte bestehende Zahlstelle des Land- arbeiterverbandes. Mit einem begeistert aufgenommenen Hoch auf die Sozialdemokratie wurde hierauf die Versammlung geschlossen. Mehrere Aufnahmen in den Wahlverein und in'die Zahlstelle des Landarbeiterverbandes konnten als Erfolg dieser Versammlung ver- zeichnet werden. Oranienburg. Ein großes Schadenfeuer kam gestern in der vierten Morgen« tundc aus dem Grundstück der Dampfschneidemühle von Dittmann. Lehiiitzstr. 15, aus. Der Brand war in dem alten, nicht mehr im Gebrauch befindkiiben, aber sehr ausgedehnten Mehlgebäude aus- gekommen und griff so rapid um sich, daß auch das alte Kesselbaus in Mitleidenschaft gezogen wurde. Die sofort alarmierte freiwillige Feuerwehr harte ihre Hauptaufgabe zunächst auf den Schutz der neuen Fabrikgebäude zu richten, und nach vierstündiger angestrengtester Tätigkeit gelang es denn auch, die Gefahr abzuwenden. Doch konnte nicht verhindert werden, daß auch«in Teil der neuen Baulichkeiten durch überspringendes Feuer beschädigt wurde. DaS alte Mehlgebäude und das alte Kesselhaus wurden indessen vollkommen«in Raub der Flammen. Der Schaden ist deshalb zienilich beträchtlich. Von den Lagervorräten ist nichts vernichtet worden. Die Ursache des Brandes ist noch nicht ermittelt. Jugendveranstaltungen. SchSneberg. Der für Freitag, den 14. April, fesigesetzte Vortrag indct nicht statt. Am l. Oslerseiertag- Ausflug. Treffpunkt: morgens S Uhr am Bahn- hos Schöncberg. Mit der Bahn bis Jobannisthal, dann zu Fuß nach Köpenick, Müggelsee, Müggelberge, Krampenburg und Grünau. Treptow-Baumschulenweg. Karfreitag: Fußpartie� nach Köpenick. Treffpunkt für Treptow: früh 7'/, Uhr. Kiesholz. Ecke Ellcnstraße: für Baumschulenweg: früh S Uhr im.Jngenddeiin", Eviiflflr. 22. Für Nach. zügler mittags 12 Uhr in Sadowa. Waldschänke. Fahrgeld 20 Pf. Rege Beteiligung der arbeitenden Jugend erwartet Der Jugendausschuß. Tegel-Borsigwalde. Die.Freie Jugendorganisation Tegel und Umgegend' veraiiltaltet am 14. April«Karfreitag)«ine Partie nach F i n k e n t r u g. Treffpunkt: morgens bis'1.8 Uhr am .strandpavillon' lDampfeihalteftelle). Rückkehr abends 8 Uhr. Fahrgeld 40 Pf. Wir bitten die Arbeiterschaft, die lchulenUassene Jugend auf die Veranstaltungen aufmerksam zu machen. Der Borstand. Hua der Frauenbewegung. Gesundheitslehre als Pflichtfach i» de» neue« Franenschulen Sachsens. Durch das Gesetz vom 16. Juni 1910 ist das höbere Mädchen- bildungswesen im Königreick Sachsen in zeitgemäßer Weise geregelt worden, und eS sind in Anlehnung an das Gesetz zunächst d,e Städte Chemnitz. Dresden und Leipzig zur Gründung von Anstalten geschritten, die den Mädchen einerseits den Zugang zur Universität(Studienanstalt), andererieits die Erlangung einer über das Ziel der höheren Mädchenschule hinausgehenden all- gemeinen Bildung(Frauenschule) ermöglichen sollen. In Dresden sollen beide Anstalten Ostern dieses Jahres ins Leben treten. Ganz besonders interessiert die Frauen schule, die nicht, wie die Studienanstalt, nur einer Minderheit von jungen Mädchen(die der Universität zustreben), sondern allen denen dienen soll, die sich neben einer praktisch- Hauswirtschaft- lichen eine tiefere Allgemeinbildung aneignen und damit ausgerüstet sowohl an dem geistigen Leben ihrer Zeit und ihres Volkes ent« sprechenden selbsttätigen Anteil nehmen, als auch gleichzeitig zu einer dem Berufe deS Weibes entsprechenden harmonischen Entfaltung ihrer Anlagen und Fähigkeiten kommen wollen.— Der Kursus ist zweijährig und enthält u. a. als P f l i ch t f a ch im ersten Schul- jähre wöchentlich 2 Stunden GesundbeitSlehre und im zweiten Schuljahre ebenfalls wöchentlich 2 Stunden Samariter« kursuS und Kinderpflege, während als Wahlfach im ersten und zweiten Schuljahre u. a. je 2 Stunden Naturkunde und biologische Hebungen in Betracht kommen.— Diese Neuerung ist mit großer Genugtuung zu begrüßen— allerdings in der Voraus« i'etzrmg, daß der Unterricht in der Gesundheitslehre und in der Kinderpflege sowie der Samariterkursus vom Arzte erteilt wird. Mit der Einführung dieses Unterrichts in das Lehrpenium der neuen Frauenschulen ist ein wichtiger Schritt vorwärts getan. Man erörtert in maßgebenden Kreisen die Mög» lichkeit, solchen Unterricht auch für die heranwachsende männliche Jugend einzuführen und geht von der Ansicht ans, daß Unterricht in allgemeiner Gesundheitslebre und in erster Hilfeleistung als Pflichlfack� sowohl in den OberNassen der Volks- bezw. Bürgerschulen als namentlich auch aller Mittelschulen(Gymnasien. Realgymnasien, Realschulen, Bauschulen, landwirtschaftlichen Schulen und dergleichen) baldmöglichst einzuführen sei. Der Gewinn, den die jungen Leute aus solchem Unterricht kür ihr Leben mit fortnehmen, dürfte auch Fernstehenden ohne weiteres einleuchten. Der„Streik" der Suffragettcs bei der Volkszählung. Die Suffragettes von der sogenannten kämpfenden Richtung. die Vertreterinnen des Damenwahlrechts, hatten auf Anregung der Wamens Freedom League beschlossen, bei der kürzlich stattgehabten Volkszählung in England der Regierung neue Schwierigkeiten zu bereiten. Durch Verweigerung aller Angaben auf den Zählbogen sollten die statistischen Erhebungen der Volkszählung vereitelt wer- den. Kein Bürgerrecht— keine Zählpflicht! war die Parole. Dieser neueste Trick veranlaßt unser englisches Bruderorgan.Justice" zu folgenden gepfefferten kritischen Bemerkungen: „Von all den albernen und nichtswürdigen Anschlägen, zu denen die Suffragettes in ihrer sogenannten Kampfaktion schon ihre Zuflucht genommen haben, ist sicher der, sich der Volkszählung zu entziehen und so die Ergebnisse zu fälschen, einer der albernsten und nichtswürdigsten. Daß sie, um für das Frauenstimmrecht und die Zulassung weiblicher Parlamentsmitglieder zu demon- strieren, ihr Aeußerstes getan haben, um das Parlament lächerlich und verächtlich zu machen; daß sie. um ihre Befähigung zur Be- teiligung am öffentlichen Leben zu beweisen, sich bei öffentlichen Versammlungen wie Rowdies betragen haben; daß sie zankend und keifend öffentliche Persönlichkeiten angegriffen und sich wie halbwahnsinnige Frauenzimmer aufgeführt haben, das war viel» leicht nur eine natürliche Aeußerung von angeborenem Mangel an Logik. Daß dies alles ihrer Sache unendlich geschadet hat, kann kein unbefangener Beobachter auch nur einen Augenblick be» zweifeln. Da wir für volle politische und soziale Gleichberechtigung der Geschlechter eintreten, können wir nur bedauern, daß die Sufsra» gettes so vieles getan haben, was ihre Stimmrechtsbestrebungen diskreditiert, wenn sie auch in dem aufrichtigen Glauben befangen sein mögen, daß sie ihre Sache dadurch fördern. Es ist schwer zu verstehen, wie sie durch ihren letzten Streich etwas anderes zu gewinnen hofften, als Spott und Verachtung. Wir vermuten. daß sie das Gefühl hatten, irgend etwas— wenn auch noch so absurdes— tun zu müssen, um ihre Existenz zu rechtfertigen und die schönen Summen zu vermehren, welche in ihre Geldschränke fließen. Nach dem letzten soeben erschienenen fünften Jahresbericht betrug die Einnahme der Womens Social and Political Union (soziale und politische Vereinigung der Frauen) für das letzte Jahr fast dreißigtausend Pfund(das sind 600 000 M.). Und für dies alles der kindische, närrische Versuch, der Volkszählung zu entgehen. Dieser Berg von Kosten muß so ein lächerliches Mäuslein gebärcnl" Arbetter-Wanderbund.Die Naturfreunde«. Wanderfahrten am Freitag, den 14. April(Karfreitag): I. Wildvark— Michendorf. Abfahrt: Potsdamer Fernbahnhos S SV Uhr vorm. II. Velten— Kremmen. Abiahrt: Slettiner Fernbahnhof 6.46 Uhr vorm. Sonntag, den 16. April(1. Oster- seiertag): I. Fredersdorf— Erkner. Abfahrt: Schlefifcher Bahnhof 6 29 Uhr vorm. II. Gr.-Bcsten— Zossen. Abfahrt: Görlitzer Bahnhof 6.55 Uhr vorm. Außerdem mehrtägige Ollerwandersahrten. Programme bei Heyfe, Bötzen- straße 19. Gatte willkommen. Arbeiter-Wanderverein„Berlin«. Osterwanderfahrten. I.«Tage: 14. bis 18. April. Mclchow, Groß-Schönebeck, JoachimSthal, Paartlcin, Oderberg, Kloster Chorin,«ZbcrSwalde. Abfahrt: 14. April, 8.36 Uhr oorm. Abfahrt: 16. April. 6 Uhr früh, bis JoachimSthal. Stettiner Hauptbahnhof. II. 16. April: Hoppegartcn— Straußbcrg. Abfahrt: 7.26 Uhr vorm. Schlefilchcr Babnbof. III. 17. April: Groß-Lichterfelde— Kohlhasenbrück. Treffpunkt 8 Uhr Potsdamer Vorortbahnhof. eSitternngSnderitNi» vom IS. April ISIl« 4 5�« 18 5 B- iü 'B Bettet ?wmeinbe 757 WNW 5 bedeckt Bamburg 762 WNW 5 bedeckt Berlw 760© l 4 bedeckt zrantt.o M 766 Still—Nebel München 766 SW 2 beiler Wien 763 WNW 3 bedeckt t* it Mo is ji= II Bf Setter C* t- £k i 6 Havaranda 747 N Sheiter— v 5 Petersburg 748 SO l Zchnce—2 5 Seilitz 768 ONO 4 halb bd. 6 3'tberdeen 766 WNW 5 wolkig 9 2 PanS 767 NNO 2 wölke»! 4 5 i I I| j BSettervrogiiote tür Donnerstag, den IS. April ISII. ElwaS kühler, veränderlich, vorherrschend wollig mit Niederlchlägen und ziemlich starken nordwestlichen Wnden. Beritner W e t ter b u r e att. WafferftandS-Nachrtilite» der Landesanstall für Gewässerkunde, mitgeteilt vom Berliner Weiterbureau. Wasserstand M e m« l. Tllstt P r e g e l. Jnfterburg Weichsel, Thorr» Oder. Ratibor , Kroifen , Franttun Warthe, Schrimm , LandSberg Netz«, Vordamm Elbe, Leilmerttz , Dresden , Bardo , Magdeburg am 11.4. cm 457 54 288 186 260 265 151 71 76 —41 275 233 «eil 10. 4. nru') —18 -10 —8 -8 —6 0 — 8 — 10 — 18 -20 -16 Wasserstand Saale, Grochlitz Havel, Spandau , Rathenow') Spree, Svremberg') , BeeStow v« I« r, Münden » Minden R h« i tt. NaximiltanSau » Kaub , Köln Neckar, Heübronn Mai». Wertheim Mosel. Trier *) 4- bedeutet Woch«,— Kall.—«) Unterpeael. Serantwortlicher Redakteur: Albert Wachs. Berlin. Für den Inseratenteil vercmtw.: Th.Glocke.Berlin. Druck«.Verlag: Vorwärts Buchdruckerei u. VerlagSanftalt Paul Singer u.Co.. Berlin SW." Hr. 88. 28. Jahrg. SeilW des Lmärts"- A»mn> str Ah», Sikii, iffm. 13. Wim eingegangene Druckrdmftcn. �ehnminuten-Turnen. Vo» S. Möller. Kart. 1,40 M.— Blumen und Insekten. Von Pros. Dr. O. v. Kirchner. 6,60 M., geb. 7.50 M.— Pubertät und Schule. Bon A. Cramer. 60 Pf.— Tie Fundamente zur Entstehung der Arten. B. G. Tcubner, Leipzig. Tliv Common Sense — A Contribntion to Economy. By Karl Marx. Von Ch. Darwin. 4 M., geb. 5 M. of Soclalism. By John Sperrgo. the Critlque ot Political Ch. Kerr u. Co., Chicago. Brief an einen Chinesen. Von L. Tolstoi. 1,20 M., geb. 1,80 M. A. Sponholtz, Hannover.. Naturgemnfte Heilweise und Verhütung der JnfektionS. krankheiten. Von Dr. F. Schürer v. Waldheim. 1,20 M. Spiclhagen n. Schurich, Wien-Leipzig._ Bevor Sie Ihren Oster-Mzng um Paletot kaufen, besichtigen Sie gefl. folgende Sonder- Angebote in meinen Schaufenstern Ulster aus graugrünem Nopp§-�C„ Cheviot zweireihig... uO lN. a.rostbraunemWabencheviot Hl mit Streifen u.Knoteneffekten LäS lkt. a. zweifarbig grauem Panama-'J/v»» Cheviot mit Streifeneffekten OU Anzüge aus rostbraunem Diagonal- � C■» Chlviot mit blauen Streifen Lä\J AI. a. kastanienbraun. Diagonal-'JH** Cheviotm.farb.Noppeneffekt. LI AI. aus braunem Crepe-Cheviot � aus grau- grün gestreifter OiC M Cheviot-Neiffieit..... OU AI. 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