Mr. 188. Erscheint täglich außer Montags. Preis pränumerando: Viertels jährlich 3,30 Mart, monatlich 1,10 mt, möchentlich 28 Bfg. frei in's Haus. Einzelne Nummer 5 Pfg. Sonntags- Nummer mit illuftr. Sonntags- Beilage, Neue Welt" 10 Pfg. Post- Abonnement: 8,30 Mt.pro Quartal. Unter Preuz band: Deutschland u. DefterreichUngarn 2 Mr., für das übrige Ausland 3 Mt.pr.Monat. Eingetr. In der Poft- Bettungs- Preisliste für 1898 unter Nr. 6708. Vorwärts 10. Jahrg. Infertions- Gebühr beträgt für die fünfgespaltene Petitzeile oder deren Raum 40 Bfg., für Vereins- und Versammlungs- Anzeigen 20 Pfg Inferate für die nächste Nummer müssen bis 4 Uhr Nachmittags in Der Expedition abgegeben werden. Die Expedition ift an Wochens tagen bis 7 Uhr Abends, an Sonnund Festtagen bis 9 Uhr Vormittags geöffnet. Fernsprecher: Amt I, 4186. Telegramm- Adresse: Sozialdemokrat Berlin: Berliner Bolksblatt. Zentralorgan der sozialdemokratischen Partei Deutschlands. Redaktion: SW. 19, Beuth- Straße 2. Sonnabend, den 12. August 1893. Expedition: SW. 19, Beuth- Straße 3. Bur Thätigkeit der Gewerbegerichte. 1080, theils minderjährigen, Arbeitern her, die ihre einem Termine die Sache erledigt; die vom Gerichte ausgemeinschaftliche Akkordverhältnisse verursacht wurden. Die lich werden mehrere Tage für Verhandlungen reservirt, in übrigen 952 Klagen 88 von je 100 rührten von den meisten Fällen wurde durch Vergleich oder in blos Arbeitgeber" verklagen mußten. Von den Klagen der gesprochenen Geldleistungen werden in der Regel dem Leider scheint keinerlei Vorsorge getroffen zu fein, weiblichen Arbeiter kommt mehr als die Hälfte auf das Gewerbegerichts- Vorsitzenden vom Verurtheilten übergeben das hochinteressante Material, das durch die Thätig- Wirthschaftsgewerbe, also auf Kellnerinnen, Köchinnen zc. und von diesem an den Sieger im Streite abgeführt, ohne feit der Gewerbegerichte, nicht blos durch seine Recht Aber auch Arbeiterinnen in Fabriken waren häufig in daß Rosten und Zeitverlust wie durch Gerichtsvollzieher, sprechung, zu Tage gefördert wird, sozialstatistisch zu ver- Streitigkeiten verwickelt und zwar auch Arbeiterinnen in Mahnverfahren 2c. entstehen. Wie rasch das Stuttgarter werthen. Ueberhaupt wird dieser neuen Einrichtung viel solchen Fabriken, wo beim männlichen Personal so geordnete Gewerbegericht arbeitete, zeigen die folgenden Angaben. weniger Beachtung geschenkt, als sie verdient. Von den Zustände herrschen, daß eine Klage zu den Seltenheiten ge- Fm Jahre 1892 wurden von je 100 Anträgen 32 am ersten sozialistischen Zeitungen abgesehen, berichtet die deutsche hört. Dies ist Lautenschlager besonders bei den großen Buch Tage nach der Klage- Erhebung, weitere 20 am zweiten Presse nur ganz ausnahmsweise über die Verhandlungen bindereien und Buchdruckereien aufgefallen. Während bei Tage, weitere 17 am dritten Tage und zusammen 86 innerder Gewerbegerichte. Die erste zusammenhängende Dar- den männlichen Buchdruckergehilfen, deren Zahl in Stutt halb der ersten Woche vollständig erledigt. Unter 100 stellung der Thätigkeit eines Gewerbegerichts rührt von dem gart gegen 1000 beträgt, abgesehen von den Zeiten des Streitfällen hatten 68 überhaupt keine Kosten verursacht, Vorsitzenden des Gewerbegerichts in Stuttgart her, in dessen Streits, fast nie ein Streitfall an das Gewerbegericht ge- bei 20 Fällen haben die gesammten Kosten, die entstanden vor kurzem erschienene ausführliche Studie über die kommen ist, kamen beim weiblichen Hilfspersonal immer find, blos eine Mark betragen, bei 9 Fällen zwischen 1 bis Rechtsprechung im Gewerbegerichte", in Schmoller's Jahr wieder zu Klagen führende Streitigkeiten vor. Lauten 3 Mark und blos bei 3 Klagen unter 100 haben die Kosten buch für Gesetzgebung, Verwaltung und Volkswirthschaft schlager erkennt ganz richtig die Ursache dieser Erscheinung, des Rechtsstreites mehr als 3 Mart ausgemacht. im Deutschen Reiche( N. F. XVII. Band 1893 G. 775-829) indem er erklärt: Die straffe Organisation bei den Höchst interessant ist, was Lautenschlager über unsere die Thätigkeit des Stuttgarter Gewerbegerichtes beschrieben männlichen Arbeitern und das Fehlen einer Organisation Genossen, welche ausschließlich die Arbeiter im Gewerbewird. Das wesentlichste von Lautenschlager's Erfahrungen bei den weiblichen Arbeitern wird diese Verhältnisse zum gerichte vertreten, berichtet, umsomehr als vielfach die Beund Kritik sei hier mitgetheilt. guten Theile erklären. Wo eine Organisation besteht, fürchtung geäußert wurde, daß die Sozialdemokraten ebenso Im Jahre 1892 gingen dem Stuttgarter Gewerbe- lernen die Arbeiter ihre Rechte und Pflichten gegenüber wie das Unternehmerthum jede Gelegenheit wahrnehmen gerichte 1085 Klagen zu, bei denen 1222 Personen als dem Arbeitgeber kennen und sie sorgen selbst dafür, daß werden, um nur ihrem Klasseninteresse und nicht der thatKläger auftraten, es haben demnach von je 1000 Personen, Rechte und Pflichten nicht verletzt werden. In den Groß- sächlichen Lage des Rechtsfalles entsprechend zu urtheilen. die als Unternehmer und Arbeiter im Stadtdirektions- betrieben, wo mehr Ordnung ist und die Arbeiter fester Lautenschlager schreibt hierüber: Oft müssen bei den Entbezirk Stuttgart thätig waren, 44 beim Gewerbegerichte zusammenstehen, sind die Klagen seltener als in den scheidungen gefeßliche Bestimmungen angewandt werden, die Klage erhoben. Der Andrang des Publikums wechselte je mittleren und kleinen Betrieben, gegen die öfters alle paar für die Arbeiter ungünstig und hart sind. Es ist mir aber nach den Jahreszeiten und den Wochentagen. Je flotter Wochen eine neue Klage einläuft. nie vorgekommen, daß ein Arbeiterbeisiger auch nur die Geschäfte gehen, desto mehr wird das Gewerbegericht in Die 982 Klagen, die im Jahre 1892 von Arbeitern entfernt angedeutet hat, man folle die Anwendung einer Anspruch genommen. Im Frühjahr fängt die Zahl der und Lehrlingen erhoben wurden, vertheilten sich auf solchen Bestimmung unterlassen. Er hat wohl sein Bedauern Klagen, die anhängig gemacht werden, zu steigen an, 717 Unternehmer, von denen 575 einmal, 83 zweimal, ausgesprochen, daß die ungünstige Bestimmung bestehe, im Auguft wird der höchste Stand erreicht, dann 28 dreimal, 14 viermal, 17 fünf bis vierzehnmal aber daß sie, so lange fie Gesez ist, angewandt werden finkt die Zahl der Klagen, um im Dezember und Januar verklagt wurden. Die zahlreichen Klagen gegen klein müsse, war für jeden selbstverständlich. Bei den lediglich auf den tiefsten Stand zu gelangen. Je schwerer gewerbliche Betriebe erklärt Lautenschlager folgender- aus der Bourgeoisie entnommenen Schöffen, mit denen neue Arbeit zu finden ist, umso eher muß sich der Arbeiter maßen: Da werden die Leute eingestellt, ohne daß Lautenschlager früher Recht gesprochen hat, war dies nicht Unrecht gefallen lassen, um wenigstens seine seitherige Stelle über den Lohn und die Art der Arbeit, ob Stückarbeit oder immer so ganz selbstverständlich. Er war, wie er selbst nicht zu verlieren. Je leichter dagegen andere Arbeit zu Zeitarbeit das geringste vereinbart wird. Der Lohn wird berichtet, manchmal genöthigt, ziemlich energisch aufzu finden ist, um so eher kann sich der Arbeiter entschließen, nicht regelmäßig ausbezahlt und über die Abschlagszahlungen treten, um den Schöffen klar zu machen, daß das Gesetz unter Aufgabe seiner bisherigen Stelle gegen seinen Arbeit wird nicht Buch geführt, so entstehen fortwährend Streitig- immer und unter allen Umständen angewandt werden geber Klage zu erheben. Man ersieht hieraus, daß die Ar- keiten, die dann vor dem Gewerbegerichte zum Austrag müsse, selbst wenn der Angeklagte aus dem gleichen Dorfe beiter desto rechtloser, beziehentlich desto unfähiger find, ihr kommen. wie der Schöffe stamme. Vielfach wird angenommen, die Recht zu suchen, je schlechter ihre wirthschaftliche Lage ist. Die Geschäfte des Stuttgarter Gewerbegerichts wurden Rechtsprechung gehe in gehe in der Weise vor sich, daß So sieht die Gleichheit vor dem Gesetze in der Praxis aus! dadurch außerordentlich vereinfacht, daß der Vorsitzende all' jedesmal die beiden Unternehmer auf der einen Der mündliche Verkehr mit dem Publikum ist die denen gegenüber zu jeder Auskunft bereit war, welche beim Ge- Seite, die beiden Arbeiter auf der anderen Seite Regel, der schriftliche die Ausnahme, wie die folgenden werbegericht Klage erheben wollten. Durch Besprechung der stehen. Es kommt im Gegentheil, wie Lautenschlager berichtet, Zahlen zeigen: Im Jahre 1892 wurden 1022 Klagen Fälle und Darlegung der gesetzlichen Bestimmungen zeigte häufig vor, daß der eine Arbeiter einen ganz anderen persönlich beim Gewerbegerichte zu Protokoll gegeben gegen- er den Rechtssuchenden, ob ihre beabsichtigten Klagen Standpunkt vertritt als der andere. Es ist auch schon vorüber 63 schriftlich eingereichten Klagen. Aussicht auf Erfolg haben könnten oder nicht, gekommen, daß ein Unternehmer und ein Arbeiter mitWeitaus die meisten Klagen wurden von Arbeitern so verminderte er die Anzahl der beabsichtigten einander übereingestimmt haben, während der andere Untergegen ihre Unternehmer erhoben, blos 75 Klagen, 7 von Klagen und sparte dem Gerichte und den Rechts- nehmer und der andere Arbeiter den entgegengesetzten je 100, wurden von Unternehmern gegen Arbeiter erhoben. suchenden Zeit und Kosten. Auch darin ist das Stuttgarter Standpunkt eingenommen haben. Gerade die Arbeiter, die In 56 Fällen bezogen sich die Klagen auf Streitigkeiten Gewerbegericht mustergiltig, daß es einen überaus raschen als Richter im Gewerbegerichte fizen, pflegen streng darauf zwischen Lehrmeistern und Lehrlingen und blos in 2 Fällen und einfachen Geschäftsgang hat, indem sofort bei der zu sehen, daß die Arbeiter ihre Verpflichtungen pünktlich betrafen die Klagen Streitfälle unter Arbeitern, die durch Klageprotokollirung der Termin festgesetzt wird, allwöchent- einhalten. Feuilleton. Nacbrua verboten.) ( 40. Die Bekehrung André Savenay's. fogar war Sozialistischer Roman von Georges Renard. Autorisirte Uebersehung von Marie Kunert. 13. Rapitel. hinunter, die das langsame Dahinschwinden derer, die er Germaine selbst hatte sich bemüht, ihren Bruder in Sicher liebte, in das Glück des Wiedersehens mischte. heit zu wiegen, indem sie über ihr Uebelbefinden spottete. Auch die Wohnung hatte sich verändert. Sie erschien Frau Savenay wollte in ihrer Besorgniß einen beAndré jetzt weniger überladen. Und in der That waren deutenden Arzt konsultiren. Sie erinnerte sich, daß auch einige Möbel verkauft worden. Mehrere Male Doktor Charpentier, der einer der bekanntesten Spezialisten die alte Norine schen wie eine Diebin in Paris geworden war, früher mit ihrem Gatten in das Leihhaus geschlichen, um dort Schmucksachen oder befreundet war, und obgleich sie ihn lange Zeit aus silberne Geräthe zu versehen. Die Kosten für den den Augen verloren hatte, entschloß sie sich doch, ihn unglücklich verlaufenen Prozeß, den André geführt hatte, aufzusuchen. Es ist so schwer, wenn man eine Konsultation mußten nämlich aufgebracht werden. Außerdem waren hier wünscht, die über das Leben einer geliebten Person entund da fleine, halbvergessene Schulden zu bezahlen. Die scheiden kann, und dabei auf die eisige Gleichgiltigkeit eines beiden Frauen mußten auch leben, und Herr von Serenoize Unbekannten stößt. Wie wenig Zeit genügt, um alle Dinge zu verändern!" hatte André erst am Ende des ersten Monats sein Gehalt Sie hatte denn auch Germaine, die alles willenlos über hat einmal ein großer Dichter gesagt, der viel Ursache ge- ausgezahlt. Ferner waren die unvorhergesehenen Ausgaben, sich ergehen ließ, zu dem Arzte geführt. Der Arzt erinnerte habt hat, darüber zu seufzen. Ach! Je länger man lebt, die Germaine's Krankheit verursachte, zu bestreiten. sich noch sehr wohl an Herrn Savenay und sein Haus in der desto mehr bemerkt man, daß die Dinge sich weniger schnell Germaine hatte sich von dem Stoß, den sie bei der Murillostraße. Die banale Höflichkeit, die er für alle seine verändern, als die Menschen; daß der Mensch ein viel Hochzeit Miß Webster's empfangen, nicht erholen fönnen. Patienten hatte, wurde sofort einen Grad wärmer und zeigte flüchtigeres und schnellleberiges Wesen ist als nicht nur die André, der damals gerade abreisen mußte, hatte noch das, fenen Anschein wirklichen Interesses, das alle Leidenden so Natur, die ihn umgiebt, sondern auch als der Ort selbst, zu was ihr Muth und Kraft gegeben, mit fortgenommen. Der sehnlich für sich wünschen. Für das junge Mädchen hatte dem er sich mit seiner Liebe und seinen Leiden flüchtet. Sommer, den sie zum ersten Male in Paris verbrachte und die berufsmäßige Unbeweglichkeit seiner Büge einer liebensAls André die Straßen von Paris durchschritt, fand der in diesem Jahre über der Stadt einen wahren Orkan würdigen Miene Platz gemacht. er die Stadt ebenso wieder, wie er sie vor zwei Monaten von Lärm und Staub entfessellte, hatte ihr Befinden noch mehr Lange hatte er sie untersucht, geklopft und ausgefragt. verlassen hatte. Es war ihm, als wäre er erst gestern ab- verschlechtert. Sie hatte die Empfindung, als nehme, als raube Ginen Augenblick erschien eine besorgte Falte auf seiner gereift. Aber wie anders war es bei Mutter und Schwester! das tosmopolitische Gewühl, das in den Straßen wogte, ihr die Stirn, die aber schnell wieder verschwand, und der Arzt War es möglich, daß eine so kurze Zeitspanne ihre Züge Luft. So war sie fast immer bedrückt, sie litt an Anfällen von sagte mit väterlichem Lächeln: so verändert, ihre Stirn so gefurcht, die Wangen so aus Athemnoth und Herzklopfen, nach denen sie lange wie ge-" Das Herzchen ist etwas zu empfindlich und muß gehöhlt, den Glanz der Augen so getrübt haben konnte? brochen und zerstört war. Man hatte André nichts davon deshalb sehr in Acht genommen werden. Alle Aufregungen Mit schmerzlichem Erstaunen sah André diese Verheerungen, mitgetheilt: was konnte er auch dagegen thun? Und wozu und Sorgen müssen fern gehalten werden. Sie, gnädige von denen die Frauen selbst kaum etwas wußten, weil sollte man ihn beunruhigen? Auf die große Zahl von Frau, werden mit Ihrem Töchterchen am besten schleunig diese traurigen Veränderungen allmälig, von einem Tag Briefen, die er schrieb, hatten die Frauen nur geant- auf Reisen gehen. Zunächst in die Schweiz, nach Montreux; zum andern, vor sich gegangen waren. Diese plötzliche wortet, daß es Germaine leidlich ginge, daß sie wenn der Winter kommt, gehen Sie mit den Schwalben Mahnung an die Vergänglichkeit des Menschen gab ihm ein wenig abgespannt wäre, unter der Size litte, nach dem Süden, nach Nizza, Pau, nach Algier, nach einem einen Stich durch's Herz. Stumm würgte er die Bitterkeit daß sie sich aber im Herbste gewiß wieder erholen würde. geschützt liegenden Orte, und dort bleiben Sie den Winter Wir ersehen aus den Erfahrungen Lautenschlager's, 1 daß ein Mann mit großem organisatorischen Geschick, wie es eben der Vorsitzende des Stuttgarter Gewerbegerichtes ist, treffliches im Rahmen der Gewerbegerichte leisten kann und wie er mit Verständniß und Eifer von den Arbeitern unterstützt wird. Leider liegen bei den übrigen Gewerbegerichten die Verhältnisse noch lange nicht so günstig und es ist zu befürchten, daß Stuttgarts Gewerbegericht auch nicht mehr lange eine so ruhmvolle Ausnahme bilden wird. Denn ebenso wie die biederen schwäbischen Bourgeois den trefflichen Fabrikinspektor Diefenbach zur Niederlegung seines Amtes gezwungen haben, so scheint, wie wir erfahren haben, die Hehe gegen Lautenschlager jetzt loszugehen. Unseren Bourgeois und Regierungen fällt der Schuß der wenigen selbständigen und sozialpolitisch geschulten Beamten schwer, wohl aber verstehen sie die gehorsamen Polizeiseelen zu schützen. Polififthe tebersicht. worden. ganen des Reiches und der Einzelstaaten bewährt, weil fie,| Untersuchung darüber verhindert worden, ob etwa das wie man betont, die geeignetste Methode sei, mißverständliche Leiden des Herrmann als Folge des Unfalls angenommen Auffassungen zu forrigiren. Es habe sich auch gezeigt, daß und damit die Gewährung der höheren Unfalls- Bension an felbst verschiedene Interessen von Staaten und Landestheilen stelle der gewöhnlichen Bension ermöglicht werden könnte. fehr wohl auszugleichen feien, wenn gegenseitiges Entgegen: Die Untersuchung hat keine Bestätigung einer derartigen tommen, allseitige Würdigung der Interessen des Reiches und die Erkenntniß obwalteten, daß diese im Wesentlichen identisch Annahme, wohl aber die hohe Wahrscheinlichkeit eines befeien mit den Interessen der Einzelstaaten." stimmten andern, und zwar außerdienstlichen Ursprungs der Geisteskrankheit des Herrmann ergeben." Der Raiserliche Ober- Postdirektor. handelt sich ja um die Belastung der Boltsmasse zu gunsten Daß die hohen Herren" einig sind, versteht sich. Es bes Molochs Militarismus.= Der Reich 3 Anzeiger" bringt heute über die ministerkonferenzen in Frankfurt a. M. einen Auszug aus einer Depesche des Wolff'schen Bureaus, in der dieselben Angaben wie in den oben wiedergegebenen Mittheilungen der Frankfurter Zeitung" enthalten sind. J. V.: ( Unterschrift unleserlich.) Jedenfalls ist es erfreulich, daß Herrmann pensionirt worden ist. Aber gerade der Fall Herrmann zeigt, daß die Lage der nicht etatsmäßigen Post- Unterbeamten sehr bedenklich ist und deshalb gesetzlich gebessert werden muß. Ein hübscher Beitrag zur postalischen Sozialreform findet sich in der vorgehenden Notiz, die das Griesbach'sche Rundschreiben erörtert. = Die Juferatenftener hat sich, wie die Freisinnige Beitung" erfährt, Herr Miquel bei den Konser vativen bestellt. Herr von Manteuffel, der Wortführer der Konservativen, hat in seiner ReichstagsDer Zollkrieg. Eine amtliche russische Rede vom 7. Juli 1893 die Inseratensteuer neben der Denkschrift als Gegenstück zur Denkschrift des Herrn Weinsteuer als sein steuerliches Lieblingspferd" vorge- v. Caprivi über den Gang der deutsch russischen HandelsBerlin, den 11. August. führt. Wir erleben es also, daß die Junkerschaft der Re- vertrags- Verhandlungen wird demnächst veröffentlicht werden. Die Portefeuille Fabrikanten in Offenbach a. M. Ueber den Schluß der Finanzminister- Konferenz gierung die Inseratensteuer apportivt. 3 Die 3 haben infolge der Sperrzollpolitik zahlreiche Arbeiter entberichtet die Frankfurter Zeitung", es sei eine vorläufige und grundsägliche Einigung in allen Punkten erzielt der badische Bauernverein. Gegen eine Erhöhung der Tabaksteuer kämpft lassen. Ein am 10. Auguft veröffentlichter Erlaß des Er hat an das Baren verfügt, wie schon gestern im Depeschentheil furz G3 bleibt, nachdem man zu diesem Abschluffe gekommen badische Ministerium eine Petition gerichtet, worin darauf gemeldet wurde, daß vom 11. d. M. ab in Finnland ift, noch übrig, die verschiedenen Steuerprojekte, hinsichtlich hingewiesen wird, daß durch eine Erhöhung der Tabaksteuer der Einfuhrzoll auf alle deutschen Waaren, einschließlich deren natürlich noch einzelne Meinungsverschiedenheiten be- bie badische Landwirthschaft in unerträglicher Weise be- Tabat, um 50 pet. er höht wird. ftehen, in eingehenden Verhandlungen durch eine befondere lastet würde, und wird ersucht, seinen Einfluß aufzubieten, Rommission berathen zu lassen. Die Kommission soll in daß dies nicht geschehe. Herr Miquel hat aber das Ja der Berlin zusammentreten und aus den Vertretern der Re- Regierungen bereits in der Tasche. gierungen und den Kommissaren der Reichsverwaltung bestehen; eine beschleunigte Behandlung der Einzelfragen ist vor- Aus dem Reiche des Herrn von Stephan. Die gesehen und es sollen die Entwürfe dem Reichstag bei seinem Bustände im Postwesen beleuchtet der nachstehende genächsten Busammentreten zugehen. Diese kommissarische Beheime Erlaß des Herrn Griesbach: rathung dürfte da gerade von besonderer Wichtigkeit sein, In neuerer Zeit sind wiederum Fälle zur Kenntniß des 100, wie bas bezüglich bezüglich der Börsensteuer und Reichs- Postamts gekommen, in denen Beamte zu Weihder Quittungssteuer der Fall ist, die ganze Frage nachten von Geschäftshäusern Geldbeträge fich noch im Flusse befindet; es steht zu hoffen, daß als Gefchente angenommen haben, obwohl die die aus den Interessentenkreisen kommenden Einwände, deren Annahme folcher Zuwendungen wiederholt als unstatt Bedeutung man nicht verkannt zu haben scheint, eine einigerhaft bezeichnet worden ift. Gegen die pflicht maßen entsprechende Berücksichtigung erfahren!( Wie zart und vergessenen Beamten ist mit Strenge eingerücksichtsvoll die Finanzminister gegen die hohe Finanz sind! fchritten worden. Die Kaiserlichen Verkehrsanstalten werden Red. d. B.") Die für den Süden ganz besanders wichtige mit bezug auf die Verfügungen vom 18. März 1876 B 8830 Weinsteuer- Angelegenheit soll ebenfalls eine„ beund vom 23. Januar 1880 B 830 veranlaßt, dem nachfriedigende" Erledigung finden. Wie hervorgehoben wurde, geordneten Personal von Vorstehendem Nachricht zu geben. ist der Widerstand, ben die Regierungen der Weinbau treibenden Staaten gegen das Reichs- Weinsteuer- Projekt- abgesehen von den formalen, auf den Zollvereinsvertrag sich stützenden Bedenken geltend machten, darauf gegründet, daß der Uebergang der Weinbesteuerung an das Reich den Einzelstaaten ein ausbildungsfähiges Steuerobjekt entziehen und den Süden unverhältnißmäßig hoch zu gunsten des Nordens belasten würde, Die Herren Amtsvorsteher wollen mit Strenge darauf halten, daß das Verbot der Annahme von Weihnachts- und Neujahrsgeschenken durch weg beachtet wird. Der Kaiserliche Ober- Postdirektor Geheimer Ober- Postrath 15 021. Griesbach. Es Zur Ausschließung der„ Anarchisten" vom Züricher Kongreß wird uns geschrieben: Die Ausschließung der Herren Werner und Kompagnie vom Züricher internationalen Kongreß hat ebenso wenig eine prinzipielle Bedeutung, wie weiland die Ausschließung dieser Gesellschaft von dem Halle schen Kongreß der deutschen Partei. war eine einfache Ordnungs maßregel: man schaffte sich Leute vom Halse, die eine geregelte und anständige Erörterung von Prinzipien und Theorien verhindert hätten, schon deshalb, weil sie vollkommen unfähig sind, eine solche zu führen. Der alte Bakunin hätte sich im Grabe herumgedreht, wenn er das wirr und waschlappige Geschwätz seiner Epigonen gehört hätte, die nicht einmal die Kourage batten, sich ehrlich zum Anarchismus zu bekennen. Wie in Halle, so war's in Zürich: ein Selbstmord feine Abschlachtung. Einen Kadaver schlachtet man nicht, auch wenn er als Vogelscheuche ausstaffirt ist. ſt euer und der Besteuerung der Zeitungsannoncen. Dem glänzend bezahlten Würdenträgern ein Vorbild ſein können, feit gemacht hätte. weil Wenn die Bourgeoiss und sonstige Reaktionspresse über Vergewaltigung ihrer Schützlinge flagt, und dem B Kongreß Unduldsamkeit vorwirft, so kann das nur HeiterDie pflichtvergeffenen Beamten", das sind die armen, feit erwecken. Die Werner und Kompagnie sind nicht vom und daß ferner die Durchführung des Projektes den Wein auch fämmerlich bezahlten Bostunterbeamten, die Briefträger, Packet- Holz, aus dem man Märtyrer schnitt. Und träfe den da, wo er direkt Nahrungsmittel ist, treffen müßte. Gutem boten, Depeschenboten u. s. w., die fahraus jahrein unter Kongreß ein Vorwurf, so wäre es der umgekehrte: allzuVernehmen nach hat nun die Berathung zu dem Ergebniß den härtesten Arbeitsbedingungen Trepp' auf Trepp' ab, großer Nachsicht. Sich zwei Tage wegstehlen lassen, dazu geführt, daß das Weinsteuer- Objekt eine angeblich auch Straße auf Straße nieder ihre verantwortungsreiche Arbeit gehört eine wahrhaft himmlische Langmuth, die unentschuldfür den Süden akzeptable Form erhalten wird. Die Berathung der speziellen Besteuerungs- Projekte beschäftigte Männer, bie in idealer Pflichterfüllung hohen und höchsten, Minorität das Handeln des Kongresses zur Nothwendigmusterhaft, pünktlich, gewissenhaft verrichten. Gerade die bare Schwäche wäre, wenn nicht die Würde der Partei und die demokratische Pflicht der Majorität gegen die fich ferner namentlich eingehend auch mit der Wehr= Vernehmen nach wären die Bedenken gegen die Wehrsteuer werden deshalb mit aller Strenge bestraft, Freilich ohne die Vielsprachlichkeit wäre die Aussehr überwiegend gewesen, insbesondere auch, weil sie eine das zum Weihnachtsfeste ihrer gedenkt. einandersehung Publikum im vierten Theile der Zeit beendet unverhältnißmäßige Belastung der minder besitzenden Volks. Die Bürger greifen doch nicht in Veranlassung ge= worden. tlassen mit sich brächte und als eine Kopfsteuer der schlimmsten wiffer obrigkeitlicher Cholera- Sammel- Grlaffe, sondern aus allen internationalen Kongreffen gerechnet werden muß, Judeß, das ist ein Faktor, mit dem auf Art angesehen würde, als welche sie sich auch in Frankreich freien Stücken in die Tasche, um und der Schweiz darstelle. Außerdem sei die Beranlagung entlohnten, vielgeplagten Unterbeamten eine Festfreude zu allgemeine Weltsprache zu einigen. ben jämmerlich bis die Völker so vernünftig geworden sind, sich über eine nach den verschiedenen Steuersystemen der Einzelstaaten ungemein schwierig, von denen eine erhebliche Anzahl ja über- bereiten. Weshalb stellt die Reichspostverwaltung, die mit haupt keine Ginkommensteuer habe. Ferner wurde in Betracht ihren Ueberschüssen prunkt, die Unterbeamten nicht so, daß gezogen, daß dadurch die Grenzen zwischen direkter und in- fie leichten Herzens auf die Weihnachtsgeschenke verzichten Diretter Besteuerung in Ginzelstaaten und Reich alterirt wer- tönnen? Der Griesbach'sche Erlaß spricht ganze Bände den würden. Endlich sollen auch die Schwierigkeiten einer von der Sozialpolitik berer um Stephan. gerechten Durchführung für diese Steuer betont worden sein, Wie schwierig die Verständigung auf einem internationalen Kongreß ist, das zeigte sich recht deutlich in den verschiedenen Phasen der bezüglichen Debatten. Mehr als einmal konnte der nicht eingeweihte Beobachter zum Glauben gelangen, mit Ausnahme der deutschen Delegirten, sei die infofern als es faum möglich sein würde, die richtige Grenze lärt in Sachen Herrmann in einer neuen Berichtigung" Und auch manches Mitglied des Kongresses wunderte sich, Die taiserliche Ober- Postdirektion zu Liegnis er- Mehrheit des Kongresses für die Zulassung der„ Anarchisten". zwischen Felddienst- Untauglichkeit und Erwerbsunfähigkeit festzustellen. Gin endgiltiger Beschluß wurde jedoch noch nicht erfreulicher Weise folgendes: als die endgiltige Abstimmung nach Nationalitäten eine so gefaßt. In ähnlicher Weise wurde die sogenannte Die der Berichtigung in Nr. 184 d. Bl. hinzugefügten erdrückende Mehrheit gegen die Bulassung ergab. ThatInseratensteuer behandelt; weitere Erörterungen Bemerkungen bedürfen ebenfalls der Berichtigung. Die sächlich war die Mehrheit sogar eine noch größere, in dieser Beziehung bleiben vorbehalten. Ueber den all- Sache hat nicht der Vorwärts" in Fluß gebracht"; die als durch die Abstimmung zum Ausdruc tam. gemeinen Eindruck unter den Betheiligten hört die Voss. 3tg.", inzwischen mit rückwirkender Kraft erfolgte Pensionsbewilli- Die französischen Delegirten, die für die Zulassung daß er ein höchst befriedigender" sein soll. Es habe sich, gung ist vielmehr schon vor dem Erscheinen des Aufsatzes stimmten, sind nämlich, wie sie selber nachher formell erworauf an manchen Stellen immer wieder Gewicht gelegt über den Post- Hilfsboten Herrmann in Görlitz beantragt wor- flärten, insgesammt für die politische Aktion wird, betreffs der Hauptziele und der Art ihrer Erreichung im Wesentlichen eine Uebereinstimmung ergeben, und in dieser den. Ein früherer Austrag" der Sache ist nicht durch län- und zwar im Sinne der Deutschen. Die FranHinsicht hat sich die mündliche Aussprache zwischen den Dr- gere Erwägung", sondern durch die sehr eingehend geführte zosen stimmten nur deshalb gegen die Ausschließung, weil " . Ein Armband, ein Schreibtisch à la Louis XV., alte Freunde früherer Tage, von denen sich niemals zu trennen Frau Saveney sich gelobt hatte, waren nach einander verschwunden; aber Germaine hatte dafür im Landauer zwei oder drei große Ausflüge auf das Land mit seiner reinen Luft oder in den schattigen Park von Saint- Cloud machen fönnen. über. Berstreuungen, wie Theater, Tanz und der aufsuchen konnten! D Gott, haben die Armen denn Frühstück den Flügel eines Huhnes, einen Pfirsich von gleichen brauchen Sie für Ihre Tochter nicht zu weniger ein Recht darauf zu leben? Lieben sie Montreuil, ein Glas alten Chateau Lafitte zu sich nehmen, fürchten. Der Geist muß in diesem Falle viel mehr ihre Kinder etwa weniger? Die unglückliche Frau während ihre Mutter ein Ei, ein Stück Brot aß und gegepflegt werden, als der Körper. Ihre Tochter braucht keine dachte zum ersten Male mit Born an die unschätzbaren wöhnlichen Wein trant. Behandlung weiter als viel frische Luft, leichte Bewegung, Privilegien, die der Reichthum seinen Besitzern bietet. Unlange Spazierfahrten am Ufer des Meeres, fleine Berg- aufhörlich wälzte sie Pläne in ihrem Geifte. Wo sollte sie touren, aber ja nicht zu anstrengende, eine ausgesuchte Kost, das nöthige Geld auftreiben? Sollte sie Onkel Theodor alten Bordeaux, von Beit zu Beit ein wenig Champagner. Darum bitten? Sie that es in einem Briefe. Er antwortete Das, denke ich, ist eine Verordnung, die nichts Schreckliches ihr darauf trocken, daß seine Einnahmen ihm selbst nicht hat, mein Fräulein," hatte er noch, sich lächelnd an das gestatteten, sich den Lurus einer sechs Monate dauernden junge Mädchen wendend, hinzugefügt, das auch lächelte, Reise zu gönnen. Gegen sicheres Unterpfand wäre er bereit, aber welch' sonderbares Lächeln! ein Darlehen zu gewähren, schrieb er, als wußte er nicht, Trotzdem fühlte sie sich nicht wohler. Jenen Er gab sich nicht die Mühe, danach zu forschen, daß er damit die Fronie bis zur Grausamkeit trieb. Pflanzen vergleichbar, an deren Wurzeln dem Auge was der eigenthümliche Gesichtsausdruck Germaine's in Sollte sie verkaufen, was ihr von ihrer vergangenen Herr unsichtbare Insekten nagen und die troß der Sorgfalt des diesem Augenblick zu bedeuten hatte. Er beugte sich über lichkeit noch geblieben war? Dafür konnte sie kaum die Gärtners, der Liebkosungen der Sonne und der erquickenden den Tisch, um das Rezept einer Arzenei aufzuschreiben, die Reise bezahlen. Und dann, wovon sollte sie dort unter all' Frische des Thaus eingehen, schwand Germaine zusehends fie bei Anfällen einnehmen sollte. So sah er auch die ge- den Fremben Leben? André davon benachrichtigen? Er dahin. Sie litt nicht sehr. Sie war nur träge, müde und brochene Haltung der Mutter nicht, nicht ihren angstvollen gab ihr schon alles, was er hatte. Warum sollte sie ihm lag oft regungslos ohne jede Empfindung, als wolle sie in Blick, nicht die zitternden Lippen, die sich öffneten, als den Kummer bereiten, zu wissen, daß dies alles noch nicht einer langen Erstarrung in den Todesschlaf übergehen. Tagewollten sie ein peinliches Geständniß stammeln, die sich ausreichend war? lang lag sie auf ihrer Chaiselongue, ohne sich zu regen, ohne zu jedoch wieder schlossen, ohne ein einziges Wort hervor Germaine war es da, die ihre Mutter tröstete und be- sprechen, vielleicht ohne zu denken. Wenn sie sich von Zeit gebracht zu haben. Als er sich umwandte, nahm er das ruhigte. Man müsse verständig sein, sagte sie. Der Arzt zu Zeit wieder aufraffte, dann war sie bald die Zärtlichkeit Bittern der Mutter, die soeben vierzig Franks auf den hätte ihr eine Arznei für reiche Leute verschrieben. Aber selbst gegen ihre Mutter, bald voll bitterer Fronie, aus der ein Kamin gelegt hatte, für die natürliche Erschöpfung, die da sie nicht mehr so viel Geld hätten, würde es auch ohne dies Haß gegen das Leben sprach, und Frau Savenay vermochte langes Warten und die tragische Feierlichkeit einer ärzt gehen, das wäre sehr einfach. Sie würde die Medizin nicht zu sagen, was ihr schmerzlicher war, durch die Kleider lichen Untersuchung verursachen. Beruhigen Sie sich, nicht nehmen und doch gesund werden wie Molière. hindurch die furchtbare Magerkeit ihres Kindes zu füglen, gnädige Frau", sagte er noch. Die Gefahr fann noch be- Wären nicht Tausende und Abertausende von Leuten in oder die bitteren Worte mit anhören zu müssen, die sich schworen werden, aber ich kann Ihnen nicht genug Vor- derfelben Lage wie sie? Sie würde sich pflegen, so gut ihr wie vergiftete Pfeile ins Herz bohrten. Die Krankheit ficht anempfehlen!" Damit verabschiedete er die beiden sie könnte, die bittersten Tropfen hinunterschlucken entstellt nicht nur das Aeußere ihrer Opfer, sie wirkt auch Frauen mit der Miene eines Mannes, der es eilig hat, und dann im Frühjahr so standfest sein, wie der ebenso mächtig auf den Charakter ein, ja sie macht ihn im weil er sich noch einer großen Zahl anderer Kranken Bontneuf( eine Brücke in Paris), wenn es auch nur wäre, Laufe der Zeit fast unkenntlich. Zuweilen macht sie ihn widmen muß. um diesen abscheulichen Doktor zu ärgern! Allmälig ließ Frau besser, aber wie oft sieht man mit schmerzlicher UeberFrau Savenay ging verzweifelt hinaus. Wenn sie Savenay sich denn auch durch diese tapfere Entsagung be- raschung, wie sich in den geliebten Kranken ein bitteres, etwas Geld hätte, dachte fie, fönnte sie die Gesundheit, das einflussen, und schließlich kam man bezüglich der Vor- ungerechtes Wesen einnistet, das einen Gefallen daran zu Leben ihres geliebten Rindes retten, aber nun war sie nicht schriften des Arztes zu einem Kompromiß. Reisen konnten finden scheint, andere zu kränken, weil es selbst leiden muß. mehr reich genug, um es zu können! Wie sie die Glücklichen sie nicht, weil es unmöglich war. Aber Germaine Eine traurige Metamorphose, die unsere Liebe verbluten der Welt beneidete, die, wenn sie wollen, mit ihren An- sollte täglich eine ausgesuchte Mahlzeit halten, zartes und tödten zu wollen scheint, die den Qualen der Angst gehörigen die gesunde Luft der Berge oder der See, den Fleisch, feine Früchte und Weine genießen, und sie den heftigen Schmerz verlegter Zuneigung hinzufügt. milden Winter, die belebende Sonne warmer Länder mochte sich noch so sehr dagegen wehren, fie mußte zum i ( Fortjehung folgt.) " fie die Verhandlungen nicht genügend verstanden hatten und der Ueberzeugung waren, die Herren Werner und Kompagnie feien ehrliche Sozialisten, die sich blos durch ihre Opposition gegen den Parlamentarismus von den deutschen Sozialdemokraten unterschieden- ein Frrthum, von dem fie jezt gründlich geheilt sind. So bleibt den Herren Werner und Kompagnie nur das Botum der Holländer, die ihnen jedoch, während sie mit der einen Hand sie streichelten, mit der anderen einen Fauftschlag versetten, indem sie sich für die politische Aktion erklärten und in dem Rongreß verblieben. So hatten die Herren Werner und Genossen nicht einmal den gewünschten schönen Abgang". Vor dem nächsten internationalen Arbeiter- Kongreß werden sie zweifellos dieselbe Komödie aufzuführen ver suchen, und man wird ihnen auch, da jeder Kongreß souverän und an Beschlüsse früherer Rongreffe nicht ge bunden ist, das nicht verwehren können, allein die klägliche Rolle, welche die Herren Werner und Kompagnie in den drei ersten Tagen des Büricher Kongresses gespielt haben, hat wenigstens die gute Folge gehabt, daß die Komödie das nächste Mal nur eine kurze sein wird. Die außerdeutsche Arbeiterwelt, die durch die Reklame- Artikel der kapitalistischen Breffe zum Theil getäuscht war, weiß jetzt, daß die Herren Werner und Kompagnie sehr schlechte Schauspieler sind. Preußisches. Der Minister des Innern hat durch Vers fügung vom 31. Juli 1893 den Grlaß vom 18. April 1890, soweit er sich auf die Heranziehung einzelner Gendarmen durch die Landräthe bezieht, in feiner Anwendbarkeit auf alle Fälle ausgedehnt, in denen eine Gefährdung oder Störung der öffentlichen Ordnung und Sicherheit, zu deren Beseitigung die vorhandenen Polizeifräfte nicht ausreichen, eingetreten ist oder ernstlich befürchtet wird. Zeitgemäßes. Vor einigen Tagen brachten wir eine| Bebel in der letzten großen" Sozialistenbebatte im Reichstag Notiz über die Begnadigung eines wegen Sittlichkeits abgegebene Versicherung, die sozialdemokratische Partei sei eine vergehen( begangen an Mädchen unter 14 Jahren in wissenschaftliche", in fortgesetter Entwickelung und Umgestaltung mindestens sechs Fällen) verurtheilten Bourgeoissprößlings. fich damit bie echtung einer Richtung, bie, vorausgeeilt, an ihres Wesens( Mauferung") begriffene Partei. Wie verträgt In diesem Jahre wurde vom Schöffengericht zu Ilmenau einem Punkte angelangt ist, von dem die offizielle Sozialein Arbeiter zu vier Tagen Gefängniß verurtheilt, weil er bemokratie doch nicht sagen fann, daß sie auf dem Wege ihrer einen Sad Kartoffeln für verdienten Lohn mit wissenschaftlichen" Weiterentwickelung niemals zu ihm gelangen genommen hatte. Der Inhaber der entwendeten Kartoffeln werde?" hatte die Frau des Arbeiters zu unsittlichen Handlungen Malitiös frägt unser Leipziger Parteiblatt, ob unter den in zu verleiten gesucht, und als diese sich dazu nicht hergeben Bürich vor die Thüre gesetzten Anarchisten vielleicht gar ein Bewollte, ihren Mann zur Strafe gebracht. Die beiden Ehe- richterstatter der„ Leipziger Zeitung" gewesen. leute zogen es vor, nach Eisenach zu ziehen. Der Verurtheilte wandte sich an den Großherzog um Erlaß der rüchte. Vollmar, der fürzlich erkrankte, war, wie die Münchener Ueber das Befinden v. Bollmar's zirkuliren falsche GeStrafe, wurde aber, wie folgendes Schriftstück zeigt, ab- Bost" mittheilt, am letzten Sonntag bereits so weit wieder ge= schläglich beschieden. nesen, daß er die nicht gerade bequeme Uebersiedelung von München nach Walchensee vollziehen fonnte. So weit wir unter richtet sind, macht Bollmars Genesung sichere, wenn auch langsame Fortschritte. Höchster Entschließung zufolge wird dem Großherzogl. G. Amtsgericht in Jimenau bei Rückleitung der unterm 14./20. d. M. eingesendeten Aften zur Verfügung des weiteren eröffnet, daß der wegen Diebstahls zu einer Strafe von vier Tagen Gefängniß verurtheilte Arbeiter*** in Eisenach auf das von demselben unterm 9. b. M. angebrachte Straferlaß gesuch abfällig beschieden werden soll. Weimar, den 21. Juli 1893. Großherzogl. S. Staatsministerium, Departement der Justiz. Gez.: v. Groß. Beglaubigt: Der Gerichtsschreiber. Böhmel, i. V." Ueber eine neue foziale" Enzyklika des Papstes berichtete jüngst die Preffe. Das römische Organ des Papstes erklärt, daß die Nachricht falsch set. Der englische Grubenarbeiter- Ausstand. Depeschenbureau Herold meldet: = Das Der Stadtrath von Krimmitschau und die dortigen Sozialdemokraten. Die Krimmitschauer Parteigenossen hatten an den Stadtrath das Gesuch gerichtet, bei den Stadtverordnetenwahlen Vertrauensleute aller an dieser Wahl sich betheiligenden Parteien bei dem Wahlakte selbst zuzulassen. Der Rath hat dieses Gesuch abgelehnt mit der Begründung, daß erstens die Formalitäten dieser Wahl in dem allgemeinen Ortsstatut für die hiesige Stadt vom Jahre 1893 in bem§ 7 desselben festgelegt sind und eine Abänderung diefes Statuts nicht erforderlich erscheine, und daß zweitens die Kreishauptmannschaft Zwickau auf im vorigen Jahre erhobene Beschwerde derselben Gesuchsteller unter dem 4. Januar dieses Jahres entschieden habe, daß auf die politische Parteirichtung bei den städtischen Wahlen über haupt feine Rücksicht zu nehmen sei. Damit sind denn nun die politischen Parteien bei den städtischen Wahlen endgiltig aus der Welt geschafft. fratifchen Wahlvereins Random Greifenbagen ergab Parteifinanzen. Die Kaffenabrechnung des Sozialdemo eine Einnahme von 169,37 M. und eine Ausgabe von 69,10 M., mithin Bestand 100,27 m. London, 11. August. Eine baldige Beilegung des Kohlenstreits ist fürs erste noch nicht zu erwarten. Die Ron- Bur Feier der Eröffnung des sozialen Kursus" der Wofür wir kein Geld haben. Andere Länder, so ferenz der Durham- Bergleute hat beschlossen, bevor über ultramontanen Partei hat die sozialdemokratische wird der Frankfurter 3eitung" aus Schlesien die Theilnahme am Streit abgestimmt werde, Fragebogen an Partei in Bamberg für den 20. Auguft ein großes Arbeiterfest geschrieben, auf die wir von unserer zivilisatorischen Höhe" ihre Mitglieder zu versenden mit der Anfrage, ob die Ver- geplant, um ihrer Freude über die Bemühungen der schwarzen mitleidig herabzusehen gewöhnt werden, machen die gewal- handlungen mit den Kohlengruben- Befihern fortgesetzt werden Gegner, der Sozialdemokratie den Garaus zu machen, einen tigsten Anstrengungen zur Hebung ihres Sch u I wesens. follen. In Monmouthshire, Wales, haben sich beredten Ausdruck zu geben. So berichtet unser unterfränkisches Wir in Preußen nun, wir machen auch Anstrengungen, 17 000 Bergleute dem Streit angeschlossen. Partei- Organ. Man sieht, was man uns auch übles nachsagen Die schottischen Rohlengruben Arbeiter mag, den Vorwurf fann man uns nicht machen, daß wir nicht aber diese führen nicht vorwärts, sondern zurück. Einen Beleg dafür bieten die oberschlesischen Schul- haben es abgelehnt, die von den Grubenbesigern angebotene jeden Gegner nach Gebühr zu würdigen wiffen. verhältnisse, wie folgende Busammenstellung zeigt. Bohnerhöhung um 6 pt. anzunehmen und wollen die Danach sind für die 228 703 Schultinder der Landschulen Arbeit niederlegen, wenn ihnen nicht 1 Shilling bewilligt im Oppelner Regierungsbezirk 3275 Klaffen eingerichtet, es wird. tommen also auf die Klasse durchschnittlich 70 Kinder. Doch Gine bürgerliche, tendenziös gefärbte Korrespondenz nur die kleinere Hälfte der genannten Schüler hat in schreibt über die Lage am 10. August: Klassen mit nicht mehr als 70 beam. 80 Kindern UnterAuch gestern find die Kohlenpreise auf der Londoner Polizeiliches, Gerichtliches ze. funft gefunden, 129 649 Schüler figen in überfüllten Klassen, Roblenbörse nicht gestiegen. Die Nachfrage war gering. Der Am 2. b. M. hatte, wie schon kurz gemeldet, sich Genoffe Detailhandel stockt thatsächlich fast völlig. Die Kohlenvorräthe Rau e Iserlohn wegen Beleidigung des Sporenfabrikanten davon 25 696 in solchen, die 90 bis zu 150 Schüler bein London sind zur Beit höchst beträchtlich. Dagegen reichen Sprenger dafelbst vor der Straftammer in Sagen zu verant herbergen. 5202 Landschüler saßen in Klassen mit mehr als die Kohlen der Great Northernbahn für die Lokomotiven worten. Maßgebend für die Anklage war ein in Nr. 33 der 120 und 150 Kindern. Und troß dieser besorgnißerregenden höchstens einen Monat. Die Midland Eisenbahn hat Märk. Arb.- 3tg." vom 18. März cr. erschienener Artikel, in welchem Klaffenüberfüllung waren für 3275 Klaffen nur 2147 ordent- 34 643 Tonnen zur Verfügung. In Süd Stafford gesagt wurde, daß Sprenger feinen mit einem Magenleiben beliche und 566 Hilfslehrer, zusammen 2713 Lehrkräfte vor Thire, wo der Streit noch nicht begonnen hat, ist hafteten Arbeiter Friedhof im Verlaufe eines Wortwechsels mit handen, die Regierung vermochte also, troh der hohen Frequenz bie letzte Woche fo start, wie noch nie gearbeitet worden. Die der Faust in hinterlistiger Weise einen wuchtigen Schlag gegen der Klaffen, für je drei Klassen noch nicht je zwei ordent letzten Jahre galt der Montag stets als fogen. ,, Spieltag". Letzte den Magen versetzt habe, so, daß Friedhof ohnmächtig zusammenliche Lehrer zu bestellen. In einem einzigen Bezirk mußten Woche gab es keinen Spieltag und auch am Bantfeiertag, dem gestürzt sei und an den Folgen im Krankenhause liege. Als Montag der laufenden Woche, ruhte die Arbeit nicht. Die Hauptzeugen waren geladen: Friedhof, Sprenger selbst und zivet 1124 Schulklassen ihren Lehrer mit einer anderen Klasse Bechen machten natürlich einstweilen gute Geschäfte, da die Arbeiter, von denen sich der eine als Wertmeister Liefe, der theilen, außerdem 566 Klassen sich mit einer Hilfslehrerkraft Zonne Kohlen 2-5 Gh. höher notirt, als vor dem Streik. andere als Packer Kissing, beide bei Sprenger in Arbeit stehend, begnügen. Der Stand der Volksbildung in Oberschlesien Die alten Bestellungen haben deshalb das Nachsehen. Allein bezeichneten. Trotzdem Friedhof alles in dem Artikel Gesagte ist ohnehin unverhältnißmäßig niedrig, wegen des Mangels in Süd- Staffordshire sind die letzte Beit etwa 15 000 Tonnen unter Gid im vollen Umfange aufrecht erhielt, wurde Naue zu an Lehrkräften werden die Kinder aber auch noch in der Roblen täglich gefördert worden, und in Nord Stafford- 2 Monaten Gefängniß und zu den üblichen Nebenstrafen verAneignung derjenigen geistigen Güter gehemmt, auf die sie shire, wo noch 15 000 Arbeiter an der Arbeit sind, ist die urtheilt, da die drei Beugen Sprenger, Biese und Kissing unter auf grund gefeßlicher Bestimmungen über den Schulbesuch Ausbeute nicht geringer. Im Rhondda Thale in Wales Eid bestritten, daß Sprenger den Friedhof jemals geschlagen Anspruch haben. Sie sollen acht Jahre die Schule be feiern noch immer 30 000 Arbeiter. Der Ausstand pflanzt sich habe. Gegen dieses Urtheil ist bereits Revision angemeldet. in die umliegenden Distrikte fort. In Llanhilleth faßten suchen, in Wirklichkeit genießen sie aber faum sechs Jahre gestern 6000 Bergleute den Beschluß, sofort eine 20 prozentige Unterricht. Der Lehrermangel allerdings wird erst dann Lohnerhöhung zu fordern. Die sich nach den Kohlenpreisen behoben werden, wenn ein Gesetz auch ein angemessenes richtende Lohnstala sei eine große Ungerechtigkeit gegen die Auskommen der Lehrer verbürgt. Meisten. Die in Pentre gestern von den Vertretern von 30 000 streifenden wallifischen Bergleuten abgehaltene Ronferenz forderte ebenfalls 20 pet. Lohnerhöhung. Die Blechfabriken in den Distrikten Llanelly und Swansea kündigten geftern ihren Arbeitern. 5000 Leute kommen dadurchst einft weilen um ihr Brot. Bon Sheffield wird gemeldet, daß die Kohlenvorräthe von Süd Yorkshire auf die Neige gehen. Die Bergleute erklären, daß der Streit, wenn es den Bergwerksbefizern Ernst ist, getrost bis zum November bauern tann.Der bekannte Kunstgeschichtsschreiber Professor Dr. Schmarsow, Direktor des kunstgeschichtlichen Instituts, hat fein Lehramt an der Universität und die Direktion des Justituts niedergelegt. Dieser Entschluß ist, wie der National- Beitung" berichtet wird, deshalb erfolgt, weil bas Unterrichtsministerium seit 1886( feit 7 Jahren!) nicht in der Lage gewesen ist, das kunsthistorische Institut, den Bedürfnissen des Hörerkreises und der Seminarübungen entsprechend, mit dem erforderlichen Lehrmaterial auszustatten.- zeha 89 Gerichts- Beifung. Der pensionirte Bezirksfeldwebel König, zu der unter dieser Spigmarke in Nr. 184 Gerichts- Zeitung erschienenen Notiz im Vorwärts" geht uns vom Herrn König folgende Berichtigung zu: Ich habe nicht für eine Thüringer Brauerei einen Ausschant gegründet, sondern eine Restauration auf eigene Kosten errichtet und war Inhaber des Geschäfts, nicht Dekonom oder Pächter. Die Einrichtung wurde nicht von einer Brauerei besorgt, sondern auf meine Kosten; eine Braueret hatte an dem Geschäft weder Eigenthums noch Miteigenthumsrechte. Ich war nicht so gut wie mittellos, sondern habe in die Geschäftseinrichtung u. f. w. die Summe von ca. 6000 M. gesteckt und die gestellte Raution von 1000 m. ist f. 3. bei dem Hausfondern er brachte den dringlichen Arreft aus, infolge deffen zunächst eigenthümer für etwaige Miethsausfälle baar deponirt worden. Der Büffetier versuchte es nicht zunächst mit einer Zivillage, feine Forderung gedeckt war; nach Intervention des Hausbesitzers Ersteren Forderung mein ganzes Vermögen verschlang. Nicht der Büffetter, sondern ich habe nach jahrelangem Prozessiren ein obsiegendes Grkenntniß erftritten, wenn auch nicht in Höhe der eingeklagten Summe. Eine Zwangsvollstrechung hat nur nach Ausbringung des dinglichen Arrestes siehe vorlegtes Alinea sonst aber nicht stattgefunden. In dem zwischen den Parteien abgeschlossenen Vertrage wurde nicht ein Wermert gefunden, vorher von mir eingeholten juristischen Gutachten war auf Grund dieses Vertrages eine Verurtheilung so gut wie ausgeschlossen." In Schweben dasselbe Lieb wie in anderen Kultur". staaten. Aus Stockholm wird berichtet;" Die beständig Die 40. Generalversammlung der Katholiken her abgehenden Staatseinnahmen machen die Deutschlands, die in Würzburg vom 27. bis 81. Auguftschaftssteuer. Geses wird ausgearbeitet und wegen Einführung neuer Steuern nothwendig; ein Erb mit großem firchlichen Brunk( Prozession, Requiem, Messen) ber Ginführung einer Biersteuer läßt die Regierung und anderen Festlichkeiten( Riliansfestspiel, Studentenvereins bie kleineren Brauereien durch einen Sachverständigen befiel der Büffetier aber mit seiner Forderung aus, weil des Rommersen, Kellerfesten) abgehalten werden wird, weist ein sichtigen." Brogramm auf, das sicher viele Schaulustige und Schlachtens bummler anziehen wird. Während der Generalversamm Serbien. Die Stuptschina nahm das Gesetz, betreffend lung des Katholikentags finden noch statt die General die neue Anleihe, in zweiter Lesung mit 86 gegen versammlungen des katholischen Volksvereins für Deutsch 8 Stimmen an. Ebenso wurde das vorläufige Ueberein land, des deutschen Vereins für christliche Kunst, des tommen zur Regelung der Handelsbeziehungen mit Belgien katholischen Juristenvereins, Busammenkunft der Präsides, angenommen. wie des Zentralfomitees der katholischen Arbeitervereine In dem Bericht bes Untersuchungs Au3- der zum Rettungsanter wurde, sondern nach jahrelang und der Lehrlingsvereine. Da wird ferner eine Ausstellung schusses der Stuptschina wird erklärt, das Kabinet von Alterthümern in Kunst und Kunstgewerbe stattfinden. Avakumowitsch habe die Verfassung hinsichtlich der Rechte Ein buntes Jahrmarktstreiben wird nicht ausbleiben, die der Skuptschina sowie der Freiheiten der Staatsbürger verZapfenwirthe und die Brauereien werden gute Einnahmen legt; es wird beantragt, die Anklage gegen sämmtliche verzeichnen, da es an trintfesten Mannen nicht fehlen wird, Minister aufrecht zu erhalten. schöne Reben werden gehalten werden. Aber die Kluft, die durch das Zentrum geht, wird immer weiter, die Einheit und Einigkeit ist ein leerer Schall. Troy aller Nuhmredigkeit geht es abwärts mit dem Zentrum. 590, Parteinachrichten. und andere Gegenstände auf Abzahlung ein aufte Möbel סטן Er Straffammer des Landgerichts I in der Person des Buchhalters Ein Schwindler erster Größe wurde gestern der ersten Straffammer des Landgerichts I in der Person des Buchhalters Hugo Fisch vorgeführt. Der Angeklagte hat hier vor mehreren Jahren eine große Anzahl Möbelhändler und andere Geschäftsleute in höchst dreister Weise gebrandschaßt. Er kaufte Möbel er fie bekommen fonnte, veräußerte fte sofort wieder und betrieb auch auf diese Weise ein umfangreiches Geschäft. Die geschädigten Geschäftsleute haben tausende von Mart verloren. Als dem Die preußische Bureaukratie muß sich immer neue Zwischen Wehmuth und Wuth schwanken jetzt die bürger- Angeklagten der Boden in Berlin zu heiß wurde, ging er nach Lorbeeren holen. Durch Ministerialerlaß vom 24. April 1891 lichen Blätter bin und her, die aus den ja auch von uns Magdeburg, Stettin, Dresden und Hamburg, überall in ähnlicher Weise betrügend, bis er endlich vom Geschick ereilt wurde. war empfohlen worden, von Zeit zu Zeit die für die Be- immer nach Gebühr respektirten Gründen das Häuflein der Unwird voraussichtlich viele Jahre hinter Schloß und Riegel bewohner der einzelnen Kreise bewilligten Altersrenten abhängigen vor der Rabenmutter Sozialdemokratie in Schuh unter Anführung des Namens und Wohnortes der Em genommen und zärtlicher Liebe voll so gut es ging aufgepäppelt halten werden. In Stettin und Magdeburg ist er su vier pfänger an der Spize der Kreisblätter zu ver- haben. Aus der Fülle der Klagelieder und Wuthausbrüche, die Jahren Gefängniß verurtheilt worden, wegen der in Berlin begangenen Strafthaten belegte ihn das Gericht öffentlichen. Da dieses seltsame Verfahren in einzelnen von diversen Moniteurs der aus dem Züricher Kongres schnöde mit weiteren fünf Jahren Gefängniß. Vou hier aus Bezirken mit Recht Mißstimmung hervorgerufen hat, ist der hinausbugfirten Radaubrüderchen ob solch terroristischen Thuns wird er nach Dresden und dann nach Hamburg transportirt angestimmt werden, wollen wir zum Ergößen der Parteigenossen obige Erlaß neuerdings dahin abgeändert worden, daß in eine Litanei herausangeln, die die„ Leipziger Zeitung" anstimmt. werden, um an diesen Orten sein Konto mit dem Strafrichter Zukunft der Name und Wohnort der Rentenempfänger Und der Deutsche Bebel war der Führer der Mehrheit, die zu begleichen. nicht mehr veröffentlicht wird, sondern nur in den üblichen den änarchisten und Unabhängigen das Recht bestritt, an dem Zwischenräumen die Zahl der Rentenempfänger und die Proletarierkongres" theilzunehmen. Herr Bebel hat ſich babit Briefkaffen der Redaktion. Beträge der ihnen gewährten Renten bekannt zu machen überdies in Widerspruch mit einer offenkundigen Wahrheit 7. Offenbach a. M. Die Christliche Welt" ist das find. Namentliche Verzeichnisse dieser Art erwecken leicht gefeßt, als er behauptete, die( deutschen) Unabhängigen nichts anderes als Anarchisten. Erst vor Organ der lutherischen Pfaffheit, die auch in Sozialreform ben falschen Eindruck, daß die Rentenempfänger Armen- feien Wochen haben bie Berliner Unabhängigen macht. Warum sollte der betriebsame Geschäftsmann nicht auch pfleglinge seien. Die Liste der pensionirten Offiziere, die wenigen an der Majorsede scheitern und weiter hinauf, der ab- einen scharfen Strich zwischen sich und den Anarchisten gezogen. dort seine Waare abfehen? Do Aber Anarchisten oder Unabhängige, selbst die Anarchisten hatten C. T., Gorbit in Sachsen. Da wir nicht wissen, un gedankten Minister, Geheimräthe und Angaben über die ein von der Brüsseler Borkonferenz ihnen zugesichertes formelles was es fich handelt, können wir Ihnen auch nicht sagen, ob el Höhe der Pensionen werden doch auch nicht an der Spike Recht auf Zulassung, und ein ebenso starkes moralisches gründet sich empfiehlt, einen Vertreter zu bevollmächtigen, oder ob diefes Der Kreisblätter veröffentlicht. fich auf die zum Ueberdruß wiederholte und gerade auch von überflüssig ist. PP R Für den Inhalt der Inserate über. nimmt die Redaktion dem Publikum gegenüber keinerlei Verantwortung Theater. Königl. italienischer Circus Ernesto Ciniselli. Stadtbahn- Station: Zoolog. Garten. Heute, Sonnabend, den 12.Auguß, Abends 8 Uhr: Gr. Gala- Sport- Vorstellung. Bum 3. Male: Griechisch- römischer Ringkampf Sonnabend, den 12. Auguft. zwischen dem Meisterschaftsringer von Leffing- Theater. Das Recht zu Deutschland Heinrich Eberle und dem Athlet und Ringer Hrn. Urban. Prämie 300 Mart. lieben. Sevilla. Kroll's Theater. Der Barbier von Friedrich- Wilhelmstädt. Theater. Fatiniga. Viktoria- Theater. Frau Venus. Alexanderplatz- Theater. Das Damenbad. National- Theater. Lehmann auf der Weltausstellung in Chicago. Apollo Theater. SpezialitätenVorstellung. Bum 6. Male: Die irische Bank, Sprungfzene, ausgeführt von Spring pferden erster Klasse unter Sattel. Zum 36. Male: Die Erschaffung des Weibes oder: Das Weib im Laufe der Jahrhunderte. Gr. Ausstattungspantomime mit Ballet. Ferner Auftreten der vorzüglichsten Kunstreiter, Kunstreiterinnen, Clowns, Die Geburt eines gefunden Anaben) zeigen hierdurch an Bahnarzt Semmel und Frau, Thea geb. Ratkowsta. Dem fleinen Rathsteller- Wirth in der Sendelstraße 16 zum heutigen Tage ein donnerndes Hoch! Rarl rathe' mal? 1363b Schloß Weißensee. Morgen, Zum Sternecker. Sonntag: Abschieds- Benefiz der Gebr. Niagara mit dem boxenden Känguruh auf d. hoh. Thurmseil. Näheres morgen. 1368b Gr. Konzert. Anfang 4 Uhr. Entree 30 Pf., vorher 25 Pf. E Allen werthen Kollegen die traurige Im Trianon- Part: Heute u. folgende Tage: Gr. Volksfest. Entree fret. Mittheilung, daß unser langjähriger Kollege, der Instrumentenmacher Heinrich Stübner, Ostbahn- Park Hermann Jmbs. Am Küßtriner Plak. 71, Rüdersdorferstr. 71, am Ostbahnhof. lager verstorben ist. Die Beerdigung Am Küftriner Play. am 10. Auguft nach kurzem Krankenfindet Sonntag Nachm. 2 Uhr vom Trauerhause Wrangelstr. 106 aus nach 1374b dem Emmaus- Kirchhofe statt. Die Kollegen der Pianofabrik von Dobrowolski u. Barsch. Volks- Bildungsverein f. Brig und Umgegend. Am Mittwoch, den 9. Auguft verTäglich: Konzert, Theater- und + Spezialitäten Vorstellung. Neu und sensationell! Little Alfons, der phänomenale Lawinensturzkünstler. The Moras, mufital. Excentriques, 1 Dame, 1 Herr. Troupe Metzetti, Parterre- Afrobaten, 2 Herren, 2 Knaben, 1 mädchen. Emmy und Reinhold Hintsche, Gesangs- und Charakter- Duettisten 2c. Volksbelustigungen jeder Art. 4 Kegelbahnen zur Verfügung. Kaufmann's Variété. Spezialitäten Spezialitäten allerersten Ranges, sowie schieb nach 11/ 2jährigem Leiden unser Kaffee- Küche geöffnet an Wochentagen von 2-6 Uhr, Sonntags v. 2-5 Uhr. Vorstellung. National- Theater. Große Frankfurterstraße 182. Sensationelle Novität! Lehmann auf der Weltausstellung in Chicago. Große Ausstattungsposse mit Gefang und Tanz in 5 Aufzügen von Eugen Prudens. Rouplets v. 2inderer. Mufit von Adolph Wiedecke. Regie: May Sam ft. Raffenöffnung 5%, Uhr.- Anfang der Abend- Vorstellung 7 Uhr. Im Garten auf der Sommerbühne: Novität: Wirkliches Wasser! Wirklicher Regen! Berlin unter Wasser oder: Kneipp's Wafferkur“. Posse mit Gefang und Tanz in 2 Atten von Enny Anders. Regie: Hugo Hummel. Vorher: Liebe. Chansonetten Poffe mit Gefang in 1 Att von Eugen Prudens. Regie: Fri Schäfer. Vor und nach den Possen: Auftreten von Spezialitäten 1. Ranges. Neues Programm. Morgen: Dieselbe Vorstellung. Mittwoch, d. 16. August, im Garten: Erftes großes Rinder- Jubel- u. ZrubelFest. Castan's Panopticum. Riesen- SchlangenFamilie aus Carl Hagenbeck's Thierpark. Ohne Extra- Entree. PassagePanopticum. Grösstes Schau- u.VergnügungsEtablissement der Welt. Entree 50 Pf. Schweizer Garten. Am Königsthor. Haltestelle der Ringbahn. Sonntag sowie täglich: Extra- Vorstellung mit neuen Spezialitäten. Garreton- Troupe. Familie Grunatho. Gebr. Beyer u. f. w. Theater- Vorstellung. Boltsbeluftigungen aller Art. Täglich: Entree 30 P. Grosser Ball. Während der Wintersaison ist der Saal mit Nebenräumen noch an einigen Sonnabenden im Ot tober, November und Dezember zu vergeben. Bur Landpartie nach Birkenwerder a. d. Nordbahn Restaurant Schüßenhaus. Allen Freunden u. Genossen, nament lich den verehrten Bereinen bestens empfohlen. Große Kaffeeküche. Zwei verd. Regelbahnen. Große Halle mit Biano stehen zur Verfügung. Für Reiten und Vorführen der bestdressirten Schul- u. Freiheitspferde. Ernesto Ciniselli, Direktor. Hippodrom unter Wasser. BERLINER HIPPODROM Am Kurfürstendamm. 2 Min. von Station Zoolog. Garten. Heute: Gr. Gala- Vorstellung. Olympische Spiele, Damen- JockeyRennen, Herren- Flachrennen, Post mit je 4 Pferden geritten, HürdenRennen, Quadriga- Fahren 2c. 2c. Zum 1. Mal in Berlin: Neul Neu! Original Three Johnson's. Athleten und Kraft- Jongleure, in dieser Vollendung noch nie dagewesen! Zum Schluß: de Am Strande von Ostende. Gr. Wasser- Pantomime in 12 Bildern. Jeder Erwachsene hat das Recht, ein Kind frei einzuführen. Sonntag: 2 große Vorstellungen. ratweil' Genoffe Emil Alt 433/2 Bankow. W. Buge's Vereinshaus. ( früher Borchardt), dhule- Straße Nr. 28. im 31. Lebensjahre an der Proletarier Station Nordbahn. Jeden Sonntag: Ball. Garten und Kegelbahn. frankheit. Die Beerdigung findet am Sonntag, den 13. d. M., Nachm. 11/4 Uhr, vom Trauerhause Rixdorf, Juliusstraße 18, aus, statt. Um rege Theilnahme ersucht Der Vorstand. Heute Sonnabend: Großer Sommernachts- Ball. E Zentral- Krankenkasse der Zimmerer. ( E. H. Nr. 2, Hamburg.) Den Mitgliedern zur Kenntniß, daß das Mitglied Friedrich Kohl am 9. d. M. gestorben ist. Die Beerdigung findet Sonntag, den 13. August, Nachmittags 41/2 Uhr, von der Leichenhalle des Neuen JakobiKirchhofes in der Hermannstraße bei Rigdorf aus statt. Desgleichen, daß das Mitglied Friedrich Werchno am 9. d. M. gestorben ist. Restaurant zur Pferdebucht. 15 Minuten Waldweg vom Bahnhof Köpenick. Herrlicher Laubwald, kein zweitschönerer Aufenthalt in und um Berlin. Jeden Sonntag von früh 7 bis 11 Uhr halbstündlich Kremserfahrt( Person 15 Pf.) Rückfahrt von 2 bis 9 Uhr Abends. Neuer Tanzsaal, Familien- Kaffeeküche, 2 Kegelbahnen, Schiesshalle, Würfelbuden, gross. Preis- u. Königs- Schiessen, sowie verschiedene Beluftigungen. Einweihung meines neuen Tanzsaales. ff. Weissbier 20 Pf. Bairisch Bier 10 Pf. 4314L* Möbel, Achtungsvoll F. Hoffmann. Spiegel und Polster- Waaren. Ausstattungen in Mahagoni u. Nufbaum; Küchenmöbel empfiehlt; Preislisten auf Wunsch franco., Berlin S.0., Franz Tutzauer, köpnierstr. 25. Ethische Gesellschaft. Die Beerdigung findet Sonntag, den Am Sonntag, den 13. 5. Mts., Abends 8 Uhr, in der Berliner Ressource, 13. August, Nachmittags 2 Uhr, von der Kommandantenstraße 57: Rummelsburgerſtr. 14 in Friedrichs. Große öffentl. Versammlung. berg nach den neuen Kirchhof Lichtenberg statt. 366/13 Der Vorstand. Vortrag des Herrn Dr. Weyl über: Der Vegetarismus, das Naturheilverfahren und das Proletariat. Diskussion. Verschiedenes. Herren und Damen als Gäste stets willkommen. Nachdem gemüthliches sche Empfehle nach wie vor mein ver. Beiſammenſein. Zu dieser Versammlung sind die Herren Begetarianer und Bierhallen Kommandantenstr.77-79. Täglich von 5 Uhr ab: Grosses Frei- Concert. Soiréen der Leipziger Sänger vom Krystall- Palast. Anf. Wochent. 71/2 Uhr. Entree 15 Pf., refervirt 25 Pf. Anf. Sonntags 6 Uhr. Entree 30 Pf., reservirt 50 Pf. Anerkannt gute Küche. Säle für Festlichkeiten u. Versamml. größertes Lokal, franz. Billard 2c. vom Naturheilverein freundlichst eingeladen. dem verehrten Publikum. Vorwärts, Volks- Zeitung, fowie andere Zeitungen liegen aus. M. Berndt, Ausserordentliche = 142/12 Zentral- Kranken- und ( 3596L General- Versammlung Sterbekasse der Tischler der Orts Krankenkasse der anderer gewerbl. Arbeiter. Oertliche Verwaltung Berlin B. Sattler zu Berlin Montag, 14. August, Ab. punkt 8 Uhr, im Dresdener Garten, Dresdenerstr. 45: Oranien- u. Alexandrinenstr.- Ecke. Restaurant ,, Bärengrube" SO., Schlesischestr. 6, empfiehlt seine gemüthlichen Lokalitäten sowie schöne Vereinszimmer zur geneigten Benutzung. [ 46469* am Sonntag, den 20. August, Vorm. 9 Uhr, in Kohn's Festsälen, BeuthStrasse 20/21, 1 Tr. Tages- Ordnung: Mitglieder- Versammlung. Tagesordnung: Programm unentgeltlich. Carl Koch. Carl Boll Wwe. Wiener 1 böhung der Beiträge und Abänderung Ortskafftrers. 8. Verschiedene KassenMorit Play. Moritz Etablissement Play. Buggenhagen. Täglich: Gr. Garten- Konzert. Gr. Frühstücks- u. Mittagstisch. Spezial- Ausschank von Patenhofer Lagerbier, hell und dunkel. Bei ungünstiger Witterung findet das Konzert in den unteren Restaurationsräumen statt. Entree Wochent. 10 Pf. Sonnt. 25 Pf. Säle für Versammlungen, Kommerse, Festlichkeiten 2c. Moabiter Gesellschaftshaus. Alt Moabit 80 u. 81. Täglich: = Weiß- und Bairisch- Bierlokal batten ber Strautaj, über er fengutGarten mit 2 Kegelbahnen. Bimmer für Vereine.[ 4579L* Weiße 20 Pf. Seidel 10 Pf. Gute Rüche. Rixdorf, Karlsgarten- Straße Nr. 1. Ecke Hermannstraße. Empfehle allen Freunden, Bekannten und Genoffen mein Weiß- u. Bairisch Bierlokal. Gute Speisen u. Getränke. Großes Vereinszimmer mit Piano. 1. Beschlußfassung über die Ver1. Abrechnung vom 2. Quartal 1893. fügung des Oberpräsidenten betr. Er- 2. Wahl der Bevollmächtigten und des des§ 12 des Statuts. 2. Berathung angelegenheiten. 301/8 und Beschlußfassung über das Ver- Mitgliedsbuch legitimirt. Kranten, Krantenauf- Um zahlreiches und pünktliches Er ficht und das Mahnverfahren. 3. Verscheinen ersucht schiedenes. 1367b Die Ortsverwaltung. NB. Den Mitgliedern zur Nachricht, daß in der Dieffenbachstraße 31, bei F. Gaule, eine Zahlstelle errichtet ist, woselbst jeden Sonnabend Abend, von 8-20 Uhr, Beiträge entgegen D. D. genommen werden. Die Deligirtenkarten legitimiren, und find dieselben beim Rendanten ent gegenzunehmen. W. Erdmann, Vorsitzender. Orts- Krankenkasse der Mechaniker, Optiker und verwandten Gewerbe. Achtung! Achtung! Zimmerleute! Paul Hilpert, Restaurateur. Wahl- Versammlung der Zimmerer Berling" zu gunsten G. Brochnow's Fest- Säle, 39, Sebaftianstr. 39. Jeden Sonntag, Montag, Dienstag und Sonnabend großer Ball. Em teiten und Versammlungen. Theater- und Spezialitäten- pfehle meine Säle zu allen FeſtlichVorstellung fowie Concert. Anfang 4 Uhr. Entree 30 Pf., reservirter Platz 50 Pf. 4127L* Helmuth Peters. Etablissement Süd- Ost Inhaber: Carl Ulrich, Waldemarstrasse 75. Jeden Sonntag: Tanzkränzchen. Anfang 5 Uhr. Saal für Vereine u. Gewerkschaften 46752 Gänse- Ausschieben Sonnabend Brikerstr. 22. 1371b BEF Potsdam. S fämmtlicher grossjährigen Kassenmitglieder (§ 49 des Statuts) am Sonntag, 20. August1893, Vormittags 9 Uhr, in den Arminhallen, Kommandantenstraße 20. Tagesordnung: Wahl von 65 Delegirten zur Generalversammlung.( Nach§ 38 des Statuts ist die Wahl eine geheime und durch Stimmzettel vorzunehmen). Das Mitgliedsbuch ist bei der Wahl als Legitimation vorzulegen. Restaurant Charlottenhof. Den Berliner Parteigenoffen empfehle bei Ausflügen nach Potsdam mein am Bahnhof Charlottenhof gelegenes Re- Für die Arbeitgeber findet im ftaurant. Schöner großer Garten, gleichen Lofal eine WahlversammBillard, Kegelbahn. Um regen Besuch lung statt bittet Achtungsvoll F. Broseit, Potsdam, Alte Louisenstr. 32, gegen anzumelden. 1369b des ,, Vereins der Zimmerer Berins und Umgegend" aufgelöst hat, so fordert die unterzeichnete Rom mission alle diejenigen, welche noch Verpflichtungen gegen die Freie Vereinigung" haben( Billets, Abonnementsgelder 2c.) auf, ihren Verpflichtungen spätestens bis zum 20. Aug. d. J. nachzukommen, event. werden die böswilligen Schuldner im Vorwärts" 1378b veröffentlicht. " Im Auftrage: Die Liquidations- Kommission. Hans Schwanz, Panfftr. 31a; Carl Schulze, Ackerstraße 49; Herrmann Bardeleben, Rügenerstr. 17; Wilhelm Klewe, Blumenstr. 36a; Hugo Lehmann, Buttmannstr. 18, Ag. I. am Montag, 21. August 1893, Buchbinder- Verband. Abends 8 Uhr. Tagesordnung: 18b Wahl von 31 Delegirten zur Generalversammlung( cfr.§§ 38, 49 und 49a des Status). zu Versammlungen und jeder Art Fests über dem Bahnhof Charlottenhof. lichkeit steht zur Verfügung. 4649L* Größere Gesellschaften bitte vorher Einige Sonnaben de sind noch frei Allen Freunden und Bekannten des Südostens empfehle mein seit dem 1. Juli d. J. übernommenes Empfehle allen Freunden und Genoffen mein Weiß- u. Barischbier Lokal. Für kleine Vereine Zimmer Weiß- u. Bairischbier- Lokal. mit Biano. Auch finden Mitglieder Vereinszimmer vorhanden. freundl. Aufnahme im Gesangverein Junge Eiche". L. Hartmann, Für gute Speisen und Getränke ist Reinickendorf, Gesellschaftsstr. 11. bestens gesorgt. 4651L* C. Rudolf, Wrangelstr. 72, Ecke Görlitzer Ufer. ( früher Spinnweg.) Berlin, den 27. Juli 1893, Der Vorstand. Oskar Reichnow, Vorsitzender. Friedrichsgracht 24. Freireligiöse Gemeinde. Morgen, Sonntag: Ausflug nach Wilhelminenhof. Abfahrt: Görliher Bahnhof 1 Uhr 35 Min. Schlesischer Bahnhof 1 Uhr 36 Minuten. Treffpunkt: Bahnhof Johannisthal, Garten- Restaurant. Der Vorstand. Die arbeitslosen Empfehle mein Gartenlokal, sowie Sonntag, Vormittags 104 Uhr, Lithographen, schönes Vereinszimmer. Kaffeeküche von früb morgens 4 Uhr geöffnet. 1354b J. Rutsch, Fichte und Gräfeſtr.- Ecke. Rixdorf! 1375b Rosenthalerstraße 38: Vortrag Steindrucker u. Berufsgenossen, welche am 9. August in der Versammlung bei Philipp waren, wollen bei Schöning, Stallschreiberstraße Nr. 29, niederlegen. 209/14 N. Henckel. Altes Schüßenhaus, und Freundschaft. ( 560 Personen fassend) zu allen GelegenSonnabend, den 12. August, in von Herrn E. Vogtherr: Leben ihre Adreſſe bis heute Mittag 2 Uhr Preisen ist gesorgt.„ Vorw." liegt aus. Linienstraße 5, empfiehlt seine Festfäle heiten. Carl Hietzig, Gastwirth. Nitschke's Salon, Steinmetstr. 45, Tanzkränzchen, wozu freundlichst einJ. A.: Albert Wurbs. 416/16 7336 ladet. Gäste sehr willkommen. Berantwortlicher Redakteur: Wilhelm Schröder in Berlin. Druck und Verlag von Mar Badins in Berlin, SW, Beuthstraße 2. Hierzu zwei Beilagen. 1. Beilage zum„ Vorwärts" Berliner Volksblatt. Nr. 188. Sonnabend, den 12. August 1893. 10. Jahrg. Internationaler Arbeiterkongreßgemein, niemand im Kongreß sei bagegen; die Allgemeinheit ſei dem Militarismus keinen Mann und keinen Groſchen zu be in Zürich. in guter Gesellschaft. Die deutsche Resolution sei all Nieuwenhuis sagt, wir hätten auch den Standpunkt aufgegeben, aber ihr Fehler, denn für nichtssagende Resolutionen könne jeder willigen. Auch das ist eine Unwahrheit. Seit ihrem Bestehen stimmen. Die holländische Resolution sei die bessere, denn sie hat die deutsche Sozialdemokratie nicht einen Mann, nicht einen 3ürich, 10. August 1893. gebe ein Mittel zur Ausführung des Beschlusses, ob das Groschen bewilligt. Gegen jede Militärvorlage haben wir proMittel gut, darüber könne man streiten, aber die deutsche Re- testirt und gestimmt. Aber wir haben uns nicht mit blinden Sechste Sigung, Mittwoch Nachmittag( Schluß). solution von Brüssel verlange, daß man protestire, protestire, Protesten begnügt, wir haben auch im Volke mit allen unseren Zur Verhandlung gelangt Punkt 4 der Tagesordnung, weil protestire; das sei leere Phrase, weil die Regierungen ihre Gewalt Kräften agitirt. Und wenn jüngst die Frage des Fortbestehens Jowohl die Maifeier- Kommission wie die über die Taktik der doch nicht niederlegten.- Chauvinistische Strömungen seien des Militarismus zur Wahlparole gemacht wurde, Sozialdemokratie mit der Festseßung ihrer Resolution noch nicht überall vorhanden, auch unter den Sozialisten. Bebel z. B. habe jetzt die Mehrheit des deutschen Volkes sich gegen den zu Ende gelangt sind. Punkt 4 lautet: zum Kriege gegen den Erbfeind Rußland aufgefordert, gehe es Militarismus erklärt hat, so ist das nur der sozialdemokratischen Stellung der Sozialdemokratie im Kriegs- gegen den Erbfeind, so werden damit alle Miffethaten der Bour- Agitation zu danken.( Brausender Beifall.) und nicht sicher falle. geoisie wie mit einem Schwamme hinweggewischt. Er möchte und weit vom Schuß, im steten Kampf mit der Regierung und Berichterstatter ist Plechanow, deffen Rede von Lieb Bebel an das bekannte Wort Heine's erinnern: die Deutschen Polizei haben wir diesen Kampf seit Jahren geführt, und die necht ins Deutsche übertragen wird. Die Kommission hatte hätten nichts zu ristiren, höchstens ein bischen mehr Knute, Partei hat ihn bezahlt mit mehr als tausend Jahren Gefängniß. zwei Anträge zu erledigen: den der Holländer, der folgender- aber dann tröste er sich, daß jetzt wenigstens auch seine Feinde Wir deutsche Sozialisten haben nicht nöthig, Phrasen zu machen, maßen lautet: mitgeknutet werden.( Bebel: das ist lange her!) Vielleicht würde unser Handeln spricht für uns und wir halten es unter unserer Der Kongreß beschließt, die internationale Arbeiterpartei aber Heine noch heute so schreiben. Dies Bangemachen mit Würde, uns weiter gegen solche Vorwürfe zu vertheidigen. einzuladen, sich bereit zu halten, um unverzüglich auf eine Kriegs- Rußland, dem auch Plechanow Ausdruck gab, sei wie( Stürmisches Händeklatschen.) erklärung durch die Regierung mit einer allgemeinen Arbeits- wenn man kleine Kinder mit dem Wauwau schrecke. Wenn Und nun zum fachlichen Theil. Ich will nicht wiederholen einstellung zu antworten, überall da, wo die Arbeiter einen Ein- Bebel die russische Nation( Widerspruch) als den Hort was ich bereits gestern bei Uebertragung der Plechanow'schen fluß auf den Krieg ausüben tönnen und in den fraglichen Ländern der Grausamkeit und Kulturfeindschaft hinstelle, so könne Frank- Ausführungen dargelegt habe. Zwei Anträge liegen vor; der die Kriegserklärung zu beantworten mit einer militärischen Dienst reich ebenso gegen Deutschland diesen Vorwurf erheben, denn Holländer und unserer. Nieuwenhuis sagt, der deutsche Antrag verweigerung." Frankreich sei eine Republit. Wo soll aber das Ende sein, wenn sei eine Phrase; die holländische Resolution, auch in ihrer verDem stand folgender Antrag der Deutschen gegenüber: die Sozialisten gegen andere Nationen solche Vorwürfe erheben?-wässerten Form, ist weit mehr eine Phrase. Bereits der „ Die Stellung der Arbeiter zum Kriege ist durch den Be- Als Plechanow gesprochen, habe er einen Augenblick das Gefühl ungarische Delegirte hat erklärt, er würde für den Antrag der schluß des Brüsseler Kongresses über den Militarismus scharf gehabt, als ob Bismarck zu unserem Kongresse spreche. Wenn Holländer stimmen, wenn er ausführbar wäre. Er ist nicht blos bezeichnet. Die internationale revolutionäre Sozialdemokratie in Deutschland Flugblätter vertheilt werden, daß die Kosaken unausführbar, er ist ein bloßer frommer Wunsch. Von der Ferne hat in allen Ländern mit Aufgebot aller Kräfte den chauvinistischen fommen, so müsse er fragen, ob denn diese Invasion am Ende aus läßt sich solch ein Antrag leicht begreifen; Holland hat Belüften der herrschenden Klasse entgegen zu treten, das Band so ein großes Unglück wäre. Griechenland, Rom seien durch keinen Militarismus, anders ist die Sache in Deutschland mit der Solidarität um die Arbeiter aller Länder immer fester zu Invasionen der Barbaren zerstört worden, die Kultur sei aber seinem Militarismus. Wenn der Militärstreit und der wirthschlingen und unablässig auf die Beseitigung des Kapitalismus nicht vernichtet worden, und unsere heutige Zivilisation sei erst schaftliche Streit mehr wären als ein frommer Wunsch, wenn die hinzuwirken, der die Menschheit in zwei feindliche Heerlager ge- am Anfange ihrer Entwickelung und verdante fich nur der An- sozialdemokratische Partei in Europa und in der ganzen theilt und die Völker gegen einander hetzt. Mit der Aufhebung eignung dieser alten Kultur. Mit dieser seiner Reichstagsrede Welt die Mächtigkeit befäße, diese Streits durchzuführen der Klaffenherrschaft verschwindet auch der Krieg. Der Sturz habe Bebel dem Militarismus die Hand gereicht, und mit der dann würden in Europa Zustände herrschen, die jeden Krieg undes Kapitalismus ist der Weltfriede." Parole:„ dem Militarismus feinen Mann und feinen Groschen" möglich machen. Soweit sind wir noch nicht. Viel Schweiß ist gebrochen.( Bebel: Bis heute haben wir diesen Standpunkt un- schon geflossen, mancher ist gefallen, aber wir sind noch lange verbrüchlich festgehalten.) Man ist zum Standpunkt der Volts- nicht am Ziel, die schwerste Aufgabe steht uns noch bevor. partei herabgejunten. Ich sage das nicht aus Antipathie gegen Wollten nun wir die Soldaten zur Desertion, zur DienstDeutschland.( Bebel: Aus reiner Liebe.) Auch die sozialistischen verweigerung auffordern, so würden wir dem Moloch MilitarisAbgeordneten im französischen Parlamente haben dort nicht ein mus neue Opfer liefern und ihm Gelegenheit geben, die einziges Mal protestirt gegen den Militarismus. sozialistische Bewegung mit eiserner Faust niederzudrücken. Gewiß ist es unsere Aufgabe, den Moloch zu stürzen, wir müssen dahin arbeiten, daß sein eiserner Arm gelähmt wird durch den Geist des Sozialismus; das vermögen aber nicht kindische Resolutionen, das vermögen wir nur durch unermüdliche Propaganda im Volf. Wir müssen dahin arbeiten, daß die Massen von den sozialistischen Ideen durchbrungen werden, daß die Leute schon als Sozialisten in die Kasernen kommen. Das ist das einzige Mittel zum Biele zu kommen. Und wir sind auf dem besten Wege dazu. Wie sein Vater, der Kapitalismus, muß sich auch der Militarismus immer weiter ausdehnen, immer weitere Kreise heranziehen, immer mehr sozialistische Rekruten sich einverleiben und so auf dem Wege der Selbstvernichtung immer weiter schreiten, bis fchließlich der Militarismus teine Schuhwehr für den Kapitalismus mehr bildet. Diesen Kampf hat die Sozialdemokratie in Deutschland bisher für Deutschland geführt, sie wird ihn auch so weiter führen bis der Militarismus niedergedrückt, getödtet ist. ( Rauschender Beifall.) Im Laufe der Disfuffion hat Bonnier( Frankreich) den Antrag gestellt, die ganze Frage durch den Beschluß des Brüsseler Rongresses für erledigt zu erachten; Smith( England) stellt ein Zufaßamendement, die Arbeiter sollten überall darauf hinwirken, ihre gegenseitigen Beziehungen zu verengern, die freundschaftlichen Verhältnisse zu steigern, und durch diese internationale Verbrüderung die Kriege einfach unmöglich zu machen. Die eigentliche Kraft des Militarismus liege nicht in dem stehenden Heere, sondern in der Reserve. Der Refervemann sei und die Mobilifirung dieser Referve zu verhindern, das sei unsere eigentliche Aufgabe. Nun habe man gesagt, die Verweigerung des Militärdienstes sei un möglich, die Leute würden prozesfirt, füsilirt. Man stelle sich die Sache vor: jedes Dorf hat 5-10 Reservisten, wenn diese sich weigern, wer solle sie verfolgen? Die Polizei? Die Bürger? Die Folge der Verweigerung ist allerdings der Bürgerkrieg, aber der Bürgerkrieg ist dem Kriege der Nationen vorzuziehen, der Bürgerkrieg wird wenigstens gegen den wahrhaften Feind, den Kapitalismus, geführt. Nach längerer Berathung sei beschlossen worden, an der deutschen Resolution festzuhalten; sie schließe jeden chauvinistischen ein Stück Bürgersoldat Gedanken aus und gewähre jeder Nation doch auch gleichzeitig die Möglichkeit, in dem Rahmen für die Beseitigung des Krieges zu arbeiten, der ihr durch ihre heimathlichen Verhältnisse gegeben ist. Man müsse eben daran festhalten, daß die Wurzeln des Krieges in der fapitalistischen Wirthschaftsweise begründet seien, wenn der Kapitalismus abgeschafft sein wird, dann fällt auch von selbst der Krieg. Es war in der Kommission der Vorfchlag gemacht worden, den Holländern eine gewisse Konzession in so weit zu machen, als ihnen im Falle eines Krieges das Recht einer Sonderstellung, entsprechend ihrem Antrage, ein- Wir haben hier gleichzeitig einen Rongreß der Eisenbahngeräumt werden solle. Es wurde jedoch auch dieser Antrag angestellten; diese haben es in der Hand, durch einfache Arbeitsverworfen und schließlich die deutsche Resolution mit allen einstellung jeden Krieg unmöglich zu machen, und wenn wir auch gegen drei Stimmen unverändert angenommen. Die noch die Frauen gewinnen, dann ist es Beit mit der Phrase zu Gründe, welche zur Verwerfung der holländischen Resolution brechen, und praktische Arbeit zu verrichten. Und es sprechen führten sind folgende: Ein allgemeiner Streit ist nicht durch viele Zeichen der Zeit für unsere Resolution. Die Meu führbar auf dem Boden der heutigen Gesellschaft, denn das tereien der Armeen in England, Belgien, Italien. Die Proletariat besigt eben die Mittel dazu nicht. Wären wir Revolution 1871 auf dem Montmartre, dieser Militärstreit, andererseits in der Lage, einen Generalstreit durchzuführen, dann wo die Soldaten mit Kolben hoch" den Dienst verweigerten, wäre die ökonomische Macht bereits in den Händen des war nur ein spontaner Streit wie müßte erst der von uns Proletaris und dann wäre der Generalstreit eine lächerliche vorgeschlagene organisirte Streit wirken. Nehmen Sie Blattheit. unferen Antrag einstimmig an, dann werden Sie sehen, wie die Fürsten auf ihren Thronen zittern und sich zweimal besinnen, ehe sie Kriege anfangen.( Vereinzelter Beifall.) Was die Frage des Militärstreits anbetrifft, so kann ein folcher Gedanke nur in einem Lande auftauchen, der nicht so in dem Militarismus aufgeht wie dies beispielsweise bei Frankreich und Deutschland der Fall ist. In diesen beiden Ländern ist ein Militärstreit ein Unding, er würde nur dazu führen, mit einem einzigen Schlage alle Manifestanten zu vernichten, aber auch in anderer Hinsicht würde der Militärstreit das Gegen theil von dem bewirken, was beabsichtigt worden war. Der Militärstreik würde gerade in erster Linie die Kultur völfer entwaffnen und würde Westeuropa den russischen Rosaten preisgeben. Der russische Despotismus würde unsere ganze Kultur hinwegschwemmen und anstatt der Freiheit des Proletariates, für welche der Militärstreit ein glänzendes Beichen sein sollte, würde die russische Knute herrschen. So würde der anscheinend so revolutionäre Antrag Hollands in ein reaktionäres Gegentheil umschlagen. Der deutsche Antrag dagegen zeichnet allen Völkern scharf ihre Verhaltungsweise vor und ist gleichzeitig weit davon entfernt, den vagen Utopismus zu athmen, wie die holländische Resolution. Wahrhaft revolutionär ist nur die deutsche Resolution. Die deutsche Resolution muß im Interesse der Freiheit, der Zivilifation und des revolutionären Proletariates angenommen werden. ( Großer, stürmischer Beifall.) Es wird beschlossen, daß jede Nation zu dieser Debatte nur einen Redner stellen soll. Die Holländer bringen ihren Antrag in folgender Abände rung ein: " In Erwägung, daß die nationalen Gegensätze feines. wegs im Interesse des Proletariats, wohl aber in dem der Unterdrücker desselben sind; in Erwägung, daß alle modernen Kriege ausschließlich durch die kapitalistische Klasse in deren Interesse hervor gerufen, in deren Hand ein Mittel sind, um die Macht Der revolutionären Bewegung zu brechen und die Bourgeois herrschaft durch die Fortdauer der schimpflichsten Ausbeutung zu befestigen; in Erwägung, daß keine Regierung sich entschuldigen fann, provozirt worden zu sein, da der Krieg das Ergebniß des internationalen Willens des Kapitalismus isterklärt der internationale sozialistische Arbeiterkongreß in Zürich, daß die sozialistischen Arbeiter der in Betracht kommenden Länder eine Kriegserklärung seitens der Regierungen mit der Dienstverweigerung der Militärpflichtigen der Reserve( Militärstreif), durch einen allgemeinen Streit, besonders in all' den Industriezweigen, welche auf den Krieg bezug haben, und durch einen Appell an die Frauen, ihre Männer und Söhne zurückzuhalten, beantworten sollen." Mendelsohn( Polen): Nieuwenhuis hat den Deutschen Chauvinismus vorgeworfen; ein solcher Vorwurf tann nur bei offener Verkennung der politischen Lage Europas eingenommen werden. Holland ist in isolirter, abgetrennter Lage, nur so läßt fich der holländische Internationalismus verstehen, der nicht in Einklang zu bringen mit dem sozialistischen, revolutionären Internationalismus. Nieuwenhuis hat Bebel's Rede den Vorwurf des Chauvinismus gemacht. Und diese angeblich chauvinistische Rede hat unter der polnischen Bevölkerung geradezu als Ansporn des sozialistischen Gedankens gewirkt, und den alten revolutionären, historischen Sinn der Bevölkerung wieder erweckt. Das also ist der Eindruck des Bebel'schen Chauvinismus in einem Lande, das keine besonderen Sympathien für das Deutsche Reich Dr. Adler- Wien: Im Namen der österreichischen Delehegt. Die Polen haben in der Kommission den Antrag auf gation habe ich zu erklären, daß wir für den Antrag der Uebergang zur Tagesordnung gestellt, weil der Brüsseler Beschluß Deutschen stimmen werden. Wir sind Gegner des Militarismus deutlich, und wir endlich ein Ende machen müssen mit dem ebenso gut, wie die Holländer, wir sind Revolutionäre System, diese Dinge immer wieder an jeden Kongreß zu bringen. ebenso wie die Holländer, und ebenso wie die Holländer Wir unterdrückten Polen hoffen und arbeiten auf die Wiederher haben wir den Wunsch, daß die herrschenden Klassen stellung Polens, wir sind aber von feinen chauvinistischen Ge- und die Regierungen wissen, daß hier eine Armee verdanken dabei geleitet, sondern erstreben diese Wiederherstellung, sammelt ist zur Befreiung der Welt von der Herrschaft des um im sozialistischen Sinn am Leben der Völker theilnehmen zu Rapitalismus. Aber wir überschätzen nicht unsere Kraft und fönnen. wir unterschätzen nicht die Intelligenz unserer Gegner. Domela Siebente Sigung, Donnerstag Vormittag 9 Uhr. Den Vorsitz übernimmt Schmidt( österr. Schlesien) mit einer 3altai( Ungarn): Der holländische Antrag läßt sich nicht Nieuwenhuis meinte, die Regierungen würden zittern, wenn wir kurzen Ansprache, worin er den Dank der österreichischen Dele- durchführen, deshalb sind wir dagegen. In Ungarn, wo man die Resolution der Holländer annähmen. Nicht zittern würden gation ausspricht und die Erklärung abgiebt, daß die österreichi so viel mit der Freiheit herumplantschert", wird das sie, sondern uns auslachen.( Lebhafter Beifall.) Wie Greulich schen Arbeiter mit aller Kraft für die Durchführung der hier ge- Militär verwandt, streikende Arbeiter wie Bestien nieder- am Fest des Eröffnungstages sagte: Unsere Sache ist unüberfaßten Beschlüsse eintreten werde. zuschießen. Bei jeder Gelegenheit treten wir dem Milita- windlich, so lange wir den festen Boden der Thatsachen nicht verlassen. Für die Schweizer Delegation giebt Gen. Greulich fol- rismus gegenüber. Aber noch find wir ohnmächtig, hebt uns auf in die Luft der Phantasie und wir sind verloren. gende Erklärung ab: weil wir noch im Beginn unserer Organisation stehen. Nicht Bernichten fann uns niemand, nur wir selber. Die Meinung Wir lesen in Nr. 186 der Züricher Post", einem einmal aussprechen ließe sich bei uns der holländische Stand der herrschenden Klaffen von uns tommt erst in zweiter Sinie in Blatte, das sonst gewissenhaft berichtet, über die Versamm- punkt. Ungarn ist ein Europa im Kleinen. Acht Nationen Betracht, in erster Linie steht uns, was die Proletarier von uns lung der„ Unabhängigen" folgende Stelle: Gilles fucht( Ungarn, Kroaten, Rumänen u. f. w.) find in ihm vereint. Die halten. Faffen wir hier Beschlüsse, von denen wir selber wissen, ben Kongreßbeschluß und hauptsächlich Frau herrschenden Klassen spielen die Nationalitäten gegen einander daß fie undurchführbar sind, so theilen sich unsere Anhänger in Bettin lächerlich zu machen." Frau Bettin ist aus und suchen sie zu verheten. Dem ungarischen Proletariat zwei Theile. Die Wissenden unter ihnen sagen: Das war ein uns durch ihre Hingabe für die Organisation der Arbeite- steckt noch der Chauvinismus im Herzen. Wir werden ihn über- leichtsinniger Beschluß, er ist in unseren Militärstaaten unausrinnen bekannt, sie ist unser werther Gast, den wir nicht winden auf dem Wege, den uns der deutsche Antrag zeigt, dem führbar. Auf die Massen, auf die Enthusiasten, halb noch Unbeleidigen laffen. Wir sprechen deshalb, die Richtigkeit wir aus voller Ueberzeugung beistimmen.( Beifall.) tlaren, die in Noth und Elend leben, aber noch nicht genau des Berichts vorausgesetzt, unser Bedauern aus über die Liebknecht: Ich will das Thema nicht auf das persön wissen, wie es aus der Welt zu schaffen ist, würde unser BeHandlungsweise des Gilles. liche Gebiet herabzerren, wie es begonnen worden; aber ich habe schluß wie eine Verleitung, wie eine falsche Vorspiegelung wirken. Frau Zetkin dankt den schweizer Genoffen von ganzem doch einen Vorwurf zurückzuweisen, der gegen die deutsche Sozial( Lebhafte Bustimmung.) Wir zeigen ihnen einen Weg, der nicht Herzen, erklärt aber, ein politischer Charakter wie Gilles tönne demokratische Partei erhoben worden ist. Die Rede Bebel's im gangbar ist. Wir würden Domela Nieuwenhuis möge es mir fie nicht beleidigen, eine Beschimpfung aus dem Munde Gilles' Reichstag soll chauvinistisch angetränkelt gewesen sein. Wollte verzeihen ein Verbrechen verüben an der Masse der Proletarier, rühre fie so wenig als wenn ein Mops den Mond anbelle. ich den Vorwurf des Chauvinismus zurückgeben, so hätten wir weil wir fie glauben machen wollen, der Weg, den die ( Großer Beifall.) mehr Grund, diesen Chauvinismus dem Redner zum Vorwurf Resolution der Holländer weist, lasse sich mit Erfolg Gilles protestirt gegen die Verlesung dieser Erklärung und zu machen. Die deutsche Sozialdemokratie ist dem Standpunti betreten. Wenn wir als sozialistischer Kongreß uns als eine Ge dagegen, daß Frau Bettin das Wort erhalten, ehe er sich darüber treu geblieben, den sie von Anfang an eingenommen hat; und sellschaft von Leuten konstituiren, die nur fromme Wünsche auss ausgelassen. Der Bericht der„ Züricher Post" sei falsch und er wer da sagt, sie sei auch nur um eines Haaresbreite davon sprechen, dann wird man fernerhin weder in Europa, soweit es abgewichen, der habe bereits eine Berichtigung auf der Redaktion abgegeben. spricht die Unwahrheit. Man hat herrscht, noch in Europa, soweit es unterdrückt ist, irgend welGreulich erklärt, wenn nicht Ohrenzeugen vorhanden ge- die französischen Genossen gegen die deutsche Sozialdemokratie chen Werth auf unsere Berathungen legen.( Lebhafter Beifall.) wesen, würde die schweizerische Delegation die Sache gar nicht aufzuheben versucht; er wolle daran erinnern, daß die deutsche Nicht Rathschläge wollen wir geben, die wir selber nicht befolgen vorgebracht haben. Sozialdemokratie seit 1871 immer gegen die Annexion von Elsaß- würden. Es ist ja leicht, solche Vorschläge zu machen, wenn Die Angelegenheit wird dem Bureau zur Erledigung über- Lothringen protestirt, sie als einen politischen Fehler, als ein man in feinem Militärstaat lebt, wie die Holländer. Es würde wiesen und in die Debatte der Kriegsfrage eingetreten. politisches Verbrechen gebrandmarkt hat, und erst in neuester Zeit mich auch nicht wundern, wenn die Schweizer für die hollänNieuwenhuis erbittet und erhält 10 Minuten Redezeit; haben wir diese Anklage wiederholt. Und wir haben das ge- difche Resolution eintreten würden, aber das sind zu vernünftige spricht aber 20 Minuten. Man habe ihn einen Verrückten, einen than, nicht unter dem Schuße der Indemnität, sondern wir haben Leute dazu.( Große Heiterkeit.) Domela Nieuwenhuis hat uns Reaktionär gescholten; der internationale Kongreß 1868 zu Brüssel diesen Protest erhoben gegen die ganze Militärmacht, gegen die Chauvinismus vorgeworfen den Russen gegenüber. Nun, wenn habe einen gleichen Antrag einstimmig angenommen, er befindet ganze Nation, und die Folgen getragen.( Großer Beifall.) wir Rußland nicht den Weg öffnen wollen, der über die Leiber tcr polnischen Märtyrer führt, wenn wir ihm nicht das halbe sozialistische Europa ausliefern wollen, so weiß ein jeder, daß wir nicht das russische Volk unter Rußland verstehen, das Volk, das dem inter- nationalen Sozialismus manches zu danken hat, sondern den Zarismus. Und in jedem Lande— auch bei uns in Oesterreich haben wir Zarismus genug. Wir wollen dem Zarismus die Wege nicht ebnen, und Holland wird mit seinem Standpunkt isolirt bleiben. Wenn wir, die wir im Mittelpunkt der euro- päischen Politik und aus dem Schlachtfeld, wo der Kampf zwischen Ausgebeuteten und Unterdrückern zur Entscheidung ge- langen wird, stehen, wenn wir die russische Barbarei bekämpfen, so meinen wir damit den blutbefleckten Zarismus!(Lebhafter Beifall. D. Nieuwenhuis ruft: Er spricht wie Caprivi!) Dr. Adler: Es freut mich, wenn Caprivi so spricht!(Stürmische Heiterkeit.) Mögen Sie(zu den Holländern gewendet) uns als die schlechteren Revolutionäre ansehen, wenn es Zeit ist, wenn die Entscheidung kommt, wird es sich finden, wo die sind, die zu handeln wissen und stets zu handeln gewußt haben, und wo die sind, die zu reden wissen und zu reden gewußt haben.(Lanaer, lebhafter Beifall.) Johannsen erklärt Namens der Norweger kurz, daß sie für die holländische Resolution stimmen würden," die sie für aus- führbar halten. Zwar würde sie Blutvergießen bringen, aber geringeres als ein Krieg. Schluß der Vormittagssitzung. Achte Sitzung.* Nachmittags 3 Uhr. De Leon(Amerikanische Soz. Arb. Partei): Für Amerika sei die vorliegende mehr eine Humanitätsfrage als eine praktische. Im allgemeinen synipathisiren die Amerikaner mit dem holländischen Antrag; aber man müsse ihn näher betrachten, und da stelle er sich ganz anders dar. Ein Militärstreik verliere seinen Charakter als Streik im ersten Augenblick, wo er in Kraft trete; dann bedeute er einfach die gewaltsame Revolution; wirthschaftliche Streiks aber seien allmälig überflüssig, weil die Arbeiter eingesehen, daß die Kapitalistenllasse mehr Vortheil davon zögen als die Arbeiter. Es komme hauptsächlich darauf an, wie weit die Idee des Sozialismus ins Volk gedrungen. Man könne daher die Frage nicht unbedingt beantworten, sondern müsse sich jeweilen fragen, ob es rathsam, diesen Schritt zum Anfang vom Ende zu machen. Die amerikanischen Arbeiter würden, weil sie auch künftig in ihrem Verhalten den poli- tischen Verhältnissen Rechnung tragen würden, sich daher nicht binden lassen können durch Kongreßbeschlnß und solglich sich der Abstimmung enthalten. A v e l i n g(für die englische Delegation): Mit überwiegen- der Majorität habe die englische Delegation sich für den Antrag der Deutschen erklärt. Die englischen Arbeiter betrachten den Krieg jetzt und immer als ein Verbrechen, denn jetzt und immer müßten die Arbeiter die Lasten tragen und ihr Blut vergießen. Niemals sei England in solcher Zahl und solcher Vertretung an einem internationalen Arbeiterkongreß vertreten gewesen. Die KS Delegirten vertreten größtenthcils rein sozialistische Organi- sationen; ein anderer Theil sei von Unabhängige» Arbeiter- Parteien delegirt, die gegen Konservative und Liberale Front machten und auf seinem sozialistischen Programm ständen. Ein dritter Theil repräsentire die Gewerkschaften, die zum ersten Mal mit Sozialisten Hand in Hand gingen und Miene machten, dem s ozialistischen Programm sich anzuschließen. Diese Thatsache berechtige zu den schiefen Hoffnungen, denn die alten Gewerk- fchaften seien es, die in ihrer Jugendzeit alle Lasten des Lohn- kampfes getragen, und auch heule noch tragen. Vor kurzem habe es geschienen, als ob zwischen Deutschland und Frankreich ein Krieg ausbrechen sollte; da sei es nothwendig, daß die deutschen Arbeiter erklären, sie wollten keinen Streu mit den französischen Arbeitern und umgekehrt müßten auch die ranzosen zuriicksagen, daß sie die deutschen Arbeiter als ihre rüder betrachteten.(Großer Beifall.) Ebenso hätten die Engländer eine solche Erklärung abgegeben, als vor Kurzem ein Krieg zwischen der englischen und französischen Bourgeoisie drohte. In der That: wir müssen einstimmig erklären, daß wir nur einen berechtigten Krieg kennen, nur einen anerkennen: den Klassenkampf.(Großer Beifall.) Mit dem Gedankengang des holländischen' Antrags sind die Engländer einverstanden, sind wir alle hier einverstanden. Aber es handelt sich um dieForm der Ausführung. Wenn wir stark genug sind, den Militärstreik durchzuführen, dann thun wir ganz ivas anderes, dann handelt es sich für uns darum. den Kapitalismus zuin Himmel oder zur Hölle zu befördern. (Stürmischer Beifall.) Heute aber- handelt es sich nicht um internationalen Streik, sondern um Einheit und Klarheit über diese Frag« zu schaffen, und zu zeigen, daß alle Herzen in diesem einen Gefühle zusammenschlagen, unsere Stimmung mächtig zu erheben gegen den Krieg, für den Frieden. Heritier(Gens): Ich bezweifle energisch, daß sich in bezug auf die Kriegsfrage strenge Regeln für das gemeinsame Handeln aller Völker niederlegen lassen. Auch ich finde Gefallen an dem Geiste der holländischen Resolution, aber ebenso sehr er- kenne ich die Undurchführdarkeit derselben. Es ist etwas anderes, Resolutionen zu machen, und etwas anderes, sie in Thaten um- zusetzen. Wenn je eine Gelegenheit gewesen wäre, die Durch- führbarkeit des militärischen Streiks darzuthun, so wäre dies im heurigen Frühjahre gewesen, als holländischen Soldaten befohlen tvurde, auf das wehrlose Volk zu schießen; wenn die Holländer aber damals in ihrem eigenen Lande dies nicht durchführen konnten, wie können sie dann eine solche Maßnahme der ganzen Welt empfehlen. Unsere Aufgabe ist es, das Proletarial zum Sozialismus zu erziehen, es für alle Eventualitäten stark zu machen, dann haben wir eine gewaltige Macht hinter uns, welche jeden Krieg von vornherein ausschließt, diesen Geist athmet die deutsche Resolution, deshalb stimmen wir für diese. Volders(Belgien): Der deutsche Antrag sei nicht hin- länglich genug, daher mußten sie denselben durch ihre Resolution ergänzen. Die Deutschen gingen von dem Standpunkt aus, wenn man Propaganda für den Sozialismus mache, mache man die beste Propaganda gegen den Krieg, und sei eine spezielle Propa- ganda gegen den Krieg überflüssig; aber solange es einmal Kriege gebe, komme der Sozialismus nicht zur Herrschaft. Daher müsse der Krieg einen speziellen Angriffspunkt bilden. Belgien stehe zwar weniger in Gefahr in den Krieg hineingezogen zu werden, größer sei die Gefahr der Annexion; deshalb hätten auch sie allen Grund, präzise Stellung zu nehmen. Darum suchten sie auch unter dem Militär zu agitiren, die sozialistische Propaganda in die Kasernen hineinzutragen: sie halten ihre Versammlungen in der Nähe der Kasernen, um den Soldaten die Wahrheit sagen zu können; sie führten den Krieg in der Presse und erlitten des- halb Strafen, die sie gerne ertragen. Sie beantragen: die par- lamentarischen Vertreter der Arveiter sollten überall ablehnen, das Kriegsbudget zu bewilligen und für die allgemeine Entivaff- nung eintreten. D e y a n t e von den französischen Allemanisten spricht sich gegen die deutsche Resolution ans. Er hatte gehofft, daß nur Arbeiter und nicht eine Majorität von Berusspolilikern aus dem Kongreß vertreten sein würden, die Stimmung des Kongresses würde dann wohl eine wesentlich andere sein. Er sei nicht der Meinung, daß man aus Furcht vor der Uebermacht des Mili- tarismus auf den Militärstreik oder auf den Generalstreik ver- zichten dürfe. Auch am 1. Mai werde die Militärmacht gegen das Proletariat aufgeboten, und dennoch lasse sich dasselbe doch nicht abhalten von einer internationalen Manifestation für den Weltsrieden. Das Vorgehen der Belgier habe übrigens bewiese», daß der Generalstreik keine Utopie, sondern sehr wohl durch- führbar sei. Man soll sich nicht um die Verhandlung in den einzelnen Ländern, sondern nur um das gemeinsame Ziel kümmern, deshalb gehe man allerorten daran, Organisationen gegen den Mili- tarismus zu schaffen, gleichzeitig gehe man sofort daran, den Generalstreik zu organisiren. Die Majorität der französischen Delegation werde von diesem Gesichtspunkte aus für die holländische Resolution stimmen. T u r a t i(Italien): Er wolle die bereits erfolgten Er- örterungen nicht fortfahren, sondern sich mit der Erklärung be- gnügen, daß sie für die deutsche Resolution stimmten. Die hol- ländische Resolution sei gewiß edel gedacht, aber ihre Durch- führung heute unmöglich, wir müßten sie verschieben bis zum Tag, wo wir die Macht hätten, und dann wäre sie unnöthig. Wir scheuen uns auch vor der Verantwortung eines solchen Be- schluffes; wenn wir nicht blos Maulhelden, sondern Männer der That sein wollen, so müssen wir die Beschlüsse ausführen, und bei dem Heldensinn und Opfermuth unserer englischen Ge- Nossen, wissen wir, daß sie sich dann in den Tod stürzen würden, ohne etwas auszurichten. Ter allgemeine Streik würde zur allgemeinen Füsilade. Er wolle auch noch beifügen, daß der von den Bourgeois und Regierungen künstlich genährte Franzosen- haß bei den italienischen Sozialisten keinen Boden findet; im Herzen der italienischen Sozialisten sei der Chauvinismus todt, die Propaganda der italienischen Sozialisten immer anti- chauvinistisch und antimililaristisch gewesen. Und die Einig- keit der Arbeiter aller Länder beherrsche heute alle Herzen. sei Thatsache.'geworden.(Großer Beirall.) Rattowsky im Namen der bulgarischen Delegation er- llärt, daß die Bulgaren gegen den Despotismus im eigenen Lande ebenso energisch Front machen, wie gegen den Despotis- mus der Regierungen und des Kapitalismus in Deutschland und Frankreich, der Krieg unterstützt diesen Despotismus, deshalb ist die bulgarische Delegation für den Weltfrieden. Wir verwerfen den Militärstreik, weil er unmöglich ist und weil er der Reaktion eine neue Waffe gegen uns gewähren würde; er würde, wenn er mißlänge, den Sozialismus für lange Zeit hinaus zu Boden schmettern. Aber wir sind auch gegen den Generalstreik der Ar- beiter, weil er eine Illusion ist und wie jede Illusion zum Unheil der Arbeiter ausfallen würde. S c l u s a(Australien): Ich komme aus einem Lande wo es weder eine Militärmacht noch eine Diplomatie giebt. Deshalb kann ich es nicht verstehen, wie sich Brüder noch dazu kommandiren lassen können, sich gegenseitig zu zerfleischen; würde ich zn einem solchen Morde kommandirt werden, so würde ich der erste sein, der meinen Kommandanten niederschösse; ans diesem Grunde stimme ich für den holländischen Antrag. Zürich, 9. September. Die von der Theilnahme am Kongreß ausgeschlossenen Anarchisten und Unabhängigen„appellirten an die Oeffentlich- keit", und in der von ihnen einberufenen„Volksversammlung" erschienen denn auch die ganzen Züricher Unabhängigen und ein paar hundert Neugierige, die da glaubten, einmal auf Kosten der Arbeiterbewegung einen lustigen Abend erlebe» zu können. Sie wurden freilich enttäuscht. Die Herren Anarchisten blieben ganz unter sich, mangels jeglicher Opposition blieb die erwartete „Gaudi", die„Hetze" aus. Werner gab mit der bekannten sittlichen Entrüstung seinem Schmerze Ausdruck über die un- höfliche Entfernung aus der Tonhalle, verschwieg aber mit der an ihm gewohnten Wahrheitsliebe, daß der ganze Skandal von ihnen vorbereitet war, daß sie zu dem Zwecke sich extra mit Stöcken versehen hatten, daß nackVerabredung sosort, als Werner durch den Saal schrie, die hiesigen „unabhängigen" Radaubrüder von den Tribünen herunter- stürzten, um in den Saal einzudringen. Auch die Bourgeois- reporter berichten darüber nichts, für sie war aber der Tumult ein wohlfeiler Anlaß, die Spalten der Bourgeois- Zeitungen mit übertriebenen Sensationsnachrichten anzufüllen. Die Wiener„Neue freie Presse" meldete z. B., Landauer sei todt- geschlagen worden, die„Frankfurter Ztg." erkundigte sich tele- graphisch, ob der Abg. U lr ich seinen Wunden wirklich schon erlegen sei u. f. w. Dabei ist an der ganzen Geschichte nichts weiter daran, als daß Gen. G r i m p e von einem der unab- hängigen Helden einen Stockhieb über den Kopf erhielt, der eine unbedeutende Schramme mit etwas Bluterguß zur Folge hatte. Werner schien dies natürlich eine Heldenthat, er schwieg aber wohlweislich darüber, daß dieselben Helden, als sie vor kurzem anläßlich der Berner Krawalle auf Anordnung des Bundesrathes von der Züricher Polizei zu Protokoll vernommen wurden jund bei dieser Gelegenheit einige Stunden aus der Polizeiwache inhastirt wurden, dort wie Kinder geweint hatten, so daß die Züricher Spießer an den Biertischen ihre Verachtung äußern über diese, und wie diese knabenhafte Feigheit und Jämmerlichkeit der Nonnemann» Kahane und wie die jugendlichen Versammlungsschreier alle heißen. Im übrigen gab Werner nur das bekannte Ragout seiner politischen„Ueberzeugung" zum besten, aber wir würden ungerecht sein, wollten wir nicht auch anerkennen, daß er sich bei der Ge- legenheit von einer neuen Seite zeigte. Die kleinlichsten und schmutzigsten Verleumdungen brachte allerdings sein alter Berliner Freund P a ul o w it s ch vor, z.B. daß Werner selber ge- hört, wie Singer schon Tags vorher den Schweizern den Be- fehl ertheilt, ein paar Handseste Burschen zum Hinauswerfen des dicken Wilhelm herbeizuschaffen, daß Werner selber gesehen, wie der Parteisekretär Fischer auf Parteikosten zweiter Klaffe mit seiner ganzen Familie eine Vergnügungsreise nach Zürich gemacht habe u. f. w. Nach Werner's Donnerworten erging sich Landauer in talmudistischen Spitzfindigkeiten und persönlichen Schimpfereien aus Bebel, den er unehrlich, gemein, tückisch nannte, und der sich die Krone der Erbärmlichkeit aufgesetzt habe mit seiner jesuitischen Zusatzerklärung über den Begriff der politischen Aktion. Es sei auch eine Lüge, wenn man behaupte, sie wären gegen die parla- nientarische Aktion. Sie betrachteten dieselbe als eine Dumm- heit, als Individualisten ließen sie aber auch Jedem das Recht der Dummheit, bis er eines Besseren belehrt sei, seien also keine Gegner der parlamentarischen Aktion. Die Leser des„Sozialist" werden ob dieser Anerkennung der parlamentarischen Aktion den Kopf etwas schütteln. Auch Herr Gilles gab seinem Schmerze darüber Ausdruck, daß die deutschen Delegirten ihm ihre Miß- achtung in so unzweideutiger Weise bekundet hätten; und sein Schmerz ist um so berechtigter, als ihn auch die Engländer so aus dem Handgelenk abgelehnt hatten. Der bekannte Champion vom früheren„Labour elector" in London drückte ebenfalls seine Mißbilligung über die Nicht- zulassung der Anarchisten aus. Aber der Kongreß wird die Mißbilligung eines Champion mit Gleichmuth ertragen, dem in England allmälig die Thüren aller Fraktionen in der Ar- beirerbewegung verschlossen sind, weil Herr Champion nie etwas anderes war, als das Werkzeug der Konservativen. Auch bei der letzten Parlamentswahl wurde ihm nachgewiesen, daß er von den Tories Geld erhalten; die 190 Lstrl.(2000 M.), die er zur Wahl Keir Härdie's ge- geben, waren notorisch von dem bekannten konservativen Politiker Malimann- Barry zur Verfügung gestellt und deshalb von Keir Hardie dann zurückgewiesen, bez. den Streikenden in Pittsburgh übersandt worden. Ein verunglückter Schauspieler Namens Wichers von Gogh, der sich vor einiger Zeit an die Züricher Genossen Herangedrängelt hatte und heute geärgert ist, daß seine Bedeu- tung nicht anerkannt wird und seine Verse zweifelhaften Werthes von den Arbeitern nicht gekauft werden, bedauerte, daß die Unabhängigen s. Zt.„ausgetreten" seien; wie erhebend wäre es jetzt, wenn er gemeinsam mit ihnen Opposition gegen die Frak- tionsdespotie treiben könnte: Er rufe: Hoch die deutsche Sozialdemokratie! Nieder mit der Dynastie Bebel!(Herr Wichers scheint demnach zu glauben, daß im sozialen Staat das weibliche Erbfolgerecht eingeführt werde, sonst steht es mit der Dynastie Bebel schlecht.) Natürlich durste auch Herr Nieuwenhuis nicht fehlen. Er sprach von einer internationalen Sippschaft, einer marxistischen Klique, die den Kongreß beherrsche und peden unangenehmen Gegner herauswerfe. Mit seinem Beschluß habe der Kongreß sich vor der ganzen Welt blamirt. Der Streit sei einfach ein Wortstreit, in der deutschen Sozialdemokratie herrsche ein scholastischer Zelotismus. Und wenn Bebel gesagt, die Unab- hängigen wüßten nicht, was sie wollten, so habe Baebern ja auch Bebel diesen Vorwurf machen können. Es sei allmälig an der Zeit, das schöne Wort der„Times":„Die Internationale sei eine große Seele in einem kleinen Körper", dahin abzuändern, daß man sie künftig einen großen Körper mit einer kleinen Seele nenne! Als ein anderer Genosse aus Holland, der Amsterdamer Advokat T r o e l st r a erklärte, nicht alle holländischen Genossen theilten den Nieuwenhuis'schen Standpunkt, und Herrn Nieuwen- huis daran erinnerte, daß er— gerade wie Werner— erst von dem Augenblick an A n t i Parlamentarier geworden sei, nachdem er bei den Wahlen durchgefallen sei, zeigt Herr Nieuwenhuis, daß er das Register der sittlichen Entrüstung noch besser zu ziehen versteht, als sein deutscher Konkurrent. Und demnächst wird wohl Herr Nieuwenhuis den Genossen T r o e l st r a„hinauswerfen"! Nachdem die Anarchisten angekündigt, daß sie von Donnerstag ab einen Separatkongreß abhalten, gingen die Herren auseinander, in dem Bewußtsein, für die Interessen der internationalen Arbeiterbewegung kräftigst gewirkt zu haben. * Privat- Telegramm des„Vorwärts". Zürich, 11. Augusts(Internationaler sozialistischer Arbeiterkongreß.) Auf der Tagesordnung steht die Maifeier. Adler als Referent wünscht die Friedensdemonstration mit der Mai- feier verbunden; desgleichen müsse die Forderung der Arbeits- einstellung am Weltseiertage in verschärfter Weise zum Ausdruck gebracht werden. Bebel erklärt, daß eine solche Verschärfung für die Deutschen unannehmbar sei, das Proletariat werde sich den Tag, an welchem es dem Kapitalismus eine Schlacht liefern wolle, selber zu der ihm geeignet dünkenden Zeit wählen. In der Abstimmung erklären sich dreizehn Nationen für die beantragte Verschärfung, Deutschland, Rußland, Däne- mark und Bulgarien stimmen dagegen. Nach erfolgter Ab- stimmung stellte Singer fest, daß der englische Text der Resolution von dem deutschen inhaltlich verschieden ist; Deutschland hätte einstimmig für die englische Fassung sein Votum ab- gegeben. In der Nachmittagssitzung steht die Frage des Ar- beiterinnenschutzes zur Berathuug. für die Abendsitzung ist die politische Taktik der Sozialdemokratie auf die Tagesordnung gesetzt. Uoktetles. An die Mitglieder der Freien Volksbühne. Der Verein„Freie Volksbühne" beginnt mit dem Monat August das vierte Jahr seiner Thätigkeit. Mit Herrn Dr. Blumenthal, Direktor des Lesstngtheaiers und mit dem Herrn Samst, Direktor des Nationaltheaters, sind Kontrakte abgeschlossen worden, die dem Verein„Freie Volksbühne" das Recht gewähren, seine Borstellungen in diesen Theatern stallfinden zu lassen. Der Vorstand der„Freien Volksbühne" beabsichtigt, abwechselnd im Lessingtheater mit dem Künstlerpersonal des Lessingtheaters und im Nalionaltheater mit dem Künstlerpersonal des Nationaltheaters, unterstützt durch einigeGäste, die statlltenmäßigenVorstellnngen zu ver- anstalten. Die„Freie Volksbühne" beginnt ihre diesjährige Thätig- keit mit vier Abtheilungen, die ersten Vorstellungen für diese 'Abtheilungen finden am 3., 10., 17. und 24. September im Lessingtheater statt. Das aufzuführende Stück wird bald bekannt gegeben werden. Die Umwechselung der Karten für die Mit- glieder des Vereins beginnt am Sonnabend, den 12. August, in allen Zahlstellen des Vereins. Die Mitglieder werden dringend gebeten, in derjenigen Zahlstelle die Karten zu wechseln, die sie am bequemsten erreichen können. In der einmal aus- gesuchten Zahlstellemüssen die Mitglieder statutengemäß ihre Beiträge während des ganzen Jahres zahlen. Jetzt, beim Umwechseln der Karle», sind die Mitglieder an keine Zahlstelle gebunden. Vom Sonnabend, den 12. August, bis einschließlich Dienstag, den 22. August, haben die Mitglieder das Recht, die Umwechslung der Karten unentgeltlich zu verlangen. Vom Mittwoch, den 23. August an werden neue Mitglieder aufgenommen, sodaß die Umwechslung der Karten für die alten Mitglieder nur ge- schehen kann, soweit noch Raum in den einzelnen Abtheilungen vorhanden ist. Die Beitrüge sind abwechselnd auf 50 resp. 60 Pf. pro Monat fest- gesetzt. Der Beitrag für August muß gezahlt werden. Die Mitglieder haben bis Dienstag, den 22. August das Recht, Aufnahme in diejenige Slbi Heilung zu verlangen, in der sie im Vorjahre ge- wesen sind. Mitglieder, die ihre Abtheilungen ivechseln wollen, werden gebeten, sich an den Unterzeichneten zu wenden. Der Vorstand der „Freien Volksbühne" richtet an alle Mitglieder die dringende Bitte, die Umwechslung der Karten möglichst bald vorzu- nehmen, damit er eine Uebersicht über die Zahl der Mitglieder gewinnt. Wenn der Termin für die Umwechslung verstrichen ist, so müssen zur Füllung der Abtheilungen neue Mitglieder auf- genommen werden und nach den Erfahrungen im Vorjahr liegt dann für die Mitglieder die Gefahr nahe, in den ersten Ab- theilungen keine Aufnahme mehr zu finden. Mitglieder, die als Ordner im nächsten Jahre thätig sein wollen, werden gebeten, ihre Adressen dem Unterzeichneten ein- zureichen. Jahresberichte sind in den Zahlstellen des Vereins unentgeltlich zu haben. Die Zahlstellen des Vereins befinden sich bei den Herren: Norden. Emil D i e ch e, Restaurateur, Lothringerstr. 67. A. Hinze. Zigarrenhandlung, Pankstr. 14a. Aug. Fellenberg, Restaur., Brunnenstr. 122. H. Mehnert, Zigarrenhandl., Diedenhofenerstr. 3. ?l u a. Penn, Zigarrenhandl., Demminerstr. 62. M. Winkelmann, Zigarrenhandl., Ackerftr. 133. Ernst Beyer, Zigarrenhandl., Vetcranenür. 14, Nordosten. Nie meyer, Zigarrenhandlung, Weberstr. 19. H. Gumpel, Zigarrenhandlung, Barnimstr. 42. Osten. Franz Ungerrn g. Restaur., Breslauerstr. 27 E. Böhl, Restaurateur, Frankfurter Allee 47. Südosten. E. Arndt, Zigarrenhandluug, Skaliyerstr. 107. E. B ö h l« r t. Zigarrenhandl., Mariaunenftr. 5. A. Kehr, Hutgeschäft, Köpuickerstr. 126. Süden. I. G e d i ck e, Zigarrenhandlung, Gräfestr. 93. G. Schulz, Zigarrenhandlung, Admiralstr. 40. W. Börner, Zigarrenhandluug, Rilterstr. 103. f. Baake, Buchhandlung, City-Passage. .Ochs, Zigarrenhandluug, Lindenstr. S9. I. Wind Horst, Zigarrenhandlung, Juukerstr. 1. A. L a e g e. Restaurateur, Fürbringerstr. 22. R i ch. Schultz. Zigarrenhandluug, Katzbachstr. 21. Westen. C. B e h r e n d, Restaurateur, Blumenthalstr. 5. M. F a l l e r, Restaurateur, Pallasstr. 16. Nordwesten. F. V o ß, Zigarrenhandlung, Lübeckerstr. 3. Zentrum. Albert Löwenberg, Zigarrenhandluug, Neue Schönhauserstr. 13. P. Harsch, Zigarrenhandlung, Gipsstr. 5. Bruno Scheithauer. Musikalienhandlung, Rosenthalerstr. 64, vis-a-vis der Auguststraße Der Vorstand der„Freien Volksbühne". I. A.: Julius Türk. L>V. Solmsstr. 24. " Gerichts- Beitung. Ein nener Klimbim. Unserem patriotischen" Bürgerthum| Da die Treppen ungangbar geworden waren, so holte die frei genügt der Sedansrummel allein nicht mehr, es lechat nach willige Feuerwehr mit der mechanischen Leiter und mit Hatenweiterer Bethätigung feines Patriotismus". So find unfere leitern fünf Personen, zwei Erwachsene und drei Kinder, ans Mordspatrioten bei der besten Arbeit, einen zweiten nationalen" dem start verqualmten Wohnungen. Als die Berliner FeuerDie Stiefel des Polizeilieutenants Dombrowski be Feiertag zu schaffen und zwar als Erfaz für das nunmehr wehr, die vom Melder„ Bahnhof Weißensee" alarmirt war, auf schäftigten gestern die sechste Strafkammer des Landgerichts I in endlich aus dem Leben geschiedene, lange Jahre künstlich am ber Brandstelle erschien, war das Feuer bereits gelöscht. Gin längerer Verhandlung die Schuhmacher Paul Büttner und Leben erhaltene fogenannte„ Boltsfeft" ben Stralauer Fischzug." Mann der freiwilligen Feuerwehr ist durch Glassplitter erheblich des genannten Beamten, ersterer zu vier Wochen, letzterer zu einer Albert Gerlach waren vom Schöffengericht wegen Beleidigung das ein beliebter Zummelplay war für alle radauluftigen Ele- verlegt. mente der„ besseren Stände" mit ihrem ganzen Zubehör. Damit Geffeddert innerhalb feiner eigenen vier Pfähle wurde in rufung eingelegt. In einem Lokale in der Sebastianstraße fand Woche Gefängniß verurtheilt worden und hatten hiergegen Be nun die Geschäftsleute, die aus diesem Klimbim ihren Nugen der Nacht zum Mittwoch der Gastwirth Günther, der Georgen- am 27. Dezember v. J. eine Versammlung der Schuhmacher zogen, diesen nicht einbüßen, hat sich flugs eine Anzahl„ patriotisch" straße 23 einen Gasthof mit Gartenwirthschaft inne hat. Segen statt, die von dem Polizeilieutenant Dombrowski überwacht gefinnter Männer gefunden und zu einem Romitee vereinigt, an deffen Spize der vielgenannte und vielgewandte Freiherr vei Uhr fanden sich in dem Garten zwei Bekannte des Wirths, wurde. Es wurde der Streik besprochen, der vor einiger von Schirp steht, der bekanntlich alles macht", um Ersatz zu spendeten. Günther, der schon ermündet war, wurde infolge des Fabrik ausgebrochen war. ein Schlächter und ein Bäckermeister, ein, die schließlich Sekt Beit unter den Arbeitern der Mauff'schen Schuhwaaren. Schon in einer Versammlung. schaffen für den Stralauer Fischzug. Und Herr von Schirp war eingenusses noch schläfriger und war, als seine Gäste auf furze bie etwa brei Wochen vorher stattgefunden hatte, war von dem auch hier wieder der richtige Geschäftsmann. Er war nicht in Berlegenheit. Um des Erfolges bei der guten Bürgerschaft" und Zeit fortgegangen, bald fest eingenickt. Diesen Zustand hat sich damaligen Vortragenden, dem Schuhmacher Koch, ausgeführi den Behörden sicher zu sein, bedurfte es nur, dem neuen Unternehmen Schlafenden heranschlich und sich der goldenen Uhr nebst Kette Weise für den Arbeitgeber eingetreten sei. ein Langfinger zu Nuze gemacht, der sich unbemerkt an den worden, daß der Polizeilieutenant Dombrowski in auffälliger Dies fei auf die einen patriotischen" Anstrich zu geben. Und so geschah es. Gine im Werthe von 900 m. bemächtigte. Als Bäcker und Schlächter Thatsache zurückzuführen, daß der Beamte sich bei Mauff kurz paffende Gelegenheit war bald gefunden. Irgend ein Schlachtengedenktag- das zieht! Und so mußte denn der achtzigste Gedent- auf dem Plaze wieder erschienen waren, erwachte der Wirth und vor dem Ausbruch des Streits ein Paar Stiefel bestellt und erbemerkte auch sogleich den Verlust. Im Garten saß nun ein halten habe, die ihm geschenkt worden seien. Als nun in der tag der glorreichen Schlacht bei Großbeeren als Vormand dienen zur verdächtig aussehender junger Mann, dem man den Diebstahl zweiten Versammlung der Angeklagte Gerlach wieder auf die Polizei Jufzenirung eines neuen Klimbims à la Sedanfeier mit unerläß auf den Kopf zusagte, und der Hausdiener nahm eine Leibes zu sprechen fam, ertönten die Rufe: Die Stiefel! die Stiefel! licher Bogelwiese" und sonstigem Spektakel. Um die Sache durchsuchung vor. Als aber die Werthfachen nicht gefunden Gerlach soll darauf erwidert haben:" Nun ja, die Geschichte von würdig einzuleiten, durfte natürlich auch ein patriotischer Fest wurden, schlug der Gast nach dem Hausdiener und wurde des den Stiefeln ist ja schon in der vorigen Versammlung hinreichend zug" nicht fehlen. Herr von Schirp versteht den Rummel! Die wegen auf die Straße befördert, ohne daß man feine Person fest- festgestellt worden. Nach dem Angeklagten Gerlach trat Büttner Vogelwiese in Tempelhof und der Festzug durch die Straßen stellen ließ. Da er aber während des Vorganges im Garten an- als Redner auf, der in unverblümter Weise die Behauptung von Berlins haben anstandslos die Genehmigung der Behörden und wesend gewesen ist, so besteht die Vermuthung, daß er die den geschenkten Stiefeln wiederholte und auf den in der Nähe den Beifall der gutgesinnten" Bürgerschaft und der bürgerlichen Fledderei vorgenommen, die Beute aber einem auf der Straße fihenden Polizeilieutenant zeigend, die Worte hinzufügte:" Er Preffe gefunden, welch' lettere nach besten Kräften die Reklame wartenden Komplizen zugesteckt habe. trommel rührt für den neuen Klimbim. In welcher Weise ge= hat sie ja an." Die Versammlung stimmte sodann das Lied an: Stiebel muß sterben". Für den Polizeilieutenant war die arbeitet" wird, läßt ein Aufruf" erkennen, den Herr v. Schirp In ernstliche Lebensgefahr gerieth am Mittwoch Mittag, Stiebel muß sterben". dieser Tage im Auftrage des Festkomitees" an den öffentlichen der Freif. 3tg." zufolge, ein Gappeur der Feuerwehr bei einem Situation eine höchst peinliche. Im Termin vor dem SchöffenUnschlagssäulen erscheinen ließ. Dieser Aufruf" fordert alle Dachstuhlbrand in der Michaeltirchstr. 19. Das Feuer, welches gericht wurde nachgewiesen, daß der Polizeilieutenant schon 3 Monate patriotisch gesinnten Bürger, Vereinigungen, Studenten, Schüler durch Selbstentzündung von Prestohlen- Vorräthen entstanden, vor dem Ausbruche des Streits ein Paar Stiefel aus der Mauff'schen Der oberen Klassen aller Lehranstalten zc." auf, sich an dem hatte eine derartige Berqualmung hervorgerufen, daß der Sappeur Fabrik bezogen und dieselben mit 15 M. bezahlt hatte. In dem " Festzuge" zu betheiligen. wurden Vereine mit patriotischen Fahnen und Abzeichen. Der Jedenfalls, weil ihn der Sicherheitsapparat bei seiner Thätigkeit schuldigung sein solle, er habe vielmehr dadurch nur abwinken Besonders willkommen geheißen mit dem Rauchhelm ausgerüstet gegen die Brandstelle vordrang. gestrigen Termine behauptete Gerlach, daß seine Aeußerung feineswegs eine Bestätigung der von Koch aufgestellten Be Feftzug" wird heute, Sonnabend, Nachmittags 2 Uhr, vom törte, legte er denselben ab, mußte jedoch schon nach wenigen wollen. Büttner blieb dagegen dabei, daß die Koch'sche Be Hofe der Artilleriekaferne am Rupfergraben aus ein höchst Minuten die Brandstätte verlassen und brach, knapp ins Freie hauptung wahr sei und trat nochmals einen umfangreichen paffender Sammelpunkt!- fich in feierlicher Weise durch die gelangt, zusammen. Es wurden an dem Bewußtlosen Wieder- Beweis an. Derfelbe mißlang ebenso wie der frühere. Der Wieder- hauptung entsprechenden Straßen Berlins nach der Vogelwiese in Tempelhof belebungsversuche angestellt, die schließlich Erfolg hatten. Vertheidiger, Rechtsanwalt Morris, führte als Entlastung bewegen. Wie bürgerliche Zeitungen melden, bat sogar die Eisenbahnverwaltung Vorsorge getroffen für eine vermehrte und beschleunigte schüttet wurde gestern Morgen um 6/2 Uhr auf dem Grundstück geschritten sei. Durch den Zusammenbruch einer Schuppenwand ver für die Angeklagten an, daß gegen Koch nicht Dies mußte in den Angeklagten die Eisenbahnverbindung nach Tempelhof, ein Beweis dafür, mit Zindenstr. 20/21 ber 46jährige Bimmermann Wilhelm Böge, Ueberzeugung erwecken, daß die Geschichte wahr fei. welchen Augen behördlicherseits diese patriotische" Feier, die Koppenstr. 49. Der Unglücksfall wurde dadurch hervorgerufen, diefelben sich in gutem Glauben befunden, so rechtfertige offenbar als ein neuer nationaler" Feiertag fernerhin bestehen daß die Schwelle, auf der die Fachwerkswand stand, angefault sich die Freisprechung. Der Gerichtshof bestätigte das erste Erbleiben soll, betrachtet wird, sowie dafür, daß man auf einen war und dadurch nachgab. Das Mauerwerk fiel über Böge, fenntniß. großen Zuspruch rechnet, was ja bei dem geschäftlichen Charakter begrub ihn unter sich und verlegte ihn innerlich und an der der ganzen Veranstaltung die Hauptsache ist. Nun, wir zweifeln keineswegs, daß diese Erwartung sich in reichstem Maße erfüllen Bruſt erheblich. Er wurde mittels Droschke nach dem Krankenwird. Unsere Mordspatrioten werden sicher nicht eine so schöne hause am Urban gebracht. Böge ist Familienvater. Gelegenheit, sich in vollem Glanze zu zeigen, unbenugt vorübergehen lassen; radauluftige Elemente giebt es ja ebenfalls in Hülle und Fülle und so wird das neue Spettafelstück nach Wunsch aller Interessenten in Szene gehen. Nun, mögen sich die patriotischen" Herren und Damen nach ihrer Art amüsiren nach Herzenslust, die Arbeiterschaft wird diesem Klimbim selbstver ftändlich fern bleiben. Sie feiert andere Feste, als Schlachtengedenktage und auch in anderer und würdigerer Weise als unfere " Patrioten". " M ein Da Wegen fahrlässiger Tödtung stand gestern der Hobler Theodor Fröhlich vor der ersten Ferienstraftammer des Landgerichts I. Der Angeklagte ist in der Holzschneidefabrik von Aus der Jrrenanstalt des Herrn Achtziger in Charlotten- Schauer in der Reinickendorferstraße befchäftigt. Wenn des burg war am Dienstag der dort untergebrachte Kaufmann Rühl, Morgens die Arbeit beginnen soll, hat der Angeklagte die Dbwelcher gegen Ende der 70er Jahre in Nixdorf ein Eisenwaaren liegenheit, den Treibriemen um die Hauptwelle zu legen, wodurch geschäft betrieb, entwichen. Noch am Abend desselben Tages dann auch die übrigen Getriebe in Bewegung gesezt werden. wurde der Flüchling jedoch von einem Gendarmen in Nixdorf, Der Weg zur Welle ist keineswegs ein bequemer, man wo er in der Anstalékleidung und ohne Kupfbedeckung umher gelangt dahin durch einen Kanal, der unter dem Fußirrte, aufgegriffen. Nach dein Amtshause gebracht, entwickelte boden angelegt ist. Der Zugang zum Kanal besteht in er einen wahren Heißhunger, wobei er angab, das Anstaltsessen einer Klappe, die sich im Fußboden der Werkstatt befindet. wegen seiner Gleichförmigkeit nicht genießen zu können. Man In der Gegend der Werkstatt, wo sich die Klappe befindet, ist Das Berliner Gewerbegericht ist nur zuständig, wenn fand bei ihm eine Mappe mit einer großen Anzahl von der Raum durch Hölzer sehr beengt und bildet nur eine Art ihm selbst gemalter Aquarellbilder, welche ganz aus Gang. Wenn die Klappe geöffnet ist, so foll dies der Sicherheit in dessen Bezirk die streitige Verpflichtung zu erfüllen ist, wenn also Berlin Erfüllungsort ist. In der Regel wird es darauf gezeichnete Illustrationen zu deutschen Dichtungen darstellten und halber durch ein Brett angezeigt werden, welches quer vor Der Angeklagte will diese Borankommen, ob in Berlin die gewerbliche Niederlassung des von einem ungewöhnlichen künstlerischen Talent zeugten. Auch den Aufgang gestellt wird. Arbeitsgebers oder die regelmäßige Arbeitsstelle des Arbeiters eigene Gedichte Rühls befanden sich darunter, die ebenfalls fichtsmaßregel auch am Morgen des 81. Oktober vor. Jahres geschickt illustrirt waren, ferner brillant getroffene Portraits beobachtet haben, als das Unglück geschah. Der Gerichtshof war sich besinden. deutscher Dichter und Komponisten. Wie sehr die Phantasie ebenfalls der Ansicht, daß hier ein selbstverschuldetes Unglück Schiller- Theater. Der Aufruf eines Komitee's hoher Be- eines Geistestranten irrlichtert, zeigte ein mit üppigster Phantasie vorliege und sprach den Angeklagten frei. amter, Schriftsteller, Künstler und Industrieller, darunter Geheim- dargestelltes Bild des Paradieses, auf dessen Rückseite zahllofe rath Prof. Förster, Direktor der Sternwarte, Geheimrath Dr. Schuffeln, angefüllt mit den außerlesensten Leckerbiffen, gemalt Das Schöffengericht hatte den Dr. med, 28. wegen VerJordan, Direktor der Nationalgallerie, Prof. Leffing, Direktor waren. Der Anblick all dieser leckeren Gerichte sollte dem Un gehens gegen die Gewerbe Ordnung zu einer Geldstrafe von am Runstgewerbe- Museum, Prof. Schmoller, Dr. May Hirsch, glücklichen wahrscheinlich als Ersatz für das Anstaltsessen dienen. 30 m. verurtheilt. Der Angeklagte hat an dem Eingange des Spielhagen, Fulder, Frenkel, Wildenbruch, Sudermann, Die Polizei ließ R. natürlich wieder nach Charlottenburg zurück von ihm bewohnten Hauses ein Schild anbringen lassen mit der Bezeichnung Dr. W. 2 Treppen". An seiner WohnungsMauthner u. A. geht uns zu, welche ein voltsthümliches Schau- transportiren. thür befindet sich ein zweites Schild: Dr. med. W. Sprechspiel in einem zu erwerbenden Theater begründen wollen. Wir leber eine eigenartige Kindesaussehung wird berichtet: stunden 9-12 und 3-6 Uhr." Da der Angeklagte wohl den behalten uns vor, das neue Institut einer näheren Besprechung Am 5. d. M. erschien in dem Kranken- Aufnahmezimmer der Doktortitel erworben, aber noch nicht das Staatsexamen gemacht zu unterziehen. Charitee eine Frau mit einem jungen Knaben, dessen Kopf mit und somit nicht das Recht zur Ausübung der ärztlichen Praxis Ein kühner Schiffer wird demnächst der Stadt Berlin Ausschlag ganz bedeckt war. Da aber in der Säuglingsstation erworben hat, so hält die Anklagebehörde es für unzulässig, daß einen Besuch abstatten, vorausgesetzt, daß sein an Tollkühnheit tein Play war, so mußte fie abgewiesen werden und entfernte die Bemerkung in betreff der Sprechstunden auf dem einen Schilde ftreifendes Unternehmen gelingt. Der Kapitän Jackson will die sich. Als eine halbe Stunde später ein Diener das Vorzimmer angebracht wurde, daß dadurch in Verbindung mit der berech Reise von der Insel Cuba nach Deutschland bezw. Berlin in betrat, fand er daselbst auf dem Fußboden liegend ein Kind auf, tigten Führung des Doktortitels in dem Publikum der Glaube einem fleinen Segelboote machen, das nur 15 Meter lang, in dem später dasjenige erkannt wurde, mit dem die Mutter erweckt werde, das Schild beziehe sich auf einen praktischen Arzt. 4 Meter breit ist und einen Tiefgang von 3 Metern hat, der zurückgewiesen worden war. Es blieb nichts anderes übrig, als Jm gestrigen Termine erklärte der Angeklagte, daß er keinesfich auf Binnengewässern durch Verminderung des Ballasts auf es in einem der Betten unterzubringen, die für die Waisenhaus- wegs das Publikum in einen Irrthum habe versezen 2 Meter vermindern läßt. Am 28. Auguft Morgens 6 Uhr ver Berwaltung zur Verfügung gehalten werden müffen. Das Kind wollen. Er habe schon früher, bevor läßt das Fahrzeug den Hafen von Havanna. Der Kapitän wollte ist am Donnerstag an Syphilis gestorben. Da nun weder der titel erworben, die Sprechstunde auf seinen Visitenkarten feinen 18jährigen Sohn an der Reife theilnehmen lassen, das ist Name des Kindes, noch der Aufenthalt der Mutter bekannt ist, veröffentlicht, wie es die meisten Geschäftsleute thäten. ihm jedoch seitens der Behörden untersagt worden. Dagegen so ist der Chariteeverwaltung erwünscht, daß sich entweder die Seine Vermögenslage sei nicht die beste, und um derselben etwas nimmt ein englischer Marine- Offizier an der gefährlichen Partie Mutter selbst meldet oder daß Beugen gefunden werden, die über aufzuhelfen, habe er das Massiren erlernt. Seinen Kunden nach theil. Ein Agent des Rapitän Jackson befindet sich zur Beit die Herkunft des Kindes Angaben machen können. dieser Richtung hin sollte die Hinweisung auf die Sprechstunden in Berlin, um ein geeignetes Lokal am Wasser belegen auf- Ein ungemein frecher Diebstahl ist gestern Mittag vor dienen. Der Staatsanwalt meinte, daß der Angeklagte dann zusuchen, wo das Fahrzeug zur Besichtigung des Publikums aus der Bentral- Markthalle verübt worden. Eine Frau, die in der doch richtiger und zweckmäßiger gehandelt hätte, wenn er sich Salle Einkäufe gemacht hatte und unachtsam ihr Portemonnaie auf dem Schilde als Masseur bezeichnet hätte. Der Angeklagte in der Hand trug, überschritt die um diese Zeit ziemlich belebte erwiderte, daß er früher ein Schild gehabt habe mit der BeGontardstraße, als ein Mann plöglich auf sie zusprang, ihr das zeichnung: Dr. W., Institut für Maffage." Die Polizei habe Portemonnaie entriß und mit demselben das Weite suchte. Die ihn veranlaßt, dies Schild zu beseitigen, weil gerade dadurch Bestohlene rief um Hilfe, Passanten verfolgten den Dieb und der Irrthum hervorgerufen werden könne, er sei ein geprüfter Arzt. Der Gerichtshof fand an dem Verfahren des Anholten ihn bald ein. Er wurde nach der nächsten Wache gebracht. geklagten nichts zu beanstanden, hob deshalb das erste Urtheil Mit Verlegungen am Kopfe wurde gestern früh um auf und erkannte auf Freisprechung. Der Buchhalter Ludwig Walter, welcher der hiesigen 51/4 Uhr am Oberbaum der Leichnam eines etwa 40jährigen Speditionsfirma E. F. Witte nach und nach 12 000 Mark Mannes mittels eines Kahnes aus der Spree gelandet. Er hat unterschlagen hatte und am 15. v. Mts. flüchtig geworden war, wurde, wie der Breslauer General- Anzeiger" meldet, auf dem graugemischtes Baar, einen röthlichen Schnurbart und ist auf Oberschlesischen Bahnhof in Breslau verhaftet. Der Verhaftete hatte sich einen falschen Namen beigelegt. Geld wurde nicht bei ihm gefunden. gestellt werden tann. Die Das Kleine Journal" des Herrn Spiz ist in den Besitz einer Gesellschaft mit beschränkter Haftung übergegangen. Für " Einbringung" ift dem Gesellschafter Spitz eine Vergütigung von 150 000 Mark zu Theil geworden. Geschäftsführer bleiben die Herren Spitz und Dr. Leo Leipziger. Ein ungetrener Pferde- Eisenbahn- Schaffner 2. befindet fich in Untersuchung. Er hatte am Mittwoch Abend die Einnahmen der übrigen Schaffner entgegenzunehmen, um sie am nächsten Morgen an die Kaffe abzuführen. Das legtere hat er nicht gethan. Die Summe, um die die Neue Berliner Pferde Eisenbahn- Gesellschaft gekommen ist, beläuft sich auf 1800 m. Näheres liber den Borfall entzieht sich noch der Beffentlichkeit. s " er den DoktorSoziale Meberlicht. beiben Armen tätowirt. Auf den linken find in blauer Farbe awei treuzweise über einander liegende Schlüffel hergestellt worden, in deren Mitte sich die Buchstaben F. A. befinden, auf dem Achtung! Mäntelnäherinnen, Bügler, Stepper, rechten in rother Farbe die Buchstaben K. M. und G. G. 1872. Tritottaillen Arbeiterinnen, Arbeiter und Bei dem Todten wurde ein Siegelring mit Amethist und der Arbeiterinnen der Herren Konfettion und der Gravirung T. R., ein Kneifer, eine schwarze Geldtasche, Haar- Maßbranche. Große öffentliche Versammlung am Montag, bürste und Messer aufgefunden. Nach einem vorhandenen Bettel den 14. August, Abends 81/2 Uhr, im Viktoria- Salon, Pere liegt Selbstmord vor; doch ist die Person noch nicht festzustellen bergerstraße 13. Vortrag der Mäntelnäherin Frau Reimann. gewesen. 48 dem einem ist am Mittwoch, der is Jahre alte Schneidermeiſter Theodor Hönemann, Neuenburgerstraße 31. Als er durch die Alte Jakobstraße Einen empfindlichen Denkzettel erhielt gestern ein Bu- ging, fiel er vor dem Hause 128 plötzlich um und blieb besinnungshörer im Kriminalgerichtsgebäude. Ein gutgekleideter junger los liegen. Ein Schußmann nahm sich des Hilflofen an, um ihn Mensch, der später als ein ftellungsloser Handlungsbeslissener in einer Droschte der Charitee zuzuführen. Als er dort eintraf, festgestellt wurde, betrat den Zuhörerraum der 129. Abtheilung des Schöffengerichts und nahm dort Playz. Alle im Saale An- war Hönemann bereits eine Leiche. Die Todesursache ist noch wesenden sahen ihn verwundert an, denn mit dem Hute auf dem nicht festgestellt worden. Ropf hatte er den Raum betreten und mit dem Hute auf dem Dem Berliner Tageblatt" zufolge ist dem BrandStopf blieb er fitzen mit einer Miene, als ob alles in bester inspektor in Köln, Herrn Giersberg, der Posten des BrandOrdnung sei. Nach einer Panse brach der Vorsitzende die all- direktors in Berlin übertragen worden. gebracht. = Versammlungen. giebt der Bericht über die Generalversammlung des Vereins Berichtigung. In der gestrigen Nummer des Vorwärts" giebt der Bericht über die Generalversammlung des Vereins Freie Voltsbühne die Einnahmen pro 1892/93 quf 28 310,95 M., die Ausgaben pro 1892/93 auf 30 687,95 M. an. Dem ist nicht so, sondern die Einnahmen betrugen 30 687,95 m., die Ausgaben 28 310,95 M., daher der richtig angegebene Kassenbestand von 2377. gemeine Stille und ließ den jungen Menschen vor den Richter- Polizeibericht. Am 10. d. Mts. Nachmittags wurde auf Die Kranken und Sterbekaffe der Berliner Haustisch bringen. Nach einer eindringlichen Belehrung über Anstand der Schloßbrücke ein 6 jähriger Knabe durch eine Rutsche über- diener( E. H. 61), welche am Dienstag, den 8. August, ihre und gute Sitte wurde nach dem Antrage des Staatsanwalts befchloffen, die Ungehörigkeit mit einer Haftstrafe von 24 Stunden fahren und innerlich verlegt, so daß seine Ueberführung nach der Mitglieder in einer Bahl von nahe an 800 Personen zu einer Charité erforderlich wurde. In der Brauerei von King& außerordentlichen Generalversammlung versammelt hatte, fonnte zu ahnben. Der Gemaßregelte wurde sofort in einer Belle unter- Komp., Antlamerstr. 29, gerieth der Maschinenmeister Ortmann, die Tagesordnung, welche die Auflösung der Kaffe oder die Erals er einen Treibriemen um die im Gange befindliche Welle höhung der Beiträge zum Gegenstande hatte, nicht zu Ende Ein Fener, bei dem mehrere Menschenleben in Gefahr legen wollte, in das Getriebe und wurde längere Zeit herum führen. Die Debatten über den 1. Punkt, Auflösung betreffend, waren, fam der Boff. 3tg." zufolge am Mittwoch Abend gegen geschleudert, ehe die Maschine von herbeieilenden Arbeitern zum zogen sich bis in die dritte Morgenstunde hin, so daß ein Antrag 11 Uhr in Neu- Weißensee in einem Eckhause der Langhaus- und Stilstand gebracht werden konnte. Ortmann, der außer mehreren auf Vertagung angenommen und eine neue Versammlung auf 9öhlfestraße aus. Durch Explosion einer Petroleumlampe gerieth Knochenbrüchen auch schwere innere Verlegungen erlitten hatte, Dienstag, den 22. August, anberaumt wurde. Die Verhandlungen ein zur ebenen Erde gelegenes Kolonialgeschäft in Brand; der wurde nach dem Lazaruskrankenhause gebracht, wo er bald ergaben, daß auch bei Erhöhung der Beiträge von 40 Pf. auf Laden und die daneben gelegene Wohnung brannten ganz aus. darauf starb. Im Laufe des Tages fanden zwei kleine Brände statt. 80 Pf. per Woche die fehlende Summe zum Reservefonds in dei B Depeschen: V vorgeschriebenen Zeit voraussichtlich nicht aufgebracht werden ein aus Köln berichteter Vorfall. Sechs Studenten, alle mit fann, sondern daß nach den Ausführungen des Vorstandes, neben weißen Müßen versehen, traten am Sonntag während der Predigt einer bauernden Erhöhung der Beiträge auch eine wesentliche in den Dom, wo sie sich in der flegelhaftesten Weise benahmen. Erniedrigung der Kassenleistungen herbeigeführt werden müßte! Theilweise ihre Mützen auf dem Kopfe behaltend und mit brennen= ( Wolff's Telegraphen- Bureau.) Die Mitglieder, die sich nach Anhörung der Berichte entfernt den Zigarren in den Händen, promenirten sie durch den Dom. Der verurtheilte die Straftammer heute den suspendirten OberbürgerHeilbronn, 11. Auguft. Nach zweitägiger Verhandlung hatten und so die Abstimmung unmöglich gemacht, wurden auf Geistliche war genöthigt, die Predigt zu unterbrechen. Der meister Hegelmaier und den Stadtpfleger Fueger wegen falscher gefordert, ihre Zustimmung zur Auflösung nunmehr sofort schrift: Schweizer beförderte schließlich die Flegel mit Hilfe Anderer Beurkundung im Amte. Ersterer erhielt 3 Monate, letzterer lich an die Adresse des Kollegen Oswald Grauer, Neue Grün- so schnell wie möglich hinaus. Wenn das Arbeiter ge- 1 Monat 10 Tage Gefängniß. straße 10 I, gelangen zu lassen, damit die nächste Versammlung wesen wären, wie würde die Bourgeoispresse über Ber- Fällung des Urtheils davon aus, daß der geistige Zustand HegelDie Straffammer ging bei in der Lage ist, eine Entscheidung zu treffen und so zu ver- rohung des Arbeiterstandes schreien. Aber so sind es gebildete maier's bei Ausübung des Vergehens normal war und jetzt noch iſt. hindern, daß die Aufsichtsbehörde das Bestimmungsrecht für sich Flegel aus der Bourgeoisie, und da wird es heißen, ja Bauer, in Anspruch zu nehmen Gelegenheit hat. Die Tagesordnung das ist ganz was anderes. Bern, 11. Auguft. In die internationale Kommission für der neuen Versammlung ist die Fortsetzung der vom 8. Auguft die Ausführung und Leitung der Rheinregulirung wählte die und wird voraussichtlich die Abstimmung sofort vorgenommen Ueber einen Eisenbahn Unfall wird aus Rom vom Schweiz als Mitglieder Regierungsrath Bollitofer St. Gallen werden und es empfiehlt sich daher, daß alle Mitglieder, zur 10. Auguft berichtet: Auf der Strecke Traviso- Belluno entgleifte und Ober Ingenieur Graffenried- Bern, als Ersahmänner den Wahrung ihrer eigenen Interessen, rechtzeitig am Blaze sind. heute ein Eisenbahn- Bug; die Maschine stürzte in den Piavefluß, Regierungsrath Schubiger- St. Gallen und den Kantons- Ingenieur Schmidt Zürich. Der Verband der in Holzbearbeitungs. Fabriken und wobei der Lokomotivführer getödtet und der Heizer tödtlich verlegt wurden. London, 11. August. In Bestätigung früherer Meldungen auf Holzplägen beschäftigten Arbeiter, Ortsver theilt das Reuter'sche Bureau" aus Auckland von gestern mit, waltung Berlin, tagte am 7. Auguft. Genosse Röster hielt Wer zween Röcke hat u. f. t. Bor etlichen Jahren, so daß nach den legten Nachrichten aus Samoa die Anhänger einen mit vielem Interesse verfolgten Vortrag über Astronomie schreibt der Zeiger Boltsbote", erhielt jeder Bürger vom Stadt Malietoa's Mataafa in die Flucht schlugen und dessen Sohn und Religion. Kollege Robold berichtet sodann, daß man sich rath ein Platat, auf dem das menschenfreundliche Verbot der sowie 49 feiner Krieger tödteten; sie selbst verloren sechs Leute. bereits mit der Frage beschäftigt habe, ob der Berein sich dem Verabreichung von Gaben an Bettler stand. Die meisten hefteten Auf die Aufforderung Malietoa's hin, zu fapituliren, begaben sich Industrieverband anschließen soll. Man sei aber im Vorstand die Karte überhaupt nicht an ihr Haus; andere Bürger ließen Mataafa und mehrere seiner angesehenſten Häuptlinge an Bord zu dem Entschluß gekommen, es vorläufig noch beim Alten zu sie mit der Zeit verschwinden. Nur eine einzige dieser Karten des englischen Kreuzers Katoomba". Dieselben sollen nach belaffen. Darauf wurde vom Kollegen Bühl der Antrag ge- ist erhalten geblieben; sie ist fürsorglich unter Glas und Rahmen einem Beschluß der Konsuln und Kapitäne der Kriegsschiffe auf stellt, in der nächsten Versammlung einen Vortrag auf die Tages- gebracht worden, damit die Schrift der Witterung nicht aus- die Union- Inseln gebracht werden. Nachdem die Ordnung ordnung zu sehen mit dem Thema:" Der Industrieverband und gesezt ist. Sie hängt im Hause des Superintendenten Schönce. wieder hergestellt war, wurden die Köpfe der getödteten Krieger seine hätigkeit." Diese Versammlung findet am 4. Sepim Triumph nach Apia getragen. tember statt. : Von der Cholera. La Corunna, 11. Auguft. In dem Washington, 11. August. Bei dem Schatsekretär Carlisle benachbarten Dorfe Oleiros find 5 choleraartige Erkrankungen fand gestern Abend eine Versammlung von 30 demokratischen Die Freie Vereinigung der Blumen und But vorgekommen.- Bukarest, 10. Auguft. Amtlich werden aus Silber- Gegnern statt. Carlisle bedauerte im Namen des Präsi feder Arbeiter und Arbeiterinnen bielt am Mon Braila 36 choleraartige Erkrankungen und 4 Todesfälle, aus denten Cleveland die durch Obstruktionspolitik veranlaßte Vertag ihre regelmäßige Monatsversammlung ab. Winistätt gab den Sulina 61 Erkrankungen und 10 Todesfälle und aus Cernawoda zögerung der Entscheidung über die Silberfrage. Das einzige Mittel Bericht vom Maskenball; derfelbe ergab ein Defizit von 19,20 m. 7 Erfraufungen und 2 Todesfälle gemeldet, Wien, 10. August. zum Ziele zu gelangen sei, den Rampf energisch zu beginnen und bis Mit der Revision desselben wurden Frl. Schley und Frl. Hahn In Mikuliczyn, Bezirt beauftragt. Außerdem wurde beschlossen, daß in diesem Monat heute zwei Cholerafälle vorgekommen, von denen einer tödtlich gefeßgeberische Schritte. Die Versammlung beschloß, daß wenn Nadworna in Ditgalizien, find zum Siege durchzuführen. Die Regierung wünsche, unverzügliche feine Versammlung weiter stattfinden soll und zur nächsten Ver- verlief. Bei zwei in den letzten Tagen aus Mikuliczyn Die Anhänger des Silbers in eine materlelle Berathung der sammlung eine Vorlesung mit auf die Tagesordnung gesetzt. Das beziehentlich Tartakow gemeldeten Todesfällen ist durch die Silberfrage eintreten wollten, für die Debatten eine Zeit von zweite Stiftungsfest des Vereins findet am 30. September in der bakteriologische Untersuchung Cholera Unionsbrauerei statt und wäre es wünschenswerth, daß sich die worden. In Gilli, Steiermart, starb gestern ein aus Ungarn über die Abschaffung der Shermann- Bill abgestimmt werden asiatica fonstatirt 10 Tagen gelaffen, sodann über die Amendements und darauf Kolleginnen daran betheiligten, da daffelbe agitatorisch ausgestattet gekommener italienischer Eisenbahn Arbeiter unter cholera- solle. Wenn das Romitee der Anhänger des Silbers mit diesem sein wird. artigen Erscheinungen. Nach dem heute veröffentlichten Cholera- Verfahren nicht einverstanden sei, solle der Kampf sofort beginnen. Bulletin famen gestern in Braila 14 Erkrankungen und 6 Todes= fälle an Cholera vor, in Sulina 11 Erkrankungen und 16 Todesfälle und in Cernavoda 6 Erkrankungen und 1 Todesfall. Dermilchtkes. Wie die Gebildeten die Neligion achten, die sie dem Wolfe aus leicht ersichtlichen Gründen„ erhalten" wollen, zeigt ( Depeschen des Bureau Herold.) Kopenhagen, 11. Auguft. Der Zentralvorstand für dänische Industrie und Handwerk sendet in den nächsten Tagen seinen Sekretär nach Rußland, um die dortigen Zoll- und Vertriebsverhältnisse genau fennen zu lernen und sich darüber zu unterrichten, inwieweit der russisch- deutsche Zollkrieg der dänischen Industrie eine weitere Ausfuhr nach Rußland ermöglicht. 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Die Gerichtsverhandlung stellte durch das Geständniß des Angeklagten und die Zeugenaussagen fest, in wie überlegter und zugleich ausgesucht frecher Art der Juden junge vorgegangen war. " Sonnabend, den 12. August 1893. " " Die Der Textilarbeiterinnenstreik in Zeulenroda. Reußische Landes- Zeitung" nimmt kurz von dem Streit in der Schopper'schen Fabrit zu Zeulenroda Notiz und bemerkt in der selben am Schlusse: Die Leitung des Ausstandes ist leider in sozialdemokratischen Händen." In welchen Händen soll sie sich denn sonst befinden, so frägt unser Reußisches Partei- Organ treffend. Glaubt die Landes- Zeitung" vielleicht, daß Arbeiter und Arbeiterinnenlöhne von 3-9 M. reußische Patrioten züchten, oder würde etwa die Redaktion der Landes- Zeitung" einen passenderen Anwalt der armen, in ihrem Lohne so schmälig gedrückten Mädchen auf Lager haben? Wir denken, es ist der größte Vertrauensbeweis, den die Wermsten der Armen der Sozialdemokratie geben können, daß sie von den Anhängern derselben, die im Wahlkreise die Majorität haben, nach bestem Wissen und Gewiffen vertreten werden und das wird seitens unserer Zeulen rodaer Genossen auf's eifrigste geschehen. " Die Töpfer befinden sich im Ausstand in Speier, Nauen, Rottbus und Königswusterhausen. Buzug nach diesen Orten ist fernzuhalten. gebrochen. Sie fordern Lohnerhöhung, zehnstündige Arbeitszeit In Wien ist ein Ausstand der Gerbergehilfen aus und Einhaltung der Sonntagsruhe. 10. Jahrg. Warum ein Arbeiterfest nicht abgehalten werden darf. Das Verbot des Metallarbeiterfestes in Gadderbaum, von dem wir gestern berichteten, ist in letter Stunde von der Regierung in Minden aufgehoben worden, nachdem der Vorsitzende des Festausschusses der Metallarbeiter in Minden persönlich beim Regierungspräsidenten gegen das Verbot Einspruch erhoben hatte. zur Sicherheit hatten die Bielefelder Genossen übrigens sofort eine Protestversammlung für dasselbe Lokal angemeldet, die aber, da die günstige Nachricht fam, fallen gelassen wurde. Man sieht hieraus, daß bei den höheren Instanzen der Behörde zuweilen noch eher auf Erfolg zu rechnen ist, als bei den unteren, da jene fich meistens doch nicht in der Weise wie diese von kleinlichen Erwägungen leiten lassen. seimarbeitern, der für das ganze Gebiet der Arbeiterverſiche Ueber den Unterschied zwischen Hausindustriellen und Moriz hatte schon lange vorher den Plan gefaßt, seinen rung von wesentlicher Bedeutung ist, hat das OberverwaltungsWater zu bestehlen, um, wie er selbst sagte, sich in den gericht unlängst sich ausführlicher auszusprechen Veranlassung Ferien mehr gönnen zu können." Ursprünglich hatte er seine gehabt. Es handelte sich um eine Regreßtlage des OrtsarmenThat auf andere Weise zu verbergen beabsichtigt. Er wollte Verbandes Stralau Rummelsburg gegen die Orts- Krankenkasse nämlich die Hose seines Vaters, aus deren Tasche er den des gleichnamigen Amtsbezirks auf Ersatz der Kur- und PflegeKaffenschlüssel nahm, mit Vitriol beschütten und anzünden. die Dresdener Brauer zu führen. Dieser Tage sind im Kaffenstatut ist die Krankenversicherung sowohl auf HausEinen schweren Kampf um ihr Koalitionsrecht haben fosten für eine erfrankte Arbeiterfrau aus Rummelsburg. Durch Diesen Plan ließ er jedoch wieder fallen. Die That selbst mußte Bürgerlichen Brauhaus zu Plauen einige Vereinsmitglieder industrielle als auf Heimarbeiter erstreckt; gleichwohl hing die auf jeden Fall ausgeführt werden. Viel pafsiren fonnte ihm wegen ihrer Angehörigkeit zur Organisation gemaßregelt worden, Entscheidung davon ab, welcher der beiden Kategorien die Frau dabei nicht, dachte er. Hatte er doch, wie er selbst aussagte, worauf sich sämmtliche Brauer mit ihren Kollegen solidarisch angehörte, weil zwar ihre Wohnung im Bezirk der Kasse, das sich immer sehr für Kriminalfälle interesfirt erklärten und die Arbeit niederlegten. An der Arbeiterschaft Geschäft hingegen, für das sie arbeitete, außerhalb des und diesem Interesse die Erkenntniß zu verdanken, daß die Dresdens ist es, die um ihr Koalitionsrecht Kämpfenden that- Bezirks( in Lichtenberg) belegen war. Polizei jungen Burschen, die etwas angestellt haben, nicht viel fräftig zu unterstützen. Die Berpflegte anhaben könne." Ihm kam nun der schlaue Gedanke, den Verselbst machte über ihre Beschäftigung folgende Angaben: dacht auf das Dienstmädchen Schwarz abzuwälzen, was ihm um so leichter schien, da sie schon einmal wegen Diebstahls angeerhalten. Die Arbeit habe sie gewöhnlich zu Hause verrichtet, Sie habe hier im Pußseder- Geschäft im Atford gearbeitet und pro Duzend der abgelieferten Federn Bezahlung tlagt gewesen war. Sorgfam wurde das Vergehen vorbereitet. Die Angeln der Thür zu dem Zimmer, in dem die Kasse stand, wohin sie sich das Material aus dem Geschäft mitgenommen ölte der junge Löwy ein. Für die Ausführung felbft wählte er Der internationale Hutmacher- Kongreß ist dieser Tage habe. Nur wenn es sich darum handelte, die Fabrikation einer eine Nacht, wo das Mädchen vergessen hatte, die Wohnungsthür ebenfalls in Zürich zusammengetreten. Die Tagesordnung des Neuheit zu erlernen, habe sie vorübergehend in den Geschäftsabzuschließen und den Gasometer abzudrehen. Den Schlüssel ent- selben ist folgende: 1. Theil: 1. Appell der Vereine und Prü- räumen gearbeitet, sobald ihr aber die gezeigten Handgriffe genahm er der Hosentasche seines Vaters, öffnete damit die Kaffe und fung der Mandate. 2. Allgemeiner Bericht über die Lage der läufig geworden waren, die Arbeit wieder nach Hause genommen. eignete sich 49 Gulden und eine Uhr an. Dann öffnete er die Industrie und der Arbeiter- Hutmachervereine durch die Delegirten Ein dauerndes Lohnverhältniß habe nicht bestanden; sie habe Gashähne und legte sich in sein Bett, das in demselben Zimmer jeder Nation( Deutschland, Frankreich). 2. Theil: Arbeits- Arbeit erhalten, so lange welche vorhanden war, anderenfalls, wie das des Vaters stand. Nachdem schon eine tüchtige Menge bedingungen: 1. Ueber die Ursachen und die Folgen der was namentlich im Winter häufig vorkam, nicht. Dieses Ver= Gas entwichen war, stöhnte er laut auf, um seinen Vater zu wecken. Konkurrenz auf die Löhne und über die Mittel, dieser hältniß habe etwa drei Jahre ununterbrochen bestanden. Der Dieser wachte auf und öffnete die Fenster. Morih hatte darauf zu steuern. Das Maschinenwesen( Frankreich). 2. Ueber Bezirksausschuß zu Potsdam hatte hieraus gefolgert, daß die die Stirn, fich seinen Angehörigen gegenüber zu rühmen:" Ich die Aufhebung ber Stüdarbeit( Frankreich). 3. Ueber Verpflegte Außenarbeiterin eines, nicht im Kassenbezirk behabe Euch das Leben gerettet". einkommen zwischen Prinzipalen und Arbeitern zur Verhütung legenen Arbeitsbetriebes gewesen sei, und deshalb die Den Verdacht der Thäterschaft wußte der Kleine Morih in des Niederganges der Löhne( Turin, Italien). 4. Regelung des Klage abgewiesen, ohne sonst auf deren fachliche Begrünraffinirter Weise seinen Angehörigen, Bekannten und selbst der Lehrlingswesens( Deutschland).- 3. Theil: Organisation: 1. Inter- dung einzugehen. Der Gerichtshof fand das unterscheidende Polizei gegenüber auf die Schwarz zu lenken, die daraufhin ver- nationaler Arbeiterverband im Hutmachergewerbe( Frankreich). Merkmal darin, daß der Frau die persönliche Unabhängigkeit haftet wurde. Zu einem Zeugen sagte er bald nach der That, 2. Gleiche Statuten für alle Nationen( Italien, Desterreich). in bezug auf die Arbeit gefehlt, sie vielmehr gänzlich von dem er glaube, das Mädel habe es gethan". Und seinem Klavier: 3. Schaffung einer internationalen Widerstandskasse( Frankreich) Arbeitgeber und davon, ob und welche Arbeit ihr dieser lehrer gegenüber äußerte er sogar: Das Trottelmensch 4. Regelung des Viatifums( Frankreich, Desterreich). 5. Gleiches zugewiesen habe, abhängig gewesen sei, weder Anfang und Ende gesteht nichts ein". Verbandsbuch für alle Nationen( Frankreich, Deutschland). noch Umfang und Reihenfolge der Arbeit selbständig habe be= Wer weiß, wie lange das arme Mädchen unschuldig ge- 6. Regelmäßiges Abhalten von internationalen Kongressen alle sessen hätte, wer weiß, ob sie nicht schließlich gar verurtheilt drei Jahre( Deutschland, Desterreich).- 4. Theil: Gewerkschaftliche worden wäre, wenn der junge Löwy nicht plöglich am 15. Juni Presse. Bericht: 1. Zustand und Entwickelung der gewerkschaft aus dem Elternhause verschwunden wäre. Er wollte das lichen und Arbeiterpresse in allen Ländern( Deutschland, Frankgestohlene Geld endlich müßlich" anlegen und sich, wie er be- reich). 2. Regelung der Statistik über die Arbeiterzustände und absichtigt hatte, etwas gönnen". Das hat er denn auch gründlich über die Verhältnisse der Arbeiter aller Nationen( Frankreich, gethan und in zwei Tagen 20 Gulden durchgebracht. Da Desterreich). 3. Wünsche und Vorschläge aller Art. ereilte ihn das Schicksal. Er wurde gefaßt und, nachdem man ihm überzeugende Beweise seiner Schuld entgegengehalten hatte, blieb ihm nichts anderes übrig, als zu gestehen. Der Bursche tam in anbetracht seines jugendlichen Alters mit einem Jahre Gefängniß wegen Verleumdung und Uebertretung gegen die körperliche Sicherheit bestraft. So milde das Urtheil ist, besigen Wiener Bourgeoisblätter noch die Frechheit für den jungen Verbrecher um Gnade zu betteln. So beginnt die Desterreichische Volts- Zeitung" einen Artikel, der die Ueberschrift trägt:" Gnade für ein Kind" mit folgenden Worten: stimmen können. Auf Revision des klagenden Armenverbandes hat der 3. Senat des Ober- Verwaltungsgerichts am 12. Juni cr. diesen Entscheidungsgrund verworfen und die Sache zu erneuter Verhandlung in die Vorinstanz zurückverwiesen. In den Entscheidungsgründen wird die thatsächliche Feststellung, auf die das Urtheil des Bezirksausschusses sich stüßt, zunächst als aftenwidrig, weil mit der Aussage der Zeugin im Widerspruch stehend bezeichnet. Darin allerdings sei sie von dem Arbeitgeber abnabentapellen und durch die Militärmusikkorps über deren Quantum zu befinden hatte. Im übrigen sei sie Die Konkurrenz, welche den Berufsmusikern durch die hängig gewesen, daß dieser über die Ertheilung von Arbeit und bereitet wird, kam auch auf der 15. Delegirtenversammlung des aber hinsichtlich der Arbeitsausführung von der Firma gänzlich Allgemeinen Deutschen Musikerverbandes", der in den letzten unabhängig, namentlich an feine bestimmten Arbeitsstunden Tagen des Juli in Dresden stattfand, zur Sprache. Auch über und an teine bestimmte Dauer des täglichen Arbeitsdie Beamtenmusiker wurde, und zwar mit Recht, lebhaft Klage quantums gebunden gewesen. Das aber gerade sei das geführt. Dem Allgemeinen Deutschen Musikerverband" gehören Wesentliche. Denn die für den Hausgewerbebetrieb entetwa 90 Ortsvereine mit zusammen gegen 10 000 Mitgliedern scheidende Selbständigkeit sei nicht eine wirthschaftliche, an. Um die verderbliche Konkurrenz der Knabenkapellen ein- sondern eine persönliche, und bestehe darin, daß der Hausgewerbezuschränken, beschloß man, dahin zu wirken, daß die Musiker als treibende arbeiten kann, wann er will, teine bestimmten ArbeitsAus mancher Mutter mildem Auge wird heute eine Gewerbegehilfen anerkannt und somit den Musiker- stunden einzuhalten braucht, daß er die Arbeit nicht nothwendig Thräne niederrieseln auf das Zeitungsblatt. Jeder, der lehrlingen die Vortheile des Gesetzes zum Schuhe jugendlicher selbst zu verrichten braucht, sondern durch andere ausführen ein fühlendes Herz besitzt, wird mit spannungsvoller Be- Arbeiter zu theil werden. Hierdurch würde den Vorsteh ern von lassen darf, daß er der Disziplin des Arbeitgebers nicht untertlommenheit dem Berichte über die Verhandlung folgen, welche Knabenkapellen die Beschäftigung der Knaben zur Nachtzeit liegt, daß für ihn kein Recht und keine Pflicht zu weiterer Begestern vor den Schranken des Wiener Landgerichts gegen einen unmöglich gemacht. Gegen das Konzertiren der Militär- schäftigung oder zur Einhaltung einer Kündigungsfrist besteht. verirrten Knaben durchgeführt wurde. Aber aus der Tiefe ihrer musiker der durch die Musiker des deutschen Heeres den Alles das treffe hier zu, und auch an den sonstigen Merkmalen Seele mitfühlen mit dem beklagenswerthen Rinde kann nur eine steuerzahlenden Berufsmusikern zugefügte Verlust wurde von der Hausindustrie, der Beschäftigung mit Herstellung oder BeMutter. Es war fein mißrathener Sohn, der gestern von der letteren auf etwa zwei Millionen Mark im Jahre veranschlagt arbeitung gewerblicher Erzeugnisse, nicht für eigene Rechnung, Schwere des Gesetzes getroffen wurde, teine jener wurmstichigen soll nunmehr das Verbandspräsidium die geeigneten Schritte Buchthauspflanzen, bei welchen es gleichgiltig ist, ob sie früher thun. Außerdem nahm die Versammlung die Anträge des Veroder später verfault abfallen für das Gefängniß, weil sie schließ eins Hannover an, nach denen Musiker, welche zugleich behördlich doch diesen Weg gehen müßten. Ein ursprünglich gut ge- lich angestellte Beamte oder Militäranwärter sind, nicht mehr arteter talentvoller Knabe wars, der die Hoffnungen, welche seine als Verbandsmitglieder aufgenommen werden dürfen, und die zu braven Eltern auf ihn fetten, zu erfüllen versprach, die Entbeh ständigen Behörden auf's neue ersucht werden sollen, daß das rungen, welche sie sich für seine Erziehung und Ausbildung auf Fahren auf der Eisenbahn zum gewerbsmäßigen Musiziren aufMilitärerlegten, mit Erfolg zu lohnen verhieß bis zu jener unglückseligen Fahrschein verboten werde. Daß den Berufsmusikern namentlich Stunde, da er einen Schritt vom Wege abwich, einen einzigen durch die Militärmusiker, auf Kosten der Reichssteuerzahler, eine arge Schritt und doch folgenschwer genug, um dem knapp an der Konkurrenz bereitet wird, haben wir bereits des öfteren hervorSchwelle des Jünglingsalters stehenden Knaben das unvertilgbare gehoben. Die Militärmusiker sind, eben weil sie vom deutschen Brandmal des Verbrechers aufzudrücken." Steuerzahler mit erhalten werden, im stande, ihre Arbeitskraft billiger anzubieten als Berufsmusiker, die lediglich lediglich auf ihren Beruf angewiesen sind. Aehnlich verhält es sich mit sogenannten Beamtenmusikern, von den Knabenkapellen ganz zu schweigen. Unsere Genossen werden die Berufsmusiker gewiß in ihren Bestrebungen unterstützen, obwohl gerade die Berufsmusiker zumeist keine Anhänger der Sozialdemokratie sind. Aber kein Genosse wird deren Konfurrenten, am allerwenigsten die Militärmusiker unterstützen können, da er aus eigener Er fahrung weiß, welche Konkurrenz den Arbeitern durch das Militär oft bereitet wird; ganz abgesehen davon, daß oft Militärmusikern verboten wird, auf Arbeiterfesten und bei Arbeiterausflügen und Aufzügen mitzuwirken. Wahrlich, dieses Mitleid", das gegen das Leiden von Millionen Armen und Glenden schweigt, und sich nur rührt, wenn es anständige Leute", d. h. Leute mit dem Geldjack trifft, verdient wahrlich die Hespeitsche. " Soziale Uebersicht. Achtung! 1. Turnkreis. Märkischer Arbeiter Turnerbund. Zu dem am Sonntag, den 27. August, Vormittags 10 Uhr, in Berlin im großen Saale der„ Arminhallen", Kommandanten2." straße Nr. 20, stattfindenden 2. Turntag werden die geehrten Bundesvereine, auch solche Turnvereine, welche beizutreten wünschen, hiermit ergebenst eingeladen. Die Tages- Ordnung lautet: " sondern für Rechnung und im Auftrage eines anderen Gewerbetreibenden, aber außerhalb dessen Betriebsstätte in eigener Betriebsstätte, fehle es nicht. Was insbesondere das Erforderniß der eigenen Betriebsstätte angehe, so genüge den Industrien, die besondere Einrichtungen nicht erfordern, hierzu die Arbeitsstätte, wie sie sich die Zeugin in der zu ihrer Verfügung stehenden Wohnung hergerichtet habe. In der Theorie flingt der Entschluß des Ober- Verwaltungsgerichts ja ganz plausibel, in der rauhen Wirklichkeit jedoch ist es ein eigen Ding mit der persönlichen Selbständigkeit des Hausgewerbetreibenden. Der Hausgewerbetreibende kann nicht arbeiten, wann er gerade will; ganz abgesehen von der baldigen Dede des Portemonnaies zwingt ihn schon die Kontrolle, die der Fabrikant ständig über ihn übt, gerade so gut die übliche, nirgend= wo mehr als im Hausgewerbe ausgedehnte Arbeitszeit innezuhalten, wie der Fabritarbeiter. Und auch im übrigen ist die persönliche Abhängigkeit des Hausgewerbetreibenden vom Rapitalisten in derartigem Grade vorhanden, daß ein Fabrikarbeiter, troß der strengen Kontrolle, der auch er größtentheils untersteht, sich immer noch sehr besinnt, bevor er sich bei ihm gebotener Gelegenheit entschließt, in das Reich der Freiheit eines Hausgewerbetreibenden hinüberzusiedeln. Weberelend. Wie traurig es um den Arbeitsverdienst Welche gefährliche Konkurrenz die Militärmusiker den Be- der Weber in der Gegend von Rückers aussieht, dafür liefert Gebirgsboten", der sich rufsmufitern bereiten, geht daraus hervor, daß erstere bereits ein Artikel des Habelschwerdter den Versuch wagen, die Berufsmusiker zu boykottiren. Wie das mit der Industrie und den Arbeiterverhältnissen von Rückers und Erfurter Tageblatt" mittheilt, haben dort die Militär- Kapell- einigen benachbarten Ortschaften beschäftigt, einen zahlenmäßigen meister Hinge und Fleschner den Wirthen der dortigen größeren Beleg. Mangel an Arbeit ist danach für die Weber zwar nicht 1. Verlesung des Protokolls vom 1. Turntag. 2. Bestätigung Gartentonzertlokale einen Kontrakt vorgelegt, wonach die Wirthe vorhanden, aber der Verdienst! Es befinden sich dort 66 Weber, der neuangemeldeten Vereine. 3. Bericht des Bundesvorstandes. sich verpflichten sollten, alle Ziviltapellen auszuschließen, und welche 150 Personen beschäftigen. Die männlichen Weber vera) des Vorsitzenden, b) des Kassirers, c) des Turnwarts. 4. Be- wonach die Wirthe ferner auch für die Gesellschaften und Vereine, dienen wöchentlich bis 3 M., die weiblichen bis 21/2 M., die richt der einzelnen Vereine. 5. Statutenberathung. 6. Bundes- die bei ihnen Festlichkeiten abbielten, dieselbe Verpflichtung über- iugendlichen bis 1 M. Turnfest. 7. Unser Organ. 8. Wahl des Bundesvorstandes. nehmen sollten. Die Wirthe haben dieses Anfinnen zurückgewiesen, 9. Verschiedenes. und daraufhin hat Fleschner seine Konzerte bei einem Wirthe abgesagt, obwohl er nach Angabe des Wirthes kontraktlich für die Saison verpflichtet war. Anmeldungen zum Turntag nimmt Unterzeichneter entgegen. Wir fordern alle Turngenossen auf, welche mit uns bestrebt find, die Turnerei in freiere Bahnen zu lenken, energisch für die Beschichung des Kreis- Turntages einzutreten. Die Vereine haben das Recht, auf je 25 Mitglieder einen Delegirten zu entsenden, jeder Delegirte muß mit schriftlichem Mandat versehen sein, welches die Mitgliederzahl seines Vereins enthält und den Vereinsstempel trägt. Mit turnerischem Gruß Der Vorstand V des Märkischen Arbeiter Turnerbundes ( 1. Turnkreis). J. A.: Paul Müller, Borsitzender, Brandenburg a. d. H., Bahnhofstr. 4. Alle arbeiterfreundlichen Blätter werden um Abdruck gebeten. Ferien für Arbeiter. Die Böhmert'sche Sozialforre spondenz gabelt im lieben preußisch- deutschen Reich fünf Unternehmer auf, die ihren Arbeitern im Sommer Ferien geben. Das heißt nicht Ferien im vulgären Sinne einer Hungerkur, So weit ist es also bereits gekommen, daß die auf Kosten wie sie jetzt zur schönsten Zeit des Jahres Hunderttausende soder deutschen Steuerzahler lebenden Militärmusiker die Berufs- genannter Vagabunden genießen, sondern wirkliche, echte Ferien, musiker von den Konzerten verdrängen und sogar die Wirthe in denen die Arbeiter ganz wie ein erster Buchhalter nichts zu verpflichten wollen, den bei ihnen verkehrenden Gesellschaften thun brauchen und dennoch ihr Gehalt fortbeziehen. Dies ist und Vereinen nur dann die Abhaltung von Festlichkeiten zu ge- nun gewiß eine schöne Einrichtung und die Unternehmer, die dem statten, wenn sie die Militärmusit engagiren! So erschwert der abgerackerten Arbeiter ein paar Tage Ruhe gewähren, verdienen alle Militarismus den um ihr Dasein kämpfenden Arbeitern ihre Anerkennung. Aus derartigen überaus vereinzelt auftretenden ErExistenz! Nicht nur, daß Soldaten dazu verwendet werden, für scheinungen aber die Schlußfolgerung ableiten, daß die Ferien streifende Arbeiter in die Lücke zu springen und deren Widerstand zu brechen, es wird sogar versucht, durch Soldaten Zivilarbeiter brotlos zu machen.- Nun, es wird schon dafür gesorgt werden, daß die Bäume des Militarismus und auch die Bäume der Militärmusiker nicht in den Himmel wachsen! für Arbeiter unter Fortgewährung des Gehalts in immer weiteren Kreisen als berechtigt anerkannt und auch von zahlreichen Fabrikanten erfüllt werden", das kann eben nur die schönfärberische Sozialforrespondenz", die euphemistisch trotz des ent feylichsten Elends rings umher zu allen Zeiten den sozialen es Himmel voller Geigen hängen sieht. In Wirklichkeit scheert sich| beitslosen diesen Entschluß erleichtern, sollen die spricht, bemerkt Hoffmann gegenüber, daß es sich nicht darum der kapitalistische Mustermensch, der Durchschnittsunternehmer, selben aus öffentlichen Mitteln öffentlichen Mitteln unterstützt werden, wie handle, ob z. B. die Bauarbeiter das Recht haben, in ihrem Kontrollmarke einzuführen, sondern heutzutage weniger denn je um das Wohl und Wehe seiner Aus- dies auch geschehen sein würde, auch wenn nicht zufällig der Gewerbe die gebeuteten, und wenn ein Arbeiter von heute wahnsinnig genug Streit in Brandenburg gegenwärtig ausgebrochen wäre. Die komme darauf an, ob fie die Möglichkeit haben, sein würde, von seinem Herrn" unter Hinweis auf das Adressen der arbeitslosen Anwesenden wurden gesammelt und sie durchzuführen. Wenn sie diese Möglichkeit der Arbeiterschaft Erempel, das dieser giebt, feine Ferien zu verlangen, so würde der werden dieselben in geeigneter Weise zur Empfangnahme der darthun, dann werde man auch bei ihnen nichts gegen die KontrollFabrikant zuerst diesen frechen Burschen fragen, ob er bei Sinnen sei Unterstützung benachrichtigt werden. Redner fchloß mit einem marfe haben. Seien die Bauarbeiter beffer gewerkschaftlich und dann derart für Ferien sorgen, daß der Arbeiter deren Wirkung dringenden Appell, unter allen Umständen die Firma Kaufmann organisirt als die Bäcker, so dürften sie sich das nicht zum Verauf Monate zu spüren bekäme. Freiwillig läßt der Durchschnitts in Brandenburg zu meiden.( Bravo.) Die Versammlung nahm dienst anrechnen; das liege vielmehr einfach in den Verhältnissen. unternehmer noch kein Titelchen von seinen Rechten" ab und einstimmig folgende Resolution an: Schweizer bemerkt, die Resolution Auer könne jeder Genosse sich neben anderen nothwendigen Forderungen wird auch das Selbst-" In Betreff des Streits bei A. und C. Kaufmann in aneignen, denn sie befage nur, mit der Kontrollmarke habe die verständliche der Sommerferien erst vom Arbeiter durch Organi Brandenburg sind wir Arbeitslose Berlins vollständig über- Partei als solche nichts zu thun; sie überlasse es aber jeder Gefation erkämpft werden müssen. Und je energischer und ge- zeugt, daß der Abwehrstreit der dortigen Kollegen ein werkschaft, die Marke einzuführen, wenn sie Aussicht auf Erfolg schlossener die Arbeiter sich gewerkschaftlich und politisch organi- vollständig gerechtfertigter ist. Trotzdem jeder von uns habe. Schweizer und nach ihm auch Faber heben hervor, daß von den Zuständen firen, je eher werden sie auch im stande sein, dem Unternehmer lieber heute als morgen in Arbeit treten möchte, halten wir es das vom Referenten gegebene Bild die Verpflichtung, sie als Menschen zu behandeln, abzutrogen. doch unter unserer Würde als aufgeklärte Arbeiter, bei dortiger in den Bäckereien noch lange nicht schwarz genug war. Gerade die paar von Herrn Bittor Böhmert sorgfältig registrirten Firma in Stellung zu treten. Wir bringen den streifenden Ar- Faber meint, wenn die Cholera nach Berlin käme, dann würde Ausnahmefälle zeigen, daß die in der liberalen Theorie sich so beitern der Firma Kaufmann in Brandenburg vollste Sympathie selbst unsere Bourgeoisie für die Bäcker- Kontrollmarke eintreten, schön ausnehmende Arbeiterfreundlichkeit des Musterbourgeois im entgegen, wollen durch unser moralisches Verhalten allen Rol- weil sie die Gesundheitsgefahren beseitige. Hoffmann empfiehlt rauhen Winde der Wirklichkeit als bedeutungslose Seifenblase legen Deutschlands ein Beispiel geben und rufen denselben zu: nochmals statt der Kontrollmarke den Streit. Die Versammlung zerplagt. Kampf ist und bleibt die Losung! Seid einig, dann muß auch der Sieg unser sein!" beschließt darauf, wegen des schwachen Besuches die Entscheidung Des Weiteren wurde der Werth der Organisation sowie die über die Unterstützung der Bäcker- Kontrollmarke auszusetzen. Russisches Schulwesen. In der zu Petersburg ab- überhandnehmende Lehrlingszüchterei im Lithographengewerbe er- Die Versammlung in den Germania Fest gehaltenen Siyund des Komitees für Lese- und Schreibunterricht örtert und auch die großen Schädigungen durch die Privat- sälen war von ca. 100 Personen besucht und wurde nach erstattete A. 9. Stramoljubskij einen Bericht, in dem es heißt: industrie hervorgehoben. Gillier warnte noch besonders davor, turzer Berathung beschlossen, die Gewerkschafts- Kommission zu " Falls in Rußland alljährlich 3250 Schulen gegründet werden irgend einen Kontrakt der Firma Kaufmann zu unterschreiben, beauftragen, in nächster Zeit für den Norden eine öffentliche follten, würde erst nach 260 Jahren die ganze Bevölkerung lesen und ersuchte, ihn sofort in Kenntniß zu sehen, sobald Jemand Bersammlung mit der gleichen Tagesordnung einzuberufent. und schreiben können. Gegenwärtig fönnen in Rußland von in irgend eine Berührung mit der Firma Kaufmann kommt. Männern nicht mehr als 25 pet., von Frauen nur 2 pet. lesen und schreiben." Dafür beträgt das Budget des Ministeriums für Volksaufklärung für das Hundertmillionenreich auch nur 7 Millionen Rubel, und die Landschaften wie die Städte mit Aus nahme der Ostseeprovinzen und Polen hegen gleichfalls nicht den Ehrgeiz, für Schulen besondere Opfer zu bringen. " " " # Bur Stellungnahme gegen die in Aussicht stehende Die öffentliche Versammlung der Litographen, Tabakfabrikatsteuer fand am 9. August eine öffentliche BerSteindrucker und verwandken Berufsgenossen, sammlung der Arbeiter und Arbeiterinnen, die in diesem welche am 10. d. M. im Saale der Brauerei Friedrichshain statt- Fabrikationszweig beschäftigt sind, statt. Kollege Sperber gab fand, war zahlreich besucht. Rollege Sillier erstattete der zunächst den Kassenbericht der Kommission vom 1. Juli 1892 bis selben in erster Linie Bericht über den Ausstand bei A. und 1. Juli 1893, der mit einem Ueberschuß von 321,25 M. ab5. Kaufmann in Brandenburg. Dem Berichte zufolge ist der schloß. Der Kassirer fonstatirt, daß die Einnahmen innerhalb Aus New- York wird uns geschrieben: Jm vorigen Briese Stand des Streits entgegen allen gegnerischen Berichten im eines Jahres um die Hälfte geringer geworden sind, und ersucht, sprach ich die Vermuthung aus, daß dieses Jahr ein solches des Wesentlichen noch so, wie am Tage des Ausbruches des Streites. mehr wie bisher, für die Sammlungen einzutreten. Die voreindringlichsten Anschauungs- Unterrichtes" für die Arbeiter Für die Firma habe sich die Situation noch insofern verschlechtert, jährigen Revisoren Herholz, Keckeriz und Stenzel Ameritas werden dürfte. Der kurze Zeitraum einer Woche hat als sie trotz aller Bemühungen keine Arbeitskräfte erhält und werden wiederum zur Prüfung dieser Jahresrechnung gewählt. ergeben, daß diese Bermuthung sich zur Gewißheit entwickelt. demzufolge auch die wenigen vorhandenen Arbeitskräfte feiern Preuß machte der Kommission den Vorwurf der Lauheit. Für Bom Westen her zieht diesmal der große Krach" übers Land, müssen. Bedauerlich sei es, daß drei Kollegen aus Berlin sich die Kontrollmarke hätte mehr Propaganda gemacht werden also in umgekehrter Richtung als 1873, wo er vom Often, übers haben verleiten lassen, dort in Arbeit" zu treten. Verschiedene müssen. Die Kommissionsmitglieder erklärten eifrig gearbeitet Meer her fam! In der einen Woche hat sich das Wesen des Berliner Firmen arbeiten zwar für die Firma Kaufmann, doch zu haben. Es sei Pflicht jedes einzelnen, in seinen Kreisen zu Krachs" total verändert; die Bant- Fallimente find in den herrscht überall große Genugthuung darüber, daß gegen agitiren und nicht alles der Kommission zu überlassen. Hintergrund getreten und diejenigen von Industrie- Unter- die Konkurrenz derselben einmal Front gemacht werde. Ueber die in Aussicht stehende Fabrikatsteuer referirte Riesel. nehmungen in die erste Linie gerückt. In diversen Industrie- Wie weit diese Konkurrenz geht, erhelle aus der Thatsache, Ausgehend von der Entstehung der indirekten Steuern, deren zweigen, welche ausschließlich durch Großproduktion betrieben daß die Firma Kaufmann eine Arbeit, für welche ein Preis Schädlichkeit jedem einleuchten müsse, besprach er die Wirkung werden, ist auf bestimmte oder unbestimmte Zeit fast gänzlicher von 12 M. falfulirt worden war, für 7 M. übernommen habe. der erhöhten. Tabaksteuer nach 1879. Ein Drittel sämmtlicher Stilstand eingetreten; die Drahtstift- Fabriken sind sogar sämmt- Der Streit dauere bereits 5 Wochen, stehe äußerst günstig Tabatarbeiter wurde damals brotlos und die Konkurrenz durch lich im ganzen Lande geschlossen worden. für die Streikenden und sei mit allen Mitteln zu unter Frauen, sowie die Zuchthausarbeit that das ihrige, die Lage Daß das Gewitter sich im Westen aufthürmte, während hier tüken.( Lebhafte Zustimmung.) Anschließend hieran folgte ein zu einer schier unerträglichen zu machen. Vorläufig seien die im Osten zwar auch kein heiteres" Wetter war, aber auch keine Vortrag des Kollegen A. Schulz über das Thema:„ Der Folgen der Fabrikatsteuer noch gar nicht abzusehen. Daß dann außerordentlichere„ Depression" herrschte, als überhaupt in den politische und wirthschaftliche Kampf des Proletariats", welchem der Konsum noch mehr zurückgehe, sei selbstverständlich. Die letzten Jahren, hat seinen einfachen Grund darin, daß die Ent- bie Versammelten mit regem Interesse folgten. In seinem Vor- Hausarbeiter würden in ihrer Existenz ebenso schwer wie der widlung der Industrie dort von vornherein durchaus auf der trage ging Redner auch auf den Streit bei Kaufmann ein, Fabrikarbeiter bedroht; übrigens bedeute diese Steuer einen Großproduktion beruhte, und zwar in den meisten Zweigen einer welcher über 200 Streifende umfaßt und vornehmlich durch eine weiteren Schritt zum Monopol.( Sehr richtig.) Herholz, solchen der denkbar folossalsten Art mit den vollkommensten Fabritordnung herbeigeführt ist. Redner gedachte der Möglich. Börner und Sinz rügen den Indifferentismus der Kollegen Maschienen, die, im Verhältniß selbst zu den meisten Industrie- feit, daß der Streit in Brandenburg noch eine größere Aus- und äußerten sich in gleichem Sinne wie Kiesel über dieses zweigen des Ostens( natürlich mit Ausnahmen) ungeheure Massen dehnung dadurch gewinnen könne, daß eine Arbeitsverweigerung Thema. Nicht allein der Produzent, sondern auch der KonProdukte mit Hilfe verhältnißmäßig wenig Menschenkräften für die Firma Kaufmann in hiesigen Anstalten, die für die sument, die große Masse der Arbeiter, würde durch die Fabrikat zu erzeugen im stande sind. Sobald der Markt mit diesen Pro- Firma arbeiten, eintreten könne. Auf einen derartigen Kampf steuer schwer geschädigt. Es wurde beschlossen, in kürzester Zeit dukten in einer Weise überfüllt war, daß die Distributeure mit müsse man vorbereitet sein, sich organisiren und„ Munition" eine größere öffentliche Zabakarbeiter- und Arbeiterinnen- Verden Bestellungen zurüchielten, mußte die Stockung der Pro- sammeln.( Großer Beifall.) zu bemerken ist, daß auch für die sammlung einzuberufen, und gelangte nach ausgedehnter Debatte duktion in großem Maßstabe eintreten, in der Periode 12 streifend en Buchbinder bei Kaufmann in Brandenburg bis- folgende Resolution zur einstimmigen Annahme: befinden wir uns jetzt. lang noch keinerlei Ersaß sich gefunden hat. Buchbinder Seiler Die Versammlung der Tabafarbeiter und Arbeiterinnen Dieser zweite große Krach" wird voraussichtlich das voll- gab dem Solidaritätsgefühl der Buchbinder mit den graphischen protestirt entschieden gegen Einführung einer Tabat- Fabrikatenden, was der erste, 1893 er, begonnen: eine Ausgleichung der Berufsgenossen beredten Ausdruck, die Bedeutung der gewerkschaftsteuer sowohl wie gegen jede Mehrbelastung des schon mit Steuern Löhne" herbeizuführen. Dieser Prozeß hat sich zwar so wie so lichen Organisation besonders start betonend. Nach dem noch überbürdeten Tabaks. Die Versammlung erblickt in der Einin jenem Zeitraum bedeutend vollzogen, aber in sehr vielen mehrere Redner in diesem Sinne sich geäußert hatten, nehmen die führung einer Fabrikatsteuer das Mittel, die gesammte TabakIndustriezweigen blieb immerhin noch ein gewisses Miß- Versammelten einstimmig folgende Resolution an: industrie vollständig zu Grunde zu richten und Tausende und verhältniß" bestehen, das von den Unternehmern mit scheelen" In Erwägung, daß die Gewinnung des Streits bei der Abertausende vollständig erwerbs und existenzlos zu machen. Augen betrachtet wurde. Dieses Mißverhältniß wird dies- Firma A. u. E. Kaufmann in Brandenburg für unsere Organi: Die heutige Versammlung fordert und erwartet von dem deutschen mal eine ziemlich radikale Beseitigung erfahren, und fation wie für die gesammte Gewertschaft von großer Tragweite Reichstage, daß derselbe nie zu einer derartigen Maßregel, sowie die betheiligten Arbeiter dabei wohl endlich die Er ist, beschließt die heutige Versammlung, denselben mit aller überhaupt zu einer Mehrbelastung des Tabaks seine Zustimmung fenntniß gewinnen, daß der reine ökonomische Kampf Energie und Kraft, die unsere Gewerkschaft nur immer entfalten geben wird. der Arbeiterklasse auch in diesem Lande unwirksam unwirksam ge tann, zu unterstüßen, um den Streifenden zum Siege zu ver- Die Versammlung fordert die deutschen Zabalarbeiter ins worden ist. helfen. Sie appellirt an das Solidaritätsgefühl und Rechts- gesammt auf, sich an diesem Protest zu betheiligen und dem Borläufig bemerkt man freilich noch wenig davon, daß eine gefühl aller arbeitslosen Kollegen, nicht bei der Firma A. u. G. Reichstage seinerzeit zugängig zu machen." solche Erkenntniß aufdämmert, obwohl besonders das letzte halbe Kaufmann in Arbeit zu treten. Sie spricht den Brandenburger Butry berichtete hierauf über die Verhandlungen der Jahrzehnt auch schon Anlaß genug dazu gegeben hat. Im Kollegen ihren Dank für ihre feste Haltung aus. Die Berliner Gewerkschafts- Kommission, mit deren Beschlüssen die VersammGegentheil scheinen es die Führer der konservativen" Organi Kollegenschaft wird sich ihrer Pflicht bewußt sein und sie moralisch lung einverstanden ist und sich bereit erklärte, die auf ihre fationen, den Präsidenten der„ Am. Fed. of Labor", Gompers, und pefuniär mit allen Mitteln unterstüben. Die Versammlung Gewerkschaft entfallenden Kosten zur Errichtung und Erhaltung an der Spize, gegenwärtig als" ihre wichtigste Aufgabe zu be- erklärt sich weiter auch mit denen solidarisch, welche bei anderen eines ständigen Auskunftsbureaus zu decken. Die Neuwahl der trachten, jene Erkenntniß zu verhindern. Dies tritt besonders Firmen für Rausmann Arbeiten verfertigen sollen und aus diesem Kommission ergab folgendes Resultat: es wurden gewählt die hier in New- Yort zu Tage, wo sich das jüdische anarchistische" Grunde die Arbeit einstellen." Kollegen Butry, Sperber, Riesel, Rosenthal und Element mit den Bure und Simplern" verbunden hat, um die Heine. jüdisch- sozializzischen Gewerkschaften zu zerstören. Die Stimmung Drei öffentliche Volksversammlungen waren zum ift infolge der hinterlistigen Handlungsweise jener Leute, be- 9. Auguft einberufen zweds Stellungnahme zur Bäcker- Kontroll- In der am 7 5. M. abgehaltenen Generalversamm sonders des Führers der Cloak-( Mäntel) macher- Union, Barondest, marke. Alle drei Versammlungen waren nur mäßig besucht, lung des deutschen Holzarbeiter Verbandes eine höchst erbitterte geworden. was seinen Grund zum Theil wohl in dem gleichzeitigen Tagen( Bahlstelle Berlin) referirte Herr Dr. Heymann über:„ Das Es dürfte der Zeitpunkt nicht fern sein, in dem man endlich mehrerer anderer Versammlungen hatte. In der Vittoria Wesen der Naturwissenschaften". Nach einigen einleitenden die Ueberzeugung gewinnt, daß es auf dem bisherigen Wege nicht Brauerei hatten sich so wenig Personen eingefunden, daß die Worten schildert Redner leicht faßlich den Zusammenhang der weiter gehen fanm und die fortschrittlichen Elemente fich fel b- Versammlung überhaupt nicht abgehalten wurde. einzelnen Naturwissenschaften und verbreitet sich eingehend über ständig zu einer nationalen gewerkschaftDie fortschreitende EntIm Ronkordia Saale referirte Genosse Schlüter induktive und deduktive Methode. lichen Organisation vereinigen müffen, die alle jene, über die Zustände in den Berliner Bäckereien und die Gin widelung der Naturwissenschaft bringt er dann in Einklang mit welche für die neuen Ideen empfänglich sind, aber in den auf führung der Arbeiter Kontrollmarke". Redner wies auf die der gesellschaftlichen Wissenschaft. Diskussion fand nicht statt. Den anständigen" Trades Unionismus( wie das neue Wort außerordentlich lange Arbeitszeit der Bäckerei Arbeiter hin und Nach erfolgter Abrechnung des Rassirers wurde der Belautet) schwörenden Organisationen versimpeln, an sich ziehen auf die Thatsache, daß die Bäcker unter allen Arbeitern am entgegengenommen. Hierauf erfolgte die Bestätigung der in den Schriftführers, sowie des frühesten dem Siechthum anheimfallen. Nichts sei von den Dieser Gedanke ist auch schon auf dem den Delegirten zum klassenbewußten Bäckerei- Arbeitern unversucht gelassen, hierin eine Bezirksversammlungen Nord" und" Süd- Ost" vorgeschlagenen Beisiger, Schriftführer" und Werkstatt- Kontrolleure. Nach Ber Züricher Kongreß gewidmeten Abschiedsbankett zum Ausdruckt ge- Besserung zu erzielen. Es sei versucht worden, die Bäckerei- Beisitzer, Schriftführer und Werkstatt- Kontrolleure. Nach VerArbeiter zu organisiren, aber ohne ausreichenden Erfolg, weil lesung eines Geschäftsordnungs- Reglements, sowie wichtiger Gedas Heer der arbeitslosen Kollegen zu groß sei. Die Agitations- neralversammlungsbeschlüsse, welche gedruckt den Mitgliedern einfommission der Bäcker Deutschlands habe sich dann mit einer gehändigt werden sollen, gab Kollege Wiedemann die Billet- AusPetition an den Bundesrath gewendet, die Arbeitszeit in den gabestellen zu dem am 3. September stattfindenden Besuch der Bäckereibetrieben auf 12 Stunden zu beschränken. Auch das have Urania" bekannt. Hierauf wurden die Lohnabzüge in der bisher keinen Erfolg gehabt. So wenden sich denn die Bäckerei Werkstatt von Bahl, Langestr. 91, zur Sprache gebracht. Der Eine öffentliche Bersammlung für arbeitslose Litho- Arbeiter jetzt an die Arbeiterschaft Berlins, die angesichts der Kassirer ersuchte noch die Beitragssammler nach jedem ersten im graphen, Steindrucker und Berufsgenossen tagte am 9. d. M. traurigen Lage der Bäckerei Arbeiter sich der Unterstützung der Monat bei ihm in der Wohnung abzurechnen. Vormittags im Philipp'schen Saale." Kollege Sillier be- letzteren nicht entziehen dürfe. Redner verlas die vor zwei Der Verband aller in der Metallindustrie beschäf richtete, daß der Vorstand des Vereins angesichts der immer Wochen von zwei Bäckerei- Arbeiter- Versammlungen angenommenen tigten Arbeiter für Berlin und Umgegend hielt mehr umfichgreifenden Arbeitslosigkeit im Gewerbe der Frage Resolutionen, in welchen die Berliner Arbeiterschaft ersucht wird, am 7. August im Norden eine Bezirksversammlung ab, in der näher getreten sei, ob die Arbeitslosen unterstützt werden könnten. nur Brot mit Kontrollmarke zu kaufen, und ferner die Erklärung, Genosse August in einen beifällig aufgenommenen Vortrag über Derselbe bebauerte, daß gerade ein großer Prozentsatz der die von denjenigen Bäckerei- Unternehmern unterschrieben werden Die Kampfesmittel der Arbeiter: Streit, Boykott und Kontrollmarke" Arbeitslosen nicht Mitglieder des Vereins seien, obgleich) Arbeits- muß, welche die Kontrollmarke erhalten wollen. Diese Erklärung hielt. Die Diskussion gestaltete sich zu einer erregten und betheilosigkeit fein Grund sei, sich der Organisation fernzuhalten, enthält die in jener Resolution aufgestellten Bedingungen. Nur ligten sich an derselben auch einige Anarchisten. Nach einem da der Verein bei Arbeitslosigkeit feine Beiträge erhebe ein paar Meister seien bereit gewesen, diese Erklärung zu vom Kollegen Petzold gegebenen Bericht über den Streit bei und auch Den Arbeitslosen materiell nach Kräften unterschreiben. Die Innungsvorstände warnen die Wleister der Firma Willing u. Violet gelangte folgende Resolution wird. tommen. " Derlammlungen. richt des Arbeitsvermittlers zur Seite stehe. Alle Kollegen hätten das dringendste Interesse, vor dem Gingehen einer solchen Verpflichtung. Der Referent zur Annahme:„ Die Versammlung erklärt den Streik bei der fich der Organisation anzuschließen. Redner ging des Näheren schließt mit der Aufforderung an die Berliner Arbeiter, die Firma Willing u. Violet für berechtigt und verspricht für die auf die Ursachen der Arbeitslosigkeit ein und zeigte, wie die ganzen Bäcker in der Bekämpfung diefer Mißstände zu unterstügen, in- Ausständigen moralisch und materiell einzutreten". Der Ver sozialreformatorischen Maßnahmen des Staates dem Arbeitslosen dem er noch auf den Vortheil hinweist, daß man dadurch die trauensmann für den Norden Sassenroth giebt bekannt, daß feinerlei Hilfe und Stüße biete und gab der Absicht Ausdruck, Gewißheit erhält, ein Brot zu bekommen, das in einem Betriebe die Listen zur Deckung der Unkosten für den Delegirten zum nach Möglichkeit die Arbeitslosen, auch die nicht der Organisation hergestellt wird, der in gesundheitlicher Beziehung den einfachsten Züricher Kongreß bei ihn zu haben sind. angehören, materiell zu unterstützen und zwar aus zur Verfügung Ansprüchen genügt. In der Diskussion stimmt Bouqué diesen Mißständen fo " stehenden von der Allgemeinheit aufgebrachten Geldern. Diese Unter- von der Versammlung mit Beifall aufgenommenen Ausführungen Die Böttcher hatten am Dienstag eine öffentliche Berftützung solle gleichzeitig die Arbeitslosen veranlassen, die fireifenden zu. Hoffmann bekämpft die Einführung der Kontrollmarte. fammlung, an der auch Frauen theilnahmen. Dr. Weyl hielt Brüder bei der Firma Kaufmann in Brandenburg in ihrem gerechten Er meint, wenn man diese Einführung mit den gesund- einen mit dem lebhaftesten Interesse verfolgten, beifällig aufKampfe nicht durch Annahme von Arbeit bortselbst zu schädigen. heitlichen begründen wolle, tönnten genommenen Vertrag über ansteckende Krankheiten. Nach diesem Erfreulich sei es ja, daß die angeworbenen Arbeitskräfte ohne sämmtliche Berliner Arbeiter mit gleichem Rechte wie erstattete Metzner den Bericht über die Thätigkeit der GeAusnahme wieder die Arbeit verlassen haben, was gleichzeitig die Bäder die Einführung der Kontrollmarke für ihr Gewerbe werkschaftskommission, der seinerzeit im Vorwärts" ausführlich ein Beweis dafür sei, daß die dortigen Berhältnisse unerträglich verlangen, z. B. die Töpfer, Schuhmacher u. f. w. Faber veröffentlicht wurde. Dem Antrage der Gewerkschaftskommission, feien. Die genannte Firma biete ja alles auf, um Arbeitskräfte wendet sich gegen den Vorredner und betont u. a., daß es sich ein ständiges Bureau mit befoldetem Beamten zu errichten, wurde zu bekommen, doch alle schönen Versprechungen würden nicht ge- hier um einen Artikel, der von der Arbeiterschaft in Masse einstimmig zugestimmt, nachdem Megner klargelegt, daß jede Ger halten und die Streitbrecher feien stets die ersten, welche wieder konsumirt wird, handle und daher die Einführung der Kontroll- werkschaft zu dem Kostenpunkt einen prozentualen Beitrag steuern auf die Straße flögen. Ebenso wie andere Städte müsse auch marke mit befter Aussicht auf Erfolg geschehen könne. Auch müsse. Zur Abrechnung vom Schneiderstreik giebt Müller Berlin es sich zur Ehrenpflicht machen, bei Kaufmann in Stawrien tritt eifrig für die Arbeiter- Kontrollmarte ein. an von den 50 Listen, die ihm von der Agitations. Brandenburg feine Arbeit zu nehmen. Um den Ar- Pötzsch, der sich gleichfalls für die Bäcker- Kontrollmarte aus. commission übergeben wurden, habe er 49 wieder ein bekommen, eine stehe noch aus. Bon dem Gesammtergebnis| und stimmt dann dem Antrage zu, die jetzigen Schullokale zu I Dieser Listen feien seinerzeit 180 M. ihrer Bestimmung zugeführt; fündigen und an Stelle derselben Zimmer in dieſtaurationen fest- Sonnabend, den 12. Auguſt, Abends 9 Uhr, bet Wienecte, Allte Satobiit. RSjedoch da der Schneiderstreit damals schon beendet war, seien zumachen. Zum zweiten Vorsitzenden wird hierauf Ludwig ge30 M. noch zurückbehalten, und befinden sich dieselben noch in wählt und zum Kassirer, dessen Gehalt auf 30 M. herabgesetzt feinen Händen. Nach längerer Debatte hierüber wurde be- wurde, König, ferner zu Revisoren Herzog und Morbach. schlossen, die 30 M. vom Schneiderstreik dem Vertrauensmann Die weiteren Punkte der Tagesordnung werden auf eine in ca. zu belassen. Sodann nahm die Versammlung einstimmig den 14 Tagen stattfindende Generalversammlung vertagt. Antrag an, in Zukunft der Einheitlichkeit wegen teine Listen anderer Gewerkschaften mehr in Umlauf zu sehen, sondern bet Streits denselben eine Gesammtsumme zu überweisen, ähnlich, wie die Maurer es thun. Auf die Klage, daß die neuen Brauereien, auch die Brauerei Nordſtern, ihre Gefäße von außer halb bezögen, auch durch Engagements von unorganisirten auswärtigen Kollegen nach hier den hiesigen Böttchern Konkurrenz machen, gab Kollege Lehmann zur Antwort: mögen die Gefäße kommen, von wo sie wollen, ganz einerlei, Aufgabe der hiesigen, organisirten Kollegen ist es, dahin zu wirken, daß außerhalb dieselben Löhne gezahlt würden wie hier, dann höre die KonTurrenz von selbst auf. werden. Fachverein der Uhrmacher und verwandter Berufsgenossen. Ans Theorie. Bersammlung. Tagesordnung: Vortrag des Genossen Wig über Evolutions Privat- Theater- Gesellschaft Preciosa, heute Sonnabend Abends 8 Uhr großer Sommernachtsball im Märkischen Hof, Admiralstraße 18c. Nr. 29) Hamburg. Versammlung der Filiale 4 Allgemeine Kranken- und Sterbekasse der Metallarbeiter( E. H. am Sonnabend, den 12. August, Abends 8% Uhr, im Lotale des Herrn Schlüter, Kleine Markusftraße 10. Der Verband aller in der Metallindustrie beschäf Dit schule, Reichenbergerstr. 133: Unterricht in Physiologie und BuchArbeiter- Bildungsschule. Sonnabend, Abends 8%-10% Uhr. Süds tigten Arbeiter Berlins und Umgegend hielt am führung( boppelte). Oft- Schule, Markusstraße 31: Unterricht in Rechnen Montag, den 7. August, eine Bezirksversammlung für den Osten( unt.). In allen Unterrichtsfächern, mit Ausnahme Mathematik und Buchin den Konkordia- Sälen ab, in der Genoſſe F. Hanſen in Gemefters, eintreten, Giller und Schülerinnen, auch jest im Laufe des einem sehr interessanten Vortrag über Antisemitismus und Deutscher sozialdemokratischer Lefchlub in Paris. Sue St. Sozialdemokratie sprach. Zum 3. Punft der Tagesordnung gab Sonore 314 Cafe du 2ton de Belfort. Jeden Sonnabend öffentliche Verder Vorsitzende einen fleinen Ueberblick über den Streit bei der fammlung; reiche Bibliothet, Beitungen, franzöfifcher Unterricht. Der deutsche Firma Willing u. Violet. Es seien dort jetzt 38-40 Mann Arbeiter, der fremd nach Paris tommt, findet hier einen Anlehnungspuntt, beschäftigt, die aber zum großen Theil unqualifizirte Arbeiter sind und somit den Anforderungen der Firma nicht entsprechen. Von den Streifenden wurde bekannt gegeben, daß der neue Meister dieser Firma Arbeiter von außerhalb unter den schönsten Bedingungen herangelockt hat, die aber auf längere Zeit von der Fabrik nicht geleistet werden können. Einigen Kollegen, die von außerhalb angefangen hatten, wurde klar gemacht, daß die hiesigen Kollegen streifen, worauf sie die Arbeit niederlegten. Eine Resolution, in der sich die Versammlung mit den Streifenden solidarisch erklärt, fand einstimmige Annahme. Von einigen Kollegen wurde bemerkt, daß sogar Verbandsmitglieder in genannter Fabrit an= gefangen haben. Hierzu stellte ein Kollege den Antrag, diese aus dem Verband auszuschließen. Die Abstimmung über den Antrag wurde noch ausgesetzt. Nath und Belehrung. London. Der einzige hiesige sozialdemokratische Verein Sondons, der alte, von art marr und Griebrich Engels 1940 begründete Kommunistische Arbeiter Bildungsverein befindet sich nach wie vor 49 Tottenham Street, Tottenham Court Rd., W. London. Neumann. Alle Aenderungen im Bereinstalender sind zu richten an Friedrich kortum, Manteuffel fir. 70. Sonnabend, Abends 9 Uhr: Uebungsstunde. AufArbeiter- Sängerbund Berlins und Umgegend. Borsigender Ad. nahme neuer Mitglieder. Grüne Eiche, Rirdorf, Hermann- u. Senefebect ftraßen- Ede bei Bey erle.- 2yrania, Landsbergerstraße 31 bet Freundschaft 2, Friedenstraße Nr. 48 bei Tollfühn. Musehold. Ganges Echo, Naunynstraße 86, bei Bubeil. Badstraße 66, Glück zu, Weimann's Volksgarten. Esmeralda, Fruchtftraße 70 bet Ritsche. Liedertrans in Brandenburg, Mengert's Boltsgarten. Hand in hand 2, Friedrichsberg, Friedrich KarlGesundbrunnen, Straße bet Heinecke. Gesundbrunner Männerchor, Prinzen- Allee 10." Frisch auf" Friedrichsberg, Rummelsburgerstraße bet Deckert. Borwärts 7" Rummelsburg, bet Borgmann. Gesangverein Immergrün", Tegel, Schloßstraße bet Schulz. Gefangverein Süd- Ost 2", Faltensteinstr. 41 bei Trittelwig. " Freter Männerchor Osten" Friedenstr. 74, bet Engelhardt. 11 Tambours Bahn, Hochstraße Nr. 43. Eine öffentliche Versammlung aller in der Getreidebranche beschäftigten Arbeiter tagte bei reger Betheiligung am 9. d. M. im Norden Berlins. Dieselbe hörte mit lebhaftem Interesse einen Vortrag des Genossen Blaurock über das Thema:„ Die Arbeitslosigkeit und deren Folgen", in welchem der Referent u. a. auch die Nothwendigkeit und den Werth der gewerkschaftlichen Organisation entwickelte. Dem Referenten wurde lebhafter Beifall gezollt. Nach einer längeren Diskussion im Sinne des Referenten sprach sich die Versammlung in einer einstimmig angenommenen Resolution für gewerkschaftliche Organisation und einen gefeßlichen achtstündigen. Maximalarbeitstag aus. Im Anschlusse hieran standen die Mißstände Die Sattler hatten am 10. Auguft eine recht gut besuchte" GIühlicht"( gem. Chor), Stromstraße 28." Frisch auf 2", Schönim Gewerbe zur Besprechung. Gerügt wurden die lange Arbeitszeit, Versammlung in der Genosse Massini einen mit lebhaftem walde in der Mart bei Restaurateur Schulz. Lorbeerzweig, Swineungesunde Arbeitsverhältnisse zc., sowie die Lauheit der Kollegen, Beifall aufgenommenen Vortrag über Zweck und Ziele der münderstr. 35 bei Quetsch. Bund der geselligen Arbeitervereine Berlins und Umgegend welche alles ruhig über sich ergehen lassen. Viel Schuld wurde Gewerkschaftsbewegung" hielt. Hierzu in trefflichen Ausführungen ane Buschriften, den Bund der geselligen Arbeitervereine betreffend den Kollegen felber beigemessen, indem oftmals zu kleine Träger- die Nothwendigkeit der Organisation hervorhebend, sowohl auf sind zu richten an: P. Sentel, Bergmannstr. 21, Hof 8 Tr. Sonnkolonnen die Arbeit übernehmen und nun über die Maßen gewerkschaftlichem wie politischem Gebiet. In der Diskussion wanzlichstraßen- Ecke. Jeden Sonnabend nach dem 1. und 15. abend: Tambour Verein Vorwärts" Rirdorf, Hermann und darauf los schuften, indessen Arbeitslose in Masse vorhanden Sprachen Mischke und Frau Kolbe. Genosse Wilhelm verein Deutsche Eiche bet Niederschuh, Fürbringerstraße 7. Theaterfind. Ebenso wurden Fälle mitgetheilt, wo Träger durch Ab- macht bekannt, daß von den ausgegebenen Fragebogen verein phigenia", bet stramer, Rirdorf, Hermannstraße Nr. 140. eingelaufen sei. Zum dritten Punkt fordert Theaterverein" Aurelia", Mendelssohnstr. 9 bet Miethe Abends 9 Uhr Geselliger Verein Italia" bet tragen von verunreinigtem oder verdorbenem Getreide große erst einer Schädigung an ihrer Gesundheit erlitten haben. Die kapitalistt Wilhelm dieAnwesenden zum Austausch threr Bauchklub, Antta", Koppenftr. 48 bei Lorenz. Vergnügungsverein schen Manipulationen bezüglich der Verwerthung von Getreide Meinungen auf über die etwa bevorstehende Militärarbeit. Helgoland", Stralauerstr. 57 bei Miegel. fanden eine eingehende Kritik. In der nächsten Versammlung Der Vorsitzende bemerkte, es ist unsere Pflicht, die Zeit günstiger nickel'scher Mujitverein Allegro bei Spindler, Reichenbergerstraße 118, Gesang-, Turn- und gesellige Vereine. Sonnabend. Paul sollen die gewerblichen Mißstände noch spezieller besprochen Konjunktur zu benußen für Aufbesserung der Löhne. Seinerzeit Ecke Forsterstraße. hätte ein Fabrikant, da er einen Streit der Sattler erwartete, Turnverein Gesundbrunnen. Die 2. Männerabtheilung turnt heute die Patronentaschen 20 Pf. höher falkulirt. Damals feien feine on 8-10% Uhr in der Turnhalle, Fretenwalderstr. 39.- Turnverein& ich te In der Mitgliederversammlung des Vereins der diesbezüglichen Forderungen gestellt worden, dafür habe der bis 11 in der Turnhalle Friedenstr. 37. ( Mitglied des Märkischen Arbeiter= Turnerbundes) turnt Sonnabend von Blätterinnen und verwandten Berufsgenossen Unternehmer den Betrag schmunzelnd in die Tasche gesteckt. Bühnenverband Normania jeben letzten Sonnabend im Monat bei Berlins hielt am 1. August in Nagel's Salon, Schwedter- Nachdem Kollege Gerhardt und Franke im Sinne des Abends 29 Uhr bei Schulz, Brunnenstr. 116. Leichniß, Königsbergerstr. 24. Privattheatergesellschaft, ch neeg löckchen", straße, Frl. Baader einen mit reichem Beifall aufgenommenen Kollegen Wilhelm's gesprochen, machte Massini den Vorschlag, Bar jeden Sonnabend nach dem 1. und 15. Abends 9% Uhr bei weict, Köpe= Theaterverein Berliner Vortrag über das Thema:" Einigkeit macht stark". An der bei Zeiten für Ansammlung eines Fonds zu einem etwaigen niderstraße 68. Theaterverein Lessing. Jeden ersten und legten Sonndarauf folgenden Diskussion betheiligten sich Frau Schulz und Streit zu sorgen. Auf diesbezügliche Anfragen gab Wilhelm die abend im Monat 9 Uhr Abends Sigung bet Rudolph, Krautstr. 6. Herr Möhring. Herr Möhring machte den Genossen, welche an Erklärung, daß selbstverständlich auch Privatwerkstätten mit ein- Bergnügungsverein& uftige Jugend Abends 9 Uhr, im Restaurant Bergnügungsverein Aaalta 9% Uhr bei D. Heindorf, Barnimstr. 16. der Spitze der ganzen Bewegung stehen und dafür agitiren, daß begriffen feien im etwaigen Lohnkampfe. Festzusehen sei: 40 Pf. Rautenbach, Cuvryftr. 3.- Vergnügungsverein Bustige Becher Abends alle Arbeiterinnen sich organisiren, den Vorwurf, daß dieselben Minimallohn pro Stunde und 9stündige Arbeitszeit. Um Fühlung 9% Uhr Mendelssohnftr. 9.- Bergnügungsverein Carmen Sylva Sigung die Frauenbewegungen nicht würdigen, indem sie, wenn sie ein mit allen Werkstätten zu haben, sei das Werkstätten- Vertrauens- hr im Restaurant von D. Wils, Mariannen- Ufer 2.- Geselliger Bere in Linde" jeden Sonnabend 9 Uhr bei Rausch, Suffitenstraße 9.- Vergeladen werden, in einer Frauenversammlung einen Vortrag zu männersystem zu pflegen. Hierzu wurde folgender Antrag Franke gnügungsverein harmlos, Sigung mit Damen Sonnabend, Abends 9 Uhr, halten, niemals zu sprechen sind. Zu Verschiedenem veröffent- angenommen: Die heutige Versammlung beschließt, daß Blumenstr. 46 bei Went. Mitglieder pünktlich. Vergnügungsverein lichte der Vorsitzende einen Brief von Frau Clara Bettin aus jede Werfstelle verpflichtet ist, bis zum 20. August einen Ver- Blaue Quaste, Sonnabend 9 uhr bet Mücke, N., Wöhlertstr. 2. Morgenstern, Sigung 9 Uhr, bei Grbsmehl, Elsasserstr. 58. Rauchklub Stuttgart, worin diefelbe den Verein auffordert, ihr Material trauensmann zu wählen, der mit der Lohnkommission in Ver- Statklub Gordischer Knoten, jeden Sonnabend 9 Uhr bei Kar zur Gleichheit" zu senden. Zum Schluß machte der Vorsitzende bindung steht, zum Streitfond sammelt, damit eine feste Ver- Schilling, Püdlerstr. 55. Danst Forening Freia( Dänischer Verein bekannt, daß noch Billets zum zweiten Dampfer bei der Kassirerin bindung unter den Kollegen geschaffen wird und wir zum Kampfeber 30. Gemeindeschule, Abends 9 Uhr, Restaurant Burt, KoppenFreia), Lindenst caße 106 bei Poppe. Verein ehemaliger Schüler ausgegeben werden. gerüstet sind." ftraße 68. Geselliger Verein Stalta, jeben Sonnabend im Restaurant Boite, Kolbergerstr. 23. abends Reichenbergerstr. 78, bet Fausimann, Sta tilub Kreuzbube bei Steuer, Weinstr. 22. Statflub Revolution Schaftopf- klub Bruder= tette tagt jeden Gonnabend Abends 9 Uhr bei Weiß, Andreasstraße 77a.attentiub sulle tagt jeben Sonnabend und Montag im Restaurant Hum Stattlub Blaue Blouse, jeden Sonnabend bet bolthein, Hochstr. 32a. Mutite, Graudenzerstr. 2. Touristenverein Wanderlust Abends 9 Uhr im Restaurant Märkischer of, Admiralstr. 18c. " Der Fachverein der Handlungsgehilfinnen hielt am 8. August eine Mitgliederversammlung ab, in der Kollege Heymann über die Frauenfrage referirte. Dem interessanten Vortrage folgte eine rege Diskussion, an der sich die Damen Adler, Jeromin und Haase, sowie die Genossen Borchard, Adler, Dr. Braun und Blum betheiligten. Die Versammlung kam zu keinem endgültigen Resultat, sondern beauftragte die Lohnkommission an der Ausarbeitung eines Tarifs weiter zu arbeiten. John legte sein Amt in derselben nieder. Zur Bildung eines Streiffonds werden neue Listen ausgegeben, da in der Aufschrift der jetzt zirkulirenden ein Fehler enthalten ist. Es foll in kürzester Zeit wieder eine öffentliche Versammlung stattfinden. Literarisches. Von der Gleichheit", Zeitschrift für die Interessen der Ar beiterinnen( Stuttgart, J. H. W. Diet' Verlag) ist uns soeben die Nr. 16 des 3. Jahrgangs zugegangen. Aus dem Inhalt dieser Nummer heben wir hervor: Der internationale sozialistische Arbeiterkongreß in Zürich. Arbeiterinnenschutz und Frauenrechtelei. Die Wahlrechtsbewegung in Desterreich und die Manifestation der Wiener Arbeiterschaft. Feuilleton: Ein Familien- Idyll. Von Guy de Maupassant. Deutsch von A. T.- Arbeiterinnenbewegung. Kleine Notizen. 55 " " Die Gleichheit" erscheint alle 14 Tage einmal. Preis der Nummer 10 Pf., durch die Post bezogen( eingetragen in der Reichspost- Zeitungsliste für 1893 unter Nr. 2609) beträgt der Abonnementspreis vierteljährlich ohne Bestellgeld 50 Pf.; unter Kreuzband 85 Pf. Inferatenpreis die zweigespaltene Petitzeile 20 Bf. Von der Neuen Beit"( Stuttgart, J. H. W. Diey' Verlag) ist soeben das 46. Heft des 11. Jahrgangs er. schienen. Aus dem Juhalt heben wir hervor: Bucher und Lassalle.- Die österreichische Gewerbe Inspektion im Jahre 1892. Von Dionys Zinner. Die wirthschaftliche Entwicklung Japans bis 1868. Von Dr. Paul Ernst. ( Schluß.) Dr. Rudolf Meyer und der landwirthschaftliche Großbetrieb. Notizen: Stizzen vom Schriftstellertage. Feuilleton: Des Pastors Die deutsche Handelsmarine. Meldungen find an den Vorsitzenden der Lohnkommission, Saffenbach, Invalidenstr. 45, zu richten. Nachdem ein Antrag ( Mischte), die Submissionszeitung in 1 Exemplar zu halten, abgelehnt wurde, nahm man folgende Resolution an: Die heutige, öffentliche Versammlung erklärt sich mit den Ausführungen des Referenten einverstanden und verspricht, mit allen Mitteln für die Hebung unseres Gewerbes einzutreten." Auf eine Anregung, wie man über die Hausindustriellen denke, wurde vereinbart, Die Generalversammlung der Arbeiter Bildungs- daß die Lohnkommission in nächster Zeit eine öffentliche Ver fchule, welche am 4. August stattfand und ihre Tagesordnung fammlung aller Hausindustrieller einzuberufen habe. Schließlich nicht erledigte, wurde am 10. August fortgesetzt. Vor Wieder- wurde befanntgegeben, daß am Sonnabend, den 12. d. M. eine eintritt in die Berathung wurde festgesetzt, daß niemand mehr als Sitzung der Lohnkommission bei Pötschte, Französischestr. 5, stattzweimal zu derselben Sache das Wort nehmen und zwar das findet. erste Mal nicht länger als 15 Minuten und das zweite Mal nicht länger als 5 Minuten reden darf. Hierauf verwahrte sich In einer öffentlichen Versammlung aller im Verzunächst i tz gegen Vorwürfe, welche ein Redner in der vorigen golder Gewerbe beschäftigten Arbeiter und Versammlung dem Lehrer für Unter- Deutsch gemacht hatte. rbeiterinnen referirte am Donnerstag Genoffe& aber Mattutat legt noch einmal die Gründe dar, die eine über Akkord- und Lohnarbeit. Wenngleich sich auch die VerReduzirung des Unterrichts auf eine Schule empfehlenswerth sammlung durch einstimmige Annahme einer Resolution mit den erscheinen lassen. Er empfahl Beseitigung des Glementar- Unter- Ausführungen des Referenten einverstanden erklärte und um der richts; nur Nationalökonomie, Deutsch, Geschichte und Gesetzes bevorstehenden Lohnbewegung den Erfolg zu sichern für rege Tunde solle gelehrt werden. Vermindern sich infolge deffen die Agitation und Heranziehung der Kollegen zur Organisation ver Zahl der Schüler, so werde doch der zurückbleibende Stamm pflichtete, sprachen doch einige Redner ihren Zweifel aus, ob sich dem Unterricht dauernd reges Interesse entgegenbringen. Möhr das vom Referenten für beffer befundene und empfohlene Lohnerwartet ein größeres Entgegenkommen feitens der weiteren system in ihrem Gewerbe furzer Hand werde einführen lassen. Parteifreise und der Gewerkschaften nicht und hält es daher für nothwendig, den Kreis der Interessenten möglichst zu erweitern. Zu dem Zwecke müsse der Elementarunterricht bei behalten, außerdem noch neue Fächer, welche Tagesfragen berühren, aufgenommen werden. Redner ersucht die Versammlung, den Antrag des Vorstandes auf Zentralisation des Unterrichts abzulehnen und solche Maßnahmen zu treffen, daß die einzelnen Abtheilungen bestehen bleiben tönnen. Fräulein Bader meint, Von Herrn Oswald Berliner geht uns folgende Be wenn erst die drei Schulen nicht mehr erhalten werden können und der Elementarunterricht abgeschafft werden müsse, dann richtigung zu: werde auch für eine einzige Schule die sichere Basis fehlen. am 3. cr. in den Kontordia- Sälen abgehaltene Versammlung der Laut Referat des Vorwärts" Nr. 182 vom 5. cr. über die Das einzige Uebel, an welchem die Arbeiter- Bildungs- Brauerei- Arbeiter hat der Stellmacher Brüß die Behauptung aufschule franke, sei der Mangel an an Geld, und diesem Brauerei- Urbeiter hat der Stellmacher Brüß die Behauptung aufUebel abzuhelfen, sei Pflicht der Berliner Partei. Jeder Ber- gestellt, daß von seiten seines Arbeitgebers, Herrn Dswalba Uebel abzuhelfen, fei Pflicht der Berliner Partei. Jeder Ber Berliner, zur Zeit der Stadtverordnetenwahl des Herrn Gnadt, Die liner Wahlkreis müßte, ehe er Geld an den Parteivorstand abliefere, der Schule eine bestimmte Summe überweisen. Gin- für welche er energisch eingetreten sei, jedem Arbeitnehmer_bei gehen lassen solle man nur den Unterricht in den schwach be- Strafe der Entlassung verboten worden wäre, mit ihm außersuchten Fächern. Mohrbach empfiehlt, um zu sparen, statt dienstlich zu sprechen und zu verkehren. der Wohnungen Zimmer in Echantlokalen zu miethen und spricht der Stellmacher Brüß für die Wahl des Herrn Gnadt einHierzu erkläre ich, daß ich bisher weder gewußt habe, daß sich gegen die Beschränkung auf eine Schule aus. Dr. Arons ist für Beseitigung des Elementarunterrichts und für losere Orga: getreten ist, noch daß ich jemals ein derartiges oder ähnliches nisation der Schule, derart, daß der Vorstand eine Bentralstelle beruht mithin auf unwahrheit und werden sämmtliche bei mir Die Redaktion stellt die Benutzung des Sprechsaals, soweit der Raum dafür Verbot in meiner Brauerei erlassen habe. Obige Behauptung für Bildungsangelegenheiten überhaupt ist, während in den verschiedenen Stadttheilen die Kommissionen für Lokale sorgen, und beschäftigten Arbeitnehmer dies bestätigen. Die Entlassung des abzugeben ist, dem Publitum zur Besprechung von Angelegenheiten allgemeinen wegen der Lehrkräfte sich an den Vorstand wenden. Der Unter- rüß ist lediglich aus dem Grunde erfolgt, weil er sich mit dem Intereſſes zur Verfügung; sie wahrt sich aber gleichzeitig dagegen, mit dem Inhalt desselben identifizirt zu werden. richt selbst solle auch freier gestaltet werden, so daß je nachdem greiflich berührt hat. Hätte ich ihn sonst entlassen wollen, so im 6, 28 ahlkreise am Sonntag, den 6. b. M., ist folgendes Schmied Kühne in einen Streit eingelassen und denselben handBezugnehmend auf die Volksversammlung die Jahreszeit 2c. es zulässig erscheinen läßt, in in mehr hätte ich hierzu sehr gut vor etwa drei Monaten eine Gelegen richtig zu stellen: oder weniger Fächern unterrichtet werden kann. Herzog ist auch für die Ablehnung des Vorstandsantrages und meint, heit wahrnehmen können, bei der er mir selbst die Arbeit aufwenn einzelne Herren aus dem Parteivorstand sich freundlicher fagte, ich ihm aber unter Hinweis auf seine Familie den Rathbundes die Vereine bei Parteifesten gratis mitwirken und nur zu der Schule ftellen wollten, so würde es um diese beffer stehen. ertheilte, feine Stelle ruhig zu behalten. Daß es Pflicht der Berliner Parteigenossen wäre, für die Schule zu sorgen, darin stimmt Redner Frl. Baader bei. Fr. Hansen fritt für die Zentralisation ein. Paul Berger spricht sich gegen den Fortfall des Elementar- Unterrichts aus. Dreher befürwortet den Fortfall nur einzelner Glementarfächer, bekämpft die Zentralisation des Unterrichts und fordert vom Redner äußert sich ferner dahin, daß die Arbeiter- Bildungsschule bends 9 uhr, Bereinsversammlung bei Ohlmann, Münzstraße 11. TagesBener Berliner Handwerkerverein. Sonnabend, den 12. Auguft, nicht die Pflicht habe, Agitatoren auszubilden, sondern die, das ordnung: 1. Vortrag des Herrn Ingenieur A. Boigt über: Steinkohlen, thre Bildungsniveau der Arbeiter zu heben. Ludwig und Berger Gewinnung und Förderung. find gegen den Fortfall der Elementarfächer, Berger auch gegen 12. August, Abends 8 Uhr, bet Seßner, Annenstr. 16, im Arbeitsnachweis, Porzellanarbeiter, Ortsverwaltung Berlin 2. Am Sonnabend, den Die Bentralisation. Hierauf wird die Diskussion ge- Bersammlung. Quartalsabschluß, Verschiedenes. schlossen. In seinem Schlußworte bemerkt der Vorsitzende, Diskutierklub Jarostam Dabrowiki, Riedorf. Regelmäßige Sigung Ad. Neumann, Brunnenstr. 130, v. 2 Tr. Genosse Wagner, daß auch Liebknecht Beseitigung des am Sonntag, den 13. August, Nachmittags 6 Uhr, im Lotal von Gröppler, Auch werden wir nicht verfäumen, bei der nächsten VoltsElementar- Unterrichts für nöthig hält. Redner empfiehlt, die Bergfir. 129, Entschließung über die Gestaltung der Arbeiter- Bildungsschule beschäftigten Arbeiter und Arbeiterinnen Deutschlande, Ortsverwal- nahme zum Arbeiter- Sängerbund" einberufen wird, zu erscheinen. Verband der in Holzbearbeitungs- Fabriken und auf Holzpläven versammlung, wenn eine solche mit der Tagesordnung:„ Stellungeiner Volte versammlung zu überlassen. Diesen Antrag lehnt die tung Charlottenburg. Bersammlung am Sonntag, den 18. August, Nachmitt. Versammlung mit großer Majorität ab. Sie lehnt ferner die üb, im Lokal des Herrn Kraufe, Bismard- und Rickertraßen Ede. Tagesordnung: Bentralisation ab, sowie den Fortfall des Elementarunterrichts ung geboren Bortrag bes Fräulein Baader über:„ Bon Rechte, bas mit Freie Vereinigung der Uniform- und Zivilschneider. Versamm lung am Sonnabend, den 12. August, Abends 8 Uhr, in Gratweil's Bierballen, kommandantenstraße 77/79. Melchiorstr. 16, Bersammlung. Tischler- Verein. Heute, Sonnabend, den 12. August, Abends 9 uhr, Bentralhranken- und Sterbekaffe der Tischler u.[. w., örtliche Berwaltung Berlin B. Mitgliederversammlung am Montag, den 14. August d. J., Abends punkt 8 Uhr, im Saale„ Dresdener Garten Dresdener ift." von Erich Holm. Elenn. Erzählung von August Strindberg. Uebersetzung franzöfifche Wehrsteuer nach dem Gesetz vom 15. Juli 1889. Von Dr. Arthur Schott. Jena. Verlag von Gustav Fischer. Spredfaal. 海膽 Daß laut Beschluß der Ausschußfizung des Arbeiter- Sängerfür die Person des Sängers freien Eintritt beanspruchen, ist richtig; dafür honorirt aber der Bund sämmtliche Dirigenten, was bei den häufigen Festen im Jahre eine große Summe beträgt. Sollten sich nun mit dem oben Angeführten die Festkomitees resp. Vertrauenspersonen der Partei einverstanden erklären, so können sie bei folgenden Personen, die als Obmann vom Bund zu dieser Eintheilung gewählt sind, so viel Vereine resp. Sänger gebraucht werden, bestellen: 1. Wahlkreis: Ad. Hübner, Wilhelmstr. 134, Hof 1 Tr. D. Rasche, Mariannenstr. 34, Hof 2 Tr. F. Kortum, Manteuffelstr. 70, v. 4 Tr. A. Kaiser, Pücklerstr. 54, v. 8 Tr. 2. 3. 4. 5. R. Meyer, Mariannenstr. 2. " 6. Adolf Neumann, erster Vorsitzender des Arbeiter Sängerbundes Berlins und Umgegend, Brunnenstr. 180, 2 t. Arbeiter! Genossen! Kauft nur Cigarren mit der Kontrollmarke der Tabakarbeiter. Nachfolgend verzeichnete Fabrikanten und Händler führen nur Cigarren mit der S. Kontroll- Scdjukmarke der Tabakarbeiter. Händler können nur veröffentlicht werden, wenn dieselben ausschließlich Waare mit Schuhmarke führen, jede andere Veröffentlichung beruht auf Täuschung. Franz Döring, Ruppinerstr. 21. Eickenjäger, Rheinsbergerstr. 31 a. Rudolf Gefelle, Binetaplay. Albert Gnieß, Brunnenstr. 112. Gustav Hennig, Coloniestr. 147. August Hirte, Swinemünderstr. 67. * Wilhelm Börner, Ritterstr. 108. P. Böttcher, Rottbuser Damm 92. $. F. Dinslage, Rottbuserstr. 4. R. Fiebig, Böckhstr. 4. Otto Ley, Schönleinstr. 17. Gust. Lochmann, Brandenburgstr. 82. Emil Höhne, Ackerstr. 89. Michaelis, Alexandrinenstr. 40. H. G. Schmidt, Gräfeftr. 68. Carl Schouheim, Gräfeftr. 8. Julius Stark, Schönleinstr. 10. SO. Carl Abert, Bücklerstr. 6. Behnke u. Kinkel, Schmidstr. 21. Carl Böhlert, Mariannenstr. 5. G. Carl, Admiralstr. 25. R. Fischer, Reichenbergerstr. 74 a. G. Fischer, Staligerstr. 128. George, Mariannenstr. 35. E. Getschmann, Sorauerstr. 10. Theodor Goede, Wrangelstr. 125. E. Gosda, Manteuffelstr. 8. Lobbes, Reichenbergerstr. 49. * Wilh. Mertens, Cuvrystr. 34. Reinländer, Waldemarstr. 32. Carl Schindler, Görligerstr. 53-54. Christ. Schneider, Köpnickerstr. 26a. Theodor Stampehl, Mariannenstr. 26. Stübner, Reichenbergerstr. 157. A. Warnecke, Wrangelstr. 106. Herm. Wicht, Dresdenerstr. 16. SW. W. Kinzel, Alexandrinenstr. 103. Louis Knoch, Grünthalerstr. 5. Löffler, Badstr. 42-43. Gust. Löwenberg, Badstr. 19. B. Moritz, Bernauerstr. 18. Emil Nauen, Ackerstr. 116, Gartenpl. August Penu, Demminerstr. 62, F. Stern, Putbuserstr. 42. Albrecht Steinide, Stralsunderstr. 23. C. Walter, Hussitenstr. 28. Mag Winkelmanu, Ackerstr. 153. H. Zechert, Putbuserstr. 37. Schönhauser Vorstadt. Wilhelm Brall, Swinemünderstr. 4. C. Herm. Diet, Pappel- Allee 2. Verkaufsbude: Schönhauser- Allee 73. Auguft Gerlach, Kastanien- Allee 38, * Johann Hahu, Fehrbellinerstr. 3. Lorenz Heidemann, Danzigerstr.10/ 13. Julius Singe, Weißenburgerstr. 47. Kümmelberg, Oderbergerstr. 31. Rudolf Maguns, Weinbergsweg 10. 2. Malfowitz, Kastanien- Allee 95/96, Mehnert, Diedenhofenerstr. 3. Gustav Pinner, Trescowstr. 32. Carl Smital, Griebenowstr. 8-9. August Schmidt, Oderbergerstr. 50. * Heinrich Schröder, Kreuzbergstr. 15. Aug. Schönfeld, Weißenburgerstr. 47a. E. Schulze, Friesenstr. 23. 0. August Dahuke, Roppenstr. 91. A. Gräff, Holzmarktstr. 42. August Heck, Gr. Frankfurterstr. 4. desgl. Weidenweg 96. Erhard Hoffmann, Memelerstr. 32. Ernst Krüger, Andreasstr. 16. Johann Liebich, Memelerstr. 8. Julius Malik, Mühlenstr. 49 a. * August Motes, Posenerstr. 11. August Neumann, Markusstr. 1. Fr. Peters, Roppenstr. 85. Otto Piel, Münchebergerstr. 23. Louis Rund u. Komp., Cigarretten Fabrik en gros, Holzmarktstr. 10. Th. Schlodder, Krautstr. 51. Otto Schreiber, Blumenstr. 51c. Rich. Schulze, Friedrichsfelderstr. 21. Otto Unterberg, Roppenstr. 14. B. Unterlauff, Frankfurter Allee 117. Gustav Vogel, Koppenstr. 75. Wagner, Lebuferstr. 7. W. Wolf, Andreasstr. 60. P. Wotschke, Andreasstr. 3. C. Carl Blauzwirn, Linienstr. 21. * Robert Drescher, Linienstr. 50. Max Flatauer, Landsbergerstr. 72. Hermann Gumpel, Barnimstr. 42. Oranienburger Vorstadt. Adolf Adelt, Reinickendorferstr. 64b. * Louis Dechand, Ruheplatstr. 24. Franz Frant, Röslinerstr. 2. Paul Franke, Eichendorffstr. 15. Wilhelm Göppner, Fennstr. 1a, Jakob Götting, Lindowerstr. 9. August Hinge, Pantstr. 14a. Ostar Klose, Reinickendorferstr. 20. Paul Müller, Hochstr. 2a. Franz Nofffe, Borsigstr. 28. Paul Pflug, Reinickendorferstr. 39. Wilh. Steinbach, Antonstr. 1. G. Stocklaß, Henningsdorferstr. 3 a. A. Ties, Invalidenstr. 124. Carl Werner, Gerichtstr. 25. Max Weidner, Hochstr. 46. Rosenthaler Vorstadt. Reinhold Anders, Streligerstr. 45. Karl Basemann, Brinzen- Allee 57. W. Baumgarten, Stettinerstr. 59. H. Baumgarten, Swinemünderstr. 48. Ernst Beyer, Veteranenstr. 13. H. 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Berlin NO. und Weißensee wird dem Arbeitsnachweis der Tabakarbeiter, Weinstr. 11( 11-12 Uhr), Rummelsburg- Lichtenberg nach Berlin 0., Rixdorf wird Berlin S. und Rosenthaler Vorstadt dem Unter zeichneten zugetheilt. W. Winkler, Berlin N., Reinickendorferstr. 2 g, gegenüber der Dantes- Kirche. Lager aller Arten Uhren, Uhrketten Hosen, Schul- u. Herrenanzüge, Hüte, Wäsche, Betten zc. spottbillig. Theilzahlung gestattet, Pfandleihe Staligerstr. 13. 46502* Marken z. quittiren von JEKEW prad 25 Monats Partei430/3 Bergmannstr. 5-7. Tagesordnung: Vortrag, Diskussion, Vorschläge zum Beisiger für den Bezirk, Verschiedenes. Um zahlreichen Besuch bittet Die Ortsverwaltung. Maurer! Große öffentliche Generalversammlung der Maurer u. Putzer Berlins am Sonntag, den 13. d. M., Vormittags 10 Uhr, in den ,, Arminhallen", Kommandantenstraße Nr. 20. Tagesordnung: 1. Vortrag über:" Bauschwindel und Submissionswesen". Referent: Genosse Millarg. 2. Diskussion. 3. Antrag des geschäftsführenden Ausschusses der Gewerkschafts- Kommission, behufs Anstellung eines besoldeten Beamten. 4. Besprechung über die Kontrollmarke im Bäckergewerbe. 5. Gewerkschaftliches. Sämmtliche Kollegen werden bringend ersucht, zu erscheinen. H. Schigolsky, Schwedterstraße 27. F. Gräschke, Lübbenerstr. 26. Vertrauensmänner der deutschen Maurer. Verein zur Wahrung der Interessen der Maurer Berlins. Sonntag, den 13. August 1893, Vormittags 10 Uhr: Versammlung für den Osten im Lokale des Herrn Wilke, Andreas- Straße Nr. 26. Versammlung für Moabit im, Viktoria- Salon", Perlebergerßraße Nr. 13. Tagesordnung: Vortrag der Genossen Sparfeldt und Thieme über: Der politische und gewerkschaftliche Kampf. Diskussion und Vereinsangelegenheiten. Den Mitgliedern zur Kenntniß, daß die nächste ordentliche MitgliederVersammlung am Donnerstag, den 17. d. Mts., Sebastianstr. 39 stattfindet und erwartet in allen Versammlungen recht rege Betheiligung, 381/8 Genossen! Britz. Der Vorstand. Genossinnen! Sonntag, den 13. August 1893, in der Rosen- See- Terrasse, Chausseestr. 69| 70: Großes Sänger- Fest veranstaltet vom Arbeiter- Gesangverein von Britz. Dirigent M. Gason. Unter Mitwirkung verschiedener Vereine, u. a.: ,, Gemüthlichkeit( Puter), , Sängerkette" 2c.( Mitgl. d. A.-S.-B.) Grosses Konzert( Musitverein Musikfreunde Rirdorf). Gesangvereine sind hierzu freundlichst eingeladen. Die Aufführungen finden auf den eigens hierzu gebauten Podium statt. Jin Bal champêtre: Ball( Berufsmusiker). Die Kaffeeküche ist von 2 Uhr an geöffnet. Anfang 4 Uhr. Jedes Kind erhält 1 Stoclaterne gratis. Programm 20 Pf. Das Comitee. der 159/11 Oeffentliche Versammlung Metallschrauben-, Façondreher und Berufsgenossen Berlins am Sonntag, den 13. August, Vormittags 10% Uhr im Lokale des Herrn Deigmüller, Alte Jakobstraße Nr. 48a. Tages Ordnung: 1. Die Arbeiter als Gewerkschaftler oder Politiker mit Berücksichtigung des internationalen Kongresses in Zürich. 2. Diskussion. 3. Der Streit bei der Firma Willing& Violet. 4. Verschiedenes. 232/15 Der Vertrauensmann.. Achtung! Beiträgen Achtung! Feilenhauer. empfiehlt allen Genossen die Quittungsmarken und Große öffentliche Versammlung Kautschuk- Stempelfabrik sämmtlicher Feilenhauer Berlins und Umgegend von Conrad Müller, Schkeudih- Leipzig. Preisliste gratis und franko. B Martin Klein, 25 Uhrmacher, 3544L Neue Hochstr. 25 empfiehlt sein Lager aller Arten Wand- und Taschen- Uhren. 320/14 Reparaturen zu soliden Preisen Neumeldungen von Fabrikanten sind persönlich bei Louis Dechand, Ruheplatstr. 24, sowie im Arbeitsnachweis, Weinstr. 11( 11-12 Uhr) und beim Unterzeichneten zu machen. Die Kontroll- Kommission der Tabakarbeiter. J. A.: Carl Butry, Stralsunderstr. 17, II. Jede Uhr 3852L Korset- Fabrik. Korjets, eleganter Sih, jede Taillen weite, Einzelverkauf zu Fabritpreisen. 45472* Badftr. 47/48, I. 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Kistenmacher. Achtung! Montag, den 14. August, Abends 82 Uhr: General- Derlammlung in den Konkordia- Festsälen, Andreasstraße 64. Tagesordnung: 1. Die Auflösung des Vereins zu Gunsten einer Zentralisation. 191/19 2. Welcher Organisation schließen wir uns an? 3. Wahl einer Liquidations- Kommission. Freie Vereinigung aller in der chirurgischen Branche beschäftigten Berufsgenossen. Dienstag, den 15. Auguft, Abends 8 Uhr, im okale des Herrn Seefeldt, Grenadierstr. 33: K Versammlung. Zagesordnung: 1. Vortrag über die Anwendung der Elektrizität in der Chirurgie. An Apparaten erläutert von Herrn Tasch. 2. Diskussion und Fragestellung. 3. Vereinsangelegenheiten. NB. Die nichtverkauften Billets zu der am 20. August stattfindenden Dampferpartie müssen in der Versammlung zurückgegeben werden. 130/13 Der Vorstand. am Morigplay, pr. Zahn- Arzt. Spr. 8-6. Sonnt. 9-1. Nerantwortlicher Redakteur: Wilhelm Schröder in Berlin. Druck und Verlag von Mag Bading in Berlin SW., Beuthstraße 2.