Nr. 90. Abonnements- Bedingungen: Abonnements Preis pränumerando: Bierteljährl. 3,30 Mt., monatl. 1,10 M., wöchentlich 28 Pfg. frei ins Haus. Einzelne Nummer 5 Bfg. Sonntags. nummer mit illustrierter Sonntags. Beilage„ Die Neue Welt" 10 Bfg. PostAbonnement: 1,10 Mart pro Monat. Eingetragen in die Post- Zeitungs Breisliste. Unter Kreuzband für Deutschland und Desterreich- Ungarn 2 Mart, für das übrige Ausland 3 Mart pro Monat. Postabonnements nehmen an: Belgien, Dänemark, Holland, Italien, Luxemburg, Portugal, Rumänien, Schweden und die Schweiz. Ericheint täglich außer Montags. Vorwärts Berliner Volksblatt. 28. Jahrg. Die Infertions- Gebühr beträgt für die sechsgespaltene Kolonel zeile oder deren Raum 60 Pfg., für politische und gewerkschaftliche Vereinsund Bersammlungs- Anzeigen 30 Pfg. ,, Kleine Anzeigen", das fettgedruckte Wort 20 Pig.( zulässig 2 fettgedruckte Worte), jedes weitere Wort 10 Pig. Stellengesuche und Schlafstellenan zeigen das erste Wort 10 Pfg., jedes weitere Wort 5 Bfg. Worte über 15 Buch staben zählen für zwei Worte. Inserate für die nächste Numiner müssen bis 5 Uhr nachmittags in der Erpedition abgegeben werden. Die Expedition ist bis 7 Uhr abends geöffnet. Telegramm- Adresse: Sozialdemokrat Berlin". Zentralorgan der fozialdemokratischen Partei Deutschlands. Redaktion: S. 68, Lindenstrasse 69. Fernsprecher: Amt IV, Nr. 1983. Oftergedanken. Sonntag, den 16. April 1911. Expedition: S. 68, Lindenstrasse 69. Fernsprecher: Amt IV, Nr. 1984. " gemeiner Erziehungsfattor unbestreitbar Es ruht vor allem das Ansehen des Staates auf der Verordnung ift, eine maßgebende Mitwirkung einzuräumen, so Gottes. Das ist der lette Grund des ihm selbst würde dies auch einen sozialen Gewinn von unschätzbarer inne wohnenden ursprünglichen Ansehens". Seine ganze legitime Ordnung- Gesetz, Verfassung, Obrigkeit- hat Kraft bedeuten." daraus ihre bindende Macht. Insbesondere hat die Obrigkeit AnOstern! Wieder wird, wie alljährlich, von allen Kanzeln Die Religion muß dem Wolfe erhalten fehen und Gewalt von Gott. Sie ist von Gottes Gnaden.„ Wo über das christliche Auferstehungswunder gepredigt: über die bleiben!" Das ist, wie der Sinn dieser Episteln, auch der aber Obrigkeit ist, die ist von Gott verordnet"( Röm. 13). Von sich im Lukas- Evangelium gemeldete, dem älteren Markus- und aller übrigen Artikel, die regelmäßig zu den hohen christlichen selbst kann kein Mensch obrigkeitliche Gewalt über andere Menschen teilweise auch dem Matthäus- Evangelium noch unbekannte Festtagen an der Spitze der fonservativen wie flerifalen haben, auch nicht die Sämtlichen über den Einzelnen. Noch auch Sage von dem Gang der Maria Magdalena, Maria Jakobi Blätter und Blättchen erscheinen. Es ist geradezu rührend tönnen die Menschen durch Vertrag obrigkeitliche Gewalt gründen, und des Petrus nach dem Felsengrabe des Joseph von mitanzusehen, wie besorgt dieselben Kreise, denen die da sie über ihr Leben und ihre Freiheit nicht verfügen, daher nicht Arimathia und der noch desselben Tages durch die Jesus- irdischen Lebensverhältnisse der Arbeiter so gleichgültig sind, iemandem Gewalt einräumen können. Das ist das göttliche Recht erscheinung zu Emmaus bestätigte Entdeckung, daß Christus, daß sie diesen eine Steuer nach der anderen aufbürden und der Obrigkeit. Es hat seine Geltung in allen Staatsformen, für die Komitien und Magistraturen in der Republik nicht minder der Messias, auferstanden sei von den Toten. Und ihnen selbst die allernotwendigsten Lebensmittel durch als für den König in der Monarchie, für den Wahl- wie für den mit gleicher Sicherheit können wir darauf rechnen, heute, horrende Zölle und Abgaben verteuern, um das über Erbfönig. Denn, wenn auch die Personen für die Obrigkeit durch am Osterfeste, wieder in den Blättern des blauschwarzen irdische Seelenheil der Arbeiter sind. die Wahl bezeichnet werden, so gründet sich doch ihr Amt und AnBlocks die bekannten salbungsvollen Artikel zu finden, Während sie sich hier unten im irdischen Jammertal die sehen selbst nicht auf Willen und Ermächtigung der Wähler, sonin denen allerlei fromme Betrachtungen über die sich Arbeiter möglichst zwanzig Schritt vom Leibe zu halten dern allein auf Gottes Gebot und Ermächtigung. Die göttliche in der Hingabe des eingeborenen Sohnes offenbarende suchen und jede Gemeinschaft mit dem„ Gesindel" ablehnen, Institution des Staates und seiner Obrigkeit bedeutet nun zivar gewaltige Menschliebe Gottes angestellt werden und der sind sie geradezu fanatisch darauf erpicht, den Arbeitern bloß, daß das Ansehen derselben sich auf Gottes Gebot und OrdStreuzestod als Erfüllung des in der Weihnachtsnacht an- Religion einzupaufen, damit deren Seelen gemeinsam mit gefündeten großen Erlösungswerkes gepriesen wird. Auch die ihren eigenen in die schönen Gefilde des Paradieses ein frommen gehässigen Lamentationen über den rationalistischen, gehen. pantheistischen und atheistischen Unglauben der Zeit, über Sozialismus, Monismus und Materialismus werden nicht fehlen, und zum Schluß werden alle diese frommen Liebesepisteln wieder in die schöne Forderung ausklingen, daß der Staat dem umfichgreifenden monistischen und materialistischen Unglauben rücksichtslos entgegentreten und dem Volt die Religion erhalten möge zum eigenen Nutzen. dienen. " " nung, nicht daß es sich auf Gottes unmittelbare die Natur durchbrechende Tat gründet; es bleibt darum die völlige Freiheit der Menschen, in dieser oder jener Verfassung zu leben, unverkürzt. Aber jene göttliche Institution bedeutet wieder Jede Religion tut es freilich nicht, selbst nicht jede christ- nicht bloß, daß der Staat überhaupt Gottes Ge siche. Bei den Klerikalen muß es unbedingt die römisch- bot ist, sondern auch, daß überall die bestimmte katholische Religion sein, und zwar mit Einschluß aller firch erfassung und die bestimmten Personen der lichen Dogmen; und bei den Konservativen die sogenannte Obrigkeit Gottes Sanktion haben. Und vom Gottesgnadentum heißt es( II. Abschnitt, positive evangelische Richtung mit einer reichlichen Dosis von Bibelsprüchen und Gesangbuchversen. Eine Religion, die III. Kapitel): Die Gewalt des Königs ist„ bon Gottes Gnaden", ist ein nur erbauen, nur sittliche Bestrebungen wecken will, ist dazu Wer Gelegenheit hatte, seit Jahren dieses an allen christ- nicht zu gebrauchen. Vor allem darf die Religion nicht ver- göttliches Recht". Das gilt an sich von aller Staatsgelvalt, lichen Festen wiederkehrende Spiel zu beobachten, der fennt fehlen, in unseren heutigen Zuständen das Walten Gottes zu auch in der Republik. Aber das göttliche Ansehen und die Majestät der Staatsgewalt stellen sich bei einem persönlichen Träger derim voraus Lext wie Melodie. Er vermag mit ziemlicher erkennen und die heutigen Staatseinrichtungen und Klaffen selben, der in keiner Beziehung Untertan ist, sichtbarer und Gewißheit vorauszusagen, was Kreuz- 3tg." und" Deutsche schichtungen als im Willen Gottes begründet, das heißt als lebendiger heraus, und es kommt in der Erbmonarchie noch das Lagesztg."," Germania" und" Reichsbote" je nach ihrer gottgegebene Institutionen hinzustellen. Das ist die Haupt- hinzu, daß der Inhaber der Staatsgewalt ohne menschliches Zuinn religionspolitischen Spezialität ihrer Leserschaft vorfehen werden, fache. Deshalb wollen auch unsere Positiven" von der in ihrem Besitz ist durch göttliche Fügung, welcher sich zumal den Blättern von der Eigenartigkeit der Kreuz- 8tg." Qualität der Kreuzzeitungsritter und der Reichsboten die Menschen in Ehrfurcht unterwerfen sollen. Hier ruht also das und der Deutschen Tagesztg." noch immer die frommen gegen leser von den sogenannten liberalen Errungenschaften der Ansehen des Herrschers nicht bloß auf einem allgemeinen Gebot den rohen, heidnischen Materialismus eifernden Ermahnungs- Reformation, der angeblichen evangelischen Lehr-, Glaubens- und der Ordnung Gottes, wie bei aller Obrigkeit, sondern zugleich artikel des feligen Freiherrn von Hammerstein zum Muster und Gewissensfreiheit, wie der Fall Jatho und die Be- auch noch auf einer speziellen, wiewohl keines. geisterung für das evangelische Irrlehrengeset", das Gegen- wegs einer unmittelbar persönlichen, die Ratur Ueberdies aber haben in diesem Jahr einzelne konservative stück zum katholischen Antimodernisteneid, beweist, recht durchbrechenden, Beranstaltung Gottes. Das ist noch heute die Auffassung der Konservativen, Blätter durch ihre Artikel zum Palmsonntag und Karfreitag wenig wissen. Für sie liegt die Bedeutung der Reformation einen Vorgeschmad ihrer Ostergerichte geboten. So leistete sich lediglich darin, daß die Autorität der Papstkirche, die sich wie denn auch in den gelegentlichen staatstheoretischen zum Beispiel die Deutsche Tagesztg." zum Karfreitag einen über alle staatliche Autorität stellte, für große Bevölkerungs- Artikeln der konservativen Presse wir erinnern nur an von Herrn Georg Dertel in höchsteigener Person verfaßten, teile aufgehoben wurde, an die Stelle der Batholischen Welt- die letzten Dispute über das Gottesgnadentum- immer , das Kreuz im Mittelpunkte des Religions- firche protestantische staatliche Landeskirchen traten wieder bis ins einzelne die Gedankengänge Stahls zum Ausunterrichtes" überschriebenen Artikel, in dem sie einen und die Geistlichen dieser Kirchen Kirchen zu Staatsdiener druck kommen. Nicht die Besorgnis um das Seelenheil der Armen und möglichst umfassenden Religionsunterricht in der Volksschule avancierten oder, wenn man will, herabsanken, die nun, forderte, und zwar feinen ,, Allerweltsreligionsunterricht", sondern völlig von dem Landesherrn abhängig, seinen„ Untertanen" Bedrückten; nicht der mittelalterliche famatische Trieb, fich einen tonfeffionellen Unterricht, in dessen Mittelpunkt, wie sie iene christliche Lebensführung beizubringen hatten, die seinen durch die Mehrung des Gottesreiches selbst einen Platz im sagt, Jesus Christus steht, der Sohn Gottes, der Absichten( und jenen der privilegierten Stände) entsprach. Himmel" zu erwerben, treibt demnach die Konservativen dazu, Heiland der Welt, der Auferstandene, der gen Um so mehr der Geistliche zu einem jederzeit abjezbaren das Bolt mit Religion tränken zu wollen. Ihnen ist lediglich Himmel Gefahrene und sein Kreuz". Eine Tirade, Staatsdiener wurde, um so mehr war er gezwungen, den die Religion Mittel zum Zweck: eine nübliche Doktrin, die in nüchterne Sprache übersetzt, nach Herrn Dertels eigenen jeweiligen Staat und seine Einrichtungen zu verteidigen und um die breite Boltsmasse in geistiger b. Angaben bedeutet, daß der Religionsunterricht streng dog- gewissermaßen die weltliche Polizei als geistlicher Gendarm hängigkeit zu erhalten und ihr die über. matisch erteilt und speziell das massenhafte Auswendig dadurch zu unterstützen, daß er die wechselnde Ordnung oder lebten Einrichtungen der heutigen GeseII. lernen von Bibelsprüchen und Gesangbuch Mißordnung immer wieder als Ausfluß des göttlichen schaftsordnung als notwendige Bestand. liedern aus der dem rationalistischen Aufkläricht" voraus- Willens hinstellte. Und man kann den Dienern der ver- teile der göttlichen Weltordnung erscheinen gegangenen Zeit, das heißt aus der Zeit des älteren Teufels- schiedenen evangelischen Staatskirchen zugestehen, daß sie die zu lassen, damit sie sich nicht einfallen lasse, diese ge. und Herenglaubens geübt werden soll. Als besonders ge- an sie gestellten Anforderungen ihrer Landeskirchenbäter im heiligte Ordnung anzutasten, sondern sich willig füge in eignete alte Stirchenlieder empfiehlt Herr Dertel jene, in ganzen sehr wohl zu genügen verstanden haben. Immer Gottes weise Ständeordnung, die kürzlich der Erzbischof denen vom Gekreuzigten, von dem Haupte voll Blut und wieder haben sie, gestützt auf das Evangelium, zu beweisen Henle von Regensburg dahin erläuterte: Wer Knecht Wunden, von der Auferstehung, Himmelfahrt usw. gesprochen gewußt, daß Unterdrückung und Ausbeutung notwendige ist, soll Knecht bleiben." Diese Tatsache, daß den Herrschenden die Religion vielfach heilige Bestandteile der von Gott gewollten und gegebenen Und die ehrfame ,, Streuz- Zeitung" geht in ihrer Nummer 171 Ordmung sind, daß es immer Reiche und Arme, Herrschende mur eine Art Polizeimittel ist zur Aufrechterhaltung ihrer noch einen Schritt weiter. Sie verlangt gar, daß die Pflicht- und Bedrückte, Hämmer und Ambosse gegeben hat, und jeder, Herrschaft und zur Niederhaltung der Arbeiter, ist auch dem fortbildungsschule nicht in erster Reihe ihre Aufgabe darin der sich gottergeben in die staatlichen Mißstände füge, im Jen- intelligenteren Teil der Arbeiterschaft zum Bewußtsein gesuche, ihren Zöglingen eine fachlich gewerbliche Bildung seits die Belohnung für sein friedliches, demutvolles Ver- kommen daher ihre von den„ Dienern des Herrn" so viel zu vermitteln, sondern ihnen eine ethische Bildung halten finden werde. beklagte Religionslosigkeit oder religiöse Gleichgültigkeit. als Lebensgrundlage zuteil werden zu lassen, und zwar kann Den feudalen preußischen Junkern genügt allerdings Sie wollen nichts mehr wissen von einer Religon, die ihnen nach ihrer Ansicht diese sittliche Bildung nur durch den diese geistlich- polizistische Tätigkeit der kirchlichen Staats- die stille Ergebung in die gottgewollte heilige Ordnung des Religionsunterricht erreicht werden, welcher der„ sittlich ver- diener noch nicht; sie wollten nicht nur religiös, sondern heutigen Klassenstaates predigt. Die alte Auferstehungsderblichen Sträfte" der Sozialdemokratie durch die Ver- auch staatstheoretisch bewiesen haben, daß der Staat eine und Erlösungsfage, die der Osterglocken Geläut verkündet, göttlichung des monarchischen Staates und der heutigen göttliche Institution sei, die jeweilige Staats- hat für sie keine Bedeutung mehr; denn ihnen ist aus ihrer Familie entgegenarbeitet. Wörtlich heißt es in dem be- ordnung als Verwirklichung des göttlichen Sittengefezes an- Mitte ein neuer Auferstehungsglaube erstanden: der Glaube treffenden Artikel: Wie die Erfahrung zeigt, ist auch in der zusehen sei, und der preußische König als Monarch von an ihre eigene Kraft und ihre geschichtliche Mission. Zat in den Bundesstaaten, die die Fortbildungsschule Gottes Gnaden gewissermaßen den Willen Gottes repräseit langem befizen, eine Abnahme der auf fentiere. Und sie fanden den geeigneten Mann für diese wird. die materialistische Lebensanschauung ge- Beweisführung in Gerrn Friedrich Julius Stahl Die Religion im Dienite der Zentrums1 richteten Tendenzen der Bevölkerung nicht in der ein ironischer Mit der Weltgeschichte ale jüdischer die Erscheinung getreten. Man wird fich deshalb Renegat zum geistigen Haupt Haupt der der judenfeindlichen borläufig damit begnügen müssen, den ethischen Bildungsstand preußischen Feudalpartei avancierte. weiter Boltskreise im Fortbildungsschulunterricht vor allem So heißt es zum Beispiel in der Stahlschen Staatslehre, durch Stärkung des Pflichtbewußtseins gegen I. Abschnitt, IV. Kapitel: Familie, Gemeinde und Staat auf eine höhere Wenn der Staat zunächst als ein sittliches Reich der mensch Stufe emporzuheben. Wenn es gelänge, hierbei dem Re- lichen Gemeinschaft sich darstellt, so ist er doch, tiefer betrachtet, ligionsunterricht, dessen Eigenschaft als all- zugleich eine göttliche Institution politik. Als die Sozialdemokratie mit ihren Wahlrechtsdemonstrationen die Feste des preußischen Dreiklassenwahlsystems zu bestürmen begann, da rief das Zentrum seine Arbeiter zu„ Bekenntnis. versammlungen" auf. Die fozialdemokratische Wahlrechtsagitation hatte auch unter der katholischen Bevölkerung gewirkt, hatte auch die sentrumstreuen Arbeiter an die Schmach der Ents rechtung crinnerk. der sie ist Preußen unler dem Geldsachsiuahl- recht ausgeliefert sind, und so kam cZ auch in diesen Kreisen zu Aeusierungen. die erkennen ließen, daß man mit der zögernden und schwankenden Haltung des Zentrums gegenüber der Wabl- rcchtsfrage unzufrieden war und eine Wahlrcchtsbewegung der Zcntrumswiiblerschaft für notwendig hielt. Das kam den ultra- montanen Führern sehr ungelegen, und so lenkte man denn die Erregung der Gefolgschaft auf das religiöse Geleise; man veranstaltete die erwähnten„Bckenntnisverfamnüuiigen". in denen die katholischen Arbeiter angewiesen wurden, dag sie sich bor allen Tingen zur Rettung der„ch r i st l i ch e n Weltanschauung". zum Tchutz von Religion und Kirche um daS Zentrum scharen mühten. Seit der Zeit haben sich derartige Beranstaltungen Der- schiedrntlich für bestimmte Gegenden und Wahlkreise wiederholt, so jüngst im Bezirk R e ck l i n g h a u s e n. wo die dortigen Ar- beiter- und Knappenbereine zu 18 öffentlichen V e r s a m m- l u n g e n zusammengetrommelt und gegen„Liberalismus, Sozial- demokratie und Freidenkertum". als die„Feinde des Christentums und der katholischen Kirche" scharf gemacht wurden. Man kann sicher sei», daß derartige auf die Schürung des religiösen Fanatismus zielende Veranstaltungen noch manche stattfinden werden; je mehr wie uns den RcichStagswahlen nahern, desto eifriger wird das Zentrum darauf bedacht sein, die Aufmerksamkeit seines Gefolges von den politischen Dingen abzulenken und an den Fanatismus zu appellieren. Ehemals dachte das Zentrum in dieser Hinsicht anders. Ge- Witz hat von jeher in der nltramontancn Politik die Religion eine gewaltige Rolle gespielt, ober es gab doch auch Zeiten, wo man demgegenüber einen größeren Wert auf die wirtschaftliche und soziale Seite der Arbeiterpolitik legte. So brachte im Juni 1893 die„Kölnische V o l k s z e i t u n g" einen Leitartikel, worin e» hieh: „Air versprechen uns auch nur bescheidene Erfolge von der Art, wie der Kampf gegen die Sozialdemokratie heute meist bc- triebe» wird Zeitungsartikel und Vorträge ohne Zahk rnid Ende, in denen die Führer der Sozialdemokratie »nf das schärfste angegriffen lverdcn oder mit vielen Zitaten tie Verwerflichkeiten der sozialdemokratischen Lehre nach- gewiesen wird, nutzem im Grunde wenig. Zumal wenn die Redner, wie es leider nur zu häufig der Fall, sich arge Blähen und den Sozialdemokraten Gelegen- heit geben, den Spietz umzudrehen, schaden skk oft mehr als sie nützen. Man muh den Glauben, datz der Sozialdemokratie von der religiös-sittlichen Seit« allein bei- zukommen sei, ebenso aufgeben wie den, datz ihr mit Gewalt beizukommen sei. Die Sozialdemokratie ist zwar nicht blotz eine wirtschaftliche und soziale Partei, aber aus den Wirtschaft- lichen und sozialen Zuständen schöpft sie ihre Kraft. Nicht weil sie keine Religio ii mehr haben» laufen den Sozialdemokraten Arbeiter. Handwerter und Bauern zu, sondern weil sie mit ihrer materiellen Lage unzufrieden sind. Darum i st es wesentlich, die sozialen und Wirtschaft- lichen Verhältnisse zu verbessern." DaS war zu jener Zeit, als das Zentrum seinen Volksverein für das katholische Deutschland gegründet hatte, durch den es die Sozialdemokratie zu vernichten gedachte, als das Zentrm sich an- schickte, seine christlichen Gewerkschaften in» Leben zu rufen, die den sozialdemokratischen Strom von den ultramontanen Gefilden ablenken sollten. Damals hatte das Zentrum seine bedingungS- lose Unterordnung unter das Gebot der Regierung noch nicht voll- zogen, hatte es sich dem Militarismus und Marinismus noch nicht auf Gnade und Ungnade ergeben und hatte es noch nicht den Haufen von Sünden auf sein Gewissen geladen, an denen die ZentrumSpoliti! der letzten Jahre so reich ist. Damals konnte es noch hoffen, die Massen durch eine volkstümliche, auf die Besserung der„sozialen und wirtschaftlichen Verhältnisse" zielende Politik an sich zu fesseln. Aber es kamen die Milliardenbewilltgungen der beiden Flottengesetze vom Ende der neunziger Jahre; es kam der Zolltarif vom Jahre 1902. jener getvaltige Raub- zug auf die Taschen des arbeitenden Volkes, bei dem das Zentrum die tätigste Mithilfe leistete. Und von da ab ward man sich in Zentrumskreisen wieder bewußt, datz es besonderer Mittel bedürfe, um den Unmut der Massen abzulenken. In den Tagen des Kampfes um den Zolltarif brachte die„Kölnische Bolls- ßeitung" einen Artikel, worin es hieh: „Wir brauchen unsere scharf ablehnende Stellung gegen die Sozialdemokratie nicht zu betonen, halten es aber für bedenk- lich. in diesem Kampfe die Eigentumsfrage zu sehr zu betonen. Wenn sich das zuspitzt, kommt es zuletzt zu einem Gegensatz zwischen Reichen und Armen, und wer dann, bei dem allgemeinen und gleichen Reichstagswahlrecht, den kürzeren zieht, brauchen wir nicht näher auszufahren.... Statt der Eizentnmsfrage sollt« man mehr ideale Ge- fichtspunkte ins Feld führen. Auch bei den„Ordnungs- Parteien" haben die meisten Wähler an irdischen Glücksgütern nicht zu schwer zu tragen. Wenn man gläubigen und königs- treuen?lrbeitern sagt: Ihr müßt die sozialdemo- kratischen Feinde des Altars und des Thrones bekämpfen, so wird das viel wirksamer sein, als wenn man nur hervorhebt- datz die Sozialdemokraten die Reichen ent- eignen wollen." Nach diesem Grundsatz ist seitdem daS Zentrum mit seiner Agitation vorgegangen und je mehr es sich an den Wirtschaft- lichen und politischen Interessen der Arbeiter versündigte, desto mehr empfand eS das Bedürfnis, die„idealen Gesichts- punkte" in den Vordergrund zu rücken, die katholischen Arbeiter wider die Sozialdemokraten, diese„Feinde des Altars und des Thrones", zu Hetzen. Das ist der Zweck jener „Glaubensdemonstrationen". zu denen das Zentrum sein Arbeiter- gefolge zusammentrommelt. Tie Religion, als deren Schützer sich das Zentrum mit besonderer Vorliebe aufspielt, mutz herhalten zur Bemäntelunz der schäbigsten Interessen- Politik. Der ßauernkrieg in der Champagne. Paris, 13. April.(Eig. Ber.) Tie jetzigeil Borgänge in der Chainpagne sind charakte- ristisch für die inneren Widersprüche, die die kapitalistische Ordnung entwickelt. Die französischen Bauern haben die große Revolution gemacht, um die feudalen Schranken, die die Produktionsbezirke voneinander trennen, niederzuwerfen und die„ein« und unteilbare Republik" zu' schaffen, und nun find sie in Hellem Aufruhr um eines lokalen Wirtschafts- Privilegs willen. Die Winzer der Aube revolierten, weil man sie, unstreitig den Tatfachen der Geographie und Xsse- schichte zum Trotz, aus dem Abgrenzungsbezirke der Cham- pa�ne ausgeschlossen hatte, und jetzt wütet Brand und Plünderung im Nachbardepardement. weil die Senatsmchr- heit, vielleicht nicht so sehr aus ManchesterliberalismuS wie um der jetzigen, dem Großkapital unsympathischen Negierung eine Verlegenheit zu schassen, einen prinzipiellen Beschluß für die Abscksaffung des Abgrenzungsprinzips überhaupt ge« faßt hat. Mm» muß zugeben, daß die Bauern der Marne bei Kreil BsLresMea einigermaßen mit grsßeier sozialer Ein- ucht herfahren. � als 5ei ihrer For�ekultg eineZ lokaken Produktionsinonopols. Sie halten sich an die Groß- kopitalisten des Weinhandels. In der Tat ist es nicht allein der„Betrug", sondern auch die normale, legale Funktion des Kapitalismus, die die triste Lage der Winzer verschuldet hat. Nur ist eben die Rcvoüs mit ihrer blinden Zerstörung keine Lösung, und sie zeigt auch nicht den Weg zu einer solchen. Die Situation trägt alle Kennzeichen einer anarchischen Produktionsweise, und es ist darum auch wahr- haftig Herrn Monis kein Vorwurf daraus zu machen, daß er nicht sofort eine glatte Lösung vorzuschlagen wußte, sondern sich über die Frage, ob die Aenderung der Ab- grenzimgsbestimmiingen vom Staatsrat selbständig oder auf sein Gutachten hin von der Regierimg unter eigener Verantwortung durchgeführt werden soll, ziemlich unentschieden ausgedrückt hat. �> Die Verwirrtheit des wirtschaftlichen Problems und der politischen Situation mußw schließlich auch auf die Sozialisten abfärben, die in der Not des Augeichlicks den Zwang fühlten, eine Palliativpolitik zu' unterstützen, die der einzig wirksamen Entscheidung, die in der Sozialisation der Produktion be- steht, in keiner Weise vorgreifrm kann. Die große Mehrheit. die dem Ministeirniu gesichert war, ermöglichte ihnen dann bei der Abstimmung über das Vertrauensvotum eine Abstinenz, die Iaurds mit einer Ironie konstatiert, die darum nicht un gerecht ist. weil in der Tab während der Verhandlung die Sorge, das Ministerium zu' verteidigen, stärker hervor- getreten war, als die grundsätzliche Auffassung des Sozialismus, die sich dem Manchestertum wie der Neu- feudalität der privaten Monopole gleichermaßen entgegensetzt. Die Ruhe wiederhergestellt. Im Aufstandsgebiet ist im wesentlichen die Ruhe wieder- hergestellt worden. Eine Anzahl von„Rädelsführern" der Winzer ist verhaftet worden. Ueber vereinzelte Ausschreitungen meldet das Wolffsche Depcschenburcau: RciniS, 15. April. Aus dem Marnedcpartement werden neue Fälle von Sabotage gemeldet. In Trvpail zertriimmerien die Winzer beute früh, als Infanterie dort einrückte, die Fensterscheiben des Hauses eines Kommissionärs, erbrachen die Keller und zer- schlugen 1500 Flaschen. Eine andere Bande verwüstete in Verzenay Weinberge des Hauses Most et Chandon in einem Umfange von zwanzig Hektar. In mehreren Orten des WeinbaugcbietcS ivurden Lerbastungcn vorgenommen. Paris, IS. April. Wie aus Epernay gemeldet wird, sind daselbst von unbekannten Uebeltätern 20 Kilogramm Dynamit gestohlen worden. Die Polizei hat deshalb große Sichecheits- maßregeln zum Schutze verschiedener Weinhändler aetrofsen, da befürchtet wird, daß gegen dieselben Anschläge geplant sind, politilcbe Ueberficbt. Berlin, den 15. April 1911. Die sozialdemokratische» Bildungsbestrebungc» haben es der„Kölnischen Zeitung" angetan. Einerseits kann das Blatt dem erzieherischen Wirken der Sozialdemokratie ihre Anerkennung nicht versagen. Sie sieht darin einen Beweis für den„s o z i a l p s y ch o l o g i s ch e n Scharfblick" der Sozialdemokratie, die„m i t feinem Verständnis sofort erkennt, wo und wie sie mit ihrer Arbeit am b e st e n einsetzen kann." In der sozialdemokratischen Bildungsarbeit des vergangenen Jahres zeige sich ein„gewaltiges, imponierendes Gesamtresultat", und wenn auch noch manches Un- Verständnis dabei zu überwinden sei, so halte das die Sozialdemo- kralie nicht ab.„mit immer steigender Intensität den fruchtberh eisten den Acker zu bebauen". Zum Schlust heißt es: ES ist klar, daß eine derartige planmäßige und umfassende Arbeit die Vorbedingung für die Erfolge der Sozialdemokratie tn sich trägt. Wer durch diese Schule gegangen, wird kein bloßer Nachläufer der Sozialdemokratie, den hat die Partei fest für sich. Gewiß, und das ist ja der Grund und Zweck unserer Bil- dungSbcstrebungen. Wir wollen einerseits den Arbeitern ihren Anteil an Wissen und Kultur gewähren, den ihnen die bürgerliche Gesellschaft vorenthält, und wollen sie andererseits festigen in ihrem Kloffenbetmisttsein und ihrer Klassensolidarität, in der Er- kcnntnis, daß sie nur im Zeichen des Sozialismus siegen werden. Und da» ist es, was dem nationalen Herzen der„Kölnischen Zeitung" Sorge macht. Sie bedauert, daß die sozialdemokratische BildungSarbcit nicht Selbstzweck, sondern Mittel zum Zweck ist, daß sie„nicht lediglich unter dem großen Gesichtspunkt einer dringenden nationalen Kulturaufgabe" gepflegt, sondern daß sie betrachtet wird„als Waffe für den politischen Kampf, dessenEndzieldenUmsturzunserergesellschaft- lichen Ordnung ist." Die Umsturzphrase wollen wir dem Blatte hingehen lassen als eine Albernheit, die durch lange Gewohnheit ihre Erklärung findet. Was nun die Behauptung betrifft, unsere Bildung diene nur zur Ausrüstung für den politischen Kampf, so sollte die Kölnische Zeitung", die unsere BildungSarbcit vom verflossenen Jahre im einzelnen anfuhrt, doch einsehen, daß ein großer Teil Theatervorstellungen, Dlusikveranstaltungcn, Dichterabende, natur- wissenschaftliche und manche andere Vorträge mit der Politik gar nichts zu tun haben, sondern lediglich der Kulturaufgabe dienen, das Volk geistig zu heben und künstlerisch zu erfreuen. Andere Zweige unserer Bildungsarbeit dienen allerdings der Erziehung der Arbeiter zu Parteigenossen, zu Kämpfern für die Sache des Sozialismus. Abev wenn die Nationalliberalen von Partei wegen derartige Bildungsarbeit trieben, würden sie die volkswirtschaftlichen. Partei- und sozialpolitischen Kurse und Vor- träge etwa nicht als„Mittel zum Zweck", als„Waffe für den politischen Kampf", als Erziehungsmittel für den Liberalismus betrachten und handhaben? In der Schule mag den staatsl-ürger- liche Unterricht neutral fein, aber von einer Partei Neutralität in der Erziehung ihrer Anhänger verlangen, ist wohl mehr als kindlich. Wir verstehen es ja, daß die Nationallibcrolcn mit Neid auf unsere Bildungsbestrebungcn blicken. Tie Partei von„Bil- dung und Besitz" mag es genugsam kränken, daß sie weder die Mittel, noch die Kräfte aufbringen kann, um eine solche Bildungs- arbeit ffu betreiben._ Kolonial-Karriere. Zum Gouverneur von Togo als Nachfolger des langjährigen Gouverneurs Gros von Zech, der in den Ruhestand getreten ist, wurde ber seitherige stellvertretende erste Referent beim kaiserlichen Gouvernement von Deutsch- Südwestafrika Geheimer Negiernngsrat Edmund Brückner ernannt. Brückners Käme wurde in dem Konflikt, in den Staatssekretär Dernburg mit der Zentrnmspartei geriet und der damal« den Vorwand zur ReichStagSauflösung gab. viel ge- nannt. Abg. Roeren bezeichnete ihn al»„grünen Assessor". RoercnS Opfer wurde darauf 1907 zum RcqierungSrat und 190S zum Geh. RegierungSrat und Vortragenden Rat im ReichSkolonial, am befördert. Er hat also keinen Änlatz, dem Abg. RoertN gram zu sein._ Zweiter deutscher Richtertag. Am 13. und 14. September wird auf Beschluß des Gesamt- vorstandcS des Deutschen Richterbundes in Dresden der zweite deutsche Richtertag stattfinden. Unter den Verhandlungsgegenständen sind folgende bemerkenswert: ' Ist der Vorentwurf eines Strafgesetzbuches eine geeignete Grundlage für die Neuregelung des Strafrechts? Jnlviefcrn empfiehlt sich ein weiterer Ausbau der Vorschriften des GerichtsverfassungSgesetzeS über die Unabhängigkeit der Richter?.„ Eine nochmalige Stellungnahme zur Laienfrage oder die Einberufung eines außerordentlichen Richtcrtoges mit Rücksicht auf die jüngsten Reichstagsoerhandlungen über die GerichtSverfassungS- Novelle wurde nicht für angezeigt erachtet. Auch von der Fassung einer„Resolution zu den bei den erwähnten ReichStagSverhandlungen vorgekoinmeiien schweren Angriffen gegen Richter undiRechtsprechung" wurde abgesehen.____ Zentrum und Ausnahmegesetze. Die Zentrumspresse Pflegt Zeter und Mordio zu schreien, tnenr; sie beschuldigt wird, durch ihr immerwährendes Terrorismus- gcschrci den Scharfmachern Wasser auf die Mühle zu liefern. Wenn der Staatsanwalt des Klassenstaatcs, gestützt auf den unaus- gesetzten Terrorismusschwindel der Gewertschaftschristen in Presse und Versammlung, wegen jedcS lauten Wortes oder schiefen Blickes eines Freiorganisiertcn gegenüber einem Unorganisierten oder „Christen" die Anklage nach ß 153 der Gewerbeordnung erhebt, und wenn dann wegen jeder Bagatellsache auf harte Gefängnisstrafen erkannt oder gar auf Grund des Allgemeinen Strafgesetzbuches das Zuchthaustor aufgemacht wird, so will's die Zentrumspressc nicht gewesen sein. In Wirklichkeit besorgt diese Presse seit Jahren in steigendem Maße die Scharfmachcrgeschäfte. Wie bunt es die Herren Gewcrkschaftschristcn vollends dort treiben, wo sie von sozialdemokratischen Gegnern nicht unmittelbar kontrolliert werden, zeigt jetzt wieder ein Beschluß, der auf Antrag der Zentrums- fraktion im sozialistenreinen Gemeindcrat von Mülhausen i. Elf. nach Begründung durch den christlichen Arbeitersekretär Franz Fischer gefaßt wurde. Zur Begründung brachte Fischer fünf oder sechs Fälle von angeblicher Nötigung christlicher Bauarbeiter zum Eintritt in die„rote" Ge- wcrkschaft vor. Der Antrag, der noch in der gleichen Sitzung vom Gemeindcrat zum Beschluß erhoben wurde, verlangt, in das städti- sche Lastenheft(Lieferungsbedingungen für die Unternehmer) den nachstehenden Paragraphen aufzunehmen: „Der Arbeitgeber hat dafür Sorge zu tragen, daß Belästigungen der Arbeiter wegen ihrer Zugehörigkeit der Nichtzugehörigkeit zu irgendeiner Organisation auf der Arbeitsstelle unterbleiben. Zuwiderhandelnde Arbeiter, Vorarbeiter er Poliere sind nach vorheriger Verwarnung entlasse n." Man beachte, daß der Beschluß auf eine Generalboll- machtfürdcn Unternehmer hinausläuft, bei jedem Streit- Handel unter„seinen" Arbeitern wegen Zugehörigkeit oder Nichtzugehörigkeit zur Organisation die Leute auf der Stelle zu maß» regeln, sobald sie ihm irgendwie mißliebig geworden sind. Ter Unternehmer braucht nur von einem Polier oder Gewcrkschafts- christcn einen solchen Streit anzetteln zu lassen, dann kann er nach Herzenslust mit seinen„Verwarnungen" und Entlassungen dreinfohren— das städtische Lastcnheft fordert ihn ja dazu auf! Man beachte weiter, daß eine einseitige Bestimmung zum Nachteil der Arbeiter borliegt, ein Ausnahme- gesetz gegen dt e Arbeiter, wie es plumper nicht gedacht werden kann: die Belästigungen der Arbeiter durch die Unter- nehmer wegen Zugehörigkeit zu einer Organisation werden darin nicht mit Strafe bedroht, vielmehr wird der Unternehmer direkt zum Schiedsrichter in Streitfragen über die Organisation ein- gesetzt!— Die Liberale» im Gemeinderat, die in der Zentrums- presse gelegentlich als Kapitalistcnpartei traktiert werden, würden eS wohl kaum gewagt haben, eine so schamlose Ausnahmemaß- rcgel gogen die Arbeiter zu beantragen, sie stimmten aber natür- lich Mann für Mann dafür, nachdem ein„christlicher Arbeiter- Vertreter" im Namen der..Volkspartei de» Zentrums" de# Antrag eingebracht und begründet hatte!..» Lustige ZentrumSnustimmigteiten. Die„Rhein. Ztg." macht sich das Vergnügen, folgende beiden Zentrumsurtcile über die Wahl in Berlin IV in drastischer Gegenüberstellung wiederzugeben: „Kölner Lokal-Anzeizer", ausgegeben am Donucrstagnach- mittag: DaS vorliegende Wahl- resullat der ReichStagSersatzwahl in Berlin 4 bedeutet eine nn- geheure Schlappe für die Sozial- demokratie. Die für die Sozial- demotratie abgegebene Stimmen- zahl ist gewaltig zurückgegangen. Die Sozialdemokratie hat einen Verlust von 12000 Stimmen zu beklagen. Die Wähler haben also die richtige Antwort ge- geben auf den infamen Volks- betrug, den die Sozialdemokratie verübr. Eine so deutlich« Absage bat die Sozialdemokratie sickcr nicht erwartet, wenn auch ihre fieberhaste Tätigkeit darauf hin- deutete, daß sie sich ihrer unan- genehmen Lage wohl bewußt ivar.... Die staatSerhaltenden Parteien können mit dem AuS- gang der Wahl vollauf zuftieden sein. Ihr mittelbarer Erfolg be- steht darin, daß Tau sende von ehemaligen sozial- demokratischen Wählern fahnenflüchtig geworden sind, daß somit in die fast un- überwindlich erscheinende sozial- demokratische Festung eine weitere Bresche geschlagen wurde.... Tie Sozialdemokratie hat bei dieser Wahl gearbeitet wie nie zuvor. Unter diesen Umständew ist der ungeheure Rückgang der Sozialdemowatie geradezu nieder« schwcttrrud.... In der gewalti- gen Zahl dieser Stimmenlhaltun« gen, m dem kolossalen Rückgang der sozialdemokratischen Stimmen offenbarte sich das Lolksgrricht über diese Partei! Krassere Widersprüche, als ste sich hier kn zwei Jen- trumSblättern finden, die beide im Verlage des Herrn B a ch e ni erscheinen, sind Wohl nicht denkbar. Wie ist ein so groteSkeS Schauspiel nur möglich? Nun. der„Lokal-Anzeiger" ist tür dtze Masse der yejnbiirgersichen lyitz vroletanlcheo »Kölnische VolkSzeitung", ausgegeben am Donnerstagnach- mittag: Wenn dieser starke Rück- gang auch auffallen muß. so ist doch zu benicksichtigen, datz eine eigentliche Konlurrenz fehlte— Freisinnige und Konservative hatten infolge der auSsichtSlosig- keit auf die Aufstellung von Kandi- baten verzichtet— und daß in solchen Fällen stets eine Verhältnis- mäßig geringe Wahlbeteiligung zu verzeichnen ist. ES wäre deshalb verkehrt, wenn man etwa aus dem 3 timmenrückgaug dieser Ersatzwahl, übrigens dem ersten seit dem Sin- setze» der Steuerhetze, ohne weiteres auf einen wirklichen Rück- gang der sozialdemokratischen Flut- welle schließen«ollte. Soweit wir sehen, halte» sich auch die Blätter aller Richtungen von ein«» solchen Trugschlüsse fern. Auch das Zentrum hatte seit den Blockwahlen in verschiedenen Er- satzwablen so gut wie keine Konkurrenz und gerade infolgedessen verschiedentlich einen ansehnlichen Stim- menrückgang zu verzeichnen. ... Noch zwei solcher Wahlen. und die Sozialdemokraten hätte» statt Gewinne in der Schlußrech- nung noch einen Verlust zu der« zeichnen, worau» nach manche» Statistikern ein Rückgang der Sozialdemokratie selbst in den letzten Jahren zu konfta- tieren wäre. Natürlich würde alle Welt über ein« solche Feststellung mit Recht nur lachen. ZenirumSwahler bestimmt, denen man das dutitmste Zeug vorsetzen zu können glaubt, während die„K ö l n. Volks- z e i t u n g" als angesehenes Parteiorgan, das auch von Nicht- zcntrnmöleutcn gelesen wird, ihre Reputation zu wahren genötigt ist I_ Zur Kampfestveise der Zentrumspresse. Der olS rabiat bekannte Miinchener.Bahr. Kurier" leistete sich in einer seiner letzten Nummern einen gemeinen Angriff auf uuser Münchener Parteiblatt. In einer vom Zaun gebrochenen Polemik gegen die„MiinchenerPost" beschimpfte das ultramontane Blatt unser Parteiorgan in unverschämter Weise, indem er es unter anderem auf eine Stufe mit der Revolverpresse stellt. Darauf antwortet die »Münchener Post": „Unser Anwalt ist bereits von den Mitgliedern unserer Ne- daktion beauftragt worden, gegen den„Baynschen Kurier" Klage zu stellen. Durch daS unerhörte Verhalten des ZentrumSblatles sind wir gezwungen, unsere bisher in gewissen Fällen und allen von jener Seite erfolgten böswilligen Angriften zum Trotz geübt- Reserve aufzugeben. Wir werden zu der Verhandlung gegen den„Bayerischen Kurier" zunächst drei katholische Geistliche. darunter einen hervorragenden Führer der Zentrumsfraktion des bayerischen Landtages, als Zeugen laden lassen. Diese erste Serie von Zeugen, denen je nach der EntWickelung des Prozesses weitere Serien folgen werden, mag dann unter Eid vor der deutschen Oeffentlichkeit de» Gerichts die„persönliche Kanrpfesweise" und die„Erpressertaktik" der„Münchner Post" in das richtige Licht rücken." Man kann sich demnach aus einen Aufsehen erregenden Prozest gefatzt machen._ Verletzung des Beichtgeheimnisses im Vatikan? Die Bewahrung des Beichtgeheimnisses gilt bekanntlich nach katholischer Auffassung als unverbrüchliche Pflicht. Ein Bruch des Beichtsiegel» gilt nach katholisch-kirchlichem Recht als ein Verbrechen gegen die Religion und als ein Sakrileg. Iveil er die Würde eineS von Gott eingesetzten Sakramentes und das all- gemeine Interesse der Gläubigen in gröbster Weise ver- letzt. Die Erfüllung des göttlichen BeichtgebolS wäre unmög- lich, die göttliche Einrichtung nutzlos und ihr Zweck vereitelt, wenn die Gläubigen nicht prinzipiell gegen das Bekanntwerden ihrer Bekenntnisse gesichert wären. Dazu kommt, daß dem Priester eben nicht als Menschen, sondern als Stellvertreter Gottes, des Heilandes gebeichtet wird. Nie darf daher der Priester daS geringste aus der Beichte verraten. DaS Beichtsiegel läßt keine einzige Ausnahme in feiner Bewahrung zu. Die Verletzung wird mit Entsetzung vom Pricsteramt bestraft. Um so seltsamer erscheint folgender römischer Bericht, der sich in liberalen Blättern findet: „Der soeben zum Protestantismus übergetretene Jcsuitenpater und klerikale Schnftsteller Verdesi erzählt folgendes: Als Sekretär des durch feinen Fanatismus bekannte» Inspirators der vatilauischen Presse Monstgnor Benigni habe er, Don Verdesi, nicht allein eine Serie heftiger Artikel gegen den Modernismus lanciert. sondern auch, freilich in gutem Glauben, seinem Beichtvater, dem Jesuitenpater Becorelli verraten, daß er. ohne zu wollen, mit fünf modernistisch gesinnten Geistlichen zu ver- kehren pflegte. Im Besitze dieses Beichtgeheimnisses habe sich Becarelli zum Papst begeben, der ihm auftrug, bei Strafe der Todsünde eine genaue Relation mit Namen und Daten zu ver- fasten. Gleichfalls bei Strafe der Todsünde sei ihm. Verdesi, als- dann namens des Papstes Stillschweigen auferlegt worden. Don Lerdcst sei daS Unerhörte feiner eigenen Handlungsweise, des VaiilanS, ja des Papstes selbst erst dann zum Bewußtsein ge- kommen, als sämtliche von ihm unter dem Beichtsiegel des Modernismus beschuldigten Geistlichen(darunter Professor Bonaiuti, der Direktor der theologischen Zeitschrist und Professor Turchi, Lehrer am MisflonSinslitut der Propaganda fide) ihrer Stellung enthoben und unter Anllaze gestellt wurden. Dies habe ihn bewogen, obschon der Vatikan ihn zu bestechen suchte, in seiner HerzenSnot und Empörung der Kirche den Rücken zu kehren. Die Angaben Don Verdesis bezichtigen den Vatikan nicht allein des Bruchs des Beichtgeheimnisses im Kampfe gegen den Modernismus, sondern werfen auch ans die Moral des hohen und niederen römischen Klerus ein sehr trauriges �Licht. Da Verdesi zum literarischen Generalstab des Vatikans gehörte, werden feine Enthüllungen kaum so ohne weiteres als»Lüge" abgetan werden können."_ Schweiz. Noch ein abgelehnter Ministersessel. Sehr skeptisch denken unsere Genossen im roten Zürich über die Beteiligung der Parteigenossen an der Regierung. Sie haben soeben ausdrücklich das f r e i w i l l i g e A n g e b o t der MehrheitS- parte», der Liberalen, ihnen einen weiteren Sitz in der Regierung des Kantons Zürich zu überlassen, rund und nett abgelehnt. Und das kam so: Die Sozialdemokraten haben bereits seit Jahren einen roten Minister, den Genossen Er» st. Aber das ist ein alter Grütliancr, den die Bürgerlichen bei ErneueruirgSwahlen mit auf ihre Liste nehmen. Man hat ihm auch nur das Ressort über das Erziehungs- Wesen gegeben, was zwar ein für uns wichtiges, aber für die Bour- goiste ungefährliches Dezernat ist. Offenbar haben nun unsere iGenossen im Kantonsrat(Landtag), wie sie über 49 von 227 Sitzen inne haben, eingesehen, daß es ihrer Arbeiterpolitik Eintrag tut. wenn sie der freisinnigen Regierung einen Teil der Verantwort- lichkcit abnehmen. Auch kommt hinzu, daß die Freisinnigen in Verlegenheit sind und ihr großmütiges Angebot gewissermaßen nur ein Angftprodukt ihres schlechten Gewissens ist: Infolge ihrer gehässigen antisozialistischen Agitation hat da» Zürcher Volk(die verhetzten Bauern gaben den Ausschlag) am vorigen Sonntag die vom KantonSrate mit der Regierung beschlossene Einführung der Verhältniswahl abgelehnt. Tie Freisinnigen kamen erst zu spat bahintcr, daß sie mit diesem..Siege" sich arg in die Nesseln gesetzt, denn auch ohne den Proporz wird die sozialdemokratische Fraktion manches neue Mandat erobern. Genug, tun Oel auf die stür- mischen Wogen zu gießen, um gut Wetter für die kommenden Neu- wählen der beiden Parlamente, Nationalrat und Kantonsrat, zu erbitten, präsentierte man unseren Genossen freiwillig einen Ministerposten. Aber die Herrschaften haben sich verrechnet. War ihr Erstaunen schon groß, daß vor einigen Tagen beim Schlußessen der Parlamentarier sämtliche 43 Sozialdemokraten— zum ersten Male— fehlten, so wuchs es ins Ungemesscne, als sie nunmehr nicht nur einen Korb, sondern einen eleganten Fußtritt erhielten. Unser Zürcher Bruderblatt, das.Volksrecht", quittierte die liberale Aubiederei nämlich folgendermaßen: Zunächst verriet cS sie der Oefsentlichkeit. was den Drahtziehern sehr peinlich war. und fügte treffsicher hinzu: .Die Sozialdemokrat,e wird und darf»yr Ansehen nicht durch Regierungsgelüste schwächen, zumal nicht, wenn eine über die Stärke der Kan- tonSratSsraktion hinausgehend« Vertretung im RegierungSrat die KonflistSgefahren so zu häufen droht, wie eS hier der Fall sein würde." Damit war zugleich den nicht immer so dem.freiwilligen Pro- pcrz" huldigenden Liberalen gesagt: Wir wollen Rechte, keine Ge- schenke. Und zugleich ist damit der liberale Versuch, auch die Demo- kralcn. die Anspruch auf den Sitz haben, zu schwächen, energisch zurückgewiesen. Hätten unsere französischen Genossen immer so gehandelt: Der International? wäre gar mancher Streit«spart aebliebent Snglancl. Tei Scheinkamps gegen die Lords. Unser Londoner Korrespondent schreibt uns vom 12. April: Tie Presse ist noch voll von Spekulationen darüber, ob die Lords die Vctobill der Regierung gutwillig passieren oder ob sie es auf einen Kampf aufs Messer ankommen lassen werden. Inzwischen spielen sich aber im Unterhause in aller Stille Ereignisse ab. die das Schicksal der Vetobill für die Sache der Temolratie völlig gleich- gültig machen. Von einem formellen Kompromiß oder einer neueir Konferenz zwischen den liberalen und konservativen Führern ist allerdings keine Rede, aber statt dessen werden die Rechte der Volks- Vertretung mittels scheinbar belangloser Wortänderungen eines nach dem andern von der Regierung verschachert. Aber hier zeigt� sich wieder der ganze Jammer der Abwesenheit einer sozialistischen Tagespresse in England. In anderen Ländern würde die Arbeiter- presse die Beratungen im Parlament von Tag zu Tag»nit steter Wachsamkeit und dem nötigen Mißtrauen verfolgt und jeden drohen- den Verrat rechtzeitig zu verhindern versucht haben. Hier aber, wo die Presse ausschließlich in den Händen der beiden regierenden Parteien ist, gehen gerade Fälle des gefährlichsten Volksvcrrats, nämlich die, wo die Führer der beiden großen Parteien Hand in Hand arbeiten, fast unbemerkt vorüber, und erst, wenn eS längst zu spät ist, inerkt das Volk, daß es wieder einmal betrogen worden ist. Seit zwei Wochen befindet sich nun die Vetobill, die im ganzen aus ein paar Zeilen besteht, in Kommissionsberatung. Aber bisher ist nur der erste Teil derselben verabschiedet worden, nämlich der Absatz, der sich auf die Rechte des Unterhauses mit Bezug auf Finanzvorlagen bezieht. Daß die Berhandlungen in dieser Weise verschleppt»verde», liegt zum Teil ohne Zweifel an der Ob- struktwnstattik der Konservativen. Aber auch abgesehen von dieser Verschleppung können die Konservativen nun mit Stolz darauf hin- weisen, daß ihre Bemühungen nicht vergeblich gewesen sind. Sie haben der Regierung mehrere wertvolle„Konzessionen" abzutrotzen vermocht. Diese Konzessionen sind in der Tat so wertvoll für die Konservativen und die Lords, daß sie diesen ganzen wichtigsten Passus der Vetobill für die Demokratie wertlos machen. Dieser Passus sollte das ausschließliche Verfügungs- recht des Unterhauses über die Stnatsfinanzen, das bis zur Ablehnung des Budgets von 1909 durch die Lords in England unbestrittene Verfassungsnorm war, wiederherstellen. Dieses Vorrecht der Volksvertretung»var in der Tat überaus wert- voll, und zivar aus dem Grunde, weil eS einer entschlossenen Volks- regierung die Möglichkeit geben würde, auch eine wirklich revolu- tionäre Gesetzesmußregel ohne Rücksicht auf die Wünsche der Lords durchzusetzen, dadurch, daß sie jedes beliebige Gesetz in Form oder in Verbindung mit einer„Finanzvorlage" einbringt. Hauptsächlich von diesem Gesichtspunkt au« hatte der„Verfassungskampf" für die Demokratie einen Sinn. Aber schon die ursprüngliche Fassung der Vetobill der Asquith-Regierung opferte einen sehr wesentlichen Teil dieses Vetorechts des Unterhauses, indem sie dieses Vetorecht aus- drücklich nur für reine Finanzvorlagen, die keinen fremden Stoff enthalten, beanspruchte. Auf dieser abschüssigen Bahn ging die Regierung während der Kommissionsberatung der letzten Tage ein großes Stück weiter. Ungeachtet der während der Wahlen gemachten Ar»kündigung, daß die Vetovorlage„ohne die Aenderung eines Kommas" Gesetz werden müsse, hat die Regierung bisher schon zwei Ainendements der Konservativen vom U»»terhause annehmen lassen und andere erwägen zu wollen versprochen. Das eine schließt von dem ausschließlichen Vcrfügungsrecht des Unlerhauses über Finanzvorlagen solche Vorlagen aus, die b»e Finanzen von Muni- z i p i c n betreffen. Uebcr solche Vorlagen werden also die Lords in Zukunft mitentscheiden können. Die LordS haben sich also ein neues Recht erobert, das sie bisher nicht besaßen, und das ein Recht, das angesichts der stetig sich ausweitenden Funktionen der Muntzipien eine wachsende Bedeutung haben muß. Ein zweites wichtiges Amendement, zu dem die Regierung ihre Zustimmung gab, erweitert ebenfalls die bisher besessenen Privilegien der Lords. In der ursprünglichen Fassung der Vetobill hieß es, daß Finanz- vorlagen„und damit zusammenhängende Gegenstände" der Ein- flußsphörc der LordS entzogen sein sollten. DaS Amendement cmdert die? in:..damit zusammenhängende untergeordnete Gegenstände". Damit wird also mit der äußersten Strenge fest- gelegt, daß sich jenes alte Vorrecht des Unterhauses eigentlich nur auf die Steuererhebung bezieht, ein Vorrecht, dessen aus- drückliche Festlegung unter modernen Verhältnissen wohl recht wenig Wert hat. Und um nur ja keinen Zweifel über die Absichten der Vorlage und der Regierung auskommen zu lassen, hat die Regie- rung noch ein anderes Amendement der Konservativen passieren lassen, wonach der Sprecher einer jeden Finanzborlage, noch bevor sie zum Oberhaus geschickt wird, daS ausdrückliche Zeugnis ausstellen muß. daß sie wirklich eine„reine" Finanzvorlage ist und keinerlei fremdes Material enthält, um vor der Einmischung der Lords sicher zu sein. Man sieht also, soweit»die der„Kamps" gegen dag Oberhaus bisher gediehen ist. hat er trotz des mehrfach wiederholten Wahl- sicges der liberalen Regierung die Vorrechte der erblichen Kammer nicht eingeschränkt, sondern dokumentarisch festgelegt und er- »vettert, wenn man von der beispiellos dastehenden und tatsäch- lich wirkungslosen Ablehnung des Budgets von 1990 absieht. Nach alledem ist es schwer einzusehen, weshalb die LordS daran denken sollten, die Vetobill abzulehnen oder gar einen schweren Aoi»flikt wegen ihr zu provozieren. Die konservativen Führer im Unter- Hause haben ihre Zufriedenheit über die ihnen von der Regiorung zuteil gewordene Behandlung nicht verheimlichen können, und die letzten Sitzungen des Unterhauses erinnerten an nichts weniger als an einen Schauplatz erbitterten Kampfes zwischen zwei ein- ander entgegengesetzten Interessen oder Gedankenrichtungen. AZaS von der Vetobill noch zur Kommissionsberatung übrig bleibt, bezieht sich nicht aus Finanzvorlagen, sondern alle anderen Maßregeln, und mit Bezug auf diese hat die Regierung natürlich von vornherein auf ein ausschließliches Vcrfügungsrecht des Unter- Hauses verzichtet. In diesen Dingen soll der Will« des Unterhauses trotz wiederholter Zurückweisung durch die LordS nach drei Sessionen zur Geltung kommen—■ vorausgesetzt, daß die betreffende Vorlage, die betreffende Regierung und das betreffende Unterhaus es erleben. Aber auch da bleibt c» noch abzuwarten, welche„Kon- Zessionen" Herr Asquith noch für die Konservajiven und seine Tod- feinde, die LordS, in Vorrat hat. Cürfcel Der Aufstand in Albauie». Eetinje, 15. April. Laut Meldungen, welche von der Grenze hier einlaufen, machen die Ausständigen weitere Fortschritte. Außer dem Fort Detschitsch haben die Albanesen nun auch die Ortschaft Mali Hotti erobert. Nie Nachricht, daß die Albanesen die 1000 Mann starke türkische Armee bei Eastrati geschlagen haben, wird bestätigt. Die Kämpfe bei Tuzi und Castrati dauern nun schon eine volle Woche mit geringen Unterbrechungen. Aus einem Hinterhalt wurden dieser Tage seitens der Albanesen zwei Kompagnien türkischer Soldaten vernichtet. Das türkische Dorf Hatschy wurde in Brand gesteckt. Die zurzeit bei dem einae» iwuniMv Joxf Dessthitsch kouMttstrttll Albavxsea fclaufea s«h auf 3000 Mal»,- Bei HotSkä Götä fand gesterst Sin Gefecht statt, wobei 60 türkische Soldaten getötet wurden; auch die Ve» luste der Albanesen sollen bedeutend gewesen sei»». Stutari, 16. April. Die»nit den Ausständigen ausgesöhntcn Stämme haben beschlossen, gegen Skutari vorzugehen, um die Stadt einzunehmen. Sie beabsichtigen, sich in dem dort befind- lichen Arsenal mit Gewehren und Munition zu verproviantieren. Seit gestern hört»nan aus der Gegend von Podgoritza andauernd Kanoiiendonncr. Nach Podgoritza(Montenegro) wurden gestern L0 verwundete Albanesen verbracht. Die Albanesen wurden in den letzten Kämpfen besonders durch das türkische Gcschützfcuer hart mitgenommen. Belgrad, 15. April. Wie aus Skutari berichtet Wird, über- fiel eine Albanesenbande, unter Führung von Nikola Mirasch Spitza, in den Waldungen von Suwi-Potort, unweit von Castrati, eine türkische Militärabteilung, die den türkischen Truppen Hilfe bringen sollte. Die Abteilung wurde in die Flucht geschlagen und zwei in der Nähe befindliche Dörfer eingenommen. Tie türkische Bevölkerung dieser beiden Dörfer»ourde entivasfnet. Wie weiter noch gemeldet Wird, eroberten die Albanesen auch ein Mu- nitionsdepot bei Tuzi.— Dieselbe Bande verhindert auch die Aus- schiffung türkischer Truppen bei Hum am Skutarisee. Die zurück- geschlagenen Schiffe gingen in der Richtung der Castratiberge vor Anker, wo alsdann die Ausschiffung ohne Zwischenfall erfolgen konnte. Konstantinopel, 15. Aprik. Eine Depesche des Ministeriums des Innern besagt, daß gestern zwischen den die Höhen von Vuksalekaj und Cafkisa besetzt haltenden Truppen und den Rebellen ein Kamps stattgefunden habe. Eine Kompagnie sei zur Verstärkung heran- gezogen worden. Tuzi sei hinreichend verproviantiert. Ausstand der türkischen Regiearbeitcr. Konstantinopel, 15. April.(W. T. B.) Der Ausstand der Arbeiter der Tabakregie dauert an. Die Generaldirektion hat ver- sucht, fremde Arbeiter'heranzuziehen, dabei kam es zu Zusammen- stoße»» mit den Ausständigen. Polizei mußte cjrtschMteit. Hrnenba. Rücktritt de» Botschafters Hill. Der Botschafter der Vereinigten Staaten in Berlin; Hill, hat vom Präsidenten Taft den Rücktritt erbeten und erhalten. Ueber die Ursachen des Rücktritts schweigt man sich völlig aus. Man ver- mutet, daß»nan in amerikanische», Regierungskreisen mit dem Ver- halten Hills in der K a l i f r a g e nicht zufrieden gelvesen sei. Die harmlos« Erklärung, daß Hill deshalb seinen Abschied emgereicht habe, weil es Gepflogenheit sei, daß nach dem Antritt eines neue» Präsidenten auch die Botschafterposten neu besetzt werden würden, begegnet geringem Glauben, zumal bereits die Hälfte der Amt�- Periode Tafts uerftrchen ist. Soziales» 10000 M. Konventioilalstrafe auf Gru,ld der Klitikurtenzklästscl. Wie unglaublich schwer die Handlungsgehilfen unter der Kon- kurrenzklaufel zu leiden haben, bewies tvieder einmal eine Ver» Handlung gegen einen Bankbeamten vor dem Breslauer Landgericht als Berufungsinstanz. Ein Bankbeamter war in einem Bankhause zwei Jahre als Lehrling und drei Jahre als Gehilfe tätig. Dann trat er nach regelrechter Kündiguug in ein anderes Bankhaus ein, wo er»nehr Gehalt erhielt. Auf sein Ersuchen stellte ihn vor vier Jähren seine Lehrfirma wieder ein, schloß aber mit ihm einen schriftlichen Bertrag ab, in dem folgende Konkurrenzklausel Auf- nähme fand: „Herr X. verpflichtet sich ferner, auch nach Beendigung des EngagementLverhältnisseS während eines Zeitraumes von drei Jahren— von dem Tage seines Austritts an gerechnet— in Breslau oder 10 deutsche Meilen im Umkreise davon in kein solches Geschäft oder Institut, das gleiche oder ähnliche Geschäfte betreibt. »vie die Firma D., in welcher Eigenschaft es auch sei— insbesondere auch als Gehilfe. Buchhalter, Kommis, Volontär, Teilhaber, Pro- kurist, Direktor usw.— einzutreten, noch auch sich an einer solchen Handlung direkt oder indirekt zu beteiligen, noch auch ein solches Geschäft auf eigenen oder fremden Namen allein oder in Gesell- schast zu begründen. Die Geschäftszweige, die hiernach Herr X. während der vorerwähnten drei Jahre nicht betreiben, beziehungs- weise an denen er sich während dieser Zeit in der vorgedachtcn Weise nicht beteiligen darf, sind alle die von der Bankfirma A. während der Amtsdauer des Herrn X. gewerbsmäßig betriebenen Geschäftszweige. Handolt Herr X. den Bestimmungen dieses Para- graphen zuwider, so ist er verpflichtet, für jeden Zutmderhandlungs- fall eine Konventionalstrafe von 10 000 M. an die Firma D. zu zahlen." Im Juki 1910 übernahm der Bankbeamte in einem anderen Bankhause die Stelle eines Filialleiters zu einem Gehalt von 6000 M. und Tantieme, ohne sich jedoch mit seinem früheren Chef wegen der Konkurrenzklausel ins Einveriichmen zu setzen. Es kam zur Klage vor dem KaufmaunSgerickst, u>»d dieses ver- urteilte den Bankbeamten zu 2000 M. Entschädigung, indem cS die Konventionalstrafe von 10000 M. für zu hoch hielt. Das Land. Stricht als Berufungsinstanz war dagegen der Meinung, daß die in dem Vertrage mit dein Verurteilten ausbedungene Konventional- strafe von 10000 M. nicht zu hoch sei und verurteilte ihn demgemäß zur Zahlung der Summe an seine frühere Firma. Begründend wurde iin Urteil ausgeführt, daß die klagende Firma durch den Weggang des Verurteilten ei"--'«deutend höheren Schaden er- litten hat, als»vie die-- Wff,e festgesetzten 10000 M. Bei der Festsetzung der Entschädigung war das Einkommen des Verurteilten zu berücksichtigen. Dieser- beziehe jetzt ein Gehalt von 6000 M. und Tantiemen. Da bei den Fähigkeiten des Verurteilten anzunehmen ist, daß er bald ein höheres Gehalt erreiche und er sogar eine Ge- haltserhohung von 300 M. als seiner nicht würdig erachtete, so sei er zweifellos auch in der Lage, von feinem Einkommen auch die 10 000 M. Entschädigung zu bezahlen. Schon jetzt, wenn man daS gegenwärtige Gehalt berücksichtigt, fei der Verurteilte ganz gut i» der Lage, die 10 000 M. in ganz kurzer Zeit zu bezahleg» 3ud Induftm und Handel Deutscher Außenhandel im März. Im Monat März 1911 betrug der Wert der deutschen Einfuhr in» Warenverkehr 840 060 000 M.(im ersten Quartal von Januar bis März 2 345 247 000 M.), der Wert der deutschen Ausfuhr 710014 000 M.(im ersten Quartal 1968 302000 M.). Im Edel- metallverkehr erreichte die Einsuhr einen Wert von 22028000 M. (im ersten Quartal 59 321000 M.) und die Ausfuhr eine« solchen von 4 429 000 M.(im ersten Quartal 14 678 000 M.). Frankreichs Ernte im Jahre 1910. Aach endgültiger amtlicher Feststellung der Ernteergebnisse de? vergangenen Jahres stellte sich für Weizen die Anbaufläche auf 6 559 900 Hektar, der Ertrag auf 91 384 600 Heltoliter oder 69226300 Doppelzentner; für Hafer die Anvalifläche auf 3 912 530 Hektar, der Ertrag auf 104 340«(X) Hektoliter oder 49163700 Doppelzentner. Gewerkfcbaftlicbee. De* Verband der Capezterer im Jabre 1910. Auf eine gute organisatorische EntWickelung im vergangenen Jahre kann auch dieser Verband zurückblicken. Die Mitgliedergahl betrug im Jahresdurchschnitt 9184 gegen 8253 im Jahre 1999. Im Jahre 1999 zählte der Verband erst 4399 Mitglieder; es ge- lang also dieser verhältnismäßig kleinen Berufsorganisation» die Mitgliedergahl in dieser Zeit zu verdoppeln. Der Verband hatte im Jahre 1919 in 47 Orten Lohnbewe- gungen; in 3 Orten fanden Aussperrungen statt. In 22 Orten handelte es sich um Angriffstreiks. In ebenfalls 22 Orten wurden die Kämpfe erledigt, ohne daß es zu Arbeitseinstellungen kam. Be- teiligt an diesen Lohnbewegungen waren 4626 Arbeiter auS 1426 Betrieben. Es wurde erzielt für 1349 Arbeiter eine Arbeitszeit- Verkürzung von durchschnittlich 1?L Stunden pro Woche, ohne daß es zur Arbeitseinstellung kam, und für 279 Arbeiter eine Arbeits- zeitverkürzung von IVj Stunden pro Woche durch Arbeitsein stellung. An Lohnerhöhung ohne Arbeitseinstellung wurden für 2587 Arbeiter durchschnittlich pro Woche 1,99 M. und durch Ar beitseinstellung für 749 Arbeiter pro Woche 1,53 M. erzielt. Der Verlust an entgangenem Arbeitsverdienst betrug für jeden an einer Arbeitseinstellung beteiligten Arbeiter 69,16 M; Streikunter- stützung wurde rund 39 999 M. ausbezahlt.— Mit den Einnahmen der Lokalkassen, aber ohne den Vecmögensstand aus dem Jahre 1999, betrug die Fahreseinnahme des Verbandes rund 393 979 M. Die Gesamtausgaben des Verbandes— Haupt- und Lokalkasien— beziffern sich auf 249 559 M. Davon entfallen auf Reiseunter stützung 7367 M, Arbeitslosenunterstützung 67 949 M., Kranken Unterstützung 19313 M., Sterbeunterstützung 3325 M., Notfall Unterstützung 5269 M., Streikunterstützung 39327 M. usw.— Bei gleicher günstiger Fortentwickelung dürfte der Verband am Schlüsse dieses Jahres das zehnte Tausend der Mitglieder erreicht haben. Berlin unck llmgegenck. Warum klagt Wiesenthal nicht? Für diese Zeilen muß ich leider nochmals die Spalten des.Vorwärts" in Anspruch nehmen. Wiesenthal hat im.Vorwärts" vom 22. März angekündigt daß er mich wegen des Vorwurfs der gewerbsmäßigen Vermitte- lung von Streikbrechern verklagen werde. Wiesenthal hat dies bis heute nicht getan. Während ich in meinem öffentlich gemachten Vorwur Wiesenthal persönlich nenne und den Vorwurf gegen den Vorstand des Allgemeinen Metallarbeiterverbandes erhebe, läßt mich Wiesenthal durch Mei Vorstandsmitglieder des Orts- Vereins Berlin verklagen. Der Grund ist durchsichtig genug. Wiesenthal weiß, daß ich den Vorwurf gegen ihn erhoben habe. Daß gegen die- beiden Kläger Dannenberg und Z i e s e der Vorwurf sich nicht richtet, da sie nicht dem Vorstand des Allgemeinen Metallarbeiterverbandes, sondern nur dem Vor stand deS Ortsvereins Berlin angehören. Aus diesem Grunde muß die Klage Dannenberg und Ziese ohne weiteres abgewiesen werden, ohne daß ich den Wahrheitsbeweis führen kann. Das kann Wiosenthal nicht unbekannt sein. Ich erhebe daher hiermit nochmals gegen Wicsenthal l!) den Vorwurf der gewerbsmäßigen Vermittelung von Streikbrechern. Klagt er auch jetzt nicht, dann gibt er damit die Wahrheit meiner Behauptung zu. _ Adolf Cohen. Die Stellung der Putzerträger zur Lohnbewegung der Putzer. Mit der Lage des Putzerträger-GewerbeS, sowie der Stellung nähme der Putzerträger zur Lohnbewegung der Putzer beschäftigte sich eine stark besuchte öffentliche Versammlung der Putzerträger. Hanke referierte und zeigte in seinen Ausführungen den Zu sammenhang beider Gewerbe. Er hob besonders die Abhängigkeit der Putzerträger von den Lohn, und Arbeitsbedingungen der Putzer hervor und erklärte, daß es ja das Wünschenswerteste sei, wenn das Lohnsystem wieder hergestellt würde, wie es von 1995 bis 1997 üblich war, indem nämlich die Träger aus dem Akkordverhältnis der Putzer herausgenommen und vom Unternehmer entlohnt würden Vorläufig müsse man sich jedoch damit begnügen, eine andere Rege- lung der Lohnbedingungen herbeizuführen. In der Diskussion verlangten einzelne Redner entschieden die Trennung des Lohnverhältnisses mit den Putzern, während andere mit dem Referenten der Ansicht waren, daß diese Forderung zur zeit nicht durchzudrücken sei. Vorerst müsse man dahin wirken, daß die Träger ebenfalls 9 M. erhalten. In seinem Schlußwort wies Hanke darauf hin. daß die Putzer selbst ja nur gewinnen würden, wenn die gewünschte For derung der Trennung erfolgte. Das ändere aber nichts an der Tatsache, daß augenblicklich diese Forderung nicht durchzudrücken sei. Folgende Resolution wurde einstimmig angenommen: .Die am Donnerstag, den 13. April 1911, in Feuersteins Festsälen tagende öffentliche Putzerträgerversammlung betrachtet die Zugehörigkeit zur Organisation als Vorbedingung zur dauernden Verbesserung der Lage der Arbeiterklasse. Für die Putzerträger kann als moderne Organisation nur der Deutsche Wauarbeiterverband in Frage kommen. Als notwendigste Maßnahme zur Verbesserung der gegen wältigen Verhältnisse im Putzergewerbe, soweit die Träger in Frage kommen, kann nur die Trennung des Trägers aus dem Akkordverhältnis der Putzer betrachtet werden. Da hierzu die notwendigsten Vorbedingungen fehlen, macht die Versammlung es jedem Putzerträger zur dringendsten Pflicht, überall da, wo die Putzer die Forderung auf Erhöhung des Ab- schlagslohnes von 9 M. erheben, oder wo dieser Abschlagslohn an die Putzer schon gezahlt wird, dieselbe Forderung an den in Frage kommenden Arbeitgeber, Kolonnenführer. Putzmeister oder Bauunternehmer zu stellen."_ Am Ostermontag arbeiten die �riseurgehilfen nicht! Schon mehrfach haben wir darauf hingewiesen, daß an einer ganzen Reihe von Orten die selbständigen Barbiere und Friseure auf Grund§ 41d der Gewerbeordnung die BetriebSruhe an den drei zweiten Feiertagen herbeigeführt haben, weil es sonst keinen einzigen vollständig freien Sonn- oder Festtag im Friseurgewerbe gibt. Alle Versuche, auch für Groß-Berlin den Geschäftsschluß an den drei zweiten Feiertagen herbeizuführen, sind an dem Verhalten der Innungen des Pfefferbundes gescheitert. Die organisierten Ge« Hilfen haben daher ohne Rücksicht darauf, daß die Geschäfte offen gehalten werden, für sich die Feiertagsruhe am Ostermontag, Pfingstmontag und dem zweiten WeihnachtSfesttage durchgesetzt. Da die Konkurrenzverhältnisse eS den einzelnen Meistern verbieten, ihre Geschäfte zu schließen, sind die Jnhaberdergeregelten Betriebe gezwungen, an den zweiten Feiertagen ihr Geschäft allein zu versehen. An die organisierte Arbeiterschaft richten wir die Bitte, darauf Rücksicht zu nehmen und sich am Ostermontag nicht rasieren und das Haar schneiden zu lassen, Verband der Friseurgehilfen Deutschlands. um die Erringung des freien KoalitionSrechtS. so werden alle Hand- werker darum ersucht, alle bei der Firma Freese Arbeitenden auf ihr unkollegialischeS Handeln aufmerksam zu machen. Ferner wird wieder darauf aufmerksam gemacht, daß sich die Finna R e g i e s, Neanderstraße, dazu hergibt, sür die Firma Freese auf den Bauten die Arbeiten fertig zu stellen. Die Branchenkommission. Achtung, Töpfer! Die Differenzen bei der Firma Paul Damm, Charlottenburg. Leibnizstr. 19, Bau Nixdorf, Hermann-, Ecke Schierke- straße sind noch nicht erledigt. Die Sperre besieht deshalb weiter. Die Verbandsleitung. DeutfcKes Reich. Allgemeine Ausstandsbewegung im Obcrlausitzer Braunkohlenrcvier. Die Bergarbeiter haben, um die Einführung eines Tarif- Vertrages zu erwirken, auf fünf Bergwerken die Arbeit vollständig niedergelegt. Auf anderen Gruben streiken die Bergarbeiter zum größlen Teil. Man kann die Ausstandsbewegung als allgemein bezeichnen._ Tarifbewegung im mitteldeutschen Braunkohlenrevier. Der Bergarbeiterverband, der Hirsch-Dunckersche Gewerkverein, die polnische Bergarbeiterorganisalion und der Verband der Maschinisten und Heizer haben bei den Werksverwaltungen der mitteldeutschen Braunkohlengruben Tarifverträge eingereicht. Sie fordern in der Hauptsache: Abschluß der Verträge mit den Organi- sationen der Arbeiter, Verkürzung der Arbeitszeit von neun auf acht Stunden, Erhöhung des Gedinges und Festsetzmrg eines Minimallohnes für die Gedinge beziehungsweise für die Akkordarbeiter. Erhöhung der Schichtlöhne, einen Erholungsurlaub für die Arbeiter und Nichteinsührung einseitiger Unternehmer- Arbeitsnachweise. In einem Begleitschreiben wurden die Verwaltungen um Verhandlungen ersucht. Die Grubenbesitzer er- teilten den Bescheid, daß sie mit den Organisationen nicht ver- handeln könnten, sondern nur mit den durch Gesetz oder Arbeits- ordnung bestimmten Vertretern der Arbeiter. Sie bezweifelten in ihrem Schreiben das Sinken der Bergarbeiterlöhne und wiesen darauf hin, daß. wenn sich die Wirtschaftslage bessere, auch die Löhne wieder steigen würden. Eme Verkürzung der bestehenden Arbeitszeit sei gesund- heitlich nicht notwendig und wirtschaftlich nicht durchführbar. Tarif- Verträge könnten nach den Erfahrungen, die in anderen deutschen Industrien und im englischen Bergbau damit gemacht worden seien, nicht als eine Gewähr sür ftiedliche Verhältnisse in der Berg- industrie betrachtet werden. Zugleich wurde auf den Gruben eine Bekanntmachung ausgehängt, in der es unter anderem hieß: .Wir hoffen, daß unsere Belegschaft die Berechtigung unserer Ausführungen einsehen und sich der in Versammlungen bereits angekündigten Ausstandsbewegung nicht anschließen wird. Ein Erfolg ist ausgeschlossen." Dem folgen die Namen von 79 Werken bezw. Gewerkschaften. Auf vielen Werken wollten die Arbeiter daraufhin streiken, was von den besonncren Arbeitern jedoch verhindert wurde, denn diese wußten, daß die Vertreter der Belegschaften zunächst mit den OrganifationSleitungen über die weiteren Schritte beraten mußten. Zu diesem Zwecke war zum Karfreitag eine Konferenz nach Leipzig einberufen worden, die äußerst stark besucht war. Die Konferenz nahm zunächst einen Bericht des Lerbandssekretärs H u s e m a n n- Bochum über die gegenwärtige Situation entgegen. Redner besprach die Antwort der Grubenverwaltungen und erbrachte den Nachweis, daß es mit der schlechten Lage der Braunkohlenindustrie nicht weit her sei, denn die Werke könnten trotz hoher Abschreibungen immer noch Dividenden von 12—39 Prozent verteilen. Die«rbeiterlöhne dagegen seien im Halleschen Braunkohlenbergbau seit dem 4. Quartal 1997 gefallen, wofür Redner zahlenmäßige Beweise erbrachte; die Arbeiter hätten einen Lohnverlust von fünf Millionen Mark erlitten. Aber auch wenn keine Lohnreduzierungen ein- ;etreten wären, hätten die Arbeitern ein Anrecht auf höheren lohn, weil die Lebenshaltung der Arbeiter in den letzten Jahren bedeutend teurer geworden sei. Auch die übrigen Forderungen der Arbeiter seien durchführbar, wenn die Unternehmer den guten Willen dazu hätten. Die Unternehmer hätten sich in ihrer Antwort auf den nackten Herrenstandpunkt gestellt. Hier könne nur durch den organisierten Willen der Arbeiter etwas erreicht werden. Damit den Arbeitern in keiner Weise Vorwürfe gemacht werden könnten, sollten die Belegschaften die Arbeiterausschüsse zu den Grubenverwaltungen enden, damit verhandelt würde. Im weiteren müßten alle Vorbereitungen zu einem eventuellen Kampfe getroffen werden. Zum Schluß besprach Redner die einzuschlagende Taktik. In der nach dem Referat einsetzenden Debatte erklärten mit wenigen Ausnahmen alle Vertreter ihr Einverständnis mit den von Hufemann vorgeschlagenen Maßnahmen. Diese Stimmung kam dann auch in einer Resolution zum Ausdruck, in der a. a. gegen die Be- hauptung des UnlerneHmervereinS protestiert wurde, daß die Arbeiter- ührer auf einen Ausstand Hinarbeitelen.— Als letztes Mittel, um die Forderungen der Arbeiter durchzubringen, wurde die Arbeits- niederlegung empfohlen. Damit ist für die Bergarbeiter der Braunkohlenindustrie im Zeitz— Weitzcnfelser— Altenburger Revier über die zu unternehmenden -schritte Klarheit geschaffen. Zunächst haben die Ausschüsse zu ver- handeln. Ferner müssen die Kündigungszettel unterschrieben und eingesammelt werden, damit, wenn keine Zugeständnisse gemacht werden, die äußersten Mittel zur Anwendung gebracht werden. Vor allen Dingen müssen die Anordnungen der Organisationsleitungen 'trikte befolgt werden._ Zur Lohnbewegung der Breslauer Bäcker. Die Verhandlungen über die Festlegung eines einheitlichen Lohntarifs im Breslauer Bäckergewerbe vor dem Breslaucr Gcwerbegericht sind endgültig �scheitert. Die Bäckerinnung und der mit dieser durch dick und )ünil gehende meistcrtreue Gesellenausschuß haben es abgelehnt, mit der Lohnkommission der organisierten Gehilfen zu verhandeln. Jetzt haben die reaktionären Jnnungsmeister die Folgen der weiteren EntWickelung der Lohnbewegung zu tragen. Einen siegreichen Streik führten die Holzarbeiter der Firma F. Benedix Söhne in Posen nach achttägiger Dauer. Mit dem Deutschen Holzsirrbeiterverband und der polnischen Berufs- Vereinigung wurde ein Tarif mit vierjähriger� Dauer abgeschlossen. Die Arbeitszeit wird um 2 bezw. 4 Stunden wöchentlich herabgesetzt. Der Stundenlohn erhöht sich während der Vcrtragsdauer um 7 Pf. ür gelernte und Maschincimrbeiter, um 6 Pf. für di« übrigen Ar- beiter und um 3 Pf. für Poliererinnen. Die Akkordarberter er- halten einen Aufschlag von 6 Proz. Ueberstunden werden mit 10 Pf., Nacht- und Sonntagsarbeit mit 25 Pf. Zuschlag bezahlt. Die Arbeiter der Ehrrnfelder Waggonfabrik vorm. Her- brand u. Co. in Köln-Ehrenfeld haben zu neun Zehntel am Sonnabend, den 8. April, wegen nachfolgender Forderungen die Kündigung eingereicht: Festlegung der neunstündigen Arbeitszeit. 19 Prozent Lohnerhöhung und wöchentliche Lohnzahlung am Freitag. Zu der ersten Forderung ist zu bemerken, daß die Arbeiter seit 2'/, Jahren die neunstündige Arbeitszeit haben. Eingeführt wurde dieselbe wegen Mangel an Aufträgen. Nachdem nun die Firma merkte, daß die Arbeiter diese Arbeitszeit als NormalarbeilSzeit betrachteten, versuchte sie die zehnstündige Arbeitszeit wieder einzuführen. Denjenigen Arbeitern, die nicht selbst ihre Kündigung eingereicht hatten, wurde seitens der firma gekündigt. Da bis jetzt alle Verhandlungen gescheitert find. o traten die Arbeiter gestern, am 15., in den Streik. In Betracht kommen Metallarbeiter, Holzarbeiter, Lackierer und Sattler, im ganzen 859 Arbeiter. ES ist dieses der größte Kampf, den bis dato izie Kölner Arbeiterschaft geführt hat. Sollten Streikbrecherinserate oder Agenten auftauchen, so bitten wir, sofort Mitteilung zu machen an Aug. Haas, Köln. Severinstr. 197. Arbeiterfreundliche Blätter werden um Abdruck gebeten. Die Fliesenleger in Stuttgart sind am Donnerstag, den 13. April, in den Ausstand getreten. Der seitherige Tarif ist ob Achtung, Bauhandwerker k Im Betnebe von H e i n r i ch F r e e s e. ßiieder-Schönhausen, Blankenburger Str. 34, befinden sich die Jalousie- arbeiter sowie die zweite Abteilung Holzpflasterer im Streik. Da es sich in diesem Kampf nicht um Lohnforderungen handelt, sondern verantw. Redakteur: Albert Wachs, Berlin, Inseratenteil vergnttv.: Th- Glocke, Berlin. Druck u. Ver lag: Vorwä::sBuchdr. ri Verlagsanstalt Singer& Co., Berlin SW, gelaufen und bis jetzt war es vek der ablehnenden Hakkutkg der Unternehmer nicht möglich, zu einer Einigung über einen neuen Vertrag zu gelangen. Ein besonderes Hindernis bildet die Frage der Hilfsarbeiter. Die Unternehmer verlangen, daß die Fliesen- leger die Hilfsarbeiter selbst stellen und bezahlen, während die Leger darauf bestehen, daß die Bezahlung der Hilfsarbeiter Sache der Unternehmer sein soll. Die Arbeitsgelegenheit ist günstig und deshalb zu erwarten, daß die Unternehmer bald nachgeben werden. Das Recht der Gewerkschaften, sich vor unlauteren Elementen zu schützen, wurde am Donnerstag vor dem Leipziger Schöffengericht behandelt und anerkannt. Der Schlosser Kuhnert wollte beleidigt sein, weil der Vorstand des Deutschen Metallarbeiter« Verbandes in der„Metallarbeiter-Zeitung" bekannt ge« macht hatte, daß Kühnert wegen Denunziation nicht wieder im Ver» band aufgenommen werden könne. Der Beleidigung angeklagt war der Redakteur der.Metallarbeiter-Zcitung" Genosse S ch e r m in Stuttgart. Scherm wies darauf hin, daß er laut Anstellungs- Vertrags verpflichtet sei, die ihm vom Verbandsvorstande über- mitteilen Notizen aufzunehmen. Er sei früher schon einmal vom Schöffengericht in Berlin in einem ganz gleichen Falle zu zehn Mark Geldstrafe verurteilt worden, das Land- und Kammergerickt habe ihn aber freigesprochen, da ihm der Schutz des§ 193 (Wahrung berechtigter Interessen) zugebilligt worden sei. Man habe anerkannt, daß statutengemäß solche Warnungen zur Kenntnis der Mitglieder gebracht werden müßten, und Scherm sei verpflichtet, die vom Vorstand ausgehenden Warnungen im Verbandsorgan zu ver« öffentlichen. Scherm führte weiter an. daß er weder berechtigt noch in der Lage sei, die Richtigkeit der Notizen nachzuprüfen, außerdem sei der Ausdruck.Denunziation" hier nicht im verächtlichen Sinne gefallen. Das Leipziger Schöffengericht berücksichtigte diese Darlegungen und schloß sick, in seiner RcchtSauffassung dem preußischen Kammer- gericht an. ES sprach Scherm auch in dem vorliegenden Falle frei. Husland. Französische Gewerkschaftler in Deutschland. Paris, 12. April.(Eig. Ber.) Der Vorstand der Arbeits- konföderation hat in seiner Sitzung am Dienstag beschlossen, den Beschlutz des Toulouser GewerkschastSkougresseS entsprechend die Einladung der deutschen Gewerkschaften anzunehmen. — In derselben Sitzung beschloß der Vorstand eine Erklärung, die besagt, daß die ArbeitSkonsöderation mit der Pataud scheu Ver- sammlung mit dem Thema»Freimaurerei und Antisemitismus" nichts zu schaffen hatte. Die C. G. T. protestiert gegen den Miß- brauch, den Privatleute bei Veranstaltung von Versammlungen mit ihrem Namen treiben. Endlich beschloß der Vorstand, eine Propa- ganda zur Verhinderung der Ausführung des AlterSversicheruiigs- gesetzeS einzuleiten. Versammlungen. Zentralverband der Steinarbeiter. Zahlstelle Berlin. Der Generalversammlung, die am Donnerstagabend in den »Musikersälen" stattfand, lag der Bericht der Ortsverwaltung vom 1. Quartal 1911 vor. Der Mitgliederbestand hat sich gehoben; während man zu Anfang des Quartals 855 Mitglieder zählte, er- höhte sich diese Zahl im Laufe der Berichtszeit auf 953. Ein- getreten waren 163, ausgeschieden 65 Mitglieder. Nach einer Sta» tistik, die Mitte März vorgenommen wurde, sind in der Stein» industrie etwa 1239 Personen beschäftigt. Von 599 Sandstein- arbcitern waren 425 organisiert; von 459 Marmorarbcitern waren 359 organisiert, von 189 Grabstcinarbcitern waren 125 organisiert. Die restierendcn 199 kommen für Organisationsbestrcbungen über- Haupt nicht in Betracht. In der Sektion I ist der Tarif gut durch- geführt, in der Sektion II sieht man dem Abschluß eines Tarif- Vertrages entgegen.— Die gedruckt vorliegende Abrechnung vom 1. Quartal zeigt eine Einnahme von 18 499,54 M., eine Ausgabe von 6989,29 M., somit verbleibt ein Bestand von 12 491,25 M. Am Anfang des Quartals betrug der Bestand 11 991,59 M. Für Unter- stützungsztvecke wurden unter anderem ausgegeben: 1131 M. an Kranke aus der Hauptkasse und 249 M. aus dev Lokalkasse. 174 M. an Reisende aus der Hauptkasse und ll)3 M. aus der Lokalkasse, 69 M. in Sterbefällen auS der Hauptkasse und 79 M. aus der Lokal- lasse.— Auf Antrag der Revisoren wurde der Geschäftsführung Decharge erteilt. Zur Frage der M a i f e i e r nahm die Versammlung gegen zwei Stimmen einen Antrag des Vorstandes und der Platzvertreter an, daß der 1. Mai durch allgemeine Arbeitsruhe gefeiert werde. Der Vorsitzende Winkler machte darauf aufmerksam. daß eS Pflicht aller Anwesenden sei, für diesen Beschluß nach Kräften zu agitieren. Eine längere und manchmal erregte Diskusston brachte der dritte Punkt der Tagesordnung, die Akkordarbeit in der Kunststein- branche betreffend. Die Akkordarbeit sowie das Zwischcnmeistcr- shstem wurden scharf verurteilt. Man wies auf den Beschluß der Organisation hin, daß Kunststein nur im Tagelohn bearbeitet werden darf, und beklagte, daß dieser Beschluß oftmals mißachtet wird.— Die Organisationszugehörigkeit der Kunststeinarbeiter, die in großer Zahl zum Fabrikarbeiterverband gehören, wurde ferner noch besprochen. Die Zentralvorstände der beiden Verbände werden sich mit der Angelegenheit beschäftigen, um eine Regelung herbei- zuführen. Letzte fiaebriebten. Spanisches. CerFere, 15. April.(SS. T. B.) In Barcelona entstanden während der stillen Woche zwischen Katholiken und Antiklerikalen Streitigkeiten. Ein Karlist� wurde durch einen Revolverschuß ver- wundet, den ein Polizist auf die Katholiken abgab, die den Verkehr der Straßenbahnen aufhalten wollten. Sechs Verhaftungen wurden vorgenommen. Schwierigkeiten in Portugal. Lissabon, 15. April.(W. T. B.).Elmundo" meldet, daß fünf Unteroffiziere in Braga, welche sich gegen die Republik verschworen hatten, verhaftet wurden. Der Vater eines der Korporale, welcher in Porto wohnt, ist ebenfalls nach Braga gebracht worden.— In Buarcos bei Figueira wollten während einer Prozession die Katho- liken die Freidenker zwingen, ihre Hüte abzunehmen. Die Folge davon war ein großer Tumult. Mehrere Personen wurden verwun- det, katholische Heiligenbilder durch Steine zerschmettert. Justiz. minister Costa verbot infolgedessen derartige äußere Kundgebungen des Kultus in Buarcos und anderen Ortschaften, wo ebenfalls der« artige Zwischenfälle vorgekommen waren. Chinesische Millionen-Anleihe. Peking, 15. April.(Meldung der Petersburger Tel.-Agentur.) Die vom Finanzminister und den Vertretern der Banken von Amerika, Deutschland, Frankreich und England unterzeichnete fünf- prozentige Anleihe von 59 Millionen Golddollar wird zum Kurse von 93 begeben. Die Tilgung ist auf 45 Jahre berechnet. Bon der Anleihe soll auch ein Teil für die Eutwickelung der Industrie in der Mandschurei verwendet werden» AIS Garantie dienen Einnahmen der Provinzen. eirnge Hierzu 5 Beilagen. 8r.90. 28. Jahrgang. 1. KeilM Ks Lmiick" Sttlim MM Zolllltag, l6. April lSU. Sie keichsverlicheriingsorÄnuiig. III. Hintcrbliebencnvcrsichcrung. � Die Vorschläge der Kommission über den Bezug einer Hinter- bliebenen Versicherung sind fast genau dieselben, wie die die Arbeiter, Witwen und Waisen verhöhnenden Vorschläge der Regie- rungsvorlage. Diese haben wir vor einem Jahre ausführlich mit- geteilt und über die Kommissionsverhandlungen berichtet. Bei der Notwendigkeit, gegen die Täuschung, die die Scharfmacher- und Jen- trumsblätter über den Inhalt dieses Teils der Reichsversicherungs- Ordnung verbreiten, Stellung zu nehmen, glauben wir aber doch, den Wünschen auf Wiedergabe des hauptsächlichsten Inhalts der von der Kommission gemachten Vorschläge uns nicht entziehen zu können. Bei einer Prüfung des Umfangs, der Höhe der vor- geschlagenen Leistungen sowie der drückenden Voraussetzungen, an die der Bezug der„Versicherungs"leistungen geknüpft ist, werden die bescheidensten Erwartungen grausam enttäuscht, die an die durch Gesetz feierlich abgegebenen Versprechungen auf diesem Gebiete geknüpft werden. Mit Recht fühlen sich die Witwen und Waisen betrogen, denen in Zentrums- und Scharfmacherblättern unter Ver- schweigung des Inhalts der Vorlage von einer Witwen- und Waisen-„Versichcrung" gefabelt ist. Werdegang der Witwen- und Waiscn-Verstcherung. Bei Beratung des auf die. Vernichtung der Sozialdemokratie abzielenden Sozialistengesetzes im Jahre 18 7 8 war von der Regierung und einer Reihe Anhänger des Ausnahmegesetzes gegen die Sozialdemokratie hervorgehoben, es müßten zur Bekämpfung der Sozialdemokratie auch deren berechtigte Forderungen erfüllt, für den Arbeiter müßte also materiell Fürsorge getroffen werden. Unter anderem verlangte der eifrige Bekämpfer der Sozialdemo- kratie, Freiherr v. Stumm, damals die Sicherstellung einer Versorgung der durch Krankheit und Alter erwerbsunfähig «zewordenen Arbeiter, sowie der Witwen und W.a i s e» ver- storbener Arbeiter durch gesetzliche Maßnahmen. Die Mo- tive des unter dem 8. März 1881 dem Reichstage vorgelegten ersten Unfallversicherungsgesetzes sprachen die Sozialdemokratie als Urheberin einer Sorge für den erwerbsunfähig oder durch Unbill des Lebens in Rot geratenen Arbeiter an. erwähnen die Anregung des Freiherrn v. Stumm, erachteten aber eine Witwen- und Waisenversorgung für noch nicht durchführbar. An dem Ziel einer Witwen- und Waisen-Versicherung hielt Freiherr v. Stumm, im Gegensatz zum Zentrum, fest, das grundsätzlich gegen eine Versicherung der Arbeiter gegen Unbill des Lebens eintrat und deshalb selbst das Alters- und Jnvalidenversicherungsgesetz von 1889 als zu weitgehend ablehnte. Als dies Gesetz dennoch in Kraft getreten war, beantragte am 28. April 1899 das Zentrum im Reichstag die Beseitigung des Reichszuschusses und die Aufhebung des Versicherungszwanges für die Arbeiter der Land- und Forstwirtschaft, des Handwerks, der klein- gewerblichen Betriebe und für das Gesinde. Hingegen beantragte Freiherr v. Stumm im Anschluß an die Jnvalidenversicherungs- Novelle von 1899 am 19. Mai 1899 eine Resolution, in der ein Gesetzentwurf gefordert wurde,„durch welchen im Anschluß an die Invalidenversicherung die Witwen- und Waisenversiche- rung für die versicherten Personen eingeführt wird". DaS Zentrum verlangte im Gegensatz hierzu, in dem geforderten Gesetz sollten keine Reichsmittel für die Witwen- und Waisen-Versicherung verwendet, lediglich für die Fabrik arbeiter ein Verficherungszwang durch Erhöhung ihrer Beiträge statuiert, den übrigen Versicherten nur die Beteiligung durch freiwillige Ver- Sicherung erleichtert werden. Dennoch gelangte, da damals der Schwarzblaue Block noch nicht bestand, der Antrag Stumm im Reichs- tag zur Annahme. DaS Zentrum verblieb bei seiner grundsätzlichen Gegnerschaft gegen eine Versicherung der Arbeiterwitwen und-Waisen durch Reichsmittel. Aber es schlug zur Verdunkelung seines Ziels hinterlistige, auf Täuschung der Arbeiter berechnete Wege ein. Der Abgeordnete T r i m b o r n, den das Zentrum oft vorschickt, wenn es gilt, unter tönenden Phrasen den Arbeitern ein Nichts zu bieten, beantragte beim Zollwuchertarif, einen kleinen Teil, dann einen noch kleineren Teil der Mehrerträge auS den Zöllen„zur Erleich- terung der Durchführung der Witwen- und Waiscnversorgung" aus- zusparen, gleichzeitig setzte es aber mit den Konservativen und Nationalliberalen die Bestimmung über Ausfuhrscheine durch, durch welche das angebliöäzugunsten von Witwen und Waisen zu Sparendeiast restlos Großgrund- hesitzern überwiesen wurde. Statt 599 Millionen, die frukluigslcknee. bis zum 1, Januar aufgespart sein sollten, befinden sich daher in dem Spartopf für die Witwen nur(die Zinsen-miteingerechnet) jetzt rund 47 Millionen. Durch die Zentrumspolitik sind also beim Zolltarif für je 199 M., die durch denselben den Witwen und Waisen genommen sind, ganze 8,59 M. versprochen und schließ- lich auch diese 8,59 M. fast restlos dann Großgrundbesitzern zugewendet. Aufbringung der Lasten. Die Kosten für die Hinterblicbenenversicherung sollen nunmehr durch Beiträge der Arbeiter und Arbeitgeber, das heißt durch eine direkte Einkommensteuer auf die Arbeiterein- kommen, und durch einen kleinen Zuschuß des Reichs aufgebracht werden. Der Reichszuschuß soll bei einer Witwenrente 59 M., bei einer Waisenrente 25 M. betragen. Von den verheißenen 91 Mil- lionen jährlich würden danach den Witwen rund 79 bis 89 Mil- lionen jährlich entzogen werden. Die Höhe der Beiträge haben wir bereits in der Uebersicht über die Invalidenversicherung mit- geteilt. Die durch die Jnvalidenversicherungsbeiträge den niedrigen Einkommen bis 569 M. auferlegte direkte Steuer beträgt danach gegen 2 Proz. Die sozialdemokratische Forderung, die Kosten durch eine Einkommensteuer oder Vermögenssteuer auf hohe Ein- kommen oder Vermögen aufzubringen, wurde von der Regierung und Kommission abgelehnt, wiewohl Proz. Steuer über- reichlich die Mittel zur Durchführung einer wirklichen Witwen- und Waisenversicherung decken würde. Das Zentrum ist aber grundsätzlicher Gegner der Einführung, solcher Steuer, da sie die Wohlhabenden belastet, während es den Arbeitern direkte und indirekte Steuern reichlich aufhalst. Was wird als Bezüge der Hinterbliebene« bezeichnet? Die Vorlage spricht von„Witwenrenten"»„Witwewgelb"» „Waisenrenten" und„Waisenaussteuer". Wer erhält Hinterbliebenenbezüge? Die Witwenrente erhält Nicht jede Witwe eines versicherten Ehemannes, tme die Witwe eines Beamten nach dessen Tode Witwenrente erhält, sondern nur die dauernd invalide Witwe und ferner die zwar noch nicht dauernd invalide Witwe, die aber während 26 Wochen invalide gewesen ist oder die nach Wegfall des Kranken- geldes invalide ist, für die weitere Dauer ihrer Invalidität. (§ 1243.) Als invalide soll die Witwe nur bann gelten, wenn sie nicht mehr imstande ist,„durch eine Tätigkeit, die ihren Kräften und Fähigkeiten entspricht und ihr unter billiger Berücksichtigung ihrer Ausbildung und ihrer bisherigen Lebensstellung zugemutet werden kann, ein Drittel dessen zu erwerben, was körperlich und geistig gesunde weibliche Personen derselbew Art mit ähnlicher Ausbildung in der gleichen Gegend durch Arbeit zu verdienen pflegen". Für diesen Begriff Invalidität gilt alles das bereits bei Besprechung der Invalidenrente Gesagte. Nur soll statt auf den bisherigen Beruf, auf die bisherige„Lebensstellung" Rück- ficht genommen werden. Damit soll zum Ausdruck gebracht sein, daß man der Witwe eines Tagelöhners Tagelöhnerarbeiten soll zumuten können, der Witwe eines sozial höherstehenden ffier sicherten aber nur z. B. die Tätigkeit einer„Kinderfrau, Köchin, Aufwärterin, Wirtschafterin, Verkäuferin. Buchhalterin, Konto ristin, Näherin oder dergleichen". Danach würden von je 59 Witwen eine oder zwei eine Rente erhalten. Vozcaussetzung für den Anspruch auf Witwenrente ist ferner, daß der verstorbene Ehemann mindestens 299 Wochen- beitrüge(bei Selbswersicherern 599 Wochenbeiträge) geleistet hat. Bei Gestaltung der dann den Großgrundbesitzern zur Plünde rung bereit gestellten Witwensparkasse erklärte die Regierung mit Recht durch den Unterstaatssekretär v. Thielemann, 199— 129 M. jährlich könnten als«ine ausreichende Zuwendung nicht angesehen werden. Trotzdem ist die Witwenrente stets noch niedriger als die Invalidenrente. Die Motive sprechen davon, sie sei eine„lediglich eine bescheidene, für den Aufenthalt an billigen Orten eben ausreichende Unterstützung". Sie geht aber selbst unter diese bescheidenen Anforderungen herab. Wie schmal die Witwenrente ist, ergeben folgende Zahlen. Hatte der verstorbene Ehemann 19 Jahre lang die Beitragsmarken voll geklebt, so beträgt die Witwenrente in Lohnklasse 1(Jahres arbeitsverdienst bis 359 M.) 72,69 Mk., in Lohnklafse 2(Jahres arbeitsverdienst 359— 559 M.) 69,49 M., in Lohnklafse 3(Jahres arbeitsverdienst 559— 859 M.) 86,49 M., in Lohnklafse 4(Jahres- arbeitsverdienst 859— 1159 M.) 92,49 M., in Lohnklasse 5 Jahres« arbeitsverdienst über 1159 M.) 98,49 M. Die höchste Witwen rcnt«, wenn also der verstorbene Ehemann 59 Jahre lang stets in der höchsten Lohnklasse geklebt hat, beträgt— 179,49 M „Denn die Elemente hassen das Gebild der Menschenhand".— Dieser trivial gewordene Ausspruch gibt nur eine Seite der Sache wieder. Der Haß beruht nämlich auf Gegenseitigkeit, wenn er auch von feiten des Menschen gewöhnlich nur ohnmächtiger Haß sein kann.' Aber dieser Empfindung des Zorns, den gesunde starke Menschen gegen die Ucbcrmacht der Elemente haben, ent- springt vielleicht ebensosehr als den durch den Kampf ums Dasein geschärften Instinkten, der erste Anstoß zu den größten Ent- deckungen. Ter Mensch erträgt es auf die Dauer nicht, von un- beseelten Mäckten beherrscht zu werden. Daß es dem Menschen versagt war. das Gewicht der eigenen Schwere zu überwinden und das Element der Luft zu beherrschen wie der Vogel, das war für viele, die in dieser Richtung besonders empfänglich und empfindsam waren, ein ständiger Ansporn zur Ueberwindung dieses Wider- standes. Dieses Moment spielt bei der Ersteigung der höchsten Alpengipfel in den Jugendjahren des Alpinismus neben wissen- schaftlichen Gründen eine ganz hervorragende Rolle. Wer schon ungeheuren Brandkatastrophen zugesehen hat. wer schon verheerende Stürme erlebt, die in wenigen Minuten für hunderttausende von Mark Schäden anrichteten oder wer schon der unerbittlichen und erbarmungslosen Uebermacht eines bis ins Mark dringenden Windes bei außerordentlich tiefer Temperatur schutzlos preis- gegeben war, der kann es verstehen, daß sich im Menschen in solchen Stunden ein ungeheurer Haß gegen die Elementargewalt erhebt. Von allen Episoden, die ich aus dem Leben von Jesus in meiner Jugend gelesen habe, hat mir keine so tiefen Eindruck gemacht als jene, wo dieser Mann im Sturm auf dem See Genezareth die tobenden Elemente anbrüllte und zum Schweigen brachte. Denn er hat nicht etwa, wie sich frömmelnde Sentimentalität sein Bild zurechtgemalt hat, mit'sanft erhobenem Zeigefinger und einer Lämmleinsstimme ein Wunder tun wollen, sondern den Sturm in einem gigantischen Ausbruch des Zornes, wie es im Text heißt. „mit lauter Stimme bedroht". Das Bild des Meisters Steinhausen gibt diese elementare Eruption aus den innern Tiefen des Naza- reners wunoerbar wieder. Aber bei Stürmen. Feuersbrünsten und tobenden Wasserwogen handelt es sich immer noch um Gewalten, die den Menschen durch die herrliche Ungeheuerlichkeit ihres Auftretens etwas wie Respekt abnötigen. Es gibt aber eine Elementargewalt, die sanft und leise auftritt, still und unentrinnbar, ruhig und schön. DaS ist der Schnee, der weiße Tod. Es war vor einer Reihe von Jahren rn dem fruchtbaren. reichen Alpenland zwischen Bern und Tun. Die Landschaft hat dort den eigenen Reiz aller Alpenvorländer. In weite Wiesen und Obstgärten, in üppige Kornfelder und heitere Laubwälder sehen die leuchtenden Schneegipfcl des Berner Hochgebirgs herein, die Jungfrau, die Blümlisalp, daS Finsterahorn und viele andere herrlich» Lerggestaljen. Es war.Ende April und wie zahllose,. weiße Wolkenballen lag eS über dem Land. Die Obstbäume standen in voller Blüte. Die Aare, der schöne grünblaue Fluß, rauschte. von den Gletscherwässern gespeist, hoch angeschwollen dahin. Es war seit Jahren kein solches Blühen mehr gewesen. � So namenlos verschwenderisch kann nur die Natur mit ihren Kräften umgehen. Die Bauern sprachen schon von dem gesegneten Herbst. Die Städter kamen bei dem warmen Wetter in Scharen und genossen das Schauspiel dieses wunderbaren Blühens. ES war ein Sonntag- nachmittag und die Wirtsgärten in den großen stattlichen Dörfern waren bis auf die letzten Plätze besetzt. Am Spätnachmittag sing ein kühles Nordwindchen an zu wehen. Die Frauen, die an den langen Tischen vor dampfenden Kaffeetassen saßen, nahmen ihre Tücher um und die Männer rieben sich die Hände. Gegen Abend zogen Wolken am Himmel auf, von den langen und formlosen, die das Firmament bald wie mit einem grauen Tuch überziehen. Man ging an jenem Sonntag etwas fröstelnd ins Bett, und als man am andern Morgen aufwachte, war man glücklich, daß der Wetterumschlag der Baumblüte nicht geschadet hatte. Nach dem Mittagessen aber fielen ein paar Schneeflocken. Der alte Bauer in dem HauS, wo ich wohnte, machte ein ernstes Gesicht. Das gäbe etwas wie Anno Dreiundfünfzig, meinte er. Um drei Uhr nachmittags sanken die weißen Flocken ruhig und ohne daß ein Lüftchen ging, langsam und senkrecht in dichten Massen. ES schneite wie im tiefen Winter. Das kalte Weiß schmiegte sich weich und innig zwischen die weiße Pracht der Blüten. Es war etwas ganz Wunder- sames, diese Vermählung der kalten Blüten vom Himmel mit dem ivarmen Blütenleben der Erde.„Es macht nicht viel," meinten die Sorglosen. Aber der Schnee blieb liegen, die weißen Polster über den Älütenballcn wurden immer höher. Da auf einmal be- gann draußen im Garten ein seltsames Aechzen und Brechen. Zuerst hörte es sich an, wie wenn lange, dicke Papierstrcifen aus- einandergerissen würden, aber dann kam ein Knacken und Reißen und Knattern, wie ich es in meinem Leben noch nie gehört. Alles, was im Hause war, stürzte hinaus in die Gärten und auf dce Felder. Als man sah, was vorging, rannte man wieder zurück ln die Höfe, um Stangen zu holen und dann wieder hinaus zu den Bäumen. Man schlug den Schnee von den Zweigen. Man rüttelte und schüttelte an den jungen Bäumen und in die alten stiegen ine Knaben und die Mädchen, bis in die Kronen und schlugen mit den Stangen, als, ob es Nüsse zu schwingen oder Aepfel zu brechen gäbe. Aber es half alles nichts. Das Bersten und Krachen wurde immer lauter und immer dichter sanken die ruhigen, leichten Flocken vom Himmel herab. Mit jeder Minute wuchs die weiße schwere kalte Last auf den geängstigten Bäumen. Zuerst hatten nur die äußersten dünnen Zweige nachgegeben und hingen, sich mit den letzten Fasern am Aste haltend, schlaff vom Baum herab. Nun aber ging es an die Aeste selber. Das Holz im vollen Saft hielt nicht viel auS. Es riß und schlenzte die Aeste glatt am Stamm herab, und die langen, tiefen Wunden in der Rinde füllten sich mit dem nachdringenden quellenden Soft, Schwächere Bäumchen legte Das sind also Beträge zwischen 6.95 M. monatlich oder 29 IS Pfennig täglich, und im allerhöchsten Fall, der nach 59 Jahren in vielleicht 19 Fällen jährlich eintreten könnte, 14,29 M. monatlich oder 47% Pfennig täglich. Berechnet man nach einer Be- teiligung der Versicherten gemäß der tatsächlichen Beitragsent« richtung im Jahre 1997 eine Durchschnittsrente, wie sie sich nach den Sätzen des Entwurfs nach Ablauf der mittleren Aktivitäts. dauer(etwa 1763 Beitragsivochen) stellt, so beträgt die mittlere Witwenrente 117,69 M. jährlich oder 9,89 M. monatlich oder 39% Pfennig täglich. Die niedrig st e Witwenrente tritt ein, tvenn der Ehemann, für den insgesamt 299 Marken erster Lohnklasse geklebt tvaren, eine invalide Witwe hinterlaßt. Sie betrüge 69.84 M. jährlich, also 5,82(abgerundet 5,85) M. monatlich oder noch nicht 29 Pfennig täglich. Diese Witwenrente, die noch nicht einmal zur Bezahlung der Wohnung auch nur annähernd ausreicht, soll überdies nach dem Entwurf von der Armerwerwaltung noch mit_ Beschlag belegt werden können, soweit diese die Witwe unterstützt hat. � Würde die Witwe selbst beitragspflichtig sein und infolge eintretender Invalidität eine Invalidenrente auS eigenem Rechte erhalten, so soll ihr keine W i t w e n invalidenrente zu. stehen: sie erhält dann nur die Invalidenrente, auf die sie schon nach dem heutigen Gesetz Anspruch hat. Als klein«« Pflaster schlägt der Entwurf für solche Fälle vor, daß der bei» tragszahlenden. Witwe beim Tode des Ehemannes eine einmalige Barzuwendung in Gestalt eines Witwengeldes gewährt wird. Ms Witwengeld soll der gwölffache Monatsbetrag der Witwenrente, also 72.69 bis 98,49 M. gewährt werden. Hat eine weibliche Person den Lebensunterhalt ihrer Familie wegen Erwerbsunfähigkeit des Ehemannes ganz oder überwiegend aus ihrem Erwerb bestritten, so steht dem hinterlassenen Witwer ein Anspruch auf Witwerrente zu. Ein Witwergeld erhält der hinterlasset«; Witwer nicht. Im Falle der Wiederverheiratung fällt die Rente der Witwe und des Witwers weg. Eine Absindung, wie es nach den Vorschriften der Unfallversicherung geschieht, ist nicht vorgeschrieben. Eine Waisenrente sollen die hinterlassenen ehelichen Kinder unter 15 Jahren eines männlichen und die hinterlassenen vaterlosen Kinder einer weib» lichen Versicherten erhalten. Auch den hinterlassenen ehelichen Kindern einer versicherten Ehefrau, die den Lebensunterhalt der Familie ganz oder überwiegend aus ihrem Arbeitsverdienst be- stritten hat, weil der Ehemann erwerbsunfähig ist, oder weil er sich ohne gesetzlichen Grund von der häuslichen Gemeinschaft fern- gehalten und der Pflicht der Unterhaltung der Kinder entzogen hatte, soll„bis zum Wegfall der Bedürftigkeit" die Waisenrente zustehen. Ebenso soll elternlosen Enkeln unter 15 Jahren bis zum Wegfall der Bedürftigkeit ein Anspruch auf Waisenrente zustehen, falls der Verstorbene ihren Unterhalt ganz oder überwiegend be- stritten hat.•* Die Waisenrenten sind noch niedr,get Sl« die Witwenrente.« Die Waisenrenten allein dürfen nicht mehr betragen, als die Invalidenrente des Verstorbenen betrug oder betragen hätte. Ergeben die Renten einen höheren Betrag, so werden sie im Verhältnis zu ihrer Höhe gekürzt. Enkel haben einen An. spruch auf Waisenrente nur insoweit, als der Höchstbetrag der Renten nicht für Kinder zu gewähren ist. Die Waisenrente würde, falls 19 Jahre lang Beiträge von dem Verstorbenen geleistet waren, beim Vorhandensein eines Kindes in Lohnklasse I: 36,69 M-, in Lohnklasse II: 49.29 M.. in Lohnklasse III: 43L9 M., in Lohnklasse IV: 46,29 M. und in Lohnklasse V: 49,29 M. betragen. Hätte der Verstorbene volle 59 Jahre lang in der höchsten Lohnklasse gezahlt, so würde die Rente für eine Waise 85,29 M. betragen. Rechnet man, wie oben, gemäß der tatsächlichen Beitragsentrichtung im Jahre 1997 eine mittlere DurchschnittSrente bei einer Aktivitätsdauer von etwa 1763 Bei- tragswochen(also 35 Jahre lange Beitragspflicht), so Würde als mittlere Waisenrente bei einer Waise 58,89 M., bei zwei Waisen 89,49 M., bei drei Waisen 129 M. jährlich herauskommen. Das ist also bei einem Kinde eine„Rente" von 15, bei zwei eine von 12, bei drei eine von 11 PfewuigeW für den Tag und Kopf. Die Höhe der Jnbalidenrenteik, Witwen. r e n t e n und Waisenrenten wird aus der nachfolgenden Tabelle ersichtlich: die weiße Wucht sanft und erbarmungslos auf den Boden. Manche standen, wenn sie auf diese Weife das drückendste Gewicht los- geworden waren, wieder auf, um wieder niedergebeugt zu werden, bis sie endlich liegen blieben. Nach etwa zwei Stunden begann das richtige Schießen, wie von Gewchrfeuer. Die Kronen und die großen Aeste brachen zusammen. Und es schneite immer weiter, ganz sanft und still und schwer. Und die Menschen standen dem gegenüber in stummer, ahn. mächtiger Wut. Zuerst hatten sie verzweifelt die Hände über dem Kops zusammengeschlagen, dann zu helfen gesucht und als eS nicht half, gebetet und geflucht. Jetzt standen sie da mit schlaff herab» hängenden Armen, in sich hinein knirschend oder in stumpfer Er- gebung. Die ganz Ruhigen sagten:„Geerntet ist jetzt schon." Mich aber, der ich bei alledem nichts zu verlieren hatte, hatte ein anderes Gefühl übermannt. Als ich beim Brand einer großen Spinnerei einmal die schweren Maschinen glühend vier Stock hoch durch die Böden schlagen sah, als ich einmal Zeuge war, wie ein Wirbelsturm mit einem furcht- baren Hagelschlag in einer Viertelstunde für eine halbe Million den Glasern einer Großstadt zu verdienen gab, da war ich im Grunde kalt geblieben. Es war totes Menschcmverk, das damals vernichtet wurde. Hier aber bei diesem ungeheuren Todesfest, das ein Frühlingsschnee über blühende Bäume abhielt, spürte ich den Zusammenhang alles Lebendigen, und die Einheit des Daseins. Daß die Bäume in ihrem strotzenden Hochzeitslcbcn alles das wider- standsloS erdulden, sich tiefe Wunden in ihre Leiber reißen und sich in wenigen Stunden ihres größten Glückes berauben lassen mußten, das brachte mich damals in eine namenlos«, ohnmächtige Wut. Und wenn ich jetzt in den Rebbergen am Genfersee die großen Wetter. kanonen sehe, mit denen die Waadtländer Weinbauern schon manches Hagelwetter auseinander geschossen haben, so denke ich immer, daß der Mensch auch einmal über den sanften kalten Er« Würger jungen Frühlingslebens, den Aprilen- und Maienschaee Meister werden wird.. A. k.„ Kleines feuiUeton. Lebende Tierbilder. Die Kientöppe dienen bisher größtenteils nur dem oberflächlichem Amüsement. Und doch könnten sie eine Stätte reichster Anregungen und reinster Freuden loerden. Die Kinematographie ist heute tatsächlich so vervollkommnet, daß sie so gut wie alles wiederzugeben vermag. Vor allem wird der Groß» städter für Bilder aus der Natur, die ihm ja leider immer fremder wird, dankbar sein. Ein äußerst dankbarer und nachahmenswerter Vorstoß nach dieser Richtung wird jetzt in der Urania tznter- nommen. Die Urania will systematisch die populärwissenschaftliche Kinematographie Pflegen und hat zur Eröffnung dieses begrüßen?- werten Vorhabens uns»lebende Tierbilder von nah und fern' vorgeführt. Professor H e ck. der Direktor vom goologifchen Garten, be> gleitete die Bilterreihen mit einleitenden und erllärenden Worten. Und Kiirzung der Rentrn'. Für die Hinterbliebenen eines Ernährers dürfen die Hin- iterbliebenenremten z u sa m m e n nicht mehr betragen als das Anderthalbfache der Invalidenrente, die dem Verstorbenen zur Zeit seines TodeS zustand oder im Falle der Invalidität zu- gestanden hätte. Eine WaisenauSstcuer sollen die Kinder der Witwe erhalten, die zur Zeit der Vollendung des IS. Lebensjahres durch eigene Beitragszahlung die Wartezeit für die Invalidenrente erfüllt, also mindestens 200 Marken geklebt und die Anwartschaft auf Rente dadurch aufrechterhalten hat, daß sie als Versicherungspflichtige in je zwei Jahren mindestens L0 Marken, als Selbstversicherer mindestens 40 Marken geklebt hatte. Die Waisenaus st euer beträgt gar nur den achtfachen Monatsbetrag der bezogenen Waisen- regte. Berechnung der Rcntenhöhe. Die Invalidenrente wird bekanntlich in der Weise berechnet, dah einem Reichszuschuß von öv M. ein Grundbetrag und ein Steigerungssatz geschlagen wird. Der Grundbetrag beträgt für die Lohnklasse I 60, für die Lohnklasse II 70, für die Lohn- k lasse III 80, für die Lohnklasse IV 00, für die Lohnklasse V 100 M. Bei der Berechnung des Crundbetrages werden stets 600 Beitrags« Wochen zugrunde gelegt. Der Steigerungssatz gelangt in der Weise zur Berechnung, daß zu dem ReichSzuschutz und zu dem Grund- betrag so viel mal 3, 6, 8, 10, 12 Pf. addiert werden, als in der 1., 2., 8., 4., 5. Lohnklasse Beiträge entrichtet sind. In ähnlicher Weise sollen die Witwen- und Waisenrente berechnet werden. Bei der Witwenrente soll der Reichszuschuß auch SV M., bei der Waisenrente nur 25 M. betragen. Der Grundbetrag und Steige- rungSsatz soll bei der Witwenrente nur»/,», der Grundbetrag und Eteigerungösatz•/««.für jede weitere Waise V,» des Grundbetrages und der SteigerungS-sätze der Invalidenrente ausmachen, der die Augen schauten, und deS fröhlichen VerwundernS war kein Ende. Denn oas waren für uns alle, auch für die, die in vertrauterem Verkehr mit der Natur stehen, Entdeckungsreisen und Offenbarungen. Wer hat denn wohl schon draußen auf der Wiese die Feldlerche im Nest gesehen, wer hat zugeschaut, wie der Buchfink seine Jungen füttert. Das Leben iin Sperberhorst und das lustig-komische Treiben der jungen Störche sieht man auch nicht alle Tage. Zwei englische Photoaraphen, die Brüder Kearton, haben»S derstauden, die Natur zu belauschen und ihr Lebe» und Weben fest- zuhalten, wo eS am unmittelbarsten ist. Mit klugen Listen, mit viel Geduld und wechselnder Anpassung haben sie das erobert, was den allermeisten Menschen unbekannt bleiben muß. Die Lerche be- schlichen sie z. B. in Gestalt einer Kuh. vor der dieser Vogel keine Angst hat. Um die Nester seltsamer Seevögel aufzunehmen, die an unzugänglichen Felsen nisten, hat der eine waghalsige Fahrten am Hängeseil unternommen. Aber die Ernte lohnte die Mühe»: so un- mittelbar und lebendig sind wohl noch nie die Heringsmöven und die wimmelnden Lummen und die grotesken Tölpel gezeigt worden. Nicht zufrieden mit der Erschließung europäischen Tierlebcus sind diese Pioniere der Kinematographie in das Zentrum Afrikas vorgedrungen. Hier ist noch ein Paradies der großen wilden Tiere. Freilich, wie lange noch und unsere»Kultur' hat alle» vernichtet und ausgerottet. Vielleicht sind die unter Gefahren aufgenommenen sWandelbilder noch einmal berufen, als Naturdokumente zu dienen, vorläufig aber bringen sie uns aasende Geier, flüchtige GnuS und ganze Zebraherden und die Ungetüme der Girassen vor Augen. Wir erleben die spannende und gefährliche Annäherung an das gewaltige und furchtbare NaS- Horn bis auf einige Meter mit, wir sind Zeugen eines Flußpferd- idyllS und schließlich: wir gehen mit den Massai auf die Löwenjagd — Cooper, Jules Verne und Stanley. Ihr alle seid überholt. Der Photograph sieht besser, als Ihr es schildern könnt. In der Pause aber hörten wir die deutsche Nachtigall. DaS war vielleicht daS schönste. Auf sie verstehen wir uns noch besser als auf die Löwen, weil sie unsere Sehnsucht ist. Die Nachtigall war von der Grammophongesellschaft...— r. Modernes Theater: A p o st e l, Tragikomödie von A n d r e a s Latzko. Der Theaterzettel kündigte einen..literarischen Abend' an, und die Absichten des jungen Autors mit dem ungarischen �umen waren gewiß auch löblicher Art. Es kam ihm nicht auf flüchtige Unterhaltung an, er dachte den Gegensatz eines ganz in sein Werk versunkenen, wcltabgewandten Künstlers, den am Lebensabend eine Modelaune auf den Thron erhebt, zu dem eitlen, reklamesüchtigen Trabantenvolk, das sich an> seine Fersen heftet, satirisch-tragisch zu beleuchten. Ein Thema voll interessanter Möglichketlen.� Aber die Ausführung ist dürftig und stellenweise durch Entgleisungen von geradezu grotesker Abgeschmacktheit ent» stellt. Tie alberne Szene, in der der Pfarrer infolge eines Hetz- artikels das harmlos stille Männchen, den alten pinselnden Nach- har plötzlich als satanischen Volksverführer behandelt, wird in ihrer Albernheit durch«in« sogenannt« sozialistische Deputation, die nach Berühmtwerden des Malers ihn in geschwollenen Phrasen für die Sache hcS Volkes reklamiert, späterhin noch ganz erklecklich über- troffen. Die Satire, wenn es eine sein soll, richtet sich da gegen den Autor und seine ahnungslosen Literatenkonstruktionen selbst. Tie Persiflage der asthetlsierenden Snobs und Geschäftcma«her, die ihren armci, Schübling als Schaustück durch die städtisch«,» Salons schleppen und eine Malerschule mit beschränkter Haftpflicht für ihn gründen wollen, hat einige ganz amüsante Zu«. Der vM.AemrÄgiMg-x- citejist M ig MGg fep Reichszuschuß für jedes Witwengeld soll bv, für jede Waisenaus- steuer 16?h R. betragen. Tie Kujonirrung der Rentenempfänger durch Entziehung der Rente soll auch auf die Wittvenrente auS- gedehnt werden: ist die Witwe nach Ansicht der Versicherungs« anstatt nicht mehr Invalide, so hat daS VcrsicherungSamt ihr die Rente zu entziehen. Zusammentreffen mehrerer Ansprüche. Das Recht auf Bezug der Invaliden- und Altersrente ruht für die Personen, die eine reichSgefetzliche Unfallrente beziehen, solange und soweit beide Renten zusammen den 714 fachen Grundbetrag der Invalidenrente übersteigen. Das Recht auf Bezug der Witwen- und Witwerrenten soll ruhen, wenn diese Renten mit der Unfallrente zusammen den vierfachen Grundbetrag der Invalidenrente übersteigt, die dem verstorbenen Ernährer zur Zeit seine? Todes zustand oder für den Fall der Invalidität zu- gestanden hätte. Bei Waisenrenten soll für das Ruhen der Renten bereits das Uebersteigen deS dreifachen GrundbetrageS der Invalidenrente genügen. Treffen di« Voraussetzungen für die Gewährung cher- schiedener Renten auf Grund der Invaliden- oderHinterbliebenenversicherung zufammen, so ruht der Anspruch auf die niedrigere Rente. Das Heilverfahren kann auch zur Abwendung der infolge einer Erkrankung drohenden Invalidität einer Witwe eingeleitet werden. Wer auch in diesem Falle steht die Einleitung im Belieben der Versicherungsanstalt. Ein Recht auf Einleitung des Heilverfahrens hat die Witwe nicht. Während der Aufnahme in einem Krankenhaus erhalten die Angehörigen ein Hausgeld in Höhe von einem ganzen Viertel des OrtslohnS, das wären in einer Reihe bayerischer und preußischer Landgemeinden volle— 25 Pf. Lancieruny am geschicktesten. Er Ijat den Blick für rührende Idylle. AlS er den Alten, der eben einem leibhaftigen Minister vorgestellt werden soll, im Lehnstuhl eingeschlafen findet, stellt er die vornehme Gesellschaft alz Hintergrund um den Eingenickten und knipst die Gruppe für sein Klatschblatt. Beim Blitzlicht schreckt der Alte auf als träfe ihn der Schlag. Ein Ereignis, das aber, um dem Abend die nötige Länge zu verleihen, erst im dritten Akte, nachdem er in fein Häuschen heimgekehrt, passieren darf. Auch der Sterbende hat noch nicht Ruhe vor dem posierenden Gefolge. Noch im letzten Augenblick deklamiert ihm ein salbungsvoller Kunst» mensch gedrechselte Tiraden auS seinem Aufsatze über den Meister vor. Schade, daß man statt der Stimmung immer nur die Absicht, sie zu erzeugen, spürt. l Herr Goetz spielte die Hauptfigur einfach» natürlich, mit mancher treffenden und hübschen Wendung. Unter den Aposteln war Guido Herzfelds Generalanzeigergröße die bestgelungene Karikatur. ät. Die Entstehung des Osterfestes. Das christliche Osterfest— dessen Name von einer sehr sagenhaften germanischen FrüblinaS- göltin Ostara abgeleitet wird— ist auS der jüdischen Passahfeler hervorgegangen. Zur Zeit deS jüdischen Passah läßt die christliche Mythologie Christus nach Jerusalem kommen und dort seinen Unter- gang finden. Die Herkunft des PassahfesteS, daS im Frühling ge- feiert wurde, ist freilich dunkel. SS scheint aber einS der auS wirt- schaftlichen Moliven entsprungenen JahreSzeitenfeste gewesen zu sein, das in historischer Zeit aber zur Erinnerung an den angeblichen AuSzug der Juden auS Aegypten gefeiert wurde. Auch für die Judenchristen blieb daS Passah zunächst das altgewohnte religiöS-politische Fest der Bäter. zu dem sich erst all- mählich die Erinnerung an den Tod Christi gesellte. Ueber diese langsame EntWickelung eines christlichen Osterfestes aus dem jüdischen Passah erfahren wir zum ersten Male etwaS aus einem Ereignis von der Mitte des 2. Jahrhunderts. Damals war der Patriarch PolykarpuS Gast der römischen Gemeinde während der Passah- zeit. In Rom feierte man daS Fest nicht mehr wie in bet Asien» nach jüdischer Wesse am Abend deS 14. Nisan, londern am Sonntag und zwar stets am Sonntag unter dem mathematisch berechneten FrnhlingSvollmonde. Gegen diese Sitte prolestiene Polykarp und berief sich auf den Brauch der apostoliichen Väter, mit denen er selbst noch zusammen nach alter Weise das Pasiahmahl gehalten. ES entspann sich ein Streit, der etwa ein Jahrhundert lang fortdauerte. Nach einem Menschenalter kam eS zwischen den Kirchen von Rom und Kleinafien zun, vollen Bruch. Der Metropolit von EphesuS PolykrateS berief sich in einem offenen Brief auf JohauireS, auf Polykarp und die aiideren Ahnherrn der asiatischen Kirche. Der römische Bisckof Victor verwies dagegen auf die Tradition in seiner Kirche und machte die Feier des Osterfestes am Sonntag zu einem solchen Kardinalpunlt de» Glaubens, daß er alle Gegner dieser Ansicht exkomniunizierte und so den Bruch zwischen der asiatischen und römischen Kirche vollzog. Der Kirchenvater Irenaus mahnte zur Liebe und Eintracht:»Die Apostel haben geboten, niemand ein Gewissen zu macheu über Speise und Trank, über Neumonde und Sabbate." Die asiatische Feier stand ja der ursprüliglichen am nächsten. Aber eS lag auch im natürlichen EntwickelungSgang der Kirche, daß da» jüdische Eleineirt der Feier dem christlichen gegenüber völlig zurücktrat und die römische Sitte siegte. Die Kirchen von Palästina und Aegypten stimmten noch im zweiten Jahrhundert der römischen Feier zu: in Schristm dxS dritten Jahrhunderts»erden die am 14. Nisan Fest- Aufnahme tri tmcttt Waisenhaus- So wie schon bislang der Rentenempfänger auf seinen Slnv trag in einem Jnvalidenhaus aufgenommen werden kann, so soll künftig die Versicherungsanstalt auch berechtigt sein, Waisen- Häuser zu bauen und in diesen Aufnahme den Waisen zu gc- währen. Abfindung von Ausländern, die den inländischen Wbhnsitz aufgeben, hat die Kommission gestrichen, aber in§ 1252a die Bezüge derjenigen Hinterbliebenen eines Ausländers, die in der Regel im Ausland sich aufhatten, auf die Hälfte der Bezüge ohne Reichszuschuß beschränkt. Wegen eines prächtigen an Z 1261 der Vorlage sich anlehnenden Ausdrucks mag dieser Paragraph im Wortlaut an- geführt worden. Er lautet:„Der Anspruch der Hinterbliebenen eines Ausländers, die sich zur Zeit seines Todes nicht gewöhnlich im Jnlande aufhalten, beschränkt sich auf die Hälfte der Bezüge ohne Reichszuschuß." Die Regierung und die Kommission konstruiert hiermit Arbeiter, die häufig sterben, und zwei Arten Familienmitglieder: die eine, die sich zur Zeit des TodeS ihres Haupts gelvöhnlich im Jnlande aufhält, und die andere, die dies zu dieser Zeit gewöhnlich nicht tut, Klus der Partei. Tie Maifeier in München. Die Münchencr Arbeiterschaft begeht auch in diesem Jahre den Wettfeiertag durch eine würdige Massendemonstration. Für den Vormittag ist eine Riesenversammlung auf dem Areal der Parsevashalle geplant. Ter Aufmarsch zu der Demonstration erfolgt i» mehreren Zügen von den einzelnen Stadtteilen aus. Von den Tribünen des Festplatzes aus werden vier Redner über die Bedeutung des TageS sprechen. Für den Nachmittag ist eine Festveranstaltung in Holzapfel, lreuth bei München vorgesehen. Tie Justiz gcgcn die Arbeiterpresse im l. Vierteljahr 1011. Das Strafregister gegen die sozialdemokratischen Redakteure hat wiederum eine gewaltige Bereicherung erfahren. Richter und Staatsanwälte brachten im Obengenannten Zeitraum nicht weniger als 64 Preßprozesse zur Erledigung, darunter befinden sich elf freisprechende Erkenntnisse. Es wurden folgende Strafen verhängt: Im Monat Januar in 22 Fällen 3655� M. Geldstrafe und 7 Monate Gefängnis, im Februar in 15 Fällen 1655 M. Geldstrafe und 5 Vkonat« Gefängnis und im März in 16 Fällen 4680 M. Geldstrafe und 8 Monate Gefängnis. Insgesamt also 9090 M. Geldstrafe und 20 Monate Gefängnis. ohne die zahlreichen Nebenkosten für Gerichte usw. Seit einem Jahre sind nun durch die Presse bekannt und von uns gezähll worden 125 Preßprozesse. In diesen wurde erkannt auf 20 353 M. Geldstrafe und 6 Jahre. 2 Monate. 3 Wochen und 6 Tage Gefängnis k k Und dabei ist in den allermeisten Prozessen der sogenannte Wahrheitsbeweis erbracht worden. Mehr denn jemals trifft auf die deuffchen Rechtsverhältnisse zü. was ein englischer Schriftsteller im Jahre 1775 der englischen Bureaukratie zurief:«Es muß Spielraum in der Erörterung der öffentlichen Angelegenheiten gewährt werden oder die Pretzfreiheit wird der Gesellschaft von keinem Nutzen sein. Di« Freiheit der Presse ist unsere einzige Zuflucht und darf dem Volke nicht der, schlössen werden."_ Unsere Toten. In Prag wurde am Sonnabend der Genosse Josef Schuster, Redakteur am„Pravo Lidu", unter zahlreicher Be- teiligung zu Grabe getragen. Der im 51. Lebensjahre Verstorbene war in seinem früheren Berufe Buchdrucker? durch eifriges Studium hat er sich reiche Kenntnisse auf dem Gebiete der Volks- Wirtschaft ertoorben. In den letzten Jahren war er Mitarbeiter der tschechischen Parteiexekutive und Vorsitzender der Landes- exekutive. Die österreichischen Genossen erleiden durch daS Hin- haltenden bereits als Keyer gebrandmarkt. Die Synode von 325 hat sich dann allgemein für die römische Festzeit entschieden. Drahtlose Triegraphie qner durch Afrika. In der letzten Ministerrats- sitzung hat der französische Kolonialminister da« Projekt einer Verbindung mittels drahtloser Telegraphie zwischen Paris und allen ftanzöfifchen Besitzungen in Afrika vorgelegt. Schon jetzt verkehrt der Posten des EifelturineS mit Dakar, der Hauptstation Französisch» WestafrikaS, und weitere Posten in Guinea und Liberia sind der Vollendung nahe. Weitere werden folgen und endlich auch Aequatorialafrika angeschlossen werden. In Zentralafrika wird eine Verbindung mit T o m b u k t u geschaffen, weiter ein Posten von großer Stärke in Lbecher, der daS Zentrum der radiographischen Verbindung guer durch Afrika werden und Depcichen nach Dschibuti am Roten Meer senden soll, von wo sie nach Tananarivo auf Madagaskar gelangen werden.— Die Ausführung diese» Projekt» wäre noch vor kurzem au? technischen Gründen un« möglich gewesen. Die drahilose Telegraphie benutzte biShrr Ströme von niedriger Frequenz. In den Tropenklimoten stören aber die elektrischen Erscheinungen der Atniosphäre jeden Augenblick die Verbindungen. Durch die Arbeiten deS Major» Ferriö ist nun die Nadiotelcgraphie in den heißen Ländern in entscheidender Weise verbessert worden. Ferriü ersetzte di« Ströme mit niedriger Frequenz durch Wechselströme von hoher Frequenz, die einen fingeiiden Flötenton erzengen, der durch di« von den atmosphärischen Erscheinungen hervorgerufenen Geräusche hindurch- dringt. Ein Posten mit Hoher Frequenz ist dem Posten des Eissel- türm» hinzugefügt worden und gestattet, Depeschen bis Kanada zu senden. Die praktischen Schwierigkeiten der AnSfühning deS ProiektS bestehen im Transport der schweren Apparate nach Tombuktu und Abecher. Man wird diese Apparate in der Art zerlegen müssen, daß die Last von Kamelen bewältigt werden kann. Nottzen. — Der Botanische Garten in Dahlem ist am Oster- sonntags von 2—7, das Museum von 11—3 Uhr geöffnet. Am S. Festtage find beide geschlossen. — Die I e s u S- F e st s p i e l e in E i s e n a ch. die von der weimarischcn Reoierung im Einverständnis mit allen Muckern ver- boten wurden, sollen nun doch noch zustailde kommen. Wie die .Franks. Ztg." erfährt, hat sich in Cisenoch. eine besondere Gesellschaft gebildet, für deren Mitglieder die Festspiele im Jul, d. I. im Stadttheater aufgeführt werden sollen. Die Mitgliedschaft wird bei Lösung der EirnrittSkarte erworben denen die Mitgliedskarte an» geheftet ist. Nebenher erstrebt der Berein den Bau eines eigenen Festspielhauses. — Ein fliegendes Boot. Mit einem fliegenden Boote sind in den letzten Tagen in Monaco erfolgreiche Versuche begonnen worden. ES Handel» sich um eine Flugmaschine, die mit Schwimmern an Stelle der Gleitschieuen zum Landen ausgerüstet ist. Die Maschine erhob sich m,t ihrem Führer eine Kalbe Stunde lang bis zu einer Höhe von 2—3 Meter in die Lust, senkte sich dann wieder und glitt über die blaue See hin. Sie schien sich»» der Luft wie über dem Wasser mit gleicher Leichtigkeit zu bewegen und hatte auch beim Uebergange keinerlei Schwierigkeiten. Der Erfinder Fabre hofft, in dem Meile, trennen sich mit den schnellsten Booten messen zu können. — Der arme Caruso. Die New Yorker Oper ließ den italienischen Tenor Caruso durch ihre Vertrau«, särzre untersuchen. Sie stellten fest, daß der Sänger einer Ruhe von zwölf Wochen be- dürfe, ehe er wieder aiiftreten köM?» Gatwjo erleidet hierdurch einen Schaden von 250 000 M. Die Mainummer des Wahren Jakob erscheint am 25. April. Die Parteibuchhandlungen werden gebeten, Mehrbestellungen bis gum 19. April an die Expedition des Wahren Jakob einzusenden. Die schweizerische Parteipreffe. Ein Walzertraum. scheiden des Genoffen Schuster, Ser froh jahrelanger Kränklichkeit empfindet; verzichtet sie auf die Stellung eines Girafanfrages, Theater des Westens. Sonntagttachmittag 3, Uhr: Die luftige Stets tatbereit war, cinen schweren Verlust, t Montagnachmittag 31, Uhr: so wird dadurch das Recht des Mannes nicht verkümmert; auch Bitwe. Abends: Die lustigen Nibelungen. Abends und Dienstag bis Sonnabend: Die lustigen kann der Gatte, z. B. wenn die Frau sich im Privatklageverfahren Nibelungen. Sonntagnachmittag 3 Uhr: Die lustige Witwe. Abends: mit ihrem Gegner verglichen hat und den Strafantrag zurüdnahm, Die lustigen Nibelungen. Montag: Die lustigen Nibelungen.( Anfang trotzdem die Klage wieder erheben, sofern sein Antragsrecht noch 8 Uhr.) nicht erloschen ist. Trianon Theater. Sonntagnachmittag 3 Uhr: Hyppolytes Abenteuer. Die Frau muß, obgleich sie eigentlich Partei ist, eidlich ver- Abends: Theodore u. Co. Montagnachmittag 3 Uhr: Hyppolytes Abenteuer. nommen werden, wenn nicht besondere Gründe dagegensprechen. Allabendlich: Theodore u. Cie.( Anfang 8 Uhr.) Die sozialdemokratische Preßunion des Kantons St. Gallen Sandelt es sich um wechselseitige Beleidigungen, so kann sie sogar Residenz Theater. Sonntagnachmittag 3 Uhr: Bariser Menu. Abends: beschloß, ab 1. Oktober die Ostschweizerische Arbeiterzeitung", die nicht einmal die Widerklage erheben, denn sie ist nicht Klägerin, Fernands Eyekontratt. Montagnachmittag: Pariser Menu. Allabendlich: zurzeit zweimal wöchentlich erscheint, täglich und in ver- und in der Richtung gegen den Mann fehlt es an Wechselseitigkeit. Fernands Chekontrakt.( Anfang 8 Úhr.) Berliner Volks- Oper. Sonntagnachmittag 3 Uhr: Undine. Abends: größertem Format herauszugeben. Auch die zu Beginn dieses Der Mann kann die Klage gegen den Willen der Frau zurückziehen. Fra Diavolo. Montagnachmittag: Martha. Abends: Die Afrikanerin. Jahres ins Leben gerufene Bündner Voltswacht" wird ab 1. Juli Stirbt der Mann, so muß das Verfahren eingestellt werden, denn Dienstag: Die Zauberflöte. Mittwoch: Fra Diavolo. Donnerstag: Die in vergrößertem Format erscheinen( in Chur). In der General die Frau kann die Klage nicht fortsehen. Stirbt dagegen die Frau, letzten Tage von Pompeji. Freitag: Der Trompeter von Säckingen. bersammlung der sozialdemokratischen Preßunion Zürich wurde so kann der Mann ruhig weiter flagen, denn der Tod der Frau hat Sonnabend: Die Zauberflöte. Sonntagnachmittag 3% Uhr: Die lustigen Montag: Der Waffenauf Antrag des Vorstandes beschlossen, die Druckerei Kirsten u. auf den Prozeß gar keinen Einfluß; infolgedessen kann der Mann Beiber von Windsor. Abends: Der Wildschüz. Beisberg, in der das" Bolksrecht" hergestellt wird, anzukaufen auch nach dessen Tode Klagen für die Frau erheben( R.-G. St. schmied.( Anjang 8 Uhr.) und die Druckerei in Zukunft als Parteiunternehmen weiterzu- Bd. 1 S. 29). Folgt man den Ausführungen des Reichsgerichts, Luisen Theater. Sonntagnachmittag 3 Uhr: Die Räuber. Abends: Montagnachmittag 3 Uhr: Aus erster Che. Abends: Zapfenstreich. führen. Die in Olten, der Eisenbahnerstadt im Kanton Solo so ist eine Klage für die Frau auch nach der Ehescheidung zulässig. Bapfenstreich. Dienstagnachmittag 3 Uhr: Wilhelm Tell. Abends: Aus thurn, erscheinende Neue Freie Zeitung", die bis jetzt dreimal Bum Glück wird aber solchen Klagen, denen doch stets das Ge- erster Che. Mittwoch und Donnerstag: Bapfenstreich. Freitag und Sonnwöchentlich erschien, wird ab 1. Mai d. J. täglich herausgegeben. hässigkeitsmotiv zugrunde liegt, der Eristenzboden entzogen, denn abend: Aus erster Ehe. Sonntag: Zapfenstreich. Montag: Der kritische Im ganzen befibt die Schweiz jekt 11 Parteiorgane, denen sich die§ 195 des Str.-G.-B. setzt das Bestehen einer Ehe voraus. Das Tag.( Anjang 8 Uhr.) wöchentlich einmal erscheinende Borkampferin" für die sozial- gegen hat die Scheidung einer Ehe, wenn sie erst nach erhobener demokratischen Frauen zugefellt. Dabei ist die für deutsche Ber- lage ausgesprochen wird, auf lettere feinen Einfluß. Es ist hierhältnisse als Unitum zu bezeichnende Tatsache zu erwähnen, daß aus folgender Fall denkbar: Ein Ehegatte hat gegen einen anderen in einer Stadt, nämlich in Zürich, zwei sozialdemokratische Or- Mann Klage wegen Beleidigung seiner Frau erhoben. Nach Ergane: das Voltsrecht" und der speziell schweizerischen Charakter hebung der Klage läßt sich die Frau von ihrem Manne scheiden, tragende Grütlianer", täglich erscheinen. und heiratet den Verklagten. Der frühere Ehemann klagt dann ruhig weiter für die Frau" gegen deren zweiten Gatten. Welchen Wert die geschilderten Vorschriften haben, die zu den merkwürdigsten Folgerungen führen, brauchen wir wohl nicht weiter zu erörtern. Sie ergeben sich aus dem Recht des Mannes, Abends: 8wei Wappen. Montagnachmittag 3%, Uhr: Julie Wippchen. Casino Theater. Sonntagnachmittag 3%, Uhr: Julie Wippchen. die Frau wie ein unmündiges Kind zu bevormunden und dieses Abends bis Sonnabend: Zwei Wappen. Sonntagnachmittag 3 Uhr: Mit einer eigenartigen Versicherungsart auf Rosten Ser An- Recht ist ausdrücklich im§ 195 des Str.-G.-B. festgelegt. Man Marianne, ein Weib aus dem Bolle. Abends: Zwei Wappen.( Anfang gestellten hatte sich gestern die 1. Kammer des Berliner Kauf- sollte meinen, daß ein solches ausschließliches Recht auch seine 8 Uhr.) mannsgerichts zu beschäftigen. In dem betreffenden Prozeß flagt Grenzen finden müßte. Denn gerade durch diese Bevormundung der Buchhalter N. gegen die Transportgesellschaft Ameritan Er- ist der Mann in der Lage, Beleidigungen gegen seine Frau in die preß Company" auf Herausgabe der ihm nach seiner Ansicht unrecht- breite Oeffentlichteit zu bringen, deren Vermäßig vom Gehalt abgezogenen 16,50 M. Versicherungsprämie. Bei schweigen im Interesse der Ehre der Frau liegt. der Beklagten ist das System eingeführt, daß alle Angestellten gegen Man spricht doch sonst so viel von dem notwendigen Schuße der Irrtümer in der Berechnung bei einer Versicherungsgesellschaft ver- Frauenehre. Mag diese das Gesetz gegenüber Fremben schüßen, sichert sind. Die Policen werden auf den Namen des Angestellten gegenüber dem Manne, der von Gesezes wegen ihr Gatte ist, ausgestellt, und die Prämie ist in Höhe von 16,50 M. pro Jahr im findet sie aber keinen Schuh. Es wäre also an der Zeit, diese VorEL Soziales. Der gegen Rechenfehler versicherte Buchhalter. " " Lustspielhaus. Sonntagnachmittag 3 Uhr: Leutnantsmündel. Abends: Der Registrator auf Reisen. Montag: Meyers. Dienstag bis Sonnabend: Registrator auf Reifen. Sonntagnachmittag 3 Uhr: Meyers. Abends und Montag: Registrator auf Reisen.( Anfang 8 Uhr.) Nose- Theater. Sonntagnachmittag 3 Uhr: Am Rande des Abgrunds. Abends: Mutteriegen. Montagnachmittag 3 Uhr: Der Störenfried. Abends: Muttersegen. Dienstagnachmittag 3 Uhr: Am Rande des Abgrunds. Abends: Mutterſegen. Sonnabend und Sonntag: Robert und Bertram. Sonntagnachmittag 3 Uhr: Muttersegen. Montag: Robert und Bertram. ( Anfang 8 Uhr.) Metropol Theater. Allabendlich: Hurra! Wir leben noch! Anfang 8 Uhr. Folies Caprice. Allabendlich bis auf weiteres: Der Feldwebelhügel. tag- und Montagnachmittag 3, Uhr: Spezialitäten. Apollo Theater. Allabendlich: Spezialitäten. Anfang 8 Uhr. Sonn Passage Theater. Sonntag und Montagnachmittag 3 Uhr: Spezialitäten. Alabendlich: Spezialitäten. Anfang 8 Uhr. B boraus zu bezahlen. Obgleich der Kläger mit dieser eigenartigen schriften endlich zu streichen und den Vorentwurf zur Straf- Speataaten arten. Allabendlich und Sonntag und Montagnachmittag: Leseabende. Versicherungsart einverstanden war, verlangt er die ihm abgezogene prozeßordnung entsprechend abzuändern. Jahresprämie dennoch zurück.. Er begründet das damit, daß er nur ein Vierteljahr tätig war, und daß der einzige Fehler, den er in dieser Zeit gemacht hatte, und der 2,95 M. betrug, von ihm Nieder- Schönhaufen- Nordend. Der Frauenleseabend findet am außerdem noch gedeckt werden mußte. Wenn er, so führt S. aus, Dienstag, den 18. April, nicht statt, sondern am Montag, den begangene Fehler doch aus seiner Tasche wieder gutmachen muß, 24. April. dann brauche er sich nicht noch für sein Geld zu versichern. Die Bezirksleitung. Auch der Vorsitzende meinte, ob es nicht praktischer wäre, die Summe abzüglich der Versicherungsprämie von vornherein als Gehalt anzugeben; der Vertreter der Beklagten erwiderte aber, das System habe sich im Stammhaus in Amerika, wo die Gesellschaft 7000 Pureaus mit 20 000 Beamten unterhalte, gut bewährt, und man habe darum teine Veranlassung, davon abzugehen. Das Kaufmannsgericht verurteilte die Gesellschaft zur Bah Tung von 15,30 M. Da der Kläger mit der Versicherungsart einverstanden war, so müsse er sie auch anerkennen. Er brauche aber nur für die Zeit seiner Zätigkeit den entsprechenden Prämienjab von 4,15 M. für ein Vierteljahr zu bezahlen. Den Rejt müsse er herausgezahlt bekommen, desgleichen die 2,95 M., die ihm für den einen Rechenfehler abgezogen wurden. Diesen Betrag dem Verficherten abzuziehen, sei gänzlich unberechtigt. Aus der Frauenbewegung. Die Nechte der Frau als Klägerin im Strafprozek. Dem Zuge der Zeit folgend, soll nun auch das deutsche Strafgefehbuch reformiert werden. In Verbindung mit diesem Schußgefeß steht die Strafprozeßordnung, welche die Vorschriften erst vervollständigte, auf denen sich unsere Strafrechtspflege aufbaut. Beide stammen aus den fiebziger Jahren des vorigen Jahrhunderts und haben merkwürdigerweise jeder Revision standgehalten, obwohl ihre Schwestergesetze der Bibilprozeßpflege im Laufe der Zeit mehrfach revidiert wurden und erst in diesem Jahre wieder eine fast vollständige Umgestaltung erfahren haben. Man wird es daher begreiflich finden, daß sich jetzt, da es an eine Reform unferer Strafprozeßrechtspflege geht, auch Kritiker finden, deren zum Teil sehr vernünftige Vorschläge mehr dem Geiste unserer heutigen Zeit entsprechen, als die uns von der Regierung auf getischte Borlage. Eigentümlich ist es nur, daß wir unter jenen Vorschlägen auch nicht einem einzigen begegnen, der das positive Recht der Frau als Alägerin in unserer Strafrechtspflege behandelt. Hier will man es offenbar wie bisher bei der Bebormundung durch den Mann bewenden lassen. Das ist entschieden hart, namentlich wenn man die Folgen in Betracht zieht, die aus dieser Institution entstehen. Freilich fehlt es nicht an inweise, welche andeuten, daß es besser ist, wenn in dieser Hinsicht alles beim alten bleibe. Besonders wird immer und immer wieder hervorgehoben, daß es einer Frau doch recht peinlich sein müsse, eine Beleidigungsklage selbst führen zu müssen. Dieser Hinweis ist jedoch nicht ausschlaggebend, denn die Frau muß ja doch in bem Prozeß als Zeugin erscheinen. 2 Wochen- Spielplan der Berliner Cheater. Königl. Opernhaus. Sonntag: Die Zauberflöte. Montagnachm. Uhr: Hänsel und Gretel. Die Puppenfee. Abends: Mignon. Dienstag: Die Stönigsfinder. Mittwoch: Das Rheingold. Donnerstag: Die Walküre. ( Anfang 7 Uhr.) Freitag: Carmen. Sonnabend: Siegfried.( Anfang 7 Uhr.) Sonntag: Die Zauberflöte. Montag: Die Fledermaus.( Anfang 71 Anjang 8 Uhr. Reichshallen Theater. Täglich: Stettiner Sänger. Anfang 8 Uhr, Sonntags 7 Uhr. Walhalla Theater. Sonntag und Montagnachmittag 3%, Uhr: Der Trompeter von Da capo! Spezialitäten.( Anfang 8 Uhr.) Säffingen. Allabendlich: Bravo! Herrnfeld Theater. Täglich: Scheidungs- Souper. Ein Verlobungsgeschäft. Die Bar- Schwester. Sonnabend: Die Bar- schwester. Die Meyerhains.( Anfang 8 Uhr.) Urania Theater, Taubenstr. 48/49. Lebende Tierbilder von nah und fern.( Anfang 8 Uhr.) Montagnachmittag 4 Uhr: In den Dolomiten. Dienstagnachmittag 4 Uhr: Nom und die Campagna. Sternwarte, Invalidenstr. 57-62. Briefkaften der Redaktion. N. A. 20. B. 2. 11. Ihr Anteil ginge verloren, außerdem hätten Sie noch Rönigl. Schauspielhaus. Sonntag: Die Quitoms. Montag: Der Störenfried. Dienstag: Die Journalisten. Wittwoch: Bopf und Gart 200 M. Haftjummie zu zahlen. Wäre der Anteil noch nicht voll eingezahlt, fo müßte Nachzahlung erfolgen. G. 2. 41. Sit feit 1900 nicht mehr Donnerstag: Ein Schritt vom Bege. Freitag: Flachsmann als Erzieher. geklebt worden, so ist Ihre Anwartschaft erloschen. R. M. 100. Für die Sonnabend: Die Stüzen der Gesellschaft. Sonntag: Der Kaufmann von angegebene Zeit ja. 2. 5. 60. 1. u. 2. Ja. 3. Bet Bochenlohn nein. Benedig. Montag: Die Stüßen der Gesellschaft.( Anfang 7 Uhr.) 23. Bloch 52. Unseres Erachtens ja. Legen Sie Berujung ein. blut. Abends: Der Herrgottschniger von Ammergau. Montagnachmittag beweis geführt werden fann; ist ein Ehevertrag überflüssig. Nenes tgl. Opern- Theater. Sonntagnachmittag 32 Uhr: Jäger-.. 57. 1. und 2. Ja. Thurneyftr. 100. Wenn der Eigentums. 3 Uhr: Anno Dazumal. Abends:' 3 Liserl vom Schlierjee. Dienstag Das ist zulässig. W. J. 4. Ja. E. H. 107. Ohne Kenntnis nachmittag 3, Uhr: Der Baragraphenschuster. Abends: Dorfg'boamnis. des Inhaltes des Mietsvertrages läßt sich die Frage nicht beant Mittwoch: In der Sommerfrisch'n. Donnerstag:' s Liserl vom Schliersee. morten. H. 8. Das Gesuch ist bei dem Armenvorsteher des Bezirks, in Freitag: Der Meineidbauer. Sonnabend: Geschlossen. Sonntagnachmittag dem die Herrschaft wohnt, zu stellen. M. D. 20. Antrag auf Erlaß 32 Uhr: Der Stammhalter. Abends: Jägerblut. Montag: Der Brogen eines Bahlungsbefehls oder Klage beim Amtsgericht, in dessen Bezirk bauer.( Anfang 8 Uhr.) Schuldner seinen Wohnsiz hat. R. 5. 105. 1. Nichts. 2. 30 Jahre, Deutsches Theater. Täglich: Faust. 2. Teil.( Anfang: Sonntag, wenn es sich nicht um wiederkehrende Leistungen handelt. August 107. Montag und fünftigen Sonntag 6 Uhr, die übrigen Tage 5 Uhr.) Antrag bei dem Polizeipräsidium. Bescheinigung der Heimatbehörde über Deutsches Theater( Stammeripiele). Sonntag: Die Königin. Shre Staatszugehörigkeit muß beigebracht werden. 23. S. 32. Nein. Montag: Sumurun. Dienstag: Die Stönigin. Mittwoch: Gawan. Donners Felix D. Mit Vollendung des 21. Lebensjahres. G. 160. Leider tag: Die Stönigin. Freitag: Frühlings Erwachen. Sonnabend und Sonntag: nicht. OS. 25. Das wird nicht möglich sein. Eine Anfrage ist an die Intendantur zu richten. Sprechzeit unbekannt. F. P. 13. Ihre Die Stönigin. Montag: Gawan.( Anfang 8 Uhr.) Sonntag, 23. April, nachm. 3 Uhr: Rojenmontag. Leffing Theater. Täglich: Glaube und Heimat.( Anfang 8 Uhr.) Anfrage ist in Nummer 85 des" Borwärts"( Sonntag, den 9. d. M.) be .. 77. Dhne Einsicht in den Vertrag nicht zu be Kleines Theater. Sonntag nachmittag 3 Uhr: Das Kind. Abends: antworten. J. 2. 22. 1. Gin Recht auf Herausgabe Ihres unehelichen Der Leibgardist. Montagnachmittag 3 Uhr: Nur ein Traum. Abends und seindes haben Sie nicht. Die Unterhaltspflicht bleibt bestehen. 2. Der Dienstag bis Sonnabend: Der Leibgardist. Sonntagnachmittag 3 Uhr: Eigentümer ist für den angedeuteten Fall entschädigungspflichtig. Die Frist Nur ein Traum. Abends: Der Leibgardist.( Anfang 8 Uhr.) beträgt in der Stegel mehrere Wochen; es fann Berlängerung beantragt Neues Theater. Zäglich: Mein erlauchter Ahnbere.( Anfang 8 Uhr.) werden. E. F. G. 15. Das erfahren Sie am besten bei einer Sports Mittwoch: Alt- Heidelberg. Neues Schauspielhaus. Sonntag bis Dienstag: Wienerinnen. zeitung. Bordihn, Sickingenstraße. Richten Sie Ihre Anfrage Donnerstag: Weh dem, der lugt. Freitag: Wienerinnen. Sonnabendnachmittag 3 Uhr: Sternsches Konservatorium an den Transportarbeiter- Berband, Sektion Seeleute, Engelufer 15. Abends sowie Sonntag und Montag: Wienerinnen.( Anfang 8 Uhr.) Berliner Theater. Sonntagnachmittag 3 Uhr: Minna von Barnhelm. Abends und Montagnachmittag 3 Uhr: Bummelstudenten. Abends: Giner bon unsere Leut. Dienstag bis Sonnabend: Bummelstudenten. Sonntag Abends: Bummelstudenten. nachmittag 3 Uhr: Der Veilchenfresser. ( Anfang 8 Uhr.) Abends: Der Feldherrnhügel. Montagnachmittag 3%, Uhr: Der Störenfrted. Modernes( Hebbel.) Theater. Sonntagnachmittag 3, Uhr: Jugend. abends bis Sonnabend: Der Feldherrnhügel. Sonntagnachmittag 3% Uhr: Maria Magdalena. Abends: Der Feldherrnhügel.( Anfang 8 Uhr.) Komische Oper. Sonntagnachmittag 3 Uhr: Tiefland. Abends: Der Widerspenstigen Zähmung. Montagnachmittag 3 Uhr: Hoffmanns Er zählungen. Abends: Orpheus in der Unterwelt. Dienstagnachmittag 3 Uhr: Die Fledermaus. Abends: Der Widerspenstigen Zähmung. Weittwoch: Sehen wir uns die Vorschriften unserer Strafrechtspflege in Hochzeit. Sonnabend: Drpheus in der Unterwelt. Sonntagnachmittag La Traviata. Donnerstag: Orpheus in der Unterwelt. Freitag: Figaros bezug auf das Recht" der Frau etwas näher an! Ist eine Ehe- 3 Uhr: Hoffmanns Erzählungen. Abends: Drpheus in der Unterwelt. frau beleidigt worden, so hat sie sowohl als auch ihr Mann die Montag: Der Widerspenstigen Bähmung.( Anfang 8 Uhr.) Befugnis, Antrag auf Bestrafung zu stellen(§ 195 des Str.-G.). Thalia- Theater. Sonntagnachmittag 3 Uhr: Er und seine Schwester. Dieselbe Vorschrift gilt auch für den Fall, wenn es sich um eine Allabendlich: Bolnische Wirtschaft.( Anfang 8 Uhr.) O. Leichte Körperverlegung der Frau handelt(§ 232 des Str.-G.) iebelei. Literatur. Montagnachmittagittag 8 Uhr: Die Ehre. Abends: Schiller Theater Charlottenburg. B ( Unter einer leichten Körperverlegung versteht man in juristischem idealer Gatte. Dienstag: Liebelei. Literatur. Mittwoch: Wallensteins Lod. Sinne leichte Schläge, Ohrfeigen usw.) In allen diesen Fällen Donnerstag und Freitag: Liebelei. Literatur. Sonnabend: Im Klubseffel. kann der Mann die Privattlage erheben(§ 414 der Str.-P.-O.). Sonntagnachmittag 3 Uhr: Die Ehre. Abends: Im Klubfeffel. Montag: Hieraus folgt, daß der Mann, ganz gleich, ob die Frau damit ein- Das Urbild des Tartuff.( Anfang 8 Uhr.) verstanden ist oder nicht, von dieser Befugnis weitgehenden Sonntagnachmittag 3 Uhr: Gebrauch machen kann. Bu belchen unerquidlichen Folgerungen Bring Friedrich von Homburg. Abends: Im Klubfeffel. Diontagnachmittag diese Einrichtung führen fann, wird durch einige Beispiele ge- 3 Uhr: Bring Friedrich von Homburg. Abends: Der Traum ein Leben. tennzeichnet, die Oberamtsrichter Riß- München in der juristischen Dienstagnachmittag 3 Uhr: Wilhelm Tell. Abends: Im Klubfeffel. MittZeitschrift„ Das Recht" zur Sprache bringt. Ein Mann, dessen Traum ein Leben. Sonnabendnachmittag 8 Uhr: Die Braut von Messina. woch: Ein idealer Gatte. Donnerstag: Jm Klubfeffel. Freitag: Der Frau zu ihren Eltern zurückgekehrt ist, hatte seinen Schwieger Abends: Liebelei. Literatur. Sonntagnachmittag 3 Uhr: Die Jungfrau bater wegen Beleidigung berklagt, die dieser Vater der eigenen von Drleans. Abends: Liebelei. Literatur. Montag: Der Traum ein Tochter zugefügt hatte, die aber den Ehemann in keiner Weise Leben.( Anfang 8 Uhr.) berührte!! In einem anderen Falle erhob ein Mann, der seit Friedrich Wilhelmstädtisches Schauspielhaus. Sonntagnachmittag Jahren getrennt von seiner Frau lebte, Privatklage wegen Störper- 3 Uhr: Faust. Abends: Kafernenluft. Montag: Wilhelm Tell. Dienstag berlegung seiner Frau gegen einen Verwandten, dem sie nach der bis Freitag: Stafernenluft. Sonnabendnachmittag 3 Uhr: Wilhelm Tell. Trennung von ihrem Manne den Haushalt leitete. Der Ver- Abends: Kasernenluft. Sonntagnachmittag 3 Uhr: Die Räuber. Abends: Rafernenluft.( Anfang 8 Uhr.) wandte( ein Ontel) wurde auch wirklich wegen Störperverlegung Renes Operetten. Theater. Sonntagnachmittag 3 Uhr: Der berurteilt. Blüdsengel. Abends: Der ledige Gatte. Montagnachmittag 8 Uhr: Der Die Struktur unserer modernen" Strafrechtspflege ist über- Glüdsengel. Abends und Dienstag bis Sonnabend: Der ledige Gatte. haupt die, daß eine Frau nicht Kenntnis von einer ihr zugefügten Sonntagnachmittag 3 Uhr: Der Glüdsengel. Abends: Der ledige Gatte. Beleidigung zu haben braucht, oder daß sie diese als eine solche( Anjang 8 Uhr.) FABRIK ANSICHT Salem Aleikum Valem Gold antwortet. -O Am Donnerstagnachmittag verschied nach langem, schwerem Leiden unser lieber Vater Hermann Blaschay im 58. Lebensjahre. Dies zeigen tiefbetrübt an Die trauernden Hinterbliebenen. Berlin, Gleimstr. 14, den 15. April 1911. Die Beerdigung findet am Dienstag, den 18. April, nachmittags 4 Uhr, von der Kapelle des Gethsemane- Friedhofes in Nieder- Schönhausen- Nordend aus statt. Möbel, Spiegel u. 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Co., Berlin SW Kr. 90. 28.Illhrgilvg. 1 KtilU in Jumiitlü" Wim WWM SoNtag, l6. Apti! l9lt. 1*\Uvavitche Rundfchau. Die öcbulrefoftn der Sozialdemokratie. Unter dem obigen Titel hat Genosse Heinrich Schulz eine 263 Seiten starke Schrift erscheinen lassen"), in der er in überaus klarer, wohldisponiertcr Form das Problem der Schul- reform behandelt, das gerade für das sozialistische Proletariat das aktuellste Interesse erlangt hat. Tie fleißige Arbeit des Genossen Schulz füllt eine Lücke in unserer Literatur aus. Denn besaßen wir auch bereits eine Reihe kleinerer Schriften über das Problem der Jugenderziehung, der sozialistischen Schulreform, so fehlte uns doch bis jetzt ein größeres zusammenfassendes Werk, das die Frage der Umgestaltung unseres Schulwesens sowohl in den großen Grundlinien, als auch in seinen Einzelheiten sachkundig be- handelte. Die Schrift von Heinrich Schulz erörtert das Problem vom grundsätzlichen sozialistischen Standpunkt aus. Sie gesteht von vornherein, daß, wenn die Sozialdemokratie im heutigen Gegen- »vartsstaate eine Reformarbeit in die Hand nimmt, das aus anderen Beweggründen und mit anderen Absichten geschieht, als bei irgendeiner bürgerlichen Partei. Die Sozialdemokratie betreibt auch die Schulreform nicht um ihrer selbst willen; sie ist ihr nur ein Mittel zur Förderung höherer Ziele. Während die bürgerliche Schulreform sich bereitwillig auf den Boden der heutigen Gesellschaftsordnung stellt und demgemäß die gegen- wärtige Schulorganisation im ganzen als gegeben akzeptiert, rechnet die sozialistische Schulreform mit dem Schulwesen des kapitalistiscken Klassenstaates nur, weil sie eben damit rechnen muß, weil jede Reformaktion zunächst bei dem Schulwesen der Gegenwart einzusetzen hat. An die heutigen Zustände anknüpfend sucht das Proletariat zu verwirklichen, was von seinen Reform- Plänen mir immer verwirklicht werden kann. Es gibt sich keiner Täuschung darüber hin, daß im Rahmen der heutigen Verhält- nisse, auf der Basis der kapitalistischen Produktionsweise, verhält- niZmäßig nur wenig durchgesetzt werden kann. Dieses Wenige ist noch dazi; der herrschenden Gesellschaft und den entscheidenden politischen Faktoren in bitterem Kampfe abzuringen. Die prole- tarische Schulreform ist daher zum größten Teile zugleich ein politischer Kampf. Wie aber die Reformen durch den Kampf dem Gegenwartsstaat? abgerungen werden müssen, so kommt andererseits jede Verbesserung der Schule auch wieder dem poli- tischen Kampf« des Proletariats zugute: je besser die Volksschulen sind, um so leichter und um so tiefer wird die heranwachsende Arbeitergeneration die befreienden Ideen des proletarischen Klassenkampfes erfassen und damit diesem Kampfe nützen können. Heinrich Schulz beginnt seine Schrift mit einer Darlegung des sozialistischen Erziehungs- und Schulideals. Indem er daran eine Kennzeickmung des gegenwärtigen Schulwesens anschließt, gelangt er in logischer Weife dazu, aus der Gegenüberstellung des sozialistischen Ideals und der kapitalistischen Wirklichkeit die Forderungen der proletarischen Schulreform abzuleiten und im einzelnen zu begründen. Das sozialistische Schulideal, das der Verfasser entwickelt, ist keine utopistische Träumerei. ES ist nicht gleich den pädagogischen Utopien der Plato, Roussvau. Owen usw. ersonnen worden, sondern auö derselben Wurzel erwachsen, der das sozialistische Ideal über* Haupt seine Entstehung und lebendige Wirkungskraft verdankt. Die EntWickelung der kapitalistischen Produktionsweise schuf ein klassenbewußtes Proletariat, das, von den großen Theoretikern des modernen Sozialismus geschult, die sozialen Zusammenhänge im Lichte sozialistischer Erkenntnis zu überschauen gelernt hat. Die kapitalistische Wirtschaftsweise hat nicht nur den Mann, sondern auch Frau und Kind in den Produktionsprozeß ein- bezogen. Aber über den furchtbaren Schäden kapitalistischer Frauen- und KinderauLbeutung verkeimt das sozialistische Prole- lariat nicht die an sich richtige und fortschrittliche Tendenz der EntWickelung. Das Proletariat hat erkannt, daß das Wohl und Weh: der Gesellschaft auf der gesellschaftlichen Arbeit beruht, und in dieser Erkenntnis liegt das pädagogische Endziel des Sozialismus bereits in seinem Kerne enthalten. Der Sozialismus erstrebt die Vergesellschaftung der Produktionsmittel, die Organi- sation der Produktion durch die Gesellschaft und für die Gesell- schaft. Die Menschheit soll in den Stand gesetzt werden, die Pro- duktion bewußt zu regeln, vom Kleinen und Groben bis zum Großen und Feinen. Die Voraussetzung dafür ist die Erziehung jedes einzelnen Gliedes der Gesellschaft zum volle» Verständnis für den Produktionsprozeß in seiner gesellschaftlichen und kulturellen Bedeutung und in seinen inneren und äußeren Zu- sammenhängen. Heute ist der Arbeiter nicht bewußtes Glied, sondern bloß Werkzeug im Produktionsprozeß, dessen Errungenschaften ihm nur zum kleinsten Teile zugute kommen, während die besitzenden Klassen nicht nur den Besitz, sondern auch alle Kulturgüter für sich monopolisieren. Die Bildung, die die Volksschule den Kindern der nicht?- nicht erfassen; die Wege, die von der dunklen Enge seine? Berufs bis auf die�sonnigen Höhen des Lebens Mren, kann er mit den primitiven Mitteln der Schulbildung nicht finden. Für eine feste und befteicnde Weltanschauung sind die brüchigen und morschen BaMeine der„religiös-sittlichen" Voltsschulbildung nicht zu ge- brauchen; die Ableitung seiner politischen und sonstigen öffenk- Rechte und Pflichten aus seiner ökonomischen Tätigkeit wird dem einzelnen, besonders dem Arbeiter, durch die Schulbildung nicht nur nicht erleichtert, sondern nach Möglichkeit verschleiert. Für die Ziele und Aufgaben deL Sozialismus ist das heutige Er- ziehungSfhftem daher unbrauchbar. Eine Erziehung im sozialisti- fchen Geiste mutz den größten Wert darauf legen, jedes einzelne Mitglied der Gesellschaft zu vollem Verständnis für das Wesen der Gesellschaft zu erziehen. Auch in der sozialistischen Gesellschaft kann nicht jeder kommandieren; auch in ihr wird eS innerhalb des Arbeitsprozesses Ueber- und Untergeordnete geben. Aber diese Verschiedcnartigieit ist weder moralischer noch sozialer N>>>>> MATINEE eeeeee unter Mitwirkung des Berliner Humor- Quartett. Eröffnung 11 Uhr. – Bille Billett a 30 Pf. 217/ 16* Anfang pünktlich 12 Uhr. Wir bitten die Mitglieder und deren Angehörige, sich rechtzeitig mit Billetts zu versehen, weil offene Kasse nicht stattfindet. Sozialdemokratischer Wahlverein des VI. Berliner Reichstagswahlkreises. Sonntag, den 16. April 1911( erster Osterfeiertag): Künstlerische Unterhaltungsabende ( Frühlings- Feier) in folgenden Lokalen: Ballschmieders Etablissement, Badstraße 16, Pharus- Säle, Müllerstraße 142, Prater- Theater, Kastanienallee 7/9. Mitwirkende: Gesang: Frau Dora Schnöb( Sopran) Herr Ferdinand Kallweit( Tenor) Hr. Felix Lederer- Prina( Bariton) Rezitation: Frau Hilma Schlüter Herr Eduard von Winterstein' Herr Fritz Richard Anfang 7 Uhr. Violine: Frau Gertrud Steiner- Rothstein Cello: Fräulein Käte Soehnge Herr Willi Deckert Klavier: Herr Leo Kestenberg Herr Alfred Simon Herr Fritz Vogel Konzertflügel: Ibach. Nach den Vorstellungen: Tanz. Ausführliche Programme am Eingang zu den Sälen. Eintritt 40 Pf. 226/ 15* Das Komitee. Schöneberg Sozialdemokratischer Wahlverein. Sonntag, den 16. April, abends 6 Uhr, in den ,, Neuen Rathaussälen", Meininger Straße 8: 15/9 Künstlerischer Unterhaltungsabend. Mitwirkende: Rezitation: Herr Otto Rembe. Gesang: Frl. Herta Geipelt, Frl. Käte Wille- Bach. Violinkonzert: Herr Siegfried German. Lieder zur Laute: Herr Osterburg. Humoristische Vorträge: Herr F. W. Hardt. Das Konzert wird von der Kapelle des Herrn Musikdir. Hollfelder ausgeführt. Beginn 6 Uhr abends. Rauchen verboten. Eintritt 50 Pf. Tanz 50 Pf. Garderobe 10 Pt. ! Die große Osterüberraschung! Am 1., 2. und 3. Feiertage in sämtlichen Vorstellungen ab 4 Uhr nachmittags: Das gefährliche Alter. Aktuelles Sensationsbild ersten ExcelsiorLichtspielhaus Das gefährliche Alter. Aktuelles Sensationsbild ersten Ranges in zwei Abteilungen. Rixdorf Richardstr. 12-13 Passage Ranges in zwei Abteilungen. Sowie die anderen glänzenden Novitäten. Kindern unter vierzehn Jahren ist der Eintritt nicht gestattet. Berliner Volks- Chor. M. d. A.-S.-B. Dirigent: Dr. E. Zander. Montag, den 24. April, abends 8, Uhr, im Konzert- Saal Friedrichshain Am Friedrichshain 16-23, Dienstag, den 25. April, abends 8 Uhr, in der Neuen Welt, Hasenheide R. Wagner: 108-114: ,, Der fliegende Holländer". Soli: Frau Böhmer( Alt); Frau Schauer Bergmann( Sopran); Königl. Kammersänger Kalweit( Tenor); Königl. Hof- Opernsänger Plaschke( Bariton). Kasseneröffnung 7 Uhr. Das Blüthner Orchester. Der Berliner Volks- Chor. Eintrittskarten im Vorverkauf 75 Pt. einschließlich Garderobe und Programm. Abendkasse 1,00 M. Textbuch mit Wagners Bild und Erläuterungen 10 Pf. 290/9 Ende gegen 11 Uhr. Billetts sind zu haben bei: N. Roloff, Wörther Str. 31; Zucht, Immanuelkirchstr. 13; Hanisch, Auguststr. 50; Rietz, Kopenhagener Str. 2, Swinemünder Str. 86, Fehmarnstr. 8; Vogel, Lortzingstr. 37; Thomas, Gartenstr. 71; Tietz, Invalidenstr. 124; Haß, Torfstr. 19; Fischer, Veteranenstr. 6; Beyer, Veteranenstr. 11; Sommerfeld& Co., Rosenthaler Str. 51; Kriedemann, Stargarder Str. 74; Schulz, Wiesenstr. 60a; Brehmer, Weißenburger Straße 9; Scholz, Alte Schönhauser Str. 19; Daunert, Pappel- Allee 33; Juhl, Ackerstr. 145; Roeßner, Immanuelkirchstr. 12. O.: Perlewitz, Am Friedrichshain 6; Schumacher, Königsberger Str. 11; Vogel, Koppenstr. 82; Liebecke, Romintener Str. 18; Dähn, Petersburger Str. 34; Wedemeyer, Weidenweg 80; Niemeyer, Weberstraße 19; Schrolle, Landwehrstr. 3; Reul, Barnimstr. 42; Jahn, Zorndorfer Str. 59; Rietz, Petersburger Str. 5, Thaerstr. 18, Kopernikusstraße 11. 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Aehrgaug. 3. ßdlMf des Jorüiilö" Knlim Jolkslilnlt ZollMg. 16, April 1911 Gerichts-Zeitung. Jugend von heute. Wegen Anstiftung zum Diebstahl, versuchten schweren Dieb- stahls bezw. Hehlerei hatte die 10. Strafkammer des Landgerichts I unter Porsitz des Landgerichtsrats Kade gegen die sechzehn- bis acht- zehnjährigen Arbeitsburschen Otto Zamzow, Michael Glowatzky und Karl Tallming zu verhandeln.— Der Angeklagte Zamzow war mit den noch schulpflichtigen Söhnen Paul und Otto des Hausver- Walters F. bekannt. Eines Tages erfuhr er von Paul F., daß dieser seine Sparbüchse ausgeplündert und das Geld ohne Wissen des Vaters vernascht hatte. Der erst sechzehnjährige Zamzow be- nutzte nun diese Kenntnis, um einen regelrechten Erpressungs- felbzug gegen den Schulknaben zu unternehmen. Er drohte dem Jungen, daß er seinem Vater die Geschichte mit der Sparbüchse mitteilen werde, wenn er ihm nicht auch Geld bringe. Paul F- ließ sich aus Furcht vor Strafe auch verleiten, seinem Vater aus einer Kassette, in welcher er als Hausverwalter größere Geld- betrüge aufbewahrte, die Summe von 60 M. zu entwenden. Dieses Geld teilte Z. dann mit seinen Mitangeklagten Spießgesellen. Die drei blutjungen Bürschchen verbrachten das Geld dann in einem Tage zum Teil auch in einer Kellnerinnenkneipe. Z. hatte sich vor allen Dingen einen Revolver gekauft. Mit dieser Waffe drohte er dem Paul F., daß er ihn erschießen und dann in die Spree werfen würde, wenn er ihm nicht nochmals Geld bringen würde. Dieser Vorgang wiederholte sich mehrere Male, so daß der Vater des F. schließlich ein Manko von über KOO M. in seiner Kasse konstatieren mußte. Erst als die Mutter des Jungen eines Tages weinend erklärte, daß der Vater für das fehlende Geld aufkommen müsse, packte dann den jugendlichen Dieb die Reue. Er räumte seine Verfehlungen ein und erzählte auch, daß er durch die fort- gesetzten Drohungen des Zamzow zu den Diebstählen gezwungen worden sei. Da er mit dieser Angabe keinen Glauben fand, wurde folgendes Experiment gemacht. Paul F. mußte dem Angeklagten Zamzow erzählen, daß er den Schlüssel zu der Kassette nicht mehr finden könne. Zamzow erklärte sofort, daß er sich dann selbst das Geld holen wolle. Während einer angeblichen Abwesenheit der Eltern des F. erschien er auch in der Wohnung und machte sich mit aller Seelenruhe daran, die Kassette aufzubrechen, wobei er dann von den F.'schen Eheleuten überrascht wurde.— Mit dem erbeuteten Gelde hatten die drei Angeklagten herrlich und voller Freuden gelebt, Glowatzky hatte sogar eine Vergnügungsreise nach Bonn unternommen.— Mit Rücksicht darauf, daß die Angeklagten ein sehr stark ausgeprägtes verbrecherisches Talent an den Tag gelegt hatten und die reinen Blutsauger gewesen waren, erkannte das Gericht gegen Zamzow auf ein Jahr Gefängnis bei sofortiger Ber- Haftung, gegen Glowatzky, der sich jetzt in Zwangserziehung be- findet, ebenfalls auf ein Jahr und gegen Tallming auf einen Monat Gefängnis._ Die Verpflichtung zum Festhalten beim Aussteigen aus der Eisenbahn. Wie auf einzelnen anderen Bahnsteigen Deutschlands, so ist auch bei dem Zugverkehr der Berliner Borortbahn der größten Be- quemlichkeit des Publikums Rechnung getragen. Besonders vor- teilhaft hat sich bei dem überaus regen und eiligen Verkehr die Anlage der Bahnsteige erwiesen, die es ermöglichen, ohne das umständliche Klettern in das gewünschte Abteil einzusteigen. Die Gefahr eines Unfalles beim Ein- und Aussteigen erscheint durch die hohe Lage der Bahnsteige wesentlich herabgemindert. Aber auch hier hält das Reichsgericht an der schon oft betonten Auffassung fest, daß der Eisenbahnrcisende beim Einsteigen wie auch beim Aussteigen die Hilfsvorrichtung in Anspruch zu nehme» hat, die die Eisenbahn im Interesse des reisenden Publikums angebracht hat. Verschmäht es jemand, sich an den seitlich der Türen an- gebrachten Haltegriffen anzuhalten und passiert ihm durch Abrutschen ein Unfall, so ist er nicht berechtigt, die Eisenbahn in Anspruch zu nehmen, wie er es sonst auf Grund des unvcr- schuldeten Betriebsunfalles tun könnte. Zu diesen Ausführungen interessiert der im nachstehenden mitgeteilte, jetzt vor dem Reichsgericht zur Entscheidung gelangte Rechtsstreit: Die Klägerin, ein �räulein W. aus Charlottenburg, erhebt Ansprüche gegen den Preußischen Eisenbahnfiskus aus einem Unfall, den sie am 31. Januar 1909 in Charlottenburg beim Aus- steigen aus einem Zuge der Wannscc-Bahn erlitten hat. An diesem Tage benutzte sie die Wannsee-Bahn von Schlachtensee aus, wo sie Schlittschuhlaufen war. Das Abteil, in dem die Klägerin fuhr, war mit 14 Personen gefüllt. Das Aussteigen ging, infolge des stark besetzten KupeeS, sehr schnell vor sich. Die W. hielt sich deshalb beim Aussteigen nicht an, sondern betrat schnell das in gleicher Höhe des Bahnsteiges liegende Trittbrett. Auf dem Tritt- breit ist sie ausgeglitten und hingefallen, wobei sie sich einen Beinbruch zuzog. Die Heilung des Bruchs erfolgte so mangel- Haft, daß das Bein wieder gebrochen werden mußte; alsdann ist es besser verheilt, aber l'A Zentimeter kürzer geworden, als das andere. DaS Landgericht Berlin hat die von der Klägerin auf Grund des Reichshaftpflichtgesetzes erhobenen Ansprüche als gerechtfertigt anerkannt. DaS Kammcrgericht zu Berlin ist dem Landgericht beigetreten. Es führt aus, daß nach der üblichen Rechtsprechung auch die Unfälle beim Aussteigen auS der Eisenbahn mit unter den Begriff dcö Betriebsunfalles zu rechnen sind. Ein Mitver. schulden der Klägerin erblickt das Kammergericht nicht darin, daß sie sich beim Aussteigen nicht an den Handgriffen angehalten habe. Es erklärt, daß die Handgriffe bei den Vorortzügen so eingerichtet sind, daß sie das Einsteigen erleichtern. Beim Aus- steigen habe das Anhalten keinen Zweck, denn die Klägerin hätte, nachdem sie das Trittbrett betreten hätte, den Handgriff doch los- lassen müssen, um weitergehen zu können. Dieses Urteil des Kammergerichts ist vom Reichsgericht auf- gehoben und die Sache mit folgenden Erwägungen an das Kammer- gericht zurückverweisen worden: Der Angriff der Revision, daß kein Betriebsunfall vorliege, ist unbegründet. Dagegen ist die Meinung des Berufungsgerichts, daß man sich beim Aussteigen der vor- handenen Sicherungen nicht bedienen brauche, nicht gerechtfertigt. In zahlreichen Entscheidungen hat das Reichsgericht dies schon zum Ausdruck gebracht. Die Eisenbahnen haben verhältnismäßig steile Ansgänge; das weiß jeder. Deshalb muß sich der Reisende auch der Hilfsmittel bedienen, die ihm an die Hand gegeben werden, um die mit der Steilheit der Ausgänge verbundene Gefahr abzuwenden. Tut er das nicht, so trifft ihn ein Verschulden, wenn sich ein Unfall ereignet._ Hub aller Melt. Obcrbaycnfcbc Kultur. Einen interessanten Einblick in die kulturellen Zustände einer Zentrumsdomäne bot eine Verhandlung, die dieser Tage vor dem Münchener Landgericht II stattfand. Ein Bauer aus dem Dorfe Breitenlohe bei Erding in Oberbayern huldigte in starkem Matze den, Gotte GambrinuS. Die Bäuerin befürchtete, daß dabei HauS und Hof draufgehen könnte. Aber die Tagelöhnersfrau Elise Meyer von S ch i l t e r n wußte ein Mittel. Sie wollte gegen Geld und andere gute Sachen den durstigen Bauern totbeten. Der Handel war schnell abgemacht. Die Bäuerin zahlte fleißig. Ein Thaler nach dem andern wanderte zur tot» betenden Meyerin; auch Butter und Schmalz. Eier und gut ge- räuchertes Schweinefleisch wurden als Opfer auf den Betaltar der ge- schäftskundigen Meyerin gelegt. Der Bauer aber ging nicht. Schon hatte die gläubige Mission der Bäuerin 300 Mark gekostet, dem Bauern aber schmeckte daS Bier immer noch mehr. Inzwischen wurde gegen die Totbeterin Anzeige erstattet. Sie er- hielt wegen Gaukelei sechs Wochen Haft. Auf die Revision des Staatsanwalts hin hob das Reichsgericht das Urteil auf und wies die Sache zur nochmaligen Verhandlung an das Landgericht München II zurück. Dieses verurteilte die Totbeterin jetzt wegen Betruges zu fünf Monaten Gefängnis. Sicherlich ist die Bäuerin eine fromme Christin, denn sonst hätte sie wohl nicht so fest auf die Wirkung des todbringenden Gebetes gehofft, daß sie 800 M. dafür auswarf. Schwere Fliegerabstiirze in Frankreich. Am Freitagabend ist in der Nähe von Crigniöres der französische Marineleutnant B y a s s o u bei einem Ueber- landfluge mit seinem Apparat aus beträchtlicher Höhe ab- gestürzt und wurde unter den Trümmern des Flugzeuges begraben. Etliche Personen, die den Apparat beobachtet hatten, eilten zu Hilfe, fanden jedoch den Leutnant Vyassou leblos vor und transportierten ihn sofort nach einem benachbarten taufe. Ein Arzt>oar bald zur Stelle, konnte jedoch keine ilfe mehr leisten. Ein anderer schwerer Aeroplanunfall ereignete sich am Freitag auf dem Flugfelde von V e t h e n y. Bei einem Flug- versuche mit einem neuen Eindecker stürzte der Aviatiker Delange aus etwa 100 Meter Höhe mit seinem Apparat ab. Der Aviatiker wurde dabei am Kopfe, an derBrust und an den Beinen schwerverletzt. Auch am Sonnabend ereignete sich auf dem Flugfclde von B e t h e n y wieder ein schwerer Unglücksfall. Der Flieger Pierre Louis stürzte mit seinem Flugzeuge ab und erlitt schtvere Verletzungen. Ein Unfall der„Dentschlarfd". DaS neue Zeppelin- Luftschiff„Deutschland" stieß am Freitag- nachmittag in Düsseldorf beim Herausbringen aus der Halle, weil die Bedienungsmannschaften auf ein mißverstandenes Kom- mando den Ballon nach der verkehrten Seite hm zogen, mit dem hinteren Propeller an der Steuerbordseite und dem Seitensteuer an der Backbordseite gegen die Ecken der Halle. Propeller und Steuer wurden erheblich beschädigt, so daß sie auS- gewechselt werden mußten. Bis die Ersatzteile auS Friedrichs- Hafen eingetroffen und montiert fein werden, dürfte» mehrere Tage vergehen._ Staubexplosion in einer Brikettfabrik. Wie die.Frankfurter Oderzeitung" meldet, fand am Sonnabend« morgen in der vierten Stund« in der Brikettfabril der Grube Präsident der Nicdcrlausitzer Kohlenwerke bei F ü r st e n b e r g a. O. eine Staubexplosion stall, wobei sechs Arbeiter, drei davon schwer, verletzt wurden. Sie wurden von der SanitätS- kolonne in das Krankenhaus Fürstenberg übergeführt. An dem Auf- lommen der Schwerverletzten wird gezweifelt. Deutsche Flugrekorde. Am Freitag abend schlug in Darmstadt der Einjährig-Freiwillige Reichardt auf einer Eulerflugmaschine(Militärtyp) den deutschen Höhenrekord mit einem Passagier, der bisher 430 Meter betrug, und stellte mit blv Meter einen neuen Höhen- rekord mit einem Paffagier auf. Ein amtlicher Zeitnehmer deS deutschen Luftschifferverbandes saß als Passagier im Flugzeug. Für die Höhenmeffung wurden zwei Höhenmesser benutzt, welche über< einstimmend die Höhe von 610 Meter anzeigten. » Der Münchcner Flieger Dr. Wittenstein machte am Freitag einen Flug von bö Kilometer über München und Umgebung. Dies ist der längste bisher in Bayern ausgeführte Ueber« landflug._ Zwischenhandel auf dem Wohnungsmarkte. Ms eine neue und nicht gerode willkommene Erscheinung auf dem Gebiete des Großstadtlebens ist es anzusehen, daß sich auch auf dem Wohnungsmarkte schon der Zwischenhandel be- merkbar macht. So pachtete eine Firma in München die samt- lichen Wohnungen von größeren Herrschaftshäusern gegen ein dem Haus- besitzer zu leistendes jährliches Fixum, um dann ihrerseits die einzelnen Wohnungen zu vermieten, natürlich zu Preisen, die einen m ö g- lichst hohen Ueberschuß über das an den Hausbesitzer zu zahlende Jahresfixum abwerfen. So werden die Häuser noch mehr zu Spekulationsobjekten und die schon schmerzlich empfundene Wohnungsteuerung dürfte auf diese Weise noch wesentlich verschärft werden._ Ein ungarisches Dorf in Flammen. In der Gemeinde Vizvir im Komitat Somogy brach am Freitag ein Feuer aus, das, durch den herrschenden Sturm be- günstigt, bald sehr große Dimensionen annahm. Im Laufe des Vormittags wurden 20 Gebäude eingeäschert. Mehrere Kinder kamen in den brennenden Häusern ums Leben. Das Feuer ver- breitete sich immer weiter und bald stand die ganze Ortschaft in Flammen. Die eingeleitete Löschaktion hatte wegen des heftigen Sturmes leine» Erfolg. Kleine Notizen. Vom Spiel in den Tod. Zwei Söhne eines Spediteurs in Varel in Oldenburg spielten am Freitagabend in einer Sand- grübe der Umgegend. Als sie abends 11 Uhr noch nicht nach Hause zurückgekehrt waren, begaben sich die Eltern und Nachbarn mit einem Hunde auf die Suche und fanden beide Knaben verschüttet. Sie wurden um Mitternacht tot ausgegraben. Großfeuer in Goslar. Sonnabendabend gegen ö Uhr kam in dem Hotel Kurhaus Hahnenklee in Goslar, einem der größten Kur« Häuser deS Harzes ein Brand aus, der bald das ganze drei- stöckige Gebäude erfaßte. Um das Ueberfpringen des Brandes auf ein naheliegende» anderes Hotel zu verhüten, ivurde ein die beiden Hotels vorbindendes Gebäude niedergerissen. Das Kurhaus Hahnenklee wurde vollständig eingeäschert. Ein bei der Brandstätte als Zuschauer weilender Einwohner Goslars erlitt, als die ohnmächtig gewordene Frau des Besitzers deS Kurhauses von Männern aus dem Haufe getragen wurde, einen Herzschlag und starb auf der Stelle. Der Bock als Gärtner. In der englischen Stadt Stoke upon Trent wurden zwei Agenten der städtischen Polizei um Mitternacht dabei überrascht, wie sie' in ein Kohlenlager einzudringen versuchten. Die Polisten, die schon längere Zeit im Verdacht standen, Einbrüche verübt zu haben, wurden durch einen Polizeiinspeltor beobachtet und in flagranti ertappt und festgenommen. Folgenschwere Explosion. In einer Niederlage pharmazeutischer Produkte in der Rue Blanche in Paris fand eine Explosion statt, bei der fünf Personen verletzt wurden, darunter vier lebensgefährlich. Die Opfer der Erdbebenkatastrophe von Messina. Die Zahl der Opfer der Erdbebenkatastrophe von Messina wird jetzt amtlich be- kanntgegeben. Danach sind im ganzen bei der damaligen Katastrophe 317000 Menschen um« Leben gekommen. Attentat aus einen Eisenbahnzug in Japan. In der Nähe der Ortschaft K i r t o wurde gestern durch Zerstörung der Eisenbahngleise mittels Dynamit ein Eisenbahnzug zum Entgleisen ge- bracht. Zwei Bahnbeamte wurden dabei schwer,»eh» Passagiere leicht verletzt. Marktpreise von Berlin am»3. April»»»». nach Ermittelung de» Königlichen Polizeipräsidiums. Markthallenpreise,(Kleinhandel.) 100 Kilogramm Erbsen, gelb«, zum Kochen 30,00—50,00. Spcisebohnen, weiße 30,00-50,00. Linsen 20.00-00.00, Kartoffeln 6,00-9,00. 1 Kilo. gramm Rindfleisch, von der Keule 1,00—2,40, Rindfleisch. Bauchfleisch 1.20 bis 1.70, Schweinefleisch 1,20-1,90. Kalbsleifch 1,50-2,40, Hammelfleisch 1,40—2.20. Butter 2,20—3,00, 00 Stilck Eier 3,00—4,40. 1 Kilogramm karpsen 1.10-2.40, Aale 1,00- 3,00, Zander 1,40-4,00, Hechte 1,30 bis 2,80. Barsch« 0,80—2,00. Schleie 1,40-3,10. Bleie 0,80—1,00. 60 Stück Krebse 2,25-28,00. Neu eröffnet: Tauentxienstr, 20 Leipxiyer Str. 65 Königstraße 34 Oranienilraße 34 Orarnenatraße 47a KüHentraße 3a Rixdorf, Berg$tr.7-8 Zentrale u. Versand: Oranienatraße 34 Nach den Feiertagen nehmen Sie sich bitte die Zeit und besichtigen Sie ohne jeden Kaufzwang unsere allerneuesten Frühjahrsmodelle. Die modernsten Neuheiten des In* und Auslandet sind in einer selten reichhaltigen Auswahl vorrätig Hauptpreislagen f. Damen- u. Herren-Stiefel in schwarz u. farbig 790 IQSO 1 750 1�50 Die FrLfku� uns� Erwelt J » AVy JLw Xwr rungsbaues Leipziger Straße 6S »» findet demnächst statt•• KIЯ Am 13. April, abends 9 Uhr, verschied im 63. Lebensjahre nach furzem Strantenlager mein lieber guter Mann, unser Bater, Bruder, Schwager, Schwieger- und Großbater, der Schleifer Heinrich Stahl. Die Beerdigung findet am 17. April, nachmittags 2 Uhr, vom Trauerhause, Forster Str. 18, aus nach dem Emmaus- Kirchhof statt. Dies zeigen tiefbetrübt an Karoline Stahl geb. Opitz nebst Kindern. Sozialdemokratisch. Wahlverein für den 4. Berliner Reichstagswahlkreis. ( Görlitzer Viertel) Bezirk 223. Den Mitgliedern zur Nachricht, daß unser Genoffe, der Metall Ichleifer Heinrich Stahl ( Forster Straße 8) geftorben ift. Ehre seinem Andenken! Die Beerdigung findet am Montag, den 17. April, nach mittags 2 Uhr, vom Trauerhause aus nach dem Emmaus- Kirchhof, Hermannstraße, statt. Um rege Beteiligung ersucht 217/19 Der Vorstand. Sozialdemokratischer Wahlverein für den 4. Berl. Reichstags- Wahlkreis. Frankfurter Viertel. ( Bezirk 312.) Den Mitgliedern zur Nachricht, daß unsere Genoffin, Frau Emilie Fiebig ( Richthofenftr. 15) geftorben ist. Ehre ihrem Andenken! Die Beerdigung findet am Montag, den 17. April, nach. mittags 4 Uhr, von der Leichens balle des Petri- kirchhofes, Frieden straße, aus ftatt. Um rege Beteiligung ersucht 217/17 Der Vorstand. Zentralverband der Töpfer Deutschlands. Filiale Berlin. Todes- Anzeigen. Hierdurch die traurige Mit teilung, daß der Kollege Ernst Helbig ( Bezirk Gesundbrunnen) im Alter von 67 Jahren ver storben ist. Die Beerdigung findet am 17. April( 2. Feiertag), nach mittags 3 Uhr von der Leichen. Halle des Elisabeth Kirchhofes, Prinzen- Allee, aus statt. . Ebenso teilen wir mit, daß der Stollege Paul Borkowski ( Bezirk Lichtenberg) im Alter von 39 Jahren an Tuberkulose verstorben ist. Die Beerdigung findet am Mittwoch, den 19. April, nachmittags 4 Uhr, bon der Leichenhalle des Lichtenberger Gemeindes Friedhofes in Marzahn aus statt. Abfahrt des Buges vom Schle fischen Bahnhof( Briesener Bahn steig) 8 Uhr. Ehre ihrem Andenken! Um rege Beteiligung ersucht 192/11 Der Vorstand. Sozialdemokratischer Wahlverein für den 4. Berliner Reichstags- Wahlkreis. Stralauer Viertel, Bez. 327 III. Den Mitgliedern zur Nachricht, daß unser Genosse, der Metall arbeiter Wilhelm Dziobek ( Stralauer Allee 26) gestorben ist. Ehre seinem Andenken! Die Beerdigung findet am Dienstag, ben 18. april, nach. mittags 2 Uhr, von der Lelchen balle des Zentral- Friedhofes in Friedrichsfelbe aus ftatt. Um rege Beteiligung ersucht 217/18 Der Borstand. Am Freitag entschlief mein Mann, unser Bater, der Löpfer Todes- Anzeigen Sozialdemokratischer Wahlverein des 6. Berl. Reichstags- Wahlkreises. Todes- Anzeige. Am 14. April verstarb unser Genosse, der Dreher Max Reiche Brüsseler Straße 12. Ehre seinem Audenken! Die Beerdigung findet am Dienstag, den 18. April, nachmittags 1 Uhr, von der Leichenhalle des Virchow- Krankenhauses aus nach dem städtischen Fried hof, Müllerstraße, Ede Seestraße, statt. 226/18 Um rege Beteiligung ersucht Der Vorstand. Deutscher Metallarbeiter- Verband Verwaltungsstelle Berlin. Todes- Anzeigen. Den Kollegen zur Nachricht, daß unser Mitglied, der Dreher Max Reiche am 14. d. M. an Lungenleiden geftorben ist. Die Beerdigung findet am 18. April nachmittags 1, Uhr von der Leichenhalle des Rudolf Birchow- Krantenhauses aus auf dem städtischen Friedhof in der Müllerstraße statt. Ferner starb unser Mitglied, der Schleifer Karl Richter am 12. April an Lungenleiden. Die Beerdigung findet am Dienstag, den 18. April, nachm. 11, Uhr, von der Leichenhalle des Bentralfriedhofs in Friedrichsfelde aus statt. 115/10 Ehre threm Andenken! Rege Beteiligung erwartet Die Ortsverwaltung. Zentral- Kranken- und Sterbekasse d. deutschen Wagenbauer Berlin 5. Am 14. April verstarb unser Mitglied, der Dreher Max Reiche Brüsseler Str. 12, nach langen, fchweren Leiden. Ehre seinem Andenken! Die Beerdigung findet am Dienstag, den 18. April, nachmittags 1, Uhr, von der Leichenhalle bes Birchow Strantenhauses aus ftatt. Um rege Beteiligung ersucht 257/9 Die Ortsverwaltung. Am Freitag, den 14. April, nach mittags 5 Uhr, verschied nach langein Leiden im Alter von 23 Jahren unser lieber Sohn, der Maler 12695 Otto Dogs. Dies zeigen tiefbetrübt an Die trauernden Eltern und Geschwister. Die Beerdigung findet Montag, ben 17. April, nachmittags 4 Uhr, von ber Reichenhalle des Friedhofes ber Stabt Lichtenberg in Marzahn aus statt. Verband der Maler, Lackierer, Auftreicher ufw. Filiale Bertin. Den Mitgliedern zur Nachricht, daß der Kollege Otto Dogs am 14. April 1911 berstorben ist. Ehre seinem Andenken! Die Beerdigung findet am Montag, den 17. April, nachmittags 4 Uhr, von der Leichenballe des Marzahner Kirchhofes statt. Um rege Beteiligung ersucht 129/4 Die Ortsverwaltung. Danksagung. Für die vielen Beweise herzlicher Teilnahme bei der Beerdigung un feres lieben Bruders und Schwagers Ernst fagen wir allen Freunden und Bekannten, den Herren Meistern und Kollegen der Firma Boß- Sohn jotoie dem Herrn Redner des Metallarbeiterverbandes( Spandau) für jeine troftreichen Worte am Grabe unferen tiefgefühlten Dant. Die Gefchwister Leonhardt, Leipzig- Berlin. GI Sozialdemokr. Kreiswahlverein Nieder- Barnim. Bezirk Neuenhagen. Am 14. April verstarb unser Genosse, der Schriftgießer Paul Weber, Petershagen a. b. Ostbahn. Ehre seinem Andenken! Die Beerdigung findet am 3. Dfterfeiertag, nachmittags 4 Uhr, bom Trauerhaufe, Bruchmühlstraße, aus statt. 238/10 Um rege Beteiligung ersucht Die Bezirksleitung. Deutscher Transportarbeiter- Verband. Bezirksverwaltung Groß- Berlin. Den Mitgliedern zur Nachricht, daß unser Sollege, der Kutscher Emil Weisse Beginn des Saison- Ausverkaufs: Spo Dienstag vormittag 10 Uhr! Besichtigung ohne Kaufzwang! Gar. t. gut, Sitzl ca. 15 000 Stück besserer und vornehmer Konfektion jeder Art aus Tuch, Kammgarn, Lasting, Cheviot. Voile Ninon, Batist. Seide, Etamine ete. etc. Kostüme aller Fassons. Kleider feinster Ausarbeitung. Röcke in guten Schnitten::: Blusen grösst.Mannigfaltigkeit Jacketts besseren Genres:: Mäntel in allen Weiten und Grössen Originalmodelle und Kopien werden, um zu räumen zu Dachstehenden Preisen verkauft: 6, 7, 10, 12, 15, 18, 21, 274, 35, 48, 58 bis 150 M. regulär 8, 12, 17, 24, 32, 39, 58, 68, 90 bis 320 M. Liberty Mäntel, wie Abbild., reine Seide, ca. 130 em lg., m.schwarzweiss.Aufschl., soweit Vorrat, M. 28.75 2. Feiertag geöffnet 8-10, 12-2. WESTMANN Mobrenstrasse 37a( nahe Jerusalemer Str.) Gr. Frankfurter Str. 115( nahe Andreasstr). am 11. b. Mts. im Alter von Orts- Krankenkasse 41 Jahren verstorben ist. am Ehre seinem Andenken! Die Beerdigung findet Sonntag, den 16. d. Mts., nach mittags 4 Uhr, von der Leichen halle des Georgen Kirch- hofes, Weißenfee, aus statt. 67/10 0 Die Bezirksverwaltung. Verband der Schneider, der Früher 20 MX Früher 30M jetzt 15 L Deutschlands größtes Gravenre Spezialgeschäft für Trauringe usw. zu Berlin. Dienstag, den 25. April, im Saal 3 des Gewerkschaftshauses, Engelufer 15, abends 7 Uhr: Ordentliche Schneider innen u.Wäschearheiter General- Versammlung. Den Mitgliedern geben wir hiermit bekannt, daß der Stollege Ferd. Mante am 12. April im Alter von 55 Jahren verstorben ist. Ehre seinem Andenken! Die Bestattung findet am Mon tag, den 17. b. Wis., früh 9 Uhr, auf dem Kirchhof der Philippuss Apostel Gemeinde, Müllerstraße, ftatt. 162/20 Die Ortsverwaltung. Am Dienstag, den 11. April, nachmittags 5 Uhr, verschied plöglich unser lieber Kollege, der Bauanschiager Wilhelm Fiedler. Ehre feinem Andenken! Die Kollegen der Firma E. Niedergefäß, Pankow. Die Beerdigung findet Diens Tages Ordnung: 1. Geschäftliches. 2. Nechenschaftsbericht für 1910. 3. Bericht der Ne biforen. 4. Disfuffion. 5. Ber: schiedenes. Bahlreiches und pünktliches Erscheinen wünscht 274/12 Der Vorstand. NB. Der Jahresbericht 1910 wird jedem Delegierten ins Haus geschickt und ist der Zutritt nur den für 1911 gewählten Delegierten gestattet. Ohne Legitimationstarte tein Zutritt. Orts- Krankenkaffe der Stadt Schöneberg. Am Donnerstag, den 27. April 1911, abends 7, 1hr, findet im Schwarzen Adler", Hauptstr. 144, eine tag, den 18. April, nachmittags Ordentliche General- Versammlung 21 Uhr, von der Leichenhalle des Gethsemane- Kirchhofes( Nordend) aus statt. Todes- Anzeige. Am Donnerstag, den 13. April, nachmittags 2%, Uhr, starb meine liebe Frau Pauline Sohl. Die Beerdigung findet statt am Montag, den 17. April, nach mittags 2 ühr, von der Leichenhalle des Friedhofes Marlen dorfer Weg, Rigdorf. Der trauernde Gatte nebst Kindern. Danksagung. Für die herzliche Teilnahme und herrlichen Strangfpenden bei ber Beerdigung meiner lieben Frau Wilhelmine Koschmieder fage allen Freunden, Bekannten und ben Kollegen von der Firma Richter u. Scheller meinen herzlichsten Dant. Im Namen der Hinterbliebenen Karl Koschmieder.[ 12846 Danksagung. Für die herzliche Teilnahme bei der Beerdigung unseres lieben Sohnes und Bruders Otto Weiß fagen allen Freunden und Bekannten, sowie dem Wahlverein, dem Verband ber Metallarbeiter, den Stolleginnen und Kollegen von Spinn u. Sohn und dem lub„ Erreicht" unseren herzlichsten Dant. Die trauernden Hinterbliebenen. Danksagung. Für die mir erwiesene Teilnahme Bei ber Beerdigung meines lieben Sohnes Karl Dreystein fage ich allen meinen herzlichsten Dant. Wwe. Karoline Dreystein 1303b nebst Spindern. Danksagung. Für die Teilnahme und Kranz benben bei dem gelmgange meiner lieben Frau, unserer guten Mutter Elisabeth Schmidt geb. Brumm fagen wir allen Berwandten und Bekannten, Kollegen und dem Fuhr berrenverein Gesundbrunnen unseren Für die herzliche Teilnahme und bie vielen Stranz benden beim Begräbnis meines mir unvergeßlichen Dant Mannes, unferes lieben Baters und Hermann Bandelow miegeroaters, ber uns viel zu früh Die Beerdigung findet am Montag, 2 Uhr, in Steinidendorf auf dem Nazareth- Kirchhof, Stogel Straße ſtatt 12915 Auguste Bandelow nebst Töchter. entrissen wurde, sagen wir dem Bersonal der Buchbruckerel Otto Elsner, bem Metalarbeiterverband, bem Gaftivittsverein und allen lieben 13025 Max Schmidt nebst Söhnen. Dr. Simmel Spezial- Arzt Bekannten, die dem teuren Ent für Haut- und Harnleiden. falafenen bas lebte Geleit gaben, Prinzenstr. 41, Moritzplatz unferen innigften Dant dicht am Anna Wolsdorf ncbft Rinbera. 10-2, 6-7. Sonntags 10-12, 3-4 1 mit folgender Tagesordnung statt: 1. a) Erstattung des Jahresberichts 1910, b) Bericht der Prüfungstommiffion und Erteilung der Ents laftung. 2. Kenntnisnahme von dem Stande des Baues in Hasserode und Beschlußfaffung über Erweiterung der Anlage fowie über die Abnahme bezw. Er öffnung des Heims. 3. Personaljachen. 4. Stenntnisnahme von den Be Schlüffen der Herren Kassenärzte betr. Verlängerung des Anstellungs- Ver trages und Beschlußfaffung hierüber. 5. Stenntnisnahme von dem am 30. April d. J. in Berlin statt. findenden allgemeinen Stranfenfassen tag und Beschlußfassung über Ber treter auf demselben. 6. Berschiedenes. 274/14 Schöneberg, den 15. April 1911. Der Vorstand. Krakow, Borsigender. Habbich, Schriftführer. Gardinenhaus Bernhard Schwark Gardinen Fabrik Wallstr. 13. Gardinen, Portieren Tüllbettdecken 2c. ÷ Westmanns Trauermagazin Extra- Abteilung 1. Gesch.: Berlin W., MohrenStraße 37a( 2. Haus von der Jerusalemer Straße). II. Gesch.: Berlin NO., Große Frankfurt. Str. 115( 2. Haus von der Andreasstraße). Sehr gr. Ausw. fert. Kleider, Hüte, Handschuhe, Schleier etc. v. einfachsten bis zum bochelegant. 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Referenten: Die Landtagsabgeordneten Hirsch, Hoffmann, Liebknecht, Ströbel. wird unser Kandidat In allen Bersammlungen Max Grunwald zu den Wählern sprechen. 210/ 17* Wähler! Erscheint in Massen! Der Einberufer: G. Häusser, Alexandrinenstr. 109. Zentral- Krankenkasse der Maurer, Gipser, Weißbinder und Stukkateure Deutschlands ,, Grundstein zur Einigkeit". Verwaltungsstelle Berlin. Mittwoch, den 19. April 1911, abends 8 Uhr, in Wilkes Festsälen, Sebastianstr. 39: Außerordentl. Mitglieder- Versammlung. Tages- Ordnung: 1. Unsere diesjährige Generalversammlung. 2. Wahl von 12 Abgeordneten zur Generalversammlung. 3. Raffenangelegenheiten. Die Ortsverwaltung. 149/ 5* Zentralverband der Schuhmacher Berlin, Blankenfelbe Str. 10. Gau 7. Telephon: Amt 7, Nr. 6920. Dienstag, den 18. April( 3. Osterfeiertag), vormittags 10 Uhr findet im Lotal„ Königshof", Bülowstr. 37 eine gemeinsame Mitglieder- Versammlung der Zahlstellen Berlin, Charlottenburg, Schöneberg und Steglitz statt. Zages Drdnung: 1. Die Verschmelzung der Zahlstellen in den weßlichen Vororten mit der Zahlstelle Berlin. 2. Diskussion. 3. Berfchiedenes. Um bollzähliges Erscheinen ersucht Deutscher Holzarbeiter- Verband. Verwaltung Berlin. Mittwoch, den 19. April, abends 8%, Uhr: Vertrauensmänner- Verfammlung für sämtliche Branchen und Bezirke in Freyers Festsälen, Koppenstraße No. 29. Tages Dronung: Stellungnahme zur Maifeler". Mittwoch, den 19. April, pünktlich 8 thr: Versammlung 169/11 Die Gauverwaltung. Orts- firankenkaffe| Verein für Frauen u. Mädchen Der Steindrucker und Lithographen. Am Dienstag, 25. April, abends 8 Uhr, findet im Gewerkschafts: Saale die erste 12715 der Arbeiterklasse. Mittwoch, den 19. April, abends 8 Uhr, im Englischen Garten, Alleganderstraße 27c: hauſe, Engelufer 15, im großen Rezitationsabend und Geselliges Beisammensein". Ordentl. General- Versammlung pro 1911 flatt. Sämtliche Herren Vertreter der Arbeitgeber und der Kassenmitglieder werden hierzu ergebenst eingeladen. Tagesordnung: 1. a) Jahresberichte pro 1911. b) Bericht des Neunerausschusses und Abnahme der Jahresrechnung. 2. Antrag des Vorstandes auf Abänderung bes 49 bes Statuts. 3. Erfahwahi für den Borstand aus der Zahl der Bertreter der Arbeitgeber(§ 38 des Status). 4. Verschiebenes. Berlin, den 15. April 1911. Der Vorstand. H. Stuhlmann. 12715 Orts- Krankenkasse ber Uhrmacher, Berlin. ordentliche Die 274/10 Gäste willkommen. Der Vorstand. Verband der Sattler u. Portefeuiller Ortsverwaltung Berlin. Mittwoch, den 19. April, abends 8%, Uhr, in großen Saal der Armin- Hallen, Kommandanten- Straße 58/59: General- Versammlung. Zages Drdnung: 1. Bericht und Abrechnung vom 1. Quartal 1911. 2. Ausschlußantrag gegen das Mitglied Robert Geßler. 3. Stellungnahme zur Maifeier. 4. Wahl eines Vertreters zum Dresdener Gewerkschaftskongres. 5. Verschiedenes. Kollegen! Kolleginnen! Die Wichtigkeit der Tages- Ordnung erfordert das pünktliche und zahlreiche Erscheinen der Mitglieder. 156/16 Die Ortsverwaltung. General- Versammlung Deutscher Arbeiter- Sängerbund. findet am 23. April, abends 8 Uhr, im Schultheiß, Neue Jakobstraße 24-25 statt. Zages- Ordnung: 1. Staffenbericht. 2. Bericht der Revisoren. 3. Wahl eines Borstands mitgliedes( Arbeitnehmer). 4. Ver fchiedenes. Hierzu werden die Herren Dele gierten der Kaffe eingeladen. Der Vorstand. G. Batich, Vorsitzender. Orts- Krankenkasse der Kürschner u. verwandten Gewerbe zu Berlin. Ordentl. General- Versammlung der Delegierten am Freitag, den 21. April 1911 abends 8, Uhr in den Musiker Sälen Kaifer Wilhelm- Str. 18m. Tagesordnung: 1. Berlesung des Protokolls. 2. Jahresbericht. 3. Bericht der Revisoren. 4. Anstellung eines Hiljsarbeiters. Gau Berlin und Umgegend. Sonntag, den 23. April 1911, vormittags 11 Uhr, im Saale der Brauerei Friedrichshain: Uebungs- Stunde für den Bezirk I( Berlin). Geübt werden folgende Lieder: Saat und Ernte. entgegen. Sehnsucht. Zum 1. Mai. Dem Lenz Im Nebensaale pünktlich Ausschuß- Sitzung 10 Uhr vormittags: für den ganzen Gau. Tagesordnung: 17/4 1. Aufnahme von Vereinen. 2. Bundesangelegenheiten. NB. Die Vereine werden auf den Beschluß der Generalversammlung aufmerkam gemacht, daß 50 Proz. der Sänger die Uebungsstunde besuchen müssen. Allgemeine Orts: Krankenkasse zu Berlin. Am Montag, den 24. April 1911, 5. Sonstige Raffenangelegenheiten. finbet in Brachtfäle Alt- Berlin", 11m pünffliches Erscheinen wird 274/7 dringend ersucht. Die zugesandte Einladung legiti miert, ohne dieselbe kein Einlaẞ. Der Vorstand. 6. Frike, Borsitzender. Ortskrankenkasse ber " Blumenstraße 10, die Ordentliche Der Vorstand. Orts- Krankenkasse der Sattler und verw. Gewerbe zu Berlin. Dienstag, den 25. April 1911, abends 8, Uhr, im Gewerkschaftshaus, Gaal 1, Engel- Ufer 15: Ordentliche General- Versammlung General- Versammlung statt, zu ber die für 1910-1911 ge wählten Bertreter hiermit ergebenst eingelaben werben. Tages- Drbnung: 274/3 der gewählten Bertreter der Stasjen mitglieder und Arbeitgeber. Tagesordnung: 1. Bericht des Borstandes über das verflossene Gefchäftsjahr. 2. Be 1. Abnahme der Jahresrechnung richt des Rechnungsausschusses und pro 1910. 2. Bericht des Prüfungs- Abnahme der Jahresrechnung. 3. n Weber und verw. Gewerbe. ausschusses und Entfaltung des Ren- trag auf Renderung des§ 20 bes General- Versammlungsarbeiter 4. Berichterstattung über eines Bertrages mit den Angeftellten. sämtlicher Delegierten am Sonntag, den 23. April 1911, vormittags 10, Uhr, in Schmidts Orts- Krankenkaffe roem Saal, Frucht- Straße 362, ber Schneider, Schneiderinnen und verwandter Gewerbe zu Berlin. Die für das Jahr 1911 gewählten Vertreter ber Oris Krankenkaffe der Schneider, Schneiderinnen und verwandter Gewerbe zu Berlin werden zu der am Montag, den 24. April 1911, abends 84, Uhr, reisau). Tages- Ordnung: 1. Borlage der Jahresrechnung pro 1910. 2. Bericht ber Revisoren und Antrag auf Gefellung der Des harge. 3. Baht eines Kaffenführers und beffen Stellvertreters. 4. Berfchiedenes. 12526 Berlin, den 16. April 1911. s Legitimation dient Delegierten farte. Der Vorstand. Karl Reißmann, Heinrich Postler, Borsigender. Schriftführer. der Staffe. 5. Mitteilungen banten. 3. Anstellung bisheriger Statuts. 4. Antrag auf Abschluß 5. Erfahwahl für ein Mitglied des Rechnungsausschusses. 6.Berschiedenes. Nur bie mit Delegiertentarte ebent. Mitgliedskarte verfehenen Delegierten haben Butrilt. bes Borstandes. Berlin, ben 15. April 1911. Der Vorstand. Wilhelm Piehl, Borsigender. NB. Beschwerden der Mitglieder Orts- Krankenkasse wozu die Einsichtnahme der Bücher Friedenau. Donnerstag, ben 27. April 1911, abends 8 Uhr, im Lotal Rheinschloß, Rheinstr. 6, im oberen Saal: notwendig ist, find drei Tage vorher fchriftlich beim Borstande einzureichen. Um pünktliches und zahlreiches Erscheinen ersucht 274/8 Der Vorstand. Ferdinand Mayhardt, Borsigender. Richard Teichmann, Schriftführer. Ich bin von Hohenstaufenstr. 26 Ordentl. General- Versammlung. nad 1. Kagesordnung: Abnahme der Jahresregnung Hohenftaufenftr. 52 pro 1910. 2. der Revisoren, in Wilkes Festsälen, Sebaftianstr. 39 Orts- Krankenkasseal eines Borstandsmitgliedes sogen nahe der Martin- Luther- Straße, verflattfindenden 274/6 der ( Arbeitnehmer.) Meine ist 8-9 der zu Ostern ausgelernten Solzarbeiter General- Versammlung Schlosser mode as enfons- und 4-5, Sonntags von 9-10 176r. im Gewerkschaftshause, Engelufer 14/15( Arbeitslosenfaal). Die Bureaus und Arbeitsnachweise find am Montag und Dienstag der Feiertage wegen gefchloffen: 82/5 Die Ortsverwaltung. Arbeiter- Rad- fahrer- Verein GroßBerlin hiermit eingeladen. Tages- Dronung: 1. Entgegennahme des Jahres beriajts pro 1910: a) Bericht des Borstandes. b) Schriftlicher Jahresbericht. 2. Bericht des Rechnungsausschusses. Decharge- Erteilung. 3. Der gegenwärtige Stand der Reichsversicherungsordnung. Berlin, den 15. April 1911. Gustav Nahtow, Paul Dorit, Borsitzender. Schriftführer. und verwandter Gewerbe zu Berlin. Montag, den 24. April b. S., abends 8 Uhr: General- Versammlung in ben ,, Musiker- Salen", C., Stailer- Wilhelm- Straße 18m. Sagesordunng: Gemeinschaftliche Sigung der Arbeit. geber und Arbeitnehmer. 1. Bericht der Stommission zur Bri. fung der Fabresrechnung pro 1910. 2. Entlastung des Rechnungslegers. Mittwoch, den 19. April 1911, abends 8 Uhr, Orts- Krankenkasse 3. Bericht des Borstandes. im Märkischen Sof", Admiralstr. 18e: für das Töpfergewerbe zu Berlin. General- Verfammlung gewerbe Selin Lages Dronung: 1. Bericht des Borstandes. 2. Bericht des Raffterers. 3. Anträge. 4. Verschiedenes. Bahlreiches Erscheinen wünscht 10/18 Der Vorstand. J. A.: Paul Pippow, Liegniter Straße 10. Zentralkrankenkasse der Tapezieren Freitag, den 21. April, abends 8%, Uhr: Quartalsversammlungen Filiale I: Markgrafenstraße 88 bei Löhrig. TI: Elifabethkirchstraße 14 bei Röwer. " " III: Engelufer 15, Gewerkschaftshans, Saal 5. Zages Drbnung: 1. Raffenbericht vom ersten Duartal. 2. Neuwahl ber Deisverwaltung 8. Derfalebenes. Recht aahlreichen Befuch erwarte 178/13 Die Ortsverwaltung. Die 4. Vortrag des Herrn Dr. Frank über: Blafen und Nierenleiden". 5. Berschiedenes. Die Herren Delegierten toerben er. 274/9 fucht, zahlreich zu erscheinen. Die Ordentl. General- Versammlung gelebte egitimation ist am Ginwird anberaumt auf Mittwoch, den 26. April, abends 8 Uhr, im Königstadt- Kasino, Holzmartist. 72. Tagesordnung: 1. Borlegung des Verwaltungsgang 274/2 Der Vorstand. Gust. Lubatsch, Borsitzender. Orts- Krankenkaffe bes berichts und Rechnungsabschlusses für Korbmacher Gewerbes 1910. 2. Bericht der Prüfungstommiffion und Beschlußfaffung über die Abnahme der Jahresrechnung. 3. Wahl eines Borstandsmitgliedes ( Arbeitnehmer). 4. Statutenänderung:§§ 13. 40 ( betrifft Erhöhung Krankengeldes zu Berlin. Montag, den 24. April 1911, abends 8 Uhr, im Gewerkschaftshause, Engelufer 14-15: Ordentliche md Serablegung der Entschädigung General- Versammlung und für den Vorsitzenden). 5. Verschiedenes. Alls Legitimation ist die schriftliche Einladung mitzubringen. Der Vorstand. M. Markmann, A. Geusch, 1. Borfigender. 1. Schriftführer. Zages- Ordnung: 1. Rajsenbericht. 2. Bericht der Kommission zur Prüfung der Jahres. rechnung, 8. Bericht des Borstandes. 4. Berfahiedenes. 274/5 Der Borkenb. 4. Befchlußfassung über der Kommission ausgearbeitete regulativ. Meine Telephonnummer ist jetzt 5. Statutenänderung(§ 38 und Amt 6, 4681. $ 57.) 6. Berschiedenes. 274/13 Der Vorstand. Hensel. Sagen. Dr. Martin Ballin. med. Karl Reinhardts spezial- ärztliche Institute für Dr Geschlechtskrankheiten Haut-, Harnleiden, Schwäche. Neanderstraße 12 nahe Jannowitzbrücke Potsdamer Straße 117 and 8 bis 10 Uhr abends.:::::::: Für Frauen von 3 bis 25, Sprechst. 5-7 Uhr. der Eitzowstraße 11-3 Uhr Sonntags 11-12 Uhr. Vollkommenstes kombiniertes Heilverfahren bei frischen und veralteten Fällen. Nachweislich unerreichte Dauer. erfolge in verhältnismäßig kurzer Zeit. Um sich vor zwecklosen evt. schädlichen Kuren zu schützen, verlange man ausführliche Broschüre A in meinen Instituten oder durch die Post( verschloss. Kuvert) gratis und franko. EHRLICH- HATABehandlung ohne Berufsstörung. Der nächste Herren- Vortrag findet statt am Donnerstag, den 20. April, abends 10 Uhr, in den Arminhallen, Kommandantenstr. 58/59, über Haut- und Harnleiden und das neue Heilmittel Ehrlich- Hata 606 sowie über kurpfuscherhafte Behandlungsweise mit Demonstrationen von naturgetreuen Wachsmodellen. Eintritt frei. 243/9 Fragenbeantwortung. Arbeiter- Bildungsschule Berlin. Schullokal: Grenadierstr. 37, Hof geradezu 1. Lehrplan für das II. Quartal 1911. Sonntag: Nationalökonomie.( Bank-, Börsen- und Kartellwesen.) 1. Das Wesen und die Entwickelungstendenzen der kapitalistischen Wirtschaftsordnung. Das Finanzkapital. Die Technik des Bankwesens. Die deutschen Großbanken. 2. Begriff und Geschichte der Börse. Ihre kapitalistische Notwendigkeit, ihre Einteilung und Organisation. Die Börsentechnik und das allgemeine Publikum. 3. Begriff und Geschichte der Kartelle. Die Kartelle und Trusts in ihrer Bedeutung für die kapitalistische Weltwirtschaft. Vortragender: Max Grunwald. Montag: Deutsche Wirtschaftsgeschichte. I. Teil.( Von der Urzeit bis zum Ausgang der Staufer.) Begriff der Wirtschaftsgeschichte. Urzeit: Nahrung, Wohnung, Kleidung usw. Arbeit, Wirtschaftsverfassung. Soziale Zustände. Die Wanderungszeit.- Entstehung der fränkischen Königsmacht. Die Bildung des großen Grundeigentums im fränkischen Reich. Umbildung der Klassenordnung. Die Soziale Zustände zur Zeit der Karolinger. Lehnsordnung der früheren Kaiserzeit. Der Kampf zwischen Kaisertum und Papsttum. Ursprung des deutschen Adels, Entstehung und Wesen der ritterlichen Gesellschaftsordnung in der Blütezeit des Mittelalters. Vortragender: Julian Borchardt. Dienstag: Geschichte.( Alte Geschichte.) 1. Geschichtliche Anfänge. Völkerfamilien. Das alte Babylonien. 2. Aegypten.- 3. Phönizier, Juden. 4. Das assyrische Reich. Die Perser. 5. Das ältere Griechenland. 6. Griechenland in den Zeiten der Perserkriege, des Perikles und des Peloponnesischen Krieges. 7. Der Niedergang der griechischen Freistaaten, die mazedonische und hellenistische Zeit. 9. Rom 8. Rom bis zur Eroberung von Karthago. zur Zeit der Bürgerkriege. 10. Die römische Kaiserzeit und die Anfänge des Christentums. Vortragender: Dr. Alexander Conrady. Mittwoch: Einführung in den wissenschaftlichen Sozialismus. I. Teil.( Die Grundsätze des wissenschaftlichen Sozialismus.) Die Enstehungsgründe der modernen Sozialdemokratie. Die ökonomischen Grundlagen des wissenschaftlichen Sozialismus. Das Wesen der kapitalistischen Produktion. Utopischer und wissenschaftlicher Sozialismus. Die historischen Grundlagen des wissenschaftlichen Sozialismus. Der Klassenkampf als Triebfeder der sozialen Umwälzungen.( Historischer Materialismus.)- Die sozialistische Taktik. Der Zukunftsstant". Nach jedem Vortrag wird Gelegenheit zu freier Diskussion gegeben. Vortragender: Julian Borchardt. Donnerstag: Rednerschule. 1. Die Bedeutung und Notwendigkeit der freien Rede. 2. Technische Hilfsmittel. 3. Das Vereins- und Versammlungswesen. kutieren. 4. Praktische Uebungen im Reden und DisVortragender: Max Grunwald. Freitag: Gewerkschaftswesen.( Aus Theorie und Praxis.) Einleitungsvortrag. Grundsätze der modernen Gewerkschaften. 11 Gewerkschaftliche Demokratie und Disziplin. Taktik bei Lohnbewegungen und Streiks. Die Unternehmerorganisationen. TarifyerGewerkschaft und GenossenEntwickelungstendenzen der deutschen Gewerkträge. schaft. schaften. Arbeitsnachweise. Vortragender: Emil Dittmer. Der Unterricht beginnt in Nationalökonomie am Sonntag, den 23. April. Wirtschaftsgeschichte: Montag, den 24. April; zweiter Abend: Sonnabend, den 29. April. Geschichte: Dienstag, den 25. April. Einführung in den wissenschaftlichen Sozialismus: Mittwoch, den 19. April. Rednerschule: Donnerstag, den 20. April. Gewerkschaftswesen: Freitag, den 21. April. Jeder Kursus erstreckt sich auf zehn Abende und beginnt pünktlich um 8, Uhr und endet pünktlich um 10 Uhr. Der Sonntagskursus beginnt pünktlich um 10 Uhr und endet pünktlich um 13 Uhr. Der Fortschrittskursus findet im Gewerkschaftshaus, Zimmer 11, statt. Die reichhaltige Bibliothek ist an den Abenden von 7-8 Uhr geöffnet. Der Mitgliedsbeitrag beträgt pro Monat 25 Pf.; das Unterrichtsgeld für jedes Fach pro Kursus 1 Mark und ist spätestens am zweiten Abend zu zahlen. Die Aufnahme neuer Mitglieder und Schüler erfolgt bei Beginn jedes Kursus im Schullokal Grenadierstraße 37, Hof geradezu 1 Treppe, und in nachstehenden Zahlstellen: Gottfr. Schulz, Admiralstr. 40a; Reul, Barnimstr. 42; Vogel, Lortzingstr. 37; W. Kaczorowski, Ravenéstr. 6; Horsch, Engelufer 15. Alle Zuschriften an den Vorsitzenden Hermann Lammé, Berlin- Rixdorf, Steinmetzstraße 51 III, Geldsendungen an den Kassierer H. Königs, Berlin S. 59, Hasenheide 56. Der Vorstand. To fröbel ganze Wohnungs- Einrichtungen bunte Küchen bei Kassapreisen aut Teilzahlung im Möbelhaus Carl Barthel 7589 Inh.: Joachim Hochmuth. O. 34, Zorndorfer Str. 54? Riesen- Lager in separaten Räumen von Uhren, Goldwaren, Sprechmaschinen. Laferme REDOUTE Cigareffen 2-5 Pfennig Vorzügliche Qualitäten. 7589 Zur Probe NEU! 80 Stücke mit Rücksendungsrecht bei Nichtgefallen, also ohne jede Kaufverauf einmal zu- pflichtung und ohne Anzahlung gleichm.Apparat lediglich gegen Monats- Raten von 2 Mark an liefern wir: SprechApparate mit Pathé- Platten, Musik- Instrumente aller Art, photographische Apparate, Waffen etc. Kaufen Sie niemals ohne mehrtägige Probe! Kaufen Sie nur unsere nadellosen Pathé- Platten. Alle anderen Platten werden durch den ständigen Nadelwechsel angegriffen u. schließlich völlig zerstört. 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Der Wahlverein des v i e r t e n K r e i s e S hat am heutigen Sonntag eine Matinee bei Keller in der Koppenstraße arrangiert, bei der das Berliner Humor-Ouartett mitwirtt. Anfang pünktlich 12 Uhr. Für den fünften Wahlkreis findet heute abend im ..Schweizergarten" am Äönigstor ein Unterhaltungsabend, be stehend aus Sinfoniekonzert und Vorträgen(Berliner Ulk-Trio) statt. Anfang 7 Uhr. Im sechsten Wahlkreise sind heute drei künstlerische Untcrhaltungsabende festgesetzt und zwar in den Lokalen Ball- schmieder. Badstr. 16,„Pharussälen". Müllerstr. 112 und «Pratcr-Theatcr", Kastanienallee 7/9. Anfang 7 Uhr. Billetts zu den heutigen UnterhaltungZabenden des 6. Wahlkreises sind für Mitglieder des Wahlvereins noch in folgenden Lokalen zu haben: Knappe, Grünthaler Str. 6; Bugge, Kastanien-Allee 96; Doye, Müllerstr. 38» und Henckcl, Stralsunder Str. 17. Da die Veranstalter sich bemüht haben, den Genossen gute Unterhaltung zu bieten, so dürste zahlreicher Besuch zu wünschen sei«._ Zur Lokalliste! In PeterSdorf bei Ketschendorf steht bat Lokal„Schweizer garten". Jnh.: Ladewig, der Partei zu allen Veranstaltungen zur Verfügung._ Nindorf. Die Bibliothek deS Wahlvereins bleibt am l