Nr. 190. Erscheint täglich außer Montags. Brets pränumerando: Biertelfährlich 3,30 Mart, monatlich 1,10 mt, wöchentlich 28 Bfg. fret in's Haus. Einzelne Nummer 6 Pfg. Sonntags= Nummer mit illuftr. Sonntags Beilage ,, Neue Welt" 10 Pfg. Post- Abonnement: 3,30 Mt.pro Quartal. Unter Kreuzband: Deutschland u. Defterreich: Ungarn 2 Mt., für das übrige Ausland 3 Mt.pr.Monat. Eingetr. in der Post- Zeitungs- Preisliste für 1893 unter Nr. 6708. 90 Toph d x bid hu Jihiluads 10. Jahrg. Vorwürts Infertions- Gebühr beträgt für die fünfgespaltene Petitzeile oder deren Raum 40 Pfg., für Vereins- und Bersammlungs- Anzeigen 20 Pfg Inferate für die nächste Mummer müssen bis 4 Uhr Nachmittags in Der Expedition abgegeben werden. Die Ervedition ist an Wochentagen bis 7 Uor Abends, an Sonnund Festtagen bis 9 Uhr Bors mittags geöffnet. Fernspredjer: Amt I. 4186. Telegramm- Adresse: „ Sozialdemokrat Berlin! Berliner Bolksblatt. Zentralorgan der sozialdemokratischen Partei Deutschlands. this Redaktion: SW. 19, Beuth- Straße 2. Das Frankfurter Steuerbouquet. Dienstag, den 15. August 1893. in predlog Expedition: SW. 19, Beuth- Straße 3. uns nicht einzulassen, da mit Ausnahme der Quittungs- weil blos ein Theil der Weine beſteuert werden soll, so bandlungen möglich ist. Auf Einzelheiten brauchen wir theuer. So bleiben nur als ins Gewicht fallende Steuern die Quittungssteuer und die Tabatfabrikats- Steuer, deren Bedeutung für die ärmeren Konsumenten im Vorwärts" schon mehrfach gewürdigt wurde. Wir können daher zusammenfassend behaupten, daß die Miquel'sche Steuerpolitik nur bei den Besitzern der großen Vermögen, niemals aber in den breiten Volksschichten auf Sympathieen rechnen kann. Für uns ist das Frankfurter Steuerbouquet so übelduftend wie nur möglich, wir haben gar keinen Anlaß, es uns überreichen zu lassen, wir können schon jetzt sagen, daß die Sozialdemokratie den neuen Steuerplänen rückhalt lose und entschiedenste Opposition machen wird. handlung en möglich ist. Auf Einzelheiten brauchen wir theuer. Eine Kontrolle der Steuer würde sehr schwer sein, Der verhängnißvolle Kongreß der deutschen Steuer- steuer alle auf der Frankfurter Konferenz in Aussicht ge- daß unter falschen Etiquetten und dergleichen Weine steuerfünstler hat stattgefunden und der Präsident dieser uns nommenen Steuern eingehend in früheren Artikeln des frei bleiben können, die eigentlich besteuert werden sollten. so theueren Gesellschaft packt schon seine Koffer, um den Vorwärts" besprochen wurden. Nur in betreff der Daß man mit den Luxussteuern den ärmeren Voltsklassen Auszug aus der Amtswohnung des Staatssekretariats der Quittungssteuer sei noch einiges mitgetheilt. Sand in die Augen streuen, sie darüber täuschen will, daß Finanzen zu bewerkstelligen. Aber blos ein Personen- Diese Gebühren sind ein Lieblingsobjekt des Fiskalis- sie die die eigentlichen Träger der Steuerlasten sind, ist ein wechsel findet statt, am System wird nichts geändert, ja mus. In jeder Form und in den letzten Winkel hat man weiterer Grund gegen diese Form der Besteuerung. trotz des Abganges dieses parlamentarischen, aus der Reichs die Rechnungen und Quittungen verfolgt, aber einen Was die Börsensteuer anlangt, so darf man sich auch partei hervorgegangenen Staatssekretärs wird das bis- 3wang, Geschäfte und Käufe aller Art schriftlich ab- nicht der Erwartung hingeben, daß sie den Reichskassen marckische Finanzsystem, daß die wirthschaftlich Starken be- zuschließen hat man nicht gescheut, und Privatnotizen, wo große Erträgnisse zuführen würden, hiergegen spricht das reichert und auf die wirthschaftlich Schwächsten die Lasten sie als Rechnungen und Quittungen zu dienen scheinen, Versprechen, das Miquel der Frankfurter Börsendeputation wälzt, unter seinem Nachfolger blos verschärft werden. zum Stempel herbeigezogen. So weit Rechnungen und gegeben hat und der Umstand, daß die Börse ein interDies kann man trotz des ungeschriebenen Blattes, das Quittungen in Geschäftsbriefen sich verstehen, hat man auch nationaler Markt ist, so daß die heimischen Steuergesetze der frühere Posener Landesdirektor angeblich darstellen soll, die letzteren stempelpflichtig erklärt. Die Rechnungen und spielend leicht umgangen werden können. schlangweg behaupten, denn die neugebackene Exzellenz Quittungen, die Fahr- und Frachtkarten und Transportist einerseits agrarisch bis in die Knochen hinein, urkunden sind die Massenurkunden des täglichen Verkehrs, andererseits so unvorbereitet für die ungeheuer deren Besteuerung auch blos mit wenigen Pfennigen sehr hohe schwierige Aufgabe, in den gegenwärtigen Beit- Erträge abwerfen muß. Aber dies empfiehlt diese Steuern läuften die Reichsfinanzen zu leiten, daß er nichts lediglich vom Standpunkte des Fistus, sonst sind sie des als ein Werkzeug des Kommunisten a.' D., nationalliberalen entschiedensten zu verwerfen, denn jedermann sieht ein, daß Parteiführers a. D. Miquel, des Lieblings der Agrarier die Masse aller Geschäftsabschlüsse, namentlich aller Rechsein wird. nungen und Quittungen, auf besonders steuersfähigen ErDie Reichsfinanzen werden auch fürderhin den Agrariern werb oder auf stattgehabte Kapitalisirung nicht hinweisen teine Kopfschmerzen bereiten, dieser Theil des Caprivi'schen und daß die formlosen Geschäfte sich der Steuer ganz entFinanzprogrammes wird buchstäblich erfüllt werden. Nicht ziehen. Der Geschäftsverkehr wird durch die Quittungserfüllt wird aber werden, wie wir vorausgesagt haben, die steuer sehr erschwert, die Kontrolle ist entweder unmöglich andere Zusicherung des Reichskanzlers, daß die Lasten auf die oder dringt in unerträglicher Weise in das Privatleben ein. leistungsfähigsten Schultern gelegt werden sollen. Dies be- Der Quittungsstempel entwickelt sich naturgemäß zu einer Aber auch den Anhängern der Militärvorlage und den weist das Ergebniß der Frankfurter Ministerverhandlungen. allgemeinen Verbrauchsabgabe, welche des Maßes und des prinzipiellen Freunden der Bismarckisch- Miquel'schen SteuerDas Steuerbouquet, das dort unter Miquel's Leitung zu- Verhältnisses zu der im Konsum jeder besonderen Waaren- politit wird das Ergeb niß der Frankfurter Berathungen nicht fammengebunden wurde, wird niemand schön finden, denn gattung geoffenbarten Leistungsfähigkeit entbehrt. Quittungen mit Freude erfüllen. Aus unserem Finanzelend, aus der es fehlt ihm die Harmonie. Um ein Hauptstück, die Tabak- für Lohnzahlungen und ähnliche würden die arbeitende ungeordneten Finanzwirthschaft der Einzelstaaten, aus unserem fabrikatsteuer, find mehr zur Verhüllung der schweren Klasse unleiblich belasten. Die Frage der Abstufungen nach Reichs- Schuldenelend weist es keinen Ausweg. Matrikular Belastung der Volksmassen als um ihrer selbst willen der Höhe der Rechnungen kann sehr ungerecht beiträge und Ueberweisungen bleiben bestehen, das Reich Börsen, Quittungs- und Luxusweinsteuer gruppirt. Das wirken, Das wirken, der gleiche Quittungsstempel auf Rechnungen wird finanziell nicht auf eigene Füße gestellt, die Finanzen viele Gerede von der Besteuerung des Luyus der besitzenden ohne Rücksicht auf ihre Höhe wirkt sicherlich ungerecht. der Einzelstaaten können deshalb auch nicht in Ordnung Klassen schrumpft in die Luxusweinsteuer zusammen; die Wer einmal in einem Lande gelebt hat, wo der Quittungs- kommen. Ständige Defizite, Anleihen im Reiche, Anleihen Börsensteuer, von deren hohen Erträgnissen seitens der stempel eingeführt ist, der weiß wie unangenehm und unge- in den Einzelstaaten, hohe Belastung der Aermsten, relative Offiziösen so viel gefabelt wurde, soll nach Zusicherung recht er wirkt. Er trifft nicht die Leistungsfähigkeit, wie Steuerfreiheit der Reichen und Reichsten, Gefräßigkeit des Miquel's den Interessen der Börse möglichst angepaßt die Einkommensteuer, erweckt aber den Anschein, dies zu Militärmolochs und Vernachlässignng der Kulturaufgaben, werden, so daß alles volksthümliche der versprochenen thun und schädigt auch hierdurch, weil er die Einführung bleibt trotz oder wegen der Frankfurter Minister- Konferenzen Steuerreform genommen wird und im wesentlichen nichts einer Einkommenssteuer erschwert und den selbstsüchtigen die Siguatur unserer Finanzwirthschaft. übrig bleibt als die Belastung der Massen. Der große Gegnern derselben Waffen liefert. Wir müssen uns dem- Deshalb wird die sozialdemokratische Fraktion des Miquel, für den die ganze Bourgeoisie, weil er Fleisch von nach auch gegen diese Blüthe im Steuerbouqet des Herrn Reichstages, so wie sie in der letzten Session teinen ihrem Fleisch ist, rastlos Reklame macht, fährt in den Miquel entschieden erklären. Mann bewilligt hat, in der nächsten Session gelegentlich ausgefahrenen Geleisen der längst verurtheilten Bis- Würden wir die Zwecke billigen, denen die neuen der Abstimmung über die Steuervorlagen auch teinen marc'schen Finanzpolitik. Keine beachtens Reichssteuern dienen sollen, so ließe sich wohl über die Groschen bewilligen. neue werthe Idee, keinen neuen Weg, fein neues Ziel Luxusweinsteuer mit uns reden, aber auch nur nach der Richweist das Ergebniß der Frankfurter Konferenzen. tung, daß wir die Auswahl der Steuerträger billigen wird gelöst( r. 189 vom 13. August), Spalte 2, Absatz 2, Beile Sie zeigen auch keinen Ausweg aus dem ungeordneten könnten, wir würden aber auch dann die Ertrags- von oben lies: 3wa ng 3 versicherung, nicht: Innungsver Zustande unserer Reichsfinanzen und aus unferer fähigkeit dieser Steuer als sehr gering veranschlagen ficherung. Schuldenwirthschaft. müssen, denn wirkliche Luxussteuern bringen, wie Betrachten wir nun im einzelnen ihre Ergebnisse, so wir schon früher dargelegt haben, stets sehr weit dies nach den spärlichen Mittheilungen über die Ver- wenig ein und ihre Erhebung ist verhältnißmäßig sehr Feuilleton. Nachdruck verboten.] Sozialistischer Roman von Georges Renard. ( 42 5 Druckfehlerberichtigung In dem Leitartikel: Die Zunge s betrieben wird, haben Sie noch gar nichts gesehen. Was Wenn er alle diejenigen einquartiren wollte, die er ruinirt wollen Sie? Die Korruption, die sich bei den Wahlen hat, dann müßte es hübsch groß sein. Der alte Satan! zeigt, ist der vollständig finngemäße Auspuh eines Bei ihm muß ich immer an die großen Herren früherer Gesellschaftsgebäudes, das in der Börse gipfelt. Haben Zeiten denken, die Kirchen gründeten, um sich damit von Sie darauf geachtet, wie die Bourgeoisie die hundert ihren Sünden loszukaufen. Das hindert nicht, daß der jährige Wiederkehr unseres 1789 feierte, die Feier des verehrungswürdige Herr Dusaule, der Präsident der GesellDie Bekehrung André Savenay's. Jahres, in dem die Menschen- und Bürgerrechte proklamirt schaft, die Gelegenheit benutzt hat, um das Porträt eines wurden, in dem man mit den alten Privilegien so tugendhaften Milliardärs zu zeichnen. Ich fage die Wahrschön aufgeräumt hatte, in dem Frankreich die heit: Das Geld ist Gott und der Herr Baron von TürkSouveränität des Volkes zur Grundlage einer neuen Welt heim ist sein Prophet." machte! Damals oder nie war eine gute Gelegenheit ge- André zwingt sich, einige Worte zu erwidern. Aber Autorisirte Uebersehung von Marie Kunert. geben, Verständniß für das wahrhaft Große und Edle zu es drängt ihn, so schnell wie möglich mit seinen Der Eintritt Vater Deschamps zog sie aus aller Ver- zeigen, etwas von dem edlen, heroischen Hauch, der unsere Gedanken wieder allein zu sein, und er schützt Tegenheit. Sie stürzte ihm entgegen und küßte ihn Großväter belebte, wieder zu finden. Ach, ja wohl! Ein daher in vor, daß er der Nacht noch abstürmischer als sonst. Der Alte sagte in vorwurfsvollem Weltjahrmarkt, ein riesiger Bazar, ein folossales Geschäft, reisen müsse und verabschiedet sich. Er fühlte, wie die Tone zu ihr: das ist alles, was man gefunden hat. Schließlich liegt auch Hand Johanna's in der seinigen zitterte, als er ihr Lebehierin vielleicht etwas Sinn und Gerechtigkeit. Neunund wohl sagte, und da konnte er sich nicht enthalten, die kleine achtzig hat die Bourgeoisie befreit und nicht das Prole- Sand inniger als sonst zu drücken, deren süße Wärme sein tariat. Es ist also eine bürgerliche Feier, ein Feft des Blut noch lange in Wallung versezte. Geldes, ein Triumph des Handels und der Industrie, zweifellos paßte diese Art der Feier am besten zu unserer Bourgeoisie." Wie Dir der Kopf wieder glüht, Kleine! Du hast gewiß zuviel gearbeitet." Da bemerkte er André. " Ach, Sie sind es!" rief er und drückte ihm die Hand. Gefund? Gut. Und zufrieden? Nicht übermäßig. Es scheint, daß Sie nicht entzückt sind von dem, was Sie drüben mit ansehen." André erzählte nun mit Abscheu von den Einzelheiten des begonnenen Kampfes. Bah!" antwortete Vater Deschamps, was will das sagen! Sie werden noch mehr sehen. So lange sich die Kandidaten noch nicht Deserteure, Diebe und Mörder nennen, um sich auf die parlamentarischen Diskussionen vorzubereiten, hat das nichts auf sich. So lange der Stimmenſchacher noch mit einem Rest von Schamgefühl betrieben wird, so lange die Fälschung des allgemeinen Stimmrechts nicht im Großen und unter freiem Himmel Wir müssen gestehen, André hörte Vater Deschamps' Worten zu, ohne sie zu verstehen. Er folgte der Entwickelung des Traumes, der Johanna's Unruhe plötzlich in ihm erblühen ließ. Eine Stunden später versuchte André, in eine Ecke des Waggons gedrückt, der ihn nach der Touraine zurücktrug, in seinem Innern und in den traurigen und süßen Ge fühlen, die ihn im Laufe dieses Tages so mächtig erschüttert hatten, etwas Ordnung zu schaffen. Ach! Der Tod klopfte bei den Seinen an, bei den beiden Wesen, die von seinem Fleisch und Blut waren. Wir wissen sehr wohl, daß diejenigen, welche wir lieben, nicht unsterblich sind, aber wir Lieben sie, als ob sie es wären, und der Tag, an dem wir Wissen Sie, was ich vorhin gelesen habe? Die entdeckten, daß sie sterben können wie andere Menschen Gesellschaft zur Aufmunterung zum Guten hat foeben einem auch und daß ihre Tage gezählt find, an diesem Tage Manne, den Sie kennen, eine goldene Medaille verliehen. wurden wir durch diese schreckliche Wahrheit so niederRathen Sie, wenn... Dem Baron von Türkheim! Er geschmettert wie durch den unerwarteten Angriff wird wahrscheinlich ein prächtiges Spital gebaut haben. eines Feindes, der uns hinterrücks überfällt. Bei dem Vater Deschamps hielt sein träumendes Sinnen für Aufmerksamkeit und fuhr fort: Politische Leberlicht. Berlin, den 14. Auguft. Mun foll auch die Zuckersteuer von den MiquelTrabanten aufs Korn genommen sein. Es wird immer schöner. 910 Die russische Denkschrift. Die Neue Freie Gin Loblicd auf die Finanzminister- Konferenz bläst Presse" theilt über den Inhalt einer Denkschrift irgend ein geheimräthlicher Posaunenengel im Pindterblatt. die der russische Finanzminister im Petersburger Re- Daß die Herren„ befriedigt" sind, glauben wir. Das Volt gierungs- Anzeiger" veröffentlicht hat, folgendes mit: wird bald spüren, wie die Konferenzler seiner gedacht " Um die russische Getreide- Ausfuhr zu erleichtern, schuf Ruß- haben. land im Zolltarif im Jahre 1891 eine Bollermäßigung für viele Artikel der Metallindustrie und der chemischen Industrie. So- Der neue Reichs- Schatzsekretär, Gref von Posa BeEine prächtige Berichtigung"! Weshalb verfaßti denn die Postverwaltung ihre Verordnungen? Daß der Erlaß nicht zur Veröffentlichung bestimmt war, glauben wir gern. ist, versteht sich. Es wird also vorderhand nicht scharf geDaß er nach der Veröffentlichung nicht in Kraft getreten schossen im Postamt zu Colmar. Die Futternoth hat die kleinen Landwirthe in schwere Bedrängniß gebracht, alle Parteien waren sich darüber einig, die Rechte und die Linke des Reichstages haben durch Reden und Anträge dieser Auffassung Ausdruck verliehen. dann erklärte die russische Regierung in einem Vorschlage andowsky- Wehner, die Kulisse für Herrn Miquel, war ett tommen offiziöse Blätter, die natürlich über die Kritik Deutschland, fie wolle diesen Tarif für die deutschen Export- 1882 freitonservativer Landtags- Abgeordneter; amtirte als ber Manöver recht ärgerlich sind, zu der Erkenntniß, Artikel binden, begehre dagegen, daß Deutschland seine Zölle Landrath der Kreise Wongrowitz und Gröben, wurde dann mit der Futternoth sei es nicht so schlimm, die Preise der für Getreide, Holz und Thiere ermäßige. Deutschland Direktor der provinzialständischen Verwaltungskommission Futtermittel wären aber durch den ungeschickt in Szene antwortete darauf im Februar 1892, nachdem inzwischen die zu Posen und dann Landeshauptmann der Provinz Posen. gesetzten Lärm" in die Höhe getrieben worden. Warum Verträge mit Desterreich, Italien, der Schweiz und Belgien Er wird thun, was Miquel will. Wir werden im nächsten hat denn die Regierung die Futterzölle nicht suspendirt? abgeschlossen waren, gegenübergestellt war. Deutschland forderte in dieser Reichstage also ein ähnliches Schauspiel erleben, wie 1892 Das wäre das beste Mittel gewesen, Preistreibereien zu Antwort Erleichterungen im Grenzverfehre, Die und 1893, daß der Fachminister die Angelegenheiten seines verhüten, warum hat sie nicht den Aufkauf und die Verseitigung der Zolldifferenz zwischen der Einfuhr zu Lande und Ressorts durch einen anderen vertreten läßt. Caprivi vertheilung der Futtermittel übernommen? Das Bindterblatt der Einfuhr zur See und Bollermäßigungen für 171 Artikel von trat die Militärvorlage auch militärisch, während der Kriegsschießt wieder den Vogel ab, indem es andeutet, der den 212 Pofitionen des russischen Bolltarifs, ohne jedoch das minister von Kaltenborn- Stachau sich ausschwieg. Dies mal vorwärts" sei so ein Bischen im Bunde mit den Leuten, Ausmaß der gewünschten Gemäßigung anzugeben. Rußland wird Miquel die Steuervorlagen vertreten, und der gräfliche bie die Futterpreise in die Höhe trieben. Die Norddeutsche richtete im Juni 1892 an die deutsche Regierung das Ansuchen, Schatzsekretär hört zu. Vielleicht lernt er in dieser Muße- Allgemeine Zeitung", deren offiziöse Artikel früher an der ihre Forderungen genau zu präzisiren. Im August 1892 ant- zeit portete die deutsche Regierung, daß die Liſte der gewünschten zeit allerlei Nützliches für ſeinen neuen Beruf. Börse bekannt sind, ehe sie erscheinen, leidet unter dem Zollherabsetzungen ausgearbeitet werde, Rußland müsse aber uts un Aus dem Reiche des Herrn von Stephan. In Einfluß der Hundstagshize an einer Begriffsverwirrung. bedingt die Zölle für den Landimport und für den Import zur Sachen des Posthilfeboten Herrmann in Görlitz Sie verwechselt ein Organ, das die Interessen der Arbeiter, See aleichstellen. Die Antwort Rußlands verzögerte sich durch wird uns aus postalischen Kreisen noch Folgendes ge- bas politischen und anderen Gründern sich prostituirt, den der Ausgebeuteten vertritt, mit dem schoflen Guanoblatt, den Wechsel im Finanzministerium. Der neue Finanzminister Schuf einen doppelten Bolltarif, um denjenigen Staaten, welche schrieben: Rußland meistbegünstigt behandeln, Vortheile gewähren zu Was die Ober- Postdirektion in Liegnitz in ihrer zweiten Brotvertheurern und Volksbedrückern Schergendienste leistet, tönnen. Gr theilte dies der deutschen Regierung mit und Berichtigung" berichtigt", ist Silbenstecherei. Eins hat jedem dient, der es nach dem Tarif entlohnt, sie verwechselt bie Artikel Baumvolie, Roble und fie aber in ihrem Berichtigungseifer zu berichtigen" unter den Vorwärts" mit sich selbst. Etwas Nieswurz für die Kokes beim Import über die Landgrenze in gleicher Weise lassen( weil sie das nicht berichtigen"" konnte), nämlich, Redaktion der„ Norddeutschen Allgemeinen Zeitung", etwas wie bei der Einfuhr zur See zu behandeln, was einer daß der Herrmann 15( fünfzehn) Jahre in der viel Nieswurz! Denn die Schmähsucht dieser Stiefelputer Bollermäßigung von 700.000 Mark für die im ganzen abhängigen Stellung eines Posthilfs boten der Regierung ist bereits zur Raserei gediehen. 12 Millionen Mart betragende Einfuhr aus Deutschland be " " deutet. Ferner erklärte sich die russische Regierung bereit, sich befand, daß er jeden Tag weggejagt Ein genialer Gedanke. Ein gewisser Diedrich Graf Deutschland die Meistbegünstigung im Handels- und Schifffahrts werden konnte( eine vierwöchige Kündigungsfrist Recke Volmerstein hat das Mittel gefunden, die Preßverkehr einzuräumen. Diese Note ist der deutschen Regierung im ist bloße Formel, wenn der Postverwaltung wie hier, im" freiheit", an der wir Deutschen laboriren, auf das richtige Oftober 1892 zugekommen. Deutschland antwortete im Dezember Falle grober Dienstwidrigkeiten, oder bei Verletzung der Maß zurückzuführen. Der famose Berichtigungs- Paragraph 1892 und erbat bie Beibehaltung des bisherigen Bollsystems bis durch den Beruf gebotenen Achtung, das Recht auf des Preßgesetzes,§ 11, braucht nur ein bischen erweitert zur Beendigung der Unterhandlungen. Seitens Rußlands wurde fofortige Entlassung zusteht), daß er also noch dies zugestanden, wenn die Verhandlung bis zum 1. April 1893 nicht etatsmäßig angestellt war. zu werden. Im Züllichauer Wochenblatt" Werden zu Ende geführt sein würde, was die deutsche Regierung in die Posthilfeboten in und Züllichau liegt nicht in der Dalldorfer Gemarkung, Berlin mit 712, in den fichere Aussicht stellte. Im Februar 1893 richtete der deutsche westlichen Provinzen mit 9 Jahren angestellt und Linie Bentschen- Guben hat der edle Graf seine Weisheit 712, in sondern im Regierungsbezirk Frankfurt a. D., Station der Reichskanzler an die russische Regierung ein ausführliches Mewir bisher dies als den morandum. In demselben wurde Rußland der Konventional betrachteten höchsten zum Besten gegeben. Ein mildernder Umstand sei sogleich tarif angeboten. Als Gegenforderungen wurden geſtellt: Gin- Stand, so sehen wir hier, daß wir der Bostbehörde Unrecht geltend gemacht; der Artikel stammt aus der Hundtagsräumung der Meistbegünstigung für deutsche Produkte, die volle gethan haben, daß sie im Gegentheil fähig ist, den Postzeit, am 12. August ist er veröffentlicht worden. Da Gleichstellung des Imports über die Landesgrenzen mit der Ein- hilfsboten noch während weiterer 6 Jahre ihr Wohlwollen" fuhr zur See, ferner die Bindung einer Reihe von Zöllen des in Gestalt von 2 M. pro Tag empfinden zu lassen, und heißt es: autonomen Tarifes, eine Bollermäßigung für 77 Artifel des Tarifes, das ist allerdings ja nur reiner Zufall sich auf Ohne jegliche gesetzliche Kontrolle setzen Redakteure ohne und zwar um 40, 60 und 80 pet., endlich Herabsehungen des diese Art und Weise bei etwa sich einBefähigung, Bildung und Moral ihre Maulwurfsarbeit gegen be Thron und Altar fort, ohne daß die Regierung in fimuländischen Tarifes 3 und Erleichterungen im Grenzverkehre. der Lage wäre, Rußland antwortete auf dieses Memorandum im April 1893, tellender Dienstuntauglichkeit den Rücken einzuschreiten, nachdrücklich dagegen daß der Zolltarif in Finnland allmälig dem russischen gleich frei zu halten. Das ist echt christliche Sozialreform denn§ 11 des Preßgesetzes mit seinen aufzunehmenden Be gestellt werden folle. Rußland willige ein, 56 Artifel feines von oben. Uebrigens sollte die Ober- Postdirektion in richtigungen genügt feineswegs. Hier läßt sich Wandel schaffen, Tarifes herabzusetzen, in welchen sich die Einfuhr nach Deutsch Liegniß sich nicht gar zu sehr spreizen. Noch bis vor ohne die Breßfreiheit irgendwie zu beschränken. Jede Zeitung ist verpflichtet, der Königlichen Regierung eventuell die ganze land auf 30 Millionen Rubel beläuft, und verschiedene Grenz- furzem waren sämmtliche Posthilfsboten auf Widererste Seite unentgeltlich zur Verfügung zu stellen!" Der§ 11 erleichterungen zu gewähren. Dagegen forderte Rußland den ruf" beschäftigt, d. h. sie konnten jeden Tag entlassen werAbschluß eines Viehseuchen- Uebereinkommens mit Deutschland und den. Wenn sie jetzt wenigstens theilweise auf vierdes Preßgefezes dahin erweitert, giebt der Regierung die schlug vor, eine gemeinsame Konferenz abzuhalten, auf welcher wöchiger Kündigung stehen, so ist das zwar nur ein kleiner Möglichkeit, allen Unterthanen in längeren oder fürzeren die gegenseitigen Forderungen in Verhandlung gezogen werden Auseinandersetzungen, ihre Absichten, Wünsche und die reine, nackte Wahrheit der Thatsachen zu übermitteln, ungerechtfollen. Die Antwort Deutschlands langte Mitte Juni in Peters- Fortschritt. Aber diesen Fortschritt erzwungen zu haben, burg ein. Die deutsche Regierung erklärte in derselben den Ab- das ist das Verdienst des Vorwärts", der diesen wunden fertigte Angriffe zurückzuweisen. Die technische Ausführung schluß eines Biebfeuchen Uebereinkommens für undurchführbar; Punkt es ist nur einer von vielen in den Ver- müßte, mit der Feder gewandten, pensionirten Offizieren und Beamten anvertraut werden, welchen das zu verarbeitende fie bestand auf der Herabsehung des Zolltarifes für Finnland und hältnissen der Postunterbeamten immer wieder ans TagesMaterial durch ständige Korrespondenzen zuginge. Der Erfolg bezeichnete die angebotenen Herabsetzungen des russischen Tarifes für licht gezogen hat. Und wir werden auch weiter auf dem ungenügend. Die ruffische Regierung antwortete eingehend, ste laffe Posten sein. dieser allgemeinen politischen Maßnahme würde nicht ausbleiben. das Biehseuchen- Uebereinkommen fallen, der finnländische Tarif ser Die Bevölkerung würde ein reiferes Urtheil gewinnen und nicht ausschließlich Sache der inneren Politik Rußlands. Die russische Das kaiserliche Poftamt in Colmar i. Elf. bittet anbeißen. auf jeden Zopf irgend eines hergelaufenen hegenden Agitators Regierung fei bezüglich des Tarifes einem weitergehenden Ent- uns, eine Berichtigung" aufzunehmen, die es nicht uns, anbeißen... Jm Reichstage dürfte die Erweiterung des§ 11 in diesem Sinne auf teinen unüberwindlichen Widerstand gegenkommen geneigt und schlage zu diesem Zwecke vor, eine Konferenz sondern dem„ Elsaffer Lageblatt" zugesendet hat. Wir sind einzuberufen, auf welcher die Forderungen Deutschlands näher stoßen. Dagegen der Regierung ein nicht zu unterschätzendes geprüft werden sollen. Daraufhin antwortete die deutsche Re- preßgefehlich nicht verpflichtet, diesen Wunsch zu er- Mittel in die Hand geben, mit Erfolg gegen die lügnerischen gierung am 28. Juni, die Konferenz verspreche nur dann einen füllen, aber wir erfüllen ihn trotzdem, da die Zuschrift einen Erfolg, wenn Rußland sämmtliche Forderungen Deutschlands heiteren Abschluß der seltsamen Geschichte, um die es sich befriedige; eventuelle Erhöhungen des finnländischen Tarifes handelt, bildet. Das„ Elsasser Tageblatt" hatte eine Ver- Mit welcher Unverfrorenheit die Junkerschaft die Es wäre aber müßten durch Herabsetzungen des russischen Tarifes tompenfirt ordmung des Colmarer Postamts veröffentlicht, wonach die Boltsrechte bekämpft, ist sattsam bekannt. werden; die Konferenz könne vor dem 1. Oktober Unterbeamten scharfgeladene Schußwaffen bei sich führen bedauerlich, wenn man den niedlichen Vorschlag des Herrn nicht zusammentreten, weil die Minister und sollten, um die an den Schalter mitgebrachten Hunde, die Grafen der Deffentlichkeit vorenthielte. Etwas Dümmeres auch die älteren Räthe nach dem Schlusse der das Postgebäude verunreinigen und von ihren Herren ver- und Bösartigeres kann wohl kaum ausgeheckt werden. Das Reichstags- Session erholungsbedürftig seien. Die ruffische Regierung beantragte nun, daß sich Deutschland lenguet werden, todtzuschießen. Der Aufenthalt im Colmarer ist ein echter Vertreter der Edelsten und Besten." und Rußland gegenseitig provisorisch die Meistbegünstigung ein- Bostamt während der Schalterstunden hätte dann einen Sie schämen fich. Die Kreuz- Beitung", die gleich räumen sollten; diefen Vorschlag lehnte die deutsche Regierung triegerischen Charakter angenommen. Nun erklärt das dem übrigen reaktionären Beitungsgeschwister es nicht verab. Darauf führte Nußland gegenüber dem Exporte aus Deutsch- Elsasser Tageblatt": land den Maximaltarif ein und erklärte nochmals seine Bereit Bezüglich einer in unserer gestrigen Nummer erschienenen schmerzen kann, daß ihre Lieblinge, die Anarchisten" und willigkeit, eine gemeinsame Zollkonferenz abzuhalten und dem Bekanntmachung des hiesigen Bostamts über das Verbot Hunde Unabhängigen", in Zürich ein glänzendes Fiasko erlebt Deutschen Reiche noch weitere Boltonzessionen zu gewähren. in einer Die deutsche Regierung antwortete am 15. Juli, sie wünsche, daß die Konferenz am 1. Oktober zusammentrete. Die russische Regierung stimmte diesem Termine bei, erklärte sich aber bereit, die Konferenz auch zu einem früheren Zeitpunkte abzuhalten.Preßerzeugnisse einzuschreiten und das Vertrauen des Volfes dauernd zu gewinnen." in das Gebäude einzuführen, geht uns von maßgebender Stelle haben, schreibt fere Sozialdemokraten zu den Deutschen" die Mittheilung zu, daß diese vom 20. Juni datirte Bekanntmachung nicht zur Veröffentlichung bestimmt war und thatsächlich auch nicht erlassen worden ist. Wie die Mittheilung ergiebt, beruht die Einsendung an unsere Redaktion auf dem Versehen eines Kanzleibeamten." Wenn wir rechnen tönnten, müßte es uns ja mit Stolz erfüllen, daß auf einem Gebiete die Deutschen eine unbestrittene Führerrolle aus üben. Wo ist das sonst in internationalen Beziehungen und auf internationalen Versammlungen der Fall? Hier dominiren die Franzosen, dort die Amerikaner, in der Kunst regiert Italien, auf der See herrscht England; aber im revolutionären Lager geben die Deutschen den Ton an. Das ist bitter für unser Volt; darum muß es einmal ganz klipp und klar gesagt werden, damit wir uns schämen. In feinem Lande der Welt giebt es eine auch nur annähernd so starke sozialrevolutionäre Partei, wie in Deutschland. Selbst in dem radikalen Frankreich_bilden die Sozialisten eine kleine Minderheit; aber bei uns sind sie die stärkste aller politischen Parteien. Wo soll das hinaus? Es scheint, als ob sie mit Sozialistengesez und ohne dasselbe sich doch in stets gleicher Progression vermehren, und wenn das so fortgeht, tönnte vielleicht der Tag kommen, wo sie die Mehrheit im Reichstage haben. Damit hätten sie zwar den Sieg noch feineswegs errungen, denn die bürgerliche Gesellschaft wird sich ihre Depossedirung nicht ohne weiteres ge fallen lassen; aber eine schwere Krisis tann dann nicht ausbleiben." por Gedanken, daß in einigen Monaten, vielleicht schon in wiegten die regelmäßige Bewegung und der monoeinigen Wochen Mutter und Schwester nicht mehr sein tone Rhytmus des mit äußerster Geschwindigkeit könnten, daß er sie vielleicht nie, niemals wiedersehen dahinrasenden Buges ihn sanft in einen Traum voll grenzenwürde, daß er dann ganz allein auf der Welt wäre, schnürte loser Glückseligkeit. Mit einem Male durchbohrte da ein eine schreckliche Angst André die Rehle zu, er athmete anderer Gedanke scharf und schmerzhaft wie eine Nadelspitze schwer, bedrückt von der Laft der dumpfen Borahnung un- sein Hirn. Johanna war verlobt, Johanna konnte ihn erfeglicher Verluste. Dann aber erfüllte seine trauernde also nicht lieben. Ihre Unruhe! Sie war nichts anderes Seele ein anderer Gedanke, wie wenn der bleiche Strahl gewesen als die Verlegenheit bei einem Alleinsein mit einem der Sonne auf eine Winterlandschaft fällt. Liebte Johanna jungen Manne. Ihr Interesse für ihn! Nichts weiter als ihn? Würde dieses unverhoffte, unendliche Glückt ihm zu schwesterliche Freundschaft. Und wohin sollte diese Liebe, Theil werden? Denn er konnte sich nicht länger mehr die sich seiner bemächtigt hatte, führen, als zum neuen Jllusionen hingeben in bezug auf das, was er für das Leiden für ihn, als zu einer Verdoppelung der Schrecknisse, junge Mädchen empfand. Ja, er liebte fie, seit langem welche seine nahe bevorstehende gänzliche Vereinsamung durch schon, und seine Liebe war immer noch gewachsen. das Bild eines unmöglichen Glückes erhalten würde? Er hatte sich zu viel zugetraut. Jeht war er baran So betrat André das Schloß von Mazère mit der gewöhnt, sie zu sehen, vor ihr seine Ansichten aus- peinigenden Sorge, was aus ihm werden würde, wenn die zusprechen, ihr feine Bweifel anguvertrauen, jeine Ge- Wahltampagne, beren Zeuge er noch für einige Wochen fein danken mit den ihrigen zu verknüpfen, sie wie sein zweites follte, zu Ende wäre. Gewissen in allem, was er vornahm, zu Rathe zu ziehen, und jetzt fühlte er, daß seine Hochachtung vor ihr zur Fortsetzung von André's Tagebuch. Leidenschaft geworden war. Zuerst hatte sie nur seinen am 25. Auguft. Ich muß mein Tagebuch fortGeist gefangen genommen, und jetzt gehörte auch sein ganzes fezen. Am Tage gehöre ich mir nicht mehr, über meine Herz ihr. Er liebte sie, weil sie stolz und anmuthig, gut Beit und meine Gedanken verfügt ein anderer. Ich bin und energisch war, weil sie nicht den andern glich, weil der Sekretär oder besser: der erste Diener des Herrn von Entschädigung unschuldig Juhaftirter. Die gegen fie Sie war. Darum verfolgte ihr Bild, die Erinnerung Serenoize. Als solcher werde ich dafür bezahlt, daß ich unfere beiden Parteigenossen A. Hüber und P. Luz in an sie ihn überall, darum fragte er sich stets, wenn er mit sein folgfames Werkzeug bin, ihm helfe, seine Wähler an Baden- Baden erhobene Anklage ist niedergeschlagen, einem Entschluß nicht gleich ins Heine tommen konnte: der Nase herumzuführen. Die Beihilfe an einem Werke, die Kosten sind auf die Staatskaffe übernommen worden. Was würde Johanna davon denken? Darum verknüpfte das ich verabscheue, der Zwang, den ich meinen innersten Wer entschädigt nun die unschuldig Verfolgten für die erer fie unbewußt mit allen seinen Zukunftsplänen, darum Gefühlen hier auferlegen muß, laften auf mir wie die littene Untersuchungshaft und die damit verknüpften Uneilte er zu ihr, wenn er der Aufmunterung und des Trostes Mitschuld an einem Verbrechen. Welche Erleichterung ist annehmlichkeiten? Wird die Staatsanwaltschaft sett gegen bedurfte. D, wenn Johanna ihm Liebe mit Liebe vergelten es dann für mich, wenn der Abend herangekommen ist, ich den wirklich Schuldigen, den Bürgermeister Rahner in tönnte! Wenn ihre Unruhe heute ein Anzeichen dieser ihrer mein Zimmer aufsuchen und endlich thun und lassen kann, Hörden, ganz energisch vorgehen und ihn wegen seines Liebe gewesen wäre! Und für wenige Augenblicke was ich will. Wergehens zur Rechenschaft ziehen?!! ( Fortsetzung folgt.) 230 dibin 14. Rapitel. Was bedarf es langer Erläuterungen zu dem erfreulichen Weheruf des Junkerblattes! Daß die bevorrechteten Boltsfeinde, die die Masse seit Jahrhunderten schamlos ausplündern, auch einmal sich schämen", verdient sorgsam angemerkt zu werden als nie wiederkehrende Rarität. Viel leicht aber schämen" sie sich noch einmal, am Tage der Depoffedirung? Der Ausbruch ihres Schamgefühls steht in ursächlichem Verhältniß zu Siegestagen des sozialen Fortschritts. nou duil this thin and b 6210 heizungs- Prozeß befaßte uner And wolle nicht verkennen, daß die Sozialdemokratie wegen ihres Klassen- die Kammer angemeldet. Von dieser Bahl entfallen auf aufeinanderhetens und wegen ihrer Religionsfeindschaft ge- Paris 316, auf die Provinzen 1403 und auf Algerien und fahrdrohend sei, müsse aber auch zugestehen, daß sie mit Energie die übrigen Kolonien 34. die Lage der Arbeiter beffere, ja es sei fast feinem Zweifel Am unterworfen, daß die Partei im deutschen Volke zum Siege ge- Der englische Der englische Grubenarbeiter- Ausstand. langen werde. Pastor Schall mahnte dann dringend nach 12. August haben sich 21 000 Bergleute der Binnenseinem Beispiel zur Stimmenthaltung, da man mit gutem Gewissen feinen Sozialdemokraten wählen könne und grafschaften den Feiernden angeschlossen. Auf diese andererseits die Wahl des anderen Kandidaten( des Agrariers) Weise beträgt die Zahl der ausständigen Kohlenbergleute zwar das Wohl der Großgrundbesitzer und die Erhöhung des jetzt 290 000, ganz abgesehen von den 100 000 Mann, die Brotkornpreises, aber nicht das Wohl der Arbeiter befördern sonstwie an den Bergwerken beschäftigt find. In Wales würde". Acht Tage später versuchte Pastor Schall in Bahrdorf, greift der Ausstand um sich. 40 000 wallisische Bergleute jedoch vergeblich, einen evangelischen Arbeiterverein ins Leben feiern daselbst. zu rufen. Den Mißerfolg sucht Pastor Schall mit folgenden Worten zu erklären: Alle meine Hoffnungen haben sich erIn Britisch- Indien ist es wieder einmal zu ZusammenEin Muster- Schulrath. In einer kürzlich erschienenen Broschüre, die sich mit dem bekannten Elberfelder Schulheizungs- Prozeß befaßte und das Verhalten der SchulVerwaltung geißelt, ist unter Anderm von einem Urtheil die Rede, das der Elberfelder Stadt- Schulrath Dr. Brodstein in einem Streit zwischen Haupt- und Klassenlehrern gefällt hat. In der Broschüre heißt es: Einem Klaffenlehrer, der vor drei Jahren an der evangelischen Schule, an der Engelnbergstraße unter Herrn Hauptlehrer Kirberg angestellt war, baten verschiedene Eltern in dem letzten Winter, als der Herr an der genannten Schule zu unterrichten hatte, um Unterbringung der Kinder vor Beginn des Unterrichts und während der Pausen im Klassenzimmer. Dem Wunsche der Eltern glaubte der Lehrer um so mehr Rechnung tragen zu müssen, als die Kinder erst den vorhergehenden Mai in die Schule eingetreten, meist schlecht be kleidet und durchweg mit schlechtem Schuhwert versehen waren. Diejenigen Kinder, welche die Kälte in den Füßen hatten, durften nunmehr unter Aufsicht des Reform der Lage der Arbeiter, d. h. wie wir diesen Satz ver- daner den Nachkommen des Eroberers, des Unterdrückers, Lehrers während der Pausen in der Klasse verbleiben. stehen: der an die Besitzenden erhobene Anspruch, zum Besten der heute noch durchgängig zu den wirthschaftlich Stärkeren Eines guten Morgens fam nun Herr Hauptlehrer Kirberg der Arbeiter auf einen Theil ihres Gewinnes zu verzichten. gehört. Arg sind die Krawalle in Bombay. Nach einer während der Pause in die Klasse des Klassenlehrers und Dies die objektive Schilderung der Vorgänge, die dem Ge- Meldung des„ Bür. Reuer" aus Bombay von heute dehnt meinderath von Bahrdorf Anlaß gegeben haben, sich sich der Aufruhr in den Vorstädten immer weiter aus. forderte in barscher Weise die Entlassung der Kinder auf beim Kirchenregiment über die politische Bisher wurden 1200 Verhaftungen vorgenommen. Nach den Hof, und benahm sich seinem untergebenen Klassenlehrer Agitation des Pastors Schall zu beschweren, den bisherigen Feststellungen sind fünfzig Personen getödtet gegenüber vor den Kindern in einer solchen Weise, daß weil diese geeignet sei, den Frieden in der Gemeinde zu stören, worden, es ist jedoch noch schwer, den wirklichen Verlust andieser sich veranlaßt sah, sich bei Herrn Dr. Brodstein zu und deshalb den Antrag zu stellen, den genannten Geistlichen beschweren. Herr Dr. Brodstein ließ sich den Fall sowohl möglichst bald zu versetzen. Ohne eine Entscheidung der firch zugeben. Die Hospitäler sind mit Verwundeten angefüllt. vom Haupt- wie auch vom Klaffenlehrer vortragen und lichen Behörden abzuwarten, hat Pastor Schall eine dieser Selbst die Leichenzüge werden von den Muselmanen heftig fällte dann folgendes Urtheil:„ Wenn Herr Kirberg auch Tage erscheinende Broschüre verfaßt, in der er nach dem, was angegriffen und müssen von Truppenabtheilungen geleitet bisher über den Inhalt bekannt geworden, das Verfahren werden. Weitere Kavallerie- und Infanterie- Verstärkungen zugiebt, daß er mit Absicht gegen Sie planmäßig vor- feiner Gegner auf das allerheftigste angreift. sind aus Poonah herangezogen worden. Die Truppen gegangen ist und Sie in den Augen der Ihnen unter Der Wahrheit die Ehre geben, die Junker so schildern lagern in den Straßen. Die Ankunft des Gouverneurs wird stellten Kinder, hat lächerlich machen wollen, und wenn er auch wie sie sind und zur Stimmenthaltung auffordern, das sind morgen erwartet. teine stichhaltigen Gründe für sein Betragen Ihnen gegen drei Majestätsverbrechen, die Maßregelung verdienen. Der über angeben kann, so werden sich diese vielleicht im Laufe brave Gemeinderath hat die Lorbeeren der politischen Ketzer- Australisches. Das Repräsentantenhaus in Neuder nächsten Jahre finden. Ihr Recht besteht darin, richterei glücklich errungen. So wird ein anständiger seeland genehmigte am 11. Auguft eine Vorlage, die den daß Sie unter allen Umständen Unrecht Gegner der Sozialdemokratie, der nicht in das Horn der Frauen das Wahlrecht gewährt und den Maoris, haben. Das ist Ihr Recht. Die Kinder mögen Reaktion stößt, behandelt. den sehr begabten und entwicklungsfähigen Eingeborenen schlechtes Schuhwerk haben, sie mögen franke Füße haben, Neuseelands. wiesen als Einbildungen. Die Arbeiter sind in solcher sozialen stößen zwischen Hindus und Muhammedanern gekommen. Abhängigkeit, daß sie nicht zu muckfen wagen, und die Besizer Religiöser Fanatismus und nationale Gegensätze sind der erweisen sich einem jeden Versuch einer Reform so ab- Anlaß zu diesen Reibungen; die Grundursache aber ist hold, daß selbst eine, lang bestandene Freundschaft in offene wirthschaftlicher Art. Der Eingeborene haßt im Muhammebittere Feindſchaft fich umwandelt. in = star Aus Oesterreich. Der Streit in der Silberwaaren- Fabrit es mag regnen, es mag schneien, ist Alles gleich, fie Die Maifeier wird in Zukunft eine einheit babe ich wären her Lichere haben sich während der Pausen auf dem Hof aufzuhalten. I ich ere sein als bisher. Der Brüsseler Beschluß, der die Wenn Sie noch einmal es wagen werden, Kinder in der Feier auf den 1. Mai verlegt, im übrigen aber bezüglich Bause in der Klasse zu lassen, werde ich Sie finander Feier den verschiedenen Nationen freie Hand läßt, ziell schwer fchädigen." Auf die Frage des Klassen wurde von den Engländern nicht anerkannt, die für Soziale teberlicht: lehrers, wie Dr. Brodstein sich verhalten würde, wenn die sich die Feier am ersten Sonntag im Mai begingen. Dies 21 Eltern, deren Kinder in der Klasse blieben, sich bei ihm that der Einheitlichkeit der Feier Abbruch. Es ist deshalb Bestimmung des Sonntagsruhe- Gesezes, wonach an Sonn- und Die Augst vor dem bischen Sonntagsruhe. Gegen die beschweren würden, erklärte dieser ganz bestimmt:" Dann hocherfreulich, daß die Mehrheit der englischen Delegirten Feiertagen der Gasfabrikationsbetrieb von 6 Uhr früh bis 6 Uhr werde ich ihnen einundzwanzig Mal Un auf dem Züricher Kongreß sich für den 1. Mai erklärt hat, abends ruhen soll, hat gleich andern Unternehmervertretungen, recht geben." So behandelt die schulräthliche Huma- mit der Bedingung, die Feier durch Massenmanifestationen auch der Verein der Gas- und Wasserfachmänner Schleſtens in nität" Proletarierkinder. im Freien u. s. iv. am 1. Sonntag im Mai zu ergänzen. feiner25. Jahresversammlung eine Eingabe an den Bundesrath zu richten beschlossen. Die Fachmänner waren darüber Aus Bayreuth meldet die Frankfurter Beitung": Gesetz und Duell. Der belgische Senat bat, wie einig, daß diese Bestimmung unmöglich durchzuführen ist, Der nationalliberale Reichstags- Abgeord den Lesern bekannt, einen sehr strengen Gefeßentwurf gegen ohne den Gasanstalten enorme Mehrkosten zu ver= nete Bayerlein der mit Hilfe der Bauernbündler den Duellunfug angenommen. Das Duell, welches tödtlich ursachen(). Einmal würden die dadurch verursachten Grdurch allerlei Wahlmachinationen fraglicher Art in einem verläuft, soll als Mord, das Duell, welches nicht den Tod weiterungsbauten große Summen beanspruchen, dann aber Orte wurde, damit die sozialistischen Arbeiter nicht mehr eines der beiden Theile herbeiführt, als versuchter Todtschlag die Defen würden falt werden und erst einer nach dem andern würde auch der Betrieb sehr vertheuert werden, Denn zeitig zur Wahl kommen könnten, die Uhr von 5/2 auf oder Mord bestraft, in jedem Fall das Duell als gemeines angebrannt werden können, die Errichtung von Reservekolonnen 6 Uhr Abends gedreht- gewählt wurde, will, jedenfalls in Verbrechen behandelt werden. Wir wissen nicht, ob der Gesetzent für die abgelöften Arbeiter aber würde, wenn man nicht mit aubetracht der Wahlproteste, sein Mandat niederlegen." wurf Gefeß werden wird, das aber wiffen wir, daß diejenigen sich ungeübten Arbeitern den Betrieb unterhalten wolle, eine er Ob der Bayerlein wirklich sich dazu entschließt? Ein täuschen, die da meinen, durch Geseze ließe das Duell hebliche Vermehrung des Arbeiterpersonals Nationalliberaler? Ditions sich abschaffen. In Frankreich, wo schon vor Jahrhunderten beanspruchen. Der Verein beschloß auch die städtischen Lieutenant Hofmeister, so meldet die„ Frankfurter der Duellunfug arg ins Kraut geschossen war, ergingen Behörden aufzufordern, daß sie ebenfalls beim Bundesrathe VorBeitung", der wegen sozialistischer Umtriebe" zu 23r3 feber Duellant und jeder Theilnehmer an ein offenes Ohr leihen wird. Wenn irgendwo, so zeigt sich in stets drakonische Gesetze gegen das Duell, nach denen stellungen gegen das Inkrafttreten der Bestimmung erheben. Wir sind gespannt, ob der Bundesrath auch diesen Herren burg in Untersuchungshaft faß, ist am 11. August Mittags einem Duell, ohne Zulassung mildernder Umstände, dem ein offenes Ohr leihen wird. Wenn irgendwo, so zeigt sich in aus dem Militärgefängniß entflohen, wurde jedoch, wie Tod verfallen war, und zeitweise sogar dem Tod in der fabrikations- Betrieben ohne irgendwelche Störung durchgeführt dieser Eingabe eklatant, daß die Sonntagsruhe in den Gasdieser Eingabe ellatant, daß die Sonntagsruhe in den Gasdie Kölnische Zeitung" meldet, am Bahnhof wieder ver haftet. schimpflichsten Form für einen Adeligen d. h. am Galgen. Allein fabrikations- Betrieben ohne irgendwelche Störung durchgeführt werden könnte, wenn man einige Mitglieder der großen bie Folge war blos die, daß die Duelle ohne Zeugen und meist industriellen Reserve- Armee in Arbeit stellen wollte. Doch der Das alte Lied. Der Briefträger Krämer in bis zum Tod oder der tödtlichen Verwundung eines der beiden heilige Profit darf im Lande der Sozialreform nicht angegriffen Dortmund, so schreibt die Franff. Stg.", war mit einem oder der beiden Parteien ausgefochten wurden. Die Gesetze werden. Darum das Lamento. Gehalt von zuletzt 78 M. angestellt. Dieses reichte aus, so lange erwiesen sich so wirkungslos, daß sie aufgehoben werden er ledig war, auch dann noch, als ein Kindchen der jungen Ghe mußten, und daß man schließlich in Frankreich zu einem von Hermann Südfeld u. Co., Wien, dauert fort. Da die Sperre entsproß. Beim zweiten ging es schon recht knapp und schließlich fehlte es am Nöthigen. Krämer ließ sich verleiten, den Betrag ähnlichen unwürdigen Kompromiß zwischen Gesetz und Vor- über diese Fabrik verhängt ist, ist der Zuzug streng fernzuhalten. einer Bostanweisung zu behalten; er glaubte ihn bald ersehen zu urtheil gelangt ist, wie in Deutschland. In England, Unterstützungen für die Streifenden, unter den viele Familien tönnen. Der Weg zur Hölle ist bekanntlich mit guten Vorsägen wo der Duellunfug bis zum Anfang dieses Jahrhunderts väter sind, werden angenommen in den Redaktionen der Arbeitergepflastert; der Mann war nicht in der Lage, für Deckung zu nicht minder heftig grassirte, als in Frankreich, ist er seit Beitung" und des„ Metallarbeiter", ferner bei Genossen Ludwig forgen, und so mußte er, am die erste Unterschlagung zu decken, Jahrzehnten vollständig erloschen, ohne daß ein drato- Unger VI. Kopernifusgaffe 12, 2. Stock, sämmtlich in Wien. zur zweiten und folgenden schreiten. Da Krämer auch die nisches Gesetz gegen das Duell erlassen worden wäre. Die Siegreich verlaufen ist ein in der Lederzurichterei der Herren Quittungsvermerke auf den Anweisungen selbst schrieb, so machte Gitte hat in England bewirkt, was in Frankreich das K. Sudern und A. Wentura in Wien ausgebrochenen Johner sich auch der Urkundenfälschung schuldig. Schließlich brach die ftreit. Den Arbeitern wurden 2 Gulden Lohnerhöhung Geschichte zusammen und das Ende war die Verurtheilung des Gesetz nicht vermocht hat. Die mittelalterliche Barbarei pro Woche, eine Erhöhung des Affordlohnes, fowie Mannes, dem die vorgesetzte Behörde das beste Leumundszeugniß des junkerlich- feudalen Ehrbegriffs", der dem Duellunfug trenge Ginhaltung der Sonntagsruhe und ber zehn ausstellt, zu 6 Monaten Gefängniß. Mit dem Leumundszeugniß zu Grunde liegt, ist in England durch den modernen stündigen Arbeitszeit zugesichert. Nach eintägigem Ausstande allein ist es nicht gethan. Die Post sollte auch ihren Unter- Industrialismus mit seiner bürgerlich- nüchternen Welt wurden die Forderungen der Bauanschläger bei der Firma Lindbeamten ein austömmliches Gehalt geben. Es ist zu verführerisch, anschauung mit einer Gründlichkeit weggefegt worden, ner- Wien bewilligt. In der Lederzurichterei Remesch- Wien wenn ein schlecht bezahlter Mann fortwährend mit größeren Geld daß auch im verbohrtesten Schädel kein Pläßchen mehr streiten sämmtliche Arbeiter und Arbeiterinnen, 17 an der Zahl. fummen umzugehen hat. für den Duell- Bazillus zu finden ist. Wer heute in Eng- Sie fordern eine mäßige Erhöhung des Akkord- und Wochenoder vor die Polizei zitirt werden, und, wenn er nicht auf Der Streit in der Lederzurichterei von Anderligte dauert fort. land jemand zum Duell herausforderte, würde ausgelacht lohnes.- Seit dem 8. August fiehen die Arbeiter und Arbeiterinnen bei Zappert und Söhne, Appreturfabrit, in Streit. unbestimmte Zeit ins Gefängniß marschiren will, persönlich Bürgschaft in einem hohen Geldbetrage und außerdem noch Wie das Unternehmerthum die Gewerbe- Ordnung Pastor Schall in Bahrdorf( Herzogthum Braunschweig), einen oder mehrere Bürgen für seine künftige gute Auf achtet. Auf eine gesetzwidrige Bestimmung in den Arbeitsdeffen bemerkenswerthe Schrift wir ihrer Zeit eingehend be: führung zu stellen haben. Und das genügt, selbst Halb- ordnungen deutscher Glashütten weist der Fachgenoffe" hin. sprochen haben, gehört zu den wenigen lutherischen Geist- verrückte, die noch einen Funken von Ueberlegung haben, Betriebs- Unterbrechungen," so lautet flott und frisch diese dem lichen, die Verständniß für das Wesen der sozialen Frage zurückzuhalten. Kurz: das Duell ist in England lächer Gesetz ins Gesicht schlagende Bestimmung, welche durch Umbau oder Neubau, sowie Reparaturen der Glasöfen entstehen, bebesigen. Schall ist nicht Sozialdemokrat, seine Weltlich geworden, und die Lächerlichkeit tödtet". Werden die oder Neubau, fowie Reparaturen der Glasöfen entstehen, beohne Einhaltung der Kündigungsfrist. Eine Entschädigung für anschauung steht im scharfen Gegensatz zu der unsrigen, Franzosen und wir Deutsche in der Allgemeinheit einmal rechtigen die Arbeiter nicht zur Lösung des Arbeitsverhältnisses aber er hat eine tiefere Einsicht in die gesellschaftlichen fo gefittet und vernünftig, im Duell eine barbarische den Ausfall der Arbeitsgelegenheit haben die Glasmacher, GeBusammenhänge als der Durchschnittsphilister und er hat Lächerlichkeit oder lächerliche Barbarei zu erblicken, dann Hilfen, Lehrlinge, Einträger 2c. nicht zu beanspruchen.". Hierdurch wird die bekannte Bestimmung des§ 124 der den Muth gehabt, dies in seiner Schrift offen zu bekunden. ist auch dort und hier das Duell abgeschafft. Durch GeNun lese man folgenden denunziatorischen Bericht der see läßt dieses Biel fich nicht erreichen, womit Gewerbe- Ordnung vollständig aufgehoben, wonach Arbeiter vor Mecklenburgischen Beitung" über eine gegen Schall sich jedoch der gegenwärtige Gesetzes Bustand mit Be- Ablauf der vertragsmäßigen Zeit und ohne Auffündigung die richtende Angeberei: zug auf das Duell nicht entschuldigt werden soll Arbeit verlassen können: wenn der Arbeitgeber den Arbeitern herrschende politische Heuchelei Stücklohn nicht für ihre ausreichende Beschäftigung sorgt oder Thema, ob eine Verständigung zwischen Kirche und Sozial- wahrhaft klassisch zum Ausdruck bringt, und eine ebenso wenn er sich widerrechtlicher Uebervortheilung gegen sie schuldig Paftor Schall hat schon vor einiger Zeit literarisch das ein Zustand, der die herrschende politische Heuchelei den schuldigen Lohn nicht in der bebungenen Weise auszahlt, bei demokratie möglich fei, in einer jener Partei sympathischen blutige Satire auf unsere Gesezlichkeit ist, wie auf unsere macht." Weise behandelt. Charakteristisch ist die darin vorkommende Zivilisation. Unerfindlich ist, wie ein Gewerbegericht, wie in Kreuznach Wendung: Bebel und Liebknecht sind in meinen Augen echte geschehen, sich bei einer Entschädigungsklage, die Stückarbeiter deutsche Recten, die selbst ihren Feinden Achtung und Die belgische Senatswahl- Reform ist am 12. August in einem solchen Fall gegen ihre Unternehmer anstrengten, sich an Bewunderung abzwingen." Das Auftreten des Pastors Schall abgeschlossen worden durch ein Kompromiß. Der Wählbar die obige ungefeßliche Bestimmung kehren und die Kläger mit ihrer in der lezten Stichwahl zwischen dem Sozialdemokraten Wentzel feiis- Bensus ist auf 1400 Franks herabgesetzt. Den diesen Klage abweisen konnte. Noch unerfindlicher ist es allerdings, und dem( später gewählten) Randidaten des Bundes der Landwirthe Ackermann Schwerdtfeger Osterlinde hat nun die in Bensus Zahlenden werden 1 pro 4000 der Meistbelasteten wie die betreffende Aufsichtsbehörde eine solche mit der Geländlichen Kreifen gegen Pastor Schall herrschende Stimmung hinzugefügt. Außerdem werden 26 Senatoren ohne Bensus werbe- Ordnung in Widerspruch stehende Bestimmung überhaupt in der Arbeitsordnung zulassen konnte. zur Grplosion gebracht. In einer am 22. Juni in Bahrdorf bedingung durch die Provinzialräthe gewählt. Die Ab- in der Arbeitsordnung zulassen konnte. abgehaltenen Wahlversammlung( in B. waren sieben fozial- geordnetenkammer wird voraussichtlich dem Kompromiß- Wie unsere Prozentpatrioten die Baterlandsliebe, alfo demokratische Stimmen abgegeben) trat der Domänenpächter beschlusse zustimmen. Vollrath warm für Schwerdtfeger's Wahl ein und warnte vor In Danzig und Stettin sollen Freihafen gebiete geschaffen werden. Warum räumt man nicht lieber mit dem Schutzzollsystem auf? " = der Sozialdemokratie und ihren Bestrebungen auf grund eines Frankreich. Frgend ein Verrückter hat den französi vorliegenden Wahlflugblattes schärfster Tonart. Pastor Schall, schen Politiker Lockroy um zehn Franken anpumpen wollen. der übrigens ausbrücklich zu der Bersammlung durch den Ge- Der schoß ihm nichts vor; darauf zog selbiger Hausnarr, meindediener eingeladen worden war, ergriff darauf fofort das ein Droschtentutscher Namens Moore, eine Pigtaule und Wort und bezeichnete die Angriffe gegen die Sozialdemokratie brannte dem Lockroy, der etwas Reklame während der als maßlos übertrieben und deshalb als verwerflich und schädlich. Es sei Verleumdung, der Sozialdemokratie vorzuwerfen, Wahlbewegung brauchen kann, eins aufs Leder, schrammte daß nur sie Rohheit der Gesinnung aufweise, daß sie den Mein- ihm noch nicht einmal die Haut und wurde verhaftet. eid billige, daß sie das Familienleben auflösen wolle 2c. GrBis zum 11. August waren 1754 Randidaturen zur Wahl für " " die Liebe zum gesammten Volte auffassen, zeigt ein Bericht der Dresdener Handels- und Gewerbekammer. Danach hat die Konvention der deutschen Dochtfabrikanten den Preis des Dochts für das Inland festgefeßt, im Ausland jedoch bis zu einem Drittel billiger verkauft. Das deutsche Volk wird von diesen Herren mehr geschröpft als der Erbseind. Für den Inhalt der Injerate über. nimmt die Redaktion dem Publikum National- Theater. Große Frankfurterstraße 182, Sensationelle Novität! Unserm Genossen dem Zimmerpolier Albert Alter zu seinem heutigen Wiegenfeste ein dreimal donnerndes Sozialdemokratischer Wahlverein Hoch, daß die ganze Sophien- Ghar- für den 1. Berl. Reichstags- Wahlkreis. lottenstraße wackelt. Albert merkst Du gegenüber keinerlei Verantwortung Lehmann auf der Weltaus- wat Theater. Dienstag, den 15. August. Lessing Theater. Das Recht zu lieben. Kroll's Theater. Die weiße Dame. Friedrich- Wilhelmstädt. Theater. Fatinizza. Adolph Ernst- Theater. Goldlotte. Viktoria Theater. Frau Venus. Alexanderplatz Theater. Das Damenbad. National Theater. Lehmann auf der Weltausstellung in Chicago. Apollo Theater. Spezialitäten Vorstellung. Kaufmann's Variété. Spezialitäten Vorstellung. Königl. italienischer Circus Ernesto Ciniselli. Stadtbahn- Station: Zoolog. Garten. Heute, Dienstag, den 15. Auguß Abends 8 Uhr: Gr. Gala- Sport- Vorstellung. Hochinteressantes Programm. Beson ders hervorzuheben: Zum 7. Male: Die irische Bank, Sprungszene, ausgeführt v. Springpferden 1. Klasse unter Sattel. 500 Mt. Prämie demjenigen, welcher mit eigenem Pferde die in dieser Piece ausgeführten Sprünge nach macht. Offene Konkurrenz. Zum 39. Male: Die Erschaffung des Weibes oder: Das Weib im Laufe der Jahrhunderte. Gr. Ausstattungspantomime mit Ballet. Ferner Auftreten der vorzüglichsten Kunstreiter, Kunstreiterinnen, Clowns, Spezialitäten allerersten Ranges, sowie Reiten und Vorführen der bestdressirten Schul- u. Freiheitspferde. Ernesto Ciniselli, Direktor. Castan's Panopticum. Riesen- SchlangenFamilie aus Carl Hagenbeck's Thierpark. Ohne Extra- Entree. PassagePanopticum. Grösstes stellung in Chicago. Große Ausstattungspoffe mit Gesang Einige Genossen. Todes- Anzeige. Karl Boitz Allen Freunden und Bekannten hier und Tanz in 5 Aufzügen von Eugen mit die traurige Nachricht, daß am Prudens. Kouplets v. Linderer. 13. August unser Kollege Musik von Adolph Wiedecke. Regie: Mar Samst. Raffenöffnung 51/2 Uhr.- Anfang der Abend- Vorstellung 72 Uhr. Im Garten auf der Sommerbühne: Novität: Wirkliches Wasser! Wirklicher Regen! Berlin unter Wasser oder: ,, Kneipp's Wasserkur Posse mit Gesang und Tanz in 2 Atten von Enny Anders. Regie: Hugo Hummel. Vorher: Liebe. Chansonetten Posse mit Gesang in 1 Akt von Eugen Prudens. Regie: Frit Schäfer. Vor und nach den Possen: Auftreten von Spezialitäten 1. Ranges. Neues Programm. Morgen: Dieselbe Vorstellung. Erstes großes Kinder- Jubel- u. TrubelMittwoch, d. 16. August, im Garten: Fest. Hippodrom unter Wasser. BERLINER HIPPODROM Am Kurfürstendamm. 2 Min. von Station Zoolog. Garten. Gr. Parade- Vorstellung. Reichhaltiges Programm. Olympische Spiele, Damen- JockeyRennen, Herren- Flachrennen, Hürden- Rennen, Post mit je 4 Pferden geritten, Quadriga- Fahren 2c. Neu! Neu! Original Three Johnson's. Athleten und Kraft- Jongleure. Nur noch kurze Zeit: Am Strande von Ostende. Gr. Wasser- Pantomime in 12 Bildern. Großer prachtvoll. Park von 5 Uhr an: Großes Concert. Anfang der Vorstellung 8 Uhr. Preise der Plätze 4, 3, 2, 1, 0,75 m. Jeder Erwachsene hat das Recht ein Kind unter 10 Jahren frei einzuführen. Mittwoch: Gr. Extra- Renntag. nach kurzem Leiden verstorben ist. Die Beerdigung findet Mittwoch, den 16. August, Nachm. 4 Uhr, von der Leichenhalle des Emmaus- Kirchhofes aus, statt. 1431b Die Kollegen der Pianoforte- Fabrik A. Gast& Co. Hierdurch die traurige Mittheilung, daß meine Frau Lina Partenheimer, geb. Gierte am am 13. August d. J., um 9 Uhr 55 Min. Borm. nach schwerem Leiden sanft entschlafen ist. Die Beerdigung findet am Mittden 16. August, Nachm. 4 Uhr, von der Leichenhalle des AugustaHospital nach dem Sophien- Kirchhof, Freienwalderstraße, statt. Um stille Theilnahme bittet im Namen der Hinterbliebenen der tiefbetrübte Gatte. 14286 Danksagung. Den Kollegen vom Bau Mauerstr. 4, welche meinem verstorbenen Manne die letzte Ehre erwiesen haben, sowie dem Herrn Prediger Merhoff für die tröstenden Worte am Grabe, fage allen herzlichsten Dant. Die trauernde Wittwe Buder. 1419b Dienstag, den 15. d. M., Abends 8 Uhr, Versammlung in Zech's Säle, Alexanderstr. 27: Tages Ordnung: 1. Vortrag des Genossen Adler über:„ Die bürgerliche Götter- Dämmerung". 2. Diskussion. 3. Stellungnahme zur LassalleFeier. 4. Verschiedenes. 370/13 Jedermann hat Zutritt. Um zahlreichen Besuch bittet Der Vorstand. NB. Mitglieder werden aufgenommen und Beiträge fönnen bezahlt werden bei Salzwedel, losterstr. 83, Wernau, Rosenstr. 30, Thierbach, Friedrichsgracht 12, Wendt, Claudiusstr. 19. Sozialdemokratischer Wahlverein für den 6. Berl. Reichstags- Wahlkreis. Den Genossen zur Nachricht, daß die Lasalle- Feier am 26. August stattfindet. Für Moabit in der Kronenbrauerei, Kronenbrauerei, für die übrigen Stadttheile des Kreises in Weimann's Volksgarten. Billets sind in sämmtlichen Zahlstellen, sowie in den mit Plakaten belegten Handlungen zu haben. Die Zahlstellen des Vereins befinden sich bei: Franz Gleinert, Fenn- und Müller-| Joh. Gnadt, Swinemünderstr. 120. ftraßen- Ede. Hilgenfeld, Bergstr. 60. Steinbach, Antonstr. 1. Haverlandt, Bellermannstr. 87. Hermerschmidt, Moabit, Perleberger straße 28. A. Linneken, Beusselstr. 57. Ranbe, Ruppinerstr. 46. 240/19 19 Emil Schmidt, Treschow- u. Diedenhofenerstraßen- Ece. Meinhardt, Pappel- Allee 3-4. Kalkowski, Moabit, Calvinstr. 1. F. Lükke, Schwedterstr. 33. Der Vorstand. Oeffentliche Versammlung Gauverein Berl. Bildhauer. des Frauen- u. Mädchen- Bildungsvereins des arbeit. Bolkes Dienstag, den 15. August, Annenstr. 16: Versammlung. Tagesordnung: Berathung, ob ein Kommers oder für Berlin und Umgegend( Filiale Moabit) am Mittwoch, den 16. August, Abends 8/2 Uhr, im Lokale des Herrn F. Hermerschmidt, Perlebergerstraße Nr. 28. Tages Ordnung: 1. Vortrag des Herrn Dr. Weyl: Gesundheitspflege und die Frau ein anderes Herbstvergnügen abgehalten in der heutigen Gesellschaft. 2. Diskussion. 3. Aufnahme neuer Mitglieder, 4. Verschiedenes. werden soll. Der Vosrtand. Elysium Landsberger- Allee 40-41. Einige Sonnabende im Oktober und November sind noch frei u, beabsichtige ich, die Säle an Vereine zur Ver anstaltung voll Festlichkeiten bei foulanten Bedingungen zu vergeben. 1205b Eduard Koch. Um zahlreiches Erscheinen bittet 411/2 Der Vorstand. Frauen- und Mädchen- Bildungsverein. Mittwoch, den 16. August 1893, Abends 8 Uhr, im kleinen Saal der Konkordia", Andreasstraße 64: Wander- Versammlung. 10 126, Tages- Ordnung: 1. Vortrag der Genossin Frau Schulz. 2. Diskussion. 8. Verschiedenes. Gäste willkommen. Um pünktliches Erscheinen ersucht Der Vorstand. 411/1 Armin- Hallen, Große öffentliche Versammlung Kommandantenstr. ratweil'sche biefer Woche auch Sonn Bierhallen Kommandantenstr.77-79. Täglich von 5 Uhr ab: abend und Sonntag oder Mechaniker, Optiker u. Berufsgenossen Säle frei. 11476 Th. Boltz' Festsäle, ( vorm. G. Feuerstein) Alte Jakobstrasse No. 75.[ 727b Grosses Frei- Concert Gr. u. kl. Säle z. all. Festlichkeiten Soiréen der Leipziger Sänger vom u. Versammlungen. Coulante Bed. Krystall- Palast. Teleph. Anschl. Amt I 1082. G. Brochnow's Fest- Säle, 39, Sebaftianstr. 39. Jeden Sonntag, Montag, Dienstag Schau- u.Vergnügungs. Anf. Wochent. 72 Uhr. Entree 15 Pf., refervirt 25 Pf. Anf. Sonntags 6 Uhr. Entree 30 Pf., refervirt 50 Pf. Anerkannt gute Küche. Etablissement der Welt. 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Gierzu zwei Beilagen. 1. Beilage zum„Vomiirts" Berliner Volksblatt. !lr. 190. Dienstag, den 13. Angust 1893. 10. Jahrg. Internationaler ArdeitevKougreß in Zürich. Erklärung. Am 10. August Abends hat in Berlin eine Versammlung der Anarchisten und Unabhängigen stattgefunden, in welcher nach Zeitungsberichten ein Brief des Anarchisten Landauer verlesen wurde, welcher von den größten Unwahrheiten über Vorgänge auf dem hiesigen Kongresse strotzt. Zur Steuer der Wahrheit erklären wir: 1. Es ist eine Unwahrheit, wenn Landauer behauptet, daß Singer, der an jenem Tage Präsident des Kongresses war,„Ge- waltthaten" gegen die Vertreter der Anarchisten und Unabhängigen veranlaßt habe. Die Anarchisten und Unabhängigen haben die ihnen wider- sahrene Behandlung durch ihr ungezogenes Benehmen provozirt. Singer als Präsident wurde von den durch die Anarchisten ec. provozirten Skandalvorgängen ebenso wie der itongreß über- rascht und sah sich gezwungen, eine viertelstündige Unterbrechung der Sitzung eintreten zu lassen. Erst nachdem eine Anzahl Delegirter vergeblich versucht hatte, die Störenfriede zu be- schwichtigen, hat Singer aus Anfrage eines Mitgliedes des Züricher Organisationskomitees, was nun geschehen solle, die Weisung erlheilt, die Ruhestörer zu entfernen. 2. Es ist weiter eine Unwahrheit behauptet, Bebel habe ge- äußert: es sei doch nöihigenfalls für handfeste Leute gesorgt. Eine solche Bemerkung in dem von Landauer behaupteten Sinne ist nicht gefallen, sie konnte nicht fallen, weil sie unsinnig gewesen wäre. Es lag�für eine solche Aeußerung eben so wenig ein Grund vor,»vie für die dritte Behauptung Landauer's, daß deutsche Delegirte den Polizeidirektor Vogelsanger zum Schutz gegen die Anarchisten und Unabhängigen angerufen hätten. Es wäre in der That der Gipfel der Lächerlichkeit gewesen, wenn aus der großen Majorität des 5kongresses heraus solche Schritte gemacht worden wären. Mit den 10 Mann Anarchisten und Unabhängigen fertig zu werden, dafür bedurfte es wahr- haftig keiner Anstrengungen. Die grenzenlose Anmaßung, durch welche die Herren Anarchillen und Unabhängigen sich überhaupt auszeichnen,� ward auch auf dem hiesigen Kongresse bestätigt, und wenn sie dafür in ungewöhnlicher Weise behandelt wuroen, so bedauern wir das im Interesse unserer Sache, aber ver- dient haben die Herren die ihnen gewordene Behandlung im vollsten Maße. Zürich, den 12. August 1893. Bebel. Fischer. Singer, W. Liebknecht. »» Zürich, 11. August 1893. Neunte Sitzung. Freitag Nachmittag.(Schluß.) Baudervelde(Belgien) begründet die bereits gestern mit- getheilte Resolution zu der Frage der Taktik der Sozial demokratie. Vandervelde(Belgien)(Uebersetzung von Liebknecht): Ter Kommission haben viele Vorschläge vorgelegen, ich will die nicht berühren, welche nicht in der Resolution Aufnahme ge sunden haben, erwähnen will ich nur, daß der detaillirte Vor schlag Allemane's bezüglich der direkten Gesetzgebung nicht des- halb aufgenommen worden ist, weil er ans prinzipielle Gegnerschaft gestoßen, sondern weil er in der Form über den Rahmen einer solchen Resolution weit hinausging. Dann lagen noch zwei Re- solutionen der Holländer vor, die eine Stellung zu den Anarchisten, die zweite Stellung zum Staatssozialismus nehmend. Auf den ersleren Punkt sind wir deshalb nicht eingegangen, weil durch die Haltung des Kongresses unsere Stellung zu den Anarchisten bereits scharf umgrenzt ist; auf den zweiten Punkt gingen wir deshalb nicht ein, weil diese Resolution nur in deutscher Sprache vorgelegen hatte und deshalb nicht diskutirt werden konnte und weil andererseits diese Frage wichtig genug ist, um den nächsten Kongreß zu beschäftigen. Die Resolution wurde sodann in ihrer gegenwärtigen Fassung einstimmig angenommen. Es wurde festgestellt, daß die parlamentarische Taktik nur ein Mittel zum Zweck sein könne, der Hauptzweck ist die Emanzipation des Proletariates, aber um dies zu erreichen, sind auch andere Mittel nolhwendig als der Parlamentarismus allein, vor allem auf dem Gebiet der Gewerkschaftsbewegung und der Organisation des klassenbewußte» Proletariates. Die Gewerk- schastsbewegung ist selbst bei einer starken politischen Agitation durchaus unentbehrlich, denn ohne eine vollkommene Arbeiter- Organisation ist es unmöglich, die Durchführung der Arbeiter- schutz-Bestimmungen zu überwachen. Jeder Arbeiter muß«in eigener Fabrikinspektor sein, das kann er aber nur sein, wenn eine starke Organisation hinter ihm steht Die Gewerkschafts- bewegung steht in derselben Reihe mit der politischen Aktion. Es wäre demnach verkehrt, wollte man die eine oder die andere Thätigkcit in den Hintergrund drängen; so können wir auch den Standpunkt nicht billigen, die politische Vethätigung zu gunsten der Gewerkschaftsbewegung vollständig zu vernachlässigen. Wir fordern vielmehr durch unsere Resolution die Arbeiter aller Länder ans, von ihren poli- schen Rechten Gebrauch zu machen, wo sie dieselben besitzen, sie mit allen Mitteln, die ihnen zu Gebote stehen, zu erobern, wo sie sie noch nicht besitzen aber nur zu dem Zwecke, sich die poli- tische Macht zu erobern zur Befreiung des Proletariates von der Herrschaft des Kapitalismus.— Es ist geltend gemacht worden, daß die Arbeiterschutz-Gesetze nichts schützen, daß sie den Arbeitern nichts nützen und daß es demgemäß nutzlose Mühe sei an der Ausgestaltung der Arbeiter- schntz-Gesetzgebung mitzuarbeiten. Demgegenüber aber steht doch das Zcugniß der englischen Gewerkschaflsbewegung. Durch ihre Agitation für die Zehnstundenbill ist es gelungen, eine physische und moralische Hebung der Arbeiterklasse anzubahnen; aber das ist gerade das, was wir von der Arbeiterschutz-Gesetzgebung wollen. Wir verkennen nicht die Gefahren der Korruption durch den Parlamentarismus, da zu den unnatürlichsten Kam- promissen, selbst zum Prinzipienverrath führt. Aber diese Ge- fahr der Korruption liegt nicht im Parlamentarismus selbst be- gründet, sondern darin, daß die Parlamente sich in der Hand der Bourgeoisie besinden, gelangen die Parlamente erst in die Hand des befreiten Proletariats, so ist der Korruption die Wurzel untergraben. Weil wir aber die Gefahren des Parlamentarismus in der bürgerlichen Gesellschaft erkennen, haben wir gewisse Garantien gestellt, indem wir verlangen, daß diejenigen Arbeiter- Vertreter, welche in die Parlamente kommen, gewisse Bedingungen erfüllen. Sie dürfen im Klassenkampf unter keinen Umständen außer Auge lassen, daß keine Kompromisse mit bürgerlichen Parteien eingegangen werden dürfen, durch welche auch nur ein Tüpfelchen von dem Klassencharakter des Proletariats verloren gehen könnte. Nur so kann der Sieg des Proletariats erzielt werden, wenn nicht der Kapitalismus vernichtet zu Boden ge- schmettert wird, kann das Proletariat nicht triumphiren; aber jeder Kompromiß hält die Vernichtung des Kapitalis- mus auf. Freiheit—> Gleichheit— Brüderlichkeit— diese Forderung hat die heutige Gesellschaft schon aufgestellt. Aber diese Drei- einigkeil ist in der heutigen Gesellschaft nur eine Lüge. Die einzige Partei, welche diese Worte verwirklicht hat und auch nur verwirklichen kann, ist die Partei des Proletariats— Gleichheit in den wirthschaftlichen Verhältnissen alles dessen, was Menschenantlitz trägt, Brüderlichkeit in der moralischen Welt.— Die Frage der Kompromisse und Alliancen hat in der Kom- Mission zu heftigen Debatten geführt, aber man gelangte schließ- lich zu voller Einigkeit. In denjenigen Ländern, in welchen die proletarischen Parteien voll entwickelt sind, wo die Parteien stark dastehen, bedeutet jeder Kompromiß einen Verrath an der Arbeitersache; aber es wurde in der 5kommission geltend gemacht, daß in den Landern, in welchen die Arbeiterparteien wenig stark entwickelt seien, wo das allgemeine Wahlrecht nicht vorhanden ist, das strikte Verbot jedes Kompromisses mit bürgerliche» Par- teien den Arbeitern die Hände fesseln würde. Deshalb hat sich die Mehrheit der Kommission entschlossen, an diese Länder eine gewisse Konzession zu machen, indem sie die Alliancen mit bürgerlichen Parteien den Arbeitern nicht vollständig verboten hat, aber unter der ausdrück- lichen Bedingung, daß durch einen solchen Komvromiß nicht die geringste Konzession gemacht werden dürfe, welche von den Prinzipien der Arbeitersache auch den kleinsten Theil ver- wischen würde. Hier ist es nun Sache der einzelnen Nationen, dafür zu sorgen, daß diese Bestimmungen überall befolgt werden. Das Proletariat ist eins in allen Ländern in seinem Kampfe gegen den Kapitalismus. Daß dieser Kampf weit länger sein wird, weit furchtbarer und mehr Opfer erfordern wird, als je die Klassen- kämpfe zuvor, das wissen wir lange, und auch das wissen wir, daß der politische Kampf wie der wirthschastliche manche Ent- täuschung bringen wird und es kann auch keinem Zweifel unter- liegen, daß die Machtsrage nicht auf dem Boden der Parlamente entschieden werden wird, denn die Parlamente, wie sie heut existiren, fälschen den Willen des Volkes. Um die Gesetzgebungs- Maschine möglichst in Uebereinstimmung mit dein Willen und den Bedürfnissen des Volks zu bringen, um den Widerspruch zwischen dem Willen des Volkes und den Beschlüssen der Parlamente zu beseitigen, um den jungen Bronnen der Volkssouveränetät zu stärken, sind wir in der Kommission übereingekommen, die Ein> führung der direkten Gesetzgebung, des Vorschlags- und Vev werfungsrechtes durch das Volk anzustreben: Wir haben es ja erst vor kurzem in Deutschland gesehen, wie die Parlamente den Willen des Volkes fälschen und zwar erst letzthin bei den Wahlen Das Volk erklärte sich gegen die Militärvorlage, das von dem Volke gewählte Parlament aber nahin sie trotzdem mit Mehv heit an. Durch Einführung von Referendum und Volks- Initiative wäre ein solches Vorkommniß gänzlich unmöglich ge- macht. In Uebereinstimmung mit den Anschauungen einzelner Kom- inissionsmitglieder wurde dann weiter noch Nachdruck auf das Proporlional-Wahlsystem gelegt, welches verhindern soll, daß die Minoritäten vergewaltigt werden. Schließlich habe ich noch im Namen der österreichischen Delc- gation dem Wunsche Ausdruck zu geben, daß der Kongreß durch eine eiumüthige Sympathie-Erklärung an die österreichischen Ge- nossen, welche jetzt im Kampfe um das allgemeine Wahlrecht stehen, den österreichischen Arbeitern seine nwralische Unter- stützung verleihen möge. Durch eine einmüthig angenommene Resolution werden wir sie in ihrem Beginnen fördern, werden wir ihren Sieg erleichtern, der gleichzeitig ein Sieg des genannten Proletariates ist. Noch ein Wort: Wir haben im Anfang des Kongresses Debatten gehabt, welche die Gegner hoffen ließen, als ob unter uns keine Einigkeit herrsche; es gab Szenen, die den Anschein erweckten, als ob einzelne Stationen sich freuen, wenn eine andere Nation eine kleine Niederlage erlitten. Verwischen wir diesen Eindruck, zeigen wir der Welt der Gegner, daß wir einig sind, daß wir nur einen Feind kennen, und wir bekunden diese Einigkeit am besten, am deutlichsten durch einstimmige Annahme der eingebrachte» Resolution. V l i e g e n spricht für die Majorität der Holländer. In der Resolution der Kommission sind unsere Forderungen großen- theils ausgenommen; nur e i n Punkt befriedigt uns nicht. Da- gegen sind wir einverstanden, daß auch der ökonomische Kampf ausgenommen wurde. Politische Aktion kann immer nur ei» Mittel sein, die ökonomische Macht für die Arbeiterklasse zu erlangen. Die Oekvnomie beherrscht die Politik, nicht um- gekehrt. Dieser Gedanke war in der Resolution der Deutschen nicht enthalten. Das Kennzeichen des Possibilismus ist, daß ein Mittel zum Zweck erhoben wird. In einigen Ländern handelt man possibiliftisch, wenn man es auch nicht sagt, und nicht schreibt. Wir verwerfen den Parlamentarismus nicht, aber wir wollen ihn einschränken. Manches Gute liegt in der politischen Aktion, Wahlzeiten sind Agitationszeiten. Das allge- meine Stimmrecht bietet ein gutes Mittel zur Organisation. Das Böse am Parlamentarismus ist die Korruption. In der Kom- Mission hat Allemane die Folgen des Parlamentarismus in sehr dunklen Farben gezeichnet. Aber nicht nur bei den Gewählten, auch bei den Wählern bricht die Korruption hervor. Uni die Kandidaten durchzusetzen, macht man Kompromisse mit den bürgerlichen Parteien. Man verhüllt die Prinzipien der Partei und verfolgt nur die Augenblickszwecke. Ich habe keine Zeit, meine Behauptungen mit Thatsacheu zu belege», diese sind aber da.(Rufe: Her damit.) Was ich sagte, gilt nicht blos von Deutschland, sondern auch für England und Frankreich. Und so ist es in der ganzen Welt. Vor zwei Jahren haben wir in Brüssel den Standpunkt des Klassenkampfes akzeptirt; auf dem Boden des Klassenkampfes giebt es keinen 5kompromiß.— Sehr viel Freude hat uns die Ausnahme der direkten Gesetzgebung ge- macht. Wir haben ein bestimmtes Mandat, für unseren Antrag zu stimmen; wir können also nicht für die Resolution der Kom- Mission, aber auch schlecht dagegen stimmen, deshalb werden wir uns der Abstimmung enthalten. Die holländische Resolution lautet: Ter Kongreß, in Erwägung, daß, wenn die Regierungen dazu übergehen, durch Arbeiter- Reformgesetze kleine Verbesserungen in der Lage der arbeitenden Klasse herbeizuführen, sie dies nur unter der Be- dingung lhun können und werden, daß diese Berbesserungen unter ihrer Aufsicht zur Ausführung kommen; in Erwägung, daß solche Verbesserungen zur Reglementirung der Arbeit von Regieruugs wegen und zur Stellung der Arbeiter unter obrigkeitliche Vormundschaft führen, kurz, uns einen Staats- sozialismus bringen, welcher seinen Charakter als Staatsfozialis- mus auch dann beibehält, wenn die Regierer durch das allge- meine Wahlrecht gewählt werden; in Erwägung endlich, daß eine dauerhafte Verbesserung der Lage der arbeitenden Klassen nicht möglich ist auf dem Boden des Privateigenthums an den Produktionsmitteln; erklärt: daß es die Aufgabe der Arbeiter aller Länder sein muß, bei der Regelung des Arbeitsvertrags das Prinzip der Selbstbestim- mung und Selbstverwaltung für die in Betracht kommenden Ar- beiter zu vertheidigen und so alle zur Unterdrückung der Arbeiter bestimmten Waffen umzuschmieden in Waffen für die Befreiung der Arbeiter; erklärt weiter, daß Verbesserungen in der Lage der Arbeiter innerhalb der heutigen Gesellschaft von den Arbeitern nur im Sinne einer Verbesserung ihrer Kampsstellung willkommen� ge- heißen werden können, und zwar als ein Mittel zur besseren Organisation und zur leichteren Durchführung der Expropriation der besitzenden Klassen. Wegen allgemeiner Abspannung infolge der großen Hitze und schlechten Ventilation im Saal fällt die Abendsitzung aus und wird die Sitzung um 7 Uhr abgebrochen. Zehnte Sitzung. Sonnabend Vormittag 8 Uhr. Den Vorsitz übernimmt die Genossin K o l i s ch o f f(Mai- land). Man werde von ihr keine lange Rede erwarten; Dis» ziplin, Toleranz, Ruhe— das sind die Forderungen, die wir heute stellen müssen. Als erster Redner spricht Liebknecht: Es erfüllt uns mit freudiger Genugthuung, daß nach den heftigen Verhandlungen der ersten Tage sich nun eine wunderbare Harmonie in der Frage des Parlamentarismus herausgestellt hat. Gegen den Antrag der Holländer besteht keine prinzipielle Gegnerschaft. Wir akzeptiren ihn nur deshalb nicht, weil wir uns mit dem Staatssozialismus auf einem neuen Kongreß auseinandersetzen wollen. Vliegen hat gestern seine Verwunderung darüber ausgesprochen, daß auch wir den Standpunkt.vertreten, die politische Aktion sei nur Mittel zum Zweck. Das hat uns so recht gezeigt, ivie das kleinliche, un- brüderliche Gefühl gegen uns entstanden ist. Man macht sich von der deutschen Bewegung eben falsche Begriffe. Ich habe mit Genugthuung den Holländern zu erklären, daß in unserein Programm der Grundgedanke des Klassenkampfes klar und deutlich ausgesprochen ist. Im Programm der Internationale, i»n Pro- gramm, das sich unser erster Kongreß in Nürnberg im Jahre 1383 gab, ist dieser Passus schon aufgenommen. Wir können uns Glück wünschen, daß der Kongreß nach heftigen Auseinander- setzungen über die Mythen zur Klarheit gekommen ist, die über uns Deutsche von der Bourgeoisie und der Polizei angefacht worden sind, als ständen wir nicht mehr auf dem Boden des revolutionären Klassenkampfes. Unser Programm ist das radi- kalfle von allen Programmen der Bruderparteien. In keinem anderen Lande der Welt herrsche eine solche Klarheit über diesen Punkt, wie bei uns. Diejenigen, die uns angreifen, haben erst von uns gelernt.(Beifall.) Auch über die Frage der Taktik ist ge- sprachen worden. Die Taktik ist keine Frage des Prinzips, son- deru eine der Praxis. Es giebt keine revolutionäre und keine reaktionäre Taktik, sondern nur eine Taktik zu revolutionären oder reaktionären Zwecken. Nach den Verhältnissen richtet sich die Taktik. Wenn an einem Tage sich vierundzwanzigmal die Verhältnisse ändern würden, würden wir vierundzwanzigmal unsere Taktik ändern.(Zustimmung.) Nach dem Verhalten der Gegner richtet sich unsere Taktik. Gäbe es in Teutschland russische Zustände, dann würde uns deutschen Sozialdemokraten nichts anderes übrig bleiben, als die Taktik der Nrhiliften! (Stürmischer Beifall.) Dem Streit über die Taktik liegt eine Verwechselung von Ursache und Wirkung zu Grunde. Ums Ziel handelt es sich! Bei den Zuständen, wie sie in Deutschland herrschen, ist es unsere Ansicht, die von allen Bruderparteien, mit Ausschluß der Holländer, in der Kommission getheilt wurde, daß wir verpflichtet sind, alle diejenigen Mittel, die Staat und Ge- sellschast uns zur Verfügung stellen, anzuwenden gegen diesen Staat und gegen diese Gesellschaft. Daß wir'.das allgemeine Wahlrecht benutzen, darin sind auch die holländischen Genossen mit uns einverstanden. Nur die Ausübung der parlamentarischen Thätigkeit wollen die Holländer beschränken. Wir sollen nur protestiren im Parlamenr, weil der Bertretungskörper reaktionär sei und die Theilnahme an seinen Arbeiten zu Kompromissen und zur Korruption führe. Auch hier liegt eine Verwechselung des Thatvestandes vor. Ebenso wenig wie es eine revolutionäre oder reaktionäre Taktik giebt, ebenso wenig ist die Staatsmaschinerie an sich reaktionär. Sie ist nichts als ein Werkzeug zur Aus- Übung der Macht, eine gewaltige, schneidende Waffe. Wenn mich ein Feind mit der Waffe angreift, so werde ich nicht dadurch seiner Herr, daß ich die Waffe verachte, ich werde sie ihm zu entwinden trachten, wenn ich sie nicht am eigenen Leibe empfinden will. Die Macht, die uns gegenübersteht, können wir nur dadurch besiegen, daß wir ihr das gewallige Schwert entreißen!(Bravo!) Um einen Kamps um die Macht handelt es sich, und dieser Kampf muß aus politischem Boden gefochten werde», um die Gesetzgebungsmaschinerie in die Hand zu bekommen, die unsere Gegner seit hundert Jahren in rafsinirter Weise zur Unter- drückung und Ausbeutung des Proletariats anwenden.(Eornelissen- Holland ruft: Lesen Sie das kommunistische Manifest!) Das haben wir gelesen, ehe Sie noch aus der Welt waren! Ich wünschte dem holländischen Genossen nur, daß er es ver- stehen lernt.(Lebhafter Beifall.) Die Frage der Korruption ist eine Frage der Organisation der Partei! Die Engländer haben noch keine starke Partei-Organisaiion, deshalb konnte dort Korruption bei einzelnen Führern, die sich von den Gegnern be- stechen ließen, vorkommen. Bei uns wäre ein solcher Abgeordneter sofort ein todter Mann, ausgestoßen mit Schimpf und Schande ans der Partei.(Lebhafter Beifall.) Nur in einem Punkt herrschte Meinungsverschiedenheit in der Kommission. Es war bei der Frage der Kompromisse mit bürgerlichen Parteien. Wir Deutsche sind gegen jedes Kompromiß. Wir wollten der betreffenden Stelle in der Resolution die schärfste Fassung geben, die(jede Allianz mit bürgerlichen Parteien ausschließt. In der Kommission wurde aber geltend gemacht, daß in einzelnen Ländern, wo die Partei noch jung ist, die Verhältnisse so lägen, daß sich gelegentlich ein Kompromiß nicht zurückweisen ließe. Da wir nicht glaubten, das Siecht zu haben, den Genossen derjenigen Länder, in denen ein Kompromiß möglich ist, ihre Taktik vorzuschreibe», billigten wir ein kkompromiß aber nur unter der Bedingung, daß die Unab- hängigkeit der Partei und die Reinheit des Prinzips dadurch nicht verletzt würden. In Deutschland ist jedes Kompromiß unmöglich.(Beifall.) Wären alle Länder so einig wie Deutsch- land in dieser Frage, dann brauchte sie den Kongreß gar nicht erst zu beschäftigen. Die Differenzen, die zwischen uns lagen, waren nicht prinzipieller Natur, das trat sofort zu Tage, sobald die Wolken der revolutionären Phrase, die sich dazwischen geschoben, verweht waren. Die Sozialdemokratie muß sich emanzipiren von der Phrase!(Lebhafter Beifall.) Die revolutionäre Phrase allein hat allen Skandal verursacht. Brüderlich soll man fühlen sür den Freund, der schweiß- und blutbedeckt aus heißer Schlacht kommt, nicht nach irgend welchen Blößen bei ihm spähen! Freilich— wer nichts zu thun hat, der macht auch keine Fehler.(Stürmischer! Beifall.) In der Hitze des Kampfes kann ein Schritt leicht nach rechts oder links gethan werden, der von der Linie abweicht. Aber die Marschroute muß die richtige sein. Die Marschroute der deutschen Beivegung ist klar und bestimmt, sie wird jetzt durch diese Resolution der ge- amniten internationalen Arbeiterschaft empfohlen. Nehmen Sie die Resolution einstimmig an.(Stürmischer Beifall.) Dr. Ellenbogen(Wien): Wenn auch wir Oesterreicher die Gefahren des Parlamentarismus nicht verkennen, so sind wir doch einverstanden mit der vorgeschlageneu Resolution. Bei uns bedeutet der Ausschluß der Arbeiterklasse aus den gesetzgebenden Körperschaften für die herrschenden Klassen ein wohl- thätiges Dunkel, unter dem sie ihren Herrschaftsgelüsten sröhnen. Wir brauchen den Parlamentarismus dazu, um unsere Bour Itischen Arbeiterpartei und der Arbeiterpresse ist es, die Organi- der Internationale in der alten Form. Es war die Zeit, wa geoisie, die sich in einzelnen Theilen unseres Landes so gebärdet, fationen der Arbeiter auf gewerkschaftlichem Gebiet mit aller die Wuth der Reaktion, die sich am Blute der glorreichen wie wenn Desterreich in Asien läge, zu zwingen, wenigstens ihre Energie zu fördern; die Gewerkschaften sind berufen, die Pfeiler Kommune berauscht hatte, aufs höchste gestiegen war. eigenen Geseze zu achten. Wir wollen den Klaffenkampf in das der künftigen Organisation der Gesellschaft zu bilden und ist Die Fortführung der der alten Internationale hätte nur Parlament hineintragen, das wissen die herrschenden Klassen und deren Ausbau deshalb neben der Erringung der politischen zu Opfern geführt, die ohne Verhältniß zu den Wirkungen deshalb liegt es ihnen so am Herzen, uns von den Parlamenten Macht der Arbeiterklasse eine absolute Nothwendigkeit. standen; sie verlegte ihren Sitz nach Amerika, d. h. sie zog sich auszuschließen. Wir brauchen den Parlamentarismus weiter- Die vereinten Anstrengungen der Kapitalistenklasse, diel Ar- vom Schauplatz zurück. Dem Proletariat der einzelnen Länder und hier stehen wir im Gegensaße zu Holland- um in den beiter in ihrer Lebenshaltung zurückzudrängen, gebieten einen blieb es überlassen sich in eigener Form zu organisiren. Das Parlamententen die wirksamste Propaganda zu treiben, die größern Zusammenschluß- Der Kräfte aut gewerkschaft ist geschehen und nun ist die Internationale viel stärker als man sich denken tann. Vandervelde sprach gestern, daß lichem Gebiete, die Pflege der Zusammengehörigkeit und der zuvor. In diesem Sinne müssen wir fortfahren auf gemeinvielleicht in gewissem Sinne Kompromisse nothwendig feien, wir Gemeinsamkeit der Interessen sämmtlicher Arbeiter aller Branchen famem Boden zu arbeiten. Wir müssen die Diskussion zulassen, Desterreicher stehen dagegen auf dem Standpunkt, jeben Kom- und Länder, ohne Rücksicht auf Religion und Voltsabstammung; um nicht zur Sette zu werden, aber der gemeinsame Standpunkt promiß mit voller Entschiedenheit zu verwerfen. der thatkräftigen gegenseitigen Unterstützung derselben in allen muß gewahrt bleiben. Die lose Verbindung, der freiwillige BuKämpfen gegen den Kapitalismus. sammenhalt, der durch Kongresse unterstützt wird, er ist hinreichend, um uns den Sieg zu verschaffen, den keine Macht der Welt uns mehr entreißen kann. Ich bin durch Deutschland gereist und hörte in manchen Dingen bedauern, daß das Sozialistengefeß gefallen ist. Der Kampf mit der Polizei ſei viel amüsanter gewesen. Mit solchen Streitern wird feine Polizei, teine Regierung fertig. In diesem Sinne stellen wir den Antrag, daß der Kongreß den Augenblick für gekommen erachtet, wo in allen Ländern eine allgemeine Bewegung zu gunsten des allgemeinen Wahlrechtes für beide Geschlechter inszenirt werden müsse. Wir stehen bereits in dieser Bewegung und die Erfolge, die Belgien erzielt hat, haben unserer eigenen Bewegung einen mächtigen Nachdruck gegeben und nicht blos bei unsern Arbeitern, sondern auch bei den herrschenden Klassen. Nehmen Sie unsere Resolution an, so werden sie die österreichischen Arbeiter auf das wirtsamste unterstützen. Turati( Mailand) tritt Vandervelde entgegen und bestreitet, daß Kompromisse bei kleinen Parteien angebracht seien. Im Gegentheil, eine starke und mächtiggeschlossene Partei fönne weit eher einen Kompromiß mit bürgerlichen Parteien abschließen, ohne Gefahr zu laufen, etwas an ihrer Bedeutung einzubüßen, während gerade die jungen und schwächeren Parteien eifersüchtig darauf bedacht sein müssen, ihre prinzipielle Stellung in vollständigster Reinheit zu erhalten. Cahan( Amerika). Wir sind für die vorgelegte Resolution und wir haben auch danach bisher gehandelt, bei der letzten Präsidentenwahl wurden bereits 23 000 sozialistische Stimmen abgegeben. Aber wir verlangen weiter, daß in den Parlamenten nicht blos propagandistische Arbeit, sondern auch wirklich praktische Arbeit geleistet werden solle. Wir können eine wirksame Propaganda nur dann entfalten, wenn wir auch durch positive Arbeit den Maffen etwas bieten. Das beveisträftigste Beispiel ist Deutschland. Hätten die Deutschen bei der Militärvorlage einfach nur prinzipiell protestirt, so hätten sie die Massen in Verwirrung gebracht; so haben sie positiv gearbeitet und Tausende von Anhängern neu gewonnen. Was nun die Gefahr der Korruption betrifft, so hat Nieuwenhuis als ehemaliger Parlamentarier den besten Beweis vom Gegentheil geliefert, aber auch Liebknecht und Bebel sind nicht korrumpirt worden. Der Kongreß empfiehlt zu diesem Zweck: 1. die Gründung von nationalen Verbänden der gleichen Beruse; 2. den Abschluß von internationalen Vereinbarungen zwecks s gegenseitiger Hilfeleistung; 3. die Errichtung von nationalen Arbeitersekretariaten der einzelnen Arbeitsbranchen, bei denen alle Verbände betheiligt sind; denselben wird es zur Pflicht gemacht, alle Nachrichten von Bedeutung über die Arbeiterbewegung, Streits und Ausschlüsse, sowie die Jahresberichte der ein zelnen Gewerkschaften gegenseitig auszutauschen; od 4. zweds einheitlicher Organisation des Arbeitsnachweises sollen die Gewertschaften in allen Pläßen die Errichtung von Arbeitsbörsen von den Gemeinden verlangen, deren Leitung einzig und allein den organisirten Gewerkschaften der betreffenden Stadt zu übertragen ist. 1969 Was speziell Amerika und Australien anbelangt: In Erwägung, daß die Entwickelung des Kapitalismus in diesen ausgedehnten Ländern ein Stadium erreicht hat wo die rein ökonomische Organisation der Arbeiterschaft absolut ohnmächtig werden wird, wenn sie nicht sofort durch die politische Aktion auf der Grundlage der internationalen sozialistischen Bewegung ersetzt wird; in Erwägung ferner, daß deren wachsende Bedeutung in der öfonomischen Welt, wie auch der kosmopolische Charakter dieser beiden Länder zur Lebensfrage werden für die Existenz bedingungen des europäischen Proletariats und den Fortschritt der sozialen Revolution; Auf Ersuchen des Bureaus erkläre ich den Rongreß für geschloffen. Hoch lebe das internationale Proletariat. Die Verfammlung bricht in stürmische Hochrufe aus. Der Jubel dauert eine ganze Zeit lang an. Die Anwesenden erheben sich und singen stehend die Marseillaise.id dod in Ueber die nicht mehr zur Verhandlung gelangten zwei Gegenstände: Weltstreit und Internationale Organi sation der Sozialdemokratie, waren von den bestellten Rommissionen folgende Resolutionen vorgeschlagen worden: Beschluß betreffend den Weltstreif. In Erwägung, daß Streits nur unter bestimmten Verhältnissen und zu bestimmten Zwecken mit Erfolg unternommen werden können, diese jedoch nicht im vorhinein festzustellen sind; in Erwägung, daß ein Weltstreit schon wegen der so ungleichen ökonomischen Entwicklung der verschiedenen Länder unausführbar ist, von dem Moment aber, wo er ausführbar, nicht mehr nöthig ist; verlangt der Kongreß mit Nachdruck, daß die Arbeiter Organisationen Amerikas und Australiens sich nicht nur mit den betreffenden europäischen Organisationen in Verbindung Allemane Paris vertheidigt seinen Vorschlag betreffend feßen nach obgezeichnetem Plan, sondern daß sie namentlich direkte Gesetzgebung, da er aber infolge beschränkter Medezeit sich Iosmachen von den politischen Bourgeoisparteien nicht aussprechen fann, verläßt er unter Protest den Saal. und ebenfalls große sozialistische Arbeiterparteien bilden und damit mit ihren Brüdern Europas zur Befreiung der Arbeiterklassen schreiten. Chil in weiterer Erwägung, daß selbst ein sich nur auf ein Land beschränkender allgemeiner Streit, wenn friedlich durchgeführt, aussichtslos, weil der Hunger die Streitenden in erster Linie treffen und zur Kapitulation zwingen würde ein ge waltsamer Streit aber von den herrschenden Klassen unbarmherzig niedergeschlagen würde erklärt der Kongreß: daß unter den gegenwärtigen sozialpolitischen Verhältnissen im besten Falle ein Generalstreit einzelner Industrien mit Erfolg durchgeführt werden kann; ferner, daß Massenstreits unter Umständen eine höchst wirk Die Holländer beantragen den Kongreß nach diesem same Waffe nicht blos im ökonomischen, sondern auch im politiTrattandum zu schließen und die nicht erledigten Punkte einem schen Kampfe sein können, eine Waffe jedoch, deren wirksame neuen Kongreß zuzuschieben. Nach dem Amendement, daß noch Anwendung eine fräftige eine fräftige gewerkschaftliche und politische die Agrarfrage und die Gewerkschaftsfrage behandelt werden solle, beschließt der Rongreß mit 9 gegen 8 Nationen dem An- schäftigend mit dem unheilvollen ausgeübten Einfluß seitens der aller Länder diese Organisation mit aller Energie zu fördern Auf Antrag der italienischen Delegation, welche sich be- Organisation der Arbeiterklasse voraussetzt. Der Kongreß empfiehlt daher den sozialistischen Parteien trage Hollands zuzustimmen. Caumeau( Pariser Gemeinderath): Auch seine Gruppe migration und die Konkurrenz der fremden nichtorganisirten aller Länder diese Organisation mit aller Energie zu fördern sei für die parlamentarische Aktion; es sei höchste Zeit, daß die Arbeiter auf die sozialistischen und Arbeiter- Organisationen der und geht über die Frage des Weltstreiks zur Tagesordnung über. Internationle Organisation Arbeiter den skandalösen Vorgängen in den tapitalistischen verschiedenen Länder, der Herabdrückung der Löhne, Verhinderung der Sozialdemokratie. Parlamenten und Regierungen ein Ende machen. Er verwies anlassung giebtersucht alle sozialistischen Parteien und Arbeiter von Streits bewirkt und öfters zu unangenehmen Konflikten VerIn Erwägung: auf die Panama- Standale, den Ueberfall der Arbeiterbörse. Berbände der Länder, in welchen diese unloyale Konkurrenz" international unter einem gemeinsamen Namen zu organisiren, Daß es für alle Sozialdemokraten wünschenswerth wäre, sich Mit diesem Parlamentarismus müffe aufgeräumt werden, auch stattfindet, die sozialistische Propaganda oder wenigstens den mit den extremsten Mitteln, wenn kein anderes Mittel bleibe: 23iderstand bei den Eingewanderten zu verbreiten und bietet daß aber die Beschränkungen der Vereinigungsfreiheit, wie sie durch Guelch( Sozialdemokr. Föderation London): Die Arbeiter ihrerseits jede den italienischen Sozialisten zur Verfügung stehende die reaktionären Gesetze verschiedener Länder auferlegt sind, dies parteien müßten unabhängig von allen bürgerlichen Parteien Hilfe an, bestehe sie in Ertheilung von Informationen über die gegenwärtig verhindern, politische Attion treiben. Aber sie dürfe nicht das einzige Mittel italienische Emigration, bestehe fie in Verbreitung von entbilden, auch der wirthschaftliche Kampf der Gewerkschaftsprechenden in der Sprache der Emigranten geschriebenen Broorganisation müsse betont werden. Wiele englische Gewerkschaften schüren oder in einer speziellen in den Hauptzentren der Emigration lieben das Wort„ Revolution" nicht, aber in der Sache Um- u veranstaltenden Propaganda, möge der Kongreß folgendes, die wandlung der kapitalistischen Gesellschaft sind alle einig. Mit allgemeine Bedeutung der vorgelegten Thatsachen berücksichtigend, beschließen: den Kompromiffen mit bürgerlichen Parteien haben die Engländer die bittersten Erfahrungen gemacht, die Kompromisse haben geradezu verwüstend gewirkt, so daß die englische Delegation fich ganz entschieden gegen jeden Kompromiß erklären muß. Bei der Abstimmung erklären fich 18 Nationen für die Kommissions- Resolution, Holland enthält sich der Abstimmung, Norwegen fehlt. Die Abstimmung wird mit großem Jubel auf durch Proklamirung der sozialen Revolution. genommen. Bur Diskussion gelangt die Agrarfrage. die Es ist nothwendig, daß in Ländern, in welchen die von der Konkurrenz der eingewanderten, den Gewerkschaften nicht an gehörenden Arbeitern verursachten Uebel fühlbar werden, sozialistischen Parteien und Arbeiterverbände daran arbeiten, die Propaganda der Organisation des Proletariats und der internationalen Solidarität zu verbreiten. Die sozialistischen Parteien und die Verbände der Gewerk schaften der erwähnten Nationen werden sich um jede Bericht erstattung und Hilfe, sei es direkt, sei es durch Vermittelung der nationalen Arbeitersekretäre, wo solche bestehen, an die Jaclard( Paris) begründet als Berichterstatter in furzen zentralen Vertretungen der Verbände und entsprechenden Parteien Worten die Resolution. Diese Kommission fonnte nur eine der Länder, von welchen die Einwanderung herrührt, wenden. allgemeine Faffung beschließen, aber die Frage ist so hochwichtig, Volders bringt einen mit zahlreichen Unterschriften verdaß man das System der Nichtbeachtung aufgeben muß. Die fehenen Gegenantrag ein, der von gleichen Gesichtspunkten aus Wahlen in Deutschland haben einen starten Zuwachs von geht, aber die formelle Gründung internationaler Verbände zur Stimmen der Landproletarier ergeben; in Frankreich sind sozia- Bedingung macht. Die Abstimmung ergiebt 12 Nationen für listische Gemeinderäthe von Bauern gewählt worden. Er bitte den Volders'schen Antrag, 6 Nationen für den Antrag der Komfolgende Resolution einstimmig anzunehmen. Diese lautet: mission, drei enthalten sich. Resolution. Der Kongreß bekennt sich zum Grundsatz des Gemeineigen thums an Grund und Boden. GE Der Kongreß erklärt es für eine der wichtigsten Aufgaben der Sozialdemokratie aller Länder, auch die landwirthschaftlichen Arbeiter neben den industriellen zu organisiren und in die Kampfesreihen des universellen Sozialismus einzugliedern. Damit ist die Tagesordnung, nach dem angenommenen Antrage der Holländer, erledigt. Als nächsten Kongreßort für 1895 schlägt Hobson im Auftrage der englischen Delegation& on don vor; man werde dann dort sehen, daß die sozialistische Bewegung in England viel weiter vorgeschritten fei, als man allgemein annehme. Singer erklärt, die Deutschen nehmen die englische Einladung mit Freuden an, wünschen aber, daß der Kongreß erst auf 1896 berufen werde. Der Kongreß beschließt, daß alle Nationalitäten dem nächsten Kongreß einen Bericht vorlegen sollen über die Fortschritte der Landagitation und über die agrarischen Verhältnisse in den be 11 Nationen stimmen für 1896, 8 für 1895. Damit ist der treffenden Ländern. Die Berichte sollen besonders berühren, nächste Kongreß für 1896 nach London einzuberufen. welche Stellung, welche Mittel und welche Methode der Agitation Die österreichische Delegation stellt folgenden Antrag: die Sozialisten am geeignetsten halten für die Verhältnisse Der Kongreß beschließt: Gs ist die Beit gekommen, in der ihrer Länder, für das Proletariat, die Kleineigenthümer, die das Proletariat in allen Ländern, wo das allgemeine Wahlrecht Pächter u. f. w. noch nicht besteht, einen Vorstoß unternehmen muß zur Er langung des Wahlrechts für alle Mündigen, ohne Unterschied des Geschlechts oder der Raffe. Das Proletariat der ganzen Welt wird aufgefordert, fich an diesem Kampfe zu betheiligen." Dieser Antrag gelangte sofort ohne Debatte einstimmig zur Annahme. Erkennt der Kongreß als Mitglieder der Internationalen revolutionären sozialdemekratischen Partei alle Organisationen, Vereine und Parteien an, welche den Klassenkampf und die Nothwendigkeit der Vergesellschaftung der Produktionsmittel anerkennen und auf dem Boden der Beschlüsse der internationalen Arbeiterkongreffe stehen. Der Kongreß richtet an alle Mitglieder der Partei und an alle Mitglieder der Arbeiter Organisationen gewerkschaftliche wie politische das dringende Ersuchen, unausgesetzt für die Abschaffung aller das Vereinigungsrecht beschränkenden Gesetze hinzuwirken. Der Rongreß spricht den Wunsch aus, daß der erste Theil des Programms der sozialdemokratischen Parteien aller Länder, welches die Nothwendigkeit einer ökonomischen Umwälzung ausdrückt, für alle gleichlautend gefaßt, und daß der zweite Theil, welcher die anzuwendenden Mittel enthält, in jedem Lande den ökonomischen und politischen Bedingungen angepaßt werde. Die revidirte und vervollständigte Dele. girtenliste, die am letzten Verhandlungstage ausgegeben Fm Einzelnen: ward, enthält im Ganzen 440 Delegirte. Brasilien 2, Auſtralien 1, Belgien 17, Bulgarien 2, Dänemark 2, Deutschland 98, Frankreich 41, Großbritannien und Irland 65, Holland 6, Italien 22, Norwegen 1, Desterreich 34, Ungarn 10, Polen 10, Rumänien 5, Rußland 1, Schweiz 117, Serbien 1, Spanien 2, Vereinigte Staaten von Nordamerika 3. Bwei Delegirte, die je zwei unübertragbare Mandate sind in der Liste doppelt aufge ührt, fo daß die Gesammtzahl der Delegirten um 2 rebusirt werden muß, also 488 beträgt. " Die Rundfahrt am See nach der Insel Ufnau verlief in herrlichster Weise bei wundervollem Wetter. Am Abend nach Schluß des Festbankettes trafen sich die deutschen und österreichischen Delegirten noch im Schwanen" zu einer gemüthlichen Zusammenkunft. Bahlreiche Reden gaben dem Gefühle der Zufammengehörigkeit und dem Willen des Zusammenwirkens freuDigen Ausdruck und in echt brüderlicher Weise verschwieg man sich auch nicht, in welchen Punkten und aus welchen Gründen man da und dort getheilter Meinung sei. Ein österreichischer Genosse theilte auch die Wahlrechts- Marseillaise mit, die jetzt anläßlich der Wahlrechtsbewegung unsere österreichischen Brüder fingen. Erst in später Stunde trennte man sich mit dem Händedruck und Gelöbniß, treue Waffenbrüderschaft zu halten bis zum Tage des Sieges. Tokales. Der Kongreß beschließt, daß die Agrarfrage wegen ihrer entscheidenden Bedeutung und weil sie auf den bisherigen Rongreffen nicht genügend behandelt wurde, auf der Tagesordnung des nächsten Kongresses in erster Linie stehen soll. mis Die Annahme erfolgt per Attlamation einstimmig. 2nd Zur Behandlung gelangt Punkt 6: Singer ergreift nunmehr das Wort, um dem Kongreß isationale und internationale Ausgestal- mitzutheilen, daß der geistige Vorfämpfer der internationalen tung der Gewerkschaften. Sozialdemokratie am Kongreß erschienen sei und daß das Bureau Als Berichterstatter begründet GI m( Hamburg) die in den einmüthig beschlossen habe, ihn zu bitten, das Ehrenpräsidium einzelnen Abfäßen der Resolution niedergelegten Anschauungen. zu übernehmen und den Kongreß zu schließen. Gegen internationale Gewerkschaftsverbände wie sie ein Gegen Diefe Mittheilung und das Erscheinen Engels, der einer antrag fordere, spreche für Deutschland die Verschiedenartigkeit wunderbaren Frische und Gesundheit sich erfreut, rufen förmliche und reaktionäre Gestalt der Vereinsgesetzgebung. Bei den Arbeiter: Jubelstürme hervor. Immer von neuem erheben sich die Jubel- Die Cholera fängt wieder an, das Tagesgespräch zu bilden, fetretariaten empfehle fich, sie nach Berufen zu organisiren und grüße und Zuruje, und das Publikum auf den Galerien nahm und nachdem sich in der letzten Zeit die Zahl der Fälle von Er ein Land als Vorort mit der Aufrechterhaltung der Verbindung an dieser Huldigung begeisterten Antheil. Als fich nach fünf frantungen an vermeintlicher oder wirklicher Cholera in den zu betrauen. In Deutschland bestände wohl eine starke politische Minuten der Beifall gelegt hatte, hielt Engels folgende An- Nachbarländern bedenklich gemehrt hat, hat sich der„ ReichsBewegung, aber leider fei die gewerkschaftliche Bewegung und fprache: Anzeiger" bereits veranlaßt gesehen, eine eindringliche Mahnung Organisation noch sehr schwach. Ursache sei die wirthschaftliche Lassen Sie mich die Ansprache( die der Redner eben englisch zur Vorsicht an das Publikum zu richten. Diese Mahnung, Krisis und Mangel an Gülenbogenraum. Die englischen Trades- und französisch gehalten) in mein geliebtes Deutsch übertragen. welche wir unseren Lesern in der Sonntagsnummer mitgetheilt unions haben auf diesem Kongreß sich unserer Tattit angeschlossen; Der unerwartet glänzende Empfang, den Sie mir bereitet haben haben, bildet das Vorspiel zu einer langen Reihe beweglicher wir, bie wir ihre gewerkschaftliche Organisation bewundern, und den ich nur mit tiefer Mührung entgegennehmen konnte, ich lagen über den Understand" des Publikums, die wir, falls die wollen das Versprechen abgeben, auch ihnen nachzueifern auf nehme ihn an nicht für meine Person, sondern als Mitarbeiter Cholera etwa weitere Fortschritte machen und wieder nach gewerkschaftlichem Gebiete. Sind die Arbeiter politisch geschult, des großen Mannes, deffen Bild dort oben hängt( Marg). Deutschland eindringen follte, in den nächsten Wochen zu und auch gewertschaftlich gut organifirt, so wird es leicht sein, Gerade fünfzig Jahre ist es her, als Marg und ich in die Be- erwarten haben. Wir haben dieses Schauspiel im vorigen werden es gegebenen Falls auch in das große Biel zu erreichen, dem wir alle zuftreben. Er bitte wegung eintraten. Wir veröffentlichten unsere Artikel in den Jahre erlebt und um Annahme folgender Resolution: deutsch- franzöfifchen Jahrbüchern. Mary ist gestorben, aber wenn diesem Jahre wieder erleben. Besonders ereiferte sich im vorigen Unter Bezugnahme und Anerkennung ber auf dem Brüffeler er jetzt noch lebte, so wäre nicht ein Mann in Europa und Jahre die bürgerliche Presse über den unverantwortlichen LeichtMan fand mit einem Rongreß im Jahre 1891 über Streits und Boykotts befchloffenen Amerika, der mit folchem gerechten Stolz zurückblicken tönnte auf finn" der ärmeren Bevölkerung. Resolution, beschließt der Internationale Sozialistische Arbeiter feine Lebensarbeit. Noch ein anderer Jahres- Gedenktag ist. Male, daß die Lebensweise der Armen doch eigentlich recht getongreß 1898 in Zürich: 1878 war der letzte Kongreß der Internationale. Zweierlei ge- eignet sei, der Verbreitung der Cholera Borschub zu leisten. DaDen Kampf der Arbeiterklasse auf wirthschaftlichem Gebiet schah auf ihm. Einmal die absolute Lossagung von den bei wurde so gethan, als wüßte man nicht, wie schwer dem einheitlich und wirkungsvoll gestalten tann nur die Arbeiter Anarchisten. War das ein überflüssiger Beschluß oder nicht? Armen die Beachtung der Sicherheitsvorschriften werden muß. Organisation. Pflicht aller flaffenbewußten Arbeiter ist es, fich Der Pariser, der Brüsseler, der jegige Kongreß hat das Gleiche Wir wollen gewiß nicht von der Befolgung der Rathschläge des thren refpettiven Organisationen anzuschließen, Pflicht der poli- thun müssen. Das zweite war die Einstellung der Wirksamkeit Reichs- Anzeigers" abreden; wir wünschen und hoffen vielmehr, # " " Gerichts- Beitung. wenigsten " " baß diese Rathschläge, foweit es nur irgend möglich ist, befolgt| Roffer Tag, befanden sich zerbackte Nickelstücke, fodaß angenommen) werden. Aber leider ist die Befolgung für viele so gut wie werden muß, daß diese als Geschosse verwendet werden sollten. unmöglich. Der Arme kann weder eine sorgfältige Auswahl Pikoczki, der seine That noch leugnet, ist sofort in Haft ge feiner Speisen treffen, noch immer den Genuß verdächtigen nommen und in Eiſen gelegt worden. Die Höllenmaschine hat fellschaft zu amüfiren pflegt, ergab eine dieser Tage stattgefundene Auf welche Weise sich unsere heutige bürgerliche GeWassers, selbst des Flußwassers, vermeiden. Bon forgfältigiter er wahrscheinlich in Spandau in der Wohnung der Radazewski Verhandlung des Rixdorfer Schöffengerichts. Am 8. November Behandlung" jeder Erkrankung an Durchfall und ähn angefertigt. Die beabsichtigte Tödtung des Schwart kann nur lichen Uebeln, von" schleuniger zuziehung eines Arztes auf einen Racheakt zurückgeführt werden. Die Ursache desselben vorigen Jahren fand in einem Nixdorfer großen Lokal ein so= gleich beim ersten Auftreten derartiger Krankheitserscheinungen" ist noch nicht geflärt, Schwart erzählt, er habe dem Bifocali genannter Abendtisch" statt, zu welchem sich zahlreiche Vertreter fann vollends nicht die Rede sein. Das ist ber besseren" Bürgerschaft eingefunden hatten. Zur höheren dem damals wegen rückständiger Miethe einige Sachen zurückbehalten weihe" des Festes wurden nun von den Theilnehmern am Proletarier zu anderen Beiten und bei anderen Krankheiten und ihm dann die Thür gewesen. Die Untersuchung wird eifrig Abendtisch zwei schöne neue Lieder" gesungen, welche voll ge nicht möglich, und er kann es sich auch in Zeiten der Choler as weiter betrieben. gefahr bei choleraähnlichen Erfranfungen nicht leisten. Zu meinster Unittlichkeit und Zynismus strohten und namentlich die anderen Zeiten und bei anderen Krankheiten fragt die besitzende Bum zweiten Male nach Dalldorf gebracht wurde am weiblichen Proletarier in unerhörtester Weise beschimpften. Die Klasse auch ziemlich wenig danach, ob ein Proletarier irgendwo Sonnabend der Kaufmann Sachs, weil er in einem Anfalle von große Mehrzahl der Bourgeois wadelten natürlich darüber vor hilflos im Elend verkommt; sie hat ja teinen Schaden Tobsucht seine Mutter thätlich angegriffen hatte und sich mit der Lachen mit den Fettwänsten, als handle es sich um irgend einen davon. Aber bei der Cholera ist durch einen einzigen brennenden Lampe aus dem Fenster stürzen wollte. Sachs hatte harmlosen Wig. Einer der Theilnehmer, ben das widerliche Fall die ganze Bevölkerung gefährdet; deshalb ist die früher, als er noch Handlungskommis war, auf einer Kneiptour Treiben angeefelt, sandte die zur Vertheilung gelangten Liederbejizende Klasse sehr besorgt, daß auch jeder Arme seine von einem Kollegen einen schweren Schlag auf den Schädel er- terte an den Vorwärts", der darüber eine Notiz brachte, die richtige Diät hält und beim geringsten Durchfall gleich zum Arzt halten, der nicht ohne Folgen geblieben ist. S. befand sich darauf eine Kritik dieses ekelhaften Treibens enthielt und hierder zur Kenntniß Staats rennt. Das eigentliche Motiv dieser ungewöhnlichen Sorge um fechs Monate in der städtischen Frrenanstalt zu Dalldorf, dann durch kamen die Lieder das Wohlbefinden des Proletariers ist Furcht. Aber man thut, wurde er als ungefährlich entlassen und seitdem verwaltete er anwaltschaft. Obwohl festgestellt wurde, daß gerade als sei es Gifer für das öffentliche Wohl, worunter die be- ein seiner Mutter gehöriges Haus in der Moritstraße. Wer mit Gäste sich bei der Vertheilung der Lieder besonders hervorgethan, sigende Klasse immer und ihr eigenes Wohl versteht, und entrüstet S. in Berührung gekommen war und die früheren Vorgänge fonnte nur gegen den Komiter Robert Fischer aus Berlin vorsich über die, welche besagtes öffentliche Wohl" durch ihren nicht fannte, meinte, er müsse mindestens einen Vogel haben. gegangen werden, welcher die Lieder mitgebracht und verkauft Leichtsinn" freventlich gefährden. Im vorigen Jahre trieb man hatte, während die betheiligten Gäste den Inhalt nicht gekannt die Sorgfalt noch weiter. Es bildeten sich sogar Komitees Ausgenommenes Hehlernest. Der Kriminalpolizei war haben sollen. Fischer hatte sich nun wegen Verbreitung unzüchzur Vertheilung von Desinfektionsmitteln und allerlei Stärkungen Bartsch ein flottes Geschäft mit Stoffen, Tüchern, Schürzen, daß es nur ein fleiner Scherz" sein sollte. Während der Amtsmitgetheilt worden, daß in der Ackerstr. 134 eine Maurerfrau tiger Schriften zu verantworten. Er entschuldigte sich damit, an Arme. Hier ging man aus lauter Giter für das öffentliche Spigen u. f. w. betreibe. Bei einer Nachsuchung fand man auch anwalt diesen Scherz" mit 30 M. geahndet wissen wollte, erWohl" von der Entrüstung, die sich blos in Worten äußert, zur eine große Menge dieser Gegenstände, die Frau Bartsch nach kannte der Gerichtshof auf 10 M. Geldstrafe. Wir müssen Und all' das hatte die Cholerafurcht zu wege gebracht. Daß ihrer Angabe von einem Manne gekauft hatte, den sie nur unter offen gestehen, daß uns in unserer Pragis selten„ Scherze" vorwirklich nur sie es war, die das zu wege gebracht hatte, zeigte dem Namen der schwarze Hermann" kennen will. Dieser Mann gekommen sind, die einen obftöneren und frecheren Inhalt hatten. wirklich nur sie es war, die das zu wege gebracht hatte, zeigte habe ihr seit mehreren Jahren schon die verschiedenartigsten Im Uebrigen hat hier wie gewöhnlich das Geschick einen der am sich dem, der es nicht schon vorher gewußt hatte, nachher, als Belasteten getroffen die Gefahr wieder vorüber war. Es hat sich nach dem Erlöschen Sachen verkauft. Es sei ihr allerdings, wie sie behauptet, auf als Hauptbrüller war uns der Hamburger Cholera Epidemie bei uns kein Mensch mehr gefallen, daß Hermann in den Besiz so verschiedener Dinge, wie damals ein studirter" Herr aus Rixdorf genannt worden. darum gekümmert, auf welche Weise der Arme Krankheiten von er sie verkauft hatte, kommen fonnte, zumal er einmal geäußert Eines beneidenswerthen Schlafes hat sich der Arbeiter seinem Hause fern hält und womit er sich stärkt, wenn er frant habe: diesmal hätten sie mich aber beinahe erwischt", sie will ist. Vielleicht werden wir auch dieses Schauspiel der von der sich aber trotzdem der Hehlerei nicht schuldig bekennen. Der Jakob zu erfreuen, welcher gestern als Belastungszeuge gegen Cholerafurcht erzeugten Wohlthätigkeit" in diesem Jahre auf's schwarze Hermann, in dem ein wegen Diebstahls mehrfach be- den der Leichenfledderet beschuldigten Schuhmacher Gines aber werden wir selbst dann nicht strafter Tapezierer Hermann Sobeck ermittelt wurde, ist wegen Schäfer vor der Ferienstraftammer zu erscheinen hatte. Der erleben, wenn trotz aller behördlichen Vorschriften, Mahnungen wiederholten Diebstahls, Frau Bartsch wegen gewerbsmäßiger Mariannenplatz ist ein bevorzugtes Arbeitsfeld für Leichenfledderei, denn in den meisten Fällen, in denen sich die Gerichte mit dieser und Warnungen, troz aller privaten Entrüstung und Wohl- Hehlerei verhaftet worden. Verbrecher- Spezialität zu beschäftigen haben, bildet der Mariannenthätigkeit" die gefürchtete Seuche sich in diesem Jahre doch noch plaß den Schauplatz der Ereignisse. Drei Personen, welche in irgendwo in Deutschland ein zweites Hamburg schaffen sollte: einer schönen Sommernacht auf einer Bank des Mariannenplages die Anwendung des Radikalmittels, nämlich eine gründliche Um sich der Mondscheinschwärmerei ergaben, waren dort Zeugen gestaltung der wirthschaftlichen Verhältnisse, die es unmöglich eines seltsamen Schauspiels. Zu einem dort im Gebüsch schlafenmachen würde, daß der größere Theil der Gesellschaft zu gunsten den Menschen hatte sich ein anderer geſellt, welcher mit demselben einer begüterten Minderheit bei harter und langer Arbeit und anscheinend hypnotische Kunststücke ausführte: er drehte den Schäfer, unzureichender Nahrung in gesundheitsgefährlichen Wohnungen der feinen Augenblick aus seinem Schlafe erwachte, wiederholt von verkommt. Vor Anwendung dieses Radikalmittels wird die Der einen Seite seines Körpers auf die andere, durchsuchte ihm die Bourgeoisie stets zurückschrecken, weil es ihr zu theuer zu Taschen und legte ihn dann wieder fein säuberlich in die urstehen täme. Das überläßt sie der Sozialdemokratie, sprünglich eingenommene Lage zurück. Als er sich entfernen die allerdings auch allein den Willen und die Fähigkeit hat, es wollte, sprangen die drei Beobachter auf ihn zu, hielten ihn fest sanzuwenden. smolde und weckten mühselig den Schläfer, der sich als der Arbeiter Jakob vorstellte. Er hörte mit Staunen von den Experimenten, die mit ihm vorgenommen waren und stellte fest, daß aus seiner Tasche eine Geldsumme von 4 m. verschwunden war. Schäfer, ein alter Leichenfledderer, hatte sich deshalb gestern vor der Ferien- Strajkammer wegen Diebstahls zu verantworten. Zu feiner Vertheidigung griff er zu einem überaus dreisten Mittel. Gr trat nämlich mit der Behauptung hervor, daß die Belastungszeugen gemeinschaftlich einen Leichenfledderer Versuch gegen ihn ausgeführt hätten und, da er sie dabei ertappt, nun den Spieß umdrehen wollten. Die in dieser Behauptung liegende Frechheit erschien dem Gerichtshofe so groß, daß er den schon vorbestraften Angeklagten zu zwei Jahren Buchthaus verurtheilte. Neue erleben. " " " Ein schwerer Unglücksfall hat sich dem„ Lokal- Anzeiger" zufolge auf dem an der Frankfurter Chauffee belegenen Grundnück der Radewaldt'schen Grabirwerke ereignet. Dort wird seit einigen Tagen ein Ziehbrunnen ausgeschachtet, der bereits eine Tiefe von 36 Fuß hat. Kurz nach Feierabend am Freitag, noch ehe der Schacht verdeckt worden war, kam der zehnjährige Knabe H. beim Spielen in großer Haft auf den Brunnen zu gelaufen, stolperte und stürzte topfüber in den Schacht hinunter. Sofort machte sich der in der Nähe beschäftigte Arbeiter Polenz daran, den Knaben zu retten, indem er die Kurbel löste und sich am Tau herunterließ; er hatte aber hierbei das Unglück, abzu rutschen, mit dem Kopfe auf eine vorstehende Steinwand aufzuschlagen und ebenfalls in den Schacht hinunter zu stürzen. Es gelang zwar, den Arbeiter Polenz lebend, doch schwer verletzt herauf zu befördern, während der Knabe sich zu Tode gefallen hatte. Polenz wurde auf ärztliche Anordnung nach dem Kranten hause geschafft. Durchgebrannt. Ein Schlächtermeister in der Hochmeisterftraße, welcher seit einigen Monaten verheirathet ist, und zivar mit einer früheren Verkäuferin eines größeren Schlächtergeschäfts in der Leipzigerstraße, ist vergangenen Freitag unter Wiitnahme von 700 M., sowie sämmtlicher Werthgegenstände spurlos verschwunden, seiner schivertranten Frau nur 20 Pf. zurücklaffend. Genannter Meister unterhielt schon seit längerer Zeit einen in timen Umgang mit einer von ihrem Manne in Pankow getrennt lebenden Frau, mit welcher er die gesammten Ersparnisse seiner jungen Frau verbrachte. Die verlassene Schlächtermeisterfrau hat vorläufig Aufnahme bei einem hier lebenden Bruder gefunden. Das„ Kleine Journal" berichtet über die Explosion einer Höllenmaschine auf der Polizeiwache am Markt in Spandau. Dort erschien am Sonntag Vormittag 10%/ 2 Uhr der in Spandau Schülerbergstraße 4, wohnende Arbeiter Schwart und verlangte den Polizei- Inspektor Lindau zu sprechen. Er erzählte dann, daß er vor etwa einer halben Stunde ein Packet durch die Poft erhalten habe, aus dem feintörniges Pulver riesele. Inspektor Lindau nahm das ungefähr ein Biertel Meter lange und 15 Bentimeter breite Packet in die Hand und stellte fest, daß es laut Poststempel am Sonnabend, 12. d. Mts., Morgens 9 Uhr in Spandau auf die Post gegeben worden fei. Die Adresse lautete buchstäblich: An Here Schlosser Schwark Schülerbergstraße No. 4. I Treppe hof hier Spandau. Die Sendung war mit zwei 20- Pfennig- Marten frankirt. Der Polizeibeamte befühlte das Durch eine recht häßliche Ansbentung der gefchäftlichen Packet, das, wie sich später ergab, aus einem Brette, dicker Pappe Unkenntniß einer jungen Dame soll sich der Restaurateur Karl und weißem Papier zusammengesetzt war, und stellte fest, daß Ostar Glücks einer Untreue und Unterschlagung in ihm sich Pulver befinde. Aus einer kleinen Deffnung, schuldig gemacht haben. Er wurde gestern vor der hiesigen die sich in der Umhüllung befand, entnahm er etwa ein ViertelFerienstraffammer zur Verantwortung gezogen. Fräulein Marie R. pfund Schießpulver. Um Unheil vorzubeugen, ließ Inspektor Unglücksfall. Bei den Gumpel'schen Eheleuten, Neue Schön, war Besizerin eines Handschuh- und Kravatten- Geschäfts in der Lindau durch den Polizeisergeanten Grabow einen mit Wasser ge- hauferstr. 7 wohnhaft, befanden sich gestern Verwandte zum Besuch, Friedrichstraße, welches ihr ein Verehrer eingerichtet hatte. Das füllten Eimer in die Wache bringen und legte das verdächtige Backet die gegen Abend zum Bahnhof Alexanderplaz begleitet wurden. In Geschäft hatte, troßdem die Einrichtungskosten von 20 000 m. Waffer befand, so nahm er einen Federhalter und fließ die her: Rückkehr ber Gitern am Fuße der Treppe tobt vorgefunden& fonds gefchrieben, wother waren, nich toch in buffer in diefen hinein. Da die eine Ecke des Packetes sich noch über der Wohnung war der 9 jährige Sohn zurückgeblieben, der bei der à fonds perdu geschrieben worden waren, nicht den erhofften vorstehende Ecke damit ebenfalls in das Wasser hinein. Kaum wurde. Der unglückliche Knabe war eine Treppe hoch hinaba größere finanzielle Schwierigkeiten, welche im Februar 1892 einen hatte der Polizei- Inspektor das Zimmer verlassen und war nebenan gestürzt und lag mit zerschmetterten Gliedmaßen auf dem Hausflur. sehr bedrohlichen Charakter annahmen. Fräulein R. setzte alle in fein Bureau gegangen, so erfolrte unter lautem Knall, der Hebel in Bewegung, um die dringendften Zahlungeu das Polizeigebäude erzittern machte, eine Explosion. Das in dem Ein noch nicht ganz übersehbarer Unglücksfall, bei Gimer befindliche Waffer wurde an die Dede geschleudert, während welchem leider viele Personen zu Schaden gekommen sind, hat sich leisten zu können, sie fuhr von Pontius zu Pilatus, ohne zum Ziele zu gelangen. Da führte ihr ihr Unstern die der Eimer selbst in der Nichtung des L.'schen Bureaus geworfen gestern Vormittag anläßlich des Einzuges des 4. Garde- Regiments, Adresse des Angeklagten zu, der sich in seinen Mußestunden wurde. Die Feuersäule, die aus dem zerrissenen Packete schoß, welches von Spandau nach Berlin verlegt wurde, gegenüber dem auch mit Geldgeschäfteu befaßt und sich aus Menschenfreundlichwar so start, daß fie die etwa vier Meter hohe Decke völlig Justizpalast ereignet. Die gewaltige Menschenmenge, die sich hier feit" bereit erklärte, dem bedrängten Fräulein zu helfen. Er war schwärzte. Es muß als ein Wunder betrachtet werden, daß der zusammendrängte und Maulaffen feilhielt, hielt den großen Plaz im Besitze einer Hypothet auf ein Gut und diese wollte er her. Polizeifommissar Kliem, der Polizeifergeant Grabow, und der zwischen Invalidenstraße, Alt- Moabit und dem Kriminalgericht geben, um darauf die benöthigte Summe von 3000 Mt. zu beEmpfänger des Packets, Schlosser Schwart, die sich in dem dicht besetzt. Eine größere Anzahl Personen hatte theilweise, um schaffen. Wieder setzte Fräulein R. alle Hebel in Bewegung, Moment der Explosion im Zimmer befanden, unverlegt davon dem Gedränge auszuweichen, oder auch, um beſſer ſehen zu um einen mitleidigen Geldgeber zu finden, endlich erklärte sich gekommen sind. Die Untersuchung ergab nun folgendes: Auf können, sowohl die Bäume der Anlage, als auch das Gitter, ein Rechtsanwalt, der zu ihren Geschäftskunden gehörte, auf einem Brette von Tannenholz war ein fleines Pistolenschloß an- welches den Ausstellungspark einschließt, erstiegen. Der folossalen gebracht. Der Hahn dieses Schlosses war gespannt und wurde Last, welche an dem Gitter hing, konnte dasselbe nicht Stand ihre Bitten bereit, das Geld herzugeben. Es wurde abgemacht, daß der in Leipzig wohnende Verehrer des Fräulein R. dem durch eine Gummischnur in dieser Lage zurückgehalten. Bur balten, der vollen Länge von der Invalidenstraße bis zur Unterstützung der Schlagfeder im Schloffe war hinter dem Hahn Straße Alt- Moabit ca. 50 Meter brach das in steinerne Pfeiler ein- Rechtsanwalt ein Afzept in Höhe des Darlehns schicken und der eine C- Feder aus gelbem Messingdraht angebracht. Wäre nun gelassene, erst vor einem Jahre errichtete Gitter zusammen. Die Angeklagte zur größeren Sicherheit die Hypothek als Unterdes Geldes die das Packet geöffnet worden, so hätte die Schnur zerreissen Mauerpfeiler brachen wie Glas und stürzten in die Menschen- Pfand hergeben und nach Empfaug müssen und der Hahn wäre auf den Stift einer am Breite an- massen hinein, wobei zahlreiche Personen verunglückten. Eine Schulden des Fräuleins reguliren solle. Diese Abmachung inne wurde auch in allen Theilen, bis auf einen fleinen gebrachten Lefancheur- Patrone gefallen. Durch die Entzündung rau, welche auf dem Arm ein kleines Kind trug, Joll innere Punkt erfüllt: der Angeklagte hatte zwar gegen Hergabe der Patrone mußte dann das übrige Pulver explodiren. Wahr Verlegungen erlitten haben. Andere tamen mit Kopfwundenes Hypotheken- Dokuments das Geld in Empfang genommen, scheinlich durch den Stoß, den der Polizei- Inspektor Lindau davon. Einem Mann wurde durch eine Spitze des Gitters die gegen das Packet ausführte, oder durch ein losgelöstes Stückchen linke Wade völlig aufgerissen. Näheres über das Unglück war er dachte aber gar nicht daran, Frl. R. aus ihrer Nothlage zu Holz ist die Schnur aus ihrer Lage gewichen, wodurch bei dem Tumult, welcher dadurch noch größer wurde, als in befreien. Er hat derfelben nur 100 M. zur Bezahlung einer Gasrechnung zugewiesen, im übrigen aber das Geld für sich verUeber der Polizeiwache befindet diesem Augenblick das Regiment anrückte, nicht zu erlangen. braucht. Der geschäftliche Krach, den zu vermeiden Frl. R. fich fich die Wohnung des Bürgermeisters Kölz von Spandau, der Polizeibericht. Am 11. d. M. Morgens wurde auf einem abgemüht hatte, ist über dieselbe hereingebrochen und ihr Freund fofort in die Wachstube eilte, um sich nach der Ursache der Rangirgeleise am Bahnhofe Gesundbrunnen ein Arbeiter durch hat den Wechsel schließlich einlösen müssen, da die Hypothek inDetonation zu erkundigen. Die erſte Frage der Polizeibeamten einen Eisenbahnzug überfahren. Er erlitt außer einem Bruch zwischen faul geworden war. Der Angeklagte beftritt mit großer an den Schlosser Schwart, den Empfänger des Packets, war des Unterschenkels schwere Verlegungen am Fuße, an der Hüfte Lebhaftigkeit jede Schuld und trat mit der Behauptung auf, daß nun die, ob er einen Menschen kenne, der Ursache und im Gesicht, so daß seine Ueberführung nach dem Lazarus- das Geld, welches er von dem Rechtsanwalt enipfangen, für ihn hätte, seinem Leben nachzustellen. Schwart gab eine ver- Krankenhause erforderlich wurde. Am 12. d. M. Morgenstein fremdes" gewesen sei, da er die Hypothek direkt verkauft habe. neinende Antwort. Dem Inspektor Lindau fiel nun auf der versuchte ein Buchbinder, in seiner in der Bülowstraße belegenen Er habe auch die Absicht gehabt, mit einem Theile des Erlöses oben wörtlich wiedergegebenen Adresse das Wort" Here", anstatt Wohnung sich das Leben zu nehmen, indem er sich mittels einer dem Fränlein möglichst zu helfen, sei aber davon zurückgekommen, auf, und " Na, das muß kein Deutscher gewesen sein, der die Adresse ge- Krankenhause gebracht. der Beamte ließ die Worte fallen: Maschine beide Hände abschnitt. Er wurde nach dem Elifabeth- da ihn die Geschäftsbücher belehrt hätten, daß hier nicht mehr Vor dem Hause Beusselstr. 60 gerieth zu helfen fei. Dieser Behauptung wurde sowohl von dem Rechtsschrieben hat." Jezt erinnerte sich der Schloffer Schwart plötz Bormittags ein Kutscher beim Besteigen seines in der Fahrt be- anwalt, als auch von dem Frl. R. aufs Allerbeſtimmteste wider= lich daran, daß er vor längerer Zeit einen Streit mit seinem findlichen Wagens unter die Räder und wurde am Bein und an sprochen. Beide waren darin einig, daß die Hypothek nur als früheren Schlafburschen, dem etwa 28 Jahre alten Arbeiter der Brust so bedeutend verlegt, daß er nach dem Krankenhause Unterpfand für den Wechsel dienen sollte und dem Angeklagten etwas as erlassen habe ber aber Moabit gebracht werden In seiner in der Fürbringer- wiederholt klar gemacht worden sei, daß er das Geld lediglich und nach Stiel gegangen sei. Schwart glaubt nun, daß straße belegenen Wohnung wurde ein Mädchen erhängt zu dem Zwecke empfange, um die Schulden des Fräuleins zu er Pitoczti vor einigen Tagen in Spandau wiedergesehen habe. vorgefunden. Im Hause Alte Schönhauserstr. 30 fiel Abends reguliren. Bei dieser Sachlage beantragte der Staatsanwalt Ter Polizeikommiffar Nach und der Polizeisergeant Böhm machten eine obdachlose Frau, die dort im Keller nächtigen wollte, beim 6 Monate Gefängniß und 2 Jahre Ehrverluft. Im letzten sich nunmehr auf, um den Aufenthalt des Pikoczki zu ermitteln. Sie stellten fest, daß in der Neuendorferstr. 11, bei der Frau Uebersteigen eines Gitters von der Treppe und erlitt anscheinend Augenblick kam der Angeklagte noch mit neuen Beweisanträgen, Sie wurde nach der Charitee die schließlich zur Vertagung der Verhandlung führten. Um Radazewski, ein Mann aus Kiel eingetroffen war, der ausdrück- schwere innere Verlegungen. lich gebeten habe, ihn polizeilich nicht anzumelden. Dieser Mann gebracht. Am 13. d. M. Vormittags wurde in der Spree, an jedoch Verdunkelungen zu vermeiden, beschloß der Gerichtshof, war ter gesuchte Anton Pitoczki. Die Polizeibeamten traten ihn der Bellevuebrücke, die Leiche eines Mädchens angeschwemmt. ben menschenfreundlichen Geldgeber in Untersuchungshaft zu Nachmittags erschoß sich ein Malergehilfe in seiner Wohnung in nehmen. in der Wohnung der obenbezeichneten Frau Radazewski und der Schwedterstraße. Ein Mädchen sprang aus dem Küchendurchsuchten sofort seine Kleider. In der Rocktasche fanden sie fenster der im Hochparterre des Hauses Brücken- Ace 28 be- Berfälschtes Olivenöl follte der Kaufmann T. als reines" ein Padet Schießpulver aus der Fabrik von„ Kramer u. Buch- legenen Wohnung seiner Dienstherrschaft auf den Hof hinab und Del dem Publikum verkauft und sich dadurch eines Vergehens holz in Rönsahl und Rübeland." Die Körner des Pulvers stimmten genau mit denen des vom Inspektor der Chavitee gebracht werden mußte. erlitt eine bedeutende Verstauchung beider Füße, so daß es nach gegen das Nahrungsmittelgesetz schuldig gemacht haben. In der Lindau aus dem Packet entfernten überein. Man ermittelte martijiraße 5 fiel Abends ein Droschkentutscher von seiner in gerichts begutachtete Dr. Bischof, daß die Waare ein gefälschtes Vor dem Hause Holz gestrigen Verhandlung vor der 132. Abtheilung des Schöffenferner, daß Piloczki einen Koffer in der Bismarckstraße Nr. 6 der Fahrt befindlichen Droschke, gerieth unter die Raber und Brodukt französischen Ursprungs fei. Es bestehe zur Hälfte aus beim Reſtaurateur Mengel abgelegt hatte. In diesem Koffer wurde anscheinend innerlich so schwer verletzt, daß seine Ueber- Olivenöl, die andere Hälfte sei ein Gemisch von Erdnuß- und wurde nun eine C. Feder aus Mejjingdraht gefunden, die genau führung nach dem Krankenhause am Friedrichshain erforderlich schwer zu erkennen. Es sei schon früher bei dem Angeklagten Baumwollensamen Del. Für einen Laien sei die Verfälschung der in der Höllenmaschine befindlichen glich. Außerdem wurden Am 12. und 13. D. M. fanden drei Brände statt. Gummischnüre zu Tage gefördert, wie sie in dem verhängniß- wurde. vollen Packet angebracht waren. In einer Schachtel, die im eine Probe entnommen, nen, untersucht und ihm mitgetheilt worden, daß die Waare gefälscht fet. Der Angeklagte er flärte, daß er bas Del als eine hochfeine Marke" von einer Firma in Salon in Süd- Frankreich bezogen habe. Als er der Lieferantin die Anzeige gemacht habe, daß die erste Sendung als gefälscht von der Polizei beanstandet worden sei, sei eine zweite Sendung unterwegs gewesen. Für die letztere habe er bereits einen Wechsel in Bahlung gegeben und sei es ihm allerdings aufgefallen, daß die französische Firma ihm den Wechsel nicht am Verfalltage habe präsentiren lassen und auch auf seine Beschwerde sich nicht geäußert habe. Der Gerichtshof fand eine Fahrlässigkeit darin, daß der Angeklagte die zweite Sendung in Gebrauch genommen, ohne sie vorher untersuchen zu lassen. Es wurde auf 10 M. Geldstrafe erkannt. werden kann. Sie wollte " In Reinickendorf fand am 11. August eine öffentliche| glaubte. Die ganze Angelegenheit ist bei der Staatsanwaltschaft Volksversammlung statt, in der Schriftsteller Ed. Adler über zur Anzeige gebracht, und wird die eingeleitete Untersuchung das Die bürgerliche Götterdämmerung" sprach. Seine interessanten Nähere ergeben, worüber wir f. 3. berichten werden.- Es erAusführungen fanden den Beifall der Versammlung. Die scheint fast unglaublich, daß sich immer wieder Personen dazu Lassallefeier soll am 3. September im„ Seeschlößchen" ver- finden, welche sich auf derartige plumpe Betrügereien einlassen. anstaltet werden und wählte zu dem Zwecke die Versammlung Die Betheiligten, fast lauter Familienväter, find hinterher doch ein Festkomitee von sieben Genossen. Unter Berschiedenen die am meisten Betrogenen und ohne Gnade der Armuth preiswurde beschlossen, Gäbeler's Kleines Schützenhaus, Provinz- und gegeben. Bürgerstraßen- Ecke, von der Lokalliste zu streichen. Von dem Freilich würden derartige Fälle zu den Seltenheiten gehören, Höfer Oskar Müller, Provinzstr. 107, wurde mitgetheilt, daß wenn die niederen Bahnbeamten für ihren fauren Dienst eine derselbe während der Wahlbewegung sich in ungehöriger Weise Entlohnung erhielten, die gestattete, sich in anständiger Weise über die Arbeiterpartei geäußert hat. Die Frauen wurden auf- halbwegs anständig zu ernähren. gefordert, bei ihren Einkäufen dieses Geschäft nicht zu berückfichtigen. Hierauf wurde die Versammlung geschlossen. Vermischtes. = Hochwasser. Aus Wien wird vom Sonntag berichtet: Nach einer Mittheilung der Generaldirektion der f. t. Staatsbahnen wurde auf der Strecke Lemberg- Ravarusta wegen Hochwassers der Gesammtverkehr eingestellt. Desgleichen mußte wegen Beschädigung des Bahnkörpers durch Wolfenbrüche zwischen Laslo- Neu- Zagorz und Szczawne Kulaszne Mokre der Verkehr fiftirt werden. Depeschen. Durch das Begießen von Blumen und Pflanzen, welche auf straßenwärts belegene Balkons angebracht sind, wird vielfach gegen den§ 366, Absatz 8 des Str.-G.-B. verstoßen, wonach derjenige mit Strafe beoroht wird, der Sachen auf eine Weise ausgießt, daß dadurch jemand beschädigt oder verunreinigt Eine Dame, welche eines Tages durch die Friedrichstraße ging, wurde unangenehm dadurch betroffen, daß ihr Sammetüberwurf durch einige von oben kommenden Tropfen Soldatenleben in Rußland. In der Kreuz- Zeitung" benetzt wurde. Sie entdeckte, daß die Flüssigkeit von dem Balton steht eine anmuthige Plauderei über russische Militärverhältnisse, des Lokals ,, concert de noblesse" herabträufelte. die wir nicht ohne Wohlgefallen gelesen haben, weil sie in fich das Verderben ihrer Kleidung nicht gefallen lassen, sondern manchen Stücken zeigt, daß der gemeine Soldat in Rußland weit erstattete Anzeige bei der Polizei. Diese nahm den Hausdiener dies im Klassischen Lande der Dichter, Denker und Kafernen der mehr von seinen Vorgesetzten als Mensch betrachtet wird, als ( Depeichen des Bureau Herold.) des genannten Lokals, der geständlich die Blumen begoffen hatte, Fall. Vielleicht liegt dies daran, daß der russische Soldat nicht ordnung betreffend die Zollerhöhung für aus Deutschland einHelsingfors, 14. August. In Veranlassung der Verin eine Geldstrafe. Der Gemaßregelte beantragte richterliche versteht, sein menschliches Empfinden zu verleugnen und an Vor- ordnung betreffend die Zollerhöhung für aus Deutschland einEntscheidung und führte vor der 141. Abtheilung des Schöffen- gesetzten, die mit gar zu militärfrommen Umgangsformen behaftet geführte Waaren weist Nya Pressen" auf die großen Verluste gerichts zu seiner Entschuldigung an, daß er das Begießen der find, zu geeigneter Zeit gern eine wohlthuende und herz- hin, die Finnland durch diese Verordnung erleiden werde und Blumen schon eine Stunde, bevor die Dame sich beschwerte, ausgeführt habe und dabei so sorgfältig verfahren sei, daß ein erfrischende Korrektur vornimmt. Ueber eine derartige, landes: die das Land um so schwerer emfinden müsse, da es die Folgen Abträufeln auf die Straße nicht möglich gewesen sei. Das übliche zurechtweisung wird in der Kreuz Beitung" folgendes der vorhergehenden Mißwachsjahre noch nicht überwunden habe. mitgetheilt: Im Jahre 1891 hatte Finnlands Einfuhr aus Deutschland einen Wasser müsse nach und nach durchgefickert sein. Dies könne er doch nicht verhindern. Wenn die Blumen nicht eingehen sollten, Deutschland sich auf 7 313 000 m. belief. Werth von 44 836 000 m., während Finnlands Ausfuhr nach müßten sie doch begossen werden. Er habe außerdem nur den Befehl seiner Herrschaft ausgeführt. Niemand brauche sich gefallen zu lassen, begossen zu werden, und Der Gerichtshof hielt alle diese Einwände für hinfällig. wenn es auch nur ein Tropfen sei. Könne man die Blumen auf den Balkons nicht erhalten, ohne die Vorübergehenden zu beläftigen, so möge man sie fortnehmen. Der Angeklagte wurde in drei Mark Strafe genommen. Versammlungen. die Mannschaft noch häufig Uebungen machen laffen, bie bis 91/2 Uhr Der Feldwebel hatte bei der allabendlichen„ Pereklitschka" gedauert haben sollen. Hierüber waren viele erbost, sie sparten jedoch Entlassung hatte auch die der Rache geschlagen. Der Feldwebel ihren Groll zu einer geeigneteren Stunde auf. Mit der Stunde der wurde. Als die Gemüther genügend erhigt waren, nahm der wurde nach einer Schenke gebracht, wo mit ihm fleißig gezecht Anstifter des Racheaftes plötzlich sein volles Glas und goß es auf den Schädel des Feldwebels aus. Hiermit war das Signal zu einer solennen Prügelei gegeben, wobei der ehemalige Vorgesetzte grün und blau geschlagen wurde. Der Feldwebel schämte sich. eine Anzeige zu erstatten, und reiste so schnell wie möglich nach dem Drte seiner Herkunft ab, um eine zweite Tracht Prügel zu vermeiden. Das ist Soldatenrache; so giebt man hier ungestraft dem Vorgesetzten einen Denkzettel. Weniger liebenswürdig, denken wir, würde die KreuzBeitung" ihren Feuilletonisten plaudern lassen, wenn seine Betrachtungen auf deutsche Soldatenschinder hinüberschweiften. Privat Telegramm des Vorwärts". London gemeldet wird, hat die Konferenz der" Grubenbesizer von Frankfurt a. M., 14. Aug. Wie der„ Frantf. 3tg." aus 1 Schilling täglich bewilligt. Lamarishire den Bergleuten die geforderte Lohnerhöhung von Bukarest, 14. Auguft. Vom 12. bis zum 14. d. M. find in Braila 27 Erkrankungen und 15 Todesfälle an Cholera vorge fommen, in Sulina 43 Erkrankungen und 17 Todesfälle, in Cernawoda 9 Erkrankungen und 3 Todesfälle, in Galah 8 Er frankungen und 1 Todesfall. Leipzig 81. Die von Ihnen angegebenen Zeichen im Erfahreservepaß sind uns unbekannt, deshalb die zweite Frage nicht zu beantworten. Die Metallschrauben und Façondreher hatten am Briefhaffen der Redaktion. 13. Auguft eine öffentliche Versammlung, in der Genosse Körsten Lütjenburg. Dhne genaue Titelangabe können wir Ihnen über das Thema: Die Arbeiter als Gewerkschaftler oder Poli- Fahrkartenschwindel. Zu den vielen, in letzter Zeit ans feine Auskunft geben. tiker mit Berücksichtigung des internationalen Kongresses in Tageslicht gekommenen Fahrkartenschwindeleien, wird der„ Meckl. A. W., Gastwirth. Wenn die Polizeistrafe nicht einZürich" referirte. Redner betonte u. a., daß der Kern der mo- Voltszeitung" ein neuer Fall aus Güstrow berichtet. Wegen zutreiben ist, erst dann tritt die Haftstrafe ein. Es ist daher dernen Arbeiterbewegung nicht blos die politische, sondern auch Unterschlagung im Amte sind dieser Tage 21(?) Bahnbeamte besser, wenn Sie rechtzeitig zahlen, Sie sparen alsdann die die Gewerkschaftsbewegung sei. Er forderte daher, daß Arbeiter, vom Dienst plößlich suspendirt worden. Diese Beamten, 1 Bug- Exekutionskosten. die Sozialdemokraten sein wollen, auch sozialdemokratisch gegen führer, 1 Packmeister und 19 Schaffner von der Strecke Lübeck- C. Delius. Die von Ihnen angegebenen Gründe entbinden ihre Kollegen handeln und dem Unternehmerthum bei den Ver- Neubrandenburg und Lübeck- Rostock, haben, wie s. 3. die Ham- nicht vom Kontrakt. suchen, die Lage der Arbeiter zu verschlechtern, z. B. die Arbeits- burger Schaffner, Personen gegen Trinkgeld und solche mit einem zeit zu verlängern, nicht behilflich sein sollen. Man solle daher Billet niederer Wagenklasse in einer höheren Wagenklasse miteinen Sozialdemokraten, der nicht seiner Gewerkschaft angehöre, genommen. Auf Denunziation des Schaffners Becker, der, nebenbei nicht für voll ansehen. Redner empfahl schließlich auch Arbeits- bemerkt, am schlimmsten in diese Angelegenheit verwickelt ist, hat H. D. Wenn Sie sich hier verheirathet haben, dann bleiben ruhe am 1. Mai. Mit Beifall wurden seine Ausführungen auf die Eisenbahnverwaltung von dem Treiben der Schaffner Kennt die von Ihnen in die Ehe eingebrachten Sachen Ihr Eigenthum. genommen. Eine Diskussion fand nicht statt. Von dem Streit niß erhalten. Ein Lübecker Kammerjäger, welcher ebenfalls von Daß Ihr Ehemann sämmtliche Gheverhältnisse ausplaudert, ist bei der Firma Willing& Violet wurde sodann berichtet, daß Becker unter dessen eidlicher Aussage des Fahrkarten- nicht hübsch von ihm, indessen läßt sich dagegen nichts machen. noch keine Alenderung seit der vorigen Versammlung eingetreten schwindels bezichtigt und dieserhalb vom Gericht bereits Nr. 21, Adlershof. Wenn Sie nicht rechtzeitig und zwar am sei. Die Firma versuche von Luckenwalde Schraubendreher zu zu zwei Monaten Gefängniß verurtheilt worden ist, hat 1. Juli gekündigt haben, werden Sie die Miethe bis zum 1. April bekommen, aber tüchtige Arbeiter hätten bei ihr noch nicht an- gegen dieses Urtheil Revision eingelegt und den Becker bezahlen müssen, vorausgesetzt, daß der Wirth die Wohnung nicht gefangen. Einen Schraubendreher soll sie in Luckenwalde mit wegen Meineids denunzirt. Der Grund, weshalb Becker seine früher anderweitig vermiethet. vierteljährlicher Kündigung und dem annehmbaren Lohne von Kollegen angezeigt hat, dürfte darin zu suchen sein, daß er sich O. E. Sie haben es ja viel bequemer, wenn Sie sich mit 30 Mart angeworben haben. bei der Vertheilung der erschwindelten Gelder übervortheilt Fragen an das dortige Parteiorgan wenden. Verlag des ,, Vorwärts" Berliner Volksblatt Berlin SW., Beuthstraße 2. Soeben erschien: Heft 48 der 401/ 6* Reden und Schriften Ferd. Lassalle's ( Vollständig in ca. 50 Heften à 20 Pf.) Bestellungen nehmen alle Buchhandlungen, Zeitungsspediteure und Kolporteure entgegen. Verlag des ,, Vorwärts" Berliner Volksblatt Berlin SW., Beuth- Straße 2. Das zur diesjährigen Maifeier in Aussicht gestellte Kundblatt welches bereits in der Maifest- Zeitung als Mittelbild gebracht wurde, ist nunmehr in bedeutend vergrößertem Maßstabe- Plattengröße 68 x 47 cm, Kartongröße 95 x 73 cm in feiner Kupferägung ausgeführt in unserem Verlage erschienen. Das Bild heißt: Der erste Mai und ist dazu angethan, jeden Versammlungsraum, jedes Vereinszimmer der Arbeiter zu verschönen, vor allem wird es für jedes Proletarierheim ein würdiger Zimmerschmuck sein. Um dies wahrhafte Kunstblatt auch weiteren Kreisen zugänglich zu machen, ist der Preis auf nur festgesetzt. Drei Mark Gegen Einsendung des Betrages werden Bestellungen von außerhalb porto- und emballagefrei effeftuirt. Wiederverkäufer erhalten Rabatt. G. Superczynski, fünftlige Zähne, Invalidenstr. 105, II. Zur Lassalle- Feier. wird das Achtung! Allen Genossen und Genossinnen empfehle das Genossenschafts- Brot, von 4 Uhr ab. H. Grimpe, Mus tauerstr. 49, Ecke d. Apotheke( Laden). Volkblatt für Teltow- Beeskow 2c." eine 8 Seiten starke, auf sowie Backwaare à 2 Pf. frei Haus fatinirtem Papier gedruckte Self- Mummer erscheinen lassen( ohne Inserate). Dieselbe wird außer einem Porträt Lassalle's einen kurzen Abriß seiner Lebensgeschichte bringen und Auffäße enthalten, die seine Bedeutung für das Proletariat würdigen. Für Nichtabonnenten kostet die Festnummer 10 Pf. Wiederverkäufer erhalten hohen Rabatt. Bestellungen an die 4689L Expedition des ,, Volksblatt für Teltow". Berlin SW., Beuthstr. 2. Achtung! Achtung! Müggelschlößchen Friedrichshagen. Sonntag, den 27. August: Große Lassalle- Feier, bestehend in Vokal- und Instrumental- Konzert, arrangirt von den Genossen des 4. Berliner Reichtags5 1 Pfund Albrecht's Brot für Bäckerei, 50 Pfennig liefert Wrangel- Strasse 8 Langestr. 26, Falkensteinstr. 28 Ringschiff- Nähmasch. Famil. faſt neu, sehr billig zu verkaufen. Oswald, Koppenstr. 27, 2 Tr. Buchführung. 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Arzt, Prompte Bedienung.( früher 27/28).[ 3749L* Linienstr. 149. 8-10, 5-7, Gonnt. 8-10. Julius Apelt, Sebastianstr. 20 Berantwortlicher Redakteur: Wilhelm Schröder in Berlin. Druck und Verlag von Mag Bading in Berlin SW., Beuthstraße 2. 2. Beilage zum„ Vorwärts" Berliner Volksblatt. Nr. 190. Dienstag, den 15. August 1893. 10. Jahrg. Die Arbeits- und Wohnräume in filge habe ber damalige Verleger Seifert in Zwickau ein auszuführen und wies ihn mit seiner Lohnentschädigungs- Fordes Berliner Bäckereien. " " Pflichteremplar an dortige Polizeibehörde ausgeliefert, auch rung ab. Die 2,70 M. rückständiger Lohn wurden ihm aber zus fönne nicht jeder Ort, wo Zeitungen verbreitet werden, als erkannt mit der Begründung, daß der Beklagte nicht berechtigt Ausgabeort betrachtet werden, sonst müßte jede Buchhandlung, gewesen, wegen eines erwiesenermaßen aus Versehen verEiner dankenswerthen Aufgabe hat sich die Agitations- welche Zeitungen an verschiedene Orte expedirt, ohne Rücksicht ursachten geringen Schadens den Lohnabzug zu machen. Kommission der Bäckerei- Arbeiter Berlins im Verein mit der darauf, ob dies die„ Reußische Volkszeitung", das„ Bayerische Vaterland" oder der Vorwärts" sei, ein Pflichtexemplar an die Der russische Hochstapler Sawin, der durch seine Arbeiter- Sanitäts- Kommission unterzogen. Die uns vorliegende Kleine Broschüre schildert auf grund eingehender Erhebungen die Polizeibehörde abgeben, in diesem Sinne würde z. B. Beulen Schwindele ien und einen fühnen Fluchtverfuch auch in Deutschroda auch als Ausgabeort betrachtet werden müssen. Troz land und besonders in Berlin noch wohl bekannt sein geradezu entsetzlichen Zustände in den Berliner Bäckereien. Sind alledem wurde, wie schon angeführt, die Strafverfügung von dürfte, wurde, wie der Petersburger Korrespondent des B. T." schon durch die Arbeit Bebel's über die in den Bäckereibetrieben 10 M. bestätigt. Natürlich wird die Angelegenheit noch meldet, am 1. August vor dem Bezirksgericht zu Rjäsan abs herrschenden Mißstände weitere Kreise unterrichtet worden, so weitere Instanzen beschäftigen, da es sich hier um eine prinzipielle geurtheilt. Eine Menschenmenge, wie sie der Gerichtssaal dort wird diese Schrift gewiß nicht verfehlen, durch die eingehende Auffassung handelt. Unseres Erachtens, so bemerkt die„ Reuß. noch nie sah, füllte den Raum. Unter militärischer Bedeckung Besprechung der sanitären Zustände, gestützt auf gewissenhafte Volksztg.", spricht§ 9 des Presgesetzes flipp und flar aus, daß betrat der des Betruges und der Flucht aus Sibirien beschuldigte Recherchen und statistische Erhebungen, Entrüstung bei allen an der Verleger, sobald die Versendung oder Austheilung beginnt, Angeklagte, höchst elegant und nach der letzten Mode gekleidet, ständigen Menschen hervorzurufen. Wer in den Läden unserer Herren Bäckermeister die so lecker ein Exemplar an die Polizeibehörde des Ausgabe Ortes abzu den Saal. Die Anflage bot faum irgend welches Interesse, Wer in den Läden unserer Herren Bäckermeister die so lecker liefern habe. Die Versendung erfolgte aber vom Druck wenn der Held des Prozesses nicht eben Sawin wäre, der, nachund appetitlich aussehenden Waaren sieht, wird es kaum für orte Zwickau aus nach Greiz zunächst mit der Post bezw. der dem er durch Gaunereien europäischen Ruf erlangt, durch möglich halten, daß sie in Räumen hergestellt werden, die sich zu Bahn. Die spezielle Austheilung in den verschiedenen Ortschaften ein Urtheil des Gerichts in einen allem anderen, nur nicht zu Bäckereien eigenen. Ja es ist fraglich, spielt hier gar keine Rolle. Es fehlt auch nicht an Analogien des entlegenen Winkel Gouvernements Tomst verbannt wurde, Wo er ob man nach dem Lesen der Broschüre noch mit dem bisherigen hierüber. Um nur an eines zu erinnern, erblickten unterm durch Ackerbau mühsam seinen Unterhalt verdienen mußte. Appetit zu seinem Frühgebäck oder Butterbrot greift. Wie es mit den Schlafräumen bestellt ist, darüber giebt botenen Beitungen bereits in der Aufgabe der Zeitungen auf werb gewöhnte Abenteurer nicht versöhnen und that Schritte, Sozialistengesetz Richter die Verbreitung( Versendung) von ver- Mit letterem Umstand konnte sich der an mühelosen Erfolgende Schilderung Auskunft: Während das Berliner Polizeipräsidium in seiner Ver- der Post und die Empfänger wurden verhaftet. Daß im vor um die Erlaubniß zur Ueberstedelung nach der Stadt Tomsk zu liegenden Falle der Ausgabe- Ort Zwickau und nicht Greiz war, erlangen. Als dieser Versuch fehlschlug, beauftragte er seinen ordnung über das Schlafstellenwesen als für jeden Schläfer 10 Kubikmeter Luftraum fordert, während die Zwickauer Polizeibehörde stets ein Pflichtexemplar verlangt und verschiedene Wechsel einzufassiren. Darauf machte er sich als Mindeſtmaß kann unseres Grachtens feinem Zweifel unterliegen. Auch hat Bevollmächtigten, seine Immobilien in Moskau zu verkaufen selbst in der Strafanstalt Plößensee auf jeden Strafgefangenen und erhalten. Die Auffassung des Greizer Schöffengerichts kon- felbst nach der Kremlstadt auf. Unterwegs machte er im Eisen28,15-29,03 Rubikmeter Luftraum kommen, war in zwei Fünftel struirt zwei Pflichtexemplare, welche bei zwei zuständigen Polizei- bahnkupee die Bekanntschaft des Kaufmanns Sheljajem, dem er der untersuchten Berliner Bäckereien das vom Polizeipräsidium behörden abzuliefern sind, eine Deutungsweise, welche der flare sich als Kaufmann Monsoi vorstellte und erzählte, er reise nach vorgeschriebene Mindestmaß von Luft pro Schläfer nicht erreicht Wortlaut des§ 9 des Preßgefehes völlig ausschließt. Rjashst, um dort Geld zu empfangen, mit dem er im Auslande und blos im fünfzehnten Theile der Bäckereien stand den schlaPferde kaufen wolle. Der vertrauensselige Sheljajem forderte fenden Bäckergehilfen so viel Luft zur Verfügung, wie den InGewer begericht. Kammer I. Fräulein Philipp, welche ihn auf, ihn nach Koslow zu begleiten, wo man auf dem Jahrfaffen der Plögenseer Strafanstalt. Wie fürchterlich die Luft in der Wäschefabrik von Buchholz u. Co. thätig war, wurde markt gut Pferde faufen tönne; des Geldes wegen brauche verhältnisse in den Schlafstellen der Bäcker sind, erfieht man eines Morgens entlassen, weil sie nicht 10 Pfennig Strafe für er sich nicht zu beunruhigen, das fönne er vorschießen, ferner aus unserer Statistit, welche zeigt, daß ein Sechstel der Zuspätkommen bezahlen wollte. Sie wandte sich an das bis Sawin fein Geld in Rjashst erhalten habe. Sawin Bäckergesellen mit einem Viertel bis zur Hälfte der vom Berliner Gewerbegericht, beantragend, die Firma zur Zahlung einer Ent- folgte der Aufforderung, lieh von seinem neuen Be= Polizeipräsidium als Mindestmaß vorgeschriebenen Luftmenge zu schädigung und zur Ausstellung eines ordnungsmäßigen Beug- tannten 920 Rubel und taufte Pferde, die er dem frieden sein müssen, ja es giebt Bäckereien in Berlin, wo den Bäcker- nisses zu verurtheilen; sie bekomme ohne dasselbe feine Arbeit. Pferdehändler Sermatow zeitweilig anvertraute. Sodann faufte gefellen Schlafftellen zur Verfügung stehen, die nicht einmal dem Die beiden Buchhalter der Beklagten behaupten, die Klägerin er von Sheljajem 10 000 Bud Hafer und reiste nach Rjashst. zehnten Theil der Größe einer Plögenseer Belle entsprechen! Daß in hätte gar kein Zeugniß verlangt. Durch Beugenaussage wurde Bald darauf erfolgte seine Verhaftung. Bei der Gerichtsver folchen Schlafstellen ein ruhiger, Kräfte stärkender Schlaf möglich sein festgestellt, daß in dem Streit, welchen die Klägerin mit der handlung suchte Sawin zu beweisen, daß er Sheljajem garnicht tann, wird niemand glauben. Der Bäcker, der sich von seinem Direttrice wegen des beabsichtigten Strafabzuges hatte, von ihrer betrogen, sondern blos von dessen vortheilhaftem Anerbieten GeLager erhebt, muß Mattigkeit und das Bedürfniß, frische Luft Seite die Aeußerung fiel: Herr Buchholz will wohl die Groschen brauch gemacht habe. Es sei ihm gar nicht in den Sinn ge zu schöpfen, fühlen, statt dessen muß er aus der elenden Schlaf- felber in die Tasche stecken?" Herr Buchholz machte im tommen, die Schuld nicht zu bezahlen. Ebenso sei er nicht aus stätte sofort in den warmen, staubigen und engen Arbeitsraum Verlauf der Verhandlung dem Gerichtshof die interessante Mit- Sibirien entflohen, sondern hätte es Blos zeitweilig verlassen, um treten. Bei der Arbeit athmet er Dunst und Staub ein, während theilung, von einer Reihe von Geschäften seiner seine Geldangelegenheiten zu ordnen, sodann mit Geldmitteln des Schlafes muß er die schlechte, von seinen Schlafkameraden Branche sei vereinbart worden, Personen, in zurückzukehren und Getreidehandel zu treiben, weil Acterbau ausgeathmete Luft wieder in seine Zungen hineintreiben. Mit deren Zeugniß der Vermert ordnungsmäßig seine physischen Kräfte übersteige. Das Gericht verurtheilte ihn für der Ventilation ist es sehr schlecht bestellt, künstliche Ventilations- entlassen" fehle, nicht einzustellen. Die Beifizer die Flucht aus der Verbannung zu einer dreimonatigen Gefängnißeinrichtungen fehlen fast ausnahmslos, ja ein Sechzehntel der verhehlten ihre Entrüstung über diese Abmachung nicht Das haft und zur abermaligen Deportation, sprach ihn aber von der Schlafräume entbehrt selbst jedes Fensters und in zwei Drittel Gericht verpflichtete den Beklagten, der klagenden Arbeiterin ein Anklage des Betruges frei. der Schlafräume, die stets von mehreren benutzt werden, ist blos Beugniß auszustellen, wie es die Gewerbeordnung vorschreibt, ein Fenster vorhanden und nur in einem Fünftel der Schlaf- 5. H. eine Bescheinigung über Art, Aufnahme und Beendigung Reichsgerichts- Entscheidung. Wegen Betruges stellen befinden sich zwei Fenster. der Arbeit. Das Wort„ ordnungsmäßig" in das Zeugniß zu und einfachen Bankrotts ist der Chemiker Dr. Franz Die Luft, welche durch die Fenster dringt, kann nicht gut feßen, dazu konnte das Gericht den Beklagten nicht verurtheilen. Heltmann in Hagen vom dortigen Landgericht am 7. Juni sein, denn die meisten Fenster sind Kellerfenster und gerade zwei Mit der Forderung einer Lohnentschädigung wurde die Klägerin zu 6 Monaten und 14 Tagen Gefängniß verurtheilt worden. Er Drittel derselben geht nach dem Hof oder dem Flur, die sich abgewiesen. betrieb ein Geschäft zur Gewinnung von Kupfervitriol und nahm selten durch besondere Sauberteit auszeichnen. Mit der Neinlichkeit in den Betrieben steht es nicht beffer. Die Portier 5. flagt gegen feine ehemaligen Arbeitgeber auf Bahlung bald wieder ausschied. Ein Theil seiner Einlage blieb noch in Sigung vom 10. Auguft. Rammer VII. Der nach mehrfachen Finanzoperationen einen Sozius in der Person des Herrn K. an, welcher sich mit 30 000 m. betheiligte, aber Werkstätten. werden fast gar nicht gereinigt, nur ausgefegt, in eines Monatsgehaltes, da er, der vierwöchentliche Kündigung einer ist der Fußboden weder mit Dielen noch mit Steinen be- hatte, ohne Innehaltung derselben entlassen sei. Von den Ein- dem Geschäfte, so daß Dr. Heltmann also seinem bisherigen legt, sondern der Sand bildet den Fußboden. Spucknäpfe fehlen wendungen des Vertreters des Beklagten erschien dem Gericht Sozius verschuldet war. Nunmehr suchte er schleunigst einen legt, sondern der Sand bildet den Fußboden. Spudnäpfe fehlen in mehr als neun Zehntel der Betriebe. Das Waschen scheint man für überflüssig zu selten, denn in mehr als zwei Drittel der ausschließlich die von Bedeutung, daß sich der Kläger geweigert anderen Theilhaber zu gewinnen und zwar bot sich ein solcher Werkstätten ist keine Waschgelegenheit vorhanden. In vielen habe, an einem bestimmten Tage den Fahrstuhl zu bedienen. Die in der Person des Herrn F. an. Diesem schilderte Heltmann fehlt der Ausguß unter der Wasserleitung. Mit Handtüchern stuhlwärters sei seine Pflicht gewesen; fünf Vierteljahre habe er Der Umsatz habe zwar im letzten Jahre nur etwa 180 000 m. Bedienung des Fahrstuhls während der Abwesenheit des Fahr- die Verhältnisse in einem recht günstigen Lichte und gab an, er selbst habe 30-40 000. in dem Geschäfte stecken. wird möglichste Sparsamkeit geübt. Die Schlafräume werden zu aushilfsweise auch den Fahrstuhl bedient. Der Kläger beArbeitsstätten benutzt, dicht daneben ist die Wehlkammer, Ungeziefer, hauptete, dies ohne Verpflichtung gethan zu haben. Auf seinen betragen, aber es hätten doch immerhin 10 000 M. abgeschrieben Schwaben gehören zu selten vermißten Hausthierchen. Es ginge eigenen Wunsch, wenn auch auf Kosten der beklagten Gesellschaft, flau, aber der Artikel werde sich bald wieder heben, und dann werden können. Augenblicklich sei Rupfervitriol gerade etwas zu weit, wollten wir alles aufführen, wir verweisen vielmehr wäre er, nach voraufgegangener Belehrung über die Behandlung könne das Geschäft jeder Konkurrenz die Spitze bieten. Auch in unsere Leser selbst auf die kleine Schrift, die zum Preise von von Fahrstühlen, geprüft worden. Kläger schwört:„ Es ist " 10 Pf. im Vorwärts" zu haben ist. Daß aber mit all diesen, nicht wahr, daß der Vertreter der Beklagten mir bei meinem anderer Weise suchte er den angehenden Theilhaber sicher zu auch den einfachsten sanitären Ansprüchen hohnsprechenden Zu- Engagement als Portier ausdrücklich erklärt hat, daß ich machen. Er meinte, 60 000 M. Ginlage würden genügen, er ständen, für den Arbeiter sowohl, als auch für den Konsumenten als solcher verpflichtet sei, die Mitbedienung des Fahrstuhles zu empfehle ihm aber selbst, zunächst erst 30 000 m. einzulegen und ernste Gefahren für die Gesundheit verknüpft sind, wird jeder übernehmen." Durch diesen Schwur erwiesen nahm das Gericht sich von der Rentabilität erst zu überzeugen. Nach der Bilanz, empfinden. Wir können deshalb auch den Bestrebungen der Ar- an, daß eine Verabredung betreffs des Fahrstuhles nicht getroffen welche er Herrn F. vorlegte, hatte er felbft 36 000 m. Vermögen beiter, diesen Uebelständen sei. Des Klägers einmalige Weigerung, ihn zu bedienen, sei im Geschäfte. Dies war aber in Wirklichkeit nicht der Fall, denn in ihren Betrieben durch deshalb kein Grund zur sofortigen Entlassung. Die Beklagte nicht als solche kenntlich gemacht, sondern zum Aktivvermögen die nicht unbedeutende Schuld an seinen früheren Sozius war Einführung der Kontrollmarke zu begegnen, nur unsere wärmste hätte darum die verlangten 90 M. an den Kläger zu zahlen. Sympathie entgegenbringen. Mögen die Arbeiter das Rammer III. Der Stater Bliesing flagte gegen den gerechnet worden, Durch diese falsche Vorspiegelung wurde F. Ihrige dazu beitragen, die Sache zu unterstützen. Der Kampf Stater Hinze; er verlangt 2,40 M. rückständigen Lohn. S. hatte veranlaßt, 30 000 m. einzuschießen, was er nicht gethan haben wird fein leichter sein, aber das Interesse unseres eigenen Wohls das Geld unter der Motivirung behalten, daß er noch 3 M. von würde, wenn er gewußt hätte, daß Heltmann nicht selbst und das unseres Mitmenschen gebietet uns, all' unsere Kräfte BI. bekomme. Das Gericht verurtheilte den Beklagten zur Heraus36 000 Mart Vermögen int Geschäfte hatte, sondern einzusetzen. 21 000 Mart Schulden. gabe der 2,40 M. Der Lohn müsse nach der Gewerbe- Ordnung Bald darauf brach der Konturs Die Sache hat aber insofern noch etwas Lehrreiches, als eine baar ausgezahlt werden. Forderungen, die nicht aus dem Ar aus und nicht nur Heltmann, sondern auch seine beiden Theilgroße Zahl der Herren Bäckermeister Innungsmitglieder sind, beitsverhältnisse direkt oder indirekt erwüchsen, dürften nicht aus haber verloren ihr Geld. Die Konkursmasse ergab nur 7 pCt. von diesen Herren werden ganz entschieden die Forderungen, die dem Arbeitsverdienste des Schuldners von vornherein einseitig zur Vertheilung an die nicht bevorrechtigten Gläubiger. Außer die Agitationstommission der Bäcker stellt, zurückgewiesen. Da befriedigt werden. des Betruges, der in der Manipulation gegenüber Herrn F. haben die Innungshelden ganz offen Farbe bekennen müssen, und Zwei Vergolder waren vom Inhaber Meier der bekannten gefunden wurde, hatte sich Heltmann des einfachen Bankrotis wie von dieser Gesellschaft nicht anders zu erwarten, den Unter- Goldleisten Fabrit von Methow u. Ko. an der Fertigstellung schuldig gemacht, indem er seine Bücher nicht ordnungmäßig nehmerprozen herausgesteckt, und die von den Arbeitern er eines noch nicht lange begonnenen Affords verhindert worden geführt und die Bilanz nicht rechtzeitig gezogen hatte. hobenen noch so geringen und gerechten Forderungen pure zurück- und flagten deshalb auf Zahlung von je 15 M. Entschädigung. Revision des Angeklagten enthielt u. a. die Rüge, daß ein gewiefen. Aber auch die Behörde hat die Pflicht, nun endlich diesen Herr Meier sagte aus, die Kläger hätten mehrere Arbeiten un- Sachverständiger, der erklärt hatte, er sei gar nicht in dieser Aber auch die Behörde hat die Pflicht, nun endlich diesen genügend ausgeführt, so daß fie nachgearbeitet werden mußten. Sache Sachverständiger, auch mit dem Zeugeneide hätte belegt unfauberen Patronen ihr Handwerk zu legen und dafür zu sorgen, Als sie den fraglichen Attord angefangen hatten, sei gerade werden müssen, weil diese Aussage nicht durch den Sachdaß nicht der Ort der Bereitung von Nahrungsmitteln der Heerd wieder eine ihrer Arbeiten als reparaturbedürftig zurückgekommen verständigeneid gedeckt werde. Das Reichsgericht war jedoch mit einer Uebertragung von Krankheiten oder Fortpflanzungsstätte für und um sich vor weiteren Schaden zu schützen, habe er ihnen der Reichsanwaltschaft der Meinung, daß auch die Negation des Epidemien wird, was in anbetracht des Geschilderten sehr leicht sofort den neuen Afford entzogen. Der Gerichtsvorsitzende stellt Gutachtens vom Sachverständigeneide gedeckt werde und ermöglich ist. aus der vorliegenden Fabrikordnung fest, daß bei Methlow und tannte in der heutigen Sitzung auf Verwerfung des RechtsGerichts- Beitung. Soziale Uebersicht. Die Komp. jeder Arbeiter nach jeder Fertigstellung eines Atfords mittels. entlassen werden kann. Das Urtheil lautete auf Zahlung des Klage- Anspruches. Es hätte, so wurde ausgeführt, so ausfallen müssen mit Rücksicht auf die erwähnte Bestimmung und mit Rücksicht darauf, daß die Entlassung nicht wegen der Mängel des neuen, sondern wegen der des alten Affords erfolgte. Prefgesetzliches. Das Schöffengericht in Greiz verhan Sigung vom 11. August. Kammer VI. Der Bäcker Jahn delte am Montag als Berufungsinstanz in einer Preßangelegen verlangt von seinem früheren Meister 3 M. rückständigen Lohn Neber die Nutzbarmachung der Wasserkräfte in Oft heit, die zwischen dem Vertheidiger und dem Gericht zu einer und Lohnentschädigung für 14 Tage, weil er ohne Kündigung deutschland weiß die Schles. Btg." folgendes mitzutheilen: längeren Auseinandersetzung über die Auslegung des§ 9 des entlassen wurde. Der Beklagte, Bäckermeister Tormer, entgegnete, Da in der ungenügenden" Entwickelung der Industrie in den östPreßgesetzes führte. Der Sachverhalt ist folgender. Der Expe- der Kläger habe sich zweimal seiner Anordnung, den Holzstall zu lichen Provinzen ein wesentlicher Grund ihres geringeren Wohldient der„ Reußischen Volkszeitung" hierselbst hatte es versehen, reinigen, widersetzt und sei darauf, seiner Meinung nach, berech- standes zu finden ist und hier wegen Mangels an geeignetem ein Pflichtexemplar an die Greizer Polizeibehörde abzugeben, tigterweise entlassen worden. Die 3 M. seien von ihm, Tormer, Heizmaterial als Triebkraft für die Industrie hauptsächlich infolge dessen der damalige Verleger, Herr Julius Seifert einbehalten worden, um sich für vom Kläger ruinirte Waaren Wasserkräfte in Frage kommen, hat der Minister für Handel in Zwickau, eine polizeiliche Strafverfügung von 10 M. erhielt. schadlos zu halten. Derfelbe habe einige Duzend Torteletts und und Gewerbe den Professor Jnze der technischen Seifert legte Berufung ein und das fürstliche Amtsgericht ver- außerdem Sträußel durch Herunterwerfen unbrauchbar gemacht Hochschule สิน Aachen beauftragt, eine Prüfung der fügte heute, daß es bei den 10 M. Strafe zu verbleiben habe, und ihn dadurch um 2,70 M. geschädigt; die mitangerechneten Wasserverhältnisse zunächst in den Gebieten östlich der Weichsel weil Greiz als Ausgabeort der Reußischen Volkszeitung" anzu- übrigen 30 Pf. sei der Kläger ihm an Krankenkassenbeiträgen schuldig. vorzunehmen. Dieser Aufgabe hat sich Professor Inte sehen sei und demzufolge ein" Pflichteɣemplar an die Greizer Befragt, ob denn ein Bäcker auch zum Holzstallreinigen da sei, unterzogen und über die Ergebnisse seiner Reise Bericht erstattet. Polizeibehörde abgegeben werden müffe. Dies ginge auch dar antworteten der Beklagte und ein als sein Zeuge anwesender Bäcker, In dem Berichte ist ein übersichtliches Bild von den Wasseraus hervor, weil die„ N, V." nicht nur in Greiz, sondern es sei üblich, daß der jüngste Gehilfe diese Arbeit und ähnliche verhältnissen des bezeichneten Gebietes und sind auch möglichst auch in' den umliegenden Ortschaften verbreitet werde. Hausdienerarbeiten verrichte, wenn fein Hausdiener im Geschäft zutreffende Zahlen über die Größe der vorhandenen Wasserkräfte Auch der Juhalt des fraglichen Blattes wurde mit in fei. Der Meister verstieg sich dabei zu dem Ausspruch:" Na, zu sowie über die Kosten der zu ihrer Nuzbarmachung dienenden Betracht gezogen, um den Nachweis zu führen, daß was anderes als wie zum Hausdiener ist doch ein von außer Anlagen gegeben. Nach den Ermittelungen des Berichterstatters Greiz als Ausgabeort zu betrachten sei. Die Vertheidigung balb kommender Geselle nicht zu gebrauchen!" Nach Vernehmung würden sich allein in den größeren Fluß- und Seengebieten Oftversuchte nachzuweisen, daß nicht Greiz, sondern Zwickau der mehrerer Beugen nahm das Gericht an, daß der Kläger sich be- preußens, wo gegenwärtig bei mittlerem Wasser etwa 5600 NubAusgabeort der R. W." zur fraglichen Beit gewesen sei, dem- harrlich geweigert, einen bestimmten Auftrag des Arbeitgebers pferdekräfte dienstbar gemacht sind, bei Werbefferung des Ab flusses und Ausführung der nöthigen Anlagen noch über 47001 Zag, als nach dem Rassenarzt geschickt wurde, erklärte dieser eine zu bei gelegenerer Zeit vorzunehmende Lohnbewegung zugefagt. Nußpferdekräfte unschwer erreichen lassen. An vielen Punkten teine Beit zu haben, um den weiten Weg zu machen, Viele unorganisirte Kollegen haben sich bereits veranlaßt gefühlt, würden sich die Kosten für eine Wasser- Nußpferdekraft nur das Mädchen foll ins Krankenhaus. Da sich das der Organisation beizutreten; agitiren und organisiren sei zuauf 30 bis 40 m. jährlich stellen, während sie im all- Leiden des Mädchens sichtlich verschlimmerte, ließ der nächst Hauptaufgabe, um auch die übrigen Indifferenten herangemeinen bei Dampfbetrieb einen Rostenaufwand von Dienstherr es unter Mitgabe einer Begleiterin nach dem zuziehen. Der Delegirte zur Gewerkschaftskommission, Hartung, 150 bis 250 M. erfordern. Der Minister empfiehlt, die gewerb Krankenhause fahren, allein dort angelangt, fehlte eines der Aus- unterbreitete hierauf der Versammlung die in deren letter lichen Kreise auf die großen in Ostpreußen vorhandenen und mit weispapiere ohne das die Aufnahme des franken Mädchens ver- Sizung gefaßten Beschlüsse. Mit der Errichtung eines ständigen unverhältnißmäßig geringen Mitteln nuzbar zu machenden weigert wurde und dabei blieb es, trotzdem das arme Wesen sich Bureaus wollte sich die Mehrheit der Versammlung des KostenWasserkräfte und auf die Möglichkeit ihrer Verwerthung durch vor Schmerz krümmte. Die Begleiterin lief zurück, besorgte die punktes wegen nicht recht einverstanden erklären. Der Delegirte die Einrichtung industrieller Anlagen aufmerksam zu machen. Papiere, was über eine Stunde dauerte und fand die Kranke bei soll in der nächsten Versammlung über die Höhe des auf ihre Die ostelbischen Ochsengrafen werden noch Jahr und Tag ihrer Rückkehr immer noch im Wartezimmer in einer Sophaecke Gewerkschaft entfallenden Kostenbeitrages genauen Aufschluß vergehen lassen, bevor sie aus eigenem Geheiß die vorhandenen gekauert. Die Aufnahme der Kranken ward alsdann vollzogen, geben. Nach einer kurzen Pause wurden die Mißstände in einigen Kräfte nugbar machen. Immerhin ist es aber möglich, daß sie doch konnte ihr das Leben nicht gerettet werden. Heute ist das Werkstuben besprochen. Koll. Alschner erwähnte, daß die Firma die vom Handelsminister veranlaßten Untersuchungen für einen Mädchen eine Leiche. Daß solche barbarische Bustände ge- Köstermann u. Zarinszansky, deren Werkstatt fürzlich ausbrannte, Wink mit dem Zaunpfahl ansehen und verlangen werden, daß ändert werden müssen und zwar sofort, leuchtet wohl ein. Das ihren Arbeitern nicht einmal das mitverbrannte Arbeitszeug ersetzt der Staat ihnen in Gestalt von Subventionen oder so was Krankenhaus muß verpflichtet werden, Schwerkrante, wie die babe. Gleicherweise wurden die Arbeitsverhältnisse bei Sachs und Aehnlichem gebratene Tauben ins schnauzbärtige Mündchen Sache auch sein mag, sofort aufzunehmen, und erst nachdem Schwarz sowie bei Wenzel kritisch beleuchtet. Auch geschah der fliegen lassen. Was auch geschehe, die Sozialdemokratie sieht der die nöthigste Hilfe geleistet ist, sich um den geschäftlichen Theil übermäßigen Lehrlingszüchterei einiger Firmen Erwähnung. industriellen Entwickelung des Ostens als frohe Schnitterin mit fümmern. Dem gegenüber wurde den Kollegen die Junehaltung des LohnWohlgefallen entgegen. Auch anderer Orten stolpert in öffentlichen Heilanstalten die tarifs und ein einiges Vorgehen gegen die übergroße AusFormalismus vor die Füße wirst. Humanität über den Stock, den ihr ein übel eingebrachter beutung empfohlen. In etwa 14 Tagen wird der Delegirte zum Züricher Kongreß, Kollege Hübsch, in öffentlicher Versammlung über denselben Bericht erstatten und nochmals Stellung zu dem, geplanten Auskunftsbureau der Gewerkschaften genommen werden. Wie hoch ein Arbeiterleben im kapitalistischen Klassen staate taxirt wird, mag aus nachstehendem ersehen werden. Diefer Tage fiel an einem Stuttgarter Neubau beim Aufziehen ein be- Evangelische Arbeitervereine. Nach einem im Evange hauener Stein infolge mangelnder Leitung desselben herab und lischen Arbeiterboten" veröffentlichten Verzeichniß der evange zerbrach in der Mitte. Die Arbeiter waren für den Unfall nicht lischen Arbeitervereine Deutschlands umfaßt der Gesammtverband Geselliger Büglerverein Norden". Sizung jeden Dienstag Abend gut verantwortlich zu machen, da derselbe durch die Zuziehung 44 411 Mitglieder. Die örtlichen Verbände sind daran folgender10 Uhr Schwedterstr. 267 bei Kornetti. Fachuerein der in Holzbearbeitungsfabriken und auf Holzplähen eines weiteren Mannes ohne Zweifel verhindert worden wäre. maßen betheiligt: Rheinland- Westfalen mit 24 930, Mitteldeutsch beschäftigten Arbeiter und Arbeiterinnen Deutschlands, Filiale Der Werkführer war ob des Malheurs so entrüstet, daß er seinem land mit 5528, Baden mit 2127, die Rheinpfalz mit 1784, Berlin 2. Dienstag, den 15. August, Abends 8% Uhr, im Lokal von Nehliz, Unmuth mit den Worten Luft machte:„ Wenn no Einer von Württemberg mit 1728, der Mittelrhein mit 1440, Kurhessen mit Bergstr. 12. Berliner Orchesterverein. Dienstag, den 15. August, Abends 8 Uhr, Euch faput gange wär', do wär's foi Schade; den Stein aber 1007 und 19 Einzelvereine mit 5867 Mitgliedern. Außerhalb des uebung im Lokal Brandenburger Garten", Wasserthorstraße 64. Gäste sind muß i wieder mache lasse." Und damit der Unternehmer nicht Gesammtverbandes bestehen in Rheinland- Westfalen noch 49 Ver- willkommen. zu Schaden komme, zog der Werkmeister den dabei betheiligten Ar- eine mit zusammen 12 274 Mitgliedern und im übrigen Deutschstraße 16: Bersammlung. Tagesordnung: Berathung, ob ein kommers oder Gauverein Berliner Bildhauer. Dienstag, den 15. August, Annenbeitern je mehr als einen Taglohn ab, was sich diese indeß nicht land außer dem Königreich Bayern noch 42 Vereine mit 6306 ein anderes Herbstvergnügen abgehalten werden soll. eine ohne weiteres gefallen lassen werden. Auch an anderen Orten Mitgliedern. Aus Bayern werden 56 Vereine aufgeführt mit Skatklub Roth- Junge. Sizung alle Dienstag nach dem 15. und Spielfehlt es nicht an so inhumanen Kreaturen, die im Dienste des etwa 10 000 Mitgliedern. abend alle Dienstag von 9-11 Uhr im Nestaurant des Herrn Herrath, Boeckh Kapitals der Arbeiter nur als im übrigen werthlose Ausbeutungsstraße 7. objekte betrachten. " Wir bringen diese Mittheilungen, um zu zeigen, daß noch wacker gekämpft werden muß, um die heutigen Jünglingsvereinler dem pastoralen Einfluß zu entziehen und sie zu dem zu machen, was sie ihrer Klassenlage nach sein müßten, Sozialdemokraten. Daß mancher„ Auch"-Arbeiter den evangelischen Arbeitervereinen angehört, ändert hieran nichts. von Wenn " Arbeiter- Bildungsschule. Dienstag Abend von 8%-10% Uhr. SüdSchule, Mariendorferstraße 6( bei Grube): Deutsch( mittel.). Südost= Schule, Reichenbergerstraße 133: Gesetzestunde und Deutsch( unt). Oft Schule, Markusstraße 31: Deutsch( unt.). Nord- Schule, Müllerstraße 179a: nahme Mathematik und Buchführung, fönnen noch Schüler und Schülerinnen Rechnen, Korrespondenz und Geschichte( alte). In allen Fächern, mit Aus auch jetzt im Laufe des Semesters, eintreten. bei G. Behrend, Blumenthalftr. 5. ftraße 42. n 1 Durch die Kapitalistenbrille. Kostbare Dokumente des „ Geistes", der die deutsche Ausbeuterschaft am Ende des neunzehnten Jahrhunderts noch leitet, find die Handelskammerberichte. Die ganze Angst darüber, daß es mit der SelbstherrLese- und Diskutirklubs. Dienstag. Empor", Abends 8% Uhr, lichkeit über Leib und Leben der Arbeiter troballedem doch all- Den ärmeren Klassen soll in Preußen das Reisen Arbeiter- Sängerbund Berlins und Umgegend. Alle Aenderungen im mälig auf die Neige geht, der ganze Groll über die trogalledem erheblich vertheuert werden. Die preußische Eisenbahn- Bereinstalender sind zu richten an Friedr. Kortum, Manteuffelstr. 70. Dienstag, sich vorbereitende soziale Umgestaltung fommt in diesen, ja Verwaltung hat neuerdings eine Anordnung getroffen, welche Abds. 9 Uhr, uebungsstunde. Aufnahine neuer Mitglieder. Freundschaft, bei Oswald Berliner, Brunnenstr. 114. eigentlich nicht für die Arbeiter bestimmten Berichten unverhohlen den Begriff des Reisegepäcks wesentlich einschränkt und wohl eine Olympia, Adalbertstr. 8 bei Sauermann. Schildhorn, Usedomstr. 33 bei Mielfe. Allegro, zum Ausdruck. Und krämerschlau wie die Handelskammer Ueberfüllung der einzelnen Koupees mit sogenanntem Handgepäck Wrangelstr. 141, bei Schmidt.- Alpenglocke, Grüner Weg 29, bei Saeger. Berichterstatter sind, ziehen sie, getragen von der Furcht, daß mit verhindern soll. Man wird eine solche Maßregel, als gegen eine Bruderber 3, Andreassir. 26 bei Wilte Ihn'scher Humor, Straußdem mächtigen Anschwellen der Arbeiterpartei unvermeidlich in oft sehr weitgehende Belästigung des Publikums gerichtet, im offnung 2, Deutsch- Wilmersdorf, Brandenburgstraße bei Gräß. bergerstraße 3 bei Birt. Unverzagt 2, Moabit, Kronen- Brauerei. absehbarer Zeit auch ein wirklicher Arbeiterschutz kommen allgemeinen nicht tadeln können, bedauerlich ist aber, daß die Baldtapelle, Reichenbergerstr. 19 bet Roscher.- Arbeiter- Maimuß, mit einem Feuereifer, der von vernunftwegen für spätere Ausdehnung der verschärften Kontrolle auf die vierte Klasse die bund, Nowawes, Wallfiraße bei Gärtner. Sängerfette, Rottbuser Beiten aufgespart werden sollte, gegen den sogenannten Reisenden aus den ärmeren Kreisen sehr hart treffen und vielen Damm 74 bei 2. Silte. Kreuzberg, Lichterfelderstr. 7-8 bei Winter. Alte Linde, Reichenbergerstraße 39 bei Fürstenau. Vorwärts 4 Arbeiterschutz von heute zu Felde, der den Arbeiter kaum mehr die Benutzung dieser Klasse unmöglich machen wird. Es sollen Rathenow, Restaurant Zur Erholung bei 2. Friesece. Einigkeit 2 vor der Ausbeutung bewahrt, als eine gesprungene Fensterscheibe nämlich nach der Verordnung die Beamten angewiesen werden, Landsbergerstr. 31 bei Musehold. Gesangverein der Böttcher Stein= die Bewohner einer Mansarde vor der Winterkälte. Geist von den Reisenden vierter Klasse nicht zu gestatten, Reise- bei ilhelm Nölte. etche, Jüdenstr. 55 bei Trieschmann. Vorwärts 8, Marwitz, Silaria, Frankfurterstr. 30 bei Haberecht. Diesem Geist ist auch der Handelskammerbericht der Stadt toffer, faufmännisch verpackte Kisten und Waarenballen wiederhalI, Köpenickerstr. 191 bet Boge. Johanni, Dit= Lüdenscheidt pro 1892, in welchem es heißt: großem Umfange mitzunehmen. nun auch bahnhof 7 bei Schulz. Vorwärts 3, Friedrichsfelde, Wilhelmstr. 10 „ Der den Arbeitern gewährte Schuh" ist, wie bemerkt, oft jetzt die vierter Wagen Klasse wohl bei Momber. Gefangverein Rothe Nelte 2, bei Rabe, Ruppiner- und ausnahmslos Schönholzerstraßen Ece. Schneeglöckchen 1, Rirdorf, Karlsgartenweit davon entfernt, für diese eine Wohlthat zu sein( dies ist ja Sißbänke haben, so daß die Benutzung der Reisekoffer und Reise- raße bei Silpert. Gesangverein Eintracht, Nieder- Schönweide, richtig, wenn auch nicht im Sinne des Handelskammer- Bericht- tisten als Siggelegenheit nicht mehr nöthig ist, so darf man doch Restaurant Hinz. Mohr'sches Doppelquartett, Friedrichsbergerstr. 19. erstatters); in den Kreisen der Arbeitgeber haben die nicht vergessen, daß die Reisenden vierter Klasse fein Freigepäck Gesangverein Frohsinn in Stralau, Gräfl. Neischach'sche Brauerei. Deutsche Liedertafel, Grüner Weg 29 bei Säger.- Gang ergruß, neuen Bestimmungen geradezu Erbitterung hervorgerufen. haben, daß sie also, wenn sie Gepäck mitnehmen wollen und es Friedrichshagen, Blant's Restaurant. Epheu, Ackerstr. 123 bei Stümte. Wir lassen einen uns zugegangenen Bericht einer hiesigen Firma nicht mit in den Wagen nehmen dürfen, dasselbe künftighin als Gefangverein Freiheit 1", Bülowstr. 65 bei Richter. Gesangverein 9 wörtlich hier folgen:" Wenn überhaupt die Arbeiterschutzgesetze Passagiergepäck aufgeben und bezahlen müssen. Dadurch wird cho 2" Uhr Abends Uebungsftunde bet Reimann, Alte SchönhauserGesangverein Gerechtigkeit Westen, Bülowstr. 68 keine den örtlichen Verhältnissen sich anpassende Abänderungen in den meisten Fällen der Fahrpreis sich über den der dritten bet Werner. Gesang- und Theaterverein Acacie"( gemisch. Chor). erfahren, dienen sie nur dazu, dem Fabrikanten das Leben sauer Klasse erhöhen, und die Benutzer der vierten Klasse würden beffer Beughofstr. 8 bei Behlendorf. Arbeiter- Gesangverein Fretheit 2, Adlerszu machen.(!) Seit Jahr und Tag haben wir, wir möchten bei- thun, dritter Klasse, ja vielleicht sogar zweiter Klasse zu fahrenhof, eſtaurant stuble. Freies Lied 1, Friedrichsberg, Friedrich- KarlWacht auf Wörther- und Rytestraßen- Ecke bei nahe sagen, glücklicherweise" keine flotten Zeiten gehabt; hätten und ihren Koffer als Freigepäck aufzugeben oder auch mit in Schmidt. Luftige Sänger in Potsdam, Brandenburger Kommuni wir sie gehabt, wären wir gar nicht in der Lage gewesen, sie in den Wagen zu nehmen, denn den Passagieren dieser Klasse ist tation 16. Blumenlese, Sebastianstr. 3, bei Meier. Freiheits irgend einer Weise auszunußen, denn die Gefeßgebung seht dem das Mitnehmen von Reisetoffern ins Koupee gestattet. Man Bernau, im Schüßenhaus. Frete Gloden, Mariannenstraße 31-32 durch Verbot des Ueberarbeitens, durch Beschränkung der Arbeits- wird nicht behaupten können, daß diese Anordnung dem all- Bergißmetnnicht bei Görite, Schul- u. Grerzierstraßen- Ece. Senefelder, Landsbergerstr. 31 bet Seehausen. Doppelstunden solch beinahe unüberwindliche Schwierigkeiten entgegen, gemeinen Verlangen, die Benutzung der Eisenbahnen auch den Quartett Dämmerlicht", Frankfurter Allee 121 bet P. Bener. Echo 3, daß der energischste Fabrikant diesem gegenüber er weniger Bemittelten zu erleichtern, Rechnung trägt; fie muß im Zehlendorf, Karlstraße bet Regler. Nordstern", Müllerstr. 7 bei lahmen muß. Und ist damit unseren Arbeitern gedient? Gegentheil als eine Begünstigung der Wohlhabenden gegenüber bei Hermann Sonntag. Männergefangverein„ Wa ch Auf", Pantow, Wollantstr. 115 Reineswegs! Aus früheren Jahren sind uns Fälle be- den Armen betrachtet werden. kannt, daß Arbeiter ihre gute Stellungen kündigten, weil sie in denselben nicht Gelegenheit hatten, überzuarbeiten. Zudem Die herrschende Rechtsunsicherheit wird sehr scharf durch sind die Arbeiten in unsern Knopffabriken keineswegs so an die Thatsache illustrirt, daß fortwährend die Verwaltungsbehörden strengend, daß man behaupten könnte, sie rieben den Körper auf."( oft auch die Gerichte) genöthigt sind, die bestehenden Gesetze Was die Harmlosigkeit der Beschäftigung, in der in Lüden auszulegen". Nach einem Erlaß des Handelsministers und in scheidt vertretenen Knopffabrikation betrifft, so sei bemerkt, daß Uebereinstimmung mit einer reichsgerichtlichen Entscheidung sind sie den Arbeiter mit erschreckender Regelmäßigkeit der Schwind- Schiffstnechte auf Binnenfahrzeugen als gewerbliche Arsucht in die Arme treibt. Vor allem ist dies der Fall in Lüden beiter im Sinne des Tit. 7 der Gewerbe- Ordnung zu behandeln. scheidt, wo die in diesem Fabrikationszweig gezahlten Löhne Demnach unterliegen die Minderjährigen unter ihnen auch der schon seit langem erstaunlich schlecht sind und durch systematisch Vorschrift des§ 107 der Gewerbe- Ordnung. Es ist ein bedentgeübte Abzüge immer mehr heruntergebracht werden, so daß der liches Ding um Gefeße, die Zweifel ob ihrer Auslegung" entArbeiter seine Familie heute nicht anders nothdürftig ernähren stehen lassen. Sie gereichen dem Parlamente, welches sie geschaffen, fann, als wenn er durch regelmäßige Ueberarbeit seine Körper- wahrlich nicht zur Ehre! traft vorzeitig zu Grunde richtet. Aehnlich liegt es in allen in Lüdenscheidt vertretenen Industriezweigen. Es fommt noch hinzu, daß in diesem Ort, wo, wie gesagt, die Schwindsucht graffirt wie kaum anderswo in einer Fabrikstadt, die Arbeiterschaft zu ihrem Unglück nicht organisirt ist, sodaß das Unternehmerthum so ziemlich ungehindert über sie schalten und walten fann. Und bei alledem das bewegte klagelied dieser Nimmerfatten. " Kapital und Religion. In einer Sudenburger Maschinenfabrik war ein sehr frommer Arbeiter beschäftigt, der feinen Gottesdienst versäumte. Als kürzlich ein Bischof nach Magdeburg tam, nahm er sich aus freien Stücken einen Tag Urlaub, um die Firmung mitzumachen. Als er am nächsten Tage wieder zur Arbeit kam, wurde ihn bedeutet, er solle wieder dahin gehen, wo er hergekommen sei. Interessant wäre zu erfahren, ob die Kirche mit gleicher Wärme für den wegen dieses Vergehens entlassenen Arbeiter eintritt, wie es seitens der Sozialdemokratie politisch und gewerkschaftlich Gemaßregelten gegenüber geschieht. Versammlungen. straße 11 bet Heinecke. bet Doberstein. Reichard. alle 14 Tage. 1 Männergesangverein Gtchen trans", Prenzlau, im Kaifergarten. Männergesangverein ottbuser Harmonie", Schönleinstraße 6 bei Otto Klein. alle zuschriften, den Bund betreffend, find zu richten an P. Hentet Bund der geselligen Arbeitervereine Berlins und Umgegend. Bergmannstraße 21, of 3 Tr. Dienstag. Stattlub Kreuz- Solo bei Ratte, Andreasstr. 18.- Theaterverein Blumenlese bet Sommer, Stallfchreiberstr. 58. Geselliger Verein off nung bei Fröhlich, Naunynstr. 43, Tambourverein Wirbel, bet Müller, Gartenstraße 52. Louisenstädtischer Theaterverein Frohsin'n bei Möhring, Admiralstr. 18c. Tambourverein Deutsche Eiche bet Niederschuh, Fürbringerstraße 7. Tambour- Verein Boruffia bei Scholz, Weidenweg, Ecke Möglinerſtraße. -Bergnügungsverein limbim bei Bredlow, Bülowstr. 65. Tambourverein Ruf bei Sperling, Inselstr. 1. Vergnügungsverein Amor II bet Bergemann, Prinzen- Auce Musitverein Hoffnung, bei Dreßler, Gefelliger Verein Mehr Licht bei Golg, Gr. Frant Eisenbahnstr. 6. furterstraße 133. Geselliger Mufitdilettanten- Verein Münstermann, bei Wilte, Hochstr. 32a. Uebungsstunde und Aufnahme neuer Mitglieder. Theaterverein Schüßenverein reitugel, Gtaligerstr. 54 bei Hente. Freundschaft, Abends 9 Uhr beim Anhaltiner, Tempelhofer Ufer. Rauchtlub Elvira, Abends 9 Uhr Friedrichsfelderstr. 24 bei Lehmann. Gesang-, Turn- und gesellige Vereine. Dienstag. Gefangverein Anatreon, Abends 9-11 Uhr, bei Keßner, Annenstraße 16. Musikverein Nord 8-11 Uhr, Wriezenerstr. 6, bei Sendte. 10. Turnverein Gesundbrunnen. Die 1. Männer- Abtheilung turnt von 8-10% Uhr in der Turnhalle des Leffing- Gymnasiums, Pantstraße 9-10. Berliner Turngenossenschaft. Die 9. Männerabtheilung turnt jeden Dienstag und Freitag in der Gemeindeschule, Blumenstr. 63 a. Theater- Berein Othello 2 Abends 9 Uhr, bei Tägers, Gartenstr. 13-14. ftraße 158 bet Buchs. Privat- Theater- Gesellschaft Berliner Humor, Abends 9 Uhr, Köpnicer: Privattheaterverein Crescendo, Abends, bei Nicolay, Elisabethkirchstr. 14. Theaterverein Vulkania bei Täger, Theaterverein Bultania 2 Abends 9% Uhr AckerGartenstraße 13-14. straße 144 Vorstädtisches Kasino. Theaterverein Freundestreis", Sigung 9 Uhr, Restaurant Razorfe, Solmsstr. 1. 21. 9 Uhr Mehr Abends Die Feilenhaner hatten am 13. August eine öffentliche Versammlung. Des schwachen Besuches wegen nahm man von dem angekündigten Vortrage Abstand. Der Vertrauensmann Wo its che cf erstattete den Bericht über seine Thätigkeit vom August 1891 bis Auguſt 1893. Während dieser Zeit sind für 231,90 Marken abgesezt, davon entfallen auf den Zeitraum des letzten Jahres 59,90 M. Daß die Einnahmen stetig zurückgegangen, Vergnügungsverein Amicitia, 8% Uhr, bei Schönnagel, Barnimstr. 47. Bergnügungsverein Nordwacht, Abends 9 Uhr, im Lotale Fennbräubeweist der Bericht über den Markenabsaz, entgegen dieser Summe Restaurant, Fennstraße Nr. 21. besage der vorhergehende Bericht, daß für 1060,75 M. Marken Rest. Deutscher Reichsadler, Beuſſelſtr. 9.- Vergnügungsverein Saturnalia. Geselliger Verein Brüderschaft, im in dem Zeitraum vom 16. November bis 25. Oftober abgesetzt abend 9 Uhr, Andreasstr. 3, Sigung. Bergnügungsverein Fidelio, Dranien Sigung mit Damen bei Seifert, wurden. Kollege Woitscheck legte sein Amt nieder und wurde an Abends 9 Uhr, Geselliger Licht" Touristenklub Wanderseiner Stelle Kollege Schäfer zum Vertrauensmann gewählt. Große Frankfurterfiel Abends 9 Uhr, Fransectistr. und Bum Punkt Submissionswesen" berichtete Kollege Kuhl, daß lust", Schönhauser- Allee- Ecte. sämmtliches Material bis auf die Lohnverhältnisse statistisch Geselliger Arbeiterverein Hoffnung. Vereinslotal( Süddeutscher Brauereizusammengestellt sei. Die Löhne sind seit dem 1889 er Streik um Geselliger Verein Regina Sigung mit Damen Oranienstr. 153 bet SchönAusschant) Reichenbergerstr. 21. Alle 14 Tage Dienstags, Abends 8 Uhr. 35-40 pet. von dem damals Errungenen heruntergegangen, walder. Bergnügungsverein una. Sigung bei Haberecht, Große Frant3. B. sei bei Schorf und Schall bei 11 stündiger Arbeitszeit 9-10 m. furterstr. 30, Fidelitas. Männerchor Waldesrausched im Restaurant Bergnügungsverein Berolina Abends verdient worden, ausnahmsweise kam einmal die Seltenheit in obenzollern", Seydelstraße. acht Wochen vor, daß der beste Arbeiter 18 m. verdiente bei 1412 Pf. pro Kilo verdiente. Nach längerer Debatte nahm man den Antrag an, die 1889 gestellten Forderungen zu erneuern: Minimallohn Unser Offenburger Partei- Organ schreibt zu dieser Botschaft: 20 M., Stundenlohn 40 Pf., Ausnahmearbeit nach Uebereinkunft. Von einem sozialdemokratischen Verein fann feine Rede sein, da Die schlechtesten Löhne zahle bekanntermaßen die Firma Kammdie Mitglieder allen Richtungen angehören. Die Kaffe wurde rich, hier sei der Durchschnittsverdienst kaum 12 M. Zum Streik revidirt; es befand sich ein Ueberschuß zu gunsten des Kassiers in der Cuvrystraße wurde berichtet, daß die Sache dort günstig in derselben. Die Maßregel ging von derselben Angeklage liege und troß der 30-40 Streitbrecher auf einen Sieg zu hoffen behörde in Karlsruhe aus, welche die Hüber und Luz einsperren sei. Sämmtliche Redner hoben die Nothwendigkeit der Organi und die Hördtener Dorfaristokratie frei herumlaufen ließ. Daß fation hervor, gleichviel ob lokal oder zentral, Hauptsache sei, niemand vom Medizinalverein eingesperrt wurde, ist schon ein daß alle Kollegen einer gewerkschaftlichen Organisation angegenügender Beweis, daß den Erwartungen in Karlsruhe nicht hören. entsprochen wurde. Kasse und Bücher sind vor der Hand verTochert. Es wär' so schön gewesen! Die„ Frankfurter Zeitung" brachte dieser Tage folgende Schreckenspost: Bei dem sozialdemokratischen Medizinalverein Baden wurde am 7. August auf Anordnung der Großh. Ober- Staatsanwalt schaft in Karlsruhe wegen dringenden Verdachts von Unregelmäßigkeiten eine Untersuchung eingeleitet. " " 1 Kohn, Wrangelstraße Nr. Wuttke, Graudenzerstr. 2. Nawrod Martusstraße 23. Abends RauchRauch 9 Uhr im Restaurant Prot, Annenstr. 9. Mufit- Dilettantenverein, Preziosa", Abends 8% Uhr, Uebungsstunde in Scheffler's Restaurant, Reinickendorferstr. 25. Aufnahme. Bitherklub " bei E. Frante, Apostelkirche 7 b. Freiheitstlänge Zitherverein Einigteit". Abends 9 Uhr bei Gulden, Oranienstr. 36, Uebungsstunde. Drientalischer Rauchklub Spar- und Kreditverein, Abends 9 Uhr, Reichen bergerstraße 24, bei Schröder. Rauchklub Dämmerwolfe, Rauchflub Bruderbund. Abends 9 Uhr, bet Stabernact, Böchſtr. 51. Pücklerstr. 49. Rauchflub Zeitgeist, Abends 9 Uhr bei Kaspar, Restaurant zum Seitgeist, Bernauerstr. 72. Rauchtlub Unverzagt bei G. Ruppin, Rauchflub Portorico, Abends 9 Uhr, bei Blumenstraße 49. Abends 9 Uhr bei Achfel, köpenickerstraße h Rauchflub Gemüthlichtett 2, Rauchtlub Blaue Luft, abends 9 Uhr bei Bredlow, Bülowstr. 65. Rauchklub Abguß, 8 Uhr, bei Schulze, Weberstraße 10. Altdeutscher Rauchflub. Be Rauchflub Abguß 1. Abends s¼ Uhr bei Rauchklub Grüne Quaft e", 9 Uhr, Münchebergerstr. 29, Restauration Schmeist Rauchtlub Eldo= Die in der Posamentenbrauche beschäftigten Arbeiter und rado Abends 8 Uhr bei Gayer, Pallisadenstraße Nr. 66-67. Arbeiterinnen hielten am Sonnabend, den 12. d. M., eine öffent- lub Tabaksblüthe, Sigung, Abends 9 Uhr, Blumenstr. 19. liche Versammlung ab. Kollege Mahlte erstattete den Bericht tub Columbus, Abends 8% or, bet A. utte, Oppelnerstr. 23. über die bisherige Wirksamkeit der Lohntominission. Speziell die Verhältnisse in der Möbelbranche haben sich in der letzten Zeit derartig verschlechtert, daß eine öffentliche Versammlung am Briefkaffen der Redaktion. Eine Lücke unseres Krankenhauswesens, so schreibt es, führte 22. April d. J. beschloß, um der weiteren Verschlechterung der wahrscheinlich den Tod eines Mädchens herbei, was bei forret Erwerbsverhältnisse endlich einen Damm entgegenzusetzen, eine Erbschaft 100. Sie sind der alleinige Erbe und müssen, terem, und sagen wir nur menschlicherem Entgegenkommen der Lohnkommission zu wählen, welche die Forderung der 9 stündigen wenn sie die Erbschaft antreten, auch die Schulden des ErbKrantenhaus- Verwaltung I. d. J. hätte vielleicht verhindert wer- Arbeit zeit und 50 Pf. Stundenlohn an die Unternehmer stellen laffers tilgen. Zur weiteren Rücksprache stehen wir in unserer den können. Der Fall ist kurz folgender: Die Caféfellnerin Elise sollte. Die Kommission hat zunächst die Kollegen der größeren Sprechstunde zur Verfügung. Gall, 21 Jahre alt, von Dasing, erkrankte vor einigen Tagen Werkstellen hintereinander in ihre Sigungen eingeladen und E. K. 25. Eine gefeßliche Bestimmung über Sonntagsruhe plöblich Nachts an heftigen Unterleibsschmerzen. Am andern haben die organisirten Kollegen ausnahmslos ihre Betheiligung für für Privat- Nachtwächter existirt nicht. Verantwortlicher Redakteur: Wilhelm Schröder in Berlin. Druck und Verlag von Mag Bading in Berlin SW., Beuthstraße 2. Dienen nufere öffentlichen Krankenhäuser humanitären Zwecken? Bedenkliche Zweifel ob dieser Frage steigen beim Lesen der folgenden Notiz, die wir unserem Münchener Parteiorgan entnehmen, in einem auf.