Ur. 124. flbonncmcntS'Bcdingungen: Btonncmcnli- Prcis pränumerando i Bicrtcljährl. 3£0 ÜBt, monal!. 1,10 Mk,, wöchentlich 28 Psg, frei ins HauS. Einzelne Nummer S Pfg. Sonntags. juimmct mit illustrierter Sonntags» Beilage»Die Neue Welt" 10 Pfg. Post» Abonnement: 1.10 Mark pro Monat. Eingetragen in die Post-Zeitungs- Preisliste. Unter Kreuzband für Deutschland und Oesterreich- Ungarn 2 Mark, für das übrige Slusland S Marl pro Monat. Postabonuenienis nehmen an: Belgien, Dänemark, Holland. Italien, Luxemburg. Portugal, Uumäiiicn, Schweden und die Schweiz, 28. Jahrg. � vZi erllftcint tszllch äußer montan Berliner Volksblnkt. Zcntralorgan der fozi aldcmohrat? feben Partei Deutfchlands. Die TnkrlionS'Gebübf 7 Beträgt für die scchsgespaltene Kolonek» geile oder deren Raum eo Pfg., für polittsche und gewcrlschastliche Bereins- lind BersammlungS-Aiizeigen 30 Psg. „Kt-in- Hnzeiger,", das fettgedruckte Wort 20 Psg. fjulässig 2 fettgedruckte Worte), jedes weitere Wort 10 Psg. Stellengesuche und Schlasstellenau- zeigen das erste Wort 10 Psg. jedes weitere Wort ö Psg. Worte über löÄuch» ! laben zählen sür zwei Worte. Inserate ür die nächste Nummer niüslen bis i Uhr nachmittags in der Expedition »bgcgcben werden. Die Erveditioii ijt bis 7 Uhr abends geöffnet Telegramm-Adresse: „SsziaUdDObrat litkliv". Redaktion: 8Al. 68, Lindenstrassc 69. Ferusprcchcr: Zlmt IT, Nr. 19S3. Gxpedition: 68, Lindenstrasae 69. Feriisprcchcr: Auit IV, Nr. 1984. Rurcaukratie und Zelbitvewaltung. In einem Memorandum über die Unterschiede zwischen den deutschen Versicherungsgesetzcn und der„National In- surance Bill", das der englische Schatzkanzlcr soeben veröffent- licht hat. heißt es:„Es gibt in der deutschen Bersicherungs- .gesehgebung kein Gegenstück zu der bedingungslosen Autonomie, die die„National Insurance Bill" den an- erkannten Kassen der Versicherten gewährt, denen die Aus- führung der hauptsächlichen die Unterstützung betreffenden Klauseln der Vorlage anvertraut Ivcrden wird. Tie Vor- läge verlangt, daß die Angelegenheiten dieser Kassen der absoluten Kontrolle der Mitglieder unter- stehen müssen und daß ihre Statuten die Wahl aller Aus- schüsse, Vertreter und Beamten durch die Mitglieder vor- schreiben müssen." Diese beiden Sätze zeigen nicht allein den wesentlichen Unterschied zwischen dem englischen und dem deutschen Ver- sicherungsviftem, sondern offenbaren auch recht klar den Unter- schied zwischen dem Staatsmann und dem Bureaukraten, den Unterschied zwischen dem Mann, der die Welt und die Menschen kennt und auf der vorhandenen guten Grundlage aufbaut, und dem weltfremden Aktenmenschen, der Deutschland als eine große Kinderstube betrachtet und jede Willensregung seiner Schutzbefohlenen durch einen Paragraphen zu ersticken versucht. Gewiß ist die Aufgabe, die Herr Lloyd George heute zu lösen hat, um vieles leichter als sie zur Zeit des Anfangs der Arbeiterversicherungsgesetzgebung war. Der englische Schatzkanzler hat ein Vorbild, das ihm besonders klar zeigt, was er zu unterlassen hat, und zudem haben die englischen Arbeiter das Problem schon zur größeren Hälfte selbst gelöst. Sechs Millionen Arbeiter— die Kerntruppen des Proletariats— gehören den bestehenden freien Hilsskasfen fFriendly Societies) an, von denen eine allein(Manchester Unity of Oddfellows) über eine Million Mitglieder zählt und ein Vermögen von fast 300 Millionen Mark besitzt. Aber alles dieses ändert nichts an der Richtigkeit der Be- chauptung, daß der englische Gesetzgeber im Gegensatz zu dem deutscheu das Problem der Arbeiterversicherung init staats- männischer Umsicht zu lösen versucht hat. Die Reichsrcgie- rung hat eine Gelegenheit gehabt, zu beweisen, daß sie den Geist der Zeit versteht und ihm Rechnung zu tragen weiß. Seit langen Jahren hat die deutsche Arbeiterklasse nach dem Zeugnis aller unparteiischen Kritiker in der Verwaltung der Ortskrankenkasseu ihre Tüchtigkeit bewiesen. Besser haben auch die englischen Arbeiter ihre freien Hilsskasfen nicht ver- waltet. Anstatt nun in der Reichsvcrsicherungsordnung dem Grundsatz der Selbstverwaltung, der sich noch überall bewährt hat, ein weiteres Feld einzuräumen, tut die deutsche Re- gierung gerade das Gegenteil. Wie immer, tvenn es etwas Vernünftiges zu schaffen gilt. Um den Unterschied, der zwischen dem Verwaltungssystem der deutschen Versicherungsträger und den englischen Hilfs- lassen besteht, klar zu kennzeichnen, genügt es, nur einige unterscheidende Merkmale anzuführen. Die Reichsversiche- rungsordnung zerstört das Selbstverwaltungs- recht der Industriearbeiter und entrechtet die Landarbeiter vollständig. Die englische „National Insurance Bill" gibt nicht allein den Industrie- arbeiter, sondern auch den Landarbeitern das Recht der absolutenSelb st Verwaltung. Nicht allein die be- stehenden und noch zu gründenden Hilsskasfen, sondern auch die Gewerkschaften der englischen Arbeiter, also ausgesprochen politische Organisationen, können Träger der Versicherung werden. Dabei verwalten diese Kassen nicht nur die Gelder ihrer eigenen Mitglieder, wie die freien Hilfskasscu Deutsch- lands. sondern auch die Beiträge der Arbeitgeber und die Zuschüsse aus der Staatskasse. Einen weiteren lehrreichen Ver- gleich bietet die Verwaltung der Betriebskassen in Deutschland und Großbritannien. Tie„National Insurance Bill" läßt Betriebskassen, wo sie schon vorhanden sind, unter gewissen Voraussetzungen weiter bestehen. Tie Statutenänderungen dieser Kassen, die durch das englische Versicherungsgesetz not- wendig werden, bedürfen der Genehmigung der Mitglieder. Ein Mitglied einer solchen Kasse kann jederzeit austreten und einer anderen Kasse beitreten, ohne seiner erworbeneu Rechte verlustig zu gehen. Auch die Betriebskassen müssen von den Arbeitern verwaltet werden. Der Arbeitgeber hat nur ein Recht aus Vertretung in der Verwaltung, wenn er die Zahlungsfähigkeit der Kasse garantiert: alsdann stellt er ein Viertel der Mitglieder der Verwaltung. Sonst kann er nur eine Vertretung beanspruchen, wenn er einen höheren als den gesetzlichen Beitrag leistet. In jedem Falle aber haben die Arbeiter auch die Verwaltung der Bctriebskassen in ihren Händen. ,,,~ Gestützt auf den starken Stab des Selbstverwaltungs- Prinzips, setzt sich Lloyd George leicht über die endlosen Hindernisse der bureaukratischen Verwaltung hinweg und zerreißt nebenbei all die Zwirnfädeu der liliputanilchen Schreiberseelen Die deutstfo Invalidenversicherung konnte. er mit dem besten Willen nicht in seineu Plan einfügen. Er vereinigte daher die Invalidenversicherung, die er viel rich- tigcr Arbeitsunfähigkeitversicherung(incapacitzt insurance) nennt, mit der Krankenversicherung, von der sie nur ein Teil I ist, und schuf so ein Gesetz aus einem Guß, das den Arbeiter > ununterbrochen von der ersten Krankheit an bis ins hohe Alter über die schlimmsten Beschwerden der proletarischen Existenz hinweghilft. Gewiß ist die„National Insurance Bill" noch sehr verbesserungsbedürftig: aber ihre 87 Para- graphen bieten doch wenigstens eine Grundmauer, auf der man weiter bauen kann, während man dies von der 175i- köpsige Hydra der Reichsversicherungsordnung sicher nicht sagen kann. Die Einheitlichkeit des englischen Gesetzentwurfs kommt auch in der Bestimmung zum Ausdruck, nach der Arbeitslose, die ihre Beiträge nicht bezahlen können, ihrer Rechte auf Unterstützung nicht verlustig gehen. In Deutsch- land fallen solche Arbeiter häufig der Armenpflege zur Last. Indem der englische Schatzkanzler die Verwaltung der Kranken- und Invalidenversicherung den Versicherten selbst anvertraut, spart er den ganzen bureaukratischen Formel- kram und damit auch Verwaltungskosten. Die Auszahlung der Unterstützungen geschieht in Großbritannien izr einer ein- fachen Weise. Ein Arbeiter, der nach einer Krankheit von 20 Wochen noch arbeitsunfähig ist, bezieht ohne weiteres die Invalidenrente von mindestens 5 Mk. die Woche, bis ihnen der Staat im siebzigsten Lebensjahr eine Altersrente in der gleichen Höhe, die jeder englische Bürger und jede Bürgerin ohne Beitragszahlung erhält, auszahlt. Herr Lloyd George hat in dem schon erwähntenMemorandum dieLeistungen der deutschen Kranken- und Invalidenversicherung mit den aktuarisch berechneten Leistungen der küustigen englischen Versicherungsorgane verglichen. Nach dem englischen System ist bekanntlich Beitrag und Mindestleistung einheitlich. Einige Beispiele mögen hier angeführt werden. Ein Arbeiter/der in der Woche 20 Mk. verdient, bezahlt in England für Kranken- und Invalidenversicherung einen Beitrag von 4 Pence(34 Pf.)(Frauen 3 Pence— 25 Pf.) und erhält als Krankenunterstützung 10 M. wöchentlich(Frauen 7,50 M.) auf 13 Wochen und 5 M. auf weitere 13 Wochen: auch hat er nach 104 Beitragswochcn ein Anrecht auf eine Invaliden- rente von 5 M. die Woche. Derselbe Arbeiter würde in Teutschland Beiträge in der Höhe von 71� Perice(60 Pf.) bezahlen(Ortskrankenkasse) und folgende Unterstützungen be- ziehen: 10 M. Krankengeld auf 20 Wochen und 4,70 M. In- validenrente(nach 20 Jahren). Ein Arbeiwr oder eine Arbeiterin in Großbritannien in bezug eines Wochenverdienstes von 0 M. erhält genau dieselben Unterstützungen wie der Arbeiter, der 20 Mark oder mehr in der Woche verdient, zahlt aber nur einen Beitrag von einem Penny(81/2 Pf.) in der Woche. In Teutschland würde ein derartiger Arbeiter einen Beitrag von lls/z Pence(21 Pf.) leisten und 3 M. Krankengeld sowie nach 20� Jahren 2,72 M. Invalidenrente beziehen. Die sonstigen nicht in Geld ausbezahlten Unter- stützungen lassen sich nur schwer vergleichen: bemerkenstvert ist aber, daß das englische Gesetz nicht nur den versicherten Frauen, sondern auch den Frauen der Versicherten W ö ch- nerinnenunterstützung getvährleistet. In der englischen Arboiterversicherung spielt der Staats- zuschuß eine bedeutend wichtigere Rolle wie in der deutschen. Das deutsche Reich gab im Jahre 1900 als Zuschuß zu den Invaliden» und Altersrenten und Zahlung der Beiträge für die beim Militär befindlichen versicherungspflichtigen Personen 2 575 000 Pfund Sterling aus. Der englische Staat wird nicht allein*/» der Versicherungskosten(Kranken- und Jnva- lidenversichenmg) der'männlächen Versicherten und der Versicherungskosten der weiblichen Versicherten bezahlen, sondern zahlt auch augenblicklich die gesamten Altersrenten, die ihm im Finanzjahr 1911/12 fast 13 Millionen Pfund Sterling kosteten, was allein fünfmal mehr ist als die gesamten Aus- gaben des Deutschen Reiches für Arbeitcrversicherung. Dabei ist zu bedenken, daß die englischen Staatsgelder nicht wie die deutschen zum größten Teil der Arbeiterklasse in der Gestalt von Lebensmittelsteuern abgenommen worden sind. Weit über ein Drittel der staatlichen Einkünfte in Großbritannien stammt aus der Besteuerung der Einkommen über 3200 M. und aus Erbschaftssteuern, welch letztere allein im vergangenen Jahre über 500' Millionen Mark(die ganze deutsche Finanz- reform') einbrachten. Von welcher Seite man Lloyd Georges„National In- surance Bill" auch betrachten mag, ihre Vorzüge vor dem deutschen Versicherungssystem sind unbestreitbar. Sicherlich wird auch der englische Schatzkanzler mit dieser Vorlage die soziale Frage nicht lösen. Und wenn das englische Bürgertum glaubt, mit der Arbeiterversicherung der tvachsenden"Unzufriedenheit der Arbeiter Einhalt gebieten zu können, so wird es bald erfahren, daß es auf dem Holzwege ist. Immerhin kann es uns befriedigen, daß dem Kämpen des englischen liberalen Bürgertums das bureaukratische Wesen der deut- scheu Arbeiterversicherung als ein warnendes Erenipel vor- schwebte. Und daß die Arbeiterversicherung in Großbritan- nien einen anderen Weg genommen hat als in Deutschland, ist nicht zum wenigsten der Umsicht und Klugheit von Poli- tikern vom schlage Lloyd Georges zuzuschreiben, der allein ein volles Dutzend jeuer deutschen„Staatsmänner" aufwiegt, die nicht eher zufrieden sind, bis sie den größeren Teil des deutschen Volkes zu Hellem Zorn gegen sich entfacht haben. Der flotte«riils«e! beginnt. Als Negierung und bürgerliche Parteien in der letzten Zeit immer wieder mit Biedermannsmiene versicherten, daß man nicht daran denke, die Flottenrüstungen über den Nahmen des Flotten- bauprogramms hinaus zu forcieren, warnten wir immer wieder vor allzu großer Vertrauensseligkeit. Wir wiesen immer wieder darauf hin, t>aß es ganz undenkbar sei, daß die ausschlaggebenden Parteien sich wirklich damit abfinden könnten, daß vom Jahre 1912 ab jährlich nur zwei Schlachtschiffe in Bau gegeben würden, während bis dahin jährlich vier Schlachtschiffe auf Stapel gelegt worden waren. Wir zeigten, daß die Flottengesetze systematisch so ausgestaltet worden waren, daß die neuen Ersatzbauten bis zum Jahre 1912 k ü n st l i ch zusammengedrängt wurden. während es doch, falls man wirklich ehrlich an ein Einhalten der Flottenbaupläne bis zum Jahre 1217 gedacht habe, unbedingt eine gleichmäßigere Verteilung der Bauten geboten gewesen wäre. Wir wiesen auch darauf hin, daß bereits im Jahre 1998 bei der Beratung der letzten Flottennovclle von den verschiedensten Parteien der Mehr- heit die Negierung geradezu zu weitergehenden Forderungen ge- drängt worden war! Aus alledem schloffen wir, daß es keinesfalls bei dem jetzigen Flottenbauplan sein Bewenden haben werde, sondern daß spätestens nach den Reichtstags wählen das Volk mit einer neuen Flottennovelle überrascht werdensoll c. Unsere Prophezeiungen beginnen sich nunmehr ihrer Erfüllung zu nähern. Der Deutsche Flottenverein hat in Nürnberg seine Tagung abgehalten und nach einem Vortrage seines Vor- sitzenden, des Großadmirals von Köster, einstimmig eine Resolution angenommen, in der die Regierung aufgefordert wird, v 0 1:1 I a H r e 1 9 1 2 ab jährlich nicht zwei, s 0 n- dem d r ei große Panzerschiffe zu bauen, d. h. je einen Panzerkreuzer mehr auf Stapel zu legen, als es dem Flotten- bauplan entspricht. Ein solcher Panzerkreuzer ist bekanntlich ein ebenso großes und ebenso kostspieliges Fahrzeug wie ein Linien- schiff. Das Deplacement eines solchen Schiffes beträgt zurzeit über 290lX> Tons, so daß sein Preis sich von dem eines Linien- schisfcs, der zirka 59 Millionen beträgt, in nichts unterscheidet. Ter Flottenverein verlangt also nichts Geringeres, als daß sür eine runde Viertel Milliarde Schiffe mehr gebaut werden! Der Flottenverein würde aber dieses Bauprogramm kaum auf» gestellt haben, wenn er nicht sicher wäre, damit bei der Regierung und den ausschlaggebenden Parteien lebhafter Zustimmung zu begegnen. Denn seit der Abhalftcrung des berüchtigten Zwie- tracht-Kcim ist der Flottenverein emsig bemüht, keine Propaganda zu betreiben, durch die er sich in Widerspruch zur Regierung setzen könnte. Wenn er jetzt also mit seiner Forderung hervortritt, so sicherlich nur, nachdem er zuvor mit maßgebenden Kreisen Fühlung genommen hat. Daß die Presse des freikonservativen PanzcrplattenkapitalS, wie die„Post", den Beschluß des Flottenvercins enthusiastisch be- grüßt, versteht sich ja von selbst. Daß die Nationallibcralen hinter der Forderung stehen, ist ebenso selbstverständlich. Aber auch die ..Deutsche T a g e s z t g." spricht ihre Genugtuung über die e i n st i m m i g e Annahme der Resolution aus.„Für die wirkliche Durchführung des Flottengcsetzcs", behauptet sie,„wäre die Er- füllung der Forderung des Flottenvcreins nicht nur er» wünscht, sondern direkt notwendig! Wie sich die Marineverwaltung zur Frage stelle, sei heute noch nicht bekannt; aber es könne keinem Zweifel unterliegen, baß sie die Aus- führungen dcS Flottenvereinspräsidentcn als vollberechtigt ansehe. Jedenfalls sei die Forderung der„e r n st h a s t c st e n Beachtung" wert. Die Aktion des Flottenvcreins wird auch natürlich wieder ihre internationale Wirkung haben. England wird sich von neuem beunruhigt fühlen, und, sollten die Pläne der Flottentrcibcr sich zu einer Vorlage verdichten, die erneute Rüstung abermals mit Gegenwettrüstungen beantworten! Auf jeden Fall ist der Vorstoß unserer Flottentrcibcr eine eigen- artige Antwort aus die wiederholten RüstungSverständigungSbor- schlüge der englischen Regierung! vorwärts in PraißcBi Bei der Beratung der elsaß-lothringischen Vcrfassungs- Vorlage machte einer unserer Genossen im Reichstage den scherzhaften Vorschlag, die Fraktion solle doch beantragen, in die Ueberschrist des Wahlgesetzes und in seinem Tert jedesmal hinter die Worte Elsaß-Lothringen die beiden Worte„n n d Preußen" einzufügen. So käme Preußen am ehesten zum gleichen Wahlrecht. Dieser Scherz enthält einen recht ernsthaften Kern. Hat doch Herr v. Bethmann Holl- weg selbst verkündet, es solle fortan in Deutschland n i ch t mehr Staatsbiirgcr zweiter Klasse geben. Und tvas Elsaß recht ist, muß Preußen billig sein. Auch die Preußen haben es ehrlich satt, Deutsche zweiter und dritter Klasse zu sein! Das Drciklasscnwahlrccht muß fallen, Nur wollen fortan mir Deutsche ohne politische K l a s- s c n e i n t e i l u n g kennen. Daß der Kampf um das gleiche Wahlrecht, der im Reichs. tag dank unserem Eingreifen siegreich beendet worden ist, nur das V 0 r s p 1 c l z u r p r e u ß i s ch e n W a h l r e f 0 r m war. das ist es was die preußischen Junker mit banger �'9e erfüllt und rie in die Opposition gegen ihre Regierung und Wilhelm II. getrieben hat. Deshalb auch das Wehklagen der„Kreuzzeitung, die am Sonntag schrieb: �'Vf. 5 u z 1 e h u ng der sozialdemokratischen r a t t t 0 n zu icompromißverhandlungen über ein Vcrfassungs- �5rk ist cm A 0 v u m, das außerordentlich bedenk- l I ch ist und jehr folgenschwer werden kann. Man be- denke: die Vertreter einer revolutionären Partei, die erst noch vor kurzem ausdrücklich die Forderung der Rc»
publik erhoben haben, ivurLen ML Teilnahme an VerhanS- lungen eingeladen, in denen die reichsländische Verfassung be- raten wurde und an denen Rogierungsvertreter sich beteiligten. Und um den„Genossen" diese Verfasjungsvorlage mundrecht zu machen, gestaltete man sie derart, daß sogar Bebel als ihr Fürsprecher im Plenum aufzutreten sich veranlaßt fühlte. So harmlos, wie der Reichskanzler die„positive" Mitarbeit der Sozialdemokratie— selbstverständlich im guten Glauben— hinstellte, war sie nicht. Und wir können nur den dringenden Wunsch aussprechen, daß das Experiment, die Sozialdemokratie zu solchen Verhandlungen mit Regierungsvertretern heranzuziehen, nicht wiederholt werden möchte. Was soll man im Volke von einem solchen Vorgehen denken, wie soll noch ein erfolgreicher Kampf gegen die Sozialrevolutionäre geführt werden, wenn man sie im Reichstage umwirbt, um ein Verfassungsgesetz durchzu- drücken? Und wenn Regierungsvertreter mit ihnen gemeinsam beraten, um einen Modus für ihr„positives" Mitwirken zu finden,— das ja im Grunde genommen immer nur darauf ausgeht, die Grundlagen unseres monarchischen Staatswesens zu untergraben—, was soll dabei für die Staatserhaltung heraus- kommen? Die triumphierenden Lluslassungen der Sozialisten- presse über den bedeutenden Erfolg der roten Fahne werden hoffentlich der Regierung die Augen öffnen. Ohne Zweifel hat die sozialdemokratische Partei in dem Wahlgesetze für Elsaß-Lothringen leider recht zugkräfti- gen A g i t a t i o n s st o s s gewonnen. Der„Vorwärts" ver- spricht sich voü der moralischen Wirkung des Gesetzes auf die Volksmassen sehr viel. Und so wird man sich wohl auf ein neues Aufflammen der sozialdemokratischen Walilbewegnng ein- richten müssen. Die Sozialistenpresse ist der Meinung, daß die Reichstagsmehrheit, die den Reichslanden ein Wahlrecht gegeben hat, das sogar das ReichstagSwahlrecht übertrifft, jetzt gar nicht mehr anders kSnne, als auch ferner noch zusammenzuwirken, um namentlich Prenhe» und Sachsen mit einem solchen Wahlsystem zu beglücken. Wenn man auch im roten Lager ernsthaft solche Hoffnungen nicht hegt, so bezeichnen sie doch die Richtung, in der nun die Wahlrcchtsagitationen— zweifellos mit fortschrittlich-jungliberaler Hilfe— sich bewegen werden. Jawohl, sie werden sich auf ein n e u e s A u f f l a m m e n unserer Wahlrechtsbewegung einrichten iniisseii und wir glauben, das Eisen wird geschmiedet werden, solange es heiß ist. Nicht ans parlamentarisckje Konstellationen rechnen wir dabei, wohl aber ans den f e st entschlösse- uen Willen des preußischen Volkes. In ganz Süddeutschland herrscht das gleiche Recht, das Reichsland hat es bekommen, soll es uns allein denn noch länger versagt bleiben? Schier allzulange baben die herrschenden Junker ini Dreiklassenhause unseren Mahnruf nicht gehört. Es ist Zeit, sie daran zu erinnern, daß auch in Preußen der Still- stand ein Ende haben, daß vorwärts gegangen werden Niuß. Und deshalb: � Keine Ruhe in Preußen, bevor das gleiche Wahlrecht K gewonnen ist! politifcbc Ocberficbt. Berlin, den 29. Mai 1911. Abermals die Mutterschaftsversichcrung. Aus dem Reichstage, 29. Mai. Der Entrechtungs- block hatte es sich so schön zurecht gelegt, daß mit der ganzen BersicherungZordnunng doch wenigstens amMontag Schluß gemacht werden sollte, nachdem der Plan, in einer Sitzung am Sorinabend die ganze dritte Lesung durchzupeitschen, mißglückt war. Aber auch am Montag ist das geplante Mehrheitsattentat auf eine sachgemäße Beratung nicht ge- lungen. Einige Paragraphen führten zu gründlichen und sehr erregten Auseinandersetzungen. Die lvichtigste derselben, über die M u t t e r s ch a f t s v e r s i ch e r u n g. wurde durch die Arbeitcrfcindlichkeit der Mehrheitsparteien herbeigeführt. Vorher kam es noch zu einer scharfen Polemik beim § 144 über die Wiedereinsetzung in den vorigen Stand beim Versäumen einer Verfahrens- f r i st. Die Sozialdemokraten hatten beantragt, daß bei Frist- Versäumnis jeder Geschädigte die Wiedereinsetzung in den vorigen Stand immer verlangen kann, wenn er nachweist, daß die Ver- säumnis unverschuldet war. Genosse Stadt Hägen begründete diesen Antrag mit reichem Beweismaterial aus der Praxis. Als der Direktor Caspar dem mildem Einwand begegnete, so etwas lasse sich ivohl in der Strafpraxis festlegen, nicht aber in der Zivilpraxis oder beim Ver- fahren auf Grund der Reichsversicherungsordnung, da hier die gleichberechtigten Interessen zweier Parteien sich gegenüberständen, entgegnete Stadthagen treffend, daß damit versucht werde, die unverschuldete Notlage des Ar- beiters zu seinen Ungunsten auszubeuten. Natürlich wurde der sozialdemokratische Antrag' von dem Entrechtungsblock abgelehnt. Ausgedehnter noch wurde der Kampf um die Kranken- Versicherung der Privatangestellten. In zweiter Lesung war als Grenze der VersichernngSpslicht ein Gehalt von 2909 Mark festgesetzt worden. Die So- zialdemokraten beantragten, diese Grenze wenigstens auf 3999 Mark zu erhöhen. ZDie Mehrheit hatte der Beschwerde der Angestellten wenigstens insofern Rechnung ge- tragen, daß sie 2S00 Mark als Grenze beantragte. Für diesen Mehrheitsantrag sprach der in I m m e n st a d t neu- gewählte uationalliberale Abgeordnete T h o m a. Der sozial- demokratische Antrag wurde vom Genossen Hoch begründet; für die Freisinnigen sprach der Abgeordnete P o t t h o f f die Zustimmung aus; doch stellte sich heraus, daß er nur für einen Teil seiner Partei geredet hatte, denn Herr M u g d a n legte sich mit Eifer gegen den Antrag und sogar gegen dieErhöhung aus 2599 M. vom ärztlichen Standpunkt aus ins Zeug. weil dadurch den Aerztcn zu viel zahlungsfähige Patienten entzogen würden. Gegenüber diesem beschränkten Zünftler- standpunkte nahm sich Genosse Molkenbuhr warm der Interessen der Privatbeamten an. Schließlich wurde nach Ablehnung des sozialdemokratischen Antrags die Er- höhung der VersicherungLgrenze auf 2599 Mark angenommen. Für die Regelung des Wöchnerinnenschlitzes lagen zwei Anträge vor: ein freisinniger auf obligatorische Gewährung von Hebammendiensten und ärztlicher Geburtshilfe sowie ein Antrag Schultz, das heißt der Kompromißparteien, der auf eine Verschlechterung der an sich ungenügenden Kommissionsfassung herauskomnlt. Er will nämlich den Landkrankenkassen das Recht einräumen, den Bezug der Wochengelder bis aus vier Wochen herabzusetzen. Gegen die geplante Schädigung der armen Land- arbeite rinnen protestierte Genosse David mit warmen Worten. Er appellierte, da alle anderen Gründe bei der Mehrheit kein Gehör gefunden hatten, schließlich an das Ritterlichkeitsgefühl gegenüber dem schwächeren Geschlecht. Der freisinnige Abg. Fegter unterstützte das kräftig aus Grund seiner langjährigen Erfahrung als Land- mann. Als ex bei Schluß seiner Rede durch die Rechte obendrein verhöhnt wurde, ergriff Genosse B e b e l das Wort, um in einer von tiefer Entrüstung bebenden Rede dieses Gebaren und die Schamlosigkeit des ganzen Antrages zu brandmarken. Nunmehr versuchten die Herren v. G a m p (Rp.). I r l(Z.) und Horn(nat.) sich zu rechtfertigen. Sie gaben sich aber derartige Blößen, daß Bebel, David und Fegter durch abermalige Ausführungen das geplante Unrecht noch gründlicher nachweisen und seine Urheber noch mehr blamieren konnten. Indes auch gegen die Bestrebungen für einen besseren Wöchnerinnen- und Säuglingsschutz hielt der Entrechtungsblock zusammen. Der Verschlechterungsantrag Schultz wurde in namentlicher Abstimmung mit 192 gegen 119 Stimmen an- genommen. Bis 8 Uhr abends zog sich dann die neunstündige Sitzung hin. Beendigt wurde noch das zweite Buch(Kranken- Versicherung). Morgen soll um 19 Uhr die Weiterberatung beginnen._ Ferienstimmung. Die große Mehrzahl der preußischen„VollZbertreter" ist bereits in die Ferien gegangen, kaum SV Abgeordnete halten eS für er- forderlich, ihrer Pflicht nachzukommen, obwohl die Fragen, mit denen das Haus sich noch zu beschäftigen hat, durchaus nicht von unter- geordneter Bedeutung sind. Am Montag gelangte zunächst gegen die Stimmen der Sozialdemokraten und Fortschrittler der Gesetzentwurf betr. die Entlastung des Oberverwaltungsgerichts in zweiter und dritter Lesung zur Annahme. Den Standpunkt unserer Fraktion vertrat Liebknecht, der als einzig gangbaren Weg zur Erreichung des Ziels der Borlage eine Vermehrung der Richterstcllen und die Uebertragung einer Anzahl Materien an die ordentliche Gerichtsbarkeit bezeichnet. Auch mit dem Gesetzentwurf über die LoSgesellschaften, der hierauf vom Hanse verabschiedet wurde, konnten sich die Sozialdemokraten, in deren Namen Liebknecht die fiskalischen Tendenzen dieser Borlage bekämpfte, nicht einverstanden erklären. Treffend wies unser Redner nach, wie eine Negierung, die selbst die Spielsucht fördert, kein Recht hat, Gesetze gegen die Ausbeutung der Spiclsucht zu erlassen. Den nächsten Punkt der Tagesordnung bildete die Beratung eines Antrages B i t t a(Z.) betreffend die Uebertragung des Rechtes zur Aufsuchung und Gewinnung der Steinkohle an andere Personen. Daß ausgerechnet Herr Bitta, der langjährige General- direktor der Fürstlich Donnersmarckschen Verwaltung, diesen Antrag begründete, ist wohl nur ein Zufall. Genosse H o f f m a n n bekämpfte den Antrag als ersten Schritt der weiteren Auslieferung von Berg- werken an Private, aber die Mehrheit dachte anders, sie gab ihm ihre Zustimmung. Endlich beriet das HauS noch zahlreiche Petitionen, die die verschiedensten Materien betreffen und die. soweit sie von allge- meinem Interesse sind, unseren Genossen Gelegenheit gaben, in die Debatten einzugreifen. Dienstag: Sekundärbahnvorlage in zweiter Lesung. Ein Appell an die reichsländischen Genossen. Ter Landesvorstand der S oz i a l d em o k r a- tischen Partei Elsaß-Lothringens hat gleich nach Annahme des Vcrfassungsgesetzes folgenden Aufruf erlassen: Parteigenossen; Die Entscheidung über die clsaß-lothringischc Vcrfassungs- Vorlage ist gefallen! Am Freitag hat der deutsche Reichstag den Beschlüssen seiner Kommission zugestimmt. Mit großer Mehr- heit gelangte die Vorlage zur Annahme. Zu dieser Mehrheit ge- hörte auch die sozialdemokratische Reichstagsfrailion. Auch sie hat der Vorlage zugestimmt. Sie tat das in der Erwägung, daß die Einführung des allgemeinen und gleichen Wahlrechts in Elsaß-Lothringen im Hinblick aus die allgemeine politische Situ- ation einen derart großen Fortschritt bedeute, daß demgegenüber die grundsätzlichen Bedenken gegen die Errichtung der Ersten Kammer, gegen die Verleihung des Vetorechts an den deutschen Kaisers als elsaß-lothringischen Landesherrn zurücktreten müßten. Wir teilen diese Auffassung nicht, aber wir begreifen sie durchaus! Angesichts der verzweifelten Gegenwehr der mit dem reaktionären Junkertum verbündeten elsaß-lothringischen Zentrümler und angesichts des Umstandcs, daß durch das Ein- treten unserer Fraktion für die Vorlage außer einer Reihe anderer Verbesserungen das Plurallvahlrccht zu Fall gebracht und das gleiche Wahlrecht an dessen Stelle gesetzt wurde, läßt sich das unter Vorbehalt abgegebene zustimmende Votum unserer Fraktion erklären und rechtfertigen. Es liegt uns deshalb nichts ferner, als irgend welche Vorwürfe gegen unsere Vertreter im Reichstage zu erhoben. Wir erkennen im Gegenteil gerne an, daß sie alles getan haben, was sie tun konnten, um dem elsaß-lohtrinaischcn Volke die ihm zustehenden Rechte und Freiheiten zu verschaffen. Wenn es nicht gelungen ist, die Autonomie unseres Landes durch- zusetzen, wenn die Einführung des gleichen und direkten Wahl- rechts beschwert wurde durch Ansässigkeitsklausel, durch Erste Kammer und kaiserliches Vetorecht, so ist das in erster Linie auf die Rückständigkeit unserer Regierung, in letzter Linie auf die rückständige Haltung der bürgerlichen Parteien zurückzuführen. Die Reaktion triumphiert im Reichstage. Dort gilt es einzu- setzen! Dafür zu sorgen, daß die reaktionären Parteien im Reichstage dezimiert, dafür zu sorgen, daß wahre und richtige, fortschrittlich und freiheitlich gesinnte Volksvertreter in den deutschen Reichstag einziehen, das soll unsere erste und vor- nehmste Aufgabe in den nächsten Wochen und Monaten sein. Aber noch eine andere Aufgabe obliegt uns! Binnen wenigen Monaten— vielleicht schon im August, spätestens aber im September— finden in Elsah-Lohtringen die Wahlen zum Landtage statt. Da heißt es für die Parteigenossen in Stadt und Land, aus dem Posten zu sein. Alle Vorbereitungen müssen ge- troffen werden, damit am Tage der Verkündigung des Wahl- termins unsererseits die Wahlschlacht sofort eröffnet werden kann. Parteigenossen! Seid daher unablässig tätig! Arbeitet, wirket, schasset, agitiert und organisiert! Werbet neue Anhänger unserer Sache, werbet neue Leser für die Parteipresse! Der Reichstag hat uns ein neues Kampffeld eröffnet. Er hat uns eine neue Waffe in die Hand gedrückt. Zeigen wir, daß wir dieselbe zu handhaben wissen! Zeigen wir, daß wir zu kämpfen verstehen, zu kämpfen für das ausgebeutete Proletariat. zu kämpfen für das unterdrückte, immer noch seiner Freiheiten beraubte elsatz-lothringische Volk. Der Landesvorstand. Der Aufruf zeigt, daß unsre elsässischen Genossen mit echt proletarischer Schlagfertigkeit die neue, durch das Ver- fassungsgesetz gegebene Situation auszunutzen bereit sind. Wenn auch nicht alle ihre Wünsche erfüllt wurden, so lassen sie doch keinen Zweifel darüber, daß sie für die kommenden Wahlen zur Zweiten Kammer geschlossen in den Kampf ziehen werden. Möge es ihnen gelingen, dem arbeitenden Volke der Reichslande im neuen Parlamente die Geltung zu ver- schaffen, die ihm gebührt, um auch hier der Demokratie und dem Sozialismus mehr und mehr Terrain zu erobern» Die Ostmarken-Demonstration. über die wir bereits in der Sonntagnummer berichtet haben. kand ihre Fortsetzung in einer großen Versammlung unter freiem Himmel in Posen, zu der 29 999 Menschen Msammen- geströmt waren. Die Führer d?s Dstmarkenhereins hielten Ansprachen, Irt denen sie dici rücksichtslose Fortsetzung beZ Kampfes gegen das Polentuin proklamierten. Stürmischen Beifall fand ein Antworttelegramm des Reichskanzlers von Bethmann Hollweg, das ein Telegramm des Gesamtausschusses des Ostmarken- Vereins vom Tage zuvor beantwortete und folgenden Wort- laut hatte: „Dem Ostmarkenvercin danke ich bestens für die freund- lichen Grüße vom Deutschen Tage in Posen. Ich freue mich, daß die Ostmärker durch die aus der Luft gegriffenen Gerüchte über einen angeblichen Wechsel in der Ostmarkenpolitik der Re- gierung sich nicht beirren lassen und gesonnen sind, in Einigkeit und Hand in Hand mit der Regierung auf dem alten Wege fort- zuschreiten. Uunguam retrorsum. Reichskanzler v. Bethmann Hollweg." Die Hakatisten deuten also das Xungunin retrorsum so, als sei es das Bekenntnis zur Bülowschen Antikaninchenpolitik.. Die„K r e u z z e i t u n g" allerdings kommentiert das Wort Bethmann Hollwegs ein wenig anders: „dlunguam retrorsum!" Dieses Telegramm wurde auf dem der Ausschutzsitzung folgenden„Deutschen Tage" unter leb- haftem Beifall der äußerst zahlreichen Versammlung verlesen. Es enthält eine feine Kritik des bean st anbeten Vor» g e h e n s der„O st m a r k". Denn ihr Artikel stellte ja gerade einen Wandel in der Durchführung der Ostmarkenpolitik als Tatsache hin. Aus dem Kanzlertelegramm aber geht auch hervor, daß die Staatsregierung in bezug auf die Weiterführung der Polenpolitik vollkommen einig ist. Und damit wird sich wohl für jetzt auch der Os� markenvercin zufrieden geben müssen." Das konservative Organ rückt damit deutlich genug von dem Ostmarkenverein ab. Auch legt es ausdrücklich Verwah- rung dagegen ein, daß am Sonnabend ein Ostniarkenredner erklärt habe, der Wille des Volkes werde den Landwirtscksafts- minister beseitigen und„einen Mann mit steifem Rückgrat und einem festen Willen" durchsetzen. Der Volkswille habe mit der Verabschiedung und der Ernennung von Ministern absolut nichts zu tun, das sei lediglich das Recht der Krone. Wir halten deshalb auch trotz der Ostmarkendcmonstra- tion, die schließlich nichts tvar als eine lärmende Rückzugs- kanonade, das Gerücht für u n b e g r ün d e t, daß sich der preußischeLandwirtschaftsminister v. Schor- lemer mit Rücktrittsgedanken trage. Nicht die 29 909 Ansiedler und Beamten, die in Posen demonstrierten, werden ja von der Negierung als zu respektierende Macht be- trachtet, sondern die 29 999 preußischen Junker. Und diese haben ja an der Polenpolitik des Herrn v, Schor» lemer nichts auszusetzen! Auf den Scheiterhaufen! Die Zentrumspresse fährt fort, diejenigen Abgeordneten ihrer Partei, die bei den Abstimmungen über das Feuerbcstat» tungsgesetz fehlten, durch Veröffentlichung ihrer Namen und entsprechende Glossierung ihres Verhaltens der Rache der auf« geputschten Parteigenossen zu denunzieren. Die„Germania" geht, angeblich entrüsteten Anfragen aus dem Leserkreise folgend, mit gutem Beispiel voran, und auch die Provinzprcsse empfiehtl die Missetäter angelegentlichst dem Strafgericht ihrer Wähler. Vergebens suchen sich einzelne der denunzierten Abgeordneten durch dringliche Abhaltung zu entschuldigen. So teijt der Abg. Schmedding dem„Westfäl. Merkur" mit, daß er während der zweiten Lesung einer wichtigen Kommisstonssitzupg hätte beiwohnen müssen. Wqh- rend der dritten Lesung habe er in Posen zu sun gehabt. Doch habe er, um seine Partei vor Schaden zu bewahren, mit einem nationalliberalen Abgeordneten vereinbart, daß auch er der Ab- stimmung fernbleibe. Der„Westfäl. Merkur" will aber„dies wohl einzig im parlamentarischen Leben dastehende Abkommen>dcs Ab- geordneten Schmedding" nicht gelten lassen! Die„Oberschle» fische Volksstimme" in Gleiwitz zieht sogar den polnischen Abgeordneten Kapitza zur Rechenschaft, weil er am 19. und 29. Mai ohne Entschuldigung gefehlt habe.> Dies Vorgehen gegen alte und verdiente ZcntrumImiiglicd'cr, wie Herrn Schmedding, beweist jedenfalls, daß das Zentrum mit rücksichtsloser Energie vorgehen kann, wenn es sich um kirchliche Interessen handelt. Bei der Vertretung von Volks- i n t e r e s s e n, wie z. B. der Wahlrechtsfrage, offenbart es dafür eine um so ärgere Feigheit und Rückgratlosigkeilk Gegen die Reichspersicherungsordnung. Ein Parteitag der a n h a l t i s ch e n Volkspartci, der am Sonntag in Dessau tagte, richtete ein Telegramm an den Abgeordneten Schräder, das diesen bittet, gegen die Reichsversicherungsordnung zu stimmen, da die reaktiv» nären Bestimmungen darin überwiegen. Zu einem ablehnenden Votum kommt auch die konser» vatibe„S ch l e s i s ch c Z e i t u n g". In einem umfang» reichen Leitartikel, der die ganze erste Seite umfaßt und über» schrieben ist„Ein Wendepunkt", heißt es: „Wer mit dem Gegenstände einigermaßen vertraut und nicht «mit der sux unsere kathedersozwlistischcn Voiksbeglücker kenn- zeichnenden Utopie geschlagen ist, wird nicht umhin können, sich gegen die ReichsversicheruiigSordming zu erklären." Im weiteren wird dann auseinandergesetzt, daß alle die Er- Wartungen, die man in konservativen und in Untecnehincr» kreisen auf eine Reform der Versicherungsgesctze gesetzt habe, unerfüllt geblieben seien. Eine Vereinfachung der Organi- sation sei nicht eingetreten, die Kosten hätten sich erhöht statt vermindert und eine Menge anderer Schäden seien in der Versicherungsordnung enthalten, die die geringen Fortschritte wesentlich überwiegen. Die Regierung kenne die Mängel ihres Werkes zweifellos selbst, aber die trüben Aussichten für die politische Zukunft ließen sie an der Vorlage festhalten. Der Artikel kommt zu dem Schluß:„Besser mit teeren Händen vor die Wähler treten, als mit einer so gefährlichen Gqbe wie die Reichsversicherungsordnung." Ein Polizeidespot, der über die Polizeimoral stolperte. Uebcr eine sensationelle Affäre wird uns aus Elberfeld be- richtet: Bis vor etwa zwei Jahren war das hiesige Parteiorgan, die„Freie Presse", welches über allerhand Polizeiskandale berichtet hatte, Gegenstand lebhafter richterlicher Verfolgungen. In der Hauptsache war eS ein großer Polizeipxozeß, dessen Verhandlungen etwa eine Woche Zeit in Anspruch nahmen und in dem, durch über hundert Zeugen bewiesen, die unglaublichsten Dinge zur Sprache kamen. Nichtsdestoweniger vermochte es der damalige Polizeidezernent Herr Pfeiffer, der in dem Prozeß die Regie führte, diesen Zeugen, die sich ungerufen gemeldet hatten, ihre eigenen traurigen Erfahrungen vor Gericht mit dem Eide zu belegen, so viel Polizeibeamteneide entgegenzustellen, daß die Ver- urtcilung unseres Genossen Oskar Hoffmann als verantwortlichen Redakteur zu zwei Mouateu GefäiigniS erzielt wurde. DieferProzeß und diverse andere, die Herr Pfeiffer gegen die.Freie Presse" an« gestrengt hatte und die beweisen sollten, daß bei der Elberfelder Polizei alles in bester Ordnung sei. erregten das größte Aufsehen und in weitesten Kreisen Erbitterung. Kurz darauf
legte Herr Pfeiffer daZ Polizeidezernat nieder und übernahm das Steuerwesen und die Bearbeitung der Kominunal-Personalien. Trotz der Verurteilung unseres Genossen Hoffmann und trotz der gerichtlichen„Feststellung, das? sich die Polizei keine llebergriffe erlaubt habe/ wurden die fürs Publikum heilsamen Folgen dieser Prozesse bald bemerkt. Auch der ganze Kurs der kommunalen Ver- Wallungspolitik hat sich wesentlich zum besseren gewendet, als bor bald zwei Jahren über die Trümmer des Elberfelder Stadtrats- kartells hinweg unsere Genossen zum ersten Male vier Vertreter als erste Rate ins Stadtparlament schickten. Unter diesen die Genossen Nechtsanlvalt Lands und Redakteur Hoffmann. Vor etwa Monatsfrist wurde« nun wieder allerhand Polizei- stücllein publik. Die Kriminalpolizei hatte auf Grund anonymer De- nunziationen ein anständiges Mädchen gewaltsam vom Polizeiarzt untersuchen lassen. Die„Freie Presse" schilderte den Vorgang und auch ein Teil der bürgerlichen Presse forderte Aufklärung von der Verwaltung. Nach Verlaus einer Woche lieh der Polizeidczernent dann eine„Erklärung" steigen, die selbst in bürgerlichen Kreisen allgemeines Befremden hervorrief. Namentlich die philosophischen Betrachtungen der Polizeiverwaltung über den Begriff bürgerlicher Moral und„dah ein Mädchen dann schon Unzucht treibe, wenn es sich, ohne Geld dafür zu nehmen, in geschlechtlichen Verkehr einlasse", worauf man darauf exemplifizierte, dah da-Z betr. Mädchen von einem früheren Verhältnis schon ein Kind habe, um dadurch das Tun der Kriminalpolizei zu rechtfertigen, veranlahten die sozial demokratische Fraktion auf dem Rathanse, eine Interpellation in dieser Sache einzubringen. Genosse Hoffmann begründete die Interpellation und erwähnte dann am Schlüsse, dah die Kriminal Polizei manchnial auch ander» könne. Uns sei eine Sache bekannt, wo sich der Kriminalwachtmeister Eckstein im Interesse eines hohen Kommunalbeamten dazu hergegeben habe, die gerichtlichen Folgen eines verübten Ehebruchs in einen« schwebenden Ehcscheidungsprozeh zu hintertreiben. Und derjenige Beamte, uin den es sich hier handle, sei der sogenann>«te„erste Bei« geordnete" der Stadt Elberfeld, Herr Pfeiffer! Dadurch war durch die Veranlassung der Elberfelder Polizei- Verwaltung die schon seit fast einein Jahre ruchbar gewordene Pfeisfer-Affäre ins Rollen gekommen. Eigentlich wider Willen unserer Partei, die auch bei dem schlinnnsten Gegner«nit persönlichen Angelegenheiten, was schliehlich selbst ein Ehebruch eines Beigeordneten auch ist, keine Geschäfte macht. Aber es bestand auch kein Anlah, deswegen die sonderbare Moral der Polizei nicht an diesem charak teristischcn Falle dcS Kriminalwachtmeisters Eckstein, mit den« nun einmal— o Ironie des Schicksals l— gerade Herr Pfeiffer zu- sammenhing, nicht zu erwähnen. Herr Pfeiffer, der in der betreffenden Stadtverordnetensitzung in Verhinderung des Oberbürgerineisters den Vorsitz führte, schleuderte dem Genossen Hoffmann einige Injurien ins Gesicht und nannte sein Vorgehen eine unerhörte Dreistigkeit. Als dann das amtliche stenographische Protokoll erschien, hatte Herr Pfeiffer es total umredigiert, und zwar in dein Sinne, dah er in seine Ausführungen eine wahre Kanonade von Schimpfworten schwersten Kalibers verflocht, die er gar nicht gesagt hatte, um vielleicht durch Schneidigkeit zu iinponieren. Dann lieh er am nächsten Tage nach der Stadtverordnetensitzung den Stadtverordneten ein Schreiben z«i- gehen, in welchem er wiederum den Genossen Hoffinann mit den stärksten Ausdrücken bedachte u>«d beleidigte, im übrigen aber den Sachverhalt der Angelegenheit zugab. Ngchdem sich Herr Pfeiffer solchcrmahcn angestrengt hatte, ver- ansahte die sozialdemokratische Fraktion wiederum eine Jnterpelltion jiber dies Schreiben. Tratz unseres Widerspruches wurde sie in die ge h e i m e Sitzung verwieseir. Genosse Rechtsanwalt Lands be- gründete in einstündiger Rede die Interpellation und wies Herrn Pfeiffer nach, daß er bei feinem Konto in dem Prozeh keinerlei Anlah habe, jetzt so grohspurig aufzutreten. Die Akten seien der- artig gravierend, dah Herr Pseiffer alle Ursache habe, recht still zu sein. Niirdestens wäre er unwürdig, jemals wieder den Borsitz im Stadtrat zu führen. Der Oberbürger m ei st er Funck Luherte sich darauf u. a.: .Was für«nich das Peinlichste ist, dah Beig. Pfeiffer mir nichts gesagt hat, er hätte doch zum mindesten V e r a n- lassung nehmen müssen, die Einleitung deSDiS- ziplinarverfahrenS gegen sich selb st zu bean- tragen. Das hat er nicht getan. Ich bin eS darum aber dem Ansehen der Verwaltung schuldig, dah ich jetzt s c l b st d a S Disziplinarverfahren gegen den Beig. Pfeiffer einleiten werde. Dah ich M a h n a h m e n treffen werde, dah Beig. Pfeiffer nicht mehr der Stadtverordneten- Versammlung präsidiert, halte ich für meine Pflicht.»Las nun die Frage des beleidigenden Vor- gehens des Beig. Pfeiffer gegen den Stadtverordneten Hoffmann betrifft, in welcher Weise ihm Genugtuung verschafft werden soll, so kann diese Frage ja noch offen bleiben, vielleicht bei dem Disziplinarperfahren mjt erledigt werden." Die Hauptbeschuldjgungcn gegen den Beigeordneten sind folgende drei Punkte: 1. Mihbrauch der Amtsgewalt. L. Erpressung durch eine Drohung, 3. Fälschung eines Stenogramms. Dazu kommt nun höchstwahrscheinlich noch ein« Verurteilung wegen Ehebruchs. Damit ist zugleich das Ende seiner Tage in Elberfeld gekommen, denn der Spruch des Disziplinargericht» kann nicht zweifelhast sei». Ein tragische« Geschick, welches fo«inen der gröhten Gegner Unserer Partei und zugleich einen der rücksichtslosesten Polizei- Verweser zu Boden streckte! �as bei Jagalv Komödie war, ist hier zur �xatzydie geiporden._ Ter liberale..Aufmarsch" zu den Reichstagswahlen. Ein fortschrittlicher Parteitag für Sachsen beschäftigte sich am Sonntag mit der Reichstagswahltaktik. Es wurde mit- geteilt, daß ein Abkoinmen über ein � gemeinschaftliches Vorgehen in vierzehn sächsischen Wahlkreisen getroffen sei. Davon sollen den Nationalliberalen zufallen: Dresden-Alt- stadt, Pirna, Freiherg, Chemnitz, Zwickau, Annaberg und Leipzig-Stadt: der Volkspartei Tresden-Neustadt, Leisnig. Plauen, Oschatz, Glauchan-Meerane, Zschopau und Bautzen, Döbeln für die Nationalliberalen und Mittweida für die Volkspartei sollen in das Abkommen einbezogen werden. In anderen Kreisen scheiterte das Abkommen, dem der Partei- tag einstimmig unter der Voraussetzung zustimmte, daß die riationalliberale Parteileitung innerhalb acht Tagen bezüglich der nationalliberalen Kandidatur Graser in Plauen eine der politischen Gesamtlage des Liberalismus entsprechende Er- klärung abgibt. Ein hessischer fortschrittlicher Parteitag, der am Sonntag in Bingen tagte, billigt die Stellungnahme des Landesausschusscs und des Parteivorstandes zu den E i n i- gungs Verhandlungen mit den National- liberalen. Er erwartet, daß der bevorstehende Reichs? tagswahlkampf sich unter der Parole vollziehe: Nieder mit dem schwarzblauen Block und seinen Helfershelfern. Diese Resolutip» bezieht sich auf eineu schou frühep vom Fsffdes? ausschuß gefaßten Beschluß, daß eine Verständigung mit den Nationalliberalen sich tunlichst auf das ganze Grohherzogtum erstrecken solle, Einzelabmachungen zwischen Wahlkreisen aber nicht getroffen werden solle». In Saarbrücken hielten die Nationallibc- ralen der Rheinprovinz einen Parteitag ab. Der Abgeordnete Basscrmann sprach über die politische Lage und führte über die Parteigruppierung bei den nächsten Reichstagswahlen folgendes aus: „Wenn in der Presse das Gerücht aufgetaucht sei, die nationalliberale Partei werde hier oder dort im ersten Wahlgang oder in der Stichwahl irgentlvie«nit dem Zentrum ein Bündnis abschliehei«, so sei das durchaus unwahr; mit dem Zentrum körme die nationalliberale Partei unter keinen Umständen Pak- tieren. Aus taktischen Gründen sei ein gcmeinsaines Vorgehen mit den Freisinnigen dagegen wohl notwendig. Das scj durch die gegenwärtige politische Lage bedingt,""' Das Pflichtfortbildungsschulgesctz, das dem Abgeordnetenhause zur Beratung vorliegt, dürste, wie man in parlamentarischen Kreisen annimmt, kaum zustande komineu. Nachdem die Kommission den Religions«lnterricht als Unterrichtsfach für die gewerblichen Fortbildungsschulen an- genommen und beschlossen hat, in den Schulvorstand auch die Geistlichen wählen zu lassen, ist die Vorlage gefährdet. da die Regierung sich diesen Beschlüssen nicht unterwerfen will. Da sowohl Zentrum wie die gesainte Rechte im Plenum für die Kommissionsbeschlüsse eintreten werden, so dürfte die Borlage kaum Gesetz werden, falls die Regierung ihr»Unannehmbar" nicht zurücknimmt._ Eine Verfassung für Mecklenburg soll, wie einige bürgerliche Blätter zu berichten wissen, im Oktober d. I. zwangsweise von den Regierungen der beiden Großherzogtümer eingeführt werden. Ob die Re- gierungcn mit ihrer Verfassung, die sie der widerborstigen „Ritterschaft" auszwingen wollen, den Krautjunkern sehr wehe tun werden, ist noch sehr zu bezweifeln. Von„dcmo- kratischem Oel" wird in dieser Verfassung, die aus dcu Händen der Regierung des Landes mit dem Ochsenkopf- Wappen kommt, nicht viel zu spüren sein. Ein netter Vorgesetzter. Der Unteroffizier Schulz vom 16. Hnsaren-Regiment in Schleswig ist vor einiger Zeit vom Kriegsgericht der 18. Division wegen ge- radezu unglaublicher Mißhandlungen in vielen Fällen, begangen mit raffinierter Grausamkeit, Körperverletzung in 11 und Mißbrauch der Dicnstgeivalt in acht Fällen zu einem Jahre Gefängnis und Degradation verurteilt ivorden. Er peinigte nicht allein seine Unter- gebenen, sondern er versuchte auch sie zu b e st e h l e n. Eines Tages öffnete er das verschlossene Spind eines Husaren, um eS zu— besichtige««. Der Vorgang lvurde von einein Soldaten bemerkt, der gegen den sauberen Patron Anzeige erstattete. Das Kriegsgericht ahndete diesen versuchten Diebstahl, bei dem Schulz gestört wurde, mit 7 Wochen Gefängnis. Gegen die Urteile hatte er Berufung ein- gelegt. Der Angeklagte suchte seine Schandtaten zwar in einem milden Lichte erscheinen zu lassen und behauptete, hinsichtlich des versuchten Diebstahls handele es sich nur un« einen versuchten Mund- rauh, aber das Oberkriegsgericht des 9. Armeekorps sAltong) erklärte, daß die Vorinstanz seine Vergehen sehr gelinde geahndet habe. Das Gericht erkannte auf eine Gesan«tstrafe von einem Jahr und sechs Wochen Gefängnis. Degradatjoll uild Versetzung in die zlveite Soldatenklasse._ Die Mahlen in Portugal. Der Wahltag ist nach den bisherigen Meldungen in völliger Ruhe verlaufen und die Prophezeiungen der Monarchisten, die für diesen Tag den Beginn der Konterrevolution vorausgesagt hatten, haben sich als L ü g e n herausgestellt. Die Monarchisten, die sich fortgesetzt bemühen, Verschwörungen anzuzetteln, haben gar nicht gewagt, an das Volksgerichte zu appellieren, und sind,, da auch sonst kaum noch Ansätze selbständiger Parteien in, Lande existieren, die offi- zicllen Kandidaten der Republikaner fast widerspruchslos ge- wählt worden. Allerdings haben zu diesem Resultat auch einige schikanöse Bestimmungen des Wahlreglements nicht wenig beigetragen. In Lissabon selbst war die Wahlbeteiligung im Gegeilsatz zur Provinz gering. Die Kandidaten des republi- kanischen Direktoriuins, des offiziellen republikanischen Wahl- kamitees, siegten mit erdrückender Mehrheit. In O p o r t o sind für die republikanische Liste 13200 und für die sozialistische 920 Stimmen abgegeben worden. Im ganzen sind 231 Deputierte zu wählen. Ter größere Teil wird aus den Kandidaten der Leitung der republika- nischen Partei bestehen. Tie unabhängigen Republikaner sind wenig zahlreich. Mehrere Verschwörer wurden in der Nacht in Ponte de Lima verhaftet. Tie Klage des Papstes. Noi», 29. Mai. Tie angekündigte päpstliche Enzy? k l i k a ist soeben erschienen. Sie ist an die Bischöfe der ganzen Welt gerichtet. Der Papst bedauert darin lebhaft die fn P o r- t u g a l gegen die Kirche gerichteten Feindseligkeiten. Er erinnert daran, daß die provisorische Regierung unniittclbar ilach der Proklaination der Republik eine Reihe von Maßnahmen schroff antikirchlicher Art ergriffen habe, so die gewaltsaine Unterdrückung aller religiöser Orden, deren Mit- glicder in der unhöflichsten und rohesten Weise ausgetrieben worden seien, und der katholischen Feste, die Abschaffung des religiösen Eides, das Verbot deS Religionsunterrichts in den öffentlichen Schulen, die Einführung dep Ehescheidung und die willkürliche Absetzung der Bischöfe von Opopto und Beja. Gegenüber so vielen gehässigen Maßnahmen habe der Heilige Stuhl eine geduldige und langmütige Haltling betvahrt. Die portugiesische Regierung habe ihrem rcligionsfcindlichen Werke die Krone aufgesetzt durch den Erlaß des T r e n n u«« g s g e s e tz e s. Ter� Papst könne nun nicht«nehr schweigen, da das Gesetz den Abfall des Staates von Gott verkünde und, nit der katholischen Religion breche, zu der sich fast die Gesamtheit der Bürger bekenne. Das Gesetz sei nicht ein Trennungsgesetz, sondern ein Raubgesetz gegen die katholische Kirche, was die materiellen Güter angehe, und ein Gesetz tyrannischer Unter- d r ü ck u n g auf geistlichem Gebiete. Infolgedessen verurteilt der Papst das portugiesische Trennungsgesetz, erklärt es für null und nichtig und ohne Gewicht gegenüber den unverletzlichen Rechten der Kirche, spendet sein wärmstes Loh dein portugiesischen Episkopat und Klerus, der dieses Gesetz verurteilt hat, und er- «nohnt ihn. die einträchtige Berbindung mit dem Heiligen Stuhl m wahren,/ Frankreich. Tie Wahlreform? � Paris, 29. Mal. Die Deputierten kam in er bewilligte zunächst ein sechstes Budgetzwölftcl und begann sodann die Bc- ratung der W a h l r e f o r n« v o r l a g e. Justizminister Antonie P e r r i e r erklärte, er hoffe, Ministerpräsident Monis«verde imstande sein, den Verhandlungen gegen Schluß per tscueraj�c�atte wieder heizujpvhnen../ Belgien. Eine liberale Rede.' Man schreibt uns aus Brüssel: Der Brüffcler Bürger- meister Max hat in der„Liberalen Vereinigung" in Brüssel e«i«e Rede gehalten, die, als von dem Haupt einer Großstadt gcsprochei«, in einer Zeit, in der aufrechte Gesinnung bei bürgerlichen Poli- tikern gerade keine alltägliche Erscheinung ist, einige Beachtung ver- dient— zumal da kämpfender Liberalismus überall etwas ziemlich Rares ist. Der Versammlung lag eine Protestresolution gegen das klerikale Schulgesetz vor, die Bürgermeister M a x mit un- gefähr folgenden Worte» unterstützte: Ich glaube eine Pflicht zu erfüllen, die«nir mein Amt auferlegt, wenn ich für diese Tagesordnung stimme. Ich weiß, daß man an gewisser Stelle dem Bürgermeister das Recht streitig machen möchte, an politischen Diskussionen t e i l z u n e h in e n.(Der Bürgerineister bc- zieht sich hier auf seine Teilnahme an einein Protesiinecting, in dein Sozialisten und Liberale gegen das Schulgesetz manifestierten. Die klerikalen Blätter hatten das Erscheinen des Bürgermeisters in dieser Versainmlung abfällig kritisiert.)— Es scheint, daß ich an diesem Tage vergessen habe, daß ich nicht Bürgermeister einer Partei, sondern aller Brüsseler bin. Ich habe die Pflichr,«nir das Wohlwollen aller Bürger zu erwerben, aber ich habe auch das Recht, der Bürgermeister der liberalen Stadt Brüssel zu sein. Ich liebe mein Amt, das mir wert und teuer ist; aber ich«vürdc es eher opfern, als auf das klein st e Titelchen in einer liberalen Ideen zu verzichten. Aus diesen Gefühlen heraus habe ich an dem Meeting teilgenommen. Es ist mir eine Ehre, neben Charles Bulß(ehemaliger liberaler Brüsseler Bürgermeister und der treueste bürgerliche Kämpfer für ein freies Schulwesen Belgiens) zu sitzen und erkläre mein Enpexständnis mit unseren Deputierten und Senatoren in der Schuliampagnc. An diese Worte knüpfte der Bürgerlneister, der übrigens dein gemäßigten Flügel der liberalen Partei angehört, eine energische Kritik an der Schulvorlage der klerikalen Regierung, indem er ins- besondere die durch den klerikalen Anschlag bedrohte kommunale Autonomie in Sachen des Volksschulunterrichis verteidigte." Spanien. Blutige Pcirteikämpse. Madrid', 28. Mai. Wie„Espana libre" meldet kam eS in Sali Felis de Llobregat bei Barcelona zu einem Z u s a m m e n- stoß zwischen K a r l i st e n und Radikalen. Ein Karlist, drei Radikale und ein Gendarm wurden getötet, viele Personen wurden verwundet, Rußland« Aus dem Lande der Tonischen Kosaken, i Nowotschcrkaßk, 28. Mai. In das Haus eines GutsverivalterS in der Nähe der Ortschaft W e s e t o i e wurde eine Bombe geworfen. Bewaffnete brachen darauf in das teislveise zerstörte Haus e««i und berauhjen den Verwalter. Drei Täter wurden verhaftet. Mrokko. Die Wünsche Mulay Hasids. Paris, 28. Mai. Die„Agence Havas" meldet aus Fes low 22. d. Mts.: Der Sultan empsing heute die Generale Meiuiec und Dalbiez. Der Sultan beauftragte Moinicr, der französischen Regicpulig seine» Dank auszusprechen für die«virksamc Unter- ftützung, die sie ihm asivghrt habe bei der Wiederherstclluiig von Ruhe und Ordnung dort, wo Unordnung und Anarchie geherrscht habe. Nachmittags hatte der Sultan eine Besprechung«nit Moinier über die Notwendigkeit der Wiederherstellung der Ord- n u n g in M e q n i n e z, wo die Berber ihre Leute zusammen- gezogen haben und«nit Plünderung drohen. Man tvill die An- knnft der Abteilung Gourand abwarten und dann Truppen nach M e q u i n e z hin absenden. Dcx Weg dorthin ist abgeschnitten; die Posiläufer«vurdc» ermordet. Der Sultan hielt strenge Unterdrückung für notwendig. Nach xi»ex«vetteren Meldung aus Fes vom 23. d. Mts- haben die Stämme der Hamiyan und Cheffaa zum Zeichen ihrer Unter- w e r f u«i g Stiere geschlachtet. Es verlautet, daß die S ch e r a r d a und die Ulcd Djamuia ihrem Vorgehen folgen werden. Vorbercitnngen für ein französisches Protektorat? Paris, 29. Mai. Der„Matin", dessen Berichterstatter ig Fe» gestern meldete, Mulay tzafid habe ein französisches Pro- tektorat und eine Verstärkung der französischen Truppen auf 69 990 Mann verlangt, bringt heute eine anschei- nend offiziöse Rote, in der es heißt: Das Ansuchen Mulay Hasids uin das Protektorat Frankreichs ist n i ch t n e u. Ein ffol- ches Ansuchen ist im Namen des Sultans schon 1919 durch El Mokri au Minister Pichon gerichtet worden. Die Regierung, die auf den den leitenden Grundsätzen der Algecirasakte und der anderen bestehenden Verträge so zuwiderlaufenden Gedanken nicht eingehen könne, hat a u s>v e i ch e«> d geantwortet, und selbstverständlich ist die Haltung der gegenwärtigen Regierung in diesem Punkte dieselbe«nie die ihrer Vorgängerin. Die Zjlgcciras- alte bleibt die Grundlage der Marokkopolitik Franlrechs. Ebenso selbstverständlich ist, dah man de», Aiisuchcn Mulay Hasids, die Zahl der vor Fes stehenden Truppen auf S9 990 Mann zu erhöhen, nicht nachkommt. Tie gestern eingetroffenen Depeschen des Konsuls Gaillard und des Generals Moinier über ihre Unterredung mit de», Sultan enthalten keinerlei Anspielung auf ci,i Ansuchen um das Protektorat oder um Verstärkung der französische« Truppe w I�exiKo. «ät- Tie Kriegskostrn. Mexiko, 28, Mai. De la Barra beabsichtigt die sofortige Auflösung der revolutionären Truppen und hie unverzügliche Feststellung der durch den Krieg begründeten An- s p r ü ch e. Die Kosten des Krieges werden auf 2 9 M i l l i o n c n Dollar geschätzt, der den Fremden zugefügte Schaden auf zwei Millionen. Die staatliche Barreserve beträgt 62 Millionen Dollar, wovon 18 Millionen bei der Bank von England deponiert sind, Ein Angriff auf Diaz. Art" Vork» 27. Mai. Ein Telegramm aus Veracruz meldet, daß die Bundestruppen von einer Schar von 7 99 Rc. , i e 1 Tepeyahuabco in ein G e f e ch t v e r w i ck e l t wurde». alsfie Dmz hierher begleiteten. Nach heftigem Kainpf zogen sich die Rebellen unter Zurücklassung von dreißig Toten, ihrer Fahne» und einer Kasse mit 1999 Pesos in größter Verwirrung zurück Die Bundestruppen. deren Zahl 309 betrug, hatten drei Verwundete. Diaz und sein Sohn Oberst Porsirio Diaz, die in e,n-m Zuge folgte, u nahinen an dem Gefecht teil. Die Aufrührer flohen wahrscheinlich, als sie tzen dritten Zug, der ebenfalls. Bundes. truppey gut M fMe. sich Merg jähen. 7�
GewerkfcbaftUcbeB. Der Berliner Bäckerstreik. N!chks ist törichter, als wenn jemand, der sich und seine Befolg- schaft in eine unangenehme Situation gebracht hat, seinen Gc- treuen vorzureden sucht, die Lage sei glänzend. So aber machen es jetzt die Führer der Bäckerinnungen. Wer nichts weiter liest als die offiziellen Fiinungsorgane. der kann zu der Ansicht kommen, datz die Bäckergesellen den Streik verloren hätten. Auch in die Tagespresse sind die irreführenden Angaben von Jnnungsmachcrn übergegangen. Glauben können solche Angaben allerdings nur bei Leuten von der Sorte finden, die leider„nicht alle wird". Unsere Leser wissen, daß der Erfolg des Streiks über Erwarten günstig ist, und das läßt sich jederzeit durch die einwandfreien zahlenmäßigen Angaben der Streikleitung beweisen. Nach den zahlreichen Bewilligungen, die schon bis Sonnabend «ingegangen waren, erfolgten am Sonntag und Montag wieder eine erhebliche Zahl neuer Bewilligungen. Die Feststellungen, welche die Streikleitung gestern nachmittag 3 Uhr machte, ergab folgendes Resultat: Bewilligt haben 1866 Bäckereien mit 3572 Bäckern, 277 Konditoren, 492 Lehrlingen. Rechnet man die Lehr- linge ab, dann sind in den 1866 geregelten Betrieben 3849 Bäcker und Konditoren beschäftigt. Diese Zahl hat sich aber durch neue Einstellungen während des Streiks um 186 vermehrt. Die Neu- einstellungen machten sich nötig in den Betrieben, die zuerst be- willigt hatten und denen sich, als der Boykott einsetzte, die Kund- schaft derjenigen Meister zuwandte, die bis dahin nicht bewilligt hatten. Insgesamt sind also 4935 Bäcker und Konditoren zu den neuen Bedingungen beschäftigt. Den in die Tagespresse übergegangenen Behauptungen der Jnnungsführer zufolge, sollen nur Meister mit ein bis zwei Ge- scllen bewilligt haben. Wie albern diese Behauptung ist, das wird schon durch die vorstehenden Zahlen bewiesen. Im übrigen hat die Streikleitung festgestellt, daß gerade die großen und mittleren Betriebe die e r st e n waren, welche die Forderungen bewilligten. Sie taten das in ihrem eigenen Interesse, denn es liegt ihnen natürlich daran, ihre älteren, geübten Arbeitskräfte nicht durch einen Streik zu verlieren. Die kleinen Meister, welche nur ein bis zwei Gesellen beschäftigen, kamen zum großen Teil erst etwas später mit den Bewilligungen. Doch haben auch gestern noch eine Anzahl von Betrieben mit vier bis sechs Gesellen bewilligt. Erfolge, die noch über die aufgestellten Forderungen hinaus- gehen, sind erzielt worden in den 34 Großbetrieben, wo der Ver- band der Bäcker dominiert. In diesen Betrieben sind 878 Bäcker und 65 Konditoren beschäftigt. In einem Teil dieser Betriebe wurde die bisherige Arbeitszeit um zwei Stunden verkürzt und der Wochenlohn um 3 bis 4 M. erhöht. In 12 Betrieben mit 228 Bäckern und 8 Konditoren sind Sommcrfericn bis zu 14 Tagen unter Fortzahlung des Lohnes gewährt worden. 6 Betriebe mit 159 Bäckern und 2 Konditoren haben den Achtstundentag eingeführt. Es sind dies die folgenden Firmen: Konsumgenossenschaft Berlin und Umgegend, Lichtenberg, Rittergutstraße; Schwarzbrot-, Pumpernickel- und Simonsbrot- fabrik H. Wittler, Maxstr. 7; Brotfabrik Turban, Frankfurter Allee 32; Wilhclma-Brotfabrik, Andreasstraße.(Diese Fabriken gewähren noch Sommerferien.) Goldackers Großbäckerei, Brunnen- straße 129; Bühls Großbäckerei, Spandau, Achenbachstr. 6. Aus einer weiteren Landbrotfabrik ist die Streikleitung benachrichtigt worden, daß auch diese entschlossen sei, falls nicht technische Schwierigkeiten entstehen, ebenfalls den Achtstundentag einzuführen. Das sind Erfolge, die noch über die Erwartungen der Streikleitung hinausgehen.— Angesichts dieser Situation nimmt eS sich recht sonderbar aus, wenn die offiziellen Jnnungsorgane noch in diesem Augenblick die Meister auffordern, die Forderungen des Verbandes nicht zu unterschreiben, weil ihnen dadurch unerschwingliche Kosten entstünden. Nun, die große Zahl der so unerwartet schnell erfolgten Bewilligungen widerlegt schlagend die Behauptung von Kn unerschwinglichen Kosten und zeigt, daß sich die Bäckermeister diesmal nicht mehr von den Jnnungsmachcrn irreführen lassen. Es würde auch keinem Bäckermeister etwas helfen, wenn er sich auf die Verheißungen der Jnnungsführer verlassen wollte. Nicht einmal die bestellten und erwarteten Streikbrecher konnten die Innungen stellen. Am Sonntag sollte aus Plauen i. V. ein Transport von 299 Streikbrechern eintreffen. In der Jnnungs- Herberge sollten sie aufgenommen werden. Deshalb wurde den Schlafgästen, welche schon vorher dort übernachtet hatten, kein Logis mehr gewährt. Aber statt der erwarteten 299 trafen, dank der Gegenmatzregeln der Streikleitung, nur 15 Arbeitswillige in Berlin ein. und zwar von einer Qualität, die man den kampflustigen Bäckermeistern gern gönnen kann. » Die Polizei kommt den Jnnungsscharfmachern mit einem Kampf gegen die Be- willigungsplakate zu Hilfe. Obgleich das Plakat nicht im Schau- fenster, also nicht öffentlich, ausgehängt wird, sind am Sonntag und Montag eine große Zahl von Fällen vorgekommen, wo Schutz- keute den Aushang der Plakate im Laden nicht nur untersagten, sondern das Plakat sogar„konfiszierten". Die Schutzleute können das natürlich nicht aus eigenem Antriebe, sondern nur im Auf- trage ihrer Vorgesetzten getan haben. Es mutz deshalb immer wieder betont werden, daß diejenigen, welche solchen Auftrag er- teilen, ungesetzlich handeln. Der Aushang im Schaufenster ist ja seinerzeit durch Gerichtsurteil als unstatthaft erklärt worden. Obgleich dieser Standpunkt des Gerichts sehr anfechtbar ist, läßt sich im Augenblick nichts dagegen machen. Aber im Laden hat die Polizei, wenn sie nicht ungesetzlich handeln will, nicht zu bestimmen, was auszuhängen ist oder nicht. In manchen Fällen ist es denn auch der energischen Intervention der betroffenen Meister ge- kungen, das Plakat vor der„Konfiskation" zu retten, so daß sie «S ihren Kunden wenigstens zeigen können.— Daß die Polizei mit solchem Eifer gegen die Plakate vorgehen würde, das haben selbst die Jnnungsführer nicht erwartet. Sie sprechen in ihrer neuesten offiziellen Veröffentlichung nur davon, daß die Ent- fernung der Plakate aus den Schaufenstern verlangt werden soll. Mehr kann, wie gesagt, auch die Polizei nicht verlangen. Die Rechtslage ist die: Wenn das Publikum auf der Straße das Plakat nicht sehen kann, dann ist es nicht öffentlich ausgehängt und niemand hat ein Recht, die Entfernung desselben zu ver- langen. »• • Durch das unrechtmäßige Vorgehen der Polizei kann natürlich Erfolg der Böckerbewcgung ebensowenig auS der Welt geschafft werden wie durch die Verheißung der Jnnungsführer, baß der Zweckverband sich entschlossen habe, Flugblätter„zur Auf- klärung und gegen die Angriffe des Verbandes" hinausgehen zu lassen. Im Jnnungsorgan werden auch die Meister aufgefordert. die heute(Dienstag) stattfindenden Volksversammlungen, welche sich mit dem Bäckerstrcik befassen, zu besuchen, und dort den Stand- Perantw. Redakteur: Albert Wachs, Berlin. In seratenteil vergntw.� Punkt der Meister zu berlreten. Wehn die Meister, welche jeM noch auf dem Standpunkt der Jnnungsführer stehen, Mut genug haben, dieser Aufforderung Folge zu leisten, dann kann es in den Ver- sammlungcn vielleicht ganz interessante Erörterungen geben, die aber den Jnnungshäuptern keine Freude machen werden. »» » Außer den Bäckermeistern, die bewilligt haben, erhalten be- ranntlich auch die Händler, die Ware aus geregelten Betrieben feilhalten, die Plakate und Lcgitimationskarten. Solche sind bis jetzt an 759 Händler abgegeben worden. Nie Zahl der Streikenden beträgt zurzeit 1122. Berlin und Umgegend. Eine Lohiibeivcgmlg der Mühlcnarbeiter. Die in den Getreidemühlen Grotz-Berlins beschäftigten Ar- beiter versammelten sich am Sonntagnachmittag im Gewerkschafts- Hause, um zu beraten, ob sie in eine Lohnbewegung eintreten könnten. H o d a p p, der Vorsitzende des Verbandes der Brauerei- und Mühlenarbeiter, referierte: Die Lohn- und Arbeitsverhältnisse der Mühlenarbciter sind sehr verbesserungsbedürftig, wie eine statistische Erhebung in sieben Betrieben zeigte. Bei einer Ar- bcitszeit von 19 bis 12 Stunden verdienen Walzenführer pro Schicht 5 M. bis 5,59 M., Müller verdienen meistens nicht mehr wie 27 bis 39 M. pro Woche, von einigen Ausnahmen abgesehen; Boden- und Speicherarbeiter erhalten 49 bis 45 Pf. Stundenlöhne. Wochenlöhne werden nicht bezahlt, so daß jeder Feiertag abge- zogen wird. Ueberstunden werden nur mit einem ganz geringen Aufschlag bezahlt. An einem Arbeitsnachweis für Mühlcnarbeiter fehlt es, was sehr viel Unzuträglichkciten im Gefolge hat. Die sanitären Zustände in den Mühlen bedürfen ebenfalls dringend mancher Verbesserung. Es handelt sich um 19 Betriebe, die sich in Berlin, Tegel und Köpenick befinden und wo insgesamt 359 bis 389 Mühlenarbciter beschäftigt sind. Die Wünsche der Arbeiter richten sich auf Ein- führung von Wochenlöhnen, und zwar wurde vorgeschlagen, daß für Walzcnführer 35 M., für Müller 33 M. und für die übrigen Arbeiter 39 M. als Regel gelten sollen. Ferner ist zu erwägen, ob das Akkordsystcm nicht gänzlich abgeschafft werden müßte. Tic Arbeitszeit ist nach den gemachten Vorschlägen so einzurichten, daß bei einer Bruttoarbeitszeit von 12 Stunden Pausen von 3 Stunden, aber mit einer Ablösung, eintreten. Innerhalb 11 Stunden soll die Arbeitszeit auch nur 9 Stunden betragen. Sehr notwendig ist die Einrichtung eines paritätischen Arbeitsnachweises. Nach einer längeren Diskussion wählte die Versammlung eine T a r i f k o m m i s s i o n, die in gemeinsamer Beratung mit der Ortsverwaltung und den Vertrauensmännern einen Tarifentwurf ausarbeiten soll. Ucber weitere Maßnahmen wird dann in einer kommenden Versammlung von Mühlenarbeitern beschlossen werden. Mühlenarbeiter! Der Streik in der Dampfmühle des Groß- bäckercibesitzers E. Goldacker, Brunnen-Stratze 129/139, ist zugunsten der Arbeiter beendigt. Herr Goldacker bat den ein- gereichten Tarifvertrag unterzeichnet und haben sämtliche Arbeiter am Montag die Arbeit wieder aufgenommen. Die Sperre über die Dampfmühle Goldacker ist hiermit aufgehoben. Verband der Brauerei- und Mühlenarbeiter. Ortsvertvaltung Berlin. Ter Streik der Militäriattler bei Billcp in Spandau hat den Inhaber genannter Firma bereits in arge Bedrängnis gebracht. Um nur die dringendsten Arbeiten fertigzustellen, mußten die„Arbeitswilligen" sogar am Sonntag zur Arbeit erscheinen. Ob die dazu notwendige Erlaubnis der Polizeibehörde eingeholt worden ist rcsp. erteilt wurde, entzieht sich unserer Kenntnis. Große Entrüstung erregt es unter den' Arbeitern, daß sich ein in der Kgl. Artillerie-Wertstatt beschäftigter Sattler nicht entblödet, nach Feierabend noch zu Hanse für die Firma Billep als Heim- arbeiter tätig zu sein. Mit Recht können die streikenden Arbeiter wohl verlangen, daß die in der Kgl. Werkstatt beschäftigten Ar- beiter eine.solche Tätigkeit zu unterlassen haben. Daß Herr Billep aber auch diese Arbeitskräfte für sich besonders zu verwenden ücht, ist jedenfalls das beste Zeichen für die Zwangslage, in der er sich befindet. Deulkdies Reich. Tarifbewegung der Braunkohlenbergarbeiter in Mitteldeutschland. Die in den drei Verbänden(Bergarbeiterverband', christlicher Gewerkverein, polnische Berufsvereinigung) organisierten Schacht- delegierten des Bezirks Mageburg-Helmstedt haben in einer Kon- 'erenz in Schöningen am 28. Mai beschlossen, auf den gut organi- rerten Werken dieses Bezirks, die Kündigungen am 29. Mai ein- zureichen. Bei den Kündigungen kommen hauptsächlich die in der Kohlen- und Brikettproduktion beschäftigten Arbeiter in Frage. Alle Mittel, den Abschluß eines Lohntarifs auf friedlichem Wege zu erreichen, sind an dem protzcnhaften und brutalen Herrn-im- Hausc-Standpunkt der Grubenbesitzer gescheitert, fo daß den Berg- arbeitern nur noch dieser Weg übrig blieb. Während die Berg- arbeiter in aller Stille die Kündigungen vorbereiteten, gehen die Grubenverwaltungen schon mit Maßregelungen vor. So haben die Braunschwcigischen Kohenwerke in den letzten Wochen 4 Mann auf das Stratzenpflaster geworfen. Einer wurde auf Grube Viktoria dematzregelt, weil er es in seiner freien Zeit gewagt hatte, Flugblätter zu verteilen. Um diesen direkten Maßregelungen vorzubeugen, ersuchte der Bezirksleiter des Bergarbciterverbandes den Braunschweigischen Revicrbcamtcn, seinen Einfluß dahin geltend zu machen, daß der- artige brutale Matznahnken unterlassen würden. Aber bis zum heutigen Tage ist von einem Eingreifen in dieser Beziehung noch nichts zu spüren gewesen, noch viel weniger ist eine Antwort auf die Eingabe erfolgt. Bezeichnend ist das Verhalten der bürgerlichen Presse. Jedes kleinste Kreis- und Lokalblättchen und die Provinzblätter suchen in Unternehmerfreundlichkeit zu machen. Triumphierend brachten >ie in der vergangenen Woche die Schwindelnachricht, daß in diesem Bezirk kein Streik zu erwarten sei, da sich die dortigen Berg- arbeiter über die Frage der Kündigung nicht einigen könnten. Damit wollten sie die Bewegung zersplittern; sie erreichten aber gerade das Gegenteil, wie der Beschluß der Konferenz beweist. Einzelne Gruben machen schon die äußersten Anstrengungen, um sich mit Arbeitswilligen zu versehen, meistens jedoch mit dem Erfolg, daß die Betreffenden sofort wieder abwandern, oder bald wieder den Kündigungszettel unterschreiben. Vornehmlich beziehen die Grubenbesitzer von dem Stellenvermittler Arnold Ottawa in MySIowitz O.-S.(Arbeitsnachweis für Land, Forst und Industrie) ch�kandische Arbeiter, denen in den meisten Fällen ein halb- lahrlnher Kontrakt vorgelegt wird.— Es wird daher ersucht, durch Reinhaltung des Zuzuges den Bergarbeitern den Kampf zu er- �?meriUich werden die Arbeitsbrüder der russisch-polnisch- chlcstichen Grenze gewarnt, sich als Streikbrecher anwerben zu lassen. Die Kölner Dachdecker und Bauklempncr traten, wie uns ein Privattelegramm meldet, überall da in den Streik, wo der Tarif nicht anerkannt wurde. Metallarbeiter! Wegen Maßregelung der Vertrauensleute sind in den� �>agcnsabriken Schmachtenberg u. Türk und Krups in Wald schwere Differenzen ausgebrochen. Die Firmen wollen dazu übergehen, unorganisierte Kollegen von auswärts her- anzuziehen. Wir ersuchen die Kollegen, Zuzug von obigen Firmen 'ernzuhalten. Gleichzeitig bitten wir die arbeitcrfrcundlichcn Blätter um Abdruck dieser Warnung. Alle Anfragen usw. sind an den Bevollmächtigten Karl Rapp, Solingen, Kölner Straße, zu richten. __ Die Ortsverwaltung der Verwaltungsstelle Solingen. jCtz. Glocke, Berlin. Druck«. Verlag: Vorwärts Buchdr. u, VerlagSanjtalt Ausland. Die Wiener Schneideraussperrung ist nach einwöchiger Dauev mit einem vollen Erfolg der Arbeiter beendet worden. Alle Entlassungen wurden zurückgenommen. Zum Streikbruch kommandierte Marinemannschaften. In F i u m e streiken etwa 799 Maschinisten. Heizer und See- leute der„Ungara Kroata". Die Postdampfcr und die Rouie nach dem Seebad Abazzia werden von Seeleuten betrieben, die jetzt dem Vaterlande die Dienstoflicht ableisten und sür die das Kriegs- recht an Stelle des Koalinons- und Strcilrcchts getreten ist. Klus den amcrikanifthcn Gewerkschaften. Die„Western Federation of Miners", die lift Gegcn'atz zum„Amerikanischen A r b e i t e r b u n d e" auf sozialistischer Grundlage aufgebaut ist, hat sich nunmehr diesem angeschlossen. Es ist das insofern zu begrüßen, als das den Ein- fluß der sozialistischen Elemente innerhalb der„Federation of Labor" wesentlich erhöht. i Die Postverlvaltung der Vcrcimgtcn Staaten hat eine Anzahl ihrer Angestellten gematzrcgclt, weil sie in der neuen Gewerkschaft der Postbediensteten„eine zu aktive Tätigkeit" ausgeübt haben. Das sei ihnen untersagt worden; sie hätten dem entgegengehandelt, es läge also ein Fall der Insubordination vor.— Dos klingt ja ganz preußisch.— Im Unterhausc j)es Stoates New U o r k ist mir 86 gegen 36 Stimmen die 54-Stunden-Wocha für Frauen angenommen lvorden. Es besteht die„Meinung", daß das Gesetz vom BundcSgericht anerkannt, also rechtskräftig wird. Man macht aber schon seit 12 Jahren Anstrengungen, ein solches Gesetz durchzubringen. l**tzU ftacbrkbtem I Tos Ende des russischen Bluffs. Konstantinopel, 29. Mai.(W. T. B.) In der Verhandlung der Deputiertenkammcr über die Anfrage� an den Minister des Aeußeren betreffend den diplomatischen Schritt Rußlands hob der Fragesteller Dschenani die ungebührliche Form dieses Schrittes hervor und betonte, keine andere Macht könnte gegenüber Monte- negro konzilianter handeln als die Türkei. Dc-r Minister des Aeußeren Rifaat Pascha verlas eine Erklärung, in welcher betont wird, daß die von der öffentlichen Meinung an den Zwischenfall geknüpften Vermutungen einer Wiederkehr der be- dauerlicherweise in früheren Jahren vorgekommenen fremden Ein» Mischungen in die inneren Angelegenheiten der Türkei grundlos seien. Der russische Botjckxiftcr habe keine Note übergeben, sondern die Mitteilung sei eine mündliche und keineswegs der am Tage vorher durch eine Telegraphenagentur in einer ungebräuchlichen und seit» samen Weise erfolgten Publikation ähnlich gewesen. Wie der Botschafter zum Schlüsse der Unterredung selbst gesagt habe, Ivar seine Erklärung mit dem durch die Tclegraphenägentur mitge- teilten Texte nicht konform. Der Minister erwähnte den be- kannten Appell Montenegros an die Großmächte und betonte, daß zu Besorgnissen Montenegros kein Anlaß vorliege. Wenn Mon- tenegro die Grenze gegen die Aufständischen gesperrt halte und den Malissorcn die weitere Anteilnahme am Aufstande nicht ge- stattet, werde die Unterdrückung des Aufstandes in kurzer Zeit leicht erfolgen. Rußland habe aber geglaubt, daß der allgemeine Frieden gefährdet werden könnte und daher den russischen Bot- schafter in Konstantinovel beaustragt, einige freundschaftliche Er- klärungen abzugeben. Der Botschafter habe dem Minister sein Be» dauern über die Mißdeutung der Mitteilung, die bloß einen freundschaftlichen Charakter trug, ausgedrückt. Was die Beschwerde Montenegros anlange, so halte der Minister es für überflüssig zu erklären, daß diese ebenso im» logisch als unangebracht sei. Die Türkei habe Truppen an die montenegrinische Grenze gesandt, weil ein Aufstand dort aüs« gebrochen sei. Es sei unverständlich, wie der Türkei geheime Ziele zugeschrieben werden konnten. Ein Krieg mit Montenegro könne der Türkei weder materielle noch moralische Vorteile bringen. Die ottomanische Regierung habe leine Angriffsgedanken gegen irgend» welchen Nachbar. Hierauf ergriff der Groß wesir das Work. Er besprach den Malissoreimufstnnd und führte aus, die Regierung habe gv» wüßt, daß im Frühjahr ein Aufstand ausbrechen sollte und deS» halb Truppcnsendungen vorbereite:, die aber infolge deS Auf» stände? im Jemen eine Verspätung erlitten. Die Türkei mußte infolge des abenteuerlustigen Charakters der Montenegriner ein Armeekorps konzentrieren. Der Minister betonte dann nochmals die friedlichsten jlbsichten der Türkei.— Hierauf wurden zwei Tagesordnungen eingebracht. Die erste verlangt die Umwand- lung der Anfrage in eine Interpellation, die zweite, die vom jungtürkischcn Zentrum eingebracht wurde, bezeichnete die Auf» klärungen als hinreichend und sprach der Regierung das fortge- setzte Vertrauen auS. Die Opposition wollte unter Lärm die Abstimmung verhindern, da die Verknüpfung der Anfrage mit dem Vertrauensvotum ein lächerliches Spiel sei. Ter Großwesir nahm die zweite Tagesordnung an. Unter Lärm der Opposition er- folgte die Abstimmung. Zu der Entführung des Ingenieurs Richtet. Saloniki, 29. Mai.(W. T. B.) Zur Verfolgung der Itäuber. die den Ingenieur Richter aus Jena entführt haben, sind zwei Militärabteilungen von Elassona, drei von Koßkoy und eine von Katcrina abgegangen, mis�rdem alle verfügbaren Gendarmen sowie eine aus früheren Bandenmitgliedcrn bestehende Kompagnie von Freiwilligen. Die Regierung macht die Behörden vlptantwcrt» lich, weil dieselben Richter nur zwei Gendarmen zur Begleitung gegeben haben. Die Leichen der beiden Gendarmen wurden in einem Gehölz bei Kokiarplo gefunden.(Siehe auch„AuS aller Welt".)_ Zugcntglcifung. Breslau, 29. Mai.(W. T. B) Bei Station Sambowitz, Strecke BrcSlau-Brieg. entgleiste heute nachmittag 5 Uhr auS bisher un» aufgeklärter Ursache ein Probezug, der zum Ausprobieren einer neuen Schnellzugmaschine vom Breslauer Hauptbahnhof abgelassen worden war. Ein Heizer wurde getötet, dm Eiscnbahubcamte verwundet. Verhängnisvolle Brände. Tilsit, 29. Mai. Wie die.Tilsiter Zeitung" au? Schill» gallen meldet, sind heute nachmittag dort zehn Wohnhäuser ab» gebrannt. Drei Kinder einer Familie sind verbrannt, zwei Kinder einer anderen Familie wurden verletzt.. � San Francisco, 29. Mai.(23. T. B.) Heute vormittag brach in den„ChutcS", dem größten Vergnügungspark San Francisco--, ein Brand aus, dem der ganze Gebäudeblock, mit Ausnahme eines ma> slven Theaters, zum Opfer fiel. Bisher sind drei Leichen ne» borgen worden. Vom Automobil überfuhren. Marseille, 29. Mai 1911.
ordnung gemacht wird. Die Werkmeister. Techniker. Privatbeamten aller politischen und sozialpolitischen Schattierung, nicht etwa bloß dieser oder jener als besonders radikal verschrieene Verband, haben ihre helle Entrüstung über den Bruch feierlicher Versprechungen zum Ausdruck gebracht. Ich wäre durchaus für die Normierung der Maximalgrenze auf 5000 M. DaS m i n d e st e aber sollte die Aw nähme des sozialdemokratischen Antrages sein, um- somehr, als man die steiwillige Versicherung der Privatbeamten verschleckitert und ihnen keinen Einfluß aus die sorgfältig konser vierten Betriebskassen eingeräumt hat. Und was das— noch dazu sehr bestrittene— Interesse der Aerzte an der Nichterhöhung der Maximalgrenze betrifft, so steht doch wahrhaftig die Volks« gesundheit über dem ärztlichen Interesse. Das werden auch die vernünftigen Aerzte zugeben. Mit einem Teil meiner politischen Freunde werde ich für den sozialdemokrattz sehen Antrag stimmen, und ich hoffe, daß auch manche Herren von den Nationalliberalen und vom Zentrum dafür stimmen werden. (Lebhafter Beifall bei den Sozialdemolraten und einem Teil der Freisinnigen.) Abg. Dr. Mugdan(Vp.): Ich für meine Person werde sogar gegen den Antrag auf Erhöhung der Maximalgrenze auf 2500 M stimmen.— Man mutet dem Aerzestande zu, im Interesse der All« gemeinheit sich schädigen zu lassen. Mutet man das anderen Ständen zu? Mit Recht würden die Bäckergesellen, wenn man ihnen sagen würde:.Durch Euren Streik treibt Ihr den Preis der Semniel und deS Brotes in die Höhe, Ihr schädigt dadurch die Allgemeinheit: also dürft Ihr nicht streiken", dann würden mit Recht die Bäckergesellen das als närrische Zumutung zurückweisen. Was dem einem recht ist, das ist aber dem anderen billig.— Man agt: der Geldwert ist gesunken. Vieles ist teurer geworden, vieles aber auch billiger, z. B. Möbel.(Zuruf bsi den Sozialdemokraten.)— Warum wehrt sich die Regierung so sehr gegen alle anderen Verbesserungen, während sie in diese Erhöhung auf 2500 M. einwilligt? Ganz einfach. Diese Erhöhung tragen nur die Arbeitgeber. Das ist überhaupt das Charakteristikum der ganzen Sozialpolitik: sie wird auf anderer Leute Kosten gemacht. Wenn man den Kreis der Zwangsversicherten immer weiter ausdehnt, sosoll man den ganzen Aerzrestand verstaatlichen. (Zuruf bei den Sozialdemokraten: Mit Ihnen ist kein Staat zu machen! Heiterkeit.) Durch diese neue Belastung der Arbeit- g e b e r wird auch ihr Widerstand gegen das Privatbeamten- Versicherungsgesetz gestärkt werden. Ferner wird mancher Arbeit- geber die Beiträge, die er zahlen muß, als Vorwand nehmen, um die Gehälter nicht zu erhöben. Abg. Dr. Fleischer(Z.): In der Kommission haben meine reunde beantragt, die Gehaltsgrenze auf 3000 Mark festzusetzen. Zieser Antrag wurde aber nicht angenommen. Wenn wir ur.S dann mit der Grenze von 2000 Mark zufrieden gaben, so deshalb, weil wir die Ausdehnung der Gehaltsgrenze auf 5000 Mark bei der Unfallversicherung für wichtiger halten, als die Erweiterung der Gebaltsgrenze bei der Krankenversicherung. Wir treten nunmehr auch a u f d e n B o d en des Kompromißantrages, schon damit die Reichsversichcrungsordnung nicht an dieser Klippe in letzter Stunde scheitert.(Bravo I im Zentrum.) Abg. Molkcnbuhr(Soz.): Die Nachteile, welche die neue Persicherungsordnung bringt. dürften ihre Vorteile mindestens aufwiegen.(Sehr richtig l bei den Sozialdemokraten.) Dr. Fleischer rühmt, was Sie mit der Erhöhung der Einkommensgrenze bei der Unfallversicherung auf 5000 M. für die Privatangestellten getan haben. Aber für die Berechnung der Rente wird das Einkommen über 1800 Mark nur mit einem Drittel berechnet. Dadurch sind die Privatbeamten mit den höheren Gehaltsstufen schlechter wie jetzt gestellt, da ihnen der Anspruch aus Grund des HaftpflschtgesetzeS. der ihnen jetzt zusteht, auf Grund deS neuen Gesetzes genommen wird.(Sehr richtig I bei den Sozialdemokraten.) — Man nennt die ganze Versicherungsgesetzgebung einen Fluch für die Aerzte. Unter den Aerzten sind eben recht eigentümliche Ansichten verbreitet, haben doch manche Aerzte bei Bekanntwerden des Syphilisheilmittels von Ehrlich darüber geflagt, daß nunmehr ihr Verdienst miS den bisherigen langwierigen Kuren weg- falle.(Hört I hört I bei den Sozialdemokraten.) Bei Annahme unseres Antrages sollen nur 7 Proz. der Bevölkerung für die freie Praxis der Aerzte übrig bleiben. Nun, die Kassen würden bei der von uns beantragten Ausdehnung der Versicherungspflicht 214 Millionen statt 71 an die Aerzte zu zahlen haben, was bei gleichmäßiger Verteilung ein Einkommen geben würde, das mindestens dem Durchschnitts einkommen von Leuten mit gleicher Vorbildung gleich wäre. Dazu känie noch die Behandlung der 23 Millionen An« Gehörigen der Versicherten und die von 7 Proz. der Bevölkerung in reier Praxis. Also die Aerzte haben nicht zu klagen. Sorgen Sie nur dafür, daß wir gute, lei st ungSfähige Kassen haben, die mit den Aerzten Verträge mit anständigen Honoraren abschließen können. Wenn freilich die Aerzte alles tun, um die Kasten leistungsunfähig zu machen, so haben sie selbst die Folgen zu tragen. (Bravo! bei den Sozialdemokraten.) Der Antrag A l b r e ch t(Soz.) wird in namentlicher Abstimmung mst 225 gegen 71 Stimmen bei 3 Stimmenthaltungen abgelehnt. der'Kompromißantrag(Erweiterung der EinkommenSgrenze auf 2500 M.) wird a n g e n o m m e n. Zu§ 195 begründet Abg. G-hre(Soz.) einen Antrag, bei den baren Leistungen der Kasse einen Grundlohn von sieben Mark(statt sünf Mark der Vorlage) festzusetzen und zu gestatten, durch Satzung ihn bis zu acht Mark(statt sechs Mark der Vorlage) festzusetzen. ES sei eine notwendige Folge der eben angenommenen Erhöhung der Einkommensgrenze, auch die zulässige Grenze für den Grundlohn zu erhöhen. Abg. M-lkenbuhr(Soz.): Unser Antrag würde die Kassen leistungsfähiger machen und den höher gelohnten Arbeitern für ihre höheren Beiträge auch höhere Leistungen sichern. Der Antrag wird abgelehnt. Zum Abschnitt„Wochengeld"(ZK 210—213) liegt ein Kompromiß- antrag vor, für Mitglieder der Landkrankenkassen, die nicht der Ge- Werbeordnung unterstehen, die Dauer des Wochengeld- bezuges auf mindens 4 und höchstens 8 Wochen durch Satzung festzusetzen. Ein Antrag Ablaß u. Gen.(Vp.) verlangt obligatorische Heb- ammendienste und ärztliche Geburtshilfe sowie weitere obligatorische Leistungen an die Wöchnerinnen und Schwangeren. der Zeppelinluftschiffe. DaS Rahmenwerk ist aus„Duralumin", einer neuen Aluminiumlegierung, die von den Chemikern der Messrs. Vickers, der Erbauer des Luftschiffes, erfunden worden ist. In dem Metallrahmen sind 17 GasballonctS untergebracht, und der zwölfseitige Ballonkörpcr ist von einer mit der neuen Substanz „Joco" präparierten Seide überzogen. In der äußeren Gestalt er- innert das Luftschiff nach den vorliegenden Bildern sehr stark an den„Zeppelin"; nur das Hinterteil ist erheblich schlanker. Die Länge des Schiffes beträgt 155 Meter, der größte Durchmesser 16 Meter; die Maschinen haben 220 Pferdekräfte und treiben drei Schrauben, von denen zwei vorne und eine hinten sitzen. Die Tragfähigkeit des Luftschiffes ist 21 Tonnen. Auch die Steuer- Vorrichtungen sind denen der Zeppelinschiffe sehr ähnlich. Zwei bootförmige„Gondeln" sind durch einen bedeckten Gang miteinander verbunden und können 22 Personen aufnehmen. Unter den Gondeln sind Wassertanks angebracht, die gefüllt werden, wenn das Schiff an der Oberfläche bleiben soll, und zum Aufstieg entleert werden können. Das Schiff ist mit einer vollständigen Einrichtung für drahtlose Telegraphie versehen. Die Kosten betragen bisher 820 000 Mark. Die Exkommunikation der Maikäfer. Seit jeher trat in den nördlichen Ländern Europas der Maikäfer als gefürchteter Schädling auf und in früheren Zeiten wurde ihm manchmal auf ganz originelle Art und Weise der Krieg erklärt; die Maikäfer wurden nämlich vielfach in den Bann getan. Die berühmteste Exkommuni- kation dieser Art stammt aus dem Jahre 1449. In diesem Jahre suchten die Bewohner der Stadt Bern Hilfe gegen die Engerlinge bei ihrem Bischof. Daraufhin ließ der Bischof von Lausanne auf dem Kirchhof zu Bern und auf den Dörfern folgendes Monitorium an die Engerlinge verkünden:„Du unvernünftige, unvollkommene Kreatur, du Inger! Deines Geschlechls ist nicht gewesen in der Arche Noah. Im Namen meines gnädigen Herrn und Bischofs von Lausanne, bei Kraft der hochgelobtcn Dreifaltigkeit, vermöge der Verdienste unseres Erlösers Jesu Christi und bei Gehorsam gegen die heilige Kirche gebeut' ich euch, allen und jeden, in den nächsten sechs Tagen zu weichen von allen Orten, an denen wächst und entspringt Nahrung für Menschen und Vieh." Im Falle des Ungehorsams wurden die Engerlinge auf den sechsten Tag nach- mittags 1 Uhr vor den Richterstuhl des Bischofs nach Miflisburg geladen. Sic erhielten, als sie nicht erschienen, noch einen Aufschub. als aber auch eine zweite Zitation auf die unvernünftigen Tiere keinen Eindruck machte, erfolgte endlich die Exkommunikation: „Wir, Benedikt von Montferrand, Bischof von Lausanne, haben ge- hört die Bitte der grotzmächtigcn Herren von Bern gegen die Lvger wü> uns gexüstet Bit fcejn heijigey ußb attejß LM vor Augen gehabt, von dem alle gerechten Urteile kommen— demnach so gravieren und beladen wir die schändlichen Würmer und bannen und verfluchen sie im Namen des Vaters, Sohnes und heiligen Geistes, daß sie beschwört werden in der Person Johannes Perrodati, ihres Beschirmers, und von ihnen gar nichts bleibe denn zum Nutzen des menschlichen Brauches." Hier, wie in allen Bannflüchen der damaligen Zeit finden wir den eigentümlichen Gebrauch, daß den Tieren, denen der Prozeß gemacht werden sollte, ein Sachwalter gestellt wurde, der vor Gericht die Interessen der angeklagten Tiere in jeder Weise wahrnehmen mußte. Ein derartiger Kurator machte in langer Vertcidigungs- rede geltend, daß die Maikäfer seit unvordenklichen Zeiten in der betreffenden Gegend Wohnung und Nahrung gehabt hätten, also angesessen und heimatbercchtigt seien und infolgedessen durch einen Gerichtsbeschlutz nicht verbannt werden könnten. Notizen. — Theaterchronik. Am Mittwoch geht als erster Abend der Orestie im Zirkus Busch der„Agamemnon" in Szene. Der zweite Teil wird zuerst am 10. Juni aufgeführt. Der Billettverkauf für den zweiten Orcstie-Abend findet bei A. Wertheim statt, und beginnt Dicnsiag, den 30 Mai, vormittags 10 Uhr. Für die Studentenschaft, die Schulen und die Gewerkschaften ist ein Teil der Karten reserviert.— Unter der Leitung von Reinhardt wird im September eine vollständige Aufführung der drei Teile der„O r c st i e" in der Münchcncr Inszenierung stattfinden. — Kunstankäufe der Stadt Berlin. Im städtischen Etat sind Summen für Kunstankäufe in den beiden Ausstellungen angesetzt. Aus der Sezessionsausstcllung wurden daraus erworben Baluscheks Gemälde Mittag und eine Mödchenbüste von Mar Krause.* — Ein neuer Chol» otöiecki im Kaiser-Friedrich- Museum. Das Kaiser-Fricdrich-Museum hat ein kleines reiz- volles Bild von Daniel Chodowiecki, dem Meister der Berliner Zovf- zeit erworben. Das Gemälde, das im Saal des 18. JabrbundcrtS lichem Müicu1�"' WUbCrt Cine Lamilienszcne aus kleinbürger- -Ein Heinedenkmal in Frankfurt a. M. Mucker- tum. Bureaukratic und Chauvinismus haben bisber in Vrcm'-en S> mt, d.- w Ä• oi�n, jedcs Heine-Denkmal vcrhin- M Ä�/'"�"luch in Frankfurt a. M. initcr- cL ll-r 113 �gar einen öffentlichen Platz dazu �"lassen. Den �Heiligen und den Rittern wird wohl nichts � iW' � einen bewaffneten Auszug zu unter. WTOien jus-iMetzr igt Schmach � cijt Fr�nffusi zu boyksttiexsv,
Mg. Dr. David(Soz.): Wir wirken für die Anträge Ablaß stimmen, die m der Richtung unserer Anträge zur zweiten Lesung liegen, wenn sie auch nicht so weit gehen. Ich hoffte in der zweiten Lesung. Sie durch das düstere Bild der Säuglingssterblichkeit, das ich ent- rollte, für eine Erweiterung des Säuglings- und Wöchnennnen schutzeS zu gewinnen. Darin habe ich mich getäuscht. Ich hatte aber nicht erwartet, daß bis zur dritten Lesung noch ein Antrag ausgeheckt würde, der die Borlage in diesem Punkte noch ver- schlechtem will, er will den Landkrankenkassen gestatten, das Wochew geld von acht Wochen auf vier Wochen herabzusetzen. tHörtl hört! bei den Sozialdemokraten.) Auf der Hygiene- Ausstellung in Dresden hat der Vizepräsident Schultz nach Zeitungsberichten gesagt:.Angesicht» der Hygiene treten alle parteipolitischen Gegensätze zurück". Und der Name desselben Herrn Schultz ziert einen Antrag, der auf einem der wichtigsten Gebiete der Hygiene den parteipolitischen, den anti- sozialen Standpnnkt der Rechten in der markanteste» Weise dolu mcntiert.(Lebhafte Zustimmung links.) Dieser Antrag ist die Fort bildung des Antrages Jrl-Hufnagel, den die Herren bei der zweiten Lesung in einer Anwandlung berechtigten SchamgessühlS zurückgezogen hatten. Dabei ist die Säuglingssterblichkeit gerade in den ländlichen Bezirken, welche die Herren rechts vertreten, besonders' groß. Die Herren aus Bayern, welche den Antrag unterzeichnet haben, möchte ich darauf hinweisen, daß im Landes durchschnitt die Säuglingssterblichkeit in Bayern noch größer ist als in Preußen, und zwar auch dort vorzugsweise in den ländlichen Bezirken. Wir haben über den Antrag Schultz namentliche Abstimmung verlangt, um die Herren, die für ihn stimmen, vor dem deutschen Volk an den Pranger zu stellen.(Lebhafte Zustimmung links.) Zur zweiten Lesung war hier eine Eingabe der prenßiichen Landeszentrale für Säuglingsschutz eingegangen, in der ebenfalls die obligatorische Schwangeren füriorge, die obligatorische Leistung von Hebammen- und Arzt Hilfe verlangt wurde. Unterzeichnet war die Eingabe u. a. vom Leibarzt des Kaisers und derKaiserin, von vielen hohen Beamten, auch die feine Damenwelt fehlte nicht, so prangte darunter der Name Frau Gräfin Schwerin-Löwitz. Alle diese Unterzeichner der Eingabe werden merken, was sie von den sozialen Redewendungen der Politiker der Rechten zu halten haben, denen sie in den Salons begegnen. WohltätigkeitSfport wollen Tie treibe«, Margueritentage veranstalten, hundermral soviel wert wäre«S, wenn Sie heute die hier vorliegenden Anträge annehmen und den Antrag Schultz ablehnten.(Lebhafte Zustimmung links.) Die Regierung bat in der zweiten Lesung ihr Unannehmbar erNärt, wenn die obligatorische Hebanimenhilfe angenommen würde. Würde das Deutsche Reich die hieraus entspringende Belastung nicht mehr tragen können, so wäre das eine Schmach für da» Deutsche Reich.(Lebhafte Zustimmung links.) Nein, dieses Unannehnibar hat keine praktische Bedeutung. Niemand hier im Hause glaubt, daß die Regierung daran das Gesetz scheitern lassen konnte, das wäre eine politische Unmöglichkeit, und des halb lastet die Verantwortung für Ihre Abstimmung auf Ihnen selbst. (Sehr richtig I links.) Und beim Antrag Schultz ist kein Unannehin dar der Regierung vorhanden, da handelt eS sich sogar noch um eine Verschlechterung. Werfen Sie wenigstens diesen Antrag in de» Orkus. In der zweiten Lesung habe ich an Ihr soziales Gewissen und Ihr nationales Gefühl appelliert. Jetzt will ich a» Ihr Gefühl als Männer, an Ihr RitterlichkeitSgefühl appellieren, an das Gefühl der Ehrfurcht vor der schwanarren Frau, und der werdenden Mutter, die mit ihrer Gesundheit Opfer für das werdende Leben bringt.(Lebhaftes Bravo I links.) Abg. Fegter(Vp.) bekämpft erneut die Differenzierung gewerb- sicher und landwirtschaftlicher Arbeiter in der ReichSverstcherungSl ordnung und wendet sich dann gegen den Antrag Schultz. Dieser Antrag ist noch schlechter als der Antrag Irl und er wird nicht dazu beitragen, die Majorität für die Reichsverstcherungs ordnung zu erhöhen. Der Antrag muß empörend wirken und Sozialdemokraten geradezu züchten. Der Antrag richtet sich direkt gegen die Wehrhoftigkeit des deutschen Volkes. Hier hätte die Regierung ein„Unannehmbar" aussprechen sollen.(Zustimmung links.) Daß der Appell Dr. Davids an die Ritterlichkeit jener Herren vergebens fein würde, war mir von vornherein klar.(Bravo I links. Lautes ironisches Bravo I rechts.) Prozent(Hört! Hort! links), für kaS BezirkSäültAu'gSburg 34,3 Proz.(erneutes HörtI hört! linkst, für Donauwörth- Stadt L4,1 Proz., für Donauwörth-Land 33,1 Proz.(Hört! hört! links), für Günzburg 27,6 Proz., für den Bezirk Günzburg 32,1, für die Stadt N ö r d l i n g e n 21, für den BezirkNördlingen 26, S Proz.(Lebhaftes Hört! hört! links.) Die Durchschnittssterblichkeit über ganz Bayern betrug für Kinder in den Städten 24,3 und auf dem Lande 28 Proz.(Lebhaftes Hört! hört! links.) TaS sind alles vorwiegend katholische Bezirke. Es ist geradezu unglaublich, daß sich ein bayerischer katholischer Geist- sicher dazu hergegeben hat, diesen Antrag zu unterzeichnen. Wie kann man angesichts solcher Zahlen uns überhaupt zumuten, für diesen Antrag zu stimmen. Ich verstehe gar nicht, wie daS möglich ist. Wenn Sie vor der Rede meine? Parteifreundes Dr. David aus der zweiten Lesung, die doch jedem ans Herz gegriffen hat, einen solchen Antrag gestellt hätten, dann hätte es noch durchgehen können, weil Sie die Dinge nicht kannten. Uebrigens soll man über Dinge keine Anträge stellen, die man nicht kennt. (Sehr richtig! links.) Aber Sie waren gewarnt. Sie haken auch nicht eine einzige Behauptung von uns widerlegen können. Da ist die Zumutung, die Sie heute an uns stellen, eine Ungeheuerlichkeit sondergleichen.(Lebhafte wiederholte Zustimmung links.) Wir protestieren jedenfalls dagegen, daß man uns im Reichstage überhaupt mit einem solchen Antrage kommt, mit einem Antrage, der, wenn er angenommen würde, eine Schmach für de» Deutschen Reichstag ist.(Lebhafter, anhaltender Beifall links, Unruhe und Lärm rechts und im Zentrum.) Abg. v. Gamp-Massaunen(Rp.): Die Ausfälle der Vorredner überschritten so sehr das gewohnte Maß, daß man doch dazu nicht schweigen kann. Wir messen der Frage dieselbe Bedeutung bei, wie der Kollege David; nur über die Wege der Besserung gehen unsere Ansichten auseinander.— Der Kollege F e g t e r kennt sie Arbeiter- Verhältnisse im Osten einfach nicht.(Zuruf links.) Die verheirateten Arbeiterinnen auf den Gütern des Ostens werden eigentlich nur während der Erntezeit stärker beschäftigt. Für sie kommt die Wochenhilfe nicht entfernt so sehr in Betracht, wie für die städtischen JndustriearKeiterinnen. Auf den Bauerngütern besorgt die Besitzerin die gröbsten und unsaubersten Arbeiten, das D i e n st m ä d ch e n die schwersten und schmutzigsten. (Sehr richtig! rechts; Heiterkeit bei den Sozialdemokraten.)— ES ist wahrhaft empörend, wie sich die Redner der Linken über Dinge äußern, die sie nicht kennen.(Bravo! rechts, Heiterkeit und Zurufe links, Unruhe im ganzen Hause.)— Die Geburten auf dem Lande gehen durchweg weit leichter vor sich als in der Stadt. Die Herabsetzung der Wochenbeihilfenzeit von acht auf vier Wochen soll und kann die Mittel disponibel machen, um den Frauen obligatorische Hebammendienste zu sichern. Und dies ist das allev wichtigste. Ich hoffe, daß die Aufsichtsbehörden dahin wirken werden, daß möglichst viele Landkrankenkassen satzungsmäßig obliga torische Hebammendienste einführen.— In keiner Weise verdienen wir die Vorwürfe der Linken.(Lebh. Bravo! rechts.) Abg. Irl(Z.): Dr. David hat seine Rede aus der zweiten Lesung wiederholt. Ich aber käue nicht wieder.(Zuruf und Heiterkeit links.) In Bayern ist ganz vorzüglich für die Säuglinge gesorgt.(Bravo! im Zentrum und rechts.) Abg. Bebel(Soz.): Auf die Ausführungen des Vorredners will ich nur kurz be merken, daß die Gegend, die er vertritt, zu den schlimmsten Gegen den Sozialdemokraten, keinen solchen Borwurf Abg. Bebel(Soz.): Durch diese Kundgebung brandmarken die Herren von der rechten Seite sich selbst.(Lebhafte Zustimmung links.) Sie scheinen gar nicht zu begreifen, wie ernst die Sache ist. DaS geht ja auch daraus hervor, daß die Antragsteller trotz der sehr gründlichen Angriffe gegen den Antrag es nicht für nötig gehalten haben, auch nur ein Wort zur Begründung des Antrages zu sagen. Sie halten es nicht einmal für wert, dieser Debatte überyaupt nur zu folgen (Sehr gut! links.) Mein Parteifreund David hat in warmen Worten an das soziale Gewissen der Herren appelliert, an Ihr nationales Gewissen, an da» Gewissen der Männer, die Gerechtigkeit üben wollen, aber eines hat er vergessen, er hätte auch appellieren sollen an ihr christliche» Gewissen.(Lebhafte? Sehr richtig! links.) Denn die Anträge, die hier aus rein mensch lichen Gründen gestellt sind, sind zugleich im eminenten Sinne christlich.(Lebhafte Zustimmung links.) Wir hätten erwarten müssen, daß gerade die Herren, die hier als Vertreter des Christen tums erscheinen, sich veranlaßt gesehen hätten, für die Mütter ein zutreten, von denen in der Bibel gesagt ist: Mit Schmerzen sollst Du Kinder gebären. Wenn Sie auch nicht alle Frauen haben oder gehabt haben— Mütter haben Sie alle gehabt, und die Empfindung für die Mutter sollten Sie alle baben.(Lebhafte Zu- stimmung links.) Mehr als Männer in den Schlachten getötet und verwundet sind, sind Mütter bei der Geburt gestorben und siech ge worden. Tausende und aber Tausende von den Müttern befinden sich in der traurigsten Lage und ohne die notwendigste Hilfe. Wenn je ein Wort mit Recht ausgesprochen ist. so das Wort von der schweren Stunde. daS man auf die Frau anwendet, die gebären soll, und mit Recht sagt Goethe: WaS eine Mutter bei der Geburt aushält, ist mehr, als zehn Männer aushalten können! Ist daS alles richtig, so ist es unerhört, daß man solche Anträge stellen kann, und ich konstatiere, daß auch drei christliche Arbeitervcrtreter unter den Unterzeichnern sind.(Lebhafte Rufe links: Pfui! Ar beiterverräter!) Wie Sie die Bannerträger sind bei den Be- siimmungen gegen die Arbeiter, so sind Sie hier auch die B a n n e r> träger bei dem Antrag gegen die Arbeitermüttcr.(Lebhafte Zustimmung bei den Sozialdemokraten.) Ta8 ist ein Skandal sondergleichen. (Lebhafte, wiederholte Zustimmung links. Großer Lärm rechts.) Sie machen uns wahrhaftig die Ablehnung dieses Gesetzes sehr leicht.(Sehr richtig! links.) Neben den christlichen Arbeiter- Vertretern gehören auch zwei katholische Geistliche zu den Unterzeichnern des Anlrages: Dr. Hitze und Dr. Schädler. (Lebhaftes Hört! hört! links.) Wenn ich alle? für möglich gehalten hatte, aber daß katholische Geistliche einen solchen Antrag unterzeichnen, daran habe ich auch nicht einmal im Traum gedacht. In Wahrheit liegen oic Zustände viel schlimmer, als sie bisher hier geschildert wurden. Gerade in katholischen Ländern sind sie besonders arg, und speziell Dr. Schädler muß wiffen, wie eS in seinem Heimat- Sande Bayern aussieht.(Sehr richtig! links.) Auch Herr Horn- Reutz gehört zu den Unterzeichnern des Antrages, obgleich er doch ganz genau weiß, daß in dem Wahlkreis, den er vertritt, die Kinder- sierblichkcit erheblich größer ist als in Preußen. Während sie in Preußen im Durchschnitt 16,3 Proz. beträgt, beträgt sie im kleinen Reuß 21,3 Proz.(Hört! hört! links.) und wie sieht es in Bayern aus? Nach einer Statistik aus der Mitte des vorigen Jahres be- tvig die SäuglipgssteMichkeit für die Htadt Augsburg 27.4 den gehört.(Hört! hört! links.) Die Säuglingssterblichkeit ist dort am größten.(Abg. Irl: DaS siegt an den vielen Russinnen! Lachen links.) Dann wird dort also die Engelmacherci engroS getrieben. In Oberbayern beträgt die K i n d e r st e r b l i ch teit in den Städten 2S,7, auf dem Lande 30, ö Proz.(Hört! hört! links.) Da» zeigt, daß die Verhältnisse auf dem Lande dort noch recht traurig liegen. Wir bestreiten ja gar nicht, daß die Vorlage einen kleinen Fortschritt bringt, aber einen vollständig un- genügenden Fortschritt.(Sehr richtig! links.) Sie fragen bei jedem unserer Anträge, wo das Geld hergenommen werden soll. Dabei zahlen die Arbeiter ja zwei Drittel der Bei träge.( Sehr richtig! links.) Dann sagen Sie, der Bauer lasse sich nicht zwingen. Gewiß, der Bauer läßt sich nicht zwingen, er will nicht gezwungen sein, und da er nach dem Gesetz in den Land krankenkassen alles und die Arbeiter nichts zu sagen haben, so können wir uns ja vorstellen, wie die Dinge sich auf dem Lande entwickeln werden.(Sehr richtig! links.) Wenn man den Frei Herrn von G a m p hörte, dann sollte man meinen, O st Preußen sei für die Arbeiterfrauen das reine Dorado. Es ist nur verwunderlich, warum die Arbeiter in hellen Scharen davonlaufen» warum immer mehr und mehr Arbeiter nach dem Westen gehen (Sehr richtig! links; Zuruf link»: Weil e« ihnen im Osten zu gut geht! Heiterkeit.) Wenn der Abg. Freiherr v. Gamp recht hätte, dann wäre es ferner nicht zu verstehen, warum die eingeborenen Arbeiter in die Stadt gehen und dafür Hunderttausende von Russen und Pole» ins Land geholt werden müssen. Wie die Dinge in Wirklichkeit liegen, zeigt ein vor mir liegendes VertraaSformular für Jnstleute, ausgestellt von der Landwirt schaftskammer für die Provinz Ostpreußen, also einer Korporation, deren Kompetenz Freiherr v. Gamp nicht be- streiten wird. Da heißt e» im£ 2:„Der Unterzeichnete hat die Pflicht, mindestens ein arbeitSfähigrS Mädchen»der einen solchen Jungen täglich zur Arbeit zu stellen. In diesem Fall ist die Frau nur in der Erntezeit oder in besonders dringenden Fällen ver- pflichtet, in Arbeit gu kommen. Jedoch ist die Frau zum Melken der Kühe verpflichtet."(HörtI hört! linkst) Im§ 4 heißt eS „Die Arbeitszeit ist die ortsübliche. Die Frau darf eine halbe Stunde später zur Arbeit kommen und dieselbe eine halbe Stunde früher verlassen." Die ortsübliche Arbeitszeit auf dem Lande beträgt 14 Stunden. Die Frauen müssen demnach 13 Stunden arbeiten.(Hört! hört! links.) Weiter heißt eS:„Sollte in besonders dringenden Fällen über die gewöhnliche Arbeitszeit hinaus ge- arbeitet werden, so..(Hört! hört! link».) Und an einer anderen Stelle:„Sollte in ganz besonders dringenden Fällen in der Ernte auch Sonntagsarbeit notwendig werden, so...."(Hört! hört! links.) Was besonders dringende Fälle sind, darüber ent- scheidet der Arbeitaeber. Sie sehen, daß die Verhältnisse für die Frauen auf dem Lande erheblich schlechter sind, als sie Freiherr von Gamp geschildert hat.(Sehr richtig! link».) Er malte alles in den hellsten Farben, aber die Tatsachen sprechen gegen ihn. Des- halb haben seine Ausführungen auf un» auch keinen Eindruck ge- niacht.(Lebh. Beifall links.) Abg. Fegter(Pp.): Der Abgeordnete I r l verwahrt sich dagegen. daß er wiederkäue. Warum diese Verwahrung? Man hat ihn doch nicht ein Rindvieh genannt.(Heiterkeit und Sehr gut! links, Unruhe im Zentrum und rechts.)— Herr v. Gamp spielt sich als ganz besonderer landwirtschaftlicher Sachverständiger auf. Nach dem Neichstagshandbuch hat er als Referendar angefangen, ist Assessor geworden und hat eS bi« zum Wirk- lichen Geheimrat im Eisenbahnmini st erium ge- bracht. Nebenbei hat er dann noch ein Rittergut geerbt. (Heiterkeit links.) Und nun kommt der Geheime. Wirkliche Geheime NegierungSrat und wirst mir. der ich mein Lebenlang auf dem Lande gelebt und gearbeitet habe. vor. nichts von land- wirtschaftlichen Dingen zu verstehen. Aber der Wirkliche Geheime Rat. der versteht natürlich alles.(Große Heiter» keit links.) Sozialpolittk, Landwirtschaft und sogar G e b u r t S- helferei.(Stürm. Heiterkeit.) Wenn er übrigens so eifrig für die obligatorische Hebamnienhilfe eintritt, so nehme er voch unseren Antrag an und stimme gegen den ungeheuerlichen, ja, unsitt- lichen Antrag Schulz. recht».) .(Stürm. Zustimmung jjnks. Lgrm Vizepräsident Dr. Spahn: Unsittliche Anträge gibt e» nicht. (Stürm. Heiterkeit im ganzen Haufe.) Abg. Dr. Mugdan(Vp.) kann sich bei der im Hause herrschenden, Unruhe nur schwer verständlich machen. Er verweist namentlich darauf, daß in den Landkrankenkassen nicht bloß„robuste" Land- arbeiter, sondern auch nicht gerade sehr robuste Heimarbeiter usw. versichert sind. Abg. Horn-Reuß(natl.) tritt für den Kompromißantvag ein. Die Frau des Handwerkers, des Bauern steht nach ein paar Tagen vom Wochenbette auf. Da wird man es auf dem Lande nicht verstehen, wenn die Landarbeiterin 8 Wochen hindurch Beihilfe erhalten soll. Abg. Dr. David(Soz.): Die landwirtschaftliche„Kennerschaft" des Herrn v. Gamp ist ja vom Kollegen Fegter gebührend beleuchtet worden und wie es mit dem angeblichen östlichen Eldorado der Landarbeiter steht, hat mein Parteifreund Bebel gezeigt.(Sehr wahr! bei den Sozialdemokraten.) Ich glaube, wenn Landarbeiter hier wären, sie würden Herrn v. Gamp ins Gesicht lachen. Und ebenso lachen alle Fachleute— Kollege Dr. Mugdan wird eS bezeugen— über das, was Herr v. Gamp hier uns von den leichten Geburten auf dem Lande erzählt hat.(Heiterkeit und Sehr gut! linkst In Hessen ist man mit den Ä lumentagen bis auf die kleinsten Dörfer gegangen; ein Beweis dafür, daß man auch auf dem platten Lande allgemach die Noiwcndigkeit einer aus- gibigeren Säuglingsfürsovge einsieht.— Herr v. Gamp bekennt sich als Anhänger der obligatorischen Hebammendienste. Dann stimme er doch für den Antrag Ablaß.(Sehr gut! links.) Man sagt unS: die Landlrankenkassen können ja auch nach dem Antrag Schultz Wochenhilfe bi» zu 8 Wochen gewähren. O ja, sie können das. Also, wenn der gesetzliche Zwang wegfällt, dann wird der agrarische Druck, unter dem die Landkrankenkassen stehen.. in 86 von 100 Fällen verhindern, daß die Kassen freiwillig tun, wozu sie gesetzlich nicht verpflichtet sind. tier wird, um den agrarischen Profit zu schonen, eine wahre ngelmacherei getrieben.(Lärm rechts!) Wenn die Mehr- heitiparteien noch einen Funken von Anstandsgefühl besitzen, so müssen sie wenigsten» diesen VerschlechterungSontrag zu rückziehen.(Lebhafter Beifall bei Lärm und Unordnung bei der Mehrheit.) Präsiden Graf Schwerin: Sie dürfen gegen Parteien dieses Haufe» erheben. Abg. v. Gamp(Rp.): In Rücksicht auf die Geschäftslage des Hauses werde ich den Abgg. David und Fegter einandereSmal antworten. Abg. Fegter(Vp.): DaS ganze Gesetz, wenigsten» soweit eS sich um die Landkrankenkassen handelt, ist ausschließlich nach oft- elbischen Gesichtspunkten zurechtgefchnitten. Abg. Dr. Südekum(Soz.): Ueber das intellektuelle Manko, daS in den Reden der Irl und Genossen zutage tritt, könnte man hinwegsehen, em« pörend aber ist die Herzenshärtigkeit, die man bei dieser eigen- artigen MittelstandSretterei und angeblichen Bauernfreundlichkeit an den Tag legt.(Lebhafte Zustimmung links, Unruhe bei der Mehrheit.) Der Kollege Irl sucht nachzuweisen, daß Bayern in bezug auf Säuglingssterblichkeit besonders günstig dastehe. Nur in bezug auf Kost linder gibt er achselzuckend einen großen Sterblichkeitsprozentsatz zu. Aber das sind ja nur Kostlinder, großstädtische Kostkinder, die aufs Land gegeben werden. Sind! etwa solche Kostkinder keine Menschen?(Lebhafte Zustimmung links.) Wenn unter den Kostkindern eine große Sterblichkeit herrscht, so nicht darum, weil diese Kinder aus Großstädten kommen, sondern weil es sich um malträtierte, mißhandelte, ver» nachlässigte, schlecht genährte Kostkinder handelt.(Lebhafte Zustima mung links.) Ich wiederhole noch einmal: es ist Herzens» härtigkeit, was aus den Reden und Anträgen der Mehrheit spricht.(Lebhafte Zustimmung bei den Sozialdemokraien, Läru? und Unruhe bei der Mehrheit.) Abg. Heim(Z.): Die Säuglingssterblichkeit ist sehr ver« schieden in den einzelnen Teilen Bayerns. An der erhöhten Säug» lingssterblichkeit in einigen Teilen Bayern« trägt Schuld«inma? die Unterernährung, die u. a. durch die verhängnisvolle. von un» stet» beklagte EntWickelung de« Molkereiwesen» bewirkt) ist(hört! hört! link»), aber auch durch die Abneigung der weib- lichen Jugend gegen den häuslichen D i e n st.(Sehr richtigß rechts.) Diese ist um so ungerechtfertigter, al» dort noch p a t r i» archalische Verhältnisse und zwar im guten Sinne existieren. Dort in Bayern redet man sich noch mit Du an, dort sagt der Arbeiter zum Arbeitgeber auch nicht„gnädiger Herr". Die Diskussion schließt. Es folgen persönliche Bemerkungen, I Zunächst behauptet Abg. Pauli-PotSdam(f.), daß die Linke gewohnheitsmäßig die Reden der Rechten störe, während die Rechte mäuschenstill bei Reden der Linken zu sein Pflege.(Stür- mische Heiterkeit links.) Abg. Fegter(Vp.) protestiert gegen diese Behauptung. Präsident Graf Schwerin, der dem Abg. Pauli-PotSdma die Ausdehnung seiner persönlichen Bemerkung gestattet hat, unter« bricht unter tosendem Beifall der Rechte« mehr« fach den Abg. Fegter. Nachdem der Lärm der Rechten sich einigermaßen gelegt hat, behauptet Abg. Pauli-Potsdam erneut, daß die Rechte niemals lärmt. Als Abg. Fegter dies bestreitet, lärmt die Rechte unter Führung der Antisemiten so intensiv und an- dauernd, daß der Redner völlig unverständlich bleibt. Der Kompromißantrag Schultz wird in namentlicher Abstimmung mit 132 gegen 11« Stimmen bei 2 Stimmenthal« tungcn angenommen, die Anträge Ablaß(Vp.) werden a b g e, lehnt. Zu ß 363»(Dienstordnung für die Angestellten der krankenkassen) bemerkt Abg. Schmidt-Berlin(Soz.): Ich will hier die Vorwürfe zurückweisen, die gegen Freunde bei den Ortskrankenkassen erhoben sind, naturlich nicht alle, aber doch einige. Der Ministerialdirektor Caspar hat die b raun fchweigif che Ortskrankenkasse angegriffen. Luch die Arbeitgeber im Vorstand— und keiner derselben gehört der Sozialdemokratischen Partei an— haben sich dagegen �rwahrt, daß bei der Anstellung von Beamten die politische Ge- innung iracudwie von Einfluß ist.— Ferner hat der Abg. Becker ?estritten, daß die Essener Ortskrankenlasse in Zentrumshänden ei— die Kasse, die zur Sichcrstellung ihre» Rendanten im Fall >er Auflösung seines Vertrage» 52 000 M. hinterlegt hat. Für die Richtigkeit der Behauptung, daß die Essener Kasse in christ- lichen Händen ist, verweise ich auf die„Essener Volks- z e i t u n g".— Weiter hat Becker die Münchener Kasse kriti- iert, es seien dort im Jahre 1303 vier Beamte entlassen worden, weil sie unserer Partei nicht angehörten. AuS den beteiligten Kreisen wird uns mitgeteilt, daß damals zwei Beamte ent« lassen wurden, weil sie für ihr Amt unfähig waren; der eine der Entlassenen gehörte dem Zentrum an. der andere unserer Partei.(HörtI hört! bei den Sozialdemokraten.) Weiter klagte Herr Becker über schikanöse Kontrolle eine» Er- krankten im Jahre 1897. Damals war die Kasse nicht in den Händen meiner Parteigenossen.(Hört! hört! bei den Sozial« demokratcn.) Es ist damals ein dem Zentrum angehöriger Mann namens Fischer angestellt worden, der der böse Mann gewesen sein muß. wenn wirklich zu viel kontrolliert worden ist.-» Ich bitte um Entschuldigung, daß ich solche Kleinigkeiten hier vor« trage; ich bin aber dazu gezwungen, weil diese Behauptungen in der zweiten Lesung hier vorgetragen find.— Auch der Abg. C u n o hat über Mißbrauche in den Ortskrankenkassen gesprochen. Gerade er als langjähriges Mitglied der Aufsichtsbehörde halte in der LaAe sein müssen, den Beweis zu führen, wenn wirklich Miß. brauch« vorgekommen wären. Gerade von ihm hätte man loyaler Weife erwerten Müssen, dsß v W® fce® Kralen ÄerMev fe« Orts» meine
soz'Memokrairschen Vorstände 5et Dr!s!ran?en?assen in Zageft berichtet hätte.(Lebhafte Zustimmung bei den Sozialdeomkraten.) Geht man den hier vorgetragenen Beschuldigungen nach, so er» weisen sie fich stets als teils übertrieben, teils unwahr. Abg. Behrens(Wirtsch. Vg.) wiederholt, daß die Essener Orts- lasse nicht in christlichen Händen sei, wenigstens nach seinen Ge- währSmännern, denen er Glauben schenke. Nach diesen Gewährs- männern haltt" er auch daran fest, daß zahlreiche sozialdemokratische Mißbräuche in den Ortskrankenkassen vorgekommen seien. Abg. Giesberts(Z.): Wenn an dem zu tadelnden Beschluß der Essener Ortskcankenkasse auch christliche Arbeiter mitgewirkt haben, werden wir ihnen gründlich die Leviten lesen. Hier aber handelt es fich darum, die Krankenkassen so zu gestalten, daß sie als öffent- lich-rechtliche Institutionen neutral sind. Abg. Hue(Soz.): Herr B e ck e r hat in zweiter Lesung die Aufforderung an unS gerichtet, ihm einen Fall zu nennen, in dem ein christlich organi» fierter Arbeiter von einer„sozialdemokratischen" Kassenverwaltung angestellt worden ist. Wir haben ihm einen solchen Fall genannt, der selbstredend nicht der einzige ist. Herrn Beckers kühne Schluß- folgerungen fallen damit zusammen.— Die Essener Kasse, von der hier mehrfach die Rede ist, weist eine christliche Vertreter- Majorität auf.(Hört! hört! bei den Sozialdemokraten.) Der Kassenbeamte Meyer, der sich fürsorglich von der christlichen Kassenverwaltung das bekannte hohe Gehalt hat garantieren lassen — gegen den Widerspruch und in Abwesenheit des einzigen sozial- demokratischen Vorstandsmitgliedes der Essener Kasse—, ist kein Sozialdemokrat, kein Nationalliberaler, kein Christlich-Sozialer. kein Demokrat, er ist, wie in Essen jedes Kind weiß, ein guter ZentrumSmann.�(Lebhaftes HörtI hört! bei den Sozial- demokraten.) Wie unsererseits können mit zahlreichen Fällen auf- warten, in denen sozialdemokratische Beamte von„christlichen" Vorständen aus Kassenvertvaltungen herausgedrängt war- den sind. Früher hat Herr GieSbertS selbst alle die Schauer- geschichten von„sozialdemokratischem TerroriSmuS" in den Krankenkassen als legendär bezeichnet.(Lebhaftes Hört! hört! bei den Sozialdemokraten.) Fünfzehn Jahre hat man emsig, unter Auf. bietung eines gewaltigen Apparat?, nach Material gegen die Krankenkassen gesucht. Und das Resultat? Die amtlichen Motive der ReichSversicherungSordnung gestehen ein, daß es kein Material gibt. Und trotz- deS mangelnden Materials macht man das Anti- Irankenkassengesetz. DaS ist bezeichnend für die Mehrheit.(Leb- hafte Zustimmung bei den Sozialdemokraten.) Abg. Hoch(Soz.) polemisiert gegen den Abg. GiesbertS. Wenn sozialdemo- kratische Mitglieder der Kassenvorstände außerhalb ihrer AmtS- stunden noch für ihre Partei tätig sind, so ist das doch ihr gutes Staatsbürgerrecht und kann in keiner Weise dahin gedeutet werden, daß die Kassen sozialdemokratisch gemißbraucht werden. Man kommt mit solchen Vorwänden, um einen unerhörten Angriff auf die Selbstverwaltung der Arbeiter mit einem Schein deS Rechts zu umkleiden.(Sehr wahr! bei den Sozialdemokraten.) Abg. GieSberts(Z.): Wir haben nicht daS Recht der politischen Betätigung der Kassenbeamten außerhalb der Kassenstunden be- stritten, sondern unS nur dagegen gewandt, daß die Kassen zum Tummelplatz politischer Agitation gemacht werden.(Sehr wahr! bei der Mehrheit.) Die Debatte schließt.§ 363 wird in der Kommissionsfassung Angenommen. Bei§ 525a, der von den Knappschaftskassen handelt, befür Wartet Abg. Hue(Soz.) einen Antrag, wonach der zweite Absatz lauten soll: In die General Versammlung und den Vorstand der knappschaftlichen Kranken kaffen, Knappschaftsvereine und Knappschaftskassen können auch Knappschaftsinvaliden gewählt werden. Ministerialdirektor Caspar tritt demgegenüber für einen An» trag der Kompromißparteien ein, die Berginvaliden nur wählbar zu machen, wenn sie als freiwillige Mitglieder Beiträge zur Krankenkasse zahlen. � � � v Abg. Sachse(Soz.) weist darauf hin, daß in dem Kompromißantrag die Worte„Knapp schaftSvereine und KnappfchaftSkassen"� fehlen, so daß demnach zahlreiche Invaliden nicht wählbar sind. Abg. Gothein(Vp.) empfiehlt den sozialdemokratischen Antrag. Abg. Behrens(wirtsch. Vg.) bekämpft ihn, weil die Pensions- lassen landesgesetzlich geregelt seien. Der Kompromißantrag wird angenommen, der f�zlal- demokratische Antrag wird in namentlicher Abstimmung mit 207 gegen LS Stimmen bei 1 Stimmenthaltung abgelehnt. DaS zweite Buch(Krankenversicherung) ist damit erledigt. Nächste Sitzung Dienötag 10 Uhr. Fortsetzung. Klbgeorärntenbaiis. 86. Sitzung vom Montag, den 29. Nat, mittag» 12 Uhr. Am Minlstertische- v. Dallwitz. Aus der Tagesordnung steht zunächst die zweite Berawng des Gesetzentwurf« betr. Entlastung deS OberverwaltungSgericht». Die K o m m i f f i o n hat die Einführung einer R e v i f i o n S- f u m m e g e st r i ch e n und nur die Bestimmungen über die Hinzu- ziehung von Hilfsrichtern angenommen. Abg. v. KrieS(k.) erllärt da« EinverständnrS seiner Freunde mit den KonunissionSbeschlüssen. Gewiß fei auch das HilfSrichtertum bei höchsten Gerichten nicht sehr erwünscht. Daher möge die Regierung so bald wie möglich mit einer organischen Verwaltung»- r e f o r m kommen. Abg. Lieber(natl.) spricht sich für die Beschlüsse der Kam- wisston au«........ Abg. Gyßllng(Vp.): Wir werden auch gegen die Hinzuziehung von Hilfsrichtern stimmen, da nicht die genügenden Kautelen für ihre Selbständigkeit gegeben sind und weil die Gefahr vorliegt, daß die Gesundheit gerade besonders tüchtiger Kräfte durch die Aus- Nutzung ihrer Arbeitskraft beim OberverwaltungSgericht dauernd untergraben werde. Man täte besser, die ordentlichen Mitglieder des OberverwaltungSgerichtS zu vermehren. Abg. Loh(fk.) erklärt sich für die KommissionSbeschliisse. Abg. Dr. Liebknecht(Soz.): Wir begrüßen die«bschwächung der Regierungsvorlage, können aber auch den Rest, den die Kommission bewilligt hat. nicht akzeptieren. Die Gründe habe ich in der ersten Lesung eingehend dargelegt; sie liegen vor allem in der be- sonderen Wichtigkeit der Unabhängigkeit der Richter bei dem höchste» VerwaktuiiaSgericht. zumal eS sich aufbaut auf untere Jnstanze». bei denen diese Unabhängigkeit nicht vorhanden ist. Ge- eignete Mittel zur Entlastung deS OberverwaltungSgerichtS sind ge- nügend vorhanden; sie liegen in der Vermehrung der Richter st ellen und der Uebertraaung einer Anzahl Materien an die ordentlich« Gerichtsbarkeit. Daher liegt kein Grund vor, den Weg der Vorlage zu beschreiten; wir werden deshalb gegen die Borlage stimmen.(Bravo l bei den Sozial- Demokraten.)_....... Nachdem fich noch der Abg. Bitta(g.) für die KommifsionS- fastuna erklärt hat, schließt die Debatte. Di« Vorlage wird in zweiter und dann auch in dritter Lesung angenommen, der Termin des Inkrafttretens wird auf den 1. I u l i 1 g 1 1 festgesetzt.... ES folgt die zweite Beratung deS Gesetze» betreffend die LoSgcscllschnftc», die Veräußerung von Jnhaberpapieren mit Prämien und den Handel mit Lotterielosen. Die Abg. Böhmer(k.). Mertin(fk.) und Goebel(Z.) erklären sich mit den KommissionSbeschlüssen einverstanden. Abg. Peltasvhn(Vp.): Wir erkennen an. daß die Kommission den Entwurf verbessert hat,.-»per wir halten die Landesgesetzgebung w dieser Materie für Mcht �-- Materie lm Bürgerlichen Gesetzbuch und dem ReichSstrafgesetzvuch l Debäike Kurde beschlossen:„Ver Blumenarsseiter" erscheint in In sollte nicht durch die Landesgesetzgebung durchlöchert werden. Die Mißstände auf diesem Gebiete herrschen auch nicht nur in Preußen, sondern auch in anderen Bundesstaaten. Jeder Freund der Reichs- einheit sollte daher seine Mitwirkung bei dieser Vorlage der- weigern.(Bravo! links.) Justizminister Bescler: Die Regierung ist mit den KommifsionS- beschlüssen einverstanden. Durch das Strafgesetzbuch wird lediglich bestrast, wer eine Lotterie ohne Zustimmung veranstaltet, und im Einführungsgesetz heißt es ausdrücklich, daß im übrigen die Landesgesetzgebung freie Hand hat. Abg. Lieber(nat.) stimmt den Kommissionsbeschlüssen zu. Abg. Dr. Lisblnecht(Soz.): Ich kann mich der Kritik deS Herrn Abg. Peltasohn durchaus anschließen. Man hat in der Kom- Mission sich krampfhaft bemüht, ein Uebergreifen auf das Gebiet des ReichssirafgesetzbuchS zu vermeiden, und ist dabei zu dem Kautschukbegriff gekommen, daß der zu bestrafen sei, der gewerbsmäßig,„in der Absicht, andere auszubeuten", zur Beteiligung an Losgesellschaften auffordert usw. Das Gesetz ist, wie aus den Kommissionsvcrhandlungen klar hervorgegangen ist, nicht diktiert von sozialpolitischen Erwägungen, sondern aus fiskalischen Interessen. DaS beweist der außerordentlich energische Kamps, den die Regierung um den Paragraphen geführt hat, der von außerpreußischen Lotterien handelt. Wir können die ersten Para- graphen, die sich gegen die Ausbeutung der Spielsucht wenden, um so weniger ernst nehmen, da sie von einer Regierung kommen, die selbst in der energischsten Weise die Spielsucht fördert. (Sehr wahr! bei den Sozialdemokraten.) UebngenS habe ich erfahren, daß in Bad Salzbrunn mit königlicher Genehmigung im Interesse des Fürsten Pleß ein Roulette aufgestellt sein soll. Eine Ausklärung hierüber wäre wohl erwünscht.— Wenn in der Debatte die» Gesetz als eine sozialpolitische Tat deS Abgeordnetenhauses bezeichnet worden ist, so beweist das, wie außerordentlich gering die sozialpolitische Leistungsfähigkeit dieses Hauses ist.(Sehr wahr! bei den Sozialdemokraten.) Es ist Sozialpolitik im Sinne jener weißen S a l b e, die überhaupt als Symbol der modernen Sozialpolitik bezeichnet werden kann. Wir sind deshalb nicht in der Lage, der Vorlage zuzustimmen.(Bravo I bei den Sozialdemo kraten.) Die Debatte schließt. DaS Gesetz wird angenommen; auch in dritter Lesung. Es folgt die Beratung eines Antrages Bitta(Z.) auf Vorlegung eines Gesetzentwurfs betr. Ucbertragung des Rechts zur Aufsuchung und Gewinnung der Steinkohle an andere Personen. Aach kurzer Debatte, in der Abg. H o f f m a n n(Soz.) sich gegen die Anträge wendet, da sie der Absicht Vorschub leisten, die staatlichen Bergmerke der Privatindustrie auszuliefern, wird der An- trag Bitta angenommen. Es folgen Petitionen. Eine Petition wünscht Aufhebung der gemischten Schulklassen in der Gemeinde Eynatten. Die Kommission beantragt Uebergang zur Tagesordnung. Abg. Kaufmann(Z.) befürwortet einen Antrag auf Heber- Weisung der Petition zur Berücksichtigung. In der Diskussion nimmt Abg. Liebknecht(Soz.) wieder- holt daS Wort, um unter Geißelung des rückständigen Antrags des Zentrums für die gemeinsame Erziehung der Geschlechter einzu treten. Der Antrag der Kommission wird gegen die Stimmen des Zentrums angenommen. Eine Petition des Bürgervereins in Geestemünde wünscht VerleihungdeSStädterechtsandie Gemeinde G e e st e- münde. Die Kommission beantragt Ueberweisung zur Berücksich. tigung. Nach längerer Diskussion, in der u. a. Abg. L e i n e r t(Soz.) "ie Opferwilligkcit der Gemeinde gegenüber dem Kreise der Kommissionsantrag einstimmig angenommen. -ierau-f vertagt sich das Haus. iächste Sitzung: Dienstag, 11 Uhr(Petitionen und Eisenbahn- anleihcgesetz). Schluß 5% Uhr._ Nierler Derbandstllg des Zelltralverbandes der Klumen und Kliitterarbtiter Dentschlands. Berlin, den 27. Mai 1911. Zweiter BerhandlungStag. Die Sitzung beginn» mit der Gcnc-gldebatte über die Bei tragSerhvhung und den Ausbau der UnterstützungSeinrichtungen. Es liegen Anträge vor auf Einführung einer dritten Beitrags- klaffe, die speziell für jugendliche männliche Arbeiter gedacht ist. Ferner liegen Anträge auf Ummodelung der Krankenunterstützung in eine Erwerbslosenunterstützung vor und auf Schaffung einer Arbeitslosenunterstützung, die neben der Krankenunterstützung ge- währt werden soll. Ueber die Notwendigkeit der Beitragserhöhung herrschte eine seltene Einmütigkeit unter den Delegierten, und nach kurzer De- batte wurde die Schaffung einer dritten Beitragsklaffe abgelehnt und beschloffen, den Beitrag für männliche Mitglieder auf wöchent- lich 45 Pf. festzusetzen und für weibliche den bisherigen Beitrag von wöchentlich 20 Pf. beizubehalten, in Rücksicht auf die schlecht entlohnten Heimarbeiterinnen. Den männlichen jugendlichen Ar- beitern steht es frei, bis zum vollendeten 18. Lebensjahre ebenfalls in dieser Beitragsklasse zu zahlen.— Die Umwandlung der Kranken- in eine ErwerbSlofenunterstützung wird abgelehnt; dagegen wird beschlossen, neben der Kranken- noch eine Arbeitslosen Unterstützung einzuführen. Bei eintretender Arbeitslosigkeit kann den Mitgliedern, welche den 45 Pf.-Beitrag entrichten, vom achten Tage ab Unterstützung gezahlt werden in derselben Höhe und Dauer der bisherigen Krankenunterstützung. Mitglieder jedoch, welch« den 20 Pf.-Beitrag entrichten, können nur die Krankenunterstützung oder die Wöchue rinnenunterstützung beziehen. Die Erhebung der erhöhten Beiträge soll bereits am 1. Oktober dieses Jahres beginnen, die Auszahlung der Arbeitslosenunter- stützung dagegen erst am 1. Juli 19!2. Ferner wird beschlossen, dem§ 4 des Statuts, der von den Pflichten der Mitglieder handelt, einen neuen Passus anzufügen: Die in der früheren Organisation gezahlten ordentlichen Bei- träge werden auf die Karenzzeit angerechnet. Bücher für über- tretende Personen sind vom VerbanoSvorstand auszustellen und ist diesem vorher daS Buch des Uebertretenden einzusenden. Die Delegation zu den Verbandstagen soll in Zukunft in folgender Weise geregelt werden: OrtSverwaltungen bis zu 100 Mitgliedern wählen einen Dele- gierten. Ortsverwaltungen, die mehr wie 160 Mitglieder haben, wählen auf je 100 Mitglieder einen weiteren Delegierten. Eine Debatte zeitigte der Antrag auf Besoldung deS ersten Vorsitzenden und Verlegung des SitzeS von Berlin nach Sebnitz. W e i ch o l d- Sebnitz begründete diesen Antrag damit, daß Sebnitz als Sitz der sächsischen Blumenindustrie, sowie die ganze Umgebung, größere Fortschritte in der Organisation zu verzeichnen hätten, wenn dort eine freigestellte Kraft für den Verband wirken könnte. Da aber höchstens die Mittel für die Besoldung des Vorsitzenden vorhanden seien, beantrage die Sebnitz« Zahlstelle die Verlegung deS Sitzes. Lutze-DreSden meint, dem Verlangen der Sebnitz« könne dadurch Rechnung getragen werden, daß für den Gau Sachsen eine agitatorische Kraft mit dem Sitz in Sebnitz angestellt lverde. Nachdem der Vorsitzende Sinn erklärt, daß er glaube, die Arbeit der Verbandsleitung könne auch in Zukunft im Neben. amte gemacht werden, und daß er sich so kurz vor der Verschmelzung des Verbandes gegen die feste Anstellung des ersten Vorsitzenden wenden müsse, werden beide Anträge zurückgezogen. Unter allgemeinen Anträgen kamen zunächst jene zur Ver» zuständig. Die Regelung der i Handlung, die sich svl den-SlumenaMiter" bezogen. Aach ima kunft alle 14 Tage, ob vier- oder achtseitig soll der Vorstand dem Bedürfnis gemäß bestimmen. Es wurde weiter kurz darüber de- battiert, ob„Der Blumenarbeiter" in Zukunft Annoncen auf- nehmen soll. D-ie Delegierten sind durchweg der Meinung, daß die Aufnahme von Annoncen vorteilhaft für den Verband sei. Ge- nosse Metschke gibt die Erfahrungen zum besten, die die Hut- macher mit der Aufnahme von Annoncen und speziell von Arbeits- gesuchen gemacht haben; durch diese Erfahrungen könne er nur raten, in Zukunft Annoncen aufzunehmen. ES kommen nunmehr jene Anträge zur Beratung, die zur Abänderung des Streikreglements gestellt sind; bei dieser Aus- spräche wird gleichzeitig die Haltung bei Lohnbewegungen mit er- örtert. Der Vorsitzende tadelt, daß leider etliche sogenannte wilde Streiks stattgefunden haben und daß in Zukunft derartige Streiks wie der in Weißensee und in Dresden vermieden werden müssen, und daß vor allen Dingen die Berichterstattung bei Streiks besser funktionieren muß, speziell bei größeren Streiks.— Lutze- Dresden glaubt, daß der Verband auch in Zukunft nur mit kleinen Streiks wird zu rechnen haben. Im weiteren äußerte er sich über die Dresdener Vorkommnisse.— Weichold- Sebnitz ist der An- ficht, daß durch den Anschluß der Blumenfabrikanten an den Bund der Industriellen auch die Lohnkämpfe der Blumenarbeiter sich in Zukunft sehr leicht auf breiterer Grundlage abspielen können. Für die Kommission, die über die Anträge, die zum Streik- reglement gestellt sind, beraten, berichtet Koll. B r o d b e ck- Berlin. Selbiger beantragt: Das Streikreglement der Hutmacher mit kleinen Aenderungen zu übernehmen. Dieser Vorschlag findet Zu- stimmung; danach kann Mtgliedern, die mindestens 13 Wochen- beitrüge geleistet haben, in der ersten Klasse pro Woche 12 M., in der zweiten Klasse 6 M. gewährt werden. Familienväter resp. weibliche Mitglieder, die alleinige Er» nährer ihrer Kinder sind, erhalten für jedes noch volksschulpflichtige Kind pro Woche 1 M. Die Gesamtunterstützung soll 18 M. nicht übersteigen. Bei längerer Dauer des Streiks kann der Verbandsvorstand bedürftigen Mitgliedern einen Mietszuschuß bis zur Höhe einer Wochenunterstützung gewähren. Der Vorstand wird beauftragt, einen Leitfaden für die Zahl- stellenleiter herauszugeben. Bei Maßregelungen kann eine wöchentliche Unterstützung bis zu 15 M. und für jedes noch volksschulpflichtige Kind 1 M. pro Woche gewährt werden. Ueber die Höhe und Dauer der Unter« stützung entscheidet der Vorstand. Lutze- Dresden schildert in kurzen Ausführungen, wie daS Verbot der Mitgabe von Arbeit nach Haufe nach zehnstündiger Fabrikarbeit übertreten wird. Durch Kontrolle ist festgestellt daß in verschiedenen Dresdener Blumenfabriken die Arbeit von Dienstmädchen oder sonstigen Ver- trauten deS Firmenträgers in die Wohnungen der Arbeiterinnen geschafft wird. Er empfiehlt nachstehende Resolution zur Annahme: „Der heute in Berlin tagende VerbandStag der Blumen-, Blätter-, Feder-, Palmenarbeiter und-Arbeiterinnen Deutsch- lands nimmt Kenntnis von der kolossal zunehmenden Ueber- tretung des§ 137a der Gewerbeordnung. Er erwartet, daß die Aufsichtsbehörden der Durchführung dieses Paragraphen in der Blumenindustrie mehr Beachtung schenken werden. Die Zahlstellen werden aufgefordert, den Behörden Material über Verstöße zu übermitteln, und wenn danach keine Abhilfe geschieht, die Vorkommnisse der Oeffentlichkeit zu unterbreiten." Der Vorsitzende Sinn schildert, wie auch in Berlin sehr oft an Sonnabenden die Arbeitszeit für Arbeiterinnen übertreten wird, und daß dieserhalb schon Anzeigen erstattet wurden, die auch zu Bestrafungen der Fabrikinhaber führten. In letzter Stunde referierte Weichold-Sebnitz über die Heimarbeit in Sachsen. Redner schildert, wie in dem hochindustriell entwickelten Sachsen die Heimarbeit zu Hause ist und sich nicht nur in den Städten» sondern auch weit aus das Land und ins Gebirge hinein erstreckt. Und weit«, wie die Handweberei, die früher als Heimindustrie weiteste Verbreitung in Sachsen fand, in vielen Orten durch die Fabrikation der Blumen verdrängt worden ist. Die Blumen- industrie ist in Dresden und Leipzig durch eine Französin ein- geführt und hat sich in Dresden ungeheuer entwickelt, während sie in Leipzig nicht so festen Fuß gefaßt hat. In Sebnitz wurde die Blumenindustrie in den Jahren 1838 und 39 auS Böhmen ein« geführt, spielte aber zunächst nur eine recht untergeordnete Rolle; aber nach den Jahren 1870/71 wuckS sie sich zu einer mächtigen Expoeitndustrie mit weitgehendster Arbeitsteilung au». Dadurch wurden ungelernte Hilfskräfte herangezogen und der Boden für: die Heimarbeit geschaffen. Die Arbeit zu Hause gestaltete sich immer rentabler für den Unternehmer, für die Arbeiterschaft aber wuchs sie sich zu einer Industrie der niedrigsten Löhne, zu einer Elendsindustrie auS, unter der taufende Arbeiterinnen leiden, die auch die Kinderarbeit im Heimarbeitsgebiet züchtete, wodurch die Kinder um ihre Jugend betrogen werden. Zur Vergrößerung des Heimarbeitgebietes tragen unter anderem auch verschiedene Gemeindevertreter bei, indem sie sich bemühen, Ausgabestellen für Blumen zu bekommen, in dem Glauben, daß durch Beschaffung dies« Arbeitsgelegenheit die Steuerkrast der Bevölkerung gehoben wird.— Redner schließt sich den Forderungen des Heimarbeit tageS an: Festsetzung von Mindest- löhnen durch Lohnämter, Lohnbücher, Aushang der Lohnliften usw. und daneben eine starke Organisation der betreffenden Arbeit«. Durch diese werde aw besten den schlimmen Auswüchsen der Heimarbeit begegnet. Nachdem Lutze und Frau Lutze-DreSden in ergänzendem Sinne gesprochen, wird der Vorstand beauftragt, die Forderungen des Heimarbeitertages aufs neue dem Reichstage zu unterbreiten- Es wird nunmehr üb« den Gewerkschaftskongreß und dessen Tagesordnung beraten.— Die Zahlstelle Sebnitz be, antragt: Der Gewerkschaftskongreß wolle beschließen, um eine weitere Einschränkung des Branntweingenusses zu erzielen, den Boykott gewerkschaftlich zu organisieren. Kube, Vertreter der Generalkommission. glaubt, daß e» sich nicht empfiehlt, den Gewerkschaftskongreß damit zu belasten; der ParteitagSbeschlutz genüge nach seiner Meinung, und die Auf- klärung und Belehrung über die Schädlichkeit des Alkoholgenusses müsse ein übriges tun. Der Antrag wurde abgelehnt.— Als Delegierter zum Ge- werkschaftikongreß wurde der Vorsitzende S i n n, als Stellvertreter: Weichold- Sebnitz gewählt.> Als Entschädigung für die geleistete Arbeit der Vorstandsmit- glieder wird dem Vorsitzenden die Summe von 200 M., dem Kassierer und dem Schriftführer je 100 Ms. bewilligt; außerdem soll der Kassierer 40 M. Mankogeld erhalten. Sinn. Berlin, der nach dem Tode der Genossin Ihr« bereits die Geschäfte führte, wird als Vorsitzender gewählt. Nach längerer Debatte über die Besetzung des �Kassiercrpostens wird der Kollege M o r g e n st e r n und als Schriftführerin Fräulein K n o b b e— beide Berlin— gewählt. Unter Punkt„Verschiedenes" wird beantragt, im Herbst dieses Jahre» eine größere Agitation im Heimarbeitsgebiet zu veranstalten und bei der Generalkommission eine Beihilfe zu den Kosten zu beantragen.— Kube glaubt, daß durch solche Agitation unter den Heimarbeitern wenig erreicht wird; er hält vielmehr die persönliche Agitation der Kollegen für wirksamer. Wenn aber die Notwendigkeit vorliegt, für längere Zeit eine Kraft für das Heim- arbeitgcbiet der Blumenindustrie freizustellen, dann könne ja der Vorstand einen Antrag bei der Generalkommission stellen., Mit dem Wunsche, daß die gefaßten Beschlüsse mit für die AuS- breitung des Verbandes wixken mögen, schloß dex Vorsitzende tzis ÄkL-pawulamgfluns./---—
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Kaiser-Panorama. Besuch von Ceylon und Indien. Wanderung durch die Nordsecbäder. Itrania. Taubeustraste 48149. SibendS 8 Uhr: Lebende Tierbilder von nah und sern. Sternwarte, Jnvaiidenstr. 57— 62' Berliner Theater. Abends 8 Uhr: Jlumniclstudenten. Morgen: Bummelstiidente». Neues Theater. Täglich: Hein Mi» Wen. Sehiller-ThealerO.Ä«. Dienstag, abends 8 Uhr: Der Tranm ein lieben. Mittwoch, abends 8 Uhr: Der xroLe Käme. Donnerstag, abends 8 Uhr: Im KlobseBsel. Schiller-Theater c"en' Dienstag, abends 8 Uhr: Bevolatlonshoctazclt. Mittwoch, abend» 8 Uhr: KOntg Heinrich. Donnerstag, abends 8 Uhr: Bevolatlonshochzeit. Theater des Westens. Abends 8 Uhr: Die lustigen Nibelungen. Friedrich-Wühelmstädtisches Schauspielhaus, Dienstag, de» 30. Mai, Tl, Uhr: Opernaufsührung der Opernschule de» Brandenburgischcn Konservatoriums: vaetisn und Bastienae. Komische Oper i« 1 AN von Mozart. Zum ersten Maie in Berlin: 0a, Streichholzmädel. Musikmärchen in 1 Akt von A. Euna. lZerJrouhsdour. Von Berdi. 2. AH. Da, Nachtlager von Granada. Romantische Oper von Kreuzer, 2 Akte. t.ixs�spivIkmIS. Abend» 8 Uhr: Meyers. Ansang 8 Uhr. OSi=THEATE Kroge Frankfurter Str. 132. 3(6. 8 Uhr: Der fremde Blick. Vorher: Die Verlobung im Bett. Morgen: Dieselbe Vorstellung. Aus der Gartenbühne täglich 5 Uhr: Theatcrvorst., Konzert. Spezialitäten. ädend» 8 Uhr. Kammerspiele der Hunde. Ota Gygi, Violinvirtuose. Alt-Bonner Studenten und das große Mai-Programm! Neue Welt. Ämerikaniseher Vergnügungspark, Hasenheide. Große Spezialitäten-Vorstellung „Die gute alte Zelt" Komische Ballettpantom. v. Alfred Appolino, kgL Ballettmeister a. D. Qrofies Promenaden-Konzert. Wasserrutschbahn— Liebesmfihle— Lachkabinett, CieblrgHbahn, Cabe walk u. a.— Heute Eintrittspreis 10 Pf. Metropol-Theater. Operette in 3 Akten von I. Freund. Musik von Rudolf Nelson. In Szene gesetzt vom Dir. R. Schultz. Ansang 8 Uhr. Rauchen gestattet. _ Ansang S1/, Uhr. WM- Iietztcr Sonntag-MW des großen MaiprogrammS. 9'!, Uhr- Berlins Sensation: CIm ein Meib. Großes amerikanisches AuSstaflungS- ScnsationSstück in sieben Bildern. WM- Nie gesehene Effekte.-MW WW Das TcheidungS'SonPcr. Die Bar-Schwester. Ein Berfobungs-Geschäft. Schlus! diesjähriger Saison am 31. Mai a. c. Wiedereröffnung am 1. August a. c. m AmBebobof EI�-Arcna. Allabendlich: Das prunkvolle Eisballett Montreal Die Stadt auf Schiittschaben. lOO Mitwirkende lOO Apachen-Tänze auf dem Eise. Die Eisb.istv, 10U. früh geöfin. Anerk. vorzDgliohe Restauration. Bier- und Weinabteilung. Bis 7 Uhr und von IC/, Uhr abends: halbe Kassonpreise Wenes Programm! LA TORTAJADA. The surf Bathers eine Idylle am Meeresgestade. De Dio in ihren neuesten Schöpfungen von Phantasietänzen und der von Publikum und Presse glänzend beurteilte MalsSpielpIan. — Rauchen gestattet.— Polles Caprice. Nur noch wenige Tage: HI. Klasse. Ab 1. Juni Gastspiel Parisiana-Ensemble. Casino-Theater Lolhringer Straße 37. Täglich 8 Uhr. Nur noch bis 31. Mai: „Zwei Wappen". Wiedereröffnung den 26. August mit der Original Berliner Posse »Der selige Huldschiusky�. V oigt-Theater Kesundbruunen. Badstraße 58. '«eine Borftclluiig."MS Beginn der Sommersaijon: Sonntag, den S. Juni 1911 (1. Pfingstseiertag). Goldene Jugend u. das große Spezialitälcnprogramm. Drlanoa-Tboator. Heute und folgende Tage: Da» Prlnzcboa. LiebeSschwank in 3 Akten o. R Misch. Ansang S'/i Uhr. Urania. Wißsenschaftliches Theater laubenstralle 48/49. Abends 8 Uhr: Lebende Tlerbüder von nah und fern. �• LOCISCHER-�1 GARTEN Täglich ab 4 Uhr: GroSes Hililär-Konzerl. Eintritt 1 Mark, fl von abends 6 Uhr ab 50 Pf., Kinder unter 10 Jahren die Hälfte. JabreS-AbonncmentS an allen drei Schallerkassen. Sensationelle _ Attraktionen! Eintrittspreis 50 Pfennig. Heute Dienstag, den 30. Mai, nachmittags 6 Uhr: Frühlings-Konzert des Erk'selien MtorpaugFereißs unter Leitung des Chorraeistors Professor Max Stange. Beginn der Gesangsvorträge _ 8 Uhr abends. Königstadt-Kasino. Holzmarlistr. 72. Sensationeller Erfolg: Ushaar als Uer. The 3 Luissets. Otto Bayer. Duett Hengrich. Aaste Raversa usw. Anfang'/,8 Uhr, Sonntag»'/,S Uhr. Letzte Vorstellung! Mirkos IZ»8vlK Heute abend 8 Uhr: Vialn-Vorstellnng. Bin tlagdkest am Hofe Ludwigs XIV. Darauf: Hr. Georg Burkhardt- Footttt. Schulreiter. Ennakov der Meister tatar. KliegSwaffen.! Die berühmte Reiterfamilie I ftzrebiani. Herr Ernst Schumann, j FreiheitSdrcffuren. Der urtom. JanSly-Janicn. 3 Gebr. Fraiellinl. italienische Clowns, und das Galaprogramm. Zftmcks Theatsr. Direktion: Robert Dill. Berlin N., Brnimenstraße 18. Heute geschloffen. Pfingsten: Eröffnung der Touimerspielzeit« Konzert, Theater, Zpczialstäten. Sonnabend, den 3. Juni: Oeffcntl. Generalprobe bei freiem Eneree. Köiehshkiien-Theslel'. Ztettinei' Sänger. Britton als Mtetze im Hosenrock. Ansang heute 7'U Uhr. Max Kliems Sommer-Theater Rudolf Krüger, Hasenheide 13—15. Täglich: Erftktaiiige Tbeater- und Spezialitäten-Vorstelliinge». 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Hr. 124. 28.?llhrMS. 2. Keilxge des Jotmiitts" Knlim DckÄÄ. Jidtüfag, 30. Pai 1911. Das Cllenbabnunglück} bei Baumfcbulcnweg beschäftigte heute in einer umfangreichen Verhandlung die 2. Strafkammer des Landgerichts II. Wegen fahrlässiger Gefährdung eines Eisenbahntransports und fahrlässiger Korperverletzung ist der Lokomotivführer Richard Heinß angeklagt.— Den Vorfitz im Gerichtshof führt Landgerichtsdirektor Zimmermann, die Anklage wird von Staatsanwaltschaftsrat Dr. Pabst vertreten, die Ver- teidigung des Angeklagten führen die Rechtsanwälte Dr. Hugo Sonnenfeld und Dr. Herbert sfränkcl. Zu der Verhandlung sind etwa 30 Zeugen geladen. Als Sachverständige sind anwesend: Geh. Regierungsrat Courtois, Geh. Reg.-Rat Richter und Regie- rungsbaumeister Boepeler.— Der jetzigen Anklage liegt jener folgenschwere Zugzusammenstotz bei Baumschulenweg zugrunde, welcher sich am frühen Morgen des 6. Februar d. I. ereignete. An jenem Tage, wenige Minuten vor ö Uhr morgens, fuhr der vom Potsdamer Bahnhof kommende Vorortzug 3903 in den von Niederschöneweide nach Berlin fahrenden Stadtbahnzug 1330. Der um 5.30 von Baumschulenweg abfahrende Stadtbahnzug hatte das Ausfahrtssignal erhalten und setzte sich nach Berlin zu in Be- wegung. Als er die Kreuzungsstelle mit den Vorortgleisen gerade ereicht hatte, kam ihm plötzlich von der Seite der Vorortzug ent- gegen und fuhr ihm mit einem weithin hörbaren Krach in die Flanke. Zwei Personenwagen de» Stadtbahnzuges wurden mit solcher Wucht aus dem Gleise geschleudert, daß sie die Böschung hinab- stürzten und sich dabei überschlugen. Zum Glück war der eine Wagen zweiter Klasse leer, während der zweite Wagen 3. Klasse stark besetzt war. Auf einen kurzen Moment der Stille erfolgte ein furchtbares Schreien und Wimmern der in dem hinunter- gestürzten Wagen eingeschlossenen Personen, die zum Teil schwere Verletzungen erlitten hatten. Die Verletzten konnten durch das herbeigeeilte Bahnpersonal durch LZeffnen der Türen nach oben vuS dem zertrümmerten Waggon herausgezogen werden. Die Verwundeten, die zumeist Gehirnerschütterungen, Quetschungen der Wirbelsäule und Knochenbrüche erlitten hatten, wurden in das Elisabeth-Hospftal in Qberschöneweide, zum Teil auch in daS Kreiskrankenhaus in Britz geschafft, wo sie sämtlich mehrere Wochen zubringen mutzten. Sofort, nachdem dre Meldung ein- gegangen war, begab sich der DirektionSpräsident Rüdlin mit mehreren Beamten an die Unfallstelle. Da sich die Signale, Weichen und Sicherungsanlagen in vorschriftSmatzigem Zustand befanden, wurde von der Eisenbahnbehörde schon damals ange- nommen, daß das Unglück auf eine Verwechselung zweier Signale zurückzuführen sei und zwar sollte nach Ansicht der Behörde die alleinige Schuld der Führer des von Nixdorf kommenden Zuges, der jetzige Angeklagte Heinh tragen. Gegen H. wurde deshalb die vorliegende Anklage erhoben. In der heutigen Verhandlung ergab sich folgendes: Der Angeklagte ist seit 1902 Lokomotivführer, nachdem er vorher 10 Jahre lang Heizer gewesen war. Er befuhr die fragliche Strecke erst seit Juli v. I. und sonst abwechselnd Stadtbohnzüge und Vorortzüge..In der Sache selbst bestritt er ganz energisch jegliche Schuld und behauptete, daß sein Signal auf„freie Fahrt" gestanden habe, trotzdem eS allerdings gleich nach dem Unfall wieder auf„Halt" gestanden habe. ES habe nach seiner Meinung der Stellhebel vielleicht auf„Halt" gestanden, das Signal aber nicht. Nach der ganzen technischen Anlage soll die? zwar nicht möglich sein. Trotzdem sei es ihm schon breimal vorgekommen, heim vierten Male sei leider etwas passiert. Sein Heizer Beetz habe ebenfalls deutlich gesehen, daß das Signal auf„freie Fahrt" gestanden habe. Er selbst habe den Heizer noch darauf aufmerk. som gemacht. Von den drei falschen Signalstellungen habe er seinerzeit sofort Meldung gemacht; in einem Falle habe ein Ver- sehen des Weichenstellers vorgelegen, während die beiden anderen Fälle anscheinend auf die nicht genügende technische Bollkommen- hcit der Signaleinrichtungra zurückzuführen seien.— Bon den ge- ladenen Sachverständigen von der Eisenbahnbehörde Wird entschieden bestritten, dah die an der Unfallstelle vorhandenen Signal- einrichtungen nicht genügend funktioniert hätten.— In der Be- wciSaufnahme gegen den angeklagten Lokomotivführer Heinh traten zahlreiche von der Verteidigung geladene Zeugen auf. die übereinstimmend bekundeten, datz sie wiederholt beobachtet hätten. datz Signale, die eigentlich auf„Halt" hätten stehen müssen, auf «freie Fahrt" standen. Die Versuche der Sackw-rständigen, näheres über die Ursache des unrichtigen Funktionirrens der Signale zu erfahren, scheiterten daran, datz in keinem dieser Fälle von den auf der Lokomotive befindlichen Beamten nähere Ermittelungen angestellt werden konnten, da sie die Lokomotive nicht verlassen dursten.— Der Heizer Beetz, der sich ebenfalls auf der Lokomotive des vom Angeklagten geführten Zuge» befand, bekundete, dah er genau gesehen habe, datz das in Frage kommende Signal„C" auf „freie Fahrt" gestanden habe. Eine Reih: anderer Zeugen be» kündeten dagegen, datz das Signal auf„Halt" gestanden habe.— Slaatsanwaltschaftsrat Dr. Pabst hielt durch die Beweisaufnahme festgestellt, da das Signal auf„Halt" gestanden, der Angeklagte sich somit einer groben Fahrlässigleit schuldig gemacht habe. Mit Rücksicht auf die schweren Folgen, die hieraus entstanden seien, be- antrage er ein« Gefängnisstrafe von 3 Monaten. Die Rechtsanwälte Dr. Hugo Sonnenfeld und Dr. Herbert Fräukel hielten hei den widersprechenden Zeugenaussagen und den durch die Be- weiSauftiahme als festgestellt anzusehenden Mängeln der Signal- einrichtungen die Freisprechung des Angeklagten für geboten. DaS Gericht schlotz sich nach jeder Richtung hin den AuSfüh- Hingen der Verteidiger an und erkannte auf Freisprechung. Die Erklärung des Angeklagten, datz er das Signal„freie Fahrt" habe stehen sehen, stehe zwar in Nichterklärlichem Widerspruch mit den Gutachten der Sachverstandigen über die technische Voll- kommenhcit der Einrichtungen; es könne aber die Tatsache nicht aus der Welt geschafft werden, datz auch der als Zeuge vernommene Heizer eidlich bekundete, dah das Signal auf„freie Fahrt" ge- standen habe.__ Hus der Partei. Die Vertretung der amerikanischen Partei in den Kommunen und gesetzgebenden Körperschaften. Man schreibt uns New Vork: Dank der überraschenden Erfolge der sozialistischen Partei bei den nunmehr abgeschlossenen Wahlen ist die Zahl unserer Ver- treter in den Kommunen ganz bedeutend in die Höhe geschnellt. Sozialistische Bürgermeister und Ortsvorstände gibt c« in den Vereinigten Staaten jetzt 31. und zwar entfallen auf den Staat Kalifornien 4(Berkeley, Neiderland, Pasadena, San Bernardino). auf Colorado 1(Victor), auf Idaho 1(Coeur d'Illcne), auf Illinois 3 (Davis. Granite City. O'Fallon), auf Kansas 3(Arma, Curran- ville, Girard). auf Michigan 5(Flint, Grcenville. Jackson. Wilson. South Frankfort), auf Minnesota 3(La Porta. Ten Strike. Two Harbors), auf Missouri 3(Cardwell. Gibson, Minden), auf Nebraska L(Beatrice, Red Cloud). auf Washington 1(Edmonds) und auf Wisconsin 4(Brantwood, Green Bay. Manitowoc. Mil- waukee). Autzerdem sind nunmehr 225 andere Kommunalämtcr. wie Stadträte. Schulräte, Stadtschreiber, Stadtschatzmeister. Stadt- richter und Superrevisoren. mit Parteigenossen besetzt, ym nationalen Repräsentantenhaus ist die Partei durch den Genossen Victor Berger vertreten, und in den gesetzgebenden Körperschaften der Einzelstaaten sind 17 Genossen, nämlich in Massachusetts 1, North Dakota 1, Pennsylvgnicn 1 Ulld Wisconsin Ji(18 im Untex. haus und 2 im Senat). Gleich erfreulich ist die Entwickelung der Parteiorganisation. Die Zahl der organisierten Parteigenossen ist im ersten Quartal dieses Jahres auf 78 000 gestiegen gegenüber etwa 58 000 im Durchschnitt des Vorjahres. Gemeindewahlsiege in Deutsch-Oesterreich. In der niederöster- reichischen Eisenbahnerstadt A m st e t t e n brachten unsere Genossen im 3. Wahlkörper gegen Christlichsoziale und Deutschnationale siinf Kandidaten durch, in Bernau im Erzgebirge siegten unsere Ge- nassen in allen drei Wahlkörpern mit an Einstimmigkeit gren- zender Mehrheit. poUreiliches, OencbtKchfs ufw. Die Justiz will ein Opfer haben. Die Offiziere der Allen st einer Garnison sollte der Expedient der„Königsberger Volkszeitung", Ge- nosse Mertins, durch einen politischen Vortrag, den er am 14. August v. I. gehalten hat, beleidigt haben. Er kam auf den Fall der Frau von Schönebeck zu sprechen und sagte nach einer Be- merkung über das Verhalten der Offiziere zu Frau v. Schönebeck: „Der Prozetz hat gezeigt, wie vermorscht die bürgerliche Ehe ist. Da darf man nicht der Sozialdemokratie den Vorwurf machen, datz sie die Ehe zerstöre." Der Garnisonälteste von Allenstein, Divisionskommandeur v. Westernhagen, hat wegen Beleidigung der Allensteiner Offiziere Strafantrag gestellt. DaS Landgericht T i l s i t hat aber durch Urteil vom 25. Januar das Verfahren ein- gestellt, weil nicht erwiesen sei, datz die Offiziere in bezug auf ihren Beruf beleidigt seien und der Stcafantragsteller selber nicht beleidigt sein könne, weil er zur Zeit der Schönebeck-Affäre der Allensteiner Garnison noch nicht angehörte.— Gegen dieses Urteil hatte der Staatsanwalt Revision eingelegt. Er behauptete, die Beziehung zum Beruf sei unverlennbar, die Einstellung also zu unrecht erfolgt.— Der Reichsanwalt erklärte die Revision für begründet und bemerkte dann noch: Der Staatsanwalt hat es unterlassen, sich den Strafantrag eines der in Frage kommenden Offiziere zu verschaffen; jetzt hat er eS auf meine Veranlassung hin getan.— Das Reichsgericht hob das Urteil auf und verwies die Sache an das Landgericht Tilsit zurück. Die Worte„in Be- ziehung auf ihren Berus" in§ 196 sind vom Landgerichte zu eng ausgelegt. Auch enthält das Urteil mehrere Unklarheiten. Jugendbewegung. Der Polizeikampf gegen die Jugendorganisationen hat zu einem Prozetz geführt, der am Sonnabend in fünfter I n st a n z die 8. Strafkammer des Landgerichts l Berlin be- schäftigte.— Angeklagt waren der Graveur Erich Heyne, der Handlungsgehilfe Georg H o l z h ü t t e r, der Arbeiter Willi Scholz und der Jnstrumentenmacher Ernst Wenzel.— Die vier Angeklagten waren durch einen polizeilichen Strafbefehl in eine Geldstrafe von je 10 M. genommen worden, weil sie Personen unter 18 Jahren als Mitglieder aufgenommen und ferner auch die Namen der Vorstandsmitglieder und die Satzungen bezw. deren Aende- runaen nicht dem Polizeipräsidium eingereicht hatten. Nach Ansicht des Polizeipräsidenten handele es sich bei den Jugendorganisationen um einen politischen Verein, welchem Personen unter 18 Jahren nach dttn Neichsvereinsgesetz nicht angehören dürfen.— Gegen diesen Strafbefehl erhoben die Angeklagten Widerspruch. DaS Schöffengericht erkannte stinerzeit auch auf Freisprechung, indem es annahm, datz die Jugendorganisation nicht als ein politischer Verein anzusehen sei, sondern hauptsächlich die geistige Fortbildung ihrer Mitglieder und die Bekämpfung des Alkoholmitzbrauchs zum Ziele habe. Die Strafkammer hob dann aber wieder auf die Be- rufung der Staatsanwaltschaft das freisprechende Urteil des Schöffengerichts auf, erkannte aber nur wegen der Aufnahme der Personen unter 18 Jahren auf eine Geldstrafe, während bezüglich de« NichteinreichenS der Satzungen die Verjährung als eingetreten angesehen und das Verfahren bezüglich dieses Teiles der Anklage eingestellt wurde. Das Kammergericht hob dieses Urteil auf, da eine Verjährung deshalb nicht angenommen weroen könne, weil es sich um ein Dauerdelikt handele. Die Verhandlung, in welcher sich das Gericht der Rechtsauffassung deö Kammergerichts anschloh, endete mit einer Verurteilung der Angeklagten zujefünfMark Geldstrafe._ Huö Industrie und Ftandet Deutsches Mehl im AySlaude. Sowohl die Ausfuhr von Roggenmehl als die von Weizenmehl nimmt auch im laufenden Jahre weiter stark zu. In den Monaten Januar bis April dieses und der drei Vorjahre betrug die Ausfuhr Deutschlands an Roggen- und Weizenmehl in Doppelzentnern: Roggenmehl Weizenmehl 1908.... 121 335 337 944 1909.... 212 052 489 282 1910.... 374767 491780 1911.... 441 253 511576 JedeS Jahr hat eine Fortsetzung der Zunahme gebracht. Im ganzen Jahre 1910 hatte die Ausfuhr von Roggenmehl 1 663 918 Doppelzentner gegen 1067 638 Doppelzentner, die Ausfuhr von Weizenmehl 1 904 001 Doppelzentner gegen 1 640 686 Doppelzentner im Jahre 1909 betragen. Wenn eS sich dabei lediglich um einen Veredelungsverkehr handelte, könnte man mit der Steigerung zu- frieden sein, die Getreide- und MehlauSfuhr ist aber ein Prämien- geschäft geworden, für das unser verruchtes Einfuhrscheinsystem die Grundlage abgibt._ Die Deutsche Bank in Süddeutschland. Die der Deutschen Bank nahestehende RheinischeKreditbank inMannhei m, sie be- sitzt 85 Millionen Mark Aklieukapital und 15 Millionen Mark Reserven, schlietzt mit der Pfälzischen Bank in Ludwigshafen— 50 Millionen Mark Aktienkapital— eine Interessengemeinschaft. Diese bekommt für die nächsten fünf Jahre nur die 7 Proz. Dividende garantiert, sie mutz aber alle Jahre von ihren Einnahmen vorweg eine halbe Million an die Rheinische Bank abführen. Da» Aktienkapital der Pfälzischen Bank soll auf kurze Zeil verkleinert werden, und zwar durch Rückforderung von Aklien, die von ihren Besitzern gratis abzugeben sind! Z e h n M i l l i o n e n deö Grundkapitals sollen so eingefordert werden. Die zehn Millionen dienen dem weiteren Zweck, datz sie, als Kapitalscrhöhung wieder auferstanden, zur Erwerbung der Süddeutschen Bant in Mannheim, welche ein Aktien- kapital von 1 2 M i l l i o n e n besitzt und nun zum Konzern der Deutschen Bank gehört, benutzt werdenl Die drei so fusionierten Banken, die äutzerlich jede für sich weiterlebt, verfügen dann über ein Aklienkapital von rund 150 Millionen Mark I Es ist bewundernswert, wie rasch und für ihre eigenen Kassen schmerzlos die Deutsche Pank dieses Geschäft macht. Fusion, Säuberung und Stempelersparnis auf einen Schlag! Die Deutsche Bank verzichtet auf eine Zusammen- schlietzimg der drei Banken zu einem Unternehmen, um sich keine Verpflichtungen aufzuhalsen, für die sie mit Mitteln au» dem eigenen Besitz einzutreten hätte. Durch die vorüberaevende Kapitals- reduzierung wird der Pfälzischen Bank das Geld frei, das zum Erwerb der Süddeutschen Bant notwendig ist; die Stempelsteuer, die sonst bei Aufnahme neuer Aklien zu zahlen gewesen wäre, fällt fort, die unsicheren und nicht gerade allzu sauberen Ge- schäfte werden kostenlos abgestotzen. Allerdings, die Provinzöanken machen zumeist nur deswegen unsichere, halb« oder auch ganz faule Geschäfte, weil das die einzigen sind, die ihnen von den Grotzbanken übrig gelassen werden. Kommt der Moment, dann erscheinen die Grotzbanken und verschlucke« die kleine Konkurrenz._ Soziales* Ei« vernünftiges Urteil über die Rabattsßarvereine. In Trostberg in Bayern wurde die Gründung eines Konsum- Vereins beabsichtigt. Sofort erschienen auch die Krämer auf dem Plan, um einen Rabattsparverein zu errichten. Der Vorsitzende des Handelsgremiums Traunstein, zu dessen Bezirk Trostberg gehört, wandte sich jedoch mit folgenden Ausführungen gegen diesen Plan: Von feiten des Handelsgremiums sei hier die Frage ge- stattet, ob es wünschenswert sei, die Geschäftstreibenden hier zu einer Aussprache zu veranlassen wegen der Einführung der Rabattmarken. Jedermanns freier Wille ist selbstverständlich und sei respektiert. Wäre es aber nicht besser, sich beizeiten ge- meinsam vor neuer Teuerung und Arbeit zu schützen, als später sich vergebens um die Abschaffung zu plagen? Wer glaubt denn, dah ein Mensch 5 Proz. seines jährlichen Einkommens herschenkt? Das Publikum glaubt es zum Teil, und schweren Herzens ent- schlietzt sich mancher Geschäftsmann, an dieser Düpierung deS Volkes sich zu beteiligen. Er mutz.eben mehr Nutzen auf seine Ware rechnen und erschwert sich dadurch natürlich andererseits wieder das Geschäft gegen den, der zu Nettopreisen verkauft. Was alles für Dummheiten möglich sind, beweist unsere heutige Zeit, in der wir auch Millionen für Ausfuhrprämien auf unser Ge- treibe bezahlen, die wir nicht selbst soviel produzieren, als wir im Jnlande brauchen. DaS sei nur nebenbei erwähnt. Man kann nicht mehr tun, als die Geschäftsleute rechtzeitig warnen. ES zeigt sich immer von neuem, datz die einsichtigen Kaufleuie durchaus keine Freunde der Rabattsparvereine sind. Auf die Dauer werden sich die Gegner wahrscheinlich durchsetzen, besonders wenn die Konsumenten sie dadurch unterstützen, dah sie alle.Ge- schäfte, die Rabattsparvereinsmarken anpreisen, meiden. Eine Gesellschaft zur Bekämpfung der Arbeitslosigkeit ist am Sonnabend als deutsche Abteilung der 1910 zu Paris ge- gründeten Internationalen Vereinigung zur Bekämpfung der Ar- beitSlosigkeit errichtet worden. Den Vorsitz führt Dr. Freund, der Vorsitzende des Verbandes Deutscher Arbeitsnachweise und Vize- Präsident der Internationalen Vereinigung. AlS Zweck der neuen Gesellschaft formuliert der§ 3 der Satzungen: Das Problem der Arbeitslosigkeit und die Mittel zur ihrer Bekämpfung zu unter- suchen, entsprechende Materialien zu sammeln und die einschlägigen ' ragen in Versammlungen zu erörtern. Satzungsgemätz soll die iesellschaft zur Bekämpfung der Arbeitslosigkeit mit dem Ver- bände Deutscher Arbeitsnachweise in enge Verbindung treten. Die Bureaus beider Organisationen sollen miteinander vereinigt und öffentliche Versammlungen gemeinschaftlich abgehalten werden... Ein merkwürdiger Hausfriedensbruch. Schlechte Erfahrungen im Kampfe gegen das Ungeziefer mächte der Knecht Fresdorf auf dem Gute Friedrichsruhe bei Criwitz in Mecklenburg. Der Mann gehört zu den Elementen in der Land- arbeiterschaft. die, von der modernen Sucht nach Wohlbehagen er- griffen, alle Scheu vor der Herrschast abstreifen. Es patzte ihm nicht. datz seine Schlafstätte von Ungeziefer wimmelte. Er ging mit Kol« legen, die unter derselben Plage litten, zu dem Chef, dem Oekonomierat Schwieger. um Abstellung deS UebelstandeS zu ver- langen. Im Falle dies nicht zugesagt wurde, wollten die Gc- plagten ihre Papiere verlangen.— Unerhört!— Der Empfang bei dem Herrn Oekonomierat entsprach der Situation. Es kam zu Auseinandersetzungen, die damit abschlössen, datz die Arbeiter hinausflogen. In der Aufregung lietzen die Leute sich dazu ver- leiten, zurückzukehren. Schwieger begrühte sie mit einem Revolver. Der Oekonomierat jagte einen Schutz in die Decke; als Fresdorf dann flüchtete, erhielt er von dem Wirtschafter Härder mit einem Gummischlauch einen Hieb über den Kopf. Damit nicht genug. Fresdorf stand dieser Tage unter der Anklage des Hausfriedens- bruchS vor dem Criwitzer Schöffengericht. Das Gericht erkannte auf zwei Wochen Gefängnis. Die übrigen Beteiligten waren nicht zu ermisteln geweseil. �_ Gerichts-Zeitung. Eine nächtliche Revolverschießerei lag einer Anklage wegen qualifizierten HauSstiedenLbruchs, Körperverletzung und unbefugten WaffcntragenS zugrunde, welche das Schöffengericht Berlin-Mitte beschäftigte. Angeklagt waren der Steward Erich Arnold und dessen Bruder, der Monteur Robert A. Der Angeklagte Erich A., welcher bei der Hambnrg-Amerikcr- Linie als Steward angestellt ist, hatte vor einiger Zeit mit seinem Bruder eine Abschiedsbierreise unternommen. An dieser beteiligte sich der Eisenbahnschirrmann Radetzkh, der bei der Ehefrau des Robert A. als Schlafbursche wohnt. Datz Robert A. schon drei Jahre von seiner Frau getrennt lebt und Radetzky bei ihr die Stellvertreterrolle spielte, tat dem gemütlichen Beisammensein der drei keinen Abbruch. Während der Bierreise verneinte Radetzky auf ausdrückliche Fragen des Robert A., datz er zu dessen Ehefrau in Beziehungen getreten sei und auch, datz er überhaupt noch bei ihr wohne. Als sich R. verabschiedet hatte, fatzte Robert A. den Plan, sich persönlich zu überzeugen, ob er die Wahrheit gesagt hatte. Beide begaben sich nach der Wohnung der Frau A., wo sie kurzerhand die Türfüllung eintraten und dann feststellten, das; Radetzky die Unwahrheit gesagt hatte. Es kam zu einer wüsten Prügelei auf dem dunklen Korridor, bei welcher Erich Arnold mehrere Revolverschüsse abgab, die jedoch glücklicherweise niemand trafen. Der Amtsanwalt beantragte mit Rücksicht auf die recht gröbliche Ausschreitung der Angeklagten 1 Woche und 50 M. bezw. 10 Tage und 40 M. Geldstrafe. Rechtsanwalt Dr. Cohmann machte geltend, datz in der nächtlichen Prüfung der ehelichen Treue der Ehegattin durch den Ehemann ein Hausfriedensbruch nicht erblickt werden könne. Das Gericht erkannte auf 40 bezw. 00 M. Geldstrafe._ Wegen fahrlässiger Tötung hatte sich am 24. Januar vor der Strafkammer in Kreuzburg die Einliegerfrau Maria Kubik zu verantworten. Sie hatte das im Februar 1907 geborene uneheliche Kind einer Dienstmagd vom Erühjahr bis August 1908 in Pflege. Sie vernachlässigte den naben sehr, trank viel und war oft von früh bis Abend fort. In solchen Fällen legte sie dem Kinde etwas Semmel und Brot ins Bett. Einmal war sie von Sonnabend früh bis Montag fort. Eine andere Frau erbarmte sich in dieser Zeit des Kindes und fand es halb verdurstet und ganz mit Kot besudelt. Das Kind wurde der Angeklagten weggenommen und starb 14 Tage später. Die Ursache deS Todes ist nicht festgestellt. Da nicht nachgewiesen war, datz die Vernachlässigung des Kindes durch die Angeklagte den Tod ver- ursacht hat, erkannte das Gericht auf Freisprechung.— Auf die Revision des Staatsanwalts hob gestern das Reichsgericht das Urteil auf und verwies die Sache an die Strafkammer zurück. Wenn auch der Tatbestand der fahrlässigen Tötung nicht vorliegt, so sei doch eine Verurteilung der Angeklagten nach§ 121 möglich, denn es gehe gus den Feststellungen Kertzor, datz die Nngeklsgte eine wegen
jugendlichen Alters hilflose Perfol», für Sie|ie JU sorgen halte, in hilfloser Lage vorsätzlich verlassen hat. Bilder über das Treiben vornehmer Lebemänner wurden in einem Prozeß aufgerollt, der einige Tage das mittel- fränkische Schwurgericht in Nürnberg beschäftigte. Als Angeklag- rer fungierte der Zahnarzt Dr. Pfeiffer, der der schweren Kuppelei beschuldigt war. Pfeiffer hatte am Lorenzerplatz in Nürnberg eine komfortable Wohnung für 3 OVO M. gemietet; in diese teilte er sich mit dem Apotheker Hornig und dem Bauführer Seidel. Beiden gab Pf. häufig Gelegenheit, mit jungen Mädchen intim zu ver- kehren. Aber auch eine große Anzahl sonstiger Freunde verkehrten im Hause Pfeiffers, und viele nahmen an den Unsittlichkeiten teil, die, wie der Gerichtsvorsitzende sich ausdrückte, lebhaft an Sodom und Gomorrha erinner«. Die Opfer der Lüstlinge waren zumeist ganz junge, erbarm- lich bezahlte Kontoristinnen» hin und wieder auch eine junge Arbeiterin. 24 solcher Mädchen marschierten im Saale als Zeugen auf, neben den zahlreichen vornehmen Herren, die bei Pfeiffer verkehrten. Unter letzteren befindet sich ein halbes Dutzend Offiziere, der Sohn des mittelfränkischen Regierungspräsidenten. der sehr bekannte Freiballonluftschiffer Bankdirettor Ley, und noch andere Stützen der guten Gesellschaft. Doch haben nicht alle diese Herren an den Orgien in Pfeiffers Wohnung teilgenommen. Am buntesten trieben es die drei Inhaber der Wohnung und der Dv rektor Ley, Die Dinge, die bei Pf. vorkamen, waren in weiten Kreisen der Nürnberger Lebewelt bekannt; sie nannten die drei mit dem Spitznamen das„keusche Dreieck" oder die„keusche Dreieinigkeit" oder das„keusche Kleeblatt". Die Herren besuchten das Volksfest oder andere Gelegenheiten, wo das vergnügungslustige weibliche Element leicht anzutreffen ist, ban- delten mit jungen Mädchen, die ihnen gefielen, an und luden sie in die Wohnung zu einem unschuldigen Essen ein. Kamen sie, so gelang es in den meisten Fällen, sie kirre zu machen. Das keusche Dreieck und die anderen Herren, die mit den Mädchen verkehrten, blendeten diese mit Geld oder anderen Geschenken. Meist handelt es sich um Mädchen im Alter von lK bis 20 Jahren. In mehreren Fällen ist es auch vorgekommen, daß die Wüstlinge, als sie hörten, daß das von ihnen zu Fall gebrachte Mädchen noch eine Schwester hatte, jene veranlaßten, auch diese mitzubringen. Vieles, was innerhalb dieses Kreises vorkam, läßt sich kaum andeuten, viel weniger schildern. Wie raffiniert Pfeiffer vorging, erhellt auS dem Fall eines lSjäbrigen Mädchens, einer Verkäuferin, die den Pf. als Zahnarzt konsultierte, der sich nach ihrem Alter erkundigte. Das Mädchen hatte seine Hilfe noch mehrmals in Anspruch zu nehmen; an ihrem 13. Geburtstag lud er sie selbst zu sich ein und wollte sie gefügig machen. Sie setzte sich aber entschieden zur Wehr, worauf Pf. sie ärgerlich als dummes Mädchen titulierte. Damit. diese Sache nicht zur Anzeige kam. bezahlte Pf. dem Bater des Mädchens eine Schweigegeld von 1500 Mk. In einem anderen Falle war Pf. ähnlich gegen eine junge Patientin vorgegangen, bei der er seinen Zweck erreichte; als dem Vater, einem Bankangestellten. Andeutungen von dem Verhältnis hinterbracht wurden, ging er zu Pfeiffer und verlangte die ehrenwörtliche Erklärung, daß nichts unrechtes vorgekommen sei. Pfeiffer gab ohne Bedenken sein Ehrenwort. Es kam oft vor, daß ein eingeladenes Mädchen in Pfeiffers Wohnung diesen mit Ley oder einem anderen Herrn zu- sammentraf; Pf. verschwand dann und ließ das Paar allein. Die Freunde der keuschen Dreieinigkeit waren in der Wohnung wie zu Hause, benutzten nach Belieben die Betten, sperrten sich mit den Mädchen in den Zimmern ein usw. Es ist ein unglaubliches Stück Schmutz, das hier aufgeführt wurde. Dr. Pfeiffer wurde zu der geringen Strafe von zwei Monaten Gefängnis verurteilt, weil man ihn nach Meinung de? Gerichts nur in wenigen Fällen habe fassen können. Eine für Mieter sehr bemerkenswerte und zumeist völlig un- bekannte Bestimmung der Baupolizeiverordnung hat zu einer An- klage, die gestern vor der 5. Strafkammer des Landgerichts II zur Verhandlung kam. geführt.— Von der Polizeiverwaltung in Königswusterhausen war auf Grund der Baupolizeiverordnung für den Kreis Teltow vom 28. Mai 1907 gegen mehrere Einwohner eines Grundstücks in Wildau, darunter gegen einen Chemiker und gegen mehrere Beamte, ein Strafmandat erlassen worden. Die dabei in Frage kommende Bestimmung stellt das Beziehen der Woh- nung vor erfolgter Gebrauchsabnahme unter Strafe. Gegen dieses Strafmandat erhoben die davon Betroffenen Widerspruch. Das Schöffengericht in Königswusterhausen erkannte auch auf Auf< Hebung des Strafmandats und Freisprechung der Angeklagten. In diesem Urteil wurde u. a. gesagt, daß die fragliche �Bestimmung der Baupolizeiverordnung eine unerträgliche Belästigung der Mieter darstelle. Es könne von den Mietslustigen, welche die Absicht haben, in ein neues Haus einzuziehen, unmöglich verlangt werden, erst zur Polizei zu laufen und sich zu erkundigen, ob der Eigentümer auch im Besitze des Gebrauchsabnahmescheins sei. Außerdem bestehe auch die Möglichkeit, daß die Polizei, die gar keine Verpflichtung zur Auskunst habe, die Auskunft verweigere. Gegen das freisprechende Urteil legte die Staatsanwaltschaft Berufung ein. Vor Gericht führte der Vertreter der Anklage aus, daß nach einer Kammergerichtsentscheidung in einer ganz gleichen Sache nicht nur der Vermieter, sondern auch der Mieter von jener Polizeiverordnung betroffen werde, da in dem Gesetz nur ganz allgemein von dem„Beziehen" gesprochen werde. Wie sich die Mieter davon in Kenntnis setzen, ob der Gebrauchsabnahmeschein erteilt sei oder nicht, sei ihre Sache. Auch schütze die Unkenntnis der Gesetze nicht vor einer Bestrafung.— Rechtsanwalt Dr. Kurt Rosenfeld führte für die Angeklagten aus, daß es sich in dem vorliegenden Falle um eine ganz unzulässige Ausdehnung der Gesetzesauslegung handle. Bezüglich des Vermieters sei es durch- aus berechtigt, wenn man von ihm verlange, vor Erteilung des Gebrauchsabnahmescheines keinen Mieter einziehen zu lassen, zu- mal ihm ja auch nur dieser Schein ausgehändigt werde. Es müsse tatsächlich als eine unerträgliche Belästigung des Publikums an- gesehen werden, wenn man von einem Mieter, der sich mitten in dem Trubel und den ganzen Unzuträglichkeiten eines Umzuges befinde, verlangen würde, auch noch zur Polizei zu laufen und sich zu erkundigen, ob auch der Gebrauchsabnahmeschein erteilt sei.— Das Gericht stellte sich auf den Boden der Kammergerichtsentschei- dung und der fraglichen Bestimmung, nach welcher ganz allgemein das„Beziehen" untersagt sei. Hierdurch werde natürlich auch der Mieter betroffen. Das Urteil lautete auf je 1 Mark Geldstrafe. Gegen dieses Urteil wird Revision eingelegt werden. Mus der fraucnbcwegung. Hinein in die Organisation. Ueber die Frauenarbeit im Handelsgewerbe sprach am Montag in der Hauptversammlung des Deutschen Verbandes kau fmanni scher Vereine der Verbandssekretär Baum-Frankfurt. Der Redner führte unter anderem folgendes aus:.... Die Vorbildung des weiblichen Personals bleibt weit hinter jener des mänlichen zurück, was sich bei der Bewerbung um kauf- männische Posten sehr fühlbar macht und zu den unangenehmen Erscheinungen der Frauenarbeit im Handelsgewerbe beiträgt. Da- gegen hat die Frauenarbeit den unleugbaren Vorteil, daß einzelne kaufmännische Betriebe, so namentlich Bedarfsartikel für Damen, nur von weiblichen Kräften bestellt werden können; ferner ist die weibliche genaue und zuverlässige Arbeit durchweg anzuerkennen. Trotzdem sind aber die Schäden der Frauenarbeit heute noch über- wiegend und haben ihre Ursachen darin, daß viele weibliche Ange- stellte ihren Beruf nur als einen durchgehenden Posten für die Ehe betrachten und sich während dieser Zeit mit sehr geringen Salären begnügen, die den Arbcitsmarkt ungünstig beeinflussen. Ferner kommen hierzu noch Bedenken gesundheitlicher und sittlicher Art. Um eine Besserung der Verhältnisse zu erzielen, schlägt er vor. Eltern und Popmünder über das Wesen des lgufmännischen Be- rufe? aufzuklären und M? gesunde und geistig befähigte Mädchen zur kaufmännischen Tätigkeit zuzulassen; serner fororrt er die Ausdehnung der Arbeiterinnenschutzgesetzgebung und das Verbot der Frauenarbeit in Betrieben mit sittlichen oder gesundheitlichen Gefahren. Er schlug sodann folgende Resolution vor: „Der Deutsche Verband kaufmännischer Vereine erblickt in der ernsthaften Erziehung und Ausbildung der weiblichen Han« delsangestellten ein wirksames Mittel zur Regelung der ständig wachsenden Frauenarbeit im Handelsgewerbe und hofft, daß auf dem Wege der organisatorischen Selbsthilfe zusammen mit gesetz- geberischen Maßnahmen die vorhandenen salärdrückenden Ten- dcnzen der Frauenarbeit beseitigt werden. Zu diesem Zwecke empfiehlt der Verband: Erstens die Durchführung eines obliga- torischen Fortbildungsschulunterrichts für weibliche Angestellte bis zum vollendeten 18. Lebensjahre, sowie eine staatliche Beauf- sichtigung der Handelsschulen für Mädchen, und zwar in allen Bundesstaaten. Zweitens die Einführung einer praktischen Lehrzeit für weibliche Angestellte, die mit der theoretischen Aus- bildung Hand in Hand gehen soll. Drittens gesetzgeberische Maß- nahmen, die das Verbot der Frauenarbeit in Betrieben mit gesundheitlichen oder sittlichen Gefahren herbeiführen. Die Durchfuhrung dieser Forderung ist in erster Linie von einer straffen Organisation der weiblichen Angestellten zu unterstützen, die in eigenen Reihen sowie bei Eltern und Vormündern auf klärend wirken muß. Die Resolution fand einstimmige Annahme. Daß die Prinzipale die Aufmerksamkeit auf die Organisation als den besten Faktor in dem Kampf gegen die'bestehenden Miß- stände wenden, ist sehr erfreulich. Man hätte noch hinzufügen müssen, daß die allein gegebene Organisation die des Zentralver- bandes der Handlungsgehilfen und Gehilfinnen ist. Auch sollten die Inhaber die Konsequenz aus ihrer Anschauung ziehen und mit der Organisation gemeinsam den Kampf gegen die Schandent- lohnung, wie sie vielfach anzutreffen ist und die einen wirklichen unlauteren Wettbewerb darstellt, aufnehmen. Mutterschutz und SäuglingSfürsorge. Die badische Regierung hat in einem Erlaß die Bezirksärzte angewiesen, durch die Hebammen Erhebungen darüber anzustellen, ob und in welchem Umfange die Wöchnerinnen stillen. Solche Fest- stellungen sind auf Karten seit Jahrzehnten durchgeführt worden. sie erstrecken sich jedoch auf zu kurze Zeit, gewöhnlich 1 bis 2 Wochen nach der Niederkunft, so daß man den Ergebnissen nur ge ringen Wert beimessen konnte. Nun aber sollen die Hebeammen die Kinder ein volles Jahr hindurch beobachten und hierüber auf Zählkarten, die jeweils nach Ablauf eine? Jahres abzuliefern sind, den amtlichen Aerzten berichten. ES soll genau festgestellt werden, wie die während deS Jahres 1911 in Baden geborenen Kinder ge- stillt werden, ick das Kind nur Brustnahrung, oder Brustnahrung und künstliche Nahrung, oder nur künstliche Nahrung erhält. Solche Untersuchungen für ganze Staaten wurden in den letzten Jahren mehrfach vorgenommen. Das Bedeutungsvollste an der badischen Enquete besteht aber darin, daß hier, fall» das Kind keine Brust- nahrung erhält, der Grund hierfür(Unvermögen der Mutter, Miß- bildung des Kindes oder Weigerung der Annahme der Brust, Gleichgültigkeit oder Bequemlichkeit der Mutter. Rückkehr zur Erwerbsarbeit usw.) angegeben werden soll. Derartige Erhehungen, die nach den Ursachen forschen, wurden bisher nur an einem eng begrenzten Material von privaten Forschern ausgeführt. Die badische Untersuchung, die sich auf die Wöchnerinnen des ganzen Großherzogtums und somit auf eheliche und uneheliche, arme und reiche, städtische und ländliche Mütter erstreckt, wird geeignet sein. Licht in die bisher vielumstrittenen Probleme der StillungSnot zu bringen._ Delegiertenversammlung des Schweizerischen Arbeiterinnen- Verbandes. In Winterthur hielt am letzten Sonntag der Schweizerische Arbeiterinnenverband seine Delegiertenversammlung ab. die von 24 Delegierten und einer Anzahl Gäste besucht war. Der Verband zählt gegenwärtig 13 Sektionen und der Anschluß von drei in der jüngsten Zeit gegründeten neuen Arbeiterinnenvereinen steht zu er- warten. Der Verbandstag beschloß die Einführung des Obligatoriums der..Vorkämpferin" für die Verbandsmitglieder, während die Frage der Schaffung einer Hilfs- und Sterbekasse bis zum nächsten Ver- bandstag zurückgestellt wurde. Zwei Referate betrafen das Frauenstimmrecht und die chweizerische Kranken- und Unfallversicherung. leber ersteres referierte Genossin Walter. In der von ihr vor- gelegten Resolution heißt es: ..... Das von Jahr zu Jahr in allen Industriezweigen stets raschere Vordringen der weiblichen Erwerbsarbeit löst für das leibliche und geistige Wohl, für die kulturelle Weiterentwickelung der Nationen ernste gefahrdrohende Wirkungen aus. Ist doch das Weib, als Mutter, die Trägerin von Volkskraft und Volksgesund- heit und in solcher Eigenschaft doppelt schutzbedürftig. Aus- reichender Arbeiterinnen-, Mutter- und Kinderschutz wird aber erst geschaffen werden, wenn er energisch und unabweisbar von der großen arbeitenden Volksmasse und darunter von den Frauen selbst bei Gesetzgebung und Gesetzesänderung immer und immer wieder gefordert wird. Es liegt daher nicht nur im Pflichten- kreis der proletarischen Frauen, die politische Gleichberechtigung des weiblichen mit dem männliche« Geschlecht anzustreben und kämpfend zu erobern. Es ist ebenso sehr Aufgabe der Arbeiter, der Genossen, diese Frauenforderung nachdrücklich zu verfechten und damit den Boden vorzubereiten zur allmählichen Beseitigung aller wirtschaftlichen und sozialen Frauennot. Der Delegiertentag der Arbeiterinnen, indem er das beab- sichtigte Eintreten der Arbeiterschaft für die besonderen Jnter essen des Frauenproletariats aufs lebhafteste begrüßt, sieht darin den Ausgangspunkt zu planmäßig gemeinsamem Kampfe, der allein Gewähr bietet für den machtvoll geistigen Aufstieg der arbeitenden Klasse und damit für die menschenverbrüdernde und menschenbeglückende Völkerbefreiung." Im Anschluß daran wurde beschlossen, eS sollten die Verband» ektionen besondere Frauenstimmrechtskommissionen mit dem Aus rag bestellen, auf die allmähliche gesetzliche Einführung des Frauen stimmrechts hinzuwirken. Ueber die Kranken- und Unfallversicherung referierte Genosse Greulich und fand eine von ihm beantragte Resolution ein- stimmige Annahme. Mögen die Verhandlungen und Beschlüsse des Winterthurer Verbandstages zur weiteren blühenden EntWickelung des Schweiz� rischen Arbeiterinnenverbandes beitragen! Huö aller Melt. Vom Flugsport. Zum Fluge Rom— Paris— Turin startete am Sonntag eine ganze Anzahl Flieger bei Pari». Zwei derselben. Beaumont und G a r r o S, stellten einen neuen Rekord im Ueberlandflug auf. indem sie noch an demselben Tage nach Zurücklegung einer Strecke von 645 Kilometern in Avignon landeten. Die übrigen Wettbewerber blieben weit hinter ihnen zurück. Am Montag setzten Beaumont und GarroS den Flug nach Nizza fort. mußten jedoch Zwischenlandungen vornehmen. Auch Frey und K i m m e r l i n g sind am Montag in Avignon gelandet. Beim sächsischen Rundflug wurde am Sonntag die dritte Strecke Leipzig— Plauen zurückgelegt. Büchner und Loitsch trafen nach 1 Stunde 14 Minuten respektive 1 Stunde 46 Minuten am Ziele ein. Lindpaintner gelangte erst am Montag nach Plauen. Auch auf dem Johannisthaler Flugfeld wurden am Sonntag schöne Flüge ausgeführt. Schenkel machte auf einem Dorner- Eindecker in großer Höhe«inen Ueberlandflug nach Karlshorst und zurück. Auch der Etttch-Rumpler-Pilot Bollmöller unternahm einen Höhenflug bis zu 600 Metern Höhe und landete im prächtigen Gleitflug.— Auf dem Flugfeld Bork stieg vor einigen Tagen der neue Grade-Pilot Schall zu einer Höhe von 2150 Metern auf womit er einen neuen Höhenrekord für Deutschland aufstellte._ Wieder ein Todessturz. Auf dem Flugfelde von Cameri(Italien) ist am Sonntag der Flieger Cirri angesichts einer großen Zuschauermenge, unter der sich auch die Frau und zwei Kinder des LviatikerS befanden, auS einer Höhe von 200 Meter herabgestürzt. DaS Flugzeug wurde vollständig zertrümmert und geriet in Brand, Cirri wurde schwer verwundet hervorgezogen und st a r b ball» darauf. Ein Eholerafall in der Steiermark. Wie amtlich gemeldet wird, sind bei dem Postoffizianten F r a n z k i, der auf seiner Urlaubsreise in V e n e d i g an Brech- durchfall erkrankte, nach seiner Rückkehr in seinem HeimatSort Waltendorf choleraverdächtige Erscheinungen festgestellt worden. Die bakteriologische Untersuchung hat Cstvlvra asiatica ergeben. Der Erkrankte ist gestern mittag gestorben. Die Behörden haben alle Sicherheitsmaßnahmen getroffen, um eine Ausbreitung der Seuche zu verhüten.__ Selbsterkenntnis! Vor kurzem wurde in dem ostpreußischen Städtchen L i e b st a d t eine Kirche eingeweiht. Bei dem sich anschließenden Festmahl brachte der Generalsuperintendent v. B r a u n ein Hoch auf den Kaiser aus, das er nach der.Elbinger Ztg." mit folgenden Worten ein« leitete: „Ich hege eine unbegrenzte Verehrung für unseren Kaiser. und darin würde mir jeder nacheifern, der Gelegenheit hat. wie ich, den Reichtum seines Innenlebens kennen zu lernen. Diesem Mann gegenüber sind wir alle, verzeihen Sie, meine Herrschaften, den etwas harten Ausdruck, Schafsköpfe, so groß ist meine Bewunderung seines Geistes, der alles auffaßt und umfaßt und verarbeitet I" Der Mann muß sich und seine Freunde ja kennen! Offenbar hat er auch recht, denn niemand der Festteilnehmer hat ihm wider« sprachen._ Kleine Notizen. Zusammenstoß zweier Torpedoboote. In der Nackt zum Sonntag sind bei einer Uebung der deutschen Heeresflotte bei S k a g e n die Torpedoboote 3 139 und Q 172 zusammengestoßen. Hierbei wurde der Matrose Eberlein tödlich verletzt. Von Räubern entführt. Auf einer Studienreise ist im nord« griechischen GebirgSlande der bei der Firma Karl Zeiß angestellte Beamte Richter von Räubern überfallen und entführt worden. Trotz eiftiger Verfolgung konnte man bisher der Räuber, die zwei militärische Begleiter deS Reisenden ermordet haben, nicht habhast werden. Bei einer Rauferei zwischen Soldaten und Zivilpersonen ia Budapest wurde die einschreitende Wachabteilung arg bedrängt und gab fünf Salven ab. Ein Soldat wurde tödlich, vier schwer, drei Polizeibeamte und fünf Zivil« Personen leicht verletzt. Hungersnot in Tripolis. Wie ein Telegramm aui Konstanti« nopel meldet, wütet eine furchtbare Hungersnot unter der Bevölke- rung von Tripolis und dezimiert in manchen Gegenden die Bevölkerung; der Bezirk Orfele ist nahezu ent« völkert. 4 fei# BnefkalUn der Redaktion. Sie Jotlfiitifie«prechstoode finde» Sind e»« enge 0» Uta Biet Cremen — S-hrftnhl—,«ochrntägltch von M 7V4 U»e ndend»,«-»nndend« den tu bis 6 Uhr abends statt. Jeder f»r de» vrieflaste» defti«»ten Anlnse ist ein Buchstabe und eine Zahl als Merkzeichen»eiznsstze». Briefliche«ntwftl wird nicht erteilt. Etllsc Frage» trage»an in der Bdrechstnndr vor. 8. 46. 1. Ja. 5 bis 34 M. 2. Wenn die Frau zu Bestellungen er» m ächtigt war, find Sie abnähme« und zahlungspflichtig. Die Ermächtigung kann auch darin gefunden werden, daß die Frau vorher Bestellungen ge- macht hat. 3. New.— Nowawe» 100. 1. Ja. 2. Die mündliche Er. tlärung, wenn fie von der Frau angenommen ist, haltm wir für bindend. 3. Ja, mit Ausnahme der HauShaltungSgegenftände, 4. Nein. Ei- ist aber zur Teilung verpflichtet. S. Gegen das Verbot darf die Frau nicht bandeln.— Sfö. 16. An einen Notar. Die Kosten richten sich nach dem Dbjett.— Tüd-Qst 07. Die stawtarische Bestimmung ist maßgebend.— Berlin 88. Der Besitzer des HundeS ist in vollem Umsange haslbar. Beschassen Sie sich ein Armutszeugnis und Nagen Sie beim Amtsgericht. R» 12. 1. Die Tochter ist auf Verlangen der Schullebörde zum weiteren Schulbesuch oerpflichtet. Die Konfirmation hat damit nichts zu wn. 2. Sie ist nur w einer Gemeinde steuerpflichtig. Da» Vermögen von 30 Mark imterliegt keiner Vermögenssteuer.— O. R. 11. Rein. — müssen beim Amtsgericht Rixdors Ihren Austritt an- melden, demnächst erhalten Sie eine Vorladung, der Folge zu leisten ist. — A.«. 82. Da» Schriststück genügt der Forni nach nicht.— I. A. 78, lSO M.; bei Bedürftigkeit kann Ermäßigung bis aus 5 M. erfolgen.— H. B. 77. Ein Anspruch besteht nicht; versuchen Sie eS mit einem Antrag.— H. 100. Ja. vom Januar 1910 ab, unter Bcrusung aus 3 41 Abs. 3 deS Jnvalidcnvcrfich-ruiigSgesetzcS.— 100 I. W. Sie hasten nicht. Fall» Pfändung Ihres Eigentums erfolgt, müssen Sie intervenieren. — F. K. 344. 1. Sie müssen Kenntnis erhalten, sallS Ihre Adresse de» kannt ist. 2. Ja. am zweckmäßigsten durch eine dritte Person.— R. B. 100. Wcmi der V-rstchert- Inländer ist, nein, wenn SluSländ-r. kann er Abfindung mit dem dreisachen Betrage der JahreSrcnt» de« anspruchen. Inländer haben die Möglichkeit der Wcitervcrficherung. Or-Simmel Spezial-Arrt• für Haut- und Harnleiden. 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IBÜSij Todes-Anzeigen Die Beerdlgnng der Frau Rosine Paradies geb. Mayer findet am Dienstag, den 30. Mai, nachmittags 5 Uhr, auf dem lüdischen Friedhot zu WelSensce statt Todes-Anzeige. Am Sonntag, den 28. Mai, früh 2'/, Uhr, verschied nach kurzem schweren Leiden mein inniggelicbter Gatte, unser treu- sorgender Vater, der Tischler Paul Herclrt im 52. Lebensjahre. Dies zeigen tiesbeirübt an Die trauernden Hinterbliebenen Die Beerdigung findet Mittwoch, den 3t. Mai, nachmittags 5'/, Uhr, von der Leichenhalle des Weißenseer GcmeindesriedhoseS, Rölckestraße, aus statt._ Deutscher Transportarbeiter-Verband. Bezirksvemraltung GroB-Berlin. Nachruf. Den Mitgliedern zur Nachricht, dah unser Kollege, der Kutscher Hennsim Heider am 16. d. MtS. im Alter von 33 Jahren verstorben ist. Ehre seinem Andenken! Nachruf. Den Mitgliedern zur Nachricht, daß unser Kolleg«, der Rollkutscher Otto Käsling am 23. d. MtS. im Alter von 37 Jahren verstorben ist 68/7 Ehre feinem Andenken! Den Mitgliedern serner zur Nachricht, dag unser Kollege, der Hausdiener Paul Herdrt am 28. d. MtS. tm Alter von 51 Jahren verstorben ist. Ehre feinem Andenken k Die Beerdigung findet am Mittwoch, den 3t. d. MtS., nach- mittags S'/, Uhr, von der Leichen- balle deS Weitzenseer Gemeinde. Friedhofes, Rölckestraße, aus statt. Um rege Beteiligung ersucht Die Bezirksverwaltung. zrbetter-Iurnverew Veißensee HilgDsd da* Arb.. Turnerbande». Den Mitgliedern zur Nachricht, daß unser Turngenofse Paul Hercht am Sonntag, den 28. Mai, früh 2'/, Uhr. nach kurzem Leiden am Gehirnschlag verstorben ist Ehre feinem Andenken! Die Beerdigung findet am Mittwoch, den 31. Mai, nachmittags S'/j Uhr, von der Halle de» Weitzenseer Kirchhoses, Rolle- straße, aus statt. 291/26 Der Vorstand. Zentral-Krankeii- und Sterbetal deutschen Vagenbauer (E. H.) Ortsverwaltung RUderf. Am 26. Mai verstarb unser Mitglied, der Tischler krjedriek Bergmann. Ehre feinem Andenken! Die Beerdigung findet heute, Dienstag, nachmittags 4 Uhr, von der Leichenhalle des Rirdorser Gemeinde- Friedhofe», Marien- dorser Weg, aus statt. Um rege Beteiligung ersucht 257/12 Die Ortsverwaltung. Danksagung. Für die zahlreiche Beteiligung bei der Beerdigung meines lieben Mannes und Vaters fttS7L Friedrich Seeland sagen wir allen Freunden, Bekannten und Verwandten, sowie dem sozial« demokratischen Wahlverein, dem Arbeiter- Gesangverein.Hoffnung' und der Freien Gemeinde Spandau» unseren herzlichsten Dank. Marie Seeland nebst Kindern. Am Sonntag, den 28. Mai, ver- starb nach schwerem Leiden mein inniggeliebter Sohn, unser lieber Bruder, Schwager und Bräutigam Emil Seitzt hn Alter von 23 Jahren. Dies zeigen hiermit im Namen der Hinterbliebenen tiesbetrübt an Witwe.Anna Seitzt, Lileschcn Gebauer als Braut. Die Beerdigung findet am Mitt- woch. den 31. Mai. nachmittags 6 Uhr, von der Leichenhalle des Zions-KirchhofeS w Nordend aus statt. 44662 Am Sonntag verschied nach langem Leiden unser lieber Kollege Lmil Seitzt. Ehre seinem Andenken! Ole Kollegen der Buchdruckerei Julius Sittenfeld. Die Beerdigung findet am Mitt- woch, nachmittags 6 Uhr, von der Leichenhalle deS ZionS-KirchhofeS in Nordend aus statt. 2062b Deutscher Metallarbeiter-Verband Berwaltungsftelle Berlin. Todes- Anzeige. Den Kollegen zur Nachricht, daß unser Mitglied, der Schlosser frm Kratosehvil am 26. d. MtS. an Lungen« leiden gestorben ist. Ehre feinem Andenken! Die Beerdigung findet am DienStag, den 36. Mal, nach- mittag» 3»/. Uhr. von der Leichenhalle deS ÄichaeliS-Kirch- hoses in Rixdorf, Mariendorser Weg, auS statt. Rege Beteiligung erwartet 117/26 Die Ortsverwaltung. ZentralveM der Maschinisten und Heizer sovie Berulspossen Deutsehl. Verwaltungsstelle 0 roll Berlin. Am Sonntag, den 28. Mai, verstarb unser Mitglied, Kolleg« fr!ellr!ed Döberitz. Ehre feinem Andenken! Die Beerdigung findet am Mittwoch, den 31. d. M., nach. mittags 3'/, Uhr, von der Leichen« Halle de« Kirchhofes der Lichten- berger Gemeinde in Marzahn, aus statt. Um zahlreiche BeteMgung ersucht 145/17 Die Ortsverwaltung. Danksagung. Für die zahlreiche Beteiligung bei der Beerdigung meine» lieben Mannes, sage ich allen Beteiligten, insbesondere dem Zenttalverband der Böttcher und den Mitarbeitern der Brauerei Landre meinen herzlichsten Dank. Ida Offhaus i.. nebst Kindern. Danksagung. Für die vielen Beweise herzlicher Teilnahme und reichen Kranz- und Geldspenden bei der Beerdigung unseres lieben SohneS Urnno Flanse sagen wir allen Verwandten und Be- kannten sowie dem Personal der Firma C. Nimann& Co, seinen Lehrkollegen. dem Metallarbeiter- verband den Jugendlichen, den Mit- schülern cher 2. Fortbildungsschule unfern herzlichsten Dank. II. Flanse nebst Frau. H.& P. Uder. Berlin SO. 16, * Sngcl-afer 5. 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Diskusston. 227/18» Oss Wahlkomitee. I. St.! W. Baumann, Bernauer Str. 9. KhaPf- Rorweiö Fl.150 u. 500 mm ___ TO Apotheken, Drogen- u. KoloniakGetchüttea« Maohahmungen bitte aurQckzuweiien. Beeilen Sie sich und besichtigen Sie die letzten 17 Parzelle» in Zepernick, die ich sehr billig verlause.* — Pläne gratis.— I. Nicger, Berlin, Koniardstr. 5. l» Arbeitsnachweis: BerwaltnngSftelle Berlin. Hauptburean: Hos I. Amt 3. 1239. Charlt6»tra8e 3. Hos HI. Amt 3. 1987. Mittwoch, 31. Mai 1911, abends pünktlich 8'/, Uhr�: Bezirks- Vers ammlung für den Norden im Voigt- Theater, Badstraße 53. TageS-Ordnung: Erledigung der in letzter BezirkSversammluug zurückgestellten Angelegenheiten. Kollegen l Die Wichttgteit dieser Versammlung erfordert zahl» reiches Erscheinen. —— Mitgliedsbuch legitimiert.- Mittwoch, den 31. Mai 1911, abendS 6 Uhr: Versammlung der chirurgischen Branche im Rosenthaler Hof, Rosenthaler Straße 11/12. T a g e S« O r d» u n gs: I. Vortrag. 2. DiSkusfion. 3. Branchenangelegcnheiten und ver« schiedeneS._ 117/19 BS* Zahlreicher Besuch wird erwartet.-MG Aldwg! Emttbslllst Ermke)! Acht««»! Wegen der Pfingstfeiertage findet die Auszahlung der Erwerbslosenunterstützung(Kranke) wie folgt statt: für den 3.»nd 4. Juni am Freitag, den 2. Juni, ,„ 5.„ 6.„„ Sonnabend, den 3. Juni, bis 12 Uhr.— Nachmittags geschlossen. Am 3. Feiertag(6. Juni) bleibt das Bureau geschlossen. _ Die Ortzverwaltang, Achtung! Achtung! Vrauerei-Mverlfer! Mittwoch» de« 31. Mai 1911» abends 8'/, Uhr: Große Versammlung der in Brauereien beschäftigten Handwerker im Englischen Garte«, Alexanderstraße 27c: ZageS« Ordnung: 176/18 1. DaS loyale Verhalten der Brauereien unter dem neuen Tarif. 2. Diskussion. Kollegen k Wir erwarten vollzähliges und pünktliches Erscheinen. Agittert sür guten Besuch der Versammlung. Kein Handwerker dar) fehlen. Mit Gruß Die Kommission der Brauerei-Handwerter. ___ I. A.: SB. Siering. Zentralverbantl der Sehmiede Zahlstelle Berlin. Bureau und Arbeitsnachweis: Liniensir. 73.— Telephon: Amt lH, 9714. Mittwoch, den 31. Mai 1911, abends 8'/, Uhr» bei Boeker, Weberstraße 17: Oeffenfliche Versammlung der Jmmngskollegen. TageS-Ordnung: 1. Die Antwort der Arbeitgeber auf unsere Anfrage. 2. Be> schluftfaffung über die weiteren Maßnahmen. 176/14' Nur Jnnungskollegen haben Zutritt.— Kollegen I Wir erwarten voll« MI«! tähligen Besuch I Erscheint in Massen! Die Ortsverwaltung. Vcnvultunx Berlin. Das BerbandSbureau ist geschloffen: Am Sonnabend, den 3. Juni nachmittags, am Montag, den 6. u. Dienstag, den 6. Juni den ganzen Tag. Die UnterstützungSauSzahlungen für Sonnabend, den 3. und Montag. den 5. Juni erfolgen am Sonnabend, den 3. Juni; die AnZzahlungen sür DienStag. den 6. Juni am Mittwoch, den 7. Juni. Wer am Sonnabend ArbeiiSIoseunnterstützung erheben will, muß am Freitag Mitgliedsbuch und ArbeitSlosentarie aus dem Nachweis abgebe,!. Die Arbeitsnachweise sind am 3. Feiertage geschlossen. 84/3 Die Hausfrau praktisch, rs/Ä die ganze Familie Florian» Zahnpflege-Kasten, Zahnpulver, Zahnbürste, Mundwasser. Preis zus. nur M. 1.—. Zu haben in Konsumvereinen, Genossenschaften und einschlägigen Geschäften sowie direkt 16 Stück M. 8,56, 24 Stück M. 18,— franko Nachnahme durch Arthur Waszcrvogel, G. ra. b. lt., Berlin\V. 56, oder durch die Chemischen Werke Florian dt Co.. Britz-Berlin. aus der Berliner Rollschuh- Fabrik 0. m. b. H. Berlin Bülow- Str. 66 im Hause von Mix& Genest ——--- hinter der Luther• Kirche DIU- wind die beaton der Welt!"VQ Verkauf werktäglich direkt In der Fabrik, 2. Hof rechts, Im Kontor, kein Laden, in der Zeit von 9— 7 Uhr.— Reparaturen billig und sachgemäB.— Mit Kogellogcr schon von 5,— Mark an bis*0,- Mark. Steinarbeiter. Donnerstag, den 1. Juni, abends 8ll, Uhr. in den„Arminhallen«, Kommandantenstraße SB/SS: Wgliecker-Verzsmmlung der Sektion (Sandsteinarbeiter). TageS-Ordnung: 1. Vortrag des ArbeiterselrelärS Genossen Ad. Ritter über:»Das Jnnnugswesen und seine Bedeutung für die Arbeiter". 2. Gewerkschastliches. Um zahlreiches und pünltlicheS Erscheinen ersucht 171/26'_ Die OrtaTerwaltnng. Total vernichtet werden||f amiwam mit Brut bei Anwendung von Relcbel's alle Vvillia�UaS verstärktem Wanzenfluid„Radikal". Bekannt sicherstes Spezialmittel. Flasche Sv Ps., M. 1.—, 8.—, 3.—, Liter 5.—. Unfehlbar Q g-hr T» t» mU der Brut bei sterben müssen alle VV«AIS?ifU Berührung mit Relcbel's Lchwahenpulver„Poudre Martial". Dose 50 Ps., M. 1.—, 2.—,■arkAAAM werden ganz sicher verhieben Psund 4-.—. lelUValSBl und deren Maden getötet durch Reichel'» Spezial-Mottenpulver„Total". Pack 50 Ps., M. 1,— und 2.—, Psd. 3.—. Sprühapparate von 50 Ps. an. Man nehme in den Drogerien nur die echten Originalpackungen mitMarke»Tod«nd Deufel', die einzige Garantie für Erfolg. Otto Reichel, Derlln 64, Elsenbahnatr. 4. Amt IV, 4731, 4752, 4753. Kennen Sie sie? 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Oeffentliche politische Volksversammlungen heute Dienstag, den 30. Mai, abends 8 Uhr. 1. Kreis: DrLfels Festsale, Neue Friedrichstr. 3S. 3. Kreis: Kock-Krauerei, Tempelhofer Berg. 3. Kreis: Gewerkschastshaus, Engelufer 16. Arminhallen, Kommandantenstr. 68/69. 4. Kreis: Msin, Memeler Str. 67. Glystum, Landsberger Allee 40/41. Korgmanns Festsäle, Andreasstr. 21. Granmann, Naunynstr. 27. Workgrafenfäle, Markgrafendamm 34. 6. Kreis: Königssäle, Neue Königstr. 26 Wng.Wadzeckstr.). 6. Kreis: Puhlmanns Theater, Schönhauser Allee 147. Gesell schaftshans, Swinemünder Str. 42. Frankes Festsäle, Badstr. 19. Pharnssäle, Müllerstr. 142. Stadt-Theater, Alt-Moabit 47/49. Kock-Kranerei, Abt. ll, Chausseestr. 64. TeltowKeeskom: Adlershof, VSllslelns Lustgarten. Gharlottenburg, Volkshaus, Rosinenstr. 3. Köpenick, StaSt-Illeater. Johannisthal-Niedtrschölltwelde, llesl. llMdSuser Tages-Ordnung: Kirdorf, lloppes Festsäle, Hermannstr. 48/49. Schönederg- Friedenau, Neue Ratbaussäle, Metninger Str. 8. tteglitz-Siidende, fiirkenwäldeben. reptom, Sport-Restaurant, Elsenstr. 115/116. Wilmersdorf, Gesellsehaftshaus, Wilhelmsaue 112 Uieder-Karnim: Friedrichsfelde, Rube, Prinzen-Allee 30. Lichtenberg, Gebr. ärnb Olli, Franks. Chaussee 5/6 Pankom, lum Rurlllrsten, Berliner Str. 102. Keinickendorf-Mest,«llllers Festsäle, z$Xvu.z' Knmmelsdnrg, Caft Bellevue, Hauptstr. 2. Stralau, Rlarkgralensäle, Markgrafendamm 34 Tegel-Korflgwalde, Irapps Festsäle. Bahnhofstr. 1 Waidmannslnst, Sebweizerbaus, am Bahnhof. ♦- Spandau» KSpnleks Restaurant, WLÄ7 Bäckerstreik««a Konsumenten. =r Freie Diskussion.====== Referenten: Bauer, Clara BohmsSchuch, Brückner, Davidsohn, Martha Demmning, Dittmer, Ewald jun., Pendel, Qehrmann, Handke, Hartmann, Hesse, Hildebrandt, Martha Jeetze, Marie Juchacz, Wilhelmine Kfthler, Anna Kiesel, Friedr. Kunze, Hermann Kunze, Berta Lungwltz, Peterhansel, Poetzsch, Ritter, Siering, Georg Schmidt, Frida Schulte, Schütte, Stoermer, Ucko, Welse, Clara Weyl, Frida Wulff, Luise Zietz. Alle Konsumenten Groß-Berlins, besonders aber die Franen, werden dringend zum Besuch der Versammlungen eingeladen. Genossen und Genossinnen, agitiert für Massenbesuch 1 __ Für die Einberufer: ÜHUvi» ürast, Liesenstr. 10._ 19. Zleliung 5. Kl. 224. Kgl. Preuss. Lotterie. Ziehung rom t9. Mal 1911, Tormlttagi, fhrt die Gewinne Uber MO Mark Bind den betieffesdea Nummern in Klammern beigefügt. IM« Gewinne fallen auf die beaelchnetea LoM beider Abteilungen. (Ohne Gewähr.)(Nachdruck t erboten.) 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Ziehung 5. Kl. 224. Kgl. Preuss. Lotterie. Ziehung vom 29. Mal 1911, nachmfttagt. Sin dl« Gewinne Uber 240 Mark elnd den betreffende» Nummern in Klammern beigefügt. Dia Gewinne fallen auf die beielehnetea Tn«« beider Abteilungen. (Ohne Gewähr.)(Nachdruck verdaten.) 33 133[3000] 69 303«0 SIC 760 Ii 66 87 478«81 (1000] 82» 93 2248 71 398 802 7 79 848«M 3214 383 9»[8000] 860 901 4090 181 402 36[300] 339 31 82[ 300] 791»M 5090 119[1000] 214 603 12 91«28«1 963 6313 82 617 100 803 42 7072 148 92[300] 263 433 371«98 »49 8079 163 83 327[ 3000] 59 90 403«0« 83 9071 78 IM 231 367 Hl 38 732 833 960 10110«3 80 823 363 300 48 97«28 178 81 90 11384 «81[300] 426[3000] 88 596 723 1 2034 138 337 34« 861 13060 82 231 43 307 426 314 82 601 13 71» 43 98»3 14121[IDOOf 214 301 73[lOOO] 414 380 707[300] 89« •1« 22 1 5030 120 136 70 408 13«3 321 733 83 83« 97 «33 16111[1000] H«4 100 388 88 94«25 731 33 64 (300] 943 79 17013 332 7« 77[1000] 321 24«34 68 761 [300] 889 937 98 1 8447 61«8 89 9» 371 171[300] 19044 US[3000] 343 309 41 8» 20013 18»[1000] 470 nr 84 821 21228 47 34 444 99 338 318 74 868[3000]»7 903 22146[300] 61 009 2» 411 313 t» 90 683 727 833 900 2 3066 193 97 229 34 61» «8[SOO]«31[300] 789 891 94 96 2 4044 105[1000] 53 117«0 342[1090] 442 31 93 719 979 2 5020 87»1 447 48 «7 SM 900 1 11 74 73 2 6031 184 269 753 2 700« 43 197 411 662 M 864 981 28 199 411 6« 389 96 29171 222 372 83 91 406 302 43 44 91 823 41 49 931 30318 770 7« 833 30 6« 3 1091 139 88 30« 8 SM «8 977 93[ 300] 32043 149 634 33 738 633 3307« 11« 70 74 78 267«89[ 300] 780 49 988 34009 13 IST 79 297 303[500] 18 43 430 96 329 33 86 840 931 85133«18 30 92 96 850 901 3 6239 473«42[1000] 71 909 93 37004 194 14« SOI 74 618 718 911 3 8091 393[1009] 473 347 73 873 3 9097 161 263 432 667 831 40048 64[300] 243 96 303 44««47 7» 873 900 41 41000 8 698«64»3 710 897 MS 93 4 2 503 329 338 729 831 36 4 3071 73 285 384 425 48 719[300] 932 89 44032 63 298[MO] 363 78 493 744 84 821«8 900 45014 147 323 411[300] 850 95 647[300] 719 71 46015[1000] 29 7«»8 332 8« 97 437 51 313 49[500] 74 88«47 33 61 721 823 61 911 47209 65«6 429 352 02[3000] 92«51 734«7 883 48195 308 488 M«<24<11 49063 199 232 314 44» 334«28 748 57«9[500] 851 915 83[300] 60197 633 77? 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i, K. 38. w«. 3, SfiiiKjt des, Amiirls" Kerlim Usldsdlslt.-««» Ardciln! Wildmtr ft Helft den Arbeitern in den Bäckereien in ihrem gerechten, ihnen aufgezwungenen Kampfe um eine bescheidene I Existenz, um ein eigenes Heim, um eine Familie, indem Ihr nur Brot und Backware aus Bäckereien bezieht, � wo die berechtigten Forderungen der Bäckergesellen bewilligt sind.— Meidet auch die Milchgeschäfte und Wiedervcrkänfcr, wo unser Plakat nicht aushängt, und kanft nur von den Landbrotbäckern und Frühstücks» B anSträgern, die im Besitz unserer LegitimationSpaPiere sind. Bewilligt haben folgende Bäckereien: Berlin. Acker flr. 45, Hentschcl. 85, F, Haute. III, A. Thama. „ 114, Hoppe. 154, Hofsmann. Adalbertstr. 4'5a, C. Hanke. . 66, F. Hoppe. 93, Wilhelm Hetzer. , 97, Mancgold. ICO, O. Wciduer. Admiralslr. 10, Oskar Hanke. , 19a, Ranjft. 27, Peter. 30, M. Heinroth. 37, W. Kahl. 40, Raufst. Adolfftr. 12b, Häuisch. 19, 91. Barth. 38, Kräukcl.' Alexandriuenstr. 28, I. Hilblg.' 116, P. Haute. Allcustciner Str. 6, R. Kncpcl. » 11, B..Hauke. 15, C. Ulbrich. 26, Taunus. AII-Moabit 42, Dinger. 82a. Blottuer. Llmjtrrdamer Str. 9, M. Eule. 26, Herberg. AndrcaZjlr. 5, Blotlner. 16. Oskar Hanke. 32, Brotfabrik Wilhelms. 35, P. Jäbue. 51. fr Probst. 66, Goldacker. Kleine Audrcasstr. 7, H. Hicrse. 21. G. Schutt. SludrcaSplah 3, A. Finger. Anllamer Str. 23, P. Hauke. . 26, L. Syuakewicz. 36, H. Claßen. . 48, G. Haafe. 57. A. Wcigt. Zlnncnftr. 4l, F. Nicmeyer. Slrudtslr. 5, Konsumgenossenschaft. Zlrlillcriestr. 4, Goldacker. Stugustslr. 58. Oskar Hanke. Ladstr. 13, C. Kappler. , 26, Rietz. . 33a, Goldacker. 37«, Schimczek. Vandclstr. 38, P. Hanke. Barnimstr. 17. M. Klcpka. . 35, Bcuthin. Bastianstr. 8, Sorge. 18, Helberg. 20, 23. Wendt. Barsusstr. 6, Hofsmann. 16, R. Krause. Bärroaldstr. 47, Raatz. Bebmstr. 37. H. Bröge. Bcllermannstr. 8/10, H. Bär. 84, P. Hanke. Bellc-9llliance-Str. 24, Oskar Hanke. Bclforter Str. 22, Holländer. Bergslr. 68, O. Fickert. Bcrgmannstr. 10, KnosiuS. , 14a, Polenz. 19, Oskar Hanke. „ 99, Bäckereigenosscnschast 104, Blottner. Berlichingensir. 1, G. Höhne. 12, Ruft. Bernauer Str. 47, Plagemann. 77. P. Pohl. veusselstr. 7. W. Eckert. 20. Blotlner. 24. 91. Gras „ 36, Thiele. 42, fr Langguth. 44, 91. Krelhlein. 50, W Weiche. 56, I. Benthin. 59. Schneider. 74. A. Krull. Liescnthaler Str. 2. Mcnsing. . 5, F. Hanke. 14, M. Maue. Birkenstr. 32. O. Frank. Blücherstr. 11, Oskar Hanke. 16, Blotlner. Llumenstr. 14, OSkar Hank«. , 29, Schocher. 51a, Krause. m. 51c, Pcler. .64. fr Scdlatschek. 68, Nordstern. Lödikerstr. 5, O. Weidner. . 7, Konsumgenossenschaft. . 31, Bäckercigenossenschast. 36. W. Hesse. Bötlgerstr. 5, G. Jordan. Löhowslr. 24, Peter. 34, Konsumgenossenschast. Boniholmcr Str. 14, E. Bugg«. , 18, F. Gronau. , 75, Schneider. , 90, 3t. Sonntag. 94, Schmidt. Bornemannstr. 2, P. Braun. Bossestr. 8, Kilics. Lotzen jtr. 11. E. Fiebiz. . 24, Slicstroh. 37. A. Possin. . 42, F. Hanke. Locckhstr. 37, Schlrgelmilch. , 41, Peter. 46,£. 9lust. Boxhagener Chaussee 19, Peter. Borhagener Str. l, Peter. 27. F. Flemming. Brandenburgstr. 21,!l. Becker. Braunsberger Str. 13, F. Klausing. Bredowflr. 1, Heidrich. 16,17. F. Lemger. 43. Schön. Bremer Str. 57, Befterling. 60, I. Beyer. Britzer Str. 7. H. Briese. . 21, G. ilüder. vrunnenstr. 3. Mollweide. . 41, Hanke. 48. 91. Mackchel. 82, I. Krast. m 87, W. Grunwalbt. • � HO, O. Weidner. , 129/130, Goldacker. »_ 164, K. Bullinger. vrückenstr. 13a, Nordstern. Brüsseler Str. 5, Szillat. , 22, Huschle. 37. Patzschke. 43, E. Buller. , 53. O. Weidner. Buchstr. 3. Hirschseld. Burgsdorsstr. 4, Krankel. » 15, K. Linder. Buttmannstr. 16, R. Flügel. 20, Krankel. Bülowstr. 18, Blotlner. Büschingstr. 12, Konsumgenoffenschast. Cadincr Str. 4. Pouzet. . 13, Papcnbrock. 19, W. Hardcn. Eamphauscnstr. 21, Peter. Eaprivistr. 9, I. Dehme!. , 22, E. Winter 25, O. Weidner. Chamissoplatz 1, P. Tichocke. Caruie» Stzivastr. 155, E. Vattinke. 157, 9l. Scholz. Chausscestr. 39, Goldackcr. 93. F. Hanke. 105, Hoftmann. 112, Oskar Hanke. Chodowieckistr. 1, Gebr. Fochler. 33. 91. Hanke. Choriner Str. 15, P. Müller. „ 24, R. Kügow. 34, Gand. 46/47, Rosky. „ 55, F. Hanke. 85, H. Wendt. Christburgcr Str. 25, Schüler. 30, Tank. 35, C. Heilmann. Christianiasir. 8, R. Docge. „ 116, Eppingcr. Eolbcrgcr Str. 14, H. Hcrmenau. Cöslincr Sir. 1, H. Kästner. 3, GwiazdowSki. Courbisrcftr. 19, P. Hante. Cuvrhstr. 5, O. Slieler. „ 22, Ichönig. , 28, Piantz. , 37, G. Kraatz. , 42, v. Lienen. . 44. F. Debes. Dänenstr. 5, F. Khnast. Danziger Sir. 4, Goldacker. , 8, F. Conrad. , 15, Bobel. , 21, Huder. . 42, Nttisch. , 46, E. Körner. . 70, P. Lchner. 94, Nobiling. Dcmminer Str. 23, Wille. 25, August Galling. Dennewitzstr. 6, Blottner. 19, Blottner. Diessenbachstr. 27, G. Sleinborn. , 52, W. Laupe. 58a, Gebr. Pool Dirschauer Str. 3, P. Hohensee. . 13, F. Bach stein. Dolztger Str. 31, G. Schosijch. , 39, H. Kähne. „ 51, Dahmes. Dragonerstr. 15, Hossinann. Dresdener Str. 6, Goldacker. , 17, OSkar Hank«. , 90, R. Doherr. , 104, P. Hanke. Dricsener Str. 10, G. Ouhcl. . 15, Nougebauer. Drontheimer Str. 13, Barth. 25, A. Pciser. 40. K. Aust. Dunckcrstr. 2, I. Czerwenka. , 7, M. Ramsch. , 23, Sander. 78, E. Kaulitz. 80a, F. Dcinerl 90, Zieichert. Ebclingstr. 5, Blender. 10, C. Boese. Eberswalder Str. 2t, M. Teschner. Ebertyslr. 23, Meyer. 33, OSkar Hank«. . 37, Peier. » 45, Schramm. 50, 91. Brückner. 54. Peter. Eckertstr. 1, Bläsjing. 13, E. Hartwig. Eisenbahnslr. 3, Haupt. „ 8, Oskar Hanke. , 13, K. Hampel. , 31, Rothe. Elbinger Str. 3, Ostar Hanke. 34a, Utecht. 76, G. WinNer. 86, I. Janas. 90, Fenske. Eldcnaer Str. 25, Sajram. Elisabelhstr. 37, Oskar Hanke. Eisasscr Str. 19, Oskar Hanke. 33. Oskar Hanke. Emdcner Str. 17, Pohl. 21. O. Müller. 49. P. Dullte. . 50, Konsumgenossensch. 55, F. Drost. Erasmnsslr. 5, Konsumgenossenlchast. Esmarchstr. 1. G. Schutt. 14, Fratzle. 20. R. Martinsohm Exevzierstr. 3a, P. Hanl«. , 19a, Koschcl. Ehlauer Str. 13, Blotlner. Faickensteinslr. 8, P. Hanke. , 17, Ostar Hanke. . 20, I. Fischer. , 34, G. Grützmacher. , 37, Manihey. 43. H. Aibrecht. 45, O. Weidner. Fehmarn str. 1, Barz. , 10, VolkSbrot. , 19, O. Weidner. 23. Busse. Fehrbelliner Str. 27, R. Höselbarih. , 35, Souimerjeld. , 54, Konsum. genojsenschast. . 79, I. Sorck. Fennsir. 9. F. Start. . 34. F. Hanke. Fennstr. 48, 9l. Haber. 51. F. Hanke. Fichtestr. 22. Schönseldl Fidizinstr. 6, Heering. 11. I. Preutz. Fischersir. 12, H. Liebe. Flensburger Str. 29, OSkar Hanke. Förster Str. 3, Konsumgenossenschast. , 6, O. Weidner, „ 20, Bäckercigenossenschast. , 42, W. Hildebrandt. „ 48, Marites. Franksurter Allee 29/30. O. Weidner. „ 32, Turban. „ 123, Goldackcr. „ 145, O. Schaick. Gr. Franksurter Str. 139, Goldackcr. Kl.. 14. Mitlelsiädt. ,„ 18, Goldacker. Franseckistr. 7. 9l. Wöhlert. 25, Günther. 37, G. Sy. . 41, R. Kengisch. 51. K. Witlkopf. Frcienlvalder Str. 21, G. Kerlach. 28, P. Hanke. Fricdenslr. 46, F. Hanke. 47, G. Jankisch. 57, Streifig. 101, P. Barth. Friedeberger Straße 1, John. Friedrichstr. 27, Oskar Hanke. 247, Goldackcr. FriedrichZberger Str. 20, Spcrhackcn. FricdrichSscider Str. 13, Bobel. 17, F. Liebsch. 9lm Friebrichshain 34, 91. Bennoch. Friedrich-Wilhelm-Str. 23, Zapp. Friescnstr. 27, Blottner. Fruchtstr. 4, O. Weidner. „ 36, E. Dobrick. . 37, Schcrnikau. 65. M-lläch. 83a, Bartsch. Fürstenberger Str. 8. Oskar Hanke. „ 9, G. Stanz. « 15, Otzwalb. Fürstenwalder Str. 7, L. Heinrich. Gabricl-Max-Slr. 2, Grotz. Gartenstr. 3, Koiisumgenoisenschast. , 5, Wach. , 61, R. Scherf. . 104, K. Loth. Gaudtzstr. 9, E. Elsner. Genthiner Str. 37, BlotlneQ Gentcr Str. 4,®. Strautz. , 42, Lüdbasch. Georgcnkirchstr. 67, Schulz. Genchtstr. 3, Konsumgenossenschast. , 9, Hoffmann. , 14, Schwemler. , 23, Berl. Genossenschasts. . 32, Legier. lbäckerei. 53. Jhle. , 78, Hanke. 84, A. Thomm Gipsslr. 9, Muttke. 17, P. Jambor. Gitschincr Slr. 58, Heinroth. Gleimstr. 2, Peter. 7. K. Mctsch. . 12, 9l. Merten?. , 14, Paape. . 2t, G. Parbemanm , 29, A. Braun. , 42, E. HemmaMl. . 50. E. Grothe. , 55, Martin. . 67. St. Busse. Glogaucr Str. 2. Ä. Schulz. , 17, Wagenknccht. 26, St. Lacke. , 28, Bäckereigenossensch. Gneismaustr. 96, Bergler. 108, E. Hensel. GotzkowSIystr. 6, G. Müller. . 12, Hanke. Gotzlersir. 18, Schulze. Gollnowstr. 9, Ostar Hanke. Goebenstr. 17, Konsumgenossenschast. Görlitzcr User 2. R. Heide. , 23, O. Weidner. , 32. 9l. Nowosadko. Görlitzer Str. 36, Beckmann. 55, I. Fischer. , 63, M. Spillmanm , 68. Witwe Most. Gormannstr. 25/26, O. Minulh. Gräsestr. 4, Mulde. 10, Beul. . 12, P. Hanke. . 19, Schulz. , 27, Peter. . 35, Bäckercigenossenschast. . 39, Kligge. 65a, Konsumgenossenschast. Graudcnzer Str. 5, O. Gregor. „ 12, Sperling. Graunstr. 5, Schenk. > 22, Küttner. . 28, Sekrenz. . 82, F. Hanke. 37, Müller. Greisenhagener Str. 8/9, Krien. . 15. 91. Niklasch. »» 58, Moehlow. »»64, Konsum- gcnossenschast. Grelsswaldcr Str. 12. O. Hanke. » 46, Letzmann. ISl, E. Stilllaus. 202, Förster. Grenadicrstr. 3, S. Schipper. Grenzftr. 13, W. Zicgelski. Griebenowstr. 8/9, K. Mcck. Grimmstr. 1, Pusch. 29, O. Hanke. Grotzbeerenslr. 65, Blattner. Gr.-Görschciiftr. 43, O. Hanke. Grünauer Str. 12, Butz. 21. Puff. 26, Barack. Grüner Weg 19, Nordstern. , 54, R. Wiesner. . 60, Peter. , 63, O. Hanke. . 75. E. Wolfs. . 88, MackS. . 115, Spillmanm Grünihaler Str. 8, Schinschte. Grünthaler Str. 17, Tietsch. . 70, R. Tietze. 84, W. Jäckel. Gubener Str. 21, Peter. Guineaslr. 1, Mindt. 26. 91. Lipperl , 41, Kübelte. 51, W. Tubbe. 89, 91 Dens. Hagenauer Str. 1, F. Hanke. 13, K. Ephan. Gr. Hamburger Str. 29, Bobel. Hausburgstr. 5, Brendlam 12. Gerland. . 16, L. Engel 27, Knobloch. Heckmann-User 5,? A. Speisekorm Heidenjeldslr. 11. Witschib. , 17, Christian Witschel . 19. Oskar Hanke. 21, Müller. Heimslr. 7, A. Krüger. Heinersdorser Str. 27, Menz. Henuigsdorser Str. 1, Herrinanm 13, Stahl. 37, Müller. Hcrmsdorser Str. 6, Bobel Hohcnlohejtr. 3, Görke. 18. Bäckereigenossensch. Hochstr. 2a, 9l. Rudols. „ 25, 93. Duckert. , 31, I. Maue. , 40, Hentschel. Hochstr., Neue 8, Hanke. 18, Herzog. . 24, Schulz. . 31, Hoffmanm . 35, Kreysel. „ 45, Langner. Hochmcisterstr. 1, O. Hanke. . löck.Koniumgenossensch. 20. F. Rcinsch. Holzmarktstr. 13, Blatlncr. 36a, Plenerl Husclandstr. 4, Peter. , 28, W. Hermanns. . 37, Obc> reicher. 46, A. Czok. Hussilenstr. 6, E. Werner. . 15, Potjcher. 20, E. Kuhwedel . 28, Neiaensindl , 30, F. Hanke. 38, H. Lebclt. ■„ 40, Machtaiis u. Barz. „ 43, F. Kicsiing. „ 53, Konsuingetiossenschasl 71, O. Weidner. Huttenstr. 4. F. Rechenberg. . 26, O. Bensch. Hübnerstr. 6, R. Bauer. „ 14, 91. Neske. JablonSkistr. 11, O. Batzam . 14, E. Berndl 21, Höhn. 39, Br. Lötz. Jagowstr. 10, K. Brandt. , 17, Haute. 20, K. Brüggemanm 28, P. Dclenranl Jahnstr. 21, Köhler. , 24, Spcrliitg. Alte Jakobsir. 47, G. Mllller. „ 57/59, Konjumgenoss. Neue Jakobstr. 17, Blottner. Jasmunderstr. 15, H. Below. 18, Böttcher. Jerusalemcr Stratze, Richter. Jmmanuclkirchstr. 10. Jendroyko. , 20, L imla. 32. I. KalctkM Jnsterburgerstr. 5, H. Cyrus. •. 12, Peter. Jnvalidenstr. 14, Hoffmanm , 156, Hanke. 157, Goldacker. Josesstr. 12, Haute. Jslandstr. 18, 91. Daum«. Jungstr. 3, Peter. Kaiserstr. 18, B. Dannert. Karlstr. 26, O. Hanke. Kastanicn.Allec 13/14. OSkar Hanke. 29/30. Tcuerherm. , 35, Goldacker. , 40, Schwanz. 57, Künscher. 58, Schuchmanm Katzlerstr. 18, Merzhaus. , 29, Blotlner. Kameruner Str. 8, W. Czckallm , 16, 91. Dach witz. 51, G. Stützing. , 57, 23. Heinerl Keidelstr. 5, Hirich. Kessel, lr. 36, Hoffmanm Kirchstr. 1, Goldackcr. 8, Blottner. Kiauischonstr. 5, Schern«. 17, E. Beseke. Kochhannstr. 14, Konsumgenossensch. 26. F. Hanke. , 28, H. KrinneS. 35, F. Ludwig. Koch str. 49, Blottner. 62, Konsumgenossenschast. Kolonicstr. 9, Engel. , 30, 91. Dering. , 33, Krankel. 34, 91. Wiese. » 71, fr Wcichmanm 138, Diunle u. Breitung. Kolberger Str. 14. H. Hermenau. 27, I. Braun. Königstr.. Neue 82. P. Hanke. Königsberger Str. 1, Goldacker. » 20, Blolwcr. » 30, D. Bohmdors. 35. M. Gruschta. Köpenicker Str. 9b, Blottner. . 23, P. Hanke. 31b, Pslugi. . 48/49, Hanke. 137, Rordsterm . 172, Fischer. . 193, Hellwig. Kopemikusstr. 3, Konsumgenossensch. 3, Teupel u. Biehhöser. . 9. W. Wellnitz. . 25, KahnS. , 33, H. Winnenburg. Koppenstr. 8. R. Wicsener. 12. Bobel. „ 14. Oskar Hanke. „ 23, O. Weidner. , 45, O. Weidner. , 46, Wahl. , 49, 91 Richter. 58, Woblick. 75, Goldacker. Kopenhagetier Str. 2, Müller. 11. O. Hanke. , 28, S. Vechtel. , 36, Söder. , 49, Kurth. „ 65, Karl Welz. „ 74, Schön. Korsörcr Str. 2, E. Barth. „ 17, Hübner. 20. F. Hanke. Kottbuscr Damm 14, Richter. 35, Jüling. Koltbuser User 62a, Schönbcrner. Krautstr. 4/5, O. Hanke. 22, G. Arndt. 45/46, 91. Röhl. Krcmmencr Str. 15, SosnowSIl Kreutzigcrslr. 16, A. Kiehne. , 20, C. Jahn. Kuglcrstr. 4, Hermann Ernst. 8, R. Schulze. Kunkclstr. 5, Bummler. Landsberger Allee 1, O. Hanke. . 37, Stcinmüller. . 43, E. Hclmcke. , 51, Seeländer. 123, P. Hanke. Landsberger Slr. 1/2, P. Hanke. „ 17, Mache. 75, Nordstern. Landwehrstr. 7, Matschke. Langcstr. 3, Nordstern. , 25, O. Hildebrandl , 36, Gunmiar. 40, B. Höhne. . 46. Peter. 49, W. Deinert. . 78, F. Purfchke. . 106. O. Paul. Langenbeckslr. 12. Schrohen. Lausitzer Str. 34, O. Schulze. 47, H. Neukuckatz. Lebuser Str. 11, Peter. 12, OSkar Hanke. Lehrter Str. 32. Lorenz. Lessingstr. 28, Blottner. 36, R. Richter. Libaucr Str. 1, JeSle. 4. Aibrecht. S, fr Weitz. 11, Peter. 17, K. Weber. Lichtenberger Str. 6, I. Kierzkowski. , 21, W. Feist_ Liebenwalder Str. 1, Lucas. , 8, O. StvänfcL 31, M. Jäkel » 34a, J. Baltz. , 44, P. Hanke. 60, H. Rahmann. Liedigstr. 1. Peter. „ 7, Konsumgenossenschast. , 38, fr Hanke. Licgnitzer Str. 5, Wilde. 7. M. Eckold. 28. Gustav Mieth. Lindower Str. 9, Nilson. Linienstr. 1, Oskar Hanke. 56 Joppich 156, Kemnitz. Lippehner Str. 35, OSkar Hanke. Lithauerstr. 16, C. Swoboda. . 24, G. Joneweil Löwestr. 1. I. Kahlsutz. , 18, Walter. Lortzingstr. 6, Schulz. . 17, Steffen. Lothringer Str. 24, Oskar Hanke. » 34, Mollweide. , 64, W. Gaml Lottumstr. 13», Rauschenberg. Lübbener Str. 24, O. PsennigSdoii. 29, E. Gierz. Lübecker Str. 7, F. Bauch. , 47,«chmidt. Lüderitzstr. 5, E. schönwiese. , 9, Hoffmann. 55, Rod. Engel . 60. G. Klitzing. Lützowftr. 105, Blottner. Luiienstr. 7, Oskar Hanke. Lhchener Str. 4, Walter. . 17, te Barl 31. Bobel . 110, P. BorowSN. 124, 91 Brumm. Lynarstr. 4, P. Tänzlet. . 14, O. Fiedler. . 27. P. Gutjche. Malmöer Str. 6, A. Zmessim Malplaquetstr. 6, Olberg. „ II, Moritz Schani 14/16, F. Labdach. Mantcusselstr. 11, Otto Ermisch. , 19, 91 Rohr. , 45, Blottner. 61. Kirichle. , 67, F. Ticme. 87, B. Jnrke. . 90, Oskar Hank«. . 91. Konsumgenossensch. . 99. W. Bchrend. „ 103, I. Ullrich. Markgrasendamm 3>, Gutich.' . 32, Lehmann. » 35, O. Weidner. Markgrasenstr. 73. R. Richter. . 39, O. Hanke. Mariannenstr. 5, Toerlitz. . 7. O. Weidner. . 12, OSkar Hanke. » 27. Wenzel. 31/32. Gebr. Pool Marienburger Str. 7, F. Hanke. . 18, Scholz. 32, P. Hetz. 48, Ecksleim MarkuSstr. 11, W. Ernsl , 27, R. Wolwam MarkuSstr. KI., 9, Wiedersich. „ 12/13, Gebr. Pctschel Martin-Opitzstr. 2, R. Maserak. 24, Herrinanm Matternstr. 2, Hempel. „ 11, F. Hanke. , 13, H. Börner. Mauerstr. 66/67, R. Richter. Maxstr. 7. Brotfabrik, Heinr. Wittler. „ 13», Konsuingcnossenschasl „ 17, G. Dzilowski. Mcichiorstr. 25, H. Genschow. Mehnerstr. 2l, Giebelmann. Memeler Str. 4 a, B. Fechner. 7, Knokc. , 16, O. Weidner. 20. 91 Ahljchwcd«. , 32, O. Lucko. 47, 9t. Eifert. , 48a, O. Wcidn«. „ 52, K. Borde. 59, L. Halbe. „ 65, M. Rotzplesch. 77, Elster. 81, Fechner. Mendelssohnstr. 10, Zicgler. Metzer Str. 2, E. Zeitler. „ 11, W. Döring. 17. W. Block. „ 29, F. Bartcl. , 42, Eing. Wcitzenburger Stratze, Oskar Hanke. Michaclkirchplatz 4. Konsumgenossensch. Mirbachstr. l4,„Bollsbrot". . 20, St. Böhme. 25, St. Steil , 26, Konsumgenossenschast. , 29, P. Beiger. 37, C. Burmester. Mitlcnwalber Str. 30, F. Dohnal 44, Sicgwald. Möckcrnstr. 124, Blottner. Mühlenstr. 4/5, Heinz. 46 a, P. Böhla. „ 51, J. Schölt. „ 68 a, Gäkel. Müllerstr. 12c, F. Ramm. „ 28, Vonbram . 33/34, Brotsabi. Gebr.Dittler , 60, Tropp. „ 63, Hoffmanm I 113, G. Gtitzing. 120, Huschke. „ 132, Rowack. ,. 144, O. Weidner. 152. Huschke. . 156, Goldacker. 156 b. G. Mittendorf. . 166 a, P. Hanke. Münchcberger Str. 6, O. Weidner. „ 15, Lene. Muskauer Str. 6, 9l. Barduhm 28. Moses. , 34, M. Lerche. 64, C. Biedermann. Raugarder Str. 14, Muche. 33. R. Skibbe. Neue Hochstr. 18, K. Herzog. Nazarethlirchslr. 37, O. Kränkel. 45. R. Schwämmlew. Naunynstr. 7, E. Fillitz. , 64, O. Heilmann. „ 73, O. Söin Her. Nollendorsstr. 40, P. Hank« Rostizstr. 9, R. Berger. „ 49, Krautz. Norweger Str. 3, I. Paulis«. Oderbcrger Str. 8, R. Müller. , 21, Gersom „ 27, Bobel. 38, O. Busch. . 46, Janitzki. . 49, E. Böhme. „ 61, Heide. Ohmstr. 9, F. Jendreyko. Oldenburger Str. 3, Müller. , 14, Geisler. , 21, T. NcumaiM, „ 25, C. Lanze. Oppelner Str. 4, W. Schenk. „ 20, I. Hornig. 29. H. Müller. „ 35, G. Riegel 49. Ratz. Oranienstr. 19, O. Winkler. „ 31, St. Staufs e. , 181, Nordstern. . 186, Oskar Hanke. 196, 9t. Stuller. Ostender Str. 49, O. Weber. Oudenarderstr. 4, fr Hanke. , 36, W. Saut«. . 44, Atsred Lieben«. Pallsadenstr. 2, P. Hanke. „ 20, OSkar Hanke. . 44, T. Schelen> » 53, Jäkel. „ 84, K. Kinzel 106, Nordstern. Pankstr. 38, M. Wendt. 42. 9l. 9llbrcchl , 46, R. Kümmel „ 74, Hartmanm 83, Klang. 87, P. Hanke. „ 91, W. SchwahM Pappel-Allce 7, Lüioff. , 18, F. Gökem „ 21 Schüller. , 24, E. Ca Icker. 54, R. Müller. „ 62, F. Hanke. 85, Adam. Pasteurstr. 15, Hahmanm Peltenkoserstr. 17 a, Peter. Persiusstr. 1, E. Lange. Planuser 92, R. Blume. Plantagenstr. 7. G. Tcnnigkeil . 33, O. Stränkel. Potsdamer Str. 138 a. R. Richter. Prinz-Eugen-Str. 8, H. Berg. . 10, P. Blümel , 10, Kolodzey. 20, F. Tautz. Pillauer Str. 6, R. Mertens. Piutschstr. 4. F. Klinder. , 13, Meinhardt. Petersburger Platz 6, F. Hanke. Petersburger Str. 2, Schnabel 10. W. Oehm.
Ptkribmgcr ijft. 32,?j. Becker. . 38,&.(Baueretis. , 47, K. Schneider. » b8, Aratler. 66, Peter. Pflugstr. 2,?l. Lebcdo». 9, A. Hoffmann. Posener Strafe 2, H. Heinrich. Prcnzlaucr-Allee 42. Delow. „ 43,.öanke. 63.«. Hoheisel. „ 86, SS. Nauber. 177, A. Beith. „ 182, E. Bürger. 236, W. tzarllepp. PliAer-str. 8. R. Hardtke. , 25, Cymmer. 42. E.(Sünlber. Prinzen-Allee 10, P. Hanke. „ 13, Rabenhr>rst. » 34, Schwenobi. 61. K. Taupitz. 85, Konsumgenossensch. Prinzenstr, 12, Oükar Hanke. . 85, Nardstern. Prwzclfinnensir. 31, Grinda. Prostauer Str. 8. A. Neuschutz. 21, Sorge. 28. fr Rau. 38,«Kabelmann. Putbuser Str. 14. Peter. 1«. Rothe. , 21, P. Hank«. 24, 2. Winkler. 37. Bob-I. , 46, W. Stange. , 49, fr Hanke. 52/53, Gott. Tonn. Putlitzstr. 1. Maul. Ouitzowstr. 108, Blotincr. Raabeftr. 12. Matheikc. Ramlerstr 24. E. Herber». 31, T. Dahlenburg. 34, P. Dehmelt. 36, M. Baeker. 37, Oskar Hanke. 38, Peter. Rathenower Straße 27, E. Max. Ratiborstr. 17, Richter. Raumerstr. 17, Dziemian. 26. Peter. 36. W. M-Iuschke. » 41, P. Heerde. „ 55, Haubold. Reich enberger Str. 40, Wicnicke. 51, Blottner. . 58, Köhler. „ 64, Meyer, 7t. R. Plazalski. 72a, Iiiling. » 78, Blottner. . 82. B. Meyer. » 91, Berthold. 95a, A. Geichtnski. » 101, C. Zgagner. III, E. Trotz. 121, Nordstern. 135,«. Rost. 145, tz. Klautsch. , 150, Oskar Hanke. „ 153, Zecker. „ 161, 2. Schulz. 168, 2. Schmiedel. Relnickendorscr Str. 1, Henischel. . 25, P. Hanke. 50, P. Hanke. 77, H. Kurtzircz. 87. H. Bloch. „ 95, H. Huhnstock. „ 102, R. Wenzel. . 112, Äoldacker. 118. Kappler. Rcbaler Straße 14, Reich. Rheinsberger Str. 21, A. Scholz. „ 26, M. Lorenz. Rhinowerstr. 2, Miihlsteph. 7. E. Wallle. 11. Bobel. Richthosenstr. 19. O. Müller. Rigacr Str. 21, Reuter. ,. 57d, K. Dammköhler. 92. Peter. 100. Görlein. Ritterslr. 114, Lange. Rodenbergstr. 1, A. Scholz. .. 2, R. Engel. ,, 33. Schaeser. Romintener Straße 3, Peter. „ 5, O. Soinmer. 8, LSkar Hanke. 20. Alscher. 25. R. Bienert. „ 40, B. Bräumer. 43, fr Horstineier. „ 54, Gorga». Rofiocker Str. 2, OSlar Hanke. 18. P. Hanke. 31.?l. Kelh. 35, Ronsuingenoisenlch. 40. H. Tichöcke. 51. Wulle. Rudoljplatz 2. Matzke. Ruppiner Str. 8, Emil Geißler. 12. Oskar Hanke. 26. Bob'l. Ziüdersdorser Stt. 2, M. Lerche. . 62. H. Büttner. , 67. Kracker. Rügener Straße 3, K. Beyer. 16, I. Goßwei». Rykeslr. 3. Müller. ,. 7. fr Vieweger. „ 10, Bobel. „ 16, H. Lidutzki. .. 23. Hesse. .. 32. B. Reichert. Samariterstr. 2, F. Grohmann. 11. H. Könnemann. . 21, Vierheller. 28, frhlenseldt. Samoastr. 22, Schewe. schererstr. 2, Zr. Buick. 12, P. Hanke. Schillingstr. 19. Oskar Hanke. Echiveldciner Str. 4, I. Hildebrandt. „ 8, Peter. ,. 9, Konsumgenossensch. 18, Wolff. 44. R. Engel. Cchleftschcstr. 19, Tennert. Schliemannstr. 24, Reisemitz. . 30, fr Hanke. * 32, l/lapp., . 46, ft. Kraus«. Echonensche Str. 1, H. Eber. » 5, Runge. » 8, Wallher. . 15, Pirsch»!. Schönhauser Allee 63, Oskar Hanke. „ 70e, Goldacker. 81, M. Schmidt. » 101, Oskar Hauke. m 131, Siebert. _ 150, Rowack. _ 158», Kluge. . 160, Beyer. . 164, Siedler. Zchönhauler Allee 177c, Eoldacker. Schönhauser Str., Alte. 33. Goldacker. ,. 39/40, P.Hanke. Schönholzer Slr. 5. fr:. Mittelbach. Schönsließer Slr. 2. Hesse. Schönleinstr. 4, Müller. 17. Peter. 27, A. Hollunder. Schönwalder Str. 14, P. Hanke. , 16, Hage». 27, Herverg. Schönweider Str. 9, F. Leinau. Schreinerslr. 4. 19, Peter. 39, Steffen. „ 49, A. Dorow. „ 50, Owsiannh. 52, E. Schaller. Schulzendorser Str. 23, Riedel. Sihnistr. 6, Sl. Höhne. „ 28. Franz Stauniann. 35, Schmidt. 51, A. Knause. 67, Thaler. „ 102, Kleiner. » 110, Praschma. Schmartzkopfsstr. 4, O. Krankel. Schwedter Str. 48, W. Böttcher. , 52, Sl. Hübner. . 240, O. Feuslel. „ 254, O. Hank«. Schwedenstr. 9, Heppner. II», fr Hanke. „ 16, Manitz. 19, Kappler. ebastianstr. 19, Hossmann. Seestr. 69, P. Menden. —, Ruschkc. Seelower Str. 17, fröhlich. Sickingenstr. 76, Winkler. Siemensslr. 7, C. LaabS. . 17, Preuß. Simeonstr. 14. Lück. Simon-Dach-Str. 1. Zinßer. 5, A. Gruschka. 7. Sl. Zinßer. 13, Meiickhetm. 28, B. Wallner. Simplonstr. 41, Stresow. Sialitzer Str. 18, Winkler. 63/64, C. Dehmel. . 95, Siekolas. 96. A. Dietrich. . 109, August Köhler. 120, Gcrlach. 124, S. Merlins. Soldiner Slr. 12, Emanuel Ritter. . 30, Kappler. 32, Schultz. 69. Kl-ich. 69, Sq. Frankenstei«. 72/74, O. Krankel. 76, F. Hanle. „ 99, Krankel. 103, Konsumgenosfensch. Sonnenburger Slr. 13, Gräsling. Sophicnstr. 16, Aschinger. Sorauer Str. t, O. König jun. , 8, F. Krctzschmar. 18, I. Hcutichcl. Spandauer Brücke 1b, Oslar Hanle, Eparrstr. 10, Sl. Kosubeck. Sprengeistr. 4/5, Weber. , 33, P. Jarrasch. Stargarder Str. 2, F. Hanke. 12a. L-pti. 21. Peter. . 57, Kaulitz. 63, R-ll. . 69/70, A. Funk. 78, Barl u. Walter. Stallschreiberftr. 32», P. Hanke. . 60, Lorenz. Steglitzer Str. 73, P. Hanke. Steinmehslr. 22, Blottner. , 42, Blottner. „ 66, Bäckercigenossensch. Stendaler Str, 5, Konsumgenosseolch. , 5, Ii eil« u. Co. 15, P. Hank«. Stephanftr. 7, H. Damaichle. 35, P. Stielcfe. 40, Bühl. Stettiner Str. 7, fr Hanke. 21, Krause 2«, Kl-inert. 54, Zeschmann. 56, E. Rrista. Stolpische Str. 3, W. Meißner. 22, O. Donath. 26. fr Hanke. . 35,«chunert. 38, Peler. ai 4 An 41, fr H?>>k-. 47, Wu . tM. Stralauer Allee I7o, Albrecht. . 23, Buge. 32a, Gustin. Stralsunder Str. 8, P. Zllmann. 28, F.«ogler. 56.«!. Lolch. Straßburger Str. 13, Tremu». , 28, Sachwttz. 35, Hellmaim. Straßmannstr. 2, Hanke. . 18, Blum tl. 35, Sligt. Strausberger Str.>, E. Reglien. , s, Schubert. 28, Heinrich. , 33, Schrekc. Strelißer Str. 4, Rase. , 15, v. Srabowski. 2l, Schulze. 64. E. SramS. Strouistr. 20, Bühl. 33, P. Zastrow. 48, Siebel. Stubbenkammersir. 2, Sieling. Swincmündcr Str. 33, Konsumgcnoss. , 43, R. Engei. 54. Libok. , 58, Müller. . 66. R. Becker. . 74, F. Hanke. , 80, Pru«. . 82, Winkler. , 93. E. Marstins. 106, Meier. . 114, P. Hanke. 119, Weiß. Tegeler Str.!1, v. Lenzncr. 23, M. Dahlie. 32, H. Krause. Thaerstr. 21. Wernicke. . 23. F. Hanke. Thorner Str.«, Beyer. 62, F. Hanke. Thurneyherstr. 5, Rinke. Tieckstr. 9. Bobel. 16. tzossm-mn. Tilsiter Str. 12. P Schürcr. 19. Oskar Hanke. 24. Plötz. 2«. Geßner. ilt. Konig. 66, Ouandt. Tilsiter Str. 77, Stahnsdorf. » 81, Owfiani. . 91. P. Hanke. Togostr. 4, Koniunigenosseilschast. 8, H. Bietlerulan». „ 81, Zander. Torellstr. 4, fr Doiiwa. Torsstr. 13, König. 14, Pcukert. 17, Liesmcr. . 22, Preldel. 23, Hanke. 28a, Konsinligenosscillchaft. Transvaalstc. 14, Ebnes. 20. Glcide. Trcsckowstr. 25, Deubach. 44, Gärtner. 57. Wecke. Tristslr. 4, Renzel. . 9. Kühl. . 47, K. Huwe. 55, Radak. 64,(Perkaussst.), Otto Krankel. 66, Stöhr. Turiner slr. 36. P. Rißmann. Turmstr. 4". Goldacker. 67, Hanle. Türstenstr. 22, Panlisa. Ueckermünder Str. tl, F. Slrnst. 17. Ulbrich. Urbanstr. 1, Reubarth. 25, Th. Herzog. 29. Mittelstädt. !! 49, W. Hein. , 61, C. Billin g. 80, Blottner. . 94, Rawe. „ 112. H. Ltliosch. Usedomstr. 4, I. Skulnik. , 20, Schinalenbera. . 31, Pcler. Utrechter Str. 8, Stanicki. 15, fr Hanke. Pcteranenstr. 8, ffi. Lautich. 11. Oskar Hanke. Poigtstr. 17, Schaum. 28, Höynke. 32, W. Henning. , 38, Heidt. Voltastr. 32, Bcrtclmanu. . 42, O. Eckel. .. 49. Köster. Waldftr. 4, Krug. 17, P. Hanke. 22. Schreiber. 25, E. frglisch. 42, H. Bauer. 46. H. Pohl. Waldemarstr. 27, Nordstern. . 66, Hamel. „ 76, Claus. Waldenserstr. 9, GierszewSki. 15, R. Könia. 33, Siawinsli. Walde yerstr. 3, P. Henke. Wallner-Thealer-Str. 10, Frankel. Warschauer Str. 16, JarzembowSli. 60, H. Schulze. 64, Lück. 69, W. Fiebig. 83, Oskar Hanke. Wasserstorstr. 22, Blotwer. , 49, Haiisch. Wahmaunstr. 20, Beicr. Bailstr. 4, Pirrwitz. 10. Gast. 21, F. Hanke. Seberstr. 1/2, Knüpfer. , 30, Landelm. 39, Goldacker. 40b, Nordstern. 47, Jaekcl. ., 53, A Poltrock. Weidenweg 7, Müller. , 25, Brosin. , 34, Oslar Hanfe. „ 48, Hanke. 57, Lehmann. 74. Klose. 75. Peter. 82, Miibäch. 67. Kirch, ueier. Aeinbergsweg 7. P. Hanke. Sewstr. 7. O. Stade. 12». Bobel. 27, Rehmer. Weißendurger Str. 24, 51. Büttner. . 42, G. Mosler. 46, Peter. .. 55, Robilinz. Werststr. 12, Blottner. Wicherlstr. 5. Kierztowski. Wiclelftr. 21. Zl Staub. 27, A. R-ijewitz. 36. Lier. 47. Ulbrich. 55, RoihäuSler Wiener Str. 8, E. Schmidt. . 32, Klammek. » 49, Handle dba, Langwitz. . 58, Weincrt. ,, 61, Weckwnst. » 66, Gaus«. Wlesenstr. 7, fr Hanke. . 19, Dreier. , 28, Johannes Seger. j 31, Görtz. ___>.. 64, P. Scharolien. «llhelmshavener Str. 13. Badel«. » 23, George. . 32, Winde. 37. Zesfe. » 51, Glück. Wilhelm-Slolze-Str. 4, F. Hanke. » 15, Schmidt. » 21, Schulze. st 32, Bremer. • 35, Bochmann. 38, Lohns. ?, 43, Gicse. Willdenowstr. 17, Tänyc». » 29, Breier. » 30. Konsumgenssstnsch. na-,,'j_871(R«tkau4il.), Kräiikil WilSnacker slr. 15, Goldacker. « 33, Kranast. «*•...•.<5. P- Hanke. WinZltr. 6. Mütter. » 30, Götze. . 33, Konsumgeiiossenlchast. » 47, Raiatowski. . Peter. » 56, Großer. 60, Brandl. Sisbyer Str. 3. Schul,«. 74. Migul Dittstocker Str. 7, K. Giesmann. . L4. Schreiber. ?S. Lukowsli. Döbl-rlitr. 21, 3S. Kaiser. Doldenbcigstr. Reimann. 17. Bley «olgaster Str 4, Dunkel. oglner Str. 2Z, Dahlen. , 31. E. SchiweS Doldiner Sir. 38, G Hein. , 44, Kunze. , 60, P. Ziiebenstahl. 58, Scholtysset. 68, Leopold. Wörther Str. 27. Reinhoid Schütz. Wrangelstr. 21, fr Franke. 25, O. schuasc. 48, Tzschetsch. 65, Konsumgenossenlchasl 66a, Nordstern. . 69, Schwinge. 75, Haute. 77, rarste. „ 91, Oskar Hanke. „ 117, Nordstern. „ 122, Stresow. „ 126, Spickermann. Wriezener Str. 8, Heise. 3i. Zahl. Dorckstr. 40. Blotliier. 65, Bäckereigenossenschast. Zellestr. 2. Halfter. . II. Müller. Zimmerst r. 10, Schute. 84, R. Richter. Zinzeiidorsstr. 8, Rap'ch. Zwllskirchslr. 10, P. Thiele. 13, Bobel. 17, P. Andersch. 24. P. Thiele. Zionskirchplatz 1, Äollweide. Zorndorser Str. 8, L. Goebel. . 20. Waltber. 27. M. ivütschiiig. 34, Maaß. 55, Th. Klein. 61. Konsumgenoff. Zwinglistr. 34, Tanielzik. 34, ZielinSli. 39. Tieck. Zossener Slr. 41, Blottner. Zldlershof. Arndtstr. 7», Herrn Kaushold. Bismarckjtr. 11, Konsumgenossenschast. , 12, Thoma. 14b, Zugwurst. „■ 17c, A. Martenderg. 18. Wolfs. 48, Laserich. Friedenstr. 15, Krüger. Hackenbergstr. 2, Grieger. Hofsmaiiiislr. 15, R. Lehr. Radickestr. 37, Artur Noack. Sedanstr. 4, O. Drogier. 0-> N-tni- Sclchowstr. 33, Peter. Alt-Glienicke. Grünauer Str. 29, Mendt. Köpenick» Str. 32, Koiisumgenossensch. „ 41,«elling. , 44, Zl. Lothe. Rudower Str. 60, O. Krenge. . 72. E. PeriS. Baumschuleniveg. Baumschulenstr. 29, Schulz. 65b, Kaistfr ankenstein. „ 70, Stenz el. „ 87, Schmidt. 94, Trust Menzel. Behringstr. 9, Foluhl. Eruststr. 9, Paul.Hostmüller. Kiesholzstr. 179, Schatz. .. 254, fr. Leupold. Scheiblerstr. 29, Albin Schulze. Bohnsdorf. Straße 2t, Konsumgenossenschast. Bahnhpsstraße, Oelschlägel. „ Gebhardt. Borsigwalde. Ernstslr. 2. Taselski. „ 6, Gustav Etzrold. . 25. Herrn. Lost. Räuschstr. 57. Schubert. Schubertsir. 21, Konsumverein. Boxhagen-Rummelsburg. M-Borhagen 10, Oswald Rauhut. 31, L. Michaelis. 35. Peter. 44, 2öchel. 49, I. Rütte. � Boxhagcner Ehausse« 5/6, H. Schubert. Gabriel-Maii'Str. 1. Luzemann. 2, Große. Girtnerstr. 5. Aach. 31, Sl. Scherner. Goeihestr. 16, Bachler. 17, Hanke. Grünbcraer«str. 12. F. Sandmann. 18, E. Löwa. 20. Haspel. Grhphiusstr. 18. Bicdcrmaim. Hauptstr. 82, Kicsling. Hoisteiner Str. 18. Engler. Kanlslr. 1. R. Dluzewski. „ 3, Peler. 13. A. Spötilich. 18, Nikolooius. Krossener Str. 24, Niedzwietz. L-nbachslr. 1, fr. Pardemaun. Lückstr. 12, Peter. 30. Maschniann. 58/59, P. Frauke. Mozarislr. 2, Koiisuingeiioisenschaft. Reue Bahnhosstr. 9, Friliche. 19, R. Schubert. 23 und 33. Peter. 27. O. Behling. 34, G. LoiidmaiiN. Rummelsburger Str. 15, Peter. Schillcrstr. 27. P. Meklcndurg. Scumesir. 6, Kroll. 15, Womieberger. 2l, Geisler. Soniitagstr. 36, froachlm. Türistchlnidistr. 2l, F. Westphak. 34, Psennig. , 38, Peter. Wilhelmstr. 42. M. Lunkwitz. Wismarplatz 3, Konsumgenossenlchast. Wühlischstr. Z. Sekul. , 32, O. frander. Brist. Bürgerstr. 12, Dieckhost. . 24. Thoß. Ehausseestr. 47, Hagemeister u. Dalli. 23a. E-sa. 36. Hagemeiiter U. DaM. . 36», Hagemeister u. Dalli. m 37, Däumlcr. 43, Ernst Schädel. . 75, Zäg«. 77. Robert Schul,. 114. Rubolj Dietrich. Dorsstr. 19, Bölslow. « 47, Stahn. Franz. Körner. Str. 4. Michaeli». Honuemannslr. 1, Luckcr. frahnslr. 41, frohanneS Plack. 45, Becker. Rungiusstr. 3, Adoinek. Rubower Str. 6. Lterstch. » 13, Bollmann. » 24», Müller. Werderstr. 21, Albert PaNNIviß. 21. Ecke Rungtusstraße, Käuservcrein. Werderstr. 56, A. Truk. . 70, G. Ziichnow. Buckow. Bahnhosstr. 7, Hurtig. Ehausseestr. 1, Bläsing. „ 2, Ackermann. U. Michaiicka. . 40, Blume. 51, Kaiser. 53. Tarlatt. Dorsstr. 20, Simon. CH-rlottenburg. AnSbacher Str. 8, Blottner. „ 28, P. Hanke. Augsburgcr Str. 18, Liotlner. 26, Blottner. Berliner Str. 115, Goldacker. 135, Ulbrich. Beussclstr. 78, Ulbrich. Caucrslr. 27, Bäckereigenossenschast. 19. Ulbrich. Christstr. 18, Bäckereigenossenschast. 33, Donner. Daiickclmannstr. 44, Lehmann. 55. Ulbrich. Eosanderstr. 11. Ulbrich. ErasmuSstr. 12, Rudols Bcdnaririck. 16, Dietrich. Fasanenstr. 61, P. Hanke. Fricdbergstr. 39. Ulbrich. Friedrich-Karl-PIatz In, Nitsche. Fritschestr. 37, Scholtisek, „ 67, Paul Hinzelmann. Galvanistr, 8, Kahl«. Garde du Corps-Sir. 6, Klimmcck. Goeihestr. 25, Eifert. Grolmanstr. 15, Ulbrich. Grünstr. 27. Thiel. Hallerstr. 9. H. Löffler. Haoelstr. 12, Kopp. Helmholtzstr. 2, Natzke. 40, Bricksbaum. Huttenstr. 62, Schäfer. 70, A. Sternsdorff. Kalckreuthstr. 1, Blottner. Kamminer Slr. 31, Fr. Lutzok. Kanaislr. 15, Hermann Heine. Kanlstr. 67. Ulbrich. 134b, Äoloacker. Kauerstr. 17. Schnitze. Knodelsdorisstr. 42, G. Stach. 43, Ulbrich. Krummeslr. 14, Ulbrich. Leibuizstr. 65, Mdrich. Mecricheidiftr. 3. Lollsbrol. Motzftr. 19. Ulbrich. Münden« Str. 26. Bäckereigcnoffensch. Nehringstr. 2l, ProSlc. 28, Laun. Nettelbeckstr. 14, Biotin«. Nürnberger Str. 22, P. Hanke. W. 39, Ulbrich. 42, Goldacker. Osnabrück« Sir. 31, Schiefe. 36, Pubyl. PaScalstt" 1. Wolst. Pestalozzistr. 42. Böhm. 101, väckcreigenossensch. PotsdamerStr.lü.Konsumgenossensch. 14. Zwerg. 42, Ulbrich. scharrenftr. 28, Kraul«, 30. Ulbrich. Sesenhtlmer Str. 37, Pcws. Schillerst. 71. Thiede. Sophie-Charlotten-Sir. 87, Ulbrich. Spandauer Str. 30. Ulbrich. Spreeslr. 43/44, Mdrich. Tauroggcner Slr.!, Zimmer. 10, Konsumgen. „ 45. Mbrich. Usnaustr. 10, Hawellel. Wallst. 23, konsumgenossenschast. . 50. Ulbrich. Weimarer str.29. Koiisumgenossensch. WilmerSdorser Str. 41, Ulbrich. , 44, Goidack«. 62-63, Ulbrich 66, Goldacker. 156, Loste. 163, Mbrich. fraltenhage«. Hauptstraße, Bock. Franz.-Buchhotz. Pankower Str. 28, Herm. Ullrich. Friedenau. Moselstr. 7, Konsumgenossenschast. FriedrichSfelde. Berliner Str. 66, Hampel. ,„ 102, Gillard. Eaprivi-Ailee 43, frust. 44, Koniumgenostensch. Wilhelmstr. 12, Meyer. «rnnau. Königstr. 2. Konsumgenossenschast. Köpenicker Str. 12, Meyer. , Stadelhoff. Grost-Lichtcrfelde. Berliner Str 68, Fritz Krüger. Ehausseestr. 56. Lehmann. Türer slr. 45, Ernst. Hatensee. Westläkllchestr. 49. Mbrich. Haselhorst. Zlm Kanal. Engel. HeincrSdorf. Kaiser-Dilhelm-Straße. Müller. Str. 72, Buchwald. Roihenbachstr. 51, Opitz. Uckermarlslr. 47, Engel. . 49. Bnesemeist«. Hennigsdorf a. H. Z'.Ibcrt Barthel. Albert Lücke. Wilhelm Lücke. Sluguft Mahntops, Karl Möwius. Wilhelm Seiler. fricdrich Wolter. /erinaim Wolter. .tarl Wolter. Wilhelm Wolter. Hemsdorf. Berlin««Ztr. 16a, Koiisumvercin. Hauptstr. 34, Hnrmann. Hohen> Schiinhansc». Berliner«str. 52, Schuize. • ,99, Richter. Ouibowitr. g. Richicr. Mai hos«. .. Johannisthal. Bismarchsir.», Konsumgenoffenschast. Srudnchstr. 6. Ludwig. 41». Ludlcy. Hovelstr. 1, Röbel. KarlShorst. Donhoffstr. 9, Kneidtng, , SS, Hanse». Doroiheaslr. 27. Eichhorn. Krausestr. 56, C. Schönherr. TreSkowallee 100, Konfumgenoffensch. KaulSdorf. Dorsstr. 1, Sprmgdorn. Köpenick. Berliner Str. 33, Taucher!. Bergmannstr. 6, Lergaum». Flemmingstr. 32, Rost. Glienick« Slr. 99, Hackenb«g. Grünstr. 8, Hauck. Grünauer Str. 10, Stiehr. 18, Peter. Gutenbergstr. 1, Karl Breittreuh. Kaiserin-Zluguste-Piltoria-Str. 23, Ulbrich. Kaiieriii-Zluguste-Viktoria-Str. 1«, Schilling. Kaiser-Wilheim-Sti. 93, Bcktner. 100, Mieland. 104. Pel«. Kirchstr. 5. Peter. Mahlsdorser Str. 1, Richter. Müggelheim« Str. l5— 14, fraros. , 32c, Handle. 41, Peter. Parisiusstr. 17, Kiümer. Pestalozzistr. 18, Schiel. Roienstr. 2, Kämpf. Rudower Str. 25, Hei». Schönimder Str. 12, Kudel. Lichtenberg. Bürgerheimstr. 102, Koniumgenosf. Blumenthaistr. 7, Schültzke. Eitelsir. 30, Kerlau. grauls. Chaussee 41, v. Körber. 88. O. Strunk. Sl, K. Försterling. . 104, E. Scholtze. 154. Kaswotb. Frankfurter Allee 197, Küster. 185, Mäadesrau. Kriedrich,KarI-Str. 14, V.«cheunert friednchstr. 7, M. Maliner. Gürtelstr. 10. tz. Schwarze. , 11, Emil Blschoff. 13, Priebe. 23, K.«edde. Jungstr. 14. O. Sparman». Kreutzigerstr. 1, Schinau«. Künigstraße, P. Pürschke. Kronprinzenstr. 1, Konsumgenoffensch. „ 8. Nebel. 26, Susat. Kursürstenstr. 74. Lessingstr. 10, Fr. Schivalm. Margaretenstr. 8», Schach«. Mainzer Str. 24, L. Schmidt. Möllendorsftr. 32, Schulz. 82. B. Mägdesra«. Mügzelstr. 25, Schwenke. „ 28, A. Torrhau«. Riederbarnimstr. 5, E. Rudolph. E. Gnohr. Oderstr. 27a, R. Maschler. Psarrstr. 36. L. Heßler. 73, Deya. Rathausstr. 3, fr. Werkmeister. Rittergutstr. 22, Konsumgenossenschaft. Rummelsbmgcr Str. 72. Rom«. Sophienstr. 8, ZborowSki. 23. Erlich. Scharnweberslr. 2, Kunze in» 23, K. Hank«. 34. B.SlipH. 46, H. Schwarze." Scheffelstr. 14, A. Höincke. Trawesw. 3, Bethke. Weichselstr. 2». Zwilm». 15, Priebe. 22. Bzadkowslt. „ 35, Haas. Wagnerstr. 1, K. görsl«ling. Wartenbergstr. 70, A. Friedl. Weserstr. 9, Wiibcim Bödner. . 22, Husheer. n 24. Owsiannl,. Wilhelmstr. 57. froieph Buchmaml. 69. Bärwols. , 75,«. Linde. MahlSdorf. Bahnhosstr. 2, H. Delitz. Martendorf. Ehausseestr. 21, Martha Nowach 21, Kötzern. 34, P Purichke. 62, A Fialow. Großbcerenstr. 128. Tietz. Kaiserstr. Il0. Konsumgenossenschaft. Ringstr. 83, Schütz. Nieder-Schönhanse». Buchhoizer Str. 85. Pfuhl. „ 86. Conrad Sticht«. 89. frohberg. Seuthstr. 19,?! Bö, ig«. Ehariottenste. 43,«Schmidt. Eichenstr. 8, Hampel. Körnerftr. 8, K. fr ich er. Teutonenstr 18, Meter. Treskowstr. 54, Baste. Uhkandstr. 3, Maicke. .. 41, Karl Lp«» R. Seil«. Nieder. Sri, öneweid«. »erlin« Str. 38. Periicke. . 52, Müller. 65, Lobeck«. Sedanstr. 1, Singer. Nordend. Blankenselb« Str. 2, AßnwK Ober-Fchöneweid«. Deulftr. 9, H. Lutz. Edisonstr. S.'Peter. . 48, Konsumaenostrn'chas! 49. Gustav Wittkops. Frischenstr. 2. Pcler, . 2t, O. Sorge. Luisenslr. d. Karl G-hl" . 9. M(Äaedicke-,„ . 12, K-nIumgenosienschast. Luiseultr. 28, Gutzte Maihildenstr. 1». H-Uu»«. Ralepastr. 51. H-»l�..... Rath-naustr.,.�-W� ' 31i$c'"- 11, fctw Slebystr. 23, Paul Franke. Tabbertstr. 35, Paul Seidel««« S. ftSLrn Lilhelmmenhosstr �1, R. �««og. » 17, Ottman» » 37, Katzte. » 44, Stracke. Ostmdstr. SO, fthaziltz,*
Pankow. Setlhttt Etr. 23, Pape. , 84, Bieucke. GSanlleeftr. 41/42, MaahS. A-Ioraftr. 80, ffinfief. 5kaiIer-Friedrich- Itr. 67, Wicnccke. Mühlenftr. 37, Müller. 17, Barsekow. Lchulzestr. 14, Hennig. Schönholzer Str. S, Sehfferl, Uckermarkftr. 181, Barlelt. Lollanistr. 20, Taulitz. 68, F. Hanke. 102, Konlumgenolsenlchaft. Plötzensee. Charlottenburger Weg 12, Seiffert. Reinickendorf. Amendestr. 104, Popp. Slnnenftr. 18, Schmidt. Antonienftr. 56, Hossmann. Berliner Str. 14, Joseph Bienert. III, GuthmuthS. Birkenstr. 59.©. ÜowinSky. Bürgerstr. 20, E. Popp. Eichbornstr. 12, Ad. Behrendt. » 16, Konsumverein. . 25, Herm. Kube. , 35. Kubc. . 72, Wurst. Goltschedftr. 41. Hossmann. Grüner Weg 50, Modron». Haniastr. 3, Zi»nmer. Hausotterstr. 3, Hofimann. , 52,«pülmann. 102, R. Plumcyer.* Herbst str. 24, Fr. Kottenhahn. Holländerslr. 20, Emil Nilschke. 125, Weihrauch. Hoppestr. 16, Koniumgenossen'chast. Justus str. 14, Hossmann. , 39, Liebelt. 49, Praschma. Kamekestr. 12, Lütz. Markstr. 5, Lcheer. „ 12/13, Artur Albat, Provinzftr. 28, Rud. Walloschek. . 33, Lanancr. , 53, e. Rapp. » 72, König. «0,£>. Schröder. » 83,«erm. Baumgärlel. III, Münch. Xestdenjltr. 61, Witte. , 102, E. Grotzberndt. . 150. Liebig. Nütlistr. 15, M. Förster. Scharnweberstr. 25, Wernecke. , 55. Düiver. . 113, Hofsniaml. 135.«Ustedt. Sommerstr. 52, Neumann. Spandauer Weg 4. Mathner. Dilkeflr. 62. Neue Berliner Genossen- schastSdäckerci. Nixdorf. Allerstr. 37, F. Naudereit. 46. Adols Keddi. ?lm Wasserwrm, EggerS. Anzengruberstr. 5, P. Langer. Bergslr. 27, A. Babbert. . Bokel . 32, R. KieSIing. , 84, H. Schäper. . 122, koch. Brrtmer Str. 16. P. Hanle. . 16. R. Hchibgitt. 0 20, B. ftlommerf 0 80/81, iL Spandcl. . 85, K. ZI übe. . 98, P, Wernete. VerthelSdorser Str. 13, O. Marku«. LMinflr. 13, Bäckereigenossenschast. , 58, P. Brückner. 64, O. Hangen. Bodejlr. 11, IL Schwer. . 16, F. Schcssler. . 25, H. Habocck. . 28, H. Deck. » 31, F. Rcgraszas. Böhmische Str. 47, Koniumgenosscusch Brusendorser Str. 2. O. Frost. Bürknerstr. 9, P. Timm. Dellbrückstr. 35, F. Modrow. , 65, P. Schreiber. Douaustr. 24a, Peter. 107, SB. Fiedler. 112, G. Gcrnhöser. Elbestr. 6, W. Schneider. „ 13. K. Haupt. 0 16, M. Lunlwitz. . 37. Peter. Elsenstr. 52. F. Pietsch. .. 82. R. Woelki. Emser Str. 12, H. Conrad. , 33, iüonsumgenossenschast. , 44, Burdack. , 78, C. Friedrich. , 91, E. Friedrich. . 103, W. Schmidt. Bobel. 115, P. Pfefferkorn. 120. L. Riebe. Erlstr. 4. R. Raach. ., 15, O. Jahnke. Erlangerftr. 8, E. Bahrholz. Fall str. 1, Bäckereigenossenschast. , 12, Artur Rotzoll. 0 21, G. Schittenhelm. 25/26, G. Pcrseke. Fried elstr. 3,?l. Ziminermann. „ 15, Konsumgenosscnjchast. „ 30, E. Liebig. . 37/38, P. Hanke, 0 44, Schirrmeisler. 47,?i. Busch. 52, A. Grügat. Fuldastratze, B. Veilh. 10, W. Petrich. 45, O. Springer. 60, I. Hübner. Glasowitr. 32, C. Kunz. ©oelhestr. 19.«. Dobrick. Heidelberger Str. 76, O. Hanke. Hermminslr. 16, C. Rasch. „ 28, E. Senkbeil. „ 34, F. Wagnitz. 42/43, F. Ärlt. , 47, G, Jänicken. , 54, R. Hildenbrand. 61/62, B. Radtle. „ 74, R. Kunz. 118, I. Bartsch. 143, H, Radtle. 149, R. Kluge. . 170, H. Dallinger. 175, E. Arnold. 226. F. Borchhard. 231. H. Karl. Bobel. 34, O. Hanke. „ 29, F. Boelius. „ 43. R, Sommer. Hohenzollernplatz 11, Bäckereigenossen- Ichasl. 0 13, SB. Schmidt. ,. 18, O. MarluS. Holstelulschct User 72, G. Prrug. Jägerstr. 63, F, Fonscher. 70. P. Halm. ,. 77. H. Tkmsch. Jansastr. 3, H. Weslenloff. Usestr. 30, C. Schulz. Fnnstr. 9. M. Gorzyzka. Fohann-Hich-Str. 1. H, Spvttar Fsarstr. 7, G. Putzke. FuliuSstr, 31, Otto Ecke. 65, I. Schulz, Kaiscr-Fricdrich-Str. 7, Hermann, 12. h Zinke. , 25, X Bartsch. . 28, G. Wagner. „ 62, A.Vahlmanu. „ 72, O, Stephan. 80. A. Schmidt, 162. M, Kasten. 175, F. Wügmann. „ 189, W. Richter. 218. 247, O. Hanke. KarlSgartcnstr. 19, H. Vonnoh. Kirchhosstr. 13, C. Hoffmann. 46/47. I. Breska. Knesebech'lr. 33, R Gallert. ,. 4t, C. Belzig. „ 68, M. Scharf. „ 96, H. Galotte. 146, Ph. Kühnel. Kotibuser Damm lv, A. Brenner. 69, P. Hanke. Lanbeitr, 13, M. Bernhardin y. Lemeslr. 57/58, H. Friedrich. Lenaustr. 14—15, Gustav Fsrael.. Lejstngstr. 22, tzainmel. 34, E. Gruner!. Lichtenradcr Str. 42, E. Ohlhofs. Lückftr. 3, W. Böhme. Mainzer Str. 1/2. B. Rennert. „ 15/16, O. Grunerl. 56, Albert Schock, Manitiusstr. 9, Sil. Guedel. Marcschstr. 10/>1, H. ReihS. Mariendorser Weg 1, H. Freudenreich. Maybachuser 16, W. Lange. Münchcner Str. 25, F. Lorenz. ,. 31, E. Kroker. „ 39, Konsumgenossensch. „ 40/41, Oskar Hanke. 44. R. Weigeit. Reue Donaustr. 52,53, A. Wetlelorn. Niemetzslr, 3, Zl. Holubnr. 10. M. Persel«. Nogatstr, 8, W. Ruthe, „ 16, I. yadneck. 32, O. Auschwitz. Okerstr. 3. R. Melslq. .. 11, S. Anders. Paimierstr. 2/3, g, Albert. , 4, R. Riemer. . 6, Peter. 13, P. Frischgemuth. 20, K. Fnnger. 34, G. Juling. Pflügerstr, 3, P. Mannigel. 11, F. Flüger. 13, E. Grenz. 57. B. Vogel. „ 77, O. Nachtigall, „ Bobel. Pritiz-Handjery.Slr. 7. O. Hanke. ., 22, C. Dänicke. . 24, O. Krause. ' 33. R. Rnschick. 58. Li. Bartsch. 70, V. Mitulla. 75, R. Frese. 83, E. Fiedler. Reuterstr. 32, C. Richter. „ 33, E, Beyer. 46. E, Schmischke. 76, Bobel. Weigelt. 81, A. Voatländer. Rüharditr. 23. I. Ehrenlraut. 28. V(. Babing. 63, ff. Wille. „ 104, St. Hantle. 0 Bebel. Ringbahnflr. 25, P Scholz. Roseggerstr. 40, Otto Arendt. «anderftr. 5/6, H. Kadow. 7/8, Peter. 18, SN. Malschke. „ 2t, Heim. BrandeS. , 23, I. Protzer. 31, R. Timm. Schillerpromenade 13, K. Kindo. � 29, G. Schierarndt Schöneweider«ir. 9� F. Leina». Schudomastr. 5, A. stritzke. Selchower Str. 23, A. Wcsser. 27, W. Lehuiann. Siegsriedstr. 44, Sil, Beier. Steinmetzstr. 23, E. Kummer. 24. Gehle. „ 39, R. seustleben. ,. 53. R. Finger. , 70, H. Wille. 74, C. Hennig. „ 101, A. Löwigt. „ 109, Bäckcreigenosscnsch. „ III, R. Schaller. Tellstr. 10, H. Zille. Tcupitzer Str., E. Schmidt. Thomasstr. 6/7. V. Lobbes. „ 25, R. Reich. 37. P. Eiesior. Treptower Str. 13, R. Jacovi. „ 67, Spura. 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VerlagSaniialt L Von einem Kraftomnibus überfahren und getötet wurde Sonff- tagabend gegen 8 Uhr ein vier Jahre altes Kind Frida Bartsch aus der Kösliner Str. 8. Die Kleine spielte in der Gerichtstraße in der Nähe der elterlichen Wohnung und fiel auf dem Fahrdamm hin, als gerade der Kraftwagen 1306 der Linie 4a vorüberfuhr. Sie stürzte so unglücklich, daß sie bor ein Hinterrad zu liegen kam. Dieses ging über sie hinweg, ohne daß der Wagenführer sie auch nur gesehen hatte. Die Verunglückte verschied auf der Stelle. Ihre Leiche wurde beschlagnahmt und nach dem Schauhause gebracht.; Große Pclzdicbstnhle sind in der Zeit vom Februar bis Mitte Mai in einem hiesigen großen Pelzwarengeschäft verübt worden. ES soll sich um Werte von 80—100 000 M. handeln. Es sind in der Sache umfangreiche Verhaftungen erfolgt. Es sollen 18 bis 20 Personen in die Angelegenheit verwickelt sein. � Der falsche Gerichtsvollzieher. Wegen umfangreicher Schwindeleien ist gestern vormittag der frühere Bureauvorsteher eines hiesigen Rechtsanwaltes, Fritz St., von der Lichtenberger Kriminalpolizei verhaftet worden. Der 27jährige Mann war vor einem Vierteljahre aus seiner Stellung entlassen worden und halte sich bann in den Besitz von Formularen für GcrichtLkostenvorschüsse gesetzt. Er benutzte zu seinen Schwindeleien die Tcrminszettcl, welche auf den Korridoren der hiesigen Gerichte angebracht sind, indem er sich daraus die darauf verzeichneten Parteien und der sie vertretenden Rechtsanwälte abschrieb. Danach fertigte St. auf den gestohlenen Formularen Gerichtskostenvorschüsse aus und begab sich dann selbst als Gerichtsvollzieher zu den Klägern resp. Beklagten, um die Beträge einzuziehen. Natürlich wurde in den allermeisten Fällen Zahlung geleistet, und so scheint der Betrüger eine große Zahl von Prozessierenden mit Beträgen von b bis 20 M. hineingelegt zu haben. Das Manöver blieb freilich nicht unentdeckt. Als 5er wirkliche Gerichtsvollzieher wegen Kostenvorschüssen bei Par- tcien erschien, kam der Schwindel zutage. Es wurde festgestellt, daß St. sich in letzter Zeit in Lichtenberg aufgehalten habe, und es gelang der Lichtcnberger Behörde, den„Herrn Bureauvorsteher" am gestrigen Nkorgen" in einem Restaurant zu verhaften. Die Lichtenberger Kriminalpolizei ersucht Geschädigte, sich auf der dortigen Polizeidirektion zu melden. Ueber Bord gefallen und ertrunken. Gestern nachmittag ist der Sohn des Schiffseigentümers Adolf Hornig, welcher mit seinem Kahn an der Rixdorfer Gasanstalt liegt, beim Spielen ins Wasser gefallen und ertrunken. .... � bejammernswertem Zustand wurde Sonntag von Aus- fluglern ein Selbstmordkandidat im Tegeler Forst aufgefunden. Der 24, ahrige Fabrikarbeiter Max Barth aus der Müllerstraße hatte sich in der Nähe der Waldhütte mit Lysol vergiftet. Der Lebensmüde brach am Waldweg bewußtlos zusammen, und erst nach längerer Zeit kamen Spaziergänger vorüber und nahmen sich des jungen Menschen an. Man brachte B. nach Tegel zu einem Arzt, auf dessen Veranlassung der Lebensmüde nach dem Krankenhaus eingeliefert wurde. Bauunfall. Infolge mangelhafter Abdeckung stürzte, wie uns nachträglich berichtet wird, am Freitag, ein bei der Firma Deutscher Eisenhandel, Ravens, auf dem Neubau Aschinger, Saar- brücker Straße beschäftigter EisenkonstruktionLarbeiter beim Transportieren großer Eisenträger eine Etage ab und schlug auf untenliegende Träger auf, wobei er sich schwere innere Ver- letzungen zuzog. In einer Droschke inußte er nach dem Kranken. Hans am Friedrichshain gebracht werden. Da bei der Firma mit ganz wenigen Ausnahmen alle Arbeiter unorganisiert sind und sich darum auch nicht an dem gegenwärtigen Streik beteiligen zeigen sie auch für die Durchführung der UnfallverhütnngSvor� schriften kein Interesse. Eine dreiste Telcphonschwindlerin brandschatzt seit einigen Tagen hiesige größere Fabriken. Die Gaunerin, ein etwa LOjahriges Madchen, ruft telephonisch in den Fabriken an aibt sich als eine dort beschäftigte Arbeiterin aus und bittet um Vorschuß, da ihre Mutter plötzlich gestorben und sie nun in der größten Notlage sei. Sie werde einen Boten schicken, der das Geld abhole. Kurz darauf er, cheint dann ein Knabe in der Fabrik, der von der angcbhchen Arbeiterin geschickt.worden ist. Da die Angelegenhelt stets sehr dringend und eilig behandelt wird. so �rd zumeist nicht kontrolliert, ob die Angaben des Mädchens auf Wahrheit beruhen und so glückt der Betrügerin ihr Trick in den meisten Fallen. Das Geschäft muß sich sehr gut rentieren« denn die Gaunerin tritt sehr elegant gekleidet quf.
Ein schwerer Unglücksfall ereignete sich Sonnabendnachinittag Keim Bau eines Fliegerschuppens auf dem Flugplatz in Johannisthal. Beim Umkanten eines 5 Meter hohen Tores überschlug dasselbe Den Zimmermann Paul Klatte, Müncheberger Str. 20 wohnhaft, traf das schwere Tor so unglücklich, daß er ausser anderen Verletzungen einen Bruch des Rückgrates erlitt. Im Krankenhause Friedrichshain fand er in sehr bedenklichem Zustande Aufnahme. Bon eine mStraßenbahnwagen wurde am Montag mittag gegen Oi2Z4 Uhr an der Ecke der Potsdamer- und Linlstraße der Kljährige Arbeiter Karl Faber, Große Hamburger Str. 38 wohn- hast, angefahren. F. wollte mit einem Handwagen kurz vor dem Waggon die Schienen passieren, wurde jedoch von dem Vorder perron erfaßt und zu Boden geschleudert. Man schaffte den Verunglückten zur nahebelegenen Unfallstation, wo der Arzt fest stellte, daß Faber Quetschungen am linken Arm und am Rücken davongetragen hatte. Der Verunglückte konnte in seine Wohnung gebracht werden. Lieber in den Tod, als in das Gefängnis ging der 22 Jahre alte Schneideraeselle Gustav Schulz aus der Lottumstraße 15. Der junge Mann hatte sich an kleinen Kindern vergangen und war dafür zu einer Gefängnisstrafe von sechs Monqten verurteilt worden. Zur Verbüßung dieser Strafe sollte er am Sonntag Morgen von zwei Kriminalbeamten auS seiner Schlafstelle, die er erst seit acht Tagen bewohnte, abgeholt werden, weil er sich ihr bisher stets entzogen hatte. Als die Beamten um 5� Uhr morgens seine Stube betraten, lag er noch im Bett. Er übersah sofort, um was es sich handelte, ergriff seinen Revolver, den er unter dem Kopfkissen liegen hatte, schoß sich eine Kugel in die Brust und war sofort tot. Radrennen auf der Olympia-Lahn, 23. Mai. Die vom besten Wetter begünstigten Rennen waren sehr gut besucht und brachten folgende Ergebnisse: Hanptfahren. 1200 Meter 100, 75, 50, 30' M. Endlauf: 1. Walter Rütt, 2. Bruno Wegener, 3. R. Großmann, 4. Eugen Stabe. Ueberlegen gewonnen. 64 Fahrer in den acht Vorläufen tätig, von denen je die beiden ersten vier Zwischenläufe bestritten, deren Sieger in den Endlauf kommen.— Großer Olympia- Preis, Dauerrennen mit Motor- führnng über 100 Kilometer. 2000, 1200, 1000. 700, 500 M. 1. Albert Schipke- Berlin in 1 Std. 20 Min. 46 Sek.; 2. T. Miquel-Paris 1400 Meter! 3. Herm. Przyrembel-Berlin 2900 Meter; 4. Artur Stellbrink-Berlin, weit zurück; 5. John Stol-Amsterdam, beim 75. Kilometer aufgegeben. Stellbrink und Stol hatten gleich von Anfang unter Rad- und Motorschäden zu leiden, wenn sie auch zeitweise gut fuhren, so vermochten sie doch nicht, das verlorene Terrain wieder aufzubringen. Bis zum 60. Kilometer war der Franzose Migilel an erster Stelle, dann wurde er von Schipke überholt, der ihm noch 3'/, Runden abnahm. Schipke fährt eine Ehrenrunde, an der auch Miguel teilnimmt. Vorgabefahren. 1600 Meter. 60, 40, 30, 20, 10 M. Endlauf: 1. Packebusch fllO Meter Vorgabe), 2. Wegener<10), 3. Hildebrandt<130), 4. Gemmel<115), 5. Ehlert<130); außerdem nicht placiert sieben Fahrer. Bier Vorläufe, an denen 69 Fahrer teilnahmen, unter ihnen Rütt als Malinann, der jedoch un- placiert endete. 50Kilometer-Rennen mit Motorführung. 600, 400, 300, 200 M. 1. M a x G r i l k a-Berlin in 37 Min. 57 Sek.; 2. Walter Ebert- Leipzig, 300 Meter; 3. Paul Thomas- Breslau, 7300 Meter; 4. Felix Tybus- Brandenburg a. H. weit zurück. Spannender Kamps zwischen Grilka und Ebert. der sich nicht über» runden läßt und zuletzt noch etwas aufholt. Thomas und ThbuS blieben von Anfang an zurück. Die Zeiten dieses 50 Kilometer- Laufes sind besser als die im Großen Olympia-PreiS. Die Nennen verliefen ohne Unfälle. Unter dem Namen„Luisenstädtischer Mönnerckjor" haben sich die Vereine.Friedrichstädtischer Männerchor* und.Sorgenfrei' zusammengeschlossen. Die UebungSstunde findet Dienstags, abends von L bis 11 Uhr, bei Meyer, Oranienstr. 103, statt. Wer ist der Tote? Die Leiche eines zirka 40jährigen Mannes ist an der Glienicker Brücke über die Havel bei Potsdam ange- schwemmt worden. Papiere oder andere Anhaltspunkte zur Rekognoszierung fehlen. Er war etwa 1,70 Meter groß, kräftige Statur, rötlich, kurz geschorenes Haar und trug einen dunklen Jackettanzug. Zeugen gesucht. Personen, welche gesehen haben, wie am 5. April d. I. in der Ritterstraße vor den Häusern Nr. 50 und 51 ein Arbeiter, der einen zweirädrigen Wagen vor sich her schob, von einem Straßenbahnwagen der Linie 94 erfaßt und umgefahren wurde, werden um Angabe ihrer Ldresie an JuliuS Wilm, Hollmannstraße 34, gebeten._______ Vorort- j�acbricbtern Steglitz. Eine AuskunftS» und Fürsorgestelle zur Bekämpfung der Tuber- kulose ist in dem Hause Südend st raheä5 eröffnet worden. Sie steht unter der ärztlichen Leitung des Herrn Dr. med. LüderS und umfaßt ein Aufnahmezimmer, einen Warteraum, ein Unter- suchungSzimmer nebst Laboratorium, ein Schwesternzimmer und die nötigen Nebenräume. DaS vom hiesigen Vaterländischen Frauenverein inS Leben gerufene und verwaltete Unternehmen wird von der Gemeinde subventioniert. Obgleich uns die Fürsorge- stelle als kommunale Einrichtung sympathischer gewesen wäre— wie von unseren Gemeindeverordneten schon bei Bewilli- gung der Subvention ausgeführt wurde—, so ist sie doch im Jnter- esse der Volksgesundheit und nicht zuletzt der Arbeiterschaft, die ja der Tuberkulose die große Zahl der Opfer bringen mutz, zu be- grüßen.— In der AuSkunfts- und Fürsorgestelle werden Lungen- kranke und lungenkrank Verdächtigte unentgeltlich untersucht und in Fürsorge genommen. Den Familienangehörigen werden Ver- Haltungsmatzregeln für den eigenen Schutz, für den Umgang mit den Kranken, für Sauberkeit und Lüftung der Wohnung eingeprägt und ihre Befolgung von Schwestern der Anstalt kontrolliert. Be- sonders bedürftige Kranke, denen es an kräftiger Nahrung fehlt, werden durch die Mittagessen-AuSgabe des Vereins unterstützt. Wenn es der Arzt für nötig hält, wird für Unterbringung der Kranken in einer Heilstätte gesorgt. Die ärztlichen Sprech- st u n d e n für männliche Patienten sind Dienstags von 12 bis 1 Uhr, für Frauen und Kinder Freitags von 12 bis 1 Uhr. Wilmersdorf. Bei der am Sonntag, den 28. Mai. stattgefundenen Wahl der Gewcrbegerichtsbeisitzer für den Stadtkreis Wilmersdorf wurden für die Kandidaten der Gewerkschaftsunterkommission 5 5 4 Stimm- zettel abgegeben. Eine Gegenliste war nicht aufgestellt. Bei der Wahl vor drei Jahren betrug die Stimmenzahl 423, Lankwitz. Ungültige Gebührenordnung. Der ArchitektJäger war aufGrund der Lankwitzer Gebührenordnung zu Kanalanschlußgebühren herangezogen worden. Er klagte aus verschiedenen Gründen gegen den Ge- meindevorstand auf Freistellung. Das Oberverwaltungsgericht er- kannte ain 23, Mai zu seinen Gunsten, indem es die Gebühren- ordnung mit folgender Begründung für ungültig erklärte: Ein Fehler der Gebührenordnung sei schon der, daß danach die Gebühr schon verlangr werden könne, sobald der Antrag auf Anschluß ge- stellt sei. Eme Benutzung sei die Voraussetzung.— Ungültig sei ferner— und das mache die ganze Ordnung ungültig— die Bestimmung, wonach bei unbebauten Grundstücken die Gebühren sich nach dem gemeinen Wert richten sollten. Der gemeine Wert sei ein völlig �ungeeigneter Massstab. Deshalb fei drefe Bestimmung hinfällig. Sie stehe aber in innigem Zusammenhange mit den ganzen anderen Bestimmungen der Gebührenordnung. Somit werde die ganze Gebührenordnung durch die Ungültigkeit'der Bestimmung ungültig. Friedens«. Als eine plumpe Jrreführünz b'er OeffenUichkeit muß eine Notiz des hiesigen Lokalblättchens:.Die Mustergemeinde" betitelt, bezeichnet werden. Es wird darin auf Schöneberg exemplifiziert, das unfern Spießern, indem es in verschiedenen Fragen sozial. politischer Art den dringendsten Bedürfnissen der Zeit etwas mehr Verständnis entgegenbringt als sie selbst, in tiefster Seele verhaßt ist. Die kürzlich im„Gesellschaftshaus des Westens" abgehaltene Versammlung der Gcmeindearbeiter, die den jetzt von der Stadt Schöneberg bezahlten Anfangslohn von 3,75 M. als viel zu niedrig bezeichnete und im allgemeinen über die Behandlung von Arbeiter- fragen durch die städtischen Behörden Klage führte, wird einer ge- wissen Seite(gemeint sind unsere Genossen in der Gemeindcver- tretung), die immer über die schlechte Bezahlung sowie Behandlung der Gemeindearbeiter in Friedenau klagt, vor Augen geführt. Nach diesen Auslassungen muß der Uneingeweihte annehmen, die Ge- meinde Friedenau bezahle ihre Arbeiter halbwegs anständig. Sind die Schöneberger Löhne verbesserungsbedürftig, so sind es die Friedenauer in noch weit erheblicherem Matze. Nach dem Vor anschlag für 1911 beträgt der Durchschnittslohn für die Arbeiter der Tiefbauabteilung 3,88 M. täglich, der für die Arbeiter der Straßen- reinigung, abzüglich der Sonntags, und Ueberstundenarbeit, 3,45 M. Berücksichtigt man hierbei, daß dies den Durckischnittsverdienst dar stellt, so kann man sich, wenn man annimmt, daß ein Teil der Ar bester schon mehrere Jahre beschäftigt ist und infolgedessen einen höheren Lohn bezieht, ein Bild davon machen, wie erbärmlich niedrig der Anfangslohn in Friedenau ist und wie weit er noch hinter dem der so schlecht zahlenden Stadt Schöneberg zurückbleibt. Ueber die Behandlung der Arbeiter und ihrer Angelegenheiten läßt das Verhalten des Gemeindevorstandes sowie der Gemeindevertretung keinen Zweifel aufkommen. Gerechtigkeit stelle ich über alles, sprach der Bürgermeister Herr Walger. Ein jeder Arbeiter kann seine Beschwerden bei mir vorbringen. Darum ist ein Arbeiterausschuß Unsinn. Ein Arbeiter, der es versuchte, konnte wohl seine Klagen vorbringen, als man ihn angehört hatte, wurde er entlassen. In der Gartenbauverwaltung wurde kürzlich einem 73 jährigen Ar- bester der Wochenlohn von 21 M. auf 16 M. herabgesetzt. Dem .Friedenauer Lokalanzeiger" sind die Lohnverhältnisse sowie die Art der Behandlung von Arbeiterangelegenheiten genau bekannt, es gehört daher ein gut Teil Dreistigkeit, eine solche Notiz zu ver- öffentlichen. Friedrichshagen. Aus der Gemeindevertretung. Einer neuen Hundesteuer- ordnung sowie einer Polizeiverordnung über das Halten von Hunden wurde zugestimmt. Die Steuer für einen Hund beträgt jährlich 20 M. Für Hundezüchter kann ein Pauschal, satz festgesetzt werden. Von der Steuer befreit sind: Hunde, die zur Bewachung oder zu einem Gewerbe unentbehrlich sind; Hunde tauber oder blinder Personen, die derselben zu ihrer persönlichen Sicherheit bedürfen; Hunde solcher Personen, deren JahreSein- kommen unter 000 M. beträgt und die Hunde zur Ausübung eines Gewerbes benutzen. Steuerfreie Hunde dürfen auf den Straßen nicht frei herumlaufen. Bissige Hunde müssen mit einem Maul- korb versehen sein. In öffentlichen Anlagen müssen die Hunde an der Leine geführt werden. Auf dem Wochenmarkt und in Ge- schäften, in denen Lebensmittel feilgehalten werden, dürfen Hunde nicht mitgebracht werden. Die Inhaber solcher Geschäfte machen sich strafbar, wenn sie die Nahrungsmittel vor dem Laden so aufstellen, daß diese von den Hunden verunreinigt werden können.— Zu dem Erlaß einer neuen Grund st ücksumsatz st euer bemerkte Bürgermeister Dr. Stiller: Es empfiehlt sich die Annahme einer Steuerordnung, die es ermöglicht, alles zu treffen, was in Betracht kommt, auch die Schiebungen und verschleierten Eigen- tumsüberaänge. Der Gemeindevorstand schlägt vor, den Satz für bebaute Grundstücke auf 1 Proz. zu belassen, für unbebaute aber von lü Proz. auf 2 Proz. zu erhöhen. Der Vorschlag des Vor- standes wurde angenommen. Die Genossen Barth und Sonnen» bürg wandten sich entschieden gegen die Steuerfreiheit der Krone und deren Familienmitglieder, des FiSIuS und der Kirche. Gegen die Stimmen unserer Genossen wurde jedoch diesen Privilegien zu- gestimmt.— Für den Fürsorge-Erziehungstag wurde ein Jahres- Beitrag von 20 M. bewilligt. Genosse Sonnenburg gab unter Zustimmung seiner Freunde dem Wunsche Ausdruck, daß der Er- ziehungstag darauf hinwirken möge, das Fürsorgewesen einer gründlichen Reform zu unterziehen und nach pädagogischen und philanthropischen Grundsätzen umzugestalten.— Ein Vermächtnis der verstorbenen Witwe Federhart in Höhe von 2000 M. zum Besten der Freiwilligen Feuerwehr wurde angenommen und der Betrag der UnterstützungSkasse der Feuerwehr überwiesen.— Ein Antrag des Schöffen Dr. Wallburg, die übrigen Punkte der öffentlichen Sitzung zu vertagen und eine geheime Sitzung folgen zu lassen. wurde vom Genossen Sonnenburg heftig bekämpft. Die Debatte über die Grundsätze zum Wohltätigkeitsfond« sei unerlätz- lich, da der am 1. Pfingstfeiertag arrangierte Blumentag hiermit wohl eng im Zusammenhang stehe. Der Bürgermeister empfahl ebenfalls die Vertagung. Der Ertrag des BlumentageS sei aus- schlietzlich zum Besten der Jugendpflege bestimmt und soll nicht dem allgemeinen WohltätigkeitsfondS zufließen. Genosse Sonnen- bürg ersuchte nochmals um Erledigung der Tagesordnung mit dem Hinweis, daß über den äußerst dringlichen Antrag des Wahl» Vereins, des GewerkschaftZkartells, deS Arbeiterturnvereins„Vorwärts" und des Gesangverein?.Männerchor" um Errichtung einer Gemeindebadeanstalt sowie über die enorme Er- höhung der Badepreis« seitens der Badeanstalt Bellevue unbedingt eine sofortige Aussprache der Vertretung erfolgen müsse. Ei wurde jedoch beschlossen, die öffentliche Sitzung auf Mittwoch, den 31. Mai, zu vertagen.— In der darauffolgenden geheimen Sitzung nahm die Vertretung Stellung zu dem Vertrag zwischen der Gemeinde und der Stadt Köpenick wegen Lieferung von Elektrizität. Der Verlauf der Verhandlungen ergab ein befriedigendes Resultat, so daß eine Verständigung mit Köpenick in Aussicht steht. Bei der Einführung von Elektrizität handelt eS sich zunächst um bestimmte Ortsteile. Die Versorgung weiterer Abnehmer mit elektrischer Energie bedarf der Genehmigung der Gemeinde Friedrichshagen. Erfolgt �dieselbe, ist Köpenick zur Stromlieferung verpflichtet.— In der Sitzung am 31. Mai steht in geheimer Sitzung der Veitrag nochmals zur Beratung. Ober-Schöneweide. Ein frecher Streich wurde am Sonnabendnachmittag hier verübt. Als der Kohlenhändler Kr. feine Kunden besorgte, sprangen plötzlich zwei Burschen auf das Fuhrwerk und jagten davon. Passanten, die dos Fuhrwerk kannten, machten dem Besitzer sofort Mitteilung. Die Spur ging nach RummelSburg. Vater und Sohn fuhren sofort nach. Durch Hilfeleistung eines Radfahrers wurde da» Fuhrwerk am Bahnhof Rummelsburg angehalten und dem Besitzer wieder übergebe». Die Spitzbube» sind entkommen. Zeuthen. Die Gemeindevertreterwahl in der 3. Klasse findet heute abend von 6 bis 6 U h r statt. Wir ersuchen die Wähler dieser Klasse, dem von der Sozialdemokratie aufgestellten Kandidaten, Zimmerer Karl K a l i e S ihre Stimme zu geben. Wenn jeder, dem eine Besserung der kommunalen Verhältnisse deS Orts am Herzen liegt, nach Kräften für die Wahl deS sozialdemokratische» Kandidaten agitiert, so muß derselbe als. Sieger hervorgehen. Boxhagen- Rummelsburg. Bon mangelhafter GesetzcskcnntniS zeugt das Verhalten eines Schutzmannes, über das uns folgendes berichtet wird. Am gestrigen Montag fanden die Wahlen zum Gewerbegericht statt. Dazu wurden von der Gewerkschastskommissioii, Abteilung Lichtenberg-Rnmmels« bürg, Flugblätter, die zur Wahl auffordern, vor den in Frage kommenden Betrieben verteilt. Kaum hatten zwei Kollegen am Freitag früh 5 Uhr vor dem Kabelwerk Alt-Boxhagen angefangen � mit dieser Tätigkeit, als ein schon älterer Schutzmann an dieselben herantrat und sie nach Durchlesen eines solchen Zettels fragte, ob sie die Erlaubnis dazu hätten. Es wx�de ihm erklärt, daß eine solche hierzu nicht notwendig, da es ja eine öffentliche Wahl sei. Doch der Beamte verlangle eine Legitimation, die Angabe der Adresse eines Kollegen genügte ihm nicht, und er forderte ihn nun auf, mit zur Wache nach der Seumestraße zu gehen. Dort an- gekommen, las der Wachtmeister das Flugblatt durch; dann ver- schwanden beide in einem Nebenraum. Nach einer kurzen Zeit wurde dem Kollegen erklärt, daß er wieder gehen könne. Auf die Frage des Kollegen, was nun sei, erklärte der Schutzmann:»Ihre Adresse werde ich hier behalten." Man sollte es nicht für möglich halten, daß Beamte so wenig über ihre Dienstpflicht unterrichtet sind. Arbeiter, die auS Unkenntnis den Gesetzen zuwiderhandeln, werden bestrast, doch ein preußischer Schutzmann ist dem Gesetze gegenüber vogelsrei. Auf einem Leitergerüst schwer verunglückt ist der 15 Jahre alte Malerlehrling Willi Lehmann auS der Neuen Bahnhofstr. 24. Der junge Mann trar bei der Arbeit fehl, stürzte in die Tiefe und ver- letzte sich so schwer, daß er auf dem Bürgerfteig besinnungslos liegen blieb. Man brachte den Verunglückten nach dem Kranlenhause in Buckow, wo er sehr bedenklich danieder liegt. Karlshorst. „Politische Wetterzelcheu vor dem Wahlsturm", so lautete das Thema, über welches Genosse Reichstagsabgeordneter Adolf Geck am Sonntag vor gut besuchter Versammlung sprach. Die Zeit der Abrechnung, betonte Redner, sei gekommen. Denn dos, waS sich gerade jetzt die Mehrheit im Reichstage an Volisentrechwng leiste, überhaupt, WaS der Hottentotten-Reichstag sonst auf dem Kerbholz habe, müsse von den Wählern mit einem entschiedenen.Bis hierher und nicht weiter!" erwidert werden. Genosse Geck ermahnte zum Schluß um eistige Mitarbeit, zur Stärkung unserer Reihen, dann würde die gegnerische Koalition besiegt werden. Lebhafter Beifall lohnte den Redner. Genosse Spliedt appellierte im Sinne des Referenten an die Versammelten. Ferner verwies er auf die be- willigten Bäckereibetriebe, welche von den Arbeitern unterstützt werden müssen. Unter begeisterter Stimmung schloß die Ver- ammlung. Potsdam. Stadtverorbnetenversanimlung. Dem VerlehrSvereln Kurde neben seinem bisherigen jährlichen Beitrag von 1000 Mk. ein außer- ordentlicher Zuschuß von 1200 Mk. gewährt. Gelegentlich der An» läge eines Zeichensaales und der Verwandlung der Rektorwohnung in zwei Klaffen in der Gemeindeschule in der Margaretenstraße regte der Sladtv. Kiesche an, bei diesem Umbau die Anlage von Brausebädern für die Schulkinder mit zu berücksich- tigen. So etwas kennt man in Potsdam nicht; da ist man bereits von dem benachbarten Nowawes überflügelt. Die biederen Stadt- Väter waren zum Teil bei dieser Forderung sprachlos vor Ver- wunderung, der andere Teil lachte. Der Referent Stadtv. Richter glaubte, mit dem Hinweis, daß sich Kellerräume dazu nicht eignen, am besten über eine solche Einrichtung hinwegzukommen; trotzdem hat der Rektor dieser Schule seine eigene Badeeinrichtung dort. Bei der Frage der Errichtung eines neuen Müllabladeplatzes auf den ehemals Rösickeschen Wiesen bei Hermannswerder wurde die Frage der Müllverdrennung erwogen, aber abgelehnt, weil sie sich für die Stadt zu teuer stellt.— Die Vorlage betreffend die Bewilligung der Kosten für den Empfang einer ausländischen Studienkommission wurde in die nichtöffentliche Sitzung verlegt. Die Mitte nächsten Monats die Reichshauptstadt besuchende türkische Studien- kommission soll hier von Wilhelm II. empfangen werden. Die Stadt Potsdam, dieselbe Stadt, die ihren städtischen Arbeitern zum Teil einen Tagelohn von 1.70 M. zahlt, will hier wieder auf Stadtkosten für einen würdigen Empfang sorgen. Kaufmännische Kranke«- und Tterbekafie von 1885.(E. H. 71) Heute abend 9 Uhr im Restaurant Jüdcnstr. 16/13; Sitzung. Smgegansene Druchfcbrlftcn. Märztricb. Von R. Scrau. 4M.— Städte und Sterne. Von R. Freyen. 2 M.— Ein Mann. Von B. Lemmonter. 4 M. Geb. 5 M.— Jüdinnen. Roman von M. Brod. 4M.— Das Haus an der Veronabrücke. Von F. Halm. 2 M., geb. 3 M. A. Juncker, Chor» lottenburg, Shbclstr. 11. Achter Geschäftsbericht des Arbeitcrfekretariats Krouach 1910. 24 S. Selbstverlag. Die leiste Episode der französischen Revolution(Gracchus Babeuf). Von Em est Bclesort Vax(in englischer Sprache). Geb. 6 Sh. Grant R'chardS Ltd., London. Neber Notwendigkeit der Rndbildung der Lehrer in Gesund- heitöpflrgr. Bon Dr.«. L-nbusch-r. 50 Ps.- Welche Mittelschnl. dildung«ft sur da« Stndinm der Medizin wünschenswert? Von Dr. F. o. Muller. 50 Pf.— Die Reforinbestrrbniigen auf dem Ge» Mrn der«chulhytstene. der«rziednng»ud des ersten Unterrichts. 3 M. V�Tenbmr. L�stci"""".Paradoxe. Von Dr. E. Schaft«. Dbomas und Jelix PlatterS und Theodor Aartpva d'AniiancS Lebens d e ich re, Hungen. Von O. Fischer. 2 M. M Mörike. Münch?n. Kürschners«uchrrichatz. 777 MnlveS und GertrndcS Schicksale. Roman von R. Heqmann- 778. Die klein« Frau. Roman von LS.—»—-»•** r.f?-. simns*».**>»»--«» DÄ wiche 30,00—60,00. Linsen 20,00—60 00 Oni-tnff-ln ftn(V_QAft. n t ss.°°'?�"��ch. v°�d.r Sleult 1,60—2,40, Nindfleisch�auchst.Isch I.A l!�20. � Hammelfleisch 2 S0WC»flii4e~0 8a-200Ie l�i�«Y®anbec 1-40-3� Hechle ttn'bi» ÄIÄö.OO' �ICie Sitte 0,80— iV 60 Stück der LandeSansialt sllr Gewässer, unde�»?.?,u,�m Berliner Setterhureau Wasserstand N e m e l. TUstt D r e g c l. Jnsterbnro Weichsel, Thorn Oder, Rattbor » Krossen . Frantturl Warthe, Schrimm » LandSbera Rehe. Dordamm Elbe, Leitmerq , Dresden , Barby » Magdeburg am 28. 6. am 133 -38 214 286 254 220 35 31 6 14 -82 186 162 'eit 27.5. am>) +1 —8 +28 —32 +20 +18 +5 +7 —4 —40 —12 —13 —16 Wasserstand Sa alt. Grochlitz Havel, SvandauB , Rathenow•) Spree, Eoremberg') , veettow Leser, Münden , Mm den Rhein, WaxnnllianSau , Stmib Kita Neckar, Heilbronn Rain, Wertheim M o I e l. Trier + bedeutet Such».— gag._') Unierpegel. vom SS. Mai ISI1. etattonn, Ii = 5 S? 5 wvuuwe j 763 SD Hamburg 768 ONO Berlm 767 O , 67 O Zranst.a vi 762 NO München j761O «l»N 1764 Still Vetter 2 bester 3 heiter 4 wolkeul 4 heiter 4 dttier halb bd. »K c* -.11 i? M* •taflsntn Hadaranda 769 NW Vetter c* s» S!» *£ 4 wolkig Petersburg 772 WSW 1 heiler Scitlt) •Heveen Barr» .765 ONO 1773 OSO 1 halb bd. 11 15 16 1 wolkenl 14 763 ONO; 2 vollenl 17 Verantwortlicher Redakteur:. Albert Wachs, Serliki. ZSr den Jnseratevteil verantw.: Th. Glocke, Berlin. Drucku. Verlag: Vgrwärtz «>■.kv»t»ert>r»««ose Gr Dicirstag. den 30. Mai 1911. Vieisach heiler und am Tage wann bei ziemlich lebhasten östliche» Winden; Gewitter nicht aujgcschlossen. sonst trocken. � ____ Berliner Vetterbureau. löuchdruckeret u. VerlagSansialt Paul Singer u. Co.,-