BbonnfmentS'Bedingungen: «bonnementS- Preis pränumerando: Liertelzöhrl. S�0 Mi>, rnonatl. 1,10 Ml, wöchmtlich 2B Pfg, frei ms Haus. Einzelne Nummer 5 Pfg. Sonntags- nmniner mit illustrierter Sonntags- Beilage„Die Neue Well" 10 Psg. Pest- Abonnement: 1,10 Mar! pro Monat. Eingetragen in die Post-Zeitungs- Brcisliste. Unter Kreuzband für Deutschland und Oesterreich- Ungarn 2 Mart, für das übrige Ausland 3 Marl pro Monat. Postabonnements nehmen an: Belgien. Dänemart, Holland, Italien, Luxemburg, Portugal, Ziuinänien, Schweden und die Schweiz, 28. Jal�rg. vwilot täglich aaßtf montags. Verlinev Volksblertt. Zentralorgar» der foztaldemokratlfcben partes Deutfd�lands. Die Inlertions* Geblar detrSgt fiit die sechsgespaltene Kolonel- geile oder deren Raum L0 Pfz„ für politische Utid gewerlschastliche Bercins- Und Versannnlungs-Anzeigen 30 Psg. „Uliinc ZZnreigen", das fcttgedruckie Wort 20 Psg.(zulässig 2 iettgedruckte Worte), jedes weitere Wort 10 Pfg. 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Diese taktischen Grundsätze haben ihre Geltung, mögen Ort, Art und sonstige Voraussetzungen des Kampfes sich ändern: jeder Führer und Unterführer muß sie kennen, wenn seine Truppe sich mit Aussicht auf Erfolg in der großen, vielgestaltigen Ge- sSchtslinie betätigen, wenn er andere Kampfeseinheiten unter- stützen oder von ihnen wieder Unterstützung erwarten will. Der Klassenkampf des Proletariats ist ein steter Kriegszustand gegen die kapitalistische Wirtschafts-, Staats- und Gesellschaftsordnung, in dem in raschem Wechsel von der Ge- sechtsbereitschaft zur Gefechtsstellung, zu Angriff und Ver- teidigung übergegangen werden muß. Dq gilt es, die tak- tischen Erfahrungen früherer Kämpfe auszunutzen, früher be- gangene taktische Fehler zu vermeiden, die Möglichkeiten, die für eine gegenseitige Unterstützung der proletarischen Kampfesorganisationen gegeben sind, zu kennen und anzu- wenden, wenn die Kräfte nicht zersplittert, wenn taktische Maßnahmen der einen Organisation nicht durch die der anderen lahmgelegt werden sollen. Dieser Tage ist nun ein kleines Büchlein herausgekominen, das die taktischen Erfahrungen und Grundsätze der deutschen Arbeiterbewegung in überaus klarer, verständlicher und bei aller Knappheit erschöpfender Weise darstellt. Es ist die im Verlage der Buchhandlung Vorwärts erschienene Broschüre„Die taktischen Strömungen in der deutschen Sozialdemokratie" von Karl .K a u t s k y(Preis 75 Pf., Vereinsausgabe 25 Pf.). Das Werkchen verdankt einem Zufalle seine Entstehung: es ist cin Vortrag, den Karl Kautsky Eiide Februar dieses Jahres vor einer Delegation belgischer Gewerkschafter hielt, die zum Studium der deutschen Gewerkschaften und Sozialdeinokratie nach Berlin gekommen waren. Das, was Kautsky über die Taktik der deutschen Arbeiterbewegung sagte, verdient aber nicht bloß von Ausländern gehört zu werden: man muß viel- mehr wünschen, daß seine Darlegungen Eingang in recht weite Kreise der deutschen Genossen und organisierten Arbeiter finden. Denn was er in seiner kleinen Schrift bietet, ist tatsächlich ein kurzgefaßter taktischer Leitsaden für die Kämpfe der deutschen Arbeiterbewegung. Er zeigt, wie sich unsere Taktik aus den politischen und wirtschaftlichen Verhältnissen heraus historisch entwickelt hat und wie sich aus den Kampses- lehren der Vergangenheit bestimmte, allgemeingültige taktische Grundregeln herausgebildet haben, die für die Kämpfe der Zukunft anzuwenden sind. Mit Recht betont Genosse Kautsky, daß uns für den bevorstehenden entscheidenden W a h l k a m p s in erster Linie innere Geschlossenheit not tut. Jeder im Wahl- kampse agitatorisch tätige Genosse sollte daher den taktischen Leitsaden studieren, uni zu wissen, nach welchen Grundregeln er im Rahmen der Gesamtpartei den Kamps zu führen, das aktuelle Agitationsmaterial zu verwenden hat. Aber nicht allein im Hinblick auf den Wahlkantpf halten wir Kautskys Schrift für wertvoll. Sie ist lehrreich für alle Situationen, die für die Arbeiterbewegung in Betracht kommen: für das Verhältnis zwischen Partei, Gewerkschast und Genossenschaft ebensosehr wie fiir die Beziehungen zwischen Nord- und Süddeutschland. Und nicht zuletzt ist es zu begrüßen, wenn wieder einmal in klarer und objektiver Weise die Meinungsverschiedenheiten dargelegt werden, die zwischen dem linken und dem rechten Flügel unserer Partei bestehen. Denn wir dürfen uns nicht gegen die Tatsache ver- schließen, daß in den Köpfen vieler Arbeiter über die Be- griffe„Radikalismus" und„Revisionismus" die krausesten Vorstellungen bestehen. Ferner dürste die Schrift Kautskys mancher wichtigen Frage, die die Partei in den lebten Tagen bewegt hat. so z. B. die Abrüstungsfrage, die Stuttgarter Oberbürgermeister-Affäre. die reichsländische Verfassungs- reform usw.. zu einer klareren Beurteilung verHelsen Betont sei ausdrücklich, daß, obwohl Karl Kautsky in ollen taktischen Differenzen, durch die die deutsche Arbeiter- bewegung hindurchgegangen ist. Partei ergriffen hat und er- greisen mußte, seine Schrift frei ist von jeder polemischen llkote. Ruhig und unparteiisch schildert er. wie sich unsere taktischen Grundsätze aus äußeren und inneren Känipfen heraus entwickelt haben, so daß kein»Richtungs-Fanatiker" beim Namen Kautsky kopfscheu zu werden braucht Möge jeder die Schrift ebenso ruhig und objektiv studieren wie sie geschrieben ist, dann wird sie auch für die Praxis ihre Früchte tragen. Im ersten Abschnitt der Broschüre schildert Kautsky die taktischen Differenzen zwischen Lassalleanern und Eisenachern. Er zeigt, Wie die junge, noch schwache Arbeiterbewegung nach Bundesgenossen sucht, die Eisenacher bei der bürgerlichen Demokratie, die Lassalleaner bei der preußischen Monarchie, die sich in einer revolutionären Situ- ation befand, und wie beide von ihren Bundesgenossen im Stich gelassen wurden, wie besonders der damals noch starke deutsche Liberalismus in der elementaren Frage des allge- meinen Wahlrechtes vollständig versagte. Bis zum Jahre 1875, zum Einigungskongreß von Gotha, währten die er- , bitterten Bruderkämpfe, deren innere Ursachen von Kautsky klargelegt werden. Ter wichtigste und beachtenslverteste Teil der Schrift Kautskys ist der zweite Abschnitt, der von der Taktik der deutschen isozialdemokratie handelt. Auf dem Grundgesetz des Klassenkampfes bauen sich vier taktische Grundsätze auf. Das Gesetz vom Klassen- kämpf wird von Kautsky als das Gesetz definiert, nach dem ..... das Proletariat durch seine Klasseninteressen in einem feindlichen, unüberbrückbaren Gegensatz zu allen besitzen- den Klaffen und damit auch allen bürgerlichen Parteien steht. Daß das Proletariat die politische Macht im Staate erobern muß, um diesen und die Gesellschaft seinen Interessen gemäß umzugestalten, und daß seine praktische Tätigkeit in der Gegen- wart darauf gerichtet sein muß, es zu stärken, physisch, moralisch, intellektuell, ihm politische und ökonomische Macht zuzuführen, um es zu befähigen, die gesamte politische Macht zu erobern, sobald die Gelegenheit dazu günstig ist. Der erste taktische Grundsatz, der sich aus diesem Klassenkampf-Standpunkte ergibt, lautet: Jede Möglichkeit ist zu benutzen, u m das Prolet a- riat zu organisieren. Die Organisation ist die Quelle der Macht der Arbeiterbewegung. Diesem Grundsatze verdanken Partei und Gewerkschaft ihre Entstehung. Nach vorübergehender Ablehnung der Konsumvereinsbewegung wird jetzt auch die Organisation des Konsums als gleich- berechtigter Faktor anerkannt. Aufgegeben wurde aber die Theorie von den Produktivgenossenschasten, die am Anfange der Bewegung eine große Rolle spielte. Wenn neuerdings Konsumvereinstheoretiker, gestützt auf den Aufschwung der Genossenschaftsbewegung, den Produk- tivgenossenschasten eine große Zukunft prophezeien, sie sogar als Allheilmittel hinstellen, das die kapitalistische Produktion auflösen und zersetzen soll, so ist das eine Selbsttäuschung, die in der einseitigen und ausschließlichen Betrachtung nur eines Zweiges der Arbeiterbewegung ihre Ursache hat. Ohne politische Macht werden proletarische ökonomische Organi- sationen niemals die kapitalistische Produktion ersetzen können. Und wenn unsere heutigen Produktivgenossenschaften auch mit Bilanzen von 20, 30 und 50 Millionen Mark antreten, so ist das immer nur winzig gegen die Milliarden des modernen Finanzkapitals. Für einzelne Produttionszweigc und als Anfänge und Schulbeispiele einer künftigen vergesellschafteten Produktion mag die Lehre von der Produktivgenossenschaft gelten, es ist aber Utopie, mit ihr allein die kapitalistische Produktion ausschalten zu wollen. Ter zweite taktische Grundsatz ist der: Jede Position in Staat und Gesellschaft zu er- obern und nach Möglichkeit auszunutzen, die das Proletariat aus eigener Kraft zu er- obern und zu behaupten vermag. Kautsky wider- legt bei diesem Punkte die alte, immer wiederkehrende Legende von der„negierenden" Tätigkeit der Sozialdemokratie. Er zeigt ferner, wie die Partei nach und nach immer mehr Ge- biete in Angriff genommen, z. B. Landtags- und Gemeinde- Wahlen, und wie diese Erweiterungen der Angriffsfront nie- mals ohne innere Meinungsverschiedenheiten vor sich ge- gangen sind. Der dritte taktische Grundsatz lautet: Wa h- rung der vollen Selbständigkeit unserer Partei allen bürgerlichen Parteien gegen- über. Uebcr unser Verhältnis zu den bürgerlichen Parteien sagt Kautsky: Wohl werfen wir nicht alle diese Parteien in einen Tops. Wir machen Unterschiede zwisckien ihnc», unterstützen manche in einzelnen Fragen gegen ihre Widersacher. Aber wir vergessen nie, daß alle politisck)« Interessengemeinschaft zwischen einer bürgerlichen und einer proletarischen Partei nur eine gelegent- lichc, nur eine vorübergehende und nur eine beschränkte sein kann. Denn der ökonomische Interessengegensatz zwischen Proletariat und Bourgeoisie ist stets der überwiegende, der alle heutige Politik in letzter Linie beherrscht. Wir können daher nie ein dauerndes Bündnis mit einer bürgerlichen Partei, einen Bloil eingehen wir können gelegentlich, z. B. bei Stichwahlen oder im Parlament, für eine von ihnen st i m m e n, müssen aber unsere Propaganda gegen sie alle richten, jede von ihnen kriti- sieren, bei jeder zeigen, daß sie den Interessen des Proletariats nicht genügt und nicht genügen kann, weil dieses Interesse nur durch eine soziale Revolution zu seinem Recht kommen kann, die einzig die Sozialdemokratie anstrebt. Dieser Grundsatz ist oft angefochten worden und wird von einer kleinen Gruppe von Genossen auch jetzt noch angc- fochten. In Wirklichkeit repräsentiert er aber die einzige praktische Politik der Partei. Kautsky weist überzeugend nach, wie diese revolutionäre Taktik unserer Aktion den bürgerlichen Parteien gegenüber Ellbogenfreiheit gewahrt und wie sie vor allem unserer Parteipresse zugute kommt, die sich mit dieser Taktik eine Position erkämpft hat, an die die sozialistische Presse keines Landes der Erde heranreicht. Die „praktische Realpolitik" des englischen Proletariats hat es bis heute noch zu keinem täglich erscheinenden Blatte gebracht. Genosse Kautsky zeigt dann ausführlich, welch wirksames Pressionsmittet gegen die bürgerlichen Parteien die bei diesen herrschende Furcht vor dm Wählern ist, und wie die Verbesse- rungen vieler Gesetze auf das Konto unserer Partei zu setzen sind, wenn sie auch aus prinzipiellen Gründen gegen manches Gesetz stimmen mußte. Der vierte taktische Grundsatz ist endlich der der größten Einheitlichkeit alier Aktionen. Kautsky schreibt u. a. darüber:. Die Organisation der Taktik der deutschen Sozialdeniokrahe hat...... dem Partikularismus einzelner Lanoschaften oder Wahlkreise nie Konzessionen gemacht, und nickst zum mindesten dieser Straffheit und Einheitlichkeit ihres Vorgehens verdankt sie ihre Macht. Mit dem modernen, straff zentralisierten Bureaukraten- und Militärstaat kann nur eine straff zentrali- sierte Kampfpartei fertig werden. Das Streben� nach lokaler Selbstherrlichkeit in der Bestimmung der Taktik ist nicht demo- kratisch, sondern reaktionär, ein Streben nach einer Wieder- belebung überlebter Formen der Demokratie. Im dritten Abschnitt seiner Schrift schildert Kautsky dann die Versuche, unsere Taktik zu ändern, Versuche, die von links kamen und stärkere Mittel ver- langten, während von rechts ein Zusammenarbeitet mit der demokratischen Opposition verlangt wurde. Wobei sehr häufig ein Herüberwechseln vom extremsten linken zum extremsten rechten Flügel der Partei zu beobachten war. Die Schrift zählt im einzelnen diese Versuche auf, von Höchberg und Most bis Bernstein mit seinem Bestreben, unsere Theorie und Taktik zu revidieren, die Partei zu einer Partei sozialer Reformer zu machen. �.. Ganz besondere Beachtung verdient aber für die Gegen- wart, lvas Kautsky über die Verhältnisse und den Unterschied zwischen Süd- und Norddeutschland sagt. Er weist auf die Ursachen hin, die in Süddeutschland zu demokratischen Wahl- rechten und damit zu starken sozialdemokratischen Landtags- fraktionen geführt haben. Daraus ergeben sich andere taktische Maßregeln als in Norddeutschland. Trotz aller Ver« schiedenheit der taktischen Maßregeln müssen aber für Süd- und Norddeutschland die gleichen taktischen Grundsätze gelten. Um so mehr als die Klassengegensätze sich auch in Süddeutschland immer mehr zuspitzen. Unsere süddeutschen Parteiblätter bringen in jeder Nummer genug Beispiele. wie Justiz und Verwaltungsbehörden, Militarismus und Po- lizei, Unternehmertum und Bourgeoisie dem Proletariat die Klassenunterschiede einbläuen. Leider müssen wir uns versagen, ausführlicher auf das einzugehen, was Kautsky im vierten Abschnitt seiner Schrist über' das Verhältnis'von P a r t ei u n d- G e w e r k s ch a s t sagt. Er beschäftigt sich mit der Generalkoinmission, den Zen- tralisten und Lokallstenj der gewerkschaftlichen' Neutralität und äußert sich schließlich über Maifeier und Massenstreik. Wir können diese ruhig und sachlich gehaltenen Darlegungen nur dringend zur Lektüre empfehlen: sie werden sicher zum gegenseitigen Verständnis und zum Hand in Handarbeiten beitragen. Wohl mag Kautsky über manche noch bestehende Differenz innerhalb der deutschen Arbeiterbewegung etwas zu optimistisch urteilen: die Veranlassung, der wir die Broschüre verdanken, läßt das begreiflich erscheinen. Das hindert nicht, daß wir der kleinen Schrift die weiteste Verbreitung wünschen. Möge sie dazu beitragen, das mehr und mehr zu verwirklichen, was Kautsky am Schlüsse des Werkchens schreibt: „Die Einheitlichkeit und Geschlossenheit unserer Partei ... bleibt auf der Grundlage der taktischen Grundsätze, die sie seit' vier Jahrzehnten von Sieg zu Sieg führen. Nie wurden diese weniger in Frage gestellt als gegenwärtig, und nie war die Zuversicht unserer Genossen, ja der Masse der arbeitenden Bevölkerung überhaupt zur siegreichen Kraft unserer Organisation, unserer Taktik, unserer Ziele größer als jetzt, und nie trat die Ratlosigkeit und Furcht unserer Gegner offener zu Tage. Unter den günstigsten Verbältnissen ziehen wir in den Wahlkampf. Wie weit sich die Aussichten verwirklichen werden, die sich uns bieten, wie weit dann der Erfolg auf unsere Partei und unsere Gegner zurückwirken, welche Pro- bleme und Kämpfe er erzeugen wird, darüber kann man nur Vermutungen äußern, die jetzt noch sehr müßig wären. Wer's erlebt, wird's sehen., Sicher aber wird jeder Großes erleben, der unfern Wahlsieg sehen wird.", IFrenSens Hecht. Durch die Einführung des gleichen Wahlrechts für Elsaß- Lothringen ist die Frage des preußischen Wahlrechts in ein neues Stadium getreten. Was man den vor vierzig Jahren annektierten Staatsbürgern der Reichslande gewährt hat, kann man unmöglich den preußischen Staatsbürgern verweigern. Es wäre ein gar zu grotesker Widerspruch, ein allzu himmelschreiender Unfug, eine zu unerträglich empfundene Schmach für daS preußische Volk, wenn ihm länger ein Wahlrecht vorenthalten würde, für das man das elsaß-loihringische Volt für reis erachtet. Einerlei, ob sich Herr v. Bethmann Hollweg dieser Konsequenzen bewußt war oder nicht — er wird ihnen nicht entrinnen können! Die Macht der poli- Mchen Logik wird sich stärker erweisen, als alle burcaukratischen Bcdenklichkeiten und gequälten Philosophastereien. Das nunauam retrorsurn(niemals rückwärts, des Reichskanzlers gilt mit aan- anderem Rechte von der Wahlrechtsfrage, als der Polenpolitik In der preußischen Wahlrcchtsfrage gibt es schlechterdings kein vor- stchtiges Bremsen mehr! Auch die preußischen Staatsbürger können II J anÖtr m�r?? Burger zweiter Klasse behandelt werden. Auch für Preußen ist das gleiche Wahlrecht der einzig- Ausweg aus der verrotteten Notabelnwirtschast, aus dem reaktionären Decken''' ,n �em ,t>it Unsäglichen Dreiklassenwahlrecht Die geschworenen FeinLe 8er SnIivIZeluAT. Funker und Junker- genossen, haben das auch nur zu Apt empfunden. Wie haben „Kreuz-Zeitung" und„Reichsbote" darüber gejammert, dag durch die Gewährung des gleichen Wahlrechts an Elsatz-Lothringen der Bankerott des alten feudalen Patriarchalismus heraufbeschworen werde. Nach Elsah-Lothringen werde Preutzen das gleiche Wahl- recht erhalten müssen, und damit sei dem bisherigen System der Todesstoß versetzt, das nach dem schönen Junkerwort das Volk nur als das Objekt der Gesetzgebung betrachtete. Die Herren haben recht: daS gleiche Wahlrecht für Preutzen bedeutet das Ende der Diktatur der Ritter und Heiligen, der Diktatur des agrarischen und grotzindustriellen GeldsackS. bedeutet den Eintritt Preußens in die Reihe der modernen Kulturstaaten. ■ Aber nicht nur das preußische Volk, auch die preußische Regie- rung selbst hat alle Ursache, so rasch als möglich eine gründliche Wahlreform durchzusetzen. Nicht eine Flickreform, sondern ein Wahlrecht, das den lebendigen Kräften des Volkes, des sozialen und geistigen Fortschritts, wirklich eine freie, fruchtbare Betäti. gung gewährt. Lag es doch schon jetzt nur an den Stimmen der paar Sozialdemokraten, daß der Regierung bei dem Jeuer. bestattungsgesetz die blamabelste Niederlage erspart wurde. Jlnb ist doch das neue junkerlich-klerikale Attentat gegen die Fort- bildungsschulen, die man gegen den Willen der Regierung durch Einführung des Religionsunterrichts völlig desorganisieren will. ein neuer Peweis für den konservativ-klerikalen Uebermut, der auch in den dringendsten Anforderungen der fortschreitenden Ent- Wickelung brutal-stupide Feindschaft entgegensetzt. Trotzdem täuschen wir unS natürlich keinen Augenblick darüber, daß die preußische Regierung, die ja Fleisch vom Fleisch der Re- aktion ist und sich nur unter dem Zwange der Verhältnisse gegen allzu vorsintflutliche Forderungen ihrer Kaste aufzulehnen wagt, vor einer durchgreifenden Reform zurückschrecken wird. Deshalb ist es Pflicht des entrechteten Volkes selbst, seine Sache mit Nachdruck und Entschiedenheit zu führen und die zaudernden„Staatsmänner" vorwärts zu drängen. Die Wahlrechtsbewegung mutz wieder� in Flutz kommen, mutz in den Reichstagswahlen ihren ersten Höhe» punkt erreichen. Nach Pfingsten werden ja Negierung und Parteien bereits Gelegenheit haben, sich im Abgeordnetenhause über den zur Beratung gelangenden WahlrechtSantrag auszusprechen. Auch das Volk wird dazu nicht schweigen wollen! diunfjusm rctrorsuin ist dabei die Losung der Massen! IMiilche Unfreiheit und liberale Seibitentmannung. DaS Nachspiel zum Fall Dubrowski. das durch die un- wahren Erklärungen des Kultusministers im preußischen Abgeordnetenhause heraufbeschworen wurde, ist noch immer nicht zu Ende. Es scheint im Gegenteil, daß es noch an- dauernd das Interesse für die zutage getretene Unfrechelt und Entwürdigung der Wissenschast wachhalten und den für die Regierung und die herrschenden Parteien so unsäglich blamabel,, Ausgang der Dubroloski-Affäre verlcharfen wird. Tie Herrschaften, die sich redliche Mühe gegeben haben, den unangenehmen Fall aus der Welt zu schaffen, und sich hier- nach durch arrogante, nichtssagende Erklärunqcn aus der Affäre zu ziehe» suchten, könnten einem fast leid tun. Die Oberflächlichkeit, mit der sogar die Minister über die An- gelegenheit Hinwegzugleiten juchten, hat sich bitter gerächt. Der.ärgste Feind der..T>r«psljenschmach � System nicht ärger brandmarken können, als dre Minrfter, die mit ihrer subalternen. BureaukrateiUveisheit,. mit Polizei- märchen und unwahren Behauptungen-aufwarteten.. Rlcht inrkider aber haben sich die bürgert, chen Parteien— auch der in sich zusammenknickende Freisinn— an den Pranger gestellt, indem sie eine eminent wichtige Angelegenheit m so unwürdiger Weise zu„erledigen" suchten. Soweit nur diese Gesichtspunkte in Frage kommen, hat der Fall Dubrowski. der in die preußisch-russische Polize,- schwach hineinleuchtete, unsere allgemeinen Anschauungen über die politische Unfreiheit und echt russische Büttelherr- fchaft in Preutzen bestätigt. Anders verhält es sich aber mit der Frage der Entehrung und Entwürdigung der Wissenschaft, die durch die jüngsten Vorgänge, vor allem aber durch die Verhandlungen im preußischen Abaeord- netenhause in den Vordergrund gerückt wurde. Wir hatten jetzt die Möglichkeit, in den Sumpf hineinzuschauen, in den die herrschenden Klassen die Wissenschaft hineingezerrt haben. Wir sahen, welcher Geist der Unfreiheit und Unduldsamkelt. ein Geist, der an die Zeiten der Demagogenriecherei erinnert. in den Stätten herrscht, wo angeblich die Freiheit der For- fchung gepflegt wird. Und wir waren endlich Zeugen des tief beschämenden Schauspiels, wie ein namhafter Gelehrter, der auf seinem Spezialgebiete vor manchen 5ionsequenzen nicht zurückschreckt, als Rektor der Universität die Zusammen- arbeit mit der Kriminalpolizei und die Abhängigkeit von ihr als eine gottgewollte Tatsache hinnahm, und ein anderer Gelehrter. Herr Prof. v. Liszt, die..Leuchte" des Freisinns. wie ein Taschenmesser zusammenklappte und nicht genug Dankesworte fand, als der Minister erklärte, der eingebildete Geheimerlag. auf Grund dessen die Universität geglaubt hatte, sich nach den polizeilichen Verfügungen richten zu müssen, bestünde nicht. Gerade die letzte Auseinandersetzung führt uns:n den Mittelpunkt der Frage von der polizeilichen Abhängigkeit der preutzischen Universitäten hinein. Genosse Liebknecht sagte darüber in seiner Rede(Stenogr. Ber. S. 6322/4): „Was das Verhältnis zwischen Polizei und Kultus- Ministerium aulangt, so bin ich nach den heutigen Ausführungen der Herren Minister ein bißchen unsicher geworden denn es schien" mir, als ob jeder der Herren bald die eigne Schuld auf den andern schieben, bald die Schuld des andern in gewissem Sinne auf sich selbst nehme» wollte... Wer nun der schuldige Teil ist, wer nun auch angefangen haben mag, ob die Polizei di« Universität genötigt, oder ob die Universität freiwillig auf ihr ErstgeburtSrccht verzichtet hat, das kann vollkommen dahin- ?estellt bleiben, da der tatsächliche Zustand gegenwärtig jeden- illS so überaus blamabel wie möglich ist." Die maßgebenden reaktionären Organe sind freilich anderer Meinung über die Würde der Wissenschaft und haben gegen die Herrschaft der Polizei an den Universitäten nichts einzuwenden. Indessen lassen sie sich die günstige Gelegen- heit nicht entgehen, die ihnen das 5läaliche Versagen des Freisinns geboten hat. So kommentier! die gut unterrich» tetc..Kreuzzeitung" in ihrer Sonntagnumnier die Rede des Kultusmimsters dahin, daß die Berliner Univer- sität ganz von selbst den Entschluß gefaßt habe, nach der Aufnahmewürdigkeit und den Subsistenz- initteln der sich meldenden Ausländer im Polizeipräsidium Erkundigungen einzuziehen. Das Junkerblatt kann es sich weiterhin nicht versagen. Herrn Prof. v. Liszt höhnisch zu bemerken, daß die Universuätsbehörde sich durch einen„Ge- heimerlaß" gar nicht binden, lassen brauchte, wenn sie nicht selbst..äußerste Borsicht dm russischen Studenten gegenüber für geboten erachtete". Die jetzige Praxis ist also mit Wissen und Willen der Universitätsbehörden eingeführt worden. Die„gottgewollte" Abhängigkeit von der Negierung und der Polizei, der Mangel eines Universitätsgesetzes usw. dient den Herren Professoren'nur als Kulisse, hinter der sie ihre Charakterschwäche verbergen können. Daran wird auch die kindlich-naive Auslegung nichts ändern, die Herr Prof. v. Liszt namens seiner Fraktion den Erklärungen des Kultusministers zuteil werden ließ.„Die Universitäten waren bisher der Meinung, daß sie nicht selbständig entscheiden können, sondern an die Auskunft der Polizei gebunden seien. Zu unserer großen Freude haben Nur gehört, daß diese Auffassung un- richtig ist." Er genügt, diese Freudenäußerung des lang» jährigen Universitätsprofessors mit der an der Universität geübten Praxis zu vergleichen, um die ganze Lächerlichkeit der freisinnigen„Aktion" gegen die herrschenden Mißstände zu erkennen. Mit diesem Hasenpanier bewaffnet, können die Herren nur diejenigen in die Flucht schlagen, die noch den naiven Glauben hegen, der deutsche Liberalismus könne sich zur Verteidigung der Wissenschaft und der Universitäten auf- raffen. Es ist vielleicht auch nur zu begrüßen, daß der Freisinn durch seine Haltung jeden Zweifel an seine Unzuverlässigkeit und Charakterlosigkeit zerstört hat. Für die deutsche Ar- beiterklasse dienten die jüngsten Vorgänge nur als neuer Beweis, wie tief die angeblichen Stätten der freien Forschung gesunken, wie sehr ihre Träger durch den Klassencharakter der heutigen Gesellschaft korrumpiert worden sind. Aus dieser Erkenntnis schöpft die Arbeiterklasse die Ueberzeugung, daß es ihr allein vorbehalten ist. die Augiasställe der heutigen offiziellen Wissenschaft reinzufegen. daß sie allein imstande ist, sie aus kapitalistisch-bureaukratischen Drillanstalten.in Stätten der freien Forschung zu verwandeln» poUtifcbe Ocbcrficbt» Berlin, den 31. Mai 1911. Vertagung des Reichstages. AuS dem Reichstag, 81. Mai. In verhältnismäßig kurzer Zeit ist heute in zwei Sitzungen der Rest der Reichstagsarbeiten erledigt und dann der Reichstag bis zum 19. Oktober vertagt worden. Eine längere Diskussion führte nur die zweite Lesung des Handelsvertrages mit Schweden herbei, da die Antisemiten, unterstützt von einigen anderen Reaktionären, einen letzten Versuch machten,- den Handelsvertrag zu hinter- treiben. Doch zeugte das, was ihre Wortführer, besonders der Abgeordnete W e r n e r- Gießen, vorbrachten, von einer Unkenntnis der Verhältnisse und Handelsinteressen, wie man ihr tatsächlich nur bei diesen parlamentarischen Vertretern des rückständigsten Kleinbürgertums begegnet. Genosse Scheidemann trat in einer humorvollen Rede den unsinnigen Behauptungen entgegen, als ob die deutschen Steinarbeiter irgend ein Interesse daran hätten, daß ein Pflastersteinzoll eingeführt würde oder daß der Handels- vertrag mit Schweden nicht zustande käme. Da die Kom- Mission ferner eine Resolution beantragt hatte, die eine Aufhebung oder doch wesentliche Erniäßigung der Beeren- scheine fordert, hatten die Sozialdemokraten ein Amen- dement etpgebracht. das die„wesentliche Ermäßigung" streichen, also die unbedingte Beseitigung der Beerenscheine bewirken will. Dieser Antrag wurde vom Genossen Kuntze- UeckeMntNde' unter Anführung skandalöser Vorkomme nisse auS seinem Wahlkreise begründet. Es ging daraus hervor, daß gerade aus den ärmsten BevölkerungS- teilen hohe Geldsummen für Beerenscheine herausgepreßt werden und daß einzelne Oberförster obendrein durch die Verweigerung von Beerenscheinen die Frauen nötigen wollen, bei den Großgrundbesitzern in Dienst zu treten. Die Agrarier suchten durch fortgesetzten Lärm diese Feststellungen zu übertönen. Natürlich wurde denn auch das sozialdemokratische Amendement abgelehnt und dann der Handelsvertrag mit den zwei Resolutionen a n> genommen. Der Präsident ließ dann eine Pause eintreten, damit die Fraktionen»sich über die Kommissionsberatung wegen deL Einführungsgesetzes zur ReichSverstche- rungsordnung beraten könnten. Nach Wiederausnahme der Sitzung gab Genosse Bebel eine Erklärung ab. daß die sozialdemokratische Fraktion nach wie vor auf dem Standpuntte stehe, daß der am Tage vorher eingebrachte Antrag Schultz ungerechtfertigt sei; die Fraktion werde deshalb auch dagegen, wie gegen das ganze Gesetz st i m m e n. Da eS aber gelungen fei, in der Kommission die besonders schädlichen Bestim- mungen aus dem Antrag herauszubringen, wolle unsere Partei der schnellen Erledigung der Angelegen- heit weiter keine Hindernisse beretten. Die Anträge wie das ganze Gesetz werden dann nach kurzer Diskussion gegen die Sozialdemokraten sowie einiger Freisinnigen und Polen angenommen. In einer zweiten Sitzung wurden dann alle noch ausstehenden Gesetze ohne Diskussion in dritter Lesung er- ledigt und dann der Reichstag unter den üblichen Förmlich- ketten bis zum 19. Oktober vertagt. Bei Ausbringung eines KaiserhochS verließen die Sozial- demokraten den Saal._ Aus der ReichsversicherungSordnungS-Kommisflon. Heute morgen wurden die von den MehrheitSpartcien für die Uebergangizeit beantragten Verschlechterungen zum Einführungs- aesetz beraten. Die Verhandlung offenbarte die Leichtfertig- reit, mit der von der Mehrheit des Reichstags im letzten Augen- blick Anträge zusammengebraut wurden, und endete mit einer Beseitigung ber Giftzähne aus den An- trägen Schultz und Genosse». Diese hatten im wesent- lichen verlangt, es sollten die Vorschriften über die der Dienst- ordnung unterstehenden Angestellten sofort in Kraft trete»! statt der Versich�rungSämter sollten, solange solche Aemtcr nicht ge- bildet sind, die unteren Verwaltungsbehörden, also der Landrat, in Junktion treten; cö sollten„unbillige" Vorschriften un- wirksam gemacht werden können und endlich sollten Angestellte. denen vor Inkrafttreten des Gesetzes gekündigt worden war, oder die ohne Küniiguna entlassen waren, nach dem 1. Januar ISIL eine nochmalige Beschlußfassung verlangen können und bis da. hin ihr Gehalt weiter beziehen. Aus das Verlangen. das tatsächliche Material vorzulegen. daS diese Vorschläge plötzlich gezeitigt habe, rückte der Ministerialdirektor EaSpar mit folgenden kläglichen Angaben heraus: ES sei ein VcrtragSformular für Angestelite neuerdings vereinbart, das u. a. vorsehe: für den Fall der Kündigung oder Entlassung sei den Angestellten eine Eni- schädigung von 20 Proz. der gesamten bisher von ihnen bezogenen GehaltSbczüße zu zahlen; Streitigkeiten über den Vertrag seien einem parteipolitisch zusammengesetzten Schiedsgericht unterworfen; IL d-m Pertrag sej auch erklärt, v«!L eiflf inner ScfÜBUßunflcn für nichtig erklärt fverSe, sollen LeShal? die übrigen Teile no' nicht hinfällig sein. Solcher Bertrag sei u. a. vom Vorstand dr. hiesigen KaufuiannSkasse nnter Widerspruch eines Teiles der Arbei: geber gutgeheißen und abgeschlossen. Außerdem sei der Regierung mitgeteilt, daß sozialdemokratische Verwaltungen„national", gesinnte Angestellte ohne Grund schleunigst entlassen wollten. Unser: Genossen Hoch, M o l k e n b u h r und Stadthagen wiesen au r Grund eingezogener Erkundigungen nach, daß ei» ähnlicher Vertrag in der Kausmannskasse wohl beraten, aber nicht abgeschlossen ist. Unwahr sei, daß die Schiedsgerichte parteipolitisch zu- sammengesetzt sein sollten. Die Vorschriften über die Folgen der Nichtigkeit einer Vorschrift entsprechen dem Bürgerlichen Gesetz- buch."Geradezu ungeheuerlich und aus der Lust gegriffen sei die Behauptung, daß Sozialdemokraten politisch andersgesinnt: Angestellte entlassen wollen. Ein solches gemeines Vorgehen könne man vielleicht Bürgerlichen gegenüber Sozialdemokraten. aber nicht umgekehrt für möglich halten. Solche Entlassung sc: überdies ein den guten Sitten ins Gesicht schlagendes und desbaln nichtiges Rechtsgeschäft. Widersprächen die etwa in irgendwelchen Verträgen uiedergelegien Vorschriften den guten Sitten, z. B. durch die Höhe einer vereinbarten Pension oder Entschädigung, so seia: solche Verträge, die ja leider die Mehrheit des Reichstages unter Widerspruch der Sozialdemokraten künftighin durch die Behörle einführen lassen wolle, zurzeit nach§ 133 B. G. B. ungülu«'. Natürlich müsse von Fall zu Fall eine Prüfung aller Verhältnisse stattfinden. Auch wenn ein Schiedsgericht etwa eine Kasse. z.u Unrecht verurteilte, würde daS zu UnrÄt Zugesprochene auf Grund der Vorschriften über die Bereicherung und der Z§ 823 und SiO B. G. B. zurückzufordern, sogar unter Umständen von den Schiede- richtern einzutreiben sein. Materiell liege also zu den in dorn Antrag Schultz gemachten Vorschlägen nicht der geringste Grund vor. Die vagen Bestimmungen in diesem Antrag(„iui billige Bedingungen") und der Ersatz der Versicherungsrichter duc.b den Landrat, also durch die Polizei, sei eine erhebliche V e:- schlechterung. Wolle man Zwischenbehörden haben, so möge man mit Arbeitern besetzte Schiedsgerichte statt der Versicherunos- ämter und das mit Arbeitern besetzte Reichsversicherungsamt simt der Oberversicherungsämter einsetzen. Daß ein mit Recht en: lassener Angestellter, gleichviel ob er national oder sozialdemokratisch gesinnt sei, wie eS der Schultzsche Antrag vorschlägt, auch daull vielleicht auf sechs Monate Gehalt beziehen solle, wenn seine tz u:- lassung später für gerechtfertigt erklärt ist, se» ein Kuriosum. T>-- nach w ü r d e z. B. e i n A n g e st e l l t e r. der i m K a s s»- lokal den Vorsitzenden beschimpft und verprügc als Belohnung noch sechs Monate Gehalt b' kommen. Der Antrag enthalte also unter dem Vorgeben, Pc- stötze gegen die guten Sitten zu beseitigen, selbst einen ganz r= heblichen Verstoß gegen das Rechtsgefühl aller anständig denkend Menschen. Der Abgeordnete I u n ck(natl.) erkannte an, dc! das Material der Regierung zu einem fBewcf für die Behauptungen eines geplanten Mi brauchSnicht ausreiche. Auch die weiteren Beanstandun,' und RechtSauSführungen der Sozialdemokraten seien durchaus l achtlich. Indessen sei doch zweckmäßig, Mihbräuche, die freilich sä nach dem bestehenden Gesetz rechtsunwirksam seien, ausdrücklich o solche zu bezeichnen. Der vage Begriff„unbillige Bedingungr' passe nicht in ein Gesetz. Ein von ihm eingebrachter Antrag bes.: unter Annahme der von den Sozialdemokratc ge st eilten Eventualanträge im wesentlichen: 1. die Ve schriften über die Anstellung der Beamten(§§ 361a, 301b, 3t Abs. 2 und 6, 868 R.-V.-O.) treten sofort in Kraft. Statt d: ReichSversicherungSamteö fungiert daS Schiedsgericht für Arbeitc Versicherung, statt des Obcrversicherungsamts das Reichsversich rungsamt oder Landesversicherungsamt. 2. Nach dem 1. Januc 1908 vorgenommene Rechtshandlungen sollen soweit rechtSunwir,: sam sein, als sie die Durchführung der Forderungen des Ei:: führungSgesetzcs vereiteln oder wesentlich erschweren oder bei ordentlichen Rechtsweg beseitigen. 3. Ein nach dem 36. Mai 10!! und vor dem Inkrafttreten der Reich« versichcrungsordnung.gelüd- digter oder entlassener Angestellter soll das Recht haben, iynechchch 11 Tagen nach dem Inkrafttreten des Gesetzes vom Kasienvdntäü.h einen erneuten Beschluß über seine Kündigung oder EntlässLäg yif verlangen. Gehalt erhält er nur, wenn seine Entlassung oder. Kündigung nicht endgültig bestätigt wird. Dieje Anträge wurden dann gegen die Stimmen der Sozialdemokraten m der Kommisstou angenonimen._ Die Feinde des Reichstags. Im Anschluß an die Mitteilung der„Grenzboten�, Fürst B ü l o w, habe eineif Plan für ein R e i ch s o b e r h a u L ausarbeiten lassen, legt die„Deutsche Taaesztg.' folgendes Geständnis ab: .In gewissem Maße asso kann man den Behauptungen der „Grenzdoten" wenigstens die Wahrscheinlichkeit nicht absprechen; und eS ist vielleicht zweckmäßig, bei Gelegenheit dieser von liberaler Seite ausgehenden Darlegungen einmal mit voller Deuilichkeit das auszusprechen, was andeutungö» weise schon oft genug gesagt worden ist: daß w der begründeten Besllrchtung eines Hintreiben» zum Parlamentarismus der entscheidende Grund für die Anhänger der BiSmarckschen Staatsauffossung gelegen hat, dem Fürsten B ü l o w die weitere Gefolgschaft und Unterstützung zu verweigern. Dabei erscheint auch der Hinweis zweck- mäßig, daß die Einführung der direkten ReichSerdschaftS- st e u e r einen Grundstein au« dem Gebäude de« Reichs- föderalismu» herausgerissen hätte, der ohne Zweifel auch ein starkes monarchisches Gewicht in unserem VerfassungS- leben bildet." Nun war sicher der entscheidende Grund zum Sturze BülowS daS Portemonnaie-Jntereffe der Junker. Immerhin hat die Feindschaft gegen den Parla- ni e n t a r i S m u S bei den Reaktionären mitgewirkt. Interessant ist auch, wie die„Deutsche Tageszeitung" jetzt als selbstverständlich zugibt, daß die Konservativen den Fürsten Bülow aus Parteiinteresse gestürzt haben. Sie haben sich ohne weiteres des parlamentarischen Mittels bedient, um dem angeblich drohenden parlamentarischen System— angeblich. denn in Wirklichkeit wollte Bülow nicht das parlamentarische Regierungssystem, sondern den bureaukratijchen Absolutismus — den Garaus zu machen._ PofltivitlS. Bei der Wstimmung über die schmähliche Reich S- v e r s i ch e r u n a S o r d n u n g hat sich bekanntlich auch der größte Teil der F o r t s ch r i t t S p a r t e i dem EntrechtunaS- block angeschlossen. Das„Berl. Tagebl." bemerkt dazu: »Wir verkennen nicht, daß selbst die«einen Fortschritte der Vorlage in der Agitation von den Mchrheitspatteien gegen die ab» lehnenden Parteien ausgebeutet werden konnien. Aber eme Politik/ die nur mit den TageSnöten der Wahlagitation rechnet, scheint uns nicht d,e richtige zusein. Man täusche sich nicht darüber. daß eine großzügigeund grundsätzliche Bekämpfmig unvollkvinmenerund mißratener Gesetzedauerndnichtohne Wirkung aus die Massen bleibt. Die Sozialdemokratie verdankt ihren Rückhalt im Volke nicht zum mindesten jener zähen Oppo» sition. mit der inan nur dann brechen soll, wenn ein wirklich brauchbares Gesetz dargeboten wird. So sehr darum das geschlossene Eintreten des entschiedenen Libera« lismuS für PaS elsaß-lothringische VersassungSgesetz zu begrüßen war. so sehr bedauern wir. daß bei der ReichSversicherungsordmma die Forlschrittliche Volkspartei nicht zu einem einmütigen ab» lehnenden Votum gekommen ist. Nur zehn Abgeordnete von ,hr stimmten mit.Rein", und es ist wohl richtig, die Namen der .zehn Aufrechten" hier folgen zu lassen. E« sind dies: Dr. Dohr». Fegter, Gothein. Hoffmeister, Man,. Mommsen, Dl- Botthoff, Schräder. Dr. Stengel und Albert Träger. Neven den Herren PachnlS«. Eickhoff usw, die sich immer, einem Zuge ihre-Z Herzens folgend, gern zu der Reckten gesellen, haben leider auch Friedrich Raumann und einige andere, sonst weniger schivachmiitige Abgeordnete sich dem schwarz-blauen Block und den Nationalliberalen angeschlossen. Auf die Motive, denen diese Herren gefolgt sein mögen, wollen wir nicht eingehen; dag diese Molive immer ganz sachlicher Natur gewesen sein sollten, ist ziemlich a u sg e s ch l o s sen. da die fort- schvittlichen Abgeordneten in der Diskussion das Gesetz ja mit erfreulicher Energie bekämpft hatten. In jedem Falle aber haben die vierundzwanzig Forlschrittler dem schwarz- blauen Block seine Position wesentlich erleichtert. Wie soll man auf die skandalösen, antisozialen. volksfeindlichen Bestimmungen, welches dieses Machwerk einer Reich-Zversicherungsordnung enthält, noch hinweisen, ivie soll man diese Attentate gegen die Volksgesundheit und diese Eingriffe in die Selbstverwaltung noch brand- marlen, wenn man die Antwort erwarten muh.„ganz schön, aber vierundzwanzig Abgeordnete der Fortschrittlichen Volkspartei haben ja auch für das Gesetz gestimmt"? Die Fortschrittliche Eolkspartei, die i» der letzten Zeil ini allgemeinen glücklich operierte, hat gestern einen unglücklichen Tag gehabt I" Noch deutlicher schreibt die„Berk. VolkSztg.": .Das traurige Versicherungsgesetz ist unter Dach und Fach ge- bracht. Dies« Spottgeburt, zusammengeleimt aus bureaukratilcher Kiiebelwnt gegen die freie Selbstverwaltung und aus agrarischer Schamlosigkeit in der Abwälzung sozialer Pflichten, kennzeichnet in jeder Zeile den Geist der V o l k S f e i n d li ch k c i t, der aus allen parlamentarischen Sünden des schwarzblauen Blocks spricht. Eine Schmach für das Deutsche Reich hat man im Parlament selbst die Nichtherobsetznng der Altersgrenze von 70 aus 05 Jahre genannt; eine Schmach ist serner die Herabsetzung der Wöchnerinnenunterstützung von acht auf vier Wochen auf dem Lande. Die agrarische Scham- und Gewissenlosigkeit hat sich bei dieser Be- ftimmung ohne jedes Feigeliblatt gezeigt. Alles das hätte jeden liberalen und jeden sozial denkenden Mann veranlassen müssen, diesem Gesetz seine Zustimmung zu v e r- sagen. Er hätte dem schwarzblancn Block rein und unverkürzt den traurigen Ruhm lassen müssen, diese Karikatur eines sozialen Gesetzes allein verbrochen zu haben. Statt dessen haben sich nicht bloh Nationalliberale gefunden, die diesem sozialen Wechsel- balg ihren Segen gegeben haben. Auch ein Teil der Fort- s ch r i t t« p a r t e i hat so viel politische Kurzsichtigkeit und Ge- schmacklosigleit und einen solchen Mangel an sozialem Willen be- iviesen. dah er es über sich gewann, dem schwarzblauen Block Be- spanndienste zu leisten. Als sich die Fortschrittspartei auf den Trümmern der drei ver- schiedenen liberalen Parteien neu ausbaute, haben wir mit unserem Urteil über fie zurückgehalten. Wir meinten, die neue Partei habe daS Recht, nach ihren neuen Taten beurteilt zu werden. Jetzt liegt eine so eklatante Tal vor, daß eS eine Sünde am liberalen Gedanken wäre, zu dieser Tat zu schweigen. Dah es in der Fraktion dieser Partei nur 10 Mann gegeben hat. die die Forderung der Siunde richtig begriffen und danach gehandelt hoben, zeigt einen so betrübenden Tiefstand politischer Einsicht und sozialen Empfindens in der Fraktion dieser Partei an, dah kein Wort deS Tadels und der Abwehr gegen den Geist, der aus dieser beschämenden Tatsache spricht, scharf genug ist." Zu diesen Urteilen wäre nur noch hinzuzufügen, dast die Schuld der Fortschrittler nicht erst bei dieser Ab- ftimmung zutage tritt. An der verlogenen Hetze gegen die Xlrankenkasscn, an der gewissenlosen Stimmungsmache, die dem Entrechtungsblock sein niederträchtiges Vergewaltlgungswerk so sehr erleichtert hat, haben sich nicht zuletzt einige Fort- schrittler— mit dem Dr. M u g d a n, dem Kronzeugen der „Deutschen Tageszeitung", an der Spitze— hervorragend betätigt. Die Abstimmung der Fortschrittspartei ist nur das logische Ende eines unrühmlichen Anfangs gewesen. Hege« die lvcrpfaffung der Fortbildungsschule» wendet sich in bemerkenswerter Weise im„Tag" Dr. O tto K n ö r k. Direktor der kaufmännischen Schulen in Berlin. Er sagt u. a.: .lkonservativ-klerikale Kurzfichtigkeit gegenüber den Forde- rungen der Zeit sucht hier ein Werk zustande zu bringen, da» die auch im ganzen Auslände gerühnite deutsche Fach- und Fort» bitdung auf ein bedauernswertes Niveau herab- drückt und der preuhifchen und deutschen Volkswirtschaft schwere Wunden schlägt. Denn die Einführung des R e l i�j i o n S- Unterrichts in die Fach« und Fortbildungsschulen nimmt diesen BildungSanstolten wieder den in folgerichtiger Entwickelung erworbenen beruflichen und fachlichen Charakter und drückt ihnen von neuem den Stempel der längst über» Wunden«» Wiederholungö» und Sonntagsschule auf, die auhcr auf Lesen, Schreiben und Rechnen den Haupt- wert aus die religiöse Gesinnung ihrer Zöglinge richtete. Seitdem aber haben sich die gesamten wirtschaftlichen. sozialen und religiösen Verhältnisse vollständig verändert. Die geplante Einführung deS Religionsunterrichts in diese BildungSanstalien übt auf Lernende. Lebrende und Arbeitgeber die gleichen ungünstigen Folgen aus, ohne irgendwelche nennenswerte Ergeb- nisse zu erzielen. Die Fach- und Fortbildungsschullehrer und ihre Leiter steven einmütig der geplanten Neuregelung nicht nur mit Gleichgültigkeit, sondern geradezu mit Feindseligkeit gegenüber. Denn einerseits läht sich ihre eigene GeisteSrichning nicht mit Gewalt um Jahrhunderte zurück- schrauben, onderetseiiS sehen sie den wegen der geringen Stunden- zahl ohnehin schon für die wichtigen beruflichen Fächer beschränkten Lehrplan durch das neue Fach als noch mehr eingeengt an. WaS soll dabei herauskommen, wenn sie selber diesen Unterricht mit dem gröstten innere» Widerwillen erteilen, oder wenn aar Geistlich» aller Schattierungen den Schülern, die sie gar nickt genauer kennen lernen, wöchentlich eine Mehr» predigr halten?" Wir haben diese, l Auslassungen eines Fachmannes nichts hinzuzufügen._ Von der Landratsdespotie. Im östlichen Holstein liegt an der Ostsee da« kleine Städtchen Neustadt, wo wir eine kleine, aber rührige Parteiorganisation haben. Die Genossen suchte» zum l. Mai bei der Polizeibehörde um die Genehmigung elneö Maifestzuge» nach; das Gesuch wurde jedoch abgelehnt. Der Vorsitzende der Parteiorganisation beschwerte sich dann beim Landrat, und dieser hat jetzt die Begründung für das Verbot gegeben. Der Herr Landrat. Springer ist sein Name, hält daS Verbot des Festzuge« für gerechtfertigt, weil nach seiner Ansicht ganz Neustadt zu Gewalttätigkeiten neigt: die bürgerlichen Elemente, die Arbeiterschaft und der Genosse. der den Festzug veranstalten wollte. Man höre aus der Begründung solgenveS„schmeichelhafte" Kompliment für daS Neustädter Bürgertum: „Eine solche Gefahr iGefahr für die öffentliche Sicherheit) hat die Polizeiverwaltung dem geplanten Umzüge gegenüber mit Recht als gegeben angenommen. Denn wenn sie die Besorgnis einer solchen Gefahr ans der Erwägung herleitet, dah der geplante Um- zug sich wie alle Maifcierkundgebungen der Sozialdemokraiie als Demonstration gegen die heutige staatliche und wirischaftli907 mit 33317 Stimmen gegen den Genossen Brimpe gewählt, der 25233 Stimmen erhielt._ Oefterrdch-Öiiganf. Die Militär„reform". Achtzehn Jahre nach Deutschland, zehn nach Frankreich und zwei Jahre selbst nach Italien soll nun die zweijährige Dienstzeit eingeführt werden. Aber nur für die Infanterie und Fuß. artillerie. Die Marine soll vier Jahre, die reitenden Truppen drei Jahre weiterdienen. Alle Unteroffiziere vom Korporal auf- wärts müssen auch bei den Fußtruppen drei Jahre dienen. Und damit sich nicht infolgedessen die Begeisterung für da» Unter- offizierwerden vermindere, werden so viele Mannschaften noch über zwei Jahre hinaus behalten, als der Gesamtzahl der Unter- offiziere entspricht— daß wird bei der Infanterie nahezu ein Drittel bedeuten, bei der Artillerie noch mehr. Während jetzt die Begünstigung der mit a ch t w ö ch i g e r Dienstzeit in der Ersatz. rcserve(die in Oesterreich zur Ausbildung und zu Waffen» Übungen herangezogen wird) tvahlloS nach der Losnummer verteilt wird, soll sie in Zukunft, unter Berücksichtigung der landwirtschast» lichen und bürgerlichen ErwerbSverhältnisse, also zu einer Be- gimstigung für das Gewerbe und die Agrarier.ausgestaltet" So» der Entwickelung der Parteipresse. Die„VolkSwacht* in Bielefeld steht vor einem umfangreichen Erweiterungsbau. Schon längst nicht mehr genügen Druckereieinrichtung bezw. acht- fettige RotationSmaschin«. Druckerei« und Setzereiräume werden um da» Doppelte vergrößert und eine moderne ZwillingSrotationS- Maschine wird ausgestellt. Im Erdgeschoß werden die Geschäft»- räume, Buchhandlungsladen, Dnickerei und Buckbinderei untergebracht; im ersten Stock Zeitung«- und Akzidenzsetzerei und Stereotypie; im zweiten Stock werden die RedaktionSräum« er» wettert und Konferenzzimmer und Bureauräume eingerichtet. Außer» dem sind da drei Wohnungen und im Dachgeschoß ebenfall« Woh- »ungen, Badeeinrichtungen und AufbewahruitgSräume vorgesehen. Der Bau soll bi« zun, Herbst fertiggestellt sein, um den erhöhten Anforderungen, die die Wahlagitation zur ReichStagSwahl an die Parteidnickerei stellt, nachkommen zu können. Dt«„Volksmacht" er» scheint zurzeit in einer Auflage von 1b 500 Exemplaren. polizeiliches, Ocnchtitdus usw. Die Folgen einer Krankenkassen-Hetz». Wegen Beleidigung des Berichterstatters der„Leipziger SolkSzeitung". de» Genossen«reffin, wurde der Chef» redakteur der„Leipziger Neuesten Nachrichten", Dr. Grauthoff. zu 100 M. Geldstrafe verurteilt. Im vorigen Jahre hatte Grauthoff in seinem Blatte eine Hetze gegen die Leitung der Leipziger Ortskrankenkasse inszeniert und war daraus von dem Vorsitzenden der OrtSkrankenkasse P o l l S tl d e r wegen Beleidigung verklagt worden. Grauthoff wurde zu 300 M. verurteilt, legte aber gegen da» Urteil Berufung ein. vor dem Landgericht erklärte Grauthoff, daß er den Beweis für die von ihm gerügten Mißstände nicht führen wolle. Der Bericht über die Verhandlung, der in der„Leipziger VulkSzeitung" veröffentlicht wurde, soll nun nach GrauthoffS Behauptungen eine bewußte und dreiste Fälschung deS geschlossenen Vergleichs enthalten haben. Pollender erließ darauf eine geharnischte Erklärung gegen Grauthoff, die Pollender eine Geldsiras» von 3Ü0 Mark eintrug. Genosse Kressin verklagte Grauthoff; Grauthoff erhob Widerklage und behauptete. Kressin sei Verfasser eine« gegen ihn gerichteten Artikels. Zum Beweise für diese Behauptung ließ Grauthoff den Genossen Herr« als Zeugen laden. Genosse Herre lehnte den ihm zugemuteten Verrat des Redaktions- gebeiinnisses ab und verweigerte sein Zeugnis. Darauf erklärte Grauthoff, er wolle auf daS Zeugnis verzichten und zog seine Widerklage zurück. Außerdem erklärte er,»r habe nicht den Genossen Kressin treffen wollen, sondern er habe die Lei- tung der„Leipziger VolkSztg." gemeint. Kressin komme nur als Zeuge für die von der Redatiioi, vorgenommene Fälichnng in Frage. Trotz solcher Ausflüchte crlannte das Gericht auf 100 M. Geldstrafe. In dem Urteil wird ausdrücklich hervorgehoben, daß der von der „Leipziger VolkSztg." veröffentlicht« Bericht wahrheitsgemäß gewesen > sei. wahrend Grauthoff in dem von ihm selbst»«faßten Berich! s einen ganzen Passu» de« Vergleich«.vergessen' habe. GcwevkrchaftUcbea* Sine zweite belgifcbc 8tu«iienkommisfion besuchte Deutschland vom 21. bis 28. Mai, um die Organi- sationen und Institutionen der politischen und gewerkschaft- lichen Arbeiterbewegung Deutschlands kennen zu lernen. Dieser belgischen Studienkommission, die wieder unter der Fichrung des Genossen Hendrik d e Man stand, bestand aus 17 Personen, unter denen sich diesmal 4 Parteifunktionäre befanden, darunter das Parteivorstandsmitglied Genosse Brouck6re. Da außer vier Metallarbeitern und zwei Textilarbeitern die Bergarbeiter mit sieben Delegierten ver- treten waren, so machten diese auf der Herreise nach Berlin zunächst einen Abstecher nach Bochum, um dort das eigene Verwaltungsgebäude des Bergarbeiterverbandes und dessen Einrichtungen zu besichtigen. In den sechs Tagen Berliner Aufenthalts wurde dasselbe umfangreiche Arbeitspensum erledigt, wie es die erste bei- gische Kommission erledigt hat: auch in der Art des Arran- gemenis waren wenig Aenderungen getroffen. Nur, daß unsere belgischen Freunde diesmal das Innere des Reichstags- gebäudes besichtigen konnten und am gleichen Tage nach- mittags lHimmelfahrtstag) eine kleine körperliche Erholung auf einem Ausfluge in Berlins Umgebung genossen. Sonst wurden die Einrichtungen der Generalkommission, des Zentralarbeitersekretariats, der Berliner Gewerkschasts- kommission und des Arbeitersekretariats besichtigt, worauf ein Rundgang durch das Gewerkschaftshaus und die Herberge folgte. Montag abend vereinigte unsere belgischen Freunde mit Vertretern der Gewerkschaften und der Partei ein ge- mütliches Beisammensein. Besichtigungen der �entralver- waltung des Holzarbeiterverbandes und dessen Berliner Lokal- Verwaltung, der Lokalverwaltung des Metallarbeiterver- bandes, der Zentralverwaltung des Textilarbeiterverbandes, der Arbeiterwohlfahrts-Ausstellung, des Jugendheims,� der Heimannschen Bibliothek und Lesehalle, des paritätischen Arbeitsnachweises und der Parteiinstitutionen folgten an den anderen Tagen. Während nach einem Vortrage des Genossen Legten über die Grundlagen und die Entwickelung der deutschen Gewerkschaftsbewegung in nachfolgender zweistündiger Tis- kussion besonders die belgischen Gewerkschaftsvertreter zahl- reiche Auskünfte verlangten, interessierte sich Genosse Broucksre vom belgischen Parteivorstand besonders für die Organisation und Institution der Partei, die Genosse Müller vom Parteivorstand in einem in der Parteischule gehaltenen Referate in anschaulicher Weise zum Vortrag brachte. Be- sonders eingehend waren auch die Informationen, die die Belgier in den musterhaft eingerichteten Verbandsräumen der Zentralbureaus der Holzarbeiter durch den Zentralvorsitzenden Leipart über die organisatorischen Einrichtungen des Holzarbeiterverbandes erhielten. Und nicht wenig Eindruck vom Umfang der deutschen Gewerkschaftsbewegung dürfte die Einrichtung der Lokalverwaltung der über 70 000 Mitglieder zählenden Berliner Zahlstelle des Metallarbeiterverbandes gemacht haben, die ihnen Cohen erklärte. Mit Eindrücken, Notizen und Material reich beladen, nahmen unsere belgischen Freunde am Sonnabend von uns Abschied, mit dem beiderseitigen Gelöbnis weiterer guter internationaler Kameradschaft und dem Versprechen der Bel- gier, im Sinne der musterhaften Institutionen der deutschen Partei, und Gewerkschaftsorganisatroneu.mld deren straffeÄr- ganisationen in ihrer Heimat zu wirken. Wie wir hörten, werden die belgischen Genossen ihre Studien und Erfahrungen über die deutsche Arbeiterbewegung in einer Broschüre niederlegen, die demnächst erscheinen wird und den belgischen Geiverkschaften zugestellt werden soll. Ende Juli wird eine Vertretung der französischen Ge- werkschaften den belgischen Delegationen folgen, um Deutsch- land zu dem gleichen Zwecke einen Besuch abzustatten. Berlin und dmgegend. Der Streik in den Eisenkonstruktionsbetrieben. In voller Zahl versammelten sich die Streikenden am Mitt- Wochvormittag in den„Pharussälen",. um den Bericht des Streik- leiterS Maus über die Situation zu hören. Tie Anstrengungen der Unternehmer, Arbeitswillige heranzuziehen, sind teilweise von Erfolg begleitet. Aber dieser Erfolg beeinflußte die Situation nicht ungünstig, denn die gewonnenen Arbeitskräfte sind von einem so fragwürdigen Werte, daß es nirgends gelingt, die Ar- beiten in Gang zu bringen. Alle großen Arbeiten ruhen, und doch kosten die Arbeitswilligen den Unternehmern ein schweres Stück Geld. Zu der Firma D e l l s ch a u wurden diese Leute— dreißig Mann an der Zahl— in zwei Kremsern gefahren, die wie zu einer Landpartie ausgeputzt waren. Die Firma Stein, Lehmann u. Co. läßt sich die Arbeitswilligen in zwei bestellten Wagen der Großen Berliner Straßenbahn täglich kommen. Die Firma Steffens u. Nolle hat sich geneigt gezeigt, mit den Platz. arbeitern zu verhandeln, woraus zu erkennen ist, daß die Firma auch für die Platzarbeiter nur sehr ungenügenden Ersatz gefunden hat.— Alle Versuche, Arbeiten an andere Firmen abzugeben, werden überwacht und jede Streikarbeit wird zurückgewiesen. Mit den Bauarbeitern haben die Streikenden größere Schwierigkeiten, als sie zuerst erwartet hatten. Erneut appellieren sie mit allem Nachdruck und Ernst an das Solidaritätsgefühl der Arbeiter auf den Bauten; sie verlangen als streikende Arbeirer Entgegenkommen und Förderung in ihrem Kampfe gegen die Unternehmer. Maus betonte dies besonders, begleitet von der Zustimmung der Versammelten. Wieder wurden lebhafte Klagen erhoben über das Vorgehen der Behörden gegen die Streikenden. Während vor manchen Be- trieben die Streikposten nicht gestört werden und alles in Ruhe und Frieden vor sich geht, ist vor anderen Betrieben um�so mehr Grund zu Klagen vorhanden, besonders aber in X e m p elho f. Mehrere Streikposten berichteten, daß sie beschimpft und sogar tär- lich beleidigt wurden von den Gendarmen, die dort Dienst hatten. Gegen diese Beamten soll Beschwerde geführt werden.— Unge- achtet aller Schwierigkeiten sind die Streikenden zum festen Aus- harren entschlossen, ihre Reihen stehen fest und sind noch nirgends wankend geworden, von ganz vereinzelten Ausnahmen abgesehen. Dagegen drängt in allen zehn Betrieben, besonders auf den zahl- reichen Bauten, die Arbeit, so daß nicht anzunehmen ist, daß der gegenwärtige Stand der Dinge von langer Dauer sein kann. «* Die Mitteilungen, daß trotz der gewonnenen Streikbrecher did großen Arbeiten vollständig ruhen, wird durch eine Bekanntmachung der betreffenden Firmen bestätigt. In derselben wird den Arbeitern wie üblich die Schuld an den gescheiterten Verhandlungen zu- geschoben und der Kundschaft erklärt, daß vom 2. Juni ab sämtliche Lieferungen eingestellt werden. Der Berliner Bäckerstreik. Auch der gestrige Tag brachte weitere Erfolge. Es bewilligten 101 Betriebe mit 143 Bäckern, 7 Konditoren und 23 Lehrlingen. Reueingestellt wurden außerdem 51 Bäcker. Insgesamt haben bis jetzt bewilligt 2157 Bäckereien mit 4287 Bäckern. 295 Konditoren und 552 Lehrlingen. Demnach arbeiten jetzt außer den Lehrlingen 4532 Bäcker- und Konditorge Hilfen zu den neuen Perantw. Redakteur: Albert Wachs, Berlin. Inseratenteil verantw.; Bedingungen.— Die Liste der Streikenden, die gestern noch 837 zählte sim gestrigen Bericht ist die Zahl der Streikenden mit der Zahl der in Arbeit Getretenen verwechselt), hat sich um 201, die in Betrieben mit geregelten Arbeitsbedingungen Arbeit genommen haben, vermindert. Es sind also nur noch 636 Streikende vorhanden. So groß Pflegt in normalen Zeiten auch die Zabl der Arbeitslosen in Berlin zu sein. Demnach könnte der Kanipf als für die Arbeiter vollständig gewonnen gelten. Der Streik wird aber noch nicht aufgehoben, weil sicher darauf zu rechnen ist, daß in den nächsten Tagen eine Anzahl von Bäckermeistern, welche die vor dem Streik bei ihnen beschäftigt gewesenen Gesellen wieder haben wollen, die Forderungen be- willigen werde». 133 Händler holten fish gestern Plakate und Legitimationskarten, so daß jetzt 1118 Händler Ausweise dafür besitzen, daß sie nur solche Ware feilhalten, die in geregelten Betrieben hergestellt ist. Die Spandauer Bäckergesellen hatten sich dem Streik nicht voll- zählig angeschlossen, weil ihnen die dortigen Meister den Abschluß eines Tarifs mit dem Verbände in Ausficht stellten. Daraus ist jedoch nichts geworden. Die Verhandlungen hatten keinen Erfolg. Deshalb haben die Spandauer Bäckergesellen am Dienstag mit 53 gegen 4 Stimmen den Streik beschlossen und die Arbeit nieder- gelegt. Die Bäckermeister haben dem Aufruf ihrer Führer, am DienS- tag in den Volksversammlungen ihren Standpunkt zu vertreten, nicht Folge geleistet. In keiner einzigen Versammlung bemerkte man einen Bäckermeister. Selbst der Führer im Kampf, Ober- meister Schmidt, sowie die stbrigen Jnnungshäupler glänzten durch Abwesenheit. Offenbar hielten sie es für nutzlos, für ihre völlig verlorene Sache öffentlich einzutreten. Buben st ück eines Gelben. In der Nacht vom Montag zum Dienstag standen am geöffneten Fenster der Bäckerei von Papst in der Bandelstraße Kuchenwaren zum Abkühlen. Da lenkte jemand von draußen einen Strahl Urin auf die Ware l Der Schweinigel wurde durch einen Schutzmann festgenommen. Zur größten Ueberraschung des Meisters Papst, der dem Jnnungsvorstande angehört, wurde der Bube als der Bäcker- geselle Schmiegert, Mitglied des gelben Bundes, erkannt.— Warum mag dieser.meistertreue Geselle" an der Ware eines JnnungS- Vorstandsmitgliedes die ekelhafte Schmutzerei verübt haben? Es gibt dafür nur eine Erklärung: Bei Papst arbeiten nur Verbandsmitglieder. Diesen wollte der Bube wohl einen Streich spielen, indem er durch seine Schmutzerei die Ware verdarb.— Eine ekel- hafte Frucht gelber Agitationsarbeit. Achtung, Bauarbeiter Z ES wird hierdurch nochmals darauf auf- merksam gemacht, daß der Bettieb der Jalousiefabrik von Heinrich F r e e s e, Nieder-Schönhausen, Blankenburger Sttaße 34, immer noch gesperrt ist und bleibt, bis Herr Freese seinen Arbeitern das ihnen zustehende Koalitionsrecht einräumt. Ferner sei mitgeteilt, daß Herr Freese einen unserer Kollegen auf die Anklagebank brachte wegen Vergehens gegen§K 240—43 deS St.-G.-B. Aber die Anklage brach in sich zusammen und das Ber- 'ahre» endete mit Freispruch. Des weiteren machen wir noch samt- liche Bauarbeiter darauf aufmerksam, daß von der Branche der Jalousicarbeiter Kontrollkarten ausgegeben sind. Dieselben sind aus grauem Leinenpapier und tragen die Aufschrift:.Deutscher Holz- arbeiter-Verband. Zahlstelle Berlin. Kontroll-Karte", sowie den Bcanchenstempel. Auf der Innenseite befinden sich die Buchnummer owie die genaue Adresse des Inhabers, sowie die Stempel des laufenden MonatS......______ Wir ersuchen daher alle auf dem Bau Beschäftigten, jeden Jalousiearbeiter nach dieser Kontrollkarte zu fragen. _ Die Branchenkommission. An die organisierte Arbeiterschaft Grosi-B erlins! Den Arbitern zur Ausklärung, daß der Deutsche Portier-Verband als keine moderne Organisation anerkannt werden kann, da derselbe weder der Gewerkschaftslommission noch der Generalkommission der Gewerkschaften Deutschlands angeschlosien ist. Als Borsitzender dieser Vereinigung fungiert ein in Wilmersdorf wohnender Zigarren- Engros-Händler. Die GewerlschastSgenoflen werden daher ersucht, sofern sie mit Fahrstuhlführern oder Portiers in Berührung kommen, dieselben auf ihre Berufsorganisation, den Deutschen Transport- arbeiter-Verband, aufmerksam zu machen. Die Brauchenleitung der Fahrstuhlführer und Portiers des Deutschen TranSportarbeiter-BerbandeS. Oeutlches Reich. Zur Formerbewegung im Pommersch en Industriegebiet- Nachdem die Forderungen dem Berein der Eisenwerke Pommerns und der Mark sowie den 28 Firmen eingereicht waren, hat der ge- nannte Berein den Bezirksleitern des MetallarbeiterverbandeS und des Gewerkvereins(Hirsch-Duncker) schriftlich mitgeteilt, daß er zu Verhandlungen mit den Organisationsvertretcrn bereit sei. Diese Verhandlungen haben am Dienstag, den 23. Mai, stattgefunden, ohne ein endgültiges Resultat zu zeiligen. Es sollte am 30. Mai weiter verhandelt werden. Kurz vorher aber wurde den OrganisationSverlretern mitgeteilt, daß nicht vor dem 1. Juli ver- handelt werden könne. Diese Verzögerung der ohnehin schon zu lange sich hinziehenden Verhandlungen faßten die Arbeiter als Ver- schlcppungstaltik der Unternehmer auf, und es wurde nunmehr be- schlössen, dort, wo eine Kündigung besteht, das Arbeitsverhältnis zu kündigen. Das ist in drei Orten mit zirka 1290 Arbeiter der Fall. Die Kündigung erfolgt am Montag und zwar, soweit bis jetzt zu übersehen ist, in voller Einmütigkeit. Inzwischen ist mit zwei Firmen, die dem Verein der Eisenwerke nicht angehören, verhandelt worden. Eine Firma hat die allge in einen Arbeitsbedingungen vollkommen nach dem Vorschlage der Organisation ange- n o m m e ii, auch nennenswerte Erhöhungen der Akkordpreise be- willigt. Die Verhandlungen mit der zweiten Firma schweben noch. — Durch die Bewilligung der Forderungen von der einen Firma ist der Beweis erbracht, daß die Forderungen durchaus zu erfüllen sind, und damit fallen die Argumente der Unternehmer von den un- erfüllbaren Forderungen der Arbeiter in sich zusammen. Es mutz nunmehr abgewartet werden, ob die Unternehmer bei der Fortsetzung der Verhandlungen den Arbeitern genügend entgegenkommen, um den Frieden aufrecht zu erhalten. Streik auf der Grube„Stadt Görlitz" in Kohlfurt. Schon vor einigen Wochen hatten die Arbeiter dieser Grube an die Verwaltung das Ersuchen gerichtet, die bis auf den tiefsten Stand herabgesnnkeiien Löhne um ein paar Pfennige aufzubessern. Löhne von 3 M.. 2,50 M.. 2 M. und niedriger waren keine Selten- heit. Aber auch die Behandlung der Arbeiter durch einige Beamte und den Direktor war unerträglich geworden: sogar Schläge wurden den Arbeitern angeboten. Statt nun diese unerhörten Vorgänge und die niedrigen Löhne aus der Welt zu schaffen, ging der Herr Direktor dazu über, die gesamte Orlsverwaltuiig des Bergarbeiter- Verbandes sowie den Knappfchastsältesten unter Konttaktbruch sofort zu entlassen.� Die sechs Schichten Kontrnktbruch wurden den Eni- lassenen natürlich gezahlt. Auf diese Provokation erfolgte nun am Dienstag die Arbeitscinstellimg. C-inigen ausländischen Arbeitern wurde der verdiente Lohn und die Arbeitspapiere ciubehalten. Auf eine Anfrage der betreffenden Arbeiler. warum das geschehe, soll der Herr Direktor erwidert haben, wenn diese Ausländer nicht arbeilen wollten, wurde erste einfach mit der Polizei über die Grenze bringen Zh. Glocke. Berlin. Druck u. Verlag: Vorwärts Buchdr.u, Verlagsanstals' lasten. Der Vertreter deZ BergarveitervervanbeS. Genosse Sötte, versuchte für die österreichischen Kameraden die Papiere und da? Geld zu erlangen; er frug zu diesem Zwecke telephonisch beim Herrn Direktor an. Aber da kam er schön an; es wurde ihm in derben Ausdrücken bedeutet, daß ihm das nichts anginge usw. Auf denselben Stand- Punkt lvie der Herr Direktor stellt sich nun auch die königk. Bergbehörde. Der Herr Bergrai aus Görlitz, der sich zur Untersuchung eines Un- falleö aus der Grube„Stadt Görlitz" befand, gab auf Aufrage dem Genossen Götte dieselbe Antwort. Es schien fast, als ob der Herr die Antwort vom Herrn Direktor H i ck e t i e r übernommen habe. DaS österreichische Konsulat in Breslau beschäftigt sich mittlerweile mit der Angelegenheit. Da die Grube der Stadt Görlitz gehört, werden die Arbeiterverlreter bei der eisten sich bielenden Gelegenheit' im Stadtverordnetenkollegium schon ein ernstes Wort zu reden wissen._ Konkurrenz im Strcikbrechervermittclungsgewerbe. In Hamburg hat sich anscheinend eine neue Streilbrecher- vermiltelungsfirma etabliert, die in bekannter Weise durch Prospekte ihre Ware anbietet und die Unternehmer bittet,„ihr junges Unter- nehmen gütigst unterstützen zu wollen". Karl Blankenburg heißt der neue Seelenverkäufer, der in Hamburg, Humboldtstr. 155, wohnt. Großmäulig verspricht er. innerhalb sechs Tagen un- organisierte Leute jeder Branche, Schlosser, Dreher, Former, Tischler, Sattler usw. liefern zu können. Diese Firma läßt es aber nicht bei der einfachen Geschäfts» reklame durch Prospekte bewenden, sondern sie merkt auf, wo ein Streik ist und bietet den Unternehmern dann ihre Ware besonders an. So ist der Arbeitgeberverband für die Steinindustrie in Gommern, wo die Steinarbeiter sich gegenwärtig im Ausstande be- finden, mit einem Anschreiben dieser Firma behelligt worden. Als Bedingung für die Lieferung der lebenden Ware normiert die Firma: „Die Permittelungsgebühr beträgt 6 M. pro Mann und ist nach Eintreffen der Leute zahlbar. Reise zum Bestimmungsort so- wie Zehrgeld während der Fahrt gehl zu Lasten der austrag- gebenden Firma und muß vor Abfahrt der Leute eingezahlt werden. Bei Ankunft der Leute ist, um unnötiger Belästigung aus dem Wege zu gehen, für genügenden Polizeischutz zu sorgen. Die Leute erhalten freie Unterkunft und Verpflegung in den am Arbeitsplatz befindlichen Räumlichkeiten." Diese neue Firma tritt also in„unlautere" Konkurrenz mit der „weltbekannten" Streikörechervermittelungsfirma Witwe Müller in Hamburg. Hoffeiirlich ist die Qualität der von ihr gelieferten Ware eine beffere als die von Müller gelieferte, denn von den in den Herbergen zusammengelesenen Arbeitswilligen bekommen die be- drängten Unternehmer nachgerade doch ein Grauen. Aber die Kon- kurrenz aus dem Felde zu schlagen, wird schwer halten. Der Kampf im Hamburger Holzgewerbe wird von beiden Seiten mit Erbitterung weitergeführt. Die Unternehmer inserieren immer noch in ganz Deutschland nach Arbeitswilligen und einige Unternehmer bemühen sich sogar per- sönlich in Berlin und anderen Großstädten um Arbeitswillige. Die Rausreitzer, die bisher nach Hamburg geschleppt wurden, sind den Unternehmern zu gönnen; einen nennenswerten Einfluß aus chen Gang des Kampfes können diese Leute nicht ausüben. Größere Streikbrechertrupps konnten in der letzten Zeit nicht mehr nach Hamburg gebracht werden; dagegen finden sich immer noch ein- zelno Leute ein, die aber zum größten Teil wieder abgeschoben werden, konnten. Zum SO. Mai hatte der Gewerbegerichtsvorsitzende Dr. B o y s e n Vertreter der streitenden Parteien zu einer Besprechung nach dem Gewerbegericht geladen. Der Arbeitgebcrschutzverband teilte ihm jedoch mit, drß er weitere Verhandlungen ablehne und darum keine Vertreter senden werde. In der Versammlung der Unternehmer wurde mitgeteilt, daß der Schutzverband Kommissionen eingesetzt habe, die eine Revision der Akkordtarife vornehmen sollten, und zwar solle eine Herab- setzung der Akksrdvreise�stattftnden."""• In einer Mitgliederversammlung der Zahlstelle H a m b u r a des Holzarbeiterverbandcs wurde beschlossen, den kämpfenden Kckl» legen zum 1. Juni eine Extraunterstützung von 10— 15 M. zur Miete zu gewähren. Außerdem wurde einstimmig beschlossen, Extrabeiträge von 2—6 M. pro Woche zu erheben, um den Streiken- den weitere Zuschüsse zur Unterstützung zuteil werden zu lassen. Weiter wurde beschlossen, den Kamps mit aller Entschiedenheit bis zum günstigen Ende zu führen.— Dringend wird, vor Zuzug gewarnt._ Kandidatur im 37. Kommmml- Wahlbezirk. Eine Kommunalwählerversammlung im 37. Kommunal- Wahlbezirk beschäftigte sich gestern abend nach einem Referat des Genossen Dr. Weyl mit der Nachfolge für den ver- storbenen Genossen Hermann Borgmann. Ms Kandidat für die am 14. Juni stattfindende Ersatz- wähl wurde Genosse Max Grunwald aufgestellt. Hetzte Nacfwicktesi. Tumult in der belgischen Kammer. Brüssel, 31. Mai.(W. T. B.) In der Deputiertenkammer kam es bei Fortsetzung der Beratung über die Zulassung des Schul- gesetzentwurfs wiederum zu großen Tumulten, die fast eine halbe Stunde andauerten und die Verhandlung unmöglich machten. VerkchrSstrcik in Rom. Rom, 31. Mai. sP. C.) Die Angestellten der Omnibus- und Straßenbahn-Gcsellschaften haben der die Ankunft der Flieger de» Fernfluges Paris— Rom mit Spannung erwartenden Bevölkerung der italienischen Hauptstadt eine schwere Enttäuschung bereitet. Als heute früh Taufende nach dem Flugfeld fahren wollten, legten gegen 10 Uhr die Angestellten plötzlich die Arbeit nieder. Die Er- regung der Bevölkerung über diesen unerwarteten Ausstand ist un- geheuer. Einzelne Trupps von Straßenbahnangestellten wurden von der sich vor den Llbfahrtsstellen stauenden Menge angegriffen. Es kam zu regelrechten Prügeleien, bei denen eine Reihe von Omnibus- und Straßenbahn-Angestellten Verwundungen erlitten. Ob der Ausstand länger anhalten wird, ist noch ungewiß. Die Omnibus- und Straßcnbahn-Gescllschaftcn zeigen bisher wenig Neigung, auf die Forderung der Angestellten einzugehen. Erdbeben in Spanien. Madrid, 81. Mai. Heute nachmittag erfolgte ein heftiges Erdbeben, begleitet von unterirdischem Getöse. Der Bevölkerung bemächtigte sich große Erregung. Deutsche Falschmünzer in Holland. Amsterdam, 31. Mai.(H. B.) Hier wurden zwei Deutsche verhaftet, die in großem Umfange sehr gut nachgemachtes Geld und zwar sogenannte Reichstalcr im Werte von 5 M. in den Verkehr gebracht haben. Ter 24iährige Maler Paul Röhler stellte das Geld in einem Keller her, während sein Komplize, Josef Schmidt, das Geld in den Verkehr brachte. Die beiden Falsch» IssünZ�r konnten mehrere Monate" hindurch große Summen um» Verheerende Brände in Russland. Petersburg, 31. Mai. kW. T. B.) In dem Städtchen Schu. Micha bei Tscheljabinsk sind vierzig Häiiscr und viele Warenlager niedergebrannt. Der Schaden beträgt eine halbe Million Rubel. In dem Dorfe Karaulowka bei Ufa hat eine Feuersbrunst 360 Wohngebäude und Kornspeicher eingeäschert. 264 Stück Rind- vieh sind mitverbrannt._ Paul Singer öi Co., Berlin LW. Hierzu 4 Beilagen v.UnterhaltungSbl. Kr. 126. 28.?ahrMg. I Stilist des Jumärts" Irriinn lolUlitt. Dounerstag, l. Int» lM Keicdstag. tSS. Sitzung vom Mittwoch. d«n 31. Mai, nachmittags 1 Uhr. Zlm BundeSraistisch: Dr. Delbrück, v. Breitenbach. Präsident Graf Schwerin teilt mit. dasi heute früh der Abg. K i- f ch fZ.) in Düsieldorf gestorben ist. Das Haus ehrt sein An- denken in üblicher Weise. Der Antrag, den Reichstag bis zum 10. Oktober zu der- tagen, wird debattelos angenommen. Zweite Beratung des Handelsvertrages mit Schweden. Die Kommiision empfiehlt neben der Zustimmung zum Vertrage die Annabme zweier Resolutionen, von denen die eine die Be- seitigung oder wesentliche Ermähigung der Ge- bühren für Beeren-Lesescheine in den fiskalischen Forsten fordert, die andere wünscht, dost die EisenbahnauSnahme- tarife in den einzelnen Bundesstaaten weiter zugunsten der Hart st ei nindustrie mit möglich st er Beschleunigung auS- gebaut werden.i Abg. Scheidemann(Soz.): Man hat behauptet, durch die zollfreie Einfuhr von Pflaster- steinen würde die deutsche Steinindustrie zusammenbrechen und Hun- derttausende von Steinarbeitern würden brotlos werden. Dem gegenüber verweise ich auf die Kundgebungen des deutschen Steinarbeiterverbandes, in welchen die Stellungnahme meiner Freunde durchaus gebilligt wird. Die Arbeiter wünschen keineswegs einen hohen Zoll auf schwedische Pflastersteine und haben sich nicht von den sächsischen und schlesischen Steinindustriellen zu einer Agitation für den Zoll mistbrauchen lassen. Die Beschäftigung in der Granitindustrie ist noch nie so gut gewesen wie jetzt. Diese Industriellen gehören zu den sozial rückständigsten— Tarife gibt es bei ihnen nicht. Für diese Herren, die hier seit Wochen die ganze Gegend unsicher machen und bei ihrer Agitation recht unfaire Mittel benutzen, wollen Sie sich hier einsetzen. Auch die P slastere r o rg a n isa ti o n, die 30 Prozent aller Be- rufstätige» umfastt. ist mit unserer Stellungnahme durch- aus einverstanden, den Arbeitern ist es ganz gleich, ob sie deutsche oder schwedische Steine verpflastern. sondern ibnen liebst daran, dast sie gut bezahlt werden. Die Pflasterstemindustriellen regen sich in ihren Eingaben über Schweden gewaltig auf, sogar über die schwedische Woche— als ob nicht hier Warenhäuser ebenfalls weiste Wochen veranstalten: wenn Pferde- schlächter dem Beispiel folgten und nur Schimmel in einer be- stimmten Woche schlachteten(Graste Heiterkeit), wäre auch nichts da- gegen zu sagen. Die Herren tun so, als ob es sich bei dem ganzen Vertrag lediglich um die Pflastersteine handelt, und vielfach stimmt man ihnen hier zu aus Wahlkreisrücksichtcn.(Zwischenruf des Abg. Behrens sWirtsch. SBg.].) Reden Sie nicht immer so dumm dazwischen.(Sehr gut! bei den Sozialdemokraten.) Vizepräsident Schultz rügt diesen Ausdruck. Abg. Scheidemann(Soz.): Selbst wenn alle Behauptungen der Pflastersteinindustrie so wahr wären, wie sie f a I s ch sind, würden einige Unternehmer nicht ganz den Schutzzoll erhalten, den Sie wünschen, dagegen würden durch die Ablehnung des Vertrages Tausende von Arbeiter» geschädigt«erde««. (Sehr richtig! bei den Sozialdemokraten.) Wo war übrigen? Ihre Arbeiterfreundlichkeit bei der Einführung der Lebens- »t i t t e l z ö l l e. bei der T a b a k st e u e r. bei der Z ü n d h o l z- st euer, durch welche Tausende von Arbeitern brotlos wurden. (Sehr richtig! bei den Sozialdemokraten.) Wo war Ihre Arbeiter- freundlichkeit in den letzten Togen bei der Beratung der ReichSversicherungSordnnng? Ausgerechnet bei den Pflastersteinen entdecken Sie Ihr arbeiterfreundliches Herz. (Sehr gut! bei den Sozialdemokraten.)— Für die beiden Resolu- lionen werden wir stimmen, doch beantragen wir in der ersten die Worte von der„wesentlichen Ermäßigung" zu streichen, wir wollen keine Ermäßigung, sondern die volle Beseitigung der Gebühren für Beerenlesescheine. (Bravo! bei den Sozialdemokraten.) Preußischer Eisenbahnminister v. Brcitenbach verspricht durch die Gestaltung der Tarife die Pflastersteinindustrie zu fördern. Staatssekretär Dr. Delbrück verspricht, auch auf die übrigen Bundesstaaten einzuwirken, damit sie die Eisenbahntarife in gleichen« Sinne gestalten. Abg. Wallenborn(Z.) erklärt sich, im Zusannnenhang un- Kleines feuiUeton. Sie waren in Strahburg! Im Herbst 1819 reisten die beiden Berliner Prossoren Belker und Brandis durch Strastburg. um sich den Münster anzuschauen. Diese Tatsache genügte, dast sie über Karlsruhe an die zur Demagogenhatz eingesetzte Mainzer Zentral- Untersuchungskommission denunziert ivurden und als politisch vcr- dächtig unter Polizeiaufsicht gestellt wurden. Ter einzige Beweis «var ihr Aufenthalt iir Straßburg, das als Saininelpunkt aller Revolutionäre galt. Daraufhin schrieb der Professor Belker, ein bedeutender Alt- Philologe, an den preußischen Kultusminister v. Altcnstein einen Brief, in den« er haarklein seine Unschuld beweist. Er sei n«it seinein Kollegen auf dem Wege von Venedig nach Paris in Straßburg ge- wesen,„ohne andern Zweck, als den Münsterturm.zu besteigen, und cntichlosscn, den nächsten Morgen iveiterzugehen". Pahschwierig- keilen hätten die Abreise verzögert:„In den anderthalb Tagen. die wir so, meist wider Willen, in Strastburg zugebracht, haben wir mit niemanden gesprochen, außer mit den Aufwärtern im Gasthos, mit dem Glöckner und einige Stunden lang im Umher- gehen und an der Wirtstafcl mit einer kurz vorher vom Zufall zugcsührten Reisegesellschaft beiderlei Geschlechts." Der Fall führte zu einem gründlichen Meinungsaustausch zwischen dem Kultusminister, dem Staatskanzler� Hardenberg, der Akademie der Wissenschaften. Da ersichtlich mar, daß bei so löb- lichcr„Entfremdung ihres Charakters und ihrer Bestrebungen von aller politischen Tendenz" die beiden Männer ein untaugliches Objekt preußischer Verfolgung waren, so schien die Gelegenheit günstig, einen hochherzigen Beweis preußischer Liberalität zu geben. Also stellte man„die Ehre der gedachten beiden Professoren in den Augen des Publikums, vor welchem sie geschmälert ist", wieder her, ohne übrigens eine öffentliche Erklärung in deutschen Blättern zu belieben, um den Bundestag und die Mainzer Kommission nicht zu kompromittieren. Pariser Theater.(Zwei Primitive.) Zwei.Ereignisse" an den entgegengesetzten sozialen Pole» theatralischer Geschäflig- keit: im ChatelSt. in vorgeschriebenem Galaglanz bourgeoiser ..Elite", auf exklusiven Höhen der Eintrittspreise und dekadenter StimnningSpräparierung der„Heilige Sebastian" des Gabriele d'Ann unzio und im Thöatre Moliäre.zu Austen des proletarischen Nordhügel das soziale Essektdraina „Morgen" des nicht minderen FenerwerkerS P a t a u d. D'Annunzio hat sich mit seinein Werk als französischer Dichter eingeführt. Ein ausgedehntes poetisches Weit in einer anderen als der Muttersprache zu schreiben ist sicher eine anßerordeiUIiche verständlich, im Namen eines kleinen Teiles seiner Freunde gegen die Annahme des Vertrages. Abg. Dr. Rösicke(k.): Trotz schwerer Bedenken wird die Mehr» zahl meiner Freunde nicht die Verantwortung aus sich nehmen, den Vertrag abzulehnen. Wir handeln nicht aus WahlkreiSrücksichten, sondern aus sachlichen Erwägungen; davon haben wir uns auch bei der Beratung der Reichsversicherungsordnung leiten lassen.(Bravo l rechts.) Abg. Vogel(natl.) erklärt, dast ein Teil seiner Freunde für. ein Teil gegen den Vertrag stimmen werde. Abg. Gothein(Vp.): Was haben die Herren rechts nicht erzählt bei den Zolltarisvcrhandlungen von der herrlichen Zollrüstung, mit denen man gute Handelsverträge erreichen werde. Statt dessen ist jeder folgende schlechter geworden, wie wir es voraus- gesagt haben. Nun sucht die Rechte nach einem Sündenbock und schimpft auf die Unterhändler. Ein Engel vom Himmel hätte auch nicht mehr erreichen können; unser groster Parteigenosse Goethe (Heiterkeit) hat die Situation sehr richtig erfastt, als er sagte: „Mann mit zugeknöpften Taschen, Dir tut niemand was zu lieb; Hand wird nur von Hand gewaschen, Wenn Du nehmen willst, so gib." Mit gebundenen Händen standen unsere Unterhändler da. und sie konnten den Schweden gar keine Vorwürfe machen, da diese ja nur unfern Schutzzoll nachmachten. Mit dem Schutzzoll geht es eben, wie Wilhelm Busch sagt: „O, hüte dich vor allem Bösen, Es macht Pläsier, wenn man es tut, Es macht Verdrust, wenn man's gewesen/ (Heiterkeit.) Vorteil von dem Schutzzoll haben nur die G r o st- industriellen, die sich kartellieren können.— Die schlechieLoge der Pflastersteinindustrie beruht auf dem BedürsiiiS der grasten Städte nach weniger Lärm.— Für die Resolutionen werden wir stimmen, bei der ersten auch für den sozialdemokratischen Antrag, nicht eine Ermästigung. sondern die volle Beseitigung der Gebühren für die Beeren-Lesescheine herbeiznsnhrcn.(Bravo I bei der Volkspartei.) Abg. Frhr. v. Gamp-Massaunen(Rp.) polemisiert gegen den Bor- redner und erklärt, dast der weitaus gröstere Teil seiner Fraktion trotz mancher Bedenken für den Vertrag stimmen werde.— Im weiteren Verlauf seiner Ausführungen kommt Redner auch auf das Herren- haus zu sprechen, dessen Mitglieder er unter groster Heiterkeit der Linken als sehr vornehme und sehr intelligente Leute preist. Wenn sich Mitglieder des Herrenhauses gegen die Beerensuchfreiheit ausgesprochen haben, so geschah es gewitz Haupt- sächlich aus Furcht vor Waldbränden. Völlig unannehm- bar würde der sozialdemokratische AbändernngSanirag die Resolution zugunsten der Becrensucher sür uns machen. UebrigenS würde die Freiheit des Beeren suchens ziir Zunahme der Kinderarbeit führen. Abg. Dr. Werner-Giesten(wirtsch. Vg.): Im Interesse des Schutzes der nationalen Arbeit und besonders im Interesse der deutschen Hartsteinindustrie nnd ihrer zahlreichen Arbeiter must dieser Handelsvertrag abgelehnt werden. Abg. Graefc-Sachsen(Ant.) erklärt sich ebenfalls gegen den Handelsvertrag. Der Handelsvertrag mit Schweden wäre nicht so ausgefallen, wenn nicht int April die Fortschrittliche Volkspartei gegen die Etatsresolution Lum Schutze der heimischen Pflastersteine gestimmt hätte.(Heiterkeit und ironisches Bravo I links.) Ein Schlustantrag wird angenommen. In einer per- sönlichen Bemerkung stellt Abg. Scheidemann(Soz.) fest, dast die Briefe von Steinarbeitern, auf die u.a. Abg. Werner-Giesten bezug genommen, sich nicht für, sondern gegeir den Pfla st er st ein zoll aus- sprechen.(Hört! hört I bei den Sozialdemokraten.) Der Handelsvertrag wird angenommen. Es folgen die Resolutionen der Kominission. Abg. Kuntze(Soz): (Die Rechte stört den Redner durch andauernden Lärm.) Herr v. Gamp wies darauf hin, daß die Gebühren für die Er- laubnisscheine zum Beerensuche» nur eine minimale Rekognitions- gebühr seien. Nun, sie betragen inanchnial 20 M. für eine Familie. (Hört I hört! bei den Sozialdemokraten.) Auch gilt die Gebühr nur für den Bezirk einer Obersörsterei, und wenn-Frauen und Kinder in den Grenzbezirk gehen, wiederholt sich die Gebühr.(Hört! hört! bei den Sozialdem.) Das sind ganz gewaltige Beträge sür diese armen Familien, die Aermsten der Armen. Bis 1906 wurden die Scheine unentgeltlich gegeben. Herr Gainp meinte, die Ge- bühr sei wegen der Feuersgefahr eingeführt. Nun, es waren wohl andere Ursachen mastgebend. So erschien 1906 in dem, T o r g e- l o w e r Anzeiger" ein Eingesandt, worin verlangt wurde, dast die Obersörstereien dciijenigen den Beerenzcttel verweigern solle», die sich weigern, landwirtschaftliche Arbeiten zu verrichten, und an« Energie- und Talentprobe. Ist sie aber notivendig und lobensivert? Die dichterische Empsindung«vird im eingeschobene» Prisina kaum unvertünstelt bleiben können, namentlich wenn sie ihren Ausdruck bei einein nur durch Lektüre aneigenbarcn Sprachschatz vergangenerLiteratnr- Perioden borgen will. Aber verkünstelt, ja durchaus unecht ist alles an dieser Dichtung. Was bedeuten den ungläubigen Wellleuten, die iin Theater sitzen, die umständlich vorgeführten abgeschmackten Heiligenwunder? Freitich— die Religion kommt wieder in bürgerliche Gunst, seitdem die soziale Revolution auch an die Tore der kapitalistischen Heiligtümer pocht, sie wird bei den Gebildeten als „psychologische Erfahrung" und ästhetische Stimmung gerechtfertigt. Man komponiert sie in einem Mischstil ans der Enipfindnngsuaipität der alten Meister und dem Denlbankrott einer feigen und blasierten Jugend, aus rührender Simpelei und trister, sexuell be- stimmter Psychopathie. Der heilige Sebastian d'AnnunzioS— hier von einer schauspielerisch anscheinend nicht austergcwöhnlich begabten, aber unter offenbarer artistischer Suggestion stehenden russischen Tänzerin. Fräulein Rubin sie in, dargestellt — treibt sich in einem trägen CbaoS altchristlicher Legenden, kabbalistischen Widersinns, dogmenkritischer Gelehrtheit, homosexueller Zweideutigkeit und perversen Grausamkeitsraffiilements herum. Dabei ist— auS Absicht oder Ohnmacht— das Dramatische der- masten zu kurz gekommen, dast gut die Hälfte gestrichen werden könnte, ohne die Länge mancher Akte erträglich zu machen. Dast im endlosen Rosenkranz prcziöser Worte auch«iuzeliie Edelsteme wirklicher Poesie vorübergleitcn, kann das ganze nicht retten. Claude D e b u s> y hat mit schöner Einfühlung eine Begleit- mnsik geschrieben, die stellenweise straffere, stärker akzentuierte Formen zeigt, als man sie bei diesem Meister gewohnt ist. Die Inszenierung schafft mit ihrer keine Kostbarkeit scheuenden Wieder« belebung primitiver Malerei prachivolle Eindrücke. Aber sie vermag auS etivaS Totem doch nichts anderes herauszuholen als— lebende Bilder. Nicht in Glaiibenswtinder der Vergangenheit, sondern in WillenS- wunder der Zukunft ichivcift PataudS Drama.„Morgen" ist die Legende der kominenden sozialen Revolution. Die lmgeheucre soziale Tatiache der kapitalistischen Äonzcuiration wird zur Heroen- und Märtyrerrolle des einzelnen versimpelt, der als welthistorischer Saboteur mit dem Zentralkabel den Lebensnerv der bürgerlichen Gesellschaft durchschneidet:„Alle Räder stehen still" als Appell an das entschlossen? Jndividinim. Neben dieser sozialphilosophische» Kindlichkeit fehlt es nicht an psychologischer, besonders in der ziveiten Hälfte des Stückes, die einen Fainilicnkonflikt trivial und tiraden- freudig auSl'pinnt. Dagegen hat der erste Akt, der die Sitzung des VerwatlungSrateS der monopolistischen Elektrizitätsgesellschaft vor- führt, in seiner dramatischen Geschlossenheit und' überzeugenden. schlichten Lebenstreue geradezu überraschend gewirkt!— So bleibt 8. Juni 1907 erschien eine Bekanntmachung der Oberförsterei, sie werde, um dem empfindlichen Mangel an Arbeitskräften zu begegnen, solchen Personen, die sich weigern, notwendige Arbeiten in der Landwirtschaft während der Beerenzeit zu verrichten, in Zukunft den Zettel entziehe».(Hört! hört! bei den Sozial- demolraten.) Sie können den Frauen nicht verdenken, dast sie in der Zeit der Beerenernte, wo eine Frau mit ihren Kindern 4—5 M. verdienen kann, nicht landwirtschaftlich arbeiten will, wo sie bei zehnstündiger Arbeitszeit nur 1,20 M. erhält, und unter Umständen noch einen Weg von einer Stunde hin und einer Stunde zurück zur Arbeitsstätte zu machen hat. Die Torgelower Frauen, denen der Beerenzettel nicht erteilt wurde, wandten sich iin Mai 1908 an die zuständige Forstregierung in Stettin, aber noch heute warten sie auf Antwo r t.(Hört I hört! bei den Sozialdemokraten.) In � einer weiteren Be- kanntmachung ist gesagt, dast arbeitsfähige Männer, die in der Industrie, Forst- oder Landwirtschaft arbeiten, unter keinen Umständen einen Lesezettel erhalten. Nun gibt eS doch Perioden, in denen nicht jeder Arbeiter Arbeit findet. Nicht nur für das Torgelower Revier, sondern für die ganzen Inseln Usedom und Wollin wurden d i e L e s e z e t t e l v e r s a g t. Der wahre Grund scheint mir z» sein, dast«nan die Männer und Frauen dafür strafen wollte, daß sie es bei den letzten Wahlen gewagt hatten, der konservativen Partei die Hcercssolge zu kündigen und sich der Sozialdemokratie zuzuwenden.(Hört! hört! bei den Sozialdemokraten.) Uebrigens gewinnt die Regierung durch die paar Mark, die unter diesen Uinständen erhoben werden, gar nichts, denn sie braucht zur Kontrolle im Walde ein ganz Teil junger Forstbeamter. Ich bitte Sie also, unseren Antrag zur ersten Resolution anzunebmen.(Bravo! bei den Sozialdemotcuten.) Der sozialdemokratische Antrag wird gegen die Stimmen der Bolkspartci und Sozialdemokraten abgelehnt, die Resolutionen werden in der Fassung der Kommission angenommen. Hieraus wird die Sitzung auf drei Viertelstunden unterbrochen. In der wieder aufgenommenen Sitzung wird zunächst das Handclsabkommcu mit Japan in zweiter Lesung dcbatteloS fast einstimmig angenommen. DaS Gesetz betr. Tagegelder, Fuhrkosten und Um- zugskosten der Kolonialbeamten wird ebenfalls debatte- loS in zweiter Lesung angenommen. Es folgt die Fortsetzung der zweiten Lesung deS EinführuugSgesetzes zur Reichsversicherungsordnuug. Abg. Bebel(Soz.): Im Namen meiner Freunde habe ich folgende Erklärung abzu- geben: Die Mitglieder unserer Fraktion auS der Reichsversicherungskommission haben uns über die Verhandlungen des heutigen Vor- mittages Bericht erstattet. Aus diesem Bericht ergibt sich, dast die schweren Befürchtungen, die wir dem Antrage Schultz gegenüber hatten, sich als durchaus berechtigt erwiesen haben. Es ist aber gelungen, eine Reihe von Verbesse- rungsanträgen in den Antrag Schultz hineinzubringen, so dast unsere Befürchtungen wesentlich abgeschtvächt worden sind. Nach unserer Auffassung ist auch in keiner Weise dafür ein Beweis erbracht worden, dast der Antrag Schultz not- wendig war. Wir werden, wie gegen das ganze Gesetz, so auch g?gen den Antrag Schultz stimmen. Nachdem aber die VerbesierilngSanträge angenommen worden sind, wollen wir alle Be- denken in bezng auf die weitere Beratung, die gestern ausgesprochen sind, zurückstellen. Wir verlangen nicht, daß von den geschäftS- ordnungsniSstigen Vorschriften über die zlveitägige Frist bis zur dritten Lesung Gebrauch gemacht wird. Wir erwarten aber, dast die Mehrheit uns nun bei der dritten Lesung nicht noch mit weiteren Verschlechterungsanträgen überrascht.(Bravo I) Abg. Dröscher(k., als Berichterstatter): Nach der eben gehörten Erklärung kann ich mich kurz fassen.(Heiterkeit und Zustimmung.) Redner führt auS, dast man in der Kommission nach heftigen Aus- einandersetzungen sehr bald zu einer Klärung der Ansichten über die Bedeutung des Antrages Schultz gelangt sei. Abg. Hoch(Soz.): Wir halten unseren Antrag aus Streichung des Artikels 80 u. ff. aufrecht. Selbstredend haben wir die heute m der Kommission beschlossenen Verbesserungen gebilligt; wir halten aber auch nach diesen Verbesserungen die Bestimmungen für überflüssig und werden daher gegen sie stimmen.(Zustimmung bei den Sozialdemo- traten.) Der StreichungSantrag wird gegen die Stimmen der Sozial- demolraten abgelehnt, der 5lomprontistantrag von sämt» lichen bürgerlichen Parteien angenommen. Damit ist die zweite Lesung des Einführungsgesetzes beendet. Der Präsident beraumt die nächste Sitzung auf 5 Uhr an. (Dritte Lesungen.) Schlust 4'/« Uhr. „Morgen" ein theatralischer Viertelserfolg und eine schiefe Replik auf die schiefe Anklage der Bourgetschen Barrikade. O. P. Humor und Satire. Ständeordnung im W. E. In der„Franks. Ztg." plaudert ein..Sachverständiger" folgende reizende Geschichte aus:„Ich hatte in einem siebenstündigen Prozeß in D. als Sachverständiger zu fungieren. Auf der Anklagebank und auf den Zeugenbänken saßen fast ausschließlich intensiv par- fümierte Damen der unteren Halbwelt. Darum wollte ich mich an den Anwaltstisch setzen. Aber der Gerichtsdicncr trieb mich weg. Der Tisch sei nur für Anwälte. Wo dann der Tisch für Sachverständige sei, fragte ich halb im Scherz. Ter Gerichts- dicner dachte nach. Dan» schleppte er wirklich von irgendwoher einen Extratisch für mich heran. Ich sah schon, an diesem Land- gericht war alles hübsch ordentlich eingeteilt. Auch die W.-C.- Gelegenheit. Bei einer siebenstündigen Sitzung läßt sie sich nicht gut vermeiden. Als ich vor den Toiletten stand, sah ich zu meinen« Schrecken warnende Blechstrcifchcn auf den Türen.„Für Rechts- anwälte" stand darauf. Schön. Ich floh in das nächste Stock- werk. Da waren drei Türen. Aber auf allen stand:„Nur für Staatsanwälte". Jetzt wurde ich widerspenstig und blieb.„Grad extra", wie der Münchener sagt. Aber da war mir schon ein anderer Gerichtsdiener nachgegangen, stürzte herein und schrie: „Können Sie nicht lesen?"— Jedoch nun schrie ich auch:„Zum Teufel, zeigen Sie mir dann sofort die Toilette für Sachverständige!" — Ein wenig verblüfft und unsicher sagte er:„Da müssen Sie die Zcugentoilette..„Fällt mir gar nicht ein." entgegnete ich,„wo ich einen Extratisch sür Sachverständige habe, da werde ich doch nicht.. Tarauf wurde er kleinlaut, zog sich zurück und überließ mir das Terrain. Und ich genoß das erste und wahr- schcinlicb wohl einzige Mal in meinem Leben die Auszeichnung, eine Toilette für«taatsanwälte benutzen zu dürfen," Notizen. — Die äl-testen Runensteine sind. Wie uns ein däni- scher Genosse schreibt, nicht in Vehlc, sondern in der Stadt Vcile (in Jütland) gefunden worden. — D i c neue Brücke über den Lorenz. Strom. Die kanadische Regierung hat die Pläne für den Bau der neuen Brücke über den Lorenz-Strom genehinigt. Diese wird die größte Brücke der Welt sein und die berühmte schottische Brücke noch um 90 Fuß übertreffen. Die neue Brücke wird 8228 Fuß lang sein bei einer Breite von 88 Fuß und sich 150 Fuß über dem Wasser- spiegel erheben. Die Kosten werden sich auf etwa 50 Millionen' Mark delguseg» tss. Sitzung Vom Mittwoch, de» St. Mai, nachmittags 6Uhr. Am BundeSratStisch:v. Bethmann Hollweg, Dr. Del- Krück, Mermuth. Kraetle, v. Heeringen» LiSco, v. T i r p i tz, v. L i n d e q u ist. Auf der Tagesordnung stehen ausschließlich die ausstehenden dritten Lesungen. TaS EinjührungSgesetz zur ReichSversicherungSordnung wird gegen die Stimmen der Sozialdemolraten und einiger Freisinnigen angenommen. Debattelos angenommen werden ferner der Gesetzentwurf, betreffend die S ch i f f S m e l d u n g e n bei den Konsulaten de« Deutschen Reiches, das in Brüffel 19t0 abgeschloffene Uebereinkommen über das Seerecht, der Niederlassungsvertrag mit der Schweiz, der Handelsvertrag mit Schweden, da« Uebereinkommen mit Japan, das Kolonial- beamtengesetz. die Novelle zum Zündwaren- steuergesetz, der Gesetzentwurf über die Beseitigung von Tierkadavern und das Notdiätengesetz. Damit ist die Tagesordnung erledigt. Präs. Graf Schwcrin-Löwitz: Wir haben unser Arbeitspensum nunmehr erledigt und ich habe Grund anzunehmen, daß in kürzester Frist unsere Session bemdet sein wird. Wir stehen am Ende eine« Sessionsabschnittes, der außerordentlich arbeitsreich war. Ich danke für die Ausdauer, die Sie in dieser Zeit be- wiesen haben und ich danke den Vizepräsidenten, den Schriftführern uud vor allem unseren treuen Beamten.(Allseitiger Beifall.) Ich bitte um die Ermächtigung, die Zeit und die Tagesordnung der nächsten Sitzung selbständig festzustellen. Abg. Bassermann(natl.): Im Namen deS Hause« danke ich dem Präsidenten für seine gerechte und wohlwollende Geschäfts- führung. sBeifall.) Reichskanzler v. Bethmann Hollmeg verliest nunmehr die kaiser- liche Verordnung auf Vertagung deS Reichstages bis zum 10. Oktober. Präsident Graf Schwerin-Löwitz schließt die Sitzung mit einem Hoch auf den Kaiser. Die Sozialdemokraten habe» den Saal verlassen. Schluß VjÖ Uhr._ Sozialed. Abgewiesener Bohkottpraze?. Die Leitung der Westfälischen Kornbranntwein- und Preß- ihefefabrik von Hackert in Westerholt bei Recklinghausen verlangte im vergangenen Winter von ihren sämtlichen Arbeitern den Aus- tritt aus dem Brauereiarbeiterverband. Die Arbeiter mußten ein Schriftstück unterschreiben, wodurch sie den Austritt erklärten. Das Schriftstück, das den Firmentitel trug, wurde dann dem Brauerei- arbeiterverband eingesandt. Dieser beantwortete den frechen Ein- griff in die Koalitionsfreiheit mit einem Boykott, der vom Gewerk- fchaftskartell Wanne verhängt wurde. Den Boykott suchte die Firma nun unwirksam zu machen, indem sie gegen den Geschäftsführer und den verantwortlichen Redakteur des Bochumer„Volksblatts", gegen den Geschäftsführer der.Bergarbeiterzeitung", ferner gegen den Vorsitzenden des Gewerkschaftskartells Wanne und end- lich gegen zwei Beamte des Brauereiarbeiterverbandes beim Land» gericht Essen den Erlaß einer einstweiligen Verfügung beantrage bei Vermeidung einer richterlich festzusetzenden Strafe von 1000 M. für jede Widerhandlung, den sämtlichen Antragstellern zu unter- sagen, in den Zeitungen, durch Anschläge. Bekanntmachungen. Flugblätter usw. zur Meidung deS Ankaufs oder des Genusses der Fabrikate aufzufordern. Das Landgericht Essen hat den An- sprnch abgewiesen. � Also: man meide die Erzeugnisse dieser Firma! -"tc t-* Meitt-ÄitrsM" MetvisO». �' DaS Strafgesetzbuch für da« Deutsche Reich wrist> im§ Sfrl. Ziffer 7, yine Bestimmung aus/ wonach.mit Haft dersenige bestrast wird,„der aus öffentlichen Armenmitteln eine Unterstützung emp- fängt und sich aus. Arbeitsscheu weigert, die ihm von der Behörde angewiesene, seinen Kräften angemessene Arbeit zu verrichten". Diese Bestimmung wird gegenüber Landarbeitern in der Weise angewandt, daß die Herren Gutsvorsteher, die zugleich Träger der Armenlast sind, die Gutsarmen beim Empfang auch der aller- bescheidensten Unterstützung zwingen, um niederen Lohn Arbeit auf dem Gut zu verrichten. Kürzlich berichtete die Parteipresse, daß die Frau eines Inda- lidenrentners auf Gut Stralendorf in Mecklenburg vom Schöffen- gericht eine Haftstrafe von S Tagen erhielt, die auf ihre Berufung von der Strafkammer bestätigt wurde, weil sie die schlecht bezahlte Arbeit auf dem GutShofc mit der besser bezahlten bei den umliegen- den Erbpächtern im Interesse der Erhaltung ihrer Familie ver- tauscht hatte. W«il in diesem Falle das Gericht keinen Anhalt saud,„Arbeitsscheu" bei dieser Frau anzunehmen, wurde eine mecklenburgische Landesverordnung vom 29. Juni 1809 angezogen. Hiernach sind alle Ortsarmen„fürdersamst" dem Amt zur Be- strafung anzuzeigen, die sich der Weisungen und Bestimmungen des Ortsvorstandes, namentlich der Anstellung zur Arbeit, nicht fügen. Das Gericht entschied, daß diese Verordnung neben dem Straf- gesetzbuch weiterbestehe. Es entschied weiter, daß die Frau gleich- wohl als„Ortsarme" zu betrachten sei, obschon nicht sie, sondern der Ehemann eine Unterstützung erhalten hatte. Als nun die arme Frau sah. daß Gesetz und Gerichte ihr die Erhaltung ihrer Familie, Mann und 5 Kinder, fast unmöglich machen, beschloß sie, den Ort zu verlassen, wo man sie gegen eine Betteluntrrstübung an ihren invaliden Ehemann zur Leibeigen- schaft zwang. Sie nahm die beiden ältesten Kinder und machte sich auf den Weg nach der Stadt Schwerin, um die Kinder bei Bekannten unterzubringen und lohnende Arbeit zu suchen. Der Mann wollte mit den anderen Kindern später nachkommen. Man hatte aber im Gutshof Wind davon bekommen, daß eine„Leib- eigene" das Verbrechen begehen wollte, zu fliehen und schickte den Gendarmen hinter der fliehenden Mutter her. Die Frau wurde ergriffen und inö Landarliritohaua gebracht! Die Kinder kamen irgendwohin, wo sie um ihren Unterhalt arbeiten mußten. Der kranke Mann saß zu Hause und wußte lange nicht, wohin man seine Frau und Kinder geschafft hatte, bis es seiner Organisation gelang, die Frau aus dem Landarbeitshaus zu befreien und die Kinder beizuschaffen. So geschehen im Lande de« Ochsenkopfs, im„freien" Deutsch- lanj». Sernbts- Reitling. Ei» dreister Raubanfall auf einen bSjährigen Kassierer lag einer Anklage wegen Straßenraubs zugrunde, welche den Arbeiter Hermann Gugcl vor das Schwurgericht des Landgerichts I führte. — Der Angeklagte hatte in Erfahrung gebracht, daß der LS Jahre alte Kassierer Schmidt sich dadurch seinen Lebensunterhalt verient, daß er die Kellner in den besseren Weinrestaurants mit Wechselgeld versteht und dabei einen kleinen Prozentsatz verdient. Am 2. April d. Js. gegen �9 Uhr abends fiel dejc Angeklagte in einem HauS- flur über den alten Mann her und entriß ihn» die etwa IM) M. enthaltende Geldtasche. Auf die Hilferufe des Ucberfallenen wurde G. verfolgt und auf der Straße festgenommen. Dem Wahrspruch der Geschworenen gemäß wurde der Angeklagte unter Zubilligung Mdernder Umstände zu 8 Monaten Gesängms vcrtzrtlliÜ,. � Dke Selriehssicherhelj kee Berliner TtaMahft. Jenes Eisenbahnunglück anf dem Bahnhof Friedrichstrahe, welches sich am Morgen des 2. August v. Js. zugetragen hatte, be- schaft, gte gestern unter Vorsitz des Landgerichtsrats Methner die S Strafkammer des Landgerichts I. Angeklagt wegen fahrlässiger Gefährdung eines Eisenbahntransports unter Außerachtlassung derjenigen Auftnerksamkeit, zu der er durch sein Amt verpflichtet war, war der 45jährige Lokomotivführer Paul Kirks. Am 2. August v. Js. fuhr der von Straußderg kommende Vorortzug Straußberg- Spandau kurz vor%6 Uhr früh zwischen den Bahnhöfen Börse und Friedrichstraße auf den kurz vor dem Einfahrtssignal zum Bahnhof Friedrichstraße haltenden Auswandererzug LI22 aus. Der Zusammenstoß hatte außer einem geringfügigen Materialschaden nur ganz unerhebliche Verletzungen der Passagiere des Aus- Wandererzuges zur Folge, während der den Vorortzug führend« Angeklagte Kirks gegen die Tenderwand geschleudert wurde und erheblichere Verletzungen davontrug. Nach den Ermittelungen der Eisenbahnbehörden soll der Angeklagte diesen Zusammenstoß da- durch herbeigeführt haben, daß er das auf„Halt" stehende Signal nicht beachtet haben soll. Gegen ihn wurde auch Anklage wegen Transportgefährdung erhoben. Das Schöffengericht Berlin-Mitte sah als festgestellt an, daß das Signal auf„Halt" gestanden habe und verurteilte den Angeklagten zu einer Geldstrafe von 50 M. Gegen dieses Urteil legte Kirks unter Beistand des Rechtsanwalts Dr. Herbert Frankel Berufung ein. Vor der Stvafkammer wieder- holte der Angeklagte seine Behauptung, daß das Signal auf „freie Fahrt" gestanden habe und erst in dem Moment des Unfalls in die horizontal«„Halt"stelluiig gefallen sei. Diese Angabe wurde von dem Heizer Krüger, der sich mit auf der Lokomotive befunden hatte, und von einem Fahrgast bestätigt. Dagegen behaupteten der Streckenwärter und der Wärter in der Blockstation, daß das Signal auf„Halt, gestanden habe.— Zum Beweise dafür, daß. ähnlich wie das Unglück bei Baumschulenweg, auch in diesem Falle die eigent- liche Ursache in einer Signalslörung zu suchen sei, waren von der Verteidigung mehrere Lokomotivführer geladen worden, deren An- gaben ein recht bedenkliches Licht auf die Betriebssicherheit auf der Berliner Stadtbahn warfen. So bekundete u. a. ein im Dienst ergrauter Lokomotiv- führer, daß dasselbe Signal einmal auf halb rot und halb grün gestanden habe und erst nach langen Bemühungen, während der er vorsichtshalber mit seinem V-Zugr gehalten habe, das Signal in die richtige Stellung gekommen sei. Auf dein Bahnhof Zoolo- gischer Garten sei er dann gebeten worden, hierüber keine Meldung zu machen, sondern die Sache zu unterdrücken, da am Tage vorher an derselben Stelle ein Zusammenstoß stattgefunden habe. Zloei andere Zeugen bekundeten, daß sie einem schweren Zus-ammenstoß ausgesetzt gewesen seien, trotzdem das Signal auf„freie Fahrt" gestanden hat. Ein Lokomotivführer hat hierfür sogar eine Be- lohnung von lvv M. erhatten. Aehnliche sehr schwerwiegende Be- kundungen machten eine Reihe anderer Zeugen.— Rechtsanwalt Dr. Frankel hielt unter diesen Umständen die Freisprechung deS Angeklagten für geboten, auf welche das Gericht dann auch er- kannte. Bekanntlich bestritt dieser Tage im Wgeordnetenhause der Eiscnbahiimiuister, daß tatsächlich eine Betriebsnnsicherheit vor- liege. Es wäre sehr gut, wenn er seinen Optimismus aufgäbe und für Remedur sorgte, bevor eine Katastrophe ihn dazu zwingt! DaS Ende einer Lügengeschichte. Vor fast einem Jahre wurde in der reaktionären Presse die von Führern der gelben Schlächtergesellen herrührende Behauptung verbreitet, Hensel, der Vorsitzende des Zcntraloerbandes der Fleischer habe einen Schlächtergcsellen Bartz zur Abgabe eines falschen Zeug- nisies verleitet, in einen, Prozeß, der damit endete, daß der Führer der Gelben, Altgeselle Brednow, wegen Beleidigung Hensels ver- urteilt wurde. Die Behauptung von der Verleitung zum Meineide stützt« sich auf ein angebliches Geständnis, welches Bartz auf dem Arbeitsnachweis'der Fleischerinnung abgelegt haben soll. Tat- sächlich ist von einem Angestellten dos Arbeitsvermittlers der Innung das„Geständnis" des Bartz zu Papier gebracht, und. von diesem unterichrieben Ivorden. Das„Geständnis" wurde auch her Staatsanwaltschaft eingereicht, die aber keinen Grund fand, gegen Hensel borzugehen. In der arbeiterfeindlichen Presse aber wurde daS„Geständnis" gegen Hensel ausgeschlachtet. Darauf meldete sich Bartz im Bureau des Zentralvcrbandes der Fleischer und gab au. sein„Geständnis" sei unwahr, man habe ihn auf dem Arbeits- Nachweis betrunken gemacht, ihn zur Abgabe des„Geständnisses" überredet, und er habe dasselbe in der Trunkenheit unterschrieben ohne zu wissen. toaS- er tat. Die beiden Organisationen, die Gelben und der Zentralverband) behandelten die Angelegenheit dann in ihrer Presse sowie in Flugblättern. Diese Preßäußerungen gaben Anlaß zu einer Beleidigungsklage Brednoios gegen Hensel und einer Widerklage des letzteren gegen den ersteren. Als die Beleidigungsklage im November vorigen JahreV vor dem Schöffengericht verhandelt wurde, erwies sich der Hauptzeuge Bartz als ein unzuverlässiger Mensch, dessen Angaben man keinen Glauben beimessen kann. Festgestellt wurde jedoch, daß die Be-, hauptung, Bartz sei von Hensel oder von sonst wem zu einem Meineid verleitet worden, vollkommen unwahr ist. Auch wurde erwiesen, daß Bartz bei dem Arbeitsvermittler Dräbcrt, der neben dem Arbeitsnachweis ein Schanklokal unterhält, eine größere Zeche n rächte, daß Dräbert und Brednow an dem von Bartz bezahlten Gelage teilnahmen und daß während dieser Kneiperei das„Ge- ständnis" in der angegebenen Weise zustande kam. Daß Bartz in der Absicht, ein„Geständnis" von ihm zu erlangen, betrunken gemacht worden sei, konnte nicht festgestellt werden, da Bartz' An- gaben, wie gesagt, nickt glaubwürdig sind. Das Schöffengericht sprach beide Parteien frei. In der Be- rufungSinstanz wurde Hensel lediglich wegen formaler Beleidigung zu 120 M. Strafe verurteilt. Das Kammergericht hob dies Urteil auf und verwies die Sache zur nochmaligen Verhandlung an ein andres Berufungsgericht, das Landgericht l!I. Hier sollte am Mitttvoch die erneute Verhandlung stattfinden. Nach den im Re- Visionsurteil des Kammergerichts aufgestellten Grundsätzen war als höchst tvahrscheinlich vorauszusehen, daß jetzt beide Parteien wegen ormalcr Beleidigung verurteilt werden würden. Zweifelbast önnte nur die Höhe der Strafe und die Verteilung der Kosten 'ein. An den tatsächlichen Feststellungen der Borinstanzen wäre aber nichts geändert worden. Unler diesen Umständen ging Hensel auf die VcrgieichSvorschlägc ein. Brednow, der entweder nicht begreifen konnte, um was es sich handelte, oder der nicht ohne Weisung seiner Hintermänner handeln durste, erklärte sich erst nach sehr langem Besinnen und sehr eingehenden Belehrungen durch seinen Anwalt und die Richter zu einem Vergleich bereit. Dieser kam dann in folgender Weise zustande: Die Parteien sind darüber einig, daß die Angaben des Zeugen Bartz in der hier schwebenden Angelegenheit keinen Anspruch auf Zuverlässigkeit haben und nehmen das, was sie sich aus Grund der Angaben des Bartz vor» geworfen haben, hiermit zurück. Der Privatkläger(Brednow) er- klärt insbesondere, daß er mit dem Ausdruck„grenzenlose Lüge" den Angeklagten nicht habe treffen wollen. Privatilage und Wider- klage werden zurückgenommen. Die Gerichtskosten trägt der Privatkläger zu der Angeklagte zu'A. Ihre außergerichtlichen Kosten trägt jede Partei selbst. Eine raffinierte Betrügerin. Münster, 31. Mai 1911. Unter der MaSke der Frömmigkeit wußte eine hier wohnhafte 34 Jahre alte Haushälterin lange Zeit Leichtgläubige um ganz ansehnliche Beträge zu prellen, die sich nach und nach insgesamt auf über 10 000 Ml beziffern. Die Person, die tvegen ähnlicher Schwindeleien bereits vorbestraft ist, operierte zumeist in der Weise, daß sie bei Sparkassen kleine Beträge einzahlte und hinterher mit großer Geschicklichkeit in die Bücher erheblich höhere Summen einsetzte, wobei sie die Unterschriften der Beamten in raffiniertester Weise nachzuahmen verstand. Einem Franzis- l&icigaiet ließ jie flgch ui& M» zjM äQiä 32» in Llirgeld M Schmuffsach«» für feTtfe Kirche zu7okiMen, spiegekke xfjm vor, ssaß sie ein großes Vermögen besitze, das sie durch milde Stiftungen bis auf 100 000 M. verringern wolle und stellte ihm eine Spende für seine Kirche in der Höhe von zehntausend Mark in Aussicht. Nach einigen Tagen kam sie wieder zu dem Pater und klagte ihm, daß sie den Betrag von 8000 M., den sie für einen anderen Kirchen- bau versprochen habe, im Augenblick, nicht flüssig machen könne, so daß der betr. Pfarrer in der größten Verlegenheit sei, wenn ihr nicht der Pater mit 8000 M. aushelfe. Letzterer gab Wirklichkeit Darlehen von 8000 M. her, nachdem er als Pfand ein Sparkassen- buch auf 80 000 M. erhalten hatte. Daß auf dieses Buch nur 40 M. einbczahlt waren und die anderen Einträge von seinem frommen Beichtkind einfach gefälscht waren, wußte der Pater natürlich nicht. Für ihren Pater sammelte sie unentwegt weitere Kirchenbaube:- träge, wobei sie den Leuten Sparkassenbücher über Einlagen von 20000 bis 100 000 M. zeigte, welche ebenfalls ganz geschickt her- gestellte Fälschungen waren. Auch mit einem angeblichen Lotterie- gewinn operierte die Schwindlerin. Die einzige von ihr nicht be- trogene Person ihres ganzen Bekanntenkreises ist ihr Dienstherr, ein erst 21 Jahre alter Mann, der sich wohl ihres angeblichen Reich- tums wegen mit ihr verlobt hatte und von ihr kostbare Geschenke bekam, die allerdings später wieder zurückgegeben wurden, als die Gaunerin entlarvt war. Sie trieb die Frechheit sogar soweit, auch vor Gericht mit dem erwähnten großen Lotteriegewinn zu operieren. mit dem sie alle die verschiedenen Darlehen habe decken wollen. Für das Raffinement der Beklagten spricht die Tatsache, daß sie, als man in der Familie ihres Verlobten gegen sie Verdacht zu hegen begann, eigens nach auswärts fuhr, von dort aus eine sehr günstig lautende Auskunft über sich selbst schrieb und dieselbe kurzweg mit der von ihr nachgeahmten Unterschrift eines Amtsrichters versah. Die unternehmende Person wird sich jetzt einige Zeit Ruhe gönnen müssen, denn das hiesige Gericht verurteilte sie zu 4 Zähren Gefängnis«__ Hiis aller Welt. Der Feruflug Paris-Rom-Turin. DaS Klassement der Flieger hat sich wieder einmal in über» raschender Weise geändert. GarroS, der bereits der Sieger der zweiten Etappe Nizza-Rom zu sein schien, da er nur noch die 250 Kilometer lange Strecke Pisa-Rom zurückzulegen hatte, ist von Pech betroffen worden. Als er am Mittwochmorgen aufstieg, gelangte er nur 65 Kilometer weit, da seine Maschine abstürzte und in Trümmer ging. GarroS selbst blieb völlig unverletzt und kehrte schleunigst nach Nizza zurück, um dort mit einem schleunigst zu beschaffenden neuen Apparat abermals zu starten.— Inzwischen war auch Frey von Genua aus in Pisa gelandet. Aber auch er wurde vom Unheil verfolgt. Er stteß beim Landen gegen einen Zaun und zerbrach die Schraube, wobei er sich selbst leicht am linken Auge verletzte. Auch er hofft jedoch sobald als möglich weiter fliegen zu können. Beide Flieger wurden jedoch dadurch um den ersten Preis für die zweite Etappe gebracht, daß am Mittwoch früh Beaumont von Nizza aus seinen Flug über Genua fortsetzte. Beamnont erreichte nicht nur Pisa, sondern gelangte in seinem weiteren Fluge gegen 4 Uhr nachmittags auch glücklich nack Rom, wo er jubelnd begrüßt wurde. Mit diesem Tages- flug über eine Strecke von 000 Kilometern hat Beaumont zum zweiten Male seine beiden Konkurrenten geschlagen und sich auch den zweiten Etappenpreis ge» sichert. Er hat binnen vier Tagen oder genauer in drei Tagen, da er am Dienstag seinen Flug nicht fortsetzen konnte, eine Strecke von mehr als 1500 Kilometer hinter sich gebracht! Der sächsische Rundfluz hat am Mittwoch sein Ende erreicht. Die letzte Etappe Plärren— Chemnitz wurde von B ü chn»r-.-«nrd Lindpaintner glatt zurückgelegt. Loitsch mußte wegen-eines MotordefektS bei Zwickau niedergehen. Wahrscheinlich wird Büchner den ersten Preis erhalten, während Laitsch und Lindpaintner der zweite und dritte Preis zufallen werden. Die Entführung des Ingenieurs Richter. Wie wir vor einigen Tagen meldeten, ist der Jenaer Ingenieur Richter— nicht Professor, wie es erst hieß— auf einer Urlaubsreise in den nord griechischen Berge» von Räubern überfallen und entführt worden. Inzwischen ist ein von den Räubern geschriebener und von Richter unterzeichneter Brief an die Behörden gesandt worden, wonach Richter unverletzt ist. Di? Banditen fordern für seine Freilassung ein Löse- geld, dessen Höhe noch unbekannt ist. Bisher ist keine Spur von den Räubern und dem Gefangenen gefunden worden, obgleich die tüchttgsten Offiziere die Verfolgung leiten und die besten Führer an« genommen worden sind._ Mysteriöser Mord an einer Frauenrechtlerin. Durch eine Mordaffäre, die in ihren Einzelheiten lebhaft an den Crippelschen Mord erinnert, ist die Bevölkerung New Doris in Aufregung versetzt worden. In der 78. Straße fand man in der Wohnung eines Chauffeur? namens Scheim in der Badewanne eine vollständig verweste Leiche, die mit un- gelöschtem Kalk bedeckt war. Die Fleischteile waren bereits vollständig weggefressen und nur noch da? Skelett übrig geblieben. Scheim wurde unter dem Verdacht des Mordes verhaftet. Die Frau ScheimS, die in der Frauenbewegung eine Roll« gespielt hat, war seit dem 1. Februar plötzlich verschwunden. Scheim hatte eme andere Wohnung bezogen, indessen die Miete für die alte Woh- nung weiter bezahlt. Seit etwa 14 Tagen bemerkten Nachbarn, daß aus der Wohnung ein penetranter Geruch drang. Schließlich öffnete die Polizei gewaltsam die Wohnung und fand die Leiche. Der an die Leiche seiner Frau geführte Scheim bestritt entschieden, den Mord verübt zu haben. Scheim wurde als der Tat verdächtig verhaftet._ Automobil,.Sport". Ein am Dienstag in I n d i a n o p o l i s(V. St. b. N.-A.) ans- gefahrenes Automobilrennen war von zahlreichen schweren Unfällen begleitet. Bereits kurz nach dem Start für das über 500 Meilen führende Rennen platzte ei» Pneumatic des AinplexwagenS. der von Arthur Greiner gesteuert wurde. Der Wagen überschlug sich: der Chauffeur wurde getötet. Artur Greiner s ch iv e r verletzt, er wurde sterbend nach dem Spital gebracht. Kurze Zeit darauf s a u st e n z w ei A u t om o bi l e z u s a m m en, wo* bei ein Chauffeur beide Beine brach. Später rannten drei Automobile ineinander, wobei einem Chauffeur der rechte Arm vollständig vom Rumpfe getrennt wurde: der Verletz!« wurde st e r b e n d»ach dem Hospital gebracht. Schließlich sprang als bereits mehr als 250 Meilen durchfahren waren, ei» Chauffeur plötzlich wie wahnsinnig von seinem Sitz und stürzte aus dem Wagen, wobei er das Genick brach. Positives Christentum. In unserer Nummer 123 druckten wir unter obiger Spthmarke einen Brief an Professor Höckel in Jena ab. in dem ein „positiver Christ' dem greisen, von einem bedauerlichen Unfall de- troffenen Forscher dauerndes Siechtum wünschte. Das schamlose Schreiben ruft den„Evangelischen Prehverband für Deutschland" aus den Plan, der uns um Aufnahme eines längten polemischen«rtikelS ersucht. Dem können wir nicht nachkommen, wollen aber dem Artikel entnehmen, daß der„Evangelische Presse- verband" seinem tief st en Bedauern über den Geist und Ton des Briefes Ausdruck gibt. Weiter prolestieren die evangelischen Schrislsteller auf daS Entschiedenste dagegen, daß der Pseudonyme Versasser im Auftrage vieler posiliver Christen sein gottloses, aller Liebe und Christemvürde hohnsprechendes Schriftstück abgefaßt hat und wünschen von Herzen, daß dem hochbetagten Manne ein dauerndes Siechtum erspart bleibe. Kleine Notizen. Bom Blitz erschlagen. Bei einem schweren Gewitter, daS in einem Teil Rheinhess enS wütete, schlug bei Gimbsheim der Blitz in eine Schutzhütte, in der sich sieben Personen de- fanden. Eine Arbeiterfrau ouS Biebesheim wurde getötet, sechs andere erlitten schwere Brandwunden. Ein neuer Erdstoß in Aachen. Nachdem am Dienstag die Be- völkerung von Aachen und Umgegend durch zwei heftige Erdstöße beunruhigt worden war, ist gestern früh drei Uhr ein dritter ziemlich heftiger Stoß von längerer Dauer verspürt worden. Schweres Eisenbahnunglück in Frankreich. Auf der Selundär- bahn Albi-Valence d'Albigeois stieß ein P i lg er zu g, in dem sich zahlreiche Mädchen befanden, mit einem anderen Zug zusammen, wobei drei Mädchen getötet und fünfzehn schwer vcr- letzt wurden. Sieben Bergarbeiter verschüttet. Auf einer Grube in Qua- r e g n o n sBelgien) sind Dienstag abend sieben Bergarbeiter durch einen Erdrutsch von der Außenwelt avgeschnttte» Da ihre Rettung bis jetzt noch nicht möglich war, fürchtet man für ihr Leben.— Nach einem Telegramm von W. T. B. ist gestern nachmittag die Rettung der Verschütteten gelungen; sie befinden sich sämtlich wohl. Der Ricscnbrand auf der japanischen Insel H o k k a i d o, durch den»teilenweite Forsten vernichtet wurden und inehrere Städte bc- droht waren, ist durch anhaltende Regengüsse g e l ö s cht worden. Eingegangene Dnickfcbriften. Unser Krebitrccht und seine Reformbedürftigkeit. Von G. Pelser. 40 S.— In fremde Bahnen. Roman von Edler v. Fochrau. Z6S S. G. Wigand. Berlin-Leipzig. 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Ziehung 5. KI 224. Kgl. Preuss. Lotterie. Ziehung vom 31. Hai 1911, nachmittags, Nur die Gewinne Uber 240 Mark sind den betreffenden Nummern in Klammern beigefügt. Die Gewinne fallen auf die bezeichneten Loa« beider Abteilungen. (Ohne Gewähr.)(Nachdruck verholen.) 191 219 33[1900] 351 537 85 618 66 973 1037[500) 72 180 202 21 44 300 84 494 563 613 858(500) 2070[500] 203 78 531 53 613 755 3181 324 496 708 4005 249 63 317 59 537 81 697 74» 54 868 5283 318 404 535 839[500] 85 985 6183»95 569 650 767 822 36 908 7270 645 69 784 [509] 8014 108 48 286 464 551 751 92 906[500] 9007«s 437 539 67 88 780 873 975 10027 79 83 508 4 7 768 72 11056 212 80 343 673 12307 85 472 581 614 CO 780 1 3391 517 22 693 1 4151 [IOOO] 232 1 5013 455 97 530[500] 660 711 962[600] 16105 214 355 95 465 538 802[1000] 65 839 900[1000] 17094 192 812 400 83 885 975 1 8015 354 417 55 595[1000] 725 833 10315 669 701[5000] 26 33 806 30 53 20006 359 459 754 875 912 2 1 364 486 98 544 616 706 93[500] 915 99 2 2036[1000] 170 335 415 562 71 610 71 704[3000] 58 23081[500] 193 232 392 411 86 1 90 879 995 24113 233 354 491 734 42 876 930 66 2 5127 55 24» 462 510 865[1000] 2 6502 90 96 744 49 2 7005 134 72 222 94 340 453 612 739 83 84 934 28121 43 73 245 431 396 652 83 862 20037 209[500] 301 493 506 633 53 79 710 30 30192 310[1000] 92 437[500] 610 75 727 845 973 3 1 033[500] 36 92 258 342 707 995 3 2008 111 704[ 3000] 888 33114 203 510 53 671 3 4079 224 88 526 870 91 97 983[500] 94 3 5003 419 363 927 3 6318 594 3 7121 39 300 78 577 94 603 931 3 8373 512 45 707 916 54 3 0017 242 341 77 402 782 40231 472 589 709 881 4 1 036 81 129»68 94«06 74 928[500] 42185 497 523 610 81[500] 882 993[SOOO] 93 43 054 137»10 688 722[IOOO] 45 44195[1000]»64 40« 62[1000] 75.394 604 4 5004 443 56 93 580[IOOO] 730 85 835 50 624 4 6123 208 7 0 757 4 7021 2.37 4,7 57, 93 622 950[ 500] 48 231 426 35 601 959 4S'6I 75 109 405 22 50714[500] 887 920[500] 59 83 5 1 013 308 74 460 793 812[500] 22 5 2 303 6 68 516 734 5 3013 159 450 626 94 863 67 947 54102 15 24 314 64 771 917[500] 555»? 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Iahrgltttg. 2. ftiltjc ks„öotiuätts" Snlim WÄM Do««ttsiag, i. Inut 1911. Partei- Hngelegenbeiten, RvmmelSLurg. Am Sonntag(1. Pfingstfeiertag) veranstalten die Parteigenosten in, herrlichen Garten des Cafö Bellevue ein Früh- konzert. Eintritt 20 Pf. Anfang 5 Uhr. Berliner JNlacbrichten. Die Margaretenblume. Groß-Berlin steht im Zeichen der Blumentage. Die Margaretenblume bildet das Zaubermittel, das das Porte- monnaie weiter Kreise öffnen soll für Säuglingsschutz und Kinderpflege. Viele Käufer dieser Blume haben keine Kennt- nis davon, unter welchen Umständen diese Blume hergestellt wird. Wir lesen darüber in einem sächsischen Parteiblatte folgende Schilderung: „Die seit Monaten in verschiedenen Städten Deutschlands üblichen Blumentage erfordern Millionen von künstlichen Blumen, deren Herstellung zum Teil als Heimarbeit von Frauen und Kindern erfolgt. Es gibt wenig Industriezweige, die solch niedrige Löhne und erbärmliche Arbeitsverhältnisse haben, als der der künstlichen Blumen. Der Sitz dieses Zweiges ist die Sebnitzer Gegend in- der Sächsischen Schweiz. Seit Monaten wird dort mit einer wähnwitzigen Hast gearbeitet, um die Auf- träge auszuführen! Hat doch ein einziger Fabrikant in Sebnitz vor einigen Wochen den Auftrag von 17 0 Gros Kornblumen erhalten. Diese Margareten- und Kornblumen müssen, um an den Blumentagen, wie schon dagewesen ist, Reingewinne von tiSOOO. ja 160 000 M. zu erzielen, von den Fabrikanten zu äutzerst niedrigen Preisen geliefert werden. Es sind natürlich wieder die Arbeiter, auf deren Kosten die Sache gemacht wird. Da werden in der Fabrik die niedrigsten Löhne gezahlt, die man sich denken kann, noch schlimmer aber sind die Heimarbeiter daran. Diese müssen hasten und schuften Tag und Nacht unter Hinzuziehung aller irgendwie vorhandenen Arbeitskräfte, und wenn es auch die kleinsten der Kinder find. Und der Verdienst? Für das Ausschlagen eines Grosses Margareten- oder Korn- blumen(144 Stück) wird 1 Pf., für Färben 1 Pf., für Pressen 2 Pf. bezahlt. Für das Fertigmachen der Blumen, das nun in entlegenen Dörfern in der Heimarbeit von Frauen und Kindern ausgeführt wird, werden für 144 Stück ganze sieben Pfennige gezahlt. Die Herstellung der Fruchtkörbe ist wieder ein be- sonderer Industriezweig; ein Gros derselben wird für 15 Pf. geliefert. Das Rohmaterial in einem Gros solcher Blumen und deren Herstellung kostet den Fabrikanten etwa 58 Pf., der Verkaufspreis beträgt etwa 80 bis SO Pf. An dem Verdienst für das Fertigmachen der Blumen zehren nun auch noch Zwischenmeister. Eine Familie(Frau und Kinder) verdienr bei dieser Arbeit bei der ausgedehntesten Arbeitszeit wöchent- lich 5, im höchsten Fall 6 M. Bei dieser mafilosen Ausbeutung soll nun mit diesen Produkten auch noch Wohltätigkeit getrieben werden. Wohltätigkeit auf Kosten der Arbeiterinnen und der Proletarierkinder. Wer also die feilgebotenen Blumen kauft, um wohlzutun und zu helfen, der möge sich auch bewuht werden, dafi an den Verkaufsobjekten bis aufs 5 ochste ausgebeutete Arbeitskraft von Frauen und Kindern lebt, und dafi die Margaretenblumen von Arbeiternot und Arbeiterelend erzählen— von Elend, das mit dem Verkauf dieser Blumen allenthalben gemildert werden soll. Welch Herr- Löhe Weltordnungl" Gestern hatte Potsdam im Anschlufi an die Parade seinen Blumentag. Schon früh um 7 Uhr wurde mit dem Verkauf be- gönnen. ES war folgendes Programm festgesetzt: 12—1 Uhr: Militärkonzert auf dem Wilhelmsplatz(1. Garde-Regiment); 2 Mi— 2% Uhr nachmittags: Militärkonzert auf dem Luisenplatz (GardedukorpS und Unteroffizierschule);— iYi Uhr nach mittags Verkauf von Margareten und Postkarten durch die Prinzessin August Wilhelm im Kasino an der Waisenstrafie, dort Konzert des Lehr-Jnfanterie-Bataillons und Militärkonzert auf dem Wilhelmsplatz(2. Garde-Feld-Artillerie- Regiment); 4�4— 5% Uhr nachmittags: Margaretenkorso auf der Kaiser-Wilhelm-Strafie unter Beteiligung des Hofes. Während des Korsos Konzert(1. und 3. Garde-Ulanen-Rcgiment, 4. Garde-Feld-Artillerie-Regiment); 6 Uhr nachmittags: Heimat- spiele auf dem Brauhausberg:„Der eiserne Heiland"; 8 Uhr abends: Konzert im Cafe Sanssouci(Scheiwescher Linderkranz pnd Garde-Husaren); 9 Uhr abends: Ende des Blumcnverkaufs. Da der Hof sich offiziell an dem Arrangement beteiligte und eine leibhaftige Prinzessin mitmachte, kann man sich denken, dafi alles, was etwas sein will, Blumen und Postkarten kaufte. Die Mode muß mitgemacht werden! » Aus Reinickendorf wird uns geschrieben: „Wie in den Nachbarorten, will sich das honette Bürgertum auch bei uns die Gelegenheit, Wohltätigkeitssinn zu heucheln, eventuell„Piepmätze" oder sonstige„Zierrate" für die gähnende Leere der Knopflochweiten zu ergattern, nicht entgehen lassen. Der zweite Pfingstfeiertag ist für die Inszenierung des Spektakels vorgesehen. Die hiesige Arbeiterschaft steht diesem Treiben selbst- redend gänzlich fern und wird sich jede Belästigung und Ver- ekelung des Pfingstspazierganges höflichst verbitten. Den Reinicken- dorf Durchwandernden und dort Erholung Suchenden aber kann auch hier nur der Rat gegeben werden:„Seid dickfellig und zu- geknöpft!" Reinickendorf beherbergt so viel reiche Leute, die sich täglich auf Kosten der Arbeitskraft der Arbeiter bereichern und die aus der EntWickelung des Ortes so riesiges Kapital geschlagen haben, daß. wenn es nur darauf ankäme,„wohlzutun", sie die für die Ferienkolonie benötigten Mittel mit Leichtigkeit aufbringen könnten. Ihre wahre Gesinnung zeigen die Vertreter dieser Leute im Reichstag, im Landtag und auch besonders in der Ge- meindevertretung, wenn unsere Genossen die Einstellung von Mitteln für Zwecke des Mutter-, Säuglings- und Kinderschutzes verlangen. Dieselben Leute, die jetzt durch ihre Frauen und Töchter„Blumen der Wohltätigkeit" verkaufen lassen und sozialen Sinn heucheln, genieren sich gar nicht. Proletarierkinder schon im vorschulpflichtigen Alter und im Widerspruch gegen das Kinder- fchutzgesetz zu beschästigen und ihnen frühzeitig Kinderfreude und Gesundheit zu rauben. Die wahre Gröhe des Opfersinnes derlei Leute weiß am besten unsere Äinderschutzkommission einzuschätzen, die im Kampf mit ihnen so manches Mal vor der zwingenden Not- wendigkeit steht, Tränen zu stillen und Wohltaten zu übeit Som Kinderschutz. Zur unserer in Nr. 121 veröffentlichten Mitteilung, daß ein noch schulpflichtiges Kind, das man wegen Krank- heit vom Schulbesuch dispensiert hatte, vom Morgen bis zum Abend in einem fremden Geschäft erwerbs- tätig war, übersendet jetzt der Magistrat durch sein Nachrichtenamt deu Zeitungen die folgende Erklärung: Eine hiesige Zeitung wußte kürzlich von einem Fall zu berichten, i» dem ein zwölfjähriges Mädchen aus der 4. Klasse der 192. Ge- meindeschule, das man wegen Krankheit vom Schulbesuch dispen- siert habe, in einem Haargeichäst von früh bis spät gearbeitet habe, und ihren Eltern einen Wochenlohn von 4,50 M. zu verdienen. Der Ariikcl, der in seinem Eingang sich ans Bemerkungen der Schul- deputalion in ihrem letzten Verwaltungsbericht über Maßnahmen zur besseren Durchführung des Kinderschutzgesetzes bezieht, schließt mit den Worten:„Die ganze Angelegenheit ist so sonderbar, daß die Schuldeputation es sich nicht wird ersparen können, sich öffent- lich darüber zu äußern. Das Kind soll mehrere Monate hindurch in dieser Weise beschäftigt worden sein. Es erscheint unbegreiflich, daß dieser Zustand nicht rechtzeitig bemerkt oder seine Ungesetzlichkeit nicht erkannt worden ist." Nicht weil die Zeitung eine öffentliche Erklärung der Schuldeputation verlangt, sondern weil der Fall typisch ist und ein häufig wiederkehrendes Beispiel für die Beobachtung, daß sozialfürsorgerische Maßregeln der Ver- waltung durch Unverstand der Eltern illusorisch gemacht werden, seien kurz die einzelnen Daten dieses Falles nach den Akten dar- gelegt. Im April 1909 stellt der zuständige Schularzt bei dem Kinde, das damals schon in die vierte Klasse auf- gerückt war, Epilepsie in solchem Maße fest. daß er die Befreiung des Kindes vom Unterricht für nötig hält. Die Eltern bringen das Kind, offenbar auf Anraten des Rektors oder Schularztes in die Anstalt für Epileptische nach Wuhlgarren, nehmen es aber nach einem halben Jahre wieder heraus. Das Kind kehrt in die Schule zurück, muß über nach kurzer Zeit wieder vom Schulbesuch wegen häufiger und heftiger epileptischer Anfälle befreit werden. Ebenso geht es nach einen: zweiten Versuch, am Unterricht teilzunehmen. Die Bitte des Vaters, dem Kinde auf Kosten der Stadt Privatunterricht erteilen zu lassen, wird erfüllt, nachdem der Schularzt bescheinigt hatte, daß ein Schulbesuch des Kindes dauernd unmöglich sei. Nach wenigen Monaten verzichtet der Vater auf den ihn: für sein Kind bewilligten Privatunterricht. angeblich weil er gehört habe, daß er doch zu einem Beitrage zu den Kosten herangezogen werden könne, obwohl eine solche Forderung an ihn nicht gestellt worden war. Da der Schulbesuch des Kindes unmöglich, auch für die übrigen Kinder eine Geiahr war, da ein Zwang auf die Eltern, das Kind in die Anstalt sür Epileptische zu Wühl- garten zu bringen, wohin es gehörte, nicht ausgeübt werden konnte, blieb der Schulverwaltung nichts anderes übrig, als das Kind vom Schulbesuch auszuschließen. Damit hörte für die Schulverwaltung die Pflicht und die Möglichkeit auf. die weitere Entwickelung des Kindes im Auge zu beHallen. In die Zeit nach der Ausschließung fällt die angebliche gewerbliche Beschäftigung deL Kindes, von der die Schulverwallung nichts wissen konnte. Sobald die Anzeige der Ver- treterin der Kinderschutzkommission einlief, ist die Schulverwaltung in eine erneute Prüfung der Angelegenheit eingetreten. Die in dem Artikel bemängelte Langsamkeit in der Erledigung erklärt sich aus dem Umstände, daß die Anzeige kurz vor den Osterserien einlief. Eine neue schulärztliche Untersuchung ergab abermals Untauglichkeil für den Schulbesuch; wegen der täglich auftretenden Krampfaufälle war das Kind auch aus der gewerblichen Beschäftigung entlassen. Der zuständige Schulinspektor hat den Bater des Kindes zu einer Besprechung aufgefordert, um mit ihm wegen eines neuen Antrages auf Bewilligung von Privatunterricht durch die Schuldeputation zu verhandeln und seine Befürchtung zu zerstreuen, daß er zu den Kosten herangezogen werden würde. An dieser Antwort fällt der pikierte Ton auf..Nicht weil die Zeitung eine öffentliche Erklärung der Schuldeputation verlangt", läßt man sich dazu herbei, zu antworten I Ach, die Schuldeputation vergibt sich wirklich nichts, wenn sie einer Zeitung die öffentlich ver- langte Auskunft öffentlich erteilt. Besonders dem„Vorwärts hat sie manche Aufdeckung von Mißständen zu danken, von denen sie sonst wohl niemals Kenntnis erlangt hätte. Oder ist sie nur deshalb so pikiert, weil sie eS als peinlich empfindet, daß immer wieder gerade der„Vorwärts" ihr die Mißstände im Schulwesen unter die Nase reibt? Zu den sachlichen Angaben dieser Erklärung der Schuldeputation stellen wir fest, daß darin keine der Angaben unseres Artikels bestritten wird. Die Schuldeputation kann nichts bestreiten, und sie macht auch nicht den leisesten Versuch dazu, sondern bestätigt in ihrer umständlichen Darstellung alles, was wir gesagt hatten. Abwälzen möchte sie von sich nur die Verantwortung dafür, daß ein Kind im Alter von erst zwölf Jahre» eine beträchtliche Zeit hindurch ohne Unterricht blieb, aber gleichzeitig von früh bis spät erwerbstätig war. Die Schub deputalion soll weder die Pflicht noch die Mög> l i ch t e i t gehabt haben, die weitere EntWickelung des Kinde» im Auge zu behalten! Der Vater, sagt sie, „verzichtete" auf den ihn» für sein Kind bewilligten Privat- Unterricht. Meint die Schuldeputation, daß er ein Recht hatte, darauf zu verzichten? War er nicht vielmehr durch Gesetz verpflichtet, selber darauf hinzuwirken. daß sein Kind irgendwelchen Unterricht, wenn nicht in einer Schule, so mindestens zu Hause, erhielt? Aber der Vater„verzichtete", und die Schuldeputation beruhigte sich dabei! Sie hat, nachdem der Vater den ihm von der Stadt gratis zur Verfügung gestellten Lehrer hinauskomplimentiert hatte, sich so wenig um das weitere Schicksal des Kindes gekümmert, daß sie keine Ahnung davon hatte, in welcher Weise das wegen Krankheit vom Schulbesuch dispensierte, durch eigene Machtvollkommenheit der Eltern auch vom Hausunterricht befreite Kind zu erwerbstätiger Arbeit ausgenutzt wurde. Wir sindeir, daß die ganze Angelegenheit nach diesem unglücklichen Rechtfertigungsversuch noch sonderbarer erscheint. Die Schub depulation hat, was da geschah, nicht rechtzeitig bemerkt, und sie erkennt es auch jetzt noch nicht als ungesetz- lich. Soll vielleicht erst die staatliche Aussichlsbehörde eingreifen, nni ihr das klar zu machen?_ Eine neue Brücke soll nach einem Beschluß des Magistrats von Rixdorf über den Rixdorfer Schisfahrtskanal im Zuge der Canner Chaussee erbaut werden. Die Brücke soll massiv und, um eine mög- lichst geringe Äonstruktionshöhe zu erzielen, in Eisen- und Stampf- beton ausgeführt werden, mit einer Brückenbahn von 24% Meter nutzbarer Breite und einer Spannweite von 2l Meter, damit zwei Schiffe von je Meter Breite bequem passieren können. Die Kosten sind auf insgesamt 227 000 M. festgesetzt. Die Zustellung von Kirchenstcucr-BeranlagungSschreiben durch den Türspalt ist ungültig. Infolge Einspruchs hat der ge schäftsführende Ausschuß der�Berliner Stadtsvnode einer Zensitrn, die das außerdem mit zwei Schreibfehlern im Namen und im Zeit- räum belastete Veranlagungsschreiben zurückschickte, ein neues Ver- anlagungsschreiben ordnungsmäßig durch die Post zugestellt und gleichzeitig mitgeteilt, daß der Zustellungsbeamte, der das Ver- anlagungsschreiben unter Nichtbeachtung der bestehenden Vor- schritten durch den Briesspalt der Wohnung geworfen hat, ent- lassen werden wird. An der Entlassung des Beamten war der Zensitin. die vor zwei Jahren aus der Kirche ausgeschieden ist und noch für das Jahr 1910 gesetzmäßig zur Kirchensteuer herangezogen wurde, selbst- verständlich nichts- gelegen. Eine Rektifizierung genügt. Es sollte der Synodalverwaltung mit dem Einspruch lediglich klargemacht werden, daß die Zensiten berechtigt sind, im Kirchensteuer-Ver- anlagungs- und Einziehungsverfahren Ordnung zu verlangen. Wenn südische odet katholische Einwohner irrtümlich zur evangeli- schen Kirchensteuer veranlagt werden und keinen formellen Ein- spruch erheben, müssen sie ohne Gnade bezahlen. Ilmgekehrt soll man also auch die Shnodalverioaltung auf jeden Formfehler, den sie begeht, hinstoßen und dafür verantwortlich machen. „BoUs"literatur. Uns wird geschrieben:„Im Handelsregister neu eingetragen steht eine Firma, die die Ausmerkfaiukeit weiter Kreise verdienen sollte, wenn nämlich ihr Schild ihre Taten deckte. Es handelt sich um etwas, was uns alle, die wir aus dem Volke sind, die wir das Volk lieben, interessieren muß; es handelt sich um ein Verlagshaus sür Volksliteratur und Kunst, ! das zufolge der Veröffentlichung im Handelsregister über ein ! Stammkapital von 450 000 M. verfügt. Was verlegen diese Leute? Was werden sie herausbringen? Was birgt sich unter diesem freudig« erregenden Titel?....' Gestern morgen loarfen dienstwillige Kolporteure in verschiedenen Stadtvierteln die Antwort auf obige Fragen durch unzählige Brief- spalten der Türen in die Vorder- und Hinterhäuser, in die Hinter- Häuser zumeist und in die Kellerwohnungen. Und Hunderte und Aberhunderte von Händen wissensdurstiger Leute und Leutchen griffen begierig die gratis„geliehene" Lektüre auf und stürzten sich in die wundersame Welt, die da so unvorhergesehen vor ihnen ausgebreitet lag und deren Fortsetzungen für nur 10 Pf. das Heft zu beziehen sind. Für 10 Pf. Arbeitslohn,� mühselig erworbenen Arbeitslohn! Und alle diese Wißbegierigen hielten trotz aller Bekämpfung der Schundliteratur, der Schauerromane und Nick- Carter-Bücher ein neues Exemplar allerordinärsten Kolportage- romanes in der Hand. Zunächst allerdings ein„liebliches Mode- blatt" und eingehüllt in dieses, im wahrsten Sinne:.'was Mieses!" „Die schöne Krankenschwester" betitelt sich das Mach- werk, daS Lieben und Leide» einer edlen Dulderin. Erstes Kapitel: Am Lager des Sterbenden. Zweites Kapitel: Die Liebe an der Pforte des Todes. Drittes Kapitel: Feige Mörder I Viertes Kapitel: Durch den Tod getrennt. Fünftes Kapitel: Der letzte Abschied. Dieses letzte Kapitel, das auf alle nachfolgenden Kapiter oaS wildeste Verlangen erweckt, ist die Krone der Leistung. Darum stehe es hier, wenigstens fein Inhalt sei wiedergegeben. Der gestorbene Geliebte erwacht im Sarge, vor dem in neffter Nacht im Grab- gewölbe die Geliebte lniet, und hier in dieser Situation erfolgt dos glühendste aller Liebesgeständnisse! Erschüttert legt die Leserin, die arme unwissende Küchenfee, auf deren Dummheit, das Kinder- mädchen. auf dessen Ueberspaimtheit, das Herrschaslskind, auf dessen geilen Triebe die neue Halbmillionenfirma(Inhaber Richard AhrenS und Friedrich Butsch) spekuliert, daS Sudelmachwerk des Verlags- Hauses für Vollsliteratur und Kunst aus der Hand. Wir auch._ Gültigkeit vo« OrSstatuten und Polizeiverordnungen über kommunale Müllabfuhr. Die Stadt Charlottenburg hatte vor einigen Jahren durch Orts- statut eine öffentliche Gemcindeveranstalwng zur Wegschaffung des Hausmülls von den Grundstücken im Gemeindebezirl begründet, und zwar im öffentlichen Interesse, wie eS im§ 1 hieß. Durch den Z 3 wurde für die Wegschoffung des MüllS die sogenannte Dreiteilung angeordnet. Das Müll ist, je nach den Bestandteilen, in drei Gruppen für die Abfuhr bereit zu halten. Zur Diirchführung des städtischen Planes ist eine Polizeiverordnung erlassen worden, in der es heißt: Die Wegschaffung des Mülls geschieht nach vorheriger Anmeldung ausschließlich von der Stadtgemeinde oder deren Beaustragtcn; die Grundstückseigentümer sind verpflichtet, sich dieser Gemeindeveraiistaltung zu bedienen.— Wegen Uebertretung der Polizeiverordnung in Verbindung mit dem OrtSstatut war der Fuhrherr Paul angeklagt worden, weil er, der kein Beauftragter der Stodtgemeinde war, Müll abgefahren habe. Die Strafkammer des Landgerichts III sprach ihn jedoch frei, in- dem sie davon ausging, daß die Polizeiverordnung ungültig fei. Das Kammergericht hob aber daS Urteil auf und ver« wies die Sache zur nochmaligen Verhandlung an das Land- gericht zulück. Begründend wurde ausgeführt: Ein Zwang zur Benutzung einer Gemeindeanstalt könne nicht durch Orts- statut nach Maßgabe der Städteordnung begründet werden. Den Zwang könne nur eine Polizeiverordnung begründen, und zwar erst dann, wenn die Gemeinde die Rechtspflicht übernoniinen habe, eine Gemeindeveranstaltung im öffentlichen Interesse bereit zu halten, hier also die RechtSpflicht zur Miillabflihr. Das sei geschehen. Nun müsse sich eine derartige, den Zwang begründende Polizei- Verordnung aber auch in den Grenzen des§ 10 Teil 2 Titel 17 des Allgemeinen Landrechts und deS§ S des Polizeiverwaltungs- gesetzes halten. Auch das treffe hier zu, denn die Polizeiverordnung sei erlassen zum Schutze der Gesundheit des Publilums. Auch das soviel angegriffene Dreiteilungsverfahren halte sich in diesem Rahmen. da es nach de» Gutachten von Sachverständigen geeignet sei, die mit der Müllabfuhr verbimdenen Gefahren»och weiter herabzumindern. Ortsstatut und Polizeiverordnung seien somit gültig. Sie fänden auch nicht bloß Anwendung auf die Hausbesitzer, sondern auch auf die Fuhrleute, die zuwider handelten. Ein Dampfernufall an der Woltersdorfer Schleuse, der glücklicher- weise nicht von allzu schlimmen Folgen begleitet war, ereignete sich Dienstagabend gegen 7 Uhr. Der mit Kindern der Adlershofer Ge- meindeschule vollbesetzte Dampfer„Freya" der Reederei Tismer stieß beim Passiere» der Schleuse gegen die nicht völlig aufgezogene Brücke. Bei dem Zusammenstoß wurde das Sonnendeck herab- gerissen und fiel ans die Kinderschar. Dieser bemächtigte sich großer Schrecken und viele der Kleinen machten Anstalten, über Bord zu springen. Dem Eingreifen der auf dem Danipfer befindlichen Lehrer Lenz, Schmidt und Schultz ist es zu danken, daß ein größeres � Unglück verhütet wurde. Einige Kinder erlitten durch die umstürzenden Eisenslücke Verletzungen, besonders die Schülerinnen Friede. Hitze und Konrad. Die Kinder hatten einen Ausflug in Begleitung der Lehrer und erwachsener An- gehöriger nach Kalkberge- Rüdersdorf gemackit. Auf der Rückfahrt ereignete sich der Unfall, weil das Schiff die Brücke passieren wollte, ehe sie ganz aufgezogen war. Zum Glück war eS noch schön hell. Hätte sich der Unfall in der Dunkelheit ereignet, dann wären die Folgen wahrscheinlich sehr schlimme gewesen. Der Bahnhof Britz der Mittcnwalder Bahn abgebrann». Ein Raub der Flammen wurde in der vorvergangenen Nacht der Bahn- Hof Britz der Rixdorf-Mittenwalder Kleinbahn. In früher Morgen- stunde brach in dem unteren Raum'des Stationsgebäudes plötzlich Feuer aus. Der Brand verbreitete sich mit solcher Schnelligkeit über das ganze Gebäude hinweg, daß die im oberen Stockwerk wohnhafte Familie des Stationsvorstehers in die größte Lebens- gefahr geriet. Da idas ganze Treppenhaus in ein Flammenmeer verwandelt war, war den Bewohnern, die durch das Jeuer aus dem Schlaf aufgeschreckt wurden, der Weg gänzlich versperrt. So niußten die Bedrohten ihre Flucht über das Dach und die an- grenzenden Lagerschuppen nehmen. Nur das nackte Leven konnten sie in Sicherheit bringen. Beim Eintreffen der Britzer und und Mariendorfer Feuerwehren stand bereits das ganze Stations- gebäude in hellen Flammen. An eine Rettung des Gebäudes konnte nicht gedacht werden. Sowohl die Verwaltungsräume als auch die Wartehallen und die Wohnung wurden ein Opfer des ver- heerenden Elements. Die Löschmannschaften waren vor allem darauf bedacht, die angrenzenden Lagerschuppen vor dem Feuer zu bewahren. Auf welche Weise der Brand entstanden ist. konnte bisher nicht ermittelt werden. Heber den Transport eines anscheinend kranken ManneS durch zwei Schutzleute berichteten wir in unserer Nummer vom 19. April. Der Vorfall spielte sich in der Greifswalder Straße ab. Wir wiesen nebelibei darauf hin, daß dieser Mann nach der Rettungswache und nicht nach der Polizeiwache hälte gebracht werden müssen, wenn er krank oder angetrunken gewesen wäre. Hierzu schreibt uns der Berliner Magistrat:„Nach den angestellten Ermittelungen hat eS ich nicht um einen Kranken oder sinnlos Betrunkenen, sondern ledig. lich u:n einen angetrunkenen, wohmmgslosen Ruhestörer gehandelt, der wegen groben Unfugs und SUchtvefolgung ewgeUefert ist. Zur Ueberführuna des ManneS nach einer Hilfswache des Berliner Rettungswesens hat leine Veranlassung vorgelegen." Die Zeugen des Vorfalls haben von einem groben Unfug des Arretierten nicht das mindeste wahrgenommen. Die dem Magistrat gemachten Angaben scheinen nur aus polizeilicher Quelle zu stammen. Ertrunle» ist gestern abend in der Krummen Lanle ein junger Mann, der ein Bad genommen hatte. Zwei andere junge Leute der- suchten die Rettung, aber vergebens. Schwere Brandwunden an Händen und Armen erlitt in der vorletzten Nacht ein Chauffeur bei dem Brande eines AutoS in einer Garage Scharnhorststratze 8. Während die Feuerwehr die Klammen löschte, begab sich der Verletzte nach dem nahen Kaiserin- Augusta-Hospital, wo man ihm Verbände anlegte. Das Auto wurde stark beschädigt. Auf dem Heimwege vom Spaziergange vom Tode überrascht wurde gestern der 69 Jahre alte Arbeitsinvalide August Schulz aus der Oppelner Straße 13. Der alte Mann, der etwas trank, brach vor dem Hause Görlitzer Straße 52 plötzlich zusammen und ver- schied auf der Stelle, nach ärztlichem Gutachten am Herzschlag.— In seiner Wohnung tot aufgefunden wurde der 57 Jahre alte Maler Oskar Kleinert, der als Witwer für sich allein in der Stral- sunder Straße 64 hauste. Der Mann war vormittags noch gesehen worden. Als der Hauswirt ihn nachmittags aufsuchen wollte, um ein« Arbeit mit ihm zu besprechen, fand er ihn tot vor dem Bette liegen. Luch Kleinert ist wahrscheinlich einem Herzschlag erlegen. Arbeiter- BildungSschule. Sonntag, den 4. Juni: Ausflug nach Birkenwerder. Abfahrt 751 Stettiner Bahnhof. Bis 9� im Restaurant.Rheingau". Dann Ausflug in das Briesetal. Rast im Walde. Bon l80 ab rm Restaurant„Paradiesgarten" sBirkenwerder). Deutscher Arbeiter- Sängerbund, Gau Berlin und Umgegend. Diejenigen Vereine, welche sich an den Einzelgesängen beim Provinzial- sängerfest in Neu- Nuppin beteiligen, müssen die Lieder sofort an Sangesbruder F. Schulze, Kopenhagener Str. 42. einsenden. Die Vereine, welche die Teilnehmerzahl noch nicht angegeben haben, wollen das sofort tun. Da die Fahrkarten zum Sonderzug(M. 2,70 Hin» und Rückfahrt) bis zum 11. Juni spätestens bestellt sein müssen nicht verringert, fondern erhöht würde. Wenn er also dafür ein« treten wolle, so sei das eine Unehrlichkeit, weil er hoffe, dadurch hinterrücks das Unternehmen zu Falle zu bringen. Für eine so un- ehrliche Gefolgschaft bedanken wir uns bestens. Gegen den Antrag auf Wahrung eines Einspruchsrechts seitens der Stadt bei den teilenden Personen wurde von liberaler Seite mit Nachdruck hervorgehoben, die Stadt würde dadurch eine moralische Verpflichtung übernehmen, das Unternehmen auch im Falle eine? Mißgriffs weiter zu unterstützen. Trage die Gesellschaft ollein die Verantwortung, so würde die Stadt, wenn die Gesellschaft pleite mache, sich an die von ihr gezahlte Kaution von einer halben Million halten und im übrigen das Opernhaus anderweitig ver» pachten. Demgegenüber betonte Genosse Zietsch, daß die Stadt von der moralischen Mitverantwortlichkeit für das Unternehmen nicht loskomme und deshalb sich den Einfluß auf die Wahl des Direktors vorbehalten solle. Unter Ablehnung aller gestellten AbänderungSantrSge wurde die Vorlage in der Gestalt, wie sie auS dem Ausschutz gekommen war, in später Nachtstunde gegen eine kleine Minderheit der Liberalen angenommen. Elternverein für freie Erziehung. Dienstag, den 6. Juni idritter Feiertag), findet ein Familienausflug nach Finkenkrug statt. Treffpunkt vormittags 9H Uhr pünktlich vor dem Bahn- hos Jvngfernheide, für Nachzügler zur Kaffeepause bei Hofmeister am Bahnhof Finkenkrug. Kinder dex Mitglieder erhalten freie Fahrt. Der Vorstand. Vorort- ffodmckten. Rixdorf. Mit einem recht sonderbare«! Antrag einiger bürgerlicher Stadtverordneter, worunter sich auch die Herren Karl Rahmig und Neinhold Beiß befinden, soll sich, wie wir erfahren, die heute nachmittag im Rathause tagende Stadtverordnetenversammlung in geheimer Sitzung beschäftigen. Der Magistrat wird nämlich ersucht,„im Interesse der Hebung des Ansehens Rudorfs" einen städtischen Dezernenten für die Angelegenheiten der Presse zu be- stimmen, der die Preßnotizen über Rixdorf zu prüfen die Aufgabe haben soll. Enthält eine Notiz für die Stadt etwas Nachteiliges, so soll der Preßdezernent geeignete Abwehrmaßnahmen treffen. Des weiteren soll der Dezernent gehalten sein, bei passender G« legenheit in die gelesensten Berliner Zeitungen Artikel zu lancieren, die das Ansehen der Stadt zu heben geeignet sind. An dieser Vorlage ist zunächst eines bemerkenswert, nämlich, daß sie nicht, wie sich das gehörte, in breitester Oeffentlichkeit, sondern geheim behandelt werden soll. Haben die mit einem Mal um daS Wohl der Stadt so besorgten Herren Rahmig, Beiß und Genoffen besondere Wünsche in bezug auf Ausgestaltung des bereits jetzt bestehenden Nachrichtendienstes des Magistrats an die Presse, so mögen sie dieselben gefälligst in öffentlicher Sitzung vorbringen, um der-Presse auch die Möglichkeit zu geben, öffentlich hiervon Kenntnis zu erlangen. Die Antragsteller müßten doch eigentlich wissen, daß es mit dem Lancieren von Artikeln an Tageszeitungen seine eigene Art hat. Nur eine feile und gewissenlose Presse wird Nachrichten über städtische Einrichtungen unbesehen aufnehmen. Eine künstliche Nosigmalerei wird also gerade das Gegenteil dessen erreichen, waS man durch eine solche zu erzielen hofft. Die Herren Rahmig und Genossen könnten sich um das Ansehen Rixdorfs weit mehr verdient machen, wenn sie sich in Zukunft bei ihren Hand» lungen vom Allgemeininteresse leiten ließen. Empfinden sie, daß daS Ansehen RixdorfS gehoben zu werden verdient, so mögen sie sich zunächst einmal an ihre Brust fassen und sagen: Gott sei uns Sündern gnädig! Durch Spielen der Kinder«U Streichhölzern kam vorgestern abend in der Glaserstr. 83 Feuer in einer Wohnung aus. Haus- bewohner sahen wie Gardinen in Flammen aufgingen, und brachten die Kinder in Sicherheit. Die Feuerwehr war dann schnell zur Stelle und beseitigte die Gefahr. Fast gleichzeitig, mußte ein Tischlereibrand in der Prmz-Handjerystr. 33 gelöscht werden, woselbst Späne brannten. Aus dem Magistrat. In dem auf dem Hintergelände des Schul- arundstücks am Richardplatz zu errichtenden Gemeindeschulgebäude sollen eine Gemeinde-Knabenschule, eine gemischte Knaben- und Mädchenschule und eine Gemeinde-Mädchenschule mit je 20 Klassen untergebracht werden.— Der Magistrat genehmigt die Einrichtung der Nebenkassen und ihre Kontrolle nach Maßgabe der Vorschläge des RechnungsbureauS. Charlottenburg. In einer außerordentlichen Sitzung, die sich bis weit nach Mitter- nacht ausdehnte, verhandelte die Stadtverordnetenversammlung am Dienstag über die Errichtung eines Opernhauses. Der Ausschuß empfahl die Magistratsvorlage, die nur in wenigen Punkten ab- geändert war. über die wir bereits in der Nummer vom Sonntag, den 28. Mai, im lokalen Teil des„Vorwärts" berichtet habe». Bekämpft wurde das Projekt von einer Minderheit der Liberalen, deren Wortführer Justizrat Dr. Flatau der Aufführung von Opern im Grunde jede kulturelle Bedeutung absprach, so daß eS sich für die Stadt nicht lohne, mehrere Millionen für diesen Zweck aufzuwenden und ein erhebliches Risiko auf sich zu nehmen. Den Standpunkt unserer Genossen vertrat der Stadtv. Zietsch. der hervorhob, daß die sozialdemokratische Fraktion auch daS größere Opfer nicht scheuen würde, das Opernhaus in eigenem Betrieb zu übernehmen. JmAusschuß sei dieser Antrag abgelehnt worden, aber er und seine Freunde stellen ihn im Plenum erneut. Mit Genugtuung könne kon» flattert werden, daß eS uns gelungen sei. im Ausschuß einige Ver» besserungen in den mit der Gesellschaft abzuschließenden Vertrag in bezug auf die Lage der Künstler hineinzubringen; so sei der ominöse Probemonat ausgeschlossen und ebenso das einseitige Kün- digungsrecht der Direktion; jeder Künstler müsse auf mindestens ein Jahr mit gegenseitigem gleichen Kündigungsrecht angestellt werden. In anderer Richtung sei den sozialdemokratischen Anträgen leider nicht entsprochen, so betragen nach dem Vertrage die Mindestgagen für Chor« und Ballettmitglieder nur 1350 M. statt 1500. Auch die Verpachtung auf 30 Jahre scheine zu lang. eS genüge vollkommen, nach 20 Jahren von neuem zu überlegen, ob wir das Haus weiter verpachten wollen. Von besonderer Wichtigkeit für das Gedeihen des Unternehmens sei die richtige Wahl der leitenden Persönlichkeiten, und deshalb müsse die Stadt sich der Gesellschaft gegenüber ein Einspruchsrecht vorbehalten. Stadtv. Dr. Flatau flib.) erklärte, er werde für den Antrag auf Uebernahme des Opernbetriebes in eigene städtische Regie stimmen, da dies der Stadt wohl noch billiger zu stehen komme, als der seiner Meinung nach überaus nachteilige Bertrag. Genosse Dr. Borchardt betonte demgegenüber, daß der eigene Betrieb unter allen Umständen teurer sei, daß wir aber trotz der Mehrkosten grundsätzlich dafür eintreten; auch Dr. Flatau könne eS nicht verborgen sein, daß durch de» eigenen Betrieb das Risiko Friedrichsfelde. AuS der Gemeindevertretung. Gegen die Gemeinde ist von den Erben des verstorbenen Musiklehrers Schenk, Karlshorst, Klage er» hoben worden auf Zahlung einer jährlichen Rente von 3000 Mark an die Hinterbliebenen. Sch. war einer alten Dame beim Besteigen der Elektrischen, die sich schon in Fahrt befand, behilflich, weshalb er einige Schritte nebenher ging. Dabei fiel er über das Gitter, daS den Rasenstreifen abgrenzt und verletzte sich schwer an einem spitzen Blumenstab, der ihm ins Auge drang. An den Folgen der Verletzung soll er verstorben sein. Der Klageanspruch stützt sich auf ungenügende Straßenbeleuchtung und daraus, daß das Gitter nicht ordnungsgemäß angebracht sei. Die Gemeinde, die durch eine Haft- Pflichtversicherung gedeckt ist, beantragt, sich auf die Klage einzu- lassen. So wurde auch beschlossen, nachdem Herr Cassebaum darauf hingewiesen hatte, daß an der Unfallstelle eiue Laterne vor- handen ist. Dann wurde eine neue Umsatz st euerordnung beschloflen. DaS war notwendig geworden, weck die ftühere eine Anzahl Be- stinimungen erhielt, die z. B. in Schöneberg zur Ungültigkeits erklärung der ganzen Steuerordnung durch das Oberverwaltungs gericht geführt hatten. Außerdem sind die Bestimmungen über die Wertzuwachssteuer, welche bisher miteinander verbunden waren, durch das ReichSwertzuwachSsteuergesetz gegenstandslos geworden. In der Dislussion wandte sich Genosse P i n s e l e r gegen einige Abänderungsanträge, die, zweifellos vom Antragsteller ungewollt, in ihrem Endeffekt auf eine Begünstigung der unlauteren Grund stücksgeschäste hinausgelaufen wären. Zu einer stundenlangen, zum Teil recht lebhaften Auseinander setzung kam eS bei der Vorlage, die die Einsetzung einer Kommission zur Vorbereitung der Errichtung einer höheren Schule bezweckte. Anfang? schien eS. als ob die Angelegenheit eine glatte Erledigung finden solle. Als jedoch die.Platzfrage" angeschnitten wurde, da kam eS zum heftigsten Zusammenprall der lange geschürten Gegensätze zwischen den Vertretern der beiden OrtSteile. Wer dabei objektiv das Für und Wider auf beiden Seiten abwog, mutzte zu einem Ergebnis kommen. waS für die Karlshorster Vertreter als tief beschämend bezeichnet werden muß. Ein solches Matz einseitigster Jnteressenpolitii ist man kaum von den borniertesten ostelbischen Junkern gewöhnt. Sie wollen die höhere Schule partout mitten im Ortsteil Karlshorst haben und nichts konnte sie von ihrem Standpunkt abbringen, weder der Hinweis darauf, daß der Weg zur Schule, wenn diese auf dem ehemals Luschschen Grundstück an der Strausberger Verbindungsbahn gebaut werde, für beide OrtS- teile annähernd gleich sei, noch die Tatsache, daß beide Teile die Schullasten gleichmäßig zu tragen haben, ohne Rücksicht darauf, ob der eine viel der andere wenig Schüler entsende. Auch der Hinweis, daß die relativ hohe Zahl höherer Schüler lediglich der Horterschen Privatschule zuzuschreiben sei, zog nicht. Unsere Genossen standen dem kleinlichen Jnteressengezänk gelassen gegenüber, unterließen es aber nicht, die Gesichtspunkte hervorzuheben, die für unsere Stellungnahme zu dieser Frage maßgebend sind. Es wäre in der Tat wünschenswerter gewesen, die bürgerlichen Herren hätten sich die Köpfe darüber erhitzt, wie auch den unbemittelten, oft recht befähigten Schülern der Uebergang zu einer höheren Lehranstalt er- möglicht werde. Die Debatte fand ihren vorläufigenAbschluß, indem man sich' einigte, der um vier Herren auS der Gemeindevertretung ver- stärkten Schuldeputation die Vorberatung aller Fragen zu über- »ragen. Nach der Drohung des Herrn Bürgermeisters zu schließen, der nicht früher seinen Urlaub antreten will, bevor eine Verständi- gung über die wichtigsten Streitfragen erzielt sei, werden wir schon in der nächsten Sitzung weiteres in der Angelegenheit hören. Die anderen Punkte der Tagesordnung boten kein größeres Interesse für die Allgemeinheit. Boxhageu-Rummelsburg. Bei der am Montag stattgefundenen Wahl der Arbeitnehmer- beisitzer Zum Gewerbegericht wurden für die Kandidaten der Ge- Werkschaftskommission 1313 gültige Stimmzettel abgegeben. Es sind demnach gegen die Wahl von 1909 rund 400 Stimmzettel mehr abgegeben worden. Gegnerische Kandidaten waren nicht auf- gestellt. Zeuthen. Ei« erfreuliches Resultat brachte uns die am Mittwochabend stattgefundene Gemeindevertreterwahl. Unser Genosse Kali es wurde mit 61 gegen 33 gegnerische Stimmen gewählt. Unter den gegnerischen Stimmen befanden sich noch 9 Forensen. Mahlsdorf an der Ostbahn. Die Mitgliederversammlung des Wahlvereins nahm zunächst einen eindrucksvollen Vortrag des Genossen Büchner über die ReichSversicherungsordnung entgegen. Dann gab Genosse Albert Schmidt den Bericht aus der Gemeindevertretung, über die Ver- Handlungen der beiden letzten Sitzungen. Die erste Sitzung be- schloß die Aufnahme einer Anleihe von 30 000 M., davon sollen 10 000 M. zur Ausgestaltung von Plätzen und Promenaden sowie zu Pflasterungen verwendet werden. 25 000 M. wurden bewilligt als Nachtrag zum neuen Gemeindeverwaltungsgebäude. Dieser Nachtrag machte sich notwendig teilweise durch Erweiterungen und Veränderungen des Baues. In der letzten Gemeindevertretersitzung ist auch eine Geschäftsordnung für die Gemeindevertretung ein- gebracht worden, in der unter anderem die Bestrafung säumiger Gemeindevertreter vorgesehen ist. Unsere Genossen wandten sich gegen dieselbe, weil sie voraussehen, daß bei der jetzigen Zusammen- 'tellung der Gemeindevertretung der betreffende Strafparagraph weniger auf die bürgerlichen Vertreter, als vielmehr bei jeder sich bietenden Gelegenheit auf unsere Genossen Anwendung finden würde. Der Vorschlag des Gemeindeschöffen Tammer, Berlin die Durchführung eines Druckrohres durch Mahlsdorf zu gestatten, wenn es eine Entschädigung von 10000 M. leistet sowie nach Ab- lauf des Lichtenberger Vertrages den Ort durch seine Wasserwerke mit Wasser versorgt, wurde abgelehnt. Die Gemeindevertretung tellte folgende Bedingungen für die Durchführung desselben: Auf- lassung des in Betracht kommenden Straßengeländes, Ablenkung der Entwässerung MahldorfS nach den in der Nähe belegenen Ber- lincr Rieselfeldern, Versorgung Mahldorfs durch die Berliner Wasserwerke«ach Ablauf des Lichtenbtrger Vertrages und Anschluß an die Berliner Elektrizitätswerke. In der dem Bericht folgenden Diskussion äußerte Genosse Käming grundsätzliche und Zivilrecht- fi'che Bebettkefl gVg«l Re frMTtftrg P« Aaverkmvnk»« tmgA pflasterten Straßen von Fall zu Fall. Gemeindevertreter Genosse O e r t e l betonte hierauf, daß die Erteilung der Bauerlaubnis von Fall zu Fall nicht nur für Bauten an ungepflasterten Straßen, sondern im Ortsstatut auch für solche an gepflasterten Straßen vor» gesehen ist und zwar um sich nötigenfalls vor Schädigungen bös» williger Art zu stchers, �- Pankow, Die Gemeinbevertreterfl?«ng intt Dienskag«rteilke zunächst, einem Ansuchen der Gemeinde Heinersdorf entsprechend, der Ein» gemeindung einiger an der Uckermarkstraße belegener Heinersdorfer Parzellen in den Gemeindebezirk Pankow ihre Zustimmung.— Für das neue Wasserwerk bei Stolpe an der Havel soll als Enk» ladestelle für Kohlen usw. eine entsprechende Uferanlage geschaffen werden, wozu die Mietung von Uferland erforderlich ist. Hierzu wurde beschlossen, vor Abschließung des Mietvertrages wegen der Ueberlassungsbedingungen mit dem Wasserbaufiskus nochmals zu verhandeln. Bei dieser Gelegenheit gab Tiefbaumeister Saeger be» kannt, daß die Inbetriebsetzung des Wasserwerkes bestimmt mit 1. Juli d. I. erfolgen werde. An diese Mitteilung knüpfte sich eine längere, lebhafte Debatte über den zurzeit infolge der herrschenden Trockenheit wieder äußerst unangenehm austretenden Wasser« mangel. So sind vornehmlich die Hausbesitzer höchst ungehalten darüber, daß sie infolge dieser Kalamität durch Abwanderung von Mietern aus Pankow geschädigt werden könnten. Namentlich gegen- über der Aeußerung des Stadtrats a. D. Stawitz, der den Bürger» meister vertrat, daß die Mieter sich beim Wasserverbrauch den Ver- Hältnissen entsprechend einzuschränken hätten, fanden die der Ver- tretung angehörenden Grundbesitzer recht energische Töne. Auch Herr Tiefbaumeister Saeger hatte sich nicht über allzu liebens- würdige Behandlung zu beklagen.— Ueber den Zeitpunkt des Ab- bruches des nach schulärztlichem Gutachten zur Unterbringung von Schülern nicht mehr geeigneten, zurzeit auch nicht mehr benutzten alten Schulgebäudes in der Breitenstr. 37 kam es dann noch zu leb- haften Auseinandersetzungen. Vom Gemeindevorstande wurde empfohlen, mit dem Abbruch noch zu warten, da man sich für die auf dem Schulgrundstück gegenwärtig untergebrachten Gemeinde- anstalten(die Freibank und eine Bedürfnisanstalt) nach anderen geeigneten Plätzen umsehen, weiter aber auch nach Abriß des Ge- bäudes für Herstellung eines der Gegend entsprechenden Platzes sorgen müsse, was erhebliche Kosten beanspruche, die im lausenden Etat aber nicht vorgesehen seien. Mit dem Abriß noch zu warten, sei auch deshalb geboten, weil der zum Oktober zu erwartende Zu. zug nach Pankow bei dem schon wieder vorhandenen Mangel an Klassenräumen eine nochmalige vorübergehende Wiederbenutzung notwendig machen dürfte. Gegen letztere Absicht wurde von den verschiedensten Seiten unter Hinweis auf die schulärztlichen Be- denken gegen die Benutzbarkeit der Schulräume lebhaft protestiert. schließlich aber doch beschlossen, daß die Schule am 1. Januar 1912 abgerissen sein muß, wenn ihre provisorische Wiederbenutzuztg zum Oktober infolge Fertigstellung der im Bau begriffenen neuen Schulräume nicht mehr nötig sein sollte. Der öffentliche� folgte eine geheime Sitzung._ Eingegangene Druchrcbriften, Führer von Köpenick«nd Umgegend. 75 Ps.— Kart« V»» Köpenick und Umgegend. 50 Ps. R. Schön, Köpenick. Das Persönliche im modernen Unternehmertum. Von St. Sieden- seid. 3 M.— Die Lohnämter in Victoria. Von R. Boehrtnger. 5 M. Duncker u. Humblot, Leipzig. 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Juni, nachmittags 5 Uhr, von der Leichenhalle des alten Pauls-Kirchhojes auS statt. 36/12 Die Ortsverwaltung. Deutscher Teitilarbtiter- Derband. Filiale Berlin.» Den Mitgliedern zur Nachricht, daß a»l 29. Mai 1911, unsere brave Kollegin, die Strickerin Martha Krenschner im 27. Lebensjahre verstorben ist. Ehre ihrem Andenken l Di« Beerdigung findet am Donnerstag, den 1. Juni, nach- mittags 4 Uhr, von der Leichen- Halle des Zentral-FriedhoseS in FriedrtchSselde aus statt. Rege Beteiligung erwartet 197/S Der Borstand. Allen Freunden und Bekannten die traurige Nachricht, daß mein lieber herzensguter Mann (jeorx Zehnte Müllerstr. 153a am 30. Mai nach kurzem schweren Leiden sanst entschlafen ist. DieS zeigt betrübt au die Uef- trauernde Witwe Therese Schulze. Die Beerdigung findet morgen Freitag, nachmittags 3>/, Uhr, aus dem Nazareth- Kirchhose in Remickendors-West statt. Allen Freunden und Bekannten die traurige Nachricht, daß am Montag, den 29. Mai. meine lnnlggeiiebte Frau Marie MiKHnx geb. Schmidt verstorben ist. DieS zeigen tiesbetrübt an ?aul»iBIIng nebst Tochter. Die Beerdigung findet heute Donnerstag, den 1. Juni, nachm. 4>/, Uhr, von der Leichenhalle deS Heltigkreuz- Kirchhofes(Marien- bors) aus statt._ 44992 Hierdurch die traurige Nach- richt, daß mein lieber Mann, der! Anstreicher Wilhelm(jimdiach am 31. Mai verstorben ist Die Beerdigung findet am Sonnabend, den 3. Juni, nach- mittags 4 Uhr, von der Halle des Dorotheenstadt- Kirchhoses, Rei- nickendors- West, Schannoeber- strage 1/2, aus statt. 45022 Di- trauernde Witwe Klara Gundlach. Danklagung. Für die zahlreiche Beteiligung und die herrlichen Kranzspenden bei der Beerdigung meines lieben Mannes. des Ztgarrenfabrikanteu 2072b F ranz Schubert sage ich allen Verwandten. Freunden und Parteigenossen, auch allen Mit- gliedern der Armenkonimission und Herr» Waldeck Manasse für die ttost- reichen Worte am Grabe des Ver- slorbenen meinen herzlichsten Dank. Wwe. Anna Schubert u. Kinder. Danksagung. Für die vielen Beweise herzlicher Tillnahme und reichen Kranzspenden bei der Beerdigung meiner unver- geblichen Frau, meiner guten Mutter Marie Feuerhelm sagen wir allen daran BeteUigten unseren innigsten Dank. �.i-ixnst Fenerhelm liebst Tochter._ Danksagung. Für die zahlreiche Beteiligung bei der Beerdigung meiner lieben Frau Msrtlia Müller sage ich allen BeteUigten, insbesondere den Kollegen der Wafiensabrik, den Genossen deS 6530 Bezirks und den Funktionären der L. Abteilung meinen herzlichsten Dank. 4500L .David MDIIer und Kinder. rTudwig Hofmanns j parkschänke!° Treptow j am Treptower Park No. 51 ( Ecke Harpfenteiclistraße. n Beste Einkehrstelle s M— wwwwwwmwwww�wmw S preiswerte inziige 30S0 Ein- und zweireihig, Ein- und zweireihig Mit langer Fasson auf 2 Knöpfen gearbeitet. Stets fertig m Lager: 24,50, 27,00, 29,00 32,00, 36,00, 40,00 45,00, 48,00, 52,00 54,00, 56,00, 60,00 65,00, 75,00. M. 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Verschiedene Kasienangelegenhellen. 253/6* Der Vorstand. I. A.:'«Ichard Schröder. Berlin O., Tilfiter Str. 7. v. IV. ArdeltsnachtveiiL': Verwaltungsstelle Berlin. Hauptbureau: Hol I. Amt 3. 123Si Charltbstrale 8. Hos in. Amt 3. 1987. > � 1'....... I.> t» Ter Feierta-ze wegen bleibt das Bureau au folgenden Tagen geschlossen: Sonnabend, den 3. Juni, nachmittags, Montag, den 5. Juni, den ganzen Tag, Dienstag, den 6. Juni nachmittags. Der Arbeitsnachweis bleibt am Dienstags den 6.� Juni(3. Feiertag) Die Ortsyerwaltnng. den ganzen Tiug geschlossen. 118,2 Verwaltung Berlin. Das Verbomd sbureau ist geschlossen- Am Sonnabend, den 3. Juni nachmittags, am Montag, den 5. u. Dienstag, den S. Juni den ganzen Tag. Die UnterstöchungSauSzahlunaen sür Sonnabend, den 3. und Montag, den 5. Juni erstfigen am Sonnabend, den 3. Juni: die Auszahlungen für Dienstag, den f». Juni am Mittwoch, den 7. Juni. Wer am S«nnabend Arbeitslosenunterstützung erheben will, mutz am Freitag Mitglie»sbuch und Arbeitslosentarte ans dem Nachweis abgeben. Die Arbei tsttachtveise sind am 3. Feiertag« geschlossen. 84/5 Die«tll-gqgenttahme der Beitrage in den Zahlstellen ersolgt am Sonuabelld l«n tt bis« Uhr abends. mr Heute Donnerstag. abendS 8 Uhr:-MW Geueral-Versammlung im Gewertschaftshause. Zeiimngs-Ausgabestetton und Inseraten-Annahme. �entmm»� Albert H a h n i s ch, Auguftstr. 50, Eingang Joachimstraße. L. Wahlkv eis, W.: Gnst. Schmidt, Kirchbachstr. 14. Hochparterre. , 3. und SV/.: Hermann Werner, Gneisenaustr. 72. 8. Wnhlltjrels: St. Fritz, Prinzenstr. 3t, Hos rechts Part. 4. IVahütrei« s Oft e n: Robert W engels, Gr. Franlsurterftr. 120. — Richard H a ck e I b u s ch, PeterSburaerplatz 4(Laden). 4t. Wahlltrela, Südosten: Paul Böhm. Lausttzervlatz 14/15. 5. Wnhl'k-fela: Leo Zucht, Jmmanueilirchstr. 12(Hos). V. 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WiMeiertag: Sechster Berliner Reichstagswahlkreis Sonntag, den 4. Juni 1911(erster Pfingstfeiertag): Großes Früh= Konzert und Spezialitäten»Vorstellung im 227/19* - Insel= Restaurant, Plötzensee, Seestraße 97, *£>§& Anfang 5 Uhr.€€€«*«SSAA Eintritt SO Pf. EßH« Zu zahlreichem Besuch ladet ein Das Komitee. e©©©««»®®®©®©©o®©e®®®®eo®9*is«eüi«»o»©©®®9®«®öoo»o©«*oo« Solidarität (Prov. Brandenburg). Am 4. Juni und folgende Tage(Pfingstfeiertage): Gauausfahrt nach Rathenow. Sonnabend: Empfang der auswärtigen Vereine, Kommers im Kristallpalast. 1. Feiertag: Frühkonzert im Kristallpalast und Volksgarten.— Nachmittags 1 Uhr: Aufstellung zur Korsofahrt durch die Stadt zum Volksgarten; daselbst Konzert, Kunst- und Keigenfahren, sowie Belustigungen aller Art.— Abends in beiden Lokalen Gartenkonzert. S. Feiertag: Großer Waldspaziergang durch die herrliche königliche Forst.— Nachmittags von 4 Uhr ab: Großer Festball in zwei Lokalen. 3. Feiertag: Vormittags Ausflug nach Neu-Friedriohsdorf; daselbst Konzert und Belustigungen.— Nachmittags: Abschiedsball in beiden Lokalen. Zu reger Teilnahme ladet freundlichst ein 11/7* Der Ganvorstand. Der Festansschaß. I Sehiller-Tlieater Domierstag, abends 8 Uhr: Bevolutionshochzelt. Freitag, abends 8 Uhr: Barla and Uagdalena. Sonnabend, abends 8 Uhr: _ König Heinrich._ Berliner Theater. Abends 8 Uhr: Rn ni m el Studenten. Morgen: BummeUtudenten. Neues Theater. Täglich: Iii MM fitierr. Anfang 8 Uhr. Friedrich-Wüheimstädtisches Schauspielhaus. Donnerstag, den 1. Juni, 8 Uhr: Kasernenluft. Morgen und folg. Tage: Kascrnenlust. I0SE=THEATE| Grotze Franksurter Str. 132. Zlnfang 3 Uhr. Knttersegen. Freitag: Robert u. Bertram. Aus der Gartenbühne finden wegen Borbereitungen der großen Revue bis Sonnabend keine Vorstellungen statt. Ansang: Konzerl 5 Uhr. Theater 8 Uhr. Nach der Vorst, llnlitg: = Tana:.== Reserviert 75 Pf., e Atree 50 Pf. Max Klfteins Sommer-Theater Rudolf KrDger, Hasenh tide 13—15. Täglich: Erstklassig t Tbeater» »nd Spezialitateii-Pott isiellnugen. Zellbedachter Theatcrgarl en, bei mi- günstiger Witterung Schech bietend. Donnerstag: Eilt etag. Berliner Praler-Thealer Kastauienallce 7->9. IW 1. Psingstfeiert, ,g Eröffnung der SJflison. Die dm Gra�u. Posse von Leon Trep tow. Tonnab. tiffentl. Gene:«lprobe. I m O m m OroSes Früh-Konzert T Elysium, Landsberger Allee 40/41 unter Mitwirkung am Sonntag, den 4. Juni(1. Pfingstfeiertag): in den Lokalen: Neumanns Volksgarten Elchtenberg_ Röderstraße. des Gesangvereins„Fichte-Georjlnia". Ludwigs Viktoriagarten, Treptow, Köpenicker Landstraße unter Mitwirkung des Gesangvereins„Namenloi". - 0 Am Montag, den 5. Juni(2. Pfingstfeiertag); in den Lokalen; 219/9* Brauerei Friedricbsbain w Cafö Bellevue am Friedricbsbain unter Mitwirkung des Gesangvereins„Nordost-Liranfa". Rummelsburg Hauptstraße 2. Eröffoong 4 Uhr. Anfang 5 Uhr. Billetts SO Pfennig, an der Kasse S5 Pfennig. Triunon-Thcater. Heute und solgcnde Tage: Da« PriiizicbQn. Liebcsschwanl in 3 Alten v. R. Misch. Anfang 8'/, Uhr. j Brauerei Friedrichshain(am Königstor). Metropol-Tlieater. Hoheit mtiiilirrf ficht Operette in 3 Akten von I. Freund. Mnsif von Rndols Nelson. In Szene gesetzt vom Dir. R. Schultz. Ansang 8 Uhr. Rauchen gcstaltei. Ansang 8'/« Uhr. Die neuen Juiii-Spezialltäte«. Des lensaticiiellcn ErsolgeS wegen prolongiert: Der zerbrochene Spiegel. Letzte Neuheit d. popul. Gebr. Schwarz. Um ein Töeib. ©rojje« amerikanisches AusstattungS- Sensatioiisstüif in sieben BUdern. Luna-Psrll Sonnabieisich den 3.)uni BlhetaZ Feenhafte PaAbeleuchlung Eröfinung d( r Strasse Von CAURO 85 Eingebow ne aus dem Nillande.— J-rpltnung der grössten Lidrtsschau d. Erde Jolmsions Weigang «owie dpä Hippodrom lUhmann » 4 Kapelle»: i: Sensationelle Attufdionen Sonntag, den 4., u. Montag, doi 5. Juni. Wiederholung aller Festlichkeiten..Feenhafte Park- beleuchtung. 4 Kapellen. Eirdlrittspreis 50 Pf. 1., 2. u. 3. Pfingstfeiertag: Große Festkonzerte. Philharmonisches Blas-Orchester Direi�nfäÄ.l..n. ——— Mitwirkung: 10O SUnger.———— Außerdem: Gr. intern. Badrennen. 3 spannende Rennen auf der amorik. Home Train Rennbahn. 10 Rennfahrer. Es starten: Tadewaldt, Techmer, Pawke, Tetzlaff, Theiss, Ehlert, Vlnzelberg, Casani usw. BV Anfang 4 Uhr. VW Entree 30 Pf.-Wv Am 1. und L. Pf ingatrelertag: Frtth-Konzert. Neue Welt. imerlllanisclier Vergnügungspark, Haseibeide. Hente Donnerstag, den 1. Janl 1011: Großes Gala- Parade-Feuerverk mit riesigem Schlnß-Tablenn und Wiederholung des HaUey- seben Kometen, ausgeführt vom Knnstfeuerwerker A. Niclandt. Große SpezialltlUen-VoriitelInng. Gang nene» Programm._ Elntrlttaprel» 85 Pf. Zwerg-Truppe! Die durch den Sportpalast brotlos gewordenen ZWCfJJC treten ab 4. Juni (Erster Pfingstfeiertag) w Schloß Weißensee«t Täglich: Großes Militär- Doppel-Konzert Eintritt 1 5(arb. v. abends K Uhrab 50 Pf. Kinder unter 10 Jahren die Hälste. Königstsilt-KASlno. Holzmarftstr. 72. Irrungen. Posse in 1 AN. The Oderos. Neubert und Rie. Rosa Horst. Otto Römer. Ans.'1,8 Uhr. Sonntags'/.5 Uhr. Koacks Theater. Dircllion: Robert Dill. Berlin N., Brunnenstraße 19. Heute geschlossen. Pfingsten: Eröffnung der Sommerspielzeit. Konzert, Theater, Spezialitäten. Sonnabend, den 3. Juni: Ocffentl. Generalprobe bei freiem Entree. Passage-Panoptikum. Während der Pfingstferien{ vorn I. bis inkl. 11. Juni Volkstnge! Jedermann ein Kind frei! i Jedes Kind erh ein Geschenk! Die Jfcgcr-Rlcsln Abomuh, die größte| Frau, die je gelebt. Alles ohne Exlra-Entreel Voigt-Theater Gesnndbrimnen, Dadltratze 58. Keine Voritcllunq."WQ Beginn der Sommersaison: Sonntag, den 4. Juni Igll (1. Pfingstfeiertag). Goldene Jugend u. das große Spczialilätenprogramm. Beledsdnllen-Tdestör. Sielte Säuger, Britton als Mietze im Hosenrock. Ansang heute 7'l, Uhr. Am Königstor— Am Friedrichshaitt. Am 1. und 2. Feiertag: krütikoruerte ü Ansang früh 5 Uhr, nachmittags 4 Uhr. Entrce 30 Pf. Folies Capriee Heute Premiere Parisiana-Ensemble. Die lebte Nacht. Ein Fenster zu vermiete«. DaS Strumpfband. Die Hochzeitsreise. Regie: F ritz Beckmann. AmDotabof EU- Arena. Allabendlich: Das prunkvolle Eisballett Montreal Die Stadt auf Schlittschuhen. 100 Mitwirkende 100 Apachen-Tänze«ul dem Eise. Die Eisb. ist v. 10 ü. früh geöSn. Anerk. vorzügliche Restauration. Bier- und Weinabteilung. Bis 7 Uhr und von lO1/, Uhr abends: halbe Kassenpreiso. »er Juierare übernimmt'die Redaktion dem Publikum gegenüber keinerlei Pcrantwortuug. Für den Jiibal» > Dk« Feinste Stck. 2, 3, 4, 5 Pf. Cigarette= Ueberau zu haben= LerantivortliHer Redaftem.: glPitt WaKs, Kxrlizz. gör des LnferatastkÄuerantv,,- Th. Glockr. Berlin. Drucku.jSxrlag: Vorwärts LMdrsSerei u. Berlogsanftalt Pasl Singer u. Co.. Berlin Kr. 126. 28. Jahrgang. Z. KeilM Ks Jstmätts" Serlim WsM Nonnerstag. 1. Inn! lM Bua Industrie und Dandel. Vom Arbeitsmarkt der Bauarbeiter. Am Acbeitsmarlt des Baugewerbes hat die Belebung der Nach- frage, die bis dahin langsame Fortschritte gemacht hatte, im April eine Steigerung erfahren, die die Situation wesentlich gebessert hat. Die Berechnung des durchschnittlichen Angebots auf je 100 offene Stellen läßt folgende Bewegung des Andrangs im Baugewerbe er- kennen: Jannar Februar März April 19l0... 499.5 342,3 157.5 148,8 1911... 396.6 364.6 161,0 125.9 Differenz.— 102.9 4-22,3 4-3.5-19,9 Niedriger als im April 1910 und 1908 geht der diesjährige An- drang nur wenig über den vom April 1909 hinaus. Im Vergleich zum vergangenen Jahre ist besonders der Andrang der Maurer und Zimmerer zurückgegangen, bei Glasern und Malern, Anstreichern usw. ist die Besserung etwas weniger stark. Die„Nachtreiter" am Tnbakstrust. Die geheime Feme der„Nachtreiter" erschien unter den Tabak- pflanzernKentnckys und T e n n e s s e e s, als der T a b a k- t r u st begann, die Preise für das Rohmaterial zu drücken. Er !var zum einzigen Abnehmer der Tabakfarmer geworden, seinen Preisbestimmungen mutzten sie sich fügen. Die geheime Genossen- schaft der„Nachtreiter" brannte die Felder der sich mit den niedrigen Preisen des Trustes zufrieden gebenden Farmer nieder und zerstörte deren TabaUager. Die amerikanische Regierung hat dieser gewalttätigen Wirffchaft ein Ende gemacht. Ob sie mit ihrer Nachtreiterpolitik gegen den Tabaktrust etwas er- reichen wird, ist eine andere Frage. Der hoch st e Gerichts- Hof hat die American Tobbaco Co. verurteilt, sich auf- zulösen. Sechs Monate Frist sind ihm gegeben. Das Urteil ist gerade so ausgefallen, als das gegen die Standard Oil Co. Es bezieht sich auch auf die englischen Tochtergesell- s ch a f t e n des Trusts. Die deutschen sind durch das Urteil nicht betroffen. Die Hauptunternehmung der amerikanischen Tabak- trustler ist für Deutschland die Georg A. Jasmatzi Akt.- Ges. Dresden. 1890 wurde der Tabaktrust durch den Znsammenschluh von acht Fabriken gegründet. Nach etlichen Jahren hoher Gewinnaus- schüttungen entstand eine Zeit der Dividendcnleere, wie sich später herausstellte, von den Hauptmachern nur entriert, um die Papiere ihrer Gesellschaften billig in die Hände zu bekommen. Die Herr- schaft des Tabaktrusts gewann rasend schnell an Ausdehnung. Kuba fiel unter seine Herrschaft, die Tabakfarmer kamen in seine Hände. Dann ging es nack» Europa, besonders nach England, wo die Imperial Tobbaco Co. die Trust- inieresscn vertritt, auch Deutschland wurde, wie schon gesagt, in den Bereich seiner Tätigkeit gezogen. Dabei ist es aber nicht geblieben. Für die Vereinigten Staaten besteht die United Cigar Stor Co. Sie besitzt unzählige Verkaufsgeschäste und Filialen, etwa 75 Proz. der Verkaufsgeschäfte gehören zu ihrem Machtbcreich. Es handelt sich hier also auch um ein Verkaussmonopol. Die Gewinne des Tabaktrusts sind ganz ungeheuer- liche. Im Jahre 1910 verteilte er an seine wenigen Aktionäre rund 67 Diillionen Mark oder 40 Proz. Divi- d e n d e I Seit 1904 haben die Inhaber dieser Trustgesellschaft allein an Dividenden 1% Mal den Betrag des gesamten Aktien- kapitalS erhalten, nämlich rund 300 Millionen Mark!! Die englische Tochtergesellschaft hat 1910 ihren Aktionären, und dies ist der amerikanische Trust, ebenfalls rund 47 Millionen Mark Dividenden ausgezahlt. Der Jasmatzigcsellschaft kann ebenfalls, trotz der äutzerst bedrängten Lage der Zigaretten- industrie, riesige Dividende ausschütten. Der Tabaktrust ist durch Gerichtsspruch aufgelöst. Natürlich nur im Urteil. Das amerikanische Gesetz hört an der Grenze der Union auf. Eine wirkliche Bekämpfung der Trusts kann nur auf internationaler Grundlage durchgeführt werden, aber auch dann nur, wenn die Regierungen ernstlich wollen. Da mangelt es bei dem neuesten Urteil des amerikanischen höchsten Gerichtshofes. Hat er doch dem Vorderrichter aufgegeben, dem Tust Anweisungen zu geben, wie er sich organisieren mutz. Tic ganze Trustbe- tampfung ist ein Theater._ Hus der frauenbewegung* Gleiches Recht für alle. Die Frage der Stellung der Frau und ihre Betätigung im Ge- sellschaftsleben war, solange es Kulturvölker gibt, immer eine um- strittene. Stets wurde Klasse»- und GeschlechisegoismuS mit dem Mantel heuchlerischer Phrasen verdeckt. Die internationale Arbeiterbewegung kann für sich in Anspruch nehmen, am wirksamsten für Gleichberechtigung des Weibes ein- getreten zu sein. Besonders in der deutschen Arbeiterschaft sind die alten Vorurteile bis aus winzige Ueberreste glücklich verschwunden. Auch auf diesem Wege waren Hindernisse zu überwinden. Noch auf dem Genfer Kongretz, im Jahre 1866, konnte folgende Resolution, die von den Proudhonisten Chemale, Tolain und Fribourg ein- gebracht war, Annahme finden: „In physischer, moralischer und sozialer Beziehung ist die Frauenarbeit als eine Ursache der Entartung(der Arbeiter?) und eine der Triebfedern der Demoralisation der Kapitalistenklasse zu verwerfen. Die Frau hat von der Natur bestimmte Aufgaben erhalten, ihr Platz ist in der Familie; ihre Aufgabe besteht darin, die Kinder zu erziehen, den Mann zur Ordnung, Häuslichkeit und milderen Sitten zu gewöhnen. Das sind die Dienste, die die Frau zu leisten, die Arbeiten, die sie zu ver- richten hat, ihr andere aufzudrängen, ist eine schlechte Sache." An Unklarheit lätzt diese Resolution nichts zu wünschen übrig. Leider wurde eine Erklärung, die Varlin und Bourdon vorschlugen, abgelehnt. Sie hatte folgenden Wortlaut: „Mangel an Erziehung, Ueberbürdung mit Arbeit, zu geringe Entlohnung und schlechte hygienische Verhältnisse in den Fabriken sind heute für die Frauen, die dort arbeiten, die Ursachen physischen »ud moralische» VerkommenS. Diese Ursachen können aufgehoben werden durch eine Organisation der Arbeit, das hcitzr durch Kooperation. Man mutz trachte», die Arbeit, deren die Frau zur Fristung ihres Lebens bedarf, ihrer Kraft angemeffen zu gestalten, uicht sie ihr wegzunehmen." Hier kam recht sinuensällig der Gegensatz zwischen überlebten und fortgeschrittenen Ideen zum Ausdruck. Wie sehr die Frauenarbeit und ihre Wirkungen die Gemüter in jener Zeit beherrschte, zeigt der PassuS aus dem Aufruf eines Komitees aus dem Jahre 1869, das mit den Borarbeiten für die Einberufung eines allgemeinen Kongresses der Manufaktur-, Fabrik» und Handarbeiter betraut worden loar.„Denn", so erklärte das Komitee,„auch unsere Frauen und unsere Töchter sind hineingerissen und als eine zwiefache schmachvolle Beute preisgegeben in diesem Kriege aller gegen alle." Frau P e u s ch e l, die Delegierte der Krimmitschauer Gewerksgenosien auf dem ersten Weber- tag, wendet sich g e g e n das Verlangen nach Beseitigung der Frauenarbeit. Sie protestierte aber uicht nur, sie gab auch Richtlinien an zur Beseitigung der grauenhaften Mitzstäude: Jntcr- nationale Organisationen, Einbeziehung der weiblichen Ar« beirer als Gleichberechtigte in die Genossenschaften und Ge- wcrkschaften, gleicher Lohn für gleiche Arbeit ohne Unter- schied des Geschlechts und ein gesetzlicher Normalarbeitstag. Eine Resolution von Bebel, die in diesem Sinne gehalten war, wurde denn auch, dank des energischen Eintretens der genannten Genossin und entgegen einem Antrag auf Verbot der Frauenarbeit, angenommen. Die aufgezählten Forderungen sind bis heute noch nicht alle durchgeführt._... Die Forderung des gleichen Lohnes für gleiche Arbeit bedarf immer noch der Lösung. Sie ist um so dringender, als die Frau heute vielfach noch als Lohndrückerin benutzt wird. Selbst Eugen Richter, der Gründer der„Freisinnigen Zeitung", empfahl seinem Drucker zur Abwehr deS Gehilfenansturms:„Stellen Sie Mädchen ein." Die Frage des gleichen Lohnes ist eine Lebensfrage der Gewerkschaften und der Arbeiter. Hier harre» noch Aufgabe» von grotzer Bedeutung der Erledigung./ Die englische Regierung und das Frauenstimmrecht. Lloyd George erklärte am Montag namens des Premier» Ministers, die Regierung könne in dieser Session keine Zeit finden, sich mit der Franenstimnirechtsfrage zu beschäftigen, sie werde aber in der nächsten Session d?S Parlamentes eine Woche dafür ansetzen. Die Weiterbecatung dürste damit auf ein Jahr vertagt sein. Arbeiter-Wanderbund„Die Naturfreunde". Pfingst- Wander- fahrten. 2—3 Tage. 1. JoachimSthal-Grumsin. Abs. Stett. Fernbabnh. Sonnabend 2.30 nachm., Sonntag V Uhr vorm. 2. Reu-Strelitz und Umgebung. Abs. Stett Fcriibabnh. Sonnabend 10.17 nachm. 3. tzimmelpsort» Lychen. Abs. Stett. Fernbahnh. Sonntag 5.42 vorm. 4. Birkenwerdgr« Schwärzethal. Abs. Stett. Fernbahnh. Sonntag 6.45 vorm. 5. Ludwigs- selde-Kloster Lehnin. Abs. Sonnabend 4.55 und 12.30, Sonntag 6.15 vorm. nach Trebbin, lieber Wanderungen nach dem Riesengcbirge, Thüringer Wald, Ostsee, Lagow erteilt Auskunft H. Heyse, Boyenstr. 19. VKUeningsuberftdu vom 31> Mai 1911. fftflttffHfn Swwemde Hamburg SerltTi Frants a SS. Rün che» Wien rSetterproguose für Donnerstag, den 1. Juni 1911. Vielfach heiter und am Tage warin bei ziemlich Irischen nordöstlichm Winden, Gewitter nicht ausgeschlossen; sonst trocken. _ a c v 1 i n er W etterbureaa. Marktpreise von Berlin am 39. Mai 1911. nach Ermittelung des Königlichen Polizeipräsidiums. M a r k t b a l l e n p r e i s e.(Kleinhandel.) 100 Kilogramm Erbsen, gelbe, zum Kochen 30,00— 50,00. Speisebohnen, weihe 30,00-50,00. Linsen 20,00- 60,00. Kartoffeln 6,00-9,00. 1 Kilo. ginmin Rindfleisch, von der Keule 1,60— 2,40. Rindfleisch, Bauchfleisch 1,20 bis 1,70. Schweinefleisch 1,20— 1,90. Kalbfleisch 1,40—2,50. Hammelfleisch 1,40—2,20. Butter 2,20—2,80. 60 Stück Eier 2,80-4,40. 1 Kilogramm Karpscu 1,20—2,00. Aale 1.40-3,00. Zander 1,40—3,80. Hechte 1,20 bis 2,80. Barsche 0,80—2,00. Schleie 1,20—3,40. Bleie 0,80—1,60. 60 Stück Krebse 2,00-36,00. Püngst-fingebote Sehr blliise Preise! 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NIcmeyer. llrndlslr. 5, Konsunrgenosfenlchast. Urtillericstr. 4, Goldacker. Rugustslr. 58, O. Hanke. Bad ftr. 13. C. Kapplcr. , 26. Rieß. « 33a, Goldacker. . 37a, Schimezek. . 5g, iUickermann. Bandelstr. 38, P. Hanke. Barnimstr. 17. M. Mcpka. . 35, Brulhin. 47. Schatt. Ba.stianstr. 8, Sorge. .' 18, Herberg. 20, W. Wendt. BarfuSftr. 6, Hoffman». , 16, R. Krause. Bärwaldslr. 47, Raah. Behmstr. 37, H. Bröge. Bellerniannstr. 8/10, H. Bär. 84, P. Hanke. Belle-SUliance-Str. 24, O. Hanke. Bclsorter Str. 22, Holländer. Bergstr. 68,£. Fickert. Bergmaunstr.lv, LUiosiuZ. 14a, Polenz. » 19, O. Hanke. » 99, Bäckcreigenosscnschaft 104, Blottner. Berlichingenstr. 1.&. Höhne. 12, Rast. SJetuauer Str. 38, Soönowski. 47, Plagemann. 77. P. Pohl. 97, Marx. Leusselstr. 7. W. Eckert. 20, Blottner. . 24, 21, Gras 36, Thiele. » 42, I. Lnngguth. , 44, A. Grethleiu. , 50. A Weschc. , 56. J. Bcnthiit. » 59, Schneider. 74. A. Krall. . 87, Rillncr. Blcscnihalcr Str. 2, Renfing. BraunSbergcr Str. 13. F. Klausiug. Bredowstr. 1, Heidrich. 16/17. F. Hcmger. . 43, Schöll. Bremer Str. 57, Beslerlwg. , 60, Z. Scher. Britzer Str. 7, H. Briese. , 21, Seidel u. Co, Brulmcnstr. 3, Atollweidc. , 41, Hanke. , 48,?l. Marsche!. 82. a Kraft. . 87, W. Grunwaldt. , 110, Hatcke u. Co. „ 129/130, Goldacker. 154. si. Bullinger. Brückcnstr. 13a, Nordstern. Brüsseler Str. 5. Szillat. , 18, Dumrösc. . 22, Huschle. 37. Zatzschke. „ 43, E. Buller. 53, Hanke u. Co. Buchslr. 3, Hirschseld. Auggenhagenslr. 3, Amte. Burgsdorsstr. 4, Krankel. 13, K. Iklnder. Bullmannslr. 16, 3i. Flügel. 20, Kräulcl. Bülowstr. 1?, Blottner. Büschingslr. 12, Konsumgenossenschaft. Cadiner Skr, 4, Ponzet. , 13, Papenbcock. . 19, W. Horden. Camphausensir. 2l, Peter. Capnoistr. 9, I. Dehmel. 22. E. Winter , 25, Hanke u. Co. Chaulkssoplatz 1, P. Tfchocke. Cannen Sylvastr. 155, E. Vattiule. 157, Ii Scholz. Ehausfeestr. 39, Goloacker. 93, F. Hanle. , 105, Hoffinann. 112. O. Hanle. Chodowieckistr. I. Gehe. Fächer. , 33, 21. Hanke. Chorincr Str. 15. B. Müller. . 24. R. Kägow. . 34, Gand. , 37. Schutt. . 46/47, Rosky. 55. F. Hanle. 85. H. Wendt. Chriftburger Str. 25, Schüler. , 30. Tank. 35, C. Heilmann. Chrlstianiastr. 8, R Doege. „ 116. Eppinaer. Colberger Str. 14, H. Hermen au. CöSkwer Str. t, H. Kästner. , 3,'■**• „ 4, Stammel.-''' 4 Courbivrestr. 19, P. Hanke. Euvrystr. 5, O. Stieler. „ 22, Schönig. . 28. Plantz. . 37.(S. Kraatz. , 42, v. Lienen. , 44. F. DebeS. Dänenstr. 5, F. Kynaft. Tanziger Sir. 4, Goldacker. 8, F. Conrad. , 15, Bobel. » 2l, Huber. 42. Nilisch. . 46, E. Körner. 70, P. Lehner. . 91, Zkobiling. Demniwer Str. 23, Wille. 25. 2l Galling. 35, MtcheN. Dennewitzstr. 6, Blottner. , 19. Blottner. Dtesfenbachstr. 27. G. Sleinborn. 52. SS*. Laufe. . 58a, Gebr. Pook. Dirschauer Str. 3. P. Hohensee. 5, F. Haute. 14. M. M Maue. Birkenstr. 32, O. Frank. Blankenseldestr., 6, Schütt. Blumenslr. 14, O. Hanle. , 29, Schocher. . 51a, Krause. 51c, Peter. 61. Z. Sedlatschek. , 67a, Kuhn. , 68, Nordstern. Blücherstr. 11, 2. Hanke. 16, Blottner, Bödikerstr.. 5, Hanke u. Co. 7, Konsumgenossenschast. 31, Bäckereigenolsenschast. 36. W. Hesse. Loppstr. 9, Kelch. Böttgerstr. 5, G. Jordan. Bötzowstr. 24, Peter. 34, Konsumgenossenschast. Bornholmer Str. 14, E. Bugge. » 18, F. Gronau. a 75, Schneider. » 9», R. Sonntag. 94. Schmidt. Bornemannstr. 2, P. Brau». Bosseftr. 8, KilieS. Bohenstr. 11, E. Fiebig. . 34, 5iir,noy. . 37, 2t Pos Mi. 42, F. Hanle. Boeckhstr. 37, Schleaelmtlch. 41. Peter. . 46.«. Nüst. Boxhagener Cbaussee 19, Peier. Boxhagener Str. 1, Peter. 27. F. Flemming. PriMdenburgstr. 21, Ä, Becker. 13, F. Bachitein. 3t, G. Schosisch. Dölzig er Str. 39, H. Kühife. „ 51, Dahmes. Dragonerstr. 15, Hoffmann. Dresdener Str. 6, Goldacker.. . 17, O. Hanke. . 90, R. Doherr. 104, P. Hanke. Driesener Str. 10, G. Ouyel. » 15, Slongebaner. Dronlheimer Str.>3, Barth. 25. 2l. Peiser. 40, K. Aujt. Dmickerstr. 2, I. Czerivenla. 7. M. Ramsch. , 23, Sander. , 70, Trezinski. „ 78,(i. Kaulitz. 8t Jn, F. Deinert 90, Reichert. Ebelingsir. 3, O. Hank«. „ 5, Blender. 10. C. Boese. Eberswalder Sir. 21, Ä. Teschner. Cberlyslr. LS. Meyer. . 33, O. Hanke. 37. Peter. » 45. Schramm. , 50, 21. Brückner. 54, Peter. Eckertstr. 1, Blässing. „ 13, E. Haltwig. . 17. Pilz. Eisenbahnstr. 3, Haupt. „ 8, O. Hanke. , 13, K. öarnpet 31, Rothe. Elbinger Str. 3, O. Hanke. 32. Wensch. , 34a, Utecht. , 76, G. Winller, . 86, I. Janat. . 90, Fenske. Eldenaer Str.% Merkel. » 25, Sasram. Elisabethstr. 37, O. Hanle. , 59. Lerche. Elsasser Str. 19, O. Hanke. , 33. O. Hanke. Emdener Str. 17, Pohl. 21. O. Müller. , 49, P. D utile. , 50, Konsumgenoflensch. , 55, F. Droit. EraSmilSstr. 5, Konsumgenossenschaft. Esmarchstr. 1, G. Schütt. 14, Fratzte. 20, R. Marlinsohn. Exerzierstr. 3a, P. Hanke. , 19a, Koschei. Ehkauer Str. 13. Blottner. Falkplatz 1. Schobert. Falckeilsteinstr. 8. P. Hanke. , 17, O. Hanke. . 20, I. Fischer. 34, G. Grützmacher. , 37, Manlhey. , 43, H. Sllbrecht. 45. yanke u. Eo. Fehmarnsir. 1. Barz. 10, BolkSbrot. , 19, Hanke u. Co. 23. Busse.. Fehrbelliner Skr. 27, R. Höselbarth. , 35, Sommerfeld. , 64, Konsumgenossenschaft. 79, J. Sorck. Fennftr. 9. F. Stark. 34. F. Hanke. . 48,?l. Haber. 51. F. Hanke. Fichkestr. 22. Schönseldt Fidicinstr. 6, Heering. „ 11, 5. Prcutz. Fischerstr. 7. Glasj. . 12, H. Liebe. Flensburger Str. 29, O. Hanke. Forster Str. 3, Konfmngenolsenschast. , 6, O. Weidner, , 20, Bäckcreigenossenschast , 49,». HildcbrPtdt 9 48. MariteS. Frankfurter Allee 29/30. Hanke u. To. „ 32, Turban. „ 123, Goldacker. „ 145, O. Schalck. Gr. Frankfurter Str. 38. P. Hanke. . 139, Goloacker. Kl.. 14. Mittelstädt. 18, Goldackcr. Franfeckystr. 7, A. Döhlert 25, Günther. , 37. G- Sy. . 41, R. Bcngisch. . 45, Thiel. " 51,.K. Wittkopf. Freienwalder Str. 91, S. Gerlach. 28, P. Hank«. Friedenftr. 44, Hartmann. , 46, F. Hanke. . 47. G. Zänkisch. 57. Sttesstg. 101. P. Barth. Friedeberger Strotze 1, John. 14, Hohetset Frtedrlchstr. 27, O. Hanle. . 247, Guldacker. Friedrichsberger Str. 17, Schütt. „ 20, Sperhake. Friedrichsselder Str. 13, Bobel. 17. F. Llebsch. , 26, Janke. „ 39, Quandts Am Frledrichshaiii 34, 2l. Bennoch. Friedrich-Wilhelm-Stt. 23, Zapp. Friesensir. 27. Blottner. Fruchlstr. 4, Hanke u. Eo. 36. E. Dobrick. « 37. Scheniikau. 65. Ai�lläch. » 83a, Barisch. Fürstenbcrger Str. 8. O. Hanke. 9, G. Kanz. „ 15, Otzwald. Fllrstemvalder Str. 7, L. Heinrich. Gabricl-Mar.-Str. 2, Grotz. Gartcnstr. 3, Konsumgenossenschast. 5. Wach. «1, R. Schers. . 104, K. Loth. Gaudystr. 9, E. Elsiier. Genthincr Sir. 37, Blottner. Genter Str. 4, G. Strautz. „ 42, Lüddickc. Georgenkirchstr. 67, Schulz. Gerichtstr. 3, Konsuingenossenschast. , 9, Hossman». , 14, Schwemler. , 23, Berl. Genossenschasts- , 32, Legier, sbäckerci. 53, Jhlc. 78, Hauke u. Eo. 84. 23 Thoma. GiPSslr. 9, Matttc. . 17, P. Jamboc. Gltschiner Str. 58. Heinroth. Glasgow Str. 2g, Nanjock, Gleimstr. 2, Peter. 7. Metsch. . 12. 31. Mertens. , 14, Paapc. » 21, G. Pardemann. . 29, 2l. Biaun. . 42. E. Hemmann. . 50, E. Grothe. » 55, Marlin. . 67. K. Busse. Glogaucr Str. 2, 33 Schulz. , 17, Wagentnccht. „ 26. K. Lacke. 28, Bäckereigenossenjch. Gneiscnaustr. 96. Bergler. „ 108, G. Hemel. Gotzkolossystr. 6. G. Müller. , 12, Hanle. Gotzlerslr. 18. Schulze. Gollnowstr. 0, O. Hanke. Goebenstr. 17, Konsumgenossenschast. Görlitzer User 2, R. Heide. , 28. Hanke u. Co. 32 33 Nolvosadko. Görlitzer Str. 24. Thiel. , 36, Beckmann. , 55, I. Fischer. , 63. M. Spillmann. , 68, Witwe Most. Gormannflr. 24, Thiel. 95/26, O. Mnuth. Gräsestr. 4, Miilbe. 10. Peuk. , 12. P. Hanke. . 19, Schnlz. , 27. Peter. , 35, Bäckerelgenossenfchast. , 39. Kligge. . 65a, Koiliumgenossenschast. 80. Mitlclslädt Graudenzer Sir. 5, O. Gregor. „ 12. Sperling. Graunstr. 5, Schenk. , 29, Küimcr. , 28, Sekrenz. 32, F. Hanke. 37, Müller. GrcisenhagenerSir. 8/9, Krien. . 15. 3l. pjiklasch. ,, 58. Skrehlow. 84, Konsumgen. Grelsswalder Sir. 12, O. Hauke/ , 46, Lehmann. 16!. E. KittlauS. . 167, Haff. 202, Förster. Grenadierstr. 3, S.«chipper. Grenzstr. 13, W. Zicgelsii. Grleienowstr. 8/9, K. Meck. Grinmistr. 1, Pusch. , 29, O. Hanke. Grotzbeerenstr. 65. Blottner. Gr.-Gärschenstr. 43, O. Hanke. Grünauer Str. 12, Buk. 21, Puss. , 26, Barack. Grüner Weg 19, Nordstern. . 54. R. Wiesner. , 60, Peter. .. 62, Hetz. , 63, O. Hanke. . 75. E. Wolff. , 88. Nacks. . 115, Spillmann. , Grünthalcc Str. 8, Schinschke. i Grünthaler Str. 17, Tieisch. 70, R. Tietze. 81. W. Jäcket Gubener>str. 21, Peter. , 31, Lemel • 41, Kupalt. . 51, Tubbc. 59. Hanl- N.<*0.•- Duweastr. 1, Mindl. 26, 33 Lippert , 41, Kubelke. 89, A. Dcus. Hagenauer Str. 1. F. Hanke. 13, Ä. Ephan. Habclbergerslr. 12. Koppe. Gr. Hamburger Str. 29, Bobct HauSburgstr. 5, Brendlau. , 12. Gerland. , 16, L. Engel. , 27, Knobloch. Heckmann-User 5, 33 Spelsekmm Heidcnseldstr. 11, Wilschib. 17, Ehr. Witsche!. , 19, O. Hanke. 21. Müller. Heikbronner Str. 11. Troyke. Heimsir. 7, 33 Krüger. Heinersdorser Str. 27, Menz. Hennigsdorser Str. 1. Herrmann. 13. Kahl. 37. Müller. HennSdorser Str. 6. Bobel. Hohenlohestr. 3. Görke. 18. Bäckereigenosscnsch. Hochstr. 2a, 33 Rudolf. . 25, W. Duckcrt. . 3t, I. Maue. . 40. Hentschel. Hochstr., 3icue 8, Hanke. 18, verzog. . 24. Schulz. . 31. Hossmann. . 35, Krcysel. 45. Langncr. Hochnleisterstr. 1, O. Hanke. 16ä.Kol>!umgci'.osscilsch. „, 20. F. Rcinjch. Hochstädterstr. 15, Lülosf., vöchsteftr. 11. Sbrzesny. Holzmarktslr. 13, Blottner. 36a, Plenert. Huselandstr. 1, Peter. 28, SA. HennannS. „ 37, Ob-, reicher. 46, 33 Czok. Hussilciistr. 6,®. Werner. , 15, Polscher. , 20, E. Ruhwedet , 28, Neigen stndt j 30, F. Hantc. 38. H. gebest. „ 40, MachtanS u. Barz. „ 43. F. KieSiing. „ 59, Koniumgeiiossenschast. „ 71, Hanke u. Eo, Huttenstr. 4, F. Rrchenberg. 26. O. Bensch. Hübnerstr. 6. 3k. Bauer. 14, 3l. N-Ste. Jablonskistr. 11, O. Bayaiu , 14, E. B-rildt. , 21, Höhn. 39. Br. Votz. Jagoivstr. 10, K. Brandt. . 17. Hanke. . 20, R. Ärüggewaon. 28. P. Teiemant Jahnskr. 21, Köhler. 24. Sperling. Alte Jakobstr. 7. Thtek. Alte Jakobstt. 47, G. Müller. „ 57/59, Konsuuigciioss. I Neue Jalobstr. 17, Blottner. i Lasuumderstr. 15, H. Below. , 18, Böttcher. / Jerusalemer Stratze, Richter. / Jnunanuelkirchstr. 10. Jendroyko. , 20. L nnla. 32. I. Kaletka. Jnsterburgerstr. 5, H. CijruS. , 12, Peter. Jnvalidenstr. 14, Hotsmaim. „ 156, Hanke. 157, Goldacker. Josesstr. 12, Haufe. JSlandstr. 18, 33 Daume. Jungsir. 8, Peter Kaifeiste. 18, B. Donnert. Karlstr. 26, O. Hanke. Kastanlen-Allee 18/14. O. Hanke. , 29/30. Feuerherm. , 35, Goidacker. » 46, Schurwanz. , 57. Künscher. . 58, Schuchmann. Katzlerstr. 13, MerzhauS. 29. Blottner. Kameruner Slr. 8. W. Czekalla. , 16, 33 Dachwitz. , 51, G. Klitzing. 57, W. Hcinerl. Keib eiste. 5. Hirsch. Kesselnr. 36. Hossmann. Kirchste. 1, Goldacker. . 8, Blottner. Ktaulschoustr. 5. Schewe. 17. E. Bcseke. Kochhannstr. 14, Konsumgenoffensch. , 26, F. Hanke. , 28, v. KrinneZ. , 34, Wolfram . 35, F. Ludwig. Kochste. 49. Blottner. . 62. Konsumgenossenschaft. Koloniestr. 9. Enget „ 10, Schröder. m 30, 33 Dering. , 33, Kränket . 34, 53 Wiese. » 71, I. Weichmann. . 138, Dunde u. Brestlmg. Kolberger Ste. 14, H. Hermenau. , 27, I. Braun. Könlgstr., Neue 82, P. Hanle. KönigSberger Skr. 1. Goldacker. , 20, Blottner. „ 30, D. Bohmdors. , 35, M. Gruschka. Köpenicker Str. 95, Blottner. , 23. P. Hanke. . 48.49. Hanke. , 137,'Nordstern. . 172, Fksch-r. . 193, vcllwig. Köpern ikuZstr. 3, Konsumgenoflensch. , 3, Teufel u. Biehhöser. 9, W. Mellnitz. , 25, KabnS. 33, H. Winnenburg. Koppenstr. 8. R. Wiesener. , 12. Bobel. . 14, O. Hanke. . 15. Hctzy , 23, Hanke u. Co. . 25, slrndtmeier. . 45, Hanke u. Co. 46. Wahl. 4V. A. Richter. 58. W-blick. 70, Hetz. „ 75, Goldacker. Kopenhagener Str. 2. Müller.- » 11. O. Hanke. , 28. S.«echte!. » 36. Söder. » 49, Kurth. , 65, K. Welz. 74. Schöu. Korsörer Str. 2. E. Barth. , 17, Hübner. 20. F. Hanke. Kottbuscr Danim 14, Richter. , 35, Jültng. Kottbuscr User 62a. Schönberner. Krautstr. 4/5, O. Haute. 22, G. 3(11103 45/46, 83 Röhl. Kremmener Slr. 12, SosnowZki. Kreutzigerstr. 16, 3l. Ktehne. 20 C. Jahn. Kuglerstr. 4, H. Ernst. 8, R. Schulze. Kunkelstr. 5, Bununler. Landsberger Llllee l, O. Hanke. . 37, Stewmüller. , 43, E. Helmeke. , 51, Seeiänder. 123. P. Hanke. Landsberger Str. 1/9. P. Hanke. 17. Mache. z 75. Slordstern. Landwehrste. 7. Malschlc. Langestr. 3, Nordstern. . 25. O. Hildebrandt # 36, Guntniar. , 40, B. Höhlie. , 46, Peter. , 49, 33. Deinert. . 78, F. Purschke. . 93/94, Schütt. „ 106. O. Paul. Langenbeckslr. 12, Schronen. Laust tzer Str. 34. O. Schulze. 47, H. Ncutuckatz. Lebuser Str. 2. Mascnlhtn. 11. Peter. 19, O. Hanke. Lehrter Str. 32. Lorenz. Lessingstr. 28. Blottner. 36, R. Richter. Libaucr Sir. 1, Jedkc. , 4, 3llbrccht. . 9, I. Weih. , ll, Peicr. , 17, K. Wcbcr. Lichtenberger Str. 6, I. KierzkowZki. 2l. W. Fe, st. Liebenwaldcr Str. 1. Lucas. . 8, O. Kränket 31. M. Jäket 34a, I. Baltz. , 44, P. Hanke. 60. H. Rahmau«. Liebigstr. 1. Pcler. . 7. Konsumgenossenschast. . 38. I. Hanke. Liegnitzer Ste. 5. Wilde. 7. M. Eckold. -23, Gustav Rieth. Lindower Str. 9. Niison, Lmicnstr. 1, O. Hanke. . 56, Joppich. . 72, Schubcrth. , 156, Kemnitz. . 244. Schütt. Lippehner Slr. 35, O. Hanke. Litthauerstr. 16. C. Swobodq, . 24. G. Jonelveit. Löweste. 1. I. Kahlsutz. , 18, Walter. Lortzingstr. 6, Schulz. 17. Stessen. Lothringer Str. 24. O. Hanke. , 34, Mollweide. . 64, W. Gamt Lottumstr. 13», Rauschenberg. Lübbener Str. 24, O. PsenmgZdori. 29. E. Gierz. Lübecker Str. 7, F. Bauch. . 47, Schmidt. Lüderitzstr. 5, E. Schönwiese. . 9, Hossmann. , 55, R. Enget , 60, G. Klitzing. Lützowstr. 105. Blottner. Lulseiiftr. 7, O. Hanke. Lhcheuer Str. 4, Walter. 17, te Bart. „ 26. Koch. , 31, Bebel. , 110, P. BorowSit . 124. 8l. Brumt» Lhnarstr. 4, V. Tänzler. . 14, O. Fiedler. . 27, P. Gutfche. Malplaquelstr. 6. Olberg. 11. M. Schaut 14/16, F. Laddach. Malmöer Ste. 6, 8l. Zwefsin. Rankeuffelfte. 11, O. Ermisch. 19. 83 Rohr. , 45, Blottner. 61. Kirschke. .«7, F. Twme. » 87. B. Jurke." . 90, O. Hanke. , 91, Konfu , 99, 33. Bi » 103, g. Ullrich. Rarkgrasendamm 3t, Euttch. » 32, Lehm««. . 35, Hanke.u. Ca, Markgrafen str. 73, R. Richtet. , 99, O. Hanke. Mariannenstr. 5, Toerlitz. . 7, Hanke u. Ea. , 13, O. Hanle. , 27, Wenzet . 31/33, Gebr. Pool Marlenburger Ste. 7, F. Hanle. » 18, Scholz. 32, Hetz. 48, Eckstei». MarkuSstr. 11, Ernst. » 27, Wolwau. , 37, Konsumgenossenschaft. » 38, Davidelt. MarkuSstr. Kl., 9, Wiedersich. „ 12/13, Gebr. Putschet Marttn�-Opitzste. 2. Maserat . 21, Hern»«». Ratlernste. 2, Hempel. . 11, F. Hanke. . 13, Dörner. Mauerstr. 66/67, N.'Nichter. Maxstr. 7. Brotfabrik, Heinr. Wkltler. „ 13 a, Konsumgenossenschaft . 17, G. DzikowS». Mekchiorstr. 25, G-nschow. Mehnerstr. 21, Giebelmann. Memeler Str. 1». B. Fechnet . 7, Knote. » 16, Hanke u. Co. , 20. vi. 8lhlschwede, 32. O. Lucko. 47. A. Eifert . 43a. Hanke u. E«. , 53, K. Äorbe. .. 59, L. Halbe. 65, M. Äotzplesch. „ 77. Elster. 81. Fechner. Mendelssohnstr. 10, Ziegler. Svletzer Str. 3, C. Zeiller. 11, 26. Döring. 17, 33. Block. 29, F. Bortet , 42, Ewa. Weißenburger Slratze, Oskar Hanke. Mlchaelkkrihplatz 4. Konjumgenossensch. Mirbachste. 14,.PoIMDrot*. , 20, K. Böhme. , 25, K. Keil. , 26, Konsumgenossenschaft 29, P. Borger. . 37, C. Burmester. 44, Brosey. Miktenwalder Slr. 30, F. Dohnat » 44, Siegwald. 5V, Sehnke. Möckernstr. 124, Blottner. Mühlenstr. 4/5, Heinz. » 4b a, P Böhla. „ 51, I. Schön. 68 a, Gälel. Müll-rste. 12r, F. Ramm. „ 28, Bondran. . 34/34. Brotsabr.Gebr.Wittler . 60, Tropp. „ 63, HossmaiM. VMkerstr.llZ,(8. GNtzwg. . 120, Huschke. , 121, yörder. „ 332, Nowack. „ 144,'Hanke u. Co, .'52. Hulchke. , 156, Soloacker. 156b. G. �Mttendorf. 166 v, P. Hanke. Münchebergcr«tv. 6, Hanke«. Co. 15, i;ene. Mus kauer Str. 6, A. Barduhu. 26, Moses. , 34, M. Ucrche. 54, C- Biedermann. Naugarder Str. 4, Äillgaz. . 14. Mache. „ 35, R. Skibbe. Neanderstr. 27, O. Hanke. Neue Hochftr. IL, 1«. Herzog. Nazarethiirchstr. 37, O. Krankel. 45, R. Schwämurlei». Naunynftr. 7, E. Fillitz. . 64, O. Heilmann. » 73, O. Dinkler. Nollendorsstr. 40. P. Hanke Nostizftr. 9, Zt. Berger. ,. 49. Krauh. Norweger Str. 3, I. Paulise. Oderberger Str. 8, R. Müller. . 21, lSerso«. . 27. Bobei. 38, c. Busch. . 4L, Jauitzkl. 49, E. Bühnte. . VI, Heide. Ohmstc. 9, sZ. klendreako. Lldenbiirger Str. 8, Müller. . 14,(Leisler. , 21, T. Ncumann. „ 25, E. Lanze. Oppelner Str. 4, W. Schenk? „ 20, J. Hornig.' „ 28, Hanke u. Co. 29,>\ Müller. „ 35, iyi. Nieael. 49, Nah. Oranienstr. 19, O. Winkler., „ 31, ii. Etausse. » 101, Köhler. . 181, Nordstern. 186, O. Hanke. » 196, A. Stull«. Ostender Str. 49, O. Weber. Oudenarderstr. 4. F. Hanke. » 36, W. Saut«. , 44. A. Liebener. Palisadcnstr. 2, P. Hanke. » 20, O. Hanke. , 44. T. Schelm,. 58. Jäkel. Pakisadenstr. 84. K. kkinzel. » 106, Nordstern. Paukstr. 38. M. Wendi. 42, 81. Albrecht. « 46, R. Kümmel. » 68/69, Hauke u. Co. « 74, Hartmann. « 83, Klang. , 87, P. Hanke. „ 91, W. Schwahn. Pappel-Allee 7.Lülost. , 18, Gölm. « 21, Schüller. , 24, iL Caseler. 60, Kotz. 54, R. Müller. . 62, ff. Hanke. . 85, Adam. Pasteurstr. 12, Leisler. . 15, Hehmann. » 23,(Lcricke. . 38. Schutt. . 42. Mager. Pettenkoserstr. 5, Hanke u. Co. 17». Peter. BerswSstr. 1, E. Lange. Planus« 92, R. Blume. Plantagmstr. 7, K. Tcunigkeit. . 36, O. Krankel. VotSdamer Str. 138 n, R. Richter. Prtnz-EugM'Str. 8, H. Berg. 10. P. Blümel. . 10, Kolodzey. 20. ff. Tautz. Pillauer Str. 5. R. Mertens. Pintschstr. 4, ä Klinder. . 13, Metnhardt. Petersburger Platz 6, ff. Hanke. Petersburger Str. 2, Schnabel. , 10, W. Oehm. , 32, ff. Becker. , 38, G. Saverenz. » 47. St. Schneider. » 58, KraSler. 68, Peter. Pstugstr. 2, 81. Lebedon. 9, A. Hosfrnann. Posener Stratze 2. H. Heinrich. 32. Janke. Prmzkauer Allee 42, Delow. 53. B. Hoheisel. m 86, A. Raub«. . 177. 81. Peilh. 182. ö. Bürger. m 203, Herrman». , 220, Breit fopf. „ 230, W. Harllepp. Prenzlauer Str. 48, P. Hanke. Pücklerstr. 8. R. Hardtlc. . 25, Cynimer. . M2, C. Günther. Prwzen-Zlllee 10, P. Hanke. , 13, Rabenhorst. , 34, Schwenobi. , 61, K. Taupitz. 85, Konsumgenoffensch. Prinzenstr. 12, O. Hanke. , 85, Nordstern. Prinzcsstnnenstr. 31, Grintza. ProSlauer Str. 8, Sl. Ncuschutz. . 21, Sorge. ,.• 28, ff. Rau. 38, Gabelmann. Putbuser Str. 14, Pel«. , 18, Rothe. , Sl. P. Hnnte. 24, 1!. Winkler. „ 37, Bobel, » 46. W. Stange. •• 4° ff. Hank». „ 52/53,®. ToNN. Vuilitzstr. 1, Maul. Oultzowstr. 108, Biotiner. Naadestr. 12, Mglbeite. Ziamlerstr 24, E. Herberg. , 31, T. Dahlenburg. . 34. P. D-hmelt. . 36, M. Baeker. » 37, O. Haute. . 88, Pcler. Rathenower Strafec 27, G. Max. Ratiborstr. 17, Richter. Raumerstr. 17, Dziemlau. , 26, Peter. m 36. SB. Malnschke. • 41, P. Heerde. Rautnerstr. 55, Haubold. Reichmberger Str. 40, Miericke. „ 51, Bloltner. » 58, Köhler. 64, Meyer. i 71, R. PlazalSki. 72a, JWWg. . 78, Biotiner. 82. B. Meyer. 91, Berthold. „ 95», Ll,(LejchinSkl. „ 101,(S. Söagner. 111, G. Trotz. „ 114, Hanke ü. Co. 121, Nordstern. 135, Sl. Rost. „ 145, H. Klaulsch. » 150, O. Hanke. „ 153, Zenker. n 161, e. Schulz. » 168, E. Schmiedel. Rcimckcndorser Str. 1. Henischel. „ 25, P. Hanle. , 50, P. Hanke. , 77, H. Kurtzweg. 87, H. Bloch. „ 95, H..Huhnstock. 102, 31. Wenzel. . 112, Goldackcr, IIS, Kappler. Revaler Siratze 14, Reich. RhemSberger Str. 21, Sl. Scholz. „ 26, R. Lorenz. 35. Bnichack. Rhinowerstr. 2, Mühlsteph. 7. ü. Aaltle. 11, Bobel. Richthosenstr. 19, O. Müller. „ 34, Künzl. Rlgaer Str. 21, 3!euler. „ 57d, K. Dammköhler. . 79, Hanle u. Co. 92. Peter. ,, 100, Görlein. 104, Hanle u. Co. Nitierstr. 114, Lange. Rodeiibergstr. 1, Sl. Scholz. 2, R. GugcL „ 33, Schaescr. Nomlnlcncr Slratze 3, Pelcr. 5, O. Sommer. „ 8, O. Hanle. 20, Sllich«. „ 25, 91. Bienert. „ 40, A. Bräumer. „ 43, ff. Horstmeier. „ 54,(LorgaS. Rostocker Str. 2, O. Hanke. „ 18, B. Hanke. „ 31. Sl. Kelö. „ 35, Konwingenoffensch. „ 40, H. Tschöcke. „ 46, KrÄger. „ 51, Wune. Rudolsplatz 2, Matzke. Ruppiner Str. 6.<£. Geitzler. , 12, O. Hanke. 26, Bobel. RüderZdorser Str. 2, M. Lerche. , 20, Stier. . 29, Hanke u. Co. , 62. H. Büttn«. . 67, Kracker. Rügmer Straße 3, K. Beyer. 16, I. Götzwein. Rhkeftr. 3, Müll«. 7. ff. Bieveger. „ 10, Bobel. 16, Sq. Libutzkt. „ 23, Hesse. „ 32, B. Reichert. Samarilcrstr. 2, F. Grohmann. , 11. H. Könnemann, » 21, Pierheller. . 28, Jhlenseldt. Samoastr. 22, Scheine. schererstr. 2, ffr. Burek. „ 12, P. Htinf». Schilling(lt. 19. O. Hanke. Slhivelbcincr Str. 4, I. Hildebrandt. . 8, Peter. „ 9, Konsumgenossenlch. 16, Köhler. 18, Wolfs. 28, Müll«. 44, R. Enget Schlcsischestr. 19, Tennert. Schltemannstr. 24, Reisewitz. » 30, ff. Haute. , 32, Japp. . 46,<1. Krause. Schonensche Str. 1, H. Ed«. , 5, Liunge. ', 8, Waither. ,, 15. Pirschet Schbnflietz« Str. 2, Hesse. . 16, Brandt. Schönhauser Mee 63, O. Hanfe. „ 70s, Soldacker. ,«1, M. Schmidt. • 86. Kieiewctter. . 98. Kicsewetter. » 101, O. Hanke. . 131. Slevert. 150, Nowack. „ 158», Kluge. , 160, Beyer. . 164, Fiedler. 177c, Goldacker. Schönhauser Str., Sllte, 33, Goldackcr. ,.„ 39/40. P. Hanke. Schinholz« Str. 5, Fr. Äilleibuch. Schöitleinstt. 4, Müller. 17. Pelcr. . 27, A. Hollunder. Schönwalder Str. 14, P. Hanke. „ 16, Hagen. 27, Herberg. Schönweider Str. 9, F. Leinan. Schrcincrslr. 4. 19. Peter. , 39, Siesten. , 49, Sl. Dorow. „ 50. Owsianoy. » 52, E. Schauer. Schulzendorser Str. 14, Agricola. 23. Rudel. Schul(Ir. 6, A. Höhne. . 28. Franz Naumann. , 35, Schmidt. . 51, Sl. Kuause. , 67, Thaler. „ 102, Klcnicr. . 110, Praschma. Schwartzkopststr. 4, O. Kränket Schwedt« Str. 48, W Löllchcr. , 52, A. Hübner. « 240, O. ffeuslet „ 254. O. Hanke. Schlvedenstr. 9. Heppncr. , Ha, F. Hanle. , 16, Mamtz. . 19, Kappt«. Sebasttanstr. 19, Hofiiiiaun. Scestr. 69, P. Menden. .—, Ruschke. Seclowcr Str. 17, Fröhlich. Sickingenstr. 76, Winter. SiemmSstr. 7, C. LaabZ. 17. Preutz. Simeonstr. 14, Lück. Simon-Dach-Str. 1, Ziiitzer. . 5, 81. Gruschka. . 7. Sl. Zlntz«. » 18, Menckheim. 28. B. Wallner. Simplonstr. 41, Stresow. Slalitzer Str. 18, Winkler. „ 63/64, C. Dehme!. » 95, Sickolas. . 96, A. Dietrich, . 109, Sl. Köhl«. . 120. Gerlach, 124. E, MertinS. Soldin« Str. 12, E. Ritt«. „ 30, Kappler. . 32, Schultz. , 69, Kleich, . 69, H. Frankenstein. 72/74, O. Kränket . 76. ff. Hauke. » 99, Krankel. .. 103, Konsumgenoffensch. Sonnenburger Str. 13, Eräsllng. Sophicnstr. 16, Aichinger. Sarau« Str. t. O. König jrni. , 8, F. Kretzschmar. . 18, I. Hcutichel. Spandauer Brücke Ib, O. Hanke. Sparrstr. 10, A. Kosubeck. . 20, Hanke u. Co. Sprmgelstr. 4/5, Weber. , 33, P. Jarrasch. Stargard« Str. 2, F. Hanle. 12», Lepli. , 21. Peter.- , 32, Lcischn«, . 57, Kaulitz. 63, Rcll. . 69/70. Sl. Funk. 78, Barl u. Walter. Stallschreiberstr. 32», P. Hante. 60, Lorenz. Steglitzer Str. 73, P. Hante. Stcinmetzstr. 22, Blottuer. 42. Bloltner. . 66, Bäckereigeuoffensch. Stendal« Str. 5. Koiisumgenoisenich , 5, Carls u. Co. 15. P. Hanke. Stephanstr. 7, H. Damaschke. , 35, P. Slieleke. 40, Bühl. Stettin« Str. 7, F. Hank«. , 2t, Krause. , 26, Kleinert. , 54, Zeschmann. 56. E. Krista. Stolptsche Str. 3, W. Meißner. . 22, O. Donath. , 26, ff. Hanke. » 35, Schunert. , 38, Peter. , 41, ff. Hanke. 47, Wurst. Stralau« Allee 17c, Aloiccht 23, Buge. Stralau« Alle« 32», Güstin. Stralsunder Str. 8, P. Jllmann. , 28. ff. Kögl«. 56. A. Lolch, Stratzburg» Str. 13, Tremu». . 28, Sachwitz. 35, Hellmaim. Stratzmannstr. 2, Hanle. 8. Fell». , 13, Blumet . 24, Zander. 35, Sligt. Strausberg« Str. 1, C. Reglien. , 5, Schubert. . 28, Heinrich. , 33, Schrcke. Strelitzer Str. 4. Näse. , 15, v. GrabvwSIi. , 21, Schulze. 3t, Hey. 64, E. Grams. Stronistr. 20, Bühl. . 33, P. Zastrow. 48, Siedet. Stubbeukammerstr. 2, Sieling. Swinemünder Str. 33, Koniumgeuass. , 43. R. Engel. , 54. Libok. . 58. Müll« , 66, R. Beck«. , 74. ff. Hanke. 80, Peutz. , 82, Winkl«. . 93, E. Martins. 106, Meier. » 114, P. Hanke. 119, Weiß. Tegeler Sic. 11, O, Lenzn«. 23, M. Dahlkc. 32, H. Krause. ThaerslS. 18, Sonncck. 21, Wernickc. , 23, ff. Hanke. 64, Blottn«. Schorn« Str. 6, Beyer. 62, F.'Hanke. Thurneytzerstr, 5, Rinke. Ticckstr. 9, Bobel. „ 16, Hossmann. Tiljiler Str. 12, P. Schür«. » 19, O. Hanke. 21, Plötz. , 26, Getzner. , 31,.König. 68, Onandt. „ 77, Stahnsdorf. , 81, Oivsiani. Ol, P. Hank«. Togostr. 4, Konsumgenossenschast. „ 8, H. Blcttermann. „ 8l, Zander. Torellstr. 4. ff. Doliwa. Torsstr. 9, Huwe. „ 13. König. , 14, Peukert. , 17, ZieSmer. , 22, Preldel. , 23, Hanke u. Co. » 28», Konstimgenoffenschast. Transoaaistr. 14, Ehnes. Tresckolvstr. ,25, Deubach. , 44, Gärtner. „ 57, Wecke. Tchlflr. 4. Renzel. . 9. Kühl. , 47, St. Huwe. , 55, Radal. , 64, O. K ränkel. „ 66, StShr. Turin« Str. 36. P. Ritzmaun. Turmftr. 43, Goldackcr. 67. Hanke. Türkenstr. 22, PaiNija. Ueckermnuder Str. 11, F. Arnst. . 17, Ulbrich. Urbanstr. 1. Neubarth. . 25, Th. Herzog. Urbanstr. 29. Mittelstädt. „ 38. » 49, W. Hei». , 61. E, Billing. » 80, Bloltner. . 94, Rawe. . 104, Krujchke. „ 112, H. Lutosch. Uscdomstr. 4, I. Slutnik, „ 20, Schmalenberg. 31. Peier. Utrechter Str. 8. Slanicki. , 15, F. Hanke. . 20, Schröder. Veteranenstr. 8, W. L autsch. „• 11. O. Hanle. Voigtstr. 17, Schaum. 26, ,HZh»ke. . 32, W. Helming. . 38, Heidt. Boltastr. 32, Bertelmann. . 42, O. Eckel. 49, Käst«. Daldstr, 4, Krug. . 17, P. Hanke. , 22, Schreib«. . 25, E. Jglisch. „ 42, H. Bau«. . 46, H. Pohl. Waldemarstr. 23, Kuppcrt. . 37, Nordstern. » 62. Lc»».'. 66. H-»/rl. 76. Clous. Waldcnserstr. 9, GierszewSki. , 15, R. ziönig. 33. Slawinsli. Waldeycrstr. 3, P. Henke. Wallner-Theater-Str. 10, Fräukel. Warschauer Str. 16, Jarzembowski. . 30, Gutichmidt. . 60, H. Schulze. 64. Lück. , 69, SB. Fiebig. 83. O. Haulc. Wasjertorstr. 22, Bloltner. , 49. Halisch. Watzmalinslr. 20, Beter. Battslr. 1, Pirrwitz. „, 10. Gast. . 21, F. Hanke. Wcberslr. 1/2, Knüps«. , 30, Landahn. , 30, Galdacker. , 40b, Nordstern. 42, Schutt. 47, Jaelel. 53, A. Poltrock. Weidenweg 7, Müller. . 25. Brost». m 34, O. Hanle. , 48, Hante u. Co. , 51, Kraul. , 57. Lehman». . 74. Klose. , 75, Peter. , 82, Milbäch. 87, Kirchmeier. Wembergsweg 7. P. Hanke. Wcinstr. 7..O. Stade/ . 12», Bobel. 27. Rohm«. ►. Weitzenbnrg« Str. 24, 81. Büttner. . 42, G. MoSlec. , 46. Peter. . 55. NobUing. , 69, Mobtier. 78, Förstu. Werftstr. 12, Bloltner. Wichertstr. 5, Kicrzlowsli. 153, Krause. Wiclesstr. 21. A. Staub. 27. Sl. Reisewitz. . 36, Li«. . 47, Ulbrich. 53, Rothäusl«. Wiener Str. 8, E. Schmidt. , 33, Klaminck. , 49. Handle. . 56a, Langwitz. . 58, Weinert. , 61, Wcckwert. 66, Gauss., Wieseuslr. 7, ff. Hanke. , 19, Dreier. » 23, I. Seg«. 31, Görtz. 64, P. Scharolieu. Wilhelmshaven« Str. 8, Bodcnftein. . 13, Badele. 17, Danielzik. m 23. George. » 32, Winde. , 37, Teile. 51, Glück. Wtlhelm-Slolze-Str. 4. ff. Hanle. , 15, Schmidt. 21, Schulze. fl 32, Brenn«. » 35, Bochmann. . 38, Löbns. 43. Gicse. Willdenowstr. 17, Tänyes. . 29. Brcicr. , 30, Konsumgenoffensch. 37(VerkausSst.), Kränlei WilSnacker Str. 15. Goldacker. , 33, Kranast. 45, P. Hanke. WinZstr. 6. Müll«. , 13, Schutt. . 30, Götze. . 47, NabalowsN. . Pcler. h 56, Groeger. . 60, Branot.j » 63, Konsumgenossenschast. Wisbyer Str. 3, Schulze. 74. Migul. Wittstock« Str. 7, K. Gicsmann. , 24, Schreiber. 25, Lukowsli. Wöblertftr. 21, 23. Kaiser. Woldenberastr. 7, Relmann. 17, Bley. Wolgast« Str. 4, Dunkel. Wolliner Str. 23, Dahlen. , 81, G. Schiweck. 38, G. Hein. , 44, Kunze. 60, P. RiebcnNahl. „ 58, Scholtyssck. 68, Leopold. Wörther Str. 27. R. Schütz. Wrangelstr. 21, ff. ffranle. . 25, O. Schnase. � 48, Tzschctsch. » 65, Konsumgenossenschast. 66a, Nordstern. » 69, Schwinge. „ 75, Hanke u. Co. . 77, carfe. , 91, O. Hanke. » 117, Nordstern. . 123, Stresow. . 126. Spickennaml. Driezcner Str. ö, Heise. Wriezenerstr. Zi, Zahl. Jorckstr. 40. Bloltner. . 65. Bäckereigenossenschast. Zellestr. 2, Halst«. . ll. Müller. Zimmerstr. 10, Schute. 84, R. Richter. �inzendorsstr. 8, Rapsch. Zionskirchstr. 10, Koch. 13, Bobel. 17. P. Andersch. 24. P. Thiele. Zionskirchplatz 1, Mollweide.- Zorndorser Str. 2, P. Hanke. „ 8, L. Goebel. » 20, Walther. , 27, M. Mitsching. , 34, Maatz. 55. Th. Klein. 61, Konsumgenoff. Zwinglistr. 23, Danielzik. , 34, Danielzik. , 34, Zielinsli. 39, Deck. Zossen« Str. 41. Blottn». Adlershof. Arndtftr. 7a, H. Kaiishold. BiSmarckstr. tl, Kunsumgeiloffenschgst. „ 13, Thoma. , 14b, Zugiourst. . 17o, A. Marlenberg. 18, Wolff. 48, Laserich. ffriedenstr. 15, Krüger. Hackenbergslr. 2, G rieger. Hostnianustr. 15, R. Behr. Radickestr. 37, Sl. Noack. Sedanstr. 4, O. DrogicS, , 25, Peter. Selchowstr. 33, Peter. Alt-Glienickc. Grünau« Str. 29, Wendt. Köpenicker Str. 32, Äonfumgenossenich ., 41. Delling. . 44. Sl. Bothe. Rudow« Str. 60, O. Kreuze. . 72, E. Pens. Bauuifchnleuweg. Baumschulcnstr. 29, Schulz. „ 65b. K. ffrankcllstei». „ 70. Slenzel. „ 87, Schmidt. , 94, E. Menzel. . 96. Gaedicke. Behringstr. 9, ffoluhl. Ernstftr. 9. P. Hostmiiller. Kiesholzstr. 179, Schatz. „ 254, I. Leupold. Scheiblerstr. 29. A. Schulze. Bohnsdorf. Straße 21, Konlnmgenolseiischast. Bahnhosstratze, Lelschlägel. , Gebhardt. Borsigwalde. Ernftstr. 2, T-isclski. „ 6,<3. Ctzrodt. .. 25, H. Lost. Räuschstr. 57, Schubert. Schubertstr. 21, Konsumverein. Boxhagen-Rummelsburg. Sw-Boxhagm 4/5, Behnle. . 10, O. Ranhat. , 31. L. Michaelis. , 35, Peter. » 44, Löchel. 49, I. Rulle. Bahnhosstr. 9. ffrilsche. Boxhageuer Chaussee 5/6, H. Schubert Gadriel-Aiax-Str. 1, Luzemanu. 2. Große. Gärtnerstr. 5, Wach. 31, Sl. Schern«. Goelhestr. 16, Bachler. 17, Hauke. Grünberg« Str. 12, ff. Sandmann. „ 18, E. Löwa. 20, Haspel. Grhphiusstr. 18, Biedermann. Hauptstr. 82, KteSling. HoUeistr. 5, Dorrhaucr. 18, Engler. Kantstr. 1, R. DluzcwSN. „ 3, Peter. „ 13, A. Spöttlich. . 18, Rikolooius. !tronpri»zeustr. 13, ffrttsche. Krassen« Str. 15, Marquardk, 24, Niedzwietz. Lenbachstr. 1. I, Pardcmanu. 7», Engclien. Lückstr. 3, Böhme. . 12, Pcler. , 25, Seidel. , 30, Maschmann. 58/59, P. ffranle. Mozarlftr. 2, Konsumgeiioisenlchast. Neue Bahnhosstr. 9, ffrilsche. , 19, R- Schubert. , 23 und 33, Peter. , 27, O. Behling. , 34, OV BondmaiM. Rummelsburg« Str. 15, Peter. Schillerslr. 27. P. Mcilenburg. Scumestr. 6. Kroll. , 15, Wonneberger. , 21, Ktisler. Sonnlagstr. 31, Manlhey. , 36, Joachim. Türrschmidtstr. 21, F. Westphal. . 34, Pfennig. .. � 38, Peter. Wilhelmstr. 4!?, M. Luukwltz. Wismarplatz 3, KousumgeilosikUschast. Wühlischstr. 3, Sekul. , 27, Marguardt. • 32, O. Sander. Britz. Bürgerftr. 12. Dieckhoss. 24, Tboß. Chausseestr. 17, Hagemeist« v. Dalli. , 23a, Seja. , 36, Hagemcist« u. Dalli. , 87, Däuml«. , 43, S. Schädel. , 75, Zeige. . 77, 9l. Schulz. 114, R. Dietrich. Dorsstr. 19, Pölsivw. 47, Stahn. ffra»z-Kör»er°Str. 4. Michaelis». Hamiemannstr.>, Lucker. Jahnstr. 4t, I. Plack. , 45, Becker. Rungiusstr. 3, Adamek. Rudowcr Str. 6, Liersch. . 13, Bollmmm. 34». Müller. Wcrdcrstr. 2l. Sl Panmvitz. 31, Ecke Runginsstratzc, Käuferverein. W«d«str. 56. A. Trunk. . 70, G. Richnow. Buckow. Bahnhosstr. 7, Hurtig. „■ 16, Weihrich. Chausseestr. 1, Bläsing. » 2, Ackermann. , 11, Michaltcka. , 38, Raindohr. , 41/12. Maas. , 49, Blume. , 51, Kaiser. 53, Tarlatt. Dorjslr. 20, Simon. Charlotteuvurz. Ansbach« Str. 8, Bloltner. 23, P. Hanke. Augsburg« Str. 18, Bloltner. „ 26. Bloltner. Berlin« Str. 115/ Goldackcr. 116, Porath. 135, Ulbrich.. Beuffclslr. 78, Ulbrich. Cauerslr. 27, Bäckereigenossenschast. 19, Ulbrich. Charlottenburger User 10, Kotzau. Christstr. 18, Bäckereigenossenschast. „. 33, Donner. Danckelunuinstr. 4, Porath. 44. Lehmann. 55, Ulbrich. Eösandcrstr. 1t, Ulbrich. EräsmuSstr. 12, N. Bednaririck. 16, Dietrich. Fasanenstr. 64, P. Hanle. ffriedbcrzstr. 3V. Ulbrich. Friedrich-Karl-Platz 1», Nitsche. Frilschestr. 37. Scholtiscl. „, 67, P. Hinzelmann. Galvanistr. 8, Kahle. Garde du Corps.Str. 6, MiMM-!?. Goelhestr. 17, P. Hanke. 25, Effert. Grolmanstr. 45, Ulbrich. Grünstr. 27, Thiel. Hallerstr. 9. H. Lössl«. Havelstr. 12, Kopp. Hclmholtzstr. 2, Natzke. 40, Bucksbaui». Hutteustr. 62, Schäs«. 70, A. Sternsdorsf. Kalckreuthslr. 1, Blottn«. Kamminer Str. 3l, Fr. Butzol. Kanasstr. 15, H. Heine. Kantstr. 32, Poraih. 67. Ulbrich. . 80, Poralh. 134b. Goldacker.' Kauerslr. 17, Schnitze. Knobelsdorfsstr. 40, Danielzik. „ 42, G. Stach. 43, Ulbrich. Krummestr. 14, Ulbrich. Leibnizstr. 65, Ulbrich. Meerscheidtstr. 3, BolkSbrot. Motzstr. 19, Ulbrich. Milidener Str. 8, Lallhausen. „ 20, Bäckereigenossensch. Nehringstr. 21, Brösle. 28, Laun. Nettelbeckstr. 14, Bloltner. Nürnberger Str. 22, P. Hank«. . 39. Ulbrich. '. 42, Goldack«. Osnabrück« Str. 31. Schiese. 26, Pribyl. Pascalstr: 1, Wvljs. Pestalozzistr. 12, Böhm. „ 64, Jahn. , 101, Bäckereigenossensch. . 104, Porath. PotSdamerStr.i2,K ousumgeiiossensch. 14, Zwerg. 42. Ulbrich. Scharrcnstr. 28, Krause. 30, Ulbrich. Sescnhrimer Slr. 37, Pclvck, Schillerslr. 71, Thiede. Sophic-Charlotten-Str. 87, Ulbrich. , 89, Bletz. Spandau« Str. 30, Ulbrich. Spreestr. 43/44, Ulbrich. Tauroggener Str. l. Zimmer. , 10, Kousumgen. , 40, Teuler. „ 45, Ulbrich. Usnaustr. 10, Hawellel. Wallflc. 23, Konsumgcnoffenschast. 50, Ulbrich. . 100, Poralh. Weimarer Str. 14, Schwedt«. 29, Konlumgeiioffelisch. WUmersdors« Str. 4l, Ulbrich. , 44, Goldackcr. , 62—63, Ulbrich. , 66, Goldack«. , 105, Porath. 166, Losse. , 163, Ulbrich. Falkcnhage». Berliner Str. 50, Schulz. Hauplslratze, Beck. Franz.. Buchholz. Beritner Str. 43, Taumeyer. , 50, Schulz. Pankow« Str. 28, H. Ullrich. W. Preutz. Friedenau. Cranachstr. 53, Poralh. ffriedrich-WilhclmPlatz 2. Moselstr. 7, Konsuingenosselllchast. Rheinstr. 38, Porath. . 65, Porath. Swbenrauchstr. 71, Seh«, Varzwer Str. 18, Klein. FricdrichSfclde. Berliner Str. 66, Hampcl.. . 102, iSillard.. Caprivt-Mee 43, Just. . 44, Konsumgenoffensch.' Prinzen-Allee 3, Nqchowsli. Walberseestr. 49, Mikvleit. Wilhetmslr. 42. Mcyn. Grüna». Königstr. 2, Konsumgenossenschast. Äöpenicker Slr. 12, Meyer. » Stadelhoss. Grotz-Lichterfelde. Berliner Str. 63, F. Krüger. Chauffeestr. 56, Lehmann. Dürerftr. 45, Ernst. fferdinandstr. 24. Klopsch. Schützenstr. 9, BItling. Halenser. Kursürstendamm 1)4, Porath. WeMjj-hcstr. 49, Ulbrich. Haselhorst. Am Kanal. Engel., H Heinersdorf. Kaiser-Lilhelm-Straße, Müller. , Str. 12, Buchwald. Rothenbachstr. 51, Opitz. Uckermarlstr. 47, Engel. , 49, Bricscmeister. Hennigsdorf a. H. Albert Barthel. �eige. Albert Lücke. Wilhelm Lücke. August Mahnkops. .«Varl Mölvius. Wilhelm Seiler. Friedrich Wolter. Herinann Wolter. Karl Wolter. Wilhelm Wolter. Graffenberger. Hermsdorf. Berliner Str. 16». Konsumverein. S" auptstr. 34, Herrmann. ccbad 1, Ladewig. Hohen- Schonhausen. Berliner Str. 52, Schulze. „. 99, Richter. Ouitzowstr. 2, Richter. Maihofer. Johannisthal. Bismarckstr. 6, Konsumaeiiosscnschast. griedrichstr. 6, Ludwig. , IIa, Ludley. 57/58, Rühmte. Hovelstr. 1, Röbel. Karlshorst. Dönhoffstr. 9, Knciding. 35. Hansen. Dorotbeastr. 27,' Eichhorn. Krausestr. 56, E. Schönherr. Treskowallee 109, Konsumgcnossensch. Kaulsdorf. Dorfstr. 1, Springborn. Wilhelmstr. 31, Bieunger. Köpcnirt. Berliner Str. 33, Tauchert. Bergmannstr. 6, Bergmann. Flemmingstr. 32, Rott. «Slierncker Str. 99, Hackenberg. Grünstr. 8, Hauck. Grünauer Str. 19, Stiehr. , 18, Peter. 27, Krämer. Gutenbergstr. 1, K. Breitkreutz. Kaiserin-Auguste-Viktoria-Str. 23, Ulbrich. Kaiserin-Auguste-Viktoria-Str. 16, Schilling. Kaiscr-Wilhelm-Sti. 53, Haag. 98. Bittner. , 199, Mieland. » 194, Peter. Kirchstr. 5. Peter. Mahlsdorser Str. 1, Richter. Marienstr. 14, Ulsert. Müggelheimer Str. 13—14, JaroS. . 32o, Handle. 41, Peter. Parisiusstr. 17, Klümer. Pestalozzistr. 18, Schiel. Roscnstr. 2, Kämpf. Rudower Str. 25, Hein. Schönlinder Str. 12, Kudell. Lankwitz. Kaiser-Wilhelm-Str. 28, Klopsch. Kursürstenstr. 31, Thiele. Lichtenberg. Bürgerheimstr. 192, Konsumgenoss. Blumcnlhalstr. 7, Schültzke. Eitelsir. 39, Kerkau. Finowstr. 39, Rother. Franks. Chaussee 25, Rüstow. . 41, O. Körber. » 88, O. Strunk. , 91, K. Förllerling. , 191, E. Scholtze. , 154. Kaswoth. Franlsurter Allee 197, Küster. 185, Mägdesrau. Friedrich-Karl-Ttr. I, Bmkardt. 14. B. Scheunert. Fried richstr. 7, M. Mattner. Gürtclstr. 19. H. Schwarze. 11. E. Bischofs. , 13, Pricbc. , 23, K. Acdde. ,. 27, Kretschmer. Jungftr. 14, O. Sparniann. Kr'cutzigcrstr. 1,«chinauer. Königstratze, P. Pürichtc. Aronpriiizenjlr. 1, Konsum genosseilsch. „ 8, Nebel. 26, Susat. Kursürstenstr. 74. Lessingstr. 19, Fr. Schwalm. Margarctenstr. 8a, Schacher. Mainzer Sir. 24, L. Schmidt.. Möllcndorsftr. 32, Schulz. 82, B. Mägdesrau. Müggclstr. 25, Schwenke. 28. W- Dorrhauer. Ricdcrbarnimstr. 5, E. Rudolph. 12,'Srotz. E. Gnohr. Odersir. 1, Feist. „ 27a. Zt. Maschler. ksarrftr. 36, L. Hetzler. 73, Deha. RathauSstr. 3. I. Werkmeister. Rittcrgutslr. 22, Konsunigcnofsenschait. Rummelsbnrger Str. 72, Z tomer. Eophicnstr. 8. Zborowski. ., 23, Erlich. Echarnweberjtr. 2, Kunze jun. , 23. K. Hanke. , 34, W. Köpfe. 46, H. Schwarze. Schefseljtr. 14, A. Hunickc. Trawestr. 3, Bethke. Deichselstr. 15, Prieie. , 22, Bzadkowski. , 29, SwillmS. , 35, Haas. Wagnerstr. 1, K Försterling. 74, Böhm. Wartenbergstr. 79, A. Friedl. Weserstr. 9, W. Büdner. , 22, Husheer. . 24, Owsianny. Wilhelmstr. 18, Böhme. « 57, I. Buchman». , 69, Bärwols. 75, A. Linde. Lübars. Kügow. Mahlsdorf. Bahnhofstr. 2, H. Delitz. Mariendorf. Chausseestr. 21, M. Nowack. „ 27, Kotzan. ,- 34, P. Purschke. 62, 21. Fiat OH). » 262, Hentze. 398, Laqua. Dorfstr. 35, Müller. Grotzbeerenstr. 128, Tietz. Kaiscrstr. 119, Koiisumgenossenfchast. Königstr. 14, Wichinann. Kursürstenstr. 49, Masser. 63, Brec. Lankwitzcr Str. 39, Knof. Ringstr. 83, Schütz. Rieder-Schönhause«. Buchholzer Str. 85, Pfuhl. , 86, Conrad Richter, 89. Frohberg. Beuthstr. 11. Krügerke. . 19, A. Böttger. Blankenburger Str. 18. Thiel. Charlottenftr. 43, Schmidt. Eichenslr. 8, Hampel. Kaiscr-Wilhelmstr. 51, Schäfer. Körnerstr. 8, K. Fischer. 8, Remter. Teuionenstr. 18, Meier. Treskoivstr. 54, Baske. UHIandstr. 3, Maicke. 41, K. Loewe. R. Seiler. Nieder-Zchöneweide. Berliner Str. 39, Gacdickc. . 38, Persicke. . 59, Muller. » 65, Lobecke. 119, Gaedicke. Brückenstr. 7, Gadicke. Sedanstr. 1, Singer. Nordend. Blankenselder Str. 2, Sltzmus. Ober-Schöneweide. Dculstr. 9, H. Lutz. . 39. Gaedicke. Edisonstr. 9, Peter. . 48, Konsumgenossenschast. . 49, G. Wittkops. Frischenstr. 2, Peter, 21, O. Sorge. Lausenerstr. 4, Kleist. Luisenstr. 5. K. Gehler. 8, M. Gaedicke. 12, Kousumgeiwssenschast. Luiscustr. 28, Gutzke. Mathildcnstr. la, Härtung. Aalepastr. 51, Henke. Rathenaustr. 1, Leidncr. . 7, F. Fronober. »>8». F. Wartend erg. 31, Peter. Siemensstr. 11, Peter. „ 13, Kunze. 16, B. Timm. Stabystr. 23, P, Franke, Tabbertstr. 35, P. Seidelmanu. Waititr. 12. Fahl, 23, Grotzniann. Wilhelminenhosstr. 1, R. Herzog. 17. R. Gebier. » 17, Ottnmnn. , 37, Katzke. . 49, Gaedicke. 44. Strache. Ostendstr. 29, Spazier. Pankow. Berliner Str. 23, Pape. ,, 84, Bielicke. Brehmeslr. 52, P. Hanke. Gottschalkslr. 27. Sy. Zloraslr, 19, Sy. 89, Engel. Kaiser-Friedrich-Str. 67, Wienecke. Mnrimiiianür. 2. Wicbe. Mühlenftr. 37, Müller. 17, Barselow. �chulzcstr. 14. Hennig. Schönholzer Str. 9, Schfsert. Uckermarlstr. 181, Bartelt. Wollankslr. 29. Tauiitz. 68, F. Hanke. • 192, ilonjmngcnossenschasl. Plötzensee. Charlottenburger Weg 12, Selfscrt. Reinickendorf. Zlmendeflr. 18, Schmidt. 194, Popp. Antonicnstr, 56, Hossmann. Berliner Str.>4, I. Bicnert. , III, GuibmulhS. 134, Goilschalk. Birkenstr. 59. G. Lowinsly. Bürgen'Ir, 29, E, Popp. Eichbornstr. 12, 2lö, Behrendt. # 16, Konsumveiein. , 25, H. Stube. Eichbornstr. 35, flube. 72, Wurst. Gesellschaftsstr. 31, Koblitz. Gostichedstr. 41, Hoffmann. Grüuer Weg 59, Modrow. Haufastr. 3. Zimmer, Haupiftr. 34, Brauu. Haujotterstr, 3, Hostmaun, ».52, Soülmaun. 102, 31. Plumeyer. Herbstftr. 24, Fr, Koiteiihnhu. »Holläudcrstr. 29, E. Nilfchke. 125/ Weihrauch, Hoppestr. 13, Koustimgeuoffenschaft. JustuSstr, 14, Hoffmann, 39, Liebelt,. 49, Praschm«. Kamekestr. 12, Lütz, Markstr 5, Schecr, „ 12/13, A, Sllbat, Provmzstr. 28, Rud. Walloschek. , 51, Langner.> , 53, E, Rapp. , 72, König, » 89, H. Schröder. . 83. tz. Baumgärtel. III, Münch. Residenzstr. 61, Wille. , 192, E. Grotzberndt. 159, Licbig. Rütlistr, 15, M, Förster. Scharnwcberstr. 19, Schamberger. , 25, Wernccke. » 55, Düwer, , 65, Wölle. » 113, Hoffmann. , 117, Brülling. 135, Allstedt. : Zommerstr. 52, Neumann. Spaudaurr Weg 4. Mathner. Wilkestr, 1, Schmidt. 62. Neue Berliner Genossen- schastSbäckerei. Rixdorf. Allerftr. 37, F. Naubereit. 46. A. Keddi, 'Am Wasserturm. Eggers. Anzengruberslr, 5, P. Langer. Bergstr. 27, A. Gabbcrt. 32, R. KieZIing. . 84, H. Ichäper. 96. Bokel. „ 122, Koch. 143. Liebrnow Berliner Str. 16, R. Ichibgitt. . 29, P. Klammeck. m 56/57, E. Haast. . 76/77, P. Haute, » 89/81, A. Spaniel. , 85, K, Rübe. 98, P. Wemeke. Berthelsdorser Sir, 13, O, Markus, Boddinstr. 13, Bäckereigenofsenschaft. , 21, Hänsgeit. , 58, P. Brückner. 61, Langer, Bodestr, II. A. Schäser. , 16, F. Schcfiler. 0 25, H, Haboeck. , 28, H, Oeck. . 31. F, NcgraszaS. Bö hmische Str. 47, Konsumgenossensch Brusendorser Str. 2, O. Frost. Bürknerstr. 9, P. Timm. Dellbrückstr. 35, F. Modrow. 65, P. Schreiber. Donaustr. 24a, Peter. 197. W. Fiedler. 112, G. Gernhöser. Elbcslr. 6, W. Schneider. „ 13. K. Haupt, 16, M. Lunkwitz. . 37. Peter. Msenslr. 52, F. Pietsch. .. 82. R. Woelli. Emfer Str. 5, Schulz. . 12, H. Conrad. 26, Bobel. , 33, Konsumgeuossenschast. , 41, Burdack. . 78, E. Friedrich. . 91,®. Friedrich. , 103, W. Schmidt. 115, P. Psefferkorn. 120, L. Riebe. Erkslr. 4, R. Raach. „ 15. O. Jahnke. Erlangerftr. 8. E. Bahrholz. FaUslr. 1. Bäckereigenojjenschast. 12.«. Rotzoll. » 21, G. Schitteiibelm. 25/26,®. Pcrjcle. Friedelslr, 3, 31. Zimmermann. „ 15, Koniumgenossenschalt. .. 30, E. Zcibig, . 37/38, P. Hanke. 0 44, Schiri meistert 47, A. Busch. 52, A. Grügat. Fuldajlratze, B. Bciih. „ 19, W. Petrich. , 45, O. Springer. 69, I. Hübncr. Glasowstr. 32, C. Kunz. Goclhestr. 19, A. Dobrick. Hasenlwidc 117/118, Reinhardt, Heidelberger Str. 76, O- Hanke. Hermaunstr. 16, C. Rasch, 28, E. Seukbeil. ,, 34, F. Waguitz. 42/43, F, Arlt. . 47, G. Fäuicken. . 54, R. Hildeiibrand. 61/62. B. Radtke. „ 74. R. Stünz. 118. I, Bartsch. 143. H. Radtle, 149. R. Kluge. . 159», Hagen. , 170, H. Dallütger. 174. Bobel ,, 175, E.'Arnold, ,, 226, I, Lorchhard. Hermaunstr. 231, H. Kark. Scrrsilrthplatz 19, A. Wendt. Herrjurthstr. 23, Fr. Dachsmuth. 26, M. Firnsteiu. 34, O. Hanke. Herthastr, 3, A. Franz. tzertzbergstr. 2t, R, Goertz. . 22, Fiedler. 28, Rummler. Hobruhtstr. 21. M. Walls 29. F. BoctiuS. �., 43, R. Sommer. Hohenzollernplatz 11, Bäckercigenossen schast 0 13, 33. Schmidt, „ 18, O. Markus. Holsteiuisches User 72, G, Preutz. Jägerstr. 63, F. Jonfcher. „ 70, P. Halm. 77, H. Ekrusch. Jansastr. 2, H. Wcstenloff. Jlsestr. 39, C. Schulz. Jnnstr. 9, M. Gorzyzka. Fohalin-Hutz-Str. i, H, Sponar. Fsarstr. 7, G. Putzte' JuliuSstr. 31, Otto Ecke. 65, I. Schulz. Kaiser-Friedrich-Str. 7, Hermann. „ 12, H. Zinke. 25, I. Bartsch. '28. G. Wagner. 34. Haupt. „ 39. Bordasch. „ 62, A. Sahlmanu. 72, O. Stepban. „- 89, A. Schmidt. 162, M. Kasten. 175, J.Wügmanli. 159, W. Richter. 218. 247, O. Hauke. Karlsgarlenstr. 19, H. Vonnoh. Kirchhosstr, 13, C. Hoffmann, 46-47. I, Brefla. Knesebeckstr. 33. R. Gallert. „ 41, C. Bclzig, „ 68, M, Schars. „ 96, H, Galotte, . 146, PH, Ltühnel. Kottbuser Damm 69, P, Hanke. . 101, Ro eurer. Kranoldplatz 7/8, Jacob!. Laubestr. 13, M. Bernhardinh. Leinestr. 57/58, H. Friedrich. Lenauslr. 14— lo, Gustav JSrael. Lessingstr, 22. Haminel. 34, E, Grunert. Lichlenrader Str. 42, E, Ohlhoff. Mainzer Str. 1/2, B. Rcnnert, „ 15/16, O, Grunert. „ 56, 31, Schack. Manitiusstr. 9, 3l Guedel. Mareschstr. 19/11, H. Rcihs, Mariendorfer Weg 1, H, Freudenreich Maybachuser 16, W. Lange. Münchener Str. 18, Kegel. 25, F. Lorenz. 0 31, E. Kroker. „ 39, Konsumgenoffensch. „ 40/41, O. Hanke. „ 44. R. Weizell. „ 54, Mackwitz. Neue Donaustr. 52/53, Sl. Weltedorn. Niemetzstr. 3, 3l. Holubar. ,>9, M. Perseke. Nogatstr. 8. W. Ruthe. „ 16, I. Jadneck. „ 32, O. Auschwitz. Okerstr. 3. R, Mctsky. .. 11. C. Anders. Pannierstr, 2/3, F. Albert. , 4, R. Riemer. , 6, Peter, . 13, P. Frischgemuth, 0 20, K. Junger. 0 27, Bülow. 34,«. Juling, Pflügerstr. 3. P. Maiiuigcl, .. 11. F. Frick, 13. E. Grenz. „ 57. B. Vogel. .. 72, Bobel. 77, O. Nachtigall. Prinz-Handiery-Slr. 7, O. Hanke. „ 22, C. Dänicke. 24. O. Kraule. 38. R. Raschick. ,, 58. I. Barisch. 79. P. Mitulla. 75. R. Kr-s-. , 83, E. Fiedler. R-uterstr. 32. C. Richter. 33. E. Beyer. ,, 46, E. Schmischke. .. 76. Bobel. ,. Weigclt. 81. A, Vogtländer, Richarditr. 23, I, Ehrenlraut. „ 28, A. Babing. , 61. Bobel. 63/ E. Wllke. 191, K, Hantle, Ringbahiistr. 25, P. Scholz. Roseggerslr. 40. O.'Arendt. Sanderstr. 5/6, H. Kadow. , 7/8, Peter, 18, M. Malschke. „ 2t. H, BranöcS. , 23, I. Protzer. 31, R, Timm. Schillerpromcnadc 13, K. Dindo. 29, G Schierarndt Schöneweidcr Str. 9. F. Lcincm. Schudomaslr. 5,'A. Stritzke. Se.chowcr Str. 23, 31. Weiser. 27, M. Lchniaim. Sicgsricdftr. 44. 3l. Beier. Sleinmetzstr. 23, E..Kummer. 24. Gehle. „ 39. R. Scnsileben. „ 53. R. Finger. 79. H. Wille. 74. C. Hennig. Steinmetzstr ioi,?k. Löwlgt. 199, BäckereigepvffeN sch. III. R. Schaller- T-llstr. 19. H. Zille. Teupitzer Str.. E. Schmidt. Thomasstr. 6/7. P. Lobbe?- „ 25, 31. Reich. 37, P. Eiesiof- Treptower Str. 13, R. Jocobl „ 67, Spur«, Thüringer Str. 5, I. Bartsch. „ 14. 3l. Eberhardt. „ 17, W. Schulz. 32. I. Thalcr. Warlhcstr. 9, W. Marotz. , 15, G. Jaiieutsky. . 68, B. Spandel. Weichselplatz 9, ZwierzchowZki. Weichselslr. 3, F. Eymmer. „ 13, I. Gassenhuber. „ 31, O. SchwarZ. 34. R. Marz. 69, H. Fleischer. Weiscstr. 7. Bobel. 18. R. Pohl. 24. R. Schenkel. , 34, R. Herrsch el. „ 52, Konsumgenosscltschast. 56, E. Wölls. , 59, Spata. Weserstr. 39. I. Bartsch. ., 47, Kreil. . 168, A. Bielitz. , 296, Führer. Wildenbruchstr. 8/9, F. Schmidke. 34/35. P. Belhge. „ 52. Geste. „ 61/62, Konsumgen» ff „ 63/64, Feysara. Wipperstr. 13, I. Runge. . 16, O. Hanke. , 21, P. Hellwig. Wissmannstr. 7, I."Treffer. . 29, B. Krüger. Ziethenstr. 19, E. Ossa. , 22, C. Steinsurt. 41. M. Hannig. Ziethenstr. 53, Bobel. , 57, O. Kirschtein. 0 75, 31. Klein. , LI, E. Henlschel. Rudow. Köpenicker Str. 84, Solott. Schmargendorf. Breitestr. 22, Georg Klingbeil. Schöneberg. 3llberiflr. 12. P. Stark. Apostel-Paulusstr. 40, KonsUMgenoff. Bahnstr. 2, Porgth. Barbarossnstr. 67, Setzet Belziger Str. 61, Boche. Colomrenstr. 4, Hanke u. So. EberSslr. 25/26, Ecke Tempelhoserstratze, Koniumgenosseuschast. Ebersstr. 42. O. Traeger. Eiienacher Str. 63, Biottner. Erdmannstr. 5, El. Friedrich. Goltzstr. 16, Biottner. „ 3t, Goldacker. Sotenstr. 1, Konsumgenoffenschast. „ 11, Biottner. Grunewaldstr. 35. Walter. Guftav-Freytag-Str. 9, Hanke u. Co. Gustav-Müller-Slr. 48, Möllinghoff. § auptstr. 66, Hosang. erberlstr. 6, Grenz. 19. BrickZ. Helmstr. 2, Rub. Hoheusriedbergstr. 19, Biottner. . 21, Schwarzer. Kaster-Frl-drlch.xtr. 4. BUckS. Merseburger Str. 9, Blotluer. Motzstr. 39, Porath. Priuj-(S'>eorgstr. 7, R. Jende. Sedanstr. 6/7, Gerlach. 0 18, Zeuges. . 34, Bricks. . 36, A. Kratktz. 49, Fischer. Siegsriedstr. I, Bricks. . 19, Antzisk. Speyerer Str. 1. Porath. Teinpelhoser Str. 21, Porath. Spandau. Achenbachftr. 6, Bühl sHauptgeschäfi). Ackerstratze.Ecke Falteiihagener Slratzc. Adamstr. 2. 49, Krönlng. Ebarlotteiislratzc, Ecke Potsdamer Str. Földerichstr. 5. Konsumverein Meilur. Hamburger Str. 49. Krämer. Jagoivstr. 26, Freier. Lynarstr. 5. Mauerftr. 8. Schulze. Mitlelstr. 13, Koniiimvcrein Merkur. 'Neumeisterslr. tl. Scholz. PichelSdorscr Slratze 13. Schönwalder Stratze 26. 61. Slrcsowplatz 16. Steglitz. Albrcchtstr. 18, Porath. Bergstr. 93, Maroll. Birlbuschstr. 10, F. Dohms. 84, E. Giesemann. Düppelstr. 28a, SarkvwSki. Hudm lusstr. 3. O. Trvjan. Lei.oachslr. 2, Zulzer. Mommsensir. 59. Schröder. Schlotzstr. 194, Porath. Stralau. M-Stralau 49, Schwabe. 0 56, G. Restle. Degel. Brunowstr. 41. Zieglcr. 56. Piek. Sgellstr. 22. Mayer. Hauptstr. 28, Peiersoh». Schlieperffr. SS, Schwanz 0 67, Reimann. 0 70, Konsumoereitt- 78. Hümmer. Schlotzstr. 27, Petersohn. Schöneberger Str. 64, KonsUMverektt. Schulstr. 1, Bensch. Tempelhof. Berliner Str.42/43.Konsumgenoff«nsch. Friedrich-Wilhelm-Str. 32, Kotzan. Gotilieb-Dunkel-Str. 59, Herrmann. Oberlaudftr. 1, Schaas. Treptow. Beermannstr. 6, Tetzlaff. Els-nstr. 38. W. G-ske. .. 193, K Koldttz. Grätzstr. 6, O. Hacker. , 10, 3t. Psenzig. . 19/20, Karl Müll». , 23, Gaedicke. , 25, E. Krause. „ 28, Scholz. 0 68, Konsumgenoffenschast. , 65, Gonffor. Harzerstr. 119, Wodansch. Kietholzstr. 17, K. Albrecht. Puderstr. 23, Krause. WaidmanuSluft. Freie Scholle, Konsumvereia. Freie Scholle 16, Rohloff. Waidmannstr. 1, F. Forgatsch. Wcistensec. Berliner Allee 6, Springer. „ 75, Schüler. 0 144, Harenburg. „ 183, A. Thielmat». , 216, Schöppe. „ 219, W..Hüttig. 232, 31. Schadwinkel. 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Dieser schöne Plan, der bereits durch Generalversamm- lungsbeschliiffe des Unternehmertums und in einem nach bekanntem Muster ausgearbeiteten Statut festgelegt ist. wurde am Montag in einer Versammlung aller in der Gelb- und Weitzmetallindustric tätigen Arbeiter und Arbeiterinnen nach Gebühr gewürdigt. Der Riesensaal der„Neuen Welt", das größte Versammlungslokal Ber- lins, war bis auf den lebten Platz besetzt, was wobl ein Beweis für das lebhafte Interesse ist, das die Arbeiterschaft der Branche dem „Wohltätigkeitsinstitut" entgegenbringt, welches die Gelbmctall- industriellen für sie in Form eines Unterstützungsvereins geschaffen haben. Ter Referent Cohen schilderte Entstehung und Zweck der gelben Organisationen im allgemeinen und dann, wie die neue Gründung dieser Art entstanden ist. Die Sache hatte die Vereini- gung der Berliner Metallwarcnfabrikanten zunächst in einer Generalversammlung am b. Mai beschäftigt. In dem Protokoll. auszug, den der Redner verlas, heißt es: „Hierauf teilt der Vorsitzende mit, daß die Vertrauens- kommisfion, der Anregung aus den Kreisen der eingeschriebenen Arbeiter folgend, um diesen den gewünschten Zusammenhang zu schaffen, sich mit der Frage beschäftigt hat, ob durck Förderung eines UnterftützungSvereins den Interessen der Vereinigung der Berliner Mctallwarenfabrikanten gedient ist. Tie Vertrauens- kommisfion glaubt dieser Anregung Folge geben zu sollen und schlägt vor, anschließend an den Unterstützungsverein eine Zu- schußkasse zu begründen. Er bemerkt, daß allerdings heute kein definitiver Beschluß gefaßt werden kann, es jedoch wünschenswert erscheint, die Stimmung der Mitglieder zu erfahren." Das Protokoll besagt weiter, daß die Stimmung der Mit- gliedcr dafür war. Ter endgültige Beschluß wurde dann in einer außerordentlichen Generalversammlung am 4. Mai gefaßt, und zwar einstimmig, bei Stimmenthaltung des Vertreters einer Firma. Der Redner verlas auch den Protokollauszug von dieser Versamm- lung, in der noch weiter beschlossen wurde, den Beitrag pro 1911 auf 4 M. pro Arbeitnehmer festzusetzen. Die Satzungen des neuen Vereins liegen bereits gedruckt vor. Als Zweck des Vereins wird die gegenseitige Unterstützung der Mitglieder in Krankheitsfällen sowie Gewährung von Sterbegeld an die Hinterbliebenen bezeichnet. Der wahre Zweck des Vereins zeigt sich erst im Z 2 der Satzungen, wo es heißt, daß nur derjenige Mitglied werden kann. der weder einer Organisation angehört, noch solche unter st ützt, die bei Streiks und Aus- sperrungen ihren Mitgliedern Unterstützung ge- währt. Aus den übrigen Paragraphen find folgende Bestim- mungen besonders bemerkenswert: Bekanntmachungen des Vereins erfolgen in den Betriebsräumcn der Unternehmer durch Aushang. Die Vereinigung der Berliner Mctallwarenfabrikanten stellt dem Unterstützungsverein ihre Geschäftsräume zur Verfügung und sorgt unentgeltlich für die Buch- und Kassenführung des Vereins. Der Kassierer sowie sein Stellvertreter werden von der Vereinigung der Mctallwarenfabrikanten in den Vorstand delegiert, und weiter heißt es, daß zur Beschlußfassung über die Anwendung des Vereins- Vermögens Einstimmigkeit erforderlich ist im Vorstand, so daß also die Entscheidung immer in den Händen der Unternehmcrvertreter beruht. Ter Beitrag zu diesem„Arbeiterverein" ist 29 Pf. wöchent- lich für männliche, 19 Pf. füt weibliche und jugendliche Mitglieder. Dafür sollen im Fall der Erkrankung jene Mitglieder 6 M., diese 3 M. Unterstützung pro Woche erhalten. Nach bekanntem Muster haben die Metallwarenfabrikantcn dem Verein in der üblichen Weise auch ein Geschenk gemacht, und zwar S999 M. In einem Nachtrag zum Statut wird den Mitgliedern auch noch Arbeits- losenunterstützung in Aussicht gestellt. Als Agent dieses Vereins ist nicht Herr L c b i u s tätig, der offenbar in der Oeffentlichkeit schon allzu bekannt ist, sondern ein Herr F i ch t n c r, welcher übrigens auch schon früher der gelben Sache Dienste geleistet hat. Er versandte kürzlich folgendes Schreiben: Werter Kollege! Es wird beabsichtigt, einen Unterstützungsverein, wie solche bereits in mehreren Großbetrieben, z. B. bei«-iemenS u. Halske bestehen, für die Kollegen in der Gelbmetallindustrie zu be- gründen. Sie find mir empfohlen worden, als auf unfern Boden stehend, weshalb ich Sie bitte, zu einer Vorbesprechung Mittwoch, den 19. Mai, abends 8 Uhr nach dem Lokal von Barunert, Luisenufer 1, kommen zu wollen. Diese Einladung gilt als Legitimation. Mit kollegialem Gruß Fichtner. In der Beitrittserklärung heißt es: „Von den Satzungen des Vereins, insbesondere dem§ 2, habe ich Kenntnis genommen und bin damit einverstanden, daß der wöchentlich: Beitrag mir von meinem Arbeitgeber vom wöchentlichen Lohn gekürzt und der Kasse des genannten Ver- eins zugeführt wird." Daß es sich um einen Verein handelt, dessen Aufgabe es ist, die Interessen der Metallwarenfabrikanten wahrzunehmen, wird übrigens auch in Nr. 29 des„Bund", des Organs der Gelben, offen zugestanden. Die Metallwarcnfabrikanten Berlins haben sich in den letzten Jahren immer häufiger genötigt gesehen, mit dem Metallarbeiterverband zwecks Regelung der Lohn- und Arbeits- Verhältnisse zu verhandeln und abzuweichen von ihrem alten Standpunkt der Alleinherrschaft in den Betrieben. Nun haben sie offenbar ihre letzte Hoffnung auf diese gelbe Gründung gesetzt; aber es ist nicht daran zu zweifeln, daß sie damit dieselbe Ent- täuschung erleben werden, wie das Unternehmertum in anderen Branchen der Metallindustrie.— Die Versammlung nahm ein- stimmig folgende Resolution an: Die am 29. Mai 1911 im Lokal„Neue Welt", Hasenheide, tagende Versammlung aller in der Gelb- und Weißmetall industrie beschäftigte« Kollegen und Kolleginnen erblickt in dem von der Vereinigung der Berliner Metallwarenfabrikanten er- richteten Unterstützungsverein nichts weiter als einen Versuck. den Arbeitern ihr Koalitionsrecht abzukaufen. Tie Versammlung ist aber der Meinung, daß das Koalitionsrecht für ehrliche Arbeiter nicht verkäuflich ist, und weist deshalb die diesbezüg- lichen Versuche der Fabrikanten mit Entrüstung zurück. Die Versammlung lehnt jede Gemeinschaft mit dem von der Ver- cinigung der Berliner Metallwarenfabrikanten ins Leben ge- rufenen gelben Unterstützungsverein ab. Die Versammelten ver- pflichten sich, jeder Schädigung, die durch die Verweigerung des Beitritts zur gelben Unternehmerschutztruppe entsteht, durch ge- eignete Stellungnahme entgegenzutreten. Wo immer eine Schä- digung den Kollegen entsteht oder auch nur angedroht wird, haben die Kollegen sofort an die zuständigen Stellen Mitteilung zu machen. Weiter erklärt es die Versammlung für die Pflicht aller in der Gelb- und Weißmetallindustrie beschäftigten Arbeiter und Arbeiterinnen, schon jetzt auf das Ansinnen der Fabritanten dadurch eine kräftige Antwort zu geben, daß dafür gesorgt wird, � daß jeder, der bis heute noch der Organisation der Arbeiter fernsteht, seinen Beitritt erklärt, um so allen aus den Maß- nahmen der Fabrikanten sich ergebenden Kämpfen mit möglichster Geschlossenheit und Einheitlichkeit entgegentreten zu können. Jugendbewegung. Berliner Polizeipräsident und Jugendausschuß. Ter Berliner Polizeipräsident setzt den Kampf gegen den Jugendausschutz für Groß- Berlin fort. Wie bor einigen Monaten derichtet wurde, erhielt der Genosse Kurt R o s e n» seid als Vorsitzender des Jugcndausschusses für Ärotz-Berlin vom Berliner Polizeipräsidium die Nachricht, daß der Jugendausschuß für Grotz-Berlin als politischer Verein angesehen würde. Zugleich verwies der Polizeipräsident auf die den Vorständen solcher Ver- eine durch das Vereinsgcsetz auferlegte Verpflichtung zur Einrei- chung der Satzung sowie des Verzeichnisses der Vorstandsmitglieder bei der zuständigen Polizeibehörde. Genosse Kurt Rosenfcld erblickte in diesem Schreiben des Polizeipräsidenten, das von völlig irrigen Voraussetzungen aus- ging, nicht nur eine interessante Mitteilung der Polizeibehörde, sondern auch ein polizeilches Verbot und erhob infolgedessen die Beschwerde bei dem Obcrpräsidenten der Provinz Brandenburg und gegen dessen abweisenden Bescheid Klage bei dem Oberverwal- tungsgericht. Das Oberverwaltungsgericht hat sich aber auf den Standpunkt gestellt, daß das Schreiben des Polizeipräsi- deuten lediglich die Wiedergabe der Auffassung des Kgl. Polizei- Präsidenten enthalte, weder ein Gebot noch ein Verbot enthalte, sondern nur eine Mahnung, verbunden mit dcni Hinweise, daß bei deren Nichtbeachtung gerichtliche Bestrafung zu gewärtigen sei. Infolgedessen hat das Oberverwaltungsgericht ohne in der Sache über den völlig unhaltbaren Standpunkt des Polizeipräsidenten zu entscheiden, lediglich aus diesen formellen Gründen die Klage ab- gewiesen. Nunmehr hat der Polizeipräsident einen anderen Weg einge- schlagen: Auf Antrag der Amtsanwaltschaft bei dem Kgl. Amts- gericht Berlin-Mitte hat das Amtsgericht dem Genossen Kurt Rosenfeld einen Strafbefehl über 29 M. zugchen lassen wegen der Beschuldigung, seit Anfang 1999 in Berlin als Vorstand bezw. Mitglied des Vorstandes des Jugendausschusses für Groß-Berlin, eines Vereins, der eine Einwirkung auf politische Angelegenheiten bezweckt, es unterlassen zu haben, binnen einer Frist von 2 Wochen nach Gründung des Vereins die Satzung sowie das Verzeichnis der Mitglieder des Vorstandes der zuständigen Polizeibehörde ein- zureichen. Selbstverständlich ist gegen diesen Strafbefehl Einspruch ein- gelegt und es wird nunmehr Sache des Gerichts sein, den Polizei- Präsidenten in seine Schranken zurückzuweisen. Der Berliner Jugendausschuß hat es in seiner nunmehr fast dreijährigen Tätigkeit stets vermieden, auf politische Angelegen- heiten einzuwirken; lediglich der Verbreitung von Wissen und Bildung unter der Arbeiterjugend galten die Arbeiten des Jugend- ausschusscs. Bei seinen Veranstaltungen wurde Kulturarbeit im besten Sinne des Wortes geleistet und es hieße dem Reichsvereins- gesetz Gewalt antun, wenn auch die Gerichte die Tätigkeit des Jugendausschusses als eine politische ansehen sollten. >« » R* I9 9 9 9 O 9 » 9 O • • 9 9 : 9 9 9 9 O 9 9 9 9 9 Gegründet 1867 Zentrale und Versand; Jerusalemer Str. 38-39 Potsdamer Strasse 2 Friedrich. Strasse 75 Tauentzien. Strasse 19 a König-Strasse 25-26 Schöneberg, Hauptstr, ue Rixdorf, Berg-Str. 25-26 Rosenthaler Strasse 5 Tauentzien• Strasse 7b Mark 12.50 Spezial-Verkauf Neu eröffnet: Charlottenburg Wilmersdorfer Strasse 45 Ecke ScbUIer-StrasM Reich illustrierter Haupt-Katalog gratis Braune Schuhe und Stiefel Unsere Auswahl in farbigen Schuhwaren ist noch nie so gross gewesen wie in der diesjährigen Saison Neue Farben° Neue Modelle° Neue Fassons Aparte Halbschuh-Neuheiten für Damen Pumps Ausgeschnittene Strassen- Schuhe, mit breiter Krawattenschieife, in Lack, Samt, Seide, Chevreau, schwarz und braun. 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Zum eigenen Schutze und zur Wahrung des Renommees unseres Getränkes bitten wir daher das verehrte Publikum, genau darauf zu achten, dZö jede Flasche„Sinalco" das bekannte, uns gesetzlich geschützte Etikett mit der Bezeichnung„Sinalco" trägt und uns oder unserem Berliner Generalvertreter Hejrn Otto Starick, Berlin NO., Landsberger Allee(b7, Fernsprecher Amt VII, 1564 und 1666, sofort Mitteilung zu machen, falls der Verdacht vorliegt, daß unsere Marke„Sinalco" mißbräuchlich für Nachahmungen benutzt oder unsere Zeichenrechte verletzt werden. Wir werden dann mit den energischsten Maßnahmen gegen dies unlautere Treiben vorgehen. Sinalco AktiensGesellschaft, Detmold. 1921b Verkäufe. Trvpiche(Farbensehler) Gelegen beitSkaich Fadvillugcr Mauerboff, Nur Große ftrniilftirterstraße S, Flur- eingnng. Gegründet 1874. Vorwärts- leseru 10 Vfo�etit. Sonntags geöffnet. Tteppdertrn billigfl Frankfurteritraße g, Fabrik Große �lureingang. Gordiiielilians. 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