Ur. 127. BbonnementS'Bcdingungen; Abonnements- Preis pränumerando: Biertcijährl. ZPO Mk� monatl. 1,10 Mb. wöchentlich 26 Pfg, frei ins HauS. Einzelne Nmnmer 5 Pfg, Sonntags- nunimec niit illustrierter Sonntags- Beilage»Die Neue Welt" lv Pfg. Post- Abonnement: 1,10 Mark pro Monat. Eingetragen in die Post-ZcilungS- Prcislisie. Unter Kreuzband für Deutschland und Oesterreich. Ungarn 2 Marl, für das übrige Ausland Z Marl pro Monat. Postabonnemenls nehnien an: Belgien, Dänemark, Holland. Italien, Luxemburg. Portugal. Ruinänicn, Schweden und die Schweiz, 28. Jahrg. vlSiiitt täglich aitOtr ntcntass, Berliner VolksblnK. Zcntralorgan der foztaldcmokratird�cn parte» Deutfcblands. Die InlertlonS'Gcbülir Beträgt für die fechsgespaltenc Kolonel» geile oder deren Raum eo Pfg., für politische und gewerkschaftliche Vereins- und Versanunlungs-Anzeigcn 110 Pfg. „steine Snr-igen", das fettgedruckte Wort 20 Pfg.(zulässig 2 scitgedruclte Worte), jedes weitere Wort IN Pfg. Stellengesuche und Schlafstellenan- zeigen das erste Wort 10 Pfg., jedes weitere Wort ö Pfg. Worte über 15 Luch- ftaben zähle» für zwei Worte. Inserate für die nächste Numnier nniiien bis 5 Uhr nachniittags der Expedition abgegeben werden. Tie Erbedition ijt bis 1 Uhr abends geöffnet. Telegramm-Adreffe: „Sozialdemokrat Rcrlio".' Redaktion: 85Q. 68, Lindcnstrasse 69» Fernsprecher: Amt IV, Nr. 1983. Freitag, den A. Jmti 1911. Expedition: 803. 68, Lindcnatrasse 69. Fernsprecher: Amt IV, Nr. 1981» Sie Keichzveriichel'llngsortlnung. Die Mehrheit hat in dritter Lesung das Ausnahmegesetz gegen die Arbeiterklasse sogar noch mit einigen Verschlechte- rungen gegenüber der zweiten Lesung genehmigt. Die Tatsache, daß für dies Ausnahmegesetz nicht nur Zentrum, Konservative und Nationalliberale, sondern auch ein erheblicher Teil der Freisinnigen gestimmt hat, läßt erkennen, daß wohl bei der Reichstagswahl dieselbe kompakte bürgerliche Mehrheit gegen die Arbeiterklasse mobil werden wird. Es ist damit'ein Gesetz zustande gekommen, das unter dem Vorgeben, Not und Sorgen entgegenzutreten, Not und Sorgen schafft, die Arbeiterklasse mit 5tt>/z Millionen Mark jährlicher Steuern neu belastet und ihnen als Entgelt hierfür die Selbstverwaltung nimmt, die Möglichkeit eines vorbeugenden Heilverfahrens und einer Verhütung von Unfällen erheblich verringert und die Witwen und Waisen durch eine„Rente", die in den ersten Jahren bis 1917 etiva 17— 18 Pf., später gegen 20 Pf. für die völlig erwerbsunfähig gewordene Witive und bis 1917 gegen 9 Pf., später 10 Pf. täglich für ihr Kind beträgt. Durch das Angeführte sind noch keinesivegs alle Ver- schlechterungen, die das Gesetz gegenüber dem bestehenden Zustande bringt, bezeichnet. Insbesondere wäre nach dieser Richtung hin noch die außerordentliche Verschlechterung des Verfahrens, die Vergrößerung der Renten- quetscherei und die Beseitigung der Rekurs- in stanz für Unfallsachen anzuführen. Für die Entrechtung der Arbeiter im Krankenversiche- rungswesen, als deren eigentlicher Vater nicht mit Unrecht der freisinnige Abgeordnete Dr. Mugdan bezeichnet wurde, konnte auch nicht ein Atom irgend einer Berechtigung an- geführt werden. Die elenden Verdächtigungen und Verleum- düngen, die gegen die Arbeiter von bürgerlicher Seite an- geführt wurden, sind von unseren Genossen als das erwiesen. was sie sind. Die bürgerliche Mehrheit zog sich auf die famose Behauptung zurück: wenn auch kein Mißbrauch stattgefunden habe, müsse doch der Möglichkeit eines Mißbrauches da- durch gesteuert werden, daß man die Selbstverivaltuug der Arbeiter beschneide. Der wahre Grund ist ein anderer. Er zeigt sich allenthalben bei der Gestaltung der Reichs- Versicherungsordnung, insbesondere bei dem leider erfolgreichen Ankämpfen der Mehrheit gegen eine Zentralisierung der Kassen. War bei Schaffung der Versicheruugsgesetzgebung einer der Hauptgründe der Bourgeoisie, der sie veranlaßtc, ihren Widerstand gegen den Grundgedanken einer Ver- sicherung aufzugeben, der, daß sie durch die Ver- sicherungsgesetzgebung die A r m b n l a st e n von den Schultern der Wohlhabenderen auf die der Arbeiter wälzen wollte, so war bei der jetzigen Reichsversicherungsordnung neben diesem Beweggrund für die Regierung und die bürgerlichen Parteien das Be- streben maßgebend, eine Art Schutztruppe der national"gesinnten Bourgcoise gegen die Arbeiterklasse durch V e r s 0 r g u n g s p 0 st e n in der Verwaltung der Versicherungsgesetzgebuug zu schaffen. An Stelle von Arbeitern sollen abgelegte Beamte, ausgediente Offiziere, Militäranwärter, verkrachte Existenzen der Bourgeoisie, gesinnungslose Bureaukraten auf Kosten der Arbeiter Ämter in den Versicherungszwcigcn erhalten. Das ivar das treibende Motiv. Die Landarbeiter sind völlig rechtlos gemacht. Ein bürgerlicher Abgeordneter wagte zu behaupten, eine Entrechtung der Laudarbeiter liege nicht vor, weil diese bislang Rechte noch nicht besessen hätten. Als ob darin keine Entrechtung liegt, daß man den Landarbeitern Beiträge abnimmt, aber sie noch schlechter stellt als die gewerblichen Arbeiter und die V e r w a l t» n g ihrerGelder der Unteruehmer- klasse und den von diesen gewählten Kreaturen anvertraut! Der antisoziale Haß der Regierung gegen die Arbeiter und derjenigen. die der Reichsversicherungsordnung zu- gestimmt haben, tritt in den Bestimmungen besonders hervor, die auf eine Verhinderung der Verhütung von Krank- heilen, Unfällen und Sterblichkeit abzielen. Die Beengung der Versicherungsanstalten in der Errichtung von H e i l a n st a l t e n, das Verbot an das Reichöversicherungs- amt, für landwirtschaftliche Betriebe U n f a N v e r h ü t u n g s- Vorschriften zu erlassen, und die Stellung gegeuüber S ch>v a n g e r e n und Wöchnerinnen rechnet hierhin. Geradezu schamlos ivar es, daß in der dritten Lesung auf Betreiben derjenigen Teile des Z e u t r u Iii s und der K 0 n- s e r v a t i o e n, in deren Gegenden die K i n d e r st e r b l i ch- keit am größten ist, die Beschlüsse zweiter Lesung sogar noch verschlechtert wurden. Deutschland marschiert an der Sitze aller westeuropäischen llulturstaaten rücksichtlich der Höhe der Säuglings st erblichkeit. Von 100 Lebeudgeborcnen starben im ersten Lebensjahre in Norwegen 6,7, in Schiveden 7,7, in Dänemark 10,8, in der Schweiz 10,8, in Irland 9.7. in Schottland 11. in England und Wales 12,1, in Holland 12.3. in Belgien 13.2, in Frankreich l-t.Z. in Italien 13.6. in Deutschland 17,8. Ja. die Kindersterblichkeit schwillt in einigen Gegenden insbesondere des ländlichen Bayerns bis gegen 30 Proz. an. Größer als die Zahl der in einem Kriege Sterbenden ist die Zahl der Frauen, die im Wochenbett ihr Leben einbüßen oder ein lebenslängliches Siechtum infolge ungenügender Fürsorge davontragen. Diesem beschämenden, entsetzlichen Zustand trat bereits früher ins- besondere bei der Krankenversicherungsnovellc 1903 die Sozial- dcniokratie entgegen. Nur.ein geringfügiger Teil ihrer zur Bekämpfung dieses Elends gestellten Anträge ging durch. Das ungeheuerliche Elend veraplaßte die Neichsversicherungs-Kom- Mission in der ersten Lesung, die Hilfe für Schwangere und Wöchnerinnen zu erhöhen. Da erklärte die preu- ßische Regierung, die Reichsversicherungs- ordnung müsse scheitern, wenn die Hilfe für die schwangeren Frauen und Säug- l i n g e beschlossen würde. Ein willkommener Vor- wand für das Zentrum zum Umfall. In der zweiten Lesung lehnte das Plenum trotz der eindringlichsten Schilderung der zum Hinunel schreienden Zustände eine Besserung ab. Und in dritter Lesung wurde gar noch die geringfügige acht- wöchentliche Wöchnerinnen- und Schwangerinnenunteistützung auf Betreiben der Zentrums und der 51 0 n s erv a ti v e n für die Landarbeiter auf die Hälfte herabgesetzt I Der Betrug und die Verhöhnung, die die Ausnahme- gesctzfreundliche Mehrheit des Reichstages gegen die Witlveu und Waisen und gegen die Arbeiter mit der sogenannten Hinterbliebenenversicherung vollführt hat, ist durch die Verhandlungen klar zu Tage getreten. Die gering- fügigen Besserungen, die bei der zweiten Lesung des Ein- führungsgesetzes vorgenommen sind, ändern an der Tatsache nichts: die Reichsversicherungsorduung n i m m t den Arbeitern und deren Witwen wohlerworbene Rechte ohne E n t- s ch ä d i g u n g und führt unter dem Namen einer Hinter- bliebencnversicherung eine die Arbeiter höhnende Kari- katur einer Versorgung ein. Wiederholt legten wir dar, wie es sich hiermit verhält. Nach dem bestehenden Gesetz haben einen Anspruch auf Erstattung der eingezahlten Versicherungsbeiträge: I. iveiblickie PersoNtN, die eine Ehe eingehen. 2. Verletzte, die nichr als den isieb«i>ei»halbfacben Betrag des Grundbetrages der Invalidenrente als Unsnllrenie beziehen und 3. Witwen und noch nicht 16 Jahre alle Kinder verstorbener Versicherter, die eine Rente nichr erhalten hatten. Im Jahre 1909 betrug die Sumnie, die auf Grund dieser Vorschriften ausgezahlt wurde, etwas über 9'/« Millionen Mark. Der Durchschnitt der zurückgezahlten Beiträge betrug für den Einzelfall 90,40 M., einige Rückzahlungen betrugen 190 M. Dieses Recht a u f R ü ck z a h l u n g ihres Eigentums ist durch die Verficherungs- ordnung den Frauen, Witwen, Waisen und Unfallrentnern genommen. Man kann dem nicht entgegenhalten, daß die Reichsversicherungsordnung doch eine Art Entschädigung durch die sogenannte Hinterbliebenen- Versicherung biete. Denn zunächst ist der Kreis der Personen, denen ein Anspruch auf Rückerstattung zusteht, ein anderer, viel weiterer als der sehr enge Kreis, denen eine Karikatur einer Hinterbliebenenrente eingeräumt werden soll. Es sollen ja nicht alle Witiven, sondern lediglich die völlig erwcrbunfähig gewordenen»ine Rente erhalten. Das werden bei der Praxis, die durch die Be- reicherungskommission eingeführt ist, kaum fünf von hundert Witiven sein. Ferner ist zwecks Aufbringung der Hinterbliebenenrente eine Erhöhung der Invaliden beitrüge von nicht weniger als 36'/z Millionen jährlich vorgesehen. Ueberdics ist in eii'igen Fällen der zurückzuerstattende Betrag höher als die sogenannte Witiven- und�Kinderrcnte. Bekanntlich beträgt die auf Grund einer zeb�sährigen Beitragsleistung in der niedersten Lohnklasse zu zahlende Witwenrente ganze 72,60 M. jährlich, also 27,80 M. weniger als der Durchschnitt der jetzigen Rückzahlungen, die in einigen Fällen sogar bis 198 M. betragen. Diesen Raub des Eigentums hat das Einführungsgcsetz nach mehreren Richtungen hin vergrößert. Erstens soll die Reichsversicherungsordnung zwar erst am 1. Januar 1912 in Kraft treten, alle diejenigen aber, denen nach dem bestehenden Gesetz ein Recht auf Erstattung der von ihnen oder ihren Eltern gezahlten Beiträge zusteht, soll dies Recht nur bis zur Verkündung der Reichsversicherungs- ordnung zustehen. Wild die Reichsversicherungsorduung etiva ani 13. Juni verkündet, so verlieren also alle Ehefrauen, die nach dem 15. Juni 1911, aber vor dem 1. Januar 1912 heiraten, ihr Recht auf R ü ck e r st a t t u n g der Beiträge selbst ohne die Hoffnung auf einen Pfennig Entschädigung irgend ivelcher Art. Diesen Raub den Aermsten gegenüber ivageu die Konservativen, das Zentrum und die Natioualliberalen Sozialpolitik zu nennen. Aber das ist noch nicht der tückischste Schlag, den das Einführungsgesetz gegen die Witiven und Waisen führt. Die jämmerlichen Renten, mit denen die Reichsversicherungs- ordnung die Waisen, Witwen und Arbeiter verhöhnt, erschienen dem Zentrum. den Konservativen und den Nationalliberalcn noch zu hoch: es soll bis 1917 oder 1924. dein Ablauf der Wartezeit(200 bis 300 Wochen- marken, also fünf bis zwölf Jahre müssen zu deren Erfüllung geklebt sein), die Witwenrente nur 68 M. jährlich, also 17 bis 18 Pfennig, die Waisenrente gegen 9 Pf. täglich betragen. Die Witiven und Kinder verlieren aber ihren Anspruch auf Rücker st attung der Beiträge, der im Jahre 1812 über 120 M. im Durchschnitt beiragen würde, gänzlich! Erst ivird den Witiven und Waisen im Jahre 1902 eine Witwen- und Waisen- Versorgung vom 1. Januar 1910 ab versprochen: neunzig Millionen Mark jährlich wurden versprochen, sie sollten aus den Zollerträgen vom Jahre 1906 ab gespart werden. Als das Jahr 1910 herangerückt war, befanden sich in dem Spartopf statt 450 bis 500 Millionen 56 Millionen, weil die konservativen und Zentrums-Jlinker mittels der Eiufuhrscheine den Spartopf für sich geleert hatten. Dann nahmen Zentnim, Konservative und Nationalliberale den Witwen, die nicht selb st invalide geivorden ivaren, die ihnen durch Reichs- gesetz versprochene Versorgung und raubten ihnen ihr jetzt ihnen gesetzlich zustehendes Recht auf E r st a t t u n g der von ihren verstorbenen Ehemännern geleisteten Beiträge. Die invalide gewordene Witive sollte, wenn ihr Mann zehn Jahre lang geklebt hatte, 20 Pfennig pro Tag, ihre 5t i n d e r, wenn nur eins vorhanden, 10 Pf., sind zwei vorhanden, nur 9, sind drei vorhanden, nur 8 Pf. täglich erhalten. Und jetzt hat der Reichstag auch diese Sätze bis zum Jahre 1917 oder 1924 hin noch herabgesetzt! Diese gemeine Expropriation und Betrügerei gegen die W i t>v e n il u d Waisen ist, wie wir schon früher, betonten, der Gipfel des unter der Flagge einer Reichsversicherungsorduung gegen die Arbeiterklasse unter- nvmmenen Railbzuges. Professor Dr. Leopold von Wiese bat in seinem Werke:„Posadowsky als Sozialpolitiker" seine Ge- sinnungsgenossen, die Christlichsozialen, die Selbstverwalhuig der Krankenkassen nicht über das in der'Novelle von 1903 Geleistete hinaus zu beschränken. Er meinte: „Die Rechnung hätte nicht die Sozialdemo- kratie zu zahlen— sie würde viel m ehr als Partei Fort schritte machen—, sondern es würde die gesamte Arbeitersiboft u m eines ihrer wesentlichsten Rechte verkürzt werden." Dies Urteil ist durchaus zutreffend. Darüber hinaus müssen aber die anderen von uns angedeuteten Be- stimmungen der Reichsversichcrnngsordnung lind die Ab- lehnung der Anträge- der Sozialdemokratie Empörung in der Arbeiterklasse ohne Unterschied ihrer politischen Stellung hervorrufen. Die kleinen Verbesserungen, die die Reichs- Versicherungsordnung in anderen Punkten gegenüber dem heute bestehenden Zustand enthält, sind völlig ungenügende Abschlagszahlungen auf die berechtigten Forderungen der Arbeiterklasse. Und auch diese minimaleil Zugeständnisse wären ja ohne das Drängen der Sozialdemokratie nicht einmal erfolgt. Wacker und mannhaft hat die sozialdemo- kratische Fraktion unermüdlich in der Koinmission und im Plenum, leider zum größten Teil vergeblich, für Abivehr der ausnahmcrcchtlichen Bestimmungen und für Verbesserungen gekämpft. Sie konnte gegenüber der kompakten gegen die Arbeiterklasse gerichteten Mehrheit nicht mehr ausrichten. Die Mehrheit drängte auf Erledigung dieser Reichsversiche- rungsordnung, weil sie. wie die„Deutsche Tageszeitung" so offenherzig zugab, fürchtete, der nächste Reichstag ivürde ein für die Arbeiterklasse besseres Gesetz zustande bringen. Der Inhalt der Reichs- versicheruiigsordnung ist ein prächtiger Agitationsstoff für die Wahlen. Auch den indifferentesten Arbeiter muß diese Ver» höhnung seiner Rechte, die gar noch vom Zentrum beschönigt wurde, aufpeitschen. Benutzen wir den von den Gegnern uns in die Hand gedrückten Agitationsstoff. Die Bluttat in Moabit. Vor der 38. Zivilkammer des Landgerichts Berlin I gelangte am 1. Juni die Klage der Witwe Hermann wider den preußischen FiskuS zur Verhandlung. Den Vorsitz dcS Ge- richtShofeS führte Geheimer Justizral, Laudgerichtk-direktor Dr. Habn. Vertreter der Witwe Hermann war Rechtsanwalt Dr' Kurt R 0 s e n f e l d, Vertreter des FiskuS als Generalvertreter des Rechts» auwallS Schuhmacher Referendar Dr. B 0 l z a u i.— Rechtsanwalt Dr. R 0 f e 1, f e l d führte aus: Am 27. September 1910 waren die Eheleute Hermann, wohnhaft in der Wiclefstratze. besorgt, ihr löjähriger Sohn, Lehrling in einem HandlungsHause, könnte in den Krawall, der damals in den Straßen Mvabits herrschlc, geraten nnd dadurch üble Folgen davontragen. Da der Sohn an diesem Abend nicht rechtzeitig nach Hanse kam, begab sich der Vater auf die Straße, um»ach seinem Kinde Ilmschau zu halten. Er ivürde sehr bald in der menschenleeren Straße von zwei Schutzleuten, die mit gezogenen Säbeln auf ihn loskamen, ohne jede Veranlassung niedergeschlagen, so daß er bewußtlos liegen blieb. In den ans Anlaß des Krawalls siattgefundenen Strafprozesse» haben Zeugen eidlich bekundet: Hermann lag in einer so großen Blutlache, daß es de» Anschein gewann, es fei mit einer großen mit Blut angefüllten Gießkanne auf den Erdboden gegossen worden. Hermann wurde nach dem Kranke, thause geschafft, dort ist er am 3. Oktober 1910 an den erlittenen 21 erletz un gen gestorben. Der Vorgang wurde in den Strafprozessen zum Gegenstände der Verhandlung gemacht, da ei» Mann, der das Schlagen der Schutzleute vom Ballon aus gesehen,„Vluthimde" hinnnterrief. In dem schriftlichen Urteil der dritten Strafkammer des Landgerichts Berlin I vom 11. Januar 1911 wird über diesen Vorgang Zeigendes ausgeführt: „Nun ist aber tveikei: auf Grttttd deü Aussage der Jordanschen Eheleute als festgestellt erachtet ivörden, daß nach Säuberung der Straße ein Mann ruhig und für sich allein von der Beusselstraße in die Wielefstraße einbog und daß er in der damals menschenleeren Straße an der Rirche zuerst von einem Schuhmann einmal und dann von einenr zweiten Schutzmann zweimal derart mit dem Säbel geschlagen wurde, daß er stark blutend und jammernd zu Boden fiel. Diese beiden Schutzleute hatten zu ihrem Einschreiten keinerlei Berechtigung. Die Straße war menschenleer, der Geschlagene ging ruhig ohne jede Widersetzlichkeit oder gar Tätlichkeit durch die Straße. Er war also als harmloser Passant zu betrachten, von dem die Schutzleute weder für sich, noch für die öffent- liche Ordnung etwas zu befürchten hatten. Wenn sie gleich- wohl auf ihn einschlugen, so befanden sie sich nicht in der rechtmäßigen Ausübung ihres Amtes, sondern hatten sich eines argen Amtsmißbrauchs schuldig gemacht. Selbst wenn der Mann in der Beusselstraße zu den Aufrührern gehört hätte, so �war er jedenfalls nach seinem Einbiegen in die Wielefstraße von jedem strafbaren Tun zurückgetreten. Hier würden die Schutzleute das Recht gehabt haben, ihn festzunehmen, keinesfalls aber waren sie in diesem Augenblick befugt, auf ihn mit Säbel cinzu schlagen." Die Familie Hermann ist somit durch diese? Vorgehen zweier Schutzleute ihres Ernährers beraubt worden. Die Kinder haben das Klagerecht auf die Mutter übertragen. Die verwitwete Frau Hermann hat nun gegen die Stadtgemeinde Berlin und den preußischen Fiskus die Klage erhoben, ihr eine dauernde Rente von wöchentlich dreißig Mark— der DurchschnittSverdienst des er» schlagenen Mannes— zu zahlen. Die Klage gegen die Stadt- gemeinde Berlin soll einstweilen ruhen, dagegen beantrage ich, den Fiskus, dem Klageantrage gemäß kostenpfichtig zu der- urteilen, und zwar vom 27. September 1910 ab nebst 4 Proz. Zinsen.— Referendar Dr. Bolzani: Ich beantrage, das Ver- fahren auszusetzen bis zur Erledigung des ErmittelungS Verfahrens wider die zwei unbekannten Schutzleute, das augenblicklich bei dem Landgericht Berlin schwebt.— Vor sitzender: Hierbei entsteht die Frage, ob dieses ErmittelungS verfahren in absehbarer Zeit abgeschlossen werden wird. RechtSanw. Dr. Kurt R o s e n f e l d: Ich bitte dringend, den Antrag abzulehnen. Das Ermittelungsverfahren gegen die zwei unbekannten Schutzleute ist erst nach Serndigung der Strafprozesse eingeleitet worden. Bis dahin ist gar nichts geschehen, eS ist nicht einmal vom Polizeipräsidenten, wie das sonst üblich ist. eine Belohnung ausgesetzt worden. Erst später hat der Vor st and der sozialdemokratischen Partei Deutschlands eine Belohnung ausgeschrieben. Ich habe vor einiger Zeit mit Herrn Staatsanwalt Stelzner Stücksprache genommen. Dieser teilte mir mit: Es seien in dem Ermittelungsverfahren sämtliche Zeugen, die in den beiden Straf- Prozessen vernommen wurden, noch einmal vernommen und allen Schutzleuten, die an jenem Tage in Moabit tätig waren, gegenüber- gestellt worden. ES sei jedoch keiuerlei Ergebnis erzielt worden. Da aber noch fortwährend neue Anzeigen eingehen, so sei ein Ende des Eruiittelungsverfahrens nicht abzusehen. Die Klägerin hat aber begreiflicherweise das größte Interesse, daß der Prozeß möglichst beschleunigt wird.— Vors.: Ist die Klägerin preußische Staatsangehörige?— Rechtsanwalt Dr. Rosenfeldt Ich nehme das mit Bestimmtheit an. ersuche aber, wenn es be- zweifelt wird, die Auskunft der Polizei einzuholen.— Der Gerichtshof beschloß, die Akten im ErmittclungSverfahren gegen die zwei un- bekannten Schutzleute einzufordern und die weitere VerHand- lung zum 6. Juli anzuberaumen. Sie russische presse über den Fall Dubrowshl. Die Aeußerungen der russischen Regierungspresse über die Pvlizeiherrschaft an den preußischen Universitäten bestätigen die Ansicht von der Interessen- und Gesinnungsgemeinschaft der preußischen und der russischen RKiktion. Diese gegen- seitige Unterstützung kommt besonders kraß zum Ausdruck in den Artikeln des nationalistischen„S w e t" und echtrussisch- Ücrikalen„K o l o k o l", die mit schmatzendem Behagen die Beleidigungen und Herabwürdigungen nachdrucken, die die preußischen Minister und konservativen Führer gegen die russischen Studenten öffentlich gerichtet haben. ES dürfte für diese Herren Wohl eine große Genugtuung sein, daß sie nicht bloß in Ostelbien, sondern auch bei den echtrussischen Pogromhelden ein dankbares Auditorium gefunden haben. Auch das Stolhpinsche Leiborgan„Rossija" druckt diese Insinuationen nach und stellt der zuletzt etwas widerspenstig gewordenen Duma das preußische Dreiklassenparlament als Vorbild hin. Im übrigen hält es dieses Blatt nach den Debatten im preußischen Abgeordnetenhause' für„erwiesen". daß DubrowSki aus„rein persönlichen" Motiven Selbstmord begangen habe, eine Methode, die ob ihrer Einfachheit den Neid des noch immer schweigenden Herrn v. Trott zu Solz erwecken dürfte. Recht energisch geht dagegen die liberale russische Presse mit der preußisch-russischcn Polizeischmach ins Gericht, wobei sie in diesem Falle den deutschen Liberalismus kirchturmhoch überragt. So schreibt das Petersburger Kadettenorgan„Retfch": ..Wir sind über die rührende Eintracht der„herrschenden" Elemente der preußischen wie der russischen Kammer nicht erstaunt, die abermals beweist, daß die politische Verfinstcrungs- Wut auch eine internationale Erscheimmg ist. Wir»vollen bloß an der Hand von Tatsachen und Dokumenten, die zudem deutscher Herkunft sind, nachweifen, daß der Triumph der preußischen und russischen Finsterlinge übereilt und leichtfertig ist: daß das preußische Abgeordnetenhaus, das offenbar vergessen hatte, daß eS sich hier nicht nur um den unglücklichen russischen Jüngling, fondern auch um die Ehre und den Weltruf der deutschen Bildung handelte, den Fall Dubrowski nicht gründlich geprüft hat, sondern mit erstauiiliäzer Oberflächlichkeit über ihn hinweggeglitten ist; und daß endlich der berühmte Berliner Professor L i s z t, der nun bei linieren Nationalisten und Reaktionären armselige ~1?. ,?Sren. hat, in dem Augenblick, wo er eS als möglich erachtete, seuie Befriedigung über die von ihm selbst angeregte Debatte tat preußischen Parlament laut kund zu tun, eher von feinein optimistischen Sanftmut Zeugnis ablegte, als von der vorsichtig abwägenden Gründlichkeit, die ihm als Gc- hhrtctt zu eigen fem mußte.> lieber den Kernpunkt der Frage, über die Beziehungen zwischen Universität und Polizei, fällt das Organ der russischen Liberalen folgendes Urteil:„Es zeigt sich also(nach den Er- klärungen des Ministers), daß das preußische Kultusministeriuni hier nicht der Schuldige ist: daß die preußischen Universitäts- behörden frciivillig die Dienste von Spitzeln in Anspruch nehmen, um über die russischen Studenten eine Inquisition zu ver- hängen; und daß es einen preußischen Professor von be- deutendem wissenschaftlichen Ruf und liberaler Weltanschauung geben kann, der sich nicht nur mit dieser Tatsache aussöhnt. sondern auch seine Freude über sie ausdrückt." Das. Herr Prof. Liszt, ist das Urteil, das von Ihren politischen Gesinnungsgenossen in Rußland über Ihre Haltung in einer für die Ehre der deutschen Wissenschaft so eminent wichtigen Angelegenheit gefällt worden i st I_ „nieder mit den KlöKern". Brüssel, 30. Mai.(Eig. Ber.) Der Ruf geht nun seit Wochen durchs ganze Land, als Antwort auf die Schuldorlage, als Antwort auf das bcab sichtigte W Millionenbudget für den klerikalen Schulunterricht. Dieser Ruf schallte nun auch der Regierung von den Bänken der Opposition entgegen, als ihre Wortführer bei der Be- gründung für die Zulassung zur Tagesordnung das klerikale Machwerk verteidigten. Diese Zulassung zur Tagesordnung ist bekanntlich die dringlichste Angelegenheit der Regierung und überragt an Wichtigkeit alle anderen Staatsnotwcndig ketten. So hat die klerikale Regierung zum Beispiel keine Zeit zur Prüfung des Budgets, waS ihr schon früher einmal eine Demonstration seitens der Linken des Senats eingetragen hat— und sie läßt sich von ihrer. Majorität mir nichts dir nichts 164000000„provisorisch" bewilligen, damit nur die Klosterschulen, wie sie hofft, so rasch als möglich zu ihrem Schacher mit dem Schulbon kommen. Eine Demonstration der Oppositionsparteien gegen diese Frivolität wie gegen die Eile, zur Diskussion und wo möglich zur Votierung des Schulgesetzes zu kommen, war die Kollektiv erklärung der Linken durch den Abgeordneten N e u j e a n. die der Debatte über die Zulassung der Tagesordnung voran ging. In dieser Erklärung protestierten die Parteien der Linken gegen das unkonstitutionellc Borgehen der Regierung. das Parlament um seine Kontrolle zu bringen, damit die klerikale Mehrheit ihren Anschlag einer obligatorischen Sub ventionierung der konfessionellen Schulen inszenieren könne. Nach diesen Worten verließ die Linke, die damit gleichzeitig die Verantwortung für diese leichtfertige und durch nichts gc rechtfertigte Provisortumswirtschaft ablehnte, den Saal, um erst, nachdem die„Majorität"„bewilligt" hatte, zu er- scheinen, um mit ihren temperamentvollen und beißend ironischen Zurufen die klägliche Rede des Gesetz cinbringers Limburg-Stirum zu würzen. Die Zwischen rufe prasselten nur so nieder, aber der klerikale Redner, der bekanntlich das Regicrungsprojekt für einen taktischen Manövcrzweck zu einem Initiativantrag„umgearbeitet" hatte, ließ sich im— Vorlesen des Textes nicht stören. Aber auch die immerhin mit etwas mehr Spannung als die Rede des armen StrohmäntttS"Limburg erwartete Rede des eigent lichen Vaters des Projektes, des Ministers Sch ollaert, brachte in jeglichem Betracht Enttäuschung. Er hielt eine Rede„daneben", wie man sagt, indem er die Sache so dar- stellte, als ob die Linke jede Subventiomerung der..öcoles libres", der konfessionellen Schulen(das derzeitige Regime sichert ja ohnehin reichlich genug den kirchlichen Schulen ihre Einkünfte), verhindern wolle. Worauf Herrn Schollaert denn auch erklärt wurde, daß eS sich darum handelt, daß die Regie- rung die Subventionen— und zwar das Sümmchen von etwa 20 Millionen umschließend— obligatorisch machen und die Gemeinden mit den Schnlbon verpflichten wolle, diese Millioncnausgaben zu machen. Bei weitem interessanter als die salzlose Rede des Ministers war eine Rede des sozialistischen Deputierten Wauters. aus der man erfuhr, wie die berühmte Petitio- nierung zustande kommt, mit der die Regierung beweisen will, daß sich ein„großer Teil" der Bevölkerung, eben die„christ- lich" gesinnte, für das klerikale Schulprojett einsetzt. Man erfuhr da nämlich auf Grund authentischer Doku- mente, daß die jeweilig besten Helfer der katholischen Partei, die Herren Pfarrer, auch diesmal aufgerufen werden, diese Petitionierung»zu machen". Und Herr Woeste sprach in derselben Sitzung von dem freventlichen„Parteigeist" der Opposition als diese die Votierung der provisorischen Kredite obstruierte I So etwas wie„Parteigeist" gibt es nämlich nicht in der klerikalen Partei, die eben jetzt daran ist, ein Gesetz zu machen, das die lauterste Personifikation des nieder- trächtigsten Parteigeistes ist.— Aber die Regierung hilft sich, wie sie kann, um ihre Macht zu demonstrieren. Jetzt mobilisiert sie auch die Ge- richte gegen jene, die ihre Minister bei ihrem Erscheinen unter der Wählerschaft etwas unfremidlich aufnehmen. In Ant- werpen, wo Herr Schollaert belügend einem Bankett erschien, wurde ihm bei seinem Gang nach dem Bahnhof die Meinung der Bevölkerung über sein Schulgesetz tu nicht miß- zuverstchender Weise gezeigt. Wie die bezügliche Jnter- pellation der Opposition zutage förderte, hat Herr Schollaert bereitwilligst seine Zustimmuiig zur gerichtlichen Verfolgung zweier Journalisten, eines sozialistischen und eines liberalen, ge- geben, die man auö der demonstrierenden, pfeifenden Menge als Rädelsführer heraussuchte und die man oben, wie es scheint, dem Geschworenengericht zu entziehen bemüht ist. Damit wird die Regierung freilich dem weiteren Auspfeifen(daS ihr schon bei den letzten Wahlen mehrfach passierte) nicht entgehen, nicht den Demonstrationen gegen ihr Schulgesetz und nicht dem endlichen Volksgericht, das früher oder später die Wahlen berbeiführen werden. Indessen wird die Rechte den parlamentarischen Sturm zu bestehen haben und, wie die bisherigen Sitzungen ahnen lassen, wird er nicht leicht für sie sein�... Eine Kinidgebilng in Brüssel. Brüssel, 1. Juni. Im ZirkuS fand gestern die angekündigte große Versammlung der Liberalen, S o z i a l i st e n und Radikalen gegen VaS Schulgesetz statt, die von über 6900 Personen besucht war. Die Versammlung erklärte, daß sie mit allen Mitteln die Einführung des Gesetzes verhindern würde, weil eS eine Nichtachtung der Konstitution bedeute, und proklamierte die Einheit der gesamten Linken zur Bekämpfung deS Gesetzes und Erlangung dcS all- gemeinen Stimmrechts. Nach Schluß der Versammlung zogen die Knndgcber mit Musik und Fahnen an der Spitze durch die Stadt. Die erwartete Gegenkundgebung der Parteien der Rkchtxn uniubljch und der Umzug mdite ohgx tp?st?«n �ivischmsgg. politilcbe ücberlicbt Berlin, den 1. Juni 1911, II. Bethmanns Prämie. hat dem Reichskanzler folgende» Brief Wilhelm geschickt: „Mein lieber von Bethmann Hollweg? Mit Befriedigung habe Ich aus Ihrer Meldung ersehen, dag nach dem glücklichen Zustandekommen deö Gesetzes über die Ver- fassung von Elsaß-Lothringen nun auch die Vorlage der Reichsversicherungsordnung die Zustimmung des Reichstag? gefunden hat. Wenn es gelungen ist, diese beiden be- deutungsvollen Gesetzgebungswerke nach langwierigen VerHand- lungen und nach Ueberwindung mannigfacher Schwierigkeiten iu einer den Interessen des Reiches entsprechenden Weise zum Abschluß zu bringen, so ist dieses erfreuliche Ergebnis nicht zum mindesten Ihrem persönlichen Eingreifen, Ihrer staatsmännischen Kunst und zielbewußten Arbeit zu verdanken. Ich kann es Mir daher nickt versagen, Ihnen zu diesem Erfolge Meinen wärm st en Glückwunsch und Meinen Kaiserlichen Dank auszusprechen. Um aber Meiner Anerkennung und Meinem Wohlwollen noch einen besonderen Ausdruck zu geben, habe Ich Ihnen Mein beifolgendes Bildnis verliehen. Bei dessen Anblick seien Sie allezeit eingedenk der herzlich st en Dank» barkeit Ihres wohlgeneigten(gez.) Wilhelm I. B. Wilhelm II. ist in seiner Art wieder etwas überschwänglich. Namentlich in seiner Zufriedenheit mit der antisozialen Reichs- Versicherungsordnung befindet er sich in schroffem Widerspruch mit der ungeheuren Mehrzahl der Versicherten. Aber der eigentliche Anlaß zu diesem Schreiben ist wohl das Zustandekommen des elsässischen Ver- f a s s u n g s w e r k e s. Die große staatsmännische Kunst und zielbewußte Arbeit, die dabei dem Reichskanzler nachgerühmt werden, findet Wilhelm H. offenbar in der rechtzeitigen Er- kenntnis des Reichskanzlers, daß nur die A n n a h m e der sozialdemokratischen Forderung des gleichen Wahlrechts das Gesetz ermöglicht habe. Den Konservativen wird diese Auffassung vermutlich nicht recht sein. Sie werden finden, daß Wilhelm II. dem Reichskanzler sein Bild ver- liehen, die Sozialdemokratie aber es ihm verschafft hat. Und— das sagt uns unser allerdings ungesalzener kleiner Finger—- morgen wird der„fromme"„Rcichsbote" entsetzt konstatieren: Diesem Kaiserbilde haftet der Luder- geruch der Revolution an._ Kröcher als„starker Mann". Herr Jordan v. Kröchcr, der Präsident des preußischen Klassen- Parlaments, will im nächsten Jahre das Amt des Präfidenten nicht mehr übernehmen. So teilt die„Märkische VolkSzeitung", eine Nebenausgabe der„Germania" mit. DaS Blatt weiß aber zu be- richten, daß Herr v. Kröcher in der fraglichen Versammlung, die in Gardelegeu tagte, erklärt hat: „Gegen die Sozialdemokratie, weil sie eine Umsturzpartei ist. müßten ebensolche Gesetze geschaffen werden, wie gegen Hoch- verrat und andere Verbrechen. Ausnahmegesetze könne man das nicht nennen. Wir leben jetzt in Angst vor den Roten, denen immer eine„Extrawurst" bereitet werde. Dagegen werde jedes grobe Wort seitens eines Militärvorgesetzten gleich als Soldaten- Mißhandlung womöglich niit Festung bestraft." Herr v. Kröcher schien einst der starke Mann sein zu wollen. nach dem die Reaktionäre förmlich geschrien haben. Jetzt ist er recht alt geworden, und seine Kundgebungen gegen die Sozial- demokratte lassen sich nun wohl mehr aus die Geschwätzigkeit des Alters zurückführen._' Konservativ-nationalliberal-freisinniges Stichwahl- abkommen. Wie die„Kreuzztg." mitteilt, ist im Kreise Naumburg- Wcißcnfels-Zeitz ein schriftliches S t i ch wa h l bü n d nr s zwischen den Konservativen, Nation al liberalen und Freisinnigen abgeschlossen worden. Bei einer Stichwahl wollen sich also diese Parteien gegelt den sozialdeaio» kratischen Kandidaten gegenseitig unterstützen. Im Jahre 1997 siegte der freisiniüge Reltor Sommer mit Unterstützung der anderen bürgerlichen Parteien über den Sozial- deinokraten, der während zwei vorhergehender Legislaturperioden das Mandat behauptet hatte. Das„Verl. Tagcbl." spricht seine schärfste Mißbilligung über den kläglichen Pakt des Freisinns mit den Konservativen auS. Es sei selbstverständlich, daß oie Fortschrittliche VoliSpartci mit dem Sozialdemokraten um den Wahl- kreis kämpfen iverde. Sollte aber ivirklich der konservative Kandi- bat mit dem Sozialdemokraten in die Stichwahl kommen, so sei eS ein falscher Schritt schlimmster Art, den Reaktionär gegen den Sozialdemokraten hcrauszuhaucn. Der Kampf müsse unter allen Umständen gegen rechts geführt werden. Durch ein solches Abkommen des Fortschritts mit der Reaktion, das die gebotene Taktik des entschiedenen Liberalismus mutwillig durchkreuze, werde jedem wirklichen liberalen Entpfinde» geradezu ins Gesicht ge» 'chlagen. Leider befand sich der Freisinn in dem Wahlkreise Weihcnfclö schon seit jeher in einem Zustande völliger politischer Versumpfung. Im Jahre 1993 hatte er überhaupt keinen eigenen Kandidaten aus- gestellt und beim ersten Wahlgang offenbar bereit» für den Ratio- nallibrralen gestimmt, während er eS im Jahre 1898 immerhin nock, auf 36b6 Stimmen gebracht hatte. ES kam damals zur Stichwahl zwischen dem Reichsparteiler und dem Sozidldemokraten, bei der der Freisilm zum größten Teil für den Reichsparteiler timmte. Das jcHige Stichwahlabkommen mit den Konservativen und Nationalliberalen setzt also nur die alte schlechte Traditiou de» Wcißenfelser Freisinns fort. Es ist aber nichtsdestoweniger ein Armutszeugnis für den Freisinn, daß selbst in dieser Zeit des Kampfes eine freisinnige Organisaston sich schriftlich zur Unter- stützung eines Köilservativcn verpflichtet! Und Noch schlimmer wird die Sache dadurch, daß offenbar die kreisinnigen die Verpflichtung übernehmen, für die konservative stichwahlhilfe in Wcißenfcis' den Konservativen in Over- urt-Merseburg ihre Untrrstützunq zu leihen. Dort erhielt 1997 der konservoiive Abgeordnete Winkler 11219. der Freisinnige Koch 8279 und der Sozialdemokrat Pollender 8517 Stimmen. In der Stichwahl siegte Winklcr mit 17 915 gegen 9389 sozialdemo» kratischen Stimmen. Es handelt sich also um ein gegritseiti- ges Schutzbündnis Sommer-Winkler. Konservative und Freisinnige ziehen vereint gegen die Sozialdemokratie in den Wahlkamps. Wir denken, daß diese Auslieferung von Mandaten an den schwarzblauen Block durch Fort- schrittler die Zuverlässigkeit des Freisinns im Kampfe gea«» die Rcaltion wieder einmal ins rechte Licht stellt. Konservative und Ultramontane sind jetzt ein Herz und eine Seele. Das war nicht immer so. Nach der Gründuiig der Reichötaasfraktion dcS Zentrums war in der„Kreuz zeituna"(2-2. Juni 1871) ein Lettartikel zu lesen, der mit den Worten begann:. Eine eigentümliche Erscheinung in vcnt pnrlamen- tarischen Leben dos Deutsch-n ReickcS ist die sogenannte klerikale Fraklion deö Reichstags, eine Fraktion, die sich vergeblich dadurch einen politischen Anstrich zu geben verlucht. dag sie sich selbst den Namen Fraktion des Zentrums beigelegt hat. Gc- bildet und geführt von den KorypSam dmenige« Partei inner- halb der katholischen Kirche, welche als d.e«Niliierte und BundeSaenosstn de» römischen JesuitiSmuS be- LlchiKt wjrta mutz, hat dtestibe afc Mittel tttchlich» und VolMschtt Agitation w gesetzt lim das Zu stände- kommen der Einheit Deutschlands und dieBe- Gründung des Deutsches Reiches zu verhindern. ES liegt nicht an ihrem guten Willen noch an ihren eisrigen Bc- uiühungen, daß beides nicht zustande gekommen ist. Der Artikel schloß mit der Versicherung, daß die deutsche Rcichsregierung. die bisher der klerikalen Partei mit einer gewissen Zurückhaltung gegenübergestanden habe, auf die Dauer sich nicht aus die Verteidigung beschränken, sondern bald zum Angriff und gleichmäßig nach innen wie nach außen übergehen werde— eine Entwickelung, die schwerlich zugunsten der Ultramontanen ausschlagen dürfte. Denn:„War schon vor dreihundert Jahren in Deutschland das Deutschtum stärker als das Nömcrtum, um wie viel mehr heute, Ivo Rom nicht mehr die Hauptstadt der Welt, sondern die Haupfftadt Italiens ist, und wo die deutsche Kaiserkrone nicht auf dem Haupte eines Spaniers, sondern eines deutschen Fürsten ruht." Die Ultramontanen legten es zu jener Zeit darauf an, die Konservativen vom Kulturkampf fernzuhalten. Rcmientlich waren es die beiden Reichensperger, die sich mit Eifer darum bemühten, die Konservativen für den Gedanken eines Zu- sammengehens aller wahrhaft staatserhaltend und christgläubig gesinnten Elemente zu gewinnen. Allerdings mit geringem Erfolg. Nur ein bedeutender Konservativer ließ sich von den Ultramontancn ködern: der Magdeburger Appellationsgcrichts- Präsident v. Gerlach, der später dem Zentrum beigetreten und von diesem auch ist den Reichstag gewählt worden ist. Als Herr v. Gerlach— es war im Frühjahr 1371— für den Bund aller konservativ gesinnten Leute im Reich, nament- lich aber für ein Zusammengehen der konservativen und der klerikalen Partei eintrat, da schrieb die„Kreuz-Zeitung": „Je mehr wir unsererseits zu jeder Zeit den kirchlichen An- sprüchen unserer katholischen Mitbürger gerecht zu werden uns bemüht haben und je mehr wir auch heute noch aller Differenzen ungeachtet die christliche Gemeinschaft mit den Katholiken zu schätzen wissen, welche Gott geben, was Gottes, aber nicht den Gottesdien st vorschützen, um den, Kaiser zu ent- ziehen, was des Kaisers ist, umsomehr be- klagen wir den Irrtum aller derjenigen, die in dem politischen Äatholizis m'u s, wie er in den neuesten Bestrebungen einer gewissen Partei der römischen Kirche zutage getreten und dessen deutscher Ausdruck die sogenannte Zentrumsfraktion des Reichstags ist, einen deutschen konservativen Bundesgenossen begrüßen oder denselben als christlichen Borkämpfer gegen das nioderne Antichristentum anpreisen. Ein evangelischer Christ, der den ShllabuS und die neuesten vatikanischen Konzilsbeschlüsse sllnfehl- barkeitsdogma) gelesen und verstanden hat und der dennoch glaubt, die evangelische mit der römischen Kirche verständigen und mitder„klerlkal-konservativen Fraktion" ge- meinschaftlich an dem konservativen Auf- und Ausbau Deutschlands arbeiten zu können— den können wir vielleicht wegen seiner Ideale und I l lu si o n e n beneiden, als praktischer Staatsmann aber möchte er sich hier ) kau in bewähren." Der„politische Katholizismus" ist seitdem, was seine Grundsätze betrifft, nicht anders geworden. Der SyllabuS vom Jahre 1864 und das Jnfallibilitätsdogma vom Jahr 1870 bestehen beide noch zu Recht und was seitdem, namentlich in neuester Zeit hinzugekommen ist, läßt erkennen, daß die römische Kirche nicht gewillt ist, auch uur einen Finger breit vom gewohnten Wege abzuweichen. Heute aber tragen die Konservativen kein Bedenken mehr,„mit der klerikalen Fraktion an dem konservativen Auf- und Ausbau Deutschlands zu arbeiten." heute gehen sie mit der„gewissen Partei der römischen Kirche", mit der Affilierten und Bundes- genoffin des römischen JesuitiSmuS". Freilich gilt es auch nicht mehr die Einheit Deutschlands und derlei hohe und höchste Güter zu retten. Es handelt sich um materiellere Interessen: Lebensmittelwucher, SchnapSliebcsgabe, Schutz des Geldbeutels vor Besteueruug, vor allem aber die Nieder- Haltung der Arbeiterklasse. Und in diesen Dingen hat das Zentrum den Nachweis der Zuverlässigkeit und der Bündnis- Würdigkeit erbracht, und deshalb wird heute kein Konser- vatider, der dem Bunde der Schwarzen und der Blauen das Wort redet, von seinen Gesinnungsgenossen wegen seiner „Ideale und Illusionen" verspottet, im Gegenteil: er bewährt sich dadurch als„praktischer Staatsmann". Aus dem„ReichSboten".„Der ganze Jammer unserer, an schlaff herabhängenden Zügeln bewegten inneren Berhältniffe trat schließlich bei der Behandlung der elsaß-lothringischen Bcrfaffungsvorlage in die Erscheinung."„Als König Friedrich Wilhelm IV. mit der Demokraüe zu Pattieren anfing, war es schon unvermeidlilb, daß er auch mit der schwarz-rot-goldenen Fahne— damals die Flagge der Revolution— vor i h r s?) herreilen mußte. Das preußische Herz krampst sich noch heute bei dem bloßen Ge danken an dir Möglichkeit dieses Vorganges zusammen. Die Vor gänge im Reichstage bei Beratung der reichSländischen Berfa ssung binierlasten auf die vaterländischen Kreise auch schmerzliche Eindrücke.� Der Bundesrat hat in der heutigen Sitzung folgenden vom Reichstag angenommenen Gesetzentwürfen die Zustimmung erteilt: I. betreffend die Gewährung einer außerordentlichen Entschädigung an die Mitglieder deS Reichstags, 2. wegen Aenderung des Zünd- warenstcuergesetzeS, L, betreffend den Handels- und EchiffahrtS- vertrag zwischen dem Deutschen Reich und Schweden, t. betreffend die vorläufige Regelung der Handelsbeziehungen zu Japan. S. betreffend die Beseitigung von Tierladavern, 6. der RcichSvcrsichrrmig»- ordnung und dem EiiiführungSgcsetz. Liberale Einigung in Westfalen. In einer Einigungskonferenz für den Bezirksverband Hagen erklärten die Fortschrittlcr, die Nationalliberalen in Bochum und Dortmund unterstützen zu wollen gegen national- liberale Wahlhilfe tn AlteNa-Jserlohn. In Hamm wolle» die Fortschrittler so länge an der eigenen Kandidatur festhalten, wie die Liberalen ihre Gegenkandidatur in Hagen aufrecht- erhalten. Tie hamburgische„Finanzreform". Der Kampf um die Gesundung der hamburgischen Staats- finanzen wurde am Mittwochabend in der Bürgerschaft fortgesetzt. In den vorigen Sitzungen war es die Erhöhung der Kai- g e b ü h r c n und des T o n n e n g e l d e S. die nach Ansicht der interessierten Kreise Hamburg? Handel schwer schädigen würde, in der letzten Sitzung die Erhöhung des W a s s e r g c l d e s, gegen die aus zu», Teil entgegengesetzten Gründen so ziemlich von allen Seiten Sturm gelaufen wurde. Die letztere Abgab« wurde glatt abgelehnt, während die anderen Borschlöge wenigstens noch einer Ausschußprüfung gewürdigt wurden, aus der heraus sie wohl in wesentlich modifizierter Form ins Plenum zurückgelangen werden. Wie Genoffe Stubbe schlagend nachwies, würde durch eine zwanzigprozentige Erhöhung der Einkommensteuer alle Ftnanznot ein Ende haben, da eine solche Erhöhung zebn Millionen einbringen würde, also drei Millionen mehr als gefordert wird. Dann wurde bis Mitternacht die Steuer auf Lustbarleiten erörtert, gegen deren Auswüchse Ecuoffe Kr a u s c schweres Geschütz DM_..... u_____________ «ffuhr, dessen Durchschlagskrast auch von anderer Seite anerkannt| vielmehr habe man sehr gemütlich gelebt und sich bemüht, wllrde. Auf Antrag unserer Fraktion würde dieser Teil der Vorlage einem Ausschuß überwiesen._ Gesinnungsschnüffelei in Bayern. Aus einem größeren oberbayerischen Orte wird der „Münchener Post"' gemeldet, daß ein Polizeibeamter die Wohnimgen der zum Militärdienst ausgehobenen jungen Leute aussucht und u. a. folgende Fragen an sie richtet: Sind Sie Mitglied einer freien Gewerkschaft oder der Partei? Oder der freien Turnerschaft? Lesen Sie die„Münchener Post" ober das„Bayer. Wochen- blatt"? Haben Sie sich am Festzug sowie an der Maifeier be« teiligt? usw. So arbeiten also auch im„demokratischen" Bayern Polizei und Militarismus Hand in Hand, um die Kaserne vor den Gefahren des„Umsturzes" zu schützen. Ganz nach preußischem Musler._ BorussischeS. Auf dem v. BerbanbStage des BerbaudeS mitteldeutscher Konsum- vereine, der jetzt in Cassel tagte und auf dem 132 Genossenschaften mit über 90(XX) Mitgliedern vertreten waren, wurde auch über die genosienschaftliche BildungSarbeit gesprochen. Generalsekretär Kaufmann- Hamburg hielt das Referat. In der Diskussion brachte ein Delegierter auS Hatzweissig f Kreis Bitterfeld) einen Fall zur Sprache, der ebenso ehrenhaft für die proletarische Genossen- schastsbewegung wie blamabel für die preußische Regierung ist. In der Schule des genannten OrteS war infolge der Armut der Schul- gemeinde ein großer Mangel an Material zum AnschauungS- Unterricht und deshalb bewilligte der Konsumverein 109 M., um sie dem Schulvorstand zur Ergänzung der Lehrmittel zur Verfügung zu stellen. Dieser nahm die Summe auch mit Dank an; er mußte aber die Annahme verweigern und das Geld zurückzahlen auf Geheiß der Regierung in Merseburg.— Preußisch, echt preußisch l Ein schwarzes Kulturbild aus Bayern. In bayerischen Landgemeinden herrschen häufig noch Schulzustände, die es beinahe wünschenswert erscheinen lassen, daß auch gegenüber der Schule ein 5rinderschutzgesetz geschaffen wird. Recht bezeichnend ist eine Korrespondenz, die der Hofer Anzeiger aus der oberpfälzischen Gemeinde Unterlind bringt. Hiernach ist dort der Schulbeginn aus früh 6 Uhr festgesetzt. „Früh 3 Uhr," so heißt es weiter,„müssen daher auch die Kinder, weiter entfernt wohnende noch früher, aus dem besten Schlafe geweckt, mitunter auch geprügelt werden, um ja Punkt 6 Uhr in der Schule zu sein. Eltern, deren Berufspflicksten ein so frühes Aufstehen nicht bedingen, verschlafen nicht selten; die Kinder kommen etwas zu spät zur Schule und werden deshalb gestraft, obwohl sie kein Verschulden trifft. Mit Angst gehen solche Kinder zu Bett; ängstlich gilt früh beim Er- wachen ihr erster Blick der Uhr, und ist es wirklich schon etlvaS spät, dann gibt es kein Säumen, kein Kaffeetrinken mehr. Mit leerem Magen, aber mit Angst und Beklemmung eilen sie zur Schule, wissen sie doch nur zu gut, daß es heute wieder loegen des Zuspätkommens Hiebe absetzen wird" usw.— Es muß hervorgehoben werden, daß tn jenen entlegenen Winkeln das Schulwesen ganz nach dem Herzen des Zentrums be- schaffen ist: die Geistlichkeit führt das unumschränkte Kommando. und niemand wagt es, ihr ihre Herrschast streitig zu machen. Tie Gegend, in der Unterlind liegt, gehört zu den stockdunkelsten Bayerns; sie ist noch nahezu sozialisten- rein. Genossen, die auf jene Dörfer kommen, um Flugblätter zu verbreiten, haben mit nicht geringen Gefahren zu rechnen, wie sich schon wiederholt erwiesen hat. In Untcrlind selbst wurden erst im letzten Winter einige sozialdemokratische Flug- blattverteiler, noch ehe sie ihre Arbeit recht begonnen hatten, von einer aufgehetzten Menschenmenge, darunter viele Schul- kinder, zum Ort hinausgesteinigt. Diese Heldentat wurde damals von der Zentrumspresse als höchst nachahmenswert bejubelt. So sieht die Kultur in den Gegenden aus. wo das Zentrum herrschend ist._ Stcuerhinterzichung eines Landwirts. Der Kätner Heinrich Biermann aus Leveste stand am Dienstag vor den, Schöffengericht 2ö Hannover unter der Be schuldigung, in den Jahren 1906 bis 1910 sein Einkommen wissentlich und in der Absicht der Steuerhinterziehung unrichtig angegeben zu haben. Der Angeklagte besaß 3 Höfe, zwei in Leveste und einen in Kirchwehren. Im Jahre 1903 vertauschte er das Kirchwehrensche Gehöft gegen Grundstücke in Leveste. In der angegebenen Zeit hat der Angeklagte sein JahreS einlommen in Höhe von 3000— 3300 M. angegeben. I» WirNichkeir hatte er nachwetslich im Jahre 1905 bereits mindesten» ein vermögen von 71300 M. Au» diesem Vermögen hat er Einkommen nichtdeklariert Im Laufe der Zeit hat er drei Töchter ausgesteuert, die insgesamt rund 100 000 M. Mitgift erhalten haben. Seine drei Schwieget- söhne waren zur Bestätigung dieser Ausgaben de? An- geklagten als Zeugen geladen. Der Angeklagte versuchte in der Verhandlung zu behaupten, er habe diese großen Geldsummen auS seinem landwirtschaftlichen Betriebe erübrigt. Er habe diese Er- sparnisse auS dem Grundvermögen nicht zur Einkommensteuer an- gemeldet, weil sie ihm keine Zinsen gebracht hätten. Im übrige» erklärte sich der Angeklagte mit Unwissenheit und sagte so gut wie gar nichts. In seinem Besitz sind indes außer zahlreichen Wert- papieren Korrespondenzen beschlagnahmt, die er mit einem hiesigen großen Bankhaus« geführt hatte. Das Gericht betonte, daß hieraus zur Geniige ersichtlich sei. daß der Angeklagte einen sehr lebhaften Bank« verkehr unterhalten habe und entgegen seiner Behauptung als ein guter Finauzman» zu bezeichnen sei. Die Steuerbehörde hat festgestellt, daß der Angeklagte seit den, Jahre 1906 mindestens aus einem Kapital- vermögen von 44 730 M. kein Einkommen zur Versteuerung angemeldet hat, und das Gericht stellte diese Tatsache ebenfalls fest. Nach der Berechnung hat er davon mindestens ein Einkommen von 1790 M. gehabt und hat in den 3 Jahren insgesamt nachweislich 148,60 M. zu wenig Steuer entrichtet. Nach§ 72, Absatz 1 des Einkommen- ftenergesetzes kann auf den vier- bis zehnfachen Betrag der hiiuerzogene» JahreSsteuer als Strafe erkannt werden. Daö Gericht nahm in Ueberoiitstimmuiig mit dem Vertreter der Anklagebehörde den fünffachen Betrag als die verwirkte Strafe an und verurteilte den Angeklagten zu 730 M. Geldstrafe eventuell 7S Tagen Haft. Fidels„Ghrcnhnft". Der Rcchtökaiididat Hans v. Z w e h l aus Celle, zurzeit in Königsberg, und ein Rechtsanwalt hatten sich wegen Kartelltragens eine Festungssirafe zugezogen, die sie im Sommer 1910 in der Zitadelle zu Magdeburg verbüßten. Währcitd seiner FestungS- zeit soll V. Zwehl drei militärische Posten beleidigt haben; er hatte sich deswegen am Dienstag vor dem Magdeburger Schöffengerichte zu verantworten, v. Zwehl war vom persönlichen Erscheinen ent- blinden; verteidigt wurde er von seinem Festungsgenoffen. Er schilderte, daß MäN auf der Festung viel getrimkeii und gut ge- gcffen habe, auch die Ordonnanzen und Posten habe man nicht Not leiden lassen. ES habe ein freier Ton geherrscht. aber niemand habe dem anderen etwas übel genommen. die strengen Borschristen zu tlmgehen. t>. Zwehl sei sehr nerböS gewesen; daS habe ihn aber nicht gehindert, sich bei Wein und Weibern nach Herzenslust auszutoben, wenn er Stadturlaub hatte. Am 13. Juli 1910 machte v. Zwehl in seiner Festungsstube noch um Mitternacht Licht, obwohl nach Vorschrift um 11 Uhr abends alles dunkel sein soll. Als ihn der wachthabende Posten wiederholt ermahnte, das Licht auszulöschen, rief v. Zwehl ihm zu:„Halt da unten die Labbe!" Mit Rücksicht auf den üblichen freien Ton nahm der Posten die Worte nicht übel, aber der Kommandant stellte Straf- antrag weg m Beleidigung; in Frage kamen auch noch zwei andere Fälle. v. Zwehl hatte eines TageS ein Stelldichein mit einer Dame verabredet. aber keinen Stadturlaub erhalten. Er faltete darauf den ablehnenden Bescheid so zusammen, daß ninn nur die Unterschrift des Komman- daulen sah und zeigte sie dem Posten als„Legimation" vor. Als sich der Posten von der Richtigkeit der Legitimation überzeugen wollte, wurde er von v. Zwehl angeschnauzt, worauf der Posten den Herrn passieren ließ. Beim 2. Posten erlaubte sich v, Zwehl eine Redensart, die man in AnstandSüüchern vergebens sucht.— In der Verhandlung bekundeten die Zeugen, sie hätten sich durchaus nicht beleidigt gefühlt. Das Gericht erkannte denn auch aus Frei- s p r e ch u n g. Damit vergleiche man die Behandlung, die unser Genosse Mehlich wegen eines politischen Vergehens im Gefängnis zu L i n g e n über sich ergehen lassen muß. Die Herren Offiziere und die Arbeiter. Man schreibt uns: Bei der Beratung der Neichsversicherungsordnung fiaben die ehemaligen Angehörigen des Hottentottenblocks und die Angehörigen des fchwarz-blauen Blocks sich in holder Ein- tracht zusammengefunden, um den Arbeitern möglichst viel abzuzwacken. Bei den Offizieren machen sie es anders. So l)at seinerzeit der Hottentottenblock den Offizieren der höheren Chargen äußer st splendide Pensionen bewilligt. Seit 1. April 1908 erhalten die kommandierenden Generale die Kleinigkeit von 19 483 M. Pension.� Dabm sind die Herren bei ihrer Verabschiedung höchstens 63— 66 Jahre alt. Ein Divisionskommandeur hat je nach Dienstalter (38 bis 40 Dienstjahre) Anspruch ans 13 170 bis 13 470 M. An Lebensjahren zählt ein Divisionskommandeur bei der Verabschiedung 37 bis 60 Jahre. Ein Brigadekommandeur bezieht je nach Dienstalter(33 bis 37 Dienstjahre) 9233 bis 9 474 M. und dabei ist ein solcher Offizier bei seiner Pensio- nierung 34 bis 56 Jahre alt. Einem Regimentskoimnandeur (bei der Verabschiedung 52 bis 35 Jahre alt) steht je nach Dienstjahren eine Pension von 7 113 bis 7 287 M. zu. Ein Bata llontzkommandeur ist bei seiner Verabschiedung im all- geme ncn 45 bis 48 Jahre alt. Er erhält je nach Dienst- jähren eine Pension von 4 738 bis 5 134 M. Man vergleiche nnt diesen Summen und Zahlen die Tatsache, daß im Reichs- tag vor einigen Tagen der Antrag, den Termin für das Recht auf die Altersrente der Arbeiter vom 70. Lebensjahre auf das 63. herabzusetzen, a b g e l e h n t w u r d e. In einem Alter, in dem ein Arbeiter noch 22 Jahre warten muß, bis er Anspruch auf die Altersrente hat, erhält ein Major e i n Ruhegehalt, das v i e r in a l mehr beträgt als ein sehr tüchtiger Arbeiter in einem Jahre verdient. Dabei ist ein 70jäliriger« Arbeiter an Leistungsfähigkeit vollkommen ausgepumpt, während viele pensionierte Majore, sogar Oberste durch fleißiges Gehen auf die Jagd oder durch die Uebernahme von Posten im Zivilleben beweisen, daß sie noch lange nicht am Ende ihrer Kraft sind, Snglanck. Eine Marokkodebatte. London, 1. Juni. Unterhaus, Dillon richtete an Sir Edward Grey die Aiifrage, ob er die Versicherung geben könne, daß keine Verhandlungen über eine Teilung von Marokko in Ein- flußsphären begonnen oder abgeschlossen werden würden, bevor das Unterhaus Gelegenheit erhalten habe, über den Borschlag zu beraten. Grey erwiderte: Ich kann keine auf BorauSsetzimgen beruhenden Zusicherungen dieser Art geben. Um aber faschen Auffaffnngcn vorzu- beugen, möchte ich hinzusügen, daß. soviel ich weiß, keine Ver- Handlungen über eine Aenderung des politischen Status MarolloS in Erwägung gezogen werden. Dillon fragte darauf. ob die Aufmerlsamkeit Greys auf die Operationen gelenkt worden sei, die jetzt gegen die Stämme in der Nachbarschaft von FeS unternommen würden; ob er den britischen Agenten in Fes anweisen wolle, über die Einzelheiten dieser Operationen eingehend zu berichten und ob er dam, diese Bericht» dem Unterhause vor- legen werde. Marokko. Die„BeruhigungS"-Attione». die jetzt von den französischen Truppen mit oder ohne Willen des Sultan» vorgenommen werden solle», tragen vollständig den auch aus de:: deutschen Kolonien bekannten Charakter von Straf- expeditionen. Sie erbittern die durch den Einmarsch der Fremden aufgeregten Mohammedaner noch mehr, da dadurch nichtZnur ihre Herden geraubt, ihre Felder vernichtet und ihr Leben gefährdet wird. sondern auch ihre religiösen Gefühle durch die Zerstörung von MarabutS(heiliger Grabstätten) usw. aufs empfindlichste verletzt werden. Die„Beruhigung" de- Landes wird schließlich auf einen endlosen Guerillakrieg hiiiauslaufen. bei dem vielleicht auch der Sultan seine Rache gegen die unbotmäßigen Stämme zu kühlen sucht. Jnfokgedeffen wird an ein Zurückziehen der französischen Truppe» sobald nicht zu denket, sein, eS werden vielmehr sicher noch manche Verstärkungen nach Marokko gehen. Da» ist auch die ge- Heime Absicht der französischen Regierung, die auch durch die Eiser- süchteleien zwischen Delcassö und Eruppi nicht bteiiiflußt wird. Die Erpressungen an den Stämmen. Tanger, 11. Juni. AuS FeS wird unter dein 27. Mai ge» meldet: Seit zwei Jahren hat E l G t a u i seine Stellung als Groß- wesir in maßloser Weife dazu mißbraucht, um alle möglichen Erpressungen und Bedrückungen an den Stämmen aus- zuüben. Dadurch hat er auch die gegenwärtige Erhebung hervor- gerufen. Mulah Hafid fühlte sich nicht stark genug, um »ach Belieben zu handeln, aber seit der Ankunft Molniers fühlt sich der Sultan sicherer und zeigt sich von außer- ordentlicher Strenge gegen El Glaui. Ganz unvermitlelt bedeutete der Sultan dem Großwesir, er möge Rechnung über die Riesen- stimmen ablegen, die er von allen Stämmen erhalten aber dem Staatsschatz niemals abgeliefert habe. El Glau, weiaert� sich, und der Sultan einschloß sich, ihn abzuberufen. El Glau! der an Tuberkulose schiver krank ist, wird seine Kreide t behalte», ohne jedoch F-s Verlaffen zu könn n Ebenso werden ihn, seine persönlichen Güter erhalten' bleiben die Güter aber, die ihm Mulay Hafid 1!; s »er Machsen wieder einziehen. Ein Nachfolger El Glaui» wird nicht treten" werden�' Dw'Äb T d°n. Sekret�/ Arbi e? Hasna.tt v'Z '•Il m®ic Abberufung El GlauiS wird möglicherweise M n I? v vtn fc!! ttu Stämmen herbeiführen und C briste i. I" Tatsache als Einmischung der N r l c. i.�"««�cnheit Marokkos ausbeuten. Der Kit Ai„M o®efru droht ein Angriff von den Ä« 8»" Äf �»w®""°" GcwerkfcbaftUchea. Berlin und Qmgegend, Uchtung, Elektromontcure! Damit die Kollegen bei bor kommenden Gelegenheiten, wie auf Bauten, bei Montage usw., sich als organisierte Arbeiter ausweisen können, haben wir für unsere Mitglieder Legitimationskarten ausgegeben. Nur diejenigen Elektromouteure und Hilfsmonteure sind unsere Mitglieder, welche eine solche grüne Karte besitzen. Wir ersuchen unsere Kollegen, ebenso die Bauarbeiter, auf diese Bekanntmachung die Elektromouteure und Hilfsmonteure aufmerksam zu machen. Deutscher Metallarbeiterverband, Ortsverwaltung Berlin. Achtung, Metallformer! Die Firma Flügel, Wöhlertstr. 14, ist für Former und Gietzereiarbeiter gesperrt. Deutscher Metallarbeiter-Berband. Ortsverwaltung Berlin. Zu dem Streik in den Eisenkonstruktionsbetrieben veröffentlichen die Unternehmer eine Bekanntmachung an ihre Kund schafl, die wir gestern bereits kurz erwähnt haben, weil darin be- stätigt wird, daß die zahlreichen Arbeitswilligen in keiner Weise ge- nügen, um den Betrieb der Werke fortsetzen zu können. In der- schiedenen Punkten fordert die Bekanntmachung aber zu einer ent- fchiedenen Richtigstellung heraus. Wir lassen hier den Wortlaut folgen: „Am 16. Mai haben zirka 75 Proz. der in den Eisern konstruitionswerkstätten Grotz-Berlins beschäftigten Arbeiter die Arbeit niedergelegt, nachdem die Fabrikanten die aus 15 Paragraphen bestehenden Forderungen der Arbeiter nicht bei der ersten Beratung in allen Punkten angenommen hatten. Die Arbeiter haben es nicht für notwendig geHallen, die Berhandlungen fortzusetzen, sondern sind, überraschend für die Arbeitgeber, in den Streik ein- getreten, wobei nicht nur die Konstruklionswerkstätten, sondern auch die Trägerläger in Mitleidenschaft gezogen wurden nnd auch die in den letzten Jahren leider üblich gewordene Bedrohung der Arbeitswilligen nicht ausgeblieben ist. Da eine ordnungsmäßige Belieferung der Kundschaft nicht mehr möglich ist, sehen wir uns zu unserem Bedauern gezwungen, die Lieferungen sowohl in Konstruktionen als auch in bearbeiteten und unbearbeiteten � und U Eisen vom Freitag, den 2. Juni, abends, ab einzustellen. Berlin. 31. Mai 1911. L. Bernhard u. Co. Breest u. Co. Eisenhandel A.-G., Abteilung Ravens. Eisenhandlung vorm. I. E. Degener, Eisengießerei Bulkan L. Woiff it. Lehmann u. Co. A.-G. D. Hirsch. G. E. Dellschau. Deutscher A. Druckemüller G. m. b. H. Stabeisen-Abt. G. m. b. H. Co. H. Gossen. Hein, Akt.-Ges. Lauchhammer, sofort emberufen, in der der Obermeister Warncke und der Generalsekretär des Arbeitgeberschutzverbandes. Nasse, anwesend waren. Die Verhandlungen sollten recht geheim gehalten werden und man lieh Nebenräume und Galerie des Versammlungslokals nach Gesellen absuchen, die etwa irgendwo verborgen wären und lauschen könnten.— Trotzalledcm lernte S i e r i n g in einer Ver- sammlung der Jnnungsgesellen, die am Mittwoch abend bei Boeker in der Weberstratze stattfand, einen genauen Bericht über die Ver- Handlungen der Meister erstatten. Der Generalsekretär Nasse hatte einen Vortrag über die Lage der Dinge gehalten und den Meistern eine— gütliche Einigung mit den Gesellen empfohlen. (Der letzte Schmiedestreik hat nämlich dem Schutzverband 18 990 M. gekostet.) Das Resultat der Beratungen war, daß die Meister erstens sich bereit erklärten, einen Teil der Wünsche der Gesellen zu erfüllen; zweitens wollten sie wohl in Ver- Handlungen darüber eintreten, aber nicht mit dem Verbände, sondern mitdem Gesellenaus schütz; drittens sollten aber auch zugleich in zahlreichen Orten Deutschlands durch Anzeigen in den Zeitungen usw. Versuche gemacht werden, massenhaft Schmiede nach Berlin zu ziehen.— Das sind die„ge- Heimen" Beschlüsse der Jnnungsmcister. Die Charlottenburger Innung war an demselben Tage, am letzten Montag, zusammen- getreten, sie ivartete die Beschlüsse der Berliner Versammlung ab, die ihr eiligst übermittelt wurden, und— sie beschloß dann das- selbe. Sie zögerte darauf nicht mehr lange und setzte den Ge- sellenausschutz in Kenntnis, daß sie zu Verhandlungen bereit sei. Der Gesellenausschutz erklärte sich sofort damit einverstanden, wünschte aber, daß ein Vertreter der Organisation bei den Ver- Handlungen zugelassen werde, was wohl keinen Schwierigkeiten weiter begegnen wird. Der Gesellenausschutz für Berlin mutzte erst durch Wahlen, die am Donnerstag abend stattfanden, ergänzt werden. Nach einem eingehenden Referat von S i e r i n g über die gesamte gegenwärtige Lage, die er in der erwähnten Versammlung der Jnnungsgesellen am Mittwoch abend schilderte, begann eine sehr eifrige Diskussion über mancherlei Vorschläge, unter denen auch der sofortige Streik eine große Rolle spielte. Die Verbands- leitung bewies aber ihr Verständnis für die Situation und ihre Friedensliebe dadurch, daß sie empfahl, die Vorschläge der Meister ruhig anzunehmen und zu Verhandlungen zwischen den JnnungS- meistern und den Gesellenausschnssen die allgemeine Zustimmung zu erteilen. Die Versammelten nahmen diese Empfehlung an mit der Maßgabe, daß ein Vertreter der Organisation den Vcrhand- lungen beiwohnt. Ferner erklärte die Versammlung, daß die Forderungen, wie sie als Entwurf zu einer Vereinbarung den Innungen erneut eingereicht worden sind, als Grundlage für die kommenden Berhandlungen dienen sollen. Deutfcsiea Reich. Vorbeigelungen. Weil der Schnapsbrennereibesitzer Hadert in Wanne bei Bochum seinen Arbeitern das Koalitionsrecht verweigert, hatten das Wanner Gewerkschastskartell und der Brauereiarbeiterverband über den Hackertfusel den Boylott verhängt. Hadert erloirkte darauf beim Amtsgericht Essen eine einstweilige Verfügung, nach der dem„Volks- blatt" in Bochum, der„Bergarbeiterzeitung", dem Vorsitzenden des Wanner Gewerkschastskartells und dem Gauleiter des Brauerei- arbeiterverbandes bei 1999 M. Strafe untersagt wurde,„fürderhin irgend eine Handlung zu beginnen, die aus Meidung des Hadert- Schnapses hinwirke". In der mündlichen Verhandlung wurde der Schnapsfabrikant, der unter seinen rheinisch-westsälischen Kollegen eine führende Stellung einnimmt, mit seinem Verlangen glatt abgewiesen. Die Aussperrung der Textilarbeiter im Münsterland beendet. Endlich ist eL den Drahtziehern vom christlichen Textilarbeiter verband gelungen, den Streik bei der Firma Kolk u. Co, in Coesfeld abzuwürgen. Nachdem wiederum hinter den Kulissen die Sache gedeichselt war, konnte das Trauerspiel in zweiter Auflage be« ginnen. Der Arbeiterausschutz wurde zur Firma beordert. Hier lag eine Erklärung der Fabrikanten fix und fertig vor, die der Arbeiterausschutz unterschreiben sollte. Das Schriftstüd lautet: „Wir erklären uns im Namen der ausständigen Arbeiter- schaft der Firma Aug. Kolk u. Co. bereit, die Arbeit unter den Bedingungen wieder aufzunehmen, wie sie von der genannten Firma angeboten, bevor die Androhung der Aussperrung durch den Verband münsterländischer Textilindustrieller erfolgt war." Auf irgendlvelche weitere Verhandlungen ließ sich die Firma nicht ein. Entweder unterschreiben oder die Aussperrung wird nicht aufgehoben. Diese Erklärung bedeutet eine komplette Nieder- läge, denn das, was den streikenden Arbeitern in dieser Erklärung zugestanden, konnten sie schon bei Ausbruch des Streiks von der Firma erlangen, sie brauchten dann nicht volle 13 Wochen zu streiken und mit ihren Familien für den Lohnkampf schwere Opfer bringen. Anders die Christenführer! Diese mühten sich im Schweiße ihres Angesichts ab, um ihren Mitgliedern plausibel zu machen, daß diese Erklärung einen Rückzug der Textilindustriellen und einen Sieg der Arbeiter bedeute. Nachdem diese drei christlichen Strategen ihren Mitgliedern das plausibel gemacht hatten, wollten sie auch den freiorganisierten Mitgliedern vom Textilarbeiterverband diesen Sieg in einer gemeinsamen Betriebsversammlung aufreden. Hier hatten die christlichen Kulissenschieber aber kein Glück. Die Mit- glieder des Textilarbeiterverbandes konnten eine derartige Ver- gewaltigung der Wahrheit nicht ruhig hinnehmen. Sie lehnten es ab, die Erklärung als einen Rückzug der Fabrikanten und als einen Sieg der Arbeiter anzuerkennen. Da die Christenführer aber ihre Mitglieder vorher im katholischen Arbeitervereinshaus für die Abstimmung festgelegt und alles Reden unter diesen Um- ständen keinen Zweck hatte, so lehnten es die freiorganisierten Mit- glieder ab, sich bei einem derartigen Komödienspiel an der Ab- stimmung zu beteiligen. Um die Streikenden gefügig zu machen, wurde ihnen versprochen, Unterstützung bis Mittwoch nach Pfingsten zu zahlen. Die 4999 christlich-organisierten Ausgesperrten nehmen Freitag vor Pfingsten die Arbeit wieder auf. In diesem durch und durch katholischen Münsterland hat der christliche Textilarbeiterverband seine Domäne. Dort sitzen die Mitglieder zu Tausenden in den Orten, dort wird seit Jahren von den christlichen Organisationsleitern jede angedrohte Aussperrung des Verbandes münsterländischer Textilindustrieller abgewinkt. Hört man diese Maulhelden in Versammlungen und in ihren Zeitungen, so haben sie die Fabrikanten niedergezwungen und kolossale Siege errungen._ Hüttenarbeiterstreik. Auf dem Schalker-Gruben- und Hüttenverein in Gelsenkirchen sind 399 Erzfahrer und Eiuschalter in den Streik getreten. Die Ursache des Streiks ist in der Lohnherabsetzung von 3,89 M. auf 3.55 M. pro Schicht zu suchen. Organisiert sind von ihnen nur etwa 39, die der polnischen Organisation angehören. Ein Kroat, der einer Kolonne Streikbrecher angehörte, die von der Gefährlich. keit einer solchen Arbeit leine Ahnung halten, ist gleich am ersten Tage von giftigen Gasen erstickt worden. Ein bedauerliches Vorkommnis im Verband der Maler. Leipzig. 1. Juni.(Privattelegramm d.„Vorw.") In der Filiale Leipzig des Verbandes der Maler ist es an, Mittwoch in einer stürmischen Versammlung leider zu der Gründung einer Lokalorganisation gekommen. Die Mehrheit der Versammlung nahm in äußerst scharfer Weise Stellung gegen die Beschlüsse der Generalversammlung des Verbandes in München. Man warf den VerbandSbeamten vor, sie verfechten nicht die Rechte der Mitglieder. In einer Resolution wurde ausgesprochen,„daß es die Leipziger Kollegen unter ihrer Würde erachten, noch länger einem Verbände Abt. Berlin. Roeffemann u. Kühnemann. E. de la Sauce u. Kloß. Karl Spaeter, Berlin, G. m. b. H. Steffens u. Nölle Akt.-Ges. Thyssen u. Co. Vereinigte Kammerich' und Belter u. Schneevoglsche Werke Akt.-Ges." Wenn die Unternehmer hier erklären, daß die Arbeiter die Arbeit niedergelegt haben, nachdem die Fabrikanten die Forderungen der Arbeiter nicht bei der ersten Beratung in allen Punkten angenommen hatten, so läßt diese Erklärung allerlei falsche Deutungen zu. Mit Mühe und Not ist die erste Beratung überhaupt zustande gekommen, weil die Unternehmer sich nur sehr schwer dazu entschließen konnten, und diese erste Beratung wurde erst möglich, nachdem die Arbeiter fast alle Wünsche der Unternehmer in bezug auf Einleitung von Verhandlungen erfüllt hatten. Sehr gern hätten die Vertreter der Arbeiter der ersten Beratung eine zweite, dritte usw. folgen lassen, wenn die Unternehmer nicht sofort erklärt hätten, an ein weiteres Entgegenkommen ihrerseits sei gar nicht zu denken. Und dann mutz man sich erinnern, daß die Untemehmer in den Hauptpunkten, die Lohnfragen betreffend, rundweg alles ob I e h n t e n oder für unannehmbar erklärten, was die Arbeiter dringend wünschten. Da klingt es gar sonderbar, wenn die Unternehmer jetzt erklären, sie hätten„nicht in allen Punkten" an- genommen, was die Arbeiter forderten. Es ist auch ein großer Irrtum, wenn die Unternehmer sagen:„Die Arbeiter haben es nicht für notwendig gehalten, die Berhandlungen fortzusetzen." Die Arbeiter sind erst bau n in den Streik eingetreten, als sie annehmen mutzten, daß ihnen die weiteren Verhandlungen abgeschnitten waren und jede gütliche Einigung unmöglich gemacht war. Die Arbeiter sind heute noch und zu jeder Stunde bereit, die Verhandlungen fort- zusetzen resp. wieder aufzunehmen, wenn die Unternehmer nur etwas Entgegenkonnnen zeigen wollen.— Die Unternehmer können ihre alten tüchtigen Leute zu jeder Zeit wieder in den Betrieben sehen wenn sie sich nur zu einem bestimmten Abschluß etwas besserer Arbeitsbedingungen verstehen wollten, das aber mutz gegenüber der Erklärung der Unternehmer festgestellt werden. Der Berliner Bäckerstreik. Gestern haben 52 Betriebe mit 52 Bäckern, 6 Konditoren und 23 Lehrlingen bewilligt. Demnach arbeiten jetzt 4599 Bäcker- und Äouditorgehilfen in 2299 Betrieben zu den neuen Bedingungen. Unsere gestrige Mitteilung über da? Bubenstück eines Gelben kann zu einem Mißverständnis Veranlassung geben. Das Bubenstück ist nicht während des Streiks, sondern einige Tage vor dem- selben ausgeführt worden. Damals beschäftigte Papst Verbands- Mitglieder. Er entließ sie aber beim Ausbruch des Streiks und be- setzte ihre Stellen mit gelben Bundesgenossen deS gelben Schmiegert, der die Schweinerei verübt hatte. Die Forderungen deS Verbandes hat Pap st bis heute noch nicht bewilligt. Die Lohnbewegung der Schmiede. In der Versammlung der Jnnungsgesellen, die am 23. Mai stattfand, wurde die Ortsvertvaltung des Zentralverbandes der Schmiede beauftragt, bei den Jnungsmeistern anzufragen, ob sie zu Berhandlungen über die Forderungen der Gesellen betr. Ver° besserung der Arbeitsbedingungen geneigt seien. Die Verwaltung hat eine solche Anfrage an die Innungen von Berlin, Charlotten- bürg und Rixdocf gerichtet und zugleich Forderungen vorgelegt, die denen aus der letzten Lohnbewegung entsprechen. In bezug auf Lohn und Arbeitszeit wird verlangt, daß bei einer neunstündigen Arbeitszeit— Sonnabends acht Stunden— folgende Mindestlöhne testgesetzt werden: Für den Schirrmeister pro Stunde 72 Pfg., für Beschlagschmiede 62 Pig., für Stockgesellen 55 Pfg. Diese Löhne ffollcn vom 1. Juli 1912 ab um 3 Pfg. pro Stunde erhöht werden. Wo höhere Löhne bereits gezahlt werden, darf keine Verschlechterung eintreten. Die festgelegten Sätze gelten als Mindestlöhne, wo diese bereits gezahlt loerden, soll eine Zulage von 3 Pfg. pro Stunde eintreten. Für Ueberstunden wird ein Zu- schlag von 29 Pfg. pro Stunde verlangt. In Kost und Logis darf nicht gearbeitet werden.— Diese Forderungen sollten unter anderen, wie sie in Tarifverträgen üblich sind, als Grundlage für die Verhandlungen mit den Meistern dienen. Wie die genannten Innungen, so wurde auch der„Arbeitgeber- schutzverband für das deutsche Wagenbaugewerbe" von � den Wünschen der Schmiedegesellen unterrichtet und ihm anheimgestellt, im Interesse einer friedlichen Regelung der Differenzen auf die Schmiedemcister einzuwirken. Auf die Anregung antwortete der Schutzvcrband in einem ablehnenden Sinne, indem er auf Verhandlungen, die zwischen dem Gesellenausschutz und den Jnnungsmeistern ftattfcnden könnten, verwies. Bon den Innungen traf auf die Anfrage der Ortsverwaltung überhaupt keine Antwort ein.� Die Jnnungsmcister stellten sich auf denselben Standpunkt lächerlicher Ueberhebung, den sie im letzten Jahre einnahmen, als sie auf eine ähnliche Anfrage ebenfalls keine Antwort erteilten. Diese Ueberhebung. die den Verband der Gesellen vollständig ignoriert, wirkt um so komischer, als die Meister gleich nach Empfang des Schreibens eine außerordentliche Rührigkeit entfalteten und dem Schreiben die größte Wichtigkeit bcimatzen. Eine Meisterversammlung wurde__ «eranktt öledalteur: Albert W-chS, Berlin. Jr/eratenteilverantw.: Th.Gl»ckc,Berlin.Drucku.Verlag:VorwärtsBuchdr.u. Lerlagsanstakt Paul Singers Co.. Berlin LW. Hierzu 3 Beilage»».UllterhaltunaShl. anzugehören, in dem die Rechte der Mitglieder vergewaltigt werden. Die Leipziger Kollegen verweigern daher mit dem heutigen Tage die Abfuhr der Beiträge an die Hauptkasse und setzen sofort einen provisorischen Vorstand ein, der die Grundlagen zu einem neuen Zentralverband einzuleiten hat, in dem den Milgliedern ihre vollen Rechte garantiert werden. Die Versammelten verpflichten sich, mit allem Nachdruck für diesen Verband zu wirken." Der Verbandsvorstand in Hamburg erließ hierauf in der „Leipziger Vollszeiiung" eine Erklärung, in der es heißt, daß es endlich den Treibereien einiger gelungen sei, die schon seit Jahren von ihnen mit allen erdenklichen Miiteln erstreble Zersplitterung uuter den Leipziger Kollegen herbeizuführen. Er schätze aber den gesunden Sinn der Leipziger Kollegen für zu hoch, um annehmen zu können, daß ein nennenswerter Teil der Parole der Organisatious- zersplitterer folgen werde. Hoffemlich kommt es bald wieder zur Beseitigung der Differenz- punkte und zu einer Einigung._ Die Monteure der Schnellpreffenfabrik Albert u. Co. in �rankenthal sind mit der Firma in Differenzen geraten. seit drei Moisaten ersuchten die Monteure, ihre Moutagesätze zu erhöhen und ihre Arbeitsverhältnisse zu regeln. Da alle Versuche, in Unterhandlungen einzutreten, von der Firma abgelehnt worden sind, so haben die Monteure in einer Versammlung beschlossen, datz sie bis auf weiteres es ablehnen, auf Montage zu fahren. Die im In- und Ausland sich befindlichen Monteure haben bis zur Erledigung der Angelegenheit keine weiteren Montagen zu übernehmen und jede weitere Disposition der Firma mit dem Hinweis auf Regelung der Differenzen abzulehnen. Weitere Direktiven erhalten die Kollegen von der unterzeich- neten Ortsverwaltung. Zuzug von Metallarbeitern aller Berufs- zweige ist fernzuhalten. Deutscher Metallarbeiter-Verband, Verwaltungsstelle Frankenthal-WormS. HusUnd, Allgemeiner Bergarbeiterstreik in Südwales. Man schreibt uns aus London vom 39. Mai: Das süd» walisische Grubenkapital hat diesmal zu früh triumphiert. Der Widersiaud der 12 999 streikenden Bergarbeiter ist noch lauge nicht gebrochen. Am Sonnabend wurde in einer großen Delegierten- konferenz in Cardiff, an der 159 999 südwalisische Bergarbeiler ver« trete» waren, nach langer und teiliveise heftiger Debatte ein- st i m m i g der Beschluß gefaßt, die zwischen den Führern der süd- walisischen Bergarbeiterföderation und dem Uuternehmerverbaiide vereinbarten provisorischen Friedensbedingungen, die. wie wir gemeldet haben, aus eine Unterwerfung der Streikenden hinausliefen, nicht anzunehmen und den Kampf bis zum äußersten fortzusetzen. Dieser Beschluß zeugt von um so größerer Entschlosfenheit nach einein siebenmonatliche» Kampfe gegen eine ungewöhnlich starke Unteruehmerklasie, als die Bergarbeiler- förderatiou von Großbritannien mit aller Entschiedenheit erklärt hatte, daß sie sich aus finanziellen Erwägungen genötigt sehen werde, die bisher gezahlte Streikunterstützung von wöchentlich 3999 Pfund Sterling zurückzuziehen, falls jetzt kein Friede zustande komme. In ihrer gestrigen Sitzung ist die Cardiffer Konferenz einen überaus wichiigen Schritt weiter gegangen, der im Grunde aber nur die logische Konsequenz des Beschlusses vom Sonnabend ist. Die Konferenz nahm gestern ebenfalls einstimmig eine Reiolulion an, in der sie den Knappschaften empfiehlt, die Bergarbeiter föderation von Groß- britaunien zu ersuchen, den Streik auf alle britischen Kohlenfelder auszudehnen, um einen allgemeinen M i n i m a l l o h n zu erkämpfen und, falls die Bergarbeiter- söderation von Großbritaunieu dazu nicht zu haben sein sollte, d�n allgemein enStreil in den iüdwalisischenKohleu- gruben zu erklären. Zunächst wird eine gebeime Abstimmung der gesamten Mitgliedschaft der Südwalisischen Bergarbeiterföderation über die beiden Fragen vorgetrommen. Der Beschluß zeigt, datz die kämpfenden Arbeiter überzeugt sind. daß die Fortsetzung des sektionellen Streiks wenig Aussichten auf einen Erfolg bietet, datz aber durch eine möglichst weite Ausdehnung des Kampfes das Grubenkapital zur Raison gebracht werden kann. Die gleichzeitige Ausstellung der Forderung eines allgemeinen Minimallohns scheint ein ausgezeichneter strategischer Zug. Dieser ist eine Forderung der gesamten Bergarbeiterschast, und erst im Januar hat eine Konferenz der Bergarbeiterföderation von Groß- britaunien selber mit einem allgemeinen Ausstand zur Erzwingung dieser Forderung gedroht. Eine endgültige Entscheidung der An- gelegenheit wird erst nach dem 14. Juni möglich sein, wenn die Jahreskonferenz der Bergarbeiterföderation von Großbritannien in London zusammentritt._ Letzte rfccbrtcfttem Keine Religion in der FortbildnngSschnle. Magdeburg, 1. Juni.(Privat- Telegramm deS„Vorwärts".) Die Stadtverordnetenversammlung beschloß einstimmig eine Eingabe an das Abgeordnetenhaus zu richten, den Religionsunterricht an den Fortbildungsschulen abzulehnen. Ter Schiedsgerichtsvertrag im englischen Unterhanse. London, 1. Juni.(W. T. B.) B h l e s fragte an, ob G r e h irgendeine amtliche Mitteilung darüber erhalten habe, daß Deutsch- land sich bereit erklärt hätte, mit Amerika über einen allgemeinen Schiedsgerichtsvertrag zu verhandeln, der dem ähnlich sei, welcher, wie verlaute, sich jetzt in den Händen der britischen und der sranzöstschen Regierung befinde. Weiter fragte er an, ob Grey dem Hause Auskunft geben könne über den Fortschritt der Ver- tragsverhandlungen. soweit sie Großbritannien betreffen. Grey beantwortete die erste Frage mit nein, was die zweite Frage an- gehe, so könne er nichts seiner Antwort vom 39. Mai hinzufügen. Aber er erwarte jetzt, wo er den Vertragsentwurf empfangen habe, einen Fortschritt._ Streik der Elektromontcure in Frankfurt a. M. Frankfurt a. M., 1. Juni.(P. C.) Die dem Metallarbeiter- verbände angchöoeuden Elektromouteure sind heute in den Aus- stand getreten. Sie verlangen die Erhöhung des jetzt 59 Pf. be- tragenden Stundenlohnes durch Festlegung eines Tarifs auf 65 Pf. In Frankfurt a. M. beträgt die Zahl der ausständigen Elektro- Monteure 899. Es ist jedoch tvahrscheinlich, daß der Ausstand größeren Umfang annehmen wird, da verwandte Berufe des Metall- arbeiterverbandes sich ihm anschließen wollen. Unwetter in Ungar». Oedenburg. 1. Juni.(B. H.) Hier und in der Umgebung richtete ein Wolkenbruch immensen Schaden an. Infolge von Dammunter- Waschung mußte der Bahuverkehr auf der Cunaerbahn eingestellt werden. In H a r k a u konnten sich die Einwohner nur durch schleunigste Flucht vor den in die Häuser eindringenden Fluten retten. In einer anderen Ortschaft schlug der Blitz in die Kirche und zer- störte die Orgel._ Die Eholera i« Graz. Graz, 1. Juni.(W. T. B.) Wie das Sanitätsdepartement mitteilt, ist bei der Schwägerin des vor einigen Tagen an Cholera verstorbenen Postbeamten Franzki ebenfalls Cholera bakteriologisch nachgewiesen worden. Die Frau befindet sich mit ihrer Familie im städtischen JsolierhauS. Nr. 127. 28. Zahrgaug. 1. Kiltzt i>ts Jomättü" Kttliin Polliüliliitt. Fttitllg, 2. luitl(911. Hu9 der Partei. Lweitn Parteitag der sozialdemokratischen Partei in Holland. Rotterdam. 28. Mai 1911. Am SamStag und Sonntag hielt die junge S. D. P. in Notier- dam ihren zweiten Parteitag ab. Der Parteivorsitzende Genosse D. I. W y n k o o p tvicS in seiner Eröffnungsrede darauf hin, dag die Partei, entgegen der Ansicht eines Teiles der sozialdemokratischen Arbeiterpartei eine schwere Aufgabe habe und zwar in beziig auf die sozialistische Arbeiter- bildung, die Politik und die Gewerkschaftsbewegung, wie diese von der Internationale verstanden werden. Der Kampf für den Sozialis- mus sei in Holland sehr gering, habe selbst in den letzten Jahren abgenommen. So habe beispielsweise Genosse Vliesen, der Por- sitzende der sozialdemokratischen Arbeiterpartei die Ansicht geäußert, es herrsche kein Meinungsuuterschied zwischen der revisionistisihen und marxistischen Richtung in Sachen Kolonialpolitik. Das Gegenteil aber sei der Fall, da Vliegen nieine, die Sozialdemokratie habe keine besondere sozialistiiche Aufgabe in den Kolonien. Der holländische Kapitalis- mus verlege sich aber immer mehr auf die Ausbeutung der Kolonien und demzufolge entwickele sich auch dieses kleine Land immer weiter zum Militarismus und Marinismus hin, und zur gewalttätigen Kolonialpolitik. Dies schwäche die Entwickelung der holländischen Industrie, somit auch das Proletariat und insbesondere die Gewerkschaftsbewegung. Diesen Kräften gegenüber auf- zutreten sei Aufgabe der jungen Partei. da die sozialdemo- kratische Arbeiterpartei' in Selbstgenügsamkeit lebe und doch vorgebe, alles für die Arbeiterbewegung zu tun. Die Politik der S. D. A. P. sfördere den Anarchisnms und Syndi- kalismus, sie erziele nur Antiklerikalismus. Ferner besprach Redner noch die Wahlrechtsbewegung und meint, die S. D. A. P. sei bereits betreffs des Erfolges ihrer Petitionsbcwegiing für das allgemeinen Wahlrechts desillusioniert, sie habe gehofft, daß die ganze Gewerkschaftsbewegung dafür mobil zu machen sei, aber nur mit großer Mühe seien deren Mitglieder zur Teilnahme an der Aktion zu bewegen, selbst mit den Mitgliedern der S. D. A. P. selber sei dies der Fall. Auch habe man erwartet, von den Liberalen Hilfe zu erlangen, diese aber täten nichts. Der Jahresbericht erwähnt die vorherrschende allgemeine Schlaffheit in der Arbeiterbelvegung Hollands, sowohl in politischer als auch in gewerkschaftlicher Beziehung, während des abgelaufenen Jahres. Hierunter hatte auch die S. D. P. zu leiden. Ihre Mit- gliederzahl stieg nur von 595 Mitgliedern am 1. April 19lv auf 515 Mitglieder am 1. April 1911. Die Jahresbilanz schließt mit 874.59 Gulden, die des Parteiorgans, der wöchentlich einmal er- schcinden„Tribüne", mit 31 21, 42 Vz Gulden. Sie hatte am 1. April 1911 1919 Abonnenten, während überdies 12999 Exemplare durch Kolportage verkauft wurden und 2 999 Broschüren. Ferner erwähnt der Jahresbericht die Anerkennung der S. D. P. seitens des Jnter- uationalen Kongresses zu Kopenhagen. Am zweiten Sitzungstage erstattete Genosse W. van Rabesteyn namens der Delegation nach dem Kopenhagener Kongresse Bericht. Der Anschluß der S. D. P. an das Internationale Bureau sei hinausgeschoben worden, mit Rücksicht auf den Antrag des Genossen Kautsky, welcher den Anschluß der internationalen Parteien prinzipiell und demokratisch regele. Die Stimme der S. D. P., als marxistische Partei, niüffe in der Jiiternationale gehört werden. Nach längerer Diskussion betreffs Inhalt und Kampfesweise des Parteiorgans„Die Tribüne" wird beschloffen, neben dieser noch ein monatlich erscheinendes Blatt herauszugeben, zur Propagierung des Sozialismus mittels in populärer Weise geschriebener Artikel. In der Nachmittagsitzung werden die bisherigen Redakteure, die Genossen Ceton. Gorrcr, van Rabesteyn und Wynkoop, mit all- gemeinen Stimmen wiedergewählt. Nach einem Referate des Parteisekretärs Genoffen Ceton betreffs Teilnahme der S. D. P. an den im Somnier stattfindenden Gemeinderatswahlen wird beschloffen, an diesen, soweit dies möglich ist, mit eigenen Kandidaten teilzunehmen. Beschlossen wird zur Förderung der Wahlrechtsbewegung eigene öffentliche Wahlrechtsmeetings zu veranstalten, aber auch fernerhin, wie bisher, an allen von der S. D. A. P. und der Ge- werkschaftSzentrale veranstalteten Demonstrationen teilzunehmen. Der Vorsitzende, Genosse Wynkoop, fordert die Partei° genossen auf, sich an der am Eröffnungstage der Kammern am dritten Dienstag deS September im Haag stattfindenden Wahlrechts- demonstration, am„roten Dienstag", vollzählig zu beteiligen. Die„Freiheit" des Arbeiters in der Schweiz. Wir berichteten kürzlich, daß in Herisau sKanton Appenzell) unser Genosse Schristsctzer Märki in den Kanionsrat gewählt wurde, nach- dem er der Gemeindebehörde schon vorher angehört hatte. Da er im Kampfe mit freisinnigen Gegenkandidaten gewählt wurde, ist ihm nun seine Arbeitsstelle in der Druckerei der freisinnigen„Appenzeller Zeitung" gekündigt worden, da ihm das Geschäft nicht die nötige Zeit zur Ausübung seiner Mandate gewähren könnte. Findet er nun nicht eine andere Existenz, so ist er genötigt, fortzuziehen und die beiden Mandate niederzulegen. So steht es in der Praxis mit der Freiheit des proletarischen Schweizer Bürgers in der demokra- tischen Republik._ Die neue Arbcitsunivcrsität in Charleroi. Unser Brüsseler Berichterstatter schreibt unterm 29. d. M.: Die Provinz Hennegau, vorbildlich für seine von der liberal- sozialistischen Provinzialverwaltung geschaffenen Werke der fachlichen und gewerblichen Ausbildung für Arbeiter, hat mit der gestrigen Einweihung des neuen Gebäudes der„Uuivcrsits du Travail" in Charleroi einen weiteren Schritt auf diesem Gebiete getan. Da eS sich um eine Schöpfung für die Arbeiterklasse handelt, die freilich, wie jeder Vernünftige weiß, ebenso dem Kapitalismus zugute kommt, dem sie ein technisch geschultes und geistig enlivickelteres Material zur Verfügung stellt, hielt es weder der sonst gern Feierredeu haltende Arbeitsminister noch der Gouverneur der Provinz für not- wendig, der Einweihung deS interessanten und bedeutsamen Werkes beizuwohnen. Wie ja überhaupt die Regierung diese Provinz eben wegen ihrer Aktivität auf dem Schulgebiet mit ihrem Haß bestraft und rni.h den„atheistischen", d. h. nicht verpfafften Lehrerseminaren des Hennegan das OeffentlichkeitSrecht versagt. Das stattliche und umfangreiche Neugebäude, das sich auf dem hochgelegenen Teil der Stadt Charleroi, einem der wichtigsten Mittel- punkte des industriellen Hennegau, erhebt, verdient mit Recht mit seinen Sälen, seinen geräumigen Werkstätten und imposanten Ma- schiuenanlagen, seinem Hörsaal, seinein Museum, den Rainen einer Universität— einer Nniversirät für Arbeiter—, wenn es auch keine Hochschnldiplome oder Jngenieurtitcl sind, die den Zuhörern in der Bluse am Ende der Studienzeit verliehen werden. Die Kurse, von denen ein Teil in den Abendstunden und an Sonntagen abgehalten werden, und sich bis zur Dauer von zwei Jahren erstrecken, beziehen sich auf die verschiedenen Fach- und industriellen Gebiete. So gibt es deren für Elektriker, Mechaniker, Holzarbeiter, für die Glas- iudustrie usw. Die Arbeitsimivcrsität besitzt ferner eine Schule für die Heranbildung von fachlichen Lehrkräften und— als besondere ispezialiläl— eine Schule für Krüppel, die da irgend ein Gewerbe, die Korbmachcrei, die Mattenfabrikation, Schuh- macherei, Schneiderei, Tischlerei und andere mehr er- lernen. Gegenwärtig hat diese Schule himderl fünfzig Schüler, die von Werkmeistern, die zun, Teil selbst Krüppel sind, unterrichtet werden. So sorgt diese Schule dafür, daß viele, die die Ausbeutung unfähig gemacht, ihrem erlernten Gewerbe nachzugehen, und daß andere wieder, die durch Unglück und Zufall zu Krüppeln gemacht wurden, und denen die Gesellschaft kein Brot gibt, doch irgend einen Lebensunterhalt auf rechtschaffene Weise gewinnen können. Eine Graiisküche sorgt für die leiblichen Bedürfnisse dieser Schüler. Insgesamt versngt die Arbeitsuniversität über einen Lehrstab von 72 Professoren. 6 Werkmeistern und noch einer Anzahl temporär unter- richtender Lehrkräfte. Das Institut umfaßt alles notwendige Demonstrationsmaterial für den Fach- und industriellen Unterricht, dem eine entsprechende Motorenanlage und eine elektrische Zentrale dient. Au den, Werk, das auch eine interessante Ausstellung von technischen Arbeiten aller Fachschulen des Hcnnegan einschließt, hat neben dem Direktor der Anstalt, hervorragenden Anteil der sozialistische Provinzialdeputierte P a st n r. Die Universität selbst ist eine Schöpfung der Provinzialverwaltung, die e§ auch materiell er- möglicht hat, daß die 1993 in bescheidenen Rälimen errichtete in- dustrielle Fachschule sich zu dieser imposanten und alle Zweige um- fassenden„Universite du Travail" weilen konnte, deren Sinn und Streben der in der Halle aufgestellte'„Hammerschmied" Meuniers künstlerisch versinnbildlicht.— An der Eröffnungsfeier nahmen kleines feuilleton. Ein Besuch bei Raisuli. Unter denen, die jetzt in Marokko den heiligen Krieg verkündigen, steht der durch seine Taten als Räuber- Hauptmann bekannte Raisuli an erster Stelle. Ein Besuch bei diesem früheren Briganten. der gegenwärtig die Stelle eines Gouverneurs von Azela bekleidet, schildert der englische Parlamentarier Alan H. Burgoyne im„Wide World Magazine". Mit einem Freunde brach er zu diesem Ausflug von FeS auf, und es ivar eine recht malerische Kavalkade, die ihn geleitete. Während die beiden Engländer auf arabischen Vollbluthengsten ritten, begnügte sich ihr Führer mit einem weißen Maulesel, drei weitere Maulesel und ein Affe trugen Zelte und Proviant. Ein Soldat war ihnen zu niilitärischem Geleit mitgegeben, ein pechschwarzer Nubier von ritterlichem Aussehen. Als Geschenk für Raisnli halte man ein Barometer mitgenommen, nacki den, Sprichwort: Kleine Geschenks erhalten die Freundschaft. Nach langen Ritten durch weite Wüsten, in denen hier und da blühende Oasen wie traumhafte Märcheninseln auftauchten, kam ihnen endlich eines Mittags der Atlantische Ozean zu Gesicht. Dann ging es an der Küste entlang und Raisulis Stadt Azela lag vor ihnen. Azela ist ein stolzes Denkmal verfallender Größe. Eine alte portugiesische Niederlassung, die einst stark befestigt war und deren Mauern und Türme langsam verfallen. Störche haben ihr Nest an den alten Wällen autgeschlagen, sie gelten in Marokko für heilig und dürfen nicht gestört werden. Die romantische Szenerie einer langsam zerbröckelnden Ritterherrlichkeit wird plötzlich durch Trompetenfanfaren belebt: Raisuli tritt soeben aus der Moschee, in der er Allah für einen höchst wundersamen Sieg gedankt hat. Ein Stamm hatte dem Sultan Mulay Hafid neun Monate lang getrotzt. Schließlich wandte sich dieser an seinen„Freund" Raisuli. der jetzt den Namen Mulay Hamid führt, uin Hilfe und bat ihn, den un- gehorsamen Stamm zu züchtigen. Raisuli nahm sich der Sache mit solchem Eifer an. daß er, wie man erzählte, innerhalb sieben Tagen das ganze aufrührerische Volk völlig ausrottete, Mäimer, Frauen und Kinder, und ihre Wohnungen durch Feuer zcrstörte.I „Durch eiuen verfallenden Torweg kamen nun zuerst ein Trupp von Soldaten, die Messinginstrumente bliesen, Trommeln rührten und alte Flinten schwangen. Dann kamen in langsam würdevollen Gang die Schelks in leuchtend weißen Burnussen, gelben oder pur- purnen Pantoffeln und mit Silber beschlagenen Pistolen oder Schwertern. Viele von ihnen � im ganzen waren es wohl 290— gingen paarweise. Und zuletzt kam Raisuli, der große Brigant und Aufrührer, Raisuli, der Soldat, Ver- brecher und Gouverneur, von allem etwas und doch im ganzen eine Persönlichkeit für sich, mit nichts zu vergleichen." Die Engländer lasse» um eine Audienz bitten und werden eingeladen, mit Raisuli den Tee zunehmen. In ihrer bestaubten und zerrissenen Tracht nach langer Wüstenwandcruiig sind sie gerade nicht sehr Hof- fähig, aber Raisuli macht keine Unistände, als er sie auf einer Terrasse seines Hauses begrüßt. Raisnli reibt sich die Hände, ist sehr vergnügt und zeigt eine geradezu kindische Freude, als ihm der Barometer überreicht wird. Als sich die Reisenden von ihm ver- abschiedet haben, revanchiert er sich, indem er ihnen seinerseits Ge- schenke mit auf den Weg gibt, große Mengen Butter, lebende Hennen. zu Paaren aneinander gebunden, große Mengen Gemüse, Milch, Körbe mit frischen Eiern usw. Theater. Aeschylos' Orestie im ZirkuS Busch. Die Hast, mit der man Licinhardts Wagnis, den enggezogenen Rahmen d:§ modernen Theaters zu durchbrechen, nachahmt, berührt nicht gerade sympathisch. Ma» wußte doch, daß er nach dem ersten, großarsigen Wurfe seiner OedipuS-Jnszcnierung eine Aufführung der Äesckiylos-Orcstie in der Arena plante. Warum wartete man nicht darauf? Gewiß, die von Dr. Fritz Helm er arrangierte Darstellung im Zirkus Busch trug das Gepräge ernster künstlerischer Arbeit. ES ist sicher kein leichtes Werk gewesen, die Diktion der Schauspieler so durchgängig und über- einstimmend den Erfordernissen des mächtigen Raumes anzupassen und dennoch die Gefahr deklamatorischer Monotonie zu meiden. Aber Reinhardt berniag das auch, und seine freie, von bildnerischen Einfällen überquellende Phantasie hätte darüber hinaus vermutlich ganz andere suggestive Wir- klingen erzielt. Von einer tiefen Ergriffenheit der vieltansend- köpfigcn Zuhörerschaft war hier nichts zu spüren. Der Applaus klang ziemlich malt und die Studenten, die in Massen die oberen Ränge füllten, hielten die Gelegenheit für passend, ihre Ivertvolle Approbation im Ulkton taktmäßig exekutierten Händeklatschens und Fußgetrampels zu bezeigen. So ehrten sie den schlicht warmherzigen Appell, den der greise von Millamowitz-Moellendorf, der AeschyloS- Ileberfetzer, vor dem Beginn ans Publikum gerichtet hatte; seine Bitte, sich dem Eindrucke des Werkes unbeirrt durch die Distanz der Zeiten und Anschaunnge» in feierlicher Andacht hinzugeben... In dunkler Nacht, die sich allmählich zu grauem Dämmerlicht erhellt, beginnt das Spiel. Die in die Manege eingebaute Szenerie stellt ein Iveit in die Arena vorgestrecktes Vestibül vor Agamemnons steinernen Palafte dar; auf dem Altare in der Mitte glüht Opferfeuer. Der einsame Wächter erspäht die lang ersehnten Flammensignale, die TrojaS Untergang und Agamemnons Rückkehr melden und eilt mit seiner Bolschaft zu der Königin. Freude heuchelnd, unter Dankgebetcn tritt Klytämnestra zum Altare. Der Chorführer der Greise von Argos feiert in klingenden Rythmen den Sieg, die ruhmreiche Rache an dem fremden Volk. Endlich erscheint er selber Agamennion, die gefangene trojanische Seherin Kassandra mit sich führend. Er ist demütig vor den Göttern, die er schon durch Betreten der auf Kassandras Geheiß vor seinen Füßen ausgebreiteten Purpurdecken zu reizen fürchtet, aber er schwelgt in der Erinnerung an das wilde Morden. Er folgt der Böses sinnenden Gemahlin in das Haus. KaffandraS ahnungsvoller Sinn, von Grauen geschüttelt, fühlt Ungeheures nahen. Vor dem zurück- gebliebenen Chor ergießt sich ihr Gefühl in Klagen. Längst Ver- gangenes, die Greuel und Verbrechen, in Ivelchen Agamemnons Atridengcschlecht sich seit jeher zerfleischte, Bruderzwist und tückischer Kindermord steigt auf vor ihrem Auge und das Entsetzliche, mit dem die Zukniift schwanger geht. Willenlos und in Gewißheit ihres eigenen TodcS überschreitet sie die Schwelle zum Palaste. Wenige Augenblicke und eS erschallt AgailiemnonS furchtbarer Wehruf. Klytämnestra, fiebernd in der Ekstase dcö Triumphs, stürmt heraus und rühmt sich vor dem Chore, daß sie dem Gatten das Netz über das Haupt geworsen, den wehrlos Gemachten mit drei wohl- gezielten Beilhieben erschlagen habe! Kassandra, die trojanische! Kebse, teile sein Los. Gerecht sei ihre Rache, Heim« sozialistische und liberale Vertreter teil. U. a. sprach auch der Direktor des Brüsseler ssozialogischen)„Jnstitnt Salvay", Wax- Weiler._ Zum Andenken an den bosnischen Gencralfircik von 1906, der drei Arbciterleben kostete, veranstalteten unsere Genossen in dem österreichisch-ungarischen Reichsland am 14. Mai Versammlungen in Sarajewo, Mostar und Tusla. Der Erzbischof Hadler gestattete aber keinen Akt des Gedächtnisses ans dem Friedhof. Er will übrigens in Zitkimft Sozialdemokraten auf dem der Kirche ge- hörenden Friedhof nicht inehr bestatten lassen, wie er der Landes- regierung mitteilen ließ. Die Versammlungen verliefen trotz mancher Poltzeibelästignngen großartig. In Tusla war aber sogar der Umzug durch die Straßen gestattet I pollxeilicbeg, Ocriclitltcbes ukw, Ostelbisches Vcrsamiiiliiiigsrccht. Im Wohlkreise L a b i a u- W e h l a u ist e§ unsern Genossen nach wie vor nicht möglich, größere Versammlungen zu veranstalten. Lokale werden ihnen verweigert und Versammlungen unter freiem Himmel werden dauernd von den Behörden perhindert. Wiederholt ist die Partei bis zum Oberverwaltungsgericht gegangen; trotzdem wird das Reichsvereinsgesetz nicht respektiert. Vor kurzem sollte in Groß-Azlacken(Kreis Wehlan) eine sozialdemokratische Versammlung unter freiem Himmel stattfinden. Am 12. Mai wurde beim Amtsvorsteher von Groß-Schierau um die Genehmigung nachgesucht; am 27. Mai hatte der Veranstalter noch keine Antwort erhalten. Nun fragte er in einem eingeschriebenen Briefe an, warum kein Bescheid erfolge; die Antwort ivar wieder Schweigen. Dabei schreibt das Gesetz vor, daß dem Beranstalter im Falle der Verweigerung sofort ein kostenfreier Bescheid mit Angabe der Gründe zu erteilen sei. Von unseren Parteigenossen ist Beschlverde beim Landrat ein- gelegt worden. Auf die Antwort wird man wahrscheinlich monate- lang warten„dürfen"._ Ein beleidigter Sozialistentöter. 190 Mark Geldstrafe diktierte das Kieler Schöffen« geeicht dem Redakteur der„Schlesw.-Holst. Bolkszeitimg", Genossen Henschel, zu, weil der Grundstücksmakler Theodor Lorentzen in einer Notiz, die sich mit seiner Tätigkeit als Hauswirt beschäftigte, „Kulissengucker" und„Tctje" genannt war. Herr Lorentzen hatte im Jahre 1899, als er noch auf der Reichswerfl als Arbeiter beschäftigt war, unter dem Titel„Ein Blick hinter die Kulissen der deutsche» Sozialdemokratie" eine Sudelbroschüre herausgegeben. In einem Prozeß gegen die„Schleswig-Holsteiiiische VolkSzeitnng" war diese Broschüre bald nach ibrent Erscheinen als Plagiat einer schon früher vom Kieler LandesverstchernngSrat Hansen herausgegebenen antisozialisttschen Broschüre geleuitzetchnet worden. Herr Lorentzen aber erhielt als„Anerkennnng" für die Beschimpfung der politischen Bestrebmigen seiner damaligen Klcissengenossen von den Kieler Arbeitern den Namen„Knlisseiiguckcr". Den Namen „Kulissengucker" und die in Schlestvig-Holstein allgemein übliche vertrauliche Anrede„Tetje" für Theodor bezeichnete das Gericht als frivole Beleidigung._ Der klägliche Rückzug eines„Gelben". Wegen Beleidigung des Genossen Brückl hatte sich der Redakteur Horn von der gelbe» Braiterbtuideszeititiig in Berlin vor dem Schöffengericht G e l s e n k i r ch e n zu verantwortc». Vor dein Termin bat der Häuptling der Gelben inbrünstig um gut Wetter. Er verpflichtete sich zu einer Ehrenerklärung und nahm unter dem Ausdruck des Bedauerns die Beleidigimg zurück. Die Zurücknahme der Beleidigung muß in die„Brnnerciarbeitcr-Zcitimg" und in der gelben„Bimdeszeitung" erfolgen. Ferner verpflichtete sich Horn sämtliche Kosten zu tragen._ Versammlungen. In einer Versammlung der Branerei-Handwcrkcr am Mitt- woch im Englischen Garten wurde das„loyale" Verhalten der Brauereien unter dem neuen Tarifvertrag gründlich besprochen. Nach dem, was der Referent Handle ausführte und was in der Diskussion durchaus bestätigt und in mancher Hinsicht ergänzt wurde, scheint es, daß verschiedene Brauereien den im vorigen Jahre abgeschlossenen Tarifvertrag mehr dazu ausnutzen, die Ar- zahlnng unverjährbarer Schuld. Denn Agamemnon habe Iphigenie, ihre geliebte Tochter, um von den Göttern giuistige Winde für die griechische Kriegsflotte zu erkaufen, auf AuliS als Opfer töten lassen. Nun büße er niit seinem eigenen Blute. Und auch AegisthoS, KlytämnestraS Buhle. Eohlockt. Auch er beruft sich ans das Recht der Rache. Für die Missetat, die Agantemnons Vater seinem Vater zugefügt, mußte dieser fallen! Schamlos, mit frecher Tyrannenmacht droht er den Greisen, die die vergeltende Macht der Götter anrufen, als deren Werkzeug in der Ferne Orestes Agamem- nons Sohn, der junge Orest, heranwächst. Gegen die Frevelnden erhebt sich, im Vertrauen auf die unentrinnbare Gewalt der Himmlischen, die Stimme deS Volkes. Mit diesem Ausblick— blutige Frucht der blutigen Tat voraus verkündend— schließt erhaben düster der Agamemnon ab. Die beiden anderen Teile der Orestes-Trilogie sollen in einer Ailfführung der nächsten Woche folgen. Hans S i e b e r t als Agamemnon, Gertrud Arnold als Klytämncstra, Ludwig Harlan als Führer deS ChorcS sprachen mit Nachdruck und Kraft. Auch die kleineren Rollen tvaren gut be« setzt. Nirgends störte ein wirkliches Versagen. Den Glanzpunkt der Vorstellung bildete Tilla Durieux, eine leidenschaft-durchglühte, in Linien und Bewegung prachtvoll malerische Seherin. sib. Notizen. — K n nstöh r on i k. Die Neuerwerbungen der Rational« g a I e r i e der letzten beiden Jahre sollen im Herbst in der Akademie der Künste ausgestellt iverden. Man tvird dann beurteilen können, was dSr Nachfolger Tschudis geleistet hat. — Ein prähist arischer Schädel wurde in der„Tcitfels- höhle" bei Steinau(Hessen) entdeckt, Prof. Klaatsch erblickt in ihm eine Vorstufe des Ncandertalmenschen, während andere Forscher ihn für den Schädel eines menschenähnlichen Affen halten. — S t r i n d b e r g im Zirkus. Reinhardts und VomiS Vorbild wird in Schweden Nachahmung finde». Wie August Strind« berg in„Astontidiiingen" mitteilt, plant Direktor Wemersten vom Stockholmer Volkstheater die Aufführung seines großen historischen Dramas„Gustav Adolf", dessen Aimahine bisher von allen Theatern verweigert wurde. Die Aufftthrimg soll Milte September im Zirkus Orlando in Stockholm stattstudeit. Dekorationen werden dabei nicht zur Anwendung kommen. — Die Risikoprämsie für Herausgabe erotischer Literatur ist zurzeit in Deutschland wieder einmal sehr hoch. Der exquisit-galaiite Zeichner Bayros, der die erotische Sinnlichkeit des 18. Jahrhunderts in Treibhauskultur züchtet, und der Uebersetzer und Herausgeber erotischer Literatur, Dr. Semerau, sind in München wegen Vergehens gegen die Sittlichkeit angeklagt. Dr. Semerau wurde in Arco(Oesterreich) verhaftet und ein Aus- lieferungsverfahren gegen ihn eingeleitet. Mit.erotischer Literatur werden hentzutage glänzende Geschäfte gemacht, aber die Risiko- Prämie ist hoch, denn die bürgerliche Gesellschaft genießt zivar gern verbotene Früchte, aber sie heuchelt moralische Entrüstung— wenn die Sache publik wird. — Das fortschrittliche Portugal. In der portu« giesischen Republik wird vom 1. Januar 1912 ab als gesetzliche Zeit die westeuropäische(nach dem Meridian von Greenwich berechnete) gelten. tei'töverhSltmsse zu verschlechtern als sie zu verbessern, obwohl >der Z IS des Tarifvertrags ausdrücklich besagt, datz. wo bessere Arbeitsbedingungen bestanden, Verschlechterungen nicht eintreten dürfen. Beim Tarifabschlutz haben die Vertreter der Brauereien dies auch noch mündlich versprochen, aber ihr Versprechen ist zu einem großen Teil nicht inne gehalten worden. Man hat jenen Paragraphen so ausgelegt, daß nur diejenigen Arbeiter darunter zu verstehen seien, die bereits vor Abschluß deS Tarifvertrages in der betresfenden Brauerei beschäftigt waren, nicht aber die in- zwischen neu Eingestellten. In der Schultheiß-Brauerei, nament- lich in der Abteilung II. aus der übrigens eine ganze Reihe von Mißständen gemeldet werden, hat man z. B. die Vergünstigung des früheren Feierabends am letzten Tage vor den hohen Festen nicht für sie betresfenden Gruppen von Arbeitern fortbestehen lassen. sondern nur für die schon vor Abschluß des Tarifs eingestellten Leute, so daß in ein und derselben Berussgruppe ein Teil früher Feierabend machen darf, während der andere ebenso lange wie an allen anderen Tagen arbeiten muß. Ferner wird berichtet, daß man systematisch darauf aus ist, die älteren Arbeiter aus dem Betriebe zu verdrängen und statt ihrer neue einzustellen, die dann eben nur den Minimallohn erhalten und nicht an den Ver- günstigungen teilhaben, die für die Entlassenen die längere Be- schäftigungSdauer mit sich gebracht hatte. Die Brauerei spart eben in solchem Fall an jedem Arbeiter und in jeder Woche die 4 M. AlterSzulage. Manchmal soll es auch vorkommen, daß die Arbeits- Plätze nicht wieder besetzt werden, sondern daß man die Arbeit einfach den übrigen Leuten aufbürdet. Man sucht eben die höheren Ausgaben, die der Tarifvertrag zur Folge haben müßte, auf diese Weise wettzumachen, und demselben Zweck dient auch das schrankenlose Antreibersystem, das ebenfalls, wie berichtet wird, seit Ab- Muß des neuen Tarifvertrags immer mehr um sich gegriffen hat. Im übrigen wird auch über die Behandlung im allgemeinen ge- klagt, und in dieser Hinsicht wurde namentlich der„Vorschmied" Schröder genannt sowie der Inspektor Schubert, der sich herausnehmen soll. Arbeiter mit allerlei Namen aus dem Tierreich zu bezeichnen. Merkwürdig ist es auch, daß den Handwerkern während der Arbeitszeit die Trinkgelegenheit abgeschnitten wird. Vom Trinkwasser, das ihnen zur Verfügung steht, wird gesagt, daß es ganz gelb und deswegen ungenießbar und jedenfalls auch gesundheitsschädlich sei. Der Arbeiterausschuß hatte die Direktion um die Zulassung von alkoholfrein Getränken ersucht, war aber ab- schlägig beschieden worden, und zwar mit der Begründung, daß die Abstinenzvereine eine solche Einrichtung der Brauereien für ihre Agitationen ausnutzen könnten. Wer aber während der Arbeits- zeit beim Biertrinken erwischt wird, muß auf Entlassung gefaßt sein.— Aehnliche Klagen wurden auch über die Patzenhofer- Brauerei NW. laut, wo ebenfalls die Behandlung zu wünschen übrig lassen, und die Antreiberci unerträglich sein soll. ES wird auch berichtet, daß dort die Unfallverhutungsvorschriften allzu wenig beachtet, und unerfahrene Leute an gefahrvolle Arbeiten kommandiert werden, mit denen sie durchaus nicht genügend ver- traut sind. Das soll schon ein Uebermaß von Unfällen zur Folge gehabt haben. Auch in dieser Brauerei hat man entgegen dem Tarifvertrag Verschlechterungen durchzuführen gesucht und z. B. eine halbe Stunde Frühstückspause bei Sonntagsarbeit, die früher dezahlt wurde, vom Lohn in Abzug gebracht, bis man vor kurzem auf Drängen der Arbeiter den früheren Zustand wieder herstellte, jedoch ohne das seit dem neuen Tarifvertrag zu wenig Gezahlte nachzuzahlen. Ferner wird in dieser Brauerei über Mangel an ordentlichen Wasch- und Ankleideräumen geklagt. Diese Ein- richtungen sind in einem alten Gebäude untergebracht, das gar nicht dazu geeignet ist, und schon lange abgerissen werden sollte. Die Brauerei steht mit der Stadt Verlin in einem Streit wegen eines Streifens Grund und Boden, und man meint, daß sie des- wegen die dringenden notwendigen Neubauten nicht ausführen läßt, weil sie sonst bei diesem Prozeß in Nachteil kommen könnte.— Auch aus der Vereinsbrauerer in Rixdorf wurde über Verschlech- terungen berichtet, die offenbar dem Tarifvertrag widersprechen. Im allgemeinen scheint die Sache so zu liegen, daß in den genannten wie in verschiedenen anderen Brauereien Mißstande ein- gerissen sind, die mehr und mehr unerträglich werden. Die lllleinung der Versammlung ging dahin, daß man sich unter diesen Umständen fragen müsse, ob es noch zweckmäßig sei, in Zukunft wiederum einen Tarifvertrag mit den Brauereien abzuschließen, oder ob eS nicht besser sein werde, sich freie Hand zu lassen, um i�u jeder Zeit mit der ganzen Macht der Organisationen für die Abstellung von Mißständen sorgen zu können. Was die oben er- wähnte verkürzte Arbeitszeit an den Vorabenden der hohen Feste betrifft, so hat allerdings das Einigungsamt zugunsten der Unter- nehmer über die Frage entschieden; die Versammlung war jedoch einstimmig der Meinung, daß diese Entscheidung auf einem Fehl- schluß beruht und mit dem Geiste des Tarifvertrags in Wider- spruch steht.— Es wurde schließlich folgende Resolution einstimmig angenommen: „Die Versammlung der in den Berliner Brauereien beschäf- tigten Handwerker erwartet, daß die Bestimmungen des Tarifs von den Brauereien so ausgeführt werden, daß die vor dem Tarifvertrag vorhanden gewesenen Lohn- und Arbeitsbc- dingungen nicht verschlechtert werden, Sie beauftragt die Organisationsleituugen, in geeigneter Weise dafür zu sorgen, daß die Tarifbestimmungen erfüllt werden, und zwar so, daß irgendwelche Schädigung der Arbeiterschaft vermieden wird. Ferner erheben die versammelten Handwerker der Ring- brauereien Protest gegen die Entscheidung des Einigungsamtes bezüglich des früheren Arbeitsschlusses am Vorabend der hohen Feste. Die Arbeitnehmer stehen einmütig auf dem Standpunkt, daß der ß lS des Tarifvertrags nicht auf einzelne Personen an- wendbar ist, sondern, dem Sinne nach ausgelegt, auf ganze Bc- triebe oder Gruppen angewandt werden muß. Sie erwarten deshalb eine Revidierung des fraglMn Beschlusses." Hus aller Melt. Ktrchltcber CerrommiiQ. Mit gutgespielter Entrüstung zetern die schwarzblauen Reak- tionäre bei jeder Gelegenheit über angeblichen Terrorismus der Sozialdemokratie. Auch das Attentat auf die Selb st- Verwaltung der Arbeiter in den Krankenkassen wurde ja begründet mit dem Terror, den die Sozialdemokraten gegenüber allen anders gesinnten Leuten ausüben sollen. Wo in Wirklichkeit die Terroristen sitzen, lehrt wieder einmal ein Vorkommnis, an dem die Frömmsten der Frommen beteiligt sind. Im heiligen Köln veranstalteten kürzlich die K a p u z i n e r m ö n ch e in den katholischen Kirchen sogenannte Missionen. Bei dieser Ge legenheit wurden an die Gläubigen Zettel verteilt, die über- schrieben:.Meine Vorsätze.(Jeden Sonntag bei der hl. Messe zu erneuern)" folgende Aeugstigung der armen gläubigen Seelen enthalten: „Ich will meine Seele retten. Darum will ich die letzten Dinge stets vor Augen halten. Es kommt der Tod, vielleicht gar bald, und dann das strenge Gericht mit dem un« widerruflichen Urteilsspruch. Wie wird er lauten, Himmel oder Hölle? Wie— wenn ich jetzt stürbe?... Ich will von mir und meiner Familie alles fern halten, was den Glauben in Gefahr bringen könnte, keine Freundschaft mit glaubens- und sittenlosen Menschen halten, keine Bücher lesen, die den Glauben oder die Sittlichkeit bekämpfen, keine un- sittlichen, tirchenfeindlichen, farblosen Zeitungen lesen oder halten. Bes anders will ich mich hüten vor einer B e- kann tschaft mit Personen, die nicht gleicher Gesinnung und gleichen Glaubens sind, und keine gemischte Ehe eingehen...." Die Zettel tragen den Vermerk.mit bischöflicher Ge- nehmigung". So werden die Frommen im Banne der allein seligmachendcn Kirche gehalten, die ihnen vorschreibt wie sie leben, was sie lesen, was sie lieben und— wen sie wählen sollen. Und da? klagt über sozialdemokratischen Terrorismus. Fernflug Paris— Rom— Turitt. Der Flieger G a r r o S ist am Donnerstag nachmittag 6,14 Uhr auf dem Flugfelde in Rom eingetroffen. Der Bewerber W i d d a r d hat jetzt Genua erreicht. Auch der Sieger des WettflugS Paris— Madrid, Büdrine, will sich noch an dem Fluge beteiligen. In dem Sachsen-Rundflug erhielt Loitsch den 1, Büchner den 2. und L i n d p a i n t n e r den 3. Preis. Ein Militararsenal in die Lust geflogen. Eine furchtbare Explosion ereignete sich am Mittwoch in publik Nicaragua. Das Militararsenal deS Staates wurde, wie man annimmt, durch Gegner der jetzigen Re« gierung, in die Luft gesprengt. Wie ein Telegramm des amerikanischen Gesandten nach Washington benchtet, sind bei der Katastrophe 130 Menschen ums Leben gekommen. Der Regierungspalast und mehrere öffentliche und private Gebäude wurden durch die Explosion stark beschädigt.__ Univetterverheernngen in England. Am Mittwochabend ging über London und die sudlichen Graf- schaften ein Gewitter nieder, wie es in gleicher Heftigkeit seit Jahren nicht beobachtet worden ist. In London wurden zwei Polizisten vom Blitz erschlagen; der eine von ihnen ritt durch den Worcesterpark, als er durch einen Blitzschlag mit seinem Pferde gelötet wurde, der andere wurde auf einer Straße der City vom Blitz getötet. Eine 36 jährige Frau, die hinter einer Mauer Schutz gegen das Unwetter gesucht hatte, wurde von der Mauer erschlagen, als diese vom Blitz getroffen zusammen- brach. Ein Blitzstrahl traf die Trinitatiskirche in London, die in Brand geriet, jedoch konnte das Feuer bald gelöscht werden. — Auf dem Rennplatze von E p s o m hat das Unwetter ebenfalls enormen Schaden angerichtet; acht Personen erlitten schwere Verletzungen, eine wurde getötet. In einem Eisenbahnwagen, in den der Blitz einschlug, wurde ein Kind ge- tötet und eine Frau mit einem Kinde schwer verletzt. In der vom Rennen zurückkehrenden Menschenmenge wurden mehrere Personen von Blitzschlägen getroffen und getötet. Die nieder- gegangenen Wasseifluten haben in London und in der Umgegend großen Schaden angerichtet._ Kuhstall und Arbeitertvohmmg. Zu eigenartigen Betrachtungen regen zwei Beschlüsse an, die die Görlitzer Stadtverordneten in ihrer letzten Sitzung faßten. Für da? der Stadt gehörige Rittergut Hennersdorf wurden, um die Rentabilität des Gutes zu erhöhen, mehrere bau- liche Veränderungen verlangt. Die für das Wohlergehen deS Rind- vieheS besorgten Stadtväler bewilligten denn auch für den Bau eines neuen Kuhstallgebäudes für bv Kühe 43 OVO Mark. Daneben gedachte man auch der zweibeinigen Arbeitstiere. Für den Bau von acht Wohngebäuden für Arbeiter« familien auf dem Gute wurden 32 606 Mark ausgeworfen. Da man wohl annehmen darf, daß jede Arbeiterfamilie auS sechs Köpfen besteht, entfallen auf den Kopf der Arbeiterfamilie 667 Mark, auf den Kopf des Rindviehs 866 Mark Baukosten. Glück« licheS Rindvieh._ Kleine Notizen. Arbeiterrlsiko. Auf einem Neubau in Breslau brach gestern mittag ein Gerüst zusammen, wobei zwei Maurer und ein Arbeiter drei Stock tief in einen Lichtschacht stürzten. Einer von ihnen ist tot, die beiden andern schwerverletzt.— Beim Tunnelbau an der neuen Eisenbobnstrecke bei Irrel im Rheinland wurden gestern morgen vier Arbeiter durch Stickgase betäubt. Einer von ihnen stel zu Boden und geriet unter einen vorbeifahrenden Wagen, der ihn tötete. Schwere Bluttat. Im EisenbahndirekttonSgebäude in Breslau schoß gestern vormittag der Eisenvahnsekretär Hermann P r z h n s k i mit einem Ltevolver auf den Bureauassistenten Isidor Stern und verwundete ihn hinter dem rechten Ohr. Hieraus tötete er sich s e l b st durch zwei Schüsse. Stern dürfte mit dem Leben davon- kommen. In den Flammen umgekommen. Bei einem in vergangener Nacht entstandenen Brande in H e r z f e l d in Mecklenburg, dem vier Wohnhäuser zum Opfer fielen, kamen zwei junge Leute umS Leben.— In Blankenese brannte in derselben Nacht daS HauS eines Molkereibesitzers Barkendorf nieder. Barkendorf und seine Frau, beide im Alter von 78 Jahren, kamen inden F lamme n u in._ Sozialdemokratischer Watilvereio I. für den Köpenicker Viertel« Bezirk 167. Dm Mitgliedern zur Nachricht. daß unser Genosse, der Gastwirt Fnuw Wildgrube MuSkauer Str. 23 gestorben ist. Ehre seinem Andenke»! Die Beerdigung findet am Freitag, dm 2. Juni, nachmittags 3 Uhr, von der Leichenhalle des Urban- Krankenhauses aus nach dem Tbomas-Kirchhof, Hermann- stratze, statt. Neu V«u«t»nck. Buchhandlung Vorwärts Berlin SW. 88 Kilndenstr. 60(Laden). Soeben erschien- von prieckriod Stampfer.; In Leinen gebd.A M. v»»»»»»»»»»je'»'»»»gM?> flachtrag zur Liste der beivilligten Bäckereien. Alllneu- uith smuniiluiitm von Roberl Heyer, unc Uariannku-Ztrnßr 2. Zahlstelle Berlin. Das Bttvealt ist am Sonnabend, den 3. Juni, und Dienstag, den S. Juni, von mittags 1 Uhr ab geschlossen. Der Arbeitsnachweis ist Dienstag, den v. Juni, geschloffen. 24/3 Die Ortsvertraltnnx. BrciTVopfen »z» ■ U' Kaol iifissige Metall-Politur machen das schmutzigste Metall spiegelblank in Flaschen von 10 bis 50 Pf. Ueberau zn haben. Fabrik: Labszynski A Co., Berlln-LichtcnberjE. Hermann Fischers»i.i�.e Särge Berlin, ttrbanftr. III, Eck-Jahnstr., trühcr Nixdorj. Tel.- Amt IV, 13459. itntonftr. 3, Treutier. Antwerpener Str. 4, Hattwig. Bergftr. 38, Nentwich. Bornemannstr. 8, Sander. Bornholmer Str. 75, Schneider. Tamvhausenstr. 6, Findler. Dolziger Str. 36. Weber. Fried enstr. 74, Türpe. Hasenheide 49, Krüger. JablonSIistr. 1, Weile. Jakobstr. 18/19. Lück. „ 138, Lück. Manteuffelstr. 129, Rusicke. Neanderilr. 30, Nowoladlo. Obmstr. 12, Nowosadko. Scharnborftstr. 7, Gutsche. Schönleinstr. 19, Drauschke. Stesanstr. 47, Krug. Turmstr.«2, Sprengel. Waldstr. 35, Langgur. Wiclesstr. 49, Krug. Alt-Glienicke. Rudower Str. S0, Bmster. Voxhagen-Rnmmelsbnrs« Grhphiusstr. 28, Sperlich. Krossener Str. 19, Bremier. Lückstr. 15, Werner. Charlottenburg. Helmholtzstr. 18, AndriSty. KnobelSdorffftr. 7, Tbiel. Pestalozzlstr. 74, Thiel. Potsdamer Str. 30, Thiel. Selenheimcr Str. 9, Freudenreich. Tauroggener Str. 2, Thiel. Wallstr. 85, Müller. Fricdrichsfclde. Berliner Str. 2. Meyer. Hermsdorf. Reptunflr. 36, Laufer. Köpenick« Mentzelstr. S, Bültner. Lichtenberg. Flnowstr. 33. Mondt. Franksurter Chaussee 61, Holter. Niederbarnimllr. 25, Rogge. Rödcrstr. 54. Feuer. Mariendorf. vergstr. 23, Obensperger. Nieder-Zchönhausen. Charlottenstr. 52/53, Muchow. Lindenallee 39», Mrose. Pankow. Florastr. 41, Schneider. Görschftr. 11, Bochnig. Reinickendorf. Berliner Str. 69, Mittendorf. Provmzstr. 125, Brose. Rixdorf. Bergstr. 73. Kahlcrt. , 129. Hortmann. Canner Chaussee 179, Döbler. Lesstngstr. 30. Hoppe. Neue JonaSstr. 33. Plagcmann. Richardplatz 16. Blasiu». Schöiiebcrg. EberSstt. 37. Weber. Selchow. S. Schulze. Spandau. Kbrnerstr. 5, Schmidt. Nmendorser Str. 13, Schmidt. Tegel. Schulstr. 1, Zum Bruch. lkScihensee. Lindmallee 58, Meinhardt. Gemeinsame Orts-Krankenkasse Aus der Liste der belviliigten Kückemen mger Tarifbruchs gestrichen. Rlxdorf. Die Bewilligung zurückgezogen Hermannstr. 61/62, Radlke. Weihensee. Helnersdorser Str. 4/6. Stuwe. LanghanSstr. 142. Kafijchke._ Berlin. /riedrichSselder Str. 17, Liebsch. ynarstr. 14, Fiedler. ProSkauer Str. 28, Rau. RüderSdorfer Str. 62. 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Solche Anschaffungen seien lediglich aus Betriebsüberschüffen zu machen. Die beiden Regiernngen erhoben demzufolge auch Ein- spruch gegen die letzte Bilanz vom 31. Dezember 1910. Die Vertreter der Aktionäre und Mitglieder des AufsichtSratS und Vor- standes— unter denen sich die Bankdirektoren Friedländer und Otte sowie Rechtsanwalt Goldstein-Berlin und andere Berliner und Hamburger Finanzleute befanden— protestierten mit aller Entschiedenheit gegen diese Vergewaltigung der Gesellschast durch did beiden Staatsregierungen. Die Auszahlung der Dividende und die Inanspruchnahme des Reserve- und Erneue- ruiigsfonds sei nicht ungesetzlich. Durch die Regierungsmatznahmen würden Kursstürze erfolgen und die Aktien entwertet. Kein- Mensch würde mehr Kapital in solche Unternehmungen stecken und andere schöne Gründe mehr, entströmten den entrüsteten Kapitalistmmäulern. Auf der Generalversammlung war Lübeck durch zwei Senatoren, Oldenburg durch einen Regierungsrat vertreten. Die Versammlung beschlosz, die Anträge der Regierungen abzulehnen, die Dividende auf Vorzugsaktien zu genehmigen und eventuell den Streitfall bis zum Reichsgericht durchzufechten. Die Vertreter der Regierungen protestierten gegen den Beschlutz und wiederholten die Straf- androhung für den Fall der Dividendenzahlung. Unter allgemeiner Erregung und Entrüstung wurde die Versammlung geschlossen. Wie kann man auch das dreimal geheiligte Privateigentum von Staats wegen anzutasten wagen. Das wäre ja heute schon die Expro- priation der Expropriateure._ Trust und Arbeiter. Wie das zusammengeballte Riesenkapital der Trusts mit den Arbeitern umspringt, lehren einige Angaben, die die.Deutsche Wirt- schastszeitung* aus Anlatz des zehnjährigen Bestehens der amerika- Nischen Steel Corporation(des Slahltrusts) macht. Dieser am 1. April 1901 ins Leben getretene Trust, der über mehrere hundert- tausend Angestellte und Arbeiter kommandiert, erzielte im Jahre 1910 einen reinen Betriebsgewinn von 174.71 Millionen Dollar (gleich rund 734 Millionen Mark). Was aber kriegen die Arbeiter? Sie genietzen eine sehr.patriarchalische" Fürsorge.„Reben Hunderten von guten Arbeiterhäusern sind hier trefflich eingerichtete Schulen und Krankenhäuser, Bibliotheken. Turn- und Schwimmhallen, Theater und Konzertsäle für die Angestellten geschaffen. Der Pferdefuß all dieser Matznahmen ist freilich nicht zu übersehen. Wehe dem Armen, der die Miete eines Vierzimmerhäuschens kündigt oder zurKündigung Anlatz gibt: er mutz schon anderen Tags die Wohnung räumen und mag mit Weib und Kind auf der Stratze umherirren! Die Leirung der Wohltätigkeitsanstalten ist dem Scheine nach in Händen der Arbeiter, in Wirklichkeit in Händen des Trusts, dessen Beamte die Vorstände bilden, um dafür zu sorgen, datz nicht etwa aus Turn- und Gesang- vereinen Koalitionen werden, die das Organisationsverbot um- gehen." Denn eine gewerkschaftliche Organisation duldet der Trust nicht.„Unbeugsam und unentwegt" versteift er sich auf das Prinzip des Herrn im Hause. Er hat es sogar fertig gebracht, die •Amislgjamatscl Association ok Iren and Steel Workers(den Verband der Eisen- und Stahlarbeiter), eine der reichsten Gewerk- schaffen, durch Stillegung der Werke, die die Mitglieder des Ver- bandes beschäftigen, zu„zerquetschen". Natürlich weitz der Trust ganz gut, warum er die Arbeiter lieber mit„Wohltätigkeit" beglückt und bevormundet und keine Gewerkschaft duldet: die würde ihn im Lohndrücken stören..Der durchschnittliche Jahreslohn des gesamten Angestellten- Heeres ist allerdings von 1902 bis 1607 von 717 auf 800 Dollar oder um 11,7 Proz. gestiegen; die Zunahme steht aber in keinem Verhältnis zur Preiserhöhung aller Lebensbedürfnisse im gleichen Zeitraum. Und stellt man in Rechnung, datz der Trust eine Menge Angestellter mit sehr hohen Gehältern im Dienst hält, so ergibt sich für den gewöhnlichen Arbeiter ein Durch- schnittswochenlohn von etwa 12 Dollar(ungefähr 50 M.), der sich angesichts der amerikanischen Wirtschaftsverhältnisse hart an der Grenze der Hungcrlühne bewegt." In Zweigunter- nehmungen des Trusts aber, so fährt die„Deutsche Wirtschaftsztg." fort, wie in der Pressed Steel Co. und den Cherry Hill-Bergwerken, herrschen Zustände, die.aller gesellschaftlichen Moral Hohn sprechen". Enthüllungen über amerikanische Trustpraktiken. Der Generalanwalt DickcrSham kündigte bei seiner Vernehmung seitens des Ausschusses des Repräsentantenhauses an, datz die Regie- rung die Strafverfolgung von Trusthäuptern verlange. Die Demo- kraten brachten aus Dickersham heraus, datz dieser früher, als gerade der Zuckertrust fungierte, 26 000 Dollar erhalten habe. Auch beim Stahltrust hat DickcrSham ähnlich gewirkt. £his der Frauenbewegung. Kindersklaven in Europa resp. Deutschland. Unter diesem Titel brachten wir hier kürzlich einen Bericht über einen Vortrag, den die Expolizeiassistentin Henriette Arendt aus Stuttgart in Berlin gehalten. In der Diskussion über diesen Vor- trag gerieten die bürgerlichen Leiterinnen der Versammlung mit den sozialistischen Rednern aneinander, weil diese anempfahlen, den bürgerlichen Blättern, die durch ihre so- genannten Adoptionsannoncen diesen Kinder- Handel begün st igten, entgegenzutreten. Glück- lichcrweise scheint der sozialdemokratische Rat nun dennoch auf guten Boden gefallen zu sein. Wenn auch das Samenkorn zu- nächst in erzkatholischen Boden gesunken war, scheint es doch nun auch an anderer Stelle zu nützen. Vielleicht hat auch der ungeschminkte Tatbestand, den der„Vorwärts" gegeben, dazu beigetragen. Aber lassen wir der„Germania" den Vorrang. Genug, der:„Zeitungsverlag", das offizielle Organ der ZeitungS- Verleger schreibt vom 26. Mai 1911, nachdem er zunächst einen Aus- zug deS Berichtes der„Germania" gegeben hat. „Es ist durchaus notwendig diese Angelegenheit klarzustellen. Sollten sich die gemachten Angaben bewahr- heiten, so ist es h ö ch ste Z e it, d a tz d i e e r w ä h n t e n Inserate aus der Tagespresse verschwinden." Schon heute können wir mit Freude konstatieren, datz die er- wähnten Annoncen in den Berliner Blättern seit dem Vortrag der Schwester Henriette Arendt ganz bedeutend in der Ab- nähme sind. Dagegen paradiert die„Berliner Morgenpost" vom 31. Mai noch mit nachfolgender Kinderhandelrubrii. 1. NiedlickerKnabe, acht Wochen alt, ohne Abfindung zu verschenken. Offerten<2. 8. Postamt 68. 2. Witwer möchte dreiviertel Jahr alten Knaben gegen einmalige Abfindung vergeben. Näheres bei Schuckert, Alvens- lebenstr. 12. 3. Pflegekind wünscht Konrad, Frankfurter Allee 32. 4. Nehme Kind in Pflege, Mutter kann einwohnen. Niebeckc, Putbuser Str. 13. 5. Jungen, sechs Monate, verschenkt ohne Abfindung Hanclt, Charloltenburg, Magazinstr. 14. 6. Kind findet gute Pflege. Schulz, Stolpische Str. 43, Quergebäude 4 Treppen. 7.-Gutsituiertes Ehepaar nimmt Kind in saubere liebevolle Pflege. Offerten unter„Strautz" Postamt 43. 8. Junge Leute(Techniker) suchen besseres Kind von zwei Jahren an in Pflege zu nehmen.„Stegl. 58", Morgenpost, Steglitz. 9. Armes Mädchen verschenkt neugeborenes Kind un> entgeltlich. Grahlow, Schwedter Str. 255. 10. Pflegekind nimmt Zink. Frauseckistr. 28. 11. Kindchen, einmalige Abfindung, wünscht Arnold, Soldiner Str. 96. 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Promenaden-Konzert. Zwerg-Truppe! Die durch den Sportpalast brotlos gewordenen Zw&Vge treten ab 4. Juni (Erster Pflngstfeiertag) »Schloß Weißensee An allen drei PUng.tf clertagcn: 9,00 ab Weidendamer Brücke(Bahnhof Friedrichstraße)) 9,25, Cass GürMer(Bahnhos Bellevue).....?nach regelmäßige Verbindungen Fahrplan. laut i 9,50, Charloitenburg, Schloßbrücke Ferner aus der Oberspree und Dahme 9,00 Uhr ab Jannowitzbrücke nach F0ltk!'Zl!0i'sei'8ehIellZK.�7�P� gM.... RanehlaDgsweriler�tl� w.w.... Kranphurg o. Sehinöekwitz. ab Schief. Tor(Hochbahn) 15 Min. später. Einfache Fahrt 50 Ps. Ferner ab 8,00.halbstündlich nach Eoreley, ab 8,30 stündl. nach Grönau, nachmittags viertelstündlicher Verlehr. Ab Grönau von vorm. 8.20 stündlich nach Hnnehfang.» werder, von nachm. 1,50 halbstündlich nach Schmöckwitz. Aus der Eöcknitz von 8,00 vorm. ab halbstündlicher Verkehr. Dberbavei und Tegeler See. Zld Plätzensee- BeusselsfraBe(bei dem Bahnhos) 9,30 vorm. nach Helllgen.ee, einfache Fahrt Erw. 50 Ps., Kinder 25 Ps. Ab Tegel von 6.55 früh bis 8,45 abends halbstündlich nach Heillxen.ee und Hennlx.dortk, von 7,15� früh bis 10,00 abends halbstündlich nach Spandau. Dampfer und Motorboote für Vereine und Gesellschaftsfahrten werden in diesem Jahre besonders billig abgegeben. Br a u er; i F r ie d rieh s ha i n(am Kön��tÖr)' 1., 2. u. 3. Pflngstfeiertag: Grolle Festkonzerte. Philharmonisches Blas-Orchester ung:_ Außerdem: Gr. intern. Radrennen. 3 spannende Rennen Mitwirkung: lOO Silnger. " sp auf der amerik. Home Train Kennbahn. 10 Renniahrer. Es starten | Tadewaldl, Techmer, Pawke, Tetzlaff, Theiss, Ehlen, Vinzelberg, _ Catani usw._, __ Anfang 4 Uhr."W|W Entree 30 Pf.-MG Am 1. and X. Pfin g.trelertag: Fröh-Konzert. Ansang 8'/« Uhr. Dl« neuen Juni- Spezialitäten. DeS sensatjoiiellen Erfolges wegen prolongiert: Der zerbrochene Spiegel. Letzte Neuheit d. poput. Gebr. Schwarz. Um ein Weib. 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Britton als Mietze im Hosenrod. Ansang 7'/, Uhr. iVur den Jttlialt der Juierare dbcrniinim die Redaktion dem Publikum gegenüber keinerlei Veranrwortung. Unsere Schlager gcs. gesch. erregen durch Preiswürdigkeit und Eleganz berechtigtes Aufsehen. I SkjMK formen/\ß Ein einmaliger Kauf macht Sie zum ständigen Kunden. Neu eröffnet* Oranienstr. 51 Filiale im Osten Andreasstraße 48. | Todes-Anzeigen| Am DienStag, den 30. d. M., vormittags e'/j Uhr, starb nach langen schweren Leiden mein lieber Mann und guter Bater, der Gastwirt 2083b ttuxo Laer im 42. Lebensjahre. Dies zeigen mit der Bitte um stille Teilnahme an Witwe«ttlNe Itaer geb. Lrovmann nebst Tochter. Die Beerdigung findet heute nachmittag 4'/, Uhr von der Halle des Philipp. Apostel- Kirchhoses, Mllllerstr. 44/45, nach dem städtischen Fricdhos statt. SozialileiiioMelier H im iiivltei! Berliner Wahlkreise. Unser Mitglied, der Genosse, Gastwirt Hugo Baer Charitästrafie 9(7, Abtellung) ist am Dienstag dahingeschieden. Ehre seinem Andenken! Die Beerdigung findet am Freitag, den 2. Juni, nachmittags 4'/. Uhr, von der Kapelle der PhilippuS-Apostelkirche, Müllerstr., aus nach dem städtischen Fried- Hose, Müllerstrafie, statt. 223/8 Der Vorstand. lischlks-Vsskln zu Berlin. £. H. Ko. 89. Den Mitgliedern zur Nachricht, daß unser Kollege kuöolf covstsuliv .IS wohnhast, �a am ren ai im Mter von verstorben ist. Ehre seinem Andenken! �Die Beerdigung findet am Sonnabend, den 3. Juni, nach- mittags 5 Uhr, von der Leichen- Halle des EmmauS- KirchhoseS, Hermannstratze, aus statt. Um rege Beteiligung ersucht oer Vor«tai»ck. Hiermit die traurige Nachricht, daß unser Mitglied Alwin Kadelbaeh Grahstraße 16 wohnhast, am 30. Mai im Mter von 65 Jahren verstorben ist. Ehre seinem Andenke»! Die Beerdigung findet am Sonnabend, den 3. Juni, nach- mittags 4 Uhr, von der Leichen- halle des EmmauS. KirchhoseS, Hermannstratze, aus statt. Um rege BeteMgung ersucht 198/13 vor Torstand. Spar- und Kreditverein Solidaria. Am 30. Mai starb unser lang- jährigeS Mitglied Xlwn Kadelbaeh. Ehre seinem Andenken! Die Beerdigung findet am Sonnabend, den 3. Juni, nach. mittags 4 Uhr, aus dem Emmaus- Kirchhos in Rixdors, Hermann- straße, statt. 2079b Am DienStag, den 30. Mai, ver- schied nach langen Leiden mein lieber Mann und Vater, der srühere Tischlermeister Paul �rndt im 46. Lebensjahre. 2084b Wwe. iäinna Arndt geb. Hering Rixdors. Warthestr. 50. Die Beerdigung findet am Sonnabendnachmittag 5 Uhr aus dem neuen Jakobi-Kirchhos statt. Am Mittwoch nachmittag 6 Uhr verstarb nach kurzem, schwerem Leiden mein« liebe gute Frau /Uwine Rückert geb. Lichmnnn im Aller von 28 Jahren. 45152 Weitzensee, den 31. Mai 1911. Die trauernden Hinterbliebenen Onntuv Ritokert, Elter» und Gcschniister. Die Bceroiguiig findet am Freitag, den 2. Juni, nachmittags 4'i, Uhr, aus dem Gemeinde- Fncdhoj, Rölikc straße, statt. Appetit-um Keulen bekommt leiter, der weite, data wir zum Fette mit lioberllcb kleiner Anzahlung lltfarn— an Kunden aogar PP ohne Anzahlung die neuesten Erzeugnlttt in Herren- u. Damen-Canieroae Anzahlung auf Credit Hei*ren Anzüge Paletots, Ulster» in better Verarbeitung. Ersatz für Massarbelt Knaben- Anzüge Dam.-Kostüme Paletots, Röcke, Blusen Letzt« Moden der Seiton. Elegante Ausführung Mädchen- Garderobe Wochenrate von' Mark an Mark an Achten Sie aber im eigenen Interesse auf das Älteste Credlthaus Julius Glogau Im SUden; Q. m. b. H. Im Ottan: Oranienstr. 145-146 Gr. Frankfurter Str. 137 am Moritzplatz zw. Fr ueht-u. Koppengt. 8 stündige Arbeitszeit. 8 stündige Arbeitszeit. Allen voran! In meinen Bäckereien wird nur acht Stunden gearbeitet. 13. Goldacker, Brunnenstr. 129/130. 8 stündige Arbeitszeit. 2082b» 8 stündige Arbeitszeit. I 1 M Sie spuren Geld! öbel Verkauf nur Im Fabrlkeebaade! Wenn n Sie R Engrospreisen? in der Möbelfabrik* | HWaltei nWilli MaaS. 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Preis 1906 Herkomer-Konkurrenz 1. Preis 1905 Herkomer-Konkurrenz 1. Preis Biese bedeutendsten Touren-Dauer-Wettbewerbe über lange Strecken und schwieriges Gelände wurden auf[* Continental Pneumatik gewonnen. Continental-Caoutdiouc- und' Gutta- Percha-Co., Hannover Hnsai Orls-Men- M II Dl-Wilirsiloil Kassenreeimuug für 1910. Einnahme. M. 1. Kassenbestand sür den Ansang des RechnungS« jahres...... 18 928,71 2. Zinsen...... B 237,10 3. Eintrittsgelder... 11 389,02 4. Beiträge..... 522 225,30 5. Ersatzleistungen für gewährte Krankenunterstützung...... 4 775,65 6. Ersatzleistungen vonBe- russgenossenschasten zc. 5 265,05 7. Aus dem RcscrvesondS entnommen.... 35 000,— 8. Ausgenommene Darlehen, durch!. Posten 22 650,08 9. Sonstige Einnahmen. 25 281,08 Sa. 650 751,99 Ausgabe. M. ... 49 940,01 sonstige 64 265,94 4 584,50 9 417,04 82 486,96 9 837,41 259,96 80 000,— 22 753,05 33 369,79 15 913,60 39 103,66 24 149,52 1. Arzt-Honorar 2. Arznei und Heilmittel.. 3. Krankengelder: aj an Mitglieder. 207 085,75 bl an. Angehörig« 7 584.80 4. Unterstützungen an Wöchnerinnen... 5. Sterbegelder.... 6. Kurkosten an Kranken- Häuser...... 7. Ersatzleistungen sür ge- währte Krankcnunter» stützung...... 8. Zurückgezahlte Beiträge und Eintrittsgelder. 9. Für Kapitalanlagen. 10. Durchlaufende Posten, zurückgezahlte Dar- lehen....... 11. Verwaltungskosten: a) persönliche b) sächliche. 12. Sonstige Ausgaben. 13. Kassenvestand sür den Schluß des Rechmmgs- jahreS...... Sa. 650 751,99 Nach dem vorjährigen Abschluß betrug daS Ge« samtvermögen..... 183 792,77 Nach dem diesjährigen Abschluß beträgt das Ge- samlvcrmögen ohne In. ventar...... 233 753.58 Vermögenszunahme 49 060,81 DiereineJahreSausgabe der Kasse betrug in den letzten 3 Jahren zusammen 1 239 199,18, nämlich 1907 316 642,93 1908 449 998.64 [276/141 1909 472 547,61 Sa. 1 239 199,18 Demnach muß der ge« etzlich vorgeschriebene Re» ervesondS(Jahresdurch- chnitt) betragen.... 413 066,39 er weist jedoch nur aus 225 000,— mithin schien an demselben 188 066,39 Dt.-WiImerSdors, im Mai 1911. ldet' Vorstand. Riedel, Vorsitz. Tuckermann, Schrists. Q. Siering, Rendasit. DieRecbnungsprüfungskommlsslon Afdrlng. Henke. Hertel. Krüger. Schuster. Wiemann. IMarkl 4Sk wöchentliche Teilzahlung ■P liefert Wäschefabrik Leib- H und Bettwäsche. Kldlder- H Stoffe an reelle Leute. Ii Offerten unter T. 4 Haupt- I expedition des„Vorwärts". Dr. Simmel Spezial-Arzt* für Haut- und Harnleiden. 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Sla.tt: Rüdersdorser Str. 50. 5. Abt.: am 4., 6 Uhr: GühIS-- dorser Mühle; 1 Uhr: Hungriger Wolf. Am 5., 6 Uhr: Rudersdors; 1 llhr: MahISdors(Träger). Am 6., 1 Uhr: WaidmannSlnst(Schweizer» Häuschen). Start: Elhsium. 6. Abt.: am 4.. 1'/, Uhr: Pichels» Werder(Freund). Am 5., 5 Uhr r Fürstenwalde, Rauensche Berge; 1 Uhr: FriedrichShagen(Behrend). Am 6., 6 Uhr: Lanke(Stockmann); 12'/, Uhr: Bernau(Waldkater). Start: Oderbergcr Straße 28. 7. Abt.: am 4., 1 Uhr: PichelS« werder(Freund). Am 5., 1 Uhr: WaidmannSIust(SchweizerhäuSchen). Start: Kösliner Str. 8. 8. Abt.: am 4., 5. und 6.: die: Touren werden am Start bekannt: gegeben. Start: 1 Uhr, Beusielstr. 22. 9. Abt.: am 4., 8 Uhr: Rathenow, Start: Brandenburger Tor; l'/.UHr: Picheiswerder(Freund). Am 5., 8 und 1'/, Uhr: Buch. Start: Schillingstr. 22._ Lichtenberg und Umgegend. Am 3., 6 und 8 Uhr abendS; am 4. früh 3 Uhr: nach Rathenow. Am 4., 6 Uhr: Eichwalde(Witte). Sammclstart: Psarrstr. 74. Am 5.: Vereins- und Familien» tour, 12'/, Uhr: Pichelswerder (Freund). Start: Psarrstr. 74. 11/9 Baugenossensebaft „Turnerheim" E. G. m. b. H> i. Bilanz 1910. AHKra: Passiva: 223,53 M. Kassa-Konto 1273,75. Bank-. Reiervesond 109,65 M. Konto pro Diverse. 303,20 SR. 150,00 M. Ideal-Konto Gcschästs-An- teil-Konto 1726,61 SR. 500,00 M. Darlehn (Debitoren) Konto Reingewinn 7,92 M. 2147,28 M. 2147,28 M. Mitgliederzahl am Ansang des Ge- schästSjahrcS... 52 Mitglieder ug während deS eschäftSjahres.. 1 Mitglied Abgang.... 10 Mitglieder Bestand am Schluß. 43. Das Geschäjtsguthaben der Mit- lieber betrug am Ansang dieses ahres 1510,46 M., am Schlüsse des- selben 1726,51 M., Zunahme 216,05 Mark. Die Haftsumme betrug am Anfang des GeschästSjahreS 7000 M., am Schluß 5900 M.. Abnahme 1100 M. »er Vorstand, Max Schönberg. Otto SIetn. Da die Baugenoffenschast.Turner» heim- in ihren Generalversammlungen hie Auflösung beschlossen hat, fordern wir eventuelle Gläubiger aus,.sich zu melden. Saugenossenschakt„Turnerhelm". Eingetragene Genossenschast mit be- schränkter Hastpflicht in Liquidation. Die Liquidatoren. Max Schönberg. Otto Kletn. gl Eilen Sie zum enorm billigen Pfingstverkauf des „Stein" 150 frankfurter Allee 150. Herren- Anzüge von 8.»«».« Hnnhen- Anzüge. l.rs„„ Waseh- Anzüge Waseli-Blnseu. 50r<. Jede Dame erhält *•/ Jeder Herr 0 65. l* � 46, 62.olkswillens werden, der Entschlossenheit, mit der Sozial- demokratie gegen alle Feinde der Arbeiter- kl-a ss e zu kämpfen. In einem Schlußwort mahnte der Vorsitzende Genosse Bauniann zu regster Agitation. Genosse Grunwald wird in einer nächsten Wählerversammlung seine Stellung zu den Fragen der Kommunalpolitik näher darlegen. Zur Beachtung für alle Wähler machen wir darauf aus merksam, daß nach der Wählerliste von 1910 gewählt wird, die im Jutt vorigen Jahres auslag. Alle Wähler, die damals in der Liste für den 37. Wahlbezirk standen, dürfen noch an der diesjährigen Wahl teilnehmen. An der Ersatz- wähl im 37. Bezirk beteiligen sich also auch die Wähler noch, die inzwischen aus dem Bezirk verzogen sind. Möge jeder unserer Wähler dessen eingedenk sein, daß er nicht nur em Wahlrecht, sondern auch eine W a h l p f l i ch t hat! Partei- Angelegenheiten. WilmcrSdorf-Halcnsee. Wegen der öffentlichen Versammlung am Dienstag muhte die fällige Wahlvereinsversammlung ausfallen. Die Tagesordnung dieser Versammlung wird in der am Dienstag. 27. Juni, stattfindenden Generalversammlung des Wahlvereins mit erledigt werden. Der Vorstand. Steglitz-Friedenau. Zur Teilnahme an dem Morgenspaziergang treffen sich die Genossen mit ihren Frauen am ersten Pfingstfeiertag morgens um ö Uhr vor dem Rathause in Steglitz. Schluß der Partie um W Uhr früh. Der BildungSauöschutz. Tiefe Ruhe um uns. Nur dann und wann hört man das Geschrei eines Känzchens, das. wie der Dieb in der Nacht, auf Beute ausgeht. In Neu-Zittau angelangt, begrüßt uns Hundegekläff, sonst regt sich nichts. Der unvermeidliche Nachtwächter erklärt uns aus unsere Frage nach dem Wege, daß wir rechts einbiegen müßten. So geht es weiter nach dem zwei und einhalb Kilometer entsernten Gosen. Der Tag fängt schon zu grauen an, als wir das Dorf hinter uns haben. Wir befinden uns am Fuße der Gosener Berge. Ihre Umrisse heben sich vom Himmel ab. Majestätisch ragt die Schiller- warte empor. Der Ausstieg ist von dieser Seite aus weniger be- schwerlich, und ziemlich frisch gelangen wir oben an. Hier genießt man einen prächtigen Anblick, den man nicht so leicht vergißt. Die Helle des anbrechenden Morgens läßt uns die Umgebung erkennen: Vor uns befindet sich der Seddinsee, hinter uns der schilfreiche Wernsdorfer See, daran anschließend der Crossinsee rechter Hand, in der Ferne, schimmert der Flakensee. Wenden wir unseren Blick nach Norden, sehen wir die Kranichberge, etwas links davon die rauchenden Schlote der Rüders- dorfer Kalköfen. Mehr nach Westen, ganz in der Nähe, kommen die Müggelberge in Sicht. Von hier aus bekommt man einen kleinen Begriff von der Schönheit der Mark und ihrem Seen- reichtum. Die Helle hat zugenommen. Ein rötlicher Streifen macht sich am leichibewölkten südöstlichen Himmel bemerkbar; er wird breiter. Das Rot wird heller. Am Horizont blitzt es auf. Langsam erhebt sich der Sonnenball aus der geheimnisvollen Tiefe. Höher und höher steigt es, das lebenspendende Tagesgestirn, die Erde weit unter sich lastend. Die grauen Nebelschwaden, die bis dahin auf den sumpfigen Wiesen lagerten, verschwinden unter der Macht der Sonne. Die Lerche hat sich schon lange in die Lüfte erhoben und singt ihr Tirilirili. Die Blumen öffnen ihre Kelche. Selbst die Gräser und Halme begrüßen den jungen Tag. Sie haben ihren schönsten Schmuck angelegt; wie Perlen hängen die Tautropfen an ihnen. Nochmals prägen wir uns die Schönheit der Umgebung ein, dann steigen wir abwärts. Die Pforten des Lokals»Zur Ihres Sohnes und eine eingehende Prüfung' seiner geistigen Fähigkeiten ließen uns zu dem Urteil kommen, daß es im Interesse seiner gesundheitlichen und geistigen EntWickelung, die der Schonung bedürfen, angebracht ist, ihn der nahegelegenen Hilfsschule bei der 3l)J. Gemeindeschule zu überweisen. Wir weisen den Knaben vom 1. April d. Js. der Hilfsschule Schön- hauser Allee l08 zu."(Unterschrift: Hirsekorn.) Also: Lehrer Ratthcy kannte, wie die Anwort der Schul- deputation angibt, die Kränklichkeit des Jungen und be- handelte ihn»stets mit Rücksicht". Für„fortgesetzt mangelhaste Leistungen" prügelte er ihn. Am 13. Januar gab Ratthey ihm einen Stockhieb, aber Kl. hatte schon am 12. Januar von einer Lehrerin zwei Schläge und am 10. Januar vom Rektor drei Schläge erhalten. Am 13. Januar fand ein Arzt an dem Jungen»zahlreiche blaue Striemen und Flecke", und am Ib. Jan. reichten die Eltern eine Anzeige ein. Jetzt wurde der Junge von einem Schularzt untersucht, auch wurden seine geistigen Fähig- ketten eingehend geprüft, und das Ergebnis war, daß Kl.s„ge- sundheitliche und geistige Entwicklung der Scho- nung bedürfe" und Kl. einer Hilfsschule zu über- weisen ist. Gegenüber diesem Ergebnis wirkt es sehr sonder- bar, daß die Schuldeputation in ihrer Antwort sich noch Mühe gibt, die Züchtigungen zu begründen mit einer Aufzählung aller Mängel Kl.s, seiner Unaufmerksamkeit, seiner Nachlässigkeit, seiner ungenügenden Leistungen und schließlich seiner ihm vorge- worfenen Widersetzlichkeit. Sollte nicht das alles und im besondren der bei ihm eingetretene rasche Niedergang zu erklären sein aus seinem sich entwickelnden krankhaften Zustand, der dem Lehrpersonal und anscheinend auch dem Schularzt zunächst ver- borgen geblieben war? Man beachte: noch im Januar bemühten sich drei Pädagogen, den Jungen durch Hiebezubessern. und im März erkennt man den Jungen nach Prüfung seiner gesundheitlichen und geistigen Entwicklung als so erholungsbedürftig, daß er einer Hilfsschule überwiesen werden mutz! Wenn die Eltern über die ihrem Kinde widerfahrene B«» Handlung sich so geäußert hätten, wie sie darüber denken, so hätte Berliner Schweiz" sind noch geschlossen. Wir lagern uns am See Schuldeputation sicherlich Svasantraß gegen s i e gestellt. Das Berliner jVadmcKten. Am Sonnabend fällt die juristische Sprechstunde aus. Ein nächtlicher AuSflng nach den Gosener Bergen. Wer jahraus, jahrein immer nur das wogende Lehen der Großstadt und seiner Umgebung um sich hat, für den ist es ein be- sonderer Reiz, einmal die Stille der Nacht zu durchwandcln. um dann am frühen Morgen den Aufgang der Sonne zu betrachten. Einer der letzten Vorortzüge bringt uns nach Erkner. Nachdem «vir im Bahnhofsrestaurant noch eine kleine Stärkung zu uns ge- nommen, treten wir wohlgemut den Weg nach den Gosener Bergen, genannt die»Berliner Schweiz", an. Erkner liegt in tiefer Ruhe, uur dann und wann sieht man ein erleuchtetes Fenster. Rechts bon uns liegt der Tämeritzsee. Das Rachtgestirn steht gerade über ihm, und wir erblicken das herrliche Pild einer Mond- und Wasserlandschast.— Weiter geht es nach. dem «twa fünf Kilometer entfernten Neu-Zittau. Der Mond hat uns verlassen und nur der Sternenhimmel beleuchtet unseren Weg. und lassen uns die Gelegenheit eines Freibades in der Morgenlühle nicht entgehen. Punkt sechs Uhr wird das Lokal geöffnet. Wir nehmen unseren Morgenkaffee ein und machen uns dann auf den Weg nach Schmöckwitz. Am See entlang haben wir es bald er- reicht. Nach dem Bahnhof Eichwalde ist es noch eine halbe Stunde, von wo aus wir nach Berlin zurückfahren. Das Allheilmittel Hiebe wurde vor mehreren Jahren durch das Merkblatt für p r ü- gelnde Lehrer und Lehrerinnen, das unsere Schul- deputation dem Lehrpersonal der Gemeindeschulen Berlins als Warnung überreichte, in seiner ganzen Gefährlichkeit ge- schildert. Jenes Merkblatt hat aber nicht gehindert, daß nach wie vor in Berliner Gemeindeschulen sehr nachdrücklich geprügelt wird. Und nach wie vor können Eltern geprügelter Kinder es erleben, daß die Schuldcputation in manchmal recht weitherziger Weise sich auf die Seite prügelnder Lehrpersonen stellt. Eine sehr beachtenswerte Prügelaffäre wird uns aus der 49. Knaben-Gemeindeschule(Schönhauser Allee) bekannt. Im Winter 1919/11 saß in Klasse VI O, die von dem Lehrer R a t t h e y geleitet wurde, ein bereits zehnjähriger Schüler Kl. Der Junge war in seiner Schullaufbahn von Anfang an nicht recht vorwärts gekommen, aber zu Michaelis 1919 brachte er eine leidliche Zensur nach Hause. Im Winter trat dann aber bei ihm ein so schneller Niedergang ein, daß seine Osterzcnsur ganz miserabel ausfiel. Bei einer Vergleichung der beiden Zen- suren kann man sich des Gedankens nicht erwehren, daß bei dieser plötzlichen Verschlechterung eine besondere Ursache mitgewirtt haben müsse. Zu Michaelis, wurde Kl. s Betragen als„gut", seine Aus. merksamkeit als„genügend", sein Fleiß als„genügend" bezeichnet, zu Ostern aber sein Fleiß als„nicht ausreichend", seine Aufmerk- samkeit als„mangelhaft" und sein Betragen als„mangelhaft" mit folgendem Zusatz:„Er hat sehr oft gelogen und freche Ant- Worten gegeben. Sein Verhalten ist nur zum Teil in seinem krankhaften Zustand begründet." Hier wird schon angedeutet, daß bei Kl. ein krankhafter Z u sta n d sich entwickelt hatte. Ebenso arg verschlechterten sich auch seine Leistungen, z. B. in Deutsch von„genügend(schriftl. mangelhaft)" auf„ungenügend", in An- schauung von„genügend" auf„mangelhaft", in Rechnen von„ge- nügend" auf„ungenügend", in Schreiben von„ziemlich genügend" auf„ungenügend". Und es verminderten sich die Lobe von 6 auf 9, während die Tadel sich von 2 auf 27. die Nachbleibestrafen von 3 auf 15 mehrten. Das alles vollzog sich innerhalb eines halben Jahres, und beide Zensuren sind unterschrieben von demselben Lehrer Ratthcy. Man fragt sich verwundert, wie diese so rapid verlaufene Wandlung möglich war. Auch Kl.s Lehrer wird pflichtgemäß sich die Frage vorgelegt haben, aber er scheint zu dem Ergebnis gekommen zu sein, daß es bei Kl. nicht am Können, sondern am Wollen mangelte. Mit Befremden hörten Kl. s Eltern, was der Junge ihnen über die Behandlung erzählte. die Herr Natthey ihm zu teil werden laste. Er klagte über zu nehmende Unfreundlichkeit und über wiederholte Züchtigungen. Die Unfreundlichkeit konnte eine bloße Empfindung des Jungen sein, aber die Züchtigungen wurden ihnen bewiesen durch die Spuren, die davon auf seinem Körper zurückblieben. Kl.'s Eltern befürchteten von dieser ErzichungSmctl>ode eine Schädigung ihres Kindes, das ihnen später von einem zu Rat gezogenen Arzt als nervenleidend bezeichnet wurde. Als Frau Kl. sich bei Rektor Schnellenbach über Lehrer Ratthey beschwerte, antwortete ihr der Herr Rektor, so kenne er doch den Herrn Ratthey nicht. Sie überreichte das Attest eines Arztes, das die Spuren der letzthin erlittenen Prügel bescheinigte. Da fand auch Rektor Schmcl lenbach, das sei„zuviel" gewesen, doch bat er,„nichts weiter, daraus zu machen". Das Attest sagte:„Bei der Untersuchung zeigten sich auf dem Gesäß zahlreiche blaue Striemen und Flecke, die von. Stock schlagen herzu rühren schienen." Die Eltern hielten es für ihre Pflicht, doch „etwas daraus zu machen". Sie teilten der Schuldeputation den Sachverhalt mit und fügten das Attest bei. Nach vollen neun Wochen bekamen sie von ihr folgende Antwort: „Unsere eingehenden Untersuchungen in Ihrer Beschwerde über den Klassenlehrer Ihres Sohnes Franz, Herrn Nattheh, haben ergeben: Ihr Sohn ist von seinem Lehrer wegen seiner Kränklichkeit stets mit Rücksicht behandelt worden. Seine Haus- arbeiten sind aber, wenn sie überhaupt angefertigt wurden, fort- gesetzt mit solcher Nachlässigkeit gemacht worden, daß Bestrafung eintreten mußte. Ein Aufsatz über„Kaisers Geburtstag", der eingehend besprochen worden war, ist von ihm nicht geliefert worden. Auf die Anordnung, daß er unbrauchbare Hausarbeiten noch einmal anzufertigen habe, antwortete Ihr Sohn mit Wider- sctzlichkeit. Seine schriftlichen Arbeiten in der Schule waren zumeist ungenügend, im Unterricht zeigte er sich unaufmerksam. Die Züchtigung, die er wegen seiner fortgesetzt mangelhasten Leistungen von seinem Klassenlehrer Herrn Ratthcy am 13. Jan. d. Js. erhalten hat, bestand nachweislich in einem Stockhieb, überschreitet also in keiner Weise das Züchtigungsrccht des Lehrers. Wir bedauern aber, daß Ihr Sohn wegen schlechter Arbeiten und Unaufmerksamkeit am 19. Januar auch durch Herrn Rektor Schmellenbach drei Schläge und am 12. Januar d. Js. von einer Lehrerin zwei Schläge erhalten hat. Die Bestrafungen seitens der Lehrerin und des Herrn Ratthey sind erfolgt, ohne daß diese von der voraufgegangenen Züchtigung Kenntnis gehabt haben. Gegen Herrn Ratthey, gegen den sich Ihre Beschwerde wendet, haben wir nach Darleguug des Sachverhalts daher keinen Grund, etwas zu veranlassen, Eine ärztliche Untersuchung ist allerdings leichter als die rechtzeitige Verhütung von Mißgriffen prügelnder Lehrer. Aber das Ansehen der Schule wird mehr gefördert durch die Verhütung solcher Mißgriffe als durch Straf- antrage gegen Eltern, die allzudeutlich ihre Meinung darüber sagen._ Frühwagen der Straßenbahnwagen an Pfingsten. Die Große Berliner Straßenbahn und die mit ihr vereinigten Gesellschaften lasten an Pfingsten bei schönem Wetter folgende Frühwagen ver- kehren. An beiden Feiertagen ist auf den Linien 1 Stadtring, 34 Gesundbrunnen— Kreuzberg und 74 Kniprodestraße— Schöneberg ununterbrochener Tag« und Nachtbetrieb in Abständen von 15 Minuten. Außerhalb des Fahrplanes gehen ferner an den Feiertagen Wagen auf Linie 11 ab Görlitzer Bahnhof von 4.99 an, von Moabit von 5.15 an; 7 ab Rixdorf von 5.98 an, Moabit 6.99; 49 L ab Alexander« platz 5.39 und 6.59; 51 ab Prager Platz 5.93, 5.18, 5.33, 5.48, ab Pankow 6.11, 6.26, 6.41, 6.66; 57 ab Nordend 5,23 und 5.38, Prager Platz 6.49 und 6.55; 68 B ab Ringbahnhof Frankfurter Allee von 4.39 an, ab Stettiner Bahnhof von 5.13 an; 82 ab Treptow von 4.57 an, ab Zoologischer Garten von 5.55 an; 82 B ab Treptow von 4.29 an, ab Hallesches Tor von 4.52 an; 83 s/4 ab Treptow von 4.25 an, ab Spittelniarlt von 5.91 an; v ab Steglitz 5.27 und 5.47 ab Zoologischer Garten 6.94 und 6.24; F ab Steglitz 5.90 bis 5.45, ab Zoologischer Garten 5.35 bis 6.29; Q ab Wilhelmsplatz 4.59 und 6.14, ab Stadtbahnhof Charlottenburg 5.21, 5.36, 5.51, 6.96, ab Kniprodestraße von 4.54 an. Rur am ersten Feiertag verkehren auf Linie 61 B Wagen ab Weißensee 5.99 und 5.30, ab Leipziger Platz 5.45 und 6.15; 62 B ab Weißensee 6.15 und 5,35, ab Alexanderplatz 5.45 und 6.15; 78 B ab Frankfurter Allee von 4.45 an, ab Leipziger Platz von 5.29 an; DB ab Straßenbahnhof Charlottenburg von 6.02 an, ab Lützowplatz von 5.39 an. Die außerfahrplanmäßigen Wagen ver- kehren im allgemeinen älle 15 Minuten. Zehnminutenbetrieb ist auf Linie B ab Charlottenburg von 5.45 an, ab Knpsergraben von 6.54 an. Auf der Nordöstlichen Vorortbahn gehen endlich Wagen ab Orankesiraße 4,31, 4.46, 5.91, 5,16, ab Kurze Straße 5.99, 5.15, 5.39, 5.45. Auf den Linien der Siemens u. Halske-Bahn werden am 1. und 2. Pfingstseiertage folgende Frühzüge eingestellt werden: 1. Linie Behren st raße-Treptow: Ab Hollmannstratze. Ecke Lindenstraße von früh 4.39 Uhr an, ab Behrenstraße von früh 5.99 Uhr an, in Abständen von 19 Minuten. 2. Linien Mittel st raße— Pankow— Nieder-Schönhause n— Französisch-Buchholz: Ab Bahnhof Mendelstraße nach der Mittelstraße bon 4.19 Uhr an in Abständen von 19 Minuten; ab Französisch-Buchholz-Kirche nach Mittelstraße von 5.54 Uhr an in Abständen von 29 Minuten; ab Mittelstraße nach Pankow und Französisch-Buchholz von 4.55 bis 6.35 Uhr in Abstände» von 29 Minnten, von 6.35 Uhr an in Abständen von 19 Minuten; ab Mitielstraße nach Nieder-Schönhausen von 5.95 bis 6.25 Uhr in Abständen von 29 Minuten, von 6.59 Uhr an in Abständen von 19 Minuten. Der dann beginnende fahrplanmäßige Betrieb wird durch Einfügen von Sonderzügen verstärkt. Die FrühjahrSparade ging gestern in dem bisherigen Stile vor sich. Wer's nicht wußte, aber die innere Stadt zu passieren hatte, wurde es gewahr durch die weite Kreise schädigenden AbsperrungS- matznahmen. Bauernfänger. Auf die„Vcrtrcruensprobe" ist wieder einmal ein Amerikaner hineingefallen. Sie kostete ihn das nette Sümm- chen von 5999 Mark. Die beiden internationalen Gauner arbeiteten ganz nach dem Muster jener Schwindler, die früher einmal, wie wir damals mitteilten, einem Amerikaner im„Viktoria-Cafe" um eine ansehnliche Summe erleichterten. Der eine nannte sich Nor» ton und erzählte, daß er Major in einem englischen Ncgiincnt zu Shanghai sei. Der andere gab sich für einen Plantagcnbesitzer O'Brien aus Ceylon aus. Der Amerikaner lernte„Major Nor- ton" am vergangenen Freitag in der Friedrichstraße kennen und traf sich seitdem öfter mit ihm. Als sie am vergangenen Sonntag auf einem Spaziergange durch die Tauentzienstraße gingen, fand Norton dort einen Brief. Er äußerte die Vermutung, daß ein Mann der ein Stück Weges vor den Spaziergängern herging, ihn verloren habe und überreichte ihn diesem. Der Mann nahm ihn mit Dank an und wollte dem Finder 29 Mark geben. Der„Major" wies das natürlich zurück. Der Verlierer stellte sich jetzt vor und 'chlotz sich den beiden Herren an. Es war„O'Brien der Plantagen- besitzer". Er schlug dem Major und dem Amerikaner vor, ins Romanische Cafe" zu gehen. Dort erzählte er in Anschluß an den Briefverlusi, daß er 59 999 Pfund geerbt habe. Als er hierbei eine Anzahl Goldstücke sehen ließ, riet ihm Norton, das in Berlin, wo es von Bauernfängern wimmele, lieber bleiben zu lassen. Vom Romanische Cafe" begab man sich nach dem„Cafe Bauer". Von hier entfernte sich Norton auf kurze Zeit, um nach der Bank zu gehen, wie er sagte. Als er zurückkam, erzählte er, daß er sich 16 999 Mark geholt habe. Jetzt- äußerte der Amerikaner, daß er ebenfalls hier Geld auf der Bank habe und zeigte auch sein Bank- buch. O'Brien überredete ihn nun unter allerhand scheinbar harm» losen Vorwändcn, sich ebenfalls Geld abzuheben, und der Mann holte sich in der Tat 5999 Mark. Jetzt kam die Vertrauensprobe. O'Brien verlangte, von Norton, daß er ihm, um ihm sein Ver- trauen zu beweisen, seine Brieftasche, die die 16 999 Mark enthalten ollte, auf kurze Zeit überlasse, als er mit dem Amerikaner das Cafe verließ. Das Vertrauen des„Majors" wurde natürlich nicht getäuscht. Die beiden Herren kehrten bald zurück und er bekam eine Brieftasche unversehrt wieder. Jetzt sollte auch der Ameri- kaner sein Vertrauen zeigen, und richtig übergab er O'Brien seine 5000 Mar?. Der MaZor unZ Pflanzer gingen nun ebenfalls hinaus, kamen aber nicht wieder. Erst jetzt, als es zu spät war, durchschaute der Amerikaner das abgekartete Spiel. Die beiden Gauner, die englisch sprachen, sind noch nicht ermittelt.„Norton" ist etwa 4b Jahre alt und 1,7ö Meter grotz. Er hatte graumeliertes Haar und einen kleincn.englisch gestutzten Schnurrbart, ein ovales Gesicht und eine etwas gebogene Nase und trug einen braunkarierten Jackettanzug, einen braunen Schlapphut und schwarze Schnürstiefel. Sein Spießgeselle„O'Brien" zählt ettva 40 Jahre, ist etwa t.KS Meter groß, hat rotes Haar,«inen langen roten Schnurrbart und ein schmales roteS Gesicht und trug einen dunklen Jakettanzug, einen schwarzen steifen Hut und ebenfalls schwarze Schnürstiefel. Teure Bahnfahrt. Die Teilstrecke Fürstenwaldc— Sakrow— Scharmützelsee der Bahn Fürstenwalde— iBecskow ist abgenommen und gestern dem Verkehr übergeben worden. Obgleich diese Strecke nur 10 Kilometer lang ist kostet die Fahrt in der 3. Klasse 70 Pf. gegenüber dem sonst allgemein üblichen Preise von 3 Pf. pro Kilo- ineter; dich bedeutet also mehr als das Toppelte der in Teutschland üblichen Fahrpreise. Die Stadtverordneten von Jürstcnwalde haben bereits gegen diesen Fahrpeis Einspruch erhoben. Aus dem Bureau der Waisenverwaltung wird uns wieder ein sonderbarer Mißgriff bekannt. Ein Arbeiter B. hatte der Waisenpflege seine beiden kleinen Kinder, neugeborene Zwillinge, überlassen müssen. Bei seiner Ehefrau hatte unter dem Einfluß der Schwangerschaft und des Wochenbettes sich eine Geistes- störung entwickelt, so daß er am dritten Tage nach der Entbindung sie in das Virchowk rankenhaus bringen mußte. Die Kinder wurden der Frau B. zunächst mitgegeben, doch nahm man sie ihr bald wieder ab. weil sie an eine Irrenanstalt überwiesen werden sollte. Dem Ehemann war es nicht möglich, die Kinder ollein zurückzunehmen und für ihre Pflege zu sorgen, daher erklärte er sich damit einverstanden, daß sie ins Waisenhaus gegeben würden. Noch che Frau B. an' die Anstalt Dalldorf überwiesen wurde, lieferte das, Krankenhaus die Kinder an die W a i fen v erloa ltu ng ab, ohne hiervon den Vater noch bc- sonders zu benachrichtigen. Als B. das bei seinem nächsten Besuch im Kraktkenhaus erfuhr und dann schriftlich bei der Krankenhaus- direktion anfragte, wo die Kinder untergebracht seien, antwortete man ihm: Im Waisenhaus Berlin, in der Alten Jakobstraße. Dort- hin begab sich B.. um die Kinder zu sehen, aber sie waren inzwischen schon nach dem Waisenhaus Rummelsburg gebracht worden. Am nächsten Besuchssonntag ging B. nach Rummelsburg hinaus. Auf seine Frage nach den Kindern gab man mit Bedauern die ihn schmerzlich überraschende Antwort, beide Kinder seien in- zwischen gestorben und bereits begraben worden. Warum ihm der Tod nicht sofort gemeldet worden war, darüber konnte er in RummclSburg keine rechte Auskunft erhalten. Um sich volle Aufklärung zu verschaffen, ging er zum Bureau des Waisen Hauses Berlin und forderte, den Verwaltungsdirektor Schuster zu sprechen. Beamte schickten ihn hin und her und gaben sich Mühe, ihn zu beschwichtigen. Einer hielt ihm vor, er sei doch der Stadt Berlin für die Pflege seiner Kinder zn Dank ver pflichtet, darum sollte er nicht mit Beschwerden kommen und den Beamten noch Unannehmlichkeiten machen. Ein anderer Br onrtc hatte die Keckheit, ihm ins Gesicht zu sagen, vorher habe er sich nicht um die Kinder gekümmert, aber jetzt nach ihrem Tode melde er sich. Diese dreiste Beschuldigung konnte von B. durch so fortige Vorweisung der von der Krankenhausdirektion ihm erteilten Antwort auf seine Frage nach dem Verbleib der Kinder als unwahr dargetan werden. Ihm zu seinem Recht zu verhelfen, zeigte der Bureauvorstehcr sich bereit, der ihm den Weg zu dem Verwaltungs direktor bahnte. Aber auch der konnte, weil die Akten nicht zur Stelle waren, zunächst nur ein Protokoll mit B. aufnehmen. Auf schriftliche Auskunft wartete B. lange vergeblich. Ein von ihm um Beistand gebetenec sozialdemokratischer Stadtverordneter, der in der Watsenverwaltung sitzt, trug schließlich die Sache dem Stadtrat Düring dor. Danach forderte der Verwaltungsdirektor Schuster selber den Beschwerdeführer zu nochmaligem Besuch auf. Als B. kam, ließ Herr Schuster an Höflichkeit nichts zu wünschen übrig. Er tadelte das Verhalten seiner Beamten und erkannte an, daß im Waisenhaus ein gehsep gewacht worden sei, den er bedauern müsse. Der Fehler bestand darin, daß man den Tod der Kinder nur on chie Mutter gemeldet hatte— au die Mutter, die im Irrenhaus verwahrt wurde! Selbstverständlich muß dem Waisenhaus auch die Adresse deS Vaters bekannt gewesen sein, oder das Bureau hätte sie sich leicht beschaffen können. Die Adressen der nächsten Angehörigen festzu- stellen ist immer das Erste und Wichtigste, worauf in der Waisen- und Armenpflege Bedacht genommen wird. Aber bei, dem Tode der beiden Säuglinge hatte kein Mensch danach gefragt, ob nicht auch ein Vater zu benachrichtigen war und wo er wohnte. Keiner war auf die Idee gekommen, daß weniger eine geisteskranke Mutter als ein geistesgesunder Vater ein Interesse an dem Schicksal der Kinder haben könnte und daher ein Anrecht auf Benachrichtigung hatte. Reklame an Bäumen. Nach einer von mehreren Blättern ver- breiteten Meldung sollen sich die Magistrate von Berlin, Charlotten- bürg und Wilmersdorf dahin geeinigt haben, einer Gesellschaft daZ Recht zur Ausnutzung der Bäume für Reklamezwecke zu überlasten. Der Charlottenburger Magistrat gibt bekannt, daß ihm von einer solchen Einigung nichts bekannt ist. Nur versuchsweise sind in Charlottenburg an drei Bäumen Rellameeinrichtungen auf kurze Zeit zugelassen worden. Sie werden in Kürze wieder entfernt wepden. Man hätte mit der Reklame gar nicht erst anfangen lassen sollen. Klagen über de» Restaurationsbetricb im Zoologischen Garten wurden in der letzten Generalversammlung der Aktionäre des Zoologischen Gartens erhoben. In einem Bericht über diese Ber- sammlung lesen wir: „Ein Aktionär überschüttete die Gartenverwaltuiig mit einem ganzen Bünhel von Beschwerden. Ob denn die Direktion gar keine Ahnung davon habe, daß das Publikum für sein teures Geld nur halbgefüllte Gläser Bier erhalte. Warum bis jetzt keine Milchverkaufs stände im Garten eröffnet seien? Wie die Gartenverwaltung verantworten könne, daß im vorigen Jahre für Gläser mit 2/to Liter Inhalt Milch 20 Pf. hätten gezahlt werden müffen? Selterwaffer. das den Wirt t bis 6 P. pro Flasche koste, müsse vom Publikum mit dreißig Pfennig bezahlt werden. Das sei keine Pflege des Volkswohls. Es fehle auch on einem Beschwerdebureau. Jetzt werde man bei Be- schwerden von einer Stelle zur anderen gewiesen. Geh. Rat Lucas suchte diese Angriffe damit zu entkräften, daß er auf da? Monopol hinwies, das der Hotel- Betriebsgesellschaft als Pächtern« des RestaürationsbetriebeS eingeräumt worden sei.. Immerhin werde die Direktion bemüht sein, im Interesse der Kinder die Milchkalamität alsbald befriedigend zu regeln. Von anderer Seite wurde die Butterstullensrage angeschnitten und geltend gemacht, daß auf diesem Gebiele sich in diesem Jahre die Verhältniffe gegen früher noch ver« schlecht«! hätten. Während man in früheren Jahren wenigsten? an Tischen zu ebener Erde fei» mitgebrachtes Essen ruhig habe der« zehren können, werde das jetzt vom Kellnerpersonal einfach für UN- statthaft erklärt. Auch wir meinen, daß die vorgebrachten Beschwerden nur zu be« fertigt sind. Da» den Zoologisch«««arten besuchende Publikum ist der Hotek-BetriebSgesellschast vollkommen auSgelieferk. Daran ist die Verwaltung deS Gartens nicht unschuldig. Mehr und mehr scheint sie bestrebt. auS dem der Belehrung und Erholung dienenden Institut ein DergniigungSetablistement großen Stils zu machen. Diese Tendenz scheint uns mit dem eigentlichen Zweck deS Gartens nicht mehr recht verträglich._ Ein Opfer des Spiels. Die Berliner SpielklubS, die schon so manche Eristenz vernichtet. haben ein neues Opfer aus dem Gewissen. Ein in Berliner Anwalt- kreisen bekannter junger Rechlsanwall ist seit acht Tagen unter Hinterlassung einer Schuldenlast von 150000 bis 200 000 M. ver- jchwunden. ohne seine Adresse anzugeben oder etwas über seinen gegenwärtigen Aufenthalt verlauten zu lassen. Wir erfahren üher die in gelvissen Kreisen Aufsehen erregende Affäre folgende Einzel heiten: Seit einigen Jahren verkehrte im„Sportklub" und im„Klub deS Westens" der 32 jährige Rechtsanwalt Ludwig M., der im Westen ein großes Bureau hat. M. der einer angesehenen Görlitz« Fabrikanten- familie entstammt und dessen Mutier in Verlin lebt, hatte sich schon vor mehreren Jahren durch das Spiel in hohe Schulden gestürzt, so daß seine Familie nach und nach für ihn 300 000 M. bezahlen mußte. Der Anwalt, der früher mit Rechtsanwalt R. assoziiert war. führte ein im Verhältnis zu seinen sonstigen Ausgaben recht bescheidenes Haus. Er war allerdings als flotter Lebemann bekannt. doch gab er auf dem Turf und in den Nachtlokalen auch nicht ent- fernt ein Zehntel von dem ans, was er jede Nacht am grünen Tisch verlor. M. war ständiger Gast in den beiden oben erwähnten Klubs und spielte dort mit einer Gruppe von Herren die sich regelmäßig zusammen zu finden pflegten. M. veniacklässigte mit d« Zeit seine anfangs recht gutgehende Praxis vollkommen und beauftragte schließlich einen Substituten mit der Durchführung der ihm übertragenen Prozesfe. Im letzten Jahr hat nun Rechtsanwalt M. etwa tSOOOO bis 200 000 M. verloren und über die verlorene» Summen langfristige Wechsel ausgestellt. Lei dem Ansehen, das die Familie des Anwalts in Berlin genießt, wurden die Akzepte an- standslos von Großbanken untergebracht. Vor etwa acht Tagen waren jedoch fast alle Wechsel fällig geworden, und M. sah keine Möglichkeit, seinen Verbindlickikeiten nachzukommen. Er wandte sich schließlich an seine Mutter, eine im Westen der Stadt wohnende, sehr wohlhabende Rentiere, die jedoch sein Ansinnen, die Wechsel wiederum einzulösen, rundweg abschlug. Daraufhin begab sich der Rechtsanwalt in das Bureau und teilte seinem Bureauvorsteh« mit verstörter Miene mit, daß er auf unbestimmte Zeit verreisen müsse. Wohin er sich wenden würde, könne er nicht angeben. In den letzten Tagen kamen mm unausgesetzt Akzepte vor, die jedoch jämtlich zu Protest gehen mußten. Am gestrigen Tage wurden in dem Bureau allein für 68 000 M. Wechsel protestiert. Bei seiner Abreise war M. offenbar nur mit geringen Mitteln ver« sehen, da sein Bureaupersonal die Gehälter für den letzten Monat noch nicht erhalten hat. Wie hoch im„Klub des Westens" gespielt wird, geht aus der Tatsache hervor, daß dort in den letzten sechs Wochen ein hiesiger Industrieller namens G. nicht wenig« als 250000 M. verloren haben soll. Ein schweres RettungSwerk vollführte die Berliner Feuerwehr am Humboldthafe». Dort war über die hohen Kaimauer» hin- weg ein Lastwagen mit zwei Pferden in das Wasser gestürzt. Die -Bemühungen, die Pferde zu retten, waren anfänglich ergebnislos. Die Feuerivehr holte die Pferde mitsamt dem Wagen wieder heraus, ohne daß sie Schaden erlitten hätten. Der Borstand der Arbcitcr-Samaritcr-Kolonne schreibt uns: Wiederum naht die Zeit der Ausflüge, Wald- und Gartenfeste, Dampferpartien, welche von den Vereinen und Organisationen ver- anstaltet werden. Viele Veranstaltungen erfreue» sich einer Teil» nehmerzahl von oft vielen Tausenden. Wo so viele Menschen zu- sammenkommen, ist die Gefahr von Unglücksfällen vorhanden, die eintreten kann infolge der Hitze, Verletzungen bei Spielen im Walde. Infektion durch Insektenstiche und dergleichen. Ein größerer Nach- teil für die davon betroffenen Teilnehm« kann verhindert werden, wenn schnelle und sachgemäße Hilse augenblicklich zur Stelle ist, wenn ausgebildete und für alle Falle ouSgttüflete Samariter solchen Veranstallungen beiwohnen. Wir möchten nicht versäumen, darauf hinzuweisen, daß die Arbeiter-Samariter-Kolonne Groß-Berlin gern bereit ist, bei Veranstaltungen obiger Art ihre ausgebildete Mann- schaft zur Verfügung zu stellen und werden die beireffenden Komitees ersucht, sich im Bedarfsfälle on den ersten Vorsitzenden der Kolonne, Buchdrucker Paul Krause. Nixdorf, Oker« straße 46. vorn IV. zu wenden. Einen schweren Bcrlnst hat ein Kaffenbote erlitten, der am 3t. Mai 1011 auf dem Wege von der Krausenstraße 68 noch der Zimmerstraße einen grauen Leimvandbeutel mit 100 M. Inhalt verlor. Da der Mann den Betrag ersetzen muß, bittet er den ehr- lichen Find« um Abgabe an Richard Schulz, Landsberger Straße 97. II rechts._ Vorort- JNfad) richten* Wilmersdorf-Halensee« Aus der Stadtverordnetenversammluns. Die Tatsache, daß Preußen ein monarchischer Staat ist. wird der Oeffentlichkeit durch mancherlei äußerliche Eigentümlichkeiten zu Gemüte geführt. Wie kein Standbild des verstorbenen HeldcnkaiscrS errichtet werden darf, wenn es nicht von einem Pferde gestützt wird, so gab es eine gute Weile auch keine Erlaubnis zur Errichtung von„Pracht- straßen" in der westlichen Umgebung von Berlin, wenn diese Straßen keinen Reitweg enthielten. Mit saurer Miene brachte vor etwa acht Jahren die Gemeindevertretung dies Opfer edler Vaterlandsliebe, alS sie den H o h e n z o l l e r n d a m m zu bauen plante. Jetzt wäre man den Reitweg gern vom Halse loS, denn er erfüllt anders keinen Zweck, als daß« durch die Sianbmengen, die er entwickelt, die Notwendigkeit der Tuberkulosefürsorge de- monstriert. Die Stadtverordnetenversammlung nahm in ihrer Sitzung vom Mittwoch einen Antrag an. wonach der Magistrat ersucht werden soll, sich wegen Beseitigung des Reitweges bei der Aufsichtsbehörde zu bemühen._ Im Anschluß an den Schöneberger Stadtpark will auch Wilmersdorf an dem Fcnngelände, das den Ort durchzieht, eine» großen Stadtpark errichten. Einen ansehnlichen Teil des Ge- Landes hat die Stadt bereits erworben; und die gute Sache wäre längst um ein Stück weiter gefördert worden, wenn die Besitzer der noch gebrauchten Flachen nicht Summen verlangt hätten, die die Stadt sich mit dem beste» Willen nicht leisten kann. Es soll daher das E nteignungSverfahren Platz greifen. E� kommt un ganzen eine Fläche von 52 036 Ouadratmetern in Betracht, die atzt einem Geheimen Medizinalrat Schocler, einem Kommcrzien- rat Moser, der katholischen Pfarre St. Ludwig und dem Eigen- tümer des SecparkS, Schramm, gehört. Die Versammlung gab dem auf Einleitung, des Entcignungsvcrfahrens gerichteten Wagistratsantrage statt und setzte zur Förderung der Angelegen- Ijeit einen besonderen Ausschuß ein. Einem Magistratsantraae, der auf Erwerbung eines Schul- ; r u n d st ü'd s an der Hiloegardstraße abzielte, stimmte die lZcrsammlung zu, wohingegen sie einen anderen Antrag, der die Erwerbung eines Schulgrundstücks an der Kaiser- Allee vor- ieht, dem Finanzausschuß überwies. Bei der Beratung dieser Sache kam es wieder zu der ortsüblichen Reiberei zwischen dem f-tadtverordneten Dr. Leidig und. dem Magistrai. Herr eidig verlangte Auskunft darüber, warum die Begründung der Vorlage nicht wie üblich von einem der Bürgermeister, sondern nur von zwei Stadträten unterzeichnet sei. Als der Magistrat schwieg, glaubte Herr Leidig feststellen zu müffen, daß die Gründe für die von ihm hervorgehobene Unterlassung das Licht der Oeffent- lichkeit zu scheuen hätten. Mit einem Heilsren. einem nassen Auge wurden etliche Mit- teilungen. biß die F i na nzlnge der Stadt berührten,. von der Versammlung aufgenommen'. Großes Behagen kveckks Uhr morgens Schlcsischer Bahnhos. 3. Ruvpincr Schweiz, Neuruppln. Fürsienberg. Lqchen. Abfahrt: 4. Juni 6.4V Uhr Slcltiner.Hauplbahuhos. 4. Grunewald, Schlachtensee, Wannsee. 4. Juni. Trefspimkt: 0 Uhr vorm. Bahnhos Giunewalb. 5. Grünau, Zeulheu, Wilhelms Hagen. 5. Juni. Absahrt: 0.5? Uhr Schlefischer Bahnhof. iSiteerungsüderiiedt vom t. Juni ISII.. ii LwineMdr 771 NO ftamintg 770 DRO Ptriir 769 NO ,honfl.« W. 763 970 München j7629iD Wien 176391310 Setter w« *4 »i! h 4 wolkeul 4 woltciil bwolkenl 3 bedeckt 3 bedeckt 1 Regen 21 II »f Havaranda 770 SW Petersburg 769 91O Sctllv 764 NW Äereio, BanS 768 OSO 7620 i 4 bebeckt L bedeckt 3 wolkig 1 beiter t heil« t tt t- 8 6 13 15 17 eSetterpr-g.ioie für Freitag, de« 8. Juni 1011, . Trocken und vorwiegend heiler. nachiS ziemlich lühl, um Mittag wieder wgiNl bei Irische» nordvsllichcii Winden. Berliner Delterborea». WasserstandS.?»achr«cht«» der Landes anstalt sür EewSssertunbe. niitgetciU vom Berliner Wetterbureau vafferlland Kemel, TUN» 6 r t g e i, Ii isterbma ® t i ch j e l, Tbor» Oder, Ratibor , Kroisen . Fraickiurt Warthe, Schrimm . Landsbrrg Reh«, Vordamm Elbe, Leinneritz . DreSdeu » Bardo . Magdeburg vassertland Saale, GrochNH Havel, Svandaul i Jiatbenoip") Spree, Svrrmperg') , LeeStow Weser, Münden Minden Rhein. MaxiaiiltanSau Kaub «Sin Neckar. Heilbrom» Rain. Werlheim Mosel. Trier „m Zl.S. vi» 156«) 40 72 7S es -7s —12 452 235 222 74 40 fett 30. S. am') -4 -2 0 -2 — 1 0 -M +5 —4 +6 +3 bedeutei Such»,— San.—*) Unlerpeget. B höchster Wasserstand: 359 cm avi Sl. zwischen Mitlernacht und 9 Uhr morgens.— höchster Walserstand: 182 ow«m SO. um S Uhr nachmittags LLütwüLiUtl'.Kkc RÄak&y:.» Alltirt Loch., Sitlia. Air tzxs Lnkrstmkil vergiltw.1 Th. Glockr. Berlin. Tritckit.Bsrlog:VorsxgrtZ NzlAdr.tickerci»VerlaLSsnjtalt PalllEijtger lt. Le, Berlin Nr. 127. 28. KeilM kü.Amiick"- luitip fiit Gßw. Äi>ti>, Wen. t Imi 1911. Soziales. Arbciterschutz in der Praxis. Die 85. Sitzung des preußischen Abgeordnetenhauses vom 27. Mai hatte sich mit einer Petition:„Anstellung von Gewcrbeaus- sichtsbeamten aus dem Gehilfenstande" zu beschäftigen. Die Kom- Mission beantragte Uebcrgang zur Tagesordnung, der sozialdemo- iratische Redner, Genosse Hirsch, verlangte namens seiner Fraktion „Ueberweisung zur Berücksichtigung". Ist es schon bezeichnend, daß die Kommission einstimmig Uebergang zur Tagesordnung beschloß, so noch mehr, wenn sie zu diesem Beschlutz auch„zum Teil aus formalen Gründen" kam. Die Begründung der Kommission muß also sehr fadenscheinig gewesen sein, sonst hätte sie ganz bestimmt „formale Gründe" nicht erst erwähnt. Hat das Verlangen der Patenten nur einen Funken von Berechtigung, so müssen in solchen Fragen, wo eS sich um Leben und Gesundheit der Arbeiter handelt, formalistische Bedenken fallen. Wer über die Notwendigkeit der Anstellung von Arbeitern bei der Gewerbeaufsicht noch im Zweifel ist, dem empfehlen wir die von uns bereits besprochene, vom Ver- band der Fabrikarbeiter Deutschlands herausgegebene Broschüre: „Gefahren der Arbeit in der chemischen Industrie". Der Verfasser, Genosse Heinrich Schneider, Redakteur des Fachorgans,„Der Pro- letaricr", schreibt zum Beispiel auf Seite 59 der Broschüre folgendes: „Ein anderer Unternehmer klagte dem revidierenden Beamten, daß die mit bleihaltigen Farben hantierenden Arbeiter Gesicht und Hände nicht in dem gut eingerichteten Waschraum, sondern am Arbeitsplatz in alten Blechbüchsen reinigten. Der Beamte wunderte sich und rügte das. Er weiß vielleicht heute noch nicht, daß die Ar- bester die Blechbüchsen nur benutzen, weil der Waschraum erst bei Eintritt der Pause, zuweilen noch nicht einmal pünktlich, geöffnet wird. Die Hände der Arbeiter sind aber so schmutzig, daß die Reinigung längere Zeit dauert. Die Arbeiter richten deshalb ihre Arbeit so ein, daß sie sich einige Minuten vor der Pause reinigen können, weil sie sonst zu wenig Zeit zum Essen hätten. Der Unter- nehmer wollte aber mit dem Verschließen des Waschraums diese Reinigungsminuten beseitigen. Deshalb auch die Klage bei dem Beamten. In einem anderen Falle tadelte der Beamte, daß die Arbeiter statt der vorschriftsmäßig im Schrank hängenden Respiratoren dünne Tücher vor dem Munde trugen. Niemand sagte ihm, daß die Ar- beiter daS Tragen der Respiratoren verweigerten, weil dieselben von mehreren Arbeitern nacheinander, und zwar in einer Schicht, also ohne vorherige Reinigung, getragen werden sollten. In einer größeren Fabrik wurde der revidierende Beamte den Arbeitern gegenüber sehr erregt, weil sie in einer gefährlichen Ab- teilung in eigenen Kleidern und ohne die vorgeschriebenen Schutz- mittel— Brillen, Respiratoren, Gummihandschuhe— arbeiteten, obwohl alles in tadelloser Beschaffenheit beim Meister zu entnehmen war. Er wußte allerdings nicht, daß der betreffende Meister für die Verwaltung des Materials eine Prämie bekam, die um so höher war, je weniger er verbrauchte.(Ein System, das in manchen chemischen Fabriken üblich ist.) Die Folge war, daß der Meister bei der Ausgabe des Materials so viele Schwierigkeiten machte, daß viele Arbeiter lieber darauf verzichteten. In einer großen Düngerfabrik waren im Frühjahr 1997 zwei Arbeiter tödlich verunglückt, weil sie beim Verladen von Super- Phosphat, der Vorschrift entgegen, unterhöhlt hatten. Kurz darauf wurden zirka 19 Arbeiter damit beschäftigt, den SuperPhosphat iterassenförmig abzuarbeiten. Kaum waren sie damit fertig, da erschien die Gewerbeinspektion. Ob der Unternehmer daS Kommen der Beamten geahnt hat? Jedenfalls wurde nachher in der alten Weise, das heißt mit Unterhöhlen, weitergearbeitet. In einer Bleiweißfabrik sah der revidierende Beamte, daß der Arbeiter, der das trockene Bleiweiß in Fässer packte, sorgfältig und langsam eine Schaufel nach der anderen ins Faß gleiten ließ und dann mit einem Eisen mit breitem runden Fuß festdrückte. Wahr- fcheinlich durch die übermäßige Sorgfalt mißtrauisch gemacht, nahm der Beamte die Schaufel, warf rasch Bleiweiß in die Tonne, stampfte mit dem Eisen nach, daß der Staub aufwirbelte, und meinte dann: .„Na, das wird doch nicht so langsam gemacht, das macht man doch wohl so?'„Nein, nein,' sagte der Arbeiter,„das macht viel zu viel Staub." Erfreut sprach der Beamte dem gewissenhaften, vor- .sichtigen Arbeiter seine Anerkennung aus. Kaum war er zum Tore ihinaus, schob der Werkmeister seinen Kopf zur Tür hinein:„Er ist fort, jetzt können Sie wieder richtig packen." In einer kleinen Farbenfabrik erklärte der Unternehmer dem revidierenden Beamten, daß die auf seine(des Beamten) An- ordnung beschaffte Badeeinrichtung fast gar nicht benutzt würde. Der Unternehmer verschwieg aber oder wußte vielleicht gar nicht einmal, daß die Arbeiter die Benutzung ablehnten, weil alle vier- zehn Tage die Hunde des Unternehmers in der Wanne— cS war nur eine vorwanden— gewaschen wurden. Hebet die Benutzung des Arbeiterbades alS Hundebad wird öfter Klage geführt. In diesem Falle war der Unwille der Arbeiter besonders groß, weil der Unternehmer die Benutzung seines PrivatbadeS nicht einmal seinem Dienstmädchen gestattete. Aus alledem geht zweifellos hervor, daß der theoretisch gebildete Beamte in Fragen der technischen Ausführung des Arbeitcrschutzes oft sehr schwer das Nichtige zu treffen weiß, was kein Vorwurf sein soll. Dann wird auch das Mißtrauen der Arbeiter nie ganz zu bannen sein. Der im Betriebe geschulte Fachmann wäre also die denkbar beste Ergänzung der Gewerbeaufsicht. Ueber die Not- wendigkeit der Erfüllung dieser Forderung besteht für uns kein Zweifel, aber auch nicht darüber, daß der preußische Landtag in seiner heutigen Zusammensetzung für Arbeiterschutz kein Ver- ständnis besitzt; hat doch selbst das Zentrum gegen den Antrag der Sozialdemokraten.„Berücksichtigung der Petition", gestimmt. Die Berechnung des JahresarbeitSverbiensteS. Gemäß§ 19 des Gcwerbe-Unfallversichcrungsgesetzes ist der Berechnung einer Rente der Jahresarbeitsverdienst des Verletzten zugrunde zu legen, den derselbe vom Unfalltage zurückgercchnet innerhalb eines JahrcS erzielt hat. War der Verletzte nicht ein volles Jahr in dem unfallbringenden Betriebe beschäftigt, so ist die Höhe der Rente nach dem Verdienst eines anderen gleichwertigen Arbeiters, den dieser im gleichen oder einem anderen ähnlichen Be- triebe erzielt hat, zu berechnen. Ist ein derartiger Arbeiter nicht vorhanden, dann gilt der 399 fache Betrag des vom Verletzten er- zielten durchschnittlichen Tagelohnes als JahrcSarbeitsvcrdienst. In Anrechnung kommen jedoch nur 1599 M., und dazu von dem diese Summe übersteigenden Lobnbetrag ein Drittel. Die Genossenschaften sind oft bestrebt, den für die Verletzten ungünstigsten Betrag bei Berechnung der Rente heranzuziehen. Der Steindrucker H. erlitt am 11. Juni 1999 im Betriebe der Firma Schl. einen Unfall durch Verletzung der rechten Hand und deS Unterarmes. Die Papierverarbeitungs-Berufsgenossenschaft setzte nach Abschluß des Heilverfahrens eine Rente von 25 Proz. fest und legte der Rentenberechnung einen Jahresarbcitsverdienst von 1361,34 M. zugrunde. Da der Verletzte noch nicht ein volles Jahr in dem Unfall bringenden Betriebe beschäftigt war, berechnete die Genossenschaft den Jahrcsarbcitsvcrdicnst nach dem 399fachen durchschnittlichen Taglohnsatz, den H. selbst erzielt hatte. Hiergegen, als auch gegen die Höhe der Rente, legte H. Be- rufung beim Schiedsgericht für Arbeiterv:rsichcrung für den Stadt- kreis Berlin ei». Er machte geltend, daß die Genossenschaft ver- pflichtet sei. der Rentenberechnung den JahrcSarbeitsverdienst eincS dem H. gleichartigen Arbeiters aus dem unfallbringenden oder holte eine Lohnauskunft ein und verurteilte daraufhin die Ge- nossenschaft, für die ersten sieben Monate eine Rente von 33� Proz. zu zahlen, sowie der Berechnung einen anrechnungsfähigen Jahres- arbeitsverdienst von 1696,67 M. zugrunde zu legen. Dieser an- rechnungsfähige Jahresverdicnst entspricht einem tatsächlichen Ver- dienst von 1829 M. Die Berufsgenossenschaft gab sich hiermit nicht zufrieden, son» dern focht die Entscheidung des Schiedsgerichts beim Reichsver- sicherungsamt an. Die Genossenschaft betonte in ihrer Rekurs- schrift, daß wegen der grundsätzlichen Bedeutung der Frage die Angelegenheit dem Rcichsversichcrungsamt unterbreitet werde. Der Verletzte sei als Steindrucker beschäftigt gewesen und erst 22 Jahre alt, also ein noch verhältnismäßig junger Arbeiter, er habe nur 28,59 M. pro Woche Verdienst gehabt, während das Schiedsgericht der Berechnung einen Wochenlohn von 35 M. zugrunde legte, einen Wochenlohn, den nur ältere, erfahrene Maschinenmeister erzielten. Das Vorhandensein eines gleichartigen Arbeiters, der ein volles Jahr beschäftigt war, wurde bestritten. Das Rcichsversicherungsamt wies den Rekurs der Genossen- schaft zurück. Es hob in der Begründung hervor, daß die Ge- nossenschaft es selbst gewesen sei, die dem Schiedsgericht den Be- trieb von W. als einen der Firma Schl. gleichartigen Betrieb an- gegeben habe. Ein Grund zur Beschwerde liege daher nicht vor. Die Angelegenheit ist nach dem Wunsche der Genossenschaft geregelt worden. Hoffentlich werden nun die Genossenschaften bei der Be- rechnung der Rente in zukünftigen Fällen sich dieser Entscheidung erinnern und nicht, entgegen den Bestimmungen des Gesetzes, weil der Loh» des verunglückten Arbeiters niedriger war als der anderer Arbeiter, den niedrigen Lohn der Rentenberechnung zugrunde legen. Gerichts-Leitung. In das Getriebe einer Schwindelfirma führte eine Anklage, die gestern vier Personen, nämlich den früheren Bürstenmacher Gustav Helfer, den Kaufmann Ernst Schubert, der augenblicklich eine einjährige Zuchtbausslrase in Sonnenburg verbüßt, den früheren Portier und Hausdiener Jakob K ü h n und die Frau des letzigenaninen vor die 3. Strafkammer des Land- gerichts I führte. Helfer hatte de» Angeklagten Schubert in dessen Eigenschaft als Annoncennkgnisiteur des„Allgemeinen Annoncen- blatteS" in dem von der Frau Helfer betriebene» Mietskontor kennen gelernt und war mit ihm bald in sreundschaslliche Beziehungen getreten. Schubert erzählte aus seiner Erfahrung, daß man mit der Vermittelung von Hypotheken viel Geld verdienen könne und reizte den Appetit des Helfer damit in dem Maße, daß beide bald darin einig lvaren, ihre schätzenswerte Kraft diesem Er- werbSzwe>ge zu widmen. Obgleich beide so gut wie gar kein Geld besaßen, eröffneten sie in einem in der Elsasser Straße 45 gemieteten Geschäftslokal uuter der Firma G. Helfert u. Schubert ein „Hypotheken- und Assekuranz-Geschäft'. Da der erwartete Goldregen sich nicht einstellte, tvcil es ihnen nicht gelang, ein Hypothckengcschäfl zu vermitteln und da es ihnen auch an jedem Betriebskapital fehlte, verfielen sie auf daS so oft mit Erfolg in Anwendung kommende Mittel deS Kautionsschwindels. Durch Annoncen in Stctliner. Breslauer und Leipziger Blättern suchten sie Kassenboten, die imstande wären, 1999 bis 1599 M. Kaution zu stellen. Bei den Verhandlungen mit den vielen sich aus dieses Angebot meldenden Personen, unter denen sich vorwiegend Handwerker, Maurer, Zimmerer. Schneider usw. be- fanden, führte Schubert dos Wort und brachte auch die Vertrags- abichlüsse zustande. Den Bewerbern wurden die imponierendstc» Mit- teilungen über den Umfang des„Hypotheken- und Assekuranzgeschästs" gemacht. So wurde ihnen erzählt, daß die Kaution notwendig sei, weil die Kassenboten täglich 49—59 999 M. zu kassieren hätte». ES wurden ihnen auch angebliche Wechsel von Offizieren vorgezeigt, deren Beträge angeblich in kurzer Zeit einzuziehen seien. Natürlich bissen viele Personen auf diesen Köder an. Manchmal saßen vier solcher Unglücklichen in dem„Geschäftsraum" und hatten nichts weiter zu tun, als Briefe einzutragen. Zimmer zu reinigen und Stiefel zu putzen. Wenn dann die um alle ihre Hoffnungen Betrogenen ihre Kaution zurückverlangten, türmten die beiden ersten Angeklagten die bekannte» Schwierigkeiten auf, indem sie behaupteten, die„Kaution" sei als„Geschäftseinlage" gegeben worden. Als schließlich Schubert, der die Seele des Schwindelgeschäfts war, in Hast genommen worden war. verband sich Helfer mit dem Angeklagten Kühn, der ein W a n z e n m i t t e l „Tix" erfunden hatte und zum Vertriebe desselben ein Geschäft begründete. Nun begann dasselbe Spiel: es wurden Leute als „Kassierer und Lagerverwalter" angestellt, die Kaution stelle» mußten und nur hin und wieder mit Flaschenspülen beschäftigt wurden. Die beiden„Chefs" verkrachten sich nach einiger Zeit und Kühn hat das Geschäft allein ivcitergesnhrt, bis auch fein Stund- lein geschlagen hatte. Bei seiner Verhaftung halte er noch den Beamten Widerstand geleistet; seine Frau hat sich des Pfand- bruchs schuldig geinocht. Sie wurde nur zu einer Woche Ge- fangniS verurteilt; dagegen lautete das Urteil gegen Helfer wegen Betruges in zwölf Fällen und versuchten Betruges in zehn Fällen auf zwei Jahre sechs Monate Gefängnis. gegen Schubert ivegen Betruges in acht und versuchten Be- trugeS in zehn Fällen auf zivei Jahre sechs Monate Zuchthaus und 1959 M. Geldstrafe event. noch 139 Tage Zucht- haus, gegen Kühn auf ein Jahr Gefängnis unter An- rechnung von sieben Monaten Untersuchungshaft. Bon der Berliner Stadtmission. Ein weitere Kreise interessierender Rechtsstreit wurde am 27. Mai vor dem Landgericht III verhandelt. Der vom Hofprediger S t ö ck e r begründete, jetzt vom Hofprediger O h l h geleitete Verein für B e r- l i n e r S t a d t m i s s i o n hatte sich in einem von einer Anzahl hochstehender Personen unterzeichneten Aufruf unter anderen auch an einen hiesigen angesehenen Fabrikbesitzer mit der Bitte um Ge- Währung von Beiträgen gewandt. Letzterer halte hierauf dem Verein geantwortet, daß er an sich zur Unterstützung guter Zwecke stets bereit sei, es aber ablehnen müsse, Gelder an die Kasse der Berliner Stadtmission abzuführen, da ihm und weiteren Kreisen bekannt sei, daß jahrelang bei der Stadtmission Unterschleife an solchen Liebesgaben vorgekommen wären, ohne daß die Schuldigen zur Rechenschaft gezogen worden seien. Ein Ansinnen des Vereins, den Vorwurf der Unterschlagung zurück- zunehmen, lehnte der Fabrikbesitzer ab und die Stadlmission be« ruhigte sich hierbei. Der Fabrikbesitzer aber, der glaubte annehmen zu sollen, daß den Unterzeichnern des Aufrufs die bei der Stadt- inission nach seiner Kenntnis vorgekommenen Verfehlungen nicht be- kaimt gewesen seien, teilte den Unterzeichnern seine Weigerung und deren Gründe mit. Er brachte in dem qu. Schreiben seine Ansicht auch dahin zun, Ausdruck, daß die Stadtmission aus milde Gaben überhaupt nicht angewiesen sei, wen» sie von dem Angebot der Stadt Berlin, ihr einen Teil ihres Gruitdstücks Am Johannistisch zur Durchlcguug der Mitteuwalderstraße zu verkaufen, Gebrauch' machte. Nun griff die Berliner Stadtmission zu dem Mittel, bei dem Landgericht III den Erlaß einer einstweiligen Verfügung zu beantragen, durch welche dem Fabrikbesitzer bei Androhung einer Strafe von 1999 Mark für jeden Fall der Zuwider- Handlung untersagt werden sollte, fernerhin schriftlich oder mündlich Angriffe gegen die Geschäftsführung des Vereins für Berliner Stadt- Mission und insbesondere Aarnungen vor der Zahlung von Bei- trägen oder Gewährung von Unierstütznngen an den Verein aus- zusprechen oder zu verbreiten.— Dieser Autrag wurde vom Gericht zurückgewiesen; dem Verein wurde es überlassen, im Wege der Klage gegen den Fabrikbesitzer vorzugehen. Dein Ausgange dieses Ver- fahrenS kann num, wenn es überhaupt zu einer Zeugenvernehmung Kauunergericht kontra Oberverwaltungsgericht. (Ein Flugblattprozcß.) DaS Gewcrkschastsmitglicd Meyer in Düsseldors sollte den§19 des alten preußischen Preßgesetzcs übertreten haben, welcher in r>er Fassung, die er durch§ 39 Abs, 2 des Reichspreßgeietzeö erhalten bat, von einer polizeilichen Erlaubnis abhängig macht das u n- entgeltliche, nictitgewerbsmäßige öffentliche Verteilen von Plalaten, Auirufen und Bekamilmachungen. Meyer hatte mehrmals ohne polizeiliche Erlaubnis auf öffentlicher Straße Flugblätter ver- teilt, wofür er jedesmal vom Gewerlichaftssekretär 75 Pf. erbielt. Das Landgericht in Düsseldorf verurteilte gleichwohl M. zu einer Geldstrafe. Zwar nahm eS an, daß ein entgeltliches nicht« gewerbsmäßiges Verteilen nicht würde bestraft werden können. Es ging aöcr in II e b c r e i n st i ni m u n g mit einer Ent- scheidung des preußischen O b e r v e r w a lt u n a s g e r r ch t s davon aus, daß für den Begriff der Entgcltlichkeit in diesem Sinne nicht maßgebend sei das Verhältnis des Verteilers zum Auflraggcber, sondern das Verhältnis zum Pnblikiiiii, a» das verteilt werde. Eine Entgelrlichkeit würde nur vorliegen, wenn das Publikum für die Druckschristen etwas zahle. Das sei nicht der Fall gewesen. Somit hätte es sich um ein unentgeltliches Verteilen gehandelt und Angeklagter müsse bestraft werden. Das Kammergericht hob jedoch dieses Urteil auf und sprach den Angellagtcn mit folgender Begründung frei: Das Kammergericht stehe im Gegensatz zur Vorentscheidung(alic auch im Gegensatz zum OberverwaltmigSgenchl) auf dem Slaudpuukte, daß es beim Begriff der Uueutgeltliwkeit be- ziehungsweise Entgeltlichkeit im Sinne der angezogenen Vorschrift nicht auf das Verhalten des Piiblikmns ankomme. Vielmehr sei ei» entgeltliches Verteilen anzunehmen, wenn der Verteiler vom Auftraggeber ein Entgelt erhalte. Das Kammergericht habe keinen Anlaß, von dieser Auffassung abzugchen. Da min Angeklagter vom Auftraggeber ein Entgelt erhallen habe und sein Verteilen auch ein nichtgewerbsinäßiges gewesen sei. so müsse er freigesprochen werden._ Die geschlichen Vorschriften über die Sonntagsruhe sollte der Fleischermeister Jvers in Wilmersdorf dadurch übertreten haben, daß er seineil Fleischergesellen noch nach zehn Uhr, das heißt nach dein Eintritt der Zeit des Hauptgottesdienstes, wo der Beiricb z» ruhen hatte, am Sonntag mit dem Austragen von Fleisch be- schäftigt habe. Ein Schutzmann hatie ihn dabei betroffen. Es war gleich nach zehn Uhr vorniitlags und der Geselle hatte dem Schutz- mann auf seine Frage ivahrheitsgnnätz gccmllvortet, daß er noch zwei Bestelliiiigen auszurichten habe. Der angeklagte Fleischenncistcr wandte ein, er habe seinem Gesellen ein- für allen, al geboten, nach zehn Uhr vorinittags an den Sonntagen keine Bestellungen mehr zu besorgen. Das Landgericht verurteilte jedoch den Angeklagten und führte aus: Es habe sich um eine Zeit gehandelt, wo eine Veschäfligimg von Gehilfen und Lehrlingen im Fleischhandel nicht habe stattfinden dürfen. Der Geselle hätte deshalb auch kein Fleisch austragen dürfen. Der Einwand des Angeklagten, daß er dem Gesellen verboten habe, während der Zeit des HaiiptgotteSdienfteS Fleisch auszutragen, könne nicht durchgreifen. Eine derartige allgemeine Anordnung und zeitweilige Kontrolle könne den Arbeitgeber nicht ent- schuldigen. Er mache sich strafbar, wenn er nicht regelmäßig darauf sehe, daß den Vorschriften nicht zuwider gehandelt werde. Das Kammergericht verwarf die gegen dies Urteil eingelegte Revision des Angeklagten mit der Begründung, daß das Urteil keinen Rechtsirrtum erkeunen lasse und daß zutreffend angeuommen worden sei, daß Angeklagter mindestens fahrlässig gehandelt habe. tiatm ähnlichen Beliiebs zugrunde zu legen. Das SAedsgerjA 1 kommt, mit Spannung entgegensehen. Jugendveranstaltungen. Ttegkiti-Groh-LIchterfelde. An den Pfingstseiertagen veranstallen die sicicn Jugeiidorgaiiisationen für die Orte Steglitz, Friedenau, Groß- Lichlersclde, Lankioitz und Zehlcndors eine zwei- resp. dreitägige Psiugil- Wanderung durch die Uckermark. Abfahrt am Soimabelid, den 3. Juni, abends 10.17 Uhr, vom Slclliner Bahnhof bis Teinplin. Gefaiillkoslcn- puull 8—19 M.— Ferner machen wir auf den am 2. Pfwgslseierlag stall- findenden TagesanSflug nach Tegel-Heiligenjee-Spandau auiinerkfam. Fahr- gcld 30 Pf. Treffpilllkt für Steglitz-Friedenau morgens 8 Uhr Friedenau, Kaiferallce, Ecke Ähcinstraße(Kiosk); für die anderen Orte'/z8 Uhr Bahnhof Steglitz.— Jeden Dienstag und Freitag abend sinden auf den„Rauhen Bergen"(Bismarckstraße. Ecke Bergstraße) von 7 Uhr ab Spiele stall. Für Spielmnlcrial ist gesorgt. Wir ersuchen die Arbeiterschaft der obigen Orte, ihre Söhne und Töchter zum Besuch unserer Veranstaltungen anzuhalten. Freie Jugendorganisation Sieglitz und Umgegend. Lichtenberg-Rlinimelsburg. Am 4. Juni kl. Psingstfeiertag) ver- anstallcl der Jugciidausjchuß eine Partie nach Ticsensee. Die Wanderungen erstrecken sich von Tiesensce nach dem Gamcnsee, Gamengrund, Kcssclice über Strausberg nach Hcegcriiillhle, Anuatal, Bahnhof Straußberg II. Es wird besonders daraus ausmerksam gemacht, daß sich jeder mit Gelränkeii versorgen muß, da sich unterwegs wenig Gelegeuheii bietet, einzulehrcn. Tressvmlkl früh 5'/. Uhr am Bahnhos Lichlenberg.Friedrichssclde. Abfahrt des Zuges 5.38. Fahrgeld 1,29 M. Bmfkaften der Redaktion. Die juristische Sprechstunde sindtt Lindenstraße 09, vorn vier rreppen — F a d r st u Ii l—, wochentöglich von bis 7V4 Uhr abends, Sonnabends, von iVj btS 6 Uhr adends statt. Jeder siir de« Briefkasten deftimmtc« Anfrage ist ein Buchstabe und eine Zastl als Merkzeichen beizufügen. Briefliche Antwort wird nicht erteilt. Anfrage», denen keine AbonncmrntSgnttenng beigefügt ist, werben nicht beantwortet. Eilige Fragen trage man tu der Sprechstunde vor. Am Sonnabend fällt die juristische Sprechstunde ans. Ivo Krankenkasse. Die Wöchiierinnenunlerstützung muß gewährt werden, lveuii Sie innerhalb des letzten Jahres vor der Eiitbinouiig mindestens sechs Monate hindurch einer Krankenkasse angehört haben. Daß die Zugehörigkeit ununterbrochen oder bei derselben Kasse angedauert hat, ist nicht erforderlich.— M.®. 2000. 1. Nein. 2. Den tatsächlichen Wert. 3 bis 5. Die Pfändung ist zulässig. Es ist dann abzuwarten, ob seitens der Ehesrau oder Dritter EigentumSansprüche geltend gemacht werden.— W. 8. 1. Ihnen. 2. Dem Unternehmer.— H. G. 100. Das Gesetz sieht keine Absiiidung vor.— Jentsch, Rixdorf. 1. Nach jetzigem Erbrecht 2. Vollmachtscrtcilung ist zulässig. Die Erklärung des Bevolliiiächtiglcu bindet den Vollmachtgeber. 3. DaS Recht der Acuße- rung ja. Eine Slbstimnuuig erfolgt nicht. 4 und 5. Im Auseinander. sctzungsvcvsahrcn wird ein Urteil nicht gesällt. Kommt eine Einigung nicht zustande, so bleibt nur der Prozeßweg übrig.— O. R. 000. Nach§ CO Abs. 1 Kommunalabgabengesetzes haben Sie unseres ErachtcnS auch Anspruch azis Freistellung von der Gemeindesteuer. Bcantrageu Sie dies unter Hinweis aus die Gesetzesbestimiilung.— X. Nein. —<£. Tch. 6. 1. Ja. 2. Ja, in beschränktem Maße, so daß der Aus» bildungszweck nicht gesährdet wird.— K. 7. 1. und 2. Leider nicht.— F. Nlitchke 24. In 30 Jahren. An daS Amtsgericht, in dessen Bezirk der Erblasser verstorben ist.— iZ. T. 2. 50. Der WSschereibcsitzcr er- scheint ersatzpflichtig.— O. B., Wilmersdorf, t. Ja, sofern die grau nicht ausgeschieden ist. 2. Ans daS Gesetz, da die Ehe als„Mischehe" gilt. 3. Nein.— Wrsifatia. Kündigiuig ist allmaliallich täiigstcus bis zum 15. mit Wirkung bis zum 1. konlnieudeu Monats zulässig.— Otto Cnrow. Ja, aus den Teil, der im Durchschnstt nicht verbraucht worden ist.— 4. 2. W. Die vertragliche KündigullgSsrist ist maßgebend.— H. B.. Frauseckiistr. 38. Eine Verpflichtung dazu besteht nicht.— Streit- frage 70. Durch den Gebraiich nicht, aber durch östcnttiche Anpreisung.— W. S. Nach den in Berlin und den Vororten übliche» Midsvcrträgcn läßt sich leider nichts dagegen tun.— Sch. 16. 1. Ohne Austrag nicht 2. DaS ist kein gesetzlicher Grund.— W. 246. Sie müssen eben zahlen. Marktpreise von Berlin am 30. Mai 1011. nach Ermittelung des Köiiiglicheli Polizeipräsidiums. M a r t t h a l l- n p r c i s c.(Klciiibaudcl.) 100 Kilogramm Elbscu, gelbe, zum Kochen 30,00—50,00. Spciscbobiieu, weiße 30.00- 50.00. Linsen 20,00-60,00. Kartosfcl» 6,00-9,00. 1 Kit». gramm Rindfleisch, von der Keule 1,60— 2,40. Riudsleisch, Bauchfleisch 1,20 bis 1,80. Schwemefleisch 1,20— 1,90. Kalbfleisch 1,40— 2,50. Hammelfleisch 1.40—2,20. Butter 2,20—2,80. 60 Stück Eier 2,80-4,40. 1 Kilogramm Karpsen 1,20—2,00. Aale 1,40-3,00. Zander 1.40—3,80. Hecht« 1,20 bi« 2,80. Barsche 0,60—2,00. Schleie 1,20—3,40. Bleie 0,80—1,60. 60 Stück Kttbse 2,00-36,00. roß-- Lichterfelde Baekestraße 22 (Fritz Wahrendorf) Honntag, den 4. Jnnl(1. Pflngstfetertag) Großes Frßh-Konzert im prächtigen 3000 Personen fassenden Xaturgarten. Beginn 5 Uhr, Entree 20 Pf. KaffeoküeHe. Jfechni. an beiden Feiertagen: Konier� humoristische Vorträge. Entree 10 Pf., Kinder unter 14 Jahren frei Preiswerte Sommer- Kleider au* gutem reiowoll. 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Berlin SV 'oitiiixj fuöinojlajß ( �s'vprGuvZL ix) lajoqsmramqai -UUVMhZJ'W a- l'a{ •Smguaqviß ijazL (jjiog-nnoc:) jaopnaznn�f SulizaH iz uoq luvinvijaUZ 'a-'X'MopoiI lag jaopsaauium�f •1314 pjos utay a-'X'jaoguazuahpZ iag aasuaiuiuna�f '13SL poinvjjaiß nsig liiagjaö gpuoT qun ppH s.tzal� •(SiaguiaiT-ijaW«Zun-ij�z) ,qa«alazss 'S88'illJamiiaffi'peilt "618'aijmvD'9;oijiiiai�vD •(uaggnF-uagnK) aqaoviVqaazK '!3lj ppF U,3C a-'X'q»!N«»«a3q •3juvlU'cz-n 13Us3lL2'G'ljZik -hjaoL-nvioZ) aii.cazx •4vcklpH Mjj poinvilaiß 8 X'uaijaA.aoiW pq SnaqsiqjqH "a-'X>>9 Jiio�uajim a X-HpiolniT -aaljnvgZ lauavvhshllaqalig lag uv pviiioijiiliiAx •gnis3qp32''l.laiL:i!ui>iaV-!jailiiju3qu332 •nvuniK ßlq-v-Ziq'goihljuiquiA 'a-'X-stl-n -xgmfpI Zla-v-zlq'Singuaamvis«jBpffi 'a-'X x!u,ii,i,3mli>Z 'a-'X'pmartgs lag KpnqaquiJli a-'X p'uaagU tag ipiualiv�x •piuartgö»g ioggutiagiK® •I3li 3PZ0F 31112 a X'qa;«sdLZr •(010�1332'«32) snvciu3tznhZT 83,112 g. �-ilas»«qaa�i» �.«Sluazi •laij'laSniU'-032 •agivaiuaxnJ lag S.mq»a»z«ii •piiwn©'„ugvguajlI mg" •I3]qi2 laeivcufps)'paPiazix qm�jß •(SzagiuaictZ-ZngMZ) x�puqioH •oloquoigB iivI'.Hmhzj3,i3,uii" •ßiqnß uvlsjlihI •(SiagmaictI-ZngpoZ) jaopsqaon •inadiaö appg ajiE a* N*opiojjoisioi>i •uuvuuaqB•«32 •LanguaquviA lag z|naj}fu!arH •,qiiug)2 D a-'X•«agsaji-niaiiq •ppI s.�ojz qun AnoguastnPI '(nvxilF.nvivI) u;«qqaJ!H 'pnxnU lohilvK «'« •uuvmiaquI zivz •(öiagmaicjZ>-Zng„oZ) qa«i»qaqa,ZU •pvinvlja�z smmai� »- o- d'«*p«»i�szr •lai, appF 3212 a-'X"JJopnaqas�aH •hgopL'huL'tz>i3,u3igivU mn? ,uvino,j32; •(KngaJ guliU) uajaiiK lag �aop«aa� •31M3A'hllg'l3UvllljE MNg •xviU-hug'Mlagiabog mn? •g.'ig'�ngaqiaM'g PN«-/-™?«»»«» •jotjugvai mv"(laqqo� •aaljnvqZ i3,in�uöig '3l(pl,30UiJ-gug'snvggilvgzjßa.laN ßuuvmvH a- N-J-iopsinBH •ijjuaagioioQj apZ'aspß'waigaix'PljnaS '88 aailE-«ois3i�'i3nvZ Q *99 aaM-amisaix'>lSAoigvD-ß •3,j,iagi»qi8?uiig;'qogu3,jing Ilaiß Ü- K•gsjoqsiai.'H •pps g,39ung •(6iagiuaactS»fngao3)"JoqsiJUH •33,UD}S§3fl,PK2 •(öiagmaictI-Angfloz))-jaop�uuBH •liisdiaB appipvT 32 ß 'sgoz;'L rppigigapaa 'a-'X'jaoqsuaaF lag AioiqwH •0332 aauni®'uuvm -aajjogx qun„io?ffi'uomgj«;"uaäia« mng •Soqjaiqj' •laij apps 3212 'B- N'aplojsjop •9-iiigjuqaug '1313,95 sttig-gug'SnvgZ,jvgzl23j3G s3N3Z2 '01 3yvl,j -g»iq3llg'„3g>�> U3UN10 ing"'9lngZI lg •09 ogoui »g�iiqaug'gnus'qozß-gug'pgusqms '81/81'-jj-S'hug"tiaiG'PUfli '3?Z)-39vi,ji3xlU3l,oV qun-lpiiqsiig 'uaqaiiluaG)'uDjivOgjjoa ispgjgutuugog •ijigjuqsug 3p®'-1103;'ajaogs tHPW'hug'pg,giuungog'U3,iv®-1301NW 8'ai.luooiß'inqo®-qjB:pp]gig3}i3a5 a-'X'UHnsimimiof lljuspoi®'30UVS jog,lv® *IBq�siaiq»«or •pmgj® 3«, ,32'iog,iu© (ßngaz giaxy) aqiooiuaijing lag jjopnaqajnpp •lagjvuuaiuiu®'{ß jogtzv® ( MuaxnJ-'EchnvL) Jjopuoqaiunr •UUVM uaqi,« mng •(ZngaF-pnjzuviZ) na�aeSaddoH •upjs) H-'O-'d•»«iddfiqasnaqoH •,31, apps 3212 ■a-'M•iiasnwquoqa»iaaqo|j-nav 'uasnnquoqasuaqoH 'iS'qj-ackpiZ'(aajgnjß) uogzgoihzjqpg •2f'aijqii'« -gnjß'(igq,®) Jogiaßin® mng" ujaiß •aap,® iogugvffi uiJ2'(uijjaißs-32 laqvg -ug) nougoig ,qo„u3,iv® laq 3iU3g)jqp32 •g-'M-jaopuanauuaqoH •ßisquap® mn? uogigqiCpJsqp� 'a-'N-»puiquaqoH •uii apps 3212 a-'M•aa|aBSqas.i|n •Hvrtuaqujs'unvmuH-{fe •gnDgg,lö(pj2aia®''g-lin®-qaog� 'a-'N-laqufAiuassaii •(pu®) gx'iijiaviaqgnvi,®'lapjuaH-g "iS'iljlcklvH'atzuaH a-'M-apiajzaaH •(ajvvH) es■i(]iau}ii3g5' guastng,® 81'-lwiio, -1,2 aijnönß'gnvg,liog'gzuiuaquH'H 'a-'Ji yaopsuiaau •aqviSqio®•©'ßmq, 3�032 lng a-'N-JJopnaqarauaH •13llvU U3lpl|n3(5 mng 113(113© HoMqiv32'uipapa •loigjjuo®-gug',og;jv® ZuonZ-apia L H-'O-'d-JJopsSiuuaH •]og,10® giaquugj® 'doyoixk'hoL '(ijaoZ-nvioZ) A�opsnizazi •pqvgiaqJ pjug H-'O-'d'P««I«slsir •U3«os uauaqpS mn? logilv®'i3qnQ$ qaijlp®!pvozß ,jui® •(Siagul3icl0�ng„o3)piajsqa!au|aH '09'ailZnlulz'stvqqvzß-giW a-A qa«p«.,a«iazr •9,3«g,® laajuaßliuH qun �oigzlqp32 mng 'a-'H-«a�ilnqpun�-aaüillailiiiazx •I3�l3mg-®'kk-gug'„i32ümqu,52"-,ja25 -ugn�-gi,W'hug'qc-igzj33® 'gphtpnW a- H'(x-raa)»»««»Zm»» •,qlmg>®'Mioq'1132 pvinvtzaiß •Zpgz® o„(x uoq ,UV1NV,1325 •I3qoig3®'32'gnvguztzngi® •jciopqaW•© ,uvinv,j3Zß •qpmgznA invzk qun aqa32'W'uuvm�nvgi'qß uoq Z,uoinv,j3iß •aqpatgiag® ,ag a|qi|iaaaSaan •uiqioauo® SjvI •S.iaqiaAt!n •(pddpa-il) goiqpiiajOa®'giiiuuH-32 a-'X-dSifiqv siaqaun •juagjaB aivios 32B a-'M-aaniuiBjf •,1139,30 apps uaiaquo apß •pquai,®-inoyaiß ippigigapaa 8- X'"HI«!! 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Alle Lokale gesperrt. ZLfteKerlelt a. O. 55. Hinze. Zechin(Frankfurt-Leb» Brauerei Friedr. Buchholz. Zeesen. I.-B. P. Behrend. Gasth. zur Palme. Zehdenloh. Restaurant Buchholz, AmtSfreihei ZehlendOPt. I.-B. B. Mieklei. Polsdamerstr. 25 lWaldeslust). WilH. Micck, Gesellschastshauk Karistr. IL. Schwarz, Rennbahn. Alsenstr. 56. JuliuS Rutsch, Machnowerstr. 2. Zehlendopf bei Liebenwalde N.-B, "Restaurant zur Eisenbahn, C. Osten. Zeppepnleho. d. StettinerBahn. N.-B. »Zum Pank-Schlößchen"(Ostertag). Ww. Packert, Dorfstr. ZepnMlepk. I. B. Georg Schulz,»Zur Friede■ be", gesperrt. Alle anderen Lokale frei. Zeuthen. I-B. Bahnhofs-Restaurant, Jnh. Rob. Barnack. Albrechtshof>Spethmann>. »Zur Dorfaue", Jnh. Lindemann, Dorf- straße 15. Restaurant Waldschlößchen, Seestr. 35, Jnh. Karl Drill. Zlexenhal« bei Nicderlehme. I.-B. Rest. z. Sporthaus. Jnh. M. Mörschel. Restaurant Gust. Heiß. Zlelenzlx /Ost- und West-Stcrnbcrg). Restaurant Schützenhaus. Restaurant Dahlmann, Ostrowerstr. Restaurant Jxgang, Ostrowerstr. Restaurant Weiß, Am Markt. ZlltendopL(Guben Lübbe», Gasthof Redlich. Zinna(Kloster). August Heinrich. Zossen T-B. Verkehrslokal: Kurzner. Darutherstr. 10. Zühlsdopt. N.-B. Restaurant»Zur Eisenbahn" Gilge. ZMIlehan. Alle Lokale gesperrt. Zn'iehnseh. T.-b Gärtner, Berl. Schweiz, Seddinsu Lerantwortlich: Albert Hahnisch. Berlin c.b4, Auausistr. 5l. Sied: Vorwärts Buchdrucker ei und Verlagsanstau Paul Singer X So» Berlin 8W. 68, Lindenstr. es. Alle Kokale, die keinen Saal haben, find frei!' okal- für KerUn»»d die Provinz Krondenburg. Ausgegeben am 2. Juni 1911. Obmann der Kommission:.Alhept Haliniseh, C. 54, Auguststr. 51, Ci. IV. Alle Mitteilungen, Ansrqgen:c. find für Berlin an das unterzeichnete KommistionsmUglied des aetrcssenden KreijcS zu nchtcn. Für Kreis Nieder-Barnim an Hermann EliaS» 0.112, Bluineiithallw. 24, für Kreis Tcltow-BceSkow an Carl Rohr, Ziixdors, Weisestr. 33, vorn IV; für Kreis PotSdam-Oft-Havelland an Emil Schubert, Spandau, Kurstr. 21. Die zu den genannten drei Kreisen gehörenden Orte sind durch folgende Buchstaben besonders bezeichnet: Nieder» Barnim— Ni-E., Teltow- Biestow— D-L., Potsdam-Ost-Havelland —?.-0.-II. Für alle übrigen Orte sind Anfragen usw. direkt an den Obmann der Kommisfion zu richten. Zur besonderen Beachtung empfehlen wir: Die in der Liste mit einem � bezeichneten Orte bczw. Lotale gelten als frei, iedoch ersuchen wir die Parteigenossen dringend, Vereins-, Werkstatt- oder sonstige größere Partien nicht nach diese» Lokalen zu nnternehme«. Zu jeder gewünschten Auskunft ist die Kommission jederzeit gern bereit, nur müssen wir darum bitte», alle Anfragen möglichst frühzeitig zu stellen. Diese Lifte ist bis zum Erscheinen der folgenden aufzubewahren, und bitten wir, von den in der Zwischenzeit eintretenden Aendernngen Notiz zu nehmen. Die Lokaikommisston. HerRin. 1. Wahlkreis.« Schuhmacher-Jnnungshaus, Fislberstr. 25. Trösels sale. Neue Fricdrichstr. 35. Louiten-Zelt, In den Zelten 9a. Zum gold.''wen, Jidenslr. 55. Patzenhofer Ausschank, An der Stralauer Brücke 3. Lokal-KommissionS-Mitglicd: Jakob Ege, Rotzstr. 31. 2. Wahlkreis. Anhalt. Ressource, Möckernstr. III. Bock-Brauerei, Dempelbofer Vera. Bonackers Festsäle, Blücherstr. r Gliesing, Wasserthorstr. 68. Heilmann, Schönleinstr. 6. Gründer, Schwerinstr. 13. Hobels Brauerei, Bergmannstr. 5— 7., Happoldt» Brauerei, Hosenheide 32—33. Hochbahn-Resl., Tempelkoser Uter 30. Hofjäger-Polast, Hosenheidc S'2/53. Kliems Festsäle, Hascnheide 13/15, Kcnigshof, Bülowstraße 37— 40, Kreuzberg-Festsäle, Kreuzbergstr. 48. Leuchtturm, Fontone-Promenade 15. Morkgrqsen-Casino, Markgraie,'tr. 83. Carl Nißles Festsäle, Tennewitzstr. 13. Raabes Festsäle, Fichtestr, 29. Reinhardts Neues Gesellsch.-Haus, Hasen- Heide 57. Schneaclberqs Festsäle, Hasenheide 21, Jahn straße 8. Unions-Brauerci. Hasenheide 22/31. Biktoria-Branerei, Lützowstr. 111/112. Lokal-Kommissions-Mitglied: Heinrich Schröder, Bergmannstr. 9511. 3. Wahlkreis. Arminhallen, Kommandantenstr. 58/59. Beckers Festsäle, Kommandantenstr. 62. Berchts Rittersäle, Ritterstr. 71(75. Berliner Klubhaus, Ohmstr. 2, Inhaber Schindel. Brillant-Feitsäle, Dresdenerstr. 52/53 (City-Passage). naij 8l»iog uaöugn zyK •„pnol ivzozSisE'usiivSizjwK:p'izq usipvK ajBuMiOi) 8un)[rjJumag uq'aaqvq uai�aJ4iua qun uam�amajun nl uaivzoz uataiq ipuu jgiiu uaiiavK aiaggiB aßojuoj aaqo-ijDjjpagj'"Suiaiaa,'quavulaq uajjouaSiapoK SN al-u uatzinjaa(poqal'iajj?IV uajiaö gqiDojautu© zaq apjog uaßuqn aniö»MS -SniZpoT gpojffi•«ffls Taai�WS'poauo�ajß ZSulizth-Z •a�Di�iauaoq -Sinv�'iioquaöimu�)®'qjDcuauna® sloZ •ijjaaqoqguaeuoag'pvit 'CSE Aiq-o-Alq'uspo® aaqvqsuaSuoag '9—3•ijliaqoq -Snp3gnK'uuvu-ph-iM-luß'podqjD® •g•a�a3qöggn}i3qn§ 'jaoquaSavmhzZ'uajat®-(juß'gnoqqjogg •X•ixjaaqpqgnjaaq -nK'jaoquaöavmhzZ'qjajß'gnpaqnH qZ .•quy piartja® •(poqUSBlOUl�)®) 8•ajJisqtjqgnpsqniS'upxjz sjv®:;3ig a-'l"PI«Aioiinj[*3 '.a�nvK uahzjxnaq uxn? 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Fiedler), Kom- mandantenstr. 72. Deutscher Hof, Luckauerstr. IS. Dresdener Kasino, Dresdenerstr. 96. Dresdener Garten, Dresdenerstr. 4S, Jnh. W. Pasternacki. Englischer Hof, Neue Rohstrahe 3. Feuersteins Festsäle, Alte Jakobstrahe 75 (Jnh. W. Kube). Fürstenhof, Köpenickerstr. 137/138. Gewerkschaftshaus, Engelufer IS. Graphisches Vereinshaus, Alexandriueu- strahe 44. Gratweils Bierhallen, Kommandanten- strahe 77/79(Jnh. Haberland). Januszkiewicz, Melchiorstr. IS. Jnsel-Festsäle, Jnselstr. 10. Jndustrie-Festsäle. Beuthstr. 19/20. Kellers.Neue Philharmonie", Köpenicker- strahe 96/97. Köpenicker Festsäle, Köpenickerstr. 1273. Köpenicker Vereinshaus, Köpenickerstr. 62. Lüdtkes Vereinshaus, Dresdenerstr. 116. Luisenstädtische Bierhallen(Jnh. Keppel), Alte Jakobstr. 89. Luisenstädt. Konzerthaus(Jnh. Eifert), Alte Jakobstr. 37. Luisenstädtisches Clubhaus(Jnh. R. Bom- mer), Annenstr. 16. Märkischer Hof, Admiralstr. 18c. Meyer, Oranienstr. 193. Michael-Festsäle, MichaelkirchsP. 39. Orpheus. Licht- und Tonbild-Dheater- gesellschaft m. b. H.. Brückenstr. 2. Prager Restaurant(Jnh. Kratky), Alte Jakobstr. 64. Wilkes Festsäle. Sebastianstr. 39. „Zum Alexandriner". AlexandrinensP. 873. Lokal-Kommissions-Mitglied: G u st a v Müller, Grünauerstr. 26111. 4. Wahlkreis(Süd-Ost). Behrends Festsäle, Manteuffelstr. 9S. Cafe Alfen, Vor dem Schlesischen Tor 2. Central-Festsäle, Oranienstr. 139. Gleve,„Süd-Ost", Waldemarstr. 73. GraUmann, Naunynstr. 27. Grünauer Garten, Grünauerstr. 14. Jndustrie-Festsäle, MariannensP.?1. Mariannen-Festsäle, Mariannen-Ufer 2. Max Nowack, Manteuffelstr. 9. Naunynfestsäle(Böhm), Naunynstr. 6. Oranien-Salon, Oranienstr. 170. Reichenberger Hof, Reichenbergerstr. 147. Schocke(Drachenburg), Vor dem Schlesi- scheu Tor. Schuhmacher, Skalitzersp. 126. Walter(Urania), Wrangelstr. 9/19. G. Wollschläger, Adalbertstr. 21. Ost. Alhambra, Wallnertheatersp. IS. Slbrecht, Gesellschaftshaus. Langestr. 108. Andreas- Festsäle, AndreaSsp. 21. Andreas-Garten, AndreaSsp. 26. Bclzmanns Gesellschaftshaus, Lichten- bcrgerstr. 21. Böhmisches Brauhaus, Landsberger Allee Nr. 11—13. Boekers Gesellschaftshaus, Weberstr. 17. Brauerei Friedrichshain, Am Friedrichs- Hain 22— 29. Breuer, Grohe Frankfurterstr. 117. Bürger-Hof, Küstriner Platz 19. Concordia-Festsäle, Andreasstr. 64, Jnh. Wendt und A. Schütze. Elisabeth-Garten, Elisabethstr. 39. Elhsium, Landsberger Allee 49/41. „Englischer Garten". Alexanderstr. 27c. Fortuna-Säle, Strausbergerstr. 3. Germaniabrauerei, Franks. Allee 53. Eesellschaftshaus, Jnh. Schmidt, Lichten- bcrgerstr. 16. Gramke, Weinstr. 11. Gieske, Landsbergerstr. 89. Siegel, Gr. Frankfurterstr. 39. Keller. Koppenstr. 29(Jnh. Moerner). Kolwigs Festsäle, Gr. Frankfurterstr. 99. Königstadt-Kasino. Holzmarktstr. 72. Königstädtisches Kasino, Grohe Frankfurter- strahe 76. P. Litfin, Memelerstr. 67. Markgrafensäle, Markgrafendamm 34. C. Nickel, Gr. Frankfurterstr. 41/42. Noak, Gr. Frankfurterstr. 18. Nowottnick, Langestr. 39. Ost-Kasino, Wolter, Franks. Allee 196. Oslbahnhos-Restaurant, I. Oppermann, Küstriner Platz. Patriafestsäle, Gr. Frankfurterstr. 28. Patzenhofer, Landsberger Allee 24. Prachtsäle„Alt-Berlin", O. Baatz, Blu- menstr. 19. Residenz-Festsäle, Landsbergerstr. 31. Rott, Strahmannstr. 29. Schmid�Zum Freischütz", Fruchtstr. 863. E. Hahns Festsäle. Gr. Frankfurterstr. 74. Schröders Gesellschaftshaus, Frankfurter Allee 127. B. Schumski, Langestr. 6S. Dauert. Grohe FrankfurtersP. 8S. P. Schmidts Spezialitätentheater, Lands» berger Allee 76/77. G. Wolff, Kolonie Wilhelmshöhe, Hohen- schönhauser Str. Zietz, Warschauerstr. 61. Zimmermann, Grüner Weg 29. Lokal-KommissionS-Mitglied: Carl Rott, Strahmannstr. 29 pt. S. Wahlkreis. Berliner Musikersäle, Kaiser-WilHelm- Strahe 18 m. Diesener, LandsbergersP. 37. F ürstenberg-Säle, Rosenthalerstr. 33. Grunows Vereinshaus, Dragonerstr. IS- Haberlands Festsäle, Linienstr. 73. Königssäle, Neue KönigsP. LS. I'eupltz. T.-B. Verkebrslokal: Paul Getschmann. Tiefwerder a. H. P.-O.-H. Kein Lokal frei. Tratteildorf.(Cottbus Spremberg). Otto Nakonz. Trebbin. T.-B. E. Schulze, Gesellschaftshaus, Ba�nhofstr. O. Wolff, Zum Kronpr., Bahnhofstr. « H. Lehmann, Bahnhofstr. H. Gleiche, Bahnhofstr. P. Gräfe, Bahnhofstr. W Jüttner, Berlinerstr. W. Fromm, Schützenhaus, Berlli'.crstr. I. Hirsch. Markt. Ww. Hause. Zossenerstr. H. Graf, Beelitzcrstr. Treptow. T.-B. Alle Lokale frei. Trenenbrletzen. Herrn. Dornow, Berliner Vorstadt 2. I Gust. Norenz, Breitestr. 2S4. Betzdorf. N.-B. „Jägerheim", Jul. Schmoll. Valentlnswerder. P.-0.-H. Frei. Vehlefanz. P.-0.-H. Hr. Peetsch, Gcsellschsh., Ausb., frei. Paul Schlöttke gesperrt. Velten. P.-O.-». Gesperrt: Julius Tübbecke, Breitestr. 67 und Turnhalle des Männer-Turnvereins. Alle anderen Lokale frei. Vetseban. Gasth. z. deutschen Kaiser, Am Sedanplatz. W. Klausch, Stradower Weg. Vletz.(Landsberg-Soldin). Rest. Sabert, am Viehmarkt. Vogelsang(Guben-Lübben). Ww. Sahlisch. Waldmannslnst. N.-B. Rest. Schweizerhäuschen, Dianastr. 26/33. Jnh. W. Hartig. Zum Bergschloh. Jnh. Dräger. Waltersdorf. T.-B. Kein Lokal frei. Wandlitz- Wandlltzsee. N.-B. Georg Lassan, Gesellschaftshaus, Prenz- lauer- und Bernauerstr.-Ecke. See-Terrasse Wandlitzsee, A. Rünger. Zum Seekrug, Jnh. Klein. Alle anderen Lokale sind gesperrt Wannsee. T.-B. Fürstenhof, Philipp, Königstr. 49. Bairischer Hof, Jnh. W. Ziehm, Glienicker- strahe 19. Gust. Koch, ChausseesP. 2s. Wansdorf. P.-O.-H. Kein Lokal frei. Wartenbnrg. N.-B. Alle Lokale gesperrt. Welnmelsterhom. P.-O.-H. Benthin. Weissngk(Sorau-Forst). M. Kanter. Welssensee. N.-B. Alle Lokale frei. Welzow(Cottbus-Spremberg). G. Model, Gasth. zur Grube Clara. H. Pfeiffer, Zum deutschen Kaiser. August Pötschik. Wendisch-Bnchholz. T.-B. Verkehrslokal: Rest. Schön. Wenslekendorf. N.-B. Alle Lokale gesperrt. Werder a. d. Havel. Schwarzer Adler(Jnh. Koch), Fischerstr. 98. Werneuchen. Carl Schlöttke(fr. Wittenberg). Wernsdorf. T.-B. Sportshaus am Crossinsee, Jnh. Gottlieb Handschke. Schwedler,„Zum Oder-Spree-Kanal". Weskow(Cottbus-Spremberg). Restaurant Franz Winnenberg. Wildau. T.-B. Otto Schuhmann, Wildauer Hos. Otto Heiser, Volksgarten. Restaurant Hoffmann. Wllbelnisberg. N.-B. Alle Lokale frei. Wllhelmshagen. N.-B. Alle Lokals frei. Wllbelmsrnh. N.-B. Alle Lokale frei.. »Wilbelmsrnb.(Oberhavel). Verkehrslokal, Jnh. Kieker. Wilmersdorf. T.-B. Gesellschaftsh„ Wilhelmsaue 112, 114/115. Jnh. Dase. Viktoria-Garten, Wilhelm sau«. Spichern-Säle, Spichernstrahe 3, Jnh. Stechert. Zur Klause, Hildegardstr. 3/6. Stadtpark, Kaiserallee 51/52, Jnh. Ernst Rohr. Wilsnack(West-Prignitz). Müllers Gasthof, TT 'pizckjzg szvzoF zyzz 'ZtzvZsjlZhßltF'IZjvhpZ ZUlZolvI •agn�iia�ij�-szhzjiinvF invgj •?qofiaoa-sjngnoI'jatpag qiohuizzg IvzoF gä;i3© qjo�ia® �qvijzogz aalnquo©'uuom�ag -uayvgzPlazg'öuijßao?lui© -(öisgmZictS-Znq;,oZ) •(guas) go;fpli3Qti<3 �UDincflajß qun (hvuoE) utvßuahziI'zoöpquZ) juvanssjaiL '»-'0' 6'ssasq»sck«� 'a.lazcuhZnviW anF 'aqvuvictsA'\loa.i£ aacuozuvgz "9•ajläoiqjg'„uaivaSzuvg; mng" •(jaodgoiqjg)-hatL-iavg;'aaign�s ■Zi•a}_lfpiaqaiag=aaUDy'gnc(j 'ssjoh-lpama© aaaiojuD�'lajgojß Jiagiß "68/08"aslaauizaagz 'zuvh-jZnvlaaanvaA saauzziW"iquvaA-{ß •3-a,tgoitz>I'ua,avSZziaK *8TT"a,jzurMW'qufjojß mnF-aaSpog; y 'flS-afjenaag-gnvhZsjvhzzyala©'ipftBojg "iS"aspauizaagz'„ua�ggi�plqpg"'?anj9oa® "ÖOT s�oail .aaulzaagz'„uajjanlany mnF"'fpoggaagg "Ot•ajlmoaaiuD�'cuopajß"ing g-N'AOSIUBJ •„moaaqn® ang" juoano�lajß g I"Us;jss-Saa� wq z,«� '"88 sgoa�J •aautiaa®'zaamaogz aaj;tgg'tg skvaij »uaifjnjß'gqiiaqat®'(jöd£)•a�aamfaa® 'alaig'(idd®) pg a,juachntz!Z''u�oag a-N*Sjnqna{nvJO •jaaadlaö apjojr uaaaquo ang •aaa®-g huF'ua�aDSaaßan®-qjajg "63•ajjaaqimmaaßuß'aaftaj� gug-;jaiß •jt*| Sjaqaapo •laai ajDjog; uaaaquo agß •;aaadl3B gozPjaaadZ a- N•epfaAiauoqas--i»qO *?aaa(tj -aß uaioMoZ Jim aiojog uaaaquo ajß •a9Daj_i(piaqaiag apj)'agoajj •mja�iigg'aioljpg'ahij,nsD'jqim/p® jjuag "18"ajjaaj.iaiajts'uajaoßg�o�'aaßuiI-jß a-i•SeABAOX naai lojog galjoa,«, •(ijaog-noiog) jaopssov, •laai apjog agA a- N-pnapjox "aahaa� juoanofjajß 'H''0""d'«nniBpuanuox •aau�oag"g juoanoiJajß "(usggNF.usqnG) BqaiqqosBraajx "61 ßamaajiog'gnajß •„pnolguos)"'ipaqaoy •.Hgiaog-najß"'aju�o� "8"ailmphiiW aajio�',,maqa;F "»�siqß uaBaoaitpJ mng- jaog "Lp"ajluaquig'uoqda;Z'uapoßuaquij; "81"2?.luajhzoI'aajung o;iQf "aautzij�-qug'zh"aMozPZ'alaioi�noajsj •ua�ggiqjtqjoffi' suaappDQ a- N"uasnBijnoif.jt�-japoiv •laai jojos uiaU «06•(•qD�3qC5)jJop«ana|tt-"apx; naai aqozoF uaaaquo agß "uoqaZ paaadja© a-'l•apjaAianqqos-aapaiJC •qiat�Jnag-hug'fpüaa© ptuanoplajß "PoU avsjn©-fpig'qnagaaßog"jiaiß -uuomaaaH-gg-hug'anqagags"pajß •oiojani«)-fä-hug'juoanojlajß gaagM 'aniqeiJopoix-aiquumo v •uuomaoq� MW'sjnaihaT an? gnoh,lo© juoanojlajß •aiiPS"I"tzug'uaipägifplqiugg-;jagz a- X*aiq!|uiiiax "1"asjaaßoA '(ßianfg atuojojs) kuiH-hu�"gnohqiogx 'LS"aij,ctnoH'fpnqialatg "Hz; iß"hu�'aaloqnastoig rnnk iuoanoipzß :9L"ajjaamiaags"whgnsaaqnF'gpua�'W a X'««TT!«I'»ax "asjjoquhoA'auuoQ an8 johijoA •(uaqn®)»naznex "3 sajlnohz, aamzhzag;'uuomaloaU-F'„oiuornaa©- "88"2,jiav�"aazhotziI whijv© "apaqaihZI'hliW ichsjo© "(ftnjzuvaL"2�) AiosSuBi-nax "stuaiL 1200 loq,lo© •(«nq32;-|anjjUDag)SaeqnopjB|f-nax •iaai uiidaax ioq�jo® a- X i»!»»»»« "uuomnazß gtnog a- N'Snxji aonav •juoag an�pu zuoanosjazß ■aaJoCp«) inv�"ijaze'ioqaahog pjocy �aouinzzg) iniiiBpno v •aiaimiaßoffi ang"ijazß'ajalgg "tzoihzjaaI qun-qzogg"aazooH a- X ualjoF iaq IavpilsqB«i.i»sx "ghooM-hiiW "U-'0''«I"UoqZSmuzK iaq qapaqBsx Muhyg; rny'uumuposg 'a-'N'aeSBquan»x 0 '3'MoitzT-juvhzjgnß-sqioddoH'�ijPlJffi "08"ai.ImiaqiiW'quojaaqug qiag "II"ajjuijaqitgg"zaoduaquiF'gjn�g•© "08 ZSyß-uagulaK'3ipl;l3g gaqns ag "81 a�vaij «aauiiaagg'(laoqgnofg) ua?aoßadcto§ aio© 8- N-apiajsqaiapdia,! •jaaadlaß aiojog; uaaaquo agß 6"aMoz/pZ'juoqalgnß gsq�oddog a-X laopsjapojj,! 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Heinrich Schwellcw. SIoiiKeii(Cottbus-Spremberg). E. Fischer; Rest. F. Lemke; Adolf Jurk, Bellevue. Slamen-�leKelel. Hoffmo""" Lokal. Sommerfeld(Schwiebus). Zum.Ourfürsten, Bahnhofstr. Sommerfeld bei Kremmen.«.-0.-11. SPrrruetei Weber frei. Rest. Cindel.. Sonnenburg(Ost- u. Wcst-Sternbg.). Wilh. Greifer und Hotel Markgraf. Soran. Flora. Saganerstr.— Gasthof zur Eile, Eilplatz. Somo(Calau-Luckau.) KrügerS Gasthof. Spandnn. P.-O.-H. Verkehrslokale: E. Köpnicks Ballsalon, Pichelsdorferstr. 39. Borchert, Seeburgerstr. 26. „Volksheim*, Fr. Döhle, Havelstr. 29. Spandaner Berg. T.-B. Bockbrauerei. Spindlersfelde. T.-B. Rest. Ruhwald. Spreenhagen. T.-B. Alle Lokale gesperrt. Sprernberg. Paul Heinze, Gesellschaftshaus. Paul Kobelt, Konzertbaus. Ludwig Krüger, Bergschlöhchen. Bruno Rückert, BürgerhaiK. Springelberg. N.-B. Restaurant Fathke. Spruche bei Guben. Rest. Schulz. Rest. Halenz. Sputendorf bei Groß-Beeren. T.-B. Gottl. Vogel, Dorsstr. 9. Staahen. P.-O.-H.. Gasthof„Zum braunen Hirsch", Ham- burger Chaussee. Stahnsdorf- Kl.-Bachnow. T.-B. Alle Lokale gesperrt. Steglitz. T.-B. Frei: Schellhase, Saal und Garten Ahorn- stratze ILa, und Birkenwäldchen Saal und Garten. Schützenstr., Rest.„Zum Paradiesgarten", Stein furt. 0. B. Wilh. Schleusener. Stolpbriioh. tt. B. Wilhelm Lehmann. Stolpe a. d. Nordbahn. di.-B. Bergemann, im Dorf. Stolzenhagen. tt.-B. Alle Lokale gesperrt. Storhow. T.-B. Alle Lokale gesperrt Stralau. N.-B. Alle Lokale frei. Strausberg(Stadt). Rest. Otto Weiss. Wilhelmstt. Rose, Bürgergarten, Wriezenerstr. Strausberg(Vorstadt u. Umgegend). Landhaus.— WolfStbal.— Seebad.— — Schlagmühle.— Rotkäppchen.— Neue Spitzmühle.— Alte Spitzmühle.— Rest. zum Hungrigen Wolf.— Sccschloss. Ströbitz(Cottbus-Spremberg). Paul Nowka. Prcllbock. Gust. Neubarth, Kl.-Ströbitz. Summt. tt.-B. Kein Lokal freu Südende. T.-B. Verkehrslokal Franz Moser, Potsdamer- strasse 5. Franz Bredereck, Steglitzerstr. 24. Tasdorf. N.-B. Rest.„Thüringer Hof", E. Schütze. Der- linerstr. 24. Gasthof„Zum deutschen Hause", Jnh. A. Rudolf, Berlinerstr. 12. Tegel. N.-B. Rest. Sirandschloss, Rest. Bellevue am See, Rest. Hamusek, Hauptstr., und Zum alten Krug gesperrt. Tegelort. N-B. Rest. Beckmann u. Haideschlösschen gesperrt. Alle anderen Lokale frei. Teltow-Seehof. T.-B. Preußischer Adler, Jnh. W. Bonow, Ber- linerstrasse 16. G Kupsch. Hoher Steinweg 12. Tempelhof. T.-B. „Wilhelmsgarten", Jnh. Schmidt, Berliner» strasse 9. Genossenschaftswirtshaus, Dorfstr. 66. Albert Thiel, Berlinerstr. 41/42. Tempil n. Alle Lokale gesperrt. I Kürbis. Luisenstr. 26. Kuhns Festsäle, Linienstr. 8. Landsberger Casino, Alb. Scheruch, Lands- bergerstr. 39. Lehdeckers Salon, Sophienstr. 34. Logen-Restaurant, Kleine Auguststr. 14. Luna-Säle, Neue Konigstr. 7. Müller, Restaurant. Linienstr. 65. Mundner, Linienstr. 19. Machniks Festsäle, Prenzlauerstr. 41. Neues Konzerthaus, Alexanderplatz. Pachuras Klubhaus, Landsbergerstr. 85. Philadelphia, Greifswalderstr. 138/139. Restaurant„Bürgerheim", Alte Schön- hauserstr. 23/24. Rosenthaler Hof, Rosenthalerstr. 11/12. Rosenthaler Vereinshaus, Rosenthaler- strasse BT. Schweizergarten, Am Königstor. Sophien-Säle. Sophienstr. 17/18. Union-Festsäle, Greifswalderstr. 222. Verbandshaus der GastwirtSgehilfen, Gr. Hamburgerstr. 13/19. Mendts Pracht-Säle. Münzstt. 17, Einganz Königsgraben. Lokal-Komm.-Mitglied: Albert H a h n i s ch, Auguststr. 51, Querg. IV. 6. Wahlkreis(Moabit). Artus-Hof, Jnh. Pirnau, Perlebergerstr. 26. Arminius-Hallen, Bremerstr. 79/71. Bauern-Schänke, W. Küster, Beusselstr. 22. Danziger Ball-Salon, Stromstr. 28. Eisschlöhchen(Plötzensee). Jnsel-Restaurant, Neumüller, Plötzensee. Kronen-Brauerei, Alt-Moabit 47/49. E. Ladewig, Lehrterstr. 34. .Moabiter Bürgersäle", Beusselstr. 9. Moabiter Gesellschaftshaus, Wiclefstr. 24, Emdenerstr. 34/35. Moabiter Kasino, Wilsnackerstr. 63. Moabiter Schützenhaus iPlötzensee). Schüler(Brauerei Moabit), Turmstr. 25/26. Spreeschlösschen. Kirchstr. 13. E. Stark, Waldstr. 8. Viktoria-Salon, Perlebergerstr. 14. Weddiug und Oranienburger Vorstadt. AltmannS Vereinshaus, Jnvalidenstr. 146. Berliner Bock-Brauerei, Abt. II, Chaussee- strasse 64. Berliner Bockbier-Ausschank, C. Steffen, Seestr. 3. Berliner Nordpark, Müllerstt. 143. Gebr. Cranz' Festsäle, KöSlinerstr. 8. Detloffs Festsäle. Jnvalidenstr. 84,85. Funkes Gesellschastshaus, Triftstr. 63. Genossenschasts-Wirtsh. IV, Nordufer 19. Germania-Säle, Chausseestr. 119. Gesellschastshaus, Jnh. M. Schölzel, Bohen- strasse 12. Hoffmann, Pafewalkerstr. 3. Hoppe, Seestr. 1. Humboldt-Säle. Hussitenstr. 49. 5 Jungfernheide-Schlöhchen, Seestr. 88. Köhlers Salon, Tieckstr. 24. Kromreys Festsaal, Eichendorffstr. 8. NaderS Vereinshaus. KöSlinerstr. 17. Neues Clubhaus, Schulstr. 29. Oranienburger Festsäle, Chausseestr. 16. Pharus-Säle, Müllerstr. 142. Pracht-Säle des Nordens, Gerichtstr. 31. Raabes Festsäle. Kolbergerstr. 23. Sachon, Müllerstr. 136. Zs Schreiners VereinshauS, Schulstr. 66. Schultheiß, Jnh. Discher, Seestr. 82. Schwankes Festsäle, Chausseestr. 192. H. Schwarz, Tegelerstr. 55/56. VereinS-Restaurant, Wilh. Reinelt, Sparr- strasse 14. Zum Volksheim, Ackerstr. 123. „Zum Schillerpark", F. Schulz, Müller» strasse 59. Bosenthal er Vorstadt und Oesundbrunnen. Borussia, Ackerstr. 6/7. Brunnen-Säle, Brunnenstr. 15. E. Daase, Brunnenstr. 154. Dietrichs Festsäle, Brunnenstr. 84. Elsasser Ball-Salon, Elsasserstr. 15. Fey, Brunnenstr. 134. Jos. Frankes Festsäle, Badstr. 19. Frischs Victoria-Garten, Badstr. 12. Gramotte, O., Bergstr. 12. Harmonie, Jnvalidenstr. 1a. Kastanien-Wäldchen, Fritz Walter, Bad- strasse 15/16. Melchcrt, Bergstt. 63. Noacks Festsäle, Brunnenstr. 16. Olböter, Usedomstr. 33. Restaurant und Festsäle, Elsasserstr. 2b. Lioewers Festsäle, Elisabethkirchstr. 14." Swinemünder Gesellschastshaus, Swine- münderstr. 42. F. Schuster, Ackerstr. 144. Zum Sängerheim, Veteranenstt. 18. Maricnbad. Badstr. 35,36(Jnh. Nagel). Sckunidt, Herm., Prinzen-Allee 33. Volksgarten-Theater, Badstr. 8(Behm- u, Bellermannstrahe). Vereinsbaus Norden, Koloniestr. 124. Voigt-Theater, Badstr. 58. Walhalla-Restaurant, WeinbergSweg 19/29. Wende, Koloniestr. 147. Donatb, Ausschank der Phönix-Brauerei, Hochstr. 21/24. Sehvuhauser Vorstadt. Arndts Festsäle, Belforterstr. 15. Arnim-Festsälc. Schönfließerstr. 22. Berolina-Festsäle, Schönhauser Allee 28. Bier-Sprudel, Gaudystr. 19. Brauerei Bötzow, Prenzlauer Allee. Brauerei Pfefferberg. Schönhauser Allee 1 7. Brauerei Gabriel u. Jäger, Oekon. Wen- dorf, Zehdenickerstt. 19, 9 ZI '.ushHoMqpZ"'zzqizuhzZ ■0uuqo$'zlxiszqZHZvW �InPI -öunujjoH UZINS zzq ctvL'aziznzix'goiL 'snv�zzSuoU'tzlAZioU-MZZH 'ZU0ZU ZN�'ZZUVUZVjZ -sno�usstnPI-ihoiL-cuW -Z�ZZM INF-izhzjoiT -snt)hs,jt)(plnZjZB'Snugcg"ß •Knqjlo.J -z�vi,jzzjjnv�J'jquoijquagg •gx 3äDI)jU33ö;UD]jfe'lgozvF •IpnisneM-uiJ�no Hc-lh-lzzcflzH-;PiL'�Iß O-'N'IZvoT zaiLsA-oqoqspvauo� '?q>ulh>Z> Zvmo�T'ijZtL -g--� Mzq .ZquvF.W ,zq sps»F»«N»»»«I0L» -zgusuvM �oqnzg qzohxizg; 'g-'I'MZgZaz;oi a»� 'gl'isjuazjjouU suvH'laullzazZ-zg laqv�uj�'mnvqiZnzk mnS;uvinvxjaiL -aMaihzjF zagvq -uF'qx/xx Sagj lajaßo�'jipctgüunönuüiajg •gNDtjqio®'6S/8S Ö335 3313032'jüny'Z •„U3iao0 -saiqvivxk»'89 Oagg 1313032'isiqaig'SS ■?8/tS atzvih -13H1NF'(öuijiojjl 3ivI-vlioiziix ailnOnig „sivj -»j3Z"'XS ijlfoiiqaiiS lallDjs'2jn(p2 I •.lawqioar'0? 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Rob. Liebing, Schönhauser Allee 10. Burgtheaterfestsäle, Schönhauser Allee 120. Conzerthallen, Sützmilch. Bornholmerstr. 7. Genossenschafts-WirtSh., Stargardcrstr. 3. Kopenhagener Klubhaus, Gliesche, Kopen- hagencrstr. 74. Maertins Festsäle, Pappel-Allee 26. Mila-Säle, Schönhauser Allee 130. LbigloS Fcstsäle, Schwedterstr. 23/24. Prater-Theatcr, Kastanien-Allee 7/0. Puhlmanns Theater /Inhaber A. TitiuS), Schönhauser Allee 147. Rath, Schönhauser Allee 134a. Zieimanns Vereinshaus, Bornholmerstr. 72. Sängcr-Heim, C. Grunze, Schönhauser Allee 156. Schultheiß' Festsäle, Kastanien-Allee 23. Lokal-Kommissions-Mitglied: Wilh. D a m s, Schlegclstr. 0. I'rvvii»?: Iii'»« �dIvr«I»«L. I.-k. -Wöllsteins Lustgarten, Bismarckstr. 24. R. Kaul, Bismarckstr. IS. Beyers Gesell- schaftshaus, BiSmarastr. 10. Adlers- hofer Garten, Jnh. S>. Lehm-Grübner, Bismarckstr. 60. Restaurant Ruhwald (Walter Berger), A/n Bahnhof Spind- lersfeld. �Ili'eitsfteld«. N.-B. Julius Schneider, Am Ostfriedhof. Alt-Baclihorst. N.-B. Alle Lokale gesperrt. Alt-Cfeltow. P.-O.-H. Alle Lokale gesperrt. Alt-VIleBdcK«. T.-B. Alle Lokale frei. Alt-liandsKei»!;. N.-B. Verkehrslokal: KalmS, Berlinerstr. AI t-3IBnch winkel. N.-B. Restaurant Lenz, Verkehrslokal. Alt-Ranft bei Freicnwalde a. O. Alle Lokale gesperrt. Alt-Stahnsdorf. T.-B. Alle Lokale gesperrt. Alt-1'nehehrandt bei Golzow. Gasthof Karl Rech. Anxern»llnde. Restaurant„Seebad". Amswalde(Kr. Friebeb.-Arnswalde). Gasthof„Im Bären", Mittelstraße. Arnswalde. Gasthof zum Löwen(Ww. Schimming). Raxow. V/..». Restaurant Fritz Köppen. Rasdorf. N.-B. Zum Waldfrieden, Jnh. Striemer. Rauinschalenweg. T.-B. Alle Lokale frei. Beelitz 1. 71. Gasthof zur Stadt Beelitz, Brückerstr. 23S. Beeskow. T.-B. Kein Saal frei. Beetz bei Kremmen. P.-O.-H. Restaurant W. Rose. Rest. Mönchmeier. Belzlg-Sandherg i. 71.< Gasthof zur grünen Tanne. Fr. Thiele. Bergfelde(Kolonie). N.-B. Zum Einsiedler(Jnh. G. Scharps). Berkcnbrftck bei Luckenwalde. Gasibot Köppen. Berlinehen(Kr. Landsberg-Soldin). Alle Lokale gesperrt. Bernan. N.-B. Stöwes Kaisergarten gesperrt. Alle andern Lokale, sowie Kirschgarten und Wald- kater bei Bernau frei. Biesdorf. N.-B. H. Berlin. Marzahnerstr. lRord.) C. Erbe, Lindengarten, Prinzcnstr. 4S. ExnerS Gesellschaftshaus tSüd). Biesenthal. O.-B. M. Gregorczak, Breitestr. Sceschloß am Wukensee, Hotel u. Restaur., Jnh. K. P. Strauß. Restaurant zum Stadtpark, Schützenstp Ecke Bismarckstraße. Bindow. T.-B. Alle Lokale gesperrt. Birkenwerder. N.-B. E. Sengbusch,„Paradiesgarten". Gesellschaftshaus, Jnh. P. geuerstack, Hauptstraße 99. Zum Rheingau, Jnh. E. Passoke. Birkholz. N.-B. Alle Lokale gesperrt. Blankenhnrg. N.-B. Alle Lokale gesperrt.# �Blankenfelde. N.-B. »Stab. Rummelsbnrg. N.-B. Alle Lokale frei. Saarninnd(Luckenwalde). A. Hildebrandt. Saatwinkel. P.-O.-H. Alle Lokale frei. Saehsendorf(Cottbus-Spremberg). Aug. Dobring u. Paul Sachs. Saehsenhansen. N.-B. Wölfel, Fricdrichstraße. Sacro.(Sorau-Forst). R. Schönborn, Brauerei. Sadowa. T.-B. Ptlugs Rest. a. d. Oberspree. Zur Waldschänke, Jnh. Töldte. Sandberg-Belzlg. Fr. Thiele, Zur grünen Tanne. Sandhansen. N.-B. Waldschloß. Sehenkendorf. T.-B. Otto Pätsch(Saal,. Sehenkendorf(Gubeu-Lübben). Deutscher Kaiser, Jnh. Karl Richter. Sehenno(Sorau-Forst). G. Schneider u. E. Gebhardt l Waldschloß). 'Sehildhorn. P.-O.-H. »Hans Ritzhaupt.»Schröder.»Schmidt, Wirtshaus Schildhorn. Sehlldow. N.-B. Kein Lokal frei. Schlachtensee. T B. »Beelihbof, WilhclmSböhe und»Kastanien- Wäldchen, Jnh. Krüger, frei; alle andern Lokale gesperrt. Schmargendorf. T.-B, F. Bartels Wirtshaus, Schmargendorf, Warnemünderstr. 6. .Lindenbaum", Spandauerstr. 40, Jnh. Ad. Pöttfcher. Schützcnhaus. Hundekehlenstr. 20, Inhaber H. Meißner. Schmellwitz(Cottbus- Spremberg). Richard Lucian. Hcrm. Hoffmann. Schmertzke bei Brandenburg a. H. Restaurant Gericfc. Schmöckwitz. T.-B. Gasthof„Zur Palme", am Seddinsee, Her- mann Peter. Noack, Restaurant Zum Seddinsee. Scholands Gesellschaftshaus, Jnh. Bern- hard Schmidt. �Lald-Jdyll", Jnh. E. Noack. Schönblick bei Woltersdorf. N.-B. Zum Waldschlößchen, TH. Müller. Schöneberg. T.-B. Alle Säle frei. Schönelche-Schönebeck. N.-B. Alle Lokale gesperrt. Sehönerlinde. N.-B. Gasthos Szperlinski frei. Schönfliess. N.-B. Alle Lokale gesperrt. Schöndless bei Fürstenberg Rest. Aug. Krüger. Schönholz N.-B. Schloß Scbönl'ola gesperrt. Alle anderen Lokale frei. Schönow. N.-B. Schulz. Schönwalde 1. d. 91. N.-B. H. Schulz.— Müller, zum„Wer-- Roß». Internat. Sportshaus a. Gorinsee, Jnh. Fleischer. Schöpfnrth. O.-B. Schützenhaus(Fritz Schukar). Schnlzendorf. N.-B. »Rest. Neue,»Rest. Müller, Rest. Hubertus Jnh. Mlosch. frei. Schnlzendorf bei Eichwalde. T.-B. Kein Lokal frei. Schwanebeck. N.-B. Alle Lotale gesperrt. Schwedt a. O. Deutsches Haus, Heinersdorferstr. Schwlebns. Ww. Pratsch, Crossenerstr. Gustav Gondolatsch, Mühlenstr. Wilh. Pansch, tsterrenstr. Rob. Peil. Frankfurterstr. Jul. Lankifch. Kutschlauerstr. Osw. Schmidt, Markt. Reinh. Zip. Angerstr. Zum weißen Lamm. R. Weber. Poststr. Seddin bei Beelitz. Rest. Willi Grätz. Seegefeld. P.-O.-H. Ni«lai. Seldlltz(Landbezirk Landsberg). Zum Spitzkrug. Seifersdorf(Sorau-Forst). Restaurant Schober. Senftenberg II(Calau-Luckau). BeusterS Gasthof in Sauo. Senzig. T.-B. Alle Lokale frei. IS