Ur. 140. Nbsnnementz-keSinztingek: Nkonncmcnts- Preis pränumerando! SZiertcljährl. S,Z0 9X1., nionatl. 1,10 Mk„ »vöchenllich 2ti Pfg, frei ins HauS, Einzelne Slunimer S Pfg. Sonntags» Nummer mit illufirierter Sonntags» Beilage„Die Neue Welt" 10 Pfg. Post» ülbomiement: 1,10 Marl pro Monat, Eingetragen in die Post-Zeitungs» PreiSIifie. Unter Kreuzband für Deutschland und Oesterreich- Ungarn 2 Mark, für das übrige Ausland 3 Mark pro Monat. Postabonnements nehmen an: Belgien, Dänemark, Holland. Italien. Luxemburg, Portugal, Ruinäiiicn, Schweden und die Schweiz. 38. Iayt#. CrWdBt Wich auBer tücntaas. Berliner Volksblntt» Zcntralorgan der rozialdcmokratifchcti Partei Deutfcßlands. Die Tnlerfisns'Gcböftf tetrügt für die sechsgespaltene Koloiiek» zeile oder deren Rauni 60 Pfg., für politische und gewerkschaftliche Vereins- und Versainmlungs-Anzcigcn 30 Pfg. „Meine Anzeigen", das fettgedruckte Wort 20 Pfg.(zulässig 2 fettgedruckte Worte), jedes weitere Wort 10 Psg. Stellengesuche und Schlasstellenan- zeigen das erste Wort 10 Pfg., jedes weitere Wort S Pfg. Worte über 15 Buch- 'laben zählen für zwei Worte. Inserate ür die nächste Stummer müsse» bis 5 Uhr nachmittags in der Expedition abgegeben werden. Die Expedition ijt bis 7 Uhr abends geöfsiiet, Telegramm-Ndresse: „SoalaltitmsBkal Kiiilg". Rcdahtton: SM. 68. Ltndcnstrassc 69» Fernsprecher: Amt IV, Nr. 1983. Sonntag, den 18. Jnni 1911. Expedition: SM. 68, Lindenstrasa« 69» Fernsprecher: Amt IV- Nr/ 1981» Sie preußische fortbiläung;- lchuie. Fn 8er ersten! Reihe der Aufgaben/ die dem preußischen Landtag in seiner gegenwärtigen Sommertagung obliegen, steht die Verabschiedung des Fortbildungsschulgesetzes. Da cä sich hierbei um eine bescheidene Reform im Sinne des Äulturfortschritts handelt, kann es nicht Wunder nehmen> daß die allmächtige blauschwarze Reaktion in Preußen ihr mit behendem Fleiße Steine in den Weg zu wälzen bemüht ist. Wenn in Preußen die Regierung eine Schulvorlage ein- bringt, so darf man von vornherein einiger Voraussetzungen dabei sicher sein: daß sie durch unabweisliche Notwendigkeiten zu ihrer Reform gezwungen worden ist, daß sie keinen Fuß- breit über das äußerste Mindestmaß hinaus tut, und daß sie den Reaktionären den kleinen Zwangsfortschritt dadurch erträglich zu machen suchen wird, daß sie ihn mit aus- reichenden rückschrittlichen Gegengewichten beschwert. Den- moch genügen Junker und Pfafs solche Garantien in der Regel nock) nicht, und sie suchen der Reform so vielen sonstigen Vallast aufzupacken, daß aus dem beabsichtigten bescheidenen Fortschritt ein unbescheidener Rückschritt wird. Bekanntlich fehlt es in Preußen an einer generellen gesetzlichen Regelung des Schulwesens. Die Regierung lebt schulgesetzlich von der Hand in den Mund. Wenn es gar nicht mehr anders geht, wird schnell ein Gesetzentwurf uck boe zurechtgeschustert, so daß das preußische Schulwesen in gesetz- licher Hinsicht wie ein hundertmal grellfarbig geflickter Rock aus Urgroßvaters Zeiten aussieht. So hat man auch das Fortbildungsschulwescn ohne ein- Zeitliches Ziel, ohne feste Formen und ohne irgendwelche Liebe zur Sache»aufwachsen lassen. Anfänglich bildeten die Sonntagsschulcn, aus denen die Fortbildungsschulen hervor- gegangen sind, den ganzen Ersatz für jedwedes Schulwesen überhaupt: später sollten sie den mangelhaften Unterricht der Fabrrkfchulen und sonstiger ungenügender Schulanstalten not- dürftig ergänzen. Im preußischen Gesetz vom 16. Mai 1853 wurde den Beteiligten, Fabrikanten und Gemeinden, emp- fohlen, für die aus der Schule entlassenen jugend- lichen Arbeiter Nachhilfeschulen an Sonn- und Feiertagen zu errichten. Einen neuen Flicken setzte die Gewerbeordnung für den Norddeutschen Bund vom 21. Juni 1869 auf, wonach Gesellen, Gehilfen und Lehrlinge bis zum achtzehnten Lebens- jähre zum Besuche einer Fortbildungsschule durch Ortsstatut verpflichtet werden konnten. Durch die späteren zahlreichen Novellen zur Gewerbeordnung ist auch an den Bestimmungen über die Fortbildungsschule immer wieder herumgedoktert worden. In einer Reihe anderer Gesetze befinden sich Be- ftimnmngen, die die Fortbildungsschule betreffen, so daß ein krauses Durcheinander gesetzlicher Vorschriften, sowie die ab- weichenden Bestimmungen) von Orts-, Jnnungs-, Handwerks- und Handelskammerstatuten jeder einheitlichen Organisation und Pflege der Fortbildungsschule spotten. Ob überhaupt eine Fortbildungsschule eingerichtet wird, so heißt es in der Begründung des Gesetzentwurfs, steht völlig im Ermessen der Gemeinde, ebenso wie weit sie die ihnen gesetzlich zu- stehende Befugnis zur Einführung des Schulzwanges aus- nutzen wollen. Tatsächlich weisen denn auch die Fortbil- dungsschuleinrichtungen der verschiedenen Gemeinden erheb- liche Verschiedenheiten auf. In vielen erstreckt sich die Schul- Pflicht bis zur Vollendung des achtzehnten Lebensjahres, in anderen bildet die Erreichung des siebzehnten oder des sechzehnten Jahres oder der auf diesen Zeitpunkt folgende Schluß eines Schuljahres die Grenze der Schulpflicht. Ein Teil der Gemeinden hat sämtliche gewerblichen Arbeiter der Schulpflicht unterstellt, ein anderer nur die Handwerker oder nur die gelernten Arbeiter oder auch nur die Kaufleute. Zu diesen Schwierigkeiten tritt die steigende Notwendig- keit der Fortbildungsschule. War sie in früheren Jahrzehnten vorzugsweise eine Lückenbüßerin für die mangelhafte Volks- schule gewesen, so änderte sich durch die Entwrckelung und Umwälzung der wirtschaftlichen Verhältnisse allmählich ihr Gesicht. Auf das arniselige Allgemeinwissen der Volksschule kam es dem Handwerker, der seinen Lehrling zur Fortbil- bungsschule gehen ließ oder gehen lassen mußte, je länger je weniger an: ihm lag daran, daß der Lehrling, wenn er schon der unmittelbaren Ausbeutung durch den Lehrherrn während einiger Stunden der Woche entzogen war, wenig- stens unmittelbar für eine bessere Ausbeutungsmöglichkeit geschult wurde.„Nur in seltenen Ausnahmefällen," so gesteht das sogar die Begründung des Gesetzentwurfs ein,„ist heute der Lehrherr in der Lage, den Lehrling in dem theoretischen Wissen und Können(Schriftverkehr, Buchführung, Fach- zeichnen usio.) zu unterweisen, dessen er für sein, späteres Fortkommen bedarf." Aber nicht minder notwendig ist der Besuch einer Fort- bildungsschule für die Hunderttausende ungelernter Arbeiter in Industrie. Handel und Landwirtschaft, und zwar einer Fortbildungsschule, in der d i e b e r u f l i ch e A u s b i l d u n g im Mittelpunkte des Unterrichts steht. Gerade für die vielen jugendlichen Arbeiter, die ohne besondere Lehr- zeit von der Schule aus in den Fabriksaal treten, ist eine Fortbildungsschule, die sie mit dem Großen und dem Kleinem ihres Berufs, mit dem Material, mit der Bearbeitung, mit der Berechnung, mit dem Zeichnen und anderen Dingen be- kannt macht, von besonderer Bedeutung. Aber diese wirtschaftlichen und pädagogischen Gründe würden für die rückschrittliche preußische Regierung nicht aus- gereicht haben, trotz des Drängens der Fortbildungsschul- männer und einiger schulfreundlicher Geheimräte im Ministe- rium, das heiße Eisen einer Schulreform anzufassen, wenn sie den in jedem Falle widerstrebenden Reaktionären nicht einige lockende Konzessionen zu bieten gehabt hätte. Die Begründung des Gesetzentwurfs sagt mit der obligaten patriotischen Feierlichkeit:„Je mehr sich die persönlichen Be- ziehungcn des Lehrlings und jugendlichen Arbeiters zum Lehrherrn und Arbeitgeber lockern, je mehr, namentlich in großstädtischen Verhältnissen, der Einfluß der Familie und des Elternhauses schwindet und fremde, oft Verderb- liche Einwirkungen an die Stelle treten, um so dringlicher macht sich das Bedürfnis geltend, durch die Fortbildungsschule die Erziehung des heranwachsenden Ge- schlechts zu tüchtigen Menschen und Staatsbürgern zu för- dern." Wer Ohren hat zu hören, der hört hier den Unterton der reaktionären Tendenzen deutlich heraus: durch ein Fort- bildungsschulgesetz soll eine solide und umfassende Grundlage für alle Bestrebungen zur Bekämpfung der proleta- rischen Jugendbewegung geschaffen werden. Für diesen kostbaren Preis sollten die Reaktionäre im preu- ßischen Landtag nur einige bescheidene gesetzliche Festlegungen bewilligen. Durchgreifende Forderungen enthält der Gesetzent- Wurf nicht. Er denkt nicht daran, die Fortbildungsschule obligatorisch für alle Gemeinden oder Gemeindeverbände, in denen sie schultechnifch möglich ist, zu machen, sondern er be- schränkt die Verpflichtung, Fortbildungsschulen� zu errichten, auf Gemeinden mit mehr als 16666 Einwohnern. Dadurch werden nicht einmal 166 666 junge Leute mehr als bisher förtbildungsschulpflichtig, während Hunderttausende niach wie vor von der Schulpflicht nicht erfaßt werden. Die Schulpflicht erstreckt sich ferner nicht auf die weiblichen Personen unter 18 Jahren, nicht auf.die häuslichen Dienstboten, nicht auf die in Bergwerksbetrieben beschäftigten jungen Leute; für die Land- und Forstwirtschaft sind mildernde Bestimmungen ge- troffen: Befreiungen vom Schulbesuche können von der Auf- sichtsbehörde„aus erheblichen Gründen" gestattet werden. Tie Unterrichtszeit ist sehr knapp bemessen, die Regel sollen 6 Stunden wöchentlich bei 46 Wochen im Jahre bilden, die Stundenzahl kann aber auch auf 4 ermäßigt werden. Die Verwaltung der Fortbildungsschulen ist eng an die Kette der reaktionären Aufsichtsbehörde gelegt, die Mitglieder der Schulvorstände werden zum Teil ernannt, zum Teil gewählt: aber auch die gewählten Mitglieder bedürfen der Bestätigung, damit alle unbequemen Elemente, vor allen Dingen die So- zialdemokraten, ferngehalten werden. Auch über die An- stellung von Leitern und Lehrern der Fortbildungsschulen hoben die Gemeinden, wenn sie auch in erster Linie das Geld aufzubringen haben, herzlich wenig zu sagen: die Auf- sichtsbehörde muß die Lehrer bestätigen und kann die Kün- digung von unbequemen Lehrern verlangen. Trotz dieser vorsichtigen gesetzlichen Bestimmungen, denen man in jeder Zeile die Besorgnis anmerkt, daß sie um keinen Preis der Welt einem waschechten preußischen Reaktionär wehtun möchte, haben die Schwarzblauen sofort den Kampf auf der ganzen Linie aufgenommen. Handelt es sich doch uin den Widerstand gegen einen, wenn auch mir winzigen Kulturfortschritt! Den ostelbischen Kornzollinteressenten und Schnapsbrennern ist die noch so bescheidene Förderung der Berufsausbildung industrieller Arbeiter außerordentlich gleichgültig: um so geneigter sind sie den Plänen ihrer schwarzen Verbündeten, denen alle Dinge, besonders aber die Schulen für das gewöhnliche Volk, zum besten ihrer kirch- lichen und politischen Herrschaftspläne dienen müssen. Wenn schon Fortbildungsschule, so lautet die Argumentation des Zentrums und der Konservativen, so soll sie fortbilden, was die Volksschule begonnen hat. Die Volksschule aber hat in der Hauptsache, besonders dank dem letzten Volksschulgesetz, das die Konfessionsschule festlegte, die Jugend konfessionell- religiös zu beein-flusscn. Darum muß der Religions- Unterricht auch in die Fortbildungsschule eingeführt werden. Vor dieser Frage, die die preußischen Reaktionäre gleich zu Beginn der Beratung aufwarfen, sind alle übrigen Be- denken gegen den Gesetzentwurf zurückgedrängt worden. Leider! Denn der Entwurf enthält noch eine große Zahl un- zureichender und bedenklicher Bestimmungen, gegen die vom demokratischen und fortschrittlichen Standpunkte aus der schärfste Widerstand am Platze ist. Durch die Taktik der Konservativen und des Zentrums ist die Opposition ge- zwungcn worden, ihre Hauptkraft gegen die Einführung des Religionsunterrichts einzusetzen. Trotzdem hat die Reaktion vorläufig ihr Ziel erreicht. In der ersten Lesung der Kommissionsberatung ist beschlossen worden, als Aufgabe der Fortbildungsschule auch„die s i t t- lich-religiöse Erziehung auf konfessio- n e l l e r G r u n d l a g e" zu verlangen und zu diesem Zwecke wöchentlich je eine halbe Stunde festzusetzen. In einem zweiten Artikel soll die Bedeutung dieses rcaktionärcn Beschlusses näher untersucht werden. Unsere Nahlrechtttoröernng. Der Aufruf, den die preußische Landeskommission Kr- össentlicht hat, erweckt in der reaktionären Presse großes Unbehagen und wieder erschallen die Klagen, daß die Re- gierung unter dem Diktate der Soziald e m 0- k r a t i e Elsaß-Lothringcn das allgemeine, gleiche, geheime und direkte Wahlrecht hat zugestehen müssen. So schreibt die„Deutsche Tagesztg." iiber die For- derung, die Wahlrcchtsfrage im Dreiklassenlandtag wieder zur Beratung zu stellen: „Wir glauben kaum, daß die Regierung Luft haben könnte, diesen liebenswürdigen Aufforderungen Folge zu leisten. Wie schon angedeutet, ist in der Stellungnahme verschiedener Parteien zur elsaß-lothringtschen Wahlrechtsfrage eine Bindung für ihre Haltung gegenüber dem preußischen Wahlrechte in keiner Weise gegeben. Unsere Ucberzcugung ist vielmehr, daß, nachdem jener höchstbedenkliche demokratische Schritt für die Reichslande erfolgt ist, die volle und unverkürzte Erhaltung der antidemokratischen Gewichte in Preußen erst recht eine unbedingte Staatsnotwendigkcit nicht etwa nur für den führenden Bundesstaat, sondern für das gesamte Reich ist. Höchst bedauerlich bleibt es freilich unter allen Umständen, daß die Regierung selber der Demo, kratie mit ihrem Rückzüge für Elsaß-Lothringen ein Schlagwort an die Hand gegeben hat, das bei den Massen mit ihrer poli» tischen Unlogik(I) allerdings eine starke Wirkung haben muß. Unlogisch bleibt es aber darum nicht weniger, daß aus einem demokratischen Zugeständnisse in den Reichslanden die Notwendigkeit einer Demokratisierung sogar noch des größten Bundesstaates gefolgert wird. Und das preußische Mgeovdneten- haus hat nach unserer Ansicht weit Dringlicheres zu tun, als den freisinnigen Antrag zu beraten, der weiter nichts zur Folge haben könnte als überflüssige Reden zum Fenster hinaus!" Au diesem arrogantm Gerede ist nur Eines richtig: die starre Wirkung, die die elsässische Reform auf die Massen in Preußen lausübt. Im übrigen kann es nur als stärkste Provokation empfunden werden, wenn die Theorie verkündet wird, das preußische Volk müsse desto unfreier sein, je freier die Völker außerhalb Preußens würden. Ja, zuin Teufel, glaubt man wirklich, bei den Massen den Haß gegen das Preußen der Reaktion dadurch noch mehren zu müssen? Dies aber m u ß die Behauptung bewirken, daß Preuße fein und politisch unfrei fein, in alle Ewigkeit dasselbe bedeutet. Wenn Preußen nicht imstande wäre, den Willen der Massen nach politischer Gleichberechtigung zu erfüllen, dann hätte es damit feine Existenzberechtigung eben verwirkt! Wenn die Regierung Bethmann Holllveg die Auffassung teilt, daß das preußische Volk nur das politische und ökonomische Ausbeutungsobjekt der Junker und Kapitalisten ist, wenn sie der Ansicht ist, daß das preußische Volk entrechtet bleiben nmß, damit vpn Preußen aus die Junker ihre Zwangsherrschaft und ihre Ausplünde» rungspolitik ganz Deutschland auferlegen können, dann soll sie wenigstens es eingestehen. Und deshalb gibt es gar keine dringendere Aufgabe für diejenigen, die im Ernst die Wahlreform wollen, als die Wahlrechtsfrage im Landtage zur Sprache zu bringen. Und wenn das Agrarierblatt höhnisch meint, daß die konservativen! Wahlrechtsfeinde stark genug waren, die Besprechung des fortschrittlichen Initiativantrages zu hindern, so hat jv die Fortschrittspartei die Möglichkeit, die Frage eventuell in Form einer Interpellation zu stellen. Aber entwischen werden die Ritter des Wahlrechtsprivilegs der Rechenschafts- ablegung auf keinen Fall. Und wenn sie die Stimme ihrer Vertreter nicht hören wollen, die M a s f e n f e I b st werden sich zur rechten Zeit schon Gehör zu verschaffen der- stehen._ ein Schutzmannseld In gerichtlicher Beleuchtung. Nachklänge zu dem bekannten Solinger Wahlrechts- demonstrationsprozeß waren es. die am Mittwoch die Elberfelder Strafkammer bis 19 Uhr abends be- schäftigten. Angeklagt war der verantwortliche Redakteur der „Bergischen Arbeiterstimme" in Solingen, Genosse Hans Deisel, wegen angeblicher Beleidigung des Polizei- sergeanten Freitag von Solingen. Bei dem vorjährigen Polizciprozcß gegen die„Arbeiterstimme", der eine Folge der großen Wahlrechtsdemonstration vom 6. März 1919 war, b e» stritt der Po l i z e i s e rg c a n t Freitag unter seinem Eide, auf Fliehende geschlagen zu haben, revidierte dann aber seine Aussage. als der Zeuge Schneider T ü m m e r s mit Bestimmtheit aussagte. daß Freitag noch nach einem Fliehenden geschlagen habe.-Ein von Tümmers bekundetes Gespräch, das Freitag nach dem Zu- sammenstoß der Demonstranten mit der Polizei mit einem Zivil- zeugen geführt hat, bestritt er ebenfalls mit der größten Bestimmt- heit. Diese Feststellungen wurden schon im vorigen Jahre nach' dem Prozesse in der„Bergischen Arbeiterstimme", dem„Vorwärts" sowie bei den beiden bürgerlichen Blättern„Solinger Zeitung" und„General-Anzeiger" in Solingen gemacht, ohne daß Freitag sich der Mühe unterzogen hat, klagbar zu loerden. Erst nachdem anläßlich des.Prozesses gegen den„Vorwärts" in Berlin, der im Aanuar dieses Jahres wegen angeblicher Beleidigung Solinger tpolizeibeamten stattfand, dieser Vorwurf in der„Arbeiterstiihme" abermals erhoben und Freitags Verhalten als Eidesverletzung bezeichnet wurde, fiel es Freitag ein, klagbar zu werden. In ewer Besprechung des Prozesses gegen d?n„Vorwärts." in Berlin führte die„Bergische Arbeiterstimme" unter anderem aus: Der Fall Freitag. Bei der Verhandlung in Elberfeld hat der Zeuge Schneider Tümmers über den Polizeisergeanten Freitag bekundet: Ter Polizeisergcant Freitag sei an der Steuerkasse hinter einem Fliehenden hergelaufen und habe einen Säbelhieb nach ihm ge- führt, der den Rock des Mannes aufgeschlitzt habe. Freitag, der bisher bestritten hatte, geschlagen zu haben, trat nun vor. gab den Schlag zu,.glaubte ihn aber mit der Behauptung rechtfertigen zu können, der Mann habe ihn einen„Bluthund" genannt. Tümmers bekundete weiter: Freitag stand später vor dem Eingang des Grashofs bei einer Zivilperson und redete auf diese ein. Ich trat näher und hörte, datz er sagte:„Es ist mir egal, wer das i jt, ich haue drauflos." Freitag leugnete das ab. In der Berliner Verhandlung machte der Zeuge Tümmers genau dieselben Bekundungen, besonders auch über dem Punkt, den der Polizeisergeant Freitag in Elberfeld zum Schluß noch bestritten hatte. Das Zeugnis von Tümmers wurde jetzt noch unterstützt durch das Zeugnis jenes Zivilisten, mit dem Freitag das fragliche Gespräch gehabt hatte, des Schlossers Lohe. Dieser bekundete, er sei nach der Beendigung der Attacke an Freitag, den er gut kenne, herangetreten und habe ihm ge- sagt:„Na, Freitag, das ist aber doch ein bißchen„butt" ge- worden." Dieser habe geantwortet:„Laß sie die Fahne fort- tun; wenn wir uns das gefallen lassen können, können wir uns alle� gefallen lassen." Lohe habe erwidert:„Ja, wenn aber auch Ii,. Schwager darunter ist?"(Was der Fall war.) Auf diese Frage fiel dann die von Tümmers gehörte Aeuherung Freitags: „Es ist mir ganz egal, wer das ist; ich haue drauslos!" Zu einer Gegenüberstellung Freitags mit Lohe konnte es in Berlin nicht kommen, weil— Freitag nicht da war! Wie kann man sich nun das auffallende Fehlen Freitags erklären? Je nun, der Polizei war bekannt, daß Lohe neu ge- laden war. Freitag mußte wissen, daß er mit Lohe jenes Ge- spräch geführt hatte und datz dieser ihn in Berlin überführen würde, in Elberfeld unter seinem Eide die Nnwahrheit gesagt zu haben, als er das Gespräch ableugnete. Daher mutzte es ihm geraten erscheinen, lieber nicht nach Berlin zu fahren. So blieb er fort und entging der Feststellung seiner Eidcsverletzung an Gcrichtsstelle. In der Oeffentlichkeit ist sie hiermit ge- geben. Wegen dieser Schilderung des Falles Freitag wurde Genosse Deisel unter Anklage gestellt. Ter Angeklagte legte eine Anzahl Zeitungen verschiedener Parteirichtungen vor. die während des Elberfelder Prozesses eigene Berichterstatter entsandt hatten, au« denen zu ersehen war, daß Freitag die ihm zur La st gelegten Vergehen er st abge st ritten, dann aber unter der Wucht der Aussage des Zeugen TllmmerS später zugegeben hatte. Die Beweisaufnahme hatte ein überraschendes Er- gebnis, denn e s wurde Freitag nachgewiesen, daß er unter seinem Eide unwahre Angaben gemacht hat. In dem Prozeß am letzten Mittwoch wurde Freitag, der auch noch als Nebenkläger zugelassen war, zuerst vernommen. E r gab zu, bei dem E l b e r f e I d e r P.r o z e ß im vorigen Jahre auf die Frage, ob er auf Fliehende geschlagen, zuerst mit„Nein" geantwortet habe, Nachtrag- lich habe er aber zugegeben, einen geschlagen zu haben, den er aber nicht als Fliehenden betrachtet habe. Der Vorsitzende stellte die Frage: Warum haben Sie damals denn das nicht sofort gesagt?— Frei- tag: Ich habe daran nicht sofort gedacht!— Vorsitzender: Das hätten Sie doch sofort sagen müssen, Sie sind doch oft genug am Gericht gewesen; Sie hätten sich ja ausdrücken können: Ich habe auf einen geschlagen, von dem ich annehme, es sei kein Fliehender. Auf das Gespräch, das er nach dem Vorfall mit einem Zivilisten gehabt habon soll, hätte er sich damals nicht entsinnen können und könne sich auch heute noch nicht entsinnen. Zeuge Landrichter Hieronimi sagte aus, daß Freitag zuerst in Abrede gestellt habe, ge- schlagen zu haben, dies dann aber später zu- gegeben habe; das Gespräch mit dem Zivilzeugen, wobei er gesagt habe,„ich halle drauflos, wen und was ich treffe", habe Freitag damals ebenfalls in Abrede gestellt. Rechtsanwalt Dr. Haas- Solingen, der im Elberfelder Prozeß den Mitangeklagten Redakteur G e h r k e vom„General- Anzeiger" in Solingen verteidigte, sagte aus, daß er sich der Vor- gänge im damaligen Prozeß noch soweit entsinnen könne: ein Beamter sei vernommen worden, der später wieder vortrat und das zugab, was ein anderer Zeuge behauptet hatte. Das habe ihn sehr gewundert. Er habe etwas gesagt, was er an seiner Stelle sofort gesagt haben würde. Er habe' auch noch an demselben Abend mit dem Polizeiinspektor Kircher auf der Heimfahrt gesprochen und diesem gesagt, er habe das. was der Beamte gesagt. wie er sich benommen habe, unvernünftig ge- sunden. Tie Zeugen Dittmann, Wendemuth und Schaal bekundeten, daß Freitag zuerst abge st ritten habe, geschlagen zu haben, später dies aber doch zu- gegeben habe; auch das Gespräch mit dem Zeugen Lohe habe er positiv abgestritten. Polizeiinspektor Kirch er bekundete, Freitag habe allerdings zuerst in Abrede gestellt, auf Fliehende geschlagen zu haben; er habe ihn ver- anlaßt, daß er das zugeben solle, nachdem Tümmers bekundet habe. daß Freitag geschlagen habe. Freitag habe ihm, dem Polizei- inspektor, schon vor dem Prozeß gesagt, daß er nach einem ge- schlagen habe. Er habe auch mit Rechtsanwalt Haas über den Fall gesprochen und zu diesem gesagt, Freitag habe unschicklich und unvorsichtig gehandelt. Freitag sei deshalb nicht nach Berlin geladen worden, weil der dortig enStaatS- anwaltschaft mitgeteilt worden sei, Freitag sei einer derjenigen Beamten, die geschlagen hätten. Die Staatsanwaltschaft in Berlin habe deshalb auf Freitag verzichtet.(!!!) Zeuge Tümmers bekundete, daß Freitag auf einen Fliehenden geschlagen habe. DaS habe er schon beim ersten Prozeß in Elberfeld gesagt; darauf sei Freitag vom Vorsitzenden vor- gerufen worden, worauf er das Schlagen, daS er vorher ab- geleugnet, zugegeben habe. Auch das Gespräch habe Freitag mit dem Zivilisten Lohe geführt und die Aeußerung getan:„Wir hauen drauf los, ganz egal, wer es ist!" Freitag habe auch dieses Gespräch in Abrede gestellt. Der Zeuge Lohe deponierte, daß er derjenige sei, der das Gespräch mit Freitag gehabt habe. Tümmers habe die Wahrheit gesagt. Der Angeklagte Deisel bemerkte noch, daß gar kein Zweifel mehr darüber bestehen könne, daß Freitag unter seinem Eide in zwei Fällen die Unwahrheit gesagt habe; in einem Falle habe er sich nachträglich selbst rektifiziert, während er den zweiten Fall auch heute noch abstreite. Er, der Angeklagte, sei am ersten.Verhandlungstage nach Schluß desselben mit dem Redakteur des„Kreisblattes" aus Solingen aus dem Justizgebäude gegangen, wobei ihm dieser gesagt habe:„Was haben die(die Polizisten) sich aber blamiert; er st st reiten sie etwas ab. danst geben sie es zu. Er(Deisel) habe beantragt, auch diesen Zeugen, der bereit war. auszusagen, zu laden; die Staatsanwaltschaft habe daS aber abgelehnt. Der Staatsanwalt ging mit keinem Worte auf die Bc- weiSaufnahme beztv. die Zeugenaussagen ein; er meinte vielmehr, Freitag habe so ausgesagt, wie man es von einem vorsichtigen Menschen(!!!) verlangen könne. Der Beweis der Wahrheit sei nicht erbracht. Polizeibeamte müssen besonders geschützt werden, weil sie die„Ordnung" aufrechtzuerhalten hätten, und daher dürfe ihre Autorität nicht untergraben werden. Schließlich beantragte er eine Gefängnisstrafe von drei Monaten gegen Deisel.. Der Verteidiger des Angeklagten. Rechtsanwalt Brück- Elberfeld, beantragte Freisprechung, da der Wahrheitsbeweis glänzend geführt sei. Er verwies besonders auf die Aussagen des Landrichters Hieronimi, des Rechtsanwalts Haa>, des Polizeiinspektors K i r ch e r gnd der übrigen Zeugen. Der An- geklagte habe Freitag nicht Meineid, sondern Eides. Verletzung, d. h. objektiv falsche eidliche Aus- sage, wenn man aber weit gehen wolle, fahrlässige Eides- Verletzung vorgeworfen. Der Wahrheitsbeweis für die aufgestellten Behauptungen sei selten so gut geführt worden, wie in diesem Falle, und deshalb könne daS Gericht nicht umhin, fest- zustellen, daß Freitag mit seinem Eide leichtfertig umgegangen sei. In der Urteilsbegründung führte der Vorsitzende unter anderem aus: Freitag werde der Vorwurf gemacht, er habe seine Eidespflicht verletzt. Dieser Ausdruck sei mehrdeutig; er umfasse auch den Falscheid im juristischen Sinne; aber es sei zu prüfen, wie ihn die Leser der„Arbeiterstimme" auffaßten. Der Leserkreis der„Arbeiterstimme" könne nicht unterscheiden zwischen Meineid und Falscheid, und in ihrem Sinne sei dem Schutzmann Freitag Meineid vorgeworfen. Ter Wahrheitsbeweis sei aber nicht erbracht. Das Verhalten Freitags bei seiner Vernehmung sei auf eine gewisse Unvorsichtigkeit zurückzuführen und es sei menschlich begreiflich, daß Freitag das Gespräch mit Lohe einfach vergessen habe. Die Beleidigung sei gegen einen Polizeibeamten gerichtet, der berufen sei, die„Ordnung"(!!!) aufrechtzuerhalten und deshalb müsse eine strenge Bestrafung erfolgen. Das Gericht habe die Strafe auf zwei Monate Gefängnis fest- gesetzt.— Von Rechts wegen! politiscbe(leberficbt. Berlin, den 17. Juni 1911. Auch eine Reform. Das Abgeordnetenhaus beriet am Sonnabend in zweiter Lesung die Novelle zur rheinischen Gemeinde- ordnung. Es handelt sich hier um ein Flickwerk der ollerniedrigsten Sorte. Im wesentlichen sollen alle„Schön- leiten" des Gesetzes, als da sind Dreiklassenwahlsystem, öffentliche Stimmabgabe.' Bevorzugung der M'eistbcgiiter- ten, beibehalten werden. Tie rheinische. Gemeindeotdnung ist noch reaktionärer als die der übrigen preußischen Ge- meindeverfassungsgesetze, sie kennt nickst einnial die Oeffentlichkeit der Sitzungen und ist sowohl durch diese Bestimmung als auch durch die weitere Bestimmung, daß die sogenannten Meistbegüterten ohne weiteres geborene Mitglieder der Ge- meindeverwialtung sind, so recht dazu angetan, der Bevölke- rung jedes Interesse an den Angelegenheiten ihrer Gemeinde zu nehmen und dem Cliguenwesen Tür und Tor zu öffnor«. An diesem Machwerk, das sich eines recht ehrwürdigen Alters erfreut, sucht mau jetzt in Preußen herumzudoktern,«in Ver- such mit untauglichen Mitteln am untauglichen Objekt. Will man wirklich reformieren, dann bedarf es ganze Arbeit, aber davon wollen die gesetzgebenden Körperschaften nichts wissen. Weder das Herrenhaus, noch die Kommission des Abgeord- netenhauses haben grundlegende Aenderungen an der Re- gienmgsvorlage vorgenommen. Wie wenig die bisher geleistete Arbeit befriedigt, das beweisen die zahlreichen Anträge, die zur zweiten Lesung im Plenum eistgingen. Besonders das Zentrum stellte eine große Reihe von Anträgen, denen man freilich teilweise nur zu deutlich die Wahlmache ansieht. Muß es nicht Ueberraschung hervorrufen, wenn das Zentrum jetzt plötzlich für die Rhein- Provinz die geheime Stimmabgabe bei den Wahlen zur Ge- meindevertretung verlangt! Ausgerechnet das Zentrum, das bisher nicht nur nichts für die Beseitigung der öffentlichen Stimmabgabe getan, sondern erst noch bei der letzten Wahl- reform die Einführung des geheimen Wahlrechts hinter- trieben hat! Auch seitens der Fortschrittler wurde das Haus mit Anträgen überschüttet. Unsere Genossen enthielten sich aller AbänderungS- anträge, da sie die Unmöglichkeit, diese Vorlage im Sinn der sozialdemokratischen Forderungen zu präzisieren, eingesehen hatten. Genosse Hirsch setzte unsere prinzipielle Stellung, die er bereits bei der ersten Lesung betont hatte, nochmals auseinander, er kritisierte die verschiedenen Abänderungs- anträge und erklärte, datz seine Freunde dem Entwurf, wenn er nicht eine wesentlich andere Gestaltung erfahre, nicht zustimmen könnten. Zur Entscheidung kam es noch nicht, da sich bei der ersten Abstimmung die Befchlußunfähigkeit des Hauses ergab. Montag Fortsetzung und Ausführungsgesetz zum Vieh- seuchengesetz._ Groft-Berlin im Herrenhaus. Arn gestrigen Sonnabend hat sich drastisch gezeigt, wie un- berechtigt das Dasein des Herrenhauses ist. Die Gemeinden Groß-Derlins sollen zu einer höheren Einheit zusammengefaßt werden, ein Werk soll getan werden, das für die drei Millionen Menschen, die hier beisammenwohnen, von großer Bedeutung sein — könnte und das die gemeinsame Lösung der wichtigsten körn- munaipolitischen Aufgaben ermöglichen— sollte, wenn eS nicht in die preußische Gesetzgcbungsmaschine geraten wäre. Immerhin, eS ist noch genug übriggeblieben, was die Bürger Berlins und seiner Vorstädte noch spüren werden... Und wer hat nun darüber zu entscheiden? Nach den Erwählten des Geldsacks und des Junker» terroriSmus drüben— hier die Ernannten der Junkerfamilien, die Befohlenen der Krone, Männer, die ihr. ganzes Lebenlang nie mit städtischen Aufgaben zu tun gehabt haben, und schließlich eine Anzahl Oberbürgermeister in hoffnungsloser Minderheit. Ein schwachbesetztes Haus bewies das Interesse der edlen Herren an Groß-Berlins Schicksalen, und die mehr als fünf» stündige Debatte wurde fast nur von den Oberbürgermeistern bestritten— Herren, die zwar über das Mißwollen der Matz- gebenden in Preußen gegen die Städte beweglich zu klagen wissen, die aber— nicht alle— als Chefs der Sl„-evertvaltun'Z oder gar der Polizei stets gegen die Arbeiterbewegung kämpfen, die die Demokratisierung des Staates und in der Gemeinde die Unter- ordnung der Sonderintercssen unter das Allgemeine fordert.~ Herr Kör t e- Königsberg bekämpfte die in die Sclostverwal- tung eingreifende Vorlage, was den Herrn Minister v. Dallwitz zu der abermaligen Versicherung veranlaßte, daß man daran nicht denke. Gar nicht übel meinte eines der Stadthäupter, datz die Staatsbeamten zwar bei jeder offiziellen Gelegenheit die Selbst- Verwaltung, von der ein Stück nach dem anderen abgebrochen wird, begeistert preisen— daß man aber in der Praxis nie etwas davon merkt. Durch ein großes Zankduett über Berlins Haltung in der Eingeweindungsfragc bereiteten die Herren K i r s ch n e r und Schustehtus dem hohen Hause eine rechte Freude über den „Wasserkopf Berlin". Aber Herr Kirschner ließ es auch nicht an kräftigen Hinweisen auf die Haltung der Staatsregierung fehlen, die seit 1896 Berlin nicht die kleinste Vergrößerung mehr gönnte Und die Lösung des Verkehrsproblems durch die Ver- längerung der Konzession der„Großen Berliner" bis 1949 un- geheuer kompliziert hat. Die königliche Haupt- und Residenzstadt dürfte sich zu der Sache nicht einmal äußern. Sollte das irgend- wie mit der Bemerkung Kirschners zusammenhängen, daß die Große Berliner Straßenbahn so beliebt ist, seitdem sie sich einen Ministerialdirektor a. D. als Leiter engagiert hat?! Mit Ausnahme des Herrn Schustehrus bekämpften alle bürgerlichen und bürgermeisterlichen Redner das Gesetz. Herr A d i ck e s- Frankfurt a. M.-forderte die Wiedereinceihung des Kleinwohnungsbaues unter die Verbandsaufgaben— das hat die Herrenhauskommission bekanntlich gestrichen— und Herr Schnackenburger- Altona verstieg sich zu dem für einen simplen„Ober" im Herrenhaus sicherlich als parlamentarischen Exzeß zu betrachtenden Radikalismus, die Ablehnung der Vor- läge zu wünschen. Herr Rive-Halle ging zur Tat über; er beantragte RückVerweisung an die Kommission, was aber mit nur 3 Stimmen Mehrheit abgelehnt wurde. Einen Verteidiger noch fand aber die Vorlage in einem der edelsten Mitglieder: dem Hausminister v. W e d e l- Piesdorf, dem Sprecher der Rechten. Er will keinen Zentralismus vom Roten Hause. Na ja! Aber datz dieser Redner den Zentralismus des- halb verabscheut, weil er zur Beamtenregierung führt,, ist doch ganz interessant. Er wird da nur weniger an seine Land- räte, als an die Stadt rate gedacht haben, die sich zuzeiten mal trotz Blockverband und Ordensband gegen die hohe Junker- schaft zu empören wagen. Eine Lösung der Wohnungsfrage sieht Herr V. Wedel nicht im Volkswohnungsbau, nein: den Leuten, die noch keine Wohnung haben, muß verboten werden, nach Berlin zu kommen! Wie einfach, ja grandios! Aber viel- leicht hält mal Herr Graf Posadowsky dem„Parlamentskollcgen" ein Privatissimum. Etwa bei der Spezialberatung, die Montag beginnt und in der auch der Antrag Adickes entschieden werden wird. Wir bleiben Feinde! In dem Bestreben, die grollenden Kämpen im Lager Hehdcbrand wieder zu versöhnen, schreibt die„Nord- deutsche Allgemeine Zeitung" in ihrem Wochen- riickblick: 2 „Hier und und da sucht man die Bedenken gegen ein Zusammengehen mit der Sozialdernlo- Itatie durch den Hinweis zu beschwichiigen, daß die Partei durch ihre Mitwirkung an der elsaß-lothringischen BerfassuilgSreform regierungsfähig geworden sei, waS sich auch bei der Beratung dieses Gesetzes im Reichstage in der Haltung von RegierungSvertrelern gegt.iüber einzelnen sozialdemokratischen Abgeordneten bekundet habe. � Gegen die Illusion, als ob die Sozialdemokratie ihren staatsfeindlichen Charakter abgestreift habe, sollte schon ein Blick in die sozialdemokraliiche Presse schützen. Natürlich ist auch durch jene Haltung von RegierungSvertrelern nicht die geringste Aenderung in den, Verhältnis zwischen Staat und Sozialdemokratie ein« getreten." Ganz unsre Meinung. Die Sozialdemokratie hat wirNich nicht aus schwärmerischer Liebe zu Kaiscrgewalt, Oberhaus und RegierungSbureaukratie für die reichsländische Verfassung gestimmt. Im Gegenteil, sie erwartet von dem neuen Wahlgesetz in Elsaß-Lothringen ein Anwachsen der Demo- kratie und damit einen starken Ansturm auf die reaktionären Positionen der Verfassung. Unser Verhältnis zum Gegenwartsstaat hat dadurch nicht die geringste Aenderung erfahren, Wir bestätigen das dem Ministerblatt mit der größten Bereitwilligkeit. Und das um so mehr, weil wir seine Nöte verstehen. Es fühlt sich höchst unbehaglich, weil die Konservativen wegen der reich»- ländischen Verfassung mit seinen Brotherren schmollen. Aus diesem Unbehagen heraus ist auch der schmerzliche Seufzer über den Geheimrat Richer zu begreifen, den die„Nord- deutsche" tadelt, daß er auf der Tagung des Hansabundes nicht mit aller Entschiedenheit zu einer bürgerlichen S a m m- ®0ä*QlöemoIratie aufgerufen habe. Mehr kann man den konservativen Trotzköpfen ivirklich nicht entgegenkommen. Die„Norddeutsche Allgemeine Zeitung" sucht aber nicht nur Herrn v. B e t h m a n n. sondern auch W i l h e l m II. bei den Konservativen zu entschuldigen. Sie schreibt: »I" den Prcßerörterungen über ein Zusammentreffen des Kaisers mn dem Führer der von unserer Sozialdemokratie wesentlich verschiedenen englischen Labour Party. Ramsay Macdonald, ist behauptet worden, Seine Majestäl habe den Wunsch ausgedrückt, mit Macdonald über feine Tätigkeit zugunsten besserer Beziehungen zwischen Großbritannien und D e u t> ch l a n d zu sprechen. Diese Angabe ist u n- zutreffend. Macdonald war von englischer Seite für eine Einladung zu dem Frühstück in Aussicht genonuneu worden. daS der briliiche KriegSininister zu Ehren des Kaisers ver- anstaltete. �,ics wurde Seiner Majestät milaeleilt mit der Frage, ob der Kaiser etwas dagegen hätte. Hierauf ließ Seine Majestät der Kaiser erwidern, er habe nicht das mindeste gegen Macdonalds Einladung einzuwenden." Daß bei der Unterredung nicht über die englisch-deutschen Beziehungen gesprochen wurde, ist richtig. Wir würden auf die politisch bedeutungslose Sache überhaupt nicht zurück- kommen, wenn die„Rordd. Allg. Ztg." in ihrem Drang, die schmollenden Konservativen mit Wilhelm II. wieder auszusöhnen, bei der Wahrheit bliebe. Das ist aber nicht der Fall. Tie Anregung zu dem Zusammentreffen ist nicht von eng- lisch er„ sondern pon deutscher Seite, von der deutschen Botschaft ausgegangen. Und daß diese nicht aus eigener Initiative gehandelt hat, ist wohl auch klar. Womit wir aber der Freundschaft zwischen Wilhelm II. und den Konservativen nichts in den Weg gelegt haben wolle». Angst vor der eigenen Knrnge. Die durch die zum Teil recht ungnädigen Besprechungen in der konservativen Presse augenscheinlich bestürzten Hansabündler beeilen sich, hansabundstapfer zum Rückmarsch zu Blasen und gewisse Wendungen, die der HansaBundstagung ein charakteristisches Gepräge gaben, nach Möglichkeit abzuschwächen. Am Sonn- abend veröffentlicht der Hansabund eine Erklärung, durch die Riehers Attacke gegen den schwarz-blauen Block wesent- lich abgeschwächt wird. Zur Frage der Stichwahlparole habe Richer allerdings erklärt, der Hansabund könne keine Stichwahlparolen ausgeben. Am Sonnabend wird diese Erklärung dahin erweitert, dah der Bund aber auch niemals die Sozialdemokratie fördern und unterstützen könne. Weiter wird es als eine Unwahrheit erklärt, daß Richer die.Sammlung gegen die Sozialdemokratie als eine Sammlung aller rückständigen Elemente" Bezeichnet habe; er habe vielmehr ausdrücklich gesagt, daß sich .hinter den Kulissen und ganz in der Stille die Sammlung gegen die Sozialdemokratie mehr und mehr in eine Sammlung aller Boden ständigen und rückständigen Elements gegen das vorwärtSstrebende Bürgertum verwandelt habe." Es ist richtig, daß Richer das in dieser Form ausgesprochen hat, aber in einem Zusammenhange, in dem der Satz nicht so jamniervoll schwächlich klang. Die.nervöse Angst vor seiner eigenen Kurage", von der der Hansabundspräsident sprach, scheint im HansabundSlager bereits eine bedenkliche Höhe erreicht zu haben. ZpirittiZ capitalisticus. Wie sehr der kapitalistische Spekulationstaumel bereits die landwirtschaftlichen Besitzer, namentlich die großen, ergriffen hat, zeigt folgende Notiz über den Besitzwechsel und die Steigerung der Güterpreise, die wir der„Tägl. Rundschau" entnehmen: Während in der hochagrarischen Presse, besonders im Haupt organ des Bundes der Landwirte, fast tagtäglich das hohe Lied von der Bodenständigkeit, der zähen Treue zur ererbten Scholle usw in allen Tonarten gesungen wird, treffen wir gleichzeitig im An- zeigenleil dieser Blätter— viele Spalten und selbst Seiten lang— Kundgebungen an. die unzweifelhaft dartun, datz die Verkaufs- lust in der Landwirtschaft un gemessenen Umfang angenommen hat. Und aus der amtlichen Statistik des ländlichen Besitzwechsels im Königreich Preutzen ersehen wir. datz im all gemeinen seit Jahren weit mehr Besitzungen im Wege deS KaufeS ihren Besitzer wechseln als im Wege deS ErbgangeS. Das trifft namentlich für die großen Besitzungen über 100 Hektar, also die Rittergüter zu; von ihnen wechselten jährlich im Durchschnitt der letzten zehn Jahre 630 im Wege deS ErbgangeS und 950 infolge von Verkauf ihren Besitzer. Dagegen stellt sich beim großbäuerlichen Besitz(zwischen 50 bis 100 Hektar) das- selbe Verhältnis wie 1170 zu 890; hier überwiegt also ebenso wie auch in der Besitzklasse zwischen 20 und S0 Hektar die Besitzllbcrtragnng infolge ErbgangeS. Beim kleinsten Bäuerlichen und Zwergbcsitz ist dagegen Beim Besitzwechsel wieder der Verkauf vorherrschend: die vielbellagte Landflucht dürfte dabei wohl eine gewisse Rolle spielen. Im allgemeinen ergibt sich nun auS der Statistik, daß tm Durchschnitt jährlich reichlich S Prozent der Groß grundbesitzer i-hren Besitz verkaufen, sicherlich ein Bedenklich hoher Satz, der die Schlußsolgerung zuläßt, daß der ländliche GroßgrundBesitz sich nur knapp 20 Jahre in einer Hand behauptet; dabei ist der gebundene Besitz in Gestalt von Fidei kom missen noch nicht einmal be- r ü ck s i ch t i g t. Die Häusigkeit des UebergangeS von landwirlschaftlichem Grundbesitz ist, darüber lassen die amtlichen Ermittelungen keinen Zweifel aufkommen, nicht sowohl durch Notlage der Eigentümer ver- anlaßt worden, sondern durch die bedeutende Steigerung, welche die ländlichen Bode»werte im Laufe der letzten Jahre erfahren haben. Mit der infolge der neueren Schutzzoll- und HandelSgesetzgebung erheblich gebesserten Lage der Landwirtschaft sind die G ü t e r p r e i s e wie auch die Pachtpreise, ziemlich allgemein b e« deutend in die Höhe gegangen, waS einerseits zu weitgehender Ausnutzung deS erhöhten Realkredites, andererseits in großem Um fange zur Veräußerung des Grundbesitzes Ver anlassung gegeben hat. In der Zeitschrift deS königlich preußischen Statistischen LandesamtcS wird dazu treffend bemerkt: .Es machte sich stellenweise eine übertriebene Preis« st e i g e r» n g für den Grund und Boden geltend, so daß nicht selten Preise gezahlt loorden sind, welche nach Ansicht der Bericht- erstatter auf die Dauer eine Rentabilitä't deS Grund- Besitzes ausschließen und im Falle erheblicher V«r> schuldimg in schlechten Wirtschaftsjahren zur Zwangsversteigerung führen müssen." In der Tar erweist denn auch die Statistik der Hypo- theken Bewegung, daß die V« r s ch u l d u n g des ländlichen Grundbesitzes dauernd und ziemlich stetig zunimmt; während der die Hypothekenlöschungen übersteigende Betrag der Eintragungen im Jahresdurchschnitt 1836 bis 1904 etwa 280 Millionen Mark betrug, erreichte er in den letzten vier Jahren die recht bedenk liche Höhe von 530 Millionen Mark. Bis zu einem gewissen Grade fällt dabei gleichsam entschuldigend die gesteigerte Ertrag fähigkeit deS Grund und Bodens ins Gewicht, denn noch Maßgabe der ReichSstatistik wurden von einem Hektar geenitet: an Roggen im Durchschnitt 1886/95 10.« Doppelzentner. 1895/1904 nahezu 15 Doppek zentner, 1905/10 sogar 17,1 Doppelzentner; an Weizen in den be> z-ichneten Zeiträumen 14,1 bezw. 18,6 bezw. 20 Doppelzentner; in ähnlichem Verhältnis stieg die Gewinnung auch bei anderen land« wirtichastlichen Erzeuguisseu. Freilich haben gleichzeitig auch die Arbeit-?- und Gcsindelvbne eine beträchtliche(?) Steigerung erfahren. siB-r wie man die Verhältnisse auch beurteilen mag. so nmß doch festgestellt werden, daß die derzeitige BodenpreiSeutwicke- l u n g im höchsten Grade s ch u l d e r z e u g e n d wirkt und daß sie eine ernste Gefahr für unsere Landwirtschaft bildet. Hier wird also bestätigt, daß die Wucherzölle für die Landwirtschaft eine Gefahr geworden sind, dagegen für die Großgrundbesitzer eine Quelle der Bereicherung. Die Braven beeilen sich, die Riesenprofite, die sie ans der Ver- tcueruilg der notwendigen Lebensmittel ziehen, zu kapitalisieren und ihre Güter in bares Geld zu verwandeln. Die neuen Besitzer, die zu teuer gekauft haben, stöhnen dann wieder über die Not der Landivietschaft" und verlangen Erhöhung der landwirtschaftlichen Zölle. So wird der landwirtschoftliche Zoll ni einer Schraube ohne Ende und damit die V e r- t e u e r u n g der Lebensmittel in Permanenz erklärt. � „Nur" 100 000 Mark! In der jüngsten Sitzung der Stadwerordnetenbersammlung in Köln teilte der Oberbürgermeister Wallraf alt.erfreulich" mit, daß die für den Besuch Wilhelms II. am 22. Mai in Köln ausgeworfenen 100 000 M.»nicht ganz" verbraucht worden seien, dank dgc Mitwirlung anderer BchörSen(Eisenbahn, und Poswerwaltung) und der Bürgerschaft. In der Tat wird die Summe, die für den nurfünfstündigenBesuch Wilhelms II. in der rheinischen Metropole vergeudet worden ist. nicht allzuweit von einer Viertelmillion wegbleiben. Bemerkenswert ist zunächst geheure Summe von 100 000 M. für den kurzen Besuch bereit-� gestellt haben, und ebenso kennzeichnend ist es, daß, der Oberbürgermeister eS noch als ein Verdienst der Stadtverwaltung be- trachtet, daß es ihr infolge der auch von den Staatsbehörden ver-' brauchten großen Beträge nicht gelungen- ist, den ganzen Betrag zu verpulvern. Gerade die Stadt Köln hätte besonderen Anlaß. sich solcher wahnwitzigen Geldverschscuderung zu schämen, da sie im verflossenen Winter unter dem Vorwand: die bewilligten Mittel sind ausgegangen, den Lungenkranken mqnate- lang die bit dahin gewährte Milch entzog. Eine behördliche Kundgebung gegen den Blumentag- rummel. Magistrat und Stadtverordneten der Stadt Witten lehnten einen Antrag des Vereins vom Roten Kreuz auf Veranstaltung eines Blumentages zum Besten der Veteranen mit der Moti- Vierung ab, daß in erster Linie der Staat und in zweiter die Kommune für Invaliden und Veteranen zu sorgen haben. Durch die Blumentage würde nur den Geschäftsleuten und einem großen Teil der Arbeiter die Lasten aufgebürdet. Kröcher will nicht mehr/ Der Präsident des preußischen Ab- geordnetenhause« v. K r ö ch e r hat. wie die.Post" meldet, mit aller Bestimmtheit erklärt, vaß er in der nächsten Session des Land- tageS eine Wiederwahl als Präsident nicht annehmen werde. Dle Ötimtnenzabl der deutschen Sozialdemokratie in Oesterreich. 542 012 Stimmen. Zuwachs 27 Ka4 Stimmen. Die deutsche Sozialdemokratie— über die der andern Nationen liegen noch keine genauen Angaben vor— Hat diesmal in den 232 Wahlbezirken' 542012 Stimmen gegen 614 358 Stimmen 1907 erhalten. Das Stimmenverhältnis in den einzelnen Kronländern war folgendes: Kronland 1911 Riederösierreich.... 207 2l8 Böhmen...... 165 619 Steiermark..... 43 313 Mähren....... 38 839 Ober-Oesterreich.... 23 281 Schlesien...... 22 258 Kärnten...... 14 279 Salzburg...... 9 184 Tirol....... 9 516 Bukowina...... 4 943 Vorarlberg..... 8436 Kram(Gottschee).■■ 227 1907 180 918 168 846 44 692 42 380 21671 21510 13 350 7 507 8 228 3 401 1996 Gewinn oder Verlust + 26 300 — 3 327 — 1370 — 3 491 1710 748 920 1 677 1288 1541 1440 227 Zusammen.. 542 012 514 358+ 27 654 In neun Kronländern beträgt unser Stimmenzuwachs 36 851 Stimmen, in drei Kronländern haben wir 3197 Stimmen verloren, so daß ein reiner Gewinn von 27 654 Stimmen ver- bleibt, zu dem vorwiegend die Alpenländer beigesteuert haben. Niederösterreich steht mit seinem Stimmenzuwachs und mit seiner Stimmenzahl an erster Stelle, Vorarlberg hat seine Stimmenzahl fast verdoppelt, die Genossen in der Bukowina haben einen Stim- menzuwachs von fast fünfzig Prozent, zu dem die Einführung der Wahlpflicht offenbar beigetragen hat. Auch in Salzburg und in Tirol haben wir verhältnismäßig ansehnliche Steigerungen, wäh- rend Steiermark. Böhmen und Mähren zurückgegangen sind. Steter- mark und Böhmen haben uns trotzdem in manchen Wahlbezirken einen beträchtlichen Stimmenzuwachs gebracht. Außerordentliche Steigerungen der Stimmenzahlen haben wir in Westböhmen, zum Teil auch sogar in Norbböhmen. Wo aber die Scharfmacherorganisationen in Böhmen ihre Gewalt übten, er» lagen viele Arbeiter und abhängige Heimarbeiter dem Druck. Auch in Mähren ging unter dem schamlosen Terrorismus der Unter- nehmerorganisationen in vielen Wahlbezirken unsere Stimmenzahl zurück, wenn auch nicht so bedeutend, um unseren.Gesamtgewinn wesentlich zu schmälern. ES ist ein bedeutender Erfolg unserer österrei chischen Genossen, daß sie die Stimmenzahlen von 1907, die unter der Nachwirkung des erst erkämpften allgemeinen Wahlrechtes erreicht wurden, nun überholen konnten. Portugal. Die Republik. Lissabon, 17. Juni. DiekonstituierendeVersamm l u n g wird am 19. Juni die Republik proklamieren. Unmittelbar darauf wird ein Gesetz veröffentlicht werden, in dem die Dynastie Braganza des Landes ver wiesen erklärt wird. Am 20. Juni wird durch den Ministerpräsidenten eine Kundgebung der provisorischen Re gierung verlesen werden, in der die bisherige Tätigkeit der Minister zusammenfassend dargelegt, eine Erklärung der Dank barkeit denen gegenüber vorgeschlagen wird, die die Republik begründeten, und der Trauer um die, die für sie starben Des weiteren wird darin gedankt werden der Stadt Lissabon für die Hilfe, die sie den Revolutionären geleistet, und dem Lande für den einmütigen Beitritt zur neuen Re- gierungSform. England. Die Handelsbeziehungen des Reiches. Lond»». 17. Juni. Die Relchskonferenz nahm einen An- trag des Premierministers von Kanada Sir Wilfcid' L a u r i e r an, es möge eine Kommission für daS ganze Reich zur Untersuchung der Handelsbeziehungen des Reiches ernannt werden. Saurier beantragte ferner, die Regierung zu ersuchen, sie möge Verhandlungen einleiten mit denjenigen fremden Regie- rungen. die Handelsverträge haben, welche sich auch auf die Ueberleedominien beziehen, mir dem Ziele, jedem dieser Dominien die Freiheit zu schaffe», sich von dem Vertrage zurückzu- ziehen, ohne dlescn für daS übrige Reich zu verschlechtern. Sir E. G re y erklärte sich im Namen der heimatlichen Regierung mit dem Antrage einverstanden, worauf er angenommen wurde. Indien. Eine mißglückte Polizeiaktion. Calcutta, 17. Juni. In dem Verschwörerprozeß in Dacea(Ostbengalen) wurde heute das Urteil gefällt. Alle An- geklagten wurden freigesprochen, da die Aussagen der Zeugen al« unzuverlässig, die der Polizisten als w e r t l o s an- gesehen wurden. In dem Prozeß, der am 24. August vorigen JahreS begann, waren 42 vornehme junge Hindus ver- wickelt, die der Verschwörung gegen den König angellagt waren. Ein politisches Attentat. Trichinopoly(Madras),-17. Juni. Der Ortsrichte rAshe in Tinnevelly wurde von eiiiem Brahminensachwaller e r- schössen. Der Mörder beging Selbsünord. Ter Mord loird als ein Racheakt für die Haltung Ashes in dem Prozeß gegen die Aufruhrer dom Tuticorin im vorigen Jahre angesehen, ZZmerika. Castro verschwunden.~ Paris, 17. Juni. New Aork Herold meldet ans Pork-au-Prince, die Tatsache, datz die Stadtverordneten von vornhereiv die lin- s daß C a st r o sich nicht an Bord des Bort unter deutscher Flagge eingetroffenen Schiffes Konsul Grot stück befinde. Dl« Schisfsoffiziere seien vom Präsidenten Simon empfangen worden. jVlarokko. Die Marokko-Affäre vor der französische« Kammer. Paris, 16. Juni. Im weiteren Verlaus der gestrigen Kammer- sitzung wies der Minister des Aeußern Cruppi auf die Not- wendigkeit der Entsendimg der Hilfskolonne nach Fes hin, dessen kritische Lage von den Konsuln Frankreichs und Englands gemeldet worden war. Er erinnerte daran, daß der deutsche Konsul die französischen Offiziere aufgesucht hätte, um sie zu beglück- wünschen. Die Franzosen seien nach FeS gezogen, weil es der Sultan gewünscht hätte. Sie hätten den Weg durch die Schauja genommen, weil eS der Sultan gleichfalls gefordert hätte. Die in Taurirt vereinigten Truppen hätten nichl sach FeS zu marschieren brauchen, aber sie hätten ein nützliches rmd dauerndes Werk geschaffen. Es würde weder Schwierigkeiten noch Einwände gegeben haben, wenn der Marsch über Tazza notwendig gewesen wäre. Cruppi verlas sodann die Berichte des spanischen Agenten. die- in erster Linie die Ausschiffung der spanischen Truppen rechtfertigen. DaS kluge Vorgehen Frankreichs enthalte keine Verletzung der AlgeciraSalte. Wir werden, fuhr der Minister fort, mit Spanien eine Politil der Eutenteß, des Zusammen- gchenS verfolgen. Der gleiche Geist einer stets beobachteten Freundschaft, die gleiche Politik leitet— wir können nicht daran zweifeln—, Spanien, eine Politik, die völlig der Deklaration vom 3. Oktober 1904 entspricht, die Frankreich und Spanien, gebunden an die Integrität Marokkos, schlössen. Die Deklaration machten sie gleich den anderen Mächten zur Grundlage ihrer Politik. Man hat von einem geheimen Abkommen zwischen Frankreich und Spanien gesprochen. Wenn es bestünde, könnte ein Geheimnis, daS zwei Ländern angehört, von einem von ihnen verletzt werden? Cruppi versicherte erneut, daß Spanien wie Frankreich von drei Prinzipien geleitet würde, nämlich dem der Aufrechterhaltung der Souveränität und Unabhängigkeit deS Sultans, dem der Inte- grität seiner Staaten und dem der wirtschaftlichen Freiheit in Marokko ohne irgendwelche Ungleichheit. Cruppi erklärte weiter. die Ereignisse in Ellsar würden keine Aenderung der leitenden Grundsätze zur Folge haben. Er verlas sodann die Note, die Frankreich an die Mächte gerichtet hat. in der eS erklärt, daß nach der Entsetzung von Fes noch übrig bleibe, die Unterwerfung einiger Stämme zu erreichen. Die Operation zur Erreichung dieses Zieles würden auf das unbedingt Notwendige beschränkt werden. Man werde sie nicht auf die Berber deS Atlasgebietes ausdehnen. Der Minister fügte hinzu, die Regierung sei bestrebt, unter Beobachtung der Algecirasakte die Autorität deS Sultans und die Handelsfreiheit wiederherznstellen. Die Truppen würden nicht länger als unbedingt notwendig in der Gegend von Fes bleiben. Sobald das Werk gesichert und die scherifische Armee reorganisiert sei, müsse man mit der herrschenden Unordnung auf- räumen, die Hafenpolizei organisieren und den Machsen reformieren. Der Rede Cruppis folgte lebhafter Beifall. Dann wurde di« be- reitS gemeldete Abstimmung vorgenommen. Vorgehe« der Spanier im Rifgebiete. Paris, 17. Juni. Aus Lalla Marina wird gemeldet, daß die Spanier in der Gegend von Melilla eine eifrige Tätigkeit entfalten, um ihre Besatzungszoue zu erweitern. Sie benutzen den Umstand, daß die Marokkaner gegenwärtig mit der Ernte beschäftigt sind, um nach dem Osten zu in der Richtung auf den Mulujafluß und v»est- lich in der Richtung auf den Kertfluß Vorstöße zu unternehmen. Dabei hatte» sie bereit» mehrere Scharmützel mit Rifleuten zu bestehen. Auf beide» Seiten gab es Tote und Verwundete. 8o2Lales. DaS patriarchalische Verhältnis. Um Erziehungsfragen handelte es sich in einem gesiern vor der ersten Kammer des Berliner KaufmannögerichtS verhandelten Prozeß, dem folgender Sachverhalt zugrunde lag: Der Kläger Richard L., der Stadtreisender bei der beklagten Firma K. u. E. Buchwald war. hatte nach siebenjähriger Tätigkeit einschließlich der dort absolvierten Lehrzeit seine Stellung sofort aufgegeben. weil er sich durch den Prinzipal gröblich beleidigt fühlte. Am Tage vor seinem Fortgange sagte der Chef zu ihm in Gegenwart des Personalchefs und seines Sozius, er wäre„total verbummelt und versoffen und würde noch mal im Rinnstein enden". Außer- dem warf er ihm mit einem sehr derben Ausdruck den übermäßigen Verkehr mit Frauenspersonen vor. Wie der Kläger ausführt, way er durch diese unberechtigten Anschuldigungen so konsterniert, daß er keines Wortes fähig war. Erst am nächsten Morgen bat er den Prinzipal, die Ehrverletzungen zurückzunehmen; statt einer Rcvozierung wurden ihm indessen neue Beleidigungen zuteil. Der Chef warf ihm vor. er wolle eine Erpressung ausüben, er fei ein „unverschämter Lümmel, der Backpfeifen haben müßte und ver- diente, übergelegt zu werden". Aus diese erneute Beleidigung hin stellte L. dann seine Tätigkeit ein. Der Beklagte wendet dem» gegenüber ein, die Vorwürfe mögen etwas scharf ausgefallen sein, aber um so besser waren sie gemeint. Er habe auf den Kläger, der seit Anfang dieses Jahres zusehends verbummelte, nur erzieherisch einwirken wollen. Es herrschte zwischen ihm und dem Kläger eine Art patriarchalisches Verhältnis. Als nervöser und abgearbeiteter Mann habe er sich vielleicht nicht ganz parlamen- tarifch ausgedrückt, aber in der Sache würde er. wenn sich morgen ein ähnlicher Fall bei ihm ereignen würde, wieder so verfahren. Dem Kaufmannsgericht fiel es, wie der Vorsitzende nach langer Beratung ausführte, schwer, ein Urteil zu fällen, und es riet dem' Kläger dringend, sich vergleichsweise mit der Hälfte seiner Forderung. 125 M., zufrieden zu geben. Er möge doch die Tatsache, daß er dem Chef und einstigen Lehrherrn doch immer eine gewisse Dankbarkeit schuldig sei. mildernd berücksichtigen. Du jedoch trotz aller Versuche eine Einigung nicht zu erzielen war, so mußte das Gericht schließlich doch das Urteil sprechen, das zuungunsten der beklagten Firma ausfiel. Letztere wurde der» urteilt, 250 M. Restgehalt an den Kläger zu zahlen. lHie Tat- fache, daß der Prinzipal hier in der Form gefehlt hat, ist nicht aus der Welt zu schaffen. Die Motive, die ihn dazu geführt haben, kann das Gericht nicht berücksichtigen angesichts des Um. standes, daß der Kläger sich seinem Chef feindlich gegenüberstellt. Der vermeintliche Patriarch hat ja ganz eigenartige Er.' ziehungsmethoden, bei denen er sich nicht wundern darf, daß die erhoffte Wirkung in daS Gegenteil umschlägt, Die mangelnde Kautio» war der Streitgegenstand in einem gestern verhandelten Prozeß vor dem Gcwerbcgcricht. Der Wächter Krabat machte aeaen das Wach- und Schließinstitot Groß-Berlin einen Lohnanspruch von 32,69 M. geltend, wovon die beklagte Firma 31 34 M als tern Kläger zustehend anerkannte. Da aber der Kläger die im Ver- trage ausbedungene Kaution nicht gestellt hat. hat die Firma den in Rede stehenden Lohnbetrag an Stelle der Kaution einbehalten und wollte denselben erst einen Monat nach dem Austritt auS der Beschäftigung auszahlen. Die Kautionen bleiben nämlich solange bei der Firma stehen, damit sich diese gegen event. Nachteile aus irgendwelchen Verfehlungen der Wächter, die erst nach Austritt aus der Beschäftigung festgestellt werden können, schadlos halten kann. Das Gcwerbegericht erklärte jedoch da? Zurückbehaltungsrecht auf Lohnansprüche für nicht anwendbar, worauf sich die beklagte Firma zur sofort ig Zahlung des Lohnes bereit erklärte. GewevkrcbaftUcbca» Berlin und llmgegcnd. Der Streik i» den Eisenkonstruktionsvetrieben. Die streikenden Eiscnkonstruktionsarbcitcr hatten sich gestern dormittag wiederum in den Pharussälen versammelt, und zwar so zahlreich, daß der grcisje Saal samt der Galerie und der Bühne gedrängt voll war. Diese Tatsache beweist schon, datz der Streik mit voller Kraft fortgeführt wird. Die Unternehmer der Eisen- konstruktionsbranche haben früher geglaubt, dag ihre Arbeiter infolge der schlechten Löhne, mit denen sie sich die langen Jahre zufrieden gegeben hatten, überhaupt nicht genügend Kraft und Ausdauer zu einem großen Lohnkampf besäßen. Die Herren sind nun jedenfalls zu einer anderen Ansicht gekommen. Der Streik dauert bereits in die fünfte Woche, aber die Streikenden harren einmütig im Kampfe aus und denken nicht daran, ohne annehmbare Zugcständ- nisse erreicht zu haben, die Arbeit wieder aufzunehmen. Sie sind jedoch nach wie vor zu Verhandlungen bereit, allerdings unter der Voraussehung, daß auch wirtlich über die Streitsragen verhandelt wird, so daß annehmbare Abmachungen getroffen werden können. Dies wurde in der Versammlung gestern nochmals besonders betont, und zwar deswegen, weil in Unternehm erkreisen die Meinung verbreitet wird, daß die Streikenden er st bestimmte Zugeständnisse verlangten, ehe sie sichzum Verhandeln be reit finden lassen wollten. Man will das aus dem Strcikvecsammlungsbericht des„Vorwärts" vom S. Juni herausgelesen haben, und zlvar aus dem Satz:„Die Auf- nähme weiterer Verhandlungen hängt ganz davon ab, ob die Unter- nehmer annehmbare Zugeständnisse zu machen bereit sind." Gesagt ist mit diesen Worten doch tatsächlich nichts anderes, als, daß, wenn die Unternehmer von neuem verhandeln wollen, sie dazu den guten Willen niitbringen müssen, den Forde- rungen der Arbeiter so weit entgegenzukommen, b a ß e ine Einigung möglich wird. Das ist doch auch die selbst- verständliche Voraussetzung bei allen Verhandlungen, die zu einer Einigung führen sollen, daß die streitenden Parteien nicht mit vorgefaßten Beschlüssen kommen, an denen sie unweigerlich festhalten wollen. Mit Scheinverhandlungen ist den Streikenden nicht gedient, und ebenso können die Unternehmer einen Nutzen davon haben, daß zwecklos hin und her geredet wird. Wie der Verband� Berliner Metallindustriellen gegen die streikenden, ja sogar gegen die schon vor Ausbruch des Streiks ent- lassenen Eisenkonstruktionsarbciter vorgeht, zeigt das folgende, vom 17. Mai 1911 datierte Rundschreiben, das an die verschiedenen Unternehmer der Metallindustrie versandt worden ist: Hierdurch teilen wir Ihnen mit, daß die Arbeiter der Eisen- wnstruktionsfirmen Belter u. Schneevogl, Wittenau, Breest u. Co., Berlin dl., G. E. Dellschau, Berlin C, A. Druckenmüller, G. m. b. H-, Tempelhof. H. Gossen, Reinickendorf, Hein, Lehmann u. Co., Akt.-Ges., Reinickendorf, D. Hirsch, Lichtenberg, Steffens u. Nölle, Mt.-Ges., Tempelhof, Thyssen u. Co., Berlin dl., Ver- einigte Kammerichsche Werke, Akt.-Ges., Berlin dl. ?n den Ausstand getreten sind. Wir bitten, während der Dauer des Streiks, dessen Beendigung Ihnen mitgeteilt werden wird, von der Einstellung von sämtlichen Arbeitern der oben ge- nannten Firmen mit Entlassungsscheinen vom 9. Mai an grund- sätzlich Abstand zu nehmen. Verband Berliner Mckallindustrieller. Das Unternehmertum hat also von vornherein alles getan, um die Streikenden brotlos zu machen. Erreicht hat es damit aller- dings nichts. Der Verband Berliner Metallindustrieller hat jetzt beschlossen, seinen Nachweis in der Wustcrhausener Straße des Streiks wegen zu schließen. Offenbar ist man zu der Einsicht ge- kommen, daß brauchbare Streikbrecher doch nicht zu haben sind. Uebrigens sind zu den im Rundschreiben des Unternehmerverbandes mitgeteilten Firmen noch Ravens sowie Spaeter Hinzuge- kommen, wo die Eisenkonstruktionsarbeiter ebenfalls im Streik stehen. Bei Ravens haben, wie der Vertreter des Transport- arbciterverbandeS Franke mitteilte, die Arbeiter des Trägerplatzes und des Stabeisenlagers sich nun auch dem Kampf angeschlossen, weil sie sich nicht zu Streikarbeit gebrauchen lassen wollten. Ferner wurde in der gestrigen Vcrsanimlung wieder einmal das Verhalten der Polizei besprochen. Wie der Streikleiter Handle ausführte, benimmt sich ein Teil der Polizeibeamten den Streikposten gegenüber ruhig und sachlich, aber in den Vor- orten, z. B. in Tempelhof, sei das nicht der Fall. Dort gingen die Gendarmen und anderen Polizeibeamten recht rigoros vor, und da es doch eigentlich ihre Aufgabe sein müsse, für Ruhe und Ordnung auf den Straßen zu sorgen, wäre es besser, wenn sie sich ein Bei- spiel an dem sachlichen und ruhigen Verhalten der Streikposten der Arbeiter nehmen wollten. Wenn die Leitung der Polizei nicht insitande sein sollte, ihren unteren Beamten das klar zu mackx'n, seien die Organisationslcitung und Streikleitung gerne erbötig, ihnen die nötigen Instruktionen zu geben. Daß Beamte sich als Arbeiter verkleideten, um von den Streikposten angesprochen zu werden, sei doch gewiß ein Verfahren, das als gänzlich unan- gebracht erscheinen müsse. Wie von einem Streikenden in der Diskussion mitgeteilt wurde, soll ein Gendarm zu einem Streik- Posten unter anderem gesagt haben:„Ich habe Sie aufgeschrieben; aber Sie brauchen die Strafe nicht zu zahlen, wenn Sie die Arbeit morgen wieder aufnehmen." Auf die Streikenden hat das Verhalten der Beamten selbstvcr- ständlich keine Wirkung. Sie bewegen sich streng im Rahmen der Gesehe, lassen sich aber in der Ausübung ihrer Rechte nicht im mindesten stören.— Die Versammlung schloß mit einstimmiger Annahme folgender Resolution: „Die Versammlung der streikenden Arbeiter der Eisenkon- firuktionsbetriebe nimmt Kenntnis von dem gegenwärtigen Stand des Streiks und erklärt, trotz ällcr Gegenmaßregeln der Unternehmerorganisation nach wie vor im Streik ausharren zu wollen. Gleichzeitig erklären die Streikenden sich jedoch zu Ver- Handlungen bereit und setzen das Vertrauen in die Streikleitung, daß, falls Verhandlungen zustande kommen, die Interessen der Streikenden nach wie vor von der Streikleitung am besten ge- wahrt werden."_ Nochmals der Schweinigel, der nicht gelb sein soll. Wir glaubten die unsaubere Angelegenheit des Bäckergesellen Schmicgert, der die Ware des Bäckermeisters Papst absichtlich beschmutzte, endlich für erledigt halten zu können. Aber die Gelben wollten es anders. Ihr Organ„Der Bund" kommt in seiner neuesten Nummer auf diese Angelegenheit zurück. Die Leitung des gelben Bäckerbundes, die uns gegenüber nur behauptete, Schmicgrrt i st nicht Mitglied, behauptet jetzt in ihrem Organ, er war es auch nicht, denn wir konnten ihn nicht in den Mitgliederlisten finden. Wenn das wahr ist, warum hat es die Leitung des Bäcker- bundes in ihrer uns übersandten Berichtigung nicht gesagt? Aber der Umstand, daß jemand nicht in der gelben Liste zu finden ist, beweist gar nichts gegenüber der Tatsache, daß Schmiegcrt bei seiner Festnahme als Gelber erkannt worden ist. Nun hat uns auch allerdings der gelbe Vereinsschriftführer Quermann eine Berichtigung geschickt, worin er behauptet, er habe den Schmiegcrt nicht als Gelben bezeichnet.— Wir haben leider den Zeugen, auf den sich unsere Angaben stützen, nicht mehr auffinden können, was ja bei dem häufigen Arbeits- und Ortswechsel der Bäcker nicht auf- fallend ist. Wir konnten ihm deshalb die Behauptung des Herrn Quermann nicht entgegenhalten, aber an die Glaubwürdigkeit seiner ersten Angaben zu zweifeln, haben wir keine Veranlassung. Sollte wirklich in der Hinsicht ein Irrtum vorliegen, daß Ouermann den Schmiegert nicht als Gelben bezeichnete, so bleibt doch die Tatsache bestehen, daßsichSchmiegert selber als Gelber zu erkennen gab und auch von unserem Gcwährs- plann als Gelber erkannt worden ist. Daß die Gelben den SckDeinigel setzt sserleugnett, Kundert llnZ ni'chk. Etwa? anderes haben wir gar nicht erwartet.— Nachdem wir nun von allen Gegenäußerungen der Gelben Notiz genommen haben, ist die An- gclegenheit Schmiegert für uns erledigt. Eine Behauptung, die das Blatt„Der Bund" bei Erwähnung dieser Angelegenheit ausstellt, muß noch zurückgewiesen werden. „Der Bund" behauptet, beim Bäckermeister Papst, der nicht bewilligt hat, arbeiten Verbandsmitglieder, die nicht mitgestreikt haben. Das ist eine Unwahrheit. Als der Streik ausbrach und Papst die Forderungen nicht bewilligte, haben alle Verbands- Mitglieder, die bei ihm in Arbeit standen, die Arbeit niedergelegt. Der Vorwurf, den die Gelben in dieser Hinsicht dem Verbände machen wollen, ist also haltlos. Schneider und Schneiderinnen! Bei der am 12. Juni statt- gefundenen Stichwahl der Delegierten zum Gewerkschaftskongreß wurden insgesamt 1195 Stimmen abgegeben. Hiervon waren 8 un- gültig und 4 weiße Stimmzettel. Von den abgegebenen gültigen Stimmen erhielten K a s ch e w s k i 926 und S ch i l a 467 Stimmen. K a s ch e w s k i ist somit gewählt. Die Ortsverwaltung. Deutsches Reich. Werftarbeiterstreik in Landsberg a. W. Die Arbeite� der Werft A. Pauksch in Landsberg a. W. stehen im Ausstand. Sie hatten durch die Bezirksleitung des Metall- arbciterverbandes Forderungen einreichen lassen. Die Firma ant- wartete, daß sie mit ihren Arbeitern die Wünsche besprechen und, soweit es notwendig erscheint, ihnen noch MLglichkcit Rechnung tragen werde. Es haben nun Vcrhandluirgcn stattgefunden, aber zu keinem für die Arbeiter zufriedenstellenden Resultat geführt. Die Löhne sind außerordentlich niedrig, werden doch Löhne von 23 Pf. pro Stunde für die überaus schwere und gesundheitsschädliche Arbeit bezahlt. Zuzug von Metallarbeitern aller Art ist nach Landsberg fernzuhalten._ Ein Kampf um das Koalitionsrecht der Seifenpulver- fabrik von Dr. Thompson in Düsseldorf. Vor kurzer Zeit war es endlich dem Fabrikarbeiterverband ge- lungen, in dieser Fabrik Fuß zu fassen. Die Firma entließ nun plötzlich S Mann, darunter 2 Mann, die bereits über ein Jahr im Betriebe tätig waren. Gründe für die Entlassung wurden nicht angegeben:„Wir können entlassen, wen wir wollen, und brauchen keine Gründe dafür anzugeben" wurde den fragenden Arbeitern vom Meister erklärt. Verhandlungen mit der Organisations- leitung hatten keinen Erfolg. Dem Gauleiter Funk wurde vom Betriebsdirektor Dr. Sachs erklärt, daß an eine Wiedereinstellung der Entlassenen nicht zu denken sei, aber— behauptete der Herr Doktor— eine Maßregelung sei diese Entlassung nicht. Tie Leute seien„überzählig" gewesen. Das wurde erklärt, trotzdem die ganze Woche vorher bis abends 9 Uhr gearbeitet werden mußte und trotzdem am Entlassungstage einige Arbeiter der Siederei kom- mandiert wurden, die Arbeit der entlassenen„überzähligen" Ar- beiter zu verrichten. Die darauffolgende Betriebsversammlung brachte noch eine ganze Menge von Bcrveiscn dafür herbei, daß es sich in Wirklichkeit um einen Schlag gegen die Organisation handelt. Es wurde einmütig erklärt, daß hier eine Maßregelung vorliege. Von einer Arbeitsniederlegung, die verschiedentlich angeregt wurde, wurde vobläufig Abstand genommen, da die Organisation im Be- triebe noch zu jung ist. Es wurde aber einstimmig beschlossen, die Oeffentlichkeit über das Verhalten der Firma zu unterrichten. Das dürfte, da die Firma den Hauptteil ihrer Erzeugnisse an Arbeiter und Arbeiterkonsumvereine absetzt, geeignet sein, der Organi- satwnsfeindlichkeit der Firma einen heilsamen Dämpfer aufzu- setzen. Die' FirNia erzeugt Dr. Thompsons Seifenpulver l Marke Schwan) und Dr. Thompsons Kernseife und„Seifix". Die Arbeiterschaft wird gebeten, beim Einkauf auf diese Marken zu achten. Dr es sehr wahrscheinlich ist, daß noch mehr Arbeiter ge- mahregelt werden— die Firma sucht bereits andere Arbeiter—, so wird gebeten, auch den Zuzug fernzuhalten. Das Ende des Streiks auf Zeche„Glück auf Segen". Am Freitag hat die Belegschaft von Zeche„Glück auf Segen" mit übergroßer Mehrheit beschlossen, den«streik abzubrechen. Von der 1666 Mann starken, Belegschaft, die noch im Streik stand, stimmten nur etwa 169 für Weitcrsührung des Streiks. Der Streik hat volle 13 Wochen gedauert. Die Belegschaft sah ein. daß in diesem Kampfe. in dem der Zechenverband hinter dieser einen Zeche stand und sie unterstützte, nichts mehr zu erzielen war. Die Belegschaft ging ge- schlössen, wie sie den Streik begonnen hatte, wieder zum Schacht. Zwei Reviere konnten sich sofort zur Anfahrt melden, die übrigen sollen Sonnabend früh anfahren. Erfolgreicher Fleischerboykott in Bremen. Ein gegen die Flcischergcsellcn verübter brutaler Koalitions- >raub wurde von der Arbeiterschaft durch einen Boykott erfolgreich abgeschlagen. Die Fleischcrmeister wandten allen erdenklichen Terrorismus gegen die boykottfreicn Geschäfte an. Sofort wurde der Viehentzug und die Fleischzufuhr für die boykottfrcien Geschäfte in die Wege geleitet. Man erzwang dadurch auch die Aushängung eines Plakates in das Schaufenster jedes Fleischermeistcrs mit der Aufschrift:„Ich erkläre mich mit meinen Kollegen solidarisch und verkaufe boykottierte Fleischwaren". Wer die sichtbare Aushängung im Schaufenster verweigerte, erhielt weder Fleisch noch Vieh. Die Plakate der Boykottkommission wurden von den Beauftragten der Innung teilweise aus den Läden geholt und zerrissen. Alle diese terroristischen Maßnahmen brachten eine berechtigte Erbitterung unter die Arbeiterschaft, die durch noch schärferen Boykott zum Ausdruck kam. Der TcrroriSmus der Innung ging noch weiter. Die boykottfreien Geschäfte wurden durch den Viehentzug zur Ab- gäbe folgender Erkläruitg in dem dortigen Parteiorgan gezwungen: „Endesunterzeichneter erklärt hiermit, daß die Bezeichnung seines Geschäftes als sogenanntes boykottfreics ohne Wissen und Willen geschehen ist uno erklärt ferner, niemals gegen die Be- schlüsse des Vereins der bremischen Fleischerinnung gehandelt zu haben bezw. handeln zu wollen." Durch solche gepreßte Willensäußerungen ließ sich aber die Arbeiterschaft durchaus nicht beirren. Die Boykottkommission er- klärte diese Arbeitgeber, die zu einer solchen Erklärung gepreßt, weiter als boykottfrei. Indessen hatte auch die Boykottkommifsion umfassende Vorbereitungen für die Heranschaffung von Vieh von auswärts für die boykottfreicn Fleischcrmcistcr getroffen. Als noch dazu die Frauen aktiv in den Boykott eingriffen, erhielt die Einig- keit der Scharfmacher einen argen Riß. Schon am Sonntag, den 13. Juni, sandten sie eine Abordnung zu der Boykottkommifsion, um dieselbe zur Verhandlung zu laden. Das geschah auch. Die beider. scitigin Kommissionen wurden sich einig, das Resultat der Ver- Handlungen am Montag von einem unparteiischen Vorsitzenden protokollieren zu lassen. Montag, als die Verhandlungen vor dem Gewerberichter Dr. Michaelis beginnen sollten, kamen die Fleischermeiftcr mit der Mitteilung, daß eben eine auf dem Scksiacht- Hofe stattgcfundcne Meisterversammluna jede Verhandlung ablehne. Am Freitag konnte jedoch der Boykott mit einem vollständigen Siege der Arbeiterschaft beendet werden. Die vereinigten Schlächtermeister beschlossen mit 279 gegen 69 Stimmen, ihren Ge- selten in Zukunft volle 5loalitionsfreiheit zu gewähren. Dieser Sieg ist zum großen Teil dem tatkräftigen Eingreifen der Arbeiter- sraucn zu danken._ Bäckcrstreik in Dresden. Weil cS wegen der eingereichten Forderungen der Gehilfen zu keiner Verständigung mit der Bäckerinnung kam, haben die Bäcker- gchilfen in einer am Donnerstag, den lö. Juni, stattgefundenen Versammluirg beschlossen, in allen Betrieben, die die Forderungen der Arbeikec nicht anerkannten, die Arbeit niederzulegen. Mit 625 Stimmen gegen 3 wurde dieser Beschlutz gefaßt. DaS Gowerk« schaftskartell wird die Forderungen der Gehilfen durch Proklamie- rung des Boykotts unterstützen. Am Sonntag, den 18., wird an die gesamte Bevölkerung ein Flugblatt verbreitet werden. Die tarif- treuen Bäckermeister haben in einer. Zusammenkunft mit den Ver- trctern der Organisation beschlossen, auch den neuen Tarif der Gehilfen anzuerkennen, so daß ein ganz bedeutender Teil der Ge- Hilfen— in 81 Bäckereien 105 Gesellen und 18 Lehrlinge zu den neuen Bedingungen in Arbeit verbleiben kanw. Ausland. Der Scemannsstreik. England. Nach uns zugegangenen Mitteilungen von I. H. Wilson, dem Präsidenten der National Sailors and Firemens Union, hatten die Seeleute in der Nacht zum 14. Juni in Sout- hampton ein gut besuchtes Meeting. Sie zwangen die Reeder von der„Olympic", 6 Pfd. Sterl. pro Monat für Heizer, 5 Pfd. Sterl. 19 Schilling für Trimmer und dasselbe für„Able Bodies" sbefahrene Matrosen) zu bezahlen. Der Dampfer verließ darauf Southampton mit voller organisierter Besatzung an Bord. Etwa 599 Blacklegs, von anderen Häfen in England zusammengeholt, befinden sich als Ersatz für die Kohlenbunkerleute noch dort. Ucber 13 Schiffe warten(am 14. Juni) auf Bebunkerung.(In- zwischen soll der Streik beendet sein.) In Liverpool werden verschiedene Schiffe zurückgehalten. Die Forderungen lauten auf 5 Pfd. Sterl. 19 Schilling und 6 Pfd. Sterl. pro Monat. Tie Cunard Line hat sich bereit erklärt, eine Deputation zu empfangen, um zu einer Verständigung zu kommen. Alfred Holts Line zu Liverpool hat sich mit der Union geeinigt und gibt 19 M. pro Monat mehr. Drei andere Reedereien in Liverpool haben ihre Zustimmung gegeben, eine Deputation der Union zu empfangen. In der Nacht zum 15. Juni sind in jedem Hafen Englands Meetings abgehalten worden, auf denen der Streit offiziell er- klärt wurde. Am 15. Juni abends fand in Liverpool eine große Demonstration aller Transportarbeiter statt. Die gut organi- sierten Fuhrleute in Liverpool, die erst vor einigen Monaten einen glänzenden Sieg errangen, drohen, sich den Seeleuten an, zuschließen. Amerika. In New Dork fordern die Heizer 49 Dollar pro Monat, die Trimmer 39 Dollar. 75 Cents pro Tag für Beköstigung. Beseitigung der gegenwärtigen Anmusterung und Anerkennung der Organisation. Erwähnt mag hier noch werden, daß die Hafen- arbeiter und Fuhrleute in New Fork und Hoboken eine sogenannte Waterfront Föderation bilden wollen, deren erste Aufgabe sein soll, die im Dezember v. I. gestellten, aber wieder zurückgezogenen Forderungen neu einzureichen. Die Organisierung der Hafen- arbeiter hat in der letzten Zeit an der atlantischen Küste gute Fort, schritte gemacht. Holland. Von Amsterdam sollen Agenten nach Deutsch- l a n d unterwegs sein, um die berüchtigten„Siebenmonatskinder" zu sammeln und über die holländische Grenze zu expedieren. Die holländische Regierung kann über diesen Zuwachs gngenehigex Staatsbürger sehr erfreut sein. Wir gratulierend" Hetzte ffaebrichten. Eine Erklärung des spanischen Ministerpräsidcyten. Madrid, 17. Juni.(W. T. B.) Rinisterpräschent Ge lejas erklärte, Spanien werde sich darauf beschränken, für die Sicherheit der Gebiete von Ceuta und Melilla zu sorgen und die Tabors in Larrasch und Elksar zu verstärken. Spanien denke keineswegs daran, in der Richtung auf ArzilaS, Tanger oder einen anderen Punkt vorzurücken; eS'jabe Truppen nach Elksar geschickt. ebenso wie Frankreich auf der anderen Seite des Lukkas, um die Agitation zu unterdrücken. Canalcjas schloß: Wir haben Marine- infanterie und einige Abteilungen Kavallerie nach Elksar geschickt, wir denken aber nicht daran, noch mehr zu entsenden, außer wenn die Kabhlen uns angreifen._ Die Castro-Fahrt ein fauler Witz? London, 17. Juni. Die„Central News" veröffentlichen folgende seltsame Nachricht aus Port-au-Prince, die, wenn sie sich bewahrheiten sollte, in der Tat eine glänzende Eulenspiegelei dartun würde: Der Kapitän des Kreuzers„Conlul Grotstück" erklärt. daß er die Nachricht vom Präfidenten Castro an Bord seines Dampfer» selbst in die Welt gesetzt habe. Er wollte dadurch sehen, waS für abenteuerliche Geschichten die Weltpolitik aus diesem Märchen machen würde._ Sechs Bergleute verschüttet. Waldenburg i. Schl., 17. Juni.(W. T. B.) Auf der Grube „Caesar" wurden sechs Bergleute durch plötzlich hereinbrechende Ge. steinsmassen verschüttet. Drei wurden geborgen, von denen aber einer bald nach der Auffindung gestorben ist. Die drei andere» sind noch nicht geborgen worden. Vom Eistnbahnzuge überfahren. Solingen, 17. Juni.(B. H.) Zwischen Solingen und Doh. Winkel sind zwei arbeitsuchende Italiener von einem Zuge der Staatsbahn überfahren worden. Der eine von ihnen wurde auf der Stelle getötet, während der andere schwere Verletzungen da- vontrug._ Aussperrung in Norwegen. Kristiania, 17. Juni.(P.-T.) Wegen Streitigkeiten zwischen Arbeitgebern und Arbeitnehmern sind heute 13 969 Arbeiter der Metall- und Bcrgbauindustrie ausgesperrt wordcn. Der Kampf wird wahrscheinlich ein sehr langwieriger werden, da die Arbeit- gcber gewillt sind, ihre Forderungen auf jeden Fall durchzusetzen. Ausstand dcr bulgarischen Eisenbahner. Sofia, 17. Juni.(B. H.) Tie Eiseicbahnangestelltcn drücken auf das Eisenbahnministerium wegen Gehaltsaufbesserung der Tagelöhner und drohen für morgen, den Wahltag für die große Nationalversammlung, in den Ausstand zu treten. Die Werk- stättenarbeiter in Burgas haben bereits den Streik erklärt. Flieger Loitsch verletzt. Hamburg, 17. Juni.(W. T. B.) 9'A Uhr abends. Deutscher Rundflug. Von Loitsch wird nunmehr bekannt, daß er heute niorgcn der Orientierung halber bei Offenseth, 19 Kilometer nord- östlich von Elmshorn, niederging und beim Wiederaufstieg durch eine Böe mit seinem Apparat in einen Graben gedrückt wurde. Er hat sich dabei den rechten Fuß verletzt und dürfte für etwa acht Tage außer Gefecht gesetzt sein, während sein Mitfahrer unverletzt blieb. Weder maskierte Räuber. Berdiansk(Südrußland). 17. Juni.(W. T. B.) Auf der Eisen- bahn in dcr Nähe von ByrdianSk raubten maskierte Räuber dem Agenten dcr hiesigen Filiale der Petersburger Internationalen Bank 39 999 Rubel. Die Räuber entflohen._ Paul Singer& Co., Berlin SW, Hierzu 3 Beilagen. Pcrantw. Redakteur: Albert Wachs, Berlin. Ja jeratenteil verantw.z Th. Glocke, Berlin. Druck». Verlag:BorwärtSBuchdr. u. BerlagSanstalt 8r.l40. 38. Jahrgang. 1. KkilU Ks.Amiick" Sttlmr S«IKtI>». ZokStilg, 18. IM lM Cin schwerer Konflikt im Berliner Zeitungs-Großbetrieb! Schott lange Wußte man in Fachkreisen, daß es im Ve- triebe der Firma Scherl„kriselt". Das Personal ist mit der ganzen Art der Behandlung nicht einverstanden. Als dann vor Weihnachten des vorigen Jahres die Geschäfts- leitung die Entlassung von sieben Maschinenmeistern ver- fügte, zu gleicher Zeit aber Ueberstunden verlaugte in einem Umfange, daß die Entlassung der sieben, wenigstens für einige Zeit, sich erübrigt hätte, schwoll die stille Verstimmung zum lauten Protest an und das Maschinenpersonal verwe-igerte kurzerhand die Ueberarbeit. Von da an lagen Firma und Maschinenpersonal klagend vor den Tarifinstanzen, und mehr- fach drohte der Konflikt nach außen in die Erscheinung zu treten. Den Verbandsvertretern und den Vertrauensleuten gelang es jedoch noch jedesmal, die Unzufriedenen von Schritten zurückzuhalten, die an sich sehr begreiflich, aber im Angesicht der SitMtion im Buchdruckgewerbe sehr unklug gc- Wesen wären. Am Sonnabend früh aber fanden die Hunderttausende von Lesern der Scherl-, Ullstein- und M o s s e- Presse auf ihrem Kaffeetisch an Stelle der gewohnten Morgcnzeitung nichts weiter als ein einseitiges Flugblatt mit folgendem Inhalt: Wegen Arbeitsniederlegung der Zeitungs-Rotations-Ma- schinenmeister der Firma August Scherl G. m. b. H. konnten gestern abend der„Berliner Lotal-Angeiger",„Der Tag" und die „Berliner Abcnd-Zeitung" nicht erscheinen. Die Arbeitsnieder- legung ist nicht durch Lohndifferenzen entstanden, sondern wegen der Entlassung von Avei Maschinenmeistern, die infolge eines Urteils des von Gehilfen und Prinzipalen paritätisch besetzten Tarifamtes der Deutschen Buchdrucker geschehen ist. Die mit- unterzeichneten Betriebe von Rudolf Mosse und Ullstein u. Co. haben auf Grund gegenseitiger Abmachungen Aushilfe zu leisten sich bereit erklärt, jedoch haben die Personale trotz wiederholter Aufforderung seitens ihrer eigenen Organisationsvorstände diese Arbeit verweigert. Infolgedessen konnten die Zeitungen der unterzeichneten Firmen nicht erscheinen. Rudolf Mosse. August Scherl G. m. b. H. Ullstein u. Co. Erklärung. Die Zeitungsrotations-Maschinenmeister der Firma August Scherl G. m. b. H. haben heute nachmittag unter wiederholtem Kontrakt- und Tarifbruch die Arbeit niedergelegt. Veranlassung hierzu ist angeblich ein Urteil des Tarifamtes, der obersten Schiedsinstanz im Buchdruckgewerbe. Trotz stundenlanger Vor- Handlungen, trotz weitesten Entgegenkommens der Firma August Scherl G. m. b. H. und trotz gütlichen und ernstlichen Zuredens aller hierfür in Betracht kommenden Stellen: der Geschäfts- leitung, der Tarisorgane, der Gau- und ZentraUcitnng des Ver- bandes der Deutschen Buchdrucker haben die Maschinenmeister darauf bestanden, daß die infolge des vorerwähnten Urteils des Tarifamtes entlassenen zwei Maschinenmeister wiedereinzustellen sind und daß sie nicht früher die Arbeit aufnehmen würden, als bis ihrer Forderung entsprochen sei. Das übrige Personal der Firma, Setzer und Stereotypeure, haben sich diesem Vorgehen �„nicht angeschlossen. Die Abend-Ausgabe des„Berliner Lokal-Anzcigers", der „Tag" sowie die„Berliner Abend-Zeitung" konnten infolgedessen nicht erscheinen. Neue Vermittelungcn der vorgenannten Organe, alle Hinweise auf die hieraus sich ergebenden Kon- sequenzen für die betreffenden Maschinenmeister und die für das Gesamtgewerbe entstehenden Gefahren haben die Maschinen- meister nicht veranlaßt, ihre völlig unverständliche Stellung aufzugeben. Zu ihrem Bedauern haben die zuständigen und vorerwähnten Organe des Verbandes der Deutschen Buchdrucker sich genötigt gesehen, die in Betracht kommenden Maschinenmeister wegen des begangenen außerordentlichen groben Tarifbruches und der damit in Zusammenhang stehenden groben gewerkschaftlichen Liemes feuiUeton Was Negerohren tragen könne». Ein Negcrstanim, der wahre Orgien der Sckunucklust feiert, find die Wainbugu, von denen der Kolonialmalcr Ernst Vollbehr in der„Umschau" erzählt. Der Künstler, der diesen Stamm auf seinen Studienreisen im Hochgebirge von West-Uiainbara in Deutsch-Ostafrika besuchte, fand das Juteresse dieser stockdegenerierten Wilden eigentlich nur noch für Schmuck lebendig. Die Schmucksachen, die sich seit Generationen unter ihnen vererben, werden in wahrhaft grotesker Häufung angelegt. So trägt eine Wambugufrau durchschnittlich Tag und Nacht zum Beispiel im linken Ohr 70 Ringe, jeder IS Zentimeter groß, mit rotbraunen, grünen und blauen Glasperlen, im rechten Ohr 3ö Ringe niit fingerdicken braunen Glasperlen. Die Ohrlappen würden natürlich auseinander- reißen, wenn die eitle Negerin nicht einen Lederriemen über den Kopf legen würde, der die Ringe tragen hilft. Um den Hals trägt sie S dunkelblaue Perlenketten und ISO blauweiße Glasperlcnfchnüre, ferner ein langes mit 32 Messingwindungen versehenes Gehäuge mit Lederverzierung und 9 eiserne Gliederkettchen. Um den linken Arm legt sich eine Messingspirale mit 30 Ringwindungen in Form einer Manschelte. Den Oberarm ziert ein Messingring und ein Gehänge aus Perlenschnüren. Der rechte Arm weist denselben Schmuck auf, aber zur Abwechselung aus Eisen. Diese Toilette wird vcrvoll- ständigt durch einen Ziegenfellschurz und etwa 30 Lederriemen, die je um ein Bein gewickelt sind. Alle diese Sachen werden der Trägerin erst nach dem Tode abgenommen, und die Hinterbliebenen müssen sie sich alle wieder siir's ganze Leben anschmieden lassen. Da die Wambugu im Aussterben begriffen sind, so kann man sich vorstellen, welche ungeheueren Schmucklaste» die meisten Frauen für ihr ganzes Dosein mit sich herumschleppen. Der wahre Erfinder dcS Porzellans. Als Erfinder des enro- päischen Porzellans wird allgemein A. Aöttger hingestellt. Nach Nachforschungen von Hermann Peters, die auf Grund historischer Quellen in der„Natnrwissensch. Rundschau" angeführt werden, ist jedoch der eigentliche Erfinder der Chemiker, Physiker, Philosoph und Mathematiker Ehrenfried Walter v. Tschirnhaus, der am lt. Oktober 1708 in Dresden starb. Dieser hat die Grundlage zur Porzellan- darstellung gegeben, und Böttger hat die Erfindung dann weiter ausgebaut. Tschirnhaus beobachtete, daß sich sein gemahlene Aluminium- und Magnesiumsilikate bei hoher Hitze in eine Porzellan- artige Masse Verivandeln. Er fand, daß gewisse Flußmittel, insbesondere Kieselerde und Kreide, die Verglasung bei schmelzbaren Stoffen erleichtern, und entdeckte, daß Porzellan in der Gluthitze durch gewisse Metalle gefärbt wird. Durch ihn wurde August der Starke veranlaßt, die Porzellanmacherei betreiben zu lassen, und er war dabei der treibende und leitende Geist. Er konstruierte die ersten Porzellanöfen. Böttger nahm er zu der Porzellanmacherei als Gehilfe an und gab ihm zu keramischen Arbeiten die erste An- Weisung. Nach seinem Tode war Böttger der in dieser Kunst am besten unterrichtete Mann: er hat zuerst größere Mengen Porzellan- gesäße fabrikmäßig hergestellt und die Masse dazu verändert und verbessert. Als Erfinder des Porzellans kommt er aber erst in zweiter Linie in Betracht. Disziplinlosigkeit aus dem Verbände der deutschen Buchdrucker auszuschließen. Die Unbesonnenheit der in Frage kommenden Personen muß aufs tiefste bedauert werden. Trotz dieses Vorfalls ver- trauen wir im Interesse des großen sozialen Friedenswerkes, der Tarisgemeinschast der deutschen Buchdrucker, auf die un- bedingte Tariftreue aller in Betracht kommenden deutschen Buchdruckerprinzipale und-Gehilfen. Berlin, den 16. Juni 1911. Das Tarisamt der Deutschen Buchdrucker. gez. Georg W. Büxen st ein, Paul SchliebZ, Prinzipalvorsitzender. Geschäftsführer. L. H. G i e s e ck e, Gchilfenborsitzender. Der Vorstand des Verbandes der Deutschen Buchdrucker. gez. Emil Döblin. Gustav Eifler. Otto Wonitzki. Ter Vorstand des Verbandes der Buchdruckerei-Hilfsarbciter Deutschlands. gez. Frau Paula Thiede. E. Pucher. Was war geschehen? Im Verlauf des Konflikts hatte das Tarifamt der deutschen Buchdrucker einen Schiedsspruch gefällt, in dem es zwei Vertrauensleute der Scherlschen Maschinenmeister ihres Amtes für unwürdig erklärte und von ihnen an mehreren Stellen der Begründung ausdrücklich sagte, daß „die beiden Vertrauensmänner für ihr Amt nicht qualifiziert feien und daß ihr Verbleiben bei der klägerischen Firma einruh friedlichen Arbeitsverhältnis nicht dienen könne". Das ließ sich die Firma Scherl nicht öfter sagen. Sie entließ die so Gekennzeichneten wirklich und die Kollegen der Betroffenen erklärten sich mit den Geächteten und Hinaus- gewiesenen, die ja nur in ihrem Auftrag gehandelt hatten, solidarisch. Sie waren auch durchaus nicht einverstanden mit der Darstellung, welche die drei Großfirmen von dem Konflikt gaben, sondern verbreiteten schon in den Nachmittagsstunden das folgende Flugblatt: Zur Aufklärung der Berliner Arbeiterschaft. Nachdem die drei größten Zeitungsbetriebe Berlins durch Flugblatt und Säulenanschlag ihre Abonnenten und die Berliner Bevölkerung auf die Gründe des Nichterscheinens des„Berliner Lokal-Anzeiger",„Morgenpost",„Berliner Tageblatt",„Volks- zcitung" und„Allgemeine Zeitung" aufmerksam gemacht, hält das im Ausstande befindliche Personal dieser drei Betriebe zur Steuer der Wahrheit es für notwendig, nun auch seinerseits der Berliner Bevölkerung die Gründe zu seinem Verhalten zu unter- breiten. Vor einigen Wochen wollte die Geschäftslcitung der Firma Scherl den Druckern an den Rotationsmaschinen eine schlechtere Arbeitszeit aufzwingen. Nachdem diese Absicht der Firma ver- eitclt wurde, kam es zu einer Verständigung dahingehend, daß für eine bestimmte Zeit die alte Arbeitszeit beibehalten wird. Plötzlich, am letzten Montag, forderte die Firma von den Druckern die Einführung der von ihr festgesetzten Arbeitszeit und entließ ohne vorhergehende Verwarnung die beiden Vertrauensleute der Maschinenmeister. Nachdem alle Verhandlungen, welche die Wiedereinstellnng der beiden gemaßregelten Vertrauensleute bezweckten, ergebnis- los blieben, legten die 37 Drucker am gestrigen Nachmittag die Arbeit nieder. Die Firma verlangte nun von dem übrigen Personal die Erledigung der Arbeiten, was mit dem Hinweis aus die Solida- rität abgelehnt wurde. Mittlerweile hatte sich die Firma Scherl mit den Firmen Mosse und Ullstein in Verbindung gesetzt. Die letzteren beiden Firmen haben der Firma Scherl ihre Hilfe zugesagt, die in der Weise geleistet werden sollte, daß das Personal von Mosse und Ullstein die Zeitungen der Firma Scherl herstellen sollte. Mehr Tabakssaft. Der gegenwärtige Anbau von Tabak ist un- genügend. DaS ist das Urteil, das von einsichtigen Freunden nicht etiva des Rauchbetriebs, sondern der Landwirtschaft gefällt wird. Gerade der Stoff im Tabak, der so viel verklagt worden ist und um dessen Beseitigung oder Unschädlichmachung sich viele Erfinder und Hhgieniker bemüht haben, also das Nikotin, ist eine Kostbarkeit für den Land- wirt in weitestem Umfange deS Begriffs. Das Nikotin ist seit langem als ein Jnsektentöter vor sxcolloncs bekannt und wenn eS trotzdem nur wenig benutzt wird, so liegt das nur in seinem verhältnißmäßig hohen Preis. 100 Gramm Nikotin in 150 Liter Wasser geben eine Lösung, mit der man die schlimmsten Jnsektenpcstcn ausrotten kann, die in Obstgärten, auf Hopfenfeldern ustv. ihr Wesen treiben. Keine Blatt- lanS, keine Raupe, keine Fliege oder ein anderes Insekt kann gegen diesen Tabakssaft das Leben verteidigen. Selbstverständlich werden aber ziemlich große Mengen von Nikotin gebraucht, wenn man wirklich gründlich verfahren will, und dazu reicht eben das Angebot nicht aus. Die Lage ist sogar noch ungünstiger geworden, weil man jetzt mehr als früher die Schafe mit Nikotin wäscht, wodurch eine weitere Preissteigerung herbeigeführt worden ist. Es bliebe also nichts anderes übrig, als eine Erweiterung des Anbaues von Tabak, und man sollte glauben, daß ein solcher unter diesen Umständen lohnend genug sein würde. Der Tabak würde dann überhaupt gar nicht erst zu Ranchzwecken, sondern gleich zur Ge- winnung von Nikotin verarbeitet werden. Vielleickil fallen dabei sogar noch nikotinfreie Zigarren für Liebhaber ab. Das wäre aber nicht einmal nötig, weil»ach Versuchen an einer englischen Land- wirtschaftsschule grobe Tabaksorten für diese besondere Verwertung gepflanzt werden können, die eine große Menge Nikotin zu billigem Preise zu liesern vermöchten. Musik. „Räumt schnell eure Ansprüche weg, die Sommcroper kommt!" Man erlebt da wirklich starke Dinge. Auch über äußere Nachlässig- leiten muß einmal ein kräftiges Wort gesagt werden. Da wird eine Vorst llung zuerst auf 8 Uhr und schließlich auf 7 Uhr angesetzt; oder die Pausen wachsen in's Ungcmcssene und dergleichen mehr. Als ob Direktion, Theaterrestaurant und Rohrpost sich zu einem ganz eigenen Zwcckverband zusammengeschlossen hätten! Und immer wieder wird besseres versucht. Im Neuen Königlichen Operntheater, bei Kroll, wo früher die Sommerszeit Oprettcn und dann die Opcrnbcmühungcn H. Guras vor sich gingen, begann jetzt am Freitag cin Ensemble, das Direktor H. H o g i n anscheinend neu zusammengestellt hat. Schon dies zwingt zu der bekannten sommerlichen Rücksicht:„In Anbetracht der schwierigen Vcrhältnissö" usw. Mit einer kleinen Besitzung der Streichinstrumente im Orchester ist gerade Richard Wag- n e r, dem sich die neue Saison vorerst ausschließlich widmet, wenig anzufangen; es fehlt da zu sehr an der melodischen Hauptsache. Und doch war die Eröffnungsvorstellung mit den„Meister- singern" eine Freude. Das Wenn und Aber lag am allermeisten in der schrecklichen„Krollbude", deren Unakustik, zumal im Verein mit einem Orchcstcrlärm, das Beste zunichte machen kann. Fräu- lein P e tz l als Eva z. B. würde auf einer günstigeren Bühne wohl hervorr?scnd aiiks. Von den übrigen hier ungeläufigcn Namen Dies wurde von beiden Personalen ebenfalls abgelehnt. Eine Weigerung des Personals, die„Morgenpost",„Tageblatt", „Volkszeitung" oder„Allgemeine Zeitung" fertigzustellen, hat nicht stattgefunden. Trotzdem haben die letzteren beiden Firmen auf die Herstellung ihrer eigenen Blätter verzichtet. Ein weites Entgegenkommen der Firma Scherl den Druckern gegenüber, wie im Flugblatt der Firma behauptet wird, ist nicht gezeigt worden. DicS der wahre Sachverhalt! Wir überlnflen beruhigt das Urteil über das Verhalten der drei Personale wie der Firmen der Berliner Bevölkerung und Arbeiterschaft! Im Auftrage des ausständigen Personals: A. Münchebcrg, E. Kiesewctter, G. Rahm» jFirma Scherl).(Firma Mosse).(Firma Ullstein)'« Hornke, O. Gloth, W. Schulze, (Firma Scherl).(Firma Mosse).(Firma Ullstein). Noch in den Abendstunden veibreitete dann das Tarifamt seinerseits ein Flugblatt, in dem es sich nach einer objektiven Darstellung des Gcsaintkonfliktes auf die Seite des Scherl- Mosse-Ullstein-Konsortiums stellte. Ucbcr die Eutwickelung der ganzen Angelegenheit er- hielten wir folgende Darstellung des Berliner Gauvorstandcs: Kurz vor Weihnachten vorigen Jahres kündigte die Firma August Scherl sieben Rotationswaschinemneistern, verlangte aber gleich nach deren Entlassung von den übrigen Rotationsmaschinenmeiskrn die Leistung von Ueberstunden. Dies lehnten diese wegen der erfolgten Entlassungen ab. Es kam deshalb zur Klage, bei deren Verhandlung das Tarifamt Gelegenheit nahm, die im Notationsbetriebe der genannten Firma bestehende Arbeitszeit von umschichtig täglich 14 und 4 Stunden als mit den tariflichen Bestimmungen.nicht vereinbar zu erklären und der Firma Scherl aufzugeben, die Arbeitszeit dem Tarife anzupassen, welcher eine täglich neun- stündige Arbcitsdauer vorschreibt. Die wegen Aenderung der Arbeitszeit darauf eingeleiteten Verhandlungen zwischen Personal und Geschäftsleitung sowie mit dem Geschäftsführer des Tarif- amts führten indes nicht zu einer Einigung. Darum beschästigte sich das Tarifamt in seiner Sitzung vom 23. April erneut mit der Angelegenheit und erhob einen Vorschlag zum Beschluß, nach dem die Notationsmaschinenmeister in vier Schichten zu arbeiten hatten, worunter die eine Schicht eine Arbeitszeit von 3 bis 6 Uhr nachmittags und 10 bis 3 Uhr nachts aufwies, also mit einer vier- stündigen Pause auf 12 Stunden sich erstreckte. Diese vom Tarif- amt festgesetzte Arbeitszeit sollte nach einer Frist von acht Tagen am 8. Mai in Kraft treten. Sie erschien jedoch, weil sie die im alten Arbeitsverhältnis zwischen den einzelnen Schichten gelegene freie Zeit ganz erheblich einschränkte, den Rotarionsmaschiiien» meistern sehr nachteilig, lveshalb sie am Sonnabend, den 6. Ma., die Gcschäftslcitüng um Beibehaltung der alten Arbeitszeit er- suchten, was indes gemäß dem Tarifamtsentschcid abgelehnt wurde. Die Notationsmaschinenmeister stützten sich nunmehr auf einen im Jahre 1907 mit Gültigkeit bis Ende 1911 abgeschlossenen Hausvertrag und verlangten die Beibehaltung der darin fest- gelegten alten Arbeitszeit. Infolge der Weigerung der Firma, dem Verlangen stattzugeben, kam es zum Ruhenlassen der Arbeit. Um das Erscheinen des„Lokal-Anzeigers" nicht in Frage zu stellen, willigte die Firma jetzt in eine vorläufige Beibehaltung der alten Arbeitszeit, rief jedoch sofort das Tarisschiedsgericht an, die beteiligten Gehilfen wegen Tarif- und Kontraktbruchs sowie auf 19 900 M. Schadenersatz verklagend. Infolge des Ruhen- lassens der Arbeit war nämlich die Abendausgabe des„Lokal- Anzeigers" mit erheblicher Verspätung erschienen. DaS Tarif- seien hervorgehoben Herr Giesen als Pogner, ob seiner klang- vollen Stimme(trotz Mängel in der Aussprache), und die Vertreter der komischeren Rollen Beckmesser und Dervid: Herr Leon Hardt und Herr Albert, wegen ihres markanten Spieles. Natürlich gehts im Sommer am wenigsten ohne Gastspiel. Herr Feinhals aus München ist jetzt Berliner Mode; sein Hans Sachs trägt jedenfalls viel dazu bei, daß von einer im ganzen sehr guten.Opcrnaufführung" gesprochen werden kann, U, Humor und Satire. Turnerfest. Turnvater Friedrich Ludwig Jahn Hat's den Behörden angetan. Laut schlagen sie die Bardenleier Zur heutigen Jahrhundertfeier. Der Herr Minister kommt in WichS Und macht vorm Denkmal einen Knix. Bunt prangt die ftaub'ge Hasenheide Im schwarz-weiß-roten Flaggenkleide. WaS man erblickt an Uniform, An Hautevolee, ist ganz enorm. Dekorativ als„Volk" zu dienen, Ist auch die Turnerschaft erschienen. Die Böcke links, dagegen rechts Die Schafe besseren Geschlechts. Wohl vorgesehen ward vom Staate, Daß keiner mang den Plebs gerate. Turnvater Jahn, vom Himmel her, Schielt grimmig auf das Menschenmeer, Die Herr'n im Frack und den Minister, Und ihm zu Mut wird immer trister. „Einst schmißt ihr." flucht er frisch-fromm-frei, «Mich meuchlings in die HauSvogtei. Ha, gifl'ge Heuchlerbrut der Zwerge! Ich kenne euch, ihr Spiegelberge"... Er spuckt herab und dreht in Ruh' Dem Rummel seinen Podex zu. „Ihr könnt mich da", so hört man's klingen, Behandeln ä la Berlichingen I" Michel. Notizen. — Ameisen als Hilfsarbeiter LeS Menschen. Durch bewundernswerte Arbeiten von Darwin ist die äußerst nütz- liche Tätigkeit der Regenwürmer in der Auflockerung des Ackcv- bodens eingehend nachgewiesen worden. Was nun in unseren Zonen diese Würmer für die Landwirtschaft leisten, scheinen in den Tropen die Ameisen zu besorgen, die sich bis zu der Tiefe von 3VH Metern in den Boden eingraben und in dessen Innerem Viel» verzweigte und weitreichende Gänge anlegen. schicdsgcricht erkannte der Sachlage entsprechend die Rotations- Maschinenmeister des Kontraktbruchs schuldig, lehnte aber den weiteren Klageantrag auf Tarifbruch mangels vorhergehender Verwarnung mit Stimmengleichheit ab. In der nun beim Tarifamt erhobenen Bcrufungsklage fällte dieses am 9. Juni nachstehenden Entscheid: 1. Die beklagten Rotationsmaschincnmcistcr haben sich eines groben Tarifbruchs schuldig gemacht, begangen durch absichtliche Nichtbcfolgung einer Entscheidung des Tarifamts vom 28. April 1911. Die Beklagten haben sich dadurch ihre Tariftrcue verwirkt. Von dem Zlusschluß der Beklagten aus der Tarifgemcinschast wird abgesehen. Den Beklagten wird eine scharfe Verwarnung erteilt mit dem Hinzufügen, dag im Wiederholungsfalle un- wcigcrlich Ausschluß aus der Tarifgcmcinschaft erfolgen muß und wird. 2. Die vom Tarifamt am 28. April in Gegenwart der Prozcßpartcien festgesetzte Arbeitszeit tritt nunmehr bestimmt am Montag, den 12. Juni, in Kraft. lZ. Tie Vertrauensleute Huf und Wallnig werden für schul- dig erklärt, den am 8. Mai durch die Beklagten begangenen Kontraktbruch und Tarifbruch nicht verhindert zu haben. Das Tarifamt muß sogar für das tarifbrüchige Verbaltcn des Per- sonals die beiden Vertrauensleute verantwortlich machen und glaubt, daß das Verbleiben derselben in dem Betriebe der kläge- rischen Firma einem friedlichen Arbeitsverhältnis im Wege steht. Auch erachtet das Tarifamt die Beklagten Huf und Wallnig zur Wahrnehmung eines Amtes als Vertrauensmänner nicht für qualifiziert. Aus Grund dieses Urteils entließ die Firma Scherl am Tage nach der Tarifamtsvcrhandlung sofort den Vertrauensmann Huf unter Auszahlung des Lohnes für die Kündigungszeit. H. durfte den Betrieb nicht mehr betreten, sondern wurde vom Portier zur Entgegennahme der Entlassung in das Kontor begleitet. In glci- cher Weise erfolgte am Montag, den 12. Juyi, die Entlassung des Vertrauensmannes Wallnig. Um unliebsamen Weiterungen aus dem Urteil sogleich cnt- gcgcnzuwirtcn, nahm der Gauvorstand des Buchdruckerverbandes sofort nach Kenntnis dcS Urteils Veranlassung, die Kollegen der Firma durch den Obmann des Arbcitcrausschusses zu ruhiger Weiterarbeit zu ermahnen und vor unbedachten Schritten zu warnen. In einer am 11. Juni stattgehabten Versammlung er- klärten die Rotationsmaschincnmcister, daß sie in der Matzrcge- lung der beiden Vertrauensleute eine ungerechte Härte erblicken und, da sie sich des gleichen Vergehens schuldig gemacht hatten, der- langten sie mit gleichen! Maße gemessen zu werden. Zu diesem Zwecke wollten sie am nächsten Zahltage ihre Kündigung einreichen. Die beantragte Wicdcreinstcllung der entlassenen Vertrauensleute lehnte die Firma ab. Inzwischen hatten Verhandlungen zwischen den örtlichen und zentralen Vorständen stattgefunden, die zur Folge hatten, daß am Freitag, den 16. Juni, vormittags, eine Abordnung des Gau- und Zentralvorstandes in Gemeinschaft mit dem Obmann des Arbeiter auSschusses mit der Firma Scherl in Verhandlungen über die Diffc rcnzen sowie die Wünsche der Rotationsmaschincnmeistcr eintrat. Dieser Sitzung wohnten auch die beiderseitigen Kreisvertretcr bei. Ter Obmann des Personals richtete an die Firma Scherl das Er suchen, die Entlassung der beiden Rotationsmaschincnmcistcr rück gängig zu machen. Tic Firma lehnte dieses Verlangen ab unter Berufung darauf, daß der Zwang, welchen das Personal bei allen seinen Forderungen bisher angewendet habe, nicht fortbestehen könne. Die Gehilfeiivertrctung machte dann den Vorschlag, daß die Firma wenigstens in absehbarer Zeit sich bereit erklären möge, in eine Verhandlung über die Wicdereinstcllung der beiden Vertrauen»- lcute zu willigen. Die Firma schien geneigt zu sein, diesen Vorschlag zu ckzcp- tiercn, da teilte in demselben Moment der Obmann der Ver traucnslcütc mit, es sei ihm von dem derzeitigen Vertrauens� mann der Rotationsmaschinenmeister davon Kenntnis gegeben worden, daß, falls die Wiedereinstellung der beiden Maschinen mcistcr abgelehnt würde, die übrigen Maschinenmeister die Arbeit nicht erst ausnehmen würden. Gegenüber dieser Drohung stellte sich nun die Firma auf einen völlig ablehnenden Standpunkt, auch die Gehilfenvcrtretung mußte anerkennen, daß nunmehr der Boden für eine möglichst baldige Einigung in dieser Frage cnt zogen sei. Trotzdem gelang es der Gehilfenvertretung, sie Firma zu dem Zugeständnis zu bekommen, daß sie sich bereit erklärte, demnächst in eine nochmalige Verhandlung über die strittige Frage einzutreten, in der Erlvartung, daß damit die Garantie für ein friedliches Zusammenarbeiten im Betriebe gewährleistet sei. Auch die anwesende Prinzipalsvertretung erklärte sich bereit, an dieser Verhandlung teilzunchnlen. Die Vcrhandlungsparteien trennten sich hierauf in der be stimmten Erwartung, daß die Angelegenheit damit eine für beide Teile befriedigende Lösung gefunden hatte, und die Vertreter des Gauvorstandcs gaben außerdem die Erklärung ab, daß sie für eine ordnungsgemäße Aufnahme der Arbeit seitens der Rotations- Maschinenmeister sorgen würden. Die Vertreter des Gauvorstandcs begaben sich nunmehr zu den in der Nähe versammelten Rotations- Maschinenmeistern. Nach heftiger Debatte begaben sich dieselben um 3 Uhr an die Arbeitsstelle, und die Vertreter des Gauborstandes mußten glauben, daß alle etwaigen Forderungen in legaler Weise zum Austrag gelangen würden. Letzteres war leider nicht der Fall, denn um 4% Uhr verließen die Rotationsmaschincnmeister die Arbeitsstätte, ohne die Arbeit aufgenommen zu haben. Alle Ver- mittelungsversuche blieben erfolglos. Ebenso sind die Vcrhand- hingen mit den Personalen der Zeitungsrotation der Betriebe Mossc und Ullstein, die den Druck des.Lokalanzeigers" übernehmen wollten, rcsultatlos verlaufen, da diese Personale sich weigerten, den„Lokalanzcigcr" zu drucken. Infolge dieses Umstandes sahen die Firmen Mossc und Ullstein nunmehr auch von dem Erscheinen ihrer Zeitungen ab. Im Anschluß an vorstehenden Bericht gibt der Berliner G a u v o r st a n d des Buchdruckerverbandes folgende Erklärung. „Die unter grobem Disziplinbruch in den Ausstand getretenen Zeitungs-Rotationsmaschincmneistcr der Firma August Scherl haben in Gemeinschaft mit ihren Kollegen der Firmen Mosse und Ullstein in den Nachinitdagsstundeii des gestrigen Tages ein Flugblatt an die Berliner Arbeiter- schaft verbreitet, das geeignet ist, nicht nur ein falsches Bild von der augenblicklichen Situation im Berliner Buch- druckgewcrbe zu geben, sondern vor allem Unrulie in die Kreise unserer Berufs- und Verbandskollegen zu bringen. Wir ersuchen deshalb auch auf diesem Wege unsere Kol- legen, sich nicht zu Unbesonnenheiten hinreißen zu lassen, sondern raten dringend, auf jeden Fall die für ein Ver- bandsmitglied selbstverständliche Disziplin und die Auto- rität der leitenden Stellen unseres Verbandes zu Wabren, Ter übrigen Arbeiterschaft empfehlen wir. sich bei Beurtei- lung der ganzen Konfliktssache nur auf diejenigen Erklä- rungen zu verlassen, die seitens der Organisation kundgegeben werden. Die Organisationsvertretung ist im Interesse des gesamten Gewerkschastslebens gezwun- gen, so, wie geschehen, zu handeln, und wir erwarten deshalb in erster Linie von der Berliner Kollegenschaft, streng ge � wcrkschaftliche Disziplin zu wahren, schon um der Gefohren willen, die eine gegenteilige Stellungnahn� für die Kol- legenschaft und weiter für die gesamte Arbeiterschaft im Gefolge haben könnte. In der am Mittwoch stattfindenden Vereinsvcrsamm- lung wird unseren Mitgliedern volle Aufklärung gegeben werden." «• • Tie Scharfmacherpresse aller Richtungen nimmt natürlich die Sache zum Anlaß, entweder gegen die Tarifgemeinichafts- idee an sich oder Wenigstens gegen die Arbeiterschaft nach Kräften zu Hetzen. Dazu liegt wahrlich kein Anlaß vor. Wir stehen nicht an zu erklären, daß Fehler auf allen Seiten ge- macht worden sind. Nicht zuletzt auf feiten der Arbeiter! Ihr Vorgehen ist menschlich begreiflich. Es ist von schöner Kollegialität diktiert. Aber die selbst gegebenen Gesetze der Tarifgemeinschast gestatten diesen Akt der Selbsthilfe nicht. Es war der Arbeiterschaft unbelassen, gegen die Beschimpfung ihrer Kollegen, gegen deren Entlassung zu protestieren: aber sie mußten dabei die Mittel anwenden, welche der Tarifvertrag ihnen vorschreibt! Aber Fehler haben auch begangen die Firma Scherl, das Tarifamt und die Firmen Masse und U l I st e i n. Ohne diese Fehler auf allen Seiten konnte der Konflikt nicht diesen Umfang gewinnen! Wie kam die Firma Scherl dazu, ihren Arbeitern Ueberstundcn über die sonst üblichen hinaus in demselben Atem anzubieten, in deni sie die Entlassung von sieben Maschinenmeistern ankündigte. Mußte das nicht provozierend wirken und verbittern? Wie kommt das Tarifamt dazu, statt ein Urteil in der Sache abzugeben, die ungualifizierbarc Ouali- fikation der Vertrauensleute vorzunehmen, die es weder ernennt noch abzufetzen hat, sondern die das Vertrauen ihrer Kollegen an ihren Posten berufen hat? Solche Tarif- amtssprüche sind nicht dazu angetan, den Beteiligten Achtung abzunötigen und dadurch auch die Anerkennung der von dem Urteil Betroffenen zu erzwingen. Zudem ist die Charakteristik des Tarifanitcs ungerecht und ungerechtfertigt. Der Konflikt wäre viel cher akut geworden, wenn die so abfällig beurteilten Vertrauensleute nicht immer wieder— zuletzt noch am Sonnabend vor acht Tagen, ani Tage der Entlassung!— ihre Kollegen zu beruhigen verstanden hätten! Auch die Firma Scherl hat sich das Urteil des Tarifanitcs in dem den Entlassenen gegebenen Zeugnis nicht zu eigen gemacht Aber als Vorwand für die Maßregelung hat die Firma den Schiedsspruch benutzt und konnte ihn dazu benutzen. Tie Firmen U l l ste i n und Mosse aber verbreiten eine direkte Unwahrheit, indem sie erklären:„Infolgedessen sind die Zeitungen der Unterzeichneten nicht erschienen." Weder bei U l l st c i n noch bei Mossc hat daS Personal sich geweigert, die dort erscheinenden Zeitungen herzustellen! Nur die S t r c i k a r b c i t für die Firma Scherl haben die Personale verweigert. Freiwillig haben Ullstein und Mossc die Herstellung ibrer Blätter eingestellt. Sie schreien über den Kontraktbruch ihrer Arbeiter, sie selbst aber brechen den Liefervertrag mit ihren Abonnenten, indem sie ohne No die Hcrstelluna der Zeitung unterlassen. Die„National-Zeituiig" ist entzückt davon und ruft jubelnd aus: „Die Firmen Mosse und Ullstein erklärten sich diesem Ab kommen gemäß bereit, die Schcrlschen Blätter auf ibren Ma schinen drucken zu lassen. Da aber ibre Maschinenmeister allen Vorstellungen ihrer eigenen Organisationslcitcr zum Trotz sich weigerten, dazu ihren Beistand zu geben, so haben auch die beiden nicht unmittelbar betroffenen Verleger in einer imponierende» und die ungeheuren Opfer nicht scheuenden Betätigung groß- zügigen Solidaritätsgefühls ihre eigenen Blätter nicht erscheinen lassen." Das Solidaritätsgefühl der Unternehmer preist man laut und das Solidoritätsgefühl der Arbeiter beschimpft mau und tritt man mit Füßen I Die Scherl» und Ullsteinpresse aber weint Krokodiltränen über den geschändeten Tarif gedanken, dieselbe Ullstein- lind Scherlpreffc, die jedem tarif brüchigen Unternehmer mit Wonne durch ihren Inseratenteil Streikbrecher besorgt! Wir haben wahrlich keinen Anlaß, den in den Ausstand -getretenen Arbeitern aus dem vorliegenden Anlaß besonders zur Seite zu treten: aber daß diese Presse sie beschimpft, könnte sie beinahe ehren, wenn es sich nicht einfach daraus erklärte, daß derselben jeder Akt der Arbeitersolidarität so verächtlich, wie der der Unternehmcrcinigkcit lobenswert und vorbildlich erscheint. Der Konflikt scheint übrigens seiner Lösung näher zu rücken. Gestern abend um 7 Uhr war nach den Arminhallen wiederum eine Versammlung des Personals der drei Firmen einberufen, um über die Situation zu beraten. Der große Saal war aber gänzlich unzureichend, um den Massen auch nur einigermaßen genügend Raum zu bieten. Obwohl man sich so eng wie nur möglich zusammendrängte, fanden lange nicht alle Einlaß, die an der Versammlung teilnehmen wollten. Es herrschte eine sehr erregte Stimmung und es schien, nachdem die ersten Redner ge sprachen hatten, als ob man entschlossen wäre, den Streik bei allen drei Firmen fortzusetzen und die ganzen Betriebe lahmzu legen. Selbst die Mitteilung, daß die Firma Mosse erklärt hatte, daß bei ihr keine Streikarbcit für Scherl mehr hergestellt werden sollte, schien zunächst wenig Wirkung auf die Versammlung auö� zuüben. Eine Resolution, die besagt, daß die Arbeit bei Mossc und bei Ullstein u. Co. am selben Abend wieder aufgenommen werden und am Sonntag in einer Versammlung in der„Neuen Welt" weiter zu der Angelegenheit Stellung genommen werden sollte, wurde zunächst nur in ihrem zweiten Teile, die neue Vxr- sammlung betreffend, gutgeheißen. Als dann jedoch der Vor sitzende Moritz von der Ortsvcrwaltung der Buchdruckerci-HilsS arbeitet die Situation näher beleuchtet und dargelegt hatte, daß nach der Erklärung der Firma Mosse hier kein Grund mehr vor- liege, den Streik weiter fortzusetzen und daß das gleiche auch für die Firma Ullstein gelten müsse, wurde die erwähnte Resolution. in der übrigens auch gesagt ist, daß jede Streikarbcit für Scherl nach wie vor abgelehnt wird, in vollem Umfange angenommen Die Arbeit wurde demgemäß bei jenen beiden Firmen wieder auf genommen, während bei Scherl der Streik fortdauert. £Iiis der partei. Polizeiliches, Cerlchtlichcs ulw, Gotteslästerung sollte Genosse Heise als verantwortlicher Redakteur des.Stettiner Volksboten" begangen haben, al» er einer Notiz, die andere Blätter straflos gebracht haben, Aufnahme gewährte, die sich gegen den Adventsbericht eine» Geistlichen in Groß-Trebbciv in Mecklenburg ricktete, worin mit pharisäerhafter Moral über unehclickie Mütter und verehelickite Schwangere gesprochen wurde. In den Sckiluß- ätzen dieser Notiz war gesagt, daß Gott doch auch seinen eigenen Sohn„unchelick" in die Welt geschickt habe, eine Bc» hauptung, die sich deckt mit der Darstellung im Evangelium Malthäi, Kapitel 1, BerS 18 uud IS. Da» Konsinorium stellte Strafantrag. Am 2i, März ersuchte die Staats- anwaltschaft um Angabe eines Zeugen, der an der Notiz auch Aergeruis genommen habe und als bis zum 26. April ein solcher nicht benannt werden konnte, wurde dem Konsistorium mit- geteilt, daß in Ermangelung dieses Zeugen das Verfahren e i n g e st e l l t sei. Endlich, am 1. Mai, hatte das Konsistorium iu dem Stettiner Pastor Harney denjenigen gefunden, welcher das vorschriftsmäßige Aergeruis genommen hatte, und das Verfahren wurde erneut weitergeführt. Als in der Verhandlung am verflossenen Freitag der Unterzeichner des Strafantrages, Oberkonsistorialral Hildebrand, nach den Gründen der auffälligen Verzögerung dieser Zeugenbenennung gefragt. wurde. verschanzte er sich hinter der Ausrede, daß er� nicht d ie amt- liche Ermächtigung zu einer Aussage über den inneren Geschäftsbetrieb des Konsistoriums habe. Eine ähn- liche Scheu vor der Aussage bekundete Pastor Harney, als er nach dem Inhalt der angeführten Evangelienverse gefragt wurde. Er verweigerte ohne Angabe von Gründen die Aussage, oflenbar weil er dieselben nicht kannte, und das Gericht beeilte sich. ihm zu Hilfe zu kommen, indem es die Frage als unerheblich ablehnte. Der Angeklagte und sein Verteidiger übten an der Anklage scharfe Kritik und plädierten auf Freisprechung, und selbst der Staatsanwalt erklärte, daß er nur sehr u n- gern die Anklage erhoben habe, denn durch sie werde der Kirche nicht gedient. Wenn man schon sich über eine solche Ben: erkung geärgert habe, so sei es dock besser, duldend darüber hinwegzu- sehen. DaS Urteil gegen unseren Genossen lautete trotzdem auf eine Woche Gefängnis! Das Krankenkassenbuch dcS Dr. Möller vor Gericht. Der verantwortliSe Redakteur der„Norddeutschen Volks st imme" in Bremerhaven, Genosse B a r tz, stand am Freilag vor Gericht, um sich wegen Beleidigung des Dr. Möller in Kirchseeon bei München zu verantworten. ES handelte sich um eine Klage Möllers wegen der Eharalterisierung seiner Behauptungen über die OrtSkraukenkassen, die das im Aus- trage des Reichsverbandes erschienene Buch„Die Herrschaft der Sozialdemokratie in den Krankenkosien" enthält. Leider hatte der angeklagte Redalteur unterlassen, den Wahrheitsbeweis anzutreten und so beschränkte sich die ganze Verhandlung auf eine zwei- stündige Rede des Rechtsanwalts Dr. Goldschmidt-München, de« Vertreters Möllers und die Verteidigungsrede des Au- geklagten Genossen Bartz. Auf diese beiden Reden sollte das Gericbt nun sein Urteil stützen. Das Gericht kam besonders im Hinblick darauf, daß die Abwehrarlikel der„Volksstimnie" kräftige Worte zur Kennzeichnung Möllers wählten, zur Verurteilung des Beklagten zu 490 M a r k G e l d st r a f e. In der Begründung heißt eS, der An- geklagte habe die schwersten Vorwürfe gegen Dr. Möller erhoben und sich nur nicht in der Form vergriffen, sondern auch den Vor- wuri der bewußten Unwahrheit erhoben, dafür aber sei der Beweis nicht erbracht. Dein Dr. Möller wird Publikationsbefugnis des Urteils in der„Norddeutschen Volksstimme", der„Deutschen Kranken- kassen-Zeitung". den.Münchener Neuesten Nachrichten" und der „AligSburger Abendzeitung" zugesprochen. Ein hartnäckiger Verleumder. Wegen Beleidigung der Redalteure der„M n n ch e n e r Post" wurde der Redakteur Salm eines in Braunstein erscheinenden ZentrumsblaUeS im Februar vom Scköffengericht München zu 50 M. Geldstrafe verurteilt. Da Salm kurz darauf diese Be- leidiguugeii zum Teil in schärfster Form wiederholte, stellten die Redakteure der.Münchener Post' neuerdings Klage. Vom Schöffen- gericht München wurde Salm, der weder im ersten noch im zweiten Prozeß auch nur den Versuch machte, seine Behauptungen zu be- weisen, nun zu 400 M. Geldstrafe oder 80 Tage Gefängnis ver- urteilt. Jugendbewegung. „Jugcndpflcgcr". Am 17. Juni tagte in Elberfeld die dritte Jugendpflegerkonferenz der Zentralstelle für Volkswohlfahrt. Die Liste der angemeldeten „Jugendpfleger" weist die Nanien zahlreicher Geistlicher auf: ferner sind Bürgermeister. Direktoren, Gebeimräte, Kommerzienräte, Rc- gierungSräte, Landräte und auch I5fsizicre der Landwehr und der Marine vertreten. In einem Referate über Jugendpflege und kommunale Verwaltungen wies Bürgermeister Maß aus Görlitz den Städten wesentlicheAmgaben zu: sie sollen die„vaterländischenVereine" zusammenschlitßen und ihnen durch Gelddewilligungen. Ledigen- Heime, Jugendheime usw. materiellen Rückhalt bieten. An so- genannten nationalen Festtagen soll die Jugend zu Festen großen Stils zusammengeirommelt werden. Namenilich den pensionierten Beamten und Lfffzieren a. D. eröffne sich hier ein dankbares Arbeitsfeld. Eine allzu starke Betonung des Religiösen in der Jugendpflege empfehle sich nicht.— Assessor Dr. Reimer ans Wanne pries da» KriegSspiel als Lockmittel; die Jugend, namentlich die proletarische, werde dadurch aufgerüttelt und für die„tiefere" Jugendpflege vorbereitet. In der Diskussion kam zum Ausdruck, daß die Geistlichkeit die neue Jugendpflege mit dem Mißtrauen beobachtet, dessen Wurzel Konkurrenzneid ist. Ein deutschnaiionaler Jüngling, der die Jugcndabteilungen seines Verbandes anpries, fand kaum Gehör. Im' allgemeinen verlief die Diskussion in wert» losen Redewendungen._ Hiis der frauenbewegung. Auch ein Trost! Tie für den Gefängnisdienst in Preußen ausgebildeten Frauen und Mädchen können nicht eingestellt iverdcu und sind auf mehrere Jahre hinaus„vertröstet", schreibt„Der alte Glaube" vom 16. Juni 1911. In Bayern und Preußen sind zwei Zucht. Häuser eingezogen. Besonders aber im Königreich Sachsen geht die Zahl der Gefangenen seit Jahren ständig zurück. Während da« Zuchthaus..Waldheim" 1891 einschließlich der Beamten ein« Kopfzahl von 2561 aufzuweisen hatte, zählt jetzt die ganze Ge- meindc nur noch 1634. Tie dortige Fraucnabtcilung hatte früher zweihundert bis dreihundert Züchtlinge, jetzt nur achtzig bis neunzig. In Dresden hat man bereits die Einziehung der alten Gefangenenanstalt erwogen. Interessant sind besonders für uns Sozialdemokraten die drei Gründe, die der Senior der sächsischen AnitaltSg«istlick>en für die Abnahme anführt. Es ist, sagt er: 1. Tie Besserung der wirtschaftlichen Lage.— 2. Ter zunehmende Kampf gegen den Alkoholmißbrauch.— 3. Die religiöse Bewegung im Volke, die inan im Grunde den Angriffen aus da« Christen. tum verdankt. Vielleicht hätte er auch noch als vierten Grund die in Sachsen geübte scheußliche Abschrcckungsthcorie, wie sie die Hinrichtung der unglücklichen Grete Beicr dokumentierte, anführen können. So gut wenigstens, wie die neucrwachic religiöse Bewegung, möchte auch dieser Grund in Frage kommen. In der Hauptsache aber ist es zweifellos dem Wirken der Sozialdemokratie zuzuschreiben, wenn eine Abnahme der Ver- breche, l vorhanden ist. Sie ist es allein, die die Bewegung zur Besserung der wirtschaftlichen Lage schuf, unterhält und vorwärts treibt, wobei natürlich auch andere sozialdenkendc Kreise mit- gerissen werden. Das neuerdings aus solchen Kreisen erschallende: „Genug der sozialen Fürsorge!" ist wohl der beste Beweis dafür, wo allein im Grunde genommen diese Bewegung wurzelt. Der zunehmende Kampf gegen den Altoholmißbranch, der allerdings nicht zuerst von der Sozialdemokratie als solche eröffnet wurde, hätte aber nimmermehr ohne die Sozialdemokratic, ahne die Unterstützung der abstinenten Genossen, ohne den großartigen �chnapSboykott so prächtige Blüten treiben können, die hoffentlich bald noch viel üppiger, sichtbarer sprießen werden. Die religiöse Bewegung im Volke, die doch mefftens mit Volksverdummung Hand in Hand zu gehen pflegt, können wir nicht als stichhaltigen Grund anerkennen. Warum sind dann in früheren religiös angehauchteren Zeilen keine Abnahmen von Ver, YNUl ßreJcn und Vergebungen konstatiert worden? Ddcr welche Deik- geschickzte vermeldet das? Wir gehen wohl nicht fehl, wenn wir als Hauptgrund für Abnahme von �Verbrechen und Vcr- geHungen in Deutschland die durch die Sozialdemokratie ver- breitete Aufklärung der Massen, der, trotze aller deutschen Volksschulen, bisher in tiefster Niacht und Dürftigkeit dahinvegetierenden untersten Volksklassen ins Feld führen. Den trostbedürstigen, für da? Gefängniswescn m Preußen ausgebildeten Frauen und Mädchen aber gebe man ernstlich den Rat, umzusatteln und sich für die Jrrcnpflcge heranbilden zu lassen, wobei sie allerdings alle erworbenen Gefängnisallürcn zuvor abzulegen hätten. In den Irrenanstalten, speziell in den Berliner Irrenanstalten, soll ja andauernd Mangel an Pflege- rinnen vorherrschen. Versammlungen— Veranstaltungen. Vcreln für Frauen und Mädchen der Arbeiterklasse. Mittwoch, den 21. Juni, 8sh Uhr, im„Englischen Garten". Alexander- strahe 27c, Generalversammlung. Mitgliedsbuch legitimiert. uüerst Mlligsn Preisen, Praktische Sandalen in modernen oder antiken Formen, auf Rand genäht 21-24 25-26 27-30 31-35 36-42 43-47 225 265 295 350 3" 490 Leder-Reiseschuhe jÄ™, Damen 225 Herren 275 EcM Chevreaux 650 Casting-Schuhe und Stiefel zum Schnüren und mit Gummizug Naturgemäße Kinderstiefel [.eipzijr erstraße 65 Oranienstraßc 47a I™] MiillerstraßeSa Rixdorf, Berystr. 7-8 Die Geburt ciiici Tochter zeigen an Mi Ii tili Boriait Groß-Lichlerfeliie, 16. Juni. Hcdlvigslr. 1._ Prortuldiv-uDOei'kaulsgenosseii- sebäit Berliner BanilayisteD. Eingetragene Genossenschaft mit beschränkter Hajtpsticht. Nachtrag zur Bilanz per 31. Dezember 1910. Das Geschäslsguthabcn erhöhte sich um 33,50 Mark und beträgt nun 1672,50 Mark. 105/18 I>c»- Vorstand. Josef Meistner. Bruno Fleischer� Killin; m srpÄTlÖlO der Möbelfabrik„Hoffiiung" Eingetragene Genossenschaft mit beschrSnkter Haftpflicht Berlin, Krantstraßc 52. A. Aktiva. M. 1. Kassenbestand.... 479,81 2. Warenbestand... 17 871,— 3. Maicrtaltcnbcstand.. 13 195,42 4. Maschinen..... 9 300,— 6. Wcrfzcuge..... 4 000,— 6. Utensilien..... 1 200,— 7. Muster und Modelle. 300,— 8. Pjcrd und Wagen.. 800,— 9. Debitoren..... 38 111,75 10. Konto Dubio... 30.— 11. Wechsel...... 651,80 12. Bank...... 6 620,10 [22826] 93 459, 3ii B. Passiva. M. 1. Krcdllorcit.... 20 972,38 L. Tarlehen..... 69,105,79 8. Anteil...... 1 350,- t. Gewinn...... 2 031,71 93 150,«S Am Schlüsse dcS Jahres 1909 waren 29 Genossen, am 1. Jtili 1910 schieden 3 Genossen aus, 1 Genosse trat ein, milbin waren am Schlüsse de» Jahre»>910 noch 27 Genossen vorhanden mit einem Gcsanitguihabcn und einer Gesamthasisunime von 1U50 Mark. Somit Hai sich da» G»t> haben und die Hastsummc der Gc- Nossen um 100 Mark ocrringcrt. Bor Vorstand. jfi. Fcuglcr. R. Schiuidf. !! Von Zll. anll Herrenanzug oder Poletot nach Masi. neueste Muster, gute Stoffe, ous Zlosibaar gearbeitet. 2 Anpr. B-. sichtigung am Lager erbeten, ohne Kaufzwang. K->n Mu N-rversand. »xver-Lloss-dal� sr�ie Herrenanzug od. Paletot von L« M. an. semsle Zut. Zum Mast. nehmen bitte um Ihren Besuch rür gut. Sit/ bekam Medaille. Ein Versuch führt zu dauernder Kund- schast. k.iidnjz- B»n>el, Prenz» lauer Siraste 23. II tAlcxanderpIaht Gear. 1892.__ 90,2 Spezial-Arzt nir Hunt- und Harnleiden flr Pnnka Rasenthaler Str. 70 IM. rUpHC, Spr.9 2,6-9, 5onnt.Ö-3 Die Hausfrau praktisch, die ganze ITajnilie Florians JSahnpflcsc-Kastcu, Zahnpulver, Zahnbürste, Mundwasser. Preis zus. nur M. 1.—. Zu haben in Konsumvereinen, Genossenschaften und einschlägigen Geschäften sowie direkt 10 Stück M. 8,50, 24 Stück M. 18,— franko Nachnahme durch Arthur WatiHcrvoscI, G. ra. b. 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Ar- beiter d. Fa. Flohr, Chausseestrage 6,65, Kranzübcrsch. Borgmann d. Arbeiter von Keyling u. Thomas 55,15, Kranziibersch. d. Kall. v. Mar Hasse u. Comp. 19,80, Fürs freie Wahlrecht v. Schlächterm. Wolnv 15,—, Für das Referat der 1. Abt. am 16. 5. 11 retour 6,—, Ueberich. d. Kranzes Borgmann d. Arbeiter der A. E.-G. Turbinen- fabrik 433,90, Kranzübersch. v. Koll. der Patzenhofer-Brauerei, Abt. II 78,05, Anhaltische Maschinenfabrik 21,15, Bezirk 657 2,40, Zum Maifonds von Crahe 10,—, Groschcnkasse Abt. Schaper, A. E.-G-, Ackerstr. 10,—, 83. Nutz z. Maifonds d. Bogel 10,—, Monatsbeitrag Bag-Karl 8,—, A. B. Mister 1,—. Kranzübcrsch. Borgmann d. Wolter 9,05,. Joseph, Schönhauser Allee, 1. Mai 5,—, Uebersch. d. Kranzsp, der Maschinenfabrik Freund 2,—, Höppner 2,—, H, D. 1,—, G. W. Z. 13,—, Maschinisten, Heizer, Handwerker, Hilfsarbeiter der Schnltheifz-Brauerei, Kranziibersch. Borgmann 6,10, Dr. K. R. 25,—, Uebersch, v. Märzkranz d. Berolina-Margarine- Werke Lichtonberg 11,75, Uebersch. v. Märzkranz d. Fa. F. Schnch- Hardt, Runaestr. 9, durch Rolle 46,—, Referat Dr. Moses, 6. Mai, d. Hiege, Niedcr-Schönhausen 6,—, Uebersch. d. Kranzsp. Borgmann v. d. Arbeitern d. Daimlcr-Motoren-Gescllschaft, Marienfelde bei Berlin 58,10, Uebersch. d. abgeschnittenen Schleife v. d. Märzkranz d. Schlosser R. Blume, Charlotienbg., durch Eugen Katzke 17,—, Uebersch. v. d. Kranzsammlung Borgmann, A. E.-G. Schlegelstr. 52,10, Kranz- überlchuß Borgmann v. d. Koll. d. F. Heupach 2,25, Uebersch. d. Kranzsp. Borgmann v. d. Koll. d. F. H. Hauptner 4,15, Kranzüber- fchun Borgmann. D. G.-A. Ancrgescllschaft 39,70, M. S., Berlin, d. Bolzmann 40,—, Aushilfsfalzer z. Wahlfonds 15,—, Uebersch. der Märzkranzsammlung von den Werken: A. E.-G. Brunnen— Volta- strafe 1230,95, A. E.-G. Ackerstratze 659,10, A. E.-G. Turbinen- fabrik, Huttenstrahe 518,55, Zl. E.-G. Schlegelstrahe 71,50, A. E.-G. Schlegelstrahe, Gummiwerk 20,80, Ä. E,-G. Kabel- werk Dberspree 246,60, A. E.-G. Kabelwerk Dberspree Sechser- lasse der Lagerarbeiter 10,—, A. E.- G. Autofabrik 138,66.) Berlin, diverse Beiträge: Kranzübersch. d. Arb. d. deutsch. Post- u. Eisenbahn-Verkehrswesens A. G., Urbanstr. 100 32,10; Abt. Falzerei der„Verl. Morgcnpost" 21,70; E. u. P.&t. 50,—; Kranzübersch. (Borgmann) Kollegen d. Kanzler-Schreibm.-Ges., Hollmannstr. 35 6,90; Berlin, durch Grvncrt 100,—; Scchserkasse d. Stellmacher d. N. 81. G. 16,—; Borgmann-Kranzübersch. v. Arb. d. Llutomobil-Betr.-Ges., Fennstr. 31 11,60; Kranzübersch. Arb. u. Arbeiter, d. Fa. Bergmann E.-G-, Werk Rosenthal 100,05; Kranzübersch. v. Arb. d. A. B. G.. Fennstr. 31 20,70; Sechserkasse d. Tischlerei Duehl, Dresdcnerstr. 97 12,—: Dr. L. A. 100,—; Bautischl. Sommerlatte, Weihcnsee, Gustav- Adolfstrahe 30,—; Kontobucharb. v. Wedding 5,—; MacheteS 10,—; Julammüt 10,—; G. H. 5,—;.Lokal-Anz.", Abt. Falzerei 37.25; Arbeiter d. Maffey-Schwartzkopffwerke Wildau, Kranzübersch. 25,—; A. H. 2,—; Gutcnberg 38,90; Arb. d. Allg. Metallwerke f. Beleuch- hing(statt Kranz f. Borgmann) 6,90; Berk. A. N.-V., Bund Solidarität 100,—; Kranziibersch. v. d. Arb. u. Arbeiter, d. Opt. Anstalt C. P. Goerz-Friedenau 157,65; Verspäteter Beitrag z. Wahl im 4. Berl. Reichstagswahlkreises von Kollegen d. Fa. Trunk u. Voh 10,—; Zl. B. 50,—; M. W. 4,—; Bernbnrg(Anhalt II), 4. Du. 10 505,92; Brandenburg- Westhavelland, 1. Du. 11 803,20; Biberach. 16. württ. R.-W.-K., 3,43; Braunschweig, 1. R.-W.-K., 1. Du. 11. 1200,33; Braunschweig. 2. R.-W.-K., 1. Du. 11 153,44; Braunschweig, 3. R.-W.-K., 1. Du. 11 139,65; Bcuthen, Agit.-Bez. Dberschlesien, 1. Du. 11. Wahlkreise: Kreuzburg- Rosenberg 4.26; Dppeln 8,64; Cosel-Gr.-Strehlitz 17,58; Lublinitz- Gleiwitz 17,70; Beulhen-Tarnowiy 95,58; Kattowitz-Zabrze 69,84; Pleh-Rybnik 9,12; Ratibor 21,21; Leobschütz 7,20; Sa. 251,13; Bochum-Gelsenkirchen, 1. Du. 11 1128,40; Bern, P. L. 100,—; Böblingen-Leonberg, 4. württ. R.-W.-K. Backnang, 11. württ. R.-W.-K., 1. Du. Ludwigsburg, 1. Du. 11 942,55; Cöln a. Cottbns-Spremberg a konlo 400,—; 1. Du. 11 20,—; Delitzsch- Bitterfeld, 457,82; Darmstadt-Gr.-Gcrau, 1. Du. 11 1. Du. 11 199,72; 11 77,21; Cannstatt- Rh,. Reg. W. 20,—; Coblenz- St. Goar, 1. Du. 11 445,41; Danzig, Agit.-Bez. Westprenhen, 1. Du. 11, Wahlkreise: Elbing 88,73; Danzig-Land 43,94; Danzig-Stadt 243,72; Neustadt 4,16; Stargard 7,58; Marienwerder 10.89; Rosenberg 1,—; Graudenz 29,54; Thorn 13,73; Schwctz 6,26; Könitz 2.56; Schlochau-Flatow 9,86; Deutsch- Krone 14,11; Sa. 476,13; Dortmund- Hörde, 1. Du. 11 1718,30; Dresden, 6. sächs. R.-.W.-K., a konto 2500,—; Erstein- Molsheim, 1. Du. 11 29,34; Falkenbcrg D./S. A. L. 20,—; Flensburg, 1. u. 2. schl.-holst. R.-W.-Kr., 1. Du. 11 413,60; Freiburg, 5. bad. R.-W.-K.. 1 Du. 11 83,53; Frunlfurt- Lebus, 1. Du. 11 266,06; Göppingen, 10, württ. R.-W.-K., 1. Du. 11 385,49; Groitzsch, 14. sächs. R.-W.-K. 500.—; Guben-Lübben, 1. Du. 11 209,02; Hornberg, 2. bad. R.-W.-K. 76,63; Harburg a. E,, 1. Du. 11 1174,24; Höchst-Usingen, 1. Du. 11 500,—; Hamm-Soest, 1. Du. 11 310,80; Hanau-Bockenheim, l.Du. 11 1629,62; Hartha, 10. sächs. R.-W.-K. 600,— j; Jerichow I it. II, 1. Du. 11 712,26; Itzehoe, 5. schl.- holst. R.-W.-K., 1. Du. 11 396,19; Karlsruhe- Bruchsal, 1. Du. 11 312,—; Kiel. 7. schlesw.-holst. R.-W.-K., 1. Du. 11 2597,24; Lauphcim, 15. württ. R.-W.Kr., 1. Du. 11 2.—; Lahr, 6. bad. R.-W.-K., 1. Du. 11 65,22; Leipzig, 12. sächs. R.-W.-K. a konto 500,—; Lübeck, l.Du. 11 914,50; Lörrach, 4. bad. R.-W.-K., l.Du. 11 77,20; Mlinster-Cösfcld, 1. Du. 11 31,62; Mörs-Rees 77,86; München, Gau Südbayern, l.Du. 11. Wahlkreise: München I und II 2834,61; Aichach 116,70; Ingolstadt 34,74; Wasserburg 10,74; Weilheim 116,16; Rosenheim 170,88; Traunstein 56,28; Landshut 65,28; Straubing 19,98; Passau 23,10; Pfarrkirchen 12,30; Deggendorf 11,70; Augs- bürg 262,44; Donauwörth 6,40; Dillingen 8,82; Jllertissen 29,46; Kaüsbeuren 23,64; Jmmenstadt 113,93; Regensburg 95,36; Summa 4081,58; Miihlhausen-Langensalza, 1. Du. 11 158,10; Marburg (Hessen) 41,40; Malchin-Waren, 4. meckl. R.-W.-K., 4. Du. 10 und 1. Du. 11 182,91; Meiningen I, 1. Du. 11 53,84; Meiningen II, l.Du. 11 214,11; Neustadt D.-S. durch Recker 3,50; Neuwied a. Rh. 14,38; Neubrandenburg, 7. meckl. R.-W.-K., l.Du. 11 61,16; Olden- burg i. G., 1. R.-W.-K., 190,34; Dst- und Weststernberg, 1. Du. 11 6,—; Dberbarnini, 1. Du. 11 145,96; Offenburg, Kehl, 1. Du. 11 70,71; Prenzlau- Angermiinde 53,33; Potsdam-Spandau-Dsthavelland, 1. Du. 11 455,13; Pforzheim-Durlach, 1. Du. 11 402,21; Ravens- bürg, 17. württ. R.-W.-K., 4. Du. 10 21,46; Rastatt-Baden, 1. Du. 11 45,36; Solingen, 1. Du. 11 791,05; Stockelsdorf, Fürstentum Lübeck 170,84; Stcndal-Dsterburg, 1. Du. 11 211,60; Schwarzburg-SonderS- Hausen, l.Du. 11 131,34; Stuttgart, Stadt u. Amt, 1. württ. R.-W.-K., 1. Du. 11 1825;79; Soran-Forst, 1. Du. 11 368,48; Schrambcrg, 8. württ. R.-W.-K.. 1. Du. 11 63,86; Trier, 1. Du. 11 14,—; Ulm a. D., 14. württ. R.-W.-K., 1. Du. ll 225,69;„Vorwärts"- Ueberschnh 1. Du. 11 50 620,60; Wolmirstedt-Nenhaldensleben, 1. Du. 11 369,28, Wesiprignitz 49,24; Würzen, 11. sächs. R.-W.-Kr., a konto 300.—; Wanzleben, 1. Du. 11 4,50; Zinsen aus dem Marxismus 15 301,14; Zauch-Belzig, 1. Du. 11 448,45; Zwickau, 18. sächs. R.-W.-Kr., a konro 2000,—. In der Duittung für den Monat April muh es heißen: anstatt Angergesellschaft 70,75: D.G.A. Auergesellschaft 70,75. Berlin, den 17. Juni 1911. Für den Parteivorstand: I. V.: Fr. Eber t, Lindenstr. 8. Mocdeu- Spielplan der Berliner Cbeater. Neues königliches Opcrntheatcr. Sonntag: Die Meistersinger von Nürnberg.(Ansang 7 Uhr.) Montag: Die Walküre.(Ansang 7 Uhr.) Dienstag: Das Rheingold.(Anfang 8 Ubr.l Mittwoch: Die Meistersinger von Nürnberg.(Ansang 7 Uhr.) Donnerstag: Lohengrin.(Ansang 7'/, Uhr.) Freitag: Die Walküre.(Ansang 7 Uhr.) Sonnabend: Tannhäus er. (Ansang 7'/, Uhr.) Sonntag: Lohcngrin.(Ansang T/, Uhr.) Montag! Die Meistersinger von Nürnberg.(Ansang 7 Uhr.) Lessing-Dhcnter. Täglich: Sommerspuk.(Anfang 8 Uhr 20 Min.) Komische Oper. Sonntag: Die Fledermaus. Montag: Toska. Dienstag: Orpheus in der Unterwelt. Mittwoch: Die FledennauZ. Donnerstag: Orpheus in der Unterwelt. Freitag: Hoffmanns Erzählungen. Sonnabend und Sonntag: Die Fledermaus. Montag: Figaros Hochzeit, (Ansang 8 Uhr.) Kleines Theater. Täglich: Die verwandelte Katze. Die vier Toten der Fiametta. Karneval in Nizza.(Ansang 8'/, Uhr.) Neues Schauspielhaus. Allabendlich: Die keusche Susanne.(An» sang 8 Uhr.) Neues Volks- Theater. Sanntagnachmittag 3 Uhr: Der Viel- gcprüjte. Wends: Kater Lampe. Montag, Dienstag, Mittwoch, Freitag und Sonnabend: Kater Lampe, Donnerstag: Der Vielgeprüfte. Sonntag» nachmittag 3 Uhr und Abends: Der Vielgeprüfte. Schillcr-Thcater O. Sonntag: Husarensicber. Montag: Im Klub» seffcl. Dienstag: Der Traum ein Lebens Mittwoch: Moria und Magda» lcna. Donnerstag, Freitag, Sonnabend, Sonntag und Montag: Panne. (Ansang 8 Uhr.) Schiller- Theater Charlottenburg. Sonntagnachmiitag 3 Uhr: Wichelm Tell. Abends: Rcvolutionshochzeit. Montag: Rcoolutionshoch- zeit/ Dienstag: Der Probckandidat. Mittwoch: Der große Name. Donnerstag, Freitag, Sonnabend, Sonntag und Montag: Der dunste Puvlt. (Ansang 8 Uhr.) Friedrich- Wilhelmitädtisches Schauspielhaus. Allabendlich: Kasernenlust.(Ansang 8 Uhr.) Neues Operetten-Theater. Sonntagnachmittag 3 Uhr: Der©lücks» cngcl. Abends: Eine Million.» Von Montag bis Sonnabend: Eine Million. Sonntag, 25. Juni, nachmittags 3 Uhr: Der GlückScngel. Abends! Eine Million. Montag: Eine Million.(Ansang 8'/, Uhr.) Trianon-Theater. Allabendlich: Das Prinzchen.(Ansang 8'/, Uhr.) Luisen-Theater. Sonntagnachmittag 3 Uhr: Maria Magdalena. Abends 8 Uhr: Neue Hciinat. Montag bis Sonnabend: Neue Heimat. Sonntag: Jke Slecnbachs Erbe. Montag: Unbestimmt.(Ansang S'l, Uhr.) Thalia-Theater. Allabendlich: Polnische Wirtschast.(Ansang 8 Ubr.) Luftipiethailö. Allabendlich: Unsere Pepi.(Ansang 8 Uhr 20 Min.) Rosc-Theater. Sonntag, Montag, Dienstag: Der Selbstmörderklub. Mittwoch bis Montag: Steffen Langer aus Elogau.(Ansang 8'/« Uhr.) Metropol- Theater. Allabendlich: Hoheit amüsiert sich.(Ansang 8 Uhr.) Folieö(kaprice. Allabendlich bis auf weiteres: Die letzte Nacht. Die Hochzeitsreise.(Ansang 81/« Uhr.) Vertincr Prater-Theater. Bis aus weiteres täglich: Die 3 Grazien, (Anfang 7-,- Uhr.) Boigt-Theater. Sonntag, 18. Juni: Goldene Jugend.(Ansang 4 Uhr.) Zlp'ollo-TIieater. Allabendlich: Spezialitäten.(Ansang 8 Uhr.) Passage- Theater. Somitagnachnüttag 3 Uhr: Spezialitäten. All- abendlich: Spezialitäten.(Ansang 8 Uhr.) Wintergarten. Allabendlich: Spezialitäten.(Ansang 8 Uhr.) NcichShatlcn-Theater. Täglich: Stcltiner Sänger.('Ansang 3 Uhr. Sonntags 7 Uhr.) Walhalla- Theater. Allabendlich: Prinz und Bettlerin.(Ansang 81/, Uhr.) Carl-Haverland-Thcatcr. Täglich: Spezialitäten,(Ansang 71/, Uhr,) Kaiser-Panorama. Täglich: II. Zyklus Indien. Besteigung des Großglockner. Urania- Theater. Taubcnsw 48/49. Lebende Ticrbilder von nah und fern.(Ansang 8 Uhr.) Sternwarte, Jnvalidcnstr. 57—62. Lafoit- Bluse halsfrei, reich m. Ein-, sätzen garniert, M. I m. reichen Stickerei- Einsätzen M. preiswerte Angebote! Batist-Bluse mit Jabot und Einsätzen garniert, M.| Stickerei-Bluse 990 Sehr reich mit Ein-| sätzen garniert, M. Posten Alpaka-Röcke. 3 Posten Sport-Röcke 4 Ein Posten Leinen-Röcke« 475 Ein Posten Loden-Röcke.«. 6" Ein Posten Voile-Röcke in schwarz, fBV mn mit Taffet J garniert u. gestickt.. M. Ein Posten BERLIN S Kammgarn-Röcke m. 750 Oranienplatz G. m. b. H. 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Juni verstarb unser � | Genosse, der Schankwirt IPsuZ Gorgä. Fürstenberger Straße 8. Ehre seinem Zlndenken! Die Beerdigung sindet am« I DicuStag, den 29. Juni, nach'-{ iniltagS 4 Uhr, von der Leichen- Halle des FriedhoseS der Zivils- gemeinde, Nieder- Schönhausen I j(Nordend), aus statt. Um rege Beteiligung ersucht ktei» Vorstand. fodes-.&azelge. Alle» Verwandten. Freunden I I und Belannlen hiermit die traurige! ! Nachricht, daß mein lieber Mann l I und guter Vater, Schwiegervater,! ! Schwiegersohn, Schwager und[ I Onkel, der Nestaurateur j am 14. Juni plötzlich verstorben ist. Um stille Teilnahme bitten vis tesoeevilen Hinterbliebenen. Die Beerdigung findet am I Dienstag, den 20. Juni, nach- mittags 4 Uhr, von der Leichen- Halle des Zions-Friedhojes in Nordend aus statt. L2g7b !8v!!aIllMokra!!schcrWahime!iil des |6. Herl. Reichsfags-Wahlkreises.| Todcs-Anzclgc. Am 15. Juni verstarb unser| | Genosse, der Steinsetzer Pichard Wengel Drontheimer Str. 3. Ehre seinem Andenken! Die Beerdigung findet morgens Montag, den 19. Juni, nach- l mittags 4 Uhr, von der Leichen-! alle des neuen PauIS-Kirchhoss, l iötzensee, aus statt. Um rege Beteiligung ersucht Der Vorstand. Veitei! der Steinsetzer, Pflasterer u.Beniisi.l3eü(sclilandsj Filiale Groß-Gorlin. Den Mitgliedern zur Nachricht, daß unser Ehrenmitglied, der j Kollege Richard Wengel am 16. d. M. verstorben ist. Ehre seinem Andeufcn! Die Beerdigung findet am I I Montag, den 19. d. MIs., I nachmittags 4 Uhr, von der I Leichenhalle des neuen St. Pauls- kirchhoses in Plötzensee, Seestrntze. I I aus statt. 175/8 Um rege Beteiligung ersucht Ter Vorstand. Deutscher Transportarlieiter- Verband. Bczirksvorwaltung Groll-Berlin. Den Mitgliedern zur Nnchricht, das; unser Kollege, der Fenster- Putzer Karl Hartwig am 15. d. MIS. im Alter von 31 Jahren verstorben ist. Ehre seinem Slndcnkcn! Die Beerdigung findet am Montag, den 19. d. MtS., nach- mittags 5°/, Uhr, von der Leichen- Halle des Auseistehungs-KirchhoseS in Weisienjee, Lichlenberger Straße, aus statt. 68/16 Die Vezirksleitnng. der Gemeinde- u.| Sfaatsarbeiter. Filiale Groß-Berlin. Durch den Tod ist UNS der j | Kollege Merl Prange 1 von der Städtischen Strotzen- i reiniguug(25. Abteilung) ei� j rissen worden. Wir werden ihm etil ehrendes j Andenke» bewahren. Die Beerdigung findet am ! Montag, den 19. Juni, nach- mittags 4 Uhr, von der Leichen- Halle des Zentral» Friedhofes in | Fried richSselde aus statt. 36/44 Die Ortoverwaltung. ferlM!! ßer Braaerei- tinil IlhießaiMep SSÄÄ Zahlstelle Berlin. Den Mitgliedern zur Nachricht, j datz der Kollege Iraugott Arnold |(Brauer) gestorben ist. Ehre seinem Andenken k Die Beerdigung findet am I Montag, den 19. d. MtS., vor- I mittags 9'/, Uhr, aus dem städti- I scheu Friedhofe in Friedrichsseide > statt. 43/7 Da der Kürze der Zeit wegen I schriftliche Einladungen nicht mehr j erfolgen tonnten, bitten mir alle 1 Kollegen, welche am Montag- vormittag dienstfrei sind, � sich an j diesem Begräbnis zu beteiligen. Die Ortöverwaltuug. Heute früh i'U Uhr verschied! sanst nach langem. schwerem i Krankenlager mein iiiniggeliebter! Gatte, unser lieber, treusorgender l Vater, Schwicgor- und Großvater, l Bruder, Schwager, Oukei und j Nesse, der Eigentümer Hermann Beizer im 66. Lebensjahre. Dies zeigt mit der Bitte um l stille Teilnahme schmerzersüllt an I Im Namen der trauernden Hinierbltebenen: Ziai'i« Mclzev, geb. Stadie.| Nu-dors, den 17. Juni 1911. Wissmann str. 9. Die Beerdigung findet am I Montag, den 19. Juni, nach- mittags 2a/, Uhr, vom Trauer- i hause, Wissmannstr, 9, aus nach I dem alten St. Jakobi-Kirchhos am I Nollkrug statt. 90/5 1 Deutscher iNIetallarhötter-Verdand Verwaltuiigöstellc Bcrltu. Nachruf. Den Kollegen zur Nachricht, � daß unser Mitglied, der Schlosser Georg Hernnsum 1 am 12. d. MtS. an Darmverschlin- | gung gestorben ist. Ehre seinem Andenke» I 1 118/13 Die OrtSverwaltung. Tanrsngung. Allen Freunden, Bekannten, den Mieter» des HauseS Gerichtstr. 74 und den Gesangvereinen sagen wir jür die niiS aiilüjjiich des Todes unseres lieben Vaters 2392b Hiifv Bergemann so überaus zahlreich gespendete Teil- nähme, insbesondere dem Redner und Freund Herrn Otto Handtke unseren ausrichtigsten Dank. EI«»«. GwtOT Borgcmann. Danksagung. Für die vielen Belveise herzlicher Teilnahme und die zahlreichen Kranz- spenden bei der Beerdigung meiner lieben Frau und Mnlter Gertrud Methner sagen wir allen Beteiligten, ins» besondere der Zahlstelle des Deulschen Bnchbinderverbaudes unseren herz- lichstcn Dank. 47082 Ztai-l llketbavi- nebst S o hn. käiitzeuisl! nur dort kaust man noch billig Landparz, Berk. PHt. v. 6—20 M. 6 Min. v. Bahnh. 20 Ps.».Gesundbr. Geringe An-u.Abz. 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Es liegen dazu eine graste Reihe Abänderungsanträge der rheinischen Abgeordneten des Zentrums und der Nationalliberalen vor. Von den Freisinnigen und dem Zentrum wird unter anderem auch die Einführung der geheimen Wahl zum Ge- meinderat beantragt. Abg. Flcuster(Z.): Wenn auch die Kommission die Vorlage verbessert hat, so sind dock eine Reihe unserer Wünsche in hezug auf die Anstellung der Bürgermeister, die Zusammensetzung des Gemcindcrats, die Ocffentlichkeit der Gcincindcratssitzung usw. von ihr leider nicht berücksichtigt worden. Wir haben daher diese Anträge wieder eingebracht. Vor allem wollen wir eine Ver- stärkung des Einflusses juristischer Personen vermeiden. Ein Regierungslommissar warnt vor grundsätzlichen Aende» rungen der Vorlage, die ihre Verabschiedung gefährden würde. Abg. Hcckenroth(fj; Wir stimmen den Beschlüssen der Kom- Mission auch hinsichtlich.der beschränkten Ocffentlichkeit zu, er- warten aber, dast die Regierung demnächst mit einer Vorlage kommt, die eine wirklich gründliche Revision der Rheinischen Gemeinde- ordnung bringt. Abg. Dr. Gottschalk snatl.l: Wir sind bereit, alle weitergehen- den Wünsche zurückzustellen, damit die Vorlage noch in dieser Session zustande kommt. Ein Regierungkommissar wendet sich gegen die meisten Anträge, insbesondere auch gegen die Gewährung des Stimmrechts an Frauen. Abg. Frhr. v. Zedlitz sfk.): Die Zulassung der Frauen in den Gemeinderat und die Einfuhrung der geheimen Stimmabgabe wäre eine Gelege nheitsgesetz es macherei schlimm st er A r t. Ein solcher Beschlust würde eine präjudizielle Bedeutung für alle übrigen Gemeindevertretungen haben. sLebhastes Sehr richtig! bei den Sozialdemokraten.) Gerade deshalb darf diese Frage hier nicht nebenbei erledigt werden, sondern bedarf gründ- licher Prüfung. Wir lehnen daher alle diese weitgehende Anträge ab.(Bravo rechts.) Abg. Eickhoff iVp.): Eine Verbesserung der Kommission ist die Einführung der beschränkten Oeffcntlichkeil der Gcmeinderats- sitzung. Wir beantragen darüber hinaus die Herstellung der unbeschränkten Oe ffentlichkeit. Ganz unhaltbar lst die Bestimmung, dast die Frauen nicht einmal als Zuhöre- rinnen zu den Gemeinderatssitzungen zugelassen sein sollen. Wir wünschen, dast die Frauen, die zu den meistbegütertcn Grund- eigentümern gehören, auch Sitz und Stimme im Gemeinderat haben. Ferner beantragen wir die geheime Wahl und zwar Abgabe der Stimmzettel in der Art, wie sie durch das Reichstags- Wahlrecht geregelt ist. An eine grundlegende Aendcrung der Ge- meindeordnung wird ja freilich bei der Zusammensetzung dieses Hauses nicht zu denken sein. Wir bcgrühcn es daher, dast die Regierung für später eine gründliche Reform in Aussicht gestellt hat. Abg. Hirsch(Soz.): Wir verlassen uns nicht, wie der Vorredner, auf die Regierung, sondern wenn wir erkennen, dast die vorliegende Form der Land- gemeindcordnung nicht ausreicht, ja kaum den Namen Reform ver» 'S V (o) © © ® @ © © © © © © © © © © © © © © © © © © © © dient, so sind wir dafür, sie abzulehnen, um auf diese Weise die Regierung zu zwingen, eine wirklich zcitgcmäste Reform vorzunehmen. Tie Reformbedürftigkeit der rheinischen Gemeindeordnung ist über jeden Zweifel erhaben. Hier hat man sich'damit begnügt, an dem Bestehenden etwas herumzudoktern. Unserer Meinung nach mutz sich jede wirkliche Reform in der Rich- tung der Demokratisierung des Wahlrechts bewegen.(Sehr richtig! bei den Sozialdemokraten.)' Davon hat aber sowohl die Regierungsvorlage, wie das Herrenhaus, wie auch die Kommission des Abgeordnetenhauses abgesehen und auch jetzt liegen lediglich Anträge auf Einführung der geheimen Stimm- abgäbe vor. Aber das Dreiklassenwahlsystem hat man beibehalten, auch die besondere Bevorzugung der Meist- begüterten, was zur Folge hat eine Bevorzugung der Grund- besitzer einmal in der Richtung bestimmter Steuervorrechte und dann dahin, dast sie geborene Mitglieder des Gemeinderats sind. Dies System der Mcistbcgütcrten sollte endlich beseitigt werden.(Sehr richtig I bei den Sozialdemokraten.) ______ Tie Beibehaltung der öffentlichen Stimmabgade durch die Kommission ist um so bcdaue.rlichcr, als man doch eben Elsast-Lothringcn das geheime Stimmrecht zum Landtag gewährt hat. Vor mehr als 89 Jahren war die Regierung selb st für die geheime Stimmabgabe bei den Gemeindewahlen. Heute schreckt sie davor zurück aus Furcht vor der Sozial de in o- kratie. CSehr wahr! bei den Sozialdemokraten.) Die Regie- rung und die Mehrheitsparteien wissen genau, dast im Augenblick, wo das geheime Stimmrecht kommt, Tausende von Wählern, die heute unter dem Terrorismus der Regierung und der herrschenden Parteien gegen ihre eigene Ucberzeugung stimmen, sozialdemokratisch wählen.(Sehr wahr! bei den Sozialdemokraten.) Das will man vermeiden, man will den Willen des Volkes in sein Gegenteil ver- kehren. Die Frage der Einführung des geheimen Wahlrechts ist durchaus spruchreif. Selbst dies hohe Haus, dem man doch wirklich nicht nachsagen kann, dast es den modernen Geist ersaht hat, hat sich wiederholt für die Einführung der geheimen Stimmabgabe bei den Landtagswahlen ausgesprochen. Herr v. Zedlitz hat ganz recht: wenn wir hier das geheime Wahlrecht den Rheinländern gewähren, werden wir es auch den übrigen Gemeinden gewähren müssen. Gerade deshalb wallen wir seine Ein- führung durch dieses Gesetz. Wir werden zunächst für den weitergehenden freisinnigen Antrag und dann für den des Zentrums stimmen. Ich möchte nur das Zentrum bitten, dast bei der Abstimmung über seinen Antrag nicht allzu viel Mitglieder durch Abwesenheit glänzen. Sonst könnte der Antrag abgelehnt Iverden und es könnte nach auhen der Anschein erweckt lverden, als ob diese Ablehnung dem Zentrum gar nicht so unan. genehm ist.(Sehr gutl bei den Sozialdemokraten.), Weiter treten wir für die volle Oeffcntlichkeit der Gcmeinderatssitzungeir ein. Sie besteht längst in den anderen Gemeinden Preustens und hat nirgends zu Unzuträglichkeiten geführt. Gerade die Nicht- ösfentlichkcit_dcr Sitzungen öffnet dem Cliquenwesen Tür und Tor.(Sehr Ivahr! bei den Sozialdemokraten.) Bei Grund- stücksverkäufen und ähnlichen Fragen wird jede einsichtige Ge- meindevertretung natürlich die Leffentlichkeit ausschlicstcn. Im übrigen werden die Angehörigen der Gemeinden den VerHand- lungcn des Gemeinderats viel gröheres Interesse entgegenbringen, wenn die Sitzungen öffentlich sind.— Dem Antrag der Frei- sinnigen, den meistbegütertcn Frauen das Stimmrecht zum Ge- meinderat zu geben, können wir nicht zustimmen, weil daK ein Ausnahmerecht zugunsten der besitzenden Frauen wäre. Spricht doch auch eine Petition des Frauenstimmree htSver» bandcs für Westdeutschland davon, dast diesen Frauen das /Stimm» recht gewährt werden müsse, damit sie beim Ausbau der Bjnge usw. ihre Interessen als Grundbesitzer wahren könnten. Also dV, Frauen wollen das Wahlrecht, um ihren persönlichen Interessen zu dienen, Dazu können wir die Hand nicht bieten, wir verlangen was altive und passive Wahlrecht für alle Frauc�i ebenso wie für die Männer. Plan hat hier wiederhol� davon ge» sprachen, ob den industriellen oder landwirtschaftlichen lF reisen mehr Einfluh im Gcmeindcrat einzuräumen sei. Aber darnjech hat keiner der Herren gefragt, wo denn eigentlich die Arbeiter bleiben. (Sehr wahr! bei den Sozialdemokraten.) Es Hand ckt sich für die Herren lediglich darum, ob Industrie oder Landti Wirtschaft etwas mehr Einslutz auf Kosten der Arbeiter bekommen soll.(Sehr richtig I bei den Sozialdemokraten.) Interessant wo.r, dast der Re- gierungsvcrtreter sich gegen eine besondere Bevorrechtung-der Hausbesitzer wandte, die 19 Jahre ansässig in der Gemeinde sind. Das bedeutet nichts anderes als eine Bekämpfuv.g des Privilegs der Haus- und Grundbesitzer. Da stimmen wir mit dem Regie- rungsvertreter vollkommen überein, nur ziehen w ir die Konsequenz und verlangen die Beseitigung dieses Vwrrechts, die ja die Regierung selbst vor mehr als 39 Jahren ge wünscht hat. Heute hält man auch an diesem Unrecht fest aus Furcht vor der Sozial- demokratie.— Falls also die Vorlage nicht no ch wesentlich anders gestaltet wird, werden wir gezwungen sein, da gegen zu stimmen, (Bravo l bei den Sozialdemokraten.) Nach weiteren Bemerkungen der Abgg,. v. Ge scher(k.)'. W a l d st e i n(Vp.), Bell- Essen(Z.X und Ecker- Winsen (natl.) schlicstt die Generaldebatte. In der Spezialdebatte wird zunächst est., Antrag des Zentrums, das verhältnismätzig sehr stark besetzt ist. gegen die Stimmen der gesamten Linken und Rechten angeriommen. Bei einem weiteren Antrag des Zentrums� der das füecht der juristischen Per- sonen einschränken will, bleibt die Äbstb.nmung, da sich das Haus inzwischen mehr gefüllt hat, zweisclhasS. Es erfolgt Hammel- s p r u n g, der 77 Stimmen für und i 9 Stimmen gegen den An- trag, also die B e s ch l u st u n f ä h i g t e i t des Hauses ergibt. Die Wciterberatung wird auf fRontag 11 Uhr vertagt, autzerdem Aussührungsgcsetz zum Re ichsviehseuchengesetz. Schlust 4)4 Uhr. WasserstandS-V mg, richte» der Landesanstalt für Gewässerkunde. Mitgeteilt vom Berliner Wettcrdureau Wasserstand M- m e l. Tilstt V r e g e l, Jnsterburg Weichsel, Tborn Oder, Ratibor , Krassen , Frankwrt Warthe, schrinnn . Landsberg Netze, Borvamm Elbe, Leitmeritz , Dresden , Barby » Magdeburg st+ bedeutet Wuchs, Fall.— st Uni erPegel. Dauer vorn 19.-29. Juni Dauer vorn 19,-29. Juni r>*|l•\/ 1-C v0n �nzG9en' läppen, Ulster, Mänteln, Pelerinen usw. DlillS� 01" V CF Kaur Men erheblich unter Selbstkostenpreis Herren-Anzüge LvÄade� guter Verarbeitung, darunter auch einzelne O rn ModelUtüdte............ von M. 0.3" 00 Herren-Ulster u. 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Heute, Sonntag, vormittags 10 Uhr, Neue Welt, Elasenheide: lersaiüffliuny des Gesantlpersonals der drei Zeitungsdruckereien Lokal-Anzeiger, Mosse, Ullstein. Tages-Ordnung: Stellungnahme zu der augenblicklichen Situation. Achtllllg! Nntzerträger! Hititnng? Montag, den 19. Juni, abends K'/z Uhr, gleich nach Feierabend: VefZenttisKs DMZsrträger- Versammlung im großen Saal des Englischen Gartens, Sllexanderstr. 37c. T a gcZ-Ordnung: I. Vortrag des Kollegen Adam Zaps über:„Existenzfragen. Wie gedenken wir unsere Lage weiter anszubanen.« Die Gruppenleiter des Banarbciterpcrbandcs. AnveZend sind die A�samtea Vorstände. lente der Beruksangetlörigsi'.. Eingeladen sind sämtliche Vertrauens- vis Vertrauensleute. Laukeher Bauarlieiter-Verliatiil. Zweig verein Berlin. 1 Montag, den 19. Juni, abends 8'/z Uhr: Austerordentl. General- Versammlung in den Konkordia-Festsälen, Andrcasstr. 01. Tages-Ordnung: 183/1 Der Streik der Eiseukoustrilktions-Arbeiter und Stellung- «ahme zur Unterstütznug unserer in Mitleidenschaft gezogenen Mitglieder. Mitgliedsbuch legitimiert, ohne dasselbe kein Zutritt. Der ZwcigvercinSvorstand. Werte Kollegen! Da in dieser Versammlung eventuell Beschlüsse von weittragender Bedeutung gefaßt werden, die jedem einzelnen Opfer und Verpflichtungen auferlegen, ist es Pflicht jedes Mitgliedes, bestimmt und pünktlich zu erscheinen. D. O. Am Sonnabend, den 39. Juli d. I., nachmittags von 4 Uhr an, findet in Kliems Festsälen, Hasenheide 13—15, das ekße Stiflmtgüftft liitsms Imlgmklns statt. Wir ersuchen, schon jetzt hiervon Notiz nehmen zu wollen. Das Komitee. Teppichhans Lefövre. Orauicu- strahe 1S8, seht Juventur-Näumimgs- preise. Extralisle gratis. 1g3üK» >!» ir- Arbeit0na«tiweis: Vcnvaln.ngswello Berlin. Hauptburcan? Hof l. Slmt 3. 1239. Cdariwsli�l'« 3. Hos III. Amt 3, 1987. Montag, den 19. Inn! 1911: Bezirks- Versammlungen für die gesamte Verwaltungsstelle Berlin in folgenden Lokalen: Horden I?harii»-8iUc, Miillerstraste 14S, abends s>/, Uhr. Uorden' I'ostsiilv, Schwedtew Strafte 23, abends Norden! Franke» Feststtlc, Bodstr. 19, abends 8'/, Uhr. fansl- Frapn» FestsiUe, Dcgel, BahnhofSstr. 1, abends icssvl.«Uhr. s mr iir Prachtsitlc 8'/, Uhr. Xord-Wcst, Wialcfstr. 84. abends OeiTs Fcstsküle, Schönederg, Westen und Schöneberg: fcm. 5, �ds 8.,A mr. Osten und Lichtenberg: s',, fce,MeIet Stralau u. Rummelsburg: �Wa««N'.�bds.' 8?K CitrionbnT? itbo* GewcrkscUaftshaus, Eizsel- Ufer IS, OUtieDucZli iiv. Saal 4. abends 8',. Uhr. MoiKsneaa» Fenkert« Restaurant, Berliner Allee 251, «I tlUCliislC. abends 8'/a Uhr. Rtldorf! Hoppes Festsülc, Hermannstr. 49, abends 8'/, Uhr. Cliarlottenburg: Volkslian«, Rosincnstr.». abends 8-/. Uhr. etatilU>»• Schellhases Fest-Saie, Steglitz, Ahorn str. 15, uiCyilli. abends 81/. Uhr. Köpenick u. Frieüriclishagen: strahe 74, abends 81/, Uhr. Ober-Schöueweide: HaL�d��'°be�?h'uhr. Spandau! Bestanrant Bühle, Havelstr. 29. abends ö'/,Uhr. Tagesordnung in allen Versammlungen: Kericht vou der Generalversammtimg m Msmnheim. ZlltslleSsbueh leKitllniert. 118/11 Die Versammlungen werden pünktlich eröffnet. Zahlreicher Besuch wird erwartet. Acbtaa! Erwerbslose(Kranke).«LüR! Wegen Quartalsschluß bleibt das Bureau am Sonn- abend, de» 1. Juli, den ganzen Tag geschlossen, für diesen Tag erhalten die Kollegen ihre Unterstützung schon am Freitag, den 99. Juni, ausgezahlt. Da sämtliche Mitgliedsbücher zwecks Kontrolle ein- Sezoäen werden, ersuchen wir die Kollegen, ihre Unterstützung is zum 39. Juni abzuheben. Älusgeschlossen davon sind diejenigen, welche sich in Krankenhäusern oder Heilstätten befinden und die Unterstützung erst nach Beendigung der Krankheit abholen. Bel Krankenschein ist bei jeder Zahlung mitzubringen. 118/13 Die OrtSverwaltmig. Zahlstelle Grofi-Berlin. Bureau: Engeluser 15. Geöffnet v. 9—1 u. 4—8 Uhr. Tel Amt IV, 11443. Bezirks- Versammlungen Sonntag, de« 18. Juni, vormittags 9'/, Nhr: Für Oher-Schönevelde bemabe, Wilhelminenhofstrafte. Für Rummelsburg Bct Blume, Alt-Boxhagen 56. Sonntag, de» 18. Juni, nachmittags 3 Uhr: FA Blankenfelde w L°r-i staab. Mittwoch, den 31. Juni, abends 8'/z Uhr: Für Slidost U. Süden»°i««cke». Forster Str. s. Für RjldOrl bei«vllvrt, Steinmctzstr. 93. Donnerstag, den 33. Juni, abends S'/a Uhr: Für Norden sei Schoppan, frübet Raabe, Kolberger Str. 23. Für Charlottenburg im Tolkshanse, Nosinenstr. 8. Für 0St6n bei Zletc, Warschauer Strafte 61. Für KÖpeUlCk im Stadtthcatcr. kleiner Saal Für Tegel bei Kahles, Berliner Str. 92. Für Schöneberg und Umgegend Ä'Ä'Ä. Für Weißensee Bei Content, Lehderstr. 5. OUt Zwecks Ausübung einer Kontrolle über Teilnahme an den BezirkSversammlmigen wird daraus ausmerksam gemacht, dag die Mitglieder ihre Bücher mitbringen sollen, um den Besuch der Versammlung durch Stempel im Mitgliedsbuch eintraget: zu können! Zahlreichen mid pünktlichen Besuch erwarten «3/1 »1« Bezlrkslcltnngcn. (sei . Neu! Hoscnhaltor. Steine Hosenträger oder Gürtel mehr nötig. O Dansrwasclio„Zelida" • Feuerzeuge O Spielkarten aus Zelluloid oder Karton, abwaschbar, unverwüstlich O sowie andere prakt Neubeilen, ltobor Verdienst tiir WiederverkSuler. Lohnender Nebenerwerb für Jedermann. Versandhaus OUo Engerl, Leipzig 238, Brait strafte 27. F. Baer BaiMf Ecke 'Prinz.-Allee Herren- und Knaben- | Moden, Berufskleidung. Elegante kPaletots u. Pelerinen. Großes Stafflager:: zur Anfertigung n.Mafi. Allerbilligste, streng feste Preise. der Mittwoch, den 21. Juni, bei Becker, Weberstraße 17: ------------------ Allgemeine------------------ Mitglieder-Versammlnng ' mit Frauen. TageS-Ordnung: 1. Vortrag:„Der Weg der Böller zu Licht und Freiheit«. Rcscrent: Gcneffe Vlaldeok-Manasse. 2. Bericht und Neuwahl der Delegierten zur Gewerkschastskommission. 3. Verschiedenes. MoffenhasteS Erscheinen erwartet Dl« OrtsTersraltang. Oitv t Die komblnierte Vertrauensmännersittting �Ut.>4)LllLl)IUllI. jutdet am 23. Junt im Gewerkschafts- Hause, Saal V, statt. 1ög/13 Mitttvoch, 21. Juni, abends 5% Uhr, tu Craumanns Festsäleu, Naunynstr. 27: Mcrord. Versammlung aller in der Album-, Mappeu- uud GatlinteneivliremudnSne beschüst. Arbeiter und Arbeiterinneu. TageS-Ordnung: Der Stand unserer Tarifbewegung und Beschlufifassung erc weiteren Mastnahmen. Verwsltunz/ Lerlin. Mittwoch, den 21. Juni, abends 8'/. Nhr, in den„Konkordiafälen-» Zlndreasstr. 64: yettraueuzwämter-Versammlung für sämtliche Branchen und Bezirke. Tages-Ordnung: 1. Vortrag über.Streikrecht-. Ncsercnt: Rechtsanwalt 0r. itosenkeld. 2. Der Schiedsspruch des EmiguiigsamtS über Lohugarantie und Nach- Prüfung des Nkkordprcises. 84/16 DK" Jede Werkstätte muh vertreten sein. VertrauenSmännerlarte und Mitgliedsbuch legitimiert._ ZMZ Das- Die Zahlstelle 13 ist von Garienstr. 60 nach Pflugstr. 5 Mi IFalclt verlegt worden._ Fibliotliek! Wege» Inventur«üd Herstellung eines neuen Katalogs bleibt die Bibliothek im Juli und August geschlossen. Alle Bücher müssen bis zttut 30. Juni er. eingeliefert sein. fr, Montag, den 19. Juni, abcndS 8 Uhr; BBT Versauannlnn�"NS bei Anton Voeker, Weberstr. 17. Tagesordnung: 1. Forisehung der Diskussion über den Bericht der Kommission. 2. Verbands- und Vranchenangelegcnheiten. _, Die Kommission. Montag, den 19. Juni, abends 3'/z Uhr lgleich nach Feierabend): WWsüsr- Versammlung für östliche Vororte bei �.raolti, Frankfurter Chaussee 5—6. TageS-Ordnung: 1. Bericht von"der Generalversammlung. 2. Verbandsangelegenheiten. 3. Verschiedenes. Die Kommission. med. Karl Reinhardts spozial-ärztliche Institute fOp ||r Geschlechtskrankheiten Haut-, Uarnlcldcn, Sclnvüche(Impotenz). ■ Neanderstraße 12 Polsdamer Straße 117| Für Frauen von 3 bis'/-S Uhr nur Potsdamer Str. 117. Vollkommenstes kombiniertes Heilverfahren bei frischen und veralteten Fällen. 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Strafkammer des Landgerichts I gegen den Schankwirt Otto Jantke zur Verhandlung gelangte. Diese entbehrte insofern nicht eines aktuellen Interesses, als der Vorgang sich in einem Lokal am Oranienburger Tor, in dessen Umgebung sich in der letzten ydt mehrere schwere Exzesse, u. a. die Erschieszung des Schutzmanns Lucht, ereigneten, abspielte und wie diese ein Schlaglicht auf die Gefährlichkeit gewisser dortiger Lokale warf. Welchen RufeS sich diese und ihre Besucher bei Gericht erfreuen, zeigte schon der Umstand, das; man den Angeklagten, bevor er die Anklagebank be- trat, daraufhin untersuchte, ob er Waffen oder dergleichen bei sich führte. Zu der vorliegenden Szene kam es bei einem Besuche, den der Kriminalschutzmann Matschuk und die Schutzleute Dame und Abbe dem Lokal des Angeklagten in der Joachimstrasw ab- statteten, um es ihrem Auftrage gemäß zu kontrollieren, schon der Eintritt in den Bouillonkcller wurde ihnen nicht leicht gc- macht, denn als der Kellner, der auf der Hut war, ihr Nahen be- merkte, schloß er schleunigst die Eingangstür ab. Die Beamten mußten sich deshalb gewaltsam Eingang verschaffen, indem sie sich fest gegen die Tür stemmten, so daß die Scheiben sprangen und dann durch Turchfaffen das Schloß geöffnet werden konnte. Tie unerwünschten Eindringlinge sahen sich einer heiklen Situation gegenüber, denn in dem Raum saßen zwölf dunkle Gestalten und sogleich hörten sie den Wirt rufen:„Langt mir mal die Knarre her!" Da aber niemand seiner Aufforderung nachkam, lief Jantke selbst in die Küche und holte sich einen Revolver. Ehe er ihn jedoch erheben konnte, sah er die Pistolen der Beamten auf sich gerichtet. Dadurch wurde der Angeklagte so eingeschüchtert, daß es zu keiner Katastrophe kam, sondern die Kontrolle der Gäsic ruhig vor sich gehen konnte. Das Gericht erkannte deshalb nur auf drei Monate Gefängnis. Ter Anspruch der geschiedenen Frau auf Unterhalt. Das Reichsgericht hat kürzlich eine Entscheidung von größerer Bedeutung über die Unterhaltspflicht dcS schuldigen Ehemannes gegenüber der von ihm geschiedenen Frau erlassen. Hierbei ist be- sonders die Frage in den Vordergrund getreten: Wie ist der Unterhalt der geschiedenen Frau zu bemessen, wenn der Verdienst des Ehemannes nicht ausreicht, um sich selbst, seinem neuen Ehe- gattcn und seinen Kindern staiidcsmäsngcn Unterhalt zu gewähren? In solchen Fällen ist, wie das Reichsgericht ausführt, nicht nach 8 1578 des Bürgerlichen Gesetzbuches auf Abweisung der Ansprüche der geschiedenen Frau zu entscheiden, sondern nach dem Z 1ö7ö, der an die Stelle des standcsmäßigen den notdürftigen Unterhalt setzt, der mit Rücksicht auf die Vermögenslage aller Beteiligten nach Billigkeit zu bewerten ist. Die Ehe der im vorliegenden Prozeß streitenden Parteien ist durch Urteil des Landgerichts Hirschberg geschieden worden. Der beklagte Ehemann, der Landschaftsgürtner und Besitzer eines Gärtnereigrundstücks ist, ist für den schuldigen Teil erklärt worden. Tie klagende Ehefrau verlangt eine Unterhaltsrcnte von wöchentlich 15 M. Das Landgericht Hirschbcrg hat der Klägerin eine Rente von wöchentlich 7 M. zuerkannt. Das Oberlandesgericht Breslau hat die Klägerin gänzlich abgewiesen. Und zlvar verneint das Oberlandesgericht die Leistungsfähigkeit des Beklagten. Für seinen und seiner Familie notdürftigen Unterhalt seien in An- rcchnung zu bringen 60 M. monatlich, die er für sich und seine zweite Ehefrau brauche, und 66 M. monatlich, die er für seine vier 5tinder benötige, insgesamt also 1446 M. jährlich, während sein Jahreseinkommen nur auf 1376 M. zu schätzen sei. Er sei hiernach außerstande, der Klägerin einen Beitrag zu ihrem Unter- halt zu gewähren. Dieses Urteil des Overlandcsgerichts Breslau ist auf die Ncvision der Klägerin vom Reichsgericht aufgehoben und die Sache zur anderweiten Verhandlung und Entscheidung an einen anderen Senat des Oberlandesgerichts zurückverwiesen worden. In den Entscheidungsgründcn wird vom höchsten Gerichtshof unter anderem ausgeführt: Das Oberlandesgericht beurteilt das Maß der dem Beklagten als dem allein für schuldig erklärten Manne gegenüber seiner geschiedenen Ehefrau obliegenden Unterhaltspflicht ledig- lich nach§ 1578 des Bürgerlichen Gesetzbuches. Es liegt jedoch der Fall des Z 1579 Absatz 1 Satz 2 vor, daß der Beklagte zugleich seinen minderjährigen unverhcitratetcn Kindern, außerdem in- folge seiner Wtederverhciratung auch dem neuen Ehegatten Unter- halt zu gewähren hat. Seine Unterhaltspflicht beschränkt sich daher, da er nach der Annahme des Berufungsrichters außerstande ist, ohne Gefährdung seines standcsmäßigen Unterhalts sowie des standcsmäßigen Unterhalts seiner Kinder und seines neuen Ehe- gatten, der Klägerin Unterhält zu gewähren, auf dasjenige, was mit Rücksicht auf die Bedürfnisse sowie auf die Vermögens- und Erwerbsverhältnisse aller Beteiligten der Billigkeit entspricht. Von diesem Gesichtspunkt aus hat das Oberlandesgericht den Unterhaltsanspruch der Klägerin nicht geprüft. Unrichtig ist es, daß bei der Prüfung der Leistungsfähigkeit des Beklagten aus- schließlich auf dessen Einkünfte Rücksicht zu nehmen ist. Kann der für schuldig erklärte Ehegatte den dem anderen Ehegatten nach § 1578 zustehenden standcsmäßigen Unterhalt ohne Gefährdung seines eigenen standesmähigen Unterhalts nicht gewähren, so ist die Regelung nach Billigkeit vorgeschrieben, wobei nach der aus- drücklichen Bestimmung des Z 1579 Absatz 1 Satz 2 nicht bloß auf die Erwerbsverhältnisse, sondern auch auf die Bermögcnsve.rhält- niste der Beteiligten zu sehen ist. Das Reichsgericht zieht hier in Betracht, daß der Beklagte ein größeres Gartnercigrundstück be- sitzt und zu Aufbesserungen dafür 8666 M. ausgegeben haben soll. In bezug darauf erklärt es noch: Auch diejenigen Einkünfte hatte der unterhaltspflichtige Ehegatte bei Bemessung des Unterhalts sich anrechnen zu lasten, die er nicht für sich verbraucht, sondern zur Erhöhung des Wertes des Stammvermögens verwendet. Versammlungen. Zentralverband der Töpfer. Die am Freitag abgehaltene Mit- gliedcrversammlung nahm Stellung zu der in Dresden stattfinden- den Konferenz der Heiztechaufchen Kommissionen. Diese aus Meistern und Gesellen zusammengesetzten, in verschiedenen Städten bestehen- den Kommissionen haben die Aufgabe, Studien darüber zu machen, wie der Kachelofen in bester Weise als Hcizmittel ausgestattet werden kann um den Wettbewerb mit der Zentralheizung aushalten zu können. Die einzelnen Kommissionen sind über manche technische Fragen verschiedener Meinung. Um in dieser Hinficht eine Ver- ftändigung zu erzielen, ist die Konferenz einberufen wordcü.— In der Versammlung wurde unter anderem ausgeführt: Der Verband habe sich im Interesse des Berufes an den heiztechnischcn ftommissionen beteiligt und zu den Kosten ihrer Arbeit beigetragen. Es habe sich aber gezeigt, daß die Anregungen, welche die Koni- Missionen zur Verbesserung des Kachelofens machten, von den Unter- nehmern nicht beachtet werden. Nach wie vor werde schlechtes Material geliefert, so daß auch bei sorgfältigster Arbeit kein ein- lvandsfrcier Ofen hergestellt werden könne. Die Arbeiter würden sich an der Konferenz beteiligen. Sollte es aber der Konferenz nicht gelingen, die Unternehmer zur Befolgung der Anregungen der Kommission anzuhalten, dann hätten die Arbeiten der Kommission keinen praktischen Zweck und die Arbeiter würden sich dann nicht mehr daran beteiligen.— Die Versammlung beschloß, außer drei Mitgliedern der heiztechnischcn Kommission noch einen Vertreter des Verbandes zu der Konferenz zu schicken. Als solcher wurde Liege gewählt. Die Frage der Einführung eines paritätischen Arbeitsnach- weises hat eine frühere Versammlung beschäftigt und ist darauf in den Bezirksversammlungen zur Abstimmung gebracht worden. Die Beteiligung an der Abstimmung war aber so schwach, daß daraus die Ansicht der Mehrheit der Mitglieder nicht zu erkennen ist. Die Versammlung beschloß deshalb, daß eine Urabstimmung über die Einführung eines paritätischen Arbcitsnachjlveijjes vorgenommen werden soll. Verband der Tapezierer. Die Sektion der Kleber hielt am Mittwoch ihre regelmäßige Versammlung ab. in der Bruno w über die Frage: Wie versckiaffen wir dem Tarif Geltung? referierte und eingangs seiner Ausführungen einen Rückblick über den alten Tarif gab. Redner rügte, daß heute noch immer ein Teil der Kollegen zu den alten Bedingungen arbeite. Auf irgendwelche Aus- einandersetzungen betreffs des neuen Tarifs mit den Unternehmern soll sich ein Kollege unter keinen Umständen einlassen, sondern sich unverzüglich an die zuständigen Instanzen wenden. Diese Er- Mahnung kam auch in einer Resolution zum Ausdruck, die einstimmige Annahme fand: Die heute tagende Versammlung verpflichtet jeden Kollegen, bei Nichtbezahlung des Tarifs sofort die Achtzehnerkommission anzurufen. Desgleichen sei nochmals auf die Verpflichtung der Benutzung des Arbeitsnachweises hingewiesen und ist das Umgehen desselben als Tarifbruch zu berrachten. In der Diskussion trat einmütig die Meinung zutage, daß die tariflichen Bestimmungen nur dann zum Vorteil der Kollegen- schaft gereichen werden, wenn jeder einzelne streng auf die Durch- sührung derselben achtet.— Ein Antrag, die Wahl der Bauten- kontrolleure der Bezirksführersitzung zu überlassen, wurde an« genommen. (Wiederholt, weil nur in einem Teil der Auflage.) Marktpreise von Berlin am 16. Juni 1911, nach Ermittelung beS Königlichen Polizeipräsidiums: M ar kt h al l e n p r e is e.(Kleinhandel.) 160 Kilogramm Erbsen, gelbe, zum Kochen 30,00—50.00. Speisebohnen, weiße 30,00—50,00. Linsen 20,00-60,00. Kartoffeln 6,00—9,00. 1 Kilogramm Rindfleisch, von der Keule 1,60—2,40. Riildflcisch, Bauchfleisch 1,20 bis 1,30. Schweinefleisch 1,10—1,80. Kalbfleisch 1,50—2,50. Hammelfleisch 1,50—2,20. Butter 2.20—2,80. 60 Stück Eier 2,80—4.40. 1 Kilogramm Karpsen 1,40—2,20. Aale 1.60—3,00. Zander 1.50—3.60. Hechte 1,20 bis 2,80. Barsche 0,80—2,00. Schleie 1,20-3,40. Bleie 0,80—1,80. 60 Stück Krebse 3,00-36,00._ BSitterunqSuberilcht vom 17. Juni 1911. Stationen Swmemde. Hamburg »erlin Krantt.a M München Wien Wetter ** c•* ti «a 4 bedeckt 1 7 1 halb bd, 11 4 bedeckt � 14 5 Regen 10 2 bedeckt! 16 I «Setterprognoie für Sonntag, den 18. Juni 1911. Ziemlich warm, viehach heiter, aber veränderlich bei mäßigen südliche» Winden/ etwas Regen und Gewitterneigung. Gegründet 1867- Zentrale und Versand: Jerusalemer Str. 38-39 Potsdamer Strasse 2 Friedrich-Strasse 75 Tauentzien- Strasse 19a König-Strasse 25-26 Schöneberg, Hauptstr, 146 Rixdorf, Berg-Str. 25-26 RosenthalerStrasseS Tauentzien- Strasse 7 b Mark 12.50 Spezial-Verkauf Neu eröffnet: Charlottenburg Wilmersdorfer Strasse 45 Eck« Sduller-Strasso Reich illustrierter Haupt-Katalog gratis Berg- u. 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Biehhöser, , 9, SS. Wellnitz. , 25, Kabns. „ 33, H. Winnenburg. Koppenstr 8, R, Wiejener. 12. Bobel. 14, O, Hanke. 15, Hetz. , 23, Hanke u. Co. , 25, Stradtmeier. , 45, Hanke u. Co. 46, Wahl. 49, 31. Richter. 58, Wobiick. 70, Hest, „ 75, Goldacker. Kopeiihagener Str. 2, Müller. 11, O. Hanke. , 28, S.«echtel. , 36, Söder. , 43, Kurth, 65. K. Welz. 74, Schön. Korsörer Str. 2. E. Barth. , 17. Hübner. , 20. F. Hanke. Koltbuser Damm 14, Richter. 35, Jüling. Kottbuser Ufer 6Za, Schöndenier. Krautslr. 4/5, O, Hanke. 22,&. Arndt. 45/46, 31. Röhl. Kremmener Sir. 15, SoSnowsli. Kreutzigerstr. 16, 31. Kiehne. 20, C. Jahit. Kllglerstr. 4, H. Ernst. 8, 3t. Schulze. Kunkelstr. 5, Bummler. Landsberger Allee 1, O. Hanke. . 37, Steimnüller. . 43, E. Heimele.' .' 51, Seetänder. » 123. P. Hauke. Landsberger Str. 1/2, P. Hanke. 17. Mache. > 75, Nordstern. Landlvehrstr. 7, Matschle. Langestr. 8, Nordstern. „ 25, O. Hildebrandt. 36, Gnmlüar. „ 40, B. Höhne. , 46, Pctcr. . 78, F. Purstchke. , 93/94, Schölt. . 106. O. Paut, Langenbeckslr. 12, Schrohen. Lausitzer«Ir, 34, O, Schiilze. - S7, H. Neutnckatz. Lebliser Str. 2. Mäsenthtm U. P-ter. . 12. O. Hanke. Lehrter Str. 32. Lorenz. Lessingstr. 28. Blottner. , 36, R. Richter, Lihauer Sir. 1, JeSke. 4. Albrecht. S. I. Wdg. 11, Peter. 17, K. Leber. Lichleiiberger Str. 6. I. KierzkowSti. 21. W. Feist. Liebenwalder Str. 1. Lucas. . 8, Ö. Krättkel. 31. M. Jäkel. . 34a, I, B-Itz. » 44, P. Hanke. Liebenwalder Str. 60, H, Rahmann. Licbigstr. 1, Peter. „ 7, Konsumgenossenschaft. , 38, I. Hanke. Licgnitzer Str. 5, Wilde. 7. M, Eckold. , 28, Gustav Micth. Lindower Str, 9, Nilsom Linienstr, 1, O, Hanle. . 56, Joppich. » 72, Schuberth. , 156, Kemnitz, , 244, Schält. Llppchncr Str, 35, O. Hank«, Litthaucrstr. 16, C. Swoboda, 24, G. Joileweit. Löwestr. 1, I. Kahlsust. . 18, Walter. Lortzingstr. 6, Schulz. . 17, Stessen. Lothringer Str. 24. O. Hank«. „ 34, Mollweide. 64. 33. Gaml. Lottumstr. 13 a, Nauschenberg. Lübbener Str. 24, O. Psennigsdors. 29. E, Gierz. Lübecker Str. 7, F. Bauch. , 47. Schmidt. Lüderitzstr. 5, E. Schönwies«, , 9, Hossinanm » 55, Sit. Engel. 60. G. Klitzing. Lützowstr. 105, Blottner. Luisenstr. 7, O, Hanke. Lychener Str. 4, Walter. >7. te Bart. 26. Koch. „ 31, Bobel. 110, P. BoiotoSIL 124, A. Brumm. Lhnarstr. 4, P. Tänzler. . 27. P. Gutsche. Malplaquelstr. 6, Olberg. 11. M. Schauk. 14/16. F. Laddach. Malmöer Str, 6, A. Zwesfin. Manteussetstr. 11, O. Ermisch. . 19, A. Rohr. 45, Blottner. 6l, Kirschke. 67, F, Tieme. , 87, B, Jurte. 90, O. Haitke. , 91. Konsumgenossensch. . 99. W. Lehrend. 103, I. Ullrich. 129, Rusicke, Markgrasmdamm 31, Gutich. j 32, Lehmann. 35, Hanke u, Co, Markgrasenstr. 73, R. Richter. 99, O. Hanke. Mariannenstr. 5, Toeriitz. , 7. Hanke u. Co. , 12, O. Hanke. , 27, Wenzel, 31/32, Gebr. Pool. Marienburger Str. 7, F. Hanke. 32. Hetz. 48, Eckstel». MarkuSstr. 11, Ernst. . 27, Wolwau. , 37, KonsumgenossMlchast. „ 33, Davideit. MarkuSstr, Kl., 9, Wiedersich. „ 12/13, Gebr. Petschel. Martm-Opitzstr. 2, Maserat. 24, Herrmmm. Matternstr. 2, Hempel, 11, F, Hanke. . 13, Dörner. Mauerstr. 66/67, R. Richter. Maxstr. 7. Brolsabrik, Heinr. Wittler. 13a, Koiisumgenossenlchast. 17, G. Dzilowski. Melchiorstr, 25, Genschow, Mebnerstr. 21, Giebelmann. Memeier Str. la. B. Fechner. , 7, Knoke. 14a, Sich. Z-PN». , 16, Hanke it. Co. 20, ist. Ahlschwed«. 82, O. Lucka. 47, 31. Eifert. , 48a, Hanke u. Co. 52, St. Sorbe. „ 59. L. Halbe. 65, M. Rostplesch. 77. Elster. 81. Fechner. MendelSlohnstr. 10. Ziegler. Metzer Str. 2. E. Zeiller. 11, 23. Donng. 17. W. Block. 29, F. Bartel. 42. Cing. Weistenburger Strage, LSkar Hanke. Michaelkirchplatz 4. Konsmngenojselisch. Mirbachstr. 14,.BolkSbrot". , 20, K. Böhme. 25. K. Keil. . 26, Konsumgenossenschast. 29. P. Berzer, 37, E. Burmester. Mittenwalder Str. 30, F. Dohna!. , 41, Siegwald. , 50, Behnk«. Möckernltr. 124, Blottner. Mühlenstr. 4/3, Heinz. 46 a, P Böhla. „ 51, I. Schon. 66 a, Gälel. Müllerstr. 12c, F. Ramm. oc; Hondran. 83 tS4. Brots abr.Eebr.DUtlcr 60, Trapp. 63, Hostmann. 113, G SütziNg. 120, Huschle, ' 121, Hörder. 132, Nownck. " 144, Hanle u. Ca. � 152, Huschle. , 156, Goldacker. . 150 b, G. MUtcnbort Müllerftr. 163, Krause. 166 a, P. Hanl«. MüncheSerger Str. 6, Hanke u. To. 15, Lene. Muskauer Str. 6. A. Barduhn. . 28, Moses. ■ 31, M. Lerche. 54, C. Biedermann. Raugarder Str. 4, Willgaz. » 14, Muche. 39, R. Skibbe. Kaunhnstr. 7, E. ssillitz. „ 64, O. Heilmann. .. 73, O. Winkler. Razarethkirchslr. 37, O. Krankel. 45, R. Schwämmleill. Reandcrstr. 27. O. Hanke. » 23. Fr.«akiikowSki. » 36, Nowosadko. Neue Hochstr. l8, K. Herzog. Nollendorsstr. 46, P. Hanke Nostizstr. 9. R. Bergcr. ,. 49, Kreuch. Norweger Str. 3, I. Paulise. Oderberger Str. 8, R. Müller. , 21, Gcrfon. 27, Bobcl. 38, O. Busch. 46, Janibki. . 49, E. Böhme. „ 61, Heide. Ohmstr. 9, F. Jendrcyko. 12, Nowosadko. Oldenburgcr Str. 8, Müller. » 14, Geisler. , 21, T. Ncumann. 25, C- Lanze. Oppelner Str. 4. 23. Schenk. 20, I Hornig. „ 28, Hanke u. Co. . 29, H. Müller. . 35. G. Riegel. 49, Nah. Oranieustr. 1!>, O. Winkler. 31, K. Stauffe. » 161, Köhler. » 181. Nordstern. . 186, O. Hanke. 196, A. Stuller. Ostender Str. 49, O. Weber. Ludenarderstr. 4, F. Hanke. » 36, W. Sauter. „ 44, Sl. Liebenec. Palisadenflr. 2, P. Hanke. , 26, O. Hanke. m 44, T. Schelcnz. 58, Jäkel. Palisadenslr. 84, K. Kinzel. 106, Nordstern. Panlstr. 38, M. Mendt. „ 42, 81. Albrccht. » 46, R. Kümmel. . 68/69, Hanke u. Co. M 74, Hartman«. m 83, Klang. » 87, P. Hanke. ,, 91, W. Schwahn. Pappel-?lllce 7. Lülosf. , 18, F. Göken. „.21, Schüller. . 24. C. Caseler. , 56, Kotz. » 54, R. Müller. . 62, F. Hanke. 85, Zldam. Pafteurstr. 12, Zcislcr. , 15, � ah mann. „ 23, Gericke. , 38, Schutt. . 42, Mager. Peitcnkoserltr. 5, Hanke u. Co. 17«, Peter. Perfiusftr. 1,platz 2, Matzke. Ruppiner Str. 8, E. Geihler. , 12. O. Hauke. 26. Bobel. RüderSdorser Str. 2. M. Lerche. , 20, Stier. , 29, Hanke u. Co. „ 62, Büttner. „ 67, Kracker. Rügener Strahe 3, K. Beyer. 16, I. Göhwein. Rykestr. 3, Müller. 7, F. Viewegcr. obcl. Libutzki. esse. >. Reich« I. Samariicrslr. 2. F. Grohmann. , ll, H. Könnemann. . 21, Vicrheller. 28, Jhlenseldt. Samoastr. 22, Schelve. Schariihorftstr. 7, Gutsche. Schererslr. 2. Fr. Vurek. 12, P. Hauke. Schillingstr. 19, C. Hauke. Schioelbelncr Str. 4, I. Hildebrandt. . 8, Peter. „ 9, Konsumgenossensch. . 16, Köhler. 18. Wolss. 28. Müller. 44, R. Engel. Schlesischeslr. 19, Tcimcrt. Schliemannslr. 24, Reisewitz. 30. F. Haute. 32, Japp. 46, K. Krause. Schonenschc Str. 1, H. Edcr. . 5, 3l»nge. 8. Wallher. 15. Pirschel. Schöuflicher Str. 2, Hesse. 16, Brandt. Schönhauser Allee 63. O. Hanke. „ 70«, Goldackcr. Lt. M. Schmidt. , 86. Kicscivcttcr. , 98, Kiesewciter. 101, L. Hanle. 131, Siebcrt. „ 150, Nowack. „ 158«, Kluge. 160, Beyer. 164, Fiedler. 177o, Goldackcr. Schönhauser Str., 3llle, 33, Goldacker. ,. 39/40. P.Hanke. Schönholzer Slr. 5. Fr. Milleibach. Schönleinstr. 4. Müller. 17. Peter. . 19, Drauichke. 27. A. Hollunder. Schönwalder Str. 14, P. Hanke. » 16, Hagen. �.. 27, Hcrberg. Schonwcider«lr. 9, F. Lewau. Schreinersir. 4. 19, Peter. » 39. Sielien. » 49, 31. Dorow. » 50, Lwsianny. 52, E. Schaller. Schulzendorser Str. 14. Agricola. 23, Riedel. Schulstr. 6. R. Höhne. . 28, Franz Naumann. . 35, Schmidt. . 51, 3l. Knaus«. . 67. Thalcr. , 102, Kleiner. , 110, Praschma. Schwartzkopsssir. 4. O. Kränke!. Schwedter SK. 48. Böiicher. 52, 3l. Hubner. , 240, O. Acuftel. „ 254, L. Hanle. Schwedenstr. 9, Hcppner. , II«. F. Hanke. 16. Manltz. . 19, Kappler. Scbastianstr. 19. Hossmann. Scestr. 69, P. Menden. —, Ruschie. Seelower Str. 17, Fröhlich. Sickingenslr. 76, Winter. Siemensstr. 7, C. LaabS. 17. Preuh. Stmeonstr. 14. Lück. Simon-Dach-Str. 1, Zinher. Simon-Dach-Str. 5, Zl. Gruschka. 7. 3l. Zinher. . 18, Menckheim. 28, B. Wallner. Simplonstr. 41, Stresoiv. Slalitzcr Str. 18, Winkler. „ 63/64, C. Dehme!. „ 95, Siekolas. 96. 3t. Dietrich. 109, 31. Köhler. „ 120, Gcrlach. 124, E. Merlins. Soldiner Str. 12, E. Ziittcr. . 30. Kapplcr. . 32, Schultz. 69. KIcich. „ 69, H. Frankenstein. 72/74, O. Krankel. , 76, F. Hanke. „ 99, Krankel. 103, Konsumgenossensch. Sonnenburger Str. l3, Gräsling. Sophicnstr. 16, Llschingcr. Sorauer Str. 1, O. König jun. „ 8, F. Kretzschmar. 18, I. Hentschcl. Spandauer Brücke 1b, O. Hanke. Sparrstr. 10, 3l. Kosubeck. 20, Hanke u. Co. Sprcngelstr. 4/5, Weber. 33, P. Jarrasch. Stargardcr Str. 2, F. Hanke. 12«, Lepki. 21. Peter. . 32, Lcischner. . 57, Kaulitz. 63, Roll. . 69/70, A. Funk. 78. Bark u. Walter. Stallschreiberstr. 32«, P. Hanle. 60, Lorenz. Steglitzer Str. 73, P. Hauke. Sieiiimetzstr. 22, Bloitner. „ 29, Merzhaus. , 42, Bloitner. 66, Bäckcrcigenossensch. Stendalcr Str. 5. Konsumgeiiossensch. , 5, Coris u. To. 15, P. Hanke. Stephanstr. 7, H. Dauiaschke. 35. P. Sticleke. 40. Bühl. 47, Krug. Stctiiner Str. 7, F. Hmike. . 21, Krause. . 26. Kleinert. „ 54, Zeschmann. 56, E. Krista. Stolpijche Str. 3, W. Mcihner. 22, O. Donath. „ 26, F. Hanke. , 35, Schmiert 38, Pcler. 41, F. Hanke. 47, Wurst. Stralauer Allee 17o, Albrecht. 23. Buge. Stralauer 3wee 32«, Gustin. Stralsunder Str. 8, P. Jllmann. 23, F. Köglcr. 56, A. Loth. SIrahburger Str. 13, Tremus. , 28, Sachwitz. 35, Hellmann. Slrahmannstr. 2, Hauke. 8. Feller. , 15, Biumel. „ 24, Zander. 35, Sligt. Strausberger Str. 1, C. Reglien. . 5. Schubert. 28, Heinrich. 33. Schicke. Strelitzcr Str. 4, Näse. . 15, v. Grabowski. 21, Schulze. 31, Hey. 64, E. Grams. Stroinslr. 20, Bühl. ,. 83, P. Zastrow. 48, Siedet Stubbeukammerstr. 2, Sielinz. Swincmi'uider Str. 33, Konsumgenoss. 43, R. Enget 54, Libok. 58. Müller. 66. R. Becker. 74, F. Hanke. 80. Prüll- 82, Winkler. 93. E. Martins. 106, Meier. 114, P. Hanke. 119, Weih. Tegeler Str. lt. O. Lcnzner. 23, M. Dahike. 32, H. Krause. Thaerjir. 18, Sonueck. . i 21, Weruicke. 23, F. Hanke. 64, Bloitner. Thoruer Str. 6, Beyer. 62, F. Hanke. Thnrneyherstr. 5. Rinke. Ticckstr. 9, Bobcl. „ 16, Hossmann. Tilsiter Str. 12, P. Schüre:; 19, O. Hank«. 24, Plötz. . 26, Gehn«. , 34, König. , 68, Ouandt. 77. Stahnsdorf. 81, Lwsiani. 91, P. Hanfe. Togostr. 4, Koniumgenosselischast 8, H. Bletlerinamr _ 81, Zander. Torellstr. 4, F. Doliwa. Toisstr. 9, Huwe. „ 13, König. 14, Peukcrt . 17, Ziesmer. , 22, Preidel. , 23. Hanke u. Co. 28«, Konsumgenossenschast Transoaalstr. 14. Ehnes. 20, Bäckerei„Zukunst". Tresckvwstr. 25, Deubach. „ 44, Gärtner. 57, Wecke. Trislstr. 4. Renzel. . 9. Kühl. , 43, Krause. , 47, K. Huwe. , 55, Nadak. . 64, D. Kränke!. „ 66, Stähr. Turiner Slr. 36, P. Rihmann. Turmstr. 43, Goldacker. 67. Hanke. Türkenstr. 22, Panlisa. Ueckermünder Str. It, F. Arnst. 17. Ulbrich. Ulbaustr. 1. Neubarth. . 25. Th. Herzog. 29, Mittclstädt . N. Fehse. Urbanstr.'49, W. Hein. , 6t, C. Billüiz. » 80, Bloitner. » 94, Rawe. , 104, Kruschke. „ 112, H. Lutosch. Usedomstr. 4, I. Skilinik. „ 20, Schmalenberg. 31, Peter. Utrechter Str. 8, Stanicki. 15. F. Hanke. „ 20, Schröder. Veteranenstr. 8, W. Bantsch. „ 11. O. Hanle. 27, Fiedach. Boigistr. 17, schäum. „ 26, Höhnte. 32, W. Henning. 38, Heidt. Bollastr. 32, Bertelmanm „ 42, O. Eckel. 49, Köster. Waldstr. 4, Krug. . 17. P. Hanke. „ 22, Schreiber. „ 25, E. Jglisch. „ 35, Langgut. „ 42, tz. Bauer. . 46. H. Pohl. Waldemarstr. 37, Nordstern. . 62, Lerche. . 66, Haniet 76, Claus. Waldenserstr. 9, Gierszewski. . 15, R. König. „ 23. Kuppcri. „ 33. SlawinSki. Walde yerstr. 3, P. Heule. Wallner-Theater»Str. 10, Fränlel. Warschauer Str. 16, Jarzembowski. , 60, H. Schulze. 64. Lück. , 69, W. Ficbig. 83, O. Hauke. Wassertorstr. 22, Bloitner. 49, Halisch. Wahmannstr. 20, Beier. Wattstr. 1, Pirrwitz. „ 10, Gast. 21, F. Hanke. Webcrstr. 1/2, Knüpfer. 39,(Aoldacicr. 40b, Nordstern. . 42, Schütt. 47. Jaekcl. 53, A. Poltrock. Weidcnwcg 7, Müller. 25, Brosin. „ 34, O. Hanke. „ 48, Hanke u. El 51, Krause. „ 57, Lehmann. 74/ Klose. . 75. Peter. 82. MUbäch. 87, Kirchmeier. Weinbcrgsweg 7. P. Hanke. Wcinstr. 7, O. Stade. . 12«, Bobcl. 27. Rohmer. Wcihciidurger Slr. 24, A. Büttner. 42. G. Mösl«. , 46, Peter. ,.55, Nobiling. , 69, Mohsler. 78, Förster. ffieiftstv. 12, Mottner. Wicherlstr. 5, KierzkowSkt 153, Krause. Wicicsstr. 21, 41. Staub. 27, 41. Reisewitz. 36, Li er. 47, Ulbrich. 49, Krug. 55, Rothäusler. Wiener Str. 8, E. Schmidt , 32, Klaumick. , 49. Handle. 56«, Langwitz. 58, Wcinert 61, Weckwcrt 66, Gause. Wiescnsir. 7, F. Hanke. „ 19, Dreier. 28, I. Seger. 31, Görtz. 64, P. Schnrolien. Wilhelmshavciicr Slr. 8, Bodenflcin. 13. Badckc. 17. Danielzlk. „ 23, George. 32, Winde. 37, Tcske. 51, Glück. WilhclM'Siolzc.Sir. 4, F. Hanke. 15, Schmidt , 21, Schulze. , 35, Bachmaim. , 33, LöhuS. 43, Giese. Willdenowstr. 17, Täuyes. 29. Breier. , 30, Konsumgenossensch. 37(Berkaussst), Kräukel Wilsnacker Str. 15, Goldackcr. , 33, Kranast. 45. P. Hanke. Winsstr. 6. Müller. 13, Schütt. 30, Götze. „ 47, RabakowZki. ., Pcler. „ 60, Brandt. . 63. Kousumgeuossenschast. WIsby« Sir. 3, Schulze. 74, Migul. Wiltstocker Str. 7, K. GIcZmann. , 24, Schreiber. 25, Lukowski. Wöhlertstr. 21, W. Kaiser. Woldiiibcrgstr. 7, Reimamt. 17, Bich. Wolgast« Str. 4, Dunkel. Wolliucr Str. 23, Dkiblen. . 31, C. Schiweck. . 38, G. Hein. . 44, Kunze. . 50, P. Ziiebenstahl. , 58, Scholthssek. 68, Leopold. Wörth« Slr. 27, N. Schütz. Wrangelstr. 21, F. Franke. „ 25, O. Schnase. 43, Tzschetsch. „ 65, Konsumgenossenschast. 66«, Nordstern. . 69, Schwinge. . 75. Hanke u. Co. 77, Hinke. » 91, L. Hanke. „ 117, Nordstern. „ 122, Slrcsow. » 126, SpickcrmailN, Wriezener etc. 8, Heise. 31, Zahl. Jorckstr. 40, Bloitner. . 65, Bäckcreigenolsenlchast. Zellestr. 2, Halst«. . 11, Müller. Zimmerstr. 10, Schule. 84, R. Richter. inzendorsstr. 8, Rapsch. stonskirchstr. 10, Koch. 13. Bobcl. 17. P. Audersch. 24, P. Thiele. stonslirchplatz 1, Mollwcide. .orndorscr Str. 2, P. Hanke. „ 8, L. Gocbcl. „ 20, Walther. „ 27, M. Mitsching. „ 34, Maah. 55, Th. Klein. 61, Konsumgmolf. Zwinglistr. 23, Danielzik. „ 34, Danielzik. „ 34, Ziciinslt 39, Tieck. Zossener Sir. 2, Runge. ,' 41, Bloitner. AdlcrShof., Arndtstr. 7«, H. Kanshoid. Bisinarckjtr. 11, Konsumgeiiosleiischast. , 12, Tboma. , 14b, Zugwurst. , 17o, A. Martenb«g. 18, Wolff. 21. M. Griebe. „ 48, Laserich. Fn'edcnstr. 15, Krüger. Hackenbergsir. 2, G rieger. Hoffmannslr. 15, R. Seht. Radickestr. 37, 4l. Noack. Sedanstr. 4, O. DrogicS. 25, Pcier. Selchowstr. 33, Pet«. Zllt-Glicnicke. Grünauer Str. 2, R. Solle. 29, Wendt. Köpenick« Str. 32, Konsumgenossensch. „„ 41, Belling. „ 44, Zl. Bothe. Rudower Str. 50, Beuster. , 60, O. Krcnge. „ 72. E. PcriS. Baiimschulenweg. Baumschnlciistr. 29, Schulz. SSb, K. FraukcllstelN. „ 70, Slenzcl. „ 87, Schmidt. , 94, E. Menzel. 96, Gaedicke. Bchringstr. 9, Fotuhl. Ernststr. 9, P. Hostmiiller. Ktesholzstr. 179, Schatz. „ 254, I. Lcnpold. Scheiblcrstr. 29, A. Schulze. Bohnsdorf. Strahe 21, Koniumgenosselischast Lahnhosstrahe, Ocischläget , Gebhardt Borsigwalde« Ernststr. 2, TaselSki. „ 6. G. Etzrodt „ 25. H. Lost. Nänschsir. 67, Schubert. Schubertstr. 21, Konsumverein. Boxhageu-Rummelsburg. Alt-Boxhngcn 4/5, Behnke. . 10, O. Rauhut. , 31, L. Michaelis. , 35, Peter. „ 44, Löchcl. 49, I. Rülke. Bahnhofstr. 9, Friischc. Boxhageucr Chaussec 5/6, H. Schubert. Gabrici-Mar.Slr. 1, Luzcmann. 2, Grvhe. Gärtnerstr. 5, Wach. 31, A. Schern«. Goclhcstr. 16, Bachler. . 17, Hanle. Grünberger Str. 12, F. Sandmann. „ 18, E. Löwa. 20, Haspcl. Gryphiusstr. 13, Biedermaim. 28, Sperlich. Haüptftr. 82, KicSling. Hollcislr. 5, Dorrhau«. 18, Engl«. Kantstr. 1, R. Dluzewski. „ 3, Peter. „ 13, A. Spöttlich. , 18, Nitolovius. . 47. Michler. Kronpriuzcnstr. 13, Fritsche. Krossencr Sir. 15, Marquardt „ 19, Brenner, 24, Nicdzwictz. Lcnbachstr. 1, I. Pardemann. 7«, Engclien. Lückstr. 3, Böhme. , 12, Peter. „ 15, Werner,, 30, Maschmann. „ 58/59, P. Franke. Mozarlstr. 2, Konsiimgeiiossenschaft. Neue Bahiihosstr. 9, Frilsche. „ 19, R. Schubert , 23 und 33, Peter. , 27, O. Behling. 34. G. Bondmann. Rummeltburger Str. 15, Peter. Schillcrlir. 27, P. Mctlenburg. Seumcstr. 6, Kroll. „ 15, Woiincberg«. 2l, KeiSIer. Sonntagstr. 31, Manthcy. 36, Joachim. Türrschmidtstr. 21. F. Westphal. 81. Pscniiig. 38. Pelcr. Wilhelmslr. 42. M. Lunkwitz. Wismarplatz 3, Konlumgenosseulchast. Wühlischstr. 3. Sckul. , 27, Marquardt. , 32, O. Jnnd«. Britz. Bürgersir. 12, Dicckhoff. „ 24, Thoh. Ehausseestr. 17, Hagemeister u. Dalli. , 23«, Scja. 86, Hngemeister u. Dalli. . 37, Däumlcr. . 43, E. Schadet, 75, Zöge. 77, R. Schulz. 114, R. Dietrich. Dorsslr. 19, Bölslow. 47, Stüh». Franz-Körner-SIr. 4, Michaelis. Hannemanlistr. l, Lncker. Jahustr. 41. I. Plack. 45, Becker. Rungiiisstr. 3, Adamck. Rudow« Str. 6. Liersch. . 13, v-llmann. » 34«, Müller. Werderstr. 21, A. Pailiiwitz. . 3i. Ecke Rni'L�Fstrahe, kanlcrvnci«. Werderstr. 56,?!. Trunk. » 70, G. Richnow. Buckow. Bahnhosstr. 7, Hurtig. 18, Wcihrich. Chausseestr. 1, Bläsing. . 2, Ackermann. , 11, Michalicka. , 38, Ramdohr. , 41/42. Maas. m 49, Blume, , 51, Kaiser. 53, Tarlatt. Dorsslr. 20, Simon. Charlottenburg» Ansbach« Str. 8, Blottn«. 28, P. Hanke. Augsburg« Str. 18, Blottn«. 26, Bloitner. Berliner Str. 115, Goldacker. 116, Porath. 135, Ulbrich. Beustelstr. 78, Ulbrich. Cauerstr. 27, Läckcreigenostenschast. 19, Ulbrich. Charlottenburger User 10, Kotzau. Christstr. 18. Bäckcreigcnossenschajt. „ 33, Donner. Danckclmannstr. 1,-Porath. , 44, Lebmann. 55, Ulbrich. Eosandcrstr. 11, Ulbrich. Erasmusstr. 12, R. Bednarlrick. 16, Dietrich. Fasancnstr. 61, P. Hanke. Franklin str. 20, Bäckeretgenossenschast Friedbergstr. 39, Ulbrich. Friedrich-Karl-Platz 1«, Mische. Frilschestr. 37, Scholtisek. „ 67, P. Hinzelman». Galvanistr. 8, Kahle. Garde du CorpS-Str. 6. KltMMeck. Goethestr. 17, P. Hanle. 25, Eiscrt. Grolmanstr. 15, Ulbrich. Grllnslr. 27, Thiel. Hallcrstr. 9, H. Löstier. Havelslr. 12, Kopp. Helmholtzstr. 2, Natzke. 18, SlndriSkh. 40, Bucksbauat Huttenstr. 62, Schäfer. 70, A. Sternsdorff. Kalckreuthstr. 1, Blottn«. Kamminer Str. 31, Fr. Butzot Kanal str. 15, H. Heine. Kantstr. 32, Porath. 67, Ulbrich. , 80, Porath. 134b, Goldacker. Kauerstr. 17, Schnitze. Kiiobelsdorsfslr. 7, Thiel. , 40, Danielzik. , 42, G. Stach. 43, Ulbrich. Krummestr. 14, Ulbrich. Lcibnizstr. 65, Ulbrich. Meerscheidtslr. 3, Volksbrot. Motzstr. 19, Ulbrich. Mindener Str. 8, Ballhausen. 26, Bäckcreiaenoffensch Nehringstr. 21, Prosle. 28, Laun. Ncitelbeckstr. 14, Blottn«. Nürnberger Slr. 22, P. Hanke. 39. Ulbrich. 42, Goldackcr, Osnabrück« Str. 31, Schiefe. 26, Pribhl. Pascalstr: 1, Weist. Pestalozzistr. 12, Böhm. , 64, Jahn. 74, Thiel. . 101, Bäckcrcigenossensch. 104, Porath. Potsdam«Str.i2, Konsumgenossenlch. 30. Thiel. 42. Ulbrich. Scharrenstr. 28, Krause. 30, Ulbrich. Sescnheimer Str. 9, Freudenreich, „ 37, Pcws. SchillcAtr. 71. Thiede. Sophie-Charlotten-Str. 87, Ulbrich. 89, Bieg. Spandnner Str. 30, Ulbrich. Sprecstr. 43/44, Ulbiich. Tauroggcner Sir. 1, Zimmer. 2, Thict . 10, Konsumgeu. , 40, Tcul«. „ 45, Ulbrich. Usnaustr. 10, Hawellck. Wallslr. 23, Konsumgcnossenschalt. 50, Ulbrich. , 85, Müller. 100� Porath. Weimarer Sir. 14, Schwedler. , 29, Konsumgenossensch. Wilmersdorf« Str. 41, Ulbrich. , 44, Goldacker. . 62-63, Ulbrich. , 66, Goldacker. , 105, Porath. » 156, Loffi. 163, Ulbrich. Falkeuhagcn» Berliner Str. 50, Schulz. Hauptstrahc, Bock. Franz.. Vuchholz. Berliner Str. 43, Taumeher. SO, Schulz. Pankow« Str. 28, H. Ullrich. W. Preuh. Friedenau. Cranachste. 58, Porath. Fricdrich.WilhclmpIatz 2. Moselstr. 7, Konsumgenossenschaff. Rhcinstr. 38, Porath. „ 65, Porath. Stubenrauchstr. 71, Seher, Varzin« Str. 18, Klein. FriedrichSsclde» Berliner Str. 2. Meyer. » 66, Hampet . 102. Gillard. Caprivi-Allee 43, Just. konsumgenossensch. Prinzen.Allee 3, Slachowskt Walderseestr. 49, Miloleit Wilhelmslr. 42, Meyer. Grünau. Königstr. 2, Konsumgenossenschaft. Köpenick« Slr. 12, Meyer. » Sladclhost. Groh-Lichterfclde. Berliner Str. 68, F. Krüger, Chausseestr. 56, Lebmunu. Dürcrstr. 45, Ernst. Ferdinandstr. 24, Klopsch, Schützenslr. s, Blllmg. Hnlcnsee. Heilbronner Str. 11, Sroljfc. Kursürstcndamm 114, Porath. Westjälischestr, 49, Ulbrich, Hnselhorst. Am Kanal. Engel. Hcincrsdorf. Kaiser-Wilhelm-Strake, Müller. , Str. 72, Buchwald. Rothenbachstr. 51, Opitz. Uilermarlstr. 47. Engel. , 49, Briescmeister. Hennigsdorf a. H. Albert Barlhel. Feige. lülbert Linke. Wilhelm Lücke. August Mahnkopf. Karl Möwius. Wilhelm Seiler. Friedrich Wolter. .Hermann Wolter. Karl Wolter. Wilhelm Wolter. Grassenberger. Hermsdorf. Berliner Str. 16a, Koniuiiiverein. Hauptstr. 34, Herrniann. Neptunstr. 36, Lauser. Seebad 1, Ladewig. Hoven � Schönhausen« Berliner Str. 52, Schulze. „„ 99, Richter. Ouitzowstr. 2, Nichter. Maihoser. Johannisthal. BiZmarckstr. 6, Konsumgenossenschast. Friedrichstr. 6, Ludwig. » IIa. Ludley. . 57/58, Nuhmke. hovelstr. 1, Nobel. Kaiser- W ilh clm strajze, S enstleb en. Karlshorst. Dönhoffstr. 9, Kneiding. . 35, Hausen. Dorotheastr. 27, Eichham. Krausestr. 56, C. Schönhcrr. TreSlowallee 190, Konsumgenossensch. Kaulsdorf. Dorfstr. l, Springborn. Köpenick. Berliner Str. 33, Tauchert. Bergmannslr. 6, Bergmann. Dorotheenstr. 16, hustcr. Flemmingstr.'32, Rott. Glienicker Sir. 99, Hackenberg. Grünslr. 8, Hauck. Grünauer Str. 19, Stiehr. . 18, Peter. 27. Krämer. Gutenbcrgstr. 1, K. Breitkreutz. Kaiserin-Auguste-Viktoria-Str. 23, Ulbrich. Kaiserin-Auguste-Viktoria-Btr. 16, Schilling. Laiscr-Wilhclm-Str. 53, Haag. , 98, Bittner. , 100, Mieland. 104, Peter. Kirchstr. 5. Peter. Louis enstr. 9, O. Rctzlast. Mahlsdorser Sir. l, Richter. Marienstr. 14, Ulfert. Mentzelstr. 8, Biittner. Müggelheimer Str. 2, O. Scheibe. „ 13—14, Jaros. , 32c, Handle. „ 41, Peter. Parlsiusstr. 17, Klümcr. Pestalozzistr. 18, Schiel. Rosenstr. 2, Kämps. Rudowcr Str. 25, Hein. Schönlinder Str. 12, Kudell. La»kW ist. Kaiser-Wilhelm-Str. 28, Klopsch. Kursarstenstr. 31, Thiele. Lichtenberg. Bürgerheimstr. 102, Konsumgenoss. Blumenthalstr. 7, Schültzke. Eitclstr. 30, Kcrkau. Fmowstr. 30, Rother.» 38. Mondt. Franks. Chaussee 25, Rüstow. , 41, O. Körber. , 61, Holter. , 88, O. Strunk. , 91, K. Försterling. , 104, E. Scholtze. „ 154, Kaswoth. Franksurter Allee 185, Mägdesrau. Friedrich-Karl-Str. 1, Burkardt. 14, B. Scheunert. Friedrichstr. 7. M. Mattner. Gürtelstr. 10, H. Schwarze. 11. E. Bischoss. , 13, Vriebe. . 23, K. Wcdde. „ 27, Kretschmcr. Frcnenstr. 17. O. Ncuendors. Jungltr. 14, O. Spannann. Krentzigerstr. 1, Schinauer. Königstratze, P. Pürschke. Kronprinzenstr. 1, Konsumgenossensch. „ 8, Nebel. „ 26, Sujat. Lessingstr. 10, Fr. Schwalm. Margaretenstr. 8a, Schacher. Mainzer. „ 41, Schneider. 80. Engel. Görschstr. 11, Bochnig. Herthastr. 4. Genz. Kaiser-Friedrich-Str. 67, Wienecke. Magimilianilr. 2, Wicbe. Mühlenstr. 37, Müller. 17, Barsekow. Schulzestr. 14. Hennig. Schönholzer Str. 9, Seyffert. Uckermarkstr. 18t, Bartelt. Wollanlstr. 20, Taulitz. , 68, F. Hanke. . 102, Konsumgenossenschasl. Plöstensee. Charlottenburger Weg 12, Seissert. Reinickendorf. Amendestr. 18, Schmidt. 104, Popp. Zliitonienstr. 56, Hossmann. Berliner Str. 3, P. Schweidler. „ 14, I. Bienert. „ 69, Mittendors. , III, GulhmuIhZ. , 134, Gotischalk. Birkenste. 59, G. LowinSky. Bürgerstr. 20, E. Popp. Eichbornstr. 12, Ao. Behrendt. , 16, Konstiinvetein. 25, H. Kube. Eichbornstr. 35, Kube. 72, Wurst. GesellschastSstr. 31, Koblitz. Gottscheditr. 41, Hoffmann. Grüner Weg 50, Modrow. Hansastr. 3. Zimmer. Hauptstr. 34, Braun. Hausottcrstr. 3, Hoffmann. , 52, Spülmann. 102, R. Plumeyer. Herbststr. 24, Fr. Kottenhahn. Holländerstr. 20, E. Nitschte. , 125, Weihrauch. Hoppestr. 10, Konjumgenosl-nlchast. Justusstr. 14, Hoffmann. , 39, Liebelt. 49, Praschma. Kamekestr. 12, Lütz. Markstr. 5, Scheer. „ 12/13, 31. Albat. Prollinzstr. 28, Rud. Walloschel. , 51, Langer. , 53, E. Rapp. , 72, König. , 80, H. Schröder. , 83, H. Baumgärtel. III, Münch. Residcnzstr. 61, Witte. „ 102, E. Grohberndt. „ 125, Brase. . 150, Licbig. Rütlistr. 15. M. Förster. Scharnweberstr. 10, Schamberger. , 25, Wernecke. , 55, Düwer. 65, Wölle. , 113, Hoffmann. , 117, Brülling. 135, Allstedt. Sommerstr. 52, Neumann. Spandauer Weg 4, Mathner. Waldstr. 61, L. Giese. Wilkestr. 1, Schmidt. 62. Neue Berliner Genoffen- schastsbäckcrei. Nixdorf. Allerstr. 37, F. Naubereit. 46. A. Keddi. Am Wasserturm, Eggcrs. 3lnzengruberftr. 5, P. Langer. Bergstr. 27, 3t. Gabbcrt. . 32, R. Kiesling. „ 73, Kahlcrt. . 84, H. Schäper. » 96. Bobcl. . 122, Koch. „ 129, Hartmann. 143, Liebenow. Beriiner Str. 10, R. Schibgitt. . 20, P. Klammeck. » 56/57, E. Haase. 76/77, P. Hanke. » 80/81, A. Spandel. » 85, K. Rübe. ,. 98, P. Werneke. Berthclsdorfer Str. 13, O. Markus. Boddinstr. 13, Bäckcrcigenosseiijchast. . 21, Hänsgen. 58, P. Brückner. „ 64, Langer. Bodestr. 11, 21. Schäfer. . 16, F. Schessler. , 25, tz. tzaboeck. 28, H. Deck" 31, F. NcgraszaZ. Böhmische Str. 47, Konsumgenoffensch Brusendorser Str. 2, O. Frost. Bürknerstr. 9, P. Timm. Canner Chaussee 179, Döbler. Dcllbrückslr. 35, F. Modrow. 65, P. Schreiber. Donaustr. 24a, Peter. 107, W. Fiedler. 112, G. Gcrnhöfer. Elbcstr. 6, B. Schneider. „ 13, K. Haupt. . 16, M. Luntwitz. .. 37. Peter. Elsenstr. 52. F. Pietsch. 82. R. Woclki. Emser Str. 5, Schulz. , 12, tz. Conrad. 26. Bobel. , 33, Konsumgenossenschaft. , 44, Burdack. , 78, E. Friedrich. , 91, E. Friedrich. , 103, W. Schmidt. „ 115, Pfefferkorn. 120. L. Riebe. Erkslr. 4. R. Raach. „ 15, O. Jahnke. Erlnngerstr. 8, E. Bahrholz. Falkstr. 1, Bäckereigeitossenschast. 12. A. Rotzoll. „ 21, G. schittenbelm. 25/26, G. Pcrscke. Friedelstr. 3, 3l. Zimmermann. „ 15, Konsunigenossenschast. .. 30, E. Zcibig. » 37/38, P. Hanke. » 44, Schirimeister. 47. A. Busch. „ 52, A. Grügat. Fuldastraße, B. Leith. „ 10, W. Pctrich. » 45, O. Springer. . 60, I. Hübner. Glasowstr. 32, C. Kunz. Goethestr. 19, 3l. Dobrick. tzascnheide 117/118, Reinhardt. Heidelberger Str. 76, O. Hanke. Hcrmannslr. 16, C. Rasch. „ 28, E. Scnkbeil. 34. F. Wagnitz. 42/43, F. Arlt. . 47, G. Jänicken. . 54, Zt. Hiidcnbrand. 6t /62. Badtke. „ 74. Zt. Kunz. 118. J. Bartsch. 143, H. Radtle. 149, R. Kluge. » 159a, Hagen. 170, H. Dallinger. 174, Bobcl „ 175, E. Arnold. » 226, I. Borchhard, tzermannftr. 231. tz. Karl. hcrrsurthplatz 10. 3l. Wendt. Herrsurthstr. 23. Fr. Wachsniuth. „ 26, M. Firnstcin. 34. O. Haute. Herthastr. 3. Zt. Franz. tzertzbergstr. 2l, R. Gocrtz. 22. Fiedler. . 28, Rummler. Hobrcchtstr. 21, M. Wölls n 29, F. BocliuZ. n 43, R. Sommer. Hohenzollernplatz 11, Bäckereigenoff. » 13, W. Schinidl. 18. O. Markus. holsteinisches User 72, G. Preuß. Jägerstr. 63, F. Jonscher. „ 70, P. Halm. 77, tz. Ckiusch. Jansastr. 2, H. Wesienloff. Jlsestr. 30, C. Schulz. Jnnstr. 9, M. Gorzyzka. Johann-tznß-Str. 1. tz, Sponar. Jsarstr. 7, G. Putzke. JnliuSstr. 31, Otto Ecke. „ 05, I. Schulz. Kaiser-Friedrich-Str. 7, Hermann. „ 12, H. Zinke. 25. I. Bartsch. , 28, G. Wagner. . 34, Haupt, , 39, Bordasch. „ 62, A.Sablmanu, „ 72, O. Stephan. 80, A. Schmidt. „ 162, M. Kasten. 175, J.Wügmaim, „ 189, W, Richter. 213. ' 247, O. Hanke. Karlsgartcnstr. 19, H. Bonnoh. Kirchhosslr. 13. C. Hoffmann. 46/47, I. Breska. Knesebeckstr. 33, R. Gallert. „ 4l, C. Beizig. „ 68, M. Scharf. „ 96, de la Motte. 146, Ph. Kühnel. Kotlbuser Damm 69, P. Hanke. 101, Roeiiler. Kranoldplatz 7/8, Jacobi. Laubestr. 13, M. Bernhardinh. Leinestr. 57/58, H. Friedrich. Lcnaustr. 14—15, Gustav Israel. Lessingstr. 22, Hamniel. „ 30, Hoppe. 34, Grunert Lichtenrader Str. 42, E. Ohlhoff. Mainzer Str. 1/2, B. Renncrt. „ 15/16, O. Grunert. „ 56, A. Schack. Manitiusstr. 9, A. Guedel. Mareschstr. 10/11, H. Reihs. Marieudorfer Weg 1, H. Freudenreich. Maybachuscr 16, W. Lange. Münchetier Str. 18, Kegel. 25, F. Lorenz. , 31, E. Kroker. „ 39, Koniumgenoffensch. „ 40/41, O. Hanke. „ 44, R. Wcizclt. 54, Mackwitz. Neue Donaustr. 52/53, A. Wetteborm. Neue Jonässtr. 33. Plageinann. Niemetzstr. 3, A. Holubar. 10. M. P-rseke. Nogatstr. 8, W. Ruthe. „ 16, I. Jabncck. 32, O. Auschwitz. Okerstr. 3. R. Mclskp. .. 11. C. Anders. Pannierslr. 2/3, F. Albert. , 4, R. Riemer. „ 6, Peter. „ 13, P. Frlschgemulh. „ 20, K. Junger. „ 27, Büiow. 34, G. Juiing. Pflügcrstr. 3. P. Mannigel. „ lt. F. Frick. „ 13, E. Grenz. „ 57. B. Bogel. 72. Bobcl. 77, O. Nachtigall. Prinz-Handjery-Str. 7, O. Hanke. „ 22, C. Dänicke. , 24. O. Krause. 38, R. Raschick 58. I. Bartsch. „ 70, B. Milulla. 75, R. Frese. , 83, E. Fiedler. Reulerstr. 32, C. Richter. „ 33, E. Beyer. „ 46, E. Schmischke. „ 76, Bobcl. „ Weigett. 81, A. Bogtländer. Richardplatz 16, Blasius. Richarditr. 23, I. Eyrentraut. „ 28, A. Babing. , 6l, Bobel. „ 63, E. Wilke. 104, K. Hanlke. Ringbahnstr. 25, P. Scholz. Roseggerstr. 40, O.'Arendt. Sandersir. 5/6, H. Kadow. , 7/8, Peter. 18. M. Maischte. „ 21, H. Brandes. , 23, I. Protzer. 31, R. Timm. Schillerpromenade 13, K. Windo. 29, G Schieramdt Schönewcider Sir. 9, F. Leina». Schudomaslr. 5, A. Sliitzle. Scichower Str. 23, A. Wcsser. 27. M. Lehmann. Siegsriedstr. 44, A. Beirr. Slcmmctzstr. 23, E. Kummer. „ 24, Geble, „ 39, R. Scnstleben. „ 53. R. Finger. 70, tz. Wille. „ 74, C. tzennig. „ 10l, A. Löwigt. „ 109, Bäckercigenoffensch. . III, R. Schallcr. Stuttgarter Str. 53, F. Godawa. Tcllslr. 10. H. Zille. Tcupitzer Sir., E. Schmidt. ThomaSftr. 6/7. L. Lobbes. „ 25, R. Reich. 37, P. Ciesior. Treptower Str. 13, R. Jacobi. „' 67, Spura. Thüringer Str. 5. I. Bartsch. „ 14, A. Ebcrhardt. „ 17, W. Schulz. 32, I. Thaier. Wanzlickstr. 12, E. Krocker. Warlhestr. 9, W. Marotz. „ 15, G. Janentskh. „ 68, B. Spandel. Weichselplatz 9, Zwierzchowski. Deichselstr. 3, F. Ehmmer. „ 13, I. Gassenhuber. „ 31, O. Schwärs. „ 34, R. Marz. 60, H. Fleischer. Weiscstr. 7, Bobel. 18. R. Pohl. , 24, R. Schenkel. „ 34, R. Hcnschel. » 52, Konsumgenossenschast. . 56, E. Wölls. „ 59, Spaia. Weserstr. 30, I. Bartsch. 47, Kreil. „ 168, A. Bielitz. 206, Führer. Wildenbruchstr. 8/9, F. Schmidke. „ 34/35. P. Belhge. „ 52. Geile. „ 61/62. Konsumgenoff. 63/64, Fehsara. Wippcrstr. 13, I. Runge. „ 16, O. Hanke. 21. P. Hellwig. Wissmannstr. 7, I. Troffer. , 29, B. Krüger. 19, E. Lssa. , 22, C. Steinfurt. , 36, Fr. Zahn. 41, M. Hannig. Ziethenstr. 53, Bobel. „ 57, O. Kirschtein. , 75, A. Klein. , 81, E. Hentschel. Rosenthal. Hauptstr. 179, Ziekow. Rudow. Köpemcker Str. 84, Sokoll. Schmargendorf. Breitestr. 22, Georg Klingbeil. Schöneberg. Asbcrtstr. 12. P. Stark. Apostel-Pauiusstr. 40, Konsumgenoff. Bahnstr. 2. Porath. Barbaroffaslr. 67, Wetzel. Belziger Str. 61. Boche. Coiomienitr. 4, Hanke u. Co. EbcrSstr. 25/26, Ecke Tempclhoscrstraße, Konsumgeffoisenschasl. Ebersstr. 37, Weber. 42. O. Traeger. Eiienacher Str. 63, Btottner. Erdmannstr. 5, Ct. Friedrich. Goltzstr. 16, Blotiner. 31, Koldacker. Gotenstr. 1, Koniumgenoffenschast. „ 11, Btottner. Grnnewaldstr. 35. Walter. Guslav-Freytag-Str. 9, Hanke«. Co. Gustav-Müllcr-Slr. 43, Möllinghoff. hauptstr. 66, Hosang. herbertslr. 6, Kreutz. 10. Bricks. helmstr. 2, Rub. Hohcnsricdbergstr. 19, Btottner. 21, Schwarzer. Kaiser-Friedrich« Str. 4, Bricks. Merseburger Str. 9, Btottner. Motzstr. 30, Porath. Prinz-Georgstr. 7, R. Fendt. Sedanstr. 6/7, Merlach. „ 18, Sengcs. 34, Bricks. 36,«. Kralkh. . 49. Fischer. Siegsriedstr. 1. BrickS. 10, Wytzisk. Speherer Str. 1, Porath. Tempelhoser Str. 21, Porath. Selchow. E. Schulze. Spandau. Achenbachstr. 6, Bühl(Hauptgeschäst). Zlckcrslraße, Ecke Fallenhagener Straße. Adamstr. 2, Bühl. „ 40, Kröning. Charlolienstraße, Ecke Potsdamer Str. Földenchstr. 5, Konsumverein Merkur. Hamburger Str. 49, Kramer. Jagowstr. 26, Freier. Körncrftr. 5, Schmidt. Lynarstr. 5, Bühl. 15, Kor». Maucrstr. 8. Schulze. Mttelftr. 13, Konsumverein Merkur. Ncuendoller Sir. 13, Schmidt. 16. Bühl. Neumeisterstr. ll, Scholz. PichelSdorscr Straße 13 Bühl. Schönwalder Straße 26, Bühl. 04. Bühl. Streitstr. 23. h. hähiicl. Strcsowplatz 16, Bühl. Barlhel, Falkenhagen, Steglitz. Awrechtstr. 18, Porath. Bcrgstr. 93, Marolt. Lenbachstr. 2, Sulzer. Mommscnstr. 59. Schröder, Schloßstr. 104, Porath. Stralau. Alt-Stralau 49, Schwabe. , 56, G. Reille. Tegel. Brunowstr. 4!, Zieglcr. 56. Pick. Egellstr. 22, Mayer. Hauptstr. 28, Pctersohn. schliepcrjrr. 59, Schwanz. , 67, Reimann. » 70, Konsumverein. 78, Hümmer. Schloßstr. 27, Petersohn. Schöneverger Str. 04, Konsumverein. Schulstr. 1, Zum Bruch. Tempelhof. Berliner Str. 42/43, Konsumgenoffensch. Friedrich-Wilhetm-Str. 32, Kotzan. 117, Booszyn. Gottlieb-Dunkel-Str. 59, Herrmann. Oberlandstr. 1, Schaas. Treptow. Beermannstr. 0, Tetzlaff. Elsenstr. 38, W. Geske. '„ 108, K. Kolditz. Grätzstr. 6, O. Hacker. „ 10, A. Psenzig. , 19/20, Karl Müll«. , 23, Gaedicke. , 23, E. Krause. „ 28, Scholz.„„ , 58, Konsumgenossenschast. , 65, Gonsior. tarzerstr. 119, Wodansch. iesholzstr. 17, K. Albrecht. Puderstr. 23. Krause. Waidmannsluft. Freie Scholle, Konsumverein. Freie Scholle 16, Robloff. Waidmannstr. 1, I. Forgatsch. Weistensee. Berliner Allee 6. Springer. , 68, G. Schröter. , 75, Schüler. , 144, Harenburg. „ 183, A. Thiclmaa». . 216, Schövve. „ 219, W. Hüttig. 232, A. Schadwinkd. Charlottenburger Str. 78, K. Sieger. , 79, H. Dahm. , 80, Wiek. , 93t A. Gollin. „ 98, Heyden. Elsaßstr. 15, P. Danieiak. Frisickestr. 7, H. Bohnhoff. 22, F. Krause. Friedrichstr. 1, A. Popp. Gcncralstr. 12, E. Citel. Große Seestr. 118, Kubitta. Gustav-Adoij-Straße 7, Engel. Gäblerftr. 8. Mannweiler. Gürtelstr. 12, B. Stolpe. Heinersdorser Str. ll, P. SikorSkt. , 24, A. Wendt. , 37. Bcßrich. , 48, K. Schreiber. >. 56, Boy. Langhansstr. 51, Kottmus. , 55, E. Sucrow. , 75, W. Wauber. , 94, G. scharjenberg. , 104. Eckert. „ 142, Kasischke. 144/145, Konsumgenoff. 148. E. Schwarz. Lchderslr. 112, Thiele. 149. R. Klinke. Lindenallee 53, Meinhards Lolhringenstr. 12, Schenk. „ 31, A. Kempe. Parkstr. 4, W. Engel. , 7, Fr. Wiedeman», „ 97. Teichmann. PistoriuZstr. 8, L. Höbne. 16, H. hähnge. „ 91, BuitgcrS. , 95, Lcmpiubk. H „ 118b, P. stur«. i Rölckestr. 10, Jeerstegcn. „ 12, A Lange. , 17a, Hilschner. „ 127, K. Hoffniann. Schönstr. 1, G. Gutenmorgelt, Sedanstr. 16, I. Dahm. , 38, O. Engel. ," 78, H. Hähnge. , 94, E. Dahn». „ 99, Nassau, 99. K. Meyer. . 106. C. Bogt. Straßburgstraße 94, G erlöst. Streustr. 2, A. Bauer. Uckermarkstr. 3/4, M. Kohler. . 20. Syiller. „ 178, I. Stöhr. Wilhelmstr, 23, A. Michaelis. 29. O. Grundman». Wörthltr. 12, Heiden. Wittenau. Bahnhosstr. 6, F. Karstad. Hermsdorser Str. 42. Gutschol». Rosenthaierstr. 17, Karstadt. . 18, Frost. , 25, Plättner. „ 42, Prächtcr. Oranienburger Str. 78. Burkvardt. , 93, hcimig. WilhelmSberg. Koskestr. 17, F. Müller. Wilhelmsruh. Edeiweißstr. 11, I. LaschinSN. Fontanesir. 24, E. Grüschow. Hauptstr. 9, Rau. 30. G. Millctat. Linden-Allee 1, König. , 7, Konsnmverel». Wilmersdorf. Berliner Sw. 135, Blottner. Bruchsaler Str. 1, Porath. , 4, Packhäuser. Düffeldorscr Str. 8. Bloltner. Meinckcstr. 16/17, Bioilner. Uhlandstr. 38. Ulbrich. , 49, Goldacker. , 105, Porath. . 133 Ulbrich. 150, Porath. Wilhelmsaue 27/stoilIumgcnoffenschazi, Ans der Liste der gertgelten Klickereien wegen Tluistrnchs gestrichen. Berlin. Dieffenbachstr. 27, Stemborn. Fidicinstr. 11, I. Preuß. Freiligrathstr. 12, Bocian. Fricdrichsjelder Str. 17, Llebsch. Gcßlerstr. 18, Schulze. Kastauien-Allee 29/30, Feuerherm. 46. Schurivanz. Köllnisches User 72, Preuß. Langestr. 49, Dcinert. Lynarstr. 14, Fiedler. Piarienburger Str. 18, Scholz. Mirbachsir 44, Broiey. Prenzlauer?lllce 220, Breltkops. Proslauer Sir. 28. Rau. Turmstr. 62, Sprengel. Warlchaucr Str. 30, Gulschmlbt. Wilhelm-Stolzestr. 32, Brenner. Winsslr. 56, Grocger. Boxyngen-!>i"""nclsburg. Luckstr. 2o, seidcl. Britz. Chauffeestr. 101a. Hoffmann. Charlotlriibnrg. Potsdamer Str. 14. Zwerg. Kanlsdorf. Wilhelmstr. 31. Bieringcr. Densenigcn Genossen, die ihn zur Bewilligung �veranlaßt haben, liefert er jetzt leine Backware mehr. Lichtenberg. Franffurter Allee 197, Küster. Rixdorf. Bergstr. 129, Hartmann. Hoch die Solidarität! Schöneberg. Helmstr. 2, Rub. sedanstr. 6/7. Gcrlach. Weistensee. Elsaßstr. 70. Zühl. Gustav-Zldolsstr. 1-2, F. Türk. Heinersdorser Str. 4/6. Sluwe. Langhansstr. 98, E. Engel. Wir machen aus diese Finna Emrl Engel besonders ammerksam. Die Bewilligung zurückgezogen habe» in Steglitz; Birkbuschstr. 10. Dahms. 84, Giescmann. Düppelstr. 28». Sarkowsli. HubertuSstr. 3. Prgom. Die Sohnkornrnission. Lerantwortlicher Nedakteur: Albert Wachs, Berlin. Für den Inseratenteil verantw.: TH.Alocke, Berlin. Druck u.Verlag: Vorwärts Buchdruckerei u. Verlagsanstalt Paul Singer u.Co., Berlin LWi. W. IchgM 5. Ktiillge des LllMlirls" Kerlllltt AlksdlR ZMilig, i» n i■ iM«aaBaii�wrfMB��BMWMMgaPMKaMCBiMBMBMMMBaanagaMEEaEiii alMi'iiiihiMiwWi'.fWtfi.ff wawAiiim Wnft. wv?� aur�ffgamaae Partei- Hngdegenbeiten. Z«r Lokalliste! In Wilhelmsruh N.-B. hat der Besitzer des Lokals„Techad Wilhelmsruh" gewechselt. Der jetzige Inhaber Otto Pätsch stellt uns lein Lalal zu den bekannten Bedingungen weiter zur Verfügung. Außerdem weisen wir darauf hin, daß in Roscnthal heute der Rauch- klnb„Kaiserblume" sein Stiftungsfest im Lokal von Dettmann ab- hält. Da uns das Lokal nicht zur Verfügung steht, aber versucht wird, in Arbeiterkreisen Billetts umzusetzen, ersuchen wir, dieselben zurückzuweisen. Sämtliche Lokale in Rosenthal, außer Kablitz, Gast- Hof zur Mühle, sind streng zu meiden. Die Lokalkommission. Zweiter Wahlkreis(Fricdrichstadt). Der Z a h lm o r g e n"? ü r Buchdruckerei-Nachtarbeiter findet der bekannten Um- stände wegen nicht statt. Der Vorstand. Sechster Wahlkreis. Die Genossinnen der 9., 40., 11. und 12. Abteilung des sechsten Wahlkreises veranstalten am Montag, den 19. Juni, im Jnsel-Nestaurant, Plvtzcnsce, ein allgemeines Kaffee- lkochen, zu welchem auch die Parteigenossen freundlichst ein- geladen sind. Charlottcuburg. Am Dienstag, den 20. Juni, abends 8Vz Uhr. im kleinen Saale dcS Volkshauses: Versammlung der 1. Gruppe. Tagesordnung: 1. Vortrag des Genossen Schubert über Konsum- genossenschafteu. � Stellungnahme zur Wahl des Vorstandes. 3. Grnppenangclcgenhciten und Verschiedenes. Der Vorstand. Tcmpclhof. Dienstag, den 20. Juni, abends 8'/z Uhr, bei Thiel, Berliner Straße 41/42: M i t g l i e d e r v e r s a m ni l u n g. Vor- trag: Moderne wirtschaftliche Organisationsfragcu. Referent: Genosse Simon K a tz e n st e i n. Verschiedenes. Wildau-Hohcrlchme. Mittwoch, den 21. Juni, abends T'/o Uhr: Ocsfentlichc Versammlung für Männer und Frauen im Lokale von Heiser, Wildau. Tagesordnung: Die Sünden der Rcichstagsmehrheit und die bevorstehenden Wahlen. Referent: Reichstagsabgeordneter Fritz Z u b e i l. Diskussion. Die Parteigenossen wollen zu der am Montag, den 19. d. M., abends 7 Uhr, vom Bczirkslokal Otto Schumann aus stattfindenden Flugblattverbreitung vollzählig zur Stelle sein. Der Vorstand. Rcinickcndorf-Ost. Dienstag, den 20. Juni: Mitgliederversamm- lung bei Sadau, Residenzstr. 125. Tagesordnung: 1. Vortrag des Genossen Aich. Seidel:„Der Mensch zur Eiszeit in Europa". 2. Diskussion. 3. Parteinachrichten. 4, Verschiedenes. Die Bezirksleitung. Lerttner l�acfmcbten. Tie lange» Tage spinnen nun ihren Zauber um die Welt. Das Jahr hat wiederum seine Höhe erstiegen und in üppiger Fülle Blüten, Blumen und Blattgrün über die Erde gestreut. Nun will der Frühling dem Sommer das Feld räumen und die Säfte, die er gebraut, an der Sonnenglut zur Reife kochen lassen. Von einer eigenen Schönheit ist jetzt die Natur. In den Hansgärtcn unserer Vororte leuchten die Rosen. Die Linden blühen und die Jasminbüsche sind mit weißen Silberkclchen ge- stcrnt. Wohl sind die Felder am Rande der Großstadt selten geworden. Aber dort, wo sie»och ihre Gevierte dehnen und das fast mannshohe Korn im Juniwinde weht, grüßen roter Rtohn, blaue Raden und gelbe Kamillen- blumen von jedem Ra-n. Schmale Gänge führen durch das nickende Aehrcnmccr, i.nd die Halme rauschen und raunen, wenn sie sich vor dem Schreitenden öffnen oder hinter ihn: zusammenschlagen. Die Wälder stehen still und starr dahinter im Sonnen- glänz. Die rotbraunen Stämme der Kiefern hauchen herb- harzige Düfte. Wo ein paar Birken Wache halten, da wispern die harten Blätter und klingen leicht gegeneinander, wenn ein Windstoß sie in Schwingungen versetzt. Der Sang der Vögel, die das Lrutgesclstift hinter sich haben, ist auch allmählich stiller geworden. Dafür hat das sommerliche Grillcnzirpen eingesetzt. Wohl ruft noch der Kuckuck seinen Glockenruf über die Heide. Aber auch er wird bald verstnmnien. Um so la'itcr summen dafür Bienen lind Käferbolk. Und die Falter jagen einander und wiegen sich schaukelnd auf jedem Blnmenstcrn, der ihnen lachend entgcgenleuchtct. Der sommcrfrohe Tag aber will der Nacht nicht mehr weichen, Morgengrauen und Abenddämmerung fließen ineinander zu einem matten Zivie- licht, das niit braunen Schleiern ein paar armselige Stunden der Dunkelheit umhüllt. Das sind die linden, kurzen Juni- nächte, in denen es sich gut wandert, unbehelligt von der Hitze, der Sonne entgegen!" Und wenn auch dem Großstadt- Proletarier die Natur immer fremder und ferner geworden ist, jetzt sollte er sie zu erhaschen suchen an einem freien Tage. Denn besser sind iin ganzen Jahre die Feierstunden nicht aus- zunutzen, als in dieser Zeit, da den Nächten die eigentliche Dunkelheit fehlt, und sich die Tage licht und lang dehnen! Vorsicht vor Dcrsichcrinigsagentcn! Zu unseren Mitteilungen(in Nr. 123) über die Geschäfts- kniffe, die von Berliner Agenten der„B r c in e n- H a n n o v e r. scheu Lebensvcrsicherungsbank Akticngesell» sckaft" angewendet worden sind, um Arbeiter zum Abschluß von Lebensversicherungen zu bewegen, haben wir neue Zuschriften er- halten. �,_. In T e ni P c l h o f wurde ein Zimmerer K. im Mai von zwei Herren besucht, die sich als Agenten dieser Gesellschaft auswiesen. Auch hier versuchte der eine, der das Wort führte, durch Hinein- zieh u n g der Person unseres Genossen Bebel seine Gesellschaft zu empfehlen. Wir haben bereits mitgeteilt, daß Bebel vor jctzl 36 Jahren bei der Bremcn-Hannovcrschcn Gesellschaft eine Lebensversicherung genemunen hat, aber selbstverständlich niemals in eine Beziehung zu ihr getreten ist, die irgendwcm ein Recht geben könnte, den Namen Bebel als Empfehlung zu benutzen. Tie rüjen erwähnten beiden Agenten besuchten den Zimmerer K. zwei- mal. Beim ersten Besuch wurde, als er ihre Vorbringen abwies, ihm gesagt, er brauche keine«usnahmcgebühr zu zahlen, die werde man für ihn auslegen.„Sie können." antwortete « auslegen, was Sie wollen; ich bezahle nichts." Tarauf wurde ihm" eine Ouittung überreicht, die er nicht genauer prüfte. Wir kmbeu uns diese Ouittung zeigen lassen, und durch uns ist K. dann darüber aufgeklärt worden, daß er für sich und seine Frau einen Auinabincantrag gestellt haben soll. Die Ouittung lautet:„Zu der auf"eben von(Namen des Ehepaares) in Tempclhof bc- antraaten VoWrsicherung die bcdingungögcmäß zu zahlende Auf- nahmegeWib'- von 1.50 M- erhalten zu haben, bescheinigt— Tempel- Hof den 18 Mai 1911. A. Woschitzkl, Direktiopsbeamter. Potsdamer SuaK- 97 II" �ic Bedeutung dieses Schriltstückes wurde von K. Vicht erkannt.' Als dann die Agenten zum zweiten Male zu ihm kamen, sagte» sie ihm. sie hätten ihn bereits angemeldet und einsiweilen 6 M. für ihn bezahlt, die er nun zurückerstatten müsse, K. lehnte das selbstverständlich ab und eriuchte sie, seine Wohnung zu verlassen. Als der eine ging, hörte K. ihn in der Tür noch etwas sagen, was er so verstand:„Man müßte doch gleich die Betten herausholen I" Was das bedeuten sollte, weiß er nicht. Meinte der Agent, daß er wegen der 6 M. pfänden lassen wollte? K. ließ sich nicht verblüffen sondern brachte den Menschen im Eil- teinpo zur Tür hinaus. Bei einem Arbeiter L. in R i x d o r f fand sich sckwn im März ein Agent der„Bremen-Hminoverschen Lebensversicherungsbank Aktiengesellschaft" ein. Er sagte, daß er„von der Versicherung komme", gab aber auf L.s Frage nicht an, welche Gesellschaft das sei. Ter Agent fragte nach L.s Police nahm von ihm eine Kinder- Versicherungspolice sowie eine Feucrvcrsicherungspolice entgegen und sah sie sich an. L. wunderte sich nicht weiter darüber, weil er ihn nach seinem Auftreten für einen Revisor hielt. Erst hinterher kam der vermeintliche„Revisor" mit dem Angebot heraus, L. möchte auch für sich eine Lebensversicherung abschließen, wozu er seine„Brcmcn-Hannovcrsche usw." empfehlen könne. Auch hier wurde das Lockmittel angewendet, die Aufnahmegebühr auszulegen. L. nahm die ihm überreichte Quittung über die von ihm gar nicht bezahlten 1,50 M. an, erklärte aber, er werde sich erst über die Gesellschaft erkundigen. Das wiederholte er auch, als der Agent eine Bemerkung machte, die er dahin verstand, i m Aufsichtsrat fei ja Bebel. Wenn's nicht wahr sei, so brauche er, fügte der Agent hinzu, nichts zu zahlen. Vierzehn Tage später kam ein anderer Agcnl zu der allein anwesenden Frau L. und sagte ihr. er bringe die Police. Frau L. war so verständig, sie nicht anzunehmen. Es wurde dann in der nächsten Woche noch mehrere Dlale von verschiedenen Personen, die sich nacheinander bei L. einfanden, der Versuch gemacht, die Annahme der Police zu erreichen. Einer kündigte Klage an, ein anderer aber berief sich wieder auf Bebel, der ja ebenfalls in der Gesellschaft sei. Doch das half alles nichts: L. lehnte ab. Schließlich kamen zwei Herren, die von diesen ganzen Verhandlungen nichts zu wissen schienen, und empfahlen sich ihm zum Abschluß einer Lebensversicherung, nachdem auch sie sich damit eingeführt ljatten, daß sie, L.s Police zu scheu toiluschten. Der eine sagte im Zusammenhang mit seinen Anpreisungen etwas von„Partei", fragte nach L.s Zugehörigkeit zum Wahlverein und zeigte eine Liste von Namen angeb- licher Wahlvercins Mitglieder. Und auch er erzählte von Bebels angeblichen Beziehungen zu ihrer Gesellschaft.„Ach, Sie sind wohl," fragte jetzt L.,„von der Brcmcn-Hannoverschenl?" „Jawohl". Nun klärte L. sie darüber auf, welche Erlebnisse er mit Agenten dieser Gesellschaft bereits gehabt hatte, und so wurde er die lästigen Gäste los. Einen besonders frechen Mißbrauch mit dem Namen unseres Genossen Bebel trieb ein Agent derselben Gesellschaft, der in Rix- d o r f einen Arbeiter H. Ende März besuchte. Auch er wollte zu- nächst„mal die Police sehen" und rückte erst dann mit dem Angebot einer Lebensversicherung heraus. Er gab an, in der Bremen- Hannoverschen Gesellschaft sei Bebel im B o r st a n d.„Jeden Nachmittag von 3— 4 Uhr können Sie," plauderte er,„ihn sehen und sprechen; da ist er im Bureau." Ohne mit der Wimper zu zucken, fügte er im nächsten Augenblick hinzu:„Mer jetzt ist er nicht zu sprechen, er ist seit 14 Tagen krank!" Er war unermüd- lich im Erzählen, blieb bis 10 Uhr abends und entschloß sich nur schwer zum Aufbruch, weil er nichts ausgerichtet hatte. Ein De- wohner desselben Hauses, bei dem er bereits vorher gewesen war, hatte ihn als Schwindler taxiert. Man weiß in der Tat nicht, was man zu der Unverfroren- heit diescks GcschäftsbctricbLs sagen soll. Muh-Bcgcistcrung für die Jahnscicr. Unsere Mitteilung, daß in einigen der Fachlchran st alten der Berliner Kauf- Mannschaft an die Zöglinge die Zumutung gestellt worden ist, sich an der hurrapatriotischen Jahnscicr zu beteiligen und hierzu ihren sonst unterrichtsfreien Sonntag herzugeben, wird durch mehrere Briefe ergänzt, die inzwischen noch an uns gelangt sind. Sie äußern sich sämtlich zustimmend zu unserer Kritik des Zwanges, den man da mehr oder minder deutlich auf die Zöglinge ausgeübt hat. Wir erfahren, daß auch noch in einigen anderen Fachschulen der Berliner Kaufmannschaft ganz ähnlich die Zöglinge zur Beteiligung an der Feier kommandiert wurden. Hiernach gewinnt unsere bereils ausgesprochene Bemerkung, daß in sämtlichen Fachschulen dieser Korporation eine gleichartige Ver» fügling ergangen ist, noch mehr an Wahrscheinlichkeit. In einer Klasse der Schule in der Jnselstraßc wurde erklärt:„Wer nicht mitmacht, der wird ja sehen, uxis wirdl" Auch aus der Schule in der Albrcchtstraße wird uns berichtet, daß in einer Klasse den Schülern in Aussicht gestellt worden sei, cS werde etwas passieren, wenn sie nicht mitmachen. Aus der Schule in der Elisabcthstraße, die bereits in jener früheren Mitteilung erwähnt wurde, hören wir jetzt, daß in einer Klasse neun Schüler ihre Nichtbctciligung ange- kündigt und schristliclie Zustimmung der Eltern beigebracht haben. Einige andere Schüler begnügten sich mit der mündlichen Er- klärunK daß sie nicht teilnehmen würden. Ter Lehrer pries dann die geplante Feier als überaus großartig und rühmte die„Deutsche Turnerschaft" als den größten aller existierenden Turnvcrbändc. Wochen hindurch sind in den Fachschulen der Kausiiiann-schaft turne- rische Hebungen gemacht worden, durch die die Schul er zur Jahnfeier gedrillt werden sollten. In der Jnselstraßc hatten sich nur wenige Schüler zur Teilnahme an diesen Ilevungcn freiwillig her- beigelassen, darum kam die Vcrfüaung, daß alle teilzunehmen hätten. Denen, die sich weigern wollten, wurde Arrest in Aussicht gestellt.— Eine Zuschrift, die nicht aus den Kreisen der Schüler oder ihrer Eltern stammt, bedauert, daß auch die Turn- lchrcr gar nicht erst gefragt worden siiid, ob sie mit- machen wollen oder nicht. Tic Verfasser dieses Schreibens heben hervor, daß auch unter den Turnlehrern sich manche befinden, die aus dem Volke berborgegaugen sind. Sic tadeln cs, daß Gelder der Stadt für Sondcrwecke der„Deutschen Turncrschaft" verwendet werden. Eine Hnndcstatistik. Der Betrieb des Tierdepots in der Dircksenstraße, das bekanntlich dem Deutschen Tierschntzverein gehört, ist im vergangenen Geschäftsjahr recht umfangreich ge». wcscn. Nicht weniger als 15 820 Hunde passierten das Depot. An Fanghunden wurden eingebracht 0357, Findlinge mit Maulkorb und Steucrmarkc 201, ohne Maul- korb und ohne Marke 2887, zur Verfügung gestellt 1221. Zur Tötung gelangten 3979 und 785 wurden in Pension gegeben. Aus Pflege kamen 155 zurück und vom Tierasyl sind 132 über- liefert worden. Der Ausgang an Hunden gestaltete sich folgendermaßen-: Ausgelöst wurden von ihren Besitzern 5176, in Pflege gegeben 639, getötet 0815, aus Pension 058, gestorben 16. dem Tierasyl übergeben 2169, insgesamt also 15833 Hunde. Auch Katzen und andere Tiere passierten als Findlinge oder zwecks Tötung das Depot. Es waren dies: 5973 Katzen, 11 Pferde(darunter war eins vor einen Wagen gespannt), 2 Esel, 0 Affen, 2 Füchse, 1 Schaf, 6 Meerschweinchen. 2 Igel, 5 Kaninchen, 2 Frettchen, 1 Eichkätzchen. 3 Kakadus. 21 Papageien, 1 Dompfaff, 11 Kanarienvögel, 1 chinesische Nachtigall, 3 Eichelhäher, 1 Lachtaube, 4 Tauben, 1 Henne, 1 Bussard, 1 Hänfling, 3 Sittige, 1 Fink.— Die Tötung der Tiere fand bisher durch Einspritzen von Blausäure in die Lunge statt, was eine schmerzlose und sehr humane Methode sein soll. Keine Oriainal-Zeugnisse fortgeben? Hierzu wird uns ge-- schrieben: Es kanii nicht eindringlich genug davor gewarnt werden, aus Grund von Stelleninseraten, mögen sie auch noch so verlockend und vertrauensvoll aussehen, Original-Zcuguisse aus den Händen zu geben. Viele Stcllungssuchcndc sind der Meinung, daß sie damit auf die Stcllcnvcrgeber erhöhten Eindruck machen. Das ist jedoch nicht immer der Fall. Erfahrungsgemäß schicken sehr v» le die Original-Zeugnisse selbst dann nicht zurück, wenn oas Rückporto brigcsügt ist. War das Inserat unter Chiffre aufgegeben, so ist dann gar keine Möglichkeit vorhanden, die Zeugnisse zurückzu- fordern, da auch die Zeitungscxpedition den Namen des Inserenten nicht kennt. Manche Arbcitvergcbcr behalten allerdings die Zeug- nisse nicht in böser Absicht, sondern aus Vergeßlichkeit zurück. Auch kommt es nicht selten vor, daß, wenn Hunderte von OfferKn ein- gehen, nur ein Teil geöffnet und gelesen wird, die übrigen aber ungeöffnet in den Papierkorb wandern, mit ihnen also die Zeug» nisse. Es genügt vollständig, Zeugnisabschriften einzusenden, die nicht mal amtlich beglaubigt zu sein brauchen. Wer auf die be« treffende Person reflektiert, wird ja später doch persönliche Vor- stellung verlangen und sich bei dieser Gelegenheit die Original» Zeugnisse vorlegen lassen. Achnlich verhält cs sich mit Photographien. Man soll auch diese nur dann einsenden, wenn man den Namen des Inserenten genau kennt und somit in der Lage ist, sein Eigentum zurückzu- fordern. Mit Photographien, die auf diesem Wege verlangt werden, wird überhaupt viel Mißbrauch getrieben. In den weitaus meisten Fällen gelangt sie an den Absender nicht wieder zurück. Zuweilen wird nur zu dem Zweck inseriert, um eine Fülle von Photographien und zugehörigen Namen zu erhalten. Es besteht der sehr dringende Verdacht, daß sich dieses Mittels besonders gewisse anrüchige Hei« ratsvcrmittelungsburcaus bedienen. In der Schrniunlschen Mordsache ist jetzt für den Dreher Voigt, der sich bekanntlich im Moabiter Kriminalgericht selbst gestellt bat, cin HastentlassungSaiitrag gestellt worden. Dieser liegt augenblicklich den» lliltcrsuchuugSrichtcr zur Entscheidung bor. Der Verteidiger des Voigt stützt seinen Antrag darauf, daß weder Fluchtverdacht noch Verdilnkelniigsgefahr vorliege. Voigt habe einen fesien Wohnsitz bei scincii Eltern in Tegel und außerdem habe ihn sein Meister, bei dem er früher gearbeitet, das beste Zeugnis ausgestellt und sogar im Krankenhaus besucht. VerdiiiikeliliigSgefahr sei insofern nicht vor« Händen, als Voigt den Tatbestand zugäbe und cS sich nur darum handele, inwieweit eine Ucbcrschrcitung der Notwehr vorgekommen sei. Ein total zertrümmertes Automobil der Firma Balzcr u. Beckxr wurde in Treptow abseits vom Wege aufgefunden. Der Chauffeur Kurt M. hatte eine Spritzfahrt unternommen und dann nach einem Unfall das Auto einfach im Stich gelassen. M. ist per- schwundcn. Polizeilich beschlagnahmt wurde die Leiche des 52 Jahre alten Arbeiters Karl Hclbig, der in der Schönhauser Straße 7 in Schlaf. stelle toohnlc. Sein Wirt fand ihn vorgestern mittag tot im Bette liegen. Ein Arzt konnte die Todesursache nicht feststelleli. ES wird vermutet, daß H. einem Herzschlag erlegen ist. Als VcrmittcluiigSschwindler wurde cin 49 Jahre alter Ar» beiter Friedrich Quitz dingfest.gemacht, der cs besonders auf Schankwirte abgesehen hatte. Ouitz schrieb sich aus den Zeitungen die Wirte heraus, die anzeigten, daß sie ihre Geschäfte zu ver» kaufen beabsichtigten. Er suchte dann die Leute auf, prahlte mit Erfolgen, die er als Verkaufsvermittlcr gehabt habe und versicherte, daß er auch jetzt wieder gcigncte und zahlungsfähige Käufer an der Hand habe. Daß er über die Vcrmittlergcbühr im Klaren sein wollte, erschien begreiflich. Auch dagegen hatten die Verkäufer selten etwas einzuwenden, daß er sich gleich einen kleinen Vor» schuß auf die auSbedungcne Vcrmittlergcbühr geben ließ: auch be» zahlte der Herr Vermittler, von dem man einen günstigen Ab» schluß erwartete, die. Zeche nicht. Ein Betrogener ließ den Schwmlv lcr endlich festnehmen. Ein eigenartiger Konzcrtantomat hat sich in der Friedrich- straßc unter dem Namen„Papheton" aufgelan. Man bestellt sich ein aus einem umfangreichen Konzcrtprogramm ausgewähltes Stück durch entsprechende Regulierung und Aneinanderreihung b� weglichcr Zahlen, wirft cin Geldstück in einen Schlitz und nimmt den Hörer an das Ohr, um gemütlich auf einem Stuhle sitzend eine Arie aus„Troubadour" oder„Carmen" anzuhören. Der AdmiralSpnlast hat nun auch eine große Lichtbildbühue eröffnet, die bei Errichtung dcS großartig angelegten Baues in Aussicht genommen war. Mittels Fahrstuhl gelaugt man in den zwei Stock hoch belegencii Theatcrsaal. Die Ausstattung ist vor» nehm gehalten»nd trögt einen recht intimen Charakter. Die Vor- führungcn sind gut ausgewählt und eine melodiöse Konzertmusik umrahmt das Ganze. Ter Gesangvcrcii«„Ktxilzbcrger Harmonie"(M. d. A.-S.-B.) veranstaltet am heutigen ü-onntag, den 18. Juni, nachmittags in der Brauerei F r i e d r i ch S h a i n sein Sommerfest. Der Verein rechnet darauf, daß die Arbeiterschaft das durch cin gutes Pro- gramm ausgezeichnete Arrangement unterstützt. Die Arbeiter-Samariter-Koloiine Groß-Bcrlin veranstaltet am MHntag, den 19. Juni, abends 9 Uhr, im Restaurant Dase, Brunnenstr. 154 einen allgemeinen Uebungs- und Lehrabend. Gäste hierzu willkommen. Im wissciischaftlichcn Theater der Urania gelangt der Vortrag von Herrn Professor Dr. Heck, dvm Direktor des Zoologischen Gartens,„Lebende Tierbildcr von nah und fern", in dieser Woche noch allabendlich und außerdem am Sonnabend nachmittag um 4 Uhr zur Darstellung. Dem Zoologischen Garten ist ein stattliches Paar klcinasiatische Wildschafc geschenkt worden, das dieser Tage in Begleitung eines türkischen Wärters eingetroffen ist und cin Gehege dos' neuen GemsbergeS bewohnt. Diese sehr hochläufige, am Körper fast ein» farbig gelbliche Form, die bisher wohl noch niemals lebend nach Europa gelangt ist, unterscheidet sich von den verwandten Arten hauptsächlich dadurch, daß die Hornspitzcu des Bockes sich nicht nach vorn sondern nach der Schulter zu wenden. Die sehr zahmen, jetzt im Haarwechsel besindlieiVu Tiere stammen vom Taunus-Gcbirge in Südost-Lleinasien, Vorort- JNaebnebtem Nixdorf. Ein Schlittelisiihrcr wurde gestern nnschädlich gemacht. Der 37 Jahre alle Kaufmann Moritz Wolfssohn mietete sich in Rixdorf eine kleine Wohnung von Stube und Küche und ließ sich Geschäfts- karten mit der Aufschrift„Kunstverlag Elite" drucken. Wolfssohn sandte nun seine schönen Geschäftskarten an große Luxuspapier» fabriken und bestellte beträchtliche Posten Waren aller Art, AnsichtS» vostkartcn, feine Schreibwaren usw. Die Zahlung sollte sofort bei Lieferung erfolgen. Wem» aber die Boten mit den Sachen kamen, so schwindelte ihnen der„Kuilstverleger" vor, sein Hauptgeschäft liege in Wilmersdorf, und dort iverde auch bezahlt Iverden. Er habe sich darüber mit dem Fabrikanten schon durch den Fernsprecher ver» ständigt. Einer der Fabrikanten machte eine Angestellte,' die die Ware ohne Barbezahluug hatte abgehen lassen, ersatzpflichlig. Diese wandte sich nun au die Kriminalpolizei und so kam das aaine Treiben ans Licht. Wolfssohn hatte sich schon für mehrere 1000 M. Waren erschwindelt, als er gestern festgenommen Kurde. Charlottenbnrg. Eine Stellenvermittelung für Verkäuferinnen der LcvcnSmittel- brauche hat der stndtliche Arbeitsnachweis Charlotteuhura, Wittenberg» platz 4(Fernsprecher Amt Charlottenbnrg 1137), seinem Betriebe an» gegliedert. ES sollen hauptsächlich für Bäckereien, Konditoreien, Obst-, Butter-, Aufschnitt-, Kaffeegcschäfte usw. Verkäuferinnen nach- gewiesen werden, da für diese Geschäftszweige bisher in Grotz-Bertin noch keine gemeinnützige Slelleuvermittelung besteht. Der Nachweis erfolgt für Arbeitgeber und Angestellte vollkommen lostenlos. Anmeldungen von offenen Stellen und Stellengesuchen werden in den Vormittagsstunden zwischen 9—12 Uhr erbeten. Elternverein für freie Erziehung. Mittwoch, den 21. Juni findet im WaldhouS. Tegeler Weg 38/39 iJnhaber Fritz Kant), ein grotzeS Kinder fest, verbunden mir Gartenkonzert. Reigenauf- führung, Bändertanz, Sackhüpfen, Topfschlagen, stalt. Bei eintretender Dunkelheit: Großer Fackelzug, jedes Kind erhält eine Stocklaterne gratis. Ansang 3 Uhr. Eintritt sür Erwachsene 20 Pf., für Kinder 10 Pf. Der Vorstand. Ober-Schönetveide. Gcmeindevcrtrctersitzung. Zu Beginn der Sitzung erfolgte die Einführung des wiedergewählten Schöffen Baumeister Lehmann. Die B e s o l d u n g s o r d n u n g der Lchrpersonen an den Volksschulen hat einen Nachtrag erhalten, wonach bei eventueller Pensionierung eine sich etwa ergebende Differenz im Pcnsionsbezug ausgeglichen wird. Anlaß hierzu hat die Beschwerde einiger Lchrpersonen an die Schulbehörde gegeben. Bei der Wahl von Vertretern der Gemeinde zu dem in Kiel stattfindenden Kongreß der größeren Landgemeinden wurde vom Genossen Muth angeregt, von dem bisherigen Modus abzuweichen, wonach nur Mitglieder des Gemeindevorstandes delegiert werden; bei der Abstimmung wurde jedoch außer dem Vorsteher noch der Schöffe Feldmann gegen den Genossen Grunow gewühlt. Entsprechend einem früher gestellten Antrage unst.rer Genossen wurde der Urlaub für die Gemeindcorbeiter von 4 bis auf 6 Tage verlängert; maß- gebend ist die Beschäfligungsdaner. Ein vom Gemeindevorsteher vorgelegter Vertrag betreffend den zweigleisigen Ausbau der Straßenbahn nach Köpenick, gab Anlaß zu längerer Debatte. Genosse Muth forderte, daß bei neuen Konzessionen an die Straßenbahngesellschast unbedingt eine des OrteS würdige Her- stellung des Hleisplanums speziell in der Wilhelmincnhofstraße durch- zusetzen sei; das vorgelegte Projekt sei ein Teilprojekt und schon um deswegen unannehmbar. Nachdem sich auch eine Anzahl bürgerlicher Vertreter dagegen ausgesprochen, erfolgte Ablehnung. Das gleiche Schicksal erl'lt der vorgelegte Vertrag mit der Gas- g e s e l l s ch a f t. Dieselbe will statt des bisher geltenden GaS- Preises von 1) bezw. 16 Pf- für Koch- und Leuchtgas einen Einheits- preis von 1Z,3S Ps. einführen, durch Automaten sollen hinfort 675 statt 600 Liter für 10 Pf. geliefert werden; desgleichen soll auch das im Ostend-Ortsteil bezogene Leuchtgas der Berechnung der an die Gemeinde zu zahlenden Rente zugrunde gelegt werden. Als Gegenleistung wird eine zehnjährige Verlängerung des noch jetz'r bis 1949 laufenden MonopolvertragcS der Gesellschaft verlangt. Von dem Schöffen Herwig sowie vom Ge- nossen G r u n o w wurde eingehend dargelegt, daß es unter ckeincn Umständen angängig sei, den für die Gemeinde äußerst un- günstigen Monopolvcrtrag noch zu verlängern, auch der kleinen Vor- teile wegen; zudem habe die Gemeinde den Einheitspreis schon auf Grund des allen Vertrages zu verlangen. Diesen Einwänden folgte die Mehrheit bei der Abstimmung. In der Siemens st raße sollen KanalisationSarbeiten ausgeführt werden, um im nächsten Jahre die Neupflasterung und Verbreiterung vorzunehmen. Ein dem G e m e i n d e f r i e d h o f in der Wuhlheide vorgelagerter Terrainstrcifcn soll vom ForslfiSkus erworben werden. Ein Neudruck sämtlicher O r t s st a t u t e soll erfolgen. Grost-Lichtcrfelde. Heute findet im Etablissement Wahrendorf, Bäkestr. 22, das zweite Stiftungsfest des Gesangvereins.Männerchor"(M. d. A.-S.-B.) statt. Mitglieder der Jugendorganisation haben nach AuS- s weis durch ihr Mitgliedsbuch freien Zutritt.' Neger Besuch der Parteigenossen wird erwartet. l Mariendorf-Südendc. Der Gciiieindevertretcrfibung vom Donnerstag lag ein Antrag beiresiend Einrichtung des Nachtfernsprechverkehrs bor. Die Ober- postdirektion hat sich auf die Anfrage des Gemeindevorstehers zu dieser Einrichtung gegen eine Gebühr von 1800 M. bereit erklärt. JCcin Antrage wurde allseitig zugestimmt; eS soll jedoch zunächst noch mir den Nachbargemeinden Marienfelde. Tenipelhof und Lichten- rade wegen etwaiger Beteiligung in Verbindung getreten werden, die dann auch zu den Kosten im Verhältnis der Einwohnerzahl oder der Anzahl der vorhandenen Anschlüsse beizutragen hätten.— Weiter stand die Errichtung eines Gewerbe- gerichts am Orte zur Beratung. Hierzu ist auch die Gcineinde Marienfclde gehört worden, die aber ciue Beteiligung abgelehnt hat. Auf eine'Umfrage bei Arbeitgebern und Arbeit- nehmern haben von 50 Arbeitgebern 24 sich geäußert, 5 sind für die Errichtung, 19 dagegen: letztere meist mit der Begründung, daß in ihren Betrieben Streitfälle noch nicht vorgekommen seien und sie ein Gewerbcgericht nicht für erforderlich halten. Von den geladenen Arbeitnehmern waren 15 erschienen, die sich sämtlich für die Er- richtung ausgesprochen haben. Trotz dcö zumeist ablehnenden Bescheides von Arbeitgebern empfahl selbst der Gemeindevorsteher die Errichtung eines GcwerbcgerichtS, durch das leicht eine Verständigung herbeigeführt werden könne und daS von großem Segen Haupt- sächlich bei Lohndiffercnzcn von Bauarbeitern sein würde. Diese sehr verständigen Ausführungen, die sich vollständig mit dem von der Gewerkschastskommission gestellten Antrage decken. fanden bei den bürgerlichen Vertretern keinen Widerspruch, nur der Schöffe Herr Pohmcr, Direktor des Gaswerks Mariendorf, hielt ein Gewerbcgericht für überflüssig, da in seinem Betriebe Lohnstreitig- leiten anderweit geregelt würden. Im übrigen wünschte er Fälle angeführt zu sehen, die die Zweckmäßigkeit dieser Einrichtung be- weisen. Nachdem unsere Genossen Reichardt, Weber und Günther wiederholt in die Debatte eingegriffen und die Not- wcndigkeit des Gewerbcgericbts hervorgehoben hatten, wurde im Prinzip der Errichtung eines GewerbegerichtS zugestimmt. Am Mittwoch, den 21. Juni, abends 8>/z Uhr, bei Thiel, Tempelhof, Berliner Slraßo 41/42: Generalversammlung des Vereins Jugendheim. Mitgliedskarte legitimiert. Treptolv-Battmschulenlveg. Ter Arbcitcr-Tnrnvcrein„Jahn" veranstaltet heute auf seinem Turnplatz am Heidekampwcg in Baumschulenweg ein Sommerfest, verbunden mit Schauturnen, Konzert und Kinderspieleit. ES wird ein reger Besuch der Parteigenossen gewünscht. Köpenick. Die Lese? der hiesigen GcwerkschaftSbibliothek werden ersucht, die entliehenen Bücher bis zum 30. Juni zurückznliefern, da die Bibliothek zioecks Renovierung ab 1. Juli geschlossen bleibt. Die Wiedereröffnung erfolgt voraussichtlich am 1. August. � Klein-Bestett. Ein Raub der Flamme» wurde in der gestrigen Nacht gegen 2 Uhr die hiesige Schneidemühle. Unter demselben Dach befand sich eine große Bauiischlerei sowie eine Kohlenzünderfabrik, die gleich- falls völlig niederbrannten. Der Schaden wird auf eine halbe Million Mark berechnet. Weiftensee. Ein schwerer Unglücksfall ereignete sich am Freitagvormittag auf dem Gelände der Gasanstalt in der Gustav-Adolfstraße. Dort war der 27jährige Arbeiter Paul Krüger aus der Lehderstr. 2 mit der Ausführung kleinerer Reparaturen an einem Betriebsgebäude be- schäfligt, wobei er auf einer etwa vier Meter hohen Leiter stehend arbeitete. Als K. herabstieg, geriet die Leiter ins Sckwanken und stürzte um. Sie fiel aus K., der unter der schweren Last begraben wurde. In besinnungslosem Zustande wurde der Verunglückte nach dem Auguste- Viktoria- Krankenhause übergeführt, wo schwere Quetschungen der Wirbelsäule mid eine dadurch hervorgerufene Lähmung der Beine, sowie anscheinend erhebliche innere Verletzungen festgestellt wurden. Nieder- Schönhausen. Aus der Gcmciildcvcrtrctung. Dem Forstfiskus wurde für die bisher noch nicht ausgebauten Straßen in der Schönholzer Heide der Stratzenbaukonsens erteilt. Die Gemeinde behält sich jedoch vor, falls das zwischen der Panke und der Cottastraße gelegene Gelände zum Zwecke der Vergrößerung deS Pankower Bürgerparks Eigentum der Gemeinde wird, die Straße 16 zu kassieren. Der Einzeichnung einer neuen Straße in den Bebauungsplan zwischen Blankenburger Straße und Hermannstraße wurde nach nochmaliger Verhandlung zugestimmt. Die Straße soll eine Breite von 21 Metern erhalten, davon enfallen 7 Meter auf den Fahrdamm, je 3 Meter auf den Bürgersteig und je 4 Meter auf die Vorgärten. Ueber die Durchlegung der Waldstraße berichtete Gcmeindevertreter Dr. Pratsch. Die Kommission habe wiederholt mit den Anliegern der Straße verhandelt, die aber eine derartige auffallende Jntcreffenlosigkeit gezeigt hättep, daß die Angelegenheit als gescheiten angesehen werden müsse; er stelle nunmehr den Antrag, das EnteignuilgS verfahren einzuleiten. Die Vertretung beschloß, die Angelegenheit bis zur nächsten Sitzung zu vertagen. Beschlossen wurde noch, auf dem Schulhofe in der Buchholzcr Straße einen gepflasterten Weg an- zulege». Bürgermeister Abraham teilte hierauf mit. daß ein Steuer- zahler sich beschwert habe über das Mahnversahren wegen rück- ständiger Steuern. Der Stenererheber habe den Herrn nicht an- getroffen und sei nun der Auffassung gewesen, daß es genüge, wenn der Mahnzettcl an die Tür geheflet werde. Dies habe er den Steuer- erheberu unlersagt; nach einer ergangenen Entscheidung des Finanz- Ministers sei eS aber zulässig, daß der Mahnzcttel in den Briefkasten der betreffenden Wohiiuiig gesteckt werden dürfe. Hierauf folgte eine nichtöffentliche Sitzung. Pankow. „Die Sonntagsruhe im HandclSgewerve", dieses Thema ist Gegenstand der Verhandlung einer am Mittwoch, den 21. Juni, abends 8% Uhr. von der Gcwcrkschaftskommission nach dem.Pank- grasen" einberufenen öffentlichen Versammlung. Referent ist Reichs- tagSabgeordncter Genosse Eichhorn. Es wird ersucht, sür den Besuch der Versammlung rege zu agitieren. Ein dreister Dieb hat vorgestern dem hiesigen Krankenhause einen Besuch abgestattet. Unter der Angabe, den Heizer zu suchen und mit diesem wegen Kokslieferung zu sprechen, verschaffte sich der Uilbekauiite Zutritt zu d«n inneren Räumen. Er begab sich nach dem zweiten Stockwerk hinauf, wo er in die Kammer der Schwestern eindrang und alle Behälter nach Geld und Wertsachen durchwühlte. Der freche Dieb erbeutete von einer Reihe von Schwestern Uhren und Wertsachen sowie erhebliche Summen bares Geld. Tegel« Der am Freitag hier stattgefundene Kornbkumenkag dürfte, da die Arbeiterschaft sich dieser Schnorrerei gegenüber recht kühl der- hielt, nicht den erwarteten Erfolg gehabt haben. Eine geringe Kauflust machte sich selbst unter den Besitzenden bemerkbar. Daher konnten nach Schluß der festgesetzten Zeit die Damen noch eine erhebliche Menge der feilgebotenen Wohltätigkeitsware aufweisen. Am heutigen Sonntag soll nun der Bettel wiederholt werden. Durch eine» Sturm auf die Berliner Ausflügler hofft man bessere Geschäfte zu machen. Nowawes. Die letzte WahlvcrcinSversammlung lehnte den in der letzten BezirkSsührersitzung gefaßten Beschluß, die BezirlSsitzungen während der Sommermonate ausfallen zu lassen, ab. Angenommen wurde dagegen ein Antrag der Bezirksführcr, in Zukunft Einladungszettel zu den Mitglicdcrvcrsanniilungcu der.Brandenburger Zeitung" wie dem.Vorwärts" nicht mehr beizulegen. Hierauf hielt Genosse Frcnzcl an Hand des GenicindeetatS einen äußerst interessanten Vor- trag über kommunale Angelegenheiten, an den sich eine längere Diskussion schloß. DaS diesjährige Sommerfest des Verein? soll im Lokal des Genossen Singer gefeiert werden; in Aussicht genommen wurde hierfür der 20. August. Es lvurde ein Antrag an- genommen, in Zukunft die Vcrcinssesie in beiden der Partei zur Verfügung stehenden Lokalen wechselseitig zu seiern.— Die diesjährige Maifeier ergab einen Ueberschuß von 143.90 M.. der dem Wahlverein und dem GcwerkschafiSkartell zu gleichen Teilen zufällt.— Unter.Verschiedenes" gelangte ein Antrag des Genossen Lier zur Annahme, wonach eine größere Anzahl Partei- Programme angeschafft werden sollen, die bei Werbung neuer Mit- glieder gute Dienste leisten können.— An Stelle des nächsten Frauen- lcseabcnds findet nach Mitteilung der Genossin Bathe am Dienstag, den 27. Juni, ein Ausflug nach dem.Fürstenhof" in Wannsee statt. Der Abmarsch erfolgt nachmittags 1>/z Ilhr vom Lokal des Genossen Hicmke, Wallstraße. Die nächsten BezirlSsitzungen finden am 28. Juni statt.Z'_ Hus aller Melt. Der deutfebe Rundflug. Bei überaus günstigem Wetter sind gestern früh in Hamburg acht an dem deutsche» Rundflug beteiligte Flieger zur Fahrt nach Kiel aufgestiegen. Sieben davon sind glatt am Ziel in Kiel angelangt. Als erster stieg Punkt 4 Uhr Büchner auf, ihm folgte L i n d p a i n t n e r, die beide die Strecke von Berlin aus durchflogen haken. In kurzen Abständen folgten WicnczierS, Schauenburg, Loitsch. Thelen. Jahnow und Dr. Wittenstein. Dem letzteren Flieger war eS am Freitagabend gelungen, die Strecke S ch w e r in— H a m b urg zu durchfliegen, so daß er noch rechtzeitig zum Start ankam. In Kiek landete als erster Wiencziers unter großem Jubel der zahl- reichen Zuschauer. Ihm folgte zwei Minuten später Lindpaintner. Als dritter kam mit seinem Passagier Büchner an. Zwanzig Minuten später folgte S ch a u e n b u r g mit einem Pafiagier. dem Jahnow folgte. Dr. Wittenstein landete um 7 Uhr 5 Min. in glänzender Weise. Eine Minute später passierte auch Thelen die Ziellinie. Die von den Fliegern sür die 82 Kilometer lange Strecke gebrauchte Flugzeit schwankt zwischen 52 Mumien und 1 Stunde 41 Minuten. Der Flieger Laitsch mußte 10 Kilometer von Elmshorn niedergehen. Bei der Landung wurde der Propeller be- schädigt, auch sonst ist sein Apparat nicht mehr in Ordnung. Die beiden Flieger König und v o n G o r r i s s e n bcabsichtiglen, da sie am Morgen noch nicht startbereit waren, erst am Nachmittag aufzusteigen. m In dem Befinden de? auf der Strecke Berlin-Magdevurg der« unglückten Fliegers K a r l M ü l l e r ist eine l e i ch t e B e f sc r u ng eingetreten. Er hat zuweilen klare Augenblicke, liegt aber den größten Teil deS Tages über noch immer in großer Benommenheit. Jedoch gibt sein Befinden zu Besorgnissen keine Veranlassung. Wie man Veteranen ehrt. Merorten werden Kornblumentage veranstaltet, um den hilfsbedürftigen Veteranen Unterstützungen zukommen v* lassen. In der Praxis ist die Behandlung der Veteranen weniger liebreich, als sie in den von patriotischen Phrasen wimmelnden Aufrufen zur Be« teiligung an den Kornblumentagen dargestellt wird. So wird dem in Hoben salza erscheinenden.Kujawischen Boten' aus Schönsee ge- meldet, daß der Landeshauptmann den dortigen KricgSvetcranen Johann G r c n d z i ck i vor die Wahl gestellt hat, sich entweder in das Landarmenhaus zu Könitz zu begeben oder auf seine Srmenunterstützung zu verzichten. Da der Greis den Rest seines Lebens nicht hinter Anstaltsmauern verbringen wollte, auch die Nachbarschaft mit den in derselben Anstalt ihre KorrektionShaft verbüßenden Landstreichern als kränkend ansah, verzichtete er auf diese Unterstützung. Unter welch kränkenden Bedingungen in manchen Fällen Bete- ranen unterstützt werden, lehrt eine Meldung des.Sommerfelder Tageblatts". Ein in Sommerfeld(N.-L.) vor Jahr und Tag verstorbener General v. S ch i r n d i n g hat ein Legat hinterlassen. Ein Teil der Zinsen kommt alljährlich am 15. Juni an fünf alte bedürftige Veteranen der Stadt Sommerfeld zur Pcrteiluug. Dieselben müssen an diesem Tage vormittags 8 Uhr unter Leitung des Küsters im Altarraume der Stadtpfarrkirche das Lied.Ich habe genug" singen, und erhalten dann j e 4 M. Und daS Vaterland, für dessen Ehre die alten Veteranen Leib und Leben aufs Spiel gesetzt haben, hat zu einer ausreichenden Unterstützung der alten Krieger kein Geld. DaS muß verwandt werden, um unkulturelle Ausgaben zu decken. Zur Entführung des Ingenieurs Richter. Die ein Telegramm auS Saloniki meldet, betrachten die Ve- Hörden von Monastir und Elassona die Forderung eines Löse- gelbes von 50 000 Pfun d für den Ingenieur Richter alS tatsächlich von den Räubern selbst ausgehend. Die Räuber sind sehr erbittert, daß Gendarmen die Dorfbewohner angeblich schwer mißhandeln, um dieselben zu Aussagen zu veranlcTscn. Die Behörden erwarten vom Ministerium Weisungen wegen ihre? weiteren Vorgehens. Sie betrachten ein Eingehen auf die Forderungen der Räuber für ausgeschlossen und sind der Meinung, daß dieselben nicht wagen werden, Nichter zu töten. Die vierte Dimension. Ein lustiger Fall von Verkehr mit Geistern Verstorbener wird auS einem Dorfe bei Falkenbcrg in O.-Schl. gemeldet. Eine HäuSlersfrou, deren Ehemann vor etwa einem Viertel« jabre. verstorben war, ist von dem Aberglauben be- haftet gewesen, daß auch der Tote noch seine Mahl- zeiten verlange und fühlte sich verpflichtet, allnächtlich zur Geisterstunde ein gut zubereitetes Mittagsmahl auf den Grabhügel zu setzen, das am anderen Morgen früh stets prompt aufgegessen war. Der Teller stand blitz- blank und sauber auf dem Hügel und zeugte dafür, daß daS Esicn gut gemundet hatte. Den Trumpf deS Aberglaubens spielte die kaum davon zu heilende Frau damit aus, daß sie dem Inhalt eines BrirfzS ihres Mannes skrnpcl- los Glauben schenkte, worin dieser um 90 M. baren Geldes flehentlich bar. Auch dieses Opfer brachte die Frau, wenn auch einige Mark dazu fehlten. Der.Tote' bedankte sich in einem Autioortfchreibcn, welches am nächsten Morgen aus dem GrabeShügcl lag. und teilte mit. daß er das Geld ungezählt an sich genommen und im besten Sinne ver- wendet habe. Dummheit ist eine Gabe Gottes, aber man darf sie nicht miß- brauchen!_ Kleine Notizen. Zwei Personen wegen eine« Hutes ertrunken. Zwei junge Leute ?onJL 4, Jahren, fcce ans der Warthe Kahn fuhren, fielen INS Wasser, als pe sich bemühten, den fortgeflogenen Hut dcS einen iDiiocc auszufischen. Da beide des Schwimmens unkundig waren. srndsieertrunke». _, Schwerer Aulouiobilunfnll. Auf einer Chausiee zwischen &.£n,1 n 9.e" und E S b e ck in Brannschweig fuhr am Freitagabend das Automobil deS Fabrikbesitzers Jüterbog gegen eiiien Prell- stein und i ch l u g um. Dabei wurde der Fabrikant, der den Wagen iclbst steuerte, sofort getötet. Vier mitfahrende Daincn und en aum schwere Verletzungen. Wilderer gegen Wilderer. Ans einem Jagdterrain bei Glciwitz in stießen auf der Pürsche zwei Wilderer, die sich vorher ge- trennt hatten, wieder zusammen. Sie vermuteten beiderseits, einen Forstbeamteil vor sich zu habe», und gaben Feuer. Hierbei hat der 18jäbrige Wilderer Hoffmann seinen 24jäbriaei, Kollegen Mansseld erschossen. Der Täler wurde verhaftet. Eholcraerkranknngen in Ungarn. In den Kometaten Weißen- bürg und Abanji ist je ein Fall von Cholera- £.«C« iln® vorgekommen. Die Gemeinden, aus dcnco die Erkrankiingen gemeldet wurden, wurden abgesperrt. Wehsmgs• Einrichtung 5 SimnteE* und KücEie I Gimmel* und kCUCllG(modeni, Schlafzinuncr englisch).,.In. S ZhnAier und Küche"SSÜÄÄSÄ�U 4 Zimmer und Küche flSStvJKSÄSSSrSS®} u. l48i.SMHM0 991.50-5500.00 Sicheren Käufern gewähren Zahlungserlcichterungen. ] Möbelfabrik Fechner& Preidel 5— � _ Neue Schönhauser Straße 2 -- Hackcscbcn Markt, Stadthnhnhof Bürsc. Froloillirro finorlrnnnnnn* r>!s Möbel sind in tadellosem Zustande angekommen. 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