Nr. 198. Erscheint täglich außer Montags. Breis pränumerando: Vierteljährlich 3,30 Mart, monatlich 1,10 mt, wöchentlich 28 Bfg. fret In's Haus. Einzelne Nummer 5 Pfg. Sonntags- Nummer mit illuftr. Sonntags- Beilage Neue Welt" 10 Pfg. Post- Abonnement: 8,30 Mt.pro Quartal. Unter Kreuz band: Deutschland u. DefterreichUngarn 2 Mt., für das übrige Ausland 3 Mt.pr.Monat. Eingetr. in der Post- Zeitungs Breisliste für 1893 unter Nr. 6708. Vorwärts 10. Jahrg. Insertions- Gebühr beträgt für die fünfgespaltene Beritzeile oder deren Raum 40 Bfg., für Vereins- und Versammlungs- Anzeigen 20 Pfg Inserate für die nächste Nummer mussen bis 4 Uhr Nachmittags in der Expedition abgegeben werben. Die Expedition ist an Wochens tagen bis 7 Uhr Abends, an Sonnund Festtagen bis 9 Uhr Vormittags geöffnet. Fernsprecher: Amt I. 4186. Telegramm- Adresse: " Sozialdemokrat Berlin! Berliner Bolksblatt. Zentralorgan der sozialdemokratischen Partei Deutschlands. Expedition: SW. 19, Benth- Straße 3. Redaktion: SW. 19, Beuth- Straße 2. Donnerstag, den 24. August 1893. Die Tabaksfeuerpläne Unternehmern der Tabakbranche Sand in die Augen zu bereits durch die Außerachtlassung jeder Rücksicht auf den streuen und sie für seine Fabrikatsteuer zu gewinnen, so Massenverbrauch aus, man wird also beim Tabak ebenso und die Tabakarbeiter. dauert es nicht drei Jahre, und alle kleinen Griſtenzen wenig Einſchen haben nur das Volk und die Intersowie ein großer Theil Arbeiter sind aus der Tabakbranche essenten sollen, wieder zeitig darauf aufmerksam gemacht In den Kreisen der deutschen Tabakarbeiter steigt die ausgetilgt, ins Elend versunken und verdorben; denn werden. Unruhe um so höher, je mehr Einzelheiten über die sonstige Erwerbsgelegenheit bietet sich am wenigsten einem Die Hauptgefahr eines Tabaksteuer- Systems, wie es Miquel'sche Tabaksteuer verlauten. Und es ist keine fünft ausgemergelten Tabatarbeiter. Und das wird so zu Miquel plant, ist übrigens schon in den siebenziger liche Unruhe, etwa von den Fabrikanten aus kluger Berech- gehen. Die Aufhebung der bestehenden Rohtabaksteuer ist Jahren richtig erkannt worden. Damals schrieb nung erregt, um sich aus Gewinnsucht eine Steuer vom ein Blender für die kleinen Interessenten. Manche von der sachkundige Verfasser der Broschüre Stimmen Hals zu halten. Die Tabakarbeiter wissen vielmehr selbst, ihnen glauben vielleicht, sich dann desto leichter forthelfen über die Fabrikatsteuer", natürlich durchaus im kapitalistidaß sie wieder einmal die ersten Opfer der Reform" sein zu können. Sie vergessen aber erstens, daß wir doppelt so schen Sinne:" Wohl keine Industrie ist so sehr geeignet, werden, und da ihr Loos jetzt schon ein recht erbärmliches viel ausländischen als inländischen Tabak brauchen, und schwächliche, unzureichende Arbeitskräfte zu beschäftigen und ist, so wird es begreiflich, daß sie den Miquel'schen Experis auf ersterem bleibt ein sehr anständiger Zoll. Und zweitens aller Orts bis in die kleinsten Winkel hinein die Lücken menten mit sehr gemischten Gefühlen entgegensehen von würde Miquel doch die eine Steuer nicht aufheben, wenn unausgefüllter Beschäftigung zu kompletiren, als gerade Arbeiterfreundlichkeit hat sich noch nie eine preußisch- deutsche er am anderen Ende nicht desto unerschrockener anzapfen die Tabaks- und Zigarrenindustrie im Betrieb der mittelSteuerpolitik leiten lassen, aber die Miquel'schen Pläne mit wollte. Im Gegentheil: Jeder muß sich sagen, daß Miquel großen und kleinen Fabrikanten. Ein Messer und ein rezug auf den Tabak scheinen doch auch in dieser Beziehung sicher ein System erfunden hat, bei dem das Gold doppelt Rollbrett genügt als Werkstätte- Ausrüstung, um dem Aralles Dagewesene übertreffen zu sollen. so reichlich als früher in die Staatskasse fließt, und was beiter oder der durch kleine Haushaltungsarbeiten Die Tabatindustrie ist im Deutschen Reiche noch be- die Angezapften angeht, so rührt ja gerade von Miquel die nur theilweise beschäftigten Hausfrau, welche an dem sonders stark in kleine Betriebe zersplittert. Der kapitalistische gelassene Anwendung des geflügelten Wortes auf die Steuern Fabrikbesuch verhindert sind, durch f. g. Hausarbeit.. Aufsaugungsprozeß hat sich zwar ebenfalls schon bemerklich her: die Masse muß es bringen. Die Masse soll es beim Beschäftigung zu geben; kein anderer Industriezweig läßt gemacht. Wir haben hanseatische und süddeutsche Tabat Tabak insofern bringen, als ihre Zigarre, ihre Tabakspfeife ferner ein Zerstreuen und Vertheilen der Arbeit in solchem könige, die eine ganze Reihe früher selbständiger Mittel- u. s. w. belastet wird, aber nicht im Bausch und Bogen, wie Maße zu... und diese volkswirthschaftliche Wohlthat betriebe seit der Zeit der Monopolpläne in ihrer Hand ver- es plumpe Finanzminister früher planten, sondern fein ver- sollte man untergraben wollen dadurch, daß man einigten; die vielfachen Steuerbeunruhigungen der Tabak- schieden und ausgerechnet jede Sorte und Form Tabak extra. diese ganze Industrie in die Hände des Großbranche machten dem Großkapitalismus das Geschäft schon Das nennt nämlich Wiquel gerecht ausgleichend", wenn er fapitals resp. nur der über große Kapitalien verfügenden seit Jahren besonders leicht. Dennoch giebt es daneben unter dem Scheine einer„ ausgleichenden" Verschiedenheit größeren Etablissements drängt?" Selbstverständlich unternoch viele Tausende von Arbeitern, die als Haus der Tabatfabrikatsteuer für geringere und bessere Sorten schreiben wir nicht die ausbeuterische Phrase von der industrielle halb selbständig arbeiten, viele Tausende recht spezialisiren und von jedem Artikelchen etwas reinholen volkswirthschaftlichen Wohlthat" der Tabatfabrikation im kleiner und Mittelbetriebe, die sich trotzdem erhalten kann. Wer jemals Uebersichten über die Einnahmen und kleinsten Betriebe. Aber der gemeinte Zustand ist im haben und einen guten Theil der Tabalarbeiter Ausgaben der Masse", der Arbeiter in der Hand gehabt weitesten Umfange thatsächlich vorhanden, die Miquel'sche beschäftigen. Daß diefe Erwerbstreise ihre relative Selbhat, weiß, daß dort der Tabak an allerlegter Stelle steht Fabrikatsteuer wird deshalb viele Tausende kleiner, ohneständigkeit nicht behalten und mit der Zeit unter das Joch und sofort als Ausgabeposten verschwindet, sowie die geringste dies schwacher Existenzen ohne jede Entschädigung exprodes Großkapitalismus und der Großindustrie fich werden Verminderung der Einnahme eintritt. Die Erhöhung priiren und vernichten, während sie gleichzeitig dem Großbengen müssen, ist sonnenklar, und wir Sozialdemokraten des Preises durch eine Fabrikatsteuer wirkt aber tapital Bortheile in den Schooß wirft, ganz wie unter sind die Letzten, die diese Entwicklung verwünschen wollen. gerade so, wie eine Verminderung der Einnahmen der Bismarck und dies alles zur Erhaltung eines MilitärAber etwas anderes als dieses allmälige, sichere Umsich- Masse". Sie macht die Masse" dem Tabak gegenüber systems, das dem Volke ohnedies die Knochen ausfaugt! greifen des Großbetriebs mit seinen selbstverständlichen zahlungsunfähig. Miquel nimmt natürlich den jetzigen Herrliche Reformen" das; vielleicht fordert ihre richtige Uebergängen ist der plötzliche und gewaltsame Eingriff, der Preis der Tabate als Unterlage für seine Steuer, nicht den Kennzeichnung doch noch den lebhafteren Widerstand der= Tausende von kleinen Existenzen wohlbedacht und überlegt jenigen, der nach Aufhebung der bestehenden Rohtabatsteuer jenigen Kreise heraus, die sich bis jetzt noch zu gleichgiltig mit einem Male todt schlägt und mit ihnen verfährt, wie zu berechnen wäre. Auf diese Weise profitirt er nochmals verhalten. mit leblosen Dingen, und das von Staatswegen. Das etwas für den Fiskus. Ist aber die Masse" dem Tabak Tabaksteuer System, das Miquel allem Anscheine gegenüber kaufschwach geworden, so bricht eben der Ruin nach plant, wird ein solcher Streich sein, der über alle die kleineren Existenzen der Tabakbranche mit in aller Freundschaft mit dem Großkapital gegen ihren tausenden von Arbeitern herein, von denen wir aus" " die fleinen Existenzen der Tabakbranche geführt gingen. Der billige Absatz an die Volksmassen ist ihr Politische Lebersicht. wird, und es ist eine Ironie des Schicksals, daß wir Lebensuerv, und der wird durch die Miquel'sche FabrikatSozialdemokraten den habsüchtigen Fiskus darauf auf steuer mit allen ihren sonstigen Nebenerscheinungen( Nothmerksam machen müssen, wie er im Begriff ist, auf seine wendigkeit größeren Anlagekapitals, Steuerkredit an MilArt gründlich zu„ revolutioniren", weit schmerzlicher und lionäre u. s. w.) unterbunden. Bei dieser Gelegenheit wird brutaler, als es die von uns gewünschte Entwickelung mit der alte Satz, daß der Verbrauch der Massen den Gang sich bringen würde. der ganzen Volkswirthschaft bestimmt, auf Kosten der Gelingt es nämlich Miquel, mit der Aufhebung der Tabakbranche neuerdings in die Erscheinung treten- falls bestehenden Rohtabaksteuer und der entsprechenden Er- Herr Miquel nicht gezwungen wird, von seinem Plane abmäßigung des Bolles für fremden Tabak den kleineren zustehen. Aber unser ganzes Steuerwesen zeichnet sich ja Feuilleton. Nagbrud verboten.) [ 50 Berlin, den 23. August. Keine Marineforderungen? In höherem Auftrage schreibt die„ Nordd. Allg. Ztg.": Die auch neuerdings wieder durch die Presse gehenden Nachrichten von dem Bestehen der Absicht, im Zusammenhang mit der Steuerreform im Reiche mit bedeutenden Marineforderungen an die gesetzgebenden Faktoren heranzutreten, find wir in der Lage auf das bündigste als unrichtig zu be= zeichnen." Er glaubte Johanna vor sich zu sehen, die zu seinem Er sah ein, daß leben nicht heißt: sich zurückziehen, Entschlusse lächelte. Aber wie sollte er sich dieses neue fich auf sich selbst beschränken, sondern mit den andern leben Leben, dem er zustrebte, gestalten? Sollte er allein den und streben, daß brüderliche Antheilnahme an den Schmerzen Weg gehen, den er einschlagen wollte? Würde er auch mit und Hoffnungen seiner Nächsten das Mittel ist, alle Kräfte sicherm, ausdauerndem Schritt vorwärts dringen können? Das des Wesens zu vervielfachen, daß der Mensch erst zum fragte André sich an diesem traurigen Abend, an dem die wahren Menschen wird, wenn er seine Liebe der Menschheit gewißheit dessen, was morgen geschehen sollte, noch ver Er wußte jetzt, daß ihm eine Rolle in dem gewaltigen doppelt wurde. Kampfe der Zeit beschieden war. Ohne daß er bisher in diesem Kampfe seinen Plaz gewählt, reihte er sich schon unter diejenigen, welche eine gerechtere Vertheilung der Güter der Welt erstreben. Die Bekehrung André Savenay's. ganze Trübsal der Gegenwart durch die beängstigende Un- weiht. Sozialistischer Roman von Georges Renard. So mischt der Auswanderer, der vom Schiffe aus am bläulichen Horizont das Gestade seines Vaterlandes, aus dem er sich für immer verbannt, verschwinden sicht, in die schmerzlich süße Erinnerung an sein Heimathland die Unruhe über die unbekannte Zukunft, die in der neuen Welt, zu der die unsterbliche Hoffnung ihn hinzieht, seiner harrt. Dritter Theil. Sechzehntes Kapitel. Aber er sah jetzt auch ein, daß man die Gerechtigkeit nicht ungestraft liebt, daß gewisse Wahrheiten denen, die sie auszusprechen wagen, theuer zu stehen kommen, daß tühne Ansichten genügten, um ihm viele Laufbahnen zu vers schließen. Er erinnerte sich, daß er eines Tages in einer GesellAutorisirte Uebersetzung von Marie Kunert. In diesem Angenblick begann jemand im Hause einen Walzer auf dem Piano zu spielen, gerade über dem Zimmer, in dem die Leiche lag. Ein treffendes Bild Liefer elenden Gesellschaft," sprach André bei sich, in der die Glücklichen lachen und tanzen, während unter ihnen die Menschen leiden müssen." Onein, er gehörte nicht mehr zu den gleichgiltigen Privilegirten, er wollte nicht Als André acht Tage, nachdem er seiner Mutter das schaft einem sonst sehr bescheidenen Ministerialbeamten Länger einer der Ihrigen sein. Das letzte Band, das ihn lezte Geleit zum Friedhof gegeben hatte, wieder im stande begegnet war, dem die edlen Weine die Zunge gelöst mit ihnen verbunden hatte, war jetzt von seiner Mutter war, die Apathie, die gewöhnlich nach großen seelischen Erhaiten. selbst zerrissen. Als sie ihre legten Bestimmungen traf, schütterungen folgt, von sich abzuschütteln, befand er sich Er war mit dem würdigen Manne nach Hause ges hatte sie den Muth gehabt, den konventionellen Ansichten wieder vor der schwierigen Frage, die ihn nun schon ein gangen, der ihm unterwegs seine geheimsten Gedanken der Welt, vor denen sie so lange einen beinahe aber ganzes Jahr lang gequält hatte: Wovon sollte er leben?" enthüllte. Er war damals überrascht gewesen, als er bei gläubischen Respekt gehabt hatte, zu trotzen. Wohlan! die Die Verhältnisse, in denen sich diese Frage ihm jetzt diesem Manne einen heftigen Haß gegen das bürgerliche Lehre daraus sollte für ihren Sohn nicht vergeblich sein! aufdrängte, waren nicht mehr dieselben wie früher. Er Regime und glühende, wenn auch unklare Wünsche nach Auch er wollte sich von dem, was ihm noch an Vorurtheilen fonnte jetzt warten. Die Summe, die Frau Savenay auf einer Umgestaltung der Gesellschaft fand. Am nächsten Tage anhaftete, befreien. Er wollte immer mehr und mehr im der Sparkasse, der Bank der Armen, angelegt hatte, belief kam der Mann schüchtern und ängstlich zu ihm, um ihn Geifte seiner Freunde Deschamps vorwärtsgehen. Kühn sich auf etwas über 2000 Franks. Das bedeutete mehrere zu bitten, daß er zu niemandem über das Geheimniß seiner wollte er sich auf die Seite derer, die leiden, stellen. Seine Monate der Unabhängigkeit für ihn. Wie er jetzt der zärt- Ansichten sprechen möchte. Er sähe sich schon ohne Stelle ganze Vergangenheit sant nun mit seiner Mutter ins lichen Voraussicht seiner Mutter Dank wußte! Er hatte nun oder im Avancement zurückgesetzt, wenn das geringste davon Grab. Er konnte, er mußte jetzt ein neues Leben be- einen weiteren und höheren Begriff vom Leben und seinen laut würde. André hatte ihn nicht ohne Mühe beruhigt und, ginnen. Pflichten. sich an diesem Tage gelobt, niemals eine Stellung, in der er " Der Reichs- Anzeiger", ein amtliches Blatt, I niederlegen. Darauf fuhren nationalliberale Parteiführer nach| behandeln, und dabei gehört diese Hurrahkanaille" zu den hat seinerzeit erklärt, der Tabat solle nicht besteuert wer- Alexanderbad, wo sich Bayerlein und Dr. Casselmann aufhielten; reichsten Bewohnern Pforzheims. So war es aber immer den, und jetzt begründet Miquel seine Reform" auf die sie bestimmten Bayerlein, das Mandat vorerst zu behalten. Daß und wird so bleiben, bis der kräftige Arm der Sozialdemo Tabatfabritat- Steuer. Wenn das Amtsblatt nicht sicher Herr Bayerlein beabsichtigt hat, freiwillig zurückzutreten, ist tros tratie diesen Augiasstall ausfegt. der geschraubten Dementis der Nat.- Lib. Korr." hiernach nicht ist, wer könnte einem Bindter trauen? zu bezweifeln; die hiesige nationalliberale Lokalpresse hütet sich Für die Reichstags- Ersatzwahl in Rattowih- Zabrze auch, sich dem Dementi anzuschließen. Die Regung des Anstands: hat der bisherige Vertreter, Amtsgerichtsrath etoch a( Bentr.) gefühls hat aber doch nicht angehalten, der Bayerlein behält das sich zur Wiederannahme des von ihm niedergelegten Reichstagsermogelte Mandat. mandats bereit erklärt. Weshalb dann die Poffe der Mandatsniederlegung? " Die Erhöhung des Packetportos hatten die Miquelinge eifrig gefordert, die Stephan- Offiziösen waren ebenso entschieden dagegen zu Felde gezogen. Auf eine von der Berliner Konfektions- Zeitung Der Geschäftsfr." dieserhalb an das Reichspostamt gerichtete Anfrage ist der Redaktion des Blattes von Herrn von Stephan eine Antwort zugegangen, worin es wörtlich heißt, daß eine Abände rung des Tarifes für das Packetporto nicht beabsichtigt wird. Die in dieser Beziehung umlaufenden Gerüchte entbehren der Begründung." Der deutsche Schiffsbau unter Reichsaufsicht. Wie der Hamburger Börsenhalle" aus angeblich zuverlässiger Quelle gemeldet wird, soll im Reichskanzleramt die Absicht bestehen, den deutschen Schiffsbau oder wenigstens den Schiffsbau für deutsche Rhedereien einer staatlichen Aufsicht zu unterwerfen. Die Handelskammern der deutschen Seestädte sollen zu Gutachten aufgefordert sein. Das Reich thäte gut daran, zuerst die Arbeiter Zustände in der deutschen Seeund Binnenschifffahrt gründlich zu ordnen und sozialpolitisch zu beaufsichtigen. = Mehr Soldaten und Offiziere sollen die braven Deutschen auch für die o stafrikanische Schuhtruppe bewilligen. Herr Miquel wird schon das Geld schaffen und an Jasagern fehlt es auch nicht. Unerhört! Die Verhandlung gegen den Lieutenant Hofmeister, die auf den 29. September anberaumt ist, wird, wie man aus Würzburg berichtet, thatsächlich unter Ausschluß der Oeffentlichkeit stattfinden! Die Anklage geht jetzt auf sozialistische Umtriebe, Fahnenflucht und Freiheitsberaubung. Die letztere soll darin bestanden haben, daß H. bei seinem verunglückten Fluchtversuch in der Absicht, seine Flucht zu sichern, einen Wärter in seiner Belle eingeschlossen hatte. Das Bolt wird über dieses Verfahren das richtige Urtheil fällen. Gegen den Redakteur der Neuen Bayerischen Landeszeitung", dessen MittheiLungen über Hofmeister wir kürzlich veröffentlicht haben, ist Anklage erhoben worden. Die„ N. B. Landesztg." hatte eben gezeigt, welch edler Mensch der unglückliche Hofmeister ist. Etwas Polizeiliches. Uns wird folgendes Formular zur Verfügung gestellt: Polizei- Direktion An J.-Nr. " Osnabrück, den De übersenden wir angeschlossen ein von dem zum Zwecke seiner Beschäftigung bei 189. = bei uns beantragtes Führungs Attest mit dem ergebenen Ersuchen, dasselbe, für den Fall es dort nicht gebraucht werden sollte, an uns Fall es dort nicht gebraucht werden sollte, an uns zurücksenden zu wollen, nicht aber dem p. auszuhändigen. Die Polizei- Direktion. Der Antrag Adickes, betreffend Stadterweite rungen und Zonenenteignungen, ist in der Die alte Raketenkiste hat sich in eine Drehorgel vers letzten Session des Landtages zwar vom Herrenhause durch- wandelt, die allerhand Gassenhauer ableiert und nach Kräften berathen worden, aber im Abgeordnetenhause unerledigt ge- für das Amusement der gelangweilten Menschheit in dieser blieben. Nach der Schles. 3tg." find gegenwärtig, um die Zeit der saueren Gurte sorgt. Abwechslung muß sein, und Stellungnahme der Staatsregierung zu dem Gesezentwurf die Seeschlange kann doch nicht immer aufgetischt werden vorzubereiten, die Regierungspräsidenten durch Erlaß der denkt der Poltergeist in der alten Raketentiste oder DrehMinister des Innern und der öffentlichen Arbeiten ersucht orgel. Und es ist recht freundlich, daß er so aufopfernd worden, sich zu dem Entwurfe gutachtlich zu äußern.- für die Unterhaltung des Publikums sorgt. Leider ist ihm dabei das Unglück widerfahren, daß eine der Melodien, Ueber die Zentrumspolitik schreibt die ultramontane die er herunterzuleiern pflegt- die Melodie Kölnische Bolts Zeitung" in einer Polemik gegen die der ehrlichen deutschen Geschichtsschreibung und der Kreuz- Zeitung": freventlichen französischen Geschichtsfälschung „ Es ist schon jetzt mit Eicherheit vorauszusehen, daß worden ist und deren das Zentrum in nächster Zukunft vorwiegend das treiben wälschen Trugbolden gehört wird, was manche Leute negative Politik" nennen. ganze erbfeindliche Bosheit entfesselt hat. giftiger Gegen- Melodie fingen fie in Es dürfte nach übeln Erfahrungen den Eifer, etwas zu stande so fingen tommen zu sehen, bedeutend mäßigen und vor negativen Er- französischer Geschichtsfälschung wagt diese alte gebnissen der parlamentarischen Verhandlungen nicht zurück- Raketenfifte zu reden? Hat sie denn alles Gedächtniß schrecken. Schon die Reich 3- Steuerreform" dürfte verloren? Hat sie vergessen, daß die ganze offizielle und dies in der nächsten Session zeigen. Damit wird das offiziöse Geschichtsschreibung, welche der Poltergeist der Bentrum sich keineswegs auf den unfruchtbaren Stand- alten Raketentiste als weiland deutscher Reichsgründer und punkt der reinen Negation zurückziehen und selbst das " von Was vont von ihm als gut und nothwendig Erkannte abweisen, sondern Hausmeier über ein Vierteljahrhundert lang hat anfertigen nur das, wovon es sich sagen darf: es ist fein Unglück, wenn laffen, eine einzige ununterbrochene riesenhafte Geschichtsauch nichts daraus wird. Zu dieser Kategorie gehört aber in fälschung ist? Hat er vergessen, daß die Thiers und Konder Regel die Mehrheit der Vorlagen. Vollends bei einer forten die reinen Waisenknaben sind, verglichen mit den Parteigestaltung, wo das Zentrum die Entscheidung für patriotischen deutschen Geschichtsschreibern", die nahezu die eine oder andere Seite meist in der Hand haben wird, dreißig Jahre lang den Ruhm des größten aller Staatswird es die Konservativen nicht selbstlos heraushauen, sobald männer gesungen und alles was er gethan und gesagt, als diese winken, um sich dann wieder in die Ecke zu stellen und größte nationale That gepriesen, ihm alle Tugenden, seinen auf den nächsten Wink zu warten, sondern es wird seine Be- Gegnern " dingungen stellen. Wollt ihr die Hilfe des Zentrums hier, Gegnern alle Lafter angelogen haben? So fingen und spotten die boshaften Franzosen so helft ihm gefälligst auch dort und laßt die Kartellpolitik fahren. Fälle wie der mit dem preußischen Wahl- und in der alten Raketenfifte poltert es grimmig, und geseze werden sich in der Geschichte des Zentrums so bald grimmig leiert sie weiter die alte Drehorgel, die jetzt den nicht wiederholen. Demnach mag man ermessen, was es mit Kissinger Jahrmarkt verschönt. der Prahlerei der Kreuz- Zeitung" auf sich hat:" Der Umstand, daß beide Parteien( Bentrum und Nationalliberale) wenn Preußen kann ruhig sein, der preußische Minister des sie etwas durchbringen wollen, auf diese Weise in leb- Innern hat angeordnet, daß in Zukunft sämmtliche wegen Gehafte Konkurrenz um unsere Hand gerathen, tann unserer fährdung der öffentlichen Ruhe, Sicherheit und Ordnung" von den lästiger parteipolitischen Stellung nur in hohem Grade förderlich sein." Polizeibehörden verfügten Ausweisungen Das Blatt fann sich darauf verlassen: das Zentrum wird Ausländer" aus dem preußischen Staatsgebiet nicht nur im nicht mitfonfurriren und die Nationalliberalen im Preise für Regierungs! Amtsblatt des Bezirks, sondern außerdem in dem die konservative Gunst zu überbieten suchen. Am allerwenigften tgl. preußischen Zentral- Polizeiblatt bekannt zu machen wird es den Preis zahlen, den die Kreuz- Beitung" immer sind. Außer den Ausweisungen aus Preußen werden in das wieder nennt: Beseitigung der Lieber'schen Führer. Bentral Polizeiblatt auch die im Zentralblatt für das Deutsche schaft" und Rückwandlung" aus einer demokratischen" Heich veröffentlichten Ausweisungen aus dem Reichsgebiet aufPartei in eine konservative". genommen werden. Als lästige Ausländer" erscheinen der Polizei auch politisch anrüchige Fremde, die abgeschoben werden, auf daß Preußen nicht in seinen Grundvesten wanke. " " Die Handelsgeschäfte des Zentrums lassen seit Windt horst's Tode die sichere Hand vermissen. Die fleine Exzellenz hätte sich z. B. in der Landtagswahl- Reform" nicht fo aufs Glatteis führen lassen, wie der pathetische Lieber. in Uebrigen werden wir ja in etlichen Monaten sehen, ob Jm das Zentrum, in dessen Innern der Zwist wächst, in den Steuerfragen Farbe hält. Daß es den guten Willen hat, die Ich gebe, damit du giebst- Politik fortzusetzen, leuchtet ein. Aber beim Kuhhandel und Pferdehandel gelten alle Mittel, und der Geschicktere trägt den Vortheil davon. = O, welche Luft, Soldat zu sein! Aus Pforz= Wozu diese Formulare wohl dienen mögen? Die heim wird uns unterm 22. August geschrieben: Das Polizei hat doch nicht die technische Befähigung zu be hiesige Organ der Vollblut Nationalliberalen, der„ Beobscheinigen. Was also? Die politische Gesinnung des achter", bringt die lakonische Notiz:„ Ein hier einquartirter Arbeiters, über den ein" Sitten" zeugniß verlangt wird. Soldat erschoß sich heute früh mit seinem Dienstgewehr. Ob die Atteste nur an staatliche und Reichs- Betriebe, oder Motiv der That unbekannt." Damit ist für diese Mannesauch an Unternehmerverbände ausgegeben werden, verdiente seelen die Sache abgemacht; wenn man aber als unbefange wohl festgestellt zu werden. Ohne nähere Aufklärung er- ner Beobachter die gegenivärtige Manöverthätigkeit verfolgt, scheint nach dem Formular die von den Steuerzahlern so findet man eine Zumuthung an die Soldaten gestellt, die unterhaltene Polizei als das Werkzeug der Gesinnungs- weit über das Menschenmögliche hinauszugehen scheint; späherei, die den Proletarier außer Brod bringt, sobald er dabei weiß man allerdings nicht, ob etwa ein Unteroffizier anrüchig erscheint. Jedenfalls erfährt so der Staatsbürger, zu viel" Gift" hat, wie das die Ansicht des Prinzen Heinrich wozu die Polizei gebraucht wird im Zeitalter der sein soll. Bekannt ist uns nur geworden, daß den Leuten, Meinungsfreiheit". wenn sie bei der tropischen Hige ermattet, nicht in exakter Weise das Kommando befolgen, strenger Arrest diktirt wird. Für weite Kreise dürfte noch von Interesse sein zu erfahren, daß diejenigen von der Hurrahkanaille", die während der letzten Wahl am lautesten für die Militärvorlage eingetreten find, ihre Einquartirung am miserabelsten Vom Bayerlein. Nationalliberale Blätter, so wird der Franff. 3tg." aus Bayreuth geschrieben, hatten es sehr eilig, die Nachricht von der Mandatsmüdigkeit des Reichstags- Abgeord: neten Bayerlein zu bestreiten. Dem gegenüber ist zu fonstatiren, daß Herr Bayerlein selbst erklärt hatte, er wolle sein Mandat unfrei sein würde, anzunehmen, sich nie dazu zu erniedrigen, sein Inneres hinter einer Maste zu verbergen. " Darstellungen, welche die in Zürich an die frische Luft geUnabhängiger Schwindel. Gegenüber den verlogenen setzten Herren Werner und Landauer nebst Komplicen, über diesen Borgang geben, veröffentlicht unser Genosse Hermann Greulich in der Züricher Arbeiterstimme" folgende Erflärung: Gegenüber den falschen Berichten über die Vorgänge in der Sigung vom Montag Nachmittag, die sich sogar bis in die Arbeiterstimme" verirrten, muß ich folgendes der Wahrheit gemäß berichten: " Ich war ganz in der Nähe, als nach Proklamirung ber Annahme des Antrages von Bebel und Genossen, Werner ausrief:„ Ich erkläre, daß dieser Kongreß kein Arbeiterkongreß mehr ist." Darauf entstanden sehr erregte Debatten zwischen den Unabhängigen" und den in der Nähe sitzenden öfterreichischen und deutschen Delegirten, die in Thätlichkeiten überzugehen drohten. Deshalb stellte ich mich eiligst zwischen die Streitenden mit ausgebreiteten Armen, um sie von einander zu trennen. Sobald noch mehrere Schweizergenossen herbeigeeilt waren, drängten wir die ,, Unabhängigen" langsam von den andern ab. Die ,, Unabhängigen" lärmten immer heftiger, und ein Delegirter, der auf der Seite stehend zusah, rief mir zu: Das Organisationskomitee sollte doch für Ordnung und für die Beseitigung der Ruhestörer sorgen." Darauf rief ich ein anderes Mitglied des Organisationskomitees an meinen Blah, begab mich rasch zum Bureau und fragte den PräfiDenten: Was soll geschehen?" Bringt die Nuheftörer hinaus!" lautete der Bescheid, den ich, rasch auf meinen Poften zurückkehrend, den Dortstehenden überbrachte. Wir dachten nun, mit einfachem Drängen die ,, Unabhängigen" hinauszubringen. Diese widersetzten sich und namentlich Nonnemann geberdete sich sehr heftig, bis ein Schweizer Delegirter ihn um ben Leib faßte und hinaustrug, Werner, Pawlowski und Kahane( Bern) ließen sich hinausdrängen. Als ich wieder zurückfehrte, machte man mich darauf aufmerksam, daß Landauer noch im Saale war und spektakelte. Ich trat nun vor diesen hin und wir schoben ihn bis in die Nähe der Thüre. Bis zu diesem Momente war innerhalb des Saales noch kein Schlag gefallen. Nun erhoben sich außerhalb der Saalthüre Stöcke, es waren die der„ Unabhängigen", die wieder eindringen wollten. Jetzt packte ein Schweizer den Landauer am Kragen and warf ihn hinaus. Ich wurde bei dieser Gelegenheit etwas zurückgedrängt, indessen sah ich ganz genau, daß Landauer innerhalb des Saales ebensowenig geschlagen wurde, wie einer der übrigen Unabhängigen". Was außerhalb der Saalthüre geschah, entzieht sich meiner Wahrnehmung. Da gegen ist es eine Unwahrheit, daß irgend ein Mitglied des Organisationskomitees nach der Polizei geschickt habe. Hermann Greulich. der Familie, des Patrons in der Gemeinde und der Kirche wieder einführen, die Zukunft nach dem Muster der VerUm einen Beruf zu ergreifen, in dem seine Intereffen gangenheit einrichten. Er war überzeugt, daß eine nicht mit seinen Ansichten in Konflikt kämen, war die erste Gesellschaft noch weniger wie ein Fluß jemals zur Bedingung, diese seine Ansichten genau zu formuliren. Quelle zurückkehrt, daß sie zudem ohnmächtig sei, ihre Lehren André arbeitete mit ganzer Kraft daran. Er sah wohl, daß und Formeln von früher wieder aufzunehmen, die Menschen eine unwiderstehliche Neigung ihn zum Sozialismus hin- dazu zu bewegen, die Kinderschuhe und die Wiege wieder überzog. Weder das Wort noch die Sache selbst erschreckten zu benutzen. Als er die Satzungen las, die von dem Zweck ihn jetzt mehr. Aber er wußte auch, daß es verschiedene und Wirken der katholischen Arbeitervereine handelten, beArten, Sozialist zu sein, gab, von der des Wolfes im rührte ihn gleich der erste Artikel eigenthümlich:„ Unser Schafspelz an, der, damit die Schafe ihm folgen sollten, an Werk hat den Zweck, dafür zu wirken, daß die herrschenden seinem Hute einen Zettel trug, mit den Worten: Ich bin Klassen sich mehr als bisher der Arbeiterklasse widmen." der gute Hirt dieser Heerde!" bis zu dem der Ritter vom Er fürchtete, daß das traurige Bestreben, die KlaffenDynamit, die zuweilen unter dem Schuße der Polizei der unterschiede der Menschen, von denen die einen die Gönner, Bourgeoisie so große Furcht einjagen und ihr ebenso große die andern die Schüßlinge wären, zu verewigen, vielleicht Dienste leisten durch ihre Gewaltthaten. André wollte wider Willen die Begründer des Vereins beeinflußt hatte. weder von der einen noch von der anderen Art etwas wissen, André wußte nun also, wohin er nicht gehen sollte. Zu den franzöfifchen Wahlen. Es wird noch einige er wollte weder mit der heuchlerischen Arbeiterfreundlich- Aber wieviel Mühe machte es ihm, das Glaubensbekenntniß Tage dauern, ehe sich annähernd abschätzen läßt, wie viel feit des Herrn Dusaule noch mit den Anarchisten etwas zu seines neuen Lebens auszuarbeiten, feine Thätigkeit auf ein Stimmen am vorigen Sonntag für wirklich sozialistische thun haben. bestimmtes Ziel zu richten! Er empfand wenigstens Kandidaten abgegeben worden sind. Der größere Theil der Noch weniger wollte er sich dem katholischen Sozialis- eine geheime Befriedigung bei dem Gedanken, daß als Sozialisten auftretenden Mitglieder der vorigen Kammer mus anschließen. Er achtete die aufrichtigen Chriften, die er sich Johanna näherte. Er genoß im Voraus die freudige waren bekanntlich keine Sozialisten in unserem Sinne, und sich bemühen, ihre Handlungen mit ihren religiösen Grund- Ueberraschung, die er ihr an dem Tage bereiten würde, wo das Gleiche gilt von vielen, die jetzt als Sozialisten kandidirt Sägen in Uebereinstimmung zu bringen. Er erkannte er sagen konnte:" Ich bin Sozialist wie Sie!" Würde haben. Außer den Possibilisten, Blanquisten" und mit ihnen an, daß der Geist der Brüderlichkeit die das nicht ein neues Band zwischen ihren Herzen sein?" Marristen", die wir ohne weiteres unter die Kategorie: Seele des Evangeliums sei, er war ganz einverstanden mit Immerhin hatte er noch einen Zweifel. Wenn seine Sozialisten zu bringen haben, präsentirt sich uns auch dem Mann, der gesagt hatte: Liebt Euch unter einander!" Ansichten nun mit denen Johanna's nichts weiter gemein die Gruppe Goblet Millerand, von der wir nur Aber seine Vernunft empörte sich gegen die Dogmen. Er hatten, als den Namen? Wenn er trotzdem nichts weiter den äußersten linken Flügel mit Millerand den Sozialisten als Renegat der Wissenschaft und Philosophie konnte den für sie war als ein Bourgeois, der mit dem Sozialismus beizählen dürfen. Goblet, das Haupt der Gesammtgruppe, Wahrheiten gegenüber, die seinen Geist erleuchtet hatten, spielte? Unter dem Vorwand, sich über diesen Punkt Auf- thut zwar sehr sozialistisch und ist entschieden ein fähiger nicht mehr die Augen verschließen. Er weigerte sich selbst flärung zu verschaffen, begab er sich zu seinen Freunden Kopf, allein er ist auch ein Streber, der seine ehrgeizigen seinen Unglauben nach der Mode des Tages mit dem Deschamps. Er hatte ihnen so viel zu sagen, fie so viel Pläne hat und sie mit großer Zähigkeit verfolgt. Unsere Mantel eines zweideutigen Mystizismus zu verhüllen. Dann zu fragen! Er hoffte, einmal mit ihnen in aller Ruhe Genossen kennen ihn und sind auf der Hut. schien ihm auch die Lösung der sozialen Frage, wie die plaudern zu können; doch als er klingelte, öffnete SigisUltramontanen fie fich träumten, zu einfältig und naiv. Er mund Roguet ihm die Thür. machte ihnen den Vorwurf, daß sie sich einbildeten, man Tönne nach Belieben eine Art künstliches Mittelalter wieder Herstellen, die dreifache absolute Autorität des Vaters in ( Fortsetzung folgt.) Außer Guesde ist von bekannteren Genossen noch Humbert, ehemaliges Mitglied der Kommune, ebenso flar wie charakterfest, unter den Gewählten; mit Millerand, der im ersten Gang siegte, und Vaillant, dessen Wahl im Père- Lachaise- Kreis sicher scheint, werden sie für eine würdige Vertretung der Sozialdemokratie in der neuen französischen Kammer sorgen. Lasarg ue soll in Lille endgiltig unterlegen sein. Ganz gewiß ist es aber noch nichr. Die uns vorliegenden Nachrichten widersprechen ein- ander. Die Ergebnisse der Wahlen sind nunmehr— nach einer Wolff'schen Depesche— bis auf drei bekannt? gewählt sind 315 Republikaner und Radikale, 30 sozialistische Radikale und Sozialisten(letztere wohl nicht mehr als 9), 13 Ralliirte(d. h.„bekehrte" Monarchisten), 56 Konser- vative; 164 Stichwahlen sind erforderlich. Die Republikaner gewannen 63 Sitze.— Tie Aratvalle in Aigues-Mortes. Wie die offiziöse „Agenzia Stefani" aus Rom meldet, beauftragte der italienische Minister des Auswärtigen, Brin, den Bot- schaster in Paris, Reßman, der französischen Regierung zu erklären, daß„die italienische Regierung infolge der von der französischen Regierung freiwillig beschlossenen Amts- enthebung des Maire von Aigues-Mortes, in Würdigung der von dem französischen Kabinet getroffenen freundschast- lichen Anordnungen und, indem sie volles Vertrauen setzt in die erfolgreiche und unparteiische Thätigkeit der fran- zösischeu Behörden hinsichtlich der Bestrafung der Schuldigen, sich glücklich schätzt, die gegenwärtigen Zwischenfälle in zu- sriedenstellender Weise für geschlossen ansehen zu können."— Im übrigen wird die Schmutzkonkurrenz der Kuliarbeit zum Nutzen des Geldsacks fort- bestehen. Ter brutale Chauvinismus unserer deutschen Mordspatrioten ist durch die Vorkommnisse in A i g u e s- Wortes zu den wüstesten Orgien aufgestachelt worden. Es ist ein förmlicher Rückfall in die Schnaps-Berserkcrei des„heiligen Kriegs" und der ersten Jahre nach ihm, als der Geist der gefälschten Emser Depesche Deutschland be herrschte. Ein blutrünstiger Leitartikel, den wir in national� liberalen Blättern finden und der vermuthlich auf dem Mist der„Natioualliberalen Korrespondenz" gewachsen ist, spricht dem„Volk an der Spitze der Zivilisation"(die Franzosen sind gemeint, nicht die Deutschen) jeden An sprnch auf Kultur ab, es sei, wie Voltaire einst gesagt,„halb Tiger halb Affe", und zeige feine Wildheit gleich den Barbaren der alten Welt, durch Miß � Handlung der Fremden. Zweck und Poente des Artikels, dessen Verfasser ungefähr auf gleichem Bildungsniveau mit den Messerhelden von Aigues-Mortes steht, verrathen sich im Schlußsatz:„Italien hat die Tigernatur Frankreichs kennen gelernt, und wird in alle Zukunft sich bewußt bleiben, daß es einer solchen Natur gegenüber nur eine vernünftige Politik giebt: die Politik der Vorsicht und der blanken Waffe." Nun, mit der Politik „der blanken Waffe" ist Italien bankerott ge- worden, und Deutschland, das dabei zu helfen hat, ist auf dem besten Wege zum Bankrott. Apropos— vielleicht lesen die Gelehrten der„National- liberalen Correspondenz" einmal die hübsche Geschichte nach, die im Frühling dieses Jahres zu Breslau passirte, allwo eine Dame, die französisch sprach, weil sie fran- zösisch sprach, von„vornehmen" und„gebildeten" deutschen Patrioten aufs pöbelhafteste beschimpft ward, ohne daß unsere Presse, mit Ausnahme der sozialdemokratischen, gegen diese Gemeinheit Protest erhoben hätte. Die französischen Arbeiter, die in Streit mit ihren italienischen Konkurrenten geriethen und sich an ihnen ver- griffen, erscheinen uns beiläufig zehn Mal eher zu entschuldigen, als die Helden jenes Breslauer Skandals und als die Ver- fasser solch niederträchtiger, an die Dummheit und gemeinsten Leidenschaften sich wendender Hetzartikel, wie der, dem wir diese Zeilen gewidmet haben. Uebrigens ist die Affäre von Aigues-Mortes d i p l o- m a t i s ch erledigt(s. d. betr. Notiz).— England. Der Arbeiter- Abgeordnete WoodS hat an G l a d st o u e ein Schreiben über den A ch t st u n d e n- t a g gerichtet, worin es heißt: „So sorgfältig ich auch immer Ihr Schreiben vom II. d. M. über die Achtstundenbill für Bergleute durchgelesen habe, bin ich doch außer stände, daraus zu ersehen, daß Sie einen Tag in der Herbstlagung zur Erörterung dieser wich- tigen Maßregel in der Kommissionssitzung de- Hauses ge- »vähren wollen. Wir haben im Mai schon gezeigt, daß die überwältigende Mehrheil der britischen Bergleute für Ein- führung des Achtstundentages ist. Wir glauben nicht, daß die kleine Minderheil, die gegen uns ist, mehr Recht aus Berück- sichtigung hat als Ulster, wenn dieses der Homerule- Lorlage sich widersetzt. Die Bergleute haben mit großen Unkosten die Angelegeuheit jetzt soweit gefördert, daß die zweite Lesung der Achtstundenblll mit 79 Stimmen Mehrheit im Unterhause ge- nehmigt worden ist. Ich muß Ihnen mitlheilen, daß die Bergleute sich arg enttäuscht fühlen iverden, falls Sie nicht einen Tag in der Herbstlagung festsetzen zur weiteren Be- rathung der Vorlage. Die Bergleute werden dann den Weg einschlagen müssen, den ich Ihnen schon einmal angedeutet habe." Gladstone wird sich fügen müssen, da er auf die Ar- beiterschast bei den Wahlen angewiesen ist. Die Konferenz der Berga rbeiter-Ver- einigung von Großbritannien wurde am 11. August in London eröffnet. Es waren 44 Delegirte, die 232 400 Bergarbeiter vertreten, anwese nd. Die Debatten fanden bei verschlossenen Thüren statt. Nach einer von der Leitung der Konferenz veröffentlichten Mitlheilung sind die Delegirten aus Durham, wo die Bergleute noch arbeiten, von der Konserenz ausgeschlossen worden, obwohl sie er- klärt haben, daß Stimmzettel über die Streikfrage in Dur- ham vertheilt seien. In der Konferenz wurde eine Reso- lution angenommen, wonach die Bergarbeiter von Durham aus der Bergarbeiter-Vereinigung ausgeschlossen werden. Aus Northumberland waren keine Delegirte anwesend. Die Konferenz vertagte sich auf den folgenden Tag.— Herzog Ernst von Sachsen-Knbnrg-Gotlza ist am 23. August im Alter von 75 Jahren gestorben. Da er keine männlichen Erben hinterlassen hat, ist der zur Thronfolge Berechtigte der Herzog von Edinburg, der denn auch als S erzog Alfred bereits die Regierung angetreten hat. Ter neu- erzog ist ein Sohn des englischen Pri»z-Rege»ten Albert, eines Aruders des Verstorbenen. Der eigentliche Nachfolgcberechtigte war der Prinz von Wales, der aber für sich und sein Haus auf die Erbfolge verzichtet hat. Herzog Ernst hat in der politischen Geschichte Deutsch- lands eine Rolle gespielt. Der Grundzug seines Wesens, eine brennende Eitelkeit und Lust an diplomatischen Ränken und Schwänken, trieb den unruhigen Fürsten des thüringischen Kleinstaates von einem politischen Abenteuer ins andere. Er war, und dies genügt zu seiner Kennzeichnung, der verwöhnte Liebling des deutschen Bourgeois- Liberalismus, der in seinen verschiedenen Berpuppungen als Gruppe der Gothaer, als Nationalverein, als Nationalliberalismus stets die Jnter- effen derherrschenden Klassen vertreten hat und durch seine Rückgrats� schwäche, durch seinen Wankelmuth, der die Grundsätze wechselte wie Hemden, durch den faulen Frieden mit dem absolutistischen Junker- und Polizeistaat die Entwickelung Deutschlands auf das ärgste gehemmt hat. In alle Händel jener Zeit, die mit der Reaktionsperiode nach 1349 anhebt, verwickelt, erscheint Herzog Ernst als der Agent bald dieser, bald jener im europäischen Konzert wirkenden Großmacht, der in fieberhafter Unrast die Geschicke der Völker lenken will durch höfische Jntriguen, durch Kabinetspolitik, durch die von den Gewalthabern richtig bewertheten Konspirationen und Konspiratiönchcn eines von Haus aus bankbrüchigen und feigen Bürgerthums. Was sein Tempeltey für ihn, das war er für die Gewalthaber, der gefällige Postillon ihres Ruhms und ihrer Aufträge. Bemüht er sich 1öö4 beim Ausbruche des Krimkrieges in Preußen für Louis Bonaparte, den Staatsstreichler des 2. Dezember, Stimmung zu machen, so intriguirt er 1359 gegen den Sohn des Admirals Verhuel und der schönen Hortense. Die Bestrebungen der Großdeutschen iverden von ihm gefördert, er erscheint als Agent des öfter- reichischen Kaiserhauses und wirkt 1363 auf dem deutschen Fürstenlage zu Frankfurt a. M. für die Vorherrschaft Oester reichs im deutschen Bunde. In der schleswig-holsteinischen Frage agitirte er für den Augustenburger und erschien deshalb bei seinem alten Freunde und Gönner Napoleon, dem er als ersten der deutschen Fürsten nach dem Staatsstreiche die Vetternhand öffentlich gedrückt hatte, wiederum in den Tuilerien. Großdeutscher, Oesterreichs Parteigänger vom Wirbel bis zur Zehe, Feind Bismarck's, den er gleich den Recken des Nationalvereins durch Reden, Trinkspriiche, Konventikel be- kämpft hatte, eine Art der Kriegsführung, die die fleisch- gewordene Brutalität des ostelbischen Krautjunkers aber auch gar nicht anfocht, wußte der folgerichtige Staatsmann Ernst doch im rechten Augenblick auf die rettende Planke zu springen. Bis in die Tage des Kampfes von 1866 schwankend, schlug er sich auf die Seite Preußens und verließ das sinkende Schiff der Habsburger. Ein Held der Pose und ein ausgezeichneter Kenner unseres Bürgerthums, benuhle er die bürgerliche Literatur, um sich feiern zu lassen als den Mäcenas deutscher Kunst und Wissen- schaft. Im Dunstkreise seines Hofstaates bewegte sich das geschmeidige Volk jener gesinnungslosen Literaten, die ihre Ge- sinnung und ihre Feder zu Marklo tragen für Titel, Würden und Orden. Herzog Ernst, der, ein echtes Kind unserer kapitalistischen Zeit, die Bedeutung der Reklame zu schätzen wußte, kargte nicht mit seinen Spenden, und der Lobredner des Fürsten gab'es nicht wenige. Die Apotheose seines Lebens bildeten folgerichtig die Denkwürdigkeiten, worin er durch seinen Hosgeschichtsschreiber, den tendenziösesten der Tendenzhistoriker, die Geschichte seiner Thalen, so wie er sie ansah, schilderte. Diese Denkwürdigkeiten von Lorenz- Koburg spiegeln die Thatsachen so treu wieder, wie etwa ein Hohlspiegel des Hineinschauenden Züge. Nicht zufrieden damit, ein Heros der Diplomatie zu sein, suchte Herzog Ernst auch die wohlfeile Volksthllmlichkeit, die der blöde Hurrahphilister im gestrickten Jäckchen und mit der satten Tugend immer zu spenden bereit ist. Wie ein fahrender Mann des Mittelalters zog er auf Schützen-, Sänger- und Tnrnerfesten, wo die Spießbürger für die„Freiheit, die sie meinen", erglühten, umher; die Krähwinkler jubelten, der Weihrauch duftete. Daß er etwa durch gründliche Reformen im eigenen Lande die Zu- stände gebessert, davon weiß die Historie nichts zu melden. Held der Kabinette, Gefeierter jeder Vogelwiese und aller Tnriiseste, war er nicht minder ein mit dem Lorbeer des Siegers geschmückter Kriegsmann. In den gefälligen Handbüchern, die die Geschichtslügen zu verewigen bestimmt sind, erscheint Herzog Ernst als der Sieger im berühmten Gefecht von Eckernförde im Jahre 1349. Er hatte sich bis zum Kampfplatz glücklich auf drei Stunden Entfernung herangesiegt; derweil schlugen die deutschen Truppen unter Hauptmann Jungmann die Dänen... Nun ist der müde Greis in den Staub gesunken, der schon seit Jahren ein stiller Mann geworden war. Und der Völker Schicksal geht seinen Lauf, hinweg über die künstlich geschaffenen Größen des Byzantinerthums, über höfische Künste und groß- bürgerliche Kniffe und Pfiffe, dem Ziele entgegen, der Volks- Herrschaft. Kein Einzelner kann den Gang der Geschichte auf- hallen, er dünke sich so mächtig, so weise, so gefeiert wie er mag. Die Arbeiterklasse arbeitet unverdrossen an ihrem Kulturwerk. Was ist ihr Herzog Ernst? Was ist ihr Hekuba?— Vcivkcittnckivickikc". �ln GreifSwald in Lieuvorpommern, bisher einem der rückständigsten Landestheile, fand am 21. August eine ö f f e n l- liche Volksversammlung statt, die den Beweis lieferte, daß es sich auch in dieser„schwarzen" Ecke jetzt kräftig zu regen beginnt. Die Versammlung bot ein lebendiges Bild sowohl von den Schwierigkeiten, mit welchen die erst unlängst organisirte Partei hier nach allen Seiten zu kämpfen hat, wie nicht minder von der Rührigkeit und dem opferfreudigen Eifer, mit dem von den im Arbeiter-Bilduiigsverein organisirlen Parteigenossen dieser Kanipf aufgenommkn und geführt wird. Einmal ist ein Ver- samnilungssaal im Innern der Stadt schlechterdings nicht zu haben; so mußte man denn weit draußen auf der Gützkower Chaussee im Neustädtischen Mühleugarten zusammeiikommeii. Sodann hatte der„Greifswalder Kreisanzeiger"(zugleich amt- liches Kreisblatt) sich geweigert, die Bersammlungsanzcige auf- zunchnien, trotzdem es sich lediglich nm eine öffentliche Volksversammlung handelte. Das liberale„Greifswalder Tageblatt" war allerdings nicht so— ängstlich gewesen. Dagegen war es wenigstens gelungen, die Genehmigung zur Ab- hallung der Versammlung im Garten des Lokals, dessen „Saal" nur eine mäßig geräumige Stube ist, zu erlangen. Für Neuvorpoililliern ist eine solche Bersauimlung unter„freiem Himmel" immerhin ein Ereigniß, von dem auch die weitere Oeffentlichkeit Notiz nehmen niuß, und in der That machte die Versnmiiilung in dem durch bunte Lampions und durch 51erzen und Lanipen auf den unter den Obstbäumen aufgestellten Tischreihen beleuch- teten Garten einen um so eigenartigeren Eindruck, als nach der drückenden Schwüle des Tages der Himmel sich mit sschweren Wolken bedeckte und zuckende Blitze das Nahen eines Gewitters verkündeten. Die Genossen waren in Stärke von etwa 109 Per- sonen, darunter auch zahlreiche Frauen, erschienen und nahmen den einleitenden Vortrag des aus Stettin hergekommenen Referenleu Ohl über die Ziele der Sozialdemokratie mit großem Beisall ans. Greifswald hat bei der Wahl am 15. Juni 700 sozialdemokratische Stimmen(1890 waren es noch nicht einmal 299) abgegeben; der Besuch der Versammlung wurde mit Rücksicht hieraus von den Genossen selbst als«in schwacher bczeichuol. Man hielt es aber doch für angezeigt, die ebenfalls auf der Tagesordnung stehende Wahl eines Delegirte» zum Parteitage in Stettin(17. September) nicht zu verschieden, sondern sofort vorzunehmen. Der Wahlakt selbst mußte aber in der erwähnten Stube erfolgen, da inzwischen das Gewitter mit kolossaler Heftigkeit losgebrochen war und die Versammellen zur Flucht aus dem Garten gezwungen hatte. Mit großer Mehrheit wurde der Vorsitzende des Arbeiter-Bildungsvereins. Poggen« dorf. der auch zum Leiter der Versammlung gewählt worden war, zum Delegirten bestimmt und die Ausbringung der Kosten auf dem Wege der Sammellisten beschlossen. Unter dem Punkt „Verschiedenes" ergab sich dann noch eine sehr lebhafte und an- geregte Diskussion, in welcher das Thema von der Allgemeinen Orts-Krankenkasse den breitesten Raum einnahm. Nach den ungemein zahlreichen, durch eine Menge Einzelfälle illustrirten Klagen so- wohl über den Kassenvorstand als auch namentlich über den Kassenarzt Dr. Hesse muß es wirklich um die Wahrung der Rechte der Mitglieder dieser Kasse nicht zum Besten bestellt sein. Der Kassenarzt, so behauptete man von den verschiedensten Seiten, verweise, statt gründliche Untersuchung der Erkrankten eintreten zu lassen, in erster Linie auf Gottes Hilfe und verspreche, für den Erkrankten zu beten. Verschlimmere sich dann das Leiden und nehme man seine Zuflucht zur Klinik oder zu einem andern Arzte, so müßten gewöhnlich die entgegengesetzten Kurmethoden und Medikamente verordnet iverden. Auch das Verfahren des „Kreisanzeigers" wurde gebührend beleuchtet und vor dem Abonnement auf dieses Blatt gewarnt, dagegen der„Volksbote" empfohlen. Am Sonntag, den 27. August, veranstaltet der Verein eine Lassallefeier in demselben Lokal, ans welcher ebenfalls Ohl die Festrede halten wird. Erst um 12� Uhr schloß die durch- aus erfolgreich verlaufene Versammlung. Es ist dringend zu wünschen, daß auch von der Zentralstelle der Partei, von Berlin. alles geschehen möge, was durch Ueberweisung von Agitations- mdterial irgend geschehen kann, tamit die hier in so viel- oerheißender Entwicklung begriffene Arbeiterbewegung nicht wieder erlahme oder gar ganz wieder einschlafe; denn die vorhandenen Mittel sind sehr gering, und die Wahlagitation hat viel auf- gezehrt. Mögen bald weitere Erfolge die unverdrossene Arbeit der dortigen Genoffen krönen!# Leipzig, 22. August. In der gestrigen Parteiversammlmig für den 12. und 13. sächsischen Reichstags-Wahlkreis gab Genosse Lehmann den Bericht des Wahlkomitecs. Es haben in beiden Leipziger Kreisen im ganzen 93 Versammlungen stattgefunden. wovon auf den 12. Wahlkreis 16(Hauptwahl 11, Stichwahl 5), auf die zum 13. Wahlkreis gehörigen städtischen Bezirke 18 und auf die ländlichen Ortschaften 59 entfallen. Flugblätter wurden 19 verbreitet, von denen 1 speziell an die Beamten, 1 an die säumigen Wähler und 1 an die polnischen Reichsbürger gerichtet war. Die Gesammtauflage der Flugblätter stellte sich auf etwa 1 939 990 Exemplare. Theilweise gelangten sie außer in den beiden Leipziger Kreisen im II. und 14. sächsischen, sowie in einigen benachbarten preußischen Kreisen zur Vertheilung. Ferner wurde zu verschiedenen Malen der„Wähler" in einer Gesammt- aufläge von 29 bis 25 999 Exemplaren besonders ver- trieben. Wahlplakate wurden 16 angeschlagen, außer 93 für die Einberufung von Versammlungen. Seitens des Agitationskomitees wurde der Rath der Stadt um das Abschreiben der Wählerlisten für den 12. Wahlkreis und die städtischen Bezirke des 13. Wahlkreises angegangen, welchem Wunsche gegen Bezahlung bereitwilligst entsprochen wurde. Zwecks Herstellung einheitlicher Stimmzettel habe sich die frei- sinnige und nationalliberale Partei sofort, nach anfänglicher Ab- lchnung später auch die antisemitische Partei zugänglich erwiesen. Ferner wandte sich das Agitationskomitee an 114 Wahlvorsteher und ersuchte uni Berücksichtigung unserer Partei bei Zusammen- setzung der Wahlvorstände. Von 69 einlaufenden Antworten lauteten 39 zustimmend, 30 ablehnend. Eine Beschwerde ging am Wahltage dem Zentral- Wahlkomitee aus einem ländlichen Wahllokal zu, in dem ordnungsparteiliche Stimmzettel zur Ver- theilung gelangten, worauf die Wähler von'einem Gemeinde- beamten sogar noch besonders aufmerksam gemacht wurden. In- folge Beschwerde an zuständiger Stelle hörte im Laufe des Tages die Ungehörigkeit auf. Die Thätigkeit des Wahlkomitees erstreckte sich übrigens auch aus den 11. und 14. Wahlkreis, in welchen auf selbständige Veranlassung 29 Versammlungen arrangirt wurden. Infolge der sächsischen Partei-Organisation war Leipzig verpflichtet, auch für diese Kreise finanziell mit aufzukoiiimeii. Auch für andere benachbarte Wahlkreise wurden agitatorische Kräfte und Gelder beschafft. Jnsgesamml sind inkl. eines Kaffenbestandes von 693,35 M. vom 1. Mai bis 7. Juli d. I. 16 237,19 M. an das Agitationskoniitee abgeliefert worden, welche Beträge sämmt- lich im„Wähler" quittirt wurden. Die Gesammtausgaben für die Wahlen beliefen sich auf 15 239,39 M., so daß sich am 7. Juli ein Kassenbestand von 1996,71 M. ergab. Von den einzelnen Ausgabsposten sind zu nennen: Druckarbeiten(inkl. 993,95 M. für das Ankleben der Plakate) 5953,69 M., Jiisertionskosten, Extranummern des„Wählers" u. f. w. 1469,25 M.» Referenten inkl. Fahrgelder 566,35 M., Besetzung der Wahllokale an den Wahltagen 2964,93 M., an auswärtige Kreise: Würzen 809 M., Borna ca. 800 M., Zeitz reichlich 750 M., Bitterfeld ca. 125 M. — Zu dieser Abrechnung werden die Genossen Beyer und Cipinsli zu Revisoren gewählt. Hierauf erstaltete Genosse Jacob als Re- visor über die Abrechnung vom Maisest Bericht. Der Neberschuß vom Maifest beläuft sich auf 692,45 M. Es wird eine Koni- Mission zur dauernden Verwaltung des Materials zum Maisest gewählt. Zlpolda. Unserem Genoffen Aug. Bandert, der jetzt in Weimar eine zweimonatliche Gesängnißstrafe wegen Beleidigung des Sulzbacher Pfarrers abbrummt, ist vom Ministerium auf seinen Antrag Selbstbeköstigung gewährt worden.— In Plötzensee, der ersten Kulturanstalt des Kulturstaates Preußen, genießt der politische Gefangene aus dem gemeinschaft- lichen Kessel seinen„Rnmfutsch", den allenfalls ein Schwein ver- zehren kann, für welchen sich aber jeder einigermaßen anständig empfindende Ziehhund bedanken würde. * Darmstadt, 21. August. Das Einsammeln von Geldbeiträgen (§ 99 des hessischen Polizeigesetzes) in öffentlichen Versammlungen wird in Hessen laut Entscheidung des Oberlandes« g e r i ch t s zu D a r m st a d l als unerlaubte K o l l e 1 t e betrachtet. Bei einer Volksversammlung, die während verletzten Wahlkampagne in Bischossheim a. M. stattfand, gründeten im Laufe der Versammlung unsere Genossen einen Wahlvereiii auf grund§ 17 des Wahlgesetzes, der sich sofort konstituirte und Beiträge erhob. Die Polizei erblickte.hierin einen Verstoß gegen § 99 des hessischen Polizeigesetzes und erließ gegen den LandragS- Abgeordneten Müller-Darnistadt und zwei weitere Parteigenossen ein Strafmandal von je 39 M. Die Betroffenen haben gegen das Mandat die Entscheidung des ordentlichen Gerichts an- gerufen. AnS dem 517. ländlichen* sächsischen Wahlkreis wird uns geschrieben: An Stelle des Genossen Hermann Schmidt- Zwickau, der augenblicklich nicht in der Lage ist, die Kandidatur wahrzunehmen, haben die Genossen des Wahlkreises sich dahin entschlossen, den Genossen Paul Horn ans Cainsdorf, jetzt Kassirer des sächsischen Berg- und Hüttenarbeiler-Verbandes, aus- zustellen. »« Polizeiliches, Gerichtliches tc. Oldenburg, 20. August. Zu einer sehr gelinden Strafe verurtheilte gestern das Schöffengericht den Kaufmann Raabe Hierselbst, der am Stichwahltage seine Bildung dadurch bekundete, daß er unserem Slinimzetlelvertheiter bei Doodt's Etablissement auf die Zettel spuckte und ihn einen„grünen Jungen" nannte. Er wurde zu 3 M. Strafe und Tragung der Kosten verurtheilt; außerdem wurde dem Genossen die Berechtigung zuerkannt, das Urtheil auf Raabe's Kosten in den„Oldenb. Anzeigen" zu ver- öffentlichen. Ein Antrag aus Veröffentlichung in den„Nachr. f. Stadt u. Land" und im„Nordd. Volksbl." wurde abgelehnt. Wegen des Spuckens erfolgte deshalb Freisprechung, weil das Gericht nach Aussage eines Zeugen annahm, daß der Kläger durch fortwährendes Anbieten der Zettel und Rufe„Paul Hua" den Beklagten gereizt habe! Für den Inhalt der Inserate über. Königl. italienischer Circus| Achtung! Achtung! nimmt die Redaktion dem Publikum Ernesto Ciniselli. Stadtbahn- Station: Zoolog. Garten. Lackirer. Herrenpartie. 1. Wahlkreis, Lasallefeier. Die Mitglieder des Wahlvereins für den 1. Wahlkreis werden hierdurch aufgefordert, sich an dem am gegenüber keinerlei Verantwortung Heute, Donnerstag, den 23. August, Sonntag, den 27. August cr.: Sonntag, 27. August, stattfindenden Familien- Ausflug Theater. Donnerstag, den 25. Auguft. Krall's Theater. Margarethe. Leffing Theater. Heimath. Friedrich- Wilhelmstädt. Theater. Nanon. Adolph Ernst- Theater. Goldlotte. Viktorin- Theater. Fran Venus. Das Alexanderplatz Theater. Damenbad. Vorher: Madame Farkas, oder: Meine Tante, deine Zante. National Theater. Sehmann auf der Weltausstellung in Chicago. Apollo Theater. Spezialitäten Vorstellung. Kaufmann's Variété. SpezialitätenVorstellung. Abends 8 Ahr: Auftreten des gesammten Herrenund Damen- Personals. Besonders ausgewähltes Programm. Zum 18. Male: Die irische Bank, Sprungszene, aus geführt v. Springpferden 1. Klasse unter Sattel. 500 M. 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Posse mit Gesang und Tanz in 2 Aften von Mylius. Regie: Hugo Hummel. Mufit von Meyer. Vorher: Novität! Chansonetten Liebe. Posse mit Gesang in 1 Att von Eugen Prudens. Regie: Friz Schäfer. Vor, nach und zwischen den Possen. Auftreten von Spezialitäten 1. Ranges. Morgen: Dieselbe Vorstellung. Adolph Ernst Theater. Zum 68. Male: Goldlokke: Gesangsposse in 3 Atten v. Ed. Jacobson u. W. Mannstädt. Rouplets theilweise von G. Görss. Musik von W. Steffens. In Szene gefeßt von Adolph Ernst. Anf. 2 Uhr. Fauteuil 2,50 M. Der Sommergarten ist geöffnet. Morgen: Dieselbe Vorstellung. Central- Theater. Direktion: Richard Schultz. Alte Jakobstrasse No. 30. Donnerstag, den 31. August, Gröffnungs- Vorstellung. Der Billetverkauf beginnt am Montag, den 28. August, an der Tagestaffe des Theaters und im Invalidendant, Markgrafenftr. 51a. G Bierhallen Kommandantenstr.77-79. Täglich von 5 Uhr ab: Grosses Frei- Concert. Soiréen der Leipziger Sänger vom Krystall- Palast. Anf. Wochent. 71/2 Uhr. Entree 15 Pf., refervirt 25 Pf. Anf. Sonntags 6 Uhr. Entree 30 Pf., reservirt 50 Pf. Anerkannt gute Küche. Säle für Festlichkeiten u. Versamml. Programm unentgeltlich. Carl Koch. Kaufmann's Variété Stadtbahn- Station Alexanderplatz. Sonnabend, den 26. August: EröffnungsProbe- Vorstellung von Internationalen Künstlern I. Ranges. Sensationelles Programm. Anfang 8 Uhr. Entree 50 Pf. A. Zimmermann. MoritzPlay. Etablissement morihBuggenhagen. Platz. Täglich: Gr. Garten- Konzert. Gr. Frühstücks- u. Mittagstisch. Spezial- Ausschank von Pahenhofer Lagerbier, hell und dunkel. Bei ungünstiger Witterung findet das Konzert in den unteren Restaurationsräumen statt. Entree Wochent. 10 Pf. Sonnt. 25 Pf. Säle für Versammlungen, Kommerse, Festlichkeiten 2c. SchweizerGarten. Am Königsthor. Haltestelle der Ringbahn. Seute, sowie täglich: Castan's Extra- Vorstellung Panopticum. mit neuen Spezialitäten. Garreton- Troupe. Familie Grunatho. Emmy Bender. Riesen- Schlangen- Max Grabow u. f. w. Familie aus Carl Hagenbeck's Thierpark. Ohne Extra- Entree. PassagePanopticum. Grösstes Schau- u.VergnügungsEtablissement der Welt. Entree 50 Pf. Volksbelustigungen aller Art. Täglich: Entree 30 Pf. Grosser Ball. Moabiter Gesellschaftshaus. Alt Moabit 80 u. 81. Täglich: Theater- und SpezialitätenVorstellung fowie Concert. Anfang 4 Uhr. Entree 30 Pf., reservirter Platz 50 Pf. 4127L* Helmuth Peters. Treffpunkt 7 1hr Morgens bei Ungering, Breslauerstr. 27. Hermann Warnke, 1. Bevollmächtigter der Filiale IV Zactirer d. V. d. M. 2c. Urbanstraße 51. 220/6 Ostbahn- Park am Rüstriner Play, Hermann Jmbs. Rüdersdorferstr. 71, am Ostbahnhof. Konzert, Täglich: Theater und Spezialitäten- Vorstellung. Neu u. fenfationell: Little Alfons, tünstler. The Moras, musikalische Excentrics, 1 Dame, 1 Herr. Troupe Metzetti, Parterre- Akrob., 2 Herren, 2 Knaben, 1 Mädchen. Emmy u. Reinhold Hintsche, Ge fangs- u. Charakter- Duettisten 2c. Volksbelustig. jeder Art. 4 Kegelbahnen z. Verfügung. 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Große General- Versammlung am Sonnabend, 26. August, Ab. 82 Uhr, bei Herrn Neblin, Langeftr. 108. Tages Ordnung: 1. Vortrag des Genossen Riesop, über: Die sozialdemokratische Bewegung in den östlichen Provinzen und wie Wahlen gemacht werden, 2. Dis. tuffion. 3. Kassenbericht. 4. Antrag des Vorstandes auf Auflösung des Vereins. Wegen der Wichtigkeit der Tagesordnung ersucht um zahlreiches ErDer Vorstand. scheinen Achtung! Achtung! Müggelschlößchen Friedrichshagen. Sonntag, den 27. August: Große Lassalle- Feier, bestehend in Vokal- und Instrumental- Konzert, arrangirt von den Genossen des 4. Berliner ReichtagsWahlkreises unter güt. Mitwirk. mehrerer Gesangvereine. Anfang 8 Uhr Morgens. B Volks- und Kinder- Belustigungen aller Art. Feuerwerk etc. Billets à 20 Pf. intl. Ueberfahrt find in allen mit Plakaten belegten Handlungen, sowie bei den Vertrauensleuten des 4. Wahlkreises zu haben. 350/1 Das Komitee. Firma und Schuhmarke. Man achte genau auf meine TZ POMADE Richard Poppe BERLIN N.O. 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Mt.-, 20 über den Kongreß der Deutschen Sozialdemokratie in Kopenhagen. Abgehalten vom 29. März bis Mt.-, 20 des Parteitags der Deutschen Sozial Protokoll 2. April 1883. 38 Seiten. Verhandlungen demokratie in St. Gallen. Abgehalten vom 2. bis 6. Oftober 1887, 50 Seiten. Mt.-, 25 Protokoll über die Berhandlungen des Parteitags der Sozialdemokratischen Partei Deutschlands. Abgehalten zu Halle a. S. vom 12. bis 18. Oktober 1890. 318 Seit. Mt.-, 50 Protokoll über die Berhandlungen des Parteitags der Sozialdemokratischen Partei Deutschlands. Abgehalten zu Erfurt vom 14. bis 20. Oktober 1891. 368 Geit. M.-, 50 Protokoll über die Berhandlungen des Parteitags der Sozialdemokratischen Partei Deutschlands. Abgehalten zu Berlin vom 14. bis 21. November 1892. 304 Seit. Mt.-, 50 Desterreichische Parteitage: Verhandlungen demokratie in Hainfeld vom 30. Dedes Parteitags der österreich. Sozialzember 1888 bis 1. Januar 1889. Nach dem stenographischen Protokoll, herausgeg. v. J. Popp u. G. Häfner. 112 S. mt.-, 20 des zweiten österreichischen sozialdemo Verhandlungen fratischen Parteitags. Abgehalten zu Wien vom 28. bis 30. Juni 1890. 184 Seiten. Mt.-, 30 des dritten österreichischen sozialdemo Mt.-30 Verhandlungen ratiſchen Barteitags. Abgehalten zu Wien vom 5. bis 9. Juni 1892. 176 Seiten. Internationale Arbeiterkongrelle: des Internationalen Arbeiterkongresses zu Paris. Protokoll Abgehalten vom 14. bis 20. Juli 1889. Deutsche Uebersetzung. Mit einem Vorwort von Wilhelm Liebknecht. 133 Seiten. Mt.-, 25 Verhandlungen und Beschlüsse national. Arbeiterkongresses zu Brüssel. Abgehalten vom 16. bis 22. August 1891. 36 Seiten. mt.-, 20 Protokoll der Berhandlungen des ersten Kongresses der Gewerkschaften Deutschlands. Abgehalten zu Halberstadt vom 14. bis 18. März 1892, 96 Seit. Mt.-, 20 Wiederverkäufern Rabatt. Bei Aufträgen von Außerhalb ersuchen wir höflichst um gleichzeitige Einsendung des dafür entfallenden Betrages.( Porto extra). Metzner's Korbwaa ren- Fabrik, Berlin, Andreasstr. 23, Hof part., vis- à- vis d. Andreasplay. größtes Lager Berlins. Musterbücher Kinderwagen, gratis. Theilzahlung gestattet. 500 Mark zahle ich Jedem, der mir nachweist, daß ich nicht das größte Kinderwagen- Lager Berlins habe. F. Metzner. Verantwortlicher Redakteur: Robert Schmidt in Berlin. Druck und Verlag von Mag Bading in Berlin, SW, Beuthstraße 2. Hierzu zwei Beilagen. 1. Beilage zum„ Vorwärts" Berliner Volksblatt. Mr. 198. Parteinachrichten. Donnerstag, den 24. August 1893. 10. Jahrg. Der Ferienkolonist als Staatsretter. Ein drolliger Ambulante Kliniken, ähnlich den Sanitätswachen, sollen, Vorfall wird der Schleswig- Holsteinischen Volkszeitung" aus wie der Konfektionär" erfährt, von den hiesigen Berufsgenossen= Rudolstadt, 22. August. Der am Sonntag im Tunnel des Flensburg berichtet. Der dortige Expedient unseres Parteiblattes schaften in den verschiedensten Theilen unserer Stadt eingerichtet Burgteller abgehaltene 2. Parteitag für Schwarzburg- Rudolstadt brachte vor ein paar Tagen u. a. die„ Schl.- Holst. Voltsztg." in werden. Diese Kliniken, mit 6 oder 8 Betten, sollen nicht nur war beschickt von Genossen aus Rudolstadt, Stadtilm, Blanken- eine hiesige Böttcherwerkstelle an einige Abonnenten. Als er bei plötzlichen Unfällen eingreifen, sondern auch die Weiterburg, Königsee, Frankenhausen, Schlotheim, Meura, Mellenbach, nun die Broschüre von Kunert," Die Heilige Vehme" offerirte, behandlung der Patienten übernehmen. Diese neue Einrichtung Blumenau, Meuselbach u. s. w. Den Vorsitz führte Paul Nessel war ein in der Werkstelle anwesender Soldat gleich bereit, sie zu soll noch im Laufe dieses Jahres ins Leben gerufen werden. Voltstedt, 2. Vorsitzender F. Müller Stadtilm, Schriftführer kaufen, doch als er darauf aufmerksam gemacht wurde, daß die Stürmer- Königfee. Als erster Punkt wurde verhandelt über die Schrift sozialdemokratisch sei, entfernte er sich, ging nach seiner Ein großartiges Projekt zur Versorgung Berlins bevorstehenden Landtagswahlen. Nach einem Referate des Stube, schnallte seinen Degen um, setzte den Helm auf und nahm mit billiger Milch ist nach den Mittheilungen, die vorgestern Genossen Apel- Frankenhausen beschloß der Parteitag einstimmig, sein Gewehr zur Hand und kam bis an die Zähne bewaffnet Abend im Verein Berliner Milchpächter" gemacht wurden, von kräftig in die Landtagswahl- Agitation einzutreten, um einige wieder zurück, traf unsern Genossen noch an und lud ihn ein, mit einem hiesigen Ingenieur entworfen worden. Dieser will die Kreise für unsere Partei zu gewinnen. Ueber den zweiten Bunft: nach seiner Stube zu kommen. Unser Genosse, nichts ahnend gab der Milch von den weidereichen Gegenden Deutschlands, SchleswigLandagitation und Errichtung einer Zentralstelle für gelesene Einladung Folge, wollte aber, eine Treppe hoch angelangt, einem Be- Holstein zc. in erhittem Zustande mittels Sonderzüge nach Parteiblätter referirte F. Winter- Frankenhausen. Die Aus- tannten guten Tag sagen, doch sofort kommandirte der Soldat:„ Sie Berlin transportiren und sie hier entweder heiß oder auf führungen gehen dahin, daß fünftig mehr als bisher für die sind mein Arrestant". Wie unser Genosse sich umdreht, sieht er 9 Grad Celsius abgekühlt in den Handel bringen. Gegenwärtig Landagitation insofern gethan werden müßte, als die an den ernsten Mienen des Soldaten, daß es dessen vollster Ernst verhandle der Unternehmer mit den Eisenbahn- Behörden. Wenn Drte, welche bereits eine stärkere Bewegung haben, und stellt denselben zur Rede. Der Bekannte unseres Genossen die Milch durch Präparirung und Transport nicht zu theuer die benachbarten Orte systematisch bearbeiten; ferner sollen hat aber die Situation übersehen, mußte auch, daß der Soldat werde, fönne der Plan wohl gelingen. Im Anschluß an diese die noch zu ernennenden Zentralstellen zur Versendung furz vorher fürchterlich über den verdammten Sozialdemokraten" Mittheilung wurde über die derzeitigen Bacht- und Geschäfts gelefener Arbeiterzeitungen in Perioden an ihr bekannt werdende gewüthet hatte, zog schnell entschlossen unsern Genossen in die verhältnisse gesprochen. Hierzu lag ein Schreiben des MilchAdressen auf dem Lande Zeitungen senden, um so dort fortgesetzt Stube, schloß die Thür hinter ihm, während der Soldat Miene produzenten( Gutsbesitzer)-Vereins vor, worin diefer anzeigt, daß er das Interesse für unsere Jdeen wachzuhalten. Zentralftellen be- machte, von seiner Waffe Gebrauch zu machen. Selbstredend hat in anbetracht des Futtermangels resp. der Futterpreise eine Erhöhung schließt der Parteitag nach dem Vorschlage Nessel's zu errichten unser Genosse sofort behufs Erlangung einer Bestrafung des der Pachtpreise in Aussicht genommen habe. Milchhändler Qulay in Rudolstadt, Stadtilm und Frankenhausen. Ueber den folgen amtseijrigen Soldaten sich an das Kommando gewandt. Das bemerkte, daß es den Kollegen ganz unmöglich sei, bei dem den Punkt„ Die Presse" konnte Genosse A. Hofmann aus Saal- Weitere bleibt abzuwarten. Jedenfalls beweist aber der Vorfall, jezigen Geschäftsgang höhere Preise zu zahlen, troh der Dürre feld, wie dies vorgesehen war, nicht referiren, da das Landraths- daß unsere Vaterlandsvertheidiger nicht alle auf der Höhe der dieses Jahres sei der Milchmarkt überschwemmit, weil der Konsum amt ihm nur zu einem einfachen Referate" über den Inter- Zeit stehen und daß noch mancher Lichtstrahl in das Dunkel des zurückgegangen sei. Es wurde in der Sache beschlossen, mit dem nationalen Rongreß in Zürich", und zwar auch erst nach persön- Fanatismus leuchten muß, um Aufklärung über unsere mords- Produzentenverein ein freundschaftliches Verhältniß anzubahnen. lichem Vorstelligwerden das Wort erlaubt hatte. Unser Genosse patriotischen Kriegerbestrebungen zu bringen. Große Heiterfeit erregte die Verlesung eines Reklamezettels, nach dem ein Milchhändler im Süden Berlins seinen Kunden Kinderwagen, Uhren und andere schöne Dinge am Jahresschluß schenken will. Das übersteige alles bisher Dagewesene. Den Schluß der Versammlung bildeten interessante Mittheilungen über wirkliche und angebliche Verstöße gegen das Nahrungsmittel- Gesetz. Es wurde nach dem Vorschlag des Vereinssyndikus, Dr. Ginsburg, ein Komitee gewählt, welches den maßgebenden Behörden Vorschläge machen soll, um ein unberechtigtes Vorgehen der PolizeiOrgane gegen die Milchpächter zu verhindern. " * Tokales. theilte diese Thatsache in wenigen Worten mit und mußte fich deshalb auf das Einbringen einer Resolution be= schränken, die ausdrückte, daß die Genossen sich verpflichten, für die Verbreitung unserer Parteiliteratur, vornehmlich das Thüringer Volksblatt", fräftig einzutreten, indem die Presse das beste Mittel sei, unsere Jdeen in die weitesten Voltskreise zu tragen. Diese Resolution wurde einstimmig angenommen. Alsdann wurde beschlossen, behuss wirksamer Ahlwardt über die antisemitische Agitation. In einer Unterstützung der mündlichen und sonstigen Landagitation eine in Keller's Salon( Köpenickerstr. 97) stattgehabten antisemitischen Zentral- Agitationskommission mit dem Sitz in Rudolstadt zu Voltsversammlung sprach gestern Abend Ahlwardt über: Wie schaffen, welche die Pflicht hat, nach Bedarf Flugblätter heraus- gelangen wir am schnellsten zum Siege." Trotz der drückenden Die Briefträger haben in diesen Tagen tropischer Gluth ihren zugeben, welche Klarheit über unsere Bestrebungen in die Ge- Hitze und obwohl ein Eintrittsgeld von 20 Pf. erhoben wurde, Dienst in derselben knappen, dickstoffigen und wattirten Uniform fammtbevölkerung tragen sollen. Den Rudolstädter Genossen waren etwa 1000 Personen erschienen. Auch eine Anzahl Frauen zu verrichten, wie in der rauheren Jahreszeit. Aber damit ist die wird es überlassen, die Konstituirung der betr. Kommiffion zu und junge Mädchen bemerkte man. Ahlwardt führte zunächst Qual dieser Beamten, für welche man bisher vergeblich einen veranlassen. Beschlossen wird ferner, alljährlich einen Parteitag des Längeren aus, daß das Ziel der Antisemiten dahin gehe, leichteren Sommeranzug gefordert hat, noch nicht erschöpft. stattfinden zu lassen. Als nächster Kongreßort wird, nachdem Deutschland von den Juden, die allesammt Betrüger, Ginige Leute hatten das kühne Wagniß unternommen, die Halsdie bezüglichen Anträge für Blankenburg und Stadtilm zurück- Schwindler und Ausbeuter seien, zu befreien, d. h. die Juden binde abzulegen und am Rock oben am Halse einige Knöpfe aufgezogen sind, Königsee einstimmig gewählt. Sierauf erstattet sammt und sonders aus Deutschland zu jagen. Dazu gehören zulaffen. Das war aber höheren Orts sehr unliebfam bemerkt unser Genosse Hofmann ein kurzes Referat über den Inter- auch alle getauften Juden und alle Mischlinge.( Stürmischer worden, und es kam der Befehl, daß derartiges zu unterbleiben habe. So erklimmen denn in dieser wahrhaft afrikanischen nationalen Kongreß in Zürich; die Rede wird beifällig auf- Beifall.) Der Jude könne zehnmal getauft sein, er könne doch genommen. Alsdann dankt der Vorsitzende Nessel für den Besuch niemals aus seiner Rasse heraus. Das Judenthum habe noch Temperatur die Stephansboten die dumpfen, schwülen Treppen, und die rege Antheilnahme an den Verhandlungen des Partei niemals einen hervorragenden Mann auf dem Gebiete der ohne sich jene Erleichterung verschaffen zu dürfen, die selbst den tags und nach einem träftig aufgenommeneu Hoch auf die inter- Wissenschaft oder Kunst hervorgebracht. Spinoza habe fast alles Soldaten gewährt wird. nationale, völferbefreiende Sozialdemokratie wird der Parteitag Anderen gestohlen. Es existire nun schon seit langer Zeit eine Auf der städtischen Gasanstalt in der Müllerstraße, für geschloffen erklärt. Nach dem Abfingen der Marseillaise christlichsoziale Bewegung in Berlin, die anfänglich ganz schön wo am Freitag ein Feuer ausgebrochen, brannte es gestern, leert sich das Versammlungslokal. die Juden bekämpfte. Ihr Ziel war aber nur: Die Juden Dienstag, noch immer, obwohl eine Dampffprize unausgesezt etwas bescheidener zu machen.( Heiterkeit.) Als ob das auch Mainz, 21. Auguft. Eine öffentliche Arbeiterversammlung nur im geringsten helfen Tönnte. Dagegen empfehle es sich, mit Tag und Nacht Waffer giebt. Jede Gefahr der Weiterverbreibeschloß heute Abend nach einem erläuternden Referat des Ge der deutschsozialen Partei, d. h. mit dem antisemitischen Flügel tung des Feuers ist allerdings ausgeschlossen, und man hofft des Feuers demnächst Herr zu werden. Es handelt sich um eine noffen Haas, die Delegirten der Arbeitnehmer zu beauftragen, dieser Partei, Hand in Hand zu gehen, den konservativen Flügel Selbstentzündung der Kohlenvorräthe, bei welchen diesmal aus. zur bevorstehenden Generalversammlung der hiesigen Orts- dagegen rücksichtslos zu befämpfen.( Lebhafter Beifall.) Uebernahmsweise die sogenannte Staubtohle in großer Menge zur Krankenkaffe dahin zu wirken, daß die durch Beschluß der vor haupt sei die konservative Partei mehr wie jede andere Partei Lagerung fam. Die naßgewordenen Rohlen eignen sich augenjährigen Generalversammlung abgeschaffte freie 23 ahl des von den Antisemiten zu bekämpfen, weil die Ronfervativen blicklich nicht zur Gasbereitung, dieselben werden daher an an Arztes wieder eingeführt und die bestehenden Zwangsärzte den Antisemitismus nur zu selbstsüchtigen Zwecken be- bere Orte abgefarrt, um erst wieder durch Trocknen zur Gasabgeschafft werden. Die Generalversammlung findet im nächsten nützen wollen.( Lebhafter Beifall.) Im übrigen sei es fabrikation geeignet zu werden. Der materielle Verlust wird Monat statt und ist die Annahme des Antrags, da unsere nothwendig, daß jetzt die verschiedenen antisemitischen nicht allzu erheblich sein, immerhin war es erforderlich, eine Parteigenosse bei den Delegirten in der Mehrheit sind, außer Richtungen zusammengehen; empfehle sich ein zu aller Frage. fammengehen mit der Böckel'schen Reformpartei. Jedenfalls roße Anzahl von Arbeitern heranzuziehen, welche unter Aufmüsse die antisemitische Partei eine Volkspartei sein, die dafür ficht von Verwaltungsbeamten unausgesetzt thätig sind. Chemnitz, 22. August. Eine Parteiversammlung eintrete, daß die Lage des Arbeiters auf dem Boden der heutigen Aus Liebesgram stürzte sich vor einigen Tagen bei Hafel der sozialdemokratischen Partei für den Gesellschaftsordnung eine bessere werde. Wenn die Partei in horft ein junges Mädchen aus der Bremerstraße von der hohen 16. Reichstags- Wahlkreis fand am Sonnabend Abend dieser Weise fleißig agitire, dann werde sie bei den nächsten Brücke in den Schifffahrtskanal. Sie wurde jedoch noch lebend im Schüßenhaus" statt. Sie war sehr stark besucht. Ins Wahlen im Reichstage die Majorität erhalten.( Stürmischer von einem Schiffer herausgezogen und ins Krankenhaus zu Bureau wurden die Genossen Irmscher, Vorsitzender, Rosenow, Beifall.) Aber auch noch ehe die Antisemiten die Majorität im Spandau gebracht. Mitte Juli hatte sie sich mit einem Archi Stellvertreter, und Lorenz, Schriftführer gewählt. Der erste Reichstage haben werden, werden sie Anträge stellen und sich teften verlobt, der aber, vom Typhus heimgesucht, in einem AnPunkt der Tagesordnung: Aufstellung eines Kandidaten für die all' die Leute merken, die sie ablehnen sollten. Jedenfalls müsse fall von Fieberwahn sich bei Nauen in einen Sumpf verirrt hatte, Landtagswahl, wurde auf vielseitigen Wunsch von der Tages- es bewirkt werden, daß alle von Juden ausgehenden Pfändungen und dabei ums Leben gekommen war. Den Tod ihres Geliebten ordnung abgesetzt und einer späteren Versammlung zur Er- suspendirt werden. Obwohl er schon 13 Jahre als Antisemit nahm sich die Braut so zu Herzen, daß sie beschloß, ihm zu folgen. ledigung überlassen. Dagegen wurde ein Wahlkomitee, bestehend thätig sei, so sei er von Natur Pessimist; trotzdem sei er über- Augenblicklich befindet sich die Unglückliche auf dem Wege der aus Lorenz, Langer und Albert gewählt. Hierauf erhielt Genosse zeugt, er werde es noch erleben, daß der letzte Jude den deutschen Besserung. May Schippel das Wort zur Berichterstattung über den Züricher Staub von seinen Füßen schütteln werde.( Stürmischer Beifall.) Kongreß. Die internationalen Kongresse, so führte der Redner Zum Schluß ermahnte Ahlwardt auch die deutschen Frauen, daß aus, hätten für uns die größte Bedeutung, weil sie die ſie dazu mithelfen, den„ jüdischen Schmutz" aus dem Lande zu sozialistischen Parteien der einzelnen Länder einander näher schaffen. brächten und ihnen so Gelegenheit gäben, viel von einander zu " so Die bei der Schiffskatastrophe in Grünau ertrunkenen Quadfafel, beide in der Manteuffelstraße wohnhaft, rekognoszirt Mädchen sind als die 19jährige Gertrud Siebert und Anna worden. Das gefenterte Boot, dem Kaufmann Caro gehörig, lernen. Gleich anfangs hätte sich der Ausschluß der Anarchisten Susanne im Bade," die widerlich schamlose, aus dem war ein Vierriemer", ein Fahrzeug, das nur zur Noth vier nöthig gemacht. Dieselben stehen auf einem ganz anderen Standpunkte Geifte des Antisemitismus hervorgegangene und auf Anti- Personen faffen kann, während sich in demselben die fünf Verwie wir und daher war ein Berhandeln unmöglich. Die stürmischen semiten als Käufer berechnete Karrikatur, die lange Zeit hindurch unglückten befunden haben. Der Dampfer, mit welchem das Boot Szenen feien bedauerlich, sie wurden aber von den Anarchisten von Linderer's Buch- und Kunsthandlung in der Friedrichstraße tollidirte, war der Schlepper Fortuna" aus Köpenick, und nach Wernsdorf bestimmt. selbst verschuldet. Das" Chemnizer Tageblatt" habe ihm, Redner, ausgestellt worden war, ohne als„ unzüchtig" beanstandet zu angedichtet, auf dem Kongreß habe er eine besonders traurige werden, ist seit kurzem aus den Schaufästen der genannten HandEin entsetzliches Unglück hat die in der Grünauerstr. 27 Rolle gelegentlich der Anarchistenausweisung gespielt. Sie habe lung verschwunden. Es kann sein, daß die Entfernung der wohnhafte Familie des Nachtwächters Pollack betroffen. Die darin bestanden, daß er sich nicht bemüßigt gesehen, für die Sudelei darauf zurückzuführen ist, daß wir vor mehreren Wochen Frau P., eine als sehr fleißig und ordentlich in der Nachbarschaft Herren Landauer, Werner und Konsorten einzutreten und fich( in Nr. 170 vom 22. Juli) eine längere Mittheilung darüber bekannte Person, hat sich gestern früh aus einem Fenster ihrer der Abstimmung enthalten habe.( Alseitiges Bravo.) Redner brachten und bei dieser Gelegenheit den konservativ- orthodox vier Treppen hoch belegenen Wohnung auf das Straßenpflaster geht dann auf die verschiedenen Beschlüsse ein, die unsere Leser antisemitischen Deutschen Sittlichkeitsvereinen", die in allen gestürzt und hierbei ihren sofortigen Tod gefunden. Unglüds bereits durch den ausführlichen Kongreßbericht kennen. Der Schaufenstern nach unsittlichen" Bildern umherschnüffeln, die fälle in der Familie sollen der Grund zu der entsetzlichen That Redner tritt warm für die Gewerkschaften ein. Er ist der bisher unbeanstandet gebliebene Gemeinheit ihrer antisemitischen gewesen sein. Der Mann der Selbstmörderin befand sich, als Meinung, daß vorläufig ein Stillstand in bezug auf die politische Gesinnungsgenossen unter die Nase rieben. Wir haben diese Dieselbe ihre unselige That ausführte, noch im Dienst und mußte Bewegung eintreten werde und daß die nächsten Jahre der Wirkung jedoch weder gewünscht noch erwartet oder überhaupt erst von dort an die Leiche seiner unglücklichen Gattin geholt Arbeiterbewegung den Gewerkschaften gehören würden. Die für möglich gehalten. Herr Linderer hat sich übrigens durch die werden. Begreiflicher Weise hatte der Vorfall in der dortigen Arbeiter würden nicht zufrieden sein mit der Abgabe des Stimm- wahrscheinlich durch Ueberredung bewirkte Entfernung seiner Gegend eine große Aufregung hervorgerufen. Die Leiche wurde zettels, sie würden eine Verbesserung ihrer Existenz sehen wollen. Glanznummer keineswegs aus der Fassung bringen Laffen. mittels Krantenwagens nach dem Leichenschauhause geschafft. Durch parlamentarische Arbeit lasse sich dieselbe nicht sofort er- Er hat sich nach einem Ersatz umgesehen und ist auf ringen, hier müßten die Gewerkschaften einsetzen. Stärkung das jenem Artikel ebenfalls von uns erwähnte Die Lassallefeier in Brik und Umgegend kann Umstände der gewerkschaftlichen Bewegung müsse die Parole werden. und zur Vergleichung herangezogene Bild" Im Schute halber nicht am Sonntag, den 27. August, stattfinden, sondern Zur Frage der Maifeier äußerte fich der Referent des der Weiden" verfallen, deffen Nachbildungen die Polizei muß auf Sonntag, den 3. September verschoben werden. Längeren. Ein Beschluß betr. Arbeitsruhe am 1. Mai laffe sich als unsittlich" aus den Schaufenstern der Kunsthandlungen verDer Vertrauensmann für Briz. in " Brücke bei uns in Deutschland nicht durchführen, dazu sei die Partei zu bannt hat. Herr Linderer stellt jetzt dieses Bild unter einer ungroß. Unsere Anhängerzahl betrage weit über 2 Millionen, und durchsichtigen Papierhülle aus, die in großen Buchstaben den Polizeibericht. In der Nacht zum 22. d. Mts. wurde auf es sei heute unmöglich alle die Arbeiter und Arbeiterinnen zur Vermerk trägt:" Im Schuße der Weiden. Polizeilich ver- dem Bahnhofe Gesundbrunnen ein Rangirer durch einen EisenArbeitsniederlegung zu veranlassen. Unter stürmischem Beifall boten! u. s. w. u. s. w." Diese Papierhülle mag den polizei- bahnzug überfahren und so schwer verletzt, daß er nach dem schloß der Redner seinen über zweistündigen Vortrag mit einem lichen Bestimmungen und wohl auch den Ansprüchen der„ Sitt- Lazarus- Krankenhause gebracht werden mußte, wo er inzwischen Hinweis auf den baldigen Sieg der Sozialdemokratie. Nachdem lichkeitsvereine" genügen. Thatsächlich würdigt sie aber ein verstorben ist. der Eisernen In der Nähe in der Diskussion Genosse Hofmann im Sinne des Referenten Kunstwerk, an dem fein Unbefangener auch nur die geringste sprang am 22. d. Mts. Vormittags ein zwölfjähriger Knabe gesprochen, bemängelt Baeplow seine Auffassung der Maifeier- Spur einer unfittlichen Absicht zu entdecken vermag, zu einer in den Spreekanal, wurde jedoch noch lebend aus dem Wasser Frage. Lorenz wünscht, daß Schippel's Worte nicht ungehört ganz gewöhnlichen Schweinerei herab, weil sie die Veranlassung gezogen und nach der Charitee gebracht. Ein ehemaliger Postverhallen möchten. Nachdem Schippel seinen Standpunkt noch bildet, daß eine gewisse Sorte von Käufern nun erst nachträglich sekretär erschoß sich in seiner Wohnung am Holsteiner User mals dargelegt hat, wird ein Antrag Lorenz besprochen: eine unfittliche Absicht hineinträgt. Angesichts der mancherlei in mittels Revolvers. Als ein 14jähriges Mädchen in der Zu den Parteiversammlungen im 16. Wahlkreise dem Linderer'schen Schaufenster ausgestellten Unfläthigkeiten muß Wohnung ihres Schwagers in der Fruchtstraße Petroleum in das werden nur Personen zugelassen, die sich als Mitglieder man auf die Vermuthung kommen, daß diese Wirkung geradezu offene Feuer der Kochmaschine gießen wollte, entzündete sich der einer der im 16. Wahlkreise bestehenden politischen oder gewünscht wird, um zum Kaufe zu animiren. Die Anti- Inhalt der Flasche, so daß sie explodirte und das Mädchen begewerkschaftlichen Organisationen legitimiren können." femiten, welche sich so gern als Verfechter christlich- germanischer deutende Brandwunden an den Armen erlitt. Nach Anlegung. Dieser Antrag wird ohne Widerspruch angenommen und" Sittlichkeit" aufspielen, würden diefe Spekulation auf die un- eines Verbandes wurde es nach dem Krankenhause am Friedrichs darauf die Versammlung mit Hochrufen auf die Partei und reine Phantasie des faufenden Publikums„ recht jüdisch" nennen, hain gebracht. Nachmittags gerieth in der Müllerstraße, an auf Max Schippel geschlossen. wenn es sich nicht zufälligerweise um Herrn Linderer handelte, der Tegeler Chauffee, ein neunjähriges Mädchen unter die Räder der mit seinen antisemitischen Sudeleien ihrer Sache dient. eines Pferdebahnwagens und wurde am Bein so bedeutend ver " Gerichts- Beitung. Gewerbegericht. Kammer VI. Der Schlächter Saalbach, welcher eine Lohnentschädigungsklage gegen den Meister Bartsch angestrengt hatte er glaubte, unrechtmäßig entlassen zu sein wurde mit derfelben abgewiesen. Das Urtheil wurde damit begründet, daß die Worte, welche der Kläger als Entlassung betrachtet hatte, eine solche nicht flar ausdrückten, und daß die Möglichkeit vorhanden gewesen ist, daß der Beklagte den Kläger weiter beschäftig te, wenn legterer Anspruch darauf erhoben hätte. Sein Stillschweigen bei jener fraglichen Aeußerung des Herrn Bartsch sei als ein Einverständniß mit dessen Wunsch, nicht weiter zu arbeiten, von diesem aufgefaßt worden. Der Kellner Zander beansprucht vom Restaurateur Zimmermann 75 M.; er ist ohne Kündigung entlassen worden. Von der geforderten Summe werden 17,50 m. anerfannt, die aber infolge eines Gegenanspruches von 18 M. frei willig auch nicht gezahlt werden. Von dem Beklagten beziehungs weisen dessen Vertreter wird dem Kläger zum Vorwurf gemacht, er fei unredlich gewesen. Einem Gast habe er für ein und das felbe Quantum Bier zweimal Geld wissentlich abgenommen und dann habe er Billardgeld erst abgeliefert, nachdem er darauf aufmerksam gemacht worden sei, daß er es noch zu zahlen hätte. Der Vorsitzende versuchte, einen Vergleich zu stande zu bringen, da er nach einer gründlichen Vernehmung des Klägers sowohl wie zweier Zengen zu der Ansicht fam, daß dem Kläger in feiner Beziehung ein Betrug beziehungsweise eine betrügerische Absicht nachgewiesen sei. Die Parteien verglichen fich schließlich auf 57 M. " in In Dortmund hat am Sonntag die Generalversammlung des Verbandes deutscher Bergund Hüttenarbeiter stattgefunden. Ueber den Verlauf derfelben wird der Bolts- 3tg." berichtet: Teßt, daß seine Ueberführung nach dem Paul- Gerhardt- Stift er-| sich das junge Mädchen anzusehen und, falls sie ihm für die Wie die Unternehmer die Geseze achten, wenn sie ihnen forderlich wurde. Im Lagerfeller eines Droguengeschäfts in Stelle eines Hausmädchens geeignet erscheine, zu veranlassen, sich unbequem find, geht recht deutlich aus einer Statistik hervor, der Oranienstraße gerieth Morgens beim Anzünden einer Laterne bei ber Frau Räthin zu melden. Das Mädchen machte ja offen- welche die englische Labour- Gazette" veröffentlicht. Nach dereine große Flasche mit Benzin in Brand, wobei ein dort be- bar den günstigsten Eindruck auf den Herrn Portier, denn dieser selben wurden im Monat Juli ds. Js. 174 Vergehen gegen das schäftigter Arbeiter bedeutende Brandwunden an den Armen und sagte ihr viele Schmeicheleien, versicherte sie seiner werthvollen Fabrik- und Werkstättengeset festgestellt; in 161 Fällen fand eine Händen erlitt. Außerdem fanden im Laufe des Tages drei Protektion und sagte ihr zu, daß er die Frau Räthin Bestrafung statt. In 31 Fällen handelte es sich um Beschäftigung Kleine Brände statt. veranlassen merde, fte zu miethen. Als er schon von Kindern unter 14 Jahren; 59 Verurtheilungen betrafen Behalb aus der Thür war, drehte er fich noch schäftigungen von Arbeitern und Arbeiterinnen zu gefeßlich verStunden mals um und bat das Mädchen, ihm nun auch gleich einen Gebotenen ( Nachtzeit u. s. w.); 11 Unternehmer fellen zu thun und eine Mark zu leihen, da er fein Portemonnaie machten sich strafbar, weil es ihren Etablissements genügenden Schuhvorrichtungen drei vergessen habe. Sie sollte das Geld bei ihrer Vorstellung am an fehlte, meil nächsten Tage mit Dank zurück erhalten. Das Mädchen war im die Fabriksräume den sanitären Anforderungen nicht genügten, Hinblick auf die gute Dienststelle, die ihrer harrte, absolut nicht und gegen 55 schließlich mußte eingeschritten werden, weil ihre von Mißtrauen erfüllt und gab dem freundlichen Manne gern Buchführung in bezug auf die Arbeiter nicht genügend flar die gewünschte Summe. Am nächsten Tage ging fie, sauber( mangelhafte Angaben über Alter und Beschäftigung jugendlicher angezogen, nach dem ihr bezeichneten Hause in der Friedrich- Personen 2c. 2c.) oder weil sie unterlassen hatten, Berichte einallen Kom zusenden. Etagen nach der Die von den Verurtheilten gezahlten Strafen bestraße, suchte dort in merzienräthin, mußte sich aber überzeugen, daß daselbst liefen sich inklusive der Kosten auf 5661. gegen 8906 M., eine solche überhaupt nicht wohne. Sie merkte, daß welche im Monat Juni für 214 Vergehen zu zahlen waren. fie betrogen sei, ging nach Hause und erzählte ihrem Bruder, Und das in England, wo das Unternehmerthum noch lange welcher ein Grünframgeschäft besitzt, was ihr begegnet sei. nicht so erbärmlich, fleinlich, schmutzig ist in der Ausbeutung der Dieser beschloß, dem Schwindler eine Falle zu legen. Er erließ Arbeitskraft. ein ganz ähnliches Inserat, wonach ein Dienstmädchen unter ähnlichen Bedingungen eine Stelle suchte und gab seine Adresse zur Einholung näherer Auskunft an. Komischer Weise erschien auch bald ein junger Mann, der auf die Annonce hin nach dem Mädchen sich erkundigte und seinem Aeußeren nach in die von Die Versammlung wurde von dem Verbandsvorsitzenden dem Schwindler gegebene Personalbeschreibung paßte. Er wurde in ein Nebenzimmer genöthigt, in welchem sich ein anwesendes Schröder eröffnet. Einleitend weist derselbe auf das Massenjunges Mädchen bereit erklärte, die Stelle eines Hausmädchens unglück auf Staiserstuhl hin. Im vorigen Jahre habe die Veranzunehmen. Bei den Verhandlungen spielte der freundliche Sammlung unter dem Eindruck des großen Unglücks in Böhmen Mann genau dieselbe Komödie, wie in dem ersten Falle. Als getagt, und heute würden die Delegirten mit einem Unglück beer gerade bei der Eehnsucht nach einem Behnmarkstück angelangt fannt gemacht, bei welchem 52 Personen zu Tode kamen und 16 war, öffnete sich die Pforte und ein im Stillen herbeigeholter schwer verlegt worden seien. Die Zahl der Todten würde sich Schuhmann erschien auf der Bildfläche, der den liebenswürdigen jedoch noch fteigern. Zum Andenken der Verunglückten erhoben Stellenvermittler mit sich nahm. Dieser hatte sich nun in der sich die Anwesenden von ihren Plägen. Schröder bittet alle Person des Handelsmannes Friedrich Krüger wegen Betruges Delegirten, sich kurz zu fassen und das Nörgeln zu unterlassen. und versuchten Betruges zu verantworten. Er war geständig, in Sollten jedoch die Verhandlungen nicht zu Ende geführt werden, so der geschilderten Weise versucht zu haben, seinem abgemagerten würde morgen weiter getagt. Es haben sich 80 Delegirte gemeldet. Der Kellner Strache verlangt vom Gastwirth Klapper eine Geldbeutel aufzuhelfen und er wurde zu drei Wochen Gefängniß Schröder beklagt die Niederlage bei dem Streit im Saarreviere, in Rheinland und Westfalen. Das Saarrevier sei so gedrückt, Entschädigung von 7 M. dafür, daß ihn dieser an einem Sonn- verurtheilt. daß alle Bergleute aus dem Verbande ausgetreten seien. In tag nicht annahm, als er mit dem Arbeitsschein eines Agenten zu ihm tam. Klapper bat um Abweisung der Klage, da er Auf dem Gebiete des Heirathsschwindels bewegte sich Rheinland und Westfalen befänden sich noch eine große Zahl Uebergehend zu dem Ankaufe nicht, sondern der Agent verantwortlich gemacht werden müsse, eine Anklage wegen Betrugs, die gestern vor der zweiten Ferien- von Führern im Gefängnisse. wenn der Kläger den Schaden hatte. Er habe dem Agenten nicht Straftammer des Landgerichts I gegen den Monteur Maximilian einer eigenen Presse theilte Schröder mit, daß von Frau Jeup Der Angeklagte verkehrte im die Druckerei zu 20 000 m. angekauft sei. Im Laufe des Jahres gefagt oder geschrieben, daß dieser ihm alle Sonntage einen Seeger verhandelt wurde. Kellner schicken solle, sondern er habe durch einen Kellner dem vorigen Herbste viel bei dem Restaurateur M. und machte dessen wären viele Kameraden zwar aus dem Verbande getreten, aber Agenten mittheilen lassen, daß auf sein Verlangen nach einer ältester Tochter so eifrig den Hof, daß dieselbe ein bereits be- dadurch habe derfelbe an Zahlungsfähigkeit und Qualität geDadurch, daß auch Hüttenarbeiter sich dem Verbande Arbeitskraft nur ein bestimmter Kellner. Tommen soll und stehendes Verhältniß löste und sich mit dem Angeklagten ver- wonnen. zwar der, welcher diese Bestellung ausrichtete. Wenn der Be- lobte. Diese Unbeständigkeit sollte sich bitter rächen. anschließen könnten, habe derselbe in Schlesien an Anhängern geDer Angeklagte hatte erzählt, daß er bei feinem wonnen. In den westlichen Provinzen sei dies nicht zu bemerken. treffende an jenem fraglichen Sonntage zu spät zu dem Agenten dem Schlosser Seeger, in einer benachbarten Kein Jahr habe solche Anforderungen an den Vorstand gestellt, tam und dieser mittlerweile eigenmächtig den Kläger mit seiner Bruder, wohne. auch wie das vergangene. Viele Vertrauensmänner und Delegirten Die Adresse des Letteren wurde so könne er, Vertretung beauftragte, Klapper, nichts Straße dafür. Der amtirende Assessor schloß sich dem an, machte aber im Wohnungsanzeiger gefunden. Bald nach der Verlobung fing feien aus den Reihen ihrer Kameraden herausgerissen und trotzdem den erfolgreichen Versuch, dem klagenden Kellner weitere der Angeklagte an, seine Braut mit Anliegen um Darlehne zu manche Zahlstelle sei führerlos; vielfach habe man einfach Schritte zu ersparen. Freiwillig gab demselben auf sein Ersuchen behelligen. Bald hatte er Röhren zu kaufen, bald mußte er zum den Saal zu etwaigen Versammlungen verweigert. wo augenblicklich der Beklagte 3 M., während der als Zeuge anwesende Kellner, Begräbniß einer plößlich verstorbenen Erbtante reisen, bald hatte Redner weist dann auf England hin, den Klapper so in sein Herz geschloffen hat, daß er ihn nicht er eine Maschine in Grünau aufzustellen, und bei allen diesen der Riesenstreit ausgebrochen sei, dort seien die Bergleute missen tann, auch noch eine Mark drauflegte". Gelegenheiten gebrauchte er Geld. Dem Restaurateur tam die viel vernünftiger. Dort würde gestreift, um die Magazine Der Hoffriseur Biermann, ein sehr mißtrauischer Sache schließlich bedenklich vor, er fuhr nach Grünau, um sich nicht überfüllen zu lassen. Auch wären dort die Bergleute be Sehr oft fäme es vor, daß Bergleute Herr, hielt sich des öfteren von seinen Gehilfen bestohlen. Eines von dem Aufstellen der Maschine zu überzeugen. Der angegebene deutend opferwilliger. Lages schien ihm der Zufall günstig; auf frischer That, o welche Auftraggeber war nicht zu finden. Nun wollte der Restau- den doppelten Jahresbeitrag zahlten, um im Falle der Noth geWonne, glaubte er den Dieb ertappt. Gefehen hatte er, wie in rateur feinen zukünftigen Schwiegerfohn in dessen Wohnung auf wappnet zu sein. Hier in Deutschland könnten die Bergdeffen weiten Taschen ein Etwas verschwand, das foeben aus suchen. Er traf hier nur eine abgehärmte Frau mit verweinten leute nicht einmal dahin gebracht werden, ihren Jahresbeitrag einem Tischkasten entfernt worden war. Der scheinbare Dieb, Augen, die er für die Schwägerin des Seeger hielt. Er fragte zu zahlen. Redner bittet die Anwesenden, für den Verband zu Frieseurgehilfe K. Konrad, wurde sofort angehalten, ihm die Taschen die Frau, ob ihr Schwager zu Hause sei. Die Antwort der Nun erstattet der Verbandskassirer Meyer den Kassenbericht. zu zeigen. Doch er wollte nicht, beharrlich weigerte er sich Gefragten lautete dahin, daß sie einen Schwager gar nicht habe. dessen im Gefühl seiner Unschuld und beleidigt durch des Meisters Sein Bild hängt ja dort an der Wand", erwiderte der Restau- Vom 1. August 1892 bis zum 1. August 1893 find 29 898,51 M. Das ist das Bild vereinnahmt oder pro Tag 81,91 M. Verausgabt find 35 042,34 Verlangen er hatte nämlich seine Fußlappen rateur, auf eine Photographie zeigend. Frau. Nun wurde dem Mark oder pro Tag 96 M. Hierbei erwähnte Meyer, daß unter eingesteckt, die ihm der Bruder, der ebenfalls in Biermann's meines Mannes" erklärte die Restaurateur flar, daß er und feine Tochter die den Ausgaben der Ankauf der Druckerei figurire. Wenn man Diensten war, mitgebracht und provisorisch dem Tischkasten an waren. diesen Betrag in Abzug brächte, so sei ein Ueberschuß von vertraut hatte. Der ergrimmte Biermann warf ihn hinaus ob Opfer eines nichtswürdigen Schwindels geworden bedauernswerthe Ehefrau erzählte noch, daß ihr 4344,71 M. vorhanden. dieser unverantwortlichen Insubordination. Am anderen Morgen Die bedauernswerthe Ehefrau erzählte noch, Es haben sich 28 Bahlstellen abgemeldet. Redner führt dies wollte K. Geld und Papiere haben, Meister und Gehilfe geriethen Mann Tags zuvor wegen anderer Betrügereien verhaftet abermals wegen der angeblichen Unterschlagungen in Streit, K. sollte worden sei. Seeger wurde wegen der letteren Strafthaten am auf den Druck der Arbeitgeber und der Behörden zurück. Die schnell ,, rausgehen", wollte das jedoch nicht, Biermann führte ihn 1. März d. J. zu einem Jahre Gefängniß verurtheilt und gestern meisten Mitglieder feien aber noch Abonnenten des Verbandsnun hinaus und in den Armen prosaischer: an der aus Plößensee vorgeführt um sich wegen des Heirathsschwindels organs. Jedes Mitglied hat dem Verbande 1,725 Mark geGurgel lagen sich Beide. Der Bruder eilte natürlich dem zu verantworten. Der Gerichtshof hielt die Handlungsweise des foftet. Bruder zu Hilfe, nur die Kämpfer zu trennen," Der Obmann der Geschäftsprüfungs- Rommission bemerkt, war Angellagten für so verwerflich und gemeingefährlich, daß von feine Absicht. Aber auch Herr Biermann hat einen Bruder, der mildernden Umständen nicht die Rede sein könne. Unter Hinein- daß zu den verschiedenen Anträgen jeder Redner nur 10 Minuten rückte nun mit dem Schrubber an Tableau: ohne Hut und ziehung der bereits erkannten Gefängnißstrafe wurde der Ange- sprechen darf. Die Vorstandsmitglieder fönnen nur bei vorohne Ueberzieher, befanden sich die Konrads plötzlich auf dem flagte zu einer Gesammtstrafe von zwei Jahren sechs heriger Anmeldung sprechen. Der Kontrollausschuß hat die Kaffen Ein Redner wünscht, daß alle Vorstands Damm. Sie gingen, ein Schußmann fam, der verhalf ihnen zu Monaten Buchthaus und dreijährigem Ghrverlust ver- richtig befunden. mitglieder, soweit sie honorict werden, auch auf dem Bureau ihren Sachen. Selbstverständlich fehrte auch der nicht entlassene urtheilt. lediglich zu finden wären. Der Schriftführer Möller ist bis auf Kopfverschönerer nicht wieder zurück in Biermann's wohlriechende Zwickau. Laut Beschluß des Landgerichts vom 1. Auguft weiteres davon entbunden, da er wegen feines angegriffenen Ge Sallen. Der Uebelthat folgte die Strafe auf dem Fuße, 15 M. hat dasselbe das Gesuch des Redakteurs des„ Glückauf", Genossen sundheitszustandes die Arbeiten zu Hause erledigt. Lohn behielt der Meister für sich, als Entschädigung, wie er Gladewiß, um Wiederaufnahme des Verfahrens im Prozeß Bei Beginn der Nachmittags Versammlung verbreiten sich fagte. Der Schlußaft der Tragikomödie spielte auf dem Gewerbe: Wiede gegen ihn mit einer längeren Motivirung endgiltig ab- die Redner über die gestellten Anträge, welche nur ein internes gericht. Bergeblich versuchten in beiden Terminen bie jeweiligen Vorsitzenden Herrn Biermann mit aller ihnen gelehnt und einen längeren Strafaufschub nicht bewilligt. Vereinsinteresse haben. jeweiligen Vorsitzenden Herrn Biermann mit aller ihnen Gladewiß wird demnächst seine einjährige Gefängnißstrafe an zu Gebote stehenden Beredtsamkeit plausibel zu machen, daß er den rückständigen Lohn zahlen müsse, da die Verhand: treten müssen. Lungen das Recht des Klägers, ebenfalls nicht weiter arbeiten zu brauchen nach den unleidlichen Vorgängen im Geschäft, zur Genüge bewiesen hätten. Er jammerte, er sei geschädigt, er stehe allein, die Gehilfen tönnten ja auf diese Weise alles mit einem alleinstehenden Prinzipal machen. Das:„ Er stehe allein", be tonte er oft so klagend, daß Assessor Dr. Leo ihn bewegt bat, in ber einen Sigung doch nun endlich mit diesem Gefalbader auf auhören, er wiffe ja nun schon lange von ihm, welch trauernde Wittwe" er sei. Biermann wurde verurtheilt, die 15 M. zu zahlen. Als er das Verhandlungszimmer verlassen soll, stöhnt er nochmal:" Ich stehe doch allein da", dann geht er haftigen Schrittes ab. Soziale Neberlicht. Oswald Grauer, Hausdiener, Neue Grünstraße 10, I. wirken. M Der Der 9. Punkt der Tagesordnung ist Wahl des Vorstandes. Bon 80 abgegebenen Stimmzetteln erhält der bisherige Vorsitzende Ludwig Schröder 76 Stimmen, der bisherige Verbandskassirer Meyer von 82 abgegebenen Stimmen 80 und der Schriftführer Hünnighaus von 81 abgegebenen Stimmen 47. Der bisherige Schriftführer Möller erhielt nur 35 Stimmen und ist mithin nicht wiedergewählt. Möller war bei der letzten Reichstagswahl im Waldenburger Bezirke gewählt worden. Die Namen der sechs Bei" Aufruf! An die Mitglieder der Kranten und fizer lauten: Drewes- Marten, Brangenberg- Steele, Mann- Laer, Sterbetasse der Berliner Hausdiener.( E. S. 61). Sonneborn- Bommern, Spörtel- Rotthausen und Vormbaum- Kirch Die Generalversammlung der" Kasse hat nach reiflicher hörde. In den Kontrollausschuß wurden Möller- Gelsenkirchen, Ueberlegung fast einstimmig den Antrag des Vorstandes, die Kämpchen- Linden, Klobes- Lütgendortmund gewählt. Bei Punkt Beiträge von 40 Pf. auf 80 Pf. per Woche zu erhöhen, ab- Verschiedenes" beantragt die Bahlstelle Grunnen: Vorstandsgelehnt. Kollegen! Wenn wir nun nicht wollen, daß die Be- mitglieder und Redner müssen in Versammlungen sich der größten hörden von ihrem Einspruchsrecht Gebrauch machen, die Höhe der Unparteilichkeit befleißigen, ebenso muß das Verbandsorgan unDas Klebegefeh" wird noch immer in vielen Fällen be- Beiträge selbst verfügen oder die Schließung der Rasse vor- parteiisch redigirt werden. Der Begründer dieses Antrages will wußt oder unbewußt übertreten. In zahlreichen Fällen zeigt es nehmen, dann bleibt uns nur der eine Weg: die Auflösung der damit auf die sozialdemokratische Haltung des Vorstandes und sich, daß die Gerichte selbst über die Bestimmungen des Gesetzes Kaffe! Bum Antrage auf Auflösung müssen mindestens die Hälfte des Verbandsorgans hinzielen, was aber bei den Delegirten die verschiedener Meinung sind. Dies ist namentlich bezüglich der der Mitglieder(§ 31 des Statuts) ihre Zustimmung geben, ehe größte Entrüstung hervorruft. Durchweg sind die Anwesenden zulässigen und unzulässigen Vermerke auf den Quittungstarten derfelbe eingebracht werden kann. Wenn auch die vorgeschriebene der Ansicht, daß nur der sozialdemokratische Standpunkt des der Fall. So hatte ein Arbeitgeber in die Quittungstarte eines Bahl von Unterschriften vorhanden ist, so müssen trotzdem sofort, Borstandes dem Verbande zum Nutzen gereiche. Nachdem- noch Arbeiters zur Alters- und Invalditätsversicherung auf der dritten um vor jeder Ueberraschung gesichert zu sein, alle die, welche das verschiedene Redner sich für den Anschluß an die sozialdemokratische Geite unter der Rubrik" Dauer der bescheinigten Krankheiten" den noch vorhandene Vermögen den Mitgliedern erhalten wissen Partei ausgesprochen haben, wird eine Resolution angenommen, Vermerk eingetragen Bom 9. März bis 3. April". Er that dies in wollen, an den Unterzeichneten, so weit es nicht schon geschehen welche den zuständigen Stellen wegen des Unglücks auf Zeche dem Glauben, daß er die Eintragung zu machen habe. Der ist, ihre schriftliche Zustimmung zur Auflösung der Hilfstasse Kaiserstuhl ein Mißtrauensvotum ertheilt. Die Versammlung erfte Richter hat den wegen eines Bergehens gegen das qu. Gefeß einsenden. nahm unter Bravorufen die Resolution einstimmig an. Darauf angeklagten Arbeitgeber freigesprochen, weil er die Eintragung erreichte die Versammlung um 7 Uhr ihr Ende. nach§ 103 des Gesezes für eine an sich zulässige erachtet. Das Reichsgericht hat aber einen solchen Vermerk von seiten des Die Arbeitsordnungen. Die Voss. 3tg." schreibt: Es ist Arbeitgebers für absolut unzulässig erklärt, da nach§ 103 Abs. 2 die Dauer der bescheinigten Krankheiten nur von der zu vielfach die irrige Ansicht verbreitet, daß die infolge der Novelle ständigen Behörde auf der Quittungskarte angegeben zur Gewerbe- Ordnung eingeführten Arbeitsordnungen, die den ges werden kann. Nach einer anderen Entscheidung des Reichsgerichts seglichen Bestimmungen gemäß amtlich geprüft und genehmigt ist eine von der zuständigen Stelle für eine bestimmte Person aus- find, nunmehr einer Abänderung durch einseitiges Eingreifen der nachweises, tam man zum dritten Punkt: Die Abwehrstreits in gefertigte Quittungsfarte auch vor dem Einkleben von Versicherungs- Behörden nicht mehr unterzogen werden fönnten. Indessen hat Barmen und Hirschberg in Schlesien. Es sind dieses die ersten marten eine öffentliche Urkunde und eine Verfälschung einer die Ausführungsanweisung bereits ausdrücklich besagt, daß die Streifs, die feit Bestehen des deutschen Holzarbeiter- Verbandes folchen ist nicht als Fälschung eines Legitimationspapiers im Prüfung nicht an eine bestimmte Frist gebunden ist und daß die ausgebrochen sind und zwar streiken in Barmen 32 Drechs Sinne des§ 363, sondern als Ürkundenfälschung anzusehen. untere Berwaltungsbehörde in Städten von mehr als 10 000 Ein- ler in der Fritz Häuser'schen Thürgriff- Fabrik. Diesen sollte wohnern die Ortspolizeibehörde und sonst der höchste Beamte des vom Lohn, der sich bei einem guten Arbeiter auf 15-18 M. Ein kleiner Schwindel, deffen geistreicher Urheber in Kreises, also in Preußen der Landrath, zu jeder Zeit, wenn sie belief, noch ein Abzug von 15-20 pet. gemacht werden, In Hirschberg schlauer Weise in die Falle gelockt worden, beschäftigte eine Ab einen Mangel in der Arbeitsordnung entdeckt, dessen Beseitigung so daß nur ein Lohn von 12-15 m. verblieb. theilung des Schöffengerichts. Paula Lindow, ein braves junges anordnen kann. Insbesondere, wenn zweifellose Lücken oder gar streiten 22 Tischler in der Kalnischen Bau- und Mobelfabrit. Dienstmädchen machte unter Angabe ihrer Wohnung durch ein Gesezwidrigkeiten in Arbeitsordnungen, sei es durch die Ge- Diesen Leuten sollte, trotzdem der Lohn schon ein ganz miserabler Beitungsinserat befannt, daß fie eine Stelle als Haus werbe- Aufsichtsbeamten oder anderweitig zur Kenntniß der zu genannt werden mußte, derfelbe noch von 21 Pfennig auf mädchen suche. Schon am nächsten Tage fand sich ein junger ständigen Behörden gelangen sollten, haben diese unverzüglich 19 Pfennige per Stunde herunter gesetzt werden. Das fonnten Mensch bei ihr ein, der sich als der Portier eines Hauses in der auf deren Beseitigung oder Aenderung im Sinne des§ 134f der sich die Kollegen beider Orts nicht ohne weiteres gefallen lassen Friedrichstraße und Beauftragter einer dort wohnenden Kom- Gewerbe- Ordnung zu bringen, in allen zweifelhaften Fällen aber und sie beschlossen nun, in den Streit zu treten. Hierzu nahm merzienräthin vorstellte. Er gab an, daß er den Auftrag habe, die Entscheidung der vorgesetzten Behörden einzuholen. auch die Versammlung Stellung und beschloß, 200 m. sofort an Eine Ertraversammlung des deutschen Holzarbeiter. Verbandes( Zahlstelle Bremen) fand am vergangenen Sonnabend in der Vereinshalle zu Bremen statt. Nach Erledigung der ersten beiden Punkte der Tagesordnung, Weiterberathung der des Reglements des Arbeitsörtlichen Organisation und Den Hauptvorstand nach Stuttgart zu senden, für's Weitere aber noch 4 Wochen eine Gytrasteuer von 20 Pf. pro Woche zu erheben, damit es den streikenden Kollegen möglich ist, den Kampf siegreich durchzusehen. Nach Erledigung einiger kleiner Angelegenheiten wurde die Versammlung um 12 Uhr geschlossen. Versammlungen. nicht zum Wort " Lorenz. Männer Gesangverein Rauchklub Brüder= 1 Rauch= Stat Stattlub Tournee, Abends 8% Uhr, bei Ulrich, Wrangelstr. 84. flub Stückwärts, Abends 8% Uhr bei Arndt Paütfadenstr. 47. Stat tlub Gordischer Knoten Abends 9 Uhr, bei Schilling. Kommandantenstr. 10-11. Gäste willtommen. Ruderverein Vorwärts. Sigung Abends s uhr, bei Bodenburg - Schießtlub Zell abends 8 Uhr bei Nagel, Schwebterstr. 28.- Tambour Werein Ginig= feit bei Saupt, Staligerstr. 102. Um 9 Uhr Uebungsstunde, nach derfelben Sigung. Aufnahme neuer Mitglieder. udsal Rauchflub Graue Wolfe, Strautstr. 48. fam, den Kongreß verlassen, das: 1bund, Andreasstr. 3 bet Noll. Verein Grüne felbe sei jedoch im Mufitverein Osiris, Adalbert Straße 21. Laufe der Verhandlungen wohl Regel, Eiche( vor dem Halle'schen Thor), Solmsstr. 1 bei Razorte. an 300 Delegirten passirt. Ueber die Geschäftsleitung des Eng- lub ustige 18", Wienerftr. 1 bei Boll.- Vergnügungsverein Jugend länders Hodge, der an jenem Tage den Vorsitz führte, wurde luft, Ohmgaffe 2 bei strebs. Rauchtlub Frisch auf, Roppenftr. 43 bei von keiner Seite geklagt. Die Maifeier betreffend, führte Mäther Männers Gesang-, Turn- und gesellige Vereine. Donnerstag. noch aus, habe Singer nach der Abstimmung erklärt, daß die Gesangverein It Dessau, Abends 9 Uhr, bet kind, Wrangelfir. 91. Die Vereinigung bayerischer Spiegelglas Fabriken Deutschen auch für die englische Fassung gestimmt haben würden, Gesangsabtheilung des sozialdemokratischen Arbeitervereins für wird, nach der Frankfurter Zeitung", vom 28. d. M. ab bis demzufolge werde Singer diesen Standpunkt auf dem nächsten bei Müller( Pfeifenmüller), Königs- Chauffee. Weißenfee und Umgegend. Donnerstags und Sonnabends Abend; auf weiteres auf allen ihren Werken zwei Drittel sämmtlicher Parteitag zu vertreten haben. Töpfer Thieme theilte nicht die An- Tyrolienne, Abends 9 Uhr bei Faustmann, Reichenbergersit; 734. Blöcke, Schleifstände und Apparate außer Betrieb setzen. Anlaß sicht seines Kollegen Hoffmann. Näther bemerkte in seinem Schluß- Gesangverein íodenrein, gemischter Chor, Abends von 9 bis 11 Uhr zu dieser Maßnahme ist Ueberproduktion(!), deren Wirkung wort, die Herren Anarchisten treten so sehr für Gewerkschaftsorgani- bei Knapp, Kastanien- Allee 95/96. durch nngewöhnlich niedrige Fabrikpreise verschärft wird. Die fation ein, vergessen aber selbst, sich derselben anzuschließen. Sof, Admiralitr. 18.Privat Theaterverein Fideler Geist 2", Abends 9 Uhr, im Märkischen Theater- Berein, Buttania 2" 9% Uhr, Vorstädtisches Glasarbeiter, die schon an fich in traurigen Verhältnissen leben, Der Streit um die Form dürfe keinen von der Organisation Rafino, Aderfir. 144. Theaterverein Freundestreis 9 Uhr im Reftaublicken um so mehr in eine trübe Zukunft, als ihnen die Ge abhalten; organisiren ist die Hauptsache, dann werde es sich ja rant Bräuer, Solmsstr. 47. noffenschaftstasse diesmal Vergütung nicht gewährt, da das ihr zeigen, welche Form am meisten zu letsten im stande sei. Turnverein Gesund brunnen( Behrlings- Abtheilung) turnt Montag und Donnerstag Abend on 8-10 Uhr, in der Turnhalle, Pantstr. 26. angeblich unmöglich ist. Daß die Kapitalisten durch die Blaurock theilte hierauf mit, daß Kollege Schulz als Preß- Geselliger Klub Blu Veilchen, Abends 9 Uhr, Restaurant Lehmann, unsinnige Peoduktionsweise die sogenannte Ueberproduktion her- kommissionsmitglied lässig war und ihn diese deshalb zu den weiterenuhr bet Schröd Bewein ehemaliger 22. Gemeindeschüler, punkt 9 Uhr bei Schröder, Stegligerstr. 18. beiführen, das genirt die Herren nicht. Für sie ist es vielmehr Eizungen nicht eingeladen habe. Eine Revision des Bauhand 8% Uhr, bet Selterhoff, Antonftr. 5.Pfropfenverein Wedding, Abends Vergnügungs- Verein Renata 9 Uhr, selbstverständlich", daß ihnen ihr Profit nicht geschmälert wer- werfer" fonnte des Umzuges der Expedition wegen bisher nicht abends im Reſtaurant Göß, Oranienſtr. 153. Gefangverein Proletariat Geselliger Verein den darf. Daher müssen die Arbeiter die Prügeljungen sein. vorgenommen werden, soll aber jetzt erfolgen. Ein Antrag, den( sem. Shor) Abd. 9 Uhr, Uebungsstunde b. Mores, möcüf sema Sie sind ja auch das Hungern gewöhnt, sie brauchen daher nur" Bertrieb des Bauhandwerker" vom universum, Sigung mit Damen Abends 9% Uhr b. Hagemann, Lothringer1. Oktober ab dem straße 81. Vorträge, Fidelitas. Geselliger Klub der alten den Hungerriemen etwas stärker anzuziehen. So will es unsere Spediteurverein zu übertragen, fand Annahme. Die Wahl von Moabiter, Stephanftr. 23, bei Littto, Abends um 8 Uhr und Geselliger - herrliche„ Ordnung". drei Preßkommissions- Mitgliedern seitens der Maurer wurde ver- Berein univerfum, Sigung Abends 9% Uhr, im Restaurant Neumann, jeden Donnerstag nach dem 15. im Monat Sigung mit Damen. tagt. Dem Vertrauensmann Bulit überließ die Versammlung intenstr. 19: Borträge, Fidelitas. Verein Gemüthlich fett und klub ein Defizit von 7,75 M. als Mankogeld. Ein Unterstüßungs- umor, Abends 9½ Uhr, Lothringerfir. 105: Geselliges Beisammensein mit, Damen, Fidelitas und Tanz. Männergesangverein Gangesfreunde, gesuch wurde durch Uebergang zur Tagesordnung erledigt. Abends 9-11 Uhr, Pazenhofer Ausschant, Landsbergerstr. 82.-Berein Waldesgrün, Abends 9 Uhr Sigung bet Nebeltn, Langestraße 108. Die Kurbmacher hielten am 14 August eine öffentliche Bitbert lub Gleichbett, 9 Uhr Abends, bei H. Retmann, Alte Schön= Versammlung ab, in der Genosse Millarg über die wirth- hauserstr. 42. Privat Theaterverein Crescendo bet Maißner, Gartenftraße 162: Sigung Damen. Theaterverein Maiglöckchen, EngDie Genossen des 4. Berliner Reichstags- Wahlschaftlichen Umwälzungen sprach. An der Hand eines eingehen- her soi, Neue Robiit. 2. Rauchklub Stollegia, Abends 9 Uhr, bet Hermann Rohr, Naunyn Freises waren zu ihrer Vereinsversammlung am 22. August in den statistische Materials über die Höhe der Dividenden der Rauchflub Waldesgrün, Abends 8% Uhr, Restaurant stattlicher Zahl erschienen. Genosse Fritz Hansen hielt einen Aktiengesellschaften und der Tantièmen der Bankdirektoren gab traße 78. 2. Gaspar, Reichenbergerstr. 113a. der Referent ein anschauliches Bild der ungeheuren Summen, Restaurant Buder, Gräfestraße 18. Rauchklub Ohnesorge, Abends 9 Uhr interessanten Vortrag über: Luther und seine Lehre im Sinne die heute durch die Ausbeutung der Arbeiter den Kapitalisten in 8% Uhr, bei A. Böhl, Rüdersdorferstr. 8. Rauchklub Kernspize, Abends Rauchklub Arabi Pascha, der modernen Weltanschauung, welchem reichlicher Beifall folgte den Schooß fallen. Die Versammlung erklärte sich sodann für die Abends 9 Uhr, b. Restaurateur Schröder, Stephanfir. 45.— klub Ohne ftreit, Genosse Seiler schloß sich in seinen Ausführungen dem Refe- Grrichtung des von der Gewerkschaftskommission geplanten Süd- West, Abends 9 Uhr, Simeonſtr. 23 bet lid. Abends 9 Uhr Springstubbe's Restaurant, Manteuffelstr. 67. renten an und verglich in anschaulicher Weise die Bauernkriege Bureaus. Zu Delegirten für die Gewerkschaftskommission wurden itch tett, von 9 bis 11 1hr bei Stabernack, Bücklerstraße 49. mit den Kämpfen der Gegenwart. Unter Verschiedenem wurde die Kollegen Jungnickel und als Stellvertreter Voigt tub Nordstern, jeden Donnerstag nach bem 15. Hauchflub& u= den Versammelten ein Gruß von dem Genossen Körsten überbracht, der seine Ferienreise" angetreten, von der er erst am wiedergewählt. Im Verschiedenen kam die Ausschreibung der G. Heinicke, Friedrich- Karlstraße 11, Friedrichsberg. 17. September zurüdfehren wird. Nach Erledigung des Frage: Geschoß- Transportlörbe zur Sprache. Diese Angelegenheit soll in matra, bends 8 Uhr, im Reſtaurant serause, Gitfchinerftr. 93. fastens gab der Vorsigende bekannt, daß es ihm noch nicht mögder nächsten Versammlung besprochen werden. lich gewesen, einen Referenten zu bekommen, der über: die EntCharlottenburg. Am 20. August tagte hier eine Ver: stehung der deutschen Reichsverfassung einen Vortrag halten fammlung der Maler und Anstreicher, um einen Bericht würde, jedoch habe sich Genosse Mattutat bereit erklärt, einen des Gehilfenausschusses, der sein Amt niedergelegt hatte, zu Vortrag über ein anderes Thema zu halten. hören. Der Gehilfenausschuß, bestehend aus den Herren Winter, Der sozialdemokratische Wahlverein für den 6. Berrielte, Richter, Morud, Schieß, Fischer und Der sozialdemokratische Wahlverein für den 6. Ber- moimes, war zu der heutigen Versammlung eingeladen, aber liner Reichstags- Wahlkreis hielt am 22. d. M. eine gut- niemand von den Herren erschienen. Alle Redner kritisirten besuchte Mitgliederversammlung ab. Dieselbe wählte zunächst acht Genossen in das Festkomitee zur Lassallefeier zur Erweites dieses Verhalten scharf und wiesen darauf hin, daß nur der Druck rung desselben und debattirte hierauf über den Antrag Dorn der öffentlichen Meinung es ermöglicht hat, die Herren zur busch, der die Aufhebung eines früher gefaßten Beschlusses, Niederlegung ihres Amtes zu zwingen. Eine Resolution im Dr. Lahusen, die Lungen- Tuberkulose und ihre dahingehend, daß nur mit Namensunterschrift versehene Fragen nahme. Zum Schluß wurde noch auf das Stiftungsfest hinähnlichen Sinne gehalten gelangte gegen eine Stimme zur AnVerhütung vermittelst rationeller Abhärtung durch Wassertur des Fragekastens berücksichtigt werden sollen, bezweckte. Der im Hause. München 1898. 32 S. Antrag fand Annahme seitens der Versammlung. Eine längere gewiesen, das am 9. September stattfindet. Debatte zeitigte ein vom Genossen Schröder gesteйter Oberberg. Am 20. August fand hier eine Boltsversammlichen Streifen die Neigung fich offenbart, die Heilfaktoren Antrag, im Wahlverein fortab nur solche Genoffen als lung statt und der Genosse Koopmann( Berlin) referirte fiber rationeller privater Hygiene an ftelle medikamentöser BeMitglieder aufzunehmen, die gewerkschaftlich organisirt das Thema: Wird die Sozialdemokratie fiegen? Der Redner handlung zu bevorzugen. Von diesem Gesichtspunkt aus ist vorsind, da die Gewerkschaftsbewegung so arg barniederliegt. erntete für seinen 11, fündigen Vortrag reichen Beifall. In der liegendes Schriftchen des Leiters einer Wasserheilanstalt geDie Bersammlung ging über diesen Antrag zur Tagesordnung Diskussion nahm zunächst der zu der Bersammlung eingeladene schrieben, das die verschiedenen Wasserprozeduren bespricht, ohne üter. Mittlerweile war der Referent, Genoffe G. Wagner, Kandidat angemann das Wort. Redner begiebt sich auf übrigens anderes als Bekanntes zu bringen. Freilich für die Masse erschienen und hielt derselbe nunmehr den angesetzten Vortrag das religiöse Gebiet und betont, daß er im allgemeinen über- Ertrantter und noch nicht Erkrankter ist diese rationelle Hygiene, über das Thema: Direkte Gesetzgebung durch das Volk". Der haupt nichts gegen die Sozialdemokratie einwenden könne. Er nicht zu haben. Da flingt's wie Jronie, wenn Lahnſen verlangt: Vortragende verbreitete sich in anschaulicher Weise über das in fei aber ein Gegner von ihr, weil er der Ansicht ist, daß auf Gut gelüftete, hohe, möglichst gleichmäßig temperitte Rärame, der Schweiz bestehende Referendum und Initiative und zog den dem von der Sozialdemokratie betretenen Wege das Biel möglichst kräftige und leicht verdauliche Nahrung; in erster Binie Rittinghausen'schen Erweiterungsvorschlag in den Bereich einer nicht erreicht würde. Den Bericht im Vorwärts" Milch, dann Gier, Geflügel, Wild, Fische( Austern, Raviar), Betrachtungen, denselben als undurchführbar bezeichnend, und sprach erkenne er als wortgetreu an, und giebt Redner einige zartes Fleisch neben gut gebackenen Brot, Gemüse und reifem fich ganz entschieden gegen die direkte Gesetzgebung durch das Erlebnisse und Erfahrungen seiner dreimonatlichen Wander- Obst. Besondere Sorgfalt ist auf die Qualität der einzuathmenVolk und für das Repräsentativsystem( Parlament) aus so lange, reise. So habe er wiederholt die reisenden Handwerks. den Luft zu legen, man fliehe staubige, rauchige Städte und bis die Verhältniffe derart gestaltet sind, daß die Sozialdemokratie burschen gefragt:„ Warum bist Du fremd, warum Du?" u. s. w. gehe, wenn möglich in ein anregendes Klima in mittlerer Höhe im Volte ausschlaggebend ist. Der Vortrag fand lebhaften Bei- Größtentheils bekam er zur Antwort: Ich habe mich mit dem( 500 Meter etwa) ut. f. w. Man gehe! Wer lacht da? fall. Auf Antrag Dornbusch wird in einer der nächsten Ber- Krauter erzürnt"; der Andere wegen schlechtes Effen" ut. f. w. ſammlungen der daffelbe Thema behandelnde Artikel von Kautsky Dierin erblicke er'den Grund der Arbeitslosigkeit. Vom Genossen in der„ Neuen Zeit" zur Diskussion gestellt werden. Bom nächsten Rünete, sowie von nachfolgenden Rednern in der Diskussion Sonntag ab wird in den Zahlstellen die Broschüre von Lieb- wurde diese Ansicht widerlegt. Enecht:" Bu Schutz und Truh", zur Vertheilung gelangen. Der Ausschluß des Genossen Rünete aus der Stadt- das noch immer in der Rheinproving, in Rheinhessen und Baden Der code civil, das französische bürgerliche Gesetzbuch, die erste Steuerstufe eingeschätzt wurde, gab Veranlassung zu schaft unehelicher Kinder. Diefe Bestimmung, 1803 vom ersten verordneten- Bersammlung, der erfolgte, weil der Betreffende in Giltigkeit hat, untersagt bekanntlich die Erforschung der Vatereiner eingehenden Besprechung. Herr Wangemann ergriff noch- Napoleon erlassen, um das Treiben seiner Soldaten straffrei zu mals das Wort und erklärte: Gr halte dieses System für ein lassen und eine möglichst starte Vermehrung der durch seine ganz verwerfliches, weil auch dieses auf den Geldfact aufgebaut ift, und der Arbeiter dadurch, daß man ihn so schlecht bezahlt, ungerechtigkeit gegenüber dem weiblichen Geschlecht und bewirke, ganz verwerfliches, weil auch dieses auf den Geldsack aufgebaut Kriege gelichteten Bevölkerung zu erzielen, sei eine schreiende auch noch seiner Rechte beraubt wird. Nach einem kräftigen wie statistisch nachweisbar, daß im Bereiche des code civil mehr Schlußwort des Referenten wird die Versammlung mit einem uneheliche Geburten vorkommen als anderswo. In Frankreich Hoch auf die Sozialdemokratie geschlossen. und anderswo bestehen wenigstens Findelhäuser, nur bei uns 9 Süd- Ost, bei Toltsdorf, Gorauer- und Görligerstraßen Ede. bet 1 Gwinemünderstraße 120. Literarisches. C Es ist freudig zu begrüßen, daß in immer weiteren ärztF. Pollaczek, Die unverebelichten Mütter und ber code civil in Deutschland. Leipzig. Auguft Schupp. 38 G. Tie Verhandlungen des Züricher Kongreffes in bezug auf die Gewerkschaften lautete das Thema, über welches der Delegirte der Berliner Metallarbeiter, Genosse Nather, am 22. August in einer öffentlichen Maurerverfammlung referirte. Redner führt aus: Habe der Kongreß auch nicht allen Erwar: tungen entsprochen, so hat er doch unter allen Umständen dazu beigetragen, das Solidaritätsgefühl der Arbeiter aller Länder in bedeutendem Maße zu erhöhen und zu stählen. Der Redner verlas im Laufe seiner Ausführungen die von dem Kongreß zu jedem Punkt der Tagesordnung angenommenen Resolutionen Lese- und Diskutirklub Süd- Os". Donnerstag, den 24. Auguft, fehle den betrogenen Mädchen in ihrer bedauerlichen Lage jegund knüpfte baran seine Kritit. Was den zu erstrebenden Acht- Abends 8 Uhr, bei Toltsdorf, Görliger- und Sorauerstraßen- Ecke. Bortragliche Stüge, welche ihnen das physische und moralische Glend stundentag anbetrifft, so halte auch er, wie fast alle deutschen des Senoffen Bahnarzt J. Semmet: Neber materialistische Geschichts wenigstens einigermaßen zu erleichtern geeignet wäre. Der auffaffung. Delegirten, eine gleichzeitige, allgemeine, gefeßliche Einführung Arbeiter- Bildungsschule. Donnerstag Abends 8%-10% Uhr: Güb. Verfasser ilustrirt in einer großen Heihe von Einzels in allen Ländern für ein Unding, noch viel weniger Schule, Martendorferstr. 5( bei Grube): Unterricht in Deutsch( oberes). sfizzen die verheerenden Wirkungen dieser Bestimmung Lasse sich ein bestimmter Minimallohn verwirklichen. Südost- Schule, Steichenbergerstr. 133: Unterricht in Kaufmännischem und verlangt für diese ehemals französischen Länder die EinInter- Rechnen, Korrespondenz und Geschichte. Dit Schule, Markusstr. 31: nationale Verbände der Gewerkschaften lassen sich vorläufig unterricht in Physiologie. In allen Unterrichtsfächern, mit Ausnahme führung des allgemeinen preußischen Landrechts( mit der Haftund so weit Deutschland und Desterreich in Frage kommen, Mathematit und Buchführung, lönnen noch Schüler und Schülerinnen, auch barkeit des Schwängerers) an ftelle des code civil. So berechtigt ebenfalls nicht verwirklichen. In Deutschland ist es angesichts iegt im laufe des Semesters, eintreten. gefe- u. Diskutirklubs. Donnerstag. Dieggen, Abends 8% uhr, diese Forderung ist, so thöricht sind die Illustonen, denen sich der kleinstaatlichen Vereinsgesetzgebung schon eine schwierige Auf- bei Schröder, Wiesenstr. 39. Neue Beit, Abends 8 Uhr, Boyenstr. 40, bei der Verfasser über deren Erfolg hingiebt. All die traurigen gabe, die Gewerkschaften national su zentralisiren, deshalb ist der Biesboit. Geschichten passiren auch ebenso gut im Bereich des gepriesenen Beschluß auf Errichtung internationaler Gewerkschaftsverbände afenelever, abends s uhr, Reſtaurant Bischof, Baunſchulenweg preußischen Landrechts. Und wenn der Verfaſſer es auffallend ein Nonsens. Insofern habe der Kongreß durch Annahme der Treptow. Sosialistischer Lese- und Distutirtiub Abends findet, daß die Laterne des Sozialismus in diesen dunkelen Resolution( die v. Im begründete) den Gewerkschaften mehr 8% ühr, Reichenbergerstr. 157, Sigung. Diskutirflub 8e it get it" jeden Winkel des gesellschaftlichen Lebens bisher nicht hineingeleuchtet als die früheren Kongreffe Rechnung getragen. Mit die wichtigste fagnar berlich fette bens bei Tempel, Cangeftr. 65, beads hat, so ist das nur ein Beweis für seine eigene Unkenntniß der 8% Uhr. Brüderlich 9 Uhr, im Restaurant Wernau, " Verhandlung betraf die Maifeier, und der nächste Parteitag wird ofenstr. 30. Distufirtlub Gleich beit"( Weißenfee) bei Hannemann, zur sozialistischen Literatur und Agitation. Nur begnügen sich die sich auf grund der zu diesem Punkt angenommenen Resolution ein- Flora, Abends 8 Uhr. Sozialdemokraten nicht mit dieser schwächlichen Reform, fie Arbeiter- Sängerbund Berlins und Umgegend. Alle Aenderungen im gehend mit derselben befassen müssen. Er stehe ebenso wie Timm auf Bereinstalender sind zu richten an Friedrich Kortum, Manteuffelitr. 70. treiben auch hier radikale, ursächliche Therapie und erwarten dem Standpunkt der Desterreicher. Den Arbeitern einzelner Branchen Donnerstag. Uebungsfiunde Abends 9 Uhr. Aufnahme neuer Mitglieder. Heilung nur von der Umwälzung der wirthschaftlichen Zustände, und Industrien sei es auch in Deutschland möglich, am 1. Mai 1. urban, Annenstr. 9, bet Bros. Kornblume, Blumenjir. 54, bei nicht vom preußischen Landrecht. ftritte die Arbeit ruhen zu lassen. Was in Desterreich möglich, annenftr. 16, bet Reßner. Muttte. Frühlingslust, Bülowstr. 59, bei Werner. Brezelfchluß, Weiße Rose, Reinickendorf, Seefchlößchen bei wird auch bei uns durchführbar sein. Bum mindesten muß den Böttcher.- orgenroth 1, Rummelsburg, Berlinerstraße o, bei Friefecte. Dr. Landmann, Ursprung, Wesen und Seilung einzelnen Gewerkschaften darin freie Hand gelaffen werden. Die Dorfglödlein, Wilmersdorf, Berliner- und Auguftftr.- Ecke bei Schulz. der Krankheiten. Selbstverlag. 15 S. Stellungnahme zum General- resp. Weltfireik betreffend, waren Tempelhof, Dorfstr. 10, bei Gerth. Ginigtett( Sutmacher), Pappel- Allee 3/4, b. A. Meinhardt. Verfasser vertritt den Standpunkt der Naturheilkunde, mit Ost- und Westpreußischer Männer demselben Mangel an Kritik, der die Gläubigen dieser neuen alle deutschen Delegirten dagegen, daß überhaupt darüber ver: Gesangverein, Holzmartiftr. 3, bei Deter. Edelweiß Melchiorha: delt werde. Näther nahm am Schlusse seines Referats noch god chen 2, Güb: D ft, Stetchenbergerfir. 16 b. Bagold. Frete Sänger, heiten gegeben; vielmehr sind diefelben gerade so alt, wie die ftraße 15, b. Stehmann. Borax, Wienerstr. 81 b. Drü gemüller. Mat Heilslehre auszeichnet. Es hat nicht zu allen Zeiten KrantGelegenheit, sein Bedauern über die lange Geschäftsordnungs- krautfir. 6, bet Rudolf. But unft 3, Belten, bei W. Grunow.- Kreuz naturwidrige Lebensweise der Menschen, welche diefelben hervor. debatte auszusprechen und gab der Erwartung Ausdruck, daß ein berger armonie Fichtestraße 29, bei Kräfche. Nordstern, nächster Rongreß nicht in den alten Fehler verfallen möge, denn den Müllerstr. 7 bet Reichardt. Morgengrauen,( Bäcker), 3 bis 5 Uhr gerufen hat, und sie werden nicht eher verschwinden, bis diese Anarchisten stehe es doch jeder Zeit frei, eigene Kongreffe abzu- Rastanien allee Nr. 28 bet Maiwald. Steinfeger Sängerhor, ihre Ursache beseitigt ist" und, fahren wir fort, da die BeStedes Echo, Reichenbergers halten, die ihnen die Sozialdemokraten gewiß nicht stören würden. ftraße Nr. 145-146 bei Brandt. Liebertafel Westend, Blumenthal feitigung diefer naturwidrigen Lebensweise innerhalb der kapita( Bravo.) An den Vortrag schloß sich eine ausgedehnte Diskussion. hraße bet Behrendt. Borwärts 9, Charlottenburg, Schillerstr. 102 listischen Gesellschaft unmöglich ist, gelangen wir eben zum Sozia Maurer BI aurod stimmte im großen Ganzen dem Referenten zu. mölter. Gefangverein Abendroth in Deutsch- Wilmersdorf bei lismus aber nicht zur Naturheilkunde. Diese ist heute ebenso Gesangverein der Stucateure Berlins und Umgegend, SeydelDurch ihr rüdes Auftreten auf dem Kongreß hätten sich die sog. Anar- ftraße 30 bet preußer.- Arbetter- Gesangv. panda u Zynarstraße Restaurant ohnmächtig wie der Arzneiwahn", versteht es freilich weit beffer chisten und unabhängigen Sozialisten das letzte bischen Eympathie, tieters. Gefangverein, or wärts 2" Schönhauser Allee 28, bet Kuhl: als dieser, darüber zu täuschen und für die Almacht seiner Verdas ihnen einige hin und wieder mit der Parteileitung unzufriedene sange.- Gesangverein elfenfest( Gem. Chor), Badstr. 12, Bictoriagarten. Arbeiter- Gefangverein 2yra 2, Charlottenburg, Caurftr. 28, bei treter hienieden Reklame zu machen. Mri eiter entgegenbrachten, vollständig verscherzt. In der Maifeier Gesangverein Collegia 2( freie Bereinigung der Zivil- Berufsmusiker), Neue Dr. Kühner, Hygiene der Person und ärztliche Nath frage stehe er ebenfalls auf Dr. Adler's Standpunkt; nur die, Friedrichstr. 44, bei Stöllig. Gesangverein der Kürschner, Landsbergertraße 31 bei Seehausen. schläge zur Berhütung besonderer Krankheiten. Selbstverlag. Gesangverein Arion in Wittenberge, bet durch den Streit um die Organisation entstandene Uneinigkeit Goring. Gesangverein Glodenrein( gem. Chor) Kastanien- Allee 95/96. 62 S. innerhalb der Gewerkschaften verhinderte bisher eine ſtrikte Steinnelte, Röslinerftr. 17. Sängerrunde, Kottouferstr. 6 Der bekannte Vertreter der Naturheilkunde behandelt aus. Alpenrose, Grenzftr. 16 bei Geibel. Frohsinn 2, Durchführung der Maifeier. Töpfer Hoffmann polemisirte bet Braun. Friedrichsberg- Lichtenberg, Frantfurter Chauffee bet Müller. Treu und gegen die Ausschließung der Anarchisten, welche doch ebenfalls eft, Rebuferstraße 5 bet Nemiz. führlich und trotzdem mit einer schwer begreiflichen Scheu die Gefangverein Brüderschaft Stall- Geschlechtskrankheiten und deren Verhütung. Neben vielem Selbstwie wir auf dem Boden des Klassentampfes ständen. Genosse schreiberstraße 29" Sum eisernen Stab". Gesangverein Freundes verständlichem und manchem Guten enthält die Schrift auch recht Mäther stellte sofort einige Irrthümer Hoffmaun's richtig. An dem treue( gem. Ghor), Sandsbergerstr. 31 bei Seehausen.- Gesangverein Einreaktionäre Anschauungen. Neben Bildung und Aufklärung Tumult bei Entfernung Werner's und Konsorten aus dem Saale tracht 2, Neu- Glienicke, Rubowerstraße bei Hasdorf. Straße 86, bei Frig Bubett. Walbesgrün"( gem. Chor) Böchstr. 8 scheint sich der Verfasser am meisten von Bordellen zu versprechen, waren allerdings beide Theile schuld, doch waren es die bei A. Moewes. Bergnügungsverein elfenfeft" in Rigdorf, Ser wo jede Weibsperson verpflichtet bliebe, ihren Besuchern die Anarchisten, die durch ihr unqualifizirbares Betragen das Lokal- mannstraße 167 bet Fülleborn. Arbeiter- Gefangverein Oranienburger Nummer ihres mit Photogramm versehenen Kontrollbuches und Borstadt, Acerfir. 83/84, bet Hoppe. Komitee nöthigten, mit ihnen turzen Prozeß zu machen. Ihre Bübbenerstr. 30, bet Wilhelm Meyer. Gesangverein Feldblume Gefangverein Siberfee 1, Guvry- das Datum der leßten Untersuchung oder ein anderes untrügliches hohe Politik, mit der sie sich zum Theil auf den Holländer Straße 24, bet 2htelsch. Flöter'scher Gefangverein, Koppenstr. 43 c Erkennungszeichen zu zeigen." Nieuwenhuis stüßen, datirt genau von derfelben Zeit, wie bei bei Lorenz. Diesem, nämlich vom Durchfall bei der Wahl ins Parlament. Ane Buschriften den Bund betreffend find zu richten an: Hentel, Bund der geselligen Arbeitervereine Berlins und Umgegend. ( Bravo! Sehr richtig!) Cipriani habe aus Aerger, daß er Bergmannftr. 21, Sof 3 Tr. Donnerstag: Bergnügungsverein Bruder= Nachmittags, Gipsstraße 3 bet Pyrtec. bet Stahl. men. " " 1 Harmonie, Fris" Naunyn" Vevinifchkes. Sud Lied vom braven Man». Eine That wahrer Bruderliebe verrichtete der auf Schacht„Kaiserftuhl" an- gestellte Steiger Heine. Dortmund, Wciherstr. 42 wohnhaft, kurz nach der Katastrophe am Sonnabend Mitlag. Letzterer, selbst noch nicht wieder ganz genesen von einem ihm vor ca. drei Wochen zugestoßenen Unglücksfall durch Sturz in den betreffenden Schach'., hatte kaum Kunde von dem schrecklichen Unglück erhalten, als er sich aufraffte und von seinen Angehörigen Abschied nahm mit dem Vorsatze, feinen Bruder Karl, welcher zu den Verunglückten auf„Kaiserstuhl" zählte, zu retten, und koste es das Leben. Alles Zureden seiner Mutter(Wittwe) war vergeblich, er hinkte zur Zeche und fuhr sofort in den Schacht und drang dort unter Aus- gebot aller seiner Kräfte durch den Nachschivaden bis zur Arbeits- stelle seines Bruders vor, wo er denselben in einer bedauerns- werthen Lage vorfand. Rasch entschlossen ergriff er ihn und mit übermenschlicher Anstrengung gelang es dem Retter, den theueren Bruder an das Tageslicht zu fördern. Hier lud er den Verletzten in einen Kutschwagen und fuhr ihn zum Krankenhause. Leider ist es trotz aller menschenmöglichen Hilfe nicht gelungen, den Verunglückten am Leben zu erhalten. Am Sonntag früh wurde Karl Heine von seinen Leiden durch einen sanften Tod erlöst. Oldenburg. Einen„Schwabenstreich"— anders können wir ihn nicht bezeichnen— begingen vor einigen Tagen entweder die Beamten der Vechtaer Strafanstalten oder die hiesige Staatsanivaltschaft. Einem Marktbezieher wurden, wenn wir nicht irren, im vorigen Jahre Sachen im Werthe von ca. S0 M. gestohlen. Der Dieb wurde erfaßt und auch bestraft. Der Markt- bezieher ging nun vor einigen Tagen gelegentlich seiner Durch- reise zur Staatsanwaltschaft, um seine gestohlenen Sachen wieder in Empfang zu nehmen. Aber wie staunte er, als man ihm sagte und schriftlich bestätigte, daß man dem Spitzbuben bei seiner vor einigen Tagen erfolgten Entlassung in Vechta die gestohlenen Sachen mitgegeben habe! Der Dieb wird die Sachen wahr- schcinlich als gute Belohnung für die verbüßte Strafe ange- sehen haben. „Eine gut« Ausrede ist sechs Basten Werth", sagt ein Altsrankfurter Sprichwort. So dachte auch wahrscheinlich ein biederer Milchmann, als gestern früh eine polizeiliche Kontrolle der Milchsuhrwerke im Nordend Frankfurts stattfand. Auf dem Revier an der Querstraße wurde die Prüfung der Milch vor- genommen. Aus dem Wagen eines Händlers wurde eine Kanne mit Wasser entdeckt.„Was soll es mit dem Wasser?" hieß es. „Das Wasser muß ich für mein Pferd von zu Haus mitnehmen!" —„Warum?"—„Es kann das Frankfurter Qnellwasser nicht vertragen!"— Erzabt und Sozialdemokrat. Unter den vielen inter- essanlen Männern, die kürzlich in der Tonhalle tagten, so schreibt die Züricher. Arbeiterstimme, verdient der sozialistische Vertreter Serbiens, Vasa Pelagic, besonderes Interesse. Hat er doch einst eine hohe kirchliche Würde eingenommen und ist jetzt Proletarier- führer. Aus einer bosnischen Bauernfamilie stammend, wurde er Mönch: seine Tüchtigkeit erhob ihn bald zum Archimandrilen (Erzabt). Politische Umtriebe gegen die Türkei hatten seine Verbannung nach 5?leinasien zur Folge. Er floh und wurde in der Ferne— Freigeist; sich von der Kirche lossagend, be- gann er seine Thätigkeit als republikanischer und sozialistischer Agitator. In Serbien, wo er sich später niederließ und einbürgerte, hatte er viel um seiner Gesinnung willen zu leiden, zuletzt sperrte »ran ihn sogar ins Irrenhaus, obwohl sein Geist niemals zerrüttet war. Wäre das liberale Regiment am 13. April d. I. nicht gestürzt worden, er säße noch dort. Am Tag der serbischen „Thronrevolution" befreite ihn eine Schaar Studenten. Die Erfindung der Streichhölzer feiert in diesem Jahre ihr sechzigjähriges Jubiläum. Der deutsche Student I. F. Kammerer hat die Erfindung auf der Festung Hohen-Asperg gemacht, als er wegen politischen Vergehens dort eine Lmouatliche Haststrafe ver« büßte. Damals, i. 1. 1833, war noch kein Patent- und Musterschutz- Gesetz vorhanden, und der Erfinder konnte nach der Entlassung aus der Hast seine Fabrikate nur ungeschützt verkaufen. Die Herstellungsweise wurde schnell bekannt, und die Konkurrenz über- wand den Erfinder in der Weise, daß er sein Vermögen verlor. Im Jahre 1837 starb er im Jrrenhanse zu Ludwigsburg in Württemberg. Das alte Schicksal der Erfinder! Tie Cholera. Moskau. 23. August. Nach offiziellen Angaben sind hier in der letzten Woche 29S neue Erkrankungs- und 131 Todesfälle an Cholera vorgekommen. In Behandlung befinden sich noch 214 Personen. Trotzdem das Wetter von großer Hitze zu kaltem Regen und Wind umgeschlagen ist, hat die Epidemie noch nicht abgenommen.— Odessa, 23. August. Nach den südwestlichen Gouvernements, wo die Cholera-Epidemie weitere Fortschritte macht, sind neuerdings 79 Aerzte abgegangen. — Czernowitz, 21. August. In der Vorstadt Korccza starb am Freitag ein Arbeiter an Cholera, heute eine Frau. Man ver- muthet, daß die Krankheit durch Trinken von Prnthwasser hervor« gerufen wurde. Die Vorstadt ist gänzlich abgesperrt worden.— Amsterdam, 23. August. Aus Rotterdam werden zwei Fälle von asiatischer Cholera gemeldet.— Rotterdam, 22. August. Nach amtlicher Feststellung ist an Bord eines in der Nähe liegenden Bootes eine Person an Cholera gestorben. Bei einem in Maaluis anscheincnd an Cholera gestorbenen Mann ist die bakteriologische Untersuchung noch nicht abge- schloffen.— Antwerpen, 22. August. Gegenüber der Meldung einer auswärtigen Zeitung, wonach mehrere Cholera- fälle in Antwerpen konstatirt worden feien, erklärt eine Note des Gemeinderalhs, daß der Gesundheitszustand der Stadl ein durchaus befriedigender sei und keine Epidemie herrsche. Es seien nur, wie jedes Jahr, einige Cholerine-Erkrankungen ohne ernst- lichen Charakter vorgekommen. Alle Vorbeugungsmaßregeln seien getroffen.— Wien, 2!. August. Ein Wiener Arzt, der zur Ausnahme des Krankheitszustandes in das Mamaroser Komitat entsendet wurde, entdeckte, daß das ganze Thal der schwarzen Theiß ein Choleraherd und von dort seit dem 1. August 250 Personen an der Cholera erkrankten, von denen 90 starben. Seit einigen Tagen beträgt die Zahl der Cholerasälle täglich 33. — Aus der Gebirgsstadt Delatnn(Galizien) flüchten die Sommergäste vor der Cholera.— In K o l o m e a, wo einige Cholerasälle vorkamen, herrscht in der Bevölkerung große Panik.— Amtlich wird berichtet: Im Bezirke Nadworna kamen am 19. und 20. d. M. 14 Cholerasälle, von denen 8 tödtlich verliefen, vor, in Kolomea 2 Erkrankungen, 3 Todesfälle, in Czerniatyn 3 Erkrankungen. 1 Todesfall. Bei dem in Czernowitz am 19. d. stattgehabten Todesfall wurde ebolera asiatica konstatirt.— Athen, 22. August. Seit dem 20. ds. Mts. unterliegen alle Provenienzen aus österrcichisch-ungarischen Häfen einer fünftägigen Quarantäne.— Schweiz. Der Bundesrath verordnete vom 25.August an das Inkrafttreten einiger Dispositionen des Reglements, be- treffend die Maßnahmen gegen die Cholera. Dieselben be- ziehen sich auf den Eisenbahnverkehr, die Bahnhöfe, die Züge, Aussicht über die Reisenden und die Maßnahmen gegen gewisse Kategorien von Reisenden.— Paris, 23. August." In Nantes hat vre Cholera in den letzten Tagen eine erhebliche Ausdehnung genommen. Depresrhen. (Depeschen de? Bureau Herold.) London, 23. August. Im vergangenen Jahre sind der jetzt ausgegebenen offiziellen Statistik zufolge 547 britische Schiffe als verloren gemeldet worden. (Wolff's Telegraphen-Bureau.) Petersburg, 23. August. Nach der„Handels- und Industrie- Zeitung" treten von beute ab bedeutend ermäßigte Eisenbahn- tarife für Getreide, Mehl, Grütze, Malz und Hafermehl von allen russischen Stationen nach dem Auslande über die Grenz- stationeu Granzia, Radziwilow, Wolotschisk, Ungeni, Rem und Nowoseliza in Kraft. � Neapel, 23. August. Ein Kutscherstreik ist hier ausge- brachen. Auf dem Depretis-Platz versuchten die Kutscher den Tramway- und Omnibusverkehr zu verhindern. Sie leisteten dem Aufforderungen der Behörden nicht Folge, sondern griffen die Gendarmen mit Stöcken und Steinen an. Die Gendarmen mußten von ihren Waffen Gebrauch machen. Einige Personen wurden verwundet, mehrere verhaftet. Neapel, 23. August. Bei dem Zusammenstoß zwischen den streikenden Kutschern und der Polizei wurden 4 Polizeiagenten und 3 Kutscher verwundet. Eine Gruppe der Streikenden zündete einen Kiosk und 5 Tramwaywagen an. Die Feuerwehr, Infanterie und Kavallerie mußten einschreiten. Der Tramway- und Omnibusverkehr ist eingestellt, viele Geschäfte sind ge- schloffen. Rom, 23. August. Die„Agenzia Stefani" meldet aus Paris, daß der Miuister des Auswärtigen, Develle, gestern mit dem italienischen Botschafter Reßmann eine Unterredung gehabt hat, in welcher er demselben erklärte, die Aufnahme der in Aigues-Mortes verwundeten Italiener in die Hospitäler von Marseille sei deshalb verzögert worden, weil die Vorschriften des Reglements für die Hospitäler erst erfüllt iverden mußten. Develle versicherte, die Untersuchung über die Vorgänge in Aigues-Mortes schreite rasch vorwärts. Zahlreiche Verhaftungen hätten bereits stattgesunden und weitere ständen bevor. Schließlich er- suchte Minister Develle den italienischen Botschafter, ihm die Namen der Opfer anzugeben, damit er die Auszahlung der Entschädigungen anordnen könne.— Gestern Abend richtete, wie die„Ageuzia Stefani" weiter mittheilt, Minister Develle an den Botschafter Reßmann einen Brief, worin er diesem mittheilte, der Maire von Aigues-Mortes habe sein Abschiedsgesuch ein- gereicht, aber der Minister des Innern, Dupuy, glaube, das Gesuch nicht annehmen zu können, weil er den Maire für unentbehrlich halte. Eine eingehende Untersuchung über das Verhalten des Maire, welcher behaupte, die Italiener beschützt zu haben. sei im Gange. Der Brief Develle's schließt, nur in diesem Falle könne das Abschieds- gefuch des Maire angenommen werden. andernfalls müsse derselbe auf seinem Posten verbleiben.— Die„Agenzia Stefani" veröffentlicht ferner das amtliche Berzeichniß der in in Aigues-Mortes getödteten und verwundeten Italiener; das- selbe weist die Namen von 7 Tobten und 34 Verwundeten auf. London, 23. August. Die heutige Konferenz der Berg- arbeiter-Vereinigung beschloß, die Arbeit sofort wieder aufzu- nehmen, wenn die Grubenbesitzer auf die beabsichtigte Lohn- Herabsetzung von 25 pCt. verzichten. Eine Lohnerhöhung würden die Bergleute nicht verlangen, bevor die Kohlen nicht den Preis von 1890 erreicht hätten. Die Konferenz beschloß ferner, daß keinerlei Lohnherabsetzung würde angenommen werden und daß in keinem Vereinigungsschacht die Arbeit aufgenommen würde, bevor ein allgemeines Einvernehmen hergestellt sei. Heute haben weitere 10 000 Bergleute in Ebbw Vale, Merthyr und itlberdare unter dem Schutze der Truppen die Arbeit wieder aufgenommen. Cardiff, 23. August. Etwa 2000 gegen Swansea marschirende Bergleute geriethen bei Morristou in Kollision mit berittenen Polizisten. Die Polizei trieb die Menge zurück. Vvieftlslken dev VedsKtioit. H. K. 100. Glauben Sie doch solchen anarchistischen Quatsch nicht. Jfabella. Vergnügungsanzeigen werden im redaktionellen Theil nicht aufgenommen. 3(. H., Oranirnstr. 3. Die österreichischen Militärverhältnisse sind uns nicht bekannt. Prakt. Ülrzt, Herten. Wollen Sie bitte Ihr Eingesandt einem dortigen Parteiblatt übergeben. Pistorius. Wir wissen nicht, was es für ein Artikel ist. Frankfurt 33. Warum wenden Sie sich in dieser rein lokalen Angelegentheil nicht an das dortige Partei-Organ, die „Volksstimme". H., Reichcnbach. I. Günther, Dresden, Ziegelstr. 23. I. T.<5. Sie muffen den Ehemann verklagen, die Zwangs- Vollstreckung in das Vermögen der Ehefrau sich gefallen zu lassen. R. R. Die Alimcntenhöhe richtet sich nicht nach dem Staude des Vaters des unehelichen Kindes. Sprechen Sie gelegentlich zwischen 12 und 1 Uhr vor. Abonuent» Potsdam. Nein. Der Ring bleibt geschenkt, wenn nicht etwa notarielles Ehegelöbniß vorliegt. M. S. 130. Der Gläubiger braucht sich auf Theil- Zahlungen nicht einzulassen, sondern kann Zahlung des ge- sammteu Restes verlangen, eventuell in Höhe desselben klagen und pfänden. F. G. H. 03. Ohne Einsicht in den Kontrakt nicht sicher zu beantworten. Sprechen Sic zwischen 12 und 1 Uhr vor. M. P. 10. Da auch Reparaturen im Hause Sie sich in 4 des Miethsvertrages unterworfen haben, sind Sie ver- pflichtet, das Tapezirenlassen u. s. w. stch gefallen zu lassen. Der Wirth ist zum Einräumen eines anderen Raumes oder zur SchadloZhaltung nicht verpflichtet. Werden bei der Arbeit Ihre Sachen beschädigt, beschmutzt u. f. w., so haftet der, der die Sachen beschädigt hat. Machen Sie ihn daraus aufmerksam. A. C. 100. I. Sie sind zu unentgeltlicher Verrichtung von Ueberarbeit nicht verpflichtet. 2. Für die Zeit, die durch Wahrnehmung einer Konirollversammlung oder durch Ausübung der Wahlpflicht ausgefüllt ist. dürfen Lohnabzüge nicht statt« finden. A. W. 07. Ein Vater hat das Recht, die an seine un» mündigen Kinder gerichteten Briefe zu öffnen. Collegia. Die sämmtlichen Mitglieder des Vereins muffen klagen; die Kosten muß der unterliegende Theil tragen. Die Klage bezüglich des Zahlungsbefehls macht viel Umstände; wollen Sie nicht lieber den Betreffenden laufen lassen? K. 0. Die Rechte ergeben sich aus dem uns nicht vor- liegenden Lehrvertrag; zum Abzug für Feiertage ist der Lehr- Herr, falls nicht eine besondere diesbezügliche Abrede vorliegt. nicht berechtigt. R. Die mündliche Abrede ist giltig; kündigen Sie so, daß der Wirth spätestens am 30. August die Kündigung in Händen hat. Keidel. Ja: das in der Ehe oder innerhalb der von Ihnen angegebenen Zeit nach dem Tode des Ehemannes geborene Kind ist als eheliches anzumelden und einzutragen, gleichgiltig wer wirklich der Erzeuger ist. Prochnow. Die Veranlagung zur Steuer ist berechtigt. Obst, Sokmsstr. Kostenlos ist nicht möglich— die Kosten werden aber erst nachträglich erfordert. Christen. Klagen Sie den Lohn ein. Eine dahingehende Bestimmung:„Wird ein Arbeiter wegen Zuwiderhandelns gegen die Arbeitsordnung entlassen, so geht er des Anrechts an dem Verdienst für noch nicht fertig gestellte Akkordarbeit verlustig", läßt sich mit§ 134 fgd. der Gewerbe-Ordnung und den Grund« sähen der Vertragstreue nicht vereinbaren. Können Sie uns nicht zur eventuellen gelegentlichen Benutzung ein Exemplar dieser Fabriksordnuug übersenden? B. 31. Klagen Sie den Lohn bei dem Gewerbegericht ein und schreiben Sie dem Chef, daß Sie mit der Entlassung keines- wegs einverstanden sind. Peters. Ja. W. Sch. Sie können nur auf Entschädigung klagen. Metallgießerei. 1. Die Feststellung der Personalien können Sie polizeilich veranlassen: Sie müssen den Grund(Verfolgung wegen Ehebruchs) angeben. 2. Sie haben nur einen Eut- schädigungsanspruch. Ungliilk 060. I. Das ist Betrug. 2. Auch diese Main- pulation kann als Betrug aufgefaßt werden. 3. Das lieber- fahren ist Ihrem eigene» Verschulden zuzuschreiben: der Kutscher hastet nicht. 4. Zwischen 12 und 1 Uhr. Bomenia. Erlaubniß ist erforderlich. C. B. Wegen störenden, durch die Fabrik verursachten, Lärms und wegen des Gummigeruchs werden Sie leider weder auf strafrechtlichem noch aus zivilrechtlichem Weg« etwas er- reichen können. A. Wdl. Nicht Sie, wohl aber Ihre Frau, muß die Maschine zurückgeben oder Zahlung leisten. Suchen Sie eine Einigung zu erzielen. Hayuau. Der Beschluß der Stadtverordneten-Versammlung ist korrekt: nicht auf das thatsächliche Einkommen, sondern aus die Einschätzung kommt es an; Sie hätten seinerzeit reklamireu müssen. Th. 1. Anmeldung ist erforderlich. 2. Der Rcstaurateur kann klagen und, falls er Recht erhält, pfänden u. s. w.— vor- her nicht. Schiller. 1. Die Auszahlung Ihres Erbtheils kann in den Gerichtsferien stattfinden, doch werden einige Wochen hingehen. 2. Ein Schlafstellenwirth ist nicht berechtigt, für von ihm ein- behaltene Sachen Standgeld zu beanspruchen. M W. 100. Die Klage gehört vor das Amtsgericht'» Sie können dieselbe dort zu Protokoll erklären(Neue Friedrich- straße 13, Anmeldestube). W. G. 1000. Ami. Oktober, eine nähere Bestimmung existirt nicht. Fällt das Ende des Miethsvertrages auf den 30. September, so muß die Stube und Küche bereits am 30. September geräumt sein. Anders steht es mit größeren Wohnungen, deren Ziehtermin wir regelmäßig vor Schluß des Quartals veröffentlichen. H. 750. Die Bestrafung ist kein Hinderniß. F. 110. Wenn Sie andere Beschäftigung haben, können Sie Entschädigung für die Zeit Ihrer jetzigen Beschäftigung mcht beanspruchen. A. W. Sie, nicht Ihre Frau, haben das Verwaltungsrecht. Zum Verkauf ohne Ihre Genehmigung ist Ihre Frau nicht be- fugt.— Ein derartiges Testament wäre nichtig. Grüuberg i. S. Die Gründung eines Vereins ist möglich. Polizeiliche Genehmigung ist nicht erforderlich. Erdbeer. Zur Vertheidigung in der betreffenden Sache vor der Strafkammer bedarf es keines Vertheidigers. Sollten Sie verurtheilt werden, so muß innerhalb einer Woche Revision eingelegt werden. Otto R. Wenn Sie am 1. Oktober 1892«ine Wohnung auf grund nur mündlicher Vereinbarung bezogen haben, deren jährlicher Miethspreis über 150 M. beträgt, so läuft der Ver- trag am 1. Oktober 1893 auch ohne Kündigung ab. Sie können aber überdies noch ausdrücklich, gleichgiltig wann, kündigen. K. 2l. 100. Klage können Sie anstelleu; wir empfehlen grundsätzlich im Briefkasten niemand. F. B., Moabit. Ehebruch ist auf Antrag des verletzten Ehegatten mit Gefängniß bis zu 6 Monaten strafbar, wenn wegen des Ehebruchs die Ehe geschieden ist. Selbstverständlich gilt auch der einmalige außereheliche Beischlaf als Ehebruch;„einmal ist kein Mal" ist keine Rechtsregel. K. M.» Falkensteinstraße. Falls Sie schriftlich die Wohnung gemielhet haben, sind Sie an den Vertrag gebunden. müssen dieselbe also beziehen oder Schadensersatz leisten, falls Sie sich nicht einigen. M. M. 100. Das Schriftstück hat höchstens in Höhe>/» des Nachlasses Giltigkeit. H. M. 1. Nein. 2. Freisprechung oder Gefängniß zwischen einem Tage und 5 Jahren. Stepputat 1180. Die Tochter muß bis Ostern die Schule besuchen. 3. S. O. Wir rathen von Erhebung einer Beleidigungs- klage ab. rathen aber. Ihr Miethsverhältniß bei der betr. Wirtbin baldigst zu Ibsen. W. HilligeS. Leider müssen Sie den Bescheid der Behörde abwarten: dieselbe ist nicht verpflichtet, das Vergnügen zu ge- nehmigen. A. 6oIdsclimidt,4435Lj am hiesigen Platze wie bekannt cjnosste Auswahl! Garantie für sicheren Brand. Streng reelle Bedienung, billigste Preise! Sämmtliche im Handel befind!. Rohtabake sind am Lager. A. Goldschmidt, Oraiiienburgerstr.2. Kinderwageu,gebr..Kottbuserstr.13. Gut möbl. Schläfst, sof. od. später billig zu verm. bei Schröder, Reichen- bergerstr. 63a. 1515b Kartonarbeiterinnen, aeübte, in u. außer dem Hause, verl. Gutmann u. Meyer, Mendelssohnstr. 2. 1533b Lehrmädchen unter 16 Jahr verlangt Kartonfabrik, Mendelssohnstr. 2._ Schraudenpolirer für Telegraphenbau verlangt 1 542b Hin& Genest, Brandenburgitr. 6. Kartonarbeiterinnen, geübte, verlangt J. Sohwandt, Neue Jakobftr. 6. Verantwortlicher Redakteur: Robert Schmidt in Berlin. Druck und Verlag von Max Boving in Berlin SW., Beuthstraße 2. 2. Beilage zum„ Vorwärts" Berliner Volksblatt. Nr. 198. Heber unsere Krankenhäuser " Donnerstag, den 24. August 1893. Machen 10. Jahrg. Soziale Ueberlicht. fich gegen ein solches Verfahren vielfach Einspruch erhoben, da es so vergeht kein Jahr und diese menschenunwürdigen Zustände Dem Patienten, gerade so wie der Gebrauch von Moschus, an- find auf Nimmerwiederkehr beseitigt. beige, daß sein Sterbestündlein geschlagen; doch wenn Bettschirme so häufig verwendet werden, wie in England, fällt es Sitte, daß die außer Bett befindlichen Kranten ihre eigene bem Patienten nicht auf. Es ist im allgemeinen dort Kleidung tragen; für die anderen stehen wollene Schlafröcke zur gelegentlichen Benutzung. Ich glaube, daß aus hygienischen Gründen der Gebrauch der eigenen Kleidung im Krankenhause nicht zu empfehlen ist; doch haben die bei uns üblichen Anzüge Willing u. Biolet dauert unverändert fort. Alle in letzter Beit leider etwas zu große Aehnlichkeit mit Sträflingskostümen. Erwähnen will ich noch, daß Urinuntersuchungen und ähnliche verbreiteten Gerüchte, daß der Streit beendet sei, entbehren jeder Angelegenheiten nur ausnahmsweise im Krankenſaale ausgeführt Begründung. Obwohl die Firma fein Mittel unversucht läßt, werden, gewöhnlich aber in einem neben demselben gelegenen Arbeitskräfte heranzuziehen, namentlich von auswärts, trotzdem die Firma den Schraubendrehern 30 Mark Wochenlohn und vierteljährliche Kündigung verspricht, d. h. mehr Lohn, als von den Streifenden gefordert wird, ist es der Firma bisher nur gelungen, einen einzigen Schraubendreher zu bekommen. Achtung, Metallarbeiter! Der Streit bei der Firma in einem mit einem Kattunvorhang versehenen Fache. Auf dem würdigen Zustände gefallen lassen, die mit dem Moment Tische befinden sich meist der Speinapf. Medizinflasche und einige aufhören, sobald die Arbeiter entschlossen und geschlossen vor enthält ein Aufsatz über die Fürsorge für Kranke und über Kranken- andere dem Kranken gehörige Gegenstände. Eßwaaren hat der gehen und durch die Kassenvorstände die sofortige Beseitigung pflege in England von Dr. W. Croner so interessante und zu- Kranke nur selten vorräthig, da der Genuß von Brot und Butter dieser Mißstände, speziell aller Ausnahmebestimmungen für Getreffende Schilderungen unserer Krankenhauszustände, daß wir in England nicht in dem Maße üblich ist wie bei uns, und so schlechtstranke, in der Neuen Charitee verlangen? den Lesern des Vorwärts" davon ausführliche Auszüge mit Vertheilungen von Rationen für den ganzen Tag nicht stattfinden Bis vor kurzem waren diese Kranken allein auf diese Heiltheilen zu müssen glauben. oder ausreichen, um in einem an dem Tische befindlichen Kasten anstalt angewiesen, seitdem es aber endlich gelungen ist, auch „ Treten wir in einen Krankensaal eines bekannten Berliner aufbewahrt zu werden. Vielfach verwendet man, namentlich diesen gleich allen anderen Kranten unsere städtischen KrankenSpitals, so fällt uns zunächst schon die geringe Zimmerhöhe und während der Mahlzeiten oder bei chronisch Kranken, die sich häuser zu öffnen, die ihnen bis dahin durch das bornirte die verhältnismäßig große Patientenzahl auf. Die an und für sich etwas beschäftigen können, über das Bett zu schiebende Kranken- Philisterthum verschlossen waren, seitdem ist der Weg klar ge nicht gerade sehr angenehme Lust wird noch mehr verdorben, wenn, tische. zeigt, den die Berliner Arbeiter betreten müssen, um ihre durch wie es hin und wieder vorkommt, ein Professor mit seiner ganzen Ueber den meisten Betten befindet sich ein mit einem Hand- die Selbstachtung gebotenen Forderungen von der Charitee Zuhörerschaar durch die Säle wandert. Die Beleuchtung des Saales griff versehener Strick, der entweder an der Decke befestigt ist, verwaltung zu erzwingen. Die Charitee fann die Kranken nicht -Saal ist allerdings etwas euphemistisch ausgedrückt geschieht oder in solchen Sälen, wo diese zu hoch, vermittelst eines Wand- entbehren, fie braucht sie zur Ausbildung der Studiren am Tage durch die bei uns üblichen Flügelfenster, von denen der armes. Dieser Strick dient schwachen Patienten als Handhabe, um den. Sind die Berliner Arbeiter entschlossen, Wärter troh wiederholter Warnungen mit Vorliebe die untere, fich auch ohne Unterstützung des Pflegepersonals umzulegen oder nicht länger diese Behandlung gefallen zu lassen, die bequemer zu erreichende Hälfte öffnet, so dem nächstliegenden emporzurichten. Die Krankengeschichte ist meist an der Wand die moralische Direktion" damit motivirt, daß die ge Patienten Bug verschafft und die Gefahr nahe legt, daß ein Deli- hinter dem Bette befestigt, häufig in einem verschlossenen Umschlechtskranten Arbeiter doch meist Buhälter sind, so haben rant durch diesen etwas ungewöhnlichen Ausgang das Zimmer schlag, so daß sie der Kranke nicht so leicht ergreifen kann. Dafür fie so lange den Boykott über die Charitee zu verläßt. Abends herrscht eine sehr spärliche Gasbeleuchtung, und steht ihm eine kleine Bibliothek zur Verfügung. verhängen, bis die Verwaltung zu der Einfind Aerzte sowie Pflegepersonal meist auf den Gebrauch von aus Tapetenstoff mit niedlichen Bildern. Dieselben werden viel- 3ubälter sind und wie Zuhälter behandelt werden dürfen. In hinreichender Anzahl sind Wandschirme vorhanden, meist ficht gelangt ist, daß ertrantte Arbeiter nicht Wachsstöcken angewiesen. Es ist daher als ein Wunder anzusehen, daß das keineswegs feuerficher erbaute Gebäude bisher fach angewendet, sei es um den Kranken vor Zug zu wahren Bis dahin ist jeder Erkrankte es sich und seinen Klassengenossen noch nicht ein Raub der Flammen geworden. Der durch die oder ihm etwas mehr Ruhe zu schaffen. Ferner wird durch schuldig, die städtischen Krankenhäuser aufzusuchen. In diesen Art der Fenster verursachte Bug wird noch dadurch erhöht, daß Borstellen des Schirmes der Gebrauch des Steckbeckens den kann ja von einer derartigen Behandlung" glücklicherweise nicht fich im Saale drei große Flügelthüren befinden; eine in der Mitte Blicken des Nachbarn entzogen: auf der Frauenstation wird er die Rede sein, ganz abgesehen davon, daß diese Anstalten der der den Fenstern gegenüber liegenden Längsseite, diese führt auch, namentlich während der ärztlichen Visite, benußt, wenn Kontrolle und Kritik unserer Parteigenossen im Rothen Hause zu dem Korridor; die beiden anderen, an den Schmalſeiten, des Todes ein Schirm um das Bett gestellt wird. Man hat Stranke sich ankleiden. Ich nehme fernerhin an, daß bei Eintritt unterliegen die Arbeiter Ernst mit dem Boykott der Charitee, führen nach den benachbarten Krankenräumen, die nur durch ein Durchgangszimmer getrennt sind, das meist für den Wärter bestimmt ist.. Der Raum zwischen den einzelnen Betten ist so knapp bemessen, daß gerade Platz genug vorhanden ist für ein, allerdings sehr wichtiges, Tischchen. Denn dieses, eine Art Tischlein Deck: dich" enthält alles, was der Kranke besitzt und bedarf. Speisenschüssel, Spucknapf, Milchtopf, Nachttopf, Kamm, Brot, Gier, einen Blechlöffel, eine Gabel und ein stumpses Messer finden sich hier in trauter Freundschaft innig gefellt, mitunter bedeckt von einem Theil des„ Lokal- Anzeigers", den der Kranke gerade aus der Sans gelegt. 128ir fehen jetzt so häufig auf den Kunst- Ausstellungen Bilder von Kranten und Krankensälen; wunderbar, daß trotz dieser herrschenden Vorliebe unserer Künstler für der artige realistische Gegenstände dieses Stillleben noch feinen Vertreter gefunden! Die Wände sind bekleidet mit einigen altväterlichen, frommen Sprüchen und einer Hausordnung, die den Patienten ankündigt, was ihnen alles verboten ist. Ueber dem Bett befindet sich eine Tafel mit dem Namen des Kranten and der Strankengeschichte, die leider nur zu oft die einzige Lektüre der Insassen ist. Lettere ist mit einer Klammer häufig nur so dürftig befestigt, daß sie dem unter ihr Liegenden nicht felten auf die Nase fällt. Sodann findet man noch zwei Tische, jedoch nicht zum Gebrauch der Kranken; wozu sollten diese einen Tisch gebrauchen außer dem erwähnten Universaltisch! daselbst, die jeder Beschreibung spotten. Ich lag mit noch arbeiten zu lassen. Ob sich unter diesen Leuten Mitglieder des Der eine dient vielmehr für Schreibereien des Arztes( Akten, Tiefe und 2,70 Metern Höhe. Beim Eintritt in den Saal kam den in den Ausstand eingetretenen Kollegen ist bisher noch keiner 24 Mann in einem Raum von 18 Metern Länge, 7 Metern Verbandes befinden, konnte bisher nicht festgestellt werden. Bon Atteste, Rezepte, alte Krankengeschichten), sowie für einen Kasten mit den unter Verschluß befindlichen Arzneien und Gisten. An mir eine erstickende Luft entgegen, welche während der Nacht zum Streifbrecher geworden, und sind dieselben gewillt, mit einem zweiten werden die verschiedenen Urinproben von den einen schrecklichen Druck auf die Lunge ausübt. Noch schlimmer aller Energie weiter auszubarren bis zum Siege. Die GeneralFamuli und Studenten angestellt, wobei es vorkommt, daß durch ist es in dem Abortraum. Auf genannter Station liegen durch versammlung des Verbandes vom 21. August beschloß daher eineine fleine Explosion das Bett des zunächst liegenden Kranten Schnittlich 70-80 Mann, welche sich mit zwei höchst unsauberen müthig, den Streit aufrecht zu erhalten und die Ausständigen Wir erwarten, daß die bespritzt wird. Riosets init mangelhafter Nachspülung begnügen müssen. Im mit allen Mitteln zu unterstützen. In einer anderen Ecfe, etwas erhöht, befindet sich eine Bade- selbigen Raum stehen oft überfüllte Stechbecken, welche Kollegen diesem Beschluß in jeder Weise nachkommen. Jede wanne, die nicht allein für die Reinigung der Menschen, sondern meiner Aufnahme glaubte ich nicht anders, als in ein Gefängniß werden und ersuchen wir darum, alle entgegengesezten Gerüchte bei dieser Jahreszeit einen wahren Pestgestant verbreiten. Bei Veränderung der Situation wird von uns befannt gegeben auch für die der Urin- und Speigläser dient. Neben der Badewanne befindet sich auch ein Spind, dessen Bedeutung dem Un- gerathen zu sein, da ich mehrere verschlossene Thüren passiren auf das entschiedenste zurückzuweisen. eingeweihten gewiß erst viel Kopfzerbrechen verursacht; doch mußte. Ginen entsetzlichen Eindruck empfing ich in den Nachmittagswenn er in die Nähe tommt, wird er mit Hilfe feines Geruchs- stunden von 4-6 Uhr, in welcher Zeit die Operationen statt- aller in der Metallindustrie beschäftigten Arbeiter Berlins und Umgegen d. finnes die Diagnose Abort" stellen. Wir haben demnach alles finden. Würde man nicht unterrichtet sein von dem, was da Otto Mäther, Vorsitzender, N., Antlamerstr. 44. in einem Raume vereinigt: Krankenfaal, Lavoratorium, Bade- vorging, so würde keiner daran zweifeln, daß hier Einer mit der zimmer und Kloset. Schlimmer ist es noch, wenn ein Kranter Knute behandelt würde. Chloroform und Kokain scheinen der nicht im stande ist, sich zu dem Kloset zu begeben und, Direktion zu theuer zu sein, als Ersatz dafür wird dem Patienten auf ein Steckbecken angewiesen, zum Gebrauch sich gerade den ein Handtuch über den Mund gelegt, damit nicht die Passanten Moment auswählt, in dem sein Nachbar ein Mittagsmahl ein- der Invalidenstraße oder des Alexander- Ufers erfahren, was nehmen will. Daß ein solcher Aufenthaltsort nicht angenehm ist, innerhalb der Mauern vorgeht. und der Kranke ihn nur aufsucht, wenn ihn die dira necessitas ( äußerste Noth) zwingt, ist leicht einzusehen, auch wenn nicht noch andere, weiter unten zu beschreibende Umstände hinzukämen, die ihm den Aufenthalt noch mehr verleiden. Wie anders sieht es in einem englischen Krankenſaale aus. Hier giebt man sich die Mühe, den Raum so wohnlich wie möglich zu machen und ihm den fasernenmäßigen Eindruck, den er bei uns nun einmal nicht verlieren kann, zu benehmen. Man begreift es leicht, daß der Proletarier hier nicht so große Furcht vor dem Krankenhause besitzt wie bei uns, wo es dem Arzte häufig nur unter Aufbietung aller ihm eigenen diplomatischen Kunst gelingt, den Kranken von der Nothwendigkeit der Aufnahme zu überzeugen. Laboratorium." Eben hatten wir den trefflichen Reisebericht des Berliner Arztes gelesen, als wir wieder einmal aus der Charitee von einem Arbeiter, der die Vorzüge dieses Musters eines Krankenhauses, wie es nicht sein soll, am eigenen Leibe zu verspüren Gelegenheit gehabt, die nachfolgende Schilderung erhielten: " Ich hatte das Schicksal, gegen 6 Wochen Jusasse der Arbeit die Firma, dem Vernehmen nach, nur noch Alford Station 27 der Neuen Charitee zu sein. Zustände herrschen Es kommt oft vor, daß sich Kranke nicht ohne Betäubungsmittel operiren laffen wollen und dann unverrichteter Sache Arbeit zur Genüge fertig zu stellen, das ist aber bei den Herren wieder abziehen. Ein jeder Handwerker ist verpflichtet, seine Aerzten in der Neuen Charitee P. M. 27 nicht der Fall, denn Die meisten der Kranken gehen häufig nur als scheinbar gebessert wieder heraus. Hier sucht man die Kranken durch Hunger zu furieren, so daß viele nur deshalb wieder herausgehen. Bei den Speisen bleibt sehr viel zu wünschen übrig. Als Aufbewahrungsort der Gßwaaren dient für je zwei Kranke ein Tischchen ohne Schubtasten, so daß dieselben stets und ständig dem Staub und Schmuz ausgesezt sind. In selbigem Tischchen befindet sich ein Boden, wo die Üringläser stehen, welche jeden falls keinen Veilchenduft von sich geben. Messer und Gabeln Zunächst ist die Höhe des Saales eine größere, und der für scheinen der löblichen Direktion auch ein überflüssiger Gegenstand den Kranken bemessene Play, zum mindesten in den neueren zu sein; bettlägerige Kranke sind dadurch genöthigt, falls die Spitälern, ein bei weitem beträchtlicherer als bei uns. Bum selben ihre Fleischportion Mittags nicht liegen lassen wollen, sie Beispiel beträgt im St. Thomas Hospital der für jedes Bett in dieselbe Hand zu nehmen, mit der sie vorher ihre äußerliche vorgesehene Raum 1800 Rubitfuß. Es befindet sich hier nur eine Arznei gebraucht haben. Haupteingangsthür an der einen Breitfeite; andere, fleinere Wären hier Waschschüsseln vorhanden, so würde dem kleinen Thüren liegen an den entgegengesezten Enden der Längsfeite; sie führen in das Zimmer der Wärterin, beziehungsweise in das Badezimmer und die Klosets. Die Fenster sind nach der Art, wie man sie auch in allen englischen Privathäusern findet, Schiebefenster; sie haben den Vorzug, schnell eine gute Bentilation herbeizuführen, ohne Zug zu verursachen. Man tann daher, wie es im St. Thomas Hospital thatsächlich geschieht, Kranke in Säle legen, die auf beiden Längsseiten mit Fenstern versehen sind. Man versucht es daher mit Hilfsarbeitern, von denen sich 30-40 hierzu hergegeben haben, und welche zur Zeit in Lohn beschäftigt werden. Da diese indessen so gut wie feine zu liefern im stande sind, so beabsichtigt Der Vorstand des Verbandes Aufruf an die Genosfinnen und Genossen Berlins! Da wir seit einiger Zeit des Wahlkampfes wegen von den öffentlichen Versammlungen Abstand genommen hatten, halten wir es jetzt für unsere Pflicht, unsere Thätigkeit nach dieser Richtung hin wieder aufzunehmen. Zu diesem Zwecke haben wir zum Dienstag, den 29. August, Abends 8 Uhr, in Weimann's Volksgarten eine Bolksversammlung einberufen, und fordern wir alle Genoffinnen, zahlreich zu erscheinen. Gleichzeitig richten wir an alle die besonders die des Nordens auf, in dieser Versammlung recht Mahnung, ihre weiblichen Angehörigen zu veranlassen, sich der Frauenbewegung anzuschließen. Die Frauen- Agitationstommission. furter Beitung": Die im Jahre 1889 durch den Streit erzielten Neber die Schichtbauer der Berglente schreibt die FrankWerkürzungen der Schichtdauer bei den Bergleuten scheinen nach und nach wieder verloren zu gehen. Im staatlichen Betriebe im Saarbrücker Revier ist zwar die Schichtdauer von 8 Stunden ohne Ein- und Ausfahrt es jedoch, wie aus dem amtlichen Nachweise erhellt, weniger gut geblieben, in anderen Bezirken sieht aus. schnittlich 9,2 Stunden, im Dortmunder 61/4 bis 9 Stunden. Jm Achener Bezirk betrug 1892 die Schichtdauer durchGanz schlimm liegen die Verhältnisse in Oberschlesien; nur bei 10 pCt. der Arbeiter belief sich die Schichtdauer auf 8 Stunden, bei 45 pt. auf 10 Stunden und bei 43 pet. auf 12 Stunden. Uebel abgeholfen sein, aber auch diese sind nicht zu haben. Bett- Gin wenig besser ist es in Niederschlesien, wo die zehnftündige lägerige Kranfe müssen sich gedulden, bis sich ein assistirender Schicht eingehalten wird, wenigstens arbeiten 86 pCt. der Berg Waschschüsselträger erbarmt und ihnen die Schüssel des Arztes leute so lange, der Rest arbeitet 8 Stunden. Im Mansfeldischen vorsent, andere müssen sich in der Küche unter der Leitung wird 8,2 Stunden, im Harz 10,3 Stunden, im Siegen- Nassauischen waschen, woselbst bis vor kurzem auch die Üringläser ausgespült 8,6 und im linksrheinischen Erzbergbau 9 Stunden gearbeitet. wurden. " Wie wenig die Verbreitung der Dampfmaschinen und ihre Nutzbarmachung für das Kleingewerbe die Hebung des Handwerkerstandes ermöglicht und wie wenig dieser durch Benuhung der Dampffraft in den kleinen Betrieben vor dem Ruin bewahrt werden kann, beweist nachstehende Zusammenstellung der Anlageund Betriebskosten der Dampfmaschinen in Klein- und Großbetrieben. Es fosteten: Effektive Pferdestärken 10 15 50 100 150 200 Kosten der ganzen Anlage 7000 10 500 19 000 29 500 87 500 48 000 m. Anlagefapital p. 1 Pferdestärke 700 700 880 295 250 240 Betr.- Rost. p. a. Betr.- Kost. p. a.. 4000 5 600 8000 12 600 16 500 21 800 p. a. it. · • Hat es ein Kranker bis zum Rekonvaleszenten gebracht, wird ihm ein Spaziergang im Garten gestattet; dieser muß aber Ein in der Mitte stehender Tisch erhöht das gemüthliche Aus- schon nach 11/2 Stunden wieder beendet sein und dann wird der sehen des Zimmers. Er dient zur Benutzung für die nicht dauernd Gefangene wieder hinter verschlossenen Thüren eingesperrt. ans Bett gefesselten Kranten; an ihm pflegen diese ihre Mahl- Die Insassen der tgl. Charitce finden sich auch in ihrer zeiten einzunehmen. Wie viel mehr mundet einem doch das Effen Ueberzeugung beschränkt, denn der Verkauf des Voran einem wohl gedeckten Tisch im Kreise von Gefährten, als aufwärts" ist dem Beitungsspediteur auf das dem Bettrande sitzend mit der Schüssel in der Hand! Sowohl strengste untersagt, könnten doch sonst leicht die Wärter bei auf dem Tische als an einzelnen anderen Stellen finden sich ihrem erbärmlichen Lohn auf andere Gedanken kommen; das Pflanzen, die den traulichen Eindruck vermehren. Die Wände Gehalt eines Wärters im Alter von 25-30 Jahren beträgt find mit Bildern geschmückt, welche selbst in dem als bigott ver- monatlich, bei einer täglichen Dienstzeit von mehr als 16 Stun rufenen England nur zum geringen Theil religiösen Inhalts den, 20-25 m. Wie der Leser bemerkt, stimmen diese schlichten Ausführungen find. Daß das Kaminfeuer dazu beiträgt, das wohnliche Ausfehen zu steigern, will ich hier nicht weiter anführen, da unfer so schlagend mit der ärztlichen Schilderung überein auch auch Klima die Einführung eines solchen nicht gestattet. Meist um Dr. Croner denkt in erster Linie an die Charitee daß sie als den Kamin befinden sich fleinere Teppiche und eine Reihe von packende Jllustrationsprobe und Zeuge für die Wahrheit derselben 1 Pferdestärke 400 374 160 126 111 106 Korbstühlen oder anderen bequemen Seffeln. Daß ein Kätzchen dienen tönnen. Ungenügend die Krankenräume( noch nicht Hieraus ergiebt sich, daß, je größer der Betrieb und die Anhäufig zur Berstreuung der Patienten umberläuft, ist nicht gerade 15 Rubikmeter pro Bett gegen 1500 Rubitfuß im Santt lage ist, sich die Kosten für 1 Pferdekraft bedeutend vermindern, nach deutschem Geschmack und vielleicht auch vom hygienischen Thomas- Hospital), ungenügend Verpflegung und Behandlung; und zwar im Anlagefapital, von einer 10 Perbekräfte starken Standpunkt zu verwerfen. Doch sind Engländer beiderlei Ge- im wilden" England allen möglichen Comfort und liebevolle gegen eine 200 Pferdefräfte starken Maschine von 700 M. auf schlechts Freunde von Thieren im allgemeinen und von Kaßen Rücksichtnahme auf Bedürfnisse und Weisungen der Kranken, bei 240 M. pro Pierdekraft, bei den Betriebskosten pro Jahr von insbesondere, und einem Arzte oder auch anderen Sterblichen, uns, im Land der Gottesfurcht und Soldatenmißhandlungen, 400 M. auf 106 m. pro Pferdekraft. Es kostet somit eine der sich bei einer English Lady beliebt machen will, rathe ich, vergitterte Fenster, verschlossene Thüren, Verbote über Berbote, 10 Pferdekraft- Maschine im ersten Jahre an Anlage und Be sich mit ihrem Hausthiere anzufreunden. Beschränkungen über Beschränkungen, Abwesenheit alles und triebskosten pro Pferdekraft 1100 m., während die Pferdekraft jeden, was im ftande ist, dem armen Kranken den Aufenthalt einer 200 Pferdekraft- Maschine nur 346 M. toftet. Mit anderen einigermaßen behaglich zu gestatten. Worten, der Befißer der 200 Pferdekraft- Wiaschine hat seine Wie lange noch werden sich die Berliner Arbeiter und ihre Betriebskraft pro Pferdekraft um 315 pet. billiger als der Beberufenen Vertreter, die Vorstände der Krankentassen, diese un- fizer einer 10 Pjerdetraft- Maschine. Und da suchen die AntiDer am Krankenbett befindliche Nachttisch ist auch nicht allen Ansprüchen genügend, doch befinden sich nicht solche Freundschaften nicht harmonirender Gegenstände auf ihm wie bei uns. Das Nachtgeschirr steht in einem unten befindlichen Spind oder = Temiten den Kleinmeistern weis zu machen, ihnen könne durch| theiligten. Arbeitsmangel tann insofern nicht die Ursache der 1. September aufzulösen. Der Beitritt der Bürsten- und Pinsel Nußbarmachung der Dampftraft geholfen werden. Eine erfolg Entlassung sein, weil er bereits durch Inserat in Nr. 196 des macher zum Holzarbeiter- Verband hätte die Verlegung ihres reiche Konkurrenz des Kleinbetriebes gegen das Großtapital ist Berliner Intelligenz- Blattes" neue Arbeiter sucht. Da sich Nachweises nach der Wallstr. 7/8 bedingt. Die Anwesenden er einfach unmöglich. Herr Messer außerdem, wie berichtet wurde, geäußert haben klärten sich mit dem Vorgehen der Kommission einverstanden und soll, es widerstrebe seinem Ehrgefühl, diese Leute länger zu be- beschlossen, den Meistern von der stattgehabten Aenderung durch schäftigen, so wurden die fünf Kollegen und fünf Kolleginnen Zirkuläre Mittheilung zu machen. Dann berichteten Genoſſe als gemaßregelt betrachtet und sollen unterstützt werden. Zum Soyka und der Revisor Daun über den Liquidationsbestand Bergbrauerei. Schluß verwies Peter 3 auf den Boykott gegen die Spandauer der aufgelösten Filiale des Bürsten- und PinselmacherVerbandes. Vorhanden sind danach 24,83 m. regulärer Bestand, 14,70 M. für den Streitfonds und 5,05 M. für die Generaltommission der Gewerkschaften. Davon sollen 5,85 M. dem Arbeitsnachweis zur Verfügung gestellt werden. Die deutschen Porzellanindustriellen haben im Grunde genommen keine Ursache, über schlechten Geschäftsgang zu klagen. sich seit dem Jahre 1708, wo der Apotheker Johann Friedrich Die Deutsche Porzellanindustrie", so schreibt die Keramit", hat Böttger aus Schleiz auf der Albrechtsburg zu Meißen zuerst das Porzellan erfand, außerordentlich vervollkommnet und versorgt Eine öffentliche Tapezirerversammlung beschäftigte sich nicht nur das Inland, sondern auch das Ausland mit den herr- am 21. August mit dem Achtstunden- Arbeitstag und der Nothlichsten Porzellanfachen. So sind im Jahre 1892 im ganzen wendigkeit seiner Durchführung im Tapezirergewerbe. S. Feder 15 412 D.- 3tr. deutsches Porzellan im Werthe von 150 561 000. leitete die Diskussion darüber mit einem furzen Referat ein, in nach dem Auslande gegangen, während sich die Einfuhr nur welchem er sich dahin aussprach, daß die Bewegung für den auf 6725 D- 3tr. im Werthe von 845 000 m. belief, so daß also Achtstundentag im Flusse zu halten sei. An der Debatte beein Ausfuhrüberschuß von 8687 D.- 3tr. und 149 816 000. theiligten sich die Kollegen Wells, Huber, Veist, Werth verblieb. Das beweist, daß die deutsche Porzellan- Geschte, Pahlke, Wachsen, Hartich, Schenk industrie groß dasteht. In den ersten 4 Monaten von und andere. Daß auf eine eventuelle Streifbewegung zu gunsten nach Doppel- Zentnern folgendermaßen: an weißem Porzellan mehrfarbigem Porzellan Spielzeug aus farbigem Porzellan Einfuhr 1892 1893 657 525 1193 1151 3 2 Summa: 1853 1677 Ausfuhr 1892 1893 6737 7.990 33 006 35 336 1 602 1581 41 415 44 907 Briefkaffen der Redaktion. Erbschaft. Das uneheliche Kind hat keine Erbansprüche gegen seinen Erzeuger, da dieser seine Ehefrau zur Alleinerbin eingesetzt hat. 1892 und 1893 stellten sich deren Ein- und Ausfuhrverhältnisse des Achtstundentages in diesem Herbst teine großen Hoffnungen zu setzen seien, darin waren sich alle Redner einig. Einerseits wurde die wirthschaftliche Misère, welche einem Kampfe nicht J. W. 59. Ihre Frau war allerdings nicht berechtigt, günstig sei, die Indifferenz der Berufsgenossen und die schlechte Ihr Kind hinter Ihrem Rücken taufen zu lassen. Theilen Sie Organisation derselben ins Feld geführt, andererseits das der betreffenden Behörde mit, daß Sie gegen den ohne Ihr gegen betont, den immer mehr wachsenden Ausbeutungs- Wissen vorgenommenen Taufakt protestiren. Wenn Sie aus der gelüften der Unternehmer gegenüber wenigstens doch den Willen Landeskirche ausscheiden, so gelten Ihre Kinder ohne Unterschied zu zeigen, etwas zur Aufbesserung der Lage der Arbeiter beizu- des Geschlechts und der unwirksam, weil gegen Ihren Willen tragen. Nach beendeter, oft sehr hitziger Aussprache wurde mit vorgenommenen Taufe als Dissidenten. geringer Majorität folgende Resolution angenommen: Die Ver- Gerechtigkeit. 1. Das Gewerbegericht ist gesetzlich befugt, Die Einfuhr ist demnach um 175 D.- Ctr. oder 9,4 pct. fammlung erklärt, daß eine Verkürzung der Arbeitszeit absolut das persönliche Erscheinen der Parteien zu verlangen: Ihre zurückgegangen, wogegen sich die Ausfuhr um 3429 D.- Ctr. oder nothwendig ist. Sie verpflichtet sich deshalb, mit aller Kraft für Braut muß also erscheinen. 2. Die Beleidigungsklage geben Sie 8,4 rüt. gehoben hat. Von einer„ Hebung der Arbeiterlage" die Erringung des Achtstundentages und die Beseitigung der am besten auf der Gerichtsschreiberei des Gerichts zu Protokoll, ist indessen nichts zu verspüren gewesen. Im Gegentheil bilden Mißstände im Beruf einzutreten und nicht eher zu rasten, bis in dessen Bezirk der Beleidiger wohnt. Vorausgehen muß der die„ niedrigen Arbeitslöhne" in dieser Kunstindustrie, wie sattsam den gerechten Forderungen Geltung verschafft ist." Dann wurde Klage ein schiedsmännisches Sühneverfahren, wenn Beleidiger bekannt, die Regel. das Projekt eines ständigen, allgemeinen Gewerkschaftsbureaus und Beleidigter in demselben Gemeindebezirk wohnen. Landwirthschaftliche Produktion der Welt. Von dem erörtert. Feder, Wells und Menzel sprachen sich dafür Departement of Agriculture der Vereinigten Staaten von aus, Kerfact, Geschke und Markiel dagegen. Martiel entwickelte dazu die Weisheit: Den Arbeitern dürfte nicht erst Amerika sind kürzlich Untersuchungen darüber vorgenommen wor den, welche Gesammterträge bei einer Reihe der wichtigsten der Weg gewiesen werden, auf dem sie ihr Interesse menschlichen Nahrungs- und Genußmittel, sowie bei der Wolle zu vertreten hätten, den müßten sie selbst zu finden wissen. Die in den an Erzeugung derselben hauptsächlich betheiligten Ländern Mehrheit der Versammlung entschied sich für die Errichtung des gewonnen werden. Die Ergebnisse finden sich in dem„ Journal Bureaus. Hierauf wurden die Herren Wells, Strauß und of the royal Statistical Society" zu London veröffentlicht. Die Ruchenbecker als Ersatz für drei ausscheidende ArbeitsStat. Corr." entnimmt unserer Quelle die nachstehenden, theils nachweis- Kommissionsmitglieder gewählt. Dem Tapezirer Biester, so wurde zum Schluß mitgetheilt, können drei Monate auf amtlichen, theils auf anderen Angaben beruhenden Zahlen, der ca. zweijährigen Gefängnißstraße erspart werden, die er wegen beschränkt sich jedoch darauf, bei den in Betracht gezogenen Früchten nur je diejenigen fünf Länder anzuführen, die in erster Majestätsbeleidigung abzusitzen hat, wenn er nachweisen kann, Reihe verzeichnet sind. Hiernach betrug die zehn- bis elfjährige daß er nach seiner Entlassung aus dem Gefängniß sofort Arbeit erhält. Diejenigen, die dem Inhaftirten durch Nachweis einer Durchschnittsernte( von 1880 bis 1890) in Tausenden von Bushels Arbeitsstelle behilflich sein könnten, möchten möglichst schnell S. Feder, Straßburgerstr. 43a IV, davon benachrichtigen. an Weizen in den Ver. Staaten von Amerika Frankreich 439 767 " Britisch Indien 309 433 254 927 " " Rußland mit Polen u. Finnland 229 916 Desterreich- Ungarn 160 529 an Roggen in Rußland mit Polen u. Finnland 723 066 Deutschland an Hafer 228 098 " " Desterreich- Ungarn " Frankreich den Ver. Staaten von Amerika 121 956 69 281 25 340 " in den Ver. Staaten von Amerika Rußland 594 961 535 092 " Deutschland " Frankreich Vereinigten brit. Königreich in den Ber. Staaten von Amerika an Mais " Desterreich- Ungarn Italien " „ Frankreich Rumänien an Gerste 299 556 246 061 167 307 1680 697 109 508 80 722 61 003 26 563 in Rußland mit Polen u. Finnland 143 357 Ernst K. Ein spezielles Gesetz eristirt hierüber nicht. Falls nichts anderes vereinbart ist, muß der Schlafbursche spätestens am 15. zum 1. fündigen; Kündigung am 1. zum 15. ist, mangels besonderer Verabredung, wirkungslos. Ihr erster Brief findet sich nicht vor. 5. B. 50. Die Umschreibung würde Ihnen nichts nützen. Das Eigenthumsrecht Ihrer Kinder könnte angefochten, überdies tönnten noch Sie wegen Schiebung bestraft werden. Versuchen Sie eine Einigung. W. W.. Geldstrafe bis 150 Mark oder Haft bis sechs Wochen. Cink und Gen. In Preußen kann wegen Rückständen an Steuern in Höhe von 3 Monaten Lohnarrest stattfinden. Prinzen- Allee. 1. Ihr Vormund müßte flagen. 2. Ist seit 21. August wieder hier. Charlottenburger. 1. Auch nach dem Ausland hin wird die Unfallsrente gezahlt. 2. Die Berufsgenossenschaft tann auf Ihren Antrag hin Ihnen eine einmalige Abfindungssumme ge währen. 3. Ja. 4. Jst nicht unmöglich. Wettende. Das Züchtigungrecht der Herrschaft gegenüber dem Gesinde setzt voraus, daß die Herrschaft gereizt ist. Die be züglichen Bestimmungen der Gesinde- Ordnung vom 8. November 1810(§§ 76, 77, 78) lauten wie folgt, die Befehle der Herr schaft und ihre Verweise muß das Gesinde mit Ehrerbietung und Bescheidenheit annehmen. Reizt das Gesinde die Herrschaft durch ungebührliches Betragen zum Zorn, und wird in selbigen von ihr mit Scheltworten oder geringen Thätlich= teiten behandelt, so kann es dafür keine gerichtliche Genugthuung fordern. Auch solche Ausdrücke oder Handlungen, die zwischen anderen Personen als Zeichen der Geringschäzung anerkannt sind, begründen gegen die Herrschaft noch nicht die Vermuthung, daß sie die Ehre des Gesindes dadurch habe kränken wollen. Diese Bestimmungen, welche das Gesinde der Rohheit und Bosheit einer uiederträchtigen Herrschaft fast schutzlos preisgeben, find noch heute giltig. Albert Müller. Soweit sich ersehen läßt, liegt ein monatliches Miethsverhältniß vor. Sie müssen spätestens am 15. zum 1. kündigen. Ohne Kündigung ist die Lösung des Vertrages unzulässig. In der Ethischen Gesellschaft sprach am letzten Sonntag Dr. Lütgenau über Jenseits von Gut und Böse". Redner legte dar, daß sowohl die Moral des Individualismus, die feine Pflicht anerkenne, wie das andere Extrem, die religiös idealistische Moral, nicht mit der menschheitlichen Entwickelung Stand hält, sondern daß die Begriffe der Pflichten sich aus dem gesellschaftlichen Zusammenleben und Zusammenarbeiten ergeben. Wir setzen aus dem beifällig aufgenommenen Vortrage noch folgendes hierher: Die geschichtsmatrialistische Auffassung behauptet, daß die sittlichen Begriffe der Menschen gleich den recht lichen, religiösen auf den natürlichen und ökonomischen( Produktions- und Austausch-) Verhältnissen beruhen. Da die Geschichte der Worte auch die Geschichte der Begriffe enthält, so tann die Sprachwissenschaft die Probe auf die Richtigkeit der materialistischen Geschichtsauffassung machen. Nun haben die Wörter für müssen, Pflicht, Sittlichkeit immer eine aus den natürlichen Verhältnissen und aus dem Zustande des menschlichen Zusammenlebens entspringende Bedeutung; im übrigen ist die Anschauung des Begriffes sehr verschieden, insbesondere je nach der Produktionsstufe, auf der das Wort entsteht oder seine ethische Bedeutung gewinnt. Einige dieser Aus drücke( im Griechischen und Lateinischen) haben die Grundbedeutung des Fehlens, Mangelhabens, Bedürffens, drücken also E. P. 1. Der Mann ist zur Zahlung von Alimenten verzunächst ein materielles Verlangen aus. Griechisch ethos, wovon pflichtet, wenn er nicht beweisen kann, daß die Betreffende " Ethit", und das damit urverwandte deutsche Sitte beruhen auf innerhalb der Empfängnißzeit auch mit einem anderen verkehrt hat. dem Begriffe der Gewohnheit und gehören wahrscheinlich arischer, 2. Die Ehefrau hat kein Widerspruchsrecht; wegen der Alimente also urkommunistischer Zeit an. Griechisches anagke bedeutet für das uneheliche Kind findet ein Lohnarrest nicht statt. 3. Es zunächst Zwang durch äußere Gewalt, sodann physische und end- tann ein anderer Vormund werden. lich moralische Nothwendigkeit. Pflicht, von pflegen, heißt ur- R. H. F. 1. Verjährung ist nicht eingetreten und tritt, da sprünglich Verkehr, dann Fürsorge, endlich die aus dem Verkehr Klage rechtzeitig erhoben ist, nicht ein. 2. Ein früherer Pfändungsund der Verbundenheit zunächst der feudalen Gesellschaft befehl liegt nicht bei; Sie scheinen das frühere Urtheil zu entspringende Verpflichtung. Lateinisches debere( müssen), das meinen, das erlassen zu sein scheint. Ist ein Urtheil erlassen, so in den Tochtersprachen fortlebt, ist eigentlich de- habeo: Etwas fann auf grund desselben ohne neue Klage Pfändung von jemandem haben, es ihm schulden; sodann jedes fittliche jeder Zeit stattfinden. 3. Die Klage lautet auf 33,50, nicht auf Bei der Tabaksernte stehen die Vereinigten Staaten von Müssen. Dieselbe Bedeutungsentwickelung geht beim deutschen 76,80. 4. Schutzmittel giebt es nicht. 5. Feuerung für 14 Tage Amerifa mit 499 056 000 Pfund in erster Linie; ihnen reihen sich schulden, schuldig fein( mit engerem Bedeutungsgebiet) und bei und das für Sie nöthige Handwerkzeug ist unpfändbar, das an Desterreich- Ungarn mit 133 936 000, Rußland mit 112 487 000, dem russischen Ausdrucke für müssen" vor sich. Aus dem Be- Schwein ist pfändbar. Deutschland mit 90 883 000 und Frankreich mit 43 742 000 fund. griffe des Zahlenmüssens entwickelt sich der Begriff der sittlichen Die Wollproduktion entfällt jetzt hauptsächlich auf die außer Pflicht überhaupt, d. h. das Bezahlen ist die Grundlage der europäischen Länder. Unter diesen nimmt Australien mit Neu- Moral in einer waarenerzeugenden Gesellschaft. Das ist die und die Kirche halten fest an dem, was andere ihnen er seeland und einem Durchschnittsertrage von 550 000 000 Pfund sprachwissenschaftliche Probe auf den historischen Materialismus. worben. die erste Stelle ein. Ihm schließen sich die argentinische ReGewerbegericht F. R. 2. Da Sie zur Arbeit bereit sind, publif mit 376 700 000 und die Vereinigten Staaten von Amerika Die freie Vereinigung aller in der chirurgischen so ist der Fabrikant verpflichtet, Lohn zu zahlen, auch wenn aus mit 807 100 000 Pfund an, demnächst Rußland mit 291 500 000, Branche beschäftigten Berufsgenossen hielt am dem von Ihnen mitgetheilten Umstande Arbeitsmaterial fehlt. Frankreich mit 124 803 000 Pfund und die Kapkolonie mit 15. August eine Versammlung ab, in der Herr Tasch in einem Stehen Sie in Alford, so haben Sie das Recht, wegen nicht hin121 682 000 Pfund. Vortrag über die Anwendung der Elektrizität in der Medizin", reichender Arbeitsgelegenheit die Arbeit ohne Kündigung nieder den Anwesenden durch Experimente zeigte, wie z. B. durch Benüßung des elektrischen Lichtes dem Mediziner ein Einblick in verschiedene innere Organismen des menschlichen Körpers ermöglicht ist. Zu Vereinsangelegenheiten wurde ein Antrag, dem Beisitzer zum Gewerbegericht 15 M. zu bewilligen, angenommen. " Deutschland Desterreich- Ungarn " Ver. brit. Königreiche den Ver. Staaten von Amerika 100 948 97 906 80 155 54 992 " an Kartoffeln in Deutschland 891 732 464 441 " " Desterreich- Ungarn 409 369 " Rußland mit Polen u. Finnland Frankreich " Ver. brit. Königreiche 396 765 228 093 Deutschland ist, charakteristisch genug, groß in der Produktion der Kartoffeln, die im Osten unter dem patriarchalischen Regiment der Schnapsbarone und in den meisten Industriebezirken unter fabrikantlicher Fürsorge die Hauptnahrung der arbeitenden Bevölkerung bildet. Die volksverwüstenden Folgen dieser Ernährungsweise sind bekannt und selbst durch die genialsten sozialpolitischen Schönfärber nicht zu übertünchen. Versammlungen. -Admiralstraße. Die von Ihrem verstorbenen Mann ge zahlten Klebebeiträge werden Ihnen nicht zuerstattet; der Staat zu legen und 14 Tage Schadensersatz zu begehren. 2. Sie müssen sich an die dortige Gemeindevertretung mit dem Antrage auf Errichtung eines Gewerbegerichtes wenden. 2. 100, Admiralstraße. Die Frage, ob Sie verbunden sind, zu ersehen, was ein Schlafstellenvermiether einem Anderen gestohlen hat, läßt sich ohne genaue Kenntniß des Sachverhalts nicht beantworten. Sprechen Sie zwischen 12 und 1 Uhr vor. Die Bürsten- und Pinselmacher und Hilfsarbeiter dieses Berufes hielten am 20. August eine öffentliche VerKarl M. Ausgeflagte Alimente verjähren nicht. fammlung ab. Als Hauptpunkt stand auf der Tagesordnung: Wenn eine Ehefrau die ihr zugesprochenen Alimente vom EheProtest gegen die zu gründende allgemeine Orts- Krankenkasse." mann beitreibt, so liegt darin auch dann kein Scheidungsgrund, In der lebhaften Debatte, die dieser Punkt zeitigte, sprachen die wenn der Ehemann durch die Pfändung wirthschaftlich ruinirt ist. meisten Redner gegen die Gründung einer Ortskasse, die von der M. M. Wenn jemand statt 3. Klasse 2. Klasse benutzt hat, Innung angebahnt wird. Allgemein wurde der Standpunkt ver- so ist der Einspruch gegen die 6 M. Ordnungsstrafe völlig erDie in der Kürschnerbrauche beschäftigten Arbeiter und treten, daß die projektirte Kaffe zu wenig Mitglieder bekommen folglos. Ueberdies droht ihm nach der allerdings nur Juristen Arbeiterinnen hielten am 21. August im alten Schützenhaus eine und darum nicht existenzfähig würde; in Berlin gebe es vielleicht verständlichen Auslegung des Reichsgerichts Anklage öffentliche Versammlung ab. Genosse Dr. Pinn sprach in einem nur etwa 300 Berufsgenossen. Die allgemeine Orts( früher wegen Betruges. E. K. 62. Sie können der Ortskrankenkasse beizutreten interessanten und sehr beisällig entgegengenommenen Vortrag Meier'sche) Kasse, der mangels einer Berufs- Krankenkasse ein über: Alte und neue Moral. Von einer Diskussion wurde Ab- großer Theil der Bürsten- und Pinselmacher Berlins an- nicht gezwungen werden: Sie haben nur nöthig, nachzuweisen, stand genommen. Kollege Regge referirte über die Anträge gehört, wurde trotz der Abneigung verschiedener Redner daß Sie Mitglied der betr. Rasse und, daß dieser bescheinigt ist, Der Gewerkschafts- Kommission und empfahl diefelben zur Annahme. gegen das Innungsprojekt, von diesen nicht als mustergiltig" daß sie dem§ 75 des Krankenkassengesetzes genügt. Die Kollegen Dittmann und Riem sprachen sich entschieden anerkannt, sondern im Gegentheil von ihrer Seite scharfe Kritik 9 S. R. 1. Nein. Eßwaaren u. dergl., die ein Mädchen gegen die Errichtung des ständigen Bureaus aus. Gelegentlich an der Verwaltung geübt. Hauptsächlich richteten sich die ge- ihrem Schatz hat zukommen lassen, kann sie ihm nach Bruch des thres legten Streits habe sich die Gewerkschafts- Kommission leider machten Ausführungen aber gegen den von der Junung erlassenen Verhältnisses nicht anrechnen. 2. Erklären Sie vor der Heirath wenig oder gar nicht um sie bekümmert. Die Kontrollmarke Aufruf, in dem zur Gründung der Ortskasse der Bürsten- und auf Gericht, daß Sie außer Gütergemeinschaft leben und auf vertheuere das Fabrikat und sei keinem Arbeiter zuzumuthen, daß Pinselmacher aufgefordert wird. Man protestirte energisch gegen ehemännlichen Nießbrauch verzichten. Ihre Braut muß zugegen er dazu die Hand biete. Ein Antrag, zu der Errichtung des einen Baffus desselben, nach dem es scheint, als sei das Innungs- und einverstanden sein. Ein gerichtliches Anerkenntniß, was Auskunftsbureaus mit einem besoldeten Beamten ihre Zu- projekt im Einverständniß mit den Gesellen" zu stande ge- Ihrer Braut gehört, ist zweckmäßig. stimmung zu geben, wurde von der Versammlung abgelehnt, tommen, Herr Erdmann( Innungsmeister) gab zu, daß in Sagegen ist man gewillt, die Bäckerei Arbeiter in ihrem Vor dieser Hinsicht ein Fehler gemacht worden sei, ſuchte sonst aber gehen mittels der Kontrollmarke zu unterstützen. Einstimmig die angestrebte Kaffe den Versammelten zu empfehlen. Dieselbe wurde der Gewerkschaftskommission auf Antrag des Kollegen folle keine Junungskaffe werden, die Innung wollte blos die AnDittmann ein Tadel ausgesprochen, daß sie den Streit der regung zu ihrer Schaffung geben. Erwähnenswerth aus der Stürschner erst bei seiner Beendigung fanttionirt hat, obgleich Diskussion ist noch, daß die Innung bereits 78 der nothwendigen derfelbe bereits am 22. April beim Ausschuß gemeldet war. An 100 Unterschriften von Gesellen für die Gründung der Kasse hat. stelle des Kollegen Regge und der Kollegin Scherer wurden Die Versammlung nahm folgenden Antrag an: Schreitmüller und Bredendig zu Vertrauenspersonen Die Versammlung fordert von den Meistern beziehungsweise gewählt. Hierauf führte ein Kollege an, der Fabrikant dem Ausschuß derselben die Einberufung einer öffentlichen Ver2. Messer, Prenzlauerstraße 37, habe am Sonnabend, den sammlung in Sachen der Krankenkasse, zu welcher die Arbeit- Klage müßte in Spandau eingereicht sein; sobald sie eingereicht 19. d. M., feine sämmtlichen Leute, darunter den Streitleiter, nehmer einzuladen sind." Für die Arbeisnachweis- Kommission ist, erhalten Sie die Klage zugestellt. Erfolgt keine Zustellung bis auf einen entlassen, da sich diese seiner Zeit am Streit be- gab Herr Wiese bekannt, daß dieselbe beschlossen habe, sich zum an Sie, so gilt die Klage nicht als anhängig. A. K., Langenbielau. Im vorliegenden Falle liegt Rentenpflicht nicht vor. Nur unter besonderen Umständen kann ein außerhalb der Betriebsstätte belegener Weg als noch zu derselben gehörig erachtet werden. Unfälle, die auf dem Wege von und zur Betriebsstätte sich ereignen, unterliegen im allgemeinen dem Unfallgesetze nicht. A. B. 2. Frau und Kinder sollen auf Alimente lagen und dann das Erbtheil pfänden. Lohnarrest ist zulässig, da es sich um Alimente für Frau und eheliche Kinder handelt. 1. 2. 3. 3. 3. Eine Erkundigung würde nichts nützen. Die Verantwortlicher Redakteur: Robert Schmidt in Berlin. Druck und Verlag von May Bading in Berlin SW., Beuthstraße 2.