Mr. 199. Erscheint täglich außer Montags. Preis pränumerando: Vierteljährlich 3,30 Mart, monatlich 1,10 mt, wöchentlich 28 Bfg frei in's Haus. Einzelne Nummer 6 Pfg. Sonntags: Nummer mit illuftr. Sonntags- Beilage Neue Welt" 10 Pfg. Post- Abonnement: 3,30 Mt.pro Quartal. Unter freuz band: Deutschland u. Defterreich: Ungarn 2 Mt., für das übrige Ausland 3 Mt.pr.Monat. Eingerr. in der Post- Zeitungs- Breisliste für 1893 unter Mr. 6708. Vorwärts 10. Jahrg. Infertions- Gebühr beträgt für die fünfgespaltene Petitzeile oder deren Raum 40 Bfg., für Vereins: und Versammlungs- Anzeigen 20 fg Inserate für die nächite Nummer müssen bis 4 Uhr Nachmittags in der Expedition abgegeben werden. Die Grpedition ist an Wochentagen bis 7 Ular Abends, an Sonnund Feittagen bis 9 Uhr Vormittags geöffnet. Fernsprecher: 3mt I. 4186. Telegramm- Adresse: „ Sozialdemokrat Berlin! Berliner Bolksblatt. Zentralorgan der sozialdemokratischen Partei Deutschlands. Redaktion: SW. 19, Beuth- Straße 2. Volkszählung und Berufstatistik. Freitag, den 25. August 1893. Expedition: SW. 19, Beuth- Straße 3. Deutschen Reiche insbesondere sind sie wichtig, weil die von 1875 und 1882 eine ganz gewaltige Verschiebung stattMatrikularbeiträge entsprechend der Volkszahl der Einzel- gefunden, so waren z. B. auf je 1000 im Gewerbe be= staaten vertheilt vertheilt werden. Sie kommen in Betracht schäftigte Personen in Preußen: bei unseren Militärvorlagen, bei den indirekten Steuern und vielfach sonst. Somit ist klar gelegt, daß unser Staatswesens ohne Volkszählungen nicht auskommen kann, daß die hierfür verausgabten Geldmittel und die übrigens nicht große Belästigung des Publikums nothwendig sind. Falsch wäre es hingegen anzunehmen, Für die nächste Volkszählung, die am 1. Dezember 1895 daß es sich bei den Volkszählungen um unnöthige Ausvorgenommen werden soll, werden schon jetzt die Vorgaben, leere Spielereien u. dgl. handele. In Zeiträumen von je fünf Jahren nimmt das Deutsche Reich Volkszählungen vor, während seit Gründung des Deutschen Reiches erst eine oder, wenn man keinen allzu strengen Maßstab anlegen will, zwei Berufszählungen( 1875 und 1882) vorgenommen worden sind. . • 1875 1882 in der Hutfabrikation und Kürschnerei Maurerei " " 715 nur noch 624 633 315 " " " " Straßenpflasterei und Brunnenmacherei 750 550 • " " Weberei 771 591 " " " " " " Buchbinderei und Papierfabri tation 609 542 • " " Dachdeckerei 946 876 " " " " " " Zimmerei. 591 468 • # " bereitungen getroffen; schon sind die Anordnungen an die Es kann nicht in Abrede gestellt werden, daß der Unterbehörden ergangen. Leider hört man über den Inhalt Berufsstatistik nicht die gleiche weittragende Bedeutung zu- thätig. der Fragebogen noch nichts, doch kann man wohl mit Be- kommt, wie der Feststellung der Volkszahl. Aber anderer- Dagegen kamen auf je 100 selbständig Gewerbetreibende stimmtheit erwarten, daß eine Berufszählung mit der nächsten seits muß die Berufsstatistik sofort nach den Volkszählungen 1875 blos 42, 1882 dagegen schon 62 Gehilfen, während Volkszählung nicht verbunden werden wird. Man sträubt als dringlichste und bedeutungsvollste statistische Aufgabe auf je 100 männliche Gewerbtreibende, 1875 noch 67, 1882 sich in den maßgebenden Statistikerkreisen gegen eine erscheinen. Wer sich über den unlösbaren Zusammenhang nur noch 57 Selbständige kamen. Unzweifelhaft haben sich Vereinigung von Volks- und Berufszählungen, weil man die der sozialen mit allen anderen Erscheinungen des Volks- die Verhältnisse in den Gewerben in dem gerade doppelt größere Bahl von Fragen als ein Hinderniß des Gelingens lebens nicht hinwegtäuscht, der muß wissen, daß wir eine so langen Zeitraume 1882-1893 noch weit mehr geändert der großen und theuren statistischen Erhebungen befürchtet. Berufsstatistik nicht entbehren können, da eben diese uns die als in der Spanne Zeit 1875-1882. Es muß als leichtUnserem Grachten nach geschieht dies mit Unrecht, da die Zahl der von Landwirthschaft, Industrie, Handel, in den fertig bezeichnet werden, wenn die Reichsregierung die Erhebungen über die Berufsverhältnisse durch wenige Fragen freien Erwerbsarten und von ihren Renten lebenden Per- Organisation der Handwerksmeister in die Hand nehmen zum Ziele führen können, und eine oder die andere Frage sonen, sowie das Verhältniß der selbständigen und wirth- will, ohne auch nur eine blasse Ahnung über ihre Zahl der Bolkszählungs- Fragebogen ohne Schaden fortgelassen schaftlich abhängigen Personen aufweist, somit uns eine wich haben zu können, ja ohne zu wissen, ob sich überhaupt noch werden könnte. Auch beweist die Berliner Volkszählung tige Grundlage der Statistik bietet. Die schweizerische Statistit, für das Handwerk eine so große Aktion lohnt. Unseres vom 1. Dezember 1890, die im Gegensaße zur Gesammt die vielfach die Erscheinungen des Volkslebens mit dem Erachtens ist für eine so weitgehende und folgenschwere erhebung im Reiche mit einer Berufszählung verbunden Berufe kombinirt, so z. B. in den überaus werthvollen Gesetzgebungsarbeit eine Berufsstatistik als Voraussetzung wurde, daß die Vereinigung beider Zählungen nur nüßlich Veröffentlichungen über die körperliche Beschaffenheit und unbedingt erforderlich. war und das Gelingen keines der beiden Theile geftört hat. Endlich ist zu berücksichtigen, daß eine Berufszählung doch einmal vorgenommen werden muß, und daß zwei verschiedene Zählungen mehr Mühe machen, als eine Zählung mit einem Viertel- Dußend Fragen mehr, als sonst üblich sind. Auch ist der Vortheil nicht außer Acht zu lassen, daß die Berufszählung verbunden mit einer Volkszählung viel wahrscheinlicher das ganze Volk erfassen wird, als eine gesondert vorgenommene Berufsstatistik, wie die sonst im allgemeinen gelungene Berufsstatistik für das Deutsche Reich vom 5. Juni 1882 tlärlich bewiesen hat. Warum, wird man fragen, nimmt das Deutsche Reich so häufig Volkszählungen und so selten Berufsstatistiken Dor? den Bildungsgrad der Rekruten, hat gezeigt, wie fruchtbar berufsstatistische Erhebungen sein tönnen. Wie leicht diese mit Volkszählungen sich verbinden lassen, haben gleichfalls die letzte schweizerische und auch die letzte österreichische und andere Volkszählungen gezeigt. Wegen des Invaliditäts- und Altersversicherungsgesetzes mehren sich die Stimmen, die behaupten, daß für einen erheblichen Bruchtheil der zur Versicherung Verpflichteten, keine Beiträge von den Unternehmern gezahlt werden. Man hat sogar Schäßungen gewagt, daß für mehr als ein Drittel keine Beiträge entrichtet werden. Es braucht nicht auseinandergesetzt zu werden, daß lediglich durch eine Berufsstatistik diese sicherlich zum Theil richtigen Angaben auf ihren Werth geprüft werden können. Aber wir geben uns durchaus nicht der Täuschung hin, daß der Hinweis auf den wissenschaftlich und sozialkritisch bedeutsamen Stoff, den Berufsstatistiken bieten, auf die Entschlüsse unserer Reichsbehörden überzeugend wirken könne. Auf dem Gebiete der Statistik ist einzig und allein dann etwas zu In einer amtlichen statistischen Veröffentlichung, erreichen, wenn man nachweist, daß Erhebungen bestimmter der letzten der Reichskommission, der Erhebung über ArArt im Interesse der Verwaltung unbedingt erforderlich beitszeit 2c. im Handelsgewerbe, wird der große Nachtheil sind. Dieser Nachweis läßt sich, was die Berufsstatistik an- eingestanden, der der statistischen Arbeit, die sich auf die Belangt, nur zu leicht erbringen. rufsstatistik von 1882 stüßen muß, naturgemäß erwächst. Die Volkszählungen bilden die Grundlage für jede Wird doch die Durchführung unserer Arbeiter: Es wird( a. a. D. S. 5) darüber geklagt, daß die weitere Statistit, sie ermöglichen erst die Bedeutung der versicherungs- Gesetze, bezw. die Kontrolle derselben, die Fragebogen nicht richtig vertheilt werden konnten, weil nur durch andere statistische Erhebungen gewonnenen Zahlen zu Arbeit der Reichskommission für Arbeiterstatistit, die neue die Bahlen von 1882 vorlagen, und weil auch den meisten ermessen, weil sie das Moment der Vergleichbarkeit liefern. Aufgabe, die sich die preußische Regierung bezüglich der Landesregierungen neuere statistische Angaben über die Zahl So wird uns z. B. erst die Bedeutung der steigenden oder Organisation des Handwerks gestellt hat, in hohem Maße der Betriebe und der Arbeiter fehlen. fallenden Zahl der Militärtauglichen, der Einkommen- durch das Fehlen einer Berufsstatistik erschwert. Immer Auch sonst könnte für unsere Verwaltungsthätigkeit steuerpflichtigen, der Verbrechen, der Getreide- Einfuhr, des wieder ist man gezwungen zu den Zahlen der Erhebung und viele Gebiete der Statistik der Besitz einer guten und Bierverbrauches 2c. cz. Klar werden, wenn wir wiffen, ob vom 5. Juni 1882 zurückzugreifen, obgleich es doch niemand neuen Berufsstatistik von Vortheil sein. Wir begnügen ob und wie in der gleichen Spanne Zeit die Volkszahl im verborgen bleiben kann, die Thatsachen haben es schon uns aber für dieses Mal mit diesen Andeutungen. Hoffent Lande gestiegen oder gefallen ist. Die Volkszählungen mannigfach bewiesen- daß überaus große Verschiebungen lich wird man allgemein einsehen, daß es höchste Zeit ist, bieten die Grundlage für eine freilich sehr allgemeine Kon- in der Berufsvertheilung und Berufsstellung der Angehörigen die Vorarbeiten für eine Berufsstatistik zu beginnen und sie trolle der Verwaltungsthätigkeit, fie bieten vielfach eine unseres Reiches in den letzten 13 Jahren stattgefunden haben. mit der nächsten Volkszählung zu verbinden. Man wird Grundlage und einen Maßstab für die Gesetzgebung. Im Hat doch in den 62 Jahren zwischen der Gewerbezählung vielleicht einsehen, daß nicht nur für die Sozialgesetzgebung, Feuilleton. Nachbruc verboten.) ( 51 Die Bekehrung André Savenay's. war. von der Verwirrung erfaßt wurde, welche die Schüchternen als Nebenbuhler und als Bourgeois, und mehrmals so gut kennen, und bereit schien in seine alte Schweigsamkeit während des letzten Winters hatte die Heftigkeit zurück zu fallen. Daun empfand er einen dumpfen Born seiner Angriffe gegen die Bourgeoisie, ohne daß gegen sich selbst und tiefe Entmuthigung. So sehr er auch er sich Rechenschaft darüber abgelegt hätte, eine noch Neuling in der Liebe war, so sagte er sich doch, daß persönliche Gereiztheit gegen die bürgerlichen Schwiegercs bei Johanna nicht allein jungfräuliche Berschämtheit söhne verrathen, welche die Proletariermädchen auf den Er fühlte bei ihr eine schlecht verfehlte Abneigung Leim ihrer schönen Redensarten locken und den Arbeitern gegen seine Person: heraus, den offenbaren Wunsch, ihre ihre Geliebten abwendig machen. Beziehungen in den Grenzen einer lauen Freundschaft zu Auch jetzt, als er sich so unvorbereitet André gegenhalten. Er grämte sich, weil sie ihm nicht mehr so freund- über sah. fonnte er eine Bewegung des Aergers um so schaftlich- kameradschaftlich begegnete wie früher. Obgleich weniger unterdrücken, als er an diesem Tage Johanna er grausam darunter litt, war er nicht der Mann, der ganz allein gefunden hatte und hoffte, diesmal den Muth Die beiden jungen Männer hatten sich seit länger als darüber klagte. Er hatte nicht einmal feine Mutter in zu haben, ihr sein Leid zu klagen und von seinen Hoffeinem halben Jahre nicht gesehen. Sigismund war den seinen Kummer eingeweiht. Als sie ihn einmal fragte, ob nungen zu sprechen. André seinerseits runzelte die Brauen, ganzen Winter über sehr beschäftigt gewesen. In den Volks- er nicht mit Johanna von der geplanten Hochzeit gesprochen als er entdeckte, daß Sigismund mit dem jungen Mädchen versammlungen hatte er eine sehr rege Thätigkeit entfaltet, hätte, antwortete er ausweichend; er meinte, daß er ihr ganz allein gewesen war und augenscheinlich nicht aufgelegt und man schätte ihn in der Partei bereits als tüchtigen in einigen Monaten einen bekannteren Namen und eine schien, so bald fortzugehen. Sozialistischer Roman von Georges Renard. Autorisirte Uebersetzung von Marie Kunert. Redner. Er tam sogar als Kandidat für die bevorstehen- bessere Stellung bieten tönne, und als Fran Johanna hatte nach einem Moment der Verwirrung den Wahlen zum Pariser Stadtrath in Frage. Mit seinen Roguet, ungeduldig und beunruhigt durch diese Verzöge- die Fassung wiedergewonnen, welche die Frauen in den Erfolgen bekam er nun auch Selbstvertrauen. Nach und rung, Luft zeigte, mit Johanna Rücksprache darüber zu schwierigsten Lagen zu bewahren wissen. Sie war im nach legte er die Scheu ab, die ihm bisher im vertrauten nehmen, hatte ihr Sohn mit einem männlich entschiedenen Grunde weniger unruhig zwischen den beiden Männern, Kreise die Zunge lähmte. Er fand etwas von der düsteren Tone, der sie überraschte, kränkte, und zugleich heimlich ent- die sie liebten, als wenn sie mit einem von ihnen Gluth und der ungestümen Beredsamkeit wieder, die er auf zückte, erklärt: Laß mich gefälligst meine Angelegenheiten allein war. Sie hatte dem neu Hinzukommenden die der Tribüne hatte. Er verstand es, er wagte es jetzt, gegen allein besorgen." Hand gereicht, ihn aufgefordert, Platz zu nehmen und auf Johanna liebenswürdig zu sein, sie anzusehen und ihr durch In der That bedurfte er ihrer Hilfe auch nicht, um ihren Großvater zu warten. Sie fühlte wohl, daß Sigis Worte verständlich zu machen, daß er fie liebe. Er hatte den Verdacht zu nähren, daß ein anderer vielleicht besser mund innerlich wüthete, aber fie ließ sich nichts merken und Aufmerksamkeiten für sie, die trotz seines linkischen Wesens von ihr aufgenommen würde. Leidenschaftliche Liebe ist zwang ihn sogar dadurch, daß sie ihm von dem Unglück, rührend waren und Komplimente, die er in seiner schwer- nie ohne Eifersucht, und die Eifersucht, die oft sieht, was das André betroffen, Mittheilung machte, dazu, ihm einige fälligen Weise auf das Naivste herausbrachte. Aber es schien nicht vorhanden ist, erräth leicht, was wirklich existirt. gezwungene Worte des Beileids auszusprechen. Nachdem ihm, als ob Johanna, je mehr er sich um fie Sigismund beneidete und fürchtete sehr lange die sichere er einmal diese Pflicht der Höflichkeit, wenn auch widerbemühte, tälter wurde. Bei den ersten galanten zwanglose Haltung André's, die leichte Anmuth, welche die willig, erfüllt hatte, setzte Sigismund, indem er that, als Worten, die er wagte, fühlte kühlte sie ihn sofort Gewohnheit, gut angezogen zu sein und sich in der Gesell- beachte er die Anwesenheit André's nicht, seine Unterhaltung durch eine so stolze Antwort ab, daß er bestürzt abbrach, schaft zu bewegen, verleihen. Er verabscheute ihn doppelt mit dem jungen Mädchen an dem Punkte fort, wo sie sondern auch für die Steuergesetzgebung und für unser beugend dagegen einzuivirfen. Sind die gesehlichen Befugnisse| Nur die Kolonialabenteurer und etwelche Schnapsjunker, Militärwesen der Besitz einer Berufsstatistik nicht ganz und technischen Mittel schon vor dem Unglück auf Kaiserstuhl Großpulverhändler u. s. w. ziehen Vortheil aus den Kolonien, gleichgiltig ist. erschöpft gewesen und was hat denn das betreffende Ober- die das deutsche Volk erhält. So traurig es auch ist, so ist es doch nicht zu verhehlen, daß einzig im Interesse unserer sozialen Gesetzgebung und Statistik sicherlich eine Berufsstatistik nicht unternommen werden dürfte. Da unser ganzes Staatswesen einzig und allein von den Interessen des Militarismus beeinflußt wird, und unsere ganze Finanzgejezgebung feine anderen Ziele kennen darf, als dem Moloch Kriegsbudget die geforderten Opfer reichlich zu bringen, so ist nicht zu hoffen, daß man sich für eine Berufsstatistik interessiren wird, wenn die maßgebenden Personen der Militärverwaltung sich für sie nicht interessiren. Deshalb wollen wir eben im Interesse der Berufsstatistik auf die Statistik der schweizerischen Rekrutirung aufmerksam machen, aus der sie leicht ersehen können, daß auch ein Kriegsminister Berufsstatistik sehr nöthig brauchen fann. Aufsichtsorgan( das Oberbergamt) der Landesregierung mitgetheilt? Was ist davon den Bergleuten mitgetheilt worden? Der neue Reichsschatsekretär, Graf PosadowskyWir drücken unsere Ansicht dahin aus, daß weder die technischen Wehner past trefflich in die leitenden Kreise hinein. In noch die gefeßlichen Handhaben zur Berhütung der Gefahr auf den Verhandlungen der dritten ordentlichen Generalsynode Kaiserstuhl erschöpft fein konnten! Ferner ist unsere Ansicht, Für uns hat die Berufsstatistik noch den besonderen Werth, daß wir in derselben einen Maßstab für unsere wirschaftliche Entwickelung erhalten, der uns lehrt, wie weit der Kleinbetrieb bereits aufgesaugt ist. Für viele hat die Berufsstatistik Werth, niemanden kann sie schädigen, außer denjenigen, der die Vogel StraußPolitik für der Weisheit Anfang und Ende hält. So wie auf vielen anderen Gebieten, so sind uns auch auf dem der Berufsstatistik viele andere Staaten vorausgeeilt. Die Schweiz, Desterreich, Frankreich, die Vereinigten Staaten, ja selbst Canada besitzen neuere Berufsstatistiken als wir. Wir sollten uns doch nicht in allen Kulturaufgaben von anderen Staaten überflügeln lassen und des halb endlich die wirklich unabweisbare Erhebung über die Berufsvertheilung, sobald als es die Vorarbeiten gestatten, durchführen. Politische Leberlicht. Berlin, den 24. August. daß, wenn nicht auf Beche Hibernia" baldigst die Ober- aus dem November Dezember 1891 bekannte sich Graf Aufsichtsbehörde des Bezirks Dortmund vorbeugend eingreift, von Posadowsky als begeisterter Anhänger der konwir wiederum in nächster Zeit ein Massenunglück erleben wer- fessionellen Volksschule und warnte dringend vor einer den, wie vor zwei Jahren." Ueberschraubung" der Ziele unserer Seminarien, weil Zum Knappentru find Regierung und Landtag sonst die Schulkinder viel mehr lernten, Der Knappen schuh steht auf als ihnen gut sei. Das ist der echte Juntersofort zu haben gewesen. .standpunkt, wie er oben genehm ist. Die Kreuz- Zeitung" einem andern Blatt. Und die Dividende ist heilig Was aber sagten die Geistlichen an den Gräbern der unterschreibt, so erklärt sie heute, die Worte Reichensperger's, „ die Volksschule habe sich im wesentlichen darauf zu beOpfer? Der protestantische Prediger führte aus: " Wie dieses Unglück gekommen, ob irgend ein schränken, das Kind in der Religion, im Lesen, Schreiben Mensch es verschuldet, wir wissen es nicht. Es und Rechnen gut zu unterrichten", muß aber selbst zugeben, ist ja auch nicht unsere Sache, den Sachverhalt zu prüfen und daß diese Aufgabe nicht einmal im vollen Maße" erreicht festzustellen. Für uns gilt es, wenn wir uns nicht in die Irrgänge von Klagen und Zweifeln verlieren wollen, auf den wird. Sogar das jämmerlich kleine Maß an Wissen, das einen rechten Grund uns zu stellen, der nicht wankt und nicht die preußisch- deutsche Volksschule bieten soll, erlangt ein weicht, auf den Grund des göttlichen Wortes... Ja, als sehr großer Theil der Schüler nicht, dank der schnöden eine That des Herrn ist dieses Unglück hier in unserer Stadt Spars amkeit" der herrschenden Klaffen, die Milliarden für zu betrachten, darum haben wir wohl Grund und Ursache, das Heer, für die Volksbildung so gar nichts übrig hat. darauf zu achten, was der Herr durch diese Heimsuchung uns sagen will. Buße will er uns predigen durch diese Die um Stephan. Eine schlesische Zeitung meldet, schwere Schickung, und wahrlich, wir müssen der Buße daß auf einem Bostamt in Breslau die Geldbriefwohl dringend bedürfen, wenn der Herrin träger seit Jahren feinen freien Sonntag solcher Heimsuchung zu uns redet. Der Geist, der gehabt hätten. Praktisches Christenthum! durch unser Volt geht, ist nicht der Geist von oben, sondern ein Geist des Erdensinnes, der Selbstsucht, die nur das Eigene sucht, nach Jrdischem trachtet, auf Lust und Genuß finnt 2c. 2c." Und dieselbe Weise klingt aus der Grabrede des katholischen Geistlichen: " Die ernste Mahnung, die aus der Gruft ertönt, ruft uns zu:" Haltet den Glauben hoch, denn nur der Glaube allein vermag den Menschen auf die rechte Bahn zu leiten." Hüten muß man sich vor den falschen Propheten, die nur darauf ausgehen, den Menschen den Glauben an Gott und den Himmel zu rauben und statt dessen irdische Genüsse und irdisches Glück versprechen." " werden? Das gestrige Dementi der„ Norddeutschen Allgemeinen Beitung" wegen der Mehrforderungen für die Marine haben wir bereits furz gekennzeichnet. Es ist so gewunden und hinterhältig, wie nur je ein offiziöser Abwiegelungsversuch. Es sei unrichtig, heißt es in der„ Norddeutschen Allgemeinen Zeitung", daß im Zusammenhange mit der Steuerreform bedeutende Marineforderungen" gestellt werden würden. Nun ist, ganz abgesehen von der Glaubhaftigkeit des Dementis im allgemeinen, zu fragen: Werden etwa bedeutende Forderungen außer Zusammenhang mit der Die Tabakfabrikat- Steuer sucht die Norddeutsche Reform" gestellt werden? Oder: werden zwar keine„ beAllgemeine Zeitung" den Steuerzahlern dadurch mundgerecht zu Erläutern hieße abschwächen. Die falschen Pro- deutenden" Forderungen, wohl aber Forderungen, die in machen, daß sie die russische Tabakfabrikat- Steuer, die eng pheten" werden die Arbeiterschaft über die" Heimsuchung" den Augen der Regierung nicht bedeutend", gestellt lische Tabakbesteuerung und die Monopolwirthschaft in schon erfolgreich aufklären trotz aller tonsurirter und geFrankreich und Desterreich über den grünen Klee lobt. scheitelter Kapuzinaden, die den auf dem Schlachtfelde des Sächsisches. Eine für die politischen Parteien in Bielleicht erinnert uns irgend ein fundiger Thebaner des Kapitalismus gefallenen Proletarier, der schwer ums tägliche Sa ch sen nicht unwichtige Entscheidung hat das Ministerium offiziösen Blattes nächstens daran, daß die unter Ludwig XIV. Brot kämpft und es gar mit dem Leben bezahlt, in so anmuthenden des Innern vor einiger Zeit getroffen. Auf grund einer erhobene Kopfsteuer recht erkleckliche Beträge in die könig- Gegensatz bringt zu den Nuznießern der Dividenden- und erhobenen Beschwerde hat das Ministerium die Kreishauptliche Kaffe geliefert hat? Da wir einmal im Zeitalter des Gewinnantheile, den Gruben- Aktionären und den Gewerken. erhobenen Beschwerde hat das Ministerium die Kreishauptpersönlichen Regiments leben, wäre ja eine Wiedergeburt Und die Betrachtung möge schließen mit einer neuen Bereinsgesetz an einer Bestimmung fehle, nach der die Zumannschaften darauf hingewiesen, daß es im sächsischen des absolutistischen Steuerwefens sammt den Frohn- und Schreckenskunde, die der" Bolks- Zeitung" aus Schlesien zu lassung Minderjährige lediglich als Zuhörer Naturaldiensten nicht ausgeschlossen, neben dem Druck unserer geht. Aus Brumhütte meldet sie: indirekten Steuer- und Bollwirthschaft. Daß heute kein in Versammlungen solcher Vereine, die sich mit Feldmarschall die verhängnißvolle Wirkung dieser volksveröffentlichen Angelegenheiten befaffen, verboten sei. Die wüstenden Steuerpolitik denunzirte, wie einst Marschall Bulaffung unmündiger Personen bei derartigen VersammVauban, troh dem Zorne des Sonnenkönigs, ist über allen lungen möge im einzelnen Falle unerwünscht sein, doch das Vereinsgesetz verbiete eine derartige Zulassung nicht. Die Zweifel erhaben. Der deutsche Bürger, dem die Steuers Ortspolizei habe jedoch das Recht und die Pflicht einzukünstler den letzten Heller aus dem Sack nehmen, kann auch Auch eine Buße, die uns aufweckt, den falschen Pro- schreiten, wenn sich aus der Anwesenheit Minderjähriger von sich sagen, was von dem hörigen Bauern des acht- pheten", den Sozialdemokraten, die für den" Knappenschutz Unzuträglichkeiten in sittlicher und anderer Beziehung erzehnten Jahrhunderts galt, daß er steuer- und frohnpflichtig unablässig wirken, das Handwerk zu legen!! geben sollten. Die Amts- Sächser werden schon das Hintersei auf Gnade und Ungnade. Bis auch für ihn ein thürchen finden, durch das sie ihre reaktionären Maßregeln 4. August 1789 fommt... einschmuggeln.„ Unfittlich" kann z. B. eine Erörterung wachende Polizeimann nur findig genug ist. der Frauenarbeit, der Hungerlöhne sein, wenn der überAuf das Gerücht von einem großen Unglück auf der Fannygrube begab sich Bergrath Hoffmann mit Rettungsmannschaften dorthin. Es gelang, 47 Bergleute und 7 Beamte bewußtlos herauszuschaffen. Zahlreiche Aerzte arbeiten erfolg reich an der Wiederbelebung. Als Ursache werden giftige Gafe angegeben. Zum Einfuhrverbot von russischem Heu. Der Der Verein deutscher Tabakfabrikanten stellt, wie Wichseuchengefahr die Einfuhr von Heu und Stroh aus preußische Landwirthschaftsminister, der angeblich wegen der der Boff. 8tg." mitgetheilt wird, gegenwärtig Erhebungen Rußland verboten hat, was den Junkern gewiß große darüber an, in welcher Weise die auf grund der Finanz: Freude gemacht hat, nicht aber den durch die Futternoth Von den bayrischen Manövern. Die in Garching und minister- Konferenz zu erwartende Tabak- Fabrikatsteuer auf geschädigten kleinen Landwirthen, hat die Regierungs- Umgebung behufs Brigade- Exerzierens einquartirten Eskadronen Konsum und Induſtriebetrieb wirken würde, um dadurch präsidenten der östlichen Grenzbezirke ermächtigt, die Ein- des 2. Schweren Reiter- Regiments faffen ihre Fourage im zuverlässiges Material zur Bekämpfung der genannten fuhr von Heu und Stroh aus Rußland noch bis zum hiesigen diesbezüglichen Hauptdepot. Zu diesem Fouragefassen Steuer zu gewinnen. 2. September d. I. einschließlich zu gestatten, wenn von werden meistens Mannschaften kommandirt, deren Pferde theils Gine zeitgemäße Refolution wurde auf dem Dort- den Importeuren glaubhaft nachgewiesen wird, daß diese munder Delegirtentage des Berg- und Hüttenarbeiter- Ber- landwirthschaftlichen Erzeugnisse nicht aus den feuchen bandes einstimmig angenommen. Eingebracht hat sie der verdächtigen inneren russischen Gebietstheilen, sondern aus Genosse Möller, der Abgeordnete für Waldenburg. Sie feuchenfreien Gegenden russisch- polnischen Landes stammen. Lauter Halbheiten! lautet: in ärztlicher Behandlung, theils schonungsbedürftig sind. Wenn nun schon das Fouragefassen an und für sich keine leichte Arbeit ist, so wird lettere um so anstrengender, wenn hierzu nur ganze 5 Mann kommandirt sind, um die Fourage für eine ganze Eskadron zu fassen. Noch mehr gesteigert aber wird diese Anstrengung, wenn besagte Mannschaften in voller Ausrüstung, das ist mit Helm, Säbel und Bandelier bei dieser Hize neben " Das Riesen unglüd auf Zeche Raiserstuhl Kolonialpolitisches. Eine vom Gouverneur Deutsch den vollen Fourage- Wagen herlaufen müssen und so einen Weg war wiederum ein ungeheures Opfer der modernen Schlag oftafrikas, Oberst von Schele, in das Kilimandscharogebiet von 3-4 Stunden nach geschehener Arbeit noch zu Fuß zu wetter- Gruben Deutschlands. Seit Jahren schon sind kleinere und größere Massenunglücke vorgekommen, die der Ober- unternommene Expedition soll auf's Haupt geschlagen machen haben. Es dürfte schon Kriegsbild genug sein, wenn Aufsichtsbehörde besonders die allergrößte und in keiner Weise worden sein. Offiziös wird erklärt, bei Amte sei nichts be- der Fourage- Unteroffizier, welcher hoch zu Roß fizzt und nichts von der Hand zu weisende Verpflichtung auferlegen, unter fannt. Jeder Tropfen Blut, der dort vergossen, jeder thut, allein in voller Armatur ist, für die die Wagen begleitenden Aufwendung aller gesetzlichen Mittel und Handhaben vor- Pfennig, der dort verpulvert wird, ist nußlos dahingegeben. unterbrochen worden war. Er sprach von den Riesenfort-" Auch noch weiter," sagte André. schritten, die der Sozialismus in allen Ländern mache, von" Bis zur Beschränkung des Erbrechts?" dem großen Wahlsiege, der soeben in Deutschland errungen Noch weiter. Ich will eine Gesellschaftsordnung, die sei, von dem Wachsthum dieser unwiderstehlichen Macht, für immer die Unterschiede zwischen Armen und Reichen welche die best bewaffneten Regierungen zur Kapitulation beseitigt, in der die Interessen aller Mitglieder der Gezwinge, dem nahen Triumph dieser Lehren, gegen welche sellschaft solidarisch find, in der die alte Devise: Einer für die ganze vereinigte Reaktion sich vergebens verschworen alle und alle für einen! zur Wahrheit wird." habe, um sie auszurotten, und die nacheinander Papst, So würden Sie also auch damit einverstanden sein, Kaiser, Minister, ihre Gegner und Verfolger, besiegten. daß der Grund und Boden, die Bergwerke, die Fabriken 2c. Wir haben gelitten, wir sind verleumdet, verachtet, dem Volfe zurückgegeben werden?" unterdrückt worden," fügte er in begeisterter Erregung Warum nicht, wenn es kein besseres Mittel giebt, die hinzu, aber der Tag der Vergeltung ist nahe. Morgen Arbeit und den Ertrag der Arbeit gerecht zu vertheilen?" kommt die Reihe an uns, dann sind wir die Stärkeren! Johanna's Augen strahlten beifällig zu diesen offenen Dann wehe der Bourgeoisie und Heil den Proletariern Erklärungen André's. Sigismund bereute es jetzt, ſie provozirt zu haben. Er bemerkte, daß der Weg, den er eingeschlagen, verkehrt sei, und versuchte, die Diskussion auf ein anderes Gebiet zu spielen dadurch, daß er that, als fühle er sich geschlagen. " beider Welten!" Dann wandte er sich, als hätte er jetzt erst bemerkt, daß er vor einem Eindringling, den er verdächtigte, ein Feind zu sein, so frei heraus gesprochen, zu André und rief: Ich vergaß ganz, daß der Herr keiner der Unferigen ist und daß ihn das, was uns erfreut, betrüben muß." André fühlte wohl, daß Sigismund ihn isoliren, bei Seite schieben, ihn und Johanna von einander trennen wollte. Er erwiderte lebhaft: Was wissen Sie davon? Ich bin vielleicht ebenso gut Sozialist wie Sie." Johanna richtete einen freundschaftlichen, fröhlichen Blick auf André, der Sigismund nicht entging. Fronisch fagte er: Sieh da! Alle Welt wird bald sozialistisch sein wollen. Aber find Sie auch gewiß, daß Sie Sozialist find?" " Ich glaube es," sagte André bescheiden und ernst. Wahrscheinlich weil Sie Wohlfahrtseinrichtungen, Altersunterstüßungen für Greise, Schußgefeße für die Arbeiter wünschen?" " Ja, in Erwartung besserer Einrichtungen," antwortete „ Sie werden vielleicht bis zur progressiven Steuer vorAndré. gehen?" " " Meiner Treu," sagte er,„ Sie sprechen ja wie ein richtiger Sozialist. Aber woher kommt es denn, daß man Sie niemals in den Versammlungen der Partei sieht?" Weil ich den Lärm und das Gedränge in solchen Volksversammlungen nicht liebe." Ah, ich verstehe, Sie sind nur platonischer Sozialist, ein Sozialist in Glaceehandschuhen. Sie fürchten, sich die Hände schmutzig zu machen!" André lächelte verächtlich. Mit der Kaltblütigkeit eines Mannes, der in der Fechtkunst wohl erfahren ist, erwiderte er: Mannschaften aber ist eine derartige Ausrüstung höchst überflüssig, sintemalen man sich nicht in Feindesland befindet und also eine derartige Bewaffnung bis an die Zähne weder Zeit noch Umstände erheischen, und ein Kavallerist zu Fuß ohne Schußwaffe ja doch nur ein halber Soldat ist. Hoffentlich werden diese Mannschaften aber dieser Zeilen wegen, schreibt das„ Bayerische Vaterland", nicht auch noch den Rarabiner mitnehmen müssen. Der neue bayerische Landtag wird Anfang September zusammentreten. Konservative Unverschämtheit. In der Reichstags- Wahlbewegung haben die Ordnungsbrüder beharr lich geleugnet, daß es ihrerseits den gleichen, allgemeinen und direkten Wahlrecht an den Kragen gehen solle. Jetzt nach der Wahl zeigen die Herren ihr wahres Antlig. Das Vaterland", das Organ der sächsischen Konservativen, schreibt neuerdings mit zynischer Offenheit: Es ist einfach lächerlich, wenn die Stimme des halb= blöden Schwachtopf 3 genau so viel zählt, wie die des größten Denkers, wenn der Mann, der für Tausende zu sorgen hat, nur genau so viel zu sagen hat, als der Bruder Lüderlich, der mit knapper Noth der öffentlichen Unterstützung aus dem Wege gegangen ist... So fann es nicht bleiben, es muß anders werden. Nicht das allgemeine Wahlrecht birgt und zeitigt die besprochenen Gefahren, sondern vielmehr das allgemeine gleiche Wahlrecht. Hier muß der Hebel angesetzt werden. Das Wie" ist freilich die Hauptfache und wird noch Gegenstand eingehender Erörterung bleiben müssen. Zunächst tommt es aber darauf an, daß die Ueberzeugung von der unabweisbaren Nothwendigkeit einer Aenderung sich immer mehr Bahn breche. Wo Ueberzeugung ist, ist auch ein Wille, und wo ein Wille ist, ist auch ein Weg. Ob die Demokratie im Frade und in der Bluse darüber Zeter schreit, bas kümmert uns nicht. Sie mag uns ruhig Reaktionäre und Feinde der Freiheit schelten, das läßt uns fühl, tühl bis ans Herz hinan. Nein, es ist noch etwas anderes: Hauptsächlich geschieht es darum, weil ich die Schreier verabscheue, welche die soziale Revolution immer im Munde führen, die beDie schamlose Offenheit, die sich in der vorstehenden ständig von Barrikaden reden, die sich in ihren Drohungen Neußerung fundgiebt, bietet der Sozialdemokratie ein gegen die Gegner heiser schreien: Hütet Euch, wir werden schäßbares Agitationsmaterial, das bei den bevorstehenden Euch alle töpfen! Ich habe ihnen immer etwas weniger fächsischen Landtagswahlen nach Kräften Verwendung finden Lunge und dafür mehr Hirn gewünscht. Das sind mir gemiro, rade die richtigen Leute, um für ihre Sache Sympathieen und Anhänger zu werben! Sie müßten von ihren Feinden Die Münchener Senche vor Gericht. Gegen den eigentlich dafür belohnt werden, daß sie ihnen so vorzüg- verantwortlichen Redakteur des in München erscheinenden liche Dienste leisten." ( Fortseßung folgt.) ultramontanen Bayerischen Kuriers" ist von der Staatswird. anwaltschaft am Landgericht München I wegen„Vergehens wider die öffentliche/ Ordnung", begangen durch einen Artikel in Nr. 193 des„Bayer. Kur." vom 14. Juli, betitelt:„Ter Militarismus als Massenmörder auch im Frieden" die Untersuchung eingeleitet. Es handelt sich um die E r- krank ungen im Jnfanterie-Leibregiment. Es hat lange gedauert, bis man sich zu einer Klagestelluug entschloß, obgleich die Mehrzahl der bayerischen Blätter die Erkrankungen zum Gegenstanv scharfer Artikel machte. Hoffentlich kommt jetzt endlich Klarheit in diese Ver- Hältnisse.— Was die„Unabhängigen" und„Anarchisten" den Bourgeois erzählen. Tie bekannte„revolutionäre" Korrespondenz für Bourgeois- und sonstige Reaktions- blätter schreibt: Berlin, 23. August. Die Vorgänge in Aigues-Morles sind den deutschen Sozialistenführern sehr ungelegen gekommen, und sie werden auch im deutschen sozialistischen Lager noch viel Staub auswirbeln. Die Sympathien der deutschen„Ge- Nossen" sind natürlich auf seilen der Hinterbliebenen der niedergemetzelten Italiener, und es wäre sicherlich in Berlin schon zu einer Sympathiekundgebnng gekommen, wenn man eben gewußt hätte, wohin man sich mit seinen Beileidserwei- sungen hätte wenden sollen, und wenn nicht eben das fälsch- lichcr Weise„Vorwärts" genannte Organ des Herrn Lieb- knecht nach Kräften auf die Italiener geschimpft hätte. Herr Liebknecht hat bekanntlich am Seinestrand eine ganze Anzahl Busenfreunde; auf dem internationale» Züricher Kongreß waren die Franzosen dem Herrn Singer sehr willfährig, während die Italiener sich den Anweisungen der deutschen Partcihäuptlinge nicht recht fügen wollten. Zu- dem ist den deutschen„Genossen" fort und fort zu Gemüthe geführt worden, daß die Italiener ihnen auch in Deutschland Konkurrenz machen, und die General-Streikkommission ist de- kauntlich ersucht worden, i» einem populär geschriebenen Flug- blatt die Italiener auf das Verwerfliche ihres Treibens auf- merksam zu machen. Herr Liebknecht und seine Trabanten, welche bekanntlich die Preßstrafen des Bamberger-Bading'schen Blattes abbüßen müssen, haben sich die größte Mühe gegeben, die ob der Niedermetzelung mit Recht empörten„Genossen" zu beschwichtigen, aber losbrechen wird der Groll doch; das Scharwenzeln des Chesredakteürs des„Vorwärts" vor den Franzosen ist schon lange zahlreichen Genossen ein Dorn im Auge. Als feiner Zeit auf Antreiben Liebknecht's aus dem Parteifonds der deutschen Sozial- demokratie die Herren Guesde, Lafargue bei ihrer Wahl- agitation mit mehreren Tausend Mark unterstützt wurden, da ging ein Murren durch die Reihen der deutschen Sozial- demokraten, aber sie schwiegen doch schließlich, als ihnen gesagt wurde, daß diese Summe nolhwendig wäre, wenn die„Genossen" jenseits der Vogesen am 20. August triumphiren sollten. Nun, der Triumph ist trotz des deutschen Geldes vollständig aus- geblieben, und die Ernüchterung ist bei zahlreichen deutschen fraktionellen Anhängern eingelehrt. In den nächsten Tagen werden wir wohl wiederum einen Sturm gegen den immer niehr sich breit machenden Singer und Herrn Liebknecht sich erheben sehen; freilich beschwichtigt wird er werden, dazu ist die Macht der Führer zu groß, und die Mehrzahl der„Ge- Nossen" zu abhängig. Kennte man die Verfasser nicht, so würde man das Ganze für einen schlechten Scherz halten. Jedes Wort eine Albernheit und Lüge. Unsere Bourgeois- und sonstige Rcaktionsblältcr drucken diese„revolutionären" Münch- hausiaden aber als Evangelium ab. Wohl bekomrn's ihnen. Es geht nichts über die Harmonie schöner Seelen.— Oesterreich. Die Regierung wird voraussichtlich den durch die Ueberschwemmungen dieses Hochsommers heimgesuchten Gegenden provisorisch Hilfe leisten. Dieser Unterstützung wird dann die verfassungsmäßig vorgeschriebene Vorlage an das Abgeordnetenhaus folgen. Die preußische Fnttcrnoth-Vorlage soll noch kommen... am St. Nimmer- leinstage!— Tie französischen Wahlen. Lafargue ist in Stichwahl. Er erhielt in Lille 4745 Stimmen. Von den zwei Gegenkandidaten hat der Reaktionär Loyer 7031 und der radikale Republikaner Verly 3523 Stimmen bekommen. Wenn die Wähler des letzteren bei der Stichwahl nur zur größeren Hälfte für Lafargue stimmen, so ist dessen Wiederwahl gesichert. Bedauerlich ist allerdings, daß diese überhaupt zweifelhaft werden konnte. Wie das Ergebniß nun sei, in jedem Fall wird der„Temps" sich getäuscht finden, der da meint, die Sozialisten seien in der neuen Nationalversammlung eine„guantite nögligeable"— eine Macht, um die man sich nicht zu kümmern brauche. Aves Guyot, der exsozialistische Leiter des Polizei- seldzugs gegen die Arbeitsbörsen, ist tn der Stichwahl. Er hat blas 2158 Stimmen erhalten, nicht halb so viel wie sein Gegner Goblet, der 4520 Stimmen auf sich vereinigte und dessen Sieg bei der Stichwahl sicher ist, da nur wenige Stimmen an der absoluten Majorität fehlen. Nach den neuesten Berichten soll Guyot von der Kandidatur zurück- getreten sein. Das wäre sein politischer Tod. Die Liste der Kandidaten zeigt eine arge Zer- splitterung— auch im sozialistischen Lager. In nicht wenigen Wahlkreisen haben � zwei, ja drei sozialistische Kandidaten gegen einander gestanden. Das kann allerdings nicht zum Guten führen und ist nur Wasser auf die Mühle der Bourgeoisie. Trotzdem wird die sozialistische Gruppe, auch numerisch, in der neuen Kammer weit stärker sein, als in der alten. Und wir hegen das Vertrauen, daß sie die in ihre Hand gegebenen Waffen auch gut benutzen wird im Interesse der Propaganda und der Organisation. Nach der„Petite Republique" beträgt die Zahl der für sozialistische Kandidaten abgegebenen Stimmen in Paris 185 747, im übrigen Frankreich 479 291, zusammen 665 038 Stimmen. Es ist allerdings zu bedenken, daß die „Petite Republique" auch Goblet zu den Sozialisten rechnet. Immerhin steht es fest, daß die Zahl der wirklich sozialisti- scheu Stimmen in Frankreich sehr bedeutend zugenommen hat, und daß es also durchaus unberechtigt ist, wie reaktionäre Blätter es thun, von einer„Niederlage des französischen Sozialismus" zu reden.— Die Lockspitzel sind in Rom wieder einmal an der Arbeit. Die Vorgänge in Aigues-Mortes haben den Chau- vinisten den Anlaß zu Krawallen und Krawällchen geboten, etwelche„Anarchisten" haben gar eine Barrikade an der Pistobrücke gebaut, die ihre Kollegen von der Polizei im Nu zerstörten. Natürlich benützt die Regierung die Skandale des Pöbels in Seidenhüten und in weißen Blusen zu Gewaltmaßregeln gegen die verhaßte Arbeiter- b e w e g u n g. Der Leiter der Präfektur von Rom, der Polizeioberste, hat jede Versammlung verboten.— Ter englische Grubenarbeiter- Ausstand. Die zu London tagende Konserenz der Berg- arbeiter-Vereinigung beschloß am 23. August, die Arbeit sofort wieder aufzunehmen, wenn die Grubenbesitzer auf die beabsichtigte Lohnherabsetzung von 25 pCt. verzichteten. Eine Lohnerhöhung würden die Bergleute nicht verlangen, bevor die Kohlen nicht den Preis von 1890 erreicht hätten. Die Konferenz beschloß ferner, daß keinerlei Lohnherab- setzung würde angenommen werden und daß in keinem Vereinigungsschacht die Arbeit aufgenommen würde, bevor ein allgemeines Einvernehmen hergestellt sei. Am 23. d. Mts. haben weitere 10 000 Bergleute in E b b iv V a l e, M e r t h y r und Aberdare„unter dem Schutze der Truppen" die Arbeit wieder aufgenommen. Ganz fcstländisch-hintcrrussisch! In Ca r bis s kam es zu Zusammenstößen zivischen Polizei und Bergleuten. Die Grubenbesitzer von A y r s h i r e und L a n a r k- s h i r e haben am 23. August beschlossen, den Gruben- arbeitern eine Lohnerhöhung von 1 Shilling zu be- willigen. 5000 Bergarbeiter in M o n rn o u t h s h i r e beschlossen am selben Tage den Streik fortzusetzen.— Dank der Gladstonc'schcn Redeguillotine wird die H o m e r u I e- B i l l im Lauf dieses Monats alle Stadien des Unterhauses durchgemacht haben und am 1. Sep- tember an das Oberhaus gelangen. Was dieses thun wird, ist seine Sache. Gladstone hat da nichts zu sagen. Verrnuthlich werden die Lords die Bill ohne lange Debatte verwerfen. Und dann ist es die Frage, ob Gladstone die sofortige Auflösung des Parlaments vermeiden kann. Er wünscht Zeit zu gewinnen für eine Herbstsession, in der er seine schwankende Majorität befestigen kann. Die Oppo- sition drängt auf unverzügliche Auflösung nach dem ablehnenden Beschluß des Oberhauses.— Ter Chicagocr Justizmord wird, wie unseren Lesern bereits nntgctheilt ward, von Gouverneur Altgeld in all seinen Einzelheiten enthüllt werden. Gouverneur Altgeld will und kann nachweisen, daß der Prozeß gegen Spieß und Genossen eine abgekartete Sache war, und einen Theil der großen Verschwörung bildete, welche im Winter 1835/6 von den anicrikanischen Kapitalisten in Szene gesetzt war, um die Achlstuudenbeweguug zu vereiteln. Hoffentlich beschränkt Altgeld sich nicht auf den Chicagoer Prozeß, sondern lüftet auch— was in seiner Macht ist— den Schleier, der das Treiben der Bourgeoisie in den ersten 4 Monaten des Jahres 1336 bis zur Maikatastrophe des Haymarket be- deckt. Daß Spieß und Genossen an dem verhängnißvollen Bombenwurf so unschuldig ivaren, wie neugeborne Kinder, ist durch Altgeld bereits festgestellt. Er kann, wenn er will, auch feststellen, wer die Bombe geworfen hat, und in wessen Sold es geschehen ist. Er kann weiter feststellen, daß vor der Maikatastrophe seitens der Pinkcrtonleute Versuche gemacht wurden, die Arbeiter zu Gewaltthätigkciten, namentlich zu Bomben- Attenraten zu reizen. Braucht er Material, so kann ihm solches durch Herrn Powderly beschafft werden, den Großmeister des Ordens der Arbeitsritter— einen gewiß unverdächtigen Zeugen, der zwar jetzt nicht gern gegen die Bourgeoisie Zeugniß ablegen wird, aber auf dem Zeugenstand leicht dazu gebracht werden kann. Herr Powderly hat beiläufig schon im Jahre 1886 sehr bestimmte und detaillirte Anklagen dieser Art erhoben, die niemals bestritten, geschweige denn zum Gegenstand eines Verleum- dungs-Prozesses gemacht worden sind. Genug— es ist Material in Hülle und Fülle vor- handen. Und wenn Herr Altgeld es benutzt, wird die staunende Welt sehen, daß die schmutzigsten Praktiken des Metternich'scken, Napoleonischen und Bismarck'schcn Spitzel- und Lockspitzelthums von der republikanischen Bourgeoisie der Vereinigten Staaten geübt uitd übertroffen worden sind.— parkeiNÄltzrickJken. Tortmund. Montag Morgen bekam die Frau unseres Genossen Böiger, der bekanntlich jetzt in Münster im Gefängniß sich befindet, von der Gefängnißverwaltung einen Fragebogen zugestellt, worauf sich eine ganze Anzahl Fragen, unter anderen die folgenden befanden:„Frage: 1. Wie ist sein(Bölgers) Ruf im Allgemeinen? 2. Unterhielt er Beziehungen zu politischen Parteien, welche Tendenzen destruktiver Natur verfolge»? 3. Ruf der Ehefrau? 4. Erscheint die Ehe glücklich? 5. Herrscht Trunk- sucht in der Familie?"— An die Polizei, Ortsgeistliche und Lehrer zur Beantwortung.— Wir wollen nicht abstreiten, daß es bei Verbrechern, z. B. Mördern, Raufbolden, Messerhelden, Brandstiftern, Bankrotteuren, Hochstaplern, Einbrechern u. f. w. gegenüber ganz am Platze ist, sich nach ihrem Lebenswandel und Familrenleben zu erkundigen. Daß man aber bei Vergehen wie sie hier bei Bölger vorliegen, der sich in der Vertheidigung der Rechte der bedrückten Bergleute seine Strafe geholt hat, die man absolut nicht mit den hier angeführten in Vergleich bringen kann, in dieser Weise verfährt, ist unerhört. Zu welchem Zweck stellt man übrigens diese Fragen? Will man Bölger, wenn er Sozialdemokrat ist, unter verschärfte Gefängniß- zucht stellen? Will man, wenn der Ruf Bölger's oder derjenige seiner Frau, nach Ansicht des berichtende» Pfaffen oder Lehrers, nicht„musterhaft" sei, oder wenn Trunksucht in der Familie herrscht, schärfere Saiten als durchgängig üblich ist, gegen Bölger aufziehen? Auf alle diese Fragen möchten wir im öffentlichen Jnleresse gern eine Antwort erhalten. Die durch die Verfassung „garantirte" Gleichheit vor dem Gesetz muß auch dem Ge- sangenen gegenüber gewährt bleiben. Ein Verfahren» welches den in Haft befindlichen Sozialdemokraten gegenüber anderen zurücksetzt, darf nicht zur Einführung kommen, dagegen ist euer- gisch Protest einzulegen. Ein salomouisches Urtheil. Der sozialdemokratische Kandidat des Kreises Eschwege- Schmalkalden hatte in Asbach, Kreis Schmalkalden, eine Wählerversammlung angemeldet, jedoch weigerte sich der Bürgermeister, eine Bescheinigung darüber aus- zustellen, wie es das Vereinsgesetz ausdrücklich vorschreibt, unter dem Hinweis, Sozialdemokralen dulde er nicht, dieselben dürften keine Versanunlung abhalten. Dasselbe Schicksal erfuhr Redakteur Huhn vom„Volksblatt für Hessen" am andern Tage selbst, bei dem Versuch, die Bescheinigung zu erlangen. Wegen dieses offen- baren Verstoßes gegen das Vereinsgesetz machte Huhn Anzeige bei der Staatsanwaltschaft zu Meiningen gegen den Bürgermeister wegen Mißbrauch der Amtsgewalt, die Staatsanwaltschaft gab dieselbe aber zur ressortmäßigen Erledigung an das Landrathsamt in Schmalkalden ab. Nun traf die Entscheidung des Herrn Land- ralhs von Schmalkalden ein, welche wirklich werth ist, der Nach- weit erhalten zu werden. Das Schriftstück lautet: Schmalkalden, den 17. August 1833. Auf Ihre an die Staatsanwaltschasl zu Meiningen gerichtete und von dort zur ressortmäßige» Verfügung an mich abgegebene Anzeige vom 1. d. M. theile ich Ihnen init, daß der Bürger- meister Eck zu Asbach angiebt, er habe die Erlaubniß zu der beregten Wählerversammlung deshalb versagt, weil die um die Erlaubniß nachsuchenden Personen hinsichtlich des Versammlungs- lokals keine ausreichende Angabe hätten machen können; sie hätten zwar gesagt, daß die Versammlung im Saale des Gastwirths Kümpel stattfinden würde, letzterer habe aber auf Befragen er- klärt, er stelle seinen Saal nicht zur Verfügung. Der durch den königl. Oberwachtmeister dieserhalb befragte Gastwirth Kümpel hat erklärt, er habe gehört, daß der Bürgermeister keine Er- laubniß gegeben, und deshalb seinen Saal nicht zur Ver- fügung gestellt, was er sonst gethan haben würde. Hiernach ist die Versagung der Erlaubniß zur Abhaltung der Wählerversammlung mit Recht erfolgt, da die Angabe des Lokals ein nothwendiger Bestandtheil der nach§ 1 des Vereinsgesetzes vorgeschriebenen Anzeige ist. Der königliche Landrath. (Name unleserlich.) An Herrn Redakteur Huhn zu 3. 1. 7156. Cassel, sr. Hohenthorstr. 2. Sollte es dem Herrn Landrath so ganz unbekannt sein, schreibt dazu das„Volksblatt für Hessen", daß der Bürgermeister überhaupt gar keine Erlaubniß zur Abhaltung einer Versamm- lung im geschlossenen Räume zu geben hat und deshalb auch dieselbe nicht verbieten kann, sondern daß er lediglich verpflichtet ist, die Bescheinigung über die Anmeldung und zwar sofort aus- zustellen? Was es heißen soll, daß der Anmeldende über das Ver- sammlungslokal keine ausreichende Angabe hätte machen können, ist uns unerfindlich und scheint uns jedenfalls ausreichend, daß mit Zustimmung des Wirthes dessen Saal als Versammlungs- lokal angegeben wird. Wirklich originell ist der Satz, daß der Gastwirth K., nachdem er gehört, daß der Bürgermeister die Versammlung nicht erlaubt habe, dann auch seinen Saal zurückgezogen habe, welches er sonst nicht gethan haben würde. Wie der Herr Landrath aus diesem Grunde, also nachdem der Bürgermeister eine ungesetzliche Handlung begangen, durch welche auch der Wirth gegen seinen Willen geschädigt ist, das Recht zu der Versagung der Erlaubniß, was demselben gar nicht zusteht, eine Rechtfertigung der Handhabung des Bürger- Meisters herleitet, kann uns nicht einleuchten. Nach dieser Aus- kunst und Entscheidung des Herrn Landraths werden wir nun einmal sehen, ob die Staatsanwaltschaft jetzt einschreiten und dir Sache in die Hand nehmen wird. Todtenliste der Partei. In Halle starb am Sonntag, den 20. August, in der Klinik unser Genosse, der Färbereiarbeiter Karl Hartmann im 65. Lebensjahre. Hartmann war ein treuer Anhänger unserer Parten Ehre seinem�Andenken! Polizeiliches, Gerichtliches«. I n D a r in st a d t fand am 22. d. M. wegen der in Nr. 145 der„Hessischen Volksstimme" enthaltenen„Mitlheilung aus dem Publikum", betr. Mißhandlung eines Arrestanten durch die Polizei, heute Nachmittag auf dem Redaktionsbureau in Mainz eine vergebliche Haussuchung nach dem Manuskript statt. Soztslo ZUeliersichk. An die Zimmerer Berlins und Umgegend. Kameraden! Arbeitsgenossen! Die Generalversammlung der Zimmerer Berlins, welche am 23. Juli tagte, hat einem lang gefühlten Bedürfniß abgeholfen und eine einheitliche Organisation für die Zimmerer Berlins und Umgegend geschaffen; die Aufgabe dieser Organisation soll es sein, die mangclndO Einigkeit unter den hiesigen Kameraden, endlich wieder herzustellen, sie soll ferner die Interessen derselben' nach jeder Richtung hin vertreten, sie soll das Band sein, welches uns verbindet, um der von Tag zu Tag zunehmenden Ausbeutung unserer Arbeitskräfte durch einige Bevorzugte der heutigen Gesell- schastsordnung entgegenzutreten. Kameraden! Diese empörenden grausamen Zustände, welche dem Einen gestatten, den Verdienst Tausender von Arbeitern einzustecken, während der Arbeiter nicht soviel erhält, um sein Leben menschlich zu gestalten, sind ungerecht. Wahrlich, man muß an der menschlichen Denk- fähigkeil und Thalkraft verzweifeln, wenn man sieht, daß Ihr diese unsinnige Knechtung ruhig über Euch ergehen laßt, ohne Euch aufzuraffen, um diese Zustände zu beseitigen. Wir rufen Euch zu: Es ist die höchste Zeit, um Wandlung zu schaffen! Ihr seid gemahnt! Der Sommer, die sogenannte Ernte für die Bauhandwerker, ist vorüber, der Winter steht vor der Thür. Habt Ihr von Eurem Verdienst Ersparnisse machen können? habt Ihr Eure Schulden vom letzten Winter zu bezahlen vermocht? Seht Ihr dem kommenden Winter mit leichtem Herzen entgegen? Rein! Denkt an Eure Verpflichtung, an Frau und Kinder, an die Miethe, Steuern und sonstigen Abgaben, die von Euch gefordert werden. Arbeitsgenossen! Run ist es aber Aufgabe eines jeden ziel- bewußten Kameraden, danach hinzustreben, daß diese elenden, er- bärnilichen und ungerechten Zustände geändert, gebessert werden, dies muß und kann dadurch geschehen, daß wir den Klassen- kämpf, und zwar auf wirthschaftlichem Gebiet, mit allen uns zu Gebote stehenden Mitteln führen; infolge dessen ist es Pflicht eines Jeden, der die Besserung seiner Lage herbeiwünscht, sich derjeni- gen Berufsorganisation anzuschließen, welche den Kampf gegen die herrschende Ausbeuterklasse aus ökonomischem sowie politischem Gebiet gleichzeitig führt. Deshalb fordern wir Euch alle auf, an der Berathung, auf welche Art wir eine Besserstellung der Zimmerer Berlins herbei- führen können, Theil zu nehmen und ersuchen Euch, in der Versammlung zu erscheinen. DerVorstand. I. A.: Ernst Obst, Blunienthalstraße 8. Alles Nähere siehe Annonce in heutiger Nummer. Achtung, Stuckatenre! Jedes Jahr im Spätsommer müssen wir immer wieder berathen und Schritte thun, wie wir die leidige Fenstersrage und offenen Koaksfeuer auf den Bauten beseitigen können, von feiten des Unternehmerthums ist nichts zu hoffen, die rohe Prosttivuth läßt es nicht zu, eine Abänderung zu schaffen. So, Kollegen, tritt auch in diesem Jahre an uns wieder, wie in allen Vorjahren, die Nothwendigkeit heran, Schritte zu thun, die wir anwenden müsse», um unsere Gesund- heit, unser Leben, gegen die Profitgier des Kapitals zu schützen. Es ist bezeichnend für die heutige Gesellschaft, daß wir alle Jahre dieselbe Frage auf die Tagesordnung setzen müssen, daß wir immer wieder von neuem zu diesem Kamps gezwungen werden. Ferner müssen wir entschieden Front machen gegen die unerhörten Mißstände, die Lohndrückerei, die sich überall breit macht. Es ist Pflicht eines jeden Kollegen, zu der am 28. August, Abends l/z8 Uhr, bei Deigmüller, Alte Jakobstraße 48a, stattfindenden öffentlichen Versammlung zu erscheinen. Speziell sind die Kollegen der Firmen Caspari, Groß, Völkel, Beinlich und Hendschke hierzu eingeladen. Die Vertrauensleute. L. Kleinert, Berlin W„ Bülowstr. 40. Martin Müller, Btelin N., Swinemündersir. 123. Ter beschwerliche Dienst unserer Lokomotivführer hat jetzt insofern eine Erleichterung erfahren, als ihnen seit kurzem gestattet ist, während der Fahrt kleine Stühle oder Drehschemel zum Sitzen zu benutzen. Bisher war ihnen das Sitzen bei der Fahrt verboten. Für den Inhalt der Inserate übernimmt die Redaktion dem Vublikum gegenüber keinerlei Verantwortung Theater. Freitag, den 26. August. Kroll's Theater. Ein Mastenball. Leffing Theater. Menschen. Friedrich- Wilhelmstädt. Theater. Nanon. Adolph Ernst- Theater. Goldlotte. Viktoria Theater. Frau Venus. Alexanderplatz Theater. Das Damenbad. Vorher: Madame Farkas, oder: Meine Tante, deine Tante. National Theater. Lehmann auf der Weltausstellung in Chicago. Apollo Theater. Vorstellung. Königl. italienischer Circus| Seut sind es gerade 40 Jahr,[ 47322 Ernesto Ciniselli. Stadtbahn- Station: Zoolog. Garten. Heute, Freitag, den 25. Auguß, Abends 8 Ahr: Erstes Wiederauftreten des außerordentlich beliebten Jongleurs, Mala baristen Chevalier Roberto Alfonso. Auftreten der in ihrer Art einzig dastehenden Luftgymnastikerinnen Geschw. Chiarini. Miss Käthe Lee in ihren graziösen Trabtouren zu Pferde. Zum 1. Male: Matador, dunkelbrauner Hengit in allen Gangarten der hohen Schule geritten ohne Sattel und Baum von Herrn Footitt. Wiederauftreten des großartigsten Saltomortalereiters der Welt Herrn Julius. Auftreten der beliebten Clowns Gebr. Didis und Eugenie Weldemann, sowie der perren Gebr. Martinek, Tunti, Caro, Folchini, Lionard etc. Spezialitäten Morgen, Sonnabend, den 26. Auguft: Als Karl Fölber geboren war. Dies ist ja nun fein seltener Fall, Heut ist's der richtige Rettungsball. und wird mit uns den Tag begießen. Das läßt sich Karl nicht verdrießen, Unferm Kollegen Mag Schmidt ( gen. Kleiner Onkel) zu seinem heutigen Geburtstag ein dreifach donnerndes Hoch! 1548b Die Kollegen von Oben und Unten. Todesanzeige. Am Dienstag, den 22. d. Mts., verstarb nach kurzem aber schwerem Leiden im 29. Lebensjahre mein theurer heißgeliebter Mann, unfer lieber Sohn, Bruder, Schwager und Onkel, der Brauer Friedrich Keller, Inhaber der Zentral- Herberge für Brauer. Um stilles Beileid bitten die tiefbetrübte Gattin Louise 1543b Kantor's Variété. Spezialitäten: 1. große Parforce- Vorstellung. teise Keller geb. Moewes, te. Kaufmann's Vorstellung. National- Theater. Große Frankfurterstraße 132. Gastspiel der badischen Kammerfängerin Frl. Adolphine Grimminger. Sensationelle Novität! Lehmann auf der Weltausstellung in Chicago. Große Ausstattungsposse mit Gesang und Tanz in 5 Auszügen von Eugen Prudens. Kouplets v. Linderer. Musit von Adolph Wiedecke. Regie: Mar Samst. Kassenöffnung 51/2 Uhr. Anfang der Abend- Vorstellung 72 Uhr. Im Garten auf der Sommerbühne: Novität: SchweizerGarten. Am Königsthor. Haltestelle der Ringbahn. Seute, sowie täglich: Extra- Vorstellung mit neuen Spezialitäten. Garreton- Troupe. Familie Grunatho. Emmy Bender. Max Grabow it. s. w. Volksbelustigungen aller Art. Täglich: Wirkliches Wasser! Wirklicher Regen! Entree 30 Bf- Grosser Ball. Berlin unter Wasser oder: Kneipp's Wafferkur". Posse mit Gesang und Tanz in 2 Akten von Mylius. Regie: Hugo Hummel. Musik von Meyer. Vorher: Novität! Chansonetten Liebe. Posse mit Gesang in 1 Att von Eugen Prudens. Regie: Fritz Schäfer. Vor, nach und zwischen den Possen. Auftreten von Spezialitäten 1. Ranges. Morgen: Dieselbe Vorstellung. Eltern, Geschwister und Verwandte. Berlin. Amrisweil( Schweiz). Die Beerdigung findet am Sonnabend, den 26. August, Nachm. 4 Uhr, von der Leichenhalle der kgl. Charitee nach dem alten Nikolai- Kirchhof am Prenzlauer Thor statt. Arbeiter- Bildungsschule Nord. Versammlung am Sonntag, den 27. d. M., Ab. 6 Uhr, bei Philipp, Rosenthalerstr. 38. Tagesordnung: " 1. Vortrag des Genossen Mähr über Die Entwickelung der Volksschulen in Breußen." 2. Diskussion. 403/9 Nachdem Gemüthi. Beisammensein. Die Kommission. 55 E. Engel, Sandstraße Nr. 1a. Gemischter Chor Klarheit". ratweil'schette es Bierhallen Vor Beginn der praktischen Thätigfeit wäre es erwünscht, unsern Chor zu einem möglichst großen u. wirklich gut besetzten herangewachsen zu sehen. Besonders empfehlen wir allen im Süden und Westen wohnhaften Kommandantennte.77-79. Damen, die gern singen, diese Gelegenheit, und bitten, bis auf weitere BeTäglich von 5 Uhr ab: Grosses Frei- Concert. tanntmachung in diesem Blatte alle Soiréen der Leipziger Sänger vom Meldungen hierzu noch in diesem Monat rechtzeitig zu senden an Kryftall- Palaft. Adolph Ernst Theater. Anf. Wochent. 7%, br. Entree 15 Bf., Zum 69. Male: Goldlokke. Gesangspoffe in 3 Atten v. Ed. Jacobson u. W. Mannstädt. Kouplets theilweise von G. Görss. Musik von W. Steffens. In Szene gesetzt von Adolph Ernst. Anf. 7 Uhr. Fauteuil 2,50 M. Der Sommergarten ist geöffnet. Morgen: Dieselbe Vorstellung. Central- Theater. Direktion: Richard Schultz. Alte Jakobstrasse No. 30. Donnerstag, den 31. August, Gröffnungs- Vorstellung. Der Billetverkauf beginnt am Montag, den 28. August, an der Tagestaffe des Theaters und im Invalidendank, Markgrafenstr. 51a. Castan's Panopticum. refervirt 25 Pf. Anf. Sonntags 6 Uhr. Entree 30 Pf., reservirt 50 Pf. Anerkannt gute Küche. Säle für Festlichkeiten u. Versamml. Programm unentgeltlich. Carl Koch. Ostbahn- Park am Küstriner Plaz, Hermann Jmbs. Rüdersdorferstr. 71, am Ostbahnhof. Konzert, Täglich: Theater und Spezialitäten- Vorstellung. Neu u. sensationell: Little Alfons, der phänomenale Lawinensturztünstler. The Moras, musikalische Excentrics, 1 Dame, 1 Herr. Troupe Metzetti, Parterre- Afrob... 2 Herren, 2 Knaben, 1 Mädchen. Emmy u. Reinhold Hintsche, Gesangs- u. Charakter- Duettisten zc. Voltsbelustig. jeder Art. 4 Kegelbahnen z. Verfügung. Kaffeeküche geöffnet an Wochentagen von 2 bis 6 Uhr, Sonntags von 2-5 Uhr. Riesen- Schlangen- Gesellschaftshaus. Familie aus Carl Hagenbeck's Thierpark. Ohne Extra- Entree. PassageAlt Moabit 80 u. 81. Täglich: Theater- und SpezialitätenVorstellung sowie Concert. Anfang 4 Uhr. Entree 30 Pf., refervirter Platz 50 Pf. 4127L* Helmuth Peters. Filzpantoffel- u. Pantineugesch., Martin Bombelfe, Lehrer, Gräfestr. 33. Dirigenten- Verband des Arbeiter- Sängerbundes. Sonntag, den 27. August, Vorm., Probe der zu unserm Stiftungsfest mitwirkenden Sänger im oberen Saale der Arminhallen, Kommandantenstr. 20. Tenöre um 10 Uhr, Bässe um 11 Uhr. Um pünktliches Erscheinen bittet 15456* 0. Suchsdorf, Hochstr. 29. Kaufmann's Variété Stadtbahn- Station Alexanderplatz. Sonnabend, den 26. August: EröffnungsProbe- Vorstellung von Internationalen Künstlern I. Ranges. Sensationelles Programm. Anfang 8 Uhr. Entree 50 Pi. MoritzPlay. A. Zimmermann. Etablissement Buggenhagen. Moritz Play. Täglich: Gr. Garten- Konzert. Gr. Frühstücks- u. Mittagstisch. Spezial Ausschant von Pazenhofer Lagerbier, hell und dunkel. Bei ungünstiger Witterung findet das Stonzert in den unteren Restaurationsräumen statt. Entree Wochent. 10 Pf. Sonnt. 25 Pf. Säle für Versammlungen, Kommerje, Festlichkeiten 2c. Panopticum. feit 20 Jahren bestehend, ist wegen Buchführung. Sämmtl. einſchl.Arbeiten, Grösstes Schau- u.VergnügungsEtablissement der Welt. Entree 50 Pf. Lügowstraße Victoria- Brauerei,-112. Garten resp. Saal ( außer Täglich Sonnabends) Stettiner Sänger Stets wechselndes Programm. Anfang Sonnt. 7 Uhr, Wochent 8 Uhr. Entree 50 Pf. Borverkauf Billets Sonntags feine Giltigkeit. Bierverl., Grünframgefch. m. Hausverwalt. sof. bill. Auskunft Antlamerstraße 58, Restaur. 15496 Todesfall sof. zu verk., event. werden die Waarenbestände abgegeben. 418M Schmidstr. 22, Keller. stunden- u.halbe tageweise, übernimmt bill.., Buchhalter, Saarbrückerstraße 7, 1 Tr. lints. 1581b Berlag des Vorwärts" Berliner Volksblatt 99 Berlin SW., Beuth Straße 2. = Für Vereine, Lesezirkel, Privatbibliotheken, Arbeiterbildungsschulen und zu Agitationszwecken empfehlen wir den Parteigenossen die Schriffen von Auguft Bebel Neueste Auflage. Brosch. Die Frau und der Sozialismus. Mr. 2, Geb. 2,50. Das Bebel'sche Buch ist, wenn man von den Schriften eines Karl Marr und und Friedrich Engels absieht, das bedeutendste litterarische Erzeugniß, welches der deutsche Soztalismus hervorgebracht hat. Wer den Inhalt des Sozialismus und feine Biele genau fennen lernen will, wird nicht umhin tönnen, sich der Leftüre desselben zu unterziehen, dessen großer Fleiß und strenger, fittlicher Ernst selbst bet den delikatesten Fragen auch seitens des Gegners offen anerkannt werden müssen. Charles Fourier. Sein Leben und seine Theorien. Mit einem Phalanstères. Unsere Ziele. Porträt Fouriers und einer Abbildung des Broschirt Mt. 2,- Gebunden Mt. 2,50 Eine Streitschrift gegen die demokratische Korrespondenz. Neue Aufl. unt. der Preſſe. Mt. 0,30 Die Schrift ist ein historisches Dokument der deutschen Sozialdemokratie, troßdem der damalige Standpunkt des Verfassers nach verschiedenen Richtungen hin überholt ist. Zu den Landtagswahlen in Sachsen. gelegentlich der Ergänzungswahlen zum sächs. Landtage im Jahre 1891. Mt. 0,15 Bur Lage der Arbeiter in den Bäckereien. mr. 1, Nach einer vom Verfasser vorgenommenen Enquete, welche die schauderhaften Bustände über Arbeits-, Lohn- und Wohnungsverhältniffe im Bäckergewerbe zum ersten Mal statistisch bloslegt und nicht blos unbestritten blieb, sondern durch die seitherigen Untersuchungen nur bestätigt wurde, ohne die geforderte gesetzliche Regelung zu finden. vom 16. bis gegen Ende des Die Entwickelung Frankreichs 18. Jahrhund. Mt. 0,15 Eine fulturhistorische Stizze über Frankreichs Reformationstämpfe, die Zeiten des Fürstenwahnsinns und der tollsten Verschwendungssucht, die darauf fol= gende Revolution der Geister, welche in der politischen Revolution von 1789 in die äußere Erscheinung trat. Die Mohamedanish- Arabische Kultur- Periode. Mt. 0,50 2. Auflage. Populäre Darstellung zweier Kulturperioden im Orient und in Spanien, die dort vom vordringenden Christenthum brutal vernichtet wurden. und sein Programm vom sozialistischen Standpunkt Mt. 0,10 Das Reichs- Gesundheitsamt sozialistischen beleuchtet. Ein nach dem Fall des Sozialistengesezes doppelt interessant gewordene Broschüre: wie die Sozialdemokratie 1878 zu Regierungsvorlagen stand, wenn sie in dem Boden moderner Entwicklung wurzelten, und wie die bürgerlichen Parteten unterschiedslos frondirten, wenn dem privattapitalistischen Ausbeutungsschwindel Gefahr drohte. des Deutschen ReichsDie parlamentarische Thätigkeit tages und der Landtage von 1874-1876. 2. Auflage. Mt. 0,25 Die Thätigkeit des deutschen Reichstags 1887/89. Mt. 0,50 Die beiden Broschüren, gleichsam eine furze fritische Geschichte der deutschen Reichspolitik während der verflossenen anderthalb Jahrzehnte, bieten eine solche Summe historischen Materials, daß sie für jeden unentbehrlich sind, der am politischen Leben der Gegenwart Interesse nimmt. Gloffen Gestalt des Christenthums"( Etude sur les doctrines Yves Guyot's und Sigismond Lacroix's" Die wahre sociales du christianisme). Nebst einem Anhang: Ueber die gegenwärtige und künftige Stellung der Frau. 3. Durchgesehene Auflage. mt. 0,30 In tnappen, scharfen Umrissen, eine Darlegung, daß alle religiösen Bewegungen im Grunde sozialer Natur sind insbesondere mit Bezug auf Luther's reaktionäre Reformationsbewegung. Der Anhang ist die Quintessenz der betreffenden größeren Schrift aus des Verfassers Feder. Christenthum und Sozialismus. zwischen Heren Kaplan Hohoff in Hüffe und Bebel. Eine religiöse Polemit Mt. 0,10 Ist zur Massenverbreitung namentlich in katholischen Gegenden sehr geeignet. Rede Unsere wirthschaftliche und politische Lage. Beber's gehalten im September 1892 im Kasino Zürich. Mt. 0,20 Stehendes Heer oder Volkswehr? Rede Bebel's zur Militairvorlage, gehalten im Reichstage am 13. Dezember 1892. Mr. 0,10 vor dem deutschen ReichsDie Soldatenmißhandlungen tage. Stenographischer Bericht über die Sigung vom Freitag den 13. März 1891. Enthält Reden Bebel's und Anderer. Mt. 0,15 Verhandlungen des Reichsmt. 0,25 Die Soldatenmißhandlungen. tags v. 10. u. 21. März 1893. Enthält Reden Bebel's und Anderer. Wiederverkäufer erhalten Rabatt. Bei Aufträgen von außerhalb ersuchen wir um gleichzeitige Einsendung des Betrages.( Porto ertra.) Oranien- Bad Oranienstrasse 44. Abonnements I. KI. 60 Pf., II. Kl. 3 Bäder 1 M Dampfkasten- Bäder. Einpackung und Massage. 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COCO- Neptun ist in den Droguen- und Colonialwaaren- Handlungen in Blechdosen zu 10 25 50 125 Pfg. hinreichend für 8 20 40 100 Liter zu haben. Hauptniederlage für Berlin: Handelsgesellschaft Noris, Zahn& Co. Bersandt nach Orten, wo sich noch keine Niederlage befindet, gegen Einsendung von Mt. 1.- in Briefmarken. Verantwortlicher Redakteur: Robert Schmidt in Berlin. Druck und Verlag von Mag Bading in Berlin, SW, Beuthstraße 2. Hierzu eine Beilage. Beilage zum„ Vorwärts" Berliner Volksblatt. Nr. 199. Tokales. Freitag, den 25. August 1893. " 10. Jahrg. Die Frechheit, mit welcher Kommissionäre, Agenten, daß das Publikum ein Recht hat zu der Forderung, daß den Stellenvermittler und wie sonst diese Spezies von Schwindlern Vertretern der Presse in dem Choleralazareth die ungeschminkte Den Vertheidigern des Gegenwartsstaates ins Stamm sich zu nennen beliebt, ihre Opfer ausbeuten, wurde unfererseits Wahrheit mitgetheilt werde. So gut die Anzahl der Erkran buch. Wir lassen hier einige Tagebuchblätter folgen, die in ihrer schon vielfach beleuchtet. Aber schier unerschöpflich bleibt der fungen behördlich mitgetheilt wird, ebenso wenig darf der Schlichtheit eine gewaltige Anklage gegen die herrschenden Born ihrer schmutzigen Thätigkeit, immer neue Legionen Dummer Deffentlichkeit vorenthalten werden, wie die Erkrankungen entSozialen Verhältnisse bilden. Ter Verfasser der Tagebuchblätter finden sich, die in das Garn dieser Vampyre" gehen. Berlin, standen sind, insbesondere wo der Herd der Seuche zu suchen ist. ist ein 57 Jahre alter Handlungsgehilfe, der, wie er uns schreibt, die Metropole der Intelligenz" marschirt natürlich auch nach Zur Blutthat in der Friedenstraße erfahren wir, daß zuletzt 11 Jahre in einem sehr reichen Handlungshause angestellt dieser Richtung hin an der Spitze, und zahllos ist das Heer der war und seines Alters und eingetretener Taubheit wegen vor weifelhaften Subjekte, die gewohnt sind, das Buchthaus be- der Hospitalit Rombach in Haft behalten und nunmehr der einigen Wochen entlassen wurde. Namentlich wegen der Schwer- ständig mit dem Aermel zu streifen, die aber doch niemals recht föniglichen Staatsanwaltschaft vorgeführt worden. Was Rom hörigkeit war es ihm unmöglich, eine Stellung zu finden, die zu fassen sind. Nur die immer mehr zunehmende Arbeitslosigkeit, bach belastet, haben wir vor einigen Tagen bereits mitgetheilt. wenigen Ersparnisse waren bald aufgezehrt und während der das Hasten und Jagen nach irgend einem Unterkommen bringt Er versuchte die Belastungsmomente dadurch zu entkräften, daß fieben Tage der vergangenen Woche hat der greise Proletarier es mit sich, daß sich immer wieder Leute finden, welche bereit er es als unmöglich hinzustellen bestrebt war, daß er in der einfach gehungert. Der Schreiber des Tagebuches sagt aus- find, die horrenden Summen, welche die Agenten als Honorar" kritischen Zeit in dem Zimmer der Emma Trappe hätte sein drücklich, daß er kein Sozialdemokrat sei, daß er andererseits für die Vermittlung von Stellen fordern, bereitwilligit zahlen. tönnen. Als nach der That, so argumentirte er, der Schlosser unserer Partei aber niemals feindlich gesinnt war. Hier sind die Am meisten haben unter diesem Vermittlungsunwesen jeden- das Zimmer aufgebrochen habe, habe er die Thür von innen sein muß dem Schicksal die Hand Er verkehrt in dem beAufzeichnungen eines Verhungernden, die grauenhaften Selbst- falls die Bäcker, Konditoren, Geschäftsdiener, Köche, Kellner 2c. verriegelt gefunden. Hiernach tönne nur Helbing oder die Trappe beobachtungen eines Mannes, der fühlt, daß er zum langsamen zu leiden. Eine ganz besondere Praxis befolgen diejenigen die That ausgeführt haben. Die Kriminalpolizei stellte sogleich Hungertode verdammt ist. Würden alle, die am Wege sterben, die Agenten, die sich mit dem Placiren von Kellnern beschäftigen. nach dieser Richtung Nachforschungen an, die jedoch für Rombach Kraft und Selbfibeherrschung besitzen, den herrschenden Klassen Die Vermittlungsgebühren schwanken hier von 5-25 M. und ein ungünstiges Ergebniß hatten. Man stellte nämlich fest, daß die Geschichte ihres Unterganges in ähnlich ergreifender Weise mehr. Nun ist es flar, würde der in Stellung Gebrachte allzu der Riegel, auf den es antam, gar nicht funktionirt hat, womit entgegenzuschleudern wahrhaftig, die Welt würde wieder- lange dort verbleiben, so würde der Agent an dem Hause lange Rombach's Argument hinfällig wurde. Ob die That strafrechtlich hallen von dem Röcheln der im Kampf ums Dasein zu Tode nichts verdienen. Das liegt natürlich nicht im Interesse des unter den Begriff des versuchten Todtschlags oder der schweren Getroffenen. Und wie im Kriege die wenigsten in offener Feld Stellenwucherers. Dieser handelt denn nach dem Grundsay cor- Rörperverletzung fällt, steht noch dahin. schlacht den sogenannten Heldentod erleiden, sondern im Chauffee- riger la fortune, Daß gewisse Leute nicht alle werden, beweisen die von graben ruhmlos an Krankheiten eingehen, so stirbt die Mehrzahl bieten, unterstüßend eingreifen. der sozialen Streiter abseits von dem Kampfgewühl in stiller treffenden Lokal, macht große Weinzechen und siehe da, einige Tag zu Tag trotz aller Warnungen der Zeitungen sich noch immer Verborgenheit, und wenn es hoch kommt, widmet der Polizei- Tage darauf werden zufälliger" Weise einige Kellner für wiederholenden, an sich sehr plumpen Schwindeleien mit unechten bericht in seiner tnappen Kürze dem heldenhaften Dulder eine untauglich befunden und entlassen. Es soll sogar nichts Seltenes Ringen, mit fogenannten Neppringen. Dieser Schwindel spielt trockene, amtliche Zeile als Grabschrift. und der„ Gastwirthsgehilfe" hat vor beinahe Jahresfrist sich mit geringen Variationen stets folgendermaßen ab: Das Der Verfasser des Tagebuches nennt seine Niederschrift selbst einen solchen Fall mit voller Namensnennung veröffentlicht, Opfer wurde auf der Straße angeredet und nach dem Wege nach Das Tagebuch eines verhungernden Gehilfen". Lassen wir die ohne gerichtlich belangt worden zu sein, daß Wirthe oder deren einer bestimmten Straße gefragt, in der ein Leihhaus liegen solle. Der Fragesteller bemerkt zugleich, daß er wegen augenblicklicher Zeilen, die für sich selbst sprechen, folgen: Vertreter mit dem Kommissionär den Raub brüderlich theilen. wechseln nicht so häufig. Sie zahlen dem Agenten gewöhnlich dritte Person, der Helfershelfer des Neppers, hinzu, bewundert Eine andere Praxis wird den Köchen gegenüber geübt. Diese Geldverlegenheit sofort einen Ring versehen müsse und holt dabei den Ring gleich hervor. In diesem Augenblick tritt nun eine schon vorher eine Summe, müssen sich aber dann wenn ihnen als Kenner den Ring und erklärt sich auf der Stelle bereit, ihn eine Stelle zugewiesen, verpflichten, von jedem Monatsdes Vermittlers, an dem Verdienste des Arbeiters mit zu theures Andenken sei, nicht verkaufen zu können und bittet zu gehalt einen bestimmten Prozentsaz abzuführen. Das Privileg Eigenthümer aber bedauert lebhaft, den Ring, der ihm ein für 30 M. oder irgend eine höhere Summe zu kaufen. Der Nachmittags: partizipiren, erstreckt sich oft auf Jahre hinaus, wie folgender gleich den Dummen, ihm darauf gegen eine Provision einige " Revers", den ein Roch unterzeichnen sollte und der uns im Mark für wenige Tage zu leihen. Kein Tag vergeht, an dem Original vorliegt, beweist: Unterzeichneter zahlt dem Herrn Guthjahr für die nicht Dieser oder Jener auf diesen Schwindel hineinfiele. Stelle als Küchenchef im Deutschen Haus", Eberswalde, Durchgebrannt ist der zwanzigjährige Kommis Emil Laten35 M. und zwar 20 M. beim Abschluß des Engagements, dorf mit 8000 Mart, die er seinem Prinzipal entwendet hat. 15 M. nach 90tägiger und.... M. nach 180tägiger Es ist wahrscheinlich, daß Latendorf sich in Begleitung eines Thätigkeit. Sollte Unterzeichneter nach 12 Monaten obige anderen Kommis auf dem Wege nach Indien befindet. Der Stelle noch inne haben, so verpflichtet sich derselbe, noch Flüchtige hat blondes Haar, blaue Augen und eine dicke, nach 20 M. zu zahlen. Sollte ich die Stelle 24 Monat inne oben gebogene Nase. haben, so zahle ich fernere 15 M. Sonntag: Früh: Kaffee, der letzte. Mittag: Warmes Essen zu 50 Pf., das lezte. Abends: Butterbrot, Käse, Wurst, das letzte. Von dem Sonnabend vorher gekauften Brot à 25 Pf. bleibt noch ein handgroßer Rest. Montag: Früh: 0. Auf der Arbeitssuche den ganzen Tag über( 30 Grad Hige) zuweilen ein Glas Bier. Ein Paar Würste. Knurrender, drehender Hunger. Dienstag: Wie gestern. Biel Wasser trinken. Nachmittag ein Glas Bier und ein Brötchen, die letzte vernünftige Speise. Abends und Nachts wüthende Begierde nach Essen. Mittwoch: Den ganzen Tag nicht einen Bissen. Biel Wasser, dem ich etwas Essig zusetze. Nagender, wie Gift fich einbohrender Hunger. Brechreiz, ohne daß es dazu kommt. Nacht unruhig, aufgeregte Phantasie, um den Hunger zu ver gessen, erzähle ich mir in Gedanken phantastische Erzählungen. Donnerstag: Den ganzen Tag feinen Bissen. Rein ausgeprägtes Hungergefühl. Sehr viel Essigwasser, um den Magen zu füllen. Biel im Bett. Brechreiz. Regungslos, immer von großen Schüsseln voll dampfender Speisen träumend, auch die Lavinia erschien mir, eine große Restaurateurschüssel voll Eisbeine über den Kopf hebend. Gelesen, genehmigt und unterschrieben Berlin, den... April Von einem Hunde schwer verletzt wurde vorgestern Abend der 12jährige Sohn der Naunynstr. 34 wohnenden Wittwe Aus einem uns vorliegenden Brief von eben derselben Selchow. Der Knabe hatte den auf dem Hofe des GrundFirma geht hervor, daß der eble Menschenfreund bei Saison- stücks 35 ohne Maultorb umherlaufenden Hund des Kohlenstellen sich begnügt, wenn der Placirte vier Saisons hinterein- händlers Otto so lange geneckt, bis dieser auf ihn lossprang und ander seinen Tribut ihm abladet". Es geht wirklich nichts über ihm die Muskeln des rechten Oberarmes zerriß. Das Kinderdie Bescheidenheit. hielt auf einer Sanitätswache einen Nothverband, mußte dann aber einem Arzt zugeführt werden. Freitag: Bis 11 Uhr im Bett. Wirth retinirt die Möbel im voraus wegen der nächsten Miethe. In meiner Abwesenheit Steuererheber hier gewesen. Kein Hunger. Ich mache Gänge und bemerke, daß ich sehr schwach geworden. Nachmittags im Langsamkeit der Rechtspflege beim Gewerbegericht. Bett, regungslos, Gesichter ausmalend, stetes Borschweben von Die erste Kammer des Gewerbegerichts bleibt in noch stärkerem Vermißt wurde seit einigen Tagen in dem Hause NeanderSpeisen. Nachmittags hacke ich mit Messer und Hammer einen Maße als die ordentlichen Gerichte hinter einer prompten, raschenstraße 27 der 47 Jahre alte Kaufmann Albert Abrahamsohn. Brocken des hartgewordenen Brotes ab, sonst den ganzen Rechtspflege zurück. Es wurde am 23. d. Mts. zu großer Ver- Die Polizei schritt gestern zur gewaltsamen Oeffnung der WohTag nichts gegessen. Abends ausgegangen, eine Viertel- wunderung der Beisitzer ein Beweistermin auf den 20. Dezember nung und fand den Gesuchten vor seinem Bette liegend, todt stunde oder zwei Stunden, ich weiß nicht, der Zeitsinn schwindet. vertagt! So lange soll die arme Arbeiterin warten, ehe sich ent- auf. Die Leiche wurde mit Beschlag belegt. Nachts: ich weiß auch nicht, ist es Schlaf oder etwas anderes, scheidet, ob sie Anspruch auf sieben Mart 80 Pf. hat. Die Beich höre die Uhr schlagen ohne nachzuzählen, ohne Langeweile lastung der Kammer beruht auf außerordentlich unzweckmäßiger 41 Jahre alte Metallhändler Karl Müller aus seiner Wohnung Mit einer Schußwunde in der rechten Schläfe ist der zu fühlen, aber Angst, Angst! Athemnoth. Einrichtung seitens des Magistrats. Ob dieser Langsamkeit der vor dem Stralauer Thor 35 in das Diakonissenhaus Bethanien Sonnabend: Den ganzen Tag keinen Bissen. Justiz zu steuern Herr Zelle neben seiner durch Ansprachen an Kein Hunger. Biz 3 Uhr Mittags im Belt unter Fortsetzung Soldaten in Anspruch genommenen Zeit Gelegenheit nehmen wird? eingeliefert worden. Wie sich herausgestellt hat, ist Müller in der Lethargie in voriger Nacht. Schreibe Gesuche( die wievielten!), geringfügige eheliche Zwiftigkeiten gerathen und hatte die Abwill bei dieser Gelegenheit in der Sonne mich ergehen, komme aber nur bis zur nächsten Straßenecke. Jns Bett, Phantasien, machung: Es ist mehrfach festgestellt worden, daß als„ geDer Polizeipräsident veröffentlicht folgende Bekanntwesenheit der Gattin benußt, um sich aus einem Teschin in selbstmörderischer Absicht einen Schuß beizubringen. Sein Zustand traumhaftes Plappern des Geistes. Spät Abends aus der Lethargie trocknete Morcheln" hier vielfach nicht echte Morcheln, sondern läßt wenig Hoffnung auf Wiederherstellung zu. erwachend, treibt mich die Unruhe hinaus, die Schwäche wieder die ihnen äußerlich ähnlichen Lorcheln feilgehalten werden, deren heim. Die Nacht wie vorher; ich glaube, es ist mehr Bewußt- Genuß, besonders wenn denselben alte, ausgewachsene, wurm Inhaberin eines Seifengeschäftes in der Adalbertstr. 49, Frau V. Durch Glassplitter erheblich verlegt wurde gestern die losigkeit als richtiger Schlaf. ſtichige und faule Exemplare beigemengt sind, leicht für die Ge- Sie zog aus einem Apparat Petroleum ab und neigte den schon Sonntag. Bis Eins im Bett. Schwindel, der von nun fundheit gefährliche Folgen haben kann. Ebenso werden als ziemlich leeren Behälter nach vorn über. Dabei fiel ihr eine auf an anhält; traumhaftes Auffahren aus dummem, regungslosen getrocknete Champignons" außerordentlich häufig nicht diese, dem Apparat stehende volle Flasche auf den Leib, zerbrach und Hinstarren. Ich will etwas aufheben und falle dabei auf die sondern die zerschnitenen Stiele und Hüte des Steinpilzes nach verletzte sie durch die Glassplitter am Rops, im Gesicht und am Stirn. Summen und Trillern; im Kopf dicht über den Augen Entfernung der Röhrenlamellen verfauft, welchen gelegent- rechten Arm. Frau V. hatte dabei ihr 1/2 Jahre altes Kind anhaltender Druck. Beim Durchstöbern des Küchenschrantes finde lich auch giftige Pilze, wie der Hörnling", der Knollen- auf dem Arm, das wie durch ein Wunder unverleßt blieb. ich ein uraltes Butterbrot, schon schimmelig, das ich mit Meffer blätterschwamm" und andere beigemengt sind. Es wird daher und Hammer zerkleinere und mit Freude verzehre. Der Genuß die größte Vorsicht nicht nur beim Einsammeln, wobei alle ver- Einem Leichenfledderer ist wiederum ein infolge der hat einen merkwürdig ermunternden Einfluß, ich denke wieder dorbenen und schädlichen Exemplare fern zu halten sind, sondern großen Hige ermüdeter Mann zum Opfer gefallen. In der an die Arbeitssuche. Aber mein Kopf hat eine Neigung zum auch für den Genuß derartiger Pilze anzuwenden sein, und Nacht zum 23. d. M. hatte sich der Boffenerstr. 52 wohnende Niederklappen und und die Beine tragen mich nicht, so empfiehlt es sich, die frischen wie getrockneten Pilze vor der Zu- Schuhmacher. Fupel auf einer Bant am Belle- Alliance- Plaz daß ich ans Arbeitsuchen in entfernteren Straßen nicht denken bereitung durch tochendes und faltes Wasser zu reinigen und niedergelassen und war eingeschlafen. Als er erwachte, mußte tann. Abends: ich stehe auf, der Kopf ist sehr schwer und eventuell aufzufrischen, um alsdann alle ungesund aussehenden er die unangenehme Entdeckung machen, daß ihm eine silberne schwindelig. Hunger nicht, wie die letzten 3 oder 4 Tage eben- Stücke zu entfernen. Hierbei sei bemerkt, daß das Fleisch des Uhr und eine 26 m. enthaltende Geldtasche entwendet worden falls nicht. Um 5 Uhr zu Bett. Ach, es wäre so schön, eßbaren Steinpilzes nach dem Trocknen weiß bleibt, während waren. wenn ich schon heute erlöst würde! Sechs Tage Hunger! seine gefährlichen Nebenarten blau zu werden pflegen. Montag: Den ganzen Tag nichts gegessen, außer einem abgehackten Brocken Brod. Bin rüstiger als gestern. Zwei Cholerafälle sind wiederum, wie bereits furz ge Nur geringes Hungergefühl, mehr allgemein, als vom Magen meldet, in Berlin festgestellt worden. Es handelt sich um zwei tommend. Die Nacht war ruhig, meist schlaflos und voll felt- Stieftöchter des Schiffseigners Pinnow, der mit seinem Fahr samer Sinnestäuschungen. Zweimal sehe ich mein Zimmer in zeuge seit einigen Tagen im Nordhafen ankert, und zwar um fahlem Licht aufschimmern, ich erhebe mich( mit offenen Augen), bie 20jährige Emilie Schlüffelburg und um die 16 Jahre alte fann mich aber nicht orientiren( nach den Fenstern), weil ich Anna Schlüsselburg. Dem 73. Polizeirevier wurde am Donnerstag mich in einem fremden Raum befinde. Ich fixire die Nachmittag gemeldet, daß das Geschwisterpaar an Brechdurchfall behaglich schöne Ausstattung genau, Möbel für Möbel, rechts erkrankt sei. Da namentlich das Befinden der einen Kranken von mir öffnet sich ein anderer behaglicher Wohnraum, halb sehr bedenklich erschien, wurde sofort die Ueberführung beider nahme, daß die diesjährige Lassallefeier am Sonntag, den Den Genossen des ersten Wahlkreises zur gefl. Kenntnißverdeckt durch eine Portiere, ich strecke wirklich den Arm aus, Mädchen nach dem Krankenhause in Moabit veranlaßt. Hier ist 27. August, durch einen Familien- Ausflug nach Köpenick( Pferdeum die Portiere zurückzuschlagen, und stoße an die Wand neben in beiden Fällen die asiatische Cholera festgestellt worden. bucht) festlich begangen wird. meinem Bett. Mehrmals schlage ich unmuthig mit der Faust Auf grund dieser Thatsache wurden nun sofort alle Personen, auf die mir zu nahe rückenden Trugbilder, um der Vision ein die sich an Bord des Kahnes befanden, in dem Moabiter Inseratentheil aufmerksam. Wir machen die Genossen auf die heutige Annonce im Ende zu machen, was auch hilft: die Erscheinungen zerfließen Barackenlazareth unter Beobachtung gestellt. Diese Personen bei dem Schlag. Rechts neben mir sehe ich auf einem Tischchen sind der Schiffseigner selbst, dessen Ehefrau, ein dreijähriger J. A.: Carl Petermann, Ritterstr. 49. eine Vase mit Blumenstrauß von so plastischer Greiflichkeit, daß Sohn und zwei Bootsleute, bei denen aber bis jetzt cholera- Marktpreise in Berlin am 22. August, nach Ermittelungen meine Hand unwillkürlich eine Bewegung darnach macht, obwohl verdächtige Erscheinungen nicht zu Tage getreten sind. Das des föniglichen Polizeipräsidiums. Weizen per 100 kg. guter von mein Geist ganz frei ist und ich weiß, daß es nur Vision Schiff ist sofort in allen seinen Theilen desinfizirt, wie auch 16,40-15,80 m., mittlerer von 15,70-15,20 M., geringer von und es überhaupt stockfinstere Nacht sei. Vom Hof her Lärm, sonst alle nöthigen Vorsichtsmaßnahmen getroffen worden sind. 15,10-14,60 M., Roggen per 100 Kg. guter von 18,80 bis Wagengeraffel und Kindergeschrei, alles natürlich Trug. Auch in den beiden neuen Krankheitsfällen scheint die Lebens- 13,40 M., mittlerer von 13,30-13,00 m., geringerer von 12,90 Mittags: Gänge machen, aber mein Gang ist schlürfend haltung der Betheiligten die Schuld zu tragen. Wie uns auf bis 12,50 M. Gerste per 100 kg. gute von 17,00-16,00 m., geworden; den Kopf aufrecht zu halten, fällt mir schwer. Umwegen mitgetheilt wird, sollen die Schwestern Gurkensalat mittlere von 15,90-15,00 m., geringe von 14,90-14,00 m. ( Abends 6 Uhr findet Schreiber dieses eine kleine Geldsen gegessen und darauf Wasser getrunken haben. Genaues war über Hafer per 100 Kg. guter von 19,00-18,10 m., mittlerer von dung im Briefkasten, die ihm erlaubt, Nahrungsmittel auf furze biefen der Oeffentlichkeit gehörenden Punkt nicht zu er 18,00-17,20 m., geringer von 17,10 bis 16,20 M. Stroh, Zeit einzukaufen aufrichtig gestanden: zu seinem Bedauern, mitteln. Im Krankenhause Moabit bedauerte der der Dr. Richts per 100 kilogramm von 6,30-5,50 m. Heu per denn noch einige Lage und er wäre auf immer erlöst ge- Hirschfeld, nichts über die Cholera Erkrankungen der Deffent: 100 Kilogramm von 10,20-6,60 M. Erbsen, gelbe zum Kochen wesen.) lichkeit übergeben zu dürfen. Da derselbe Arzt noch vor wenigen per 100 Kg. von 40,00-24,00 M. Speisebohnen, weiße per Wir glauben, uns angesichts dieses ergreifenden Gemäldes Tagen in durchaus entgegenkommender Weise der Preffe 100 Kg. von 50,00-20,00 M. Linfen per 100 kg. von 80,00 bis jeder Kritik enthalten zu können. Mögen die Frommen im Auskunft ertheilte, so scheint sein jeßiges Verhalten auf eine 30,00 M. Kartoffeln, neue per 100 kg. von 10,00-6,00 M. RindLande den Verhungernden auf die Freuden des Jenseits ver- höhere Weifung zurückzuführen zu sein. Diese Weigerung an zu fleisch von der Keule per 1 kg. von 1,60-1,20 m. Bauchfleisch trösten, mögen die Leute, die unsere heutigen Zustände vertheiſtändiger Stelle muß um so mehr bedauert werden, als dem per 1 Kg. von 1,30-0,90 M. Schweinefleisch per 1 Kg. von digen, weil sie selbst satt sind, mit Achselzucken über diesen Fall Publikum wiederholt mitgetheilt worden ist, daß jeder Er- 1,50-1,00 m. Kalbfleisch per 1 Kg. von 1,60-0,90 m. zur Tagesordnung übergehen die Sozialdemokratie wird frankungsfall sogleich bekannt gegeben werden solle, und als be- Hammelfleisch per 1 Kg. von 1,50-0,90 m. Butter per 1 Kg. dafür sorgen, daß derartige Zustände für alle Zeiten beseitigt fonders eine Veröffentlichung der Ansteckungsweise zur Be- von 2,80-1,80 m. Gier per 60 Stück von 4,00-2,40 m. Fische ruhigung und Warnung des Publikums dient. Wir meinen, per 1 Kg.: Karpfen von 2,40-1,80 M. Nale von 2,80 bis werden. D Diebe haben am legten Sonntag Nachmittags gegen 6 Uhr in Abwesenheit des Inhabers einen Besuch abgestattet, indem sie der Wohnung des Zigarrenhändlers Kroll, Mariannenstr. 26, mittels Nachschlüssels vom Flur aus eindrangen. Sie erbeuteten aus einem Schrank einen Tausendmarkschein, 500 M. in Gold und 100 m. in Kourant, außerdem eine goldene Uhr und eine Rorallentette. Die im Laden befindliche Wechselfasse von 50 M. haben sie unberührt gelassen. 1,20 M. Bander von 2,40-1,20 m. Hechte von 2,00-1,20 m.| digen vorgelegt habe. Andrerseits hielt es der Gerichtshof für Barsche von 1,60-0,80 m. Schleie von 2,40-1,10 M. Bleie ausgeschlossen, daß die Bücklinge in der furzen Zeit, in welcher von 1,40 bis 0,60 M. Krebse per 60 Stück von 12,00-1,25 M. fie im Besize der Frau Lewy waren, den vom Sachverständigen und ertrant. ch eine bekundeten hohen Grad der Verweſung angenommen haben Soziale Uebersicht. Achtung, Steinarbeiter! In Dresden und Pirna sind Polizeibericht. Am 22. d. M. Morgens stürzte sich eine fonnten. Den Beweis, daß andere Käufer, die aus derselben feit Montag, den 21. Auguft, zirka 1000 Steinmetzen wegen Lohn Frau aus dem Fenster ihrer im vierten Stock des Hauses Kiste empfangen, nicht Klage geführt, hielt der Gerichtshof auch differenzen von den Unternehmern ausgesperrt worden. Es iſt Grünauerstr. 27 belegenen Wohnung auf die Straße hinab und nicht für durchgreifend, da der Angeklagte ja uuter die guten vorauszusehen, daß die Unternehmer kein Mittel universucht starb sofort. Um Maybach- User, gegenüber der Ratiborstraße, Bücklinge der Stifte leicht einige Lagen schlechte habe hinein- lassen werden, um Arbeitskräfte von auswärts heranzuziehen. sprang Abends ein unbekannter Mann in den Landwehrkanal schmuggeln können. Auf alle Fälle sei von einem Nahrungs- Es ist deshalb in erster Linie unsere Pflicht, darauf zu Friedrichstraße, zwischen der Mittelstraße und der Straße überzeuge, ob die verkaufte Waare auch nicht verdorben sei. Die es nun, den Streifenden zum Siege zu verhelfen, indem wir die Am 23. d. M. Vormittags wurde in der mittel- Berkäufer zu verlangen, daß er sich bei jedem Verkaufe achten, daß keine Streitbrecher nach den genannten Orten kommen. Der Kampf ist den Kollegen aufgezwungen, und an uns ist Unter den Linden, ein etwa 18 jähriger Knabe durch Berufung wurde deshalb verworfen. einen Geschäftswagen überfahren und am Arme felben moralisch sowie petuniär thatkräftig unterstützen. Achte jeder darauf, daß der Zuzug streng ferngehalten wird. Ph. Thomas, Verbandsvorsitzender der Steinmeßen Deutschlands, Berlin- Rixdorf, Biethenstr. 26. so schwer verlegt, daß er nach der Charitee gebracht Eine im Jähzorn begangene Handlung führte gestern werden mußte. In seiner Wohnung Schornsteinfeger: den Steinfeger Czielinski unter der Anklage des groben Ungasse 6 wurde ein Komtoirbote erhängt vorgefunden. fugs vor die 140. Abtheilung des Schöffengerichts. Der AnAn der Ecke der Kommunikation und der Köpnickerstraße fiel geflagte war eines Tages mit der Ausbesserung des Pflasters in Nachmittags ein Kutscher beim Abspringen von seinem in der der Straße Alt- Moabit vor dem Ausstellungspark beschäftigt. Fahrt befindlichen Arbeitswagen zur Erde und erlitt einen Bruch Wie er angiebt, ist ihm das Herannahen eines Pferdebahn- An die Kollegenschaft Deutschlands! Kollegen! Endlich des Unterschenkels. Er wurde nach dem Krankenhause Bethanien wagens entgangen, trotzdem der Kutscher träftig und anhaltend trifft die Reichsregierung Vorkehrungen, in Berathungen über gebracht. Am Eingange der Markthalle II, Lindenstr. 97/98, geläutet hat. Grft als der Kopf des einen Pferdes ihn be- ein Spezialgefeß für das Gastwirthsgewerbe einzutreten, endlich fiel ein Mädchen infolge eines Fehltritts zur Erde und brach rührte, sprang Gzielinski auf und versetzte dabei dem Pferde einen foll auch dem geplagten Kellner die bescheidene Forderung eines den Arm. Abends wurde vor dem Hause Oranienstraße 105 Schlag mit dem Hammer, daß es eine Seitenbewegung machte wöchentlich wiederkehrenden Ruhetages gewährt werden. ein obdachloser Schlosser mit einer anscheinend von einem Falle und ihn nicht trat. Der Angeklagte überschüttete sodann den Aber, Kollegen, es wäre verfehlt, anzunehmen, daß wir nun herrührenden Verlegung an der Hüfte aufgefunden und nach der Kutscher mit Schimpfworten und warf in seiner Wuth nach ihm ruhig die Hände in den Schooß legen dürften, der Dinge harrend, Charitee gebracht. Im Laufe des Tages fanden drei fleine mit dem 10 Pid. schweren Hammer. Zum Glück traf er nicht, die da fommen sollen. Die Unternehmer werden alles aufbieten, Brände statt. der Hammer fiel auf den Vorderperron den Wagens nieder. Im den bescheidenen Schutz, den unsere Arbeitskraft erhalten soll, Termine behauptete der Angeftagte, daß ihm der Hammer vor möglichst abzuschwächen.( Wir verweisen nur auf den Beschluß Schrecken über die Lebensgefahr, in der er sich befunden, aus des Züricher Hoteliertages.) Deshalb müssen wir unablässig der Hand gefallen sei, ein Einwand, der vom Gerichtshofe als weiter fämpfen, weiter agitiren. In Wort und Schrift müssen eine unwahre Ausrede angesehen wurde. Da der Angeklagte die Kollegen, welche noch in Harmoniedusel befangen, schon mehrfach wegen Gewaltthätigkeiten vorbestraft ist und durch für unsere gerechte Sache begeistert, zu Mitkämpfern heranwo wir seinen Jähzorn schweres Unheil hätte anrichten fönnen, wurde gezogen werden. Nicht auf die wenigen Städte, auf eine Haftstrafe von 14 Tagen erkannt. Boden gefaßt, darf die Agitation beschränkt bleiben, alle größeren Verkehrszentren müssen in die Bewegung einbezogen werden. Theater. Leffing- Theater. Menschen! Lustspiel in 4 Atten von Robert Rohlrausch. Ein Herr Baron von Wesselbüren, der Hauptheld des hier in Rede stehenden Stückes, ist ein fompleter 9larr, der außerdem, wie es sich allerdings für ein richtiges Lustspiel schickt, noch ein Pechvogel ist. Er geht aus, um Menschen zu suchen, ungefähr mit denselben Gefühlen wie weiland der edle Don Quixote, um Abenteuer zu bestehen, und der erstere Held hat das namen lose Unglück, in allen Ständen stets nur Karrikaturen zu finden. " Erfreulich ist es, mit welch' lebhaftem Interesse unser Hamburger Bruderverein die Sache aufgenommen. Flugblätter sollen vertheilt werden, eine Agitationstour nach allen größeren Städten ist in Aussicht genommen worden, um die indifferenten Maffen aufzurütteln. Kollegen! Zu allen diesen Vorhaben, welche aber, um Erfolge zu erzielen, unbedingt nothwendig sind, gehört Geld, viel Geld. Sammelt deshalb allerorts fleißig zum Agitationsfonds. Im Auftrage der Berliner Kellnerschaft. Der Vertrauensmann. Hugo Pözsch. Versammlungen. Bei Gesuchen um Gewährung der Schankkonzession spielt der§ 33 der Reichs- Gewerbe- Ordnung eine große Rolle, wonach unter bestimmten Voraussetzungen, insbesondere bei gewissen Vorstrafen, die Schanterlaubniß zu versagen ist. Der Bezirksausschus, als höchste Instanz für Berliner Schantfachen hatte dieser Tage Gelegenheit, über die Tragweite dieses § 38 eine interessante Entscheidung zu fällen. Eine Frau M., welche schon seit einiger Zeit die sogenannte halbe Konzession Die Welt muß sich merkwürdig wiederspiegeln im Kopfe des( Bier, Wein und Kaffee) besaß, kam bei dem hiesigen Stadt Herrn Verfassers. 28as er als neu und tiefempfundene Wahrheit ausschusse um die volle( Branntwein-) Ronzession ein. Auf den ausgeben möchte, find die althergebrachten Theaterschablonen, die Widerspruch des Polizeipräsidiums wurde sie abschlägig beVon unseren Brudervereinen erwarten wir, daß sie es nicht bei jedem Zuschauer nur Schaudern und Entsetzen erregen. Von schieden, weil ihr Ehemann im vorigen Jahre wegen Hehlerei zu den Berlinern allein überlassen, für die Deckung der Kosten zu dem alten, tindisch gewordenen Baron bis zu dem sporenklirrenden, zwei Monaten Gefängniß verurtheilt worden sei. Auf Antrag sorgen, sondern, daß sie selbst darauf dringen, zur Unterstützung fentimental entfagenden Dragonersergeanten herrscht in dem Lust des Rechtsanwalts Leop. Meyer wurde das Verwaltungs- der allgemeinen, guten und gerechten Sache mit beitragen zu spiel" eine Verlogenheit, die nur noch durch die Unnatürlichkeit Streitverfahren eröffnet und der Stadtausschuß ertheilte schließ- dürfen. der Situation übertroffen wird. lich die nachgesuchte Konzession. Hiergegen legte der PolizeiMan stelle sich folgendes vor. Ein Baron von Weffelbüren, präsident Berufung ein und führte an, daß der§ 33 die That der in allen Vorurtheilen seines Standes aufgewachsen und er- fachen, welche die Versagung begründeten, keineswegs auf solche zogen ist, entdeckt urplöglich, daß es unwürdig ist, in diesen Vor- beschränke, welche unmittelbar oder allein aus der Person des urtheilen weiter fortzuleben. Seinem hochfeudalen Erbonkel, Nachsuchenden selbst hervorgingen, sondern alle Thatsachen seinen blaublütigen Tanten zum Troß pfeift er auf seinen umfaffen, welche die Annahme rechtfertigten, daß der NachBaronstitel, er bricht mit den Anschauungen seiner Kaftengenossen suchende das Gewerbe zur Förderung der Hehlerei mißbrauchen und bildet einen Verein der„ Wölfe", d. h. von Gleichgesinnten, werde. Die Ehe mit einem wegen Hehlerei bestraften Manne für die der Mensch nicht erst beim Baron anfängt, sondern die im müsse aber als eine solche Thatsache gelten, da zu befürchten sei, Menschen nur den Menschen verehren. Natürlich empfindet daß der Gewerbebetrieb der Ehefrau durch den Ehemann beein Die Anarchisten und unabhängigen Sozialisten hielten der Herr Baron, daß es nicht gut sei, daß der Mensch flußt werden würde. Rechtsanwalt Meyer führte dagegen am 23. August in den Arminhallen eine Versammlung ab mit allein sei, er geht mit seinen seinen Prinzipien auf die aus, daß die Ansicht des Polizeipräsidenten dahin führen würde, der Tagesordnung:„ Welchen Werth für die Arbeiter hat der Brautschau und findet schließlich auch eine Konfettioneuse, niemals der Ehefrau eines Bestraften die Schanktonzession zu er- internationale Kongreß von Zürich?" Landauer referirte die angeblich gleich mit ihm empfindet. Was ihr Mundwerk an- theilen, während aus der Praxis des Bezirksausschusses sich eine und äußerte sich ungefähr dahin, in den verschiedenen Versammbetrifft, so läßt dasselbe thatsächlich nichts zu wünschen übrig, ganze Reihe gegentheiliger Fälle anführen ließen. Der Bezirks- lungen, in welchen er bisher über den Züricher Kongreß berichtet denn als sie zuerst mit ihrem zukünftigen Ontel zusammentrifft, ausschuß verwarf die Berufung des Polizeipräsidenten. Die An- habe, hätten die Zuhörer gesagt:" Ja, wenn das wahr ist, was der die drohende Mesalliance" von seinem Hause abwenden will, nahme sei nicht zutreffend, daß schon die Ehe mit einer wegen Ihr uns erzählt, dann ist das sehr schlimm gewesen; aber man schimpft sie den alten Aristokraten einen alten Maulefel". Nun Bergebens gegen das Eigenthum bestraften Person als eine That- muß auch von anderer Seite hören, wir glauben Euch nicht." wäre das an sich nichts Schlimmes, aber da sich der junge fache anzusehen sei, welche zur Versagung der Konzession führen Daher seien die in Berlin ansässigen sozialdemokratischen DeleBaron mit ihr verlobt hat, bleibt diesem weiter nichts übrig, müsse. Vielmehr tomme es ganz auf die Lage des einzelnen girten zu heute Abend eingeladen worden. Diese sind aber als sich mit seinen zukünftigen Schwiegereltern bekannt zu machen. Falles und das persönliche Verhalten des Nachsuchenden an. nicht erschienen. Deshalb müßten die Anwesenden schon das Der Baron sehnt sich nach einer Menschin", d. h. nach glauben, was er ihnen jetzt vortragen werde. Der Vorwärts" einem Kind aus dem Volke, er findet aber, als er das Heim Gewerbegericht. Rammer I. Sigung vom 23. Aug. habe nicht objektiv berichtet, dagegen mehrere bürgerliche Blätter, feiner Schwiegereltern betritt, das vor, was der Berliner mit dem Der Schneider Schäfermeier flagt gegen den Schneidermeister auch das Züricher sozialdemokratische Organ. Als sie, Ausdruck eine feine Familie" bezeichnet. Es ist möglich, daß Hoffmann auf Zahlung von 54 M. Lohnentschädigung wegen Landauer und Werner, gewählt worden, seien sie nach Zürich sich der Verfasser die Repräsentanten der arbeitenden Klasse so unrechtmäßiger Entlassung. Der Beklagte wendet folgen gegangen mit dem Bewußtsein, daß man ihre Mandate nicht unvorstellt, wie sie in dem Lustspiel als„ Männer des des ein: Der Kläger habe schon im vorigen Jahre bei ihm in angefochten lassen werde. Sie feien aber gleichwohl nach dem Voltes" geschildert werden. Das Haupt dieser Familie ist ein Arbeit gestanden, und zwar bei ausdrücklichem Ausschluß der Kongreß gegangen, weil dort über alle die Dinge, welche sie von ehemaliger Hundefcheerer, jetziger Klaqueur und Inhaber eines Kündigungsfrist. Dann sei er am 1. März d. J. wieder engagirt der deutschen Sozialdemokratie trennen, berathen werden sollte, Heirathsbureaus, der mit den Liebesbriefen seiner Frau, die ehe- worden, wobei auf die alten Bedingungen verwiesen und damit und weil sie aus dem Auslande eine Anzahl Gesinnungsgenossen mals eine Koryphäe des Ballets war, die fröhlichsten Erpressungs- wiederum ausdrücklich die Kündigung ausgeschlossen worden sei. auf dem Kongresse wußten. Daß man auf grund der Beschlüsse geschäfte verübt. Die Frau des Hauses selbst zu schildern er- Am 23. März wäre Schäfermeier mit in den Streit eingetreten, der Brüsseler Vorkonferenz sie zurückweisen würde, hätten sie erübrigt sich nach diesen Andeutungen. am 29. habe er wieder, nachdem er, Beklagter, ihn dazu auf wartet, aber sie hätten wenigstens gehofft, Gelegenheit zu bekommen, zu Taß die philanthropischen Anwandlungen des Herrn Barons gefordert, die Arbeit aufgenommen. Wenn Kläger diesmal auch einer Auseinandersetzung über das, was unter politischer Aktion in solcher Gesellschaft möglichst schnell zur Abkühlung gelangen, nicht auf den im Geschäft usuellen Kündigungsausschluß aufmerk zu verstehen ist. Aber man habe das vermieden, man habe sie u verstehen ist. Aber man habe das vermieden, man habe sie ist um so erfreulicher, als die kleine Konfettioneuse auch im rich- fam gemacht wurde, hätte er doch wissen müssen, daß eine Kün- zurückgewiesen, weil hinter der öffentlichen Versammlung, die ihr tigen Augenblick entdeckt, daß sie gar nicht den blaublütigen digungsfrist nicht bestand. Gegenüber diesen Auslassungen be- Mandat ausgestellt, keine sozialistische Partei oder Vereinigung Baron, sondern einen blauröckigen Dragonersergeanten liebt, der merkte der Kläger, daß seiner Meinung nach die vereinbarte Ausstehe. Als dies der Vorsitzende der deutschen Mandatsprüfungszuerst resignirt entsagen wollte, dann aber doch von dem schließung der gefeßlichen Kündigungsfrist nur vom Beginn bis Schluß Kommission, der Reichstags- Abgeordnete Ullrich, ihnen erklärte, Baron eine Hochzeitsgabe von zwölftausend Mark mit eines Arbeitsverhältnisses gelte. Beim Eingehen des dritten Arbeits- habe er, Landauer, beantragt, festzustellen, wie viele von den schämigem Erröthen annimmt. Der Baron selbst heirathet verhältnisses mit dem Meister Hoffmann sei die Kündigung nicht durch zugelassenen deutschen Delegirten ihr Mandat gleichfalls nur von seine Adoptivschwester, weshalb er das nicht gleich gethan hat, gegenseitiges Uebereinkommen ausgeschlossen worden und bestehe einer öffentlichen Versammlung hätten. Bebel habe sich nun weiß eigentlich niemand und so endet denn alles in eitel Wohl- demnach zu Recht. Der Kläger wurde mit folgender Begründung erhoben und gemeint, Landauer habe eben gesprochen wie ein gefallen und Freude. abgewiesen: Fälle wie der vorliegende hätten das Gericht schon Polizei- Agent. Nur Hoch habe sich gegen die Entoft beschäftigt, dieser habe aber seine Eigenthümlichkeiten. Die scheidung der Kommission erklärt, fich aber sofort zurückvierzehntägige Kündigung sei der normale Zustand, wolle man gezogen, als Fischer ihm mit dem Parteiknütte: drohte. davon abgehen, so ist das etwas Anormales und müsse unzwei- Die Burückgewiesenen wandten sich nun an das Bureau des deutig ausgesprochen werden. So lange ein Arbeitsverhältniß Kongresses, das die Sache dem Kongreß selbst vorlegte. In der dauere, gelte der Ausschluß. Werde ein neues Arbeitsverhältniß Mittagspause feien dann die Delegirten bearbeitet worden, von denselben Personen eingegangen und solle auch diesmal eine Aveling habe den englischen Delegirten erzählt, hinter Landauer Kündigungsfrist nicht existiren, müsse wiederum klipp und klar und Werner stehe kein Mensch, sie feien allein. Redner erzählt gesagt werden: Die Kündigung ist ausgeschlossen. Hier liege die dann, daß, nachdem der Volders'sche Antrag angenommen, Singer Eache aber etwas anders. In ganz kurzem Zeitraum arbeitete noch den Antrag Bebel- Adler zur Abstimmung brachte, obwohl der Kläger dreimal bei einer Firma, zwischen dem vor- durch den Volders'schen Antrag sämmtliche Unteranträge beseitigt letzten und dem letzten Mal hätte kaum eine Woche gelegen. Da waren. Volders protestirte dagegen, sein Protest sei aber nicht sei denn doch anzunehmen, daß der Kläger genau von der im ins Deutsche übersetzt worden, so daß die Deutschen, Geschäft des Beklagten üblichen Gepflogenheit, die gefeßliche Schweizer 2c. ihn nicht kannten. Das Amendement BebelIn welch schwieriger Lage sich die Händler mit Kündigung auszuschließen, unterrichtet war und mit dem Be- Adler sei angenommen worden. Darauf hätten sie, Landauer Nahrungsmitteln bisweilen befinden, zeigte eine gestern gegen wußtsein das Arbeitsverhältniß antrat, ohne Ründigung arbeiten und Werner, den Kongreß verlassen wollen, aber da sei man auf den Händler Fröhlich vor der 6. Straftammer verhandelte zu müssen und zu wollen. Aus diesem Grunde hätte das Gericht sie eingedrungen und habe sie hinaus befördert. Er, Redner, habe Anklage. Fröhlich handelt auf einem Hausflur in der Barnim- nicht der üblichen Praxis folgen können und sei zu dem ab- die Schweizer aufgefordert, den Präsidenten Singer zu fragen, ob straße mit Räucherwaaren und war seiner Zeit von dem hiesigen weisenden Urtheil gelangt. fie noch Delegirte seien. Singer habe denselben, obwohl ihre Mans Schöffengericht zu 20 M. Geldbuße verurtheilt worden, weil er einer Breslan, 22. August. Zum Tumult auf der Matthias: date noch nicht für ungiltig erklärt waren, geantwortet:„ Bringt Frau Lewy vier Stück verdorbene Bücklinge für den Preis von straße. Unter den zahlreichen Anklagen, welche die Vorgänge sie hinaus!" Redner erzählt dann das übrige ebenso wie Werner 10 Pf. vertauft haben soll. In der Verhandlung vor der Be- auf der Matthiasstraße im Juni d. J. zur Folge hatten, gelangte neulich im Konkordiaſaale. Redner spricht dann weiterhin die die Ausschließung der Anarchisten rufungskammer trat der Angeklagte durch seinen Vertheidiger, Ansicht aus, sehr agitatorisch wirke. Nieuwenhuis Rechtsanwalt Schwindt einen umfangreichen Entlastungsbeweis am heutigen Tage vor dem Schöffengericht einer derselben zur an. Er behauptete nämlich unter Berufung auf Zeugen, daß Verhandlung. Es ist der Tischler August Fischer, der am Abend für diese sehr agitatorisch Frau Lewy ein Pumpgenie sei, welche auch bei ihm mehrfach des 23. Juni auf der Matthiasstraße gegen den Fleischermeister auf dem Separatkongreß der Anarchisten erklärt, daß es so Waaren auf Kredit entnommen habe, bis er einmal in dieser haben soll, ebenso sei auch von ihm die gesammte Breslauer mäßig die Hand nach rechts anzunehmen, aber nicht sie nach Gisebit öffentliche grobe Beleidigungen und Drohungen gerichtet ungeheuer dumm von der deutschen Sozialdemokratie sei, regelBeziehung ihren Wunsch energisch zurückgewiesen habe. Der Vertheidiger machte ferner für den Angeklagten geltend, daß die Schuhmannschaft beleidigt worden. Der Angeklagte giebt dies links. Redner erzählt noch, daß Körner, der sich solidarisch mit den Ausgeschlossenen erklärte, nicht mehr in den Tonhallen- Kongreß angeblich schlechten Bücklinge nicht etwa gleich von der Käuferin war zu, bemerkt jedoch, bei Ausübung der betreffenden gelassen wurde, obwohl er für eine Zeitung zu berichten hatte und beanjiandet worden seien, sich vielmehr über drei Stunden in Schimpfereien, durch welche auch ruheſtörender Lärm entstand, dies dem Bureau des Kongresses mittheilte. Des weiteren wendet finnlos betrunken gewesen zu sein. Der einzige Zeuge, der deren Händen befunden haben, ehe sie dem Thierarzt zur Prüfung Schuhmann Ciasnoca widerspricht dem, giebt indeß zu, daß der sich Landauer den Verhandlungen des Anarchistenkongresses vorgelegt worden seien. Man werde sich denken können, wie die Von dem Tonhallen Kongreß werde fein Revolutionär Angeklagte sich in angetrunkenem Zustande befand. Mit Rück- 8. Bücklinge in diesen drei Stunden von Hand zu Hand gewandert sicht auf die vorgefallenen Erzesse in der Matthiasstraße hielt etwas lernen, aber sie könnten von diesem lernen. In der Dis= und daß sie dabei nicht zart angefaßt worden seien. Die schlechte Der Staatsanwalt eine ſtrenge Strafe für angebracht und bean- tuſſion fordert Anarchist Rodrian, nicht fortwährend gegen Beschaffenheit, in welcher schließlich der Thierarzt die Fische vor tragte wegen der Beleidigungen und Drohungen eine Gefängniß- die sozialdemokratischen Führer zu hetzen, sondern diese gefunden, könne daher unmöglich dem Angeklagten zur Laft ftrafe von 6 Monaten, wegen des ruheſtörenden Lärms eine unberücksichtigt zu lassen. Frau Meißner giebt zu bedenken, wie gelegt werden. Schließlich berief sich der Vertheidiger auf eine Woche Haft. Diesem Antrage schloß sich der Gerichtshof an. Leicht Mißverständnisse auf dem internationalen Kongreſſe mögReihe von Personen, welche an demselben Tage aus derfelben Er erachtete die Schuld des Angeklagten nach dem Zeugniß des sollte die sozialdemokratische Partei statt für die Wahlen das lich waren wegen des Mangels an Sprachkenntnissen. Daher lich waren wegen des Mangels an Sprachkenntnissen. Daher Kiste Bücklinge vom Angeklagten gekauft hatten, ohne daß auch Schuhmanns für erwiesen und verurtheilte ihn deshalb zu der viele Geld zu verwenden, dasselbe für Institute, wie die Arnur eine einzige Klage darüber laut geworden wäre. Troß alle vom Staatsanwalt beantragten Strafe. Gleichzeitig wurde damit viele Geld zu verwenden, dasselbe für Institute, wie die Arfolg. Der Gerichtshof war nicht davon überzeugt, daß Frau Fluchtverdachts zufolge ausgesprochen. dem hatte der Angeklagte mit seiner Berufung keinen Er- die sofortige Verhaftung des Angeklagten, der hohen Strafe und beiter- Bildungsschule, hergeben, aber da die Arbeiter nicht viel Beit haben zu lernen, sollte schon die Jugend( von der Partei!) Lewy dem Angeklagten nur etwas am Zeuge flicken wollte herangebildet werden. Was für eine geschulte Generation würde und deshalb andere, verdorbene Bücklinge dem Sachverstän bann herangezogen werden!!- Hermann meint, die sozialDas Publikum applaudirte die Künstler, die sich redlich Mühe gaben, den hölzernen Marionetten einiges Leben einzuflößen, auf das freudigste, lehnte aber Herrn Kohlrausch, der wohl einige Freunde im Theater haben mochte, auf das fühlste ab. Die Herren Molenar, Waldow, Höcker verdienen alles Lob, ebenso Die Damen von Pöllniz und Elfinger. Diese Menschen" wird man wohl aber im Lessing- Theater nicht mehr wiedersehen. Gerichts- Beitung. habe demokratischen Führer hätten in Zürich wieder gezeigt, der Chauffee und Anlage einer unterirdischen Entwässerungsanlage daß fie Alles feien. Das hätten fie durch ihre mit der Maßgabe, daß die anstoßenden Grundbesizer ihre NiederDiplomatie fertig bekommen, die sie nur durch ihre Beschlagswässer dorthin abführen können. Diese Bestimmung vertheiligung an der Gesetzgebung gelernt hätten. Hermann anlaßte viele Gemeindevertreter, für die Vorlage zu stimmen, da wie auch andere Redner bezeichnen die Ausweisung der Anarchisten eine derartige Kanalisation von größter hygienischer Bedeutung vom Kongreß als dasselbe wie das Sozialistengefeb. Werner für die Gemeinde ist. Der Referent war indessen der Meinung, fordert öffentlich Bebel auf, daß er beweise, daß Landauer ein daß die Gemeinde gar keine Veranlassung habe zur Ausführung Polizei- Agent ist. Sehr viele Sozialdemokraten glaubten das, derartiger Projekte, indem die betr. Chaussee Kreischaussee sei nachdem Bebel gesagt habe:„ Sie sprechen wie ein Polizei- Agent". und die Gemeinde die erforderlichen Mittel erst durch eine An Nachdem noch Wiesenthal, Wiesemann und witte leibe aufbringen müsse. Da der Kreis nur 5500 m. Beihilfe gesprochen und einer derselben zur Massenverbreitung des leiste, werde die Gemeinde bezw. der Gemeinde- Etat auf Jahre Cipriani'schen Briefes aufgefordert hatte, die zum Theil schon, hinaus schwer belastet. Raum waren die 35 000 M. zu oben gewie mitgetheilt wurde, geschehen ist, wurde die Versammlung ge- dachtem Zwecke bervilligt, da erschien im Einverständnisse mit schlossen.) dem Kreisausschusse ein Verbot des Landraths an die Haus: Der Verein schlesischer Sozialdemokraten hielt am besitzer, ihre Niederschlagswässer von ihren Grundstücken in die fremde" Chauffee abzuleiten und die Aufforderung, 19. August eine mäßig besuchte Versammlung ab, in der Genosse Die Anschlußröhren sofort zu entfernen. Gestützt auf die gesez Feller an der Hand der Berichte aus der Parteipresse des Pro- lichen Bestimmungen beantragte der Bortragende im Vereine letariers" und der Volkswacht" eine Uebersicht der Bewegung mit den hierzu erforderlichen Antragstellern die Einberufung in der Provinz gab." Sodann wurde beschlossen, die Versamm: lungen fünftig nur am Sonnabend oder Sonntag nach dem Ersten jeden Monats abzuhalten. Die nächste Versammlung findet am Sonnabend, den 2. September, bei Bolz, Alte Jakobstraße 75, statt. In der am 21. August bei Röllig, Neue Friedrichstraße 44, tagenden Versammlung der Freien Vereinigung der selbständigen Barbiere, Friseure und Perrückenmacher Berlins und umgegend sprach Kollege Helbig über die Hygiene der Barbierstuben. Er führte u. a. aus, daß die Bartflechte gerade in den Geschäften, in denen das sogenannte bessere Publikum verkehrt, am meisten auftritt und der Ursprung der Flechte hauptsächlich der nassen, wohl durch Syphilitische Menschen durch Uebertragung verursacht wird. Es ist daher die größtmöglichste Sauberkeit in den Geschäften zu beobachten und wird ein gewissenhafter Geschäftsmann auch sich dieses zum Prinzip machen. Sodann wurde eine FachschulKommission mit der Wiedereröffnung der Fachschule betraut. Ein Antrag für die geistige Bildung der Kollegen durch Anschaffung einer Bibliothek Sorge zu tragen, fand Annahme. Ein Kollege beschwerte sich, daß das Annonciren nicht mehr stattfinden soll und wurde ihm bedeutet, daß das Resultat fein so glänzendes den Ausgaben gegenüber gewesen wäre, die Kollegen vor wie nach sich nicht verpflichtet fühlen, unserem Verein beizutreten. Im übrigen zöge das Annonciren nur Geschäftssozialisten, die in unseren Reihen keinen Platz finden sollen, heran. Zum Schluß wurde noch beantragt die Lassalle- Feier beim Genossen Walther, Schwedterstraße 44, zu begehen. einer außerordentlichen Sitzung der Gemeindevertretung. um Der Herr Gemeindegegen dieses Verbot zu remonstriren. vorsteher lehnte diesen Antrag einfach ab, weil die Angelegenheit vorsteher lehnte diesen Antrag einfach ab, weil die Angelegenheit eine Privatsache sei. In der letzten Sigung kamen nun diese Vorgänge zur Sprache und kam es bei dieser Gelegenheit zu sehr erregten Auseinandersetzungen, im Verlaufe deren der Gemeindevorsteher dem Gemeindeverordneten Steinfeld den Mund verbot und dieser jenem Ohrfeigen anbot. Infolge dessen wies der Gemeindevorsteher den Gemeindeverordneten Steinfeld aus dem Sigungssaale auf grund seines Hausrechts und stellte der Beamtenbeleidigung! Landrath gegen ihn Strafantrag wegen Die finanzielle Mißwirthschaft der Gemeindeverwaltung legte der Vortragende in furzen Zügen dar. Troß einiger Tausend Mark in vorhergehenden Jahren erzielter Ueberschüsse sei das neue Etatsjahr mit 1300 M. Defizit begonnen worden. Dies sei auch nicht anders möglich bei der jeßigen Finanzwirthschaft. Er erinnere an die 35 000 m. für die Kreischauffee. Sodann sei die Entschädigung für den Gemeindevorsteher von 1800 M. urplötzlich auf- 3000 m. erhöht worden. Ferner habe der Gemeindevorsteher es durchgefeßt, daß ein loftspieliger, gegen 2000 m. erfordernder Bebauungsplan aufgenommen werde, obgleich fein Fleckchen Land zum Bebauen vorhanden sei, u. a m. Und dabei habe die Gemeinde nicht einmal eine eigene Feuersprize! Wenn das so weiter gehe, müßten die schon jetzt schwer belasteten Steuerzahler in noch weit höherem Maße belastet werden. Er appellirte somit an die Wähler der dritten Abtheilung, energisch ihre Rechte zu wahren, indem seine Bestrebungen nach dieser Richtung hin bisher erfolglos geblieben seien. Das Resultat der Verhandlungen war die einstimmige Annahme einer Resolution, in Im Fachverein der Stuckateure für Berlin und um welcher die Versammlung der Gemeindewähler dritter Klasse gegend, welcher am 21. August tagte, hielt Herr Dr. Borchart ihrem Vertreter, Kaufmann Steinfeld, ein Vertrauensvotum auseinen interessanten Vortrag über Physik und Elektrizität. Der stellt und denselben auffordert, unentwegt die Interessen seiner Redner gab in seinem Vortrage eine Erklärung über die in der Wähler zu verfechten und mit allen gefeßlichen Mitteln dahin zu Urania aufgestellten Apparate. In der Diskussion wurde dann wirken, daß auch das Recht der Gemeindewähler dritter Klasse beschlossen, die Urania in nächster Zeit zu besuchen. In die in der Gemeindevertretung zur Geltung komme. Ferner wurda Arbeitsnachweis- Kommission wurden die Kollegen Krenz, Diemer, eine Siebener Kommission niedergesetzt zur weiteren Verfolgung Liebenau, Pfeiffer, Krebs und Otto Müller gewählt. Rollege dieser Angelegenheit. Kleinert giebt bekannt, daß das Ergebniß der Statistit zu einer Beschwerde beim Fabrikinspektor benutzt werden soll, damit die Berichtigung. Es darf nicht heißen in Nr. 195 des Vorhöchst gesundheitsschädlichen Einrichtungen unserer Werkstätten wärts" Versammlung in Weißensee, sondern der Verband der in endlich beseitigt werden. Gleichzeitig wird noch auf die am Holzbearbeitungs- Fabriken und auf Holzplätzen beschäftigten Ar28. Auguft, Alte Jakobstr. 48, stattfindende öffentliche Ver- beiter und Arbeiterinnen Deutschlands, Filiale II, Norden Berlins. Sammlung hingewiesen, in der über die Fenster- und KoatstorbG. Franz, Badstr. 49. frage Beschluß gefaßt werden soll. Der Vorsitzende, Kollege Kossinski, wohnt jetzt Bartelstr. 8a, Hof lints, 2 Tr. " Arbeiter- Bildungsschule. Freitag, Abends von 8%-10% Uhr: Süd Schule, Mariendorferstr. 5 bei Grube. Süd- Ost Schule, Reichenbergerstraße 133. Unterricht über Gesetzestunde und Nationalötonomie Ost- Schule, traße 179a: Unterricht in Physiologie und Buchführung. In allen UnterMarfusstr. 31. Unterricht in Geschichte( alte). Nord- Schule, Müller richtsfächern, mit Ausnahme von Mathematit und Buchführung, tönnen noch Schüler und Schülerinnen, auch jetzt im Laufe des Semeſters eintreten. bei Gruber, Mariendorferstr. 6. Lese- und Diskutirklubs. Freitag. Karl Marx, Abends 8% Uhr, We jien, bei H. Werner, Bülowfir. 59. " Holzarbeiter". Abends 8% Uhr im Lotale des Herrn Peterson, Beteranenfir. 22. Lefe- und Diskutirklub Otto Reimer, Abends 8 Uhr Diskutirklub August Geib tagt jest Wilhelmshavenerſtr. 28 bei Kuba. Freitag Abends 8% Uhr Restaurant Zubeil. Arbeiter Sängerbund Berlins und Amgegend. Borsigender Uebungsstunde Abends 9 Uhr. Aufnahme von Mitgliedern. Kaiser= = nationale fozialistische Arbeiterkongreß zu Zürich.- Frauen arbeit und Frauenlöhne in Baden. Feuilleton: Ein Familien- Joyй. Von Guy de Maupassant. Deutsch von A. T.( Schluß.) Die Klagen der Armen.( Gedicht.) Nach Robert Southey von Ferdinand Freiligrath.- ArbeiterinnenBewegung. Kleine Notizen. Die ,, Gleichheit" erscheint alle 14 Tage einmal. Preis der Nummer 10 Pf., durch die Post bezogen( eingetragen in der Reichspost- Zeitungsliste für 1893 unter Nr. 2609) beträgt der Abonnementspreis vierteljährlich ohne Bestellgeld 55 P.; unter Kreuzband 85 Pf. Inseratenpreis die zweigespaltene Petitzeile 20 Pf. = Von der Neuen Zeit"( Stuttgart, J. H. W. Diet' Verlag) ist soeben das 48 Heft des 11. Jahrgangs erschienen. Aus dem Inhalt heben wir hervor: Die Frankfurter Konferenz der Finanzminister. Die Grenzen des Nugens und Einflusses internationaler Rongresse. Eine Würdigung des Züricher internationalen Sozialisten- und Arbeiter Kongresses. Von E. Bernstein. Der NordDitsee- Kanal. Von Erwin Erni. Die wirthschaftliche Entwicklung Japans feit 1868. Von Dr. Paul Ernst. ( Schluß.) Notizen: Für die unverbesserliche Planlosigkeit unferer zersplitterten Privatproduktion. Die rasche Zunahme der Eisenbahnunfälle in den letzten Jahren und ihre Urfachen. Feuilleton: Seemannsfrau. Novelle von Egor Schugon.( Fortsetzung.) Vermischtes. " Die Cholera. Konstantinopel, 24. August. Herkünfte aus Odessa unterliegen hier einer fünftägigen, solche aus Tunis einer zehntägigen Quarantäne. Die Agence de Constantinople" bezeichnet die Nachricht, daß die Cholera in Ronstantinopel aufgetreten sei, als unbegründet.- Petersburg, 24. Auguft. In Moskau sind an der Cholera in der Zeit vom 15. bis 18. August 171 Personen erfranft, 74 gestorben. Hier in Petersburg erkrankte in der Nacht vom 19. bis 20. August 1 Person unter choleraverdächtigen Umständen. Im Gouvernement Romska sind an der Cholera in der Zeit vom 13. bis 19. August 52 Personen erfrankt und 22 gestorben; im Gouvernement Orel in der Zeit vom 6. bis 12. Auguft 647 Personen erkrankt und 213 gestorben; in Podolien in der Zeit vom 30. Juli bis 12. August 1178 Personen erkrankt und 423 genorben; im Dongebiet in der Zeit vom 15. bis 19. August 498 Personen erkrankt und 202 gestorben. Sofia, 24. Aug. Die Sanitätsbehörde verfügte, daß Postpacete aus infizirten Gegenden inhaltlich zu desinfiziren, oder wenn der Inhalt die Behandlung durch die Maschine nicht gestattet, äußerlich zu desinfiziren sind und eine achttägige Lagerzeit durchzumachen haben. Postpackete aus feuchenfreien Ländern werden nur äußerlich desinfizirt.- 2ondon, 24. Auguft. Den Daily News" wird aus Antwerpen berichtet, daß dort an der asiatischen Cholera bisher 11 Personen, 50 pCt. der Erkrankten, gestorben feien. Rotterdam, 23. Auguft. Im Laufe des heutigen Tages sind eine Erkrankung und ein Todesfall an Cholera vorgekommen. Im Ganzen find bisher 5 Erkrankungen, darunter Stockholm, 24. Aug. Das General2 Todesfälle, konstatirt. fonfulat in Pittsburg meldete dem Kommerzkollegium, daß im Militärhospital ein Cholerafall mit tödtlichem Ausgange vorgekommen ist. Kratau, 24. August. Im hiesigen Landesfpital starb ein Arbeiter unter choleraverdächtigen Symptomen. Duisburg, 23. Auguft. Laut Bekanntmachung des hiesigen Bürgermeisteramts ist der im Ruhrorter Kaiserhafen beschäftigt gewesene Baggermeister Erbel aus Duisburg gestern im Duisburger Epidemienhaus an asiatischer Cholera gestorben. " Moorbrand. Kopenhagen, 24. August. Das große Knudemoor bei Herning steht in Brand, die Stadt ist in dichten Torfrauch eingehüllt; nur anhaltender Regen kann das Feuer löschen. Aus der Hölle von Sachalin. Vor zwei Monaten lief die überraschende Mittheilung durch russische und deutsche ad. Neumann, Brunnenstraße 130, 2 Tr. Alle Aenderungen im Vereins- Blätter, die Regierung des Zaren werde vom nächsten Jahre ab Die Naci talender find zu richten an Friedrich Kortum, Manteuffelitr. 70. Freitag. teine Verurtheilten mehr nach Sibirien verschicken. er männercor, Schönhauser Allee 23, bet Kupimey.- Nord, Berg- cht wurde überall bezweifelt, allein es scheint doch, alber Straße 68, bei Keller. Vorwärts 1, S.D. Adalbertstr. 21, bet Roll. man jetzt in Petersburg andere Absichten mit Sibirien als bisher um mei's cher Gesangverein, Rangestraße 65, bet Tempel. Buch und zwar um der riesigen Eisenbahn willen, welche das große binder Männerchor Berlins, Holzmarktstraße 3, bei Deter. glöckchen, Hochstr. 32a, bei Wilte. mai russische Buchthaus Sibirien durchqueren und die wichtigste Gemüthlich feit Puzer, Seydelstr. 30. Man knüpft an dies Balme, in Belten, bet Schröder.- Morgenroth 4, Handelsstraße der Zukunft werden soll. Köpenick, Müggelheimerstr. 3 bei Held. Karthaus'scher Gesang Unternehmen jetzt schon die kühnsten Hoffnungen in Rußver ein, Lichtenbergerstr. 21, bei Seife. Gesangverein Morgen land. roth 2, So ist das bisherige Aschenbrödel plöglich zum Charlottenburg, Bismarckstraße 74. Arbeiter Gefang Man lenkt verein. Typographia, Gesangverein Berliner Buchdrucker und Schrift: Schooßkind der russischen Regierung geworden. gießer, Kommandantenstr. 20, Arminhallen. Gesangverein Nordwacht, mit allen möglichen Begünstigungen einen mächtigen AusMüllerstr 7, bei Reichert. dorf, Wirthshaus. Gesangverein Sch margendorf in Schmargens wandererstrom nach den sibirischen Wüsteneien und hat 8utunft 1, Steglis, Ahornstraße, im Gambrinus. Gefang für die Wünsche der dortigen Einwohnerschaft ein offenes Gesangverein Collegia 1, Manteuffelstr. 9 bei Nowiacs. Freiheit Moabit, Kronen- Braueret, Alt- Moabit Nr. 47/49. Ohr. Und so vernimmt man es auch plöglich, daß die Sibirier Bereinte Sangesbrüder Moabit" Stromstraße 28 bei -nämlich die freiwilligen" Sibirier, welche nicht durch Sängerverein Sorgenfrei" Melchiorstr. 15 bei Stehmann. Gesangv." Rosalia" Gr. Frankfurterstr. 81 b. Müller. Nord- West= die fanfte Ueberredungsgabe der Gendarmenbajonette an ihrem Stern", Altonaerstraße 27 bei Zipte. Bineta", Swinemünderstr. 35 Aufenthaltsort festgehalten werden es müde geworden sind, bet Queitsch. Freie Liedertafel, Meue Stönigstr. 73 bei Hahn. Brandenburger Männer- Gesangverein in Brandenburg a. russischen Gesellschaft und als eine in der ganzen zivilisirten Welt ihr Land als ständigen Ablagerungsort für den Auswurf der Mengert's Boltsgarten.- Rothe Fahne, Görligerstr. 52 bei Vogel. Sängerchor der Töpfer, Neue Friedrichstr. 44 bei Röllig. Brauer gebrandmarkte Freistätte barbarischer Willkür behandelt zu sehen. Befangverein Gerstenäbre, Alte Jatobfir. 83 bet Wienecke. Den Leuten wird geholfen werden und neben dem sibirischen Amurgebiet wird die Insel Sachalin bald das ausschließliche Deportationsterritorium bilden. verein sange. Ju der Freien Vereinigung der Graveure und Ziseleure hielt am Montag Abend Herr Dr. Joel einen naturwissenschaftlichen Vortrag über das Thema: Wie sollen wir uns ernähren?" Der Vortragende wies an der Hand von physifalisch- chemischen Experimenten in flarer und anschaulichster Weise nach, daß die Grundelemente der Luft und des Wassers, Sauerstoff, Wasserstoff, Stickstoff und Kohlenstoff. auch die Urstoffe unserer Nahrungsmittel sind, daß Luft und Wasser in Beziehung auf die Blutbildung einen wesentlichen Antheil haben und somit die vorzüglichsten Hilfsmittel unserer Ernährung sind. Es komme, führte der Vortragende im weiteren aus, bei der Frage, wie wir uns am besten ernähren sollen, nicht lediglich darauf an, die Speiseftoffe zu prüfen und den Werth derselben nach ihrem Inhalt allein zu bestimmen, sondern vor allem auch darauf, daß wir die Luft, in der wir athmen, und das Wasser, welches wir trinken, und das ja auch einen wesentlichen Bestandtheil unserer Nahrungsmittel bildet, uns in der möglichst besten Reinheit verschaffen und erhalten. Der Stoff, woraus der Leib sich materiell aufbaut, wird dem Körper durch stickstoffreiche, blutbildende Nahrung zugeführt, aber um eben Blut zu bilden und den Körper auf zubauen und den alten verbrauchten Stoff davonzuführen, zu alledem muß eine stete Anregung vorhanden sein, die eben durch die Athmung reiner Luft am besten geschieht. Mit dem Athmen gehe aber auch eine Portion Kohlensäure aus dem Körper und mit ihr und zugleich auch durch die Ausdünstung der Haut ein gehöriges Quantum Wasser verloren, wofür wieder durch die Aufnahme neuer reiner Flüssigkeit und neuen Nährmaterials Erfat geschafft werden muß. Leider wird der Werth einer reinen, d. i. fauerstoffreichen und staubfreien Luft und eines reinen, von fremden gesundheitsschädlichen Bestandtheilen freien Wassers von den meisten Menschen noch nicht genügend gewürdigt, und ein Heer von Krankheiten seien die natürlichen Folgen dieser Unachtsamkeit. Wenn irgend etwas der Proletarier vor dem Reichen voraus habe, so sei es wenigstens dies, daß er feine Teppiche und Vorhänge in seiner Wohnung habe, welche ja die geeignetsten Träger von Staub und anderen der Lunge schädlichen Bestandtheilen seien. Der Vortragende schloß seinen interessanten lehrreichen Vortrag mit dem Bedauern, denselben wegen vorgerückter Beit nicht er: schöpfend behandeln zu können. Bu Punkt Verschiedenem" ermahnte der erste Vorsitzende die Stollegen, sich bei der bevorstehenden Neuwahl in der Ortskrankenkasse recht rege zu be theiligen. Ferner wurde vom Vergnügungsfomitee aufgefordert, die noch rückständigen Billets vom Stiftungsfest binnen 14 Tagen zu bezahlen. Auch die Billets vom Sommerfest sollen so schnell wie möglich bei Kollegen Kleist, Waldemarstr. 48, oder Kollegen Barth, Simeonstr. 2, bezahlt werden. Außerdem wurde noch darauf aufmerksam gemacht, daß am Sonntag, den 27. August, ein Ausflug mit Damen nach Schmöckwitz stattfindet. Der Schneider. Arteitsnachweis befindet sich bei dem Kollegen Wunderlich, Neue Grünstr. 20 und machen wir die Herren Meister und Gehilfen ganz besonders darauf aufmerksam. Nieder- Schönwei de. Eine Versammlung von Gemeindewählern dritter Klasse tagte hierorts am 23. d. M. im„ Neuen Krug", um Protest zu erheben gegen Vergewaltigungen des Amtsvornehers und die Finanzwirthschaft der Gemeindevertretung. Berichterstatter war einer der drei Gemeindeverordneten dritter Abtheilung, Kaufmann Steinfeld. Derselbe schickte voraus, daß die Gemeindevertretung die Bestimmung der LandgemeindeOrdnung, die Sigungen der Gemeindevertreter müssen öffentliche sein, dadurch illusorisch mache, daß sie ihre Sigungen zu einer Seit abhalte, wo gewöhnliche Sterbliche nicht zugegen sein fönnen, um 4 Uhr Nachmittags. Auf diesen Umstand feien manche Mißstände in der Gemeindeverwaltung zurückzuführen. In der letzten Sigung sei es nun zu einem regelrechten Standal gekommen und zwar aus folgendem Grunde: In der Sigung vom 6. Juli find ca. 40 000 m. bewilligt worden für die Umpflasterung *) Wir glaubten unseren Lesern diesen Bericht nicht vorenthalten zu sollen, da er wieder einmal ein Charakteristikum bietet für die unabhängige Anarchistenbewegung. Auf das Geschwäß einzugehen oder es zu widerlegen halten wir für höchst überflüssig. Es wäre den Maulheldenzzu viel Ehre angethan." Gefangverein Steinnette, Röslinerstr. 17 bei Wendt. bergersir. 24. MannerPrivat" waren, Bund der geselligen Arbeitervereine Berlins und Umgegend. Alle Buſchriften sind zu senden an P. Sentel, Bergmannstr. 21, Sof 8 Tr. Freitag: Tambourverein Ruf, Inselstraße 1.- Tambourverein Wirbel Gartenstr. 52. Tambourverein Borussia" Wetdenweg 93-94 bet J. Scholz worden ist, dadurch gleichfalls geholfen werden wird, ist eine Ob den Sträflingen, deren grausames Loos legendarisch ges Gesang-, Turn- und gesellige Vereine. Freitag. Männer- Gesangverein union, Abends 9 Uhr, Berliner Bockbraueret. Quartettverein andere Frage. Zu ihrer Beantwortung muß man sich vorläufig Wedding, Abends 8% Uhr, bei Schäfer, Steue Hochstr. 49. Männerchor Waldesrauschen, abends 9 Uhr, bei Weigt, Weartgrafeufir. 87. an das Faktum halten, daß die Insel Sachalin nach dem ZeugTheaterverein Crescendo, Abends 9 Uhr, bet Schulz, Bunouserstr. 35. nisse der sibirischen Literatur im Munde der Verbannten Die Musit- Dilettantenverein, Ionita", Abends 8½ Uhr bei Schent, trautnr. 39, gewöhnlich den lieblichen und vielsagenden Namen Uebungsstunde. Musikverein Frisch auf, Restaurant Schröder, Reichen Hölle von Sachalin" führt daß blos Sträflinge, mit den Berliner Turngenossenschaft. Die erste Männerabtheilung welche schwersten Verbrechen behaftet turnt Freitag und Dienstag Abend von 8-10% Uhr in der Turnhalle des bisher dahin deportirt wurden. Einem künftigen Rennan bie 1. Männer- Abtheilung turnt heute Abend von 8%-10% Uhr in der TurnLeffing- Gymnasiums Pantsir. 9-10. Turnverein Gesundbrunnen wird es vorbehalten sein, die Zustände der Insel zu balle des Leffing- Gymnasiums, Pantstr. 9-10. schildern, wenn dieselbe einmal zur größten Straffolonie Bergnügungsverein Esperance, Abends 9 Uhr, Rosenthalerstr. 11-12, Rußlands vorgerückt ist. Von Interesse sind heute die AufzeichOranienſtr. 183 p. Bergnügungsverein Beilchen, Abend 9% uhr, bei Brauns, Geselliger Arbeiterverein Graphia, Abends 8 Uhr, nungen eines Anonymus, der seine während eines längeren atte Jakobstr. 128( Logenhaus). Unterhaltungstiub Schiller, Abends Aufenthalts auf Sachalin gesammelten Beobachtungen im„ Odeßtij 8 Uhr im Restaurant Holzbächer, Drenfeftraße 3. Lepidopt. Bereinigung Liftot" mittheilt. Das Bild, das der unbekannte Autor Drion, Abends 9 Uhr Sigung Schüßenstr. 29. Musitverein Hoff= nung, Abends von entwirft und 9-11 Uhr Uebungsstunde Prostauerstr. 35-37 bei sich hinter den Initialen A. S. F. verbirgt Stattlub Kairo Abends 8 Uhr bet Flick, Simeonstr. 23. welches von den meisten russischen Blättern theilweise reproduzirt Bergnügungsverein Berolina, Abends 9 Uhr im Reſtaurant„ Zur Gleich wird, ist in den düstersten Farben gehalten. Den besten Maßstab heit" Andreasftr. 26, Sigung. Nach derfelben Tanz. Tanzlehrer- Berein Solidarität, Abends 3½ Uhr im totale von Ehrenberg, Unnenstr. 16, für das 2003 der Sträflinge giebt die Schilderung der verSigung. Rauchklub Rothe Fah ne, Freitag Abends 9 Uhr, Cuvrystr. 48 zweifelten Art, in der sie sich ihm zu entziehen versuchen. bei Kricheldorff. English Conversational Club Shakespeare. Meeting every Friday at 9 p. m. at Behrens Restaurant Königstr. 62. Lecturer Mr. J. Bloch. Guests are welcome. im Restaurant. Literarisches. der Die Zahl der Flüchtlinge in Sibirien und Sachalin ist be tanntlich eine ungeheure. Diefelben führen die im Volte aufgebrachte und von der Amtssprache rezipirte Bezeichnung, Brodjaga", welche mit dem Worte Vagabund" sich nur ungenau wiedergeben läßt und bilden eine ganze wandernde Völkerschaft, einen verborgenen Strom, dessen Fluthen sich alljährlich im Frühling in der Richtung von Often nach Westen in Bewegung sehen. Nur ein geringer Theil davon erreicht sein Ziel, der Rest verläuft im Sande. Ueber den Weg der Tuberkulose zu den Lungenspigen Gefahren, unter denen die meisten sibirischen Flüchtlinge zu Allein die oft beschriebenen fürchterlichen Entbehrungen und und über die Nothwendigkeit der Errichtung von Kinder: Grunde gehen, sind gelinde zu nennen im Vergleiche mit jenen, Pflegerinnenschulen zur Verhütung der Ansteckung. Bon die ihre Gesinnungsgenoffen auf Sachalin bedrohen. Die Fluthen Dr. Volland in Davos- Dörffi. Sonderabdruck aus der Beitschrift für flinische Medizin. Band XXIII, Heft 1 u. 2. fcheinen allen Fluchtversuchen im vorhinein eine unüberwindliche des Ozeans, der ihr Gefängniß von allen Seiten umgiebt, Kapitalismus und Heilkunde oder Doktor und Apotheker. Schranke zu sehen. Aber das Leben auf Sachalin muß nicht Bon Hermann Wolf. Preis 25 Pfennige. Dresden. Verlag von R. Schnabel. Von der Gleichheit", Zeitschrift für die Interessen der Arbeiterinnen( Stuttgart, J. H. W. Diet' Verlag) ist uns soeben die Nr. 17 des 3. Jahrgangs zugegangen. Aus dem Inhalt dieser Nummer heben wir hervor: Der interleicht zu ertragen sein, denn Jahr für Jahr verschwindet aus den Straffolonien und Gefängnissen dieselbe fast unglaubliche Menge von Tollkühnen und Verzweifelten, welche allen Schrecken, die ihrer harren mögen, trogig entgegengehen. Größtentheils flüchten die Brodjagen fo erzählt der russische Anonymus- in Banden von drei bis zehn Personen. | Bon denjenigen, welche den Sommer für ihre Expedition| Gafe betäubt. Es gelang jedoch, alle zum Bewußtsein zurück. Elze, Johannisthal. Ihr Eingesandt ist für den Vors wählen, schlägt sich ein Theil in die Tajga den schier zubringen. wärts" nicht zu verwerthen, wir haben es dem Zeltower Parteiundurchdringlichen Urwald. So lange der Proviant und die Neapel, 24. Auguft. Der Streit der Fiakerkutscher ist ein blatt überwiesen. Kleider reichen, fühlen sie sich, trotz der übermenschlichen An- vollständiger. Die Magazine sind geschlossen, der Verkehr Wasserthorstraße. Das Lokal Buchholz in Grünau ist strengung des Weges, glücklich. Doch bald ist der Vorrath ver- der Omnibusse und Pferdebahnwagen ist eingestellt. Während gesperrt und gehören die Gesangvereine, die am 27. Auguſt dort zehrt, die Kleidung zerrissen, und der Hunger und Bisse giftiger des ganzen Tages fanden an mehreren Punkten der ein Gesangsfest abhalten, nicht dem Arbeiter- Sängerbund an. Insetten haben die Armen so herabgebracht, daß einer nach dem Stadt Zusammenstöße mit der Polizei statt, bei welchen Ch. 27. R. Solche Ueberlassung wäre zwecklos. andern auf dem Wege liegen bleibt, von denen, die sich fräftiger am Nachmittag einige Verwundungen vorkamen. Manifestanten Vormund. Der Umstand, daß der Vormund an einem fühlen, rücksichtslos im Stiche gelaffen. Die menigen, die weiter trugen, gefolgt von einer großen Menge, die Leiche eines zehn- anderen Ort wohnt, tann einen Grund zur Entlassung aus fommen, nähren sich von Vogelbeeren und Tannenzapfen, und jährigen Knaben nach der Präfektur, unter der Angabe, der der Vormundschaft auf Antrag des Vormundes abgeben; wenden wenn sie das Meeresufer erreicht haben, so lassen sie sich vom Knabe sei durch einen Polizeibeamten getödtet worden. Die Sie sich an das Vormundschaftsgericht. ersten besten, dem sie begegnen, zum Militärfordon geleiten und Leiche wurde behördlicherseits beschlagnahmt; die Bewegung P. 7. Zur Veräußerung eines Grundstücks bedarf der betteln auf dem Wege um ein Stück Brot. Nicht besser ergeht es dauert an. Vormund der Genehmigung des Vormundschaftsgerichts(§ 42 übrigens denen, die sich ein Floß zimmern und sich auf gut Nancy, 24. Auguft. Zwischen den französischen und den Nr. 5 Vorm.- Ordnung), nicht aber der Zustimmung der Kinder Glück ins Meer hinaustreiben lassen. Da das nächste Land 200 italienischen Eisenbahnarbeitern, welche beim Bau der Strecke des Bevormundeten. Werft weit entfernt ist, so geht natürlich der größte Theil zu Toul- Pont- Saint- Vincent beschäftigt sind, herrscht große Er- Matthies. Bitte, Briefmarken nicht beizulegen. Da der Grunde, und die Glücklichen, die von einem günstigen Winde regung. Gestern Abend kam es zu einigen Zusammenstößen. Lehrlingsvertrag nicht schriftlich abgeschlossen ist, sind Sie nicht an das Ufer zurückgetrieben werden, das sie verlassen, haben die Vier Gensdarmerie- Brigaden sind abgesandt worden, um die gebunden, tönnen vielmehr Ihren Sohn in eine andere Lehre Qualen des Durstes und Hungers in dem Maße ausgekostet, daß Orduung wiederherzustellen. geben. sie sich gleichfalls freiwillig den Behörden stellen. Am schrecklichsten vielleicht ist jedoch das Loos derjenigen, welche den Winter für ihre Flucht wählen. Doch scheint auch diese Jahreszeit ihre Liebhaber zu haben, welche im Dezember, wenn die Meerenge von einem Ufer zum anderen bis auf 20 Werst Tiese eingefroren ist, aufzubrechen pflegen. Sie wandern nur bei Nacht und verbergen sich bei Tage in tiefen Gisspalten in einer Temperatur, die nicht zu beschreiben ist. Nachdem sie auf diese Weise 200 Werst zurückgelegt haben, erreichen sie die gefährlichste Stelle, nämlich den jenseitigen Rand des Eises, welcher unter dem Einflusse der Ebbe und Fluth stets so rissig und bröckelig ist, daß jeder Schritt darauf den Tod bringen kann. Depeschen. ( Wolff's Telegrapheu- Bureau.) Breslau, 24. August. Nach einer Meldung aus Laurahütte wurden in der Fannygrube 50 Bergleute durch durchbrechende Achtung! Briefkaffen der Redaktion. W. R. 22. Klagen Sie 14 Tage nach der Entlassung rückständigen Lohn und Lohn für die 14 Tage bei dem Gewerbegericht Stralauerstraße 1-3, Vormittags zwischen 8 und 9 Uhr) ein. Wird Beklagter verurtheilt, so wird das Geld von ihm beigetrieben. Burg. 1. Sechs Wochen, und wenn monatsweise Miethung vorliegt, spätestens am 15. zum Ersten des folgenden Monats. 2. Die Frage, wann ein Offenbarungseid abläuft", ist unverständlich. F. P. 100. 1. Die Frau haftet weder für die in, noch für die vor der Ehe seitens ihres Ehemanns gemachten Schulden. 2. Die Frau muß schleunigst interveniren und Einstellung der Zwangsvollstreckung beantragen; sonst werden die Sachen verkauft. E. P. in W. Der Ehemann haftet für die von der Ehefrau vor ihrer Verheirathung gemachten Schulden nicht. Achtung! 5. Berliner Reichstags- Wahlkreis. Lasalle- Feier = am Sonnabend, den 26. August 1893, im„ Jägerhaus", Schönhauser Allee Nr. 103 Dhen. Legen Sie die Sache zwischen 12 und 1 Uhr uns flar. E. E. 1. Ja. 2. Die Forderung verjährt nicht. 2. P. 1. Der Wirth kann die Sachen wegen einer Miethsschuld ohne Erkenntniß retiniren. Befürchtung wegen Bestrafung ist grundlos; die betreffende Verwandte ist zur Erfüllung des Vertrages, die andern zur Herausgabe verpflichtet, wenn die Firma und die Verwandte die Herausgabe verlangen. Calbe a. S. Sie können den Versuch machen, Bestrafung wegen Erpressung gegen die Kriegerleute zu beantragen; indessen ob der Staatsanwalt gegen die Kriegervereinler vorzugehen sich verpflichtet fühlt, ist eine andere Frage. A. Drebert. 1. Von einem schriftlich geschlossenen Miethsvertrage fann man auch innerhalb 24 Stunden nach Abschluß ohne Genehmigung des Vermiethers nicht zurücktreten. 2. Die Schulpflicht besteht bis Ostern 1894. J. Rbrcht. Sie haben nur für die Schulden Ihrer Frau aufzukommen, die diese etwa behufs nothwendiger Ausgaben machen mußte. Die Bestimmung über die Art der Erziehung Ihres Kindes steht Ihnen zu. Naether& Krausse Orts- Krankenkasse der Schuhmacher. Anflamerstr. 44 Versammlung am Sonnabend, den 26. d. M., Ab. 8 Uhr, bei Seefeldt, Grenadierstr. 33. Tagesordnung: 1. Anträge zur General- Versammlung. 2. Erledigung vorliegender BeSämmtliche Mitglieder, besonders die Delegirten, sind hierzu ein an der Brunnen- Straße.schwerden. 3. Verschiedenes. Billigste Bezugsquelle für geladen. 276/7 bestehend in grossem Vokal- und Instrumental- Konzert, Gesangsvorträgen von mehreren Gesangvereinen. Volks- und Kinderbeluftigungen aller Art.- Festrede, gehalten vom Reichstags- Abgeordneten Rob. Schmidt. Reparaturen gut und billig. Sonntag, den 27. August, Vormittags 10 Uhr, in Gratweil's Bierhallen, Uhren. Verein der Zimmerer Berlins u. Umg. Im festlich dekorirten Saale: Großer Ball( Herren, welche daran theilnehmen, zahlen 50 Pf. nach. 351/ 18* Programme à 5 Pf. sind bei den Komiteemitgliedern zu haben. Anfang des Konzerts 4 Uhr Nachmittags. Entree frei. Das Comité. Sophastoff- Reste in Rips, Damast, Crêpe, Fantasie, Gobelin, Plüsch und bunten Mocquets spottbillig! Proben franko! Berlin S., Graveure, Ciselenre! Emil Lefèvre, or age Bur Lassallefeier am Sonntag, den 27. August: Ausflug mit Damen nach Schmöckwik ( Restaurant zur Palme). Abfahrt Schlef. Bahnhof 8 Uhr 21 Min., Görlitzer Bahnhof 8 Uhr 35 Min. bis 12,21 resp. 12,35 stündlich ein Zug. Oranienstraße 158. Hausfrauen! kauft versuchsweise 1 Dose COCO 168/7 für 10 Pf. als Getränk für Eure Kinder. Nichts wird so gern von diesen ge= fein anderes Getränk ist 4800 L Deutsch. Holzarbeiter- Verband Bahlſt. trunken und billig wie es Berlin). Tischler aller Branchen, Drechsler u. Bürstenmacher. Versammlung für den Norden am Montag, 28. August, Ab. 81/2 Uhr, bei Kuhlmey, Schönhauser Allee 28. Tages Ordnung: 1. Vortrag des Herrn Hoffmann, über: Die Veredelung der Arbeit. 2. Diskussion. 3. Werkstattangelegenheiten. 4. Verschiedenes. Zahlreichen Besuch erwartet Die Ortsverwaltung. Köpenick. 430/6 so COCO. Bitte lesen Sie! Jedem Genossen, der billig und gut kaufen will, empfehle mein sehr reichh. Lager von ca. 1000 Sommer- Paletots, 2000 Anzüge, sowie einzelne Röcke, Jaquets, Hofen, Westen zc. Ferner Uhren, Ketten, Ringe, Betten, Wäsche, Stiefel, Hüte, Reise- u. Holzkoffer, Waschkessel 2c. Sämmtliche Sachen in alt und neu, auch werden verfallene Pfänder verkauft. Kommandantenstr. 77-79. Grosse Versammlung. Tages Ordnung: 1. Aufgabe, Zweck und Ziele des Vereins der Bimmerer Berlins und Umgegend". Referent K. A. Schultze. 2. Diskussion. 3. Vereinsangelegenheiten. Der Vorstand. 428/2 J. A.: Ernst Obst, Blumenthalstr. 8. Gleichzeitig werden die Kameraden, welche sich in den Verein haben aufnehmen lassen, ersucht, ihre Mitglieds- und Statutenbücher in Empfang zu D. D. nehmen. Deutscher Holzarbeiter- Verband ( Tischler, Klavierarbeiter, Drechsler, Bürstenmacher). Zahlstelle Berlin. Versammlung f. d. Bezirk Often, Friedrichsberg u. Rummelsburg am Montag, 28. August, Abends 81%, Uhr, im Freischük, Fruchtstr. 36a. Tages Ordnung: 1. Vortrag des Herrn Dr. Joel, über: Unsere Nahrungsmittel. 2. Dis fuffion. 3. Vorschläge zu einem Beisitzer und Werkstatttontrolleuren. 4. Berschiedenes. Um zahlreichen Besuch ersucht 430/ 5* Die Ortsverwaltung. Den Mitgliedern zur Nachricht, daß am 3. September ein Besuch Arbeitsnachweis, Wallstr. 7-8; Mieke, Adalbertstr. 9 vorn 4 Tr.; Daun, der Urania stattfindet, wozn noch Billets an folgenden Stellen zu haben sind: Teltowerstr. 23; Naetebusch, Blumenstr. 38; Maass, Chorinerstr. 18. Besichtigung der Instrumente von 9-10 Uhr. Anfang der Vorstellung Eine moderne Amerikafahrt" punkt 10 Uhr. Große Lassallefeier Were Hohen- Neuendorf an der Nordbahn. am Sonnabend, den 2. September, in Klein's Hotel. Bestehend in Konzert, Festrede, gehalten vom Reichstagsabg. Fritz Zubeil. Nachdem: Ball. Billets für Herren 30 Pf ,, Damen 20 Pf. Anfang Abends 8 Uhr. Das Festkomitee. 422/2 Gross- Lichterfelde( Anhalter Bahn). Sonntag, 27. August, Nachm. 3 Uhr, in Gries' Lokal: Große Lassallefeier. Konzert und Ball. Komische Vorträge. Festrede. TF Entree 20 Pf. E Um zahlreiche Betheiligung bittet Das Komitee. 426/7 A. Wergien, Schneidermeister und Parthiewaaren Händler, 3768L* 127 Skalizerstraße 127. Bestellungen nach Maak werden gut und billig ausgeführt. Bitte sehr, recht genau auf Namen und Hausnummer zu achten. Roh- Tabak A. Goldschmidt, 4435L* am hiesigen Plage wie bekannt grösste Auswahl! Garantie für sicheren Brand. Streng reelle Bedienung, billigste Preise! Sämmtliche im Handel befindl. Rohtabate stud am Lager. A. Goldschmidt, Oranienburgerstr. 2. Nene freie Volksbühne. Osang's Restaurant, Sonnabend, den 26. August: Italienische Macht im Garten des Viktoria- Theaters. E Billets à 30 Pf.( an der Kaffe 75 Pf.), welche auch zur Vorstellung Frau Venus" soweit der Raum im Parterre reicht, gelten, an allen Zahlstellen. Refervirte Pläge zur„ Frau Venus" zu einem Drittel des Kassenpreises nebst freiem Zutritt zum Garten, werden nur bis morgen Mittag an folgenden Stellen ausgegeben: Wilhelm Hagemann, Dranienstr. 144. Herm. Bobsien, Kommandantenstr. 62. Th. Stampehl, Mariannenſtr. 26. Chr. Schäffer, Manteuffelstr. 32. C. H. Wolters, Brückenstr. 5. 410/7 Sonntag, den 10. September, 1. Abth.: Erziehung zur Ehe. Sonntag, den 17. September, 2. Abth.:) Ein neues Lustspiel von O. Erich Hartleben. trautes Familienheim, Berlin SO., Reichenbergerstraße Nr. 47. Allen Genossen von Nah und Fern zu empfehlen. 1455b Arbeitsmarkt. Kartonarbeiterinnen, geübte, verlangt J. Schwandt, Neue Jakobitr. 6. Tüchtige Schrauben- und Façondreher bei dauerndem Afford verlangt Brandenburgstr. 6. Junge fräftige Frau wünscht Wäsche im Hause Frankfurter Allee 56. Flint. 1546b* Sonntag, den 27. August 1893, Nachmittags 2 Uhrs Groke Lallalle- Feier im Lokal des Herrn Fritz Iwert. Grosses Vokal- und Instrumental- Konzerl, unter Witwirkung der Gesangvereine Weiße Rose"( Reinickendorf),„ Liederzweig"( Hermsdorf), M. d. A.-S., und der Gesangshumoristen Gebr. Klingmann. Jm Saal: Grosser Tanz. Zum Schluß: Gr. Verloosung. Die Berliner Genossen werden ersucht, um 12 Uhr 35 Min. von der Nordbahn oder 12 Uhr 42 Min. von Pantow abzufahren und in Stolpe auszusteigen, da dieselben abgeholt werden. Das Komitee. Entree 20 Pf. Jamaica- Rum, 426/8 [ 131M* echt Verschnitt u. Fac., Literfl. 1,10, 1,60, 2,10, bei 5 Fl. 10 Pf. billiger. Tokayer, med. füßer Ungarwein, Literfl. M. 2,10. Himbeer-, Kirsch-, Johannisbeersaft, Liter M. 1,20. Echt Stonsdorfer Bitter- Litör, Liter 1,20, 5 Ltr. 5,50, 10 2tr. 10. Cognac fine Champagne, 3/4 Literfl. 3,50, 4,50, 5,50, 7,50, 12. Eugen Neumann& Co., 6a. Belle- Alliance- Platz 6a. 81. Neue Friedrichstr. 81. 8. Oranienftr. 8. 414M Metzner's Korbwaaren- Fabrik, Berlin, Andreasstr. 23, Hof part., vis- à- vis d. Andreasplay. Kinderwagen, gratis. Theilzahlung gestattet. größtes Lager Berlins. Musterbücher 500 Mark zahle ich Jedem, der mir nachweist, daß ich nicht das größte Kinderwagen- Lager Berlins habe. Preßkohlen, F. Metzner. NW., Jagowstraße 12, I Seitenflügel III.[. 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