Nr. 202. Erscheint täglich außer Montags. Prets pränumerando: Viertel: jährlich 3,30 Mart, monatlich 1,10 mt, wöchentlich 28 Bfg frei in's Haus. Einzelne Nummer 6 Pfg. Sonntags- Nummer mit fluftr. Sonntags- Beilage Neue Welt" 10 Pfg. Post- Abonnement: 8,30 Mt.pro Quartal. Unter Kreuzband: Deutschland u. Defterreich: Ungarn 2 Mt., für das übrige Ausland 3 Mt.pr.Monat. Eingetr. In der Post- Beitungs- Preisliste für 1893 unter Nr. 6708. Vorwärts 10. Jahrg. Insertions- Gebühr beträgt für die fünfgespaltene Petitzeile oder deren Raum 40 Bfg., für Vereins- und Bersammlungs- Anzeigen 20 fg Inferate für die nächste Nummer müssen bis 4 Uhr Nachmittags in der Expedition abgegeben werden. Die Grpedition ift an Wochentagen bis 7 Uhr Abends, an Sonnund Festtagen bis 9 Uhr Vormittags geöffnet. Fernsprecher: Amt I, 4186. Telegramm- Adresse: " Sozialdemokrat Berlin! Berliner Bolksblatt. Zentralorgan der sozialdemokratischen Partei Deutschlands. Redaktion: SW. 19, Beuth- Straße 2. Die herfilthe Bauernbewegung. Aus Oberhessen wird uns geschrieben: Dienstag, den 29. August 1893. Expedition: SW. 19, Beuth- Straße 3. semitismus zugegeben. An der Spitze des Ganzen standen scheinen mag, Nebensache, ein pikantes Gewürz, das der die Großgrundbesitzer: Standesherren, Majoratsherren, Masse der Landbevölkerung die Politik, die im Kerne rein hierzulande, wo vielfach das englische Großpachtsystem wirthschaftlicher Art war, schmackhaft machte. Antisemitische herrscht, die auf den standesherrlichen Gütern als Bächter Neigungen sind von jeher vornehmlich in unserer evangelifizzenden Dekonomen. Geistlichkeit und Beamtenschaft schen Geistlichkeit vorhanden und mächtig gewesen, deren Die stärksten Stützen der alten Gesellschaft wanken. leisteten freundwilligen Beistand, und die Masse der Bauern Einfluß auf die Bevölkerung durch Wort und Schrift noch Der antikollektivistische Bauernschädel beginnt sich mit und Landarbeiter, hier ebenfalls zum größten Theil noch sehr groß ist. Dazu steht thatsächlich der Bauer in revolutionären und sozialistischen Vorstellungen zu erfüllen. Kleine Besizer, folgten, bildeten die Heersäule der agrari- einem steten Interessengegensatze zu dem Handelsmann, der Und suchen die Herren, die das heute mit ohnmächtigem schen Armee. Das war das erste Stadium der agrarischen hier zu Lande fast immer Jude ist. Ist der Bauer VerGrimme schauen müssen, einen Schuldigen, so müssen sie, Bewegung: die Periode der Führung durch den Groß- käufer, so ist der Jude Käufer und umgekehrt. Die soweit hier von Personen und persönlichen Machern die grundbesiz. Schwankungen des Produktenmarktes treffen den Bauern Rede sein kann, an die eigene Brust schlagen. Denn die Seitdem, d. h. seit 1887 ungefähr, hat sich manches ge- durch Vermittlung des Juden, der an ihnen die alleinige Bauernbewegung ist zum guten Theil fünftlich, nicht geändert. Die Lebensmittelzölle schienen ein Band zu knüpfen Schuld zu tragen scheint. Die größere, durch Jahrhunderte macht, aber beschleunigt, von oben herab in die Bevölkerung zwischen allen Arten von Grundeigenthümern, die fast alle ihm aufgezwungene, Geschäftsgewandtheit des Juden, dazu hereingetragen worden. Getreide verkaufen, wobei der Zukauf, der bei den kleinsten die peinliche Empfindung eines vielfach unaushaltsamen Bis zum Ende der fiebziger Jahre hatte die soziale den Absatz weit übersteigt, übersehen wurde. Der Militaris- Rückgangs des Kleinbauernthums und die Wirkung des Gliederung der Bevölkerung in der politischen Gruppirung mus, der gerade die Landbevölkerung am schwersten trifft, Gegensatzes zwischen der Körperarbeit des Bauern und der mehr unbewußt ihren Ausdruck gefunden. Die vornehmlich zu gunsten des Großgrundbesizes, wurde in scheinbar bequemen Handelsthätigkeit des Landjuden, der bürgerlichen Parteien unterschieden sich im Wesents altgewohntem Patriotismus hingenommen: Aber die zum großen Theil von Juden betriebene Landwucher, lichen nur durch ihre Ideale". Mochten diese in Interessengemeinschaft wurde als Wahn enthüllt durch die lassen in manchen Schichten einen dumpfen Haß sich entReligiosität oder Freidenkerthum," Freiheit" oder" Königs- Branntweinstener, Reform" von 1887. Die Vierzigmillionen- wickeln, der von oben her behutsam lebendig erhalten wurde treue" bestehen, alle waren darin einig, daß sie das Liebesgabe bringt den Großbrennern ungeheure Summen, und in der antisemitischen Bauernbewegung zur helllodernden Gesammtintereffe" vertraten und mit tugendhafter Ent- bis zu Hunderttausenden von Mark für Einzelne; den Ruin Flamme entfacht wurde. So schien es fich eine Zeit lang wirk rüftung auf die Sozialdemokratie blickten, die durch ihr des Kleinbrenners kann sie nicht hindern, sollte sie vielleicht lich nur um einen Kampf gegen das Judenthum zu handeln. offenes Bekenntniß zum Klassenkampfe die vaterländischen gar nicht: ganz im Geiste eines Gesetzes, das den Jnteressen Inzwischen hat die Logik der Thatsachen weiter gearbeitet. War Interessen einem schnöden Klassenegoismus zum Opfer der Bauernleger dienen sollte. Aber der Hauptkonsument die erste agrarische Bewegung die Interessenvertretung des des Branntweins ist, im ist, im Westen Westen wenigstens, der feudalen oder großbürgerlichen Großgrundbesizes, so ist die sog. brachte. Diesem idyllischen Zustande, in dessen Frieden man Kleinbauer und der landwirthschaftliche Arbeiter, die antisemitische hier die zweite Etappe: die Klaffenbewegung so schön gemeinsam das Volk hatte schröpfen können, machte zu gewissen Zeiten, z. B. im Winter bei Waldarbeiten, des niedergehenden Mittel- und Kleinbauernstandes. Thre die schutzöllnerisch- agrarische Richtung ein Ende. War auf den Branntwein angewiesen sind, zu anderen Zeiten Spize richtet sie in erster Linie gegen den jüdischen Zwischenauch bereits in der Gründerzeit von einigen der konser ihn nicht entbehren zu können glauben. handel. Der Gegensatz gegen den Großgrundbesitz wird noch vativen Partei attachirten Sozialpolitikern, wie Glagau, Die gewaltige Bertheuerung dieses Lebensmittels er nicht hinlänglich klar erkannt, wohl aber bereits empfunden. Rudolf Meyer u. a. mancher Feßen der gleißenden Hülle des zeugte tiefe Unzufriedenheit; zum ersten Mal trat in einer Die antisemitischen Führer sahen sich zu durchaus oppoKapitalismus abgerissen worden, so hatten damals diese Be- großen politischen Frage der neueren Zeit der Klassen- fitioneller Haltung genöthigt. Hielten sie auch an der mühungen wenig Erfolg aufzuweisen. Die nationalliberale gegensatz unter den Grundbesitzern selbst deutlich zu Tage. Fabel des bauernschützenden Getreidezolles fest, so mußte und die ihr verbündete freikonservative Partei, die Parteien Dazu kam, daß die gehofften Erfolge der Schuzzoll- Politik Böckel fich doch als Gegner einer Ausdehnung des früher des entwickelten Großkapitalismus, blieben Herren der für den Bauern sich nicht zeigen wollten; kurz, die Bauern- sorgsam geschonten indirekten Steuersystems bekennen, und Lage, und im Volke folgte man noch immer der nationalen schaft fand es gerathen, ihre Interessen selbst in die Hand ihre ganze Hilflosigkeit offenbarte die antisemitische Demagogie Fahne und glaubte an die Harmonie der Interessen. Da zu nehmen und sich von den alten Parteien: der ton- in der Frage, die bei den letzten Wahlen maßgebend war: trat die agrarische Partei auf den Kampfplan. Ihr Ent- fervativen Adels- und Pfaffen, der nationalliberalen der Stellung zur Militärvorlage. zur Militärvorlage. Zuerst war die stehen verdankte sie dem gegen Ende der 50er Jahre im Dekonomen- und Beamtenpartei, loszusagen. Die anti Parole: keinen Mann und feinen Groschen! da Vergleiche mit dem vorhergegangenen Jahrzehnte ein- semitische Bauernbewegung entstand. In Lob und Tadel das Volk keine weitere Belastung tragen könne. getretenen Sinken der Grundrente, die durch mancherlei ist dem Organisator dieser Bewegung in Oberhessen, Darauf erklärte man sich zur Bewilligung bereit, wenn Umstände eine ungeheure Höhe erreicht und im Güter dem Dr. Böckel, zu viel gethan worden. Politisch 1. die finanziellen Erfordernisse von der Volksmasse weg verkehr und der Lebenshaltung die Ansprüche der Grund- ist er nicht bedeutend( von seinem Charakter ist auf die Schultern der Reichen gewälzt würden, 2. die zweibesitzer entsprechend erhöht hatte. Dazu kam der wachsende hier nicht die Rede), wohl aber ist er ein guter Kenner der jährige Dienstzeit gefeßlich festgelegt würde. Vor den StichNeid auf die zunehmende soziale Bedeutung des mobilen ländlichen Verhältnisse, ein nicht übler Agitator und Organi- wahlen ließ man mit Rücksicht auf die sächsischen KonserKapitals, die wirthschaftliche Krise und das Sozialisten- sator, über dessen Haupt auch manche sozialpolitischen Er- vativen noch die zweite Bedingung fallen, und schließlich geset, die die breiten Massen nunmehr als ge- tenntnisse hingestrichen sind. Aber er hätte vergebens gear- bewilligten die Herren glattweg ohne Erledigung der eignetes Objekt reaktionärer Demagogie erscheinen beitet, hätte er nicht einen vorbereiteten und aufnahme- Deckungsfrage, nach einer nichtssagenden Erklärung des ließen. Eine lebhafte Agitation für die Getreidezölle wurde fähigen Boden gefunden. Seine Bewegung entsprach ge- Kanzlers, stolz auf die ausschlaggebende Stellung im Reichsin Szene gesetzt, der Gegensatz des Grundbesitzers zum wissen, im Landvolke herrschenden Instinkten. Daher ihr tag und auf die„ achtungsvolle" Behandlung durch die ReRapitalisten( nach Bismard war bekanntlich der Handel rascher, überraschend großer Erfolg. Bisher war von dem gierung. unproduktiv, produktiv aber das Grundeigenthum) scharf rein antisemitischen Theile der Bewegung noch nicht die Dieses Verhalten bildet den Anfang vom Ende. Mögen betont, auch nach Bedarf schon eine gewisse Dosis Anti Rede. Er ist auch, so befremdlich es dem Fernerstehenden sie sich" Volkspartei" oder„ Reformpartei" nennen: die Anti- Rede. Feuilleton. Nagbrua verboten.) [ 54 Die Bekehrung André Savenay's. Sozialistischer Roman von Georges Renard. Autorisirte Ueberfegung von Marie Kunert. Nun, Sigismund," sagte Vater Deschamps, ihn auf die Schulter klopfend," Du bist wohl nicht damit zufrieden, daß neue Rekruten zu uns kommen?" " Gewiß, aber die jungen Rekruten dürfen die alten Soldaten nicht fortjagen." Was willst Du damit sagen?" " Herr Savenay hat mich schon aus der Sozialdemotratie hinauswerfen wollen!" pedantischen Sozialismus zu predigen, dann haben Sie nicht unrecht gethan. Ich habe ihm manches Mal ver fichert, daß die alten Graubärte von 1848 auch ihr Gutes hatten. Damals war es einem Sozialisten noch nicht verboten, ein Herz zu haben und daran zu denken, daß die Andern auch eines haben." Sigismund erwiderte nichts. Sein Gesicht verfinsterte sich immer mehr. Dann sagte er mit leise bebender Stimme: " Und Sie, Johanna, glauben Sie auch, daß Herr Savenay mir gegenüber im Recht ist?" Tas junge Mädchen zögerte einige Sekunden. Der Ton Sigismunds, die Lebhaftigkeit, mit der der Wort kampf schließlich geführt worden war, der brennende Blick, den André auf sie heftete, vielleicht auch der den Frauen eigene geheime Justinkt, alles warnte sie davor, daß ihr Urtheil wie eine Wahl ausfallen würde, die sie zwischen ihren beiden Berehrern traf. ,, Nun, Kleine, Du willst Dich nicht aussprechen?" sagte der Großvater. Ich habe Dich noch nie so schüchtern Verzeihung," sagte André." Ich habe nur mit gesehen. Sprich doch." gleichen Waffen gedient! Sie und einige der Ihrigen Sie zögerte noch immer, schlug die Augen nieder und machen aus dem Sozialismus eine so winklige, niedrige sagte endlich mit Anstrengung:" Ich denke wie Herr und enge Kirche, daß man Ihnen zurufen muß: Ber- Savenay." größert Eure Kirche. Sie ist zu eng für die Menschheit. Kaum hatte sie diese Worte ausgesprochen, als sie es Erweitert Eure Lehren, Euren Verstand und vor allem auch schon bereute, so furchtbar war ihre Wirkung auf Euer Herz. Alles dies wird niemals groß genug sein können, um die Zukunft der Welt aufzunehmen. Ich bin sicher, daß Herr Deschamps meiner Meinung sein wird." Meiner Treu!" sagte der Alte, ich bin bei Ihrer Diskussion nicht zugegen gewesen. Aber wenn Sie unserm Freunde Sigismund gerathen haben, einen weniger trockenen, weniger blutdürftigen, weniger gelehrten und weniger Sigismund. Er erbleichte, sein Gesicht verzerrte sich und wie von Sinnen stammelte er: ,, Dann weiß ich, was mir zu thun bleibt." Und, nach seinem Hut greifend, öffnete er die Thür und sagte erregt: ch gehe, ich gehe. Adieu, Vater Deschamps!" Bater Deschamps versuchte ihn zurückzuhalten. Wie kann man so empfindlich sein. Sie sind in der Diskussion einmal geschlagen worden. Ein kleiner Unfall! Sie werden ein anderes Mal Revanche nehmen." Aber Sigismund hörte nicht und eilte wild mit gewaltigen Schritten davon. Vater Deschamps hob die Arme empor und rief: " Ist das ein sonderbarer Mensch! Was hat er nur? Was hat er nur?" Was er hatte? Johanna und André mußten es ahnen, denn sie saßen stumm und beunruhigt da. Infolge einer jener plöglichen Regungen des Mitleids, die der weiblichen Senfibilität eigen sind, sagte Johanna jetzt mit voller Aufrichtigkeit: Armer Sigismund! Wir haben ihm Rummer bereitet." Mit einem Male wurde sie kälter gegen André wie um ihn für seinen allzu großen Triumph zu strafen. André, der anfangs seiner überströmenden Dankbarkeit nicht Worte leihen konnte, wußte jezt nicht, was er von dem plöglichen Umschlag in Johanna's Stimmung halten sollte. Seine Hoffnungen, die schon einen hohen Flug genommen hatten, fielen schwer, wie verwundete Vögel wieder zurück. Unruhig, erregt, nervös gab er Vater Deschamps ganz verkehrte Antworten und nahm dann bald Abschied, um in seine strömenden Gedanken wieder etwas Ordnung zu bringen. Liebte Johanna ihn wirklich? Die Freude, die er in ihren Augen gelesen, das Geständniß, daß sie dachte wie er, die Eifersucht Sigismunds, das alles waren gewiß bedentungsvolle Anzeichen, fast Beweise. Aber warum dann diese plögliche Kälte? Und was wollten die räthselhaften Worte Sigismunds:" Ich weiß, was mir thun bleibt" sagen? Ach, das war nur zu leicht zu errathen! Er besaß Rechte, die er nicht verfehlen würde, jetzt zu fordern. Johanna's Zurückhaltung war eine Mahnung an " " " In ihren Hof- und Personalnachrichten schreibt die Kreuz- Zeitung": Der neue Staatssekretär des Reichsschatzamts Graf Posadowsty erschien am Sonnabend im Reichsschazamt und hatte mit dem bisherigen Staatssekretär Frhrn. v. Malzahn eine längere Konferenz. Er wird von letzterem nach und nach in die Geschäfte eingeführt werden, so daß er mit dem 1. September, dent Termin feines offiziellen Amtsantritts, orientirt sein wird." Antisemiten haben in der wichtigsten politischen Frage Zuvörderst sei festgestellt, daß die Verbesserung der Ges unferer Zeit, in der des Militarismus, sich als unfähig zum hälter das finanzielle Ergebniß nicht ungünstig" beentschlossenen Widerstand gezeigt. Die kommende Ber- einflußt. Wenn die Jammerlöhne der Postunterbeamten mehrung der Steuern, für die sie die Verantwortung tragen erhöht werden, so ist das ein Gebot des sozialpolitischen müssen neben der Verantwortung des Wortbruchs, Anstandes. Ein fapitalistischer Unternehmer darf in wird die bäuerliche Bevölkerung zu immer rascherer diesem Rauberwälsch von„ ungünstigen" Einflüssen Erkenntniß bringen. Der antisemitische Fanatismus, der reden, da für ihn nur der Unternehmergewinn in in den unsinnigsten Verdächtigungen und brutalen Be Frage kommt. Ein staatlicher Betrieb, ein Unternehmen schimpfungen der Juden sich wohlgefiel, ist in starkem Rück- des Reichs, eine Muster" anstalt darf doch nicht so wirthgang. Wem die Getreidezölle nüßen, wird dem Kleinbauern schaften, wie der Fabrikant Hinz oder der Handelsherr immer deutlicher. Dazu kommt ein Zurückweichen der Kunz, er darf doch keine Ueberschüsse herauswirthschaften Juden vom Lande, die Lahmle gung eines großen Theils auf Kosten seiner Arbeiter. Aber was wollen wir? Wir des jüdischen Handels durch die Konsumvereine des Mittel- leben im herrlichen Gegenwartsstaat, der Staat als Unterdeutschen Bauernvereins, die dabei dem Bauern so gut wie nehmer wirthschaftet kapitalistisch wie Frgendeiner, und nichts, jedenfalls nicht mehr als das sonstige Genossen- jeder Pfennig, den Poftunterbeamten zugelegt, beeinträchtigt schaftswesen leisten: Der Bauer wird einsehen, daß sein die Einnahmen des Militarismus. Das ist freilich unPlaz nicht an der Seite der Besitzenden, sondern der günstig". Jedennoch, Herr von Step han preist die guten Arbeiter ist. Die 85 pCt. hessischer Landbevölkerung, die Aussichten seiner Abschlüsse. Möge der Reichstag darauf kein Getreide zu verkaufen haben über den Betrag ihres drängen, daß das finanzielle Ergebni ß" durch neue und Einkaufs an Brot und Mehl, werden müde werden, ach! wie nothwendige Gehaltsaufbe sferungen„ beeinflußt" fich zu gunsten der dicken dicken Dekonomen ant der werde! Nase führen zu lassen. Der Anfang ist schon gemacht. In seinen Flugblättern zu den Stichwahlen mit den Nationalliberalen, die er anderwärts unterstützte, wetterten Böckel gewaltig gegen die Manschettenbauer", die er des Bündnisses mit den Juden bezichtigt, und die an anderer Stelle abgedruckte Eingabe hessischer Bauern anläßlich der Manöver bekundet eine erfrischende oppofitionelle Neigung und einen völligen Mangel an Angst vor der Sozialdemokratie. Erkennen die Leute erst, daß auch ihre gegenwärtigen Vertrauensmänner von der Re- Der Finanz Dilettant Malzahn unterweist den in formpartei" ganz auf dem Boden des Kapitalismus stehen Finanzfragen durch unberührte Jungfräulichkeit sich ausund zu den fanatischsten Vertretern des Militarismus ge- zeichnenden Landeshauptmann Grafen Posadowsky in hören, der den Bauern immer schwerer drückt und schindet, fünf Tagen so ausgiebig, daß er orientirt ist und so werden sie ihre Führer verlassen und Hand in Hand mit getrost mit dem gleichen Geschick und derselben imposanten dem tämpfendeu Proletariat ihre Befreiung Befreiung vom Sachkunde wie sein erleuchteter Vorgänger die Geschäfte des Kapitalismus, sei er jüdisch oder christlich- germanisch, Reichsschazamts führen kann. So wird die Frage, wie wie von Bureaukratie und Militarismus erkämpfen man im Handumdrehen Reichsschatsekretär werden kann, Das wird die dritte Epoche der Epoche der Bauernbewegung glänzend gelöst. Herr Miquel wird das Uebrige besorgen. fein. Aufgabe der der Sozialdemokratie ist es, diesen Geschwindigkeit ist keine Hererei. Zeitpunkt beschleunigen und zu eine flare Er fenntniß der eigenen Interessen und der wirthschaftlichen Entwicklung in der Landbevölkerung zu erzeugen. Das fezt voraus eine gründliche Kenntniß der ländlichen Zu stände. Kein dümmeres Wort als das vom dummen Bauern". Der Bauer, zumal der hessische, ist nichts weniger als dumm. Ihm fehlt nur die politische Schulung. Und hier hat der Antisemitismus vorgearbeitet. Er hat gethan, was Aufgabe der bürgerlichen Demokratie gewesen wäre, von dieser aber, die das böse Bewußtsein, sich dem Rapitalismus ergeben zu haben, nicht los werden konnte, versäumt worden ist: die Bauern zu organisiren. Hier ist für uns ein gebahnter Pfad. Dringen weiter vor! Lernen und lehren wir! Dann wird die Rede vom antifollettivistischen Bauernschädel eine glänzende praktische Erläuterung finden. " " " " Junge fing an zu weinen und beantwortete alle Fragen nuz mit leichtem Ropfschütteln oder Nicken. Die Fragen erregten meine Verwunderung; fie lauteten 8. B. also: Der Herr hat Dich geschlagen?" Der Junge nicte. Er hat Dich über den Rücken geschlagen, nicht wahr?" Der Junge nickte. Ueber den Kopf hat er Dich doch nicht geschlagen, wie?" Er schüttelt den Kopf. Er hat Dich einmal geschlagen?" Niden. Weiter doch nicht?" Schütteln. Also wurde protokollirt, daß der Junge( ein 5/2 Jahre altes Kind. Red. d. V.) aus gesagt habe, der Lieutenant v. Bosse habe ihm nur einen Hieb versetzt. Dann wieder über das von mir behauptete Hegen lautete das Verhör so:„ Warum liefst Du denn fort, als der Wenn Du nichts Herr auf Dich zuritt?" Keine Antwort. gethan hattest, brauchtest Du doch nicht fortzulaufen!" Reine Antwort. Wo liefest Du nun hin?" Mit meinerlicher Stimme:" Auf den Erer."" Hier muß ich zur Erläuterung hinzufügen, daß bei den Kindern diese Abkürzung für Ererzierplay im Gebrauch ist. ,, Und da tam er hinter Dich her?" Nicken. Warum bliebst Du denn stehen?" Keine Antwort. Aber warum - Du konntest doch noch laufen?" Nicken. liefest Du nicht; der Play war doch noch groß genug?" Nicken. ,, Nicht wahr, er ritt um Dich herum, und da bliebst Du stehen, und da schlug er Dich? Nicken.„ That denn das weh?" Nicken.„ Na, die Schmerzen hörten aber bald auf; nachher that es doch nicht mehr weh?" Schütteln. In dieser Weise wurde aus ihm oft das Gegentheil von dem herausgefragt, was er mir früher erzählt hatte. Nur in einem Punkte, in dem, welcher seine eigene Schuld betraf, blieb er beharrlich beim Kopfschütteln. Der Auditeur fragte wiederholt, ob er nicht Sand in die Höhe geworfen und Juchhe dazu gerufen habe, um das Pferd einmal schön springen zu sehen. Ich machte nunmehr darauf aufmerksam, daß auf dieses Verhör des Kindes nicht viel zu geben sein dürfte. Das Kind habe nicht ein so scharfes Gedächtniß für die Einzelheiten jenes Vorganges, zumal aus( pädagogischen Gründen und namentlich um ihm den Furcht erregenden Vorgang aus dem Gedächtniß schwinden zu lassen, abfichtlich vermieden war, mit ihm oder in seiner Gegenwart über den Fall zu sprechen. Höchst wahrscheinlich habe es sogar unter dem Eindrucke des verwirrenden Schreckens die für es geringeren Nebenumstände nicht einmal scharf aufgefaßt, denn ich hätte schon unmittelbar nach dem Vorfalle tein flares Bild aus den Erzählungen des Kindes gewinnen können. Darauf erwiderte der Auditeur:" Auf die Aussage des Kindes kommt alles an." Und als ich auf die Augenzeugen verwies, sagte er: ,, Die find ja Alle Sozialdemokraten; wo ein Offizier in Frage kommt, geben, fie fich die größte Mühe, ihn hineinzulegen. Das kennen wir. Auf deren Aussagen geben wir gar nichts." Die Zeugen sind übrigens nachher vernommen und beeidigt. Zu Beginn des Verhörs war festgestellt worden, daß der Junge erst 51/2 Jahre alt war und seit einem Vierteljahre in die Schule ging. Als nun das Protokoll von der Aussage" des Jungen diktirt war, fragte der Auditeur, ob er seinen Namen schon schreiben könne, wie es schien, in der Absicht, das Protokoll unterschreiben zu Lassen." 1 Daß die Börsensteuer nur den kleineren Theil der neuen Ausgaben decken könne, stand von vornherein bei allen Sachkundigen fest. Ihre Erhöhung ist nur Blendwerk für die, die nicht alle werden; die Quelle, aus der der Moloch seinen Durst löscht, ist die der in direkten, die Masse belastenden Auflagen. Offiziös wird jetzt mitgetheilt, daß die Börsensteuer in den letzten Jahren regelmäßig weniger erbracht habe, als der Anschlag im Etat betrug. Im Jahre 1892/93 belief fich die Mindereinnahme sogar auf nahezu 8 Millionen. Im Etat für 1893/94 ist Soll man die Vernehmung eines 5 Jahre alten die Börsensteuer niedriger veranschlagt als im Jahre Knaben ernsthaft nehmen? Das Urtheil aber des schnei1892/93, und zwar um mehr als 12 Millionen. Troßdem digen Herrn Auditeurs über die eidlich zu bekräftigenden scheint es, als wenn auch im laufenden Jahre der Etats- Zeugenaussagen ehrenhafter Leute, die das Unglück" habent, ansatz nicht erreicht würde. Denn das erste Drittel dieses für Sozialdemokraten zu gelten, richtet sich selbst. Es geJahres hat noch um 120 000 M. weniger als der gleiche hört in dieselbe Kategorie, wie die berufenen Unwahrheiten Zeitraum des Vorjahres erbracht. Wenn die beiden gewisser Staatsanwälte. Gelüftet den Vertreter der kriegeanderen Drittel", so schreibt der Offiziosus,„ nicht be- rischen Rechtspflege nach den Lorbeeren des Herrn Romen? deutende Aenderungen in den Einnahmen aus der Börsen- Es genügt, hiermit festzustellen, daß ein Beamter steuer bringen, so würde auch das laufende Jahr bei der der Militärgerichtsbarkeit offen solch einen Standder Höhe von 5 bis 6 Millionen abschließen." " Politische Meberlicht. Börsensteuer mit einem Minus und zwar noch immer in punkt einnimmt. Sozialdemokraten und vielleicht gilt Berlin, den 28. Auguft. Der Beauftragte Stephan's sett in der„ Norddeutschen Allgemeinen Beitung"( Nr. 401 vom 27. August) den Kampf gegen die Miquel- Offiziösen fort. Er gesteht zu, daß die luftige Verquickung der Mehrausgaben und Ueberschüsse, die er als Finanzkünstler" sich hat zu Schulden tommen laffen, ein Bocksstreich war. Und er gesteht ferner, daß die 11 Millionen, die er als Gehaltszulage für Unterbeamten fälschlich verrechnet hat, sich auf höhere und Unterbeamte vertheilen; der Vorwärts"( Nr. 196 vom 22. August) hatte dem Postarius aus der Leipzigerstraße den Thatbestand zahlenmäßig so haarscharf nachgewiesen auf die 30 616 etatsmäßig angestellten PostUnterbeamten entfallen von den 11 Millionen nur 4 189 920 Mark, daß er zu Kreuz kriechen mußte. Für die Berathung des Postetats sei aber noch folgende Erklärung des Stephan- Offiziösen verzeichnet: Darauf muß doch hingewiesen werden, daß die Abschlüsse der Postverwaltung, besonders auch im laufenden Jahr, fich fortdauernd günstiger gestalten und auf Hebung des infolge der Gehaltsausbesserungen ungünstig be. einflußten finanziellen Ergebnisses mit Sicherheit rechnen laffen." " heute jeder als Sozialdemokrat, der nicht so denkt, sieht, hört, fühlt und aussagt wie es dem Militarismus und Noch einmal der Fall von Boffe. Gegen das auch seinen ſtrebsamen Bertretern genehm ist, können von uns mitgetheilte Rechtfertigungsschreiben des Braun- also darauf rechnen, daß ihnen in Braunschweig vor dem schweiger Divisionskommandeurs von Bock veröffentlicht Militärgericht nicht geglaubt wird. Der Auditeur, dessen Schuldirektor Leißen, der Vater des mit der Reit- Namen wir gern erfahren möchten, spricht allerdings so allpeitsche gejagten und von Bosse hoch zu Roß verfolgten gemein, daß man annehmen könnte, es handle sich nicht 5/2 jährigen Kindes, eine Erklärung, worin es u. a. blos um eine für Braunschweig geltende Anschauung. heißt: Bielleicht ertheilt die Heeresverwaltung hierüber Auskunft. Die Darstellung des Thatbestandes in dem Schreiben des Fm Reichstage wird ihr, wenn sie vorderhand schweigen Kommandeurs der 20. Division scheint sich auf die Aussage des Herrn von Bosse und auf das Protokoll der Aussage sollte, der Mund schon geöffnet werden. meines fleinen Sohnes zu stützen. Mit dieser letzteren AusWie die Kapitalisten das Gesek achten. Eine sage" hat es aber eine eigene Bewandtniß, wie folgende Erinnerung an das Verhör, welche ich am Tage nachher, näm- merkwürdige Bekanntmachung hat, wie der Bolts- Zeitung" lich am 23. Juni, niedergeschrieben habe, des weiteren zeigen aus Langenbreer unterm 25. August geschrieben wird, wird. Nachdem wir eine Stunde hatten warten müssen, die Verwaltung der zur Mansfeldischen Gewerkschaft ge wurden wir zum Verhör hereingerufen. Der Junge war hörenden Schächte Kolonia I und II, sowie Urbanus er natürlich befangen. Die Frage nach seinem Namen be- lassen. Das denkwürdige Opus lautet: antwortete er noch mit lauter Stimme, dann wurde er immer leiser, bis nichts mehr aus ihm herauszukriegen war. Der Auditeur war sehr freundlich zu ihm, sagte, er hätte auch so einen fleinen Jungen, nahm ihn bei der Hand und redete viel und schnell auf ihn ein; aber statt ihn da. durch zutraulich zu machen, verblüffte er ihn noch mehr. Der " ihn, das Unmögliche aus seinen Träumen zu verbannen. fie. Sie ist schnell, ganz schnell gelaufen und wollte mich Eine Mahnung, die leider! zu spät gekommen war. André nicht mitnehmen." mußte sich jetzt darauf gefaßt machen, zum zweiten Male Die Kleine nahm eine geheimnißvolle Miene an, als der berechtigten Unzufriedenheit des gedemüthigten wüßte sie Mancherlei sehr genau, was sie aber, da sie ein Bräutigams geopfert zu werden. O welche verhängnißvolle sehr verständiges Mädchen war, für sich behielt. André Idee, mit diesem Roguet zu diskutiren! Und der lächerliche konnte nicht länger dem Wunsche widerstehen, das Kind Sieg, den er davongetragen hatte! Wie hart sollte er nun zum Sprechen zu bringen. Sie wollte ja auch nichts weiter, dafür büßen, für immer von dem Hause getrennt sein, das es prickelte ihr ja ordentlich auf der Zunge. seine letzte Zuflucht gegen den Trübsinn war, für immer Warum wollte man Dich denn nicht mitnehmen?" von Johanna getrennt sein, von Johanna, die ihn einst ge- sagte er. liebt haben würde, die ihn jetzt vielleicht fchon zu lieben be- Weil Frau Roguet gesagt hat, daß ich blos störe. gann! Was sollte ohne sie aus ihm werden? Er wagte Ihr Sohn wollte mit Mütterchen ganz allein sprechen. nicht daran zu denken. Eine neue Leere in seinem ein- Ich mag sie nicht gern, die Frau Roguet. Besonders weil samen Leben, die durch nichts auszufüllen war! sie Mütterchen Kummer macht." Wieso denn?" " Seiner Zeit hatten wir bei den jugendlichen Arbeitern brei Drittel Belegung eingerichtet, um den gesetzlichen Beftimmungen zu genügen. Aber auch diese Einrichtung entspricht nicht ganz den gesetzlichen Bestimmungen und wird behörd licherseits nicht gestattet. Da es uns aber nicht möglich ist, den Betrieb so einzurichten, um jugendliche Arbeiter zu beschäftigen, fehen wir uns veranlaßt, sämmtliche jugendliche Arbeiter zu entlassen. Daß derartige unpraktische Bestimmungen im vorigen Jahre in das Gesetz hereingekommen sind, haben die Zentrumsabgeordneten troß der vernünftigen Vorschläge seitens der liberalen Abgeordneten mit Hilfe der Sozialdemokraten durchgesetzt. Dafür haben sie nun im Wahlkreise Bochum mit Hilfe der Sozialdemokraten den schwarzen Fuchs gewählt. Diejenigen nun, deren Jungens auf die Straßen gesetzt werden müssen, mögen sich beim Zentrum und bei den Sozialdemo kraten bedanken. Aber es muß noch besser kommen, ehe die Dummen alle werden." Unverschämt! Preußisches. Für die nächste Tagung des Ab= geordnetenhauses werden zwei Vorlagen vorbereitet, die Entwürfe eines Medizinalgesetes und eines Gesetzes zur Regelung des Apothekenwesens. Wird Zwei Tage lang beschäftigten André diese traurigen alles Beides schon bureaukratisch verhunzt werden! Gedanken. Da aber konnte er sich nicht mehr halten. Er D, ich habe es wohl gesehen. Mütterchen hatte Lust, Zur Eisenbahnreform. Vom 1. Oktober ab gelten wollte wissen, ob seine Befürchtungen berechtigte waren und zu weinen. Sie wollte nicht mitgehen. Aber Frau Roguet die Rückfahrkarten auch auf den pfälzischen beschloß deshalb, das Haus in der Rue Demours auszu sagte:" Sie müssen, Sie müssen! Mein armer Sigismund Bahnen zehn Tage. In Preußen bleibt Alles beim suchen. Es war an einem Donnerstag. Wenn er einen ist seit zwei Tagen wie toll. Er ist nicht mehr, er schläft aften. Vorwand zu diesem Besuch so bald nach dem letzten brauchte, nicht, er ist frank. Er will Sie sehen, Sie sprechen. Sie Die Erbärmlichkeit des Dreiklaffenwahl- Systems nun, dann kam er eben, um Magdalene zu besuchen, die können ihm den Gefallen wohl thun, meine Tochter, er liebt heute frei hatte. Von düstern Ahnungen gequält stieg er Sie so sehr." Und da ist Wütterchen mitgegangen. Sage, tritt flipp und klar zu Tage in der immer geringeren die Treppe hinauf. Betrat er diese Treppe, die er so gut Freund André, Mütterchen wird sich also verheirathen?" Theilnahme an den preußischen Landtags= fannte, heute zum letzten Male? Würde man ihm viel- Bei dieser Frage, die seine geheimsten Besorgnisse aus Wahlen. Eine amtliche Statistit haben wir nicht. Wohl leicht begreiflich machen, daß Johanna einem Andern ge- sprach, machte André eine so heftige Bewegung, daß er aber hat eine private auf die Wahlakten begründete Erhörte und ihn nicht mehr als Freund empfangen könnte? Magdalene, die auf seinen Knieen saß, fallen ließ. Erhebung eines deutschfreisinnigen Landtags- Abgeordneten festEr flingelte, und als Magdalene, die mit einem war taum im stande, mit unsicherer Stimme zu ant- gestellt, daß die Theilnahme an den Urwahlen seit Anfang der 60er Jahre, jedenfalls aber seit der Wahl von 1876 in Freudenschrei öffnete, ihm sagte, daß sie allein zu Hause worten: wäre, war es für André fast eine Erleichterung. Dennoch den meisten Wahlkreisen, namentlich in den kleinen Städten, Warum fragst Du darnach, Magdalene?" war er ausschließlich gekommen, um aus Johanna's" Weil Frau Roguet immer gesagt hat:„ Ich weiß auf dem platten Lande( wenigstens in den Landgemeinden), Am stärksten war Munde sein Urtheil zu hören. Doch nun gab er nicht, was mein Sohn Ihnen sagen will, aber ich glaube, sich immer mehr verringert hat. dem Gefühl kindlicher Freude nach, dessen ein Kranker sich er will von der Hochzeit mit Ihnen sprechen. Das hab nicht erwehren kann, wenn er erfährt, daß eine schmerzliche ich wohl verstanden. Ich bin nicht taub. Aber es ärgert Operation auf einen andern Tag verschoben ist. Indeß mich, daß Mütterchen den Sohn von Frau Roguet heirathen dauerte diese Galgenfrist nicht lange. Ein Wort Magda- soll. Und Du, Freund André, ärgerst Du Dich nicht auch lenes beschwor seine alte Unruhe wieder herauf: darüber?" Mütterchen ist mit Frau Noguet fortgegangen," sagte ( Fortsetzung folgt). die Betheiligung bei den Landtagswahlen bei Ausbruch des Militärkonflikts nach der Auflösung im Sommer 1862 Es wählten damals 34,3 pt. der Urwähler. In Berlin wählten damals 62,8 pCt. Bei den letzten Landtagswahlen im Jahre 1888 dagegen war die Betheiligung in Berlis. auf 25,10 pCt. gefunken. Eine statistische Ermittelung in betreff jedes Kleinsten landräthlichen Kreises der einzelnen den Radikalen, der Linken, stimmten, wollen sie bei der die Wahlen ihrer Gegner, die ihre Siege nur allerhand Stimm Provinzen hat ergeben, daß 1888 die Betheiligung betrug nächsten Wahl eigene Kandidaten aufstellen, weil die zettel- Mogeleien verdanken, anfechten. im Kreise Darlehmen 30,5 pCt., im Kreise Stuhm 31,5 pCt., Radikalen wegen der Einführung des allgemeinen Stimm Wir können einen großen Fortschritt und fortwährend im Kreise Spremberg 14,1 pct., im Kreise Schivelbein rechts ihr Versprechen nicht gehalten haben. Advokat Meyer wachsende Begeisterung in der Wählermasse Frankreichs feſtſtellen; 9,9 pCt., im Kreise Schönau 19,8 pCt., im Kreise Weißen- führte aus, daß die Radikalen ohne die Hilfe der Arbeiter- immer reißender strömen die Schaaren uns zu. fee 10,3 pct., im Kreise Wittgenstein 4,9 pCt., im Kreise partei viele Wahlbezirke gar nicht halten könnten und noch auftraten, über 50 000 Stimmen auf unsere Kandidaten. Und, Im Norden vereinigten sich in 13 Wahlkreisen, in denen wir Montjoie 25,1 pCt. Die große Masse der Bevölkerung weniger bei der nächsten Wahl Christiania, das bisher stets soviel läßt sich schon jetzt aus den Nachrichten ersehen), wir haben hat mit einem Wahlsystem, das den Geldsack zum Regulator fonservativ gewählt hat, erobern würden. Auf den Bänken im Ganzen nahe an 300 000 Stimmen im ersten Gange erzielt, hat, nichts zu thun. Wenn die Freisinnige Beitung" aber des nächsten Storthings werden vielleicht auch einige und wenn wir alle sozialistische Stimmen zählen, dürfen wir als eine Ursache für die schwache Wahlbetheiligung die Sozialdemokraten sizen. In Norwegen spielen die Schüßen- diefe Biffer auf nahezu eine Million erhöhen. Ronkurrenz der Reichstagswahlen" anführt, so irrt sie sich. vereine eine große Rolle, daher ist die Stellungnahme der In Roubair tobte der Kampf heiß und die Bourgeois haben Wenn das preußische Wahlrecht, sowie in Sachsen, Bayern, Partei zu diesen nicht ohne Bedeutung. Es wurde eine ihre Schuldigkeit vollauf gethan, teine Verleumdung ungelogen, Hessen, in einigen thüringischen Kleinstaaten, es der Arbeiter- Resolution angenommen, in welcher die Versammlung ihren beispielsweise Guesde, von Preußen getauft zu sein, oder vertein faules Manöver unverübt gelassen. So beschuldigten fie schaft ermöglichte, selbständig in den Wahlkampf einzugreifen, Anschluß an die Schützenfache erklärt. Sie sieht nach nor- breiteten Platate, die verkündeten, Garrette, der Maire von Rou dann betheiligte sich die Sozialdemokratie an den Wahlen wegischen Verhältnissen in den Schüßenvereinen eine passende baix, fordere auf, gegen Guesde zu stimmen. Sie befürchteten und die Ergebnisse der Wahlbetheiligung wären mit einem Einleitung zur Ablösung des Militarismus durch eine eine Niederlage so sehr, daß sie vor nichts zurückschreckten, was Schlage umgestaltet. Aber der Liberalismus hat niemals Boltsbewaffnung. Endlich wurde beschlossen, daß die nor unseren Freund freilich nicht hinderte, alle verbündeten opportuernsthaft, als die rechte Stunde war, das allgemeine, wegische Arbeiterpartei das Storthing auffordern soll, durch nistischen und klerikalen Kräfte zu überwinden. In Lille hat der gleiche, geheime, direkte Wahlrecht für den Landtag gefordert, Gesetz den Gemeinden aufzuerlegen, daß jeder Kranke voll Ralliirte Loyer unfern Lafargue zwar im ersten Wahlgang an aus Furcht vor dem kampfesfrohen Proletariat. Nun ihn ständig freie Pflege ohne Bezahlung erhält, derart, daß die Stimmenzahl geschlagen, aber wir werden sehen, ob der„ Zudie Junker von der Krippe verdrängt haben, geht das Klagen hiermit verbundenen Kosten durch die kommunale Besteuerung Wir haben zwei der opportunistischen Häuptlinge in unseren sammenschluß aller Republifaner" sich als leeres Wort erweist. Was die Herren fich eingebrockt haben, mögen sie auch ausgeglichen werden. Alle Arbeitervereine werden auf- Händen und können ihren Durchfall veranlassen, wenn man uns auslöffeln. Uns ergözt ihre Verlegenheit. gefordert, diese Sache als Programmsache bei den kommen gegenüber die„ republikanische Disziplin" vergessen sollte. den Gemeindewahlen aufzunehmen. an. Sic transit! So vergeht die Sedans: Herrlichkeit! In Leipzig machen die Mordspatrioten am Sonnabend nicht den üblichen Molochsrummel, weil es zu viel Geld tosten würde, die Fabriken zu schließen und ben Arbeitern den Festtagslohn zu bezahlen. Und in Dresden will das vereinigte Sedan- Komitee sich dieses Jahr Die langsamen" überhaupt gar nicht versammeln. Deutschen sind endlich dahinter gekommen, was der 2. September 1870 ihnen bescheert hat, und wie theuer die Bescheerung war. Die Gönner der Anarchisten". In der KreuzBeitung" und anderen Blättern des gleichen Kalibers finden wir folgende Notiz: pat! Das Arbeiterparlament". Vor der Eröffnung des Züricher Sozialistenkongresses brachte der Vorwärts" ( Nr. 188) einen begeisterten Festartikel", in dem schließlich das Arbeiterparlament" mit den nationalen Parlamenten verglichen wurde. Im deutschen Parlament( so heißt es dort) Moloch, der Schirmherr des Geldfacks, als Alleinherrscher, im französischen Parlament Moloch und Mammon Blut und Schmut das ist der ganze Unterschied. Und nun betrachte man das Arbeiterparlament und seine Tagesordnung. Dort die barbarische und die zivilisirte Barbarei- Mordkultur und Mordfultus, Raubkultur und Raubkultus, der Menschheits- Prometheus angeschmiedet an den verbröckelnden Felsen einer finsteren Vergangenheit hier das Menschheitsideal, Fortschritt, Glück und Freiheit für alle, die leuchtende, lächelnde Zukunft, in der alle Menschen eine Familie sind, ein Volt von Brüdern und Schwestern, von Gleichen und Freien."- Wir möchten dem hinzufügen: Dort( d. h. im Deutschen Reichstage) Fürsorge für die Arbeiter, opferheischende Maßregeln zu gunsten der Besiglosen, vollständige Redefreiheit felbft für die Umstürzler hier( d. h. im Arbeiter parlament") Phrasen, Bänkerei, Hinauswerfen Andersgesinnter und schließlich Prügel. Das heißt also im sozialdemokratischen Zeitungsdeutsch: Menschheitsideal, Glück und Freiheit für alle! Die„ leuchtende, lächelnde Zukunft" unter dem Triumphirat Singer- Bebel- Liebknecht würde manchem " Genossen" recht spanisch" vorkommen. " Cipriani's Brief. Der von uns in der Sonntagsnummer erwähnte Brief Cipriani's lautet in der von ihm selbst gebilligten Uebersetzung: Das kennzeichnende Merkmal der diesmaligen Wahlen ist der Zusammenschluß aller bürgerlichen Par Ralliirten zu einer kompakten Masse der immer stärker an teien, der Radikalen, Opportunisten, Konservativen( Droitiers), schwellenden sozialistischen Partei gegenüber, der sich nur einige der fortgeschrittensten Radikalen, wie Millerand, Belletan und andere angeschlossen haben. wist Parteinachrichten. " An die Herren Delegirten des Marristen Ron gresses von Zürich. Meine Herren! Ich kam zu Ihrem Die Situation hat sich klar abgezeichnet; je wichtiger ein Kongresse in der Hoffnung, daß Gerechtigkeit und Brudersinn Kampf der Bourgeoisie für ihre Vorrechte erscheint, desto schleuallen seinen Berathungen zu Grunde liegen würden; doch ich niger zerstieben die Mittelparteien und suchen ihr Heil bei der bin schmerzlich enttäuscht worden. Bom ersten Tage an nackten Heattion; teine gemäßigten und radikalen Republikaner haben Sie eine betlagenswerthe Unduldsamkeit stehen sich mehr gegenüber: es ist einzig noch Play hier für die entwickelt, die des Sozialismus unwürdig ist; eine Unduld- Sozialisten und da für die Bourgeois aller Schattirungen, famteit, die soweit ging, mir das Wort zu verweigern, das zwischen denen der letzte Rampf ausgefochten wird. ich erbeten hatte, um die Delegirten zu vertheidigen, die man Bernard. ohne irgend einen Grund brutal aus dem Kongreß- Saale hinaustrieb, und um zu protestiren gegen diese Ausweisung, welche die Ideen, die Sie zu bekennen vorgeben, entwürdigt. Hinausgewiesen wurden diese Männer, weil sie Revo lutionäre find. Wenn nun ein Kongreß, der sich fozialistisch nennt, die Unduldsamkeit so weit treibt, die Ideen zu verfolgen, so hört er auf, sozialistisch zu sein und wird ebenso reaktionär wie die Regierungen, die uns Mainz, 27. Auguft. Eine sozialdemokratische Konferenz des einterfern und uns erbroffeln. Ich sage Ihnen, meine Herren, 8. rhein beffischen Landtags Wahlbezirts, umdieses rothe Banner, um das Sie sich sammeln, stammt vom fassend die Orte Kastel, Kostheim, Weisenau, LauGrabe der 35 000 franzöfifchen Proletarier, die von den Auto- benheim, Bregenheim, Hechtsheim, Oberolm und fraten von Versailles hingeschlachtet sind, und die gestorben Klein winternheim, fand heute Nachmittag im Weißen find für die Freiheit Aller, für das Heil Aller und nicht einer Rößchen" statt und war von 34 Delegirten besucht. Einstimmig wurde fleinen Sette. Der Sozialismus unserer Todten schließt nie- beschlossen, für die bevorstehende Landtagswahl den Stadtmanden aus; er heißt Einigung und nicht Trennung, Liebe verordneten Genossen Georg Dörr in Mainz als Kandidaten Weiter wurde beschlossen, das Kreisamt aufund nicht Haß, Freiheit und nicht unterdrückung. Sie, meine aufzustellen. die Zeit für die Wahlmännerwahl in allen Herren, haben in diesen 3 Tagen alles dies mit Füßen getreten; zufordern, 11-1 Uhr und Sie haben die Internationale getödtet, und für Orten in die gleichen Stunden von von 5-8 Uhr festzusehen. In den Orten Orten a stel dieses Verbrechen haben Sie sich zu verantworten, vor dem Richterstuhle der Menschheit, der Weltgeschichte. Treu Roft heim, Weisenau, Sechtsheim und Breßenbem Prinzip der wahren Internationale, die nicht die Ihre heim hatten wir bei der Reichstagswahl erhebliche Majoritäten, ift, siehe ich mich von diesem Kongreß, der nichts Sozia so daß es nur einer energischen Agitation bedarf, um den Sieg listisch es an sich hat, zurück; ich gehe mit den Veran unsere Fahne zu heften. Der Geist der Konferenz war ein triebenen, mit den Opfern Ihrer Intoleranz guter und wird die Partei zum Siege führen. Der Kreis war und Ihrer Brutalität, um von neuem meinen Platz bisher durch den nationalliberalen Bürgermeister Möhn aus im Kampfe einzunehmen, und dieses Mal, um zu verhindern, Laubenheim vertreten, an seiner Stelle kandidirt der Landwirth daß Ihr freiheits- und brudermörderisches Werk an Aus- Schmidt von Breßenheim, von Seiten der Ultramontanen der breitung gewinne und schließlich die Arbeit unserer Märtyrer Rechtsanwalt und Stadtverordnete Dr. Schnitt in Mainz. vernichte. Amilcare Cipriani." Wie uns ans Schwerin berichtet wird, ist Frl. Wabnih Schon aus der Ueberschrift: An die Herren Deles aus Berlin am Sonnabend Abend gleich nach einer aufgelösten girten des Marristen- Kongresses ersieht man, Bersammlung verhaftet worden. Die feiner Beit gegen Fräul. wie sehr schlecht unterrichtet Cipriani war, der beiläufig Wabniß in Berlin anhängig gewesenen Prozesse wegen verkein Wort Deutsch und Englisch versteht, und sich von seinen schiedener sogenannter politischen Strafthaten sind von den Getheils gleich schlecht unterrichteten, theils verlogenen Ge- richten niedergeschlagen worden, weil bei Fräul. Wabnig eine so währsleuten irrführen ließ, was wir in seinem Interesse hochgradige, nervöse Erregung festgestellt wurde, daß selbst preulebhaft bedauern. Er möge bei seinen besser unterrichteten Bische Gerichte ihr die persönliche Berantwortung für die von ihr italienischen und französischen Genossen sich Raths erholen, gemachten Aeußerungen erlassen mußten. und er wird finden, daß die Ausschließung der Werner und Eine Boykottgeschichte spielte sich am legten Dienstag Konsorten kein Akt der Unduldsamkeit war, und daß diese vor dem Amtsgericht in München ab. Wegen Hausfriedensbruch Die ,, Unabhängigen", so schreibt unser österreichisches Talmi- Revolutionäre auf einen Kongreß des internationalen und Nöthigung hatten sich 14 Parteigenoffen zu verantworten, Bruderblatt, die Wiener Arbeiter Beitung"," haben revolutionären Proletariats ebensowenig gehören, wie ein weil sie am 16. und 23. April mit mehreren Hundert Ge Arzbergerteller" erschienen, sich ruhig an die in Bürich zusammen mit einigen Anarchisten und sehr viel Stöcker, Ahlwardt oder andere Sumpfpflanzen der tapita- noffen im Arzbergerteller" erschienen zweifelhaften Elementen eine Disputation abgehalten, die listischen Gesellschaft. Nicht weil sie evolutionäre" ifche setzten, jedoch nicht das für richtige Münchener fte Kongreß" nannten, als ob eine Anzahl Leute, die sind, wurden diese Leute von uns ausgeschlossen, sondern Bierkeller Gäste übliche niemand hinter sich haben, diesen Namen verdiente. Defter- weil sie es nicht sind, weil sie in all ihren Anschauungen, reich genießt die Ehre, zwei Hauptschwäter zu der Gesell- so weit sie solche überhaupt haben, auf dem Boden des schaft beigesteuert zu haben. Da ist ein Herr Kahane, Individualismus stehen, d. h. auf dem Boden der kapitalistisch verbummelter Student aus Wien, der über die Maifeier anarchistischen Gesellschaft, und weil sie mit all ihren Handspricht, als wüßte er was davon. Dann ein Dr. Gump lo- lungen die Geschäfte dieser kapitalistisch- anarchistischen Gewicz, der im März dieses Jahres das fom- sellschaft besorgen, von der sie mit Recht gehätschelt und gemunistische Manifest zum ersten Mal in die pflegt werden. Hand bekam, aber bereits heute Karl Marx, soweit Das Wort„ revolutionär" genügt nicht, um aus einem die politische Taktik in Betracht kommt, überwunden" hat. Reaktionär einen Revolutionär zu machen. Wären die Statt daß diese eitlen Gecken mit ihrem furzen Gedärm aus- Werner und Konsorten das, wofür Cipriani in seiner Un gelacht würden, beschäftigt sich die Bourgeoispresse natürlich kenntniß der Personen und Dinge sie hält, so würden sie lang und breit mit ihnen, weil sie auf die Sozialdemokratie in Reih' und Glied mit uns kämpfen und eine geachtete schimpfen, bringt ihre Namen in die Zeitung, und die Stellung in der Partei einnehmen, die zu verleumden und sozialistisch- anarchistisch- unabhängigen Gigerln freuen sich mit Roth zu bewerfen jetzt ihre traurige Gaffenjungenso lange bis- eine Anstellung winkt, dann kommen sie Aufgabe ist. wieder heim zu Muttern. Darum waren gerade die eigentCipriani kann beruhigt sein: die neue Internationale lichen Arbeiter im Kongreß so empört, als einer von den hat gute Wächter, entschlossen und stark genug, jeden Feind Krakehlern es wagte, zu rufen:" Wir bestreiten, daß das abzuwehren, und er wird sich bald überzeugt haben, daß ein Arbeiterkongreß ist." Man braucht die Leute nur zu er, ihm das Wohl der Jnternationalen am sehen, um zu wissen, daß man es mit Burschen zu thun Herzen liegt, keinen anderen Platz hat, als an unsever hat, die zu unfähig und unstät zu geistiger Arbeit, zu faul Seite. und zu nobel zur physischen Arbeit, dabei eitel bis zum Wahnsinn sind. Wenn Genosse Domela nicht ein Kind wäre, müßte er sie lange durchschaut haben. So wird er seine Unkenntniß der Menschen mit schmerzlichen Erfahrungen bezahlen müssen. Das Bild, welches die Reaktionspresse vom Züricher Kongreß entwirft, ist gerade so wahr, wie ihre Schilderung des Reichstags, daß er ein wahrer Himmel sei für das fündig undankbare Arbeitergeschlecht. Charakteristisch ist wieder die stereotype Parteinahme für die Herren" Unabhängigen". Daß wir sie uns vom Halse gehalten und nichts mit ihnen zu thun haben wollen, schmerzt die reaktionäre Sippe gar sehr, die andernfalls ein Recht gehabt hätte, uns das nachzusagen, was sie uns jetzt frech an lügen muß. Das Geschimpfe auf den Kongreß trifft nur die Schüßlinge der " Kreuz- Zeitung" u. Komp. 2 went " Brief aus Frankreich. H Quantum Bier und Speisen tonsumirten, ia mehrere derselben ihre umstürzlerische Gesinnung sogar dadurch bethätigten, daß sie in einem Münchener Bräufeller horribile dictu ungefärbtes Waffer tranken. Hierdurch sollen sich aber die Leute des erschwerten Hausfriedensbruches schuldig gemacht haben. Da nun aber auch einige Genossen der über diefen in der Münchener Biergeschichte einzig dastehenden Fall höchst verwunderten Wirthin als Grund der so geringen Bechfreudigkeit ihrer Genossen die Verweigerung des Kellersaales zu sozialdemokratischen Versammlungen nannten und ihr bedeuteten, daß sie durch eine Erklärung dahin, daß der Saal von nun an zu sozialdemokratischen Versammlungen zur Verfügung stehe, den Durst ihrer werthen Gäste und deren Konsumfreudigkeit sehr wesentlich heben würden, haben sich diese nach Ansicht der königl. Staatsanwaltschaft auch des Vergehens der Nöthigung resp. des Versuchs hierzu schuldig gemacht. Der Staatsanwalt beantragte folgende Strafanträge: in Gegen Johann Stangl und Beiß je 8 Monate Gefängniß, gegen Muckenschnabel 7 Monate, gegen Wambeganß, Tragelehn, Paintner, Weißkopf und Huber je 5 Monate, gegen Ecfftein, Pichler Michael, Pichler Ignaz und Zerl je 4 Monate, gegen Göschl und Stangel Josef je 2 Monate, Summa 5 Jahre 8 Monate Gefängniß. Das nach langer Berathung verfündete Urtheil lautet: A. Freigesprochen werden: I. Vom Vergehen des Hausfriedensbruches sämmtliche An getlagte. II. Bom Bergehen der Nöthigung resp. Versuchung hierzu an Wirth Haas: die Angeklagten Wambsganß und Göschl. B. Berurtheilt werden wegen Vergehens des Versuchs zum Johann Stangl zu einer Geldstrafe von 100 M. eventuell 10 Tage Gefängniß, Die russisch öfterreichischen Handelsvertrags- Ver- Kampf gegen alle übrigen Parteien Frankreichs aufgenommen Vergehen der Nöthigung( 1) und zwar: handlungen nehmen, so melden die Wiener Blätter, einen guten Fortgang. Die österreichischen Staatsmänner sind also nicht müde, wie ihre deutschen Berufsgenossen, die bis zum 1. Oktober feiern müssen. Zeiß und Wambsganß zu einer Geldstrafe von je 50 M. eventuell 5 Tage Gefängniß. Die französische Arbeiterpartei"( Parti ouvrier) hat den und der Ausgang ist so günstig, wie man nur hoffen durfte. Sechs der Unfrigen haben wir im ersten Wahlgang durchgebracht, darunter Guesde in Roubaix, Boyer in Marseille, Jaurès in Alby, Souhet und Girodet in St. Etienne. In Stichwahl stehen Lafargue in Lille, als Hauptgegner eines Reaktionärs, Delcluze Den Verurtheilten Stangl, Zeiß und Wambsganß war zur in Calais, Charpentier in der Loire, Roussel in Avesnes, Marliot Last gelegt worden, gemeinschaftlich am Sonntag, den 16. April, in Gambrai, Jourde in Bordeaux, Cadenat und Goulet in zwei Nachmittags zwischen 5 und 6 Uhr, der Gastwirthsfrau Elise Wahlkreisen von Marseille, Vaux in Dijon, Lachize in Ville- Kempf unter bezug auf das an diesem Nachmittag stattgefundene franche, Couturier in Lyon, Caraguel in Castres, Thivrier und widerrechtliche Eindringen und Verweilen ihrer Parteigenossen Sauvanet in Montluçon, Meillier in Marmande, Brant in den Kellerlokalitäten erklärt zu haben, daß, falls die Frau in St. Quentin. In Fourmies haben wir die Majorität. Kempf ihnen die Ablaffung des Saales fortgefeßt verweigert, sie Was die anderen Fraktionen der sozialistischen Partei anlangt, mit ihren Parteigenossen diese Besuche fortseßen und das nächste Die norwegische sozialdemokratische Partei hat so verzeichnen wir den Erfolg Vaillant's, der im zweiten Gange Mal mit 1000 bis 3000 Mann tommen und den Garten besetzen fürzlich ihre 7. Landesversammlung abgehalten. Nach dem Siegen wird, ebenso wie wahrscheinlich Chauvière, beide in Paris; würden und hierdurch die Frau Kempf zu nöthigen suchten, weiter die Erfolge Rouannet's, Clovis Hugues, Millerand's, ihnen den Saal zur Abhaltung von Versammlungen zu über. vom Vorsigenden, Frauenarzt Dr. Oskar Nissen, erstatteten Grousster's, Dumay's in der Loire, Clément's in den Ardennen, lassen. Bericht zählt die norwegische Arbeiterpartei" jetzt 56 Ver- Defarges', Calvinhac's. Der englische Grubenarbeiterausstand. Eine vom 28. Auguft datirte Wolff'sche Drahtnachricht meldet aus dem Walliser Ausstandsgebiet: Nachdem mehrere tausend Ausständige die Arbeit wieder aufgenommen haben, befindet fich nunmehr nur noch die Hälfte der Bergleute von Wales im Ausstand. eine mit 9000 Mitgliedern. Während die norwegischen Zu beklagen haben wir die Niederlagen Ferroul's und Aldy's*) Die ,, Parti ouvrier" allein ist gemeint im ganzen ist Sozialdemokraten bei den vorigen Storthingswahlen mit in Narbonne, Duc- Quergy's in Decazeville; indeß werden wir die Zahl der sozialistischen Stimmen mehr doppelt so groß. Für den Inhalt der Inserate über. nimmt die Redaktion dem Publikum gegenüber keinerlei Verantwortung Theater. Dienstag, den 29. August. Berliner Theater. Minna von Barnhelm. Leffing- Theater. Das Recht zu lieben. Friedrich- Wilhelmkädt. Theater. Der Zigeunerbaron. Königl. italienischer Circus Ernesto Ciniselli. Stadtbahn- Station: Zoolog. Garten. Heute, Dienstag, den 29. August, Abends 8 Ahr: Große Extra- Vorstellung. Allen Freunden und Bekannten bie Achtung! Frau und unfere gute Mutter traurige Nachricht, daß meine liebe Flora Winkler geb. Lipscher am 26. d. M., Abends Achtung! Parteigenossinnen u.Genossen. Badstraße( Gesundbrunnen): 10 Uhr, nach schwerem Leiden ent- Dienstag, den 29. August, in Weimann's Volfsgarten, schlafen ist. Die Beerdigung findet am 30. d. M., Nachm. 5 Uhr, von der Auftreten des gesammten Leichenhalle des städt. Krankenhauses Herren- und Damen- Personals.( Friedrichshain) aus nach dem freirel. 1653b Friedhof( Pappel- Allee) statt. Besonders hervorzuheben: Otto Winkler nebst Kindern, Zum 51. Male: Ackerstraße 164. Die Erschaffung des Weibes oder: Das Weib im Laufe der Jahrhunderte Gr. Ausstattungspantomime mit Ballet. Residenz- Theater. Jugend. Vorher: Auf vielseitiges Verlangendorff, fage ich allen meinen verehrten Besuch nach der Hochzeit. Adolph Ernst- Theater. Goldlotte. Kroll's Theater. Die Nachtwandlerin. Viktoria- Theater. Frau Venus. Alexanderplatz- Theater. Das Damenbad. Vorher: Madame Farkas, oder: Meine Tante, deine Zante. National Theater. Lehmann auf der Weltausstellung in Chicago. Vorher: Die juten Flinten oder Hirsch in der Tanzstunde. Apollo Theater. Spezialitäten Vorstellung. Kaufmann's Variété. SpezialitätenVorstellung. National- Theater. Große Frankfurterstraße 182. Gastspiel der badischen Kammerfängerin Frl. Adolphine Grimminger. Sensationelle Novität! Lehmann auf der Weltausstellung in Chicago. Große Ausstattungspoffe mit Gefang und Tanz in 5 Aufzügen von Eugen Prudens. Kouplets v. Linderer. Musik von Adolph Wiedecke. Regie: Mar Sam ft. Raffenöffnung 51/2 Uhr. Anfang der Abend- Vorstellung 7 Uhr. Im Garten auf der Sommerbühne: Novität: Wirkliches Wasser! Wirklicher Regen! Berlin unter Wasser oder: ,, Kneipp's Wasserkur". Posse mit Gesang und Tanz in 2 Aften von Mylius. Regie: Hugo Hummel. Mufit von Meyer. Vorher: Novität! Chansonetten Liebe. Bosse mit Gesang in 1 Att von Eugen Prudens. Regie: Friß Schäfer. Vor, nach und zwischen den Possen. Auftreten von Spezialitäten 1. Ranges. In Vorbereitung( auf der Sommerbühne): Das lachende Berlin. Große Poffe mit Gefang und Tanz in 4 Aften. Morgen im Theater: Lehmann auf der Weltausstellung in Chicago. Adolph Ernst- Theater. Zum 72. Male: Goldlotke. Gesangsposse in 3 Atten v. Ed. Jacobson u. W. Mannstädt. Rouplets theilweiſe von G. Görss. Musik von W. Steffens. In Szene gefeht von Adolph Ernst. Anf. 1/2 om ergarten ist geote: Der geöffnet. Morgen: Diefelbe Vorstellung. Central- Theater. Alte Jakobstrasse No. 30. Direktion: Richard Schultz. Donnerstag, den 31. August, Zum ersten Male: Berliner Vollblut. Bosse mit Gesang und Tanz in 4 Akten v. Jean Kren. Mufit v. Julius Einödshofer. Borverkauf( ohne Aufgeld) an der Tageskaffe des Theaters Vormitt. von 10 bis 12 Uhr, Nachm. von 4 bis 6 Uhr. Castan's Panopticum. Riesen- SchlangenFamilie aus Carl Hagenbeck's Thierpart. Ohne Extra- Entree. PassagePanopticum. Grösstes Schau- u.VergnügungsEtablissement der Welt. Entree 50 Pf. 1638b Altes gangbares Porzellan- und Seifengeschäft Umstände halber zu verkaufen. 18u ers fragen bei Bieraht, Wienerftr. 17. Die irische Bank! Sprung- Scene. Kaufmann's Variété Stadtbahn- Station Alexanderplatz. Täglich: Gross. Concert. Specialitäten- Vorstellung von nur Künstlern I. Ranges. Zaro, Engl. Afrob. Miss Gabriele und Mrs. Othon, gr. Luftgymastik. Elsa Rosinska, Soubrette. Cordes, Gesangshumorist. Alfonso, Instrumental- Humorist. A. Engel, 8 dressirte Hunde. Adro u. Wells. Musikalische Clowns. Kasseneröffnung: Sonnt. 6 Uhr, Wochentags 7 Uhr. Entree 50 Pf. A. Zimmermann. ratweil'sche Bierhallen G Kommandantenstr.77-79. Täglich von 5 Uhr ab: Grosses Frei- Concert. Soiréen der Leipziger Sänger vom Krystall- Palast. Anf. Wochent. 71/2 Uhr. Entree 15 Pf., refervirt 25 Pf. Anf. Sonntags 6 Uhr. Entree 30 Pf., refervirt 50 Pf. Anerkannt gute Küche. Säle für Festlichkeiten u. Versamml. Programm unentgeltlich. Carl Koch. SchweizerGarten. Am Königsthor. Haltestelle der Ringbahn. Heute, sowie täglich: Extra- Vorstellung mit neuen Spezialitäten. Garreton- Troupe. Familie Grunatho. Emmy Bender. Max Grabow u. f. w. Volksbeluftigungen aller Art. Für die zahlreiche und liebevolle Theilnahme bei der Beerdigung meiner lieben Mutter, der Frau Marie HorFreunden, Bekannten und Gästen, insbesondere denen aus der Flohr'schen Fabrik, meinen wärmsten Dant. Berlin, den 28. August 1893. Oscar Hordorff, gleichzeitig i. Namen d. Hinterbliebenen. Etablissement Buggenhagen. Morik Platz. Große öffentl. Volksversammlung. Tagesordnung: 1. Vortrag über: Die bürgerliche Götterdämmerung. Referent Genosse Adler. 2. Diskussion. Um zahlreiches Erscheinen ersucht 353/ 16* Die Frauen- Agitationskommission. Maurer Berlins. Am Donnerstag, den 31. Auguft, Abends 8 Uhr, findet im Saale der Brauerei Böhow, eine 243/13 Oeffentliche Versammlung der Maurer, sowie sämmtlicher durch das Bauarbeiter- Kartell vereinigten Bauarbeiter statt. Tagesordnung fiehe zweite Beilage des Vorwärts" vom Sonntag, den Moritz 27. d. M. Da die Tagesordnung eine für unsere Gewerkschaft höchst wichtige Play. ist, erwartet unbedingt zahlreiches Erscheinen Täglich: Gr. Garten- Konzert. Gr. Frühstücks- u. Mittagstisch: Spezial Ausschank von Patenhofer Lagerbier, hell und dunkel. Bei ungünstiger Witterung findet das Der Vertrauensmann der Maurer Berlins: W. Ueckert. Verband der in Holzbearbeitungsfabriken und auf Holzpläzen beschäftigten Arbeiter und Arbeiterinnen Deutschlands. Konzert in den unteren Restaurations Filiale Berlin I und II. Charlottenburg und Rixdorf. räumen statt. Entree Wochent. 10 Pf. Sonnt. 25 Pf. Mitglieder- Versammlung Säle für Versammlungen, Rommerse, am Donnerstag. 31. Auguft, Ab. 81/2 Uhr, Arminhallen, Rommandantenstr. 20. Festlichkeiten 2c. Ostbahn- Park am Küstriner Play, Hermann Jmbs. Rüdersdorferstr. 71, am Ostbahnhof. Täglich: cheater und Spezialitäten- Borstellung. Neu u. fenfationell: Little Alfons, der phänomenale Lawinensturztünstler. The Moras, musikalische Ercentrics, 1 Dame, 1 Herr. Troupe Metzetti, Parterre- Afrob., 2 Herren, 2 Knaben, 1 Mädchen. Emmy u. Reinhold Hintsche, Gefangs- u. Charakter- Duettisten 2c. Boltsbelustig. jeder Art. 4 Regelbahnen z. Verfügung. Kaffeeküche geöffnet an Wochentagen von 2 bis 6 Uhr, Sonntags von 2-5 Uhr. G. Brochnow's Fest- Säle, 39, Sebaftianstr. 39. Jeden Sonntag, Montag, Dienstag und Sonnabend großer Ball. Empfehle meine Säle zu allen Festlichfeiten und Versammlungen. 46752 Th. Boltz' Festsäle, ( vorm. G. Feuerstein) Alte Jakobstrasse No. 75.[ 727b Gr. u. kl. Säle z. all. Festlichkeiten u. Versammlungen. Coulante Bed Teleph.- Anschl. Amt I 1082. Allen Freunden und Genossen em: pfehle mein 1652b Entree 30 Pf. Grosser Ball. Weiß- und Bairisch- Bierlokal. Außerdem werden tüchtige WeißbierAug. Jnsinger, Krautstr. 36. Victoria- Brauerei, noftraße trinker veulan Ju 111-112. Garten resp. Saal ( außer Täglich Sonnabends) Stettiner Sänger Stets wechselndes Hausfrauen! kauft versuchsweise 1 Dose Zages Ordnung: 1. Stellungnahme zum deutschen Holzarbeiterverband. Referent wird in der Versammlung bekannt gemacht. 2. Gewerkschaftliches und Fragetasten. Mitgliedsbuch legitimirt. 438/2 Um zahlreiches Erscheinen wird ersucht. F. Koboldt, Grünauerstr. 10. Gauverein Berliner Bildhauer. Versammlung m Dienstag, 29. Auguft, Abends 1/29 Uhr, bei Ehrenberg, Annenstr. 16. Tages- Ordnung: 1. Geschäftliches. 2. Wahl zweier Vorsitzenden. 3. Berathung des Fragebogens für die Werkstatt- Delegirten. 4. Verschiedenes. 147/4 Es ist dringend nöthig, daß die Kollegen, gleichviel welcher Branche fie angehören, diese Versammlung besuchen. Billets zur großen und freien Kunstausstellung sind zu haben. Bäckerei- Arbeiter Berlins. Große öffentliche Versammlung am Donnerstag, den 31. August, Nachm. präc. 3/2 Uhr, in den Konkordia- Sälen, Andreasstr. 64. Tages Ordnung: 1. Vortrag: Erinnerungen an Ferd. Lassalle. 2. Die Kontrollmarke und ihre Feinde. 3. Bericht des Delegirten der Gewerkschaftskommission. 4. Ergänzungswahl der Agitationskommission. 5. Verschiedenes. Kollegen! Eure Pflicht ist es, alle in dieser Versammlung zu erscheinen. 128/18 Der Einberufer. Möbelpolirer. Gestern, Montag, haben sämmtliche Rollegen bei dem Hoftischlere meister Herrn Groschkuss, Landsbergerstr. 25/26 und Gollnow. straße 19, die Arbeit niedergelegt wegen Lohnstreitigkeiten. Wir ersuchen alle Kollegen, bei diefer Firma solange nicht in Arbeit zu treten, bis diese Angelegenheit erledigt ist. Der Vorstand des Verbandes der Möbelpolirer. J. A.: Robert Weber. 1645b Tischler- Verein. 266/8 Den Mitgliedern zur Nachricht, daß Herr A. Winter, Elisabeth. Ufer 55, vom Mittwoch, den 30. d. M., die Kaffengeschäfte wieder übernimmt. Der Vorstand. Produktiv- Genossenschaft COCO der vereinigten Bäckerei- Arbeiter für 10 Pf. als Getränk für Eure Kinder. Nichts wird so gern von diesen ge trunken und kein anderes Getränt ist so billig wie 4800 L Wochent 8 Uhr. COCO. Programm. Anfang Sonnt. 7 Uhr, Entree 50 Pf. Vorverkaufs Billets Sonntags feine Giltigkeit. Freundliche Schlafstelle zu vermieth. bei Borchers, Fürstenstr. 17. Arbeiter, Genossen und Genossinnen! fauft nur Brot mit der Kontrollmarke der Bäckerei- Arbeiter. Dasselbe ist in folgenden Geschäften zu haben: Norden. 421M M. Lukaszewski, Plan- Ufer 33. Produktiv- Genossenschaft, Ryke: E. Hecker, Yorfftr. 67. straße 5. Hentschel, Pappel- Allee 18. M. Schwendi, Prinzen- Allee 57. Osten. Genossenschafts- Bäckerei„ Vorwärts", Am Ostbahnhof 3. M. Uzarenriz, Ostbahnhof 1. Südosten. Südwest. R. Hoffmann, Pallasstr. 7. R. Fiedler, Alvenslebenstr. 12, 3. Walther, Körnerstr. 22. Rixdorf. H. Siegmund, Kopfstr. 39. 5. Barnewith, Steinmeßstr. 20, Friedrichsberg. F. Oehlschlägel, Reichenbergerstr.168.. Wolf, Kronprinzenstr. 26. Süden. Reinickendorf, O. Knofins, Bergmannstr. 10. J. Dux, Tegelerstr. 89. Weitere Zuſchriften sind nach Rykestr. 3 zu richten. Die Agitationskommission der Bäckerei- Arbeiter Berlins. 128/19 Es giebt für Bauhandwerker, Fabrikarbeiter, sparsame Familien fein Getränk, welches so dur st stillend und so billig ist wie Coco- Neptun. Sofort herzustellen mit jedem beliebigen Wasser, auch wenn es nicht frisch, abgefocht oder abgestanden ist. Cocowasser sieht wie Rothwein resp. Weißwein aus, und stellt sich auf 1 Pfennig das Liter. Coco- Neptun 4797L ift täuflich als gelbes oder rothes Pulver in Blechdosen zu 10, 25, 50 und 125 Pf. in den Droguen- und Colonialwaaren- Handlungen. Berlins und Umgegend ( Eingetragene Genossenschaft mit beschränkter Haftpflicht.) empfiehlt ihr feinftes Roggenbrot mit der Kontrollmarke der Bäckerei- Arbeiter Daffelbe ist in unserer Bäckerei, Rykestr. 3, sowie in folgenden Verkaufsstellen zu haben: Centrum. Griepentrog, Kl. Hamburgerst. 7, Flur. Griepentrog, Linienstr. 77, Keller. Liebener, Gipsstr. 1. Bark, Auguststr. 17, Reller, Norden. Oswald, Gerichtstr. 61. Bröme, Stralsunderstr. 31. Ramlow, Schönhauser Allee 135, Schmidt, Schönhauser Allee 64. Krinelke, Wolgasterstr. 9. 3 Diet, Belforterstr. 17. Bergens, Granseerstr. 8. Nordosten. Gollee, Georgenkirchstr. 3. Küfter, Mendelssohnstr. 14. Cannin, Elbingerstr. 14. Osten. Ewest, Landsbergerstr. 7. Rintisch, Pallisadenstr. 91. Neimann, Markthalle Andreasstraße Stand 46. 131/7 Bernhard, Krautstr. 41. Schulz, Pallisadenstr. 46. Werner, Gr. Frankfurterstr. 6. Krause, Büschingstr. 7. Südosten. Radau, Sorauerstr. 21. Liefeld, Manteuffelstr. 22, Wegener, Mühlenstraße. Rixdorf. Franke, Berlinerstr. 24. Stralau- Rummelsburg. Wittwer, Markgrafendamm 16. Moabit. W. Beer, Birkenstr. 56. Wek, Beusselstr. 18. Neu- Weissensee. Schönrock, Lehderstr. 27. Schmidt, Charlottenburgerstr. 74. Grothe, Charlottenburgerstr. 63. Friedrichsberg. Jachmann, Frankfurter Allee. Wiederverkäufer werden in allen Stadttheilen noch angenommen. Verein zur Wahrung der| Der Vorstand. E. Kretschmer. W. Scholz. W. Most. Moabiter Interessen der Stockarbeiter Gesellschaftshaus. Berlins. Alt Moabit 80 u. 81. Versammlung TheaterDienstag, den 29. Ang., Ab.8 Uhr, in Scheffer's Salon, Inselstr. 10. Tagesordnung: 288/13 Täglich: und SpezialitätenVorstellung sowie Concert. Anfang 4 Uhr. 1. Vortrag des Genossen Lewin. Entree 30 Pf., refervirter Platz 50 Pf. Diskussion. 2. Werkstattangelegenheiten. 4127L* Helmuth Peters. Ein Genosse f. frdl. Schlafstelle bei Friedrich, Friedrichsgracht 43, Hof p. 3. Verschiedenes. Um zahlreiches Erscheinen ersucht Der Vorstand. Verantwortlicher Redakteur: Robert Schmidt in Berlin. Drud und Verlag von Mag Bading in Berlin, SW, Beuthstraße 2. Hierzu zwei Beilagen. 1. Beilage zum„Voriviirts" Berliner Ar. 30S. Dirustag. dcu SO. Anglist 1893. 10. Iichrg. Lokales. Die Genoffen des ersten Berliner Reichstags-Wahl- kreises hatten zur Laffalle-Feier am 27. August einen Familien- Ausflug nach Pferdebncht bei Köpenick arrangirt und hatten sich auch trotz des unbeständigen Wetters mit Frauen und Kindern recht zahlreich dort eingefunden, theils Kremser, meist jedoch die Bahn bis Köpenick benutzend. Zu manch humorvollen Scherzen gab die Zurücklegung des Fußweges von Köpenick nach Pserde- bucht Anlaß, zumal wenn Jupiter Pluvius eine Genossenschaar aus ungeschütztem, an und für sich heut schon sehr wässerigem Wege mit seinen Regenlaunen überraschte. Freilich ging's vom Regen unter die Traufe, kam man vom offenen Wiesenwege in den ersehnten Wald. Ließ endlich der Regen nach und des Sturmes lustig Kind, der wilde Wind begann die Regen- wölken zu verjagen, schüttelte er ans den Kronen der Bäume eine neue Auflage Naß auf die Häupter der lustigen Gesellschaft herab. Wirklich anmuthig ist der Ausflugort Pferdebucht inmitten der herrlichen Laubwaldungen gelegen, so recht geeignet zu ungenirtem urgemüthlichem Ausflug. Einen be- sonders anheimelnd freundlichen Anblick bot der mit rothen Fahnen und Bannern geschmückte Festplatz vor dem Lokale. Freundlich winkte das schöne Roth der Fahnen als harmonischer Kontrast zu dem saftigen Grün zwischen Bäumen hindurch den nach jedem Zuge neu Ankommenden brüderliche Einladung zu. Im Laufe des Vormittags nahte mit den, frischen, fröhlichen Gesänge eines Arbeiterliedes der Gesangverein„Morgenroth" aus Köpenick dem Festplatze, und trug durch Singen ernster und heiterer Arbeiter- lieber zur Verschönerung des Familienbeisammenseins und zur Unterhaltung mit bei. In späterer Stunde, am Nachmittag, tras der Gesangverein„Liedessreiheit" ebenfalls ein, und mächtig tönten unsere Arbeiterlieder, von beiden Bereinen gesungen, durch die Waldesstille. Tagsüber unterhielten sich alle Ausflügler mit Tanzen in einer geschützten Halle, Laufspielen auf einem dem Festplatz nahegelegenen Wiesenplatz oder durchstreiften die Herr- liche laubwaldige Umgegend, je nach/dem Wetter oder momentanen eigenem Wunsche sich richtend. Die hereinbrechende Dunkelheit mahnte zum Ausbruch. Ein jeder Theilnehmer nahm die Uebcr- zeugung mit Heini, durch dieses gemüthliche, ernst-heitre Bei- sainmensein die Idee- unseres tapferen Vorkämpfers Ferdinand Lassalle:„Freiheit, Gleichheit, Brüderlichkeit" im würdigsten Sinne verwirklicht zu haben. Tie Parteigenossen des dritten Berliner Reichstags- Wahlkreises belheiligten sich am Sonntag trotz des überaus ungünstigen Wetters dennoch in großer Zahl an der vom Wahl- verein des Kreises im Schützenhaus zu Schmargendorf arrangirten Lassalle-Feier. Das Festkomitee hatte sich schon in früher Morgenstunde hinausbegeben und den Garten in recht gefchmack- voller Weise dekorirt. Schon von großer Entfernung gewahrte man auf hohen Masten rothe Fahnen, die dem des Weges Un- kundigen das Ziel wiesen. Der geräumige Garten war mit un- zähligen kleinen und größeren Fahnen prächtig ausstasfirt. Vor dem Orchester, ebenfalls mit rothem Stoff drapirt, war das Banner des Wahlvereins befestigt, unter welchem die mit schwarzem Flor behangene und mit einem Lorbeerkranz ge- schmückte lebensgroße Büste unseres leider nur allzu früh verstorbenen Vorkämpfers Aufstellung gesunden hatte. Von Vormittags 9 Uhr bis gegen 3 Uhr Nachmittags be- standen, und wohl infolge der sich widcrholeuden Regenschauer, die Festtheilnehmer nur aus etlichen Hundert Personen. Als dann der Himmel ein Einsehen hatte und seine Schleusen schloß, wälzte�sich unausgesetzt ein derartiger Menschenstrom in das Etablissement, daß alle Räume überfüllt und Mangel an Tischen und Stühlen war. Hatten die durchweg dem Gastwirthsgehilfen-Verein entnommenen Kellner bis dahin frierend beisammen gestanden, so war ihnen jetzt Ge- legenheit gegeben, sich ordentlich warm zu machen. Gegen 5 Uhr mögen ungefähr 5000 Personen versammelt gewesen sein, die mit Aufmerksamkeit den von Mitgliedern der„Freien Vereinigung der Berufsmusiler" vorgetragenen Pieren und den Gesängen der dem Arbeiter-Sängerbund angehörenden Vereine„Nord- deutsche Schleife".„Liedertafel der Maler",„Brctzelschluß",„Frei- heitsklänge I" und„Schmargendorf" unter Leitung des Bundes- dirigentcn Herrn Ö. Gutau folgten und mit den Beifalls- bezeugungen nicht kargten. Das Fest verlief in schönster Harmonie. Obgleich der Amtsvorstehcr die Sorge für Aufrecht- erhaltung der Ruhe ausschließlich dem Komitee übertragen hatte, konnten es sich 4 Gendarmen nicht verkneifen, barsch Zutritt zum Garten zu fordern, der ihnen auch, allerdings unter Protest, gewährt wurde. Bier Mann in einer Front durchschritten sie den Garten in seiner ganzen Ausdehnung. Selbstverständlich war ihnen keine Gelegenheit zum dienstliche» Einschreiten gegeben, doch als sie ein zweites Mal Zutritt verlangten, wurde er ihnen entschieden verweigert und nahmen sie von ihrem Be- gehren Abstand. Dafür rcvanchirten sie sich am Abend, als die Genossen mit ihren Frauen sich zum Bahnhof begaben, dadurch, daß sie ganz besonders schneidig auftraten. Ihr Benehmen hat zu einer Beschwerde Veranlassung gegeben, auf deren Erledigung man gespannt sein kann. Es kain zur Sistirung einiger Ge- nossen. Die Genossen des vierten Wahlkreises feierten das An- denken des Vorkämpfers der deutschen Sozialdemokratie im Müggelschlößchen bei Friedrichshagen. Am Vormittag war die Beiheiligung eine ziemlich schwache, die unangenehm kühle und trübe Witterung mochte Manchen abschrecken,„ins Freie" zu machen. Als dre Sonne siegreich den Kampf mit den Wolken bestanden hatte und vorläufig auf einige Zeit die Luft er- wärmte und die Natur verschönte, kamen die Genossen, mit oder ohne Familie, je nachdem, in größerer Zahl herbei- geströmt, so daß am Nachmittag sich wohl an 6000 Personen an den reizenden Gestaden des Müggelsee's vergnügten. Die Schmiede waren in einem rothbeflaggten Dampfer zu dem Fest erschienen. Im Walde veranstalteten große und kleine Kinder Spiele, man„tollte sich mal gründlich aus"; andere gaben sich am Biertisch oder beim Spazierengehen ernsten Gesprächen hin, welche die Bedeutung des Tages betrafen. Arbeitergesangvereine gaben in zu Herzen gehenden und von Herzen kommenden Melodien dem Streben des Proletariats nach sciner Befreiung Ausdruck, der Wald widerhallte davon. Die Freude, im Grünen sich ungestört bewegen zu können, dauerte zunächst nicht sehr lange, ein halbstündiger derber Regenschauer trieb alles in die schützende» Hallen und in den Saal; doch bald belächelte die wärmespendende Sonne wieder das Treiben der Menschen „da unten". Der Regen hatte nicht vermocht, die gute Stimmung der Festtheilnehmer zu vermindern. Die Feier verlief in bester Harmonie. Zum Schluß wurde ein Feuerwerk abgebrannt, dessen Mittelpunkt die hellerleuchtete Büste Laffalle's bildete. Die Sozialdemokraten des fünften Wahlkreises be» gingen die Lassalle- Feier am Sonnabend im Jägerhaus in der Schönhauser Allee. Die Ungunst der Witterung bewirkte auch hier. daß die Bethciligung nur eine sehr geringe war. Nur wenige Familien halten sich schon am Nachmittag hinausgewagt, um das Konzert zu genießen. das von Zivilberufsmupkern ge- .geben wurde. Die ansprechenden Weisen der Letzteren waren wohl geeignet, ein Publikum zu fesseln und in die froheste Stimmung zu versetzen; aber die Regenschauer, welche am Nach- Mittage niedergingen, und die kühle Witterung entzogen ihnen mehrfach die Aufnierksamkeit der Anwesenden. Im allgemeinen ließen sich indeß die erschienenen Genossen und Genossinnen, deren Zahl am Abend sich mehrte, durch das schlechte Wetter in ihrem Amüsement nicht stören. Die Jüngeren nahmen alsbald am Tanze theil, der bereits beim Hereinbruch der Dämmerung begann, und die Aelteren hatten dann ihre Freude an den Belustigungen der Kinder, die um die Wette liefen und am Ziele mit kleinen Gaben, die das Kindes- herz erfreuen, überrascht wurden. Sehr schön machte sich der Fackelzug der Kleinen durch den Garten. Gegen 9 Uhr traten im Saale unter dem breiten rothen Banner, daß in der Aufschrift:„Freiheit, Gleichheit, Brüderlichkeit" den Ein- tretenden die Grundforderung des Proletariats entgegenricf, die Sänger zusammen und gaben einige Arbeiterlieder zum Besten, die ihre begeisternde Wirkung unter den Zuhörern nicht ver- fehlten. Diese Wirkung steigerte darauf Reichstags-Abgeordneter Robert Schmidt mit einer Festrede, in der er das Ver- dienst, das sich Lassalle um die deutsche Arbeiterbewegung er- worden hat, beleuchtete, und die Genossen aufforderte, im Geiste Laffalle's weiter zu wirken, damit die Sozialdemokratie endlich zum Siege gelange. Das dreifache Hoch, das der Festredner zum Schlüsse auf das Wachsen und Gedeihen der internatio- nalen Sozialdemokratie ausbrachte, fand einen begeisterten Wieder- hall in den Herzen der zahlreichen kampsbereiten Proletarier und Proletarierinncn, welche den Saal füllten. Einige Arbeiter- gesänge schloffen diesen Gedächtnißakt, nach welchem der Tanz die Genossen noch bis zu später Stunde zusammenhielt. Die Genossen des sechsten Wahlkreises begingen mit ihre» Familien die Laffallefeier— allerdings beeinträchtigt durch die Ungunst der Witterung— am Sonnabend in zwei Lokalen: für Moabit in der Kronenbrauerei und für die übrigen Bezirke in Weimann's Volksgarten(Gesundbrunnen). Angesichts der traurigen Witterungsverhältnisse, welche einen längeren Auf- enthalt im freien fast unmöglich machten, war die Betheiligung immerhin eine rege zu nennen, und trotzten die Festtheilnehmer mit bewundernswerther Standhaftigkeit dem Regen und der Kälte. Frauen und Kinder hatten' sich bereits in den Nach- inittagsstunden eingefunden, während die Arbeitsmänner größten- theils erst nach Feierabend erschienen. Der Festausschuß hatte auf die Ausgestaltung des Festes große Sorgfalt verwandt, so daß dasselbe trotz aller klimatischen störenden Einflüsse doch in genußreicher Weise verlief. Der„Volksgarten" hatte einen reichen sozialistischen Schmuck angelegt. Bon den Bäumen wehten rothe Fahnen mit den bekannten Inschriften, die Bühne war Hochroth drapirt und vor derselben halten zwei Lassallebüsten auf hohen, mit rothem Tuch ausgeschlagenen Säulen Platz gefunden. Die Arrangements nahmen sich recht gut aus und bilveten ein har- monisches Ganzes. Neben der Hauskapelle konzertirte eine Kapelle aus Mitgliedern der Freien Vereinigung der Zivil-Berufsmusiker. Für die weitere Unterhaltung sorgten die Spezialitäten des Volks- gartens. Die Gesangvereine„Nordwacht" und„Glück zu" verschönten das Fest durch Gesangsvorträge und fanden diese gleich den zur Darstellung gebrachten lebenden Bildern:„Huldigung der Arbeit" und„Huldigung der Freiheit" stürmischen Anklang. Für die tanzlustige Welt war in den beiden vorhandenen Sälen reich- lich Gelegenheit zur Bethätigung geboten und so konnte sich jeder unterhalten nach seiner Art. Die einzigen Unzufriedenen waren eigentlich nur die Händler, welche schlechte Geschäfte machten und die Kellner, welche für einen Lohn von 2,50 M. ohne Essen den ganzen Tag schwer hatten arbeiten müssen, um den Garten herzurichten und sich nun in ihren Erwartungen getäuscht sahen. In der Kronen-Brauerei(Moabit) ging es fast noch lebhafter zu. Garten und Saal, welche ebenfalls einen reichen, der Be- deutung des Tages angemessenen Schmuck angelegt hatten, waren hübsch gefüllt. Das ansprechende Spczialitäten-Programm wurde erweitert durch Gesangsvorträge des Gesaugvereins„Vereinigte Sänger Moabits" und durch lebende Bilder wie im„Volks- garten". Die Tanzlust war auch hier eine sehr ausgeprägte, und verlief das Fest in vollster Harmonie. Eine Festzeitung ge- langte in beiden Lokalen unentgeltlich zur Verthcilung. 6. Wahlkreis. Diejenigen Parteigenossen, die gewillt sind, bei den kommenden Kommunalwahlen thätig zu sein, werden er- sucht, heute, Dienstag, den 29. d. M., Abends 8 Uhr, im Kol- berger Salon zu erscheinen. Die Vertrauenspersonen. AuS der königlichen Charitee. Die Bohkoltirung der neuen Charitee ist mit Recht in Nr. 198 des„Vorwärts" angeregt worden. Um jedoch zu cincni derartigen Schlüsse zu ge- langen, erscheint es erforderlich, vollständig klar zu sehen und lassen wir demzufolge hier einige Schilderungen folgen, denen eigene Information zu Grunde liegt und die wohl geeignet sind, zu beweisen, daß die Zustände in der alten Charitee nicht bessere sind, als die bereits geschilderten in der neuen Charitee, und den Werth dieser königlichen Mustcranstalt in hinreichender Weise zu beleuchten. Einer der sehenswerthesten„Krankensäle" in der Charitee ist unstreitig das„Zinnner" Nr. 23. Es ist dies ein Bodenraum, welcher früher als Ausbewahrungsraum für Sachen, als sog. „Kammer" benutzt wurde, jetzt aber in einen Krankensaal um- gewandelt ist. Dieser Raum hat die Form eines langgestreckten Dreiecks, dessen eine Wand, der Lage des Daches entlprecheud, denselben schräg abgrenzt. Die riesige Balkenlage des Dach- stnhles breitet ihr Geäst aus, wie es in Bodenräumen der Fall zu sein pflegt, riesige Stützbalken durchqueren ebenfalls in schräger Richtung den Raum. Die vertikale Wand weist eine Reihe von normalen Fenstern auf, während die gegenüber- liegende schräge Wand nur zwei„Lukenfenster" aufzuweisen hat. Aus einer regelrechten engen„Bodentreppe" gelangt man zu diesem als Krankensaal dienenden Bodenräume. dessen Wände und Balken, um demselben einen„wohnlichen" Anstrich zu geben, mit weißlicher Oelfarbe übertüncht sind. Daß dieser Dachstuhlraum im Sommer ebenso heiß, wie im Winter kalt ist, läßt sich leicht verstehen. In diesem Räume und zwischen den Balken sind 60 Betten ausgestellt, von denen zur Zeit unserer Besichtigung 59 mit Kranken belegt waren. Die Bellen stehen in drei Reihen, eine Reihe in der Mitte, die beiden anderen Reihen zu beiden Längsseiten. Die Betten an der schrägen Wand stehen mit den Kopfenden nach der Wand zu, so daß die Kranken Gefahr laufen, beim jähen Erheben mit dem Kopf an die Wand zu stoßen. Ebenso gefährlich erscheint das Aufstehen zur Nachtzeit, indem die mit den Verhältnissen nicht Vertrauten Gefahr laufen, mit den den Raum durchquerenden Balken in unliebsame Berührung zu kommen, da zur Nachtzeit der„Krankensaal" nicht erleuchtet ist. Zwischen je zwei Betten steht ein kleines hölzernes Tischchen ohne Schublade zur Benutzung für je zwei Personen. Aus dem- selben befinden sich in buntem Durcheinander Speisen, Medika- mente und sonstige den Kranken zugehörige Dinge, unter dem- selben Uringläser und sonstige delikate Sachen. In Ermangelung eines Tischchens muß ein Stuhl dessen Dienste verrichten. Der „Krankensaal" wird durch einen hölzernen Verschlag in zwei ungleiche Hälften getheilt und ist dieser Verschlag durch eine dünne Bretterwand wiederum in zwei Abtheilungen ge- theilt. Der kleine Raum dient als Klosetraum und Ausbewahrungsort für Uringläser und Stechbecken. Zur Verfügung stehen den 60 Personen 2 fragwürdige Klosets ohne Deckel. Dieser liebliche Ort erhält seine hauptsächlichste Ventilation durch ein in der Bretterwand, welche den Kloset- räum von dem Nebenraum trennt, angebrachtes, stets ossen stehendes Fenster und ein ebenfalls stets— wenigstens im Sommer— offenstehendes Fenster, welches in der Außenmauer angebracht ist und den Zutritt frischer Luft ermöglicht. Dieser Nebenraum, welcher als Abzugskanal für den Klosetraum dient, wird als Küchenraum benutzt. Hier erfolgt die Vertheikung der Speisen, welche die Kranken sich von hier aus selber holen müssen. Dieser Küchenraum dient gleichzeitig auch als Baderaum, indem an der Klosetwand eine Bade- wanne aufgestellt ist, auch befindet sich in dem Kuchen- räume die Wasserleitung und werden demzufolge hier auch die Waschungen von Menschen, Geschirr zc. vorgenommen und entnehmen die Kranken aus der Wasserleitung auch ihren Bedarf an Trinkwasser, da frisches Brunnenwasser zu den Seltenheiten gehört. Ueber die Beköstigung wird allseitig Klage geführt und soll die Verabreichung anrüchigen Fleisches des Oesteren vorkommen. Beschwerden, sofern solche überhaupt noch geführt werden, haben keinen Erfolg; da heißt es einfach: Wem es hier nicht paßt, der kann ja gehen! Im übrigen wird sehr strenge„Diät" gehalten, sodaß die Gefahr des Magenverderbens durch zu vieles Essen völlig ausgeschlossen ist. Die Klagen erstrecken sich weiter auf die Behandlung seitens des Wärterpersonals mit Ausnahme des Oberwärters, welcher als ein vernünftiger und gerechter Mann bezeichnet wird. Die Hausordnung verpflichtet ferner diejenigen Kranken, welche außer- halb des Bettes sich bewegen können, zu allen häuslichen Dienst- leistungen. Und für solche in kurzen Zügen hier geschilderte Annehnilichkeiten, zu denen noch hinzukonimt, daß die Fenster ohne Vorhänge sind, demzufolge die sengenden Sonnenstrahlen ungehindert Zutritt finden, muß der Kranke bezw. die Kranken- lasse, gleichwie in anderen Krankenhäusern, in denen für die Kranken in besserer und bester Weise gesorgt wird, 2 M. pro Tag an die königliche Chariteeverwaltung zahlen! Die Sterblichkeit in der Charitee ist eine große und ist es am Platze, auch einen Blick auf das Beerdigungs wesen der Charitee zu werfen, bei welchem gleichfalls schreiende Mißstände obwalten. Das ganze Beerdigungswesen ruht in den Händen des Charitee- küsters Herrn Ackermann, eines Beamten, welcher— wie gleich vorausgeschickt sein möge— ein Jahreseinkommen von 2400 M. neben freier Wohnung, Heizung und Licht bezieht. Ist in der Charitee ein Kranker verstorben, so erfolgt die Anzeige des ein- getretenen Todesfalles an die Hinterbliebenen nicht, wie dies in allen Berliner Krankenhäusern ohne Ausnahme der Fall ist, portofrei, sondern als„portopflichtige Dienstsache" und hat der Empfänger die Portokosten zu tragen. Wie schwer mag manchmal armen Leuten die Bezahlung einer solchen Todesanzeige fallen! Doch es kommt noch besser. Erscheinen die Hinterbliebenen, um die letzte schwere Pflicht zu erfüllen und das Begräbniß zu be- sorgen, so werden dieselben von Herrn Küster Ackermann unter seine liebevolle Obhut genommen. Um den Leid- tragenden ihre schwere Pflicht zu erleichtern, übernimmt der Herr Küster alles zur Besorgung, unterhält also ein regelrechtes„Leichenkomptoir". Zu diesem Zwecke unterhält er einen schwunghasten Handel mit Särgen und hält solche stets auf Lager, wozu die Chariteeverwaltung den Raum zur Ber- fügung stellt. Dieser Handel geschieht auf Rechnung des Sarg- fabrikanten Fankoff in der Elsasserstraße, welcher seine Waare wiederum vom Tischlermeister Lehmann bezieht. Für diesen Handel bezieht der Küster eine monatliche Provision, oder wie der Kunstausdruck lautet, einen„Botenlohn" von 30 M. In gleicher geschäftlicher Verbindung steht der Herr Küster mit dem Fuhrunternehmer Weber in der Elsasserstraße, von dem er ein monatliches„Botenlohn" bezieht. Ebenso hat der Herr Küster für eine andere Firma die Kommission in Sterbekleidern, Steppdecken, Kissen w. und erzielt er in diesen Artikeln einen monatlichen Umsatz von bis zu 500 M., hiervon ebenfalls sein„Botenlohn" beziehend. Denkt man sich in die Verhältnisse hinein, so kann man sich nicht wundern, daß die Meisten von dem„freundlichen Anerbieten" des Küsters Gebrauch machen. allerdings zu ihrem Schaden, denn erwiesenermaßen müssen die Betreffen- den beim Herrn Küster höhere Preise zahlen, aks anderwärts. Ist ein solcher Handel seitens eines Beamten schon an sich nicht zu billigen, so ist derselbe aus letzteren: Grunde geradezu verwerflich nnd müßte im Interesse der Armen, die auf das geringe Sterbegeld der Krankenkassen angewiesen sind und vielfach dies noch nicht ein- mal zur Verfügung haben, die Kosten vielmehr aus eigenen Mitteln bestreiten und sich dieselben erst verdienen müssen, ent- schieden verboten werden. Die Direktion der königlichen Charitee ist allerdings anderer Meinung, denn auf eine dieserhalb an das Kultusministerium s. Z. eingereichte Beschwerde antwortete der Chariteedirektor, Herr Geheimrath Spinola: „... Die von Ihnen angefochtenen, das Begräbniß- wesen in der Charitee betreffenden Einrichtungen bestehen bereits seit vielen Jahrzehnten, sind im Interesse der ärmeren Volksklasse nothwendig nnd haben sich durchaus bewährt. Zu ihrer Aenderung liegt deshalb kein Grund vor." Wollen die Hinterbliebenen eines Verstorbenen die Leiche auf einem anderen, als dem Anstaltskirchhofe beerdigt wissen, so wird ihnen dies in allen Berliner Krankenhäusern ohne weiteres freigestellt, d. h. es erwachsen ihnen hieraus keinerlei besondere Kosten. Anders in der königlichen Charitee! Hier müssen in einem solchen Falle für eine erwachsene männliche Leiche 11 M., für eine erwachsene weibliche Leiche 10,50 M. m>d für eine Kindesleiche 9 M. entrichtet werden. Früher nannte man dies „Auskaufsgeld", jetzt bezeichnet man es als Kosten für Waschen, Rasiren, Ankleiden und Einsargen der Leiche(bemerkt sei hier, daß die Arbeiter in der Todtenkammer, welche diese Arbeilen verrichten. täglich 2 M. Lohn ohne Kost erhalten), Verrichtungen, für die andere Krankenhaus-Verwal- tungen nichts extra berechnen. Andererseits sind aber auch die Beerdigungen auf dem Charitee-Friedhofe mit erhöhten Koste« verknüpft und ist derselbe ein theures Fleckchen Erde, denn dort- selbst kostet eine„Stelle" für Erwachsene 10,50 M.. für ein Kind von 2 Jahren an 4,50 M. Wir haben im Vorstehenden nackt« Thatsachen vorgeführt und glauben jeder 5kritik entrathen z« können, denn dieselben sprechen genugsam für bezw. gegen sich selber. Wir können es getrost jedem Leser überlassen, sich eiti Urtheil darüber zu bilden, ob solche Verhältnisse der königb Charitee würdig und den Interessen der Arbeiterschaft entz sprechend sind. Zum Stande der Cholera in Berlin schreibt die„Post" vom Sonntag:„Wie es mit der Cholera heule in Berlin steht, können wir leider nicht mit Bestimmtheit sagen. Bezüglich ihrer Mittheilunge» an die Presse scheint die Direktion des Städtischen Krankenhauses in Moabit, die noch gestern bereitwillig Auskunft gegeben hat, plötzlich ihre Grundsätze vollständig gewechselt zu habe». Als unser Berichterstatter sich heute im Krankenhause nach dem Stande der Dinge erkundigen wollte, erhielt er auf die nächstliegende Frage, ob bei dem Arbeiter Kaiser, der vom Reichstagshau als choleraverdächtig eingeliefert worden ist, die siatische Cholera konstatirt worden sei oder nicht, von dem Ver- waltnngsdireklor des Krankenhauses Herrn Merke in der schroffsten Form die Antwort:„Es giebt keine Aus- kunft." Ein weiteres Wort hatte Herr Merke nicht übrig. Wenn ein derartiges Verhalten nicht zur Beruhigung des Publikums beiträgt. so ist das nicht unsere Schuld. Indessen scheint aus dem Wechsel der Praxis der Direktion doch nicht auf eine besorgniperregende Verschlimmerung der Verhältnisse geschlossen werden zu müssen. Die Sanitätskommission des Polizeipräsidiums hatte wenigstens von etwaigen neuen Cholera- fällen keine Kenntniß. Sie war auch davon noch nicht benach- richtigt, wie es mit dem Arbeiter Kaiser steht. Es war ihr, und zwar durch die Schifffahrtspolizei, nur mitgetheilt worden, daß eine Schiffersfran als verdächtig in das Moabiter Krankenhaus gebracht worden sei. Es hieß jedoch, daß diese Frau schon seit Jahr und Tag krank sei, gegenwärtig nicht einmal an Er- brechen leide und also aller Wahrscheinlichkeit nach nicht cholera- krank sei." Von anderer Seite wird über den Stand der Cholera in Berlin gemeldet, daß die eine Stieftochter des Schiffers Pinnow, Emilie Schlüsselburg, der Krankheit erlegen ist. Es befinden sich in der Cholerastation noch zwei Patienten, die au der asiatischen Cholera leiden. Aus der Beobachtungsstation sind acht Personen entlassen worden, darunter der Schiffer Pinnow mit Frau und Kind. Es verbleiben in der Beob- achtungsstation noch 7 Personen, deren Entlassung in den nächsten Tage», erfolgen dürfte. Was den vom Reichstagsbau unter Cholera verdächtigen Erscheinungen eingelieferten Arbeiter Kaiser betrifft, so hat es sich herausgestellt, daß er die Ruhr hat. Bei der städtischen Scrnitätskommission sind im Laufe des vorgestrigen und gestrigen Tages keine neuen Erkrankungen an der Cholera und nur sieben Fälle von Brechdurchfall gemeldet worden. Von den an der Brechruhr Erkrankten sind drei unter Aufsicht der Bezirksphisici in ihren Wohnungen belassen, und drei dem Krankenhaus Friedrichshain überwiesen worden; einer wurde nach Moabit geschickt. Im Krankenhaus Friedrichshain befinden sich zur Feit keine Cholerakranke. Wegen der Choleragefahr hat die Direktion der Charitee angeordnet, daß die Besucher der Anstalt bis auf weiteres ihren Angehörigen Eßwaaren irgend welcher Art nicht mitbringen dürfen. Packete werden nach wie vor für Kranke in der Charitee angenommen; falls sich aber später ergiebt, daß sie Speisen enthalten, so werden diese den Kranken sofort entzogen. „Pseudo-Cholerabazillen"— unter diesem Titel ver- össentlicht ein bekannter hiesiger Arzt eine kleine Abhandlung in der„Berliner klinischen Wochenschrist", in welcher er auf das Vorkommen gewisser denfcechten Komma-Bazillen ähnlicher Mikro- Organismen hinweist, die für uns insofern besonderes Interesse haben, als die eine Art sich im Berliner Leitungswasser findet. Professor Rubner vom hiesigen hygienischen Institut hat nämlich in dem Wasser der Straulauer Werke in diesem Sommer— als von asiatischer Cholera Hierselbst noch keine Rede war— einen Pilz gefunden, den Vibrio Esrolinsnsis, der genau dieselbe orm und fast die gleichen Lebensäußerungen zeigt, wie der omma-Bazillus. Auch im Elbwaffer zu Hamburg ist von dem Direktor des dortigen hygienischen Institutes, Professor Dunbar, ein durchaus ähnlicher Bazillus entdeckt worden, und es liegt recht wohl die Möglichkeit vor, daß die„echten" und„falschen" Cholera-Bazillen mit einander verwechselt worden. Das ist aber, vorausgesetzt, daß es sich dabei wirklich um verschiedene Bazillenarten handelt, praktisch gerade gegenwärtig von großer Bedeutung, wo eben erst in den letzten zwer veröffentlichten Fällen angeblich mit aller Bestimmt- heit die echten Kommabazillen gefunden worden sind. Der Ver- fasser betont denn auch mit Rücksicht darauf, daß bei der Schwierigkeit der Untersuchung augenblicklich mehr denn je Vorsicht und Reserve in der Deutung der aus Flüssen und Leitungswasser stammenden Bakterien geboten ist. Zwei Seelen wohnten, ach, in seiner Brust. Die Abend- blätter veröffentlichen folgende Notiz: „Der Stadtverordnete Dr. Barth hat sein Mandat niedergelegt." Als Stadtverordneter war Herr Barth der Führer der Radi- kalen, d. h. Wasserftiefler, als Reichstagsabgeordneter dagegen „Volks"vertreter Rickert'scher Observanz, d. h. Wadenstrümpfler. Es scheint also, daß die Berliner kommunalen Wasserstiefler den reichstäglichen Wadenstrümpfler aus dem Rothen Hause raus- gebissen, d. h. rausgeärgert haben. In der räthselhaften Affäre, welche sich am 19. d. M. im Hause Friedenstraße 96 abgespielt hat, haben nunmehr von feiten des Untersuchungsrichters am jüngsten Freitag sowohl Lokaltermine am Thatort als auch Vernehmungen des Helbing und der Emma Trappe im städtischen Krankenhause am Friedrichs- Hain stattgefunden. Das„Berl. Tageblatt" berichtet hierüber: In betreff des vermißten Lakens mit den Blutspuren gab nun- mehr Frau Trappe an, daß dieses Laken von ihr inzwischen ge- waschen worden sei, auf die Frage aber, wo dasselbe sich zeitüber befunden, gab sie keine Antwort. Dagegen erklärte sie ungefragt, daß Helbing sich selbst die Verletzungen beigebracht habe, und blieb auch dabei, obwohl festgestellt und ihr vorgehalten wurde, daß sie während der Zeit der That gar nicht zu Hause gewesen, sondern erst geholt worden sei, nachdem ihre Tochter zum Fenster hinausgefprungen war. Emma Trappe blieb ebenfalls dabei, daß Helbing selbst Hand an sich gelegt, nachdem er ihr gedroht, daß er sie und sich ums Leben bringen werde. Die That selbst habe sie aber nicht gesehen, denn sie sei zum Fenster hinausgefprungen, als Helbing mit verstörtem Gesicht ins Zimmer getreten und die Thür ver- schlössen habe. Sie erklärt auch ausdrücklich, daß der Verschluß thatsächlich erfolgt sei. Paul Helbing bleibt dagegen bei seinen früheren Angaben und bestreitet, daß er die Thür abgeschlossen habe; der Schlüssel sei ihm vielmehr beim Versuch entfallen, und als er sich danach gebückt, habe er den Schlag auf den Hinterkopf erhalten, infolge dessen er bewußtlos zusammengebrochen sei. Daß Emma Trappe zum Fenster hinausgesprungen, habe er gar nicht wahrgenommen, das sei ihm erst im Kranken- hause erzählt worden. Im Befinden des Helbing ist übrigens eine Besserung in dem Maße eingetreten, daß er jetzt schon täglich eine Stunde spaziren gehen darf und voraus- sichtlich schon in einigen Tagen aus dem Krankenhause entlassen werden kann. Durch Vernehmung der Hausbewohner wurde festgestellt, daß Emma Trappe mit dem Fingerhut auf dem Finger und mit einer Weste über dem Arm. an der sie genäht, den Sprung aus dem Fenster gethan habe; diese Thatsache und die Angaben des Helbing lassen den Verdacht, daß sie etwa selbst die Schläge mit dem Beil geführt, ganz hinfällig erscheinen, und demgemäß ge- »ehmigte der Untersuchungsrichter ihre Entlassung aus dem Krankenhaufe, in welchem sie unter Observation sich befand. Am Sonnabend kehrte daher Emma Trappe in die Wohnung der Mutter zurück. Der sechsjährige Sohn Willy der Emma Trappe, von dem Rombach behauptete, daß er von Helbing hinausgeführt worden sei, ehe dieser die Stubenthür verschlossen habe, wurde ebenfalls vernommen. Der kleine Bursche gab auf die an ihn gerichteten Fragen klare Antworten und erklärte, daß ihn Helbing nicht hinausgeführt, und daß er sich zu der betreffenden Zeit überhaupt nicht in dem Zimmer befunden habe. Er wäre im Auftrage der Mutter unterwegs gewesen, um Kartoffeln einzuholen, und sei mit diesen erst zurückgekehrt, als Leute vor der verschlossenen Thür gestanden und vergeblich Einlaß begehrt hätten. Rombach bestreitet auch vor dem Untersuchungsrichter, die That begangen zu haben. Als die infolge des Sprunges der Emma Trappe hinzugeeilten Hausbewohner an die Thür gepocht, habe er gefragt, was denn los sei. Als er dann erfahren, daß das Mädchen sich aus dem Fenster gestürzt, sei er in die Küche zurückgekehrt. Auf die Vorhaltung des Untersuchungsrichters, weshalb er sich denn nicht hinausbegeben, um nach der Ver- mundeten zu sehen, entgegnete Rombach, er sei in so große Auf- regung gerathen, daß er sich um nichts weiter bekümmert, sondern die Kartoffeln weitergeschält habe. DaS Gerücht von der Ergreifung des Raubmörders Hermann Hahn, der mit seinem Komplizen Kühn auf der Chaussee bei Weißensee den Handelsmann Mützelburg erschlug und beraubte, ging heute hier um. Sofortige Nachfragen haben ergeben, daß dieser Tage in der That eine verdächtige Person- lichkeit im Schönholzer Forst durch den Gendarm Pätzel auf- gegriffen und dem Amlsvorsteher von Reinickendorf zugeführt worden ist. Die Personalbeschreibung und auch die Kleidung stimmt ziemlich genau mit der im Steckbrief angegebenen des Mörders Hahn überein. Der Festgenommene nennt sich ebenfalls Hahn. Trotzdem erscheint es zweifelhaft, ob in dem Festgenom- mencn der richtige Mörder gefaßt worden ist. Fener m einer Kaserne in Spandau. Im linken Flügel der Kaserne, die eben erst von dem 4. Garde-Regiment geräumt ist, brach gestern Nachmittag um LV« Uhr ein großer Brand aus, der die Feuerwehr zu den Löscharbeiten bis 5�/« Uhr in Anspruch nahm. Die größten Anstrengungen konnten nicht verhindern, daß der linke Flügel völlig in Asche gelegt wurde. Der Brand loderte in einer gewaltigen Höhe auf und war schwer anzugreifen. Die Wasserschläuche wurden aus der Havel gespeist, auch die Spritzen aus der Artilleriewerkstatt waren zur Hilfe herangezogen worden. Genaues über die Ursache des Brandes steht noch nicht fest. Verunglückt ist niemand bei dem Brande. Auf der gegenüberliegenden Seite der Havel hatte sich eine große Menge von Zuschauern angesammelt, die immer mehr uwachs erhielten und nach dem Wasser zu gedrängt wurden. abei wurde ein kleiner Knabe in die Tiefe geworfen. Infolge des durch den Zwischenfall entstandenen Geschreis hielten die Arbeiter an der Wafserpumpe einen Augenblick inne und sahen gespannt der Rettung des Kindes zu, die durch einen unbekannten Mann vollbracht wurde. Brände. Die Tochter des Kaufmanns Brüning, Helene» Neue Roßstr. 16 wohnhaft, war ani Sonnabend Abend gegen 19 Uhr in der Küche mit dem Abseugen eines Huhnes über brennenden Spiritus beschäftigt, wobei dieselbe die den Spiritus enthaltende Schale umstieß, so daß die brennende Flüssigkeit sich über ihre Kleider ergoß und diese in Flammen setzte. Die junge Dame erlitt dadurch schwere Brandverletzungen an beiden Beinen und leichtere an den Händen; auch der im Hause wohnhaste Zahnarzt Kneif, der sich an dem Ablöschen der Kleider be- theiligte, hat leichte Brandwunden an der linken Hand davon- getragen. Ein aus der Nachbarschaft herbeigeholter Arzt ver- band die Verletzten unter Hilfe von zwei Samaritern der Feuerwehr. Brandschaden ist weiter nicht entstanden. Im Hause Zionskirchstr. IS hatte die Feuerwehr am Sonntag Abend in der neunten Stunde einen Dachbodenbrand zu be- kämpfen, der es bei seiner Wahrnehmung noch zu keiner umfang. 'eichen Entfaltung gebracht hatte, so daß die Löscharbeit in kürzester Frist mit einer Spritze bewerkstelligt werden konnte. Am Montag früh Zh'e Uhr mußte abermals nach dort ausgerückt werden, da auf der Brandstelle vom Abend vorher von neuem Feuer ausgekommen war; auch in diesem Falle war ein kurzes Eingreifen mit einer Spritze erforderlich. Ein dritter Dach- bodenbrand gelangte am Montag früh kurz vor 3 Uhr im Vorderhause Zimmerstraße 19 zum Ausbruch; derselbe machte zu seiner Bewältigung ein Vorgehen mit zwei großen Handdruck- spritzen nothweudig und war, infolge der aus Holzzeinent bestehenden Bedachung, die einem Durchbruch der Flammen längeren Widerstand leistete, wieder von einer starken Qualm- cntwicklung begleitet, unter welcher die Schlauchsührer zunächst schwer zu leiden hatten, bis dieselben mit Rauchhelmen aus- gerüstet wurden. Wohnungen sind, außer durch geringfügige Wasserschäden, an allen drei Orten nicht in Mitleidenschaft ge- zogen worden. Falsche Fünfzig- Marlscheine sind wiederum aufgetaucht. Sie sind so vorzüglich nachgeahmt, daß selbst öffentliche Kassen sie anstandslos angenommen haben. Kaufmann's Variöts. Am Sonnabend fand die erste Vor- stellung der diesjährigen Wintersaison bei gut besetztem Hause in Kaufmann's Variete statt. Neues förderte das Programm gerade nicht zu Tage. Es waren vertreten eine gute deutsche Kostümsoubrette, ein fPyramidcnkünstler ,< Klowns, Parterre- Akrobaten, Lustgymnastiker und Mr. Engel mit seinen 8 dressirten Hunde». Dre vorgeführten Piscen rourden mit Beifall auf- genominen. Namentlich fanden die Leistungen von Frl. Nucinska. der Familie Zaro, der zierlichen Luftsee Miß Gabriele und Mr. Othon lebhaste Anerkennung. Freunde dieses Kunstgenres finden in dem dort Gebotenen sicher etwas, was ihrem Geschmacke entspricht. Druckfehler- Berichtigung. In dem Aufsatze„Die L e s s i n g- L e g e n o e" in der zweiten Beilage der Sonntags- nummer des„Vorwärts" bitten wir, auf der 2. Spalte ersten Absatz den ersten Satz zu lesen:„In Wahrheit hat Friedrich nie daran gedacht, die Religionen in seinen Staaten gleich zu stellen", anstatt: hat nur daran gedacht u. s. w. Ferner muß es auf der 2. Seite, Spalte 3 erster Absatz heißen:„Sein idealer Flug hatte das deutsche Bürgerthum nicht mit sich zu reißen vermocht", anstatt: einst mit sich zu reißen u. s. w. Marktpreise in Berlin am 26. August, nach Ermittelungen des königlichen Polizeipräsidiums. Weizen per Ivo Kg. guter von 16,49— 15,80 M., mittlerer von 15,70—15,10 M., geringer von 15,00—14,40 M., Roggen per 100 Kg. guter von 13,60 bis 13,10 M.. mittlerer von 13,00—12,60 M., geringerer von 12,?0 bis 12,00 M. Gerste per 100 Kg. gute von 18,00— 16,90 M., mittlere von 16,30—15,70 M., geringe von 15,60—14,50 M. Hafer per 100 Kg. guter von 13,30—17,80 M., mittlerer von 17,70—16,80;M., geringer von 16,70 bis 15,80 M. Stroh, Nicht- per 100 Kilogramm von 6,00—5,15 M. Heu per 100 Kilogramm von 10,50—6,50 M. Erbsen, gelbe zum Kochen per 100 Kg. von 40,00—24,00 M. Speisebohnen, weiße per 100 Kg. von 50,00—20,00 M. Linsen per 100 Kg. von 30,00 bis 80,00 M. Kartoffeln, neue per 100 Kg. von 10,00—5,50 M. Rind- fleisch von der Keule per 1 Kg. von 1,60—1,20 M. Bauchfleisch per 1 Kg. von 1,30—0,90 M. Schweinefleisch per 1 Kg. von 1,50-1,00 M. Kalbfleisch per 1 Kg. von 1,60-0,90 M. Hammelfleisch per 1 Kg. von 1,50—0,90 M. Butter per 1 Kg. von 2,30—1,80 M. Eier per 60 Stück von 4,00—2,40 M. Fische per 1 Kg.: Karpfen von 2,40-1,60 M. Aale von 2,80 bis 1,20 M. Zander von 2,40—1,20 M. Hechte von 2,00—1,20 M. Barsche von 1,60-0.30 M. Schleie von 2,40-1,10 M. Bleie von 1,40 bis 0,60 M. Krebse per 60 Stück von 12,00—1,25 M. Polizeibericht. Am 27. d. M., Mittags, wurde ein Mann in seiner Wohnung in der Dennewitzstraße todt aufgefunden. Er hat sich anscheinend mittels Blausäure vergiftet.— An der Ecke der Memeler- und Posenerstraße entstand Abends eine Schlägerei zwischen zwei Arbeitsburschen, wobei der eine durch Messerstiche im Gesicht und am Arme schwer verletzt wurde.— Im Laufe des Tages fanden drei Dachstuhlbrände statt. Gvvicktks�Beiktmg. Eine bahnbrechende Entscheidung in bczug ans die Rechte deS Bertheidigers ist vor einigen Tagen seitens des Etrassenates des Kammergerichts getroffen worden. Bis« her sind in zahlreichen Fällen Meinungsverschisdsnheiien zwischen den Strafkammer- Vorsitzenden und den Vertheidigern darüber entstanden, ob die von letzteren in den Verhandlungen gestellten Beweisanträge in das Sitzungsprotokoll ausgenommen werden sollten, und in der Regel behielten dann die Vorsitzenden mit ihren Erklärungen Recht, daß sie allein darüber zu bestimmen hätten, wehr häufig stützten die Vertheidiger die von ihnen ein- gelegten Revisionen auf Nichtberücksichtigung gestellter Beweis- antrage, während der Erfolg derselben daran scheiterte, daß diese Anträge im Protokoll gar nicht erwähnt waren. Nach§ 274 der Straf- Prozeßordnung ist das Protokoll für den Nachweis. daß die Anträge gestellt sind, allein beweisend, ein sonst geführter Beweis dafür ist unzulässig. Das Reichsgericht hat geglaubt, diesem tief empfundenen Uebel- stände dadurch zu begegnen, daß es eine Berichtigung des Protokolls für zulässig erklärte. Dem Verlangen der Ver- theidiger nach einer solchen ist bisher aber nur in verschwindend wenigen Fällen stattgegeben worden. Erst jetzt ist ein Ver- theidiger, es ist der Rechtsanwalt Dr. Flatau, auf den Ge- danken gekommen, die die Berichtigung ablehnende Verfügung des Vorsitzenden durch die Beschwerde beim Kammergericht an- zufechlen. In der vor zwei Monaten berichteten Wieder- ausnahmesache gegen den Redakteur I. F r ä n k e l, in welcher, wie berichtet wurde, das Urtheil vom 7. Juni 1890 aufrecht erhalten worden ist, hatte der Angeklagte drei Beweisanträge gestellt und deren Er- heblichkeit ernstlich verfochten. Nichtsdestoweniger war ein Beschluß aus dieselben nicht gefaßt, dieselben auch nicht im Protokoll aufgenommen worden. Auf das Verlangen um Berichtigung erhielt p. Fränkel die folgende Verfügung:„In der Strafsache pp. wird dem Angeklagten auf das mit der Revisionseinlegung verbundene Gesuch um Berichtigung des Sitzungsprotokolls eröffnet, daß dazu durch Aufnahme der in dem vorgedachten Gesuch angegebenen Anträge keine Veranlassung vorliegt. Königl. Landgericht I, Strafkammer II. gez. Brausewetter."— Diesen Bescheid griff der Vertheidiger Rechtsanwalt Dr. Flatau mit der Beschwerde an, in welcher es u. a. folgendermaßen heißt:„Daß die fraglichen drei Anträge von dem Angeklagten nicht gestellt sind, wird in der angefoch- tenen Verfügung nicht behauptet. Eine dahingehende Behauptung hätte auch nicht aufgestellt werden können, da fämmtliche in der Verhandlung anwesend gewesenen Amtspersonen bestätigen müssen, daß der Angeklagte diese Anträge gestellt hat. Nun schreibt § 273 der Str.-Pr.-O. vor, daß das Protokoll die im Laufe der Verhandlung gestellten Anträge entHallen muß. Es ist daher nicht erfindlich, aus welchem Grunde„keine Veranlassung vor- liegen solle, die gedachten Beweisanträge in das Sitzungsprotokoll aufzunehmen ev. dasselbe zu berichtigen."— Der erwähnte bahn- brechende Beschluß des Kanimcrgerichts lautet:„In der Straf- fache w. hat der Strafsenat des Kammergerichis in seiner Sitzung vom 10. August 1893 in Erwägung, daß der Antrag de- Angeklagten auf Berichtigung des Sitzungsprotokolls durch die angefochtene Verfügung abgelehnt, der Antrag und die dagegen eingelegte Beschwerde an sich zulässig erscheint(Entscheidung des Reichsgerichts in Strafsachen Band V 48); in Erwägung, daß der Vorsitzende und der Gerichtsschreiber übereinstimmend die Erklärung abgegeben haben, daß der Angeklagte in der Haupt- Verhandlung die erwähnten 3 Anträge gestellt hat; in Er- wägung, daß eine Zurücknahme der Anträge in dem Umstände nicht gefunden werden kann, daß der Angeklagte bei seiner End- erklärung nicht mehr auf dieselben zurückgekommen ist; in Er- wägung, daß nach ß 273 Str.-Pr.-O. die im Laufe der Verhand- lung gestellten Anträge in das Protokoll ausgenommen werden müssen, daß aber die vor dem Vorsitzenden und dem Gerichts- schreiber abgegebene Erklärung der Aufnahme eines Nachtrag- lichen Vermerks in das Protokoll gleichkommt,— beschlossen: die Beschwerde des Angeklagten wird für erledigt erklärt, die Kosten bleiben außer Zlnsatz. Unterschristen." Wcchselfälschungeu von beträchtlicher Höhe hat der 22jährige Bergakademiker Ernst Gengrasewsky begangen, welcher gestern der ersten Strafkanuner des Landgerichts I aus dem Gefängnisse zu Vlötzensce vorgeführt wurde. Wegen einer Anzahl gleicher Strafthalen ist der Angeklagte bereits zu einem Jahre Gefängniß verurtheilt worden. Jetzt lagen noch� vier Fälschungen gegen ihn vor, die als eine einzige strafbare Hand- lung angescheu wurde. Der Angeklagte, der früher die Berg- akademie in Clausthal besuchte, ist der Stiefsohn eineS Schneider- meisters Fiedler. Der letztere kaufte im vorigen Frühjahr in Quedlinburg ein Haus für 9000 M. Die vereinbarte Anzahlung von 4000 M. wurde mehrmals gestundet, bis Fiedler schließlich dem Vorbesitzer 4 Wechsel zu 2000, 1000, 500 und 500 M. brachte. Fiedler erklärte dabei, daß er und sein Sohn eine Erfindung gemacht hätten, die für 60 000 M. an die Firma Stimming u. Co. in Danzig verkauft worden sei. Die vier Wechsel trugen den Annahinevermerk der Danziger Firma. Fiedler bat den Vor- besitzer, sich für eine kurze Zeit mit 2000 M. zu begnügen und ihm 2000 M. in baar aus die 4 Wechsel herauszugeben, damit er seine übrigen kleinen Schulden decken könne. Tiefe Bitte wurde erfüllt. Nach kurzer Zeit stellte sich heraus, daß sämmtlich« Wechsel gefälscht waren, an dem Patentverkauf war kein wahres Wort, Fiedler mußte das Haus, welches er fast ein Jahr hindurch be- ivohnt, an den Vorbesitzer wieder abtreten und der Letztere mar außerdem um 2000 M. geschädigt. Fiedler gab an, von seinem Stiefsohn hintergangen worden zu sein und dieser nahm auch die ganze Schuld auf sich. Als der Vorsitzende im gestrigen Termin den Angeklagten fragte, wie er zu den Strasthaten ge- kommen sei. erwiderte der Gefragte kurz, daß er Erklärung dafür nicht habe. Der Staatsanwalt beantragte unter Zu- billigung von mildernden Umständen eine Zusatzstrafe von neun Monaten Gefängniß, wogegen der Angeklagte nichts zu erinnern hatte. Der Gerichtshof ließ es dahingestellt bleiben, ob der Stiefvater des Angeklagten der Anstiftung oder der Mit- thäterschafl verdächtig sei und verurtheilt« den Angeklagten nach dem Antrage des Staatsanwalts. AlS Opfer des Differenzspiels an der Börse ist der Bankbeamte Franz Georg E l st e r m a n n zu betrachten, welcher gestern wegen Urkundenfälschung vor der I. Strafkammer hiesigen Landgerichts I stand. Er war als Kommis bei der Dresdener Bank angestellt und gerieth dadurch in Schulden, daß er irn- glücklich an der Börse speknlirte. Als seine Geldverlegenheit den döchsten Gipfel erreicht hatte und er von seinen Gläubigern arg bedrängt wurde, wurde er zum Verbrecher. Er entwendete eine für Ludwig Cohn ausgeschriebene Rechnung der Dresdener Bank im Betrage von 4151 M., vollzog dieselbe mit den Unterschriften der Prokuristen Jahn und Gutmann und ließ sie durch seinen Bruder, den Bnreaudiener Alfred Elstermann, bei Ludwig Cohn vräsentiren. Letzlerer zahlte mit einem Check auf den Berliner Kasseuverein, und dort gelangte der Betrag ohne weiteres zur Ab- Hebung. Ter Bnreaudiener Elstermann ist s. Z. wegen der Hilfe, welche er feinem Bruder in dieser Sache geleistet hat, zu 1 Jahr Gefängniß verurtheilt worden. Georg Elstermann gelang es. sich der Verhaftung durch die Flucht zu entziehen, er genoß aber die Freiheit nicht mehr lange, denn auf grund des hinter ihm erlassenen Steckbrieses wurde er schließlich festgenommen. Er hat einen Theil des erschwindelten Geldes zur Deckung von Schulden benutzt, einen anderen Theil aber bei einem hiesigen Kaufmann niedergelegt, wo das Geld durch die Polizei beschlag- nahmt werden konnte. Im gestrigen Termin konnte der An- geklagte zu feiner Entschuldigung nur angeben, daß er durch das böse Spekuliren auf die abschüssige Bahn gedrängt worden sei. Der GerichlShos verurtheilte ihn zu 1'/2 I a h r e n G e f ä n g n i ß. Wie uns aus Magdeburg gemeldet wird, hat das dor- tige Landgericht gegen den an der Katharinenkirche in Magdeburg amtirenden Pastor Stein b eck die Voruntersuchung wege» wiffentlichen Meineibes eröffnet. Er hatte einen| Kollegen Gröppler, Klingenberg, Heinze und mehrere andere im I warten, und den Holzarbeiter- Verband erst erftarten zu laffen. Amtsbruder, den er des Betruges bezichtigt hatte, in die Lage Sinne des Referenten. Hierauf verlas der Kassirer die Ab- Eine intereffante Debatte entwickelte sich noch bei dem Punkte gebracht, selbst bei der Staatsanwaltschaft die Einleitung einer rechnung vom 2. Quartal. Dieselbe ergab eine Einnahme, inkl. Gewerkschaftliches. Sämmtliche Walzer der Adolf Werkmeister'schen Untersuchung gegen sich zu beantragen. Bei der Gerichtsverhand- alten Bestand, von 633,85 M. und eine Ausgabe von 458,27 M., Fabrik sind entlassen worden, weil sie 3/4 Stunden früher nach lung, durch welche der Beschuldigte glänzend freigesprochen mithin bleibt Bestand 175,58 M., und ein Vergnügungsfonds von Hause gegangen sind, da die schlechte Beschaffenheit der Masse wurde, soll nun Pastor Steinbed, wie die gegen ihn er- 41,42 M. Die Abrechnung vom Stiftungsfest ergab eine Ein- ein Weiterarbeiten nicht gestattete. Am andern Morgen gangene Strafanzeige behauptet, wissentlich unwahres beschworen nahme von 424,42 M. und eine Ausgabe von 398,35 M., bleibt hatten sie turzer Hand A13 ihre Entlassung. fie und diesen Eid vor dem f. Konsistorium wiederholt haben. Ver- ein Ueberschuß von 26,07 m. nun Zeugnisse haben wollten, wurde ihnen die freundwunderlich erscheint es, daß der eines so schweren Verbrechens liche Mittheilung, daß sie mit einem Besenstiel aus der Verdächtigte nicht von seinem Amte suspendirt ist, vielmehr nur Eine öffentliche Versammlung der Hilfearbeiter und Fabrik geschlagen würden, wenn sie nicht sofort gingen. Um sich einen mehrwöchigen Urlaub hat nehmen müssen, dabei jedoch Arbeiterinnen fand am 23. August statt. Genosse Roland dieser liebreichen Behandlung nun nicht auszusehen, zogen sie es noch mehrfach Amtshandlungen verrichtet. hielt einen mit lebhaftem Beifall aufgenommenen Vortrag über vor zu gehen. Der Behauptung der Walzer nach wären ihnen die Fortschritte der Gewerkschaftsbewegung. Redner betonte die auch systematisch von seiten des Belegermeisters Lohnabzüge von Nothwendigkeit der Betheiligung des Proletariats an der politi- 10 Bf. pro 1000 Fuß Verzierungen gemacht. Sie betrachten sich schen Bewegung, machte es aber zur unbedingten Pflicht, sich nun als gemaßregelt und beantragen beim Verband Unterſtüßung. auch der gewerkschaftlichen Organisation anzuschließen, da ohne Es wurde noch gerügt, daß der Kassirer nicht dafür sorgt, daß gewerkschaftliche Bewegung die politische Bewegung die soziale Mitgliedsbücher und Beitragsmarken laut Beschluß der letzten Umwälzung nicht herbeiführen könne. Möglich sei diese aber Monatsversammlung bei jedem Vertrauensmann vorhanden sind. erst dann, wenn die Arbeiterschaft in ihrer Gesammtheit ihre Zum Schluß machte der Vorsitzende noch bekannt, daß sich der Klassenlage erkannt habe. Redner wies auf die Unternehmer- Vorstand behufs einer Matinee bei Kaufmann erkundigt hat. Rartelle hin, diefen müssen wir wieder durch Organi- Das Lotal ist am 22. Oftober zu haben und die Versammlung fationen entgegentreten. Rollege Ahrendt hebt eben beschloß den Vorschlägen des Vorstandes gemäß. falls Organisation hervor. Soziale Uebersicht. Achtung, Korbmacher! In der Werkstatt von Holze, Oranienstraße 3, haben die Kollegen wegen Lohndifferenzen die Arbeit am heutigen Tage niedergelegt. Der Kollege Häntsch hielt es nicht für nöthig, fich mit seinen Kollegen solidarisch zu erflären und arbeitet für den gekürzten Lohn weiter. Wir ersuchen daher alle Kollegen, die Werkstatt von Holze als gesperrt zu betrachten und dieselbe streng zu meiden. J. A.: P. Brüdner, Prinzenstr. 111. Die Agitation3 Kommission. Die Wiener Goldschmiede haben über die Silber waaren Fabrik von H. Südfeld in Wien die Arbeitssperre verhängt und werden die deutschen Goldschmiede aufgefordert, den Zuzug nach Wien unbedingt fernzuhalten. die Der Nothwendigkeit Kollege Wagner fritisirt die Verpflegung im städtischen Asyl. Eine öffentliche Versammlung der Kellner und Kollege Timmermann betont, daß ungelernte Arbeiter, sollen Berufsgenossen tagte am 25. August im Louisfenstädtischen sie dasselbe leisten, wie die gelernten, bedeutend angestrengter Konzerthaus und beschäftigte sich zunächst mit der Frage: Wie arbeiten müssen wie lettere, somit die am meisten ausgebeuteten gedenken wir die Agitation im Winter zu betreiben? Hierzu find. Frau Gubela verlangt, daß von sozialdemokratischer äußerte der Vertrauensmann Pößsch, daß im vorigen Winter Seite mehr wie bisher für die Gleichberechtigung der Frauen die Gewerbegerichtswahlen das ausschließliche Feld der ThätigAchtung! Alle im Vergoldergewerbe beschäftigten gethan werden soll. Diesem entgegnet Referent in seinem feit abgaben. Nachdem diese vorüber, richtete sich die ganze Arbeiter und Arbeiterinnen! Am Donnerstag findet eine Schlußwort, daß die Sozialdemokratie stets für Gleich- Aufmerksamkeit auf das Kommissionär- Unwesen. Es haben sich öffentliche Versammlung statt. Da in der letzten Sigung der berechtigung der Frau eingetreten fei. Nur sollten Alle verschiedene öffentliche Versammlungen derjenigen Berufe, die Vertrauensleute und des Vorstandes beschlossen wurde, für die im Kampfe gegen den Kapitalismus sich vereinigen. Zum Ge- vornehmlich darunter zu leiden haben, wiederholt damit beschäftigt Lohnarbeit einzutreten, so fordern wir auch alle Vergolder, Ver- wertschaftlichen sprach der Kollege Ahrendt gegen die zentrale und wurde schließlich in einer großen kombinirten Bersammlung golderinnen, Bersilberinnen, Walzer, Packer, Grundirer und Be- Organisation, da jeder der Bundesstaaten ein anderes Vereins eine Kommission, bestehend aus Bäckern, Kellnern, Schlächtern, legerinnen auf, in dieser Versammlung zahlreich zu erscheinen, gesetz habe, welches eine Zentralisation sehr erschwere. Um für Köchen, Hausdienern 2c. gewählt, welche zur Beseitigung dieser und Eure Meinung über diese Forderung offen fund zu thun, Berlin eine große lokale Zentralisation herbeiführen zu können, Mißstände im nächsten Winter energische Schritte unternehmen damit wir einmüthig handeln können. Ebenfalls fordern wir gäbe es noch viel Arbeit. Vor allen Dingen sei nöthig, alle die soll. Die Frage, wie ein regelmäßig wiederkehrender alle diejenigen, die noch im Besitze von Agitationsmarken sind, fleinen Gewerkvereine aufzulösen zu gunsten des Hilfsarbeiter Ruhetag in der Woche zu erstreben sei, gab ebenfalls auf, so bald wie möglich abzurechnen, da sonst ihre Namen be- und Arbeiterinnen- Vereins, damit dieser erst gedeihen könne. permanent Stoff zu Verhandlungen in Versammlungen tannt gemacht werden. Gleichfalls erinnern wir alle im Ver- Der Antrag Läpple, durch Abstimmung über die Einrichtung eines und ist jetzt insofern darin ein Schritt vorwärts goldergewerbe beschäftigten Arbeiter und Arbeiterinnen an ihre ständigen Bureaus und besoldeten Beamten der Gewerkschafts- gethan, als auch die Kellner seitens der Reichskommission Pflicht, sich an den Sammlungen zum Streiffonds rege zu be- Kommission die Zustimmung zu geben, wurde abgelehnt, nach für Arbeiterstatistik in die von derselben zu diesem Zweck vortheiligen. dem mehrere Redner dagegen erklärt hatten, daß dieser Punkt zunehmenden Enqueten mit einbegriffen sind. Die Agitationsnicht zur heutigen Tagesordnung stehe. Kommission hatte die Absicht, eigene Fragebogen auszugeben, diesen Plan aber der Kosten wegen und, daß die seitens der ReichsDie Steinfeger und Berufsgenossen für Berlin tommission ausgegebenen hoffentlich das enthalten, was zur und Umgegend tagten am 22. August. Genoffe Millarg genügenden Recherche nothwendig fei, aufgegeben. Es gelte jetzt hielt einen mit Beifall aufgenommenen Vortrag über: Die überall darauf zu achten, diese Fragebogen korrekt, das heißt wirthschaftlichen Umwälzungen." In der Diskussion sprachen weder schönfärberisch nach übertreibend, auszufüllen. Was die mehrere Redner im Sinne des Referenten. Die vom Ver Organisation der der Kollegen in Den übrigen großen trauensmann verlesene Abrechnung von der Maifeier ergab eine Städten betrifft, so bestehen solche nur noch in Einnahme von 100,30 m. und eine Ausgabe von 63,20 M. Hamburg, Leipzig, Leipzig, Dresden Dresden und Danzig in nennens Wegen seiner Thätigkeit wurde der Vertrauensmann von verwerthem Umfang und ermöglichten, daß Der Gastwirths schiedenen Rednern kritisirt und aufgefordert, bald über den gehilfe", das gemeinsame Organ, zur Zeit eine Auflage von Generalfonds abzurechnen. Sodann gelangte ein Antrag 2500 Gremplaren habe. Von Hamburg aus ist ein Vorschlag zur Annahme, daß alle, die im Besitzfvon Marken sind, innerhalb gemacht worden, Flugblätter in allen größeren Städten zu ver14 Tagen abrechnen müssen, im anderen Fall die Säumigen be- breiten und auch eine größere Agitationstour zu unternehmen, um fannt gemacht werden. Die Mißstände im Steinfeggewerbe geben durch Wort und Schrift zu versuchen, die Kollegen zur Organisation Veranlassung zu einer längeren Debatte, und besonders das Be- heranzuziehen und der modernen Arbeiterbewegung zuzuführen. nehmen des Herrn Dbermeisters geta delt der feinen in Halensee In der Hauptsache wird die Agitationskommission ihre Aufbeschäftigten Arbeitern einen Lohn von 24 Mart giebt, von dem merksamkeit nach wie vor auf das Kommissionär- Unwesen zu diese noch 2,60 Mark für die Fahrt ausgeben müssen. Derselbe richten haben und keinen Schritt unversucht lassen dürfen, damit Redner sprach noch über die nach seinen Ausführungen eigen- derartige Praktiken dem Wucherparagraphen unterstellt werden. artigen Praktiken des Herrn Kuhlbrodt bei städtischen Arbeiten. Der früheren Agitationsfommission tonne der Vorwurf nicht Selbst auf eine schriftliche Darstellung der Sache an den be- erspart bleiben, daß sie lässig gearbeitet habe. Sie sollte ebenfalls Das Vorschreiten der Arbeiterbewegung in Ungarn treffenden Herrn, worin er denselben beim richtigen Namen ihre Kontrolle auf die unter städtischer Bacht befindlichen ist aus dem an den internationalen Kongreß in Zürich erstatteten nannte, habe er bis zur Stunde teine Antwort erhalten. Zum Restaurants der Markthallen und des Rathskellers ausüben, Bericht in hocherfreulicher Weise wahrnehmbar, Es haben da- Schluß forderte Genosse Millarg auf derartiges Material der um der Gewerkschaftskommission Material, das Submissions. nach innerhalb zwei Jahren folgende Fachvereine ihre definitive Gewerkschaftskommission zu übermitteln. Die Bersammlung er- wesen betreffend, zuführen zu können, habe aber dieses Thätigkeit begonnen und zwar in Budapest: Fachverein der flärt sich mit den Beschlüssen der Gewerkschaftskommission in bisher verabsäumt. Die Hauptlast, die Kollegen aufzuklären, Tischler, Schneider, Schuhmacher, Drechsler, Buchbinder und verw. bezug auf die Errichtung eines Bureaus, sowohl als auch mit liege auf den Schultern der Berliner Kollegen, doch müßten auch Gewerbe, Hafner, Posamentirer, Goldarbeiter und Zimmerer. In den Forderungen der Bäcker, betreffend die Einführung der die übrigen Brudervereine zu den Unkosten herangezogen werden Gründung begriffen find daselbst Maler, Anstreicher, Bürsten- Kontrollmarke, einverstanden. binder, Maurer, Rothgerber, Modelltischler, Eisen- und Metallund wäre schon aus diesem Grunde ein in nächster Zeit abzuarbeiter. Preßburg: Tischler, Schuhmacher, Bäcker, Hafner, Schneider, Bauarbeiter; mehrere Ileinere Gewerke find in Grün- und Mädchen Bildungsverein des arbeitenden Kollegen, betreffs Flugblatt und Agitationstour, anzustimmen. In der Wanderversammlung, die der Frauen- baltender Kongreß aller Kellner Deutschlands empfehlenswerth. Kollege önig ersuchte, dem Vorschlage der Hamburger dung begriffen. Arad: Tischler, Schneider, Schuhmacher, Bürsten- Volkes für Berlin und Umgegend am 23. d. M. im Sier wurde die Debatte über diesen Punkt unterbrochen und binder und Faßbinder. Temesvar: Tischler und Schuhmacher, fleinen Saal der Konkordia abhielt, sprach die Genossin Schul vorerst der Versammlung von Kollegen Moriß die be andere Branchen sind in Angriff genommen. Kronstadt: in über die Frauenfrage in der Gewerkschaft. Rednerin behandelte fannten Anträge der Gewerkschafts- Kommission unterbreitet, Gründung begriffen Fachverein der Schneider, Schuhmacher, in einem sehr interessanten Vortrage die Nothwendigkeit der welchen nach längerer Diskussion zugestimmt wurde. Faßbinder. Dedenburg: Schuhmacher, Schneider haben Statuten Organisation der Frauen und Mädchen, welche in der Haus- Debatte über den ersten Punkt wurde alsdann fortgefeßt. Es eingereicht. Fünfkirchen: in Bildung begriffen ein Arbeiter- industrie beschäftigt sind, da gerade diese die Löhne der anderen betheiligten sich noch Gastwirth Herzberg und die Kollegen Bildungsverein, Fachverein der Schneider, Bergarbeiter. Kremnitz: brücken. An der sehr lebhaften Diskussion betheiligten sich Frau Bolter, Thiele, Beiste, ößsch und Grosser daran. in Bildung begriffen ein Volts- Bildungsverein. In Mistolca Leuschner, Frau Wengels und Frau Frohmann im Neue Gesichtspunkte wurden in derselben nicht vorgebracht, find Statuten für einen Arbeiter- Bildungsverein eingereicht. Sinne der Referentin. Im Schlußwort legte Frau Schulz auch keine Beschlüsse gefaßt, da mehr der persönliche Streit über Neusah: in Gründung begriffen Fachverein der Schneider und einiges in der Diskussion Angeregte flar. Genosse Kretschmar die Zugehörigkeit des Gastwirths Herzberg zur Sozialdemokratic Schuhmacher. Außerdem sind von verschiedenen Provinzorten forderte die Frauen auf, die Forderungen der Bäcker zu unter die Debatte beherrschte, als der auf der Tagesordnung stehende Punkt. Anfragen betreffs Gründung von Arbeitervereinen eingelaufen füßen und nur von solchen Bäckermeistern zu kaufen, die die Die Agitationskommission wurde aus den Kollegen Grosse, und zeigt sich in dieser Hinsicht letzter Zeit ein besonders reges Rontrollmarte eingeführt haben. Im Laufe der Versammlung Kraushaar und Bolter neu zusammengesezt und hierauf wurden 10 Mitglieder aufgenommen. Die nächste Versammlung die Versammlung geschlossen. des Vereins findet am 6. September in den Arminhallen statt. Ueber die Beschlüsse des internationalen Tegtilarbeiter Kongresses, der unlängst in 3 ürich tagte, wird mitgetheilt: Als der wichtigste Beschluß muß die Gründung eines internationalen Sekretariats bezeichnet werden. Dieses wird seinen Sig in England haben und mit den Vertrauensleuten der Textilarbeiter aller Länder in Verbindung stehen. Es dürfte wahr scheinlich noch in diesem Jahre seine Thätigkeit beginnen. Im Anschluß daran wurde auf dem Kongreß ein Antrag angenommen, ber den einzelnen nationalen Verbänden die internationalen Unterstützungen bei eintretenden Ausständen zur Pflicht macht. Die Frage der Kontrollmarken für Textilerzeugnisse wurde von feiner Seite als bringend oder wichtig erachtet. Fast alle außer deutschen Delegirten erklärten das Kontrollmarkensystem in der Textilbranche für undurchführbar. Leben. Seeschiffsverkehr in Preußen. Im Jahre 1892 find in preußischen Häfen 49 684 Schiffe eingelaufen, mit 294 899 Der Verein Berliner Hausdiener hielt am 15. d. Mts. Mann Besatzung und 6 229 565 Register- Tons Netto- Raumgehalt eine Mitgliederversammlung ab. Nachdem der Vorsitzende einige ( 1 deutsche Register- Ton 2,771 Stubiffuß). Im Vergleich zum Mittheilungen gemacht, gab er die Sterbefälle in den Monaten Juli Jahre 1891 find das 879 Schiffe und 92 823 Register- Tons und August bekannt. Die Versammlung ehrte das Andenken des weniger und 3307 Mann Besatzung mehr. Von den Fahr Kollegen Both durch Erheben von den Pläßen. Alsdann gab zeugen, die lediglich Handelszwecken dienten, waren 21 752 Kollege Dobrat vom Fesikomitee den Bericht vom ersten Sommer Dampfer mit 4 901 761 Register Tons Gesammt- Tragfähigkeit nachtsball; die Einnahme betrug 159,85 m., die Ausgabe nnd 215 880 Mann Besatzung. Bei den Dampfern mit Ladung 183,35 M. Kollege Kirschst ein hat noch mit 15 Billets ab tamen auf 100 Regifter Tons Raumgehalt 91,64 Register- Tons zurechnen. Hierauf wurde ein Schreiben des Vertrauensmannes Netto- Raumgehalt, bei den Segelschiffen nur 86,29; und je 1 Mann Bejagung tam bei den Dampfern auf 22,71 Register Tons, bei den Segelschiffen schon auf 16,68. Daraus ergiebt sich, daß die Segelschiffe mit den Dampfern auch hinsichtlich der Billig teit des Transports nicht fonfurriren fönnen. Versammlungen. Die Die Riftenmacher nahmen am 26. Auguft in einer öffentliche Versammlung den Bericht der am 20. d. Mts. gewählen Tariffommission entgegen. Wie Kollege Tschernig erklärte, hätte diese alle Puntte des Tarifs reiflich erwogen und in einer Sigung mit den Fabrikanten darüber verhandelt. Ginige von den 28 erschienenen Fabrikanten haben zugegeben, daß ihnen der Streit vor 4 Jahren nichts geschadet habe. Zu bindenden Erflärungen über Lohnerhöhung und Verkürzung der Arbeitszeit war keiner der Herren zu bewegen, doch haben einige von ihnen Kollegen Alboldt verlesen, welches dahin ging, einen Theil des partiellen Streits gerathen, um dadurch eventuell die gröbsten entstandenen Defizits der öffentlichen Versammlungen, das sich Im übrigen verwiesen sie auf den schlechten Geschäftsgang, der Schmuskonkurrenten zu zwingen, den bisherigen Tarif einzuhalten. auf 24 M. belief, zu tragen. Kollege Buyer stellte den Antrag, weitere Zugeständnisse verbiete. 10 M. zu bewilligen. Rollege Runge bemerkte hierzu, daß er nicht etwaige Forderungen in anderer Weise zum Durchbruch zu Somit sei man gezwungen, wisse, ob den Kollegen bekannt sei, wie es in der letzten bringen und für die bessere Geschäftszeit einen größeren Streit öffentlichen Hausdiener- Versammlung zugegangen? Diese Ümstände veranlassen ihn gegen den Antrag zu sprechen. Er wundere porzubereiten. Um demselben den Erfolg zu sichern, sei aber die sich, daß der Vertrauensmann um Bewilligung von Geldern den nisse sind keine guten; vor allem gelte es, einen gehörigen Kampfjezige Organisation nicht start genug und auch die Kaffenverhält Verein angeht. Die Nothwendigkeit, öffentliche Versammlungen fonds zusammen zu bringen. Kollege Puhlmann rieth en Organiſationen feien die Versammlungen aber schlecht einzuberufen, bestreite er gar nicht; burch die Reibungen zwischen in der auf diesen Bericht folgenden Diskussion, dringend vor beiben Organisationen seien die Versammlungen aber schlecht einem Generalstreit ab. Desgleichen Märten 3, der auch zum Eine gutbesuchte Mitgliederversammlung des Zentral: besucht. Die Mitglieder des Verbandes bekämpfen den Verein Anschluß an den Deutschen Holzarbeiter- Verband aufforderte, da Zentralbesucht. verbandes deutscher Maurer 2C., Bahlstelle in den öffentlichen Versammlungen. Wenn diese Kollegen nun eine solch fleine Gewerkschafts- Organisation wie die ihrige von Berlin II. fand am Sonntag, den 20. d. M. statt. Da der glauben, der Verein ist gut zum Geld geben, so habe man sich Referent bei Eröffnung der Versammlung aber noch nicht an dieses wohl zu überlegen. Sei es doch Aufgabe der Leiter einer den Fabrikanten bald erdrückt würde. Auf Unterstügung fei wesend war, wurde der III. Punkt der Tagesordnung„ Gewerk- Arbeiterbewegung, nicht Radau, sondern Harmonie zwischen be- wenig zu rechnen. Torfftecher und Grünau versprechen schaftliches" zuerst erledigt. Sierbei nahm Kollege Gröppler Ge- stehenden Vereinigungen zu schaffen. Als Vertreter des Vereins ich von einem Generalstreit den günstigsten Erfolg. Die Belegenheit, die Mitglieder an ihre Pflichten zu erinnern der Ver- halte er es für nothwendig, dies den Mitgliedern zur Kenntniß bis zu einer am 2. September stattfindenden öffentlichen Verschlußfaffung wurde schließlich nach längerem Für und Wider sammlungsbesuch müsse ein besserer werden, als wie es in legter zu bringen. sammlung vertagt. Kollege Tschernig legte hierauf infolge Beit der Fall war, auch müsse mehr in der Agitation für den Verband geleistet werden. Die meisten Mitglieder glauben aber, Der Verband der Vergolder und Berufsgenossen, persönlicher Kränkungen das Amt als Delegirter zur Gewert mit der Bezahlung ihrer Beiträge auch schon ihre Pflichten voll Filiale Berlin, hielt am 21. Auguft seine Monatsversamm- schaftskommission und als Vertrauensmann nieder. ständig erfüllt zu haben; dies sei nicht richtigj, jedes Mitglied lung ab. Reichstags- Abgeordneter Ro b. Schmidt sprach in Der Fachverein der Stellmacher für Berlin und müsse agitatorisch für den Verband wirken und nicht den Vor- einem Referat über: Zweck und Ziele der Industrieverbände". Imgegend hielt am 24. d. Mt. eine außerordentliche Generalstand oder sonst noch einigen Kollegen dies allein überlassen. Redner schildert ausführlich die Organisationen der Zünfte und versammlung ab. Auf der Tagesordnung stand: Wie stellt sich Nachdem noch einige Fragen erledigt waren, erhielt der Referent, Gefellenverbände und die Gewerkschaftsorganisationen bis heute. der Verein zum Anschluß an den Holzarbeiterverband? Die der inzwischen erschienen war, Genosse Massini, zu seinen Vor- Bespricht dann eingehend den Entwurf der Regierung, betreffend Mehrzahl der Kollegen war der Ansicht, daß es mit Rücksicht trage die englische Arbeiterbewegung" das Wort. Derfelbe besprach die Organisationen der kleinen Handwerker in Fachgenoffen auf die indifferenten Kollegen beffer ist, wenn der Verein vorin anschaulicher Weise die Errungenschaften der englischen Ar- schaften und Handwerkerkammern. Die Beurtheilung über den täufig bestehen bleibt, indem es den besser gestellten Kollegen troßbeiter auf gewerkschaftlichem Gebiete, wie dieselben es verstanden Anschluß an den Holzarbeiterverband überläßt Redner, nachdem dem unbenommen ist, dem Holzarbeiterverband beizutreten. haben, sich Organisationen über das ganze Reich zu schaffen, die er eine eingehende Schilderung des Nutzens großer Organisationen Eine dahingehende Resolution wurde gegen 4 Stimmen anbas kapital als gleichberechtigten Fattor anerkennen und mit gegeben, der Bersammlung, da diese am besten wissen müffe, ob genommen. Bum zweiten Vorsitzenden wurde der Kollege Behrendt denselben rechnen muß, wie dies ja die großen Streits in den es für ihren Beruf von Vortheil ift. Letzten Jahren ganz deutlich gezeigt haben. In Deutschland sei Die Meinung über den Anschluß war in der Diskussion eine gewählt. auf die gewerkschaftliche Organisation von jeher zu wenig Werth getheilte. Während einige Redner dafür sprachen, nahmen die Der Verband der in Holzbearbeitungsfabriken und gelegt. Dies müffe endlich anders werden, dann werden wir Kollegen Klare und Navy dagegen Stellung. Ein Beschluß auf Holzplätzen beschäftigten Arbeiter und Arbei auch eher zum Ziel gelangen. In der Diskussion sprachen die wurde nicht gefaßt, da man der Meinung war, damit noch zu terinnen, Filiale Rixdorf, hielt am 22. Auguft eine Ver ordnung stehe Inserat. bei G. Behrend, Blumenthalftr. 5. Sauermann. bund, Nowames, Wallstraße bei Gärtner. Sängerfette, Rottbuser M 3 bandsversammlung ab. Da der Referent nicht erschienen war, breitet wird. Um wirksam der fortdauernd aus unseren geworden. Der Verluft wird jetzt bereits auf über eine Million mußte man sich mit einer Vorlesung begnügen, an die sich eine nannten Nachbarstaaten drohenden Gefahr entgegenzutreten, ist Franks geschäßt. eingehende Diskussion schloß. Der vom Kollegen Schütz gegebene in Uebereinstimmung mit den Anträgen der im Raiserlichen Ge- Montpellier, 27. Auguft. Während der heutiger Messe in Kaffenbericht weist eine Einnahme von 5,20 M. und eine Aus- sundheitsamte gebildeten Cholerakommiffion eine ständige Kon- der Kirche Sainte- Anne gab eine sechszigjährige Dame vier Hegabe von 16,80 m. auf. Zum zweiten Schriftführer wählte die trolle des Schiffsverkehrs auf den zur Zeit besonders gefährdeten volverschüsse auf den Notar Jean ab. Derfelbe stürzte sofort Versammlung Kollegen Müller. Der Anschluß an den Holz- preußischen und hessischen Rheinstrecken angeordnet und zu diesem todt nieder. Die Mörderin verweigert jede Aufklärung. Als arbeiterverband wurde von sämmtlichen Rednern bekämpft, und 3wecke ein Reichstommissar in der Person des Landraths Gescher Grund der Mordthat wird angenommen, daß der Notar, welcher für die Beibehaltung der jetzigen Organisation eingetreten. zu Wesel, wie im Vorjahre, ernannt worden. Der Cholerafall fich allgemeiner Achtung erfreute, fich geweigert habe, der MörBerliner Hausdiener. Dienstag, den 29. Auguft, Abends 8 Uhr, in den in Donaueschingen hat sich auf Marseille zurückführen lassen. Die derin Geld auszuhändigen, das dieselbe als ihr Eigenthum beArminhallen, Kommandantenstr. 20: Bortrag des Herrn Schriftsteller Albert Berliner Fälle legen nach Art der Beschäftigung und Lebensanspruchte. über: Feuerbestattung vom Standpuntte der Menschenwürde, der Gesund- gewohnheiten der Erkrankten die Annahme nahe, daß Rouen, 26. Auguft. Die Schneidemühle Loisel ist mit sechs heitslehre und der Volkswirthschaft". Nachher Tanz. Verein der Bureauangestellten und verwandten Berufsgenossen. im Zusammenhange mit den schon im Anfange des Monats Häusern niedergebrannt. 3wei Feuerwehrleute wurden schwer Dienstag, den 29. Auguſt cr., Abends 8% Uhr, bei Philipp, Rosenthalerstr. 38: August bei drei Personen polnischer Nationalität vor verwundet. Der Schaden beträgt über 3 Millionen. Mitgliederversammlung. gefommenen Erkrankungen stellenweise eine Infektion der Sanverein Berliner Bildhauer. Heute, Dienstag, Bersammlung. Tages: fchiffbaren Gewässer Marseille, 26. August. An Bord des von Mekka zurückin Berlin stattgefunden hat. Nach kehrenden Transportschiffes Gergovia" starben 20 arabische Achtung, Schneider und Schneiderinnen! Große öffentliche Bersamm- jeder Richtung hin sind weitgehende Schuhmaßregeln ergriffen Pilger an der Cholera. Tung heute, Dienstag, den 29. Aug., Abends 8% Uhr, in der Berliner Refsource, worden, namentlich sind die Fluß- Bade- Anstalten geschlossen und New- York, 28. Auguft. In einer in der 104. Straße ges Kommandantenstraße 57: Berichterstattung von der Züricher internationalen hat eine gründliche Durchsuchung aller zur Beit in Berlin legenen Dampfwäscherei erfolgte eine fürchterliche Explosion. Schneidertonferenz durch Koll. Zimm. Abrechnung vom Streif. Arbeiter- Bildungsschule. Dienstag Abend von 8%-10% Uhr. Süd- liegenden Schiffe stattgefunden; auch ist der bereits im Vorjahre Acht Mädchen und ein Mann erlitten schwere Verlegungen, zwei Schule, Mariendorferstraße 5( bei Grube): Deutsch( mittel.). Südost: ernannte Reichskommissar für das Stromgebiet der Elbe, König- derselben werden kaum mit dem Leben davonkommen. Im Schule, Reichenbergerstraße 133: Gesetzestunde und Deutsch( unt). Ost= Schule, Markusstraße 31: Deutsch( unt.). Nord- Schule, Müllerstraße 179a: liche Ober- Regierungsrath Freiherr von Richthofen, für den ganzen waren in der Wäscherei 25 Mädchen beschäftigt. Rechnen. Korrespondenz und Geschichte( alte). In allen Fächern, mit Aus Bereich der Berlin, Spandau und Potsdam berührenden Wasser- New York, 27. Auguft.( Meldung des Reuter'schen nahme Mathematik und Buchführung, können noch Schüler und Schülerinnen läufe wieder in Thätigkeit getreten. Diese Thatsachen beweisen Bureaus".) Ein von Rockaway nach Beach( Long Island) mit auch jetzt im Laufe des Semesters, eintreten. Lese- und Diskutirklubs. Dienstag.„ Empor", Abends 8% Uhr, von neuem, daß von seiten der betheiligten Behörden alles ge- Ausflüglern zurückkehrender Eisenbahnzug stieß auf einen voranschieht, um der bis an unsere öftlichen und westlichen Grenzen gegangenen ebenfalls start befesten Zug und zertrümmerte dessen Arbeiter- Sängerbund Berlins und Umgegend. Alle Aenderungen im vorgedrungeneu Seuche Halt zu gebieten und überall, wo diese letzte Wagen, wobei 16 Personen getödtet und ungefähr 50 verBereinstalender find zu richten an Friedr. Kortum, Manteuffelstr. 70. Dienstag, auch nur vereinzelt bei uns fich zeigt, sofort energisch entgegen- legt wurden. Abbs. Uhr, hebungsstunde. Aufnahme neuer Mitglieder.-Freundschaft 1, bet Dewald Berliner, Brunnenstr. 114. Olympia, Adalbertstr. 8 bei zutreten. Es darf gehofft werden, daß es gelingt, so das Deutsche Chicago, 27. Auguft. Es wird befürchtet, daß bei dem Schildhorn, Usedomstr. 33 bei Mielte. Allegro, Reich vor einer stärkeren Heimsuchung zu bewahren." Großfeuer in Chicago mehr Menschenleben zu Grunde gegangen Wrangelstr. 141, bei Schmidt.- Alpenglode, Grüner Weg 29, bei Saeger.. Bruder hers, Andreasftr. 26 bei Wilte Ihn'scher Humor, Straußfind, als anfangs angenommen wurde. Bis jetzt sind außer den bergerstraße 3 bei Birt. Unverzagt 2, Moabit, Kronen- Brauerei. Hamburg, 28. August. Die„ Hamburgische Börsenhalle" zwei bereits gemeldeten Todesfällen ein Feuerwehrmann und ein Hoffnung 2, Deutsch- Wilmersdorf, Brandenburgstraße bei Gräz. theilt mit, daß nach Erkundigungen beim Medizinalamt bisher in Diensten der Pullmann- Schlafwagen Gesellschaft stehender Waldtapelle, Reichenbergerstr. 19 bei Roscher. Arbeiter Mai nicht ein einziger Fall von Cholera in Hamburg vorgekommen Portier, sowie ein Junge ihren Brandwunden erlegen. Nach den Damm 74 bet A. Hilfe. Kreuzberg, Lichterfelderstr. 7-8 bei Winter. Rom, 28. Auguft. Bis Sonnabend find in Palermo legten Schäzungen dürfte der Schaden den Betrag von Alte Linde, Reichenbergerstraße 39 bei Fürstenau. Borwärts 19 Cholera- Erkrankungen und 5 Todesfälle gemeldet worden, in 600 000 Dollars nicht übersteigen. Rathenow, Restaurant Sur Erholung bei W. Friesecke. Ginigteit 2 Landsbergerftr. 31 bei Musehold. Gefangverein der Böttcher Stein Cassina ist in den letzten 24 Stunden eine Erkrankung und ein eiche, Jüdenstr. 55 bei Trieschmann. Borwärts 8, Marwig, Todesfall vorgekommen. Neapel, 26. August. In den bei Wilhelm Nölte. Silaria, Frankfurterstr. 30 bet Haberecht. letzten 24 Stunden sind hier 7 Personen an Cholera verstorben. Wiederhall, Röpenickerstr. 191 bet Boge. Johanni, Dftbahnhof 7 bei Schulz. Borwärts 3, Friedrichsfelde, Wilhelmstr. 10 In Cassino ist kein neuer Cholerafall tonstatirt worden. bet Momber.- Gefangverein Rothe Nelte 2, bei Rabe, Ruppiner- und Best, 26. August. Der Budapester Korrespondenz" zufolge ist Schönholzerstraßen Ede.- Schneeglöd chen 1, Rirdorf, Karlsgarten- die Cholera in Ungarn laut amtlichen Berichten bedeutend in Die Redaktion ftellt die Benugung des Sprechsaals, soweit der Raum dafür straße bet Hilpert. Gefangverein Eintracht, Nieder- Schönweide, der Abnahme begriffen. Biebrich, 28. August. Zwischen abzugeben ist, dem Publikum zur Besprechung von Angelegenheiten allgemeinen Mohr'sches Doppelquartett, Friedrichsbergerstr. 19. Gefangverein Frohsinn in Stralau, Gräfl. Retschach'sche Brauerei. Geisenheim und Rüdesheim wurde auf einem Rheinschiff ein Sntereffes zur Verfügung; sie wahrt sich aber gleichzeitig dagegen, mit dem Inhalt desselben identifizirt zu werden. Deutsche Liebertafel, Grüner Weg 29 bei Säger.- Sängergruß, Todesfall an Cholera asiatica amtlich festgestellt; die RheinFriedrichshagen, Blant's Restaurant. Epheu, Aderstr. 123 bei Stümte. bäder wurden geschlossen, die Wafferentnahme verboten. An alle Vorstände Gefangverein Freiheit 1", Bülowstr. 65 bei Richter. Gesangverein ber Orts Rrantentassen Berlins! Echo 2" 9 Uhr Abends uebungsstunde bet Reimann, Alte Schönhauser- Halle a. d. S., 27. Auguft. Die Untersuchung bei dem unter Bezugnehmend auf den Artikel der Nr. 198 vom 24. August Gesangverein erechtigteit Weften, Bülowstr. 56 choleraverdächtigen Umständen erkrankten Steinseher in dem beGesang- und Theaterverein 1893 des Vorwärts" über die Zustände in der Neuen Charitee Acacie"( gemisch. Chor). Beughofftr. 8 bet Behlendorf. Arbeiter- Gesangverein Freiheit 2, Adlers: nachbarten Orte Kröllwitz hat keinen Anhalt für Cholera ergeben. hof, Restaurant Ruble. Freies Lied 1, Friedrichsberg, Friedrich- Kart: Duisburg, 26. Auguft. Die Untersuchung des in Homberg bittet der Vorstand der Orts- Krankenkasse der Maler die VorSchmidt. Lustige Sänger in Potsdam, Brandenburger Kommunt ergab der Rhein- und Ruhrzeitung" zufolge Cholera asiatica. Wacht auf Wörther- und Ryfestraßen- Ecke bet am Rhein am 23. August gestorbenen Schiffsheizers Philippsen stände sämmtlicher Kassen um Stellungnahme in dieser Angelegenheit. Wer die Zustände in diesem Krankenhause fennt, wird die Bernau, im Schüßenhaus. Freie Gloden, Mariannenstraße 31-32 Petersburg, 26. August. Nach dem heute veröffentlichten in dem bezeichneten Artikel beschriebenen eher noch zu gelind gebei Doberstein. Senefelder, Landsbergerstr. 31 bei Seehausen. Cholerabericht sind in Moskau in der Zeit vom 19. bis 22. August schildert bezeichnen. Die Vorstände der Krankenkassen sind doch dazu Bergißmein nicht bei Görike, Schul- u. Grerzierstraßen- Ece.- Doppel 119 Personen an Cholera erkrankt und 67 Personen gestorben. gewählt, die Interessen ihrer Mitglieder zu vertreten, und Zehlendorf, Karlstraße bei Regler." Nordstern", Müllerstr. 7 bei Jm Gouvernement Riem vom 17. bis 19. August 678 Ertran- ist es wohl eine ihrer vornehmsten Pflichten, sich in den Reichard. Männergesangverein" Wach Auf", Pantow, Wollantstr. 115 fungen, 227 Todesfälle, im Gouvernement Orel in derselben Zeit Krankenhäusern selbst nach Behandlung ihrer Kranken zu erkun bei Hermann Sonntag. Männergesangverein„,& ich entra nz", Prenzlau, 820 Erkrankungen, 325 Todesfälle; im Gouvernement Tula vom digen. Dieses wird nun den Vorstandsmitgliedern unmöglich geim Kaifergarten. Schönleinstraße 6 bei Otto Klein. Weddinger Harmonie, Müller- 13. bis 19. August 653 Erfranfungen, 139 Todesfälle; im macht, indem ihnen einfach trotz ihrer Legitimation der Eintritt Jedenfalls will die Direktion nicht, daß die ftraße 7. Gesangverein der Klempner. Stromstr. 28 bei Lange. Gouvernement Kalisch vom 17. bis 19. August 14 Erkrankungen. verwehrt wird. Sund der geselligen Arbeitervereine Berlins und Umgegend. Alle zuschriften, den Bund betreffend, sind zu richten an. Senter, In Petersburg sind in der Zeit vom 13. bis 19. Auguft neun dort herrschenden Zustände in die Deffentlichkeit gebracht Dienstag. Bergmannstraße 21, Hof 3 Tr. Stattlub Kreuz- Solo bei choleraverdächtige Erkrankungen ein Todesfall vorge Loutsenstädtischer Theaterverein Frohsinn bei kommen. Nach dem im Regierungs- Anzeiger" veröffentlichten der Station 26-27 zu machen, Wird doch Jeder, der das Unglück hat, die Bekanntschaft Ratte, Andreasftr. 18. Möhring, Admiralftr. 18c. Tambourverein Deutsche Eiche bei Nieder- Cholera- Bulletin find in Moskau vom 7. bis 10. August als Zuhälter betrachtet, schuh, Fürbringerstraße 7. Vergnügungsverein Amor II bei Bergemann, man| durch mehrfach verschlossene Thüren Prinzen- Allee 10. Mufitverein Hoffnung, bei Dreßler, Eisenbahnstr. 6. ertrantt 119 Personen, gestorben 67; in Kasan vom 25. bis welchen Geselliger Mufidilettanten- Berein Münstermann, bei Wilte, Hoch- 31. Juli erkrankt 230, gestorben 88; in Grodno vom 1. bis on der Außenwelt absperren muß. Wir sehen nicht ftraße 32a. Uebungsstunde und Aufnahme neuer Mitglieder. Theaterverein ein, warum 7. Auguft erkrankt 114, gestorben 34; in Ralisch vom 5. bis unsere Mitglieder in diesem diesem Krankenhause Freundschaft, Abends 9 Uhr beim Anhaltiner, Tempelhofer Ufer. Restaurant Hinz. firaße 42. bei Werner. 1 -O 1 ftraße 11 bei Heinecke. tation 16. Blumenlese, Sebastianstr. 3, bei Meter. Freiheit 3 Quartett Dämmerlicht", Frankfurter Allee 121 bei P. Beyer. Echo 3, Männergesangverein Rottbuser Harmonie", verein Freie Kunst, Blumenstr. 46 bet Went, 8% Uhr. ſei. 139. " und werden. " Sprechlaal. Rauchtlub Elvira, Abends 9 Uhr Friedrichsfelderstr. 24 bei Lehmann. 7. August erkrankt 14, in Kiew in derselben Zeit erkrankt 678,( in anderen ist es nicht der Fall) so behandelt werden müssen. Theater- Gesellschaft 2tberte, Rotibuser Damm 103 bet Meter. Theater gestorben 227; in Mostau in derselben Zeit erkrankt 110, ge- Beit ist es, daß diesen Zuständen endlich mal ein Ende bereitet Gefang-, Turn- und gesellige Vereine.Dienstag. Gefangverein storben 40; in Drel in derselben Beit erfrankt 820, gestorben wird. Der Vorstand der Ortskaffe der Maler ladet, nachdem Anatreon, Abends 9-11 Uhr, bei Reßner, Annenstraße 16.-Musttverein 325 und in Tula vom 1. bis 7. August erkrankt 653, gestorben die sämmtlichen Vorstände Stellung in ihren Sigungen zu dieser Nord 8-11 Uhr, Wriezenerfir. 6, bei Sendte. Butarest, 26. Auguft. Nach amtlicher Mittheilung Sache genommen haben, ein, an einer Versammlung, die der sind in Braila 5, in Sulina 13, in Galah 7, in Cernawoda und Wichtigkeit wegen in furzer Zeit einberufen werden wird, theil Fehesci 13, in Tulcea 1 neuer Cholerafall vorgekommen. Im zu nehmen. Die Vorstände sind es ihren Mitgliedern schuldig, Ganzen sind 27 Personen geftorben, 13 geheilt. 99 befinden sich daß darin endlich Wandel geschaffen wird. Theater- Berein Othello 2 Abends 9 Uhr, bei Zägers, Gartenstr. 13-14. Stockholm, 28. Auguft. Im Auftrage der Ortskaffe der Maler Privat- Theater- Gesellschaft Berliner Humor, Abends 9 Uhr, köpnicker: noch in ärztlicher Behandlung. Max Lindau, Schlesischestr. 44, S. O. Straße 158 bet Buchs. Privattheaterverein Crescendo. Abends, bei Das königliche Kommerz- Kollegium erklärt die helländischen ProNicolay, Elisabethtirchstr. 14. Theaterverein Bultania bei Tager, vinzen Zeeland und Süd- Holland, sowie das Königreich Belgien Straße 144 Borstädtisches Rafino. Theaterverein Freundestreis", für choleraangesteckt. Zurnverein Gesundbrunnen. Die 1. Männer- Abtheilung turnt von 8-10% Uhr in der Zurnhalle des Lessing- Gymnasiums, Pantstraße 9-10. Dienstag und Freitag in der Gemeindeschule, Blumenstr. 63 a. Berliner Turngen offenfchaft. Die 9. Männerabtheilung turnt jeden Gartenstraße 13-14. Theaterverein Bultania 2 Abends 9% Uhr AckerSigung 9 Uhr, Restaurant Razorte, Solmsstr. 1. " Vermischtes. " Depeschen. ( Wolff's Telegraphen- Bureau.) Hamburg, 28. Auguft. Der sozialdemokratische Reichstags. Abgeordnete für den dritten Hamburger Wahlkreis, Megger, wurde heute vom hiesigen Landgericht wegen Beleidigung des Senats und der Bürgerschaft von Hamburg, dem Antrage des Staatsanwalts gemäß, zu einer Gefängnißstrafe von 5 Monaten verurtheilt. Bergnügungsverein micitia, 8% Uhr, bei Schönnagel, Barnimstr. 47. Bergnügungsverein Nordw a cht, Abends 9 Uhr, im Lokale FennbräuRestaurant, Fennstraße Nr. 21. Geselliger Verein Brüderfchaft, im Neft. Deutscher Reichsadler, Beuffelstr. 9. Bergnügungsverein Saturnalia. Abend 9 Uhr, Andreasstr. 3, Gigung. Bergnügungsverein Fidelio, Abends Uhr 9 Sigung mit Damen bet Seifert, DranienGeselliger Berein Abends straße 21. ,, Mehr Licht" 9 Uhr, Todesmärsche. Gumbinnen, 25. Auguft. Der Bolts Touristenklub Große Frankfurterstr. 133 bei Golds. Wanderzeitung" wird von hier telegraphirt: Beim hiesigen FüsilierI ust", Abends 9 Uhr, Franseckistr. und Schönhauser- Allee- Ecke. Gefelliger Arbeiterverein Hoffnung. Bereinslotal( Süddeutscher Brauerei- regiment wurde auf dem Marsche zum Regimentsegerzieren eine Ausschant) Reichenbergerstr. 21. Alle 14 Tage Dienstags, Abends 8 Uhr. Anzahl Soldaten vom Hizschlag betroffen; der Gefreite Kadetti Geselliger Verein Regina Sigung mit Damen Oranienstr. 153 bei Schönwalder. Vergnügungsverein 2una. Sigung bei Haberecht, Große Frant ist bereits gestorben und die Leiche wird nach Berlin, seiner furterstr. 30, Fidelitas.- Männerchor Waldesrausch ed im Restaurant Heimath, gebracht. Aus anderen oftpreußischen Garnisonsorten Nancy, 28. August. Französische Arbeiter hinderten heute Hohenzollern", Seydelstraße. Bergnügungsverein Berolina Abends werden ähnliche Unglücksfälle gemeldet, so wurden beim fünf italienische Arbeiter, Steine aus den Steinbrüchen von 9 Uhr im Restaurant Proz, Annenstr. 9. Die Gendarmerie verhaftete drei von Mufit- Dilettantenverein" Preziosa", Abends 8 Uhr, Uebungsstunde 59. Regiment in Goldap beim Ererzieren, infolge großer Hize, Fayollet herauszuschaffen. in Echeffler's Restaurant, Reinickendorferstr. 25. Aufnahme. Bithertlub gegen 50 Mann unwohl. den Angreifern. " Freiheitstlänge" bei E. Frante, Apostelkirche 7 b. Bitherverein Explosion. Luxemburg, 26. Auguft. Bei der bereits Neapel, 28. Auguft. Eine große Anzahl Droschtentutscher " Einigteit". Abends 9 Uhr bei Gulden, Oranienstr. 36, Uebungsstunde. Orientalischer Rauchklub Spar- und Kreditverein, Abends 9 Uhr, gemeldeten Explosion in der Hesperinger Mühle, welche ver: hat die Arbeit wieder aufgenommen. In der Stadt herrscht Meichen bergerstraße 24, bet Schröder. Rauchtlub Dämmerwolte, muthlich durch Mehlstaub veranlaßt worden ist, wurden die Ruhe. Böchftr. 51. Rauchflub Bruberbund. Abends 9 Uhr, bei Stabernac, Neapel, 28. Auguft. Die Streifenden bedrohten und verBücklerstr. 49.- Rauchtlub Beitgeist, Abends 9 Uhr bei Kaspar, Restaurant Dächer eines ganzen Häuserkomplexes abgehoben. Neun Arbeiter zum Beitgeist, Bernauerstr. 72.- Rauchtlub Unverzagt bei G. Ruppin, wurden verwundet, darunter vier lebensgefährlich. Ein Arbeiter wundeten einige Rutscher; die Fiater erhalten polizeiliche BeBlumenftraße 49. Rauchtlub Portorico, Abends 9 Uhr, bei wird vermißt. Die Feuersbrunst dauerte am Abend noch fort. gleitung. Kohn, Wrangelstraße Nr. 136. Rauchtlub Gemüthlichkeit 2, Der Schaden wird auf 800 000 Frants geschätzt. Abends 9 Uhr bei Achsel, Köpenickerstraße 161. Rauchklub Blaue Luft, Stüßen der Gesellschaft. Dresden, 25. Auguft. Unter Abends 9 Uhr bei Bredlow, Bülowftr. 65. Rauchtlub Abguß, 8% Uhr, bei Schulze, Weberstr. 10. Rauchflub Abguß 1. Abends s¼ Uhr bei der Anschuldigung schwere Sittlichkeitsverbrechen verübt zu haben, Nawrod Markusstraße 23. Rauchklub Grüne Qua ft e", Abends ist dieser Tage ein angesehener Bürger unserer Stadt verhaftet 9 Uhr Münchebergerfir. 29, Restauration Schmeist. Rauchtlub Eldo: rado Abends 8% Uhr bei Gayer, Pallisadenstraße Nr. 66-67. Rauch worden. Es ist dies der Schornsteinfegermeister Anders, der auch flub Tabats blüthe, Sigung, Abends 9 Uhr, Blumenstr. 19.- Rauch im öffentlichen Leben eine Rolle spielte und zahlreiche Ehrentlub Columbus, Abends 8% Uhr, bei A. Utte, Oppelnerstr. 23. ämter bekleidete. Die Sache erregt allgemeines Aufsehen. Hirschberg( Schlesien), 24. Auguft. Mit einer Buchthausstrafe von sieben Jahren und zehnjährigem Ehrverlust wurde unter Ausschluß mildernder Umstände wegen Sittlichkeitsverbrechen der 34jährige Lehrer Paul Otto aus Zobben vor der hiesigen Straffammer belegt. Die Cholera. 1 Briefkaffen der Redaktion. An die Einsender von Manuskripten. Die Redaktion des Vorwärts" fann feinerlei Verantwortung für unbestellte Manuskripte( Aufsäge, Korrespondenzen, Notizen 2c.) übernehmen, und sie kann die Rücksendung zurückgewiesener Manuskripte nicht verbürgen. Keine Redaktion eines größeren Blattes kann eine solche Verpflichtung auf fich laden. Der Borwärts", der als Bentral- Organ der im Kampf mit allen übrigen Parteien stehenden Partei der Armen und Unterdrückten ungewöhnlich zahlreiche ZuDer Reich 3- Anzeiger" schreibt in seiner Ausgabe Christiania, 28. August. Nach dem jetzt vorliegenden offi- fendungen empfängt, würde sein Personal vermehren müssen, vom 28. Auguft: Innerhalb der legten 14 Tage find in verziellen Bericht sind bei dem großen Erdrutsch im Värdal wenn jedes nicht angenommene Manuskript zurückgesandt werden schiedenen Theilen des Reichs einzelne verschleppte Cholera 111 Personen umgekommen und von den Geretteten sind noch sollte. Wer uns eine Arbeit schickt, die er sich für alle Fälle zu fälle vorgekommen. Die Gesammtzahl der seit dem 15. August 3 Personen infolge ihrer Leiden gestorben. erhalten wünscht, wird dieselbe doch wohl einer Abschrift für festgestellten und dem Kaiserlichen Gesundheitsamt gemeldeten Amsterdam, 27. August. Seit gestern find in Rotterdam werth erachten. Fälle beläuft sich auf 11, davon 8 mit tödtlichem Ausgang; feine neuen Cholerafälle vorgekommen. In Hansweert wurden Natürlich reden wir hier nicht von Manuftripten umfang3 haben sich in Berlin, 1 in Donaueschingen( Großherzogthum 2 Cholerafälle konstatirt. reicher Werke, wie Romane für das Feuilleton 2c. Die Redaktion des Borwärts". Baden), 7 im Rheingebiet( 3 in Neuß, je 1 in Duisburg, Hom Paris, 28. August. In der Nähe vom Mont de Marsan berg( Kreis Mörs), St. Goarshausen und Neuwied) ereignet. wüthen seit mehreren Tagen verheerende Waldbrände. Behn Geschwister, Freiburg i. B. Wenden Sie sich mit Ihrer Die am Rhein beobachteten Fälle weisen sämmtlich auf die Gemeinden sind bereits eingeäschert und das Feuer ist noch Angelegenheit an das dortige Parteiblatt Offenburger BoltsNiederlande und Belgien als Quelle der Einschleppung hin immer nicht gelöscht. Der der Er- Kaiserin Eugenie gehörige, freund." und bestätigen die bereits im Jahre 1892 gemachte Erfahrung, unter dem Namen Solferino bekannte Waldkomplex von 2000 J. K., Schleswig. Der Arbeiterturnerfreund" ist von uns daß besonders leicht auf dem Wasserwege die Krankheit ver- Hektaren Umfang ist vollständig ein Raub der Flammen ge- nicht zu beziehen. Blumen und Kränzen. Robert Meyer, ich eine anständige Familie, am 1555b Lindner. Swinemünderstr. 45/46 sehr billige freundliche Wohnungen, Stube u. Küche von 160 M. an. 1650b Empfehle mein Geschäft in frischen Zur Unterbringung meiner 11 Jahre Grauer Papagei ist abhanden ge- Brachtv. Wohnungen zu 48, 50, 55,1 Genosse findet freundliche Schlafft. 3528 L alten Tochter ev. Religion, welche in tommen. Bitte abzugeben Bernauer- 60 Thlr. verm. der Verwalter Hennigs Admiralstraße 20, vorn 1 Tr. 1. bei Berlin die Schule besuchen soll, suche straße 116. 1646b dorferstr. 24. Nr 2. Mariannenstraße Nr. 2. liebsten eine alleinstehende Dame. Wegen Geschäfts- Uebernahme nach NB. Um häufigen Frrthum zu ver- Offerten beliebe man unter A. L. außerhalb verkaufe ich mein Mehlmeiden, bitte ich meine Freunde und m der Expedition d. Bl. mit den und Vorkostgeschäft Weberstr. 26. Genossen, genau auf meine Adresse zu nöthigen Bedingungen zu hinterlegen. achten. Wegen Umzug nach außerhalb zwei Möbl. Schlafft. f. H. Nüdersdorfer- Bettstellen mit Matraßen zu verkaufen ftraße 35, 4 Zr. I., am Rüstrinerplay. Adalbertstr. 51. 16546 Möbl. Schlafft. für Herrn Friedrichstraße 249, 2. Hof I. 2 Tr. bei Born. Drei junge Leute wünschen Schlafstelle, Nähe Rottbuser Thor, zum 1. od. 15756 15. September. Mit Preis abzugeben Brandenburgstr. 20( Zeitungsspedition). Großes Vereinszimmer mit Piano ist noch ein paar Tage in der Woche frei. Farbigmacher verlangt Barnimstraße 2. Lebuferstraße 5. Verantwortlicher Redakteur: Robert Schmidt in Berlin. Druck und Verlag von Max Bading in Berlin SW., Beuthstraße 2. Möbl. Schlafft., fep., für Genossen Markusstr. 27c, 2 Zr. bei Seit. Arbeitsmarkt. 1552b 2. Beilage zum ,, Vorwärts" Berliner Volksblatt. Nr. 202. Arbeiter- Sanitätskommission. erhält. Dienstag, den 29. August 1893. zum dauernden " 10. Jahrg. wohnung von Neumann im Seitenflügel 2 Räume: Kochmaschine Die Plätterin Hirsch hatte der Modiftin Kasper 30 Tage defekt, 1 Kloset von 4 Haushaltungen benutzt. Die Miether be bei der Arbeit geholfen", wofür sie pro Tag 1,75 M., im Wiederum, wie vor Jahresfrist, taucht allerorten in Europa schweren fich über Kopfschmerzen und Rheumatismus. Müll- ganzen also 52,50 m. verlangt. Die wegen Nichtzahlung dieser das Gespenst der Cholera auf. Wiederum werden Befürch- fasten ist überfüllt, Pissoir vernachlässigt. Die Wohnung ist Summe beklagte Modiftin will der Klägerin nur 1 M. für den tungen lant, der unheimliche Gast könne von neuem feinen Aufenthalt unbrauchbar, Tag geben; sie meint, diese sei nicht als Arbeiterin von ihr engagirt, sondern nur zum Helfen" angenommen worden, da Schreckenszug hierher richten und alle Schichten der Gesellschaft böchstens als Lagerraum zu benußen. werden gleichmäßig in Erregung versetzt. Perlebergerstr. 13. Borderhaus 4 Tr. In der Küche ein dieselbe ja eigentlich Plätterin sei. Eine Zeugin, welche die Eben wie wir dies niederschreiben, erfahren wir aus den Bett für zwei Schlafmädchen". Küche 3,50 Meter lang, 2 Meter Arbeitskraft der Klägerin zu kennen vorgiebt, beantwortet eine Beitungen, daß am Nordhafen bereits wieder in breit, 2,15 Meter hoch. Bett besteht aus Strohsack mit Pferde- Frage des Vorsitzenden dahin, daß fie die Forderung der Klägerin einer Schifferfamilie Cholera tonstatirt ist. decke. Unsauber und schlecht gelüftet. für nicht zu hoch gegriffen halte, sie würde von derselben nicht Das ist die nämliche Stelle, auf die wir in früheren Berichten wohner. Kellerwohnung: 2 einfenstrige, dunkle Stuben und urtheilt. Neue Grünst r. 24. 1 Kloset auf dem Hofe für 4 Be- abweichen. Die Beklagte wurde zur Zahlung der 52,50 M. ver mehrfach die Behörden aufmerksam gemacht, weil dort einmal 1 Küche ohne Fenster, sodaß die Lampe auch am Tage brennen weil für Arbeiterinnen dieser Branche 2,50 M. ein angemessener Das Gericht hielt die Forderung für gerechtfertigt, alle Bedürfnißanstalten für die Schifferbevölkerung muß; hier schliefen zwei Personen in der ersten Stube in zwei Tagelohn sei. und Hafenarbeiter fehlen und die gröbsten Verunreinigungen Betten und einem Sopha vier Personen, quer durch diese Räume des Ufers und Wassers unausgesetzt stattfinden, weil außerdem geht das Abflußrohr der Ausgüsse der oberen Wohnungen. Die urtheilt, einer gegen ihn flagenden Arbeiterin 8,80 M., einer Der nichterschienene Schneidermeister Adam wurde ver der Spandauer Schifffahrtskanal die unfiltrirten und undesinfizirten Abgänge ganzer Stadttheile zugeführt Stube ist 2 Meter hoch, 3 Meter breit, 5 Meter lang. Wohnung zweiten 8,50 M. und einer dritten 4,40 mt. rückständigen Lohn unsauber und wegen mangelnder Fenster dem Zugwinde preis zu zahlen. Mit diesen ersten Cholerafällen im Nord gegeben. Der Ballschuhmacher Notschat flagt gegen den Fabrikanten hafen dürfte wahrscheinlich die nämliche Wer drei Gebäuden wohnen 50-60 Haushaltungen mit 200 Per weil die gelieferte Arbeit untauglich sein soll. Die Schuhe find Lehrterstr. 20-22. Eigenthümer Bäcker Treber. In Fürstenheim, welcher ihm 7,20 M. an Lohn einbehalten hat, euchung des Schifffahrtstanals und damit der Spree und Havel eintreten, welche im vorigen fonen. Im dritten Hause( Nr. 22) eine Kellerwohnung 1 Stube zur Stelle, ein gerichtlicher Sachverständiger ist ebenfalls erschienen. Jahre konstatirt worden ist. Und was geschieht, um angesichts Stube und 1 Küche, feucht, unsauber, halbdunkel. In der Derselbe bezeichnet die Streitobjekte als nicht brauchbar. Der ein Bett für zwei Personen. dieser drohenden Gefahr einer epidemischen Ausbreitung der Ofen defekt, Kläger behauptet, die Schuhe seien ihm abgenommen und dann droht auseinander zu Seuche die fast ausschließlich gefährdete Masse, die Armen, die befindet sich eine Filiale des Kaufmanns Becke, außer einem Laden als er einen höheren Affordpreis gefordert habe. Besser, wie fie fallen. In demselben Hause erst nochmal nachgesehen und für sehr schlecht befunden worden, Arbeitslosen, die Hungernden und Obdachlosen zu schützen? 1 einfenftige Stube, halbdunkel, darin schläft 1 Person, im wären, ließen sich die Schuhe für 56 Pfennig das Paar überRorridor steht ein Faß mit Brennspiritus, sodaß leicht Feuers- haupt nicht herstellen. Thatsächlich habe er am Paar nur gefahr entstehen kann. 36 Pfennig, 20 Pfennig müsse er noch für Buthaten bezahlen, zur Fertigstellung eines Paares brauche er infolge des schlechten Materials beinahe drei Stunden. Nach heißem Bemühen des Vorsitzenden Fürst kam ein Vergleich zu stande, der Sachverständige verzichtete auf Gebühren im Interesse des Klägers. Dieser wäre bei einem Urtheil schlechter gefahren, weil er der übernommenen Verpflichtung, nach einem Musterpaar die fraglichen Schuhe gut anzufertigen, augenscheinlich nicht nachgekommen ist. Einer der Arbeitgeber- Beisiger, ein Lederwaarenfabrikant, und der Vorsitzende ermahnten den Kläger, in Zukunft nicht für einen so geringen Lohn zu arbeiten, troß der schlechten Bezahlung müsse er die Arbeit doch wie gewünscht machen. " 2. 2 Treppen bei Roster. 2 Räume( inkl. Rüche) für 7 Bewohner. 3 Betten. Feuchtigkeit der Decke. 3. 1 Treppe bei Großmann. 2 Räume mit 4 Betten. Wohnung fortwährend zum Plätten und Wäschetrocknen benutzt. 4. 2 Treppen bei Labmann. 2 Räume für 3 Bewohner. Fenster schließen schlecht und lassen Regen durch, Fensterkreuze völlig morsch. 5. 2 Treppen. 2 Räume für 8 Bewohner. " Der Reichs- Anzeiger" erläßt Protlamationen an das Publikum, in welchen zur thatkräftigen Unterstüßung der Behörden aufgefordert wird und Berhaltungsmaßregeln gegeben werden; In der Bäckerei, durch Bretter abgeschlagen, Die bürgerlichen Blätter sind mit heißem Bemühen an ein Raum 3 Meter lang, 1,80 Meter breit, 1,75 Meter hoch, der Arbeit, ihren Lesern Tag für Tag vorzuerzählen von den 2/3 unter dem Straßenniveau, wo 2 Personen schlafen. umfassenden Maßnahmen der Regierungen, Behörden, Sanitäts- Lehrterstr. 14/15 77 Bewohner. Auf dem 3. Hofe Kommissionen 2c.", wir hören, und jeder Spießbürger 5 Klosets ohne Spülung, unsauber, nicht desinfizirt, daselbst ein liest es andächtig, daß wir heute der Krankheit Fuhrgeschäft mit offener Mistgrube. Das Grundstück im Ganzen ganz anders gerüstet gegenüberstehen als zuvor." It sehr unsauber, das Piffoir unreinlich, nicht desinfizirt. Dort Dem nun wirklich so? Wir behaupten: Nein! Es finden sich 5 charakteristische Wohnungen im 3. Hof: hat sich so gut wie nichts geändert. Für die besitzenden 1. 2 Treppen bei Krent 9 Bewohner in 2 Räumen( inkl. Klassen mag ja dieses von autoritativer Stelle bereitete Be- Küche) in 4 Betten und 1 Sopha. 3 Fenster. An den Wänden ruhigungs- Pflaster ganz gut wirken, und daher wird es auch läuft das Wasser herab, Fenster schließen schlecht. Abhilfe beim gläubig als wirksam hingenommen, aber für die großen Massen Wirth ohne Erfolg verlangt. Rammer Ill. Sigung vom 24. August. Die Maler des arbeitenden Volkes, dessen Lebenslage sich eher verschlechtert Kühne und Herzberg verlangten, daß ihnen der Malermeister Schinke als gebessert hat, ist die Situation genau dieselbe wie im Vorje 5 M. zable. Sie hätten einen Tag verbummelt, ehe sie einen jahre. Rathschläge sind genug vorhanden, die Wissenschaft neuen Akkord richtig beginnen konnten, und daran sei schuld schreibt genau und ausführlich vor, so sollst Du wohnen, essen, gewesen, daß sie einestheils nicht zur rechten Zeit ihre Rüstung trinken, Deinen Körper reinhalten u. f. w., es fehlt leider nur nach dem Bau geschickt bekommen hätten, andererseits, daß eins: Die Möglichkeit, diese Regeln zu befolgen. Wir wissen Arbeitsmaterial fehlte. Nach eingehender Beweiserhebung über heute, dank der immer fortschreitenden Aufklärung durch die ihre Behauptungen erkannte das Gericht dieselben als richtig an hygienische Wissenschaft, die gerade in bezug auf die Infektionsund verurtheilte den Beklagten zur Zahlung von je 5 M. und Krankheiten heute auf einer früher taum geahnten Höhe steht, Für die Bewohner des 2. und 3. Hofes find im letzteren zur Erstattung von Versäumnißkosten im Betrage von 3,30 und daß es vor allem die allgemeinen hygienischen 5 verschließbare Abtritte mit Tonnen eingerichtet, die Deff- 5,80 M. Der Beklagte that nach der Urtheilsverkündung die Berhältnisse, insbesondere aber die Ernährungs- nungen starren von Roth, die Räume selbst völlig dunkel, Aeußerung: Das ist aber ein falsches Urtheil," worauf er weise ist, die für das Auftreten und die Verbreitung der pestilenzartiger Geruch. Im Hofe zahlreiche Stallungen, die die wegen Beleidigung des Gewerbegerichts in eine Ordnungsstrafe Cholera von größter Bedeutung sind. Wir wissen, daß ein Kreis, Luft mit unerträglichem Geruche erfüllen. von 10 M. genommen wurde. ein Bezirk, eine Stadt, deren Bewohner unter günstigen WohHeidereutergasse 8. 3 Gebäude, Vorderhaus und Der Maurermeister Matthäus wurde verurtheilt, dem Arnungs- und Ernährungsverhältnissen leben, gute Trinkwasser- 2 Seitenflügel, 25 Miether, tm ganzen 90-100 Personen. Für beiter Matscheck 18 M. Lohnentschädigung wegen unrechtmäßiger versorgung und Beseitigung der Abfallstoffe genießen, der Ge- diese 3 Klosets(!) und 1 Pissoir auf dem Hofe, daselbst Mist- Entlassung zu zahlen. Der Gerichtshof konnte feinen Grund zur fahr der Infektion weit weniger ausgesezt sind, als im um grube mit Pferdedung. Ueber dem Pferdestalle eine Woh- sofortigen Entlassung daraus herleiten, daß der Kläger hin und gefehrten Falle; wir wissen, daß selbst, wenn eine anfangs fleine nung bestehend aus einer zweifenstrigen Stube( 4 Meter lang, wieder andere Arbeiten auf furze Zeit verrichtete, als ihm zuEpidemie zum Ausbruch gelangt ist, bei der schnellen, exakten 4,20 Meter breit, 1,75 Meter hoch), darin waren 5 Betten für gewiesen waren. Das sei um so weniger eine beharrliche VerMethode der Diagnostit, die uns jetzt zur Verfügung steht, unter 8 Personen( 2 Erwachsene und 6 Kinder), pro Person ca. 3 Rubit- weigerung der Ausführang von Anweisungen des Poliers gegünstigen Verhältnissen dieselbe im Reime erstickt, die Weiter- meter Luft. Vom Hofe führte eine steile, schmale Holztreppe wesen, als er immer wieder zu den ihm zugewiesenen Arbeiten verbreitung wirksam gehindert werden kann. Und troß aller hinauf. Dieses erbärmliche Loch foftete 240 m. jährliche Miethe. zurückgekehrt sei. Und was die vom Beklagten ausgegangene dieser Fortschritte unserer Erkenntniß müssen wir zu dem für Ebenso unzulänglich war eine zweite daneben befindliche Wohnung. Behauptung des Einverständnisses des Klägers mit der Entunsere heute herrschende göttliche Weltordnung" geradezu be- Der Verwalter läßt nichts repariren. laffung angehe, so sei das kein Ginverständniß, wenn am Nachschämenden Resultate tommen, daß für die Mehrzahl Wilhelmshavenerstr. 16, Quergebäude parterre. Der mittage der Kläger gelegentlich einer Differenz sage:„ Du kannst der Menschen, die Masse der Besiglosen gegenüber der be- Verwalter soll paschaartig auftreten. Der Miether Zimmer, mich ja entlassen!" und am Abend bei der thatsächlichen Entfizzenden Minorität, in unseren Kulturländern so gut dessen Familie aus 9 Köpfen besteht, bewohnte eine Stube und laffung kundgebe, daß er damit nicht einverstanden sei. Letzterer wie nichts geschehen ist, um nur einigermaßen diesem von der Küche. Die Stube feucht, dunkel und vernachlässigt, die Tapete Fall habe vorgelegen. Wissenschaft mit Recht geforderten Idealzustande nahe zu kom hängt von den Wänden herab. Das Wasser lief die Wände men. Die Arbeiter leben schlecht, wohnen schlecht, essen und entlang, der Ausguß zeigte efelhaften Geruch. trinken schlecht und ungenügend. Und darum erachten wir es für unsere Pflicht, die Schäden, die unsere kapitalistische Wirth schaftsordnung mit sich bringt, rückhalilos immer und immer Kammer VIII. Der Fuhrunternehmer Jansa wurde zur wieder aufzudecken, wenn wir damit auch den" Fanatikern der Zahlung von 38 M. an den Kläger Thienelt verurtheilt. Aus Ruhe und des Besizes" unangenehme Dinge sagen. Nicht, daß folgendem Urtheil ist der Sachverhalt, welcher der Klage zu wir uns der Jllusion hingäben, innerhalb der kapitalistischen Grunde lag, zu ersehen: Der Beklagte habe eingewendet, daß er Gesellschaft eine Aenderung herbeiführen zu können. Was wir Müncheberger str. 6, über 2 Meter unter dem Niveau den Kläger nur auf Probe engagirt habe, und zwar mit der wollen, ist vor allem, den Massen immer mehr die Augen öffnen befindliche Kellerwohnung im Hintergebäude, feucht und dunkel. ausdrücklichen Erklärung, daß er nur solange Beschäftigung bei über ihre Rechte, die sie der Gesellschaft gegenüber besigen, über In der Stube dumpfe Luft, hier wohnen und schlafen in ihm hätte, bis fein zu einer militärischen Uebung eingezogener die Ansprüche an ihre Lebenshaltung, die sie an dieselbe zu 3 Betten und einer Kiste 7 Personen, darunter 4 Kinder Vorgänger wiederkomme. Wie die Vernehmung des Letteren erstellen für sich das Recht und für ihre Nachkommen die Pflicht unter 14 Jahren. Die Kammer hat der seit längerer geben habe, sei diesem die Mittheilung von seiner Einberufung haben. Und so fahren wir heut fort, über die Resultate unserer Beit arbeitslose Mann weitervermiethet. Für 8 Familien zur Uebung erst vier Tage nach dem Engagement des Klägers Streifzüge durch die Häuser der gesundesten und schönsten" des Hintergebäudes 3 Hofflosets. zugegangen. Da der Beklagte das Gericht verlassen habe, Stadt der Welt zu berichten. Rigdorf, Bergitr. 123, nasser Keller, die Wände mit nachdem er während er während einer anderen Verhandlung störend Belle Alliance plab 4. Schlafräume der Angestellten Schimmel bedeckt. Die Sachen verderben. Beschwerde bei der und in ungehöriger Weise in das Terminzimmer ge der Baumgart'schen Konditorei, Gemeindebehörde fruchtlos, trozdem der untersuchende Arzt den treten sei und lärmend von seinem Gehen Mittheilung Steller für unbewohnbar erklärt. gemacht hätte, sei er auch den Theilbeweis seiner Einwendungen schuldig geblieben und hätte demnach verurtheilt werden müssen. Dem Kläger wurden außer seinem Anspruch noch 4,50 M. für die gehabte Bersäumniß zugebilligt. a) der Konditorgehilfen. Es stehen 5 Betten( je 2 über einander) in einem von dumpfer Luft erfüllten Raum von 2,70 Meter Höhe, 2,90 Meter Breite, 4,30 Meter Tiefe. Es kommen also auf jeden Gehilfen 6 Rubikmeter Luft; b) der 2 Ladenmädchen. Dieselben schlafen in einem engen, finsteren Raum, ohne Luft und Licht; Grunewaldst r. 110, Pferdebahn- Depot. 3 Klosets auf dem Hofe für 50 Beamte und Stalleute, ein verschloffenes für das Bureaupersonal und die Oberbeamten. Klosets ohne Wasser, dreimal täglich gereinigt, trotzdem unfauber. Die Klosets fönnten leicht Wasserleitung erhalten, da solche auf dem Grundstücke vorhanden ist. Soeben ist die erste Denkschrift der Arbeiter- SanitätsKommission: Berliner Wohnungsverhältnisse, bearbeitet von Adolf Braun, c) der 2 Dienstmädchen. Dicht neben ihrer Schlafstelle wird als 6. und 7. Heft der 3. Serie der Berliner Arbeiter- Bibliothek Wäsche getrocknet, so daß die Luft sehr schlecht ist. In erschienen. Indem wir die Aufmerksamkeit der Parteigenossen scharfem Gegensah dazu stehen die eleganten, auf die Broschüre lenken, theilen wir allen unseren Mitarbeitern Iuftigen Geschäftsräume. ( Kontrolleuren 2c.) mit, daß sie dieselbe bei Dr. Badek, S., Annenstraße 46 unentgeltlich erhalten können. : Maaßen str. 25. Dienstmädchen Schlafräume 1., 2. und 3. Etage. Dieselben bestehen aus dunkeln Hängeböden, 2 Meter breit, 2 Meter lang, 1,50 Meter hoch, also 5 Kubikmeter Raum. Die Fenster gehen nach dem Treppenflur. Aehnliche Räume, die den hygienischen Forderungen ins Gesicht schlagen, finden sich leider in den meisten Häusern Berlins. 2 Kinder. Gerichts- Beitung. Der Maler Zimmermann, welcher vom Malermeister Matthies 42 M. Lohnentschädigung beansprucht, wurde abgewiesen, da dem Meister der Nachweis gelang, daß Kläger 14 Tage vor seiner Entlassung gekündigt wurde. Der Steindruckereibesizer D. Dieße war dem Steindrucker Zimmermann 11 M. seines Lohnes schuldig geblieben, welche dieser einzuflagen versuchte. Der Beklagte behauptete, der Kläger habe durch sein Verschulden an der Handpresse einen Stein zum 3erplatzen gebracht, wofür er die 11 M. einbehalten habe. Der Kläger war der Meinung, daß die Konstruktion der betreffenden Maschine daran die Schuld trage. Die Steine dieser Maschine platten oft, seinem Nachfolger an derselben sei sofort ebenfalls einer zerplagt. Dieser Drucker wurde vernommen und sagte aus, daß es sich schlecht sagen lasse, woran es liege, daß die Steine gerade an der Maschine öfter kaputgingen. Im vorliegenden Falle sei nicht zu ersehen gewesen, wer schuld sei. Der Beklagte wurde verurtheilt, 11 M. dem Kläger zu zahlen; den substanzirten Beweis für die Schuld des Klägers hätte er nicht angetreten. Er war nämlich garnicht erschienen, sondern hatte feinen Geschäftsführer geschickt. Soziale Lebersicht. Roch str. 36. Rellerwohnung im Seitenflügel. Besteht aus Gewerbegericht. Kammer I. Um 1812 M., welche als 1 fleinen Küche und 1 kleinen Stube mit je 1 Fenster. Die Luft Schadenersah beansprucht wurden, handelte es sich in einem in derselben stockig durch Wandfeuchtigkeit. Unmittelbar dabei Prozeß der Konfektionsfirma Joseph gegen den Schneider ein von 20 Personen benutztes Klefet. Am Eingang ein sehr( Hausindustriellen) Falkenstein. Die Klägerin behauptete, der vernachlässigtes Biffoir, 3-4 meter ron der Wohnungsthür; das Beklagte habe 164 Mäntel beziehungsweise den Stoff dazu verfelbe verbreitet sehr üble Gerüche, es ist finster, der Wasserabfluß schnitten, so daß die fertigen Mäntel nicht die richtige Weite mangelhaft. In dieser Wohnung schlafen 8 Personen, darunter hatten. 16 weitere Mäntel derselben Lieferung feien brauchbar gewesen. Der gerichtliche Sachverständige, Obermeister Curt, be= Linienstraße 186, Milchgeschäft. Die Fußböden, gutachtete, daß die Mäntel zum Theil zu eng seien, vornehmlich theils von Holz, theils von Stein. Die Küche stets feucht durch an den Hermeln, daß aber der gelieferte Stoff es nicht ge= Bur Nachahmung empfohlen! Die Tabatarbeiter der die Milchfäffer 2c. Die Wohnung dunkel, feucht, vernachlässigt. stattete, die Mäntel in größerer Breite herauszuschneiden. Seiner Orte Carlshafen, Helmarshausen und Herstelle haben dem„ Ge= Ein Kloset für zirka 27 Personen. In einer dunklen Kammer, Meinung nach seien die Mäntel, da es sich um billige Stücke werkschafter" zufolge an den Reichskanzler eine Petition gegen ohne jede Ventilation, mit schlechter Luft, schläft der Kutscher.handle, zu dem in Aussicht genommenen Preise troßdem in den die fernere Besteuerung des Tabats gerichtet. Sie heben darin In demselben Hause im Vorderhause befindet sich im Verkehr zu bringen. Ein zweiter Sachverständiger, Herr Holt, besonders hervor, daß sie unter der, seit Anfang der 1870er 4 eine Plätterei. Räume mit oder sagt ebenfalls, daß die Mäntel zu eng feien, theilweise etwas Jahre andauernden Beunruhigung der Tabakindustrie durch Be 2 Fenstern, in jedem schläft 1 Person; in den Räumen, sehr. Daß nicht mehr aus dem Stoff, welcher dem Beklagten steuerungsprojekte und namentlich neuerdings durch die Einin denen geplättet wird, schläft das Schlafmädchen" zur Verarbeitung übergeben wurde, herauszuschneiden gewesen führung der Sonntagsruhe, die einen bedeutenden Ausfall im VerDer Fußboden der hinteren Stube ist stellenweise verfault und fei, daß vielmehr derselbe in den Mänteln enthalten ist, giebt er brauche von Tabatfabrikaten im Gefolge gehabt hat, ganz erheb weist große Löcher auf. gleichfalls zu, als der Beklagte darauf hinweist. Das Gerichtlich in ihrem Gewerbe geschädigt worden sind und erheben dringend Wilsnackerstr. 59. 1 Kloset auf dem Hofe für wies die Klägerin ab. Der Beklagte hatte Widerklage erhoben, Ginsprache dagegen, daß sie nun aufs neue vor eine unsichere 7 Miether( 35 Personen), sowie für das Personal der dort 413,50 M. Lohn für die Fertigstellung der 180 Mäntel forderte Zukunft gestellt werden sollen. In der Petition wird ferner fehr befindlichen Brauerei. er gerichtlich ein. Die Klägerin und Widerbeklagte wurde zutreffend hervorgehoben, daß eine Höherbesteuerung des Tabaks Alt Moabit 124.( Eigenth. Bormann u. Voigt.) Rellers zu ihrer Bahlung verurtheilt. zu 8/10 folche Konsumenten treffen würde, die aus der Hand in Keller = Ausgeführt wird ferner, wie durch eine Höherbelastung oes ausländischen Tabats, gleichviel in welcher Form, fast die gesammte Fabritation von seither nur aus ausländischen Tabaken hergestellten 5 Pfg.- 3igarren, die etwa 2/3 der gesammten norddeutschen Bigarren Produktion ausmacht, nach dem für deutsche Tabate weit günstiger gelegenen Süddeutschland gelenkt werden würde, da nach einer abermaligen Steuererhöhung die 5 Pig. Bigarren nur noch unter wesentlicher Zuhilfenahme deutscher Tabake hergestellt werden können. Es würde also durch Höherbelastung des ausländischen Tabaks eine große Zahl der in Norddeutschland arbeitenden Zigarrenarbeiter brotlos werden und voraussichtlich ganze Betriebe eingehen müssen. Dringend zu wünschen ist, daß die gesammten deutschen Tabalarbeiter einmüthig Verwahrung gegen eine nochmalige Belastung des Tabaks durch ähnliche Petitionen einlegen. ben Mund leben, da kaum 2/10 der gesammten Erzeugnisse aus zusammen thätig 274 Lehrer( 26 mehr als im Jahre 1891/92) Gewerbegerichtliches. Im vorigen Jahre bestanden in bem, Tabak von besser fituirten Leuten konsumirt wird. Es wird und 7460 Schüler, darunter 670 Vorschüler von unter 14 Jahren Württemberg Gewerbegerichte in Stuttgart, Cannstatt, oemgegenüber an das öfters von hoher Stelle aus gemachte Ver- und 2044 Besucher der Abendkurse. 6469 Schüler standen im Eßlingen, Heidenheim, Biberach, Göppingen, Ravensburg, Ulm sprechen erinnert, neue Steuern nicht auf die Schultern der Alter von 14-20 Jahren. 4873 waren Bauhandwerker, über und Geislingen. Klagen wurden anhängig gemacht 1480, davon Minderbegüterten abwälzen zu wollen. So lange in den hohen 1700 gehörten anderen Gewerben an, der Rest betrieb fein 160 von Unternehmern, die übrigen 1320 von Arbeitern. Die und höchsten Kreisen ein fast grenzenloser unbesteuerter Lurus Gewerbe. Von den 96 Schulen hatten 11 Schulen gänzlich freien, Widerklagen sind dabei nicht mitgerechnet. Von den Klagen herrscht, so lange die Großbrenner- Industrie jährlich vom Staate 3 für Unbemittelte freien Unterricht, in 62 Schulen schwankt das wurden 408 durch Urtheil, 711 durch Vergleich, 293 durch Zurücknoch eine unberechtigte Prämie von fast 40 Millionen Mark er- Schulgeld zwischen 50 Pf. und 4 M.( auf's Vierteljahr gerechnet), nahme oder auf andere Weise erledigt, so daß 68 als unerledigt hält, so lange irgend ein anderer Ausweg zur Aufbringung der von den übrigen liegen uns keine Angaben vor. auf das neue Jahr übergingen. Den Grund der Klage bildeten erforderlichen Mittel vorhanden ist, soll man die argbedrängte bei den Arbeitern meist rückständiger Lohn, rechtswidrige Ents Zabatindustrie in Ruhe lassen. Mannheim, im August. Unter dem Titel" Moderne lassung und Entschädigung hierfür, Vorenthaltung von Papieren, Sklaverei" schreibt unser Brnderorgan, die in Mannheim er- Art und Weise 2c. des Arbeitszeugnisses. Die Unternehmer scheinenende Volksstimme": flagten am häufigsten auf Entschädigung wegen unberechtigten Im Lagerhaus war die vergangene Woche eine Partie Austritts. Arbeiter 112 Stunden, im Durchschnitt also täglich 182 Stunden Wer will nach Kamerun? Von Nürnberg aus wird beschäftigt, wofür sie durchschnittlich 33 m. verdienten. Am Nürnberg, 4. August 1893. Sonnabend Nachmittag waren sie so abgemattet, daß sie nicht folgendes Birkular versandt: weiter arbeiten konnten und deshalb um 4 Uhr um die„ Er- Bezirks- Kommando, Hauptmeldeamt. Betreff: Kaiserliche Schutzlaubniß" baten, aufhören zu dürfen. Das wurde rundweg ab- truppe für Deutsch- Ostafrika. Zufolge Kriegs- Ministerial- Reffripts geschlagen. Ja einer, Vater von fünf Kindern, dessen Frau zur vom 30. Juli 1893 Nr. 14 100 sollen die Angehörigen des Beit im Wochenbett schwer frank darniederliegt, durfte nicht ein- Sanitätspersonals des Beurlaubtenstandes zur Erklärung aufmal nach Hause. Und die modernen Sklaven arbeiteten ge- gefordert werden, ob fie nicht eine Verwendung in der Kaiserduldig weiter, bis sie einfach vor Müdigkeit kein Glied mehr lichen Schutztruppe für Deutsch- Ostafrika anstreben. Sie erhalten rühren fonnten und um 8 Uhr die Arbeit ohne ober- hiermit den Auftrag, sich auf Gegenwärtigem umgehend zu Das hatte hoheitliche Erlaubniß verließen. zur Folge, äußern, ob sie fragliche Verwendung anstreben, beziehungsweise daß am Montag früh 8 Mann ohne weitere Umstände sich hierzu vormerken lassen wollen; eventuell wäre ein ge= zum Teufel gejagt wurden. Wir fragen: Wo bleibt sondertes diesbezügliches Gesuch baldmöglichst auher einzureichen. Zur rechtlichen Beurtheilung der Akkordarbeit. Das da die Menschlichkeit? Wenn man von solcher Ausbeuterei Nähere Aufschlüsse bezüglich der Avancements- und GehaltsBerliner Gewerbegericht hatte vor einiger Zeit eine für Arbeiter hört, tommt man wahrhaftig zu dem Schlusse, daß es der Aus- Verhältnisse werden in diesseitiger Diensteskanzlei ertheilt. sehr wichtige prinzipielle Entscheidung getroffen, welche man jetzt gebeutete zur Zeit der Sklaverei besser hatte. Denn damals war Der Vorstand. J. V.: Stauber, Hauptmann." Die im Interesse der Unternehmer wieder umzustoßen sucht. Eser Eigenthum des Ausbeuters, und dieser hatte ein Interesse bayerischen Sanitäter werden sich hüten, sie werden keine Lust handelt sich dabei um das eventuelle Anrecht eines daran, daß die menschliche Arbeitsmaschine ihm möglichst lange haben, in den Fiebergründen Ostafrikas elend zu Grunde zu gehen. Attordarbeiters auf Tagelohn. Das Gewerbe- erhalten bleibe. Deshalb sorgte er für genügende Nahrung und Mögen unsere Bourgeoissöhnchen, die an den Kolonialspielereien gericht hatte entschieden, wenn ein für Affordarbeiten an- strengte seinen Sklaven nicht über seine Kräfte an. Denn verfor er Vergnügen finden, sich den Todtenschein in Ostafrika holen. genommener Arbeiter sich nach Fertigstellung einer vereinbarten einen Sklaven, so verlor er in ihm ein hübsches Stück Kapital, Zur Pflege der bildenden Künste bestehen in Preußen Arbeit über die Entlohnung einer neuen Affordarbeit mit dem wie etwa heute, wenn ihm ein Pferd umsteht. Wie anders 4 Kunstakademien( in Berlin, Königsberg i. Pr., Düsseldorf und Unternehmer nicht einigen tönne, so habe er ein Anrecht auf Be- heute bei dem freien Arbeitsvertrag! Da kann es dem Kapi- Kassel), und 2 Kunstschulen( in Berlin und Breslau). An den schäftigung unter Tagelohn bis zum Ablauf der vierzehntägigen taliſten ganz Wurst sein, wenn sich ein Lohnsklave in einem 4 Akademien wirkten im Winter 1891/92 68 Lehrkräfte. Die Kündigungsfrist. Das Gewerbegericht geht dabei augenscheinlich Jahre zu Grunde richtet, sofern er nur in diesem einen Jahre Zahl der voll beschäftigten Studenten und Schüler betrug 445, von der richtigen Anschauung aus, daß Tagelohn möglichst viel leistet. Denn hat derselbe seine Keaft verbraucht, bei dem Verhältniß zwischen Arbeiter und Unternehmer ist er frank und fiech, so wird er auf die Straße gesetzt und die der Hospitanten 55, die Zahl der Unterrichteten zusammen die normale Grundlage bilde und von selbst in Kraft hundert andere warten schon darauf, an seine Stelle zu treten, also 500, wovon 415 aus Preußen waren. trete, sobald über ein besonderes Entlohnungssystem eine Einigung um vielleicht im nächsten Jahre ebenso abgeschoben zu werden Hauptfach die Malerei, 53 die Bildhauerei, 10 die Architektur, 9 die Kupferstecherei erwählt. An den beiden Kunst= nicht zu erzielen gewesen ist, während das gegenseitige Kontrakt und frischen Kräften Platz zu machen. Das ist der Vortheil des schulen waren in derselben Periode 48 Lehrkräfte thätig; die verhältniß noch fortlause. Gegen diese Entscheidung, die den freien Arbeitsvertrages unserer heutigen kapitalistisch- anarchistischen Arbeiter gegen niederträchtige Ausnutzung der Affordkontrakte Wirthschaftsunordnung. Und immer noch nicht tommt das Gros Bahl der Schüler betrug 499, die der Schülerinnen 245. Bon diesen 744 Unterrichts- Theilnehmern gehörten 11 dem einigermaßen schüßt, läuft nun ein findiger Unternehmeranwalt der Arbeiter zu der Einsicht, daß es solcher Ausbeutung selbst Sturm in der konservativen Presse unter Berufung auf den§ 870 ein Ende machen muß durch eine straffe Organisation aller Aus: Baufach an, 47 waren Handwerker, 3 Techniker, 1 Mechaniker, des Allgemeinen Landrechte 3. Es heißt da nämlich, gebeuteten, die sich gar bald von den Kominandirten und Unter- 143 Maler, 62 Beichenlehrer, 39 andere Lehrer, 110 gehörten der auf Akkord angenommene Arbeiter fei zur Uebernahme jeder brückten zu einem Fattor aufschwingen würde, die dem Rapita- graphischen Fächern, 46 verschiedenen plastischen Fächern an und 272 hatten feinen besonderen Beruf. ihm zugewiesenen Affordarbeit verpflichtet. Für diese Arbeit lismus ihre Bedingungen stellt anstatt umgekehrt. Wann endlich habe er, falls eine gütliche Einigung nicht zu erzielen sei, den wird das Brett vom Kopfe der vielen Indifferenten fallen, die eventuel durch Sachverständige zu ermittelnden Lohn zu be- durch ihren unverstand und ihre Gleichgiltigkeit der Besserung anspruchen. Wolle er die Arbeit nicht übernehmen, so habe er ihrer eigenen und der sozialen Lage ihrer Mitarbeiter im Wege ohne Anspruch auf Kündigungsfrist sich zu trollen. Es liegt auf stehen? Wann? Jor Männer der Arbeit, rafft Euch doch endder Hand, daß bei einer solchen Praris der Arbeiter insofern lich auf und erkennt, daß der erste Schritt zur Besserung Guerer dem praktischen" Bedürfniß, d. h. den Interessen der Industrie ungünstiger gestellt sein würde, weil er nicht einen flaren Lage Guer Zusammenschluß gegen Eure Ausbeuter ift. Tretet Rechtsanspruch erheben kann, sondern immer auf die umständ- den Organisationen bei, und bald wird eine derartige schamlichen Eachverständigen Gutachten bei Erhebung seiner Forderung lose Ausnüßung Gurer Kräfte, wie die obige, zu den Unmöglich angewiesen wäre. Man kann gespannt darauf sein, ob es den feiten gehören. Unternehmern gelingen wird, ihrer Auffassung bei dem Gewerbegericht zum Durchbruch zu verhelfen. Es würde dies zur För derung des verderblichen Akkordsystems beitragen. 1889 1892 1889 1892 Krankenkaffenwesen. Nach amtlichen Angaben bestanden im Königreich Sachsen in den Jahren 696 683 Gemeindeversicherung. mit 142 245 145 995 Versicherten 499 544 Ortskrankenkassen mit.. 343 617 399 092 782 789 Betriebs( Fabrik)-Kranken46 taffen mit . 175 369 178 242 50 Jnnungsfrankenkassen mit 7 238 6 684 357 272 freie Hilsskassen mit 182 781 98 798 1 . • ? n n Baukrankenkasse Ende des Jahres 1892 betrug die Gesammtzahl der Verficherten 828 806( wovon 270 444 weibliche) oder 22,8 pCt. der wahrscheinlichen Bevölkerungszahl( 3 630 956). Bei dieser Zusammenstellung sind die Knappschafts- und Postkrankenkassen sowie die dem Geschäftsbereiche des Finanz- und Kriegsministeriums angehörenden Betriebs- und Baukrankenkassen nicht mitgerechnet. Büttenbetriebes wurden in Preußen im Jahre 1892 geAn Produkten des Bergbanes und des Salinen- und fördert: Berg und Salinenbetrieb: Steinkohlen( ungerechnet die für den eigenen Berg: werksbetrieb verbrauchten): von 258 198 Personen Belegschaft 61 494 333 Tonnen( zu 20 Zentnern) im Werthe von 442 935 890 Mart( die Tonne 7,20 Marf). Braunkohlen: Don 30 416 Personen Belegschaft 13 842 299 Tonnen im Werthe von 38 404 113 M.( die Tonne 2,77 9.) 373 hatten zum Der Besuch der Akademien ist seit fünf Jahren in Abnahme begriffen, was wohl in der Erkenntniß seine Ursache hat, daß die materielle Existenz der Ausüber der reinen Kunst in der gegenwärtigen Gesellschaft immer unsicherer wird. Die mehr und des Handels dienenden Kunstschulen werden denn auch fortgesetzt besser besucht, und zwar ist hieran das weibliche Geschlecht stärker betheiligt, als das männliche. Kleinrentner- Klagen. Es trifelt fort an der Börse. Dem Monaten waren die merikanischen Papierchen von 93% auf ich jetzt würdig der mexikanische Krady beigesellt. Schon vor argentinischen, portugiesischen und griechischen Finanzkrach hat 54 pet. gestürzt, und jetzt weiß niemand, ob der völlige Staats am 1. Oftober oder am 1. Januar zu erwarten ist. Da tehrt bankrott, die Nichtbezahlung der Zinsen für die Staatsschulden, ich der bittere Groll der geprellten Kleinrentner natürlich gegen die großen Banthäuser, die die„ Mexikaner" in Deutschland ausgelegt und die Hungrigen nach hohen Zinsen auf den Leim gelockt haben. In der" Post" erhebt einer diesen hineingefallenen Spießer, der sein den Arbeitern ausgepreßtes Geld verloren sieht, ein jämmerliches Gewinsel darüber, daß das Haus Bleichröder, das die merikanische Anleihe in Deutschland auf den Markt gebracht hatte, bei diesem Geschäftchen auf eine Emission im Gesammtbetrage von 122 Millionen nicht weniger als fünfzehn bis zwanzig Millionen mit einem Schlage verdient habe. Jeht thue das Be- fragliche Haus nicht einmal die erforderlichen Schritte, um zu ( die wanderten Millionen überhaupt noch zu retten sei. Zum Schluß wird dann die Hilfe des Staates angerufen. Der Staat solle dafür sorgen, daß der zinslüsterne Kleinrentner fernerhin von ben geriebenen Großfinanziers nicht mehr geschoren werden könne. Alles Geschimpfe auf die Bleichröder und Konsorten wird aber den jammernden" Post"-Philister nicht abhalten, mit ihnen gemeinsam Front zu machen gegen die Sozialdemokratie, die allein den Finanzvampyren beschnittenen wie unbeschnittenen ernstlich an den Kragen will, um aller Ausbeutung ein- für Mineralsalze: von 3902 Personen Belegschaft 674 520 Mineralsalze: von 3902 Personen Belegschaft 674 520 Tonnen im Werthe von 7 661 642 M.( die Tonne 11,36 M.). Erze: von 71 112 Personen Belegschaft 5 711 084 Tonnen im Werthe von 81 790 289 M.( die Tonne 14,32 M.). Hüttenbetrieb: Roheisen: von 19 599 Personen( mittlerer täglicher) legschaft 3 439 080 Tonnen im Werthe von 170 062 203 M. Tonne 49,45 M.). ermitteln, wieviel denn eigentlich von den nach Meriko ge 3int: von 9599 Personen Belegschaft 139 724 Tonnen im Gewerbliche Schulen bestanden in der Verwaltungs- Werthe von 54 973 148.( die Tonne 393,44 M.). periode 1892/93 im Großherzogthum Hessen 96 in Blei: von 2576 Personen Belegschaft 87 982 Tonnen im 77 Orten. Darunter befanden fich 78 Sonntags- Beichenschulen Werthe von 18 429 477.( die Tonne 209,47 M.). für Handwerker, wovon 49 ohne Abendunterricht, 9 erweiterte Kupfer: von 3293 Personen Belegschaft 21 558 Tonnen im Handwerkerschulen, ferner die Landes- Baugewerkschule in Darm- Werthe von 21 534 889 M.( die Tonne 998,88 M.). stadt, verbunden mit kunstgewerblichem Zeichenunterricht, 2 Kunst- Silber: 301 374 Kilogramm im Werthe von 35 145 658 M. gewerbeschulen in Mainz und Offenbach, verbunden mit Damen-( 1 Kilogramm 1/1000 Tonne: 116,61 M.). tursen, 1 Fachschule für Elfenbeinschnigerei und verwandte Gold: 115,82 Kilogramm im Werthe von 324 266 M.( 1 Rilo- allemal ein Ende zu machen. Gewerbe in Erbach im Odenwald. An diesen Anstalten waren gramm 2799,74 M.). In der Hitze stille man den Durst mit COCO 47948* ( Marke: Neptun der Deutschen Coco- Gesellschaft, Dresden.) COCO Neptun ist ein sofort lösliches Pulver aus Süßholzertraft und Quellsalzen in Verbindung mit verschiedenen aromatischen Effenzen, und zwar: Anis, Citrone, Orange, Pfeffermünz, Absynth, Rumi, Kirschkern. Jedes Wasser, auch weniger gutes, abgestandenes oder abgekochtes wird durch COCO- Neptun sofort zu einer wohlschmeckenden, nachhaltig durststillenden Erfrischung für ungefähr Pfennig das Liter, COCO Neptun ist in der Hite allen geistigen Getränken vorzuziehen. In erhiztem Zustande genossenes geistiges Getränk wirkt betäubend und löscht den Durst nicht. In Familien, auf Reisen, in Arbeitssälen, Fabriken, bei Fußtouren, Turn- und Militärübungen, Feldarbeiten u. s. w. wird bei großer Hike durch geistiges Getränk das Durstgefühl nur gesteigert. In allen diesen Fällen dient COCO- Neptun in ganz einzig dastehender Weise zum Löschen des Durstes. COCO- Neptun ist in den Droguen- und Colonialwaaren- Handlungen in Blechdosen zu 10 25 50 125 Pig. hinreichend für 8 20 40 100 Liter zu haben. Hauptniederlage für Berlin: Handelsgesellschaft Noris, Zahn& Co. Bersandt nach Orten, wo sich noch keine Niederlage befindet, gegen Einsendung von Mt. 1.- in Briefmarken. Soeben erschien: Lassalle- Festnummer des ,, Volksblatt für Teltow etc." mit dem Porträt Ferdinand Lassalle's. Preis 10 Pf. Wiederverkäufer hohen Rabatt. Die Expedition des ,, Volksblatt für Teltow 2c." BERLIN SW., Beuthstr. 2. Wagner Metzner's Korbwaaren- Fabrik, Roh- Tabak A. Goldschmidt, 4485L am hiesigen Plaze wie bekannt grösste Auswahl! Garantie für sicheren Brand. Streng reelle Bedienung, billigste Preise! Sämmtliche im Handel befindl. Rohtabate sind am Lager. A. Goldschmidt, Oranienburgerstr.2. 5 2 efund Albrecht's Brot für Bäckerei, 50 Pfennig liefert Wrangel- Strasse 8 Langestr. 26, Falkensteinstr. 28 Reisebureau 46992 von Theodor Reiner& Comp., Platz vor dem Neuen Thore 3, im Kinderwagen, bücher gratis. Theilzahlung neuerbauten Eckhause, ertheilt kostenBerlin, Andreasstr. 23, Hof part., vis- à- vis d. Andreasplah. freie Auskunft den Reisenden nach größtes Lager Berlins. Muster- Amerika, Asien, Afrika und Australien. gestattet. 500 Mark zahle ich Jedem, der mir nachweist, daß ich nicht das größte Kinderwagen- Lager Berlins habe. Uhren u. Goldwaaren Georg Wan Sophastoff- Reste Oranienstr. 63, I. In bester Ausführung zu den billigsten Preisen. Silb. Cylinder- Remontoir 12,75 M. in Rips, Damant, Crêpe, Fantasie, Massiv gold. Trauringe, 1 Dukaten 10,50 M., 1 Duk. 15,50 M., 2 Duk. 20 M. in Rips, Damant, Crêpe, Fantasie, 1%, Gobelin, Plüsch und bunten Genossen! Restauration, gut gehend, Laufgegend, Umstände halber sofort verfäuflich. Näheres C. Nietsch, OranienStraße 109. * Morquets spottbillig! Proben franko! Berlin S., Emil Lefèvre, Oranienstraße * 13983 ВЕНГІЙ THECH R.HECHT BERLIN F. Metzner. Stempelfabrik 8 von 8 R. Hecht BERLIN S. Oranienstr. 55 liefert schnell und billig alle Arten Stempel. billigste Bezugsquelle für Wiederverkaufer. Extra- Offerte bei Entnahme von 5 Litern Nordhäuser, echt Ltr. 50 Pf. Liqueure, Rum, Cognac 90 " " Großdestillation 4592L 63 Andreas- Strasse 63. WF NW., Jagowstraße 12, Seitenflügel II. I. Wegen Abreise eines Genossen nach außerhalb eine freundl. Wohnung zum Dr. Hoesch, homöopath. Arzt, Linienstr. 149. 8-10, 5-7, Sonnt. 8-10. Swinemünderstr. 73 sind per 1./10. 1603b tl. u. hell. Wohn. u. Lagerr. bill. z. vm. Verantwortlicher Redakteur: Robert Schmidt in Berlin. Druck und Verlag von Mag Bading in Berlin SW., Beuthstraße 2. 158. 1. Oktober zu vermiethen( 2 Stuben u. Küche für 255 M., bis 1. April event. billiger.) 1432b