Ur. 178. nbonnetnentS'Bedlngunsen: Lbonnemcnts- Preis pränumerando: «icrtcljährl. 330®!t., monatl. 1,10 SEt, MöchaUIich 28 Psg. frei ins Haus. Einzelne Nummer S Pfg. Sonntags. Eingetragen in die Post-Zeitunas- Preisliste. Unter Kreuzband für Deutschland und Oesterreich- Ungarn 2 Mark, für das übrige Ausland 8 Marl pro Monat. PostabonnemcntS nehmen an: Belgien. Dänemark Holland. Italien. Luxemburg, Portugal, Kumäiiicn, Schweden und die Schweiz, Ä8. Jahrg. VI« TntertlonS'Gebaip Itirägl für die fechSgespaltene Kolonef- geile oder deren Rauin 00 Psg.. für politische und gewerlschastliche PereiuS. und Versannnlungs-Auzeigen 80 Psg. „Kleine Anreigen", das scttgedructie Wort 2i> Psg.(zulässig 2 fettgedruckte Worte), jedes weitere Wort 10 Psg. Stellengesuche und Schlasstcllcnan- zeigen das erste Wort 10 Psg.. jede? weitere Wort 6 Pfg. Worte über 15 Buch- ltabe» zählen für zwei Worte. Inserate niüssen bis it die nächste Nummer Uhr nachmittags in der Expedition «tgcgebeu werde». Die Expedition ijt bis 7 Uhr abends geöffnet. CiWKint Wich außer tüontags. Berliner Volksblnkl. Zcntralorgan der fozialdemokratifcbcn partd Deutfcblande. Tclegranlm. Adresse: .SoilaliKmokrat RcrUH1*. Redaktion: SRI. 68, Linden Strasse 69* Kernsprecher: Amt IT, Nr. 1983. Expedition: SM. 68, Lindcnstrassc 69. Fernsprecher: Amt IT, Nr. 1984. Stcuerfragci). L L So wird denn die Steigerung der Steuern zu einer inter- nationalen lErscheinung, und die Steuerkämpfe erfüllen mit ihrem Lärm die innere Politik aller Staaten. Die starke Steigerung der Steuern in einer Periode der Verteuerung der gesamten Lebenshaltung geht zugleich einher mit dem wachsenden Widerstand der sich immer enger zusammen- schließenden Unternehmerorganisationen gegen den gewerk- schaftlichen Kampf, dem wichtigsten und erfolgreichsten Mittel zur Verbesserung der Lebenshaltung der arbeitenden Klassen. Es ist eine Situation, in der die Erbitterung der Massen stetig steigen muß, wenn sie sehen, daß gleichzeitig mit einer ganzen Reihe von Ursachen, die ihren Ausssieg bedrohen, auch noch die Politik der Kapitalistenklasse rasch steigende Ansprüche an den Staat stellt, für deren Kosten die arbeitenden Massen auf- kommen sollen. So rücken die Steuerfragen in den Mittel- Punkt des Interesses der Massen. Dazu treten in Deutschland noch andere Momente. Die wahnwitzige Finanzwirtschast des Reiches stellt an die Steuer- kraft Anforderungen, die allein den Besitzlosen aufzuerlegen selbst einem Teil der Besitzenden bedenklich erscheint, um so bedenklicher, weil, dank der Aufklärungsarbeit der Sozial- demokratie und ihrer wachsenden Macht, der Widerstand gegen neue indirekte Steuern immer heftiger wird, immer weitere Kreise des Volkes auch über die organisierte Arbeiterschaft hinaus erfaßt hat. Das Dogma, daß Reichssteuern indirekte Steuern sein müssen, ist so ins Wanken gekommen; immer mehr wird den Besitzenden klar, daß die indirekte Steuerlast, wenn überhaupt, nur unter größtem Widerstand und unter politisch einschneidenden Folgen zu erhöhen ist, daß sie wenig- stens versuchen müssen, direkte Steuern gleichsam als Vor- spann für die indirekten zu benützen, eine gerechtere Ver- teilung wenigstens vorzuspiegeln, um die Erbitterung gegen die Politik nicht allzu groß werden zu lassen. S Dazu kommt der wachsende Einfluß der Sozialdemokratie auch in den Landtagen und Kommunen mit ihren mannig- fachen und komplizierten Steuersystemen, die die Vertreter der Arbeiter künftig vor detaillierte Gpezialprobleme stellen, die eine vertiefte Steuertheorie verlangen. So wird die Steuerfrage für das Proletariat nicht nur immer wichtiger, sondern auch immer komplizierter. Die be- stehenden Steuern bilden ein verwickeltes System, und es genügt häufig nicht, den Steuerforderungen der Herrschenden allein mit der Forderung der Einkommensteuer zu begegnen. Häufig bleibt nach Ablehnung dieser Forderung durch die Herrsckfenden noch übrig, die Entscheidung zwischen anderen Steuerkategorien zu fällen. Die bürgerliche Finanzwissenschaft läßt uns hier aber völlig im Stich. Nicht nur weil sie bürgerlich ist, sondern auch, weil sie wissenschaftlich versagt. Nicht nur daß sie das bürgcr- liche Klasseninteresse, das sich bei ihr unter einer eigentümlich staatlichen Ideologie verbürgt, in ihren Resultaten vertritt, sondern sie führt die wissenschaftliche Analyse der Steuer- Probleme überhaupt nicht bis zu einem befriedigenden Ende. lind dies aus guten Gründen. In letzter Linie handelt es sich bei den Steuerfragen um drei Reihen von Problemen: 1. aus welchen Teilen des jährlichen Einkommens soll die Steuer erhoben werden: 2. im Zusammenhang mit der ersten Frage, wie wirkt dieser gewaltsame Abzug aus die Gestaltung der Volkswirtschaft zurück; 3. erfüllt die Steuer ihre Absicht oder werden durch selbsttätige, vom Gesetzgeber ungewollte Verkehrsvorgänge diese Absichten vereitelt. Zur Beant- Wartung dieser Fragen gehört aber nationalökonomische Ana- lyse: die genaue Kenntnis der einzelnen Bestandteile, in die das jährliche Einkomnicn zerfällt, also die Analyse der Vertei- lung derRevenuen inArbeitslohn und Profit und dieSpaltung des Gesamtprofits in Grundrente, Zins und Unternehmer- gewinn, ferner die Kenntnis des jährlichen Reprodicktions- Prozesses, der Vorgänge, die zu erneuter Produktion des Ein- kommens führen; drittens schließlich die genaue Kenntnis der Preisgesetze. Denn die Steuer bedeutet zunächst eine Ver- Minderung irgendwelchen Einkommens. Nun streben aber in der kapitalistischen Gesellschaft die Profite zur Gleichheit. Einseitige Besteuerungen müssen so zu einer Aenderung in der Verteilung von Kapital, damit von Nachfrage und An- gebot und zu Preisändcrungen führen, die unter Umständen ganz andere Wirkungen haben können, als sie der Gesetzgeber beabsichtigt hatte. Da nun der bürgerlichen Finanzwissenschaft die wissen- Ae über die Natur der indirekten Steuern schuf, war um so schaftliche Grundlage einer erakten Nationalökonomie ab- wichtiger als gerade das Zentrum mit seinem starken Anhang banden gekommen, so gründet sie sich immer mehr auf Ethik. arbeitender Schichten in diesem Punkt von Anfang an das � Statt die ökonomischen Wirkungen der Steuern aus die ____• x____ rr- x.*~«.»«S mt+ nv» Snv.»l-:i tn rr 31» iti-rf prlllrflPtT i'Vpf rrvfiprf flO htf5 � Im System des Marxismus fehlt der Abschnitt über B e st e u e r u n g, der in den Systemen der großen bürger- lichen Oekonomen eine wichtige Rolle spielt. In der ursprüng» lichen Absicht von Marx hat das kaum gelegen.„Ich be- trachte," heißt es im Vorwort zur Kritik der politischen Oeko- nomie,„das System der bürgerlichen Oekonomie in dieser Reihenfolge: Kapital, Grundeigentum, Lohn» arbeit, Staat, auswärtiger Handel, Welt» markt. Wrter den drei ersten Rubriken untersuche ich die ökonomisch�' Lebensbedingungen der drei großen Klassen; der Zusammenhang der drei anderen Rubriken spingt in die Augen." Es ist wahrscheinlich, daß in dieser ursprünglichen Disposition die Behandlung der Steuerprobleme in dem Ab- schnitt„Staat" erfolgt wäre. Doch diese Disposition ist nie ausgeführt worden, und im System des„Kapital" war für die Steuerfrage kein Raum. Denn die Untersuchung über die Wirkung der Steuern erfordert eine Analyse der Markt- erscheinungey, wie sie sich aus den Konkurrenzverhältnissen und deren Gestaltung in allen Einzelheiten ergeben. Gerade die Betrachtung der Konkurrenzerscheinungen fiel aber außer- halb des Rahmens des„Kapital", das die allgemeinen Be- wegungsgesetze der kapitalistischen EntWickelung, das der Kon- kurrenz zugrunde liegende Gesetz aufdeckt. So blieb die Steuerfrage ausgeschaltet. Nirgends aber tritt der Klassencharakter der Politik, der ökonomische Charakter politischer Machtkämpfe unmittelbarer und klarer zutage als in den Kämpfen um die Verteilung der Steuerlast. So war es kein Zufall, sondern es lag in der Natur der Dinge, daß L a s s a l l e, als er das deutsche Prole- tariat zum Klassenbewußtsein erweckte, den Klassencharakter des Staates vor allem auch an der Art der Steuerverteilung aufzeigte, indem er zugleich der Arbeiterklasse die Stellung zuwies, die sie in diesen Kämpfen cinnchmen mußte. Mit der Sicherheit, die ihn auszeichnete, griff Lassalle den politisch springenden Punkt heraus und gab ihm zugleich die agi- tatarisch wirksamste, weil dem allgemeinen Verständnis zu- gänglichste Form. Indem er die indirekten Steuern als das Mittel nachwies, die Staatsausgaben auf die Schultern der Unbemittelten abzuladen, indem er ihre Wir- kung aufzeigte, die Belastung in um so stärkerem Verhältnis zu steigern, je geringer das Einkommen, machte er den arbei- tenden Massen mit einem Schlage das klar, worauf es für sie in allererster Linie ankommt: die Konfiskation eines Teiles ihres Arbeitseinkommens, ihres Lohnes, durch den Staat zu verhindern. Und so schlagend hat Lassalle diese Volksfeind- liche Wirkung der indirekten(Verbrauchs-) Steuern nach- gewiesen, daß seine Schrift„Diein direkten Steuern und die Lage der arbeitenden Klassen", die auch heute noch wie übrigens auch die übrigen glänzenden Schriften Lassalles von jedem Arbeiter gründlich studiert werden sollten, auch von der bürgerlichen Wissenschaft als unwiderlegbar anerkannt wurde. Erklärt doch z. B. Adolf Wagner die sachlichen Behauptungen Lassalles für größten- teils unanfechtbar. Wenn die bürgerliche Finanzwissenschaft trotzdem für indirekte Steuern eintritt, weil angeblich anders die Staatsbedürfnisse nicht befriedigt werden können, so offen- bart sie damit eben nur, daß sie das bürgerliche Interesse über die eigene wissenschaftliche Einsicht st e l l t. Lassalles Ausführungen mußten dem deutschen Prole- tariat uni so mehr als völlig ausreickzend scheinen, als seit der Reichsgründung von den herrschenden Klassen das verruchte Dogma proklamiert und stets danach gehandelt wurde, daß dem Reiche nur indirekte Steuern zustehen sollten. Das war die offene Proklamation fast völliger Steuerfreiheit der be- sitzenden Klassen im Reiche. Ter Kampf gegen die indirekten Steuern wurde so der Hauptinhalt der sozialdemokratischen Steuerpolitik. Ter bürgerlichen Forderung stellte sie die Forderung einer progressiven Reichseinkommensteuer cnt- gegen, die durch eine Vermögens- und Erbschaftssteuer er- ganzt werden sollte. Gerade in diesen Kämpfen bewährte sich die Sozialdemokratie als die rücksichtsloseste Verfechterin der der arbeitenden Massen. Und die Aufklärung, die nackte Besitzerinteresse vertreten und unter der Vorschützung hinfälliger staatsrechtlicher Bedenken direkte ReichSsteuern bekämpft hat.. Jedoch so bedeutsam die Slckirift Lassalles über die m Preisgestaltung zu untersuchen, dekretiert sie die Zulässigkeit oder Unzulässigkeit dieser oder jener Steuern nach den obersten Prinzipien der Steuergerechtigkeit. Darunter versteht sie die gleichmäßige Heranziehung aller Staatsbürger zu den direkten Steuern auch ist, so zwingend ihre Ausführungen � Staatsabgaben. Da aber in dieser schl-chten Welt über die zllm allergrößten Teile auch heute noch sind, so macht sich doch Steuerverteilung nicht die„Gerechtigkeit", sondern die Po- das Bedürfnis zum Ausbau und zur Vertiefung der sozial-! litische Macht entscheidet, beruhigt sie als Befurworterin des demokratischen Steuertheorie geltend. Die Steuerfragen Bestehenden ihr schlechtes Gewissen mit ihrcin zweiten Grnnd- treten überall in immer stärkerem Maße in den Mittelpunkt. satz, mit dem bequemen Grundsatz der„finanziellen der inneren Politik. Der Imperialismus steigert die Aus- iAusreichendhei t", welch schönes Wort besagen soll, gaben des Staats in wahnwitzigem Maße. Tie Schutzzoll- � daß eben die Staatsausgaben unter allen Umstanden gedeckt Politik vermehrt die Kosten der Lebenshaltung, erhöht die werden müssen. Verwirft pe so nach dem Grundsatz der Ge- Aufgaben des Staates für sein immer mehr anwachsendes rechtigkeit die indirekten(Verbrauchs-) Steuerii, namentlich Beamtenheer, verteuert in Verbindung Wik der Kartellierung die Steuern auf die notwendigen Lebensmittel, so rechtfertigt und Vertrustung die Anfchasfungskosten aller Staatsbedürf- 1 sie diese dann hinterher nach dem zweiten Grundsatz damit. 'daß sie in bequemer Welje soviel einbringen, daß der Staat, soll heißen die herrschenden Klassen, nicht auf sie ver- z i ch t e n können, soll heißen w 0 l l e ii. Es ist ohne weiteres verständlich, daß eine solche„Finanz- Wirtschaft" auch gar nicht zu einem wirklich rationellen, wissen- schaftlich aufgebauten Steuersystem kommen kann. Ihre Steuereinteilung richtet sich nach durckjaus äußerlichen Merk- malen der Steuererhebung, statt nach der Steuerwirkung. Schon die Einteilung in direkte und indirekte Steuern bleibt an sich ungenügend. Praktisch hat das nicht soviel zu sagen gehabt, namentlich solange die indirekten Steuern wesentlich Verbrauchsabgaben auf Lebensmittel waren, die direkten das Einkommen der Besitzenden trafen. Theoretisch aber ist diese Einteilung keineswegs ausreichend. Wenn, wie in Sachsen, bereits Einkommen von 400 Mk. an besteuert werden, so tröstet es den Aermsten wenig, daß er das erhebende Bewußt- sein hat, daß der Steuerraub an seinem ganz unzureichenden Lohn hier auf direkte Weise— durch die Einkommensteuer— vollzogen wird. Diese direkte Steuer wird ihm viel unerträg- licher erscheinen als eine indirekte Steuer auf Austern oder Champagner, womit übrigens diese Steuern, gegen die andere Gründe sprechen, auch keineswegs als ideale empfohlen sein sollen. In der Einteilung der direkten Steuern selbst herrscht erst recht voller Wirrwarr. Als direkte Ertragssteuern werden so ganz verschieden wirkende Steuern, wie die Grundsteuer, die die Grundrente, die Erwerbssteuer, die den industriellen Profit, die Kapitalrentensteuer, die das Zinserträgnis aus dem„mobilen" Kapital, also aus Geldrenten und Aktienbesitz, und schließlich die Arbeitssteuern, die den Lohn treffen sollen, auf einen Haufen geworfen. Und doch ist es klar, daß eine Besteuerung der Grundrente in ganz anderem Maße möglich ist als— innerhalb kapitalistischer Verhältnisse— eine Be- steuerung des industriellen Profits, aus dem die Neuanlage, die Akkunmlation und die Erweiterung der Produktion zy be- streiten ist. Wieder ganz anders zu beurteilen sind die Lohn- steuern, und doch werden sie alle als Ertragssteuern ganz äußerlich in eine Gruppe zusammengefaßt. Ebenso rechnet man die Erbschaftssteuer, also die von Zeit zu Zeit erhobene Vermögenssteuer, zu den Verkehrssteuern und wirft sie zu- sammen mit grundverschiedenen anderen Steuern, wie über» Haupt in dieser Gruppe alles Mögliche von ganz verschiedener Wirkung zusammengeworfen wird: die Quittungssteuer und der Scheckstempcl ebenso wie die Börsensteuer und die Wert- zuwachssteuer auf Grund und Boden. ver politische ihannvurit. Herr Erzberger feuert abermals eine Breitseite, einen Seit« artikel in der.Germania" gegen den.Vorwärts" ab. Aber eS zeigt sich, datz seine alten Kanonen gänzlich demoliert sind, denn von irgend einer Entgegnung auf unsere Feststellungen ist diesmal vollends nicht mehr die Rede. Alles, was der Gezüchtigte noch zu stammeln vermag, ist ein schmerzliche« Stöhnen über die.HauS- kncchtSmanieren des Vorwärts". Es hat Herrn Erzberger offenbar schwer gclränkt, daß wir ungeachtet seines wüsten SchinipfenS so derb zugegriffen und ihn mit seinen Klopsfechtcreien und Fälschungen so kräftig auf den Sand gesetzt haben. Nun, mit diesen HanSknechtSmaiiiercn wird Herr Erzberger noch öfter gleich unangenehme Bekanntschaft machen, sobald er sich wieder ähnliche Unehrlichkeiten und Flegeleien erlaubt. Heute wollen wir ihn nicht so kräftig anfasien, denn diesmal produziert sich der Universal-Zählkandidat des Zentrums lediglich als Harlekin, als lustige Person. Er tischt seinen Lesern die alten Ladenhüter über die Ablehnung der Börsensteuer durch die Sozial- demokratie auf und setzt darauf den furchtbaren Trumpf, daß er während der Wahlbewegung„immer wieder" mit diesen ollen Kamellen kommen werde. Wir wollen Herrn Mathias Erzberger in diesem Ver- gnügen beileibe nicht stören. Sollte er sich dabei zu dem anti- semiiische» Schwindel versteigen, datz die Sozialdemokratie der Börse, dem mobilen Kapital zuliebe so gestimint habe, so werden wir ihm„nach HauSknechtSmanier" einige besondere Liebenswürdig- feiten avplizieren. Die Masse der Wähler aber hat erfahrungSgemätz für die Auffassung der Sozialdemokratie, datz nur dann neue Steuer» zu bewilligen sind, wenn sie nicht wieder vom Militär- und Marine- moloch aufgefressen werden, sondern entweder zur Herabsetzung der indirekten Steuern oder aber zur Lösung von Kulturaufgabcii dienen, vollstes Verständnis. Und sie wird es diesmal um so mehr haben, wenn wir ihr Herrn Erzbcrgers Schrift aus dem Jahre 1000 zitieren, nach der die Besitzenden durch besondere Zuschlags- steuern auf die großen Verniögen und die grotzen Einkommen für die kolonialen Lasten herangezogen werden sollen! Wenn wir gleichzeitig den Wählermassen zeigen, wie das Zentrum früher über das marinistische Wettrüsten und die Kolonial« Politik gedacht und im Parlament und in der Presse geurteilt hat, und wenn wir ihnen insbesondere Herrn ErzbergerS vernichtendes Urteil über den geradezu den internationalen Frieden gefährdenden Charakter unseres Kolonialbesitzes zu Gemiite führen, so werden die Anckdötchen und sonstigen Lügenbeuteleien der Erzbcrger-Prcsse kläglich verpuffen! Die von der Sozialdemokratie aufgeklärte Wählerniasse ist eben nicht so leicht zu düpieren, wie die Leserschaft der„Germania" und der„Märkischen Volkszeitung". Denn natürlich unterschlägt Herr Erzberger diesen Lesern auch wieder von A bis Z unser amüsantes Erzbergcr-Zitat vom Jahre 1006. Man kann ihm das schließlich nicht einmal allzu hart ankreiden, denn eine Wiedergabe jener Stellen würde ja trotz aller EiertSnzereien Herrn Erzderger auch den Lesern der„IPennania" als eine Person erscheinen lassen, die unmög- lich ernst genommen werdon kann. Man kann es also verstehen, daß Herr Erzberger sich nicht selbst als politischen Hanswurst abkonterfeien wollte. Aber beim Wahlkampfe bekommen die Wähler nicht nur das m die Hand, was der Erz- berger. vom Jahre 1911 an Verleumdung der Sozialdemokratie und Eigenlob zusammenfabuliert, sondern auch seine früheren Er« güsse. Und dann ist Herr Erzberger, dann ist das Zentrum„drunter durch' J Immerhin, nach all den ängstlichen Kneifereien und feigen Untersckilagungen des Herrn Erzberger verdient auch eine Probe feines Mutes hervorgehoben zu werden. Herr Erzberger wagt nämlich in seinem heurigen Artikel zu erzählen, daß der eigentliche Kriegshetzer bei dem Marokkorummel die Sozialdemokratie sei. Kein Mensch senke an eine Kriegsgefahr, die nur in der überhitzten Phantasie der Sozialdemokratie bestehe. Die Sozialdemokratie schildere das deutsche Volk dem Ausland als eine Herde von Bar- baren und schüre dergestalt das Mißtrauen und den Haß gegen Deutschland. Und das redet Herr Erzberger der Sozialdemokratie nach, die gar nicht müde wird, täglich zu betonen, daß das deutsche Volk absolut friedliebend ist und daß die ganze chauvinistische Hetze nur das Werk kleiner Cliquen und Jnteressentengruppen sei I In der Tat, es gehört sehr viel Mut dazu, der Sozialdema kratie solche Dinge nachzureden. Nicht nur der Mut b e i s p i e l- loser Un Wahrhaftigkeit, sondern auch der Mit einer aus- bttndigenNarrheit, der längst jedes Gefühl für unfreiwillige Komik abhanden gekommen ist. Die lilaroWtoaffäre. Tie Kunst, mit vielen Worte» nichts zu sage», verstehen unsere offiziöse» Zeitungsleute ausgezeichnet. So läßt sich die„Kölnische Zeitung" aus Berlin melden: „Der Vortrag, den der Reichskanzler von Bethmann Hollweg unter Hinzuziehung des Staatssekretars von Kiderlen-Waechter dem Kaiser iä Swinemünde gehalten hat und der den Verlaus der Marokkofrage zum Gegenstande hatte, hat volle Ileberein- stimmung in den Auffassungen des Kaisers und des Reichskanz lers ergeben. Da der Kaiser stets atjf dem Laufenden gehalten wurde und da daS Programm der Verhandlungen mit Frankreich schon seit geraumer Zeit mit Genehmigung des Kaisers in seinen großen Zügen festgelegt war, ist dieser Ausgang der Besprechun gen eigentlich selbstverständlich. Es ergibt sich daraus auch, daß neue Beschlüsse nicht gefaßt worden sind. Die Verhandlungen zwischen dem Staatssekretär von Kiderlen-Waechter und dem Botschafter Cambon werden also fortgesetzt werden. Nachrichten über den anoeblich unmittelbar oder in allernächster Zeit zu er- wartenden Abschluß eilen den Ereignissen voraus. Soloeit ist man noch nicht vorgeschritten und damit erledigt sich auch die Behauptung, daß der Reichskanzler dem Kaiser in Swinemünde ein die wesentlichen Punkte regelndes Abkommen über ein zwischen Frankreich und Deutschland erzieltes Einverständnis habe borlegen können. Eingehende Angaben französischer Blätter über Einzelhelten der Verhandlungen beruhen auf gewagten Kombinationen." So, nun weiß das deutsche Volk ganz genau, was die deutsch- Regierung mit ihrem Eingreifen in die Marokkoaffäre will und wie die Verhandlungen mit Fvankreich stehen. An der Uebereinstimmung Wilhelms ll. mit Kiderlen-Wacch- tcr hat kein Mensch gezweifelt, denn da der Kaiser seine„Hand- longer" jederzeit ohne Kündigung entlassen kann, werden diese sich hüten, etwas gegen den Willen ihres Herrn zu unternehmen. Das deutsche Volt ist ja bei der Ernennung von Staatssekretären oder Ministern vollständig ausgeschaltet und hat nicht das geringste Recht, die Herren wegen ihrer Amtsführung zur Verantwortung zu ziehin. Unsere auswärtige Politik wird daher ganz absolutistisch gemacht, wobei der Absolutismus selbstverständlich von den ver- schiedenartigsten kapitalistischen Einflüssen getrieben wird. Daher kommt es, daß man das Volk auch in der Marokkoaffäre mit leeren Worten abspeist. Bei der aufgeklärten Arbeiterschaft hat man da- mit freilich kein Glück; die hat bewiesen, daß sie in internationalen Fragen ihre eigene Meinung hat. Unsere Kolonialfexe werden jetzt auch ungemütlich. Das von Herrn Kiderlen-Waechter beabsichtigte Kompensationsgeschäft gefällt ihnen nicht. Besonders ungehalten ist man in kolonialen Kreisen über eine eventuelle Ab- tretung Togos an Frankreich. So schreibt die der Deutschen Ko- lonialgesellschaft nahestehende„Deutsche Kolonialzei- 1 u n g": „Wir glauben wohl, daß es unserm Nachbarlande passen könnte, sein nordwestafrikanisches Militärreich von 25 Millionen Einwohnern durch ein Land abzurunden, das von uns auf das beste zivilisiert und entwickelt worden ist. Dafür sollen wir dann ein Gebiet erhalten, das zum größten Teil noch auf Jahrzehnte hinaus an Ausbeu- t u ng S ge s e l lschaf t e n überlassen wurde, Wirt- s cha ftlich stagniert, finanziell Not leidet, keine Eisenbahnen besitzt und ungezählte Millio- nen bedürfen würde, um den Keim zu einer g e- dfrihlichen EntWickelung zu legen und in dem Frankreich soeben eine schwere Niederlage nach der anderen durch die streitbaren Sultane des No r de n S erlitten hat. Tie Deutsche Kolonialgesellschaft muß mit Entschiedenheit gegen einen solchen Handel Widerspruch erheben, ganz allgemein aber gegen jede Abtretung deutschen Gebietes. Der moralische Eindruck einer solchen würde für jeden Freund unserer Kolonien ein beschämender und schmachvoller sein." ES ist ein Schauspiel für Götter, zu sehen, wie die geniale imperialistische Politik des Herrn Kiderlen-Waechter die besten und gctreuesten Anhänger des deutschen Imperialismus in den Harnisch bringt. Uns kann dieser häusliche Krieg nur recht sein. liefern unS doch die Herren in ihren Auseinandersetzungen sehr wertvolles Material zur Beurteilung der Kompensationsfragc. In anderen Aeußerungcn aus Kolonialkreisen kommt die brennende Sehnsucht nach einem Teile Marokkos zum Ausdruck. D»? ist nicht weiter überraschend und verwunderlich. Da aber diese kolonialen Kreise jetzt laut werden und sehr einflußreiche Fürsprecher an höchster Stelle haben, ist gar nicht ausgeschlossen, daß unsere Marokkofchacherer die Kompensationsfrage fallen lassen und trotz des Widerspruchs Englands Anspruch auf einen Teil Ma- rokkos erheben. Bei der Direktionslosigkeit der Politik Kidcrlen- WaechterS sind neue Ucberraschungen durchaus nicht ausgeschlossen. Stimmuugsmachc. Köln, 1. August. Ter Epezialberichterstatter der„Kölnischen Zeitung" meldet aus Aga dir vom 31. Juli: In Agadir sind zurzeit noch vier Deutsche und zwei Spanier. Ter Kreuzer„Ber- lin" ist heute nach Teneriffa zum Kohlen abgefahren, er wird inzwischen hier durch den„Eber" ersetzt. Dank der Anwesenheit der deutscheu Kriegsschiffs herrscht im ganzen Gebiet von Magador bis zum äußersten Süden größte Ruhe. Selbst in Tarudant(Haupt- stadt des Sus-GebieteS) sind einige aus Marrakesch kommend« Deutsche gut aufgenommen worden. Dieser Tage haben di« Scheichs aus dem gefürchteteo Bergstamm der Utanan den Kom. mtuldgnlen der„Berlin' besucht und ihm erklärt, daß überall Ge-. migtuimg über die Anwesenheit des Kriegsschiffes herrsche. Die Utanan luden den Kommandanten und die Offiziere ein, in ihr Gebiet zu kommen. Komneandaut Loehlein empfahl ihnen, stets für die Erhaltung der Ruhe des Landes zu wirken. Unabhängige Berber oder Araber, die sich nach der Fremd Herrschaft der„rumi" sehnen! So etwas kann es nur in dem Kopfe eines marokkotollen alldeutschen Zeitungsmenschen geben. Will man etwa mit solchen Meldungen eine neue Wendung des Marokkohandels einleiten und tatsächlich das Sus-Gebiet mit Be- schlag belegen?_ Politische deberlicht. Berlin, den 1. August 1911. Ein Kolonialpatriot erster Güte. Wo alle guten Prozent- und Profitpatrioten jetzt nach Annektion des heiligen Landes Ens schreien, da darf natürlich auch Generalleutnant z. D. E. b. Liebert, Mitglied des Reichs tages und Generalstabschef des Reichsmärchenverbandes, nicht fehlen. Es wäre doch allzu blamabel, wenn er als ehemaliger Kolonialgouverneur und Generalpächter urechter deutscher Gesinnung sich an patriotischer Rührigkeit und Schreierei von den Kapazitäten des Alldeutschen Verbandes, besonders von dessen Vorsitzenden, Rechtsanwalt Heinrich Claß, dem Ver- fasser der kuriosen Broschüre„W e st» M a r o k k o d e u t s ch", übertreffen ließe. So hat denn Herr E. v. Liebert zur Feder gegriffen und für die„Post" einen schönen Artikel geschrieben, in dem er jegliche Kompensationen außerhalb Marokkos verwirft, selbst wenn diese Kompensationen in der Auslieferung des ganzen französischen Kongogebietes an Deutschland bestehen sollten. Sein Heißhunger verlangt nach West-Marokko, doch hat er auch nichts dagegen, wenn die Franzosen noch einen ansehnlichen Fetzen in Nord-Marokko an Deutschland abtreten: Die offiziösen Stimmen," schreibt er,„mehren sich, die da verkünden, daß die vom Deutschen Reiche geltend gemachten An sprüche auf«inen Teil von Marokko keine Anerkennung finden, sondern durch„Kompensationen anderswo" ausgeglichen werden sollen. Als Vorschlag von französischer Seite klingt dies sehr berechtigt und glaubhaft. Daß dieser Vorschlag aber von deutscher Seite Annahme findet, klingt nicht Bismarckisch, sondern leider stark nach der Aera Bülow-Schoen, die wir für immer über wunden zu haben glaubten. „Wär' der Gedank' nicht so verflucht gescheut, Man wär' versucht, ihn herzlich dumm zu nennen!' hätte man dem Pariser Unterhändler sofort erwidern müssen, als er seinen Abfindungsplan aus der Tasche zog. Was sollen dem deutschen Volk Kompensationen! Auch Tropengebiete sind an sich wertvoll, aber wir haben deren ein reich geschüttelt Maß und sindnoch starkander Arbeit, den eigenen Besitz daran zu verdauen und zu verarbeiten. Ob die Kolonie Kamerun 500 900 oder 000 000 Quadratkilometer an Umfang zählt, wird unserem Volte keine Aufregung bereiten Dazu sind wir jetzt zu nüchtern und praktisch geworden. Wir nützen die Tropenkolonien nach Möglichkeit aus, wir schassen dort Werte in steigendem Maße, aber Lebensbedingungen und Zukunftsforderung«» unseres Volkes sind dort nur schwer zu befriedigen. Wir haben dort eine ernst« Lehrzeit hinter uns, wir wissen ganz genau, was die Tropen uns bieten, aber gerade nach de» gemachten Erfahrungen strebe» vir jetzt anderen Zielen zu. Die nationale Presse hat seit dem 1. Juli in allen Tonarten die deutschen Forderungen dargelegt. Sie lauten: Neu- land, d. h. Siedelungsgebiet in gemäßigter oder subtropischer Zone. Baumwolland, eisenerzreiches Land, Gebiete zum ybsatz der beut- scheu Jndustrieerzeugniff«, endlich die Beseitigung der„schwarzen G e f a h r", die unS offenkundig von der Besitzergreifung Nord- und Weswfrikas durch die Franzosen droht(f. Mangin„Li force noire"). Alle diese Forderungen sind nicht am Kongo, nicht unter dem Acquator, sondern allein durch ein wirtschaftliches und politi- sches Eingreifen in Ptarokio zu erfüllen. Mögen die Diplomaten gegenwärtig sich vertragen, und»rag die deutsche Politik sich anderswo" abfinden lassen, der einmal durch die realen Verhält- nisse bedingte Konflikt der beiden Nationen ist dadurch nicht aus der Welt geschafft, und an Stelle eines„ewigen' Vertrages erhalten wir ein klägliches Provisorium." In seinem Eifer, ein möglichst großes Stück von Marokko für seinen Kolonialheißhunger zu erlangen, merkt Herr E. v. Liebert gar nicht, wie sehr er durch sein Geschreibsel den Wert des heutigen deutschen Kolonialbesitzes in Afrika her- absetzt. Während diese Kolonien sonst als höchst wertvolle Besitzungen gepriesen werden, gesteht Herr v. Liebert, der doch einst Gouverneur von Deutsch-Ostafrika war. also dieses Land wohl einigermaßen kennen muß, daß wir vorläufig noch genügend daran zu tun haben, diesen Besitz zu verdauen und daß dort die Lebens- bedingungen„unseres Volkes"(muß heißen: des deutschen prositlüsternen Großkapitalismus) nur schwer zu befriedigen sind. Deshalb verlangt Herr V. Liebert Neuland. das sich kapitalistisch vorteilhafter ausbeuten läßt und zwar möglichst viel. Zugleich soll den Franzosen verboten werden, sich eine schwarze Kolonialtruppe für ihre Besitzungen zu chaffen. Eigentlich»och viel zu bescheiden: denn wenn man schon beim Fordern ist, kommt es doch für einen echten Pa- trioten auf eine Handvoll mehr oder weniger gar nicht an. Warum fordert Herr v. Liebert nicht auch gleich, daß die Frau- zosen ihre sämtlichen Kriegsschiffe an Teutschland ausliefern sollen. Damit würde er selbst seilten großen politischen Schrei-Rivalen Heinrich Elaß schlagen. Hirsch-Dunckersche Halbheit. Der gentralrat der Deutstben Gewerkvereine nahm am 27. Juli einstimmig folgende Erklärung an: „Der Zentralrat der Deutschen Gewerkvereine richtet an die Regierungen von Deutschland. Frankreich und England und an die Regierungen der diesen Ländern ver- bllndeten Völker die dringende Aufforderung, in peinlichster Ge« wissenhoftigkeit bemüht zu bleiben, die wegen Marokko zwischen Deutschland und Frankreich entstandenen Differenzen in friedlicher und für die beteiligten Völker ehrenvoller Weise zu schlichten, wie eS möglich war im Streite zwischen Frankreich und Spanien. Der Zentralrat ist überzeugt, daß die organisierten Arbeiter aller in dieser Erklärung genannten Kulturvölker den Frieden wollen und eS nicht billigen würden, wenn Marokkos halber ein Appell an die Waffen und damit ein blutiges Vernichten un- gezählter, blühender Menschenleben erfolgte. Der Zentralrat, als die Vertretung der in den Deutschen Gewerkvereinen organisierten uationalgesinnten Arbeiter, spricht im Namen oller semer Mit- glieder. wenn er die deutsche Regierung bittet, sich nicht b«» «influssen zu lassen von einer Presse, die krieg s- lustigeJntereffenten vertritt. Das deuffche Volk brachte Opfer über Opfer für die Erhaltung des Friedens und will, daß es in seiner Kulturentwickelung nicht gestört wird durch blutige Auseinandersetzungen mit anderen Völkern. Deutschland darf es als seinen glänzendsten Ruhm ansehen, daß es seit vierzig Jahren den Frieden erfolgreich zu wahren wußte. Es ist der dringendste Wunsch des Zentralrats, daß dieser Ruhm bestehen bleibt zur Ehre unseres Volkes." Wenn die Hirsch-Dunckerschen emstlich den Völkerfrieden wollen. sollten sie vor allen Dingen auch dem militaristischen und marinist i- scheu Rüsten sowie der konfliklschwangeren Kolonialpolitik energisch und konsequent entgegentreten. Denn wer Panzerschiffe bauen und Kolonien erwerben hilft, wird natürlich nicht ernst genommen, wenn er nachher beteuert, das Floitenrüsten und die Weltpolitik dürfe uns ja niemals zu einem Konflilt führen. Für die kapitalistische Welt- Politik gibt es eben keine ethischen Sentiments— für sie gilt nur das Recht des Stärkeren. Immerhin beweist der Umstand, daß der sehr schwerfällige und bureaukratische Generalrat der Hirsch-Dunckerschen sich zu einer solchen Erklärung gezwungen sah, wie groß die Erbitterung der Arbeitermassen gegen die Konfliktschürer ist! Kricgs-Heldentaten. Vor einiger Zeit hat ein gewisser Paul ErHardt in Rostock seine„Kricgserinncmngen an die Jahre 1370/71' als Buch erscheinen lasten, zur Glorifikation des Krieges überhaupt und des deutschen Hurrapatriotismus im besonderen. Wider Willen aber liefert er dem Antimilitarismus beachtenswertes Material. So berichtet er zum Beispiel, daß den Deutschen bei dem Gefecht zu Dreux der Be- (cheid wurde,„keine Gefangene zu machen, sondern alles, was vor das Rohr käme, totzuschießen. Der mordspatriotische ErHardt sucht diesen barbarischen Befehl damit zu entschuldigen, die deutsche KriegSleitung habe geglaubt, die ihnen gegenüberstehenden Franzosen feien keine regulären Truppen, sondern Franktireurs. Dieser Glaube scheint aber die Befehlshaber auf deutscher Seite mit bemerkenswerter Hart- näckigkeit verfolgt zu haben, denn Paul ErHardt berichtet, daß auch am 1. Dezember(Schlacht bei Loigny) den deutschen Soldaten „Mut zugesprochen' wurde gegen die ihnen gegenüberstehenden an- geblichen'„Franktireurbanden", die in Wahrheil reguläre Soldaten Frankreichs waren? Wie sich bei den deutschen Soldaten die so tziel gepriesene Manneszucht bewährte, dafür bringt Paul ErHardt in seiner Harm- lofigkeit verschiedene Belege bei. Auch er war bei Loigiih in französische Gefangenschaft geraten und erzählt nun, wie einem seiner deutschen Mitgefangenen bei der Revision„24 Paar Glace- Handschuhe, die er seiner Braut mitnehmen wollte', abgenommen wurden. ErHardt berichtet weiter, daß in der Festung an der spanischen Grenze, wohin die gefangenen Deutschen gebracht waren, drei deutsche Soldaten in den Stall eines Franzosen ein- brachen und Wein und Schinken stahlen und anderen Wein auslaufen ließen. Diese Spitzbüberei veranlaßte die Franzosen, eine Revision bei den gefangenen Deutschen vorzu- nehmen. Aber des Festungskommandanten Töchterlein Rosine, di: eine Liebschaft hatte mit einem der deuffchen Gefangenen, verriet das und erbot sich,„wenn einer oder der andere noch ein„An- denken'! habe oder eine Uhr mit einem französischen Namen", das alle? bis nach Beendigung der Revision in Wer- Währung zu nehmen. Und sie hat, wie ErHardt berichtet, gar viele a k e t e zur Aufbewahrung bekommen l Wie aber trotz der vor- herigen Beiseiteschaffung der„Andenken" ein deutscher Heldenjüngling als Spitzbube entlarvt wurde, erzählt ErHardt ebenfalls ganz bieder. Diesem in die französische Gefangenschast geratenen deutschen Soldaten wurden bei jener Revision aus seinem Rock elf Tausend- frankscheine herausgeholt, die er dort eingenäht hatte.„Treu deutsch' entrüster sich Paul Ehrhardt nicht etwa über das Ber- brechen seines deutschen Kameraden, sondern über desien Dumm» heit, sich abfasse n zu lassen l ErHardt schreibt nämlich:„ S« ein Teepott, so ein Schafskopf; hätte er Rosine das Paket in Verwahrung gegeben— wie die andern Kameraden— dann hätte er sich nachher davon eine schöne Bauernstelle kaufen können.'— Von dem gestohlenen Gelde! l Au? dentfch-nattonalem Drang hat Paul ErHardt sein Buch ge- schrieben. Er ahnt nicht, wie er dem A b s ch e n vor dem Hurra- Patriotismus gute Nahrung bietet. Ein gemütvoller Vorgesetzter. Das Oberkriegsgericht des Kgl. Gouvernements hatte sich in seiner letzten Sitzung mit der Affäre des Stabsarztes Dr. Kirsch- l-aum zu beschäftigen. Die Anklage lautete auf vorschriftswidrige Behandlung und fortgesetzte Beleidigung eines Untergebenen sowie auf Mißhandlung und Bedrohung mit dem Verbrechen des Totschlags. Der Angeklagte, der auf der Kaiftr-Wilhelm- Akademie tätig ist, hatte vor einiger Zeit den Musketier Treiß als Burschen zuerteilt bekommen. Er behauptete. T. habe ihn oft bc- logen und sich schlecht geführt, während dem Musketier von anderer Seit« diebestenZeugnisseausgestelltwerden. Treiß ist von dem Vorgesetzten oft in der gröblichsten Weise beschimpft worden und mit Vorliebe wandte der Angeklagte die schmeichelhafte Bezeichnung„Rindvieh" dem Untergebenen gegenüber an. Eines Iiachmittags mußte der Musketier vor den Spiegel hintreten und der Stabsarzt rief ihm zu, so sehe ein Schafskopf auS. Ein anderes Mal hatte der Bursckie schlechten Salat eingekauft. Infolgedessen kani es zwischen dem Angeklagten und dem T. zu einem Rcnkontcr. das einen recht erregten Verlauf nahm. Der Angeklagte geriet in eine derartige Erregung, daß er gegen den Burschen tätlich wurde. Er versetzte ihm einen Stoß vor die Brust und als daraufhin der Bursche ausrief, er lasse sich nicht schlagen, ging Dr. K. auf ihn zu, riß ihm das Seitengewehr aus der Scheide heraus und setzte ihm die Waffe mit der Drohung;„Ich steche Dich tot, den Schädel werde ich Dir spalten!" auf die Brust. Vor Gericht suchte sich der Herr Stabsarzt damit hcrauSzu- reden, er habe befürchtet, der Bursche, der weit schmächtiger als sein Vorgesetzter ist, werde ihn tätlich angreifen und dem ver- meintlichen Angriff habe er vorbeugen wollen. Das Oberkriegsgericht erkannte gemäß der bc- kannten Praxis der Militärgerichte auf ein« Gesamtstrafe vov acht Tage« Stubenarrest. Ein Landlehrer über die Junker. In der„Wehlauer Zeitung' hat nach der„Deutschen Tageszeitung" ein Landlehrer folgendes Urteil über die Herren Junker gefällt: „An allen Ecken und Enden find sie(die Dorfbewohner) von dem„gnädigen Herrn' abhängig. Er, der großspurig auf dem Gute sitzt, regiert die Welt der Bauern, die ringsum wohnen. Der„gnädige Herr', dem der Herr Landrat hilfreich zur Seile steht, kann a l l e s m a ch e n. Die Schulferien iverden so gelegt, wie es ihm am besten paßt. Braucht das Rittergut Arbeit-kräste, dann werden die Ferien gemacht, damit die großen Kinder mithelfen können. AuS demielben Grunde muß der Lehrer mit seinen Schülern auch in der heißen Sommerglut arbeiten, damit im Herbst zur Zeit d:r Kartoffelernte für den Gutsherrn möglichst viel fleißige Hände zur Verfügung stehen. lind so ist'S in allen Dingen. Auch bei der Steuereinichätzung spricht der Gutsherr oder der Vertreter ein gewichtiges Wort mit, ebenso bei der Vergebung von Konzessionen, bei der Eni- scheidtlng über Anträge auf Erweiterung der Polizeistunde usw. Oft leiht der hohe Herr auch gesiisfcnllich Geld a» be- dürftige Dorsinsassen auS. um sie zu gegebener Zeit in der Hand zu haben. Parieren aber die B a u e r n l ü m m e l, wie der„gnädige Herr' die schwer arbeitenden Landwirte in vertrautem Kreise nennt, trotzdem nicht, dann schikanierter sie. indem er Wege absperrt, Wassergräben ableitet, das Be- treten von Wäldern verbietet usw. Elje die ordentlichen Gerichte gesprochen haben, vergehen oft Monate, und die Bauern werden aufs schwerste geschädigt. Mit stillem Ingrimm haben die Leute auf dem Lande diese furchtbaren Quälereien ertragen." Das Junkerorgan gibt deutlich zu verstehen, daß der '„Wehlauer Zeitung" ob eines solchen Verbrechens nicht nur die amtlichen Inserate entzogen werdenssollten/.sondern daß auch der Lehrer zu maßregeln sei I Wenn im übrigen das Oertclblatt die Ausführungen des Landlehrers nicht nur„plump und roh", sondern auch„un- säglich kindisch und töricht" nennt, so ist nur unbegreiflich, warum es sich denn darüber so ärgert und entrüstet. Denn wäre die Schilderung übertrieben und ungerecht, so müßte sie ja den Junkern eher nützen als schaden. Die Herren haben aber offenbar ein böses Gewissen! foißland. Hungerstreik im Gefängnis. t- Aus Perm wird unter dem 19. Juli gemeldet:„Im Gpu- bernementsgefängnis hält bereits seit zehn Tagen der Hunger- st r e i k der politischen Gefangenen an, die die Aufhebung verschiede- ner harter Maßregeln verlangen." Das Regime in diesem Gefängnis muß schon unerträglich ge- Wesen sein, wenn die politischen Gefangenen zu diesem selbst- mörderischen Abwehrmittel gegriffen haben. yerNen. Diplomatisches Komödienspiel. Teheran, 1. August. Der englische und der russische Gesandte richteten gleichlautende Noten an die persische Regierung, worin die englische und die russische Regierung anerkennen, daß der frühere Schah keinen Anspruch mehr auf seine Pension habe, nachdem er nach Persien zurückgekehrt sei trotz der ihm zu wiederholten Malen seitens der beiden Regierungen erteilten Mahnung, sich von der politischen Agitation fernzuhalten. Beide Regierungen erklären, sie könnten, da der frühere Schah sich nun auf persischem Boden befände, nicht intervenieren und folglich auch in dem gegen« wältigen Zwist nicht Partei ergreifen. Hier wird berichtet, daß Mohamnied Ali Asterabad verlassen und sich mit unbekanntem Ziel in Gmueschteppe eingeschifft habe, doch ist die Nachricht unbestätigt. Russische Quertreibereien. Teheran, 31. Juli. Der Minister des Aeußeren hat eine Note an den russischen Gesandten gerichtet, in der er förmlichen Protest erhebt gegen das Borgeheu des russischen Generalkonsuls in Täbris, der mit Gewalt den früheren Gouverneur von Ardebil, Reschid el Mulk, aus dem Hause des Bizegouverneur» befreit hat. Der Minister fordert exemplarische Bestrafung der Schuldigen. Teheran, 31. Juli. iMeldung beS Reuterschen Bureaus.) Der russische Gesandte verständigte die persische Regierung, daß die Zinsen für die russische konsolidierte Schuld und verschieden« andere auf den Zöllen liegende Lasten von Mormard, dem belgischen Generalverwalter der Zölle, anstatt von Morgan Shuster, dem amerikanischen Generalschatzmeifter, gezahlt werden müßten, der durch Gesetz vom 13. Juni allein das Recht erhalten hatte, Anweisungen im Namen der persischen Regierung zu zeichnen. Die Weigerung des russischen Gesandten, da« legislative Recht deS MedfchliS anzuerkennen, wird hier lebhaft bespräche». Die Aktion gegen den Ex- Schah. Teheran, 1. August.(Meldung der Petersburger Telegraphen» Agentur.) Da« gegen den frühere« Schah Mohammed Ali au«- gerüstete Detachement besteht aus 1000 Infanteristen, ungefähr 200 Bachtiaren und 800 Fidais. Es verlautet, daß die Fidais planen, mit ihrem Chef Mais es Saltaneh zum Scheine auf die Seite Mo- hammed Alis überzugehen und ihn zu töten, um so die auf seineu Kopf ausgesetzte Belohnung zu erhalten. In Teheran wachsen die Sympathien für Mohammed Mi, doch verbergen sich seine Anhänger aus Furcht vor den Demokraten. Portugal« Der Klaffcncharakter der Bourgeoisrepublik. Lissaion, 1. August. Die konstituierende Versammlung hat mit 78 gegen 76 Stimmen den Paragraphen der Berfassmtg ab- gelehnt, durch den ein Recht aus Ausstand u n d A u s- sperrung anerkannt wird. Huö der Partei. Aus den Organisationeu. Der Zentralwahlverein Prenz lau- Anger- Münde hielt am Sonntag in Joachimsthal sefne General- Versammlung ab. Erschienen waren 15 Delegierte, der Kandidat des Kreises, Genosse R. Hackclbusch, von der AgitationS- kommifsion Genosse Jöchcl und als Vertreter der„Branden- burger Zeitung" Redakteur Genosse Prien. Zunächst erstattete der Vorsitzende des Zentralvorstandes, Ge- nosse R. Schulz, den TätigkettSbencht über das verflossene Vereinsjahr. Die Werbearbeit für die Sozialdemokratie in dem zum überwiegenden� Teil rein ländlichen Kreise ist immer noch mit den größten«chwierigleiten verlnüpft. Lokalabtrcibungen sind an der Tagesordnung. In den meisten Orten können unsere Genossen daher nur Versammlungen unter freiem Himmel ab- balten. Von Nachteil für die'Organisation ist der Förtzug zahl- reicher Tabakarbeitcr gewesen. Diese Leute sind infolge des„schwarz-blauen" Attentats auf die Tabakindustric a r b c i t s- l o s geworden und haben sich außerhalb des Kreises in Groß- städte» Beschäftigung suchen müssen. Am Ende veS Berichtsjahres gehörten der Partei im Kreise 012 Mitglieder an. und zwar 551 männliche und Ll weibliche.'Die Zahl der gcwerkschaft- lich organisierten Arbeiter ist beträchtlich höher: sie wurde auf 1546 tingcgcbcn. Hier ist also noch ein großes Feld zu bearbeiten. Auch die Zahl der Leser der Parteipressc kann nicht befriedigen. <5s wurden gelesen die„Brandenburger Zeitung" in 50k>. der „Vorwärts" in 18. der„Wahre Jakob" in 252 und..Die Gleich- heit" in 0 Exemplaren. Im ganzen Kreise fanden zahlreich« Ver- sammlungen statt, die der Propaganda für das freie Wahl- recht in Preuße» sowie der Agitation für die Reichstags- Wahlen dienten.. Ter Besuch dieser Versammlungen ließ fast nie zu wünschen übrig. Nach dem Kassenbericht stand einer Einnahme von 854,87 M. eine Ausgabe von 628,43 M. gegenüber, so daß sich ein Bestand von 226,44 M. ergab. Ein Antrag, in Strasburg ein Auskunftsbureau zu errichten, wurde einstimmig angenommen. Zum Verwalter der AuskuuitSstclle wählte die Versammlung den Genossen E o n r a d in Strasburg.— Nach einem mit lebhaftem Interesse ausgenommenen Referat des Rcichstagstandidatcn Genossen H a ck e l b u f ch über den Parteitag und die Prodi u z i a l- konfcrenz erfolgten die Dclegiertcnwahlen. Zum Parteitags- delegierten wählte die Versammlung den Genossen Hackclbusch. Auf der Piovinzial konfcrenz wird der Krciswahloercin durch die Genossen R. Schulz aus Prenzlau, R. Zerm aus Schwedt und G. Schönrock aus Strasburg vertreten werden.— In den Zcntralvorstand wurden wieder die Genossen R. S ch u l z als Vorsitzender und L. L o o s e als Kassierer gewählt. Auf der �Zeneralversammlung de? 17..ha»- noberschen Wahlkreises(Harburg-Wilhelmsburg-Röthen- bürg) erstattete der Parteisekretär C. Mölle-Harburg de» Jahres- bericht, dem wir entnehmen, daß die Mitgliederzahl von 4700 auf 6085 gestiegen ist. Das„Volksblatt" hat über 10 000 Abonnenten; an Strafen und Gerichtskosten in acht Prozessen wurden in den letzten l'/g Jahren 2682,45 M. an die Gerichtskasse abgeführt. Beim Parteivorstand soll beantragt werden, den 17. hannoverschen Wahl- kreis vom Bezirk„Nordwest"(Bremen) abzutrennen und Hamburg anzugliedern. Der Zentralverein für den 8.(Altona-Stormarn) und 10.(Herzogtum Lauenburg) schleswig-holsteinischen Reichstagswahlkreis verzeichnet in seinem Bericht über das verflossene Geschäftsjahr erfreuliche Fortschritte auf allen Gebieten; sowohl in mündlicher wie in schriftlicher Agitationsarbeit ist in beiden organisatorisch verbundenen Kreisen Großes geleistet worden, wie das aus der großen Zahl der Protest- und Propaganda- Versammlungen und der Masse des verteilten Flugblattmaterials er- sichtlich ist. Im 8. Kreise wuchs die Mitgliederzahl um 541 auf 12 745(darunter 2199 weibliche), in dem überwiegend einen agrarischen Charakter tragenden 10. Kreise um 83 auf 779(darunter 48 weib- liche). Die Zentralkasse vereinnahmte 40 115,09 M. und verausgabte 33 756,12 M., so daß ein Kassenbestand von 12 358,97 M., während die Mitgliedschaften bei einer Gesamteinnahme von 68 023,27 M. über einen Kassenbestand von etwa 9400 M. verfügen. Die Zahl der Leser des.Hamburger Echo" stieg in beiden Kreisen von 9144 auf 9677. die deS„Wahren Jakob" von 4675 auf 5297, die des „Neue Welt-Kalender" von 3020 auf 3233, dagegen verminderte sich die der„Gleichheit" von 898 auf 809. Die„SchleSw.-Holstein. Land- post" wurde abgesetzt in 40 847 Exemplaren gegen 37 716 im Vor- jähre. Auch der Maifeiergedanke marschiert in beiden Kreisen, denn durch Arbeitsruhe feierten 10 804 bezw. 773 Personen, von denen 6118 bezw. 494 bis zu 10 Tagen ausgesperrt wurden. In den kommunalen Vertretungen wirken insgesamt 63 Genossen als Stadtverordnete resp. Gemeindevertreter. Große Sorgfalt wurde dem Bildungswesen gewidmet durch Vortragszyklen und sonstige Veranstattungen, für die namhafte Beträfe verausgabt wurde». Im Kampfe gegen die Jugendorganiiationen haben die Behörden, der Anweisung des preußischen Polizeiministers vom 23. November 1910 an die Regierungspräsidenten folgend, insofern einen äußerlichen„Erfolg" zu verzeichnen, als es ihnen durch die bekannten Schikanen gelungen ist, einen Rückgang der Mitglieder um 154 herbeizuführen. Durch die Wachsamkeit der Kinderschutz- kommifsion ist das Gewissen verschiedener Behörden geschärft worden, so daß die gesetzwidrige Beschästigung von Kindern bedeutend ein- geschränkt wurde.— Der Hauptkasje in Berlin würden 9172,39 M. überwiesen. Der Schweizerische Grütliverein hat die Reorganisation der Partei abgelehnt. Die am Sonnabend in Biel stattgeftrndene Telegierteu- versammlung de« Schweizerischen Grütlivercins hat, wie mit Be- stimmtheit zu erwarten war, die Reorganisation der Partei ab- gelehnt. Für die Reorganisation trat als Referent unser Genosse Nationalrat Dr. Studer-Winterthur, der Präsident der 29gliedrigen Kommission, die für die Statutenabänderung einstimmig vom vor- jährigen Parteitag bestellt worden ist, in einem anderthalbstündigen Referat ein. Er erinnerte daran, daß auf dem Parteitag in Basel niemand die Notwendigkeit, und das Bedürfnis der Statuten- revision bestritten hatte, durch die dem herrschenden Wirrwarr in der Partei ein Ende gemacht werden sollte. Der vorliegende Statutcnentwurs greift die Existenz des Grütlivercins gar nicht. an, er will nur das Verhältnis der Grütlisektionen zur Partei, zu der sie direkt steuern sollen, ändern, ebenso die Beiträge der Organisationen an die Partei erhöhen. Der Einfluß des GrüllZ- Vereins aus die Partei bleibt auch dadurch gewahrt, daß das ganze Zentralkomitee desselben in corpore dem Parteivorstomd angehören soll. Der Korreferent war der Redakteur des„Grütlianer", Ge- nosse Wirz, der wte seit Monaten schon In seinem Blatte ruxd in Versammlungen die Reorganisation der Partei ablehnte. Die Ouintcssenz seiner Ausführungen ist etwa die� es soll alles beim alten bleiben? Das bisherige VerMtnis zwischen GrütAverein und Partei hat sich bewährt; die Grütlianer bildeten für diese kein Hindernis, höchstens haben sie sie vor Torheiten bewahrt. Wir schaffen mehr in Gemeinde, Kanton und Bund als die aus- ländischcn Organisationen, die man uns dlS Muster vorhält. Durch ein Abkommen zwischen Partei und GcwerkschaftSbund will man die Gleichberechtigung der Ausländer schaffen, so dastf wir eine internationale statt der nationalen Partei bekommen. Aus diesen und ähnlichen gleichwertigen Gründen muß die Reorganisation der Partei vereitelt werden. Die Reden der oppositionellen Diskussionsredner waren auf den gleichen Ton gestimmt. Besonders erwähnenswert ist die Aeußexung des Sekretärs, Genossen Fähndrich-Bi�l, daß er an- fänglich für die Reorganisation in der Meinung War, der Grütliverein müsse zur Partei werden. Da sich aber diese Meinung als irrig erwies, ist er jetzt gegen die Reorganisation. Schließlich würde�daS Eintreten für den Statutenentwurf mitt 222 gegen 25 Stimmen bei zahlreicher Stimmenthaltung abgelehnt. Nu» hat der nächste Parteitag das Wort. Der Vorort des Grütlivercins wurde von Biel, wo er neun Jahre gewesen, nach Zürich verlegt, und dar Antrag betreffend die Verlegung des„Grütlianer" von Zürich«ach Luzcrn dem zu- künftige» neuen Zentralkomitee zur Erledi-zung überlviesen. tyachdeiu die internen Geschäfte des Vereins erledigt waren und Genosse Ständerat«cherrer-St. Gallen ein Referat über die Kranken- und Unfallversicherung gehaltent wurde die Delegierten- Versammlung geschlossen._ Jugendbewegung« Im ReichstagSwahlkreise Bielefehb-Wirdciibrück zählte die„Ar- beiter�Jngend" am 30. Zum 1911 in 12 Orten 373 Abonnenten. Die proletarische Jugend unternahn« im verflossenden Jahre 76 Ber- anstaltungen. 2 Ausstellungen»»irden besucht und 13 Ausflüge unternommen, an denen sick dur>)hschnittlich 70 Jugendlich« beteiligten. 65 beteiligten sich im Durchschnhtt an 15 Sonntagen an Spielen im Freien und 49 Jugendliche an einer Tour ins Wesergebirge. An einer Harzreise zu Pfingsten beteiligten sich 20 Jugendliche. Im Winterhalbjahr fanden regelmäßige Ziisammenkünfle mit Unter» Haltungsspielen, Gesang. Verlesungen, Rezitationen und Vorträgen, von denen 13 gehalten wnvden, statt. Zu einer Reihe künstlerischer Veranstaltungen erhielten die Jugendlichen Freikarten vom VildungS- aussckrnh und anderen Körperschaften. 3000 Flugblätter an die schul- entlassene Jugend wurdczi verteilt. Soziales. Studenten als Erntearbeiter. Auf unseren ftt der Sonnabendnummer enthaltenen Artikel schreibt uns die Marburger Freie Studentenschaft: „Auf de.n uns angehenden Abschnitt des Artikels„Gefangene und Studenten als Emtearbeiter" im„Vorwärtö" teilen wirfolgendes zur Berichtigung mit und bitten um Abdruck in der nächsten Nummer: Das Amt für studentische Ferieuarbeit der Marburger Freien Studentenschaft ist weit davon entfernt, irgendwelche Konkurrenz gegen die Landarbeiter in die Wege zu leiten. Es verfolgt lcdig- lich dQZ Ziel, Studenten Gelegenheit zu sozialen Studien zu geben. Ben« c« � sich daher an eine Reihe von Landwirte» mit dvz Litte gewendet hat, während der akademischen Serien sÄlubenten auf ihren Gütern zu beschästigen, so geschah das— abgesehen von der günstigen Wirkung kandwrrtschaftlicher Be- tätigung auf die Gesundheit des sonst einseitig geistig beschäftigten Studenten— einzig und allein zu dein Zwecke, den Akademikern die Möglichkeit zu schaffen, an Ort und Stelle die Wichtigkeit und das Wesen der Landwirtschaft sowie Leben und Lage der Land- arbeiter zu studieren und eine Annäherung deS MademikerS au das Volk anzubahnen. Um die Wichtigkeit dieser Beschäftigung von Studenten hervorzuheben, sei nur verwiesen auf die wachsende Bedeutung landwirtschaftlicher Fragen für daS Deutsche Reich einerseits und andererseits auf die Entfremdung des Akademikers vom Volk und vom praktischen Leben, über die zu hören man oft genug Gelegenheit hat. Es müssen diese rein sozialen Bestrebungen des Amtes, um so schärfer hervorgehoben werden, als man geneigt war, anzunehmen, ein Student werde sich für 75 Pf. Tagelohn zu einer Konkurrenz gegen Landarbeiter anbieten. Die in oben genanntem Artikel ge- brauchten Ausdrücke„tolle Schmutzkonkurrenz" und, Lohndrückern" werden hiermit in gebührender Weise zurückgewiesen. Was die 75 Pf. anlangt, so diene folgendes zur Aufklärung: Da ein Student, ganz unerfahren in landwirtschaftlichen Arbeiten und überhaupt an dauernde körperliche Arbeit nicht gewöhnt, nicht dasselbe leistet wie ein anderer Albeiter, so ist man dahin überein- gekommen, daß er bei dem betreffenden Landwirt freie Wohnung und Kost bekommt und seinerseits bei der Mitarbeit mit den anderen sein Möglichstes tut. Wenn ein Gutsbesitzer außerdem noch eine geringe Vergütung gewährt, so ist dagegen sicherlich nichts ein- zuwenden. Daß eine derartige Stelle noch frei war, wurde seiner- zeit nach Berlin mitgeteilt und dort ist durch irgend ein Versehe» am Anschlag in der Universität die Unklarheit entstanden, als ob es Prinzip wäre, daß für die Arbeit des Studenten eine Geld- Vergütung von 75 Pf. erstattet werden müßte. Es wird ausdrück- lich hervorgehoben, daß von feiten des freistudenttschea Amtes die Forderung einer Löhnung nicht gestellt wird. Marburger Freie Studentenschaft. Amt Max Richter, stuck, phü. für studentische Ferienarbeit. Diese Zuschrift widerlegt nach keiner Richtung, was zu widerlegen sie bezweckt. Will ein Student soziale Studie» treiben, so haben wir selbstverständlich nicht das geringste einzuwenden, auch dagegen nicht, daß er Erntearbeit verrichtet. Aber einen Erfolg hätten diese Studien nur, wenn er zu denselben Bedingungen und Verpflichtungen wie die von ihm vorübergehend als Kollegen ge- wählten Erntearbeiter Arbeit verrichtet. Der Studentenschaft sollten ähnliche Betätigungen wie zum Beispiel die dreimonatliche Beschäfti- gung des Genossen Göhre als Fabrikarbeiter bekannt fein. Will der Student Sonderbedingungen für sich haben, so mag er auch für diese Spielerei— eine solche und kein soziales Studium wäre das— bezahlen und sich nicht so gebärden, als ob er die Mühe, Last und soziale Lage eines Erntearbeitcrs kenne, wenn er mal eine Sense geschwungen hat. Das wäre ebenso närrisch, als ob ein Fettleibiger, der gegen schweres von ihm zu zahlendes Geld in einem Sanatorium im Schweiße seines Angesichts Holz spalten niußte, annehmen wollte, er habe wie ein Holzhauer „gearbeitet" und die„soziale Lage" der Holzarbeiter studiert. Von derlei Mumpitz sollte sich die Freie Studeutenschafi seruhalten. Will ein Student d»e Arbeit eines Erntearbeiter« als Arbeit, sei eS auch zu sozialen Zwecken, übernehmen, so hat er sich ganz in die Reihe Ber Erntearbeiter zu stellen, die Arbeit so zu suchen und zu mindestens den Bedingungen zu vollführen, wie Erntearbeiter gezwungen sind, Arbeitsgelegenheit sich zu suchen und Arbeit zu leisten. Tie Arbeit eines Erntearbeiters oder eines Studenten für Erntearbeit aber für 7b Reichspsennige übernehnien, ist elende Schmutzkonkurrenz und Lohndrückerei. Darüber helfen keine beschönigenden Salbadereie« hinweg. Sie zeigen nur, wie fremd dem Entschuldigenden soziales Empfinden ist._ Weigerung eines ArztcK, zu behandeln. Bekanntlich verlangt ein Teil der Aerztc für sich das apS- schließtiche Recht, Kranke zu behandeln. lehnt aber eine Pflicht zur Behandlung seitens der Aerzte selbst ab. Ueber einen der leider vielen Fälle, in dem ein Arzt einem Schwerkranken Hilfe verweigert hat. berichtet die„Brcslauer Morgenzeitung": In Karlstxin bei Reichenhall war beim Böllerschicßen ein Bauerssohn sehr schwer verunglückt. Ein Gastwirt des Ortes fuhr eiligst auf dem Rade nach Neichenhall, um einen Arzt zu holen. Nachdem er mehrere Aerzte nicht angetroffen, kam cr zu Dr. v. Heinleth, einem Spczialarzt der Chirurgie. Dieser lehnte dt« Hilfeleistung ab, weil man nicht gleich zu ihm, dem Chirurgen, gekomnien, sondern zuerst zu anderen Aerzten ge» gangen sei.' Der Gastwirt' begab sich nun zu einem anderen Arzt, der auch sofort nach Karlstein fuhr und die Ueberbringung des Schwerverletzten in die Privatklinik des Dr. v. Heinlcth anordnete. Als die Sanitäter den Verunglückten ün die Klinik brachten, wies sie Dr. v. Heinleth hinaus und verweigert« die Aufnahme des Kranken, trotz der Bitten der Sanitäter unv seiner eigenen Oberin. Der Verunglückte niußte daher ins Krankenhaus gebracht werden, tvo er noch am selbe» Abend starb. Der Gastwirt— Stöttner ist sein Name— erzählte nachher daheim, Dr. v. Heinleth habe ihm gegenüber die anderen Aerzte verächtlich als„Bauerndoktorcn" bezeichnet, worauf cr den Herrn Doktor einen„Bauernlackl" genannt habe. In einem Briefe an Stöttner nannte Dr. v. Heinlcth diese Darstellung eine„freche Lüge" und verklagte ihn wegen verleumderischer Pc- lcidigung. Stöttner erhob Widerklage ivcgcu des Ausdrucks „freche Lüae". Das Reichenhallcr Schöffengericht verurteilte beide, den Privatklnger und den Beklagten, zu je 25 M. Strafe wegen einfacher Beleidigung. Tie Aeußerung Dr. v. Heinseths über die„Bauerndoktoren" sah das Gericht als erwiesen an und stellte dem Herrn Spezialarzt in der Urteilsbegründung folgendes nicht gerade schmeichelhafte Zeugnis aus:„Der Privat- klüger verkennt gänzlich die Pflichten, die sich' für den Arzt, wenn cr eine Standeschrc in Anspruch nimmt, aus seinem Beruf ergeben, wenn er nämlich deshalb, iveil sich ein■ Dritter nach ferner Ansicht nicht richtig benommen hat, einem schwerverletzten. sterbenden Mann, der bei dieser ganzen Meinungsverschiedenherr gänzlich unbeteiligt ist. seine ärztliche Hilfe verweigert. Ein derartiges Verhalten verstößt gegen die Pflichten des Menschen überhaupt. Und wenn der Privatbetlagte sich darüber auchiett, daß er damals statt Hilfe eine solche Antwort erhielt, so erscheint dies begreiflich."— Dr. v. Heinleth hat gegen das Urteil Bc- rusung eingelegt, so daß sich das Landgericht Traunstein noch mit der Angelegenheit zu befassen haben wird. Der Aeleidigungsprozeß, abgesehen bou der zitierten Sb.'lle aus dem Urteil, interessiert die Allgemeinheit nicht. Die meisten deutschen Strafgesetze vor 1869 enthielten eine Etrafbestim- mung gegen Aerzte, falls diese in einem Notfall ärztliche Hilfe zu leisten ablehnen. Bestände diese Vorschrift noch, so würde der menschenfreundliche, Dr. v. Heinleth voraussichtlich nx'geu Verstoßes gegen diese Vorschrift und wegen fahrli'issigcr Tötung verurteilt werden. Sie besteht nicht mehr: strafrechtliche Folgen dürfte die humane Abweisung eines Schwerkranke» vor« aussichtlich nicht haben, ivenn auch im vorliegende» Falle ciua Schadensersatzpflicht den Arzt trifft. Oft sind Richtapprobierte. sogenannte 5lurpsuschcr, bestraft worden, weil durch ihre Bchand- lung die Zuziehung eine« Approbierten verzögert und dadurch der Tod deg Behandelten eingetreten sei. Das steht iu offenbarciu Widerspruch zu der Straflosigkeit des Reicheichaller Falls. Und dieser Fall ist temeslvegs ein Percinzelt dastehender. Wir cr- inner» an de» bekannten Wormscr Fall und an die Ablveisungeu Unfallverletzter insbesondere im Rulirrevier. Diese Fälle erweisen immer klarer die Notwendigkeit, einen Zwang der Aerzte zur Behandlung einzuführen. Die approbierten Aerzte verdanken ihre Kunst großen Auswciidunge» der Allgemeinheit. Diese hat auch ein Neait darauf, daß die erworbene Kunst ausgeübt wird. Eine Verstaatlichung des HeilgelvcrbeS wird eine immer dringendere Forderung. GewerfefcbaftUcbea. Die ßergarbeiterorgatiifationeii im rbeinifcb- wertfäUfcben Xndurtnebezirh. Auf der letzten Generalversammlung des Gewerkvereins christ- Kcher Bergarbeiter, der größten christlichen Gewerkschaft, wurde in großen Tönen von den gewaltigen Fortschritten der christlichen Berg- arbeiterbeweguug geredet. Es dürfte deshalb angebracht sein, die Fortschritte des Gewerkvereius einmal näher zu beleuchten. Der wirtsckiaftlich bedeutungsvollste Bezirk, der für die Bergarbeiter- bewegung in Betracht kommt, ist zweifellos der rheinisch-westfälische Jndustriebezirk. Im Wahlkreise Hamm« So est, der zurzeit im Reichstage vom Zentrum vertreten wird, hatte der alte Bergarbeiterverbond im Jahre 1910 bei einer Gesamteinnahme von 112 892,13 M. 5919 Mitglieder: der Gewerkverein demgegenüber nur eine Einnahme von 17 289.SS M. bei 944 Mitgliedern. Am ungünstigsten steht der christliche Gewerkverein im Wahl- kreise D o r t m u n d- H ö r d e. Der alte Verband hat hier 19 963 Mitglieder, der Gewerkverein 5477. Die Einnahme des Verbandes stellte sich auf 499 145,27 M., die des Gewerkvereins auf 96 693,37 Mark. In gemischt konfessionellen Bezirken ist der Gewerkverein bedeutungslos. Die Stadt Dortmund hat mit 49 219,85 M. Ein- nähme dem Verbände fast die gleiche Summe gebracht wie dem Gewerkverein seine 27 Zahlstellen des ganzen Bezirks Dortmund Die Mitglieder des Gewerkvereins wohnen ausschließlich in den stark katholischen Orten, aber auch hier wurden die christlichen Berg arbeiter immer mehr verdrängt. In der Stadt Lünen, die einst als uneinnehmbare Hochburg des Zentrums galt, hatte der alte Verband eine Einnahme von 14 567,89 M., der Gewerkverein nur noch eine solche von 2494,35 M. Im Wahlkreis Bochum-Gelsenkirchen zählte der alte Verband 21 797 Mitglieder, wohingegen der Gewerkverein 11 651 Mitglieder hatte. Die Einnahme» betrugen beim Verband 465429,73 Mark, beim Gewerkverein 195 192,77 M. Die Mitglieder des Ge� Werkvereins rekrutieren sich fast ausschließlich aus den katholischen Bezirken des Kreises Gelsenkirchen. Sehr lehrreich sind die Zahlen aus dem seit 49 Jahren vom ?entrum uneingeschränkt beherrschten Wahlkreis R e ck l i n g- a u s e n- B o r k e n. Das Zentrum siegte bei der Wahl 1997 im ersten Wahlgange mit mehr als 35 999 Stimmen. Das Organisations Verhältnis ist heute folgendes: Der alte Verband zählt bei einer Einnahme von 217 522,45 M. 11 473 Mitglieder, der Gewerkverein 11 175 Mitglieder bei einer Einnahme von 188 795,82 M. Reckling� hausen- Borken gehört zu dem berüchtigten schwarzen Münsterlande. Den freien Gewerkschaften stehen kaum Säle zur Verfügung. Die Zeilungsboten der.Bergarbeiter-Zeitung" dürfen vielfach die Zechew kolonien nicht betreten, und dennoch hat der alte Verband den Ge- werkverein siegreich überwunden. Selbst in völlig katholischen Orten hat der alte Verband trotz alledem mehr Mitglieder als der Gewerkverein. Das Wahlkreis Essen ist der einzige Kreis, in dem der Ge- werlverein im Geschäftsjahre 1919 ziffernmäßig dem alten Verbände um einige hundert Mitglieder überlegen war. Der alte Verband hatte 9377, der Gewerkverein 9972 Mitglieder. Die Einnahme des alten Verbandes war jedoch mit 199 113,39 M. höher als die des Gewerkvereins, die nur 176 936,93 M. betrug. Essen ist die historische Stätte, an der der Gewerkverein ins Leben gerufen wurde. Hier hatte der Gewerkverein von jeher seinen Hauptstützpunkt. Daß die Macht der christlichen Organisation jedoch auch hier gebrochen ist, be- weisen am besten die Resultate der sozialen Wahlen des ver- gaugenen JahreS. Hierbei errang der alte Verband 136 SicherheitS- männer, der Gewerkverein 67, ferner wurden vom alten Verband 48 Knappschaftsälteste, vom Gewerkverein nur 24 Aelteste gewählt. Im Wahlkreis Duisburg-Mülheim-Ruhr Halle der alte Verband 7356, der Gewerkverein 3816 Mitglieder. Die Ein- nahmen stellten sich beim alten Verband auf 155 326,29 M., beim Gewerkverein aus 65 173,63 M. Als letzter KreiS wäre dann noch der Wahlkreis MörS- ReeS zu erwähnen. Der Kreis ist im Reichstag durch das Zentrum vertreten, doS bei der letzten Wahl 16 358 gegen 2792 sozialdemo« kratikche Stimmen erhielt. Der Verband halte im Kreise bei einer Einnahme von 32 133 M. 1533 Mitglieder, wohingegen der Gewerk- verein nur 398 Mitglieder mit einer Einnahme von 7914,53 M. zählte. Trotz der vorwiegend katholischen Bevölkerung ist auch in diesem Wahlkreis der Gewerkverein ins Hintertreffen geraten. Bei den vorstehenden Zahlen muß berücksichtigt werden, daß inzwischen fieben Monate ins Land gegangen sind und daß in dieser Zeit eine große Anzahl Mitglieder deS GewerkvereinS infolge des arbeiterverräterischen Treibens der Leitung fahnenflüchtig ge« worden ist. Die Richtigkeit dieser Behauptung ergibt sich aus dem nachstehenden Zahlen. ES halten die beiden Verbände Einnahmen: Bergarbeiter- Gewerk- verband verein Wahlkreis Dort- 1. Quart. 1919 97 522,85 M. 23 249,39 M. mund-Hörde:1. r 1911 99 626,65 ff 1.. 1919 41418,49 Wahlkreis Essen. � � 1911 45 623,45 So sehen die glänzenden Fortschritte deS Jndustriebezirk aus. Die politiichen Macher. westfälischen Jndustrierevier von den iin Gewerkverein organisierten Bergarbeitern erwarten, daß sie die haribedränglen Kandidaten der arbeiterfeindlichen bürgerlichen Parteien ersolgieich auS dem Wahl- kämpfe heraushauen werden, haben sich verkalkuliert. Die Macht deS GewerkvereinS dürfte dazu nicht ausreichen. L erlin und Clmgcgend. Der Streik der Parkettbodenleger. Die streikenden Bodenleger kamen am Montagnachmittag im Gclverkschaftshause zusammen, um die gegenwärtige Situation zu besprechen. Alle einschlägigen Fragen wurden erörtert, und einmütig kam der Beschluß zustande, die aufgestellten Forderungen in vollem Umfange aufrechtzuerhalten und den Streik energisch fort- zusetzen. Eine allgemeine Bodcnlegcrversammlung, die nach Schluß der Streikversammlung eröffnet wurde, nahm den Beschluß der Streikeuden sehr beifällig auf und hörte den Bericht über die Streiklage, de» Kley und Wiedemann erstatteten. Der Letz- tere berichtete besonders von den Verhandlungen mit den Unter- nehmern, die am Donnerstag stattfanden. Um den mehrmals auf- getauchten ungerechten Vorwürfen, daß die Arbeiter sich nicht um die Aufnahme von Verhandlungen bemüht hätten, in bündigster Form zu begegnen, hatte der Verband nochmals versucht, Unter- Handlungen anzubahnen. In der Konferenz, die daraufhin zustande kam, schlugen die Unternehmer aber einen so hochfahrenden Ton an, daß die Vertreter der Arbeiter die Ueberzeugung gewannen, man beabsichtige keinen friedlichen Ausgleich der Differenzen, son- dern nur eine Einsclnich-terung der Arbeiter. Diese Absicht wurde aber nicht erreicht. Von feiten der Arbeiter wurde sehr bestimmt erklärt, daß man von den Unternehmern die Einhaltung der längst zugestandenen alten Tarifsätze verlange, daß es sich nicht um neue Forderungen handle, daß man nur die alten Forderungen aufrecht erhalte. Die Unternehmer wollten sich darauf nicht ein- lassen und die Konferenz verlief resultatlos. Kley berichtete dann über die Anstrengungen der Unterneh- mer, Arbeitskräfte von außerhalb heranzuziehen, womit man aber 24 268,73 59 567,63 45 549,54 Gewerkvereins im die im rheinisch- Die Arbeiter wissen, daß sie aushalten müssen, MM sie nicht die schon errungenen Vorteile aufgeben und sich weiterer schwerer Lohn- drückerei aussetzen wollen. Die arbeitenden Bodenleger sind be reit, die Streikenden nach Kräften weiter zu unterstützen. Auch von auswärts ist weitere Unterstützung zugesagt worden; so haben die Münchener Kollegen beschlossen, pro Woche 1 M. Extrabeitrar zugunsten der Streikenden in Berlin zu erheben. Der Streii dauert jetzt 8 Wochen._ Achtung, Maler! Die Maler und Anstreicher in Bernau in der Mark sind in den Streik getreten, um ihre äußerst schlechten Lohnverhältnisse aufzubessern. Zuzug ist fernzuhalten. Die OrtSverwaltnng. Achtung, Tapezierer, Kleber! Der Unternehmer Lange, Bau Dossestr. 7, Lichtenberg, Bauherr Zimmermann, ist wegen Tarif differenzen gesperrt. Die Schlichtungstommission. Achtung! Album- und Mappenarbeiter! Bei der Firma Loepert u. Kuhnke, Prinzessinnenstr. 23, haben gestern(Dienstag) vormittag sämtliche Arbeiter und Arbeiterinnen, 36 an der Zahl. die Arbeit niedergelegt, weil eine Einigung über die Regelung der Akkordlöhne, die nach dem neuen Tarif bis zum 1. August beendet sein sollte, nicht zu erzielen war. Auch hinsichtlich der Entlohnung der Zeitlohnarbeiter ist keine für die Arbeiter zufriedenstellende Lösung erzielt worden. Die Differenzen sind in der Auslegung, die die Arbeitgeber den neuen Tarifpositionen geben, begründet. Die Tarifinstanzen konnten sich mit den vorliegenden Streitfällen nicht beschäftigen, weil die Arbeitgeberorganisation noch keine Bei- sitzcr für die Schlichtungskommission bestellt hat, da einige der maß gebenden Arbeitgeber seit Wochen verreist sind Die Ortsverwaltung der Zahlstelle Berlin binde r-Verbandes. des Deutschen Buch- wenige Glück habe. Nur einzelne Arbeitswillige kämen an und würden bald Wieder abgeschoben. Von 6 oder 7 Mann, die nach Berlin gebracht wurden, sind nur noch drei hier. Ein Mann kam zur Firma Elbinger und erwartete dort, den in Aussicht gestellten hohen Lohn von 59— 60 M. pro Woche zu verdienen. In der ersten Woche hatte er 44 Quadratmeter verarbeitet, was als ziem- lich gute Leistung gü<� Dafür erhielt er 36,79 M., und davon wurde ihm das Fahrgeld im Betrage von etwa 18 M. abgezogen, so daß er nur 18 M. Wochenlohn hatte. Der Verband nahm sich seiner an, bezahlte ihm die Fahrkarte und schickte ihn wieder nach H�use.— Die Bauherren üben gegenwärtig große Nachsicht mit den Unternehmern, aber sie haben schließlich den Schaden davon. Verantw. Redakt.: Richard Barth, Berlin. Inseratenteil verantw.: in die Tagesordnung ehrle die Versammlung die im Vierkelsahd verstorbenen Mitglieder durch Erheben von den Plätzen. Unter den Verstorbenen befinden sich auch die beiden Opfer der Eyplosions- katastrophe in der Gummiwarenfabrik Herz in der Köpenicker Straße, und nahm der Bevollmächtigte Bruns noch einmal Ver- anlassung. in voller Ocffentlichkeit festzustellen, daß diese schreckliche Katastrophe lediglich auf die völlig unzulänglichen und mangcl- haften Schutzvorkehrungen zurückzuführen ist. Er machte weiter darauf aufmerksam, daß die Gcwerbeinspcktion von diesen Zustän- den Kenntnis hatte und sogar noch in allerletzter Zeit auf dieselben hingewiesen wurde. Trotzdem ist aber nichts zur Beseitigung der Mißstände geschehen. Diese Behauptungen wurden auch Vollinhalt- lich von dem Branchenleiter der Gummiarbeiter bekräftigt. Die Generalversammlung ließ keinen Zweifel darüber aufkommen, wie sie über die Angelegenheit denkt, denn folgende Resolution fand einstimmige Annahme: „Die am 39. Juli 1911 im Gewerkschaftshause tagende Ge- neralversammlung des Fabrikarbeiterverbandes nimmt mit tiefem Bedauern Kenntnis von dem Explosionsunglück in der Herzschen Gummifadrik, dem zwei Gummiarbeiter zum Opfer sielen, und spricht aus, daß hier die Gewerbeinspektion ihre Pflicht nicht getan hat. Obgleich der Gewerbeinspektion alle Miß- stände im Betriebe von Herz bekannt waren, hat sie nicht Per- anlassung genommen, Abhilfe zu schassen. Die Generalversamm- lung erklärt, daß die beiden Todesfälle sowie alle in der letzten Zcft im Betriebe von Herz vorgekommenen Unglücksfälle ledig- lich auf Konto der Betriebsleitung und Gewerbeinspektion zu setzen sind." Den Vorstandsbericht gab der erste Bevollmächtigte Bruns. Derselbe berichtete über eine ganze Anzahl von Bewegungen, welche zum größten Teil erfolgreich beendet wurden. Anläßlich der Be- wegung in den Sandbergen und der Kalksandsteinfabrik in Nieder- lehme hat es sich aufs neue gezeigt, daß die Polizei sofort auf die Seite des Kapitals tritt, wenn die Arbeiterschaft zur Erringung besserer Lohn- und Arbeitsbedingungen in den Streik tritt. Hier ist die Gendarmerie in der rücksichtslosesten Weise gegen die Strei- kenden vorgegangen, so daß es aller Autorität der Streikleitung bedurfte, um die Erregung der dortigen Arbeiterschaft nicht zu einem Ausbruch kommen zu lassen. Bezüglich der Neunstunden- bewegung in der chemischen Industrie teilt der Branchenleiter B e n t i n mit. daß verschiedene Firmen sich �der Bewegung ablehnend gegenüberstellen, spricht jedoch die Hoffnung aus, daß eS dem Drängen der Kollegen gelingen dürfte, den Neunstundentag zu erringen. Der Kassenbericht lag jedem Teilnehmer gedruckt vor. Derselbe bilanziert in der Hauptkasse mit 45 487,85 M. und in der Lokalkasse mit 44 581,33 M. Dann wurde einem Antrage der Ortsverwaltung, für den ausgeschiedenen Lokalbeamten Sewckow einen neuen Beamten anzustellen, zugestimmt. Zum Schluß wurde dem ersten Bevollmächtigten eine Ortszulage von 299 M. pro Jahr gewährt._ Hetzte ffochrichtem Schwere Unglücksfälle. Dortmund, 1. August.(B. H.) Auf entsetzliche Weise ist heute früh in dem benachbarten Dorstfeld die Ehefrau des Schlächtermeisters Friedrich Langhoff zu Tode gekommen. Infolge Schadhaftigkeit des Flurbelages brach dieser durch als die Frau ihn betrat. Frau Langhoff fiel in eine darunter befindliche Abortgrube und kam darin elendig um. Eine Schwester der Frau, die krank zu Bette lag, versuchte der Unglücklichen zu Hilfe zu kommen, fiel aber ebenfalls in die Grube und liegt jetzt in höchst bedenklichem Zustande danieder. Dortmund, 1. August.(B. H.) In Ickern fiel das achtjährige Söhnchen eines Schlossers in die E m s ch e r. Der Vater des Knaben sprang dem Kinde nach. Er büßte aber ebenfalls sein Leben ein._ Großer Waldbrand. Lüneburg, 1. August.(W. T. B.) Seit heute früh wütet um Gifkendorf, Vastorf und W e n d i s ch- E v e r n ein ge- wattiger Waldbrand, der das Dorf Wendisch-Evern ernstlich bedroht. Es sind bereits umfangreiche Strecken Wald und Heide abgebrannt. Seft dem Morgen sind drei Eskadrons Dragoner sowie die Feuerwehren der Umgebung zur Hilfeleistung auf dem Brand- platze. Es erscheint nicht ausgeschlossen, daß der Brand auch auf Deutsch-Evern übergreift. Tie Cholera. Wien, 1. August. Wie ein Telegramm auS Trieft meldet. wurden von gestern auf heute drei neue Erkranrungen an Cholera festgestellt. Insgesamt befinden sich gegenwärtig dreizehn Cholerakrankc und ein Choleraverdächtiger in Be- Handlung. Seit Feststellung des ersten Falles wurden bis jetzt im ganzen 22 Fälle verzeichnet. Lille, 1. August.(B. H.) Ein Cholerafall ist in Ar- m a n d i e r e festgestellt. Blntige Zusammenstöße. Saloniki, 1. August. Nach Meldungen aus Monastir hat zwischen Starowa und Goritza ein blutiges Treffen zwischen türkischen Truppen und einer Band« stattgefunden. Viele Soldaten sollen getötet worden fein. Wie verlautet, sind in Goritza lln- ruhen ausgebrochen, bei denen 7 Christen getötet und mehrere ver- wundct worden sind. Auch einige Soldaten sollen getötet worden sein. Der Markt ist geschlossen und die Verbindung mit Goritza unterbrochen. Bergarbciterlos. London, 1. August.(B. H.) In der Grube von La- n e l l y stürzte eine Mauer ein und begrub sechs Arbeiter unter sich. Trei waren auf der Stelle tot, während die drei übrigen schwerverletzt unter den Trümmern hervorgezogen wurden. Ein brennendes Irrenhaus. New-Aork, 1. August,(Pr,-C.) Aus Hamilton, einer der größten Städte der kanadischen Provinz Ontario, kommt die Nachricht von einer furchtbaren Brandkatastrophe. Das große Irrenhaus, das in der Nähe der Stadt in den Bergen gelegen ist, brannte bis auf die Grund- mauern nieder, von den 600 Insassen fanden mehr als 20 den Tod. Bisher sind 8L e i ch e n aus denT rümmern geborgen worden, es ist jedoch noch sicher, daß eine große Anzahl ver- brannter Leichen auf der Brandstätte liegen. Die Feuer- wehr der Stadt Hamilton leistete heroische Arbeit, doch waren ihre Anstrengungen vergeblich, da die Anstalt hoch in den Bergen liegt und der Zugang zu den brennenden Gebäuden außerordentlich jchwicrl'g war. Ein besonders gefahrvolles Stück war die Rettung der 7 5 gemeingefährlichen Tobsüchtvgen, hie im 5. Stock des Anstaltsgbäudes untergebracht waren. Die Feuerwehr spannte Rettungsnctze aus und die Wärter wußten sich nicht anders zu helfen, als daß sie die Tobsüch- tige» einzeln packten und aus dem Fenster in die Sprungs tüchcr warfen. Es war eine schreckenscrregende Szene, als die Wärter und Feuerwehrleute auf diese Weise wenigstens einen Teil der Kranken, die wie die wilden Tiere heulten. __________ retten konnten.________ Th. Glocke, Berlin. Druck u. Verlag: Vorwärts Buchpr. u, Verlagsanstalt PaulSingeraCo.,BerlinZW. Hierzu 3 Beilage»«.UuterhaltungSbb Ocutkches Reich. Gelbe„Heer"— schau Das Scharfmachcrblatt„Die Post" berichtet in Nr. 3S4 über die erste Jahresversammlung des Bundes der deutschen Werkvereine. die am 29. und 39. Juli in Dresden tagte. Wenn die„Post" der Meinung Ausdruck gibt, daß diese Art gelber Organisationen überall im Reiche im kräftigen Vormarsch begriffen sei, so ist das ein Zeichen löblicher Bescheidenheit. Nach dem Berichte der„Post selbst vertraten die 155 Delegierten, die in Dresden versammelt waren, ganze 66 629 Mitglieder. Zieht man in Betracht, daß diese Vereine ihre Existenz fast ausschließlich der Gewaltpolitik einiger Berliner, rheinischer und süddeutscher Großindustriellen verdanken, daß also zahlreiche Mitglieder nur gezwungen den Werkvereinen angehören, so muß man das Resultat scharfmacherischen Mühens kläglich nennen. Von irgendwelcher nennenswerten Tätigkeit zu gunsten ihrer Mitglieder kann bei diesen Organisationen schon um deswillen keine Rede sein, als ihr zum guten Teil aus Ausi Wendungen der Unternehmer zusammengesetztes Vermögen im Gegensatz zu den freien Gewerkschaften außerordentlich niedrig ist. Es beläuft sich, was die„Post" bescheidenerweise verschweigt, auf etwas über 7 M. pro Mitglied; die jährlichen Einnahmen stellten sich auf gut 9 M. Es muß noch bemerkt werden, daß zu den 66 629 Mitgliedern noch eine Anzahl jugendlicher Zwangs Mitglieder gehören, denn es heißt in dem Berichte der„Post": „Um auch die Arbeiterjugend in noch größerem Um- fange als bisher für die Werkvereinsbewegung zu gewinnen und ihr den Umweg durch die Sozialdemokratie und die gerverkschaft lichen Kampfesorganisationen zu ersparen, wurde beschloffen, d i e Arbeit zur Gewinnung und Pflege der Jugend in den einzelnen Werkvereinen planmäßig in die Hand zu nehmen. Jeder Werkverein soll dahin streben, eine eigene Jugendabteilung zu gründen." Die Jugendfürsorge wird die gelben Werkvereine um so weniger auf den grünen Zweig bringen, als diese sogar unter den entschiedensten Gegnern der Sozialdemokratie im übelsten Rufe stehen. Schrieb doch die antisemitische Zeitung„Das Reich" am 14. Kuli 1919: „Diese gelbe Bewegung stagniert trotz der sehr reichlichen Z u f ch ü s s e, die die Großindustriellen dafür ausgeben, und gegc'n die Sozialdemokratie nützt sie rein gar nichts, derweilen eine solche charakterlose Bewegung keiner Persönlichkeiten erzieht, sondern Mammons- seelen, die dahin laufen, wo ihnen der meiste materielle Vorteil winkt." Sobald die jugendlichen Gelben frei werden, schütteln sie die „Segnungen" der derart qualifizierten gelben Vereine von sich ab und gehen dahin, wohin sie gehören: in die freien Gewerkschaften! Material zur Zuchthausvorlage. Das Kartell der bayrischen Arbeitgeberverbände hat an die Mitglieder des Verbandes Süddeutscher Tex- tilarbeitgeber nachstehendes Schreiben versandt: .Schutzverband der in Bayern tätigen Arbeitgeberverbände. Augsburg, 26. Juli 1911. Der Verbnnfc bayrischer Metallindustrieller teilt mit. daß die Lohnbewegung in der Nürnberger Bbechspielwaren- und Metall- Warenindustrie dahin geführt habe, daß am 24. Juli bei 19 dem Verbände bayrischer Metallindustrieller angesihlossenen Firmen die Arbeiterschaft in den Ausstand trat, trotzdem die Verband- lungen mit den Arbeitern noch ini Gange waren. Die Forderun. gen der Arbeiter bezwecken in der Hanpftache Herabsehung der Arbeitszeit von 56 auf 55 Stunden. Einführung gestaffelter Ein- stellungslöhne, Mitwirkung bei Festsetzung der Akkorde. Ein« Kontrolle der ausgetretenen Leute auf Grund von Namen und Listen ist vorläufig nicht möglich. Unter Bezugnahme ans§ 1 des Kartellvertrages ersuchen wir, aus der Nürnberger Metall- und Blcchwaren-Jndustrie kom- mende Arbeiter bis aus weiteres nickt einzustellen. Verband Süddeutscher Textilarbeitgeber." Der Passus„Eine Kontrulle der ausgetretenen Leute auf Grund von Namen und Listm ist vorläufig nicht möglich", läßt mit Sicherheit darauf schließen, daß das bisher Nichtmögliche schleunigst nachgeholt wird, um die Aushungerung vollständig zu machen. Und dabei find es gerade diese Unternehmer, die am lautesten über den Terrorismus der Arbeiter und nach einem Zucht- hauSgesetz schreien. HusUnd« Die Hafenarbeiter in London streiken. London, 1. August. 4999 Hafenarb-'iter und 1599 Kohlen- träger sind heute auf der Themse in den Ausstand getreten. Die von dem Ausstand betroffenen Firmen beherrschen tatsächlich die gesamte SchifsSkohlenindustrie der Äicnisc und umfassen fast alle ersten Schiffsfirmcn. Tic Arbeiter weigerft sich, die Arbeit aufzu- nehmen, bis die Arbeitgeber Gewähr dafür leisten, daß sie das am letzten Donnerstag erzielte Abkommen emhotten werden. Hafenarbeiterstreik in Nnstland. Petersburg, 1. August. Seit gestern streiken die hiesigen Hafenarbeiter, die eine Aenderung ihrer ArbertS.wrise und Lohn- erhöhung fordern. Heute morgen erschienen 2909 Arbeiter im Hasen, nahmen jedoch die Arbeit nicht aus; zu ihnen gesellten sich 1909 Hafenarbeiter aus den GutujewSkij. und ander.:» Bassins. R e v a l, 1. August. Auf nahezu sämtlichen Dampfern sind die Arbeiter und Lastträger, die eine Lohnerhöhung sörpern, in den Ausstand getreten._ Versammlungen. Der Verband der Fabrikarbeiter, Zahlstelle Verlin, hielt am Sonntag seine ordentliche Generalversammlung ab. Vor Eintritt Nr. 178. 28. Jahrgang. 1 fidliijt i>cs Jotiüättö" Krim Oollislilnlt. Mlttmch, 2. August 1911 Hus Induftrie und F>andcl Eine Arbeitslosenunterstützung. Die deutsche Schwereisenindustrie hat eine famose Arbeitslosen« s Unterstützung eingerichtet. Wollten solche in gleicher Qualität die Arbeiter fordern, das Gezeter über proletarische Unverschämtheit in der Unternehmerpresse würde kein Ende nehmen. Es handelt sich nämlich um eine Arbeitslosenunterstützung für Unternehmer. Und es ist eine ganz eigene Art den Arbeitslosenunterstützung. Es wird nicht bei unfreiwilliger Arbeitslosigkeit eine Unterstützung gezahlt, die gibt es nur für freiwillige Arbeitslosigkeit. Wenn ein Arbeiter, pochend auf freiwilliges Nichtstun, Unterstützung verlangen würde, er wäre selbstverständlich ein Lump, ein verkommenes, freches Subjekt. Bei den Unlernehmern ist das anders I Der Essener Roheisenverband, der jetzt glücklich wieder in daS Syndikatskleid geschlüpft ist, zahlt an die Hochofenwerke, die auf die Produktion und auf ihre Anteilsansprüche verzichten, pro Tonne Nichlerzeugung 4 Mark Arbeitslosen unter- st ü tz u n g. Das ist doch ein feines Geschäft I Es beweist, dah die Hochofenwerke einen netten Gewinn abwerfen. Wenn für die Nicht- erzeugung sogar 4 M. gezahlt werden, was nuist dann erst bei der Produktion herausspringen? Selbstverständlich müssen die Kon- fumemen in den Warenpreisen auch die Arbeitslosenunterstützung für die Nichlprodnzenten bezahlen. Niemand regt sich darüber auf. DaS ist eben kapitalistische Ordnung I Auf deren Widersinn wirst die Arbeitslosenunterstützung für freiwilliges Nichtstun ein interessantes Streiflicht. Rückgang der Schlachtviehzufnhren. Die Schlachtviehzufuhren.auf dem Berliner städtischen Viehhofe find im Monat Juli d. I. gegen die im selben Monat des Vor- jahreS um 1088 Rinder und 14 887 Schafe niedriger gewesen, da- gegen waren sie um 1137 Kälber und 13 077 Schweine höher. Die Wcnigerzufuhren erreichten vom 1. Januar bis 31. Juli 1911 eine Höhe von 22 505 Rinder. 8146 Kälber und 65 359 Schafe, denen eine Mehrzufuhr von nur 49 532 Schweinen gegenübersteht. Die Preise für Schlachtvieh sind im Monat Juli gegen die im Juni gezahlten, mit Ausnahme der für Kälber, gestiegen. Es wurden für 100 Kilogramm Schlachtgewicht im Mittel erzielt: Rinder 143,40 M.. Schafe 149,25 M.(147,85 M.) und Schweine 109,— M. (102.37>/z M)._ Zur Geschäftslage in der Textilindustrie. Die Textilindustrie steht im Zeichen schärfster Krisis. Die Baum- Wollindustrie liegt total danieder und Aussicht auf Besserung ist für die nächsten Monate nicht zu erwarten. Die hohen Robstoffpreise und die bevorstehende Ernte reduzieren alle Kauflust auf ein Mini- mum. Die Ernteaussichten in den Vereinigten Staaten sind gut. Die hohen Preise der Baumwolle haben sehr zur Vergrößerung der Anbaufläche animiert. Im Jahre 1909 waren 30 938 000 Millionen Acres mit Bauintvolle bepflanzt, in diesem Jahre sind eS 35004000 Acres. Man rechnet mit einer Rekordernte von H'/i bis 15 Millionen Ballen. Ein Areal von 400 Millionen Acres steht noch zur Verfügung. Wenn bisher viel über eine nur geringe Steigerung der Banmwollproduktion geklagt werden konnte, lassen sich jetzt schon Stimmen vernehmen, wonadb die Industrie nicht in der Lage sein will, das zu erwartende hohe Quantum zu verarbeiten. Der Preis ist in Bremen um 10 Pfennig pro Pfund zurückgegangen; er betrug am 24. Juli 70>/z Pfennig. Da» ist in diesem Jahre der niedrigste Stand. Die Mode ist dem Verbrauch von Bauniwoll- zeugen sehr ungünstig. Die überall vorherrschenden engen Frauen- rücke beeinträchtigen den Konsum. Die Baumwollivcbereien arbeiten fast im ganzen Reiche mit verkürzter Arbeitszeit. Es wird zwei bis fünf Tage gefeiert. Abgehende Arbeiter werden- nicht durch neue er- setzt. Die Stühle bleiben stehen. ES gibt Betriebe, wo die Hälfte der Stühle stillgesetzt sind. Die Hilfsarbeiterinnen im Eulengcbirge arbeiten schon länger als ein Jahr nickt mehr als zwei bis drei Tage pro Woche. In der sächsischen Lausitz müssen die Weber und Weberinnen beim Abweben regelmäßig vier Tage feiern. Etwas besser ist es in den Spinnereien. Auch in der W o l l i n d u st r i e sieht es nicht gut aus. Die Kammgarnspinnereien sind noch leidlich beschäftigt. In den Kammgarnwebereicn Sachsens und Thüringens kleines feuilleton Selbsthilfe gegen Naturverschmierung! Dem„Kunstwart" wird geschrieben: Dicht neben einem der schönsten und mcistbe- gangenen Wanderweg: im oberen Brockcngebiet fand ich jüngst an einem Felsen— vorbeisehen konnte niemand daran— in Riesen- buchstabcn die geschmackvolle Inschrift, daß der„Skatklub Sauf- brüdcr" aus einer der größten deutschen Residenzstädte wenige Tage vorher„dagewesen" war. Damit der Nachwelt die geschicht- liche Kunde recht lange erhalten bleibe, hatte der Klubkünstler weiße Oelfarbe verwendet. Selbstverständlich waren auch— vermutlich zur Taufe der Inschrift— einige Flaschen an dem Felsen zer- schlag-n worden, deren Scherben auf dem steilen Wege lagen. Solche Unsitte ist ja schwer ausrottbar, da in vielen Gehirnen kein Platz ist für den Gedanken, wie entbehrlich immerhin für die meisten das Wissen ist, daß der Skatklub Saufbrüder auf dem Brocken g-wesen ist. Oder sogar, daß ein deutsches Seeschiff, und wär's die„Hohenzollcrn" an irgendeinem Datum in einem norwe» gischen Fjord gehalten hat, dessen Felswände man nun„verziert". Wir rufen gegen die neuen KiesclackS zur Selbsthilfe I Die Pinsclletslung sehen, feststellen, daß mit Wasser und Sand gegen die wetterfeste Oelfarbe nichts auszurichten war, und mit einigen großen schönen Tannenzwcigen die Inschrift vollständig ver- Hecken, war das Werk weniger Minuten. Aber das hilft nicht auf lange. Komm ich nächst ns wieder zum Harze, werde ich Farben- frcsscr und für den Notfall Hammer und Meißel mitnehmen. Könnten nicht unsre Wandervögel oder sonst frische und vernünftige Menschen, die in Gruppen streifen, zum systematischen Vertilgen der Naturvcrschmierungen erzog.'n werden? DaS Abbe-Denkmal, die neue Schöpfung Max KlingcrS und Pari de Veldes ist nun, wie bereits gemeldet, in Jena feierlich ein- geweiht worden. Wo ringsum emsige Arbeit sich rührt, ist hier auf dem schönen freien Carl Zciß-Platz dem Genius und Schöpfer dieser Arbeit ein Tempel errichtet, darin eines der herrlichsten Denkmal- werke, das die neuere Zeit kennt, z» künstlerischer Tat geworden. Die Künstler, die in gemeinsamem Schaffen dieses Werk zustande brachten, haben etwas durchaus Einheitliches erreicht. Zu den beiden Lebenden gesellt sich der Franzose Eons, antin Mcunier. dessen schon berühmt gewordene Reliefs, die die Arbeit darstellen, in diesen mausoleumartigen Tempclbau mit aufgenommen worden sind. Ein Teil der Gedanken, die dieses Denkmal auszudrücken hatte, findet sich also in den markigen, mehr die Mühe als den Segen der mo- dornen Arbeitsamkeit darstellenden Reliefs versinnbildlicht. Als Bronzewerke sind diese Reliefs, die das Denkmal der Arbeit dar- stellen in die steinernen Wände von Van de Veldes Tempclbau eingelassen: von dort künden sie den Ernst, den keine Mühe bleichet. aber zugleich die unselige, friedlose Muhe moderner Arbeitsamkeit. Diese Nichts-als-Arbeitsencrgie. die daS Leben sich selber verzehren läßt, ist hier in Van de Veldes Tempel eingeschlossen, den kupferne Küren von der Außenwelt abschließen. dagegen ist der Geschäftsgang sehr schleppend und der Beschäftigungs- grab nicht günstig. In Mcerane und Glauchau feiern die Arbeiter wochenlang. Die Tuchbranche geht mit Ausnahme von Koltbus im ganzen Reiche sehr schlecht. Drei Fabriken Großbcrlins haben sich mit einer Luckenivalder Firma verschinolzen und nach er- solgter Fusion fast die Hälfte der Maschinen still gesetzt.— Die Lei neu brauche zeigt noch einen zufriedenstellenden Geschäfts- gang, aber die fetten Jahre sind vorüber. Flott beschäftigt ist die Juteindustrie und die von der Mode sehr begünstigte Samt- brauche des Niederrheins, dagegen liegt die Seidenstoff- brauche in all ihren Zweigen sehr still. In den Strickereien und Wirkereien des Erzgebirges kriselt es ununterbrochen seit Ende 1907. Hier hat die Wirtschafts- Politik des Reiches furchtbar verheerend gewirkt. Zahlreiche kleinere Unternehmer sind verschwunden, die großen haben ihre Bc- triebe ausgebaut. So wurden in der Strumpfbrancke fast alle kleineren Maschinen entfernt. 28teilige traten an ihre Stelle; das heißt, es werden jetzt 28 Strümpfe auf einmal fertig. Gegenivärtig hat sich der Geschäftsgang etwas gebessert. Von einer Ueberwinduug der Krisis kann jedoch noch lange nicht die Rede fein, nur Petinel- wäre wird etwas mehr verlangt.— Zufriedenstellend geht es in Mülhausen in Th. Ganz schlecht sieht es in der Handschuhbranche aus. Dasselbe gilt von der Bandindustrie des Wuppertales und der Tüllweberei Sachsens. Die Posamentenbranche und die vogtländische Schiffchen- Stickerei erfteuen sich sehr guter Be- schästigung._ Höhere Dividende. In diesen Tagen ist der I a h r e S a b s ch l u ß deS Bochumer Vereins veröffentlicht worden. Die Gesellschaft verteilt eine Dividende von 12'/z Proz., also Proz. mehr als für daS Geschäftsjahr 1909/lO ausgeschüttet wurden. Die Börse hatte mit einer nicht unwesentlich höheren Dividende gerechnet, sie war in ihren Schätzungen bis auf 14 Proz. heraufgegangen. Das zeugt gerade nicht von einer Ungunst der Lage, von der mit Beziehung auf die Preise so viel geschrieben wird. DaS Werk der Schwarzblaue«. Die Monatsschrift»DaS Deutsche Tobakgewerbe" veröffentlicht Darlegungen über die gegenwärtige Lage des Tabakgewerbes, die sich auf die Ergebnisse einer Umfrage stützen. ES wird dazu auS- geführt: Jede vorurteilsfreie Prüfung dieser Darlegungen wird zu der Ueberzengung kommen, daß daS deutsche Tabakgewerbe im Jahre 1910 untcr der Wirkung der erfolgten Mehrbelastung schwer danieder- gelegen hat, wie auch alle in Betracht konmienden Handelskammer« berichte und Berichte der GewerbeaussichtSdcamien einstimmig bekundet babe». Es ist ferner nachgewiesen, daß die kleine Aufbesserung zum Jahresschluß nach dem Jahreswechsel wieder in ihr Gegenteil umge« schlagen ist und daß. das Jahr 1911 bislang ebenfalls noch durchaus unter dem Zeichen einer starken GeschäsiSstockung stand. Die etwas gestiegene Einfuhr von zollzuschlagpflichtigem Rohtabak, also von Material zur Herstellung von Zigarren. Rauch-, Kau« und Schnupf- tabak hat in den Monaten März, April, Mai und Juni wieder be« deutend abgenonimen. Die Ungunst der Lage wird noch verschärft, einmal durch die spezifische Wirkung deö WertzollsystemS, daS zu einer unverbältnis- mäßig großen Lerrcuerung deS RobtabakS zu den für den Massen- konium bestimmten Fabrikaten geführt, sowie dadurch eine starke Ab- Wanderung der Rancher billiger Preislogen zur Zigarette verursacht hat. und dann auch durch die andauernd aufwärts gehende Gestallung der Weltmarktlage für Rohtabak Überhaupt. )Zus der frauenbewegung. Verdächtige Sorge. In einem Artikel über„Koctmktivn" in der„Rheinisch-Wcst- fäl. Ztg." schreibt Prof. Hesse u. a.:„Die Schulverwaltungen Deutschlands sind dem Drängen der Fcauenrechtler bei der Neu» ordnung des Mädchenschulwesens nach der Ansicht der meisten Sach- verständigen, unter ihnen vor allem der Aerzte, schon viel zu weit entgegengekommen, indem sie die Studienonstalten den höheren Schulen für Knaben in ihren Anforderungen fast gleichgestellt haben. Ob der weibliche Organismus in den meisten Fällen und auf die Dauer das Maß von Arbeit ohne schwere Schädigung der Gesundheit, ohne Störung des Nervensystems gerade in der Zeit seiner wichtigsten Entwicklung wird leisten können, das kann sich erst bei der nächsten Generation zeigen." Der König dieser Arbntscncrgie aber thront inmitten dieses stillen Raumes, wie ihn Max Klinger zum Kunstwerk verklärt hat. Auf einem drei Meter hohen, vorn völlig glatten weißen Marmor- sockel wächst Abbes Kopf aus dem Stein heraus." Der Kopf ist wundervoll gelungen. Gerade soweit ähnlich, wie es der braucht. der Abbe gekannt hat, und doch noch künstlerisch verklärt, die er- habcnen Eigenschaften, die Größe dieses seltenen Mannes zu künst- lerischem Ausdruck gebracht. DaS konnte nur ein so bedeutender Mann wie Kling:r schaffen. Fast noch mehr aber wird die Größe seiner Kunst durch die Reliefs bewiesen, die er an den beiden Seiten'- und der Rückwandfläche deS Sockels angebracht hat. Poetische Plastik hat hier mit geringen Mitteln vollkommen Verständ- licheS gesagt, die Allegorie in der bildenden Kunst in ein neues Stadium gehoben. Wie Klinger hier durch eine durch eine Linse blickende Frauengestalt sowohl die Bedeutung des Mikroskops wie deS Fernrohres und damit zwei Großtaten Abbes zur anschaulichen Wirkung bringt, das ist einzig in seiner Art und läßt sich mit wenig Worten gar nicht in seiner Größe wiedergeben; ebensowenig wie das, was er mit dem dritten Relief geschaffen hat, wo Abbe einem jungen Arbeiter bei der Arbeit als Meister und Führer zur Seite tritt. Ein Kontrast von Gestalten, eine Einfachheit der Form und Erfindung und dabei ein Eindrucksreichtum des Gedankens und eine Stilreinhcit, die einfach bewundernswert sind. Selbst daS bei solchen Werken immer fatale Problem der Gewandung ist genial gelöst. Vermutlich wird man erst mit der Zeit die ganze Größe dieses Werkes voll erkennen. Die Welt in Ziffer». Interessante Daten über die Erde und ihre Bewohner entvält daS soeben zur Ausgabe gelangte Statistiscbe Jabrbuch deS Pariser Geographischen Bureaus. Nach diesem mit großer Genauigkeit zusammengestellten Handbuch zählt Europa 437 Millionen Bewohner; Asien hat-851 Millionen, Afrika l26 Millionen, Amerika 161 Millionen und endlich Australien 51 Millionen Einwohner. WaS die räumliche Ausdehnung betrifft, io ist Amerika mit 44 Millionen Quadratkilometer der größte der Erdteile; Asien, die Wiege der Völker, umfaßt 41 Millionen, Afrika 31 Millionen, Australien 11 Millionen Ouadratkilomcter. Die letzte Stelle nimmt Europa mit einem Flächeninhalt von 10 Millionen Quadratkilometer ein. Dafür entspricht die durchschnittliche Bevölkerungsziffer in Europa 43 Bewohnern auf einen Quadrat- kilometer; in Asien sind es 20, in Amerika 5, in Australien 3 und in Afrika, dein schwarzen Erdleil, km,m_ 2 Bewohner, die auf einen Quadratkilometer kommen. Tic Oberfläche der Erde, allerdings die Mcercsflächen ausgenommen, hat über 133 Milloncn Ouadratkilo- meter. Die FlächcnauSdehnung der Erdozeane ist dreinral so groß; denn sie betragt 374 Millionen Quadratkilometer. Von dieser un- geheuren Wasserfläche entfallen auf den Atlantischen Ozean, der Amerika von Europa und Asien trennt, 100 Millionen Ouadratkilo« meter. Die oft geäußerten Besorgnisse, daß die Erde aus die Dauer für die Menschheit zu klein werde, sind angesichts dieser Zahlen hin- fällig. Wenn nämlich die Bevölkerungsdichte auf der ganzen Erde nur so groß wäre wie in Europa, also 43 auf einen Quadrat- Die Sorge um den weiblichen Organismus berührt ja sehr sympathisch, aber es mutet doch sonderbar an, daß man sie in der Regel nur antrifft, wenn es gilt« Männervorrechte zu verteidigen. Ist etwa das Schuften der Frauen und Mädchen in der Industrie, in chemischen Fabriken, bei. der Zündholzfabrikation, in Berg- werken, Ziegeleien, ZuckerfMriken, in Fischräuchereien usw. ein Mittel, den weiblichen Organismus zu stählen, ihn für seine bc- sonderen Funktionen auszubilden. Fördern etwa die mörderischen Verhältnisse in der Heimindustrie die Gesundheit und Entwicklung des weiblichen Körpers, ist diesem bielleicht das andauernde Stehen in den Verkaufsläden sehr vorteilhaft, oder glaubt man, das stän- dige Hocken über der Näh- oder Schreibmaschine sei ein Labsal für die weibliche Lohnfrondcrin? Der Herr Professor mag sich bc« ruhigen, das Studieren ist dem weiblichen Organismus im all- gemeinen viel weniger schädlich, als die meiste gewerbliche und hauswirtschaftliche Lohntätigkcit, zu der das proletarische wcib- liche Geschlecht verurteilt ist. Oder wurzelt die Sorge um die Studentinnen nur in dem Bewußtsein, daß sie vorwiegend doch aus„besseren Kreisen" stammen? Ja, dann— schaffe man den wissenshungrigen Prolctarierinnen die Gelegenheit, daß sie studieren können. Sie werden den Damen sehr gern die Lasten und Mühen des Studiums abnehmen. Die stille Arbeit der Fra« ior Hanse. Es jährt sich bald, daß Wilhelm II. in Königsberg, am 26. August 1910, auch über die„Hauptaufgabe der deutschen Frau" sein Urteil abgab. Er sagte, sie sollen lernen,„daß sie nicht auf dem Gebiet deS VcrsammlungS« und Vereinswesens liegt, nicht in de in Erreichen von vermeintlichen Rechten, in denen sie es den Männer n gleich tun können, sondern in der stillen Arbeit im Hause und in der Familie." AlS treffende Illustration zu diesen Worten kann fest- gestellt werden, daß die drei Kaiserparadcn, die im August und September drei Armeekorps abhalten werden, vor der Front ihrer Regimenter eine besonders große Zahl weiblicher Chefs sehen können. Die Kaiserin wird als Kommandeuse des Schleswig» Holsteinischen Füsilier« Regiments Nr. 86 und des Pominerschea Kürassier- Regiments Nr. 2 erscheinen. DaS 34. Füsilier» Regiment soll bei der Parade durch seine schwedische Obristin, Königin Viktoria, vorgeführt werden. Dazu kommt noch die Prinzessin Eitel Friedrich von Preußen an der Spitze der zwölften Dragoner, die junge Frau Großhcrzogin von Mecklenburg-Schwerin bei den Parchimer Dragonern, sie ist zugleich auch zweiler Chef der Frankfurter Leibgrenadiere. Tie Königin von Holland wird„ihre" Wandsbeker Husaren wahrscheinlich nicht selbst vorführen. Die Großhcrzogin von Baden kommt mit ihrem Grc« nadierregiment Nr. 4 in Betracht, das Elisabelhregiment wird von „seinem" Chef, der Kronprinzessin von Griechenland und Herzogin von Sparta, geführt werden. Tie Zarin wird ihr Regiment diesmal nicht kommandieren. Ja, ja, die Frau gehört ins HauS I Leseabende. Zchlcndorf(Wannseebahn). Mittwoch, den 2. August, 8'/z Uhr, bei Micklcy: Vortrag._ Seriedts- Leitung. Wegen Aufreizung zu Gewalttätigkeiten im Sinne des§ 130 des St.-G. war Anklage erhoben gegen den Metallarbeiter Theodor Sommer als verarrlwortlichen Redakteur des anarchistischen Blattes„Der freie Arbeiter". Die Verhandlung fand gestern vor der 10. Strafkammer des Landgerichts l unter Vorsitz des Landgcrichtsdirektors Splctstößer statt. Der Anklage liegt ein am 13. Mai d. I. in jenem Blatte erschienener Artikel zugrunde, der die Ueberschrift trägt:„Durch Freiheit zur Bildung". und die inkriminierten Sätze lauten in der Hauptsache so:„Es ist der Hunger, welcher schließlich auch die Stumpfsinnigsten zur Empörung treibt, und schon sehen wir, wie diese überall ,n zün� gelnden Flammen emporlodert, so daß es nur noch eine Frage der. Zeit ist, wann endlich die Arbeitermassen aufstehen, um diesem System, Ivclches sie zum Tiere herabwürdigt, ein Ende zu machen, Wir werden es an Aufreizung und Aufmunterung zum Kampfe nicht fehlen lassen." Der Angeklagte erklärt auf Befragen des Vor- sitzenden, daß er, wie die Anarchisten überhaupt, Gegner von Ge- waltsamkcitcn sei, daß die Revolution, von der im Artikel die kilometer, dann würde die Welt 6 Milliarden Menschen bequem Raum gewähren. Jetzt aber bevölkern erst 1600 Millionen den Erdball. Die größten Reiche i» rämnlicher Be- ziebung sind nach deb Reihe: England mit den Kolonie», Nnßland, China, Frankreich mit den Kolonien, die Vereinigten Staaten, Brasilien, Türkei, Deutscblaud, Argentinien. Belgie«, Dänemark, Portugal und Holland. Wenn man die BevölkerungSzisfer mit in vclrackit zieht, so ergib: sich folgende Reihenfolge: England 403 Mill., China 350 Mill., Nnßland 143 Mill., die Vereinigte» Staaten 93 Mill., Frankreich 81 Mill., Deutschland 78 MilO Japan 62 Mill., Oesterreich-Ungarn 50 Mill., Holland 44 Mill., Türlei 38 Mill., Italien 35 Mill., Belgien 27 Mill. und Spanien 20 Mlll. Einwohner. Die größten Sladte der Welt sind: London mit 7,3 Mill. Einwohnern, New Jork mit 4,2, Paris 3,8, Berlin 8,7, sämtlich mit Vororten. Wie» 2,1, Chicago 2, Petersburg VU, Konstantiiiopel 1 und endlich Peking mit nicht ganz einer Million Einwohnern. Zu den längsten Flüssen der Welt' zählen der Nil mit einer Stromlänge von 850 Meilen, dann der A inazonenstrom in Slldaincrika und der Sibirien durchfließende Jenissei, die jeder 730 Meilen lang sind: dann kommt der längste europäische Fluß, die Wolga, die eine Länge von 530 Meilen hat. Das höchste Bauwerk der Welt ist nach wie vor der Eiffcltiirm in Paris, der eine Höhe von 300 Meter,: aufweist. Die zweite Stelle nimmt die Freiheits- statne im New Aorker Haken mit 161 Metern ein. Deutschlands höchstes Gebäude ist das Ulmer Münster mit 161 Metern Höhe, dem der Kölner Dom mit 156 Metern folgt. Skotizcn. — E i n verkrachtes Sommertheater. Die Operetten« trnppe. Mc_ im Friedrich-Wilhelm st 5 dti scheu Theater gastspielt, ist der Hitze erlegen, d. h. ihr Direltor Nack hat auf seine Konzelston verzichtet und die Kaution zur Verfügung gestellt, die aber nur zur Deckung der Gagen bis zum 1. August reichen dürste. — N e:: e D r a m e n.„Die Liebe höret nimmer aus" bctuclt sich das neueste Werk von Otto Ernst, das bereits von einer Anzahl Theater angenonunen tvurde. — Der Orthographie-Duden, der Mitbegründer und lexikalische Bearbeiter der neuen deutschen(Puttkamerschen) Ortho- g:aphie, ist im Alter von 83 Jahren in der Nähe von Wiesbaden gestorben. — Die Universität Breslau beging am Montag und Dienstag ihr hundertjähriges Bestehen mit Blumen, Prinzen. Adressen, der Stiftung einer neuen Amtslette(durch Damen) und der Ab- Haltung eines dentich-amerikanischen OlympiaS,— also berichtet(nur entsprechend ausführlicher) Wolffs Bureau. — Die internationale Ausstellung für soziale Hygiene w:rd, w:e daS kettende Komitee mitteilt, in N o m am 1. November eröffnet werden, darunter auch die Abteilung für Tuberkulose. Die Ausstellung wird bis zum April 1912 geöffnet bleroen und s« mit dem Antituberkulosenkongreß zusammenfallen. der aus dieselbe Zeit verschoben wird. Rede ist, nur In wirtschaftlichem Sinne zu verstehen sei, und das Ganze nur einen Appell die Genoffen zur Teilnahme am Wirt- fchaftlichen Kampfe darstelle. Tr selbst hat den Artikel nicht ver- fatzt.— Der Vorsitzende hielt dem Angeklagten vor, daß, wenn er nur die Revolution im wirtschaftlichen Sinne im Auge gehabt hätte, eigentlich der ganze Artikel überflüssig wäre, da ja eine solche wirtschaftliche Umwälzung Tag für Tag ganz von selbst vor sich gehe. Der Staatsanwalt, Assessor Burczek, fand in dem Artikel ganz deutlich den Tatbestand des Z 130 und beantragte IW M. Geldstrafe. Der Verteidiger, Rechtsanwalt Halpert, legte in län- geren Ausführungen dar, daß man die in dem Artikel gebrauchten Worte und Redewendungen nicht in ihrer ursprünglichen Bedeu- tung auffassen dürfe, da man sonst in dergleichen Dingen zu einer heillosen Begriffsverwirrung komme. Sie seien vielmehr in der Bedeutung zu verstehen, die sie im politischen Jargon haben. Schon Lassalle habe in den 60er Jahren darauf hingewiesen, daß das Wort Revolution nicht im„Heugabelsinne" aufzufassen sei, und seit Lassalle sei dieses Wort in den politischen Sprachschatz übergegan- gen. Im übrigen ober seien es namentlich militärische Schlag- Worte, die auf den politischen„Kampf" angewandt toerden, und keiner denke bei dergleichen Ausdrücken daran, dah man mit Ge- Ivalt gegen den Gegner vorgehen wolle. Die Anarchisten perhorres- zierten die Gewalt und wüßten sehr wohl, daß ein Vorgehen gegen den politischen Oberbau der Gesellschaft keine ökonomische Umge- staltung herbeiführen kann, wie sie sie doch anstreben. Eine den öffentlichen Frieden gefährdende Anreizung verschiedener Bevölkc- rungSklassen zu Gewalttätigkeiten sei in dem ganzen Artikel nicht zu entdecken, und wenn wirklich nach Aufassung des Staatsanwalts eine Aufforderung zu gewaltsamer Revolution in dem Artikel liegen solle, so gehöre die Sache vor das Reichsgericht. Es sei wohl zu begreifen, daß solche Artikel wie dieser mißfallen, aber etwas Strafbares liege nicht darin. DaS Gericht sprach den Angeklagten frei. Ein besseres Feld zur Betätigung der Staatsanwaltschaft als die Erhebung solch haltloser Anklagen wäre die endliche Erhebung der Anklage gegen die Mörder des Arbeiters Herrmann. In der Tat lodert die Empörung über das Niederschlagen des Arbeiters Herrmann überall, wo ein Sinn für Gerechtigkeit herrscht,„in züngelnden Flammen" empor._ Ei» gemeingefährlicher Förster. Wegen Körperverletzung mittels gefährlichen Werkzeugs war der Privatsörster Eduard Groß aus Stolpe angeklagt.— Am Sonntag, den LI. August, hatten drei dem KaufmannSstande angehörende Berliner Ausflügler in der Nähe von Stolpe ein recht unange- nehmes Abenteuer zu bestehen. Die drei jungen Leute, namens Mischke, Grimm und Theile, kamen von Hermsdorf und gingen durch den Wald nach dem Dorfe Stolpe. Als sie durch das sog. Stolper Feld kamen, näherte sich ihnen ein Förster in voller Uni- form, in dessen Begleitung sich ein ebenfalls zagdmäßig ausge- rüstete Zivilperson befand. Der Forstbeamte trat auf einen der jungen Leute zu und forderte ihn in barschem Tone auf, die von ihm getragene Tasche zu öffnen. Auf den Hinweis, dah diese nur Butterbrode enthalte, forderte der Förster nochmals, daß die Tasche geöffnet werde. In dem Augenblick, als sich der junge Mann bückte, schlug der Förster mit einem dicke» Spazicrstock auf ihn ein. AIS die beiden andern gegen diese brutale Behandlung protestierten, schlug der Förster auch auf sie ein, so daß ihnen nichts übrig blieb, als schleunigst auszureißen. Sie erstatteten wegen dieses uner- hörten Vorfalles sofort Anzeige. Auf Veranlassung des zuständigen Amtsgerichts Oranienburg wurden den drei Ueberfallenen die sämtlichen in Frage konimenden Forstbeamten gegenübergestellt. Alle Drei bezeichneten übereinstimmend den jetzigen Angeklagten als den Täter. Gegen Groß wurde daraufhin Anklage erhoben. Das Schöffengericht Oranienburg hielt den Angeklagten in vollem Umfange für überführt und verurteilte ihn mit Rücksicht darauf. daß es sich um eine schwere Ausschreitung gegen harmlose Aus- flügler handele unter Versagung mildernder Umstände zu 2 Mo- «»ten Gefängnis. Gegen diese? Urteil legte der AngeklagteVerufung ein. Zu der Verhandlung vor dem Berufungsgericht trat der Angeklagte plötzlich einen Alibibeweis an, indem er sich auf das Zeugnis mnes Archi- tekten Schneider berief. Groß behauptete, daß er bisher sich nicht auf diesen berufen habe, weil er fürchtete, daß dadurch sein Dienst- Herr, der Gutsbesitzer von Veltheim, erfahren hätte, daß er den S., entgegen ausdrücklichem Verbot, mit auf die Jagd genommen hatte. Der Zeuge bekundete, daß er sich den ganzen Vormittag über in unmittelbarer Nähe des Angeklagten aufgehblten habe, so daß dieser keinesfalls als Täter in Frage kommen könne. Die drei Belastungs- zeugen blieben jedoch trotzdem dabei, daß kein anderer als der An- geklagte derjenige gewesen sei. der sie mißhanddlt habe. Der Zeuge Schneider wurde jedoch nicht als d-rjenige wiedererkannt, der sich bi dem Vorfall in Begleitung des Försters befunden hatte.— Zur Sprache kam u. a. auch noch, daß in jener Gegend zwei Forstge- Hilfen namenS Lohn und Scholz existieren, die mit Groß große Aehnlichkeit haben, den Zeugen jedoch bei der Konfrontation nicht gegenübergestellt worden waren. Justizrat Wronker hielt bei den unlösbaren Widersprüchen, welche die Verhandlung ergeben habe, die Freisprechung deS Angeklagten für geboten. Das Gericht kam auch auf Grund eines non liquet(nicht aufgeklärt) zu einer Frei- fprechung des Angeklagten. Wird der gemeingefährliche Förster unauffindbar bleiben? Urkundenfälschung. Der Küster an der katholischen St. Mathiaskirche in Schöne- berg bei Berlin Josef Weber wurde gestern von der 2. Ferienstraf- kammer des Landgerichts Berlin II wegen Vernichtung einer öffentlichen Urkunde zu drei Wochen Gefängnis verurteilt. Der Angeklagte hatte in einem Stammbuch das Verzeichnis der Taufe in der evangelischen Kirche zu Schöneberg nebst Unterschrift des Super- rntendcnten und Amtssiegel ausradiert und die Taufe desselben ÄmdeS nach katholischem Ritus in das Stammbuch eingetragen. Selbstmord im Moabiter NntcrsuchiingSgefängniS. Zu der Notiz„Selbstmord im Moabiter UntersulbungSgefängiiiS" in der Nummer vom 26. Juli 1911 teilt uns Dr. M. Hirsch seid aus Bayreuth folgendes mit: ES ist ein Jrrtnm, daß über den im Moabiter UntersiiibungS- gesäitgniS verstorbenen Karl F. aus Mannheim von mir ein Gut- achten ausgestellt wurde, daß er im Sinne des§ öt geisteskrank sei. Es ist auch irrtümlich, daß er sich nach Berlin begeben hatte. um sich auf seinen Geisteszustand von mir untersuchen zu lassen. F. war vielmehr nach Berlin gereist, um hier seinen Ferien- urkaub zu verleben.(Er war seil 26 Jahren Beamter einer großen LudivigShafener Firma.) Seine Verhaftung in Berlin traf ihn vollkommend überraschend. Der Selbstmord erfolgte nicht aus Schuldbewußtsein. F. bestritt mit Entschiedenheit, daß seine Beziehungen zu den Soldaten einen strafvaien Charakter trügen oder daß gar„wüste Orgien" vorgekommen seien. Der verzweifelte Schritt, zu dem F. sich in seiner Zelle entschloß, war vielmehr hauptsächlich auf folgende Ursache zurückzuführen. Er hatte aus den» Gefängnis Briefe an seine Firma und Familie geschrieben, sowie einen R o h r p o st b r i e f an den Unterzeichneten mit der flehentlichen Bitte, ihn doch sofort anfzusuchen. Dieser Rohrpost- brief brauchte von Moabit nach der 10 Minuten entfernten Wohnung des Adressaten über ö Tage. Er ging nämlich den üblichen Instanzenweg. Dieser führte von Moabit nach Mannheim. wo die Sache anhängig war. von dort nach einigen Dagen auf dem gewöhnlichen Postwege nach verlin zurück. Als der Unterzeichnete endlich von F.s verzweifeltem Schreiben Kenntnis erhielt und sich sofort zu'hm begab, hatte sich der ziemlich nervöse F. bereit« in seiner Zelle erhängt. Auch das Antwortschreiben seiner Firma, die ihm mitteilte, daß sie in Anbetracht seiner 26 jährigen treuen Dienste ihn selbst im Falle der Verurteilung wieder bei sich einstellen würde, sowie der Brief seiner Angehörigen, der ebenfall» liebevoll und tröstlich gehalten war, trafen de» Beschuldigten, der glaubte, daß„draußen" niemand mehr etwas von ihm wissen wollte, nicht mehr lebend an. Es ist schon oft darüber Klage geführt, wie außerordentlich langwierig es für in Untersuchungshaft genommene Personen ist. sich mit der Außenwelt in Verbindung zu setzen. Für den einsam in der Zelle Wartenden, der doch zunächst ein Angeschuldigter, damit aber noch lange lein Ver- urteiller ist, hat die langsame Beförderung und Kontrolle der ein- und ausgehenden Briefe, das meist tagelang währende Lauern auf „die Antwort von Haufe" die schwersten Seelenqualen zur Folge. Im Falle F. führten diese zum Selbstmord, der sicherlich nicht er- folgt wäre, wenn der im Rohrpostbriefe enthalte»« Angstschrei anstatt in 5 Tagen wenigstens in einem Tage an feine Bestimmung hätte gelangen können. Mit vorzüglicher Hochachtung Dr. Magnus Hirschfeld. Bayreuth, 31. Juli 1911. Was Dr. Magnus Hirschfeld über die burcaukratisch über- langsame Beförderung der Korrespondenz von einem und an einen Unlersuchimgsgefaiigenen schreibt, ist leider durchaus zutreffend. Dieser Schneckengang kann auch minder aufgeregte Untersuchungs- gefangene zur Verzweiflung bringen. Und doch ist er durchaus nicht erforderlich. Jeder eingehende oder abgehende Brief ist dem Unter- suchungSrichter vorzulegen, der über Aushändigung und Fortgang des Briefes zu befinden hat. Es kann, wenn St. BureaukratiuS etwas weniger wüste Orgien feiert, in der Regel inner- halb weniger Stunden nach Eingang de? Briefes an den UnterfuchungSgefangenen odcr nach Abgabe des Briefe« durch ihn der Brief in den Händen deS Adressaten sein. Im vorliegenden Fall ist die gewaltige Verzögerung deS Rohrpostbriefes an Dr. Hirschfeld durch die Vorschrift des Gesetzes mit verzögert, daß nicht der Richter am Ort der Verhaftung, sondern der in Mann- heim über die Auslieferung des Briefes zu befinden hatte. In der Strafprozeßordnungskommifsion hatten unsere Genossen auf den schleppenden Gang des brieflichen Verkehr? mit dem Angeklagten hingewiesen, als Fristen von 3 Tagen für Rechtsmittel vorgeschlagen wurden. Als Vertreter der Regieiungen und der Kommission be- zweifelten, ob der Gang so schleppend sei, bedauerten unsere Gc- nossen mit Recht, daß den Zweiflern keine Gelegenheit als UntersuchungS- oder Strafgefangene gegeben war, Kemitniffe durch die Praxis zu erwerben. Es wurden dann einige Verbefferungen beschlossen, aber insbesondere beim„schleunigen Verfahren" der Angeklagte wieder völlig schutzlos der Majestät bureaukratifcher Langsamkeit bei Ver- olgung seiner Rechte ausgeliefert, dafür aber ein von uns wieder- holt gekennzeichnetes UeberrumpelungSverfahren gegen ihn be- chlofien. Die Strafprozeßordnungsnovelle kommt möglicherweise im Oktober oder November zur Beratung. Es wird dann an der Zeit ein. endlich diesem gesetzmäßigen Schlendrian bei Beförderung von Briefen, die vom Gefangenen ausgehen oder für ihn bestimmt sind, ein Ende zu machen. Man wird nicht zweifeln können, daß ihm der Selbstmord in dem Mannheimer Fall mit zur Lgst zu legen ist. Der Bock als Gärtner. Am 29. Juli teilten wir mit, daß die Revision des Wächters der Wach- und Schließgesellschast Ferdinand Meyer gegen die Ver- urteiluug zu 1 Jahr 6 Monate» Zuchthaus wegcki Einbruch in die einer Obhut anvertraute Weiuhaiidlung vom LleichSgericht verworfen ist. Die Firma„Berliner Wach- und Schließgesellschast m. b. H.", Friedrichsiraße 62, ersucht uns mitzuteilen, daß Meyer bei der Firma „Wach- und Schließ-Justitut Groß-Berlin", Leipziger Str. 26 und nicht bei ihr angestellt war. Hue aller Melt. Meitere folgen der Rundötagsbitze. In ganz Sachsen beginnt die anhaltende Hitze und Trocken- heit zu einer wirtschaftlichen Kalamität zu werden. Ganz abgesehen von den schweren Schäden, die der Landwirtschaft zugefügt find. leidet auch die Industrie. Zahlreiche Lastlähne liegen an den Um- chlagplätzen Aussig, Tetschen, Dresden und Riesa- Mehrere Fabriken im sächsischen Vogtland und dem Erz- gebirge. die hauptsächlich auf Wasserkraft angewiesen sind, haben ihren Betrieb einstellen müssen. Während die Elbe an manchen Stellen so flach ist, daß sie durch- watet werden lanit, beginnen auch die EebirgSflüss«, die der Elbe Wasier zuführen, zu versiegen. Nicht nur in den höher ge- legenen Orten ist T r i n k w a s s e r m a n g e l vorhanden, sondern auch die Verwaltungen der größeren Städte im Tieflande müssen zur dringendsten Sparsamkeit beim Wasserverbrauch raten. Die Straße nbesprengung ist in manchen Städten vollständig unmöglich g/ worden oder hat auf» äußerste«ingeschränkt werden müsien. In den der Sonnenglut besonder« ausgesetzten Plantagen verdörren die Früchte an den Bäumen. Auch die Milch ist infolge Futtermangels an vielen Orten erheblich im Preise gestiegen. Die Zahl der Todesfälle in Sachsen beträgt seit der letzten Woche über 100. In Elberfeld wurden gestern zwei Personen vom Hitzschlag betroffen. Beide Fälle verliefen tödlich. In M a r t e l l bei Innsbruck wurde der Lehrer S ch a u ß au? Wiesbaden von einem Hitzschlage getroffen und war sosort tot. Auch aus anderen Orten Tirols werden tödlich« Hitzschläge ge- meldet. In Göttingen sind drei Einwohner infolge Hitzschlages ge- Puden. Infolge Blitzschlages ist da» große Spiritusreservoir der Firma Herzog u. Cohn in L o i o n c z bei Budapest in die Luft geflogen. Große Verheerungen wurden dadurch angerichtet. Die übrigen Fabrikgebäude sind ein Raub der Flammen geworden. Drei F-enerbcaiiltc und zwei Arbeiter wurden tödlich verletzt. In Kos�theli(Ungarn) wurden durch Blitzschlag zwei Feld» arbritrr und et» Hirte getötet. Verheerende Aeuersbrtinste. In dem bekannten Bade Pyrmont, da« von den besser situierten Kreisen, insbesondere auch von den Frauen, jahraus, jahrein gut besucht wird, ist da» neue Kurhaus in der Nacht zum DienSlag einem Feuer zum Opfer gefallen. Gegen 3 Uhr morgens erfolgte eine D e�o na t i o n, die angeblich von den in der Nähe- des Kurhauses in einem Moorschuppen auf» bewahrten Fencrwcrkskörpern herrührte. Diese explodierten und wurden durch das Dach geschlendert. Die Unglücks- stelle liegt im Hofraum, der mit einem Gebäudckomplex eng bebaut ist, so daß das Feuer sofort rasend um sich griff. Die Bewohner deS großen BadehotelS sahen nach dem Knall, wie die Reste der Feuerwerkstörper hinauSgeschleudcrt wurden, und alarmierten die Feuerwehr. AlS nach einer Stunde der den kleinen Verhältnissen Pyrmonts angepaßte städtische Feuerwehr- apparat in Betrieb gesetzt werden konnte, hatten die Flammen bereits sämtliche Dachgeschosse ergriffen Die G ä st e deS bollbesctzten Badebotels konnten sich sämtlich in Ruhe und Ordnung ans dem Hau« entfernet». Allerdings war vorher eine Panik ausgebrochen, und die Gäste waren nur notdürftig bekleidet voller Angst au« ihren Zimmern geflüchtet. Fünf Moorbadzellen sind zerstört, jedoch über 100 Stahlbadezellcn erhalten. Die unteren Räume des Komplexes können aller Voraus« ficht nach in einigen Tagen wieder hergerichtet und der ganze Bade- betrieb wieder aufgenommen werden. Der Schaden beläuft sich schätzungsweise auf drei Viertel Millionen Mark. Gestern früh entstand in Nördlingen in dem Anwesen des Hopfenhändlers Ascher ein Brand. Das ganze Anwesen wurde ver- nichtet. Die Hausbewohner mußten auf Leitern das Haus verlassen. Der Hauseigentümer sprang jedoch vom Balkon auf die Straße und verletzte sich. Eine Sappeursgattin und ihr Töchterchen sprangen von der Leiter ab und erlitten außer Brand- wunden Prellungen. Eine im Hause bedienstete Köchin wird vermißt. Man vermutet, daß sie während des Schlafes ver- bräunt ist. Das Feuer ergriff auch zwei Nachbarhäuser, deren Firste eingeäschert wurden. In K o l i n brach in einer Brauerei Feuer aus, das auf das in der Nähe gelegene Schloß übergriff. DaS Schloßtheater und die Brauerei sind abgebrannt. Großfeuer. DaS russische Grenzdorf Woicin ist total abgebrannt. Die Ursache ist darin zu suchen, daß mehrere Kinder in einer Scheune mit Streichhölzchen spielten. Im ganzen sind 30 Gutshöfe eingeäschert worden. Auch viel Vieh ist miiverbrannt. In der ungarischen Ortschaft S e r c ist eine FcuerSbrunst auS- gebrochen, der 160 Wohnhäuser samt Nebengebäuden und Futter- Vorräten sowie zahlreichen Haustieren zum Opfer fielen. Die Löschung deS Brandes gestaltete sich infolge des Wasser. mangels äußerst schwierig. Auch zwei Mruschr« sind in den Flammen umgekommen. In dem Städtchen KomeSka Wala in Russiich-Polen sind über 300 Wohnhäuser niedergebrannt. Mehrere Personen haben in den Flammen den Tod gefunden. Bon Löwen aufgefressen. Ans Dar-eS-Salam wird gemeldet: Einen gräßlichen Tod fand vor kurzem der Führer Holstein des dem Gou- vernement gehörigen, auf dem Rufiji-Fluß im Bezirk Mohoro stationierten Heckraddampfer„Tomondo". Holstein war zur Ab« r e ch n u n g über seine Dampfereinnahmen und zum Lohn« und GehaltSempfang nach dem. etwa 2'/� Stunden entfernten Orte Mohoro, dem Sitz» des Bezirksamt», geritten. Den Rückweg trat er erst am Spätnachmittag kurz vor Eintritt der Dunkelheit an, nachdem er seine beiden farbigen Diener mit dem Gewehr vorausgeschickt hatte. In der Dunkelheit wurde er kurz vor dem Wegcnde in der Nähe des RufijiflusseS von drei Löwen, die sich an einem Bachübergang, im dichten Dschungel verborgen. aufgehalten hatten, angefallen und getötet. Die Diener Holsteins wurden auf sein Ausbleiben aufmerksam, al« das Mauliier schäum- bedeckt angestürzt kam, und bei der am nächsten Morgen veranstolleien Treibjagd wurde die schrecklich verstümmelte Leiche Holsteins in der Nähe der Unfallstelle gefunden. Ein Löwe wurde zur Strecke gebracht._ Kleine Notizen. Verbotene Bettelei. Der Rat der Stadt Dresden versagte in seiner gestrigen Sitzung dem im nächsten Jahre geplanten Margucritentag aus sozialpolitischen Bedenken seine Genrhmiguug. Unfälle be» einem Fliegerauffticg. Der Schweizer Flieger W y ß, der in V a I e n c e in» französischen Departement Dröme einen Auf- stieg machte, flog beim Start gegen die Tribüne. Zwei Zuschauer wurden verletzt, während der Flieger keinen Schaden erlitt. Kurz darauf stürzte die Tribüne ein, wobei zehn Personen«erletzt wurden. Sich selbst gerichtet. Der Arbeiter Montag, der seinerzeit in Bochum seine Geliebt« ermordet hat und sich demnächst vor den Geichivorenen verantworten sollte, hat gestern im Amtsgericht«- gefäugnis, wo er in Untersuchungshaft saß, seinem Leben durch Er« hänge» ein Ende gemacht. In den Bergen abgestürzt. Der vermißt« Generaldirektor Albert auS Wiesbaden ist bei der Besteigung der roten Wand am Karersee abgestürzt. Seine Leiche wurde gestern abend geborgen. — Im S o l st e i n ist der Beamte der JnnSbrucker Statthalterei Bezek abgestürzt. Revolte im Gefängnis. Bei einem Stroft im Gefängnis in A l e p p o wurden zwanzig Mann verletzt und einer getötet. 400 Personen durch Genuß von Kuchen vergiftet. AuS Pari« meldet ein Telegramm: In B o z i c r S und Umgegend sind 400 Per- sonen— mehrere in BeiorgniS erregender Weise— infolge deS Genusses von Kuchen erkrankt, der von demselben Bäcker stammte. Versammlungen. Verband der Brauerei- und Mühlenarbeiter, Zahlstelle Berlin. In der Generalversammlung, die am Sonntag nachmittag im Gewerkschaftshause stattfand, erstattete Hodapp den Geschäftsbericht für das zweite Quartal 1011. In der BerichtSzcit fanden 2 Mit- gliederverfammlungen, 9 Gruppen- und 89 Betriebsversammlungen statt, ferner 19 Sitzungen des Vorstandes und der Vertrauensleute und eine Bicrfahrerkonferenz. Mancherlei Differenzen führten z» 17 Verhandlungen mit den Unternehmern. In b6 Fällen war der Verband in Wcißbierbrauereien zum Nutzen der Arbeiter tätig. Mit zwei Unternehmern kam es zum Abschltiß von Tarifverträgen, durch die die bisherigen Verhältnisse in diesen Betrieben verbessert wurden. Hodapp besprach den Streik der Mühlenarbeiter bei Goldacker, der ergebnislos abgebrochen werden mußte, und lenkte dann die Aufmerksamkeit der Versammelten auf eine Differenz, die in der Bergschloßbraurrei ausgebrochen ist und die gesamte Ber- liner Kollegenschaft interessiert. ES handelt sich um die Frage der Ablösung des Freitrunks in den Braucreicii ourch eine den Arbei- tern zu zahlende Entschädigung. Dabei ist zu erlvägen die Zahl der abzulösenden Liter und der Preis für jeden Liter. Allgemein weigerten sich die Brauereien bisher, ans eine Ablösung einzugehen, die aber von der Mehrheit der Arbeiter gewünscht wird und schon bei den letzten Tarifverhandlungen als Forderung des Verbandes aufgestellt wurde. Die Versammlung trat in eine Be- sprechung über diesen Punkt ein, ohne einen bestimmten Beschluß zu fassen. Die Verhandlungen mit der Bcrgschloßbraucrci sind noch im Gaiw«. Hodapp berichtete weiter, daß durch den ArbeitsnackivciS 399 Stellen im zweiten Quartal vermitlclt wurden, und zwar 76 feste und 823 als„Vize". Zu diesem Punkte empfahl der Vorstand nach einer Diskussion, die sich zugleich auf die Arbeitslosenunterstützung erstreckte, die Annahme des folgenden Antrages:„Nach Beendigung einer Anstellung als Vize wird die ArbcitSlolcnuntcrstützung erst vom Tage der Ruckmeldung auf dem Arbeits,, acklvcis ab bezahlt." Die Versammlung erklärte sich damit«inverstanden und überließ cS dem Vorstande, den Termin für den Beginn dieser Neuerung zu bestimmen. lieber die Mitglicderbewegung wurde berichtet, daß im zweiten Quartal 257 Mitglieder aufgenommen und 36 Umschreibungen resp. Uebcrtritte vollzogen wurden. Den gedruckt vorliegenden Kassenbericht erläuterte der Kassie- rer K a st n e r. Tie Hauptkassc bilanzierte in Einnahme und AuS- gäbe mit 28143.50 M. Unter den Ausgaben steten an Unter« stützungcn verzeichnet für Kranke 8176,60 M.. ftir Arbeitslose 2867,05 M., in Sterbesällen 857 M. usw. Die Lokalkasse hat eine Einnahm« von 6915,46 M.. eine Ausgabe von 5848,08 M. gebucht. somit ist edin lleberschuß von 1066,48 M. zu verzeichnen. AuS der Lokalkassc wurden 1309,25 M. an Arbeitslose ausgezahlt, an Unter« stützung in Sterbesällen 860,55 M. Die Vermögensübersicht zeigt al» Reinvermögen der Lokalkasse die Summe von 47 640,06 M. Am 1. Dezember d. I. feiert der Berliner Verein das Fest seines Löjährigcn Bestehens. Um diesen Tag würdig zu begehen. beauftragte die Versammlung die OrtSverlraltung, in Verbindung nlit den Vertrauensleuten entsprechende Vorbereitungen zu treffe». In einer Broschüre wird die Geschichte deS Verbandes und sein Wirken für die Brauereiarbeiter dargestellt werden, AMWWW'. •:* M'?.- �-v:v' �,Mi.■; /> �'««vr«ch OrasuerLitraSSe-<►?? KörU()s/-naJsa: 3<» Hucdqrf, Beröstrl Q haben wir{rosse Posten unserer schwarzen und farbigen Sommervorräte, die teils unsortiert sind und teils nicht mehr weiter geführt werden, im Preise herabgesetzt Nur erstklassige Waren Verkauf nur so lange Vorrat Damen Schwarz la Chevr.- Schnürstiefel, Lack- rnc kappe, engl. Absatz........... jetzt D« /5 Schwz.IaChevr.-Knopfstiefel, Lackkappe,___ eleg. schlankeForm, Orig.-Goody.-Welt, jetzt 7.35 Braun echt Chevr.- St. m.Lackk.,mod. Form 5.90 Braun Chevr.-Schnurstief m u ohneLackk Orig.-Goody.-Welt, belieb. Modeform, jetzt 9,35 Pa. Damen- Leder- Spangenschuhe jetzt 2.45 Kalblack- Damen-Moüere- Halbschuhe,_ 1 Holzabsatz, elegante Schnalle..... jetzt 5.15 Braune echte Chevr-Schnür-Halbschuhe,___ Lackk, Derby,'gross. Oesen, breite Band, jetzt 5.50 Bi aune la Chevreau- Schnür-Halbschuhe_ Q_ echt Louis XV.-Absatz jetzt 7.90 Herren Schwarz Rofibox-Schnürstiefel, auch mit_ Q_ Lackk, dauerh.Strapazierstief,br. Form jetzt 5,95 Prima Roß Chevreau-Schnürstiefel, Lack-,__ kappe, moderne Form, auch mit Derby, jetzt 6.75 la Boxc.-Schnürstief, br. amerik.Form jetzt 7.15 Mandarinen-gelbe Boxcalf- Halbschuhe.__ u. Schnürstiefel, Grösse 44—46,. jetzt 0.90 la. braune Chevreau- u. Boxcalf-Schnür- stiefel, hochmoderne amerikanische torm,___ Orig.-Goody.-Welt........... jetzt 9.35 Braune, schwarze Chevreau-Halbschuhe___ zum Schnüren, Rand gedoppelt.... jetzt 7.95 Schwarze Knaben- Rossleder- Schnür» stiefel, dauerhafter Strapazier StiekeL Grösse, 36-40..................jetzt 4.45 Kinder Schwarz Ross- Chevreau- 25—26 87—30 st- 35 2-Spangen-Halbschuhe, jetzt 2.45 2,65 2.95 la schwarz Chevr.- Schnürstiefel, 22- 24 25—26 Lackkappe, durchgenäht.... jetzt 3.40 3.95 Braune echte Chevr.. Schnürstiefel, 23—24 25- 26 Ladekappe, durchgenäht.... jetzt 2.95 3.35 Braune echte Chevr.-Schnürstiefel, Lade->5—22 kappe, gewendet............ jetzt 2.45 Ein Post preisw.Herren-Sockenv.SSpf.an �.�"Damen-Strümpfe ia Ein Posten schwarze Damen- Lederhausschuhe Grösse 36— 42, nur solang eVorrat, jetzt Wegen des grossen Andrangs bei unsern Ausverkäufen bitten wir auch die Vormittagsstunden zum Einkauf zu benutzen.— Ausverkaufsware ist vom Umtausch ausgeschlossen. Theater und Vergnügungen nun □DD □□□ August. Anfang 8 Ubr. NeurS königltdicS Qt'ernstniiS. Aöltcrdämutenuig.(Ans. 7 Uhr) ksiui'rtie Chft. Der verbolelie Jluß. Berliner. Bummelfluicnlen. Vtrues 2rfmuipiclijaiio. Die keusche Eusanne. NeueS. Geschlossen. Thalia. Polulsche WirtschasL Scti».> Ki nriottvubiirg. Der dunkle Punkt. Lessing. Glaube und Heimat. Lustlviellians. Die drille Eskadron. (Ansang 8.20 Uhr.) Kleines. Norachen.(Ans. S'/, Uhr.) Trianon. Duz Prlnzchen.(Ansang S'/. Ubr.) Neues Cneretten. Eine Million. (Ansaiig 8>/, Uhr.) Friedrid.Willielmst. Schanipiel. haus. BadincS Entsührung. (Ansang 8'', Uhr.) Noie. Ziasernenlusl.(Ans. 8'/. Uhr.) Metra i» Höhest amüsier» sich! FolieS Gapncr. Die l-tzle Rächt. Drei Fraueuhäle.(Ansang 8'). Ubr.) Balg». Der vklicnbudiker. RaockS. Er mujj aus'S Land. Up.uu. Svejialitäten. g).,.»gr. Epcjiat'lüten RelchSsialr». Steltiner Sänger. Spezialitäten. Winirlstarirn. Sveiialitätein Kaiscr-Panoraina. Ncul Besuch von Konslanlinopel. Wanderung w de» Dolomiten. Urania. Ta»l»'ni>rasse 4«/»». 'AdciidZ 8 Uhr: Die Insel Rügen. See, i.lnarte, Unvalidcnslr. S7— 62. Schiller-Thealer Der dunkle Punkt. Lilsgpicl in 3 Alien v<-». Kadelburg und Rudoli PreSber. Aistang 8 Ilt-r. Ende 10 Uhr. Morgen uti->»olgende Tage: {»C lluill.lo l'uuKt. Berliner Theater. Heute 8 Uhr: Bummelstudenlen. Täglich: Buiiimrlstudenten. Idester des VVestens. SlbeudS 8 Uhr: Die lustige» Niheluitgen. I0SE=THEATE Grone Arankiurter«lr.>82. Täglich: Ansang 8'/. Uhr. �>1 ilaserueulult. Aus der Garlenbühue: x» gibt nur ein Berlin. Groge Revue. PASSAGE:: ANOPTIKUM Das grSQte Schauetablisscment des Kontinents. SOT* Lebend 9U der Mann mit der eisernen Zunge. Ein Fakir ohne Nerven. AUA die eehwebende Jungfrau Alle» ohne Extra-Entree. Neues kgl.üpern-Theater(Krön) Mstlwoch. 2. August. nbcndS 7 Uhr. zu ermäßigten Preisen. Riiigihklu». driller Tag: lZMteräZmmerunx. Donnerstag, den 3. August, abends S Udr: ErileS GaftfP Emmy Oeslinn: Lohengrtn. Freilag: Per Muwlkant. Residenz-Theater. Dirckllan Richard Alexander. Wiedeicrössnung am 3. Aug, L Uhr. Neu ciiisludicrt: Die Dame von />Tgxim. Schwank in 3 Akten von George? Abends 8 Llhr: Passage-Theater. tarn Der erste Komiker d. Jetztzeit Listers Solvelg. The Whilby Comp. und das große EröiTnungsprogramin 14 Varietd-Sensationen 14 Kauchen gestattet KoacUs Theater. Direktion: Robort Oill. Berlin N., Bruniieiistrage 16. Roujcct, Theater, Spezialttätcn. Der kalte Feichvam. Burleske von O. Bernhard. DaS war ich. Am Hochzeitstage. Ansang 6 Uhr. Kaffecluche von � Uhr. Bei schlechtem Wetter Vorstellung im Saale. Urania. Wissenschaftliches Theater, laubenstraOe 48/49. Abends 8 Uhr: Die Insel Rügen. MW CARTEN Cr. Cappel-Konzert Gastspiel d. Phllharmon- Blas-Orohesters. Eintritt 1 Uark, von abends 6 Uhr ab 50 PI, Kinder unter 10 Jahren die Halste. Metropol-Thealer. fiofint oinfifint sich! Operelte in 3 Akten von I. Freund. Musik von Zludols Nelson. In Szene gesetzt von: Dir. R. Schultz. Ansang 8 Ubr. Rauchen gestaltet 8 Uhr: DaS neue Augusi-Programm. 8'/, Ubr: Enaemblc-GnMtspicI Harry Waiden in Sein Herzensjunge. Vaudcville mit(Scs u. Tanz In 2 Akt. von St. Ncldhardt und R Schanzer. Musik von W. Kollo._ Volksgarten-Theafer Mittwoch, den 2. August: Konzert, Theater, u. Spezialitäten- Vorstellung. Heute neues Programm. Karget Jacllsoa X Willi SchSnburg Tim und Tom X Charles Clark Hugos eleklrlsches MarionettenthoaL Ballcttgeseilschaft Melanie. Diana» Tausend und eine Nacht. Admllbbpakist Am DAbnbol Frk�ithÜiCasät; JBissArena. Geöffnet v. 10 Uhr vorm. In der helBen Jahreszeit angenehm kühler Aufenthalt. Allabendlich: D prunkvolle fcisballett llontrcal Die Stadt auf Schlittschuhen. Neu: l'ufth-ICnll-Mpicl Zahlreiche Kunstlaufproduktlonen. Exquisite Restauration bis 1 Uhr nachts. Bis 7 Uhr n. von 1 0'/, Uhr| abds.: halbe Kusscnnreise Folies Caprice. Täglich 8>/. Uhr: Rgrisians-Lnsemble. kl Fraueiihiite. Sie ist eine Ausnahm«, Das Strumpfband. CTousin Pampoulette. Puhlmanns Theater Schönhauser Allee 149. Täglich im herrlichen Naturgarten: Koniert— Theater SpeMlitäten. WWW IlMßlstgg, llen Z./tltguzl: LröHnung! 20. Berliner Spiel-Saison. Premiere der Novitäten Das Kind der Firma Komöd. in 2 Akt. v. A. u. D. Herrnseid Seiiineriiose Beiienlilung wank in 1 Akt von Robert Pohl. .etl'Borverk. ab heute(Theaterkasse). LUNA-PARR. Scnaatlonelle Attraktionen. Johnstowns Untergang. Cairo. Lachhaus. Hippodrom Lehmann. Tanagra■ Theater. Teulelsrad. Moulln- Rouge. Gebirgsbahn. Wasserrutschbabn u. v. a. Eintrittspreis 60 Pf.(mit Ausnahme der Elitetage). (■»onnabend,• H* Ocrsand'JTblcilung Berlin VI. 66 Ceipzigerstr. 132/37. Bei Briefen ist genaue Adresse erforderlich. £eip2�er StrOMC 132-31 Ckmm Strafe Mittwoch Donnerstag Freitag Vorteilhaftes Angebot: Mittwoch Donnerstag Freitag -lüebdie Taghemden verschieden* Fassons, mit Stickerei, 1.75 Taghemden mit Langettenbesatz, verschied. Fassons 1.90 Taghemden mit Stickerei.......... 1.95, 2.80 Taghemden mit bandgesliekten Passen.. 1.95, 2.35 TnnkAmJAr. mit Stickerei, sortiert In verschiedenen O 1 agnemden Mustern................. Garnituren: Taghemden Äek; 2.00, �'.�2.45 bi. 3.90 Beinkleider äpl™ni. 2.00,. 2.25 bi* 4.25 Nachthemden dazu passend............ 6.25 T__ U„__ 1__ mit Stickerei und Spitzen reich garniert, C OC 1 agnemden mi, Banddurchzug........... O.AO Beinkleider dazu passend.............. 5.50 Nachthemden dazu passend............ 7.50 Beinkleider Renforc«, mit Stick.-Volaot 1.70 bis 2.45 Beinkleider Renforcd, mit Stick.Grö,".e.'b«. 1 1 25 Jimdtikhw Stubenhandtücher 5�äuSt*i5"1Jbändert G». ca. 40/100 cm DU, 4.50, Gr. ca. 48/1 10 cm DU. 5.60 Stubenhandtücher Sf�Ä�Äfi�DS! 5.90 Stubenhandtücher 7-Ä�''un�g?bä'n�rt�'""'"'°-' Gr. ca. 48'110cm Du. 6.80, Gr. ca. 48/ 120 cm Dtz. 7.60 Stubenhandtücher SS 7.60 Stubenhandtücher 11.70 Stubenhandtücher ��b o�SÄßü; 12.00 Küchenhandtücher �S'umfSd gebändert Gr. ca. 40/100 cm DU. 3.60, Gr. ca. 48/110 cm Dtz. 4.90 Küchenhandtücher l�dumVunTgSbändert Cr, ca. 40/100 cm Dtz. 4.30, Gr. ca. 48/ 110 cm Dtz. 5.60 Küchenhandtücher Cr. ca. 42/100 cm Dtz. 6.30, Gr. ca. 48/1 10 cm Dtz. 7.60 Küchenhandtücher"'gib"c". c�lm?� BTi 8.80 Wirtschaftstücher BS 3.40 Wirtschaftstücher 2.60 Wirtschaftstücher Grö"8 ca�L Reinleinen, gesäumt und gsbändert, Dtz. 3.40 4.80 Staubtücher imitiert L*d*r........ 1.05, 1.95 Poliertücher............... 1.10, 2.15 Bettwäsche Deckbettbezüge Louuianatucb..... 3.15,3.60 Kissenbezüge dazu passend...... 95 PL bis 1.00 Deckbettbezüge Dimiti............... 5.25 Kissenbezüge dazu passend............. 1.60 Damast- Garnituren z k*,�n'.tt.und 8.25,11.50 Daulas-Bettlaken Grösse ca. 150x200 cm..... 2.10 Grösse ca. 150x225 cm 2.30, Grösse ca. 160 x 225 cm 2.60 Weisse Stickerei-Röcke Akfatz."! 5.25 bis 11.75 Matrosen-Kleid für Mädchen, aus marine-weiss gestreutem Kretonne, marineblau Malrosenkragen, mit O nft vi 7 Hfl Wasehband garniert, für ca. 2—14 Jahre.. O.OU bis I.0\ß MatrOSen-Kleid für Mädchen, aus Fa. marine-weiss gestreiftem Satin Augusta, Extra-Drsllgarnitur, C CA.. Q CA mit Waschband garniert, lür ca. 2—14 Jahrs U-UU bis U.OKJ Xsülon.Wlai/l aus marine-weisa 1 amen rviciu geinust., baumwoll. 7|A>4 1 A CIA Musselin, für ca. 2-14 Jahr*..... O.IU, 4*. IU, D.II» I A�An.r'anAa imprägniert, weiter Schnitt, L.OUcn mit Acnselnaht, Durchgriff, q CJA o tjA in Sport- und Graufarben, Länge ca. 60— 130 cm O-Lm, o.OU I P~r.no Prima, imprägniert, weiter Schnitt, mit Loaen-uapes Achselnaht, Trägern und Durchgnff, Extra- Kappenverschluss, in Grau- und Sport- ß7C.. lOTC larben, Länge ca. 60— 130 cm....... D./D bis ID./D Klöppelspitzen 35b80kf Maschinen-Arbeit, mit passenden Einsätzen. Ein Posten Spachtel-Einsätze sowie Tüll- ti. Spachtel-Stoffe bedeutend unter regulärem Preis. Mädchenhemden Langeuen,'""' gJI 70 Pf. bi« 1.65 Mädchenhemden spu"!"�"Grössen 75 pr. bis 1.85 Mädchenhemden stlää�'uGrö"" 80 pr. bis 1.85 Mädchenbeinkleider sikV�s Gr! 1.00 bi« 1.55 Mädchenbeinkleider worÄ/"''. 55 pr. bis 1.70 Mädchen-Nachthemden Sict�cJ.Z.OO bis 3.00 Knabenhemden 80 pr. bi. 2.00 Schuhwaren Nur Leipziger Strasse: SobJeit der Vorrat reicht, zu ganz bedeutend herabgesetzten Preisen. Verschiedenfarbiger Stoff, ripsartiges Gewebe Pumps u. Schnürschuhe a früher bis 9.25........... jetzt �«HrV/ Bastseid. Pumps früher bisjeS 5.50 'Bedeutend herabgesetzte Preise: Einfarb. W asch-Ref orm-Röcke in den verschied. Farben u. Stoffen 17.50, 19.50 Zusendung ausgeschlossen soweit Vorhanden Sur Leipziger u. Rosenthaier Strasse: Rinderkamm u. Brust Pfd. 75 pr. Gulasch...... pfd. 70 pf. Gehacktes____ Pfd. 60pf. Eisbein lein)' 48pf. pfd.2.7o Rückenfett s Pfund 2.00 Liesen..... s Pfund 2.70 Reineclauden. pfUnd 20 pf Koschi-Birnen prund 18pf. Bananen..... Pfund 15pf. Netz-Melonen. ptund 15pk Augustiner Aepfel.. Pfund 13 pf T af el-Pf irsiche p«. 33 pr. Rotkohl u. Wirsingkohl Kopf 6 pr. Salat......... o Kopf lOpr. Wein-Trauben p» 30 pf Blumenkohl____ KoprSpr. Tomaten..... prund lOpr. Radieschen..«»«.d 10 pr. Grosse Kieler Flundern prd. 40 pr. Gr. Ahlbecher Flundern wi.45pr. Flundern____ stock 5pr. Bücklinge"lÄSSpr. Ger. Aale ph. 1.00, 1.25,1.�38 pr. Sprottbücklinge... prund 25 pr. Nr. 178. 38. Jahrgang. 2. KilU Ks Lmiirls" Kerlim AlksdlM WiMoch. 3. Angujt m Bnefkaftcn der Redaktion. M. 8. 709. Es sind m g. gleich 45 G. gleich 36 R. Es sind dem- entsprechend 41 F. gleich S C. gleich 4 R> usw.— Brauer. 1. Sie ist städtisch. 2. Warum schicken Sie Ihre Abonnementsquiltung nicht ei»?— — F. P. Sä. 1. Vorrede von August Bebel und Namen der trefslichcn Versasserin Aoele Popp. Sehr bekannt in der österreichischen und internationalen Frauenbewegung. 3. Sie haben einen sehr guten Tausch I gemacht, als Sie für das zuerst gewünschte Buch das kleinere, aber dasür I um so wertvollere erhielten. l. O. G. IS. 1. Ja, soweit die Sachen im Sinne des Gesetzes entbehrlich sind. 2. Ja, bis zur Dauer eines Jahres. 3. ZK 553 und ff. Bürgerliches Gesetzbuch.— O. S. 10. Nein.— Dl. Dl. 100. Schadenersatz für die Dauer der Einbehaltung der Papiere.— H. E. 39. 1. Leider nicht. 2. Nein. — 100. E. 1. Der Ehemann zur Hälste. die Eltern«event. Geschwister) der Verstorbenen zur andern Hälste. Die Haushaltungsgegenstände gehören aber sämtlich dem Mann. 2. und 3. Bedarf weiterer Erläuterung. 4. Mann allein.— P. F. LK. 1. Ja. 2. Ein gesetzliches Recht daraus haben Sie nicht. Immerhin empfiehlt sich ein derartiges Gesuch.— D. B. 0. Ncm. — K. 8. 1. Privatinstitute machen wir nicht namhaft, um. sie damit nicht zu empfehlen. 2. Juristische Sprechstunde aussuchen. Die einfache Warnung hat leinen Zweck. 3. Ein natürlicher, oft beobachteter Vorgang. Steht in Zusammenhang mit dem Zustand des Eierstocks des betreffenden Huhns.— B. P. 5 Milliarden.— 100. N. Dickhäuter.— I. H. 72. Der Evcrest im Himalaja(Schneewohnung)i 8846 in.— G. 125. IV. Ohne Abonnements- Quittung keine Antivort. Uebrigens fragen Sie doch bei einer Freimaurer- Loge an. Adretzbuch gibt nähere Auskunst.— G. 78. Aus dem Lateinischen. Der Leidende, der Kranke.— 3. T. Pastorale, Hirtengedicht. Todes-Anzeigen für den 4. Herl. keiedW-M!M. Frankfurter-Viertel. Bezirk 316. Den Mitgliedern zur Nachricht. daß unser Genosse, der Arbeiter Ksrl Adam Friedenstr. 56 gestorben ist. Ehre seinem Andenken! Die Beerdigung findet am Donnerstag, den 3. August, nach- mittags 4 Uhr, von der Leichen- halle des Markus-Kirchhoses in Wilhclmsberg aus statt. 226/26 Der Borstand. SozlaJdEsnokraiisctierWaWyereiii des 6. Herl. Reielistags-Watilkrelses, Todes- Anzeige. Am 36. Juli verstarb unser Genosse, der Brauereiarbeiter •Julius Wieske Lhchener Str. 165. Ehre seinem Andenken! Die Beerdigung findet am Donnerstag, den 3. August, nach. mittags 5 Uhr. von der Leichen- balle der Andreas-Gemeinde w Wilhelmsberg aus statt. Um rege Beteiligung ersucht 223/18 Hei- Vorstand. Verband der Uranerel- nnd mühlenarbelter und verwandter Berufsgenossen. Ortsverwaltung Berlin. Den Mitgliedern zur Nachricht, daß der Kollege •Julius Wieske Flaschenkellerarbeiter(Schultheitzl) am 36. Juli d. I. gestorben ist. Ehre seinem Andenke«! Die Beerdigung findet am Donnerstag, den 3. August, nachm. 5 Uhr, von der Leichenballe des AndreaS-Kirchhoses in Wilhelms- hcrg aus statt. 43/13 Um zahlreiche Beteiligung wird ersucht. Oie Ortsverwaltung. lZöUt8l!tsös lilölgllZsböitsr-Verdznll Benoaltungsstelle Berlin. Todes- Anzeige. Den Kollegen zur Nachricht, daß unser Mitglied, der Heiser losepli taSHöMi am 36. Juli gestorben ist. Ehre seinem Andenken! Die Beerdigung findet am Donnerstag, den 3. August, nach- mittags 4 Uhr, von der Leichen- balle deS Scbastian-Kirchhoscs in Reinickendorf aus statt. Rege Beteiligung erwartet 126/18 Oie Ortsverwaltung ica Deutscher {Transportarbeiter-Verband. Bczirtisverwaltung Groß-Berlln. Den Mitgliedern zur Nachricht. das) unser langjähriger Kollege, der ehemalige Packer, jetzige Ein- las sirer Karl Monien am 28. Juli im Alter von 43 Jahre» verstorben ist. 63/16 Ehre seinem Andenken! Die Beerdigung findet heute Mittwoch, den 2. August, nach- mittags 1'/, Uhr, von dem Trauer- Hause, Ztixdors, Hermannstr. 23, »ach dem Ripdorf er Gemeinde- Friedhof, Maricndorser Weg, statt. Um zahl, eiche Beteiligung ersucht ��Die�V��ksverwaltnn�� Alle» Verwandten, Freunden und Bekannten die traurige Nach- richt, datz mein lieber Mann, um er guter Vater, der Sattler Willielm JJüdner nach langem Leiden verschieden ist. Die? zeigen ticsbetrübt an Unna ffübner nebst Kindern Kronprinzenstr. 42. Die Beerdigung findet heute nachmittag 2 Uhr von Ketschen- dors bei Fürstenwalde a. Spree, Ehausseestr. 4, aus statt. 2373b Deutscher Holzarbeiter-Verband Den Mitgliedern zur Nachricht, datz unser Kollege, der Korb- macher friedridi Noack am 23. Juli gestorben ist. Ehre seinem Andenken! Die Beerdigung findet hente. Mittwoch, den 2. August, nach- mittags 5 Uhr, von der Halle des neuen Rixdorscr Gemeinde- Friedhofes am Mariendorscr Weg aus statt. Den Mitgliedern zur Nachricht, datz unser Kollege, derMaschinen- arbeiter August Stiller am 28. Juli gestorben ist. Ehre seinem Andenken! Die Beerdigung findet heute, Mittwoch, den 2. August, nach- mittags 5';, Uhr, von der Halle des Sebaslian-Kirchhoses in Nei- nickcndors, Humboldlsiraße, aus statt. 86/16 Die Ortsverwaltung. Deutslher Ttürlarbkiter- Nerbnnd. Filiale Berlin. Den Mitgliedern zur Nachricht, datz unser Kollege, der Weber Valentin Pavienha am 23, Juli verstorben ist. Ehre seinem Andenken! Die Beerdigung findet am Mittwoch, den 2. August, nach- mittags 5 Uhr, von der Leichen- halle des Georgen- Kirchhofes, Landsberger Allee, aus statt. 137/16 Der Borstand. Banltsagung. Für die vielen Beweise herzlicher Teilnahme bei der Beerdigung unseres lieben Sohnes und Bruders sagen wir allen Verwandten und Bekannten, insbesondere dem Deutschen Buch- bindcrocrband. sowie dem Turnverein „Fichte"(14. Männerabtellung) unseren herzlichsten Dank. b128L Familie Bnebler. _ Geschwister Weninann. Danksagung. Für die vielen Beweise herzlicher Teilnahme bei der Beerdigung meines lieben Mannes, unseres guten Vaters, sagen wir allen Freunden und Be- kannten, insbesondere der Firnia Benjamin, dem kaufmännischen Per- sonal, den Kollegen und Kolleginnen, den Sängern, den Genossen des IV. WahltreiseS, Bezirk 187, dem Texiilarbeiterverband und dem Spar- verein„SUbetschatz" unseren herz- lichsten Dank. 5123L Witwe Curnrnarnltzky nebst Kindern. Danksagung. Für die vielen Beweise herzlicher Teilnahme und zahlreichen Kranz- spenden bei der Beerdigung unseres lieben Mannes, Sohues, Bruders, Schwagers und OnkelS IHax Urban sagen wir allen Verwandten, Freunden und Bekannten, insbesondere den Ge- nassen d. 6. Wahlkreises(Bezirk 733), dem TranSportarbeitcr-Verband. der Firma Jensen und den Stammgästen R. Fröhlich unseren herzlichsten Dank. 2376b Witwe Anna Urban, Mutter und Geschwister. Danksagung. Für die vielen Beweise herzlicher Teilnahme bei der Beerdigung meiner lieben Frau, unserer guten Mutter, sagen wir allen Freunden und Be- kannten, insbesondere dem Gesang- verein„Moabiter Licderkranz", sowie dem Personal der Firma I. E. Psaff, Hermann Tietz, Alexanderplatz, und Willi Lewin unseren herzlichsten Tank. Joseph Holz nebst Kindern, Wrangclstr. 33. Von cker Eeise zurück 51241- Dr. Alfred Sinionsohn, Invalldenstr. 129. Extra- Abteilung Ii. Gesch.: Berlin W.. Mohren- Strafie37a(2 Haus von der| Jerusalenter SlraBo). |ll. Gesch.: Berlin NO., Grolle| Frankfurt. Str. 115(2. Haus| von der Andreasstralle). 1 Sekrgr.Ausw.fert. Kleider, I J HBte, Handschuhe, Schleier! ■etc. v. einfachsten bis zum[ ] hochelegant. Genre z.äoOerst| niedrigen Preisen. Son der-Abteilung: naBauCcrtlgung in 16 bis 12 Stunden. Verwaltnng Berlin. ladeneinrichtnngs- und Kontormöbelbranche! Mittwoch, den». August 1S11. abends 8'/, Uhr: ik Vertrauensmänner-Versammlung 3S im„Englischen Garten", Alexanderstratze 27c. K0chenm6belbranche Mittwoch, den S. August 1911, abends S'/g Uhr: Vertrauensmänner- Versammlung bei Vandersee, Holzmarktstraße 3. (Bezirk Norden) Mittwoch, den Ä. August 1911, abends 8>/s Uhr: Vertrauensmänner- Versammlung bei Günther, Brunnenstraße 96. iST- Einsetzer. Donnerstag, den 3. August, abends Uhr: Bezirks- Versammlungen 1��== in folgenden Lokalen: 1. Bezirk: Mcrkowski, Andreasstraße 26. S.„ Gliesche, Kopenhagener Straße 74. 4.„ Preil, Nixdorf, Rosenstraße 24. 6.„ Mix, Skalitzer Straße 59. 7.„ Tunack, Charlottenburg, Wielandstr. 4. 8.„ Melzer, Wiesenstraße 29. Sonntag, den 9. August, vormittags 9 Uh» 51. Bezirk: Sauer, Levetzowstraße 21. 8.., Wiemcr, Bülowstraße 58. 86/11 Bio Ortsverwaltung.' Zentralverband der Lederarbeiter. Filiale Berlin I. Donnerstag, den 5t. August 1911, abends 8 Uhr» Prinzenallee 351: Versammlung TageS-Ordnung: Berbandsaiigelegenheite«. Da besonders wichtige Gegenstände zur Beratung stehen, ist eS Pflicht ewes jedm Mitgliedes zu dieser Versammlung zu erscheinen. 144/14 Bor Vorstand. Verbsnä der tfaler, Saekierer, Unstreicher de. Melchiorstratze 28, Part. Wliale Berlin. Fernspr.: Amt 4, 4787. Donnerstag» den 3. August 1911, abends SVg Uhr, im Gewerkschaftshaus, Engelufer 15: Ions- Versammlung der SaeM Genosse P. I o h N. TageS-Ordnung: 1. Vortrag: Adalbert v. Chamisso. Referent 2. Diskussion.— 3. Verbandsangelegenheiten. Wir erwarten, daß die Kollegen vollzählig erscheinen! ===== Mitgliedsbuch legitimiert.===== 127/7 Die Scktionsleltnng. I Am Sonntag, den 0. August, findet unsere Herren- I Partie»ach Hohenbinde statt. Treffpunkt: Schlesischcr Bahnhos, Eingang Madaistratze, morgens 7 Uhr. Achtung! verkaufe ich Ofine jede Anzahlung Pianos erstklassiges Fabrikat (3njal prämiiert Staats- medaille) in allen Holz- und Stilarten von wunderbarer Tonfülle. (Flügelton) gegen klcinemonatlicheTellzahlnng. ohne jeden Prelsanfschlag. 167/8* Für jedes Instrument gewähre ich 20jähr. schriftl. Garantie. Conraä Krause Ncblg,, Ancb Sonntags geöffnet. Bekauutmachung. Dritte AbänderuDg des Statuts der Orts-Krankenkasse der Bureauangestellten zu Berlin. Der§ 23 wird dahin abgeändert: „Die Kassenbeiträge bettagen 3'/, Proz. des durchschnittlichen TagclohneS, also monatlich(36 Tage): für Mitglieder der 1. Klasse 5,16 M. . 2.. 4.6,„ »»» 3.„ 3,66„ »»» 4.„ 2,64„ . 5-. 1,02„ Vorstehende Statutenabänderung tritt am 1. September 1311 in Kraft. Berlin, den 27. April 1911. Der Vorstand. G. Bauer. Genehmigt durch Beschluß vom 4. Juli 1311. L. S. Oer BezirksausschuS zu Berlin. n. 0. 63. ll./l. Abt. II. 277/19 gez. Wagner. Mijiutbhtttg Almviirts Lindenstrafie 69(Laden). In unserem Verlage ist erschienen: Kirchkusttm ilud Kircheilllustritt i« lireiijjkii. Preis 20 Pfennig. Reste Musterkupons,„Herbst-Neuheiten� für Anzüge, Kostüme. Meter 3, 4 Mark. Duchlagcr- Gesellschaft m. b. H. liörti'äMM.A-Zi.d.Awkttche. KlIlliMII �SilliMHi�Sllll�liMiililg Bis Ende dieser Woche Z verkaufe'ch zirka 3000 Kostüme I > r»___ CT.•••*•«> M>a WM TiirtK im d w« n n( I I in Leinen Bast.._—__ t, echt cngliecben Stoffen- nur leiste Neuheiten zu 12«—» 15«—p IÖ«—|25o—, 3 9«— 9 54*— iTS«— uew. fiaiionpreis monst*. T. 25.— bis?50.— zirka 4000 Mäntel aller Art. m Seide, Loden rüll, Tuch und«jarnntlepl echt englischen Stoffen- nur schickste Fassons (auch für die stärksten Figuren zoS.-.ll. ,16.-, 21.-, 28.-, 36. 4S- 67.- u.« Saisonpreis sons* t. T,?0.— bis 200,— zirka 5000 Piecen Geseilschaftsuleidern, Röcken, Blusen, Lodenkragen etc. �esehmackvollste Ausführungen ledern nnr Irgend annehmbaren Preise. ! X Westmannl Mohr nstrasse 37 a nahe Jerusalemer dr.i H Gr.Franlifurfer Str U5 rnahe Andreasstrasse.* 1 |.MZl».Ibirtilttplil kiskll! Die Jos/is Kotisum-Genosseiisclmrt Berlin u. Umgegend hat jetzt in ihren 66 Verkaufsstellen in allen Teilen Berlins neben ihrem vorzüglichen reinen Roggenbrot Schlüterbrot, Kommißbrot zu I M., 75, 66, 56, 45 und 36 Pf., sowie auch Weizenbrot a 26 und 36 Pf. und gut eingeführte Kuchenwaren(ain Freitag und Sonn- abend), im ganzen eine Monatsproduktion von etwa 166666 M. Die Kaffeerösterei liefert täglich über 26 Ztr. guten gebrannten Kaffee von 1,36—1,86. Von Mittwoch, den 58. August ab stellen wir auch fSvUerHvaKsvr und Branse-IitmoMacIeu im eigenen Betriebe her, worauf wir bei der gegenwärtig hohen Temperatur besonders auf- merksam machen. Es kostet die Flasche Setter 5 Pf-» die 58 Flaschen IS Pf., die Maiwein-, die Himbeer- und Zittonen-Brause ebenfalls 58 Flaschen 13 5pf. Ferner sind noch neu eingeführt: Lanolin, Schachtel 26 Pf., Florians Zahnpulver, 16 Pf., und Mundwasser, a Flasche 56 Pf. Büß' Tanzsalon Jnh.: Franz Tauer 108/3 Gr. Vi-unkfurter Str. 85. Säle für Herbst und Winter an Sonn» abendcn für Vereine noch zu vergeben. Ohne Änzablung vergibt EngroS- Geschäft diskret Witsche, Gardinen, Stores, Portieren, Teppiche und Decken jeder Art bei kleinen Monatsraten. Keine Kassierer I Offerten unter B. L Hauplexpedition des„Vorwärts". 56582" Soeben erschienen: tllustneltös für das Jahr 1912. 36. Jahrgang. Aus dem reich illustrierten Inhalt heben wir hervor: Kalendarium.— Rückblick.— Messen und Märkte.— Neuer Kamps 1 Von Heinrich Ströbel. — Gerechtigkeit. Gedicht von Aisred Malek.— Die Bagdad. bahn und die Großmächte. Von A. Demmer.— Für Treue und Fleiß. Erzählung von Robert Grötzsch.— GewerkschaftShäuser. Von Paul John.— Erinnerungen aus der sozialistengesetzlichen Zeit. Von L. Tauscher.— Die Ent- wickelung der Frau zur Partei- genossin. Von Frida Wulff.— Ein kapitalistisches Kulturdoku- ment. Von L. Andresen.— Die Helden. Gedicht von Wilhelm Schmidtbonn.— Aus der Ge- schichte des preußischen Wahlrechts. Von Dr. A. Eonrady.— Einsamkeit. Erzählung von Karl Busse.— Die Pest, ihr Wesen und ihre Verbreitung. Von Dr. R. Silberstein.— Pöke. Erzählung von Ernst Preezang.— Unsere Toten(mit Porträts).— Aus dem Leben. Vier Bilder aus dem Daseinskampf. Von Ludwig Lessen.— Außerdem vier Bilder: Kleinklnderschule.— Vor dem Streik.— Verlassen.— Ein Frühlingstag.— Ein Dreifarbendruck aus Kunstdruckpapier: Der Schmied.— Ein Wandkalender. preis 40 pf. Zu beziehen durch die Buchlifilg. Vorwärts Lindenstr. 69(Laden) und die ZettungsanSgabestellen j des»Borwärts".> ffff WWWW1» W ff» w w w ww w w w www- I Credlt-Haus |,Belleallianc©" BBelleftlll&nce-Str. 100, I. Etage. [Waren u Möbel«. knlaat Bed1iig._ Berliner Credtt-Haus Kommandantenstr.$7. Turmstraßo 55, Ecke Waldatr. gewahrt JedfiDlb. spielend leichter An- u. Abzahhing mehpjShrlcen Kredit auf Waren und Möbel. iiisdil Spandau Folsdanieritr.tS,! Auf Abzahlung gibt Wilh. Neumana, Fappelallee 83 Waren, Möbel, Garderobe. WiiJMrl.fWeinmei9ter- , Straße 141. fSixdorf und SOd-Osi kauft zu güuatigst. Bedingungen i. Möbel- u. Waren-Kredit-Haus Wo Peters iaebi, Wert fneäe�r�Z��Nvdreckt�örü�ce). �jkohÖHrei£�etr3nke� Erscheint 2 mal wSchentlioh. ZionskirclipI.I Bnuoeintr.SLoiIir.SI J4,SS Gustav Mühlsteph, Rhinowerstr. 2, Ö. Nachtigall, RiiJöfrBSger P. Xenm»a n. Beiniclt«adf■, Sonmerslr. 53 Das qr.Brotr. Berlin, Köpenick 1 i. Sci«ii»*eide. R.Noak, Bfiearichaiitfe« 'Th.hlSiimann.Öldenburgerstr.Sl. Bäckerei Oststern. Schani velierst.I3 Albin Quandt, Tilaiterstr. 68. Bäckerei„Nordstern" Ind.: Gast. MQller Filialen L verschied. Stadtteilen | Bezugsquelien'yerzeichnisn| Untenstehende Geschäfte emnfehlen sich bei Einkaufen Peter8 Grofsbackerei in allen Stadtteilen u. östlichen Vororten; üb. 60 eig. Geschälte. Albert Pfenzig, Gratzstr. 10. Paul Rißmann, Turinerstr. 86. Max UoKplescli, Memelerstr. 65. Conrad Richter Brotfabrik Nied.-Schönhausen Niederl.in all. Stadtteil. Berlins Smalcö(8ilzbräusej Oan.-Vertret. OttO StaHck ]V09 Landsberger Allee 6/7* — Fernruf VTI: 1666 u. 1564.- Franz Abraham Hamb. Measina-uRöraertrank-Kell. N 4, SchlegeUt.9, Fernsp. 111,7727. Im Grause""ÄeVÄ r.nfrrh Solter-u. limonad.-Fabrik «iUljUI, Thaeratr. 44. T.A. 7,8176. Schütze, Wehentr. 15», 1.7,11185. �> Bettet aikobol- vi" vi*TtiM®c,rählk* C Berlin O.gutialfM Apbeiter-Fek leid ung F UI� frm A 1»- 0 Zosmerstr. 32 •* Bergmaanstöß Hamburger Laden, Charl.,Wa!lat.33 Höhnen 8 löring&Ä Landab. Allee 14«. Rixd.. Bergat 68. RoterLadent8cböncb.,H&apldr.l08 �MckereleBjJCondieorJ Blottner's GroBbäckerei Geschäfte la Berlin, Charlottenhup*, SchOnebePB, Wllnsaradorf. Max Sander, Dunkeratr. 23. 8 Otto Scillat �st'Ba'ckwarei Gustav Schulz, Georgcitircbstr. 57 Schäpe, H., Eixdorf, Borgstr. 84. Sclmtt,€J.Äleonijno. Slkorskl.WtiJJHeeJieisersdorfentt.U Max Spiliniaim, Oörlltzerstr. 63. P. Springer BsÄlfeeV Staehr's Böckerei, S. Trifhtr. 56. Paul Stenzel, Baumschulenweg. Gustav Taaplt«, Prinzen-Allee 61. Thoma's bew, Bäckerei Aokeratr. III. Geriohtstr. 84. CmstTrotz, Reichcnbergerstr.nl Ferd. Tzschetifch.Wrangelst. 45 Ulbricht:.".-"" 0. Vo»t, WelRensee BFilial.Hauptgesch.Sedanst.l Jos. Wagenknecht, Glugiierst. 17. Albert Wiese, Koloniestr. 34. Heinrich Wittler FiBperticktl., Scbranbnt- l SIbsii- bm-Fsbrik. T. 11, S813. Msulr. 7. Yerkufsstell i.«!1. Gegend. Grtl-Berliil Badeanstalten J Arkona-Bad, Anklamer-Str. Angusta-Bad,Köpenick.-Str. 60/61 34. Bad äÄ%r: [eretr. 107 Bürger- Canitz-1 er- Bad w�eb",r Bad, Münzstraße 2. Kassenlieferant. Ceutral-iaii 25. Centraibad Pankow, Berlinerst. 4 B»iu-B8d,Cb!ttbg.Wilzer9d4rfnst.60;Cl Helena-Bad, Culmstr. 20 a. Erstes Lohtannin-Bad t»|l. fr. Abkftchnag, kein Extrakt, Wall- itrio/71.Usf.a.K»u.I(ei-C5II>a.Rr.6/8 Bad Frankfurt, Gr.Frkft.Str. 136. Lieferant«ämtl. Krankenkassen Adlershofer Bäckerei, N. Zngvint. Arnold Bousfer'e** I Landbrotfabrik■ Alt-CUenlcke bei Berlin Max Backer, Ramleratr. 38. ' Wilh. Behrend, Man teuf felstr. 99. Bäckerei und Konditorei Wilh. Toarllk. Mariannenair. S. Emil Beyer, Thornerstr. 6. Rrnffahrtk R- Zimmer,»«>- DrOliaUriR„ieSesd.rf.Haus.Rr-l. K", zum Brack, Tegel, Schule tr. 1 Buehl&Sohn, Willy Delor. Prenzlauer Allee 42. Hermann Carl,!üidf.,HsrmtMJtr. 231 Herrn. Edcr, Schonensehestr. 1 W Et] EAael'a Landbrot lf Belnersdorier Mühle!-! Terbbsfell.: Kuloalestt, HedMibergst. 8, Dtderl lmt.SS,Scblv«lbs!»«r»t.44,8vi»«- »audcralr. 43, F»»kew, FUraatr. BD, WiltftnU.�Ä. 4. Verkauf in Milchgeschäften Berlins. Bekainl genelen. d. Fiskal». Gustav Fenske, Elbingeretr. 90. Fischer, OCrlitzerstr. 56. KslkeMleimtr. 20, KipMiokerstr. 172. HugoFrsukeu stein, Soldinerstr.St Ei>e!ib.l(rartlirüt,TMI.frsB.i.iiml.eBpr. JPeronia Alleinig.Fabr. Gebr.Hagen Nchf. x Hagen, Dalldorfei I rdfophn Ho ibg.,N. Bahnhof 8t9, >» 1 1 Usliilu O. Kronprinzeastr. 13, Gaedicke's Bäckerei Ober- u. Niederschöneweide Karlshorst, Bsumschulenweg. W. Gerlach, Seknekf. 8«dustr.«17. WaldeniorGezkc, Ire, an, Hteaalr.33. Oousior, Graetzetr. 65 u. 67. AUtred Graf, Bausselstr. 24. Barl Giesmann, Wittstockstr. 7; H. Glück, Wilhelmahavenerstr. 61. August Hübner, Scbwedter£tr.ä2. August Hauch, Cöpenick. MW«'! BrüMtofl Geschalte | in allen Stadtteilen Berlins| und In Bixdorf. eesrKndct ISS«. [atl Kappl« Herberg, Paul, Anibterd.-Btr. 20. Ptrechurstr. 17. Bnrgdorfatr. 14. Oscar Hildebrandt, Lauge» tr. 26 > Badstr.U, Schwed.- St.l91SoIdinerst.30, __[ Rainickend.-St 1 18. August Kamme), Pankstr. 46. Koonipf. gäderei, KöpiiA Gcsebätte In allen Stadtteilen. L. Kierzfcovaki, Wichertstr. 6 KIlics-QroBbäckere), Bofiestr. S, H Krause, Teselenlr. 38 z. Iriflstl. 43. Land ahn. Carl: Weberstr. 30. Landbrot- 6r oRbäckerel O. Senf, Nchf. Krug, Waldatr. 4 Hermann Lebelt, Husaittenstr.SS Alfred Llcr, Wlelefstr. 36. Weser- Str. 24. Rieh. Liebenow Bixdorf, Bergstr. 141 Brotfabrik. Filialen in allen Stadtteilen.. LlbcrtManthey, Falkensteins tr. 37.' E. Martin, Gleimstr. 55. HoUwefde'i bew. Backerai Bad Fr!edrfctishahi,D»ndib.Alle4)53 Günsels Bade-Anstalt, Braueutr. 180. Badeanstalt, Hgsenhside 18. Hohenafaofon-BadJRHHttOs Am Nollandorf-Winterieidplatz. Mraon-Bod, Dtrcksenstr. 50 Am Haekescben Markt. Lieferant aller Kassen. c Beleticht.-Gegenat. J Rnnypl R Ripdorf v DUIlZtjl, n. Kai8.Priedr.-St.49.1 Kronon-Grossmaim Elsasser Str. 92 Leser des„Vorwirts" 5% Rabatt. Büttner, A., Danzigerstr. 96. E.Leischner, Kottbusserdamm 69 ÜOilBlIÖBrt, 0. P., U.d.Spa?vdNord. Sclirainmar,H.,Ri�axrdd°�i8 ����nrofnklöldong j A. Jarecki, Spasdaa, Uavelstr. 16. Keiner, Otto, Gerichtstraße 86. Schlich, M.f UWn. Schwalbe, Wilh., WoUiner-Str.12. IMapIron A Mühlendamm 2, Vsuuhul jH.KotthuserdammSS Wilb-Scholem Kottbuaerdamm 94, Keller. Bottfedern u. Bette» i!etU»5eni v«a lellslgcsebl. Guus Mai BaDskBoöit,[öpeoidi Müggelheimerstr. 8_ c Butter, Eier, KSse BuUerliandiung J. F. Assmann 20 Filialen in Berlin O. Boxhag.-Rummelsbg -- 5 Filialen.— Max Baenlsch, 8 Filialen. Fritz ISartz Ffli®len OskarBeck Dresdeuerst. 97, Blücherstr. 11 Reichenbergerstr. 18 u. westl. Vororte. Vorzugspreise. Hnntrnrk W Axdorf. uuniruuk, W. Boddlnstr, 3. Dünkler, Otto, 11 Filialen. A.BaweritzÄÄÄ fiJClBr, Ernst-ieus.traBe CarlFranke*""' Fried. Göseke, 7 Filialen |F.Ha8en22>S'itoi f Blerbrauereien.Biarh. Aktienbrauerei Potsdam. Eigene Niederlagen; Berlin SW, Tenipelhoftr Ufer IS, Brandenburg a.H., FekiderStr. 3 Spezialität: iPotsdamerStangenbier in Flaschen und Gebinden. Bergbrauerei::» Feinstes Doppelbier ' Tel. III. 1412. Berliner Bodi-Brauerei. Berl. Weifsbier A. Landre S tT»l»ll»r Str. 36 37. T«l. I, 7686 4004. Weifsbier C.LaiidreAcl-lies. Straßburger Str. 6-8. Tel. HL 1692, Brauerei Alt-Berlin, Charlottenb. Gabriel 4 Jaeger, Weißbier. T.-i.IU,No.63ö Bier-Verlag, Gitschinerstr. 90. i Hiigstaot feinste Qualitätsbiere_ »rauereiM'erberg Versand- und Pilsener Bier. BranereiTivoli Fruchtstr. 37 IHIand-Bad, Marsiliusstr. 9, Junabrunnen-Bad' Baum schulenweg.Kleniolutr. 177/78 Kur-Bad, FetcrsbargenL 14, Liel.-Kr. Kaiser-Friedrichs Bad, t'biri.a.Bhf. Köpenicker Bad, Köpenick-S».176 IC BJ S®'AMtelt" Loser" _ Rosentalcrstr. 70. m. Schulz Elsasesrstr. 71 Kuranstalt langjähr. I. Aasiatent d. ehemals weltberühmt. Jakobi Heilanstalj SStfT Fflanzonheilverfahren Atteste von Geheilten. Böhn's Samariter-Bad Prankf. Alle, 32. Rlgaerztr. 39. Bad Jdeyers" HofTAckeratr. 132. Harienbad, Ohausseestr. 42. National-Bad, Brunnenatr. 9. Neander-Bad, Noanderstr. lt. Neptun-3ad, SriMibtoser-AUM 114. �Nord-OstJÄ�-E. Bad Ostend SÄin Ost-Bad, Fallisadenstr. 76. Bad Pankow, Woliankstr. 26. Passage- Bad �mm"! Prinzen-Bad, Prinzenstr. 49. Reform-Bad, Wiener Str. 65. Riimsr.Rail Boihagen-Rumbg., nulllCI UUU— Sonntagstr. 4.— Kuss.-röm. Bad, Stephanstr, 40. Schiller-Bad Schönhauser Bad, Fthäsk. Allee 33. Silesia sSSSüS"" Spandauer Bad, Neuendorf. Str. 96 IRtoniez- Bad Spam t Kottbuser Damm 75 FplodpIchWilhelmobad Chausseestr. 87. Viktoria- Bad 3eisnelBb..fr.-AIlertstr.6 � Bade-ElnrlchtunBO») Das gesündeste und billigste Bad ist du Ideal-Gluelktd Merke Z. 4 Co. lau» Badeekirichtaigei voa 51, 12.50 an. Solide» Kunden Teilzlg. geslolt.i. lllastr. 'rtbkreich. 16t Seilen 7 rille z. frnnko. J.Zaruba& Co..Hamburg C � Bandagen, Surnrnlü»?� R. Rauke, Stralauer Str. 56. Lange, A. E., Bruanenstr. 167. Liepe, Schöneberg, Gnnew»ld«tt.30. Meyer, P., Rh, Berlin erstr. 49—50. Pelzmann, D, Neue Königatr. 30. Wende, A., TÄr341 Reiche. A. Max Schönfeld, O. MQggelstr. 3. Benidt,W„FIUuintr.7.EckeaenielsD A. Butti, Zorndorfer Str. 23. G alster, M., Badatr. 62,63. Georg Jieroldt.Oderbergerstr.SS. Iiiekel, Fr., Gr. Hamburgers t. 87 Koch, Emil, Weißendee. BnrllnerA.45 G. Leine anii, Puevalkctnlr.I E. Gerichtstr. Otto Löweustein, Fruchtstr. 45 Misch, 0. 17, Münchebergerstr. 1. Meldt, Fritz, Rixd., Reulerplatz. Guat. Nobert, Potsdamerstr. 115a H. Petermeier, StreHtzerstr. 8. Peter-Sohley, Wilh.. Zenuterm. II. Rommeck. C., Ri., Hermannst. 22. Fritz Settekorn, Elbingentr, 21. Branerai Weißenses, ß. EM. Caramel- W eifsbier fait tlktkelftei, erfriickend, bekömnliek, BcrllnerWciKb.-Brauerei E. Willner Verhaufs- stelleo. August Holtz Hoff mann, R. ,Ober-Schönewelde. Kenten, Gebr., Wörther-Str. 33 a Kosmaifa, E., 4gSfte Eugen Köhler, Neue Königstr, 68. Cieorg ftiomke Butterhandlung Paul Lindaer, Strelitzerstr. 66. BiitterhandlnDgFritzMuth. iViaeciin�9JI. Markthalle, Aidreaastr., Kraotitr. Memel0r-St.74> Gruner Weg97. Nordstern In BcrUn1 N unNO. Poraorski,PauI chori�mr.U8 I Butterbandlg. Heraanastr. 116, Uemunntr. 39. oSTScBnofSSp�oanSSS Schönefeldt, Britz. Chausseest. 51 WMWUW Verkäufe- steilen. Schröter.R. Schulz, Arthur, RL,Hermannst.66 Schumacher, J., Uarkusstr. 47.. A. Talman Uhly& Wolfram Vereinigte Pommerscbe Meiereien 48 slelleo. iEOFgWBBBM.SESr.to Zum Stern, Adalbertstr. 12. c Bacher W Iheitssdiriften, die G roter jans nslrbltf. Sekönk.-Allee ISO, T. w. 5063. Haase-Brauerei. Amt IV 169 0. Habels Brauerei hell— HabelbrMu— dunkel. HeropelV E., M üileretr. 138d. Kahlenberg, A., Müllerstr. 158 c. Brauerei Engelhardt A-C. Lagerbier, i-i Malzbier. Dnser Goldbier ist nicht nur ein Erfrlzcbaagicetribik, sondern auch sin GcsusdhcitsMer ersten Ranges. BerliperBnioat-ltraBefei. Berlins. Luisenbrauerei Weißensee. S. I>. Moewes Hoberstelnweg 6/7. Tel. Tf 8360. tMinäenifBraiißaiis BerliiU nflfiiögütscßes Sraufiaüs. A-fi. Schiesischestr. 20. Tel. IV. 4785 m wsg -cfr*.' vJfTw.to .. IV- xrsfKlassiDe _ Qiere A Jheltsschrlften, diejed. fnounn!«»°mn°.i!ri«5c»„»drt IlHtV I II Bl,r,icl1"ri» Verbezgug UUuUilU über Gesclicckts-Krank- heitenelc., sowie eingeb. Proipekle. lefitere gratis ud(ruke gej. genaue Adrevienugile liefert Meditiz. »erlzg E. SihweiierACo,. Berlin NW 87» c Cacao, Cbocolade Assmuss.Kulaiies-AUee 39, Kgntltürei PvIlOV ff Filialen LalD \Jj lldA, VI., Stadtteilen. Die Fabrikate der „Sarotti" 1 Chocolnden- u. cacao Industrie- Aktiengesellschaft sind überall erhältlich. Schön Nf., Keailiiren, Ncar..PriMtenD13 Schütz, Warschauerat. 82, gpr.1900 Scifferl, Erieli,«"1 vorÄ CCnnff Andreasstr. 36 I. UUllll Bezugsqu. f. Händler. Tnirhmänn H Gkanssecst 48, EadaDSS» InÜl'üfllHI.n.Weißensee.AntonpL C- Voigt, Gräfest.27,Eckeürbanst. WerkinelsterftR»tzdorff,0.,öi.rra«k- firfcr-3tr.89,Gr.lVeg.ll3.Dre«dB.-Slr.l9. m\* Eo.. j. l l ä gegr. 1820. Berlin C 54. T.III, 1617. Onlonll Flasehenbierrersand, HDldnU G.m.b.H. Schade, Ä'.ÄS';, MUwiei«Ml Schlossbrhu• Kronenbriu In Gebinden und Flasdien. Schulz, Herrn., Scbönleinatr. 23. S trebblaw 4 Co.Weiib.. üerichlst. 45. Vereiii!-BraiieraiTeutoiiia,nW87. Weissbier Albert Braun. Weissbier, C. Breithanpt, Palisadenstr.97. Tel.-A. VII. 2634. Weißbier F. W. Hiiseiiein fl.-H Lagerbier und Malzbier Oskar Albert u«, Müllerstr. 41. Fr.Ahrendt,Biiihg.,K»üeB»linkof8lr.ll Blumen-Becker, 0. Frankfurter AUee Casper. Cbarl., Krummestr. 29. EDegir Riid ,K«is Friedr.SI.SO.Bergst.SS Richard Falsch. Prinzen-Allee 30 Paul Gross lindenst älKYorvlirtskinn) Grosse s Blumcnh.. Asdreaistr. 64. Henkes Blnineiksiu, Minleuffelsli. 94. Otto Hinz. Graunstraße 8. Alb. Hllse, Welte tue». Berliner Allee 36 Bertha Herhold, rirtnei S» Itislr. 1 6« Alb.Kell.i'luribj.Ksiicr-Friedriekst.?# MeaaelKRixdorf, Hermannst 124 O. Neumann, Wieners tr. 1. Ww.Rutschke, Ri. Hermann5t.62 C.Sommer. Wr»naeUl,44,ABiIV 12656 Aug, H.Zli _________,____, Berga nke, Newives.Frledr.- E.PrieslenD Fordern Sie W esenber� �Cjoarrenhandlungoii 1' r.Dohrcn(i,NI.,rtTäÜTrt?mieST, Brager, J», Rixdorf, Bergstr. 67. Bräuer, P., O. ll2Proskauer5t.l2 Frohs, Oust, Rixd., Tbomasstr. 3. Helm«, Mi STKÄ," AlbJasnlkelS Klein, Wilh. obirbTiA.1"' Klemmer W.,S,zndsii,.ScbönvaIdersl.38 Krebs, Aug., Rixdorf Bergstr.124. A.R.MeyerNchf., Schlealienestl. 14. H. Mischke, Beusselstr. 32. Willy Münstermann.Gledilzchstr.lS. Schirmer, A, Invalidenstr. 2. Webet, K., Rh, Hermsnnstr. 110. WoHerSj�heodjBlücherstrjOS. Oamenkonfektlon J HuRo AHron�eld. c Gr.Frankf.-St.HT. Badst.32. Binsen, Kleidet, Hulel, Mai ufert. Max Arnsdorff Oranienstr. I76u. Rixd., Bergstr.3 EailBriiinitzerfÄÄ".: Cohn, Geschw., Bergmannstr. 9. [onfektionsliausWeildiiigK CzerwlnsWl,F.,Reichenb.-Str.l82. DombrowsKyÄfs',.s«h«ü GlesBnow&CoÄS u.Chariottbg.,WiImersdorfer8t.l38 "Hol*& Äscher- O. Frankfurter Allee 68. N. Schönhauser Allee 127. T uFIÜTLi-m üi7S(hn cid er.nelster Badstr. 44, 1. Srii. Müßanfertigung laßer Ii Mantels Ktstdan aller Art IB MOS mV ....„ 33 Tsrailt- 3,1 GebrfldtrNtmmaiin EekeBredevntr. Mncac Landsbergeratr. 58. llUütKö, Mäntel, Kostüme, Röcke. I Pappelbaum 1 Binsen, Kleider.Rocite.GoIlB0wslr.36/37 A.Selow8kyÄw. Rixd., Bergstr. 42. P» Damenm.,"Pelzw. A. Kieper, Nowawes Frledriohstrasse 28. Westmann 1. Geschäft; Mohcenstr. 37a, 2. Geschäft: Gr. Frankf.-Str.115. Bei Vorzeigung 6% Rabatt, Blusen Kostüme Schönhauser Allee 127«. WolfF, Paul Xuteruiann KenFektioiukus— Cknuseestr. 66. c Drogen u. Forbon Ädler-l)rogerieA�"rban. Adler-Drogerie, 0.,Müggelstr.8. Angermann, Königsbergerstr. 13 Apotb.Paul Frank, Stralnannslr. 41, Apolli.luduberg,SireIiU.SIr.74Knrd-Mk. Artelt, Kurt, Ri., Reuteretr.43 44 Arnold Nchf., Chtrlbj., leibniuitr. 26. Relnb. Assmus, Gerichtstr. 10. Becker, C. Litthauerstr. 6. Berger, Box. Rnmmelsbg., Ssnnligstr. 8. G. Beug, Beeikslr.54. Ecke Grimmslr. ßcibßMß.WMHW Särntl. bygieuisebe Bedarfsartlk. Bohne» G.,Si,au.lau, hichslsd.ctr.u. Böckmann, Fr. Hoch3tädterstr.21 Robert Brüggemann Alt-Str»I>i 70 Ceotral-Drogerie, Drentheiiaerst.31. Domsalla.Wl, Falckensteinstr.44. Donath, W..Landsbg. Str.MEcke. Drogerie, Landsberger Allee 66. Eberl, Max ÄÄ«: Edison-Drogerien, O.-Schcneweid» Paul Eichel, Friedrichahagen. Franz Fischer Eraakf. Cksnssee 148, Sanll. Gnuaiutikel:: Diskr. Bedienung. Fortuna-Drogerie, Zosseners tr.SS Lieferant f. sämtl. Krankenkassen Föhse.O. Frucht8tr.62 Friedrich, Paul, O, Gärtners tr. 23. GermaRia-Drog.Spand.WUbelmetr. Grasnick, Fr. 0. Krenpriinenstr. 48. Gottochalk, Otto, Krantstr. 55 a. Alfr. Gotting, Günther,„L«ve«Dn)gerie"ÄreBst.37 Glesler, Spand., Sch«n*»ld4rstr. 105, Hanlsch, Rob., Boxhag. CbausslS. Haeberlein. Trept, Graits-BoKkestr. Hansa-Drogerie, N. Raum erst. 60. P, Holop, Cfun-Drni., Ufnautr. 6. Klabn.H., Rh, Kiiser-Frledrickstr.S« KDßSM-DfBg., Hena us. Kottkes Drogerie, Bineichnlenweg. Kronen-Drogerie, Alt-Boxhag. 49. KrönlngsAdlcr-Drogerie.SwIentr.t. I amnl/a Scharnweberstr. 141, LoinLKC Ecke Weichselstr. Lorch, Ph., Reichenbergerstr.llS. G. Lehrmana, Prinz Eugen Str. 6 Max Lieck», 0. 24, Ebertystr. 35. Ewald Lochte, Wilhelnuketuentr. 20 Luisen Drog., Priedricksf.Berlhnrth 13 UiMihaav Gubener Str. 41 Mllualnel SSmth GummiartikeL Alfr. Manch, Culmatr. 37. Messing, Kamm ellbg.'OCrvichm. 9t. 58 W.Metcke,Ch«rl., Potsdam-BtrA. Nelle, Felix, Memelerstr. 16a. Neue Drogerie, Hochmelsterst-S Dehmke. Eeigkieid., Fmiustr. 82. Otto Opitz, Bornholmerstr. 16. Apoth. Oppcrmann, Ucrannnstr. 227. Felix Pinkert, Kflgencratr. 10. Piper, R,, Boxhag., 8onnt»gstr.29. Ramien, Otto, Landsbg. Platz 1. Rato-Drog. Spandan, P»ui»a.Sh 2. Rattey, Hans, Memelerstr. 72, Bill. Bezugsquelle f.Gummiwaron Rathans-Drogerie, Ei. Donaulr. 24 Reco0lBJ.lRcinickendorferst.51 Arno Reif, Weberstr. 30. flPOl!!. ItltOr, lhK»i?Fried/sir.242 Louis Rühl, Ink Pul Mtl. Cnpeniek. Franz Schönbeck, Okenckoneweiiln. Schubert, O 34. Ebertystr. 4«. J.C.Schütze Nachf„B5t" Helnr. Scbupke, Wlelefstr. 12/13, Seilach, Tb., Rh, Hennannstr.48. CßßfiStajiBOWSlli.Eck.G'arteiat NlWMwoÄTÄ'n E. Teesch, Ri., Kirchhofstr. 12. Paul Tiegs, Chausseestr. 42. Wescb,Cbarltbg.,Kiebelsderirstr.23, Franz Wollmei wa*:£tT WurmseeMax.Nachf-, Inv«lid.-Str.2 Zobeltig, Pankow, Berlinersir. 128. c Fahrrid., Nähmaach. B aum JEmUpScbö n eb.,H erb ertst. 1 Brennabor SSÄ , Kottbuserstr. 18, RI., Bergstr. 159. Rlnv Dom Schönhauser Allee 115 nlEA bulli Kindcrwag., Bettstell Neue 8chönhauser-Str. 11. Fahrradhaoz Sport, Charlottenb. Eisnurckstr.Cä, Arb.-Radf. 10®;, Hab FshmdhansSüd-Ost Reiche»berge rst 1 2 1 Fiedler, G., Spand., Klosterat. 40. Heinrich Hahues, Cöpenick. G. Haller, Charh, Bismarckstr.79 Klinik!i,*e8t8D8sc&Ä Krüger, Rieh., uÄ�s.471" Ernst Machnow�" u'" Größtes Fahrradbaus Berlins, Jahresumsatz Ober 15000 Räder. Verlangen Sie Katalog grat-U. frk W. HaUoschky, Schles.-Str. 45. Mazatis, Juh, Mtllerstr. 58, L II 291 f.pl Unllnv Reiniokend.-Str. 106, lull MuIIÜf Chausseestr. 51. Q. Fluge, Birkenstr. 77. Röper�url, Petersbg. SD2»d.Ftkr.41!»» Röpke, G, Ri, Honenzollernph 15. SchönbornWilly, ChaTlbg.Sekiustr.5. ülänHnlt InvaUd.-St.20, Türmst 31 ndhüLII, Telia ahl. gestattet. A.Wodniak, Apostel-Paulubst.41 c Feuerwerk J Gast. Neumann Wwe, Wsllilr. 30/81 Ecke Ken» Kebtnle c Färbereien, Wäscher. Berliner Darapf-Wälcherei Fritz Hering, Neue Konigstr. 84. H. BERSMANM Birkenstr. 53 über 46 Filialen in Groß- Berlin ICöpenickerGroß-Dampfwäscherei OPartenhelmer.iOOUQB Troekpl. Sahwedens tr.l :,KoIonlestr.I2fl. &tund Bucüioh, Soldinerstr. 20, Lief, sämtl. Krankeuk. T. II. 265S. Spangenberg, Frankf. Allee 34. Carl Spitzer, Stralsunderstr. 29 Unlon-l)rogerie,Homintener3tl. Rob.Welsch, Frankf-Chaa»»eo95. Werder-Drogerie, Britr.RsdeaariL 5a. Wedding Drogerie, Gentorstr. 37. WlUIWesch, Cbarl..Nehringst. 13 A.Wohlgemuth. Usedom Str. 22 Zokch�Geoc��h�ekerstr�50. � Elaen- u. Stohlw., Woff. � Aln, O., Ri., Kaiser-Friedrichstr.ß. W. Allner, Mulaekstr. 24. Otto Bei!*, O. Grüner Weg 49. Beutel, C.,Boxh.JseueBahnh�t.26 yittefkßilD Kise�ÄÄ� Herrn. Braun, Landsbg. Allee 149. Brenneke,C.,w�ngeiatr94 6. Brenneke, Bedenk. iiise 150. G. Brucklacher, S«: Otto Döring, Rizd., Elbestr. 34. M. Eggeling, Müllerstr. 29. WUly Erpel, Turmstr. 29. J. Fehrmanu, Birkenstr. 67. Plack,£., Spandan, Scbänevaldentr. 34. ißriihiWflltraiÄÄsL Rob.BeiDieÄÄz.labrikp,. » Wilmersdorf�rstr. 102/3 1 Haus- u. Küchengeräte JaCOb, OttO, w�ngeStoli. Carl Jung, Stromstr. 31. Hermanns tr. 172, Scbiilerproraenade 9. CarlKarstädtHuf-fÄcrii,. Kantner Nf.,0.SchÖMy eide.Eduonslr. 1 0 Kniehase, A.,SkÄ„8t�a Fritz Köhler, Hochstädterstr. 2. «DrtKraiidiß.nt�hcf680- Ad. Kunze, Kixdf.,K>iserFriedrlekslr 178 ■ LenzGöb�[j"/jS. Lübdke, Ernst, Samariterstr. 13. Markwart, Bernh., BanmschBlenweg. IMeliEiitiieffldrf�SSS Banartikel, W erkzenge für den Baubedarf. Frans Müller, Weinmeisterstr. 9. MQUer, E, Boxh.pVyismarnlatzS. A.Radloff, Beiiekirf..*»rkilr.l»See. turo Roiier, Max Richter, Sobönb.-Allee 164, E. Friedrich. Blumenstr. 70. DBiup{w.WelB.Steni,RI.,BeniU33 Dampf Wäscherei MERKUR A. Bachroanu, Frtnkfirter-All»» 47. flampfwäschcrel, Ob.-Schoneweide UC. Heinrich, WilheImineBhiifstr.41 DampfwäsdiHei JeftUtera" DunhorstraBa BS. tltkekunl I,r Litfvniig» ladeUNer Wurde bei■tUßstol Preisen. Gebr.Erbguth�"«' O. Naete E Färberei u. ehem. Wäscherei| f. Herren- u. Damengarder. Läden In allen Stadtteilen. Berlin, Rixdorf, Sehönebera Taubert, J., Fiachbondlungon Otto Arudt, Tegel, äehlieperstr.13 C.Dittmann BerhiÄ.t®. "K"«!«! Weidenweg 79, auch RWani Wild und Geflügel C Fleischer, u. Wurstw. Peter Abraham czIk.Stralsund.StrJ7 Hermann Albrecht, Metzerstr, 1 AUstädt, Elbcrfel/ierstr. 27. Angust Arendt, Soldinerstr. 16. A. BarthmuB, Mtrkßraieidafln 31 ». Bäsch, ff. Fleisch- u. Wurstwarep. Jos. Beier Fabrik ff. Fleisch- n. Wurstwar WRcfVß? TcgeirOGHeWSfr. fcs . OcUCf, ff. neisek- a. Wiwtwzrti. Rieh, Becker, Memelerstr. 74-75. Bahie, Eixdf., Hermaunstr. 13. Wilhelm Behr Wurstfabrilr, Speck- und Schinkensalzeret Beriia-Schöneberg,KQloueiuU7-S8 Beste und billigste Bezugsquelle f. Wiederverkäufer. A. Blker, Rüdersdorfer9tr73$rH {BgostBienert August Blrnstein Dunkcrätr.78. Herrn«» UUnke, Gerichtstr. 11. Paul Brackrock, Huttenstr. 72. Braingf, Franz Georg Brenner, Ebertystr. 67. P. Buckwitz Rlgnerstr. 166. Spcz.-Gesch. f. Fleisch-ul Wurstw. Danlei, J., P.i., Hermianalr. 147, Robert BludschusNachf Ig. Panoramastr. 1 n. Gontardstr. Billigste Bezugsquelle. DaazigerFlelsch-Ceiiträle Danziger Struß» 14 Dannenberg, Neue Hochstr. 6. Eich Deckert. Wiei"3tr Max Wugosz, scharnwebemt;,!, Albert Dorake, Sinliner Allee 21. P.Dreyocker, Prin» Eugenstr. 21. Job. D urzyn Ski, Kopernikusstr.l Georg DQII, Thaeratr. 23. Dail,M., Rixd., Kais, rriedr.8tr.14. BÜIM.I. Ämlffi1* Würzt- und Fleischwaren off. zu billigsten Tagespreisen . Halfer .! Geschäft: Dirkeenatr.ll 44, Ktetanien-Allee 62, SkaUtzcrstr. 99. II. UI. ürao Fabrik feiner Wnnt-uflelschvar. Warst, Speck, Schinken kauf. Sie z.bectenn. billigsten bei Anton Fehlau, Gonthardtst. Stadtbahnb-Ecko Königsgra b., Audr.-St.47, Lands- bergerst. 98, Königsbergerst. 8, LandBb.-AIIee30,Rixd.,B4rgitr.I6. Feiae Fleisöi- ood Worstwaran Landsberger Str. 29. I Lebensm l ttel Gro ß hisu dtun g■ - Triftstraße S— S Billigster Einkauf d. Nordeos W Franz Fritsch.Deutsch-Kronast.l. Oskar Fritsdi EiI�etTn». Fleisch- o.Wurst-Cenfrale BrunnenntraBo 78. Beate und killigste BeisgsgseU« L Kort Paul Friedrich, Stephanstr. 44. C. Gärtner, WeilesiM, Frleaickentr- i C. Gerlach Wa?th°st?.' 70. GerhardtS;CeeÄ HGemdt, Sprengen!. I P�ing.Ssnoadr. Fr. Oerlach, Taurogfeeneratr. la. Rob.Oleue, Wellnute, GiaLAdnlfslrlS L.Greiling, Kottbusserdamm 8 SpezialgesohXFleiseh-u.Wurstw. Gräfnsr, Mendeiaekiatr. I, Karden M. Grunwaid.Nfg., Kotibiuer Damm 102 Wurst— Speck— Schinken GottUeb, Reinickdf., Aneadeai. 109 Eduard Grunwald nur Turmstr. 37. Wurst;-; Speck:•: Schinken. Orothms» Nchf., Rixdf. Berliners!. TS OttoCw rubenrÄsT. Berthold Hahne, Beibagenersir. t. Willy Hanka, Brunnenatr. 121. -" Badstr. 57, Ecke Bastiansir. Seinickeiderferitr. 1 OS ,1. fleheii- 1. Wnratv. Franz Heyen, Gaudystr. 40. Langestr. 28. Conrad Hecke), Admiralstr. 35. ffißMi, i,"tttsr- Franz Heyerp u Hegel, Wilh. CireorK Hefter Echte Braunaehv. n. Thnringer Wtntv. I. Geach., Andreualr.SO, BlaDeutr.73a Ernst Höne, Sehwedenstr. 12.' H.HoBeaf eldtr, Ktiiikdf Sauueraht 3 W.Hoppe EriadrKkah»|aa.Eriadiiekal.6S Ernst Ibscher, Wiesenatr. 11. CarlJacubczyckSpandau Jakobik, Behinaif endtrf, Breiteatr. 34. Albert Jähncrt JgSs�J: FritzJentsdiSÄÄf Horm. Joske, Knipriueiatr. 53,34. Josef Jessenberger, Featteratr.14. FraDzJoröy.StralJODilerstraßeZ/. l.Iniar,Flaalr.,Adleriba(,Blaii>sKkft36s Arth. Ka Winkel, Oraaitaih 1 9 3,s.Upl. Jul. Rcmpe.�Ä8 51 Fritz Kloin, Kottbuserdamm 12. Feine Wurst- und FI efeeh waren Spezialität: Ltndschioken Oskar Kiatin 114 Alt-MoabH 114 153 Invalideustraße 153. Max Knaul, Alt-Boxhagen 50. En>stKolbe,0. Königsberg. 8t.6 8 Auguft Roch täfff Gust. Kuntze, Bexkagcner Cnaueae« 1t Ernst Kurth, Meukanerstr. 33. O. Krause, WelSeaiae, Uigkaustr 135 A. Lange, Beiijckdf�Scunveberatr.lIt iMs's FlfijsduaitralE Helnr. Langer, liritz,Riido weret 3 Wilhelm Lenz, Felkensteinstr. 9 B. Lawren«, Bciilekeadl. 0. Haaplitr. 84. Herrn. Leudit eauT�d' Wilhelm Liebherr IX Lleeke, TilsiterstrmSe 10 W.LlndnerJU.K»u.Frtadrieiilr.3S,U Fr Lindemann, Emdeneretr. 45. Lochmann, Xalplaquetotr. 32 t'.Löffler, Strelitzerst. 62. M\m. RÄÄabrt Aug, Maar, Schulstraße 103. Maiwaldymxd.JInBcliMr-B.BerllifrftT. H. Matzker�Xrs Stephan Mederer, Zemäerferatr. 19. Otto Menzel ftraS 3". Marl/or P Reriannen- laorRDr, r. str 28». öottfr.MeusslinflSaTw Alb recht Müller,«öchsteztr. 45. "'jjUnn ff. Fleisch- u. Wurstw. uUul Großbeerenstr. 78. Adolf Nagel Max Neubert, Strelitzer Str. 30 Karl Petrkh F.Pegorzelsky, Ck«rf.,Tanri>gg.�h 39 Max Pohler, w.,BlumenthaIstr.l9 Fritz Rasch, Stephanstr. 51. A. Rathenow, Elsäaserstr. 12. PelerRecheUSa'S.S Reimann, Frankfurter Allee 38. Reicfeid, Spandau, SentiatetaLr. 9 Gr. Frank- furteratr. 1. Genna» RBlsp.Friedricbahagen Prima Wurst- u. Fleiscbwaren Wilhelm Röder, Stettineretr. 14 R Rothe, Boxhagener Cha'J"ee 1t Walter Rudolph. Orünbergprsr.<' Ottomar Rudoluh, Gärtnerstr.I7, Schauer, Huttenstr. 70, Rob.8ehifer.Teupelk»r,Berllieritr.37. X.Scberer, üb. Scböi. weide a. Markipi. Bernhard Scbnctl, Scbtravebarali. 6 7. 4.Kiewert,Sd.Schdieveide,BerIisatl27. WllhelmSdiaale, Zosaeneratr.dS. E. Scherzberg, Rci nicke ndl. Oinsisi. 5. Eduard Schmied, Lübbenaeet. 19 �fhilnhailSPr Flel-ch- n. Anfachnitt- iCnUnUaUSKr, Äquale.» iebartair. 1 50 Oskar Schubert, Huasitenatr.dl. Wax Schubert"TmT""" Albert Schucht sÄdir B. Steeger, Flalatberuah� Wimatr 48. Stetnicke, Warachauerztr. 25 O Schreiber, Hohenfriedb, Str. Max Sommer, WeberstraSe Fortsetzung siehe nAcliste Seit e. Fortsetzung des Bezu�SQuellen-Verzeichnisses. Starj>rf.FIebeli-ZeitnIt,SUrGc°u<- ut der"-laf»S»U ffjJ" Kchsü Berlin u, Umgegend Kielderstoffe, Wäsche, WoRw. S. Ciacnstädl, Frankfurt. Alice 105 C.Rurtzahn�ÄÄ flielt Hirccli. ßlier-JcliöDEweiiie. Holz-it Ascher O, Frankfurter Allee 68, S, Schönhauser Allee 127. Husitenstr. 40. Tel. III, 4904. iVl. F. Leyke. Haoptkontor nur Fwl.- Nordbahnhof, ) Hon�A Grünfhalerstr. • IlctlllC platze 22-25, III. 4453 Loebell, L. KoweddlnhgDh' J. Mannheim, il�ten. Sienson, A. R-, KoUatbM..We44iD9. Gebr. A.&J.Podzuweit, Gleimetr. 62.• Putbuserstr. 1. Swinemünderstr. 121.« Seelower- str. 19. e Scbliemannstr. 27. �L. Sag er& Co. Blumenstr. 52a, Gr. Frkf. Str. 94 2inr.SttiDpl{8u"iaIeninMoab!t uCharlottenburg, MMÜM Filialen i.i.Kn.hO Kolonialwaren D ftltf.Hirster LrkeToaS:t6' Kaufh. Herrn. Levy Brunnenstr. 69, Ecke Strals.Str Kaufhaus Gebr. Preuß Berl.NW,Beus8eI-JB.Huttenat Beste Bezuggqu. für säqul. Manufakt. Spez. Damenkonf. Btnsg reelle Bei Lieler.eamÜ.Sparr. Abend, R., Rummbg., SeDitagstr 6. Otto Albrecht, Lycheuorstr. 11. Heinrich Arndt, Fannstr. 49. LIltlniäaliaVÄÄnh. Theodor Anthofner, Sölmsstr. 22. Gustav Bahn, Mailerstr. 166. Babel 4 Hauke, WUeeicketstr. 38. Paul Bandow, Beusselstr. 44. T. Barz, Wllh, NO, Weberstr. 9. G. Bürend, ScköDeberg, ColomoDStr. 47 Gaslav Belnnj Berg, lob. Cirksena, Ob. äcböoeweMe. Otto Berger, Hertzbergst. 32-33.: Bickmeler, Carl, 4 Gesch.imNord. Val. boenke, Muskauerstr. S6. Alex Borgmann, Jagowstr. 16. Braun, B.,Rixdf.,PriD8llindjerjstt.2D. FranzBonk�Srrpr�.7 Borchardt, O., Mühlenstr. 1. Britz Bötke, O, Mühlenstr. A4. Brandt. Baal, Glögauer Str. 25. Braun& Ziegner, Usedomstr. 27a. R.BroszüIeit.Frlcdrlchshg.Scharntebstr.S Budach, Frank, O, Goßlerstr. 23. Georg Burow, Stromstraßo 39. Busse, Otto, Memelerstr. 7. Clausen, Abraham, Winsstr. 80. Job. Clecior, Neue Hocbstr. 32/34 J. R. Damm, Kntzlerstr. 19. Au�ast]>ankert Max Dähnick, Ri. Weserstr. 53. Diewerge&NieinannBödicker8tr�l. A. Durin, Schönfließerstr. 10. Carl Ehmke, Cöpenick. R. lh lg, Lieben wa!de;rBtr. 47. GustavEigendorf ,0. Müggelst 29. Joh. Eichler Vo'Ä"- Hermann Ellas, Stephanstr. 59. Arthur Enke, Amsterdamerst.lO Walter Fabro, Cöslincratr. 10. Ä.n8lia(b!lai)i!.NL8rÄr54 A. Fiedler, Köpenick, Müggelh.Si. 41. C. E. Fink, N, Pankstr. 7. Rud. Fink Nachf., lisrelbergeratr. 1 1. G.Flnhc, Rixdorf, Donaustr. 118. FoerEter,Helnr.,Ob.Schöneweide Wilhelm Franz, Stcttlnerstr. 56. L. Friedrich, Mariondorf, BergsUS. IlMMM'SnK-Bo A.GauIke,Gnoisenaustr.86,E.Xiilv Max Gaulke, Straßmannstr. 30. Fritz Gerull, Beusselstr. 76. IV.Uehrin«, Beiiickeailf.Bcsideaiatl36 Kehr. Börner, Schönleinstr. 13. II. Goerlich,EriaicbODdr, PriulBi«lr,64, Georg G ruher, Ober-Scbögeweide. Hermann Uensch, Adalbertstr. 19. Goetsch, Ernst �'fr Grabitz, Breslauer Str. 4- Gräbert, Emil, Richthofenstr. 26. Max Grieß, Torfstr. 18. Richard Groggert, Wismarplatz 1 Fritz Günther, Manteufolstr. 71. MW!»!! Reinickenistr.70 üo'oEts, Frsnz li-f Gedr. Hajcsch, Weidenweg 24. Max Hanhoiser, Gdbenstr. 16. [.iama»BREÄÄ' Otto Hampe, N, Wiesenstr. IC. R.lIartung.B«iBickdr.W..BerUD«riLI24 Haselau, w., Rodenbergs tr. 33. Albert Haube, Bunkers tr. 83. Max Häusler& Co.| Kaffee and Kolonialwaren Versand frei Haas.>: i Iwig. Aug! Helnicke, Wllh., Markgrafend. 27. MM B Bergstr"�. iiüiuniii,"■_gais..,rltj[...si. iu. Max Lange, Caraphausen-Str. 21 W. Lange, Fnedriohshg.,Kurze8t.9. Lange, H., Rixdorf, Walterstr. 16. Paul Lefzner, N, Böttgerstr. 8. Wilbelm Man iustav Levy, Spandau, Lutz, Fr« Baumschulepweg. Eduard Röhn, Ob.-Scböne weide. . Wü S[o., Frjgiifitlisiiaga Kautabakfabriken Kenner kauen nur Kautabak von H. Carl Hagenbrnch, Hublbaoien L Tk. ��fMötilMuserlfaulabaÄ L Klnent« togr.-The«tcr) inwap.fJÄÄ�; Reforro-Klno.Reiniekend.-St. 20.27 H��annW61iIln�lr>uinensLi81 PoiliiESiEB: Paul Bieger, Kniproderstr. 13. A Abb. BraatZm�aMt. M Ce�lherner i PfllleriIbblrazLl5.F,li,«dcs!t«5 /\ � Ferd. Gräninfl � Jungstr. 11. Teloph. VN 792« Gustav Hensdiel. Siemensatr. 16. Ilsrrtartti. E»».. wÄ:�5"' Heri». Hemisiorf, waidr*?!8- !iE!TiDann,Ältr.»?arnÄ Paul Herrmann Rieh. Hobinder, Wollinerstr. 11. Hoffmann, R, Adlerahof. Emil Hübner, FZ?ekXer Fritz HQbner, Scbliemannstr. 11. H. Jacobi, Köpenick, An alt Markt Isert, Eugen, Görlitzer Str. 59. > Paul Imhoff, Ramlcrstr. 19. latliif I Seelowerstr. 20, jail 9 Rodenbergstr. 7.. Georg Jonas, Beymestr. 4. Oscar Just, Pastenrstr. 41. Pjllll llicf Müllerstr. 156a, I aui JUil Brösselerstr. 12. Kamm, Max, Grüner Weg 59. Kapeja, K„ Petersburgeratr. 76. Kaselitz�Ä�-56 Kastirr. M..ÄÄ Max Katzorke, Liegnitzer Str.3 1. Reinhold Keim, Waldemarstr. 67. Rieburg Nflg., Stallschreiberst. 4. H. Hindell, Charl., Fricdr.-Karhpl.la Georg Kieper, Kl. Andreasstr. 1. Riemke, Carl, Krautstr. 54- Robert Klette, Rykestr- 48. Knetsdi, Cm Carmen-Sylvaetr. 158. Willy Zao'bel-a,l;"'5"" \\ ilh. KochjNchf, Wissmann str. 26 MaxKohlheim. Stralsunderstr. 24 Kohle, W-, licblcsbcrg, llagcasir. 50. Kraatz, Georg, SchönUol�eratr.ll. Kramer, RLdi., 0.Kr«jprüueirtr.l7;?8 Krüger, O-, Friedriobsbargerat.23 Kühn, Oavrald, Müllerstr. 131. Carl Kupke, Spindlersfeld. WWW imr, O I| Max Lllge, T.egelerstr. 32. Elch. Liese, Ackerstr. 132. M linke SÄ» Ups, Chamlssoplatz 8 Fritz Loheth, Ei.; Dertiannstr. 43/43. Herrn, Loewa, Tegel, BerliDcntr. 13. Lossier, G-, Warschauer Str. 6. Aug Luchmann, Ruppinerstr. 21. Luckner, Felix, Rixd., Weich»elst.7 Lutze, Herrn. ÄÄ?! u. ISat8chke,K->Cros3enerstr'27' Simon-Dach str.6, Bpxhag.-Str.12 Hartini, Etidi, Rixd., Allerstr. 39. ■""„Kuppiner Str. 24. Swinemünder Str. 58 Maruliolz, W. gÄ�T�o. Wildenowstr. 2, Tegeler Str. 38. Karl Haurischat, Thaerstr. 13. KarlMercier,Hutten8t.3 Meyer, Gust-, Instorburger Str. 2. Michaelis, Paul MIelke, Max, Ifuttenstr. 33. Mewes�dolLWarschauerstr.öS. Minkc, Carl, Frankfurt. Allee 66. Hugo Möllhoff, Glogauer Str. 83. Moritz, Alfr., Ri., Weseratr. 181 Max Moyslch, W jlhelmshav. St. 46. Paul Mulack, Mariannenstr. 8. yiillnv T. Kottbuser Damm 31, KIHlEi, U. llenn,Stl55J KnesebeckatlO Schwedter-Str. 11. . Scbliemannstr. 14. Alb. Müller, Petersburger Str. 19» Boxh.-Rumraelsbg. Wismar-Platz 2. Albert Nass Buefrd3orf' Nanck, Wllh., Ri., Weserstr. 16 Alb. Nehm, 2 Geschäfte im Nord. Wilh. Obitz, Wilhelmshar. Str. 68. " Prinzen-Allee 38, Ecke Soldiner Str. Friö Pf eiöer ÄÄi. Paul Pistor Beriinerestr.'lI2. A. Plaatke, Oderberger Str. 55. •Julius Plotke, Reinickendorferstr. 13, Neue Hocbstr. 31, Eiig.billlorrentr. O. Pohle, Metzer Str. 22. Fritz Pallähn, Graefpstr. 30/' Prlebe, E„ Boihag.-Chausaee 22. Procbnow, Pankow, Wollankat. 23 R. Puhl mann, Woldenbcrgeret. 32 Gart Quast. Frinzen-AUee 15. Herrn. Radke, Cöpenick. A. Ramhold, Prinzen-Allee 18-• «WiSBSgf E. Rettig, Stralsdnd.68, Pu»sit.l6. F. 0- Richter SÄi8' Max Richter, Löwestr. 2. Otto Rickheim, Dresdner Str. 79- E. Ritt, Beigiclundf., liiasoilcrdr. 43 Willy Roatzscii 8t?TÄ18' Carl Robta, Langhan8Str.68u.148. Willy Rßhne Fritz Rose, Gollnowsb'. 36. Franz Rosenow, Yorkstr. 39. Franz Rudek, Liegnitzer Str. 12. Max Rudek, üeokermünd. Str. 1. Rühle, Paul, Dolzigerstr. 10. Runge. Otto, Ri., Hermannstr. 66. Rnsthke, Otto, Forsterstr. 4. A. Sägebarth, Fehrbelliaer Bit. 24. Schäfer, H., Neue Hocbstr. 8. Schneider, F., Bixd., Kalii«r-Fri«d.St75 W. Schwarze ÄÄ Schettler, Carl, Badstr. 16. Schettler, Eugen, OrflnerWeg 120. Georg Scheerer, Bremer Str. 66. Altd. Schiffer, Elbulelbkircbstr. 15. Schienther, Emil, Huttenstr. 7. Paul Schmidt, Rügonerstr. 26. ioh.SchneiderNchf., Kricbznbg/Stll« 1. Schneider, Ri. Herfurthstr. 6 Oswald Scholz, SO 36, Elsenst. 73 paiilScIiöIrclNchf., EmdenerStr.9 Schramm, 0.,Boxhag.-Chanaaee 3 Schröck, Fr-, RI.. Weserstr. 4.* Wilh. Schröder, Brunnenstr. 47 Oidenburgerstr. 7, Mehl, Conseryen. 5, Ri., Bergstr. 96. Adolf Schulz, Mattornstr. 9. C. Oscar Schwarz Moabit, Ggtiko vskilt. 8, Eck« Zvlngliztr. Mehl, Hülsenfrüchte, Vogelfutter M.SMzs.'SSw,, P. Slmund, Rlxdf., Ziethenstr. 46. Stünber, R., Rh, HoticmnllcrTipl. 3. Steinke.Max.ff einstr. 4,Eck« HöcbsleSl. Oswald Steinmetz, Weinstr. 20b Stalle, Ernst, Thaerstr. 39. 0. Stubbenhagen fSÄ. Gustav Stflmer, Nogatstr. 23. Tiederoann, H., Wühlischatr. 29 W.Tietzsoh, SO. Heldelb. Str. 30 P. Tippner, Rixdorf, Leinestr. 48„ H.Tngendhaft, C.Gormannstr.24, Wilh. Thomas, Bciaickesl-Slr. 54. Otto Tück, Gubenerstr. II. Benauntr. 37, _______ Swineoidsdcriir.go- Ulbrlch, F., Ri W arthestr. 13 x 69. Ulrich, O-, Rh, Prlnz IIaidjerjstr. 20. Gustav Voeltz, Mühlenstr. 66/66. GustavVolgt, Wiener Str. 47. Carl Vogt, Sickingenstr. 80. Erich Vogt, Siemensstr. 6. Walter, Karl. Pillauerstr. t. Alto Jscobstr. 133 Llndenstr. 77 Junkerstr. 14. ä We»Eiig. S;ll0Äh.3tr-6- G. Werner, Weis»eni«e, Wörthilr. 14. Emst Wilde, Bastisnstr. 1. W.O. Wleprecht, Memeler Str. 27. WittenM Fi ä'sä nmCHUGUl,!!. Admiralstr. 35. At'gjuchacizkj.Kiidf.Schadomarlr. 11/12. 11. Kuckalks, Mariendorf, Dsrtilr 37 Ziegler, Qtto, Ri., Biciomeiult, 20 c Ledsrvearen Sattlermstr. Brunnenet.fil Gg-Engnath Carl Fessel Spet. Taicb., Kappe«, fonenonBaiesDsw. Glatz& Langner,$$°& Paul Kratby,�ra!)edilS: Richard Rurtzke DammT Adolf Huhr. Stralauer Allee 44. ...... Wienerstr. 14 Eig. Werkst.!. Hause O. Probit, Frankf ürt. AI Ice8. Eig.P�riknt• Brunneustr. 6. • lifütjtilij Eig.Fabrikate. C.Richter, Rixdorf, Friedel8tr.49. Bob. Voigt, BaiimschoIsU. 87.!Ein. FaFi. 8!toWeii»ertS.r.:;s. Fried el8tr.35/36.BerHi,Schoaleinst. 6. P Pontnoi» M�nstein8tr- 17' . Huillilul Steinmetzstr. 27 Rosin, G. SÄ Sachs, Julius, Wüsnaeker-Str. 11. IC- Cn/,L» KaHec.Kakae.Kouerr. rr. aaCKS Kostocker Str. 12.! Scheibe, Adolf Mariannenstr. 14. Marklh-Msrheiackepl. .Marktb-, Dorotlieeaslr. Reichen- MlMili.ll. ÜMitl EÜljl bergerstr. 38. Sophie Charlottenstr. 100, Kurt Scholz, Kolonialwaren. Lehranstalten Zuschneide-Schule de« Deutsch. Zuschneider- Verbandes, e. V., BERLIN, Mauerstr. 86 88, T. 1/3401. Rudolf Maurer Priedrichstr.Sfia, EckeMohrenstr. Dir. Kölners Hiidtliakadcmit Birlibalktncligle Stenographie, Eehrelbmaschlnp (125 Maschinen) Rosenthaierstr. 05 u. Seydcistr. I Stralilendorf f» Handels' AKademie. Beuthst. 10 u. 11, 1.,II.,lII.Etage Größtes Institut Berlins Ausführl. Lehrpläne umsonst. IMU BaiiM! Inh. A. Werner. Prosp. frei. BerUn, Neonderstraße 3. Fritz Starke, Gleimstr. 39. Steglitz md .Lickterf. 0. SteTndorff, EmU.Manteuff eist. 53. Thieke Nachf., Prinzenstr. 10. C. Triebet, Kolonw., Stettin.-St.16. >E. flcudler, Reinickendorf erst. 64. KeinholdWerner, Tegel, TresVowstr.8#. f.Wolllg6iDtll.ÄÄ8ü«. Q. Zemke, Mariannenstr. 60. LIcht-Hellanstalten) Herz-, Nerv�,'Magen-, Dann-, Frauen-, Haut-, Harnleld.beh erf. Charlottenburg, Querstr. 1.LicbHiUatt. �Tlnoto�m�i�eehsL� HäntschK'�-Är Ranscli, Rieh."fÄ" Niederlage Warachauerstr. 6. ( Manufakturwaren BelweMf., Otto ÄÄ MPctcr8b.-St.S9 ,, Modewarenh. Hoffmann, M. Emst, Bousr.elst.27. Seidel, Wl«, weg"«. Mehlhandlunaon D M. Anders SÄ Conrad Adam, Chart, Cauerst.28 W. Bachmann, CharL,IIeliriagit.l5. R.Baumgärtner, Pankow, HiU>leuL20 Bethke, Gcorfl. STl Rixd., Eibest. 33. Ka4i.-Friedr.-fil.64. Treptow, GrStz-Strafie 64. B ock, Paul, Stralauer- Allee 29b. Bordasch G. Rl.,K»i8.-Frdr,-St.29 C. Bosse, Reinickendorferstr. 92. H. ßreest Kast�lffise 3. BüSO Mli m. Wllh. Schulze, Friti Welze! �KÖrbwar�Klnde��� Metzner-n'�Ä« Keialltellale»., Klzdermöb, Klappfakral. Berlin!f, 95 Brunnenstr.'!»>. Losern 6".Rabatt. Kataloggrat. B. Becker, O. Weserstr. 24. KiiidfriTaat-ii, l'oistcrbettat.Kimke. MOllcrst.30 Grandke,Herra..Gr.Fi»iütr«r(«tSt 1 1 Kosohny, Oppelnarst. 49, SchJ Ior f Krankanhedarfaartlk. � Fischer, Wilh.,N, äwiaeniBA-SL 1 1 4 Lange, A. E-, Brunnenstr. 167. frlti Brosios Elbe Str. 39, Riehardat.fiS Kranold platz, Bert. Grünerweg 43 _ Alt Glinicke, Rudow. Bugge.Hob/ Kulonialw., fickreiaeiiL«. «(.'rhu räf Chart., Potsd. St. 13, . LI»dl IIL Knoheladorffstr. 9 Frese. Brnst° üeBchm(> Im SO. ?riedrkI]sohn Ätt«: .FyBteDl!8ri..LdfMÄii6e. Gaege,OttoCh�g.en" Paul Qaege, Spandau. Hugo Gessler Sannst""; Orossien, Gebr. Job. Günther, Graefestr. 69. HammerstädtGitÄ Herrn. Hecht, Wilfaelmgaue 26. Hcerma.H-.Rj, Hermannstr. 172. Heinrich, R. '7 � f.i..Wh«4-sma P. Herrgutb Nachf., Beinlcttad.Slr.? Hesse,k Ri., Berliners tr. 102, Herrn. Kogel ÄfnÄ Ernst Krämer wÄS. AKOsterNfg�T I anno Mgv sebwedter St.2. Ldliytt.mdA a,d. Käst. Allee6 L. Lazarus, Petersburger Str.62. Lüddocke. R., Ri., Bergstr. 4. Möbel-Eberhardt, Friedrietst. 105 s. Nagott, Ri., Richardpl.8, Alt, Neu. � Oranienstr. 202 Hidi. Gel»- Vor*.-Lesern S0/). Langeatr. 9. Stralauerstr.32 '» Am Molkenm. Rebsch, E-, ImM. Rehfeld, A., Builmznst. 20, Gelegenheitskäufe, kompl. Einr.v.UOM. a. C. Rether Nachf., Veteranenst. 21. Gustav Richt er, Möbel-Fabrik Kastanien-Allee 26, Köpenick, Grünauer 8tr. 9. 0.-8chöneweide,WilheIiHiaeBliofit.lO. Schmidt, Otto A.Scha«(iir,0b.8rii8ncweide,EdisnDsl.59 Schwanke. Rixdf.,Hermann3tr.229 Mebtl- Fubrlk ftob. Seelisch, Berli« 0., Uigaetslr. 71f73i. StttiälltM. jueipe n, milUsre Wohanagseinriehtg. Siebek: eig ibeky, W-, Gneisenaustr. 18, . Tischlerei u. Tapezierwerkst. Szymanzig, Erdmana& Co. Möbelfabrik Landsbergeratr. 106. K. Thomas B|trrDa7u9er Lieferant d.Konau'mgenoasensoh, Wendland, Ernst Möbelfabrik— Bar- u. Teilzahl. |i,nri Rflnichend. Strafe 114. In« Wprnpr Cbarlottenburg JUÖ. wvrnvr Lcharrenslr. 10. Werthers?"Ä?rrl2L Wllh. Witt\VilheImshavenerat.64 c Molkereien Milch Schmidt Rixdorf, Harmannitraße 53, ........ tinrsSalue.ficUsssab-. Berti». Tagl.. fr. Bauer TtUnlbb, sätf a. siiire Sakie, Bckltgcibsl «ha« Kootirr. 1» Berti». Tagt., fr. Eatter ta« eigoer Bjtlerei Bit«lektr. Beirieb. Botiaraiichr�illiJ�lll�lWeil-K� Afrana-Nähmaschlnen O.A.Büttner,Ua»,l9escb.ADdrea»Et.79 Filialen: Petersburgerstr. 87, Spandau, Schön walderetr. 19- Bdlraann, E., waS™™' FH Pmili Rosenthaierstr. 19. LU. nnilifl, Alle Systeme; TeiUabl. Df-aft bestes deutsches Fabrikat rlall Steinhauer, Spandan. Liltaiier,Yerir.Me, lerliierzt. 84, Nähmaschinen G.W endt.W ilsoacE.St.36 W. Schopps, Usedomstr. 12. Pfaff- Nähmasehiaen Lüden In allen Stadtteilen. c Optiker 3 Oase, Paul, N, Müllerstr. 174. Groß, Paul, warschauerstr. 66. Schubert, Carl, Ri., Bergstr. 148. Loh, Paul Königs bergerstr. P. Seidler, Louis, Ri., Bergstr. 42. Alfred Starke, Manteufl�str„20. Vogt, WUh., Skalitzeratr-TB. "putzmltt«i~���| c Kauft nur Saffin, bester Schuhputz Solano. hest. Metallpatz JaegerAKiessllch, Berlin, SO, 33 M Pnrlo Frankfurter Allee 16& n.LllUe.Spezi alh.f.Damenhüta EmravKahlfold rlbÄ"« König, Titus i£Ä Spezialh&u» f. Datueuliütf. Mpdehaua ,? Wilhelm Melzner Große Frankfurterstraße 92 Spezlalhans für Damenhüte._ SchmaIin«ki.Ri„Bergiitr.l61Pnti,Fipp«r { Rerterhandlungew � LuiseFrömel, Greifswalderstr. 199. Cul Joch, NO, Palisadenstr. 97. Neumann, G, Grenadiers tr. 43. Reste-Spitz, FehrbeIUnerSt.24ptD ( So h■) Emst Adam, Friedrichshagen. Herrn. Adler, Steglitz, Schloßst.US >AmerikaneruPrinzen-AUee 12/4S Anhalt, E., Andreasstr. 13. Scrhar Bmnnenstraße 68, nüt-llcl, Ecke Demminer Str. Baumgart, H-, Manteuffelstr. 28. HPnliian Mirb.ickslr. 64, Uef.il.Kou.- . DeKUill, Gesusissck. Berlin.». Umg, Blilige Stlef«!, Sickingenstr. f ßonorfi 1/ Potsdamers tr. 67,. DclIcUlK gewährt lO1,, Rabatt, Damaschke, Invaiidenstr. 144. J. Denzlg Nchf., Chausseestr. 26 Franziska Demnlck, ZlenstiTchpl. 1. Draetrer, Warschauerstri74. Rieh. Deckert, Gartenatr. 2. Ed. Drechsler a�rii. Engel, W� Königsbergers tr. 13. Osk. Engter, 8» inemlhiderslr. 63. Osw. Fabian, Kbpesiek, Kietuntr.T. b-izer, Friedr., Sparr-Str. 17. Formunowitz. E.,Yar)uir.53,aa Htf. OttoGrätzch,Cliaussee8tr.l2u.G7. Ooldmann,.Spasilau,Feliönvaricul.84. Hetnrig.-8tr. 1. c Waschmittel D Verlangen Sie „Edelweiß" Krone aller Waschmittel. ( WelB-, Wollw., TpIkoU� Ahlscher, Gust., Chorinerstr. 75. Hbz Bahn, Uühlenstr. 42. H. Barts, Schönhauser Allee 107. Bredow, Otto, Ri.,Hermann8tr.56 Otto Erdmann, Mirbaebatr. 36. n/iartlplv Beusselatraße 76 , UdlUm Tauroggenerst. 10 ■ Gcorgi, Ernst sÄ.| Hans, A.�: Hugo Hecht, Cborineratr. 65 a. Hirschfeldt beÄ?«. Hoffmann, Carmen Sylvastr. 6 Hoppe, E., Scharnweberstr. 52. Julius John Jonas, Hermann K Ä Juncker, H.ÄLtr.172. Kanfh.KatzkI,Ri.,Kaia.FrifJr-St.:i3 Carl Klein, Höchstestr.16, H O. 18. Robert Kutsche, Gubenerstr. 56. Adolf Kusel, Ri. Bergstr. 84 a. Krlebel,Scbönaberg,Leathenst.5 A. Kassier, Caprivistr. 5. R. Lehmann, lab. Wialer, Köpealck. Ch. Loewy.�!?y.ni5� Lnster, C., Reichenbergerstr. 61. Uüllof p Thaerstr. 46, InUllCl, L, Wäsche eig. Fabrikats. Meyer, Ber niaerst. 1 2,(Arbeite rhemden) Nachmann, Müllerstr. I31i,Keiis.-I»id» Pflaume, Gebr., Friedrichstr. 206« E Pietschraann, Marie Jagowstr. 25 chaefer, Hl"iS'tBa- str. 43 M. Schaefer S.W. Hollmannstr. 43 p! W. Maaseenstr. 17. Schrom, Lina, Kirhachstr. 31. A.Radioff, Reinckdf.,Iarkit.l kSM Raehmer, C, Andrea sstr. 69. HermannMeyer,SchiTeibeiaer8L2L A.Nltschpan�trgmuBfLl 1 lleiiii>19. Sigmond Simon Nf., KöpeiipkenUtS Stawenow, Cbarl-Oardesnia-Cpipiitr. 1 9 J.Stein Rehiiekradl.ffIScb«ra«ber»U 18 Thurow,0.,Charibg.,Cauer»tr.l4 L. Vierarm, Zionskirchstr. 34. E.Voigt, BtiDiekeadiirf, AaeideitMOl. Albert Vogt Wollhaus Lucasg�"� [ Wild u. SeflSoel C.Dittmann BeSsS-'.ti, Oirimm�ÄÄ023' Schmidt, E., Spandau, HavelsLld Zimmer, H.» Prinzenstr. 12. ElBade�TsSionhauserAneeS�, Hollbnich, Herrn., Fankat.S�egr.lS?! A. Jahnke, S0.Elsenstr.84, L 10-1, 3-6 Jordan�Alfr�enn� 2 Alfred Hau 10% Wrangelstr. 861.— Gegr. 1885.| K/ 16 fvilluy niflA Ecke Manteuffelitr. Achtung! Achtung! Gewerkschaften und Bereine. Zur gefälligen Kenulnisnahme, daß der Musikunternehmer ITclt� BTonigmann aus dem Zentralverband der Zivilmusiker Teutschlands ausgetreten ist. Orlsverwaltung Berlin 5012* Der Borstand. Bestbewährta gesunde und magen- darmKranke Nahrung für; sowie schwächliche, In der EniwicKIutig zurückgebliebeos Kinder. Paul Obiglos Feslsäle, sehwediersir.23/24 Mein großer und kleiner Feftsaal� ist in der Herbst, und Maskenball- Saison noch einige Sonnabende und Sonntage frei.* Ebenso empsehle ich meine Lokalitäten zu Hochzeiten, Versammlungen und Festlichkeiten jeder Art. Ergebenst Paul Obiglo. «Jedes Wort 10 Pfennig. Das fettgedruckte Wort Z0 Pfg.(zulässig Zfetlgedruckte Worte). Stellengesuche und Schlafstellen-Anzeigen 5 Pfg.: das erste Wort(fettgedruckt) 10 Pfg. Worte mit mehr als 15 Buchstaben zählen doppelt. ) Kleine Anzeigen ANZEIGEN für die nächste Nummer werden in den Annahmestellen für Berlin bis I Uhr. für die Vororte blt 12 Uhr, In der Haupt-Expedition, Lindenstraue 69, bis S Uhr angenommen. Verkäufe. Nederbette«. Stand 11,00, große 16,00, Wäsche, Gardinen, Portieren, Teppiche, Decken, spottbillig. Pfand- leibhaus, Küstrinerplatz 7. 28575� Geschichte der Revolutionen, von A Eonrady, wöchentlich ein Hest a 20 Ps. Bestellungen nehmen die Ausgabestellen des.Vorwärts" ent« gegen. Probehefte gratis._ Teppiche!(seblerbafte) m allen Größen, soft sür die Halste des Wertes Teppichlager Brünn. Hackeicher Marti 4, Bahnboj Börse. O�Ier deS »Vorwärts" erhalten 5 Prozent Äabnlt.) Sonntags geöffnet I_" 1ÖÖO neue Nähmaschinen. Prima Langschiss für Familie 65 Mark, Ab» »ahwng 75 Mark ohne Anzahlung. Bcllmann, Gollnowstraße 26, nahe LandSbergerstraße. 2057K" Wasserschaden, durch Gewitter- regen verursacht, hat großen Posten Teppiche, Steppdecken, Gardinen, Schlasdecken, Rouleaux usw. beschädigt. Diese Waren werden spottbillig aus- verkaust. Teppich-ThomaS, Rosen- thalerstraße 5t. 296-151" Her»,„»»plan 6. Pjandlcjh- bauS. Selbstverständlich bevorzugtester Wareneinkaus. Allerbilligste Jackett- anzüge. Gebrockanzüge. Sommer- palcloiS. Herrenhosen. RicsenauS- wähl Brauibetten. VcrmictungS- beit. Laubenbctien. WäschcauSwahL Gardinenauswahl. Teppichauswahl. Steppdecken. Plüichttichdeckeu. Gold- sachen. Taichenubren. Wanduhrcn. Warcnvertaui ebenfalls Sonntags.' Wissen Sie schon? Herrmann Schlesinger verkauft aus. Zum Herbst kommt eine Umwandlung, wahrschein- lich Attiengesellschast, bis dahin soll alles geräumt werden. Also wenn Sie Geld haben(gepumpt wird nichl), jetzt können Sie billig Anzüge lausen. Nur Turmstraße 38. 2S0tK" In Freien Stunden. Wochen- schrist sür das arbeitende Volk. Romane und Erzählungen. Abonnements wöchentlich 10 Pf. nehmen alle Aus- gabcstcllen des„Vorwärts" entgegen. Probchcste gratis. Zteppdecken. prachtvolle, simili- seidene 3,85, 4,73 bis 11,25. Teppich- bauS Richard Wols, DreSdenerslr. 8 (Kottbuicrtor). 2912K" LeiiihauS»Brunnen" und Ver- tausgcschüit, alles spottbillig: Betten, Stand mit 2 Kissen 10,—. Brunnen. straße 118, Ecke Uiedomstraße. 2326K" Teppiche(Farbensehler), Stepp. decken. Gardinen. Tischdecken, Tüll- bcttdeckcn, Uebergardincn, Sosa- stosireste spottbillig Fabriklager Wauevhoff. Große Franksurlersttaße S, ureingang. Vorwärtslesern zehn rozent- Sonntags gcüsinct. 2488K" Gtosten zu Aves Guyots und Sigismund Lacroix'„Die wahre Ge« statt des Ehnstentums", von August Bebel. Preis 75 Ps., billige Ausgabe 80 Ps. Expeditton Lindenstraße 69, Laden._ MonatSanzüge. Paletots, große «uswabl, speziell sür starke Figuren. sowie elegante neue Garderobe, LG Prozent billiger wie im Laden, dtrett vom Schnetdermeistcr Fürtten. �ett, Roienlbalerittaße 10. 246/9» Sportwagen mit Verdeck, gut er- hatten verläuslich Reinickendorfer- ftraße 24, rechter Seitenflügel III. Stzausmann.___ t52 Monatsanzüge und Sommer- Paletots von 5 Mari sowie Hosen von 1,50, Mebrockanzüge von 12.00, Fracks von 2,50, sowie sür korpulente Figuren. Neue Garderohe zu staunend billigen Preisen, aus Pfandleihen oer- sallcne Sachen taust man am billigsten bei Naß, Mulackstraße 14.• Geschäftaverkäufe. Milchgeschäft. Kolonialwaren, Lustdruckrolle sosort Frtedelstraße 31. Stehbierhalle, gute Existenz, seltene Gelegenheit, bei sofortiger Uebernahme billig verkäuflich Bähe- rischerplatz 2._ 29716 Zigarrengeschäft, gut gehend, 1500 netto ueberschutz, sofort ver- käuflich. Postlagerkarte 129, Post. amt 6S. t52 Möbel.. Möbel ohne Geld I Bei ganz klewer Slnzablung geben Wirtschasten und einzelne Stücke aus Kredit unter äußerster Preisnotierung, auch Waren aller Art. Der ganze Osten taust bei uns. Krelschmann u. Co., Koppen- straße 4.(Schtestscher Babnbos.)* Möbel- Lrchner, Fabrik von Polsterwaren, Brmmenftraße 7, am Ros entHaler Tor, WohnungSein- richtungen aus Kredit und gegen bar. Riesen-AuSwahI. Stube und Küche Anzahlung von 15 Mark an. Einzelne Möbelstücke von 5 Mark Anzahlung an. Hervorragend schöne Muster in bunten Küchen. Wochen-, MonatS« oder vierteljährliche Raten nach Ueber- einkuntt. Lieserc auch nach auswärt». Vorzeiger dieses Inserats erhält beim Kauf 5 Mart guigeschricben. Kunden, die ihr Konto beglichen haben, erhalten einzelne Möbelstücke ohne Anzahlung. Sonntags geöffnet. Küchenmöbel. Spezialsabrit, Neue Königstraße 32(Alexanderplatz). Küchenmöbel. Spczialsabrik, Neue Königstraße 32(Alexandcrplatz.) "Küchenmöbel. Spezialsabrik, Neue Königstraße 32(Alexanderplatz) Zlrbcitcrssiiistcrwohiiungen.Für jedermann leicht erwerbbar, sehr billig, auch gebrauchte, gut erhalten, große Auswahl, Teilzahlung gern gestattet. Kassenpreis, Zmsvergüligung, kleine Anzahlungen, bequeme Abzahlungen nach Wunsch der Käufer. Moderne bunte Küchen von 5G,— Mact an, Stube und Küche von 200,— Mark an,-kein Abzahlungsgeschäft. Jul. Gabbert, Tischlermeister, Acker- straße 54._ 246/6* Plüschsofa, 30,—, 38,—, 45,—, Chaiselongue 18,—, 22,—, Kleider- spind 30,—, Vertiko 32,—, bunte Küche 35,—, Wohnungseinrichtung von 200 Mark an. DreSdenerstraße 14, Höser.___ 29775t Nuhbaumwirtschaft verlaust umständehalber Hausverwalter: hoch- seines Umbausosa, prachtvolle Küchen- möbel, Küchengeschirr, 2 Teppiche 190.—, Säulenbüsett billig. Wein- meisterstr. Id— 2._ 107/20 Brautleuten bildhübsche Wirtschaft. Stube und Küche, spottbillig verkäuflich Waßmannstraße 13 I.» Metallbetlen, zwei, modern. spottbillig oerkäusiich. Zossener. straße 10. Hutgeschäst. 107,17» Tringent» Büfett 48.00, Paneel- sosa 37,00, Muschelschrank 35,00, spott- billig. Muschewertiko, Säulcntrumeau 46,00. Chausseestraße 74, I. Schäfer. Ghaiselongue, nagelneu, 16.00. Herbst, Lothringerstraße 47. 2963b» Bilder. Fertiggerahmte und lose Bilder, Leisten und Nahmen kaufen Sie beute am billigsten und reellsten direkt Fabrik bei Bilder-Bogdan, Wein- meillerstraße 2. Teilzahlung ge- stattet. ?»krrSder. Herrenfahrrad, elegantes 25,00. Friedenberg, Schwedterstraße 17.• Musik. Ptanino, Nußbaum, 100,—. Zander, Turmstraße 8. 107/l2» Ptanino, vorzüglich erhalten, mit langer Garantie, treuziaitig, sofort ganz billig zu verlausen. Menzel, Charlottenburg, Kanlslr. 51. 107/13 Liolinunterricht. sehr fördernd und- gründlich, ertellt er-ah- euer älterer Künstter, pro Stunde 1,25, zwei Schüler je 75 Ps. Lettion billiger. Verbindung Rosenthaler Tor. Offerten W. 4, Hauptexpedition deS.Vorwärts".» Kanigesiiclie. Platinadfalle, Silberallfälle, Rückstände, Zahngebtffe, Quecksilber. Me- talle hochstzahlend, Goldschmelze Nieper, Kövenickerstraße 20»(gegen- über Manleuffetstraße). 2995K Zahngeblffe. Zahn bis 30 Pfennig, Bruchgold, Pfandscheine. Stanniol. höchstzahlend. Kohn, Neue König. straße 76. 213/2» Möbeleinkauf, Wirtschaften, Einzcl- stücke, höchstzahlcnd, Möbclhalle. Alte Schönhauserstraße 5L_ 106/13* Platiiiabfälle, Gramm 5,20. Gold, Silber, Zahngebisse, Feilungen, Stanniol kaust Blümel, August- straße l9 10. t59» Verschiedenes. Lewanbolvökh» Sänger, älteste Gesellichast. Wiclesstraße 31.-(60" Kuitsistopfcrei von FrauKokoskh. Schlachtenlee, Kurfttaße 8 III._ Patrntanwalt Müller, Gftschiner- straße 81. 2439K» Patentanwalt Wessel, Gttschiner- straße 94». Schnelle, billige Erwirkung, Ver- Wertung von Patenten. Gebrauchs- mustern, Warenzeichen in allen Lan- dern. Prospekt kostenlos. Patent- bureau Tbeune u. Co., Berlin SW. 48, Friedrichstraße 249. 29216* Englischer Unterricht sür Anfänger und Fortgeschrittene, einzeln und im Zirkel, wird erteilt. Ucbersetzungen werden angenommen. G. Swienty, Charlotlcnbura, Stuttgarterplatz 9. Gartenhaus III. K» Kantine größerer Druckerei zu verpachten. Offerten G. 2 Haupt- expedition des.Vorwärts". 2972b �Volinaiixe». Beteranenstraffe20. abgeschlossene sonnige Einzimmer-Wohnungen 24, 26 Mark, Zweizimmer 28. 2904b» NO N. NNV. SW. S. SO. flßnahmeftellen für„Kleine Anzeigen" Berlin C. W. Hntinisch, Auguststr. 60, Eingang Joachimstraße. W. G. Schmidt. Kirchbachstr 14. Z. R. Hackelbusch. Petersburger Platz 4. Gustav Bogel. Koppen- straße 83. R. Wengels, Gr. Frankfurter Str. 120. L. Zucht. Immanuel kirchstr. 12. I. Neul. Barnimltr. 42. W. Baumann, Bernauer Str. 9. F. Trapp. Stettiner Str. 10. Karl Mars. Lvchencr Stt. 123. Kart Weifte Nachf., Nazarethtirchstr. 49. H. Bogel, Lortzingstr. 37. ül. Tie». Jnvalidenstr. 124. L. Dechnnd, Ruheplatzstr. 24. Karl Anders, Salzwedelerftr. 8. Lawerenz, GotzkowSkhstr. 29. H. Werner. Gneitennustr 72.-Dach». Hagelberger Stri 27. St. Fri». Prinzenffr. 31. F. Gutschmidt. Kollbuser Damm 8. Pani Böhm. Lausitzer Platz 14,15. P. Horsch, Engeluser 15. �ckl«r»d«t. Karl Schwarzlose. Hofsmannstt. 9. Bnnninelintrnwvir. H. Hornig. Marienthalerstr. 13, l. Bsrntsnnickv. Paul Kienast, Räuschstr. 10. Oiinrinttenknrjx. Gustav Schariiberg. Seienbeimer Str. 1. Kerivdrlclbalinjevn. Ernst Wcrfmnitn, Köpcnicker Str. 18. Grtinan. Franz Klein, Fricdiichstr. 10. Johannisthal. Pielicke, Kaiser-Wilhetm-Platz 4 Karlshorat. Richard Küter, Rödelslr. 9, II. Büpcntrlc. Emil Wiftler, Kietzcrstr. 6, Laden. L-irJitenhers. Otto Settel. Kronvrinzenitr. 4, I. Xleckor-SvhGawoick«. Max Priebke, Britzer Str. 14 U. Xownsvca. Wilhelm Zappe, Friedrichstr. 7. t»hor-#»ch«nvweIdv. Alfred Bader. Wilhelmlnenhosstr. 17 II. Lankow. Otto Riftmanii. Mühlenstt. 30. Botnloliendorg. P. Gursch, Provinzstr. 56, Laden. Itisdorf. M. Heinrich, Reckarstr. 2. Conrad, Hermannstr. 50. C. Rohr. Sicgsriedstr. 28/29. Kninntvl-shnrx. A. Rosen franz, Alt-Boxbagen 56. KohGaohcrx. Wilhelm Bäniiilcr, Martin-Luiher-Sir. 69 im Laden. (■spanckan. Koppen, Breitesir. 64. Steglitz. H. Berusee. A.senstr. 5. T'vnlpvlhog. Albert Thiel, Berliner Str. 41/42. T'ropton'. Robert Gramenz. Kiesbolzstr. 412, Laden. dH olUsnas«. Fuhrmann. Sedanitr. 105. Schillert. König-Chanffee Z9a �iIni«r-»ckoi'I. Paul Schubert, Wildelmsaue 26, Hos parterre. Inseratenteil verantw.: Th. Glocke. Berlin. Druck u. Verlag: Vorwärt» Wohnungen. Stube und Küche, 18 bis 22 Mark monatlich, vollständig neu renoviert. sretAdlich. trocken, sehr- geräumig, mit Gas und Korridor iosort oder später zu ver- mieten. Dauermictcrn vergüte einen Monat Miete sür Umzug. Näheres beim Eigentümer Soldinerstraße 41. Buttmannstrafte 15 schone Woh- nungen, vollständig neu renoviert, mit GaZ von 18 bis 22 Mark zu ver- mieten. Näheres be.m Wirt. 2917K» �rbeitsiimriit. Stellenangebote. Schlofferet und Berlin. Müller- -i-52» Lehrling für Mechanik, sofort, straße 53. Schlaffer, Kolonnensührer und Heiser, aus Gitterbau, Schaufenster, eiserne Türen verlangt Blume, Char- lottenburg. Schillcrstraße 94. 1-63 Dirigent vom gemischten Cbor gesucht(R. D. A.-S.-B.). Offerten M. Reich, Mahlsdorj a. Ostb., Bahn- Hosstraße 41. L969b Schlöffet, tüchtige Heiser aus Bronze-Schausenster verlangt Schulte, Rixdorl, Mahlowersiraße 24. lk>8/5 Arbeiterinnen bei hohtm Lohn sosort gesucht. Chemiiche Werte Florian u. Co., Britz. Berlin, Chaussee- straße 68. 2961K» Geübte Einsaßftauen verlangt Filzschuhsabrik Bergstraße 34. 108/2 Zeitungsfrauen sosort verlangt Königstraße 56/57. 107/94» Im ArdeitSmarkt durch besonderen Druck hervorgehobene Anzeigen tosten SO Pf. die Zeile. Kellblg Einschlägerinnen mit wirtlich grofter Arbeiisleiswng acn hohen Akkordlohn sofort ge- t. Chemische Werte Florian & Co., Britz> Berlin, Chauffce- straße 68. S126L Deutsclier ßuchbinilsr-Verband. Achtung! Buchbinder und Bnchbinderciarlieitcrinnen I Die Firma„tzltvUa VeHn-:». Alte Jalobslraße U/12 ist wegen Nichtanerkennung des Tarifs gesperrt. 24/20» Oia Ortsverwaltung. Achtung! Holzarbeiter. Wegen Streit oder Lohn- differenzen sind gesperrt: Parkettbodeugeschäft Kampf- meyer. Chr. Kecker Söhne. Hirstein. Kordd. Parhetttabrlb Hannover. Berliner Parbettf. Bad- meyer, Jnh. llasnacb. Elbing;er. Roscnfeld. Bamke i. Fa. Schleslnser. It ntt erweich. Pick. Ww.«all, Bibrich» Vertreter: iHetlehen. Wojek. Heine, Berlin. Heine, BreSlan, vertr.: PfatT. Bernfsvereln der Berliner Parkclt�cachölte, Tho- masiusftr. 18. Kotkerlodrlkeo: Zllkrklsehe Holen-arenln- dnstrle(I-ehmann), Blu- mciiftrafte 81. IH-'aener, MartnSstr. ST, Helehelt. Krautftr. 30. vrenlleh(Hrtteer), Grüner Weg S8. Plndelsen, Blumrnstr. SS. Goldleistensabrtt» Dnohlerley in Ripdorf. Tischfabrtt Hnoke, Stralsunder Strafte 50. Wagenfabrit HeUmnth, Stra- lauer Strafte. Kammfadrit Btooh, Warschauer Strafte 41/42 und Revaler Strafte 1. Bautischlerct Paul, Mon«. inrntenstrafte 23 und Hagel- bergrr Strafte 4. Jalousiefadrik Helnr. Frcene, Berlin Riederschönhause». Sargfabrikc» Kosinskl, Lichtenberg und Rummelsburg. Pianofabrit SpKthe, PotS- danicr Str. 20 und Spllthe in Gera. SttmtUche Betriebe in Hamburg, Lieqnitz, Forst. Das Berliner ZlrbritöwiNtgen» veriiiitteiiingsburcau d. gelben .HandiorrterschutzverbandeS". Arbeitsnachweis b. Stellmacher» inuung und der Wagenfabri- kanten. Kaiser-Franz-Grcnadicr. Platz. Zuzug ist sireng fernzuhalten. Die Ortsverwaltnng Berlin ckes Deutschen Holzarbelterverbandes. für ein Parteiblatt mit 40000 Auflage gesucht. Reflektiert wird auf nur erste Kraft, die mit allen einschlägigen Arbeiten, Jnseratenwesen, Aufstellung von Bilanzen usw., völlig vertraut ist. Offerten werden bis 5. August unter Chiffre F. 2 an die Expedition des„Vorwärts" erbeten. 293/15' Verantwortlicher Redakteur Richard Barth, Berlin. Für den «uckdruckerei u. Verlaasanitolt Raul Stnaer u. Co.. Berlin LW. Dr. 178. 28. Zahrgavs. 3. Ifilaflf i>cs.Awiirls" Kerlm Mlvoch. 2. August[DU Partei- Hngelcgcnbeitefi. Zur Lokalliste! Mit Beginn dieses Monats hat auch wiederum in den Land« orten die Zeit der alljährlich üblichen Erntefeste begonnen. In der Hauptsache handelt es sich dabei um rein geschäftliche Unter« nehmungen der in den betreffenden Orten ansässigen Gastwirte be- ziebungsweise Lokalbesitzer und sonstiger Geschäftsleute. Da nun biete Feste auch von der Arbeiterschaft gern und mitunter sehr stark besucht werden, richte» lvir an diese daS dringende Ersuchen, stets an der Hand der Lokalliste genau zu prüfen, welche Lokale uns an den jeweiligen Orten zur Verfügung stehen, um durch Beachtung der Liste unsere Genossen in den Landorten in ihrem harten Lokalkampf Wirksam zu unterstützen. Am Sonntag, den 6. und Montag, den 7. August, findet in FranzLsisch-Buchholz Erntefest statt, zu welchem von den dortigen Gastwirten durch Aushang von Plakaten in Berliner Lokalen Propa- ganda betrieben wird. Wir weisen darauf bin. dast uns dort selbst nur das Lokal von Kähne. Berliner Slrafze 39, zur Verfügung steht und die übrigen am Ort befindlichen Lokale streng zu meiden find. ~ Wir bitten, streng die Lokalliste zu beachten. _ Die Lokalkommission. Bezirk Borsigwalde. Montag, den 7. August: Dampferpartie nach Heiligensee-Sandhauscn, Restaurant.Waldschlotz". Die Ge- nosten und Gäste treffen sich morgens 8'/, Uhr im Restaurant Zölccke. Nummelslurg. Wir geben hiermit bekannt, daß da? alljährlich vom Kahlverein veranstaltete Kinderfest nicht, wie irrtümlich ver- öffentlicht worden ist, am Sonntag, den 6. August— sondern erst am Sonntag, den 13. August, im Waldrcstauranl von Klugmann, Köpenicker Chaussee, stattfindet. Das Komitee. I Berliner JSacbnchten. Der Flugdrachen vor dem Kinderwagen. In Wilmersdorf kann man eine eigenartige Kinder- Belustigung beobachten. Im Westen des Ortes, wo es gegen Schmargendorf hin nicht an unbebauten Flächen fehlt, steigen täglich die bekannten, aus Papier, Holz und einem kunjt- gerecht zusammengewirkten Schwanz gebildeten Flugdrachen auf. Tiefer uralte Sport hat infolge der Entwickelung der Luftschiffahrt gegen früher entschieden noch zugenommen. Auf diese EntWickelung ist es wohl auch zurückzuführen, daß man dem alten Flugdrachcn neue Seiten abzugewinnen sucht. Er wird in Wilmersdorf jetzt schon als„Ziehhund" für Kinder« wagen benutzt. Man sieht Erwachsene, die einen großen Drachen gegen einen kräftigen Wind regieren können, ein solches hoch in den Lüften schwebendes Ungetüm an der„Strippe" eine Straße entlang ziehen, deren.Richtung der Windrichtung entspricht. Schließlich wird Halt gemacht und die Schnur an den Griff eines kleinen Handwagens oder dergleichen be- festigt. Der Wagen ist schon vorher gestürmt worden, und eine ordentliche Fracht aus jungen Kindern hat es sich an Bord bequem gemacht: unbequem ist allerdings ein richtigerer Ausdruck, aber das Vergnügen läßt alles mit Leichtigkeit ertragen. Denn ein bodenloses Vergnügen ist es für die Kleinen, wenn der Wagen nun fich selbst überlassen wird und der Drachen seine Kräfte entwickelt. Er zieht den Wagen gemächlich die Straße entlang und eine große Schar folgt dem Zuge. Ist der Weg zu Ende, so wird der Wagen zurückgeschoben und das Spiel beginnt von neuem. Wir sahen sogar zwei miteinander verbundene Wagen, die zu sammen sechs, zum Teil recht große Kinder trugen, die aber dennoch von einem Drachen bei dem am letzten Sonntag frisch wehenden östlichen Winde langsam aber ohne Stocken über das Pflaster gefahren wurden. Wahrscheinlich wird es nun nicht an Versuchen fehlen, die Flugdrachen zu weiteren Leistungen aufzumuntern. Eine kleine Mahnung zur Vorsicht sei aber dabei nicht unterlassen. Mindestens e i n Erwachsener sollte stets dabei sein. Die Kräfte eines von einem steifen Winde getragenen Drachens sind nicht zu unterschätzen, und bei einem unglücklichen Zufall könnte ein einzelnes kleines Kind, das sich in die Schnur verwickelt, leicht in die Luft getragen werden. � Von der Schnur steigender kräftiger Drachen müssen kleine Kinder daher stets vorsichtig ferngehalten werden. Will man einmal durch den Versuch, die Tragkraft eines Drachens bei einer gewissen Windstärke feststellen, so braucht man nur die Schnur in geeigneter Weise durch Feldsteine zu beschweren, die man nachher abwiegt. Man wird gelegentlich erstaunliche Resultate erhalten._ Die Dezentralisation der Berliner Polizeiverwaltung. Am 1. Oktober wird mit der Dezentralisation der Polizeiver- waltung. die, wie bereits berichtet, vorerst die Abteilung V(Paß- und Frcmdenwcsen, FührungSattcste) und Abteilung VI(lieber- tretungen, Strafmandate) umfassen soll, begonnen werden. Falls sich die Neuerung, die versuchsweise eingeführt wird, bclvährt. wird sie am 1. Januar kommenden Jahres endgültig in Kraft treten. Bei den genannten Abteilimgen des Polizeipräsidiums werden infolge der Neuerung gewisse Pcrsonalveränderungen notwendig, über die bereits Entscheidung getroffen ist. An sich werden die Abteilungen V und VI bei der Zentralstelle noch bestehen bleiben, indes dürfte für jede ein Dezernent mit einem kleineren. Beamten- stabe ausreichen. Die Dezentralisation gewisser PerwaltungSge- schäste soll, abgesehen von der Ersparnis an Bcamtenkräften, auch dem Publikum manche Annehmlichkeit bringen. Wenn man heute zum Beispiel einen Auslandspaß braucht, muß man sich erst nach dem Paßbureau am Alexanderplatz bemühen, dort erhält man ein Formular, das man auf dem zuständigen Polizeirevier ausfüllen und beglaubigen läßt, um dann nochmals nach dem Paßbureau zu gehen, wo dann erst der Paß ausgestellt wird. In Zukunft wird man an Stelle dieser drei Weg« nur einen zu machen haben, da die Polizeireviere dann in den meisten Fällen die Pässe ohne weiteres selbst ausstellen dürfen. Eine weitere Entlastung der Zentralstelle ist auch für di« Abteilung IV(Sicherheits- und Kriminalpolizei) geplant. Der Dirigent dieser Abteilung bat vorge- schlagen, in der Hauptsach« nur die Bekämpfung der GcwohnhcitS- Verbrecher dieser Abteilung vorzubehalten, die Verfolgung der Ge- legcnheitSverbrccher aber den Revieren zu übertragen. Ueber diese Borschläge bat Polizeipräsident v. Jagow sich die Entscheidung noch vorbehalten.' VoravSsichtlich wird die Reichshauptstadt, falls die Dezentralisation im kleinen sich bewährt, in etlva sechs Bezirke geteilt werden, in denen lokale Poliz«iämter im Benehmen mit den ihnen zugeteilte» Rcvierbureaus eine Reihe polizeilicher Ver- waltungSgcschäfle selbständig zu erledigen haben werden. Dabei sollen auch die dem Berliner Polizeipräsidenten unterstellten Poll- zeivcrtvaltungcn der Nachbarstädte(Charlottcnburg, Schoneberg. Wilmersdorf. Nindorf und Lichtenberg) insofern berücksichtig werden. als ihnen auf bestimmten Gebieten eine größere Selvstandig- keit eingeräumt werden wird. Die Maulkorbfrciheit hat viele Hundebesitzer sorglos gemacht; sie glauben, daß ihre vierfüßigen Lieblinge nun überall unbehelligt herumlaufen können und daß die Hundefänger ihr„Handwerk" völlig an den Nagel gehängt haben. Daß dies ein grober Irrtum ist, kann man jetzt täglich im Tiergarten beobachten. Dort 'dürfen die Hunde bekanntlich weder mit noch ohne Maulkorb frei herumlaufen. Die Hundefänger wissen aber, daß gegen diese zum Schutze der Parkanlagen gegebene Vorschrift am meisten gesündigt wird, und gerade nach Erlaß der Maulkorbverordnung erwiesen sich für sie die Alleen des Tiergartens als eine reiche Fundgrube strippcnlofer Schoßhündchen. Der von einem kleinen Schimmel ge- zogen« braune Wagen mit der Aufschrift„Verwaltung des Tier- dcpots" zählt zu den ständigen Vehikeln dieser vornehmen Gegend. Wenn er irgendwo hält, bleibt das Publikum stehen und beobachtet den Grünrock, der sich vom Kutscherbock auf die Pirsche begeben hat. Da steht er auch schon vor einem Liebespärchen, neben dem ein niedlicher, buntbebänderter Seidenspitz einhertrottet.„Was?" fragt Sie, scheinbar aus den Wolken gefallen,„an der Leine führen?" Dabei hat sie einen fünf Meter langen Lcderriemcn mit Karabinerhaken über dem Arm. Er zieht, gezwungen lächelnd, das Portemonnaie— soll das geliebte Viehchen erst in der Schlinge zappeln, die der Mann des Gesetzes, trotz der großen Hitze, um seinen eigenen Hals geschlungen hat? Während dieser— mit bedauerndem Achselzucken— über den Taler Quittung erteilt, bändelt sein„Amtsbruder" in einer Ouerallee mit einer alten Dame an, die sehr schwer davon zu überzeugen ist, daß— schon Wiederl drei Mark fällig sind. Doch der Unglückswagen mit dem Schimmel fährt schnell und die Stimmen der darin Gefangenen klingen keineswegs einladend. Schließlich fügt sich auch die älteste Dame in das Unvermeidliche. Mißmutig trabt der Schimmel weiter, er hat nur Ruhe, wenn seine Mitfahrer„arbeiten". Diese aber sind kreuzvergnügt, denn das Geschäft blüht... Aufsehen rief kürzlich in einem von der Eiscnacherstraße in Schöneberg abfahrenden Straßenbahnwagen der Linie 49 das Be- nehmen eines Mannes einer Frau gegenüber hervor. Der Mann wurde gegen die Dame so auffallend liebenswürdig, daß die Mit fahrenden Rild auf ihn aufmerksam wurden. Er versuchte wieder holt im offenen Straßenbahnwagen, den Arm um die Taille der Dame zu legen, wollte einen Kuß haben, das andere fände sich von selber. Tann wurde er noch deutlicher, indem er meinte, er müsse mit der Frau schlafen gehen. Die Belästigte verbat sich die Attacken, was aber den Herrn nicht abhielt, sie immer von neuem mit seinen Aufdringlichkeiten zu verfolgen. Die Frau wechselte ihren Platz, dos half aber nichts. Fortgesetzt wurde sie von dem liebebcdürftigen Manne belästigt, der erklärte, er könne viele Weiber haben, Ivolle aber gerade sie. Zum Beweise, daß«r nicht jeder Tbeliebige sei, zog er seine Karte und überreichte sie der Frau. Diese war ganz verdutzt, zu sehen, daß auf der Karte folgender Name stand:„Fr. Krehske, Krimiualwachtmcister, Polizei- Präsidium Schöncbcrg, Hauptstr. 197, Zimmer Nr. 2." Also der Name eines Mannes, der eigentlich him Schutze der Bürger da sein sollte. Ilm dem unheimlichen, hartnäckigen Verfolger zu entgehen, stieg die Frau am Rosenthalertor aus, um den Weg zu Fuß fortzusetzen. Auch hier folgte ihr der Kriminalwachtmeister, trotzdem er mit den schlimmsten Kosenamen belegt wurde. Erst ein von einer Sitzung kommender Malermeister machte der Szene ein Ende, indem er die geängstigte Frau in seinen Schutz nahm. Auf dem Bahnhofe in KönigS-Wusterhausei». IInS wird geschrieben: Am Sonntag, den 39. Juli, wollten mein Schwager und ich mit zwei Damen von Motzenmüdle in der Nähe von Tcupitz i. M. nach Berlin von einem Ausflug noch Hause fahren, der Kleinbnhnzug ging von dort um 10.58 über Mittenwalde und Schcnkendorf nach Königs Wusterbausen. Bon dem Beamten, der im Zuge die Fahrkarten kontrollierte, wurde uns der Bescheid, datz wir in KönigS-Wustcr- Hausen Anschluß nach Berlin bätten. Gegen 11.54 resp. 55 hatten wir ÄönigS-Wusterhausen erreicht und wollicn unS Fahrkarten zu dem um 12.91 gehenden Vorortzuge nach Berlin kaufen. Doch von drei sich dort befindlichen Schaltern war nur einer geöffnet und der dort befindliche Beamte konnte das Publikum nicht bedienen. Da nun ungefähr so 89—99 Personen mit dem Zuge fahren wollten, war das Resultat, daß nur etwa zehn ihren Zweck erreichten und die andere» zurückblieben. Trotzdem in der Richtung Berlin lein Zug weiter fuhr, auch leiner mehr auS der Richtung von Kottbus kam, das Gleise also frei sein mußte und es demnach nichts geschadet hätte, wenn der betreffende Zug eine kleine Verzögerung gehabt hätte, bis alle Leute im Zuge waren, fuhr derselbe doch pünktlich ab tind die meisten hatlei, das Nachleben. Aber noch immer wurden Fahrkarten verkauft und zwar bis nach t/ii. Die Lente glaubten nn» natürlich, es würde noch ein Extrazug gehen und passierten, nachdem der Beamte an der Bahnsteigsperre längere Zeit niemand durchgelassen halte, die Billetlkontrolle und zerstreuten sich aus dem Bahnhof. Sie erlundigten sich bei jedem, der nur eine Eisenbabnmütze trug, danach, ob sie heute noch nach Hauie kämen oder nicht. Doch immer wurde ihnen eine ablehnende Antwort. Alle wurde» schroff abgewiesen, eS wäre der letzte Zug gewesen, die Schuld treffe die Kleinbahngesellschaft und damit basta. Auf unsere Einwendungen, warum denn bei solcher knappen Zeit nur ein Schalter geöffnet gewcien wären, wurden die Achseln gezuckt, und auf die Frage, warum denn nach Abgang des letzten Zuges noch Fahrkarten verkauft worden wäre, gab unS ein Herr in Zivil, der den Eindruck eines richtigen Burcankralen machte, zur Antwort, daß sie gedacht hätten, wir wollten Billetts zu dem um 4.31 fahrenden Frühzuge haben. Mein Schwager fragte ihn nun, warum denn jetzt, um«/sl Uhr, die Schalter und überhaupt alles, was zur Abfertigung der Reisenden diente, aber ge- schloffen seien. Daraus erhielt er die Antwort, daß. wenn jetzt ein Reisender käme und eine Fahrkarte für den'/z5 Uhr-Zug verlangte, alle? anstandslos wieder geöffnet werde,»m dem Verlangen des einzelnen zu entsprechen. Nicht einmal Bescheinigungen über diesen Skandal wollte man unS geben, man verwies uns an die jetzt bereit» schon geschlossene Kleinbahn. Um ll2\ kam ein Vorortzug von Berlin, ebenfalls um'/t2- so daß eS also sicher gegangen wäre. wenn noch ein Zug nach Berlin gefahren wäre, da doch noch aus allen Stationen Personal vorhanden war. Aber eS ging nicht, wir mußten auf den, Bahnhof übernachten. Im Wartesaal, aus den Bänken, auf dem Bahnsteig, überall• wo nur eine Sitz- oder Liege- gelegcnheit ausgetrieben werden konnte, saßen oder lagen Personen rind ?chliefen oder schimpften und klagten sich gegenseitig ihr Leid. Die Männer»mißten fast alle inS Gcichäft, sie konnten nicht auSschlafcn, eine Dame konnte ihren Bäckerladen nicht rechtzeitig öffne», ei» Soldat nnißte den Urlaub überschreiten, ich habe den ganzen Montag eingebüßt usw. Wir waren mit denen, die dort übernachteic», im ganzen etwa 09—79 Personen, darunter vielleicht die Hälfte Frauen und vier Kinder im Aller von I, 3. 4 resp. 9 Jahren." Die Eisenbahnverwaltung hat alle Ursache, den oben geschilderten Fall zu untersuchen und Aufklärung herbeizuführen. Mißhandlung eines Dienstmiidche»?. Uns wird berichtet:„Eine empörende Tat rief gestern nachmittag in der Swinemllnder Straße berechtigte Entrüstung hervor. Bei dem Gastwirt Leibnitz. Swine- münder Str. 89 war seit einem Vierteljahr daS Läjährige Dienstmädchen Marie Rackaschcck in Stellung. Die R. wurde derart behandelt, daß sie es vor einigen Tazen vorzog, zu kündigen. Seitdem hatte sie eZ noch schlechter bei dem Gastwirt. Sowohl der letztere als auch dessen Schwester und die Frau mißhandelten das Mädchen. Am Montag abend miß- handelte Leibnitz»md dessen Schwester die Rackaschcck derart, daß die Geschlagene zum Polizeirevier in der Ramlerstraße eilte und gegen den Gastwirt Anzeige erstattete. Gestern nachmittag wollte die R. ihre Stellung verlassen und sie forderte von L. ihr Gehalt. Nun kam es zu einer»leuen brutalen Tat. Der Gastwirt chlug das wehrlose Mädchen zu Boden und gemeinsam mit der hinzueilenden Schwester und der Ehefrau schlug er auf die am Erdboden Liegende ein. Er versetzte ihr Fußtritte gegen den Unterleib und die beiden Frauen rissen das Mädchen an den Haaren und schlugen mit einem Fleischbrctt erbarmungslos auf sie ein. Als auf die SchmerzenSschreie der Miß« handelten eine Nachbarin, die Ehefrau des MamerS Kraboichin, hinzueilte und die Täter bat, doch von dem Mädchen abzulassen, türzten die drei auch über sie her, warfen sie zu Boden und schleiften sie an den Haaren im Zimmer umher. Ein kleines Kind, daS die K. auf dem Arme getragen hatte, fiel dabei zu Boden. In der rohcsten Weise setzten dann die drei brutalen Personen so lange ihre Mißhandlungen fort, bis NachbarSIeute erschienen und der Szene ein Ende bereiteten. Das Dienstmädchen war so schwer verwundet worden, daß eS nach dem Virchow-Krcmkenhause gebracht werden mußte. ES hat durch die heftigen Fußtritte innere Verletzungen erlitten, die eine Lebensgefahr hervorrufen können. Frau K. mußte sich gleichfalls in ärztliche Behandlung begeben." Von anderer Seite wird uns mitgeteilt, daß das Mädchen als fleißig und ordentlich bekannt ist und vorher in einem Geschäft in der Swincmiindcr Straße 71 2 Jahre beschäftigt gewesen ist. Die Behandlung des Mädchens ist so unerhört, daß man nur wünschen kann, daß der RowdieZ vom Gericht, an da? Strafanzeige erstattet ist, einen gehörigen Denkzettel erhält. Durch die unverantwortliche Rücksichtslosigkeit eines Antomohilisten bat sich am Sonnabendnachiniltag. wie nachträglich bekannt wird, bei der Ortschaft Borgsdorf ein Unfall ereignet, bei dem drei Personen verletzt wurden und der leicht noch weit Verhängnis« vollere Folgen hätte haben können. Bei der Lindnerschen Ziegelei in der Nähe des genannten Dorfes wird gegen- wärlig der Fahrdamm der Berliner Chaussee neu aufgeschüttet. Die Chaussee ist infolgedessen für den Fuhcverkehr gesperrt und Gefährte müssen sämtlich den infolge der anhaltenden Hitze sehr staubige» und sandigen Sommerweg benutzen. Am Sonnabend« nachmittag passierte die Chaussee ein Privatoulomobil, in dem drei elegant gekleidete Herren saßen, und dessen Führer, wahrscheinlich der Eigentümer des Kraftwagens, trotz der Auffordernng des Auf- seherS nicht zu bewegen war, von dein gesperrten Fahrweg ans den Sommerweg abzulenken. DaS Auto fuhr vielmehr ruhig in ziemlich scharfem Tempo ans dem Fahrdamm weiter, auf dem etwa 29 Leute arbeiteten, und raste mitten in die Arbeiter hinein. Einem derselben ivnrde die Karre aus der Hand gerissen und der Arbeiter selbst flog dabei in weitem Bogen auf den Straßendamm. Ein zweiter Mann wurde vor» dem Auto zu Boden gerissen und erlitt erhebliche Verletzungen am rechten Fuß und ei» anderer Mann trug eine Ouetichung an der linken Wade davon. Erst als die übrigen Arbeiter sich dem Automobil entgegenstellten, hielt dieses an und die Insassen stellten sieb als höhere Beamte vor. ohne jedoch damit zu erreichen, daß der AufsichtSbcamte von der Feststellung der Nummer des Kraftwagens Abstand»ahm. Gegen die rücksichtslosen Automobilisten wird Straf« antrag gestellt werden. Beim Radfahren verunglückt ist gestern der 30jährige Arbeiter Paul Jänicke onS der Schöningstr. 8. I. passierte gegen'/z7 Uhr auf einem Zweirad die Müllcrstraße und mußte an der Ecke der Barsusstraße einet Frau, die de» Fahrdamm überschreiten wollte, ausbicgen. Dabei geriet er gegen einen aus entgegengesetzter Richtung kommenden Straßenbahnwagen der Linie 28E uno wurde umgestoßen. Jänicke lan, unter den Vordcrverron, jedoch vor den Schutz- rahmen zu liege» und erlitt eine klaffende Wunde ani Hiiilcrlvpf und Hantabschürfungen an beide» Armen. Der Verunglückte fand im Paul-Gerhardt-Stist Aufnahme. Die anhaltende Hitze fordert neue Opfer. Heute liegen folgende Meldungen vor: Tödlich verlief ein Fall vorgestern abend in der Seestraße, wo ein un- bekannter ciiva 49jähriger Mann zusammenbrach.— Der HauS- diencr Otto Oehmich. Ebcnystr. 44, erlrankie so schwer, daß er inS Kranlenbaitö geschafft werden mußte und bedenklich daniederliegt. — Der 35 jährige obdachlose Arbeiter Emil Glaser, der seit mehreren Tagen ohne Obdaw und Arbeit gewesen ist und in dieser Zeit nur wenig Nahrung zu sich genommen halte, brach durch die Eiutvirkung der Hitze an der Ecke der Wiesen- und Hochstraße ohnmächtig zu- iammeii. Man schaffte den Erkrankten nach der Unfallstation in der Badstraße und vo» dort„ach den, Rndolf-Virchow-Krankenhanse. — Der Handlungsgehilfe Martin Friedländcr aus der Lothringer Straße 16 hatte gestern gegen Abend einen mehrstündigen Spazier- gang unternommen. Unterwegs wurde ihm uittvohl, so daß er sich nur mit Mühe nach seiner Wohnung schleppe» konnte. Ein hinzilgernfener Arzt stellte Hitzschlag fest und ließ F. nach der Charilo bringen. — Von der Rettungswache in der Keibelstraße mußten zwei Per- sonen. der Schneider Adolf Damin-Wrißcnsce und der Arbeiter Rotz inS Krankenhaus gebracht werden.— Auf dein Wege zur HilsSwache verstorben sind die Arbeiter Hermann Lindner, Wissmvnnstr. 45, ans Rixdorf und Richard Kühl, Boxbagener Str. 22.— Ferner ist der Slcllmachermcistcr Klieivert in Spandau, der auf einem Dache vom Hitzschlag betroffen wurde, herunterfiel und einen Schädelbruch erlitt, ans dem Wege ins KrankciihaiiS gestorben.— Ebenso trat der Tod bei einem 67 Jahre alten Gutsbesitzer auS Kampf bei Magdeburg etil, der auf dem Potsdamer Platz zusammenbrach.— Von einer Art Tropenkoller befallen wurde ein 30 jähriger Mann in Weißensee. der auf dem Antonplotz plötzlich gegen'die Passanten tätlich vorging, einige Kutscher vom Bock riß und auf die Pferde einschlug. Mehrere Wald- und Wieienbrände werden auS der Umgebung Berlins gemeldet. Die Wälder an der Nordbahn werden bei der Herr» schcndeii Dürre besonders heimgesucht. Im Forst bei Frcienivalde wütete ein nicht unerheblicher Waldbrand. Die Feuerwehren der umliegenden Ortschaften waren zur Stelle, und nur durch Ziehen eineö ausgedehnten Grabens war es möglich, dem verheerenden Elemente Einhalt zu gebieten. Hinter Erlner kam es gleichfalls zu Waldbränden. In diesen Fällen konnten jedoch die Brände noch »nterdrückl werden, che sie eine größere Ausdehnung angenommen hatten. Im Forst bei Luckenwalde brach gestern fast an derselben Stelle, an der bereits in der verflossene» Woche ein Brand wütete, Feuer ans. Diesmal nahm es eine solche Ausdehnung an, daß nahezu 20 Morgen Waldbcstand vernichtet lviirden. Sodann wird uns noch ein Brand, der im Walde zwischen Schöufcld und Luckenwalde ver- ursach! wurde, gemeldet. Ans Fürstenwaldc konnncnNachrichrcnnberver» Ichiedene Waldbrände. In, Forst von Spangclsbnrg sind über 500 Morgen Baumbestand vernichtet. Ebenso brach in der Nähe der Kaserne gestern abend Feuer auS. Weitere Brände werden ans Wilhelmsdorf bei Brand cnburg, auS Spandau, aus Mimcheberg mid auS der Duberow gemeldet. Hier ist auch Wild dem Feuer zum Opfer gefallen.— In der Juugferiiheide ist gestern vormiltag im, II Uhr aus Spandauer Gebiet ein Feuer, das. wie es scheint, einen lehr großen Umfang aitgeiiommeii bat, ausgebrochen. Die gesamte Spandauer Hauptwachc der Feuerwehr ist ausgerückt. Beim Baden ertrunken sind wieder eine ganze Anzahl von Personen. In der Oberhavel in der Nähe des Eiswerder ertränk gestern nachmittag der 27 jährige Dreher Scns aus Spandau-Ncii- stadt.— Ebenso der Kittschcr Grotzke aus Spandau in der Havel.— Beim Baden an verbotener Stelle ertrank die 18jährigc Verkäuferin Margarete Schindel ans der Odcrbcrgcr Str. 17 in Berlin, die sich zur Erholung in Biesenthal aufhielt.— Zwei Leichen wurden ge« landet und zivar ein üiahriger Knabe am Mühlensteg und eine 22jährigs Frau im Schlachteiisee. Polizeilich aufgehoben wurde das Freibad im Lehnitzsee, das in den letzten Tagen von vielen Tauieiidcn besucht war. Das Ufer ist Eigentum des Fiskus, und dieser hat jetzl daS Baden verboten. Der ganze Strand wird nun polizeilich überwacht, und nur der darf in den Fluten des Sees Kühlung suchen, der einen Obolus an den Pächter der in de� Nähe gelegenen Badeanstalt entrichtet hat. Wegen SittlichkcitSvcrbrcchcn, begangen an einnn elfjährigen Mädchen, wurde am Montagabend in der Kreuzbergstrahe ein Mann von Passanten festgenommen und der Polizei übergeben. Auf der Wache stellte sich heraus, dast es sich um einen Lehrer Ulrich handelte, der bei seinen Eltern hier zum Besuch weilte. Bon ciucm Straßenbahnwagen überfahren wurde gestern nafr mittag die 60 Jahre alte Arbeiterfrau Olga Gritschke ans der Lange strahe 14, als sie den Alcxanderplatz überschreiten wollie. Die Ber- unglückte wurde mit schweren Kopfwunden und inneren Verletzungen von der Rettungswache in der Keibeiftratze nach dem Krankenhause am Friedrichshain gebracht. Am Fahrstuhl schwer verunglückt ist gestern nachmittag der 27 Jahre alte Monteur Albert Fickert ans der Dunckcrstr. 71. Fickerl Halle im Aufirage der Gräyingesellfchaft auf dem Grundstück Bischofstr. 17 die Lichtanlagen nachgesehen. Als er abends kurz nach 5 Uhr fertig war, machte er mit seinem Hilfsmonteur einen Scherz und vcrsteckle ihm den Kragen, den er bei der Arbeit abgelegt hatte. im Fahrstuhl. AlZ dieser dann im zweiten Stock stand, richtete er im Schacht eine Leiter auf, um mit einem Gasrohr den Kragen wieder herauszuholen. Plötzlich ging der Fahrstuhl nach dem dritten Stock hinauf. Die abwärts lausenden Gewichte trafen Fickert, der sich über daS Gitter gelehnt hatte, in daö Kreuz und brachten ihm so schivere Oneischungen bei, dah er von der ReltungSwache in der Keibeistrahe schwerverletzt nach dem Krankcnhause am FriedrichShain gebracht werden mutzte. Wer sind die Toten? An der Mühlendammschleus« gelandet wurde gestern früh die Leiche des 8— 9 Jahre alten Knaben, der, wie wir mitteilten, am SonNtagnachmittag beim Spielen an der Fischer- brück« in die Spree fiel und ertrank. Wer er ist, weiß man noch nicht. Als brrmitzt ist der Verunglückte nicht gemeldet.— Aus der Dahme wurde bei Grünau die Leiche einer unbekannten Frau gc- lanoet, die den bessergestellten Kreisen anzugehören scheint. Die Unbekannte ist etwa 29— 25 Jahre alt, 1,60 Meter gross und beleibt. Sie trug ein weisses Kleid, sc�varze Schnürschuhe und Strümpfe, eine goldene Halskette, zwei goldene Armbänder und zlvei goldene Ringe. Feuer im Medizinischen Warenhaus. In der letzten Nacht kam in der Karl st r. 31 im niediziiiischen Warenhaus ein gefährlicher Brand zum Ausbruch. Bei Anluuft der Feuerwehr standen im erste» Stock des Vorderhauses Regale. Bretterwände, der Fussbodeu und die Decke in Flammen. Durch die Hitze war eine grosse Scheibe ge« platzt und auf den Stratzendamm geflogen. Dicke Rauchwolken quollen aus der ersten Etage hervor und stiegen nach den oberen Stockwerken, so dah mehrere Wohnungen verqualmten und dt« Mieter in'olgedessen in Schrecken gesetzt wurde». Der Brandinspektor lietz sofort mit zwei Rohren Waiier geben und für den Abzug des Dualmetz sorgen. Nach halbstündiger Löschtätigkeit war die Gefahr beseitigt. Eiu Teil dcS ersten Stockwerkes ist ausgebrannt, lieber die Ursache des Feuers konnte noch nichts ermittelt werden, doch wird Knrzschlutz in einer elektrischen Leitung verniutet. Fast gleich- zeitig brannte in der Urbanstr. 166 eine Lackiererei in grotzer AuS- dehnung. Auch hier bedurfte es längeren Wassergebens, um die Flanmien zu ersticken._ Vorort- Nacbricbtcm Eharlottenburg.• In der Sitzung ber Eharlottenbiirger Gewerkschaftskommission voni Mittwoch, den 26. Juli 19l1, hielt nach Erstattung des Kassen- berichtS Genosse Wilhelm Richter ein mit lebhaftem Beifall auf- genommenes Referat über den Gctverkschaftskongress in Dresden. In der anschliessenden Diskussion traten die Genossen Meinicke, Bollentin und Lindenblatt nachdrücklich für die Durchführung der Beschlüsse des Kongresses ein. Genosse Ahrcns wies dann auf die vom Magistrat der Stadt Eharlottenburg eingerichteten Fort bildungSkursc für Arbeiter hin und ersuchte Um rege» Besuch der selben. In der Diskussion über diese Anregung wurde lebhaft bedauert, dass die seinerzeit bei Errichtung der Kurse seitens der Gewerkschaften geäusserten Wünsche unberücksichtigt geblieben sind. Darauf sei auch in erster Linie der geringe Besuch der Kurse zurückzuführen. Eine Beschwerde der Vertreter der Gast- wirtSgehilfen, das BolkshauS betreffend, wurde dem Bolksliaus- auSfchuss zur Prüfung überwiesen. Nicht v«rtreten waren die Jviseurgehilfen, Bäcker, Burcauangestelltc, Brauereiarbeiter, Ge- meindearbeiter und Porzellanarbeitcr. �und nicht in Schöneberg wohnende Arbeiter bevorzugen. Außer- dem sollte eiüer der Poliere den Berkauf. des Bieres unter sich haben. Der Herr Stadtbauinspektor Kurhe habe auf diese Beschwerde geantwortet, dass den Polieren am Neubau des Rathauses aufge- geben sei, bei Anstellung möglichst Schöneberger Arbeiter zu berück- sichtigen. Von den zurzeit dort beschäftigten 46 Maurern und 70 Arbeitern sind 10 Maurer und 20 Arbeiter Schöneberger; dass das Verhältnis kein günstigeres sei, läge daran, dass tvenn Arbeits- kräftc gebraucht werden, nicht inlmcr Schönebergcr zugegen seien Mit dem Verkauf von Getränken hätten die Poliere nichts zu tun, soiidcru ein in der Nähe wohnender Restaurateur liefere das Bier und der Arbeiter, der das Bier austrägt, müsse von diesem bezahlt werden. Von den Vertretern der Bauarbeiter wird hierzu bemerkt, dah wenn bei den Policren der gute Wille vorhanden wäre, mehr Schönebergcr dort beschäftigt sein könnten. Was den Berkauf von Getränken anbetrifft, so könnten sie. sich auch mit diesem Bescheid nicht zufrieden geben. Sie fordern Einhaltung der Unfallvorschrif- ten, wonach der Geuuss während der Arbeitszeit sowie Hairdel mit geistigen Getränken auf der Arbeitsstelle verboten ist. Da sck«» jetzt über 166 Beschäftigte vorhandeil sind und die Zahl sich i»i Lause der Zeit, da der Bau drei Jahre in Anspruch nehmen soll, noch erheblich erhöhen wird, verlangen sie die Errichtung einer Kantine, die von den Arbeitern setbst verwaltet wird. Sie bcauf tragen deshalb den UnterauSschuh. ihre Forderungen der Bau inspcktion II schriftlich zu unterbreiten und in gemeinsamer Sitzung, an der auch ihre Vertreter teilzunehmen berechtigt sind, darüber zu verhandeln. Ferner wurde noch beschlossen, Mitte September Einil Rose- nows„Kater Lampe" zur Aufführung zu bringen. DaS Eintritts geld soll beim Vorverkauf der Billetts nur 50 Pf. betragen. Lichtenberg. Ein gefährlicher Straßenbahnunfall, bei dem ein Kind schwer verletzt wurde, ereignete sich am gestrigen DienStagvormittag gegen ll Uhr in der Scharnweberstrasse. Dort wurde der 3 jährige Knabe Oskar Bahreuer, Kronprinzenstratze 4, von einem Motorwagen der Zubringerbahn erfatzt und kam so unglücklich zu Fall, dass er mil den Beinen und de», Unterkörper unter den Schutzrahmen geriet Mit Hilfe von Passailte» koimte der Wagen angehoben und daS ver »»glückte Kind hervorgezogen werden. Dein Knaben war der Leib fast vollständig aufgerissen worden. Der Kleine wurde i» hoffimngS losem Zustande nach dem Krankenhaus Bethanien gebracht. Köpenick. In der Generalversammlung erstattete Genosse Woick den Jahresbericht. Die Mitgliedcrzahl beträgt 1121, darunter sind 117 weibliche. 9 Mitglieder- und 10 öffentliche Versammlungen wurden abgehalten. Zur Erledigung der Geschäfte des Vorstandes waren lö VorstandSsitzungen nötig. Vorwärtsleser sind 1095 vorhanden. die Zunahme beträgt 68. Die Bibliothek wurde im BerichlSjahre viel in Anspruch genommen. Die vom AildunaSausschuh arran- gierten Theatervorstellungen erfreuten sich durchweg eines guten Besuchs. Die Jahrcseinnahmc betrug 4282.19 M., die Ausgabe 1220,58 M. Die Diskussion bekasste sich besonders mit den Zahl- abenden, Bibliothekwesen, Landagitation un!) Vorwärtsspcdition. Die Neuwahlen ergaben: 1. Vorsitzender Woick, 2. �Vorsitzender Wihler, 1. Kassierer Heinze, 2. KMierer Liegner, Schriftführer Lefcvr«, Beisitzer Müller, Beisitzerin der Frauen: Frau Schmidt, Revisoren: Kuhring, Reichert und Sallan, Kiiidcrschutzkolnmission Genossin Hackbarth, Lokaltommissiou: Kegel, Mietsch-, Schneider, Hackbarth, Bcschwerdekommission: Stein, Karl Noack, Karl Müller, R. Schulz, Frau Schubert, Herm. Dittmann, Rehseid, Jentsch, Mewes, Bibliothekkommission: Heidrich und Kcrkow. Aufgenom- men wurden 9 neue Mitglieder, darunter 2 weibliche. Genosse Rchfcld machte auf die zu gründende Arbeiter-Samariterkoloune aufmerksam. Schöneberg. In ber letzten Sitzung der VIewerkschaftSkominission gab Ge nosse Hcrter zunächst den Bericht der Arbeitsnachweisdeputation. Da der Sckiöneberger Arbeilsnacktzvcis sehr reformbedürftig sei. so habe der Herr Oberbürgermeister DominicuS den Sekretär des Elsah-Lothringischcn Zeutralarbeitsnachweises, Herrn Friedrich aus Strassburg nach Schöuebcrg gebeten, um den Deputierten in einem Vortrag die Aufgaben und Einrichtungen eines gut gelei tcten Arbeitsnachweises vor Augen zu führen. Nach dem Vortrage sind vom Herrn Oberbürgermeister auch praktische Vorschläge, die im städtischen Arbeitsnachweis notwendig sind, gemacht worden. Mit der Äergrösserung der Räumlichkeite!'. soll gleichzeitig die Atbeitsvermittelung»och grösseren einheitlichen BerufSgruppen durckzzeführt werden. Die Arbeitslosenunterstützung soll dem Arbeitsnachweis angegliedert werden. Anck, war der Herr Oberbürgermeister der Ansicht, dass der jetzige Arbeitsvcrniittler diesem Posten nicht gewachsen ist; dies träfe auch aus die»lermitt- leriu der iveiblichcn Angestellten zu. Für diese Acmter müssten Arbeiter mit praktischen Erfahrungen angestellt werden und keine Beamten. Der Modus verschiedener städtischer Ressorts, vakant werdende Stellen durch Vormerkungen zu besetzen, Ivorüber des öfteren schon Besck'werde geführt worden ist, ist dadurch beseitigt, dah die Ressorts verpslickflet worden sind, die zu besetzenden Stellen dem städtischen Arbeitsnachweis mitzuteilen und die Arbeitskräfte durch diesen zu beziehen. Trotzdem der Herr Oberbürgermeister in der Sitzung ver- sprockcn habe, dafür sorgen zu wollen, dah im Magistrat diese Vorschläge baldigst beraten und zur Annahme gelangen sollten, damil sie noch vor den Ferien der Stadtverordnetenversammlung zur Bcschlusssassung vorgelegt werden können und der Arbeitsnachweis am 1. Oktober in der neuen Form eröffnet werden kann. scheint im Magistrat für diese Neuerungen wenig Sympathie vor- banden zu sein, denn die Stadtverordneten sind längst in den Ferien und der Magistrat lässt nichts von sich höre». Genosse Schüler, Vertrclcr der Gastwirtsachilfen, teilte mit, dass der gelbe Gehilfenverband sich an den Magistrat gewandt habe. zwecks Errichtung eines paritätischen Arbeitönachlveiscs für das Kellnergewerbe. Seine Organisation habe von, Magistrat eine Aufforderung erhalten, sich an den Verhandlungen zu beteiligen, die sie zwar nicht ablehne, glaubt aber, dah die Errickstung an der Haltung, die die Arbeitgeber einem paritätischen Arbeitsnachweis gegenüber einnehmen, scheitern wird. Der Vertreter der Buchdrucker kommt auf die Einstellung von Arbeitskräften in den städtischen Ressorts zu sprechen und beleuchtet an einigen Fällen die GünstlingSwirtschaft und die Bevorzugung einzelner Berufsaruppen. Sodann berichtet Genosse Henkel über eine Bcsch4verdc. die der Unterausschnss im Auftvage der Bauarbeiter an die BaNinspektian II gerichtet hatte. Die Bauarbeiter führ- ten darüber Klage, daß auf dem Neubau des Schönebergcr Rat- hauscS trotz der Äauklausel in erster Linie Schöneberger Arbeiter � berücksichtigen, die Poliere nicht'danach handeln, sondern jüngere Neuenhagen(Ostbahn). Der letzten Gcmeindevertretersihung lag ein Antrag auf An stellung eines Schularztes vor. Dieser Antrag hätte rechtmassig an den Sckulvorstand gerichtet werden müssen, weil wir mit dem Rittergut Neuenhagen eine Sozictäisschule haben. Die Genossen Göller und Köseling sprachen aber trotzdem für den Antrag, um durch möglichst einstimmige Annahme desselben den Schulvorstand zur Anstellung eines Arztes zu verpflichten; mit ll Stimmen wurde dann auch der Antrag angenommen. Zur Aufstellung eines Projektes für Kanalisation und Wasserleitung wurde Herr Dr. Heydt(Darmstadt) verpflichtet, in einer öffentlichen Vcrsamm- lung im Lokal des Herrn Wolter einen Vortrag zu halten. Der Kostenverteilungsplan der Beiträge zu den Pflasterkostcn deS�süd- östlichen BürgersteigeS der Dorfstrasse mußte auf Veranlassung des KreisauSschnss�ö geändert werden und zwar aus folgende» Gründen: Der Burgersteig hat in seiner ganzen Länge mehrere Auffahrten, welche von besseren Kopfsteinen hergestellt sind und daher im läufendcn Meter sich teurer stellen; diese Mehrkosten dürfen nach Z 9 des Kommunalabgabengesetzes aber nicht ans samt- liehe Anlieger dcS BürgersteigeS, wie geschehen verteilt werden, sondern haben nur die in Betracht kommenden Anlieger zu tragen. Der unentgeltlichen Einziehung der Kirchensteuer der ka- tholischcn Kirchengemcinden in Höhe von 20 Proz. der StaatScin- kommensteuer durch den Ortssienererheber. um welche die katholische Kuratiegemcindc Hoppcgarten von ihren im Gemeindebezirk Ncuenhagen wohnende» Mitgliedern ersucht, wurde gegen die Stimmen unserer beiden Vertreter und oes Herrn Ammon zu Sestimmt. Eine erregte Debatte entstand wegen der beabsichtigten inwanblung der ehemaligen TItclschen Töpferei in eine Kunst- Wollfabrik. Diese Fabrik besteht zurzeit in Köpenick und wurde vor einiger Zeit durch eine Kommission inspiziert. Der Bericht fiel im allgemeinen günstig aus; nur Herr Kanzleirat Skisscl malte schwarz in schwarz. Die örtlichen Zustände würden sich per- schlechtern durch die gering bezahlten Mädchen der nach hierher zu verlegenden Fabrik und durch die vielen hier in Stellung sich be- findenden Reitburschen und Stallente des Rennsports. Die Armenlasten würden wachsen; jede andere Fabrik nur keine Lumpcnfabrik wolle man an dem Orte haben. Herr Bürger aNb- wartete-dem Herrn, er tverd« es nicht fertig bringe», aus dem an der Bahnstrecke belegenen Teil, auf welche», die Töpferei steht, ein Berlin W. oder Grün wald zu machen. Die Warnung des Herrn Nissel, aus dessen Rede die Anerkennung der zu niedrigen Eni- lohnung der Arbeiterinnen beachtenswert lvar, war umsonst, mit ll Stimmen wurde der eventuellen Einrichtung der Fabrik zu- gestimmt. Hohen-Schönhausen.» Mit den»evorsteheuden Gcmeindcwahlen hatte sich eine ausser- ordentliche Generalversammlung der Bezirksorganisation zu befassen. Die Neuwahlen müssen wegen der Eingemeindung des ehemaligen Gutsbezirks vorgenommen werden, weil dieselbe dem Gemeinde- Parlament eine Vennehrung von drei Sitzen brachte. Auch wurden auZ jeder Klasse je zwei Vertreter ausgelost, waS auf die Protestbelvegnng zurückzuführen ist. welche von der hiesigen Orts- organisatio» eingeleitet war und die Rcnivahl deS gesamten Gemeinde- kollegiumS forderte. Die Beteiligung der Sozialdemokratie an den Gahlen lann sich nur auf die g. Klasse beschränke», da die Zusammen- stellung der Wählerliste einen überaus krasien lliiterschied der einzelnen Klasse» ergeben hat, die daS Unsinnige dcS Landgemeinde- Wahlsystems im grellsten Lichte erscheinen lassen. Bon tilg Wahl- berechtigten wählen 11 in der ersten. 102 in der zweiten und>006 in der dritten Klasse. Eine Einteilung in einzelne Wahlbezirke findet diesmal noch nicht statt. Als Kandidaten der Sozialdemokratie sind die Genossen Fritz Reyher. Restaurateur, Ludivig Engel, Stellmacher, und Max Sieben- Wirt, Eigentümer, ausgestellt. Der Wahlkanipf wird aller Voraussicht nach ein sebr heisser iverdcN, da das gesamte Kleinbürgertum in die dritte Wählerklasie hineingekomnien ist. Die vier Grundbesitzer- vereine, die am Orte bestehen, sind zwar noch in der grössten Un- einigleit betreffs der Kandidatenansstcllung. Nach alier Erfahrung haben wir aber wohl mit der Koalition dieser erzreakiionären Bereine � bestimmt zu rechnen. DaS wird die hiesigei, Parteigenossen zu eine« encrgischen Propaganda ansporne», und diese muss in der dritten Kiasse für die Sozialdemokratie einen glatten Sieg ergeben. Zehlendörf(Wannseebahn). Generalversammlung des WahlvereinS. Der Vorsitzende er- stattete den Jahresbericht, dem folgendes zu entnehmen ist:-i-ie Mitgliedcrzahl hat sich um 25 vermehrt; es wurden 14«chungen, 13 Zahlabcnde, 13 Leseabendc. 9 Vereinsversammlungen, 2�General. Versammlungen und 4 öffentliche Versammlungen abgehalten. darunter eine Frauenversammlung, welche uns eine stattliche An- zahl von weiblichen Mitgliedern brachte. Von den BezirtSleitern wurde allgemein geklagt, dass sich viele Mitglieder wenig an den Parteiarbeiten beteiligen. Die Bibliothek zählt jetzt 78 Bande. Der..Vorwärts" wird in 142 Exemplaren gelesen. Die Wahl der Funktionäre ergab folgendes Resultat: 1. Vorsitzender: Hecking; 2. Vorsitzender: Otto Jäckel; Kassierer: Otto Steinborn; Schrift« führer: Genossin Lackie; Beisitzer: Kutta; Revisoren: Böhm, Ruckert. Klingmüller; Lokalkommission: Wirt und Lüdicke; Bibliothekare Lache und Voigt; Leseabcndleitcrin: Genossinnen Scherf und Bonow; Bezirkssührer: 1. Bezirk Dräbert und Jacoby, 2. Bezirk Peitzker, 3. Bezirk Ziehe und Melis. 4. Bezirk Genossin Haa,e. 3. Bezirk Gust. Wolfs; BildungSauSschuh: Genossin Simon und Genosse Simon. Ein Vortrag des Genossen Zempelburg über Kunst und Arbeiterbewegung fand grossen Beifall und Interesse� ■_____ v. rc, 2,»-h, e»»trtrrt findende Kreisgcneralversammlung wurden die Genossen Hecking und Jäckel gewählt. Der Vorsitzende forderte die Mitglieder noch auf. im HiNbliE auf die bevorstehende Reichstagswahl intensiv für die Partei zu agitieren und sich zu allen Parteiarbeiten stets zur Verfügung zu stellen. Lankwitz. In der Generalversammlung de? WahlvereinS gab Vorsitzender Anders den Jahresbericht. Danach fanden 2 öffentliche und 12 Mitgliederversammlungen, 19 Lese-, 36 Zahlabende und J3 Flug- blattverbreitungen statt. Der Mitgliederbestand beträgt 872, darunter 53 weibliche. Leider sind nur 218„VorwärtS"abon>ientcn vorhanden, woraus hervorgeht, dass in Lankwitz noch sehr viel zu agitieren ist. Der Vorsitzende forderte zu regerer Mitarbeit aus. Als Kassierer teilt Genosse Küster mit. dass die Gesamteinnahmen 1225,30 M.. die Ausgaben 1206,76 M. betragen. Bibliothekar Voigt bedauert die schwache Beteiligung an der Bibliothek und macht verschiedene Vorschläge für deren Abhilfe. Tie Vorstands- Wahl ergab, dah Genosse Ander? als 1. Vorsitzender, Boxheimcr als 2. Vorsitzender, Sebastian als Schriftführer, Küster als Kassie-, rer, Genossin Modrack als Beisitzerin wieder- und Genosse Reez als Beisitzer neugewählt wurden. Bezirkssührer sind im 1. Bc- zirk: Reiche, im 2. Bezirk: Hampel und Herold, im 3. Bezirk: W. Richter, im 4. Bezirk: Schimmcyer, im 5. Bezirk: Wenzel, im 6. Bezirk: Schulz; Revisoren: Rietz. Reintc, Ziegs; Lokal- kommission: Schulz und Hilbert. Der BildungSausschuss besteht aus 8 Genossen. Als Bibliothekar wurde Genosse Voigt wieder- gewählt. Delegiert für die KrciSgcncralversammlung werden Anders, Schirm, für die VerbandSgencralversammlung Gross-Berlin Anders, Schirm und Kakusch.— Gemeindcvertreter Genosse Radicke ibt den Bericht des letzten Quartals der Gcincindcvertreter. woran .ich eine rege Diskussion schlicht.— Unter Vcreinöangclcgcnheiten wird beschlossen, für den Fonds des Bildungs- und Jugendaus- schusscs eilten monatlichen Beitrag von 5 Pf. zu erheben.— Genosse Anders teilt das Urteil des Bezirksschiedsgerichts betr. Teurig mit, das dessen Ausschluss ausspricht. Zum Schluß wünscht Gc- nosse Voigt, dah bei ferneren Streichungen der Mitglieder der Versammlung stets Mitteilung gemacht wird. Königs-Wusterhausen. Unter freiem Himmel fand am Sonntaa, den 23. Juli, auf dem Grundstück de» Maurers Wilhelm Berg in Dcutsch-Wustorhausen eine Volksversammlung statt, i» der 200 BetsammlungSleilnehmer erickiienen waren. Der GelverkschnstSfekretär Genosse W n s ch i ck- Berlin sprach über daS Thema:„DaS Steigen der roten Flut und die bevorstehenden ReichStagSwahlen'. Er ichilderte u. a.. daß immer und zu jeder Zeit die Sozialdemokratie die einzige Partei ist, die mit Ernst, Talkraft mid entschlossenem Willen die Interessen des kleinen Manne», des Bauern, Handwerkers und Arbeiters zu schützen und zu fördern versucht. Darin liegt daZ Geheimnis deS SleigenS der roten Flut. Sodann sprach in kurzen Zügen der Redner über die GesetzeSmacherei der Junker und des Zentrums, die bei der Gestaltung der Witwen- und Waisenversicherung in krasse Erscheinung trete. Eine Diskussion über daS mit grossem Beifall aufgeiiommene Referat fand nicht statt. Potsdam. Bon einer„Wohlfahrtsfürsorge" deS Potsdamer Magistrats weiss die bürgerliche Presse zu berichten. Gleich den Feuerwehr- leuten sollen nämlich jetzt auch den Müllkutschcrn, Aufladern und Strassenrcinigern ein jährlicher Erholungsurlaub bewilligt worden ein, der sich hinsichtlich der Dauer nach dem Dienstalter des Bc- treffenden richtet und je 2, 3 oder 4 Tage währt.— Geflissentlich verschweigen diese Blätter, die über diese„WohlfahrtSfürsorge" des Lobes so voll sind, daß eine ganze Reihe städtischer Arbeiter mit einem Tagslohn von 1,75 Mk.(eine Mark 75 Pfennig) ent- lohnt werden. Wenn diese Tatsache mehr bekannt wäre, durfte die„Wohlfahrtsfürsorge" in weiteren Kreisen doch eine andere Bc- urteilung erfahren. Zlrbeltcr-Sauiariter-Kolonne Gros?- Berlin. Lchrabende halten solgenoe Ableilnnge» ab: Am Mittwoch, den 2. August: Abt. Rixdorf, Erkstr. 8. Am Donnerstag, 3. August: Abr. Schöneberg, Borbcrgstr. 9. Je abends 9 Ubr beginnend. Gäste willkommen. Neue Zeitnehmer zu dem Ansang September beginnenden Kursus können eintreten. Marrtpreise von Berlin am 31. Juli 1S11. nach Ermittelung de» Könistichc» Polizeipräsidiums. M a r k t b a I l e» v r e i s e.(Kleinhandel.) 100 Kilogramm Erbsen, gelbe, zum Kochen 30.00—S0.00. Soeiiebobnen. weiße 30.00- 50.00. Linie» 20.00- 60.00. Kartoiieln 10,00-16,00. 1 Kilo. ramm Nindsleisch, von der Keule 1,60—2,10. Rindfleisch. Bauchfl-isch 1,20 i« 1,70. Lchwcincsleiich 1,20—1,80. Kalbfleisch 1,10-2,20. Hammelfleisch 1,50—2,30. Butter 2,20—2,80. 60 Stück Eier 3,00—4,80. 1 Kilogramm Karpsen 1,40—2,10. Aale 1.60-3,20. Zander 1.60—3,60. Hechle 1,20 bis Ircdje �00�-36 00 Schleie 1,40-3,50. Bleie 0,80-1,60. 60 Stück «vettervrognose Gr Mittwoch, den 3. August 1014. Heiß, vorwiegend heiter bei ziemlich lcbhasten südöstlichen Dmdm mit etwa? Neigung zu Gewittern. Berliner D elterbureaa. flA-iflcrstandS.Stoetirtcvtr» der LaiideZauflnll sür Gewäsiertunde, mitgeteilt vom Berliner Wetterbureau. Lafleritand M e m e l, TUM P r e z e l. Jnsterburg L e i ch I e l. Tborn Oder. Rattbor Kroflen WI Krankiurt S a r I h e. Scbrtinm | 2-Mosberg Netze, vordainin gib«, Leiwieritz DreSdcn Bardo Magdeburg 0 4- bedeutet Buchs.—-Zoll.—•) Unierveael. Verantwortlicher Redakteur: Richard Barth. Berlin. Für den Inseratenteil verantw.: Th. Glocke. Berlin. Druck».Berlag: Vorwärts Buchdruckerei u. Verlagsanstalt Paul Singer u. Berlin SWT