Ur. 194« nbornifmflrtS'Bedlngüngeih LkonnemkntS> Preis prinumrrandoz «ierteljShrl. 320 2Rf, tnonatl. 1,10 Mk, wöchcnlIUH LS Psg. frei Wz Hau«. Einzelne Nummer 5 Psg, Sonntag«. nummer mit illustrierter Sonntags- Beilage»Die Neue Welt" 10 Psg. Post- «Ibonnement: 1,10 Marl pro Monat. Eingetragen in die Post- Zeitung«- Preisliste. Unter Kreuzband für Deutschland und Oesterreich. Ungarn L Marl, für das übrige Ausland L Marl pro Monat. Postabonnemem» nehmen an: Belgien, Dänemark, Holland, Jwlien. Luxemburg, Portugal, vtwiünien. Schweden und die Schweis 28. Ia�rg« VIe InltrNoiit-GtMH» Betragt für die sechsgespaltene Kolonel- «eile oder deren Raum 00 Psg., für politische und gewerkschaftliche Bereins- und Bersammtungs-Anzeigen 80 Psg. „Kleine Hnieigtn", da« settgedruckte Wort 20 Psg.(zulässig 2 settgedrulkte Worte), sedr« weitere Wort 10 Psg. Stellengesuche und Schlasstcllenan- geigen da« erste Wort 10 Psg,, jede« weitere Wort 5 Psg. Worte über lö Buch- ltaben zählen für zwei Worte. Inserate für die nächste Nummer müssen bis 5 Uhr nachmittags in der Expedition gbgegcbcn werden. Die Expedition üt bis 7 Uhr abends geöffnet, vlchtliit iZgllch iioöcr lllsiaz». Vevlinev Volksblatk. Tentralorgan äer fo�ialäemokratifcken Partei Daitrcbtands. Delegramm-Adreff«: ktlll»". «.eäakrion: SAl. SS» I-inäenstrasse 69. Fernsprecheri Amt IV, Nr. IS8Z. Sonntag, den 20. August 1911. Expedition: 8 Li. 68, Llndenatraoae 69« Fernsprecher: Amt IT, Nr. 1984. Kriegshetze. Die Marokkoverhandlungen sind nun unterbrochen. Was diese Unterbrechung zu bedeuten hat, davon erfährt das deutsche Volk nichts. Es sind in Deutschland nur drei Leute, die etwas Sicheres über den Stand der Verhandlungen wissen. Herr Kiderlen-Waechter, der die Verhandlungen führt, und dann Herr von Bethmann Hollweg und Wilhelm II., denen darüber berichtet wird. Diese drei Männer entscheiden über die Schicksalsfrage des deutschen Voltes. Das deutsche Volk selbst aber soll ruhig und geduldig der erprobten Weisheit dieser drei Herren vertrauen und geduldig harren, was sie ihm bescheren wollen. Denn Ruhe ist wieder die erste Bürger- Pflicht geworden und der Absolutismus legt Wert darauf, dem deutschen Volke seine Unmündigkeit zu beweisen. 63 Millionen Menschen sind das Objekt der diplomatischen Künste, die sich unkontrolliert im geheimen betätigen. Vielleicht gehts um Kopf und Kragen, aber das wird das deutsche Volk erst erfahren, wenn es ihm an den Kragen geht. Es ist wirklich empörend. Das absolutistische Verfahren zeitigt bereits seine not- wendigen Folgen. Wilhelm II. steht wieder im Mittelpunkt der politischen Diskussion. Es kann nicht anders fem, da es der Absolutismus mit sich bringt, daß der Monarch die letzte Entscheidung hat und daher für diese Entscheidung auch die volle Verantwortung trägt. Denn die Herren Bethmann Hollwcg und Kiderlen-Waechter sind wirklich keine Vertrauens- Personen des deutschen Volkes. Wilhelm II. allein verdanken sie ihre Ernennung und jeden Moment kann er sie fortschicken. Wenn diese beiden also eine schlechte und gefährliche Politik treiben sollten, so können sie das nicht gegen den Willen Wilhelms II. Will man den Monarchen außerhalb der Dis- kussion der Parteien stellen, dann muß man eben dem Absolutismus völlig den GarauS machen. Denn der Absolutismus hat eben auch seine Logik und das einzig Nützliche, was bei diesen Marokkoverhandlungen herauskommen wird, ist die Er- kcnntnis, daß der deutsche Konstitutionalismus Lug und Trug ist, und datz das deutsche Volk auf dem Gebiete der aus- wältigen Politik sich sein Mitbestimmungsrecht erst noch zu erobern haben wird. Aber nicht von der Sozialdemokratie ist diesmal Wil- Helm II. in den Vordergrund der politischen Diskussion gc- rückt worden. Das geschah, wie man weist, in der„Post*. dem Organ der freikonservativen Partei, und in einer ganzen Anzahl anderer nationalistischen Organe. Wilhelm II. wurde in einer Weise angegriffen, die die Angriffe in den November- tagen in den Schatten stellten. Der Mann, der das Wort von den„vaterlandslosen Gesellen" und von den„Leuten. die nicht wert sind, den Namen Deutsche zu tragen", ge- prägt hatte, wurde in diesen streng monarchistischen Blättern in einer Weise behandelt, die den Gedanken an die rächende Nemesis wachrufen muß. Und uns Sozialdemokraten bot sich das merkwürdige Schauspiel, daß hohe ,Offiziere der Armee in allerdings anonymen Zuschriften dem Blatte, das die schärfsten Angriffe wagte, zu seiner patriotischen Haltung be- geisterte Anerkennung und Zustimmung zollten. Die monarchistische Revolte gegen den Monarchen ist aber wieder nur die Folge deS absolutistischen Verfahrens, ist nur eine neue Krise des persönlichen Regiments. Die starken Worte gegen Wilhelm II. werden uns jedoch keinen Moment lang über die urrcaktionären Motive dieser Angriffe täuschen. Wilhelm II. wird so heftig angegriffen, weil er den Marokko- intercssenten und Kriegstreibern nicht scharf genug ist. Jmnier wieder erzählen diese, dast der tapfere und entschlossene Herr v. Kiderlen-Waechter, der offenbar in der Stille von Bukarest sich solange in Heldenmut geübt hat. von der Unentschlossen- beit und Friedensliebe Wilhelm II. daran gehindert werde, Franzosen und Engländer und was sonst noch an europäischen Nationen vorhanden. an die Wand zu drücken. Der Zweck der Kampagne, hinter der sehr hohe und einfluszreiche Kreise stehen, ist, Wilhelm II. einzuschüchtern. Die Klique der Kriegshetzer, die sich erfrecht, im Rainen des deutschen Volkes zu sprechen, droht Wilhelm Ii. ganz offenkundig. Mit allen Mitteln skrupellosester Agitation wird versucht, ihm die Stinimung des Volkes so zu schildern. als würde nur ein großer diplomatischer Sieg oder die Kriegserklärung die Dynastie vor dem Unwillen des deutschen Volkes bewahren. Mit aller Macht arbeitet diese Klique darauf hin, bei Wilhelm II. jenen psychologischen Moment zu erzengen. von dem es heißt: Da packt ihn die Angst, da faßt er sich Mut. Töricht wäre es. sich darauf Verlasien zu wollen, daß dieses frivole Gaukelspiel zu dnmm und zu durchsichtig sei um Erfolg haben zu können. Den Marokkointeressenten. die sich reichste Monopolprofite aus dem Raube der marok- konischen Erzlager versprechen, den Kriegsinteressenten aller Art. von den Panzerplattenfabrikanten bis zu den avancemcntslüsternen jungen Offizieren kommt die innere Situation gar sehr zu Hilfe. Alle bürgerlichen Parteien klammern sich wie die Verzweifelten an die wunderwirkende. .nationale Wahlparole" an. Zwar wissen sie ganz genau daß da? schmutzige Marokkoabenteucr das deutsche Volk noch weit über die Kreise der Arbeitermassen hinaus völlig gleichgültig läßt. Zu deutlich sind ja die egoistischen Erwerbsinteressen einer Handvoll Firmen alt treibendes Motiv erkannt worden, und so töricht und politisch unreif sind nicht viele deutsche Wähler, als daß sie nicht erkennen sollten, daß das Profitspiel einer Handvoll Kapitalmagnatcn nicht den Einsatz von Gut und Blut der deutschen Nation lohnt. Aber immerhin, wenn auch außer einer kleinen Schar niemand in Deutschland den Krieg wirk- lich will, so haben die bürgerlichen Parteien doch auch nicht den Mut, dem frivolen Rummel der Interessenten mit der nötigen Energie entgegenzutreten. Keine möchte sich von der anderen an nationaler Gesinnung übertrumpfen lassen. Und so haben die Kriegstreiber leichtes Spiel. Das Organ der freikonservativen Partei hetzt Tag für Tag zum Kriege und fast nicht minder energisch gegen Wilhelm II. Die Kon- servativen beginnen in dasselbe Horn zu stoßen. Mit aller Macht schlägt Herr Oertel in der„Deutschen Tagesztg." die nationale Pauke. In schlimmsten mordspatriotischen Phrasen feiert er die Schlachten von 1876, bei denen er ebensowenig dabei war, wie bei den künftigen, die er verlangt. Und in völliger Uebereinstimmung mit der„Post" erläßt er die Aufforderung, den Sedantag mit besonderem Ernste, mit be- sonderer Würde zu feiern. Die Nationallibcralen wollen in der Schmutzkonkurrcnz deS Nationalismus nicht zurückbleiben. Hatte vor einiger Zeit die„Konservattve Korrespondenz" den infamen Satz geschrieben: ein Krieg ist uns recht, so versichert heute die„National- liberale Korrespondenz", daß auch sie nicht vor der ultima ratio zurückschrecken würde. Das Zentrum steht hinter seinen kon- servativen Bundesgenossen nicht zurück und bis in die Kreise des Freisinns schlägt die nationalistische Schmutzwolle. Sie alle möchten an dem Feuer der nationalistischen Erregung ihre Parteisüppchen bei den Wahlen kochen. Wie weit unter solchen Umständen der Ucbermut der Kriegstreiber bereits gediehen ist, zeigt die Meldung, daß in Berlin ein Ausschuß zur Vorbereitung einer großen Marokko-Volks Versammlung gegründet worden ist. In der Einladung, die sich an alle bürgerlichen Parteien richtet, heißt es: Die beabsichtigte Volksversammlung soll nicht nur allen Deutschen, sondeni auch dein Auslände zum Bewustisein bringen, dast unser Volk auf Grund seiner Uebervölkerung. seines Fleißes und seiner Tüchtigkeit auf allen Gebieten, daS sittliche und ge« schäftliche Recht hat. neue Absatz- und ProduktionSgebiete auf der Erde zu ertverben. Keine Macht der Welt kann und darf unser Volk an der Ausbreitung deutscher Kultur behindern I Als Redner für die Marokkvvcrsamnilung sollen gewonnen werden: Reichstags- abgeordneter Dr. A r n i n g in Hannover, General A. Keim, Abgeordneter H« ck s ch e r, Generalleutnant von Wrochem, Ab« geordneter AmtSgerichtSrat La tt mann, Abgeordneter Erz- b e r g e r, Freiherr von Reideriz u. a. Man sieht, die Schwarzblauen und die Liberalen bis zum freisinnigen Heckscher, dem komischen Blockjüngling, marschieren hier plötzlich alle vereint auf. Aber wir denken, daß wenn die Herren wirklich marschieren sollten, sie nicht allein marschieren werden, sondern noch sehr zahlreichere Massen sehen werden, als ihnen lieb sein mag. DaS hetzerische Treiben wird in den Tagen, wo die Ber- Handlungen unterbrochen sind. mit verstärkter Kraft auf- genommen werden. Die Interessenten arbeiten zielbewußt daraus hin, Wilhelm II. zu einem Va-banque-Spiel zu treiben. Die deutschen Arbeiter haben aber keineLust, diese niederträchtige Fälschung der wahren Volks stimme ruhig mit anzusehen. Die Herren täuschen sich durchaus, wenn sie meinen, daß die deutsche Arbeiterklasse in dieser Hinsicht eine Mcinungs- Verschiedenheit oder auch nur ein Zögern kennt. Je unverschämter ihr Treiben wird, desto energischer wird sich die Abwehraktion der Arbeiterklasse gestalten. Alle Berichte, die wir aus dem Lande erhalten, stimmen darüber überein, daß die Prote st Versammlungen gegen das Marokko ä den teuer überallstärksten Be- s u ch aufweisen, daß überall der entschlossene Friedenswille der Arbeiter zum spontanen Aus- bruch kommt. Wenn die Herren glatibcn, mit ihren Ein- schüchterungsversuchen oben auf einen Erfolg rechnen zu können, so können sie versichert sein, daß sie nach unten hin die entgegengesetzte Wirkung erzielen. Immer lauter wird der Ruf ertönen, der Krieg i st ein Verbreche nl und ein Krieg um Marokkos willen überdies noch eine Jnfamiel Und dieser Ruf, de» heute die Vcr- tretcr der 111621 organisierten Arbeiter von Berlin zu dem ihren machen werden, wird machtvoll den Lärm übertönen, mit dem die kriegerischen Monarchisten ihren Monarchen zu schrecken wähnen.___ lieue Kranhcnkanenzcrsplittcrung! Leistungsfähigkeit der allgemeinen Orts- und Landkrankenkassen nicht gefährdet werden. Bestehende Betriebsrankenkassen werden weiter zugelassen, wenn sie mindestens 100, solche für laitdwirt- schaftliche und Binnenschiffahrtsbetriebe mindestens 50 Mitglieder haben. Die Voraussetzung, daß die allgemeinen Orts- und Land- krankenkassen durch die Betriebskrankenkassen nicht gefährdet werden, kommt hierbei nicht in Betracht. Wie diese Gegenüber« stelluny der gesetzlichen Bestimmungen(Z 245 und 255 der Reichs- Versicherungsordnung) ohne weiteres ergibt, empfiehlt es sich für alle diejenigen Betriebe, die zwischen 100 und 150 Vcrsichcrungs» Pflichtige umfassen, noch vor dem Inkrafttreten der Reichsversiche« rungsordnung, was boraussichtlich nicht vor dem 1. Juli 1912 geschehen wird, Betriebskrankenkassen zu gründen, da ihnen später diese Möglichkeit überhaupt genommen ist. Aber auch für die« jenigen Unternehmungen, die eine größere Zahl von versicherungs- Pflichtigen Personen zählen, dürfte sich die baldige Gründung von Betriebskrankenkassen empfehlen, da die Zulassung dann nicht von der angegebenen Voraussetzung der Gefährdung abhängig ist. Es steht noch dahin, wie der Begriff der Gefährdung festgestellt werden wird. Auf jeden Fall ist in dieser Hinsicht große Vorsicht geboten. An dieser Stelle sei auch erwähnt, daß die in mehreren, räumlich getrennten Betriebsstätten einer Firma beschäftigten Personen in eine Betriebskrankenkasse zusammengefaßt werden können. Der Verband zur Wahrung der Interessen der deutschen Betriebskrankenkassen mit dem Sitz tn Essen ist zu jeder weiteren Auskunft gern bereit." Der„Verband zur Wahrung der Interessen der Betriebs« krankenkassen" beschreitet hiermit einen Weg. der zur Umgehung der gesetzlichen Vorschriften der neuen RcichsversicherungSordnung führt. Er will durch die schleunige Gründung von Betriebskrankcn- lassen unter der Geltung deS alten Krankenversicherungsgesetzes den durch die neue RcichsversicherungSordnung vorgesehenen Schutz der Orts- und Landkrankenkassen wirkungslos machen. Es ist gar kein Zweifel, daß ein solches Vorgehen ungesetzlich ist und bei den Aufsichtsbehörden keinerlei Unterstützung finden darf. Aber auch die Arbeiterklasse und die Oeffentlichkeit im weitesten Sinne muß gegen dieses frivole Unternehmen überstürzter Betriebskrankenkasscn» gründungen aufgerusen werden, denn es ist ganz ausgeschlossen. daß bei dieser Eil«, die geboten ist, um die Kasse noch vor dem Inkrafttreten der NeichsversicherungSordnung zu„errichten", die finanzielle Leistungsfähigkeit der Kasse in ausreichender Weise sicher» gestellt werden kann: Die Arbeiter solcher Betriebe, deren Unter- nehmer in der Zeit, bis zum Inkrafttreten der RcichSversichcrungs- ordnung eine Betriebskrankenkasse errichten wollen, baben alle Schritte zu tun, um die Ausführung dieses Planes zu verhindern. Nach§ 64 des Krankenversicherungsgesctzes müssen bei Er- richtung des Statuts einer Betriebskrankenkasse die beschäftigten Personen oder die von denselben gewählten Vertreter angehört werden. Die Arbeiter beziehungsweise deren Vertreter baden hierbei Gelegenheit, ihre Gegcngrände gegen die beabsichtigte Kassenerrichtung geltend zu machen, die Notwendigkeit und Avcck- Mäßigkeit einer solchen Gründung zu verneinen und nachzuweisen, daß durch letztere ihr« Interessen geschädigt werden. Sie haben von ihren Einwänden zugleich der Aufsichtsbehörde Kenntnis zu geben. Das Statut der Betriebskrankenkasse bedarf der Gcnehmi- gung der höheren Verwaltungsbehörde. Diese kann die Ge» nchmigung versagen, wenn das Statut den Anforderungen des Gesetzes nicht genügt(also irgendwelche gesetzlichen Vorschriften nicht berücksichtigt oder die Leistungsfähigkeit der Kasse nicht aus- reichend sicherstellt), oder wenn die Bestimmung über Klassen von Personen, welche der Kasse angehören sollen, mit den Bestim- mungen deS Statuts einer anderen Kasse in Widerspruch steht. Selbstverständlich muß die Errichtung der Kasse selbst ordnungg- gemäß erfolgt sein. Die zuständige Ortskrankcnkasse kann eben- falls durch Einwendungen, insbesondere gegenüber etwaigen Mängeln deS Statuts, an die höhere Verwaltungsbehörde auf eine gründliche, nicht allzu übereilte Prüfung der Voraussetzungen für derartige Gründungen hinwirken. Es ist so gut wie aus- geschlossen, daß bei Anwendung aller dieser berechtigten und selbst- verständlichen Schutzmaßnahmen Betricbskrankenkassen in größerer Zahl bis zum Inkrafttreten der Reichsversicherungsordnung die behördliche Genehmigung erhalten können. Sollte aber auch hier der Einfluß der Arbeitgeber mächtiger sein, als der Wille des Gesetzgebers, dann bleibt den Arbeitern solcher Betriebe nur noch übrig, alle gewerkschaftlichen Machtmittel zur Anwendung zu bringen, um sich gegen das Aufzwingen einer Betriebskrankenkasse zu wahren. Eine solche Abwehr im Einverständnis mit den ge- werkschaftlichen Instanzen rechtfertigt sich um so mehr, als da» Vorgehen der Arbeitgeber, die der Parole der Zentrale der Be- triebskrankcnkassen folgen, die flagranteste Verletzung der Gleich- bereckitigung der Arbeiter enthält. Deshalb ist es notwendig, daß die Arbeiter solcher Betriebe, für die die Errichtung einer Be- tricbskrankenkasse geplant ist. mit dem Tage, da ihnen diese Absicht zur Kcnntnis gelangt, auch ihre gewerkschaftlichen Instanzen dar. über unterrichten. Sie Streikbewegung in Großbritannien. London, 18. August! 1911. • Tl1®cnerflW"if der Eiseulbahncr war unvermeidlich, wie schon in dem letzten Berichte angedeutet wurde. Zwar äußerten und äußern auch jetzt noch die Regierungsmunner recht optimistische Ansichten über eine baldige oder gar sofor- tige Beilegung des Streiks, aber dieser Optimismus ist ein Die„Deutsche Arbeitgeberzeitung" veröffentlicht in Nr. 33 s g e k ü n st e l t e r und beruht nicht zum geringsten Teil auf r\f r. e �. s-tu Sil? v.»»» � S. �„ rv„ j. S/»«« Srtitp- �- X i'____ JT. kla....... Orr* einen Aufruf des„Verbandes zur Wahrung der Interessen der deutschen Betriebökrankenkassen", den er der sorgsamsten Beachtung aller Arbeitgeber dringlichst empfiehlt. Der Aufruf lautet: Gründet Betriebskrankenkassen! Die Reichsversicherungsordnung gibt verschiedenartige Be- stimmungen für die Errichtung neuer und für die Zulassung be- stehender Betriebskrankenkassen. Neue Betricbskrankenkassen können nach Jnrafttreten der ReichSversicherungSordnung nur er •*,. c__ CH a i«• i• v* r••__ vi- 4 vi: einer gewaltigen Ueberschätzung der Wirksamkeit der Diplo- matie. Die Situation ist viel zu klar und ernst, als daß mit diplomatischen Phrasen etwas ausgerichtet werden könnte Mögen die Eisenbahndirektoren direkt mit den Leitern der Gewerkschaften konse- neren. und die ganze Frage ist gelöst. Das ..»u, o—...............---------..... weiß die Regierung ganz genau, aber sie scheint weder den richtet werden für Betriebe, in denen für die Dauer mindestens--Wut noch Die Neigung zu besitzen, um den Scharfmachern, die 150, in landwirtschaftlichen und Binnenschiffahrtsbetrieben minde- zur Aufrechterhaltung eines selbst von der Mehrheit der Ka- stens 50 Versicherungspflichtige beschäftigt werden. Ferner darf pitalistew längst aufgegebenen Prinzips das ganze Wirtschaft- durch die Errichtung der BekriebSkrankenkasie der Bestand oder die i liche Leben des Volkes in Unordnung bringen, energisch ent, gegenzutrelen. Sie krauchte Mr mit der Verstaat» t i ch u n g der Eisenbahnen zu drohen, vor der die Eisenbahn- Direktoren eine mörderische Angst haben, um die Gesellschaften zur Nachgiebigkeit zu bewegen«. Aber anstatt dessen droht sie den Arbeitern, erläßt Befehle an die Truppen, sofort scharf zu schießen, und unterstüht die Gesellschaften mit der ganzen militärischen Macht der NatioU. Die Liberalen scheinen die Lehre von Featherstone vergessen zu haben.- Die gestern gepflogenen Verhandlungen zwischen, den streitenden Parteien, der Arbeiterpartei und dem Ministerium scheiterten an dem tiefen Mißtrauen, mit dem die Eisenbahner die HanMungen der Regierung betrachten. Die Verhandlungen nahmen folgenden, Verlauf: Wäh- rend der Konferenz unterbreitete der Handelsminister B u x t o n den Vorständen der Eisenbahnergewerkschaften folgende Fragen:„1; Was waren die wirklichen Gründe, die den Vorstand zu feiner Handlungsweise bei der Veröffent- lichung feines Manifests bestimmten? 2. Was waren die wirklichen Beschwerden in bezug auf den Kontrakt über das Einigungsamt des Jahres 1907? 3. Waren diese Be- fchwerden ernsthaft genug, um die Handlungsweise, zu der sich der Vorstand entschlossen hat, zu rechtfertigen? 4. Können diese Befchwerden nicht in einer weniger drastischen, Weise ab- gestellt werden? 5. Können diese Beschwerden auf dem vor- geschlagenen Wege durch einen allgemeinen Eifenbahnerstreik abgestellt werden?" Die Antworten der Vorstände lauteten: „1. und 2. Die Eifenbahngesellschaften haben den Vertrag über das Einigungsamt des Jahres 1907 weder dem Geiste noch dem Buchstaben nach beobachtet, und den Vertretern der Leute ist es gänzlich unmöglich, den vielen Beschwerden, über die sich die Leute beklagen, abzuhelfen. 3. Ja. 4. Ja: durch den von dem Komitee(der Eisenbahner) gestern den Eisenbahngesellschaften gemachten Vorschlag, mit den, aner- kannten Vertretern der Leute zu konferieren. 3. Ja: nach unserer Anschauung ist es der einzige Weg. Wir haben auch mit der Möglichkeit gerechnet, daß weitere Fragen gestellt werden, und siud einstimmig zu dem Entschluß gekommen, daß der einzige Weg, der seht eine wirksame Methode zur jEr- reichung des Friedens bietet, der ist, daß die Gesellschaften ein- willigen, mit uns zu verhandeln." Bald darauf griff der Ministerpräsident ein. Er erklärte den, Vorständen der Eisenbahner, daß die Regierung bereit sei, unverzüglich eine königliche Kommission einzusetzen, die die Angaben der Leute prüfen, das Funktionieren der Eini- gungsämter untersuchen und Abänderungsvorschläge machen sollte, um die vorhandenen Streitigkeiten in schneller und zu- sriedenstellender Weise beizulegen. Herr Asguith versicherte den Eisenbahnern,. daß die Regierung vollständig unparteiisch sei und nur das Interesse des Publikums wahrzunehmen habe. Sonderbarerweise fügte er aber gleich hinzu, daß die Eisen- bahner die ganze Verantwortlichkeit auf sich laden würden, wenn sie den Vorschlag der Regierung nicht annähmen. Die Regierung werde die nötigen Schritte tun. um die Lahm- leguity des Eisenbahnsystems zu verhindern. Unbekümmert um diese Drohung beschlossen die Vertreter der Eisenbahner, den Vorschlag der Regrerung nicht anzunehmen, und veröfsen«t- lichten folgendes Manifest: »Diese gemeinschaftliche Konferenz der Exekutivausschüsse der Gewerkschaften der Eisenbahner(hier folgen die Namen der 4 beteiligten Organisationen), die alle Kategorien Eisenbahn- arbeiter vertreten, beschließt nach sorgfältiger Erwägung der Er. klärung des Ministerpräsidenten und seiner Bemerkungen zur Erklärung, die die Regierung nicht zu Papier zu bringen ge- wagt hat, wie folgt: Wir betrachten die im Namen der Regierung gemachte Er- klärung als eine unverantwortliche Drohung gegen die Eisen- bahnarbeiter(die seit Jahren das Handelsministerium wie auch das Parlament wiederholt ersucht haben, die Abänderung des EinigungöamtSverfahrenS des Jahres ILO? zu erwägen, um die Aemter in der Weise einzurichten, daß den Beschwerden der Leute abgeholfen werden kann); weiter sind unserer Ansicht nach das Verabfänmen des Handelsministeriums, seinen eigenen Plan abzuändern, und die Unterlassung der Stsenbahngesell- schaften, den Plan in unparteiischer und billiger Weise auSzu- legen, die Hauptursachen der jetzigen Aufregung, die nicht auf «ine der Gesellschaften oder Arbeiterkategorie beschränkt ist, son- dcrn sich auf alle erstreckt. Wir wiederholen daher unsere Forderung, daß die Arbeiter der Eifenbahngesellschaften da? Recht haben sollen, von ihren Arbeitgebern dieselben Bedingungen zu verlangen wie Arbeiter, die von anderen Arbeitgebern� beschäftigt werden; und da diese gemeinsam: Konferenz die Arbeitgeber schon aufgefordert hat, mit den Vertretern der Arbeiter zur Beratung der ganzen Lage zu konferieren, waS nach unserer Ansicht die Angelegenheit ge- regelt haben würde, weigern wir uns deshalb, die Veraniwort- lichkeit auf uns zu nehmen, die die Regierung auf uns laden will; und weiter ftagen wir die Regierung achtungsvoll aber bestimmt,, ob die Verantwortlichkeit der Eifenbahngesellschaften der Nation gegenüber in irgendeinem Grade geringer ist als die anderer Arbeitgeber; wir find uns des folgenschweren Schritte», den wir tun, vollständig bewußt und sind überzeugt, daß.uns die Pflicht denjenigen gegenüber, die wir vertreten, dazu zwingt, ÄaS Angebot der Regierung auszuschlagen, und greisen Wider- strebend zu dem Skschluß dieser Körperschaft vom letzten Dienstag.' Die Inszenierung deS Generalstreiks ging ohne Ruhe- störung vor sich. Bis jetzt sind Nach den Angaben der Eisen- bahner 200 000 Mann in den« Ausstand getreten. In London versuchen die Gesellschaften den Verkehr noch einigermaßen aufrechtzuerhalten: dieS wird aber von Stunde zu Stunde schwerer. Augenblicklich dehnt sich der Streik auch auf die Ilutergrundbahucn aus) deren Angestellten gut organisiert sind und einen S1)mpathiestreik beschlossen haben. Es ist leicht möglich, daß sich der Eisenbahnerttreik in einigen Tagen in pinen allgemeinen Streik aller Transport- arbeiter verwandelt. Ter Transportarbeiterverband hat für nächsten Dienstag eine nationale Konferenz zusammen- berufen, auf der die Frage des Sympathiestreiks erörtert werden wird. Die Regierung hat den Plan, eine königliche Kommission einzusetzen, noch nicht aufgegeben. Ausdehnung des Streiks. London, 18. August. Die S trei klage hat sich gegen Abend verschlimmert. Di« nach Schottland und Irland be- stimmten Postsendungen find unter militärischem Schutz befördert worden. Von Martzlebone-Station sind keine Züge nach dem Norden abgegangen. Der Bahnhof liegt seit b Uhr nachmittag» im Dunkeln. Auf den Untergrundbahnen verkehren nur wenige Züge. Zimschen Viktoria und Krystallpalast-Station wurden die Fensterscheiben eines Zuges mit Steinen eingeworfen. Der nach Hoek van Holland bestimmte Zug ist fahrplanmäßig von Lider» pool.Stocet-Stattlm abgegangen. Die Zugänge zu Euston-Station werden von Soldaten mit aufgepflanztem Bajonett bewacht, Tie' Tarstellung der Regieruug. Londou» 19. August. Das Ministerium des I n n e r n hat spät abends eiste Mitteilung veröffentlicht, wo- nach sich die E i s e n b a h n e r a u s st ä n d e gestern über das ganze Land ausgedehnt haben. Doch sind mehr als zwei Drittel der Leute auf ihren Posten geblieben. Die Gesellschaften erhalten zahlreiche Gesuche um Beschäf- tigung. Die Militärbehörden berichten«, daß sie die Lage durchaus beherrschen. Zwei Bataillone Infanterie sind nach Hull beordert worden, andere Truppenverschiebungen sind durch die Ereignisse des gestrigen Tages nicht notwendig geworden. Der Schatzkanzler und der Präsident des Handels- amts verhandeln mit Vertretern der Ausständigen und der Gesellschaften, um ihnen eine freundschaftliche Beilegung des Konfliktes unter billigem Bedingungen nahezulegen. Ter Streik in London. London, 17. August. Dreizehn hiesige Bahnhofe sind geschlossen, darunter die Bahnhöfe Eannonstreet und Holborn. Der Personenverkehr aus den Vorstädten nach der City ist daher zum größten Teil eingeschränkt. Viele Leute, die in der City beschäftigt sind, benutzen die Straßenbahnen, da sie sich den Gefahr endes unregelmäßigen« Eisenbahndienstes nicht aussetzen wollen. In verschiedenen Gegenden sind Telegraphen- und Telephondrähte durch- schnitten und Signalapparate beschädigt worden, aber im all- gemeinen sind die Eisenbahnen vom Militär gut bewacht. Keine Ausschreitungen. London, 19. August. Ein Bericht des Ministeriums deS Innern von heute mittag besagt: Die Meldungen der städtischen Polizei lassen erkennen, daß vollkommene Ruhe und Ordnung herrscht. Im ganzen Londoner Gebiet sind die Eisen- bahnen, wenn auch in vermindertem Maße, in Betrieb. Ueberall wird gearbeitet, große Vorräte von Lebensmitteln treffen ein. Im Londoner Hafen ist die Arbeit in vollem Gange, ausgenommen bei den Schiffen, die den nahen Handelsverkehr besorgen und den Ausladern. Eine Beratung ist abgehalten worden, um beide Streitpunkte zu beseitigen. Ueberall. wo Unruhen befürchtet werden, werden besondere Schutzleute eingestellt. Aus keinem Teile des Landes werden ernste Ausschreitungen gemeldet, obwohl eS an verschiedenen Punkten zu Ruhestörungen gekommen ist. In Liverpool sind wegen der Unruhen 3. fahren für Leben und Gesundheit der Arbeiter erwachsen. Die Beleuchtung des Nachts ist ungenügend, wodurch nicht selten Unfälle entstehen. Die durch die mangelhafte Beleuchtung vorkommenden fehlerhaften Arbeiten werden nicht bezahlt; obendrein werden den Arbeitern noch dafür oftmals ziemlich hohe Strafen zudiktiert. Dieses Straf. system ist einer der krassesten Uebelständ«. Gleichzeitig läßt die Behandlung durch die Vorgesetzten sehr zu wünschen übrig. In der Montage klagen die Arbeiter über den Rauch, der durch die Schmiedefeuer und die Koksöfen, die ohne jeglichen Abzug sind, entsteht. Im Ueberziehraum der Lackiererei wird ebenfalls Klage geführt wegen ungenügenden Rauchabzugcs. In der Fertiamon- tage und bei den Werkzeugmachern wird über Mangel an Werk- zeug geklagt. Vielfach fehlt die Sitzgelegenheit, um in den Pausen die Mahlzeit einnehmen zu können, jetzt dient die Feilbank solchen Zwecken. Ein Mißstand ist auch das fortwährend« Reduzieren der Alkordpreise. In der Diskussion brachten verschiedene Redner noch zahlreiche kleinere Mißstände zur Sprache, zu denen die einzelnen Abteilun- gen Stellung nehmen werden. Nach einem kurzen Mahnwort, fest zur Organisation zu halten, wurde die Versammlung geschloffen. Deutscher Holzarbeiterverband. In der am Freitag abgehal- tenen Generalversammlung der Zahlstelle Berlin erstattete Glocke den Geschäftsbericht des Vorstandes für das 2. Quartal. Er sagte u. a.: Die Konjunktur habe sich in der BerichtSzeit nicht gehoben. Anfang April betrug die Zahl der Arbeitslosen 2400 und stieg noch bis auf 2900. Erst im Mai trat eine Besserung ein und die Zahl der Arbeitslosen ging nach und nach zurück. In der' vorigen Woche betrug sie 1847. Trotz der ungünstigen Konjunktur im 2. Quartal war die gewerkschaftliche Tätigkeit des Verbandes sehr rege. Branchenstrciks wurden geführt von den Stellmachern, Vergoldern, Bodenlegern und Koffermachern. Außerdem wurden eine Reihe von Werkstattstreiks geführt wegen Verbesserung der Lohn- und Arbeitsbedingungen. Auch in Vertragswerkstätten kam e» zu Differenzen, um den Vertrag in allen Punkten zur Anerkennung zu bringen. Ter Redner ging auf die verschiedenen Streik» ein sowie auf die sonstige Tätigkeit des Verbandes. Die Mitglieder, zahl hat sich durch den Anschluß der Zahlstellen Rixdorf und-Schöne- berg vermehrt, im übrigen ist eine bemerkenswerte Vermehrung der Mitglieder nicht zu verzeichnen. In der Diskussion ging K l e h auf den Streik der Bodenfeger ein. Er konstatierte, daß in den letzten Tagen wieder zwei nam- haste Firmen bewilligt haben. Bei diesen konnten 50 Kollegen in Arbeit gebracht werden. Die vom Kassierer Micke erstattete Abrechnung zeigt, tzaß die Ausgaben der Lokalkasse die Einnahmen um 35 774 M. übersteigen. Das wird im wesentlichen zurückgeführt auf die MaiauSsperrung, wo auf der einen Seite die Beiträge der Ausgesperrten ausfielen und auf der anderen Seite 68 337 M. Unterstützung ausgezahlt wurden. Im übrigen hat der Verband Unterstützungen gezahlt an Streikende 45 345 M., an Gemaßregelte 13 4l0 M., an Arbeitslose 116248 M., an Kranke 51 380 M., in anderen UnterstützungS- zweigen 6815 M.— De Zahl der Mitglieder hat sich um 700 der« mehrt. Nachdem die Diskussion über die Berichte beendet war, beschloß die Versammlung, daß den Hamburger Kollegen nochmals 10000 M. übersandt und in den Werkstätten freiwillige Scuom« lungcn für die Hamburger veranstaltet werden. Letzte Nachrichten. Tie Streikbewegung in England. London. 19. August.(W. T. B.) In Irland belrägk Fit Zahl der ausständigen Eisenbahner etwa 4000. Der Verkehr erleidet erhebliche Störungen. L-nd-n, 19. August.(W. T. B.) Der Streik der AnS« lad e r in den hiesigen Hafenanlagen ist beendet. London, 19. August.(W. T. B.) Wegen Löschens der Hochöfen infolge des Eisenbahncransstandes feiern im R o t n e r h a m- D i st r i k t etwa 59 999 Berg» und Metallarbeiter; in Middlesboro ebenfalls mehrere tausend Mann. Großfeuer. Solingen, 19. August.(B. H.) Am G ü t e r b a h n h o f steht seit W Uhr heute abend ein großer Holzlagerplatz der Firma Hopf u. Coreyeubruck in Flammen. Spielende Kinder steckten einen Schuppen, in dem sich vier Möbelwagen befanden, in Brand. DaS Feuer sprang auf daS Holzlager über, wo es in den dort lagernden ausgetrockneten Brettern. Sparren und Balken reichliche Nahrung fand. Die Feuerwehr ist dem Großfeuer gegenüber machtlos» Ob es gelingen wird, die Weitcrverbreitung des Feuers zu ver- hindern, ist fraglich. Einsturzkatastrophe in einem Zirkus. Petersburg. 19. August.(Pr.-C.) Ein tragisches Ende nahm heute in Wo log da eine Vorstellung, die der seit einigen Tagen dort weilende Zirkus G o r e c veranstaltete. AIS man sich schon dem programmäßigen Ende der Vorstellung näherte, und ein« Seil- tänzerin ganz di« Aufmerksamkeit des Publikums in Anspruch nahm, stürzte plötzlich unter gellenden Schreckensrusen der Zirkus. bcsuchcr eine aus Brettern zusammengesetzte Tribüne ein, auf der etwa 100 Personen Platz gefunden Hatten. Zu gleicher Zeit erlosch die elektrische Beleuchtung und in höchstem Schrecken und größter Hast strömte alles den Ausgängen zu, ohne daran zu denken, den unter den Trümmern dcS Tribünenaufbaues Verschütteten Hilfe zu bringen. Das ganze Zelt geriet in Gefahr einzustürzen, und erst als Reitknechte aus dem ZirkuSstall mit Magnesiumfackeln herbei- eilten, um den herzzerreißend nach Hilfe rufenden Verunglückten. Hilfe zu bringen, konnte man einen Uebcrblick über die Folgen der Katastrophe gewinnen. Hierbei wurden 2 Personen sterbend unter den Trümmern hervorgezogen, während 24 andere, die schwere Verletzungen erlitten hatten, ins Lazarett gebracht wurden. Meh- rere andere, die leichtere Verletzungen erlitten hatten, konnten ohne Hilfe nach Hause gelangen._ Hierzu 3 Beilagen. 8t. 194. 28. AaMSg. I f tilip des Jotmiitls" Knlim itolhliliitt. Smulog, 20. Jugtifi 1911. Gartenitädte und€lnfan))llen|)äufef. Als Entgegnung auf die unter obiger Ueberschrist in der Nummer vom 5. August abgedruckten Zuschrift gehen uns folgende Darlegungen zu: .Im..Vonvärls" vom 5. August d. I. erschien ein Artikel mit der Ueberschrist„Gartenstädte— Einfamilienhäuser", der sich in einer merkwürdig gewundenen und verworrenen Weise mit den Wohnungsverhältnissen der großstädtischen Arbeiter und den Ver- suchen zu ihrer Besserung beschäftigte, seiner Tendenz wegen aber nicht ohne Widerspruch bleiben darf. Ter Verfasser begann mit der Frage, ob für den Arbeiter das Ideal des Einfamilienhauses in der Gartenstadt zu verwirklichen sei, ob er den Mietspreis für ein solches Haus bezahlen könne, und verneinte diese Frage, denn das Einfamilienhaus, selbst als Reihenhaus gebaut, sei so erheblich teurer als die Mietskaserne, daß sich sehr schwer eine Verbilligung des Wohnwesens denken lasse; der Anhänger des All-inwohnens müßt? sich im Gegeuteil mit einer höheren Mietzahlung abfinden. Nun hätten aber die Anhänger des Alleinwohnens außerdem noch eine Vorliebe für Wohnungen mit mehreren Räumen; die Erfüllung' dieser Vor- liebe lasse sich aber wegen der Kostspieligkeit der Bauten nur sozusagen hintenherum bewerkstelligen, nämlich dadurch, daß man die einzelnen Räume sehr klein mache. Schon die Ausstellung der Baugenossenschaft„Ideal" habe Räume gezeigt, die zu klein seien, als daß die Arbeiter ihre heute gebräuchlichen Möbel darin aufstellen könnten. Denselben Uebelstand habe er in den Häusern der Landwohn st ättengesellschaft bei Grünau be- merkt. Dort habe er(der Verfasser) sich nicht überzeugen können, daß ein Doppelhaus mit Grund und Boden mehr als 12 000 Mk. kosten könne; rechne man einen Mietspreis von 35— 37 Mk. pro Monat und Wohnung,„dann käme eine recht erträgliche Ver- zinsung heraus, mit welcher unsere Hauswirte sehr zufrieden wären". Den letzten Punkt wollen wir zunächst behandeln. Die Land- Wohnstättengesellschaft, an der auch Parteigenossen teilnehmen, hat sich vor einiger Zeit auf Veranlassung von Stadtrat Professor Preuß gebildet, um durch das praktische Beispiel zu zeigen, daß man in unseren Vororten, unmittelbar neben dem üblichen vier- stöckigen Massenmietshause, noch eine bessere Hausform herstellen k a n n. Zunächst hat sie am Falkenberger Wasserturm ein Ge- lände erworben, auf dem sie eine Reihe schmucker Häuser errichtet hat. In ganz kurzer Zeit werden 7 von diesen Häusern wohnfcrtig sein; zwei enthalten 4 Wohnungen, die übrigen sind Doppelhäuser mit je 2 Wohnungen. Sämtliche Wohnungen haben trotz des ge- meinsamen Daches durchaus den Charakter der Einzelwoh- n u n g, des Einzelhauses. Es handelt sich nicht darum, mit diesen Häusern den Arbeitern„Wohltaten" zu erweisen und sie dadurch in eine moralische oder rechtliche Abhängigkeit zu bringen. Die Verwirklichung der Idee, die Vorzüge des Einfamilienhauses mit der Billigkeit einer Mietskasernenwohnung zu verbinden, ist viel. mehr auf der Grundlage gedacht, daß das ausgelegte Kapital sich in landesüblicher Weise verzinsen soll. Es ist keineswegs sicher, daß die Gründung die Verzinsung des hypothekarischen Leihkapitals und der Einlagen der Gesellschafter tatsächlich ergeben wird. sicher aber ist, daß keiner von diesen Männern auch nur einen Pfennig mehr aus der Gründung ziehen würde. Als Sicherheit dagegen ist unter anderem die Gründung einer Mietcrgenossen- schaft geplant, die den gesamten geschäftlichen Teil des Unter- nehmens zu regeln haben würde. Der Kritiker vom 5. August kann sich also der Sorge durchaus entschlagen, daß die Anlage am Falkenberger Wasserturm im kapitalistischen Sinne ausgenützt werden würde. WaS nun seine übrigen Einwendungen anlangt, so zerfallen sie in solche allgemeiner und solche besonderer Natur. Der Ver- faffer des erwähnten Artikels steht der Anlage von Gartenstädten mit Einfamilienhäusern offenbar skeptisch gegenüber. Er sieht nicht die gewaltigen Kräfte, die unser Proletariat zu einer gründlichen Reform des Wohnungswesens treiben und treiben müssen. Wenn das Heim für den Arbeiter ein Gegengewicht gegen die Fabrik und den Kasernierungszwang des modernen wirtschaftlichen Lebens bilden soll, dann darf es nicht selb st eine Kaserne sein, muß vielmehr ihn und seinen Kindern Raum zur freien Entfaltung ihrer Persönlichkeit gewähren. Daher wird daS Einfamilienhaus notwendig zum Ideal gerade der Großstadtproletarier. Solange freilich nicht Staat und Gemeinde eine auf dieses Ziel gerichtete Wohnungspolitik im großen Stile treiben, solange läßt sich das Ideal nur für die wirtschaftlich am besten stehenden Arbeiterschichten verwirklichen, ja ohne die Hilfe von Baugenossenschaften kann sich auch der Arbeiter mit leidlich ge- sichertem Verdienste den Segen eines Einfamilienhauses nicht verschaffen. Das muß zu seinem Schmerze jeder erkennen, der kleines feuitteton. " Mekka als Choleraherd. In einer umfangreichen Arbeit über den Kampf gegen die Cholera weist Dr. R. Burnier in der„Na- ture" darauf hin, daß die größte Gefahr ihrer Verschleppung nach Europa immer vom Orient ausgehe und daß insbesondere Mekka als schlimmster Ausgangspunkt der Verbreitung gelten müsse. Mekka ist die„Relaisstation der Cholera in ihrem Zuge nach dem Westen"; hier vereinigen sich während der religiösen Feste mehr als 400 000 Pilger, die alljährlich aus allen Teilen der Welt her- heistrvmcn, aus China wie aus Persien. aus Aegypten wie aus der ganzen Türkei, aus Algier und aus Marokko, lieber Syrien, Kairo, über Mesopotamien und Aemen streben sie auf dem Wasser» Wege, meist aber über Land den geheiligten Stätten des Islam zu. Sobald die Pilger das Gebiet des Hedschahs betreten, müssen sie Haar und Rumpf unbekleidet tragen, wodurch zahllose Sonnen- sticke hervorgerufen werben. Im Jahre 1890 zählte man mehr als L500 Fälle allein am Tage dcS Gebetes von Arafat, dem Berge, auf dem sich Adam und Eva nack der Vertreibung aus dem Para- diese geflüchtet haben sollen. Am Vorabend des Gebete? finden in Erinnerung an das Opfer Abrahams die großen Kurbanfeste statt: Opferungen, bei denen hunderttausende von Tieren er- drosselt werden. Die reichen Pilger töten 8—10, ja bisweilen L0 Kamele, die armen einen Hammel oder ein Huhn, durch das aanze Tal fließt das Blut und es bedarf der furchtbaren Hitze des HedschaSgebieteS. um den Boden zu trocknen und die Ver- wefung der zahllosen Kadaver zu verzögern. Am dritten Tage ziehen nach unbeschreiblichen Orgien die Pilger, die daS Grab Mo- chammedS noch nicht besucht haben, in«iner schier endlosen Kara- tvane nach Medina, und erst dann kehrt alles in die Heimat zu- rück. Die Zahl der Todesfälle bei diesen Mcnschenanhäusungen ist nie genau festzustellen, Älix schätzt sie in gewöhnlicken Zeiten auf 20 von 100 und bei Epidemien auf 30 von 100. Jodenfalls konnte man im Jahre 1890 gegen 30 000 Todesfälle durch Cholera und rund 68 000 Sterbcfäll« durch andere Krankheiten beobachten. Diese Zahlen geben ein lehrreiches Bild von der gewaltigen Ge- fahr, die die Pilgerfahrt nach Mekka für Europa in sich schließt, und mit vollem Recht hat man Mekka auch die Hauptstation der von Bengalen nach Europa ziehenden Cholera genannt. Die Pilger, die ans Mittelmeerbccken zurückkehren, werden zwar stets zur Isolierung dem Lazarett von El-Tor überwiesen, aber diese Ouarantäne ist illusorisch. 4902 z. B. brach 40 Tage nach dem Abzug der Pilger aus dem Heoschasgebicte und nachdem die Tausenden in El-Tor desinfiziert worden waren, in einem ägyp- tisthcn Dorfe die Cholera aus, unmittelbar nachdem ein Dutzend Pilger dort eingetroffell Ware». Und wie die Pilgerkarawancn, sich mit den Fragen der Wohnungsreform eingehend beschäftigt hat. Aber sollen wir deshalb die Hände in den Schoß legen, des- halb von jeder Reformtätigkeit Abstand nehmen, weil wir nicht gleich das ganze furchtbare Wohnungselend mildern oder beseitigen können? Wer diese Frage bejahen wollte, könnte ebensogut un- serer politischen Partei und unseren Gewerkschaften den Rat geben, schleunigst ihre Tätigkeit einzustellen. Doch nun zu den besonderen Einwendungen gegen die Häuser in Grünau, von denen der Kritiker behauptete, sie böten viel zu kleine Räume. Zunächst sei bemerkt, daß man sich von den Vor- stellungen frei machen muß, die wir allmählich in unseren Miets- kasernen gewonnen haben, wenn man an die Beurteilung eines Einfamilienhauses herantritt: wir müssen uns klar darüber sein, daß wir weder so große, noch so hohe Zimmer, weder so breite, noch so flache Treppen im Einfamilienhause brauchen, wie in manchen modernen(aber beileibe nicht in allen!) Massenhäuscrn zu finden sind. In den Grünauer Häusern nimmt bei der Einteilung der Wohnung die im Parterre gelegene sogenannte Wohnküche den größten Raum ein. Soaar der Kritiker nennt sie eine„ b e- queme Wohnküche". Durch eine Verbindung von Küchen- Herd und Zimmerofen dient das Herdfeuer bei kühler Witterung zugleich zur Erwärmung des Zimmers, das durch einen Vorhang leicht von dem eigentlichen Kucheflraum getrennt werden kann. Breite Fenster und die mit Scheiben versehene Tür, die in den Vorgarten führt, erhellen den Raum auf das freundlichste. Neben der Küche befindet sich ein Klosett und ein ahschlicßbarer Raum für die Verrichtung aller derjenigen häuslichen Arbeiten, bei denen Wasser verwendet wird. Ein eiserner Ofen mit einem Waschkesscl sorgt für warmes Wasser, sowohl für die Wäsche wie für das häusliche Bad. Von der Wohnküche führt eine Treppe in das Obergeschoß mit seinen zwei Zimmern hinauf, die als Schlaf- räume gedacht sind. Der Kritiker bemängelt, daß die nur 2,75 mal 4 rcsp. 3,75 mal 4 Meter und in den Vierfamilienhäuscrn 2,25 mal 2,5 oder 3,25 mal 4,25 Meter Grundfläche haben. Er vergißt aber dabei zu bemerken, daß diese Räume mit Balkon und Loggia versehen sind, was für ihre Benutzbarkeit von großer Bedeutung ist. Gedacht sind sie nicht als Wohnräume, sondern als S ch l a f r ä u m e. Bei ihrer Höhe geben sie selbst bei ver- schlossenen Türen und Fenstern hinreichenden Luftraum für zwei Erwachsene oder 3 Kinder; gewöhnt sich die Familie an das Schlafen bei geöffnetem Fenster, dann fällt das— ganz ungerechtfertigte— Bedenken, der Luftraum könne vielleicht nicht allen hygienischen Anforderungen entsprechen, von vornherein weg. Auch eine ziemlich kinderreiche Familie kann bei den ihr zur Verfügung stehenden drei Räumen so disponieren, daß alle ihre Mit- glieder eine ruhige und erquickende Nachtruhe gesichert erhalten. Ueberall ist der Raum dem Hausrat sorgfältig angepaßt; allerdings von der„guten Stube" haben die Begründer der Kolonie und die Baumeister Abstand genommen. In der Ausstellung der Baugenossenschaft„Ideal" in Rixdorf waren Musterbeispiele von gutem und schlechtem Hausrat aus- gestellt. Wenn die Einrichtung der Einfamilienhäuser die Arbeiter veranlassen würde, auf die Auswahl ihres Hausrates mehr Sorg- falt zu verwenden als bisher, unpraktische, unschöne, renommistische Möbel beiseite zu lassen und sich praktische, bequeme, dauerhafte, materialechte Gegenstände anzuschaffen, so wäre das ein großer und höchst dankbar zu begrüßender Nebenerfolg. Jede der Woh- nungen hat übrigens dann noch einen Bodenraum, zu dem man auf einer allerdings steilen Treppe vom 1. Stockwerk hinan- steigt. Für diese selten gebrauchte Treppe viel Raum zu ver- schwenden, wäre unverzeihlich gewesen. Endlich ist noch für Kohlen, Kartoffeln und andere Vorräte ein Keller vorhanden. Aber die Hauptsache: die Wohnungen in dieser Sicdelung der Landwohnstättengesellschaft sind in erster Linie für diejenigen gedacht, denen'an einem Stückchen Land vor der eigenen Tür gelegen ist. Jeder Bewohner der Landwohn stätten hat 60 Quadratmeter Gartenland zu seiner Ver� fügung; für gemeinsame Spielplätze der Kinder wird noch Sorge getragen werden. Die Mieter einer solchen Landwohnstätte haben alle Vorteile des Einfamilienhauses, nämlich erhöhte Besonnung, sie haben die Möglichkeit der Ouerlüftung in ihrer Wohnung, sie haben die Teilung der Wohnung in verschiedene auf zwei Stockwerke ver- teilte Räume und sie haben die Umgrenzung der Wohnung durch ein Stückchen Garten, den sie als Nutzgarten oder als Kinder- tummelplatz verwenden können, wie es ihnen beliebt; sie haben ein e i g e n es Bad, Küchen- und Kellerräume, in denen sie Vorräte halten können. Es hraucht nicht in den gräulichem Durch- einander der Zwei, oder gar nur Einzimmerwohnung in dem proletarischen Massenmiethause Geburt und Tod einander die Hände zu reichen; es kann bei Krankheit, aber auch schon aus Lust an der Einsamkeit ein Familienniitglied sich von dem anderen abtrennen, kann einmal eine Stunde für sich verweilen, kann sind auch die großen persischen und indischen Totenkara- wanen furchtbar. Die mohammedanischen Schiiten in Persien und Indien sind durch die Vorschriften ihres Glaubens gezwungen. ihre Verstorbenen nach den heiligen Stätten des Euphrat zu schaffen: Kerbel« und Nedjef. Zu den Leichen, die auf den Rücken der Kamele unter glühender Sonne wochenlang transportiert werden, gesellen sich die Körper der auf dem Wege nieder- sinkenden Pilger und bilden so nach dem Worte Vauvels„wahre lebende Fleischkammern". Selbst die Häuser dienen dabei als Gräber und die Erdteile, die man beiseite Wirft, um den Toten Raum zu gewähren, werden von den Pilgern als Reliquien weiter. geschleppt. Unter solchen Umständen� bilden die Krankheitsver- schleppungcn durch Karawanen kein Rätsel. In der heiligen Stadt der Hindus, in Hurdwar, wo sich jährlich Millionen von Gläu- bsgen zusammen finden; hat man den Ausgangspunkt der Cholera- epidemien von 1783 und 1867 nachweisen können. 1867 begann die Wallfahrt im April: am 12. fand die Badczeremonie statt, am 13. kamen acht Cholerafälle vor und am 15. ging die Menge aus- einander und schleppte die Cholera mit sich fort. Ueberall auf den Wegen der heimziehenden Pilger brachen die Cholerakranken nieder, die Leichen wurden in die Flüsse geworfen oder einfach am Wegrande liegen gelassen. In unglaublich kurzer Zeit war ganz Hindustan von der Cholera überzogene Allerhand sonderbare Leckerbissen, lieber den Geschmack läßt sich bekanntlich nickt streiten, und manchen Norddeutschen überläuft eS kalt, wenn er hört, daß man in Süddeiitschland in vielen Gegenden gebackene Schnecken und Froschschenkel als Delikatesse verzehrt, genau so wie man in etwas weiterer Entfernung vom Meer den un« gewohnten Seemuscheln und Austern oft keinen Geschmack abzii» gewinnen vermag. Hundcfleisch— ursprünglich war es wohl die Not, die bei uns zu scineni Genüsse getrieben hat— wird in einigen erzgebirgischen und schlesischen Gebieten jedem anderen Fleisch vorgezogen. Ratten und ähnliches Zeug kann man in Paris in manchem Laden zum Verkauf baumeln sehen, und wenn sie auch nur von den Aermeren verspeist werden, so gelten neuerdingS anscheinend Eidechsen dort als besondere Deli- katesse, wie ihre steigende Zufuhr auf dem Pariser LebenSmittelmarkt beweist. Allerhand kleinere MeereStiere. wie Schnecke», Würmer, Fischchen usw. bilden als IVutti di mare ein Voltsnahrungsmittel der Italiener und werden roh, als eine Art Salat zubereitet, ge- gessen, ebenso wie Tintenfische, von denen höchstens beim Verspeisen die Fangarme abgerissen werden. Die Tintenfische sind bei den Japanern auch als Konserven zu haben; Schiießmuskeln von Muscheln, Walfischfleisch und dergleichen ebenfalls. Berüchtigt ist die chinesische Küche. Die Speisekarte der Chinesen ekelt uns schon deshalb so sehr an, weil das Fleisch in halbangefaultem Zustand verwandt wird. Molche, Schlangen, Eidechsen, Würmer, Schnecken, draußen Lu�t schöpfen oder die Loggia oder den Balkon dazu ver« wenden. Was das alles zusammengenommen für den Arbeiter, namentlich aber für seine heranwachsenden Kinder bedeutet, läßt sich nur schwer ausmalen. Da kann man den Zweifelnden wirklich nur sagen:„Geht hin und versucht es!" Die Einwendungen, die der Kritiker gegen die Wohnungen vorbrachte, werden in der Praxis in ihrer Nichtigkeit alsbald anerkannt werden, der Segen aber wird bleiben.".... Lltcrarifcbes. Dr. Othmar Spann. Die Haupttheorien der Volks« Wirtschaftslehre auf dogmengeschichtllchec Grundlage. Leipzig, 1911, Quelle u. Meyer.(Wissen« schaft und Bildung, Bd. 95). 132 Seiten» Preis geh. 1 M„ geb. 1,25 M. Es ist eine ungemein schwierige Aufgabe, auf 132 kleinen! Seiter- eine gemeinverständliche Darstellung der Haup�'heorien der Volkswirtschaft zu geben. Es wäre zu begrüßen, daß Prof. Spann, der sich dieser Aufgabe unterzog, den historischen Weg eingeschlagen hat. Denn die geschichtliche Darstellung erleichtert die Aufzeigung der Zusammenhänge der verschiedenen Systeme untereinander und mit der jeweiligen Wirtschaft.__ Es würden sich also für eine populäre und dabei lebendige Darstellung zwei Wege bieten: entweder zu zeigen, wie sich eine Theorie aus der anderen entwickelt hat, wie sich die Grundgedanken erhalten und wie sie sich gewandelt haben, durch welche Gedanken- gänge sie ausgebaut und verändert wurden, oder es müßte gezeigt werden, Wie die ökonomischen Systeme jeweils der Ausdruck be« stimmter ökonomischer Verhältnisse und Klassenbildungcn waren. Das Ideal einer Geschichtsschreibung der Oekonomie iväre aller« dings die Zusammenfassung dieser beiden Methoden; doch an diese Aufgabe dürfte sich nur wagen, wer das ganze Gebiet souverän beherrscht, und im Rahmen einer kleinen Broschüre wäre dieser Plan überhaupt nicht durchzuführen.... Spann hat keinen dieser beiden Wege gewählt. Vielmehr skizziert er fast ganz ohne Zusammenhang die verschiedenen Systeme in ibrer chronologischen Aufeinanderfolge, wobei übrigens die Rauniverteilung auch sebr merkwürdig ist. So werden Adam Müller und Thüncn verhältnismäßig sehr ausführlich behandelt, Rodbertus kaum erwähnt. Jeder dieser Darstellungen folgt eine Kritik vom Standpunkt der„modernen Oekonomie", d. h. eines freundlichen Gemisches von Grenznutzentheorie und Historismus. Dadurch gehen nicht nur alle Vorteile der historischen Betrachtungs- weise verloren, sondern die ökonomischen Fragen werden in einer Reihenfolge behandelt, die ein Verständnis von vornherein so ziemlich ausschließt. So werden zuerst die Merkantilisten abgeurteilt, und dabei wird„Die heutige Lehre vom Gelde und von der Handelsbilanz" vorgetragen. Dabei besteht über diese„heutige Lehre" lediglich m der mit grenznützlerischen Phrasen aufgeputzten Weisheit, daß Geld nicht Selbstzweck ist, sondern nur Tauschvermittler. Dann bleibt aber völlig unaufgeklärt, wieso sich zu Krisenzeiten plötzlich das Geld doch als absoluter Herrscher, als absoluter Zweck zeigt. Sodann folgt ein Exkurs über den Gegensatz zwischen Jndividua. lismus und llniversalismus und nach einer recht dürftigen Dar« legung der Finanzpläne John Laws wird die Lehre vom Kredit vorgetragen. Sodann folgen aufeinander: Die Theorie der Pro« duktivität und vom wirtschaftlichen Gut, der Methodenstreit, die Bevölkerungstheorie und die Lehre vom abnehmenden Boden« ertrag. Darauf kommt erst die Wertlehre und die Grundrenten- theorie. So geht es weiter über die relative Rationalität der Landbaushsteme zur Zollschutztheorie und zur Sozialpolitik. Ich glaube kaum, daß dieser italienische Salat mit seiner Grenznutzen« Mayonnaise sich als besonders nahrhaft erweisen kann. Eher ist zu befürchten, daß sich so mancher harmlose Leser für lange Zeit den Magen daran verderben könnte. Aber auch im einzelnen erfahren wir oft recht kuriose Dinge aus dem Buche, für die allerdings Prof. Spann nur teilweise die Verantwortung trägt, da er sie nicht selbst ausgeheckt hat, sondern nur anderen nachredet. So wird z. B. S. 37 fg. auseinandergesetzt, daß der Reinertrag eines Jagdspceres(die Wilden erweisen sich in der bürgerlichen Oekonomie noch immer als die besseren Menschen) in dem Unterschied liegt zwischen dem Aufwand für seine Her- stellung und den Ersparungen an Mühe und Arbeit bei der Jagd, die dem armen Mann nun gegenüber dem Zustand zugute kommen, wo er noch mit der bloßen Hand die Hasen, Hirsche und Wild- schweine fangen mußte. Demnach besteht aiso der Reinertrag etwa des Norddeutschen Lloyd in dem Unterschied zwischen den Her- stellungskosten der Dampfer und der Arbeitscrsparnis, die dann liegt, daß die betreffenden Lasten und Passagiere nicht mehr von den Aktionären schwimmend über den Ozean gebracht werden Puppen werden vom Volke als Nahrungsmittel nicht verschmäht. Bekannte Delikatessen der feinen chinesischen Küche sind die eßbaren Schwalbennester und der Trepang. Die eßbaren Nester werden von den Salanganen, einer ostindischen, auf Java häufigen Schwalben» art, aus Pflanzenfasern verfertigt und mit erhärtete», Speichel aus« gepicht; durch Rahin werden sie in eine gallertartige Masse von sehr faden, Geschmack verwandelt. Trepang— verschiedene Arten von sog. Holothurien, die naturwissenschaftlich als UebergangSglieder von den Würmern zu den Fischen von großer Bedeutung sind— wird teils gekocht, teils geräuchert, und ganze Schiffsladungen wandern jedes Jahr von Japan nach China. Die Eingeweide des Trepang und die Eierstöcke deS Seeigels werde» von den Bewohnern der deutschen Südseekolonien gegessen. Der Palolowur», ist ein Haupt- leckerbisse» der Sanioaner, und sein Fang ist mit großen Festlich« leiten verbunden. Von Insekte» werden besonders i» Afrika Heu« schrecken vielfach zu Kuchen verbacken und verzehrt. Auch die dicken Larven deS Bockkäfer, der fette Palmwnrm und die cierstrotzcnde Termitenkönigin werden von den Negern nicht verschmäht. Humor und Satire» Jagowiana. Die Berliner Schutzleute haben mit Rücksicht auf die Verfügung des Polizeipräsidenten, die jedem zu spät schießenden Schutz», an» Bestrafung androht, einen Vor schußvercin gebildet. � Auch in andere Verwaltungszweige ist auf Betreiben des Polizei« Präsidenten der Revolver eingeführt ivorde»: Jeder Berliner Train« bahnschaffner ist mit einem Browning ausgerüstet worden und ist von jetzt ab verpflichtet, jeder Dame, die eine Hutnadel ohne Jagowator trägt, den vorstehende» Teil der Hutnadel wegzuschießen. Infolge deS neuesten„SchießerlasseS" des Herr» v. Jagow wird daS Modell eines PolizeipräsidentenhelineS erprobt, der die überhitzte Lnfr oberhalb der Schädeldecke nach außen abführt. Fremder(zum Schutzmann):.Bitte um Feuer!" Schutzmann zieht den Revolver und schießt ihn in den Bauch. .Um Gotteswillen, dort naht ein Schutzmann! Sofort hinter dieser Litfaßsäule Deckung suchen und schießen!"—.Jessas. warum denn?!"—.Sonst schießt er vorher!"—.Aus welche», Grunde?" —.Weil er sonst bestrast wird!'(»Jugend".) . Notizen. — D i e englische Th e a t er z et, su r hat Schakom Aschs am Deutschen Theater zu Berlin aufgeführtes Drama „Der Gott der Rache" angeblich wegen seiner unmoralischen Teichenz verboten. Hitze und Sittlichkeitskoller such zwei erschreck, liche Gesellen hüben wie drübe», wüssen. Diese Theorie wird' auch gleich in ungemein anschaulicher Weise zur Anwendung gebracht. Die Produktivität der Börsen- spekulaton ergibt sich sehr einfach:..Wer, wenn Papiere im Preise steigen, solche verkauft, der stiftet offenbar dadurch einen gewissen Nutzen, denn sie würden nicht steigen, wenn sie im Heber- fluß da wären."(S. 41.) Aber das kleine Buch enthält auch eine ganze Reihe von Frr- tninern über Tatsachen. So wird daS sckon so oft widerlegte Märchen von der Nacht des 4. August 1789 wiedererzählt, in der der französische Adel und Klerus in voller Begeisterung rmd ohne Entschädigung alle feudalen Vorrechte aufgegeben hätten. Von Ricardo wird behauptet, er„vermöge den Einfluß deS Kapital- «lcwinnes auf den Preis ebenso wenig wie Smith in ein Arbeits- Zostenelement aufzulösen". Von Saint Simon heißt es, daß er „zum erstenmal den inneren Gegensatz von Kapital und Arbeit her- vorhob". Weitlings Kommunismus wird als„sehr verworren' bezeichnet, und er soll„an der Schöpfung der deutschen Arbeiter- Bewegung großen Anteil gehabt haben", usw. Einige Abschnitte sind wesentlich besser geraten, darunter merk- tvürdigerwcise der über Marx. Doch kennt Spann die„Theorie über den Mehrwert" überhaupt nicht, was sich besonders in dem Abschuß über die Phhsiokratie unangenehm bemerkbar macht. Aus feiner Darstellung und Erläuterung von Ouesnahs„Tableau econo- tiriquc" wird kaum jemand«ine Ahnung vom wahren Sinn und der Bedeutung dieses genialen Versuchs gewinnen. Freilich ist das kein Wunder. Weiß doch selbst die dritte Auflage des„Hand- Wörterbuchs der Staatswissenschaften"(1910), das Spann bei jeder <Äelccgnheit als Quelle aller Weisheit hinstellt, in den Artikeln über OueSnay und die Phystokraten auch noch nichts vom Erscheinen jenes Werks. � Spanns Schrift ist eine recht flüchtige Zusammenstellung kurzer Skizzen, offenbar meist aus zweiter oder dritter Hand, bei der manche Abschnitte ganz gut ausgefallen sind, die aber, unüborsicht- kich und flach sich um so weniger zur Einführung in den Gegen- stand empfiehlt, als sie die glatteste bürgerliche Vulgärökonomie kritiklos zum Ausdruck bringt. G. Eckstein. Hus Induftm und RandeL •f Der LandwirtschoftSminister als praktischer Landwirt. In verschiedenen Gegenden, namentlich in Westdeutschland, ist 'eine Erhöhung der Milchpreise eingetreten. In Trier ist der Preis pro Liter von 23 auf 24 Pf. ab kl. August erhöht worden. Die Versorgung mit Milch für Trier liegt fast ausschließlich in den Händen einer Milchgenossenschaft. RlS diese vor einigen Jahren gegründet wurde, verkündete man der Vevölkerung, daß ihr Zweck der sei. im Interesse der Allgemein- heit Milch in bester Beschaffenheit und zu einem wohlfeilen Preise zu liefern. So gelang eS der Genossenschaft recht bald, sich eine Monopolstellung zu verschaffen; andere größere Milchwirtschaften mußten verschwinden. Von wohlfeilen Preisen war bald nichts mehr zu spüren, im Gegenteil, nachdem man bereits vor zwei Jahren den Preis um zwei Pfennig erhöht hatte, schraubte ihn die Genossenschaft nunmehr auf 24 Pf. in die Höhe. Das Ve- merkenswerte dabei ist, daß bei dieser Genossenschaft in der Hauptsache nur ausgesprochene Großagrarier in Betracht kommen. Wir finden da neben einem Grafen Kesselstadt, Graf Villerv, Landrat O. v. Nell, Rittergutsbesitzer A. v. Rell, General v. SchU- bert, Schwiegersohn StummS, und auch den Minister v. Schor- lernet! Ferner ist die Stadt Trier und der Staat mit je 1ö An- teilen an der Genossenschaft beteiligt. ES entbehrt nicht deS Interesses, zu prüfen, ob die Erhöhung der Milchpreise gerechtfertigt ist. Eine öffentliche Volksverfamm- lung, der Stadtrat und eine von unserer Partei und den freien Gewerkschaften einberufene Versammlung beschäftigte sich mit dieser Frage. Im Stadtrat wurde daS Vorgehen der Genossenschaft ein» mutig verurteilt; der Oberbürgermeister, der als Vertreter der städtischen Anteile in der Generalversammlung der Genossenschaft, in welcher die Erhöhung beschlossen worden ist, anwesend war, erklärte, er habe sich vergeblich bemüht, die Herren von ihrer Maßnahme abzuhalten, ob- wohl er nachgewiesen, daß die Gründe für dt« Erhöhung nicht stich- haltig seien. Von den Stadtverordneten wurde die Errichtung einer eigenen Genossenschaft gefordert, ein Justizrat ging so weit, den WPUS- »nwalt aufzurufen, da eS sich hier offenbar um Sachwucher Handelei Schärfer noch ging die allgemeine Bürgerversammlung den agrarischen Milchverteuerern zu Leibe. Der Referent hob hervor, daß schon zu einer Zeit, als noch niemand wissen konnte, daß die Hitze so anhalten wird und auch die Maul- und Klauenseuche(die ebenfalls als Grund für die Erhöhung angegeben wurde) noch nicht in Betracht kam, die Erhöhung beschlossene Sache war, ebenso eine weitere Preissteigerung. Die Genossenschaft bezieht die Milch fast ausschließlich von ihren Mitgliedern und zahlt diesen pro Liter 47— 18 Pf., während sonst die Landwirte im allergünstigsten Falle IS Pf. erhalten. Durch die Erhöhung deS Preises um 2 Pf. würde sich mit einem Schlage der Gewinn der Genossenschaft um über 70 000 M. erhöhen. In der von unserer Seite einberufenen Per- sammlung wurde die Frage aufgeworfen, wie es die in der Ge- nossenschaft vereinigten Agrarier, vor allen Dingen der Minister, mit dem so vielgerühmten Patriotismus vereinbaren können, sich in solcher Weise zu betätigen? Die Antwort kann jeder sich selbst geben! ES wäre interessant, zu erfahren, wie sich der LandwirtschaftS- minister und der Staat selbst zu dieser Sache stellen. Der Landrat und das JustallationSmonopol. Als bor Jahresfrist etliche große lleberlandzentralenprojekte bekannt wurden, so im Gebiet des preußischen SaarbergbaufiSkuS, des Herzogtums Gotha und an anderen Stellen, erhob sich in der Presse sebarfer Protest dagegen, daß den großen Elektrokonzernen, welche die Bauaufträge erhalten hatten, auch gleich das absolute Be- riuhungSmonopol der, Staatsstraßen zu Leitungsverlegungen ein- geräumt wurde. Damit ist ja immer faktisch das Monopol auch für die Haue- und Fabrikinstallation gegeben. Die preußische Re» gierung veröffentlichte daraufhin«inen Erlaß, in dem deutlich aus- geführt wird, daß die Installierung elektrischer Kraft- und Licht- Feitungen nicht monopolisiert werden dürfe. Von dem Verbot d«S Straßenmonopols hörte man nichts. Dieses ministerielle Verbot traf natürlich nicht den Kern der Sache, es war aber doch wenig- ftcns etwas. Aber„etwas" ist für den richtigen preußischen Land- rat noch gar nicht». Kürzlich verbot in einer amtlichen Mit- Feilung de«„Stricgauer Kreisblattes" der Londrat v. NichtHofen *ür fein Herrfchaftstum den Konsumenten, anderen Unternehmern als den Bergmannwerken vorläufig JnftallationSaufträge zu er- teile,.. Es hondelt sich dabei um die Versorgung der schlesischen Kreise Schweidnitz, Reichenbach, Neumarkt, Jauer und Striegau mit elektrischer Energie. D'e Lieferung soll von der Ueberland- Jenirale Mittelschlesien aus erfolgen. DaS Kraftwerk bezieht seine )erstellungsenergie von der Weißtritztalsperre, die Vcrteilungsnetze Hai die unter KreiSobhut arbeitende lleberlandzentrale an die Bergmannwerke zur Herstellung abgegeben. Der Landrat von Striegau macht sich die Sache mit den Bergmannwerken leicht, und erklärt einfach,„bis zur Festlegung des Leitungsprojektes" darf keine andere als diese Auftrage annehmen. All« größeren Jnter- essentei., die möglichst bald das elektrische Licht oder die elektrische Kraft brauchen, müssen so tatsächlich zu den Dergmanauverken gehen. ES wäre ja auch komisch, Mnn«in Landrat nicht daS täte, MS SR für gut hält. Wöchentlicher Saatenstaniisbencht der Preisberichtstelle des Deutschen LandwivtschaftsrateS. Der in der Berichtswockre eingetretene Witterungsumschlag hat zwar über- all eine starke Abkühlung gebracht, aber nur der östliche Küstenstrich der Ostsee hatte größere Niederschläge aufzuweisen. Nach dem Dinncnlande zu nimmt die Regenhöhe stark ab, und westlich der Elbe blieb daS Land vorwiegend trocken; auch der Süden bekam nur wenig Regen ab. Während in Ost- und Westpreußen, teil- weise auch in Pommern und Schlesien die Hackfrüchte ihren Stand zu bessern vermochten oder die Feuchtigkeit wenigstens ausreichte, um die Pflanzen zu erfrischen, lauten die Berichte aus den übrigen Landesteilen, in denen es nur wenig oder gar nicht geregnet hat, nach wie vor sehr ungünstig. Stellenweise haben die Kartoffeln durch die lange andauernde Trockenheit bereits derartig gelitten, daß auch Niederschläge jetzt nicht mehr viel helfen könnten. Auch die Zuckerrüben geben namentlich in Mitteldeutschland zu ernsten Besorgnissen Anlaß; nach dem derzeitigen Stande ist nur auf eine schwache Mittelernte zu rechnen. Für die Futterpflanzen kamen die Niederschläge schon zu spät. Meeschläge sowie Wiesen und Weiden stehen gelb und kahl, nur auf feuchten Stellen liefern Wiesen noch etwas Grummet. Die Halmfruckiernte ist bis auf kleine Reste beendet; da die andauernde Trockenheit die Boden- bearbeitung hindert, verwenden die Landwirte augenblicklich alle verfügbaren Arbeitskräfte beim Dreschen. Eue der frauenbewegung» Ein Schritt zur Einführung der«urutgrltlichr» Geburtshilfe wird in dem Gesetzentwurf zur Regelung des Hebammenberufs im Kanton Neuenburg vorgeschlagen. Danach sollen Orte von 1500 Einwohnern an verpflichtet sein, mindestens eine Hebamme an- zustellen. Kleinere können dazu angehalten werden. Sosern die Zahl der Geburten weniger als 50 im Jahre beträgt, hat die Ge- meinde einen von der Regierung festzusetzenden Betrag von 200 bi» 250 Fr. jährlich zu zahlen. Die Entbindungskosten für Unbemittelte sollen nach einem aufzustellenden staatlichen Tarif die Gemeinden tragen._ Leseabende. RummelSburg. Vortragsabend, am 21. August bei Blume, Alt-Box- Hägen 56: Vortrag der Genossin Greifenberg:„Arbeit und Er- ziehung". Bei Kriiger, Türrschmidrstr. 40. spricht Genossin Frl. Lenz über„DaS Verderbliche der!Kinderarbeit'. Steglitz. Montag, den 21. August, abends S'/z Uhr. bei Schellhafe, Ahornstr. 15a: Vortrag der Genossin Bohne-Schuch über: Aufklärung der Kinder übrr geschlechtliche Dinge. Senebts-Leitung. Die Tragödie eines RealfchuldirektorS. Wegen Beleidigung des Oberbürgermeisters der Stadt KoftbuS und Mitglieds des Herrenhauses, Werner, hatte gestern, wie schon mitgeteilt, die erste Ferienstrafkammer deS Landgerichts I gegen den Redakteur der„Täglichen Rundschau", Dr. Georg Wasner, und den Herausgeber der Zeitungskorrespondenz„Deutsche Jour- nalpoft", Paul Schweder, verhandeln. Vor Beginn der gestrigen Sitzung gab der Vorsitzende, Land- gerichtSdirektor Dr. Höpke, folgende Erklärung ab: Ich bin in den Jahren 1892 bis 1903 in KottbuS als Richter tätig gewesen und bin hierdurch mit dem Oberbürgermeister Werner bekannt geworden. Ich erkläre, daß ich niemals mit diesem über die Heinesche Anae- legenheit gesprochen habe. Ich bin außerdem vom Tage deS Be- stchenS an Abonnent der„Täglichen Rundschau" und habe, al» ich mich über den von dieser in der Professorenstreit-Angelegenheit eingenommenen Standpunkt geärgert hatte, an dies« Zeitung einen unwilligen Brief geschrieben. Ich erkläre mich aber nach keiner Richtung hin für befangen.— Der Staatsanwalt und der Ver- teidiger erklärten, daß sie aus den vom Vorsitzenden mitgeteilten Tatsachen keinerlei SlblehnungSgründ« herleiten werden. Die nach den Bestimmungen der Strafprozeßordnung aus den drei ältesten Mitgliedern zusammengesetzte Beschlußkammer verkündete nach kurzer Beratung, daß die von dem Vorsitzenden angezeigten Ver- Hältnisse keine Besorgnis der Befangenheit begründen könnten.— Vor Verlesung des Artikels teilte der Vorsitzende mit, daß lediglich die Behauptung, daß Dr. Heine ohne jede vorausgegangen« Unter- suchung zwangsweise pensioniert worden sei, zur Anklage stehe. Aus den Magistratsakten der Stadt KotürnS ergebe sich jedoch, daß sogar sehr umfangreiche Untersuchungen zum Teil mit Hilfe der Polizei über die Art der von Dr. Hein« behaupteten Geräusch« angestellt worden seien. Alle anderen Behauptungen, soweit sie sich auf die spätere Entmündigung beziehen, ständen nicht zur Anklage und hätten mit der vorliegenden Sache absolut nichts zu tun. In seiner Vernehmung gab der Angeklagte Schweder an, daß er bei Veröffentlichung des Artikel« rein ideale Ziele verfolgt habe, um einem offenbar zu Unrecht verfolgten Manne zu helfen. Nach einer ganz kurzen Beweisaufnahme, die irgendwie interessante Dinge nicht ergab, machte der Vorsitzende Bcrgleichsvorschläge. Vor- behaltlich der Zustimmung deS Magistrats der Stadt KottbuS kam folgender Vergleich zustande:„Der Angeklagte Dr. WaSner erklärt sich bereit, in der„Täglichen Rundschau' nach nochmaligem Ab- druck deS Artikels vom>0. Oktober 1910 folgende Erklärung zu veröffentlichen: Wir nehmen keinen Anstand, auf Grund der Heu- tigen mündlichen Verhandlung und des zur Kenntnis gebrachten Inhalts der Magistratsakten über die stattgefundene Untersuchung zuzugeben, daß der Magistratsvorstand und seine Mitglieder ihre Pflicht, den Tatbestand gründlich festzustellen, erfüllt haben." Die- ser Erklärung schließt sich der Angeklagte Schweder an. Die Kosten tragen di« Angeklagten. Der Oberbürgermeister Werner unter- breitet diesen Vergleich dem Magistrat. Falls dieser hiermit ein- verstanden ist und den Strafantrag zurückzieht, verpflichtet er sich ebenfalls, den Strafantrag zurückzunehmen. Sobald diese Erklä- rung bei Gericht eingegangen ist, wird das Verfahren«ingestellt werden.' Straflose Verbreitung von Unwahrheiten. Vergangenen Herbst brachte die.Saarpost', der„Bergknappe' und eine Anzahl Zcntrumsblätter, die für � da« M.-Gladbacher „Christentum" streiten, einen gleichlautenden, von A bi» Z un. wahren Artikel. In ihm war behauptet worden, der Bergarbeiter- verband habe in Forbach einem gemaßregelten Mitgliedc die ihm zustehende Unterstützung nicht ausgezahlt und erst als die Frau die Oeffentlichteit angerufen hätte, habe Genosse Leimpeters ihr 40 M. ausgezahlt, sich aber nachher nicht mehr sehen lassen. In Fraulautern sei eine ganze Zahlstelle zum„christlichen Gewerkder. ein" übergetreten, weil Genosse Hetterich die Frau des vertrauen». manne«„dummes Luder' ausgeschimpft habe, dafür sei er aber von der Frau mit dem Besenstiel au« dem Hause getrieben worden und habe seinen Zylinder eingetrieben bekommen. Diese erfun- denen Behauptungen wurden durch die„Bergarbeiterzeitung' so- fort richtig gestellt und bemerkt, daß wohl der„Genosse Heinrich" sein Unwesen weiter treibe und immer noch gefälscht« Br,efe schreibe. Trotzdem wiederholte die„Saarpost' in der Nummer vom 22. Oktober dieselben Angaben in der bestimmtesten Form, worauf dann sowohl Leimpeters wie auch Hetterich PrivatUage «nistrengtsn. Bor dem Sühnerichter klappte der tapfer«„Saar- posi'.Rebcilkteur schon zusammen, erklärte, daß er. soweit die Bor- würse sich gegen Leimpeters richteten, den Wahrheitsbeweis nicht antreten könne und sagt« Pater peccavi. Daraus zog L. die Privat- klage zurück, während Hetterich seine Prüwtllag« zur gerichtlichen Entscheidung kommen ließ. Es wurde WoH der.,Saarv»ft"«Re» datteur in beiden Instanzen frciaripr««M. Aber dieser Freispruch enthält eine vernichtenoe moralische HMrttilung de« christkatho- tischen ZentrumSblatte«. In der schrifuichen Begründung d«S LandgeritSurteils von Saarbrücken vom 28. Juli heißt e«: „Diese bebaupteten und verbreiteten Tatsachen sind, wie da« Gericht nach ver heutigen Verhandlung zweifelsfrei annimmt, «ich! ertveiSbar Kohr, vielmehr sogar festgestessferckassen unwahr, wenn auch nicht wissentlich unwabr.... Es ist weder erwiesen, daß der Privatkläger die Frau Ney Luder genannt hätte, noch daß er sich im Hause de« Ney unangemessen oder ungehörig be- tragen hätte; eS ist widerlegt, daß die Frau Ney ihn mit einem Besensti«! bedroht oder gar aus dem Hause gejagt hätte. Damit ist der Tatbestand de« 8 186 St. G. B. an sich gegen den Ange- klagten festgestellt. Er hat in Beziehung auf den Privatkläger nicht erweislich wahre Datsachen berichtet und verbreitet, welche denselben verächtlich zu machen und in der öffentlichen Meinung herabzuwürdigen geeignet sind." Das Gericht billigte dem Angeklagten den Schutz deS 8 193 zu, weil es irrtümlicherweise annahm, der Artikel sei in der Ab- wehr geschrieben, während in Wirklichkeit die„Bergarbeiterzei- tung" sich in der Abwehr gegen die..Saarpost" befand. Immerhin steht eS gerichtsnotorisch fest, wie das schtvarze Qrgan mit der Ehre anderer Menschen und der Wahrheit umspringt., Keine Klassenjustiz! Vor dem Schöffengericht in Halle hatte sich ein Student der Theologie— ein junger Mann also, der später einmal von der Kanzel herab seinen Mitmenschen Moralpauken halten will,— wegen Straßenexzesse zu verantworten. Bewiesen wurde ihm, daß er in der Nacht zum 22. Juni er. nach einem patriotischen Fackelzug den Inhalt eines Briefkastens durch persönliche„Be- strahlung" zu beschädigen versuchte, wobei ihm ein anderer Stu- dent die Klapp« des Briefkastens offen gehalten hatte. Weiter wurde ihm bewiesen, daß er vor einer Haustüre ein Geschäft er» ledigte, lvelchcS normale Menschen aus dem Aborte besorgen. In der Gesellschaft dieses„akademisch Gebildeten" befand sich noch eine Kohorte gleichgesinnter„Jünger der Wissenschaft", die im Skanda- lieren, Zertrümmern von Laternen, Glühftrümpfen und ähnlichen Sachbeschädigungen ihren jugendlichen Mannesmut spazieren führ- ten. Der gefaßte Uebeltäter hatte am Gericht viel Glück. Da die eingezogene Erkundigung bei der Postverwaltung dahin lautete, daß eine Beschädigung de? Inhalts des Briefkastens nicht erfolgt sei, so sah sich der Herr Referendar, der die Anklagebehörde ver- trat, veranlaßt, die Anklag.« wegen Sachbeschädigung fallen zu lassen. An den groben Unsugsparagraphen hat er wahrscheinlich nicht gedacht, und so stellte er den Antrag auf Freisprechung. Das Gericht sah die Sache zwar milde an, kam aber doch zu einer Per» urteilung in Höhe von 10 Mark oder zwei Tagen Gefängnis. Gegen eine milde Bestrafung auch von Dummenjungenstreichen haben wir nichts einzuwenden. Aber wer glaubt, daß ein Arbeiter, der ähnliche Exzesse begeht, so billig wie der„gebildete" Gottes- wortsbeflissene fortgekommen wäre? In unendlich milder liegen- den Fällen hat man derlei Sachbeschädigungen zum Landfriedens- bruch gestempelt und hat auch da, wo das Gericht nur daS Vorliegen einer Sachbeschädigung oder eines groben Unfugs annahm, auf ganz erheblich härtere Strafen erkannt— man denke an die biter„Kravalle". Gibt es eine Klassenjustiz?„-'"'_ Hus aller Melt. Die JMoral der bürgerlichen prelTe. In Frankfurt a. M. machte der„General-Anzeiger' ein so großes Geschäft, daß sein Verleger ein mehrfacher Millionär wurde. Da» ärgerte natürlich andere Kapitalisten, die sich gern auch durch Fabrikation und Verhökerung.öffentlicher Meinung' die Taschen gefüllt hätten. Sie sannen nach und taten sich dann zu einer Gesellschaft zusammen, die aus einem alten, aber ganz un« bedeutenden Frankfurter Blättchen unter dem Namen„Frankfurter Nachrichten" ein Gegenstück zum.General-Anzeiger' machten. Natürlich bekämpften sich die beiden Jntelligenzblätler von vornherein sehr heftig, denn jede« sah in der Existenz de« andern eine Schmälerung seine« Profit». Sie suchten sich Inserenten und Abonnenten abzu» jagen, waS ihnen beiden nicht sehr weh tat, denn eS blieben immer noch viele Dumme, die ihnen da« Geld in« Hau« schleppten. Da aber plötzlich mischte sich ein Dritter in den Kampf: Herr Müller« Herfurth von der Frankfurter„Fackel". Müller-Herfurth nannte sein Blättchen früher„Die Sonne". Da aber manches, das da» Blatt und sein Herausgeber unternahm, die Sonne scheute, hat er eS umgetauft. Und mit seiner.Fackel' leuchtete Müller-Herfurth den.Frankfurter Nachrichten' nun bösartig heim. Er nahm ihnen keine Inserenten und keine Abonnenten, aber er nahm ihnen Kapitalisten, die ihr Geld in da« Unternehmen gesteckt hatten. Und da« war vorderhand noch sehr schlimm, weil da« Blatt sich mit Hilfe diese« Gelbe« erst einführen sollte. In einer ganzen Reihe von Artikeln in der„Fackel" wurden die Geldgeber der.Nachrichten' vorgenommen, angst und bange ge» macht und veranlaßt, sich zurückzuziehen. Und nun stellt sich— wahrscheinlich mit Müller-Herfurth« freundlicher Hilfe— plötzlich heraus, daß die ganze Kampagne der.Fackel' vom— .General-Anzeiger' gemacht ist. Dessen Redakteure haben die Artikel geschrieben und dessen Verleger hat alle« Geld hergegeben, um die betreffenden Rummern der .Fackel' in die Kanäle zu leiten, wo sie wirksam werden konnten, In einer Klage auf unlauteren Wettbewerb soll diese echt kapita« listische Preßluniperei nun vor Gericht auSgefochten werden. Ein probates Mittel. Schon vor einigen Monaten hat die Zentrumspresse au? einem oberftänkischen Dorfe von einem wunderbaren Fall berichtet, in dem ein gefährlicher Brand erlosch, als der Ortsaeistliche mit dem Aller- heiligsten kam und den Segen erteilte. Diese sehr bequeme und billige Feuerlöschmethode scheint jetzt in Bayern Schule zu machen, denn das„Schweins. Taqbl." berichtet über einen in Kützberg in Unterfranken vorgekommenen Brand:.Auf dringendes Bitten der Ortsbewohner ging der Ori«gcistliche, da die Gefahr immer größer wurde, mit dem Allerheiligsten zur Brandstätte, erleilte damit den hl. Segen und glücklich wurde die Gefahr des Weiter- Umsichgreifen« abgewendet."— Angesicht« der wunderbaren Wirkung de« Allerheiligsten ist e« eine sträfliche Unterlassung der katholischen Geistlichkeit, daß sie dieses treffliche Feuerlöschirnttel nicht bei jedem Brande anwendet. Kleine Stotkzen. Zur Flucht deS„Grafen Passy". Unter dem Verdachte der Bei- Hilfe zur Flucht de« Hochstapler« Echiemangk alias Graf Passy au« dem Heilbronner UntersuchungSgesängniS wurde der 27 jährige Gefangenwärter Metzger, der mit der besonderen Beaussichiigmig des Entsprungenen betraut gewesen war. verhastet. Die amtlichen Ermittelungen haben den Verdacht ergeben, daß Metzger dem Hoch- slapler schon zur erste» Flucht verholfen habe und ihx wie auch jetzt wieder einfach durch die Tür entla'-sen ließ. Da« Durchsägen der Gitter und Aushängen eine« Strickes usw. waren lediglich BerschleierungSnianöver. BergmannSIoS. Auf der Zeche Bruchstraße bei Langendreer wurden Sonnabendmorgen zwei Bergleute durch niedergehend- GesteinSmasten getötet. Dir Cholera. Nach einer amtlichen Meldung au? Budapest ist bei einer dort unter choleraverdächtigen Erscheinuiigen erkrankten Frau asiatische Cholera fe,, gestellt worden.— Ans einem imRewDorker dosen angekommenen italienischen Dampfer sind während der Uebersahrt drei Choleraertrankungen vorgekonmien.— Nach einem Telegramm aus Saloniki hat die Cbolera in Jpek bedeutend nachgelassen, da die Bevölkernna sich grötztenteil» in den Bergen aushält. In Jpek find vier, ui U e« ku e b zwei, in Jakova vier, in Monastir zwei neue Todesfälle vor» gekommen; in dem übrigen Albanien find 65 Erkrankungen an Cholera vorgekommen, wovon 29 tödlich verlaufen sind. I» Saloniki selbst hat sich kein neuer Cholerasall ereignet. Todes-Anzeigen SralaWuMsclier Fereiii im i Herl Rsistapalreise. Unser alter, heuer Genosse, der Tischler �clolt vobrick <2. Abteilung) ist plötzlich an einem Herzleiden im fti. Lebensjahre dahingeschieden. Ehre seinem Andenken: Die Beerdigung findet am Montag, den LI. August er., nachmittags 5 Uhr, von der Leichenhalle der Bartholomäus- Gemeinde in WeUiensee, Falkenberger Weg, aus statt. Zahlreiche Beteiligung erwartet Ter Vorstand. Sozialileinoid'atiseliJaiilvereiD Kreis Hieilep-Baniin Bezirk Lieblenberg. Den Genossen zur Nachricht, dag unser Mitglied, der Metall- arbeitet Friedrich Schneider Franlsurter Chaussee 145 verstorben ist. Ehre seinem Andenken l Die Beerdigung findet au, Dienstag, nachmittags 4 Uhr, von der Leichenholle des Lichtenbrrger j Friedhofes in Marzahn aus statt[ Rege Beteiligung erwartet Die Bezirksleitung. Am Mittwoch, den IS. August, I verstarb plötzlich mein lieber Mann, I der Metallarbeiter Friedrich Schneiderl im Alter von 33 Jahren. Um stilles Beileid bittet Die trauernde Witwe lilsi-I« Schneider. Die Beerdigung findet am Dienstag, den 22. August, nach- mittaas 4 Uhr, von der Leichen- halle des Lichtenberger griedhoseS in Marzahn aus statt. SoiIaldefflckratisctierWalilvEreiii Kixdorf. Ilm 13. d. Mts. verunglückte unser Parteigenosse, der Gastwirt tiermnnn Severin Herrsurthstr. 10/11(21. Bezirk) tödlich, als er eine Schar aus dem Shafiendamm spielender Kinder vor den schengewordenen Pferden eines Gespanns rettete. Der Berstorbene butzte bei dem braven Werl sein eigenes Leben ein. 23(5/1 Ehre seinem Andenken! Die Beerdigung findet heute Sonntag, vormittags 11 Uhr, von der Leichenhalle des neuen Jakobi-KirchhoseS, Hermannslrahe auS statt. Der Vorstand. Liiziataitot. Mim Steglitz. Den Mitgliedern zur Nachricht, das) unier Mitglied, der Gastwirt Viiiielm Krüger im 43. Lebensjahre gestorben ist. Die Beerdigung findet am Montag, den 21. August, nach« mittags 4 Uhr, von der Leichen- halle des Steglitzer KirchhvjeS aus statt. Tie Mitglieder werben um zahlreiche Beteiligung ersucht. 203/10 Der Borstand. MM der Ircien Gast- null Setiankwirte Ceiilselilaniis. Zahlstelle Schöurberg. Den Mitgliedern zur Nachricht, daß der Kollege Wilhelm Krüxer Steglitz, Heesestr. 1 verstorben ist. Die Beerdigung findet am Montag, den 21. August, nachmittags 4 Uhr, aus dem Gemeinde- Friedhos, Bergstrafie, statt. 75/5 Der Borstand. Dodc.-�nsciec. Allen Freunden rmd Bekannten - traurige Nachricht, das, meine be Frau, unsere gute Mutter Emilie Belli» ) langen, schweren Leiden ge. ben ist. >ieS zeigt ttesbetrübt an aui llollln nebst Sindern. >te Beerdigung findet am nStag, den 22. August, nach- iaaS 4 Uhr, von der Halle Zenh-al-IriedhojcS w Fried- Steide au» statt. veolseder Solzsrdeiler-Verbsnll Den Mitgliedern zur Nachricht, datz unser Kollege, der Tischler ICarZ Balkow am 18. August gestorben ist. Ehre seinem Andenke« l Die Beerdigung findet am Montag, den 21. August,«ach- mittags 5 Uhr, von der Fried- Hoss-Hall« der Freireligiösen Ge- mcinde, Pappel-Allee, auS statt. Um rege Beteiligung ersucht Die Ortsverwaltung. Sonnabendnachmitlag 1'/, Uhr verschied nach langen, schweren Leiden im 34. Lebensjahre mein geliebter Mann, unser guter Bater, Schwieger- und Grobvater, der Tischler 152b Karl Balkow. Um stilles Beileid bitten Wiliiolinins Balkow geb. Boche nebst Sindern Berlin, Alerandrinenstr. 123. Die Beerdigung findet morgen Montag, den 21. August, nachm. 5 Ubr, von der Leichcnballe dcS FriedhoseS der Freirciiaiösen Ac« metnde Pappelalle« 15-17, aus statt. Deutscher | Transportarbeiter-Verband. Bezirkaverwaltung GroS-Berlln. Den Mitgliedern zur Nachricht, daß unser Kollege, der Arbeiter Friedrich Hühne am 18. August im Alter von s 77 Jahren verstorben ist. Ehre setnrm Andenken: Die Beei digung findet am> Montag, den 21. August, nach. mittags 3 Uhr, von der Leichen- balle des AndreaS-Kirchhoses in> Wilhelmsberg aus statt. 70/31 Um rege Beteiligung ersucht Die Brzirtsverwaltung.| Zentral-Verband der Zimmerer Deutschlands, Zahlalelle Berlin und Umgegend. Den Berussgenofien zur Nach- richt, dag unser Mitglied Wilhelm l�ade am 1«. August verstorben ist. Ehre seinem Andruken t Die Beerdigung findet heute nachmittag 3 Uhr von der Leichen- Halle de» neuen Pauls-KirchhojeS in Plützenjee au» statt. Um rege Beteiligung ersucht 254/17 Vorstand. Deutscher Metallarbeiter-Yerbandl Verwaltungsstelle Berlin. Todes-Anzeige. Den Kollegen zur Nachricht, daß I unser Mitglied, der Drücker Heinrich Küßneri am IS. August gestorben ist. Ehre seinem Audenken t Dt« Beerdigung findet am i Sonntag, den 20. August, nach- mittag»"/j3 Uhr, von der Leichen- balle de» Rirdorser Gemeinde- 1 Friedhofe», Mariendorjer Weg, aus statt. Rege Beteiligung erwartet l2l/tS Die Ortsverwaltung. tiermlt die traurige Nachricht, meine liebe Frau Id» Helm nach langen Leiden verstorben ist. Die» zeigt tiesbetrübt an Otto Helm, Mu, kauer Str. 5. Beerdigung: Montag, 21 August, nachmittag» 3 Uhr, von der Halle de» Zentral-FriedhoseS in Friedrichsseide. Danksagung. Für die reiche Teilnahme und vielen Kranzspenden bei der Beerbt- gung meiner lieben Frau sage ich allen Freunden, Kollegen und Be« kannten meinen herzlichsten Dank. Rummetsburg, IS. August 1S11. Hugo Schwabe. Danksagung. Für die vielen Beweise herzlicher Teilnahme und die reichen Kranz- spenden bei der Beerdigung unsere» lieben. unvergeblichen Sohne», Bruder», Bräutigam« und Schwagers 148b FtHx Böhling lagen wir dem Meister sowie den Kollegen der Finna C. P. Goerz- Friedenau uniernliesgejühltenDaiik Pankow, den IS. August 1S11. Jamilie Böhling. Jnmilie Wedel. Anna Kratochwil als Braut. vanhwaUnnzr. Für die herzliche Teilnahme und Kranzspenden bei der Beerdigung unseres lieben LotichenS sagen wir unsere» herzlichsten Dank. Kamilte IJubalL Fllr alle wohlwev'den Beweise herz« licher Teilnahme und die reichen Kranzspenden anlä blich deS allzu frühen Hinscheiden» mewes mir un- vergeblichen Mannes, sowie ms- besondere seinem Freunde Johannes Timm-München sür den letzten LiebeS- dienst am Sarge des lieben Eni- schlasenen, wie auch für die erhebenden Gesänge sagt hiermit tiesempsuudenen Dank. IlcdartU Schul« geb. Weyrnann. Von der Reise zurück. 11S/10 Dr. Ratkowski, Spezialarzt fllr Magen- u. Darrnkrkht. 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Allem Anschein nach hat man in den diversen Regierungen wieder mal Kenntnis genommen von der unsere Bevölkerung be- drohendem Lebensmittelteuerung. Daß KenntniSnehmen garan- tiert aber noch lange keine gründliche Hilfsaktion. S4 Millionen Mark mehr Ausfuhrprämie eingesteckt als vor zwei Jahren. Hier muß endlich ein Riegel vorgeschoben werden. Eine weitere notwendige Maßnahme wäre die sofortige Auf- Hebung der Futtermittelzölle. Diese haben den Zweck, dem kleinen Viehhalter, der selber kein Futter erntet, die Mast zu verteuern, damit er dem großen Bruder die Viehpreise nicht verderben kann und ihm hohe Futtermittelpreise bezahlen muß. In welchem Umfange Deutschland auf' die Zufuhr von Futtermitteln ange- wiesen ist. dafür ein paar Angaben. In der Zeit von Januar bis Mai wurden importierte Gerste saußer Malzgerste) Hafer....... MaiS....... Die Ausfuhr von Gerste ist nur unbedeutend. Der Einfuhr- Überschuß bei Hafer betrug im Jahre 1969% Millionen Doppelzentner, im nächsten Jahre hatten wir ein AusfuhrpluS von fast % Million Doppelzentner und im laufenden Jahre ein Einfuhr. mehr von 2lfi Millionen Doppelzentnern. Die MaisauSfuhr hält sich mit zirka Million Doppelzentnern auf ziemlich gleicher Höhe. Zweifellos war demnach im laufenden Jahre schon bisher das Bedürfnis nach ausländischen Futtermitteln sehr stark. Infolge der Mißernte wird sich die Notwendigkeit der Einfuhr von Futter. Mitteln in verstärktem Maße geltend machen. Die Agrarier suchen die Berechtigung der Zölle mit dem Hin- weis auf die Produktionsstcigerung nachzuweisen. Gewiß, die Roggenkultur ist mächtig gefördert worden. Wir können jetzt sogar deutschen Roggen an das Ausland abgeben. DaS kostet den deutschen Konsumenten jedoch zunächst die Ausfuhrprämie. Die größere Roggcnernte hat zudem die Vernachlässigung anderer Kulturen im Gefolge, und die Ausfuhr der dabei in Betracht kommen- den Produkte wird wieder durch Zölle erschwert. Die Lasten trägt, soweit sie auf den Produzenten hängen bleiben, der kleine und mittlere Grundbesitz, während den Großen das mit Ausfuhrprämien und Zöllen beglückte Getreide große Gewinne einbringt. Die Auf- Hebung der Futtermitielzölle soll die zukünftige Versorgung des Marktes mit Vieh und Fleisch erleichtern, eine andere Maßnahme muß sofort dem Notstand die Spitze abbrechen und die andere Aktion dauernd wirksam unterstützen: die Aufhebung der Vieh- und Fleischzölle I Die umfangreiche Verseuchung des deutschen Vieh- bestandes ist der beste Beweis für die Notwendigkeit der Zoll- schleifung. Angeblich sollten die Zollschranken und andere Einfuhr- Hemmnisse das inländische Vieh vor Verseuchung durch das aus- ländische schützen. Es scheint nun aber wirklich notwendig, daS durch Stallfütterung degenerierte inländische Vieh durch einen Schuß fremden Blutes aufzufrischen. Jedenfalls muß eine Ein- fuhrerleichterung die bedrohte Ernährung des Volkes sicherstellen. Selbswerständlich sollen dabei die erforderlichen Maßnahmen zur Verhütung der Seucheneinschleppung beachtet werden. Die Konsumenten haben aber auch der Bewegung der Klein- Handelspreise ihre Aufmerksamkeit zu schenken. Es kann gar nicht geleugnet werden, daß sowohl die Bäcker als auch die Fleischer mit ihren Verkaufspreisen bei sinkender Tendenz der Großhandels- preise diesen nicht folgen. Die Spannung zwischen Fleischpreisen und Viehpreisen sowie � Getreidepreisen und den Preisen für Back- waren ist zweifellos gewachsen. Auf diese Tatsache sind übrigens nun auch die Steuerbehörden aufmerksam geworden, die jetzt ebenfalls dahinter kommen, daß die Bäcker und Fleischer ganz enorme Aufschläge machen. Wenn einmal die ehemaligen Berufe der Rentner statistisch erfaßt würden, dürfte sich ergeben, daß die weitaus größte Zahl der Bäcker- und Fleischermeisterzunft ent- stammt. Die Herrschaften haben aber auch einen guten Instinkt für die Pflichten, die sie zu erfüllen haben, um wegen der lieber- Vorteilung der Konsumenten des Sonnenscheins der Staatsmacht nicht zu ermangeln. Auf den letzten Tagungen der Bäcker und der Fleischer haben die Zünftler sich als ganz rabiate Patentordnungs- stützen und GewerkschaftLvernichter in Positur gesetzt. Das hat man „oben" wohl angenehm vermerkt, und die Ordnungshelden glauben nun, damit auch die Legitimation für Preistreiberei erworben zu haben. Die Konsumenten sind aber anderer Ansicht. Ihre Sache ist es, sich mit der Preispolitik der Meister vom Mehltrog und vom Wurstkessel einmal gründlich zu beschäftigen und geeignete Maß- nahmen zu ihrem Schutze zu ergreifen. v. «SitterungsüderNcki« vom IS. August 1911. «vettcrprognoke für Sonntag, den SV. August 1V11. Ziemlich kühl, nur zeitweise ausheiternd bei mätzigen nordwestlichen Winden ohne erhebliche Niederschläge. Berliner Wetterbureau. INTERNATIONALE HYGIENE-AUSSTELLUNQ DRESDEN 1911. Weltansslellnng für Qesniullieitspflege MAI— OKTOBER,* nfPcHpn Saasens herrliche Residenz, das Wallfahrtsziel vieler Tausende von Besuchern, birgt in diesem Jahre die Weltausstellung LlTCoUCllj für Gesundheitspflege in seinen Mauern. Der Ausstellung ist die Lösung der Aufgabe gelungen, den Menschen in leicht faßlicher Art über alle Fragen der Gesundheit zu belehren. Mit ganz neuartigen Methoden und Anschauungsmitteln wird der Besucher spielend unterrichtet über die Beschaffenheit des menschlichen Körpers in allen seinen Teilen, über seine Lebensvorgänge, über die Krankheiten und Schädigungen des Körpers und die Möglichkeit ihrer Verhütung; über alles, was mit dem menschlichen Leben zusammenhängt: Arbeit und Erholung, Wohnung und Kleidung; über die Grundsätze einer richtigen Ernährung wird in besonderen großen Abteilungen das Wissenswerteste dargestellt. So werden jedem Besucher gewissermaßen in Unterhaltungsform Schätze an Kenntnissen geboten, die ihm für sein ganzes späteres Leben von ungeahntem Nutzen sein können. Auf dem Ausstellungs-Boulevard, der berühmten 40 m breiten Herkules-Allee(der Völkerstraße), an deren beiden Seiten die Paläste der fremden Staaten, großartige hygienische Museen bergend, sich erheben und die das ganze Gebiet als Hauptverkehrsader durchzieht, flutet ständig ein gewaltiger Menschenstrom, hört man alle Kultursprachen der Erde. Neben dem internationalen Besucherpublikum finden sich auch zahlreiche Vertreter fremder Völker, die in nationaler Eigenart ihre Sitten und Gebräuche vorführen. Durch künstlerische Feste aller Art, Konzerte, große sportliche und andere Veranstaltungen sowie durch einen originellen Erholungspark, der von vielen Tausenden von Menschen täglich besucht wird, ist dem Besucher nach der Besichtigung der Ausstellung reichlich Gelegenheit zur Erholung und Zerstreuung geboten. Dabei darf als ein besonderer Vorzug der Dresdner Weltausstellung für Gesundheitspflege gegenüber den sonst üblichen Ausstellungsgepflogenheiten hervorgehoben werden, daß ein Besuch auch mit bescheidenen Mitteln möglich ist. Man findet auf der Ausstellung selbst sowie in der Stadt eine allen Verhältnissen entsprechende Verpflegung zu durchaus angemessenen Preisen. Wohnungsverlegenheit und Ueberteuerung der Fremden ist durch Schaffung eines offiziellen Wohnungsnachweises vorgebeugt. Für die Besichtigung der Ausstellung werden keine Sondereintrittsgebühren erhoben. Es besteht kein Garderobezwang. Für das einmal gezahlte Eintrittsgeld von Mk. 1.— sind sämtliche Ausstellungshallen ohne Ausnahme zugängig. Die Ifnrtfilnng iß eine srlteu tinmiitigr, wie fle eine Avsstellung feit Meoslhengedtukell nicht gefunden hat! Um es kurz vorauszillchicken: Diese Ausstellung ist großartig. Großartig in der ganzen Slniage..... Großartig aber vor allem durch «ine Jniclligenz in der Dixrchfühnmg dcS Grundplanes, verbunden mit einer peinlichen Durchführung de, Einzelheiten, die geradezu Bewunderung etregen muß..... Von den Triumphen moderner Fürsorge für den Menschen gibt dies« Ausstellung«in geradezu heroisches Bild. (Neue Freie Presse, Wien.) Die Ausstellung alS Ganze» ist etwa» so Großes. Wichtige« und Schöne»..... ES werden Jahrzehnie vergehen, ehe eine zweite Schau- Kellims dieser Art und diese» Gebiete» möglich ist. (Franksurter Zeitung.) ... Di« Dresdener Shaiene-Autstellung. die erste und großartigste «n bezug aus Umsang und sozialen Wert, ist ein epochemachendes Werk. (Berliner Morgenpost) ... Zwei große Ziele hat dies« Ausstellung. Sie belehrt den Fach- mann den Arzt, den Pädagogen. Ingenieur und Staatsbeamten aber die Dwae die den Laien nicht interessieren. Dem Laien aber bringt sie eine umsasiende hygienische AusNärung zum Hell der Menschheit. Den Gr» funben lehrt sie zu leben. (Allgemeen Handeltdlad, Amsterdam.) .. Die groß« Schau ist weit mehr und bedeutet etwa» viel Wich- ttgere»' al» der bescheidene Name.Hygiene-AuSstellung' vermuten läßt. .. Die berühmtesten Mediziner au« allen Ländern der Erde haben sich ut einem erlauchten Areopag zusammengetan, um in einem imponierenden und aeschlossenen Ganzen dt« Größe und ungeheuere Mannigsalttgtest der vuswendungen darzustellen, die heut« für da» höchste Gut der Menschheit, M« Gesundheit, überall gemacht werden.... (Berliner Tageblatt.) Die Dresdner Hhgiene-AuSstcllung... ist wohl die großartigste Unter- nehmung aus dem Gebiet der Hygiene, die je die Weit gesehen hat. (Neues Wiener Journal.) ES ist ein großer, herrlicher Gedanke,, der zu dieser Internationalen Hygiene-AuSstillung in Dresden Veranlassung gab, sie beherrscht und von hier auS in alle Welt wirken wird: Die Förderung und Erhaltung der Ge- sundheit.(NeueZüricherZeitung.) ... Die Internationale Hhgiene-AuSstellung w Dresden bedeutet ekne Kutturtat ersten Ranges.(LeipzigerNeuesteNachrichten.) ... In dieser Wirkung und In der Durchdringung der breiten Masse mit hygienischer Erkenntnis liegt die Bedeutung der Ausstellung. Sie will namentlich der Ausllärung dienen.(Kölnische Zeitung.) Und wenn nicht» aus der Internationalen Hygiene-AuSstellung zu schauen oder zu ersassen wäre, al« der Inhalt de» machtigen Gebäudes, daS die Jnschrist trägt:»Der Mensch"— müßte doch die Kulturmenschhett nach Dresden wallsahren. Eine Ausstellung, wie diese eine unter all den anderen, ist nie und nirgend» schon dagewesen. (DreSdnerNeuesteNachrichten.) ... Ihr« segensreiche, nutzbringende Ausstrahlung wird unser Volk und Vaterland noch spuren, wenn si>b schon längst die Psorlcn zum AuSstellungS- platze in Dresden wieder geschlossen haben werden. (LeipzigerTageblatt.) .«ine« steht schon heute fest: Die Internationale HYglene-AuS- zu Dresden wird die deutsch« Ausstellung de» Jahres ISlt °(Rhetnisch-Westsälische Zeitung, Esse«.) I ... ein epochemachende» Unternehmen ist. wohl geeignet, die Ge- wohnheiten vieler Menschen in neue Bahnen zu lenken. (DreSdnerAnzeiger.) Mit der in Dresden eröffneten Hygiene-AuSstellung ist ein großartiges, in der Geschichte einzig dastehendes Werk vollendet worden. (La Plata-Zeitung, Buenos Aires.) ... Die Ausstellung stellt eine plastische Geschichte der menschlichen Kultur dar.( v o h e m i a.) ... Die Internationale Hygiene- Ausstellung bedeutet eine gewaltige Tat, zu deren Ausführung sick Wiffenschast, Technik. Industrie und Kunst auS aller Herren Länder die Hand gereicht haben. (Hamburger Nachrichten.) ... Eine Stadt, eine Stätte der Gesundheit ist diese Ausstellung.... Ein Werk, wie cS großartiger bisher nicht dem Gedanken der Hygiene diente, einer Kulturtat, aus die wir stolz sein können. Und nicht nur wir, die gesamte zivilisierte Welt mst uns,... (Neue Freie Presse, Wien.) DaS schönste Juwel der Ausstellung ist der Tempel des Menschen- ES wurde da«ine Darstellung der menschlichen Naturgeschichte geschaffen- wie sie in solcher Universalität, exakter Wissenschastlichkeit und pädagogisch- künstlerischer Form einzigartig ist.(MünchnerZeitung.) ... ES ist wohl da» erste Mal, daß ein Problem von solchem Ernst einem internationalen Massenpublikum vorgelegt wird, und man kann nur hoffen, daß der Resvekt, der damit den Besuchern gezeigt wird, gerechtjertigt wird. DaS stille Dresden ist eme Weltstadt geworden. (Schlesischt Zeitung.) ... Die Ausstellung darf as« eiste der großartigsten Leistungen aus diese« Gebiete betrachtet werden, t M e d t z i n i s ch e K l t n t k.) □□□ □□□ Theater und Vergnügungen □□□ □OD Schiller-Thealer OÄ« Der dunkle Punkt. Lustspiel in 3 Akten o. Gustav Kabel- bürg und Rudols Prcsber. Ansang 8 Uhr. Ende 10 Uhr. Morgen und folgende Tage: vor dimlil« Punkt. Schiller-Thealer Panne. Lustspiel in 3 Auszügen von Richard Skowronnek. Anfang 8 Uhr. Ende 10 Uhr. Morgen und folgende Tage: Panne. Berliner Theater. Heute 8 Uhr: Bummeistudenlen. Täglich: Bnuimelftudenten. Theater des Westens. Abends 8 Uhr: Die lustigen Nibelungen Residenz-Theater. Direktion Richard Alexander. _ Abends 8 Uhr: gV Sommerpreise.-MW Die Dame von Maxim. Schwank in 3 Akten von Georges Feydeau. Deutsch V.Benno Jacobsohn. Urania. Wissenschaftliches Theater Tanbonstraße 48/49. Abends 8 Uhr: Lebende Tierbilder von nah u. fern. Montag 8 Uhr: Die Inacl RUgen._ • iocischer GARTEN Heute Sonntag CA Df Eintritt....«U Tl. Kinder unter 10 Jahren die Halste. Ab nachmittags 4 Uhr: Gr. Konzert. Morgen sowie täglich: milthr-Doppel-Koncert. OSE=THEATE| Groge Frantsurler Str. 132. j Staatsanwalt Alexander. ZZJ Aus der Gartenbiihne- Eh gibt nur ein Berlin. Kroge Revue._ AS 8 Uhr: Vorletzter Sonntag des grandtosen Programms mit IKari*� Waiden in Sein Herzensjunge. Metropol-Theater. Zum 114. Male: Hlhtlt iliUUßtlt Lperette in 3 Akten von I. Freund. Musik von Rudols Nelson. In Szene gesetzt vom Dir. R. Schultz. Ansang 8 Uhr. Rauchen gestatte». JubiläumS-Sailon LOjährig. Direktion Zlnton und Donat Herrnselds. Seit 20 Jahren der grötzte Erjolg die Novitäten Des Kind der Firma Berwaildluiiaskomöd. in 2 Alten mit den Autoren A. Herrnfeld a. Tobias Tschepperneck. Ocnat Herrnfeld als Philipp Katzenfell. Schmerzlose Behandlung Ansang 8 Uhr. Vorverk. 11—2 Uhr(Theaterkasse). Prachtvoller Sommergarten. Lustige Pergola._ Reiehshallen-Thealer. Ststtiner Sänger Ansang wochentags 8 Uhr, Sonntag» 7 Uhr. ES Admiiälspalast �fWnboTftiedrkhüft� 1 EissArena. 1 Geöffnet v. 10 Uhr vorm. In der heiSen Jahreszeit angenehm kühler Aufenthalt Allabendlich; yDjrnnkvolh�iisbaUett Bontreal Die Stsdt saf Scbiitb schaben. 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Angnst 1911_ Großes Volks»Pest im 203/13 1 Etablissement Panl Schwarz(Badrennbahn) Alsenstr. 56. Großes Garten« Konzert unter Mitwirkung von Gesangvereinen. = Sportliche Veranstaltungen== FrUhllngsrclgcn, getanzt von 16 jungen Mädchen. Tolksbelnstigangen— Kinderspiele— Kasperle- Theater— Stf Brillant Pen er werk, m Gr. Kinderfackelzug.(Jede9 �/Me� Eine!ing| Anfang 2 Uhr. m*«MO Eintritt 20 Pf.€«•» Die KaircckUchc ist von 2 Uhr an geöffnet. Um zahlreichen Besuch bittet Der Vorstand. ggggggggggggggggggggggggggggMggXXllXXXi Koacks Theater. Direktion: Robert Olli. Berlin N., Brunnenstratze 18. Senn schön im Garte«! Wenn sqlecht im Saal! Theater, Konzert, Spezialitäten. Sutku Morgell, Herr Fischer! Der Präfident. Guten Tag, Papa! Ansang S Uhr. VotKt-TlRQatSr Gesundbrunnen, Badftratze 68. Heut« sowie täglich: �rSztos». OZnzI. neue eretklaea. Spezialitäten. Kasienerösfnung 2, Ansang 4 Uhr. Sonnabend. 2. September: Benefiz s. b. 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Passep. u. Vorzugsk. gültig. Einige Sonnabende n. Totensonntag an Vereine zu vergcb. hlsrkgrllreN'Gäle 34, Harkxrafen-Bamm 34. An der Stralauer Allee. Jeden Sonntag: Großer Bali. Jin Restaurant täglich musikalische Unterhaltung. Vorzügliche Küche, fi.Biere u. Weine, Billard U.Kegelbahn �Iliambra Wallner-Theaterstraße 15. r,- Großer Ball Großes Orchester..Ansang Sonntags 5 Uhr. A. Zauicltat. Hilles Fest-Säle Dennewitzstraße 13« Schöner Naturgartcn. Jeden Sonntag: Canzkränzchtn. 7285b C. Nißle. Säle, Kegelbahnen. VereinSzimmer an Sonn, und Wochentagen zu ver- geben Möckernstr. Iii. 155/8� Aslkeber ssdsllsrlieiter-Verilsnd."X?* Mittwoch, 23. August, abends 8 Uhr, bei Driisel, Nene Friedrichstr. 35(Zentrum): Lrolie össelltl. 7llhNksrheiter.?crsNwmI«ug. Tagesordnung: i. Wie stellen sich die Tabakarbeiter u.-Arbeiterinnen Grost-Berlins zu einer Lohnerhöhung rcsp. einem Lohntarif? Referent: Gauleiter Kiesel. 2. Diskussioir. Angesichts der brennenden Wichtigkeit der Frage ist es Pflicht namentlich aller in Zigarren- sabrikcn beschäftigten Kollegen und Kolleginnen, zu dieser Versammlung zu erscheinen I _ Die OrtsTerwaltnng. I. A.: Alwin Schul z e. EmlaclunZ zu der am Montag, den 28. August 1911, abends Punkt B'l, Uhr, zu Tempel- Hof im Restaurant Kaiserin-Augusta- straße 1 stattfindenden austerordentlichen Tagesordnung: 1. Bericht der Statutenberatungs- koimnission. 278/3 2. Abänderung der Statuten(Z8 13, 29. 57, 58). 3. Verschiedenes. Der Vorstand der Allgem. Ortskrankenkasse für Tempelhof. (gez.) Jakob Flieg. 1. Vorsitzender. MwIIIK-W Rixclo rf-ßeri in W Lalitislr.74.' I. Burgiheaier-Kiuo umt Feslsäle, ScÄ*iÄ" Säle für Hochzeiten u. Vereins- vergnügen. 4 hocheleg. Kegelbahnen. Rudolf Merz. Achtung, Vereine! Eüsliseher Garten,«ra�lir, sind die Vcreins-Theatersäle Sonn- abends und Sonntags im September, Oktober usw. unter kulantester Be- dingung noch frei.— Amt 7, 19 928. MÖBEL Mette AUJ/TtLLUNÜjMAUEN AM ZOO BERLUMSilvo.-) 19.AUG.-4.5EPT. EINTRITT FREI GEÖFFNET v.tO 8 Ul. Arbeiter- Samarlter- i.S. B. Kolonne 6rr.- Berlin Mitglied des Arboiter-Samariter-Bundes. Die Lehrkurse sür das Winterhalbjahr September 1911 bis April 1912 in der« Ersttn HilftlkiSung bei Mgliicksfällkn»nd Erbrnnhnngen nehmen ihren Ansang 1. Abi. Berlin Dresdener Straße 45 Dresdener Garten Montag 4. September 2. Zlbt. Berlin Brunnen- straße 154 Restaurant Dafe Montag 11. September 3. Abt. Schönebtrg Vorbergftr. 9 Restaurant Poschmann Donnerstag 14. September 4. Abt. Lichtenberg Scharnweber» straße SO Restaurant Pickenhagen Donnerstag 7. September 5. Abt. Rixdorf Erkftraße S Restaurant Gültig Mittwoch 6. September Die Lehrabende finden innerhalb jeder Abteilung alle 14 Tage stall, abend« 9 Uhr beginnend, und versolgcn den Zweck, die am LehrkiwsuS Teilnehmenden zu unterrichten, wie man sich vor Eintreffen deS berufenen Arztes zu verhalten hat bei Verlegungen aller Art, bei Knochen- brüchen, Verrenkungen. Verbrennungen. Ertrinkenden. Vrrgif- tungen, plöblichen Erkrankungen, nebst Krankenpflege, ferner im Transport Erkrankter und Verunglückter. Die Lehrturse sollen aber auch dazu dienen, AusltSrung zu bringen über die sür die leidende Mensch« heit so gesährlichen Kurpfuscher, um Htlse und Genesung Suchende von diesen Schädlingen der Menschheit mit allen Mitteln scrnzuhalien. Dkl fitÜtflA für den ganzen Kursus beträgt 3 Nähere Auskunst wird erteilt in oben bezeichneten Lehrlokalen sowie durch den ersten Vorsitzenden der Kolonne Hanl Kranse, Rixdorf, Cfcrstr. 46, v. IV. Die ordentliche Mitgliederversammlung findet statt am Mittwoch, den 36. August, abends 8'l- tthr, bei Vase, Brnnueustr. 154. TageS-Ordnung: 1. Bericht deS Vor- sitzenden. 2. Wahlen der AbteilungSsunktionSre laut S 10 des OrtSstatutS. 3. Verschiedenes.— Mitgliedsbuch legitimiert. Vollzähliges Erscheinen not- wendig._ �li4_ Per Vorstand. Heinrich Pranck Tel.; Amt III. 4352. Brunnenstraße 22. 8bis7ührgeö2ijet Sehr billige Einlagens —u ääK"# i Kurz gut'"- gesiebt ückcpinllrher trocken, leicht V Rcbut reif, leicht 466 PI. liosblatt sehr blattig lOITPf. Wettbewerb 4000 Mark PHImlen verteilen wir an die Kauoher unserer 5227L* 3 Pf.-Cigarette ,Very W eil' j""" Prospekt« über die Bedingungen des Wettbewerbs in edlen Clgarrengesohftften erhältlich.— Die bei diesem Wettbewerb leer ausgehenden Raucher erhalten als Entschädigung jeder 80 StSck Clgaretten gratis. _ Clgarettenlabrlk„Eile", Berlin-Halensee. r iin Verwaltung Berlin. Montag, den 31. August: Mitglieder'Versammlungen. Vergolder. 8'/, Uhr im Gewerkschaftshanse, Saal 4. Ladeneinrichttmgs- und Kontormöbel- 6 Uhr(gleich nach Feierabend) im Englischen dltUlkl)?» Garten, Alexanderstr. L7o. Tagesordnung: Vortrag, Verbandsangelegenheiten._ 87/7 Arbeitsnachweis: Hos I. Amt 3, 1239. Verwaltungsstelle Berlin Eharitästr. 3. Hauptbure au: Hos III. Amt 3, 1987. DienStag, den SS. August, abends 8 Uhr. im grossen Saale der Brauerei FriedrichShain, Am Frledrichshain 16/SS t Allgemeine Versammlung der Elektromonteure u. Helfer Berlins u. Umgeg. Tages- Ordnung: 121/15 i. Bericht über die Anttvort der Arbeitgeber und unsere weitere Stellungnahme. 2. Diskussion.' Kollegen! Mit Rücksicht aus die Wichtigkeit der TageSordstung und damit auch jeder von Ihnen über unsere weitere Stellungnahme unter- richtet ist, darf keiner von Ihnen fehlen. Sorgen Sie alle sür einen Massenbesuch, damit den Arbeitgebern die Einigkeit der Berliner Elettro- Monteure bewiesen wird._ Die Ortsverwaltnng. Uf r- Luxuspapierbranche Berlin. Kollegen und Kolleginnen! Dienstag, den SS. Augnst 1011, abends punktlich 8 Uhr» /lllgmme Branotienversammlung sür alle m den Pressereien Keschastigte« im Gewerkschaftshause» Engelufer IS, Saal I. TageS-Ordnung: 1. Die erneuten Antwortschreiben der Prinzspal«, daS Er- gevniS der gepflogenen Verhandlungen und unsere Stellung- nadme bierzu. W/5 2. Branchenangelegenhelten. 8. verschiedenes. KSJiit Rücksicht aus die außerordentlich wichtige Tagesordnung um ernster werdende Situation unserer--------- wir alle in den Pressereien Beschäjtigien scheinen. an unserer Lohnbewegung ersuchen >, vollzählig und pünktlich zu er» _ Tie Tarifkommission, Steinarbeiter. Mittwoch, den SS. August, abends 8'/z Uhr: Versammlung der Marmorverselzer im Englischen Garten, Alexanderstr. S?c. Die Tagesordnung wird in der- Versammlung bekannt gemacht. Segen der Wichtigkeit derselben ist cS Pflicht jedes zurzeit als Marmorbersetzer arbeitenden Kollegen, in der Vetsammlung zu erscheinen. 172/4 __ Tie Ortsverwaltung. Oeffentliehe Versammlung Mittwoch, den 23. August, abends 8 Uhr, in den Konkordia-Säleu, Andreasstr. 64. VersWMllNlg der Kksncher drs Frkibkdcs Uiiggelsee. TageS-Ordnung: 1. Die heselNgen wir die Mißstände deS Freibade» und wie law, e» erhalten werden. 2. Diskussion. L. Wahl eines Arbeitsausschusses. 294/7 Die Einberufer. I. A.- K a r I L i e h r, 0. 98. Markgrasendamm 28. Zentral-Krankenkasse der Maurer, Gipser, WeiBbiniler u. Stukkateure Deutscht. OrandHtcln nur Einigkeit - 1'crwaltnngsatelle Berlin.==b Mittwoch.den Lfl.�August 1911, abends 8'/, Uhr, im Gewerkschaft ShaN» Mitglieder- Versammlung. O n\a 9r,e fiP r d n u n g: 1. Bericht von der Weneralversammlnna. 2. Kassenbericht vom 2. Quartal 1911. 3. Wahl der Hilsskassierer. 4. Kassen- angelegenhuten. IWtU_ pie OrtaTerwaltaag. Moabiter Oesellschaftshaus. Wlclolatr. 24. TeL Moabit 725. Im Oktober und November ist der arohe Saal(1200 Personen) für Versammlungen und Festlichkeiten noch einige Sonnabende sreu?.»>»! Carl Schröder, c-xenom." „Borussia-Festsäle". Znl S"/» Voifigramm, Aekorstc.«/?. Telephon Amt III. 2674. M» WKEk-lt�' �ll)00 Personen fassend,»u Versammlung M?- September, Oktober noch Sonnabende und Sonntage frei. M. Ssders% Oyckhoff Leipzigerstraße 50 a, am Dönhoff splatz. Herren-, Knaben- und Damen-Kleidunii, Herren-irlikel Ausverkauf �Enorme Preis-ErmäBigung in sämtlichen Abteilungen, selten günstige Gelegenheit.� Serie I Serie II Serie III mit 60% mit 40% mit 20% Abzug vom bisherigen Verkaufspreis. Sommer- und Winter-Kleidung. Wir bitten höflichst um Besichtigung ohne Kaufzwang II Id.M.Mnl a Feinste Stck. 2,2, 4, 5 Pf Cigarette•■= Ueberau zu haben— Endlich habe ich die richtige Bezugsquelle entdeckt, muss ein jeder bei der Besichtigung unserer neuesten Kollektion sagen. Herrenanzug-Stoffe Paletotstoffe, Hosenstoffe, Westenstoffe, Dajncntnche. Nur beste Quali- täten�jeder Preislage. Enorm grosse Auswahl aller Neuheiten. 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Der Vorstand. Zehlendorf(Wannseebahn). Heute, Sonntag, den 20. August, findet vom Wahlverein aus im Etablissement Paul Schwarz(Renn- bahn). Alsenstr. SS, ein großes Volksfest statt. Die Schützengilde von Zebkendorf, die uns bei allen Wahlen in den Rücken fällt, feiert ebeinalls heute ihr Schützenfest. Parteigenossen, wir ersuchen Euch deshalb, in Massen an unserer Veranstaltung teilzunehmen. Siehe heutige Annonce. Der Vorstand. Treptow-Baumschulenweg. Dienstag, den 22. d. M., abends S'/a Uhr: Mitgliederversammlungen. Abt. I bei August Krause, Kiesholz- Ecke Marienthaler Straße. Abt. II:.Sport-Restaurant'', Etsenstr. IIS/IIS. Tagesordnung: Bericht von der Kreis-General- Versammlung und von Groß-Berlin. Vereinsangelegenheiten. Verschiedenes. Der Vorstand. Britz-Buckow. Dienstag, 22. August, abends 8V2 Uhr, im Lokal „Buschkrug", Rudowcr Str. 31: Vereinsversammlung. Tagesordnung: 1. Vortrag des Genossen Stadtverordneten Dr. Wehl über„Gesund« heitspflcge". 2. Diskussion. 3. Berichte der Generalversammlungen des Kreises und von Groß-Berlin. 4. Verschiedenes.— Gäste will- kommen. Der Vorstand. Marienfelde. Am Mittwoch, den 23. August, abends 8l/a Uhr, bei Schuster, Kirchstraße: Mitgliederversammlung des Wahlvereins. Tagesordnung: Bericht von der Kreisgeneralversammlung und von Groß-Berlin. Aufstellung der Kandidaten zur Gemeindewahl. Der Vorstand. Adlcrshof. Dienstag, den 22. August, abends 8'/3 Uhr, im Lokal des Herrn Bayer. Bismarckstraße 10: Große öffentliche Ver- sammlung für Männer und Frauen. Tagesordnung: Die bürger- liche Presse im Dienste der Unterdrücker des arbeitenden Volkes. Referent Gemeindevertreter Genosse Alb. Horlitz. Freie Aussprache. Alt-Glienickr. Am Dienstag, den 22. August, abends 8 Uhr, im Lokale des Herrn Habrecht, Friedrichstraße 2: Ocffentliche Ver- sammlung für Männer und Frauen. Tagesordnung: 1. Unsere bevorstehenden Reichstagswahlen. 2. Diskussion. Referent Reichs- tagsabgeordneter Genosse Otto Büchner- Berlin. Alt-Landöberg. Die Versammlung findet nicht heute, wie irr- tümlich berichtet, um 12 Uhr, sondern um 3 Uhr statt. Die Bezirksleitung Rummelsburg. Niederlehme. Mittwoch, den 23. August: Mitgliederversammlung. Tagesordnung: 1. Bericht von der Kreis-Generalversammlnng. 2. Bericht von Groß-Berlin.— Die Genossen werden ersucht, ihre Gewerkschafts- sowie Wahlvereinsbllcher mitzubringen. Der Vorstand. Tegel. Am Dienstag, den 22. August, abends 8 Uhr, im Saale des Herrn Klippenstein: Mitgliederversammlung. Die Bezirksleitung. Kerlwer JVacbncbten. Nur ein Fürsorgezögling! In den von der Polizei inspirierten Berichten über die neueste Schutzmannsschießerei an der Oberbaumbrücke wird besonders hervorgehoben, daß der angeschossene und schwer verletzte Treptow ein entwichener Fürsorgezögling sei, der noch verschiedene Diebstähle auf dem Gewissen habe. Es wird so darzustellen versucht, als ob es sich im vorliegenden Falle um eine Persönlichkeit handle, um die es nicht schade sei. Wir haben keinen Beruf, die Person des uns gänzlich un- bekannten Treptow zu verteidigen oder seine Taten zu be- schönigen, das aber muff ausgesprochen werden, daß auch einem solchen Bdenschw gegenüber die Polizei kein Recht hat, Richter zu spielen und sofort ein Todesurteil zu vollstrecken. Auch er hat ein Recht auf seinen zuständigen Richter, vor dem die Tat erst nachgewiesen werden muff. Vogelfrei ist auch ein Fürsorgezögling nicht! Wie leicht kommt heute ein junger Rtensch in Fürsorgeerziehung! Wie vor einigen Jahren ein Frankfurter Amtsrichter auf einem Jugendgerichtstage er- klärte, handelt es sich bei vielen Fürsorgezöglingen um Delikte, die er und seinesgleichen in der Jugend oft selber begangen hätten. Dazu kommt, daß eine reaktionäre Gesetzgebung das Alter, bis zu welchem Fürsorgeerziehung verhängt werden kann, bis zur Vollendung des 21. Lebensjahres festgesetzt hat. Diese Altersgrenze ist entschieden viel zu hoch, und wir halten es in der Tat für eine Grausamkeit, junge Menschen im Eni- wicklungsalter bis zum 21. Jahre festzuhalten. Es ist gar nicht zu verwundern, daff sehr viele solcher jungen Leute sich durch die Flucht der Anstaltserziehung zu entziehen suchen. Das ist aber ihr Verderben. Erst auf der Flucht, geht es mit ihnen rapide bergab. Immer in Furcht, die Polizei könnte sie wieder zurückholen, können die Flüchtlinge, selbst wenn sie wollen, eine Arbeitsstätte nicht aufsuchen. Papiere haben sie mich nicht, um in Arbeit zu treten, es sei denn, es gelingt ihnen, unter falschem Namen oder mit fremden Papieren zu arbeiten. Der größere Teil der Flüchtlinge muff zu Verbrechern werden. Leben will auch der flüchtige Fürsorge- zögling. Bietet sich ihm nach Lage der Cache nur selten die Möglichkeit eines reellen Erwerbs, so muff er zum Diebstahl greisen. Es gibt gar keine andere Möglichkeit: Das wieder- holt sich, bis der Flüchtling gefaßt wird. Tann geht's ins Gefängnis, von da nach der Fürsorgeanstalt, und der Kreis- tauf beginnt von neuem. Wäre die heutige Fürsorgeerziehung wirklich eine!Er- ziehung, die den jungen gestrauchelten Menschen mit Liebe und Güte erzöge und die besseren Eigenschaften im Menschen för- derte, so würden zweifellos iveniger Entweichungen vor- kommen, wie das heule der Fall ist. Aber die heute geübte Fürsorgeerziehung ist das nicht. Sie stützt sich nicht auf die sozialen Ursachen der heutigen Zustände, läßt sie unberück- sichtigt und erzieht nur Heuchler und Verbrecher, auf die dann die heutige Gesellschaft pharisäerhaft mit Fingern weist. Tie Arbeiter-Samariterkolonne Groß-Berlin veranstaltet auch in diesem Winterhalbjahr einen Lehrkursus in der e r st e n H i l f e l e i st u n g bei Unglücks- Iä l l e n und Erkrankungen. Ist auch die Tätigkeit ieser Organisation der Allgemeinheit schon hinreichend bekannt, fo verdienen ihre Bestrebungen, welche darauf hin- zielen, das Publikum zu unterrichten, wie vor Eintreffen des Arztes in sachgemäßer Weise, ohne weiteren Schaden anzu- richten, Erkrankten oder Verunglückten geholfen werden kann, mehr Beachtung als bisher, und der Kreis der Kursusteil- nehmer müßte sich immer mehr ausdehnen. Besonders zu empfehlen ist der Besuch der Lehrabende dem Personal der- jenigen Betriebe, welche hauptsächlich maschinell tätig sind. Hier, wo jeden Augenblick Verletzungen zu gewärtigen sind, wo in dumpfen Räumen infolge der leidigen Ueber- anstrengung mancher brave Arbeitsgenosse seinen Platz ver- lassen mußte, hier ist ein gut ausgebildeter Stamm von Sa- maritern unbedingt notwendig. Diese heranzubilden, bietet der Kursus der Arbeiter-Samariterkolonne die beste Gelegen- heit, da in ihren Lehrabenden vornehmlich nach Beispielen von Verletzungen und Erkrankungen im Fabriksaal, wie sie tag- täglich sich ereignen, gelehrt wird. Indem wir auf das Inserat in heutiger Nummer aufmerksam machen, empfehlen wir speziell den Ärbeiterausschüssen der Betriebe, sich mit den Betriebsleitungen bezw. dem Personal in Verbindung zu setzen, um geeignetes Material zu Samaritern ausbilden zu lassen._ Vier wichtige Linienverlängerungen bei der Straßenbahn. Bei der Straßenbahn treten am Montag, den 21. August, viele wichtige, einzeln angekündigte Verbesserungen ein. Die Linie? wird durch die Linden-, Ritter-, Reichenbergev-, Pannier-, Fulda- und Bergstraße bis zum Riugbahnhos in Rixdorf, R durch die Oranien- straße, den Kottbuser Damm und die Kaiser-Friedrichstraffe bis zum Wildcnbruchplatz daselbst verlängert. 10 wird über Char- lottenbury und Wilmersdorf auf dem Weg der Linie 5 bis zur Bärwald- und Gneisenaustraße durchgeführt. 13 wird von der Reicheilbergerstraße auf dem Weg der Linie 94 bis zur Knesebeck- straffe in Rixdorf verlängert. Die Stullenpapicrplage im Grunewald soll jetzt, wie mehrere bürgerliche Blätter berichten, durch Insassen der bekannten Bcr- liner Arbeiterkolonie in der Reinickendorferstrahe beseitigt werden. Versuchsweise sind bereits fast 3000 Morgen in den Jagen bei Eickkamp und Bahnhof Grunewald, feriicr der Schildhornweg sowie die Gebiete am Hundekehlen- und Grunewaldsee bis nach Paulsborn bearbeitet worden. Dazu wird geklagt, daß der Forst fiskus die erbetenen Mittel von 2000 Mk. jährlich nicht zur Vev fügung stellen wollte, obwohl in Aussicht gestellt wird, mit dieser Summe die am meisten verunreinigten Stellen alle acht Tage, die übrigen seltner, zu säubern. Läßt sich die Deckung der Unkosten ermöglichen, so soll, wie es heißt, diese regelmäßige Reimgungs- arbeit auch auf andere durch„Fortgeworsenes" verschandelte Waldgebiete in der Umgebung Berlins ausgedehnt werden. Daß der Forstfiskus Mittel zur Reinigung der Wälder zur Verfügung stellen würbe, darauf konnte derjenige, der den Fiskus kennt, nicht rechnen, der Fiskus will wohl Geld nehmen aber keins ausgeben. Sehr fraglich ist. ob der ästhetische Hauptzweck einer solchen großen Aufgabe erreicht wird. Wenn unreinliche Naturen erst mal wissen, daß andere Leute ihren Schmutz fortkehren, werden sie sich ganz gewiß nicht bessern, höchstens noch sorgloser und unreinlicher werden. Hier hilft gründlich nur fortwährende erzieherische Einwirkung auf das Publikum. Zur Ncinhaltnng des Waldes steht folgende Mahnung am Ein gang des Waldes, durch den im Riesengebirge der Peterbaudenweg von Agnetendorf führt: Was in der Stnbe gilt als simpler Brauch. Da? halte fest im Walde auch I Laß niemals auf den Boden fallen Papier, Orangen und Eierschalen I Hait rei» und säuberlich das Waldlokal, Dann bleibst willkommen du hier wie überall. Dieser beherzigenswerte Spruch verdiente auch in unserem Grunewald allen sichtbar aufgehängt zu werden. fFreilich müßte er auch im Grunewald dieselbe Beachtung und Befolgung finden wie in den Gebirgswaldungen._ Der„Herr" im Krankenhaus. Aus dem Krankenhaus Friedrichshain sendet man uns die Anfrage, ob es den Schwestern gestattet ist, den Patienten den Titel.Herr' zu versagen. Diese Klage ist nicht neu, aber nach den ausdrücklichen Anordnungen, die von der Kranken- Hausverwaltung der Stadt hierüber getroffen worden sind, sollte man allerdings erwarten, daß es endlich einmal anders würde. Alle Schwestern haben jeden erwachsenen Patienten mit.Herr' an- zureden, das ist ganz selbstverständlich, und eS ist ihnen im Hinblick auf wiederholte Beschwerden in bestimmtester Form vorgeschrieben worden. Wenn im Krankenhaus Friedrichshain von manchen Schwestern nach wie vor z. B. statt.Herr Schulze' schlechtweg .Schulze' oder höchstens.Patient Schulze' gesagt wird, so kann man jedem Patienten nur empfehlen, sich die Anrede.Herr' nötigen- falls durch Beschwerde zu erzwingen. Der Wert dieser Titulatur ist ja an sich sehr fragwürdig, aber die Versagung wird von vielen Patienten nicht mit Unrecht als eine Herabsetzung empfunden. Diese muß um so kränkender wirken, da die Schwestern oft noch ganz junge Mädchen sind, die bequem die Töchter manches Patienten sein könnten. Dazu kommt, daß Schwestern mitunter im Punkt der Höflichkeit sehr merkliche Unter- schiede zwischen den Patienten machen. Gegenüber gewissen Insassen der Extrazimmer wird sogar die an sich sehr verständige Rücksicht geübt, vor dem Betreten de» Zimmers sich durch höfliche» Anklopfen zu melden. In einem Pavillon des Krankenhauses Friedrichshain ist eS kürzlich vorgekommen, daß ein Stationsmädchen die Schwester fragte:»Kann ich denn mit der Schürze zum Extrapatienten hineingehen?'.Na, ja,' antwortete die Schwester,»binden Sie sich eine andere um'. Schwerlich würde eine Schwester e» riskieren. diesem durch eine Extraschürze geehrten Extrapatienten den Titel «Herr' zu versagen._ In der Säuglingsfürsorgestelle I, Blumenstr. 78, findet im September je einmal wöchentlich Unterricht in Säuglingspflege mit praktischen Uebungen statt. Meldungen schriftlich oder mündlich: Bureau Blumenstr. 78; Bureauzeit: 2-4 Uhr. Den BerkehrSverhültnissen wird von der Großen Berliner Straßenbahn wenig Rechnung getragen. Da? kann man besonders in den Morgenstunden, wenn die Arbeiter zur Arbeit fahren, vielfach beobachten. Eine neue Beschwerde wird uns aus Moabit vor- getragen. ES wird geklagt, daß in der Zeit von S— S Uhr morgen» mit der Linie 0 oft nicht mitzukommen ist. Bon der Beusselstraße bis Ottostraße ist der eine Wagen schon so überfüllt, daß die an den Haltestellen von der Ottostraße bis zur Slromstraße Stehenden nicht mitkommen können. Während die meisten anderen Linien um die genannte Zeit mit Anhängern fahren, beschränke sich die Direktion bei der Linie 0 ans nur einen Wagen, obwohl ein Anhängewagen dem Uebelstande abhelfen könnte. Der Krach in der Pianofortebranche. Der Konkurs des Piano- fortefabrikanteu Karl H. Hintze hat eine Reihe von Zusammen- brächen in der Berliner Pianofortebranche zur Folge. Nach den Firmen Gutzeit u. Co., Nieder u. Co. ist gestern die alte und be- kannte klavterfabrik von Otto Hepperle, Liegnitzer Straße 1ö. in Konkurs gegangen. Ferner haben die beide» be» kannten Firmen Gebrüder Neumeher, Rixdorf, Elbe- Itraße 2 8/29, und Wilhelm Menzel. Warschauer Straße 68, gestern ihre Zahlungen eingestellt und ihre Gläubiger um ein Moratorium ersucht. Die Firma Hepperle, die in Konkurs gegangen ist, besteht seit 30 Jahren in Berlin und war von dem Bater des jetzigen Inhabers gegründet worden. Die Fabrik, die über 30 Arbeiter beschäftigte, lieferte Haupt- 'ächlich ihre Klaviere und Flügel an Karl H. Hintze und W. Gutzeit in der Französischen Straße. Hepperle hatte mit Karl H. Hintze langfristige Kontrakte abgeschlossen und von seinem Geschäftsfreunde hohe und langsichtige Wechsel ge- nommen. Er geriet hauptsächlich durch den Zusammenbruch von Gutzeit in schwere finanzielle Schwierigkeiten und ließ sich deshalb von Karl H. Hintze einen Vorschuß von 10000 M. in'Wcchseln geben. für die er jedoch keine Ware mehr lieferte, da inzwischen der Krach bei dem Akzeptanten hereinbrach. Der Gläubigerausschuß im Kon- kurs Karl H. Hintze hat nun bei der Durchsicht der Bücher diesen Vor- schuß beanstandet und von Hepperle die Zahlung verlangt. Diesen Schlag vermochte die sowieso finanziell erschütterte Firma nicht mehr zu überstehen und meldete gestern Konkurs an. Die Passiva dürsten etwa 70 000 bis 80 000 M. betragen, doch ist ein ziemlich großes Warenlager vorhanden, so daß man beim Konkurse mit einer Quote von 26 bis 30 Proz. rechnen kann. Die Firma Gebrüder Neumeyer hat gestern nach Feststellung ihres Status durch einen vereidigten Bücherrevisor eine Gläubigerver- sammlung einberufen, um ein Moratorium nachzusuchen. Die Ver- bindlichkeiten werden auf ca. 120 000 M. beziffert. Hiervon entfallen an Weckseln auf die Firma Gutzeit'25 000 M., an Karl H. Hintze 60 000 M. Gebrüder Neumeyer haben ihren Gläubigern für den Fall einer außergerichtlichen Einigung 30 Proz. geboten. Die Verhandlungen sind jedoch noch nicht zum Abschluß gelangt und die Entscheidung, ob ein Moratorium bewilligt werden kann, dürste vom Gläubigerausschuß erst in einigen Tagen gefällt werden.— Auch die Firma Menzel sah sich genötigt, ihre Gläubiger zusammenzurufen, um mit ihnen eine Einigung anzustreben. Die Verbindlichkeiten betragen zirka 170000 M., von denen 80 000 M. auf das Konto Karl H. Hintzes und 40 000 M. auf das von Gutzeit zu schreiben sind. Eine Sanierung dürfte hier zweifellos zustande kommen, da sich die Firma bereit erklärt hat, ihre Gläubiger mit 60 Proz. abzufinden. Bei einem gerichtlichen Konkurse dürfte der Prozentsatz für die Kreditoren noch günstiger ausfallen, da die Firma neben einem außerordentlich großen Warenlager noch über große Matcrialbestände verfügt. Der Finna Karl H. Hintze, Bülow- straße 49, ist laut polizeilicher Verfügung die Führung ihrer acht Hoflieferantentitel, sowie das Anbringen der Wappenschilder an ihren Geschäftsräumen und auf ihren Drucksachen verboten worden. Am Sonnabeudnachmittag erschienen Beamte, welche die an dem Geschäfts- hause befindlichen Wappenschilder entfernten. Ein schweres Brandunglück hat sich gestern vormittag gegen 9 Uhr in der Linienstraße 127 zugetragen,. Im dritten Stock des rechten Seitenflügels wohnt dort der Arbeiter Johann Locken- witz mit seiner aus Frau und einem achtjährigen Sohn bestehen- den Familie. Als die Frau gestern vormittag auf dem Kochherd in der Mche etwas kochen wollte, bekam sie das Herdfeuer nicht in Zug. Sie beging daher die Unvorsichtigkeit, Spiritus aus einer Flasche auf das glimmende Feuer zu gießen. Im selben Augen- blick schoß eine lange Stichflamme aus dem Herd heraus und setzte die Kleider der Frau in Brand. Im Nu glich die Unglückliche einer Feuersäule. Auf die Hilferufe eilte der Ehemann hinzu und suchte die Flammen durch Aufwersen von Decken zu ersticken. Dabei zog er sich selbst noch erhebliche Brandwunden an den Ober- schenkeln zu. Auch der achtjährige Sohn wollte seiner Mutter Hilfe bringen, fo daß auch er an den Füßen Brandderletzungen er- litt. Die Frau verbrannte am ganzen Körper derart, daß die Haut in Fetzen vom Körper herabhing. In bewußtlosem Zustand wurde die Verunglückte von der herbeigerufenen Feuerwehr mit einem Tender nach der Charit« gebracht. Der Ehemann wurde in der Wohnung durch die Samariter der Feuerwehr verbunden und konnte mit seinem Sohn in der Wohnung verbleiben. In der Küche waren durch Stichflammen auch einige Möbelstücke und Betten in Brand geraten, doch konnte das Feuer bald gelöscht werden. Ein rStselhastcr Borfall in einem D-Zuge beschäftigt zur Zeit die Rixdorfer Kriminalpolizei. Der in der Ziethenstraße in Rixdorf wohnende 23jährige Kellner Paul Lignau begleitete vor etwa vier- zehn Tagen mit dem Speisewagen einen D-Zug der Strecke Oldenburg-Berlin. Zwischen den Stationen Stendal und Spandau erhielt er den Auftrag, einige Bierflaschen, die sich in dem hintersten Waggon befanden, zu holen. Als L. auch nach längerer Zeit von diesem Gange nicht zurückkehrte, suchte man ihn und fand den Kellner blut- überströmt und besinnungslos im Lausgang liegen. Der Schwer« verletzte wurde, so gut es ging, vom Zugpersonal verbunden und bei der Ankunft des Zuges in Spandau nach dem dortigen Krankenhause übergeführt. Hier wurde festgestellt, daß L. einen komplizierten Schädelbruch, eine Gehirnerschütterung und einen Armbruch erlitten hatte. Die Verletzungen des Kellners waren so schwerer Natur, daß dieser 14 Tage hindurch ohne Besinnung war. Jetzt ist zwar eine kleine Besserung in dem Befinden LignauS eingetreten, doch vermag der junge Mann über die Ursache winer Verletzungen keine Angaben zu machen, vermag sich überhaupt auf den Borfall nicht zu besinnen. Infolgedessen ist eS bisher trotz eifrigster polizeilicher Recherchen nicht gelungen, die mysteriöse Angelegenheit aufzuklären. Man rechnet auf Grund ver- schtedener Umstände mit der Möglichkeit eines beabsichtigten Raub- mordeS, doch ist es natürlich nicht ausgeschlossen, daß der Kellner infolge eines plötzlichen starken RuckcS des ZugeS so unglücklich ge- fallen ist. daß er die erwähnten schweren Verletzungen erlitt. Da die CoupöS, vor denen sich der Vorfall zutrug, völlig leer, die übrigen Abteile nur wenig besetzt waren, ist der Vorgang gänzlich unbemerkt geblieben. Ueber einen empörenden B-rgang berichtet uns ein Leser; er schreibt:„Der Weg zu meiner Arbeitsstätte führt mich täglich durch die Memeler Straße. Am Mittwoch, den 16. d. M., in der achten Morgenstunde, wurde ich Augenzeuge eines geradezu skandalösen Vorganges. In genannter Straße, Ecke der Pillauer Straße, hatten sich eine Anzahl Männer, Frauen und Kinder um eine etwas ange- trunkene Frauensperson postiert, um an'derselben allerhand Flege- leien und Rüpeleien zu verüben. Als ich mich dieser Ansammlung bis auf etliche Meter genähert hatte, sah ich, wie ein halbwüchsiger Bursche unter allgemeiner Heiterkeit der Menge, dieser Person eine Kanne mit kaltem Waffer über den Kopf schüttete und sich auch noch dazu verstieg, der Bedauernswerten hinterrücks mit der Hand auf den Kopf einen wuchtigen Schlag zu versetzen. Angeregt durch das Verhalten der Menge lvar auch schon ein Zweiter im Begriff, ein« Kanne mit kaltem Waffer über die Detrcsfende zu entleeren, was ich jedoch noch verhindern konnte. Auf mein energisches Pro- testieren gegen ein derartiges Vorgehen einer betrunkenen Person gegenüber sowie mit dem Hinweis darauf, daß derartige Vorgänge doch jeden Grad von Bildung und Anstand vermissen ließen, wurde sich doch eine Anzahl Beteiligter ihrer verwerflichen Handlungs- weise bewußt. Es gelang mir dann schließlich, die vollständig durch- näßte Person vor weiteren Angrissen und Belästigungen zu schützen. Man muß doch tief bedauern, daß sich erwachsene Men» scheu an derartig widerlichen Szenen ergötzen und erfreuen können und dadurch erst die Roheiten gewisser Elemente möglich machen. Noch bedauerlicher aber ist es, wenn bei solchen Gelegenheiten sogar die Schulkinder allerlei dumm« Streiche machen, was in diesem Falle ebensqlls geschehen ijt, Pflicht der Eltern sowohl als auä tax (Edjule wäre e'S, in dieser Beziehung mehr erzieherisch auf die funge Generation zu wirken." Ueber einen Akt Augenzeugen berichtet: bot sich Freitagabend ungkandlichcr Roheit wird unS von einem „Den Passanten deS Tempelbofer Feldes um die achte Stunde ein widerliches Schau spiel. Die Insassen des Autos I E 6884 und einer Droschke (Hermann Schäfer, Drontheimer Str. 16) hatten einen Mörtel tutscher angehalten und hiebe» unbarmherzig auf denselben mit dem Peitschenstiel und Stöcke» ein, so dab dessen Gesicht über und über mit Blut bedeckt war. Nicht genug damit: zogen sie ihn auch»och vom Bock herunter und schlugen von neuem auf den Wehrlosen ein. Erst auf das Eingreifen der Umstehenden lieben die Herrschasten von ihrem Opfer los. Es fehlte nicht viel, so hätten auch die Ein- sprucherhebeuden den Peitschenstock zu spüren bekommen. Wenn der Kutscher deS MörtelwagenS wirklich vorschriftswidrig gefahren sein sollte, so genügte die polizeiliche Feststellung, aber dab besiere Herr schatten in dieser Weise über einen Wehrlosen herfallen, zeugt von großer Roheit." Ueber hundert Siegelringe, Taschenuhren und Schmuckstücke erbeuteten Schcmfenstereinbrecher in der Nacht in der Müller strafje 138. Die Diebe erbrachen das Schaufenster eines Goldwaren geschäfteS und„angelten" 106 Siegelringe, mehrere Herren- und Damenuhren. Wecker, Armbänder und andere Wertgegenstände heraus. Um sich vor Ueberraschungen zu sichern, hatten die Täter einen„Schmierensteher" ausgestellt.— Reiche Beute machte eine andere Einbrecherbande bei einem Diebstahl in einem Galanterie Warengeschäft in der Rosenthaler Straße 18. Hier fielen den Spitzbuben für nahezu 2006 M. Beutestücke in die Hände.— Ferner wird noch ein ergiebiger Einbruchsdiebstahl aus der Wollankstr. 24 gemeldet. Ungebetene Gäste statteten einer Mieterin, einem Fräulein Schöne, einen unerwünschten Besuch ah und stahlen Schmucksachen im Werte von 1000 Mk. Zu der Revolverschieherei i» der Triststratze schreibt unS der Gastwirt Funke: Der Arbeiter Springmann und ein mir noch un- bekannter Komplize find ohne jede ersichtliche Veranlassung über den Arbeiter Krause hergefallen und haben denselben in roher Weise mißhandelt und geschlagen. Ich habe beide infolgedessen mindestens zehnmal zum Verlassen des Grundstücks aufgefordert. jedoch ohne Erfolg: sie nahmen vielmehr eine drohende Haltung an und drängten mich, unflätige Schimpfworte gebrauchend, nach dem Eingang meines im hinteren Teile des HofeS liegenden RestaurationSgartenS, hier wieder in unverschämter Weise Einlaß begehrend. Als auch hier wiederholte Aufforderungen nichts nützten, versuchte ich, den Sp. gewaltsam zu entfernen. Hierbei hat er nach mir geschlagen und mich vor die Brust gestoßen, und sind dann beide in den Garten eingedrungen. Sp. ergriff sofort einen eisernen Gartenjtuhl, um damit nach mir zu schlagen, erst dann habe ich geschossen. Vorsiehendes kann ich durch eine Anzahl ein- wandsreier Zeugen beweisen. Von einem Irrtum meinerseits in der Person des Angreifers kann also keine Rede sein. Ihr Bericht in der DienStagnummer entsprach ungefähr den Tatsachen." Ein falscher Bersicheruugsbeamter operiert seit einiger Feit Mit Erfolg. Der Gauner gibt sich als Angestellter der Versiche- rungSgesellschaft„Merkur" aus und betreibt daS Einkassieren von höheren Beträgen.auf eigene Faust". So erschien er beispielsweise bei der Verwalterin G. in der Brüderstraße und behauptete, eS seien vom Wirt noch W Mk. zu zahlen. Er legte eine von der Gesellschast angeblich quittierte Rechnung vor und als die Berwalterin nicht zahlen wollte, entfernte sich der Kassierer, um nach einiger Zeit wieder gu erscheinen. Diesmal gab er vor, den Hauswirt, der anderweitig wohnt, telephonisch gesprochen zu haben. Der letztere habe die Anweisung zur Zahlung gegeben, und nun händigte die Verwalterin auch ohne weiteres das Geld au». Später mußte sie dann die unangenehme Entdeckung machen, daß sie einem Schwindler zum Opfer gefallen war. Ter Betrüger, der äußerst sicher auftritt, dürfte etwa 28 Jahre alt fein. In einem Waschtops erstickt ist die 1'/, Johr alte Tochter Käte des Kohlenhändlers Klahn aus der Blumenstr. 50a. Während die Eltern auf der Straße Kohlen abluden, spielte die Kleine in der Kellerwohnung in einem Blechtopf, der mit noch kaltem Wasser halb gefüllt war. Bei der Rückkehr der Eltern lag sie mit dem Gesicht nach unten in dem Topf und war erstickt. Straßenbahnzusammenstost auf der Charlotteuburger Chanssee. Zwischen dem Großen und Kleinen Stern erfolgte gestern vormittag kurz nach 8 Uhr auf der Eharloitenburger Chaussee ein heftiger Zufammenstoß zweier Straßenbahnwagen der Linien V und dl. Der Unfall geschah dadurch, daß der U-Wagen aus den dl-Wagen auffuhr. Bei der Kollision wurden drei Personen verletzt. Alle drei erlitten Verletzungen im Gesicht. Ein großer Schnppenbrand brach in der letzten Nacht auf dem Terrain der Weißenseer Gasanstalt aus. Der Schuppen gehört zwar nicht der Gasanstalt, ist aber mit Genehmigung der Direktion von einer Gesellschaft, die auf der Gasanstalt bauliche Arbeiten ausführt, errichtet worden. Er war mit allen möglichen Gerätschaften angefüllt und brannte hei Ankunft der Feuerwehr schon lichterloh. Oberführer Rathmann ließ sofort mit zwei Rohren Wasser geben und beschränkte sich darauf, einen zweiten, direkt angrenzonden Schuppen zu schützen. Hätte dieser Schuppen auch noch Feuer gefangen, so wäre die Gasanstalt selbst in Gefahr geraten. Durch kräftiges Wassergeben konnten die Flammen aber auf den ersten Schuppen beschränkt werden, der allerdings voll- ständig niederbrannte. ES Nnrd angenommen, daß der Brand von verbrecherischer Hand angelegt worden ist. Denn als dt« Feuer- wehr den Brandplatz kaum verlassen hatte, entstand auf derselben Stelle nochmals Feuer. Die Arbeiter der Gasanstalt waren aber schnell zur Stelle und beseitigten jetzt die Gefahr, ohne die Feuer- wehr zu alarmieren. Beim zweiten Brande zeigte sich, daß mehrere Bretter regelrecht übereinandergelegt und an mehreren Stellen angezündet worden waren. Die Untersuchung ist von der Direktion der Gasanstalt noch nicht abgeschlossen. Bermutlich sind beide Feuer von Personen, die sich nachts in der Umgebung des Gas- anstaliSgeländeS herumtreiben, böswillig angesteckt worden. Der Sport-Palast in der PotSdamrrstraße der jetzt unter einer völlig neuen Direktion durch die Sporipalast-BetriebS- Aktien-Gesellschaft betrieben wird, wird augenblicklich einer«in- gehenden Auffrischung unierzogen, da er bereits End« August ieitie Pforten für die Freunde des Eissports wieder offner, will. Vorort- l�ack richten. Grost-Lichterfelde. Eine Liebcstragödie, die ein Menschenopfer fordert«, spielt« sich geltern vor dem Haus« Moltkestraße gl. ab. Es wird hierüber folgende« bericbtet: Der ISjährige Eisenbahnanwärter Walter Erwig, Ehausseestr. 92 wohnhaft, lernte vor einem Jahr« die 19jährige Näherin Ida Brückner aus der Moltkestr. 21 kennen. Zwischen den beiden entspann sich ein Liebesverhältnis, welches jedoch nicht die Billigung der Eltern des Paares fand. Erwig wird als ein ziemlich leichtsinniger junger Mann geschildert, der seinen Eltern ständig zur Last fiel. Da der junge Mann auch außerdem zu einer Heirat zu jung war. vermochten eS die Eltern der B. durchzusetzen, daß die B. ihrem Bräutigam ein« Absage erteilte. Erwig richiel« hier« auf an seine Braut mehrere Briese und bat sie um eine Aussprache. Die Näherin weigerte sich jedoch stet«, zu einer solchen Zusammen- bmft zu kommen. Borgestern abend nun lauerte Ewig dem jungen Mädchen vor der Wohnung ihrer Eltern auf und veranlaß«« sie, Mit ihm einen Spaziergang zu unternehmen, da er mit ihr noch einmal die ganz, Angelegenheit durchsprechen wolle. In der Moltkestraße zog b«r sunge Mann dann plötzlich ein bolchariigeZ Messer und stieß eS seiner Geliebten in die Brust. Die Unglückliche war auf der Stelle tot, da ihr die Spitze des Instruments gerade in» Herz gedrungen war. Einige Passanten die vorüber kamen. erkannten die Situation und nahmen den Mörder fest, bis einige Polizeibeamte hinzukamen. Bei seiner gestrigen Vemehniung gab Erwig an, daß er seine Geliebte auf ihren Wunsch getötet habe. Die polizeilichen Recherchen ergaben jedoch, daß der Tot ein heftiger Wortwechsel vorausging. Man nimmt also an, daß Erwig das unglückliche Mädchen in einem Anfall von Jähzom erstochen hat. Wilmersdorf-Haleusee. Bon eine« großen Dachstuhlbrand wurde am gestrigen Nach- mittag daS Haus Joachim-Friedrich-Str. 4 heimgesucht. DaS Feuer brach im Dachboden des Vorderhauses aus und wurde erst entdeckl, als gegen S Uhr nachmittags helle Feuergarben an mehreren Stellen deS Daches hervorschosien. Die Flammen fanden an dem Inhalt der Bodenkammer und dem trockenen Holz der Dachkonstruktion überreichliche Nahrung, so daß bei Ankunft des Halenseer Löschzuges der Dachstuhl schon in ganzer Ausdehnung brannte. Auf mehr- fachen Alarm rückte auch die WilmerSdorfer Feuerwehr umer Führung des BrandinspettorS Dannehl mit mehreren Fahr- zeugen an. Ueber zwei mechanische Leitern und über die Treppen hinweg wurde nun unter Benutzung von sechs Schlauchleitungen mit vereinten Kräften gegen das verheerende Element vorgegangen. Während der Löscharbeiten stürzte«in wrm- artiger Aufbau krachend in sich zusammen, doch kamen Unglücksfälle hierbei nicht vor. Für die Feuerwehr bestand die Hauptaufgabe darin, das Feuer vom Dachstuhl de« angrenzenden Seitenflügels fernzuhalten. Erst nach fast zweistündigem Wassergeben konnte die Gefahr als beseitigt gelten. Der Dachstuhl des Vorderhauses ist vollständig ein Raub der Flammen geworden. Die Wohnungen im Obergeschoß sind durch Wasser in Milleidenschaft gezogen worden. Ueber die Ursache de» Brandes ist noch nicht» Nähere» bekannt. Mit den AufräumungSarbeiten hatte die Feuerwehr bis in die späten «bendstunden hinein zu tun. Hohen- Schönhausea. Einen glänzenden Sieg errangen unsere Genossen bei der am Freitag hier stattgefundencn Gemeindewahl. Bon 1004 ein- geschriebenen Wählern der dritten Abteilung erschienen 463 am Wahltisch, von diesen wurden für unsere Genossen R« y h e r. Engel und Sirbenwirth 320, 319 und 316 Stimmen ab- gegeben, während die gegnerischen Kandidaten 136, 133 und 133 Stimmen erhielten. Mit doppelter Majorität sind unser« Genossen gewählt I Sogleich nach der Wahl fand ein« außerordentliche General- Versammlung deS Bezirkes statt, da wichtige BereinSangelegenheiten erledigt werden mußten. Unter dem Punkte Agitation betont« der Bezirlsleiter. daß sofort in eine umsassende Agitation eingetreten werden müsse, um diejenigen, welche für unsere Liste gestimmt haben. möglichst restlos auch zu Mitgliedern der Organisation zu«rächen, dies wäre die beste AuSnützung unsere» Sieges. Baumschuleuwes. Am heutigen Sonntage veranstalten die Arbeiterwrner auf dem in Baumschulenweg, am Heidekampweg gelegenen Turnplatz des Turnverein„Jahn"«in Gruppenfpielfest. verbunden mit Wetturnen. Beginn früh 8 Uhr. Um 2 Uhr vom Restaurant Käding, Baumschulenstr. 67, aus: Festzug durch den Ort. Da die Arbeitcrturner sich auch bei Arbcitersestlichkeiten zur Beifügung stellen, werden die Genossen ersucht, sich recht zahlreich zu beteiligen. Tempelhof-Marieitdorf. Die«eugegründete Kolonne des Arbeiter-Samariterbunde» hält die nächste UebungSstunde am Montag, abends S'/j Uhr, bei Thiel, Berliner Straße 41/42 qb. Es werden Uebungen im Verbinden sowohl wie Wiederbelebungsversuche vorgenommen. Neue Mitglieder werden jederzeit aufgenonrmen. Gäste sind willkommen. Weifteusee. Am heutigen Sonntag finden die Ferienspiele auf dem Turnplatz in der Falkenberger Straße für dieses Jahr zum letzten Male statt. Da seitens der Spielleitung noch eine Ueberraschung für die Kinder geplant ist, werden die Parteigenossen ersuchl. die Jugend rechtzeilig und zahlreich an die bekannten Sammelstellen zu ent senden. Marienfelde. Dir letzte Gemeindevertreterfitzmig beschloß aus Anlaß der statt gefundenen Jahnfeier, für die Schulturnhalle eine Jahnbüste an- zuswaffen. Ein Gesuch des Luise-Henriette-Stift» um ein« Beihilf« wurde abgelehnt. Für den aus dem AlveckverbandsauSschuh ausgeschiedenen Direktor Wchnert wurde Rentier Heitmann gewählt. Die vom Rittergutsbesitzer Kiepert zurückgezahlten 22b00 sollten nach Ansicht de» LandratS als Fonds angelegt werden, um die seinerzeit von der OrtSkrankenlasse Marien dorf aufgenommenen 50 000 M. zurückzahlen zu können. Kiepert hatte der Gemeinde einen Bauplatz zur Errichtung eines Ra'bauseS verkaust, welcher aber nach richtiger Vermessung nicht die Größe hatte, wie anfänglich verabredet war, daher die Zurück- zohlung der genannten Summe. Dann Verla, der Vorsteher das Urteil de« Bezirksausschusses in Sachen der Gemeindewahlen von 19lC woraus hervorging, daß die Wahlen für ungültig erklärt werden. Der Hauptgrund soll darin liegen, daß der Wahlvorstand Bollmachten, die nicht von der Heimatbchörde des Ausstellers beglaubigt waren. zurückgewiesen Hot. wurde hierauf beschlossen, die Neuwahlen unverzüglich vor- zubereite». Die Parael- und Hranitzkystraße sollen noch in diesem Jahre gepflastert werden. Im nenerbauten Feuerwehrdepot sind derartige Riss« entstanden, daß die Gemeinde genötigt war. gericht- liche Sachverständige über die Ursache zu hören. Roch Ansicht der letzteren lieg»«in KonstrukiionSsehler vor. Der Bau ist von dem Exgenossen Feuerstock ausgeführt, die Zeichnungen find vom Amts baurat GcrbenS in Mariendorf angefertigt. Da wahrscheinlich der ganze Dachstuhl abgetragen werden muß, wurde beschlossen, den An- sertiger de, Projekts dafür verantwortlich zu machen. Oranienburg. AuS der außerordentlichen Stadtverordnetensitzunz. Für die Er- bauung einer neuen Fußgängerbrücke über die begradigte Havel hal das Kollegium bereits am 3. Mai 11000 M. bewilligt. In der Sitzung der Brückenbaukommission, welche am 11. August tagte. wurden die eingegangenen Offerle» geprüft. ES stellte sich zunächst heraus, daß die Brückenlänge nicht 31 Meter, sondern 34 Meier beträgt und daß demnach auck die Baukosten wesentlich höhere sind. wie angenommen. Tie Kommission empfghl daher, die erforderlichen Mehrkosten von 4000 M.»achzubewilligen. Der Magistrat ist diesem Beschluß beigetreten. Die Stadiverordnetenvcrsammluna be- wllligie Nack längerer Debatte einstimmig die Nachsorderung. Bei dem nächfien Punkt der Tagesordnung: Erbauung einer fahrbaren Brück« im Zuge der Ringstraße, wurden die Baukosten auf 89 000 M. veranschlagt. Auch hier stellte sich heraus, daß die Bautosten zu niedrig veranichlagt waren. Bekanntlich be- willigte da« Kollegium am 7. Juni zur Erbauung der Brücke 15 000 M. i Kommerzlenrat Ebel erbol sich, einen festen Zuschuß von 24 000 M. zum Brückenbau zu zahlen. Die MogistratSvorlage verlangt 12 000 M. als Nachsorderung. Die Baukosten wurden auf 51 000 M. veranschlagt. Bei dieser Gelegenheit forderte Genosse Schumann, die übrigen Interessenten(AnUeger) zu den Baukosten heranzuziehen, denn ohne den Bau der Brücke wäre an einer Er- schließung nicht zu denken. Im übrigen traten auch hier unser« Genosse für die Borloge ein. Die Lorlage wurde ebensallS einstimmig angenommen. Einhellig zugestimmt wmde auch der Aufnahme einer Anleihe von 600 000 M. für den Ba« der Kanalisation. Ein Antrag unserer Genossen auf Errichtung ernes treibade« am Lehnitzsee fand, wie vorweg bemerkt sei, allgemeine ustimmung. Genosse Schumann begründete den Antrag eingebend und bemerkte zur Vorgeschichte desselben, daß er erst durch das Vor- gehen der Gendarmeii zur Stellung deS Antrages gekommen sei. Bekanntlich gehl der Grotzschiffahrtskanal durch den Lehnitzsee; der Baggersand wurde neben dem Restaurant Strandhalle angespült, so daß dort ein wunderbarer Strand enlstanden ist. Nachdem Hunderte, Männer, graue» und Kinder, besonders Sommergäste, dort ohne behelligt zu toerden, baden konnten, verboten plötzlich die Gendarmen das Baden und drohten mit Anzeigen. ES trat daher eine all- gemeine Erregung deS Publikums über dieses Vorgehen ein. um so mehr als nicht« vorgekommen war, worauf inan dieses Verbot her- leiten konnte. Mit Recht erwartete man. daß die Behörde wegen des Verbots Aufklärung geben werde, das geschah leider mcht. Genosse Paris empfahl, vor der LiebeSiusel das Freibad zu errichten, weil eS dort Sumpsstellen nicht gibt. Alle Redner ohne Ausnahme sprachen sich für Errichtung deS Freibades aus. Ebenso hat sich der Magistrat schon im zustimmenden Sinne erklärt und die nötigen Schritte bereits eingeleitet. Mo�en- Spielplan der Berliner Cbeater. «Snigl. Opernhaus. Sonntag: Miznon. Montag: Der Freischütz. DienSwo: Samson und DalUa. Mittwoch: Aida. Donnerstag: Salome. (Ans. 8 Uhr.) Freitag: Di« M-ülerstnger von Nürnberg.(Ans. 7 Uhr.) Sonnabend: Hänjel und Gretel. Die Pupp-nfte. Sonntag s Die Zauber- (löte. Montag: Carmen.(Ansang 7'/, Uhr.) Köniql. Schauspielhaus. Sonntag: Em schritt vom Weg«. Montag: Di« Karoiinaer. Dienstag:«ürgeriich und romantisch. Mittwoch: Flachs- man» als Cizieher. Donnerstag: Colberg. Freitag: Doktor Klaus. Sonnabend: Mwia Stuart.(Ans. 7 Uhr.) Sonntag: Goldfische. Montag: Götz von Berliching Wintermärchen. Freitag: Ein Sommernacht» träum. Sonnabend: Der fette Eäfar.(Ansang 7'/, Uhr.) Sonntag: Der sette Cäsar. Montag: Judith(Anfang 8 Uhr) Kaw«erspielr. Sonntag: Der(»ras von Gleichen. Montag: Frühling» Erwachen. Dienstag: Die Königin. Mittwoch: FnchlmgS Erwachen. Donnerstag: Der Gras von Gleichen. Freitag: Gawan. Sonnabend: Der verwundete Bogel. Sonntag: Frühling» Erwachen. Montag: Gawan.(Ansang 8�, Uhr.) Lesiiug< Theater. Täallch: Glaube und Heimat(Ansang 8 Uhr.) Residenz-Tdeater. Täglich: Di« Dame von Maxim.(Ans. 8 Uhr� Komische Oper. Täglich: Der verbotene Kuh.(Anfang 8 Uhr.) Kleines Theater. Allabendlich: Der Leibgardist(Anfang 8 Uhr.) Berliner Theater. Täglich: Bummelsiudenten.(Anfang 8 Uhr.) SteueS Schauspielhaus. Täglich: Die keusche Susanne.(An- sang 8 Uhr.) Neues Theater. Geschlossen. � �_. Schiller-Theater O. Täglich: Der dunkle Punkt Nächsten Montag: Sgmont(Ansang 8 Uhr. Schiller-Tkeater«harlotteubnr«. Täglich: Panne.(Ansang 8 Uhrr) Friedrich» Biilhrlmsiä diischeS Schauspielhaus. Geschlossen. Theater des Tvefteu«. Täglich: Die lustigen Nibelungen.(Ansang 8 Uhr.) Lutfen-Theater. Sonntagnachmittag 8 Uhr: Lorb«erb-mm«rd Bettelslab. Abend«: Der Siebente. Montag: Der Glöckner von Rotre» Dame. Dienstag und Mittwoch: Der Siebente. Donnerstag: Der miöckn-r von Noire-Dame. Freitag und Sonnabend: Der Siebente. Sonntag: Unbestimmt. Montag: Der Glöckner von Rotre-Dame.(Ansang 8'/, Mr.) Neu«, Operette», Theater. Xägttch: Ein« Milltoa.(Ansang S-f, Uht) Triauon-Theater. Täglich> DaS Prinzchen. �Ansang 8-� Uhr.) Thalia-Theater. Sonntagnachmittag 3 Uhr: goldene Schüssel.(Anfang 8 Uhr Polnische Wirtschast vusttpielhiu,». 20 Min.) Rose-Theater. Täglich: Staatsanwalt«lexmider.(Anfang mj. U»r) Meeropol> Theater. Täglich: Hoheit amüsiert sich.(Anfang 8 Uhr) Kaltes«apriee. Täglich: Drei Fraucnhüte. Sie ist eme Ausnahme. (Anfang 8»), Uhr.) Herrrnseld> Theater. Täglich: Da, Kwd der Firma. Schmerzlose Behandlung.(Ansang 8 Uhr.) Berliner Prater-Thrater. Tägllch: Die junge Garde.(Ansang VI, Uhr.) Voigt-Xheater. Täglich: Preciosa. «pollo-Theater. Täglich: Spezialtt-tten.(Ansang 8 Uhr» Passage- Theater. Sonntagnachmtttag 3 Uhr: Spezinliiätev. TSx. lich: Spezialüäten.(Ansang 8 Uhr.) Wintergarten. Täglich: Spezialitäten.(Ansang 8 Uhr.) Neichshallen-Theater. Täglich: Stettin»! Sänger.(Anfang 8 vh», Sonntags? Uhr.) «arl-Haverlaud-Xheater. Täglich t Ein stSsttger Jung«.(Ansang VI, Uhr.) V«b>mannS Theater. Täglich: Speziasttäten.(Ansang 8 Uhr.) Noacks Theater. Täglich: Guten Morgen, Herr Fischer.(Rnsimg 8 Uhr. Königstadt-Kafino. Täglich: SvezialttZien.(Ansang 3 Uhr.) «astno-rdeater. Täglich: Der selig«' Intimes Theater. Täglich: Pariser l Kaifrr-Pauorama. 8. Wanderung in die sächsistj italienische Seen: Lag» Raggtore usw. Urania> Theater, Taubenstr 48/43. Sonntaa: Lebend« Tierbilder von nah und fern. Montag: Die Insel Rügen. Dienstag. Mittwoch und Donnerstag: Lebende Zierbilder von nah und fern. Freitag: Die Insel Rügen. Sonnabend und Sonnlag: Lebende Tterdilder von»ah und jcrir Montag: Unbestimmt.(Ansang 8 Uhr.) Sternwarte, Jnvaltdenist. 57—62. (Ansang 8 Bht) Ifang 8's, Uhr.) Schweiz. Ober- Nedenfche Kranken-«nd Sterbetass« Nr. 5, gegründet 1795. Heute 2—7 Uhr bet Nöwer, Elifabithfirchstr. 14: Zahl- und Ausnahmetag. Marktpreis«»an Berlin am 18. August 1911. nach Ermittelung des Köniallche» Polizeipräsidium». M ar t t ha U e n p r eis e.(Kleinhandel.) 100 Kilogramm Erbsen, gelbe, zum Kochen 30.00— dO.OO. Speisebobnen, »ritz«, 30,00- 50.00. Linsen 20,00- 60,00. Kartossetn 10,00—16,00. 1 Kilogramm Rindfleisch, von der Keule 1.60—2.40. RinMloiich. Bauchfleisch 1,90 bi« 1,10. Schweineslcisch 1.20—1,80. Kaldsteisch 1,40-2,40: Hammelfleisch 1,50-2.30. Butter 2.40-3.00. 60 Stück Eier 3.00—6.00. 1 Kilogramm Karpfen 1,40—8,40. Aal» 1,60—3,20. Zander 1.40-�3,60. Hecht« 1.40 bis 8,80. Barsche 1,00-3,00. Schleie 1,20-3,§0. Blei» 0,80-1,60. 00 Stück Krebse 2,00-36,00._ !S)>,ft»rstaild«,Ralt,rte»t«M der Landetanstalt sllr Gewässerkunde, mitgeteilt vom verstner Wetterbureau Wasserstand Tststt B r« g« I. Jnsterburg B e i ch s» l. Tdorn 0 d, r. R-nbor , Krassen , Frantwrt Warthe, Sarnnm , Lanvsberg Netze, Vorvam» Elb«. Leimrerq , Dresden , Bardo , Magdeburg Wasserstand Saal«. Grochlltz Havel, Svandaufl , Ratdenow') Spiet, övremderg») ,»««Slow Weser, Münden , Minden Rhein, MaximikianSau , Kaub , Köln Neckar, Heilbron» Main, Werlbeun Masel, Trier am 18.8. am 85 -—8 —34 52 82 -131 -64 850 137 98 94 74 —26 teil 17.6. ora') -f3 ±1 -3 -4-1 +4 +4 —2 —2 — 1 tt «)+ bedeutet Such»,- Fall,-«) Unterpegel. Brlefhaften der Rcdahtlon. Tte tariftische«»eechstande findet Stade» Nrafte«», vora vier Treddea Fabrfta»«—. wache», tgliq»„ ,41 Uhr-dend», Gannadend«, von 411 bit a Uhr«de-»» ft«„. Dttestifte»»«fti»»lrn Anfrage iii ein Bachsi«»« an» et», Zaz,„z Mcrtjeiche» dkizui»,?». Brieflich,«nlwir« wir» aich« ctleUt.«»trage», deaea Niue«donaruicaiSaniitnug deigcsng, werde»»(cht»nutwetut, SUtge g ragen trage man in»r« Shrechftnn»,»oj. I P. Hönlete. Di« Adresse ist UN» nicht bekannt. Ziehen Sie liebe» «wen Arzt zu Rate.— Pauli« 81, Wir raten Ihnen nicht dazu und ttftffet» eS pf?«r»nIMehung C5cvla(Telt.— S. G. 10». Petersburg 1 600 000, Moskau 1 175 0C0, Riga 365 000, Lad» 385 000 Ein- wohncr. Wieviel DeuOche in de» einzelnen Städten ansässig, können wir nicht feststellen.— Diamant. Verbrennt in starker Glühhitze unter Zu« tritt des Sauerstoffs der Luft ohne Rückstände.— Q. 77. Nichten Sie Ihre'Anfrage an den Deutschen Metallarbeiter-Berband, Berlin, Charitä« straffe 3.— 8. I. ZO. Deutiche Handelskammer für Rumänien, Bukarest, Strada Dionisi 3.— 8. I. 40. Kommunistischer Arbciterbildungsoerein, London, 107 Charlotte Str. Fitzroy W. Squaret.— M.®. 71. Rein. A W. ZH. Sie haben vierzehntägige Kündigung.— H. G. 101. Die Benutzung des Weges kann Ihnen nach Lage der Sache nicht verboten werden. Eintragung in das Grundbuch ist nicht erforderlich. Sie können das Recht eventuell im Klagewcge erzwingen.— 91. 105. Im Klageweg« würde Ihr Mann ungejähr 15 M. ivöcheutlich zahlen muffen. Wenden Sie sich an Ihren Bezirksvoistehcr, der Ihnen ein« Kinderbewahranstalt nachweisen wird.— A. U. 100. List noch nicht verjährt.— K. St. SS. Sie tönnen die Miele nicht zurückfordern. Wenn Sie nicht kündigen, muffen Sie i,nmtt welker zahle«.—eisuUgerstr< öS, OranuenJStr&8&t?l* Käniöit-raS&er 3t* Vluiäqrf, eertistrV-d Cinsegnungsstielel für Knaben und Mädchen Unsere Einsegnungs- Stiefel sind unter besonderer Berücksichtigung der modernen Hygiene aus bestem Material hergesteilt, zeichnen sich durch technisch richtigen Schaftschnitt und naturgemässe Sohlenformen aus und verbinden aparte Eleganz mit stadtbekannter Preis Würdigkeit Paul flanke's Brot-Bäckereien liefern von jetzt ab Brot von neuem Koggen Geschäfte in allen Stadtteilen Berlins und Umgegend. Jedes Wort 10 Pfennig. Das fettgedruckte Wort 20 Plg. Worte). Stellengesuche und 5 Pfa-.: das erste Wort(fettgedruckt) 16 Ptg. Worte tnstaben xShlc j 2 fettgedruckte Schlafstellen■ Anzeigen mit mehr als 15 Buchstaben xihlcn doppell. Verkäufe. Deppiche(Farbensehler) Gelegen. beitskaus. Fabriklager Manerboff, Nur Groffe Franksurte» straffe S, Flur. eingang. Gegründst 1874. BorwärtS« leiern lO Prozent. Sonntag» geöffnet. 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Wageufabrik llcUmnth, Stralauer Straffe. Wagensabrik Vell A Ruhr- bock, Kaiserin-Augusta-Allee, Charlottenburg. Kanimfabrit Blech, Warschauer Straffe 41/42 und Revaler Straffe 1. Bautischlerei Faul, Monn- mrnteuftrafte 25 und Hagel- berger Straffe 4. Jalousiefabrik Beinr. Freeae, Berlin-Rirderschönhauseu. Sargfabriken Itosinskl, Sich- teuberg und RummelSburg. Sämtliche Betriebe in Ham- bürg. Liegnitz, Forst. Da« Berliner Arbeitswilligen- vermitteluugsbureau d. gelben .HandwerkerschuuverbandeS-'. Arbeitsnachweis d. Stellmacher- tnnung und der Wagenfabri- kanten, Kaiser-Franz-Grenadier- Platz. Zuzug ist streng fernzuhalten. Die Ortsverwaltung Berlin des Deutseben Holzarbeiterverbandes. An Dir organifierte Arbeiterschaft Kerlius und zlmgegend. Hierdurch weisen wir besonders da» raus bw, daß der Betrieb von Heinrich Freefe, Jalousie- und Holzpflasterfabrik, Rieder-Schönhauseu, wegen Richtauerkeunung des freien Koalitionsrechts sür alle organisierten Arbeiter nach wie vor als gesperrt zu betrachten ist. Deutscher?o/2 Transportarbeiterverband. Stukkateure. Gesperrt find die Firmen t Heinr. Moldenhauer, Stoof u. Rostn, Ebert und Horst(sämtlich in Potsdam). Für den Bezirk Moabit liegt unserer heutigen Nummer ein Prospekt d«S Konfektionshauses Hermann Schlesinger, Berlin MW« Turms, raffe 38, bei. u-LerliMgichgit Mut Sioaer u. Es-,