Nr. 205. Erscheint täglich außer Montags. Preis pränumerando: Vierteljährlich 3,30 Mart, monatlich 1,10 mt, wöchentlich 28 Bfg. fret in's Haus. Einzelne Nummer 5 Pfg. Sonntags- Nummer mit illuftr. Sonntags- Beilage Neue Welt" 10 Pfg. Boft- Abonnement: 3,30 Mt.pro Quartal. Unter Kreuzband: Deutschland u. DefterreichUngarn 2 Mt., für das übrige Ausland 3 Mt.pr.Monat. Eingetr. in der Poft Zeitungs- Preisliste für 1893 unter Nr. 6708. Vorwärts 10. Jahrg. Infertions- Gebühr beträgt für die fünfgespaltene Petitzeile oder deren Raum 40 Pfg., für Vereins- und Beriammlungs: Anzeigen 20 fg Inferate für die nächite Nummer müssen bis 4 Uhr Nachmittags in de: Expedition abgegeben werden. Die Erpedition in an Wochen= tagen bis 7 Uhr Abends, an Sonnund Fefttagen bis 9 Uhr Vormittags geöffnet. Zernsprecher: Amt I. 4186. Telegramm- Adresse: " Sozialdemokrat Berlin! Berliner Bolksblatt. Zentralorgan der sozialdemokratischen Partei Deutschlands. Redaktion: SW. 19, Beuth- Straße 2. Der Würzburger Katholikentag. Freitag, den 1. September 1893. Expedition: SW. 19, Beuth- Straße 3. Bildung beanspruche nicht nur das Recht, ungläubig, sondern die Böckelinge in Hessen arbeiten auch die Zentrumsauch das Recht, unmoralisch zu sein. Gut ist es nur, daß für männer in Unterfranken durch Aufrüttelung des Bauernalle diese verderblichen Schäden der Vorsitzende des Kongresses, standes aus seiner stumpfen Theilnahmlosigkeit in letzter der Graf Galen, ein untrügliches Heilmittel entdeckt hat. Nach Linie für unsere Ziele. Nach all' den Fährlichkeiten, die die Zentrumspartei in ihm löst der Gruß Gelobt sei Jesus Christ" die soziale Wie sehr alle solche sozialisirenden Politiker, ohne es zu diesem Jahre mit Ach und Krach überstanden, ist den Frage", was sich denn hoffentlich alle, die sich mit dieser merken, allmälig durchtränkt werden von sozialistischen Zentrumspatrioten, die noch ausgehalten haben in dem schwierigen Angelegenheit bisher befaßt haben, zur Lehre Joeen, dafür lieferte Herr Gröber selbst ein treffendes Beibröckelnden Thurm, zu gönnen, daß sie sich von dem und Nachachtung dienen lassen. spiel, indem er anführte, durch die gegenwärtige wirthschönen Geläut der Würzburger Glöckli" in sanfte Träume So völlig sind von diesem Heilmittel übrigens auch schaftliche Entwickelung seien die Reichen reicher, die Armen einwiegen lassen. Wenn man sich auf die Reden der Geist- die gläubigsten Politiker der Zentrumspartei bisher noch ärmer und zahlreicher geworden. Es gäbe keine einheitliche lichen und Laien auf dem Würzburger Kongreß verlassen nicht überzeugt, denn sonst würden sie sich nicht die über- Interessengemeinschaft mehr. könnte, da stände es vortrefflich um die ultramontane Sache. flüssige Mühe gegeben haben, zur Lösung der sozialen Frage Die Arbeiter müßten vor der Ausbeutung durch das Aber da heutigen Tages der Erfolg auch den Frommen allerhand Vereine zu gründen. Der eine derselben, der Kapital gesichert werden. Wenn er nun zwar weiterhin nicht mehr im Schlafe und in Träumen gegeben wird, Katholische Volksverein", hielt nebenbei auch noch in meinte, die Arbeit werde dadurch wieder zu Ehren kommen", sondern in heißem Kampfe errungen sein will, wird sich Würzburg eine Generalversammlung ab. Aus den ge- daß Handwerk und Bauernstand in alter patriarchalischer Weise niemand durch die salbungsvolle Einmüthigkeit der Kongreß machten Mittheilungen geht hervor, daß er weniger in wieder belebt würden, so zeugt das nur davon, daß Herr reden im Lobpreifen ihrer eigenen Bestrebungen darüber po tiven Vorschlägen als in der Bekämpfung der Sozial- Gröber die aufgesogenen sozialistischen Gedanken nicht völlig täuschen lassen, daß die Tage einer selbständigen konfessionellen demokratie feine Aufgabe erblickt. So wurde mit Genig ausgedacht hat, aber bei den katholischen Bauern, HandPartei in unserem öffentlichen Leben gezählt sind. thuung die Verbreitung einer gegen die bösen Sozi gerichteten werkern und Arbeitern, denen er selbst und seine ParteiVielmehr ist gerade die völlige Harmonie der Ver- Broschüre Der rothe Doktor Quacksalber" gerühmt und genossen sie einflößen, wird schon die Logik der Thatsachen handlungen ein neuer Beweis dafür, wie weit der Ber- ebenso spielt eine Hauptrolle in der Thätigkeit des das ihrige thun, um die richtigen Folgerungen in den bröckelungsprozeß bereits vorgeschritten ist: Weder die Vereins die Abhaltung" praktisch- sozialer Kurse", durch Köpfen des katholischen Volkes zur Reife zu bringen. Und grollenden Ochsengrafen aus Schlesien und die geschorenen welche den Geistlichen und sonstigen Gottesstreitern weil wir auf diese Logik der Thatsachen vertrauen, können Lämmer Westfalens, noch auch die demokratischen Bauern- in denkbar kürzester Frist, in wenigen Lektionen, mit dem wir diese auflockernde Thätigkeit der katholischen Sozialbündler aus Bayern waren in Würzburg erschienen. Nur Nürnberger Trichter eine hinreichende Kenntniß der sozialen politiker nur gutheißen. was einverstanden ist mit der Mittelwegspolitik des diplo- Dinge eingegeben wird, um sie zu Aposteln des christlichen matischen Lieber, der in Windthorst's ausgetretenen Schuhen Sozialismus tatholischer Observanz zu weihen. In Gladdahinschleicht, war dem verlockenden Geläut der Würzburger bach wurde voriges Jahr ein solcher Kursus mit 582 3uGlöckli gefolgt. hörern abgehalten, in Bamberg dieser Tage ein zweiter mit diplomat, indem er den religiösen Hauptzweck des Katholiken tages betonte und rieth, die Politik ganz bei Seite zu laffen. Doch die arge Here weiß sich stets Eingang zu ver schaffen auch in die frömmsten Versammlungen, die mit Gebet ihre Verhandlungen beginnen und mit Gebet sie schließen. Sie reden Politit, ohne es zu wollen, die Geist lichen wie die Laien, wie weiland der geadelte Bürger Molière's zu seinem Erstaunen erfuhr, daß er" Prosa" sprach. " Herr Lieber verfuhr denn auch als echter Kirchen- 768, und in Neiffe soll im September ein dritter stattfinden, Politische Leberlicht. zu dem bereits 400 Alumnen vorgemeldet find. träumen. Berlin, den 31. Auguft. Aber auch auf andere Weise suchen die Zentrumsführer noch durch Vereinsgründungen sich ihren entschwindenden Die öffentliche ,, Sittlichkeit des Klassenstaats Einfluß zu sichern. Sie haben es auf die Bauern und Hand- verträgt sich mit dem staatlichen Betriebe von Glückswerker abgesehen. Die Hebung des Mittelstandes empfiehlt spielen, von Lotterien. Jetzt will angeblich Herr der Württemberger Gröber, wohl der demokratischste unter Miquel die Steuer für Lotterieloose von fünf den gegenwärtigen Bentrumsführern, seinen Parteigenossen auf acht Prozent erhöhen lassen, um für den Moloch dringend. Den Bauern find sie denn auch sofort in fünf Millionen Mart mehr herauszuschlagen. Daß das Würzburg mit der Gründung eines unterfränkischen Lotteriespiel überhaupt unterdrückt werden muß, davon läßt Wie sich's ziemt, begann die Generalversammlung mit Bauernvereins auf den Leib gerückt. Sie kommen etwas sich die Schulweisheit unserer Bourgeoispolitiker nichts der altgewohnten platonischen Erklärung zu gunsten der spät damit, nachdem die niederbayerischen Bauern sich territorialen Unabhängigkeit und Souveränität des heiligen durch Gründung eines eigenen Bauernbundes von dem Stuhls" ihre Verhandlungen und dann träufelten nach Gängelbande des Zentrums emanzipirt haben. Wenig wird ,, Anarchisten und Bourgeois. Während die einander einige geistliche Würdenträger das Del ihrer es auf die Dauer helfen, daß dem unterfränkischen Bauern Bourgeoispresse in der Regel die" Anarchisten" für konseKanzelberedtsamkeit den entzückten Gläubigen ins Ohr. Ganz bunde eine katholische Grundlage" gegeben werden soll. quent revolutionäre Sozialisten und grimmigste Feinde der überraschende Offenbarungen über allerhand Dinge und Auch durch das Eifern für Kornzölle und gegen den Bund bürgerlichen Gesellschaft ausgiebt und den Anarchismus mit Vorgänge dieser Welt bekam man da zu hören, wie sie so der Landwirthe mit seiner für bayerische Verhältnisse un- Wollust als fürchterlichen Wauwau hinstellt und ausstaffirt, naiv außerdem nur noch von den gescheitelten protestantischen brauchbaren preußischen Spize" werden sich die unter hat sie dann und wann doch auch lichte, oder unvorKirchenleuchten zum besten gegeben werden, wenn sie sich auf's fränkischen Bauern nicht auf die Dauer abhalten lassen, sichtige Augenblicke, wo sie in dem Wauwau den Zwillingsweltliche Gebiet hinauswagen. Der Bischof von Würzburg sich auf eigene Füße zu stellen. Es wird in Unterfranken bruder oder das natürliche Kind des Kapitalismus erkennt erleuchtete uns über den Sozialismus durch die Enthüllung, gehen wie in Niederbayern, und wie voraussichtlich bald- jedenfalls Fleisch von seinem Fleische. daß dieses verderbliche Erzeugniß unserer Zeit an die auch in Hessen, wo jetzt schon in der zu antisemitischen In einer Reihe von Artikeln, die jetzt unter dem Stelle der chriftlichen Liebe die rücksichtslose Gewalt, die Zwecken angefachten Bauernbewegung der Antisemitismus Titel: Anarchismus und Kommunismus" durch die natiorohe Gleichmacherei aller Verhältnisse" sezen wolle, und der zurücktritt, um den bäuerlich- sozialistischen der Sozialdemo- nalliberale Presse gehn, kommt der Verfasser, nachdem er pfälzer Polterprediger Hammer versicherte, die moderne kratie sich näheruden Bestrebungen Blaz zu machen. Wie die Schrift: Die Anarchisten" John Mackay's, des ProFeuilleton. Nabruck verboten.) ( 57 der blanken Fläche einer Spiegelscheibe zurückgeworfen Genuß bis er ihnen zum Ekel wird, Wagen, prunkende wurde, und dann war es, als ob das dort unten hin- Toiletten und nichts weiter zu thun, als täglich stolz um gestreckte Ungeheuer aus dem Nebel seine Diamant- den See herum zu kutschiren, um sich Appetit zu verschaffen, augen aufleuchten ließ. Wie das Meer, wie der gestirnte am Abend Bälle, Konzerte, Theater, Spiel, wenn sie sich Himmel, wie die grandiosesten Schauspiele der Natur, so er- langweilen, Reisen, Jagden oder auch galante Abenteuer. Die Bekehrung André Savenay's. weckte auch der ungeheure Raum, auf dem sich dieser menschliche Und doch gelingt es den reichen Prassern dabei oft noch Sozialistischer Roman von Georges Renard. Autorisirte Uebersehung von Marie Kunert. Ameisenhaufen erstreckte, die Jdee des Unendlichen. Es nicht, ihr Geld los zu werden! Stolz und anmaßend sind war nicht möglich, ohne Ehrfurcht und Schrecken zugleich, fie dabei! Das ist doch noch etwas, wahrhaftig! Ihre an die Unermeßlichkeit der hier allein in Steinen, Holz, Bäter haben sich früher einmal ein Stück Land mit Glas, Metallen aufgespeicherten und krystallisirten Arbeit, Gewalt angeeignet, beim König um eine Pension gebettelt, die sich über mehrere Quadratmeilen Erde ausbreitete, zu die Güter eines Verbannten mit Beschlag belegt, aus den Am Fuße des mit kleinem Buschwert bestandenen Abhangs denken. Und daneben gab es noch eine unzählbare Menge Riften des Staates gestohlen, was sie fonnten, falsches Ges zog die Seine, einem blauweißen Bande vergleichbar, ihr von Gedanken, Interessen, Leidenschaften, Freuden und wicht verkauft, auf das Unglück des Voltes spekulirt, was sanftes, leuchtendes Gefäll dahin, das ein Dampfer mit Schmerzen, die nun seit fünfzehn Jahrhunderten schon in weiß ich? Oder vielleicht sind sie selbst geldgierige Langer Furche durchschnitt. Am Ufer des Flusses flatterte diesem Zentralherd des Lebens durcheinander gebrodelt Abenteurer, heute Millionäre, weil sie Glück gehabt haben, Die an langen Leinen befestigte Wäsche lustig im Winde. hatten, der glühender und furchtbarer war, als der Krater morgen Schurken, wenn es sich von ihnen abwendet. Dann kamen die weißen, mit rothen Biegeln gedeckten eines Bulkans! Ehrlichsten unter ihnen sind noch gute Leute, die ihren Häuser des Dorfes Boulogne, die düstere Masse des Bois Die drei Spaziergänger waren ernst und nachdenklich armen Teufeln von Arbeitern die blanken Goldstücke ausmit grünen Hafenflecken und den Rennbahnen da- stehen geblieben. Allein auf der Terrasse versenkten sie sich schwitzen. Ehre und Freude dieser goldenen Klique, die es zwischen. Jenseits davon lag in grauem Dunst in stumme Betrachtungen. Aber da sie traurig waren, war versteht, von der Arbeit anderer zu leben! etwas Riesengroßes, Undeutliches, Ungeheuerliches: es auch Traurigkeit, was ihnen aus dem Grunde dieser Den anderen dafür die Last und Mühe, nichts als das war Paris. Ein Chaos von Gebäuden, die Hügelkette, hinter der Paris sich regte, ins Herz drang. Laft und Mühe und die Verachtung. Wenn die Armen nicht einmal das fich wie eine Herde Schafe auf einen Haufen aneinander Endlich brach Vater Deschamps in dem unwiderstehlichen geboren werden, besißen sie nichts, Und diejenigen, drängten, senkte sich bald, bald stieg es wieder empor bis Bedürfniß, sich von dem Uebermaß seiner Gefühle zu be- Recht zum Leben, wie es scheint. zum ferneren Horizont hin wie die Wogen eines im Sturm freien, das Schweigen: welche von Geburt an alles besitzen, rufen dem Einerstarrten Meeres. Aus diesem folossalen Knäuel lösten sich Seht Ihr hier den schreienden, in die Augen springen- bringling, der es wagt, mit leeren Händen auf die einige Monumente heraus wie Riesen aus den Reihen einer den Kontrast? Boulogne! Das ist der Namen des armen Welt zu kommen, zu: Bezahle uns für Essen und Armee. Da war der Triumphbogen auf dem Hügel, die Arbeiterdorfes, das glücklich ist, wenn es den Reichen die Trinken, denn Korn und Wein gehören uns. Bezahle uns, zierliche Eisenspiße des Eiffelthurmes, die vergoldete Kuppel Wäsche waschen kann. Es ist aber auch der Name des wenn Du schlafen willst, denn die Häuser gehören uns. des Invalidendoms, das graue Kuppeldach des Pantheons, eleganten Wäldchens, in dem die Müßiggänger beider Bezahle uns für die Gunst, arbeiten zu dürfen, um uns zu Repräsentanten aller Zeiten, aller Künste, aller Welten ihren Lurus spazieren führen. Da haben wir bereichern, denn der Grund und Boden, die Fabriken ge= Zivilisationen. Hier und dort blitzte es auf, wenn der unsere ganze Gesellschaft im Kleinen! Ueberfluß und Noth hören uns. Von dem, was Du hervorbringst, nehmen wir Strahl der Sonne von der Vergoldung einer Statue oder dicht neben einander. Für die Einen Genuß und wieder den größten Theil, den kleinen lassen wir Dir, und Du pheten der Berliner Anarchisten", kritisirt hat, zu dem Schluß: Was der Verfaffer im Namen des Anarchismus fordert, das ist entweder schon in der jezigen, von ihm so sehr verfluchten und dem Untergang geweihten Gesellschaftsordnung zu finden, oder es ist ein Widerspruch in sich." war, daten war. " " Die Angelegenheit Wickel. Seydel, so wird der dortigen Strafgefängniß seiner Beit stattgefundenen an Frankfurter Zeitung" aus München geschrieben, ist geblichen Entwendung von Akten", in denen sich kriegsdanach angethan, großes Aufsehen zu erregen. Erst er gerichtliche Erkenntnisse befanden, Termin zur Hauptvers tränkt sich der Soldat, dessen von seinem Vater vertretenen handlung auf den 19. September d. J. angesezt. Unser Beschwerden über Chikanirung zurückgewiesen worden waren, Genosse Frizz Kunert ist wegen Anstiftung zum Diebdann erschoß sich der Hauptmann, der Vorgesetzter des Sol ftahl" angeklagt. Es handelt sich um die unseren Lesern Die Sache foftete also awei Personen das wohlbekannten Urkunden zur Geschichte der MilitärgerichtsDas Urtheil ist ganz richtig. Das Mackay'sche Ge- Leben, von denen man sagte, daß sie beide in ihrer barkeit. schreibsel besteht außer einigen neuern, aus Frankreich Sphäre tüchtige Menschen waren. Worin die angebliche Sehr berichtigungs" luftig ist die kaiserliche importirten Phrasen in misverstandenen und unver Chikanirung des Wickel bestand, ist noch nicht genügend dauten Säßen Mar Stirner's, der in seinem ficher gestellt. Anscheinend glaubwürdig wird jedoch er- Ober- Postdirektion in Liegniß, die uns schon Einzigen und sein Eigenthum" nur die ideologifirten zählt, daß Hauptmann Seydel auf die Beschwerden zwei Berichtigungen“ in der Angelegenheit des Postgehilfen Grundgedanken der Bourgeoisiegesellschaft entwickelte, und des Wickel diefen abgewiesen und hinzugefügt habe, er Herrmann zugeschickt hat," Berichtigungen", die allervor 1848 für das ökonomisch damals sehr zurückgebliebene fönne ihn überhaupt nicht leiden. Und ein Unteroffizier dings den Thatbestand nicht änderten, nämlich, daß ein Deutschland in dem luftigen Aether der Philosophie einen soll zum Wickel gefagt haben: Es hilft Ihnen nichts, der faft fünfzehn Jahre im Postdienst beschäftigter armer Teufel " Butunftsstaat" aufbaute, der dem in England bereits ver- Hauptmann fann Sie doch nicht leiden. Wenn je ein Fall noch nicht etatsmäßig angestellt, fich einen geſehlichen wirklichten Gegenwartsstaat die Bourgeoisie zwar nicht in amtliche Aufklärung für die Deffentlichkeit verlangte, so ist Pensionsanspruch noch nicht erdient hat", und somit den allen Einzelnheiten entsprach, aber ihm doch so ähnlich es der vorliegende, der sich augenscheinlich nicht unter den ärgften Fährlichkeiten ausgesetzt ist. In unserer ersten Notiz, einem höckerigen Epiegel zurück gewöhnlichen Begriff Soldatenmißhandlung" einreihen läßt. die den Fall Herrmann behandelte( Nr. 175 vom 28. Juli) geworfenes Bild, wenn es dann noch auf den Kopf gestellt Die Aufklärung über Ursache und Wirkung ist um so schrieben wir: Herrmann hat ziemlich 15 Jahre bei der Post gewird, dem Original ähnlich sein kann. Stirner glaubte dringlicher, als das beklagenswerthe Ende der zunächst Be dient, war aber noch nicht etatsmäßig angestellt!" Neues zu schaffen, und er gab blos ein mangelhaftes und theiligten, des Vorgesezten und des Untergebenen, eine ruhige Auf diese Stelle nimmt weder die erste Berichtigung der verzerrtes Spiegelbild der von ihm unbegriffenen und will und fachliche Behandlung der Angelegenheit von selbst türlich zurechtgestußten bürgerlichen Welt. Sein Jdeal des fordert. Es genügt nicht, den Soldaten als zu Tiefsinn, Oberpostdirektion( Nr. 184 vom 8. Auguft), noch die zweite absoluten Individualismus ist nur ein Reflex der bürger den Offizier als zum Aufbrausen neigend hinzustellen. Eine Berichtigung( Nr. 188 vom 11. August) auch nur mit einer lichen Gesellschaft, und desgleichen ist der ganze moderne andere Frage ist ferner, auf welchen Standpunkt sich die Sylbe Bezug! Der Sachverhalt war von uns also Anarchismus", der sich geistig niemals auch nur annähernd Herren Offiziere und da scheint es, tommen wir sehr, treffend wiedergegeben, da ja sonst sicherlich die Herren auf die Höhe des Stirner'schen Buches erhoben hat, nichts sehr hoch hinauf billigerweise stellen sollen, wenn ein in Liegnig, die auf die eine Berichtigung den Trumpf einer als ein früber Reflex der kapitalistischen Welt, deren trasfer Vater für seinen Sohn sich beschwert. Gerade der doppelte zweiten Berichtigung fetten, sich beeilt hätten, uns auch Jchkultus und deren Gewaltanbetung und Spizbubenmoral Selbstmord giebt dieser Beschwerde und ihrer Behandlung hier zu berichtigen". Das geschah nicht. Nun schrieben er in seinem Programm erhoben( oder erniedrigt) und mit ein besonderes Relief. Beide Männer wären heute noch wir in Nr. 190 vom 15. August in einer neuen Erörterung dem Renommir- Stempel der Revolution" versehen hat. am Leben, wenn die berechtigte Sorge eines Vaters nicht des Falles Herrmann: Die gescheidteren Bourgeois wissen das und haben deshalb auf hochfahrende Exklusivität es ist dabei beileibe gestoßen feine Furcht vor dem Anarchismus, zu dem nicht blos nicht an den Hauptmann allein zu denken tattische Klugheit, sondern auch der Zug des Herzens fie hintreibt. Aus Marburg wird uns unterm 30. August geschrieben: Unter den Anarchisten" selbst, soweit sie nicht blos Ihre Leser erinnern sich gewiß noch des auch vom Vorwärts" hirnlose Schreier oder Schlimmeres find, giebt es gewiß mitgetheilten Borfalles, der sich im abgelaufenen Semester in freuzbrave Leute, allein ihr bramarbafirendes Wüthen gegen Bonn bei Gelegenheit einer Vorlesung eines Professors die kapitalistische Gesellschaft hat doch etwas ungemein der Medizin zutrug. Der Herr Professor erklärte damals Komisches, denn sie schimpfen blos deshalb auf die Eigen- seinen Hörern, daß er ihnen keine neuen Kranke vorführen thumsbestie", weil sie logischer ist als sie selber, und den könne, es sei keine neue Wäsche vorhanden und Gelder zu Individualismus so ausgebildet hat und so ausübt, wie er diesem Zwecke wären nicht zur Verfügung. Diesem bezeichsich in der Praxis naturnothwendig bethätigen muß. Der nenden Vorgange schließt sich jetzt an der Marburger ich- fanatische Anarchist", der dem ich- fanatischen Bourgeois Universität ein zweiter an. In der Nr. 203 der zumuthet, nach der anarchistischen" Phantasie- Schablone zu Oberh. Zeitung" ist wörtlich unter der Rubrik Aus der leben und selig zu werden, wird vom praktischen Bruder Universitäts- Chronit" folgendes zu lesen( es handelte sich Bourgeois gerade so herzlich ausgelacht, wie der philan- um das pharmazeutische Institut): thropische Bourgeois, der auf dem Boden der bürgerlichen Weltanschauung steht, dabei aber sich über deren praktische Konsequenzen entrüstet und sie beseitigen möchte. ,, Anarchist wie der Bourgeois- Philanthrop stecken beide im Sumpf der bürgerlichen Gesellschaft, und da sich niemand an seinem eigenen Zopf in die Höhe zu heben vermag, so werden sie auch drin stecken bleiben, bis die Spezies auss geftorben ist." Der Für die Soldatenschindereien" legt sich die Posener Zeitung" und nach ihr der Norddeutsche Pindter ins Zeug." Daß einige schwachmüthige Seelen sich beim Militär von der Wucht der Situation, darein sie die stramme Zucht des Heeres versett, erdrücken lassen" das ist eine Lappalie, über die nur sentimentale Schwächlinge sich ereifern und ein Lamento erheben können. Und die Sozialisten, die selber die ärgsten Tyrannen sind, haben vollends kein Recht, von„ Soldatenschindereien" zu reden. Gut gezischt, Reptil. wäre." Eine Vermehrung der Lehrmittel und Inventargegenstände fonnte auch in dem abgelaufenen Etatsjahre, trotz dringender Nothwendigkeit, nur in sehr bescheidenem Umfange eintreten, da die geringen disponiblen Geldmittel an sich kaum ausreichten, um das Institut überhaupt in normalem Betriebe zu erhalten." Also die der Wissenschaft dienenden Institute der preußischen Universitäten werden in so ärmlichem Maße mit Geldern unterstützt, daß man in Bonn feine Wäsche mehr hat, und in Marburg es geradezu ein Kunststückchen ist, ein Institut in normalem Betriebe zu erhalten. Ja, wenn es sich um Unteroffizierschulen, um Vermehrung der Marine und unseres Heeres handelte, dann wäre schauderhaft viel Geld da trotzdem nach dem Finanzminister Wiiquel Kulturaufgaben dabei nicht vernachlässigt würden. In Preußen- Deutschland ist nur und nur lediglich Geld für den Militarismus da, und wo dieser auf den Plan tritt, Da giebt es auch Gelder. Um also unsere Universitäten mit Geldmitteln zu versehen, giebt es ein gutes Mittel: man verleihe doch den Militäranwärtern und Offizieren a. D. die Professuren und gebe ihnen unsere Gelehrten als Assistenten, sofort wird Geld da sein. Was die Ober- Postdirektion in Liegnitz in ihrer zweiten Berichtigung" berichtigt", ist Silbenstecherei. Eins hat sie aber in ihrem Berichtigungseifer zu berichtigen" unterlassen ( weil sie das nicht berichtigen" fonnte), nämlich daß der Herrmann 15( fünfzehn) Jahre in der abhängigen Stellung eines Posthilfsboten sich befand, daß er jeden Tag weggejagt werden konnte( eine vierwöchige Kündigungsfrist ist bloße Formel, wenn der Postverwaltung wie hier, im Falle grober Dienstwidrigkeiten, oder bei Verlegung der durch den Beruf gebotenen Achtung, das Recht auf sofortige Entlassung zusteht), daß er also noch nicht etatsmäßig angestellt war. Werden die Posthilfeboten in Berlin mit 7/2, in den westlichen Provinzen mit 9 Jahren angestellt und betrachteten wir bisher dies als den höchsten Stand, so sehen wir hier, daß wir der Postbehörde Unrecht gethan haben, daß sie im Gegentheil fähig ist, den Bosthilfsboten noch während weiterer sechs Jahre ihr Wohlwollen" in Gestalt von 2 Mart pro Tag empfinden zu lassen, und das ist allerdings ja nur reiner Zufall sich auf diese Art und Weise bei etwa fich einstellender Dienst Untauglichkeit den Rücken frei zu halten. Das ist echt christliche Sozialreform von oben. Uebrigens sollte die Ober- Postdirektion in Liegnitz fich nicht gar zu sehr spreizen. Noch bis vor kurzem waren fämmtliche Bofthilfsboten auf„ Widerruf" beschäftigt, d. h. fie fonnten jeden Tag entlassen werden. Wenn sie jetzt- wenig stens theilweise auf vierwöchiger Kündigung stehen, so ist das zwar nur ein kleiner Fortschritt. Aber diesen Fortschritt der diesen wunden Punkt erzwungen zu haben, das ist das Verdienst des„ Borwärts", es ist nur einer von vielen in den Verhältnissen der Postunterbeamten immer wieder ans Tageslicht gezogen hat. Und wir werden auch weiter auf dem Poften sein." " Die Ober- Poftdirektion sendet uns nun zu diesen Ausführungen folgende Berichtigung": " Der ohne gesetzlichen Pensionsanspruch, aber auf grund besonderer Bewilligung mit einem Ruhegehalte in den Ruhestand versetzte Posthilfsbote Herrmann in Görlig ist nicht, wie in Nr. 190 des Vorwärts" behauptet wird, 15 Jahre, sondern nur 9 Jahre als ständiger Posthilfsbote im Postdienste thätig gewesen. Vorher war Herrmann nur einen Theil des Tages im Postdienste beschäftigt und zwar während 4 Jahren je 3/2 Stunden täglich( von 6 bis 92 Vorm.). Dieser Zeitraum wird, da H. den größeren Theil seiner Arbeitskraft außerdienstlicher Thätigkeit gewidmet hat, als Postdienstzeit nicht bezeichnet werden können." 11 3 Militärisches. Wie der Bayerische Kurier" erfahren hat, hat beim Münchener Leibregiment, das trot der Ersageinziehung um 400 bis 450 Wann schwächer als andere Regimenter ins Manöver zieht, jeder Soldat Deutsche Rechtspflege. Die Straffammer au 1/2 Pfund- Packet Dörrgemüse mitbekommen. Nach der Beuthen( Oberschlesien) verurtheilte den Redakteur Rückkehr muß das Packet zur ärztlichen Untersuchung wieder der deutschfreisinnigen Oberschlesischen Grenz- Zeitung", abgeliefert werden. Es wurden ferner Freiwillige auf- Flössel, wegen Majestätsbeleidigung zu sechs Monaten Diese Berichtigungs" Wortklauberei werden unsere gerufen, die etwa geneigt wären, während der Manöverzeit Gefängniß. Fiössel hatte Anfang Juli d. J. selbst den Leser richtig zu schätzen wissen. Wir halten es für Dörrgemüse zu essen. Es meldete sich jedoch Niemand; Entwurf einer Thronrede, wie sie nach seiner Ansicht der überflüssig, zu dieser oberpostdirektorialen Tüftelei etwas auch direkte persönliche Aufforderungen hatten keinen Erfolg, Stimmung des Boltes besser entspräche, veröffentlicht. Da zu bemerken, die daran teinen Deut ändert, daß obwohl den Soldaten ärztlicherseits die Versicherung gegeben inzwischen wegen einer zweiten, in der letzten Sonntags- Herrmann, nachdem er fünfzehn Jahre bei der Post wurde, daß das Dörrgemüse nicht die Ursache der letzten nummer des Blattes begangenen angeblichen Wajestäts- beschäftigt war ,, nur neun Jahre als ständiger PostEpidemie gewesen ist. Verschone man doch die Truppen beleidigung gegen Flöffel das Verfahren eingeleitet ist, hilfsbote", sechs Jahre als nichtständiger Arbeiter im mit Nahrungsmitteln, die ihnen widerlich sind. Kein Reiter beschloß der Gerichtshof die sofortige Verhaftung des Ver- Dienste des Stephan'schen Reichs" Muster" betriebes offizier würde den Pferden seiner Truppe Futtermittel urtheilten. feinen Anspruch auf auf Pension gehabt hat. Ueber geben lassen, die sie nicht fressen wollen. den Begriff Postdienstzeit" aber mit der OberPostdirektion in Liegnig angesichts dieser Thatsachen uns zu unterhalten, dazu haben wir nicht die mindeste Neigung. Die Thatsachen sprechen schon beredt genug. Das Landgericht zu Breslau hat wegen der im armer Jacques Bonhomme,*) Du wirst doch immer derselbe bleiben!" Vater Deschamps stieß einen tiefen Seufzer aus, machte einige heftige Schritte, schüttelte den Kopf, wie wenn er den feigen Gedanken der Hoffnungslosigkeit verjagen wollte, und rief, an seinen alten Platz zurückkehrend, mit dem Ausdruck eines unerschütterlichen Glaubens: mußt uns dafür noch dankbar sein. Wir könnten Dich ja verhungern lassen, indem wir Dir Arbeit verweigern. Geh, Elender, Hut ab und sei vor allem bescheiden! Du bist Die endgiltige Erntestatistik für 1892, die im dritten roh, denn Du berauschest Dich mit Branntwein und nicht Vierteljahrsheft zur Statistik des Deutschen Reichs" verin Champagner. Du bist unwissend: denn uns nur find öffentlicht wird, ergiebt, daß in Deutschland die Ernte an die hohen Genüsse der Wissenschaft und Kunst vorbehalten, Getreide erheblich besser war als im Durchschnitt der wie alle übrigen Annehmlichkeiten auch. Deine Frau hat legten zehn Jahre. Roggen und Weizen hatten überhaupt rothe, schmußige Hände. Aber es genügt, wenn sie nur den" Nein, nein, das ist unmöglich. Nur ein wenig Ge- die beste Ernte in dem ganzen Zeitraum seits 1882. Auch Wäscheblauel handhaben kann; der Fächer ist für unsere duld noch! Sie kommt, die große Neugestaltung der Ge- die Hackfrüchte ergaben größere Beträge, die Hülsenfrüchte, Frauen. Um so schlimmer für Dich, wenn Du Dir haft sellschaft! Ein dumpfes Bittern verkündet sie schon von außer Lupinen und Erbsen, überschritten ebenfalls den zehneinfallen lassen, als Arbeiter oder Tagelöhner geboren zu einem Ende der Welt bis zum anderen. Sie kommt, fried- jährigen Grntedurchschnitt. Handelsgewächse, Futterpflanzen werden!" lich, wie es die Starken sind, wenn man ihnen Raum giebt, und Wiesen hatten einen etwas geringeren Ertrag als der Bater Deschamps sprach mit der romantischen Be bereit, alles zu zerbrechen, wenn man sie aufhalten will. Durchschnitt. geisterung feiner Jugendjahre. Es war gerade, als ob Ach, Ihr jungen Leute, ich fürchte, ich bin zu alt, um sie dieser Frühlingstag das alte Blut in seinen Adern ver- noch erleben zu können. Aber Ihr andern, Ihr werdet sie Nun wissen wir's, der Schüßenherzog Ernst hat's jüngte, so daß es noch einmal aufschäumte. Um sich Luft sicher noch sehen, das sage ich Euch. Sie kommt so schnell, gefagt, die Sozialdemokratie ist ein Werkzeug zu machen, sprach er weiter, ohne sich darum zu kümmern, schneller vielleicht noch, als das neue Jahrhundert, und der Jesuiten. Ernst II. soll etliche Jahre vor seinem Tode ob man ihm auch zuhörte. dieses Mal wird man nicht wieder alle zwanzig Jahre eine gesagt haben: Ist diese Scheidung der Menschen in Luxus- und neue Revolution brauchen, denn die tommende Revolution Laftthiere nicht eine Ungeheuerlichkeit? Wir müssen wohl wird bis in die Wurzeln hinein die Ungleichheit des Beinfolge der langen Gewohnheit jedes Gerechtigkeitsgefühl sizes beseitigen und damit den ewigen Keim aller Ungerech verloren haben, um nicht ein Grauen vor dieser wider tigkeit, alles Hasses und der Revolutionen vernichten." finnigen Einrichtung zu empfinden. Schafe sind wir, wir Während Vater Deschamps wie unter dem Einfluß Lassen uns geduldig scheeren, weil es einmal Sitte ist, daß einer Inspiration solcher Art prophezeite, schienen seine auf man unseres Gleichen scheert. Zu denken, daß in Paris gerichteten Augen in dem nebligen Osten an dem dem großen Paris, ja in ganz Frankreich neun Himmel, von dem die Nacht sich herab zu senken begann, Behntel der Bevölkerung gewinnen würden, wenn einen geheimnißvollen röthlichen Schimmer, nur ihm allein dieses verderbte Regime, in dem das Geld die Nechte des sichtbar, zu erspähen, und der Schatten des greisen Sozialisten, Verdienstes ufurpirt, abgeschafft würde; zu denken, daß es, der in den legten Strahlen der untergehenden Sonne noch um Erfolg zu haben, genügen würde, nicht, sich zu empören, größer erschien, reckte sich weithin gigantisch, drohend, lesen, denn sondern schon es zu wollen, daß wir ganz allmälig, ohne wie eine schwarze Wolke, die das Gewitter verkündet. Lärm und ohne Mühe, nur mit der Waffe unserer Stimm" Der Zusammenhang zwischen dem Jesuitismus und den Internationalen unterliegt für mich nicht dem geringsten Zweifel. Ich will nicht sagen, daß die Internationalen die bewußten Werkzeuge der Jesuiten wären. Das liegt mir fehr fern. Es ist sogar möglich, daß sie deren Einfluß zugänglich gemacht werden, ohne selbst darum zu wissen, denn die Jesuiten sind erheblich viel schlauer als die Internationalen. Aber die Stimme, die unsere vaterlandslosen Umitürzler hebt, die Hand, die sie leitet, die ihnen die Schwierigkeiten bei der Ausführung ihrer Thaten aus dem Wege räumt sie find jesuitisch." So der Koburger. Der Philister wird's mit Grausen Es ist nichts so dumm, Es findet doch sein Publikum. zettel alles dies zerstören tönnten.... und daß das Bolt übermüthigen französischen Junker in den Bauernaufständen des *) Jacques Bonhomme" ist ein Spottname, mit dem die Gothaisches. Das herzogliche Staatsministerium er in den Städten und auf dem Lande in Kleinigkeiten seine 14. Jahrhunderts die von ihnen bis aufs Blut ausgebeuteten flärt: Der Geheime Staatsrath Jacobi ist Chef des= Kraft verzettelt, fich mit persönlichen oder Kirchthurms- und unterdrückten Bauern wegen ihrer Geduld verhöhnten. jenigen Departements der hiesigen Abtheilung des StaatsStreitigkeiten beschäftigt, sich an niedrigen Intriguen be- Jacques Bonhomme, zu deutsch etwa" Jakob der gute Kert", ministeriums, welche das Domänen- Fideikommiß im Herzogtheiligt, die man ihm für Politik ausgiebt! Ach, mein entspricht ungefähr unserm deutscher Michel". thum Gotha zu verwalten hat. Er hat demnach über die Mittel der Staatstaffe nicht zu verfügen und der herzoglichen Generalfasse teinen Vorschuß aus der Staatstaffe Leisten laffen können. Ebensowenig hat er aber der herzog lichen Generalkasse Vorschüffe aus der Domänenkaffe gewährt." e den Sozialismus und sozialistische Ideen in der neuen aufnahme der Arbeit nicht vor Montag früh 5 Uhr. Am Rammer vertreten. Die Opportunisten, die zunächst mit dem zweiten Ofter, Pfingst- und Weihnachtsfeiertage feinerlei Arbeit. jezigen Minifterium gehen werden, sind aber einer Majorität Dringliche Druckarbeiten, Todesanzeigen, Konzertverlegungen 2c. sicher. Die Monarchisten, Boulangisten und Antisemiten zulässig nach§ 105 c, 3iffer 1; f) für Konditoreien: Arbeitszeit während der Verkaufszeit; g) für Meggereien: Desgleichen; haben eine vernichtende Niederlage erlitten fie besigen h) für Kunst- und Handelsgärtnereien soll in erster Linie§ 105 c feine Machtstellung mehr; und die rasche Abwirthschaftung Biffer 4 in Betracht kommen, die Blumen- und Kranzbinderei Ueber den Brief des Böckelings Werner, den der des französischen Antisemitismus, auf den unsere christlich aber auf die Verkaufsstunden beschränkt werden; i) für photoantisemitische Stimmenfänger an einen Herrn Böttcher germanischen Ju denhezer so große Hoffnung gesetzt hatten, graphische Anstalten: Geschäftszeit von 9 Uhr früh bis 2 Uhr in Hessisch Oldendorf gerichtet hat, um sich demagogisch ist den Stöckern und Böckeln ein memento mori!) Arbeiterstimmen zu erschleichen, auch wir haben ihn unter Mittags." Vorbehalt veröffentlicht-schreibt unser Bruderblatt, das In Spanien weitere Nachrichten von Unruhen, und Raffeler Volksblatt für Hessen": zwar was das Bedenkliche- aus allen Theilen des Landes. Vielfach wird vermuthet, daß dieser Brief nicht echt sei; doch haben wir durchaus feinen Zweifel an der Echtheit des felben, zumal fich das erwähnte Schreiben des„ Genossen" mit einer eigenhändigen Bemerkung Werner's in unseren Händen befindet und bereits schon unter der Spizmarke Herr Werner, in in diese Falle gehen wir nicht!" vor der Stichwahl von uns veröffentlicht wurde. Da wir über die Person des Böttcher in Heſſ. Oldendorf Erkundigungen eingezogen, so laffen wir hier nochmals den Brief mit der Anmerkung Werner's folgen, sowie auch den Brief, welcher uns über B. Auskunft giebt, da uns Alles in der Vermuthung, es liege hier ein Manöver Werner's vor, nur bestärken muß, zumal auch Herr Werner auf unsere erste Anzapfung die Antwort schuldig geblieben ist. Böttcher schrieb an Werner: Geehrter Herr! Durch den Ausfall der Wahl im 1. Hess. Kreise veranlaßt, erlaube ich mir Ihnen, im Auftrage der hiesigen Soz.- Dem. anzufragen, ob Sie wohl geneigt wären, die umstehend bezeichneten Forderungen zu bewilligen und würden wir wie ein Mann für Sie ein treten. Unfere Forderungen find folgende: 1. feine Gr höhung der Friedenspräsenzstärke auf Kosten der unteren Voltsmaffen, 2. feine Belastung von Lebensmitteln für die unteren Volksmassen, 3. keinerlei Einschränkung des Wahl rechts. Sollten Sie geneigt fein, gegen Borstebendes zu stimmen, so tönnten Sie die Expedition des„ Volksblattes für Hessen und Waldeck( Redakteur Garbe, Hohethorstr. 2) veranlassen, einen Aufruf im gen. Blatte zu veröffent lichen. Jbres Entschlusses und einer gefl. umgebenden Antwort gewärtig, zeichnet mit Hochachtung A. Böttcher. Heff. Oldendorf, den 16. 6. 93." worauf dieser uns den Brief zusandte mit dem Vermerk: " Sämmtliche Fragen habe ich beja bt. Ich bitte die verehrl. Schriftleitung das Erforderliche in Ihrem geschäßten Blatte veranlaffen zu wollen. Hochachtend Werner." Die ertheilte Auskunft lautet wörtlich: " Das Kreisamt ladet zugleich alle Interessenten, Arbeitgeber wie Arbeitnehmer, insbesondere die Jnnungen und Arbeitervereinigungen ein, ihm ihre etwaigen Wünsche bis zum 15. September schriftlich einzureichen und würden dann mündliche Verhandlungen beginnen. Der Erlaß der Ausführungs- Bestim mungen stehe nahe bevor. * Paunsdorf. Am Sonntag den 27. Auguft hielt in einer öffentlichen Mitgliederversammlung des hiesigen Gemeindevereins Genosse Nauh aus Probstheida einen höchst interessanten Bortrag über den Kommunekampf in Paris 1871. Die zahlreich GrDie Arbeitslosigkeit ist in Amerika fast noch allgemeiner als in Europa. In der einzigen Stadt Chicago, wohin die Weltausstellung" Arbeiter aus allen Ländern der Erde gelockt hat, find nach amtlichem Beugniß 200 000 Arbeitslose und dort ist es auch zum Klappen gekommen. Ein Telegramm vom gestrigen Abend besagt: schienenen, Männer und Frauen, folgten gespannt den AusChicago, 30. August. Heute früh hielt eine große führungen des Redners und zollten ihm am Schlusse des VorAnzahl Arbeitsloser am Seeufer ein Meeting ab und machte trags reichen Beifall. An den Vortrag schloß sich eine kurze Miene, Nuheftörungen zu begehen. Es wurden sofort 500 Schuß- Diskussion, in der unter anderem auch die Erwartung ausTeute nach dem Bersammlungsort abgesendet und weitere gesprochen wurde, daß in Zukunft häufiger derartige lehrreiche 1000 Schußleute requirirt. 500 Italiener zogen durch die Vorträge gehalten werden möchten. Ferner kam die LassalleState- Street, machten vor dem Geschäfte von Rizzari halt Feier zur Sprache und wurden die Mitglieder aufgefordert, sich und verlangten Gewehre. Als diesem Verlangen von Rizzari hieran recht zahlreich zu betheiligen. Abmarsch/ 22 Uhr vom nicht nachgegeben wurde, kehrten die Italiener an das Seeufer Alten Gasthof. Der Familienabend, der hierauf folgte, hielt zurück, wo die Aufregung immer mehr zunahm. Die Menge die Mitglieder und deren Angehörige noch lange in un ging gegen die Polizei vor, wurde aber durch einen rafchen gezwungener, recht gemüthlicher Weise zusammen. Angriff derselben zerstreut. Mehrere Gatling- Kanonen waren für den Nothfall aufgefahren worden. Kanonen zur Lösung der sozialen Frage- man sieht, die politische Weisheit steht in der neuen Welt genau auf derselben Höhe wie in der alten. Parteinachrichten. J.-Nr. 542. * Todtenliste der Partei. Barop. Am Sonntag wurde hier der Genosse Wilh. Starke unter sehr zahlreicher Betheiligung der Genoffen von Barop und Umgegend beerdigt. Die Zahlstelle Barop und Dortmund 3 des Bergarbeiter Verbandes hatten schöne Kranzspenden gewidmet, auch waren von Dortmund zahlreiche Mitglieder des Verbandes anwesend. Als der Zug am Kirchhof angelangt war, wollte der begleitende Geistliche im Namen des Presbyteriums die Krangträger verhindern, die Kränze mit auf den Kirchhof zu bringen, doch störte man sich nicht daran und wurde es nicht erreicht, die Trauerstimmung der Ein wahres Glück ist es für die Beamten in Preußen- Bergleute um ihren getreuen Kameraden zu verhindern. Die Deutschland, daß sie die Gesetze, zu deren Anwendung fie be- Kränze wurden nachher unter erneuter Opposition des Geistrufen sind, nicht zu fennen brauchen. Wäre dies nämlich der lichen auf dem Grabhügel niedergelegt, wo sie dann Fall und könnten die Herren für ihre Gesegesunkenntniß zur unbehelligt liegen blieben. Mit dem Verstorbenen wurde Berantwortung gezogen werden, so würde mancher dieser Herren eins der besten Mitglieder unseres Verbandes zu Grabe böse Stunden erleben. Ein neuer Fall amtlicher Gefeßes getragen. Starte war stets unermüdlich, wenn es galt, Oldendorf, 18. Auguft. August Böttcher, Bigarren untenntniß wird uns jetzt wieder aus Deez i. d. M. berichtet. für die Rechte der Arbeiter einzutreten und wir arbeiter, ist selbständig, im Befihe der Schußmarke, Gin dortiger Arbeiter batte zum 16. August eine Volksverfamm- tönnen den Bergleuten von Barop nur zurufen: haltet wie 31 Jahre alt. Er war erst Schreiber bei hiesigem Amts- lung nach Lehnin einberufen, in der unser Genoffe Schneider Starfe so treu und fest am Verband, dann wird auch uns einst gericht, machte Mogeleien und erhielt 2 Monate Ge- aus Brandenburg referirte. Bor Beginn der Versammlung ver- ein besseres Loos blühen. fängniß; reiste dann nach Amerika, kam wieder zurüd, langte nun der überwachende Gendarm die Entfernung der anlernte in Blotho Bigarrenmacher, reifte wieder nach wesenden Frauen, da solche in politischen Versammlungen nicht Polizeiliches, Gerichtliches ze. Amerifa, kam abermals zurück, wurde selbständig, reiste zugegen sein dürften. Referent und Einberufer wiesen den geVor dem Schöffengericht au Stortow, aber wegen Schulden wieder ab. Er verheirathete sich fezesunkundigen Gendarm zwar auf den§ 8 des Vereins- und welches in einem recht romantisch liegenden früheren Gutsschloß dann in Achim bei Bremen, tam 1890 mit Frau und vier Versammlungsgesetzes hin, welcher Frauen nur von untergebracht ist, hatten sich am 30. August 1. der Buchdrucker Kindern hier an, wurde mit Hilfe seines Bruders aber politischen Vereinen ausschließt, mit feinem Wort aber Otto Goerke, 2. der Schmied Heinrich Zerbe und mals felbständig, fümmerte fich hier weder um von öffentlichen Versammlungen spricht. Der Beamte 3. der Zimmerer Friedrich Spreenberg aus CharlottenAgitation, noch tam er in irgend eine Ver- bestand aber auf seinem Verlangen und wollte man burg, sowie 4. der Tischler Karl König aus Berlin, angeklagt fammlung. Er prügelte sich mit seiner Frau, diese die Auflösung nicht ristiren, so mußte dem gesetzwidrigen Ber- wegen Bergehens gegen. die§§ 1 und 12 der Verordnung über rückte aus und wohnt jetzt in Achim. 1891 arbeitete langen nachgegeben werden. die Verhütung eines die gesetzliche Freiheit und Ordnung ge Böttcher hier in der Bigarrenfabrit, wurde auch, Nun aber kommt das Beste. fährdenden Mißbrauchs des Versammlungs- und Vereinigungsweil begabt mit einer guten Handschrift, zum Vorsitzenden Daß ein gewöhnlicher Gendarm das Vereins- und Versamm: rechts vom 11 März 1850( G. G. G. 277) zu verantworten. Sie des Unterſtügungsvereins der Tabatarbeiter gewählt, lungsgesetz nicht fennt, tann unter Umständen ja unangenehm hatten während der Wahlbewegung am 10. Juni d. J. im welches Unit er noch jetzt bekleidet. 1892 wurde er zum fein, braucht aber bei dem Material, aus dem unsere Herren cert'schen Gasthof zu Kehrigt bei Storkow eine öffentbritten Wale selbständig, was aber wohl auch bald ein Gendarmen genommen werden, nicht im geringsten verwundern. i che Wählerversammlung abgehalten, in der der BeEnde mit Schrecken nehmen wird. Zur Sozialdemokratie Es kann irgend ein Bauernknecht sich zum schneidigsten Unter- schuldigte zu 1 als Unternehmer und Vorsitzender, der Begehörig wurde B. schon lange nicht mehr von mir be offizier auswachsen, ohne daß er eine leise Ahnung von dem fchuldigte zu 2 als Redner und Ordner, der Beschuldigte zu 3 trachtet, da er die reine Wetterfahne ist. In der Zeit Inhalt der bürgerlichen Gesetzgebung hat. Was aber beim als Schriftführer und der Beschuldigte zu 4 als Referent zwischen Haupt- und Stichwahl fam ich aufällig in das Gendarm begreiflich, wenn auch unangenehm ist, das müßte aufgetreten sind. Der hinzukommende resp. mit der Ueberwachung Lokal des freisinnigen Gastwirths D. bierselbst; Böttcher beim Herrn Landrath- wenn wir eben nicht in Breußen lebten betraute Gendarm Schneider aus Wendisch- Buchholz löfte die frug mich: Wen wählen wir jetzt?" Ich entgegnete: Wunder nehmen. Bei einem preußischen Landrath ist aber Versammlung wegen Nichtvorhandenseins der Erlaubniß(?) des " Wir enthalten uns der Stimme." Darauf reichte er mir bekanntlich allerlei möglich und so erhielt der über den Gendarm Amtsvorstehers auf und stellte die Namen der im Bureau ſizenden Die„ Berliner Abendpost" und machte mich auf einen an- Beschwerde führende Einberuser auch richtig folgenden landräth. Berfonen fest. Eine seiner Beit sofort eingereichte Beschwerde geblichen fraktionellen Beschluß" aufmerksam. B. wollte lichen Bescheid: über die erfolgte Auflösung ist bis heute unbeantwortet geblieben; mir auch zumuthen, ich sollte an Werner schreiben, was Königlicher Landrath. Belzig, den 24. August 1893, die Anklagebehörde arbeitete schneller. Goerte führte vor ich aber mit den Worten ablehnte:" Ich wähle keinen Gericht an, daß er rechtzeitig( am 8. Juni) das Stattfinden der Antisemiten, und das gleiche erwarte ich von einem jeden Auf den Antrag vom 17. d. Mts. eröffne ich Ihnen, daß Versammlung an die Orts Polizeibehörde zu Kehrigk anSozialisten! Wenn Du schreiben willst, habe ich nichts Frauen an öffentlichen Versammlungen, in welchen politische gezeigt habe. Unterm 11. Juni langte in Charlottenburg in Dagegen." Hierzu wurde B. nun auch vom Gastwirth D. Angelegenheiten erörtert werden, nicht Theil nehmen dürfen. feiner Abwesenheit an seine Adresse ein urkundlicher Brief vom und mehreren Anwesenden aufgefordert. Jezt hat Das Verfahren der Behörde in Lehnin ist also völlig ge- Schulzenamt an des Inhalts, er müsse sich die Erlaubniß(?) vom Amtsvorsteher Maier zu Stregansberg ertheilen lassen. Der Brief wurde zu den Akten genommen. Persönlich hatte der Dorfschulze acht Tage vorher zu Goerke erklärt, daß der Ver sammlung nichts im Wege stehe. Am Tage der Versammlung selbst war er zum sogenannten„ Rosenbaum" nach dem Nachbardorf gegangen. Die Beklagten erklärten sämmtlich, daß es zu der Gesezes und die darauf basirte Reichtsprechung fennt, In Bersammlung feiner Erlaubniß, sondern nur einer Bescheinigung Diesem Falle und wenn der Beschwerdeführer genügend Zeit und über die erfolgte Anmeldung bedurft habe. Diese habe der Geld daran wendet, dann könnte er es möglicherweise bahin Amtsvorsteher Maier, an den der Schulze das Schreiben bringen, daß ihm irgendwo bestätigt wird, daß seine Beschwerde Goerte's überfandte, mit der Motivirung verweigert, das begründet" war. Der Beschwerdeführer verzichtet aber auf diesen Schreiben sei nicht direkt an ihn adressirt. Daß er von beschwerlichen Weg und zieht es vor, diefes Kapitel über die dem Stattfinden der Versammlung rechtzeitig Renntniß hatte, landräthliche Gesetzeskunde vor die weite Deffentlichkeit zu ging ferner daraus hervor, daß er den Gendarm Schneider bringen, hoffend, daß auch dadurch der gewünschte Erfolg in Wendisch- Buchholz an stelle des erkrankten Gendarmen feines Ortes mit der Ueberwachung, vielmehr Auflösung beauftragt erzielt wird. Guben, 29. August. Am letzten Sonntag fand hier' das habe. Die Angeklagten führten dieses an und bestritten, sich erste Sängerfest des im vorigen Jahre gegründeten Arbeiter ftrafbar gemacht zu haben, betonten vielmehr, daß der AmtsSängerbundes des Regierungsbezirts Frankfurt unter zahl vorsteher Maier zu Stregansberg sich nach ihrer Meinung einer reicher Betheiligung der einzelnen Bundesvereine im Bolts- Ueberschreitung seiner Amtsgewalt schuldig gemacht habe.- Der garten" statt. Die Feftrede hielt Genosse Völkel- Berlin, derselbe Amtsanwalt, Bürgermeister von Storkom, hielt die Anklage in wies darauf hin, daß seither die Gesangvereine zur Verherr- allen Punkten aufrecht und beantragte gegen jeden Beklagten lichung patriotischer Festlichkeiten benutzt und das wahre echte 15 M. Geldstrafe oder 8 Tage Gefängniß. Das Urtheil lautete Volkslied vernachlässigt worden fei; Zweck der Arbeiter- Gesang gegen Goerte auf 15 M. Geldstrafe oder 5 Tage Haft und den vereine müsse es sein, das wahre Volkslied zu pflegen und dafür vierten Theil der Kosten, gegen die Uebrigen auf kostenlose zu sorgen, daß die Arbeiter in den Gesangvereinen die Idee der Freisprechung. Der Gerichtshof nahm an, daß Goerke wissen Freiheit in ihren Gesängen verherrlichen und sich nicht mehr zu mußte, er dürfe ohne Bescheinigung die Versammlung nicht er Sweden hinzugeben, welche die Arbeiter davon abhalten follen, öffnen, sondern daß er eventuell diefelbe auf telegraphischem ihre eigentliche Stlassenlage zu erkennen. Redner schloß mit Wege herbeizuschaffen habe. Unkenntniß des Gesetzes schüße beeinem Hoch auf den Arbeiter Sängerbund. Bei abwechselnden bekanntlich nicht vor Strafe; von Leuten, die sich mit Ginberufung Gesängen und nachfolgendem Tanz verlief das Fest in der herr: politischer Versammlungen abgeben, müsse porausgesetzt werden, lichsten Weise. daß sie auch die einschlägigen Bestimmungen kennen. Die übrigen Angeklagten hatten sich dicht an den Grenzen des Erlaubten ge= halten, deshalb werde erkannt wie geschehen. Böttcher sich als Antisemit bekannt. Mit rechtfertigt, foz.- dem. Gruß A. H." Der Landrath. M. v. Stülpnagel. Der Böttcher, der als ein politisch durchaus unzus verlässiger Mensch erscheint, hat also nicht im Auftrage der Nun könnte der Beschwerdeführer natürlich weiter gehen Sozialdemokratie gehandelt, sondern auf eigene Fauft sich und es ist nicht ausgeschlossen, daß in den oberen Instanzen fich an den Werner gewendet. Die Sozialdemokratie hat weber jemand findet, der den Inhalt des§ 8 des Vereins- und Werf mit ihm, noch mit seinem Briefwechsel etwas zu schaffen. Sein Techtelmechtel mit Werner, das jetzt ja bereits zur offenen Bundesgenossenschaft gediehen zu sein scheint, ist von dem Werner zu Wahlmogeleien benügt worden. Das ist der Sachverhalt. Schweiz. Aus Bern wird unterm 31. Auguft gemeldet: Von der Arbeiterpartei sind heute auf der Bundeskanzlei 52 090 Unterschriften, die die Einführung des Grundsatzes des Rechtes auf Arbeit in die Bundes verfaffung verlangen, eingereicht worden, sodaß über diese Frage eine Volts abstimmung stattfinden muß. Zwei franzöfifche Spione sind, wie wir schon gemeldet haben, in Kiel erwischt worden. Darob große Entrüstung bei den deutschen Philistern. Die französischen Spione find von Paris aus verrathen" worden durch deutsche Spione. Darob große Entrüftung bei den französischen Philistern. Als ob unsere Mordkultur mit ihrem Moloch ohne Spione bestehen könnte!-Auf dem Rückwege nach dem Bahnhof in Fürstenwalde verbreiteten die vier Genossen in den am Wege liegenden Dörfern Bebel's Rede über den Zukunftsstaat und das Flugblatt: Mutter, was läuft der Herr Gendarm so." Immer praktisch. Sie fanden willige Abnehmer, somit war das Fahrgeld nicht umsonst ausgegeben. Soziale Ileberlicht. Jm wilden" Frankreich ist der Mann von dem Altersjahr an, wo er mündig wird und dem Staate als Wehrmann dienen muß, auch im Besitz des Wahlrechts. Mainz, 30. August. 8ur Sonntagsruhe im GeUnd damit er das Wahlrecht frei und ohne Schädigung werbe und Handwerk erläßt das hiesige Kreisamt eine feiner Interessen ausüben kann, hat die Wahl stets an Bekanntmachung, daß es gewillt sei, anläßlich des bevorstehenden einem Sonntag, und haben, damit Ueberrumplungen Erlaffes von Ausführungsbestimmungen zur Einführung der Sonntagsruhe im Gewerbe und Handwerk als höchstmaß der vorgebeugt wird, die Stichwahlen( Ballotagen) nach vier Sonntagsarbeit und als Bedingung für Zulassung von zehn Tagen, also den zweiten Sonntag nach der Hauptwahl Ausnahmen für einzelne Gewerbe nach§ 105e der Gewerbestattzufinden. Am nächsten Sonntag werden also in Frank Ordnung, bei dem hessischen Ministerium zu befürworten: reich die Stichwahlen ausgefochten ungefähr ein Drittel a) für Badeanstalten: Geschäftszeit bis 1 Uhr Mittags; fämmtlicher Wahlen. In den betreffenden Wahlkreisen ist b) für Bäckereien: Arbeitszeit bis 6 Uhr früh; Wiederbeginn der Kampf heftiger, als vor dem ersten Wahlgang. Soweit der Arbeit Sonntag Abend 10 Uhr. Jit der Tag vor dem ersten sich bis jest übersehen läßt, wird die Verschiebung als Werttag gelten; c) für das Barbier- und Friseurgewerbe: Bauarbeiter und Berufsgenossen der Zahlstelle Weihnachtstag oder Neujahrstag ein Sonntag, so soll letterer Achtung. Den Mitgliedern des Verbandes der nach links, die sich im Widerspruch mit den ersten Geschäftszeit von 7' Uhr früh bis 2 Uhr Mittags; d) für Bier Berlin zur Nachricht, daß die Mitgliederversammlung am im Widerspruch mit den ersten unrichtigen Angaben am 20. August schon bemerkbar brauereien biete§ 1050 ausreichende Silje; die Beförderung Sonntag ausfällt; an stelle dessen aber eine öffentliche Bermachte, noch schärfer hervortreten. Und was insbesondere von Bier zu den Kunden falle unter das Handelsgewerbe; fammlung bei Joël, Andreasstr. 21, Vormittags 11 Uhr, stattdie Sozialisten angeht, so wird aller Voraussicht die Bearbeitung von Mala solle an Sonn- und Fest findet, in der Genosse Wilhelm Liebknecht einen Vortrag halten nach die Bahl der Gewählten mindestens ebenso tagen ruhen; e) für Buchdruckereien: Zur Herstellung wird. Kollegen, erscheint Mann für Mann in der Versammlung, groß sein, wie am Hauptwahltag das heißt, es der Morgennummern der Zeitungen höchstens fünfstündige zeigt, daß Ihr gewillt seid, voll und ganz für unsere Organiwerden im Ganzen etwa achtzehn strengrevolutionäre Sonntagsarbeit, die früh 5 Uhr beendet sein muß. Wieder fation einzutreten, um für die Organisation reine Bahn zu Sozialisten und etwa 40-42 Radikalsozialisten des GobletMillerand'schen Programms, zusammen gegen 60 Abgeordnete, *) Lateinisch: Denkt an den Tod. schaffen. J. A.: Karl Krüger. Für den Inhalt der Inserate über. nimmt die Redaktion dem Publikum gegenüber keinerlei Verantwortung Theater. Freitag, den 1. September. Opernhaus. Der Freischüß. Neues Theater. Iphigenie auf Tauris. Deutsches Theater. Der Talisman. Berliner Theater. Der verarmte Edelmann. Leffing Theater. Der Oberst von Branig. Kroll's Theater. Die Favoritin. Friedrich- Wilhelmstädt. Theater. Der Zigeunerbaron. Residenz- Theater. Jugend. Vorher: Verspielt. Adolph Ernst- Theater. Goldlotte. Central- Theater. Berliner Vollblut. Viktoria- Theater. Frau Venus. Alexanderplatz Theater. Das Damenbad. Vorher: Madame Farkas, oder: Meine Tante, deine Tante. National Theater. Lehmann auf der Weltausstellung in Chicago. Wintergarten. Spezialitäten Vor= stellung. Reichshallen- Theater.SpezialitätenBorstellung. Apollo Theater. Vorstellung. Spezialitäten Kaufmann's Variété. SpezialitätenVorstellung. National- Theater. Große Frankfurterstraße 132. Gastspiel der badischen Kammerfängerin Frl. Adolphine Grimminger. Sensationelle Novität! Lehmann auf der Weltausstellung in Chicago. Große Ausstattungspoffe mit Gefang und Tanz in 5 Aufzügen von Eugen Prudens. Kouplets v. Zinderer. Musik von Adolph Wiedecke. Regie: Mar Samst. Raffenöffnung 51/2 Uhr. Anfang der Abend- Vorstellung 72 Uhr. Im Garten auf der Sommerbühne: Don Novität: Wirkliches Wasser! Wirklicher Regen! Berlin unter Wasser oder: ,, Kneipp's Wasserkur". Poffe mit Gefang und Tanz in 2 Atten Mylius. Regie: Hugo Hummel. Musik von Meyer. Vorher: Novität! Chansonetten Liebe. Posse mit Gefang in 1 Akt von Eugen Prudens. Vor, nach und zwischen den Possen. Auftreten von Spezialitäten 1. Ranges. Morgen: Dieselbe Vorstellung. Sonnabend: Im Garten auf der Sommerbühne: Das lachende Berlin. Posse mit Gefang und Tanz in 4 Aften. Adolph Ernst- Theater. Zum 77. Male: Goldlotte. Gesangspoffe in 3 Atten v. Ed. Jacobson und W. Mannstädt. Anf. 7 Uhr. Fauteuil 2,50 M. Der Sommergarten ist geöffnet. Central- Theater. Alte Jakobstrasse No. 30. Direftion: Richard Schultz. Freitag, den 1. September: Zum 2. Male: Berliner Vollblut. Posse mit Gesang und Tanz in 4 Aften v. Jean Kren. Mufif v. Julius Einödshofer. Tageskasse: Vormittag von 110 bis 2 Uhr, Abendkasse von 61/2 Uhr ab. Anfang der Vorstellung 72 Uhr. Morgen: Bum 3. Male: Berliner Vollblut. American- Theater. Dresdenerstr. 55. Direttion: H. Martin. Sonnabend, den 2. September: Eröffnungs- Vorstellung in den vollständig renovirten Räumen mit durchaus neuem, vorzügl. Repertoir. Alkazar. Variété u. Spezialitäten- Theater. Dresdenerstr. 52/53, City- Paffage. Eröffnung Sonnabend, den 2. September cr.: Spreenixen. Posse mit Gesang u. Tanz in 1 Aft. Auftreten v. Spezialitäten I. R. Entree Wochentags 15 Pf. Sonntags 30 Pf. Anfang Wochentags 71/2 Uhr. Sonntags 6 Uhr. 4768L R. Winkler. Königl. italienischer Circus Ernesto Ciniselli. Stadtbahn- Station: Zoolog. Garten. Heute, Freitag, den 1. September, Abends 8 Ahr: 劉 語 Grosse Todes- Anzeige. Am 29. d. Mts. starb nach kurzem Krantenlager unser Genosse der Schuhmacher Richard Siechel, im Alter von 28 Jahren. Wir ver lieren einen unserer treuesten u. thätigKlown- und Komitervorstellung. ften Genoffen. 1695b Gedächtniß- Feier zu Ehren u. Andenken der verstorben. Vorkämpfer arrangirt vom Sozialdemokratischen Wahlverein Seine Freunde vom 1. Wahlkreis für den 2. Berl. Reichstags- Wahlkreis am Sonntag, den 3. September 1893, im Schützenhause zu Schmargendorf Die neuesten Klownscherze und Inter- Die Beerdigung findet Sonnabend mezzo's, ausgeführt von den Original- 41/2 Uhr auf dem Dreifaltigkeitskirchhof Klowns Gebr. Weldemann, Gebr. in der Bergmannstraße statt. Martinek, Tanti, Caro, Leopold, Folchini etc. etc. Ferner Auftreten der berühmtesten Reiter und Reiterinnen, sowie Reiten und Vorführen der bestdressirten Schulund Freiheitspferde. Sonnabend, den 2. September 1893: Gala- Benefiz- Vorstellung für den außerordentlichen JongleurMalabaristen Cheval. Roberto Alfonso. Castan's Panopticum. Riesen- SchlangenFamilie aus Carl Hagenbeck's Thierpart. Ohne Extra- Entree. PassagePanopticum. Allen Freunden und Genossen zur bestehend in Nachricht, daß der von seinem MitVokal- und Instrumental- Konzert, arbeiter gestochene Brauer Edelmann ausgeführt von Mitgliedern der Freien Vereinigung der Zivil- Berufsmusiker" am 26. d. M. verstorben ist. Die unter Mitwirkung mehrerer Gesangvereine( Mitgl. des Arbeiter- Sängerbundes). Beerdigung findet am 1. September, Ball. Im Saal: s Nachmittags 3 Uhr, von der Leichenhalle des Kirchhofes Neuer FürstenHerren, welche daran theilnehmen, zahlen 25 Pf. nach. Billets à 15 Pf. brunner- Weg, Charlottenburg, statt. find in sämmtlichen Zahlstellen, in den mit Plakaten versehenen Handlungen 372/18 16996 und im Friedrichsgarten" zu Schmargendorf zu haben. Um zahlreiche Betheiligung bittet Die Brauer der Spandauer Berg- Brauerei. Heute früh, Vormittag 8 Uhr, entriß uns der unerbittliche Tod unsere einzige, innigft geliebte Tochter Mariechen im 21. Lebensjahre. Tiefbetrübt zeigen dies hiermit allen Freunden und Betannten an. August Gen nebst Frau. Berlin, den 31. August 1893. Die Beerdigung findet am Sonntag, den 3. September, Nachmittags 2 Uhr, vom Trauerhause: Berlin, AdalbertKirchhof in der Hermannstraße( Rig straße 5, nach dem alten Thomas dorf) statt. 16916 Neue freie Volksbühne. raichung au Erziehung zur Ehe, von D. Erich Hartleben. Sonntag, 10. Septbr., I. Abth. Der Vorstand. Grosse öffentliche Versammlung sämmtlicher im graphischen Gewerbe besch. Arbeiter und Arbeiterinnen und alle verwandten Berufsgenossen u. Berufsgenossinnen) ( Lithographen, Steindrucker, Buchdrucker, Buchbinder am Sonntag, den 3. September cr., Vormittags 11 Uhr, im Böhmischen Brauhause, Landsberger- Allee 11-13. Zages Ordnung: Sonntag, 17. Septbr. II. Abth. 410/8 Gewerkschafts- Organisationen." Grösstes Etablissement moritzSchau- u.VergnügungsEtablissement der Welt. Entree 50 Pf. Kaufmann's Variété Stadtbahn- Station Alexanderplatz. Täglich: Gross. Concert. Specialitäten- Vorstellung von nur Künstlern I. Ranges. Zaro, Engl. Afrob. Miss Gabriele und Mrs. Othon, gr. Luftgymastit. Elsa Rosinska, Soubrette. Cordes, Gesangshumorist. Alfonso, Instrumental- Humorist. A. Engel, 8 dress. Hunde. Charles MorleyTrio, musikalische VerwandlungsPantomimisten. Kassenöffnung: Sonntags 5 Uhr, Anfang 6 Uhr; Wochentags 7 Uhr, Anfang 8 Uhr. Entree 50 Pf. A. Zimmermann. ratweil'sche Bierhallen G Kommandantenstr.77-79. Täglich von 5 Uhr ab: Grosses Frei- Concert. Soiréen der Leipziger Sänger vom Krystall- Palaft. Anf. Wochent. 7 Uhr. Entree 15 Pf. refervirt 25 Pf. Anf. Sonntags 6 Uhr. Entree 30 Pf., reservirt 50 Pf. Anerkannt gute Küche. Säle für Festlichkeiten u. Versamml. Programm unentgeltlich. Carl Koch. Victoria- Brauerei, otrake 111-112. Garten resp. Saal ( außer Läglich Sonnabends) MorigPlay. Buggenhagen. Play. Täglich: Gr. Garten- Konzert. Gr. Frühstücks- u. Mittagstisch. Spezial Ausschant von Pahenhofer Lagerbier, hell und dunkel. Bei ungünstiger Witterung findet das Konzert in den unteren Restaurationsräumen statt. 3 1. Bericht über die durch die Firma Kaufmann in Brandenburg be= dingten Ausstände. Referent: Rollege Sillier. 2. Vortrag des Herrn Näther über:" Die Rämpfe der Arbeiter und die 3. Diskussion. 209/20 In Anbetracht der außerordentlich wichtigen Situation bittet um recht zahlreiche Betheiligung aller Branchen Der Einberufer. Achtung! Bau- Arbeiter. Achtung! Große öffentliche Versammlung Entree Wochent. 10 Pf. Sonnt. 25 Bf der Bau- Arbeiter Berlins und Umgegend Säle für Versammlungen, Kommerse, Festlichkeiten 2c. Nebelin's Bierhaus, Langestrasse 108. Kleiner Saal und Vereinszimmer Dienstags noch zu vergeben. 4769L Dresdener Garten 45 Dresdenerstr. 45. Empfiehlt Säle u. Vereinsz., neu renovirt, zu aller Gelegenheit, sow. 2 Regel bahnen und 2 Billards. am Sonntag, den 3. September, Vormittags 10/2 Uhr, in Joël's Lofal, Andreasstraße 21. Tages Ordnung: = 126/12 1. Unsere wirthschaftliche Lage. Referent: Reichstags Abgeordneter Wilhelm Liebknecht. 2. Diskussion. 3. Bericht der Vertrauensmänner. 4. Verschiedenes. Der Wichtigkeit der Tagesordnung halber ist das Erscheinen sämmtlicher Bauarbeiter nothwendig. Zur Deckung der Unkosten Entree nach Belieben. Der Einberufer. Achtung! Achtung! 16926 Lithographen, Steindrucker u. Berufsgenossen! 210/1 Empfehle Genossen m. Restauration, Die Sperre über die Firmen Kaplaneck und Meysel ist infolge Vereinsz. J. Lenz, Alte Jakobstr. 69. genügender Einigung aufgehoben. Dagegen wird über die Firma Hohenstein& Lange die Sperre Deutscher Metallarb.- Verband. ganz entschieden aufrecht erhalten und ist Zuzug strengstens zu vermeiden. Der Vorstand. Mitgliederversammlung am Sonnabend, den 2. September, Abends 81/2 Uhr, bei Siegmund, Eisenbahnstr. 20. Tagesordnung: 1. Vortrag. 2. Wie stellen sich die Klempner zu dem Lohntarif? 3. Verschiedenes. 435b Deutscher Holzarbeiter- Berband ( Bahlstelle Berlin). Das Erscheinen sämmtlicher Kollegen Versammlung für den Norden( Moabit) ist nothwendig, besonders der des Südens und Ditens. Die Verwaltung. Friedrichshagen. Sonntag, d. 3. Sept., Nachm. 2 Uhr im Restaurant Fischerhütte affallefeier des Arbeiter- Bildungsvereins. Erklärung. [ 134/3 1. Fordere ich die Herren H. Graschke, Stettiner Sänger S. Sierſe, J. Pfarr und B. Förster auf, das zu widerrufen, was dieselben am Montag, 4. September, Abends 81/2 Uhr, bei Herrn Lange, Stromstr. 28. Tages- Ordnung: 1. Vortrag des Herrn Hoffmann, über: Arbeitslohn. 2. Diskussion. 430/17 Verbandsangelegenheiten. 4. Verschiedenes.. 3. Um zahlreichen Besuch bittet Die Ortsverwaltung. Deutscher Holzarbeiter- Verband ( Tischler aller Branchen, Drechsler, Bürstenmacher) Zahlstelle Berlin. Versammlung für den Bezirk Süd- Ost in Hoffmann's Festsäle, Oranienftr. 180. Tagesordnung: Stets am 16. Auguſt cr. im" Vorwärts" in am Montag, den 4. September 1893, Abends 82 Uhr, wechselndes dem Bericht über Buzerangelegenheiten ausgesagt haben, wo die betreffenden Herren einen jeden Kollegen auffordern, nicht in meinem Lokal zu verkehren, weil ich Bier aus der Spandauer BergBrauerei schänke. Programm. Anfang Sonnt. 7 Uhr, Wochent 8 Uhr. Entree 50 Pf. Vorverkaufs Billets Sonntags keine Giltigkeit. Ostbahn- Park am Rüstriner Play, Hermann Jmbs. Rüdersdorferstr. 71, am Ostbahnhof. Konzert, Täglich: Theater und Spezialitäten- Borstellung. Neu u. sensationell: Little Alfons, der phänomenale Lawinensturzfünstler. The Moras, musikalische Excentrics, 1 Dame, 1 Herr. Troupe Metzetti, Parterre- Afrob., 2 Herren, 2 Knaben, 1 Mädchen. Emmy u. Reinhold Hintsche, Gefangs- u. Charakter- Duettisten 2c. Boltsbeluftig. jeder Art. 4 Kegelbahnen z. Verfügung. Kaffeetüche geöffnet an Wochentagen von 2 bis 6 Uhr, Sonntags von 2-5 Uhr. 430/18 1. Vortrag des Herrn Dr. Joël über: Unsere Nahrungsmittel. 2. Dis fuffion. 3. Werkstatt- Angelegenheiten. 4. Verschiedenes. Um zahlreiches Erscheinen ersucht Achtung! Die Ortsverwaltung. Klempner. Achtung! Sonntag, 3. September, Vorm. 91/2 Uhr, bei Buggenhagen( Morizplay), Dranienstr. 147: Große öffentliche Versammlung. Tages Ordnung: = 2. Fordere ich den Schankwirth Herrn J. Wernau, Rosenstraße 30, auf, zu widerufen das, was er am 19. Auguft cr. unter der Rubrit: Folgende Wirthe schänken Bier aus der Spandauer Bergbrauerei", wo derselbe auch mein Lokal erwähnte( mit dem Zusah: Verkehrs- 1. Vortrag und Diskussion. Referent wird in der Versammlung bes lokal der Buyer), trotzdem er sich von tannt gemacht. 2. Bericht über den Prozeß der Orts- Krankenkasse. Referent der Richtigkeit seiner Behauptungen Kollege Drange. 3. Die Unterschlagung" des Kollegen Drange. nicht überzeugt hat; außerdem müßte 4. Unsere Vertretung in der Gewerkschaftskommission. Bericht der Delegirten man doch annehmen, daß den oben an- event. Neuwahl derselben. 5. Wer hat den Kollegen Hoffmann herausgeführten Herren, die eine solche Ehrengegrault. stellung bekleiden, es nicht unbekannt sein kann, daß meine Erklärung am 20. August cr. im Vorwärts" gestanden hat. Folgedessen waren die vorgenannten Herren doch verpflichtet, ihre ungerechtfertigte Handlung mir gegenüber zurückzunehmen. Denn einen Ge schäftsmann auf solche ungerechte Weise " 1697b ( Die Mitglieder der Orts- Krankenkaffe werden aufgefordert, in der Versammlung zahlreich und pünktlich zu erscheinen. Der Einberufer. H. Drange. Große öffentliche Versammlung zu schädigen, iſt ſehr leicht, aber für die sämmtl. Steinarbeiter Berlins und Umgegend Folgen dieser Geschäftsschädigung aufzutommen, ist wohl Niemand von den oben angeführten Herren in der Lage. Wenn das die betreffenden Herren brüderlich nennen, so sehe ich jetzt ein, am Sonntag, den 3. September, Vormittags 10 Uhr, E im Lokale des Herrn Deigmüller, Alte Jakobstr. 48 a. Tagesordnung: 1. Bericht über den Streit der Dresdener und Pirnaer Berufsgenossen. daß ich mich auf dem Frrwege befinde. 2. Wahl eines Vertrauensmannes. 3. Feststellung der Beiträge. H. Müller, Schankwirth, Der Einberufer: H. Stoop, Greifswalderstr. 37. Restaurant z. verkaufen oder z. ver- Dr. Hoesch, homöopath. Arzt, miethen, Klopstockstr. 7. Sof. z. übern. Sinienstr. 149. 8-10, 5-7, Gonnt. 8-10. Berantwortlicher Redakteur: Robert Schmidt in Berlin. Havelbergerstr. 7. 293/1 Druck und Verlag von Mag Bading in Berlin, SW, Beuthstraße 2. Hierzu eine Beilage. Beilage zum„Vormiirts" Berliner Volksblatt. Ar. 305. Freitag, den 1. September 1893 10. Jahrg. Pariser Sriefe. 28. August. Auf dem Montmartre, im Viertel von Clignancourt, erhebt stch eine dem Herzen Jesu geweihte Kirche, l'Eglise du Sacre- Coeur, die aus Sühne für die Gottlosigkeit von Paris nach dem Sturze der Kommune in Angriff genommen wurde. Obwohl dieselbe noch nicht ausgebaut ist. wandern doch schon seit Jahren ganze Schaaren zu ihr hin. Es giebt wohl kaum einen Recht- gläubigen und noch weniger eine Rechtgläubige, die aus der Provinz oder von auswärts nach Paris kommend, nicht zum „Sacrs-Coeur" wandelte, wie die Kirche kurz benannt wird. Ja ähnlich wie nach Lourdes und anderen Wallfahrtsorten werden auch dahin eigene Pilgerzüge veranstaltet. Da giebt es denn auch neben Wirths-, Gast- und Pensionshäusern, die fast aus- schließlich von den Wallfahrern leben, eine Anzahl von Hütten und Läten, die dem Käufer nichts als„Heiligen'-Figuren. „Heiligen"-Bilder, Gebetbücher, Rosenkränze, Denkmünzen u. vgl. bieten. Was Wunder denn auch, wenn sich da allmälig eine Bevölkerung bildete, die, von der Kirche lebend, ihr auch zu dienen bereit ist? Unter solchen Umständen kann es für einen Streiter der Kirche, der den Ehrgeiz besitzt, Abgeordneter zu werden, keinen besseren Wahlbezirk gebe», als es Clignancourt ist. Das hat denn auch der apostolische Missionär Abbe Garnier heraus- gefunden und demgemäß, mit besonderer Rücksicht auf seine Kan- didatur, schon seit Langem operirt. Aber trotz aller Wohl- thätigkeitsgründungen, trotz der massenhaften Vertheilung von Flugschriften mit und ohne sein Bildniß von heule und von 1370, wo er sich als ein schmucker Zuave präsentirt, trotz der Bildung zahlreicher Wahlkomitees und der Abhaltung unzähliger Wahlversammlungen, sowie der Affichirung zahlloser Wahlplakate erhielt er beim ersten Wahlgange kaum mehr als die Hälfte der auf den sozialistischen Kandidaten Gustave R o u a n e t ent- fallenen Stimmen und kaum mehr als ein Drittel von allen in Clignancourt abgegebenen Stimmen. Ob es ihm, wie er hofft. bei der Stichwahl viel besser ergehen wird, ist sehr zu bezweifeln, da es kaum noch ein Mittel giebt, um Stimmen zu ködern— er hat den Wählern selbst seine Visitenkarte zugeschickt—, das er nicht schon beim ersten Wahlgange benutzt hätte. Und wenn es noch wenigstens lauter Mittel gewesen wären, die sich, wir sagen nicht mit dem Priefterkleide— denn die Kleider machen noch weniger den Menschen als die Kutte den Mönch—, sondern mit dem einfachen Anstände vertragen. Dies war aber, wenn man nicht auch Verdächtigungen, Ver- lenmdungen und Fälschungen dazu rechnen will, durchaus nicht der Fall. Wir sind weit entfernt davon, alle Worte, die irgend einem Kandidaten in der Hitze des Redegefechts entfallen, auf die Wag- schale legen zu wollen. Auch die Leidenschast hat gewisse Rechte, und in diesem Falle möchten wir es selbst mit dem Worte halten: Tont cornprendre, c'est tout pardonner— Alles begreifen, heißt alles verzeihen. Wenn daher der Abbe Garnier, Missionnaire apostolique, Candidat dans la Ciroonscriptiofl de Clignancourt, wie es aus seiner den Wählern zugeschickten Visitenkarte heißt, in seinem christlich-katholischen Eifer nur auf Juden und Freimaurer schimpfte, und um sich den Kampf gegen die Sozialisten zu erleichtern, diese ganz einfach zu Juden und Freimaurern stempelte, wollten wir mit ihm eben so wenig rechten, als wenn er, der Römling, den Mordspatrioten hervor- kehrt. Er geht aber weit, weit über die Grenze des selbst im hitzigsten Kampfe Erlaubten hinaus. Er setzt sich nämlich an den Schreibtisch hin und streut kalten Blutes Infamien, wie die folgende, in die Welt:„Ich will unseren Freunden, den Ar- beilern, lehren.. sich die sozialistischen Agitatoren vom Halse zu schaffen, die von Preußen bezahlt sind, wie dies gestern„le Vorwaerts", ihr offizielles Organ in Deutschland, gestand." In derselben von ihm gezeichneten Wahlbroschüre heißt es u. a. ferner:„Jedermann weiß, daß die Streiks sich allseitig ver» mehren und oft unter dem nichtigsten Vorwand. D i e Rädelsführer gestehen ganz zynisch, daß sie hierfür Geld vom Ausland, speziell von England oder Deutschland, erhalten. Sehr oft sah man sie die Streikenden zu dem Rufe anfeuern: Nieder mit Frankreich! Es lebe Preußen!" Aber diese und noch so manche andere Nichtswürdigkeit mag der Abbee ja auch aus dem Papierkorbe irgend eines Palridioten hervorgeholt haben, über die das allgemeine Stimmrecht bereits beim ersten Wahlgang vom 20. August zur Tagesordnung ge- schritten ist. Eigenes Gewächs ist es aber sicherlich, wenn der apostolische Missionär eine Stelle aus der Schrift eines Genossen derart wiedergiebt, daß sie. wenn auch ohne ei» Wort geändert zu haben, ganz einfach durch vorgenommene Streichungen, einen C anderen Sinn bekommt, als sie in der Wirklichkeit hat. , eine solch' jesuitische Fälschung hat Abbee Garnier an Lasargue's„Droit ä la Paresse" verübt. „Wir hören." heißt es nämlich in der frommen Wahl- broschüre,„den Freimaurer(!) Lafargue in seinem Buche„Das Recht auf Faulheit" ausrufen:„Die Indianer Brasiliens tödten ihre Siechen und ihre Greise... alle primitiven Völker haben den Ihrigen diese Beweise von Zuneigung gegeben; wie sehr sind die modernen Proletarier entartet!" Der Herr Abbee hat es da nun leicht, zu dieser Stelle zu bemerken:„Es ist nicht allein die Wiederkehr zur Sklaverei. sondern die Neugestaltung des wilden Zustandes, die man uns erblicken läßt und uns verspricht." Wie lautet aber nun die zitirte Stelle, die nebenbei bemerkt, nur als eine Anmerkung im„Droit k la Paresse" steht, in Wirklichkeit?„Die Indianer der kriegerischen Stämme Brasiliens tödten ihre Siechen und ihre Greise; sie bezeugen ih r e F r e un d sch a st, indem sie einem Leben, das nicht mehr durch Kämpfe, Feste und Tänze erfreut wird, ein Ende machen. Alle primitiven Völker haben den Ihrigen diese Beweise von Zuneigung gegeben: ebensowohl die Massageten des Kaspi- sche» Meeres(Herodot) wie die Wenden Deutschlands und die Kelten Galliens. In den Kirchen Schwedens bewahrte man vor kurzem noch Keulen, sogenannte Familienkeulen, die dazu dienten, die Eltern von den Betrübnissen des Alters zu befreien. Wie sehr sind die modernen Proletarier entartet, um die schreck- lichen Erbärmlichkeiten der Fabrikarbeit in Geduld zu ertragen!" Und diesen Fälscher, auf dessen„muthige Wahlkampagne" der„Monde" die Aufmerksamkeit und die Sympathien seiner Leser lenkt, nennt dieses sonst anständige, wenn auch klerikale Blatt eine A p o st e l s e e l e! Wie mag es dann wohl mit den Schächerseelen bestellt sein?... roliciles. ßdle Selbsterkenntnis?. Wir lesen in der„Köln. Ztg." vom Montag folgendes ans Berlin:„Für die Redensart von dem Pfeil, der ans den Schützen zurückprallt, hat ein hiesiges Blatt heute ein wahrhast treffendes Beispiel geliefert. In seiner Morgenausgabe schreibt es:„In der Begleitung des Monarchen befand sich unter anderen der Reichskanzler Graf Caprivi, welcher der Majestät während der Fahrt Vortrag hielt, aber eines leichten Unwohlseins wegen, das ihn seit einigen Tagen befallen, vom Görlitzer Bahnhofe direkt nach seinem Palais fuhr." In seiner Abendausgabe schreibt dasselbe Blatt, nachdem es eine Behaup- tung eines Abendblattes, der„Post", als„pure Erfindung" be- zeichnet hat:„Aus Erfindung beruht auch die heute veröffentlichte Meldung eines ebenso unzuverlässigen Morgenblattes, wonach Graf Caprivi an Unwohlsein leide. Das Gerücht ist dadurch entstanden, daß der Reichskanzler den Monarchen nicht zur Ein- weihung der Emmauskirche begleitete, sondern dringender Amts- geschäfte wegen— und nicht etwa wegen eines Unwohlseins— nach dem Auswärtigen Amt zurückkehrte." Ein Blatt, das sich selbst der Erfindung bezichtigt und für sich die Eigenschaft der Unzuverlässigkeit in Anspruch nimmt— man kann die Auf- ricbtigkeit in der That nicht weiter treiben. Diese Handlungsweise streift ja schon an moralischen Selbstmord."— Hinzusetzen wollen wir nur noch, daß das betreffende Blatt das„Berl. Tage- blatt" ist. Große Unregelmäßigkeiten find bei dem Vorschußverein des Wedding- Stadttheils entdeckt worden. Am 22. Juni d. I. starb der langjährige Rendant des Vereins, der in der Müller- straße 12 wohnhafte Kaufmann Johann Andreas Lehmann, Mit- bentzer der Lack-, Firniß- und Farbenfabrik von Arnold und Lehmann. L. hatte als vermögender Mann gegolten. Nach seinem Tode stellte es sich heraus, daß seine finanzielle Lage eine sehr schlechte gewesen war; über seinen Nachlaß mußte das Konkursverfahren eröffnet werden. In der ersten Gläubiger- Versammlung machte nun, wie ein hiesiges Blatt erfährt, der Justizrath im Namen des Vorschußvereins die Mittheilung. der Verstorbene habe während seiner siebzehnjährigen Thätigkeit als Rendant nicht weniger als 247 219 Mark unterschlagen.— Von anderer Seite wird noch folgendes gemeldet: Nach dem Ab- leben L.'s haben sich im Kassenlokale des Vorschußvereins Vor- fälle abgespielt, die die Möglichkeit zulassen, daß ein großer Theil des Geldes nach dem Tode des Mannes auf andere Weise verschwunden ist. Die Wittwe des Verstorbenen. mit welcher er erst seit etwa einem Jahre vermählt war. nach- dem er von seiner ersten Frau einen Monat vorher rechtskräftig geschieden worden, hat nach dem Tode ihres Mannes die zu den Geldschränken gehörigen Schlüssel dem Aufsichtsrath des Vereins abgeliefert, und seitens des letzteren hat dann eine Kassenrevision stattgefunden, die das überraschende Resultat ergab, daß von den Depositen in Höhe von ca. 120 000 M. und von den Mitglieder- Guthaben von ca. S0 000 M. nichts mehr in den Kassenschränken vorhanden war. Erst einige Tage nachher, als das Fehlen der Duplikat-Schlüssel zu den Geldschränken bemerkt wurde, ivurde» dieselben von der Wittwe des Verstorbenen in den Beinkleidern des letzteren vorgefunden und abgeliefert. Es ist somit nicht ausgeschlossen, daß unberechtigte Personen mit diesen Dublikat- schlüsseln Zutritt zu den Geldschränken gefunden und die darin vorhandenen Werth« entwendet haben. Immerhin bleibt es aber auffallend, daß der Rendant die Duplikatschlüssel bei sich getragen hat. Die Kassenkontrolle ist bei dem Borschußverein jedenfalls eine sehr mangelhaste gewesen. Zur Choleragefahr. Der Polizeipräsident macht folgendes bekannt: In den Tagen vom 23. bis 23. d. sind sämmtliche 890 Flußschiffe, welche aus dem Berliner Stromgebiet— zwischen dem Markgrafendamm und der westlichen Weichbildgrenze an- getroffen wurden, ärztlich auf den Gesundheitszustand der Schifssbevölkcrung untersucht worden. Die Untersuchungen haben ei» befriedigendes Ergebniß gehabt. Cholerakranke oder choleraverdächtige Personen wurden auf keinem Schiffe auf- gefunden. Seitens der Sanitätsbehörden ist bei den hiesigen Aerzten, welche im vorigen Jahre auf den Sanitätswachen angestellt waren, Umfrage gehalten worden, ob sie geneigt sind, auch in diese», Jahre eventuell den ärztlichen Wachtdienst zu über- nehmen. Der Landrath des Niederbarnimer Kreises hat angeordnet, daß jeder Fremde, der nach einer Ortschaft des Kreises kommt, noch an demselben Tage polizeilich gemeldet werden muß. Die Polizeiverwallung in Nauen hat im Hinblick auf die Choleragefahr den Verkauf von Obst und sauren Gurken aus�dem Sedanfestplatze verboten. Die Bnchbinderfrau Schuster und ihr kleines Töchterchen, die an der asiatischen Cholera erkrankt sind und im Krankenhaus Friedrichshain verpflegt werden, befinden sich auf dem Wege der Besserung. Ein vier Wochen altes Kind derselben Frau ist da- gegen in sehr elendem Zustand im Lkrankenhaus Friedrich-Hain eingeliefert worden und liegt so gut wie hoffnungslos darnieder. Dieses Kind ist seit acht Tagen krank und leidet angeblich am Brechdurchsall. Die bezüglich dieses Falles angestellten bakterio- logisäien Untersuchungen sind noch nicht abgeschlossen. Im Moabiter Krankenhaus wurden in der Zeit von gestern um 10 Uhr morgens bis heute früh um dieselbe Stunde zwei unter cholera- artigen Erscheinungen erkrankte Männer aufgenommen und in der Beobachtnngsstation untergebracht. Entlassen wurden aus dieser Station vier Personen und eine wurde einer anderen Station überwiesen. In Moabit verbleiben zwei Cholerakranke und acht Personen in der Beobachtunasstation. Was den Arbeitshäusler betrifft, der von den Rieselfeldern bei Malchow nach Moabit gebracht worden ist, so hat sich die gestrige Diagnose bestätigt; er hat somit nicht die Cholera. Im Kranken- Haus am Urban sind bis jetzt weder Cholerapatienten noch unter choleraarligen Erscheinungen erkrankte Personen zur Beobachtung eingeliefert worden. Charlottenbura. Gestern morgen gegen Uhr wurde an der Bismarck- und Leibnizstraßcn-Ecke ein älterer Steinkutscher von seinem mit Tausend Steinen beladenen Wagen derart über- fahren, daß ihm das Hinterrad des Gefährts mitten auf seiner Brust stehen blieb. Der Unglückliche konnte erst, nachdem das Hinterrad mit seiner Last angehoben war, unter dem Wagen hervorgezogen werden. Der in der Nähe wohnende Arzt Dr. Hanotmann ordnete die Ueberführung des Verunglückten ins hiesige ikrankenhaus an, wozu jedoch kein Fuhrwerk zu ermitteln war. Ein Polizei-Wachtmeister ertheilte den Rath, den Kranken auf seinem eigenen Wagen ins Kraukenhaus zu fahren. Wäre der Verunglückte vielleicht mit Glage- Handschuhen, Frack und weißer Weste bekleidet gewesen, fo hätte man bald ans dem nebenan belegenen Fuhrgeschäst eine Droschke geholt. Für den in schmutzige Lumpen gehüllten Proletarier war zedoch erst, nach- dem durch mehrfaches Hin- und Her-Telephoniren eine Stunde vergangen war, Hilfe in Gestalt des städtischen Transportwagens herbeizuschaffen. Wegen Glücksspiels verhaftet. Gestern wurde der wegen Glücksspiels vorbenrafte Monteur Wilhelm Hoffmann auf grund einer anonymen Anzeige sistirt, die ihn des gewerbsmäßigen Falschspiels bezichtigte. Bei der Durchsuchung des Hoff- mann fand man in seinem Besitz sechs Spiele Karten, deren Ecken auf der Rückseite punktirt waren, so daß ein Eingeweihter ohne große Schwierigkeiten an diesen Kennzeichen die Bilder erkennen konnte. Ferner fand man bei Werner eine große Anzahl Würfel, die zum Theil blind warenf, zum Theil nur ein, zwei oder drei Augen oder andere Augenzahle», aber doppelt aufwiesen. Auch 530 M. an baarem Geldc, eine goldene Herrenuhr, zwei goldene Damenuhren und andere Schmucksachen wurden Hoffmann abgenommen. Hoffmann, der zur Zeit keinen nachweislichen Erwerb hat, behauptet, daß das Geld aus Er- sparnissen herrühre, die er früher als Besitzer eines Zigarren- ladens gemacht haben will, und die Schmucksachen behauptet er als Pfänder für Darlehne erhalten zu haben. Von den Karten und Würfeln erzählt er, daß er sie zum Vergnügen ohne besonderen Zweck bei sich führte. Es liegt nun allerdings der dringende Verdacht vor, daß Hoffmann das Geld unter Benutzung der punktirten Karten und der falschen Würfel im Glücksspiel gewonnen hat, aber es ist nicht möglich, den Nachweis zu führen, da sich bis jetzt niemand gemeldet hat, der auf solche Weise durch Hoff- mann geschädigt worden ist. Er hat daher wieder entlassen werden müssen. Die Treulosigkeit seiner Frau hat am Mittwoch Nach- mittag einen fleißigen und braven Arbeiter, den Bauklempner Emil W., zum Selbstmord getrieben. W. hatte am Vormittag ein Krankenhaus, in welchem er sich wegen Erkrankung an einer Lungenentzündung befand, verlassen und seine Wohnung auf- gesucht. Dieselbe war verschlossen; als sie durch einen Schlosser geöffnet worden war, entdeckte W., daß seine Frau das ganze Mobiliar verkauft hatte. Wie sich herausstellte, war die Frau vor kurzem unter sittenpolizeiliche Aufsicht gestellt worden und dann verschwunden. W., der seine treulose Frau sebr ueliÄ« hatte, wurde am Nachmittag von einer Flurnachbarin an einem Fensterkreuz hängend und nur noch leise röchelnd aufgefunden. Einem sofort herbeigeholten Arzte gelang es, ihn wieder ins Leben zurückzurufen, worauf der Unglückliche wieder nach dem Krankenhause gebracht wurde. In Spandan war kürzlich, wie wir berichtet haben, ein Offiziersbursche, der mehrere Zivilisten in unverantwortlicher Weife gereizt hatte, schwer verwundet worden. Ein Mann, der ihm die Messerstiche beigebracht haben soll, befindet sich noch in Haft. Bisher nahm man an, daß der Zustand des Offiziers- burschen hoffnungslos sei; sein Befinden hat sich jedoch so ge- bessert, daß er in absehbarer Zeit von den schweren Verletzungen wieder hergestellt werden kann. In der Strafsache wegen versuchten Mordes gegen den „Arbeiter" Müller und Genossen, die unlängst den Arbeiter Lange in den Landwehrkanal geworfen haben, sind drei der Thäter, wie bereits gemeldet, vor einigen Tagen verhaftet worden, außer Müller die„Arbeiter" Linke und Luttkus. Jetzt ist auch der Vierte dingfest gemacht worden, der von seinen Genossen als der „Ulanen- Julius" bezeichnet wurde. Es ist dieses der„Arbeiter" Julius Malischek. Er behauptet nun allerdings, Luttkus habe das Attentat aus Lange allein verübt, doch steht diese Angabe im Widerspruch zu den Aussagen der anderen, die zum Theil geständig sind. Verhaftet wurde am Mittwoch Abend in einem Restaurant in der Andreasstraße Hierselbst, wo er friedlich beim Glase Bier saß, der Monteur Paul Pawlowitsch aus Weißensee bei Berlin. P. ist Anarchist und gehörte zu den Angeklagten in dem Pro- zesse Schenk und Genoffen, bei dessen Verhandlung er indeß be- reits in der Schweiz ivar, wohin er sich geflüchtet hatte. Gegen ihn soll daher jene Sache nun besonders verhandelt werden. Aus dem Züricher Kongreß war Pawlowitsch Delegirter der Züricher Anarchisten und gehörte dort mit zu den hinaus- gewiesenen Lärmmachern. Er leitete nachher den Auchkongreß der Anarchisten und sogenannten Unabhängigen. Polizeibericht. Am 30. v. Mts. Morgens wurde ein Mann in seiner Wohnung in der Reinickendorferstraße erhängt vor- gefunden.— Beim Abbruch des Hauses Gartenstr. 124 fiel Nach- mittags der Arbeiter Forkel vom Dache auf den Bürgersteig hinab und erlitt außer mehreren Verletzungen im Gesicht einen Bruch des Vorderarms. Er ivurde nach dem Lazarus-Kranken- hause gebracht.— Abends sprang ein zivölfjähriges Mädchen aus dem Küchenfenster der im 4. Stock des Hauses Antonstr. 17 belegenen Wohnung der Mutter auf den Hof hinab und starb bald daraus.— Im Lause des Tages fanden vier kleine Brände stall. TheKkcr. Nesidenztheater. Ein grausam unerbittliches Stück Leben und Lebenswahrheit war es, welches uns Richard Skowronuek am Mittwoch Abend im Nesidenztheater vorführte. Um 30 M.„aufzutreiben", wie der Kunstausdruck lautet, war Heinrich des Morgens ausgezogen. Und gelobt hatte er sich, nie mehr eine Karte in seinem Leben anzurühren, denn in den Karten sitzt ein Teufel, ein Dämon, der ihn mit unwiderstehlicher Gewalt niederzwingt, der ihn nicht aus seinen Klauen läßt, wenn er ihn erst einmal gepackt hat. Er ist ein Spieler, er weiß es; zwar haßt und verachtet er die Leidenschaft, die ihn beherrscht, und doch ist er ein willenloser Sklave, so- bald er ihrem Banne unterliegt. Und es gelingt ihm, die sechzig Mark aufzutreiben, denn es ivar die höchste Zeit, seine wenigen Möbel hat der Gerichtsvollzieher bereits ge- pfändet, und morgen früh sollen sie abgeholt werden, wenn nicht die Summe gezahlt wird. Nun, glücklicher Weise wird es fo schlimm nicht werden, denn das Geld klimpert ihm in der Tasche — da erblickt er einen Freund aus seiner Spielergesellschaft, mitgehen soll er, und nur zusehen. Und inzwischen sitzt sein abgehärmtes Weib zu Hause in der elenden Wohnung, in welcher sich nur noch die allernoth- wendigsten und allernothdürftigsten Möbel befinden, mit seinem Kinde. Und Stunde auf Stunde verrinnt, und aus dem Tage wird Abend und aus dem Abend die grauenvolle Nacht mit ihrem tiefen Dunkel, ihrer bleiernen Stille und den peinigen- den bohrenden Gedanken. Und der Morgen bricht an, aber der Spieler ist noch nicht zurückgekehrt. Dagegen erscheint der Gerichtsvollzieher mit seinen Arbeitern. Wohl krampst das Herz des ergrauten Dieners der Gerechtigkeit zusammen bei dem Elend, welches er erblickt, und die Trostes- ivorte, die er spendet, mögen aus einem mitfühlenden Gemüth kommen, aber die Pflicht ist stärker wie das Erdarmen, die arm- seligen Möbel werden zusammengepackt und fortgeschafft. Thränenden Auges sieht die Frau ihre letzte Habe verschwinden, und nun endlich erscheint der Gatte, übermüdet, über- nächtigt, von Ekel erfüllt über sich, über seine unselige Leidenschaft. Er hat gespielt, gespielt in der wahnfinnigen Hoff- nung, durch eine glückliche Karle sich dem Elend entreißen zu können. Das Glück war ihm nicht hold, als das fahle Morgenlicht in das Kaffeehaus hineinschien, war er ärmer als zuvor. Doch immer hatte ihm die Frau verziehen, immer und immer wieder hatte sie seinen Besserungsschwüren geglaubt; sie -Gerichts- Beitung. Der Buzzer Franz Schulz hatte im März in einer öffentlichen Versammlung seiner Gewerkschaft in der Brauerei Königftadt als Vorsitzender den gedruckten Tarif zur Vertheilung gelangen laffen und dafür wegen unerlaubter Kolportage auf An zeige des überwachenden Polizei- Lieutenants ein Strafmandat von 8 M. oder 1 Tag Haft erhalten. Das Schöffengericht sprach ihn am 23. Mai frei. Auf die Berufung des Amtsanwalts bin hat die Strafkammer I des Landgerichts I am Montag wiederum Schulz zu 3 M. Geldstrafe oder 1 Tag Haft und in die Kosten verurtheilt. Schulz wird Revision einlegen lassen. mit Das Attienkapital sämmtlicher Gesellschaften flieg von 301 660 000 m. auf 318 215 518 M., der Absas von 13 Millionen auf 14 Millionen Hektoliter. Der Robgewinn nahm um rund 5 Millionen, 42 gegen 37 Millionen, Mark zu, was auf jeden Hektoliter ein Mehr von 16 Pf. ausmacht. Die Abschreibungen erhöhten sich von 15 Millionen auf 17 Millionen oder um 0,27 pŒt. fonnte. Von vier Gesellschaften wurde nicht bekannt, ob und welche Dividende sie gezahlt, 98 haben teine vertheilt, 52 davon haben sogar mit Verlust gearbeitet. Die durchschnittliche Dividende auf das Gesammtkapital aller Brauereien betrug 4,72 pct. würde es auch heute wieder thun, so batte er im Stillen gehofft. Ueber Rentabilität des Kapitals, angelegt in deutschen| Leseklub ausgestellt und an den in der Schweiz lebenden Doch diesmal hatte er sich getäuscht. Das Maß war zum Ueberlaufen Aktien- Brauereien, giebt das Jahrbuch für die deutschen Attien- Köfter geschickt worden. Die Anwesenden würden zugeben, voll das Vertrauen war längst geschwunden, die Achtung Brauereien und Malzfabriken" von R. Wolf, Freiburg, einigec daß solche Elemente auf dem internationalen Kongreffe nicht hatte sie längst vor ihm verloren jezt war auch der winzige maßen Aufschluß. Das Wolf'sche Jahrbuch verzeichnet im Be- geduldet werden konnten. Nachdem die Anarchisten den Saal Rest von Liebe, den sie bisher dem Vater ihres Kindes entgegen triebsjahr 1891/92 320 Brauerei- Attiengesellschaften gegen 300 im verlassen hatten, sei man erit zu einer ruhigen Berathung auf gebracht hatte, dahin fie will sich von ihm trennen. In er- voraufgegangenen Jahre. Leider erstreckt sich die Statistik nur dem Kongresse gekommen. Redner läßt hierauf einige der gegreifender Rede fetzt sie ihm auseinander, was sie geduldet, was auf die tien gesellschaften, so daß man nicht daraus ersehen faßten Beschlüsse Revue paffiren und geht zunächst des näheren fie erlitten, und nun will sie gehen, sie will ihr Leben trennen fann, wie viele fleine und mittlere Brauereien von diesen 20 auf die Verhandlungen, welche sich auf den Parlamentarismus von dem Dasein ihres Mannes, der unrettbar dem Spielteufel neuen Aftien- Brauereien verschlungen worden sein mögen. Die und die Wahlagitation bezogen, ein. Der Standpunkt, den nach verfallen ist. Er droht mit Selbstmord, und in der Erregung Statistik giebt auch die Zahl der Brauereien für jede einzelne dieser Richtung die deutsche Sozialdemokratie einnahm, sei zwar entfällt ihr das bittere Wort, daß es wohl das Beste wäre, Provinz an und wir erfahren dadurch, daß die 5 öftlichen Pro- von den Holländern angegriffen worden, habe aber schließlich wenn er Hand an sich legte, schon um das Leben ihres Kindes vinzen Pommern, Posen, Oft, Westpreußen und Schlesien zu die allgemeine Billigung des Kongresses gefunden. Bei der Bezu retten. Und in wahnsinniger Verzweiflung greift der Spieler fammen noch eine Aftienbrauerei weniger haben als Berlin vathung über den betanuten holländischen Antrag betreffend die zur Pistole. allein. Die Ursachen dieser Erscheinung dürften wohl nicht allein Stellung der Sozialdemokratie zum Kriege habe es auf viele Delegirte Skowronnet hat feinen Einafter mit einer Fülle fein poin- zu suchen sein in der wirthschaftlichen Zurückgebliebenheit jener Pro- einen eigenthümlichen Eindruck gemacht, daß das holländische Militär tirter Lebenswahrheit ausgestattet und mit sicherer Hand aufge- vinzen, sondern auch darin, daß in jenen Gegenden der Kar- selbst durch Unterschriften des Antrages den internationalen Kongreß baut. Unterstützt wurde er durch das wahrhaft geniale Spiel toffelfufel dominirt. aufforderte, dem Antrage zuzustimmen. Dabei sei aber zu be Rudolf Rittners. Dieser Künstler schuf ein Kabinetsstück readenken, daß in Holland das Werbesystem herrscht. Der Kongreß listischer Darstellungskunst. Ebenso Alma Renier und auch die stimmte in dieser Frage bekanntlich dem Antrage Bebel's zu. fleine Lotte Müller ist wegen ihren tapferen Spiels zu loben. Den Antrag auf Trennung der Kirche vom Staat hätten die Dem Verfasser wurde reicher Beifall zu theil.; Engländer für überflüssig gehalten, bis ihnen flar gemacht wor den sei, wie in einzelnen Ländern des Festlandes die Kirche als Büttel des Staates benutzt werde. Redner hebt noch hervor, daß beschlossen worden sei, die internationalen Kongreffe hinfort Der Reingewinn betrug 22 659 594 m. gegen 20 918 957 M. alle drei Jahre abzuhalten, und zwar den nächsten in London, oder 7,12 pet. gegen 6,94 pt. des Vorjahres: die Dividenden was bei den englischen Delegirten große Freude hervorgerufen erhöhten sich um rund eine Million. Wie mit der Größe des habe. der Dividendenvertheilung: Es zahlten 3 Betriebe mit zusammen Er sei von den Anarchisten zu einer Versammlung eingeladen, Betriebes die Rentabilität wächst, zeigt am besten folgende Stala Timm, der zweite Delegirte, führt hierauf folgendes aus: 1800 000 m. Kapital 0,50-1 p& t.; 14 Gesellschaften mit 19 Milan bem betreffenden Tage aber noch auf einer Agitationsreise lionen Betriebskapital 2,5-3 pet. Dividende. Dagegen fonnten Wäre er aber auch hier gewefen, so wäre er doch nicht zu deren 10 Gesellschaften, welche über ein Kapital von 19 Millionen Versammlung gegangen. Für den Ausschluß der Anarchisten ( also beinahe 2 Millionen pro Betrieb) 11-12 pet, vertheilen, vom Züricher Kongresse sei auch er, Redner: nicht weil während 18 pet. Dividende von drei Attien- Gesellschaften mit fie radikal feien, fondern weil sie auf sein Verlangen, daß fie, einem Gesammtkapital von nahezu 9 Millionen gezahlt werden wenn sie an dem Kongreffe theilnehmen wollten, auch für die Ausführung der Beschlüsse desselben sorgen sollten, sagten, das könnten sie nicht, sie seien Individualisten. Damit fei es klar, daß sich hier zwei Richtungen scharf gegenüberstanden: Der Bock als Gärtner. Am 1. Juni d. J. hatte der Wir, die überzeugt sind, daß Massenwirkungen nöthig find; Pächter des Berliner Rathstellers, Herr Falkenberg, einen neuen Jene, die es jedem Einzelnen überlassen, seinen eigenen Weg zu Hausdiener in der Person des früheren Schlächtergesellen May gehen. Die Herren hätten wahrscheinlich auch schon von vorne Surma bekommen. Derfelbe hatte auch den Nachtdienst aus Gewerberath Raether, macht in feinem Bericht für das Jahr 1892 Werner's Erklärungen hervor. Er habe gehört, daß die AnarDer Fabrikinspektor für den Regierungsbezirk Minden, herein ihren Separationgreß im Auge gehabt. Das gehe aus zuüben, darin bestehend, daß er von 12 Uhr Nachts bis 8 Uhr auf eine Konsequenz der neuen Bestimmungen über den Schut chisten sich damit rühmen, daß sie vor dem Kongreßfaale mehr Morgens wiederholt die Restaurationsräume zu begehen hatte. der Kinder in den Fabriten aufmerksam, welche sicherlich nicht Schläge ausgetheilt, als sie selbst empfangen hätten. Er gönne Bald nach dem Antritte Surma's stellte sich wiederholt heraus, in der Absicht des Gesetzgebers gelegen hat. Es ist nämlich in ihnen diesen Ruhm. Sie hätten dadurch die nahe Verdaß die in der Fleischkammer aufbewahrten Vorräthe von seinem Bezirk die Zahl der in den Fabriken beschäftigten Kinder, wandtschaft ihrer Taftit mit der Iskraut'schen bewiesen. diebischer Hand geplündert worden waren. In diesem Raume welche im Jahre 1891 bis auf 1883 gestiegen war, im Jahre 1892 Redner hat in Zürich die Ueberzeugung gewonnen, daß behatte Surma nichts zu suchen, es war ihm auch kein Schlüffel dazu übergeben worden. Den Umständen nach fonnte nur der auf 524 heruntergegangen, und zwar trifft der Rückgang speziell stimmte Leute, die auf den Universitäten sich mit allem Möglichen, Wächter der Dieb sein. Herr Falkenberg stellte ihm eine Falle. ist die Zahl in diesen von 1496 auf 413 zurückgegangen. Gs beschäftigen, wenn fie von dort kommen, quertöpfig ihr eigenes die Kinder, welche in den Zigarrenfabriken beschäftigt sind; es nur nicht mit wirklichem Lernen und Studiren sich Der ebenfalls im Rathsteller beschäftigte Schlächtergeselle Mößing mußte an Surma wäre aber, wie er hinzufügt, verfehlt, hieraus günstige Ich über alles stellen. Die Anarchisten hätten den Sozialdemo dem Vorschlag heran Schlüffe folgern au treten, gemeinschaftlich folgern zu wollen. Die Abnahme der Kinder- fraten Rampf bis aufs Messer angedroht. Nun, wenn er etwas ben Fleischvorräthen Stehlen. Surma ging sofort barauf ein, erklärte, daß beschäftigung ist nur eine scheinbare, weil die Kinder aus von Zürich heimgenommen habe, so sei es die Kampfftimmung er schon einen passenden den geordneten Fabrikverhältnissen in die viel ungünstigere gegen diese Ich- Richtung.( Lebhafter Beifall.) Er werde den Schlüssel habe, daß er in ferner einer Hausindustrie übergetreten sind. Kaffeeklappe in Die Verhältnisse gewinnen Kampf aufnehmen, wo er nur fönne.( Lärm. Zubeil ruft den der Grünstraße Abnahme des gestohlenen Fleisches finden würde und verabredete umsomehr an Bedeutung, weil hierdurch die Zigarren- Haus- Lärmmachern zu: Wenn die Ruhe nicht gewahrt wird, dann mit Mößing einen Diebstahl in der folgenden Nacht. Der Plan Roller in der Fabrit nicht geftattet, feinen Hilfsarbeiter au ift." Großer Lärm. Zubeil dringt nicht mehr durch und vertagt industrie überhaupt sehr stark gefördert wird, Wird dem muß ich ebenso verfahren, wie es auf dem Kongresse geschehen wurde auch ausgeführt. Als Surma, mit Fleisch beladen, die beschäftigen, so verlangt er meistentheils Hausarbeit. Da in deshalb die Versammlung auf fünf Minuten.) zu Straße betrat, um es in die von Mößing geholte Droschke zu recht vielen Fällen der Arbeitsraum gleichzeitig als Wohn- oder werfen, wurde er von seinem Dienstherrn ergriffen. Leider ist Kochraum dient, so hat die ganze Familie unter dem nachhaltigen nennt er eine Anzahl Parteigenoffen zu Ordnern und fordert dieAls der Vorsitzende die Versammlung wieder eröffnet, eres nicht gelungen, den Hehler ausfindig zu machen. Surma legte Einfluß der Zigarrenfabrikation zu leiden, außerdem wird aber felben auf, sich im Saale zu vertheilen. im gestrigen Termine vor der siebenten Ferienftraffammer des auch bei der Beschäftigung der Kinder keine Rücksicht auf ihr darauf aufmerksam, daß die Versammlung nicht als BoltsDie Gäste macht er Landgerichts I nur insoweit ein Geständniß ab, als ein Leugnen After genommen. Die Kinder werden erst dann die Wohlthaten versammlung, sondern als öffentliche sozialdemokratische Parteinichts nühen konnte. Bei dem vorliegenden groben Vertrauens des Gesetzes genießen, wenn es gelingen follte, Schußbeitim versammlung einberufen ist, in ber Gäfte zugelassen sind, sich bruch hielt der Staatsanwalt die Zubilligung von mildernden mungen auch für die Hausindustrie zu erlaffen. Unzweifelhaft aber auch anständig zu betragen haben. Timm fährt dann Umständen nicht für angebracht, er beantragte eine 8 u ch thaus beschäftigt ein großer Theil der Hausarbeiter nicht nur zur in feinem Referate fort. Er erwähnt kurz den Brief Cipriani's. trafe von einem Jahre vier Monaten. Der Gerichts- Familie gehörige, sondern auch fremde Personen. Hier Abhilfe Cipriani habe den Kongreß verlassen, weil er nicht zu Worte gehof berücksichtigte die bisherige Unbescholtenheit des Angeklagten zu schaffen, ist für den Gewerbe Aufsichtsbeamten aber außer tommen fei. Auf solchem internationalen Kongreffe herrsche aber und beließ es bei einem Jahre vier Monaten Gefängniß. ordentlich schwer; mit Erfolg eingreifen könnten nur die mit den infolge des lebhaften Temperamentes der verschiedenen Nationa Unnöthiges Sistiren zur Wache von Personen, die sich örtlichen und Familienverhältnissen genau vertrauten Organe der litäten eine Unruhe, bei der leicht Jemand, der sich zum Wort melde einer Uebertretung schuldig gemacht haben, ist in legterer Zeit Polizeibehörden." Man muß dem Gewerberath Raether dankbar übersehen werde. Ihm, Redner, sei es auch so gegangen, bei der wiederholt von den Gerichten festgestellt worden. Ein solcher dafür sein, daß er mit Offenheit einen vorhandenen Schaden Maifeierberathung. Redner geht dann auf verschiedene Be Fall beschäftigte auch gestern die fünfte Berufungs- Straffammer aufgedeckt hat, leider hat er vergessen, Rathschläge zu ertheilen. rathungsgegenstände des Kongresses ein, erwähnt die Beschlußdes Landgerichts I. Der Fabrikant F. war vom Schöffengerichte wie dem Uebel abgeholfen werden kann. Mit dem Hinweis auf faffung über den Achtstundentag und die Maifeier. Der von des Landgerichts 1. Der Fabrikant F. war vom Schöffengerichte das Eingreifen der Polizei ist es nicht gethan, es müßte eine ihm und Adler gestellte Zusatzantrag, daß die Partei jeden Verwegen Widerstands gegen die Staatsgewalt mit einer Geldstrafe belegt worden, wobei folgender Sachverhalt als erwiesen an- gesetzliche Regelung der Kinderarbeit bei den Hausarbeitern ebenso such einer Arbeitsruhe am 1. Mai zu unterstüßen habe, sei von gesehen wurde: Der Angefchuldigte hatte eines Tages fein Fuhr- eingeführt werden, wie in den Fabriken. dem Kongresse mit dem Hauptantrage zusammen angenommen wert unbeaufsichtigt vor einer Restauration stehen lassen. Der worden. Bezüglich der internationalen Ausgestaltung der GeSchuhmann Sch. bemerkte dies, sah den ihm bekannten Eigenwerkschaften sei vollste Einmüthigkeit erzielt worden. Auch bei thümer des Fuhrwerks am Fenster in der Restauration steben uns in Deutschland herrsche ja theoretisch teine Meinungsund winkte ihm, herauszukommen. F. stand sich schlecht mit dem verschiedenheit über die Stellung, welche den Gewerkschaften geBeamten, anstatt seiner Aufforderung Folge zu leisten, hielt er bührt. Soweit unsere Parteitage dazu Stellung genommen, hätten ihm seine Geschäftstarte entgegen. Der Schuhmann fuhr fort sie es stets als die Pflicht der Genossen erklärt, ihren Gewerkwinten und schließlich trat F. auf die Straße. Zur Berichterstattung über die Verhandlungen des schaften anzugehören. Wenn bei uns gleichwohl nach dieser Rich& 3 tam zwischen beiden zu einer etwas erregten Aus- internationalen Kongresses zu Zürich war zum 30. August tung Vorwürje laut werden, so sollten sich dieselben gegen dieeinandersehung, wobei F. dem Beamten mit feiner eine öffentliche sozialdemokratische Parteiverfammlung nach dem jenigen richten, welche die Beschlüsse der Parteitage nicht ausKarte vor der Nase hin und her fuchtelte. Der Beamte be- Konfordia- Saale einberufen, die von den Parteigenossen sehr führen. In England haben die Unternehmer die unorganisirten hauptete sogar, er sei von der Karte berührt worden. Er ver- start besucht war. Außerdem hatten sich ziemlich vollzählig die Arbeiter zu einem Verein zusammengeschlossen, den sie unterlangte nun von F., daß derselbe ihm zur Wache folge, F. Anarchisten und Unabhängigen eingefunden. In das Bureau stützen und der dann die organisirten Arbeiter zu bekämpfen hat. weigerte sich, ein zweiter Schuhmann tam hinzu, F. wurde an wurde aus jedem der sechs Berliner Wahlkreise ein Vertrauens- So sei es bei uns mit denen, die links von uns stehen. Diese jedem Arm angefaßt und zur Wache gebracht. Unterwegs machte mann, darunter Zubeil zum Vorsitzenden gewählt. Von den benutzt die Bourgeoisie, um un 3 Knüttel zwischen die Beine zu F. wiederholt Bewegungen mit den Armen, um sich frei zu Delegirten zum Rongreß referirte zunächst Th. Meyner. Der- werfen. machen. Hierin hatte das Schöffengericht den Widerstand ge- selbe führte aus: Nachdem die Zeitung schon eingehend über den funden. Vor der zweiten Instanz führte der Bertheidiger, Rechts. Rongreß berichtet habe, bleibe den Delegirten nur wenig übrig anwalt Leog. Meyer, aus, daß die Siftirung nicht erforderlich Bemerkt fei, daß am Tage des Zusammentrittes des gewesen wäre und der Beamte sich deshalb nicht in berechtigter Kongreffes ganz Bürich sich in einem Festgewand zeigte und der Ausübung seines Berufes befunden habe. Da der Angeklagte Aufzug am Nachmittage des 6. August einer selten großen Theil dem Beamten bekannt war, so fonnte er denselben wegen der nahme sich von seiten der dortigen Bevölkerung zu erfreuen Fahrübertretung und der vermeintlichen Beleidigung belangen, hatte. ohne ihn zur Wache zu bringen. Der Angeklagte habe sich auch nur gefträubt, weil er sich nicht von seinem Fuhrwerke entfernen wollte. Der Gerichtshof war ebenfalls der Ansicht, daß die Siftirung nicht durchaus geboten war, hob deshalb das erste Urtheil auf und erkannte auf Freisprechung. zu von Soziale teberlicht. Versammlungen. Friß, der dritte Delegirte, bemerkt, in betreff des Ausschluffes der Anarchisten stehe er vollständig auf dem Standpunkt der beiden Vorredner. Auf die Berathungsgegenstände des Kongresses ging Redner nur furz ein. Als Redner des weiteren auf die Frage des Schutes der Frauen zu sprechen tommt, entsteht an einer Stelle im Saale wieder Unruhe, die zu einer Störung der Versammlung auszuarten droht. Der Vorsitzende Zubeil Was nun die Ausweisung der Anarchisten betreffe, so habe fordert die Parteigenossen auf, sitzen zu bleiben; die Ordner fich diefelbe folgendermaßen abgespielt: Die deutsche Sektion habe würden schon mit den einzelnen Personen fertig werden. Fritz bei der Prüfung der Mandate die Bestimmungen der Brüsseler streift noch kurz die unerledigt gebliebenen Gegenstände der Bortonferens anerkannt, nach welchen zum internationalen Kon- Rongreß- Tagesordnung und schließt mit der Bemerkung, daß wir greß zugelassen werden sollten nur Vertreter von Arbeiter mit der praktischen Arbeit des Kongresses zufrieden sein können; gewerkschaften, ferner von sozialistischen Parteien und Vereinen, die weitere Arbeit falle der Gesammtheit der Parteigenossen zu. welche die Nothwendigkeit der Organisation und politischen Nachdem Meiner noch auf eine eingelaufene Frage das Aftion anerkennen. Hiernach mußten die Anarchisten zurückge Stimmenverhältniß bei Ablehnung des holländischen Militärwiesen werden. Dieselben behaupteten nun plöglich, auch eine streit- Antrages angegeben hatte, wurde die Diskussion eröffnet. Organisation zu vertreten, fonnten damit aber weder die Set- 3u Beginn derselben wurde ein Antrag angenommen, die Redetion, noch, als sie, mit dem Entscheide dieser nicht zu zeit auf 10 Minuten zu beschränken. Zum Kapitel der Hungerlöhne lassen sich täglich neue frieden, sich das Plenum des Kongresses wandten, Folgende Resolution ist eingelaufen: Beiträge liefern. Das Elend unter den Arbeitern ist so groß, diefen von der Wahrheit ihrer Angabe überzeugen." Die heute, am 30. August, in der Konkordia" tagende die Bezahlung der Arbeitskraft so schlecht, daß Spalten zu füllen Sie behaupteten auch, Anhänger der politischen Aktion des sozialdemokratische Parteiversammlung erklärt sich mit den Bewären mit der Aufführung aller der Fälle, in denen die miserable Proletariats zu sein, zeigten aber in ihren Ausführungen, daß schlüssen des internationalen Kongresses zu Zürich einverstanden Entlohnung der Arbeiter an das Licht der Deffentlichkeit gezogen sie den Einzelkampf von Leuten gegen die herrschende Klasse als und billigt das Verhalten der Berliner Vertreter." zu werden verdiente. Bei dem schlechten Geschäftsgange und der politische Aktion des Proletariats ansahen. Als der Kongreß Als erster Redner erhält nun das Wort gleichzeitig zunehmenden Arbeitslosigkeit aber fürchten sich die auf Antrag Bebel's ihnen darin nicht beipflichtete, erhoben sie Ledebour: Mit den meisten Beschlüssen des Kongresses fei Schlechtentlohnten, auch noch ihr leytes bischen Erwerb zu ver- Lärm, so daß sie von seiten des schweizerischen Organisations- er einverstanden, aber er billige nicht den Ausschluß der lieren und verzichten deshalb heber auf die Bloßstellung solcher tomitees zur Ruhe verwiesen werden mußten, mit dem Bedeuten, Anarchisten. Die meisten Anarchisten seien kommunistische oder Arbeitgeber, die ihnen Jammerlöhne zu bieten wagen, bei denen daß, wenn nicht Ruhe eintreten würde, man die Ruhestörer follektivistische Anarchisten, also nicht, wie Timm gesagt, Indis tein Mensch zu existiren vermag, wenn er nicht zum Theil von hinausweisen werde. Die Ruhe trat nicht ein, vielmehr bekam vidualisten. Diese fommunistischen Anarchisten hätten mit uns Dritter Seite mit unterhalten wird. Der nachstehende, dem man den Eindruck, daß diese Leute nach Zürich gekommen waren, das Biel gemein, und der Kongreß verliere an Bedeutung, wenn Wähler" zur Veröffentlichung mitgetheilte Fall verdient aber in um den Kongreß zu vereiteln; sie mußten daher hinausgewiesen er nicht alle Richtungen, die demfelben Ziele zusteuern, vereine. weiteren Kreisen bekannt zu werden. Bei dem Tischlermeister Paul werden. Im Saale selbst konnten sich die Rohheiten diefer Leute Daß die Anarchisten sich nicht bereit erklären wollten, für die Stephan, Leipzig, Königsplay 15, schuftet ein Gefelle täglich von früh nicht abspielen, aber draußen sah man sie über die Köpfe der Schweizer Durchführung der Kongreßbeschlüsse zu sorgen, darüber könnten 7 Uhr bis abends 8, auch 9 Uhr, bei einstündiger Mittagspause hinweg auf die Deutschen schlagen. Die Anarchisten seien in die deutschen Delegirten sich nicht wundern, die doch erklärt und viertelstündiger, oftmals noch fürzerer Frühstücks- und Vesper Bürich ähnlich verfahren, wie wir es bei den legten Stadt- hätten, sie könnten den Beschluß über die Maifeier nicht durchpause. Nach Feierabend gilt's Werkstelle aufräumen, zuweilen verordneten- Wahlen hier in Berlin von ihnen schon gesehen führen. In der Presse sei auch ausgesprochen, die Anarchisten auch noch andere Nebenarbeiten verrichten. Für diese Arbeits- haben. In den Zeitungsberichten und den Versammlungen sei hätten auch deshalb ausgeschlossen werden müssen, weil sie nicht leistung zahlt der freigebige Meister den enormen Lohn von acht die Wahrheit über diesen Vorgang vielfach auf den Kopf gestellt befähigt seien, auf solchem Kongreß zu sprechen. Dieses ArguMark wöchentlich. Und da wundern sich denn die Innungs- worden. Unter den zehn oder elf Ausgewiesenen hätten zwei ment sei auch nicht berechtigt. Für die verlesene Resolution brüder, wenn ursprünglich ganz indifferente Arbeiter sich ihnen ihre Mandate aus Berlin von einer Boltsversammlung gehabt. tönne man nicht stimmen, da die deutschen Delegirten selbst nicht immer mehr ab- und der Sozialdemokratie zuwenden. Die taum Zwei weitere Mandate, von denen das eine 15, das andere fämmtliche Beschliffe( Maifeier) des Kongresses billigten. erträglichen Mißst ände, unter denen die Arbeiter zu leiden haben, 3 Unterschriften enthielt, feien thatsächlich von einer Hand ge- Otto Kramer spricht nicht zur Sache, sondern führt aus, paufen glücklicher Weise mit der Zeit selbst dem Denkfaulsten schrieben gewesen, was erst geleugnet, bei näherem Drängen aber er habe sich dieser Tage überzeugt, daß es doch mehr als 15 einiges logische Berständniß ein. jugegeben worden sei. Ein Mandat sei von einem Berliner Unabhängige in Berlin gebe. " im Restaurant.- Bergnügungsverein Beilchen, Abend sx Uhr, bet Brauns, alte Safobftr. 128( Bogenhaus). Oranienſtr. 183 p. Schneider. Gefelliger Arbeiterverein Graphia, Abends 8% Uhr, Unterhaltungstlub Schiller, Abends Lepidopt. Bereinigung Musikverein 8 Uhr im Reñaurant Holzbächer, Drenfeſtraße 8. Orion, abends& Uhr Sigung Schußenitr. 29. nung, abends von 9-11 uhr uehungstünde prostauerfir. 3-37 bei Stattlub airo Abends 8 Uhr bei Flick, Simeonstr. 23. Bergnügungsverein Berolina, Abends 9 Uhr im Restaurant Zur Gleichbeit", Andreasstr. 26, Sigung. Nach derfelben Tanz. Tanzlehrer- Verein Solidarität, Abends 8 Uhr im Lokale von Ehrenberg, Annenstr. 16, Sigung. Rauchklub Rothe Fahne, Freitag Abends 9 Uhr, Cuvrystr. 48 bei Kricheldorff English Conversational Club Shakespeare. Meeting every Friday at 9 p. m. at Behrens Restaurant Königstr. 62, Lecturer Mr. J. Bloch. Guests are welcome. Bprecisaal. abzugeben ist, dem Publitum zur Besprechung von Angelegenheiten allgemeinen Inhalt desselben identifizirt zu werden. Karl Arndt erklärt sich für Arbeitsruhe am 1. Mai. redete und auch auf die Schädlichkeit und Entbehrlichkeit des Anarchist Wiese: Der Kongreß habe nur für die Anarchisten Salzgenusses hinwies, während die Mehrzahl der Redner mehr Propaganda gemacht. Die anarchistischen Telegirten hätten den dem Herrn Referenten zustimmte. Zu Punkt 3 der Tages: Kongreß nicht zwei Tage, sondern nur einen aufgehalten; denn ordnung wird bemerkt, daß als Beisitzer Kollege Werner, als der erste Tag fet als Begrüßungstag anzusehen. Der Vor- Werkstattkontrolleure bei den en Tischlern die Kollegen Schwerbt, wärts" habe nicht objektiv über den Kongreß berichtet, einen Klinger und Lück, bei den Drechslern die Kollegen Tasch objektiven Bericht habe die Berliner Zeitung" gebracht( Seiter- und Tappert und als Beitragssammler an stelle des Kollegen teit). Es sei nicht wahr, daß die Anarchisten nur Worte machten Hoffmann der Kollege Mattow gewählt worden sind. und die Sozialdemokraten handelten. Umgekehrt sei es, das zeigten bie Beitungsnotizen der letzten Jahre; er erinnere nur Der Verband aller in der Metallindustrie beschäf= an Ravachol. Die Anarchisten hätten noch niemals die Sozial- tigten Arbeiter für Berlin und Umgegend bedemokratie beschimpft, fie hätten sie nur fritifirt. schäftigte sich in feiner lehten Sigung mit der Aenderung des§1 Faber: Die Anarchisten, wie wir sie hier in Berlin Abs. b seines Verbandsstatuts, der die Fassung erhielt: Grhaben, seien ihrer ganzen Haltung nach zu allem Anderen richtung eines unentgeltlichen Arbeitsnachweis- Bureaus. Nachdem nehr im stande als zur Befreiung des Proletariats. Man fanden einige Erfahwahlen statt und zwar wählte man den brauche sich nur den Sozialist" anzusehen. Zwei Spalten feines Kollegen Grieb für die Rechtsschutz Kommission, den Kollegen Raumes verwende er jedesmal auf schmutzige Beschimpfungen Rothe in die Bibliothekkommission für Norden, und für Moabit der proletarischen Bewegung der Sozialdemokratie. Gs fei vom die Kollegen Reil und Lehmann. Der Kollege Richter Handeln und Wortemachen gesprochen. Handeln und Handeln( Lampenbranche) wurde als Fachkommissionsmitglied bestätigt. Die Redaktion stellt die Benutzung des Sprechsaals, soweit der Raum dafür fei allerdings zweierlei. Der Bourgeoisie durch die Handlungen Betreffs des Streits bei der Firma Willing u. Violett wurde Intereffes zur Verfügung; fie wahrt sich aber gleichzeitig dagegen, mit dem Einzelner Waffen liefern gegen das gesammte Proletariat, wie berichtet, daß sich die Situation bis zur Stunde nicht geändert. die Anarchisten es gut heißen, das sei etwas Anderes, als der Von den in den Ausstand getretenen Kollegen ist zur Zeit nicht An die Haus- und Geschäftsdiener Berlins. Bourgeoisie ihre Waffen aus der Hand winden, wie es die ein einziger zum Streifbrecher geworden, also alle anderen In dem Versammlungsbericht des Vereins Berliner Hausdiener" Sozialdemokratie thue. Was das Kritisiren anlange, so ließen im Umlauf befindlichen Gerüchte unwahr. Die Firma in Mr. 202 in der 1. Beilage des Vorwärts" vom 29. August wir uns das Recht der Kritik auch nicht nehmen gegen unfere arbeite nur mit einem Schraubendreher Meyer und ver heißt es, daß Kollege Hunge deshalb gegen den Antrag des Führer, wenn dieselben etwas gethan, was uns nicht gefalle, schiedenen Hilfsarbeitern, fei alfo bis zur Stunde keineswegs Bertrauensmannes sprach, weil man den Verein Berliner Hausaber wir beschimpfen sie nicht. Die Unabhängigen mit Herrn leistungsfähig. Sämmtliche gegentheilige Nachrichten sind von biener" in allen öffentlichen Versammlungen angreift. Ich habe Werner an der Epige haben aber gezeigt, daß sie, ohne zu be- den Kollegen von der Hand zu weisen, ehe nicht vom Vorstand hierzu zu erklären und mit mir wohl alle Kollegen, die öffentliche schimpfen, gar nicht eriftiren können. des Verbandes hierüber im Vorwärts" berichtet wird. Darauf- Bersammlungen besuchen, daß, so lange ich Vertrauensmann bin, Täterow: Die Anarchisten und Unabhängigen feien hin wurde der Antrag angenommen, den Streit weiter zu den Berein niemals angegriffen habe, troydem er es ja mit ruhig und ließen mit sich disfutiren, so lange man ihnen nicht führen und die streikenden Kollegen mit allen Mitteln zu unter- Recht verdient hätte. Die Ausführungen des Kollegen Runge widerspreche. Sobald mir uns aber gegen ihre Ansicht erklären, füßen". Die Mitglieder wurden ersucht, voll und ganz ihre wurden in der am 15. August stattgehabten Versammlung sofort fuchten sie unfere Thätigkeit auf jede Weise lahm zu legen. Man Schuldigkeit zu thun und ihre Solidarität den Ausständigen von dem früheren Vorsitzenden Genoffen Buzer zurückgewiesen. folle einmal das Ende der heutigen Versammlung abwarten, ob zuzuwenden. Bekannt gemacht wurde noch, daß der Werkzeug- Wie Kollege Runge nun dazu kommt, feine unwahren Bees nicht wieder so fommen werde. Man kenne die Taktik dieser macher Habedank in betreffender Fabrik beschäftigt wird. Die hauptungen dem„ Borwärts" zu übergeben, ist mir räthselhaft; Herren. In der Maifrage ist Redner nicht der Meinung, daß im Frühjahr über die Firma Groß und Graf verhängte Sperre ich hätte selbst zu dieser Sache gesprochen, erhielt aber vom Vordie teutschen Delegirten anderer Ansicht seien als die Majorität wurde von der Versammlung aufgehoben. Beschlossen wurde fißenden nicht das Wort. Kollege Runge hätte beffer gethan, des Kongresses, noch, im Winter ein Vergnügen zu arrangiren, die weiteren feine Ausführungen in der öffentlichen Versammlung zu unterSchritte in diefer Sache wurden dem Vorstand überlassen. lassen, denn nicht der Verein, sondern Kollege Runge wurde, weil er sich gegen alle Einrichtungen, die der Allgemeinheit zu gute kommen follen, in unmotivirter Weise sträubte, vom Referenten als auch von allen Rednern zurechtgewiesen. Carl Alboldt, Vertrauensmann der Haus- und Geschäftsdiener Berlins. Bei diesen Worten erhebt sich wieder im Saal an einem Tische ein Tumult. Der Vorsitzende 3u beil weist einen der Ruhestörer hinaus. Bei dem Hinausgehen deffelben springen die Anarchisten von den Sigen mit dem Ruf:" Hierbleiben". Bei der dadurch entstandenen Aufregung in der ganzen Versammlung löst der überwachende Beamte die Versammlung auf. In einer Ecke des Saales entsteht ein Drängen und Stoßen, nur langsam leerte sich der große Saal von den aufgeregten Besuchern. 11 11 Dermififfes. Gustav Landauer: Als unsere Mandate ungiltig erklärt wurden, habe er darauf hinweisen müssen, daß die meisten deutschen Delegirten auch von einer öffentlichen Versammlung Der Arbeiterverein für Rummelsburg und Umgegend ihr Mandat hatten. Auch hinter der anarchistischen Versamm: hielt am 20. d. M. eine öffentliche Versammlung ab. Da Genosse lung, in welcher die Delegirtenwahl stattfand, habe eine Organi- Adler am Erscheinen verhindert war, so referirte Genoffe fation gestanden, was daraus hervorgehe, daß sie von dem Ber- äther über politische und gewerkschaftliche Organisation. trauensmanne der unabhängigen Sozialisten einberufen war und Referent schilderte die Verhältniffe zwischen Arbeitnehmer und ferner daraus, daß die legteren auch ein eigenes Organ hätten. Arbeitgeber aus der guten alten Zeit und wies nach, daß sich Als Redner fortfährt, gebraucht er u. a. den Ausdruck:„ der von unsere Zünftler irren, wenn sie behaupten, daß früher immer Ihnen( den Sozialdemokraten) am meisten pergötterte Reichstags- Ginigkeit zwischen Gesellen und Meister vorhanden war; er gab Abgeordnete August Bebel". sodann einen Ueberblick über die Kämpfe der Arbeiterbewegung und sprach seine Ansicht dahin aus: daß nur durch gemeinsames Borgehen in politischer, fomie gewerkschaftlicher Beziehung der Die Cholera. Grauden 3, 30. Auguft. Die Weichsel Sozialismus zum Siege gelangen wird. An der hierauf folgen ist amtlich für choleraverseucht erklärt worden. Die Bade den Diskussion betheiligten sich mehrere Genoffen im Sinne des Anstalten wurden geschlossen. Wien, 30. August. Nach Referenten. Im Punkt Verschiedenem wurde aufgefordert, für dem amtlichen Cholerabericht sind gestern an der Cholera in der die Bäckerei- Kontrollmarke einzutreten, sowie für die möglichste Stadt Kolomea 4 Personen erkrankt und eine Person gestorben, Verbreitung der Lassalle- Nummer zu wirken. Zum Schluß wurde in der Gemeinde Krasna, Gerichtsbezirk Delatyn, 4 Perbekannt gegeben, daß am Sonntag, den 27. d. M., das Andenken fonen erkrankt und eine Person gestorben, in Stanislau an Ferdinand Lassalle wie alljährlich durch einen Ausflug nach eine Person erkrankt; in den anderen infizirten Be= Die Agitationskommiffion der Tapezirer für Berlin der Köpenicker Haide gefeiert wird. airten find nur vereinzelte Fälle vorgekommen. und Umgegend hatte am 30. August eine öffentliche Versammlung nach dem Norden einberufen. Kollege Feder schilderte Weißensee. Am 23. August tagte im Abel'schen Vereins- In Wien hat trotz offiziöfen Dementis die Cholera ihren Einaug gehalten. Jm Barackenspital befinden sich bereits 10 die Bedeutung und Nothwendigkeit des Klaffenkampfes, die Ent- baufe, Charlottenburgerstraße 150, eine öffentliche Berfammlung Cholera- Erkrankte. Auch aus der Provinz lauten die Berichte wickelung des Kapitalismus und der modernen Arbeiterbewegung des Sozialdemokratischen Arbeitervereins, welche nur schwach be nicht sonderlich günstig. Best, 30. August. In den letzten in einem wirkungsvollen Vortrage, in welchem er unter Hinweis sucht war. Genoffe Wagner hielt einen mit Beifall aufgenommenen 24 Stunden sind hier 4 Personen an der Cholera erkrankt. In auf die überaus traurigen gewerblichen Verhältnisse betonte, daß Vortrag, über die direkte Gesetzgebung durch das Volt." Redner den Romitaten sind in derselben Beit 116 Personen erkrankt und ein Versuch zur Aufbesserung der wirthschaftlichen Lage der beleuchtete ausführlich in seinem Vortrag, daß in einem Lande, 67 Personen gestorben. In der Altofener Ziegelfabril- Kolonie Zapezirergehilfen gemacht werden müsse, daß die herrschende wo das tlassen- und zielbewußte Proletariat sich in der sind zwei Kinder unter verdächtigen Erscheinungen erkrankt.- Die Muthlosigkeit unter den Arbeitern schwinden müsse, folle nicht Minorität befindet, die Bolts Gesetzgebung dem Pro Schließung sämmtlicher Mittelschulen ist verfügt worden; gleichzeitig das Unternehmerthum die Macht der Arbeiter gänzlich zu fürchten letariat eher zum Fluche denn zum Segen gereichen werde. richtete der Bürgermeister von Peit an den Unterrichtsminister Grafen aufhören. Wenn auch die erreichbaren Verbesserungen nur die Majorität befinde sich heute noch auf dem flachen Lande. Die Efáky eine Vorstellung betreffs Schließung der Universität. Balliativmittel feien, so seien dieselben doch nothwendig, um die Industrie mit ihren vielen indifferenten Arbeitern fann dagegen Bukarest, 30. August. Nach den heutigen Cholera- Berichten Arbeiter widerstandsfähig zu erhalten und sie befähigter zu nicht aufkommen. Infolge dessen würden die Gesetze so aus- find insgesammt 19 neue Erkrankungen und 13 Todesfälle festmachen zu dem Stampfe um die Befreiung der Arbeit. Dem Bor- en niet gestellt. 14 Personen wurden als geheilt entlaffen, 101 ver tragenden wurde lebhafter Beifall gezollt. In der Diskussion nahm In der Schweiz ist die Mehrheit, die Landbevölkerung fast bleiben in ärztlicher Behandlung. Nantes, 30. Auguft. Wel 3 das Wort und forderte gleichfalls zur Organisation auf. Den durchweg demokratisch gesinnt, die Städter dagegen nicht. Gestern famen hier vier Todesfälle an Cholera por. weiteren Gegenstand der Verhandlungen bildeten die wirthschaftlichen Anders ist es in Deutschland, da sind die Städter demo- Amsterdam. Mittwoch ist in Alphen am Rhein ein neuer Verhältnisse im Gewerbe und wurde aufgefordert, sich an die tratisch und in der Minderheit, deshalb müssen wir die Cholerafall vorgekommen, in Sliedrecht ein Todesfall, in Agitationskommission, nachdem sich die Werkstätten Kontroll- direkte Gesetzgebung durch das Volk verwerfen, da sie uns nur Deventer an 3 Charlottenfir, 95. Bord eines aus Rotterdam kommenders Rom, tommission aufgelöst habe, au wenden, sofern Kollegen gewillt schaden würde. Wir Deutsche müssen den Parlamentarismus in Dampfers ein verdächtiger Fall, in Spyt bei Gorinchem feien, gegen Mißstände in Werkstätten vorzugehen. Die Agitations- den Vordergrund stellen, denn dieser ist das beste Agitations- ein Todesfall. In Leerdam find seit Dienstag 9 neue tommission gedenke das System der Werkstättendelegirten nach mittel und zeigt dem Volke, wer seine Interessen vertritt. Cholerafälle konstatirt, von denen 5 tödtlich verliefen. Möglichkeit auszubauen und lege großes Gewicht darauf, daß An der Diskussion betheiligten sich die Genossen Wendt, Rotterdam, 31. Aug. Infolge der in verschiedenen Ländern alle Werkstätten mit ihr durch einen Vertrauensmann Fühlung Gerstenberger und Wagner; nachdem der Vorsitzende noch bekannt auftretenden Cholera hat die Hamburg- Amerikanische Packetfahrthaben. Die Kommission habe versucht, der Kollegenschaft etwas machte, daß die Lese und Diskutirabende wieder regelmäßig Attiengesellschaft ihren auswärtigen Agenten mitgetheilt, daß alle Positives zu bieten in der Anregung, den achtstündigen Arbeits alle Sonnabende nach dem 1. und 15. jeden Monats stattfinden, Zwischendeck Passagiere vor ihrer Einschiffung sich auf eigene tag zu erringen, doch habe sich die Kollegenschaft demgegenüber wurde die Versammlung geschlossen. Rosten einer sechstägigen Beobachtung eines amerikanischen Arztes ablehnend verhalten. So lege sie der Kollegenschaft ans Herz, Ant= fich wenigstens zu organisiren. Dies sei die Vorbedingung dafür, Ghrenberg, Annenstr. 16. Tanzlehrerverein Solidarität". Freitag, Abends 8% Uhr, Sthung bei in dem Hospital der Gesellschaft unterwerfen müssen. werpen, 31. Auguft. Im Cholerahospital zu Steuvenberg beffere Verhältnisse zu erringen. Die Leitung der Agitations Lepidoptereologen- Vereinigung Orion"( Berein der Schmetterlings: find 11 Personen in Behandlung. Seit Dienstag find kommission ruhe zur Zeit in den Händen des Kollegen Pönicke, fammter). Jeden Freitag, Abends 8 Uhr, Sigung im Restaurant Effenberg, Drei neue Erkrankungen hinzugekommen. Greifswalderstr. 214. Es entspann sich hierauf eine lange, die Verband der Sattler and Tapesirer. Sonnabend, ben 2. Geptember, 30. August. Dem" Popolo Romano" zufolge find in der verschiedenartigsten Dinge berührende Debatte, die jedoch er abends 8 Uhr, bet Wienecke, Alte Jatobftr. 83, Versammlung. Tagesordnung hiesigen Frrenanstalt 2 choleraverdächtige Erkrankungen vorge gebnißlos verlief. Bortrag des Genossen Roland:„ Ein Gegner des Sozialismus". fommen. Neapel, 30. August. Im Laufe des Tages sind Arbeiter- Bildungsschule. Freitag, Abends von 8%-10% Uhr: Süd: Schule, Mariendorferstr. 5 bet Grube. Süd- Ost Schule, Reichenberger- hier 3 Personen an Cholera gestorben. In Cassino find 3 neue traße 138. Unterricht über Gefeßestunde und Nationalökonomie ft: Schule, Erkrankungen und 3 Todesfälle vorgekommen. Unterricht in Geschichte( alte). Nord- Schule, MüllerMartusstr. 31. richtsfächern, mit Ausnahme von Mathematit und Buchführung, tönnen straße 179a: Unterricht in Physiologie und Buchführung. In allen Unternoch Schüler und Schülerinnen, auch jezt im Laufe des Gemesters eintreten defe- und Diskutirklubs. Freitag. Karl Marr. Abends 8 Uhr, bei Gruber, Mariendorferstr. 5. Westen, bet S. Werner, Bülowstr. 59. olzarbeiter". Abends 8 Uhr im Lotale des Herrn Peterson, Beteranenstr. 22.- Lese- und Diskutirtlub Otto Reimer, Abends 8k Ubr Wilhelmshavenerstr. 23 bet stuba. Diskutirklub August Geib tagt jetzt Freitag Abends 8 Uhr Reſtaurant Zubeil. Arbeiter- Sängerbund Berlins und Umgegend. Borsitzender ad. Neumann, Brunnenstraße 180, 2 Tr. Alle Aenderungen im Bereinstalenber sind zu richten an Friedrich Kortum, Manteuffelstr. 70. Freitag. ich er Männerchor, Schönhauser Allee 28, bet Kuhlmey.- Nord, BergAufnahme von Mitgliedern. Uebungsstunde Abends 9 Uhr. firaße 68, bet Keller.- Vorwärts 1, G.D. Adalbertstr. 21, bei Roll. summer'fcher Gesangverein, Langestraße 65, bet Tempel. " Die Patronin Baronin. Der N. Görl. Anz." weiß folgendes Stücklein zur Jllustration des Patronatsrechts der Großgrundbefizer zu erzählen: binder Männerchor Berlins, Solzmarttitraße 3, bei Deter. glöckchen, Hochstr. 32a, bet Wilte. Gemüthlichteit Buger, mit den pädagogischen Fähigkeiten der Kandidaten be " In einer gut besuchten öffentlichen Versammlung aller in der Steinindustrie beschäftigten Arbeiter, die am 30. August Johannisstraße 20 stattfand, legte der Vorsitzende des Steinmetverbandes nochmals ausführlich die Gründe dar, welche Veranlassung zur Arbeitsniederlegung der Steinmetzen bei der Firma Spigbarth in Dresden gaben. Die Dresdener In den zu einem Kirchspiel vereinigten Gemeinden Sohrund Pirnaer Kollegen erklärten sich mit ihnen solidarisch, woNeundorf und Sohra, in denen gegenwärtig die Ausübung des rauf die Unternehmer in einer Versammlung beschlossen, ihre Patronatsrechts in den Händen einer Frau, der Baronin von Kanit, liegt, ist die Kantorstelle vakant, und aus der Reihe der fänimtlichen Steinmetzen auf einige Beit auszusperren, bis sie Bewerber waren vier zu einer Lehrprobe eingeladen worden. von selbst zu Kreuze triechen. Auch die Brucharbeiter sind in Mitleidenschaft gezogen. Die Versammlung erklärte sich, nachDiese fand am vorigen Dienstag statt, und zwar in Gegenwart dem einige Kollegen zur schnellen thatkräftigen Hilfe ermuntert und die Aufgaben stellte, sondern sogar die Mühe nicht scheute, Kaiser der Frau Patronin, die nicht bloß dem Prüfungsakte beiwohnte hatten, mit den Ausgesperrten solidarisch, beschloß fofort 500 M. Buch= die Kandidaten, soweit ihr dies nöthig schien, noch einer aus dem Generalfonds nach Dresden zu senden und für die Mai besonderen Prüfung zu unterziehen. Daß diese sich nicht Dauer der Aussperrung von jedem Steinarbeiter pro Woche 50 Pf. auf Listen zu sammeln, die vom Vertrauensmann des Seydelstr. 30, Palme, in Beiten, bei Schröder.. Morgenroth 4, Sonnabends im Lofal von Gebbert, N., Perlebergerstraße, Röpenick, Müggelheimerstr. 3 bet Seld. Karthaus'scher Gesangschäftigte, braucht nicht erst versichert zu werden. Die erste und des Sonntags in seiner Wohnung, SW., Willibald Alexis. ver ein, Lichtenbergerstr. 21, bei Geise. Gesangverein Morgen Frage der Frau Patronin lautete: Welche Zeitung lesen Sie? roth 2, Charlottenburg, Bismardstraße 74. Arbeiter Gefang und wenn die Antwort hierauf die gewünschte Bestimmtheit und straße 39, in Empfang อน nehmen sind. Für die verein. Typographia, Gesangverein Berliner Buchdrucker und Schrift Dauer dieser Sammlung wird die Steuer für den Generalfonds gießer, Kommandantenstr. 20, Arminhallen. Gefangverein Nordwacht, Klarheit vermissen ließ, fragte Frau v. Kanit weiter: Welches Müllerstr. 7, bet Reichert. ausgefeßt, resp. nicht erhoben. Wie noch mitgetheilt wurde, unter- borf, Wirthshaus. But unft 1, Steglis, Ahornstraße, im Gambrinus. letzten Wahl gestimmt?" Bei dem einen Kandidaten, der als Gefangverein Schmargendorf in Schmargen ist Ihre politische Gesinnung?" oder: Wie haben Sie bei der stüßen auch die Berliner Innungsmeister die Dresdener Unter- Gesangverein Collegia 1, Manteuffelftr. 9 bet Nomiacs. Gesang nehmer in jeder Weise. Während jeder zugereiste Steinmetz auf verein Freiheit Moabit, Kronen- Brauerei, Alt- Moabit Nr. 47/49. Junggeselle auf die erste Frage erwiderte, er halte gar keine ,, Vereinte Sangesbrüder Moabit" Stromstraße 28 bei politische Zeitung und lese im Gasthause, wie es sich gerade der Innungsherberge 2 M. Geschenk und für 3 Nächte freie gange. Sängerverein Gorgenfrei" Melchiorstr. 15 bet Stehmann. Unterkunft erhält, wird dieses Geschenk den von Dresden und Gefangv. Rofalta" Gr. Frankfurterftr. 81 b. Müller. Nord- West: treffe, den Neuen Görlizer Anzeiger" oder ein konservatives Birna Bureifenden nicht ausbezahlt und ihnen auch nur für Stern", Altonaerſtraße 27 bet 2ipte. Vineta", Swinemünderstr. 35 Blatt, erweiterte noch die Frau Baronin ihren Fragenkreis in 1 Nacht Logis gewährt. Zum Schluß wurden die Mißstände Brandenburger Männer Gefangverein in Brandenburg a. H., rathen, welcher politischen Partei gehört denn Ihr zukünftiger bet Queitfch. Frete Stebertafel, Neue Stönigstr. 73 bet Hahn. ganz besonders merkwürdiger Weise:" Sie werden nächstens heiauf den Plagen von Zeidler und des Obermeisters der In- mengert's Boltsgarten. Rothe Fahne, Görligerstr. 52 bei Vogel. Brauer Schwiegerpapa an?" Ja, die Dame ging noch weiter und wollte und Hof- Steinmetzmeisters Metzing scharf kritisirt und Gängerchor der Töpfer, Neue Friedrichstr. 44 bet Möllig. nung Männer- selbst wissen, was die Butünftigen Verwandten des Kandidaten ben Kollegen empfohlen, darauf zu bringen, daß sie den Tarif Gefangverein Gerstenäbre, Alte Jakobjir. 88 bet Wienece. Gesangverein Steinnette, Röslinerstr. 17 bei Wendt. für eine Familie seien und last not least- ob die bezahlt und wieder das Budenrecht eingeräumt erhalten. Wenn Sund der geselligen Arbeitervereine Berlins und Umgegend. Der anwesende Paftor es ihnen verweigert wird, so möge jeder Plaß das Budenrecht alle Buſchriften find zu senden an B. Sentel, Bergmannitr. 21, Sof 3 Tr. Braut nicht etwa klatschsüchtig sei 2c. in einem Lokale abhalten. Der Vertrauensmann theilte noch Freitag: Bergnügungsverein Frisch auf, Abends' Uhr, Andreasstr. 26, erweiterte dann nochy dieses Spezial- Examen, indem sich derselbe mit, daß er nach Zustandekommen der neuen Organisation im Gesang, Turn- und gesellige Vereine. Freitag. Männer- Gefang- nach der kirchlichen Gesinnung der Kandidaten, ob orthodox, Quartettverein Freidenker oder mittelparteilich, freundlichst erkundigte. Oftober genaue Rechnung legen werde und ersuchte um recht- verein union, Abends 9 Uhr, Berliner Bockbraueret. Männerchor einem der vier Kandidaten blühte nicht das Glück, in die Hände zeitige und genaue Angabe der Art der Krankheit bei Sterbe- edding, Abends 8 Uhr, bei Schäfer, Steue Hochstr. 49. Waldesraufchen, Abends 9 Uhr, bei Weigt, Martgrafenftr. 87.- Privat der Frau Baronin sein politisches Glaubensbekenntniß ablegen fällen zwecks Aufstellung der Statistit. Theaterverein Crescendo, Abends 9 Uhr, bei Schulz, Bunouferitr. 35. Mufit- Dilettantenverein" onita", Abends 8% Uhr bet Schent, Strautnr. 39, zu dürfen. Dafür war derselbe allerdings mit einem ausIn dem deutschen Holzarbeiter- Verband( Bezirk Often) uebungsfiunde. Mufitverein Frisch auf, Restaurant Schröder, Reichen gezeigneten Geleitsbrief ausgerüstet, der in einem warmen hielt am Montag Abend Herr Dr. Joel einen Vortrag über: bergerfir. 24. Empfehlungsschreiben des Grafen Arnim bestand! Dieses genügte, Berliner Zurngenossenschaft. Die erfie Männerabtheilung Unsere Nahrungsmittel. Ueber den Vortrag hat seiner turnt Freitag und Dienstag Abend von 8-10% Uhr in ber Turnhalle des um von vornherein jedwedes Bedenken bezüglich der GesinnungsZeit der Vorwärts" schon ausführlich berichtet. An den mit Leffing- Gymnasiums Vantir. 9-10.- Zurnverein Gesundbrunnen tüchtigkeit des Herrn Kandidaten zu zerstreuen. Nachdem die Beifall aufgenommenen Vortrag schloß sich eine kleine Dis die 1. Männer- arhtheilung turnt heute Abend von 8-10% ühr in der Turn- Lehrproben gehalten und die besonderen Prüfungen der Kandidaten kussion, in welcher ein Redner mehr der Pflanzenkost das Wort balle des Leffing- Gymnaſiums, Pantſtr. 9-10. Bergnügungsverein Espérance, Abends 9 Uhr, Rosenthalerstr. 11-12, durch die Frau Baronin von Kanit vorüber waren, schritt die aus bet Wilte. 1 1 Nur ten Schulvorständen und den Kirchenräthen der oben angeführten| dürfte bei den Vögeln bald ihr Ende erreichen, dann werden dieGemeinden bestehende Kommission, der das Präsentationsrecht selben wahrscheinlich andere Gegenden besonders die WeinBriefkaffen der Redaktion. eingeräumt war, zur Wahl, und da ergab es sich zur allgemeinen gegenden aufsuchen. Paul Fleischer. Die Erklärung sollte Ihnen doch genügen. Freude, daß der Kandidat Herr W. aus dem Bunzlauer Kreise Konstantinopel. Vom Standgericht sind vier der gefürchtetsten Eine Boltsversammlung ist doch gänzlich unnöthtig, da sie gar durch seine exakte Lehrprobe allgemein so vorzüglich gefallen hat, Mitglieder der Räuberbande des Athanas, Dhimo, Cristo, Yanni nicht anders beſchließen kann. daß einstimmig beschlossen wurde, ihn der Frau Patronin mit und Nicolai, zum Tode durch den Strang verurtheilt worden. G. H., Ackerstr. Von einem Tage zum anderen in einer der dringenden Bitte vorzuschlagen, diese Wahl durch ihre Be- Das Urtheil wird in den nächsten Tagen vollzogen werden. so komplizierten Angelegenheit Rath ertheilen zu können, dazu stätigung zu fanktioniren. Diese Bitte sollte aber ein frommer Ueberhaupt räumt der„ Voff. 3tg." zufolge das Kriegsgericht tönnen wir uns nicht verpflichten. Sie hätten in der ganzen Wunsch bleiben, denn Frau von Kanik entschied anders. Ihr unter den türkischen Banditen jetzt rücksichtslos auf; seit dem Beit gewiß Gelegenheit gehabt, einmal persönlich vorzusprechen. mochte die Empfehlung des Grafen Arnim viel werth- 1. August wurden 14 Räuber zum Tode, 12 zu lebenslänglicher S. X. Das Mädchen hat das Recht, wegen des zu gunsten voller erscheinen, als der einmüthige Wunsch der Gemeinde- Rettenstrafe und 16 zu zeitlicher Galeere verurtheilt. Diese Art ihres Kindes ergangenen Urthels Forderungen zu pfänden u. dergl. Mitglieder, und so wählte sie für diese nicht Herrn W., sondern von Freiheitsstrafen ist aber schlimmer als das Aufhängen, und Der Verkauf, die Ueberlassung des Geschäfts an ihre Eltern oder den Protegé des Herrn Grafen. Da aber ihr Patronatsrecht es giebt für die Betroffenen feinerlei Hoffnung, sie lebend zu Ihre Braut wäre zwecklos, weil Ihre Gläubiger eine solche über allen einstimmigen Wahlen aller Schul- und Kirchenvorstände überstehen. Hunger, schlechte Behandlung, verbunden mit dem Manipulation als" Schiebung" anfechten und die Bestrafung steht, werden die Gemeinden Sohr- Neundorf und Sohra nicht tödtlichen Klima der Galeerenstationen, thun schon das ihrige, wegen Beiseiteschaffung von Vermögensstücken bei drohender den Rantor haben, den sie für ihre Kinder wollen, sondern den um der Regierung eine längere Fürsorge abzunehmen. die Gutsherrschaft, oder richtiger gesagt, der Herr Graf Arnim Zwangsvollstreckung beantragen könnten. für sie auszusuchen für gut befunden haben! Koblenz, 29. August. Heute erschien vor der Ferienkammer der Lehrer Franz Schlüter aus Beuren, der beschuldigt ist, mit einer ganzen Anzahl Kinder unter 14 Jahren unzüchtige Handlungen vorgenommen zu haben.(§ 176 Nr. 3 St.-G.-B.) Unter Annahme mildernder Umstände wurde Sch. zu einer Gefängnißstrafe von 15 Monaten verartheilt. Depeschen. ( Depeschen des Bureau Herold.) heute den Pfarrer Meißner aus Bucha bei Dschah wegen VerLeipzig, 31. Auguft. Das Landgericht Leipzig verurtheilte brechens gegen die Sittlichkeit zu fünf Jahren Buchthaus. Petersburg, 31. Auguft. Infolge der Einbeziehung Bokhara's in den russischen Zollverband geht eine besondere Expedition unter der Führung des Generals Bajem nach Bokhara, um die dortigen Verhältnisse zu studiren. Die Expedition wird ein starkes Militärdetachement begleiten. Abdera Teterow. Die Versammlung war eine Versamm lung unter freiem Himmel, da der Himmel die Freiheit hatte, die Genossen anzulächeln. Ein Widerspruch gegen das Straf= mandat wäre zwecklos. Die überwachenden Polizeibeamten sind nicht strafbar. C. 9. Ein Raufmann ist berechtigt, den Handlungsgehilfen wegen„ lüderlichen Lebenswandels" ohne Kündigung zu entlassen. lüderlicher Lebenswandel ist, ist im Geseze nicht ausgedrückt. Selbstverständlich bethätigt sich der„ lüderliche Lebenswandel" im allgemeinen mehr außerhalb als innerhalb des Geschäfts. Was der liderliche Lebenswandel derart beschaffen sein müsse, daß er Bei richtiger Interpretation wird man zu verlangen haben, daß den Ruf des Geschäfts oder Ruf oder Arbeitskraft des jungen Mannes schädigt. 2. B. 41. 3um zweiten Male beantwortet: nein. Antwerpen, 31. August. Troß gegentheiliger Meldung wird schrift, die dem Soldaten ermöglicht, einmal während seiner Dienst Stiller Genoffe. Ein Gesetz oder eine allgemeine Voraus guter Quelle versichert, daß bis jetzt kein russisches Ge- zeit unentgeltlich seine Heimath besuchen zu können, existirt treide von hier nach Deutschland eingeschmuggelt worden sei, da nicht. Bitte den Anfragen keine Briefmarken beizulegen. von seiten des deutschen Konsulats alle Vorkehrungen getroffen find, jeden Versuch zu vereiteln. W. Hrtig. Ja. ( Wolff's Telegraphen- Burean.) Alt. Ab. Die Desinfektionstoften müffen Sie bezahlen; vielleicht tragen Sie die Sachlage selbst Stadtv. Dr. Zadek, AnnenAus dem fächsischen Badeorte Elfter berichten die Voigtl. Anz.": Die Zahl der Staare, die schon seit mehreren Wochen auf dem 10 Minuten von hier entfernt liegenden fog. Wolfsberg" nachten, wird auf 400 000 bis nahezu eine halbe Million geschätzt. Die Staare ziehen täglich in den Stunden von 5 bis 8 Uhr Abends aus allen Himmelsgegenden in Zügen von 200 bis 1000 Stück nach dem genannten Orte. Täglich beobachten Leute von hier und den umliegenden Ortschaften in der achten Abendstunde die fast unglaubliche Menge der Vögel. Gegen 5 Uhr Morgens, wenn sämmtliche Vögel auffliegen, treten förmliche Berfinsterungen am Himmel ein. Alle Leute, welche sich bis jetzt diese ungeheure Schaar Vögel und ihren Nachtruheplay besehen haben, konnten ihrem Erstaunen kaum Ausdruck geben. Der etwa 4 bis 5 Acker große, in Abtheilung 23 des hiesigen königlichen Staatsforst- Reviers befindliche Plaz, auf welchem fünfzehn- bis Nancy, 31. Auguft. Infolge der jüngsten Ereignisse verstraße 44, vor. zwanzigjähriger Fichtenbestand steht, liegt in unmittelbarer Nähe ließen 35 italienische Arbeiter gestern Abend die Stadt und Heller- Holleben. Zu spät wäre es wohl noch nicht. Eine des Weges, welcher von hier nach dem eine halbe Stunde ent- reisten nach Straßburg und Baden ab. nochmalige Aufforderung ergeht von Holland aus schwerlich. Verfernt liegenden böhmischen Orte Grün über den sogenannten schaffen Sie sich doch die damalige Nummer des" Anhalter Goldbrunnen" führt. In einer Entfernung von mehreren Staatsanzeigers", die Sie jedenfalls in dessen Expedition erhalten hundert Metern schon kann man das Schwirren der Vögel hören. werden. Tritt man in das fast unzugängliche Gebüsch, so glaubt man sich Apenrade. Eine geschlossene Gesellschaft bedarf feiner Erin einen Geflügelhof versetzt. Flaum-, Deck, Schwanz und laubniß zum Tanzen. Daß die dänische Sabbathsordnung nach Flügelfedern hängen und liegen in unglaublichen Mengen durchder Richtung hin Beschränkungen auferlege, scheint uns nicht zueinander. Schüttelt man einen Baum bei eintretender Dunkelheit,| London, 31. Aug. Telegraphischen Nachrichten aus Cardiff treffend. Voraussichtlich nimmt in Ihrem Fall die Behörde an, so fliegt die Schaar auf den nächstgelegenen Baum; da aber jeder zufolge haben in Südwales und Mannauthsshire 60 000 Berg- daß teine geschlossene, auf einen bestimmten Kreis von Mit Baum dicht besetzt ist, fallen sie wieder hernieder und flattern leute heute die Arbeit wieder aufgenommen. Man glaubt, daß gliedern begrenzte, sondern eine öffentliche Festlichkeit stattgefunden unter großem Geschrei ängstlich im Gebüsch umher. Die Mauser der Streit in dieser Gegend mit dieser Woche sein Ende finden wird. I habe, zu deren Abhaltung Erlaubniß erforderlich. " London, 31. Aug. In einem heute in Dalkeith abgehaltenen Meeting von Bergarbeitern Lothians wurde einstimmig beschlossen, daß die Bergleute von Ost- und Mittel- Lothian am Montag die Arbeit einstellen sollen, falls nicht 20 pCt. Lohnerhöhung gewährt werden. In Poradford feiern einige Tuchfabriken wegen Rohlenmangels, 2000 Arbeiter sind beschäftigungslos. Allgemeiner Verein der Töpfer und Berufsgenoffen Deutſchlands, Mitgliedschaft Berlin. Freie Volksbühne. Naether& Krausse Grosse Mitglieder- Versammlung Am 3., 10., 17. und 24. September finden im Lessingtheater Voram Sonntag, den 3. September er., Vormittags 11 Uhr, stellungen statt. Zur Aufführung gelangt: im Saale des Herrn Philipp, Rosenthalerstr. 38. Zages Ordnung: 1. Ergänzungswahl des Zentral Borstandes, laut Rongreßbeschluß. 1. Wahl der Revisoren. 3. Vereinsangelegenheiten. Bahlreiches Erscheinen der Mitglieder nothwendig. 328/16 Der Vorkand. Große öffentliche Versammlung sämmtlicher in der Die Heimath von Hermann Sudermann. Die 1. Abtheilung( 3. September) ist vollständig gefüllt. Zur 2. Abtheilung( 10. September) können in jeder Zahlstelle nur noch einige Mitglieder aufgenommen werden. Anklamerstr. 44 an der Brunnen- Straße. Billigste Bezugsquelle für Uhren. 3ur 3.( 17. September) und 4. Abtheilung( 24. September) können noch Karten umgewechselt und Mitglieder aufgenommen werden. Die Mit- Reparaturen gut und billig. glieder werden dringend gebeten, nunmehr ihre Karten umzuwechseln; wenn die Abtheilung einmal geschlossen ist, tann teine Einschreibung, selbst von alten 487/2 Mitgliedern, mehr erfolgen. Sämmtliche Nummern der Volksbühne" find bei dem Unterzeichneten gegen Einsendung einer 10- Pf.- Marte pro Nummer Der Vorstand der Freien Volksbühne. 399/19 J. A.: Julius Türk, SW. Solmsstraße 24. Kiftenfabrikation beschäftigten Arbeiter zu haben. am Sonnabend, 2. September, Ab. 8% Uhr, bei Bolt, Alte Jakobstr. 75. Tages- Ordnung: 1. Endgiltige Beschlußfassung über das in der letzten Versammlung vorgelegte Material der Tarifbewegung. 2. Wahl eines Vertrauensmanns und Delegirten der Gewerkschaftsfommission. 3. Verschiedenes. Es ist Pflicht eines jeden Kollegen in dieser Versammlung zu erscheinen, damit die Angelegenheit so erledigt wird, daß sie für die Kistenmacherbewegung feine Nachtheile zur Folge hat. Der Einberufer. Zentral- Verband d. Maurer Deutschl. Zahlstelle I Berlin( Putzer). Derlammlung am Sonntag, den 3. September, Vormittags 10 Uhr, in Ehrenberg's Lokal, Annenstraße 16. Tages Ordnung: 1. Vortrag. Referent wird in der Versammlung bekannt gemacht. 2. Bericht des Vorstandes über einige gewerbliche Klage- Angelegenheiten. 3. Verbands- Angelegenheiten. Britz. 249/1 Sonntag, den 3. September 1893, Nachmittags 4 Uhr, in Klähne's Salon( vorm. Engalls): Lassalle- Feier. 1. Theil: Volks- Versammlung für Männer und Frauen. Tagesordnung: 1. Vortrag über: Lassalle. Referent: Stadtv. Th. Metzner- Berlin. 2. Diskussion. 2. Theil: Geselliges Beisammensein mit Tanz. Entree 10 Pf. Herren, die am Zanz theilnehmen, zahlen 30 Pf. nach. 422,8 Der Vertrauensmann. Reinickendorf. Sonntag, 3. September, Nachm. 3 Uhr, in Böttcher's Seeschlösschen, Markstraße 1-2: Große Lassallefeier 1694b bestehend in Vokal- und Instrumental- Konzert, unter Mitwirkung des Gesangvereins Weiße Rose"( M. d. A.-S.) Komische Vorträge. Verloosung von Lassalle- Büsten. Lebende Bilder. Fackelpolonaise etc. Jm Saale: Tanz. Herren, welche daran theilnehmen, zahlen 50 Pf. nach. Entree 20 Pf. Das Komitee. Junge Herren, welche einem gemüth- Freundl. Vereinszimmer m. Piano lichen Gesangverein beitreten wollen, zu vergeben, bei Gastwirth Herm. Metzner's Korbwaaren- Fabrik, Berlin, Andreasstr. 23, Hof part., vis- à- vis d. Andreasplay. größtes Lager Berlins. Musterbücher gratis. Theilzahlung gestattet. 500 Mark zahle Kinderwagen, ich Jedem, der mir nachweist, daß ich nicht das größte Kinderwagen- Lager Berlins habe. F. Metzner. Fabritarbeiter! Bitte lesen Sie! Es giebt fein durststillenderes Ge tränt ohne berauschende Wirkung für Jedem Genoffen, der billig und gut Arbeiter, welche mit großer Size zu kaufen will, empfehle mein sehr reichh. kämpfen haben als 4798L Lager von ca. 1000 Sommer- PaleRöde, Jaquets, Hosen, Westen: c. tots, 2000 Anzüge, sowie einzelne Coco- Neptun. Der Ausschank von COCO bildet einen lohnenden Erwerbszweig. Meine Broschüre über Asthma und dessen Bekämpfung ( durch 20 jähr. Erfahrung an mir selbst erprobt) versende ich gratis und franco. A. Klein, Herford, Höckerstr. 291. 47952 Bähne, 1 M., festsitzend, Elisabeth Ufer 12 Gingeführt in einer großen Anzahl Ferner Uhren, Ketten, Ringe, fingender, lachen, bellen, weinen, fingerFabriken, Spinnereien, Werkstätten. Ausführliche Broschüren sind in den Verfaufsstellen gratis zu haben. Das Getränk aus Coco- Neptun stellt sich auf 1 Pfennig das Liter und sieht wie Rothwein oder Weißwein aus! Ein Versuch lohnt! Als anerkannt reelle und thatsächlich billigste Einkaufsquelle des Süd- Ostens für Betten, Wäsche, Stiefel, Hüte, Reise- u. Holzkoffer, Waschkessel 2c. Sämmtliche Sachen in alt und nen, auch werden verfallene Pfänder verkauft. A. Wergien, Schneidermeister und Barthiewaaren Händler, 3768L* Papagei, gut sprechender, Lieder zahmer, Graupapagei; Papageibauer wegen Todesfall billig vert. Alexanderstraße 36a. Papageien, junge Amseln, Drosseln, Staare, Beisige 1,-, Meifen 0,50. 1676b] Schnelle, Invalidenſtr. 7 127 Skaliẞerstraße 127. Altes Schüßenhaus, Bestellungen nach Maaß werden gut und billig ausgeführt. und Hausnummer zu achten. Gold-, Silber-, Bitte fehr, recht genau auf Namen Alfénidewaaren( Gig.Fabr.) goldene u. silberne Uhren empfiehlt sich H. Gottschalk, Goldarbeiter und Uhrmacher, 37 Admiral- Straße 37 Sophastoff- Reste in Rips, Damast, Crêpe, Fantaste, Roh- Tabak A. Goldschmidt, 4485L am hiesigen Plage wie bekannt grösste Auswahl! Garantie für sicheren Brand. Streng reelle Bedienung, billigste Preise! Sämmtliche im Handel befindl. Rohtabate sind am Lager. A. Goldschmidt, Linienstraße 5, empfiehlt seine Festsäle ( 560 Personen faffend) zu allen Gelegen heiten. 733b Die dem Schraubendreher Fr. Täschner zu gefügten Beleidigungen nehme ich hiermit zurück und erkläre die Beschuldigungen für unwahr. Ed. Merschel. Roh- Tabak Max Jacoby, Streligerstraße 52. 1635b HF NW., Jagowstraße 12, DISeitenflügel ll. I. Wegen Abreise eines Genossen nach außerhalb eine freundl. Wohnung zum 1. Oktober zu vermiethen( 2 Stuben u. Küche für 255 M., bis 1. April event. 1432b Gobelin, Plüsch und bunten Oranienburgerstr. 2. billiger.) Morquets spottbillig! Proben franko! Berlin S., Emil Lefèvre, Oranienstraße 158. Arbeitsmarkt. ( besonders 1 Baſſe), werden gebeten, Wick, Sohlen Ufer 2, früher Louise 6 Einsetzer finden fofort Montags, Abends 9 Uhr, Ufer 52. Große Frankfurterstr. 30, zu er scheinen. 1693b [ 1696b] Hilaria. 2 Bettst., Matrah., Lausitzerstr.3, Scheffler| schäftigung.[ 429M Oscar Beucker, Postamt Plößensee, Riedemann's Privatweg. Louis Naumann, Leipzig, Friedrich- Auguftftr. 16. Commissions- Buchhandlung empfiehlt sich Wiederverkäufern zur Lieferung deutscher Bücher, Zeitschriften, Prachtv. Wohnungen zu 48, 50, 55, 60 Thlr. verm. der Berwalter Hennigs dorferstr. 24, 1555b Lübbenerstr. 20 allein gelegene Woh nung, Stube, Küche, eigenes Kloset für 80 Thlr. zu verm. 428 2 Stuben, Küche u. Balkon, 1 Stube. efter att tellungen werden zuu. Küche Swinemünderſtr. 123. 16666* Berlegerrabatt gegen ganz geringe Pro- Frdl. Schlafstelle b. Wolff, Friesenstr. 24. visionsberechnung schnell ausgeführt. Probehejte, Kataloge gratis. 4677L Schlafft. Dresdenerstr. 134 IV. b. Merkel Verantwortlicher Redakteur: Robert Schmidt in Berlin. Druck und Verlag von Max Bading in Berlin SW., Beuthstraße 2.