Ur. 218« flbonnement$'BedIn§unsen: fffionncments• Preis prSnumerando} Lierteljährl. 3,30 SA., monatl. 1,10 ZA.. wöchentlich 28 Pfg. frei WS HauS. Einzelne Nummer 5 Pfg. Sonntags- Eingetragen in die Pofl-Zeitunas- Preisliste. Unter Kreuzband für Teutschland und Oesterreich< Ungarn 2 Marl, für das übrige Au-Iand 3 Mark pro Monat. Postabonnements nehmen an: Belgien. Dänemark Holland, Italien, Luxemburg, Portugal, Numänien, Schweden und die Schweiz, Crfdielnt täglldj anScr niontaas. 28. IahrS. Die TnfertionS'GebQbr betrSgl für die sechSgeipallene Kolonel- zeile oder deren Raum 00 Pfg., für volitifche und gewerlschaftliche Bereins- und BersammlungS-Atizeigen M Pfg. „Aleine Bnztigcn", das fettgedruckte Wort 20 Pfg. fzulässig 2 fettgedruckte Worte), jedes weitere Wort 10 Pfg. Stellengesuche und Schlafstellcnan- zeigen das erste Wort 10 Pfg, jedes weitere Worts Pfg. Worte über lSBuch- paben zählen für zwei Worte. Inserats für die nächste Nummer müsten bis 5 Uhr nachmittags in der Exvedition abgegeben werden. Die Spedition ijt bis 7 Uhr abends geöffnet. Verlinev Volksblerkt. Zentralorgan der rozialdemohratifcben Partei Deutfcblands. Zelegramm• Adresse: „Sozlaldtmokrat BcrltC*. Redahtion: SRI. 68. Linden Strasse 69. Fernsprecher: Amt IV, Nr. 1983. Sonntag, den 17. September 1911. Expedition: SM. 68, Lindcnstrassc 69» Fernsprecher: Amt IV, Nr. 1981. Bad) Jena, 16. September. Unter den begeisternden Marschklängen der Arbeiter- Marseillaise hat gestern das Jenaer Arbeiterparlament nach einer eindringlichen, zu energischem Wahlkampf auffordern- den SchluHansprache seines Vorsitzenden seine arbeitsreichen Sitzungen beendet. Die Tagungswoche ist vorüber, und die auS allen Landesteilen des Reiches zu gemeinsamer Be- ratung herbeigeströmten Delegierten eilen heimwärts, um ihre alte Tätigkeit wieder aufzunehmen. Verschiedenartig, wie sie selbst, ist das Urteil, das in den letzten Tagen die bürgerliche Presse über den Jenaer Partei- tag fällte. Während das eine Blatt aus den Verhandlungen folgert, daß der Revisionismus an Boden gewonnen hat, findet ein anderes, daß die Tagung in Jena die zunehmende Erstarrung der deutschen Sozialdemokratie im marxistischen Dogmatismus beweist. Ein drittes entdeckt, daß die Sozial- dcmokratie sich in der Auffassung der„nationalen" Fragen dem Anschauungskreis des entschiedenen Liberalismus nähert. Ein viertes, daß infolge der andauernden inneren Parteistreitigkeiten der Zersetzungsprozeß, der angeblich seit dem Dresdener Parteitag- die sozialdemokratische Partei er- faßt hat, immer weiter um sich greift. Solchen sich gegenseitig aufhebenden Urteilen vermag nui der Wert beizumessen, der nicht weiß, wie gering in den Kreisen der bürgerlichen Journalistik die Kenntnis unserer inneren Parteiverhältnisse ist und wie sehr wahltak.ische Wünsche und Erwägungen das Urteil beeinflussen. Richtig ist, daß auch in Jena wieder starke Meinungsverschiedenheiten in unseren Reihen hervorgetreten sind— und. wie offen zugestanden werden soll, nicht nur in bezug auf nebensächliche taktische Fragen. Die Diskussion, die sich an den Geschäfts- bcricht des Parteivorstandes und an die Bebelsche Rede über die nächsten Reichstagswahlen knüpfte, ferner die zweck- lose Opposition eines Teils der Delegierten bei der Wahl Haases zum Vorsitzenden beweisen, daß sich in unserer Partei nicht nur verschiedenartige, sondern teilweise selbst direkt gegensätzliche Ansichten über die von uns einzuhaltende politische Marschrichtung herausgebildet haben. Ist es vuch völlig verkehrt, den Streit um die Frage, ob dem Partei- vorstand wegen seiner sogenannten„Unterlassungs- f ü n d e n" eine Art Tadelsvotum zu erteilen sei oder nicht, als einen Kampf zwischen Radikalen und Revisionisten hinzu- stellen und von einer Trennung der Geister oder gar von ganz neuen Konstellationen innerhalb der Partei zu sprechen, so bleiben doch immerhin so manche Widersprüche zwischen den auf dem Jenaer Parteitag hervorgetretenen Anschau- ungen übrig, daß von einer Annäherung zwischen Nord und Süd kaum gesprochen werden katrn. Das ist bedauerlich— aber begreiflich, in gewissem Sinne sogar natürlich, wenigstens nach den Lehren der materialistischen Geschichtsauffassung. In raschem Tempo hat sich die sozialdemokratische Partei über alle Landcsteile des Reiches ausgedehnt: aber in diesen Landesteilen bestehen vielfach ganz verschiedene Lebensverhältnisse. Die geschicht- liche Entwickelung. die Klassengruppierungen, die sozialen Lebensbedingungen sind höchst verschiedenartig. Hier hat es die Partei in ihrem Kampfe vornehmlich mit feudalkonser- pativen Großgrundbesitzern, dort mst einer indolenten klein- bäuerlichen oder kleingewerblichen Schicht, in einer dritten und vierten Gegend mit einem großindustriellen Magnatentum oder einer sanatisierten Zentrumsbevölkerung zu tun. Es wäre Höchst merkwürdig, wenn diese Verschiedenheit der sozialen Lebensverhältnisse und der politischen Gefechts- dem Zenaer Part stellung nicht auch in einer Verschiedenheit 8er politischen Auffassungen zum Ausdruck käme. Aber wenn wir offen das Bestehen von verschiedenen Rich- tungen in der deutschen Sozialdemokratie zugeben, so dürfen wir darüber nicht verkennen, daß doch in den wesentlichen Grundfragen Uebereinstimmung besteht und das Bewußtsein des Gegensatzes gegen die bürgerliche Gesellschaft immer wieder die streitenden Richtungen auf dem Boden des Klassenkampfes zu gemeinsamer Auflehnung gegen den Kapitalismus zu- sammenführt. Das zeigte sich deutlich wieder in der Uebereinstimmung, mit welcher der Jenaer Parteitag ohne Unterschied der Rich- tungen energischen Protest gegen die Kricgshetzerei der Marokkointeressenten erhob. Gewiß, über die Tendenzen der imperialistischen Strömung wie über den Nutzen eines mehr oder minder ausgedehnten Kolonialbesitzes für die Wirtschaft- liche Weiterentwickelung des Reiches bestehen auch in der Sozialdemokratie gewisse voneinander abweichende Anschau- ungen. Aber von jener Sorte profitlüsterner Kriegshetzer, die im Dienste bestimmter Kapitalsinteressen gewissenlos einen Weltkrieg heraufbeschwöreni möchten, trennt selbst jene Ge- nassen, die in der Mehrung des Kolonialbesitzes ein Mittel der Beschleunigung des wirtschaftlichen Fortschritts sehen, eine weite Welt grundverschiedener Auf- f a s s u n g e n. Kolonialerwerb um den Preis eines blu- tigen Krieges— darüber haben die Verhandlungen des Jenaer Parteitages keinen Zweifel gelassen— will kein einziger Politiker in den Reihen der deutschen Sozial- demokratie. Keinem, ob radikal, ob revisionistisch gesinnt, ist das vielgepriesene Land Sus das Blut auch nur eines einzigen deutschen Proletariers wert. In allen würgt der Grimm angesichts des frivolen Treibens der kapitalistischen Cliquen, die unter dem Vorgeben, Deutschlands Ehre müsse gewahrt werden, nur ihrer schnöden Profitinteresscn willen die fortgeschrittensten Völker Westeuropas gewissenlos in einen selbstmörderischen Krieg zu Hetzen suchen. Deshalb fand auch Bebels große Rede gegen das Marokko- abenteuer, in der er eindringlich die kulturverheerenden Rück- Wirkungen eines solchen Krieges auf das gesamte Wirtschaftsleben schilderte, einen mächtigen Widerhall in der Versamm- lung, und die von ihm vorgelegte, sich äußerst scharf gegen den bis zur Tollheit gesteigerten nationalen Paroxismus aus- sprechende Resolution stieß nirgends auf Wider- s p r u ch. Wiederholt hat auf den internationalen Sozialisten- und Gewerkschaftskongressen die deutsche Arbeiterklasse bekundet, daß in ihrem Gedankengang weder Platz für chauvinistische Gehässigkeit und Rasserdorurteile, noch für die imperialistische Politik des Eigennutzes ist. Aber n i e hatte eine dieser Friedensdemonstrationen die Bedeutung jener von Jena: denn niemals fand sich einer der in den letzten Jahrzehnten abgehaltenen sozialistischen Kongresse in einer so schicksals- schwangeren Stunde zusammen, niemals drohte in gleicher Nähe der Ausbruch eines Weltkrieges. Deshalb war es auch geradezu ein Gebot internationaler proletarischer Pflicht, mit fester Bestimmtheit den ernsten Friedenswillen der deutschen sozialdemokratischen Arbeiterschaft zu bekunden und zugleich, wie Bebel dies am Schluß seiner Marokkorede tat. den Herr- schenden Kapitalistengruppen zu zeigen, daß die Herauf- beschwörung eines Krieges unter den heutigen sozialen Lebensbedingungen nichts anderes bedeutet— als ein t-i Spiel mit der �xistenzLer bürgerlichen Ge- s e l l f ch a f t. Doch der Jenaer Parteitag hat mehr geleistet. Er hat die Bahn frei gemacht für den Wahlkampf, den größten, den das deutsche Proletariat bisher auszufechten gehabt hat; und er hat zugleich, indem er am Freitag einstimmig die vom Parteivorstand vorgelegte Rcichstagswahl-Resolution annahm, diesem Kampf seine Richtung gewiesen und Regeln für die Stichwahltaktik aufgestellt. Das Ziel ist die Niederwerfung des schwarz-blauen Blocks. Doch nicht jeder Liberale, der in der Stichwahl mit einem Konservativen, Klerikalen oder Antisemiten steht, soll ohne weiteres die Unter- stützung der Sozialdemokratie finden. Er muß. will er deren Hilfe erwerben, gewisse Garantien bieten und fich verpflichten, gegen jegliche Verschlechterung des Reichstagsw Utrechts, gegen jegliches Ausnahmegesetz, gegen jede Verschärfung der politischen Strafgesctzgebung sowie gegen alle neuen Zollbelastungen der Lebensmittel und alle neuen indirekten Steuern zu stinimen: Verpflichtungen, die sicherlich jeder, der auf den Namen eines wirklichen Liberalen Anspruch erhebt, einzugehen vermag. Damit sind die Bedingungen festgelegt, unter denen die deutsche Sozialdemokratie bereit ist, bei den herannahenden Reichstagswahlcn dem Liberalismus zur Verstärkung seines Einflusses im neuen Reichstag zu verhelfen. Zur Vorbereitung auf den bevorstehenden Wahlkampf gehört auch, daß der Parteivorstand, der Verwaltungsausschuß der Partei vergrößert und der seit Singers Tode erledigte Posten des zweiten Vorsitzenden wieder besetzt worden ist, und zwar durch einen Genossen, dessen politische Fähigkeit, Umsicht und Energie in der Partei allgemein anerkannt ist. Wenn sich auf dem Parteitage gegen seine Wahl eine gewisse Opposition erhob, so nicht deshalb, weil jemand an seinen politischen Fähigkeiten zweifelte, sondern weil die Rechte ihn als zu radikal befand. Mit der gewaltigen Ausdehnung der Partei in den letzten Jahren wuchs auch zugleich der Umfang der geschäftlichen Arbeiten: aber die Zahl der Parteisekretäre blieb die alte. Da außerdem verschiedentlich einzelne Vorstandsmitglieder durch Krankheiten aus ihrer Arbeit herausgerissen wurden, ergab sich für die übrigen eine Ucberlastung und daraus zeit- weilig eine gewisse Schwerfälligkeit der Verwaltungsmaschincrie. Durch Vermehrung des Parteivorstandes um drei Personen, einen neuen Vorsitzenden und zwei Parteisekretäre, hat der Jenaer Parteitag Abhilfe geschaffen. Zugleich ist eine Kommission gewählt worden, die unter- suchen soll, inwieweit durch eine Reorganisation des Ver- waltungsapparats, das heißt durch eine andere Verteilung und Abgrenzung der geschäftlichen Arbeiten, durch die Ein- sctzung eines Beirats, durch die Abhaltung von Konferenzen mit den leitenden Redakteuren der größeren Partciblätter und ähnlichen Maßnahmen, eine größere Aktivität erreicht wird. So steht die deutsche Sozialdemokratie gerüstet zum Wahl- kämpf. Bereit sein, ist alles! Und sie ist bereit. Wie sie dessen gewiß ist, daß die sozialistische Arbeiterbewegung, mögen sich ihr auch täglich neue Widerstände entgegenstellen, dauern und leben wird, bis sie die ihr durch ihre wcltgeschicht- liche Mission auferlegten Funktionen erfüllt hat. so weiß sie auch, daß nur die Anspannung aller ihrer Kräfte ihr den Erfolg verbürgt. In ihrer Arbeitslei st ung allein liegt ih reKraft, und ihreStärke reicht genau soweit, wie die Fähigkeit und hingebungs- volle Unermüdlichkeit ihrer Anhänger. Durch Kampf zum Sieg! Die IflaroliMfäre, Eine halbamtliche Pariser Meldung besagt: Der Minister des Aeußern de S e l v e s hat heute gegen 8 Uhr abends aus - Berlin ein Telegramm erhalten, das sich auf die Mitteilung beschränkt, Botschafter C a m b o n habe dem Staatssekretär v. Kiderlcu-Waechtcr die Antwort der französischen Regierung übergeben. Man glaubt, das; der Botschafter im Laufe des Abends einen des anderen Kurier mit einem eingehenden Bericht über seine Zusammenkunft mit dein Staatssekretär abschicken wird. Offiziell verlautet über die Aufnahme, die die fran- zösische Antwort auf deutscher Seite erfahren hat, weiter nichts. Dagegen sind sowohl die deutschen als französischen offiziösen Aeußerungcn optimistisch. Die„Köln. Ztg." schreibt: „Wir verraten kein Geheimnis, wenn wir annehmen, daß die zweite sckiriftliche Mitteilung der franzöfischcn Negierung in der- schiedenen Punkten Entgegenkommen gegenüber deutschen W n n s ch e n beweist. Zu einigen Punkten liegen französische Wünsche vor, die sich im wesentlichen auf redaktionelle Aenderungen zurückführen lassen. Daneben bleibt noch eine Reihe von Punkten, über die bisher eine Einigung noch nicht erzielt ist. Die Verhandlungen werden daher weiter geführt, und es ist zu erwarten, dag binnen kurzem eine neue schriftliche Zusammenfassung der nicht mehr strittigen und der noch zu vereinbarenden Punkte von deutscher Seite nach Paris mitgeteilt werden wird. Wir brauchen nicht zu sagen, dah nach diesen Ein drücken, deren Richtigkeit wir für verbürgt halten, die deutsch- französische Verständigungsarbeit einen guten Schritt vorwärts getan hat." Und im selben Sinne äußert sich der Pariser„Matin"; nach den im Laufe der Nacht eingetroffenen Meldungen könne man der Fortsetzung der Besprechungen mit Vertrauen ent� g e g e n s e h c n. Die Aufnahme, welche Herr v. Kiderlcir Waechter den Erklärungen Cambons bereitet hat, haben eine bedeutende Besserung der Lage herbeigeführt. Zugleich verbreitet das Wolffsche Telegraphenbureau folgende Nachricht! Für die Entlassung der Reservisten ist eine Be» stimmung matzgebend, die alljährlich, also auch in diesem Jahre, im März erlassen worden ist. Danach werden die Neservistcn spätestens am dritten Tage nach Rückkehr der Truppen aus dem Manöver entlassen. Wie wir fest- gestellt haben, ist an dieser Bestimmung nichts geändert worden. Ebenso wird auS Paris berichtet, daß nicht beabsichtigt werde, die Reservisten zurückzuhalten. Auch in Belgien beginnt sich die Kriegsfurcht zu legen. Darüber wird aus Brüssel unter dem 15. September be- richtet: Ter Ministerrat, der heute mittag unter Vorsitz beZ Königs Albert tagte, beschloß nach Prüfung der politischen Lage, die zu augenblicklicher Beunruhigung keinen Anlaß biete, die R e s e r v i st e r,' der Jahrgänge 1906. 1907 und 1908 nicht ein- zu berufen. Der gestrige Befehl wird somit rückgängig gemacht. Lauten also die heutigen Meldungen durchaus optimistisch. so darf doch nicht vergessen werden, daß wir von einem 'definitiven Abschluß noch ziemlich entfernt sind. Wird endlich die Marokkofrage im engeren Sinne bereinigt sein, dann sind noch die Kompensationen im Kongo zu erledigen und man muß sich gefaßt machen, daß die sranzösischen Kolonialinteressenten alles aufbieten werden, um der fran- zöstschen Regierung Schwierigkeiten in den Weg zu legen. Die Wirkung der Rede Bebels in England. London, 16. September.(Privattelegramm des„Vor- wärts".) B e b e l s Rede hat in E n g l a n d einen tiefen Eindruck hervorgerufen. Die linksliberale Presse bespricht sie eingehend, der.„S t a r" schrieb gestern bei der Besprechung der Rede, daß sich die Völker Deutschlands, Frankreichs und Englands zusammentun sollten, um die Herrschenden zu zwingen, die marokkanischen Differenzen einem Schiedsgericht zu überweisen. Die meisten Blätter kommentieren Bebels Rede erst heute, einen besonders leb- haften Eindruck hat die Schilderung der Schrecken des Krieges gemacht. Die„Daily News" schreibt, daß. wenn das englische Volk wirklich begriffe, waS ein Krieg be- deute, so würde ein S t u r m der E n t r ü st n n g die Marokkokrise und ihre Urheber hinwegfegen. Der „Morning Leader" verlangt die Abschaffung berge- Heimen Diplomatie, und die offiziöse„Westminster- Gazette" leistet sich eine lähme Verteidigung der englischen Minister. Eine deutsch-englische AnSlassnng. London, 19. September.„Daily Graphic" bringt an hervorragender Stelle eine Mitteilung über die Marokkofrage, die er aus m abgebender deutscher Ouelle erhalten habe. Es wird darin erklärt, daß die wirtschaftlichen Vor- schläge der letzten deutschen Rote in der ftanzösischen und englischen Presse willlürlich entstellt und mißdeutet worden seien. Die Vorschläge suchten nur die erworbenen R c ch t e ' zu bestimmen und in einigen Fällen auszudehnen. Deutschland schlage vor. daß die Zollgleichheit für alle Mächte auch auf Frankreich angewendet werde und nicht zeitlich be» grenzt sein solle. Kämpfe in Marokko. Paris, 19. September. Wie Meldungen aus Oran besagen, berichten aus der Gegend von Melilla in Udschda eingetroffene Marokkaner, unter den Rifleuten, die im letzten Kampfe am Kertflusse mehrere Kanonen und viele Gewehre erbeuteten, herrsche große Zuversicht; mehrere Bergstämme, unter denen der Heilige Krieg gepredigt werde, beabsichtigten, sich ihnen anzuschließen. Nach einer Meldung auS Tanger griffen die A i t I u s s i trotz ihrer Niederlage am 9. d. M. die Mahalla B r ü m o n d am 19. d. M. neuüdingS an. wurden aber auch diesmal durch heftiges Geschützfeuer der scherifischen Truppen unter starken Verlusten zurück- geschlagen. Ein Teil der Kolonne deS Generals D a l b i e z verließ FeS, um, wenn nötig, der Mahalla Bromond Beistand zu leisten. Die relierungmvoite« in fksnilreich. Paris, 16. September.(Eig. Ber.) Seit einigen Wochen hat die außerordentliche Teuerung in den verschiedensten Gegenden des Landes heftige Kund- gebungen des Unwillens hervorgerufen. Besonders waren es die Frauen, die sich mit einem Feuereifer, der von ihrer sonst'gegenüber 5er broketanschen Klassenbelveffusig be- wiesenen Gleichgültigkeit überraschend absticht, in die Agi- tation stürzten. In vielen Orten wurden die Märkte und die Läden der aus der Teuerung Nutzen ziehenden Händler sabotiert und aus diese Art und durch entsprechende Drohungen beträchtliche Herabsetzungen der Preise erzielt, was immerhin beweist, daß die im Lebensmittelhandel ge- machten Anfschläge zn dem als Vorwand dienenden Minder- ertrag der diesjährigen landwirtschaftlichen Produktion in keinem Verhältnis stehen. Es ist ganz offenkundig, daß an der Teuerung in vielen Fällen das ungezügelte Treiben der die großen Märkte beherrschenden Ringe die Hauptschuld hat. Für die großen Wucherer, die in der wunderbaren bürgerlichen Ordnung un- angreifbar bleiben, müssen nun die kleinen Kipper und Wipper das Bad ausgießen. Indes bietet, um diese zu schützen, der Bourgeoisiraat seine Zwangsmittel mit einer Nücksichtslosigkeit auf, vor der er sich, als es die revoltierenden Winzer der Champagne und nicht hungernde Industrie- Proletarier zu beruhigen galt, fernzuhalten gewußt hat. Tie Agitatoren werden ins Loch gesteckt, die Manifestanten von eiligen Richtern zu schweren Gefängnisstrafen verurteilt und Polizei und Militär operieren mit einer Gewaltanwendung, die vorn Ernst eines wirklichen Krieges ein besseres Bild gibt als die Spielerei der großen Manöver. In Ereil bei Paris ist es gestern zu einem heftigen Straßenkampf gekommen, als Husaren, berittene Jäger und Gendarmen einen friedlichen Deinonstvantenzug vuseinandrr zusprengen suchten. Die Ar- bester setzten sich zur Wehr, und es gab Verwundete auf beiden Seiten. Schließlich sah sich die Truppe hohen, aus Eisenbahnwaggons, Karren und Steinen errichteten Barri- kaden gegenüber, auf denen rote Fahnen wehten. Nach längerem Kampf blieb die bewaffnete Macht Sieger.— Heftige Kämpfte gab es gestern auch in Charleville in den Ardennen, wo die Verhaftimg der Delegierten D u- m o u l i n und S a u v a g e von der Slrbeitskonförderation die Bevölkerung erregt hatte, und im nahen M6zidres, Hier wurde der Deputierte Genosse P o u l a i n bei einer Dragonerattacke leicht an den Händen verwundet. In Lortent nahmen an einem von der Arbeitsbörse orga- nisierten Protestmeeting gegen die Teuerung 10 600 Per- sonen teil. Sie wurden vom Militär angegriffen. Ver- wunduugen und Verhaftungen Waren die Folge. Wird die jetzige Bewegung wieder ein Strohfeuer sein, wie so viele der neueren Unternehmungen der revolutionären Propaganda in Frankreich? Man kann sich solchen Befürch- tungen leider nicht entziehen, wenn man sieht, daß der vul- gäre Syndikalismus, dem die„Bewegung alles" ist, das Problem der Teuerung ebenso oberflächlich und gedankenlos behandelt, wie die republikanische Bourgeoisie. Für diese ist die Massennot ein ehrfürchtig und wehrlos zu betrachtendes Resultat des heiligen Gesetzes von„Angebot und Nachfrage". Es ist ganz erstaunlich, wie die bürgerliche Presse jetzt die allerältestcn Ladenhüter des durch die wirtschaftliche Ent- Wickelung der letzten Jahrzehnte mich in Frankreich längst Lügen gestraften Manchesterliberalismus mit gespreizter Wichtigkeit hervorholt und dem in allgemeinen ökonomffchen Fragen schrecklich unwissenden Publikum präsentiert. Aber aus der anderen Seite bleibt die syndikalistische Agitation praktisch beim„Maximum" der Schreckenszeit stecken. Die „Bataille Syndicaliste" berichtet heute über die Kon- sumentcukomitees, die sich jetzt auch in Paris bilden und bringt, uni„unnützen Uebertreibungen" vorzubeugen und die Einheitlichkeit der Forderungen zu sichern, einen vom Gewcrkschastsvcrband der Seine ausgearbeiteten, detaillierten Lebensmitteltarif in Vorschlag, der etwa den vor der jetzigen Teuerung herrschenden Preisen entspricht. Die Einhaltung dieses Tarifs soll Wohl mit Sabotage und dergleichen erzwungen werden. Daß die Versorgung des Lebensmittel- Markts und die Sicherung vor wucherischem Zwischenhandel mit dem bißchen„direkter Aktion" das ja vielleicht in einzelnen Fällen eine geringe Augenblickswirkung haben mag, nicht er- reicht werden kann, macht Leuten, die in einem Hungerkraivvll ein„revolutionäres Manöver" sehen, keine Kopfschmerzen. Ja sie Warnen geradezu davor, die Erregung der Massen über die großen und kleinen Hungerspekulanten in eine Bewegung in der Richtung konsuuigenossenschaftlicher Organisation„ab- irren" zu lassen. Und jede tiefere Erfassung des Problems in seinem Zusanimenhang mit der ganzen Wirtschaftspolitik des bürgerlichen Staates erscheint ihnen als Verführung zu politischer und parlamentarischer Aktion verdächtia. So konnte es nicht fehlen, daß sich in der jetzigen Agi- tation der Unterschied zwischen der sozialistischen Klassen- Politik und dem syndikalistischen Impressionismus wieder einmal klar abzeichnete. In der„Humanits" hat vor einigen Tagen der guesdistische Deputierte Delory mit männlichcr Offenheit mitten im Sturm der Teinagogie, den die Syndi- kalisten wohl nicht ohne Nebenabsichten mit Konzentration ihrer agitatorischen Mittel just im Zentrum des französischen Marrismus angefacht haben, die Ursachen der Teuerung und die durch sie gegebenen Aufgaben der sozialistischen Politik dargestellt. Er wendete sich dagegen, daß man die Form, worin sich die Kundgebungen vollziehen, der sozialistischen Partei in Rechnung stelle:„Denn wenn die Partei so weit Herr der Ereignisse wäre, hätte sie die Manifestationen nicht bloß in diesem Sinne geleitet. Das, ivas jetzt geschieht. kann beweisen, daß die Massen entschlossen sind, sich nicht ohne Maß scheren zu lassen, aber es beweist auch, daß sie die Ursache des Uebels nicht genau kennen." Tie Spekulation habe an diesem sicher einen bedeutenden Anteil, aber dazu kämen die erhöhten Produktionskosten und vor allem die schlechte Organisation der Produktion. Wenn die Sozialisten die Bewegung nicht geschaffen haben, so sind sie doch vermöge ihrer natürlichen Rolle, den Opfern des bourgcoisen Regimes beizustehen, berufen, an ihr teilzunehmen. WaS soll null ihre Haltung sein? Sollen sie die Manifestanten bis zur Eineute treiben? Das wäre Wahnsinn, weil es kein ernstes Resultat haben könnte. Zweierlei Dinge sind zu tun: l. Um der jetzigen Situation möglichst abzuhelfen, die Betreibung der Errichtung von gemischten Konsumenten- und Produzentenkommissionen, die nach einer Untersuchung Maximalpreise festsetzen. 2. Haben die Sozialisten ihren Kontakt mit den Kreisen, die sonst von der mündlichen Propaganda nicht erreicht wer- den, zu ihrer Aufklärung über die wahren Ursachen der Not zu benützen. Sie sollen sie belehren, daß das Genossenschakts- wese», trotz seiner Vorzüge, nicht imstande ist. das wirtschaftliche Milien zu verändern und ebensowenig die Gewerkschaft. trotz ihrer Unentbehrlichkeil für den täalichcn Kampf, sondern daß die Ergreifung der politischen Macht das notwendige Mittel dieser Umgestaltung ist. In diesem Sinne haben denn auch anhexe führende Ge- nosseft, ünbeküminert um die Verfeum5ün'gen der Bourgeois- presse und die Verdächtigungen der Revolutionsdeklamatoren, ihre Pflicht erfüllt. Die„Guerre Soziale" beschuldigt sie sogar, daß sie mit ihrem Appell'an die Besinnung und die Würde des Proletariats im Norden die Bewegung zum Still» stand gebracht hätten. Da wird dem Genossen Dürre ein Vorwurf daraus gemacht, daß er einen brutalen Fleischer vor der Lynchjustiz bewahrt hat, anderswo haben Sozialisten von der Sabotage abgeredet und vor der anarchistischen Demagogie gewarnt. Nun, die sozialistische Partei, die ihre Propagvuda gegen die Lcbensmittelteuerung lange bevor diese ihren jetzigen Gipfel erreicht hatte, eröffnet hat, darf den Vorwurf, daß sie den hungernden Massen die„direkte Aktion" nicht als sättigendes Allheilmittel empfiehlt, mit der Ruhe hinnehmen, die das Bewußtsein erfüllter Pflicht und die Zuversicht auf den endlichen Sieg der Wahrheit ge» währen. Diese prinzipielle Haltung wird auch durch Ent» gleisuygen nicht kompromittiert, wie deren eine dem sozia» listischen Deputierten von Saint-Qnentin, Ringuier, vorgeworfen werden kann, der ganz im Stil der radikalen Lügenpresse die französischen Hungerrevolten wie die eng» lischen Streiks in Zusammenhang mit der Marokkokrise gebracht und von einer auffälligen, die Armee fesselnden Agitation im Innern während der Ver» Handlungen mit Berlin gefaselt hat. poUtifebe üebcrncbt. Berlin, den 16. September 1911. Der Ueberruffe. Der Kognakmonn der„Deutschen Tageszeitung" möchte gern daS Attentat auf Stolypin zu einer Hetze gegen die— deutsche Sozialdemokratie ausnützen. Zwar mutz selbst der Mensch zugeben, datz die deutsche Sozialdemokratie terroristische Taten g r u n d- s ä tz l i ch verwirft.(Datz die russische Sozialdemokratie andauernd einen energischen Kampf gegen den TerroriSmuS führt, verschweigt er natürlich.) Aber diese Verwerfung sei nur grundsätzlich. In Wirklichkeit könne die Lektüre sozialdeniokratischcr Blätter auch i» Deutschland leidenschaftliche Leute zu Terroristen machen. Die deutsche Regierung mag sich bei Herrn Oertel dafür bedanken, datz er russische und deutsche Zustände so restlos identifiziert. Denn nur die fürchterlichen mssischen Zustände bewirken den TerroriSmuS. Freilich, Herrn OertelS Hetzereien find leicht erklärlich. Sein Ideal ist ja eben die Herr« schaft der russischen Knute. Er schwärmt für den Despotismus. Den Meuchelmord, der nach einem berühmten Wort in Rutzland von je die Herrschaft des Despotismus„gemildert" hat. den möchte er ver» mieden wissen. Aber das geht eben nicht. Es ist nun einmal ge- schichtliche Tatsache: Despotismus und TerroriSmuS bedingen sich gegenseitig, eins ist vom andern untremibar. Nutzanwendungen für Deutschland sind aber trotz Oertel nicht zu ziehen. Denn die Macht der deutschen Arbeiterklasse ist grotz genug geworden, um die Erfüllung der Ideale der Junker für immer unmöglich zu machen._ Die Regierung versagt. Die„Nordd. Allg. Ztg." meldet: >DaS königliche Staats Ministerium bcschäsugte sich in seiner heutigen Sitzung, bei der der Ministerprasidein den Vorsitz führte, eingebend mit staatlichen Matznahmen zur Milde» rung der Schäden, die der Ernteausfall an Kartoffeln, Gemüsen und Futterstoffen für die Volkscrnährung und für die Erhaltung unseres ViehstandeZ mit sich bringen wird. ES wurden insbesondere weitgehende Ermätzigungcn auf eisenbahn tarifarischem Gebiete beschlosien. Zu den Frachtherabsetznngen tritt noch die bereits in Ausführung begriffene Ermätzigung für frische Seefische, die. wenn ou j zunächst eine Unterstützung der deutschen Hochseefischerei be» zweckend, doch auch zur Milderung einer etwaigen Fleischteuerung beitragen wird. Sämtliche Ermätzigungcn sollen mit tunlichsier Beschleunigung durchgeführt werden. Das StaatSministerium belchloh ferner, beim Bundesrat die Gewährimg von Erleichterungen für landwirtschaft» liche Brennereien iu bezug auf die Berorbeitung von Getreide und Mais zu beantragen, durch die ein Teil der sonst in Brennereien verbrauchten Kartoffeln für Speise- und Futterzwecke frei werden könnte. Einige weitere mit den WiiterungSschäden diese? Sommers in Zusammenhang stehende Fragen wurden als noch nicht spruchreif den zuständigen ReffortS zu näherer Prüfung überwiesen und späterer Entscheidung des StaatSministerinms vorbehalten. Das sind gänzlich nnzureichendeMaßregeln, die absolut ungeeignet sind, der Teuerung auch nur in mäßigem Umfange abzuhelfen. Gegen wirklich wirksame Maß- regeln sträubt sich der Vollzugsausschuß der Junker mit aller Kraft. Nichts von der Beseitigung der Einfuhr» scheine, nichts von der Rufhebung der Zölle. Nicht einmal die Futterzölle werden ermäßigt, obwohl dies nicht nur im Interesse der Konsumenten, sondern auch in dem der überwiegenden Mehrheit der Landwirte selbst läge. Frei» willig will die Regierung also nichts gegen die Not tu». Um so dringender wird es sein, daß die Notleidenden selbst ihre Stimme erheben. Mit einem Teile des Moabiter ProzeffcS wird sich am 16. Oktober d. I. die 3. Strafkammer des Landze- richtö I zu beschäftigen haben. Damals wurde die Mitangeklagte Frau Reinhardt aus der � Untersuchungshaft, die etwa sechs a-ochen gedauert hatte, und aus der Verhandlung entlasten, weil sie fortwährend schrie und in epileptische Krämpfe fiel, demnach offenbar verhandlungSunfähia war. Sie ist wegen Widerstandes gegen die Staatsgewalt angeklagt. Frau Reinhardt behauptete, sich in einem epileptischen Znstande befunden zu haben, während die Staatsanwaltschaft diesen Zustand als jedenfalls simuliert bezeich- nete. Nach den unzweifelhaften epileptischen Anfällen bei Beginn der Verhandlung im November 1910 dürste die Vernehmung der als Sackiverständige geladenen Aerztc von großer Bedeutung sein. Da? Beweismaterial wird von dem Verteidiger der Angeklagtcn voraussichtlich noch ergänzt werden. Neue AuSnahmegeseife,«ene Zoll- nnd Steuer- beivilliguiigen! Für beides wird das Zentrum im nächsten Reichstag eintreten. Wer's nicht glaubte, konnte cö sich von der„Ger- m a ni a" vom 11. September bestätigen lassen. In einer Be- sprechung der Resolution unseres PartcivorstandeS zur Wahl- taktik meint sie, der Punkt 3: gegen Verschärfung der so» genannten politischen Paragraphen des StrafrechtS, sei sehr nilbcstiinntt gehalten: „WaS heitzt denn politische Paragraphen dcS StrafrechtS? Wenn man z. B. bei Tumulten wie Moabit, die ja laut dc:i Sozialdcmolraten keinen politische» Charakter tragen, gegen wüste Radamuacher, die die Sicherheit gefährden inid gegen etwaige Exzesse polizeilicher Beamten ein verschärftes oder be» schleunigtes Verfahren einführen wollten, hieße daS politisch f Man kann sehr vielen Paragraphen einen politischen Sinn unter- saiieben, die gar keinen haben, die nur aus praktischen oder nicht politischen Erwägungen sind... Ob sich Mitglieder von vielen Parteien finden, die diesen Verpflichtungen in sozialdemokratischem Sinne unterfertigen, das dürfte zweifelhaft fein l" Das ist das offene Zugeständnis, daff das Zentrum für solche Verschärfungen unserer Strafgesetzbestimmungen eiu�cten wird, obwohl kein vernünftiger Mensch daritber im Zweifel ist, daß die heutigen Vorschriften völlig ausreichen, um nicht nur Radaubrüder zu fassen, sondern Strafzüge gegen die So- zialdeniokraffe zu unternehmen, die einem ausnahmegesctz- lichen Zustande verzweifelt ähnlich sehen. Den Witz, sich so zu stellen, als glaubten sie, daß im Ernst daran gedacht werden könnte, ein„verschärftes oder beschleunigtes Verfahren gegen etwaige Exzesse der politischen Beamten" einzuführen, hätte die„Gcrniania" sich übrigens für den kommenden 1. April aufheben sollen! Zu den Punkten 5 und 6, welche lauten: gegen jede Erhöhung der Zölle auf die V e r b r a u ch s ni i t t e l der großen Massen und gegen jede Neueinführung oder Erhöhung indirekter Steuern auf Ver- brau chs mittel der großen Massen, schreibt die .Germania": „Kein gewissenhafter Kandidat, welcher Partei er auch angehört, wird a xriori�von vornherein) seine Zu- stimmung dazu geben dürfen, das hieße nämlich nichts anderes, als in den meisten wirtschaftlichen Fragen auf fünf Jahre hinaus sich für den unbedingten Basallen der Genossen zu erkläre». So sehr man gegen jede Erhöhung der indirekten Steuern, gegen jede Erhöhung der Zölle auf Verbrauchsmittel der großen Masie sein muß. so wird abermals die Sozialdemokratie jede indirekte Steuer oder Zollerhöhung für eine derartige bezeichnen. Das sind Fragen praktischer Erwägung, bei denen natürlich in allererster Linie das Wohl der Masse mitspricht, ja entscheidend sein muß, die aber ganz bestimmt nicht durch eine Blanko- »mterschrift auf einen sozialdemokratischen Wechsel erledigt werden können." Das Zentrum wird also für neue indirekte Steuern und für Zollerhöhutig auf Verbrauchsartikel der breiten Massen zu haben sein! Wir haben daran nicht gezweifelt, aber de» immer wieder betrogenen ultramontanen Arbeitern sollten doch bald die Augen aufgehen._ 50 000 Berliner Zuhälter und Strolche! ES war bei der Landlagswahl 1908, als eine offizielle Wahl- broschüre dcö Zentrums das Wort von den öOOOO Zuhältern und Vagabunden prägte, denen man nicht dasselbe Wahlrecht geben könne wie 50 000 Bauern auf dem Lande. Auf das Reichs- tagSwahlrecht wendet ein hervorragendes Zentrumsblatt nunmehr denselben Grundsatz an! -Der.Badische Beobachter" schreibt in seiner Nummer vom lt. September: „Für die Aenderung der ReichStagSwahlkreise wird ivieder einmal von der Sozialdemokratie Propaganda ge« macht und der Deutsche Slädtetog will Vorspan» leisten. Man publiziert folgende Zahlen:„Nach der letzten Volkszählung(1910) ergibt sich eine Gesamiwählerschaft von rund ItjOOO 000 Personen. Davon entfallen: 5980 000 Wähler---- 41 Proz. auf die 91 groß- slädtiichcn Wahlkreise, 3 142 000 Wähler— 22 Proz. auf die 94 städti- schen Wahlkreise, zusammen 63 Proz., 5 277 000 Wähler 37 Proz. auf die 212 ländlichen Wahlkreise. Die 63 Proz. städtischer Wähler können nur 187--- 47 Proz. Abgeordnete wählen, während 37 Proz. ländlicher Kähjer 212= 53 Proz. Abgeordnete wählen." In dieser Darstellung ist gär inchts gesagt, was„städtische Wahl- lceu'e" sind; z. B. est Augsburg alö städtischer Wahlkreis be- zeichnet, ebenso Ulm. tliastall usw.. obwohl hier mehr ländliche als städtische Wähler vorhanden sind und in den Städten selbst recht viele Leute von der Landwirtschaft wählen. Ferner wird vergeflen hinzuzufügen, daß das Land viel mehr Soloaten liefert, als die Stadt(bis zu 50 Proz. und mehr als letztere), und daß endlich nicht nur ein Volk aus Köpfen besteht, sondern aus Land und Leuten. Wen» einzelne Wahlkreise auch g e lo i ß zu volkreich geworden sind, so kann man dar un, doch nicht die ganze Wahlkreis- einteilung ändern und z. B. den 50000 B er- linern. Zuhältern und Strolchen, dasselbe Wahlrecht geben, wie 50000 kerngesunden deutschen Bauern." Hoffentlich tränken die Arbeiter den ultramontanen Wahlrechts- 'feinden diese„Zuhälter" und„Strolche" bei der nächsten Wahl recht gründlich einl_ Bravo, Lippe! Bei den heutigen Wahlen zum Landtage für Schaum» burg-Lippe erzielte die sozialdemokratische Partei einen großen Erfolg. In zehn Wahlkreisen wurden insgesamt 1600 sozialdemokratische Stimmen abgegeben und das Mandat deS 8. Wahlkreises(Stadthagen) im ersten Wahlgange erobert. In zwei Wahlkreisen steht die Sozial- demokratie in aussichtsreicher Stichwahl. In einem Kreise besteht Stimmengleichheit. Bei den Wahlen im Jghre 1906 erhielten wir in sechs Kreisen 967 Stimmen und er- warben ein Mandat in der Stichwahl. Eisenbahnbandwerkcr protcsticreu j�ijen die Lebensmittelverteuerung. Eine in R e ck l i n g h a u s e n abgehaltene Versammlung der christlich organisierten Eisenbahnhandwerkcr. die sich mit der Lebens- mittelverteuerung befaßte, nahm einen stürmischen Verlans. ES kam zu erregte» Auseinandersetzungen, bei denen von verschiedenen Rednern die Zollpolitik des Zentrums scharf an« gegriffen wurde. Schließlich gelang es der Leitung jedoch, die Erregung auf die Preispolitik des Zivischenhandel« abzulenken, die in der Annahme einer entsprechenden Resolution Ausdruck fand. Während hier aus purer Liebe zum Großagrarier- tum auf die M i t t e l st ä n d l c r losgeschlagen wird, kam eS in einer vor einigen Tagen in Bocholt abgehaltenen verfamm- liing der Vertrauensleute der ZentrumSpartei zu einem völligen V r u ch. Die Mittelständler forderten von dem Zentrumskandidaten Schiffer eine bindende Erklärung in der KonfumvercinSfrage. Als dieie nicht gegeben wurde und man darumherum zu reden suchte, Verließen sie unter Prolest das Lokal. Rote Kranzschleifen. Die roten Kranzschleifen bei der Beerdigung von Sozialdemo- kratcn rufen immer noch Erregung hervor. ÄlS im Sommer im £,te Eving bei Dortmund ein Polizeisergeant aus dem Fenster feiner Wohnung bei einen, Leichenbegängnis eine rote Kranzschleife bemerkte, ging er hinzu und verlangte die Entferiinng der Schleife. Der Vorsitzende de? sozialdemokratischen Vereins erklärte dem Schutz- mann, die Gerichte hätten doch wiederholt entschieden, daß nicht normal sei. wer an einer roten Schleife Anstoß nehme.(Daß die rote Farbe der Kranzschleifen auf dai Empfinden normaler Menschen nicht erregend wirke, Haidas Dortmunder Landgericht iviedcrbolt in Entscheidungen ausgesprochen.) Die rote Schleife wurde aber doch weggenominrn. AIS gegen den Polizeibeomten Anzeige erslaltet wurde, stellte er(nach zwei Mo- naten!) Strafantrag wegen Beleidigung, und die Folge war eine Sn'Iage wegen der obigen Worte. Das Schöffengericht in Dort- mund sprach den angeklagten Genossen frei. ES hielt eine Be- leidigung dcö Polizeisergeanten wohl für klar erwiesen, jedoch habe der Beamte unberechtigter weise eingegriffen und der Angeklagte habe sich dagegen wehren dürfen. Er habe i ü Wahrnehmung berechtigter Interessen gehandelt. — In Zulnnft bleibt der Polizeisergeant nun wohl ruhig in seiner Wohnung, wenn er eine rote Kranzschleife sieht. Schlagende Arg« w oute. Welche Formen der Reichstagswahlkampf annehmen wird, zeigt schon jetzt manches Vorposteugcsecht. So haben sich Konservative und Liberale im Kreise Greifs wald-Grimmen bereits Ohr- feigen verabreicht. Die Konservativen hielten kürzlich in Wieck eine Versammlung ab, zu der auch der liberale Parteisekretär P o s s e l init zwei Begleitern erschienen war. Sie tourden aber von den Konservativen an die frische Lust gesetzt. Im Vorraum des Lokals kam es zwischen dem konservativen Redakteur Schnell und Herrn P o s s e l zu einem Zusaimnenstoß, wobei Possei Herrn Schnell eine Ohrfeige gab. Herr Schnell lamentiert jetzt öffent- lich»nd schimpft über die Rauhbeinigkeit der Liberalen. Dagegen erklärt aber Herr Posiel, daß er erst geohrfeigt habe, als Schnell es gewagt hatte, die Familicnchre Possels zu besudeln, und nicht geneigt war, die Verleumdungen zu widerrufen. Später, nachdem er also die Prügel längst eingesteckt hatte, nahm Herr Schnell die beleidigende» Aeußernngen zurück. Dieser Borfall ist ein kleines Vorspiel von dem, waS u»S in dem Wahlkampfe alles bevorsteht. Herr Schnell ist immer noch ein weißer Rabe, indem er die persönlichen Verdächtigungen wenigstens nachträglich widerrief. In den meisten Fällen wird natürlich darauslos verleumdet, ohne daß eS einem dieser sauberen Patrone einfiele, die ausgestreuten Verdächtigungen zurückzunehmen. Legendenbildung. Im Bericht über den Parteitag lasten verschiedene bürgerliche Blätter— darmiter auch daS„Berliner Tageblatt"— unseren Genoffen Bebel in seinem Schlußwort zum Referat über die RcichstagSwahlen folgendes sagen: „Nun sagt Genoffe Haupt, jder Liberale hat aber vorher mit den schmutzigsten Mitteln versucht, uns zu verdränge». Meint Haupt wirklich, daß er daS nicht so wie so tun wird?(Heiterkeit und Zustimmung.) Es ist sogar sein gutes Recht, die schmutzig sie n Mittel anzuwenden und alles auf- zubieten, um in die Stichwahl zu kommen. Dazu hat er dasselbe Recht wie wir. Ich habe übrigens die Erfahrung gemacht, daß die nnt schmutzigen Mitteln Kämpfenden bei den Wahlen am schlechtesten abschneiden." Um einer Legendenbildung vorzubeugen, wollen wir ausdrücklich erklären, daß der Bericht irrtümlich ist. Bebel sagte nach dem stenographischen Bericht, den wir in unserer gestrigen Nummer wiedergegeben haben: „Nun sagte Haupt, dann wird der Liberale alles aufbieten und auch die schmutzigsten Mittel anwenden, um unS aus der engeren Wahl zu drängen. Glauben Sie, daß er das nicht sowieso tun wird?(Heiterkeit.) Die schmutzig st en Mittel anzuwenden, ist nicht sein gutes Recht; alles aufzubieten, um uns aus der Stichwahl heraus- zuwerfen, das ist sein guteS Recht. Da hat er ebenso viel Recht wie wir. Aber ich habe die Er- fahrung gemacht, daß gerade diejenigen, die die niederträchtigsten und schmutzigsten Mittel anwenden, sehr schlecht abschneiden. (Sehr richtig!)" ES ist also daS gerade Gegenteil von dem, was die bürgerliche Presse berichtet. Wir erwarten natürlich, daß von dieser Richtigstellung Notiz genonimen wird, schon um nicht dem Reichs- verband seine künstigen„Behauptungen" zu erleichtern. Das Httaitat auf ötolypln. Ueber den Täter B a g r o w werden von osfiziöser Seite allerhastd seltsame Gerüchte verbreitet, deren! Richtigkeit gegenwärtig nicht nachkontrolliert werden kann. Es wird erzählt, Bagram sei ein Agent der politischen Polizei, der ss verstanden habe, das Vertrauen seiner Vorgesetzten zu gewinnen. Petersburger Blätter wissen zahlreiche Einzel- heiten zu berichten. Danach ist Bagrow ein großer, brünetter Mann, der Sohn eines vermögenden Kiewer Rechtsanwalts. Nach einer Lesart soll er jedoch nur die Papiere des Rechts- anwaltsgehilfen Bagrow mißbräuchlichbenutzt haben. Bei seinem ersten Verhör schrieb der Verhaftete selbst seine erste Aussage in aller Ruhe nieder. Er ist M i t g l i e d d e r sozialrevolutionärenPartei. Am 1. September war er in Petersburg, wo er vom Zentralkomitee seiner Partei mit der Ausführung des Attentates betraut wurde. Seine Zugehörigkeit zu der politischen Polizei ist noch nicht festgestellt: jedoch ist es Tatsache, daß das Tbeaterbillet, das er benutzt hat, vom Kicwer Magistrat dem Chef der dortigen politffcherl Polizei, Kuljabki, gegen schriftliche Quittung zugestellt worden war. Wie es heißt, soll der Polizeichef dem Verbrecher das Billet gegeben und dieser versprochen haben, das beabsichtigte Attentat, über das er selber Anzeige erstattet hatte, aufzudecken und z u v e r c i t e l n. Dem Ministerpräsidenten Stolypin soll übrigens bei seiner Abfahrt nach Kiew eine Warnung zugegangen sein. lieber Stolypins Befinden wird offiziös mit» geteilt, daß die B e s s e r u ii g fortschreite. Die Leber soll nicht oder nur leicht verletzt sein. Falls keine Zwischen- fälle eintreten, lverde der Kranke in drei Wochen wieder herge st ellt sein. Zum Vemeter Stolypins als Minister des Innern— als Ministerpräsidenten vertritt ihn, wie mitgeteilt, der Finanzminister K o k o w z o w— ist der Gehilfe des Ministers des Innern Kryjanowski ernannt worden. In Kiew werden Pogroms befürchtet, zu denen die Echtrusscn auffordern. Die Behörde will die erforderlichen Sicherheitsniaßregeln getroffen haben. Bagrow und die Kiewer Polizei. Petersburg, 16. September. Bagrow war der Kiewer politischen Polizei als politisch unzuverlässig bekannt; er ist bereits mehrmals verhaftet gewesen. Die politische Polizei hatte von dem Magistrat sechs Eintrittskarten erhalten, unter denen sich auch die Karte des Täters befindet. In PctcrS- bürg wurde der Brudrr BagrowS, der ebenfalls Rechts- anwalt ist, nach einer Haussuchung verhaftet. Heute nacht hat die Polizei Haussuchungen und Ver- haftungen von Studenten und Arbeitern vor- genommen. Eine angebliche Aussage BagrowS. Petersburg, 16. September. Bagrow sagte bei einem Verhör aus, er habe«inen Anschlag auf eine höhere Person beabsichtigt(?). habe aber ein Judenpogrom befürchtet._ Oeltemicb-Ongam. Die Notwendigkeit der Wahlreform. Budapest, 16. September. Ministerpräsident Graf Khuen- Hedervary empfing im Abgeordnetenhause eine Deputation des liberalen Bollsverbandeö, die ein Memorandum in der Angelegenheit der Verwirklichung des demokratischen Wahlrechts fiber� reichte. Der Ministerpräsident dankte für das anssührlichs Memorandum und erklärte, jedermann fei von der Notwendig- keit der Wahlreform überzeugt, die in fortschrittlichem Sinne verwirklicht werden solle. franhmch. Tie Forderungen der Arsenalarbeitci'. Toulon, 16. September. Der Nationalverband der Marinearbeiter, dem die Syndikate der staatlichen Arbeiter der fünf Kriegshäfen angehören, hat einen Aufruf erlassen, der die Arsenalarbeiter von Toulon auffordert, sich mit ihren Käme- raden in Brest solidarisch zu erklären, die den Stapellaus des Panzers„Jean Bart" nur im Falle der G e w ä h r u« g e i n e r Lohnerhöhung zulassen wollen. LelFien. Protestierende Reservisten. Brüssel, 13. September. Wie„Chronique" meldet, meuterten in der Jnfanteriekaserne zu Gcut R e s c r- v i st e n, weil die Regierung sie vorläufig nicht entläßt. Hundert Infanteristen hielten in einem sozialdemo- k ratischen Lokal eine P r o t e st v e r s a in m l u n g ab. Vorgesetzte wurden ausgepfiffen. Huö der partcl* Hallcsche Polizeitatcn vor Gericht. Die Hallcsche Polizei hatte dem Genossen Redakteur Kasparet, weil er angeblich nicht sofort nach Auflösung der Pfingst-Jugendveranstaltung das Versammlungslokal verlassen hatte, einen Strafbcfchl über die höchst zulässige Strafe von 1 5 0 M. zugehen lassen. Die Höhe des Strafmaßes mußte besonders hart empfunden werden, da Genosse Kaspare! wegen Ilcbcrtretung des Vereinsgesetzcs noch nicht vorbestraft ist. Das Schöffengericht hat jetzt aber auf erhobenen Einspruch hin das Strafmandat ohne viele Umstände aufgehoben, da die be- teiligtcn Polizcikommissare zugeben mußten, daß der Angeschuldigte den Versammlungssaal rechtzeitig verlassen habe und erst später am Ausgang des Lokals verhaftet wurde. Die Gesctzesunkcnntnis der Kommissare, die da glaubten, daß nach der Versammlungs- auflösung die Besucher das gaiWe Lokal räumen müßten, hat der Halleschen Polizei diesen neuesien Reinfall vor dem Schössen- gerichl beschert.— Doch ani Tage darauf, am Freitag, trat die Hallcsche Strafkammer in Funktion und rettete wieder die Ehre der Halleschen Polizei, indem sie den Redakteur Genossen Wilhelm K o e n e n vom„Halleschen Volksblatt" wegen Polizeibcleidigung zu der nach Z 185 höchsten zulässigen Strafe von 600 M. verurteilte.— Die Polizei hatte Angaben des„Volks- blatts" über die polizeiliche Sprengung des Jugendtages durch ein konservatives Blatt als Lüge bezeichnen lassen. In dem gegen diesen Anwurs gerichteten Zurückwcisungsartikel des„VolkLblattS" wurden die Ausdrücke„die Hochwohllobliche",„die liebe, gute Hallesche Polizei",„sie ist ein wahrer Ausbund von Gerechtigkeit", „Zeitungen und Privatpersonen verkünden ihren Ruhm" und „Heil ihr. der Weltberühmten", als formale Beleidigungen an- gesehen. Und obwohl eine Anzahl Zeugen, die von der Pylizci als erlogen bezeichnete Angabc de?„Volksblatts" bestätigten, der Vorwurf der Lüge also dem„Volksblatt" zu unrecht gemacht war, und obwohl Genoffe Koenen bisher unbestraft war und ihm als Mitveranstalter des Jugendtages der Schutz des K 193 zugebilligt wurde, ist auf die höchst zulässige Geldstrafe erkannt. Soziales* Unzulängliche Unfallrente. In den höchsten Tönen wird die Sozialgesetzgebung des Reiches in der bürgerlichen Presse als vorbildlich h,»gestellt, und von Zeit zu Zeit läßt man die Ziffern der Millionen aufmarschieren, die in einem Vierteljahrhundcrt an Unfallverletzte. Invaliden und Veteranen der Arbeit als Renten gewährt worden sind. Damit soll der Anschein erweckt werden, als wäre bei Betriebsunfällen, bei Invalidität und im Alter für die Arbeiter ausreichend gesorgt, so ausreichend, daß nach Ansicht der Industriellen nun Halt gemacht werden könne mit dem Ausbau der Sozialgesetzgebung. Die Ver- Himmler und die Bremser der Sozialgesetzgebung würden aber bald anderer Meinung, wenn sie selbst einmal in den„Genuß der sozialen Wohltaten" kämen. Vor dem Chemnitzer Schiedsgericht erschien als Vertreter seines Unfallverletzten Sohnes der Fabrikant G. Er hatte Berufung ein- gelegt gegen einen Bescheid der sächsischen Textil-BcrufSgenossen- schaft zu Leipzig, nach dem sein Unfallverletzter Sohn 331h Proz. der Vollrcnte als Entschädigung für die erwerbSbeschränkcnden Un- fallfolgen erhalten sollte. Ter Berechnung der Rente war, ein JahreLarbeitsverdienst von 1800 M. zugrunde gelegt. Es wurde die Bollrentc und weiter verlangt, daß 2100 M. als JahreSarbeits- verdienst angenommen werde. Der Vater des Verletzten beklagte sich vor dem Schiedsgericht bitter über die Unzulänglichkeit der Rente. Er bemerkte, daß sein Sohn infolge deS Unfalls seine Laufbahn habe aufgeben müssen und sich einem Studium zu- gewendet habe, das 8 Semester und große Kosten erfordere. Für diese Zeit müsse doch mindestens die Vollrente bei Annahme von 2100 M. Jahresarbeitsverdienst gewährt werden. ES liege hier ei» besonderer Fall vor? daS Gesetz sei doch dazu da, das? die hohe» Beiträge zu ausreichender Entschädigung der Unfallverletzten ver- wendet würden. Also sprach der Fabrikant als Vertreter seines verletzten SohncS, und er setzte hinzu, daß er auch so reden würde, wenn es sich um einen Arbeiter seiner Fabrik handelte. Welcher Art war nun die Verletzung, um die eS sich handelte? Der junge Mann war in eine Mjäschine geraten und hatte sich Weichteilver- lctzungen am vierten und fünften Finger der linken Hand zu- gezogen. Der linke kleine Finger mußte abgenommen werden. 15 bis 20 Proz. werden in der Regel bei derartigen Verletzungen als Entschädigung gewährt, die später vollständig eingezogen wird mit der Begründung, daß durch Uebung und Gewöhnung die Unfall- folgen ausgeglichen seien. Der junge Mann fand einen Gutachter. der die Sckädigung auf ein Drittel schätzte. Ter Vater aber ver» langt die Vollrcnte auf vier Jahre. Ihm wurde vom Vorsitzenden gesagt, daß er sich mit der Annahme eines besonderen Falles sehr im Irrtum befinde; nicht ander«, als andere Fälle gleicher Art könne dieser behandelt werden. Tie Schätzung deS Gutachters und die Ge» Währung der vorgeschlagenen Rente sei als sehr wohlwollend zu be- zeichnen. Tausende Verletzte befänden sich in jeder Beziehung in viel ungünstigerer Lage als sein Sohn. DaS Gericht habe nur zu fragen, wie groß die Schädigung sei, die durch den Unfall herbei- geführt worden sei. Bei Bemessung der Entschädigung komme der allgemeine Arbeitsmarkt in Frage. Da könne nicht spezialisiert und individualisiert, sondern nur nach allgemeinen Grundsätzen geurteilt werden. Auch bei Annahme des Arbeitsverdienstes komme der tatsächlich zur Zeit des Unfalles verdiente Lohn in Frage, nicht der, der für später in Aussicht stand. Danach sei auch der Jahres- arbcitsverdienst mit 1800 M. richtig angenommen. Gelegentlich der Bemühungen deS BerufungSklägcrs um die Vollrente für die an sich geringe Verletzung seine« Sohnes machte ihn der Vorsitzende daraus aufmerksam, daß für den Verlust der ganzen linken Hand in vielen Fällen nur 40 Proz. der Bollrente gewährt werden. Die Berufung wurde verworfen. Hier wurde einmal einem Fabrikanten Gelegenheit gegeben, die praktische Seite der deutschen Sozialgesetzgebung kennen zu lernen, die er jedenfalls bisher in der Theorie auch als vorzüglich beurteilt habe« wird. GewerkfcbaftUcbea. Mss wird In der Stapel-Derrenkonkektion geplant? Der„Konfektionär" brachte in seiner letzten Nummer, am 14. September, folgende Notiz: „Die in der Berliner Herrenkonfektion für StapelgenreZ arbeitenden Schneider haben an die betreffenden Engrosfirmen einen neuen Lohntarif eingereicht, der ganz wejentliche Erhöhungen der Löhne in Betracht zieht. Die beireffenden Herrenkonfektions- firmen wollen gemeinsam gegen diese Forderungen vorgehen und haben eine Koinmission ernannt, die weitere Verhandlungen mit der„Lohnkommission" der Arbeitnehmer führen soll. In der Berliner Herrenkonfektion besteht für die bessere Genres fabrizierenden Finnen ein Lohntarif, der vor zirka zwei Jahren festgelegt wurde und jetzt noch anderthalb Jahre läuft." Was in dieser Notiz über die Einreichung der Forderungen gesagt wird, ist nur zu oinem geringen Teil richtig. Tatsache ist, daß der Schneiderverband nicht an„die betreffenden Engros- firmen", sondern, soweit diese Saison in Frage kommt, nur bei zwei Firmen der Stapelkonfektion Lohntarife eingereicht hat. Mit der einen Firma ist es auf dem Wege friedlicher Verhandlungen zum Abschluß des Tarifvertrages gekommen, während bei der anderen Firma, und zwar bei F r e i b e r g u. Gerechter, Spandauer Straße IL— 17, die Verhandlungen nicht zum Ziele führten, und die Schneider sich hier genötigt sahen, die Arbeit niederzulegen. In einem sehr merkwürdigen Schreiben erklärte sich jene Firma gern bereit, die Löhne aufzubessern, wenn das gleiche auch bei der K o n k u r r�e n z geschieht, und außerstande, den Tarif anzuerkennen, so lange nicht die Konkurrenz verpflichtet werde, die gleichen Löhne zu zahlen. Schließlich berief sich die Firma darauf, daß sie Mitglied des „Arbeitgeberverbandcs für die Stapel-Herrenkonfektion Berlins" sei und teilte mit, daß Herr Loewenstein, in Firma Bruch u. Loewenstein, bereit sei, über die Sache zu verhandeln. Der Schneiderverband hielt es jedoch nicht für zweck- mäßig, Herrn Loewenstein um Verhandlungen zu er- suchen, zumal Freiberg u. Gerechter vordem, und offenbar auch mit Recht, erklärt hatten, daß sie selbst die Verhältnisse in ihr�n Geschäft am besten beurteilen könnten. Es sind darauf mich von der Firma Bruch u. Loewenstein ein paar Schreiben beim Schneiderverband ein- gegangen, die in der Hauptsache die Aufforderung enthielten, die Verhandlungen baldigst aufzunehmen, vorher jedoch die Sperre über die Firnia Freiberg u. Gerechter aufzuheben. Diesem Wunsche konnte die Organisationsleitung natürlich nicht nachkonnnen, da das ja Sache der Mitglieder sein muß. was auch der Firma Bruch u. Loewenstein mitgeteilt wurde. Hinsichtlich der Verhandlungen äußerte die Organisations- leitung den Wunsch, daß sich doch erst einmal der Vorstand des Arbeitgeberverbandes in dieser Sache an sie wenden möge, was nämlich bisher nicht geschehen war und auch jetzt noch nicht geschehen ist. Inzwischen dauert der Streik bei Freiberg u. Gerechter fort und wird mit voller Einmütigkeit durchgeführt. Nach den Auslassungen des„Eon- fektionär" aber könnte man annehmen, daß von den Unter- nehmern der Stapelkonfektion so etwas wie eine Aussperrung geplant wird, da sie ja„gemeinsam gegen die Forderungen vorgehen" wollen. Der Schneiderverband wird sich durch dergleichen Drohungen natürlich nicht abhalten-lassen, auch in der Stapelkonsektion auf die notwendige Regelung und Auf- besserung der Löhne zu bestehen. Berlin und Umgegend. Achtung, Herrenkonfektion! Die bei der Firma Freiberg u. Gerechter beschäftigten Herrenkonfektionsschneider haben wegen Nichtanerkennung des unterbreiteten Tarifvertrages die Arbeit eingestellt. Wir verhängen hiermit über die genannte Firma die Sperre. Verband der Schneider. Filiale Berlin l. Die Ortsverwaltung. Tie Arbeiter und Arbeiterinnen in den Schokolade- und Zuckerfabriken für die Organisation zu gewinnen, läßt sich der Verband der Bäcker und Konditoren angelegen sein. Daß er auf diesem schwierig zu bearbeitenden Gebiet schon recht gute Erfolge erreicht hgt, das bewiesen die beiden stark besuchten Versamm- lungen, die für die Arbeiter und Arbeiterinnen in den Schokolade- und Zuckerwarenfabriken am Freitag abgehalten wurden. In Ball- schmieders Saal in der Badstraße kamen die in den in der Gegend des Gesundbrunnens befindlichen Fabriken Beschäftigten zu- sammen, während sich im Saale der Bockbrauerei am Tempelhofer Berg die Arbeiter und Arbeiterinnen versammelt hatten, die im Süden und Südosten der Stadt, hauptsächlich in der großen Fabrik von Sarotti beschäftigt sind.— Referenten aus der Leitung des Verbandes der Bäcker und Konditoren sprachen in beiden Versamm- lungen. Ausgehend von einer Besprechung der in den Fabriken herrschenden Verhältnisse zeigten die Redner, daß es kein anderes Mittel gibt, die Verhältnisse zu bessern, als den Anschluß an die Organisation. Die große Fülle von Einzelheiten, die aus den ver- schiedenen Betrieben der Branche vorgetragen wurden, zeigten recht deutlich, wie notwendig es die Arbeiter und Arbeiterinnen in den Schokolade- und Zuckerwarensabriken haben, sich energisch zu rühren, um die Mißstände, unter denen sie zu leiden haben, zu be- seitigen und sich erträgliche Arbeitsbedingungen zu erringen. Wie von sachkundiger Seite ausgeführt wurde, sind Wochenlöhne von 10 bis 11 M. für Arbeiterinnen an der Tagesordnung, ja� im Akkord werden nicht selten nur 7 bis 8 M. verdient. Selbst mann- liche Spezialarbeiter müssen oft mit Wochenlöhnen von 20 bis LI M. vorlieb nehmen. MU derartigen Hungerlöhnen werden Ar- beiter und Arbeiterinnen abgespeist, während den Fabrikbesitzern, beziehungsweise den Aktionären Gewinne bis zu 27 Proz. in den Schoß fallen. Eine bekannte Schokoladenfabrik erzielte einen Rein- gewinn von 900 M. und eine andere sogar 1653 M. pro Kopf der Beschäftigten. Angesichts der reichen Gewinne aus der einen und der elenden Löhne auf der anderen Seite haben die Arbeiter und Ar- beiterinnen guten Grund, ja die dringende Pflicht, eine Aufbesserung ihrer Löhne zu verlangen. Damit sie es in wirksamer Weise tun können, mutz natürlich der Gedanke der Solidarität gestärkt und müssen die Reihen der Organisation vermehrt werden." Achtung, Fleischergesellen! Die Differenzen mit den Schlächter- meistern Kuhnert, Mirbachstraße 63, R. K r e u tz m a n n, Samariterstraße 16, und Hoffmann, Tolziger Straße 8, sind beigelegt; alle drei Firmen haben den Tarifvertrag anerkannt. Mit der Reichenberger Fleisch- und Wurstzentrale(Reichenberger Straße 118) sowie mit der Wurstfabrik O s ch i n s k i u. F l ö r i k e, Böttgerstraße 4, und der Gesellschaft für Wurst- und Fleischwaren- fabrikation, Charlottenburg-Wilmersdorfer Straße, sowie mit dem Fleischermeister Paul H i l b r i ch. Rixdorf, Hermannstraße 210, sind Tarifverträge abgeschlossen, die den dort Beschäftigten erhebliche Vorteile bringen. Tie Arbeitszeit ist in einzelnen Betrieben um IL bis 15 Stunden wöchentlich verkürzt worden. Die Kollegen nachstehender Schlächtereien: G. Schmidt, Zimmerstraße 57,_ und Paul Zwarg. Landsberger Allee 136, haben Tarifverträge eingereicht. Wir ersuchen die arbeitslosen Kollegen, dort vorläufig keine Arbeit anzunehmen, da es nicht aus- geschlossen ist. daß es bei diesen Firmen zu ernsten Differenzen kommen kann._ Lerantw. Redakt.: Richard Barth, Berlin. Inseratenteil verantw.:' Die Firma Frz. Pogorzelskh, Charlotkenburg, Tau. roggenerstraße 39, ist für unsere Mitglieder gesperrt, da dieselbe sich weigert, den Tarifvertrag anzuerkennen. Herr Pogorzelskh erklärte den Verbandsbevollmächtigten, er wolle mit den Sozial- demokraten nichts zu tun haben, im übrigen mache er mit den Ge- seilen, was ihm beliebe. Zentralverband der Fleischer, Ortsverwaltung Berlin. Die Wäschearbeiter und-Arbeiterinnen hatten sich am Freitag zahlreicher als je versammelt, um sich mit ihrer Tarifbewegung zu beschäftigen. Der Branchenleiter Eue gab eine Uebersicht über die bisherige Entwickelung und die gegenwärtige Lage der Bewegung. Der vor sechs Jahren abgeschlossene Tarif läuft zum 1. Oktober ab. Die Arbeiter haben bereits Ansang September den Fabrikanten ihre Forderungen zugestellt; zu Verhandlungen ist es jedoch noch nicht ge- kommen. Die„Volkszeitung" brachte am Freitag eine Alarmnotiz, in der behauptet wurde, die Arbeitgeber hätten in ihrer Versamm- lung die Forderungen als unannehmbar bezeichnet, und in einer Versammlung der Arbeitnehmer sei beschlossen worden, bei den- jenigen Firmen, die den Tarif nicht anerkennen, den Streik zu proklamieren. Mit der Arbeitsniederlegung, hieß es weiter, sei gestern schon bei einer großen Firma in der Spandauer Straße der Anfang gemacht worden. Der Redner erklärt demgegenüber ausdrücklich, daß die Arbeiterschaft der Wäschebranche bisher keinerlei Streikbeschluß gefaßt hat, sondern vielmehr, wie bei Ein- reichung der Forderungen, nach wie vor bestrebt war und ist, wenn irgend möglich das Ziel auf friedlichem Wege zu erreichen. Bei der Aibeitsniederlegung in der Spandauer Straße handelt es sich gar nicht um Wäschearbeiter oder-Arbeiterinnen, sondern um einen Streik der Filiale 1 des Schneide, rverbandes. Die Wäschearbeiter- schast hat dort keinen Streik bei irgendeiner Firma. Was nun die Stellung der Fabrikanten anbetrifft, ist es wohl wahr, daß sie am Sonnabend Versammlung abgehalten haben, aber sie haben auch gleich darauf der Schlichtungskommission der Arbeitnehmer zum kommenden Montag eine Einladung zu Tarifverhandlungen vor dem Gewerbegericht geschickt. Diese Verhandlungen wären ja ganz- lich zwecklos, wenn die Fabrikanten sie lediglich wünschten, um der Arbeiterschaft die Ablehnung der Forderungen mündlich vorzu- trägen. Man muß also vorerst annehmen, daß noch nicht als un- möglich anzusehen ist, auf friedlichem Wege zur Verständigung zu kommen. Sollten die Fabrikanten aber wirklich die notwendigen Verbesserungen ablehnen oder gar Lohnkürzungen vornehmen wollen, dann wäre der friedliche Weg allerdings ausgeschlossen. Die Fabri- kanten haben den Wunsch geäußert, daß die Verhandlungen vor dem Gewerbegericht nicht öffentlich sein sollten, und die Vertreter der Arbeiter wollen ihnen hierin entgegenkommen, um den Verhand- lungen keinerlei unnötige Schwierigkeiten in den Weg zu legen. Wie die Verhandlungen ausfallen werden, darüber läßt sich nichts voraussagen. Alles hängt jetzt in dieser Hinsicht von der Stellung der Fabrikanten ab. Die Arbeiterschaft der Wäschebranche ist besser gerüstet und stärker organisiert als je zuvor, und selbst die noch unorganisierten Arbeiter und Arbeiterinnen, der Branche würden, wenn wirklich die Fabrikanten einen Kampf heraufbeschwören, für Streikbrecherdienste nicht zu haben sein.— Gleichzeitig mit der Wäschearbeiterschaft haben auch die Maschinisten und Heizer der Betriebe Forderungen gestellt. Es wird sich wahrscheinlich sckwn am Montag entscheiden, ob eine ftiedliche Einigung möglich ist oder ob es zum Kampf kommen muß. Achtung, Cafoangkstellte! Das Cafö 3E. D Z., Große Frankfurter Straße 121. hat die Forderungen der Angestellten anerkannt und beschäftigt nur organisierte Gehilfen. Verband der Gastwirtsgehilfen. Achtung, Plätterinnen und Wäschereiarbeiterinnen! In der Färberei- und Waschanstalt„Ilse", Weißensee, Lehderstr. 24, haben Sonnabend früh sämtliche dort beschäftigten 20 Plätterinnen wegen vollzogener Lohnabzüge die Arbeit niedergelegt. Die Löhne sind gekürzt für Kinderröcke von 20 Pf. auf 15 Pf., für Mädchen- röcke von 30 Pf. auf 20 Pf., für Kittel von 15 Pf. auf 10 Pst, für Knabenjacken von 15 Pf. auf 10 Pf., für Morgenröcke von 40 Pf. auf 30 Pf. DieseFirmaistfürallePlätterinnenbis auf weiteres gesperrt. Nehme keiner dort Arbeit an! Verband der Schneider und Wäschearbeiter. Filiale Berlin III. Achtung, graphische Zeichner! Die Firma Harry Bunzel, Berlin, Kurstr. 15, hat am 16. September sämtliche organisierte Zeichnerinnen und Zeichner gekündigt. Die Firma ist gesperrt! Die Verwaltung der Filiale III. Deutfehes Reich. In dem Kampfe der Leipziger Gelbmetallindustrie sind die in den letzten Tagen schriftlich geführten Unterhandlungen beendet und steht die Entscheidung unmittelbar bevor. Die nunmehr zusammengestellten Zugeständnisse decken sich mit den bereits veröffentlichten und weichen nur für die Gießerei- arbeiter in der Lohnftage davon ab. Zugestanden ist jetzt die 56stündige wöchentliche Arbeitszeit, mit Sonnabends SVj, an den übrigen Tagen 9!� Stunden. Bezahlung der Ueberzeitarbeit bis zu 2 Stunden über die reguläre Arbeitszeit mit 25 Proz., der darüber hinausgehenden Ueberzeitarbeit als Nachtarbeit mit 50 Proz. Zuschlag deS Stundenlohnes für Lohn- und Akkordarbeiter. Möglichste Verkürzung der Arbeitszeit unter Vermeidung von Arbeiterentlassungen bei Eintritt schlechten Geschäftsganges.— Erhöhung der Stundenlöhne für Gietzereiarbeiter in 4 Abstufungen von 6— 3 Pf. je nach der Lohnhöhe->»->« SoÄsISemoki'atilchei' Parteitag. sechster Tag. Jena, 16. September 1911.'(Etz. Der.)' Vor Eintritt in die Tagesordnung erklärt Budde, daß er für den Antrag 89 gestimmt hat. Bebel: Die„Weimarische Zeitung" hat mir ein langes Tele- gramm zugeschickt, worin sie erklärt, den mir zugeschriebenen Aus- spruch, den ich ganz entschieden bestreite, einer als zuverlässig be- kannten Korrespondenz, die an verschiedene bürgerliche und auch sozialdemokratische Blätter liefere, entnommen zu haben. Danach ist eine absichtliche Verdrehung seitens der„Weimanschen Zeitung" wohl ausgeschlossen. Von dem, was ich gegen den Wortlaut des mir zugeschriebenen Ausspruches gesagt habe, habe ich kem Wort zurückzunehmen. Darauf werden die noch nicht erledigten Anträge(in unserer gestrigen Nummer bereits wiedergegeben) verhandelt. Klara Zetkin begründet den Antrag 78. Unsere Parteisekretäre sind außerordent- lich überlastet. Das muß verhängnisvolle Folgen haben. Ihre Be- soldung steht auch in keinem Verhältnis zu ihren Aufgaben. Die Parteisekretäre hätten längst vor uns hintreten und eine Besser- stellung und Entlastung fordern sollen. Ich handele nicht aus per- sönlichen Interessen, denn ich habe keine Töchter(Zuruf: Kann noch kommen! Heiterkeit) und spreche also nicht als künftige Schwiegermutter eines Parteisekretärs.(Große Heiterkeit.) Ich spreche im Interesse der Gesamtpartei. Mit der Kraft unserer Parteisekretäre wird Raubbau getrieben. Wir fordern eine materielle Besser st ellung der Parteisekretäre, die An- stellung neuer Kräfte, eine bessere bureautechnische Organisation; wir müssen aber auch die An st ellung von Frauen als Parteisekretäre fordern. Wie vorteilhaft Genossinnen wirken, zeigt die Tätigkeit des Fraucnbureaus und des Arbeite- rinnensekrctariats. Wie notwendig die durch den Antrag ge- wünschte Steigerung unserer Aktionsfähigkeit ist, beweisen die Zahlen über die Zunahme der weiblichen Erwerbsarbeit. Die An- regungen sollten noch vor den Rcichstagswahlen in die Praxis um- gesetzt werden können, denn aus ihnen könnten wir ein Mittel ge- Winnen, unseren Kampf zu fördern.(Lebhafter Beifall.) Rysscl-Leipzig: Der Antrag kann nicht von hier aus, sondern Nur in den einzelnen.Kreisen erledigt werden. Da der Partei- vorstand bereits wohlwollende Prüfung zugesagt hat, beantrage ich, den Antrag der neu eingesetzten Reorganisationskommission zu überweisen. Lipinski zieht einen Antrag auf authentische Erläuterung des gestern gefaßten Beschlusses 39(Maifeier) zurück, da ihm der Parteivorstand die Beratung in Aussicht gestellt hat und er nicht im letzten Augenblick Ursache zu einer erneuten Debatte geben will. Dr. Liebknecht begründet die Resolution 89: In der im vorigen Jahre in Magde- bürg angenommenen Resolution heißt es:„Der Parteitag wolle gegen die infame Vergewaltigung Finnlands durch den Zarismus protestieren, dem um Freiheit und Recht kämpfenden finnischen Volke brüderliche Svmpathie aussprechen und für diesen opfer- reichen Kainpf kräftigste Unterstützung durch das deutsche Prole- tariat zusichern." Ich habe damals auch näher ausgeführt, in welcher Weise sich die kultivierte Welt zu den Angriffen des Zaris- mus auf die finnische Freiheit verhielt. Selbstverständlich ist keine Rede davon, daß diese Proteste irgendeinen Erfolg hätten erzielen können. Unmittelbar nach dem hochverräterischen Staatsstreich der Regierung auf die vom Zaren beschworene Verfassung Finnlands ist die Brutalität noch auf den Gipfel getrieben worden. In den letzten Monaten hat Rußland begonnen. Finnland zu zer- fleischen. Schon sind zwei Kirchspiele des Gouvernements Wyborg Rußland einverleibt worden, und es ist an- gekündigt, daß weitere folgen werden. Das ist natürlich nur der Anfang eines Versuches der Einverleibung Finnlands.(Sehr richtigl) Es ist zum Teil ein Akt der Rache und des Hasses gegen jenes Land, das während der russischen Revolu- tion das Asyl der Kämpfer war, das eine der freiesten Verfassungen der Welt hat, dessen starke Arbeiterbewegung auf außerordentlich hohem Niveau steht und dessen Sozialdemokratie im Landtage die stärkste Fraktion aller Kulturländer besitzt. Die Sozialdemokratie ist in Finnland die Vorkämpferin der politischen Opposition. Auch will die russische Industrie und Landwirtschaft sich durch die Ein- verleibungspolitik ein zollfreies Absatzgebiet schaffen, und das er- klärt, daß nicht nur die schlimmsten Reaktionäre, sondern auch die Oktobristen diese Politik stützen. Parteigenossen, Sie werden erkennen, daß das finnische Pro- letariat Anspruch darauf hat, daß die deutsche Sozialdemokratie sowie auch das internationale Proletariat seine Solidarität mit dcni finnischen Volke erklärt.(Bravol) Es war stets ein Ehrentitel gerade der deutschen Sozialdemokratie, auch über die Grenzen zu blicken und besonders den vom Zarismus unterdrückten Völkern seine Sympathie zu erkennen zu geben. Bei der Einverleibung der beiden Bezirke ist man natürlich nicht stehen geblieben. Unter Mißachtung der Abgeordnetenim- munität ist der Redakteur Genosse A i r o l a verhaftet worden. Wir wissen ja, in solchen Zeiten ist die Abgeordnetenimmunität nur ein Spinnwebfaden, der vor ein Kanonenrohr gespannt ist. Wir wissen ja aus dem Bissingschen Korpsbefehl, daß in Teutschland dasselbe in Aussicht genommen ist und bleibt, trotzdem wir in der Oeffent- lichkeit von der Rücknahme des Befehls gehört haben. Es ist wahrlich nicht erstaunlich, daß in Finnland eine Protest- bewegung entstanden ist, die bereits zu ernsten Konflikten geführt hat. Daß dieser Kampf den russischen Reaktionären schwer im Magen liegt, das beweisen gewisse Veröffentlichungen in der beut- schen Presse, speziell eine Veröffentlichung der„Kreuzzeitung" vom 14. September. In dieser russisch-regierungsoffiziösen Note wird geklagt, daß es in Finnland wieder recht lebhaft zugeht. Wir be- klagen das nicht, sondern wir rufen ein Braua dazu und unsere allerbe st en Wünsche. Das Interessanteste aber ist eine Drohung am Schlüsse, daß mit Rücksicht aus das jetzige Ver- halten der Finländer nunmehr das ganze Departement Wyborg auf einmal einverleibt werden soll. Diese unerhörte Drohung wird natürlich nicht dazu beitragen, das Volk zu beruhigen, sondern im Gegenteil die Prorestbewcgung verschärfen. Im gegenwärtige» Moment hat unsere Aktion nicht nur eine platonische Bedeutung. In Rußland ist die Arbeiterbewegung zweifellos im Auf st eigen begriffen und die finnische Frage kann nur als ein Teil der allgemeinen russischen Frage gelöst werden. Die russische Arbeiterbewegung beginnt als Massenbewe- gung mehr und mehr zu erstarken, und die Opposition wächst selbst in bürgerlichen Kreisen. Wenn man an vergangene Zeiten zurück- denkt, wie damals eine Periode der Revolution durch Attentate be- gönnen hat, so wird inan die Nachricht von dem Attentat auf den Staatsstrcichler S t o l Y p i n nicht unbemerkt vorübergehen lassen. Es ist eine Pflicht der internationalen Solidarität und eine Pflicht unseres vorjährigen Versprechens, auch jetzt wieder an die Seite unserer finnischen Genossen zu treten und mit ihnen zu rufen: Nieder init dem Zaris musl Es lebe die Freiheit des finnischen Volke sl(Lebhafter Beifall.) Die Resolution wird ohne Debatte angenommen.« Da- mit sind alle Anträge erledigt. « Rauch-Hannover erstattet den Bericht der Beschwerdekommisfion. Es liegen drei Fälle vor. Ter Dachdecker Adolf Henseleit in Danzig ist auf Antrag des Sozialdemokratischen Vereins Danzig aus der Partei ausgeschlossen worden. Die Beschwerdekommission beantragt, der Parteitag wolle dem Urteil des SchiedSgenchts b e l- treten. Ter Antrag wird angenommen. Rauch: Ter zweite Fall betrifft den Friseur Gottfried Re- bele in Augsburg. Die Beschwerdekommission ist der Ansicht, daß der Ausschluß des Rebele berechtigt ist und beantragr, den er- hobenen Einspruch zu verwerfen. Dem Antrage wird gleichfalls zugestimmt. Rauch: Gegen den Genossen Hoppe in Berlin haben beide Instanzen auf„allcrschärsste Rüge" erkannt. Die Parteiorgani- sation Berlin VI hat Beschwerde erhoben, da nach ihrer Ansicht auf Ausschluß hätte erkannt werden müssen. Die Beschwerde- kommission beantragt, Rücksicht walten zu lassen und es bei dem Urteil zu belassen. Müller-Berlin VI befürwortet den Ausschluß. Der Antrag der Konimission wird angenommen. Rauch macht von verschiedenen Ausschlüssen wegen Nicht. cntrichtung der Maifeierbeiträge Mitteilung. Die Kommission konnte sich nicht damit befassen, weil keine Akten vor- lagen. Es folgt die Verlündung des Ergebnisses der Wahlen zum Parteivorstand. Abgegeben sind 393 Stimmzettel, gewählt sind zu Vorsitzen- den Bebel mit 399 und H a a s e mit 283 Stimmen. Außerdem erhielt E b e r t 192 Stimmen. Zum Kassierer ist gewählt G e r i s ch mit 392 Stimmen, zu Sekretären sind gewählt Braun mit 373 Stimmen, E b e r t mit 379 Stimmen, Molken- b u h r mit 389 Stimmen, Hermann Müller mit 379 Stimmen, P f a n n k u ch mit 399 Stimmen, Scheidemann mit 355 Stim- men. Außerdem erhielt Rudolf 54 Stimmen. Als Beisitzerin ist gewählt Luise Z i e tz mit 389 Stimmen. Für die Kontrollkommission sind gewählt Kaden mit 368 Stimmen, Bock mit 363 Stimmen, E r n st mit 361 Stim- men, B r ü h n e mit 354 Stimmen, Timm mit 298 Stimmen, Geck mit 274 Stimmen. Klara Zetkin mit 264 Stimmen, S t u b b e mit 261 Stimmen, Hengsbach mit 247 Stimmen. Außerdem erhielt Linchen Baumann 15 Stimmen, Brey 159 Stim- men, Dr. Gottschalk 59 Stimmen, Hildcnbrand 138 Stimmen, Löbe 149 Stimmen. Zum Vorsitzenden der Kontrollkom- Mission ist Kaden gewählt. Zu Beisitzern des Vorstandes sind von der Kontroll- kommission L i e p m a n n und W e n g e l s gewählt. Zu Mitgliedern des Bildungsausschusses sind ge- wählt: David, Hugo H e i m a n n, Karl Korn, Mehring, Adolf Müller, Heinrich Schulz, der als Geschäftsführer be- stimmt ist, und Klara Zetkin. Kaden erhält das Wort zur Begründung eines Antrage? der Kontrollkom- Mission. Durch die vorgenommenen Vorstandswahlen ist es zur Notwendigkeit geworden, auch die Gehaltsfrage der Se- k r e t ä r e ins Auge zu fassen. Die neu Gewählten müssen aus Stellungen ausscheiden, in denen sie sich materiell günstig standen. Wir können den Gewählten schwerlich zumuten, sich zu verschlcch- tern. Die Kontrollkommission beantragt deshalb, das Gehalt auf 5999 Mark festzusetzen und diesen Beschluß auf die alten Sekretäre und Kassierer auszudehnen. Der Antrag wird ohne Debatte angenommen. Rungr-Köln: Wir haben beantragt, auf die Tagesordnung des nächsten Parteitages zu setzen:„Die Privatbeamten und die So. z i a l d e m o k r a t i e". Wir meinen nicht, daß die Sozialdcmokra- tie für diese Schichten des Proletariats bisher nichts getan hat, aber wir sagen uns, daß die Verhältnisse, unter denen diese Kate- gorie arbeitet, von den Verhältnissen der Handarbeiter grundver- kleines feuiUeton. Elise Schweichel. Heute begeht die Witwe unseres Robert Schweichel in seltener geistiger und leiblicher Frische ihren 89. Ge- burtstag. Gleich ihm entstammt sie einem Königsberger Kauf- mannshause. Und wie sie durch ihn und m i t ihm in den Sozia- lismuS hineinwuchs, ja gewissermaßen mit Liebknechts und Bebels an der Wiege unserer Partei gestanden hat, so dankt sie Schweichel auch die Erweckung und EntWickelung ihrer schrift- stellerischen Begabung. In doppelter Beziehung war diese Frau destrebt, eine tapfere Mitkämpferin ihres Mannes zu sein. Außer französischer und englischer Uebersetzertätigkeit sowie redaktionellen Verpflichtungen durch acht Jahre hat sie in zahlreichen Skizzen, Er- Zählungen, Novellen und Romanen— zum größten Teil mit sozialen Hintergründen— eine beachtenswerte Regsamkeit entfaltet. Verschie- dene Jahrgänge der Neuen Welt, des Neuen Weltkalenders, der Neuen Zeit und der ehemals wirklich demokratischen„Berliner Volkszeitung" zeugen davon. Aeltere Parteigenossen werden sich gewiß auch noch ihres Romans„V o m S t a m m gerissen" er- inner», der in der Unterhaltungsbeilage des„Vorwärts" 1893 er- schienen ist. In ihm wie in:„Dunkle Mächte", hat Elise Langer— denn unter ihrem Familiennamen schrieb sie— Episoden aus dem sozialen und publizistischen Kampfleben Robert S ch w e i ch e l s und Wilhelm Liebknechts behandelt. Der zweite Roman ist außerdem in literarisch-biographischer Hinsicht besonders dadurch bemerkenswert, als wir dort August Braß, dem 1848„im Tyrannenblut watenden" Revolutionär, später aber ziem- lich anrüchigen Reaktionär und biSmärckischen Begründer der„Nord- deutschen Allgemeinen Zeitung" sehr menschlich und sehr getreulich gezeichnet begegnen.— Längst ließ Elise Schweichel die Feder ruhen. Mehr und mehr lichtete sich der Kreis ihrer Getreuen. Wilhelm und Natalie Liebknecht, ihr eigener Gatte, ihre einzige Schwester starben dahin; zuletzt Julie Bebel, ihrer getreucsten Freun- binnen eine. Mit um so innigerer Gewalt klammerte sie sich nun im Geiste an ihren Mann; ja sie lebt nur noch in seinen Schriften, einen Tag wie den anderen; und von seinem nahen Grabe spinnt sich das Efeugeranke wehmütiger Erinnerungen bis in ihre stille Klause... Theater. Die Entfaltung, der gegenwärtig die Kunstart der Panto- min�c entgegengeht, kam durch die vorgestrige Aufführung im Theater in der Königgrätzer Straße(früher: Hebbel- tbcater) ein merkliches Stück vorwärts. Zwei Pantomimen von Hugo v. Hosmannsthal waren die Hauptwerke des Abends. Zu ihren Texten bekam man vom Autor noch einige kunstphiloso- vbikchc und literarhistorische Darlegungen und Beispiele hinzu, mit Agenten auf dem„allgemein Menschlichen" u. dgl. m. Erinnern wir uns daß das„Gesamtkunstwerk" hauptsächlich die Tanzkunst, Tonkunst und„Ticktkunst" vereinigt, und daß seine Aufführung eine möglichste Gleichheit von Gebärde, Tongebilde und Sprachsatz bedingt' Jede der drei Künste und jegliches Paar von ihnen kann ohne die anderen oder ohne die dritte bestehen und kann sich dann wenn Richard Wagner nicht recht hat— eigentümlicher cnt- kalten als im vollen Bund. Darauf, also speziell auf einen persön- kicheren Vorzug der Geste, des mimischen Wortes vor dem allgemeineren Sprachwort, wollen die jetzigen und wohl auch frühere Verfechtungen der Pantomime hinauskommen. „Das fremde Mädchen" ist eine junge ahnungslose, von schlimmer Hand vorwärts gestoßene Unschuld. Eine Schurkcnbande führt sie einem jungen Manne zu; er geht ihrer Macht nach, wird von den Kerls gefesselt, von dem Mädchen befreit, und steht schließ- lich vor ihrer Leiche. Die Durchführung der Geschichte im einzelnen ist natürlicher, realistischer, als solch eine Inhaltsangabe andeuten kann. Und die das Werk ergänzende Musik ist eine der besten Dar- bietungen, die dem Berichterstatter jemals in seinen Erfahrungen begegnet ist. Den Komponisten, der sich Hannes Ruch nennt, kennen Fachkreise und Freunde melodiöser Lyrik bereits seit län- gcrem. Eine solche, fast Mozartsche Art, gibt auch hier die Grund- läge; und auf dieser erheben sich die der Szene dienenden charakte- ristischcn Wendungen so, daß sie niemals den vornehm künstlerischen Charakter verlieren. Die Pantomime, zumal die gruselige, ver- langt auch Mißtönungen,„Kakophonien". Wie nun ein Maler die Schatten im Bilde möglichst mit Helligkeit und Farbe durchleuchtet, so ist hier das Mißtönende gleichsam vom Wohltönenden durch- leuchtet. Man würdigt dies leicht, wenn man die Musik von Ruch ver- gleicht mit der, die Rudolf Braun zu der anderen Pantomime komponiert hat, zu„A m o r u n d Psych e", einem überirdisch schwebenden Spiel eines Gebärdcnduettes. In seine duftige Art findet sich die Musik anfangs recht gut hinein; dem Spiel der Zweie entspricht ihre vorwiegende Zweistimmigkeit. Aber gerade sie führt leicht zu Kakaphonien, die nur als solche nicht von Wohlklang durch- leuchtet sind. Und vor lauter Stilisierung kein Stil! Die Veranstalterin und Regiekünstlerin des Ganzen sowie die Darstellerin der Hauptrollen war die eine der beiden Schwestern, deren erfolgreiche Tanzkünste von anderen Berichten her bekannt sind. Grete Wiesenthal ist keine durchgebildete Tänzerin engeren Sinnes, wenigstens keine im Ballettstil. Allein sie gewinnt die Herzen bald in so sympathischer Weise, daß man sich mit dem frühlingsartigen Zauber ihrer mehr allgemein gehaltenen Be- wegungen begnügt und nicht gerne die Frage aufwirft, ob denn nicht aus dem Formen der Musik noch viel genauer, viel mehr„bay- reuthisch", ein Reichtum von Formen der Gebärdensprache heraus- geholt werden könnte. Walzer von Johann Strauß waren überdies der Gegen- stand— oder wie soll man sagen?— von Einzeltänzen der Gast- spielkünstlerin. Insonderheit aus der„Blauen Donau" verstand sie das Wellenhafte sozusagen in überzeugender Weise auszuschöpfen. Und da war auch das Publikum in seinen Huldigungen lebhaft. In- halt und Musik der Pantomimen scheinen keinen sehr freundlichen Eindruck gemacht zu haben. Vielleicht bildet sich sogar eine neue Gepflogenheit heraus, in Zwischenakte nicht mehr hineinzuklatschen. Jedenfalls aber tut einer Vervollkommnung des Pantomimen- spieles ein Orchesterspiel not, das sich einerseits bescheiden zurück- hält und namentlich in einem intimen, gut akustischen Theater- räume nicht grell wird, das aber andererseits noch mehr über die landläufige Glcichförniigkeit in der Behandlung der Tongebilde hinausgeht, als dies sonst schon verlangt werden kann. Diesmal stand es damit„etwa sehr minder". sz. Neues Schauspielhaus: Des MccrcS und der Liebe Wellen. Trauerspiel von Grillparze r. In seinen Griechendramen, in der„Sappho", der„Medea", des„Meeres und der Liebe Wellen" hat Grillparzers Dichter-Jndividualität ihre reinste und reichste Ausprägung erhalten. Der freie menschliche Sinn, in dem er die griechische Ueberlieferung umformt, die Ver- innerlichung der Gestalten, die Einfachheit der Linien, vor allem der Wohllaut und die Bildlichkeit der Sprache gemahnt an Goethes „Iphigenie"; ihr hohes Vorbild befruchtete seine Eigcnkraft und Phantasie. In dem lyrisch bewegten Ausdruck der Empfindungen den beiden anderen Werken ebenbürtig, wird der Bühneneindruck von„Des Meeres und der Liebe Wellen" freilich durch die breit herausgegangenen Schlußszenen beeinträchtigt. Als Hero den Leichnam ihres kühnen Schwimmers vom Meer ausgespült am Ufer findet, vollendet sich die Tragik ihres Schicksals. Daß Grillparzer den Vorhang noch zweimal in die Höhe gehen läßt, um seiner Heldin zu ausgiebiger Klage zu verhelfen, erscheint als unnütze Verschleppung ihres Todes. Es war charakteristisch, daß hei der Aufführung des Neuen Schauspielhauses nach der vorletzten Szene das Publikum in dem Gedanken, nun sei die Sache aus, in Massen nach den Türen drängte. Der alte Fontane, der sonst das Stück ganz außerordentlich schätzte, bemerkt in seiner kaustischen- Art sehr treffend, daß dies hartnäckige Nichtstcrbenkönnen ihn immer an die Schreckensgeschichte von dem armen Staatsverbrecher erinnere, der nach dem dritten vergeblichen Hcnkershieb sich vor der ver- sammelten Menge aufgerichtet und selbst„Kopf ab" gerufen habe. Die Aufführung bot respektable Bemühungen, doch keine, die aus den Adern der Dichtung das Gold zutage förderten. Erika von Wagner, die die Hero am Wiener Burgtheater mit großem Erfolge spielte, besitzt Anmut und Liebreiz in Fülle— aber ihrer Heldin fehlte jener Schimmer innerer Seelcngröße und Bedeutsamkeit, die Distanz, durch die der Dichter seine Priesterin vom anderen verliebten Mädchcnvolke scheidet.' Mit Mitteln für moderne Rollen anscheinend glänzend ausgestattet, blieb sie der Hero so das Beste schuldig. Im Streben nach Natürlichkeit ging die Leuchtkraft und der Schmelz der Verse großenteils verloren. erstarb im Flüstern. Auch der Leander Salfners, Loehrs Naukleros, Linds Oberpriester trugen andere als des Dichters Farben._ dt. Humor und Satire. Dickwanst Bourgeois. Waldbrand, Pest und Cholera Spukt in allen Landen. Ist nickit bald ein Retter da, Geh'n wir all' zuschanden. Hungersnot und Kriegsgefahr Trüben unser» Frieden,' Doch ein gutes Austernjahr Ist uns halt beschieden. Auch der Wein ist gut gedieh'»; Süße Trauben traufen; Das ist unsre Medizin Das Elend zu versaufen. Rings umdroht von Not und Tod Suchen tvir Vergessen. Hat der Habenichts— kein Brot, Mag er.— Kuchen fressen. schieden sind, und daß das?cr auch die Art der Agitation eine andere sein muß. Es kommt hier über eine Million geistiger Arbeiter. wie ich sie nennen will, in Frage, rmd die Sozialdemokratie muß versuchen, ihnen klar zu machen, daß sie Proletarier sind, AuSge- beutete. Sein Antrage wird z u g e st i m m t. Es folgt die Wahl des Ortes des nächsten Partei- t a g e s. Ter Antrag Solingen ist zurückgezogen. ES bleiben der Antrag Dessau und der des 16. sächsischen Wahlkreises, der die Abhaltung des Parteitages in Chemnitz wünscht. Linke-Dessau befürwortet seinen Antrag. In einzelnen Krei- seit der Parteigenossen bezeichne man zwar Anhalt oder Dessau als die humoristische Ecke.(Heiterkeit.) Sie sollten sich aber von dieser irrigen Meinung nicht bestimmen lassen. Jentzsch-Chemnitz spricht für Chemnitz. Wir werden Sie dort in unscrm eigenen Aolkshauje begrüßen können. Bei einer Einwohnerschaft von zirka 300 666 mit 28 666 gcwerkschafllich und beinahe 16 666 politisch organisierten Genossen werden Sic eine angenehme Aufnahme finden. Es wird beschlossen, den nächsten Parteitag in Chemnitz abzuhalten. Vorsitzender Dich: Damit sind die Geschäfte des Parteitages beendet. Wir haben jetzt die angenehme Pflicht zu erfüllen, unseren Fencnser Partei- genossen den herzlichsten Tank auszusprechen für die vielen Mühen und Arbeiten, die allein cS ermöglichten, daß der Parteitag seine Geschäfte ordnungsmäßig erledigen konnte. Wir haben auch zu danken für die erhebende Empfangsfeier und die musikalischen Dar- bictungcn am Donnerstag, die auf Stunden die Verhandlungen sehr angenehm unterbrachen.(Bravo I) Vor allem aber sei Ihnen der Dank ausgesprochen für das originelle Marktfest, wie es ähnlich kaum in einer anderen Stadt des großen Deutschen Reiches gefeiert werden könnte. Tie meisten Parteigenossen beneideten die Jenenser um das Maß der politischen Freiheit, das sie ge- ttteßen.(Sehr wahrl) Das Marktfest hat nicht dazu geführt, Jena auf den Kopf zu stellen.(Heiterkeit.) Die Stadt steht heute wie gestern auf dem nämlichen Platze. Uns aber wird die Tagung stets in guter Erinnerung bleiben.(Lebhafter Beifall.) Parteigenossen! Die Verhandlungen des Parteitages standen unter einem guten Stern. Sie sind so erledigt worden, daß wir alle mit den Ergebnissen zufrieden sein können.(Zu- stimmung.) Wenn hier und da Wünsche und Hoffnungen nicht erfüllt worden sind, fo ist das verhältnismäßig leicht zu ertragen. Ist doch unserer heißester Wunsch in Erfüllung gegangen, die Partei bei den herannahenden Kämpfen in geschlossenen Sieihen zu sehen, beseelt von dem Mut und der Zu- verficht, siegreich daraus hervorzugehen.(Leb- ihaftcr Beifall.) Der V o r st a n d s b e r i ch t hat uns gezeigt, daß die ge- jrofscnen Vorbereitungen derartig sind, daß sie den Sieg der- bürgen, daß nichts unterlassen worden ist. was uns irgendwie in dem Glauben daran erschüttern könnte.(Beifall.) Es ist bekannt- lich unmöglich, es allen recht zu machen. Das bat der Parteivor- stand in der Kritik seiner Tätigkeit erfahren müssen. Aber er hat auch die Genugtuung erhalten, daß der Parteitag einstimmig ihm sein Vertrauen aussprach für die zielbewußte Leitung der Partcigeschäfte.(Bravo!) Sowohl der Parlamentarische Bericht, wie der Be- richt über die Reichsversichcrungsorönung, der dem ersteren ergänzend zur Seite trat, geben uns ein Bild von der inneren Kraft und dem Willen der Partei, unablässig den Kampf für die Interessen des Proletariats und der uichtbesitzenden Klassen zu führen. Aber sie geben uns auch ein Bild von den Mächten, die sich dem Drängen des Volkes nach Freiheit, Brot und Bildung entgegeustemmen. Sie zeigen uns ganz deutlich, daß ein Paktieren mit diesen Mächten unmöglich ist. daß sie zu Boden gerungen werden müssen, wenn der Kulturfortfchritt nicht gehindert werden soll.(Erneuter Beifall.) Die Richtlinien des Kampfes sind in der Resolution zum Parlamentarischen Bericht niedergelegt, die in weiten Kreisen des deutschen Volkcö mit wahrer Begeisterung entgegengenommen ist. Die Resolution atmet Kampf nnd Empörung gegen das blutsaugcrische System der herrschenden Klassen und gegen die Unfähigkeit oder den bösen Willen der Re- gierung, der Not des Volkes abzuhelfen. Einen Glanzpunkt unserer Verhandlungen bildeten die beiden Referate unseres greisen, aber noch immer jugendlich empfindenden Bebel.(Lebhafte Zustimmung.) Er hat den Finger in die Wundenmale unseres ganzen Gescllschafts- und Negicrungssystems gelegt, und damit hat er nicht nur Deutschland, sondern der ganzen Welt einen großen Dienst erwiesen.(Lebhafte Zustimmung.) Sie weiß jetzt, wo die Friedensstörer sitzen, die mit dem Gut und Blut der Völker in unverantwortlicher Weise umgehen. Sie weiß aber auch, daß es nur eine Macht gibt, die dieses Treiben rücksichtslos kennzeichnet und bis aufs Messer bekämpft. Und diese Macht ist die Sozialdemokratie, nicht nur Deutschlands, sondern die der ganzen Welt, die. lpie keine andere politische Partei, ganze Arbeit machen will, und ganze Arbeit machen wird.(Stürmische Zustimmungskundgebungen.) Wir werden in den nächsten Tagen in der bürgerlichen Presse allerlei Betrachtungen lesen über unsere Verhandlungen. Sie werden vielfach nicht schmeichelhaft sein. Man wird ganz besonders auf unsere inneren Streitigkeiten verweisen und daraus den Schluß zu ziehen versuchen, daß cS mit unserer Einigkeit nicht allzu weit her sei. Wie wenig kennen die anderen Parteien, und besonders die liberale Partei, die Sozialdemokratie und ihr innerstes Wesen! Gerade in den Streitigkeiten offenbart sich unsere Stärke, denn sie sind der Ausfluß eines regen politischen LebenS in unseren Reihen und bilden in keiner Weife eine Siö- rung unserer gefestigten Einigkeit.(Sehr wahr!) Die Einigkeit der bürgerlichen Parteien, auch der liberalen, ist dagegen höchst problematisch. Auf Schritt und Tritt kann man den Liberalen den Verrat an ihren Prinzipien nachweisen(Sehr wahr!), und ganz besonders ihr schwaches Rückgrai. Int Dienst der Freiheit gehen sie höchstens bis an die Knöchel ins Wasser und dann womöglich noch in wasserdichten Stiefeln(Heiterkeit), um sich nicht zu erkälten.(Erneute Heiterkeit.) Wenn der Demokrat Uhland einst sang: Der Dienst der Freiheit ist ein schwerer Dienst, Er bringt nicht Gold, er trägt nickit Fürstengunst, Er trägt nicht Gold, er trägt nicht Fürstengunst, Und doch ist dieser Dienst der höchste Dienst— so denken die aufrichtigen Liberalen fast ausnahmslos: es ist ein wahres Glück, daß wir es nicht mehr nötig haben; diesen Dienst besorgt jetzt die Sozialdemokratie!(Heiterkeit.) Und so ist es auch! Parteigenossen! Ter Parteitag hat uns auch eine Verstär- kung unseres Vorstandes gebracht und eine R e o r g a n i- sation unserer höchsten Behörde in Aussicht gestellt. Wünschen wir, daß diese Pcrstärkung in der Exekutive die daran geknüpften Hoffnungen und Erwartungen im vollsten Maße erfülle. Unsere Parteileitung steht vor einer schweren Aufgabe, die die Reichs- t a g s w a h l mit sich bringen wird. Unterstützen wir sie mit allen uns zu Gebote stehenden Kräften. Auch der Generalstab muß wissen, daß er ein zuverlässiges Heer hinter sich hat. Und nun Parteigenossen, vorwärts in den Kampf für die Rechte deS VolkeS! Nieder mit der Reaktion, nieder mit allen Gewalten, die sich der herannahenden neuen Gesellschaftsordnung entgegen- stcmiiirn.(Bravo!) Bekräftigen wir unseren unbeugsamen Willen, nicht zu rasten und zu ruhen, bis das hehre Ziel erreicht ist, durch ein dreifaches Hoch auf die sozialdemokratische Partei Teutschlands und die sozialdemokratische Bewegung aller Länder. Tie Sozial- bcmokratie lebe hoch, hoch, hoch!(Die Delegierten haben sich er- hoben, stimmen begeistert dreimal in das Hoch ein und singen die erste Strophe der A r b e i t e r m a r s e i l l a i s c.) Der Parteitag ist geschlossen. Schluß 16% Uhr. Zweite internationale{Konferenz für Sozialversicherung. Unter Beteiligung von Vertretern zahlreicher ausländischer Regierungen tagte am Freitag und Sonnabend in Dresden die 2. i n t c r u a t i o n a l c Konferenz für S o z i a! v e r f i ch e- rung. In seiner Begrüßungsansprache betonte Staatsininister Graf P o s a d o w s k y, daß die wirtschaftlichen Kämpfe nicht auf- hören werden, solange nicht das Wirtschaftsleben eines Volkes hin- tcr einer chinesischen Mauer erstarrt. Darum könne sich auch d i e Sozialpolitik niemals erschöpfen. Er hoffe, daß mit der Fortführung einer ehrlichen Sozialpolitik die Gegensätze einigermaßen gemildert und Zuständen angenähert werden, in denen die wirtschaftlichen Kämpfe nicht eine neue wirtschaftliche Schädigung zur Folge haben. Zum ersten Punkt der Tagesordnung sprach Geheimer Regie- rungsrat Professor Dr. H a r t m a it n, Scnatsvorsitzendcr im Rcichsversicherungsamt, über„M aßnahmen zurPerhütung von Betriebsunfällen, Gcwerbekrankheiten und Bo lk s k r a n k h e i l c n". Er führte etwa aus: Untersucht man man den Hergang und die Ursache der Unfälle und Bcrufserkran- hingen, so findet man, daß ein großer Teil von ihnen zu vcr- hüten gewesen wäre. Deshalb ist die Durchführung von Ar- beiterschutzinaßnahinen ein Gebot der Menschlichkeit. Sic muß mit aller Energie betrieben werden, weil auf diese Weise schwere wirtschaftliche Nachteile für Arbeitgeber und Arbeitnehmer vermieden werden können. Durch Vermehrung und Verbesserung der von den zuständigen Stellen erlassenen Arbeiterschutzvorschriften, durch Ausbau der Arbciterschuhtechnik, Bekanntgabe bewährter Sicherheitseinrichtungen in der Literatur, in Vorträgen, auf Aus- stcllungen und in Museen und durch ausreichende sachverständige Ucberwachung der Betriebe ist bereits erfolgreich auf die Durchfüh- rung von Schutzmaßnahmen hingewirkt worden. Um noch wei- tere Erfolge, die im Interesse von Arbeitgeber und Arbeitnehmer unbedingt notwendig sind, zu erzielen, müssen die bisher verfolg- ten Bestrebungen nach verschiedenen Richtungen verbessert und er- gänzt werden. Wenn verschiedene Behörden und Organisationen zum Erlaß von Porschriften zur Verhütung von Unfällen und Ge- wcrbekrankheiten befugt sind, wie es für das Deutsche Reich zutrifft, so ist eine gleichlautende Fassung der an gleichartige Betrievs- cinrichtungen zu stellenden Anforderungen herbeizuführen, damit Mißverständnisse über das Maß der Forderungen bei Unternch- mcrn und Arbeitern vermieden werden und die Durchführung der Vorschriften und die Herstellung der mit Sicherheitsvorkehrungen zu versehenden Betriebscinrichtungen erleichtert wird. Unerläßlich zur Durchführung der Vorschriften ist eine ausreichende II eberwach u ng durch sachverständige Beamte. Da die in den Industriestaaten vorhandene große Zahl der zu überwachenden Bc- triebe ihre häufige Revision ohnehin verbietet, so ist eine Belästigung der Betriebe durch die Vornahme solcher Revisionen nicht zu befürchten. Tie Arbeiterschutztechnik muß immer mehr ausgestaltet werden, daß die Sicherung gegen Gefahren für Leben und Gesundheit der Arbeiter unmittelbar durch den Bau und durch die Verwcndungsweise der Betriebseinrichtungen erzielt wird, nicht durch nachträglich angebrachte Vorkehrungen. Tic Fabrikanten und Lieferanten von Betriebscinrichtungen sind daher gesetzlich zu verpflichien, ihre Fabrikate nur in einer den Vorschriften ent- sprechenden Ausgestaltung zum Verkauf zu bringen. Und die Ac- triebsuntcrnehmcr sind zu verpflichten, bei der Anschaffung von Betriebscinrichtungen mit den Fabrikanten oder Lieferanten die sichere Gestaltung oder die Mitlicfcrung von Sickerheitsvorkehrun- gen zwingend zu vereinbaren. Die Mitwirkung der Ar- b c i t c r bei der Durchführung der Sicherheilsvorschriften ist für den Erfolg sehr wichtig.(Zustimmung.) Erfahrungsgc- mäß genügt die Bekanntgabe dieser Vorschriften allein nicht, um die Arbeiter zur Beachtung der vorgeschriebenen Maßnahmen zu veranlassen. Es ist durch unmittelbare Einwirkung von V e r- traucns inäunern und Arbeitcrausschüsscn durch häufige inündl'ckie Anleitung, durch Vorträge und Kurse, Besuch von Arbeiterschutzmuscen, durch Veranstaltung von WanderauS- stellungcn, Vorträgen in den Fortbildungsschulen, durch Aufnahme der Arbciterschutzfordcrungcn als Lehrgcgcnstand in die Lehrlings- und Gesellenprüfungen, durch Abgabe kurz gefaßter �Merkblätter und Warnungsplakate, sowie durch Verleihung von Prämien für die Angabe von Verbesserungen an den Bctricbseinrichtungen, das Jn- tcrepe der Arbeiter anzuregen und dauernd zu erhalten. Für den Erfolg der Durchführung von Sicherheitsmaßnahmen ist das Ver- halten der Bctriebsbeamtcn von großer Bedeutung, da sie in den meisten Fällen besser die dauernde Beachtung der Arbeiterschutz- Vorschriften herbeiführen können, als die Betriebsunternchmer. Es sind daher mehr als bisher die Betriebsbeamten zur Mitwirkung zu veranlassen und es ist ihre Verantwortlichkeit durch Vorschriften festzulegen. Bei der wissinschaftlichen Bearbeitung kir Sicherheits. maßnahmen ist Wert auf ihre systematische Behandlung zu legen, so daß Grundsätze entwickelt werden, die den Forderunacn des Ar. beiterschutzes entsprechen und dem Konstrukteur der Bctriebsein- richtungen sicheren Anhalt dafür bieten, daß er schon beim Ent- werfen solcher Betriebseinrichtungen den Schutzvorschriftcn genügt. (Lebhafter Beifall.) In der Debatte ergriffen als Vertreter der Krankenkassen die Genossen F r ä ß do r f- Dresden und S i m a n o w s k i- Berlin das Wort. Sic bedauern, daß die Arbeiter beim Erlaß der Unfall- Versicherungsvorschriften und bei Ausführung der Unfallverhütungs- Vorschriften so wcnigcherangezogcn würden. Ohne die Mitwirkung der Arbeiter werde es niemals möglich sein, die Unfall- Vorschriften wirksam durchzuführen. Die Arbeitgeber seien von Vorurteilen gegen die Arbeiter geleitet. Es sei unrichtig, anzunehmen, daß die Arbeiter weniger objettiv die Dinge beurteilen würden als die Unternehmer. Arbettersekretär Brod-Wien äußerte sich in ähnlichem Sinne und weist auf die österreichischen Verhältnisse hin. In der weiteren Debatte versuchte unter anderem der S t a a t s m i n i st e r von Möller die Ausführungen Fräß- dorfL und Simanowskis zu widerlegen. Er behauptet, day die Arbeiter nicht in der Lage wären, das ganze Gebiet der Unfallverhütung zu übersehen. Die von Simanowski geforderte Verkürzung der Arbeitszeit habe auch ihre Grenzen. Sic führe zu einer Intensivierung der Arbeit und diese wieder zu einer Steigerung der Unfälle. Auch Berufs- genosscuschaftsdirektor M e ß m a n n glaubt nicht, daß es möglich sei, daß das einfache, praktische, technische Wissen der Arbeiter für die berufSgenossenschaftlichen Arbeiten ausreiche. Er mutz aber feststellen, daß dort, wo ein Zusammenarbeiten stattgefunden hat, sich niemals politische Richtungen der Arbeiter geltend gemacht haben. Dr. Munter- Berlin behandelt die Frage vom Standpunkt des Arztes, der auch zur Mit- arbeit herangezogen werden müsse. Eine Reihe beruflicher Ar- beiten nzerdc von Leuten ausgeführt, die körperlich durchaus nicht für diese Tätigkeit qualifiziert seien. � Er verweise auf die Unter- suchungen der Schulärzte. Eine ganze Anzahl von Unfällen und llnsallkrankheiten, fo die BeschäftigungSncurose, beruht meist aus konstitutioneller Schwäche und körperlicher Minderwertigkeit. In England habe man heute schon viel- fach den Arzt bei der Fabrikinspektion. AuS seiner zwanzigjährigen Erfahrung bei der Krantenkassentätigkcit könne er feststellen, daß da, wo cs sich handle, gegen Simulanten vorzugehen, die Ar- beitervcrtretcr geneigt sind, viel schärfer gegen ihre eigenen Klassen genossen vorzugehen als die Aerzte.die sehr häufig mildernd einwirken müssen. Staats- minister von Möller nahm in der weitereu Debatte noch einmal das Wort, um ein Loblied auf die Unternehmer anzustimmen, die nur ä u ß e r st selten sich gegen die Durchführung der Unfall- Vorschriften in ihren Betrieben stemmen.— In der Nachmittags- sitzung des ersten Tages referierte der Scnatsvorsitzendc im Reichs- verstchernngsamt Geheimer Regicrungsrat Dr. Klein-Berlin über die„Grundsätze des Heilverfahrens der Sozialvers i che rung". Er fühlte etwa aus: Das Heilverfahren ist nächst der Verhütung der Gesundheits- schaden bei tc« Versicherten die wichtigste Aufgabe der Sozial- Versicherung; die Entschädigung kommt erst in zweiter Lutte jn Betracht. Viele Gesundheitsschäden sind aber unvermeidbar. Ein erfolgreiches Heilverfahren hebt in sehr vielen Fällen den Schaden auf oder beschränkt ihn auf das geringstmögliche Matz. Das Heil- verfahren der Sozialversicherung bezweckt die Wiederherstellung d'c Erwcrbsfähigkeit. Zum Wohlgelingen des Heilverfahrens müssen sowohl der Erkrankte wie der Arzt und die Versicherungsträger mit- wirken. Tie Versicherungsträger haben als verantwortliche Leiter des Heilverfahrens der Sozialversicherung den Endzweck der best- möglichen Heilung dem Gesichtspunkte der vermeintlich sparsamsten Verwaltung im Rahmen ihrer zeillich beschränkten Entschädigung:- Pflicht voranzustellen. Zur Vorbeugung von Gesundheitsschäden und zur Förderung des Heilverfabrens der Sozialversicherung empfiehlt sich weitgehende hygienische Belehrung der Vcr» sicherten durch Vorträge und die Einrichtung von Auskunft S» und Fürforgestellen für Gewerbe- und Volts- k r a n k h e i t e n. Es empfiehlt sich der Zusammenschluß der soziale» Versicherungsträger zu örtlichen Verbänden. Die von der Deutsche.» Reichsvcrsicherungsordnung vorgesehene Möglichkeit, die Unfall- Versicherung auf bestimmte gewerbliche Berufskrankheiten durch Be- schluß des Bundesrats auszudehnen, ist im Interesse der erweiterte» Versorgung von solchen Erkrankten zu begrüßen. Als letzter Punkt der Tagesordnung wurde in der Sonnabend- fitzung über die„Verbindung staatlicher Zwangsvcr- fi che rung und freier Privatverficherung nach denbisherigenpraktifchenErgebniffe n" verhandelt. Tin Bericht erstattete Geheimer Regicrungsrat Bielefeld, Lübeck, Direktor der hanseatischen Landesversichcrungsanstalt. Er tritt in seinem Vortrage für Z w a n g s v e r s i ch e r u n g ein. Erst dadurch sei cs möglich, die breite Volksmassc aus ihrer Indolenz aufzurütteln. Tie obligatorische Zusammenarbeit von Staat, Ar- beitgeber und Arbeiter führe die Beteiligten erst zur richtigen Er- kenntnis des menschlichen Elends, das ohne rechtzeitige Vorsorge früher oder später über den auf den täglichen Arbeitsverdienst An- gewiesenen hereinbricht. Gerade das Gefühl, im Falle des Un, glucks nicht mehr von der Gnade und dem Mitleid seiner Mitmcn- scheu abhängig zu sein, wirkt veredelnd und ist in hohem Maße geeignet, das moralische Niveau der unteren PolkSschichtcn zu heben. Freiwillige Versicherung versage hier und überlasse g c- rade die un ersah reuen und bedürftig st en Faini- I i c n hilflos ihrem Schicksal. Redner glaubt, daß die übrigen Kulturländer, soweit sie cs noch nicht getan, den Spnrcit der deutschen Sozialgesetzgebung früher oder später folgen müssen. Alle Staaten aber werden bei dem weiteren Ausbau ihrer Arbeiter. Versicherung zu beachten haben, daß eine schrankenlose Er- Weiterung des Versicherungszwanges auf die Volkskreise, die nach ihrer Intelligenz und nach ihren Erwcrbsverhältnisscn sich selbst zu helfen in der Lage sind, Folgen nach sich ziehen kann, wie man sie bei der deutschen Zwangsvcrsicherung— zu unrecht—< befürchtet hat. Tcr Vortragende erörterte"dann eingehend bis Möglichkeit einer Verbtlligung der privaten Versicherung. Er forderte Ausbau der Privatverficherung, die ii» der Art und Höhe ihrer Leistungen hinter der Zwangsversicherung nicht nur nicht zurückbleiben, sondern sie auf einzelnen Gebietet» möglichst noch übertreffen müsse. Aus der Tebatte, die sich an das Referat anschloß, ist zu er« wähnen, daß Professor B e l l o m- Paris in der Ueberspaiinung des Versicherungszwanges eine Konfiskation des Eigen, tu ms sieht. Aehnliche reaktionäre Ansichten äußerte Bcrufsgc- nossenschaftSdirektor M c ß m a n n- Mainz, der meinte, daß die Zwangsversichcrung sich auf die Kreise beschränken müsse, denen ein Existenzminimum zugesichert werden muß. Ter Gesetzen!- Wurf für die Privatangestellten scheine diese ge'. sunde Grundlage zu verlassen und Kreise einbeziehen zu wollen, für die der Weg der Selbsthilfe gegeben sei. Er ist der Auffassung, daß im jetzigen Rahmen der Zwangsverfichetjutg das erreicht sei, was auf dem Wege der staatlicher» Versicherung zu erreichen ist. Alles darüber Sinauz» gehende sollte man der Privatversickierung überlassen. Ter S v a v, Heb dürfe nie untergraben werden, denn die individua- Ii st if che En t w i ck c l u n g sei die Grundlage unserer Kultur. Mit einem Schlußwort des Vorsitzenden fand die Tagung nach weiterer unwesentlicher Debatte ihr Ende. Gerichts-Zeitung Oeffentliche Erörterungen über die Ursachen der Schülerselbstmerbs haben Anlcuz zu einer Piivattlage gegeben, die gestern vor dein Schöffengericht Bcrlin-Mitte verhandelt wurde. Als Privaiklägcr stand Proscyor Gurlitt dem Feuilletonredakteur der„Deulsctei» Tageszeitung" Richard Rordhauscn gegenüber. Der Klage lag folgendes zugrunde: Professor Gurlitt hatte im Anschluß an die drei«chülerselbstmorde im Königin-Karola-Gymnasium zu Leipzig. die in kurzer Aufeinanderfolge von drei Oberprimanern begangen waren, im„Berliner Tageblattl mehrere Aufsätze veröffentlicht, in denen er u. a. ausführte, daß ein Teil der Schuld außer dem Hause auch der Schule selbst zugeschrieben Ivcrden müsse. Zum Nachweise der Richtigkeit seiner Ausführungen hatte Professor Gurlitt auch mehrere Auszüge aus Briefen ehemaliger Mitschüler der durch Selbstmord geendeten Oberprimaner veröffentlicht, in denen mit längerer Bcgiündung der Ueberzeugung Ausdruck gegeben war. daß lediglich der Zwiespalt zwischen Sckiule und Leben, zwischen dem auf ihnen lastenden Zwange und dem Streben nach freier Eni- faltung die drei nach dem Urteil ihrer eigenen Lehrer hochbegabten jungen Leute in den Tod getrieben habe. Professor Gurlitt vcr- trat den Standpunkt, daß die jungen Leute als Opfer des starren Schulschematismus zu betrachten seien und schlug als Mittel zur Rettung für solche«chüler eine wesentliche Kürzung der Schulzeit vor.— Im Anschluß an diese Auftatze hatte der Angeklagte im Feuilleton der„Deutschen Tageszeitung" unter der Ueberschrist „Tic Phrasen des Herrn Professors Ludwig Gurlitt" einen Aussatz veröffentlicht. Dieser enthielt eine Reihe scharfer Ausdrücke gegen Professor Gurlitt. den zum Vorwurf gemacht wurde, daß er"die Briefe noch unreifer junger Leute mit den darin enthaltenen Vcr- dächtigungcn gegen die Schule zur Grundlage seiner Erörterungen gemacht und Phrasen mit Schulpädagogik verwechselt habe. Weiter wurde ausgeführt, daß die Artikel des Privatklägers ein Meisterstück von Taktlosigkeit und Gedankenschwäche seien und daß er nicht aus wuklirf)er Freundschaft für die Jugend, sondern um seine eigene Gekränkiheit auf dem Mokierstuhl zu erheben, die Jugend gegen die Schule aufhetze.— Professor Gurlitt stellte wegen dieses Aufsatzes sowohl gegen den Verfasser Dr. Micßncr, wie gegen den Redakteur Nordhauscn Strafantrag. Rechtsanwalt Dr. Löwrnsicin beantragte nach längeren schultcchnischen Erörterungen die Be- strafung der Angeklagten. Der Privatklägcr habe seine Ansicht in einer überaus ernsten Angelegenheit in ruhiger, ernster und fach- l icher Weise vorgetragen, um dem deutschen Volke zu zeigen, wo der Hebel anzusetzen sei und um an die Pädagogen die Mahnung zu richten, sich auf ihre Pflichten zu besinnen. Äenn Dr. Mießner diese Ansichten sachlich hälte widerlegen wollen, so wäre dies sein gutes Recht gewesen, cr Hab: aber nicht das Recht gehabt, d.il Privattlager personlich zu verunglimpfen und in seiner Ehre hcrabzuwurdtgcn.— Angeklagter Tr. Rießner bestritt die Absicht einer Ehrcnkrankung. Tie Artikel des Professor Gurlitt seien-n einer Zeit gcichrieben, als die Erregung über die Schülerselbstmorde sehr groß mar. Er habe cs nicht für richtig befunden, daß der Privattläger, anstatt positive Reformvorschläge zu machen, die Be- kundungen junger Männer und deren Ansichten kritiklos über- nommen. sich mit ihnen identifiziert und bei den jungen Leute... die die Artikel gelesen, den Glauben habe erwecken wollen, daß jene Selbstmörder Helden gewesen seien. Angeklagter Nordhausen er- klärte es nickt für kommcntmäßig, daß der Privatkläger in einer ölchen Preßfehde nicht nur den Verfasser des Artikels, sondern auch den verantworttichen Redakteur vor Gericht fordere.— Nach längerer Rede und Widerrede zwischen den Parteien kam das Gericht zu cm« Verurteilung der Angeklagten zu je dll ZR. Geld-. strafe. f I 4 Unserem Genossen und Genossin t 4 Wilhelm und Marie Allirecht zur>, i Silberhochzeit die herzlichste Gra-?) 3 tnlation. J{ 2 Die Genossen und Genossinnen � der Abteilung Hohen-Ncucndori. � «SÄGAAAKA � & Unserem Genossen o Friedrich Tarnsteiner e- W nebst Ehefrau zu ihrer C ® silbernen Hochzcil die besten � Glückwünsche. � vis Genossen u. Genossinnen. des 616. Bezirks Terlcili-Institnt: Friedrichst.l 15/1, o.Crnbg "Tor. Sieg. Frock, Gehrock l..">0.JÖmc 1.00. Weste SVPs. Zurüctgekchrt Vi'. Schöuhnuscr Allee 101. P�Seiots, Ulster OBP~ Herrenanzüge in modernster Form. aus ncncileii prima Slofien. ausRosihaar gearbeitet, m. feinst. Zutaten, n. Maß. 2 Anproben. Von 40.— an. Für guten Sitz bekam gold. Medaille. Ein Versuch führt zu dauernder Kund- schast. Besichtigung am Lager. Kein Kaufzwang. Wer— Stoff— hat fertige Anzug oder Paletot von Vi. 20.— an.— Sitte zum Maßnehmen um Ihren Besuch. 132/3 kS»iz?°»ki'7«.'/,',?.'!" Gegründet 1832..- Großdestiilation u. Restauration < Parteilokal), modern eingerichtet, ca. 10 Jahre in einem Besitz, umstände- halber zu günstigen Bedingungen so- fort zu verkaufen. 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Der Verfasser gelangt ans Grund seiner sorgsäliigen aus zahlreiche staiistische Tabellen gestützte Untersuchungen zu dem Nachweis, das; der Bergmannsberuf, im Gegensätze zu dem in neuerer Zeit durchweg beobachteten Sinken der Fruchtbarkeit bei besserer Lebenshaltung die Tendenz zu steigender Fruchtbarkeit ausweist. Faul Kampikmezter: WeHanscbauung und Sozialdemokratie. Hcst 1 der.Süddeutschen Volksbücher'. 64 Seiten. Preis 40 Pf. Nne durchan-Z gemeinverständliche Darstellung der wichllgstcn vh'kosophi- schen und ethischen Fragen in ihren Beziehungen zur Sozialdemokratie. Fn 6 L. Isenheim: Streik. Roman nu-3 dem Lieserungen egenwärtlgen Klassenkampf. gebunden Ä.50 M.. '«eg 30 Pf., in.Leinen Einbanddecke 75 Pf. Ter auS der ArkellrrNalle hervorgegangene Verfasser schildert hier In meisterhast«'. Welke die Kämbl« der zum Klasse, ibewuiilsein erwachten Arbeiter. ZabUeicher Bilderschnuick eines Münchener hervorragenden Kunst.crS verleiht dem Werke noch besonderen Wert. Rudolf Franz: i Yje schönsten Wrcheu fnr die nationnle iiindemelt i bcatbedct im Sinne des ReichsvcrbandeS gegen die Sozialdeinolratle mi> zahlreicheni Bilderschnuick voti Reinb. Plellker, München. Preis I M. Gire meisterhaste poliiilche Satire der deulschen Scharfmacher aller Grade be« durch seine Schrijt:.Warum ich kein Soziaidemokral dm!" de- oc � kannten Berfasiers Qg«- Alle Buchhandlmigen und Kolporteure liefern obige Schriften| ] zu Lriginalpreisen •feehner Brunnenstr. 7, am Rosenthaler Tor. : Auf Kredit und gegen bar: Riesen- Auswahl Anzahlungen auf Stuben und Küchen Einzelne Filieistiieife . i von 5 M. Anzahl, an. M.1® öi iO f i Sehlalzinnner ete. bis 35 bis 45 bis 70 bis 100' von 30 M.Anzhl. an. Liefere auch nach auswärts. Abzahlung wöchentlich, monatlich resp. nach Uebereinkunft. Vorzeiger dieses Inserats erhält beim Kauf 5 M. gutgeschrieben. Sonntags geöffnet von 8—10 u. 12—2 Uhr. 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Kein Umtausch! Nr. 218. 28. Jahrgang. 2. KilM drs JuniiStts" Kcrlim Pityiitt. Sminfitä, 17. SfiifratK 191t Internationaler Glasarbeiteriiongreß. Zur Frage der Beseitigung der Kinderarbeit in der Glas- industne sprach D e l z a u t- Frankreich. Tie Kiirderarbeit in der Glasindustrie ist leider noch weit verbreitet und speziell in Frank- reich herrschen in dieser Beziehung noch recht bedauerliche Ver- Hältnisse. Dorn heim- Deutschland schildert für Teutschland die Kin- derarbeit in der Christbaumschmuck-Heimindustrie. In Italien können Kinder schon vom 12. Lebensjahr an täglich 8 Stunden in der Glashütte beschäftigt werden. tz e ck e l- Oesterreich berichtet über die Ausbeutung der kind- lichen Arbeitskraft in der Perlen-Hausindustrie. Sämtliche Redner sind sich über das Verderbliche der Kinderarbeit, sei es in Fabrik- oder Hausindustrie, einig. ES wird eine Resolution einstimmig angenommen, die es allen Berufsorganisationen zur Pflicht macht, die Zulassung von Kindern unter Jahren in den Glasbetrieben, nament- lich auch dort, wo die Kinderarbeit gesetzlich bei einem früheren Mter zulässig ist(wie in der Glas-Hausindustrie) unter allen Umständen zu verhindern. Lehrlinge, zwischen 14 und 16 Fahre alt. dürfen den Tag über nicht länger als höchstens 6 Stunden be- schäftigt werden und zuni Glasblasen nicht herangezogen iverden. Ueber die Stellungnahinc zur Frauenarbeit referiert Grün- gel. Er betont, dast die Arbeit in der Glashütte dem weiblichen Organismus nicht entspricht, das Gleiche treffe zu auf die Glas- schleifereien. Redner verlangt ferner, dast die hygienischen Ein- richtungen in den Glasbläsereien und den Glühlampensabriken verbessert werden müssen, damit die vielen tausend Arbeiterinnen dieses Zweiges der Glasindustrie vor der enormen Hitze und den Quecksilber- und Phosphordämpfen geschützt werden. Nachdem Redner die bestehenden gesetzlichen Bestimmungen über die Frauenarbeit kurz erläutert hat, setzt eine lebhafte Debatte ein. Im Prinzip sind alle Redner darin einig, daß die gesundhcits- schädliche?lrbeit der Frauen in den Glasfabriken und den Glas- schleifereien beseitigt werden müsse. Mit der dem Kongreß vorliegenden Resolution, die die völlige Abschaffung der Frauenarbeit auch in den Glasschlcifereien fordert, wollen sich jedoch einige Delegierte nicht einverstanden erklären. Es wird deshalb eine Kommission ein- gesetzt, die der Resolution«ine neue Fassung geben soll. Mocken- Spielplan cler Le�lmer CKeatev. Königl. Opernhaus. Sonntag: Die Walwre. iAns. 7 Uhr.) Montag: La Traviata. Dienstag: Der fliegende Holländer. Mittwoch: Königskindcr. Donnerstag: Romeo und Julia. Freitag: Modama Buttcrsly. Sonnabend: Dte Zauberjlöte. Sonntag: Boheme.(Ans. 7'/, Uhr.) Montag: Tristan und Isolde.(Ans. 7 Uhr.) Königt. Schauiptelhaus. Sonntag: Penthcsilea. Montag: Wilhelm Ttll. Dienstag: Pentbefilea. Mittwoch: Der Störenfried. Donnerstag: Wallcnsteins Tod. Freitag: Pcnthesilea. Sonnabend: Die Raben- steincrin. Sonntag: Penthesilea. Montag: Der Schlagbaum.(Ansang 7-/. Uhr.) Neues königliches Oberntheater. Sonntag: Mignor.(Anfang 7'l, Uhr.) Montag und DicnStag: Geschlossen. iNittwoch nachm.: Wie die Alten suvgm. Abends: Judith. Donnerstag: SommcrnachtStraum. Freitag: Fidelis. Sonnabend nachm.: Wie die Alten sungen. Abends: Geschlossen. Sonntag: Fidelis. Montag: Keschiossen.(Ans. 8 Uhr.) Deutsches Theater. Sonntag: Hamlet. Montag: Die Räuber. Dienstag: Was ihr wollt. Mittwoch: Faust 2. Teil.(Ansang 6'� Uhr.) Donnerstag: Hamlet. Freitag: Ein Somincrnachtstraum. Sonnabend: Penthesilea.(Ansang 7 Uhr.) Sonntag: Pcnthesilea. Montag: Othello. (Ansang 7'/, Uhr.) Kammerspicle. Sonntag: Lanval. Montag: Eawän. Dienstag: Lanväl. Mittwoch: Der Arzt am Scheidewege. Donnerstag: Lanvs.1. Freilag: Ter verwundete Vogel. Sonnabend und Sonntag: Lanval. Montag: Frühlings Erwachen, r Ansang 8 Uhr.) Lcsfing- Theater. Sonntag bis Dienstag: Glaube und Helmat. Mittwoch: Alles um Geld.(Ansang 7 Uhr.) Donnerstag: Glaube und Heimat. Freitag: Alles um Geld. Sonnabend: Glaube und Heimat. Sonntag: Alles um Geld. Montag: Glaube und Heimat.(Ansang 8 Uhr.) Resideiiz-Tlieater. Täglich: Ein Walzer von Chopin.(Ans. 8 Uhr.) Kuiiliiche Oper. Sonntaa, llachmittags 3 Uhr: Die schöne Risette. Täglich abends: Die keuiche Suslmne. Nächsten Sonntag, nachmittags 3 Uhr: Die schöne Risette.(Aiisaiig 8 Uhr.) kleines Theater. Sonntag nachiuiltags 3 Uhr: I. Klasse. Angele. Täglich abends: Der Leibgm bist. Nächsten Sonntag nachmittags 3 Uhr: I. Klaffe. Angeld(Ansang 8 Uhr.) Berliner Theater. Somitag. nachmittag? 3 Uhr: Hohe Politik. Allabendlich: Bnminelstudenten.(Ansang 8 Uhr.) Nächsten Sonntag, nachmittags 3 Uhr: Hohe Polilik. Oieiles Schauspielhaus. Sonntag: Des MecreS und der Liebe Wellen. Montag: Nathan der Weise. Dienstag: Nathan der Weise.(An- sang 7'/» Uhr) Mittwoch und Donnerstag: DeS Meeres und der Liebe Wellen. Freitag: Josepbine. tAnsang?>/, Uhr.) Sonnabend und Sonnlag: Josephinc. Montag: Nathan der Weise.(Ansang 8 Uhr.) Neues Thrater. Sonntag und Montag: Die Frau Greil. König Oedipus. Dienstag bis Sonnabend: Die Mirter. Zuslucht. Schöne Seelen. Nächilcn Sonntag: Die Frau Greil. König Oedipus. Montag: Die Mutier. Zustucht. Schöne Seelen.(Ansang 8 Uhr.) Schiller> Theater tt. Sonntagnachmiltag 3 Uvr: DaS Urbild de? Tartüst. Abends: Der Geizige. Der eingebildete Kranke. Montag: Der Probekandidat. Dienstag: Der Geizige. Der eingebildete Kranke. Mittwoch: Der Probekandidat. Donnerstag: Der Geizige. Der eingeblldete Kranke. Freitag: Der Probekandidat. Sonnabend: Der Psarrer von Kirchs cid. Sonntag, nachmittags 3 Uhr:DaS Urbild des Tartüst. Abends: Der Psarrer von Kirchseld. Montag: Der Probekandidat.(Ansang 8 Uhr.) Schiller- Theater Cftarlotienburg. Sonntag, nachmittags 3 Uhr: Der Bund der Jugend. StbendS: Der Probekandidat. Montag: Der Geizige. Der eingebildete Kranke. Dienstag: Zopf und Schwert. Mittwoch: Der Geizige. Der eingebildete Kranke. Donnerstag: Zops und Schwert Freitag: Der Geizige. Der eingebildete Kranke. Sonnabend: Der Probekandidat. Sonnlagnachmittag 3 Uhr: Der Bund der Jugend. Abends: Zops und Schwert Montag: Der Geizige. Der eingebildete Kranke.(Ansang 8 Uhr.) Friedrich-B.MthelmlindtifcheS SchankvielhauS. Sonntag, nachmittag» 31/, Uhr: Rumpetslllzchen. Abends: Kabale und Liebe. Montag: Judith. Dienstag: Kabale und Liebe. Mittwoch, nachmittags 3'/, Uhr: Rumpelstilzchen Kabaie und Liebe. Abends: Kabale und Liebe. Donnerstag und Freitag: Sonnabend, nachniIttagS S1/, Uhr: Ruinpeistilzchen. Abends: Wahlmanöver. Sonntag, nachmittags 3>/� Uhr: Rumpctftilzchcn, Abends: Wahlmanöver. Montag: Wahlmanöver.(Ansang 8 Uhr.) Theater des Westens. Sonntag, nachmittag? dlli Uhr: Die geschiedene Frau. Abends: Die Dame in Rot. Molltag bis Sonnabend: Die Dame in Rot. Sonntag, nachnrittags 3"» Uhr: Die geschiedene Frau. Ülbends: Die Dame in Rot. Menlag: Tie Dame in Not.(Au- sang 8 Uhr.) Luisen-Theater. Sonntag, nachmittags 3 Uhr: Das Wintermärchen. Abends: Muiler und Sohn. Montag: Heirat Zurlanb. Dienstag bis Sonn- abend: Das Wintermärchen. Sonnlag:' Dte Macht der Liebe. Montag: Das Wintermärchen.(Ansang 8 Uhr.) Neues Operetten-Theater. Sonntag, nachmittags 3 Uhr: Der Gras von Luxemburg. Allabendlich: Die schöne Helena. Nächsten Sonntag, nachmittags 3 Uhr: Der Gras von Luxemburg.(Ansang 8 Uhr.) Triano»-Theater. Soimlag, nachmittags 3 Uhr: Francillon. Abends bis Sonnabend: Ihr Alibi. Soniitag, imchluittag 3 Ilhr: Francillon. Zlbends und Montag: Ihr Alibi.(Ansaug 8 Uhr.) Thalin-Theater. Täglich: Polnische Wirtschaft.(Ansang 8 Uhr.) Lnstipielhaus. Sonntag, nachmittags 3 Uhr: Die dritte Eskadron. Abends: Die goldene Schüssel. Montag und DicnStag: Die goldene Schüssel. Mittwoch: Der Grosifürst.(Ansang l'l3 Uhr.) Donnerstag bis Somuibend: Der Grosisürst. Somitag, nachmittag 3 Ohr: Meyers, Abends: Der Grosisürst. Montag: Der Krotzsürst.(SUiiciiig 8 Uhr.) Nosc-Theater. Sonntag, nachm. 3 Uhr: Staatsanwalt Alexander. Abends: Lastalles Ende. Montag bis Freitag: Das Käthchen von Heilbronn. Sonnabend: Die Peitsch«. Sonntag, l/achmittagS 3 Uhr und abends: DaS Käthchen von Heitlstonn. Wontag: Die Peitsche.(Ansang 8�/, Uhr.) Theater tn der Köuiggräher Strafte. Sonntag, nachmittags 3 Uhr: Ein Fallissement Abends bis Sonnabend: Grete Wicsenthal, Pantomimen. Sonntag, nachmittaqs 3 Uhr: Ein Fallissement. Abends und Montag: Grete Wicseltthai, Pantomimen.(Ansang 8 Uhr.) Casiuo-Theater. Sonnlag, nachmittags 3�/, Uhr: Marianne(Ei» Weib aus dem Volke). Abends sowie täglich: Der selige Hollschinsky. Nächsten Sonntag, nachmittags Ist, Uhr: Papa Nitsche.(Ansang 8 Uhr.) Nirtropol< Thealer. Täglich: Hoheit amüsiert sich.(Ülnsang 8 Uhr.) Folies Gapricc. Täglich: Die Meislmtuger von Tirnberg. Nr. 14. (Anfang 6'/, Uhr.) Herrrufeld- Theater. Täglich: TaZ Kind der Firma. Schmerz- lose Behandlung.(Ansang 8 Uhr.) Apollo-Theater. Täglich: Spezialitäten.(Ansang 8 Uhr.) Garl-Havcrland-Theater» Täglich: Ein kräftiger Junge.(Ansang ?'/» Uhr.) JntimrS Theater. Täglich: Pariser Ehen.(Anfang 8'/, Uhr.) z>, F�ball». Allabendlich: Tcusel, das hat cingeschlageul(Aufanz ' Kaiscr-Paiioraina. Hamburg und seine Schiffahrt Reise in der Schweiz. Tellsage. Urania- Theater. Taubenitr 48/43. Sonntag, nachmittags 4 Uhr: Lebende Ticrbilder vor, nah und fem. Abends: Roms Jubiläumsjahr und seine Ausstellungen. Montag: Lebende Tierbiloer von nah und fern. Dienstag: Roms Jubiläumsjahr und feine Ausstellungen. Milüvoch und Donnerstag: Lovendc Ticrvilder von nah und fern. Freitag: Roms Jubiläumsjahr und seine Ausstellungen. Sonnabend, nachmittags 4 Uhr: Lebende Tierbilder von nah und fern. Abends und Sonntag: Lebende Tierbilder von nah«nd fein.(Ansang 3 Uhr.) Sternwarte. JnvaliVenstr. 57—«2. 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Laut Versüguug des Oberpi äsidenten ist der durchschnittliche Tagelohu neben, den bisher in süuj Klassen vrstehendc'.t Sähen in der Klasse A aus 5 M. scsticietzt. Ferner haben folgende Statuten» änoeiungen die Geilchmigung er» halten: § 13. Das Krankengeld befragt in den 6 Klassen sür im H 13 be< nalmlc Mitglieder pro Tag inklusive Sonntag 0,50, 0,90, 1,50, 2,10, 2,70 und 3 M.; andere erhalten 0,50, 0,75, 1,25, 1,75, 2,25 und 2,50 M. § I4a. Die im Krankenhauie usw. Untergebrachten erhalten, wenn sie Angehörige haben usw. die letzteren Beträge, sosern die Mitgliedschast 25 und mehr Wochen beirägt, im anderen Falle die Hälitc dieser Suiiime. H üb. Mitglieder, welche sür keine Angehörige zu sorgen Häven, erhallen im erstercn Falle ein Viertel der ersten Summe, im letzteren Falle ein Achtel dtcscr Summe. § 18. Wciblicheu Mitgliedern wird sür Hebanimendienste bis zu 15 M. gewährt. Desgl.»ach 25 wöchentlicher Mitgltedschast Schwangcrichastsiintcr- slützung bis zu 5 Wochen. si 19. Sterbegeld beträgt in den 5 Klassen: 40,—, 52,50, 87,50, 122,50, 157,50, 175 M, st l9a. Beim Todesfall der nicht- versicherungspflichtigen Ehefrau be- trägt das Sterbegeld l/s, eines Kindes des dem Mitglicde zustehenden Betrages, st 29, Die wöchentlichen Kasten- beitrüge betragen in den 6 Klasscu: 0,24, 0,36, 0,60, 0,81, 1,05, 1,17 M. § 64. Alle Bekanntmachungen er. folgen sortab auch in der„Dclltschen Graoeur-Zeitung". Diese Slenderungen treten vom 2. Oktober>911 ab mit der Mastgabe in Kraft, dasi in Uiitcrstützungssällen, weiche von diesem Tage ab eintreten, die neuen Bestimmungen gelten. s»«-? Vocsitnnd. Max Rohrbock, Gest. Schubert, 1. Borsitzender. 1. Schriftführer. Die Druckcrcmplare der Statuten- ällderungcn sind vom 3, Juli 1911 ab im Knsscnlokai zu habe». W?" Vorn 3. Oltober 1911 ab benndet sich das Kasscnlokal Berlin LG., Luiscu-User 12. Am Montag, den 2. Oktober 1911, bleibt das Kostcnlokal geschlossen, 278/14 D. O. A-denelZiurse Berlin, lVeandvi'sitir. 3 Tecliniküm. Bauschük!. Direktor: Kgl, Keg.-Baumeister Arthur Werner. Prospekte kostenlrei. Stoff® Hcrbsl-Neuhoitan für Anzöge, Paletots, Ulster, Kostüme Meter 3,- 4,- 5,- M. Tuchlager Koch 4 Seeland G. m. b H. teriraiilteDslr. 204IÄfÄ.' Theater und Vergnügungen /, Uhr. Excelsior-Ljclilspielliaus, Rixdorf, Bergstraße 151-52 Richardstr. 12-13 Passage, Illustrierte Wochenübersicht. Müller als Hypnotiseur. Der Affe des Photo grephen. Keuo Humorsske. Ehre and Pflicht. Die Bahn- zerstörer. Drama aus dem Amerikanischen. Lebensbild.»oldatcnblut. Flüsse and Kanüle in st»lam. Farbenkir ematographie. Little Hans entführt Rosalic. Tonbild. Ein Krieg? drama. AmDfitmbotf EissArena. Qeöänetv. 10 Uhr vorm. Nachmittag; Kanstlaulproduktlonen, u. a.: Apachentänze. Einfidshofcr- Konzert. Allabendlich: Da�wunkvoU�Eisballett .Yf ontreal Die Stadt auf Schlittschuhen. Neu: Push-Bull-Splei Exquisite Restauration bis I Uhr nachts. Bis 7 Uhr n. von lO'/, Ubr] abds.: halbe Kassenpreise. 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EBysium Landsberger Zillee 40-41. Jeden Sonntag ICOBlZert Spszialitätsn» Ball. Kaffeekoche».• Entrce frei. Co«! lOOöPcrs- fass., ist noch au Sonn- UlllU, lagen iowic Wochentagen zu vcr» geben. Karl Eisermann. Nlßles Fest-Säle OenncwitzstraSe 13. Jeden Sonntag: Canzhranzcl)cn. 2785 C. Jk illlc. Fat Ben JuUalt der Jnictaie tzberuimmt die RcBaktio» dem Publik»« gegeuuder keinerlei 'Verantwortung. Verein für Frauen und Mädchen d. Arbeiterkl, Hontag, den 18. September ct., abends 8 Uhr, in liellei'« Xonei' I'tilllisniiionle.Küpenickerslr. 96: Karl Keller's Nene Philharmonie Karl Keller jr. Köpeniekerstr.SS/? Mrt ist der giotze Saal noch zu vergeben. Täglich im Bierstübl: Die Euiwickiung der modernen Malerei. Referent: Herr Robert Urcncr. Gäste, Männer u. Frauen willkommen. 55,14 Der Vorstand. Alhambra Lallncr-Tbeatcrslrage 15. Jeden Sonntag: Großes Orchester,.tbifaiig Sonntags 5 Uhr. A. Zanicitat. Markgrafen-Säle 34, aarksrufen-Dannn 34. j, Zln der Slralauer Allee.== Jeden Sonntag: vrover»all. Im Restaurant täglich miistkalische Unterlialtung. Vorzügliche Küche, ss.Biere u. Weine, Billard u.Aegclbahn lZfglZöf ösll Vereine welche geneigt sind, mit einem Theater-Verein zu harmonieren und zum Busttag Vorstellung zu geben, werden gebeten, ihre Adresse möglichst bald an Dheater-Brrcin „Gemütliche Geister", Berlin, Lottestr. 6, bei Otto Cbarlett abzugeben. Sitzung jeden Mittwoch 9 Uhr. 553b Der Vorstand. ?aal Staelir Spezialität: ff. Räucherwaren en gros en detail Täglich srische Zufuhr von Fluß- und Seefischen. Weidenweg 19 und Fisch- Handlung Frantsurter Allee 151/152, Räucherwaren.• Wieliiig für Frauen, Töcliter und Sciinelder. Ein neuer Zusehneide- Frei-Kursus beginnt am . den 2. Oktober 1911. Auch kau» der Gintritt bis auf weiteres täglich erfolge». Tauer desFret-Kurfu» je nachVorkenntnisse» 1— IMonate. Der Lehrplan umfaßt das akad. 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Diele große Stundenzahl bürgt dafür, daß der kausmäniiische Lchrstast gründlich durchgearbeitet wird und die Schulerinnen später in der VraxiS den herechligien Ansorderungen jederzeit ent- sprechen können. Die Stundenverteilung im Lehrplan ist so eingerichtet, daß die Schülerinnen alles sicher erlernen, was sie im Geschäft brauchen: alles Ueberslülsige dagegen Ist fortgelallcn worden. 13. J-Hreslurse. Die gediegenste Ausbildung in den HandelSwtssenschasien und die gräßie Jcrligleit in den technischen Lächern wird in den Jahres- lurten mit wöchentltch 30 Unterrichtsstunden erreicht. Ter Unterricht in der deutschen, englischen und französischen Sprache(Grammatit, ttarrespondenz) ist einbegrtsse»: ferner trete» hinzu Haiidelsgeographie und Warentunde. Je gründlicher die Ausbildung ist, und je mehr Kenntnisse sich die jungen Damen sür de» kaufmännischen Berus an- geeignet haben, desto böher ist die Bezahlung, und desto eher werden sie weiterkommen. Die Strahlendorffjchc Handelsakademie hat sich seit einer langen Reihe von Jahren mit der laufmännische» Ausbildung von jungen Damen besaßt und sich bemüht, tüchtig«, geschäflsgewandie Handelslchülerinnen zu entlassen, deren Hilse die Prm» zipale sehr zu schälen wissen und die sie daher ent- sprechend honorieren. C. Jahresturle für Töchter höherer Stände zur Ausbildung als Geschüftsstonographin und Korrefpondentin. Für Damen, dt« das AbgängSzeugnis der ersten Klasse einer höheren Töchtertchiite und gute Kenntnisse in der englischen und französi'chcn Grammatik besitzen. Korrespondenlinnen und GeschäftSslenographin- iien. die 200 Silben in der Minute stenographieren und besähigt sind, in jedem größeren Kontor die deutsche, englische und französisch« Korrespondenz und alle anderen lausmännischen Arbeilen zu erledigen, werden stets ge- sucht und erhalten bessere Stellungen und höheres GeHall. Kurse für Herren. A. 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Um die Glaubwürdigkeit des einzigen Belastungszeugen, des 27jährigen Tischlers Ernst Nebel, auf die Probe zu stellen, stellte der Verteidiger der wegen angeblicher Bedrohung und Beleidigung angeklagten drei Tischler, Rechtsanwalt Berg-Altona, die Frage an den Zeugen, wieviel An- zeigen er in wenigen Wochen gegen ausgesperrte und streikende Tischler erstattet habe.„Zweiundreißig", antwortete der Zeuge. „Nein, das stimmt nicht", erwiderte der Verteidiger.„Sie haben achtundfünfzig Anzeigen erstattet." Der Zeuge gibt öö.Denunzia- tionen zu; er habe nur sagen wollen, er habe noch 32 Zustellungen im Hause. Wie bei aller„Massenarbeit", so taugte auch diese nichts. Bei zwei Angeklagten wußte der sich fortgesetzt der- heddernde, mit der Stange im Nebel umherfahrende Zeuge nicht anzugeben, was sie eigentlich getan haben sollen.„Ich glaube, sie haben mich geschlagen und bedroht, genau weiß ich das nicht." Der Vorsitzende drückte seine Verwunderung aus über eine derartige Aussage. Zur Charakteristik der Nebelprozesse führt der Verteidiger aus, daß fast bei allen von Nebel erstatteten Anzeigen nur dieser als Zeuge figuriere, während in fast allen anderen Streikprozessen mehrere Zeugen aufmarschierten. Die heutige Verhandlung be- weise, wie vorsichtig die Aussagen Nebels zu bewerten seien. Der Zeuge Nebel gibt zu, mit Schießen gedroht zu haben.„Das tue ich auch, fall» mich jemand belästigen sollte", fügte dieser Forcht- sichnit hinzu. Zwei Angeklagte, die„schwersten Jungen", wurden glatt freigesprochen, während der dritte wegen einfacher Beleidi- gung zu einer Geldstrafe von 40 M. verurteilt wird. In diesem Falle habe sich der Zeuge nicht geirrt, meinte das Gericht. Hus aller Cdclt. Schwere Bluttat einer Kroatenbande. Schon oft ist anläßlich vorgekommener Bluttaten über die Ge- Meingefährlichkeit der kulturell rückständigen Kroaten Klage geführt worden. Während aber Angebörige viel höher stehender Völker und Stämme abgeschoben werden, falls sie mit ihren deutschen Arbeits- kollegen im Arbeitskampfe solidarisch handeln, ja, wenn dies auch nur entfernt so scheint, können die Unternehmer immer wieder in Menge auch die rückständigsten und gefährlichsten Elemente als Lohndrücker ins Land holen. In der Nähe von Soest in Westfalen wird zurzeit ein Wasserwerk, die Möhnetalsperre, gebaut, wobei Kroaten in großer Zahl beschäftigt werden. In einem Ort bei der Talsperre geriet ein Schlächtermeister mit fünf Kroaten in Streit. Der starke Schlächter hielt sich zwar die Gegner mit Stuhlbeinen vom Leib, doch erhielt er Dolchstiche in A r m und Gesicht. Der Schlächter flüchtete und benachrichigte die Polizei. Als ein Beamter eintraf, wurde dieser sofort von den Kroaten mit Messern niedergestochen, so daß der Tod bald eintrat. Die fünf Kroaten flüchteten in den Wald. Telegraphisch wurde Gendarmerie und die Polizeimannschaft von Soest herbei» gerufen. Die Bahnhöfe wurden besetzt. Spät in der Nacht wurden drei der Kroaten in einer Baracke festgenommen, ein anderer wurde in Soest verhaftet, der letzte am anderen Morgen in Werl. Der getötete Schutzmann hinterläßt Frau und sechs Kinder. Auch die Feuerwehr war zur Verfolgung der Bande aufgeboten worden. Es wird eine starke„Erbitterung gegen die Kroaten" gemeldet. Warum werden denn aber diese gefährlichen Burschen nicht außer Landes gelassen? Die Talsperre kann gut fertig werden, wenn kulturell höher stehenden Arbeitern angemessene Löhne ge zahlt werden. Wieviel Menschen sollen noch von den als Lohndrücker ins Land geholten Leuten ermordet werden? Prügel i« der Sakristei. Oberfränkische Blätter erzählen von einer schwere« Kinder- Mißhandlung, die sich ein katholischer Pfarrer in einem Dorfe bei Bamberg habe zuschulden kommen lassen. An einem Sonn- tag forderte er ein fünfzehnjähriges Mädchen auf, nach dem Gottesdienst noch etwas zu warten. Die übrigen Schäflein blieben vor der Kirchentüre stehen und hörten bald lautes Geschrei aus dem Hause des Herrn. Der Pfarrer hatte das Mädchen in die Sakristei geführt und soll es wegen eines dummen Kinderschwatzcs durch Ohrfeigen und Stockhiebe derart gezüchtigt haben, daß es in ärztliche Behandlung ge- nommen werden mußte. Nach dem Zeugnis, das der Bezirksarzt hierüber ausstellte, wankte das körperlich schwache und un- entwickelte Mädchen zwar noch nach ihrem eine halbe Stunde ent- fernten Heimatsorte, hatte aber unterwegs bereits Ohnmachts- a n f ä l l e, klagte, zu Hause angekommen, über heftige Kopf- und linksseitige Ohrenschmerzen, mutzte sich zu Bett legen, delirierte und verlor für mehrere Stunden daS Bewußt- sein. Der Arzt mußte H i r n r e i z konstatieren. Pnächtlich tritt Fieber mit lautem Aufschreien auf. Der Arzt hält es nicht für ausgeschlossen, daß die krankhaften Erscheinungen längere Arbeitsunfähigkeit zur Folge haben; seit der Verletzung leide das Mädchen auch an Schlafsucht. Alles ist nun gespannt darauf, waS dem geistlichen Erzieher geschehen wird._ Kleine Notizen. Blutige Lieiestragödie. In L e i p z i g hat gestern mittag der zweiundzwanzigjährige Bierzapfer Ernst Knüpfer seine frühere Geliebte, die achtzehnjährige Hedwig Baumgärtel, durch einen Schuß in die Brust getötet. Darauf erschoß er sich selbst. Der Grund soll verschmähte Liebe sein. Der Flieger Nieuport, der Freitag nachmittag mit seinem Flug- zeug bei Verdun verunglückte, ist gestern früh seinen V e r- letzungen erlegen. Im Hochgebirge verunglückt. Der Bezirkstierarzt Kiderle aus Bad Aibling wurde�in den Allgäuer Alpen gestern durch Stein- schlag getötet und seine Frau verletzt. Der Führer konnte sich retten. 38 bulgarische Kauflcute ermordet. Die Blätter melden aus Sofia, daß 38 bulgarische Kaufleute, die vom Markte in Nevrokop in Mazedonien zurückkehrten, von Unbekannten ermordet worden seien. Großfeuer. Einem Telegramm aus Lemberg zufolge sieht der Kurort Rymanow, in dem gegenwärtig Truppenteile aus den Manövern untergebracht sind, seit Sonnabend nachmittag in Flammen. Das Feuer breitet sich bei dem herrschenden Sturm schnell aus. Wegen Wassermangels verwendet man Mineral- wasser zum Löschen. Der ganze Kurort ist gefährdet.— In Mansie bei Westerstede brannten neun Häuser ab, darunter ein Gasthof und eine Schmiede. Der Brand wurde durch spielende Kinder verursacht. Durch Schlangenbisse getötet. In Sarajewo ist in das Hau? des Grundbesitzers Neketic in der HochzeitSnacht eine giftige Schlange in das Schlafzimmer eingedrungen und hat das Ehepaar durch Bisse getötet._ Nebensche Kranken- und Stcrbekaffe Nr. 5, gegründet 1795. Heute Sonntag von 2—7 Uhr Zahl« und Ausnahmetag bei Römer, Elisabeth- kirchstrage 14. Lese- und Diskuticrklub„Paul Singer/'. Nächste Sitzung am Montag, den 18. September, im Lokale von Karl Beck, Samaritcrstr. 17. Tagesordnung:„Die taktischen Strömungen in der Sozialdemokratie". Gäste willkommen. � Touy. /&h«* Cjj*£oM£! Obst-Grundstücke 200 M. Anz. an: herrl. Lage, vorzügl. Boden. Kolonie Ogbeim.Giesdcrt clor-). Alleinige Verkautestelle de« Patent-Kinderwagen vonFrauenarrtOr Hcydemanr � Gneisen austraße 10,� A S. Gran, billigste u. beste � r Bezugsquelle für•" � Sft6bel jeder Art( Kassa und Teilzahlung. nelzwaren Fabrik und Lager von Stolas, Krawatten, Muffen, Pelzjacken, Pelze, Kindergarnituren usw., usw. Nur reelle Ware, von der einfachsten bis zur elegantesten. Tausende Sachen am Lager. Auch Einzelverkauf z. billigen Preisen. Jerdinand Kallman, Kürschnermeister,- nBPKoinniani!anlenstr.l5,l,�Haus v- Telephon I, 3917. Dönhoffpl. Gegründet 189 Melzner also Katalog gratis Grösstes Special-haus Kinderwagen MetallMsellen Garlen-Mibel etc. Berlind. Andreassfr. 23. 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Ida Vaar:»WaS will der Zentralvervand der Hausangestellten?"— Freie Aussprache.— Nachdem: Gemütliches Beisammensein.— Saalöffnung 6 Uhr. Ansang 7 Uhr. S8S/I2 Verwaltung Berlin Bezirk Klxdorf. Montag, 18. September, abends 8'/, Uhr. im Lokal von Hoppe, Hcrmannstraste IS: ysmsinZAme SsÄrKsverssmmlung. TageS- Ordnung! 1. Bortrag des Stadw. Adolf Ritter. 2. Bericht der Delegierten von den zwei letzten Gencralversammlunge». g. Berbandsanzelegenheiten. KisKvn» unck KottonnZscksn. Montag, 18. Sept., abds. 8'/« Uhr, in de» Audreas-Festsälen, Andrcasstr. S1: Branchen- Versammlutig. Ta g e s< O r d n» n g: 1. Bericht über den Verlaus dcS StreilS. L. Ausgabe des Tanss. 3. VerbandSangelegenheiten. IS-K-I-d»»!«»»»»« Montag. 18. Septbr., abends«'/« Uhr vorsvlllvgvll'»(gleich nach Feierabend). im Gewerkschaftshause, Saal 1: Branchen_>yersaitimluti£ VMMkaMStfmkAN Mittwoch, 20. Sept., abends 81/, Uhr, ivornmacnera im Gewerkschaftshause, Saal 10: Branchen-Versammlung, Bürsten- u. Pinselmacher. Mittwoch, 20. Scptcmbr, abends 8 Uhr, im Gewerkschaftshause (ArbcitSlosensaal, Zimmer 4), Engel-User 14: Oekkentllche Versammlung T a g e»- O r.d n u n g: 1 Die Belämpsung der MilzbrandgesaHr durch die Arbeitgeber der Bürstenindustrie. Reser.: Gewerkschastsjekretär Link L. Diölussion.— Der Vorstand der Berliner Bürslenmacher-Jnnung ist zu dieser Versammlung eingeladen. 83)17 Modell- o. Fabriktischler o. Modelldreehsler. Tounerstag. 21. September, Pünktlich abends 8 Uhr, im Rosentlialer Hof, Rosentbaler Str. 11/12: Branchen- Versammlung. Montag, den 18. September, abends 8Vz Uhr, bei Boeker, Weberstraße 17: Versammlung«lerkaüichuhmacher TageS-Ordnung: . 1. Was geht in der Berliner Ballkchuhindustrie Vor? 2. Wahl ekles zweiten Branchenleiters. 3. Verschiedenes. Mittwoch, den 20. September, abends 8'/, Uhr» im Rosenthaler Hof, Rosenthalerstraße 11/12: Versammlung der In der mechanischen Schuh- und Kallschuh- Industrie beschäftigten Zuschneider und Stanzer. TageS-Ordnung: 1. Bortrag:„Der�Kainpf ums Dasei«.- Referent: Genosse Kltecbke. L. Branchenangelegenheiten. 3. Verschiedenes. Sonnabend, den 23. September, abends 8Vz Uhr» bei Boeker, Weberstraße 17: Versammlung der SchijstmMter, Vorrichter, Stepper u. Stepperillllk«. Hdslimg! KliagWlir» mil KtkinistiuKkr. Montag, den 18. September 1911, abends 8 Uhr: Alhtililg? Große öffentliche Uersammlung im großen Saale von Moerners Konzert- und Festsälen(vorm. Louis Keller), Koppenstr. 29. 296110 Tages-Ordnung: Das Scheitern der Verhandlungen mit dem Schutz- verband über die Leipziger Lohnbewegung. Kollegen! Erscheint in Massen, damit wir den Unternehmern die Antwort auf den Abbruch der Verhandlungen nicht schuldig bleiben. Die Kollegen der anderen Sparten sind ebenfalls hiermit eingeladen, um Kenntnis von den Vorgängen zu erhalten._ Die Verwaltungen. Geschäftsstelle: und verwandter Berufsgenossen= Zahlstelle Berlin. C. 54, Mulackstr. 10 I. Fernsprecher: Amt 3, 4518 Dienstag, den 19. September, abends 7'/, Uhr, = im Gewerkschaftshause, Engelufer IS, Saal I: Kruppen Versammlung des Fahrpersonais, Hofarbeiter und Stalieute. TageS-Ordnung: 1. Bericht von der Bierfahrer-Konferenz. 2. Die Nichteinhaltung der tariflichen Bestimmungen für das Fahrpersonal in den einzelnen Brauereien und wie stellen wir uns dazu? 3. Berbandsaugelegen- heiten. 44/0 Kollege» vom Fahrpersonal! Erscheint alle in dieser Ber- sammlmig l Keiner darf fehlen l Stf Nicht nur bei Lohnbewegungen soll ein guter VersammlimgS- besuchzu verzeichnen lein, so n dem jederzeit müssen die Kollegen bereit sein, dem Ruse der Organisation Folge zu leisten. Dies erwartet Tie Ortsverwaltung. n U»« —» Filiale Berlin. Telephon: Amt lV 9737. Sebastianstr. 37/38. tcAung! Herrenkonfektion, ic1"1"1!!! TageS-Ordnung: Die Fran im Erwerbs- und Familienleben.» Herrmann. 2. Wahl einer Lohntommission. 1. Vortrag: Referent:- Kollege 8. Verschiedenes. Die in der Hausindustrie beschäftigten Kollegen und Kolleginnen sind ganz besonders hierzu eingeladen. Um vollzähligen Besuch dieser Versammlungen ersucht 109/19 vi« Ortsverrraltnnis. Buchbinder-Branche. DlenStag, de» IS. September, abends 6 Uhr, in den„Arminhallen", grotzer Saal, Kommandantenstr. 58/59: Branchen-Tcrfatntnlutig. TageS-Ordnung: 1. Die letzten Vorgänge im Berliner Taris-SchiedSgericht. 2. Neuwahl der Tarislommisfion. agr* Kollege» und Kolleginnen aus Buchbindereien und Buch- brulkereien erscheint in Masten. 25/9 Ble Tarlikommiwwion. Deutscher Kürschner-Verband. Bureau u. Arbeitsnachweis: NO. 43, Weinstr. 8. Telephon: Amt VII 6789 Mittwoch, den 20. September, abends prriz. 8 Uhr: Mitglieder-Bersammlung in den MusikersSlen, Kaiser-Wilhelmstratze 18 m. , TageS-Ordnung: 1. Lichtbildervortrag des Genosten Ott« Roth: Die deutsche Revolution 1848/49. 2. Geweikschastliches. 3. Verschiedenes. 102/15 Zur Deckung der Unkosten wird ein Eintrittsgeld von 13 Pf. pro Person erHobe«. Um recht zahlreiches nnd PünttlicheS Erscheinen ersucht vi« Ortsverwaltniiff, Montag, den 18. September, abends 8'/� Uhr, , bei Schulz, Münzstr. 17: taimiiliing der Stapelkonfektionsschneider. TageS-Ordnung: AuSsperrnngSgelüste der Unternehmer in der Stapeltonfektion. Referent: Kollege Kunze. l«>l/2 äHT" ES ist Psischt eines jeden in der Stapelkonfcktion Be- schSftigte«, sowohl Zwischcnmeistrr wie junge Leute, in dieser Ver- sammlung zu erscheinen. Ble Kommission. Zentralverband der Glaser Deutschlands. Zahlstelle Berlin. Achtung! Bildergluser. Achtung i Mittwoch, den 20. September. abeudS S'/, Uhr, im Gewerkschafts- hauS, Engelufcr 1», Saal 2: Sitzung aller 8ranchenangeh5rlgen. TageS-Ordnung: UM- Der Minimallohn der Bilderglaser.-WU Vollzähliges und pÄiktlicheS Erscheinen ist Ehrenpflicht. 72/2 Die Bildcrrabmenmachcr werden gebeten, die BUderglaser aus die Branchensitzung ausmcrlsam zu machen. Die Ortsverwaltuug. Ueutlcher Cabakarbeiter-Verband verband der 2igarreniortierer. Mittwoch, den 29. September, abends 8 Uhr: kombinierte Mitglieder-Versammlung in Driifels Festsälen, Neue Friedrichstraße 33. TageS-Ordnung: 1. Der Stand unserer Tarifbrweguug. / i 2, Diskussion. Die OrtSverwaltnugen beider BcrbSnde. __ I. A.: Alwin Schulze._ Deutscher Buchbinder-Verband. - Zahlstelle Berlin...■= Älbum-, Mappen- und Galanteriebranche. Mittwoch, den 20. September, abends Uhr, in Graumauns Jestsälen, Nannyustr. 27: Sranchen-Versammlung. TageS-Ordnung: 1.„Der Streik bei der Firma Georg Weigert und seine Be- deutiing für unsere Industrie-. 2. Verschiedenes. 25/10 Zahlreichen Besuch erwartet_ Tie Ortsverwaltuug. Achtung! Achtung! Calehaus-Angestelite! Die nachbenannten EassS haben den Lohntarif für Aushilfskellner (2 M. Lohn pro Tag jür jede Aushilfe— ungeachiet des Umsatzes) nicht auerkaiint und beschästigen nur gelbe Gehilseu, welche sich abermals zum Verrat an die Gehilsenschast dereit gesunden haben. Es sind deshalb jür organisierte Gehilsen bis aus Widerruf gesperrt: Norden: Lsk6 stolsnd, Brunnenstr. 181. „„ l.uxemburg, Müllerstr. 13t. Osten: Lstd k-'rsnkonis, jGroße Frankfurter Str. 63. Süden: Lstck dlagler am �orituplat�. Rixdorf: Cafd Hermannplatz. „„ Jahn, Hasenheide 19. z%;9* „„ Rathaus, Bergstr. 7. „„ Lchvedler, Bergstr. 66. Verbsnä deutsckel'(jastwirtsxeliiiten. Zweigverein der Cafe-Angesteliten. : Berlin. GroBe Hambnrser Str. 18 IS- Orts- Krankenkasse Hihkn?SlhS«heilstn. Am Montag, d. 23. September, abends S Uhr, findet in dem Mestauraut von Mar Kust. hier- selbst. Berliner Str. 08, eine' hfierordl. DeneMmiNlW statt. TageS-Ordnung: 1. Vortrag des Hrn. Dr. A. PInkutz- Berlin über Belämpsung der KrebS- trankheiten. 2. Bericht über die Vll. Konferenz der Freien Vereinigung der Krankenkasten der Provinz Branden- bürg ani 1. und 2. Juli d. I. in Brandenburg a. H. 3. Bericht über die 18. JnhreSver, sammlung de» ZentralverbandeS von OrtSkrantenkasten im Deutschen Reiche vom 9. bis 12. JuU d. I. in Dresden 4. Endgültige Festsetzung der Kautionen der Kastenbeamtcn. 5. verschiedenes. ES ist gestattet, dah zu dem Bor« trage des Herrn Dr. Pinlun und zu den Berichlerstattungen, Punkt 2 und 3 der Tagesordnung, auch andere Kastenmitglieder sNichtdetcgierle) er» scheinen: die Herren Delegieiten wer- den gebeten Interessenten daraus hinzuweisen. Den Verhandlungen der Generalversammlung(Punkt 4 und 5 der Tagesordnung) können diese Personen jedoch nicht beiwohnen. Der Vorstand: 278/1 l Arlur Schftfer, Max Quast, Vorsitzender._ kchrislführer Stenographie! Deutscher Arbeiter- Stenographen- Bund. (Slltgllcdschaft Berlin.) Reue Unterrichtskurse in der ganz vereinfachte« Stenographie(System ArcndS) für Damen und Herren beginnen: Charlottcnbarg am Donnerstag, den 21. und 2K September, Rosinenstr. 3(BolkSbauS). abends 8'/, Uhr. Zloadlt VkorUea «BUrrostoa Südosten Osten Btxdort Adlershot Orllnaa 8pandan Dienstag, Montag, Donnerstag, Sonntag, Dienstag, Donnerstag, Dienstag, Donnerstag. Mittwoch, 19., 26., Oldenburger Str. 10 bei Pärsch,, 8'/, 18., 25.„ Brunnenstr. 79 bei Döhltiig., 8'/, 21. 23.. Fennstr. 19 bei SckimIowSkt,, 8'/, 24. Sept. u. 1. Oktober, Greisswalder Str. 37 bei Sachi'e, vorm. 10 24... 1., Kiieisenaustr. 30 bei Thomsen,, 19 24...1-» Enaeluser 15(AewerlschaslShauS),, 10 26. September. Krafeltr. 5 bei Reinicke. abends 10. und ��WWWW WWWWWWWW 21.. 28... Franlfurt. Allee 16» b.Ebleven. 21..28.. Petersburger Str. 7 bei Fälsch, 21..28.» Koppenstr. 34 bei Voigt, 2l..23.. Hermannstr. 65 bei Ulrich, 19. ,26.» Veichselstr. 8(Jdeal-Kasino), 19.. 26., Am Balinhos b. Lehmgrübuer. 2t.., 28._,_ Köven.Str. 88fllib.-Verk.-Lok.) 0',. N. «/. «'/, l'l. «'/, »'/. »7. der 27. Sept. u. 4. Oktober, vismarckstr. 6 bei Mette. > Für Nachtarbeiter beginnt ein neuer Kursus am Dienstag, den 10. und LS. September, in Ndalberftr. 59 bei Bieberstein abends 6'/, Uhr. Die gesamten Ausgabe» bestehen w 3 M. für Lehrmittel, für Jugendliche 2 M. Anmeldungen erfolgen am besten in den einzelnen Lokalen zu Beginn dcS Unterrichts. 295/11 Gemeinsame Grts-Kriiiikkiilllllle für pt.=piiBftsii0vr und Umgegend. Tie Vertreter der Arbeitgeber und Kastenmitglicder»erden hier» mit zu der am Freitag, den 29. September 191 1, abends 8 Uhr, im Viktoria-Garten. Wilhelms« aue 114/115, statlsindende» OrdeDtlicheii KeimmnWSiW ergebenst eingeladen. Tagesordnung t. Verlclung de» Protokolls. S.?-« richt über die Kastenöerbältmsse. 3. Wahl de» Vorstandes gemäj; h 39 des«assenstatut«. 4. Wahl der Rech- mingSprüfungskommisfioii. 5. Bericht vom OttSkrankenkastentag in Dresden. 6. Bewilligung von Mitteln für das Genesungsheim. 7. Verschiedenes. WilmerSdors-Berlin, den 16. Zep« tunber 1911. 21S/1S Ter Vorstand. stlesei, Tucicermatm, Vorsitzender. Echrijlsllhrer. Möbel! Spezial- Kanfhaus bürgerlicher Wohttnngs-Eittrtdjtllttlitii V.MM\mt Y. M-M H. Schlafzimmer v.2()0M. Speisezimmer V.575M. Herrenzimmer V.16ÜM. Mod.Aüchencinricht»ng.v.ö5>M. M CipSiiie !° SÄ'"! spottbillig! Lieferung und Aufbewahrung frei. mel-Thiete Berliner Möbelhafle Jordea". 1. GtschM: AdmSrttße 120 am Gartenplatz.* 2.(5ffd)iift:|nnfllihfnßr.ll8 Fabrikgebäude, vis-s-vis Stett. Babnh. Zahlungen nach Ueberciukunft. Todes-Anzeigen Ilm 15. d. M. verstarb mein 1 lieber Mann, unser Bruder, Schwager und Onkel, der Gast- loirt SSZb Marl Raiige nach längerem beiden imSS.LebenZ- jahrc. Die Beerdigung findet am I Montag, den 18. d. MIZ.. nach- mittags 5 Uhr, von der Leichen- Halle des Heilig-Kreuz-Kirchhoses Im Mariendors auS statt. vis trsusrnllen ttintorbliebsnea. tür/, Uhr, von der Leichenballe des Zentral-FriedhoseS au» statt. Um rege Beteiligung ersucht ggSh Ter Vorstand. ZoziMemoIÄderM™ des 6. Oerl. Reichslags-Walilkreises. Todes- Anzeige. Am 15 September verstarb unsere Genossin, Frau Anna Bottsdialh Gerichtstraße 16. Ehre ihrem Andenken: Die Beerdigung findet am Montag, den 18. September, nach- mittags 4'/, Uhr, von der Leichen- Halle deS Philippus-Ülpostel-Kirch- Hofs aus nach dem städtischen Friedhos Mnllcrstraßc, Elke See- straßc, statt. Um rege Beteiligung ersucht 231/1 Der Vorstand. Allen Verwandten und Be- I kannten zur Nachricht, daß meine liebe Frau, unsere gute Mutter und Schwiegcrmuttcr irAnns(jottsdinlk im 15. d. M. verstorben ist. Dies zeigen ticsbetrübt an iViltiolm GoUsebaltl nebst Kindern. Die Beerdigung findet am Montag, den 13. September, nachmittags 4!/a Uhr, von der Leichenhalle des Philipp-Apostel- Kirchhofes, Mülkerstr. 44/45, aus Iiatt. 622b I Sozialdeiiioki'atisciierWalilvereiB Rlxdorf. Den Parteigenossen zur Nach- I rieht, daß unser Mitglied, der I Arbeiter kAuxust Bussian Elsenstr. 84, | am 14. September verstorben ist. Ehre seinem Andenke» l Die Beerdigung findet heute > Sonntag, nachmittags 2 Uhr, vom Trauerhause ans, ans dem Ritz- dorserGemeinde-Friedhos, Marien- | borfei- Weg, statt. Um rege Beteiligung ersucht Ter Vorstand. Slm 14. September, abends 11 Uhr, verstarb nach kurzen schmerzen Leiden mein lieber Man», unser guter Vater, Schwieget« und Großvater, der Sivlosser Bugn Reichardt im 55. Lebensjahre. 56672 DieS zeigen ticsbetrübt an Klara Reichardt geb. Schäser nebst Kindern und Enkelkindern. Die Beerdigung findet am 13. September, nachmittags 4 Uhr, von der Leichenhalle des jüdischen Friedhofes, Weißens«, Lothringer «trake. aus statt. Deutscher Metallarbeiter-Verband Acnvaltnngsstelle Berlin. Todes- Anzeige. Den Kollegen zur Nachricht, daß unser Mitgllcd, der Schleifer Brnst Rehbach am 16. eeptember an Lungenleiden gestorben ist. Ehre seinem Andenken: Die Beerdigung findet am Montag, den t8. September. »achmittags 3 Uhr, von dei Lrtchknhalle deS Zentral-Frted- Hofes in FriedrichSsrlde auS statt. Rege Beteiligung erwartet 123/4 Die Ortöverwaltn««. TanksagnnF. Für die vielen Beweise der Liebe «»ll Teilnahme bei der Beexdjgung meine« unvergeßliche», inni ggeliebten Gallen.»nsereS guten VnterS, deS LagerhallerS Theodor dnnelhlnt lagen wir allen unseren herzlichsten Dank. Ln tiefer Trauer grau Marie Jungblut nebst JHnbcm. Kranken- önterslütZDipereiii der Melallsehleiler uÄSli Ten Mitgliedern zur Nachricht, daß nuser Mitglied Brnst Rehbach verstorben ist. Ehre seinem Andeuke»: Die Beerdigung findet am Man- tag, den 18. September, nach- mittags 3 Uhr. von der Leichen- balle de» städtischen Friedhofs in FiiedrichSselde aus statt. Um rege Beleiligung bittet 594b Der Vorstand. Verband deutscher Gastvirtsgebiiten (Orlsveiwattlmg Berlin I). Nach kurzem Krankenlager ver- schied plötzlich unser altes Mitglied Richard Boemke im Alter von 45 Jahren. Ehre seinem Andenken: Die Beerdigung findet am Montag, den 18. September. »achmillagS 4 Uhr, aus dem Friedhof der Sj. Johannis- Edangelisten-Genitinde, Barsus- jtraße, statt. 295/13 Um rege Beteiligung ersucht Der Vorstand. veutseller Kvrsedner-Vervslld\ Filiale Berlin. Den Mitgliedern zur Nachricht, daß am Freitag, den 15. d. M1S., unser Kollege, der Mützenmacher hermann Thomae nach langer Krankheit verstor- den ist. Ehre seinem Andenken: Die Beerdigung findet am Montag, den 18. September, nachmittags 3'/, Ubr. von der Leichenhalle dcS Elisabeth-Kirch- hoses, Prinzen-Allee(Gesundbrunnen) auS statt. 102/16 Rege Beteiligung erwartet Der Vorstand. Deutscher Holzarbeiter-Verband Den Mitgliedern zur Nachricht, daß unser Kollege, der Möbel- Polierer 86/16 Helnrieb Sprecher Gubener Str. 9 am 14. September im Alter von 50 Jahren gestorben ist. Ehre seinem Andenken! Die Beerdigung findet am Montag, den 18. September, nach- mittags illt Uhr, von der Halle des Zenlral-FriedhojeS in Friedrichs- selde auS statt. Um rege Beteiligung ersucht Die Ortsverwaltung. Danksagung. Für die vielen Beweise herzlicher Teilnahme und die schönen Kranz- spenden bei der Beerdigung unseres lieben Sohnes und Bruders Otto Bunger sagen wir allen Teilnehmern, auch den Kollegen und Kolleginnen der A. E.-G., Brunnenstraßc, dem Meister A r l t unseren herzlichste»» Dank. Ans- Bttniccr nebst Frau nnd Sohn._ Für die zahlreichen Kranzspenden und innige Teilnahme bei der Be- erdigung unsere» lieben Sohnes und Bruders Alfred Feige sagen wir allen, insbesondere dem JligcndaitSschuß, Verein.Freie S chwimmer Ehirrlottenburg- Sängern sowie Herrn Hanaase für die trostreichen Worte unseren herzlichsten Dank. «loktmn Felge, Frau und Tochter. Danksagung. Für die vielen Beweise ausrichtiger Teilnahme und die vielen Kranz- spenden bei der Beerdigung meines lieben ManncS und Väter» .Karl Strauß sage ich allen Freunden, und Be< kannten, besonders dem Berein der Freien Gast- und Schantwirte. dem sozialdemolratischen Nahlvercin Be- zlrl Rummelsburg sowie dem Gesang- verein„Männcrchor-« Rummelsburg meinen aufrichtigsten Danl. 56592 Minna Strauß nebst Kindern Crossener Str. 9/10 Ecke Gärtnerstr. Danksagung. Für die vielen Beweise herzlicher Teilnahme bei der Beerdigung meine» lieben Manne» sage ich allen Freunden und Bekannten, inSbclondcre dem Stadtverordneten Genossen Manasse für die ttostrlichcn Worte am Sarge sowie dem Sozialdcmokralilchcn Wahl- verein, dem Verband der Schuh- mach«, dem Verband der Freien Gastwirte, den Angestellten der Firma Etto Jakob scn.. der 122. Armen- kommission meinen herzlichsten Dank. Witwe JLlna Becker 6176 nebst Kindern. Für die vielen Beweise herzlicher Teilnahme bei der Beerdigung meine» lieben Manne» 5658L Bichard Diesner sage ich allen Verwandten, Freunden »nd Bekannten, dem Redner. Herrn Lamprecht, dem Transportarbeiter- Verband sowie sämtlichen Kollegen der Firmen Staehr u. Co., der Glaser- innung, der Fenster- n. Mesfingputzer- brauche Berlin» u.Umgegend, Lehmann »u Müll«, Darkow, Aniheim u. Co., Nelken und den Freunden und Kollegen aus Alt-Lerlin meinen herzl. Dant. Wvs. Klara Diesner und Kinder. Danksagung. Für die vielen Beweise innigsier Teilnahme bei der Beerdigung meuier lieben Frau MuHe Thoinnc sage ich allen Beteiligten meinen herzlichsten Dank. 012b Adolf Thomae. Danksagung. Für die so zahlreiche»md liebevolle Teilnahme bei der Beerdlaung meine» lieben Mannes sage ich allen Be- teiligte»», insbesondere dem Wahl- verein, dem Transhortarbeiter- verband und den Kollegen d« Fabrik Löwe nieinen innigsten Dank. Um. Mariba Ulm _ nebst Kindern. Danksagung. Für dle vielen Beweise herz- sicher Teilnahme bei der Be- erdigung nnserer lieben Tochter, Schwester und Schwägerin KtaHv Heinize sagen allen Beteiligten unseren herzlichsten Dank. Familie A. Heintze nebst Kindern. Für die vielen Beweise innigster Teilnahme bei der Beerdigung meines geliebten Mannes sage ich allen Ver- wandten. Freunden und Bekannten sowie den Herren Bettlebsleiter, Ober- meist«, Meister und Kollegen der Finna Ullstein»l. Co.. dem Verband der Buchdruckerei-Hilssarbeit« und Hilssarbeitcrinnen sowie dem Gesang- verein Solidarität meinet» tiesge- sühllesten Dank. büSuL Frau Wwe. langhans. Paul Hollmann gestorben 17. 9. 10. Ein Jahr ist vergangen; Uns ist'» wie im Traum, Daß Du uns entrissen, Wir glauben es kaum. Wir haben Dich, Geliebter, Geehrt und geschätzt; In unserer Mitte Wirst Du nie, ersetzt. Familie Deal, Lünevurgerstr. 22. Dr. Simmel Spezial-Arzt für Haut- und Harnleiden. Prinzenstr. 41, fite. 10-2. 5-7. Sonntags 10-12. 2-4. Von der Reise Eurück. 606b Dr. A. 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Raab erschien dieser Tage im Blindenheim und fragte bei den Schwestern an, ob sie vielleicht Bücher einzubinden hätten. Er gab vor, dah die Schwestern des Hospitals in Bingen ihn geschickt hätten. Die Vertreterin der verhinderten Oberin mußte seine Frage verneinen, holte ihm aber, weil er über seine Armut klagte und jammerte, daß er für sechs Kinder zu sorgen habe, und daß seine Frau gestorben sei, ein Almosen. Als sie damit kam, hatte Raab das Empfangszimmer schon verlassen und stand bereits im Hausflur. Er nahm die 50 Pf., die ihm die Schwester reichte, hastig an und verschwand dann in größter Eile. Gleich darauf entdeckte man, daß eine wertvolle Elfenbeinschnitzerei, der„zwölfjährige Jesus im Tempel" verschwunden war. DaS Kunstwerk ist 25 bis 30 Zentimeter lang und IS bis 20 Zentimeter breit. Raab leugnet zwar die Tat, ist aber ohne Zweifel der Dieb. Das außerordentlich wertvolle Bild besitzt er nicht inehr. ''ttf*-■<**&***■■ i1 tWjW W ii> iWM l.i.. 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Hof I, ausgehändigt. Obigen Tariffirmen zur Kenntnis, daß Plakate für die Händler, die Zigarren zu Tariflöhnen und nachweislich nur von Tariffirmen beziehen, den in Frage kommenden Fabrikanten von Montag, den 18. September, ab täglich nachmittags von Va3- 5 Uhr von Unterzeichnetem ausgehändigt werden. 187/13 Der Dertrauensmann. A. Schulze, Große Hamburger Str. 18/1S. Die Marke der Feinschmecker unfer den Rauchern. j Einsegnungs-Anzüge aus Manen und schwarzen Stoffen sowie fertige Herren- und Knaben-Bekleidung; kaufen Sie infolge Selbstfabrikatjon am reellsten u. billigsten bei S. Koffmann, Charlottenburg, 1>?»»» Wllmersdorfer Str. 12, Ecke Schulstraße. SlaB-AnzUge und Paletots von M. 42.— an. Einseenmiers-Anziiee„ n 25.—„ * 1 rw* I Tadzllov IM.' 0 wöchentliche Teilzahlung lietere elegante fertig und nach Mass Garantie für tadellosen Sitz und feinste Verarbeitung. J. Kurzberg MaB-Schneiderel Rosenthaler Str. 40-41 am Hackeschen Markt. Frankfurter Allee 104 Ecke Friedenstrasse. 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J. an die Firma M. Ologau, Berlin, Alte Jakobstr, 73, eingesandt sein, sonst bleiben sie unberücksichtigt Preise. Als Preis ist von mir ein Gesamtbetrag von lU. 500 In Bar ausgesetzt und zwar erhalten die richltgcn Lösungen als 1. Preis 2.. 3.. 4.. 5., ßerner 30 Preise ä 40, ä 40, i M. 50,—— M. 40,--. 30.-—, 20,-=. lO.--. 5,--. 2*1' ——" 50,— baj 40,— bar 30,— bar 20,- bat lO,— bar ISO,— bar 120,- bar HO.— bar Summa M. 500,— dar re CS Entscheidung. Das Recht auf einen Preis für richtige Lösung der Aufgabe bestimmt das Los endgültig am 22. Dezember d. J. bei der Firma M. Glogau, Berlin, Alte Jakobstr. 73. Verteilung. Um den Glucpichen, die richtige Lösungen einsandten, eine ganz besondere Freude zu machen, erfolgt die Verteilung der Geldpreise am II. Weihnachts-Feiertage von 12—2 Uhr mittags, und ist zur Entscheidung am 2?, wie zur Verteilung am 26. Dezember 1911 bei der Firma M. Glogau, Berlin, Alte jakobstr. 73, jedermann herzlichst eingeladen. AhtellunO Oamen-Kostüme, Ulster u. 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Die erste Gruppe hält am Montag, den 18. d. M., eine Bersammlung ab, in der Redakteur Genosse Mermuth refe- rieren wird. Genossenl Sorgt für regen Besuch. Der Vorstand. Tcwpclhof. Dienstag, den 19. d, Mts., abend» b'/g Uhr, im Milhelmsgarlen, Berliner Str. 9 sgroster Saal): Mitgliederveriamm- lung, Tagesordnung: 1. Berichterstattung voni Parteitag, Referent: Genosse Groger-Rixdorf. 2, Diskussion. 3, Neuwahl einer Beisitzerin zum Vorstand. 4. Verschiedenes. Treptow-Baumschulenwcg. Dienstag, den 19. September, abends S'/a Uhr: Mitgli�erverfamnilungen. Abt, I bei Krause, Kiefholz-, Ecke Maricnthaleritraste. Vortrag:„Die Wahlparole für die nächsten ReichStagSwablen". Referent: Heinrich Schacht. Abt. n im Sport- Restaurant", Elsenstr. 116/117, Vortrag.„Zehn Jahre nach dem Sozialistengesetz". Referent: Eniil Lehmann. Vereinsangelegcn- heilen und Verschiedenes.. Der Vorstand. Nicdcr-Schönewcidc. Am Dienstag, den 19. d. M., abends 8'/, Uhr: Mitgliederversammlung des Mahlvereins beim Genossen Schulz, Brückenstr. 13. Vortrag de» Genossen Zenipelburg über: »Verfassungsfragen". Der Vorstand. Nowawes. Mittwoch, den 2t). September, abends 8'/g Uhr, im Schmidtschen Lokale, Wilhelmstr. 41— 43: Versammlung des Wahlvereins. Tagesordnung: 1. Bericht vom Parteitag in Jena. Refe- renlin: Genossin Frau Juchacz-Rixdorf. 2. Diskussion. 3. Geschäft- licheS. 4. Abrechnung vom Sommerfest. 5. Verschiedenes. _ Der Vorstand. Berliner JVaebriebten. Im Tempel der Lust. Immer neue Aulos schießen hervor, gleich hungrigen Hechten. Ich sehe sie kommen und enteilen und wieder- komnien. Und der Strom treibt mich hin, dort hinein, wo die Geigen weinen und jauchzen. Nun bin ich drinnen. Um mich herum wogt und summt und trällert es. Vom Podium herab quillt prickelnde, leichtsinnige Walzermusik wie leise rinnender Herbstregen. Die Musik schweigt, nur der Pianist präludiert mit schwingenden Gesten. Ein junges Weib, mit noch blondem Haar und verblühtem Teint, singt mit dünner, zirpender Stimme. An den Tischen ein wieherndes Gelächter.— Eine neue Nummer.— Tänzelnd kommen sie herein. Eine kleine Blondine und ihr Partner, ein schmächtiger, steifer Neger mit unglaublich dummem Gesicht. Mann und Fmu, wie mir mein Nvchbar zuraunt. Die beiden schlenkern die Beine, haschen und entschlüpfen einander und leiern auf Englisch einen monotonen Gesang herab. Dann folgen drei Schwestern, schwarzlockige Akrobatinnen, die mit lächelnder Miene ge- Jpandt und graziös arbeiten. Mein gut orientierter Nachbar teilt mir mit, daß den drei Mädels in der letzten Stacht die Mutter gestorben sei. Gestorben! Die Mutter! Ich zucke zusammen, schmerzlich getroffen. „Ja, was ist da zu machen," fährt mein Nebenmann gleichgültig fort,„die müssen sich nach ihrem Kontrakt richten, das ist nun mal so im Künstlerleben." Und nun kramt er seine Erfahrungen aus. Von einem Clown, dessen Frau starb, und der einige Stunden später in der Arena das Publikum mit seinen Späßen ergötzen mußte. Und von einem Schauspieler, der sein Weib verloren, und der am selben Abend den„lustigen Witwer" darzustellen hatte.— Tra. gödien, vom Hunger geschrieben! Ein„Komiker" ist ausgetreten. Sein pergamentartiges Jesuitengesicht grinst, als er die schmierigsten Zoten losläßt. Irgendwoher ruft eine freche Stimme:„Saftiger!" Und er wird„saftiger". Ich würge und schlucke, ich möchte etwas ausspeien, etwas häßliches, ekliges. Das Publikum kreischt und trampelt. Die roten Ampeln verbreiten einen rosigen Schein. Ucber den Tischen wogt bläulicher Qualm in langen Schwaden. Prositrufe und feines Gläserklingen. Oben singt eine vollbusige Walkürcngestalt schlüpfrige Lieder. Als „freche Wanze" hat sie sich vorgestellt. Die Pointen ziehen. An den Tischen kickfcrt Und glurkst es. Mitten in einem Kranz von Halbwcltlerinnen japst und keucht, dem Ersticken nahe, ein echter Vollblutagvarier. Mit seinen massigen Fäusten bearbeitet er den Tisch, so gut- hat es ihm gefallen.„Ein schwerreicher Junge!" erklärt mir mein Nachbar.„Der läßt oft an einem Abend mehr Geld hier, als der Türhüter dort im Jahr verdient." Ein schwarzhaariges, rassiges Mädel, im bunten, schillernden Knabenkostiim, tanzt mit sprühendem Teinperament den ungarischen National- tanz. Ein vielseitiges, bewunderndes„Donnerwetter" lohnt ihre Darbietungen. Ich bin müde.- Der Kellner gießt mir das Glas wieder voll. Meine Kehle brennt, und ich mag nicht trinken...Was verdienen diese Mädels in ihrem Beruf?"„In ihrem Beruf meinen Sie?" lautet die Antwort des Gefragten, und er beton� die ersten Worte so eigentümlich.„Für Parfüm und Schminke und auch noch für Wäsche reicht es ja schließlich: aber die Herren, die hierher kommen, lmben fast alle„Blaue" oder auch„Braune" in der Westentasche und knickrig sind sie in der Regel nicht. Soll ich Ihnen mal eine Episode heraus- greifen? Kürzlich kamen abends gegen IV Uhr drei Baulöwen, Grundstückschieber, und legten einen braunen Lappen lauf den Tisch, mit dem Bemerken, daß er bis Feierabend „alle" sein müsse. Das hätten Sie mit erleben sollen! Tie ganze Bude wurde fast auf den Kopf gestellt und die Sekt- pfropfen knallten salvenweise. Um 2 Uhr waren noch zirka 40 Mark übrig." Ich stehe auf und verabschiede mich. Mir hämmert es dumpf im Sfopfe. Tausend Mark in einer Nacht! Mir fallen Zahlen ein, harte, unbarmherzige Zahlen: daß 51 Prozent der Steuerzahler Deutschlands ein Einkonimen von weniger als vvv M. haben, daß der Jahresverdicnst der Industriearbeiter im Durchschnitt etwas über 900 M., der der Landarbeiter kaum übxr 400 M. beträgt, und die Berliner Arbeiterin einen Turchschnittsverdienst von 11 M. pro Woche aufzuweisen hat.---„., Tic Geigen jauchzen lind dazwischen mischt sich gellendes Lachen, heiseres Gröhlcn. Draußen rüttelt der Herbstwind fauchend an Tür und Fenster, und wenn er durch die entblätterten Bäume fährt, klingt es wie leises, verhaltenes Weinen. An nilsere Abonnenten I Wir verlegen am 19. September unsere ZeituiigSspedition von der Bernauer Str. 9 nach der RheinSberger Str. 67, im Laden. Die Hauptexpedition. Neuerung im Postscheckverkehr. Im Postscheckvcrkehr ist soeben eine Neuerung voni Reichspostamt eingeführt worden. Bei Zahlung»- amveisungen kann jetzt die Bestellgebühr vom Aussteller im voraus entrichtet werden. Der Scheckaussteller hat in diesem Fall auf der Rückseite de» Scheck» den Vermerk„bestellgeldfrci" niederzu» schreiben. Der Vermerk kommt an den oberen Rand über dem Vor- druck„Adresse für die Postbefördcrung". Gleichzeitig sind die der Gebühr entsprechenden Freimarken rechts neben den Vermerk zu kleben. Bei Sammelschecks ist der Vermerk in der Anlage neben den Beträgen anzugeben, die bestellgeldfrci ausgezahlt werden sollen. Tie Freimarken sind dann so beizufügen, daß sie beim Postscheckamt abgenommen und auf die Zahlungsanweisung geklebt werden können. Das Scheckamt versieht bei Sammelschecks die Zahlungsantvcisungen mit dem Vexmcrk„bestellgcldfrei" am oberen Rande und klebt die Marke auf. Der Vermerk wird außerdem auf allen ZahlungZ- anweisungcn rot unterstrichen. Es geschieht dies auch bei den Schecks in Kartenform. Die Marken werden natürlich durch Stempel entwertet. Hat der Aussteller des Scheck» den Vermerk„bestellgeld- frei" beigefügt, aber keine Marke aufgeklebt, so holt dies das Post- scheckamt nach und schreibt den fehlenden Betrag zur Last. Wohnt der Empfänger in Bayern oder Württemberg, so ist die Voraus- zahlung nicht zulässig. Die vorausgezahlte Bestellgebühr wird nicht erstattet, wenn der angewiesene Betrag am Bestimmungsorte nicht bestellt, sondern abgeholt wird. Es geschieht dies auch dann nicht, wenn die Zahlungsanweisung unbestellbar ist.— Zum Verzeichnis der Kontoinhaber bei den Postscheckämtern im Rcichspostgebiet ist der zweite Nachtrag erschienen. Er ist nach dem Stande vom 1. September aufgestellt. Das Stück wird von den Postanstalten für 40 Pf. verkauft. Die Ferienkolonie— und der Tod! Der Berliner Verein für Ferienkolonien schuldet der Bevölkerung Berlins noch immer eine öffentliche Erklärung darüber, wie in seinen Kolonien bei vorkommenden Erkrankungen die Krankenpflege gehandhabt wird, und im besonderen, wie sie in diesen Sommerfericn in seiner Kolonie Uebigau gehandhabt worden ist. Ucber die Ferienkolonie Uebigau hatten wir bor jetzt drei Wochen berichtet, daß dort unter den Ferienkolonisten aus Berlin in ihrem Massenquartier eine auffällig große Zahl von Erkrankungen aufgetreten war, die ein Arzt immer wieder für Mandelentzündung erklärt haben soll. Einer dieser Ferienkolonisten, ein Schüler H., wurde als Kranker am 7. August mit auf die Heimreise genommen und in Berlin den Eltern als nur an Mandelentzündung leidend, übergeben, mußte aber zwei Tage später in ein Krankenhaus gebracht werden und starb hier nach zwei Stunden an Scharlach und Diphtherie. Ucber einen anderen jener krank gewesenen Ferienkolonisten von Uebigau, einen Schüler L., wurde zwei Wochen nach seiner gleichfalls am 7. August epfolgten Heimkehr von zwei Berliner Aerzten das Urteil, abgegeben, daß er etwa drei Wochen vorher eine Scharlach- erkrankung überstanden haben müsse. Diese Aufklärung wurde den ahnungslosen Eltern zuteil, nachdem inzwischen von ihren sechs anderen Kindern fünf an Scharlach und eins an Diphtherie erkrankt und zwei der an Scharlach erkrankten gestorben waren. Die erste Scharlacherkrankung hatte in der Familie L. sich am dritten Tage nach der Heimkehr des von seiner„Mandel- entzündung" genesenen Jungen gezeigt, in acht Tagen ivaren dann nach einander alle Geschwister erkrankt, zwei starben schon wenige Tage nach Einlieferung in daS Krankenhaus, die anderen baben bisher noch nicht wieder nach Hause entlassen werden können. Wir erhalten jetzt die betrübende Mitteilung, daß nun- nichr der Familie L. noch ein drittes Kind durch den Tod entrissen worden ist, nachdem es scharlachkrank mehr als vier Wochen im Krankenhause gelegen hat. Die ärztliche Todes- bescheinigung gibt„septischen Scharlach" an. Wir wollen sehen, ob der Vorstand des Vereins für Ferien- kolonien sich wieder in Schweigen hüllen wird. Selbst gegenüber der von schwerem Unglück heimgesuchten Familie L. hat er es bis auf den heutigen Tag noch nicht für nötig gehalten, ihr auch nur eine einzige Zeile zukommen zu lassen, die ein Br- dauern ausgesprochen hätte. Dabei hatte die Mutter bereits nach den beiden ersten Todesfällen hiervon den Kolonieleiter, einen Berliner Gemeindcschullehrer, in Kenntnis gesetzt. Ueberdies war schon in unserem ersten Artikel, der dem Vereinsvorstand ebenso wie die folgenden sofort bekannt geworden sein wird, die genaue Adresse der Eltern angegeben. Wir wiederholen sie jetzt: es handelt sich um die Familie des Arbeiters L a d e w i g, Freienwalder Straße 31/32. Aber auch weit über den Kreis der Nächstbeteiligten hinaus muß der Wunsch rege werden, daß aus dem Verein für Ferienkolonien cndlicb eine Aeußerung über jene traurige Angelegenheit komme. Alljährlich wendet dieser Verein mit ver Bitte um milde Spenden sich an alle Kreise der Bevölkeru'.g i— und alle Kreise der Bevölkerung, nach Kräften auch die Arbeiterklasse, beteiligen sich an der Aufbringung der Mittel. Alljährlich trägt auch die Stadtverlvaltung zu den Iln- kosten der Entsendung von Ferienkolomsten bei und greift in den Steuersäckel, der aus allen Kreisen der Bevölkerung gefüllt wird. Da geht es nicht an, daß der Verein für Ferienkolonien sich nnt Schweigen zu helfen sucht, wenn aus einer seiner Kolonien Miß- stände bekannt werden. Der Oeffentlichkeit ist der Verein Rechenschaft'schul- d i g, Antwort auf eine Reihe von Fragen, die sich gegenüber den Ucbigauer Vorkommnissen jedem aufdrängen müssen. Wie stebt es in den Ferienkolonien um die Krankenpflege? Wie sind in der Ferienkolonie Uebigau die Erkrankten gepflegt worden? Wir haben schon in Nr. 297 mitgeteilt, daß an ibrer Pflege s i ch ein dreizehnjähriger Knabe beteiligt hat, der den Kranken, wenn der Kolonieleiter mit den anderen Jungen spazieren gehen mußte, Umschläge machte. Ficbertemperatur maß usw. Das ist»n? immer wieder als Tatsäcke bestätigt worden in den Familien, bei denen>vir UNS inzwischen noch Auskünfte geholt haben, nachdem durch Vermittelung unserer Leser uns weitere Adressen von Ferienkolonisten bekannt geworden waren. Warum wurde nicbt, da immer neue Erkrankungen an„Mandel- entzündung" auftraten, eine berufsmäßige Krankenpflege be- schafft? War eS zufällig, daß ein dreizehnjähriger Knabe die Pflege ausübte? Ist es möglich, daß so etwas auch in anderen Ferienkolonien vorkommen könnte? Im Interesse der Tausende von Berliner Kindern, die der Verein all- jährlich in seine Kolonien schickt, muß hier Aufklärung gefordert werden. Aufklärung li.aß auch darüber gefordert werden, welche Vorkehrungen zur Isolierung Kranker in den Ferienkolonien getroffen werden. In der Kolonie Uebigau lagen Kranke bei Gesunden in dem gemeinsamen S ch l a s s a a l, nur in einzelnen Fällen wurden sie für einige Zeit in das besondere Zimmer des Leiters gelegt. Kam kein Mensch auf den Gedanken, daß die sich häufenden Erkrankungen vielleicht doch nicht„Mandelenkzündnng" wären? Hielt niemand es für nötig, einmal einen anderen Arzt um ein Gutachten zu er- suchen? Regte sich keine Besorgnis, daß vielleicht Schlimmeres vorliegen und eine ansteckende Krankheit schwererer Art sich unter den Kindern verbreiten oder bei ibrer Heimkehr in die Familien hineingetragen werden könnte? Ter Knabe Ladewig, dessen„Mandelentzündung" hinter- her von zwei Berliner Aerzten für Scharlach erklärt worden ist. wurde in der Ferienkolonie nach eingetretener Besserung in einem Waschfaß gebadet, wobei der Kolonieleiter ihn hielt und zwei andere Knaben den Ladewig mit Wasser bespülten. Selbstver- ständlich hätte der Leiter das nicht zugelassen, wenn schon damals ein Arzt eine Scharlacherkrankung angenommen yälte. Und selbst- verständlich hätte die Familie Ladewig den heimgekehrten Jungen nicht zu seinen Geschwistern gelegt, wenn sie etwas Derartiges gc» ahnt hätten. Ein Wärt noch über die Familie Lad ewig! Die Eltern halten eS für zweifellos, daß aus der Ferienkolonie ihr Sohn ihnen den Tod ins Haus getragen hat. Schwer lastet ans ihnen der Verlust der drei Kinder. Aber auch die Notlage, in die sie durch das jäh hereingebrochene Unglück geraten sind, wird hart von ihnen empfunden. Bon sechs erkränkten-Kindern starben zwei nach wenigen Tagen, eins nach mcbr als vier Wochen. Für dieses Kind und für die drei anderen sind bisher Krankenhaus- kosten für zusammen 129 Tage entstanden, das macht 369 M. Mit den Kosten für drei Beerdigungen im Gesamtbetrage von.ettva 149 M., die die Familie selber bezahlt, stellen sich die Gesamtauf- Wendungen bisher auf rund 399 M. Das ist ein Drittel ihres Jahreseinkommens! Die Bezahlung der Kranken- hauskosteu, die sich durch die weitere Verpflegung der drei noch nicht entlassenen Kinder noch steigern, wird der Familie für lange Zeit bittere Entbehrungen auferlegen. Schulausstellung. Mit der Deutschen Lehrerver- sammlung, die Pfingsten 1912 in Berlin tagen wird, soll wieder eine Schulaus st ellung verbunden werden, die bei- spielsweise auch auf dem Gebiete der Schulhygiene manches Jnter- essante verspricht. Ein Teil der Ausstellung wird sich den Bc- suchern als„Heimatkundliche Ausstellung" zeigen. Da sich dazu eine Vorprüfung des Ausstcllungsmaterials notwendig machte, vcr- anstaltete der Berliner Lehrcrverein unter reger Beteiligung der Berliner Lehrerschaft eine vom 2. bis 16. September dauernde Heimatkundliche Ausstellung im Städtischen S ch u l m u s c u m. die mit aller Deutlichkeit zeigt, wie dem Heimat- kundlichen Prinzip im gesamten Schulunterrichte Rechnung gc- tragen werden könne. Verschiedene Vorträge und Lektionen wiesen für die Durchführung deS Prinzips praktische Wege.— Der größte Teil der ausgestellten Objekte ist von Berliner Lehrern gesammelt. präpariert und auch auf seine praktische Verwendbarkeit hin erprobt. Di? Besichtigung der Ausstellung wird 1912 jedem Interessenten möglich sein, da sie sich nicht nur an die Lehrerscbaft wendet, sondern der gesamten Oeffentlichkeit zugänglich sein wird. Ein schweres Bauunglück ereignete sich gestern vormittag auf dem Grundstück der Allgemeinen Elektrizitäts-Gesellschaft in der Sickingenstr. 71. Dart haben das Baugeschäft von Boswau u..Knauer und die Bcrlin-Anhaltische Maschinenfabrik eine neue Anlage ausgeführt. Gestern vormittag brach, wie es heißt infolge einer Explosion des Gasofens, der im Bau fertige Schornstein zusammen und begrub mehrere Personen unter seinen Trümmern. Getötet wurden der Ingenieur Werner, der Monteur Wiegand und der Arbeiter Kuhlmeyer. Schwer verletzt der Ingenieur Spitzer, aus der Sachscnwaldstraße zu Steglitz und der Arbeiter Kubiak. Außerdem trugen mehrere Per- sonen leichte Verletzungen davon. Die Leichen der Getöteten wurden beschlagnahmt und nach dem Schauhause gebracht; die beiden Schwerverletzten liegen im Krankenhause Moabit. Zu dem Unglück werden folgende Einzelheiten mitgeteilt: Auf dem Grundstück der A. E. G. in der Sickingenstraße wird von BoLwau u. Knauer ein großer Seitenflügel aufgeführt, der zur Herstellung von Glühlaniipen dienen soll. Die Maschinen liefert die Berlin-Anhaltische Mäschinen-Mtieugesellschaft. Zu der neuen Anlage gehört ein 39 Meter hoher Zwillingsschornstein, der an einer Seite noch mit einem Gerüst versehen ist. Gestern vormittag ar- beiteten mehrere Leute aus einer 3 Meter hohen Arbeitsbühne, von der aus auch die Maschinenanlagen in den Seitenflügel eingebaut werden. Während andere Arbeiter und Ingenieure am Fuße des Schornsteines standen, fiel dieser, 19 Minuten nach 11 Uhr, in seiner oberen Hälfte plötzlich auseinander, und ein Hagel von Steinen und Steinmassen prasselte herunter. Sie verletzten die auf der Arbeitsbühne beschäftigten Leute an den Köpfen, durch- schlugen die Bühne und trafen auch die am Fuße stehenden Per- sonen. Feuerwehr, Polizei und Arbeiter der A. E. G. und der benachbarten Ludwig Löweschen Fabrik vereinigten sich, um die Verunglückten schleunigst unter den Trümmern hervorzuholen und ihnen die erste Hilfe zu leisten. Leider waren drei gleich tot: der Diplomingenieur Karl Werner, Helmholtzstr. 14, der Monteur Helmut Wiegand, Fehmarnstr. 3 und der Arbeiter Karl Kuhlmcycr aus der Rostocker Str. 41. Ihre Leichen wurden einstweilen an der Unglücksstätte gebettet, um später nach dem Schauhause abgeholt zu werden. Die Verletzten wurden alle mit schleunigst herangeholten Wagen nach dem Krankenhause Moabit gebracht. Ter Ingenieur Bernhard Spitzer aus der Sachsenwaldstraße zu Steglitz mußte tvcgen der Schwere seiner Verletzungen im Krankenhause bleiben. Tie anderen konnten, nachdem sie einen Verband erhalten hatten, nach ihrer Wohnung entlassen werden. Es sind der Mpnteur Adolf Wendisch aus der Liebigstr. 38 und die Arbeiter Thomas Kubiak aus der Breslauer Str. 27, Paul Kernbach aus der Waldstr. 34 und Willi Tieck aus der Münchcncr Str. 44 zu Rixdorf. Die Unglücks- statte wurde sofort abgesperrt. Zur Untersuchung des Unfalls er» schienen alsbald Beamte der Gewerbeinspektion und der Bau- abteilung dcS Polizeilpräsidiums. Das Unglück ist wahrscheinlich auf eine Expiosion zurückzuführen. Die Staatsanwaltschaft wuvde ebenfalls benachrichtigt. Der Betrieb der A. E. G. wird von dem Unglück nicht berührt; die Neuanlagcn wurden ja noch nicht benutzt. Die Firma Boswau u. Knauer teilt uns in einer Zuschrift mit, daß die Schornsteine gestern mittag 11 Uhr fertiggestellt ivnren. Dann habe der leitende Ingenieur der Firma Berlin-An- keltische Maschinen-Aktiengesellschaft Gase in den Schornstein ge- leitet, und diese seien in dem frisch fertiggestellten Schornstein zur Explosion gekommen. Die eine Hälfte des Schornsteins sei hierbei vollkommen auscinandergerissen worden, und zwar in einer Höhe von 29 Meter. Aufsehenerregende Betrügereien auf dem Berlmer städtischen Schlachthofe. Gegen eine Anzahl Schlncdthofbeamte ist eine Unter- suchttilg wegen Schiebungen von Schlachtscheiuen für Rinder. Kälber und Hammel eingeleiter worden. Es handelt sich, wie die„All- gemeine Fleischer-Zeituug" erfährt, darum, daß seit inehreren Jahren alte Schlacblscheine von neuein verwendet und auf diese Weise die SckilackNgebühren der Kasse der Schlachchosverwaltung entzogen sind. Wie hoch sich die Summe belauft, um welche die Stadtverwaltung durch diese Betrügereien geschädigt worden ist und lwieviel Personen dabei beteiligt sind, dürfte die eingeleitete Untersuchung er- geben. Ein gesäbrlicher ProvisionSschwindler wurde gestern von der Rixdorfer Kriminalpolizei in der Person des 43jährigcn Kauf- mannS Ariur Bohnstcdt aus der Trcptowcrstr. 94 verhaftet und dem Untersuchungsgefängnis zugeführt. Bohnstcdt ist bereits 17 mal wegen Betrug und Urkundenfälschung vorbestraft. Seit vielen Jahren treibt dieser unverbesserliche Schwindler sein Unwesen, und zwar geht er in folgender Weise vor: Er inseriert in den Zeitungen, datz er Käufer für Kolonialwaren- und Grünkramhandlungen sowie Destillationen an der Hand habe. Wenn sich hierauf jemand meldete, so führte der Schwindler dem Verkäufer gleich einen kauflustigen Mann vor, der in Wirklichkeit aber ein mit ihm unter einer Decke stehender zahlungsunfähiger Kunde war. Gleich nach Abschluß des Geschäfts ließ sich Bohnstedt die meist nicht unerhebliche Provision zahlen, um mit seinem Käufer zu verschwinden. Auf diese Weise schädigte er eine große Anzahl Leute. Aber nicht nur in Berlin, fondern auch außerhalb versuchte er, meist mit Erfolg, seinen Trick. So ist auch aus München eine Anzeige bei der NUxdorfer Kriminalpolizei eingelaufen. Bohnstedt wurde dabei gesaßt, als«r eine Frau Methke in der Trcptowerstraße veranlassen wollt«, als Käuferin aufzutreten. Frau Methke lehnte die Zumutung des Schwindlers nicht nur ab, sondern zeigte ihn auch der Polizei an, die daraufhin seine Verhaftung vornahm. Todessprung cineS Greises. Aus bisher unbekannten Gründen verübte gestern früh der 84 Jahre alte Stellmachermeister Karl Kr a tz in seinem Wbhnhause, Friedrichsgracht S8, Selbstmord. Der Greis stürzte sich kurz nach 4 Uhr aus einem Fenster des dritten Stocks auf den Hof hinab, wo er mit zerschmetterten Gliedmatzen liegen blieb. Als ein Arzt der Unfallstation Am Spittelmarkt eintraf, war Kratz bereits gestorben. Die Leiche wurde von der Polizei beschlagnahmt und nach dem Schauhause geschafft. Arbciter-Samariter-Kolonne Groß-Berliu. In dieser Woche finden folgende Lehrabende statt: Abteilung 1: Drcsdenerstraße 45, am Montag, den 18. September; Abteilung 5: Rixdorf, Erkstr. 8, am Mittwoch, den 20.; Abteilung 4: Lichtenberg, Scharnweberstr. 60, am Donnerstag, den 21. In allen Abteilungen ärztliche Vorträge über die Tätigkeit der Organe des Menschen(Physiologie). Beginn abends 9 Uhr. Kursustcilnehmer könn«n noch eintreten. Gäste Willkommen. Die diesjährige Herdstousstellung des Verbandes der Lauben- kolonisten findsi am 17. und 18. September in den Sophiensälen. Sopdienstr. 18, statt. Der Eintrittspreis beträgt 49 Pf. Die Aus- stellimg ist geöffnet am Sonntag, den 17., von 12 Uhr mittags bis 11 Uhr abends, und am Montag, den 18., von 1 Uhr mittags bis 19 Uhr abends. Der Arbeitcr-Athleten-Pund hielt am 14. September eine gut besuchte öffentliche Versammlung ab, in der nach einem Vortrag des Herrn Dr. Max Schütte über Sport und Spiel folgende Resolution angenommen wurde: Die am 14. September in Alt-Berlin tagende Athletik-Sport-Versammlung erklärt sich mit den Ausführungen der Referenten einverstanden und drückt ihr Bedauern da über aus, daß noch so viele Sportgenosicn unseren Bestrebungen fernstehen. Die Versammelten verpflichten sich, ihre ganze Kraft für die Agitation einzusetzen, und fordern alle sportt»eibenden Arbeiter auf, sich der Organisation des Arbeiter-Athletcn-Bundes Teutschlands anzuschließen. Der Arbeiter-Athlcten-Bund ist die einzige Athletik-Sport-Vereinigung, welche bestrebt ist, den Sport in vor- nunflgemäßer Weise ihren Mitgliedern zugänglich zu machen. Vorort- Nach richten. Nehmt Einsicht in die Stadtverordnetcnwählerlisten, die heute Sonntag und bis zum 30. September in Rixdorf, Lichtenberg und Wilmersdorf zu jedermanns Ein ficht öffentlich auslicgen. Die Auslegung erfolgt für Rixdorf heute von 8 bis 10 Uhr vormittags im städtischen Wahlburcau, Rathaus. Berliner Str. 62— 64, für Lichtenberg von 9—12 Uhr ini großen Sitzungssaale des Rathauses, und für W i l m e r s d o r f von 9— 12 Uhr in der Gasteiner Str. 11, 2 Treppen. Sichere sich jeder Konrmunalwähler durch ..die Einsichtnahme in die Liste sein Wahl rocht!_ Wilmersdorf-Halensee-Schmargendorf. Dclegiertcuwnhlen zur hiesigen OrtS-Kraukciikasse finden am Dienstag, de» 19. September, abends von 6—�3 Uhr, im Ge- scllschaftsh uise, Wilhelmsaue 112, statt. Z» wählen sind 51 Vertreter der Arbeitnehmer. Wahlberechtigt sind alle diejenigen, welche Mitglied bei der Wilmersdorfer Orts-Krankenlasse sind und das 21. Lebensjahr er- reicht haben. Als Legitimation genügt der Anmeldeabschnitt oder eine Be- scheinigung des Arbeitgebers. Versäume niemand die Wahl! Auch bitten wir die Kollegen und Genossen, die in Betracht kommenden Personen auf den Arbeits- stätten auf diese Wahl aufmerksam zu mackien. Es ist die letzte Wahl vor Jnkrasttreten der neuen Reichs- Versicherungsordnung und daher doppelt wichtig. Die Gewerkschafls-Unterkommission. Ein gewaltiger Dachstuhlbrand kam gestern(Sonnabend) abend 6 Ubr am K u r f ü r st e n d a m in 145 auf Wilmersdorfer Gebiet zum Ausbruch. Auf mehrfachen Alarm rückte die gesamte Wilmers- dorfer Wehr unter Führung des BrandinspcktorS Dannehl an der Brandstelle an. Der Löschangriff erfolgte sofort mit mehreren Swlauchleitungen und wurde so geführr, daß die Nachbargebäude geschützt werden konnten. Nach einstiiiidigem Wassergebcn waren die Flammen erstickt. Unfälle sind bei den Löscharbeilen nicht vor- gekommen. Nach Ansicht der HansbeivoHiier liegt wieder Brandstiftung vor, wenn auch bestimmte Feststellungen nicht mehr gemacht werden konnten. Charlottenburg. Ein Kunstabcnb, der dem Dichter Wolfgang v. Goethe g- widmet ist, findet am Sonnabend, den 2 3. September, abends 8 Uhr, im Volkshause, Rosinenstr. 3, statt. Nach einem Vortrage von Herrn Jul. Bab über Goethe werden Rezitationen von Herrn Emil Kühne und Gesangsvorträge von Frau Gina Goetz-Lcvy zu Gehör gebracht. Später Tanz mit 25 Pf. Nach- Zahlung. Eintrittskarten zum Preise von 39 Pf. sind bei Scharrnberg, Seescnheimer Str. 1, Wilk, Kirchftr. 39(Zigarren- laden), wie im Volkshaus« und an anderen bekannten Stellen zu haben. Um zahlreichen Besuch bittet Ter BildungSausschuß. Zehlendorf(Wannseebahn). Tie letzte Gemeindcvcrtrcterützung beschäftigte sich zunächst mit der Festlegung des Planes und des Kostenanschlages für den Bau der Obcrrealschule. Die Kosten wurden mit 578 999 M. g«- nishmigt. Tarin sind enthalten: Für Architektenhouorar 24 999 M., für Bauleitung und persönliche Kosten 7899 M., sächliche Kosten 2999 M. Dazu kommen dann noch die Kosten für die Herstellung des Tirektorwohnlstiuses/mit etwa 47 999 M., Jnventarbeschaffung 50 999 M. und einiges andere, so daß sich die Aufwendung für den Bau auf rund 799 999 M. stellen wird. Die Kosten sollen durch Aufnahme einer Anleihe gedeckt werden. Da sich über die Art der Ausführung eine Einigung nicht erzielen ließ, soll die Kunstkom- Mission sich gutachtlich äußern und dann in einer späteren Sitzung Bcsct-luß gefaßt werden.— Tie schwierige Finanzlage hat die Ge- Oberrealschule wurde die Gründung zweier neuer Oberlehrersteven beschlossen. Kosten insgesamt 7899 M. Eine neue DeSinfektions- gcbührenordnung wurde beschlossen, aus der hervorzuheben ist, daß die Gemeinde Wohl die Kosten für die auf polizeiliche Anordnung ausgeführten, ferner für die bei Wohnungswechsel lungen- oder kehlkopftubcrkulöser Personen notwendigen Desinfektionen trägt, jedoch nicht die Kosten für Desinfektionen jeder Art in Kranken- Häusern und ähnlichen Anstalten. Die näckste Vorlage betraf eine Polizeiverordnung betreffend das Aufstellen von Zirkussen, Rummelplätzen usw. Sie war auf Anregung des Landrats cnt- standen und soll eine Handhabe bieten gegen Belästigungen und verkehrspolizeilichc Schwierigkeiten, die sich vielfach bei solchen Aufstellungen ergeben haben sollen. Nach längerer Debatte, in der zum Ausdruck kam, daß Zehlendorf,„Pensionopolis", ein Ort sei, in dem die Einwohner Ruhe und Erholung haben müßten, infolge- dessen gegen das Rummelwesen energisch eingeschritten werden müsse, tourde die Vorlage auf Antrag Münzcr dem gemifcbten Ausschuß überwiesen. Auf Antrag des Rektors der Gemeindcschule wurde die Teilung der 6. Mädchenschu! klaffe beschlossen. Zur Bekämpfung der Obstbaumschädlinge wurden der Obstbauschutzvereini- gnng wiederum 399 M. überwieien. Die überall jetzt infolge des Vorgehens des Abgeordnetenhauses und einer Anregung des Kultusministers zutage tretende Sucht, die freie Jugendbewegung zu bekämpfen, hat zu einer Vorlage geführt, Mittel zur Jugend- pflege zur Verfügung zu stellen. Die Vertretung beschloß, 399 M. �dem Ortsausschuß für Jugendpflege zu überweisen. Nur dürfte nicht diel daraus werden, da die Mittel aus„den zu erwartenden Ueberschüssen des Jahres 1912" genommen werden sollen, die vor- anssichtlich sich nicht einstellen dürften. Es sollen drei weitere Sicherheitsbeamte eingestellt werden. Vermutlich weil bei der fort- gesetzt stattgefundenen Vermehrung die Herren Spitzbuben so glän- zendc Geschäfte gemacht haben. Friedenau. Achtung, Gewervegerichtswahl. Wir machen noch einmal auf die morgen, Montag, von 2 bis 8 Ubr nachmittags, im Restaurant„Hohenzollern", Handjerystr. 64, statlfindende Gewerbegerichtsbeisitzerwahl aufmerksam. Da eine Gegenliste aufgestellt, ist es Pflicht eines jeden klassenbewußten Ar- beiters, sein Wahlrecht auszuüben. Die Liste der Gcwerkschafts- unterkoinmission beginnt mit dem Namen Friedrich Bauer, Werkzeugmacher, und endet mit Gustav Wruck, Dreher. Vergesse niemand die von der Polizei oder dem Arbeitgeber ausgestellte Bc- scheinigung mitzubringen. Lankwitz. „Das sozialdemokratische Kommnnalprogramm und die Miß- stände in der Gemeinde", dieses Thema war Gegenstand der Er- örterung in einer öffentlichen Versammlung. Ter erste Punkt wurde vom Gcmeindevertreter Kubig behandelt. Seine Ausführun- gen fanden reichen Beifall. Zum zweiten Punkt nahm Gemeinde- Vertreter Radike das Wort. Derselbe brachte zur Sprache, daß durch schlechte Arbeiten bei den Schulbauten die Gemeinde erheblich be- nachtciligt worden sei. Bei der Turnhalle»des Gvmnasiums seien der Gemeinde allein 5999 M. Reparaturkosten entstanden. Wären die Arbeiten einigermaßen beaufsichtigt worden, so hätte das nickt vorkommen können. Des weiteren stellte Redner fest, daß im Gym- nasium 249 Schüler unterrichtet werden, wovon die Hälfte aus- wärtige seien. Ter Zuschuß der Gemeinde für jeden Gymnasial- schüler betrage 3 8 3 M. und für jede Schülerin der höheren Mädchenschule 2 6 3 M., während jeder Gcmcindeschülcr 129 M. Kosten verursacke. Tie Po'izeikosten, die im Jahre 1996 biy 1998 durchschnittlich 6871 M. ausmachten, betragen in diesem Jahre 46 499 M. Zu bemerken sei noch, daß für das Festmahl bei der Eröffnung des neuen Rathauses von der Gemeinde zirka 3999 M. ausgegeben worden sind. Nicht so spendabel zeigten sich die bürger- lichen Vertreter, wenn eS sich um soziale- Zwecke handele. Die Ver- sammlungsteilnehmer protestierten lebbaft gegen ein solckes Wirt- schaften mit Gemei'ndemift?ln und versprachen, dafür einzutreten, daß bei künftigen Gem'eindewahlen mehr sozialdemokratische Ver- treter ins Lttsparlament einziehen. � Der erste Lichtbildervortrag des Genossen Graf über:„Die Geschichte unserer Erde" findet morgen, Montagabend, pünktlich 8X' Uhr, bei Prochazka statt. Es wird erwartet, daß die Genossen mit ihren Frauen die Vorträge besuchen. Teilnehmerkarten zum Gesamtprcise von 59 Pf. sind noch bei den Bezirksführern zu haben. Personen unter 13 Jahren haben freien Zutritt. Der BildungsauSschuß. Martendorf. Die letzte Gcincindevertrcterfitziing brachte gleich zu Beginn eine von bürgerlicher Seite veranlaßte Geschäflsordnungs- debatte, in der lebhaft die von unseren Genossen schon oft gestellte Forderung erhoben wurde, für die Zukunft bei der Uebersendung dep Tagesordnung an di,. einzelnen Mitglieder der Vertretung die Bcratungsgegenstände so zu spezialisieren, daß jeder weiß, um was es sich handelt. Ter Gemeindevorsteher nahm nicht einmal Ver- anlafsung, daraus zu antworten, sondern ging schweigend, als sei nichis gesckehcn, zur Tagesordnung über. Leider wurde gegen eine derartige Behandlung kein Protest erhoben. Nach Erledigung einiger Baudispenssachcn standen wieder einmal Feuerwehr- angelegenheiten aus der Tagesordnung. Diesmal handelte es sich zuerst um die kürzlich in Südcnde angelegte Sirene, die nun, nach- dem man erkennen mußte, daß der Ort derselben, das Feuerwehr- gebäude in Südcnde, äußerst ungünstig liegt, wieder verlegt werten soll. Ausersehen für den neuen Platz ist das Bahnhofsgebäude in Südcnde, wozu man aber erst wieder die Genehmigung des Eisen- bahnfiSkus einholen muß. Wenn der Fiskus nicht will, muß man sich eben nach einem anderen Platz umsehen. Hieran schloß sich noch eine Debatte über den letzten großen Brand, bei der neben der Forderung, die sckon vor einem halben Jahre gekaufte zweite mechanische Leiter endlich heranznschaffcn, von unseren Genossen dringend verlangt wurde, daß endlich und beschleunigt der Bau des Feuerwehrdienstgebäudes vorgenommen werden soll. Ter Ge- nieindcvorstcher erklärte, daß ja die eingereichten Entwürfe zurück sind und in einer der nächsten Kommissionssitzungen beraten werden können.— Bcscklossen wurde, beim Umbau der Grotzbeercnstraße die Bäume nicht fortzunehmen, sondern den Ausbau so zu ge- stalten, daß in Richtung der Baumreibe ein rcckts und links gehender, je 59 Zentimeter breiter umgitterter Nasenstreifen an- gelegt wird, um den wiederum das mit Mosaik gepflasterte Trottoir gehen soll. Leider ist die Verwaltung erst jetzt richtig dahinter ge- kommen, nachdem man in mehreren Straßen bei der Regulierung prächtige Baumreihen einfach umlegte.— Mehrere Beschwerden mit Ersuchen um Abhilfe lagen vor über die Teiche am Park- rcstaurant Südcnde, die jetzt sehr weit ausgetrocknet sind und nicht gerade sehr angenehme Genick« verbreiten— es sind stehende Ge- wäiser, in die die Gemeinde einen Teil ihrer Schmutz- und Regen- Wässer ableitet. Die Debatte über die Art der Abänderung und über die Frage, ob die Gemeinde dazu gesetzmäßig verpflichtet sei, war eine lange und lebhafte. Man einigte sich dahingehend, daß eine Besichtigung an Ort und Stelle vorgenommen weiden soll. Bei dem Antrag auf Errichtung eines Krematoriums teilte der Gemeindevorsteher mit, daß die Stadt Schönebcrg den Wunsch hege, mit den westlichen Vororten darüber zu verhandeln. Vom Genossen Weber wurde die Anregung freundlich begrüßt und die Unterstützung in jeder Weise zugcsickert. Damit würde gerade der in hiesiger Gemeinde unhaltbare Zustand beseitigt, wonach Dissidenten usw. auf dem Friedhof der Kirchengcmcinde begraben werden müssen. mcindeverwaltung vor die Notwrirdigkeit gestellt, Umsckau nach Auch die bürgerlichen Herren sp acken sich für den Bau aus. jedoch neuen Einnahmequellen zu halten. Als geeignetes Objekt wurden wurde von einem B.scklnß Abstand genommen, da der Gemeinde- die Schuldgeldsätze angesehen, die dann auch nach längerer De- Vorsteher hierzu in einer geheimen Sitzung noch vertranlicke Mit- batie von 139 auf 169 M. erhöht wurden. In der Debatte wurde teilungen maeben wollte.— Auf den Antrag der Gemeinde Marien- besonders auf Gr.-Lichterfslde, Steglitz un-d Grunewald verwiesen, dorf an den Kreisausschutz, zum Umbau des Mariendorfer Bahn- wo entsprechend hohe Schulgeldsätze sind. Die Gesamteinnahmen aus diejer Erhöhung sind mit 83 990 M. angenommen. Für die Hofs Zuschüsse zu leisten, ist vom Landrat der Bescheid ergangen, daß der Kreis hierzu nicht beisteuert.— Die Bewohner des Orts- teils Südende verlangen die Anstellung eines weiteren Nacht- Wächters, da die nächtlichen Einbrüche hier überhand nehmen. Des- gleichen wurde der Antrag gestellt, sämtliche Nachtwächter mit Hunden auszustatten, durch die man eine erhöhte Sicherheit er- wartet. In kurzer Debatte wurde die Anstellung eines weiteren Nachtwächters in Südende beschlossen, über die Anschaffung von Hunden sollen erst noch Erhebungen vorgenommen werden. Wannsee. VcrkehrZfragcn. Vor einigen Tagen hatten hier einige bürger- liche Vereine eine öffenlliche Versammlung einberufen, weil sie mit der Gemeindevertretung in ihrer Haltung in Verkebrsfragen unzu- frieden waren. Der hier von einer Privatgescllsckast gefahrene AuioomnibuS, der den Verkehr vom Bahnhof nack dem unteren Orts- leil vermittelr. will am 1. Oktober seinen Betrieb einstellen. Da die Gemeindeverlreter jetzt erklärten, kein neues Verkehrsmittel schassen zu können, herrscht in der Bevölkerung begreifliche Erregung. Ein Dringlickk.ilsamrag von bürgerlichen Vereinen an die Gemeinde- Vertretung wurde in die nicktöffentliche Sitzung verwiesen. In einer von unseren Genossen in dieser Woche einbernscnen össentlichen Ver- sommlung wurde zum Ausdruck gebracht, daß eine Aenderung der Verhälini'sse erst dann herbeigeinhrt werden wird, wenn ein sozial- demokratischer Vertreter in die Gemeindevertretung einzieht. Zum Schluß wurde dann eine Resolution angenommen, die an die Ge- meindevenretuiig gesandt werden soll und in der verlangt wird, daß unbedingt am 1. Oktober für eine andere VerkehrSgetegenhcit Sorge gelragen werden müsse. � Trebbin(Kreis Teltow). Aus der Stadtvcmbnetcnlibung. Einstimmig würbe ans An- trag mehrerer Bürger beschiossen, in Anbetracht der Trockenheit und ihrer Folgeerscheinungen die Verpachtung von Waldstreu in diesem J« hr zu gestatten. Es' darf aber nur geharkt werden; auch muß die Abfuhr bis zum 1. Januar erfolgt sein. Tie Schützengilde hatte die Stadt um Stiftung eines Stadt-Ehrentpreises aus Anlaß der Einweihung des neu erbauten Schützcnhauscs am 13. bis 15. August ersucht. Der Magistrat hatte sich hierzu bereit erklärt Genosse Richter warf die Frage auf, ob hier nicht der§ 44 der Städteordnung angezogen werden müsse. Der Bürgermeister sowie mehrere Stadlverordnete bestritten dies, worauf man zur Debatte überging. Genosse Richter betonte noch, daß der Magistrat sonst nicht so freigebig sei. So habe derselbe z. B. den Kommissions- antrag, das BürgcrrechtSgeld herabzusetzen, unter folgender Moli- vicrung abgelehnt: Es gehen hier der Stadt 249 M. verloren, wo- für keine Deckung vorhanden ist, deshalb muß der Antrag abgelehnt werden. Heute sollen aber 199 M. an einen Vergnügungsverem bewilligt werden. Ein solcher Antrag müsse konsequcnterweise ob- gnehnt werden. Ter Bürgermeister suchte noch den Ausdruck des Genossen Richter, als habe man eS hier mit einem Vergnügungs- verein zu tun, zurückzuweisen, worauf ihm von unserem Genossen angemessen gedient wurde. Ebenso fertigte er den Ausspruch dcS Herrn Samuel ab, daß das Schützenlokal doch für jedermann zur Verfügung stehe, indem er betonte, daß dem nicht so sei, der Ar- beitcrschaft Trebbins wäre dieses Lokal verschlossen. Bei der Ab- stimmung wurden die 199 M. mit 9 gegen 7 Stimmen bewilligt. Allseitigen Unmut rief die Ablehnung des Antrages um Wechsel- weise Abhaltung des Holzauktionslokales hervor. Die Versuchs- Artillerie-Prüfungskommisjion lehnt jede Unterhandlung, bei Sperrungen einen bestimmten Entschädigungssatz zu zahlen, ab, da ihr inzwischen zu hohe Entschädigungen Betroffener eingereicht worden sind. Genosse Richter führte noch Klage über die unver» antlvortliche Vernachlässigung unserer Parks und Schmuckplätze. Kalkberge- Rüdersdorf. Als Leiche wurde der seit kurzem verschwundene, in der hiesigen Gärtnerei von Reimer beschäftigte Gärtnergehitfe in der Nähe des Restaurants von Hennig aus dem Kanal gezogen. Ob Selbst- mord oder ein Verbrechen vorliegt, konnte bisher mit Bestimmtheit noch nicht festgestellt werde». Hohen-Schönstausen. Ncbcr den hiesigen Gemeindevorsteher wird in der Einwohner- schaft nicht gerade das günstigste Urteil gefällt. Wie man uns mit- teilt, ist ein Gemeindcärbeiter, nachdem er seine Stimme für den sozialdemokratischen Kandidaten abgegeben, entlassen worden. Auf seine Anfrage soll ihm erklärt worden sein, daß an seine Stelle ein Fachmann, Gärtner, eingestellt werden soll. Von dem Eni- lassencn wird behauptet, daß er nahezu ein Menschenalter im Gärtnereibetricbe tätig gewesen sei. Einem hier wohnenden Berliner MagistratSbeamten. der wegen zu hoher Steuereinschätzung beim Gemcindevorstand reklamiert hatte, habe der Gemeindevorsteher dem Berliner Magistrat ge- meldet; von letzterem sei dem Beamten ein Rüssel erteilt und ge- sagt worden, daß ihm das Wohnen außerhalb Berlins nur wider- ruflich gestattet sei. In der Bevölkerung herrscht die Ansicht, daß. wenn dem Ge- meinvcvorsteher später noch die Polizcigcwalt übertragen wird, man sich auf eine schneidige Handhabung derselben gefaßt machen kann._ Jugendveranstaltungeu. Nowawes. Die freie Jugendorganisation NowaweS veranstaltet heute Sonntag eine Schnibeljagd aus den Aliemcker Bergen Treffpunkt nach» mittags'/,? Uhr: Wilpelinitrasje, Ecke Greiizstiatze. Alle jugendlichen Arbeiter von Nowawes und Umgegend sind willkommen. Liederbücher mit- bringen_ Leseabende. Groß-Lichterfelde. Dienötag, den 19. September, abends pünktlich 8>/z Uhr, im Kaiserhof, Kranoldplag: Vortrag findet statt. Auch Männer haben Zutritt. Steglitz. Montag, den 18. September, abends 8'/, Uhr pünktlich, bei Schellha'e, Abornstraße 15a: Frauenleseabend. Vortrag der Genossin Frida Wulff über: Die ver- sch'i ebenen Stufen der Kulturentwickel ung. Um zahlreiches Erscheinen ersucht Der Vorstand. Riiminclöburg. Montag, den 13. September, abends 8'/, Ubr, bei Krüger, Törrschmidlstraße: Vortrag des Genossen Alfred Job». — Bei Blume, Att-Boxhagen 56: Vortrag des Genossen Glöckner über:„Die Entwickelung der Sozialdemokratie". Marktpreise vo» Berlin am lS.Septbr. tflU. nach Ermittelung des Königlichen BolizeynäsidiumS. M a r i I b a l l e» p r e i i e.(Klciichaiidel) 100 Kilogramm Erbten, gelbe, zum Kochen 34.90— 50.90. Sveiscbobncn weihe, 35.00 50,00. Linien 34,00— 80,00. Kartoffeln 8,00-12,00. 1 Kilo. grnmm Rindstcisch. von der Keule 1.00—2.40. Rindfleisch, Bauchfl-isch I 30 bis 1,70. Lchioeineflriich 1,30—1,80. Knlb fleisch 1,40-2.40. Qammelfleilch 1.30— 2.20. Butter 2.40—3,20. 60 Stuck Eier 8,20—6.00. 1 Kilogramm Kalpscu 1,20—2.40. Aale 1,60—2,80. Zander 1,40— 3,60. Hechle 1,20 bis 2,80. Barsche 1,00—2,00. Schleie 1,40—3,00. Bleie 0,80—1,60. 60 Stück Krebse 2,50-30,00. WitternngsuberNchi vom 10. September 1911. Ctaüonai i ii| �trtjirmv« 763 BND 1 heiter öamDuig 765 DNS 2 heiter "eritr(764 NS 2 dciler 4rmfioW 765 NO 1 woikig vtsinchen ,764 NW 3bedeckt Dien i763ND Lbedcckt WS ei all t? *1 Ctaflcnoi S 6 » 5'S S?= ir Haparanba 760 N Petersburg 751 NW äcillo 770 ONO Jerree» 772 Ä «anä ,766 NO B Sitte» ä* t* *£ 26aI6 66. 1 Regen| 4 den er 3 halb bd. 2 wollig I I 7 8 11 9 11 Wetterprognose fät Sonntag. Ben 17. September 1911. Vorwiegend heiter und trocken, nachts sehr kühl, am Tage etwas wärm» bei mätzigcn nordwestlichen Winden. B»rliu«t DetterbureaU. Verkaufe. Tevviche(Farbentehler) Welegen» heilskcius. Fad vi klager Mauerboft, Nur Grase Frankfurterstrage 9, �lur» cmgnng. Gegründet 1874. Vorwarls- lesern 10 Prozent. Sonntags geöffnet. Zt> vtidcckc» billigst Fabrik Kratze Frankfurterftratze S. Flurcingang GardineiibnuS. Grase Frank' urtcrflratzc S. Flurcingang. 245)111' Tic(Smndbrflriffc der Wirt. Ichaflslebre. Eine paouläre Einfüb- rung von Julian Borchardt. Preis Ä Pf. Expedition Porwärts. 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