Nr. 209. Erscheint täglich außer Montags. Breis pränumerando: Viertel: jährlich 3,30 Mart, monatlich 1,10 mt, wöchentlich 28 Pfg. frei in's Haus. Einzelne Nummer 6 Pfg. Sonntags- Nummer mit taluftr. Sonntags- Beilage Neue Welt" 10 Pfg. Bost- Abonnement: 8,30 Mt.pro Quartal. Unter Kreuzband: Deutschland u. Desterreic Ungarn 2 Mt., für das übrige Ausland 3 Mt.pr.Monat. Eingetr. in der Post Beitungs- Preisliste für 1893 unter Nr. 6708. = Vorwärts 10. Jahrg. Infertions- Gebühr beträgt für die fünfgespaltene Petitzeile oder deren Raum 40 Bfg., für Vereins- und Veriammlungs- Anzeigen 20 fg Inferate für die nächste Nummer müssen bis 4 Uhr Nachmittags in ber Expedition abgegeben werden. Die Expedition ift an Wochen: tagen bis 7 Ubr Abends, an Sonn: und Fefttagen bis 9 Uhr Vormittags geöffnet. Fernsprecher: Amt I. 4186. Telegramm- Adresse: " Sozialdemokrat Berlin Berliner Bolksblatt. Zentralorgan der sozialdemokratischen Partei Deutschlands. Redaktion: SW. 19, Beuth- Straße 2. Die schweizerischen Mittwoch, den 6. September 1893. Expedition: SW. 19, Beuth- Straße 3. auf 7804, in Bern von 987 auf 1299, in Solothurn von 592 König Stumm, der typische Vertreter der Fabrikdespotie, hat auch in der Schweiz Gesinnungsgenossen. Die Zahl der Unfälle, über deren Behandlung nicht ein Statut, welches das Verhältniß zwischen ArbeitArtikel 4 und 5 des Fabrikgesezes bestimmen, hat sich in der geber und Arbeiter ordnen soll. Auf diesen Umstand mag Kantons- Regierungen über die Berichtsperiode gegenüber früheren Jahren in ganz auf- es auch zurückzuführen sein, daß die Arbeiter vielfach bei fallender Weise vermehrt. So im Kanton Zürich von 5448 der Aufstellung von Fabrikordnungen nicht gefragt und Durchführung des Fabrikgesetzes. deren Zustimmungs- Erklärungen nicht eingeholt werden. auf 858, in St. Gallen von 1854 auf 1941, im Thurgau Unsere Direktion( Ministerium) des Innern hat nun anIn der Schweiz ist die Einrichtung getroffen, daß in von 501 in der Periode 1889/90 auf 706 in den Berichts- gefangen, jede Fabrikordnung, welche hierüber keinen dem einen Jahre die Fabrikinspektion, in dem andern jahren 1891/92 u. s. w. In den Berichten wird theilweise Ausweis enthält, zur Ergänzung zurückzubieten, bevor sie Jahre die Kantonsregierungen für je eine zweijährige geklagt über die gänzliche Unterlassung von Anzeigen oder dieselbe dem Fabrikinspektor zur Begutachtung zugehen läßt." Periode über die Durchführung des eidgenössischen Fabrik- beren Mangelhaftigkeit oder Verspätung, über hier und da gesetzes berichten. Soeben ist nun der Bericht der Kantons- vorkommende höhere Lohnabzüge für Unfallversicherungsregierungen für die Jahre 1891/92 erschienen. In dieser prämien, als gefeßlich zulässig, über Benachtheiligung der Bezüglich des gesehlichen Elfstundentages Berichtsperiode hat die Zahl der dem Fabrikgeset unter- von Unfall Betroffenen bei der Entschädigung 2c. Die wird in mehreren Berichten ausdrücklich konstatirt, daß seine stellten Etablissemente theilweise eine wesentliche Steigerung St. Galler Regierung sagt:" Wenn wir den Ursachen Durchführung keine Schwierigkeiten bereitete. In anderen erfahren und zwar infolge der bundesräthlichen Verordnung der 1941 Unfälle nachgehen, finden wir, daß eine Berichten wird von wenigen Uebertretungsfällen berichtet. vom Juni 1891, durch welche die Grenzzahl der Arbeiter beträchtliche Zahl derselben mit mehr Vorsicht und Im Kanton St. Gallen mußten die Behörden in 37 Fällen von 25 auf 10 herabgesetzt wurde und die Unterstellung der Anwendung der vorhandenen Schuhvorrichtungen hätte einschreiten, welche hauptsächlich die Nichteinhaltung der Im Kanton St. Gallen mußten die Behörden in 37 Fällen Betriebe schon mit mehr als 5 Arbeitern erfolgen kann, wenn vermieden werden können. In mehreren Fällen mußten Zwischenpausen und den früheren Feierabend am SonnMotoren vorhanden sind. Im Kanton Zürich hat sich dem wir die Erfahrung machen, daß die vorhandenen Schuß abend betrafen. Diese häufigen Uebertretungen in der Benach die Zahl der aufsichtspflichtigen Betriebe von 680 vorrichtungen einfach beseitigt und bei gefährlicher Arbeit richtsperiode hängen mit dem Rückgang des Stickereis Ende 1890 auf 793 Ende 1892 vermehrt, im Kanton Bern( Fräsen, Hobeln 2c.) ganz außer Acht gelassen wurden. Es verbandes zusammen, der die ausgetretenen Mitglieder richtsperiode hängen mit dem Rückgang von 388 auf 507, in Luzern von 72 auf 111, in Solothurn fällt uns deshalb auch gar nicht auf, daß sich die Prämien nicht mehr kontrolliren kann und seine treugebliebenen von 97 auf 136, im Aargau von 341 auf 358 u. f. w. an die Unfallversicherungsgesellschaften immer steigern und Mitglieder wahrscheinlich nicht mehr so streng kontrollirt, Berücksichtigt man die Zahlen der abgegangenen Betriebe, die Arbeitgeber unzufriedener werden. Strengere Aufsicht wie früher. Im Aargauer Bericht wird mitgetheilt, so erscheint der Zuwachs noch etwas größer. Die Aus- beim Geschäftsbetriebe und energischere Durchführung der den daß einige Fabrikanten die 102 und 10stündige Arbeits. dehnung des Fabrikgesetzes auch auf die kleineren Mittel- Arbeitern bekannten Vorschriften und Verbote 2c. würden zeit eingeführt haben und damit gute Erfahrungen machen. betriebe scheint ohne Schwierigkeit geschehen zu sein. ohne Zweifel zu einem günstigeren Resultate führen. Schon Die Zahlen der Fälle von behördlich bewilligtér oft gaben uns Unfälle Gelegenheit, auf die Nachlässigkeit speziell der Bauunternehmer aufmerksam zu machen. Die Arbeitszeitverlängerung sind zwar nicht höhere als in Anbringung oder Verwendung von Geländern an Boden- früheren Jahren, jedoch lassen sie erkennen, daß die Beöffnungen und Gerüsten, Verdecke an Fräsen, Bandsägen, hörden den Geschäftsinhabern in diesem Punkte sehr entHobel- und Abrichtmaschinen, Getrieben aller Art, Tragen von gegenkommen. In einigen Berichten wird gesagt, daß Schutzbrillen, Stiefeln oder Gamaschen beim Gießen zc. hätten Arbeitszeitverlängerung nicht verlangt und daher auch keine Es bewilligt wurde. Bemerkenswerth ist das Verfahren eineventuell zwei Drittel der Unfälle verhüten können." Die Durchführung des Fabrikgesetzes hat sich nach den vorliegenden Nachrichten gegenüber früheren Jahren sehr gebessert, und es darf wohl anstandslos gesagt werden, daß feine Beachtung überall die Regel bildet und Uebertretungen zu den Ausnahmen gehören. Diese Uebertretungen kommen allerdings bezüglich aller Artikel vor, was aber insofern nichts Ueberraschendes ist, als ja alle anderen Gesetze ebenfalls seltener oder häufiger übertreten werden. und ift altbekannt, daß die oft bei niedrigen Lohnsäßen im zelner Kantonsregierungen bei Ertheilung bezüglicher BeDie wegen Beschaffenheit der Arbeitsräume erhobenen Afford beschäftigten Arbeiter Schuhvorkehrungen, wenn sie willigungen. Die Regierung von Graubünden prüft bei Anstände betrafen zumeist Verbesserung oder Ergänzung von nicht ganz zweckmäßig und bei der Arbeit irgendwie hinder- allen Ueberzeitbewilligungs- Gesuchen die angeführten BewegSchutzvorrichtungen, und es wurden diese Begehren regel- lich find, selbst bei großer Gefahr beseitigen, um bequemer gründe auf ihre Richtigkeit und die in Frage kommenden mäßig von den Geschäftsinhabern auch erfüllt. Nur in arbeiten zu können! Die Schuld liegt aber in solchen Arbeiter werden von den zuständigen Kreisämtern zu Prowenigen Fällen wurde Widerstand geltend gemacht, der von Fällen nicht an dem Arbeiter, sondern an den niedrigen tokoll einvernommen, ob sie sich der beabsichtigten ausDiese den Behörden durch nachdrückliches Einschreiten überwunden Lohnsäßen resp. an dem verwerflichen Akkordsystem. Wenn nahmsweisen Arbeitszeit freiwillig unterziehen. um Mißbrauch feitens wurde. Die Regierung von Obwalden sagt in ihrem Be- dasselbe abgeschafft und ein auskömmlicher Tagelohn bezahlt Praxis wurde gewählt, richte, die Fabrikbesizer begriffen ganz gut, daß wurde, fiele es sicher feinem Arbeiter ein, Schutz der Unternehmer zu verhüten. Thatsächlich hat denn auch zweckmäßige Einrichtungen zum Schuße von Gesund- vorrichtungen zu beseitigen und sich bei einer Maschine zu eine Firma, die sich um eine Ueberzeitbewilligung beworben, als die angebliche Nöthigung hierzu einer Untersuchung heit und Leben der Arbeiter auch in ihrem verkrüppeln. eigenen Interesse liegen. Nach dem Solothurner Bericht Arbeiterverzeichnisse Arbeitsunterstellt werden sollte, ihr Gesuch zurückgezogen. Die tommt noch Ueberhäufung der Arbeitsräume mit Arbeitern ordnungen wurden im großen Ganzen in Ordnung Lokalbehörden werden ferner stets angewiesen, die an die vor, außerdem lassen in einzelnen Etablissements auch befunden, dagegen waren im Kanton St. Gallen die Behörden regierungsräthlichen Bewilligungen geknüpften Bedingungen Ventilation, Beleuchtung, Heizung und Reinlichkeit zu in nicht weniger als 106 Fällen zu Tadel, Reklamationen polizeilich überwachen zu lassen. Die Aargauer Regierung verfährt nach folgenden Grundwünschen übrig. Verschiedene Mißverhältnisse bestehen nach und Strafeinleitung veranlaßt. Der Aargauer Bericht bedem Aargauer Bericht noch in solchen Fabriklofalitäten, merkt über die Arbeitsordnungen, daß sie nicht selten zu fäßen: Die Gesuche müssen den Nachweis enthalten, daß welche schon vor dem Inkrafttreten des Fabrikgesetzes be- weitschweifig sind und alle möglichen Bußandrohungen ent- eine Verlängerung der Arbeitszeit aus was immer für einem standen haben und die sich oft schwer und nur mit großem halten, während die Hauptsache fehlt. Offenbar stellt sich Grunde wirklich Bedürfniß ist. Ueberzeit Bewilligungen Kostenaufwande beseitigen lassen. der Arbeitgeber darunter eine Art Polizeireglement vor und werden auf einmal für nicht länger als drei Monate und Menschen sehe. Aber wissen Sie auch, wem ich dann zürne? Ter Gesellschaft, die das aus dem Menschen gemacht ehemaligen Kameraden unruhig. Er war in seinen Augen hat, dem bürgerlichen System, das ihnen weder gestattet hat, sich zu bilden, noch sich zu den verfeinerten Genüssen des Lebens zu erheben. Das ist ein Grund mehr für mich, Feuilleton. Nachbruc verboten.) ( 61 Die Bekehrung André Savenay's. Sozialiſt zu sein." Sozialistischer Roman von Georges Renard. Autorisirte Uebersetzung von Marie Kunert. Sie glauben also," sagte er, daß die Sozialisten ein für allemal zu Bluse und Müze*) verurtheilt sind!" Es thut mir leid, Ihnen diese Illusion nehmen zu müssen. Aber, ob nun mit oder ohne Handschuhe, lieber Alfred, ich gehöre zu den Sozialisten." " Nicht möglich! Sie können zu diesen Leuten nicht gehören! Sie, ein fein erzogener Mann aus guter Familie, der sogar studirt hat! So wie ich Sie tenne, muß es Ihnen doch schrecklich sein, diese Menschen mit ihren rohen Stedensarten um sich zu haben." Von den feinen Männern, die im Parlament und in der Presse blühn, weiß man nun auch gerade genug," sagte André mit leisem Spott. Alfred hörte André ganz verdugt zu. Mit einem Male schien ihm ein Licht aufzugehen: " Ah," sagte er,„ Sie wollen sich wohl als Kandidat in einem Faubourg von Paris aufstellen lassen?" " Ich habe keinerlei Neigung, Stadtrath zu werden." Aber warum zum Teufel geben Sie sich denn mit diesen Habenichtsen ab?" Weil ich erkannt habe, daß ihre Forderungen ge recht sind." Alfred ließ ein sehr erstauntes Ah! hören, machte dann eine refignirte Geste, die bedeutete, daß er darauf verzichtet hatte, die Sache zu begreifen. Schweigen folgte. Guntram unterbrach es durch die Frage: Und was thust Du jezt?" " Ich bin Graveur." Das war denn doch zu viel. Alfred betrachtete seinen nicht nur ein hirnverbrannter Mensch, ein Narr, ein lebendes Räthsel, er sah auch einen Verirrten, einen verlorenen Menschen in ihm, mit dem in Berührung zu kommen gefährlich war. Er nahm eine kalte, abweisende Miene an, als Guntram fragte: Und mit wem verheirathest Du Dich?" ,, Mit dem jungen Mädchen, das mich Du erinnerst Dich vielleicht noch damals als wir den Wagramsaal besuchten, gerettet hat." ,, Eine Sozialistin also," sagte Alfred schnell, der es nicht gern hatte, wenn man ihn an jene Episode erinnerte. ,, Mein Gott, ja. Die Gatten müssen doch zu einander passen!" erwiderte André ruhig. Alfred wurde jeßt eisig. Er sagte nachlässig: " Und wann Hochzeit?" In der ersten Hälfte des Mai. Ich werde mich freuen, Euch an dem Tage sehen zu können, aber ich muß Euch darauf aufmerksam machen, daß nur eine Ziviltrauung stattfindet und daß die Hochzeit mehr als einfach sein wird." Guntram streckte die Arme zum Himmel empor. Also ein Arbeiter! Aber das ist ja entseglich! Du mußt Deine alten Beziehung wieder anknüpfen. Man Alfred erklärte, daß es ihm ein Vergnügen sein wird, Wenigstens gehören die Leute dort doch zu unseren muß Dir irgend eine Stelle im Ministerium verschaffen. zu erscheinen, wenn er in der Zeit in Paris wäre. Nur Kreisen. Aber Ihre neuen Freunde sind ja Barbaren, So kannst Du unmöglich bleiben! Arbeiter!" fürchte er, dann auf Reisen zu sein. Was Frau Vernaud Halbwilde, schlecht angezogen, ungewaschen und ungebildet!" Beklage mich nicht zu sehr," erwiderte André, durch betreffe, so müsse er leider sagen, daß ihre Grundsätze es " Wer ist denn daran schuld, wenn sie es wirklich diesen naiven Schrecken beluftigt." Ich bin darum durchaus ihr nicht gestatteten, einer Feier beizuwohnen, die ihre wären," fiel André lebhaft ein. Haben sie die Mittel ge nicht unglücklich. Ich verdiene mein Brot und will mich religiösen Gefühle verlegen würde. André dachte daran, habt, um zehn Jahre zu studiren wie wir? Sind fie Faul nächstens sogar verheirathen." daß er der religiösen Hochzeit der jungen Frau seiner Zeit leuzer, um weiße Hände haben zu können? Gewiß, ich beiwohnte und lächelte mitleidig. leide darunter, wenn ich rohe, brutale und unwissende *) Die Tracht der französischen Arbeiter. Eine gute Partie wahrscheinlich, die Sie herausreißen wird," sagte Alfred etwas beruhigt. Meiner Treu! Meine Braut ist arm wie ich. Sie plöglich. lebt nur von ihrer Arbeit." " Hast Du schon Deine Zeugen?" sagte Guntram " Noch nicht." täglich eine Stunde ertheilt, bei kürzeren Fristen täglich auch bis auf zwei Stunden. Die Bestimmungen betreffend die Sonntags- und Nacht- arbeit, sowie die Beschäftigung von Frauen sind nach den Berichten nicht häufig übertreten worden. Zahlreicher sind die Uebertretungen der Gesetzesvorschrift, wonach Kinder vor vollendetem 14. Altersjahre in keiner Fabrik beschäftigt werden dürfen. Es sind namentlich die Kantone, wo die Stickerei- Industrie stärker vertreten ist, in welchen gesetz- widrige Kinderbeschäftigung öfters vorkommt. Während in einigen Berichten offen eingestanden wird, daß es mit der Ueberivachung des Fabrikgesetzes seitens der unteren Behörden windig aussieht, können andere anführen, daß die Fabrikinspektion den betreffenden Kantons- regierungen für ihre musterhafte Ueberwachung ihre An- erkennung ausgesprochen hat. An der Spitze dieser Kantone scheinen zu stehen Zürich, St. Gallen, Graubünden, Glarus, Thurgau:c. In den beiden erstereu Kantonen sind spezielle Beamte hierfür angestellt. Wie ernst es beispielsweise der St. Galler Regierung mit der Durchführung des Fabrik- gesetzes ist, erhellt aus folgender Mittheilung:„Durch spezielles Kreisschreiben haben wir neuerdings sämmtliche Polizeiorgane des Kantons angewiesen, während des Jahres periodisch, d. h. mehrmals in sämmtlichen Fabriken des Kantons ohne Ausnahme hinsichtlich der Handhabung des Fabrikgesetzes Nachschau zu halten. Daß dieses Vorgehen von sehr guter Wirkung war, beweist die geringe Zahl von Gesetzesverletzungen im Jahre 1892. Die zuständigen Auf- sichtsorgane gaben sich denn auch die eifrige und redliche Mühe, dem Fabrikhaftpflichtgesetze allseitig den gehörigen Vollzug zu verschassen. Es hat daher auch nicht umsonst das Fabrikinspektorat I(Dr. Schuler) nnserm Ressort- departemcnt wiederholt für die gute Ordnung und die erzielten Erfolge seine Anerkennung ausgesprochen." Vergleichen wir die vorliegenden Regierungsberichte über die Durchführung des schweizerischen Fabrikgesetzes mit den Berichten der deutschen und österreichischen Fabrik- Inspektion über die Durchführung der in diesen beiden Ländern bestehenden Arbeiterschutz-Gesetze, so kann darüber, daß die Schweiz mit der Durchführung ihres Fabrikgesetzes den beiden andern Ländern weit voraus ist, gar kein Zweifel bestehen. Zum Theil mag dieser Vorsprung der Schweiz in der längeren Wirksamkeit des Gesetzes seinen Grund haben, zum andern Theil aber in der Mitwirkung der Arbeiter und ihrer Presse liegen. Volikifcho Lteberstckik. Berlin, den S. September. Die Reichs-Stcuerkommissäre haben am 5. September ihre volksbeglückcnde Arbeit begonnen. Die Steuerzahler, die für Moloch Militarismus bluten sollen, können ver- sichert sein, daß die Herren Kommissäre ihre Pflicht thun werden— bis aufs Weiße!— Tabakbestenernng und Arbeiterentlassungen. Die „Südd. Tabak-Ztg." berechnet, daß die Erhöhung der Tabak- besteuerung den Zigarrenverbrauch um 40—45 pCt. ver- mindern werde. 45 pCt. Abnahme der Zigarrcnfabrikation bedeutet die Entlassung von über 50 000 Arbeitern, die mit ihren Frauen und Kindern über 150 000 Personen aus- inachen, abgesehen von den Tausenden von Arbeitern in den Nebenindustrien, des Kleinhandels und der Vernichtung der vielen kleinen selbständigen Existenzen. Wenn die Zigarren- industrie um 50 pCt. Blättertabak künftig weniger ver- arbeitet, so werden etwa 90 000 Zentner Stengel fehlen, was durch andere Materialien bei der Rauchtabak- Fabrikation ersetzt werden niuß. Dadurch wird also die „Pfeife des armen Maimes", abgesehen von der erhöhten Fabrikatsteuer auch für Schneidtabake, um mehr als 100 pCt. für dieses Quantum verthenert.— Wozu ein Kreisausschust gut ist. Ueber den Ver- waltungsbericht des Kreisausschusses von Eschwege schreibt verzückt die„Kreuz-Zcitung": „Nun wohl, willst Tu mir die Ehre erweisen, mich als einen Deiner Zeugen anzunehmen?" Andrö drückte dem braven Jungen herzlich die Hand. Guntram war entzückt, einem Freunde gefällig fein zu können und zugleich einen Vorwand gefunden zu haben, seinen Aufenthalt in Paris zu verlängern. Dann ver- abschiedete Andro sich von seinen beiden ehemaligen Kameraden und setzte, höchlich belustigt von dem Gedanken an die Bestürzung, in der er sie verlassen, seinen Weg fort. „Gut!" dachte er.„Das ist noch garnichts. Was wird erst mein Onkel sagen, wenn er erfährt, daß sein Neffe ein Renegat der Bourgeoisie ist?" Wie es sich gehörte, hatte er ihm schriftlich von seiner bevorstehenden Verheirathung Mittheilung gemacht. Einige Tage später erhielt er folgenden Brief: „Mein Neffe! Ich habe Deinen Brief vom 13. er., enthaltend eine Einladung, die ich nicht annehmen werde, bekommen. Man hatte mir bereits erzählt, daß Du zum Arbeiter herabgesunken seist und Artikel für ein sozialistisches Blatt schreibst. Ich hatte an einen schlechten Scherz geglaubt. Ich hoffte, Du würdest wissen, was Du der Ehre der Fa- milie schuldig bist. Es scheint, daß ich noch immer eine zu gute Meinung von Dir gehabt habe. Aber nicht zufrieden damit. Dich unter die Anarchisten zu begeben und Dich mit Leuten einzulassen, die alles plündern und niederbrennen wollen, heirathest Du auch noch ein Mädchen, dessen Vater füsilirt und dessen Großvater deportirt worden ist. Du begreifst, daß ich ein solches Außerachtlassen alles dessen, was Du Dir selbst schuldig bist, nicht durch meine Gegen- wart sanktioniren kann, um so mehr, als Du durch Deine ausschließlich standesamtliche Trauung allen vernünftigen Leuten, die wie ich, ohne sich mehr mit der Religion ab- zugeben als nöthig ist, doch Achtung vor dem Hergebrachten haben, vor den Kopf stößt. Man könnte Dich noch entschuldigen, wenn Du unter dem Einfluß der Roth gehandelt hättest. Ich war bereit, Dir zu helfen. Wenn Du geruht hättest. Dich an mich zu wenden, so würde ich es mir zur Pflicht gemacht haben, für den Sohn meines Bruders zu sorgen. Du hast es vor- gezogen. Deinem Kopf zu folgen. Nun, wie es Dir beliebt. Ich will Dir nur heute sagen, daß Tu niemals weder auf „Ganz besonders möchten wir auf die Fonds aufmerksam machen/'die, verzinslich angelegt, dem Kreisausschusse zur Ver- fügung stehen: Zur Errichtung einer Volksküche; zur Be- lohnung an Dienstboten für langjährige Dienstzeit; zur Unter- stützung von Raiffeisen'schen Darlehnskassen; zur Unterstützung des landwirthschaftlichen Kreisvereins; zur Vertilgung der für die Landwirthschaft schädlichen Insekten; zum Ankauf von Bullen; zur Anschaffung von Feuerlöschgeräthen; für Unter- bringung von Idioten, Geisteskranken u. s. w.� zur Verbreitung von Schriften gegen d»e Sozial- d e m o k r a t i e und zur Einrichtung von Volksbibliotheken; für Meliorationszwecke." Die„schädlichen Insekten" des Agrarier- und Mucker- thums mögen aber noch so mild purren, die Sozialdemo- kratie gedeiht auch aus dem platten Lande. Die Kreis- ausschüsse verputzen also vergeblich die Gelder der Steuer- zahler im Interesse der Volksverdummung.— Deutsche Rechtspflege. Wegen— Haussriedenbruchs war unser Genosse Karl August Bunk in Königsberg i. Pr. angeklagt. Am 15. Juni d. I., dem Tage der Reichs- tagswahl, war der Angeklagte nach Trutenau gegangen, uni als Vertreter der Partei"die dortige Wahlhandlung zu überwachen, die von dem Rittergutsbesitzer und Amts- Vorsteher Walther Douglas als Wahlvorsteher geleitet wurde. Als bei der Auszählung der Stimmzettel seitens. des Wahlvorstandes ein Zettel, und zwar zu Unrecht, für ungiltig erklärt wurde, weil ans demselben der Name des Grafen Dönhoff-Friedrichstein durchstrichen und statt dessen „Restaurateur Karl Schultze-Königsberg in Preußen" ge- schrieben war, legte der Angeklagte gegen dieses Verfahren Protest ein, und dieses hatte zur Folge, daß der Wahl- Vorsteher im Namen des Vorstandes, der diesen Protest als einen Eingriff in seine Rechte bezeichnete, den Angeklagten aufforderte, das Wahllokal zu verlassen. Da letzterer jedoch der mehrmaligen Aufforderung nicht Folge leistete, so unterbrach Herr Douglas oas Wahlgeschäft und rcquirirte den Amtsdiener, um den Angeklagten aus dem Lokale zu entfernen. Als der Beamte erschien, setzte Herr Bunk demselben zunächst die Bestimmung des§ 339 des Strafgesetzbuches auseinander, der einen Beamten, der durch Mißbrauch seiner Amtsgewalt jemand zu einer Duldung widerrechtlich nöthigt, mit Gefängnißstrafe bedroht, verließ dann aber das Lokal gutwillig, als der Amts- Vorsteher den Befehl gab, den Angeklagten nunmehr hinauszuführen. Der Angeklagte räumte unumwunden ein, daß er der Aufforderung des Wahlvorstehers, das Wahllokal zu verlassen, nicht Folge geleistet habe, behauptete aber, daß derselbe nicht berechtigt gewesen sei, ihn wegen seines durchaus nicht un- gesetzlichen Verhaltens im Lokale aus demselben zu ver- weisen, und daß er eben deshalb nicht nöthig gehabt habe, der Ausweisung Folge zu leisten. Der Gerichtshof war der Meinung, daß B. der Hinausweisung folgen mußte, seine vermeintlichen Rechte dann anderweitig wahrnehmen konnte; er erkannte daher auf eine Geldstrafe von 40 M. Hoffent- lich wird unser Genosse gegen dieses unerhörte Urtheil B e- r u f u n g einlegen. Der Spruch des Gerichts bedeutet die Wehrlosigkeit des in seinen Rechten verletzten Bürgers, der darauf angewiesen wird, das Unrecht zu erdulden und— dann sich zu beschweren.— Der Postdirektor von Puttkanter in Hohenlimburg, der die Drucksachensendung an den Tischler Peters ver- geblich der Staatsanwaltschaft zugeführt hat, ist nicht der einzige„pflichtgetreue höhere" Postbeamte, der in dem Glauben lebt, daß Postsendungen, die sozialistische Schriften enthalten, an die Polizei oder Staatsanwaltschaft abgegeben werden dürfen. Ist doch die berufene Februar-Verfügung des Herrn von Stephan(Post-Amtsblatt Nr. 9 vom Jahre 1879), die der Abg. Liebknecht seinerzeit im Reichstage zur Sprache gebracht hat, formell noch gar nicht auf- gehoben! Oder kann uns Herr von Stephan das Post- Amtsblatt bezeichnen, worin die genannte, aus Anlaß des Sozialistengesetzes erlassene Post-Amtsblatt-Verfügung zurück- gezogen oder aufgehoben ist? Wir verlangen dringend, daß Herr von Stephan das Versäumte nachholt.— Ter bayerische Landtag ist auf den 28. September einberufen worden. Zum ersten Male ziehen die S o z i a l- mich, noch auf mein Erbe zu rechnen hast, um Dich damit aus dem Abgrund zu retten, in den Du hineinläufst, Ich begrüße Dich. Theodor Savenay." Zu andern Zeiten würde Andrö beim Empfang dieses Briefes vor Wuth geschäumt haben. Jetzt lachte er nur darüber und begnügte sich, ihn mit folgender Antwort abzufertigen: „Mein lieber Onkel! Ich würde mir einen Vorwurf daraus machen, wenn ich Deinen liebenswürdigen Brief nicht beantwortete. Ich brauche diese neue Versicherung Deinerseits erst garnicht, um zu wissen, wie weit Deine Angehörigen auf Deinen Edelmuth bauen können: meine Mutter und meine Schwester haben ihn genügend an sich erfahren. Du theilst mir mit, daß meine Ansichten nicht die Eigenschaft besitzen, Dir zu gefallen. Ich zweifelte nicht daran. Aber ich danke Dir trotzdem, daß Du es mir sagst. Ich würde unruhig sein, wenn sie Deinen Beifall hätten. Ich will Dich nur noch bitten. Dich zu erinnern, daß ich nicht an Plündern und Brennen denke, daß ich Sozialist und nicht Anarchist bin, was durchaus nicht dasselbe ist. Ich will Dir ferner sagen, daß D u mehr als irgend ein anderer dazu beigetragen hast, einen Sozialisten aus mir zu machen. Als ich Dich so hart mit den kleinen Leuten umgehen sah, wurde ich zuerst von Mitleid für sie ergriffen. Die Menschen scheiden sich in zwei von einander getrennte Schichten: in diejenigen, die sich den Ungerechtigkeiten, von denen die Welt wimmelt, fügen — entweder, weil sie Nutzen daraus ziehen, oder weil sie auf eine Acnderung verzichtet haben— und in diejenigen, welche daran arbeiten, die Gesellschaft umzugestalten, weil sie ihre Ungerechtigkeiten weder für sich, noch für die Anderen als etwas Unabwendbares hinnehmen. Ich gehöre zu den letzteren. Ich glaube wohl, daß wir, wenn wir auch derselben Familie angehören, doch niemals irgend welche geistige Gemeinschaft haben können. Hiermit, lieber Onkel, sage ich Dir Lebewohl und über- lasse es Dir, die Gefühle zu beurtheilen, mit denen ich trotz alledem immer bin Dein Neffe Andrö Savenay. Johanna und Andrö waren seit drei Tagen verheirathet und wollten nun, wie sie lachend sagten, eine großeHochzeitsreise de mokra ten, fünf an der Zahl, in da? HauS auf der Münchener Prannerstraße ein. Glück auf!— Heimgekehrte Reservisten, welche in Frankfurt an der Oder beim dortigen Leibregiment(Jnfanterie-Regiment Nr. 8) eine 22tägige Uebung absolvirt hatten, führen leb- Haft Klage über die-» Schneidigkeit ihres Hauptmannes. Am meisten verdroß sie der Befehl: Voll-, Backen- und Knebel-Bärte abrasiren zu lassen. Alle Bitten halfen nichts. „Ich habe es befohlen und dabei bleibt es", war die ste- reotype Antwort des Herrn Hauptmanns. Was wird durch solches Verfahren bezweckt? Erreicht wird das Gegentheil dessen, was man vielleicht beabsichtigt. Die Leute denken nach über die ihnen zu theil werdende Behandlung, werden erbittert und kommen zu der Ueberzeugung, daß solche Zu- stände, die es ermöglichen, daß ein Mensch über den an- deren selbstherrlich verfügt, beseitigt werden müssen. Und da wundern sich gewisse Leute über das Anwachsen der Sozialdemokratie, obgleich sie selbst eifrig bemüht sind, die Unzufriedenheit zu schüren. Uns kann es recht sein.— Eine anarchistische Bonrgeoislüge wollen wir jetzt mit der Lügenklatsche todtschlagen, nämlich die Lüge, daß auf dem Züricher Kongreß bezüglich der G e w e r k- schaftsfrage eine ernsthafte Meinungsverschiedenheit sich geltend gemacht, und daß die Verwerfung des Kom- missionsberichtes eine„schwere Niederlage der Deutschen" bedeutet habe. Wir setzen einfach die beiden Resolutionen hintereinander. Der Kommissionsbericht, für den auch die Deutschen stimmten, und der schließlich verworfen wurde, lautet wörtlich: Unter Bezugnahme und Anerkennung der auf dem Brüsseler Kongreß im Jahre 1391 über Slreiks und Boykotts beschlossenen Resolution, beschließt der Internationale Sozialistische Arbeiter» kongreß 1893 in Zürich: Den Kampf der Arbeiterklasse auf wirthschaftlichem Gebiet einheitlich und wirkungsvoll gestalten kann nur die Arbeiter- organisation. Pflicht aller klaffenbewußten Arbeiter ist es, sich ihren respektiven Organisationen anzuschließen, Pflicht der politischen Arbeiterpartei und der Arbeiterpresse ist es, die Organisationen der Arbeiter auf gewerkschaftlichem Gebiet mit aller Energie zu fördern; die Gewerkschaften find berufen, die Pfeiler der künftigen Organisation der Gesellschaft zu bilden und ist deren Ausbau deshalb neben der Erringung der politischen Macht der Arbeiterklasse eine absolute Roth- wendigkeit. Die vereinten Anstrengungen der Kapitalistenklasse, die Arbeiter in ihrer Lebenshaltung zurückzudrängen, gebieten einen größeren Zusammenschluß der Kräfte auf gewerkschaftlichem Gebiete, die Pflege der Zusammengehörigkeit und der Gemein- samkeit der Interessen sämintlicher Arbeiter aller Branchen und Länder, ohne Rücksicht auf Religion und Volks» abslammung; der thatkräftigen gegenseitigen Unterstützung der- selben in allen Kämpfen gegen den Kapitalismus. Der Kongreß empfiehlt zu diesem Zweck: 1. die Gründung von nationalen Verbänden der gleichen Berufe; 2. den Abschluß von internationalen Vereinbarungen zwecks gegenseitiger Hilfeleistung; 3. die Errichtung von nationalen Arbeitersekretariaten der einzelnen Arbeitsbranchen, bei denen alle Verbände be- theiligt sind; denselben wird es zur Pflicht gemacht, alle Nach- richten von Bedeutung über die Arbeiterbewegung, Streiks und Ausschlüsse, sowie die Jahresberichte der einzelnen Gewerk- schaften gegenseitig auszutauschen: 4. zwecks einheitlicher Organisation deS Arbeitsnachweises sollen die Gewerkschaften in allen Plätzen die Errichtung von Arbeitsbörsen von den Gemeinden verlangen, deren Leitung einzig und allein den organisirten Gewerkschaften der de- treffenden Stadt zu übertragen ist. Und der Beschluß, welcher auf Volders' Antrag bei der Abstimmung nach Nationalitäten angenommen ward, lautet: Indem der Kongreß die Beschlüsse des Brüsseler Kongresses mit bezug auf die Gewerkschaftsorganisation aufrecht erhält und indem er die Pflicht der Arbeiterklaffe bestätigt, sich nach Berufsgruppeu zu organisiren, erklärt er, daß die industriellen. die landwirthschaftlichen und die Schiffsarbeiter die Pflicht haben: 1. sich nach Gewerkschaften zu gruppiren, um ihre Beruf?- Interessen vertheidigen, ihre Löhne erhalten und der kapita- listischen Ausbeutung widerstehen zu können; nach Staint Cloud") machen. Sie wollten den Park wieder- sehen, in dem ihr Glück begonnen, und da für zwei glück- lich Liebende nichts süßer ist, als sich die Anfangsstadien ihrer Liebe immer von Neuem zu vergegenwärtigen und an den Orten, wo ihr Herz früher geblutet, sich jetzt ihrem Glück hinzugeben, suchten sie in dem riesigen Garten die- selbe Bank auf, auf der sie einige Wochen vorher noch ge- glaubt hatten, sich für immer von einander trennen zu müssen. Welch ein Fest jetzt um sie herum, und in ihren Herzen! Zartes Licht spielte auf dem jungen Grün der Bäume. Süße Düste stiegen von den blühenden Wiesen- plätzen empor; das Summen der Bienen begleitete ge- dämpft das vielstimmige Gezwitscher der gefiederten Sänger. Ein lauer Wind schaukelte die grünen Nadelbüsche an den seinen Zweigen der Lärchenbäume und die roth- gelben Blätter, die in den Wipfeln der Pappeln zitterten, leuchteten und raschelten. Wie ein Mädchen, das eben zum Weibe geworden, so lag die Natur- unter den glühenden Küssen der Sonne ermattet da, ohne ihre mädchenhaste Anmuth verloren zu haben. Der Abend kam: die beiden Liebenden waren allein, und Johanna hatte das müde Köpfchen an die Schulter des Gatten gelehnt. Lange saßen sie so schweigend da. Was brauchten sie auch zu sprechen. Eines ahnte des anderen Gedanken. Endlich flüsterte Johanna: „Wir haben uns jetzt unser Glück geschassen, mein Freund. Es soll nun aber auch über die andern strahlen." lind Andrö antwortete: „Ja, meine Johanna, Du hast Recht. Wehe den Glücklichen, die nicht derer gedenken, welche leiden müssen! Dem glühenden Kampf der Ideen und ein ruhiges Nest, wo ich bei Dir rasten kann, weiter verlange ich nichts. Aber für die Armen, die Enterbten und Schwachen immer mehr Gerechtigkeit zu fordern, immer mehr Theilnahme, immer mehr brüderliche Liebe zu gewinnen, das ist es, wonach wir unermüdlich streben wollen. Wer weiß, ob nicht alles Glück, das der einzelne Mensch und die ganze Menschheit hoffen können, enthalten ist in dem einen Worte: Liebe?"---— Ende. •) Einer Vorstadt von Paris. 2. überall, wo es möglich ist, die Gewerkschaften desselben Berufes, welche dieselben Interessen haben, zu nationalen Ver- bänden zu vereinigen; 3. durch Verständigung unter den nationalen Gewerkschasts- verbänden einen internationalen Gewerkschaftsverband zu bilden, um in einem großen Bunde die Gewerkschaftsorganisationen der verschiedenen Länder zu vereinigen; 4. überall, wo es möglich ist, regional, national und international die Gewerkschaften aller Berufe zu organisiren, um im Lohnkampfe den nöthigen Zusammenhang und die Verständigung unter den Arbeitern aller Berufsgruppen zu be» sitzen; 5. durch die vom Brüsseler Kongreß beschlossenen nationalen Arbeitersekretariate(nationale Gewerkschaftssekretariate), deren Thätigkeit gesichert werden muß, und wenn nöthig, durch die damit beauftragten internationalen Sekretariate von Land zu Land den nationalen Verbänden die Nachrichten und Aufschlüsse mitzuthellen, welche ihre Gewerkschaften speziell be- treffen; 6. überall, wo sie noch nicht bestehen, durch die Initiative der Arbeiter oder durch die Vermittelung der Behörden Arbeitsbörsen zu errichten, wo die Arbeiter leichter Arbeit finden oder wo sie sich leichter den Gewerkschaften anschließen können; 7. für jeden Beruf internationale Kongresse zu halten, um die besonderen Fragen der verschiedenen Verbände besprechen zu können; 8. ohne Unterschied der Rasse und des Gewerbes in einer geschlossenen Masse die Arbeiter aller Organisationen zu gruppiren, um für die politische Thätigkeit im Kampfe gegen die Kapilalisten eine Macht zu besitzen, die genügend ist, die vollständige Befreiung des arbeitenden Volkes zu sichern� Auch mit der Lupe wird man keinen prinzipiellen Unterschied entdecken.— Belgien. Das„Revisionswerk� ist nun voll- endet, und die Kammer, welche sich vertagt hat, wird im Oktober zusammentreten, um die nöthigen Vorbereitungen sur die Neuwahlen zu treffen. Das Revisionswerk ist Pfusch- werk im vollsten Sinne des Wortes. Immerhin ist ein Fortschritt zu verzeichnen. Statt wie bisher blos von 138 000 Bürgern wird die zweite Kammer künftig von I 400 000 Bürgern gewählt, die allerdings zwar sämmtlich das Stimmrecht, jedoch nicht das gleiche Stimmrecht haben, indem die Stimme des Reichen doppelt und dreimal so viel gilt als die des Armen. Während für die zweite Kammer die Ausübung des Stimmrechts mit dem 25. Jahre beginnt, ist für den Senat ein Alterszensns von 30 Jahren eingeführt worden, was die Zahl der Wähler um 220 000 vernnndert. Auch sonst ist der Eintritt in den Senat den Arbeitern erschwert, ja fast unmöglich gemacht. Das wird sie aber nicht hindern, mit aller Macht den Wahlkampf aufzunehmen.— In Belgien ist durch das am 31. Mai 1388 erlassene Gesetz die bedingte Verurtheilung und die be- dingte Haftentlassung eingeführt worden. Der bel- gischen Kaminer ist ein amtlicher Bericht über die Ausführung und die Erfolge dieses Gesetzes zugegangen. Im Jahre 1892 haben, wie wir einem Brüsseler Berichte der„Vossischen Zeitung" ent- nehmen, die Zuchtpolizeigerichle des Landes 51 876 Vernrthei- lungen ausgesprochen, darunter 15 719 bedingte; bei diesen be- dingten Verurlheilungen wurden 1106 Rückfälle, welche somit die Vollstreckung der Verurtheilung erheischten, festgestellt. Die Polizeigerichte sprachen 143 584 Verurlheilungen aus, davon 21 791 bedingte; bei den letzleren nur 220 Rückfälle. Die Rückfälle waren in den größten Städten am zahlreichsten, so in Brüssel bei 6210 bedingten Verurlheilungen 292 Rückfälle, in Antwerpen bei 2376 bedingten Verurlheilungen 305 Rückfälle, aber auch Termonde weist bei 1824 bedingten Verurlheilungen 112 Rückfälle auf, während in anderen Orten die Zahl der Rückfälle eine verschwindende ist. In Gent 1664 bedingte Verurthei- lungen, 45 Rückfälle, in Mecheln 871 bedingte Verurtheilungen. 20 Rückfälle, in Brügge 1436 bedingte Verurtheilungen, 7 Rück- Jälle, in Audenarde 1196 bedingte Verurtheilungen, 1 Rückfall. seit dem Inkrafttreten des Gesetzes haben die Zuchtpolizei- gerichte 200 217 Verurtheilungen ausgesprochen, darunter 42 704 bedingte, bei denen 2162 Rückfälle festgestellt wurden; in der- selben Zeit haben die Polizeigerichte 639 452 Verurtheilungen ausgesprochen, darunter 43 503 bedingte und unter den letzteren sind 447 Rückfälle festgestellt worden. Die drei Appellations- Gerichtshöfe haben 487 bedingte Verurtheilungen ausgesprochen, aber infolge eingelegter Berufung in 201 Fällen die in erster Instanz zuerkannte Bedingtheil der Verurtheilung wieder auf- gehoben. Das Gesetz hat somit, wie die Zahl der Rückfälle er- weist, eine sehr günstige Wirkung ausgeübt. Nicht minder günstig sind die Erfolge der bedingten Haftentlassung. Im Jahre 1392 sind 313 Anträge auf bedingte Haftentlassung gestellt worden; 199 wurden bewilligt, 95 wurden abgelehnt und bei 19 Anträgen wurde die Dauer der Hast vermindert. Seit 1333 hat der Justizminister 647 bedingte Hastentlassungen bewilligt, davon niußten nur 17 wieder zurückgenommen werden; 415 sind end- giltige geworden; bei den übrigen Entlassenen laufen noch die Fristen. Das Gesetz hat somit im ganzen den gehegten Erwartungen entsprochen.—- Für das Milizsystem tritt die Brüsseler„Reforme" ein und verlangt dessen Einführung in Belgien. Sie zeigt, daß Belgien, das ebenso wie die Schweiz durch europäische Verträge zum neutralen Staat gemacht ist, mit einem Milizheer seine Neutralität weit besser und billiger vertheidigen kann, als mit dem stehenden Heer, über das es jetzt verfügt. Das ist unzweifelhaft richtig, wird aber die Furcht der Bourgeoisie vor einem Wehrsystem, das dem ganzen Volk und also auch den Arbeitern die Flinte in die Hand giebt, nicht vermindern. Nicht Schutz des Staates gegen auswärtige Feinde, sondern Schutz der kapitalistischen Gesellschaft gegen die sozialistischen Arbeiter ist ja der Zweck des modernen Militarismus. Immerhin ist es von Werth, daß der Gedanke des Milizsystems sich Bahn bricht.— Das Gesammtergebnist der französischen Wahlen läßt sich, nachdem nun die Stichwahlen hinter uns liegen, in das Urtheil zusammenfassen: Parteiverschiebung nach links, Verdrängung des bürgerlichen Radikalismus durch den Sozialismus. Das ist für die kapitalistische Gesellschaft nicht angenehm, und darum hat sie über den Wahlausfall des 20. August methodisch gelogen und mit solchem Erfolg, daß wir selber eine Zeit lang getäuscht waren. Lassalle sagte schon: die Lüge'.st eine europäische Großmacht; bei dieser Gelegenheit hat es sich recht deutlich gezeigt. Zum Glück aber sind unsere Feinde nicht mehr mächtig genug, ihr Lügenregiment dauernd zu behaupten. Die Thatsachen haben die Lügen- hülle durchbrochen, und der 20. August, der als eine Nieder- läge des Sozialismus hingestellt ivard, war ein bahn- brechender Sieg des Sozialismus, der damit auch in Frank- reich zu einem gewichtigen, nicht mehr zu ignorirenden Faktor der Regierung und Gesetzgebung geworden ist. Der 3. September hat das Werk des 20. August fort- gesetzt und vollendet, und der Triumph des Sozialis- mus tritt bei den Stichwahlen naturgemäß weit schärfer hervor, als bei den Hauptwahlen. Fast die Hälfte der Pariser Abgeordneten sind Sozialisten, und die französischen Sozialisten können mit demselben Recht, wie wir von Berlin, jetzt von ihrer Landeshauptstadt sagen: Paris gehört uns! Wenn man die Kandidaten der Millerand-Goblet'schen Gruppe hinzurechnet, wird Paris, das im ganzen 45 Abgeordnete hat, in der neuen Kammer von 27 Sozialisten vertreten. Mit dem Fall Clsmenceau's und seiner Adjutanten hat das radikale Bürgerthum seinen fähigsten Führer ver- loren— die Führung der radikalen Opposition geht an die Sozialisten über. Unseren Genossen in Frankreich aber rufen wir ein fröhliches Glückauf! zu. Ihr habt Euch wohlverdient ge- macht um unsere gemeinsame Sache, französische Brüder!— Von den französischen Grubenarbeitern. Aus Paris wird uns geschrieben: Der Grubenarbeiter-Verband, an dessen Spitze die beiden Abgeordneten Basly und Lamendin, ehemalige Grubenarbeiter. stehen, hat mit bezug auf den englischen Kohlengräber-Streik einen Ausruf an die Bergleute von Pas de Calais und Nord erlassen, in welchem ihnen, nach Darlegung der Ursachen des englischen Streiks, auseinandergesetzt wird, welchen Rückschlag es aus ihre eigene Lage haben würde, wenn ihre englischen Kameraden in dem Kampfe gegen die ihnen aufgezwungene Lohnverkürzung unterlägen, und wie sehr sie darum ihre eigenen Jnleressen verkennen würden, wenn sie den Grubenbesitzern, die da sagen, man müsse die jetzige Gelegenheit benützen, um den englischen Kohlenwerken die Kundschaft zu entziehen. Gehör schenkten und Ueberschichten machten. Der Aufruf schließt: „Fördert keinen Wagen Kohle mehr zu Tage als das normale Quantum. Solcherart werdet ihr euren englischen Kameraden in ihren großen Forderungen bei- stehen und euch selbst vor den perfiden Anschlägen schützen, die eure Herren zur Stunde im Plane führen. Sähet ihr aber im Gegentheil nichts als den prekären Vortheil, den man euch vor- spiegeln wird, und willigtet ihr ein, euch abzurackern, um die durch den Streik der Engländer geschaffene Lücke aus- zufüllen, dann würdet ihr zu Verräthern an den dortigen Ausgebeuteten, zu Milschuldigen eurer eigenen Ausbeuter und morgen eurerseits zu Opfern werden. Die Herabsetzung der Löhne in England wäre eine Herabsetzung der Löhne in Frank- reich. Hoch die nationale und internationale Verbindung der Bergarbeiter!" Dieser Aufruf, der nebenbei bemerkt nur als der Abschluß einer Reihe von Konferenzen zu betrachten ist, die Lamendin als Generalsekretär des Grubenarbeiter-Verbandes gleich nach Aus- brück des englischen Kohlengräberstreiks in den verschiedenen Kohlendistrikten von Pas de Calais und Nord hielt, dürste bei den französischen Grubenarbeitern um so eher Gehör finden, als sie vielleicht bald selber in die Lage kommen werden, an die Solidarität ihrer auswärtigen Kollegen appelliren zu müssen. ES giebt sich nämlich unter ihnen selbst seit einiger Zeit eine Miß- stimmung über die ungenügenden Löhne kund, Mißstimmung, die, wenn sie nicht bei Zeilen behoben wird, leicht zu einem Streik sühren könnte. Einstweilen hat der Ausschuß des Grubenarbeiter- Verbandes es für angezeigt gefunden, für nächsten Sonntag, 10. September, eine Delegirtenlonserenz nach Lens einzuberufen. Zu einem Streik dürfte es indessen— so viel kann jetzt schon gesagt werden— nur in dem Falle kommen, wenn die Gruben- besiyer jede Unterhandlung ablehnten oder diese zu keinem Ziele führte. Unsere Behandlung der Aigues-Mortes-Ange- legenheit hat die rückhaltlose Billigung der i t a l i e n i- scheu Genossen, in deren Namen uns Professor Lrbriola heute ausdrücklich dankt. Wir bemerken das nicht, weil wir eines Zeugnisses in einer so selbstverständlichen Sache bedürsten, sondern einzig, um den Äourgeois-Anarchisten oder Anarchisten-Bourgeois, die unsere Haltung unsozia- listisch nannten, einen Fußtritt zu versetzen.— England. Der Kohlenarbeiter-Streik dauert fort. Die Nachrichten klingen ziemlich verwirrt und wider. sprechend, was sich theils auf die Absicht, irre zu leiten, zum Theil aber auch auf den Umstand zurückführen läßt, daß der Kriegsschauplatz eine so riesige Ausdehnung hat. Gewiß ist, daß die Annahme bürgerlicher Blätter, der Streik sei dem Erlöschen nahe, den Thatsachen nicht entspricht. Das Unterhaus wird bis zum Schluß der Session, der möglichst beschleunigt werden soll, nur noch mit dring- lichen Regierungsangelegenheiten sich beschästigen, und nach kurzer Pause dann Anfangs November zu einer Herbstsession zusammentreten. Die Opposition hat den bezüglichen Vor- schlügen der Regierung keine ernstlichen Hindernisse in den Weg gelegt. Sie will offenbar alles vermeiden, was Gladstone Anlaß geben könnte, die Auflösung des Unter- Hauses noch weiter hinauszuschieben.— In Persien sind NothstandS-Unruhen aus- gebrochen. In Mcschhed rottete sich das Volk zusammen und nöthigte den Statthalter, ihm Brot zu versprechen.— peu'lclnadiuidjfcn. Polnische Delegirte zu der am 10. d. M. hier stattfindenden Konferenz polnischer Sozialisten wurden, wie wir bürgerlichen Blättern entnehmen, am Montag Abend in einer Versammlung bei Boltz. Alte Jakobstr. 75, gewählt. Die Wahl fiel auf die Herren Morewsky, Przwybezewsky und�Przykulsky. Nadebeul, 3. September. s5er Sozialdemokrat Moritz Kuntze, der Mitglied des hiesigen Turnvereins ist, erhielt vom Turnrath desselben folgendes Schreiben: „Der Turnrath des Turnvereins zu Radebeul, crinächtigt durch die Hauptversammlung vom 19. August 1893,'hat in seiner Sitzung vom 26. Anglist 1893 beschlossen, Sie wegen Unterstützung derjenigen Mitglieder, welche wegen ihrer sozialistischen Umtriebe aus dem Verein ausgeschlossen werden mußten, und weil Sie sich über Ihre vollzogene Unterschrist, trotzdem Sie vom Turnrath dazu aufgefordert wurden, nicht gerechtfertigt haben, aus dem Turnverein auszuschließen. Wie es scheint, wird jede Vereinigung jetzt zu politischer Agitation verwendet. Leutzsch. Am 29. August fand hier eine imposante öffent- liche Frauen- und Männerversammlung in Regel's Restaurant statt, in der Frau Rohrlack aus Düsseldorf das Referat„Zur Frauenfrage" übernommen hatte. Die Reserentin unterzieht in erster Linie die beutigen wirthschastlichen Verhältnisse sund die dadurch bedingte Stellung der Frau einer scharfen Kritik. Sie führt an. daß die Frau als Mensch zweiter Klasse angesehen werde. Doch schon unter den Frauen der bürgerlichen Gesell- schaft mache sich eine Strömung nach Freiheit bemerkbar, doch verschieden von den Bestrebungen der Frau des Proletariats. Unhaltbar sei die Redensart: Die Frau habe immer auf so niederem Standpunkt gestanden und so werde es auch immer bleiben, denn sie sei geistig minder beanlagt als der Mann, infolge- dessen könne sie es auch nicht zu einer höheren Stellung bringen. Das sei nicht wahr, denn in der Zeit der Gentilverfassung habe die Frau eine weit höhere Stellung eingenommen. Erst nach Durchsetzung des Patriarchats(Väterrechr und Väterherrschaft) habe man die Frau auf die Stufe herabgedrückt, auf der sie heute noch stehe. Der Frau sei es gerade so ergangen, wie allen wirthschaftlich Schwachen. Die Referentin erläuterte dann sehr anschaulich die Revolution auf technischem Gebiet. Sie führt aus, daß dadurch die Frau zum Theil weniger abhängig ge- worden sei. Die Männer der Sozialdemokratie seien die ersten gewesen, welche für die Frau gleichen Lohn für gleiche Arbeit fordern, damit die Frau nicht als Konkurrentin gegen den Mann auf- trete, denn im Deutschen Reiche gäbe es über 5 Millionen Fabrik- arbeiterinnen. Als Gesellschaftsmitglied zweiter Klasse behandelt, müsse sie doch Steuern ebensogut bezahlen wie der Mann und stehe auch unter denselben Strafgesetzen. Daher sei es auch Aufgabe der Männer, die Frau auf politischem Gebiet ausbilden zu helfen, damit sie auch in die Reihen der Kämpfer mit eintreten könne. Die Anschuldigung unserer Gegner, die Sozialdemokratie zerstöre die Ehe, weist die Referentin gebührend zurück. In der dem mit großem Beifall aufgenommenen Vortrag folgenden Dis- kusston forderten einige Redner und Rednerinnen auf, recht zahl- reich dem Frauenbildungsverein und dem Arbeiterverein beizu- treten. Gegner meldeten sich nicht zum Wort. Folgende Resolution wurde einstimmig angenommen:„Die heute im Regel'schen Restaurant zu Leutzsch tagende öffentliche Versamm- lung von Frauen und Männern(Besuch 250 Personen) ser- klärt sich mit den Ausführungen der Referentin voll und ganz einverstanden und verspricht, für die Gleichberechtigung der Frauen sowie zur Erlangung des gleichen Wahlrechts und für die Ziele der Sozialdemokratie voll und�ganz einzutreten." Bericht der sozialistische» Arbeiterpartei RorweaenS. In den Fllnfzigerjahren erschien zum ersten Male eine radikale Arbeiterbewegung in Norwegen. Sie wurde mit Macht unter- drückt und ihre Führer verhaftet. Diese Bewegung, die eine Nachwirkung der Februar-Revolution von 1843 war, bezeichnet ein Durchbruch. Trotz der sogleich folgenden Reaktion, kam bald daher eine Agitation zur Befreiung des Proletariats, die den Weg für die sozialdemokratische Arbeiterbewegung bahnte, die von 1335 datirt. Dies Jahr wurde nämlich der erste sozial- demokratische Verein in Kristiania gegründet. Eine Landes- Arbeiterpartei wurde in 1887 organistrt. Sie zählt jetzt 43 Vereine, wovon 32 in der Hauptstadt. Die Sozialdemokratie in Norwegen hat unter besonderen Schwierigkeiten gearbeitet wegen der großen Ausstreckung des Landes und der dünnen Be- völkerung. Vielmehr ist die sozialdemokratische Arbeiterbewegung schwierig gemacht durch den weit vorhergeschrittenen Liberalis- muß,»mer unserer großen politischen Parteieu, die vermocht hatte, viele der radikalen und mißvergnügten Elemente unter ihre Fahne zu sammeln. Zugleich existirt in Norwegen eine Landes- Arbeiterorganisation:„Die vereinten norwegischen Arbeiter- bände", die ein« Reihe Vereine zählt, und der liberalen Partei in ihre Politik folgt. Wenn gleich die Arbeit und Agitatton dieser Organisation wenig bedeutend ist, so vermag sie doch Massen der Arbeiter von der Sozialdemokratie fern zu halten. Endlich und zunächst ist die Arbeit der Sozialdemokratie in Nor- wegen erschwert worden durch eine kaum alle Interessen erträn- kende Nationalitätsbewegung, deren Stärke in den gegenwär- tigen Verhältnissen nicht genügend begründet ist. Indessen macht die ökonomische Armuth unseres Volkes die Plan- Mäßigkeit und Oekonomie in der Staatshaushaltung, die allein der Sozialismus einführen kann, in weit höherem Grade nothwendig. Diese Erkenntniß macht sich mehr und mehr geltend auch in den Nichtarbeiterklassen. Die nor- wegische Sozialdemokratie hat eine energische Agitation für den 8stündigen Maximalarbeitstag entwickelt. Die Demonstrationen am 1. Mai, die in der Hauptstadt arrangirl sind, sind im- ponirend gewesen, und in den übrigen Städten unseres Landes hat auch die Agitation der Sozialdemokratie für den 3stündigen Normalarbeitsiag am 1. Mai Demonstrationen resultirt und unsere Reihen mit neuen Anhängern vermehrt. Durch unsere Agitation haben wir es auch dazu gebracht, daß die liberale Partei des Landes nun die Nothwendigkeit eines Normal- arbeitstages durch Gesetz festgestellt anerkennt, wenngleich die Partei als solche noch nicht die 8 Stunden als Maximum akzeptirt. In Norwegen sind die Bedingungen der Erhaltung des allgemeinen Wahlrechts eine Einnahme von 800 Kronen und 500 Kronen rücksichtlich für die Städte und die Landesgemeinde. Von 400 000 ökonomisch selbständigen, er- wachsenen Männern hat nur die Hälfte das Wahlrecht. Durch das energische und beständige Verlangen der Sozialdemokratie hat die liberale Partei allgemeines Wahlrecht aus ihr Wahl- Programm gesetzt; das Juteresse aber für diese Sache innerhalb der Partei ist wegen der starken nationalen Bewegung äugen- scheinlich geschwächt. Die norwegische Arbeiterpartei hat darum auch die Führerrolle in der Wahlrechtsfrage übernehmen müssen, und die norwegischen Sozialdemokraten haben gegenwärtig wesentlich ihre politische Arbeit darauf konzentrirt. Die sozialistische Arbeiterpartei Norwegens hat mehr und mehr an den kommunalen Wahlen Theil zu nehmen begonnen, und hat hierbei ein Programm aufgestellt, das u. a. Aufführung von kommunalen Arbeiterwohnungen, freie Acrztehilfe, Krankenpflege für jedermann, eine Mahlzeit täglich für die Kinder der Volksschule, Aushebung des Lizitationssystems rücksichllich der kommunalen Ar- deiten. Auch auf dem kommunalen Gebiet hat die Sozial- demokratie einen entscheidend demokratisirenden Einfluß auf die liberale Partei ausgeübt; denn dieselbe ist in die Nothwendig- keit gekommen, mehrere Programmpunkte der sozialistischen Ar- beiterpartei zu akzeptiren. Wenngleich die norwegische Sozial- demokratie noch in ihrem Werden ist, fängt sie doch an, eine politische Macht zu sein, auf welche die übrigen Parteien Rück- ficht nehmen müssen, und die hoffentlich bald durch ihre Landes- wählen die entscheidende Stimme in die Wagschale des Kampfes zwischen die übrigen Parteien legen kann, und dadurch im stände ist successive ihre Forderungen durchzuzwingen. Die norwegische Sozialdemokratie ist sich selbst folglich ihres internationalen Charakters bewußt, und während des täglichen politischen Kampfes ist sie immer darauf aufmerksam, daß die nothwendige Bedingung für eine gerechtfertigte soziale Haushaltung eine absolute Um- stürzung des Privatkapitalismus und eine vollständige Revolution der Gesellschafisverhältniffe ist. Kroger Johansen, Vertreter der sozialistischen Arbeiterpartei Norwegens. VriefksWen titv Vedeckkton. Plchuert, AndreaSplatz Kommen Sie gefl. Donnerstag oder Freitag zwischen 10 und 1 Uhr oder zwischen 5 und 7 Uhr auf die Redaktion. Ich habe verschiedene Sendungen erhalten und weiß nicht, welche von Ihnen stammt. Arbeiter-BildungSschulo. Quittung. Beim 25jährigen Stifungsfest des Berliner Schriftgießer» Gehilienvereins gespendet von Herren Massini und Gölfert................ M. 5.- Von Herrn Scklopper..... 4,97 Aus der Quehls'schen Werkstatt 5,45 Vom Gesangverein der Kupferschmiede 10,— Vom Lese- und Diskutirklub„Emanzipation"....„ 19,— Summe. M. 44,42 Besten Dank. H. G u m p e l. Barnimstr. 42. Mache nochmals darauf aufmerksam, daß von jetzt an Gelder, die für die Arbeiler-Bildungsschule bestimmt sind, nur an Herrn Königs. Diesenbachstr. 30, zu richten sind. D. O. Für den Inhalt der Injerate über. nimmt die Redaktion dem Publikum gegenüber keinerlei Verantwortung Theater. Mittwoch, den 6. September. Opernhaus. Der Barbier Sevilla. von Neues Theater. Ein Schritt vom Wege. Deutsches Theater. Rollege Crampton. Berliner Theater. Die Jungfrau von Orleans. Königl. Italienischer Circus Ernesto Ciniselli. Stadtbahn- Station: Zoolog. Garten. Heute Mittwoch, den 6. September, Abends 8 Uhr: Grosse Extra Vorstellung. Die Erdtheile, Großes Balletdivertissement mit Aufzügen, Szenerien, märchenhafter Ausstattung 2c. 2c., dargestellt vom ges. Herren- und Damenpersonal und dem aus 60 Personen bestehenden Corps de Ballet. 2. Abtheilung aus der AusstattungsPantomime Die Jungfrau Die Erschaffung des Weibes. Die irische Bank. Leffing Theater. Der Fall Cle menceau. Kroll's Theater. Margarethe. Friedrich- Wilhelmkädt. Theater. Der Vogelhändler. Residenz- Theater. Jugend. Vorher: Besuch nach der Hochzeit. Adolph Ernst- Theater. Goldlotte. Central- Theater. Berliner Vollblut. Viktoria Theater. Frau Venus. Alexanderplat- Theater. Das Damenbad. Vorher: Madame Farkas, oder: Meine Tante, deine Tante. National Theater. Lehmann auf der Weltausstellung in Chicago. Borher: Becker's Geschichte. Wintergarten. Spezialitäten Vorftellung. Reichshallen- Theater.SpezialitätenVorstellung. Apollo Theater. Vorstellung. Spezialitäten Kaufmann's Variété. SpezialitätenVorstellung. Sprung- Scene. Ferner Auftreten der berühmtesten Reiter und Reiterinnen, sowie Reiten und Vorführen der bestdressirten Schulund Freiheitspferde. PassageDanksagung. Für die ehrenvolle Theilnahme und zahlreiche Kranzspende bei der Beerdigung unserer unvergeßlichen, geliebten Tochter Mariechen fagen wir allen Verwandten und Bekannten, sowie dem Herrn Superindent Hübner für die troftreichen Worte am Grabe unsern tiefgefühlten Dant. 17786 August Gen nebft Frau. Danksagung. 5. Berliner Reichstags- Wahlkreis. Große öffentliche Bolts- Versammlung am Mittwoch, den 6. September. Abends 8 Uhr, im Saale des Schützenhauses, Linienstraße 5. Zagesordnung: 351/19 Vortrag des Genoffen Adler, über: Bürgerliche Götterdämmerung. Große öffentliche Versammlung fämmtlicher in den Für die ehrenvolle Theilnahme und Brauereibetrieben beschäftigten Arbeiter zahlreiche Kranzspende bei der Beerdigung meines lieben Mannes Heinrich als Brauer, Böttcher, Maschinisten, Heizer, Bierfahrer, Kailer sage ich allen Verwandten, BeFlaschenbier- Arbeiter etc. fannten und Kollegen, insbesondere dem am Donnerstag, 7. Sept., Ab. 81/2 Uhr, in den Concordia- Sälen, Andreasstr. 64. Personal d. Firma R. Schmidt, Braun e Zages Ordnung: u. Comp. meinen herzlichsten Dank. 1782b Wittwe Kailer. Zentral- Kranken- u. Sterbekasse der Töpfer( Filiale Berlin). Am Donnerstag, den 7. September, Abends 7 Uhr, Panopticum. in Gratweil's Sierhallen, Kom mandantenstraße 77-79: Grösstes Mitgliederversammlung. Schau- u.VergnügungsEtablissement der Welt. Entree 50 Pf. Castan's Panopticum. Tagesordnung: 1725b 1. Raffenbericht. 2. Bericht der Dele. girten von der außerordentl. General. versammlung zu Dresden. 3. Rassenangelegenheiten. Um zahlreichen Besuch bittet Der Vorstand. Bon der Reise zurückgekehrt Dr. Alfred Friedlaender Göbenstr. 27. 1777b Sprechstunden 8-9 u. 4-5 Uhr. National- Theater. Weltberühmte Ausstellung Ich bin nach der Skaligerftr. 108 Große Frankfurterstraße 132. Doppel- Vorstellung zu einfachen Preisen. Gastspiel der badischen Kammerfängerin Frl. Adolphine Grimminger. Sensationelle Novität! Lehmann auf der Weltausstellung in Chicago. Große Ausstattungspoffe mit Gesang und Tanz in 5 Aufzügen von Eugen Prudens. Kouplets v. Linderer. Mufit von Adolph Wiedecke. Regie: May Sam ft. Vorher: Becker's Geschichte. Liederspiel in 1 Aft von E. Jacobsohn. Regie: Hugo Hummel. Raffenöffnung 51/2 Uhr. Anfang der Abend- Borstellung 7, Uhr. Im Garten auf der Sommerbühne: Novität: Das lachende Berlin. Große Poffe mit Gesang und Tanz in 4 Atten. Regie: Hugo Hummel. Vor und nach den Possen: Auftreten von Spezialitäten 1. Ranges. Neues Programm. Morgen: Dieselbe Vorstellung. Sonntag, den 10. September, Nachmittags 3 Uhr: Boltsvorstellung zu bedeutend ermäßigten Preisen. Maria Stuart. Central- Theater. Alte Jakobstrasse No. 30. Berliner Vollblut. von Wachsfiguren und Gruppen. Illusionen. Irrgarten. Schreckenskammer. Kaufmann's Variété Stadtbahn- Station Alexanderplatz. Täglich Gross. Concert. Specialitäten- Vorstellung voll nur Künstlern I. Ranges. Zaro, Engl. Afrob. Miss Gabriele und Mrs. Othon, gr. Luftgymaſtik. Elsa Rosinska, Soubrette. Cordes, Gesangshumorist. Alfonso, Instrumental- Humorist. A. Engel, 8 dress. Hunde. Charles MorleyTrio, musikalische VerwandlungsPantomimisten. Kassenöffnung: Sonntags 5 Uhr, Anfang 6 Uhr; Wochentags 7 Uhr, Anfang 8 Uhr. Entree 50 Pf. A. Zimmermann. ( Dranienftr. 207) verzogen. Gustav Heymann, prakt. Arzt, Mitglied des Vereins der freigewählten Rassenärzte. 1784b Praktischer Neue Rossstrasse 3. Schmerzlos: Bahnziehen, Füllen, Bahnerfag. Theilzahlung. Boliklinik gratis. Zahnarzt J. Semmel, Oranienſtr. 55, am Morigplay, pr. Zahn- Arzt. Spr. 8-6. Sonnt. 9-1. Ehrenerklärung. Ich erkläre Frau Mattte für eine 1771b ehrliche Frau. A. Jde, Grünerweg 67. Die in Gegenwart des Vaters des Lehrlings Georg Michaelis gemachte beleidigende Aeußerung nehme ich hiermit zurück und erkläre denselben für ehrlich. 1783b D. März. Ehrenerklärung. Die gegen den Maurer W. Zug ge= J. Dartsch. sche brauchte eußerung nehme ich zurück. Nratweil Bierhallen Kommandantenstr.77-79. Täglich von 5 Uhr ab: Grosses Frei- Concert. Soiréen der Leipziger Sänger vom Krystall- Palat. Anf. Wochent. 71/2 Uhr. Entree 15 Pf., refervirt 25 Pf. Anf. Sonntags 6 Uhr. Entree 30 Pf., refervirt 50 Pf. Anerkannt gute Küche. Säle für Festlichkeiten u. Versamml. Posse mit Gesang und Zanz in 4 Akten v. Programm unentgeltlich. Carl Koch. Jean Kren. Musik v. Julius Einödshofer. Tagestaffe: Bormittag von 10 bis 2 Uhr, Abendkasse von 6 Uhr ab. Anfang der Vorstellung 71/2 Uhr. Morgen: Berliner Vollblut. Adolph Ernst Theater. Zum 82. Male: Goldlotke. Gesangspoffe in 3 Atten v. Ed. Jacobson und W. Mannstädt. Anf. 7 Uhr. Fauteuil 2,50 M. A Der Sommergarten ist geöffnet. American- Theater. Dresdenerstr. 55. Direktion: H. Martin. Täglich: Theater und SpezialitätenVorstellung. Neu! Zum 5. Male! Neu! Berliner in Chicago. Beitbild von Oscar Wagner. Raffeneröffnung: Sonntag 6 Uhr. Anfang 7 Uhr. Wochentags 61/2 Uhr. Anfang 71/2 Uhr.- Entree: Sonntag 75 Pf. Wochentags 60 Pf. Alkazar. Schönste und billigste Sehens würdigkeit der Residenz! Täglich Auftr, v, Spezialitäten ersten Ranges. Neu! Nen! Spreeniven! Anfang: Wochentags 71/2 Uhr. Sonntags 6 Uhr. Entree 15 Pf. R. Winkler. Lützowstraße 1774b Morih Morit Etablissement Blas. Buggenhagen. Play. Täglich: Gr. Garten- Konzert. Gr. Frühstücks- u. Mittagstisch. Spezial- Ausschank von Pakenhofer Lagerbier, hell und dunkel. Bei ungünstiger Witterung findet das Konzert in den unteren Restaurationsräumen statt. E Entree Wochent. 10 Pf. Sonnt. 25 Pf. Säle für Bersammlungen, Kommerse, Festlichkeiten 2c. Victoria- Brauerei, üoftraf Altes Schüßenhaus, Garten resp. Sa al Linienstraße 5, empfiehlt seine Festsäle ( außer( 560 Personen fassend) zu allen Gelegen733b heiten. Täglich Sonnabends) Stettiner Sänger Schmiedel's Festsäle, Stets wechs. Programm. 3. Schluß neu: Wurst wieder Wurst. Anfang Alte Jakobstrasse 32, empfehle meine hocheleganten Säle zur Abhaltung jeder Art Festlichkeiten. Wwe E. Schmiedel. Sonnt. 7 br, B. Nieft's Festsäle, Uhr, Wochent 8 Uhr. Entree 50 Pf. Vorverkauf- Billets Sonntags keine Giltigkeit. Ostbahn- Park am Rüstriner Play, Hermann Jmbs. Rüdersdorferstr. 71, am Ostbahnhof. Konzert, Täglich: Theater und Spezialitäten- Vorstellung. Neu u. sensationell: Little Alfons, der phänomenale Lawinensturz fünstler. The Moras, musikalische Ercentrics, 1 Dame, 1 Herr. Troupe Metzetti, Parterre- Afrob., 2 Herren, 2 Knaben, 1 Mädchen. Emmy u. Reinhold Hintsche, Gefangs- u. Charakter- Duettisten 2c. Volksbelustig. jeder Art. 4 Kegelbahnen z. Verfügung. Kaffeeküche geöffnet an Wochentagen von 2 bis 6 Uhr, Sonntags von 2-5 Uhr. Weberstr. 17, empfiehlt sich zur bevorst. Saison den Vereinen zu Festlichkeiten u. Versammlungen. Saal gratis u. sonstige toulante Bedingungen. 34412* Dresdener Garten 45 Dresdenerstr. 45. Empfiehlt Säle u. Vereinsz., neu renovirt, zu aller Gelegenheit, sow. 2 Regel bahnen und 2 Billards. 1692b Gardinen- Fabrik Großes Lager gestickter und engl. 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Nachher: Tanz. Die Kaffeeküche ist geöffnet. B Billets à 50 Pf. inkl. Tanz find zu haben bei den Restaurateuren Radke, Neumeisterstr. 6; Kieker, Synarstr. 34; Klinzsch, Pichelsdorferstr. 103; Bernhardt, Pichelsdorferstraße, und bei O. Bismark, Plantage 3. Dampfer stehen an der Charlottenbrücke um 14 Uhr zur Abfahrt bereit. 1137* Freie Volksbühne. Die 2. Abtheilung ist geschlossen. Ein Recht zum Besuch der Vorstellung am 10. September im Lessingtheater hat nur dasjenige Mitglied, das die Beiträge für August und September gezahlt hat. Der Vorstand der Freien Volksbühne. J. A.: Julius Türk, SW. Solmsstraße 24. 390,20 ΚΟΣ Verlag des Vorwärts" Berliner Volksblatt Berlin SW., Beuth Straße 2. Folgende in unserem Verlage erschienenen Gesetzes- Ausgaben empfehlen wir zur Anschaffung: vom 15. Juni 1883 in der Kranken- Versicherungs- Gesek Faffung der Novelle vom 10. April 1892. Mit erläuternden Anmerkungen, einem Anhange, enthaltend: die Ausdehnung der Unfall- und KrankenVersicherung der in land- und forstwirthschaftlichen Betrieben beschäftigten Personen und das Gesetz über die eingeschriebenen Hilfstassen und alphabetischem Sachregister.- Taschenformat. Eleg. cart. 285 Seiten. Mt. 1,20 Gesetz, betr. die Gewerbegerichte. Bom 29. Juli 1890. Mit erläuternden merkungen, einer Uebersicht des Inhalts des Gesetzes und alphabetischem Sachreg.- Taschenf.- Eleg. cart. 96 S. Wt. 0,50 vom Gewerbe- Ordnung für das Deutsche Reich Jun 1869 in der Fassung des Reichs- Gesetzes vom 1. Juli 1883 und unter Berücksichtigung der durch die Gesetze vom 8. Dezember 1884, 23. April 1886, 6. Juli 1887 und 1. Juni 1891 eingeführten Aenderungen. Mit erläuternden Anmerkungen und ausführlichem Sachregister. Zweite, durch die Ausführungs- Bestimmungen des Bundesraths vermehrte Auflage.- Taschenformat.- Elegant cart. 306 Seiten. Mt. 1, Verfassung des Deutschen Reichs nebst Wahlgefes für den Reichstag und Wahlreglement.- Taschenf. Taschenf. Eleg. cart. 64 S. t. 0,30 Die Invaliditäts- n. Altersversicherung der Arbeiter nach dem Reichs- Gesetz vom 22. Juni 1889 furz und übersichtlich dargestellt. Zum Handgebrauch für alle bei der Ausführung des Gesetzes Betheiligten. Mit ausführlichem Sachregister und den Uebergangs- Bestimmungen des Gesetzes. 68 S. Brosch. Mt. 0,25 in Deutschland, in Das Vereins- und Versammlungsrecht ausführlichen Erläuterungen zum Preußischen Vereinsgeseh vom 11. März 1850 und einer Uebersicht des Vereins- und Versammlungsrechts nach den reichsgesetzlichen und landesrechtlichen Vorschriften. Mit einem Anhange, enthaltend: eine Zusammenstellung des Textes der in den einzelnen Bundesstaaten bestehenden Bestimmungen über Vereins- und Versammlungsrecht und alphabetischem Sachregister. VIII u. 210 Seiten, 80. Preis eleg. geheftet Mt. 2,50 in braunen Bädekerband gebunden Mt. 3, Unentbehrlich für die Vorstände der politischen Beretne und Gewerkschaften in allen deutschen Bundesstaaten. Als Leitfaden für Arbeiter auf dem Gebiete des Vereins- und Versammlungsrechtes find folgende 2 Broschüren empfehlenswerth: Anleitung zur Bennkung des Vereins- und Versammlungsrechts. scheidungen. Populäre Darstellung aus dem Vereinsgeset, nebst einschlägigen GerichtsentMt. 0,15 Anleitung zur Bennkung des Vereins- und VerSammlungsrechts in Deutſchland. Herausgegeben von der Generalkommission der Gewerkschaften Mt. 0,30 Deutschlands. 96 Seiten geheftet. Wiederverkäufer erhalten Rabatt. Bei Aufträgen von Auswärts ersuchen wir höflichst um gleichzeitige Einsendung des dafür entfallenden Betrages.( Porto extra.) Staare 1,25, Amseln 2,-, Schwarzplatten 2,50. Singvögel gr. Auswahl. 1754b Schnelle, Jnvalidenstr. 7. Berantwortlicher Redakteur: Robert Schmidt in Berlin. Druck und Berlag von Mag Bading in Berlin, SW, Beuthstraße 2, Hierzu zwei Beilagen 1. Beilage zum„ Vorwärts" Berliner Volksblatt. Nr. 209. Mittwoch, den 6. September 1893. 10. Jahrg. " Lokales. " " " " " Der das ja einen Vorwurf für die verehrlichen Eltern enthalten des Kindes mit Erfolg bemüht war, sich der Feststellung ihres würde, durch die besser klingenden Bezeichnungen Folgen des Namens zu entziehen, so hatte sie es vermuthlich auf die EntDie Stüge der heutigen Gesellschaft ist der Militarismus, Wachsthums"," Begleiterscheinungen der Entwickelung" u. s. w. wendung der beiden Papiere abgesehen, um diese zu strafbaren mithin sind die Militärpersonen die Stüßen der heutigen Gesell- zu ersehen pflegt. Die Zahl dieser sich dergestalt entwickelnden" Zwecken zu gebrauchen. Die Frauensperson ist etwa 38 Jahre schaft. Diejenigen, welche ihre Kräfte und Fähigkeiten im Kriegs- Bourgeoistinder männlichen und weiblichen Geschlechts entzieht alt, 1,73 Meter groß, hat blondes Haar, schwarze Augenbrauen, bienfte nicht mehr verwerthen können, sind in der zivilen Gesell- fich leider der Feststellung, da solche Früchtchen ja nicht in Er- volles Gesicht, gesunde Gesichtsfarbe und untersette Figur. Sie schaft immer noch brauchbar. Diese Gewißheit läßt Viele die ziehungsanstalten für verwahrlofte Kinder, sondern in fomfortable trug Trauerkleidung. Angaben, die zur Aufklärung des Sachmilitärische Laufbahn gewissermaßen als Brotstudium ergreifen Pensionen gebracht werden. Bei dieser Gelegenheit möchten verhaltes und zur Ermittelung der Person führen können, nimmt und als Mittel zum Zweck betrachten, Die Gesellschaft erweist wir dem Berliner Magistrat, dessen Bericht über die Armen- die Kriminalpolizei und jedes Polizeibureau zu den Akten sich dem, der treu gedient hat seine Beit, dankbar und garantirt direktion, Abtheilung für die Waisen- Verwaltung", wir die Nr. 4868 IV. 4. 93 entgegen. ihm eine forgenfreie Zukunft. Die Offiziere erhalten eine standes- obigen Zahlen entnehmen, einen Vorschlag machen. Bericht führt unter den Vätern der Zwangserziehungs- Kinder In den Gastwirthschaften Berlins wird die Polizeigemäße Pension und werden Direktoren von Aktiengesellschaften 45 Arbeiter" und 20„ Gefellen" auf. In anderen Berichten ſtunde über 11 Uhr hinaus nicht verlängert werden. Der Veroder dergleichen; die Unteroffiziere erhalten ihre Prämien und einen Zivilversorgungsschein, welcher ihnen die bevorzugte An- der städtischen Verwaltung wird nur zwischen Arbeitern" band der Gaft- und Schankwirthe von Berlin und Umgegend Wir haben wiederholt batte im März d. J. eine Eingabe an den Minister des Innern wartſchaft auf Anstellung in der Zivilverwaltung gewährleistet. darauf hingewiesen, daß unter diesen„ Handwerkern" zum aller gerichtet dahin, die Polizeiſtunde für Berlin und den RegierungsNicht unintereffant iſt es nun, zu sehen, welcher Art die zivilen größten Theile auch nur Arbeitnehmer, oder unferetwegen bezirk Potsdam einheitlich zu regeln, und statt wie bisher bis Nicht unintereffant ist es nun, zu sehen, welcher Art die zivilen Versorgungen" find, welche den ausgedienten Militärs oder Militärinvaliden winken. Ein Blick in die amtlich herausgegebene Gefellen", zu verstehen sind. Warum spricht denn der Ma- 11 Uhr in Zukunft bis 12 Uhr Nachts den Schankbetrieb geVakanzenliste für Militäranwärter" giebt darüber recht lehr Gesellen"?„ Das ist ganz gut so," wird mancher wohlfituirte des Gastwirthsverbandes die Anzeige zugehen lassen, daß nach gistratsbericht hier nicht auch von„ Handwerkern" statt von statten zu wollen. Der Minister hat nunmehr dem Vorstande reiche Aufschlüsse. Die meisten Vakanzen für Militäranwärter" haben die Polizeiverwaltungen aufzuweisen, denn neben der stetigen Handwerksmeister denken, auf diese Weise kommen doch wir den stattgehabten Ermittelungen teine Veranlassung vorliege, die Vermehrung des Militärs schreitet auch die Vermehrung der achtbaren Leute nicht in den Verdacht, daß wir unsere Kinder Polizeiftunde später festzusetzen. Polizeials weitere Stüße der heutigen Gesellschaft- emfig verwahrlosen lassen, statt sie in die Pension zu schicken". Es ist wirklich gut so. Aber es wäre noch besser, wenn der Magistrat Die Joche der neben der Eisenbahn- Drehbrücke über fort. So geschieht es denn, daß die Polizei sich faft nur aus gedienten Militärs zusammenfeßt, ein Umstand, welcher Vieles die Bezeichnung„ Gesellen" statt„ Handwerker" auch anderswo, die Oberspree im Zuge der Eisenbahnstraße führenden Fußerflärlich macht. Indessen die Militäranwärter" find ver 3. B. auch in den Berichten über das städtische Obbach, an- gängerbrücke, die die Röpnickerstraße mit der Mühlenstraße verforgt". Wie es mit den sonstigen" Versorgungen" beschaffen ist, wenden wollte. Auf diese Weise wäre doch für jedermann flar bindet, befinden sich in einem höchst gefahrdrohenden Zustande; das lehrt ein weiterer Blick in die„ Vakanzenliste". So sucht und deutlich zu erkennen, daß es fast ausschließlich die Ar die Brücke ist darum für den Verkehr bereits polizeilich gesperrt z. B. der Magistrat in Memel einen Sekretär, der u. a. auch beitertlaffe ist, die mit ihren Kindern dem Glend, dem worden. Da hierdurch die Gefahr für die Wasserstraße jedoch noch nicht beseitigt ist, weil durch den Anprall eines Schiffes an schwierige Sachen" zu machen hat. Von einer Rautionsstellung fittlichen so gut wie dem leiblichen, ausgesetzt ist. die Joche immerhin die Schiffer noch in Lebensgefahr gerathen wird dabei großmüthig abgesehen. Recht verlockend sind im Alltönnen, hat die Ministerial- Baukommission den Magistrat ergemeinen die ausgebotenen Stellen für Kanzleigehilfen. So be fucht, schleunigst jene Fußgängerbrücke abstützen oder ganz enthält sich z. B. das Amtsgericht Guben vor, den„ Lohnfah nach fernen zu lassen. Leistung" zu bemessen; das Amtsgericht Charlottenburg bezeichnet die Einkommenverhältnisse als ungewiß"; das Amtsgericht in Rybnick bietet zwar einen festen Lohnsay von bis 10 Pfg. für die Seite Schreibwerk", behält sich aber, damit der Kanzleigehilfe nicht gar zu übermüthig wird, dafür vor, denselben ohne Kündigung entlaffen zu fönnen. Die Pflege- Anstalt in Weißenau sucht einen Bäckerburschen, der aber unverheirathet sein und Der Schwindler giebt an, derartige Bettel von Auer und bleiben muß. Der Magistrat in Gleiwit braucht einen Schul- Bebel erhalten zu haben. Wir wiederholen, daß die Genossen mit Diener, dem er bereit ist, sein stattliches Gehalt nachschußweise" einem Schwindler zu thun haben. zu zahlen. Aehnliche Verhältnisse walten bei fast allen ausgeschriebenen Vakanzen" an Stations, Ranzlei, Telephon-, Bureau- und Expeditions Diätaren, Kopisten, Defopisten, Ronzipienten und wie der Amtsstil sie noch sonst bezeichnen möge, vor. O welche Lust, Militäranwärter zu sein! 0 " " = Wir werden von Genossen darauf aufmerksam gemacht, daß ein Schwindler in den Kreisen der Genossen einen ganz plumpen Betrug versucht. Er verbreitet folgenden Bettel, der uns im Original vorliegt: Dringende Bitte! Der Genoffe, Zimmergeselle Wilhelm. Eine Belohnung von 200 Mark ist auf die Ergreifung Martin, welcher wegen der Köpnicker Revolte mit 1/2 Jahr eines flüchtigen Buchhalters ausgesetzt worden. Der Durch Buchthaus bestraft ist, bittet, da ihm jede Arbeitsgelegenheit ab- brenner, ein 26 Jahre alter Mann, Georg Engelhardt, hat folut unmöglich, um Unterstügung.- Beglaubigte Papiere können gestern im Auftrage eines Viehhändlers in Mariendorf 2100 M. vorgelegt werden." einfafsirt, ist aber mit dem Gelde nicht zurückgekehrt. Engelhardt hat einen ziemlich starken blonden Schnurrbart, ein rothes Gesicht, vorstehende Backenknochen und in der Mitte der Stirn eine Narbe. " Abgefaßt wurde gestern ein Schirmmarder in der Berliner Der Kaufmann Karl Paasch ist, wie wir der„ Staats- Wegen schweren Diebstahls in etwa 70 Fällen ist ein bürger- Beitung" entnehmen, gestern Morgen im hiesigen Westend- 19jähriger Handlungsgehilfe Otto Lorenz verhaftet worden. Er hotel" durch zwei Beamte der politischen Polizei von neuem ver- war bei einem Wäschefabrikanten in der Straßburgerstraße anhaftet und nach dem Polizeigefängniß am Alexanderplatz gebracht gestellt und hatte sich selbst einen Nachschlüssel zum Geldschrank worden. Dort erfolgte sodann eine Untersuchung seines Geistes- gefertigt. So hatte er seit Mai nach und nach 2000 m. aus Die Reklame wäre, wenn man den Versicherungen der zustandes durch den Kreisphysikus und im Anschluß hieran seine der Kasse genommen. Um die Entdeckung zu verhüten, hatte er Antisemiten trauen dürfte, eine ausschließliche Domäne der Ueberführung nach der Frrenanstalt in Dalldorf. Das Gut- die Lohnbücher der Arbeiterinnen gefälscht, indem er jedes Mal, Juden und Judengenoffen". Dem ist aber nicht so. Die Anti- achten der Charitee- Aerate, die Paasch sechs Wochen untersucht wenn er 10 m. herausnahm, vor die Lohnſumme der Arbeiterin femiten haben gar teine Veranlassung, in übertriebener Be- hatten, lautet bekanntlich dahin, daß Paasch an firen Ideen die Zahl 1 fette. Für das Geld hatte er unter anderem ein fcheidenheit ihre eigene Fertigkeit in der Marktschreierei so in leide und für seine Handlungen deshalb nicht verantwortlich im Pianino und ein Fahrrad gekauft. Den Schatten zu stellen; denn wenn es ans Reflamemachen geht, Sinne des Strafgesezes sei, für gemeingefährlich wurde Paasch stehen auch sie ihren Mann. Eine Probe davon liefert die letzte aber nicht befunden. Auf dieses Gutachten hin beschloß die Sonntagsnummer der antisemitischen Staatsbürger Zeitung". Straftammer, das Verfahren einzustellen und ihn, da Gemein- Lesehalle" in der Wallstraße, als er sich eben mit dem Schirme Wir lesen daselbst folgende Annonce: An Mein Volk!" so gefährlichkeit nicht vorliege, auf freien Fuß zu setzen. Dieser Be- eines Gastes entfernen wollte. Der Dieb wurde als der Schreiber rief unser unvergessener, hochseliger Kaiser Wilhelm I., weiland, schluß wurde am Dienstag, den 29. vor. Monats, ausgeführt. A. festgestellt. im Jahre 1870, als ihm der übermüthige Franzmann den Krieg Dem oben zitirten Blatte zufolge hatte Paasch beschlossen, seinen erflärte, u. f. w." Es folgt dann eine schwungvolle Verherr bisherigen Kampf als aussichtslos aufzugeben und in feinen bergerstraße gingen, bemerkten Rauchwolken, die dem Fenster Personen, die gestern Nachmittag durch die Schöne lichung des Krieges von 1870-71 im allgemeinen bürgerlichen Beruf als Ingenieur zurückzukehren. Zu dem Zweck und des Sedantages im besonderen. Daran schließt sich fnüpfte er schon am andern Tage mit einer Maschinenbau- des in einem Keller belegenen Verkaufslokals des Grünkramein Aufruf zur Abwehr eines anderen, des inneren Anstalt in Stettin alte Beziehungen wieder an und reiste auf händlers B. entstiegen. Die Thür war verschloffen und man Feindes", der mit der Mahnung:„ Kauft nicht bei Juden!" einige Tage zu seiner Mutter nach Minden zur Ordnung seiner brang vom Hof aus durch ein Fenster in den Keller, ausläuft in eine aufdringliche Anpreisung des antisemitischen Familien- Angelegenheiten. Am Sonnabend Abend 11 Uhr tehrte der mit Qualm angefüllt war. Die schleunigst herbeiwurden rasch des Feuers Adreßbuch Christlich- Deutscher Geschäfte", von dem nächstens er ins Westend Hotel zurück und beabsichtigte, in einigen Tagen gerufenen Löschmannschaften eine neue Ausgabe erscheinen soll. Die Worte" An Mein nach Leipzig zu gehen, wo er seine feste Wohnung und sein Herr und fanden unter dem Ladentisch drei gefüllte und Bolt!" sind als Ueberschrift der Annonce groß und dick ge- Bureau hat. Am anderen Morgen um 8 Uhr erschienen jedoch eine geplatte Petroleumflasche, Awei Schachteln druckt, wie es fich für eine echte und rechte Reklame, die das zwei Herren im Westend Hotel und ersuchten ihn, zu einer kleinen Streichhölzer und eine Menge angebranntes Papier. Die Fächer lesende Publikum alarmiren soll, schickt. Wäre ein Jude so ge- nebensächlichen Vernehmung nach dem Polizeipräsidium zu kommen. des Regals waren mit Papier gefüllt, das mit Petroleum und riffen gewesen, die oben genannten Worte als Köder zu benutzen, Paasch gab seine wichtigsten Bapiere einem in demselben Hotel Spiritus getränkt war. Dieser Befund ließ keinen Zweifel daran so würden die Antisemiten wahrscheinlich sofort nach dem Staats- wohnenden Freunde und begleitete die beiden Herren nach dem aufkommen, daß eine absichtliche Brandstiftung vorliege, und B. anwalt geschrieen und Anwendung des Paragraphen vom„ groben Polizeipräsidium, von wo er nicht mehr zurückgekehrt ist. Er wurde, als er gegen 9 Uhr Abends aus der Hasenheide heimUnfug", vielleicht sogar des„ Majestätsbeleidigungs"-Paragraphen wurde vom Kreisphysikus untersucht und, wie bereits erwähnt, fehrte, festgenommen. Er leugnete ſtandhaft, hatte aber merk verlangt haben. Direkt unter dieser Reklameleistung des anti- nach Dalldorf als gemeingefährlicher Geistestranter übergeführt. würdiger Weise den sonntäglichen Spaziergang nicht angetreten, semitischen Geschäftsmannes steht übrigens eine andere, nicht Leider ist hier nicht im geringsten angedeutet, worauf sich ohne vorsorglicher Weise seine Feuerpolice mitzunehmen. Seine minder amüsante Annonce, die von einem stadtbekannten und von die plögliche Annahme, daß Paasch„ gemeingefährlich" geistes- Frau, die sich in seiner Gesellschaft befand, bestritt anfänglich den Antisemiten viel angegriffenen jüdischen Geschäfte ist, nämlich von frant ist, begründet. auch, irgend etwas über die Entstehung des Brandes zu wissen, Goldenen 110". Sie beginnt: 3 beißt mich räumte jedoch nachher ein, das Feuer angelegt zu haben. Sie " der " Zwangserziehungskinder." Die Zahl der Kinder, die bereits ( diese drei Worte find als Ueberschrift dick und groß gedruckt) Unter der Bezeichnung der Talisman" wird von versicherte, daß ihr Mann feine Kenntniß davon gehabt habe mein Gewissen, wenn ich der Welt nicht Mittheilung mache von einem gewiffen A. Müller in Hamburg für eine Talisman und erklärte, die Brandstiftung in der Absicht verübt zu haben, dem Ausverkauf des Welt- Garderobe- Hauses zur Goldenen 110 electric hygiean Chain Company London W. C."" eine den ihrem Mann, dem es geschäftlich sehr schlecht ging, zu den a. f. w." Diese beiden Annoncen, die in ihrer Nachbarlichkeit früheren Gichtketten ähnliche„ elektrische Heilkette" als Heilmittel 6000 m. zu verhelfen, mit denen er den Ladeninhalt versichert oen Leser recht herausfordern, sie mit einander zu vergleichen, gegen Gicht, Rheumatismus, sowie alle Arten Nervenleiden hatte. beleuchten die Beschränktheit des antisemitischen Standpunktes( nervöser Kopf- und Zahnschmerz, Schlaflosigkeit, Schwächeetwas drastisch. Das Reklamemachen ist ebenso wenig eine zustände), ferner Asthma, Blutarmuth, Blutstockungen( talte Füße Polizeibureau in Spandau am 12. August die vielbesprochene Der Höllenmaschinen Fabrikant Pikorzki, der auf dem speziell jüdische Eigenschaft, wie etwa die Bornirtheit eine speziell und Hände), Nierenleiden, Schwerhörigkeit, Magen- und Herz- Explosion herbeigeführt hat und der sich seit dem 16. Auguft im heutigen Art des Handelsbetriebes. Daß die Reklame und noch feuchtung vermöge seiner Zusammensetzung wesentlich aus Kupfer- dem Untersuchungsrichter am Landgericht 11, Herrn Landgerichtsantisemitische. Die Reklame ist unzertrennlich verknüpft mit der frankheiten 2c. 2c. angepriesen. Der Apparat, der nur bei An- xplosion herbeigeführt hat und der sich seit dem 16. August im Moabiter Untersuchungsgefängniß befindet, wurde gestern vor mancher andere Auswuchs am Baume des Handels sich so und Zinkdraht geringe elektrische Ströme entwickelt, besitzt die rath Friedberg, der die Untersuchung führt, mit dem Schlosser üppig hat entfalten fönnen, verdanten wir der tapitalistischen ihm zugeschriebenen Wirkungen nicht. Das Publikum wird daher Schwark aus Spandau, dem Empfänger der Maschine, konfrontirt. Gesellschaftsordnung, unter der derjenige am weitesten tommt, vor seiner Anschaffung gewarnt. Gleichzeitig wird bemerkt, daß Bikorski behauptet nämlich, daß Schwart der Verfertiger der der am lautesten zu schreien und das Publikum am geschicktesten der als königlicher Gerichts- und Polizeichemiker" bezeichnete Söllenmaschine sei, mindestens aber, daß ihm dieser die Maschine zu übertölpeln weiß. Chemiker" Dr. Bein, von dem ein dem Apparat günstiges Attest übergeben habe, um ein Attentat auszuführen. Schwark habe in der Reklameſchrift abgedruckt ist, nicht Chemiker des hiesigen ihm eine bestimmte Summe versprochen, habe aber, da er durch Polizeipräsidiums ist. im Verwaltungsjahr 1892/93 der Stadt Berlin zur ZwangsKrankheit arbeitslos geworden sei, die Summe nicht zahlen erziehung überwiesen wurden, betrug 94, und zwar 78 Rnaben Besetzt! Kürzlich wollte ein Arbeiter vom Schlesischen können, das geplante Attentat sei daher unterblieben und um und 16 Mädchen. 67 Kinder waren in Berlin, 27 außerhalb Bahnhofe nach Johannisthal fahren und kam in eine bereits be- die gefährliche Maschine endlich los zu werden, habe er dieselbe an Berlins geboren. 79 gehörten der evangelischen, 14 der fatho- fetzte Abtheilung der dritten Wagenklasse. Als er einstieg, rief Schwark zurückgeschickt. Schwark dagegen weist diese Insinuation lischen, 1 der jüdischen Konfession an. 23 waren unehelich ge- ihm ein anderer Fahrgast„ Besetzt!" entgegen und konnte sich mit Entrüstung zurück und wenn man die Eindrücke vergleicht, boren, 42 hatten noch beide Eltern, 12 nur noch den Vater, 40 über die Ueberfüllung nicht beruhigen, obgleich der Arbeiter mit die die beiden Personen, der durchaus offen und ehrlich ausnur noch die Mutter. Unter den 71 Vätern der ehelich geborenen einem Stehplage fürlieb nehmen wollte. Kaum war die Halte schauende Schwart und der überaus verschmitt und heimtückisch Kinder befanden sich( die verstorbenen Väter miteingerechnet): stelle an der Warschauer Straße erreicht, da sprang der unzu- aussehende Pikorzki machen, so kann man taum zweifelhaft sein, 45 Arbeiter, 20 Gesellen, 3 Schneider, 2 Händler, 1 städtischer friedene Fahrgast auf den Bahnsteig und rief:„ Herr Assistent, auf welcher Seite die Wahrheit liegt. Piforzki stellte sich auch Wächter. Ein Blick auf die Liste der strafbaren Handlungen, Herr Assistent!" Der Beamte näherte sich dem erregten Manne, Anfangs, als wenn er kein Wort deutsch verstehe, jetzt beherrscht welche die gerichtliche Ueberweisung zur Zwangserziehung zur mußte dann aber, während er die Schilderung anhörte, das er die deutsche Sprache mit großer Gewandtheit. Folge hatten, belehrt uns über Ursache and Wesen Zeichen zum Weiterfahren geben. Als sich der Zug aber in Bediefer" Verwahrlosung." Bon 94 Rindern wurden 92 wegung fette, wollte der Beschwerdeführer schnell wieder hinein( zweiundneunzig!) wegen Diebstahls, Unterschlagung und springen und traf seine alte Abtheilung wieder, in der der ArBettelei überwiesen.( Bei 2 davon Lag auch noch beiter inzwischen seinen früheren Play eingenommen hatte. Der Bagabondiren vor, bei 3 Körperverlegnng.) Hehlerei war bei 1 Arbeiter rief ihm nun ein kräftiges Besett"! entgegen und erund Unzucht bei 1 der Grund der Ueberweisung. Die Reaktionäre zielte damit eine solche Wirkung, daß der Angerufene verblüfft und Mucker wollen die„ Verwahrlosung" der Jugend mit Prügeln stehen blieb und unter schallendem Gelächter den Bug abfahren und Beten bekämpfen. Eigenthumsvergehen, beren Zahl bekannt- laffen mußte. lich mit der Vertheuerung der Lebensmittel wächst und fällt, laffen sich aber nicht mit Hilfe der Bibel und des Rantschus be Gesucht wird von der Kriminalpolizei eine Frauensperson, seitigen, sondern nur durch eine gründliche Befferung der Lebens- die am 5. Juli Nachmittags gegen 6 Uhr die am 6. April 1889 haltung der arbeitenden, aber befitlosen Klasse. Aus dem zu Leiterwalde geborene Auguste Rach aus dem Hause Ohm Mangel als Ursache der Berwahrlosung" der Jugend erklärt gaffe 4 abgeholt hat. Die Mutter der kleinen Rach hatte für es sich auch, daß unter den Vätern der zur Zwangserziehung diese durch eine Beitungsanzeige eine Pflegestelle gesucht. Die mindert. überwiesenen Kinder die Arbeiterklasse so zahlreich vertreten ist. Frauensperson nahm das Kind sammt seinem Tauf- und ImpfEs giebt freilich auch eine Verwahrlosung infolge von Ueberscheine mit. Die Art und Weise der Wegführung legte anfangs Von Windmühlenflügeln erfaßt wurde Montag Nachfl u ß. Aber diese äußert sich nicht in Eigenthumsvergehen, den Verdacht nahe, daß es sich um eine Entführung zu unlauteren mittag der achtjährige Sohn des Eigenthümers Jürgen aus sondern in Völlerei, Unzucht, Arbeitsscheu u. f. w. Sie Zweden handle; jedoch brachte die Frau nach einigen Tagen das Weißensee. Der Knabe spielte mit mehreren Altersgenossen vor findet sich daher auch vorwiegend bei Kindern von Be Kind zurück. Dagegen hat sie die mitgenommenen Papiere an der in der Lichtenbergerstraße stehenden Windmühle, kam dabei fizenden, bei denen man das häßliche Wort„ Verwahrlosung", sich behalten. Da sie sowohl früher wie auch bei der Rückgabe den in Bewegung befindlichen Flügeln der Mühle zu nahe " 1 Der Anarchist Monteur Paul Pawlowitsch, dessen Berhaftung wir fürzlich mittheilten, ist am Montag wieder auf freien Fuß gesetzt worden. Die frühere Hebamme Johanna Meyerholz, geborene Biet, von hier, gegen welche die Untersuchungshaft wegen Verbrechens wider das Leben verhängt ist und welche flüchtig ist, wird steckbrieflich verfolgt. Cholera. In den Krankenhäusern in Moabit und am Friedrichshain befanden sich heute Vormittag acht Cholerakrante, ein Zuwachs ist seit gestern nicht erfolgt. Die Zahl der unter Beobachtung Befindlichen hat sich um zwei, von 20 auf 18, ver wurde erfaßt und hsriimgefchleudert. Mit zerschmetterten Gliedmaßen blieb der Kleine temußtlos am Erdboden liegen, wurde später, nachdem er in Weißensco einen Nothverband er- halten, nach dem Krankenhause Friedrichshain gebracht, wo er hoffnungslos darniederliegl. Ncber drei Blutthatc» haben wir heute zu berichten. Die erste ist ein grausiger Stiildes- und Selbstmord. Kürzlich hatte der Grünkramhändler Gustav Liick mit seiner 34 Jahre alten Frau Friederike geb. Härtung und seinem L Monate alten Töchterche» Johanna eine Wohnung in deni Hause Großbeerenstr. 43 bezogen Gestern Morgen um 4 Uhr war er, um Einkäufe zu machen, i» die Markthalle gegangen. Als er um 8 Uhr zurückkehrte, fand er die Wohnung verschlossen, sodaß er sie öffnen lassen mußte: er fand ferne Frau am Spiegelhnke» erhängt und sein Töchterchen unter Betten versteckt, todt vor. Die Mutter hatte, ehe sie in den Tod ging, ihr Töchterche» mit einem Bindfaden erwürgt An der rechten Seite des Kindes sind rothe Flecke sichtbar, die darauf hindeuten, daß die Mutter zuerst den Versuch gemacht hat. das Kind mit den Armen zu erdrücken.— Die zweite Blutthal scheint ein Racheakt eines Musikers zu sein. Dieser war auf dem Hofe des Hauses An- dreasstr. 84 erschienen, war aber von dem Eigenihümcr des Hauses hinausgewiesen worden. Als es zu einem Wortwechsel kam, schoß er einen kleinen Revolver auf den Eigenthümer ab, dem die Kugel in die rechte Brust drang. Der Thätcr wurde verhaftet; er verweigerte jede Angabe über seinen Rainen.— Ebenfalls ein Rache- Akt liegt dem dritten Vorfall zu Grunde, bei dem der 28 Jahre alte Schneider Hermann Leginski de» Schneidermeister Gustav Schmidt bedrohte, glücklicherweise ohne Erfolg. L. hatte um Pfingsten die 21 Jahre alte Anna Schmidt kennen gelernt und sich mit ,hr verlobt. Die Eltern bes Mäd- chens brachten aber in Erfahrung, daß er schon mehrfach Ver- Hältnisse angeknüpft, ja einem Mädchen aus Stettin auf solchem Wege 800 Mark abgeschwindelt habe, und lösten vor etwa vier Wochen aus diesem Grunde das Verlöbniß auf. Schmidt sprach nun verschiedentlich die Drohung aus, daß er entweder den Vater seiner früheren Braut oder diese selbst erschießen werde. Da L. dem Mädchen ans der Straße auflauerte, brachte Frau Schmidt ihre Tochter Morgens stets in das Geschäft von Lesebre in der Leipzigerstraße, wo sie angestellt war, und holte sie Abends nach Hause ab. So auch gestern Abend um 6V2 Uhr. Kaum hatte Mutter und Tochter die im 4. Stock belegene Wohnung betreten, als auf der Treppe ein Knall erfolgte. Als Schmidt in dem Glauben, es sei die Gas- leitung explodirt, aus der Wohnung trat, sah er auf dem Treppen- fiur den L., der einen Revolver gegen ihn erhob. L. hatte, wie es scheint, den Schuß in der Absicht abgegeben, um Schmidt oder dessen Tochter aus der Wohnung zu locken. Schmidt schlug schnell die Korridorthür zu und eilte in gebückter Stellung unter den Glasscheiben der Thür hinweg. Nun gab L. noch zwei Schüsse in die Wand ab, die aber nicht durchdrangen. Die Familie Schmidt flüchtete durch das Küchensenster über das Dach hinweg in die Wohnung des Bizewirths. Dieser begab sich nun die Treppe des Vorderhauses hin- auf, um L. zu entfernen. Er fand ihn mit der Waffe in der Hand auf der Treppe liegen. Da L. das Haus nicht verlassen wollte, wurde das 86. Polizeirevier benachrichtigt, und zwei Schutzmänner, die den L. noch auf der Treppe kauernd vor- fanden, nahmen ihn fest. Er ist der Kriminalpolizei zugeführt worden. L. ist von der Kriminalpolizei vorläufig entlassen, weis er nur Schreckschüsse abgegeben haben will. Marktpreise in Berlin am 4. September, nach Ermittelungen des königlichen Polizeipräsidiums. Weizen per 100 Kg. guter von 16,20—15,60 M., mittlerer von 15,50—15,00 M., geringer von 14,30—14,40 M., Roggen per 100 Kg. guter von 13,40 bis 13,10 M.. mittlerer von 13,00—12,70 M., geringerer von 12,60 bis 12,80 M. Gerste per 100 Kg. gute von 19,00—17,70 M., mittlere von 17,60—16,40 M., geringe von 16,30—15,00 M. Haser per 100 Kg. guter von 18,60—17,40 M., mittlerer von 17,30—16,20 M., geringer von 16,10,; bis 15,00 M. Stroh. Richt- per 100 Kilogramm von 0,00—0,00 M. Heu per 100 Kilogramm von 0,00—0,00 M. Erbsen, gelbe zum Kochen per 100 Kg. von 40,00— 24,00 M. Spcisebohnen, weiße per 100 Kg. von 50,00—20,00 M. Linsen per 100 Kg. von 80,00 bis 30,00 M. Kartoffeln, per 100 Kg. von 9,00—5,00 M. Rind- fleisch von der Keule per 1 Kg. von 1,60—1,20 M. Bauchfleisch per 1 Kg. von 1,30—0,30 M. Schweinefleisch per 1 Kg. von 1,60—1,00 M. Kalbfleisch per 1 Kg. von 1,60—0,80 M. Hammelfleisch per 1 Kg. von 1,50—0,90 M. Butter per I Kg. von 2,80—1,80 M. Eier per 60 Stück von 4.00—2,20 M. Fische per 1 Kg.: Karpfen von 2,40—1,20 M. Aale von 2,80 bis 1,20 M. Zander von 2,40—1,20 M. Hechte von 2,00—1,20 M. Barsche von 1,60-0,80 M. Schleie von 2,40—1,10 M. Bleie von 1,40 bis 0,60 M. Krebse per 60 Stück von 15,00-1,25 M. Polizeibericht. Am 4. d. M. Morgens wurde ein Mann beim Bahnhofe Gesundbrunnen an einem Zaune erhängt vor- gefunden.— Auf dem Güterbahnhofe der Görlitzer Bahn fiel Vormittags der mit dem Verladen von Brettern beschäftigte Ar- beiter Müller zur Erde und erlitt einen Bruch des Unterschenkels. Er wurde nach dem Krankenhause am Urban gebracht.— An der Ecke der Alexander- und Landsbergerstraße wurde ein Fuhr- Herr durch einen Jagdwagen überfahren. Er erlitt einen Bruch des Oberarmes.— Auf dem Flur des Hauses Blumenstraße 43 versuchte Nachmittags der obdachlose Musiker Friedrich Kalanka , den Hauseigenthümer Puttlitz angeblich aus Rache mittels eines Terzerols zu er>chießen und verletzte ihn schwer an der Brust.— In der Nacht zum 5. d. M. gerieth ein Mann jvor dem Hause Friedrichstraße 35a unter die Räder einer Droschke und wurde an der Brust bedeutend verletzt, so daß seine Ueberführung nach der Charitee erforderlich wurde.— Am 5. d. M. Morgens er- hängte sich eine Frau in ihrer Wohnung, in der Großbeeren- straße, nachdem sie vorher ihr 6 Monate altes Kind mittels einer Schnur erwürgt hatte.— Im Laufe des Tages fanden drei kleine Brände statt. Geriifcks-BeiUmat Gewerbegericht. Kammer 8. Gegen den Buchdruckereibesitzer Bartels klagt dessen Lehrling B ö n h a r d, vertreten durch seinen Vater, auf Aushebung des Lehrvertrags. Herr Bön- hard nahm an, zu dieser Forderung berechtigt zu sein, weil in der Druckerei des Beklagten einerseits neben nur 2 Erwachsenen, einem Setzer und einem Drucker, II— sage und schreibe: els — Lehrlinge sind, und weil andererseits unzüchtige Schriften die Hauptarbeit seines Sohnes sowohl, wie der anderen Lehrlinge bildete. Einige in der Druckerei hergestellte Bücher lagen dem Gerichtshof zur Ansicht vor. Verlesen wurden folgende Titel von Schriften, die dort gedruckt worden sind:„Das Liebes- und Geschlechtsleben in seinem Umfange dargestellt(koufiszirt � gewesen!) mit anatomischen Abbildungen."—„Galanterien und Abenteuer des un st erblichen Adonis Friedrich August von Sachsen. Enthüllungen aus dem Leben dieses Königs."—„Das Weib, physiologisch und psychologisch dargestellt."—„Wie Frauen lieben und leben. Eine psychologische Darstellung weib- licher Schwächen und geheimer Gewohnheiten von I. H. Franke." „Das Paradies der Liebe und Ehe. Das Liebes- und Geschlechts- leben in seinem ganzen Umfange."—„Mädchenspiegel. Ein Rathgeber in delikaten oder geheimen Angelegenheiten des weib- lichen Geschlechts." Herr Bönhard erklärte, daß er erst erfahren, was sein Sohn zu setzen habe, als dieser schon zwei Jahre seiner Lehrzeit absvlvirt hatte, und zwar aus eine eigenthümliche Weise. In seiner Gegenwart habe der Sohn eine gemeine Aeußerung gcthan. Von ihm sei dieselbe gerügt worden, worauf der„Junge" geantwortet hätte:„Kannst Tu denn anderes von mir erwarten, wenn ich fortwährend solche Schweinigcleien setzen muß!" Dieser Vorgang hätte ihn, den Vater, zu Nachiorschuiigen nach der Ar- beit seines Sohnes und infolge des Ergebnisses derselben zur Klage veranlaßt. Ohne weiter auf das Mißverhältnis zwischen der Zahl der Lehrlinge und der Gehilfen im Geschäft des Be- klagten einzugehen, hob das Gericht den Lehrvertrag auf.— Die Blöcke'schen Eheleute, welche eine Glasmalerei und Kunstglaserei besitzen, klagen gegen den Glaser Broske. Sie behaupten, derselbe habe unrechtmäßiger Weise die Arbeit bei ihnen niedergelegt, uni zu einem Konkurrenten überzutreten, und ver- langen, daß er in das zu Unrecht aufgegebene Arbeitsverhältniß zurückkehre oder eine Entschädigung zahle. Der Beklagte hin- gegen giebt an, daß er gerade deshalb gegangen und bei seinem jetzigen Chef eingetreten sei, weil er hier eine vierzehntägige Kündigung habe, was im Geschäft des Klägers nicht der Fall gewesen sei. Demgegenüber berufen sich die Kläger darauf, daß der Kläger zweimal bei ihnen gearbeitet hat, das erste Mal unter direktem Ausschluß der Kündigungsfrist, das letzte Mal, ohne daß dieselbe ausgeschlossen war. Der Beklagte giebt zu, daß, als er das zweite Mal, vierzehn Tage nach Beendigung des ersten Arbeitsverhältnisses, von den Klägern angenommen wurde, man nichts von der Kündigungsfrist gesprochen habe. Er habe aber geglaubt, daß auch diesmal keine Kündigungsfrist bestehe. Die Kläger wurden kostenpflichtig abgewiesen. Begründet wurde das Urtheil, der Beklagte hätte beim Beginn des zweiten Arbeitsverhältnisses, welches er mit den Klägern einging, an- nehmen müssen, daß in 14 Tagen die im Geschäft der Kläger bei seinem ersten Ausscheiden aus demselben vorhandene Usance, die Kündigungssrist auszuschließen, nicht verschwunden sei. Er sei unter den obwaltenden Umständen nicht mit Unrecht in der Annahme wieder bei den Klägern in Arbeit getreten, daß er nicht das Recht auf Kündigung und nicht die Pflicht zu einer solchen besitze. Kammer VI. Der Heizer Steffen behauptet, unrecht- mäßig ohne Kündigung vom Badeanstalts-Pächter W a t t k e ent- lassen zu sein und verlangt 46,30 M. Lohnentschädigung. Der Beklagte macht einen Gegenanspruch von 300 M. geltend; der Kläger habe ihm seinen Kessel ruinirt. Dieser wendet hiergegen ein, daß er den Betrieb der Badeanstalt habe ausrecht erhallen wollen und deshalb den infolge einer Versagung der Pumpe vom Wasser leeren Kessel aus der Wasserleitung gespeist hätte— und zwar im Auftrage des Angeklagten—. Er giebt zu, daß bei einer derartigen Handlungsweise immer die Möglichkeit existire, der Kessel werde wenigstens theilweise beschädigt. Hätte er das Feuer unter dem Kessel sorlgenonunen und dann erst kaltes Leitungswasser in diesen gethan, um darauf neues Feuer zu machen, so wäre kein Dampf auf mindestens eine Stunde gewesen, der Betrieb hätte überhaupt so lange gestanden und ihm wären Vorwürfe darüber gemacht worden. Das habe er, meint Kläger, verhindern wollen. Steffen wurde kostenpflichtig abgewiesen. Das Gericht nahm an, daß der Kläger nicht pflichtgemäß gehandelt habe, das hätte er gethan, wenn er das Feuer dem Kessel entzogen hätte. Dies würde auch dann zutreffen, wenn die Behauptung des Klägers, der Beklagte habe ihn zur Speisung des Kessels aus der Wasserleitung aufgefordert, die Wahrheit wäre. K a m in e r III. Der Bildhauer und Stuckateur R 0 st klagt gegen den Baumeister Friedrich auf Zahlung von 35 Mark. Er sei, führt Kläger aus, von dem Stuckaleurmeisier und bankrotten Bau-Unlernehmer Liehfeldt engagirr worden und Hütte für den Genannten Arbeiten auf einem Bau des Beklagten aus- zuführen gehabt. Auf eine Decke, die er gemacht, hätte er von Liehseldt 15 M. Anzahlung erhalten, von den fehlenden 85 M. habe er keinen Pfennig bekommen. An Friedrich halte er sich aus folgendem Grunde: Liehfeldt sei, was das„Berappen" be- treffe, ein sehr„sauler Kunde". Eines Tages hätten mehrere Kollegen und er darauf bezügliche Besorgnisse dem Baumeister gegenüber laut werden laffen. Dieser habe sie mit der" Aeußerung beruhigt, sie sollten nur arbeiten, er werde dafür sorgen, daß die Arbeit bezahlt wird, nöthigenfalls bezahle er dieselbe. Zwei Zeugen bestätigen, was der Kläger ausführte. Baumeister Friedrich giebt zu, daß er möglicherweise dem Kläger und einigen Anderen die event. Be- zahlung ihrer Arbeit versprochen habe. Liehfeldt hätte ihm aber mitgetheilt, er habe die fragliche Decke erst repariren lassen müssen, bevor sie abgenommen wurde. Der Kläger habe höchstens noch 40 M. zu bekommen. Einer der Zeugen ist derjenige, welcher die Reparatur vorgenommen hat. Derselbe bestreitet erstens, daß die Reparatur 45 M. ausmache, und zweitens, daß er überhaupt für dieselbe schon etwas erhalten habe. Im Gegen- theil schulde ihm Liehfeldt noch eine ganz gehörige Summe. Er wolle sich bezüglich der Ausbesserungen, die er eigentlich für den Kläger gemacht, mit diesem einigen. Das Gericht verurtheille Friedrich zur Zahlung der 85 M. Der Dachdecker Hanke beansprucht von seinem frühereu Meister Schwarzpich 45,70 M. rückständigen Lohn. Der Be- klagte bestreitet die Forderung, es gelingt ihm aber nicht, aus einem Lohnbuche den Beweis zu führen, daß Kläger thatsächlich die Summe nicht mehr zu bekommen hat. Kläger be- chwört, daß er nicht mehr erhalten hat, wie er angiebt. Der Beklagte verlangt, daß wenigstens dem Hanke das von seiner Forderung abgezogen werde, was er für denselben dem Budiker bezahlt hat, wenn sie zusammen frühstücken gingen, und was er an direkten Budikerschulden für ihn berichtigte. Außerdem wünscht er den Lohn seines Arbeitsinannes für zwei Stunden in Abzug zebracht, welche dieser infolge Verführung durch den Kläger ge- meipt hat, anstatt zu arbeiten. Natürlich erregt das bei allen im Verbandlungssaal Anwesenden große Heiterkeit. Die ver- langten Abzüge wurden selbstverständlich nicht gemacht und der Beklagte verurtheilt, 45,70 M. zu zahlen. Eine fiir de« Zeitnugsverkauf auf der Straße wichtige Frage beschäftigte gestern die V. Berufungs-Straskammer des Landgerichts I. Der Zeitungshändler Fritz Berg er war durch Strasbefehl mit 10 Mark belegt worden, weil er an zwei ver- schiedenen Sonntagen, Morgens vor 9 Uhr, bei den Königs- Colonnckden Zeitungen feilgehalten haben sollte. Der Beschuldigte erzielte vor dem Schöffengerichte ein freisprechendes Urtheil, weil seine Behauptung, daß er nur die Zeitungen an Abonnenten ab- gegeben habe, nicht für widerlegt erachtet wurde. In der Be- iründung hieß es, daß in dem Verhalten des Angeklagten ein feilhalten von Maaren auf offener Straße, welches auf grund der Gewerbe-Ordnung verboten sei, nicht gefunden werden könne. Der Angeklagte habe nur eine Waare auf grund eines bereits abge- 'chlosseneu Kaufvertrages an den Käufer verabfolgt und hierfür das Geld für die ganze Woche in Empfang genommen. Hierin könne ein Feilhalten nicht erblickt werden. Auch das Gesetz in betreff der Sonntagsruhe könne nicht herangezogen werden, da eine Beschäftigung von Gehilfen im Betriebe des Zeitungs- peditions-Geschäsies und deshalb der Betrieb eines solchen bis 9 Uhr Vormittags erlaubt ist. Tie Thäligkeit, die der Angeklagte durch Verabsolgung bereits bestellter oder verkaufter Zeitungen an den Käufer entwickelt hat, ist keine andere gewesen. als die, welche der Spediteur durch den Zeitungsausträger all- morgentlich ausführen läßt. Der Zeitungsspediteur, welcher einen Austräger nicht hat, darf selbstverständlich die Zeitungen ielbst an die Käufer verabfolgen. Etwas anderes hat der An- gcschuldigte auch nicht gethan.— Diese Gründe wurden in der vom Staatsanwalt eingelegten Berufung angefochten. In einem Falle habe der Angeklagte von einem Käufer, einem angeb- lichen Abonnenten, Geld für die ganze Woche erhalten. Wenn der Angeklagte Zeitungen bereit hielt, damit ein Kunde von ihm sein Abonnement erneuern könne, so bot er feil. Als Feilbieten kennzeichne sich ferner das Auf- stellen des Angeklagten aus dem Bürgersteige, worin jeder Vorübergehende eine Kaufosserte erblicken mußte. Der An« geklagte habe den Verkauf an Abonnenten nur vorgeschoben, um unter dem Deckmantel dieses Geschäfts den verbotenen Sonn- lagshandel betreiben zu können. Wollte er nur seine Abonnenten bedienen, so hätte er dies einfacher erreichen können, wenn er sie in ihren Wohnungen aufgesucht hätte.— Im gestrigen Termine vertraten Staatsanwalt und Vertheidiger den von ihnen einge- nommenen entgegengesetzten Standpunkt. Der letztere, Rechtsan- walt Leop. Meyer, behauptete noch, daß nachträglich vom Polizeipräsidium eine Verfügung erlaffen sei, welche dem Zeitungshandel auf der Straße einen etwas weiteren Spielraum lasse. Das Gericht beschloß, nach dieser Richtung hin Auskunft einzuholen und mußte deshalb die Vertagung erfolgen. Eine Persönlichkeit welche den Gerichten viel zu schaffen macht, wurde gestern aus der Untersuchungshaft der siebenten Straf- kammer des Landgerichts I in der Person des 24jäbrigen Kauf« manns Moritz Robert R u m p e vorgeführt. Rumpe stand im vorigen Jahre unter der Anklage der Unterschlagung vor der 3. Strafkammer. Er war seinem Chef mit 19 000 M. durchgebrannt, nach Trieft gegangen und hatte hier ein verschwende- risches Leben geführt, wobei er sich Moritz von Stein nannte. Nachdem er entlarvt und nach Berlin gebracht worden war, zeigte er ein Verhalten, welches an seiner Zu- rechnungsfähigkeit Zweifel erregte. Er behauptete, daß alle Vor- gänge, welche zwischen der von ihm begangenen Unterschlagung und seinem Rücktransport nach Äerlin lagen, aus seinem Ge- dächtnisse verschwunden seien. Die medizinischen Sachverständigen gaben nach längerer Beobachtung ihr Gutachten dahin �ab, daß Rampe nicht täusche, sondern thatsächlich zur Zeit der Strafthat geisteskrank gewesen sei. Rumpe wurde darauf freigesprochen. Im Februar d. I. wurde er wieder verhaftet, weil verschiedene Personen ihn des vollendeten und des verfuchten Betrugs sowie der Unterschlagung bezichtigten. Rumpe soll sich als reicher, kreditfähiger Mann ausgegeben haben, der demnächst ein Bankgeschäft gründen wolle. Er soll die ge- schädigten Personen dadurch veranlaßt haben, ihm größere Summen anzuvertrauen, die er für sich verbraucht hat. Im gestrigen Termine handelte es sich zunächst wieder um den Geisteszustand des Angeklagten. Während der Gefängnißarzt, Geheimrath Dr. Levin, den Angeklagten für völlig gesund hält, soll diese Frage erst in dem Entmündigungsverfahren entschieden werden, welches gegen den Angeschuldigten schwebt. Das Gericht beschloß, das Ergebniß dieses Verfahrens abzuwarten, bevor in der Strafsache weitere Schritte zu thun seien. Unter einem schweren Verdachte standen gestern der frühere Posthilfsbote Georg T h a u und dessen Ehefrau vor der neunten Ferien-Strafkammer des Landgerichts l. Der erstere war der wiederholten Unterschlagung im Amte, die letztere der Hehlerei beschuldigt. Im Monat April d. I. gelangten in kurzer Aufeinanderfolge drei eingeschriebene, in Berlin aufgegebene Briese nicht an ihren Bestimmungsort. Während die beiden ersten Briefe nur kleinere Geldbeträge enthalten hatten, war der. letzte, den die Deutsche Bank an das Bank- geschäft von M. Nelke Wwe. in Salzwedel gerichtet hatte, mit 6000 M. in Kassenscheinen beschwert. Der Verbleib der Briefe ließ sich bis zu ihrer Eintragung auf dem Postamte 1 in der Spandauerstraße nachweisen, dann waren sie plötzlich ver- schwanden und obgleich die Handhabung des Geschäftsverkehrs mit diesen Briefen eine äußerst genaue und vorsichtige ist, mußte es doch einem der Beamten gelungen sein, einen solchen Brief trotz der Ueberwachung des ihm zur Seite gestellten Kollegen verschwinden zu lassen. Die Postbehörde nahm an, daß in allen drei Fällen der Thäter eine und dieselbe Person sei, und der Verdacht lenkte sich auf Thau, weil in allen drei Fällen nachgewiesen wurde, daß die Briefe durch seine Finger gegangen waren, während die übrigen in Betracht kommenden Beamten nur mit einem oder zwei der verschwundenen Briefe zu thun gehabt hatten. Eine bei Thau vorgenommene Haussuchung ergab nichts direkt Belastendes. Dagegen wurde festgestellt, daß er und seine Ehefrau An- schaffungen für sich und den Hausstand gemacht, welche zu ihren Einnahmen in keinem Verhältniß standen. Thau bezog monat- lich 75 M. Diäten. Hiervon wurden 3 M. als Kautronsbeitrag in Abzug gebracht, er zahlte 24 M. Miethe und monatlich 10 M. auf die von ihm entnommenen Möbel ab. Es blieben somit 38 M., wovon Mann, Frau und Kind leben mußten. Es wurde nachgewiesen, daß die Angeklagten in der fraglichen Zeit über 200 M. verausgabt hatten und besonders belastend war, daß die Ehefrau bei einem Ankauf einen Hundertmarkschein gewechselt. Weiteres Belastungsmaterial lag der Anklagebehörde nicht vor. Die Angeschuldigten bestritten mit aller Entschiedenheit ihre Schuld und. hatten durch ihren Vertheidiger, Rechtsanwalt Cassel, einen umfangreichen Beweis dafür angetreten, daß sie sich gewissermaßen das Essen am Munde abgedarbt, um noch kleine Ersparnisse machen zu können, sowie daß ihnen durch das Halten von Schlafburschen eine nicht unbedeutende Nebenein- nähme erwachsen sei. Der Staatsanwalt hielt diesen Beweis insoweit erbracht, daß er erklärte, die Freisprechung der An- geklagten beantragen zu müssen. Der Gerichtshof erkannte nach diesem Antrage. Unterschlagungen bei der OrtSkrankenkasse in Neu- Weißensee beschäftigten am Dienstag schon wieder einmal die Ferienstrafkammer am Landgericht U, nachdem erst am 3. August dieses Jahres der Rendant Buchert und der Vorsitzende Bensch, elfterer zu vier Jahren, letzterer zu vier Monaten Gefängniß wegen desselben Delikts verurtheilt worden sind. Diesmal war der Kassenbote Franz Kürbis angeklagt, während der Rendant Buchert als Zeuge geladen war. Nebenbei bemerkt, verbüßt Buchert seine Strafe im Untersuchungsgefängniß. Das zuständige Zentralgefängniß am Plötzensee hat den p. Buchert als Kassen- schreiber an das Untersuchungsgefängniß überwiesen. Seinem Geständnisse nach hat Kürbis in der Zeit vom Oktober 1837 bis Ende Mai 1883 etwa 400 M. Beiträge, die er in seiner Eigen- schast als Kassenbote von den Mitgliedern der Kaffe eingezogen, aber nicht abgeführt hat, unterschlagen und in feinem Nutzen ver- wendet. Er will durch große Roth in diese Zwangslage versetzt worden sein, er hatte Frau und vier Kinder zu ernähren und bezog nur ein Gehalt von 60 M, im Monat. Als das Manko ent- deckt wurde, ist die Kasse mit 260 M. entschädigt worden und zwar durch 150 M. Kaution, einen einbehaltenen Monatsgehalt von 60 M. und drei Ratenzahlungen von zusammen 50 M. Den Rest hat der Rendant Bucherl zu decken versprochen und Kürbis blieb in seiner Stellung. Als aber die großen Unterschlagungen des Rendanten entdeckt wurden, da kam auch das Vergehen des Kaffenboten an den Tag. Dieser hat daraus in der Verzweiflung einen Selbstmordversuch begangen, ist an der Vollendung der Verzweiflungsthat jedoch verhindert worden. Das Geständniß des Angeklagten, der seine Thal durch Roth und Mangel jeder Kon- trolle entschuldigt, war so ausreichend, daß der Zeuge Buchert gar nicht vernommen werden brauchte. Das Urtheil lautete aus vier Monate Gesängniß. Frankfurt, 1. September.(Strafkammer.) Vor einiger Zeit erfolgte vor dem Schöffengericht für Uebertretungen die Ab- urtheilung eines Fabrikarbeiters Warszow, der ohne Erlaubniß ein sozialdemokratisches Flugblatt kolportirt hatte. Der Vor- sitzende des Gerichts, Amisrichter Bloch, verlas damals zur Kenn- zeichnung der Schrift eine Stelle aus dem Inhalte derselben und bemerkte:„Es stehen sehr schöne Sachen in dem Flugblatt." An diese Gerichtsverhandlung anknüpfend brachte die„Volksstimme" ein Reserat, worin dies Vorgehen des Amtsrichters getadelt wurde, weil es den Anlaß geben könne, anzunehmen, daß ein Richter, der sich als politischer Gegner des Angeklagten kundgebe, unter dem Einfluß seiner politischen Meinung stehe, und eine solche Annahme sei im Interesse der Rechtspflege zu bedauern. Wegen dieses Be- lichtes ist gegen den verantwortlichen Redakteur des Blattes, G. der Druckschrift nichts zes zu thun gehabt habe. Deshalb sei sie Srch, Anklage er hoben worden. Beuge Blech giebt zu, eine der- lebensgroßes Bild Lassalle's. Hier huldigte die Jugend dem aitige Bemerkung bei der Verlesung einer Stelle aus der Tanz, während im Garten eine mehrere tausendköpfige Menge Broschüre gemacht zu haben, und fühlt sich durch den Bericht in den Weisen des Orchesters und den Vorträgen der Gesangdem Blatte beleidigt, weil ihm darin vorgeworfen wird, daß er vereine Frohe Hoffnung", Gerechtigkeit", Frühlingslust" und feine richterliche Unparteilichkeit durch seine politische Meinung Kreuzberger Harmonie" die wohlverdiente Anerkennung zu theil beeinflussen lasse. Der St.-A. Assessor Dr. Knecht sieht auch den werden ließ. Im Walde vergnügten sich größere Gruppen mit Beweis für die verleumderische Beleidigung als erbracht an und Spielen, amerikanischen Auktionen u. s. w. Fackelpolonaise und beantragt gegen den Verfasser des Berichts, der schon verschiedent- gemeinsamer Gesang der Marseillaise boten ebenfalls Abwechse= lich vorbestraft sei, 2 Wochen Gefängniß. Der Angeklagte be- lungen. Genosse Reßner hielt eine kurze fernige Ansprache, merkt zu seiner Vertheidigung, die Verlesung der Stelle sei nicht die in einem Hoch auf die internationale Sozialdemokratie aus erforderlich gewesen, da die Anklage gegen W. mit dem Inhalt flang. Un 9 Uhr sprach E. M. Scapola seinen Prolog über Ferdinand Lassalle." Das Fest verlief ohne jede Störung. ungeeignet gewesen, und es könne die Vermuthung Raum gewinnen, daß der Richter unter dem Druck seiner politischen In der am 26. Auguft abgehaltenen General- VerAnsicht stehe; ein solches Verhalten schädige die Recht- fammlung des Vereins der oft- und westpreußischen Sozialisten sprechung. Die Kammer unter dem Vorsiz des Landgerichtsraths wurde zunächst der Bericht des Kassirers entgegengenommen. SoDr. Gier tritt im Wesentlichen diesen Ausführungen bei, dann trat die Versammlung in eine Debatte ein über das Fortund es ergeht in diesem Preßprozeß ein freisprechendes Er- bestehen des Vereins. fenntniß. Der Verfasser, als welcher der Angeklagte sich bekennt, Sämmtliche Redner traten für die Auflösung ein, weil durch habe teine Beleidigung des Amtsrichters beabsichtigt und ihm die allzu vielen Vereine und Klubs eine Zersplitterung der Kräfte nicht Parteilichkeit vorgeworfen, sondern nur eine berechtigte eine unausbleibliche Folge sei. Die Inanspruchnahme der opferKritik geübt. Es sei in dem Bericht eine objektive, nicht über willigen Genossen sei in der heutigen Zeit eine so ausgedehnte, die Grenzen einer erlaubten Kritik hinausgehende Darstellung daß das Interesse an vielen wichtigen Fragen nachlasse. Ententhalten. Es sei dem Richter allerdings der Vorhalt gemacht schieden richtig sei es, daß ein aufgeklärter Arbeiter seiner Geworden, daß er seinen politischen Standpunkt im Gegensatz zu werkschaft, sowie einem sozialdemokratischen Wahlverein andem des Angeklagten signalisirt habe. Darin liege aber keine gehöre, um das Wohl und Wehe des arbeitenden Volkes in Beleidigung und nicht der Vorwurf, daß er unter dem Bann richtige Bahnen zu lenken. Dasjenige, was man in den landsseiner politischen Ansicht stehe und dadurch bei seiner Recht- mannschaftlichen Vereinen glaubte erreichen zu wollen, könne sprechung sich beeinflussen lasse. Der Verfasser des Referats auch von den Agitationskommissionen vertreten werden, welche wolle nur den Wunsch ausdrücken, daß Kundgebungen solcher bei maßgebenden Bewegungen in Funktion zu treten hätten, ohne Art vermieden werden sollen. Aus diesen Gründen ist auf Frei- die monatlichen oder noch häufiger einberufenen Versamm: sprechung erkannt worden. lungen tagen zu lassen, welche mit Unkosten verknüpft find. Jeder Genosse habe die Pflicht, für unsere Ideen Propaganda zu machen, ohne einem solchen Klub anzugehören. Die vielen Vereinsgründungen arten schießlich aus zu Liebhabereien und dies müsse verhindert werden. Die Mitglieder der Agitationskommission geben das Versprechen ab, für die Zukunft dieselbe gute Thätigkeit zu entfalten und dies genüge. Jeder in Berlin lebende Genosse aus den östlichen Provinzen möge seinen in der Heimath lebenden Landsleuten, die sich noch im Untlaren befinden, mit dem Sozialismus in einer geeigneten Weise bekannt machen. wurde seiner Wichtigkeit wegen für eine öffentliche Versammlung Der Vortrag des Genossen Riesop bestiminit, woran auch Frauen theilnehmen können. Der Vorsißende, Genosse Lauschke, dankte allen Freunden für den Opfermuth und ersuchte, denselben auch fernerhin für die Partei zu bethätigen. Soziale Uebersicht. Achtung, Kürschner! Da unsere Forderung, neunstündige Arbeitszeit und Lohnerhöhung, von den Arbeitgebern abgelehnt wurde, ist laut Beschluß der öffentlichen Versammlung vom 1. September die Arbeit in allen Werkstellen gekündigt worden und treten wir somit von Sonnabend, den 9. September, in den Streit ein. Wir bitten alle Kollegen, die Arbeit für Belgien nur durch Vermittelung unseres Arbeitsnachweises anzunehmen. Wir appelliren an das Solidaritätsgefühl eines jeden Kollegen, den Kampfplatz zu meiden, dann wird der Sieg unser sein. Alle arbeiterfreundlichen Blätter werden um Nachdruck] ge= beten. Das Streittomitee der Kürschner Belgiens. A. Schmerberg. Bu nichtständigen Mitgliedern des Reichs- Versicherungsamtes aus dem Stande der in land- und Forstwirthschaftlichen Betrieben beschäftigten versicherten Personen sind berufen zu nichtständigen Mitgliedern: worden: 1. der Arbeiter Friedrich Hübner zu Tegel; 2. der Arbeiter August Köllner zu Weimar. = Schulzeftr. 27.- Gefangverein der Stein mesen, Flemmingstr. 6 bet Mann. Straße 16 bei Pägoldt. yra 1, Raupach str. 6, bet Stachel.-and in sand 1, ReichenbergerSchneeglöckchen 2, Potsdam, Brandenburgerkommunikation 16, bei Glafer.- Unperb rossen, Abends 8% Uhr, bei Sachs, indowerstr. 26.-Rütli, Friedenau im Kurhaus.-Borwärts 5, Friedrichshagen, stundtheit, b. Zerche.-& orbeertrans, Bichtenbergerftr. 21 b. Heije. Südost 1. Köpnickerstr. 191, Restaurant.- Rothe Nelle, Schöneberg, Golzstraße 11 bet Feind. " 1 Weinstraße 43, bei Siegeler. Gesangverein der Kupferschmiede, Concordia", Dieffenbachstraße 53 bei Holb." Deutscher Männerfang", Belforterstraße Nr. 15, bei Schneider. Gefangverein Freiheitsflänge, Alte Jakobstraße 68. unverzagt Langeftr. 65 bei Tempel.- Gesangverein 2 or beerfranz 2. Oranienstraße 190 bei Katsch. Gesangverein Liedeslust in Fürstenwalde schreiberstraße 29 zum eichenen Stab.- Freiheits- Gruß, Schönhauser bei Haupt, Müncheberger Chaussee. Sängerchor der Maler, Stalladee 46 bet Buffe. Gesangvereinhoffn ung 8", Brandenburg a.. Ramps Salon. Gesang Verein" Zitania" Cuvryftraße 48 bet Seidler. Gesangverein Sangesblüthen Blumenftr. 38 bei Hente. Männer Gefang Gesangverein Moa bit, Waldstraße 52 bet Gohr. verein Liederlust, Fichteftr. 29 bet R. Krösche. Gesangverein ,, Gleichheit", Pappel Alee 3-4 bei M. Meinhardt. Gesangverein 3yr a 3, Briz, Bergstr. 65 in Rirdorf.- Gesangverein Freiheit strange 2 Eberswalderstraße 5. Kaiser'scher Quartettverein, ferautstr. 6 bei Nudolf. Arbeitergesangverein von Brig in Briz, Rosense eterrasse. Gesang= verein sängerfreiheit, Naunynftr. 43 bet Friz Fröhlich. Ginig te it 3, Groß- Sichterfelde, bei Gries. Junge ich e, Reinickendorf, GesellGeorginia, Manteuffelstraße 45 bei fchaftsstraße 11 bei Hartmann. Liewald. Einig, Straußbergerstr. 3 bei Birt. ,, Vorwärts" 7 Rummelsburg, Rummelsburgerstr. 11 bei Borchmann. Geeger'scher männerchor, Frantfurterstr. 18 bei Staprolatis. Gesangverein Edelmets, Potsdam, Watfenstraße 4 bei Ludley. Quartett, Landsberger Allee 152 bet Krause. Dämmerlicht, DoppelSund der geselligen Arbeitervereine Berlins und Umgegend.( 8uschriften sind zu richten an P. Hentet, Bergmannstraße 21, Hof 3 Tr.) Mittwoch: Bollad- klub 3u stige Brüder, Manteuffelstr. 46 bei Liewald. Geselliger Verein Fridolin, Brunnenstraße Nr. 35 bei WolffTambourverein Borwärts( Rirdorf), Sermann- und WanzlichstraßenEcke bei stober. Rauchtlub Eiserne feife, Eriftstr. 1 bei Hoffmann. Berein Brüderitfeit Georgentirchstraße 65 bet Müller. Sumoristischer auch flub, Görligerstr. 42 bei Picht. Geselliger Bautenschwengel Annenstraße 16 bei Ehrenberg.-Verein Rhetorit Naunynftr. 86 bet Zubeil Abends 8% Uhr. Rebuferstraße 5 bei Nemiz( alle 14 Tage). Rauchklub Gutgesinnter roletariat, Naunynſtr. 83 bet Köhn. Freunde, Wein- und Mehnerstraßen- Ecke Abends 9 Uhr. Theaterverein Musikverein Geselliger Berein Hoffnung Gefang-, Turn- und gesellige Vereine. Mittwody. Gesangverein no spe, Abends 9 Uhr, im Restaurant Wahlftatt, Belle- tancestraße. Musikverein Vorwärts, Abends 8 bis 10% Uhr, Langestraße 108 bei Nebelin. Männer- Gefangverein Waldtapelle 2, Abends 9 Uhr, Restaurant Kayfer, Staltzerstr. 22. Mufit- Dilettantenverein Preciosa, Abends 8-11 Uhr Uebungsstunde in Geisler's Restaurant, Fenn- und Tegelerstraßen- Ecte. teuffelstr. 9.in der Turnhalle, Freienwalderstraße 89. abend 9-11 Uhr Abends bet gade, Beughofstr. 8. brunnen. Die 2. Männer- Abtheilung turnt heute von 8%-10% Uhr Abends Abends 9 Uhr Uebungsstunde bei Faustmann, Reichenbergerstraße 730. athletenverein Atlas, Abends 9 Uhr, uebungsstunde, Brunnenftraße 154, Lotal tontordia. Zurnverein offnung, Abends 9 Uhr, im Restaurant Schröder, ManKraftfurnverein Jugendtraft, jeden Mittwoch und SonnTurnverein Gesund Kraftturnverein Berolina, 1 Theater- und Bergnügungs- Verein Humanitas Abends 9% Uhr bei Reeck, Lothringerstr. 94. Theaterverein Bultanta 2", Abends 9% Uhr, bei Schulz, Beteranenstr. 18. Bühnenverband Othello, Abends 9 Uhr, Restaurant Lothringerstraße 101. Theater- und Leseklub Morgenroth, ieden Mittwoch, Abends 9 Uhr, im Restaurant Diete, Lothringerstr. 67. Geselliger Vergnügungsverein Regia, Abends 9 Uhr, tm Restaurant Sommer, Grünstraße 21. Kreuzfidel, bet Gumlich, ReichenbergerTouristenstraße 149. Fidele Brüder, bei 5. Mrofe, Bachmannstr. 5. verein" Fret Weg", Abend 9' Uhr bei Stedlutad, Manteuffelftr. 86. Bergnügungsverein Zuftig- Froh, Abends 9 Uhr, Märkischer Hof, Admiralstr. 18c. Abends von 8-11 Uhr, bet R. Bommerente, Bahnstraße 23, am Bahnhof Sigung. Arbeiter Bitherklub Freiheitstlänge, uebungsabend Gipsstr. 11 bei Gollmann. Damen und Herren als Mitspieler Großgörschenstraße. milkommen. Bithertlub Alpenglöckchen Edelweiß. a) zu Stellvertretern des ersten nichtständigen er das Proletariat nicht nur aufklärte, sondern auch zu einer Raucht lub, Abends 9 Uhr, bei A. Niemann, Görligerfir. 42. 1. der Arbeiter Berthold Stolz zu Schulzendorf bei Tegel; 2. der Privatförster Friedrich Selte zu Schloßhof bei Sydow in Pommern; Friedrichshagen. Am Sonntag, den 3. September, beging der hiesige Allgemeine Arbeiter- Bildungsverein im Restaurant Fischerhütte die Gedächtnißfeier Ferdinand Lassalle's. Vom Wetter begünstigt, war die Theilnahme eine sehr rege, so daß in den Nachmittagsstunden jeder Play besetzt war. Die Gesangvereine Sängergruß" und Vorwärts" ließen ihre Lieder erschallen und trugen dazu bei, die Stimmung der Anwesenden zu einer gehobenen zu gestalten. Genosse Adler hielt die Festrede, in derselben die Berdienste des leider so früh Verstorbenen um die Arbeiterbewegung#larlegend. Ferdinand Lassalle sei gewissermaßen als Vater der Sozialdemokratie zu betrachten, indem Redner schloß mit dem Kampfpartei zu organisiren suchte. Wunsche, jeder der Anwesenden möge im Sinne Lassalle's agitiren: wenn auch der Säemann gefallen, die Ernte würde nicht ausBei Eintritt der Dunkelheit traten die Kinder, mit Stocklaternen versehen, zu einem Festzuge zusammen. Die Gesangvereine an der Spize, ging es unter Gesang nach dem nahen Walde und von dort nach dem Festlokale zurück. Bis spät in die Nacht hinein betheiligte sich nun Groß und Klein am Tanz, und als man endlich auseinanderging, war wohl jeder der Festtheilnehmer der Ansicht: So, Mann der Arbeit, sollst du Feste feiern! Betheiligung als etwas zu klein, so konnte dieser Umstand die 1. der Arbeiter Friedrich August Jacob auf dem Restaurant Seesch löschen in Aussicht genommen, infolge Feststimmung in nichts trüben. War doch ursprünglich das Ostravorwerk zu Dresden; 2. der Holzhauer und Büdner Wilhelm Weber zu Gatow der ablehnenden Haltung des Wirthes, or ganisirte Rellner an diesem Tage zu be 3. der Holzhauer Ernst Krüger zu Stahnsdorf, Kreischäftigen, mußte aber auf dieses Lokal verzichtet werden. 3. der Arbeiter Wilhelm Borgmann zu Schulzendorf bei Tegel; 4. der Holzhauer August Tietz zu Zehlendorf; 5. der Holzhauer Hermann Müller in Zehlendorf; 6. der Ackerbursche Alexander Schüler zu Mombach, Kreis Mainz. b) zu Stellvertretern des zweiten nichtständigen bei Spandau; Teltow; Mitgliedes: 4. der Arbeiter Gustav Werth zu Schulzendorf bei Tegel; 5. der Forstwege- Aufseher Ludwig Rester zu Vordere Glashütte bei Rappoltsweiler im Ober- Elsaß; 6. der Wirthschafts- Aufseher Christoph Froborg zu Gut Destedt in Braunschweig. Versammlungen. bleiben. Erwies sich auch das Lokal bei der großen Luckenwalde. Genosse Timm sprach hier in einer Verfammlung am 3. September über die Verhandlungen des internationalen Kongresses in Zürich. Der Redner gab ein anschauliches Bild über die Verhandlungen und erläuterte eingehend alle Beschlüsse des Kongresses. In der Diskussion bemängelte Genoffe Seiler die Ausschließung der Anarchisten. Man sollte diesen Leuten keine Gelegenheit geben, sich als Märtyrer des freien Meinungsaustausches hinzustellen; er erklärte sich aber im Uebrigen mit den Beschlüssen einverstanden und gelangte eine diesbezügliche Resolution zur Annahme. Die Abrechnung, welche Genosse Scholtte verlas, ergab eine Einnahme und Ausgabe von 1300 M. Dem Vertrauensmann wurde sodann der Auftrag ertheilt, eine Parteifonferenz einzuberufen mit der Tagesordnung: Preſſe, Agitation und Organisation, und Beschickung des Kölner Parteitages.la Küstriu. Am 31. Auguft fand hier im Bäron'schen Lokal eine öffentliche Bersammlung statt mit der Tagesordnung: Das Leben und Wirken Ferdinand Lassalle's. Genosse Antrick erläuterte in einem 1/ 2stündigen Vortrag die aufopfernde Thätigkeit des Vortämpfers der Sozialdemokratie Ferdinand Lassalle's. Der Besuch der Versammlung war ein ziemlich schwacher. Der Referent nahm deshalb Veranlassung, die Anwesenden aufzufordern, die Säumigen bei der nächsten Bersammlung zu regem Besuch aufzumuntern. In der Diskussion meldete sich niemand zum Wort. Nachdem noch Genoffe Tiet bekannt gemacht, daß am Sonntag, den 3. September, eine öffentliche Holzarbeiterversammlung stattfindet, erfolgte Schluß der Versammlung. Rauchklub No och Ioch, Abends 9 Uhr, bet Kierstein, Admiralstr. 38. Sumoristischer Rauchtlub Rothe Nette, bei Steuer, Weinstr. 22. Rauch flub Sanssouci, Boechstraße 51.. Rauchklub Ohne 3wang, Abends 9 Uhr bei Späth, Weinftr. 28. Rauchklub Grüne Quaste, Abends 9 Uhr, bei Rauchtiub Bultan, Abends 9 Uhr bei Schlüter, Kleine Martusstr. 10. Bittler, Mariannenstr. 48. Rauchtlub, GoldeneQu a ft e", Abends 9 Uhr bet muß, Joſtyſtraße 8. Rauchflub Schmotes Werte, Köpenickerftraße 121a bet Schöbel. Rauchklub Vorwärts Süd- Ost" Abends 9 Uhr, Klosterstraße 83, beim Genossen W. Salzwedel. Waldemarstraße 74 bei George. Sumoristische Pfeifen brüder Deutsche Giche, Abends& Uhr bet John, Waldemarstr. 52. Rauch klub Rauchtlub sustige Brüder Abends 8% Uhr Manteuffelstr. 65 bei Möbius. Rauchtlub Arcona Abends von 9-11 Uhr bei Bernhard, Stalizerftr. 41. altdeutscher Rauch flub bet Gädecke, Münchebergerstr. 5. Rauch- Klub Einfach, Abends 9 Uhr, Manteuffelstr. Nr. 5 bei Bogt. " Statklub Treff, Abends 8% Uhr, bei Otto 8abel, Frankfurter Allee 90. German American Club Uncle Sam. 9 o'clock, Restaurant 62, Königstrasse. Guests are welcome, Meeting every Wednesday of 9 o'clock at Neumann's RestauEnglish Conversational Club Shakespeare. rant, Rosenthalerstr. 36. Guests are welcome. Vermischtes: ) Gleiches Recht für Jedermann. Aus München wird folgendes gemeldet: Nun tommt die Polizei in die Brüche. Sie geht hier mit den Radfahrern sehr streng um, sperrt ihnen viele Wege, ohne daß es nöthig wäre, und nimmt die Ueberwachung mit ganz außerordentlicher Rigorosität wahr. Nun kommen aber die Militärs und fahren auch Rad. Diese fann man durch die Gendarmerie nicht anhalten und von den Velozipeden herabreißen lassen, wie es schon Ziviliften gegenüber vorgekommen ist. Die Polizei will deshalb für aktive, in Dienst befindliche Militärs Ausnahmebestimmungen von den sonstigen Vorschriften zulassen. Das ist nun doch ein sehr seltsames Vorkommniß. Entweder sind die bisherigen strengen Vorschriften im Interesse des Verkehrs nothwendig, dann verbietet dieses, dem Militar eine Gefährdung des Verkehrs ausnahmsweise zu gestatten. Oder diese Ausnahmen gefährden den Verkehr nicht, dann war es eine ungerechtigkeit, den Zivilpersonen bisher die einschlägigen Verbote aufzubürden. In keinem Falle geht es an, daß die Polizei militärische und zivilistische Radfahrer verschieden behandelt. " Der jozialdemokratische Wahlverein für den sechsten Berliner Reichstags- Wahlkreis hielt am Montag, den 4. b. M., eine Mitgliederversammlung ab, die stark besucht war. Vor Eintritt in die Tagesordnung ehrte die Versammlung das Andenken Ferdinand Lassalle's durch einmüthiges Erheben von den Plägen. Zur Tagesordnung stand demnächst ein Vortrag des Genoffen Schleicher- Metz über das Thema:„ Die verflossene Reichstags- Wahl in Metz und welche Erfolge hat dieselbe für die Sozialdemokratie gehabt?" Der Vortragende entwarf als EinNeues Insubordinationsvergehen. Vor einiger Zeit leitung zu seinem Vortrage in furzen Zügen ein Bild von den brachten wir, so schreibt die Augsburger Volkszeitung", die in Elsaß- Lothringen und speziell in Metz bestehenden politischen Mittheilung über eine beim hiesigen Eisenbahnbataillon vollzogene und kommunalen Verhältnissen, deren Bieblichkeit begreiflicher Bestrafung eines Mannes, der sich, beim Ordonnanzdienste beweise die größte ironische Heiterkeit bei den aufmerksamen fi ndend, den Befehlen der Köchin im Offizierstafino genannten Hörern erregte. Lauten Jubel erregte die Schilderung des unBa taillons nicht unterzog und sich weigerte, deren Leibwäsche zu geheuren Triumphes, den Wilhelm Liebknecht bei seiner Anwa schen. Dem Manne wurden für die Unbotmäßigkeit 5 Tage wesenheit in Metz, woselbst er eine Zähltandidatur übernommen aufg ebrannt, wegen seiner sonstigen guten Führung die Strafe hatte, feierte. Hätte Liebknecht seine Wahl eifrig beaber auf 3 Tage herabgesezt. Hunderte lasen damals die trieben, so wäre er entschieden durchgekommen, meinte Frauen- und Mädchen- Bildungsverein für Berlin und Umgegend. Noti 3, fie für einen Wiz oder mindestens für sehr Redner. Dennoch bewirkte ſein Erscheinen und Mittwoch, den 6. September, Abends 8% Uhr, in den Arminhallen, Komdie mandantenstraße 20: Vereinsversammlung. Tagesordnung: Borlesung. zweifel haft haltend. Doch fönnen wir, um allen Hetzereien der Gegner einen großartigen Stimmenzuwachs, Landsmannschaft der Schleswig- Holsteiner zu Berlin. Mittwoch, Zweife I zu zerstreuen, nachträglich mittheilen, daß sich besonders seitens der Landbevölkerung, trotzdem dieselbe dem den 6. September, Abends 8% Uhr, Versammlung ber Bands leute mit Frauen die Sache allen Ernstes so verhält, wie damals geschildert. Der Sozialismus bisher wenig zugänglich war. Die drastischen im Kommandantengarten, Kommandantenstraße 10-11. Verein ehemaliger Bad Schmiedeberger und Umgegend. Mittwoch, Mann hat seine drei Tage heruntergerissen, doch sorgte die„ ge= Schilderungen des Vortragenden von der Ausübung des den 6. September, Generalversammlung im Walter'schen Lokale, Kaiser wisse" Preffe dafür, daß nicht sogleich Gras über die Geschichte Koalitions und Versammlungs, rechtes" unter der Herrschaft straße 11, Abends 8 Uhr. des Diftatur paragraphen zeitigten zeitweise Ausbrüche stürmischer gegend. Mittwoch, den 6. September, Abends 8 Uhr, bet Philipp, Rosen- ungeschehen machen, doch wurde die von dem Soldaten in dieser Freie Vereinigung der Bureau- Angestellten Berlins und Um- wuchs. Der Bataillonskommandeur konnte den Vorfall zwar nicht Heiterkeit. Nach der Versicherung des Referenten ist das elsaß- thalerstr. 38. Bersammlung. Vortrag: Bastiat- Schulze- Delizsch und seine Sache bereits verbüßte Strafe dadurch zu versüßen gesucht, als lothringische Proletariat durchaus nicht chauvinistisch gesinnt, ist sehre. Naturheilverein Riedorf. Berein für volksverständliche Gesundheits- man dem Bestraften mitzutheilen geruhte, daß, wenn er sich zuvielmehr international gesinnt und gewillt, sozialdemokratisch zu pflege und Naturheilkunde. Mittwoch, den 6. September, Abends 8 uhr, tm frieden gebe und weitere Schritte unterlassen wolle, ihm die werden, und dieses Bestreben nach Kräften zu unterstützen, legte Deutschen Wirthshaus, Bergstr. 120: Bereinsabend. Kurberichte, Badeanstalts- Strafe erlassen bezw. nicht ins Nationale eingetragen und der der Vortragende allen Genoffen dringend ans Herz. Ueber das Angelegenheit. Gehörte entspann sich eine animirte Diskussion, in welcher die Torgau ete. Mittwoch, den 6. September, Abends 8 Uhr, Bersammlung Schritten vielleicht noch weitere Arreststrafen erwartend, sagte selbstSozialdemokratischer Agitationsverein für die Kreise Wittenberg, Köchin ein Verweis zu Theil werde. Der Soldat, von weiteren deutschen Verhältnisse in Vergleich gestellt wurden zu denen in im Bereinslotal, Neue Grünftr. 14. Erscheinen dringend geboten. verständlich ja. Nachdem sich der Soldat, wie schon gezeigt, seiner Elsaß- Lothringen und wurde bemerkt, daß die Verhältnisse überall Arbeiter- Bildungsschule. Mittwoch, Abends 8-10% Uhr: Nord= fast gleich schlechte feien, in Elsaß- Lothringen aber am aller- Schule, Müllerstr. 179 a: Unterricht in Deutsch( unt.). Oft- Schule, Beit weigerte, die Befehle der Köchin auszuführen, und vom Martusstr. 31: Unterricht in Cogit. Süd- Schule, Mariendorferstr. 6: Adjutanten gebührend" abbestraft wurde, kommandirte derselbe schlimmsten. Der Antrag des Vorstandes auf Ausschließung des unterricht in Geschichte( mittl.). Südost- Schule, Reichenbergerstr. 183 Adjutant eine andere Ordonnanz an die Arbeit, bezw. zwang den Soldaten bei von Tagen Strengem, so er fich gleichzeitig Mitgli ed eines konservativen Wahlvereins ist und als Ausnahme Mathematik und Buchführung, fönnen noch Schüler und Schülerinnen auch weigern sollte, die Wünsche der Köchin zu vollziehen. Die tonfervativer Kandidat auf der Kandidatenliste zu den Stadt: auch jest im Laufe des Semefters, eintreten. Lese- und Diskutirklubs. Mittwoch. Johann Jacoby, bet Frts Köchin, eine resolute Frau, die mit ihrem Mann in Unfrieden verordneten- Wahlen gestanden hat, wurde gegen Protest ge- siegte, Schwedlerstr. 33. Seine, jeden Mittwoch vor dem 1. und 16. lebt, soll, während der Soldat sich mit ihrer Wäsche abplagte, nehmigt. jed. Monats, Ab. 8% Uhr, im Restaur. Grube, Mariendorferstr. 10. Gesund brunnen, Abends 8 Uhr, bet Haferland, Bellermannstr. 87.- Gleich mit zwei eigens zu diesem Zwecke angeschafften Truthähnen geSeine, Rirdorf scherzt und gefpielt haben. Eine kleine Vorlesung über die Die Gedächtnißfeier für Laffalle und andere verstorbene geit, abends 8% br bet Stramm, Ritterstraße 123. Abends 8% Uhr, bet Schmidt, früher Albrecht, Knesebecstr. 82. Otto Vorfämpfer, welche der Wahlverein des 2. Berliner Reichstags- eimer, bet. Brosch, Wilhelmshavenerstr. 23.- Einigtett, abends Pflichten, die Aufgaben u. s. w. der Soldaten dürfte dem Adjuwahlkreises am vergangenen Sonntag im Schüßenhaus zu 8% Uhr, bet Beige, Triftstraße 1. tanten ebenso wenig schaden wie der Köchin ein militärischer Schmargendorf abhielt, hatte sich ebenfalls, wie das 8 Tage Arbeiter- Sängerbund Berlins und Umggegend. Alle Menderungen Verweis, doch bezweifeln wir in beiden Fällen jede Wirkung. vorher abgehaltene Fest der Parteigenoffen des dritten Kreises, im Bereinstalender sind zu richten an Friedrich Kortum, Manteuffelstr. 70. Arbeiter Sänger- Bund Berlins und Umgegend. Mittwoch. Uebungs Aus Sachsen. In bemerkenswerther Weise mehrt sich in eines ausgezeichneten Besuches zu erfreuen. Wieder war der stunde Abends 9 Uhr, Aufnahme von Mitgliedern. Liebesfreiheit 1, diesem Sommer in Sachsen die Zahl der Vergiftungen herrliche Garten mit rothen Fahnen und Emblemen mit Andreasftr. 26, bei Wilte. Freya,( Gemischter Chor), Alte Schönhauser durch ilze. An den letztern sind die sächsischen Wälder so ftraße 22-23, Bögow's Braueret.$ ttarttas, Hochstraße 32 a, bet Sinnsprüchen aufs prächtigste dekorirt. Im Saal hing ein wute. Deutsche Giche, Blumenfic, 46 bet went. Echo1 Bantow, reich, daß in manchen Gegenden Pilze faft täglich von der Bes Briefkaffen der Redaktion. H. P. Für Ihren Kartenbrief haben wir 20 Pfg. Straf porto bezahlen müssen. Die Frage tann Ihnen wahrscheinlich irgend ein Nachtwächter beantworten. K. Mühling. Weizenstr. 12, Nürnberg. Frankenhausen. 1890. völkerung allgemein gegeffen werden, die feineswegs immer die[ SuII, 5. September. Ein junger Mann, der in dem Hause In dem Bezirke Alfreton( Grafschaft Derby), woselbst gegen giftigen von den eßbaren Bilzen zu unterscheiden weiß. Mehr wohnt, wo die zwei gemeldeten Cholerafälle vorkamen, ist 1000 Bergarbeiter beschäftigt werden, sind heute ernstliche Ruhefach sind in den letzten Wochen in Sachsen ganze Familien an gleichfalls an asiatischer Cholera gestorben. Die gestern von hier störungen vorgekommen. Ausständige Arbeiter griffen die Ge Pilzvergiftung schwer erkrankt. Die Zahl der bereits ein abgegangenen Schiffe haben noch reine Batente erhalten.-bäude, die zu den Kohlengruben Toadhole und Dakethorpe ge getretenen Todesfälle erfährt jetzt eine bedauernswerthe Steigerung Belgrad, 5. September. Aus Mustafa Pascha werden zwei hören, an und zerbrachen alles, was fie fanden. Hierauf durch das furchtbare Geschick, dem zwei Familien in dem Doppel- choleraverdächtige Erkrankungen gemeldet.- Antwerpen, 3ogen die Meuterer nach den Rohlengruben von Shirland. Da städtchen Lichtenstein- Gallenberg zum Opfer gefallen find. Dort 5. September. Es befinden sich nur noch 15 Choleratrante in die Polizei dem Vorgehen der Meuterer nicht Einhalt thun hat man an einem Tage sämmtliche Glieder einer Weberfamilie, ärztlicher Behandlung. Während der letzten drei Tage ist fein fonnte, wurde eine Abtheilung Infanterie aus Sheffield herbeiBater, Mutter und drei Kinder, zu Grabe getragen, und von Fall mehr zur Anmeldung gekommen. Drei Personen sind als gerufen. Auch an anderen Orten sind Unruhen von Ausständigen einer andern, gleichfalls aus fünf Köpfen bestehenden Familie, genesen entlassen worden. Wien, 5. September. Gestern erregt worden. sind die Kinder heute bereits gestorben und auch für die Eltern erkrankten hier zwei Personen unter choleraverdächtigen Erfoll keine Rettung möglich sein. Beide Familien hatten giftige scheinungen; diefelben wurden zur Beobachtung in das CholeraPilze wie man vermuthet, den sogenannten Fliegenpilz hospital gebracht. In Galizien erfrankten gestern in verzehrt. 8 Ortschaften 15 Personen, von denen 9 an der Cholera Die Cholera. Rom, 4. September. Die Tribuna" starben.- Ronstantinopel, 5. Sept. Es wird hier versichert, meldet 4 Cholera- Erkrankungen von gestern und 5 von heute, daß in der Frrenanstalt zu Stutari bei Konstantinopel 22 Cholerasowie 3 Todesfälle aus Sulmona, wo seit Auftreten der Epidemie fälle vorgekommen seien, welche die Aeezte für cholera nostras 106 Erkrankungen und 70 Todesfälle vorgekommen sind. In erklärten, während hier angenommen wird, daß cholera asiatica Caffino erkrankten in den letzten 24 Stunden 2 Personen an vorliege. Im hiesigen französischen Hospital ist eine Person Cholera, eine starb. In Palermo starben vom 2. d. M. Mitter- unter choleraverdächtigen Erscheinungen gestorben. Mann: A. B. Am besten faufen Sie sich Blo3' Geschichte nacht bis 3. d. M. Mitternacht 11 an Cholera, von neuem heim, 5. September. Wie von amtlicher Seite feitgestellt der französischen Revolution, erschienen bei Diet in Stuttgart. erfrankten 17 Personen. In Neapel starben von gestern Mittag worden ist, ist hier ein Schiffshilfsheizer an asiatischer Cholera Mignet ist vom bürgerlichen Standpunkt aus gut. Die Gebis heute Mittag 9 Personen an Cholera, seit dem Auftreten erkrankt. Es ist eine Kontrollstation für Rheinschiffe hierselbst schichten von Thiers und Sybel find parteiische Tendenzder Krankheit famen 424 Erkrankungen und 360 Todesfälle vor. errichtet. In Salerno fanden während der letzten 24 Stunden 3 NeuErkrankungen statt, in Scafati starb eine Person. Hier in Rom find die Gesundheitsverhältnisse ausgezeichnet; zwei in Fiumicino bei Rom gemeldete gemeldete verdächtige Erkrankungen haben sich als gewöhnliche Darmkatarrhe herausgestellt. Petersburg, 5. September. Vom 31. August bis 2. September famen in Petersburg vor 26 Erkrankungen an Bern, 5. September. Der Bundesrath bezeichnete den GeCholera und 13 Todesfälle, in Moskau vom 27. bis 30. August sandten und bevollmächtigten Minister in Paris, Dr. Lardy, 108 Erkrankungen und 57 Todesfälle, in den Gouvernements sowie den Nationalrath Cramer in Zürich als schweizerische Podolien vom 19. bis 26. Auguft 1229 Erkrankungen und Delegirte für die in Paris demnächst stattfindende Konferenz der 604 Todesfälle, Drel vom 20. bis 26. Auguft 689 Erkrankungen Staaten der lateinischen Münzunion behufs Berathung des Aus und 243 Todesfälle, in demselben Zeitraum in den schlusses der italienischen Silber- Scheidemünzen aus den übrigen Gouvernements Riew 740 Erkrankungen und 284 Todesfälle, Staaten. Ob die Konferenz bereits am 15. September zusammenMinst 232 Erkrankungen und 101 Todesfälle, Poltawa 283 Er- tritt, ist zweifelhaft, da Frankreich diesem Zeitpunkte noch nicht frankungen und 127 Todesfälle, Charkow 182 Erkrankungen und zugestimmt hat. Depeschen. ( Wolff's Telegraphen- Bureau.) 87 Todesfälle, Grodno 187 Erkrankungen und 59 Todesfälle, Petersburg, 5. Eeptember. Jm„ Regierungsboten" wird Ralisch 114 Erkrankungen und 61 Todesfälle und im Dongebiet ein Rundschreiben des Ministeriums des Innern mit Anvom 27. bis 29. August 132 Erkrankungen und 66 Todesfälle.weisungen veröffentlicht, um eine Beaufsichtigung auf Reisen beAmsterdam, 4. September. Hier sind zwei choleraverdächtige findlicher Arbeiter, Auswanderer und Wallfahrer zur Cholerazeit Erkrankungsfälle vorgekommen; in Rotterdam zwei Todesfälle in gesundheitlicher Hinsicht zu ermöglichen. und eine Erkrankung; in Behandlung verbleiben drei Erkrankte. London, 5. September. Infolge Rohlenmangels hat die In Leerdam sind vom 1. bis 4. September 3 Personen an Midland- Eisenbahn- Gesellschaft bekannt gegeben, daß ihre großen Cholera erkrankt, 3 gestorben; 2 Personen wurden geheilt und Werkstätten und Maschinenfabriken in Derby künftighin von 9 verbleiben in Behandlung. In Utrecht und Hansweert tam Mittwoch bis Montag jeder Woche geschlossen werden. Hiervon je 1 Todesfall, in Elden und Elst je 1 Erkrankungsfall vor. werden 6000-7000 Arbeiter betroffen. Möbelpolirer. schriften. Taine sucht die Revolution in Schmuh zu verwandeln, indem er ihre Geschichte" aus den haßvollen Aeußerungen der Feinde zusammensetzt. Louis Blanc ist sehr doktrinär; sein Buch läuft auf eine Verherrlichung des Revolutionsphilifters Robespierre hinaus, enthält aber viel Material. Freilich es sind 13 Oktavbände. Die vortreffliche Schrift Mehring's gegen die Richter'sche| Sparagnes( Bilder aus der Gegenwart 2c.") ist bei Grillenberger in Nürnberg erschienen. 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Er theilt eine Reihe von Auszügen aus Arbeitsordnungen mit, aus denen hervorgeht, daß die Unternehmer in geradezu frivoler Weise die Arbeiter zu unterdrücken und durch hohe Strafen auszubeuten suchen. obne Kontrollmarke, in vielen Fällen besser. Wir appelliren an Ordnung würde dieser Mißstand ohne Zweifel einigermaßen gedas Solidaritätsgefühl der deutschen Arbeiter. mildert werden, da mit der ökonomischen Abhängigkeit der An die Bureau- Angestellten! Schließlich müssen wir noch den Vorwurf zurückweisen, der jungen Leute von ihren Eltern mancher Anlaß zu einem under Kontrollmarke gemacht wird: Kollegen! Die überaus traurige Lage der Bureau- Angestellten Arbeiter von dem eigentlichen Ziel der Arbeiterbewegung ab- und Bucht besser geweckt werden würde. Es ist insbesondere zu Durch dieselbe würde der gebührlichen Verhalten wegfallen und der Sinn für Ordnung ist bekannt, ebenso auch die Unwissenheit über die politischen und gelenkt." Wir können hierauf nur antworten:„ Auch wir haben wünschen, daß wenigstens für die jungen Arbeiter im Bergbau wirthschaftlichen Ursachen dieser Lage in den Reihen der Berufs- dieses Ziel unverrückt im Auge; aber wir wollen dieses Ziel die Gemeinden unseres Bezirkes ein bezügliches Statut feststellten. genossen. Durch diese traurigen Ursachen sind bisher alle Ver- auch mit den bessergestellten Arbeitern erreichen; wir wollen Hierdurch würde ohne Frage der soziale Friede nicht unwesentlich suche, diesen Beruf zu organisiren, gescheitert, und ist es daher nicht auf halbem Wege ermattet liegen bleiben, sondern durch gefördert werden." Nothwendigkeit, mit aller Vorsicht bei jedem derartigen Versuch und mit Hilfe der Kontrollmarte uns träftigen, daß wir mit den zu verfahren. Nicht mit Phrasen und himmelstürmenden Jdeen, übrigen Arbeitern gleichen Schritt halten können." nicht durch Kritifiren ernster und ehrlicher Arbeit, sondern durch Die Kommission der Zabalarbeiter Berlins. Vereinigung aller Kräfte zu einem gemeinsamen Ganzen ist endlich Abhilfe für das traurige Schreiberlein" herbeizuführen. J. A.: Karl Butry, Stralsunderstr. 17, II. Darum Kollegen, zersplittert Euch nicht, steht nicht aus ge- Soldatenarbeit. Wir lesen in der Münchener Post" Fränktem Ehrgeiz oder anderer Kleinlicher Auffassung seitwärts, 80 Mann Soldaten mit mehreren Unteroffizieren( Pionier sondern schließt Euch zusammen, es ist für jeden Raum Detachement des Eisenbahnbataillons) sind unter Führung des in einer Organisation. Die Freie Vereinigung der Sefondelieutenants Krämer nach dem Hofeldinger Forst Bureau Angestellten Berlins und Umgegend", welche abkommandirt, um dort den Abbruch der vor 2 Jahren erbauten fich im Frühjahr dieses Jahres gegründet hat, strebt Waldbahn zu bethätigen. Wenn die Arbeiten an dieser Stelle, ernstlich in erster Linie den Beruf zu organisiren. Nur im wo die Leute bereits eingetroffen sind, beendet ist, dann geht's Kampfe tönnen wir unser Ziel erreichen. Denn ebensowenig nach dem Sauerlacher Forst und alsdann nach dem Grünwaldwie es sonst eine Harmonie der Interessen zwischen Arbeitgeber Part, um dort die gleichen Arbeiten auszuführen. Behufs Verund Arbeitnehmer giebt, ebensowenig giebt es in unserem Berufe pflegung der Soldaten sind Blockhäuser, eine Kantine und Kocheine Interessengemeinschaft zwischen uns und unseren Arbeit- gelegenheit eingerichtet worden. Auf die Dauer der Arbeiten ergebern. Dieses Prinzip ist die Basis, auf welcher wir unsere halten die Mannschaften, wie die, Neuesten" befagen, außer der großen Biele, deren wichtigstes der Sstündige Arbeitstag, ein angemessener Viktualienportion( 2 Pfund frisches Fleisch nebst Suppeneinlage Minimallohn und die Regelung des Lehrlingswesens sind, zu und Gemüse, Kaffee und Brot, welch letzteres auch in Geld vererreichen suchen. gütet werden kann) noch zulagen in Geld und zwar der Unter offizier 1 M., der Mann 70 Pf. täglich. Das Kommando wird 14 Tage bis 3 Wochen dauern. Kollegen, Eure Pflicht ist es, uns bei diesem Werke zu unterstützen und fordern wir Euch demgemäß auf, in der am 6. September cr., Abends 81/2 Uhr, bei Stein, Rosenthalerstraße 38, stattfindenden Versammlung der Vereinigung, in welcher ein Vortrag über„ Bastiat- Schulze von Delißsch und seine Lehre" gehalten wird, vollzählig zu erscheinen und sich der Organisation anzuschließen. Mit follegialem Gruß Der Vorstand der Freien Vereinigung der Bureau- Angestellten Berlins und Umgegend. B. Astor, Tresckowstr. 16. A. Hopp, Anklamerstr. 30. F. Schulz, Urbanstr. 35. Zur Kontrollmarkenfrage. Die Kontrollmarke ist in letter Beit in verschiedenen Gewerkschaftsversammlungen felbst von hervorragenden Genossen als zwecklos und ihr Ziel nicht er reichend hingestellt. Nur in anbetracht der überaus traurigen Lage der Bäcker wurde diesen von verschiedenen Rednern die Einführung der Kontrollmarke zugestanden. Was die Be rechtigung zur Führung der Kontrollmarke betrifft, so hält sich die unterzeichnete Kommission für verpflichtet, hier den Nachweis zu führen, daß die Lage der Tabafarbeiter um nichts besser ist, als die Lage der Bäckerei- Arbeiter. Hier wie dort ist es der gleiche Kampf um Aufbesserung des Lohnes; hier wie dort Be seitigung ungesunder und unreinlicher Räume, Beschaffung eines appetitlichen Fabrikats. Ueber die Lohnverhältnisse giebt die von der Tabak- Berufsgenossenschaft veröffentlichte Statistit folgenden Aufschluß: Im Jahre 1891 waren angemeldet 4708 Betriebe mit 108 590 beschäftigten Personen. Der Gesammtlohn betrug 53 688 035 M. oder durchschnittlich jährlich 492 M., wöchentlich 9,46 M. In den Bigarrenfabriken jährlich 470 M., wöchentlich 9,04 M. Bezahlte Lohnarbeit also ist das Neueste, was unsere Soldaten leisten müssen. Natürlich nur aushilfsweise und vor übergehend. Wie beim landwirthschaftlichen Fest die Bauernburschen aus den Kompagnien ausgesucht wurden, um wegen höherem Verständniß in der Behandlung des auszustellenden Viehes den zahlreichen hier in dieser Branche thätigen Männern Ronkurrenz zu machen, ebenso werden jetzt 80 und mehr Mann zum Abbruch der Waldbahnen kommandirt. der werde Sozialdemokrat, der stelle sich zum Kampf gegen das Wer anders will, der schließe sich unserer Bewegung an, heutige, in den Sumpf führende, die allgemeinen Voltsinteressen untergrabende System, der sei bestrebt, die Soldatenspielerei, den Militarismus, beseitigen zu helfen. Versammlungen. man " schäftigten Arbeiter und Arbeiterinnen, die von annähernd Eine Versammlung aller im graphischen Gewerbe be 700 Personen besucht war, fand am letzten Sonntag im Böhmischen Brauhause statt. Genoffe Sillier berichtete über den Stand der Bewegung gegen die Berliner Firmen, welche für die die Kunstdruckerei von Kaufmann in Brandenburg Arbeiten übernommen hatten bezw. noch ausführen. Zunächst gab der Redner nochmals ein Bild von den Zuständen, welche den Streit der Kaufmann'schen Arbeiter in Brandenburg zeitigten. Die Versammlung gab ihrer Meinung über diefelben in nicht zu verfennenden Mißfalls bezeugungen Aus druck.( Die gerügten Mißstände sind vom Vorwärts" schon in einem Versammlungsbericht mitgetheilt worden, es erübrigt sich deshalb, sie nochmals wiederzugeben. Der Berichterstatter.) Des Daß vielen, um Arbeit und Verdienst bettelnden Lohn- Kaufmann zu sprechen, an Stelle des ausständigen Personals weiteren fam Sillier auf die vergeblichen Bemühungen der Firma arbeitern damit wieder schlimme Konkurrenz entsteht, was neue Arbeitskräfte zu gewinnen. Von 40 engagirt gewesenen fümmert das den Militarismus. Die Hauptsache ist, daß der Druckern seien drei Arbeiter fräftig Hurrab schreit bei nationalen Festen, flott erschienen, nur am 31. Juli in der Fabrik Steuern bezahlt, gleichviel, ob ihn hungert oder dürftet, und vor fungiren wollen. Nach achtwöchentlichem Annonciren hätten die andern hätten nicht als Streifbrecher allem einen unterthänigsten Respekt besigt vor allen jenen, die ich drei weitere Streitbrecher gefunden. Ein Münchener verschiedenes Tuch am Rocke tragen, ferner die Krieger- und Drucker, dem von der Direktion die Arbeitsbedingungen unter Militärvereine achtet, bei den Wahlen patriotisch, regierungs- Beifügung einer Fabrifordnung brieflich mitgetheilt wurden, habe freundlich stimmt, dann kann es der„ Idealarbeiter" erleben, das Anerbieten der Firma, bei ihr in Arbeit zu treten, ablehnend daß ihm die Haut noch mehr als dies bis jetzt geschehen ist, über beantwortet, wobei er die Fabrikordnung als Gefängnißordnung die Ohren gezogen wird. Seine Steuergroschen sind wohl begehrt, bezeichnete, sich mit seine Interessen aber, seine nothwendigen Ansprüche ans Leben, und versprach, für die möglichste Verbreitung der rigorosen den Streifenden solidarisch erklärte an Staat und Gesellschaft, werden mit roher Hand zerstört, mit Bestimmungen der Füßen getreten. Gefängnißordnung" Sorge tragen zu wollen. Streifenden aufgenommen. Dieselbe habe nun versucht, ihre In dieser Weise waren die Liebeswerbungen der irma A. G. Kaufmann vielfach von Berufsgenossen der Druckarbeiten Städten Deutschlands, vornehmlich in Berlin, ausführen zu lassen. Don anderen Unternehmern in verschiedenen Die Berliner Firmen Selmar Beyer, Reinicke, Meißel und Durch eine eigenartige Arbeiterfreundlichkeit zeichnet Raplanick hätten dem Drängen ihrer Arbeiter, beziehungsweise Unter dem Durchschnitt blieb wieder die Sektion Berlin mit Jahr 1892 aus. In demselben heißt es: sich der Jahresbericht der Handelskammer zu Bochum über das dem derer Beauftragten nachgegeben und für Kaufmann angenommene Arbeiten liegen lassen. In Unterhandlung 435 M. jährlich, oder wöchentlich 8,36 M. Die 2. Sektion„ Sehr zu bedauern ist, daß für Erweiterung und bessere stehe noch mit Hohenstein u. Lange. Diese ( Leipzig) mit 477 m. jährlich, oder wöchentlich 9,17 m. Die Ausrüstung des Staatseisenbahnneges für das laufende Etats- nur mit ihren Arbeitern verhandeln. Durch eine Annonce in Firma wolle aber die Kommission nicht anerkennen und 3. Eettion( Frankfurt a. M.) mit 467 M. jährlich, oder wöchent- jahr 1893/94 nur eine geringfügige Summe verwendet werden Berliner Zeitungen seien eines Tages Drucker verlangt worden, lich 8,98 M. Die 4. Sektion( Bremen) mit 569 M. jährlich, soll. Diese unbedeutende Aufwendung für das laufende Jahr welche sich in einem Hotel melden sollten. Bald hätte man oder wöchentlich 10,94 m. Die 5. Sektion( Mannheim) mit hat natürlich den Verlust der Arbeitsgelegenheit für viele 450 M. jährlich, oder wöchentlich 8,65 M. Tausende von Arbeitern zur Folge. Der Herr Minister der Stelle seiner wegen der Herstellung von Arbeiten für Kaufmann herausbekommen, daß es Herr Leutsch aus Gera war, der an Wir haben hiermit den Nachweis erbracht, daß die Tabak- öffentlichen Arbeiten hat allerdings zur Rechtfertigung seiner Maß in den Streit getretenen Arbeitsträfte neue suchte. Es sei ihm arbeiter in erster Linie berechtigt sind, an einer Aufbesserung nahmen auf die knappe Finanzlage des Staates und auf verihres geringen Lohnes zu arbeiten, aber leider bei der großen schiedene andere Momente hingewiesen, aber die Ansicht weiter nicht gelungen, solche zu bekommen. Bei einer Unterhandlung Referve- Armee in ihrer Branche an einen erfolgreichen reise, daß doch mehr hätte geschehen können, ist durch diese mit ihm, die Redner als Verbandsvorsitzender gesucht hätte, habe Streit nicht zu denken wagen. Durch unsere Kontrollmarte soll Hinweise nicht geändert worden. Der Herr Minister hat übrigens Herr Leutsch darum gebeten, ihn doch ungestört feine Thätigkeit auch der Zuchthausarbeit entgegengetreten werden, weil diese eine rasche Verwendung der ihm zur Verfügung stehenden Kredite für Raufmann entfalten zu lassen. Wirklich in Betracht komme wird, um dieselbe mit größtem Nugen an den Mann zu bringen. Hier sprechens würde der Eisenindustrie in ihrer schwierigen Lage Damit, daß die betreffenden Arbeiter um deswillen aus dem Waare größtentheils von einem unreellen Zwischenhändler benutzt in Aussicht gestellt. Durch die Verwirklichung dieses Ver- vorläufig nur ein Hamburger Geschäft, das für dieselbe arbeitet. Ihr Triumphgeschrei darüber sei groß, die Direktion brüste sich ist allerdings die oft oft vertretene Ansicht die Kontrollmarte eine wirkjame Hilfe zu Theil werden und damit zugleich die Verband ausgetreten sind. Man solle aber nicht zu früh frohvertheuert die Waare", am Plage; aber den größten Theil der allgemeine wirthschaftliche Lage des Landes aufgebessert wer- locken, die Dinge tönnten auch dort leicht eine Wendung Raucher, den Arbriter, trifft diese Bertheuerung fast garnicht, den. Dankende Anerkennung verdient es, daß der Herr sondern nur diejenigen Zwischenhändler, welche diese Buchthaus: Minister der öffentlichen Arbeiten mit einer Gruppe von nehmen, welche der Direktion sehr unlieb sein würde. In Berlin arbeit womöglich mit 20-25 M. einkaufen und dieselben mit Walzwerken einen längeren Vertrag, betreffend die Lieferung des Arbeiten in die Werkstätten eingeschmuggelt werden. Thatsächlich sei die größte Aufmerksamkeit geboten, daß keine Kaufmann'sche 5 Pf. pro Stück an den Arbeiter wieder verkaufen und für diese Bedarfs der Staatsbahnen an eisernen Schwellen, nach dem Vor: würden derartige Verstöße gemacht. Die Steine würden in der schwere Arbeit also 22 bis 3 Pf. an jeder Bigarre verdienen. bild des Schienenlieferungsvertrages abgeschlossen hat. Jit auch Nacht gebracht und die Firma abgefragt. Erfreulicher Weise erIst Um eine derartige Ausbeutung des rauchenden Arbeiters zu ver- der festgesetzte Preis sehr mäßig, so haben doch die betreffenden Nacht gebracht und die Firma abgefragt. Erfreulicher Weise erhüten, um demselben aber auch eine reinliche Waare zu garan- Werte für längere Zeit eine gesicherte Arbeit erhalten. Auch im fahre man schon vom Spediteur, woher die Steine fämen. tiren, ist die Kontrollmarke eingeführt. Die Vertheuerung der Betriebsjahr sind wieder mehrere Fälle vorgekommen, in denen( Heiterkeit. Bravo!) Hauptsächlich die Steine, welche von ist nach wie vor in den Stand gesetzt, dieselbe Zigarre in berg und Baden, ihre Bestellungen dem Ausland überwiesen unter den Arbeitern anderer Länder betreffe, so seien von Eng Bigarren trifft den Arbeiter garnicht; der reelle Zwischenhändler deutsche Eisenbahnverwaltungen, besonders Bayern, Württem- Privatlithographen fommen, seien mit Mißtrauen von den Was die Aufnahme des Streits gleicher Preislage zu liefern. Sollte auch der Satz:" die Kon- haten. Solche Vorgänge sind in höchstem Maße bedauernsworth. land größere Summen als Unterstüßung angeboten worden; trollmarke vertheuert die Waare", volle Berechtigung haben, so Die hauptsächlich in Frage kommende belgische Konkurrenz auch aus Desterreich seien Sympathiebezeugungen und die Zus ist doch nicht zu verstehen, weshalb dieses Kampfmittel nicht fann sich mit erheblich geringeren Preifen begnügen, weil sie ge- ficherung materieller Unterſtügung gekommen. Die Situation angewendet werden soll. Glauben denn die Kürschner, die ringere Arbeitslöhne zahlt als die deutschen Werke und außerdem sei eine für die Ausständigen günstige, der endliche Erfolg ihres Maurer und Holzarbeiter, ihr Kampfesmittel, der Streit, ver- teine gefeßlichen Leisungen für Wohlfahrtseinrichtungen im Inter- Vorgehens wäre so gut wie sicher, denn die Firma habe zum theuere ihre Produkte nicht? Wurde nicht die stetige Mieths effe der Arbeiter zu machen hat." guten Theil nicht mal ihre Muster in die Welt senden können. fteigerung der Wohnungen damit motivirt, daß die jährlich Diese Fürsorge für die Arbeiter aus der Stadt der Schienen- Bu verwundern sei, daß sie den Druckereien, die für sie arbeiten wiederkehrenden Streits der Bauhandwerker dieses zur Folge flickerei und der Steuerbetrügereien ist wahrhaft rührend. Wir sollen, mehr als das Doppelte des Preises anbiete, den sie hätten? Wurde nicht jede Preissteigerung der Waare irgend einer vertreten die Ansicht, daß es Pflicht des Staates ist, dafür zu ihren Arbeitern zahlte. Redner ermahnt, am Schluß seiner AusBranche auf den vorhergegangenen Streit der Arbeiter dieser forgen, daß arbeitswilligen und arbeitsfähigen Menschen Gelegenheit führungen angelangt, die Versammelten unter großem Beifall, Branche abgewälzt? Wollte man den mehrfach zitirten Satz bis gegeben wird, sich durch Arbeit zu ernähren. Wenn aber die die Kollegen und Berufsgenossen in jeder Beziehung zu in seine letzten Konsequenzen verfolgen, so hätten diejenigen von Herren, welche in der Handelskammer sigen, mit solchen Forde unterstützen. Hierauf nahm das Wort der als Deputirter der unferen Kollegen Recht, die bei einem Streit der Bauhandwerker rungen hervortreten, dann ist es sehr leicht anzunehmen, daß der dritten Generalversammlung des Verbandes der Formenstecher fagten:" Was, wir sollen von unserem Lohnminimum noch Unter- Arbeitslose nur als Vorwand benutzt wird, um neue Bestellungen und Berufsgenossen erschienene Genosse Borchardt. Er überstügung an die Bauhandwerker geben, die das Dreifache von uns zu erhaschen, bei deren Ausführung ein guter Kapitalprofit ab- mittelte in wenigen, aber fernigen Worten den Gruß der verdienen, um unsere, schon jetzt kaum zu erschwingende Woh fällt. Die Arbeitslosigkeit wird erheblich gesteigert durch die Generalversammlung, sprach die Zustimmung derselben zu dem nungsmiethe noch höher schrauben zu lassen? Ganz dasselbe ließe Lohndrückerei. Daß diese von einer Handelskammer ge- soeben besprochenen Streit aus und gab in ihrem Namen das fich von einer ganzen Anzahl anderer Berufe behaupten. tadelt wird, haben wir bis jetzt noch nie erfahren. Die Versprechen ab, die Streifenden mit allen Mitteln unterstützen = Allen diesen Einwendungen gegenüber haben wir zur Ant- Arbeiterfreundlichkeit" jener Herren wird noch durch eine zu wollen. Dann wurde über den Streit diskutirt, neues fam wort gegeben:" Die Solidarität der Interessen aller Arbeiter andere Stelle desselben Berichts besonders beleuchtet. dabei nicht zutage, bemerkenswerth ist nur die Aeußerung eines fordert, daß bei einem Kampfe der Arbeiter einer Branche die Der§ 119a der Gewerbe Ordnung giebt den Gemeinden das der Ausständigen Brandenburgs, dieselben ständen nach wie Arbeiter aller übrigen Branchen zusammenstehen müssen, un- Recht, durch statutarische Bestimmung zu verfügen, daß der von vor feit zusammen. Buchdrucker Gifler betont die Sympathie beschadet, ob dieselben das Zwei- oder Drei- oder gar das Bier- minderjährigen Arbeitern verdiente Lohn an die Eltern oder seiner Kollegen für die Streiker. Genosse Mäther hielt darauf fache verdienen; unbeschadet dessen, ob die Produkten und Waaren Vormünder und nur mit deren schriftlicher Zustimmung oder unter stürmischem Beifall einen Vortrag über:" Die Kämpfe der deshalb im Preise steigen würden. Schlecht wäre es um uns nach deren Bescheinigung über den Empfang der lezten Lohn- Arbeiter". Folgende Resolution fand einstimmige Annahme: Tabatarbeiter bestellt, wenn alle übrigen Branchen ebenfalls solche zahlung unmittelbar an die Minderjährigen gezahlt wird. Diese„ Die Versammelten verpflichten sich, den Streit bei der erbärmliche Hungerlöhne hätten. Denn dann bliebe keinem Arbeiter Bevormundung aller unter 21 Jahre alten Arbeiter ist bis jetzt Firma Kaufmann und allen anderen Firmen, welche mit derdie Möglichkeit, eine Zigarre zu kaufen und wir würden noch von nur wenigen Gemeinden verfügt worden. Der Handels- felben in Verbindung stehen, unter allen Umständen hoch zu weiter mit unseren Löhnen abwärts gedrängt. tammerbericht sagt darüber: Es ist zu bedauern, daß halten und sämmtliche Ausständigen mit allen Mitteln zu unter Wir erwarten deshalb auch von den Genossen der ver- von diesen für die Hebung der Zucht unter den jungen jügen." schiedenen Branchen, daß sie unserer Kontrollmarke unparteiisch, Arbeitern geeigneten Bestimmungen bis jetzt nur sehr wenige Nachdem der Vorsitzende, Drucker Schulz, nochmals warm unbeeinflußt und gerecht gegenüber treten mögen. Wir haben Gemeinden Gebrauch gemacht haben. In unserem Industrie- für die Streikenden eingetreten war, schloß die Bersammlung allen gegenüber unsere Schuldigkeit gethan, thue jeder uns des- bezirke hat sich seit dem Jahre 1889 wiederholt gezeigt, daß mit einem dreifachen Hoch auf die Bewegung. gleichen. Wir fordern tein Opfer wie bei einem Streit, wir gerade die jungen Arbeiter sich leicht von den sozialdemokratischen fordern viel weniger, und das, was wir fordern, kann jeder ge- Heßern verführen lassen und besonders bei Ausständen sich stets In einer gut besuchten öffentlichen Versammlung der währen: faufe jeder Zigarren mit Kontrollmarken; fordere jeder in den Vordergrund drängen. Diese Erscheinung beruht wesentlich Bauarbeiter Berlins und Umgegend sprach am dieselbe von seinem Lieferanten, Händler, Gastwirth oder auf der Lockerung der Bande zwischen Eltern und Kindern und auf der 3. d. M. Reichstags- Abgeordneter Wilhelm Liebknecht Destillateur. Dieselbe ist für 5 Pfennig schon von jedem der Mißachtung der väterlichen Autorität seitens der Lezteren. Durch über: Unsere wirthschaftliche Lage." Derfelbe bezeichnete die artigen Geschäft zu beziehen und gar nicht schlechter wie früher die Einführung der in Rede stehenden Bestimmung der Gewerbe gegenwärtige wirthschaftliche Lage als eine überaus schlechte. Bei der vorjährigen Nothstandsbebatte im Reichstage habe der würde der Rollege Schmidt gewählt. Zu Werkstattkonttölleuren| Prinz Sandjétiftr. 50; Vieweg; Schinfefte. 15; Schmidt, Staatsminister v. Bötticher die Nothwendigkeit eines Eingreifens der Drechsler Kantius und von den Bürstenmachern 3ak- Hermannstr. 23; Erhardt, Schönweiderftr. 24a; Müller, des Staates in Abrede gestellt, indem die Handelstammerberichte schart und Pietsch gewählt. einen wirthschaftlichen Aufschwung fonstatirten. Der Herr Bergstr. 22; Püschel, Faltstr. 3; Hoffmann, Berlinerstraße 20. Zum Schluß wurden die Genossen zur fleißigen Bes nutzung der Bibliothek aufgefordert. Die Wohnung des Bibliothekars befindet sich Richardplay 15 bei Franz Schüttke. Literarisches. allgemeine, gleiche und direkte Wahlrecht und das Wahlunrecht in Desterreich( Wiener politische Voltsbibliothek 1V. Heft). Preis 20 Kreuzer. Wien 1893. Verlag v. 2. A. Bretschneider. 80 68 Seiten. Minister habe sich geirrt. Sämmtliche Handelskammerberichte Im Fachverein der Tapezirer hielt am 26. August hätten eine sehr schlechte Geschäftslage konstatirt. Die Arbeits- Genosse Blauroc einen Vortrag über die Bedeutung der fofen- Bersammlungen träten bereits in die Erscheinung. Nicht Gewerkschaftsbewegung. Der Referent tam unter anderem auch nur in Deutschland, sondern auch in den übrigen Ländern mache auf die englischen Trades Unions zu sprechen, welche den fich die Arbeitslosigkeit höchft fühlbar und sei unter Arbeitslosig- deutschen Arbeitern immer als Muster hingehalten würden, doch feit nicht die der Millionen Elender zu verstehen, welche die diese seien mit den deutschen Zentralvereinen nicht zu vergleichen, heutige Gesellschaft bereits zertreten habe, sondern derer, welche weil in England sich die Polizei nicht darum bekümmert, ob sie unter normalen Verhältnissen feine Arbeit zu finden vermöchten. fich mit örtlichen oder politischen Angelegenheiten befassen. Bei Adler, Dr. Victor, Herausgeber der Arbeiter- Zeitung". Da 3 In anschaulicher Weise führte der Vortragende die heutige ver- uns dagegen in Deutschland dürfen die Zentralverbände keine tehrte Wirthschaftsweise vor Augen und die verderblichen Wirkungen Politit treiben und die Lokalverbände dürfen nicht mit einander des Kapitalismus, welcher seiner ganzen Natur nach die Zahl der in Verbindung treten auf grund des Vereinsgesetzes. Arbeits- und Existenzlosen unaushaltsam vermehre nicht nur auf bedauert dann, daß so viel Kollegen, welche in der Politit dem Gebiete der Industrie, sondern auch auf dem Gebiete der thätig seien, die Gewerkschafts Bewegung vernachlässigen. Landwirthschaft. Der Mittelstand sei im ständigen Niedergange Während des Sozialistengesezes blühten die Gewerkschafts- ist in der deutschen Sozialdemokratie ein reges, die der begriffen, der Bauernstand sei in England bereits gänzlich ver: organisationen, aber nach dem Fallenlassen desselben wurde die belgischen Wahlrechtsbewegung auf dem Fuß folgende öfternichtet und zwar schon seit Jahrzehnten. Deutschland sei auf Gewerkschaftsbewegung nur noch als Aschenbrödel behandelt. reichische mit ihren imponirenden Massenfundgebungen lenkt die demselben Wege. Wenn der heutige Staat ohumächtig sei, zu An der Diskussion betheiligten sich die Kollegen Feder, Wachsen, Blicke des klassenbewußten Proletariats auf Desterreich. Troh helfen, dann sei derselbe überflüssig. Die Erfahrung lehre, daß Goschke und Ueffen und sprachen sich mehr oder weniger im des großen Interesses, das der österreichischen Arbeitervon oben nichts zu erwarten sei; nur durch eine Klassen- Sinne des Referenten aus. Unter Vereinsangelegenheiten wurde bewegung entgegengebracht wird, ist das Verständniß derbewegung der Arbeiter tönne der Staat in andere Bahnen ge- dann eine sechsgliedrige Bergnügungskommission zum Stiftungs- selben ein sehr geringes und nicht leicht zu gewinnendes, lenkt werden. Die deutsche Sozialreform, die Arbeiterschutz- fest gewählt, bestehend aus den Kollegen Feder, Strauß, Kuchen- felben ein sehr geringes und nicht leicht zu gewinnendes, gesetzgebung würden von der Schweiz, selbst vom kapitalistischen becker, Schröder, Maschkowsky und Bönicke. England weit übertroffen, die deutsche Arbeiterschutzgesetzgebung Die politische Organisation und deren Nothwendigkeit werde von = die Sammellisten noch weiter in Umlauf zu setzen. " Das Interesse an der österreichischen Arbeiterbewegung Sprecisaal. vom find, weil die eigenartigen nationalen, politischen, gesetzlichen und polizeilichen Verhältnisse kaum von jemandem vollständig verdegradire den Arbeiter noch immer zum Staatsbürger zweiter Deigmüller- wenig zahlreich-versammelt. Stop referirte österreichischen Eigenthümlichkeiten ſtudirt hat. Die Steinarbeiter Berlins waren am 3. September bei standen werden können, der nicht Jahre lang im Lande selbst die Klaffe, die Versicherungsgesetze seien nur eine veränderte Armen über den Streit der Dresdener und Pirnaer Berufsgenossen. Die hier angezeigte Broschüre muß deshalb auch den deutschen pflege. Wir brauchten eine wirkliche Sozialreform, welche das Dieselben waren mit den Unternehmern in Streit gerathen und Genossen, welche sich für die österreichische Arbeiterbewegung Sie werden aus der sei zu thun, an ſtelle der alten Welt müsse eine neue Welt ge- niedergelegt. Die Unternehmer gaben nach, wollten aber nicht felben sozialistische Programm zu verwirklichen im stande sei. Alles hatten, um ihrer Forderung Nachdruck zu verleihen, die Arbeit intereffiren, warm empfohlen werden. erkennen, daß die österreichischen Arbeiter fetzt werden, die von den Herzen der Arbeiter getragen werde. Den Arbeitern die Zeit bezahlen, die sie hatten feiern müssen, politischen Wahlrechte vollkommen ausgeschloffen Der Einzelne sei nichts, vermöge nichts, nur in der Einigung Sie verlangten vielmehr bedingungslose Wiederaufnahme der daß selbst der preußische Landtag dem österreichischen Abzu einem Zwecke, zu einem Ziele liege die Kraft, liege der Sieg. Arbeit und untersagten das Weiterarbeiten, so lange die Arbeiter geordnetenhause gegenüber als eine nicht ganz unmoderne den deutschen Arbeitern begriffen und fei die stärkste der Welt, nicht die Forderung des Ersages des Lohnausfalles fallen ließen. Boltsvertretung" bezeichnet werden kann. In der Schrift finden sich ferner auch Ausführungen über weil es gelungen sei, den Geist eines Mary und Lassalle in die Es handelt sich daher eigentlich um eine Aussperrung, die zum Massen zu tragen und lebendig zu machen. Doch die politische Theil erfolgt ist, um der Organisation der Arbeiter einen Schlag das Frauenstimmrecht und eine treffliche Widerlegung der anOrganisation genüge nicht, auch die gewerkschaftliche Organisation zu versetzen. In Pirna nimmt die Aussperrung an Umfang noch archistischen Einwände gegen die Agitation für Erlangung des sei nothwendig. Die deutsche Gewerkschaftsbewegung sei noch zu, was die Aussicht auf den Sieg der Dresdener Kollegen erhöht. allgemeinen Stimmrechts. Die Schrift ist, weil sie gegen das jung und habe noch nicht vermocht, tiefe Wurzeln zu schlagen gefaßten Beschluß aufmerksam gemacht, daß jeder Steinarbeiter werden. In Deutschland ist ihrer Verbreitung kein Hinderniß in Die Anwesenden wurden auf den in einer neulichen Versammlung gefeßlich geheiligte Wahlunrecht in Desterreich kämpft, tonfiszirt wie in England. Anfangs waren die englischen Arbeiter. organisationen lokale Organisationen, wurden aber durch die wöchentlich mindestens 50 Pf. auf Liften zu zahlen, hat zur Unter den Weg gelegt worden. Wir empfehlen den Genossen, welche Maßnahmen des Kapitalismus dahin gedrängt, sich in allmäliger mit, daß die Innung der hiesigen Meister jetzt den Dresdener Wahlrecht intereffiren, die lehrreiche Schrift zur Anschaffung. allmäligerfügung der Ausgesperrten. In der Diskussion theilte ein Redner fich für den Kampf der österreichischen Sozialdemokratie um das Aufeinanderfolge zu Gau- Organisationen, nationalen Organi: Kollegen die üblichen Reiseunterstützungen 2c. versagt. Die Ver- Hampke Dr. Thilo, Handwerker oder Gewerbe sationen, Verbänden von nationalen Organisationen und schließ= lich zu internationalen Organisationen zu entwickeln. Die inter- Woche mindestens 50 Pf. zu zahlen neuerdings zu und befchloß inter- sammlung stimmte dem erwähnten Beschlusse, pro Mann und tammern? Ein Beitrag zur Lösung der gewerblichen nationale Organisation sei eine Nothwendigkeit, die Gewert auch, die Sammlung zunt Generalfonds während dieser Zeit Organisationsfrage. Jena, G. Fischer, 80 X und 271 65. schaftsbewegung sei nicht zu entbehren. Deutschland habe starte nicht ruhen zu lassen. Die Wahl eines Vertrauensmannes und preußischen Entwurfes über die Regelung der Verhältnrsse Wer sich eingehender mit der organisatorischen Seite des Gewerkschaftsorganisationen gehabt. Die schlechten wirthschaft die Festsetzung der Beiträge wurden vertagt für die in der Mitte im Handwerke beschäftigen will, wird, wenn er auch lichen Verhältnisse hätten dieselben geschwächt. Das sei schlimm, des September abzuhaltende gemeinsame Versammlung der Stein- so wenig wie der Referent den Standpunkt Hampke's aber man dürfe das Schlimme nicht über sich ergehen lassen. arbeiter. theilt, sein neuestes Buch mit Nuzen lesen. Dasselbe Der Streit um die Organisationsform sei ein thörichter. Zentralisation sei nothwendig, nicht nur national, sondern interEine gut befuchte öffentliche Versammlung bielten die nimmt zwar auf den Berlepsch'schen Entwurf teine Rücksicht, Eine gut besuchte öffentliche Versammlung hielten die da es vor dessen Veröffentlichung erschienen ist, es enthält aber national, über die Form fich zu streiten, sei thöricht. Auch Arbeiter und Arbeiterinnen der Schäftebranche, Buschneider, das Material über diese Frage, das der Verfasser mit anerLotalorganisationen feien möglich. Ein prinzipieller Gegensatz be Vorrichter und Stepperinnen am 28. August bei Scheffer, Insel tennenswerthem Fleiße gesammelt hat, so daß kaum irgend eine stehe nicht. Vor allem gelte es zu agitiren, zu organisiren, straße 10 ab behufs Gründung einer Organisation über ganz wichtige Kundgebung zu dieser Frage fehlt. Liegt der Werth zu erziehen. So empfahl er auch den Bauarbeitern, alles zu Deutschland. Stepper Krause hielt das Referat. An der Dis- des Buches auch mehr nach der historischen Seite, so ist es doch thun für die gewerkschaftliche Organisation, für die politische fussion betheiligten sich die Zuschneider Bog 3 und Mod de im Organisation, für die Befreiung der Arbeiter durch die Arbeiter. Sinne des Referenten. Zur Organisation empfahl Zuschneider auch für die praktische Politik keineswegs werthlos. ( Großer Beifall.) Dem einstündigen Vortrage folgte eine längere Modde eine rege Agitation. Auch außerhalb Berlins müsse man Debatte, in welcher der Frage der zweckmäßigsten Organisations Berbindungen anknüpfen, die Ausäße dazu seien bereits von form näher getreten wurde. Allgemein trat der Wunsch zu früher vorhanden. Die Form sei gleichgiltig, doch empfehle es Tage, eine Einigung zwischen den beiden bestehenden Organi sich, Vertrauensleute zu wählen. Bogs schlug vor, ein Flug fationen, lokale und zentrale, herbeizuführen und wurde aus blatt über ganz Deutschland zu verbreiten. Stepper Gabriel diesem Beweggrunde eine gemischte Kommission gewählt, welche schilderte die Verhältnisse in den Städten Leipzig, Dresden, Die Redaktion stellt die Benutzung des Sprechjaals, soweit der Raum dafüz über die Einigungsfrage berathen und in einer späteren Ver: Magdeburg, die Löhne sind hier itm dreißig Pro- abzugeben ist, dem Bublifum zur Besprechung von Angelegenheiten allgemeinen sammlung Bericht erstatten sell. Die Kommission besteht aus zent gesunken. ES bedürfe einer Aufrüttelung und Interesses zur Verfügung; ste wahrt sich aber gleichzeitig dagegen, mit dem Inhalt desselben identifizirt zu werden. Diretter, Böttcher, allenthin Freie Vereinigung), empfehle er eine Agitationstour durch ganz Deutschland. und Gutsch, Krüger, Heidemann( Verband). Hierauf( Beifall.) Bei der nun vorgenommenen Wahl einer fünfgliedrigen bergerstraße 7, in Nr. 205 des„ Vorwärts" haben wir zu erErwiderung. Auf das Inserat des Herrn Müller, Havelerstattete Bertrauensmann Giese Bericht über die auf Sammel- Kommission wurden gewählt: Krause, Gabriel, Raßner, flären: listen eingegangenen Agitationsgelder. Die Gesammtfumme be- Fräulein Koßnich und Fräulein klöppel. Am 16. Sepläuft sich auf 50,50 Wt. Von einer Beschlußfaffung der ge- tember soll die Kommission Bericht erstatten in einer öffentlichen da wir in unserer damaligen Erklärung nur die Kollegen, welche Wir haben Herrn Müller gegenüber nichts zu widerrufen, sammelten, in Händen Giese's befindlicher Gelder wurde Abstand Versammlung. Des Weiteren wurden Klagen vorgebracht über da wir in unserer damaligen Erklärung nur die Kollegen, welche genommen, die Vertrauensmänner wurden vielmehr beauftragt, schlechte Lohnzahlung und Beschränkung der Ruhepausen in einigen die Annonce unterzeichnet hatten, an ihre Pflicht mahnten. Wenn Fabriken. So ist die Arbeitszeit in der Fabrik von Simonsohn sich Herr Müller durch unsere Erwiderung geschädigt glaubt, so und Stern un eine Stunde verlängert worden. Gabriel und können wir nur bedauern, daß er noch nicht eingesehen hat, daß Die Kistenmacher hatten am 2. September eine öffentliche mod de schilderten noch die Verhältnisse der Stepperinnen, die Interessen eines Schankwirths mit den Arbeiterintereſſen ſehr Versammlung. Vor Eintritt in die Tagesordnung gab der denen man den Akkord aufdrängen wolle, dagegen müsse Front eng verknüpft sind, sonst hätte derselbe wohl nicht bis zum Kollege Tschernig einige Richtigstellungen bezüglich der letzten gemacht werden und forderte alle anwesenden Arbeiter und 20. August das Bier der boykottirten Spandauer Bergbrauerei Berichte in der Presse. Ueber die endgiltige Beschlußfassung des Arbeiterinnen der Schäftebranche auf, sich dem Verein anzu Der Arbeiterschaft gegenüber waren wir verpflichtet, dagegen verzapft. Wo bleibt denn da Ihre Brüderlichkeit, Herr Müller? in der letzten Versammlung vorgelegten Materials der Tarif schließen. Das Vereinslokal befindet sich Wallstr. 20 bei Mathias. Stellung zu nehmen. Uns steht das Renommée unserer Geweri bewegung fand eine ausgedehnte lebhafte Debatte statt, an der fich die Kollegen Tschernig, adeburg, Märten, Der Verein der Bureauangestellten und verwandten schaft höher als das Geschäftsinteresse eines einzelnen GastEdert, Torfftecher, aufhold, Schön, Puhl Berufsgenossen hielt am 29. v.. seine erste Mitglieder- Ver- wirths. Einen Geschäftsmann zu schädigen lag uns fern. mann, Rarge, Hofrichter, Hübner wiederholt be fammlung ab. Die Tagesordnung lautete: Die Ursache der Aber während der Boykottzeit das Lokal als Verkehrslokal der theiligten. Folgende Resolution gelangte zur Annahme: Gründung des neuen Vereins" und Verschiedenes. Bevor in die Buzzer zu publiziren, ist eine Dreiftigkeit, gegen welche wir Ver„ In Erwägung, daß laut daß laut Bericht der Tariskommission Tagesordnung eingetreten wurde, deutete Genosse Walther wahrung einlegen mußten. Diese ganze Angelegenheit war für die Zeitverhältnisse jetzt nicht geeignet find, einen auf das Verhalten der Freien Vereinigung der Bureau- Ange- uns mit der Erklärung des Herrn Müller vom 20. August, daß Generalstreit zu befürworten, beschließt die heutige Versammlung, stellten" hin und hielt die Gründung eines Vereins, welcher voll derfelbe nunmehr sein Bier aus einer nichtboykottirten Brauerei so lange durch partielle Streits den herabgedrückten Verdienst und ganz auf dem Boden der modernen Arbeiterbewegung stehen beziehe, vollständig erledigt, und werden wir auf keinerlei Anaufzubeffern und die mißlichen Zustände zu beseitigen, bis die foll für durchaus gerechtfertigt. Genosse Paul Schulz führte sapfung mehr antworten. Zeitverhältnisse geeigneter erscheinen, um durch ausreichende in seinem Referat u. a. folgendes aus: Es existirten für die H. Gräschke. J. Pfarr. H. Hierse. B. Förster. Unterstüßung den Streifenden genügenden Nachdruck zu gewähren. Bureauangestellten drei Vereine: 1. der Verein der BureauFerner beschließt die Versammlung, in jeder Werkstatt einen vorsteher, Rechtsanwälte und Notare" 2. die„ Freie Zu Obigem habe ich noch folgendes hinzuzufügen: Vertrauensmann zu wählen, der die Fünfpfennig Bons der Vereinigung" und 3. der Verein der Bureauangestellten Wie es sich unter anständigen Leuten geziemt, hat man Riftenmacher umsetzt. In Erwägung, daß der Interessen- und verwandten Berufsgenossen" und unterscheide fich jemandem unbewußt ein Unrecht zugefügt, so sucht man sich mit verein der Kistenmacher fortbesteht, erklären fich alle einer von dem anderen ganz gewaltig erit demselben zu verständigen. So begab ich mich Sonntag, den anwesenden Kollegen auf Ehrenwort, diesen hoch zu genannte Verein fördert nur das Interesse der Chefs, die Freie 3. d. M., mit den Genossen Pfarr, Schmiez und Hermerschmidt halten, den gewählten Werkstatt- Vertrauensleuten die Kassirung Vereinigung" hat durch ihr reaktionäres Verhalten bewiesen, daß zu Herrn Müller. Ein ohrenbetäubender Lärm drang uns beim der Beiträge jeden Sonnabend zu übertragen, welche diefe dem dieser ein überzeugter Arbeiter nicht beitreten könne, dieselbe Eintritt in das Lokal entgegen, die Musikanten, die dort ihre Kassirer in jeder Mitgliederversammlung abzuliefern haben." hätte sich Spezialgesetze geschaffen, welche es unmöglich machten, berzzerreißenden Töne den Instrumenten entlockten, waren Putzer, Auf Befragen wurde das Fortbestehen der jüngst gewählten für die Ideen der Sozialdemokratie eintreten zu können, so 3. 2. Die neben ihrem eigentlichen Beruf" noch als„ Stoßbruder" des Neunerfommiffion beschlossen und derfelben Fühlungnahme mit die Verwerfung des§ 1: Der Verein stehe auf dem Boden der Sonntags ihren Lebensunterhalt zu verdienen suchen. Herr den Kollegen aufgetragen, damit, wenn im allgemeinen das Ge- modernen Arbeiterbewegung", und das Aufrechterhalten des Müller hatte keine Zeit, sich mit uns zu unterhalten, was fümmert schäft sich bebe, geeignete Schritte zur Besserstellung der Lage§ 12: Politik ist ausgeschlossen"; ein beschlossenes Vergnügen es ihn, wie unsere Genossen darüber denken, daß er uns in der der in der Kistenfabrikation beschäftigten Arbeiter zu unternehmen. wurde rückgängig gemacht, weil ein Arbeiter- Gesangverein mit Deffentlichkeit herunterzerrt? Auf einige Angriffsäußerungen gegen die Neunerkommission mirten sollte; ein Genosse wurde ausgeschlossen, weil er das Da wir jedoch Rede und Antwort verlangten, bedeutete uns feitens des Kollegen Destreicher legte Kollege Torfftecher sein reaktionäre Verhalten dieses Vereins in einer öffentlichen Ver- dieser Herr, möglichst kurz zu sein, andernfalls er von seinem Mandat als Mitglied dieser Kommission nieder. sammlung fritisirte. Daß der Verein sogar sehr reaktionär ge- Hausrecht Gebrauch machen würde. Wir sind darauf gegangen, handelt haben muß, müsse man daraus ersehen, daß er von dem überlassen es nun unseren Genossen, ob solche Leute einen Anfonservativen Drgan die Schreibstube" als" freisinnige Bereini- spruch auf Brüderlichkeit haben. Uebrigens ist festgestellt, daß gung" betitelt wird. Es bliebe einem überzeugten Bureau- ungestellten der Herr bis 20. August Bier der boykottirten Spandauer Bergnur noch der leggenannte Verein übrig, welcher mit offenen und Brauerei geschänkt hat. J. Bernau, Rosenstr. 30. ehrlichen Waffen fämpfen will und es sei Pflicht eines jeden, diesen Verein träftigst zu unterstützen. An der Diskussion betheiligten sich die Genossen Kunkel, Walther, Lomzer und Menz. Kollege opp und Schneider Mähr traten entschieden dafür ein, daß sich ein Gewerkschaftsverein Briefkaffen der Redaktion. unparteiisch und farblos halten müsse; es war jedoch ein leichtes, V. G. Höchstestraße. 1. Jm allgemeinen nach mehr als diese Ausführungen zu widerlegen. Genosse Kunkel stellte den 30 Jahren. 2. Ja. Antrag, im Monat September eine öffentliche Versammlung einOtto K. Ihre Schwägerin scheint Anspruch auf Zahlung Der Deutsche Holzarbeiter- Verband tagte am 28. August zuberufen, um der Arbeiterschaft über Vorstehendem Klärung zu bei Kuhlmey, Schönhauser Allee. Genosse Hoffmann hielt einen verschaffen. Derselbe wurde einstimmig angenommen. Genosse von mehr Lohn zu haben. Diesen mußte sie beim Amtsgericht sehr beifällig aufgenommenen Vortrag. An der darauf folgenden Schulz beantragt, die Berichte nur dem„ Vorwärts" zu liefern, zu Liebenwalde geltend machen. Vielleicht spricht sie zur Distuffion betheiligten sich die Kollegen Kantius, Klose und dieses wurde ebenfalls einstimmig angenommen. Nach Erledigung näheren Darlegung nach dem 4. September zwischen 12 und Schilling. Unter Werkstatt- Angelegenheiten wurde die Werkstatt einiger interner Angelegenheiten wurde die Versammlung um des Herrn Orth, Elsasserstr. 63, einer vernichtenden Kritik unter- 12/4 Uhr geschloffen. zogen. Auch die liebenswürdige Behandlung seitens des Herrn Rigdorf. Der Verein Vorwärts" hielt am Dienstag, Werkführers fand eine eingehende Schilderung. Sogar die älteren Arbeiter theilen die Auffassung des Wertführers, denn den 29. Auguft, eine gut befuchte Mitgliederversammlung ab, in wer von den hinzukommenden Kollegen nicht sein Opfer für das der Genosse Julius Türk in einem Vortrag über Hervorbringung fegenannte„ Einteilen" entrichtet hat, gilt nicht als Vollberech- und Vertheilung der Werthe in der sozialistischen Gesellschaft tigter. Um diesen Herren das Veriversliche ihrer Handlungsweise sprach. Eine Diskussion fand nicht statt. Da sich eine Vervor Augen zu führen, wurde beschlossen: den Werkführer mit stärkung der Sanitätskommission nothwendig erwies, so wurde fämmtlichen Arbeitern von der Werkstatt- Kontrollkommission zu dieselbe um 5 Genossen verstärkt, und besteht aus den Genossen, einer gemeinschaftlichen Sizung einzuladen. Als Beitragssammler Krüger, Rosenstr. 3; Fisch öder, Steinmetzstr. 18; Becher, form nicht erforderlich: mündliche Abrede genügt. Verantwortlicher Redakteur: Robert Schmidt in Berlin. Druck und Verlag von Mag Bading in Berlin SW., Beuthstraße 2. Der Fachverein der Firmenschilder Branche hielt am 28. August eine Mitgliederversammlung ab. Genosse Koopmann referirte über den Werth der Organisation". Redner wies an der Hand von Beispielen auf die großen Erfolge der englischen und amerikanischen Gewerkschaften und stellte dieselben dem Verein als Vorbilder hin. Eine im Sinne des Referenten ver: faßte Resolution wurde einstimmig angenommen. Kollege Nagel berichtete vom letzten Vergnügen. Die Einnahme beträgt 73 M. Die Ausgaben 66,20 m. Am 25. September findet eine Generalversammlung statt. der 1 Uhr vor. " Adolf 2. 100. Steuerpflichtig sind Sie wie jeder Andere: den Militärgesehen unterliegen Sie nicht. C. Bike. Ob und welche Rechte Sie gegen die betreffende Kasse haben, läßt sich ohne Ginsicht in das Statut nicht sagen. Sprechen Sie zwischen 12 und 1 Uhr vor. A. H. 100. Wenn die Räumlichkeiten öffentliche sind, kann auch ein Polizeibeamter sie betreten. W. K. Nach richtiger Auffassung: Nein. C. F. 10. Zum Ausschluß der Kündigungsfrist ist Schrift