M-.SÄ8. HbonnemefrtS'Bcdingungcn: «bonnements. Preis prSnumer-mSo: Liertcljährl. 3£0 monoll. 1,10 Ml., wöchentlich 28 Pfg. frei WS HauS. Einzelne Nummer 5 Pfg. Sonntags- Eingetragen in die Poft-ZeitungS- Preisliste. Unter Kreuzband für Deutschland und Oesterreich> Ungarn 2 Marl, für das übrige Ausland S Marl pro Monat. PostabonncnientS nehmen an: Belgien, Düncniark, Holland, Jtalten. Luxemburg, Portugal, Rumänien, Schweden und die Schweiz, LS. Iichrg. Sie TnftrfloiK'Gebflftr ii«trägt für die fechSgefpalteuc Kolonel- geile oder deren Raum so Pfg., für politische und gcwerlschastliche Vereins- und VersaminIungS-Auzeigen 80 Pfg. „Kleine Anzeigen", das fcttgcdruille Wort 20 Pfg. izuläffig 2 fettgedruckte Worte), jedes weitere Wort 10 Pfg. Stellengesuche und Schlafstelleuan- zeiacn das erste Wort 10 Pfg.. jedes weitere Wort b Pfg. Worte über 15 Buchstaben zählen für zwei Worte. Inserate für die nächste Nummer müsfen bis S Uhr nachnüttagS i» der Expedition ipgegeben werden. Die Expedition ist bis 7 Uhr abends geöistiet. CrfittlDt tZglich auBcr fflontagj. Verlinev Volksblstt. Zentralorgan der roztaldemohrati fchen parte! Deutfchlanda »elegramm-Adreffet �ozUldtookrat Rcrll«". Redaktion: 8M. 68. Linden Strasse 69» Fernsprecher: Amt IV, Nr. 1983. Freitag, den 29. September 1911. expeditton: 8Sl. 68, Lindenstrasse 69. Fernsprecher: Amt IV, Nr. 1981» Die Mrollunci der Orientfrage. Genosse Z. Topalowits- Belgrad, der Vertreter der serbischen Sozialdemokratie auf dem Kongreß in Jena schreibt uns: Die Türkei ist in einer verzweifelten Lage: Italien hat zur Gewalt gegriffen, in derselben Zeit, da die Türkei von der ganzen Welt verlassen und auf sich selbst angewiesen ist. Den räuberischen Einfall Italiens kann die Türkei kaum der hülen. Denn, obgleich die Türkei militärisch ziemlich vor bereitet ist, fehlt ihr doch vollständig eine Kriegsflotte. So bald die italienische Flotte das Aegäische Meer vom klein asiatischen bis zum balkanischcn User gesperrt hat, ist jeder Transport von Soldaten, Nahrung und Munition aus der europäischen Türkei nach Tripolitanien unmöglich gemacht. Allein mit ihrer in Tripolis befindlichen Macht kann sich die Türkei den Italienern nicht mit Erfolg widersetzen. Dazu kommt noch die Wahrscheinlichkeit von Verwickelungen auf dem Balkan selbst. Kreta wird sobald als möglich seinen An schluß an Griechenland vollziehen, in Jemen und Albanien brechen von neuem die Aufstände aus, die serbisd)en, b»l garischen und griechischen Banden in Mazedonien werden ihre Tätigkeit verdoppeln, ein Uebersall Serbiens, Bulgariens und Oesterreich-Ungarns ist nicht ausgeschlossen. Die tür tische Regierung wird sich vielleicht gezwungen sehen, in Ver Handlungen mit Italien einzutreten und für etliche Millionen den letzten Rest des großen türkischen Reiches in Afrika zu verkaufen. Formell wird vielleicht der türkische Sultan die Souveränität über Tripolitanien bewahren, wie er zurzeit noch der Souverän von Marokko und Aegypten ist. Tat sächlich aber wird Italien in den Besitz von Tripolitanien ge langen. Wenn aber selbst ein blutiger Krieg zwischen der Türkei und Italien vermieden würde, ist die Kriegsgefahr nicht vor bei. � Denn jeder Friede, den die kapita- listischen Groß ni ächte heute schließen, be- deutet eine Verschärfung der Kriegsgefahr. In wenigen Monaten haben unglaubliche Machtverschie bungen der Großmächte stattgefunden. Frankreich bekommt Marokko, Deutschland den Kongostaat, Italien Tripoli tanien. und Rußland und England haben die sichere Beute in Persien. Von europäischen Großmächten ist einzig und allein Oesterreich-Ungarn übrig geblieben, das nichts bekommt, und welches sich durch diese Machtverschiebungen benachteiligt fühlt. Schon vor drei Jahren hat der öfter- reichisch-ungarische Imperialismus durch die Annexion Bos- niens und der Herzegowina der ganzen Welt verkündigt, daß er die Herrschaft in der Politik der Monarchie angetreten hat, jetzt wird er unaufhaltsam vorwärtsdrängen. Sein einziger Weg ist: über Serbien und Mazedonien nach S a l on i k i. Italien war bisher der Hauptfaktor, der das Vordringen des österreichisch-ungarischen Imperialismus auf dem Balkan gehindert hat. Um die Freundschaft Italiens und der Türkei zu bewahren, übte auch Deutschland einen Druck auf Oester- reich-Ungarn aus, in seiner Balkanpolitik vorsichtig und mäßig zu sein. Jetzt ist die Bahn frei. Durch die Kämpfe in Tripolitanien, das von Italien erst zu erobern ist, wird Italien für eine aktive antiösterreichische Balkanpolitik unfähig gemacht. Wird der österreichisch-ungansche Imperialismus diese Gelegenheit für sein Vorwärtsdrängen ruhig vorbeigehen lassen? Er hat schon erklärt, daß er die italie- nische Herrschast in Tripolitanien nicht dulden könne. Diese Kundgebung kann nur einen Zweck haben, und zwar, daß Oesterreich, nach dem deutschen Muster, nachdem sich Italien in Besitz von Tripolitanien gesetzt hat, für sich eine Entschädi- gung auf dem Balkan beanspruchen könne. Denn wo können sonst diese Entschädigungen gefunden werden? Wenn einmal die europäische Türkei in Gefahr kommt, dann wird der historische Kampf um Kon- stantinopel, um den Schlüssel von Asien wieder auftauchen. Einmal wollte der weiße russische Bär eine Tatze auf den Bosporus, die andere auf Gibraltar legen. Diese Gefahr ist vorbei. Jetzt ist aber der mächtig gewordene englische Imperialismus eben im Begriff, seinen zweiten Fuß auf den Bosporus zu setzen, nachdem er mit dem ersten schon fest auf Gibraltar steht. Der Kampf um den Bosporus und um Konstantinopel ist noch immer ein Kampf um die Weltherrschaft. Er muß unbedingt einen e u r 0- päischen Krieg nach sich ziehen. Der bei der Verteilung Asiens und Afrikas geschlossene Friede bedeutet nichts an- deres, als daß der furchtbare Kampf auf den europäischen Boden übertragen wird. DieKriegsgefahr i st eben jetzt akuter als je ge worden. Was tun? Für die Sozialdemokratie gibt es nur e i n Interesse, das des Proletariats. Das nächste Interesse des Proletariats ist die Erhaltung des Friedens. Der Sachlage nach fällt es den sozialdsmokratischen Parteien im Balkan und in Oesterreich-Ungarn zu, diesem Interesse mit der An- spannung ihrer ganzen Kraft zu.dienen. Die sozialistischen Parteien in Oesterreich-Ungarn haben die verhängnisvolle Aufgabe, dem einheimischen Jmperialis- mus halt zu gebieten. Wir sind sicher, daß die dortigen Gc- nossen ihre Pflicht tun werden. Aber mehr als je mutz jetzt der Wille der Internationale laut werden: Schluß mit dem bruderinörderischen Kampf zwischen deutschen und böhmischen Parteien und Ge- �werkschaftenl Die Kraft des Proletariats muß ver- einigt werden und soll sich konzentrieren, um die hohen Aufgaben erfüllen zu können. Und nicht nur das. Auf dem Gebiete Oesterreich-Ungarns bestehen heute eine Menge von selbständigen sozialdemokratischen Parteien und Gewerkschaf- tcn: deutsche, böhmische, polnische, ungarische, mährische, kroa- tische, bosnisch-herzegowinische. Nun heißt es i n d e r g a n- zen Monarchie einheitlich zu handeln. Unsere Losung muß also nicht nur unbedingter Friede und eine Einheit in Oesterreich sein, sondern ein Zusammenschluß der sozialistischen Parteien in der ganzen Monarchie. Und was haben wir auf dem Balkan zu tun? Es mutz besonders betont werden, daß die kleinen Balkanstaaten, besonders Serbien und Bulgarien, in zweierlei Hinsicht für den Frieden gefährlich sind. Weil sie eben klein, verteilt und verfeindet sind, kann in Oesterreich-Ungarn die Ueberzeugung herrschen, daß ein Eroberungszug nach dem Balkan ein leichtes Unternehmen sei. Wir müssen vor einer solchen Selbsttäuschung warnen. Wir tun dies ohne irgend- welche Voreingenommenheit, wofür unsere feste sozialistische Ueberzeugung die Garantie gibt. Ein Vorstoß nach dem Balkan ist wirklich für Oesterreich-Ungarn ein gefahrvolles Unternehmen, auch wenn es bloß mit Serbien und der Türkei zu tun hätte. Der einzige, durch die Natur gegebene Weg, den ein Eroberungsheer betreten muß, ist der durch das Mo- rawatal über Serbien. Auf diesem Wege hat das öfter- reichisch-ungarische Heer die Gebirgspässe zu passieren und dabei mit den dreihunderttausend init den modernsten Waffen ausgerüsteten serbischen Soldaten abzurechnen. Der Enthu- siasmus der kleinbäuerlichen Bevölkerung bei der Verteidi- gung des eigenen Hauses ist bekannt genug. Eine halbe Million Soldaten mutz Oesterreich-Ungarn auf jeden Fall für Serbien rechnen. Ob seine Kraft ausreicht, danach noch siegreiche Kämpfe mit der Türkei zu führen? Eine zweite Gefahr für den Frieden sind die kleinen Staaten im Balkan wegen ihrer eigenen Expansions- bestrebungen. Der Kapitalismus hat sich in der letzten Zeit dort unglaublich rasch entwickelt. Hunderte von Milli- onen einheimischen und fremden, besonders französischen, Ka- pitals sind dort in wirtschaftlichen Unternehmungen angelegt worden. Es genügt, die Tatsache zu erwähnen, daß in Ser- bien in den letzten drei Jahren sechshundert Kilometer neuer Eisenbahnen gebaut worden sind, daß die heiß ersehnte Adria- bahn bereits im Bau weit vorgeschritten ist und daß für Bulgarien dasselbe noch im größeren Matze gilt. Für den rasch wachsenden Kapitalismus ist der einheimische Markt zu eng, und die vereinigte Volksmasse zu klein. Er strebt nach Erweiterung der Staatsgrenzen. Da befindet er sich in der glücklichen Lage, daß seine Gelüste mit den nationalen Bestrebungen zusammenfallen. Ungefähr zweimal soviel Serben als in Serbien leben außerhalb der Grenzen, in der Türkei und Oesterreich-Ungarn. In der gleichen Lage befinden sich Bulgarien, Rumänien und Griechenland. Der stutus quo im Balkan wird heute aufrecht erhalten nur durch den schweren Druck der Großmächte. Sobald die europäischen Großmächte mit ihrer Militärmacht irgendwo engagiert wer- den, so ist es mehr als sicher, daß auf dem Balkan gleich alles losgeht. In dieser schwierigen Lage ist die einzige Lösung die, der die Demokratie der Balkanländer seit je zustrebt: der staatliche Zusammenschluß der Balkanlän- der zu einer wirtschaftlichen Einheit. Ser- bien, Bulgarien, die Türkei, Montenegro, Rumänien, Griechenland sollen sich zusammentun in eine föderative Balkan republik. Nur auf diesem Wege ist eine lebens- fähige Einheit zu sckjassen, die zur wirtschaftlichen Entwickc- tung und politischen Selbständigkeit genügt. Eine solche frei- willig geschlossene Einheit wäre der beste Hort des Friedens, wie gegen die imperialistischen Bestrebungen Oesterreich- Ungarns, so auch gegen Erpansionsgelüste der heutigen Kleinstaaten. Dieses Ziel ist zu erreichen durch die rück- sichtslose Bekämpfung der eigennützigen monarchistischen, inilitaristischen und chauvinistischen Bestrebungen in den ein- zelncn Ländern. Die stärkste Macht, die den chauvinistischen Wahnsinn der Balkanländer bekämpfen kann, und die die Idee der Ver- einigung propagiert, ist die balkanländische Sozialdemo- k r a t i e. Erst durch ihren Kampf wird die nationale Existenz gesichert und die Grundlage für den Frieden auf dem Balkan geschaffen. Diese Macht, die Macht der Sozial- demokratie, gilt es zu verstärken. Und da ist unsere nächste Aufgabe den Frieden zwischen den Sozialisten in Bulgarien zu schassen. Es ist vielleicht ungewiß, weiche Haltung uns im Balkan die Internationale gebieten wird. Aber das eine ist gewiß: wir müssen alle proletarischen K-r äste g e- schlössen und vereinigt haben für die wichtigen Aktionen, die uns bevorstehen. Wenn wir für den Welt- frieden kämpfen wollen, müssen wir unbedingt zuerst den Frieden in den eigenen Reihen haben. Die Befetzung von Cnpolitamcn befcblolTen. Die Hoffnung, daß die italienische Regierung sich mit Ivirtschastlichen Zugeständnissen zufrieden geben und von militärischen Maßnahmen abschen werde, wird durch die Veröffentlichung der diplomatischen Noten, die die italienische Regierung an die Türkei gerichtet hat, vollends zerstört. Ter Minister des Auswärtigen Marchcse d i S a n G i u l i a n 0 hat in der Nacht vom 26. auf den 27. d. M. an den italienischen Geschäftsträger in Konstantinopel de Martina folgende Depesche gerichtet: Während einer langen Reihe von Jahren hat die italienische Regierung niemals aufgehört, der Pforte vorzustellen, daß es ab- solut notwendig sei, dem Zu stände von Unordnung und Vernachlässigung, in dem Tripolis und Cyrenaila von der Türkei gelassen wurden, ein Ende zu machen, und daß diese Gegenden der gleichen Wohltaten des Fortschritts, wie die übrigen Teile Nordafrikas teilhaftig würden. Ein solcher Wechsel, der sich auf die allgemeinen Forderungen der Zivilisation gründet, stellt für Italien ein vitales Interesse er st er Ordnung dar, angesichts der geringen Entfernung, die diese Gegenden von den italienischen Küsten trennt. Trotzdem die italienische Regierung immer in loyaler Weise ihre Unter- stützung der kaiserlichen Regierung in verschiedenen politischen Fragen der letzten Zeit hat angedeihen lassen, trotz der Mäßigung und Geduld, die die italienische Regierung bis heute bewiesen hat, sind nicht nur ihre Absichten betreffend Tripolis von der kaiserlichen Regierung mißdeutet worden, sondern, was mehr ist, jedes italienische Unternehmen in den oben erwähnten Gebieten ist beständig einer systematischen, hoch st hartnäckigen und ungerechtfertigten Oppo- s i t i 0 n begegnet. Die kaiserliche Regierung, die bis heute be« ständig ihre feindselige Gesinnung gegen jede legitime Wirk- samkeit von italienischer Seite in Tripolis und Kyrene an den Tag gelegt hat, hat ganz neuerdings durch einen in letzter Stunde unternommenen Schritt der königlichen Regierung eine Verständig u ng borgeschlagen, indem sie sich bereiter- klärte, jedes mit den bestehenden Verträgen sowie mit der Würde und den höheren Interessen der Türkei zu vereinbarende wirtschaftliche Zugeständnis zu bewilligen, aber die königliche Regierung sieht sich nicht mehr in der Lage, jetzt Per- Handlungen anzuknüpfen, deren Nutzlosigkeit die Vergangenheit er« wiesen hat und die, weit davon entfernt, eine Garantie für die Zu- kunft zu bieten, nur eine beständige Ursache von Reibungen und Kon» fiikten sein würden. Andererseits stellen die Nachrichten, die die königliche Regierung von ihren Konsularagenten in Tripolis und Cyrenaika erhält, die Lage als außerordentlich ernst dar infolge der Bewegung gegen die italienischen Untertanen, die augenscheinlich von Beamten und anderen behördlichen Organen hervorgerufen ist. Die Bewegung bildet eine große Gefahr nicht nur für die Italiener, sondern auch für die Fremden jeder Nationalität, welche mit Recht beunruhigt und besorgt um ihre Sicherheit sind und Tripolis zu verlassen anfangen. Die Ankunft von Militärtransportcn in Tripolis, auf deren ernste Folgen die italienische Regierung die ottcmanische vorher aufmerksam zu machen nicht verfehlt hat, kann nur die Lage verschlimmern und legt der königlichen Regierung die un- bedingte Verpflichtung auf, den daraus drohenden Gefahren vor« zubeugen. Die italienische Regierung, die sich gezwungen sieht, von nun an an den Schutz ihrer Wurde und ihrer Interessen zu denken, ist entschlossen, zu einer militärischen Besetzung von Tripolis und Cyrenaika zu schreiten. Diese Lösung ist die einzige, die für Italien in Betracht konnnt, und dir kaiserliche Regierung möge demzufolge Anordnungen treffen, daß dieser Schritt bei den gegenwärtigen ottomanischcn Vertretern in Tripolis auf keinen Widerstand stoße und daß dir aus ihr sich er- gebenden Maßnahmen ohne Schwierigkeiten getroffen werden können. Weitere Abmachungen könnten von den Regierungen festgelegt werden, um die Lage endgültig zu regeln. Die königliche Botschaft in Konstantinopel hat de» Auftrag erhalte», eine entscheidende Antwort hierauf von der ottomanischcn Regierung innerhalb 24 Stunden nach der Vorlegung des gegenwärtigen Schriftstückes zu verlangen, widrigenfalls die italienisch« Regierung sich genötigt sehen würde, die zur Sicherung der Besetzung bcab- sichtigtcn Maßnahmen unverzüglich zu treffen. Wollen Sie hierzu noch bemerken, daß in dem Termin von 24 Stunden die Antwort auch durch die Bcrmittelung der türkischen Botschaft in Rom uns mitgeteilt werden soll. Ferner hat der italienische Minister des Aeußercn vn die Gesandtschaften der Balkanstaaten und an die italienischen Konsulate in der Türkei folgendes Telegramm gerichtet: Der ständige Widerstand der Türkei gegenüber jeder gesetzlich zulässigen wirtschaftlichen Tätigkeit Italiens ist Tripolis und der Cyrenaika und die Gefahr, der sich unsere Landsleute in diesen Provinzen gegenübersehen, können die königliche Regierung von einem Augenblick zum andern zwingen, schwerwiegende Maßnahmen zu treffen, die Anlaß zu einem Zusammenstoß zwischen Italien und der Türkei bieten könnten. Die königliche Regierung ist entschlossen, die Tripolisfrage in einer den Interessen und der Würde Italiens entsprechenden Weise zu lösen, aber welches immer auch die Mittel feien, die sie wird anwenden müssen, um dieses Ziel zu erreichen, die Grundlage ihrer Politik bleibt immer die Aufrecht- erhaltung des territorialen StatuSquo auf der Balkanbalbinfel und die Festigung der europäischen Türkei. Folglich wollen wir nicht nur keine Bewegung auf der Balkanhalbinsel gegen die Türkei ermutigen, sondern sind auch ernstlich entschlossen, unscre Anstrengungen zu verdoppeln, um namentlich in diesem Augenblick zu vermeiden, daß eS zu derartigen Vorgängen koinme, und es ist notwendig, daß, wenn Hoffnungen oder Illusionen in diesem Sinne sich gebildet haben oder sich bilden sollten, sie sofort zerstreut werden. Sie werden, so oft sich Gelegenheit hierzu bieten wird, ihr Verhalten und ihre Aeußeruiigen diesem Endziel der Politik der königlichen Regierung anpassen. Während die zweite Note ein frommer Wunsch bleiben wird, da die italienischen Agenten garnicht die Macht besitzen, die Explosion ans dem Balkon zu verhüten, läßt die erste Note gar keinen Zweifel, daß die B e s e tz u n g T r i p o l i t a n i e n s bevorsteht. Das ist aber ein Schritt» der für die Türkei den Ansang vom Ende bedeutet. Eine neue Note Italiens. Konstantinopcl, 23. September. Den Blättern zufolge hat die italienische Regierung der Pforte eine Note übergeben, worin sie unter Hinweis auf die bedrohliche Lage der Italiener in Tripolis die Pforte auffordert, von der Entsendung von Truppen und Munition nach Tripolis Ab st and zunehmen, da hierdurch die Aufregung der Einheimischen gesteigert würde. Die Pforte habe erwidert, die Italiener in Tripolis liefen leine Ge- fahr, die Regierung werde stets ihre Pflicht tun. Tie Italiener verlassen Tripolis. Tripolis, 28. September. Die italienische Kolonie ist fast voll- ständig an Bord des Dampfers„Banco di Roma" eingeschifft. In der Stadt sind nur italienische Beamte und einige wenige andere italienische Staatsangehörige zurückgeblieben, die sich auf das italienische Konsulat begeben haben. Ebenso sind noch einige Geistliche in der Stadt, die sich jedoch auf einen für morgen er- warteten Dampfer einschiffen werden. Der Handel ist lahm- gelegt. Türkische Maßregeln. Konstantinopel, 23. September. Die türkische Flotte, die sich in den syrischen Gewässern befindet, soll möglichst bald Befehl erhalten, Konstantinopel anzulaufen. Wie„ T a n i n" meldet, wird Italien verlangen, daß in Tri- polis keine Befestigungen errichtet und keine tür- ki scheu Garnisonen unterhalten werden. Angesichts dieser unerfüllbaren Forderungen ist eine Verschärfung des Konfliktes zu befürchten. Es verlautet, daß angesichts der verwickelten Lage das Par- l a m e n t statt am 14. Noveniber bereits am 14. Oktober einberufen werden soll. Türkische Beruhigungsversuche. Saloniki, 23. September. Der Wali von Saloniki ist von der Regierung angewiesen worden, seine Aufmerffamkeit darauf zu richten, daß sich die öffentliche Meinung über Tripolis nicht weiter errege. Er habe dafür zu sorgen, daß keine Kundgebungen stattfinden und solche gegebenenfalls mit Waffengewalt zu verhindern. Türkische Truppenlandung. London, 23. September. Wie„Daily Chronicle aus Tripolis tneldet, hat der türkische Dampfer„Derna" Ivb Soldaten und mehrere Kisten Munition und Gewehre gelandet.— Viele türkische Familien hatten sich schon zur Flucht vorbe- reitet. Das Komitee für Einheit und Fortschritt in Tripolis hat jedoch den Türken befohlen, die Stadt unter keinen Um- ständen zu verlassen, nötigenfalls würden sie m i t Gewalt zurückgehalten werden. Antlinilitaristische Kundgebungen. Rom, 28. September. Die Einberufung der Reservisten des Jahrganges 1888 ist in den meisten Städten Italiens mit Be- geisterung aufgenommen worden. In einigen Orten veranlaßten jedoch die Anti Militaristen Kundgebungen wie in Poggibondsi, wo eine große Volksmenge den Eisenbahnzug, der bestimmt war, die Reservisten aufzunehmen, erstürmten und Steine und Eisenteile auf die Schienen legten, um ein Abfahren des Zuges zu verhindern. Die Behörden sahen sich gezwungen, Truppen zur Wiederherstellung der Ruhe zu requirieren, denen es auch nach einstündiger Bemühung gelang, die Volksmenge zu zerstreuen und die Ruhe wieder herzustellen. vie MssMoverhünSIungen. Das französische Ministerium des Aeußern gab heute mittag folgende osfizielle Notiz aus:„Die von der deutschen Reichsregierung auf die letzten französischen Vorschläge vor- zulegenden Abänderungsvorschläge in der Marokkoangelegen- heit sind heute in Paris angelangt. Sie umfassen neue Forderungen und enthalten Vorbehalte, die eine sehr eingehende Prüfung notwendig machen." Diese Note ist nicht gerade sehr beruhigend. Nachdem es in der letzten Zeit immer geheißen hat, daß nur kleine redaktionelle Aenderungen zu erledigen sind, sind jetzt angeblich neue Forderungen aufgetaucht. Dieses ewige Hinauszögern des Abschlusses muß angesichts der Gefahren, die die inter- nationale Situation in sich birgt, doppelt unangenehm wirken. Der Streit um die Konsulargerichtsbarkeit, um den es sich offenbar momentan handelt, ist doch wahrhaftig nicht so wichtig, um neue Beunruhigung aufkommen zu lassen._ Zentrum und Sozlaldemoliratle. Der ZZarteivorstand schreibt uns: Auf dem Zcntrumsparteitag für den Regierungsbezirk Aachen hatte, wie bereits bekannt, der Landtagsabgeordnete Dr. Bell-Aachen am Sonntag, den 17. September d. I., behauptet, daß bei den Reichstagswahlen von 1907 von maß- gebender sozialdemokratischer Seite der Zentrumsfraktion ein Wahlbündnis angeboten worden sei und daß die Zentrumsfraktion einmütig das Bündnis abgelehnt hätte. Diese Behauptungen wies der Parteivorstand der sozial- demokratischen Partei sofort als unrichtig zurück. Der ..Volksfreund", ein Aachener Zentrumsorgan, hielt die Behauptungen Bells jedoch unter Hinweis auf einen Brief Bebels«ffrecht. Der Parteivorstand der sozialdemokratischen Partei hat hierzu bereits am 22. September erklärt, daß dieser Brief Bebels lediglich eine Antwort auf ein der- trauliches Schreiben des Abg. Müller-Fulda an den Genossen Singer war. In einer Dortmunder Zentrumsversammlung haben darauf nach dieser Erklärung der Abg. Sittart und der Zeitungsverleger Lensing erneut behauptet, daß das Bündnisangebot durch einen Brief Bebels an den Abg. Müller- Fulda erfolgt fei und daß der damals in Köln versammelte engere Parteivorstand der Zentrumspartei das Angebot glatt abgelehnt habe. Dieses Verhalten einiger Führer des Zentrums zwingt uns nun zu einer eingehenden Darstellung der damaligen Verhandlungen. Schon vor dem 25. Januar 1907, dem Tage der Haupt- wählen» hatte der Reichstagsabgeordnete Müller-Fulda in einem Briefe an Singer angefragt, ob er im Kreise Hünfeld-Hersfeld bei einer Stichwahl mit dem Antisemiten auf sozialdemokratische Hilfe rechnen könne. Singer antwortete, daß der sozialdemokratische Parteivorstand erst nach den Hauptwahlen die Parole für die Stichwahlen ausgeben würde. Die Stichwahlparole des sozialdemokratischen Partei- Vorstandes wurde bereits am 27. Januar 1907 im„Vor- wärts" veröffentlicht. Als Voraussetzung für die Unterstützung bürgerlicher Kandidaten in der Stichwahl wurde verlangt, daß der betreffende Kandidat sich verpflichte: 1. Gegen jede Verschlechterung des allgemeinen, gleichen, geheimen und direkten Wahlrechts zu stimmen; 2. daß er jeden Versuch, das Koalitionsrecht einzuschränken, unbedingt zurückweisen werde; 8. daß er sich gegen jedes, wie immer geartete Ausnahmegesetz erklären werde. Am 28. Januar erhielt Genosse Singer sodann folgenden Brief des Abg. Müller-Fulda: „Bertraulich. Fulda, den 27. Januar 1907. Geehrter Herr Kollege I Den Empfang Ihres Werten vom 21. cr. bestätige. Auf Stichwahlhilfe im Kreise Hünfeld- Hersfeld- Rothenburg will ich verzichten, weil ich in diesem Kreise gegen die Antisemiten, Konservativen, Freisinnigen und Liberalen doch nicht durchdringe. Dagegen möchte ich Ihre Aufmerksamkeit auf die gefährdete Gesamtlage lenken. Zwar kehrt daS Zentrum nicht erheb- lich geschwächt zurück; durch den Verlust Ihrer Partei in Sachsen, Thüringen usw. und durch das Zusammengengehen der Frei» sinnigen mit der Reaktion erscheinen mir die Verfassungsrechte gefährdet und Zustände geschaffen, wie solche sich im Jahre 1387 nach den Wahlen ergaben, nur mit dem Unterschiede, daß solche diesmal noch rücksichtsloser ausgenutzt werden könnten. Daß ich hieraus die Konsequenzen ziehe, versteht sich von selbst; es siagt sich jedoch, ob das Verständnis für die Situation allseilig, besonders auch bei Ihren Leuten vorhanden ist, und wäre Ihnen verbunden, wenn Sie mir darüber einen kurzen Bescheid an einl. Adresse(wo mich Briefe am 29. und 30. d. MtS. treffen) zukommen lassen wollten. Hochachtungsvoll Richard Müller." Auf diesen Brief antwortete Singer, der damals durch Krankheit an das Zimmer gefesselt war, vorläufig nur kurz, an seiner Stelle schrieb Bebel ausführlich an den Abg. Müller- Fulda: Berlin, den 23. Januar 1907. Sehr geehrter Herr! In Ergänzung des Schreibens des Herrn Singer möchte ich Ihnen noch folgendes mitteilen. Wir sind der Ansicht, daß es bei den bevorstehenden Stichwahlen darauf ankommt, eine Mehrheit zu erhalten, die in erster Linie für die drei Punkte, die wir in unserem Aufruf für die engeren Wahlen näher bezeichnet haben, eintritt. Da Sie von den gleichen Gesichtspunkten ausgehen, sind wir bereit, in denjenigen Wahlkreisen, in denen Kandidaten Ihrer Partei anderen bürgerlichen Kandidaten gegenüberstehen und wir den Ausschlag geben, für die Kandidaten Ihrer Partei einzutreten. Wir nehmen dabei an, daß Ihre Partei in bezug auf Wahl« kreise, in denen wir mit Kandidaten anderer Parteien in Stich- wähl sind und Ihre Partei den Ausschlag gibt, zugunsten unserer Partei zu entscheiden bereit ist. Wir bitten Sie, uns mitteilen zu wollen, ob Sie und Ihre Freunde mit der dargelegten Auffassung konform gehen. Wir werden alsdann uns unverzüglich mit den für uns in Frage kommenden Wahlkreisen in Verbindung setzen. Sie wollen Ihre Antwort an Herrn Paul Singer, Berlin NW.23, Brückenallee 26, richten; am liebsten telegraphisch. Herr Singer konnte wegen Unwohlseins unserer Sitzung nicht beiwohnen. Hochachtmigsvoll A. Bebel." Die Antwort des Abg. Müller-Fulda an Singer lautete: „Vertraulich. Fulda, den 30. 1. 1907. Frankfurt a. M. Sehr geehrter Herr Kollegel Ich empfing ihre und Herrn Bebels Mitteilung vom 28. und antwortete heute früh nach Köln tel.: „Auch wir stellen prinzipielle Bedingungen, von welchen Unterstützung abhängt." Vorschlag B. ist unausführbar, weil Zeit zu kurz und bereits vielfach Verabredungen bestehen auf Ihrer und unserer Seite. lSchlesien.) Ich verspreche auch nichts, was ich nicht voll er- füllen kann. Unsere Bedingungen sind den Ihrigen ziemlich angepaßt, sie werden heute veröffentlicht und eS wird ohne weiteres voraus- gesetzt, daß alle Ihre Kandidaten so ipso diesen Bedingungen zustimmen, der Mischmasch dagegen nicht. Nun tue jeder nach bester Ueberzeugung seine Pflicht, auch ohne gegenseitige Zusicherung. Hochachtungsvoll Richard Müller." Die Stichwahlbedingungen des Zentrums, die nach dem Briefe des Abg. Müller-Fulda den unsrigcn angepaßt worden sind, wurden am 29. Januar 1907 veröffentlicht und lauteten: „Den Wahlkomitees der Zentrumspartei zu empfehlen, nur diejenigen Kandidaten zu unterstützen, welche sich per- pflichten, einzutreten: 1. für Aufrechtcrhaltung des geltenden Reichstagswahl- rechts, gegen jede Beschränkung des Koalitionsrechts, für Fort- führung der sozialen Resormgesetzgebung sowie gegen jcdeS Ausnahmegesetz auf politischem Gebiete; 2. für Sicherung der sollen Religionsfreiheit in allen deutschen Bundesstaaten im Sinne des Toleranzantrages und gegen jedes Ausnahmegesetz auf religiösem Gebiete." Auf den Brief des Abg. Müller-Fulda vom 30. Januar antwortete Genosse Singer, daß unsereWahlkomitees die Z en trum s kan d i d at en entsprechend der vom sozialdemokratischenParteivorstandaus- gegebenen Wahlparole behandeln würden. Aus der Korrespondenz des Abg. Müller-Fulda mit den Genossen Bebel und Singer geht demnach hervor: Das Zusammengehen des Zentrums und der Sozial- demokratie bei den Stichwahlen ist nicht von Singer oder Bebel, sondern von dem Abg. Müller-Fulda in dem Briefe an Singer vom 27. Januar an- geregt warben, ber in seinem Briefe ausdrücklich und von ihm selbst unterstrichen, auf die gefährdete Gesamt- läge aufmerksam machte und über die Stellung der Sozial- demokratie zu dieser Situation informiert sein wollte. Der Brief Bebels vom 23. Januar 1907 war also lediglich eine Antwort auf den Brief desAbg. Müller-Fulda vom 27. Januar 1907. Die sozialdemokratische Stichwahlparole war am 27. Ja- nuar bereits im„Vorwärts" veröffentlicht, also einen Tag, bevor der Brief des Abg. Müller-Fulda in Berlin eintraf. Dagegen find die Stichwahlbedingungen des Zentrums, wie aus dem Briefe des Abg. Müller-Fulda vom 30. Januar hervorgeht, den sozialdemokratischen Bedin- gungen angepaßt worden, ohne daß Verabredungen getroffen oder von sozialdemokratischer Seite irgendwelche Zusicherungen gegeben worden waren. So steht es also mit der glatten Ablehnung eines Zu- sammengehens des Zentrums mit der Sozialdemokratie. politische debersicdt. Berlin, den 28. September 1911. Politische Falschmünzerei. Die rühmlichst bekannten„Berliner Politischen Nach- richten" des Herrn Schweinburg scheinen den ehrenvollen Auftrag erhalten zu haben, eine feststehende Tatsache in das Gegenteil umzumünzen, und sie unterziehen sich dieser Aufgabe mit einem Eifer, der im umgekehrten Verhältnis zu ihrem Geschick steht. Es handelt sich darum, daß auf dem Parteitag in Jena betont wurde, die sozialdemokratische Fraktion des Reichstags sei es gewesen, die zuerst, freilich ohne Erfolg, einen Antrag auf Erhöhung der Soldatenlöhnung gestellt habe. Offiziosus Schweinburg verkündet nun: „Die Behauptung geht natürlich an der Wahrheit vorbei: Der Wunsch nach einer Aufbesserung der Mannschaftslöhne wurde von sämtlichen Parteien des Reichstag? ausnahmslos geäußert, ebenso hatte die R e i ch s r e g i e r u n g die Notwendig- keit einer solchen Aufbesierung anerkannt, und nur die Rücksicht auf die schwierige Finanzlage des Reiches ließ eine Erfüllung des Wunsches nicht angängig erscheinen." Diese Behauptung ist in dieser Form vollständig erlogen. Da diese Frage im Wahlkampf zweifellos eine Rolle spielen wird, so möge der Hergang der Sache, wie er aktenmäßig be- wiesen werden kann, hier dargestellt werden: Die sozialdemokratischen Mitglieder der Budgetkommission stellten den Antrag, die Soldatcnlöhnung um 10 Pf. pro Tag zu erhöhen. Dieser Antrag rief bei den bürgerlichen Parteien allgemeine Verblüffung hervor, gerade weil cr von der Sozial- demokratie gestellt wurde und es natürlich eine kitzlige Sache war, gegen einen solchen Antrag zu stimmen. Auf Anregung der fortschrittlichen Mitglieder der Kommission einigten sich die bürgerlichen Parteien unter Ablehnung des sozialdsmokratischen Antrages auf eine Resolution, in der die Heeresverwaltung auf- gefordert wurde, die Frage näher zu prüfen und dem Reichstage eine Vorlage zu machen. Gegen diese Verschleppung der Sache haben die Sozialdemokraten dann gestimmt.— Im folgenden Jahre, in welchem die Aufbesserung der Osfiziersgehältcr er- folgte, ließ die Heeresverwaltung die Absicht erkennen, den Soldaten eine Zulage von 3 Pf. pro Tag zu geben. Die Sozialdemokraten wären damit einverstanden gewesen. Schließlich aber stellte sich heraus, daß zwar für die Er- höhung der Gehälter der Beamten und Offiziere Deckung vorhanden war. dagegen erklärten sowohl Regierung als auch die bürgerlichen Parteien, daß man auf die Erhöhung der Soldatenlöhne verzichten müsse, weil es dafür an Mitteln fehle. Und wieder kam eine Resolution, in der den Soldaten später eine Erhöhung der Löhnung versprochen wurde, eine Resolution, die bei den mißlichen finanziellen Verhältnissen des Reiches vermutlich auf längere Zeit keine praktische Be- deutung haben wird. Es steht also unzweifelhaft fest, daß die erste Anregung zur Erhöhung der Soldatenlöhnung von den Sozialdemokraten ausging, daß die Sozialdemokraten bei der Beratung des Militäretats diese Forderung stets wiederholt haben und daß nur durch die Schuld der bürgerlichen Parteien die Erhöhung der Soldatenlöhnung nicht erfolgt ist. Wenn darauf hin- gewiesen werden sollte, daß es an den nötigen Mitteln fehlte, so hätte dem nichts im Wege gestanden, zunächst einmal die Erhöhung der Soldatenlöhnung durchzuführen und erst dann nach Maßgabe der noch vorhandenen Mittel die Gehälter der Offiziere und der höheren Beamten aufzubessern. Eine Falschmeldung. Zu dem Bericht über die Rede des englischen MarineministerS Mac Kenna erklärt das Wölfische Telegraphenbureau: verschiedene Berliner Zeitungen haben, alle aus ber gleiten Quelle, über eine Rede des englischen Marinestaatssekretärs Mac Kenna vom 26. d. M. einen Bericht wiedergegeben, in dein von EinschüchterungSver suchen Deutschlands usw. gesprochen wird. Aus eme von uns darüber nach London gerichtete Anfrage erhalten wir von dort von berufener Stelle den telcgraphischen Bescheid, daß Mac Kenna kein Wort ge- sagt habe, das der betreffende» Stelle deS erwähnten Berichts irgendwie ähnlich sei. Der MarinestaatSsekrelär habe in seiner Rede überhaupt weder auf Marokko noch auf Deutschland noch auf die auswärtigen An- gelegenheiten irgend welchen Bezug genommen. Auch die Londoner Morgenblätter vom 27. d. M enthalten übrigens von den Mac Kenna in dem oben erwähnten Berichte zugeschriebenen Aeußerungen über Deutschland kein Wort. Man hat eS dabei augenscheinlich mit einer glatten Erfindung zu tun. Der Bericht stammt vom.Preßtelegraphen". ES ist nicht daS erste Mal, daß diese Agentur Sensationsnachrichten ver- breitet, die sich ipäter als falsch herausstellen. Die letzte Leistung ist aber schon ein ganz ungewöhnliches Stück. Verdienen wird groß geschrieben. Die Zechenbesitzer des Ruhrreviers beschäftigen seit Jahren mit Vorliebe ausländische Arbeiter, die sie in großen Massen durch Agenten heranschleppen lassen. Der Grund. der sie dazu veranlaßt, ist das Bestreben, das Angebot an Arbeitskräften zu vermehren, und auf diese Weise die Löhne der Bergarbeiter möglichst niedrig zu halten. Daß die Zechenbarone der Vorteil zu ihrem„patriotischen Handeln" treibt, bestätigt auch das Organ des deutschen Steiger» Verbandes, das in seiner letzten?tumnier folgende interessant!: Berechnung aufstellt: „Die Gewerkschaft„Deutscher Kaiser". Privatbesitz von Thyssen, beschäftigt auf ihren Zechen zirka 14 000 Mann. Nun ist auf den einzelnen Anlagen dex Zechen„Deutscher Kaifex" die Beleg- schast noH Bfrmc�rl Mrven unS Mar um jährlich zirka 1000 Mann. Durch Transporte sind aber ungefähr 2000 bis 2500 Mann, das ist das Doppelte, herangeholt worden, die pro Mann zirka SO M. kosten. Das ergibt eine Summe von zirka 112 500 M. Infolge des Ueberangebotes von Arbeitern konnten aber die Löhne aller Wahrscheinlichkeit nach um 10 Pf. pro Schicht, viel- leicht sogar noch mehr, niedriger gehalten werden, als sie normaler Weise sein mutzten, um das Abfluten von Arbeitern zu ver- hindern. Diese 10 Pf. pro Schicht ergeben bei 14 000 Mann Be> legschast und 300 Schichten pro Jahr 420 000 Mk. weniger an Arbeitslöhnen. Den 112 500 M. Ausgaben stehen also 420 000 M. Ersparnisse gegenüber. Das ist ein GeschäftI Noch viel besser liegt die Sache für die Hanielschen Zechen. Der Familie Haniel gehören im Duisburger Bezirk die Zechen „Rheinpreutzen" und„Neumühl"; ferner ist der Aufsichtsratsvor- sitzende der„Gutehoffnungshütte" ein Mitglied der Familie Haniel und auch im Aufsichtsrat der Zeche„Konkordia" ist sie vertreten. Die Familie Haniel beschäftigt auf diesen Zechen 32 000 Mann. Während nun die Zechen„Deutscher Kaiser" in den letzten Jahren ihre Belegschaften noch vergrützert haben, was die Arbeitertrans- Porte verständlich macht, haben verschiedene der vorher genannten Anlagen ihre Belegschaften verringert. Z. B.„Rheinpreutzen" und„Konkordia".„Neumühl" hat schon einige Jahre die gleich- bleibende Höhe und nur die„Gutehoffnungshütte" hat die Zahl der Arbeiter erhöht. Aber nicht nur die„Gutehoffnungshütte", nein, auch die Zeche„Konkordia" holt fortwährend Leute aus andern Bezirken heran. Hier liegt der Zweck, die Löhne niedriger zu halten, offen zutage. Durch die Leutctransporte wird eZ nun gelingen, den Lohn pro Schicht um den bereits bei der Zeche„Deutscher Kaiser" an- genommenen Betrag von 10 Pf. niedriger zu halten. Das ergibt für die 32 000 Mann pro Jahr 900000 M. Lohnerspar- n i s. Wahrscheinlich ist es noch viel mehr.— Die Kosten, die dagegen die Arbcitertransporte erfordern� sind Verschwindend gering."_ Unehrliche Kolonialreklame. Auf der ersten Tagung der„Ständigen wirtschaftlichen Kom- Mission der Kolonialverwaltung" hielt der Staatssekretär von Lindequist einen Vortrag, in dem er versuchte, ein rosiges Bild von der Handelsentwickelung unserer Kolonien zu geben. Auch die neueste Handelsstatistik, behauptete er, gebe wieder ein g ü n st i- g e s" Bild. Der Handel unserer Kolonien habe sich gegenüber dem Jahre 1909 im Jahre 1910 um 54 Millionen gehoben, so dah der Gesamthandel mit unseren Kolonien Ostaftika, Kamerun, Süd- Westafrika, Togo, Samoa, Deutsch-Neu-Guinca und dem Jnselgcbiet nunmehr 232 Millionen Mark betrage. Leider hat der Herr Staatssekretär mitzuteilen vergessen, wie grotz denn der Gcsamthandel Deutschlands in diesen deutschen Kolonien ist. Denn für unsere Kolonialpolitik kommt ja nicht der Handel in Betracht, den andere Staaten mit diesen deutschen Kolonien unterhalten, sondern der Handel Deutsch- l a n d s. Wenn wir s e l b st das Versäumte nachholen, so ergibt sich aus Grund der Angaben des vom Kaiserlich Statistischen Amte herausgegebenen„Statistischen Jahrbuchs für das Deutsche Reich" vom Jahre 1911, datz die gesamte Ausfuhr Teutschlands nach diesen Kolonien nur 59 Millionen beträgt. Gegenüber der Ausfuhr Deutschlands nach den deutschen Kolonien im Jahre 1909 macht das eine Zunahme von nicht mehr als 10 Millionen Mark. Da sich aber die deutsche Gesamtausfuhr in dem betreffenden Jahre um 889 Millionen vermehrt hat, ergibt sich, datz die d e u t- schenKolonien nur den 88. Teil der Vermehrung der deutschen Ausfuhr verursacht haben. Und dafür hat da» Deutsche Reich diesen Kolonien einen baren Zuschuß von zirka 39 Millionen ge- währen müssen, ganz abgesehen von den riesigen Ausgaben für die Marine, die auf das Konto der deutschen Kolonialpolitik zu setzen sind! Um 10 Millionen also hat sich in dem einen Jahre die deutsche Ausfuhr nach den deutschen Kolonien gehoben. Dabei aber hat sich die Ausfuhr nach einer Reihe ausländischer Kolonien, nämlich Britisch-Jndien, Niederländisch-Jndien, Ganada. Britisch. Südafrika, Aegypten, asiatische Türkei, Britisch-Westafrika. Por- tugiesisch-Ost- und Westafrika, Französisch-Westafrika, Australien und Neuseeland um nicht weniger als 73 Millionen gehoben! Man sieht also erstens, datz der Kolonialhandel gegenüber dem Handel mit selbständigen Staaten nur eine ganz minimale Rolle spielt, da nämlich die deutsche Ausfuhrvcrmchrung nach den Kolonien, auch den nichtdeutschen, überhaupt nur knapp den elften Teil der AuSfuhrvermehrung beträgt, und zweitens, datz von der AuSfuhrvermehrung nach den Kolonien wiederum nur knapp der achte Teil auf unsere deutschen Kolonien entfällt, für die wir bereits direkt und indirekt mehrere tausend Millionen Mark ausgegeben haben! Das sind Zahlen, die auch der Staatssekretär von Lindequist bei gewissenhafter Darlegung der Verhältnisse nicht hätte ver- schweigen dürfen. DaS ist ihm freilich nicht eingefallen, weil diese Zahlen natürlich alles andere gewesen wären als«ine Empfehlung für unsere aberwitzige Kolonialpolitik? Verlegenheits-Renommisterei.- Die„Kreuzztg." entrüstet sich über das Urteil, das englische Blätter über die deutsche Armee abgeben. Unter anderem über folgende Stelle: „Furcht s!!) und nicht etwa persönliche Ergeben- heit ist daS Leitmotiv in der deutschen Armee. Ein drakoni« s ch e S S t r a f s Y st c m ist an die Stelle der Peitsche und des R o h r st o ck s der Knasterbärte Friedrichs des Trotzen ge- treten.„Schweinehund" und„Esel" sind LieblingSai, redeformen deren sich die Offiziere Wilhelms II. der Mannschaft gegen- über bedienen. Wo der französische Offizier etwa„Meine Kinder" sagen würde, poltert der deutsche Offizier„Verdammte Esel!" Insubordination wird mit härtesten Strafen bedacht. Der Unteroffizier hingegen, der sich Mitzhandlung eines Untergebenen zuschulden kommen lietz, wird zu ein paar Tagen Festungshaft verurteilt, die in einzelnen Fällen nicht« als ein unfreiwilliger Urlaub, eine Erholung ist." Die„Kreuz-Ztg." weitz gegen diese Darstellung nichts Ge- scheitereS zu sagen, als datz sie wieder den alten anekdotischen Schwindel aufftischt, datz Admiral Sehmour bei dem Sturm auf die Takufort««Uro Germans to Uro front" kommandiert habe. An dem Sturm auf die T a k u f o r t S, der am 17. Juni 1900 stattfand, war Admiral Seymour überhaupt nicht be- teiligt. Seymour hatte nämlich bereits am 10. Juni mit einem aus Engländern, Deutschen. Russen, Franzosen, Amerikanern. Japanern, Italienern und Oesterreichern bestehenden KorpS von 2000 Mann den Zug zum Entsatz deS belagerten Peking angetreten. Die Geschichtskenntnis der„Kreuz-Zeitung" steht also schon auS diesem Grunde auf recht schwachen Fützen. Nun soll ja aber auch bei den Kämpfen deS Expeditionskorps, das Seymour wirklich kommandierte, gerade in den gefährlichsten Situationen der Befehl gegeben worden sein,„die Deutschen vor die Front". Da die Deutschen nach den Engländern den bei weitem stärksten Teil der Expedition bildeten, liegt in der Natur der Sache datz ein solcher Befehl in der Tat wiederholt gegeben werden'mutzte. Und zweifellos haben die deutschen Truppen in solchen Fällen ihre volle Schuldigkeit getan.' Jedoch ist es eine lächerliche Geschmacklosigkeit und Ruhmredigkeit, aus einer solchen Selbstverständlichkeit besondere Ruhmestaten gerade für die deutschen Truppen herleiten zu wollen. Wir haben denn auch bereits früher festgestellt, datz den deutschen Truppen schon deshalb keine besonderen Bravour- leistungen zugemutet sein können, weil nach Ausweis der offi- zielten Verlustlisten das deutsche Detachement keineswegs die höchsten Verlust Ziffern aufzu- weisen hatte I Wären aber die deutschen Truppen besonders exponiert worden, so würde sich daS doch zweifellos in den Verlustziffern kund getan haben, zumal die dem Expeditionskorps gegenüber- stehenden chinesischen Truppen auch artilleristisch modern bewaffnet waren und keineswegs schlecht schosien. Die Renommisterei mit dfem Seymourschen Wort„Gsrinaiis to the front" sollte also wirklich endlich einmal auf- hören.' Dah sich die„Kreuz-Zeitung" freilich, statt auf die Darstellung der englischen Presse sachlich einzugehen, mit solchen Renommistereien herauszuhelfen versucht, ist nur zu begreiflich. Denn eine fach« l i ch e Widerlegung wäre selbst der„Kreuz-Zeitung" schwer g e- fallen!_ Aufgehobenes Verbot eines MaiaufzugeS. Für den 1. Mai 1910, bekanntlich einen Sonntag, hatte der Schlosser Fischer in Brandenburg a. H. beim Amtsvorsteher für Wilhelmsdorf die Genehmigung für einen Festzug der Branden« burger Gewerkschaften nachgesucht. Der Durchzug durch Branden- bürg war bereits genehmigt. Der Zug, der um 7 Uhr früh be» ginnen und um 11 Uhr sich vom Ziel, dem„Neuen Krug" zu Wilhelmsdorf, sich wieder nach Brandenburg bewegen sollte, wurde auch fiir das WilhelmSdorfer Gebiet vom Amtsvorsteher genehmigt. Dieser zog dann aber die Genehmigung auf„An- Weisung höheren OrteS", wie er sich ausdrückte, zurück, mit einfachem Hinweis auf§ 7 des Vereinsgesetzes. Vergeblich beschwerte sich Fischer beim Landrat deS Kreises Zauch-Belzig. Auch eine weitere Beschwerde wurde vom Regierungs- Präsidenten in Potsdam abgewiesen, aber nicht mehr mit Rücksicht auf Z 7 d e S Vereinsg esetzeS, sondern mit Be- zugnahme aus die Verordnung des Oberpräfidenten vom 4. Juli 1898, betreffend die äuhere Heilighaltung der Sonn- und Feiertage. Oeffentliche Versammlungen und Auf- z L g e, die nicht gottesdienstlichen Zwecken dienen, find demnach am Butztag, Karfreitag usw. überhaupt nicht, an den übrigen Sonn- und Feiertagen erst nach der Zeit deS Hauptgottesdienstes gestattet. Diese Vorschrift sei noch gültig auch unter dem Reichsvereinsgesetz, da dessen§ 24 bestimme:„Unberührt bleiben: die Vorschriften deS Landesrechts zum Schutze der Sonn- und Feier» tage; jedoch sind für Sonn- und Feiertage, die nicht zugleich Fest- tage sind, Beschränkungen des VersammlilugsrechtS nur bis zur Be- endigung des vormittägigen Hauptgottesdienstes zulässig." Hier habe es sich um einen Sonntagvormittag gehandelt, meinte der Regierungspräsident weiter; es sei deshalb das Verbot(Rück- nähme der Genehmigung) wegen der Borschristen über die Sonn- tagsheiligung gerechtfertigt. Das Verbot auf Grund des Z? des Vereins gesetzes lasse sich nach dem Ergebnis eingehender Ermittelungen nicht aufrecht erhalten. Die Verbots- Verfügung selber müffe aber aus obigen Gründen bestehen bleiben. Fischer klagte nun gegen den Regierungspräsidenten beim Oberverwaltungs gericht, vor dem ihn am 20. September Rechtsanwalt Dr. Karl Liebknecht verlrat. Dieser machte dreierlei geltend. Erstens sei die Verbotsverfüguug deS AmtSvorsteherS. weil nicht mit Gründen versehen, un- gültig. Zweitens mützte sie schon deshelb antzcr Kraft gesetzt werden, weil sie sich auf 8 7 des VcreinsgesetzeS berufe, der Regierungspräsident diese Stütze aber gänz- lich aufgebe. Wenn er eine andere Rechtsnorm, die Sonntagsverordnung(die allerdings Geltung habe), als Stütze für die Verfügung der unteren Behörde heranziehe, so mützte das als unzulässig erachtet werden. Schließlich aber stehe obenein noch fest— laut amtlichen Berichts— datz für Wilhelmsdorf über- Haupt keine Zeit für einen regelmätzigen Haupt» gottesdienst festgesetzt sei. In Wilhelmsdorf sei zwar eine Kirche, fie werde aber nur gelegentlich mal benutzt und dann von Brandenburger Pfarrern kirchlich versorgt. DaS OberverwaltungSgericht gab der Klage statt, hob den Beschwerdebescheid des Regierungspräsidenten auf und setzte die darin aufrecht erhaltene Verbotsversügung außer Kraft. Gründe wurden leider nicht verkündet. Vom„Mittelstand. Die Kostgänger deS Kapitalismus versuchen durch statistische Kunststücke den Nachweis zu liefern, daß daS Kapital durchaus nicht das von den Sozialdemokraten betonte Bestreben der Konzentration zeige, wobei auf die.viele»'„Mittelstands'existenzen hingewiesen wird. Was es mit diesem„goldenen Mittelstand" auf sich hat, ist oft nachgewiesen worden. Hier ein weiteres Bild. In einem Streit zwischen dem Magistrat in Dortmund und dem Gemeindevorstand in Barop(einem Vorort Dortmunds) wurden von dem Vertreter der Gemeinde Barop(in dem vor- wiegend die Kohlenindustrie vertreten ist) vor dem Bezirksausschutz auch die Einkommensverhältnisse der Gewerbe- treibenden in Barop erwähnt. Danach hat Barop im ganzen 37 Gewerbetreibende, zwei davon haben ein Einkonnncn von 3000 M., fünf ein Einkommen bis zu 3000 M. und die übrigen 30 nur ein Einkommen bis zu 1000 M. Bis zu 1000 M.! Wie weit das Einkommen im einzelnen Fall unter 1000 M. sinkt. wurde nicht angegeben. Das Beispiel zeigt, was es vielfach mit dem»selbständigen" „soliden"„Miltel'stand auf sich hat. Sinekuren. In den letzten Tagen wurden die neuesten diplomatischen Ver- änderungen lebhaft erörtert, und zwar um deswillen, weil der Posten eine« preußischen Gesandten in Dresden und der eines MilitäraltachöS in München neu besetzt worden sind. Ueber die diplo- matische Tätigkeit der preußischen, bayerischen und württembergischen Gesandten in Berlin, München, Sruttgart usw. verliert man am besten kein Wort, denn es dürfte schwer hallen, auch nur einen Anhalt für eine wirkliche Tätigkeit dieser Herren zu finden. ES sind einfach Repräsentationsstellen, die dem Volke außerordentlich viel Geld kosten und über die im besten Falle schlechte Witze gemacht werden. Was aber ein Miiilärattachö Preußens in München soll, das ist überhaupt nicht zu begreifen. So lange eS ein stehendes Heer im heutigen Sinne gibt, ist eS vom«rilitärischen Standpunkt aus zu begreisen, wenn Militäratlachos in den ausländischen Staaten unterhalten werden. Bayern ist aber ein Bestandteil des Deutschen Reiches und kann deshalb auch Preußen gegenüber nicht als ausländischer Staat angesehen werden. Nach dem Friedens- schlutz im Jahre 1370/71 ist allerdings bestimmt worden, datz Preußen einen Militärattache in München unterhallen soll, der sich zu vergewissern habe, ob die Ausbildung der bayerischen Armee auch auf der gleichen Höhe stehe, wie die der übrigen deutschen Armee- teile. Heute hat das natürlich keinen Sinn mehr, weil gemeinsame Reglements bestehen, die im preußischen Kriegsministerium auf- gestellt und von den Kriegsministerien in Dresden» Stuttgart und München einfach kopiert werden. Ein bayerischer Prinz ist sogar Armee« inspekteur und inspiziert in dieser Eigenschaft preußische Truppen- teile. Unter diesen Umständen wäre es an der Zeit, die bei der Gründung des Reiches getroffene Bestimmung zwischen Preußen und Bayern einfach zu streichen und damit die völlige Beseitigung des preußischen Militärattaches in München herbeizuführen. Selbst Blätter vom Schlage der„Rheinisch-Westfälischen Zeitung" sehen sich bemüßigt, darauf hinzuweisen, daß solche Ernennungen geradzu Lächerlichkeit herausfordern._ Belgien. Gegen die Teuerung. Brüssel, 28. September. Der Kabinettschef hat sich von dem Sekretär der sozialistischen Kammergruppe verschiedene Punkte mit» teilen lassen, die über die Lebensmittelteuerung zur Sprache kommen werden. Die Sozialisten verlangen u. a., die Einführung argentinischen Fleisches zu gestatten. Herabsetzung oder Abschaffung der Zölle auf Lebensmittel, ebenso Abhilfe gegen die Viehkrankheiten, Herabsetzung der Fracht- sätze für Viehfutter, sowie noch verschiedene andere Maßregeln zur Linderung der notleidenden landwirtschaftlichen Bevölkerung. IZtnmKa» Ein interessanter Zwischenfall. New Jork, 13. September.(Eig. Ber.) Was man für unmög- lich gehalten, ist Wahrheit geworden: Samuel Gompers, Präsident der American Federation of Labor(deS amerikanischen Arbeiter- bundes) und im Nebenamte verbissener Sozialistentöter, hat sich aus einem Saulus in einen Paulus umgewandelt. In der Stadt Los Angeles, Kalifornien, trat er in einer von 5000 Personen be- suchten Versammlung offen für Job Harriman, den Mahors- (Bürgermeister-)Kandidaten der sozialistischen Partei ein.„Die Arbeiter," rief Gompers aus,„stehen geeinter da denn je zuvor; sie bekundeten ihre Entschlossenheit, sich politisch Geltung zu ver- schaffen, indem sie als Kandidaten Männer aufstellten, die alle Stimmen auf sich zu vereinigen vermögen. Ursprünglich mag diese Einigkeit als Protest gedacht gewesen sein, aber jetzt hat sie etwas weit Höheres zu bedeuten. Das Resultat wird sich in dem triumphierenden Siege Harrimans und seiner Mitkandidaten offenbaren." Wenn maus so hört, könnts leidlich gut erscheinen. Aber tags zuvor hatte GomperS in San Francisco eine Wahlrede gehalten, in der er nicht minder warm die Kandidatur des dortigen MayorS McCarthy empfahl, der ein entschiedener Gegner des Sozialismus ist und sich um seine Wiederwahl bewirbt. In Los Angeles gehorchte Gompers nur dem ehernen Gebote der zwingenden Not, nicht dem eigenen Triebe. Dort sind be- kanntlich die Gewerkschaftsführer John I. McNamara und I. B. McNamara eingekerkert unter der Anklage, im Oktober letzten Jahres das Gebäude der„Los Angeles Times" in die Luft gesprengt und dabei einen neunzehnfachen Mord verübt zu haben. Die Verschwörung der Kapitalisten, die Brüder McNamara dem Galgen zu überantworten und zugleich mit ihnen die Trades Unions(Gewerkschaften) zu erwürgen, hat die Gewerkschafter ver- anlaßt, mit der sozialistischen Partei zusammenzugehen und deren Kandidaten bei der bevorstehenden Kommunalwahl zu unterstützen. So kam es, daß Gompers bei seinem Besuche in Los Angeles für den sozialistischen Mayors-Kandidaten Job Harriman, der einer der Verteidiger der Brüder McNamara ist, in öffentlicher Rede einzutreten gezwungen war. Seinen bisherigen Standpunkt:„Nur keine Politik in den Gewerkschaften" gibt Gompers nicht auf. Morgen schon mag er anderwärts ebenso heftig gegen die Sozia» listen wettern, wie er vorher eifrig Harriman gelobt. Die Gom- perSsche Rede ist nur ein Zwischenfall, der zwar interessant genug ist. um registriert zu werden, an der allgemeinen Situation indessen nichts ändert._ Soziales. Landflucht.______ Eine massenhafte Abwanderung aus dem Osten nach deirt Weestn, die Landflucht und die dadurch bedingte Leutenot fiir gewisse Zeiten des Jahres, in denen mehr Arbeitskräfte verlangt werden, mutz als naturgemäße Folge der Saisonarbeit im Großbetrieb und so empörend niedriger Löhne insbesondere dann eintreten, wenn noch eine Reihe anderer vom Großgrundbesitzer verschuldeter Mo- mente hinzutreten, die den Lohn künstlich niederhalten, sowie die Möglichkeit anderer Arbeit im Junkergebiet erschweren, und wenn Ausnahmgesetze den Landarbeiter in ein Hörigkeitsverhäl�niS zwingen. Die Wanderung vom Osten nach dem Westen gleicht einer Völkerwanderung innerhalb Deutschlands. Jahraus, jahrein strö- men Scharen von dem Osten, der seinen Bewohnern nicht mehr ge- niigcnde Nahrung gibt und fie in menschenunwürdiger Lage hält, nach dem Westen. Diese Entvölkerung des Ostens wird statistisch vorlänfiß noch nicht voll erfaßt. Ein ungefähres Bild von ihr gibt zunächst eine Bearbeitung der amtlichen Ergebnisse des OuittungS- lartenaustauscheS der Versicherungsanstalten. Eine solch« für das Jahr 1909 ist im Dezembcrheft des Reichsarbeitsblattes vom Jahre 1910 erschienen. Sie weist folgende Ergebnisse auf: Aus den fünf Provinzen Ost- und Wcstpreuhen, Pommern, Posen und Schlesien wanderten in dem einen Jahre 1909 insgesamt 533550 Arbeiter nach anderen Provinzen ab. Zieht man die Zahl derjenigen Av- bciter ab, die aus einer der genannten Provinzen in die andere zog (z. B. von Ost- nach Westpreußen), so bleiben 412 084 Arbeiter übrig, die in dem einen Jahre 1909, die aus den fünf vom Junkertum unter tcillveiser Mitwirkung des Zentrums beherrschten Provinzen nach dem Westen ziehen mußten, um Nahrungsmöglichkeit und Arbeitsgelegenheit für sich und die ihrigen zu finden. Wie stark dieser Strom ist, zeigt auch ein Blick darauf, welche gewaltige Menge aus den fünf Provinzen nach Westfalen und der Rhein» proviny gezogen ist. In dem Jahre 1909 sind aus den fünf genann- ten ostpreußischen Gebieten fortgezogen und in Westfalen und deli Rheinprovinz in Arbeit getreten; N, nach nach der � Westfalen Rheinprovinz Ostpreußen....... 11 406 11 483 Weslpreiißen....... 7 328 9 972 Pommern........• 1512 2 602 Posen......... 9 967 11966 Schlesien....■... 5886 9049 Insgesamt 86 099 45 872 Hierbei sind nur diejenigen Arbeiter gezählt, die im Jahre 1909 direkt aus einer der fünf ostelbischen Provinzen nach West- falen oder der Rheinprovinz entflohen sind, nicht diejenigen, die eine Zwischenstation(etwa in Brandenburg oder Hannover) gemacht und dann weiter gewandert sind. Der Zuzug nach den fünf junkev- lichen Gefilden ist natürlich ein bedeutend geringerer. Nach ihnen sind aus Westfalen insgesamt 3891, aus der Rheinprovinz 3543 gewandert. Die übergroße Zahl der aus diesen fünf Provinzen Zlbgeloanderten kehrt nach ihnen nicht mehr zurück. Die Berufszählung vom Jahre 1907 läßt berechnen: wieviel Personen lvarcn am 12. Juni 1907 aus den genannten Gebieten mehr abgewandert, als nach diesen auS anderen zugezogen find? Die Anzahl der Mehrabgewandertcn aus diesen Provinzen beträgt nahezu eine Million, nämlich 905 312, und zlvar für Ostpreußen 250 022, für Westpreußen 148 834, füll Pommern 120797, für Posen 217 933 und Schlesien 221 726. Die gewaltige Völkerwanderung aus dem Osten nach dem Westen setzt besonder» scharf etjyg seit dxyl Jahre 1300{in und nimmt von Jahr zu Jahr zu, GcwerfefcbaftUcbca. Berlin und Qmg-ezend. Achtung, Metallarbeiter! Bei der Firma P a h l i tz s ch- Berlin, Gneisenaustraßc, stehen sämtliche dort beschäftigten Arbeiter im Streik. Die Streikenden hatten der Firma Forderungen in Form eines Tarifes unterbreitet, wie solche schon in dieser Branche (Kuvertmaschinen) in Berlin bestehen. Die beauftragte Kom- Mission wurde von Herrn Pahlitzsch von einem zum anderen Tage vertröstet. Als die Kommission dann endgültige Antwort ver- langte, ging Herr Pahlitzsch auf Reisen. Als Herr Pahlitzsch zurück- kam, wurde von dem Vertreter des Metallarbeiterverbandes ange- fragt, ob die Firma zu Verhandlungen bereit sei. Herr Pahlitzsch, der selbst am Telephon war, antwortete, daß er sich erst die Forde- rungen einmal durchsehen müsse(die Forderungen waren schon über eine Woche in Händen der Firma), der Organisationsvertreter solle am anderen Tage noch einmal anrufen. Dies geschah. Die Ant- wort war, daß Herr Pahlitzsch verreist sei. Alle Anstrengungen des Herrn Pahlitzsch, in Berlin Arbeits- willige zu bekommen, nutzen nichts, weil die Hintzegardisten wohl hohe Bezahlung verlangen, in Leistungen aber hierzu in keinem Verhältnis stehen. Jetzt sucht die Firma in Provinzblättern Ar- beistwillige. Deshalb werden die Metallarbeiter allerorts ersucht. strikte Solidarität zu üben und alle Angebote der Firma zurückzu weisen resp. auf deren Inserate nicht zu reagieren. Achtung, Steinarbciter! Der Kampf gegen das Zwischen meistersystem ist in ein neues Stadium getreten, nachdem unser Bestreben, die bloße Einhaltung des Tarifes als Abwehrmittel gegen Verschlechterungen unserer Arbeitsverhältnisse zu benutzen. den erwarteten Erfolg nicht gebracht hat. Einstimmig beschloß die Versammlung vom 27. d. M., die Firma Jüngers u. Schills, Rix darf, Geschäft für steinmetzmäßige Kunststeinbearbeitung, zu sperren. Die Schäden des Zwischenmeistersystems traten bei dieser Firma am krassesten in Erscheinung, weshalb bei ihr der offene Kampf begonnen wurde. Weitere, andere Zwischenmeister be treffende Matznahmen behalten wir uns vor, ersuchen jedoch die bei Zwischenmeistern arbeitenden Kollegen jede, auch die kleinste, Klage in unserem Berbandsbureau, Engelufer 15 l, Zimmer 7a Telephon amt 4, 11371, vorzubringen. Die übrigen Kollegen sowie die Bau arbeiter anderer Berufe ersuchen wir, ihr Augenmerk streng au' Kunststeinarbeiten zu richten und uns Mitteilung zugehen zu lassen, falls obige Fima an irgend einem Bau Leute beschäftigt Augenblicklich kommt der Bau T i e tz, Alexanderplatz, in Frage, - Zentralverband der Steinarbeiter. Ortsverwaltung Berlin. Aus dem Holzarbeiterverband. Nachdem sich die Zahlstellen, welche vordem in einigen Vor- orten bestanden, der Zahlstelle Berlin angeschlossen haben, besteht nur noch die Zahlstelle Charlottenburg als einzige selbständige Verbandskörperschaft neben der Zahlstelle Berlin. Charlottenburg bat sich bisher nicht zum Anschluß an Berlin bewegen lassen. Gestützt auf einen Beschluß des Verbandstages, wonach sich die Zahlstellen eines zusammenhängenden Lohngebiets zu einer Zahl stelle zusammenzuschließen haben, hat der Verbandsvorstand ver fügt, daß sich Charlottenburg bis zum 1. Juli d. I. an Berlin anzuschließen hat. Auf eine Beschwerde der Zahlstelle Charlotten bürg hat der Verbandsausschuß beschlossen, daß die Verschmelzung bis zu dem obengenannten Datum noch nicht erfolgen braucht. fondern über die bestehenden Differenzen mit dem Hauptvorstand und der Berliner Verwaltung weiter verhandelt werden soll. "Solche Verhandlungen haben inzwischen stattgefunden aber noch nicht zur Erledigung der Angelegenheit geführt. Der Hauptvor- stand verlangt nun, daß der Anschluß und die Erledigung der Differenzen bis zum 1. Januar erfolgen muß. Neuerdings haben die Vertrauensmänner der Zahlstelle Charlottenburg zu der Sache Stellung genommen und für den Anschluß an Berlin folgende Bedingungen gestellt: Aufhebung des Delegiertensystems zu der Berliner Generalversammlung und Uebertragung der Beratungen und Beschlußfassungen auf die Bezirksversammlungen. Ein führung der Urabstimmung für alle wichtigen Angelegenheiten. Im paritätischen Arbeitsnachweis soll entweder das Obligatorium aufgehoben werden, oder den Arbeitsuchenden soll dasselbe Recht gewährt werden, wie den Unternehmern, die Arbeiter auf anderem Wege einstellen können, wenn sie die verlangten Kräfte vom Ar beitsnachweis in 24 Stunden nicht bekommen können. Die Arbeit soll nach der Reihe der Einzeichnung vergeben werden, auch wenn der betreffende Arbeiter auf dem Nachweis nicht anwesend ist. Es soll nicht verlangt werden, daß jeder Verbandsfunktionär po- litisch organisiert sein mutz. Diese von den Vertrauensmännern aufgestellten Bedingungen wurden am Mittwoch in einer Mitgliederversammlung der Zahl stelle Charlottenburg diskutiert. Die Versammlung erklärte sich mit den Vorschlägen der Vertrauensmänner einverstanden und beauftragte ihre Vertretung, in diesem Sinne mit der Zahlstelle Berlin nochmals zu verhandeln. Tarifbewegung der Militärsattler Am 30. September dieses Jahres tritt der Kündigungstermin ein, der Tarif selbst läuft am 30. März nächsten Jahres ab. Die lange Kündigungsdauer besteht deshalb, weil im Herbst die Sub- Missionen für das laufende Jahr schon stattfinden. Die jetzigen Lohn- und Arbeitsbedingungen entsprechen den heutigen Zeil Verhältnissen nicht mehr. Eine 21gliedrige Kommission hat des Jalb einmütig die Ansicht ausgesprochen, daß der alte Tarif ge� llndigt werden müsse und einen neuen Tarif ausgearbeitet, dessen Wichtigste Forderungen lauten: Sämtliche Zutaten, wie Faden, Wachs, Nägel, Maschinen nadeln und dergl. sind vom Arbeitgeber zu stellen oder werden bei Handnäherei mit 4 Proz. des Arbeitslohnes vergütet. Ar- beiten, welche in geringeren Mengen als im Betrage von 5 M. Arbeitsverdienst ausgegeben werden, sind mit 10 Proz. Aufschlag auf die festgesetzten Stücklöhne zu bezahlen. Heimarbeiter und Zwischenmeister dürfen für deutsche Militärlieferungen nicht be- fchäftigt werden. Für Ausrüstungsgegenstände, die im Tarif nicht aufgeführt sind, werden die Löhne mit der Werkstatt resp. mit der Schlichtungskommission vereinbart. Die Akkordsätze iier in den Betrieben angefertigten Spezialartikel müssen be� Ein- führung dieses Tarifes einer Revision unterzogen werden. Die Arbeitszeit beträgt 52 Stunden die Woche. Für Ueberstunden ist ein Lohnaufschlag zu gewähren und zwar für die erste Stunde 10 Pf., für die zweite Stunde 15 Pf., für weitere Stunden und für Sonntagsarbeit 20 Pf. pro Stunde.- Entlassungen wegen Mangel an Arbeit unter der Anzahl der durchschnittlich Be- fchäftigten, sollen erst dann stattfinden, wenn die Arbeitszeit auf 7 Stunden täglich verkürzt worden ist. Die auf Zeitlohn be- fchäftigten Arbeiter erhalten, sofern dieselben 20 Jahre alt sind, einen Mindestlohn von 55 Pf. die Stunde, auf die bestehenden Löhne erfolgt ab 1. April 1912 eine Zulage von 5 Proz. Gesetz- liche Feiertage, die auf Wochentage fallen, werden den auf Zeit- lohn beschäftigten Arbeitern entsprechend ihres Lohnes bezahlt. Eine zum Mittwoch einberufene Versammlung, die sehr stark besucht war, stimmte gegen 4 Stimmen der Kündigung des Tarifes zu. Die Kündigung wird den Fabrikanten mit dem neuen Tarifentwurf am 30. d. M. zugestellt. Die Versammlung war mit dem Tarif einverstanden. veutftbes Reich. Drohende Aussperrung der Tabakarbeiter in Westfalen. Der Verband Westfälischer Zigarrenfabrikanten in Herford versandte am Dienstag folgende Notiz an sämtliche Zeitungen Westfalens und der beiden Lippe: „Im westfälisch-lippischen Tabakindustriebezirk hat seit einiger Zeit eine von den Arbeiterorganisationen planmäßig be» triebene Bewegung eingesetzt. Bei einer größeren Zahl von Fabrikanten sind Forderungen auf Erhöhung der Löhne gestellk worden. Angesichts ihrer Geschäftslage haben diese erklärt, den Forderungen nicht oder nur teilweise entsprechen zu können. Daraufhin haben die Arbeiter den Streik beschlossen und sind bereits bei einigen Fabrikanten, zum Teil unter Vertragsbruch, in Streik getreten. Mit dieser Sachlage hat sich der West- fälische Zigarrenfabrikantenverband in seiner heutigen(25. Sep- iember) außerordentlichen Generalversammlung zu Herford be- schäftigt und nach allseitiger Aussprache festgestellt, daß bei dem allgemein unbefriedigenden Geschäftsgange der Zigarrenindustrie die höheren Lohnforderungen nicht erfüllt werden können. Zu» gleich beschloß der Verband, seinen von den organisierten Ar- beitern angegriffenen Mitgliedern beizustehen und allen o r ganisierten Arbeitern am 3 0. September z kündigen, falls nicht zum 28. September die von den Ar beitern ausgesprochenen Kündigungen zurückgenommen und die eingestellten Arbeiten wieder aufgenommen sind. Den nicht- organisierten Arbeitern, die sich von der Bewegung fernhalten, beschloß der Verband wirksamen Schutz zu gewährleisten." Dem Westfälischen Zigarrenfabrikantenverbande gehören fast alle größeren und mittleren Zigarrenfabrikanten von Westfalen. Lippe und dem angrenzenden Hannover an, sowie Bremer und Hamburger Fabrikanten, die in diesem Gebiete Filialbetriebe unterhalten. Die Verbandsmitglieder beschäftigen rund 22 000 Arbeiter, von denen etwa ein Drittel organisiert ist, zum weitaus größten Teile in der freien, zum kleineren in der christlichen Ge- werkschaft und einige wenige im Hirsch-Dunckerschen Gewerkverein. Zu den Differenzen auf der Karlshütte. Die Karlshütte" in Rendsburg-Lüdelsdorf, au' der die Former und Gießereiarbeiter gekündigt haben, weil sie sich nicht in den gelben Werkverein hineinzwingen lassen wollen. versendet jetzt eine Liste, die die Namen der Arbeiter, die ge- kündigt haben, enthält, mit folgender Bemerkung: „Wegen angeblicher Maßregelung einiger Kollegen hat heute (23. September) eine Massenkündigung nachstehender Arbeiter bei uns stattgefunden. Wir bitten, wenn sich Leute bei Ihnen melden, nach den Vorschriften Ihres Arbeitgeberverbandes zu verfahren, von dem Sie auch weitere Nachrichten zu erwarten haben." Es fragt sich, ob die übrigen Fabrikanten, die bisher unter der Konkurrenz der„Karlshütte" zu leiden hatten, dieser jetzt in ihrer B�>rängnis Hilfe leisten werden. Jetzt werden auch schon die sogenannten„Wohlfahrtseim richtungen" gegen die Arbeiter in Anwendung gebracht. Durch Postkarten, die den Arbeitern eingeschrieben zugehen, werden ihnen die bisher innegehabten Werkswohnungen wie folgt gekündigt: „Wir machen Sie darauf aufmerksam, daß infolge der au den 7. Oktober lautenden Arbeitskündigung auch der mit Ihnen geschlossene Dienstwohnungsvertrag gemäß§ 2 Absatz 1 endigt, daher Sie gemäß§ 3 die Wohnung bis Montag, den 9. Oktober, mittags 12 Uhr zu räumen haben." Und angesichts dessen konnte sich die Direktion nicht genug tun, die Erbauung von Werkswohnungen als Wohltat zu bezeichnen. Rendsburg ist von Metallarbeitern deshalb unter allen Umständen zu meiden._ Der Trier-Berliner Eisenbahnerverband und seine Gegner. Es ist recht bezeichnend, wie der Trier-Berliner Eisenbahner verband seit längerer Zeit von seinen Konkurrenzorganisationen, die gleich dem Berliner Verband„auf dem Boden der heutigen Rechts- und Gesellschaftsordnung stehen"— als ob es zurzeit einen anderen„Boden" gebe!—, die aber in Wirklichkeit die kapitalistische Ausbeutungs- und Rentenwirtschaft in alle Ewigkeit erhalten wollen, bekämpft wird. Der Trier-Berliner Verband nimmt für sich in Anspruch, daß er„vaterländisch" und„patriotisch ei. Die M.-Gladbachcr Zentrumschristen kommen aber alle paar Wochen mit dem erwähnten Hinweis darauf, daß der Berliner Verband immer mehr nach links und„ins sozialdemokratische ager" rutsche, daß er„stark mit sozialdemokratischen Elementen durchsetzt" sei oder in welcher Form die fällige Behauptung sonst wiederholt wird. Die Christen wollen damit den Berliner Ver- band, der ja unter Motz dem hartnäckigen Liebeswerben der M.- Gladbacher kein Gehör lieh, bei den Staatsbehörden anschwärzen und ihm damit Schwierigkeiten machen, um ihrem neuen E l b e r- ' e l d e r zentrumschristlichen Eisenbahnerverband auf die Strümpfe zu helfen. Auf der andern Seite wird dann dieser Elberfelder Verband in den süßesten Flötentönen der Regierung als absolut zuverlässige Schutztruppe in jeder Fährnis angepriesen. Er soll zuverlässiger" sein bei einem etwaigen Streik der Verkehrsar- beiter als selbst die„unorganisierten Massen", die, wie sie den Behörden ins Ohr lispeln, leicht„mitgerissen" würden. Darum wird in der M.-Gladbacher„Westdeutschen Arbeiterzeitung" der Trier-Berliner Verband„immer sozialdemokratischer". Nun gibt es aber neben dem neuen zentrumschristlichen Eisenbahnerverband auch noch den„Gewerkverein der Eisen- bahner" in Breslau, der als bescheidenes Mauerblümchen dahin vegetiert. Dieser Verein ist den Hirsch-Dunckerschen angeschlossen. Auch der Breslauer Verein zieht gegen die Trier-Berliner Richtung zu Felde. Aber siehe da: während die Zentrums- christen die Leute von Trier-Berlin„immer mehr sozialdcmo- kratisch" werden lassen, ziehen die„freiheitlich nationalen" Ge- werkvereinler an einer ganz anderen Strippe. In einem langen Artikel des„Gewerkverein"(vom 27. September) über„die Krisis im Berliner Verband heißt es: „Eine ganz gelbe Organisation kann kaum so reaktionär geleitet werden, wie der Berlin-Triersche Verband und das (Staatsarbeitcr-) Kartell." Die Regierung wird nun ihre große Schwierigkeit haben, wem von dem Trifolium sie glauben soll. Die Arbeiter jedoch werden sich über alle drei„bürgerlichen" Organisationen ihre Ge- danken machen. Die Aussperrung der Schuhfabrikarbeiter in Wermelskirchen 't unterblieben, weil es zu einer Einigung kam. Achtung, Schuhmacher! Bei der Firma A. Hummel, Schuh- äbrik in Marbach a. N.(Württemberg), stehen 30 Arbeiter und Arbeiierini�n wegen Lohndifscrcnzen in Kündigung.— Zuzug ist 'treng fernzuhalten. Huö der frauenbenegung. Ein Arbeiterinnen-Wohnhaus. Die erwerbstätige, unverheiratete, alleinstehende Frau ist durch die sozialen Verhältnisse gezwungen, sich in„billigen Schlafstellen" herumzudrücken. Natürlich findet sie da weder Bequemlichkeit noch Behagen. Die Trostlosigkeit der Wohnstälte verstimmt und raubt besonders mit zunehmendem Alter die Arbeitsfreudigkeit. Das Ge- iihl der Heinintslosigkeit wird vorherrschend. Ein Umziehen ist meist nur ein Wechsel zum Schlimmeren. DaS haben auch schon bürgerliche Kreise eingeiehen und nach Abhilfe gesucht. Die Frage der Errichtung eines„Bolkshotels" für weibliche Personen in Groß- Berlin tauchte auf, um regelmäßig an den Schwierigkeiten, die in den ungünstigen Einkommensverhältnisten der weiblichen Arbeitskräfte begründet sind, zu scheitern. Die kapitalistische Gesellschaft,«die dem Volke alljährlich Milliarden für Heer. Marine und die dazu gehörigen Mordinstrumente abknöpft, hat für soziale Aufgaben nichts übrig. Nun hat eine reiche Dame aus Berlin an den Stadtrot Glücksmann in Rixdorf einen Brief gerichtet, in dem sie sich bereit erklärt, die Summe von 100 000 M. ohne Anspruch auf Erträgnisse für ein Ledigenheim herzugeben. Die Stadt soll lediglich den Bauplatz un- entgeltlich zur Verfügung stellen und für die Baugelder die außer den 100 000 M. noch für das Unternehmen gebraucht werden, Garantie übernehmen. Verschiedene Herren haben dem Magistrat den_ Vorschlag gemacht, in Rixdorf ein solches Hotel zu errichten. Sie sind davon ausgegangen, daß Rixdorf/ wo bereits nach der Volkszählung von 1905 über nenn- hundert weibliche Personen in Schlafstelle wohnten, der geeignete Boden für die Errichtung eines solchen Hotels sei. Es foll eine Aktiengesellschaft gegründet und für 100 000 M. Aktien ausgegeben werden. - Der Stadtgemeinde bleibt ein ausschlaggebender Einfluß dadurch gesichert, daß der Oberbürgermeister den Vorsitz im Aufsichtsrate führt und der Magistrat im Vorstande der Gesellschaft durch Mit- glieder vertreten ist. Der Aktiengesellschaft wird das für das Volks- Hotel bestimmte städtische Grundstück in Erbbaurecht auf 90 Jahre u«d mit einem der Stadt Rixdorf gesicherten vollständigen Heimfalls- recht übergeben. Die Miete für eine Wohnung ist auf 8-— 12 Mark monatlich, je nach der Lage des Einzelzimmers, berechnet. Sämtliche Zimmer werden gleichmäßig möbliert und teilweise auch für zwei Personen eingerichtet. 300 Personen sollen Unterkommen finden können. Den Mietern soll durch eine für sie einzurichtende Nestau- ration Frühstück geliefert und in dieser auch Gelegenheit zur Ein- nähme der übrigen Mahlzeiten geboten werden; Bade- und Lese- räume sind gleichfalls vorgesehen. Der Magistrat beabsichtigt, die große Eckparzelle in dex Weichsel- und Obcrstraße für das Heim unentgeltlich zur Verfügung zu stellen. Halbheit. Der„Verband fortschrittlicher Frauenvereine" verhandelte am Mittwoch über„Frauenerwerbsarbeit und Sozialpolitik". Neben Referentinnen für die bürgerlichen Handlungsgehilfinnen, Lehre- rinnen, Krankenpflegerinnen und Schauspielerinnen war auch eine Sprecherin für die Arbeiterinnen vorgesehen. In ihren Aus- führungen beschäftigte sie sich mit der jämmerlichen Reichsvcr- sicherungsordnung, sie bedauerte, daß der Reichstag vollkommen versagt habe. Daß die Sozialdemokratie sich alle erdenkliche Mühe zur Erreichung der von der Rednerin gewünschten Ber- besserungen gegeben hatte, davon hat sie den bürgerlichen Frauen nichts erzählt. Sie hatte auch keine Gefolgschaft in der Ver- sammlung. Das kennzeichnet den Geist. Läßt man die Ausführungen und Forderungen der vcrschie- denen Berufsgruppcnvertreterinnen Revue passieren, so hat man einen teilweise nur blassen Abklatsch der längst von der Sozial- demokratie verfochtenen Forderungen. Die Grundforderungen ür die Frauenerwcrbsarbeit formulierten die Referentinnen da- hin: geregelte, kürzere Arbeitszeit, angemessene Entlohnung. höhere Wertung der Frauenarbeit, bessere Berufsausbildung durch Fortbildungs- und Fachschulen. Bei der Forderung der Lehre- rinnen,„Berufsfortdauer der verehelichten", erwähnte die Rednerin, daß man auf die Unterstützung der Sozialdemokraten rechnen könne. Krasse Unterschiede in den Zuständen der Arbeitsverhältnisse der Krankenpflegerinnen, den Stiefkindern der Sozialpolitik, er» gaben die Verhältnisse in Deutschland im Vergleich mit ver- verschiedenen Staaten in Amerika und in Australien, die bereits das Frauenstimmrecht haben. Hier wurde der Ruf nach dem Frauen- Stimmrecht besonders vernehmbar. Ein wunder Punkt für die bürgerlichen Damen wurde in der Diskussion berührt:„Wie steht es mit den Arbeitsverhältnissen Eurer Dienstboten? Da seid Ihr die Arbeitgeber und wie sieht es da aus?" Da gibt es keine geregelte Arbeitszeit, aber Ueber» tunden ohne Entgelt, keine Kontrolle, keine Arbeiterschutzbe- timmungen. Daß es für die Dienstboten erst recht heißen müsse:„Organi- fiert Euch!" diese Forderung erschien den bürgerlichen Damen zum größten Teil noch recht absurd. Das Klasseninteresse geht über— Arbeiterinnenschutz und-recht! &ctztc Nadmcbtcn. Zum tripolitanischen Abenteuer. Saloniki, 28. September.(W. T. B.) DaS Zentral» komitee für Einheit und Fortschritt hat eine Prokla- mation an alle Sektionen erlassen, alles zu vermeiden, was Italien Anlaß zu einer Intervention geben könnte. Wenn aber Italien einen Eingriff in die Integrität des türki- chen Territoriums durchführen sollte, sei man überzeugt, daß die Nation abermals den Beweis für ihre Lebensfähigkeit er- bringen und daß alle Mitglieder der Nation an der Besdjwörung der ihre Zukunft bedrohenden Gefahr mitarbeiten werden. DaS Komitee erwarte, daß die Großmächte sich dem gegen Nation und Verfassung gerichteten Attentat widersetzen werden. * Tripolis, 28. September.(Meld. d. Reut. Bur.) Heute nach- mittag wurden zehn Schlachtschiffe oder Kreuzer beobachtet, die vor der Küste kreuzten. Die Eingeborenen verhalten sich ruhig. London, 28. September.(B. H.) In englischen diplomatischen Kreisen wird auch heute an der Meinung festgehalten, daß Großbritannien sich in den tripolitanischen Konflikt nicht einzumischen habe, solange seine Untertanen nicht ge- f ä h r d e t sind. Letzteres sei bisher nicht der Fall, da der britische Vertreter in Tripolis keine Hilfe nachsuchte. Auch scheint wenig Neigung zu bestehen, bei Italien zugunsten der Türkei Schritte zu unternehmen. Bemerkt wird, daß der türkische Bot- schafter sich heute um 1 Uhr auf das Auswärtige Amt begab und mit dem leitenden Unterstaatssekretär Niolson längere Unter- redunghatte._ Das Ultimatum. Rom, 28. September.(Meldung„Agenzia Stefani".) Heute nachmittag 2 Uhr 3l) Minuten hat der Geschäftsträger der italienischen Botschaft in Konstantinopel in Begleitung des ersten Dragomans dem Großwesir die italienische Note mit dem Ultimatum Italiens an die Pforte überreicht. Tie Opfer der„Libert6". Paris, 28. September. Marineminister Delcassc erklärte bei seiner Rückkehr nach Paris, die bei der Explosion der„Liberte" verletzten 130 Mann befänden sich außer Gefahr, das Schicksal von etwa 20 anderen Verwundeten sei noch ungewiß. Die Kreuzer „Beritc" und„Temorratie" werden in zehn Tagen, die„Ncpublic" in zwei Monaten wieder instand gesetzt sein. Vähcrchcn braucht neue Schiffe. Petersburg» 28. September. Der in die Reichsduma ein- gebrachte Marineetat 1912 weist 104 210 157 Rubel Ausgaben, d. h. 55 959 557 Rubel mehr als der diesjährige auf. Die Mehraus- gäbe ist hauptsächlich hervorgerufen durch Vermehrung der Kosten für Schiffsbau um 28,3 Millionen und für Schiffsaus- r ü st u n g um 13,3 Millionen. Für den Bau von Linienschiffen der baltischen Flotte sind 29 Millionen und für den Bau dreier Linienschiffe, 9 Torpedoboote und 0 Unterseeboote der Schwarzen Meer-Flotte 23,9 Millionen vorgesehen. Petersburg, 28. September.(W. T. B.)' Da? Marine- Ministerium hat einen Gesetzentwurf über ein fünfjähriges Bauprogramm für die baltische Flotte ausgearbeitet, der Entwurf wird dem Ministerrate unterbreitet werden.— Die Kiellegung der Dreadnoughts für die Schwarzmcerflotte ist endgültig auf Ende Oktober festgesetzt worden. Lerantw. Redalt.: Richard Barth, Berlin. Inseratenteil verantw.; xh.Glocke, Berlin. Druck u.Verlag:VorwärtsBuchdr.u. Verlagsanstalt KaulSingertCo.tBerlinLW. Hierzu 3 Beilagen u.UnterhaltungSbl. Nr. 228. 28. Jahrgang. 1. Keilm des Jotniärls" Kerlim NslksdlM lreitas, Zeplmber 1911. Sie Polizei am Siedding. Haben sich Polizeibeamte bei den Vorgängen, die sich anläßlich beS Streiks beim Fleischer Morgenstern Ende Oktober vorigen Jahres am Wedding abspielten, so benommen, dah man sie mit Recht als Knüppelgardisten bezeichnen darf? Diese Frage hatte gestern die 1l>. Strafkammer des Landgerichts I in einem Be- leidigungsprozesi gegen Genossen Mermuth als verant- wortlichen Redakteur des.Vorwärts' zu untersuchen. Eigentlich hätte das Gericht diese Frage schon am 28. März entscheiden sollen. Damals stand derselbe Fall zur Ver- Handlung. Mermuth war angeklagt, weil er Polizeibeamte beleidigt haben sollte durch einen am 1. November im.Vorwärts' erschienenen ärtftel, welcher die Vorgänge am Wedding bespricht und dabei sagt: »Mit derselben Pünktlichkeit, mit der jetzt bei Morgenstern die Klappe zugemacht wird, und zu derselben Stunde finden sich auch immer noch die Knüppelgardisten ein. Als Doppelposten verteilen sie sich an dunklen Stellen, in Nischen und Fluren, ungenannt und doch wohlbekannt.' Die Bezeichnung.Knüppelgardisten' ist es, wodurch Polizei- beamte beleidigt sein sollen.— Natürlich wollte Mermuth den Be- weis führen, dah sich Polizeibeamte Ausschreitungen haben zu- schulden kommen lassen, welche die Bezeichnung als.Knüppel- gardisten' durchaus berechtigt erscheinen lassen. Das Gericht lehnte jedoch den Wahrheitsbeweis ab mit der Begründung:.Was auch passiert sein mag. der Angeklagte durfte nicht die Kriminalbeamten mit diesem Ausdruck belegen. Weder für die Schuld- noch für die Straffrage kämmt in Betracht, was Polizeibeamte angeblich getan haben.— Mermuth wurde also ohne Beweiserhebung wegen formaler Beleidigung zu 200 M. verurteilt. Wie zu erwarten war, chat das Reichsgericht der Re- Vision Mermuths stattgegeben und das unhaltbare Urteil aufgehoben. Infolgedessen wurde die Sache gestern erneut vor der 10. Strafkammer verhandelt und der beim ersten Prozeß nicht zugelassene Beweis mußte in vollem Umfange erhoben werden. Zu diesem Zweck hatte Mermuths Verteidiger, Rechtsanwalt Wolfgang Heine einige 30 Zeugen ge- laden. Ebenso viele Zeugen hatte die Staatsanwaltschaft auf- geboten. Der erste Fall, über den Beweis erhoben wurde, hat sich in der Nacht vom Sonn- abend zum Sonntag, den 30. Oktober, abgespielt. G a st w i r t Winkelsesser hat den Fall von seinem Lokal beobachtet und stellt ihn so dar: Gegen 11 Uhr nachts gingen etwa 15 junge Leute. die etwas angetrunken waren, singend die Scheererslratze entlang. Da stürzte» K— 7 Kriminalbeamte, die sich in Nischen und Torwegen versteckt hatten, auf dir Leute loS. Ohne daß irgend eine Auf- forderung an die Leute erging, hieben die Beamten mit Stöcken oder Gummiknüppeln auf sie ein. Bei dem Ueberfall verloren die jungen Leute ihre Hüte. Die Beamten, die der Zeuge als solche erkannt hat, trampelten mit den Füßen auf die am Boden liegende« Hüte herum, bis sie ganz zertreten waren. Die Zeugen Krase und Piorrek bestätigen diese Angaben. Der letztere führt noch an, daß vor dem Fenster seiner Wohnung einer der Attackierten von einem Beamten mit einem Knüppel über den Kops geschlagen wurde, daß er blutend zu Boden fiel.-- Zeuge gebiet hat gesehen, daß bei demselben Vorfall einer der verfolgten Leute von einem Beamten mit einem Stock über den Kopf geschlagen wurde.— Zeuge D a v i d s o h n, der sich als Journalist in der Weddinggegend aufhielt, schildert den Vorfall in llebereinftimmung mit dem ersten Zeugen und sagt, die Beamten waren hinter den jungen Leute» her in einer Weise, daß die Straßenpassanten gefährdet wurden und vor den anstürmenden Beamten in wilder Flucht davon liefen. Die Beamten schlugen sehr heftig immer auf die Köpfe der Verfolgten. Nach der Attacke lagen die Hüte der Geschlagenen auf dem Straßenpflaster. Die Kriminalbeamten, welche kleines feuilleton Fairikstil. Unlängst hat sich der Jnteressenverband deutscher Architekten schwer über den Ukas des Ministers v. Breitenbach auf- geregt, weil er offen erklärte, den neueren Stilübungen in der zeit- genössischen Baukunst wenig hold zu sein. DaS war ein billiges Vergnügen. Eine geharnischte Protestresolution wurde losgelassen, in der man sich feierlich gegen solche rückschrittlichen Ansichten ver- wahrte und sich besser dünkte als die Geheimräte im Ressort des Innern. Mag man sich zu der ministeriellen Aeußerung stellen, wie inan will, eines ist im allgemeinen leicht zu konstatieren: daß näm- lich überhaupt keine nennenswerte neue Richtung in der Baukunst existiert. Wenn irgendwo ein neues Schulgebäudc oder eine Grüne- waldvilla gebaut wird, bei deren Fassadengestaltung der Architekt seine Phantasie einige tüchtige Springen machen läßt, so hebt heutigen TageS sofort ein Geschrei in der Fach- und Laienpresse an, als hätte man den sehnlichst erwünschten„neuen' Stil, den Stil der Zukunft entdeckt. So etwa wie der ben'ihmte Spanier nach langem Ausguck Amerika entdeckte. Wenn nun von einer„Entdeckung' des Stils keine Rede sein kann, muß aber auch zugegeben werden, daß es keine bestimmte Richtung im gegenwärtigen architektonischen Schaffen gibt, die typisch und zukunftvc'rhcißend iväre. Daß wir uns in einer UebergangSzeit befinden, in der neue Kräfte hier>md da vielleicht auf ihre Weise ehrlich ringen,»m zu einer ErkenmmS dcS Wahren zu gelangen, wird dadurch nicht be- stritten. Sicher ist, daß wir zurzeit nichts Positives aufweisen können, aus dem man die Berücksichtigung auf die äußeren Merk- male der zukünftigen Architektur herleiten dürfte, zumal sich dazu noch die Maniererei unheimlich breit macht. Eins aber hat sich im Laufe der letzten Jahre immer klarer herauSzudestillieren begonnen: der Fabrikstil. Während die tnvische Mietskaserne verschiedenerlei Reformen Platz machen mußte und so vielfach der früheren Schablonifierung mit Erfolg zu ent- weichen sucht, zeigen unsere modernen Jndustriepaläste überall das aleiche Bild in ihrer inneren wie in der äußeren Gestaltung. Unsere «eit des stark entwickelten Kopitalismus kennt aus allen Gebieten nur die völlige Ausnutzung der ganzen vorhanvenen Kraft. Rücksichtslos wird daS letzte herausgeholt und dem kapilalisttschen Interesse dienstbar gemacht. Und wie in der Ausnutzung der Arbeitskraft, so auch in der Ausnutzung der Grundstucke und der Gebäude. Was auf der einen Seite sich technisch als un- vermeidbor erweist, wird aus der anderen wieder nutzbringend ge- ttaUet Ein eigentlicher Mangel tritt kaum noch em. Ueberall Massiakeit und ungeheure Diniensionen. DaS gleiche Bild spiegelt «uch die A u ß e n a n s i ch t solcher Gebäude wieder. Die Fajsade die Leute geschlagen hatten, sprangen in auffallender Weise auf der Straße herum und zertrampelten die Hüte. Das Publikum war sehr verwundert, als es die Beamten einen so sonderbaren Tanz aufführen sah. Es wurde nach Ursache des tollen Schauspiels ge- ftagt. Da gab einer aus dem Publikum die Ausklöruiig: Das machen die Kriminolschutzleute immer so. Sie führen gegen ihre Instruktion Schlagringe und andere scharfe Instrumente bei sich. Um die sichtbaren Spuren dieser Instrumente an den Hüten zu ver- tilgen, werden die Hüte völlig zertrampelt.— Der Zeuge legt zwei Exemplare solcher Hüte, die verbeult, durchlöchert und mit Schmutz besudelt sind, auf den Tisch des Gerichts und bemerkt, daß diese zu den am besten erhaltenen Exemplaren gehören. Ein anderer Vorfall, der sich in der Nacht zum 28. Oktober abspielte, wird von mehreren Zeugen so dargestellt: Nach einer Räumung der Straße flüchteten mehrere von Polizeibeamten verfolgte Leute in das Lokal von Barandat. Später, als alles ruhig war, standen einige Leute vor dem Lokal. Da kamen von der anderen Seite der Straße drei Kriminalbeamte herüber und schlugen mit Stöcken auf die Leute ein, ohne daß diese eint Beranlassung dazu gegeben hatten. Immer feste wurde aus die Leute geschlagen, auf die Köpfe und auf die Rücken— sagt ein Zeuge. Dem Zeugen Seikel hat ein ihm bekannter Kriminalbeamter Muck einen Gummiknüppel gezeigt, den er unter dem Rock trug. Zeuge U n v e r i ch t hat in der Sonnabendnacht gesehen, daß an der Ecke der Adolf- und Schererstraße eine größere Anzahl von uniformierten Schutzleuten beisammenstanden. Auch Kriminalbeamte gesellten sich hinzu. Die Uniformierten machten ihren Kollegen vor, wie sie Stöße und Püffe ausgeteilt haben und ein Kriminalschutzman zeigte, wie er wuchtige Hiebe mit dem Stock verabfolgt hatte. Dann kamen Straßenpassanten vorbei. Jeder von ihnen wurde von den Beamten geschlagen. Einer der Geschlagenen ging an einen der Beamten heran, um sich über die Schläge zu beklagen, die er von einem anderen Beamten bekommer hatte. Da schlug der angeredete Beamte den Mann auch noch mit dem Stock. Ein anderer, der auch von einem Kriminalbeamten geschlagen wurde, ersuchte einen Uniformierten, ihm die Nummer des Kriminalbeamten anzugeben. Der uniformierte Schutzmann schlug den Mann ins Gesicht und sagte: „So, da habe» Sie die Nummer." Zeuge Engler kam spät abends vom Barbier. Als er im Begriff war, sein HauS zu betreten, bekam er von einem Kriminal beamten ohne jede Veranlassung einen Schlag mit dem Stock. Zeuge Günther ging mit einem leicht angetrunkenen Be- kannten nach Hause und zwar auf einem Umwege, um nicht mit der Polizei in Berührung zu kommen. Doch eS kam ein Kriminal- beamtet und schlug mit dem Stock auf den Zeugen ein. Zeuge Gade gibt an: Am Nachmittag des 31. Oktober wurde ich durch den Kriminalschutzmann Böttcher auf der Straße fest- genommen, angeblich sollte ich einen Kunden von Morgenstern be- lästigt haben. Als ich den Beamten nach seiner Legitimation fragte, gab er mir die Antwort: „Mit dem Knüppel können Sie die Legitimation kriegen." Böttcher brachte mich nach der Wache. Auf dem Treppeuflur, an der Tür zum Wachtlokal schlug er mich 3- bis 4mal mit seinem Stock über den Rücken. In der Wache selbst wurde ich von den dort anwesenden Beamten hin und her gestoßen. Frau Klose sah am Sonnabend einen blutenden Mann auf der Straße liegen. Sie machte einem Polizeileutnant Vorhaltungen besteht in den meisten Fällen nur aus Betonpfeilern, Eisen und Glas, was man dann mehr oder minder harmonisch geordnet„Stil' nennt. Man mauert den Stammpfeiler durchaus nicht stärker, als es unbedingt zur Tragfähigkeit erforderlich ist und nimmt ihn nur als notwendiges Uebcl hin, das vorhanden sein muß. daniit einem das darüber angebrachte Dach nicht auf den Kopf fällt. Als Schutz gegen die Unbilden des Wetters spart man die entschieden billigere große Glasscheibe, die dazu noch viel mehr Tageslicht in den Arbeits- saal fluten läßt. Früher brachte man so viel Fenster an, als man aus letzterem Grunde für nötig hielt; im übrigen galt das Mauer- werk. Heute macht man es umgekehrt, die Glasscheibe gilt und der Betoppseiler wird nur dort aufgeführt, wo er unvermeidlich ist. Den Halt gibt das Eisen. � Aber die neuesten AnSnntzungs- Möglichkeiten des Betons schränken auch den Eiscnverbrauch bereits wieder ein. Die Verwendung des Betons erschwert aber eine Fassaden- gestaltung, an der das Ornament durch Vorspränge usw. inarkiert werden kann. Beim Backsteinbau brauchte man bloß einzelne Steine beziehungsweise ganze Schichten so und soviel Zeiiliineier vorstehen lassen und das architektonische Gesicht war mehr oder»linder geist- reich fertig. Beim Zementverfahren ist solches nicht so leicht; also das Material beeinflußt den Stil. Und doch nchmeii sich unsere inodernen Fabrikgebäude, die schon ganze Straßenniden Berlins säumen, sehr gewaltig aus. Die Dimension ist dafür maßgebend. Auch die ornamcntliche Fläche kann monumental wirken, sobald eine gerechte Verteilung der Verhältnisse stattfindet. Indes wird niemand behaupten, daß das Monumentale iinmer ästhetisch ist. Und so wirken auch die großen im Fabrikstil erbauten Jndustriegebäude in den Wohnstraßen Berlins nicht ästhetisch. In einer idealeren Gesell- schaftsordnung würde man sie aus den Wohngegenden der Menschen verbaiinen, wie man heute die Viehhöfe und Benzinbchättcr an die Peripherie veriveist. Das Werden eines solchen Fabrikstils ist also ohne Zweifel zu konstatieren und was dabei charakteristisch ist: Diese Erscheinung ist kein Zufall, sondern man kann sie als.gesetzmäßig' bezeichnen, ist es doch der Kapitalismus, der sich hier nreigenst gibt: geivallig in der Dimension, raffiniert in der Ausnutzung und ab- stoßend in der Form. Wie der Begriff Fabrik vielen Menschen ein Greuel ist, nicht zuletzt denen, die täglich darin schaffen, so ist e§ auch der Fabrikstil: der einzige wahre charakteristische Stil der Gegenwart, von dem man sprechen kann. Josef K l i ch e. Ein eigenartiges„verbessertes Luftschiff" Hot ein Baron Adam Roenne sich für England patentieren lassen: ein Lustschiff, das in einer Entfernung von etwa 1000 Meter unsichtbar sein wird. Die Hülle dieses verbesserten Luftschiffs soll aus Chrominium her- gestellt werde», einem Metall von so glänzender Oberfläche, daß es völlig die gleichen Eigenschaften hat wie ein Spiegel. Da das darüber, daß der Mann nicht weggebracht werde. Der Leutnant sagte höflich zu der Frau, sie möge nur gehen, für den Mann werde gesorgt werden. Als die Frau dann fortging, kam ein Kriminal- beamter an sie heran und sagte:„Macheu Sie, daß Sie sortkommen, sonst kriege» Sie eins mit dem Stock." Alle Zeugen, welche Angaben über prügelnde Kriminalbeamte machten, wurden vom Vorsitzenden und vom Staatsanwalt gefragt, woher sie denn wüßten, daß es sich um Kriminalbeamte handelte. Die Zeugen gaben an, sie hätten das aus dem ganzen Verhalten der Leute entnehmen können, besonders daraus, daß sie mit den u n i f o r mi e r t e n S ch u tz l e u t e n kollegia- lisch verkehrten und daß diese Leute sich in den abgesperrten Straßen, wo jeder Zivilperson der Aufenthalt untersagt wurde, un- behelligt aufhalten konnten. Auch Frau Klose wird gefragt, warum sie den Mann, der sie bedrohte, für einen Kriminalbeamteu hielt. Sie antwortet:„Ich mußte den Mann für eine» Kriminal- beamten halte», denn ein anderer tnt so was nicht." Zeuge Schumann hat von seinem Balkon gesehen, daß am Abend des 20. Oktober, als sich Publikum auf der Straße an- gesammelt hatte, ein Polizeileutnant zum Angriff kommandierte. Da gingen die Schutzleute gegen das Publikum vor und die Kriminalbcamten schlugen mit Stöcken wahllos auf die Leute ein. obgleich sie weiter gingen. In der Nacht wurden sogar Lenk., die einzeln über die Straße gingen, von uniformierten Schntzleuten ge- stoßen, geschlagen, hingeworfen und mit Füßen getreten. Ein Schutz- mann schlug einen Mann mit dem Säbel über den Kopf. Unter den Kriminalbeamten, die mit Stöcken schlugeu, befand sich auch Böttcher. Erster Staatsanwalt Steinbrecht stellt fest, daß der Zeuge Schumann zehn oder elf mal wegen Bettelus und Diebstahls be- straft ist. Verteidiger Rechtsanwalt Heine: Ich beantrage, daß die DiSziplinarakten sämtlicher hier zu vernehmender Kriminalbeamten eingefordert werden. Für ihre Glaubwürdigkeit ist wichtig, festzu- stellen, wer von ihnen wegen dienstlicher Vorgänge bestraft ist. Z e u g e I o s e p h S k y hat in der Nacht vom Sonnabend zum Sonntag gesehen, daß ein junger Mann, der ganz allein über die zur Zeit ruhige Straße ging, von einem Kriminalbeannen mit einem Stock geschlagen wurde. Ein Mann, der ruhig an eine Gruppe vo» Beamten herantrat, bekam einen Stoß. Zeuge Winkler sah, daß Schutzleute auf Kommando eine? Leutnants mit blanken Säbeln gegen eine Menschenansammlung vorgingen. Zivilpersonen, die mit den Schutzleuten zusammen vor- gingen, schlugen mit Stöcken auf daS Publikum. Ein Mann wurde niedergeschlagen.— Zeuge Ulrich hat nieHrere Fälle beobachlet. wo einzelne Personen ohne Veranlassung von Schutzleuten geschlagen wurden.— Von einer Anzahl anderer Zeugen wurden eine Reihe ähnlicher Angaben geniacht. So wurde bekundet, daß zwei Männer, die an einer Gruppe von Beamten vorübergingen, geschlagen wurden, der eine so, daß er sich vor Schmerz krümmte.— In einem Schank- lokal von Rothe hat der Zeuge Riemer vier Herren beobachtet, die über den Streik bei Morgenstern sprachen und das Publikum zu provozieren suchten durch Redensarten, wie: Bei Morgenstern solle niemand kaufen, da werde man betrogen usw. Die vier Herren gingen zusammen hinaus. Zwei von ihnen blieben beisammen und riefen auf der Straße:„Haut doch die Blanen in die Fresse. Wir Weddinger sind schlauer wie die Moaditer". Bald daraus standen diese Herren mit uniformierten Schutzleuten im Gespräch und beteiligten sich auch an einer von den Uniformierten ausgeführten Attacke. Von anderen Zeugen wurden folgende Angaben gemacht: Zwei Männer kamen eilig die Straße entlang und baten an einem Laden um Einlaß. Als sie auf der Schwelle standen, kamen zwei Kriminalbeamte. Mit den Worten: „Wollt Ihr machen, daß Ihr hi»eiiikommt"» schlugen sie mit Stöcken auf die Beiden ein. Zeuge Bramann wohnt in der Utrechtstraße, in dem Hause, wo sich die Polizeiwache befindet. Am Sonnabendabend der hier in Frage kommenden Zeit hat er folgendes beobachtel: Drei Beamte in Zivil brachten einen alten Mann in die Polizeiwache. Dabei schlugen sie ihn mit Stöcken von hinten immer über den Kopf. Metall stets die Farbe seiner llingebung reflektieren wird, hell oder dunkel, ganz der Alnrosphäre sich anpassend, so wird daS Lnstschiff nicht erkennbar sein. Um zu verhindern, daß dessen unterer Teil eine Wiederspiegelung der Erde zeigt, soll ein besonderer Kiel an- gebracht werden, der über die ganze Länge des Schiffes sich hinzieht und nach unten spitz zuläuft, so daß keine Oberfläche vorhanden Ist. Aber der Erfinder will sein Luftschiff auch un hörbar machen. Gelänge ihm dies, so hälten wir das leibhaftige Lnstgespenst. Straß�nbahn-HochzcitSwagkn sind die neueste Erscheinung im Londoner Straßcnbilde. Die»Londoner United Tramways Company' hat bereits auf ihren Linien einen mit einem Verdeck versehenen Spezial-Salonwagen in den regelmäßigen Berkchrsdienst eingestellt, und wenn der Gedanke, Hochzeitsgesellschaften in Luxus-Straßcn- wagen zur Trauung und wieder zurück nach dem Festlokal zu be« fördern, Anklang findet, sollen noch weitere Wagen gebaut werden. Der Preis ist„mäßig'. Er beträgt für den ganzen, 20 Personen fassenden Wagen 7.50 M. für jede Pennystrecke. Das Innere des Wagens ist mit komfortablen lRohrsesseln ausgestattet und mit weißen Rosen, Nelken und Farrenkraut geschmackvoll dekoriert. Der Fahrer ist mit einer Spezialuniform und weißem Hut angetan. Das Hochzeitsvehikel luill vor allem der Unznträglichkeit des langen Wartens der Gäste vor den Kirchentüren ein Ende machen. Notizen. — Die Wilmersdorfer wollen absolut„ihr' G o e t b e« Theater haben. Weil der Magistrat aber dieI Bedürfnisfrage verneinte, soll nun ein Goethe-Verein, der flugs gegründet wurde, die Propaganda der Tat verkörpern. — Zwischen August Strindberg und seinem Verleger ist ein Uebereiiikonunen gclroffen worden, wonach der Dichter dein Bonnicrschen Verlag das Verlagsrecht seiner sämtlichen bisher gc- grnckien Arbeiten überlassen hat. Er hat dafür ein Honorar von 200 000 Kronen erhallen, und zwar sofort 50 000 Kronen Vorschuß. Das Aufführungsrecht für seine Dramen ist darin nicht enthalten. — Vom Kometen Brooks ist jetzt schon ein Schweif von 2 Grad Länge sichtbar. Niemand sollte versäumen, sich mit dem großen Archenholdschen Fernrohr ans der Treptow-Sternwarte, wo der Komet allabendlich gezeigt wird, die eigenartige Bildung seines Kopfes anzusehen. Im übrigen dürfte das im Verlag der Treptow- Sternwarte erschienene reich illustrierte Buch von Herrn Dr. F. S. Archenhold über Kometen sc. gute Dienste leisten. — VomKarlsruher Natursorfcher- und Aerzte- tag. Die nächstjährige(84.) Versaminlung deutscher Naturforscher und Aerzte wird laut heuligem Beschluß in Münster(Westfalen) abgehalten. 4 Der alte Mann rief:„Schlagen Sie mich doch nicht auf den Kopf". Aber es wurde weiter geschlagen. Der Zeuge versuchte, zugunsten deS Gemihhandelten zu intervenieren. Da rief ihm einer der Beamten zu:„Wenn Sie nicht mache», daß Sie i» Ihre Bnde komme«, dann kriege» Sie auch was". Dabei schwang der Beamte drohend den Stock. Der alte Mann wurde von den Beamten in die Wachtstube gestoßen. Nachher Hörle der Zeuge noch den alten Mann rufen:„Lassen Sie mich doch los und hauen Sie mir nicht immer auf den Kops".— Frau Bramann und der Zeuge Hermann bestätigen diese Angaben. Der Letztere sagt außerdem noch: Er habe auch zu anderen Zeiten oft Lärm und Geschrei in der Polizeiwache gehört, auch Hilferufe, die allem Anschein nach von Leuten herrührten, die von Beamten mißhandelt wurden. Der Lärm war manchmal unerträglich. Der Hauslvirt konnte keine Abhilfe schaffen, deshalb hat der Zeuge seine Wohnung im Hause der Polizeiwache aukgegeben- — Zwei andere Bewohner des Hauies, das Ehepaar Schmi- k o w s k y, haben ebenfalls oft SchmerzcnSrnfe von Mißhandelten auö dem Wachlokal gehört. Sie sahen einmal, daß ein junger Manu, den Beamte nach der Wache brachten, von einem Beamten von hinten mit einem Stock geschlagen wurde. Nachdem die Vernehmung dieser Zeugen beendet war, wurde der Gegenbewcisapparat der Staatsanwaltschaft vorgeführt. Polizeihauptmann König sagt, in der fraglichen Zeit feien im Gebiet der Unruhen unter seinem Kommando nur die den Revieren zugeteilten sogenannten zweite» Kriminalbeamten tätig gewesen, und zwar am 29. Oktober acht, an den beiden folgenden Tagen 22 oder 23. Ob außerdem Kriminalbeamte der 4. Abteilung des Polizeipräsidiums zur Stelle waren, weiß der Zeuge nicht. Wenn solche dagewesen sein sollten, unterstanden sie uicht seinem Kommando. Im übrigen meint der Zeuge, er könne nicht glauben, daß Beamte mit Gummiknüppeln geichlagen hätten, denn sie bekämen solche Knüppel nicht geliefert. Nur mit gewöhnlichen Spazierstöcken täten sie ihren Dienst. Er habe nichts von Mißhandlungen durch Beamte gesehen, ihm sei auch nichts gemeldet worden.— Rechtsanwalt Heine bemerkt dazu, daß das, was der Herr Hanplinann glaubt, an den positiven Bekundungen der Zeugen, die gesehen haben, daß Kriminalbeamte schlugen, nichts geändert werden kann. Natürlich würden Beamte, welche Mißhandlungen begangen haben, sich nicht bei ihrem Vorgesetzten melden und um ihre Bestrafung bitten. Nach dem Polizeihaupt traten nacheinander sämtliche Kri» m i n a lb e a m te, die nach Angabe der Polizeibehörde am Wedding dienstlich beschäftigt waren, an den Zeugentisch.— Zunächst ivurden diejenigen vernonimen, die von dem zuerst erwähnten Vorgang in der Nacht zum Sonntag etwas wissen sollten. Aber sie wußte» nichts von dem durch mehrere einwandfreie Zeugen bekundeten Ueberfall auf singende angeheiterte Leute. Sie wollen nicht gesehen haben, daß ein Beamter geschlagen hat, nicht, daß Hüte auf dem Damm lagen und zertr»npelt wurden. Der erste dieser Zeugen, Kriminal schütz mann Mühlenbeck, sagt, es sei ein etwa 30 Mann starker Trupp lärmend und johlend die Straße entlang gezogen. Als sie in die Nähe der Schutz- leute kamen, hätten sie„Bluthunde" gerufen. Darauf hätten die Beaniten die davoneilenden Leute verfolgt, um einige festzunehmen, aber sie bekamen keinen. Daß die Leute geschlagen wurden, stellt der Zeuge entschieden in Abrede.— Ebenso sagte der Kriminalschutzmann Rieß aus, der die Zahl der jungen Leute, welche die Siraße entlang zogen, schon auf öv angab. Ein dritter Zeuge gab die Zahl auf 70 und ein vierter sogar auf ISO an.— Wie Davidsohn angab, war die Gruppe der angeheiterten jungen Leute nicht stärker als 10 bis 15. Als aber die Polizeibeamten gegen sie vorgingen, kamen auch Straßenpaffanten dazwischen, so daß die Zahl vielleicht auf SO angewachsen sein kann. Gegenüber den Angaben der Schutzleute versichert David- söhn auf daS bestinimteste, daß sich die Beamten den ankommenden Leuten entgegenwarfen und ohne Veranlassung auf sie einHieben.— Krimina l- s ch u tz in a n n N i e ß' gibt schließlich zu, daß von den Beamten doch vielleicht geschlagen sein könnte. Er selbst habe aber nur den Stock erhoben. K r i m i n a l s ch u tz m a n n Renne wird vom Zeugen U n- V e r i ck t als derjenige Beamte bezeichnet, der seinen Kollegen zeigt«, wie er mit dem Stock dreingeschlagen hatte.— Renne be st reitet das und behauptet, die Schutzleute hätten nur Steine vorgezeigt, mit denen sie geworfen worden seien. Kriminalschuymann Böttcher, der ebenfalls jede Beteiligung an Mißhandlungen und jede Kenntnis von Aus- Ichreituugen in Abrede st eilt, wird von mehreren Zeugen Vitt großer Sicherheit als einer derjenigen Be- amten bezeichnet, die tüchtig geschlagen haben. Zeuge Peters sagt: Böttcher war es, der in da? Lokal von Earadat vier bis sechs Männer hineinprügelte.— Zeuge G a d e sagt: Böttcher ist cS, der mich festnahm, und als ich ihn nach seiner Legitimation fragte, antwortete: Mit dem Knüppel können Sie eine Legitimation kriegen. Auch auf der Treppe zur Wache war Böttcher dicht hinter mir, als ich von hinten mit dem Stock geschlagen wurde.— Frau Klose tritt vor und sagt: Ich kenne Böttcher mit Bestimmtheit wieder. Er hat mich mit dem Stock bedroht.— Noch ein weiterer Zeuge gibt an, daß er gesehen hat, wie Böttcher schlug.— Kriminalschutzmann Böttcher dagegen stellt alles, was die Zeugen gegen ihn sagten, entschieden in Abrede. Er erklärt es sogar für ausgeschlossen, daß die Zeugen ihn kennen.— Schließlich sagt auch noch der Zeuge Engler, daß es Böttcher war, der ihn vor der Haustür schlug. Von den übrigen durch die Staatsanwaltschaft geladenen Kriniinalbcamten waren verschiedene zur fraglichen Zeit gar nicht auf dem Wedding, sondern ganz wo ander« beschäftigt und konnten deshalb von den Vorgängen nichts wissen. Andere waren im Revierburcau, aber nicht auf der Straße, konnten also auch nichts gesehen haben. Der letzte Zeuge war ein uniformierter Schutzmann Rabe. Bon diesem erfuhr nian, daß er in Zivil- kleidung am Wedding tätig war.— Das ist insofern sehr interessant, als im Moabiter Prozeß die Staatsanwaltschaft durch das Zeugnis aller dort tätig gewesenen Beamten beweisen wollte, daß keiner derselben an Ausschreitungen beteiligt war, also auch keine Ausschreitungen vor- gekommen seien. Nun ist also durch die Angabe dieses Schutzmanns Schmidt festgestellt, daß bei solchen Gelegenheiten auch unifor« mierte Beamte in Zivilkleidung verioendet werden. Hiernach bleibt also selbst nach Vernehmung aller beteiligten Kriminalbeamten immer noch die Möglichkeit offen, daß Beamte in Zivil das getan haben, was die vernommenen Beamten für ihre Person abstreiten. Rechtsanwalt Heine verzichtete auf die beantragte Vor- legung der DiSziplinarakten der Beamten, um die Verhandlung nicht aufzuhallen. Er richtete aber an den Kriminalschutzmann Böttcher die Frage, ob er schon wegen dienstlicher Verfehtungeu be- straft sei.— Böttcher antwortete: Ueber dienstliche An- gelegenheiten könne er nicht aussagen. Plädoyers. Erster Staatsanwalt Steinbrecht vertrat den Stanb- Punkt, daß nach dem Urteil des Reichsgerichts der Angeklagte nicht straffrei ausgehen könne, auch wenn Ausschreitungen von Ve- amten bewiesen seien. Der Ausdruck.Knüppelgardisten" sei beleidigend, er sei auf die Gesamtheit der Kriminal- beamten angewandt. Damit sei die Schuld des Angeklagten entschieden. Es solle ihm aber zugebilligt werden, daß er die ihm zugegaugenen Nachrichten für wahr hielt. Was die Beweiserhebung beinffl, so ständen sich ja die Aussagen der Zeugen gegenüber. Man könne annehmen, daß die Wahrheit in der Milte liege. Die Zeugen, die positiv belundeten, daß sie etwas gesehen haben, müßten natür- lich mehr gelten als die Zeugen, welckie nichts gesehen haben. Der Staatsanwalt beantragte eine Geldstrafe von 200 Mark und das Recht der Urteilspublikation durch den Polizeipräsidenten. Rechtsanwalt Heine führte unter anderem aus: Der Satz mit dem Worte„Knüppelgardisteu" bezieht sich nicht auf alle Kriminalbeamten, sondern nur auf die, welche, wie der„Vorwärts" schon am Tage vorher berichtete, brutale Gewaltätigkeiten gegen harmlose Leute verübt hatten. Die Gesamtheit der Kriminalbeamten kann, wie aus dem Artikel selbst hervorgeht. gar nicht damit gemeint sein. Wenn da», was der„Vorwärts" am Tage vorher unter der Uebcrschrist.Knüppelgardisten" mitteilte, nickt wahr ist, dann war das eine Beleidi- gung der beteiligten Beamten. Aber wegen dieses Artikels ist kein Slrafantrag gestellt worden, weil man eine Be« weisaufnahme über die im Artikel angegebenen Tatsachen nicht haben mochte. Der Ausdruck„Knüppelgardisten". angewandt auf die Leute, welche mit Knüppeln ausgerüstetgauf Posten ziehen und sich brutaler Ausschreitungen schuldig machten, ist so zutreffend, daß man keinen besieren hätte finden können. Ich muß es zurückweisen, wenn das Reichsgericht sagt, der Ausdruck sei beleidigend, selbst dann, wenn Beamte geschlagen hätten. Wenn man den Begriff der Beleidigung so überspannt, so führt das zu einer Abtötung der Kritik und einer Abtötung unserer Muttersprache. Dann dürften wir uns ja nur noch in hohlen Redensarten bewegen. Das wäre der Tod der Ehrlichkeit. Der Angeklagte muß freigesprochen werden, selbst wenn nicht alles erwiesen wäre, was er behauptet hat. ES ist aber noch viel mehr erwiesen. Von den 32 Zeugen der Verteidigung haben mindestens 25 ganz positive Angaben über grobe Ausschreitungen von Beamten gemacht. Von den 32 Zeugen der Anklage sind etwa 22 vernommen, die mit einer Ausnahme, die sich auf den Vorgang in der Nacht vom Sonntag zum Montag bezieht, überhaupt nichts wußten. Die meisten waren gar nicht da. Wenn die Zeugen, welche positive Angaben machten— wie der Erste Staatsanwalt zutreffend sagte— mehr gelten als die, welche nichts gesehen haben, dann habe ich gewonnen und die Staatsanwaltschaft hat verloren. Der nicht auf Kenntnis der Tat- jachen fußende optimistische Glaube des Polizeihauptmanns ist durch positive Zeugenangaben widerlegt. Der Verteidiger geht die ein- zclnen Zeugenaussagen durch und kommt zu dem Schluß: Hier ist eine io reichhaltige Speisekarte von Ausschreitun- gen und von brutalen Mißhandlungen vorgeführt worden, daß der Ausdruck„Knüppelgardisten" vollkommen zutrifft. Der Ausdruck ist drastisch, aber nicht beleidigend. Bezeichnend ist der Fall, wo vier Beamte in einem Lokal provokatorische Redensarten gebrauchten. Man kann nicht anders sagen als: Hier liegt ein von der Behörde nicht ge- wolltes aber doch von ihr mitverschuldetes provokatorisches Verhalten von Kriminalbeamten vor. Der Angeklagte muß nicht nur freigesprochen werden. seine volle Schuld- l o s i g k e i t ist erwiesen. Er hat Kritik geübt an dem, was kritisiert werden mußte im Interesse unseres Vaterlandes und unserer Rechtssicherheit. Ich beantrage, den Angeklagten freizu- sprechen und auch die Kosten der Verteidigung der Staatskasse aufzuerlegen, um zu beweisen, daß der Angeklagte nicht gefehlt, sondern dem allgemeinen Wohl genützt hat. Sollte sich das Gericht aber auf den Standpunkt der Staats. anwaltschaft stellen, dann wird bei der Abmessung der Strafe der gute Zweck deS Artikels und die Notwendigkeit der Kritik berück» sichtigt werden müssen. Der Er sie Staatsanwalt bemerkt noch, die Zeugen hätten doch nicht gesehen, ob die Polizeibeamten nicht Grund gehabt hätten, einzuschreiten. Rechtsanwalt Heine: Einen Grund, so vorzugehen, wie eS hier b-kundet wurde, gibr es überhaupt nicht. Die Polizei hat lein ZllchtigungSrecht gegenüber Personen, welche Ausschreitungen begehen. Wenn Unfug begangen ist. kann die Polizei die Leute fest- nehmen und wenn sie sie nicht kriegt, ist eS auch kein Unglück. Dann hat sie eben Pech gehabt und muß eS dabei bewenden lasien. Mermuth, der das letzte Wort erhält, sagt unter anderem: Es kommt sonst nicht vor, daß der Herr Erste Staatsanwalt einem Redakteur des„Vorwärts" guten Glauben zubilligt. Wenn er es in diesem Falle tut, so beweist das schon, daß nichts gegen mich vorliegt. Ich habe niemand beleidigen, sondern ein ErziehungSwerk ausüben wollen an Beamten, denen gegenüber die Behörde an- scheinend machtlos ist. Wenn mir guter Glaube beigemessen wird, dann muß ich freigesprochen werden. Urteil. Das Gericht erkannte auf eine Geldstrafe von 200 Mark und sprach dem Polizeipräsidenten die Befugnis zu, das Urteil im „Lokal-Anzeiger" zu publizieren. In der Begründung deS Urteil» sagte der Vorsitzende, Landgerichtsdirektor E r ü g e r: Das Gericht nimmt nicht an, daß sich der Ausdruck„Knüppelgardisten" nur auf die Beamten bezieht, welche Unregelmäßigkeiten begangen haben sollen, sondern auf alle Kriminalbeamten. Der Ausdruck ist beleidigend, denn eS liegt darin die höhnische Bemerkung, daß der Gebrauch deS Knüppel» die Haupttäligleit der Beamten ist, während doch ihre Haupttäligleit darin besteht, die ruhigen Bürger zu schützen. Ueberdas, ivaspassiertist. will daSGerichtkein Urteil abgeben, weil das für die Schuld- wie für die Straf- frage vollkommen gleichgültig ist. Das Gericht nimmt an, daß der Angeklagte an die Wahrheit der ihm zugegangenen Nachrichten ge- glaubt hat. Das berechtigte ihn aber nicht, die Beamten als Knüppel« gardisten zu bezeichnen. � Schade, daß die Richter nicht selbst Objekt der von Kriminal- beamten benutzten Knüppel geworden sind— vielleicht wäre ihnen dann klar, weshalb viele Leute mit uns der Ansicht sein werden: der gebrauchte Ausdruck ist ein außerordentlich milder gegenüber Beamten, die so wie die Zeugen schilderten, vorgegangen sind. Sie Berliner Genossen und der Parteitag. LuS den Berfammlungen in den Vororte« Berlins erhalten wir noch folgende Berichte: Steglitz. In Steglitz referierte Genosse Groger. Er erklärte sich mit den Resultaten des Parteitages, den er als einen der glänzendsten in der Geschichte der deutschen Sozialdemokratie hinstellte, einver- standen. In längeren Ausführungen beschäftigte er sich mit den persönlichen Debatten beim Vorstandsbericht; er ließ erkennen, daß er mit dem Vorgehen der Genossin Luxemburg und des Ge- nassen Ledebour nicht einverstanden sei. In der Marokko- angelegenheil sei nichts versäumt worden, d« Pazjeivorstanji habe abwarten müssen, bis eine wirkliche Aktion möglich gewesen sei. In der Diskussion wünscht Genosse Drahn Auskunft über eine Aeußerung des Genossen Bebel in seiner Marokkorede, wonach Deutschland mit dem gleichen Rechte wie diejibrigen Staaten für seine Interessen in Marokko eintreten müsse. Redner sieht irr dieser Aeußerung einen Widerspruch zu der Mainzer Reiolution über die Weltpolitik.— Genosse Heinrich Schulz hat in der B�> richterstattung die Erwähnung des Geheimzirkulaes des Parter- Vorstandes, das Redner nicht billigt, vermißt. Mt der Zurück- ziehung der Resolution zur Gcnossenschaftsfrage sei er nicht ein- verstanden. In der Frage des Massenstreiks habe Genosse Groger seine eigene Stellung nicht klar erkennen lassen, doch scheine es, als ob er aus der Bebelschen Rede nicht eine Absage an den Massen- streik herausgehört habe; das würde auch unrichtig sein. Tie Kritik des Partcivorstandcs sei sachlich durchaus berechtigt gewesen, wie der Verlauf der Dinge in der Marokkofrage beweise. Auch der Parteitag habe den sachlich berechtigten Kern der Kritik des Pdrtcivorstandes dadurch anerkannt, daß er der,_ Parteivorstanö verstärkt habe, und zwar über das vom Parteivorstand selbst ge- wünschte Maß hinaus. Ob die Form der Kritik immer� in Millen Einzelheiten richtig gewesen, sei eine andere Frage. Jedenfalls lasse sich nicht leugnen, daß auf beiden Seiten über die Schnur gehauen tvorden sei. Er stimme aber nicht in das Jammern über die Verletzung des guten Tones ein. Sozialdemokraten seien Kämpfer, die nicht jedes Wort auf die Goldwage legten. Auch die Temperamente seien verschieden. Wenn wir uns über da? drauf- gängerische Temperament eines Genossen im Kampfe gegen die Gegner freuten, so dürften wir auch nicht jammern, wenn bei Auseinandersetzungen im eigenen Lager einmal kräftig drauf los- geschlagen werde. Auseinandersetzungen in der Partei würden stets stattfinden, sie seien ein Beweis dafür, daß wirtliches Leben und keine Erstarrung in der Partei vorhanden sei. Redner wendet sich sodann noch gegen die sogenannten..Landsmannschaften", die sich neuerdings auf den Parteitagen zu bilden beginnen. Er halte derartige Vorbesprechungen nach dem Zufall der geographischen Abgrenzung für unrichtig. In den einzelnen Landsmannschaften seien die verschiedenartigen Richtungen der Partei vertreten, so daß man die Meinung der einzelnen durch Mehrheitsbeschlüsse nicht binden könne. Etivas anderes sei es, wenn die in grundsätzlicher Beziehung übereinstimmenden Genossen, ganz gleich, welcher Pd.» vinz oder welchem Landesteil sie angehören, sich auf dem Parteitage zu gemeinsamem Vorgehen verständigten.— Genosse L e i m b a ch: Genosse Schulz habe durch seine Ausführungen gezeigt, daß man trotz abweichender Auffassung über einzelne Fragen doch sachlich und ohne persönliche Schärfe diskutieren könne. Warum solle das nicht auch auf dem Parteitage möglich sein; zumal Parteitage ein ganz anderes Echo in der Welt fänden, als eine einzelne Mit« glicdcrversammlung? Wenn sich führende Genossen auf dem Parteitage gegenseitig der Fälschung bezichtigen, so könne er der- artiges auf keinen Fall billigen.— Genosse Pieck stimmt eben- falls nicht der Darstellung der Parteitagsdebatten durch den Ge- nossen Grog er in allen Punkten zu; sie sei zu sehr auf den moralischen Ton gestimmt gewesen, wobei er nicht einmal Licht und Schatten gleickunäßig verteilt habe. In der Maiseierfrage teile er nicht den Pessimismus Grogers, sondern erwarte von den be- vorstehenden Kämpfen eine Ausdehnung der Arbeitsruhe am l. Mai. Hoffentlich dehne der Gewerkschaftskongreß den Parteitagsbeschluß aus Ausschluß der Genossen, die den Maibeitrag nicht abliefern, auch auf die Gewerkschastsgenossen aus. Auch et verurteilt die auf die Beeinflussung der PartcitagSbeschlüsse berechneten Zu- sammenlünfte nach Landsmannschaften, die die Gefahr der Partei- Zersplitterung irr sich tragen. Anders seien die Zusammenkünfte des revisionistischen und radikalen Flügels zu beurteilen, die einem Bedürfnis entspringen.— Genosse Alfermann ist auch mit der Behandlung der Maifeierfrage nicht einverstanden. Er be- klagt, daß bei Betriebsversammlungen zu häufig von den gewcrk- schaftlich organisierten Genossen gebremst werde, wenn es sich um die Stellungnahme zur Arbeitsruhc am 1. Mai handle. Auch er billigt nicht die Bildung von Landsmannschaften auf dem Partei- tage.— Genosse Groger geht in seinem Schlußwort auf einige der Einwendungen der Diskussionsredner ein, besonders mißbilligt er die Vorbesprechungen der revisionistischen und radikalen Gruppen auf den Parteitagen. Er schließt sich im übrigen dem Genossen Leimbach an in der Auffassung, daß der Verlauf der Steglitzer Versammlung das beste Beispiel dafür sei, daß trotz MeinungS- Verschiedenheiten sachlich diskutiert werden könne. Tegel. In der letzten Mitgliederversammlung deS WahlvereinS be- richtete Genosse Bühler über die Verhandlungen deS Partei- tages zu Jena. In seinem Bericht hob der Referent besonders hervor, daß der Parteitag nicht besser eingeleitet werden konnte als durch die Rede des Genossen Bebel, die eine Kampfansage an die bürgerliche Gesellschaft sei; wie überhaupt die wichtigsten Merk- mal« des ParteirageS die M a r o t k o f r a ge und Reichstags- Wahlen gewesen seien. Auch auf diesem Parteitag haben sich die zweierlei Strömungen innerhalb der Partei bemerkbar gemacht, nicht zum Vorteil für dieselbe. Das sei in krasser Weise bei dem unliebsamen Zwischenfall hervorgetreten, den die MandatSprüfungs- kommission zu erledigen hatte betreffend den Protest gegen die Wahl des Stuttgarter Delegierten Genossen Westmeyer. Haben doch Revisionisten gegen einen Antrag gestimmt, der Beilegung des Konflikts durch den Parteivorstand bezweckte. Sei die Debatte, die mit der Kritik an dem Bericht des ParteivorstandeS einsetzte, eine stürmische gewesen, so habe sie sich im übrigen Verlauf der Vev- Handlungen in ruhigeren Bahnen bewegt. Er könne wohl sagen. daß das Resümee dcS Parteitages die Deleaierten vollauf be» friedigt habe. Ter Parteitag hat neue Waffen geschmiedet, an den Genossen wird eS liegen, diese zu gebrauchen, um zu weiteren Erfolgen zu schreiten. Eine Diskussion schloß sich dem beifällig aufgenommenen Bericht nicht an. Der erste BeziriSleiter, Genosse Lichtenberg, konstatierte, daß wir mit der Haltung der Delegierten sowie der Arbeit dcS Parteitages einver st anden sein können. Nach einstimmig erfolgter Annahme eincS Antrages, die Konsum- vcreinSbäckerei in Lichtenberg zu besichtigen, wurde die gut besuchte Mitgliederversammlung geschlossen. Neiniickendorf-Ost. Ten Bericht vom Parteitag in Jena erstattete in der Keim Ge« nassen Anders abgchallcnen Mitgliederversammlung des WahlvereinS der Genosse H e tz s ch o I d. Der Referent wie auch die Veriamm- lung stellten sich einmütig auf den Boden der auf dem Parteilag gefaßten Beschlüsse. Unter VereinSaiigelegenheiten wurde ein vom 5. Bezirk gestellter und vom Genossen Jrnier begründeter Antrag beraten. Dieser verlangt, daß in den Generalversammlungen bei Vorschlägen zur Besetzung der Funkiionärposten nicht wie bisher der erste, sondern der zweite Bezirksleitcr die Kandidaten der Bezirks- leitung der Versammlung mitteile; ferner sollte über jeden der Vor- geschlagenen abgestimmt werden, auch wenn keine Gegenvorschläge vorliegen. Beide Anträge wurden nach kurzer Beratung gegen zwei Stimmen abgelehnt. Vom Genossen Degenhardl war der Ver« sommlung eine Resolution milerbreiiet worden, die entschieden gegen die Aufnahnie der bekannten Annonce deS Allgemeinen Deutschen Metallarbeiterverbaudeö im„Vorw." Protest einlegte. Doch wurde nach lebhaftem Für und Wider dieselbe abgelehnt. Der Leiter der Ver« sanimlung machte sodann Mitieilung von der am 17. Oktober im „Schützenhause" stattfindenden öffentlichen Versammlung, die Stellung nehmen wird zur herrschenden Lebensmittelteuerung: ebenso von der Veranstaltung eines LollsliederabendS am 14. Oktober m de« „Hubertussälen". Nieder-Tchönhausen, Nordend. Ueber de» Parteitag i« Jena berichtete in der Versammlung deS WahlvereinS Genosse I. Hildebrand. Zur Annabme gelangte folgende Resolution: Die Mitgliederversammlung erklärt sich mit den gefaßten Beschlüssen deS Parteitages einverstanden. Sie be- dauert nur die Zurückziehung de» von Groß-Berlin in Sachen der KonsumvereiaSsrage gestellten Antrages, ohne vorher die Delegierten von Groß-Berlm gehört j« haben.— Unter vereinSangelegenhcst« wurde zunächst auf den Vortragszyklus des Genossen Eichhorn über Programme und Theorien der bürgerlichen Parteien hingewiesen. Am 8. Oktober wird Genosse Stadlhagen in Schildow in einer öffenllichen Versammlung unter freiem Himniel referieren, da uns dort leider kein Lokal zur Verfügung steht. Am 17. Oktober findet eine Versainmlung gegen die Lebensmittelverteuerung statt. Es Kurde angeregt, die Genossen in der Gemeindevertretung zu vsr» anlassen, dag sie für Einkauf von Lebensmitteln und Abgabe derselben an die Bevölkerung zum Selbstkostenpreise durch die Gemeinde ein- treten sollen. Ein Antrag, diejenigen Genossen festzustellen, welche keiner Gewerkschaft angehören, wurde angenommen. Friedrichsfelde. In nur mäßig besuchter Versammlung des Wahlvereins er- stattete Genoft» Schwenk am LZ. September Bericht über die Vor- Handlungen des Parteitages in Jena. Redner beschränkte sich unter Hinweis auf die ausführlichen Berichte des„Vorlvürts" darauf, die bei>n Verhandlungen ihm charakteristisch erschienenen Vorkomm- niste zu schildern und kam zu dem Schluß, daß der Parteitag uns in vorzüglicher Weise die Wege zu den bevorstehenden Kämpfen geebnet habe. In der Diskussion gab Genosse Waldmann der Mei- uung Ausdruck, daß die in Jena dokunreirtierte Einigkeit der Partei vor allem der gewalligen Autorität des Genossen Bebel zu danken sei. Genosse Lehmann warnte vor einem zu großen Optimismus in bezug auf die nächsten Reichstagswahlen und forderte zu euergischer Parteiarbeit auf. Eiitwendaugeu gegen die Beschlüsse des Partei- tags wurden nicht gemacht. Llarlshorft. Vor gut besuchter Versammlung erstattete Genosse Schöning den Parteitagsbericht. Seine sachlichen Ausführungen fanden den Beifall der Anwesenden. In der Diskussion drückte Genosse Georg Schmidt seine Befriedigung über die Tagung aus. Die Indiskretion der Genossin Luxemburg, welche die Partei schädigen könne, sei gebührend auf dein Parteitag gekennzeichnet worden. In der Frage der äußeren Politik ist durch die gegebenen Richtlinien unseren Gegnern der Angriffsstoff gegen die Partei genommen. Genosse Zimmermann ist mit den Beschlüssen zur Maifeier einverstanden. Er besprach das Verhältnis zwischen Partei und Gewerkschaft, ferner die Möglichkeit der Anwendung des Massen- streiks im Kriegsfalle. Genosse W e i n s ch i l d kann sich dem Vor- redner nicht anschlichen und hält den Beschluß in der Maifeierfrage für verfehlt. Im weiteren polemisierte Redner gegen die Aus- führungen Zimmermanns. Genosse Kaiser hielt die Zurück- zichung der Genossenschaftsresolution für richtig; freilich müsse der Sozialis'-us in diese Bewegung getragen werden. Die angebliche BcrechtV'.ng der Kritik durch Verstärkung bezw. Reorganisation des Parteivorstandes sei nicht erwiesen; über die Ausführung von Aktionen in der Marokkoangelegenheit könne man streiten. Gc- nosse Blum wünschte eine dauernde Einigkeit, wie sie auf diesem Parteitag zutage getreten sei. Genosse S p l i e d t hielt ebenfalls den Maifeierbeschluß für ein Ausirahmerecht. Weiter machte er interessante Ausführungen über das Genossenschaftswesen sowie über etwaige Situationen im Kriegsfalle. Die bürgerlichen Blätter fchimpfen nur noch, weil ihnen das Konzept verdorben wurde. Nach- dem Genosse Förster den Referenten über die Zurückziehung der Gcnofi-�schaftsresofution befragte, erhielt Genosse Schöning das Schlugwort. Der Vorsitzende Genosse K ü t e r machte noch auf die am 17. Oktober stattfindende Volksversammlung aufmerksam und ersuchte um rege Beteiligung zur jetzt vorzunehmenden Agitation. Erklärung. Genosse Wels hat in der Generalversammlung des fünften Wahlkreises behauptet, ich hätte auf der Niederbarnimer General- Versammlung geäußert, die Zusammenkünfte der Linken seien durchaus notwendig, und hat gegenüber der.hinterhältigen" Art meiner Diskussion für nötig erachtet, ein phantasiebolles Gemälde von den Sitzungen der Linken zu entwerfen. Ohne auf die persön- lichen Liebenswürdigkeiten und Deutungen einzugehen, mit denen Genosse Wels in Ermangelung sachlicher Gründe operieren mag, stelle ich demgegenüber fest, wie der Sachverhalt war und wie ich ihn auch ungefähr in der Niederbarnimer Versammlung schilderte. Während die sogenannte Rechte ihre Sondersitzungen seit Jahren abhält, hat eine unmittelbare Fühlungnahme der auf dem Boden der bisherigen Taktik stehenden sogenannten Linken endlich erst auf dem Magdeburger Parteitag stattgefunden. Sie war und ist notwendig, um zu einer Einigung über die Fragen zu führen, in denen grundsätzlich mehr als zwei Drittel der Parteitagsmitgliedcr übereinstimmen— in Jena waren es etwa 283 gegen 102—, weil die Gefahr besteht, daß durch das Vielerlei von Anträgen" und Wünschen d-is von allen Erstrebte geschädigt wird. Außerdem haben solche selbstverständlich unverbindlichen Besprechungen das Gute, überflüssige, vor allem persönliche Angelegenheiten, nicht unnötigerweise auf dem Parteitag breit zu treten. Solche Zu- sammcnkünfte seien leider in Jena durch die Schuld einiger Berliner unmöglich geworden. Dem sei zu danken, daß auf dem Jenaer Parteitag manches eine persönliche Zuspitzung erfahren habe, wie sie sonst wohl vermieden wäre. Die Zerfahrenheit der Berliner Delegierten habe sich auch in der überraschenden� Zurück- ziehung der Berliner Konsumresolution gezeigt. Am Sonntag, den 1l>. September, kamen etwa 150 von der linken Seite zu- sammengebetene Delegierte zusammen. Dort gab Wels eine Er- klärung ab, die Genosse Ledcbour und andere Genossen dahin deuten zu müssen glaubten, daß die Berliner eine Beteiligung ablehnten. Als ich darauf hinwies, Wels, der ja so lvenig wie ich namens aller Berliner sprechen könne, meine wohl nur, erst müsse die Landsmannschaft Stellung nehmen, erklärte Genosse Ernst: er wolle keinen Zweifel darüber lassen, daß er die Zu- sammenkünfte für unzulässig und unzweckmäßig halte. Durch die recht scharfen Entgegnungen vieler Delegierter auf diese vermeint- lichen Absagen der Genossen Ernst und Wels ging leider viel Zeit verloren. In der Zusammenkunft sprach man sich dann über die Schritte aus, die erforderlich seien, um die Schlagfertigkeit des Vorstandes zu sichern. Man war sich allseitig einig, eine 21gliedrige Kommission zur Vorbereitung einer Reorganisation sei erforderlich und der Vorstand sei um zwei Mitglieder zu ver- mehren. Die Kommission wurde zur Vorbereitung der Wahl er- nannt und den Berlinern Platz in dieser Koiiiiiiission gelassen. Niemand in der Vorbesprechung ist es«in- gefallen,„den ganzen Parteivorstand zu stürzen" oder„abzumurkse n". Die Genossen Wels, E r n st und L i e p m a n n erstatteten tagS daraus in der Berliner Delegation Bericht und beantragten, sich an der von dieser Linken gewählten 5lommissson nicht zu beteiligen, sondern nur an einer vom Parteitag etwa einzusetzenden Kommission. Demgegenüber be- antragten Ledebour, ich und andere Genossen, zwei Vertreter in diese Kommission der Linken zu entsenden. Dieser Antrag wurde mit großer Mehrheit angenommen. Beschlossen wurde, einen Vertreter für Berlin, einen für Brandenburg zu wählen. Genosse Ernst wurde einstimmig für Berlin, Genosse Wels gegen einen auS der Provinz vorgeschlagenen Genossen mit Mehr- heit für Brandenburg gewählt. Die von der Kommission ge- machten Vorschläge sind hernach von der Berlin-Brandenburger Landsniannschaft wie vom Plenum der Linken angenommen. Es sei dringend notwendig, führte ich in Niederbarnim aus. daß nicht in dieser zerfahrenen Weise wie in Jena, sondern in gleicher Weise wie in Magdeburg vorgegangen werde. Wie die sogenannten Revisionisten vor der Verhandlung untereinander Fühlung nehmen, müsse das auch die andere weit größere Gruppe, natürlich ohne bindende Beschlüsse, tun. Noch dringender als diese Fühlung der Gesamtheit der Delegierten auf dem Parteitag sei bei der Re- organisation darauf Bedacht zu nehmen, daß eine Fühlung Mischen der Masse— nicht Parteibeamten— und dem Vorstand hergestellt und auch die Vertretung Berlins im Vorstande nicht durch Beamie erfolge und ist der Generälbersammlüng gefvählk werde. Mit diesem Sachverhalt vergleiche man die vom Genosseil Wels im fünften Kreise verbreiteten Legenden und persönlichen Anzapfungen � Arthur Stadthagen. Genosse Siegfried Weinberg ersucht uns um folgende Richtig« stcllnng: Der Bericht in Nr. 227 des„Vorwärts" über die Versammlung des fünften Kreises vom 28. d. M., betreffend die Berichterstattung vom Parteitag, läßt mich sagen:„Auf dem Parteitage hat man sÄen können, wie gut organisiert der linke Flügel für sich war." Tatsächlich habe ich gesagt:„Auf dem Parteitage hat man sehen können, wie gut organisiert der rechte Flügel war. Wenn dem- gegenüber einige Genossin des linken Flügels eine ähnliche strenge Organisation des linken Flügels anregten, so haben diese nur in der Notwehr gehandelt, und sie haben nicht die scharfen Angriffe von Wels verdient." * Genosse Bühler wünscht die Aufnahme folgender Erklärung: Nach dem Bericht des„Vorwärts" über die Generalversamm- lung des fünften Kreises bemerkte der Genosse Friedländer u. a.: ich hätte mit meiner Rede in der Niederbarnimer General- Versammlung den Genossen Stadthagen gemeint und treffen wollen, als ich davon sprach,„daß eine große Zahl von Delegierten mit den sachlichen Darlegungen Lbdebours einverstanden war, aber nicht den Mut hatte, dies offen auszusprechen". Hierzu habe ich zu erklären, daß ich bei meinen Ausführungen nicht im entfernte st en an den Genossen Stadthagen gedacht habe. Stadthagen konnte nicht gemeint sein, weil er dem Sinne nach dieselben Ausführungen gemacht hat. In der Generalversammlung von Niederbarnim kann auch nie- mand der Meinung Friedländers gewesen sein, sonst hätten meine Ausführungen nicht allgemeine Zustimmung, sondern Widerspruch gefunden. Durch die Zustimmung wie auch durch den Verlauf der Generalversammlungen in Groß-Berlin ist meine Ansicht, daß viele Genossen die gegen den Parteivorstand gerichtete Kritik für sachlich berechtigt hielten, vollauf bestätigt worden. Im übrigen bin ich weiter der Meinung, daß dies« persönliche Polemik des Genossen Friedländer wirklich überflüssig war. Rud. Bühler. » i Auch Genosse Jacobey ersucht uns um Abdruck folgender Er« klärung: Ich sagte nicht:„Die Art der Erledigung der Maifeier- angelegenheit wirkte nach außen hin unschön, sondern die Art der Diskussion in der Marokkofrage."— Außerdem bin ich nicht gegen Antrag 30, weil ich Angestellter eines Parteibetriebes bin, sondern weil ich Antrag 30 überhaupt für überflüssig halte. _ Herrn. Jacobey. «MtteniitflSflvetfltiu vom 28. September 1911. iL ai, ii ki b« »-i Srmnetnve tzinmtnirg Serttr jltnntl.a vi München Wien 763 SW 76! SSW 761 SW 767 SW 768 SW 768 WSW evettrrvrognosc itir Etwas kühler, zeitweise «tationen L e o"2 c a BZ Bf rtparanBa 756 IisW eterSbnrg 767 SO! SclUs(769 NNW llbervee» 759 SSW HariS 769 SW j Welle, tfs ei t* 10 9 13 6 6 bedeckt 2 Nebel 2beveckt 2 wolkig 2 halb bd. 12 Ii II I reitag. den»9. September 1911. v..... eiter, jedoch sehr unbeständig mit Regen- schauern und frisch en westlichen Winden. Berliner Wetterbureau. Berlin und � seine Vororte Vie verehrlichen HauZhaltungsvorstänöe werden hiermit gebeten, die ihnen durch die Herren Hau§« eigentümer oder Verwalter zugegangenen Hauslisten für 1913 genau und leserlich auszufüllen und sie dann so schnell wie möglich weiterzugeben. Auch diejenigen Gewerbetreibenden, die keine besondere EintragungSkarte für ihr Gewerbe erhalten haben, bitten wir, die Rubriken der Hausliste möglichst genau auszufüllen, zumal diese Angaben auch als Grundlage für die Aufnahme im Gewerbenachweis benutzt werden. Haushalwngsvorstänöe, denen die Liste bisher nicht vorgelegt wurde, wollen gefälligst bei den Hauseigentümern und Vermaltem darum nach- fragen und die Eintragung schleunigst vornehmen oder uns ihre Angaben ohne Verzug direkt einsenden. Die der beginnt: den 2. Wer das Adreßbuch zum Vorbestellpreise erwerben will, darf nicht übersehen, dieS in die richtige Spalte der Hausliste einzutragen, denn nach dem 31. Oktober tritt der um 2 Mark höhere Ladenpreis in Kraft. Da die Bewohner der Reichshauptstadt das größte Interesse haben, ein möglichst vollkommenes und zuverlässiges AdrePuch zu besitzen, so dürfen wir wohl erwarten, daß unsere oben ausgesprochene Bitte erfüllt werden wird. Berlin, den 29. September 1911. SW 66, Zimmerstrabe 36-41. August Scherl. Deutsche Adreßbuch-Gesellschaft m. b. H, Zur üermcidung von Uerwccbselungen: Die Jirma fl. CUertbeim unterhält in Berlin nur diese 3 geschalte (l,WMhcm G* m« b* H* Üersand-Hbteitung Berlin Ol. 66 Ccipzigerstr. 132/37. Bei Briefen ist genaue Adresse erforderlich. Jfoaetitöoto'Stt'. StfCtMe 132-31 Owmkft StTOM«. Lebensmittel Freitag, Sonnabend: Soweit Vorbanden: Deutscher Kakao Pfd. 65, 90 Holland. Kakao marke1 Pfund 1.50, 2.00 Haushalt-Schokolade Pfund 68, 7 8 Pf. Block-Schokolade. Pfund 78 pf. V anille-Schokolade Pfund 1.15, 1»25 *Kassl. Rippespeer Pfund 03 bis 80 Pf- Tilde Kaninchens� 70pf bul.00 "Obst Kochbirnen......... prund 10pt Essbirnen........... prund 12pf. Tafelbirnen......... Pfund 18 pt. Kaiserkronen........ Pfund 22 Pf. Kanada-Reinetten..... Pfund 12 Pf. Essäpfel.............. Pfd. 1 3 pt. Borsdorf er Aepfel..... Pfd. 16 pl f—— i— i � ,,Gänsepfd48,58)68,75pt �Gänserümpfe. stock 3.00 vi, 4.25 �Gänsebrust......... prund 93 Pf. *Gän8e-Stückenfleisch. Pfund 55 pr. *Gän8ekeulen........ stück 63 pr. *Enten........ 1.30�3.25 �Suppenhühner.. I.20 bis 2.75 :l: Junge Hähne... 1.00 bis 1.75 'Brüsseler Poularden.. pfd. 1.28 �Frisches Fleisch Pa. Schmorfleisch....... pfd. 90 pf. Pa. Roastbeef pfd.1.05, b.nopfd. 1.00 Pa. Rinderfilet 1.00, 1.20 Fehlrippe u. BrustPfd. 75, 5 pfd. 70 pr. Kamm u. Querrippe 65, 5 pfd 60 Pf., Gulasch Pfd. 70 Pt Gehacktes 60 pr. Frischer Schinken im ganzpfünd 75 pc. Schweinefilet......... Pfund 1.25 Schweinekotelettes.... Pfund 80 pc Kamm u. Schuft Pfd. 70, g.t«iit 75 pr. Liesen............... 5 Pfund 3.30 Kalbskeule im ganzen.... Pfund 95 Pf. Kalbsnierenbraten im gan""un(i 90 pt Kalbskamm u. Bug 65, geteilt 70 pr. Kalbsbrust.. Pfd. 75,-Spitze 90 Pf. '."pfund 75 Pt "Fische Hammelkeule imF Fleischwaren «Gänsebrust SÄTd 1.45 Mausschinken �w«_3.P'"n.d pfund 1.15 Landschinken ca. s-12 Pfd.. Pfund 1.15 Schinkenspeck S,sÄn:on.Mf 1.00 Braunschw. Zervelatwurst in Fettdarm, pfd. 1.30 Zervelatwurst in Rinddarm. Pfund 1.20 Salamiwurst.......... Pfund 1.20 Schinkenwurst......... Pfund 1.25 �Teewurst............ Pfund 1.10 «Gänseleberwurst.......... 1.40 *Feine Leberwurst.... Pfund 95 pt. «Landleberwurst...... Pfund 85 Pt «Rotwurst........ Pfund 45 u. 70 pr. Ochsenzungen ,arelf",ig. in voeen netto eingewogen, o Ai\ ca. IVi— 3 Pfund schwer...... Pfund Frankfurter Würstchen in Dos.n Zt/.Paar 85 Pf., 5 Paar 1.40, lOPaar 2.50 SpCck fett, Pfd. o5, mager 7 2 Pf. in Stücken von ca. 4 Pfund Die mit* Versehenen Artikel Lebende Karpfen..... Pfund 60 pt Lebende Hechte.. pmnd 73, 93 pr. Lebende Aale.Pfund 68, 95 pf. 1.10 Grüne Heringe..... MdL 18, 28 pr. Zander.............. Pfund 43 pt Lachs in ganzen Fischen,, Pfund 35, 50 Pf. Schellfische....... pmnd 1 5, 20 pt Seelachs ohne Kopf in ganz. Fischen Pfd. 7 Pf. Kabeljau ohne Xopfin ganz. Fischen Pfd. 1 6 Pf. Seeaale ohne Kopf....... Pfund 1 2 Pt Goldbarsche.......... Pfund 10 pt Scharbenzungen...... Pfund 20 pt Heilbutten............ Pfund 45 Pt Krebse.......... MdL ISpl bia4.00 Solokrebse........ stück 35, 50 pt ""Butter u.Käse Holland. Pudding-Pulver gefärbt Mändelchen-Pudding Paket 24 pt Kerst-Pudding..... Paket 24 Pf. Eier-Pudding"holou�', so Pf Mandel- und Zitronen-Geschmack Paket Koch- u. Backbutter..... Pfd. 1.20 Tischbutter....... Pfd. 1.30, 1.40 Bratenschmalz......... Pfd. 58 Pt Schweizer Käse........ Pfd. 85 pr. Emmenthaler Käse..... Pfd. 1.15 Tilsiter Pfd. 65 pr. Limburger Pfd. 60 pu Kuhkäse stck.35, Landkäse stck.35 pr. Romatour st.30pf., Briekäse pfd.75 Pf. Camembert............ Pfd. 23 Pt * Rauch erWaren Große Ahlb. Flundern..Pfund 50 pr. Große Kieler Flundern.Pfund 40 pr. Ahlbeck. Flundern... 4 stock 1 5 pr. Aale............ Pfund 98 pt. 1.20 Bücklinge............. Kist. 33 pr. Stralsunder Bücklinge. a stück 10 pr. Lachs in Stücken.... Pfund 65 und 75 Pf. Matjes-Heringe...... 3 stück 25 pr. Bratheringe..... Do,, ca. 4 nr. 98 pr. können nicht zugesandt tüerden. Java-Reis...... Pfund 23, 28 pt Rangoon-Reis..Pfund 16, 18 pt Bruch-Reis.... Pfund 14, 15 pr. V_/ 'Kirsch u. Wildschwein Keule Rücken Biatt Ragout ph. 80 75 55 25 pt. "Obst Kochäpfel............. pfd. 10 pc Pflaumen........... s pfund 60 pt Weintrauben......... prund 18 Pt Brüsseler Trauben.... Pfund 58 pt Melonen............ Pfund 8 Pt Zitronen...... Dtzd. 20, 25, 30 pt r Engl Porter und Ale Baxter's Double brown stont.. 10 pl 2.05 Baxter' s Imperial stout 10 pl 2.75 Baxter's Pale Ale.... 10 pl 2.75 Flaschen werden mit 10 Pfg. berechnet und ebenso zurückgenommen. Braunschweiger Schiffsmumme (Konzentriertes Malzextrakt) Vi Dose 2.15 Vz Dose 1.10 Preise nie wiederkehrend! Anderer Unternehmungen wegen sind die als niedrig bekannten Preise z. Zt. noch weiter herabgesetzt, teilweise bis za «Ol» Ferner eine Hiesen- Auswahl Teppiche n. Portieren, zum Teil mit kl. Fehlern, iür die Hälfte des Wertes. Selten günstiger Gelegenheitskauf für[isjot* die neue Wohnung w, reppichhaus Adler Kftniggtr.£0-21« an der JttdenstraBe. W ■HHHQEO Ladeneinrichtung billig zu verkaufen. DWWW�WWWWA RramNAn-eti* OO I Brunnen-Str. 22 im Fabrikgebäude neben Kaufhaus Jandorf Selten ziinMe Gelesenheltshiiufe in Schiaf-, Speise-. Wohnzimmer, jede Holz, und Stilart Moderne bunte Küchen zu enorm billigen Preisen Wohnzimmer 210 M., Herrenzimmer 388 M. Speisezimmer 422 M., Küche...... 45 M. Zahlnngserlclchterunp gestattet �/w �nplette& "■VO«.' 'tonier Woe�1M. fcÄcCsrai .• Conipl. Zimmer«.Küche ISM.tn.Wochel5 M. An* v Alle Pfeile sind gerichtet rauf das grösste, älteste u. kulanteste junwGlosau G, m. b. H.f mit seinen beiden Rlesengesohüften. im Süden: Oranlen-Stnsse 145-146 am Moritzplatz. Im Osten: .6k. Frnnkfurter Jlr. 133, zwischen Frucht- und Koppcnslr. #/ Verantwortlicher Redakteur: Richard Barth, Berlin. Für den Inseratenteil verantw.: Th. Glocke, Berlin. Druck u. Verlag; Vorwärts Buchdruckerei u. Verlagsanstalt Paul Singer».To., Berlin SW. > A KeilGt des, Amiirls" Knlim KIKsdlÄ.««»---»>>»» Schrvekerlicher Serverkichafttlrongi'ek. St. Gallen, 25. September.(Eig. Ber.) Der letzte T�rg brachte das Referat Schneedergers. Sekretär des Metallarbeiterverbandes, über die Beziehungen zwischen Gewerkschaften und Genossenschaften. Einleitend gab er eine geschäftliche Uebersicht über die Wandlungen der deutschen Sozialdemokratie in ihrer Stellung zum Genossen- schaftswesen. Aus ihrem heutigen Standpunkt steht auch die schweizerische Sozialdemokratie. Sodann schilderte er die Eni- Wicklung und Bedeutung der Konsumvereine wie der reinen Produktivgenossenschaften und ihre Bedeutung für die Arbeiter. Dabei trat er der einseitigen Ueberschätzung der Konsumgenossen- schaften für die Emanzipationsbestrebungen der Arbeiter ent- gegen. Für das Gedeihen der Genossenschaften sind die Arbeiter und ihre Gewerkschaften die Hauptstützen. Zur Gewerkschaft und Genossenschast muß aber die Partei hinzukommen, die Politik, um ihrerseits die Arbeiterinteressen wirksam vertreten und ihre Ziele verwirklichen zu können. Von den Genossenschastsangc- stellten fordert er, daß sie sich unfern Gewerkschaften anschließen und hervorragend mitwirken an der Verbesserung der Arbeits- bedingungen in den Privatbetrieben, wovon auch der Fortschritt der Verhaltnisse in den Genossenschaften abhängig ist. Der Re- ferent besprach auch den vorgelegten Entwurf zu einem Ueberein- kommen zwischen dem Gewerkschastsbund und dem Konsumver- band, der von dessen jüngster Deleyiertenversammlung zurück- gewiesen wurde, gegenwärtig aber wieder der Beratung in den Konsumvereinen unterliegt. In der Diskussion wurden die von bürgerlichen Arbeiterfeinden neuerdings unternommenen Versuche zur Gründung einer sogenannten.neutralen" Organisation der Konsumangestellten scharf verurteilt und eS wird namentlich Sache der lokalen Arbeiterunionen sein, sie zu vereiteln. Schließlich wurden Resolution und der Entwurf zu dem genannten Ucber- einkommen angenommen. _ Hierauf behandelte in einem längeren Referat Genosse Dürr- Bern, Metallarbeitersekretär, die Teuerung und die Lohnarbeite?, Der Referent gab eine Darstellung der Entwicklung der Teuerung in den letzten Jahren und der verschiedenen Ursachen derselben unter Anfuhrung eines reichen statistischen Materials. Er faßte die Quintessenz seiner Ausführungen in eine längere Resolution zusammen, die in der Diskussion wegen einiger Mängel scharf bekämpft und der dann eine Gegenresolution gegenübergestellt wurde. Man vereinigte dann beide Resolutionen zu einem Kom- promiß. Diese Resolution konstatiert einmal, daß die Lohn- erhöhung die Preissteigerung nicht auszugleichen vermochte und sodann als die Hauptursachen der Teuerung die Steigerung der Grundrente durch Bodenspekulationen, die Belastung der Waren- preise durch unrationelle Methoden der Produktion und der Waren- Vermittlung sowie die Preispolitik der agrarischen und industriellen Produzentenverbände, deren Bestrebungen durch Schutzzölle und mißbräuchliche Anwendung der Gesunvheitspolizei vom Staate begünstigt werden; auch ungünstige Ernten und Störungen des wirtschaftlichen Lebens durch politische Ereignisse vermögen vor- übergehend verteuernd zu wirken. Die Grundursachen der Teue- rung sind natürliche Ergebnisse der kapitalistischen Wirtschafts- ordnung und können daher dauernd nur gleichzeitig mit dieser beseitigt werden. Dieses Ziel ist zu erreichen durch die gcwerk- schaftliche, genossenschaftliche und politische Organisation und Be. tätigung. Die Arbeitervertreter in den Behörden werden auf. gefordert, daß sie mit aller Kraft für die Arbeiterforderungen eintreten und die stimmberechtigten Bürger werden aufgefordert, bei Wahlen, besonder? bei den bevorstehenden Nattonalratswahlen, keinem VolkSaushungerer ihre Stimme zu geben und ein even- tuelles Jniativbegehren auf Abschaffung der Lebensmittelzölle zu unterstützen. In allen drei Arten von Organisationen soll allen Volksfeinden entgegengetreten werden. Diese Resolution fand einstimmige Annahme. Vorauf der Kongreß um 2'� Uhr geschlossen wurde. Line IRelchsverbandswaffe. TaS Amtsgericht Berlin-Mitte(l47. Abteilung) hatte in der Beleidigungsklage, die von dem Geschäftsführer des Reichs- Verbandes zur Bekämpfung der Sozialdemokratie, Dr. Franz Ludwig, gegen den„BorwärtS".Redakteur Genossen Rich. Barth angestrengt worden war, in dem vor acht Tagen abgehaltenen Verhandlungstermin die Berkündung des Urteils ausgesetzt. (Vgl. Bericht im„Vorwärts" Nr. 222.) Der Vorsitzende hatte Zeit gewinnen wollen, um dem Urteil eine Begründung beigeben zu können, in der— wie er hervorhob—„die Gründe bestimmter, klarer und schärfer zum Ausdruck kommen" sollten. Tie Klage richtete sich gegen einen„VorwärtZ"-Artikcl. in dem dem Dr. Ludwig der Vorwurf gemacht worden war, daß sein Buch „Kommunalpolitik und Sozialdemokratie", das er im Vorwort als„solide Waffe" für den Kampf gegen die Sozialdemokratie anpries, ein„rcichSverbändlerischeS Schwindelwerk" sei. Als be- leivigend empfand Kläger auch die Bemerkung, er habe Material zu seinem Buch aus einem„Lllgenfeldzug gegen die Sozialdemo- kratie" geschöpft, den in Mülhausen ein„schwer kompromittierter Ehrenmann", Rechtsanwalt Dietz. mitgemacht habe. Dr. Ludwig klagte nur wegen formaler Beleidigung, der Angeklagte bot aber Wahrheitsbeweis dafür an, daß über die Tätigkeit der Sozial- demokratie in der Gemeindeverwaltung Mülhausens das Buch Unwahres enthalte, und es fand dann Beweiserhebung hierüber statt. Genosse Barth und sein Verteidiger, Rechtsanwalt Hugo Hcinemunn, stellten sich auf den Standpunkt, daß eS sich um wissentliche Unwahrheiten handle und daß daher die Ausdrücke ..Schwindelwerk" usw. nur berechtigte Aeuherungen tatsächlicher Art seien. Gestern wurde in einem besonderen Termin das Urteil ver- kündet. Es lautete: Der Angeklagte wird zu drei Wochen Gc- sängniS verurteilt. Zur Begründung� führte der Vorsitzende etwa auS: Jener Artikel enthalte zweifellos schwere Beleidigungen. Die Absicht, zu beleidigen, ergebe sich nicht nur auS der Form, aus den Aus- drücken..Schwindelwerk" und.Lügenfeldzug" sowie aus der Zu- sammenstellung Ludwig? mit dem„so schwer kompromittierten Ehren- mann" Dietz. sondern auch aus dem tatsächlichen Inhalt. Ter Schutz des Z 193 sei dem Angeklagten nicht zuzubilligen. Der Redakteur einer Parteizeitung handle nicht in Wahrung berechtigter Jnter- essen, wenn er in Abwehr von Angriffen auf seine Partei den Angreifer beleidige. Ein Wahrheitsbeweis sei für einen Teil der Behauptungen des Artikel gar nicht angeboten worden, z. B. dafür, daß die Kronzeugen Ludwigs fast alle so aussähen wie Dietz. Wo versucht wurde, einen Wahrheitsbeweis zu führen, sei er nicht gelungen. Kläger sollte in seinem Buch wider besseres Wissen gesagt haben, daß Mülhausens sozialdemokratische Gemeinderats« Mehrheit den Ankauf eines einen Arbeiter darstellenden Monu- mentalbrunnenS beschlossen habe, um die Herrschaft der schwieligen Faust zu dokumentieren, und daß diese Mehrheit die Schuldenlast der Stadt von 5'A Millionen auf 28 Millionen gesteigert habe. Tie Beweisaufnahme habe nicht ergeben, daß diese Behauptung unwahr sei, geschweige daß sie bewußt unwahr gewesen wäre. Erwiesen sei, day die Sozialdemokraten zur Zeit der Erwerbung des Brunnen? die Mehrheit hatten. Es liege daher der Schluß «ußerordentlich nahe, daß auch auf die sozialdemokratische Mehr- heit die Erwerbung zurückzuführen war. Demgegenüber sei es unerheblich, daß nicht alle Sozialdemokraten für den Brunnen, andererseits aber für ihn auch einige Bürgerliche stimmten. Wenn dabei vielleicht die übrigen Sozialdemokraten nicht mehr die Mehrheit bildeten, so seien sie doch noch ausschlaggebend gewesen. Unerheblich sei auch, daß die Anregung von anderer Seite ausging und der Bürgermeister selber dafür eintrat. Eine Anregung sei noch kein Beschlutz, und des Bürgermeisters Ansicht werde oft von Gemeindevertretern nicht unterstützt. Bezüglich der Schuldenlast sei erwiesen, daß sie außerordentlich gewachsen sei, von bMi Millionen auf 28 Millionen bis zum Jahre 1308. Unerheblich sei, daß die Sozialdemokratie die Mehrheit nominell schon 1996 verlor. Das schließe nicht aus, daß die Sozialdemo- kratie bis 1938 noch ausschlaggebend war. Hiernach sei als festgestellt anzusehen, daß der Angeklagte den Kläger in einem Artikel durch Behauptung nicht erweislich wahrer Tatsachen beleidigt habe. Wegen der Oeffentlichkeit und der Schwere der Beleidigungen sowie wegen der Vorstrafen des An- geklagten sei auf Gefängnisstrafe erkannt worden. Die Deduktion, weshalb eine Dr. Ludwigsche Behauptung als erwiesen gelte, wiewohl die Beweisaufnahme das Gegenteil ergeben hatte, ist fast noch verblüffender als die Strafart und das Strafmatz. Die Verhandlung hat gezeigt, in welchem Verhältnis zur Wahrheit die Reichsverbandsbel>auptungen des' Dr. Ludwig stehen. Selbst wenn aber Dr. Ludwig aus der Ver- Handlung engelrein hervorgegangen wäre, wird das Urteil allen denen unverständlich sein, denen entgeht, daß ein Richter sich in Prozessen mit einem politischen Hintergrund oft unbewußt von seiner politischen Gegnerschaft zum Angeklagten bestimmen läßt. In der Berufungsinstanz dürfte es kaum Bestand habe� Stadtverokdiietev-Vekiammlung. 23, Sitzung vom Donnerstag, den 23. September, nachmittags 5 Uhr. Vorsteher Michelet eröffnet die Sitzung nach 5K Uhr mit der Mitteilung, daß nach einer heute früh eingetroffenen Drahtnach- richt der aus einer Weltreise begriffene Stadtv. Marggraff(soz.- fortschr.) in Samoa nach ganz kurzer Krankheit v e r st o r b e n ist. Die Versammlung hört den ihm vom Vorsteher gewidmeten Nachruf stehend an und ehrt sein Andenken in der üblichen Weise. In eine Reihe von Deputationen ist für den verstorbenen Stadtv. Deutsch(soz.-fortschr.) Ersatz zu wählen. Die Vornahme der Wahlen wird auf die nächste Sitzung verschoben. An die durch Unwetter geschädigten Bewohner des badischen Frankenlandes sollen 16 669 M. Unterstützung gewährt werden. Die Versammlung stimmt zu. Von der sozialdemokratischen Fraktion ist folgender Antrag (Dr. Arons u. Gen.) gestellt: „Die Versammlung ersucht den Magistrat, angesichts der eingetretenen und voraussichtlich im nächsten Jahre sich noch ver- mehrenden Teuerung in Erwägung zu ziehen, ob und bei welchen Kategorien der städtischen Beamten, Hilfskräste und Ar- beiter eine Aufbesserung der Gehälter und Löhn» einzutreten hat, und ob vor einer solchen Aufbesserung vorüber- gehende Tenerungszahlungen zu gewähren seien. Die Ver- sammlung sieht eventuellen Anträgen des Magistrats entgegen." � Stadtv. Dr. Wehl(Soz.): Wir stehen erst am Anfang der Teuerung und sehr wahrscheinlicherweise bringen die nächsten Mo- nate eine starke Verschärfung, die unter den breiten Massen des Volke» eine wahre Verheerung anrichten dürfte. Diese breiten Massen seufzen schon heute unter schier unerschwinglichen Not- standSpreisen der wichtigsten Lebensmittel, und der Preissteigerung ist kein Ende abzusehen. Der hoffnungsvolle Anlauf, den der Magistrat vor acht Tagen zur Milderung des Notstandes unter- nomine« hat, scheint ja vorläufig, abgesehen von dem Seefisch- vertrieb, in statistischen Erhebungen und weiteren Beratungen stecken bleiben zu sollen. Man scheint also im wesentlichen theore- tische Maßnahmen treffen zu wollen, um den Notstand zu lindern; wirksam kann er nur durch praktische Mahnahmen gelindert werden. Auch alle Maßnahmen, die der Obcrbürger- ineister vorschlug, würden nur einen Tropfen auf einen heißen Stein bedeuten; wirksame Abhilfe liegt nur auf dem Ge- biete der gesetzlichen Vorschriften, die den Notstand verschuldet haben und die ganz oder teilweise außer Kraft gesetzt werden müßten. Wir haben nun unsererseits als gute Hausväter dafür zu sorgen, daß unsere Angestellten und Arbeiter vor Not und Sorge bewahrt bleiben. Dieser Erwägung entspringt unser Antrag. Gehälter und Löhne standen vielfach nicht und stehen heute nicht im Einklang mit den vorhandenen Lebensverhältnissen; sie tragen heute zu einem großen Teil nicht den Teuerunaszuständen Rechnung. Unsere Devutatarbeiter auf den Gütern er- hallen immer noch pro Tag im Winter einen Lohn von 1,20 M., im Sommer den fürstlichen Lohn von IM M. Diese letztere Summe ist seit 29 Jahren nicht erhöht worden. Sie bekommen allerdings daneben ihr Deputat an Stroh, Milch, Kartoffeln usw.; sie beklagen sich darüber, daß die Kartoffeln so schlecht sind, daß sie nur als Viehfutter verwendet werden können.(Widerspruch.) Die Stammarbeiter der Parkverwaltung be- kommen 3,21 M., die voll beschäftigten Hilfsarbeiter 3,12 M. Im Tiefbau haben wir noch Arbeiter, die tägliche Löhne von 3,39 M. erhalten; für die verheirateten Haus- d i e n e r in den Krankenhäusern gibt es 85 M. MonatSlohn— 2,89 M. pro Tag; erst nach acht Jahren steigt der Lohn auf 119 M. Auch unter unseren Beamten haben wir noch Bureaugehilfen mit einem AnfangSgehalt von 1699 M., darunter Familienväter. DieS nur eine kleine Blütenlese, die aber drastisch illustriert, wie gering unter den heutigen Teuerungspreisen diese Entlohnungen sind; man muß sie geradezu als unwürdig der Stadt Berlin be- zeichnen. Die gewerbliche Giitererzeugung wird durch diese Teuerung schwer getroffen, da der Konsum von nicht unmittelbar der Ernährung dienenden Bedarfsgegenständen eingeschränkt wird. (Hört! hört!) Aufbesserung der Löhne und Gehälter be- deutet also praktisch auch positive M i t t e I st a n d s p o l i t i k. Die Summen, die event. für oi« Erhöhung der Bezüge der Ange- stellten ausgeworfen werden, kommen schließlich in beträchtlichem Umfang auch unserer Stadtkasse zugute. Wenn unsere Angestellten an chronischer Unterernährung leiden, werden sie weniger leistungsfähig sein; ihre Leistungs- fähigkeit wird entsprechend der Aufbesserung steigen, ebenso wird ihre Kaufkraft gehoben. Auch die preußische Staat sregierung ist in Er- wägung eingetreten mit Rücksicht auf die bestehende Teuerung; man will da den Unterstützungsfonds der Beamten ausfüllen. Der Rat der Stadt Dresden will den Arbeitern am 1. Oktober M i e t s- Zuschüsse alS Aequivalent für die Teuerung geben; ähnliches soll in Frankfurt geschehen. Auch ein Privatinstitut wie die Deutsche Bank hat Teuerungszulagen für ihre Beamten in Aus- ficht genommen. Im allgemeinen stehen wir ja Teuerungszulagen skeptisch gegenüber. Wir meinen, es müßten die Bezüge dauernd erhöht werden! Teuerungszulagen sind ja nur eine vorübergehende Maßnahme. Die jetzige Teuerung aber wird nicht vorübergehend sein, und eine Erhöhung der Bezüge könnte erst am 1. April 1312 in Kraft treten. Da würden Teuerungszulagen der Abhilfe der augenblicklichen Not dienen können. Die innere Berechtigung und die Notwendigkeit der Aufforderung, welche unser Antrag an den Magistrat richtet, kann wohl keinem Zweifel unterliegen. Es ist ja übrigens auch üblich, alle drei Jahre eine Revision der Lohn- höhe eintreten zu lassen, und diese drei Jahre sind jetzt um.--le Fassung unseres Antrages entspricht derjenigen des Beschlusses» den die Versammlung vor etwa 6 Jahren gefaßt hat. Unsere Beamten und Arbeiter sehen sorgenvoll in die Zukunft; beugen wir nicht vor, so müssen wir mit Unterernah- rung und Verminderung der Leistungsfähigkeit bei ihnen rechnen. Reichs- und Staatsregierung arbeiten nicht daraus hin, die Not des Volkes zu lindern; die Hungerrevolten in Franereich und Bel� gien, die blutigen Ereignisse in Wien lassen unsere agrarische Regierung kalt. Die Stadtverwaltung hat mindestens die moralische Pflicht, unsere Angestellten vor äußerer Not und Elend zu bewahren. Wir schicken ja heute eine Summe nach dem badischen Frankenlandc; wir haben früher Summen mit gleicher Bestimmung auch nach exotischen Ländern gesandt. Stimmen Sie die Debatte auf den Herzenston, der angebracht ist, wenn man der Not der Mitbürger steuern will. Der Magistrat aber möge rasche und gute Arbeit leisten.(Beifall bei den Sozialdemokraten.) Stadtv. Cassel(A. L.): Erst 1303 haben wir mit rückwirkender Kraft von 1308 eine sehr weitgehende Verbesserung der Beamten-, gehälter vorgenommen; diese Tatsache läßt vielleicht für sich schon das ganze Pathos des Vorredners überflüssig erscheinen. Ob und inwieweit es möglich sein wird, jetzt wiederum zu einer allgemeinen Erhöhung der Gehälter der Beamten zu schreiten, wird weiterer Erwägung bedürfen; wir werden die Aeußerung des Magistrats abwarten und in der einzusetzenden Kommission dazu Stellung nehmen. Die allgemeine Verteuerung, die in den letzten Dezennien eingetreten ist, wurde schon 1303 berücksichtigt. Es ist nicht zu leugnen, daß zurzeit eine Teuerung besteht und noch in der Zunahme begriffen ist; wir werden auch diese Frage zu erwägen haben. Aber nicht bloß die Beamten, sondern auch die Bürgerschaft, namentlich auch die kleineren Erwerbsstände haben darunter zu leiden, und diesen können wir keine Teuerungszulagen gewähren. Bleibt die Teuerung bestehen und nimmt sie gar noch zu, so wird den Arbeitern und Beamten, die mit ihren geringen Gehältern eben nur die Existenz bestreiten können, eine Teuerungszulage allerdings zu gewähren sein. Ich beantrage Uebcrweisung an einen A u s s ch u tz von 15 Mitgliedern. Stadtv. Mommsen(Fr. Fr.): Einer allgemeinen Besol- dungserhöhung wird zurzeit nicht näher zu treten sein. Die durch die Dürre hervorgerufene Teuerung der Nahrungsmittel kann nicht mit einer Gehaltserhöhung bekämpft werden, denn sie wird bei Ge- müse, Kartoffeln. Milch u. dgl. doch wohl mehr oder minder vor- übergehend sein. Ein Freund von Teuerungszulagen bin ich auch nicht; treten wir darüber in Erwägung ein. so müssen wir auch im Auge behalten, daß die ganze ärmere Bevölkerung, die nicht in Lohn und Gehalt der Stadt steht, ganz ebenso unter der Teuerung leidet, aber dann noch mittragen muß an der für jene Kategorien be- willigten Zulage. Nachdem noch Stadtv. R-seno»«(N. L.) für Ausschuß- b e r a t u n g sich ausgesprochen, wird demgemäß beschlossen, Anschließend an den Jahresabschluß der Stadthauptkass« für 1310 fragt Stadtv. Modler(A. L.) nach dem Ergebnis der Verteilung der im November 1310 beschlossenen Bewilligung von 150 000 M. als Ehrengabe an die Veteranen. Zufällig habe er erfahren, daß jeder Veteran ganze 25 M. erhalten habe, und zwar für 1311, während die Versammlung sie doch für 1310 bestimmt Hab«. Stadtrat Ramsla»: Ja, die Zahl der Veteranen war eben ganz kolossal, so daß auf den einzelnen nicht mehr entfiel. AIS wir mit den Vorarbeiten fertig waren, stand das neue Etatsjahr vor der Tür und für 1910 war nichts mehr vorhanden- Zur Errichtung von Baracken für 699 Obdachlos« auf dem Gelände Fröbelstraße, Ecke Diesterwegstraße, hat die Ver- sammlung noch vor den Ferien 159 999 M. bewilligt. Jetzt bean- tragt der Magistrat, die Summe um 39 999 M. zu erhöhen, da aus nickst vorhergesehenen, umfangreichen Terrain- und Stratzenregu- lierungen sowie aus der durch die polizeilichen Vorschriften ge- botenen Notwendigkeit, die Grundflächen der Gebäude und die lichte Höhe der großen Schlafsäle zu vergrößern, bedeutende Mehr- kosten erwachsen. Ohne Diskussion wird dem M agistra t sa n t r ag e ent- sprachen. Ein weiterer Antrag Dr. AronS und Genossen(Soz.) vom 23. September lautet: „Die Versammlung ersucht den Magistrat um eine Vorlage, durch welche ein städtisches Wohnungsamt mit Wohnungs- aufsicht und unentgeltlichem Wohnungsnachweis für kleinere Wohnungen begründet wird." Stadtv. Heimann(Soz.): ES wird vielen von Ihnen noch in Erinnerung sein, daß wir 1300/01 lang ausgcsponnene Debatten über die Wohnungsnot hatten. Herausgekommen ist dabei recht wenig außer der König�Friedrich-Stiftung, die sicherlich in den weitesten Kreisen unbekannt geblieben ist. Diese hat den Zweck, den minderbemittelten Bürgern billige und gesunde Woh- nungen zu gewähren. Diese Stiftung ist mit sage und schreibe einer Million Mark ausgestattet; der Oberbürgermeister sagte damals selbst, diese Summe sei nur deshalb vorgeschlagen, weil man sich eine Erhöhung der Summe durch die Beteiligung der reichen Bürgerschaft verspreche. Als ich deren Bereitwilligkeit anzweifelte, trat der Oberbürgermeister mir mit einer geHarnisch- ten Erwiderung entgegen. Seitdem sind 11 Jahre ver- flössen; die Versammlung hat von der Stiftung nichts weiter gehört; bei ihrer Bedeutung richte ich nun an den Magistrat die Anfrage: wie hoch sind in der Endsumme die Zuwendungen von privater Seite gekommen? In den ersten Monaten nach Gründung der Stiftung habe ich die im Gemeindeblatt erwähnten Summen kon- trolliert, sie betrugen— 550 M.((Hört! hört! und Heiterkeit.) Vielleicht sind ja die Zuwendungen später reichlicher geflossen. Außerdem wurde damals noch die Hergabe von Va- Million an den Verein zur Besserung der Wohnungsverhältnisse beschlossen, und die statistischen Beobachtungen auf dem Gebiete des Wohnungs- Wesens sollten verbessert werden. Gern erkenne ich an, daß unser statistisches Amt die Berichterstattung gegen früher veschleu- nigt hat, aber nach seiner ganzen Organisation und bei seiner engen Verbindung mit den Vororten kann es nicht leisten, was ein besonderes Wohnungsamt leisten würde Was wir heute beantragen, ist nur ein kleiner Ausschnitt unserer Forderungen von 1999/91.. Damals hatten wir eine akute Wohnungsnot; heule haben wir einen gewissen Ueberfluß an leeren Wohnungen in Berlin und von einem akuten Wohnungsmangel kann keine Rede sein. In erhöhtem Maße vorhanden ist aber das chronische Wohnungsclend, unter dem in hygienischer und sittlicher Beziehung die Bevölkerung zu leiden bat. Der so vorsichtig erwägende Graf Posadowsky hat sich auf dem letzten Leipziger Wohnungskongreß darüber aus- sührlich ausgelassen. Tie von ihm angeführten Zahlen decken ein ganz fürchterliches Wohnungselend auf, Details geradezu er- schüttelnder Art aber findet man in der Enquete, die der hoch- verdiente Rendant der Berliner Ortskrankenkasse der Kaufleute seit Jahren angestellt, und die sich trotz der An. feindungen der Hausbesitzer allgemeisir» Beachtung errungen jsat. Die Gelder, die man zur > TckSmhslws Set Tuberkulose aufwendet, werden solange keine Wirkung äußern! alZ die große Masse der Bevölkerung weiter gezwungen ist, in so ungesunden und unzulänglichen Wohnräumen zu Hausen. Ten Maßstab des Wohnungserlasses der sächsischen Regierung, 432 M. für eine Wohnung von zwei Stuben und Küche, zugrunde gelegt, wohnt die große Mehrzahl der Berliner Bevölkerung in völlig unzureichenden Wohnungen; denn ein Einkommen von mindestens 26ViIkeIm lillwicks am 25. Sevtcmbcr insolge Unfalles gestorben ist. Ehre seinem Andenken! Die Beerdigung findet am Freitag, den LS. September, nachmittags 3 Uhr, von der Leichenhalle des Heilands- Kirch- hoses in Plöhcrisee aus statt. Rege Beteiligung wird erwartet. 123/14 Oio Ortsverwaltung Beerdigungsverein 8 Berliner ZiniDierleute. Am 27. September er. verstarb der Zimmerer t�uxust Hsrtunx nach längerem Krankenlager im Alter von 75 Jahren. Ehre seinem Andenken l Die Beerdigung findet am Sonnabend, den 30. September, nachmiltags 3'l, Uhr, von der Leichenhalle deS«chöneberger KirchhoseS, Marstr. 13/15, aus statt. Um rege Beteiligung bittet 8k3b Der Porftaud. Danksagnng. Für die vielen Beweise herzlicher Teilnahme sowie die Blumciispendcn bei der Beerdigung meines unver- getzlichen Mannes sage ich allen Ver- wandten. Freunden und Bekannten, sowie meinen Gästen und Kollegen der Nachbarschrist meinen herzlichsten Dank. IVwc. Emma Früblich _ Koloniesir. 35._ Danksagung. Für die vielen Beweise herzlicher Teilnahme und die zahlreichen Kranz- spenden bei der Beerdigung unserer lieben Tochter und Schwester Lmms sagen wir allen Verwandten. Freunden mid Fcenndliiucn uiijcre» herzlichsten Dank. LGlb Die betrübten Elter» u. Schwester. Für die vielen Beweise herzlicher TeiNiabme bei der Bestallung meines lieben RaimcS. unseres guten VaterS, deS schaiilwirtS Johann Krebs sprechen wir allen Verwandten. Freunden und Bekannten, den An- gestellten des Bahnhofs XX der Großen Berliner Straßenbahn und denselben der kgk. Anhalt- r Eisenbahn unseren innigsten Dank aus. 855b >zgn«8 Krebs und Söhne. Deutscher Holzarbeiter-Verband Den Mitgliedern zur Nachricht, daß unser Kolleg«, der Maschinen. arbzitcr 8S/t2 Thiemann G'.cisenhagencr Straße 27, im Alter von 35 Jahre» gestorben ist. Ehre seinem Andenken k Die Beerdigung sindct am Sonnabend, den 30. September, nachmittags 3 Uhr, von der Halle des Kellisemaiie- KirchhoseS i» Nieder-Schönbauscii-Nordend aus statt. Die crtövertnaltnng. Fvesvaltaiig. Berlin. Freitag, den 89. Sept.. abends S'l, Uhr, bei Borker, Weberstr. 17: Sitzung (Vertvaltungs-. Bezirks- und Brauchenkounnissionen). Achtung! Bibliothek! Die Bibliothek des Verbandes Ist wieder eröffnet. Die Kollegen werden ersucht, die Bibliothek fleißig zu benutzen. Aus- gäbe der Bücher von 4—7 Uhr abends. Theuter-Vorsteltung Sonntag den 29. Oktober, abends 7 Uhr, in Moerners Fest- säten, Koppenstr. 29». Zur Äussührung gelangt:«vor Grat von I-axcniburs". Billett 50 Pf. Modelltischler. Montag, de» 2. Oktober, abends 8 Uhr. im„Noseuthaler Hof", Roscnibalcr Straße 11/12: ffukerosckentl. Krancheii-flekiammluiig. Tagesordnung: Stellungnahme zu der am 1. Oktober eintretenden Lohnerhöhung._ 89/11 Buchhandlung Vorwärts Lindcnsfr. 69(Laden). Soeben erschien:£46/20 Die JDrrtuiiiindjößfiifr. NeichSgesetz vom 14. Februar 1911. Von Albert Südekum. (Heft 12 der Sozialdemokratischen Gemeindepolltik.) Preis 1 M. Vereinsausgabe 40 Pf. «s-SehnklilkrMngLlnnllng.»»«-! Heute finde., die Bertreterwahlen zur Schneider- zwangst, tttttNg für die Standesamt$be2lrl(e Z,» und 5 nachmittags 5(chr im Evangelischen Vereinshaus, Oranicnstr. 106, statt. Ktiu Gegim der ZVangsillnvug vcrslium, sich an dieser Wahl zu beteiligen und gebe jeder die Liste der SSW"" Jnunngsgegner'WJ ab. Wegen der Legitimation verweisen wir aus die von der Innung zu- gesandle Mstteilung wegen der Wahl. 164/4» Jlai? zur Mabl! Verband der Schneider, Schneidcrinncu u. Wäschcarbcitcr Deutschlands, Filiale Berlin I. Scbaftianftr. 37. Tel.: Amt IV 9737. ÄPlÄ-IMalirer- t. Ortsgruppe Berti». Touren zum Sonntag, den 1. Oktober. 1. Abt.: 5 Uhr: Neu-Nuppin(Schä- ler). 1 Uhr: PichelSwerder(Alter Freund). Start: Bülowstr. 58. 2. Abt.: 12'/, Uhr: Lindenberg. Start: Schönleinstraße 6. 3. Abt.: 7 Uhr: Strcifzüge durch den Süd-Osten. 12-/, Uhr: Alt- Glienicke. Start: Lauiiper Platz 12. 4. Abt.: 6 Uhr: Schopsurt(Sd)ützcli« bauS). l'/j Uhr: Heiligeufeer Schweiz. Start: RuderSdorfer Straße 50. 5. Abt.: 1'/, Uhr: Familientour nach Hirschgartcn. Start: Elysium. 6. Abt.: 1 Uhr: Steglitz(Birken- Wäldchen). Start: Oderbcrger Str. 28. 7. Abt.: 8 Uhr:(Schuitzcljagd), Helligensccr Schweiz. 1 Uhr:(Fa> milientour) Heiligeufeer Schweiz. Start: Köslincr Straße 8. 8. Abt.: 8 Uhr: Bornim(Schwarzer Adler). 12 Uhr: Lindenberg. Start: Beusjelstraße 22. 9. Abt.:!>/, Uhr:(Schnitzcljagd) Hirschgartcn.«tarl: Schillingstr. 22. RgitationStottr 12'/, Uhr: Lindenberg. Es werden die Abteilungen dringend er- sucht, die Nachmiltagstouren umzu- arbeite,» und nach Liudcnberg zu sahrcn. Samaritersitzung Donnerstag, 5. Oktober, abends 9Uhr, bei Lehmann, Stralaucr Brücke 3. 'AbteiliiligStaschen sind milziibriugen. Das Erscheinen eines jeden Sama- riterS ist»otwcndig. 12)18 Lichtenberg«nd Umgegend. Vereins- und Agitationslolir nach Zcrpcnschieuje. Start 9 Uhr: Pjarr- straße 74. Möbel-Kngebot. Solides Möbelgeschäft liefert bürgerliche WohmingSelnrichtungcn sowie ein» zelne Möbel gegen mäßige Zinsvergütung bei kleiner Aiijahlung u. geringen «pstgtlichen Teilzahlungen. Sensragen unter PosUagertarte 16, Postamt 103. kein Sbzablinigogcrcbäft. söib» IMc reellsten nnd Mlllgsteu Möbel nnd Polster« oren auf Teilzahlung zu Kassenpreisen und Zinsvergütung erhält man in der seit 33 Jahren bestehenden Möbelfabrik unter lOjahriger Garantie 1 CaUiiIf* Heiehenberger 4Ö03L* H. dlilUll, Straße 6. Pfothan ManÄ 129 Skoliticr Str. 129. Die schönste» Herren-Winter-Paletots n. ölster und Anzüge UÄcn erstklassige, auf Seide gearbeitete Garderobe, von 46721. Kavalieren getragen, _ fast ncit, für jede Figur passend. ■ speziell Bailchnuzüge sind i» großer Auswahl stets zu staunend B billigen Preisen zu haben. Natkan Wand 129 Skalitzer Str. 129. «wchbahnstatiouKvttbuskrTor Itte auf Hausnummer zu achten. I Volksgartea-Theater. Säle für Vereine� und Gelverk» schastcn noch einige Sonnabende Irei bei kiilaiiten Bedingungen._ Stoffe Oamentuche, Eskimo, Mir. 2.50, und 4.50 an, Kammgarne, Cheviot, Mir. 3,00, 4,50 usw. Tuchlager Koch A Seeland 6. m. b. H, Etrlraailltiislr. Mi.«''ffei" Mlmg! KkÄ iciilmg! Meiner geehrten Kmidschast und Nachbarschaft zur Kenntnis, daß die Dissercnzen mit dem Unterzeichneten und dem Vertrauensmann der Bäcker und Konditoren zur Zusriedenheit beigelegt sind. 5829L Hochachtungsvoll August Franz, Bäckermeister, Nixdorf, Herthastraste 3. Der Vertrauensmann der Bäckor und Konditoren. Buchhandlung Vorwärts Lindenstr. 69(Laden). Neuerscheinungen t Das KoMluusrcht in DtuWand und der Boreutwurf z» einem deutsche» Strafgesetzbuch. Rcserat, gehalten von Dr. llcincniann. Berlin auf dem 8. Kongrest d er Gewerkschaften Deutschlands(Junl 1911). Preis 39 Pf. Sehörst Du zu uns? Eine Anrede an eliicii jungen Arbeiter. Von Heinrich Schuir. ' Preis 20 Pf. 246/19 Reparaturen. Spcz.: Un- erläßlich saubere Mensur für Schüler. Tonverbcsse- ruilg, aus Wunsch auch solche, die dem alt-italienischen Tone täuschend ähnlich ist. Wcjcut- liche Vorteile und eventuelle Ratenzahlung für Vorwärts. Abonnenten. Ungewöhnlich ehrende Anerkennungen. Lmil Toussaint Werkstitte fflr Kanstgeigenban in Berlin C., Joachimstr. IIa. Jecler Hrbcitcr, jeder Handwerker sollte zur Hrbeit d!e Lederbose Herkules trafen. Unerreichte: Leistungsfähigkeit. Allein-Verkaaf. Sehr starkes Leder in grauen u. braunen Streifen, auch einfarbig. Am Bund ans einem btück ge- arbeitet, wodurch besondere Haltbarkeit bedingt ist Sehr feste Kappnähte m. stark. Gates Schwer« Leilcr-Pilot-Tarihen. GroBo Flicken umsonst Troli dieser vielen und Anderer VorzDge kostet M die Herkules- Hose für£Ä ,» eA normale Mannes- Qr56e TS tvl. Oü Berufs- u. Schutzkleidung für alle Zw�i'�e der Gewerke u. Industrie, Sanitätsdienst usw, BAERSOHN Spezial• Haus gißten Maßstabs« CbauMeeslr._ Brückcastr. K Or. Fro akfurterstr. 30 Schönf,terg, Hauptstr. 19. Haupl K.-.raiog gratis und franko f�tchdr. verbov I Direkt.; Willi Cremer. j lllnton'Tksatgr.| lieb es sich nicht nehmen, trotz der Kürze seines Berliner Aufenthalts als Gast 1 Unter den Linden rn weilen.— Er hatte bei diosemBesuchGelejven- heit, ein Bild seiner eigenenFabrik zu sehen, das die Glanznummer dos Abnnds war. Im übrigen haben wir uns vergewissert, daß eine Aeußerung Edisons über die Bilder im Theater, die wir einer hiesigen Zeitung entnommen haben, nicht gefallen ist. Ein neuer Zusclmeide- Frei-Kursus im Schnittzeichnen, Zuschneiden u.Nähen d. gesamt. Dahlen- ü. Kind.-Garderob. sowie Wäsche beginnt am Montag, d. 2. Oktober. An- meldekarten, Pro- 5726* spekte grat. u. fr. Berliner Zuschneide-Akademie Dir. Kpiimer OraoiEflliiirp'SyUJiiyt. Eckhaus, am Hackeschen Markt Nähe Bahnhof Börse u. Zirkus Busch. Or. Simmel Spezial-Arzt für Haut- und Harnleiden. Prinzenslr. 41, JSSÄ. 10-2. 5-7. Sonntags 10-12. 2—4 s rbanf nur Im Fabrlkgebände!| M Sie sparen Geld! Hisel Terkaaf nur Im Fabrlkeebilade! Wenn-» Sie � Engrospreisen? in der Möbelfabrik* Walter Willi MaaO,8Ä-35f Ioouitwi 1UJ..■■Hl»■eiuvai«� �. a. III, 6157 kaufen. Verkauf nnr im Fabrikgebändc— nnr eigenes Fabrikat.— Auf Wunsch Teilzahlung. 35 HB Permanente Musterzimmer-Ausstellung;,■bb 35 ! Feiner Dänischer Kapitän-Kautabak in Rollen, Blinde] und Enden. General- Vertrieb: Karl Höcker, Berlin 0. 27. Grüner Weg 11»(Amt VII, 3861). wpeiiickcr Straße 13. Deitimgs-Ausgaliestellen und Inseraten-Amtahme. Z6entr»n>: Slwert S a b n i s K, Augiiststr. 60. Eingang Joachimstraße. 3. Wahlkreis, W.: Gust. Schmidt, Kirchbachsir. 14, Hochparterre. S. und SW.: Hermann Werner, Gneifenaustr. 72. 3. Wahl kreis: St. Fritz, Prinzenstr. 3l, Hof rechts Part, 4. Wahlkreis: Cit e n: Robert W e n g« ls. Gr. Franlsurterstr. 120. — Richard H a ck e l b u l ch, Petersburgerplatz 4(Laden). 4. Wahlkreis, S Ii d o st e n: Paul B ö b m. Lausiperviatz 14/16. 5. Wahlkreis: Leo Zucht, Jmmanuelkirchstr. 12(Hos). II. Wahlkreis(iMoahlt): Karl Anders, Salzwedelerstr. 8. Wedding: I. H ö u i i ch. Nazarethfirchftraße 4S. Rosenlhaler und Oranlenhnrger Vorstadt: Wilhelm B a u m a n n, Rheinsbergerstr. 67, Laden. Gesnnilhrnnnen: F. Trapp, Sieitinerstr. 10. kehlinhanser Vorstadt: Karl MarS, Greifenhagener Str. 27. 4 diershor: Karl Schwarzlose, Hoffmannstr. 9. Alt-Gllenleke: Wilhelm Dürre, Köpenilferilr, 6. ItaninschnlcnM'cg: H. Hornig. Marientbalerstr. 13, I. Reraan, Kilntgcntal, Zepernick, Schönow und Schön- briirk; Heinrich B r o s e, yohesteiiistr. 74, part. Rohnsdorr und Ealkenherg: Alois Laus, Bohnsdorf, Ge» nossenschasishaus.Paradies'. Vharlotteahnrg: Gustav Scharnberg, SeienHeimerstraße 1 Eichwaldc: Ost ar Mahle, Stubenrauchstr. 99. Erkner: Einst H o s f m a n n, Friedrichshagener Chaussee. Fredersdorf- Detershagen: E. H ö s e I b a r t h, PeterShagen. Frledeaan-Stegllta-Siidende-IZrc.ll-Elehtertelde-Eank. wlt?,: H. B c r n s c e, Alseustr. 6 in Sleglih.� Erledrlehshagea: Ernst W c r k m a n n, Kö l.rlinaa: Franz Klein, Friedrichsir. 10. dohaniiisthal: P i e I i ck e, Kaiscr-Wilhelm-Platz 6. liarlshorst: Richard Kllter. Rödelstr. 9, Ii. Rönlgs-Wasterhansen: Friedrich B a u m a N N, BaHnHofstr. 13. R öpenlek: Emil W i ß I e r, Kietzerstr. 3, Laden. Llrntenherg, Erledrlchsfelde, Hohenschttnhaasen: Otto Seilet, Wartenüergstraße 1(Laden). Rahlsdorf, Kaulsdorf: P. H e ß b e r g, Kaulsdorf, Ferdinand» straß« 17. ütnriendorf: August L e I p, Chausseestr. 296. Hos. ZIarlenfelde: Emil Weiuert, Dorsstr. 14. Xenenhngen: Johann Hübscher, Wolterstraß«. Xieder-Schöneweide:©ehrt, Britz erstr. 6. Xowawes: Wilhelm I a p v e, Friedrichsir. 7. Rher-Sehönewelde: Alfred Bader, Wilhelminenhosstr. 17 U. Daakow-X'ledersehöahansen: Riß mann, MüHlenftr. 30. Reinickendorf-«st, Wilhelmsruh und Sehönbola: P. G u r s ch, Provinzstr. 66, Laden. Rtxdorf: M. Heinrich, Neckarftr. 2, im Laden; Rohr, Siegfried» straße 28/29. Rnnmielsbnrg, Boxhagen:A. Rosenfranz, Mi-Boxbagen 66. SchUncbcrg: Wilhelm Säumler, Mariin Lutherstr. 69, im Laden Spandau, X'onnendamin, Staaken, Seegefeld und Ealkcnhagen: Koppen, Breitesir. 64. Tegel, Borsigwalde. Wittenau, Waldmannslnst, Bermsdorf mib Beinickendorf- West: Paul Kienast, Borsigwalde, Räujchstraße 10. Teltow: Wilhelm B o n o w, Teltow, Berliner Str. 16. Tempelhof: Frantz, Berliner Straße 76, Laden. Treptow: Rod. Gramenz, Kieshoizstraße 412, Laden. WelUcnscc: St. Fuhrmann,«redanstr. 105, parterre. Wilinersdorf-Hulensee-Schniargendorf: Paul Schubert, Wihelinsaue 26. ieenthen, Siersdorf: Ernst Hütt ig, Zeuthen, Dorsstr. 15. Sänitiiche Parteilileratur sowie alle wissenschaillichen Werte werden gelieseri. INübsI Lpezial-Geschäfl Auch Teilzahlung Große Frankfurter Straße 45—46, I u. II W'lhelm Misch H. Weltmann Nachf. Stefan Esders BERLIN C Kaiser-Wilhelm-Str. 41-42 Spandau er Strasse 70-71 Ulster Modernste Fassons Ersatz für Mali m. 37.- 52.- M, 60- 70- Nur eigenes Fabrikat ■""..• V a•>.»'«?.,•.....•; n y ..M».■ S M . r*-.'-f AI.-'t:.'.a?*?:■•■-'■"■'*•/*. Teilzahlung liefert auf bequeme bei kleinster Anzahlung in bekannter Güte (mit größter Rücksicht bei Krankheit and Arbeitslosigkeit) E.Cohn, Gr. Frankfurterstr. 58. Osseriere in nur frischer, schöner Ware t Xur ein Preis! Fette jimse Oänse 0,61 7—12 Pfund schwer. 112/2* Rur allererste C-ualitüt Giinseriinipft, Halbe Känse. Fetie Suppenhühner, fg. Brathühner. F. Wegner. SO. Mariannenstr. 34. .- ÄW, einen Kaufversuch machen, sicher sind Sie mein dauernder Kunde. Weshalb? Nur well Ich Ihnen reelle Ware zu erstaunend niedrigen Preisen verkaufte. Nur Well ich Ihnen trotz dieser kleinen Preise Teilzahlungen In kleinen Raten zugebilligt, obwohl mein Haus kein Kredithaus ist. Ergänzung«» Zwecken: Kleiderschränke tos 36m.«» Spiegelspinde».▼« 19m,»« Vertikos..•«•••▼•■ 36 m.»« Sofa mit Auszug..TO« 54m.»« Bettstellen.. Fodeiboiieu.«»,«tos OOM.aa Ausziehtische... to« 17 m« Garnituren-....todIAOm.« Küchen.......«« 46m,« EZ'jgl? NM' £m ■�autijasr.n* fiTlBlBli III iHillMÜPIiblil 1 Miß'WW�IMWWWWWWVWIsMIWWWtz| WM»_ I—————— LerantworUicher Redakteur: Richard Barth, Berlin. Für den Jnjeratenteit oerantw.: Th. Glocke, Berlin. Druck u. Berlag: BorwärtS Buchdruckeret u. Be rlagsanjtalt Paul Singer u. Co., Berlin bW» ii,.«». 28.m.w 3. Keilllge des Jormirte" lerliner NsldsdlM.» 29.»«. Partei- Hngelcgenbeiten. Die neue Lokalliste_____ ist der Heuligen Nummer des„V o r w ä r t s" beigelegt worden und wiederum richten wir an die gesamte Arbeiterschaft das dringende Ersuchen, die Lokalliste mehr zu beachten als bisher. Wir können in unserem fortwährenden Lokalkampfe nur Erfolge erringen, wenn wir unsere Hauptwaffe, den Lokalboykott, in der wirksamsten Weise benutzen. Jeden- falls dürfen wir niemals vergessen, daß für eine fruchtbringende Agitations- und Organisationsarbeit der Besitz freier Lokale die erste Vorbedingung ist. Dies wird uns am deutlichsten bei jeder Wahl bor Augen geführt. Darum ist es unbedingte Pflicht jedes Ar- beiters, alle Lokale zu meiden, die der Arbeiter- schaft zu Versammlungen verweigert werden. Beachtet die Arbeiterschaft diesen wiederholt an sie gerichteten Appell und handelt sie streng danach, so muß es uns ge- lingen, alle Lokale, die durch den Besuch der Arbeiterschaft erst ihre Existenz haben, auch zu Versammlungszwecken zu erobern. Wo uns aber Säle zu Versammlungen zur Verfügung stehen, bort können wir das Versammlungsrecht erst wirklich ausnützen, darum ist der Kampf um Versammlungsräume auch ein Kampf um das Versammlungsrecht. Deshalb: Beachtet stets die Lokallistek Zerner ersuchen wir die Vorstände und Komitees, bei allen ihren Veranstaltungen dafür zu sorgen, dah das notwendige Bedienungspersonal stets vom kostenlosen Arbeitsnachweis des Ver- bandes deutscher Gastwirtsgehilfen bezogen wird.(Ortsverwaltung Werlin, Grvtze Hamburger Straße 18/19. Tel. Amt III. 1813.) Außerdem ist es im eigenen Interesse der Vereine selbst dringend notwendig, daß allen Verträgen mit Lokalinhabern eine Klausel angefügt wird, wonach für den Fall, daß das betreffende Lokal später für Arbeiterversammlungen verweigert werden sollte, der Vertrag seine Gültigkeit verliert. Alle sonstigen Anfragen, Mitteilungen usw. sind stets durch die in der Lokalliste angegebenen Kommissionsmitglieder an den Ob- mann der Lokalkommission zu richten, soweit Lokale Berlins und der Kreise Nieder-Varnim, Teltow-Beeskow und Potsdam-Ost» Havelland in Frage kommen. Für die übrigen Provinzorte sind alle Anfragen direkt an den Obmann zu richten, in keinem Falle jedoch direkt an die Redaktion des«Vorwärts"; dies bitten wir zu beachten. Zum Schluß ersuchen wir die Parteigenossen, die jeweilige Lokalliste stets bis zum Erscheinen der nächsten aufzubewahren, sowie von allen in der Zwischenzeit eintretenden etwaigen Aende- rungen Notiz zu nehmen. Für verloren gegangene Listen kann jederzeit Ersatz von allen Kommissionsmitgliedern bezogen werden. Die Lokalkommission. Rixdorf. Der erste Vortragsabend über die ReichSversicherungs- ordnung für Parteifunktionäre findet heute. Freitag, abends präzise 8'/, Uhr, bei Hoppe(Inhaber Bartsch), Hennannstr. 49, statt. Ein- tritt nur gegen Vorzeigung der Berechtigungskarte. Der Vorstand. Zcrpcnschleuse- Groß-Schönebcck(Mark). Am Sonntag, den I. Oktober, nachmittags 3 Uhr, findet auf dem Steinsche» Grund- stück(zwischen Zerpenichleuse und Groß-Schönebcck an der Berlin- Prenzlauer Chaussee gelegen) eine öffentliche politische Versammlung statt, in welcher Reichstagsabgeordneter Genosse Stadthagen über.Kriegshetze und Teuerung" referieren wird. Gc- nassen, welche Bekannle in den betreffenden Orten haben, wollen dieselben auf die Versammlung aufmerksam machen. Falkeuhagen-Seegrfcld. Sonnabend, den 39. September, abends 7�/, Uhr, im Saale des Gastwirts Nicolay, öffentliche Versammlung. Tagesordnung: 1..Die Schreckensziele der Sozialdemokratie". Referent Landtagsabgeordneter Adolf Hoffmann. 2. Diskussion. Der Einberufer. Borssgwalde-Wittenan. Heute, Freitag, abends 7 Uhr. Hand- zetielverbreiwng von den bekannten Lokalen. Die Bezirksleitung. Berliner JVacbricbten. Aus der Stadtbcrordnetenversammlun?. Wieder hatten gestern die Stadtverordneten sich mit der Frage zu beschäftigen, welche Schritte gegenüber der herrschen- den Teuerung die Gemeinde tunsoll. Und wieder war es die sozialdemokratische Fraktion, die praktische Vorschläge zu einer Hilfsaktion machte. Unsere Genossen hatten den Antrag eingebracht, den Ma- gistrat zu ersuchen. Arbeitern und Beamten der Stadt die Löhne und Gehälter zu erhöhen und vorher nötigenfalls vorübergehende Teue- rungszulagen zu gewähren. Genosse W e y l, der den Antrag begründete, hob hervor, daß wirksame Hilfe nur von einer Aenderung der Neichsgesetzgebung zu erwarten sei. Aber die Gemeinde habe die Pflicht, auch ihrerseits helfend ein- zugreifen, und sie könne das zu allererst gegenüber ihren mit Sorge in die Zukunft blickenden Arbeitern und unteren Beamten. Die Freisinnigen machten zu diesem An- trag ein süßsaures Gesicht, wie immer dann, wenn sie Not- leidende nicht mit schönen Worten abspeisen können, sondern tatkräftige Hilfe gewähren sollen. Stadtverord- neter Cassel wendete ein, die frühere Teuerung sei doch schon durch Einkommensaufbesserungen berücksichtigt worden, bei der gegenwärtigen Teuerung aber werde Aehnliches sich nicht so ohne weiteres wiederholen lassen. Deutlicher noch sprach Stadtverordneter M o m m s e n sich gegen die von unseren Genossen beantragte Hilfsaktion aus, von der er ganz und gar kein Freund sei. Der Antrag wurde zunächst einem Ausschuß überwiesen. Zu einer lebhaften Debatte über die Stellung der Ge- meinde zum Wohnungswesen kam es aus Anlaß eines anderen Antrags der sozialdemokratischen Fraktion. Die Pflicht der Gemeinden, dem Wohnungs- elend der Großstadt durch zweckentsprechende Maßnahmen zu begegnen, sollte eigentlich längst unbestritten sein. In Berlin aber, wo die Hausagrarier in der Stadtverwaltung besonders einflußreich sind, gilt es immer noch als eine un- erhörte Forderung, daß die Gemeinde, wie der Antrg unserer Genossen es will, endlich ein Wohnungsamt schaffen, eine Wohnungsaufsicht einrichten, einen W o h- nungsnachweis bereithalten soll. Genosse H e i m a n n geißelte die Rückständigkeit, durch die der Berliner Stadt- Freisinn auf dem Gebiet der Wohnungsfürsorge noch immer ja unrühmlicher Weise sich auszeichnet. Er schilderte das Wohnungselend, das ein Eingreifen der Gemeinde nötig macht und in vielen anderen Gemeinden auch schon zu den geforderten Maßnahmen geführt hat. Die volle Beseiti- gung des Wohnungselcnds könne man nur von der Beseiti- guug der heutigen Wirtschaftsordnung erwarten, aber Pflicht der Gemeinden sei es, schon heute die schlimm st en Auswüchse zu beseitigen, und das sei in der Tat schon heute möglich. Ob im Magistrat der nötige Wille hierzu vorhanden ist, das kann nach den Erklärungen des Stadtrats F i s ch b e ck einigermaßen zweifelhaft erscheinen. Ueberraschend war seine schließliche Erklärung, daß schon etwas in Vorbereitung sei und der Magistrat näch- stens darüber verhandeln werde. Daß bei einem großen Teil der Stadtverordnetenversammlung der Wille, eine Woh- nuugsfürsorge zu schaffen, bestimmt nicht vorhanden ist, ergab sich aus den Ausführungen mehrerer Freisinns- �e d n e r, die die Interessen der Hausagrarier mit Mfer verfochten. Einer sprach das große Wort gelassen aus, daß im Wohnungswesen Berlin turmhoch über allen Städten der Welt stehe. Wie wenig das zu- trifft, zeigte nachher noch Genosse Z a d e k. Der Antrag wurde einem Ausschuß überwiesen, vor den der Magistrat schon mit bestimmten Beschlüssen hintreten will. Wir sind neugierig auf diese Beschlüsse. Sang- und klanglos wurde schließlich noch die Lust- barkeitssteuer begraben. Der Magistrat zog sie end- lich zurück, weil auf Annahme nicht mehr zu rechnen ist, und die Versammlung stimmte debattelos zu. Ohne Debatte ge- nehmigte sie dann auch, daß für den voreilig in den Etat eingestellten„Ertrag" der Lustbarkeitssteuer nunmehr zur Herstellung des Etatgleichgcwichts 1 Million aus dem Ueberschuß des letzten Etatsjahres entnommen werden soll. Die FraktionSgrnppierung im Rathause hat insofern eine kleine Aeiideruiig erfahren, als die kleine, sechs Mitglieder zählende Sozialfortschrittliche Gruppe der Freien Fraktion Ibei- getreten ist. Es scheint, daß einige Herren, die in der dritten Abteilung gewählt sind, bei der bevorstehenden Wahl um ihr Mandat bangen. Das kam in einer liberalen Wähler- Versammlung für den fünften Wahlbezirk der zweiten Abteilung zum Ausdruck, die sich mit der Aufstellung des Kandidaten beschäftigte. Stadtverordneter Barth schlug einen Bezirksvorsteher Heinze vor, während Stadtverordnetenvorsteher Michelet von der Freien Fraktion�Herrn Ullstein in Vorschlag brachte, der bisher der Sozialfortschrittlichen Gruppe an- gehörte und den 7. Bezirk der dritten Abteilung vertrat. Herr Ullstein befürchtet offenbar, daß dieser Bezirk an die Sozialdemokraten verloren geht und er dann aus dem Rathause hinausgcwählt wird, deshalb sieht er sich rechtzeitig nach einem Mandat in der IL Abteilung mit Hilfe der Freien Fraktion um. Herr Cassel meinte, er könne es nicht billigen, daß ein Vertreter der III. Abteilung sein Mandat ohne Kampf dem Gegner überlasse. Es sei vielmehr Pflicht, dieses Mandat zu verteidigen. Sei Herr Ullstein gewillt, den Kampf zu wagen, dann werde man ihn im 7. Bezirk vor dem Halleschen Tore mit allen Mitteln auf das kräftigste unterstützen. Daher liege auch keine Veranlassung vor, hier im 5. Bezirk von der wohlerwogenen Kandidatur des Herrn Heinze abzusehen. Bezirksvorsteher Rüthling sprach den Wunsch aus, daß kein neuer Streit um die Kandidatur im 5. Bezirk entbrenne, daß Herr Stadtverordneter Ullstein den Kampf im 7. Bezirk mannhaft mit Unterstützung aller bürgerlichen Parteien auf- nimmt und, wenn er dann unterliegen sollte, ein Mandat in einem anderen Bezirk erhalten kann. Nachdem noch mehrere Redner in ähnlichem Sinne sich ausgesprochen und Stadt- verordnetcn-Vorsteher Michelet geäußert hatte, daß bei der Fusion der Sozialfortschrittlichen Gruppe allseitig das Bestreben vorgeherrscht habe, die liberalen Fraktionen fester zusammen- zuschließen, sie einander zu nähern, die Gegensätze zu über- brücken und das Freundschaftsverhältnis zu stärken, wurde einstimmig beschlossen, den Bezirksvorsteher Franz Heinze als Kandidaten zu proklamieren. Unsere Genossen werden natürlich alles aufbieten, um das Mandat im 7. Bezirk der Sozialdemokratie zuzuwenden. Bon einem Eisenvahnzuge überfahren und getötet wurde vorgestern abend der 43jährige Lokomotivführer Fritz Elsner aus der Spiel- hagenstrasze 14 in Charlottenbiirg. Als gegen Ve9 Uhr ein Güterzug die Hainburg-Lehrtcr Bahnstrecke in der Nähe der Spandauer Chaussee passierte, bemerkte der Lokomotivführer plötzlich unmittelbar vor dem Zuge ein Hindernis auf den Schienen, das jedoch, da der Train nicht mehr rechtzeitig zum Halten gebracht werden konnte, über- fahren wurde. Bei Äbsuchung der Strecke fanden die Beamten auf dem Bahnkörper die zerstückelte Leiche eines Mannes, in dem aus vorhandenen Legitimaiionspapieren der oben erwähnte Elsner fest- gestellt wurde. Wie mehrere Personen bcobackitet haben, hat sich Elsner unmittelbar vor dein heraimahenden Güterzuge auf das Gleis geworfen, e-3 liegt also Selbstmord vor. Der Lebensmüde, ein sehr tüchtiger Beanuer, war längere Zeit an einem schweren Beinleiden erlrankt gewesen und.sollte gestern wieder zum ersten Male Dienst tun. Was den Bedauernswerten in den Tod getrieben hat. ließ sich bisher einwandfrei nicht feststellen, doch ist anzu- nehmen, daß Elsner infolge seiner langen Krankheit schwermütig geworden und die Tat in einem Anfalle von Geistesverwirrung verübt hat. Hingerichtet wurde gestern früh auf dem Gefängmßhofe in Plötzensee der Arbeiter Bunde, der wegen Erschießung deS Gefreiten Brandt in Döberitz zum Tode verurteilt worden war. Die Nachricht von der Hinrichtung wurde gestern durch rote Plakate an den Säulen bekanntgegeben. Im Tiergarten erschossen hat sich ein unbekannter junger Mann. Seine Leiche wurde an der Stülerstraße in der Nähe der Venus auf- gefunden und nach dem Schauhause gebracht. In den Taschen des Toten fand man Papiere, die auf den Namen eines im Jahre 1886 geborenen Gärtnergehilfen Benno Krause lauten. Zu der Mordgcschichte in der Britzer Straße wird mitgeteilt, daß nach gründlicher Durchgrabung des Gartens die weiteren Ar- beilcn eingestellt worden sind. Der Keller wird nicht aufgegraben. Die Gardepioniere und die Kriminalpolizei verließen heute nachmittag kurz vor 2 Uhr den Platz. Ein Fahrradmardcr wurde vorgestern nachmittag in Rixdorf auf frischer Tat ertappt. Als der Packer Friedrich aus Berliu vor dem Haufe Weichfelftr. 3ö einen Augenblick fein Rad hinstellte, bemerkte er, daß sich jemand daran zu schaffen machte und schließlich damit davonfuhr. Friedrich lies mit anderen vorüberkommenden Leuten dem Diebe nach. Dieser sprang, als er sich verfolgt sah. von dem Fahrrade ab und lief in ein HauS. Hier wurde er in der im vierten Stockwerk befindliche» Waschlüche ermittelt und festgenommen. Er entpuppte sich als ein vielfach vorbestrafter 23 Jahre alter Drogist Bielhauer aus der Zictenstraße zu Rixdorf. Ja der Maske eines EisenbahnsekretärS tritt ein Mietsschwindler auf, der in den letzten Tagen besonders Rixdorf unsicher gemacht hat. Er erzählt den Vermieterinnen, daß er auS Westfalen nach Berlin versetzt worden sei, läßt sich mehrere Tage gut bewirten und borgt dann die Wirtinnen unter der Vorspiegelung, daß er a»gen-> blickiich nur eine große Banknote bei sich habe, auch noch um bares Geld an, damit er die Leute, die ihm die Sachen von der Bahn brächten, bezahlen könne. Sobald er das Geld hat, verschwindet er und läßt sich nicht wieder sehen. Der Gauner ist eiwa 39 Jahre alt, mittelgroß und kräftig, hat blondes, kurzgeschnittenes Haar, englisch gestutzten Schnurrbart, gutgepflegte Hände und an der linken Gesichtsseite mehrere große Narben, die wie«Schmisse" aussehen und trug ein schwarzes Jackett mit Weste, eine gestreifte Hose, einen alten Strohhut mit grünem Band, gelbe Schnürschuhe und einen Kneifer mit goldener Fassung. Im stödtischeu Obdach vom Tode überrascht wurde ein alter Mann, dessen Persönlichkeit noch nicht bestimmt festgestellt werden konnte. Wahrscheinlich ist er einem Herzschlage erlegen. Der Ver- storbene hatte Papiere auf den Namen eines im Jahre 18ö9 in Königsberg i. Pr. geborenen Kellners Max Haas bei sich. Er ist ein schlanker Mann mit grauem Kopshaar und grauem spitz- geschnittenem Vollbart. Bekleidet war er mit einer schwarzen Hose und Weste, einem blauen Jackett und einem steifen Hut. Eine mysteriöse BcrgiftungSgeschichte beschäftigt die Kriminal Polizei. Sie spielt in der Danziger Straße in einer Schankwirtschaft, in der die Leute, die das Asyl aufsuchen, noch einzukehren pflegen, um, wie sie es nennen, rasch noch einen„abzubeißen". Ein 33 Jahre alter obdachloser Mann namens Regh traf vor- gestern abend in der Winsstraße einen ihm unbekannten Mann, der sich für einen Klempnermeister ausgab, und ihn nach dem bezeichneten Lokal einlud. Hier gab der Klempnermeister dein Regh ein Glas Bier zum besten. Während der Unterhaltung zog er dann eine Flasche aus der Tasche und bot sie ihm mit der Frage an, ob er nicht einen trinken wolle. Regh dankte und er- klärte, daß er abends leinen Schnaps trinke. Jetzt gab ihm der Unbekannte die Flasche für später und ging dann weg. Während Regh noch bei seinem Glas Bier sitzen blieb, kamen andere Gäste dazu, darunter auch ein 36 Jahre alter obdachloser Karl Haber- land. Dieser schlief bald ein. Als der Wirt ihn weckte und aufforderte, weiterzugehen, rief ihm Regh zu, hier trink einmal und reichte ihm die Flasche, die er von dem Unbekannten erhalten hatte. Haberland nahm einen kräftigen Schluck, spie dann aber sofort alles wieder aus, taumelte zur Tür hinaus und brach auf der Straße zusammen. Im Krankenhaus am Friedrichshain, wo- hin man ihn brachte, stellten die Aerzte fest, daß er statt Schnaps eine ätzende Flüssigkeit getrunken hatte, allem Anschein nach Salz- säure. Regh wurde verhaftet und nach dem Polizeipräsidium gebracht. Seine Darstellung, wie er in den Besitz der Flasche gekommen sei, wird von dem� Schankwirt bestätigt. Die Ermitte- lungen ergaben, daß der angebliche Klempnermeister schnellen Schrittes die Greifswalder Straße hinuntergegangen ist und einen Straßenbahnwagen bestiegen hat. Auf dem Wege zur Straßen- bahn warf er eine Flasche weg, die in Scherben ging, der Inhalt dampfte. Der von der Kriminalpolizei gesuchte Mann ist unge- fähr 59 Jahre alt und mittelgroß, hat dunkelblondes Haar mit angehender Stirnenglatze und einen dunkelblonden Schnurrbart. Er sieht gesund aus und trug eine Brille mit starkem weißen Gestänge. Wer über ihn irgend etwas mitteilen kann, wird ev» sucht, sich unverzüglich bei der Kriminalpolizei zu melde», Sturmflllge in Johannisthal, Der Donnerstag hat gezeigt, was die Flugmaschinen zu leisten vermögen. Noch vor einem Jahr hätte niemand es für möglich gehalten, daß ein Pilot bei 12 Meter Wind und darüber seine Maschine besteigen und so schwierige Flüge ausführen würde, als man es gestern sehen konnte. Der Wind maß über dem Boden 14 Sckundenmeter. Um 3,22 Uhr knatterte auf dem alten Start« platz der Harlan-Eindecker los und wenig später kam'das Flugzeug über den Platz hinweg auf die Haupttribüne zu. Es war ein gewaltiger Kampf, den Hoffmann gegen den Sturm zu be- stehen hatte. Die Böen, die kurz aufeinander aus West und Südwest über den Platz fegten, rissen den Eindecker bald auf 59 Meter empor, bald drückten sie ihn zu Boden, so daß man alle Augenblicke an einen Sturz glaubte. Aber der 199pferdige Motor hielt glänzend durch und allen Schwierigkeiten zum Trotz flog Hosfmann fast 15 Minuten ehe er landete, um einen bei dem ungeheuren Druck locker gewordenen Spanndraht nachziehen zu lassen. Fünf Minuten später sah man ein zweites Flugzeug. Es war Witte, der mit seinem in der Nacht reparierten Wright-Doppelbecker sich empor- wagte. Einmal funktionierte die Verwindung nicht ganz ordnungs- gemäß, denn plötzlich sah man den Doppeldecker sich in einem Winkel von nahezu 45 Grad überlegen. Ein Sturz schien unvermeidlich. doch Witte brachte mit großer Geistesgegenwart und Kaltblütigkeit seine Maschine wieder in die wagerechte Lage und flog unter dem tosenden Beifall der Stchplatzbesuchcr weiter. Eine Stunde und 23 Minuten hielt er sich in der Lust, dann mußte er landen, weil sich zwei Zündkerzen des Motors gelockert hatten. Engelhardt erschien wieder mit dem Baby-Wright auf dem Plan, flog jedoch nur 13 Minuten, da er infolge einer Motorpanne vor seinem Schuppen niedergehen mußte. P i e t s ch k e r, der erst nach 4� Uhr herauskam, stieg in glänzender Manier auf 259 Meter und legte, ohne sich von dem Wind hindern zu lassen, Runde um Runde zurück. Später starteten S u v c l a ck und Schauenburg. Melly B e e s e fand die Witterung doch zu ungünstig, um den Flug allein zu wagen. Sie stieg deshalb als Passagierin mit Hirth auf, der aber ebenfalls schon nach einigen Runden niederging. Schwan dt und Kahnt flogen diesmal mit ihren Grade-Rennmaschinen, als sich nach 5 Uhr der Wind etwas gelegt hatte, auf kürzere Zeit. Die offiziellen Zeiten des gestrigen Tages sind folgende: W it t e 1 Stunde 23 Minuten, Pietschker 1 Stunde 6 Minuten, Hoffmann 1 Stunde 5 Minuten, Suvelack 57 Minuten. Schauenburg 49 Minuten, Engelhardt 47 Minuten. Schwankt 39 Minuten, Schirrmeistcr29 Minuten, Hirth 8 Minuten, Kahnt 4 Minuten. Berliner Adreßbuch 1912. Der Verlag deS Adreßbuches hat den Hauseigentümern und Verwaltern die HauSlisten für den Jahrgang 1912 zur Verteilung an die Haushaltungsvorstände soeben zugehen lassen. Es ist dringend geboten, daß die Haushaltungs- vorstände die Listen persönlich ausfüllen, weil nur dadurch die genaue Schreibweise des Namens verbürgt wird und weil nur auf diese Weise die Wünsche der Eintragenden(Zusätze zur Berufs- oder Standesbezeichuung, Angabe der Sprechstunde usw.) zuverlässig erfüllt werden können. Die Abholung der Listen beginnt bereits am Montag, 2. Oktober, weshalb sofortiges Ausfüllen der Liste an- gezeigt erscheint. Im Wissenschaftlichen Theater der Urania wird der am 4. Oktober stattfindende Vortrag von Herrn Dr. Wilhelm Verndt„Geheimnisse der belebten Natur in lebenden Bildern" zum Gegenstande haben. nachdem Professor Dr. Heck in einem früheren zoo-kinematographischen Vortrage das Großtierleben geschildert hat. In dem Vorträge werden neben einer großen Zahl für denselben angefertigter FilmS über besonders interessante lebenswichtige Vorgänge im feinsten Gcfüge der Organismen zahlreiche Aufnahmen des bekannten KinematoskopikerS, Professor Comandon-Paris, zur Vorführung gc> langen, die im vorigen Ninter in wissenschaftlichen Kreisen großes Aufsehen erregten. Die Urania ist bereits sehr erfolgreich auf dem Gebiete der Bewegungsphotographie hervorgetreten und findet in ihren im besten Sinne volkstümlichen Bestrebungen, den Kinemato- grapben zu einem gediegenen Volksbildunosmittel zu gestalten, bei den staatlichen und städtischen Behörden eifrige Förderung. Vorort-JVacbricbtcn. Charlottenburg. In der Charlottenburger Stadtverordnetenversammlung vom Mittwoch teilte der Magistrat zunächst mit, daß er dem Beschluß auf Einsetzung einer gemischten Deputation betreffend Maßregeln gegen die Lebensmittelteuerung beigetreten ist. Der Deputation gehören die Genossen Lehmann und Hirsch an. Nach Erledigung einer Reihe von Vorlagen, die Nachbewilli- gungen verschiedener Etatspositionen betrafen, lvandte sich die Versammlung zur Beratung der Vorlag« betreffend Ausdeh- nung des Seefischmarktes. Bereits im Februar ist der Fischereigesellschaft„Nordsee" das Fleischschauamt für einen Tag in der Woche unentgeltlich zur Abhaltung von Seefischmärkten zur Verfügung gestellt worden. Die Beteiligung der Bevölkerung war eine sehr rege, es wurden an manchen Tagen nicht weniger als 5000 Pfund Fische verkauft. Der Magistrat ersucht deshalb um die Ermächtigung, die Verkaufstage nach Maßgabe des er- forderlichen Bedürfnisses zu vermehren, und zwar beabsichtigt er zunächst eine Ausdehnung um einen Tag, der Verkauf soll bis auf weiteres jeden Mittwoch und Freitag stattfinden.— Die Vorlage begegnete im allgemeinen großer Sympathie, wenn es auch nicht an Stimmen fehlte, die sich dagegen wandten, daß die Stadt den Gewerbetreibenden Konkurrenz macht. So erklärte Stadtverord- neter Liepmann snationalliberal), er sei prinzipiell ein Gegner der Vorlage, aber mit Rücksicht auf den allgemeinen Notstand sei er bereit, sich über die prinzipiellen Bedenken hinwegzusetzen. Die Einführung weiterer Verkaufstage dürfe jedoch nur eine vorüber- gehende Maßregel sein, solange der große Notstand und die Teurung anhalte. Er beantragte die Ueberweisung der Vorlage an die ge- mischte Deputation. Diesem Antrage trat Genosse Scharrnberg entgegen, der mit Recht bemerkte, daß das auf eine Verschleppung hinauslaufe. Er begreiße nicht, wie wan auf den Gedanken kommen könne, jetzt, wo der Fischmarkt einen regen Zuspruch hat, ihn Plötzlich aufzuheben. Aus eigener Erfahrung wisse er, daß eine große Anzahl von Frauen die Verkaufsstellen gar nicht erst auf- suchen, weil sie zu lange auf die Abfertigung warten müßten. Es sei deshalb ratsam, den Seefischmarkt auf 4 Tage in der Woche auszudehnen. Auch sei es notwendig, den Vertrag mit der Gesell- schaft zu kündigen und einen neuen Vertrag abzuschließen, der auch die Lieferung von Räucherwaren vorsieht.— Der Vertreter des Magistrats, Stadtrat Gottstein, bemerkte, daß es sich bei der Vorlage zwar nur um eine kleine Maßnahme zur Lrnderung des Notstandes handele, die sich aber über Erwarten hinaus bewährt und sich als eine Wohltat für die ärmere Bevölkerung erwiesen habe. Wenn es notwendig sei, würbe die Zahl der Verkaufstage noch vermehrt werden. Er gebe zu, daß auch Räucherwaren ein gutes Nahrungsmittel sind, aber dem Vorschlage des Vorredners könne er nicht folgen, da die Stadtverordnetenversammlung ausdrücklich den Verkauf von Räucherwaren ausgenommen habe. Von einer Ueberweisung an die gemischte Deputation bitte er aus praktischen Gründen Abstand zu nehmen, denn die Verhandlungen könnten sich dann so in die Länge ziehen, daß die ganze Einrichtung vernichtet wird.— Unter Ablehnung des Antrages Liepmann wurde hierauf die Magistratsvorlage mit großer Mehrheit angenommen. Eine Vorlage betreffend Beihilfe für den Verein Säuglingsheim wurde einem Ausschuß von S Mitgliedern überwiesen. Es handelt sich darum, daß dem Verein zum Zwecke der Verzinsung einer auf den von ihm geplanten Erweiterungsbau aufzunehmenden Hypothek eine jährliche Beihilfe von 8000 M. bewilligt werden soll. In der Debatte machte Genosse Vogel darauf aufmerksam, daß die Gefahr bestehe, daß der Staat von den 8000 M. eine Schenkungssteuer erhebe. Stadtrat Sehdel erwiderte, der Fiskus erhebe allerdings in neuerer Zeit von Zu Wendungen der Städte eine Steuer, aber zu Unrecht. In dem vorliegenden Falle werde er nicht so leicht eine Steuer erheben können, weil die Stadt sich ja für das Geschenk eine Gegenleistung von dem Verein ausbedungen habe. Er hoffe, daß es möglich sei, hie Steuer abzuwehren. Die Vorlage betreffend die vorläufige Einrichtung des Lietzenseegeländes als Park gelangte nach kurzer De- batte, in der Genosse Will die Bedeutung des Volksparks hervor- hob, aber die ausgeworfene Summe von 5000 M. als unzulänglich bezeichnete, zur Annahme. Eine längere Debatte knüpfte sich an eine Interpellation Dr. Rothholz und Genossen, durch die beim Magistrat angefragt wird, ob genügend Vorkehrungen getroffen sind, um die üblen Aus- dünstungen des Lretzensees, die in diesem Sommer den Südwesten Charlottenburgs schwer beeinträchtigten, in Zukunft zu verhindern. Im Laufe der Diskussion stellten Vertreter des Magistrats wiederholt fest, daß die schlechten Gerüche durch die energischen Maßregeln der Verwaltung beseitigt seien und daß Vorsorge gegen ihr Wiederauftreten getroffen sei. Der Stadt- verordnetenversammlung werde eine Vorlage zugehen, die Maß- nahmen gegen die Wiederkehr übler Gerüche vorschlägt. Im Gegen- satz zu der Ansicht des Magistrats gab Genosse Vogel der Meinung Ausdruck, daß der Lietzensee ein Danaergeschenk sei, und daß es wohl kaum möglich wäre, die üblen Gerüche für alle Zeiten zu beseitigen. Der letzte Punkt der Tagesordnung betraf einen Antrag Stadt« Hagen und Genossen, der den Magistrat ersucht. Erwägungen an- zustellen, in welcher Weise die Unzuträglichkeiten zu beseitigen sind, die sich bei der städtischen Müllabfuhr herausgestellt haben, insbesondere ob und wann sich eine Verbilligung der Müll- abfuhr erreichen lasse. Nach lebhafter Debatte, die u. a. dem Genossen Vogel Veranlassung gab, die mangelhafte Teilung des Mülls durch das Publikum als eine Folge mangelhafter Bekannt- machung der betreffenden Vorschriften zu rügen, wurde der Antrag mit einem Zusatzantrag angenommen, durch den der Magistrat ersucht wird, baldigst den Stadtverordneten mitzuteilen, wie hoch sich die Kosten für die Müllabfuhr auf den Kopf der Bevölkerung belaufen. Wilmcrsdorf-Halensee. Aus der Stadtverordnetenversammlung. Mik einer Tages- ordnung, die für das Groß-Berliner Gemeinwesen im ganzen von hervorragender Bedeutung ist, hatte sich die Stadtverordnetenver- sammlung von Wilmersdorf in ihrer Sitzung vom Mittwoch zu befassen. Eine Anfrage der Stadtverordneten Cohn und Genossen verlangte Auskunft über die Ursachen des Gewölbe- einsturzes in der Turnhalle des Bismarck. Gymnasiums, bei welchem mehrere Arbeiter verletzt wurden. Die Auskunft des Stadtbaurats Herrnring in dieser Frage war herzlich nichtssagend. Sie schob die Schuld den Ar- beitern zu, die der Gefahr gegenüber zu leichtsinnig gewesen wären. Diese Erledigung der Angelegenheit, der sich noch später die Rede- Wendung hinzugesellte, daß es der Stadt an genügender Befugnis zum Einschreiten fehle, war selbst etlichen bürgerlichen Stadtver- ordneten zu stark. Unserem Parteigenossen Riedel aber fiel die Aufgabe zu, darauf hinzuweisen, daß es sich auch hier wahrscheinlich wieder um eine Folge der Akkordarbeit und des S u b- missions Wesens gehandelt habe; und für die Nichtachtung, die in der städtischen Verwaltung den Arbeiterinteressen gezollt wird, ist es bezeichnend genug, daß der Stadtbaurat nicht einmal zu sagen wußte, welche Arbeitsmethode die in Betracht kommende Baufirma bei dem städtischen Bau anwandtet Es kam nunmehr ein Antrag zur Beratung, wonach die Stadt- verordnetenversammlung den Magistrat ersuchen soll, bei der könig- lichen Staatsregierung dahin vorstellig zu werden, daß diese baldmöglichst geeignete Maßnahmen gegen die Lebensmittelteuerung ergreife. Der Antrag war von den Fortschrittlern ausgegangen, doch trug er auch die Unterschrift einiger Mitglieder der großen nationalliberal- konservativen Fraktion. Nachdem Stadtverordneter Dr. Edel den Antrag in wenigen Worten begründet hatte, erkannte Stadtrat S t e i n d o r n im Namen des Magistrats an, daß die Bevölkerung sick hinsichtlich der Lebensmittelteuerung in ernsten Zeiten befinde und noch der Magistrat die städtische Behörde von Berlin uR die E i kk. berufung einer Konferenz der Groß-Berliner Gemeinden ersucht, doch sei zu diesem auch von der Stadt Charlotten» bürg gewünschten Vorgehen bis jetzt noch keine Ein- ladung ergangen. Die gesamte Bevölkerung Groß-Berlins habe ein Recht, zu verlangen, daß eine billige und gute Er- n ä h r u n g das höchste Ziel der Politik sei. Die große Kaufkraft der Gemeinden Groß-Berlins könne als Preisregulator auf dem Lebensmittelmarkt wirken und— dem Kleinhandel nützen. Diese volkswirtschaftlich nicht ganz klaren Darlegungen schienen bedeuten zu sollen, daß der Magistrat vorab das Nötige gegen die Teuerung getan habe. Wenigstens faßte der Stadtverordnete Schröder die Antwort so auf. Der sozialdemokratische Redner wandte sich zunächst gegen den fortschrittlichen Antrag, dem man wohl in Rücksicht auf die Unterzeichner von der Rechten eine möglichst unverbindliche Fassung gegeben habe. Die Regierung habe es leicht, im Falle der An- nähme des Antrages dem Magistrat zu antworten, daß die An- regung zu spät komme, da sie bereits„geeignete" Maßregeln gegen die Teuerung ergriffen habe. Daß die Eisenbahnfrachtermäßi- gungen nicht entfernt genügten, daß vielmehr eine Oeffnung der Grenzen notwendig wäre, sei eine Sache für sich; doch könne eine Stadtgemeinde sich unmöglich einzig auf die Jnitiatwe einer schütz- zöllnerischen Regierung verlassen, wenn sie ernsthaft der drückenden Not des Volkes wehren wolle. Vielmehr habe der Magistrat von Wilmersdorf ohne Rücksicht auf die Haltung der Staats- behörden und auch ohne Rücksicht auf die Unlust der Ber- liner Kommunalhäupter selber Hand ans Werk zu legen und durch möglichst billigen Ankauf der not- wendigsten Lebensmittel der Bevölkerung zu dienen. Um aber dem Einwurf zu begegnen, daß eine derartige Betätigung der Gemeinde schnurstracks in den immer noch gefürchteten ZukunftS- staat führe, sei darauf zu verweisen, daß in der Fleischnotdebatte zu Anfang dieses Jahres selbst ein preußischer Minister den Ge- memden diesen Weg empfohlen habe. Hier könne im ernsteren Sinne als vor 14 Tagen bei der Bewilligung der 50 000 M. für ein olonialdenkmal selbst für den �all, daß die Stadt bei der Abwehr der Not Geld zusetzen sollte, von lächerlich ge- ringen Summen gesprochen werden; bei der hier notwendigen Aktion handle es sich, um abermals das Wort eines Kolonial- Patrioten anzuwenden, gleichfalls um„Bein von unserem Bein". Insbesondere habe die Stadt aber auch die Pflicht, den städtischen Beamten und Arbeitern in der Not bei- zustehen. Es sei daher zu empfehlen, daß den städtischen Beamten mit einem Gehalt bis zu 3500 M. sowie den nicht fest Angestellten eine Teuerungszulage von 200 M. und den städtischen Ar» beitern gleichfalls eine diesen Sätzen entsprechende TeuerungS. zulage gewährt werde. Eine eingehende Erörterung, an der sich u. a. die Stadt- verordneten Härtung, Gründling, Leidig, Heinitz und Moll beteiligten, folgte nunmehr. Sie endigte damit, daß die verschiedenen in dieser Frage gestellten Anträge einem A u S- f ch u s s e von neun Personen überwiesen wurden, dem u. a. auch der Stadtverordnete S ch r ö d e r(Soz.) angehört. Verhältnismäßig kurz war die Erörterung deS Antrages Dr. Leidig und Genossen, den Bau eines städtischen Ge- nesungs- und Erholungsheims betreffend. Es sollen hier Männer und Frauen, die einer ständigen ärztlichen Behand- lung nicht bedürfen, aufgenommen werden; Kinder hingegen nur, soweit sie das sechste Lebensjahr vollendet haben. Sämtliche Redner erklärten sich mit dem Grundgedanken des Antrages ein- verstanden; der sozialdemokratische Stadtverordnete Riedel empfahl dem Magistrat bei dieser Gelegenheit, bis zur Fertig. stellung des städtischen Instituts das vortreffliche Genesungsheim, das die Wilmersdorfer Ortskrankenkasfe in Groß- B e st e n errichtet hat. besser als bisher zu berücksichtigen. Nachdem es in dieser Frage zwischen den Stadtverordneten Moll und Leidig aus nebensächlichem Anlaß zu einem heftigen Zu- sammenstoß gekommen war, fand der Antrag auf Errichtung oes Heims e i n st i m m i g Annahme. Nach längerer Debatte, in der Stadtverordneter Riedel ein- dringlich für die Aufnahme des Sattlers Böttcher in die Wähler- liste eintrat, erledigte die Stadtverordnetenversammlung die Ein» spräche dreier Einwohner dadurch, daß sie den Einspruch von Wölf. ling und Böttcher zurückwies, den von Waschner hingegen aner- kannte. Die Beratung deS OrtSstatutS über die Einschränkung der Sonntagsruhe in offenen Verkaufsstellen mußte vertagt werden, da sich bei der Abstimmung die Beschluß- Unfähigkeit der Versammlung herausgestellt hatte. Lichtenberg. Die ZeitungSspedition ist von der Kronprinzenstr. 4 nach der Wartcnbergstr. 1(Laden) verlegt. Friedrichshagen. Eine Theatervorstellung veranstaltet der hiesige BildungSauSschuß am Sonnabend, den 30. September, abends S1/� Uhr,_ bei Lerche, Friedrichstr. 112. Zur Auisührnng gelangen die drei Einakter: „Abschied vom Regiment",.Die sittliche Forderung" und.Die Lore" von Otto Erich Hartleben. Der Eintrittspreis beträgt 60 Pf. Die Plätze werden wie in der Freien Volksbühne ausgelost. Jugendveranstaltungea. Schöneberg. Sonntag, den 1. Oktober: Ausflug nach dem Kaiser- Wilhelmturm. Tresspunkt morgens 7 Uhr am Bahnhof Schöneberg. Gerichts-Leitung» Das störende Wahlrechtshoch. Bor dem Amtsgericht Berlin-Mitte(Abteilung 143) hatte sich gestern ein Arbeiter Kaulbarsch auf die Anklage d«S„groben Unfugs" zu verantworten. Er sollte am 4. Juli abends gegen 11 Uhr nach Schluß einer Volksversammlung mit einer Menschen- menge durch die Schönhauser Allee gezogen sein und übermäßig laut„Hoch das allgemeine Wahlrecht!" gerufen haben. Von der Polizei war durch Strafmandat ihm eine Haftstrafe von 2 Wochen zudittiert worden; auf seinen Widerspruch hatte darüber das Gericht zu entscheiden. Der Angeklagte erklärte, er habe bei einem Wahlrechtshoch nur seinen Hut gehoben, aber nicht mitgerufen. Polizeileutnant Roth bekundete über die Menge, die ihm in der Schönhauser Allee entgegengezogen sei:„Ich hörte singen— und mußte nun dagegen einschreiten." Als die Menge ihn sah, habe sie„ostentativ gebrüllt", doch sei sie vor den anrückenden Beamten auseinander gelaufen. Ueber Kaulbarsch sagte Zeuge, auch der habe mitgerufen, ihm selber sei er besonders durch eine rote Nelke aufgefallen. Hiernach beantragte der BmtSanwalt, die 2 Wochen Haft zu bestätigen. Eine Begründung ersparte er sich. Der Verteidiger, Rechtsanwalt Dr. Kurt Rofenfeld, wieS auf das bekannte Kammergerichtsurteil über die Zuliissigkeit von Demon- strationen hin. Der Angeklagte habe nicht etwa sich ohne weiteres dadurch des groben Unfugs schuldig gemacht, daß er auf offener Straße seine Meinung über das Wahlrecht in bemerkbarer Weise zum Ausdruck gebracht habe. Strafbar fei er nach jener Eni« fcheidung des Kammergerichts nur dann, wenn er den äußeren Bestand der öffentlichen Ordnung und Sicherheit gefährdet hätte. Das aber liege hier nicht vor, oder es müsse sonst auch als straf- bar gelten, den vorbeifahrenden Kaiser mit Hochrufen und Hut- schwenken zu begrüßen. Der Angeklagte sei daher freizusprechen. Das Gericht kam zu dem Urteil» der Angeklagte habe durch sein Hutschwenken und seinen Hochruf doch die öffentliche Ordnung gestört und das Publikum belästigt, eine Freiheitsstrafe aber sei zu hart. Er soll das störende Wahlrechtshoch mit 50 Mark Geld- strafe büßen._ Magistrat und Polizei in Neudamm als Beschützer deS Unter- nehmertums. Am Dienstag hatte sich der Redakteur deS in Landsberg f. N. ernsteren Zejtxo ekitgegekigche, Vor acht Tagen habe 1 erscheinenden.Neumärkischen VolkSblatteS", Genosse Hoffmann, vor dem Schöffengericht in Landsberg zu berantworsekk. Er soll den Fabrikbesitzer Preuße in Neudamm durch die Behauptung be- leidigt haben, Preuße habe bei einem Streik seiner Arveiter zwei Witwen, die mitstreikten und 3 bis 4 Kinder zu ernähren hatten, bei der Stadtverwaltung denunziert, damit man ihnen die Unter- stützung für ihre Kinder entziehe, was denn auch geschehen sei. Die Beweisaufnahme ergab infolge der eidlichen Vernehmung des Dezernenten für das Armenwesen in Neudamm, des Ratsherrn Blcißner, folgendes: Der Polizeisergeant Krüger in Neudamm machte die Entdeckung, daß zwei streikende Witwen Armenunter- stützung erhielten, nachdem er sich von der Firma Preuße eine Liste der streikenden Arbeiterinnen hatte ausliefern lassen. Krüger inachte davon dem Magistrat in Neudamm Mitteilung. Dieser beauftragte die Polizei, sich von der Firma Preuße auch die Lohn- liste ihrer Arbeiterinnen zeigen zu lassen, was die Firma auch bereitwilligst tat. Nunmehr entzog der Magistrat auf Antrag des Ratsherrn Bleitzner den beiden Witwen die Armenunterstützung. Meißner begründete dies im Termin damit, daß die beiden Frauen einen ausreichenden Verdienst gehabt hätten. Auf die Frage des Verteidigers des Redakteurs Hoffmann, des Rechts- anwaltS Dr. Heinemann-Berlin, warum der Magistrat zu Neu- dämm ausgerechnet gerade in der Zeit, wo die Witwen nichts verdient hätten, nämlich zur Zeit des Streiks, die Frauen für so begütert gehalten habe, daß sie keine Unterstützung brauchten, er- widerte der Ratsherr, der„Volksmund" habe gemunkelt, daß die Frauen Streikunterstützung erhielten. Ob dies richtig und wie hoch die Unterstützung gewesen sei, wisse er nicht. Die Meinung des„Volksmunds' habe ihm genügt, den Witwen die Armenunter- stützung zu nehmen. Der Vertreter des Preuße, Rechtsanwalt Binting, beantragte, mit Rücksicht auf die verhetzende Wirkung, die Hoffmann mit seinem Artikel bezweckt habe, ihn mit einer Ge- fängnis- oder einer Geldstrafe von mindestens 500 M. zu bestrafen. Der Verteidiger führte aus, es sei zwar nicht erwiesen, daß auf Preußes direktes Anstiften den Witwen die Armenunterstützung ge- nommen sei, dies hätten vielmehr Polizei und Magistrat in Neu- dämm gemeinschaftlich getan. Aber es könne kein Zweifel ob- walten, daß Preuße genau gewußt habe, warum die Polizei Namen und Verdienst der Streikenden wissen wollte. So naiv sei niemand, daß er nicht wisse, daß, wenn die Polizei sich bei einem Streik nach den Streikenden erkundige, sie dies tue, um den Streikenden in irgendeiner Weise im Lohnkampf entgegenzutreten. Indem die Firma den Wünschen der Polizei bereitwillig nachkani, nahm sie in dem Streik die polizeiliche Hilfe gern in den Kauf. Der Ar- tikel sei also, wenn auch eine formelle tatsächliche Unrichtigkeit sich darin fände, in seinem eigentlichen Inhalt wahr. Das Gericht trug dieser Tatsache dadurch Rechnung, daß es Hoffmann mit einer Geldstrafe von 10 M. wegen eines formell beleidigenden Ausdrucks belegte,_ Hua aller Kielt« Die HutomobUhataftropbe in Paris. Da? entsetzliche Automobilunglück auf der Seinebrücke fn Paris hat nach den angestellten Ermittelungen elf Tote und vierzehn Verwundete gekostet. Unter den Toten befinden sich vier Kinder und der Chauffeur des Automobilomnibusies. Der Schaffner deS Gefährtes, der sich gerettet hatte, lief wie geistesgestört fort und hat sich noch nicht wieder eingefunden. Ueber das Unglück wird folgende amtliche Darstellung gegeben. Der in die Seine gestürzte AutomobilomnibuS kam in rascher Fahrt über den Pont de l'Archevöchs, als ihm ein anderer AutomobilomnibuS entgegen kam, dem er ausweichen wollte. Dabei riß der Wagen- lenker das Steuerrad heftig herum, so daß der Omnibus auf den Bürgersteig fuhr, die Brüstung durchschlug und in die Seine stürzte. Sofort wurde ein Hilfsdienst eingerichtet, und die aus dem Wasser gezogenen Personen wurden in das Kranken» haus gebracht. Die Namen von zwölf Toten beziehungsweise Ver- wundeten find bereits festgestellt. Sie sind sämtlich Ein« wohuer von Paris._ Unwetterschäden im Süden. Gin heftiger Gewittersturm wütete am Mittwoch in Bagnara (Calabrien); der Bahnhof wurde überschwemmt und das um» liegende Land verwüstet. Einige Baracken stürzten ein. Fünf« undzwanzig Menschen sollen umgekommen sein. Eine Hilfsaktion wurde sofort eingeleitet. Einige Leichen sind be» reitS geborgen. Die AufräumungSarbeiten nehmen raschen Fort» gang. Aus verschiedenen Teilen der türkischen Probinzen laufen Berichte ein über schwere Schäden, die durch Ueberschwemmungeu und Hagelschlag angerichtet wurden. In Strumitza wurden vier» zehn Häuser von den Fluten fortgerissen. Durch einen gewaltigen Orkan wurde die an der Meeresküste gelegene portugiesische Stadt Espinho teilweise zerstört. Die von der Gewalt des Sturmes aufgepeitschten Wellen drangen bis in das Innere der Stadt, wo großer Schaden angerichtet wurde. Zahlreiche Häuser sind eingestürzt. Ob Menschenleben zu be» klagen sind, ist noch nicht bekannt. Kleine Notkzea. Zwei Arbeiter überfahren. Zwei Streckenarbeiter, die auf dem Eisenbahngleise bei H e i l i g e n b e i l(Westpr.) das Nahen eines Güterzuges übersahen, wurden vom Zuge erfaßt und getötet. Um die Frau. In A a ch e n erschoß am DonnerStagmorgen der 40 Jahre alte Buchhändler Bücken den Mann seiner Geliebten einen gewissen O f f e r m a n n. Die beiden waren in Streit ge- raten, weil Offermann seine bei Bücken hausende Frau zurück- verlangte. Lei lebendige« Leibe verbrannt. In Laurahütte spielten jfinder mit Streichhölzern. Plötzlich entzündete sich eins, die Kleider eines sechsjährigen Mädchen» fingen Feuer und das Kind ver- brannte bei lebendigem Leibe. Alle Versuche. die Flammen zu ersticken, waren vergeblich. Als die abwesende Mutter nach Hause kam, fand sie ihr Töchterchen als Leiche vor. Marktpreise von Berlin am 27. Septbr. 1911, nach Ermittelung des Königlichen Polizeipräsidiums. N artt h a ll e» pr etf e.(Kleinhandel.) 100 Kilogramm Erbsen, gelbe, zum Kochen 35.00—50.00. Speisebohneu weiße, 35.00—50.00. Linsen 34,00-30.00. Kartoffeln 7,00—12,00. 1 Kilo. gramm Rindfleisch, von der Keule 1,60—2.40. Rindfleisch, Bauchfleisch IM bt» 1,70. Schweinefleisch 1,80—1.80. Kalbfleisch 1,40-2,40. Hammelfleisch 1,80—2,00. Butter 2,40—3,20. 60 Stück Eier 3.20-6,00. I Kilogramm Karpfen 0,90-2,40. Aale 1.60—2,80. Zander 1.40—3,60. Hecht« 1,20 bis 2,80. Barsch» 1,00-2,00. Schleie 1,10-3,00. Bleie 0,80-1,60. 60 Stück Krebse 2,50-30,00.__ WaflerftandS.Nnchrtchte» der LandiSanstalt�flr Gewäflerdmd«. mitgeteilt vom Berliner Wetterburea». Wasserstand Kemel, Tilstt Br e g e l. Jnsterburg Weichsel. Thoro Oder, Rattbor , ltrofien , Frankfurt Warth«, Schrimm . LandSberg Netze, Vordamm Elbe, Leitmeritz , DreSdeo , varbv , Magdeburg Lasserstand Saal«, Srochlttz Havel, Spandau') , Rathenow') Spree. Svremberg') , LeeStow v e I» r. Münden . Minden R h e t n, MaxiinilianSau , Kaub Köln Neckar. Hellbronn Main. Werlheüu Mosel, Trier 9+ dedeutet»ochs.- Sal».-? Unterpege«. ftteivdiftUfe Gemewde. Sonntag, den 1. ONoier, vSemMagZ 11 Uhr, Kleine Frankfurter Straße S: Vortrag von Herrn M, H. Baege: „Die Neligwn des FreideuterS.' Damen und Herren als Gäste sehr will- lomnren. Arbeiter- Wanderverein.Berlin«. 1. Wanderfahrt am Sonntag nach Gränert, Forsthaus Neue Mühle, Brandenburg. Abfahrt S,S1 Potsdamer Fernbahnhof, 2. Wanderfahrt nach Erlner, Grünheide, Fangschleuse, Erkner. Absahrt 6,23 Schlesischer Bahnhos. Eingegangene Druck fclmften. Von der.Neuen Zeit« ist soeben das 52. Heft des 29, Jahrgangs erschienen. Aus dem Inhalt de» Heftes heben wir hervor: Die Teuerungs- revolte in Wien, Von Otto Bauer,— Die Ausbeutung der Arbeiter in Japan, Von S. Katapama(Tokio).— Marx und Bakunin, Von Georg Stiekloff. (Schluß.)— Das rheinisch- westfälische Kohlensyndikat und seine Konkur- renken. Von Heim. Heermann(Gelsenkirchen),— Schutz den Hüttenleuten. Von Oda Olberg Nochmals„Histor Notizen: Historische Reihen. Reihen«. Zur Entgegnung. Von W Kultur der sozialen Klassen Ltona di dieci anni. Von F. Müller-Lher. Von G, Eckstein.— Zeitschristenscham Die„Neue Zeit« erscheint wöchentlich einmal und ist durch alle Buch- Handlungen, Postanstalten und Kolporteure zum Preise von 3,83 M. pro Quartal zu beziehen; jedoch kann dieselbe bei der Post nur pro Quartal abonniert werden. Das einzelne Hest kostet 83 Pf. Probenummern stehen zur Verfügung. .Der Kampf«. Sozialdemokratische Monatsschrift(Wien). Hest 1. Karl Renner: Soziale Demonstrationen.— Karl Marx: Oester- reich? Seebandel.— Rudols Hilscrding: Die Gcsamtvartei ist tot, es lebe die Gesamtpartei,— Joses Seliger: Die nächsten Ausgaben der Parteiorganisaston,— Heinrich Schneid niadl(St. Pölten): Ur Frage des Gcsamtparteitags.— Joses W i t t e r n i g(Salzburg): neuer Arbeit.— F r a n z Uhlik(Graupen): Rückblicke,— I, Köt tg e n (London): Die Streikbewegung w Großbritannien.— H a n» El gen �Geschichte der Revolutionen. Vom niederländischen Ausstand bis zum Vorabend der französischen Revolutton. Von Dr. A. Conrad y. Reich illustriert mit Bildern und Dokumenten aus der Zeit. Verlag Buchhandlung Vorwärts Paul Singer m, b, H, Berlin 8 V, 68. Die Heste 44 und 45 sind erschienen. Jede Woche erscheint ein Hest zum Preise von 20 P. Mit dem Abonnement kann jederzeit begonnen werden. Bestellungen nehmen alle Buchhandlungen, Spediteure und Kolporteure entgegen. Die wirtschaftlichen und sozialen Verhältnisse in der schweiz. Heimarbeit. 2. Hest. Herausgegeben von Jac. Lorenz. Schweiz. Grütli- verein, Zürich._. m Wörterbuch der Volkswirtschaft. Herausgegeben von Pros. Dr. L. Elster, Lieser. 14. 2,50 M. G. Fischer, Jena. �, Handwörterbuch Zder schweizerische« Volkswirtschaft, Sozial- Politik und Verwaltung. Herausgegeben von Dr. N. Rcichesberg. 3. Bd., zweite Hülste, 1. u. 2. Teil. Verlag Encyklopädic, Bern(Schweiz)._ □ □□ Theater und Vergnügungen nun Freitag. 29. Sept. 1911,; Ansang VI, Uhr. K. Opernhaus. Tannhäuser. K. Schauspielhaus. Eolberg. Deutsches. Hamlet. Haverland. Spezialitäten. Anfang 8 Ubr. Urania. Taubenstrafte 48/4S. Roms Jubiläumsjahr und seine Ausstellungen. Neues Kgl. Operntheater. Se- schlössen. Kaminerspiele. Der verwundete Vogel. Lesfing. Einsame Menschen. Neues Schauspielhaus. Nathan der Weise. Kleines. Papa. Neues Operette«. Die schöne Helena. Berliner. Bummelstudenten. Liistivielhaus. Der Großsürst. Schiller.<». Der Geizige. Der eingebildete Kranke. Schiller. Gvarlottenburg. Zops und Schwert. Fricdr.- Wilh. Schauspielhaus. Kabale und Liebe. Neues. Die Frau Greil. Hierauf: König Oedipus. Westen. Die Dame w Rot. KomischeOper.Die keusche Susanne. Residenz. Ein Walzer von Chopin. Thalia. Polnische Wirtschast. käniggrätzer Straße. Grete Wiesen- Triauvn. Ihr Alibi. Luisen. Die Macht der Liebe. Gasiuo. Der selige Hollschinskh. Apollo. Spezialitäten. Wintergarten. Spezialitäten. Metropol. Die Nacht von Berlin. Ivaiiaftr. Spezialitäten. Neichsballen. Stettiner Sänger. Königstadt-Kasino. Spezialitäten. Herrnfeld. Das Kind der Firma. Schmerzlose Behandlung. Rose. Die Pritsche. Anfang 8'/, Uhr. Kolies Caprice. Kobi Krach. Nr. 14. Walballa. Teusel, das hat einge- schlagen I Noack. Uriel Acosta. Voigt. Die zwei Waisen. Ansang 8'/, Uhr. Belle-Zlllianee. Zaza. urtmes. Lou. Liebesabenteuer. cues Volkstheater. In Be- Handlung. '.' Sternwarte, Jnvalidenstr. 57—62. Kaiser-Panoraina. Hamburg und seine Schiffahrt.— Reise m der Schweiz.— Tillsage. 8cdiIIer«7desterlj.A.m?r! Freitag, abends 8 Uhr: !>«>> Geisige. Hieraus: Oer eingebildete Kranke. Sonnabend, abend« 8 Uhr: Der PlurrcrTon Kirchfeld Sonntag, nachm. 3 Uhr: Dan l'rbiid de» Tartüff. Sonntag, abends 8 Uhr: _ Zopf mid Schwert. SeUfleFfSätw�Är' Freitag, abends 8 Uhr: Zopf und Hchwcrt. Sonnabend, abends 8 Uhr: Zopf and 8cbwert. Sonntag, nachm. 3 Uhr: Karin Sinart. Sonntag, abends 8 Uhr: Der Geisige. Hieraus: Der eingebildete Kranke. Berliner Theater. 8 Uhr: Summelstudentetu 8 Uhr: Gastspiel Wtesenthal. Neues Theater. Uns. 8 Uhr. Gostsptcl Hanei Niese: Die Frau Greti. Hierauf: Kttnig Ocdipna. Dorverk. 10-2. Sonnabend zum 1. Male: Die Xfiherln. Theater des Westens. 8 Uhr: Die Dame i» Rat. Sonntag nachmittag 3'/, Uhr; Ein Walzertrau,»._ Belle- Allinnce-Theater. 80. Uhr: Zaza. Sonnabend 3>/, Uhr: Iphigenie auf Tauris. Abends klL Uhr: Zaza. Dienstag. 3. Okt.. S>/, U. ,. 1. M.: Der Sittenapastel. Voigt-Theater Gesundbrunnen Badftratze 58. Freitag, den 29. September 1911: Die zwei Waisen. Schauspiel m 7 BUdern von G. Scherenberg. Kafsmeiöffn. 7 Uhr. Ansang S'/« Uhr. Urania« WissenBchaftliches Theater Abends 8 Uhr: Roms Jubiläumsjahr und seine Ausstellungen. Das Programm der Hörsaalvorträge im 4. Qn. 1911 ist erschienen und kostenlos erhältlich. Z-M OCISCHCR GARTEN Großes Militär- Doppel-Konzert. Eintritt 1 mark Kinder unter 10 Jahrm die Hülste. Von abends k Uhr ab 30 Pf. Refidenz-Theater. Anfang 8 Uijr Letzte Spielzeit unter Direktton Richard Mexander. Ein Walzer von Chopin. Schwank in 3 Akt. v. Köroul u. Barr«. Morgen u. solg. Tage: Dies. Vorstell. Sonntag. 1. Ott., 3 Uhr. zu ermaß. Preisen: Die Dame von Maxim. frioßrioti-ViiitioinistzlttisoIios Schauspielhaus. IFrettag, den 29. September, 8 Uhr: Kabale und Liebe. Sonnabend: Moral. Sonntag: Maral. Montag: Moral. llSc-THHttc Große granfsuiln Str. 132. Ansanj Die iel in 4 Akten vonK.'o. Holstein. onnobend 4 Uhr: Hansel u. Grete!. 8 Uhr z. I.Male: Richters Millionen. Schanspi, Sonno sang 8 Uhr. Peitsche. 1 Metropol-Theater. Die Nacht von Berlin! Große JahreSrevue in 7 Bildern von Jul. Freund. Musik von B. Holländer. In Szene gesetzt vom Dir. R. Schultz. Ansang 8 Uhr.— Rauchen gestattet. Torletzter Tag! Ab 8 Uhr: 10 große Novitäten, u. a. Die Geschämige. Ein Dialog nach dem bekannten Bild von F. v. Reznicek. MMN Noch nie dagewesener Lacherfolg! Das Kind der Firma mit Anton und Donat Horrnfeld in dm Hauptrollen. Vorher: Schmerzlose Behandlung Anfang 8 Uhr. Vorverk. 11—2 Uhr(Theaterkasse). Noacks Theater. Direklion: stöbert Ol». Berlin dl., Brunnenstraße 10. Uriel Acosta. Schauspiel in 5 Akten von K. Gutzkow. Ans. 8'/« Uhr. Entree 30 Ps. bis l M. Ehren- und VorzugSkarten güllig l ergen: Uriel Acosta. Königstadt-Kasino. Holzmarktsir. 72, EckeAIexanderstr. Täglich: In lauschiger Nacht. Burleske mit Gesang w l Mtt. Nante Pohlmann Moany Solm*. Mlnni Neumann. Rudolii. Präciosa, der weibl»Sherlvck Holmes". Ans, wochmt. 8, Sonntags S Uhr. Welt| Hasenheide 108/114. Sonntag, den 1. Oktober, abends 8 Uhr: Polnisehe WirlsehafL Kepertoireposse des Berliner Thalia-Theaters. Entree 50 Pf. Entree 50 Pf. Im Vorverkauf I�slkon 75 Pf., II. Parkett 1 M, I. Parkett 1,25 M. bei Beckmann, Bergstr. 136; Krüger& Oberbeck, Hermannplatz 1, und im Restaurant der Neuen Welt.* J Brauerei Friedriehshain Am KOnlgstor. Anfang 8 Uhr. Heute Freitag; Anfang 8 Uhr, Eröifnimgs-Konzert. 100 Künstler. 100 Künstler. Internationales T onkünstler-Orchester. Dirigenten: Karl Zimmer.— Profosser Paolo FAlls. Solisten:_ Ilse Jlalena.— P. L'rschmänn.— W. G erlin AUabendlich: Hurra! Parade! Gr. mili-l tärische Revue in 6 Bildern. Sport- Attraktionen I. Ranges. Sololäufer'.-Läuferinnen, Schnellauf-Konkurrenzen, Hockey-Spiele usw. I Zirka 200 IHitwirkende. t Musik-Kapellen.— Feenhafte Beleuchtung. Freitag, den 29. September: Berliner Vereinstag. Halbe Preise für Mitglieder aller Vereine. Aul vielseitigen Wunsch: Sonntag, den 1. Oktober Populärer Nachmittag. Eintritt bis 5 Uhr 30 Pf. Nachm. u. abends Vorstellungen. Grösster Eispalast der Welt! CLOU BERIilXER KOAZERTHAU8 MauerstraBe 82 X Zimmerstraße 90/91. Extra-Konzert Musikkorps des 1. Garde-Drag.-Regts. Oberm. IXtHMTZ. Anfang 8 Uhr. Anfang 8 Uhr. ZZSeptbc-lOktoh. 1911 iDaiämZiX) Triauon-Theater. Anfang 8 Uhr. Ihr Alibi. n:: ANOPTiKUM Das grSBte Schaaetabllssement des Kontinents. NM- liebend-Mg der Mann mit der eisernen Zunge. Ein Fakir ohne Nerven. AGA die schwebende Jungfrau. Alle« ohne Extra-Entree. Folies Caprice. Täglich 3>,. Uhr: Kobi Krach. Bunter Teil. Nr. 14. Keteiultötlen-Tdester. Stettiner Sänger Meysel, Britton, Seidel, Horst, SchrBter.Schubert Groning A. u.R. Schräder. Anfang wochentags 8 Uhr. Sonntag? 7 Uhr. Die Kunst dem Volke 1 Heute Freitag im Neuen Volks-Theater, Köpenicker Str. 68: In Behandlung. Lustspiel von Max Dreyer. (Billetts a 1,30 M. sind an der Abendkasse zu haben.) Jeden Sonntag Yorsleiiungen im Deutschen Theater Kammerspielbaas Scblller-Tbeater 0. Schüler-Tb. Cbarlottenborg Kleinen Theater* Neuen Volks-Theater Theater In der KSniggrStzer Str. Metropol-Theafer* Neuen Operetten-Theater* Trianon-Theater Theater der Hocbscbale in Charlottenburg. 150/1 Konzerte, Kunst- und Lese-Abende Gesellsebaftsreim Eintrittsgeld 1 Mark. Jede Vorstellung 1 Mark (in den mit• bezeichneten Theatern 1,20 Mark). Man verlange Prospekte, die in den Zahlstellen des Vereins, in den Warenhäusern Tletz, Alexander-Platz, Frankfurter Allee, Leipziger Straße(an der Theaterkasse) und in der Geschäftsstelle des Vereins: Köpenicker Str. 68 unentgeltlich zu haben sind. Telephonische Auskunft Amt IV 10292, 11138. Kurfllrstendamm 161 (frühere Rollschuhbahn— nahe Ringbahnhof Halensee). GeOITnct von 10 Uhr vorm. bis 11 Uhr nachts. Vorführungen um 4'/«, b'/i u.9 Uhr. 125 Polarbewohner bei Arbeit, Sport und Spiel. Original-HOttenu. Zelte, Hausindustrie Eintrittspreis in die Ausstellungshalle 50 Pf. Eintrittspreis in die Vorführungs- halle 30 Pf. LtlJNA-PARK SalsonschluBI Die letzten 3 Tage! Sensationelle Attraktionen I Heute Eintrittspreis bis 6 Uhr SO Pf., ab 6 Uhr 50 Pf. Kinder bis 10 Jahren haben in Begleitung Erwachsener freien Eintritt. Utorgen Sonnabend: Elitetag. Eintrittspreis 60 Pfennig. Sonntag: liCtst. Volkstag I Eintrittspreis 35 Pfennig. Slmtl. Attraktionen zu halben Preisen. Mfcs-CDcater. Rixdorf, Hermannstr. 30. Sonntag, 1./10.: Ohne Geläut'. Schaüipiel in 5 Men von Zobellitz. Ansang VI, Uhr. Montag, 2./10: Der Mustergatte. Schwant in 3 Alten von VaUlu eq>w Ansang 8'/« Uhr. Luisen-Theater. jeute 8 Uhr: Die Macht der Liebe. Sonnabend 4 Uhr: Aschenbrödel. 8 Uhr: Die Macht der Liebe. Heute abend 71/, Uhr: Brillante Vorstellung. Das reichhaltige Programm und 91/, Uhr die prachtvolle Feerie 1000 Jahre auf dem Meeresgnmde in 5 Bildern. Besonders hervorzuheben: 2. Bild: Maurischer Palast; das märchenhatto orientalische Ballett. 4. Bild: Der Dampier auf hoher See; Explosion und Untergang des Dampfers. 5. Bild: Das Palais de Danse; das glänzende Zirkus üuscli wer« Vi Hnmorlst. Gala- Abend! Die größte und letzte Attraktion aus Karl Hagenbecks Tierpark in Stellingen: Die beiden menschen-Affcn „Bax und Morita". (Kurzes Gastspiel.) Aeroplan Im Zirkus! Z. 1. Male auf dem Kontinent! Die 4 Original Perez, ohne Konkurrenz. Viola A Bro, amerik. Exzentriks. Frl. Sfennls, Sohul- reiterin. Herr Ernst Schumann, Freiheitsdressuren, usw. Ein Jagdfest am Hofe Eadwlgs XIV._ Casino-Theater Lothringer Str. 37. Täglich 8 Uhr Atlabeudlich der nelie Kerlmer Possen-Schlager Der setige Kollschivsky. Sonntag 3'/, Uhr: Papa Nitsche. Passage-Theater. Abends 8 Uhr: Marietta Olly (Kleines Theater) Guido Herzfeld (Deutsches Theater) in ihrem Sketch „In einer Nacht!" Sorna Balogh d. Sänger m. d. doppelt. Kehle und das groBe Variete-Programm. Kreuzberg- Festsäle. SW., Kreuzberg str. 48. Jeden Freitag; Koftmanns Sänger. Ans. 8 Uhr. Entree 20 Pf. Passepartouts«. Vorzugs- farten gültig.* Noch der Vorstellung: Frei. Tauzkränzche». _ geben Mittwoch: ,7»~ Gr.Frei-Tanz. Slns.S'/.UHr. (jm Vereine Sonnabende noch zuverg. Amßaboboll_. EtsaArena. I Geöffnet v. 10 Uhr vorm. Nachmittag: KanstlaafprodukUoDea, u. a.: Apachentänze. EinSdehoier- Konzert. . Allabendlich: Das prunkvolle iflsballett 1 Montreal Die Stadt aal Scblltt- schuhen. | Neu: Pasta- Uall-8plel j Exquisite Restauration bis 1 Uhr nachts. Bia 7 Uhr u. von tO'/4 Uhr 1 abds.; halbe Kassenpreise. Warum kommen tagtäglich so viele neue Kunden in die Beik-Läden?, WeU alle Hausfrauen, die schon mal eingekauft haben, alle ihre Nachbarn und Bekannten auf den vorteilhaften Einkauf in den Reik-Läden aufmerksam machen. Man bekommt in den Beik-Läden die allerbesten Lebensmittel zu sehr billigen Preisen und mit höcbstem Rabatt. in Rixdorf. Habattkorten znm Einkleben der Reik-Rabattmarken, sowie Preislisten erhalten Sie in allen Relk-Läden völlig umsonst Jedes Wort 10 Pfennig. Das fettgedruckte Wort 20 Plg.(zulässig 2 fettgedruckte Worte). Stellengesuche und Schlafstellen-Anzeigen 5 Pfg.; das erste Wort(fettgedruckt) 10 Pfg. Worte mit mehr als 15 Buchstaben zählen doppelt. ■i■ ii um ii iiiiiiimii iimiii 5] Kleine Anzeigen[ ANZEIGEN Mr die nächste Nummer werden In den Annahme» steilen tQr Berlin bis I Uhr,(Qr die Vororte bis U Uhr, In der Haupt-Expedltlon, Llndenstrassc 09, bis 5 Uhr angenommen. Verkäufe. Tetipiche!(fefilerfinfte) tn allen Grützen, jast für die Hälste deS Wertes Teppichlager Brünn. Hackejcher Marli i, Bahnhof Börse.(Leser deS »Vorwärts' erhalten S Prozent Rabatt.) Sonntags geöffnet l' Hermaiinpla« 6. PfandleihhauS. Jedermanns vorteilhafteste Kaufge- legenheitl Riesenauswahl preiswerter Jackettanzügil Gebrodanzügel Som« merpaletots! Wmterpaletots I Herren- boienl Billigster Bettenvertausl Braut- betten I Vermietungsbettl Aussteuer- Wäsche I TevpichauswahII Gardinen» auswahl! Portierenlagerl Plüichtiich» decken I Steppdecken I Festgeschenle! Taschenubrenl Wanduhren I Wand- bilderl Schmucksachen! KettenauS- wahll Ringeauswahl I Warenvertaus ebenfalls Sonntags_+73« Ttorniiirtsleser erkalten fünf Prozeni Splrarabatt, selbst bei Ge- legenheitStäusen. Teppich-Thomas. Teppiche, sarbjehlerhast«, für halben Wert._ Steppdecken. Similiseide, 3,75. Gardinen, Stores, Restpartien, angeschmutzte, 50 Prozent ermätzigt. Sofastoffrefte, für Bezüge aus« reichend, spottbillig._ Teppich- Thomas, Oranien- stratze 1(50, Oranienplatz; Rosen- talerstratze 54._ 181K' Gasfronen obne Anzahlung. wöchentlich 1,lX>, Riesenlager LouiS Böttcher(fewst), Betriebsleitung Box- hagencrstratze zweiunddrcitzig(Bahn- Verbindung Warschauerstratze). Fili- ale: Rixdors, Kaiser- Friedrich- stratze 247. 2SLK' Grundbegrisfe der Politik, von Friedrich Stampfer. Gebunden 3 M. Buchhandlung Vorwärts, Linden- stratze 59(Laden).___ Schönhauser Allee 114(Ring- bahnhof), Psandlcihhaus! Grotz-Bcr- lins spottbilligste Einkaufsquclle samt- licher Waren I Extrabilliger Betten- verlaus! Umzugsartilel! Einsegnungs- Geschenke I Fahrvergütignng I* Tamvonriermaschinen Hote- meyer, alleiniger Fabrilant Bell- mann, Gollnowstratze 26. Preise billig, Abzahlung günstig. 2059R* Teppiche(fehlerhafte), Portieren, Gardiiicn, Steppdecken, Dlvandeckcn, Plüschtischdeckcn, Fellvorlagen, Läuser- stofse, spottbillige Gelegenheiten. Pols- damerflratze 109, Conrad Fischer. Vorwärtsleser Extrarabatt. 29S4K' Mouatsanzüge und Winter- paletotS von 5 Mark sowie Hosen von 1,50, Gehrockanzüge von!2.00, Fracks von 2,50, sowie sür korpulente Figuren. Neue Garderohe zu staunend billigen Preisen, auS Psandleihcn ver« fallen« Sachen kaust man am billigsten bei Ratz. Mulackslratze 14.» Gaskronen. Woche t,00, billige Preise. Grotze Frankfurterstratze 92, Ravensstraße 6(Wedding), Rixdors, Berlincrslratze 102. 63K' Tepptche(Farbensehler), Stepp. decken, Gardinen, Tischdecken, Tüll- belldecken, Uebergardmen, Sosa- ftoffrcste spottbillig FabriNager Mauerhoff, Grotze FranksuNerstratze 9, Flurcingang. VorwärtSlesern zehn Prozent. SonnlagS geöffnet. 2488K» �Achtung, Buchdrucker. 12 Boston- pressen. Tiegeldruckpressen. Schneide- maichinen, Persoriermaschwen billig. Krüger, Berlin SW., Simeonstratze 13, jjjof, 6216 Ohne Anzahlung, Woche 0,50, Bilder, Spiegel, Möbel, Polsterwaren, Steppdecken, Tischdecken, Teppiche, Gardinen. Portieren, Bezüge, Uhren, GaSkronen liesert billigst Weber. Neue Königstratze 34. Besuch oder Postkarte. 208K» Es müssen bis 31. Dezember 1911 noch 100000 Mark eingenommen werden, wenn der grotze Laden auS- genutzt werden soll, daher die koloffale PreiSverbilligung bei Herrniann Schlesinger, Turmstratze 38. Liese- rant der Konsumgenossenschast Berlin und Umgegend._ 122K Verbreche» und Prostitution als soziale Krankheitserscheinungen von Paul Hirsch. Preis 2,-r Mari, geb. 2,50 Mark. Expedition BorwärtS, Lindenstratze 69. 4,<>() Prachtbett. 9,50, Stand, rotgestreift, Laken 0, Damastbczüge 3,55, Steppdecken. AndreaSleihhauS AndreaSftrage 38.* Landbett, zwei Deckbetten, zwei Kissen, zweischläfrig, 14,25, nur An- dreaSIeihhauS._* Bauerndeckbett, Unterbett, zwei Kissen, 26,00, nur AndreaSleihhauS, AndreaSsttatze achtunddreitzig. Fahr- geld vergüte._ 310it* Damenhemden mit gestickter Passe 1,15, Herrenhemden 1,15, Nor- malwäsche, Arbeiterhemden sowie elegante Reisemuster bis zur Hälste des Wertes. Wäschesabrit SalomonSky, Dirckfen stratze 21, Alexanderplatz. 86bb Französisches Wörterbuch, Sachs- Villatte, Hand- und Schulausgabe (französifch-deutsch. deutsch-sranzöftsch) sür 9 Mark verkäuflich Dieffenbach- stratze 74, vorn IV rechts._ 8586 Ptsol- Pigment gibt unmerklich und waschecht ergrauten hellblonden, rotblonden, dunkelblonden, braunen, schwarzen Haaren Naturfarbe wieder. Wasserllar, nicht schinutzend. Preis 2.00. Versand: Winterseldt, Steglitzer- stratze 25.__ 864B Mnurerrüstzeug. Kallkaste», kleiner Posten, spottbillig Turm- stratze 19, linker Seitmflügel III links. 368b QesebSttsverkSofe. 120 Liter, erb- er biMg zu verkaufen. ilch vorhanden. AuSkunst sLagatz Selter-sabrik, Rixdors, Pannicr- stratze 5._ i76 Lebensmittelzentrale verkausi sofort, 6000 Mark. Ersragen Rusch, Vf., Kursürstenstratze 9. 854b Möbel. Möbel-Lechner. Bramnenstraße?, am Rosenthaler Tor, WohnungSein- richtungcn aus Kredit und gegen bar. Ricsen-AuZwahl. Swbe und Küche Anzahlung von 15 Mark an. Einzelne Möbelstücke von 5 Marl Anzahlung an. Hervorragend schöne Muster in bunten Küchen. Wochen-, Monats- oder vierteljährliche Raten nach Ucber« eintunst. Liejerc auch nach auSwärlS. Vorzeiger dieses Inserats erhält beim Kaus 5 Mark gutgeschrieben. Klmden, die ihr Konto beglichen haben, erhalten einzelne Möbelstücke ohne Anzahlung. Sonntags geöffnet. Möbel ohneGeldl Bei ganz tlcincr Anzahlung aeben Wirtschasten und einzelne Stricke aus Kredit unter äutzerster Preisnotierung, auch Waren aller Art. Der ganze Osten taust bei unS. Kretschmann u. Co., Koppen- stratze 4.(Schlefischer Bahnhos.)* Kinderbettstell« 7,— AndreaZ- stratze 53.___ 224K Teilzahlung! Ganze WohnungS einrichtung, einzelne Möbelstücke, solide Preise. Teilzahlung gestattet. Möbelsabrit, DreSdenerswatze 14. (Kein AbzahlungSgeschäst.) 305Jt* Möbelangebot. Vorteilhasteste GelegenheitSläuse durch Antaus ganzer Warenläger. Einzelmöbel, komplette Einrichtungen, schlichteste, eleganleste Schlafzimmer, Speisezimmer, Herren- zinuner, RiesenauRvahl, 5 Etagen. Fabrikgebäude, Neue Königstratze 5— 6, Teilzahlung gestattet. Sonntags ge- öffnet._+ Auf Teilzahlung WobnunaSci». richtung von 300 bis 3000 Mark, sowie einzelne Möbel in kolossaler Auswahl bei billigen Preisen liesert unter kulanten Bedingungen Tischler- meister Nolle, ZionSkirchstratze 39. Kein Abzahlungsgcschäst._ 8186* Möbel-Teilzahlung, bequeme, bei kleinster Anzahlung, in bekannter Güte. Grötzte Rücksicht bei Krankheit und Arbeitslosigkeit. E. Cohn, Grotze Frantsurterstratze 58. 13lK* Teilzahlung, Möbeleinrichtung, Stube und Küche 15 Mart. Per- liehen gewesene Möbel spottbillig. Berolina, Kastanienallee 49. 205K* Arbeitcr-Muftcrtvohnungen.Für jedermann leicht erwerbbar, sehr billig, auch gebrauchte Möbel, gut erhalten, grogs Auswahl, Teilzahlung gern gestattet. KaffenpreiS ZmSvergütung, kleine Anzahlung, bequeme Abzah- lung nach Wunsch der Käuscr. Gabbert, Tischlermeister, Acker- stratze 54. Mahagont-Ankleideschränke, Ver- tikos, TrumeauS, Tische, Stühle, Bett- stellen. Waschkommoden, Nachttisch«, BüscttS, Schreibtische zu Fabrkprciscn an Private I Skalitzerstratze 25. an der Hochbahn. 139/2* Ein Wort an das Möbel lausende Publikum. Bevor Sie Ihre Emkäuse machen, besichtigen Sie meine Riesen- lägcr: Moabit, Turmstratze 73, und Schönebcrg, Hauptstratzc 50. Enorme Auswahl in tompletten Zimmern als auch Einzelmöbeln. Spezialität Ein- und Zwei- Zimmer- Einrichtungen. Modernes Wohnzimmer, echt Nutz- bäum surniert, nebst Küche in den prachtvollsten Farben von 295 Mart an. Eigene Polsterwertstälten, daher weitgehendste Garantte sür nur erst- tlassiges Malerial und allerbeste Ver- arbeituug. Besichtigung ohne Kaus. Verpflichtung erbeten. Ständig zirka 100 Mufterzimmer in allen Preis« lagen vorrätig. Lieferung frei Hau». Kostenlose Lagerung. 209K Gefunden haben Sie erst die richtige Bezugsquelle sür ganze WohnungS-Einrichwngen, wenn Sie nach Moabit, Turmstratze 69, gehen. Daselbst Riesen-AuSwahl in voll- ständigen Einrichtungen als auch Einzelmöbeln. Trotz allerniedrigfter Anzahlung, schon von 1 Mart pro Woche an, deutbar billigste Preise. Küchen in den modernsten Farben schon von 80 Mark an. Stube und Küche schon von 200 Mari an. Höhne u. Co., Moabit, Turm- stratze 69. 212K' Müsse« Tie sich nicht selbst sagen, datz Sie in einem Möbel-Spezial. geschäst, welches säst gar keine Unkosten bat, billiger kaufen, als in den grotzen Häusern mtt den riefigen Spesen? Ueberzeugen Sie sich von meiner Billigkeit und Sie werden staunen, was ich Ihnen biete. Trotzdem ge- währe bei gröberer Anzahlmig noch Vergünstigungen ohne jeden Aus- schlag. Ganz diskret, da selbst bediene. Kirstein, Moabit, Ottostr. 2, zwischen Turmstratze und Alt-Moabit. Möbelhandlung Mariannen- stratze 25, billige Preise. Teilzahlung gestattet..VorwärtS'leser 3 Prozent Rabatt. 39K* Nuffbanmwirtschaft verkaust schleunigst umständehalber mit hoch- elegantem Umbauiosa, prachtvollen Küchenmöbeln, Küchengeschirr, Teppich, nur Privatleuten sür 220.00, Nutzbaum- büsett sehr billig. Weimneistrr- stratze 1b— 2. Der Verwalter. 138/17 Brautpaaren vertäust billig zwei Zimmer Nutzbaummöbel mtt moderner .Küche, Umbauiosa, Büsett, Teppich. Alle Schönhauserstratze 23/24, Kinder- mann. 138/14 Bilder. ochzettSgeschenke dürfen Sie nicht früher wo anders kausen, bevor Sie das Lager und Preise bei Bilder- Bogdan, Veinmeistersttatze 2, gesehen haben. Sie schädigen sich sonst selbst. PsbrrSder. Herrenfahrrad. Damenlahrrad. einmal benutzt, 35,—, Holz, Blumen- stratze 36b. 23K* �usik. Plant«», hohes, 125,—. Teil- zablung. Zander, Turmstratze 8. Piantn», wenig gebraucht, 150,—, vertaust Hänel, Grenadierslratze 25 (Mexanderpiatz). 856b* Kaufxesucke. Platinabfälle, Gramm 5,60. Gold, Silber, Zahngebiffe kaust Llümel, tzlugiiftstratze t3. f414'' Zahngebifse, Zahn bis 80 Psennig, en, Stanniol, höchstzahlend. Kohn. Neue Königstratze 76. 223/13* Platina, alte Goldsachen, Bruch gold, Silber. DoublSabsälle, Tressen, Gebiffc, KelKgold, Goldwatten, Gold- gummiS, Etanniolabsälle. sämtliche zold- und filberbaltigen Abfälle laust Broh, Goldschmelze, Köpe- nickerstratze 29. Telephon IV, 6958.« Kupfer, Messing, Platinabsälle Silberabsälle. Goldschmclze Nieper Köpenickerstratze 20a(gegenüber Man- teuffelsttatze). 20551* Verschiedenes. Knnftstopferei von Frau KotoSth. Schlachtenfee. Kurfttatze S III. Patentanwalt Weffel, Gitschiner stratze 94a. Patentanwalt Müller, Gitschiner stratze 81. 2439Jt» Rosenthalerhof. Saal mit Bühne für 150 Personen zum Sonnabend. 14. Oktober, noch frei. Rosenthaler stratze ll/12._+114' Unterricht in der euglischen Sprache. Für Anfänger und Fort- geschrittene, einzeln oder im Zirkel, wird englischer Unterricht erteilt. Auch werden Uebersetzungen an- aeserttgt. G. Swienth- Liebknecht Charloltenburg, Stuttgarterplatz 9 Gartenhaus III. 44K* Regina. Schreibmaschinen» Schule(Stenographie und Schreib Maschine). Beginn deS neuen Kurfu« am 1. Ottober. Anmeldungen er- bitten rechtzeittg. Man verlange Prospette. Huttenlochcr u. Zkrog- mann, G. m. b. H., Charlotten. sttatze 6. 141,4* »Nasenbleiche.* Frau Kobelt, Kö penick, Glienickerschatze 21, wäscht chlorsrei Bettwäsche. Leibwäsche, vier Handtücher, vier Taschentücher 0,10. Lieferung und Abholung Montags.* Waschansialt Frau WaSke, Adler» bof, Friedenstratze 14, wäscht sauber, schonendft. chlorsrei. Laien, Leib- wasche, drei Handtücher 0,10. Ab holung täglich. 3065V* Yonng German(26) wishes to meet edacatcd Englishraan with a view to exchang'" man— English lessons. with a view to exchanging Ger- glish lessons. Roply A. G. 74. Postamt 69. 857d Vermietungen. Lade», bochmodern, 800,—, Gelegenheit. sehr voltreich, Lausseite. Deteranenstratze 12. 136/16 V�odnunzea. Prachtpolle Gartenwohmmgen, 22 Mark, Frankfurter Allee, Weichsel» stratze 12 am Schmücke latz. Sofort beziehbar. Treppenläufer. 138/20* Zimmer. Border- oder Hinterzimmer, Gasbeleuchtung, vermietet ein oder zwei Herren Jander, Mariannensttatze 53. Möbliertes Zimmer mtt Bad. Schrstidt, Kiesholzstratze 14. �147 Leblafstellen. Teilnehmer zur möblierten Schlasstelle, Schützensttatze 11, IV link». Zum sofortigen Antritt gesucht ein junger Kaufmann, der im Buchhandel erfahren ist und der zum Till auch die Berichterstattung für die„Weimarische Volkszeitung" jsu übernehmen hat. Parteizugehörigkeit crsordersich. AnsangSgehatt 1800M. Offerten mit der Auffchrist.Bewerbung* sind bis zum 3..Ottober zu richten an den PretzkommisfionSvorsitzenden 296/7 Wlhvlm Rokahr, Jena, _ Straße 88._ Redakteur- Gesuch. Pur den in den Partoivorstand eintretenden Genossen Scheidemann, der leitender Kedakteor unseres Blattes gewesen ist, suchen wir so schnell als mSglich Ersatz. Offorten mit Gehaltsansprüchen sind bis spätestens den 5. Oktober er. an den Vorsitzenden der Preßkommission, Genossen Aug' Jordan, Kassel, Ysenburgstr. 32 II zu richten. 296/5* IßHßifHßßßßMßßi Möbliert« Schlafstelle, allein, 13,00 inklufioe, Wagner, Rixdors, Donaustratze 129, vorn II._+76 Taubere Schlasstelle für zwei crren. Frau Krüger, Hlddensu« atz« 2, nahe am Prenzlauer Bahn« host___+47 & Tchlafstelle.FIureingang, 12 Mark, vermietet Reitzel, Schlcic.macher- stratze 11._+59 Möblierte Schlasstelle für Herrn zu vermieten bei Botz. Mariannen- stratze 45. vorn II link». 860b Möblierte freundliche Schlalü-'lle vermietet Romatztt, Dreidenerstratze 107/8, vorn II. 849b* Freundliche Schlasstelle, Herrn. Rcichcnbergerstratze 143, Settenflügel III rechts._+18 Möblierte Schlasstelle, 2 Herren, Manteufselstratz» 103, vorn IV, Frau Hölzer.+18 Eine saubere Schlasstelle. Bulsch- kowStt, Bülowstratze 55, 6. Ausgang, parterre.+109 Schlafstelle ür einen Herren. Botz. Oranienstrave 40/41.+63 Mietsxesucde. Herr sucht elnsach möbllerteS Zimmer, Näbe Winterfeldt-Nollen- dorfplatz. 1. Oktober. Preisofferte inklusive bis Freitagabend unter .Gemütlich*, Postamt 57.+116 Junger Herr sucht möbliertes Zimmer, separat. Offerte. Preis- angabe»E.*, Vorwärtsausgabestelle, Prmzenstratze 31.+63 Möblierte Schlasstelle sucht jun Mann allein, Südost. Offerten Preisangabe an. Vorwärts*, Lausif platz 14/15. -Vrdeitsmarkt. Ltelleaxesocbe. Tuch« für meine Tochter mit guten VoltSschulzeugniffen zum ersten Ottober«ine Konlorlehrslellc. P. Kister. Lankwitz, Mühlenstr. 36. 850b* Stellenangebote* Elektromonteure bei hohem Lohn sucht Ruhland, Kaiscrallee 114.* Marmorschleifrr, solider, sauberer, stosort Bergmannstratzi 69.+59 Malergchilfen verlangt Skalitzer- stratze 54a._' 138/15 Lehrling für Schlofferei und Mechanik aus Reparaturen verlangt gegen Kostgeld MazatiS, Müller. stratze 58._+55* Lehrmädchen sür Kontor und Lager verlangt Arthur Karger, Rosen- stratze L 867b Im ArbettSiuarkt durch besonderen Trnck hervorgehobene Anzeigen kosten SO Pf. die Zeile- Steinarbetter. Die Firma Jttncera 4k Schille, Rixdorf. Rogatsirasi« 33/34 und Berlin. Kieler Strafte«.Zwischen- Unternehmung sür stetnmetzOlätzige Bearbeitung van Kunslstcw, ist gesperrt! 53 Arbeitsangebote find entschieden zurückzuweisen. 172/9* vi« OrteverwaltnnK. Lerantwoettsther Redgktmr Richard Fgrch, Nerliz. sür de» Inseratenteil vercmtw.: Th. Blocke. Berlin. Dritck n. Verlag:«orwärt« tSuchdruckerei u. Verlagsanstalt Paul Singer 11. Co« vetiin SW. Warum sind seit 26 Jstorta so beliebt u. gesucht? Jatfs Ms« palif- Miel ffeOsie die einzigen sind, welche sich im praktisch. GehranehgFOßartigbewiüirthaben. lene illustrierte IDOseitige Preisliste 198 mit»ieien leuheiten soeben erschienen. R. JAEKEL'8 Patent-Möbel-Fabrik. SMÄ f Ecke � Jeden Tag kommen< viele neue Kunden zu! � i i»..—"-"t« �' 4(—"* f r t-■ u._ t, �,, u•CT/Tt �jvsloff •na'ojeotpoaä uojujj -IS 3gt)a;i 'klntziZ-huJ'uz?ivN-zzlqviv� 'S'I�UZlhNM'snvhsPiW slZgZ g-'I -uuvm -nvgz'«'buL'zjnvH uzöplsnzq wnL johilvjg 'ZZ�ZW aailW''huF'jincfgoi�pg *■" �'uuvmxozI-huL'goifpjaasj g- N•»jiubi joh;jvK qun qpaifpngs ioCujo® g-'l■Jaoqua�ilpy pq hikavoJSub'j v y-islSiZA'noqts - J'ilfffi'huL'»llvhStz-uqsiiZ f HfSS'snchuzftnhzI gaiDg �8'asjizuliijnI'ßinquaqjoiß *4i*« Sjaqspuu'i VZMMoT-0-tzuF'Bnajjio® uajuj mnF g- O'SjnqapBi 'uuvm�lgx •(iqjctuias-ui�ctnfß) Suiqos|juAg V•ßinguagDjß ijan; '(�oL'UvioZ) jAopuazunji 'SuinaH iz uoq lUDanDijajg •fl-'l'OiojaoiQ isq jjopsjainnin�f nzij pios M3D ■fl'*!'jToyuszushpA pq aasudmuinj�f '''laßg; JuomojjDiß:i3ig • qiiJitlaB �pzuoE qun pioH z.staiA •(Baagluaigqjagg«zun-ijQf) �»soijh '■.•liüÄ;.!'688-Äa-Uli-ZK'poin '618'iljmvI'hpa-toxk '«'0 6'«»«nusAzx �IS�M ijvhzjplcusjvB IZSNZV-hug',.23jlvU 33g>j,N3T" '(u3gqnF-U3qnG) gqonvfkq�A�x ZV�F Up� 'g-'I'q»ril«n«AAs 1'»jnv-L-0 n Z3U§3IW•©■-iJaiß '(�oL'NvZoZ) eufoH f'ckvctjlvH iivU luomniJajß g-'1'US?jsF-ho-T pq Siuqsiq.ij» Af -uapvßPjazH ßp-v-zp'paqihk-naiß -pm,»§s i,g ipolpapn -»tSpjnzT -33jjnvqI zauzSohshzpqzpZ izq uv luvanvßaaqzgz �»»«-qPW'?>3iL:Z>uaioN-goilpju,qu3W 'NvuniA zp-v-sp �oiyjuaquaaz 'ftta, 'xqwPZ zp-v-sp �S3NgU,zv;,q ipaysSuipzipwipZ -pmaltaU uq»(pngaqiaijfe •piuaöay jjg ,jNl«z>avW 9 '?!uzq«s pq j-lizmphlljÄ •pai siojos 31113 g-X•qajuedqH -(uaoliPW'«SS) S"vciu3tznh)Z goiijs •g- X•n»sii«ii4a�ni|i-sg|Uft5i •paj'iaßna�-p�S 'oqivcquoxnF pq g.iuquaz{OH •pHiun®'„uqoqusUg ang" •aaiqß aoSavachI'pahzpzix' qavhzlnz '(öaoqmzactZ.snqipZ)) zzz.�qzo�l -poquvagz pvI'„ftinhiloiaoiuii" 'ßlqng; uonliaqZ '(öaoqmoactZ-Znqpoz)) �rvp«q»»zx 'laaoäloß 310)05 ZßjZ g>1 'Uuomaoqiz Ulphiigx 'Lanquzquvagz pq zZnsazU-iiisizx -pimPZ'Ä g-X'us,«au->i!sizr -10)05 s.�ogz qun§nociu3stntziI '(nvxnF.NvivJ) ii!Bqqa.i!H •uuouxasqug pvJ •(ßaaqiUDitts-snqpo?)) qosnqaqojH •)UDinO)]31ß gUIlUO)� "H" 0"d'H P» •pal 310)05 31118 g-X UJopuaipsiax "Öqojog'huF'fppiuoJßaojj iun9 luoanojlaiß (ZnqoF sp-V) U3j3Uß pq jaopsaaM •s�ia® luoanojjsiß 'W30�'"030®) pqaus pq kiiwiu�h: •3)ui35-qug;'aouojialß rnng ■poay-guß'mpgasßoß mnS'jpiß •g-'N chnqsqaoM-q pn�-jjops[iieH •aii3]3i©'jpW-huß'aogg uaqp« mng 'Phichvgz uto poqgogz '33XlnoqI a3ianl)Uöig '3)�lpouy-quß'§ nogiiiogpjnap®§ uuouio�' g- N-JJopsinuH •paj quU 3)0)05 usaaquo omz •jaasqiaß loguhoA uto 3)ül)pg gßiuqy ■g- N•jsaoqsi.mAi '10)05§,38unjj •(ßiaqiuaictg'gnqpoji)'joqs|j»H •asiuojs soquoM '(0a3qm3ZdT-SnqpoD)-jaopiuuBH •paaqjsß 310)0)1003) auß "3990'L:iD)oi§aq3)a3is •g-'JL jaoqsuazg pq Avoiqu� •8353 aauna®'uuom •Mjjoas qun iiiojie PophzZ uagpp inng Ivqaaqpp naai 310)05 suß g- n'»PRjs-xfti* •9'ail�iaqaiag '"PJÖS ftpL'�uß'snotpipMajo® son3Z3 '01 z�vaij -�pqopZ'„alxiZ uaunaß ang"'ßinhzI aZ '09 stzoaij -tz>pq,pg'hnoA poiL-quß'wliiizqu� '81/81'3».lzaogz-ajjoH-quß"IPikqao� 'axD-o�oaijaoxiuoqoV qun-hziaqoiag 'uoqoiiiuoI'U3iaoß§)PN aaiotugmiiogoß •aiiqiiaqaiag oxZ'-)aoK'opog; dmas-quß qoliigiuuoqoß'u3iao®-23ßanW 8'iliuooiG'Uiqo®'giß iiDjapafpjaaa g-X•I«i|»S|uu«qor •Jjjuapoi®'3ßuo5 Ja(jj(D® •IBipsni|iia«or 'PPfPS 30111®'Philo® (gnqag gp.tg) aqpoiuaijing pq jaopuaqoiugp 'aahaouuamwI'iß Philo® (•aiuapn�'ß.fpnüg) jjopnaqaiusr 'uuoM uaqjiai mng •(gnqag-pnljuo�) uo�ugoddon 'upiI H- 0- d'«uiddpiiasuaqoH '-pai 310)05 sßß •g- j)■nasnBiiagqasuaqo|f-iio� 'uasntjqugi|asuai{u|[ •13'ZlPagpiZ'uahHqMqpZ 'St'aijqiolu -hnUZ'(ahoiT)„phaaßangz umg"'ipuz 'ackpiZ lohuhog; wß'(uijpiA'gx aagoh -uß)»ouhoa-L iquijuapo® aaq aiuahzjqio® g-'tll'X'i�P" a»,»ii»aq»zs -ßaoquain® mnS �oihzpqpH •g-'N isuza® pq apufquäiioH •pal 310)05 ajiß ■g-'M'na|j[BSi{osd|H •)aDdu3qui5'uuounaij -snohsijohilqap®'h-iin®-qoahL 'g-'N l»q«l �«aii«sKx •(1003) 9;'aijaaßaagfnoai®'aapjuaH-Q ■ig agidnoH'ahuaH g-N api�Jz-WH '(apoH) 68'3lp3uiia3A"huahnhzZ '81'OiPpoi '112 3ijnßnß'gnohijaoZ'hipauaqpH-H g- iq'xa«p«,uaaiL •agoaßqio®•©'ßangpifpo® ang •g- N-laopuajjaimiaH •aajiog uahilinDS mng rpaadla® •goihplqjö®'uiiuajoä -aoihzjuo®*huß'lohijo® ZuznI-oloa� Z "H" O' d-JJiopsSiuudjH: •johiio® saaqpuGs •doiigaä hoß '(iPoZ-nvaaZ) jjopsmxaii '13cioha3g0 pjuß H- 0- d-pwioSfOH •uamga uauaqioß mnS philo®'aagn® gaiup© Ipoojis ijua® •(ßa3gm3.iq9-fngpo®)pi3jsi|»iJui0ii '09'olpmuiZ'hDqqoiß'hii® 'g-'N JJopsJOujoii •Spoilp® aaojuaßiipH qun �oippp® mng 'g-'N'n3«inBqpan�-aasu3S||iaj{ •aagpmp®•&-huß'„aaßnmqui®"'ipiß -eiohhMA g- N(Fa««) aasiiaSjüOH 'iqimlp®-maog'jaa® luoanoipiß '9lnh>I 0110 uoq luoanoijaiß •aaqgahzZ-53'gnohuahnp® •pojaqaigg'® luoanöilaiß -qiocuhm® inoxk qun sq�W M'uuom�no®-qß uoq Ziuoanoijaiß 'oqioaisaoqz pq sxqizui.i»Zsszx 'pSugaß'®-q-..3ihn)mh35 ang" 10)05 *3jaq|3Aitj{ •(lactgog'all 9o!(pia3jO30'hzpupH'® g- x'sSviqv 'laaaälaß 3)0)05 anß 'g-'N Maunniijf 'liasqpß 3)0)05 uaaaquo ajß -pguaaiI-anoipnz:io)oi§ah3)a3W g- x'sgivir '61'ailßao3®-uuoh -oß'(paaam®-ß)»ixjipZ aapoqgaamu® •gonoeb'qaaZ'huß '031/611 utmoquaijanjany gioguailanpug g-x ss«n»i«ii 'laaaqpß 3)0)05 agß ■g-'O-'d'NvquvdZ pq 0piajuaq«n 'l.lnlp® uuoiuazH phijo® •g-X Miossuf) •gnohgupaajg •Qioiunajg) asalqaxsl}*) •8in(p® qoijn® 'P.lunaZ'A •(ipog-nöiOGi) uaji[M») •asimaß luoanoipiß •(naqqng-uaqn®) iioiiouiqn»> •paj 310)05 uaßiagu agß ■„u'n oi •guo®" 10)0)923�'uajaoßaaliojj; paagia® •iioqn� •hipig aaiogz icoanojjau g- N'301I133 pq apiaqiJ»}.«� Wernsdorf. T.-B. SportS�aus am Crosfinsee, Jnh. Gotllieb Handschie. Schwedler,.Zum Oder-Spree-Kanal", Weskom(CottbuS-Spremberg). Restaurant Franz Winnenberg. Wildau. T.-B. Otto Schuhmann, Wildauer Hof. Otto Heiser, Volksgarten. Wilhelmsberg. N. B. Alle Lokale frei. WlUrelinsbagen. N.-B. Alle Lokale frei. WUlrelmsrub. N.-B. Bahnhofs-Restaurant August Feind. O. Deutschmann, Hauptstraße. Schneider, Hauptstraße. Müllbrodt, Walderseestraße. "Peitsch, Kronprinzenstraße. "Wilhelmsruh.(Oberhavel). Verkehrslokal, Jnh. Kieker.., Wilmersdorf. T.-B. AesellschaftSh., WilhelmSaue 112, 114/115. Jnh. Dase. Ziktorio Jnh. Viktoria-Garten, WilhelmSaue. Spichern-Säle, Spichernstraße S, Stecher!. Zur Klause, Hildegardstr. 5/6. Stadtpark, Kaiserallee 51/52, Jnh. Ernst Rohr. Wllsnack(West-Prignitz). Müllers.Gasthof. Wittenau. N.-B. Albert Schulze, Haupt str. 56. E. Wittchow, Oranienburgerstr. 100. Julius Eberhardt. Lübarserstr. 96, frei. Friedrich Schulze, Oranienburgerstr. 33/89, gesperrt. Wittenberge(West-Priqmtz). StiehmS Volksgarten. Wilhelm Schober, Bürgergarten. Wittstock(Ost-Prignitz). Zur Erholung, Pritzwalker Vorstadt, Jnh. Ww. Brodmann. Karl Müller, Gr. Burgftr.(Herberge). Woltersdorf(Dorf). N.-B. Alle Lokale frei. Woitersdorf(Schleuse). N.- B. Woltersdorfer Mühle, Hotel Kranichsberg und Cafe Ruhwald gesperrt. Alle anderen Lokale frei. Wollersdorf(Luckcuwaldi.'). Gasthof Schulze. Gasthof Krüger. Gasthof Müller. Wriezen. O.-B. Alle Lokale gesperrt. Zftckerick a. O. A. Hinze. Zechin(Frankfurt-Lebus). Kein Lokal frei. Zeesen. T.-B. P. Behrend, Gasth. zur Palme. Zehdenlck. Herm. Schulz, Moltkestratze. Restaurant Buchholz, Amlsfreiheit. Zehlendorf. T.-B. B. Mieklei, Potsdamerstr. 25(Waldeslust). WilH. Mieck, Gesellschaftshaus, Karlstr. 12. Schwarz, Rennbahn, Alscnstr. 56. Julius Rutsch, Machnowerstr. 2. Zehlendorf bei Liebcwvalde. N.-B. "BaHnHofs-Restaurant Otto Wiese. Zerpernlcka.d. StcttinerBaHn. N.-B. „Zum Pank-Schlößchen"(Ostertag). Ww. Packert, Dorfstr. 1 Zernsdorf. T.-B. Georg Schulz,»Zur FriedcnSe!che", ge- sperrt. Alle anderen Lotale frei. Zeuthen. T.-B. BaHnHofs-Restaurant, Jnh. Rob. Barnack. Albrechtshof(Spethmann). .Zur Dorfaue", Jnh. Lindemann, Dorf. spaße 15. Restaurant Waldschlößchen, Seestr. 35, Jnh, Karl Drill. Zleblngeu(Ost- und West-Sternberg). Otto Merschenz, Zum Deutschen Kaiser. Ziegenhals bei NiederlcHme. T.-B. Rest. z. SporthauS, Jnh. M. Mörschel. Restaurant Gust. Heiß. Zlelcnzlg(Ost- und West-Sternberg). Restaurant SchützenhauS. Restaurant Dahlmann, Ostrowerftr, Restaurant Jrgang. Ostrowerftr. Restaurant Weiß, Am Markt. Ziltendorf(Guben-Lübben). Gasthof Redlich. Zinna(Kloster). Alle Lokale gesperrt. Zossen. T.-B. VerkehrSlokal: Kurzner. Sarutherstr. 10, Zühlsdorf. N.-B. Restaurant„Zur Eisenbahn", F. Gilge. Zttllichnn. Alle Lokale gesperrt. Zwiebusch. T.-B. Gärtner, Verl. Schweiz, Seddinsee. Alle Lokale, die keinen Saal lfaben, st»d frei! Kokal-Kste für Kerlw und dir Provin; Brandenburg. Ausgegeben gm 29. September 1911. h Obmann der Kommission: Ulbert ttabulscb, C. 54, Auguststr. 51, Ce. IV Alle Mitteilungen, Anfragen sc. find für Berlin an daS unterzeichnete Kommifstonsmitgiied det Setreffenden Kreise» zu richten. Für KreiS Nieder- Barnim an Hermann Elias, 0.112 Blumenthalstr. 24, für Krei» Teltow-Beestow an Carl Rohr, Nixdorf, Weiseftr. 33, vorn IV; fm KreiS Potsdam-Ost-Havelland an Emil Schubert, Spandau, Kurstr. 2t. Die zu den genannten drei Kreisen gehörenden Orte sind durch folgende Buchstaben besonders bezeichnet: Nieder- Barnim= N.-E., Teltow- BeeSfow— T.-S.. Potsdam-Ost-Havelland —?.-O.-1l. Für alle übrigen Ort« find Anfragen usw. direkt an den Obmann der Kommisston zu richten Zur besonderen Beachtung empfehlen wir: Die in der Lifte mit einem* bezeichneten Orte bezw. Lokale gelte» als frei, jedoch ersuchen wir die Parteigenossen dringend, Bereins-, Werkstatt- oder sonstige gröstere Partien nicht nach diese» Lokalen zu unternehmen. Zu jeder gewünschten Auskunft ist die Kominission jederzeit gern bereit, nur müffen wir darum bitten, alle Aufragen möglichst frühzeitig zu stellen. Diese Liste ist bis zum Erscheinen der folgenden aufzubewahren, und bitten wir, von den in der Zwischenzeit eintretenden Aenderungen Notiz zu nehmen. Die Kokalkommifston. Bei'lm. SctannvoclH«: nicett Höhnisch. Berlin C. 54. ilugustttr. 51. Druck: Vorwärts Buchdrucker« und BerlagsanstaU Paul Einger» Co.,«erlin SW. 68, Lindenstr. 69. 1. Wahlkreis. Schuhmacher-JnnungshauS, Fischerstr. 25, DräselS Festsäle, Neue Friedrichstr. 35. Louisen-Zelt, In den Zelten 9s. Zum gold. Löwen, Jüdenstr. 55. Patzenhofer Ausschank, An der Strälauer Brücke 3. Bayrischer Hies'l, Weidendamm 1. Lokal-Kommissions-Mitglied: Jakob Ege, Rotzstr. 31. 2. Wahlkreis. Anhalt. Ressource, Möckernstr. 114. Bock-Brauerei. Tempelhoser Berg. BonackerS Festfäle, Blücherstr. 61. Gliefing, Wasserthorstr. 68. Heilmann, Schönleinstr. 6. Gründer, Schwerinstr. 13. Habels Brauerei, Bergmannstr. 5— 7. Happoldt» Brauerei, Hasenheide 32—83. Hochbahn-Rest.. Tempelhoser Ufer 30. Hosjäger-Palast, Hasenheide 52/53. KlicmS Festfäle. Hafenheide 13/15. Kcnigshof, Bülowstraße 37—40. Kreuzberg-Festsäle, Kreuzbergstr. 48. Leuchtturm, Fontane-Promenade 15. Carl Nißles Festsäle, Dennewitzstr. 13. Raabes Festfäle, Fichtestr. 29. Reinhardts Neues Gesellsch.-HauS, Hafen- Heide 57. Schnegelbergs Festsäle, Hasenheide 21, Jahnstratze 8. Unions-Brauerei, Hasenheide 22/31. Viktoria-Brauerei, Lützowstr. 111/112. Lokal-KommissionS-Mitglied: R i ch a r tj Reinhardt, Urbanstr. 67, Hof II. 3. Wahlkreis. Arminhallen, Kommandantenstr. 58/59. Beckers Festsäle, Kommandantenstr. 62. Berchts Rittersäle, Ritterstr. 71/75. Berliner Klubhaus, Ohmstr. 2, Inhaber Schindel. Brillant-Festsäle, Dresdenerstr. 52/53 (City-Passage). Corona-Prachtsäle(Jnh. Fiedler), Kom- mandantenstr, 72, <"-�uß'ncuni® izg uio�iajfpijß .'zxI-s�oizjhz'.iqzpZ qun-joMvA'iqivhZI•©-tzuß'snvÄizövß "ßi'Zsjisxluscto�'anoiincfp »NT'ß'huß'„a�ojaqDa© aiig" juDa'nojjajß •eucag-ß-huß'gg-ajjaapiuactgg 'SPD uaunaS ang �vzoiZahajaa�-aajlaiza'z EMS-'usihzp n? uaiJimmiojiojos siq»v Slüakhyil!hzi»»Vvajuiz ohiiBnkszK.ii? usiziv� zsSqivisz Suniivijuvssjz isz'ssznq usiZsjZms zun usmhsuassun nk usiviZF lislsiz hiou ilp xi u,'Ui»� sistzzsS sPuinoj iszo-iivilpsDi"Kupasgi'zus Suiiz usjlouzSispuz. siz sia, ushintas hicizsl'issj xio UZMS KZIvaiSUMK KS? sinzog usöpzli SMS -gnajlaoT spvz�--UW 'waz�vT'zuvanvzia� söuigiipI -äüvailaauaoq -Sinv�'jaoquaSavmhZS'qiomaunaA swI 'asjaaqvqsuaSuvaL'javij »ANW Si�'v-siq'üazavN aaqvysuoLuvaZ 'g— S'ai.laaqoq »znzaaznH'uuvm�ahZlM'huß'zaoctqivM '9'asjaaqmzsnzaaqnH 'jaoquaöavmhzI'najaiU'huß'snvhqzvgx 'I'ai.iaaqvqgiuaaq -nH'jaolzuagavmh>D"s.lajL'Ziuaagug-jZ ; qu ij jaaaitiaQ '(jaoguaSamuhZI) g i;Jaaqoqän;aaqn(5'uiaK sjvZ äaag a- l»DlBttouna» *,3]nDj,naq mnS'hflo®"'Bunß-gg 'fl-'N»Jiadqanoiios-ssojio •ijgoioqos ioh;lD® ■(fJaog-noioG)) QaqoJn�-shiOJO •ßSX»-?j«mias«'zactaZ zuuanojlajß tOI'-IjaaljnvhI'aajfpijß'zla«; :;j"ZZ•■»IlajPffi'iioquaahogg-aqaiag J'(JlO) iohaajiD�'anDftaiß'nvzg'MW •8-1-»piajJtajqan-ssoj� t.-öahjpjß'hjiajß ualpI,naT mnS iohijv® �-(hjac-L-nvaoI) -stignoT suvanvslaZL '(USZgNF.USgNA) SlTUS�tx-«S!<»�>� i-'-ZjvhiI jaaqiß iohzjo© '(uactmsZ»Mit � � nsaj ppA mag u-'a-'l-J-iopaaqttjf) :r'pvuoH qun uuDiuhtiaKj •sqpopapng jag aio�oj) V _-vjstmsvgz huß'jahuzqutZ g. g. i-jaaactlaß appjj ZllB H" 0" d •taaj apjojj ang '(NvxNF-NvpI) IMIJOfJ •al ß-tiF qöfjn® (VjLpschnvF) jaopsiqoo 'zi'ajliaoT'iqjuttp® Anfing* 'H'v aaqaagg" tag.wopui j*) atoövi®'huß'i.IaW-apmaii® luvanvttanz 'asJmiaqiiW'uuuuiaauZ'uaüuiaduoag mng •Jaoqgmao� tag e�oiuoiiO •iaaa4la0 ajujos ayg 81-JJopuasaia •aaßigoy;'anuilay;'kinhzZ'ancijaiß •uagn® tag jjops.iaiu.iof> naai pjog mag H-O-d a p« �o,vf> 'jPW'HZ'lj-iL 'ßa-K *PW qun„alnoH uahjJjnaq tung" Johfio®' •(jjaog.noaog) uasscf) •ßDjaatag-ahz •(ßaagmaadSi'fnqjpj)) nai[auj{|B� naaj apps ang »apitrunaisjpii •aaiqij aaeav-uh-J'japaffi ,juaz> •agoaUJohugD®'aßaug'Bnjj •a�Dajjßiuog'laqoä •aahtiaihtg snohsiPH-jM,® »O« Saaqua>sjju •ajWhiJß'2 '(usqqnF-uzgnU) uaqaiajniu •pWig'ß'mnvgz uaunaß mng -gngaiaihpQ) jag japjaaisqajjpaijj ■aliaiSS 'B'huß'.uaqutF aatq uaq ng» pgjpgj a-'N*lBmsq»!Jpo|Jli 'Jaoqsuhvjg Ziq-v-sjq quDjoß -pH luvanvjjazn-quoajjiaßßnM'aaqaacu •jaßßnjig'jaögiaßßnjß''uajavßuaLutaxg •jhDgagnjß•goihajquuai®'SoiCplpÖßn� •aasiaSSqjj uib spaso-j 'uajavßhzjatH Johuhvgz mv.ßangqivxg»'utanuaqvjg juvanojtanz 'jaaj aivzoF a'ng g. jq-uaSvqsqaljpsiJ� '2'ai�Ah-J'pvhajzng.jqiogqvH'stiixtzg '08'i?.>uiiagitW'quopagoH qtaa- 'II UjulishlJW'pvquaqutF'kinh-Z'® '08 aang-uakutaxg'aiMag saqnA-ag .. �'81-hoaij -zauiMA"(jaoqznogz) uajavßaäqoH sjvJ 8' ttl spisjiiqszuip'»!� '.vaoig ang» juvanvjjajg 8-1'(usjjoF) jJopuauav,«q->R.V 'jaax®'aquiz anL johlp® 8- jq»ajoqaqauqa 'jqpgaaZ'HIIW juvanojjanz ■jaoqgmhDT tag ajoqqaun]� -ephun®-maaH-huß'mofß jqvjJ •(«ngag-janjjuDag) SjaqaqaupK 'BijanH jatmjjv®'puoig jaiaijJü® -(Zngaz.pnjzuoaL) asoanfiK -aijaaijaahhznA'aalitM'ßng f-ajlaajaoqzaajioW'h5!130�"qß a-N qssqilsiqvlk naal apps ang 81»uliaqiaSSnix 'uaoquohzJ'„quna® aanag» 'uagn� jag Zjaquaqaqzx 'tjscuaLstuvß'alnoH uacxljnaT mnS johijv® tppiZahazaaA 8-1'UMtOK -hzvqajv�-huß'Jjanlpiois mit? johsjv® a-N•pqujAvqaußjt '.3lhnW uahaltaoM ang* •a-'iq-cuoqijhiZ» jag aiqqmsqauoK ►ua9uja4uoag mnL'hflo®'uuouinajß jjua© 81*Op|«AlUd|>!|£ •aaßnag-ag juvanvjjajn 81 jaopsjazix '88'ajtqunmav®'ZnvhZjJvfplpaata® •(•(Uuapns.BiSpß.�nDg) jjopuaqam: 'PPS§iad4oa •(Biagiuaactg'gngjjog) jjopzjajc .t_l gaaagjaß appL 3DB a-'iq-nquzaijjc •ßuijjaß H iiahtjagz'g lmnvganh,® H" O-'d-zir�JBK O �VI �'uahzZgihzlqpW'jaagnqg '8-'jq-sajaiogoa� jag zpiix :'(pvJ) 09 lMoT'lysjoaaßuv® jpq« 'Hätz sjoZ 8-'jq'ssjuagiagx jag.uoqazvzx !'aaßgaz;-huß'BnajaqtaH gjanz '(ivmapW) PN« jjopsiqvjx 'ßaW aajaoqZaanaH mv'uahzZgihzJaqvK Kaauaagx 'ahvaOmou -na® atuopg'uaaoqZnvhjvtg uaq ng'jjajg a-N JJopsiqBM •jbiaH qtaojß '(baagmaacjZ-sngjjoz)) MOfpujf •taaj appg ang 8 1'osnaiqas jajiouqanjjj, '0�'ajiaauipmazi'uvqau pvg '181'ilUauipmaT*(no}ia$ jaaqojß 'K!«aqa.Ci •aagdojij'ßng-huß'uipafg jqvjZ ■aaißatg H'anvUajn haauhajg'hnß'ßuizn aauaqp® »uvuaqqqi -akoatpaaiZ'uuvan®'jjajß 'ftaig mg'uaoß juvanviiajg •uaqqni •jaaadlaß snvhuahnhzZ *apio.uuai|anr[ •haljuifb jjnßng 'mggaaz jag jaopua uoi •jaaadiaß apjag ang •g-'N-Sjaquapuji '(PVJ) tjSAopmhtZ pvJ '(öaagaqajaL>aqivaiguag) jjopuaklazi 'ajjaaxtuaqhag'laUuaßvgx uoq'hjlv® 8' �»spiv.üuaqazi •qavW mg'aapg aakavmhiJ'apggz-H '(gioiunajg) nouaqa;'! 'ßaaguaquiF hijgx 8*0 spiSjja>qa,qj "MuhnSS mv'aaiazz Jpqniß 81-dp«jua>qaji •taaj apjojj ang •g- jq-Sjaquajqajqj •jaaadlaß appF ang ■uazuai '89 qjjdnrH'aßaoz H -uiuqa»! 'noamvT pvanoilaig ('<2'vpnjquvaZ itf) lajoqsuumuqai gaaactjaß appx ang 81-cuopojJ;ag u.qqai Deutscher Hof. Luckauerstr. IS. Dresoener Sasino. Dresdenerstr. 96. Dresdener Garten, Dresdenerstr. 45, Jnh. W. Pasternacki. Englischer Hof, Neue Rotzstrage 3. Feuersteins Festsäle, Alte Jakobstratze 75 (Jnh. W. Kube). Fürstenhof, Köpenickcrstr. 137/133. Gewerkschaftshaus, Engelufer IS. Graphisches Vereinshaus, Alexandrinen- stratze 44. Gratweils Bierhallen, Kommandanten- stratze 77/79(Jnh. Haberland). Januszkiewicz, Melchiorstr. IS. Jnsel-Feftsäle, Jnselstr. 10. noustrie-Festsäle, Beuthstr. 19/20. ellers„Neue Philharmonie", Köpenicker- stratze 96/97. Köpenicker Festsäle, Köpenickerstr. 127a. Köpenicker VereinshauS. Köpenickerstr. 62. Lüdtkes Vereinshaus, Dresdenerstr. 116. Luisenstädti'che Bierhallen(Jnh. Reppel), Alte Jakobstr. 89. Luisenstädt. KonzerthauZ(Jnh. Eifert), Alte Jakobstr. 37. Luisenstädtisches ClubhauS(Jnh. R. Bom- mer), Annenstr. 16. Märkischer Hof, Admiralstr. 18c. Meyer, Oranienstr. 103. Michael-Festsäle, Michaelkirchstr. 39. Orpheus. Licht- und Tonbild-Theater- gesellschaft m. b. H., Brückenstr. 2. Präger Restaurant(Jnh. Kratkh), Alte Jakobstr. 64. Wilkes Fcstsäle, Scbastianstr. 39. .Zum Alexandriner", Alerandrinenstr. 37a. Lokal-Kommissions-Mitglied: G u st a v Müller, Grünauerstr. 26 III. 4. VadUirvis(Süd-Ost). BehrendS Festsäle, Manteuffelstr. 9S. Cafe Alfen, Vor dem Schlesischen Tor 2. Central-Festsäle, Oranienstr. 180. Graumann, Naunynstr. 27. Grünauer Garten, Grünauerstr. 14. Jndustrie-Festsäle. Mariannenstr. 31. Mariannen-Festsäle, Mariannen-Ufer 2. Max Nowack, Manteuffelstr. 9. Naunynfestsäle(Böhm), Nauntinstr. 6. Oranien-Salon. Oranienstr. 170. Reichenberger Hof. Reickicnbergerstr. 147. Sanssouci. Kottbuserstr. 6. Schocke(Drachenburg), Vor dem Schlesi» schen Tor. »Schuhmacher, Skalitzerstr. 126. Walter(Urania), Wrangelstr. 9/10. G. Wolls-bläger. Adalbertstr. 21. Wodarg. Süd-Ost, Waldemarstr. 78. Ost, Alhambra, Wallnertheaterstr. 15. Albrecht, Gesellschaftsbaus. Langestr. 108. Andreas-Festsäle, Andreasstr. 21. Andreas-Garten, Andreasstr. 26.' BclzmaunS GesellschaftshauS, Lichten- bergerstr. 21. Böhmisches Brauhaus, Landsberger Allee Nr. 11—13. Boekers Gesellschaftshaus, Wcberstr. 17. Brauerei Friedrichshain, Am Friedrichs- Hain 22— 29. Breuer,(trotze Frankfurterstr. 117. Bürger-Hof, Küstriner Platz 10. Concordia-Festsäle, Andreasstr. 64, Jnh. Wendt und A. Schütze. Elisabeth-Gartcn, Elisnbethstr. 30. Elysium, Landsberger Allee 40/41. „Englischer Garten", Alexanderstr. 27c. Fortuna-Säle, Strausbergersir. 3. Germaniabrauerei, Franks. Allee 53. Gesellschaftsbaus, Jnh. Schmidt, Lichten- bergerstr. 16. Grambe, Wcinstr. 11. Gieske, Landsbergerstr. 89. Siegel, Gr. Franksurterstr. 30. Keller, Koppcnstr. 29(Jnh. Mocrner). Kolwigs Festsäle, Gr. Franksurterstr. 99. Königstadt-Kasino. Holzmarktstr. 72. Königstädtisches Kasino, Grotze Frankfurter- stratze 76. P. Litfin, Mcmelerstr. 67. Markgrafcnsäle, Markgrafendamm 34. Matzel, Werneuchenerstr. 6. C. Nickel, Gr. Frankfurterstr. 41/42. Noak, Gr. Frankfurterstr. 13. Nowottnick, Langestr. 30. Lsl-Kasino, Wolter. Franks. Allee 106. Lslbahnhof-Restaurant, I. Oppermann, Küstriner Platz. Patriafestsäle. Gr. Frankfurterstr. 28. Patzenhofer, Landsberger Allee 24. Prachtsäle„Alt-Bcrlin", O. Baatz, Blu- menstr. 10. Residenz-Festsäle, Landsbergerstr. 31, Rott, Stratzmannstr. 29. Schmidt,„Zum Freischütz", Fruchtstr. 36z. E. HahnS Festsäle, Gr. Frankfurterstr. 74. Schröders GesellschaftshauS, Frankfurter Allee 127. B. Schumski, Langestr. 65. Tauert, Grotze Frankfurterstr. 85. P. Schmidts Spezialitätentheater, Lands- bergcr Allee 76/77. G. Wolff. Kolonie Wilhelmshöhe, Hohen- schönhauser Str. Zietz, Warschauers�. 61. Zimmermann, Grüner Weg 29. Lokal-KommissionS-Mitglied: Franz Beiersdorf, Elbingersp. 9. 3. Wahlkreis. Berliner Musikersäle, Kaiser-Wilhelm- Stratze 13 m. Diescner. Landsbergerstr. 37. Distrikts Logenhaus. I. O. G. T., Jnh.: A. Neumann, Linicnstr. 121. Fürstcnberg-Säle, RoseNthalerstr. 38. GrunowS VereinShauS, Dragonerstr. 15, SHMeiule. T.-B. Verkehrslokal Franz Moser, Potsdamer- stratze 5. Franz Bredereck, Steglitzerstr. 24. •rusdorl. N.-B. Rest.„Thüringer Hof", E. Schütze, Ber- linerstr. 24. Gasthof„Zum deutschen Hause", Jnh. A. Rudolf, Berlinerstr. 12. •regel. N.-B. Trapp! Festsäle, Bahnhofstr. 1. Gesellschastshaus, Jnh. Röslcr, Schlotz- stratze 7/8. Schlotzgarten Humboldtpark, Jnh. Karius. Seeschlötzchen Klippenstein. �Tuskulum am See. "Bcllevue am See. 'kexelort. N.-B. Rest. Beckmann u. Haideschlötzchen gesperrt. Alle anderen Lokale frei. I'eltovr-Sieehof. T.-B. Preutziicher Adler, Jnh. W. Bonow, Ber- linerstratze 16. G. Kupsch. Hoher SteinMeg 12. TTeuipelhot. T.-B. .Wilhelmsgarten", Jnh. Schmidt, Berliner- stratze 9. Genosfenschaftswirtshaus, Torfstr. 50. Albert Thiel, Berlinerstr. 41/42. l'eiupUii. Alle Lokale gesperrt. gBeiipllz. T.-B. Verkehrslokal: Paul Getschmann. VleTwerder a. H. P.-0.-H. Kein Lokal frei. Trattendorf.(Cottbus Spremberg). Otto Nakonz. Trehhln. T.-B. E. Schulze, Gesellschaftsbaus, B�nhofstr. O. Wolff, Zum Kronpr., Bahnhofstr. H. Lehmann, Bahnhofstr. H. Gleiche. Bahnhofstr. P. Gräfe, Bahnhofstr. SB. Jüttner. Berlinerstr. SB. Fromm. SchützenhauS, Berlinerstr. I. Hirsch. Markt. SBw. Hause, Zossenerstr. H. Graf, Beelitzerstr. Treptov. T.-B. Alle Lokale frei. Trenenhrletzen. Herrn. Dornow. Berliner Vorstadt 2. Gust. Norenz, Breitest!. 254. Trlehel(Sorau- Forst). Rest. Reinhold Roy. Betzdorf. N.-B. »Jägerheim", Jul. Schmoll. Tulentlnsn-erder. P. 0. 8. Frei. Vehlefanz. P 0.-8. Hr. Pcetscb. Gcsellschsb., Ausb., frei. Paul Schlöttke gesperrt. Velten. P.-O.-N. Gesperrt: Julius Tübbecke, Breitcstr. 67 und Turnhalle des Männer-TurnvcreinS. Alle anderen Lokale frei. Vetschau. Gasth. z. deutschen Kaiser. Am Sedanplatz. W. Klausch. Stradowcr Weg. Vietz.(Landsbcrg-Soldin). Rest. Sabcrt, am Viehmarkt. VoxelsonZ(Gubcn-Lübbcn). Ww. Kahlisch. Waidmannslust. N.-B. Rest. Schweizerhäuschcn, Tianastr. 26/33. Jnh. W. Hartig. Waltersdorf. T.-B. Kein Lokal frei. Wandlitz- Wandlitzsee. N.-B. Georg Lassan. GesellschaftshauS, Prenz» lauer» und Bcrnauerstr.-Ecke. See-Tcrrasse Wandlitzsee. A. Rünger.' Zum Seekrug, Jnh. Klein. Alle anderen Lokale sind gesperrt. Wannsee. T.-B. Fürstsuhof. Philipp. Königitr. 40. Bairischer Hos, Jnh. W. Ziehm, Glienicker- stratze 10. Gust. Koch. Chausseestr. 2z. Wansdort. P.-O.-H. Kein Lokal frei. Wartenhurjj. N.-B. Alle Lokale gesperrt. Welnmelsterhorn. P.-O.-H. Benthin. Welssngk(Sorau-Forst). M. Kanter. Welssensee. N.-B. Alle Lokale frei. Welzen'(Cottbus-Sprembcrg). G. Model. Gasth. zur Grube Clara. H. Pfeiffer. Zum deutschen Kaiser. August Pötschik. Wendlsch-Bnchholz. T.-B. Verkehrslokal: Rest. Schön. Wensickendorf. N.-B. Alle Lokale gesperrt. Werder a. d. Havel- Schwarzer Adler(Jnh. Koch). Fischerstr. 98. Werneuchen. Carl Schlöttke(fr. Wittenberg). sslngjjog'uuvmhzF -uz�vhßlplsik'ßuiiBajS) jjin|) •(6a3gux3ict9=§nq;}oj)) zjjaa •(euag) goihziizqo�z jucmojjay; gun ((4DU02) uwguzhztI'svöizquI jucinrgiajß 'H"'0''d•�Sjjqudd«,! •aqouojdgj)'noqi� azcuozuv� "9•atj�ojgjS)•„u.ijDiÜjutijlj mng" '(jZvctÜoiPZI"JlaicqiUflj'ioj�nipg •ZI'Higiiaqauii.ajUDjj'giiDfj •'S�ioWliama© aamojuu�'aai'ägit paqiß "58/08"ailiauip-gz 'zuvtz>j?nv;aianoiA Zaaugijzx'iquoa�-zg "Z."atläoMpg•uajJDOgjiJjj 'SIT"ilijUDnoss'QUDiojfi'lunF'aaßug®"IS •fl2"-'-tlSnaiy-gnvhgUohzjizaja©•ipd9o}ß 'IZ'„uafpflginlqiag"'ajpiuijj '501 sSdii. .lauipcgs'„uaflinimy Hing"•�uqgaaqj) '61•ifimoiaiuD�'mopaiß"ing •g- M•AioJuiB.f •jaai pjog uiag g I-uaijaffi-?«"© pg zj«,I "88 s2oi,z .lamjias"ziaaiaoA aopigg'ig aflnijj •uaiteiS'sg>p,aifanIjuDag)SjaquapjiJH"11®lfi •laaj uiidaa� M?]"® a I-niio�-nax •uunrnnajis 21nc,3 •g-M*SnjH Jona� •„mnölgaqp® uiß";uoan»jJa{ß •juoag aichpiz ,uvanv,ja;g 'aajohzZ invgz'ijagi'ioqaajlv� ia,oF •(jävmnaz/z) iumupua£ "shvvzix-qnsg "H-'O-'d"jioqsbmuaH iaq qopjqna v •ioguqD® mZ'uuvmsaoW •g-M"naSaquanaj� •uuvmnvA qun pjog gajfplmajß (nvxnz.nvivJ) jaopsaqa v •jaaadiaß aivzox a�B H" O'd-?IIPaX 33'a�aajjnogJ'ajuxny-q'uataDßgjiogj "gl"aj.HpojlE Pßuvs B H" 0- d nanw� / qaaaqjaß aicjoß anB ■8-1•JJopsjapaiaj •aaivagz-gdvaBoivmauiU'goqqijuiag� g-X•nuuapaijj •aaiqiahzZ-qug'ßnazuaWgiA luoano�azg •(I3g3z; pi?3g;) aii«qaH a;aa� 'l-ailaaqiumgaaqj)'mmvagzJ-aiSI ■;5 giqS'IIB"Bu'.qaaipZ qug "8"awiouoa'uiqniß fuuag •O p n apiB.ttuajajj •jaaadlaß aiojag auß a* N piopsrapaa z "68"iljwuUPtB'gnDljgjJufpJiplD® gauqvU g-M•zioqqDna--z»:tjaj •f7g'aijuazgnulhzlnA'oqvaoqiZ •ig-jiaaqo"'gm�gzivhijpama® v P'» �auxquBaL naal aivzox uaaaquv azzo'paadjaB gnvquaqnPZ '�«aadl •laaj apjaii ahzipmoZ ( nvxnF-nvivJ) apiB.uaa�suij naal azozoI ayB. "H- O- d•Snjquaqui�. 'lUvanvilaig-zavdanU'nvz/x •aa?iDg$-hug'gnoggsjoHlgala® •g-M-nBaa�jau •jaaadjaß aqvzoF uaaaquv ajß •uumanaju ünßnu ''H-'O-'d«Maqipadl -aalpaffi luvanvipig'dzgmaioav�-ag mnk ppH" gaazziH 'a-M-asnaiipsZutM naai apjos uaßiaqn aiZ ■ßangiiaq •una®-hug'uaaJiDg g uaq ng—-ßaaq -uohqZ%-gug'uaqutg g uaq ng paaadla© "H-'O-'d"QPjaBaas q naSuquaqitM« naai„ßanqgiavJ" aiq anig 8- 0-SaaqnaqiBj •jaaadlaß appJ anB 3'H-Saaquaqisj -»aal joioj; guuomtzljzjz qun laaanoajg'nögjjog •(jjaog-noao®)" oin® •paadlaß '.aqnoa� anS gnogijo®-'„jogaajloijs"\i3jß •g-M-aaiiqaa •lZnojguoZ luoanotjay; qun pzoH •uagztzoig-jqioW gapigg a-'i-spiv�q»i» laaadjaß apjos anB a- n«»Pia "-(pufp.Uüffi'H) joguaqulA njaiß •aqioaigaaqj) iaq laaauBdsaasj�i ■lcJnlSb"W"hug'„ioguaquig gnogaalBsI" •apaqqnx aagnaj'paqa® sjnßniz -g-M'BaaqZnvajJ-q jaop�aaZZA •paadjaB quij aiujog uaaaquv ayiz •g•ajUaqicmuaiaag'uapoßgjicia gaaqoa�Z •cg•aijaaqaacutpi®'aigniq; an?}uuanufla{ß •agoajj •flia®'tjsuiqnft-gug'aa,oag,;qo,T ganajg •ayBaaquiagg'gacua�-g-gug-'aiucnuaoch •aijuatznpJ'ajulijag' g.aqgozg •apiarvisaaqa •aljoaiJaapnJjuuag'ainjq -uajdoH juo.mofb'j'qnpjaaqoD uuomaaH •qacKB aanajg'aoqnjffi ijnßn.B •guijoa®-jin®'„a.ianotj3}ß" •(ßaaquaais-'aj'n--rt) iia�»o.ia '(ivoZ) 1 jdojuapnags'aDung ino& 'nasajja ■gl-aijaamvqgiogi'hzvq�a'dZ ßaoa® •g- X-z�iAvaja •gnogua�np0 '(nvxng.uvivZ)■uBqqaaa •uuomgas 0}|3-sja�z 8-1-JJopuaqBJtt -laaj uasavßuaqulF qun gnvguatznp0 •nuaqga •aaßnajj jogijv® 'Moqjaqqod -pojj 'Ojaog-nDio®)) ijopsiuoa •>aaj(ivuoU aautddnjß) H" O' d-qaRJqsSujaqpd 'IIOSB"?K '(öaaqmaactJ-Znqjjo®) naqauassjd •paadjaß aivjoF auB •g- X•nasnBq.iapin�i-*d -gnianF 'O aaqogug'aajiagnmaop0 mng'gijv® g- X'33ji3ftnmavixZ uiv xa«x»«u»>d -jaoqpjU lojaF -uaiaoßaajivU mnk luvanvijajiz 'SBiqBd -paadjaß aivgox amz g- X-ulsiqBd •uuvmpW-q-gug'aajiDg uaplina-j; mng "l?o< •uaqo�'nanj'ajaimiaßojg luoanoijajß'ajaigg "iaoq -uaqvT-na�z'goipjaa© qun-qiogZ'a'azovH "a-'i'USjjoF pq laopuaqBd •jiaadjaB ajojog ajug v/*0 P'« uassöjia •„uap�gipjqiag"'aaqiaup0 •fluiaqos"äppiqgpoSS'�npg Schnlzendorf bei Eichwalde. T.-B. Kein Lokal frei. Sieli�-siKedeek. df..g. Alle Lokale gesperrt. Schwedt a. O. Deutsches Haus, Hcinersdorferstr. Schwikd»». Win. Pratsch, Crossenerstr. Gustav Gondolatsch, Mühlenstr. Wilh. Panscb. Herrenstr. Rob. Peil. Frankfurterstr. Jul. Lankisch. Kutschlauerstr. LSW. Schmidt. Markt. Reinh. Zilz. Angerstr. Zum weißen Lamm, R. Weber. Poststr Schwer!» bei Gr.-Köriß. T-B. Rest. Heine. Seddin bei Beelitz. Rest. Willi Grätz. Secxefeid. P.-O.-H. Ricolai. Seldiltz(Landbezirk LandSbcrg). Zum Spitzkrug. Seifenidort(Sorau-Forst). Restaurant Schober. Senltenberg U(Calau-Luckau). BeusterS.Gasthof in Sauo. Senzig. I.-B. Alle Lokale frei. Sieinw bei Cottbus. Heinrich Schwellcw. Sian»en(Cottbus-Spremberg). E. Fischer; Rest. F. Lemke; Adolf Jurk, Bellevue. Siamen-Zliegeiei. Hoffmanns Lokal. Sommerfeld(Schwiebus). Zum Kurfürsten. Bahnhofstr. Sommerfeld bei Kremmen. P.-O.-H. Brauerei Weber frei. Rest. Cindel. Sonnenhnrg(Ost- u. West-Stcrnbg.). Wilh. Greifer und Hotel Markgraf. Soran. Flora. Eaganerstr.— Gasthof zur Eile, Eilplatz.-,- Rest. Kämpffchcl. Sorno(Calau-Luckau.) KrügerS Gasthof. Spandan. P.-O.-H. Verkehrslokale: E. KöpnickS Ballsalon. PichelSdorferstr. 38. Borchert. Seeburgerftr. 26. .Volksheim", Fr. Böhle, Havelstr. 20. 14 Spandaner Berg. T.-B. Bockbrauerei. Spindlersfelde. T.-B. Rest. Ruhwald. � Spreenhagen. T.-B. Alle Lokale gesperrt. Spremherg. Paul Heinze, Gescllschaftshau». Paul Äobelt. Kon/ierthaus. Ludwig- Krüger, Bergschlößchen. Bruno Rückert, Bürgerhaus. Springeiherg. N.-B. Restaurant Fathke. Sprncke bei Guben. Rest. Schulz. Rest. Halenz. Spntendorf bei Groß-Becren. T.-B. Gottl. Vogel, Torfstr. 9. Staaken. P.-O.-H. Gasthof„Zum braunen Hirsch", Hain. burgcr Ekauffee. Stahnsdorf-Kl.-Baehnow. T.-B. Alle Lokale gesperrt. Steglitz. T.-B. Frei: Schellhaje, Saal und Garten Ahorn» straße lös. und Birkenwäldchen Saal und Garten, Schützenstraße. Stelnfnrt. O. B. Wilh. Schleusener. Stolpbrttck. N.-B. Wilhelm Lehmann. Stolpe a. d. Nordbahn. N.-B. Bergemann, im Dorf. Stolzenhagen. N.-B. Alle Lokale gesperrt. Storkow. T.-B. Alle Lokale gesperrt. Stralan. N.-B. Alle Lokale frei. Stransherg(Stadt). Rest. Ctto Weiß. Wilhelmstr. Rose. Bürgergarten, Wriezcnerstr. Stransherg(Vorstadt u. Umgegend). Landhaus.— Wolfsthal.— Seebad.— — Schlagmühle.— Rotkäppchen.— Neue Spitzmühle.— Alte Spitzmühle.— Rest. zum Hu.�rigcn Wolf.— Seeschloß.— Heegermühle. StröKtz(Cottbus-Spremberg). Paul Nowka, Prcllbock. Gust. Neubarth, Kl.-Ströbitz. Snmint. N.-B. Kein Losal frei,> Festsäle, Linienstr. 73. �önigssäle. Neue Königstr. 26. Kürhit, Lpisenstr. 26. Kuhns Festsäle. Linienstr. 8. Landsberger Casino, Alb. Scheruch, Lands- ' bergerstr. 39. Lcydeckers Salon. Sophicnstr. 34. Logen-Äestaurant. Kleine Auguststr. 14. Luna-Säle, Neue Königstr. 7. Müllqr. Restaurant. Linienstr. 65. Mündner. Linienstr. 19. Machniks Festsäle, Prcnzlaucrstr. 41. Neues Konzerthaus, Alcxanderplatz. Pachuras Klubhaus, Landsbergcrstr. 85. Philadelphia, GreifSwalderstr. 138/139. Restaurant.Bürgerheim", Alte Schön- hauserstr. 23/24. Rosenthaler Hof, Nosenthalerstr. 11/12. Rosenthaler VereinShaus, Rosenthaler- strahe 57. Schweizergarten, Am Königstor. Sophien-Säle. Sophienstr. 17/18. Union-Festsäle, Grcifswalderstr. 222. VerbandShaus der Gastwirtsgehilsen, Gr. Hamburgerstr. 18/19. WendtS Pracht-Säle, Münzstr. 17, Eingang Königsgrabcn. Lokal-Komm�Mitglied: Albert H a h n i s ch, Auguststr. 51, Ouerg. IV". 6. Wahlkreis(üloablt). ArtuS-Hof, Jnh. Pirnau, Perlebergerstr. 26. Arminius-Hallen, Bremerstr. 70/71. Bauern-Schänke. W. Küster, Beusielstr. 22. Danziger Ball-Salon. Stromstr. 28. Eisschlößchen(Plötzensee). Jnsel-Restaurant, Neumüllcr, Plötzensee. Kronen-Pxauerei. Alt-Moabit 47/49. Wilhelm Lübke, Waldstr. 8. .Moabiter Bürgersäle", Beusielstr. 9. Moabiter GesellschaftShauS, Wiclefstr. 24, Emdenerstr. 34/35. Moabiter Kasino,' WilSnackerstr. 63. Moabiter Schützenhaus(Plötzensee). Schüler(Brauerei Moabit), Turmstr. 25/26. Spreeschlößchen, Kirchstr. 13. Piktoria-Salon, Perlebergerstr. 14. Wedding nnd Oranienburger Vorstadt. AltmanuS Vereinshaus, Jnbalidenstr. 146. Berliner Bock-Brauerri, Abt. II. Chaussee- straße 64. Berliner Bockbier-AuSschank, C. Steffen, Seestr. 3. Berliner Nordpark. Müllerstr. 143. Gebr. Cranz' Festsäle, Köslinerstr. 8. Funkes GesellschaftShauS, Triftstr. 63. GenossenschaftS-WirtshauS, Nordufer 10. Germania-Säle. Cbausieestr. 110. Hoffmann. Pasewalkerstr. 3. Soppe. Seestr. 1. Humboldt-Säle. Hussitenstr. 40. Fungfernhcide-Schlößchen, Seestr. 88. Köhlers Salon. Tieckstr. 24. Kromreps Festsaal. Eichcndorfsstr. 8. Nadcrs VereinShaus. Köslinerstr. 17. Neues Clubhaus. Schulstr. 20. Oranienburger Festsäle, Cbausieestr. 16. PharuS-Sälc. Müllerstr. 142. Pracht-Säle des Nordens, Gcrichtstr. 31. Sachen, Müllerstr. 136. Schoppans Festsäle, Kolbergerstr. 23. Schreiners Vereinshaus, Schulstr 66. Schultheiß, Inb. Dischcr, Seestr. 32. Schwankes Festsäle. Ebansieestr. 102. H. Schwarz. Tegclerstr. 55/56. Vereins-Ncstaurant. Wilh. Reinclt. Svcrr- straße 14. Viktoria-Säle, Gcrichtstr. 1. H. Wussow, Seestr. 2. Zum Volksbeim. Ackerstr. 123. „Zum Schillerpark", F. Schulz, Müller- straße 59. Rosentbaler Vorstadt nnd Gesundbrannen. Borussia, Ackerstr. 6/7. Brunnen-Säle, Brunnenstr. 15. E. Daase, Brunnenstr. 154. Dietrichs Festsäle. Brunnenstr. 34. Donath, Ausschank der Phönix-Brauerei, Hochstr. 21/24. Elsasscr Ball-Salon. Elsasicrstr. 15. Fey, Brunnenstr. 184. Jos. Fraukes Festsäle, Badstr. 19. FrischS Victoria-Gartcn. Badstr. 12. Gramottc. O.. Bcrgstr. 12. Gutzeit-Fcstsäle, Bergstr. 69. Harmonie, Jnvalidenstr. 1a. Kastanien-Wäldchcn, Fritz Walter, Bad- straße 15/16. Noacks Festsäle, Brunnenstr. 16. Olbötcr, Usedomstr. 33. Restaurant und Festsäle, Elsasserstr. 26. Roewers Festsäle. Elisabethkirchstr. 14. Swinemünder GesellschaftShauS, Swine- mündcrstr. 42. F. Schuster, Ackerstr. 144. Zum Sängerheim. Peteranenstr. 18. Schmidt, Herrn., Prinzen-Allee 33. Polksgarten- Theater, Badstr. 8(Behm- u. Bcllermannstraße). VereinshauS Norden, Koloniestr. 124. Voigt-Theater, Badstr. 58. Walhalla-Restaurant, WeinbergSwea 19/20. Wende, Koloniestr. 147. Schttnhanscr Vorstadt. Arndts Festsäle, Belforterstr. 15. Arnim-Festsäle. Schönflietzerstr. 22. Berolina-Festsäle, Schönhauser Allee 28. Bier-Sprudel, Gaudystr. 10. Brauerei Bötzow, Prenzlauer Allee. Brauerei Pfefferberg, Schönhauser Allee 17. Brauerei Gabriel u. Jäger, Oekon. Wen- darf, Zehdenickerstr. 10, �. <■* h' •flunullcuj ussnS iziZ-a>FL -ztz-ZK anA-hpjvsL ,-'SnvhsijvMzjzA'SmioS"B •snq��o� •agöijjsotjuufjj)'jquouquagg •03 3goa}Uia0u;uujf(s'igozo� •131} D]ÖJOS SJIB g-'»'.»öZI iai?0fS»-«[oijsptr.uio,) •|qnufp3 souiohT-JJaK; •a-'N-ß.iog -ZquvF.M lag apio|in:}(.«uio;o> •aOujuDjsl;'ijognig qjogjasgg •a-'l'mggsaz log.u.o|s»!i3 •U1IVMNVA gUU§ •guß'U113H131S3ZZ?cijCp3: juioigitjaiiDiJ 'H- O-d •isßiuy lingojß luoanoflay; •('UUZöuy-nvMaa� Myj ii9i|aui.ioi(3 •ßa}} -U13}0u!lL 1UZZ}UIH'DJJDItblOl� guuuuiöi'jjg •naigDiij put. 3-(jüg'Joggiiuiag •�mnoguaguig mng"'isuiagg-jiig •SmuaH güg'aqugfpajß; iu9-(joiß •umivq "göiuqy'„uatzi�ojgzjaqiaH"'stpjiug jiuijJ; "-.euiaguöig iaipljna�,"-ajiagx jivz •„iog?]10ö"'13U131W '„uz}iv0i3}}ojV"'gdjoqnjß '»jiv� ushijjnaT uinL jogjjvN'hjoiLz-aizz •uahzqjvaiuaiuvjjvU sgjiogx oiinigz -■fjqBJnqos.ioubi»ub«I� m\ ■l-»HB •ujieDjjj'qusjlagg iiajicßgjjofv-oqunqvj� ■gnoo,- g3tp}i3]}gujy'31 atzvijZ 'umgsjg'iß-gug'mncqflnig 8 juv.invjlajj; :Dfcp}3ifp_ig isgvg »ug'gilfl 03® Z3J303T'jiiictgOimOniiöaafö •gnugqjo®'ee/SS 83® ispßaj;'jüny-g •„U3J1V0 .gziqviv�-'gg 03® 13J303Z'aajqaig-® 'Z2IIS s8vi}} »aagjnF'(Ouijiqg) ajvI-viiojjigz apnOnjj '..'sioj -tz-L"'fZ'aj.lPiiqaiiZ isjivC'SjnlxI-Z •„lajvjqjo®"-m 03® aajsßa�'auohiZ-ig vj 33}}nvgI lanvquvckI'agguijSJojß gbw "'33MvgI lansquodsi'lagnzA'qiag •g*i}Ju3iii}o jß'„SiiogSZiioW" •g- X•Sjrnquo||0|.iBq3 •}113£t}30 31V10F 3J1JJ •a- N••ttOJB3 •(isqoigi®-gug)„3pI-}iogZ"-}}3UZ •(agDjß-gug) loguauiiolvI giaiL g'X-nvuiuN iag �vq«s«is<»�B3 •gg•ijjiaga®'ag-jaiF jiuiZ '(k'lkpK'�nvF) q,B"« •131} 311)100} 3I1J5 a-A isna •i3i} sjüjok anB •a-'N•8i3gggUDg.})]g g siqqiuqsB�a •131} 3jvD agiiijmvZ •a-'i•»«•ia~ •juvinojjajß-uajivG gßiaqmvI •ogioaifiagg lag z|l»a •ST-iliiamM"iqJS-aiPI gqo-uho®-ß "SS•i»iuiiagii®Hpuq3ug'Sjngi®-jg H-'O-d•mi«Jioa-?P»|Suaoa •131} 3]tlJ05 3UJS a-'N-apiB.ttSisJoa •juadJaO apjojj spB *a-'N-jjopsäaoa •13}U(P2) q3ii}i?0({> •gug'minpajjv® mjg'ßiaquajjog-}}Ziß •jgoi5 Djiigs'„gniuaijcg" {uoincjJajß'i3?}ojd(5 jimZ ipioigigapaa a- 1-jjopüui'oa zi 1 r'hiiq�ö tuG'ajgn® ins jogjjo® a- N*|Bqjiiasoa •gnogqjD® g.Zio®-miaH .'lugiuaSjugK; juvinogaiß'aßuög-ßniz B N lBq,usS,uaa "Tt•■n.UoqCpiiU''aiSiljaS§}]0® 'LT aaUnvhI 13111103 gjopuoaqoN-gjjoK OS ijjuuvuiiaF•i3,v3h2-gjioW •{■TT 3�01}} -tz?mui3}I•gnvggjjvcp.iya.tafi) ffiaqqor "SQ/TSl•3|}033tB'3jp}}}3g-30o}log; •ETI-ajlpaqsjauis'ajp.ljjag giijagz 'i.9/99T■i+tuaouiiacjf'gnogguj� ganszg 'OTT'ijjuuomiaH•giioggjlixplpajaA gauiajy '06 uimoD la.lnqjioiv"'a.lnojij aajnqjioy 'OT— 9•3}}u3}iv0giioU•uajiobsjio� "OST"3 Ks 33}}nog3i?uuö3'„iCpijgnK auoipZ" gjiatpag '91 uimvD iijnqjjotz''ajpjuaJiiojjuagoH •gg•ijJuuoutiacj•ajvjilag godqoö,' '86'i�amuia}«)•gnvgg}}ogi}ji3}3© gjiajia® •gg-iJigiiiqaiig-ia.livU•ajgjtzag-guuiiquiv® '91?TJU3}]3'ualpiZgjg-.lqiag •ßf•iilpaqajaup■°nohs}}v}i00oiß L loguo® •g-'X•jioquacpjiaU lag •}ii3