Nr. 348. flbonncmenfS'Bcdingungcn; WlionncmcntZ- Preis pränumerando: »iertcljährl. 3�0 2Rf, monall. 1,10 Ml. wöchentlich 28 Pfg, frei ins Haus. Einzelne Nummer 5 Pfg. Sonntags- itummet mit illustrierter Sonntags- Beilage.Die Neue Welt" 10 Psg. Post- tlbonncmenl: 1,10 Mark pro Monat. Eingetragen in die Post-Zcitungs- Preisliste. Unter Kreuzband für Deutschland und Oesterreich- Ungarn 2 Mark, für daS übrige Nusland Z Mark pro Monat. Postabonncmenls nehmen an: Belgien, Dänemark, Holland. Italien. Luxemburg. Portugal, Rumänien, Schweden und die Schweiz, 28. Iahrg» Vit lnltttIon;-Sebilhk teträgl für die scchsgespaltene Kolonek- »eile oder deren Raum 00 Psg.. für Politische und gewerljchaslliche Vereins- »nd Versamnilungs-Auzeigcn 80 Psg. »KUin« Hnzeigtn". das jcttgedruckle wort 20 Psg.(zulässig 2 settgcdruckle Worte), jedes weitere Wort 10 Psg. Stellengesuche und Schlafstcllcnan- zeigen das erste Wort 10 Psg., jedes weitere Worts Psg. Worte über 15 Auch- staben zählen sür zwei Worte. Inserate JOr die nächste Rümmer müsse» bis k Uhr nachmittags in der Expedition »»gegeben werden. Die Expedltio» ist bis 7 Uhr abends geöffnet. vlchelot tsgii» Mir mentaas. Verlinev Volksblatl. Zcntralorgan der fozialdemohratifchcn Partei Deutfcblands. »elegramm- Adresse: «SöziäUtnulirat ßtrlia" Redaktion; SM. 68, Lindcnstrassc 69. Fernsprecher: Amt IV. Nr. 1983. Expedition: SM. 68, Lindenstrasse 69» Fernsprecher: Amt IV, Nr. 1981. Schweden unter liberalem Regime. Aus Stockholm wird uns geschrieben: Zum zweiten Male hat der schwedische Liberalisnius nunmehr die Regierung übernommen, nachdem die letzten Reichstagswahlen ihn zur ausschlaggebenden Partei im Lande gemacht haben. Bereits 1905 bekam der liberale Führer S t a a f f den Auftrag vom alten König, den durch die konser- vative Junkerpolitik in den Sumpf gefahrenen Karren wieder auf festen Boden zu bringen. Man kann nicht behaupten, daß er dabei besonders glücklich verfuhr. Das einzige An- denken, das die damalige kurze liberale Aera hinterließ, waren neue Knebelungsbestimmungen gegen die Presse. Das Staaff in den Regierungskanzleien den alten Schlendrian ausmistete, kann man nicht gut eine liberale Errungenschaft nennen, denn in dieser Hinsicht hat der konservative„Reichsdisponent" Arvid Lindmann eine nicht minder gute Arbeit geleistet. Dagegen war Staaff in der Wahlrechtsfrage, dem großen politischen Pro- blem, das zu lösen seine Aufgabe tvar, nicht glücklich, und sein Versuch, die nordschwedischen Erzgruben unter die Herr- schaft des Staates zu bringen, war ein vollständiges Fiasko. Er mutete dem Lande zu, dem Grubentrust die Ausbeutung der Eisenerzlager auf die Dauer von 25 resp. 50 Jahren zu überlassen, und nachdem der Trust dann die über Tage liegen- den Erze glücklich in blankes Gold umgesetzt hätte, sollte der Staat den Rest übernehmen dürfen. Glücklicherweise gelang der Plan nichts der nichts anderes als eine, von Staaff zwar unbeabsichtigte. Einseifung des Staates bedeutet hätte. . � Wenn man also nach der Tabelle von 1905/06 schließen Müßte, so könnte man keine großen Hoffnungen auf die neue liberale Aera fetzen. Und auch jetzt tut man gut, der Parole des Genossen B r a n t i n g zu folgen, sich freundschaftlich ab- wartend zu verhalten. Jnnnerhin ist die Lage eine wesentlich andere als 1905/06. Damals mußte Staaff mit einer nahezu homogen konservativen Ersten Kammer und einer starken kon- servativen Minorität in der Zweiten Kammer rechnen. Er konnte ohne die Konservativen überhaupt keine Politik wachen. Heute ist dos anders. Er hat in der Zweiten Kammer 101 liberale Mandate von 230. wozu, eine fortschrittliche Politik vorausgesetzt. 61 Sozialdemokraten kommen. In der Ersten Kammer haben die Konservativen noch rund 120 von 150 Mandaten inne, aber Staaff hat bereits die Auflösung der Ersten Kammer verfügt. Da die Stadtverordneten der fünf größten Städte und die Kreisvertreter der Landvertval- tung die Abgeordneten zu dieser Kammer wählen, kann man auf Grund der Stärke der Parteien in diesen Köperschaften schon jetzt berechnen, daß die Konservativen etwa 33 bis 40 Mandate einbüßen werden, davon vielleicht 10 an die Sozial- demokraten, die dann 13 Mitglieder unter den Senatoren haben würden. Damit würde ein sozialdemokratisch-liberaler Block bei den gemeinsamen Abstimmungen beider� Kam- mern(in Budgetfragen) eine Majorität von 230 Stimmen gegen 150 konservative haben. Die Situation ist also für die liberale Regierung eine ganz andere als 1905, wo sie auf Gnade und Ungnade den Konservativen ausgeliefert war. Allein auch hier trügt der Schein. In Budgetfragen ist die sozialdemokratisch-liberale Majorität- zwar gegeben. Es wird Herrn Staaff möglich sein, die versprochene Herab- setzung des Militärbudgets durchzuführen. Aber die Gesetzgebung ist nicht nur eine budgetrechtlichc. sondern sie hat, soll sie eine bleibende Bedeutung für das Land er- langen, auch die Aufgabe, fortschrittliche Gesetze zu machen. Insbesondere wartet das weite Gebiet der S o- gialpolitik auf eine ernste parlamentarische Arbeit. Auf diesem Gebiet ist bisher so gut wie nichts geschehen. Die Arbeiterversicherung harrt der Lösung, der Arbciterschutz ist bis auf wenige schüchterne Versuche gänzlich vcrnach- lässigt worden. Ein eigentliches Arbeitsrecht ist nicht vor- handen; ein Eingreifen der Gesetzgebung in das Per- hältnis zwischen Unternehmer- und Arbeiterorganisationen erscheint nach den Erfahrungen von 1909 nicht zu umgehen. Die wahnsinnige Praxis der schwedischen Unternehmervcrbände, ohne Rücksicht auf geltende Tarifverträge Sympathieaussperrungen von Hunderttausenden Arbeitern vorzunehmen, müßte unter- bunden werden. Eine weitere Demokratisierung des Wahl- rechts, insbesondere in den Gemeinden, ist im Interesse der Staatspolitik unerläßlich. Die Handelspolitik muß auf eine andere Grundlage gestellt werden, soll nicht die Masse der arbeitenden Bevölkerung der gleichen Hungersnot entgegengehen, wie in anderen Ländern. Ein Grund für die Aufrecht- 'erhaltung der hohen Lebcnsmittclzölle liegt nicht mehr� vor, nachdem die schwedische Landwirtschaft trotz hoher Preise im eigenen Lande den Export planmäßig organisiert. Alle diese Fragen, und noch mehr dazu, harren der Lösung, können aber nur im E i n v e r st ä n d n i s mit der Ersten Kammer erledigt werden. Das bedeutet, daß die liberale Regierung entweder den Kuhhandel mit den Konser- vativen sofort beginnen oder aber ihnen den Kampf auf der ganzen Linie ansagen muß. Der erstere Weg führt zur Vcr- flachung und wahrscheinlich auch zur einstweiligen Ausschaltung des sozialdemokratischen Einflusses. Der ziveite Weg würde der weit vorteilhaftere sein für die Liberalen selbst, die damit ihre Position draußen bei den Wählermassen festigen würden. Ob aber die liberale Partei diesen Weg einschlagen wird, ist mehr als fraglich. Denn sie ist alles andere als eine gleich- artige Einheit. Sie umfaßt zwar große Massen„kleiner Leute", Kleinbürger, Kleinbauern, Beamte des Staates, der Gemeinden und der Industrie, aber sie hat auch einen weit rechtsstehenden Flügel, der dort aufhört, wo die Konservativen beginnen. Und die Personen die Staaff in die Regierung berief, nachdem die Sozialdemo- kratie die Beteiligung abgelehnt hat, entsprechen durchaus der Gliederung der liberalen Partei. Neben ehrlichen Demokraten sehen wir verschämte„Fortschrittler", wie die Kopsch und Wiemer in Deutschland, und der neue Ackerbauminister war noch vor kurzem führendes Mitglied bei den Konservativen, bis er von Herrn Lindmann ausgeschifft wurde. Das ist keine Gewähr für einen Entscheidungskampf zwischen Fortschritt und Reaktion. Vielmehr drängt sich einem die Befürchtung auf, daß der Krähwinkler Landsturm auch fortan sein Gepräge der schwedischen Politik aufziviugen wird; in den neuen Uniformen stecken vielleicht noch die alten Mumien. Diese Erwägungen mögen einige durchaus ernst zu nehmende schwedische Parteigenossen— die selbst für die Ministerportefeuilles nicht in Frage kamen, bei denen also jegliches Strebertum ausgeschlossen erscheint— dazu vcr- anlaßt haben, die Akzeptierung des liberalen Angebots auf Eintritt einiger Sozialdemokraten in das Ministerium zu befürworten. Freilich dachten sie dabei nicht an Sozialdemokraten auf Urlaub, sondern an sozialdemo- kratische Regierungsmitglieder, die unter voller Verant- wortung der Partei(und daher der Partei für ihr Tun ver- antwortlich) in die Regierung eintreten sollten,. nachdem eine Verständigung mit dem Regierungschef über die zu befolgende Politik vorausgegangen wäre. Diese sollten in der Regierung den Sauerteig bilden und die Garantie gegen eine Ab- schwenkung nach rechts bieten, wie sie gleichzeitig die zögernden Liberalen vorwärts treiben sollten. Es ist hier nicht der Platz, das Für und Wider dieser Frage zu erörtern. Die Parteileitung und die Rcichstagsfraktion, die nach dem Beschluß des letzten Parteitages zu entscheiden hatten, haben das liberale Angebot mit großer Majorität abgelehnt. Branting, der für das Ministerium in erster Linie in Frage kam, hat rundivcg vor Jahr und Tag bereits erklärt, daß der kommende Systemwechsel ein liberaler sein müsse, die Zeit der Sozialdemokratie sei noch nicht gekommen. Diese Auffassung hat er auch jetzt, als die Frage aktuell wurde, mit aller Eni- schiedenheit vertreten und die überwiegende Parteimajorität hat sich ihm angeschlossen. Es ist dabei jedoch zu bemerken, daß prinzipielle Gründe für die Ablehnung des libe- ralen Angebots nicht geltend gemacht wurden. Selbst die sogenannten radikalen Elemente haben während der jetzigen Debatte weniger das Prinzip als die Zweckniäjzigkeit betont. Die Partei ist noch zu schwach, I um eine sozialdemokratische Politik durchsetzen zu können und die Politik des Liberalismus möge dieser selbst besorgen, wobei er der parlamentarischen Unterstützung der Sozial- demokratie sicher sei, solange er auf liberalen Wegen wandelt. Malisert er sich aber nach rechts, so treibt er die Wähler- massen, die nun einmal unziveifelhaft nach links marschieren, in die Arme der Sozialdemokratie. Die Oppositionsstellung hat die liberale Partei zu der stärksten gemacht, versagt sie jetzt, wo sie ihre Versprechungen einlösen soll, so ist das zivar auch vom Standpunkte der Arbeiterschaft zu bedauern, aber es wird doch dazu beitragen, daß die Liberalen schnell abwirtschaften. Die Entivickelung der drei Parteien seit 1908 ist aus folgenden Zahlen zu ersehen. Es erhielten bei den Wahlen zur Ziveitcn Kammer Stimmen: 1903 1911 Liberale..... 121 308 212127 Konservative.... 130 037 188 217 Sozialdcmolratcu.. 53 711 172 780 Infolge des Steucrzensus stimmten? unsere Genossen sür die Liberalen in solchen Kreisen, wo sie selbst keinerlei Aussicht auf das Mandat hatten, wodurch verhütet wurde, daß solche Mandate in die Hände der Konser- vativen kamen. Daher sind etwa 20000 sozialdemokratische Stimmen unter den Liberalen gezählt. Dieses Jahr kam nach dem neuen Proportionalwahlrccht eine solche Taktik nicht in Frage. Die Zahl der Wahlberechtigten ist von einer halben auf eine Million gestiegen, die der Wähler von 300 000 auf 600000. Die Liberalen haben davon in beiden Jahren etwa 10 Proz. unter ihrer Fahne vereinigt, während der Prozentsatz sozialdemokratischer Wähler von 24 auf 29 Proz. flieg und der Prozentsatz der konservativen Wähler auf 31 Proz. gefallen ist. Die Steigerung der Sozialdemokratie wäre eine noch größere geworden, wenn nicht so viele Ar- beiterwähler der reaktionären Bestimmung zum Opfer gefallen wären, wonach die Steucrquittung für die letzten drei Jahre vorgelegt werden muß. Da während dieser drei Jahre die wirtschaftliche Krisis im Lande wütete, konnten Taufende von Arbeitslosen ihren diesbezüglichen Verpflichtungen nicht nach- kommen und gingen so ihres Wahlrechts verlustig. Dagegen hat unsere Partei einen glänzenden Erfolg in den reinen Landdistrikten aufzuweisen, ebenso wie die Liberalen, während die Konservativen vielfach aus ihren besten Hochburgen heraus- geworfen wurden. Jedenfalls zeigen die Ziffern die inwerfälschte Stimmung der Wähler, die von der konservativen Politik langsam genug bekommen haben. Die Liberalen sind die stärkste Partei ge- worden, sie haben einen ziemlichen Vorsprnng sowohl vor unserer Partei als der konservativen. Daß sie diese Position nur halten können, ivenn sie zu einer konsequenten Fortschritts- Politik entschlossen sind, werden sie hoffentlich selbst einsehen. Unsere Partei hat, der Mandatszahl nach, bei dieser Wahl den früheren verhältnismäßigen Zuwachs nicht ganz ausrecht- erhalten können. Die Entivickelung ihrer Stärke in der ziveiten Kammer hat sich folgendermaßen vollzogen: Zwei Legislaturperioden 1897—1902 1 Mandat „„ 1903—1905 4 Mandate 1906—1908 13—17 Mandate „ 1909—1911 83—35 1911 61 Nach dem Maßstab von 1906/09 hätte unsere Partei auf 70 Mandate bei der Wahl 1911 kommen müssen. Aber je größer die Partei wird, je unmöglicher wird es naturgemäß, die Zahl der Mandate zu verdoppeln. Man muß ohne weiteres anerkennen, daß der Fortschritt, der in obigen Zahlen seinen Ausdruck findet, ein enormer ist und daß er zu den besten Hoffnungen berechtigt. Dieser Fortschritt ist aber nur möglich, so lange die Partei eine einige und einheitliche organische Masse ist. Eine Teilnahme an der Regierung jetzt hätte die Einheit der Partei in Gefahr bringen tonnen, auf alle Fälle wäre eine schwere Parteikrisis zu befürchten gewesen. Eine solche würde aber die fortschrittliche Politik aufs schwerste ge» fährdet haben, weil sie eine Schwächung der Linken zur Folge haben müßte. Den Koilservativen wäre damit das Geschäft leicht gemacht worden. Jetzt steht die Sozialdemokratie geschlossen und bereit, eine demo- kratisch-fortschrittliche Politik der Liberalen parlamentarisch zu unterstützen. Die Früchte einer solchen Politik iverden sich bei den nächsten Wahlen zeigen. Sie können nur in einer erheblichen Schwächung der zurzeit immer noch starken konser- vativen Partei bestehen, die das Wesentlichste Hindernis für die demokratische Entwickelnug des Landes sowohl als für eine zielbewußte Sozialpolitik bildet. Sind sich die Liberalen dessen beimißt, und schlagen sie eine entsprechende Taktik ein, so wird die diesmalige liberale Aera eine größere Bedeutung erlangen, als 1905/06. Einstweilen freilich liegen nur liberale Worte vor; Herr Staaff. wird zu zeigen haben, ob er sich auch aus liberale Taten versteht._ Die chilieMche Revolution. Alle verläßlichen Nachrichten stimmen darin überein, daß die Revolutionäre siegreich geblieben, die kaiser- licheu Truppen zurückgetrieben und ihre Lager besetzt haben. Die Angabe freilich, daß die Kaiserlichen 1000 Mann, die Re- polutionäre 100 Mann verloren, erscheint stark übertrieben. Die Aufständischen befinden sich bereite aus bom Vormarsch nach Norde n. Ihr nächstes Ziel ist Ktvangschni, hundert Kilometer nördlich von Haukau. Im Besitze dieses Punktes werden sie den Kaiserlichen die Benutzung der Bahn von Peking nach Hankau streitig machen können. Die Nachricht vom Siege der Rebellen wird der Revo- lution zweifellos neue Scharren zuführen. Schon wird der Ausbruch der Revolution in der Gegend von Peking angekündigt und die Regierung ist offenbar von großer Furcht erfüllt. Denn während sonst die äußerste Grausamkeit das Äegierungsprinzip der Mandschus ist, wird jetzt allen, die sich von der Revolution lossagen, volle Amnestie zugesichert. Auch das Zaudern' Au an- s ch i k a i s spräche dafür, daß er an einem erfolgreichen Widerstand nicht glaubt. China Republik— was vor einer Woche unglaublich schien, heute ist es in den Bereich der Wahrscheinlichkeit gerückt. Ausbruch der Revolution in Peking? Peking, 21. Oktober.(Meldung des Reuterschen Bureaus.) Hier ist ein Telegramm eingelaufen mit der Nachricht, daß der Name n des V i z c k ö n i g s in T s i n a n f u. ungefähr 160 Meilen südlich von Tientsin, abgebrannt ist. Amerikanische Missionare in der Provinz Tschili sind von Studenten warnend darauf hingewiesen worden, daß inorgeu in der Nähe von Peking eine Revolution ausbreche» werde. Es ist bemerkenswert, daß ähnliche Warnungen den Missio- naren in W u t s ch a n g zugegangen sind, bevor der Aufstand dort ausbrach. Konsularberichte aus I t s ch a n g, das mehrere Tage isoliert war, bestätigen die Nachricht, daß die Stadt in den Händen der Zl u f st ä n d i s ch e n ist. Das Gefecht von Hankau. London, 21. Oktober. Der Korrespondent der«Daily Mail" telegraphiert seinem Blatte aus Kinkiang, daß das G e f c ch t bei Hankau, dem er beiwohnte, ein äußerst erbittertes ge- Wesen sei. Eines der chinesischen Kanonenboote wurde durch Granaten der Rebellen vollständig vernichtet und zum Sinken ge- bracht. Die Besatzung ist zu den Rebellen übergegangen. Die anderen chinesischen Kanonenboote haben sich 11 Kilonieter' vor Hankan verankert. Es heißt, daß die B e s a tz u u g ebenfalls bc- absichtige, zu den Rebellen überzugehen. Weiter berichtet der 5korrespoiideiit zn dem Gefecht, daß die Berluste aus beiden Seiten sehr gering seien, dagegen sei der Materialschaden sehr erheblich, weil die Granate« zündeten und eine ganze Anzahl von Gebäuden in Flammen aufaing. Eittbernfimg der Nationalversammlung. Peking, 21. Oktober. Die Nationalversammlung soll morgen eröffnet werden.> Der„Retter" zaudert. Peking, 21. Oktober. Hier beginnt man Zweifel zu hegen, ob Z) u a n s ch i k a i die hohen. Aemter annehmen wird, die ihm übertragen worden sind. Ein Edikt spricht die Teilnahme für die Bevölkerung der Provinzen aus, die durch die Dürre und d ul ch d e n Aufstand heimgesucht worden sind, und weist 200 000 Tacls von den Ersparnissen der verstorbenen Kaiserin-Wirwe an, die an xj u a n s ch i k a i ausgezahlt werden, dem die Verantwortung für die Verteilung des Geldes an die Notleidende Bevölkerung obliegen soll. Finanzielle Sorgen. Peking, 21. Oktober. Gestern fand hier eine Zusammen- kunft ausländischer Diplomaten statt, um über die finanziellen Verpflichtungen Chinas an das Ar land zu beraten. China hat gebeten, dag ihm gestattet werde, die Ratenzahlungen der Kriegsentschädigung aufzuschieben. Es ist eifrig bemüht, eine Anleihe aufzunehmen. Peking, 21. Oktober. Eine Proklamation der Regie r u n g weist die Kaufleute an, Papiergeld als. Zahlung anzunehmen und trifft noch weitere Anordnungen, um die Zirkulation des Papiergeldes zu stützen. Die Gesandtschaften ergreifen hier und in T i e n t s i n die notwendigen Vorsichtsmatzregeln, um ihren militärischen Schutz und ihre Verpflegung sicherzustellen. Kein Straßenkampf in Hankan. Peking, 21. Oktober.(Telegramm der deutschen Kabel gescllschaft.) Die Nachricht, daß das deutsche Landung s' torps in Hankau in den Stratzenkampf mit dem chine fischen Pöbel eingegriffen habe, wird hier angezweifelt. Jedenfalls liegt keine Bestätigung vor. ver Krieg. Die Besetzung von Beugasi. Rom, 21. Oktober. Die„Agenzia Stefani" veröffentlicht folgende Meldung des Vizeadmirals Aubry: Gestern haben die Truppen die Stadt Bengasi besetzt. Ab- gesehen von einem unbedeutenden A n g r i f f auf der Nord- seite, den die Jtalier abschlugen, ist alles ruhig. Die Landungs- kompagnien kehrten auf die Schiffe zurück und ließen die aus- geschiffte Artillerie am Lande zurück. Ein Offizier und fünf Matrosen sind tot, zwei Offiziere, ein Unter- offizier und dreizehn Matrosen verwundet. Ein türkischer Angriff. Konstantinopel, 21. Oktober.„Jeni Gazetta" meldet, daß ungefähr 3 00 Italiener die türkischen Truppen bei S i n t a n im Sandschak Dschebel-i-Gharbi südlich von Tripolis anzugreifen versuchten, aber zurückgeschlagen wurden. Die Türken wurden durch Hilfskolonnen von etwa 1500 Ein- geborenen unterstützt." Auf Seite ber Türken wurden drei Feldwebel getötet und sieben Soldaten verwundet. Die Hilfstruppe hatte acht Tote und drei Verwundete. Italienische Berlnste. Konstantinopel, 21. Oktober. Zu dem gemeldeten Nacht« a n g r i f f vom 16. v. M. bei T r i p o l'i S erfährt„Tanin" datz die Türken infolge des nachlässigen Wachtdienstes der Italiener ihre Kanonen bis auf 2000 Meter an das italienische Lager vor- bringen konnten, worauf sie das Lager beschossen. Die Ver- luste der Italiener sollen auch der infolge des plötzlichen An- griffS entstandenen Verwirrung zuzuschreiben sein. Ein Bündnis mit England? Konstantinopel, 21. Oktober. Die öffentliche Meinung beschäftigt sich ausschlietzlich mit der Frage einer Allianz. Die gestrige Ankündigung des leitenden Blattes„Tanin" wird so gedeutet, als wenn England diejenige Macht wäre, welche der tlltkische Grotz- westr im Auge habe.„Jeune Türe' ist der Anficht, nur England scheine in der Lage zu sein, die Tripolisfrage zur Befriedigung der Türkei zu arrangieren. Die Handelskrise. Konstantinopel, 21. Oktober. Auf Anregung der hiesigen Handels- kammer unterbreitete der Handelsminister dem Ministerrat ein Pro- jekt über die angesichts der hier herrschenden kommerziellen Krise erforderlichen Maßnahmen. Die Bankdirektoren wurden zu morgen zu einer Beratung beim Finanzminister ein- geladen, um ihre Meinung auszusprechen. Wenn die KrisiS fort- dauert, werden die Kaufleute voraussichtlich ein Moratorium verlangen. Der Protest der Sozialisten. Konstantinopel, 21. Oktober. Die Blätter melden, daß von i t a l i e n i f ch e n Sozialisten an die t ü r k i s ch e n sozialistischen Deputierten Depeschen gerichtet worden seien, worin sie die Politik der italienischen Regierung als abenteuerlich bezeichnen. Die Doppelzüngigkeit des Vatikans. Man weitz, datz die italienischen Klerikalen an der Spitze der Kriegshetzer marschieren. Diese Tatsache hat aber für die kirchlichen Jntereffen in der Türkei und in der ganzen islamitischen Welt ihre bedenkliche Seite. Deshalb betont der Vatikan neuerdings wieder seine offizielle Neutralität, und daZ päpstliche Organ, der Offervatore Romano' schreibt:„Mehrere Blätter, die sich zu den katholischen rechnen, sowie mehrere Redner. Geistliche wie Laien, äutzer» sich m Besprechung des italienisch-türkischen Konflikts auf ei„e Art und Weise, die fast an einen H e i l i g e n K r i e g glauben üiht. der im Namen und mit Unterstützung� der Religion und der Kirche unternommen wäre, Wir sind ermächtigt zu erklären, datz der H e i l i g e Stuhl nicht nur leine Veronlwort- lichkeit für diese Auslegungen übernimmt, sondern sie nicht billigen tann und sie bedauert, da er außerhalb des gegen- wärtigen Konfliktes bleiben mutz.' Das wird natürlich die klerikale Hetze in Italien selbst nicht im geringsten vermindern._ Die Koniuitivminsmitglieder und die keichstsgmshlen. Anfangs Oktober tagte in Frankfurt a. M. eine Konferenz des Zentralverbandes deutscher Konsumvereine, die sich unter anderem auch mit der Stellungnahme der Konsumvereine zu den politischen Wahlen befaßte. Zu diesem Punkt referierte Fenerstein-Stuttgart. Nach der„Konsumgenossenschaftlichen Rundschau* wurde folgende Resolution emstimmig angenommen: „Bei Handelskammern und händlerischen Organisationen Deutsch- lands machen sich stit Jahren Bestrebungen geltend, den bei politi- Ischen Wahlen auftretenden Bewerbern sogenannte Mittelstands- forderungen zur Anerkennung zu unterbreiten, welche sich in erster Linie auf die gesetzgeberische Bekämpfung der bestehenden Konsumvereins durch Ausnahmebssteuexung und Beschränkung des Geschäftsbetriebes beziehen. Neben dieser beabsichtigten künstlichen Entwickelungshemmuyg ist eS außerdem auf die Verhinderung der Gründung neuer Konsumvereine abgesehen, wozu insbesondere die Auswerfung der sogenannten BcdürfniSfrage dienen soll. Da nun diese Bestrebungen seitens der bezeichneten Korporationen wie auch innerhalb des HansabundeS ganz besonders für die bevor- stehenden ReichStagswahlen hervorgetreten sind, sieht sich die heutige Konferenz von Vertretern deS Konsumvereinswescns veranlaßt, die Mitglieder der Konsumvereine ohne Unierlchied der Parteirichtung zur energischen Abwehr aufzurufen und dieselben zu ersuchen, überall die erforderlichen Matznahmen gegen die bezeichneten Bestrebungen rechtzeitig einzuleiten. Für diese Abwehrmaßregeln sind folgende Gesichts- punkte streng zu beachten: 2. In jedem Wahlkreis, in dem Konsumvereine vorhanden sind, sind durch eine für die verschiedenen Bezirke zuständige Abwehr- kommiffion sämtlichen Kandidaten der Parteien schriftlich formulierte Fragen vorzulegen, die sich lediglich auf die Stellungnahme des Kandidaten zu den Konsumvereinen im Falle seiner Wahl als Abge- ordneter beziehen. 2. Die Antworten der Kandidaten sind von der Kommission in entsprechender Weise zur Kenntnis der Mitglieder zu bringen. 3. Die Kommission darf eine auf die eingegangenen Antworten sich stützende Parole nur insofern ausgeben, als sie zu- treffendenfalls die Konsumvereinsmitglieder— und zwar mit dem geHöngen Nachdruck— auffordert, erklärten Gegnern keine Stimme zu geben. Ausweichende Antworten sollen als ungenügend bezeichnet und die Verweigerung der Antwort als gleich- bedeutend mitGegnerschastgegendieKonsumvereine behandelt werden. Die Konferenz erwartet von den politischen Parteien eine ge- bührende Berücksichtigung dieses lediglich der Abwehr dienenden Standpunktes. Die hervorragende volkswirtschaftliche Bedeuwng und die Leistungen der deutschen Konsumvereine ganz besonders im Hin- blick auf die seit Jahren anhaltende und neuerdings bedeutend verschärfte Teuerung dürfte den Parteien einen nicht zu übersehenden Fingerzeig für die ganze Frage geben. Die Vla Millionen deutscher Konsumvereinsmitglieder aber werden angesichts der Bestrebungen ihrer Gegner in dringlichster Weise zur nachdrücklichsten Wahrung ihrer wirtschaftlichen Interessen im bezeichneten Sinne aufgefordert.* Der Fragebogen lautet: „Ist der Herr Kandidat bereit: 1. Im Falle seiner Wahl als Abgeordneter gegen jede Benach- teiligung ber Konsumvereine auf dem Gebiete der Gesetzgebung zu stimmen? 2. Bei einer eventuellen Aenderung des Genoffenschaftsgesetzes jede Verschlechterung desselben überhaupt, wie auch jede gegen die Konsumvereine gerichtete Aenderung und insbesondere die Ein- sührung der sogenannten Bedürfnisfrage für die Gründung neuer Konsumvereine oder Filialen solcher abzulehnen? 3. Jede AuSnahmebesteuerung der Konsumvereine abzulehnen?* Mit dieser Resolution sehen sich also die Konsumvereinler doch endlich gedrängt, im wirtschaftlichen Interesse auch politisch Stellung zu nehmen und zu unterscheiden. An sich ist nun aber materiell fiar kein Unterschied, ob die Konsumenten allgemein oder peziell als Mitglieder der Konsumgenossenschaften ungerecht und ungebührlich behandelt werden. Ließe man z. B. die Konsumvereine völlig ungeschoren und beutelte dafür die Konsumenten um so mehr und derart aus, datz auch die Konsumvereine durch die Vereinigung kein Gold vuS dem Nichts schaffen könnten, so könnte doch auch ein solches„Recht* die Kon- sumentenorganisationen keineswegs unberührt lassen. Doch— die Dinge entwickeln ja mit der Zeit schon immer ihre eigene Logik, mit dem vorstehend geschilderten Vorgehen ist der erste Schritt auf einer Bahn getan, die zu gehen sich früher führende Personen der Konsumgenossenschaften beharrlich und ostentativ geweigert haben. politiscke Qcberlicbt. Berlin, den 21. Oktober 1911. Ter Kolonial- und Konsulargerichtshof. Aus dem Reichstag. 21. Oktober. Der Gesetz. enttvurf über die Errichtung eines Kolonial- und Konsular- gerichtshofs wurde auf Grund der Kommissionsfassung in zweiter Lesung beraten. Sein Zweck ist, für die Rechtsprechung in solchen Rechtsstreitigkeiten, die jetzt den Kolonialgerichtshöfen einerseits, den Konsulargerichton anderseits unterstellt sind, eine gemeinsame höchste Instanz zu schaffen. Ueber das Prinzip des Gesetzes waren Regierung und Parteien sich einig. Zu lebhaften Meinungsverschiedenheiten gab aber die Zusammensetzung des geplanten Gerichts- Hofes Anlaß. Die Regierung und mit ihr die Kommission wollte es ermöglichen, daß außer den ständigen ordentlichen Richtern auch' einige Beamte des Auswärtigen Amtes, Kolonialamts oder Marineamtes richterliche Funktionen inner- halb des Getichtshofes ausüben sollen. In der ersten Lesung hatte nur Genosse Stadthagen namens der Sozialdemokratie gegen diese Bestimmung ent- schieden Verwahrung eingelegt. Die Gefahr für eine ge- ordnete Rechtsprechung, die in der Zulassung abhängiger und absetzbarer Beamter liegt, war aber auch mittleriveile den Mitgliedern andeter Parteien zum Bewußtsein gekommen. Der freisinnige Abg. M ü l l e r- Meiningen hatte deshalb einen Antrag eingebracht, der daraus abzielt, sämtlichen Mitgliedern des Gerichtshofes die Stellung unabhängiger Richter zu sichern. Ein Antrag Stadthagen bezweckte außerdem noch die Zulassung von Schöffen. Da die Stimmung unter den Parteien von Anfang an gegen die Zulassung der Beamten zu schein schien, machte der konservative Abg. Wagner- Sachsen iviederholt krampf-. hafte Anstrengungen, durch allerhand Geschäftsordnungs- Manöver die Abstimmung hinauszuschieben, um Zeit sür Kom- Promißverhandlungen hinter den Kulissen zu gewinnen. Er fiel damit aber völlig ab. In der Debatte versuchten die Staatssekretäre v. Kidcrlen- W a e ch t e r und v. L i n d e q u i st, den Regierungsantrag zu retten. Hauptsächlich arbeiteten sie mit dem Argument, daß das Gericht jederzeit in seiner Mitte Leute haben müsse, die fortlaufend im Kontakt stehen mit den Kolonialgeschäften; als ob sich das nicht ebenso gut und besser erreichen ließe durch die Zuziehung von Sachverständigen und Vertretern der Regierung zu den Verhandlungen. Gegen die Einbeziehung von Beamten in das Richter- kollegium sprachen für die Freisinnigen Müller-Meiningen, für die Sozialdemokraten Genosse Stadtbagen. für die Mehrheit der Nationalliberalen I u n ch und sür einen Teil deS Zentrums Gröber. Die Abstimmung ergab dann eine knappe Mehrheit sür die S t r e i ch u n g d e r B e a m t e n aus. dem Richterkollegium. Somit waren Herrn v. Kiderlen-Waechter diesmal auf dem parlamentarischen Kampfplatz ebenso wenig Lorbeeren beschieden wie aus dem diplomatischen Marokkoschauplatz. Eine zweite Frage würde dann noch umstritten, ob näm- lich der Gerichthof nach Berlin, wie die Regierung wollte, oder nach Hamburg verlegt werden sollte. Der freisinnige Abg. H e ck s ch e r begründete den Antrag, Hamburg zum Sitz des Gerichtshofs zu machen, höchst ungeschickt, indem er nämlich immer wieder betonte, die Regierung habe Hamburg für„unannehmbar" erklärt, auf ibr Ünanuchmoar sei aber tvenig zu geben, wie ihr nachgiebiges Verhalten in der Richterfrage bewiesen habe. Man hatte schließlich den Ein- druck, er wolle die Regierung zum Widerstand sazarf macheu. Ein ungewöhnliches Ereignis war es, daß ein Mitglied des Bundesrats es einmal wagte, gegen den Regierungs- stachel zu lökcn. Der Vertreter der Hansastädte, Herr Klüg- mann legte sich nämlich warm und mit guten Gründen dafür ins Zeug, daß Hamburg als Hauptstadt des deutschen Welthandels Sitz des Kolonial- und Konsular- gerichtshofs werde. Für die Sozialdemokratie, die gleichfalls einen Antrag auf Verlegung nach Hamburg gestellt hatte, sprach Genosse Bebel, der das Hauptgewicht darauf legte, daß Hamburg deshalb vorzuziehen sei, weil dort größere Bürgschaften für die Unabhängigkeit des Richterkollegiums gegeben seien, wie ja genau aus den nämlichen Gründen derzeit Leipzig zum Sitz des Reichsgerichts auserkoren wurde. Bei der Abstimmung entschied sich die M e h r h e i t für Berlin. Außer der Sozialdemokratie stimmten nur ver- einzelte Mitglieder der anderen Parteien für Hamburg. Auskunftverweigerung. Zur Marokko-Jnterpellation gab Sonnabendvor- mittag der bayerische Ministerpräsident folgende Er- klärung ab: Ich bin an sich b e r e i t. die Interpellation zu be- antworten. Zurzeit mutz ich mir dies jedoch mit Rücksicht auf die noch schwebenden Verhandlungen versagen. Wenn sich auch die hier gestellte Anfrage auf den Bundesratsausschutz für die aus- wältigen Angelegenheiten beschränkt, so ist doch eine Beantwortung der Interpellation nicht wohl möglich ohne einiges Eingehen auf die bisherige Geschichte der marokkanischen Angelegenheiten Und auch bei der Begründung und eventueller Besprechung der Interpellation würde ein Hinübergreifen auf dieses Gebiet kaum gänzlich zu ver- meiden sein. Ich glaube, für die bayerische Regierung und den bayerischen Landtag besteht alle Veranlassung, die gleiche Zurück- Haltung zu üben, die sich die Reichsleitung für die parlamentarische Behandlung des Gegenstandes bis auf weiteres auferlegt hat. Ich bitte daher, mir die Bestimmung des Zeitpunktes für die Beant- wortung der Interpellation der Herren Auer und Genoffen vor- behalten zu dürfen. Darauf gab Genosse v. Volkmar folgende Erklärung ab: Mit Rücksicht auf die vom Herrn StaatSminifter angedeutete, momentan gegebene politische Lage erklären wir uns mit der Verabschiedung einverstanden. Damit ist die Marokko- Interpellation vorläufig erledigt. Die Abgabe dieser Erklärung wird nicht verfehlen, Ver« wunderung hervorzurufen. Wenn sich die bayerische Landtags- sraltion durch die Redensarten deS Ministerpräsidenten veranlaßt sieht, ihre Zustimmung zur Verschiebung der Interpellation zu geben, so hätte sie sich die Einbringung ersparen können. Denn diese Redensarten waren jä vorauszusehen. Die Sozialdemokratie aber steht auf dem Standpunkt, datz auch die Angelegenheiten der aüS- wältigen Politik nicht absolutistisch von einer noch dazu autzer- parlamentarischen Regierung zu erledigen sind, sondern von der Volksvertretung, die nicht geduldig zu warten hat, bis sie vor vollendete Tatsachen gestellt wird. Deshalb hatten die sozial- demokratischen Vertreter gar keinen Grund zur Abgabe einer Zu- stimmungSerklärung und sie hätten den bürgerlichen Parteien die Verantwortung dafür überlasten müssen, wenn sie ihren Regierungen jenes Vertrauen gewähren wollen, zu dein die deutsche Arbeiterschaft wahrlich nicht den geringsten Grund hat. Es gibt keine Lcbensmittclteuerung l Da? ist die Meinung der Königsbcrger.freisinnigen" Stadtverwaltung. Am 20. September hatte sich die Königsbcrger Stadtverordnetenversammlung für die Ausrcchterhaltung des Systems der Einsuhrscheine und der Nahrungsmittelzölle erklärt, daneben aber beschlossen, den Magistrat zu ersuchen, gemeinsam mit .der Stadtverordnetenversammlung eine Eingabe an die zuständigen Stellen des Reichs und des Staates wegen Aufhebung der Futtermittelzölle und Oeffnung der Grenzen für Einfuhr von Vieh und Fleisch zu richten. Am Mittwoch, den IL. Oktober, teilte der Aiagistrat den Stadtverordneten mit das- er diesem Beschlüsse nicht beigetreten sei. Jn'al'cichcr Angelegenheit habe schon der Deutsche Städtetag eine Petition an den Reichskanzler und an die zuständigen Dienststellen gerichtet Es erscheine daher dem Magistrat nicht angebracht, eine Vorstellunä gleichen JnhaUs zu erheben und zwar um so weniger als in Königsberg die Entwicklung der Flcischprcise seit der legten Fleischteuerungseingabe vom 26. September 1610 eine Steiae- ----- nicht'-----*'*« lf 1 durchweg gesunken! rung nicht erkennen lasse; eS seien vielmebr bis aus Rindfleisch die Preise für Fleisch fast Anderere. ts bestehe auch bei de.n Magistrat ein Zweifel nicht darüber, datz demnächst die«iebvreise namentlich für R.nder. ganz erheblich steigen mMem «chweincschlachtungcn in Preutzcn wiesen eine crfreulick, Steiae- criaicinc �inn nitnbi�cnS 8 �® m c cif ♦ tDctf ta hie»Flitter* mittel für Schweine, vornehmlich Kartoffeln aba sehen vun d-n östlichen Provinzen- knapp und teuer sistm� Oberbürge" meister Karte memte noch, man solle das Petittonsrecht nicht Unnötig dadurch abstumpsen. daß man ganz unnötige i0Ö[as,fC; Em akuter Notstand VeHe zurseft nicht. Und nacheinander standen die bürgerlichen Stao.vcrordnc-en auf und versuchten nachzuweisen, datz die Preise für Fleisch und Gemüse niedrig seien. Dem Genossen Saase wurde nach- geiagt. von der angeblichen Lebensmittclteucrung r�°be.er�n en. Materielle Gründe liegen für den Wunsch Hamburg nicht vor; im Gegenteil die Verlegung des Gerichtshofes nach Hamburg würde eine Belastung für Hamburg bedeuten. Hamburg ist für jeden Deutschen und auch sür die Ausländer das Zentrum maritimer und kolonialer Bestrebungen. Aus diesen Gründen bitte ich Sie, unserem Antrag zuzustimmen. Es läuft ein Antrag Bebel(Soz.) und Genossen ein, der eben- falls die Sitzverlegung nach Hamburg wünscht. Abg. Frohme(Soz.): Ich lann den Ausführungen des Abg. Heckscher nur zustimmen. Auch mir ist es völlig unverständlich, weshalb die Vertreter der Sie- gierung in der Kommission erklärt haben, sie könnten Hamburg nicht 'annehmen. Irgendwelche stichhaltigen Gründe sind dafür nicht an- geführt worden. Als es sich um die Errichtung des Kolonialinstituts in Hamburg handelte, hat dieselbe Regierung erklärt, daß Ham- bürg als Haupthandelsplatz ganz besonders geeignet dafür erscheine. In der Hauptversammlung der Deutschen Kolonialgesellschast hat sich auch der hanseatische Gesandte sehr leb- Haft und eingehend für Hamburg als Sitz des Kolonialgcrichtshofcs ausgesprochen. Ich bin überzeugt, daß das Institut in Hamburg viel erfolgreicher wird wirken können, als in Berlin, wo doch immerhin gewisse Einflüsse, die unerwünscht sind, sich geltend machen können. Ich erinnere daran, von welchen Erwägungen aus man zur Zeit das Reichsgericht nicht nach Berlin, sondern nach Leipzig verlegt hat. Dieselben Erwägungen kommen auch hier in Betrackt. Ich bitte daher dringend, unserem Antrag zuzustimmen.(Bravo bei den Sozialdemokraten.) Abg. Dr. Beckcr-Köln(Z.): Aus Zweckmäßigkeitsgründen, die für mich hier allein in Betracht kommen, möchte ich für Berlin sprechen. Vor allem sprechen auch Sparsamkeitsgründe dafür. Einen Einfluß auf die Selbständigkeit der Richter befürchte ich davon nicht; dazu habe ich«ine zu große Achtung vor den Richtern. Abg. Dr. Höffe!(Rp.) spricht für Berlin als den Mittelpunkt der kolonialen Bestrebungen und Sitz der Zentralinstanz. Abg. D-ve(Bp.) erklärt, daß auch ein großer Teil seiner Freunde für V e r l i n stimmen werde. Hamburgischer Bundesratsbevollmächtigter Senator Dr. Klug- mann: Im Ausland denkt man, wenn man von Deutschland spricht, in erster Reihe an Hamburg, und die Deutschen in unseren Kolonien werden es gar nicht verstehen, warum beim das oberste Äolonialgericht nicht in Hamburg, sondern in Berlin sein soll. Abg. Bebel(Soz.): Herr Becker-Köln hat angedeutet, daß die Ursache, weswegen ich und verschiedene meiner Freunde beantragen, alS Sitz deS Gerichts Hamburg statt Berlin zu wählen, in lv a h l k r e i S p o l i t i s ch'«» Gründen zu suchen sei. Ich muß diese Auffassung zurücktveisen. Wir stimmen ungefähr aus denselben Gründen jetzt sür Hamburg, aus denen wir früher für Leipzig als Sitz des Reichs- gerichts gestimmt haben. Wenn Herr Becker das bedauert, so will ich ihn an die Rede seines Parteigenossen W i n d t- h o r st erinnern. Damals war freilich das ganze Zentrum für Leipzig, heute scheint eS ja anders geworden zu sein. Wir hoben auch den Antrag nicht nur für unsere Personen gestellt, sondern wie damals bei der Abstimmung über das Reichsgericht die ganze Fraktion für Leipzig stimmte, so wird sie auch heute g e s ch l o; s e n für Hamburg stimmen, auch die Berliner Abgeordneten werden daS tun, wahlkreispolitische Gründe haben uns also nicht beeinflußt. (Sehr richtig I bei den Sozialdemokraten.) Die Sache ist doch sehr einfach. Jeder Gerichtshof muß in einem Wirkungskreis tätig fein, der die b e st e n Bedingungen für ihn schafft, und da kann gar kein Zweifel sein, daß dies für den Kolonialgerichtshof Hamburg ist. In der ersten Lesung in der Kommission hat auch die große Mehrheit sür Hamburg gestimmt, und erst aus das„Unannehmbar" der Regierung hin hat die Kommission sich veranlaßt gesehen, Berlin statt Ham- blicken, die er Zeit hatte, spielte er dann irgendeine reizende Kleinigkeit, man sammelte dann sür das Bahnhofspersonal oder sür Arme, und unser Meister fuhr weiter, unter dem brausenden Hurra der Anwesenden. Liszt selbst hatte sich fabelhaft abgehärtet; sein Körper schien allen Anstrengungen zu trotzen, er behandelte ihn geringschätzig, sagt seine Sekretärin, Janka Wohl. Wenn man ihn fragte, wie er sich befände, antwortete er leichthin:„Immer gut, ich beschäftige mich nicht mit Franz Liszt." Von Liszt stammt jenes Wort her gelegentlich einer Whist- Partie, bei der sein Partner einen, wie man sagt, schlecht liegenden König riskierte, jemand fragt den Meister:„Was machen wir mit diesem König?"—„Nichts. Die Könige genieren heutzutage nicht mehr."— Ein prophetisches Wort. Fr. K a t t. Maeterlinck über daS Recht, zu sterben. In einem neuen Werke, das unter dem Titel„Tod" soeben in London erschienen ist, spricht Maeterlinck, der gerade in diesen Tagen als künftiger Träger des Nobelpreises genannt wird, über das Recht des Menschen auf den Tod. Der Dichterphilosoph wendet sich dabei gegen die menschlichen Bemühungen, das Leben über seine„natürliche Grenze" hinaus zu verlängern. Er führt dabei aus:„In dem Maße als die Wissenschaft fortschreitet, verlängert sie das Sterben, das der fürchterlichste Augenblick und der steilste Gipfel menschlichen Schmerzes und menschlichen Grauens ist. Alle Aerzte betrachten es als ihre erste Pflicht, selbst die qualvollsten Zuckungen so lange als möglich zu verlängern. Wer hat nicht an einem Sterbebette zwanzigfach den Drang verspürt, sich ihnen zu Füßen zu werfen und sie anzuflehen. Gnade zu üben?" Maeterlinck glaubt fest daran, daß eines Tages diese Vorurteile als barbarisch betrachtet werden, als ein Ucberrest der Zeiten, in denen die Menschheit glaubte, daß jede bekannte Marter dem Unbekannten, das uns im Jenseits erwartet, vorzuziehen sei. Die Aerzte verteidigen sich mit der Behauptung, daß niemals oder fast niemals eine wirklich absolute Sicherheit besteht, ob ein Fall hoffnungslos ist, aber was kann in solchen verzweifelten Umständen eine Verlängerung des Lebens für uns bedeuten? Die Verzögerung des natürlichen Todes, so antwortet Maeterlinck,„gibt uns nur wenige Tage oder höchstens wenige Monate eines Lebens, das in Wirklichkeit kein Leben ist, sondern mehr„ein ausgedehntes Sterben"." Auch unter den Aerzten gewinnt langsam diese Er- kcnntnis heimliche Parteigänger, und man weicht allmählich vor dem bisher behaupteten Standpunkte zurück.„Sie beginnen einzu- willigen, in völlig hoffnungslosen Fällen wenigstens die letzten Zuckungen zu dämpfen und einzulullen." Aber noch zögern viele von ihnen und„wägen gleich dem Geizigen jeden Tropfen Barm- Herzigkeit und Frieden ab, die sie mit vollen Händen austeilen sollten." So hilft uns all unser Wissen nur dazu, mit größeren Schmerzen zu sterben als die unwissenden Tiere.„Aber der Tag wird kommen", so hofft Maeterlinck,„da die Wissenschaft nicht mehr zögernd vor dem Gedanken zurückweichen wird, unsere Leiden zu verkürzen, dann, wenn das Leben weiser geworden, still zu seiner Stunde scheiden wird in dem Bewußtsein, daß seine Grenze er- reicht ist." Eine blutige Statistik. Die Ziffern, die während eines Krieges über die Verluste veröffentlicht werden, sind stets sehr unzuverlässig, selbst in einem gut disziplinierten Heere. So ist die japanische Regierung auch erst jetzt in der Lage, eine ganz genaue Uebcrsicht über die Verluste ihrer Armee während des Krieges gegen Rußland zu veröffentlichen. Die Belagerung von Port Arthur haj den Japanern alles in allem 474 Offiziere und 10 958 Soldaten gekostet. Verwundet wurden außerdem 1152 Offiziere und 31481 Mann. Die mörderischste Schlacht in diesem Kriege war die von Mulde». die auch auf japanischer Seite rund um die Hälfte mehr Leuten das Leben geraubt hat als alle Ereignisse vor Port Arthur, nämlich 554 Offiziere und 15 859 Mann. An nächster Stelle steht der japanische Sieg bei Liaujang mit 222 Toten an Offizieren und 5355 an Mannschaften. Nicht viel geringer waren die Verluste am Sandfluß(Schaho) mit 179 Offizieren und 3917 Mann. Von weiteren Schlachten und Gefechten kommen dann noch in Betracht die bei Sandcpu mit 89 Offizieren und 1794 Mann, bei Kintschou mit 35 Offizieren und 663 Mann. In diesen Schlachten wurden außerdem 14l 198 Soldaten verwundet. Von besonderem Interesse sind die Nachweise über die Verluste bei den einzelnen Waffen. Am größten waren sie selbstverständlich bei der Infanterie, wo die Zahl der Toten fast 35 aus 1999, die der Verwundeten 113 auf 1999 betrug. Es wurde also jeder 39. Mann getötet und jeder 9. Mann verletzt. Demnächst sind die Pioniere am stärksten betroffen worden. An dritter Stelle folgt die Feldartillerie, dann die Kavallerie und die Fußartillerie. Ausfallend groß waren dann ferner die Verluste im Sanitätskorps. Außerdem ist die Tatsache von Bedeutung, daß mehr als drei Viertel der Verluste durch Gewchrschüsse herbeige- führt wurden, etwa der sechste Teil durch die Artillerie und nur ein ganz geringer Betrag durch Minen und Granaten, noch weniger durch die blanke Waffe. Der neue Hamburger Lustschiffhafen. Aus Hamburg wird uns geschrieben: Die Hamburger Luftschiffhalle, die bestimmt ist« eine der wichtigsten deutschen Luftschiffhäsen zu werden, geht ihrer Vollendung entgegen. Schon im Oktober 1999 wurde der Bau der Halle geplant, aber die Ausführung des Projektes, das erst nach dem Besuch des Grafen Zeppelin in Hamburg im März 1919 und nach Begründung der Hamburger Luftschiff-Hallen-Gesellschaft festere Form annahm, verzögerte sich, bis der Hamburger Senat einen 459 Hektar großen Platz hinter der bekannten Borstetcr Rennbahn auf dreißig Jahre zur Verfügung gestellt und zur Pia- nierung ca. 129 999 M. bewilligt hatte. Unvorhergesehene Schmie- rigkeiten bei der Fundamcnticrung erschwerten die Arbeit un- gemein, so daß man erst vor etwa zwei Monaten mit der Mon- tierung der Halle beginnen konnte. In wenigen Wochen werden die zehn riesigen Bogenbinder der Halle aufgestellt sein, die eine Spannweite von fünfzig Metern er- halten. Zur Montage benutzt mau Riesenkräne von 45 Metern Höhe. Die Halle, die im Februar in Benutzung genommen ivcrden kann, wird eine Länge von 169, eine Breite von 59 und eine Höhe von 26 Metern erhalten und gewährt zwei Zeppelinkreuzern mv- dernster Konstruktion bequemen Raum, übertrifft alw in ihren Dimensionen alle bishe- errichteten Lustschiffhallen. Notizen. — Die Leistungsfähigkeit der Schreibmaschine ist in der Unterhaltungsbeilage Nr. 294 durch einen Druckfehler übertrieben worden. Tie beste Rekordleistung betrug 5799 Worte in der Stunde(natürlich nicht 57 999). Dabei ist aber zu berück- sichtigen, daß es sich um ganz kurze englische Worte handelte, die etwa deutschen Silben entsprechen würben, und daß«in kurzer Satz ständig wiederholt wurde. Butg zu setzen. Dieses„Unannehmbar" bekommen wir alle Augenblicke zu hören. ES wäre interessant, einmal eine Periode von A) Jahren de« parlamentarischen Lebens durchzugehen, um festzustellen, wieviel Zeit der Reichs« tag unnütz verbraucht hat, um Gesetzentwürfe durchzu« beraten. die dann durch dieses.Unannehmbar" in den Papierkorb wanderten. Ich bin überzeugt, e« kommt reichlich die volle Hälfte der Zeit heraus. sSehr wahrl bei den Sozial- demokraten.) So ist es auch hier. Was für Gründe gibt es denn, die für Berlin sprechen. Doch nur das Verlangen, alles mögliche in Berlin zu konzentrieren; sonst gibt eS keinen vernünftigen Grund. Daß alle objektiven Bedingungen für ein günstiges Wirken des Kolonialgerichtshofes in Hainburg mehr vor- handen sind, in dieser ersten SeehandelSstodt, wo das koloniale Leben in stets steigendem Mäste pulsiert, daran ist doch kein Zweifel. In der Hauptversammlung der Deutschen Kolonialgescllschast am 1. Dezember vorigen JahreS führte kein anderer als der Präsident des Oberverwaltungsgerichts. Geheimrat v. Bitter, aus:.Man must den Gerichtshof in ein Milieu setzen, in dein er der Weltfremdheit entzogen wird. Der Richter wird in Hamburg im täglichem Verkehr vom überseeischen Leben viel mehr lernen, als in Berlin. Hamburg ist auf dem Wege, ei» Hauptort für die kolonialen Bestrebungen zu werden. Bon höchster Bedeutung ist es auch, dah Berlin nicht alles aufsaugt. Es ist daher zu begrüsten, dast Hamburg sich zur geistigen Zentrale für das koloniale Leben ausbildet und hierin must eS unterstützt und gefördert werden." Diese Ausführungen waren von lebhafter Zustimmung der Versammlung begleitet. Auch auf der Generalversammlung des wirtschaftlichen Landesverbandes von Deulsch-Ostafrika in Tonga im Frühjahr dieses Jahre« hat man sich einstimmig für Hamburg ausgesprochen. In der ganzen kolonialen Welt ist diese Stimmung vorhanden. Sie fassen einen sehr vernünftigen Beschlust, wenn Sie für unseren Antrag stimmen. sBeifall bei den Sozialdemokraten.) Abg. Dr. Barenhorst(Mp.) erklärt, dast er mit einem Teil seiner Fraktionsgenosfen für die Verlegung nach Hamburg stimmen werde. Staatssekretär v. Lindequift bittet um A b l« h n u n g der An- träge. Die Gründe, die für Hamburg und gegen Berlin angeführt werden, können in keiner Weise als stichhaltig angesehen werden. Die Regierung steht unbedingt auf dem Standpunkt, dast der Sitz des oberste» Kolonialgerichtshofes in Berlin sein must. Die Debatte s ch l i e st t. Die Anträge Heckscher-Bebel werden gegen eine aus den gesamten Sozialdemokraten, einem Teil der Fortschrittler, einigen Nationalliberalen(darunter Prinz C a r o l a t h). ein paar meist süddeutschen Zentrumsmitgliedern und einigen Reichsparteilern bestehende Minderheit abgelehnt. Die Kommissionsfassung, wonach der Sitz de« Gerichtshofes in Berlin sich befindet, ist somit angenommen. Der Rest des Gesetzes wird debattelos erledigt. Hierauf vertagt sich das HauS. Nächste Sitzung: Montag 1 Uhr.(Teuerungsinterpellationen.) Schlust 3 Uhr. parlamentarilcbes. Das Hilfskassengeseh in der Kommission. Gestern wurde zunächst die Debatte darüber zu Ende geführt, ob das jetzige HilfStasscngesetz aufgehoben oder nur in einzelnen Punkte» abgeändert werden soll. AuS der Aussprache ist ganz be- stmders hervorzuheben die Erklärung des Ministerialdirektors Caspar über die Frage der Unter st ellung der Gewerk- schaften unter das Aufsichtsamt der Privatversicherung. Nach dem Gesetze sollen solche Vereine dem Aufsichtsamt nicht unter- stellt werden, die keinen Rechtsanspruch auf die den Mitgliedern zugesagten Unterstützungen gewähren. Die Sozialdemokraten wiesen darauf hin, dast die Reichspraxis auch solche Vereine dem Aufsichtsamt unterstellt hat, welche zwar statutengemäst einen solchen Rechtsanspruch nicht gewahren, aber in der Regel die Lei- ftungen ihren Mitgliedern zugute kommen lassen. Sie sprachen die Befürchtung aus, dast auch die Gewerkschaften unter diesen Umständen unter das Aufsichtsamt gestellt werden können. Hierauf erwiderte der Ministerialdirektor, dast eine solche Aus- legung des Gesetzes ganz ausgeschlossen ist. Es stehe fest, dast die Gewerkschaften es ernst damit meinen, wenn sie einen Rechtsanspruch auf ihre Unterstützungsleistungen ausschliesten. Die Gewerkschaften müstten damit rechnen, dast sie zu einer Zeit oll ihre Mittel zu irgendeinem Streik aufwenden mühten. Jene Auslegung des Gesetzes, von denen die Sozialdemokraten gesprochen haben, könne sich nur gegen Schwindelkassen richten. Äusterdem wiesen die Sozialdemokraien darauf hin, dah kleine lokale Kassen feit langem eine gegenseitige Tätigkeit entfaltet haben, obgleich die versichermigzU'chnische Grundlage dieser Kassen sehr schwach ist. Wenn das Aufsichtsamt diese Kassen auf die Sicherheit der von ihnen versprochenen Leistungen gewissenhaft prüfe, würden die meisten Kasse» nicht zugelassen werden, und das sei ein groher Nachteil für die Kassenmitglieder. Ter Ministerialdirektor erklärte hierauf, dast in solchen Fällen das AufsichtSamt nicht so scharf urteilen dürfe und solche Kassen, sofern sie reell geleitet sind, auch nicht beanstandet werden könnten. Diese Erklärung wurde pro- tokolliert. Dann lehnten sämtliche bürgerlichen Parteien den An- trag der Sozialdemokraten, der die Beibehaltung des Hilfskassen« gesetzes mit den notwendigen Aenderungen erstrebte, ab und stimm- ten dann dem Entwurf der Regierung im Prinzip zu. dast also das Hilfskassengeseh aufgehoben und die Hilfskassen dem AufsichtSamt für Privatversicherung unterstellt� werden. Im weiteren Verlauf der Beratungen brachten die Sozialdemokraten zwei Anträge ein, die sich auf die Geltung und Handhabnng des Vereinsgesetzes beziehen, soweit dasselbe im engsten Zusammen- hang mit dem Hilsskassenlvesen steht. Sie beantragten, dast von dem neuen Gesetz die Vorschriften des ReichsvereinSgesetzes unberührt blieben und ferner das Recht der Reichsangehörigen gelte, sich auch über die Polizeistunde hinaus zu versammeln und ohne Ge- „rbmigung oder Ueberivachung der Behörde nicht öffentlich, also nicht jedermann zugängliche Versammlungen abzuhalten. Tic Sozial- demokraten erinnerten an die letzten Debatten im Reichstage, in denen von fast allen Parteien Beschwerde über die Handhabung des VcreinSgcsetzes und über die Schikanierung der Arbeiter mittels Verhängung der Polizeistunde erhoben wurde. Jetzt sei die Ge- lcgenheit geboten, das geltende Vereinsrecht dahin zu inter» pretieren, wie es die überwiegende Mehrheit des Reichstages als einzig zulässig erklärt hatte. Notivendig sei aber auch ein solcher Antrag mit Rücksicht auf das im Privataufsichtsgesetz der Behörde uneingeschränkt eingeräumte Auffichts- und Ueberwachungsrecht. Trotzdem stin, mten die bürgerlichen Parteien gegen diese beiden Anträge. � c In der Aussprache über das Verhältnis der Hilfskassen zu dem Vereinsgrsetz antworiete der Zentrumsabgeordnete Becker auf die Darlegung der Sozialdemokraten mit der Erklärung, auch sie würden zu einem späteren Paragraphen einen Antrag stellen, durch welchen die Möglichkeit, die Gewerkschaften nach diesem neuen Gesetz zu schikanieren, ausgeschlossen werde. Das wolle da? Zen. trum mit Rücksicht auf die spätere EntWickelung unserer politischen Verhältnisse tun. um zu verhindern.— dast die Sozialdemokraten. wenn sie zur Regierung gelangt sind, die christlichen Gewerkschaften schikanieren könnten. Die Sozialdemokraten erklärten, dah sie gern jeder Mastnahme zustimmen, die eine Scbikanierung der Gewerk- schaften unmöglich machen würde, gleichgültig, welche Partei einen solchen Antrag gerichtet hat. Die Sozialdemokraten haben selbst einen dasselbe Ziel anstrebenden Antrag im Jahre kW? eingebracht und jetzt wiederholt. Nach dem RegierungSentwurf müssen die Versicherungsvereine eine Rücklage mindestens im Betrage der Jahresausgabe nach dem Durchschnitt der fünf letzten Jahre haben und sie auf dieser Höhe erhalten. Solange die Rücklage den vorgeschriebenen Betrag «icht erreicht, ist ihr mindestens« i n Z e h n t e l des Jahresbeitrag« hxr Mitgliederbeiträge zuzuführen. Aus Antrag deS Abgeordneten Behrens wurde die Zuführung auf ein Zwanzigstel v'on der Kommission einstimmig herabgesetzt. Die nächste Sitzung der Kommission findet am Montagbor mittag statt. Die Sozialdemokraten beantragten, dast die Kom. Mission zunächst das Versicherungsgesetz für An> gestellte beraten sollte; da die Zeit, die dem Reichstage überhaupt noch zur Verfügung stehe, sehr kurz sei, so erscheine es dringend notwendig, erst die wichtigste Arbeit zu leisten und die Beratung des Hilfskassengesetzes aus später zu verschieben. Die bürgerlichen Parteien lehnten jedoch den An trag der Sozialdemokraten ab und beschlossen, am Mon- tag in der Beratung des Hilfskassengesetzes fortzufahren. Der Parteitag von lliodena. Dritter Tag. Modena, den Oktober. Der Morgen de« dritten VerhandlungstageS bringt insofern eine Klärung, als man sich dahin einigt, für jede der vier Richtungen designierte Redner zu Wort kommen zu lassen. Der Tag. der durch eine bis 3 Uhr früh dauernde Nachtsitzung besonders anstrengend war. hat in dem Votum auch die Entscheidung des Kongresses ge- bracht und stellt insofern dessen Höhepunkt dar. Charakteristisch für die Stimmung der Kongrestmehrheit war die fast beispiellose Be- geisterung, mit der die Delegierten das folgende Telegramm des deutschen Parteivorstandes aufnahmen: „Dem in Modena versammelten Kongreh der italienischen Sozialdemokratie senden wir herzliche Brüdergrüh« und wünschen seinen Arbeiten den besten Erfolg. Im Kampfe gegen den die Völker verwüstenden Imperialismus lautet der Schlachtruf des klassenbewußten Proletariats: es lebe der internationale Sozia- liSmus." In ganz spontaner Kundgebung erhob sich der Kongreß von den Sitzen und spendet« dem Kampfruf der deutschen Bruderpartei einen nicht endenwollenden Beifall. Für die revolutionäre Fraktion der Partei sprachen die Genossen Deila Seta, FraneeSeo Ciccotti und Costantino Lazzari. Della Seta wies auf die Anstren- gungen hin. die die gcmähigten Reformisten machen, um einen möglichst großen Teil der Delegierten unter den Mantel ihrer Tagesordnung zu bringen. Er betonte, dast die Bissolatianer nur mit den Turatianern sich verschmelzen können, wenn sie sich damit abfinden, ihre Prämissen in Widerspruch zu ihren Sckstüsscn stehen zu sehen. Der Fall Äissolati sei heute auf einmal in einer Vcr- senkung verschwunden. Es fei aber durchaus nicht eine persönliche Frage: in ihm läge die ganze Tragödie des Reformismus. Wäh- rend Bissolati noch in seinem PossibilismuS Idealist und Konse- quenzler sei, gründeten sick die gemästigten Reformisten auf den platte» Opportunismus. Der Redner legte dann dar, dast zwischen Ministerialisinus und Antimilitarismus eine unüberbrückbare Kluft bestehe. Die Militärausgaben seien ein für allemal antiproletarisch: man könnte sich nicht vorstellen, dast unsere Parlamentsfraktion ministeriell sei und gleichzeitig die Militärausgaben bekämpfe. Der Tiefstand der antimilitaristischen Bewegung sei nicht zuletzt den Reformisten und ihrer Taktik zur Last zu legen. Mit scharfem Spott wendete sich Gen. Ciccotti gegen die Reformisten. Er sagte, daß sie den Rat eines indischen Philosophen befolgten: wenn ein Volk dir fremd ist, so nimm du seine Sitten an. Sie suhlten sich heute in der Partei fremd und machen sich daher die Sitten der Mehrheit zu eigen. Im übrigen könnten die Revolutio- näre auf diesem Kongreß die Reformisten ruhig durch ihre Glaubensgenossen auffressen lassen. Im Grunde hätte sich die schärfste Kritik der echten Reformisten gerade gegen die gemäßigten gerichtet und umgekehrt. Was die Turatianer heute sagen, das haben sie bisher immer bekämpft. Die Revolutionäre sind viel edelmütiger zu den Reformisten, als diese zu sich selbst: die Refor« misten schuldigen sich des Irrtums an, waluend wir in ihrem Tun nur die notwendigen Folgen ihrer Auffassung, in ihnen nur die Opfer der reformistischen Illusion sehen. Zur Tripolisfrage übergehend meinte dann Ciccotti, dast viele Reformisten die Ex- pedition verwerfen, weil das Land ein« Wüste sei. Ja, wenn es ein fruchtbarer Landstrich wäre, wäret Ihr dann für die Expedition gewesen? Was man von friedlicher Penetration sage, sei nicht ernst zu nehmen. Wer anderen inS Haus fällt, um ihm da« Seine zu nehmen, der dürfe nickst erivarten, daß so etivaS friedlich abginge. Das ist eben das alte Rezept, die Hasen zu fangen, indem nian ihnen Salz auf den Schwanz streut! Es sei unrecht. Giolitti Vorwürfe zu machen. Mon könne unmöglich verlangen, dast dieser durch die 3-i Stimmen unserer Fraktion zum Sozialisten wird. Die Refor» misten nehmen jetzt dem Ministerialismus gegenüber die Stellung ein. die die Zuhälter ihren Dirnen gegenüber einnehmen: bringen diese nicht genug Geld heim, so sind ihre Beschützer unzufrieden. Ciccottis Rede schloß mit der Drohung einer Parteispaltung, falls Unklarheit und Konsusion noch einmal den Sieg davontragen sollten. Als vorletzter Redner de« Tages betrat gegen lO Uhr abend« Genosse Lazzari die Rednertribüne. Mit großem und feier» lichem Ernst, der die Nervosität und Unruh« der übermüdeten Ver- sammlung meisterte, legt« der Redner an die reformistische Taktik den prinzipiellen Maststab des Parteiprogramms an. das. wie er agte, Turati mit seiner üblichen Liebenswürdigkeit die..heilige Schrift Lazzaris" zu nennen pflegt. Lazzari führte au», dah die Voraussetzungen unseres Programms, die wachsende Verschärfung der Klassengegensätze, keineswegs durch die Tatsachen widerlegt cien. Heut« sei die Fraktion so weit gekommen, dah sie den Ueber- lang zur Opposition schon als eine revolutionäre Erfindung ver« herrlicht. Wenn Bissolati die Leitsätze unserer Partei vor Augen gehabt hätte, so hätte er dem. der ihn ins Ouirinal berufen hat, geantwortet: die Ausgebeuteten in Italien haben ihren Ausbeutern ieinen Rat zu geben. Lazzari unterzog dann die inzwischen von den Reformisten der Fraktion Turati eingebrachte Tagesordnung einer Kritik und wendete sich unter anderem gegen die darin an- gewandte Form:„Der Parteitag gibt der Meinung Ausdruck, dast die Fraktion das heutige Kabinett nicht weiter unterstützen könne. Das sei eine merkwürdige Form, in der die höchste Instanz der Partei ihren Willen zum Ausdruck bringt. Des weiteren wendete ich Lazzari gegen die Auffassung, die tripolitanische Expedition sei der Ausdruck einer bürgerlichen Verirrung: sie fei vielmehr ein langer Hand vorbereitetes und berechnete« Geschäft. Zum Schlust bekämpfte er die Ansicht Bonomis, daß die Partei auch Wege gehen dürfe, auf denen ihr da» Klassenbewußtsein der Massen nicht folgen kann. Die Jntegralisten stellten sich in kurzen Erklärungen des Genossen C o l a s a n t i und des Abgeordneten P e s c e t t i auf den Standpunkt, daß der Kongreß vor allem über den Fall Bissolati zu intscheiden habe und vertraten eine Tagesordnung, die die Unter- siützung eines Kabinetts nur unter AuSnahmevcrhaltniffen und nur >m Einvernehmen mit dem Parteivorstand autorisiert, die Teil- nähme an der Regierung ausschließt und die Genoffen zur Dis- ziplm gegenüber den Kongrestbeschlüssen auffordert. Die gemästigten Reformisten sind endlich am dritten Tage mit ihrer Tagesordnung herausgerückt, in die sie alle ihre rüheren Anhänger, mit Ausnahme der eigentlichen Bissolatianer, einzufangen hofften. Dem Bedürfnis, ein möglichst weites Gebiet zu umspannen, entsprechend, ist die Tagesordnung endlos lang und wurde«ine reichliche Spalte des„Vorwärts" ausfüllen. Sie betont zunächst die Notwendigkeit der Erziehungsarbeit und Agitation unter den Massen, erklärt dann, das normalerweise die Reformen ourch energische Opposition erzwungen werden müssen und nur aus- nahmSweise durch TranSaftionen erzielt werden können. Deshalb und auf Grund der Praktischen Erfahrungen der letzten Jahre wird der MlnisterialiSmuS der Partei als der Entwicklung unserer Kraft« nicht weiter nützlich bezeichnet, die Teilnahme an der Re- gierung m der heutige» Gesch.chtsphasx verworfen und die Unter- stutzung eines Kabinett», die als«u, nahmetaktik bezeichnet wird. � Zustimmung de« Parteivorstandes abhängig gemacht. Mir Rücksicht aus die tripglitan.sche Expedition heißt es dann:„daß e» politisch absurd und moralisch unmöglich wäre, wirksam gegen den nrusn Kolsmalwahnsinn zu protestiere» wtd gleichzeitig bix Jlc» gierung zu unterstützen, die für ihn verantwortlich ist." Die Tages- ordnung schließt dann mit den folgenden Worten:„Der Parteitag gibt der Meinung Ausdruck, dast die sozialistische Parlaments- fraktion nicht weiter systematisch das Kabinett mit ihren Stimmen unterstützen kann." Vertreten wurde sie von Rigola und Turati. Rigola kritisierte die Fraktion so scharf, wie sie überhaupt niemand kritisiert hatte und warf der Partei vor. durch ihre heutige Taktik ihre spc- zifische Funktion einzubüßen. Turati gab in seiner merkwürdig sprunghaften Rede zu, daß ein gewisser Bankerott des Reformismus vorläge. Das fei, weil die Partei noch schwach ist, und schwach ist sie vor allem, weil die Reformisten noch den Revolutionären zu ähnlich sind. Ter Reformismus sei inkohärent, wechselnd, vielge- staltig. weil er wahr ist. Wenn wir heute anders denken als gestern, so ist eS, weil heute nicht gestern ist. Er und seine Freunde wollen von der Teilnahme an der Regierung nichts wissen. Wer bleibt beim Proletariat, wenn wir alle auf das andere Ufer zur Bour- geoisie übergehen?(Zwischenruf von den Revolutionären: Wir bleiben 1) Turati fortfahrend:„Ja, Euch rufen sie nicht ins Ouirinal! Offen gestanden, wenn Ihr bleibt, so halten wir das für das schlimmste Uebel." Schließlich setzte Redner auseinander, was er unter nichbsystematischer Unterstützung verstünde: die Fraktion sollte nicht inimer für das Ministerium sein, aber doch bereit, es eventuell in allen Gesetzen gegen den Angriff der Reaktion und gegen die Verdrängung durch ein schlechteres Kabinett zu ver- teidigen. Die Rede endete, wie alle Kongrestreden Turati? in den letzten Jahren, mit einer Verherrlichung der Arbeit unter den Massen..„ Die Ansichten der echten Reformisten wurden von Cabrini, R e i n a und Bissolati illustriert, wobei zu bemerken ist, daß diese Fraktion keine eigene Tagesordnung vorgelegt hatte. Von Interesse sind besonders die Ausführungen Bissolatis. Dieser, der um 11 Uhr nachts das Wort ergriff, legte zunächst dar. dast er von dem Parteitag zu richten sei, als ob er das Ministerportefeuille angenommen hätte. Sein nachträglicher Verzicht ändere nicht». Er sei vom Staats- oberhaupt eingeladen worden und habe der Einladung Folge ge- leistet, und zivar hätte er dies nicht als Ueberläufer, sondern als Parteimann, getan. Als solcher hätte er dem König Giolitti als Kabinettschef bezeichnet und die Wahlreform als Programm. Er glaube, ein Recht zu haben, sich der Einladung als einer Aner- kennung des politischen Einflusses des Proletariats zu freuen. Wenn er schließlich zurückgetreten sei, so sei eS einmal aus Gründen seines Temperaments gewesen. Weiter, weil sich in ihm die Ueber- zeugung gebildet hätte, daß das Ministerium der Wahlreform nur durch die Unterstützung der Sozialisten sich behaupten konnte, während er fürchten mußte, dast diese Unterstützung ausgeblieben wäre, falls er, Bissolati, dem Ministerium angehört hätte. Bissolati hat dann jede Mitverantwortung der Fraktion für sein Tun abge- lehnt. Er hätte allein gehandelt, wie ein Alpinist, der einen gefähr- liehen Weg versuchen will und sich von den Gefährten losseilt, um sie nicht im Falle nachzuziehen. Er habe die Frage nur für sich, nicht für die Partei entschieden: die Partei müsse ihre Entscheidung noch treffen. Was Tripolis betrifft, so sei er aus verschiedenen Gründen gegen die Expedition gewesen, vor allem weil sie unsere Aufmerksamkeit und unsere Kräfte vom Balkan abzieht. UebrigenS wisse man nicht, ob der heutige Krieg nickt einen anderen größeren Krieg verhütet habe, der un- ausbleiblich gewesen wäre, wenn Deutschland oder England Tripolis besetzt hätten. Wenn sich die Fraktion jetzt ohne Rücksicht auf das Wahlrecht gegen das Ministerium wendet, so würde dadurch da» Wahlrecht entwertet, weil es nicht mehr als die Frucht der parla- mentarischen Aktion der Partei erschien«. Er. Redner, halte-S für Pflicht der Fraktion, zum Ministerium zu stehen, solange dieses sein Wort hält: für ihn würde der Ucbergang zur Opposition einen politischen Scldjimord bedeuten, den er nicht zu begehen bereit sei. Mit der Rede Bissolati» ist man am Schluß der dreitägigen Diskussion angelangt. Während dieser Diskussion ist beständig hinter den Kulissen verhandelt worden. Die gemäßigten Refor- misten haben sich bestrebt, den rechten Flügel nicht zu verlieren und haben darum in ihrer Tagesordnung nicht die Unterstützung des Kabinetts, sondern nur dessen systematische Unter- stützung widerraten. Damit kam man der Rechten entgegen. entfremdete sich aber die am weitesten nach link» gerückten Refor- misten. Gleichzeitig zeigte sich, daß das Werben um die äußerste Rechte auch nicht ganz erfolgreich war, denn am Abend de« dritten TageS wurde auch eine Tagesordnung der äußersten Richten vor- gelegt, die mit Rücksicht auf die Wahlreform die weitere Unter- stützung des Kabinetts verlangte. Andererseits rückten die Refornlisten der Linken in zwölfter Stunde mit einem Amendement Modigliani heraus, das das Wort„systematisch auS der konkor- vierten Tagesordnung der Turatianer streichen wollte. Allerdings sahen die Reformisten sofort die Gefahr und schämten sich nicht, ihre Tagesordnung der äuhersten Rechten zuruckzuAlehen, aber diese wurde von einem Delegierten, dem Genossen B a s i l e, auf- rechterhalten. So spalteten sich trotz aller Korridorarbclt und aller Schlauheit die Reformisten im letzten Moment in drei Gruppen: die Tagesordnung Bastle forderte die weitere unbedingte Unter. stützung des Kabinetts; die lonkordierte Tagesordnung wollte nur von der Fortdauer der systematischen Unterstützüng nichts wissen. während die Tagesordnung Modigliani nicht nur d,e systematische. sondern überhaupt die Unterstützung des Kabinett? mit Rücksicht auf das tripolitanische Abenteuer ablehnte. Daneben blieb die bedingt antiministerielle Tagesordnung der Jntegralisten und die unbedingt antiministcricllc Tagesordnung Lerva. Die Abstimmung. Um 12 Uhr nachts begann die Abstimmung, die manche Ueber» raschungen brachte. Sie ergab für die Tagesordnung Lerda. wie bereits telegraphisch gemeldet, 8034 Stimmen. SSOO mehr als aus dem vorige» Parteitag. Für Lerda stimmten Turin, Rom Tos. kana bis auf wenige AuSnahinen. die Mehrheit der Romagna' sowie viele Parteiabteilungen von Ligurien und Venetien. Die konkor» dierte Tagesordnung TreveS brachte eS auf 78ig Stimmen' für sie stimmte die ganze Emilia bis auf 2 Sektionen, weiter Genua, einige Städte der Toskana und ein Teil der Romagna. Modigliani erhielt 173« Stimmen, darunter die der ganzen Stadt Mailand. Bastle brachte es auf 1VS4 Stimmen, vorwiegend solche kleiner Sektionen, während die Tagesordnung der Jntearalisten 1074 Stimmen erzielte. Das Resultat der Abstimmung ,st. daß die drei Fraktionen der Reformisten die Mehrheit rn der Partei haben, daß aber gleichzeitig die Antiministeriellen(Lerda plus Modigliani plu, Pescetti) zahlreicher find, als die bedingten und unbedingten Ver» fechter des Ministerialismus. Die Reformisten haben gesiegt: der Reformismus'st unterlegen. Vierter und letzter Tag. Der letzt« Verhandlungstag begann mit einer Fraktionssitzung der Revolutionären, die sich über ihr« Swnung zu dem Votum klar werden mußten. Zunächst wurde hier die Frage deS Austritts aus der Partei in Erwägung gezogen, viele Genossen dieser Fraktion mit der Absicht gekommen waren, im Falle eine» Siege» der Reformisten auS der Partei auszuscheiden. Mit Recht wurde von der Mehrheit der Fraktion geltend gemacht, daß der Anstritt nur berechtigt wäre, fall» sich die Reformisten durch ein Votum. das die Teilnahme an der Regierung erlaubte, cuisterhalb der sozialistischen Internationale gestellt hätte». Da dies nicht ae» schehen ist. wurde ,-de Berechtigung des Austritts von der Mehr- heit— gegen« Stimmen— verneint. Gleichzeitig beschloß die revolutionäre Fraktion, auf ein« Stichwahl zu verzichten, da von dieser keinerlei Klärung zu erwarten sei. Ihren zurzeit außerhalb der Fraktion stehenden Abgeordneten, den Genossen«gnini und Musatti, gab sie den Auftrag, der sozialistischen ParlamentSfraktion wieder beizutreten und»n dieser für die Ausrcchtcrhaltung der Kongrestbeschlu,!« zu wirken. Erklärungen in diesem Sinne wurden vom Genossen Mn- sa tt i dem Parteitag gegeben. Daraufhin erklärten die dissidenten Reformisten« dsh sie iffl Falle dkz Stichwahl für bix konkordiertt !fage?otSnuff<5 gestimmt"hätten, während die Jntegralisten sich teils in demselben Sinn«, teils für Stimmenthaltung erklärten. Schließlich gab Genosse C a l d a im Namen des Parteivorstandes die Erklärung ab. daß der Parteivorstand nach dem Botum vor» läufia im Amt bliebe, in Erwartung weiterer Beschlüsse. Es wird festgeietzt. daß der nächste Parteitag im folgenden Jahre statt- findet. Der Kongreß geht dann zur Diskussion der Ucberführung des„Avantj" nach Mailand über. Diese wird von den Revolutionären scharf kritisiert, wäh- rend die Reformisten die Notrvendigkeit der Maßnahme vertraten. Die Diskussion fand während einer Sektionssitzung der revolutio. nären Fraktion statt, was der Reformist Genosse Ricciardi benutzte. um diese anzulümmeln. Zu einem Votum kam es nicht. Ueber das Frauen st immrecht referierte die Genossin A I t o b e l l i, deren Forderungen, die in einer Tagesordnung Kuliscioff niedergelegt waren, einstimmig zur Annahme gelangten. Es wird hierin der Parlamentsfraktion zur Pflicht gemacht, die Ausdehnung des Stimmrechts auf die Frauen in der Kammer zu vertreten. Die Frage der Beziehungen zwischen Parlamentsfraktion und Parteivorsland wird zum nächsten Kongreß vertagt, und nach An- nähme einer geringfügigen Modifikation des Parteistatuts schließt der Kongreß seine Arbeiten nach einigen Schlußworten des Ab- geordneten Agnini. Eine Würdigung der durch die Verhandlungen geschaffenen politischen Situation soll in der Folge gegeben werden. Es ist nicht ganz leicht, die Folgen eines Votums zu übersehen, das eine ministerielle Mehrheit beauftragt, eine antiministerielle Taktik zu «ntfalteo._ Jugendbewegung. Das Kesseltreiben gegen die Arbeiterjugend. Die preußische Polizei versucht weiter, im Kampfe gegen die Arbeiterjugend die Lorbeeren zu ernten, die ihr die Verfolgung der erwachsenen Proletarier nicht bringen will. Aus Essen wird uns berichtet, daß dort, nachdem kaum eine gerichtliche Aktion mit mähiaem Erfolge für die Staatsretter zu Ende geführt worden. von MWem gegen die Arbeiterjugend vorgegangen wird. Es ist aber- malS ein Verfahren eingeleitet worden, um die Vertrauenspcrsoncn der Jugend zu fassen, und zu dem Zwecke veranstaltet man jetzt Haussuchungen über Haussuchungen. So nahm man dem Kol- porteur der„Arbeiter-Jugend" seine Geschäftsbücher weg. hieß sogar Privateigentum von ihm mitgehen, ohne zur Beschlagnahme richter- ilichen Austrag zu haben. Bei einer Familie wurde gehaussucht aus dem Grunde, weil sie auf einem Flur mit einem verdächtigen jugendlichen wohnt! Der Vertrauensmann der Arbeiterjugend wurde in der Fabrik aufgesucht und visitiert! Dabei wurde ihm ein Notizbuch mit einigen Adressen abgenommen. Ebenso wurde das Parteisekretariat in Essen abgesucht, dann die Zentralbibliothek. worin ein Schrank mit Spielen und Büchern für die Jugend steht: dieser wurde gewaltsam geöffnet. Das ganze Parteiaeschäft der .Arbeiterzeitung" wurde sozusagen umgelehrt nach Material zu neuen Anklage, auch wurde, wo man sie fand, die Broschüre von Danneberg über die Arbeiterjugend beschlagnahmt.— Der Zweck dieser ganz ungewöhnlichen Tätigkeit der Polizei in Essen geht deutlich aus den Worten eines haussuchenden Polizisten hervor: es ist Befehl.von oben" gekommen, daß die Ar- berterjugendbewcgung vernichtet werden soll! — Nun. das wird auch der borussischen Polizei nicht gelingen. S,e wird im Gegenteil mit ihrem auSn ahmerechtlichen Kampfe das Klassenbewußtsein der Proletarierjugend stählen und sie erst recht für das Rjngen um eine bessere Zukunft erziehen. Soziales. Dienstbotenbehandlung. I. Das Dienstmädchen L. hatte Anfang September bei der Pensionatsinbabertn Fischer Stellung genommen. Da eS ihr aber in dieser Stellung nicht gefiel, kündigte sie am lö. wieder zum k. Oktober ihren Dienst auf. Bereits am ÜL. September wurde sie jedoch entlassen. Ihre Arbeitgeberin sowie deren Geschäfts- führer, ein Herr Kauerz, hatten nun während der Kündigungsfrist an ihren Dienstleistungen allerlei Aussetzungen zu machen. Fräu» kein L. klagte nun beim Gewerbegrricht auf Zahlung des Nest- lohne» mit Ischö M. und Entschädigung von 2Z.21 M. für entgan- genen Lohn. Trinkgcldverdienst und Kost- und LogiSentschädigung während der Kündigungsfrist. Die Beklagte wendete ein, daß sich die Klägerin sehr ungebührlich benommen und die Arbeit ver- weigert habe. Die Verhandlung ergab ein anderes Bild. Der Ge- schäftsführer Kauerz hatte wieder einmal Veranlassung genommen. die Klägerin wegen ihrer Arbeit zu tadeln. Die Klägerin ver- mochte die Berechtigung des Tadels nicht anzuerkennen und hatte sich deshalb erlaubt, zu widersprechen. Darüber war der Herr so gereizt, daß er die Klägerin..T-ustück" betitelte. Er drohte ihr noch schließlich, mit dem Hammer den Schädel z» zertrümmern. Auf die Beschwerde der Klägerin über die ihr widerfahrene B-- Handlung entließ sie dw Beklagte. Das Gericht empfahl unter Vorsitz des Magistratsasscssor» Drevcr der Beklagten, sich mit der Klägerin zu einigen; der Vor- sitzende wies darauf hin, daß wir nicht mehr im Mittelalter lebten. wo e« erlaubt gewesen sein mag. den Arbeitnehmer mit Saustück zu beschimpfen und ihm Hammcrschläge anzudrohen. Andererseits bezweifle da» Gericht, daß sich die Klägerin in der Kündigungszeit ernstlich um anderweitige Arbeit bemüht habe, weil im Gastwirt»- und PensionSgewcrbe erfahrungsgemäß Dienstmädchen sehr knapp und schiver zu bekommen seien. Ta» Gericht riet deshalb zu einem vergleich a«f 25 M.. auf den beide Parteien eingingen. 2. Der Köchin B. war während ihrer Tätigkeit von ihrer Ar- bcitgeberin, der Ronditoreibessyerin DezSöf», der nachgesuchte Ur- laub zum Besuche ihrer auswärt« wohnenden erkrankten Mutter verweigert worden, weil diese die Krankheit der Mutter bezweifelte. Das kränkte die Köchin und brachte sie in solche Erregung, daß sie sich sofort zur fristlosen Lösung des Arbeitsverhältnisses entschloß. Da ihr Lohn und Papiere verweigert wurden, reiste sie ohne diese ab. Jetzt hatte sich daö Gewerbegcricht mit der Sache zu befassen. Die Köchin klagte wegen des rückständigen Lohnes von N.S0 M.. den sie beim Weggänge nicht erhalten hat. Die Be- klagte behauptete nun. die Klägerin habe ausdrücklich auf den Lohn verzichtet. Die Beweisaufnahme ergab: Die Beklagte hatte zur Klägerin,-als diese ging, gesagt. Geld und Papiere bekäme sie nicht, weil das Arbeitsverhältnis nur fristgerecht gelöst werden dürfe; darauf erhielt sie von der Klägerin zur Antwort:..Ich ver, zichte jetzt auf alle»: meine Papiere und mein Geld werde ich schon bekommen." Da« Gericht könnt« sich selbstverständlich nicht der Auffassung der Beklagten anschließen, daß in diesen Worten der Klägerin ein Berzicht zu erblicken sei; in dem letzten Satze bringe vielmehr die AlSgerm zum Ausdruck, daß sie. da die Geltend- machung ihrer Forderung zunächst erfolglos war. sich mit ihrem Anspruch an da» Gericht wenden wolle. Die Beklagte wollte nun Pen ihr durch den Vertragsbruch der Klägerin entstandenen Schaden gegen die Lohnforderung aufrechnen. Darüber belehrt. paß da» gesetzlich unzulässig sei. wollte sie Widerklage erheben. Es pjnigten sich schließlich die Parteien, einem Vorschlage des Gerichts sptsprechend. auf 10 M. �Siehe auch Hauptblatt.).' Kiis der frauenbewegung. Warum sollen die Arbeiterfrauen Vorträge besuchen? Der beginnende Winter bringt in allen Städten und Dörfern. wo organisierte Arbeiter wohnen» wieder Versammlungen und Vorträge. In den großen Städten, wo auch bürgerlich« Vereint. guiigen, die die Volksbildung fördern wollen, Vorträge veranstalten. ist die Auswahl»och reicher. Leider denken noch immer viele Frauen und Männer der Arbeiterklasse, es sei verschwendete Zeit. wenn sie solche Vorträge besuchen.„Wir haben andere Sorgen," sagen die einen.„Wozu braucht denn eine Arbeiterin soviel zu lernen." sagen die anderen. Die alten Frauen meinen, für sie sei es schon zu spät, die jungen Mädchen möchten lieber lachen und tanzen, als ernsten Gedanken nachhängen. So bleiben unter all den taufenden Arbeiterfrauen leider noch immer sehr viele, die jedem Unterricht und jedem Vortrage aus dem Wege gehen. Und doch liegt in diesen Vorträgen ein so großer und reiner Segen für die arbeitenden Menschen! Früher, wenn die Sorgenlast unerträglich war. wenn die Menschen in stummer Verzweiflung. weil die Not des Daseins nie zu Ende war, alle Lebenskraft ver- lorcn hatten, dann gingen sie in die Kirche. Die Frauen noch v'.el zahlreicher und öfter, als die Männer. Ihr Geist vergaß im Gebet auf Stunden die Not, sie sahen neue Dinge und hörten andere Worte, die ihnen neue Lebenskraft einflößten, und mit neuem Mut gingen sie nach Hause in das alte Elend zurück. Heute aber wirken die Schaustellungen der Kirche nicht mehr, weil die Men- scheu einsehen mußten, daß sie dort zwar momentanes Vergessen finden konnten, aber nicht erlösende Hilfe. Der Glaube an die helfende Kraft der Kirch« ist mehr und mehr erloschen und die Menschen suchen nach neuen Möglichkeiten, die ihnen die Kraft gebe» sollen, das Elend de» Alltags zu ertragen. Diesen neuen Trost kann aber nicht ein neuer Glauben brin- gen. sondern nur die wissenschaftliche Erkenntnis. Die Menschen müssen sehen lernen, wie die Verhältnisse der Gesellschaft sind. wie alles, was wir sehen, in einer Jahrtausende währenden Enl- Wicklung geworden ist. damit sie erkennen, daß die Welt nicht so bleiben muß, wie sie heut« ist. Tarin liegt die neue Hoffnung, die den Menschen neue Lebenskraft gibt und ihnen den Weg weist, den sie gehen müssen. Aber nicht nur Trost und Kraft sollen der Arbeiterfrau auS den Vorträgen und dieser neuen Erkenntnis kommen, sie sollen ihnen auch die Quellen neuer und reiner Freuden erschließen. Theater und Konzerte sind für viele Arbeiterinnen unerreichbare Dinge.' In den kleinen Städten und Dörfern gibt es weder das eine noch das andere; diese Genüsse sind den Menschen versagt. Bücher aber und Bilder gibt es überall, und auch sie können denen, die zu lesen und zu schauen verstehen, ganz andere Freuden be- reiten, als alle anderen Zerstreuungen. Auch Bücher losten Geld. das ist sicher, aber heute gibt es in jeder Arbeiterorganisation gute Bibliotheken, die allen Mitgliedern zur Verfügung stehen und die nichts kosten. Außerdem können die Arbeiterinnen sich gegenseitig Bücher leihen, damit sie nicht zuviel Geld ausgeben müssen. Gute Bücher können den Menschen gute Freunde ersetzen, die helfen ihm die trüben Stunden des Leben» vertreiben und geben ihm die Kraft, Enttäuschungen zu ertragen. Natürlich können dag nur gute Bücher tun, und es können auch die besten Bücher nur Nutzen bringen, wenn die Leserinnen bereit sind, auch ernstere Dinge, bereit Verständnis ihnen Schwierigkeiten machen, durchzunehmen. Es wird sich jeder Mensch aber freuen, wenn er sieht welche geistigen Fortschritte er macht. Dinge, die unverständlich waren, werden klar und deutlich, und mit Freuden fühlt jeder. wie er immer mehr versteht und mehr lernt. Dieses Mehr an Wissen, dieser Reichtum an Erkenntnis ist doch der einzige Besitz, der den Arbeiterinnen ungestört gegönnt wird. Sie müssen alle Ersparnisse darangeben, wenn Krankheit oder Todesfall einkehren, sie können den liebgewordenen Arbeitsplatz verlieren, sie können krank und siech und arbeitsunfähig werden, aber sie werden niemals das verlieren, was sie gelernt haben. Das ist ihr eigenster Besitz. Deshalb sollten die Arbeiterfrauen auch die Muhe nicht scheuen und doch versuchen, an den Vorträgen und Unterrichtskursen teilzu» nehmen. ES kann nicht genügen, wenn sie nur hier und da kommen, sie müssen trachten, soviel an Wissen zu erobern, wie ihnen möglich ist. Nicht alle Frauen haben kleine Kinder, nicht alle Frauen haben aber auch eine große Kinderschar, und dort, wo nur ein, zwei Kinder sind, ist es doch möglich, daß die Frau Zeit findet für ihre eigene Ausbildung. Auch die jungen Mädchen sollen weit mehr als bis- ber Zeit finden, damit sie die Freiheit der Jugend nützen, um Wissen und Erkenntnis zu erobern. Deshalb können sie auch noch tanzen und lustig sein; das wollen wir ihnen nicht verwehren. Aber der Ernst des Lebens tritt ja so früh an sie heran, daß sie doch erkennen müssen, auch für sie wird das Leben Arbeit und Kampf fein. FürfiewirdaberauchGlückundFreude TM ff« n" in dem liegen, das sie sich erwerben! Leseabende« Erster KreiS. Bei Weihnacht. Grünstr. 2t: Vortrag über Säuglings- und Mutterschutz. Reserentin Genossin Rüben. Hansaviertel bei Rotte. FlenSburger Straße 24. Zweiter Kreis. Die Frauenleseabende finden statt: Bülow» stroße 58 bei Wiemer, Kreuzbergstraße 2 bei Schmedler, Mark- grasenstraße 88 bei Löbrich und Blücherstraße 4S(Ecke Fontane Pronienabe) bei Fröhlich. Dritter KreiS. Montag, den 23. Oktober, 8'/, Uhr. GelverkschaftS- haus. Vortrag des Genossen Dr. Zadeck:.Die Unterernährung in der Arbeiterklasse". Rtinicke»dorf-Ost. Montag, den 28. Oktober. Restaurant„Sadau", Residenzstr. 124. Bortrag des Genossen Ad. D o m n i ck: „Die Frauen im Reichstags wahlkampf". Borsigwalde. Der nächste Fra»e»leseabe»d findet nicht am 23. Oktober, sondern am 80. Oktober im Lokale von Richter statt. Pankow. Montag, den 23. Oktober, bei Krienelke. Berliner Str. 27 Bortrag. Lichtenberg. Die Leseabende fallen ans, dafür Frauenversammlung Montag, den 23. Oktober, bei Steuer. Frankfurter Chaussee 128. Vortrag:.Bericht von der Frauenkonserenz in Jena". Re- ferentin Genossin V u ch m a n n- KanlSdorf. Friedrichshagen. Montag, den 28. Oktober, abend« S>/, Uhr. im Jugendbeim. Wilhelmstr. 74. Hof parterre recht«. Treptow-Baumschulenwcg. Montagabend S>/° Uhr. Abteilung I. bei Kinzel, Ernststraße(Ecke Marienthaler Straße): Vortrag über Vollsgesundheitspflege. Genosse A. M o h s» Schöneberg.— Abteilung II. bei Schmidt. Kiesholzstr. 22: Vortrag über.Die Gleichberechtigung der Frau". Genosse Ehret- Schöneberg.— Wahl einer Leiterin. J,ha»»isthal. Dienstag, den 24. Oktober, abends 8 Uhr. bei Bieler. Friedrichstr.«:„Religion und Sozialismus". Re- ferentin Frida S ch u l t e- R'xdorf. Adlershof. Montag, den 23. Oktober, im Jugendheim, Bismarck- ftraße ll. Tagesordnung: Vortrag der Genossin Klara Bohm-Gchuch. Köpenick. Leseabend diesmal bei Merier. Rosenstraße 10(Ecke Kirchstraße). � Friedenau. Montag, den 23. Oktober, abend« 8'/, Uhr, bei Mechelkc, Handjerlistraße 60/31. Vortrag der Genossin Klara Wehl über:.Die Frauen und die ReichsversicheningSordnung". Potsdam. Die Leseabende finden in de» Wintermonaten alle vierzehn Tage statt. Der nächste Lescabend ist am DienStag. den St. Oktober, im Restaurant Kaiser-Wilhelm-Straße 38. Eue aller CCUlt. 6ndUcb einmal em Licbtblich. Alle Welt schreit über Teurung. die Arbeiterschaft erbreistet LZ manZerorj» sogar, gegen die geheiligte Ordnung zu rebellieren und' Lurch Lohnbewegungen unb Ausstände einen größeren Anteil an den Kulturgülern zu erobern. Dem braven Spießer wird ganz Angst, wohin das alles schließlich e'nmal führen soll. Noch ist er ja in dem Genüsse seiner Renten geschützt durch Polizei und Gen- darmen. die dafür zu sorgen haben, daß Eingriffe in die geheiligte Ordnung rhre richterliche Sühne finden. Aber wird es immer so bleiben, wird der Mob sich auch in aller Zukunft im Zaume halten lassen? Mit dieser bangen Frage auf den Lippen greift er zu seiner geistigen Erquickung, dem geliebten„Berliner Lokalanzeiger". Bald erheitert sich sein sorgengefurchtes Antlitz. Noch werden ja die Vor- bereitungen zu den Winterfestlichkeiten der Berliner Gesellschaft gelroifen, noch geruht ja eine allergnädigste Prinzessin, in einigen Monaten einem Kinde das Leben zu geben. Ganz wie in regulären Zeiten, lind Freude strahlt unscrm Spießer aus den Augen, wenn er in prangenden Lettern liest:„Der Trousseau einer künftigen Kaiserin". Es ist die Ausstattung der Braut de? Großneffen des österreichischen Kaisers, die den staunenden Lesern vorgeführt wird. Wenn die höchsten Kreise noch mit solcher Sorgfalt eine zukünftige Kaiserin ausstaften, dann ist Polen noch nicht verloren. Mit einem Seufzer der Erleichterung genießt Spießerchen die Schilderung, all der Kleider, Hüte, Mäntel, Hemden, Höschen und Strümpfe, die zu einer standesgemäßen Aussteuer einer zukünftigen Kaiserin gehören. Und wie schön ist alles: „Das Brautkleid ist aus elsenbeinsarbenem Satin-Duchesse mit reicher Silberstickerei, wobei außer Myrten- und Orangeblüten die Lilie der Bourbons reiche Verwendung findet. Kostbare antike Spitzen aus dem Familienschatze, die zum Teil schon das Brautkleid der Großmutter schmückten, bilden das Vor- derblatt und die Korsage. Die Taille ist, der Mode entsprechend, fichuartig arrangiert. Die Schleppe ist 3)6 Meter lang. von Silbermyrtengirlanden umrankt, mit Herr- lichen Balenciennesspitzen garniert. Der echte Brüsseler Schleier fällt von dem Myrtenkranz im Haar bis auf den Saum der Schleppe herab, gehalten von einem Brillantendiadem, dem Hochzcitsgeschenk des Kaisers. Das Diadem, mit m e h r a l S tausend Brillanten, ist in Kronensorm gehalten und be- steht aus einem Bandeau und sünf Teilen, in deren Mitte sich je ein karmoisierter Brillant, den ein Blattarrangement umgibt, befindet.... Beim Polterabend wird die Braut noch in einem Mädchenkleid erscheinen aus apfelblütensarbigem Liberty und rosa Tunique aus Seidenmusselin mit Duchesse-Spitze und fransen-- besetzten Silberborten garniert. Ferner finden sich im Trousseau der Prinzessin Zita neben mehreren graziösen Kleidchen für den intimeren Zirkel zahlreiche schwere Prunkroben zur Repräsentation, neben duftigen Gebilden aus Gaze de Soie und Musselin de Soie mit Perlen und Goldsransen, prächtige Courroben aus Charmeuse und Faille de Cine mit Seiden- und Buntstickerei, Points d'Alanqon und Points de Venise. Die Kostüme, teils für den Wagen, teils für rein praktische Zwecke bestimmt, sind ebenso vornehm wie einfach gehalten. Zu den Wagenkostümen gehören Putzblusen aus Seide. Spitzen und Crepe de Chine, zu den praktischen Kostümen englische Blusen auS Zephir, Flanell und Tuch. Ueberaus reich ist die Ausstattung an Mänteln. Wir sehen Mäntel für Bälle und Visiten, Straße und Auto, Jagd und Sport, so einen Paletot aus Jvoire Ratine. einen Mantel aus blau-weißcm Double-Zibeline, ein Manteau de Cour mit vier Meter langer Schleppe in rosa Satin-seduisant. einen mit Fuchs verbrämten rubis Samt- mantel. einen sackartigen Ulster aus braunem Himalaja. SelSkin. Skunks. Zobel. Astrachan, Chinchilla und Hermelin spielen als Mantel, als Kragen und Manschetten. Muffe wie auch als Hütchen und Fußsack eine große Rolle. Usw. usw." Ob den mit der Vorbereitung zur Hochzeit beschäftigten Fürst» lichkeiten wohl der 17. September zum Bewußtsein gekommen ist?; Der Tag. an dem das Wiener Proletariat seinem Groll über Teu- rung und Hunger beredten Ausdruck gegeben hat? Zwei Mensche«» in den flammen umgekommen. Bei dem Brande einer Villa in Sude(Schlestvig-Holstein) fanden in der letzten Nacht die 48jährige Witwe R o h l f s und die dreijährige Tochter des Stadtmissionars Weidmann den Tod in den Flammen. Die Be- wohner wurden im Schlafe vom Feuer überrascht. Weidmann vermochte nur seinen sünfjähngen Sohn zu retten: seine Frau sprang mit ihrem drei Wochen alten Säugling und einem anderen Kinde aus einem Fenster fünf Meter tief hinab. Das Diensftnädchen erlitt beim Sprung auS dem Fenster einen Knöchelbruch._ Furchtbare Katastrophe in einer Schwefelmine. Durch eine Explosion in der Schwefelmine Trabonella auf Sizilien sind Arbeiterleben in großer Zahl vernichtet worden. AuS bisher unbekannter Ursache ist«in Pulvervorrot. der zum Sprengen der Felsblöcke verwandt wurde, explodiert. Durch die Explosion wurde die Schwefelmine in Brand gesetzt. Den 44 in der Grub« beschäftigten Arbeitern gelang eS nicht mehr, den rettenden Ausgang zu erreichen. Obwohl sofort an die Rettung der Verunglückten gegangen wurde, konnte man nicht z» ihnen gelangen, da die Grube von allen Seiten von Flammen um« geben ist, die sich entwickelnden Schwefcldämpfe haben offenbar den Tod aller in der Mine eingeschlossenen Arbeiter herbeigeführt. Auch von den Rettungsmannschaften büßten zwei ihr Leben ein, während zehn schwer verletzt wurden. Sankt Bureankratismus und Notstand. Ein nettes Stiicklein wird unserem Erfurter Parteiblatt auS dem Schlvarzbnrg-SoiiderShanseiischen Orte Penne Witz berichtet. Um die Noilage der kleinen Viehbcsitzer zu mildern, war die Er- laubni« zur Entnahme von Streu auS den Staatsforsten erteilt worden. An einem Tage in voriger Woche machren 45 Penne- witzer Einwohner, darunter auch der Burgermeister, von dieser Erlaubnis Gebrauch. Als sie aber die in Säcke gefüllte und auf Wagen geladene Streu abend» obsahren wollten, ereilte sie das Verhängnis. Der Waldläufer erstattete Anzeige, weil die Streu nicht auf mit Zugtieren bespannten Wagen, sondern nur auf Schtcbekarren oder Handwagen oder als T r a g I a st nach Hause geschafft werden durfte. Und nun geschob das Unglaubliche. DaS Forstamt Gehren beantragte die Bestrafung der Uebeltäter und wirklich erhielt jeder von ihnen ein Strafmandat über 18,00 Pf. oder iüni Tage Gefängnis wegen F o r st d i e b st a h l S l'" ml Eine wirklich probate Notstandsaltion l Kleine Notizen. Unglückliche LIc»e. Der in Holle wohnhafte Lithograph Kanocha war von Liebe zu der Tochter seiner Wirtin erfüllt. Als ba» junge Mädchen fem Werben znrückwirs. drang er mit einem Messer auf die Hartherzige ein und bracht« ihr einen Stich in d i e W a n g e b e i. Dann sprang K a u o ch a au, dem Fenster und blieb t o t auf der Straße liegen." Schweres Grubenunglück in Amerika. In den Bergwerken der Wharton Steels Co. m H i b e r n i a kam es am Sonnabend zu einer Explosiom Zwölf Arbeiter büßten dabei ihr L-bcn ein. D-ppelselbstmord durch Absturz vom Kirchturm. Ein den vor- nehmsten Kreisen Rumäniens angehörendes Liebespaar stürzte sich. weil sich der Hnrat Schwierigkeiten i» den Weg stellten, vom Kirchturm der Ortschaft Kralfavo in die Tiefe. Furchtbar zerschmettert wurden di, Unglücklichen tot aus« gesund»«. »HU W M»I W Diekms �.�Vertkeim hi zu ähnlich lautenden Finnen keine Beziehungen U.WeMeim G. m. b* H« Versand-Abteilung Berlin W. 66 Leipz.-Str.132/37 Bei Briefen ist genaue Adresse erforderlich. Sk, UlpÜtyW Strafe 132-31 öcamm Strafe Montag Dienstag Extra- Preise Wdkm Miäersto�e Natts starkfSdige Bindung, ca. 110 cm breit Mtr. 2*75 Einfarb. Stoffe Ä,\?re-,f,:6.8n.,°M.,n: 2.50 D/-i rv q 1 1 n c» rslns Wolle, mod. Farben, ca. 103 cm"l ßg ropeime breit............... ivitr. I.dd Plaidstoffe rein» Wo»», blau-grln... 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Mit Zahlen läßt sich trefflich streiten, mit Zahlen ein System bereiten.... Tagtäglich wird in der Unternehmerpresse versucht, durch Zahlen und ZahlengruvpieruNgen die Not des Kapitals und die beneidenswerte Lage der Arbeiter darzustellen. Manchmal könnte man fast glauben, die Werteschaffer seien die Aktionäre, aus ihren Taschen würden die— beklagten und„ruinös" wirkenden..hohen" Löhne usw. bezahlt, jeder Pfennig Lohnerhöhung sei ein Raub an dem Verdienst der Dividendenbezieher. Sehr kluge Leute wollen sogar den Kursstand der Papiere als Berechnungsbasis für die Rentabilität der kapitalistischen Unternehmer betrachtet wissen. Als ob es mit dem Anlagekapital irgend etwas zu tun hätte, wenn T. eine Aktie mit einem Aufschlag von 100 M. an U. verkauft und den Gewinn natürlich in seine eigene Tasche steckt. Das in dem Unternehmen angelegte Kapiral wird durch solchen Kursgewinn um keinen Pfennig erhöht, aber nur von dem wirklich eingezahlten Kapital kann man bei der Berechnung der Dividenden ausgehen. Reserven, Rückstellung usw. darf man daher auch nicht als Anlagekapital betrachten. Es ist das ein Teil des Gewinnes, der nicht ausbezahlt worden ist, aber in den Dividenden auch noch nicht in die Erscheinung trat. Erst dann könnten solche Beträge als eingezahltes Kapital gelten, wenn sie einmal als Dividenden ver- rechnet, aber nicht ausbezahlt, oder nach der Auszahlung sofort wieder in das Unternehmen hineingesteckt worden wären. Zu welchen falschen Resultaten die Berücksichtigung der Reserven usw. als eingezahltes Kapital führen kann, das möge folgendes einfach konstruiertes Exempel veranschaulichen: Angenommen, A. hat für die Aktie eines Unternehmens den Betrag von 100 000 M. eingezahlt. Er bezieht im nächsten Jahre 10 Proz.— 10 000 M. Dividenden. Es sind aber auf je 100 000 M. 20 000 M. Gewinn erzielt worden, 10 000 M. verbleiben als Reserven in dem Unter- nehmen. DaS nächste Jahr bringt wieder auf je 100 000 M. 20 000 Mark Gewinn, und wiederum gelangen auf die Aktie 10 000 M. Dividenden, also 10 Proz., zur Verteilung. Wollte man den als Reserve zurückgestellten Gewinn als eingezahltes Kapital verrechnen, dann machten die ausgeschütteten Dividenden nur 9,09 Proz. aus. Unter denselben Voraussetzungen würde die Dividende im nächst- folgenden Jahre nur 8,33 Proz. ergeben, obwohl wiederum 10000 Mark auf die wirklich eingezahlten 100 000 M. zur Verteilung ge- langten. Die Berechnung der prozentualen Dividende ergibt ein ganz falsche» Bild von dem Anteil des Kapitals am Ertrage der Arbeit. Das wird sofort klar, wenn man weiter folgendes berücksichtigt: Die NichtauSzahlung eines Teiles des erzielten Gewinnes erhöht den Verkaufswert des Unternehmens, infolgedessen steigt auch der Preis der Anteile. Die für 100 000 M. erworbene Aktie kostet, wenn wir bei unserer Rechnung bleiben, nach 3 Jahren schon 130 000 M. Unterstellt man nun weiter, sie wird zu diesem Preise verkauft, dann hätte der Vorbesitzer für 100 000 M. Kapital dreimal 10 000 M. Dividenden und bei Verkauf der Aktie 30 000 M. Kursgewinn ein- gesteckt— und seine Einlage zurückbekommen. Insgesamt erhielt er in den drei Jahren für die Hergäbe von 100 000 M. 60 000 M. Profit, oder pro Jahr 20 Proz. Wollte man nun aber den in jedem Jahre zurückgestellten Gewinn als eingezahltes Kapital verrechnen, dann ergäben sich Dividenden von 10, 9,09 und 8,33 Proz. oder im Durchschnitt von nur 9,14 Proz. Das gewählte Beispiel zeigt, zu wie irreführenden Resultaten man mit den gekennzeichneten Be- rechnungspraktiken gelangt. Ja, oft täuscht sogar die Berechnung der Dividende nach dem nominellen Aktienkapital über den Profit, den daS wirklich eingezahlte Kaaljal erzielte. Ja dem Aktienkapital steckt sehr häufig ein erheblicher Mründergewinn. Die Gründer be- willigen sich für eingebrachte Sachgüter, oder ideelle Einlagen, un- verhältnismäßig hohe Preise, die einen Vorschutz auf spätere Ge- Winne aus dem Unternehmen darstellen. Es werden Dividenden auf gar nicht eingeschossenes Kapital verteilt. Die Ausschüttung aufgespeicherter Gewinne und die Ver- Wässerung des Kapitals zu dem Zwecke der Gewinnverschleierung ist bei einer in jüngster Zeit vollzogenen Fusion recht sinnenfällig praktiziert worden. Es handelt sich um eine Transaktion bei den in Breslau domizilierenden Waggonfabriken: Breslauer Akt.-Ges. Eisenbahn-Waggonbau vorm. Linke, und Waggonfabrik Gebr. Hof- mann u. Cie. Angeblich zwingt ein ständiger Rückgang der Gc- Winne die Gesellschaften zu einer Verminderung der� sachlichen Produktionskosten und einer Ersparnis an Arbeitskräften. Das so charakterisierte Motiv ist schon interessant, wenn man bedenkt, daß die Breslau« Akt.-Ges. in den Jahren von 190S bis 1910 folgende Dividenden verteilte: 16, 13, 22, 25 und 25 Proz. Mt solchem Rückgange der Gewinne könnte man schon zufrieden sein. Die kapitalistischen Praktiken erfahren eine recht scharfe Be- leuchtung durch die Art, wie die beiden Gesellschaften vorgehen. Man gründet eine neue Aktiengesellschaft. An diese verpachten sie ihre Fabrikationsanlagen. Der für den Werksbetrieb nicht erforoerliche wertvolle städtische Grundbesitz verbleibt den beiden Gesellschaften. Das Kapital der Pacht-Aktiengesellschaft beträgt nominell 14 Millionen Mark. Hiervon werden 11 Millionen Mark voll, 3 Millionen Mark jedoch nur mit 25 Proz. eingezahlt. Nach den offiziellen Mitteilungen beträgt der Pachtpreis 1030 000 M., wovon auf die Linkcgesellschaft 830000 M.. auf die Hofmanngesell- schaft 20» 000 M. entfallen. Die Pachtgefellschast verpachtet einen Teil ihrer Mittel, um Arbeitsmaschinen, Werkzeuge und sonstiges bewegliches Inventar, halbfertige und fertige Fabrikate und Bier- terialien zu einem angemessenen billigen Preise und die Außen- stände zum Nennwert von beiden Gesellschaften zu erwerben. Die mit 25 Proz. eingezahlten 3000 000 M. Aktien und 580 000 M. vollgezahlte Aktien bleiben im Besitze der beiden Gesellschaften. Der Rest von 10 420 000 M. wird von einem unter Leitung der National- dank für Deutschland stehenden Konsortium zu 116 Proz. über- nommen, wovon 10 Proz. sofort dem gesetzlichen Reservefonds über- wiesen werden, der Rest die Kosten und Stempel deckt. Das Kon- sortium hat gegen eine von den beiden Gesellschaften zu tragende, oer Pachtgesellschaft also nicht zur Last fallende Provision den Aktio- nären der beiden Gesellschaften den gesamten Betrag von 10420 000 Mark zu gleichem Preise von 116 Proz. zum Bezug« anzubieten. Es entfallen auf je 600 M. Stammaktien und je 3000 M. Vorzugs- aktien der LinkegesellsFjaft je eine Aktie von 1200 M.,«Nif 9rr-Berka»tunq».'iutserkrankheit. *«»6« I»O fH. an. 10 pra». 00 gl. Ol. 17 vräa.| no gl. an. 30»tan. Eortt-oung! 30 gl. R.*; SO El. Ol. IS. xlttetunn on Rlalwcn Iii»»a»«tadttnner» einzeln, tti tat»tadlSuher, mit dt» »ädere« Vororte SO Fl. lulammen jWatanu'Btantn. Na»»nSwirt«! Ritt« 80 gl. itel IUI Balm Ol. Iii. 9 Alflen sn.«?. Korllennna- I Atft» Ol 18. gfli ktankleri itntttfneianbu«Ret«erde» 4 vi. Vergvel. „Berliner Stahlbrunnen'1(Apotheker Kumbier's Erben) g. m. b h, Berlin NWS Marienstrasse 30. Ztzadrik aenrüntet IMW5. Fernsprech-Anschlüsse: Amt HL 6631 und 4832. ast und Heilanzeigen. Sir Ctetlttaanen tat mit itbi gute tlttifle getan. 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Nachm. 3 11hr: Neues Lou>?« Thealer: DaS Der- Schiller-Theater 6.: Das Urbild des Tartiifs. �..., Schiller- Theater Charlottenburg: Maria Stuart. Kleines Theater. Erster Klasse.— Angele. Theater in der Königgratzer Strahe: Ein Fallissement. Melropol-Thcalcr: Mist Helhet. Neues Operetten- Theater: Der Gras vou Luxen, bürg. Trianon-Theater: Francillon. . �..Ahetlds 8 Uhr: Neues Volks- Theater: Fugend. Montag bis Sonnabend: Das Vermächtnis. Hochschule in Charlottenburg: Lonn- abend und Sonntag: In Bc- Handlung. Sonntag 8>/z Uhr: Bürgersaal des Rathauses: Algier und Tunis. Sctiiller-Uie-ilerll.T?.?,? Sonntag, nachm. 3 Uhr: ' Da« Urbil«!«tos Taftilff. Sonntag, abends 8 Uhr: Es lebe«las I.cben. Montag, abends 8 Uhr: Der Pfarrer von Klrclifeld Dienstag, abcnos 8 Uhr: Der ProboKamlülat. Schiller-Thesler"ff*-- Sonntag., nachm. 3 Uhr: Daria Gtaart. Sonntag, abends 8 Uhr: d.ntix«»ne. Montag, abends 8 Uhr: Es lebo«las I.cben. Dienstag, abends 8 Uhr: _ Antigane. Berliner Theater. 8 Uhr: Iummelswüsnien. Wer in ilerKöiiigptzer Straße 8 Uhr: Spielereien einer Kaiserin, Theater des Westens. 8 Uhr: Die Dame in Rot. Sonntag nachmittag 3'/, Uhr: _ ein Walzcrtraum._ Neues Theater. Abschieds-Vo, slelluug tiansi»ipzs: Tie Näherin. Anfang 8 Uhr. fricttrlch-WirncImstadt. Schaaspielhaus. 3'/, Uhr: Moral. Abends 8 Uhr: Die Hochzeit von Valen». Nesideiiz-Theater. Direktion Richard Alexander. Ansang 3 Uhr. Ei» Walzer vo» Chopin. Schwant in 3 Akt. v. Keroul u. Barre. Für die deuische Bühne bearbeitet von Bolten-Bacckers. Morgen und folgende Tage: Ei» Walzer von Chopin Lttisen-Theater. Heute und folgende Tage: Die Wacht der Kiede. Sonntag 3 Uhr: Die Grille Arlle-.Vlliam-v-Theater S'/a Uhr: Die Haubenlerche. Novität: Der Mennpflstt!. 8 Ubr. Stürmischer Lachersolg! Grostc Franlsitrier Str. 132. AaÄm. 3 Uhr: SV" Kasrrneuliift.�Wlw Sibends 8 Uhr: Kean od.: Genie n. Leidenschaft Montag: Das Glück des Lebens. Tria Theater Täglich abends 8 Uhr: Mtetw Baby. Vorlehter Sonntag: H-ute 2 Vorstellungen. Halbe Preise. Die grossen Spezialitäten. Abends 8'Uhr: Tie gesamten Zlttraklionen mit Ein Abend in einem amerikanischen HhkvI Tan gel. Urania. Wissenscnaftliches Thaster Abends 8 Uhr: Gelieinnlsse der belebten Siat-ar. Montag 8 Uhr: Geheimnisse der belebten Katar. Hörsaal 8 Uhr: Prof. Dr. Doisath: Wecteelstromgesetze._ iOCISCHER GARTEN Heute Sonntag CR Eintritt«U Kinder unter 19 Jahren die Halste. Ab nachmittags 4 Uhr: Großes BF" Militär-Konzert. TB Donnerstag: Joh. Stranß. Corso-Variete. Ericdrichstr. 165. Heitere Künstler- Abende. 12 Attraktionen 12 U. a.; Das urfcom. Zwerginnen-Duett. Entree 50 Pf. i OASSAGE:::: 1* ANOPTIKUM Die wilden Lebend! Heul-Derwische aus Ceylon mit ihren fanatisch. Produktionen. Merino, der lebende AmboB. AGA, die schwebende Jungfrau. Alles ohne Extra-Entree. Passago-Theater. Heute: 3 Vorstellnngen. Nachm. 3—7 Uhr kleine Preise. Abends 8—11 Uhr. n i äie Japan. 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Sonntag, den 22. Oktober, in den Pharus-Sälen(großer Saal), Müüerstr. 142: S& Gr. Konzertabend\ ausgeführt vom Berliner Sinfonie= Orchester. Maximilian Fischer. Konzertsängerin Elsa Burmester. Cello— Harmonium. Mach dem ßMwoRAn Et oll Herren, die am Tanz teilnehmen, zahlen Konzert: UrOWeP»SU» 50.gf. nach.= Anfang 6 Uhr:: Eintritt 50 Pf. Kinder zahlen 25 Pfennig und werden Eintrittskarten für diese an der Kontrolle verausgabt. Kinder unter 10 Jahren haben keinen Zutritt. Programm am Eingang gratis. Das Komitee. □ Ii i □ i II s s-Z Voigt-Theater. Gesundbrunnen Badstrage 58. Heute Sonntag, 22. Oktober 1911, nachmittags 3 Uhr: Die Karaeliendame. Abends 7 Uhr. Die Himmelsleiter. Gesanasp. ui 4 Akt. v. W. Mannstacdt. SlnjscmöffmmiJ 10 Uhr. Deutscher Holzarbeiter-Verband _(Zahlstelle Berlin.)_ Sonntag, 29. Oktober, bei Moerner, Koppenstr. 29 r , Theater- Aufführung. L Zur Aufführung gelangt: Der Graf von Luxemburg. Operette in 3 Akten von A. M. Willner und Robert Bodansky. Musik von Franz Lehar.— Leitung Alexander und Olfers. t Nach der Vorstellnng; Rfll.ll« Herren, die daran teilnehmen, :: u zahlen 30 Pf. nach:::: Billetts sind zu haben auf dem Bureau, im Zigarrengeschäft von Schwemke, Schönleinstr. 24, und im Restaurant Welzer, Koppenstr. 62. 90/20 Regen Besuch erwartet Das Komitee. ».» lv« X X Eröfinung S'/z Uhr X Anfang l'/s Uhr X preis der Eintrittskarte 50 Pf. iX PORT PALAST Potsdamer Str. 72 Winzerfest enhaft ausgeschmückten Gesamträumen. [200 Mil- «wirWe WM Original-Revue mit Gesang und Tanz W inzerträume" filiil Meniie J Bunter Teil— Sport und Humor. Im Saal der Winzer: Die lustigen Dorfmusikanten, Cafe, Bar. im ganzen Hause: Frisch. Most, Stimmung, Humor, Behaglichkeit. Eintritt I M.. Sperrsitz(l. Reihe)2 M. Sämtliche Freikarten sind während des Winzsrfestes aufgehoben. Grösstei* Eispalast der Welt! w I H renor ü Mitglied des Dentscben Arbeiter-Sänger-Bundes. (Gau Berlin.) Cbormeister Emil Tbilo. Sonntag, den 29. Oktober 1911; gerbst- Konzert Im großen Konzertsaale der Brauerei Friedrichshain(früher Lipps) Am Königstor. Unter Mitwirkung des Berliner Tonkünstlerinnen-Orcliesters (Dirig. Frl. Elisabeth Kuyper, 45 Mitwirkende) der Violinvirtuosin Frl. Olga Sshnge und des Konzertsängers Herrn Paul Bauer(Tenor). Programm u. Liedertexte 50 Pf., an der Kasse 60 Pf. Kinder unter 6 Jahren kein Zutrift. 61/18 Saalöffnung 5 Ubr.— Beginn des Konzerts präz. 6 Uhr. : CLOU berlixer komzerthacs Mauerstraße 82 X Zimmerstraße 90,91. Qr. Doppel-Konzert.. Musikc. des 2. Garde-Reg. z. F. Oberm. Musiko. des Garde-F.-Art.-Reg. iA|iv u Jüiiy. Graf. Anfang 4'/. Uhr. Oberm. Anlnne 4'/, Ehr. Casino-Theater Lothringer Str. 37. Täglich 8 Uhr Allabendlich der neue berliner passen-Schlager Der selige hollschinsbii. Sonnt. 3-/, Uhr: Ein Weib a. d. Volke. Sonntag, den 22. Oktober: 2 Große Gala- 0 Vorstellungen* nachm. Z'/,Uhr uno abds.7'/zUhr. Um 3'/, Ubr zahlen Kinder unter 19 Jahren aus allen Sitzplätzen halbe Preise. Galerie volle Preise. In beiden Borstellungen: Max u. Moritz. Die beiden Assenmevschen In beiden Vorstellungen k Bärenringkampf. Dress. 14. Ganzer. Vorführen n. Reiten d.bestdresfiert. Schul-, Freiheits» u. Springpserde. Sömtl. Clowns mit neuen Witzen. IM" Um 3°/, Uhr:-MM Ein Jagdfest am Hofe Ludwigs XIV. Um y/i Uhr: 20 Original. — Ausstattungsstück des Zirkus Busch in 5 Bildern. Jnbeid.Vorsi.: Gr. Gala-Programm Rntnmelslmrg, Gryphiusstraste, Ecke Wühlisch» siraste, Hochbahn-Haltesielle. UM- Heute Sonntag:"98 4 Uhr und 8'/, Uhr Das grostc zirzensische Weltstadtprogramm. Montag und solgende Tage: Große brillante Borstellong. Abends 8 Uhr. Rejeti8tial!en-7liealer. Stettiner Sänger Anfang wochentags 8 Uhr Sonntags 7 Uhr. Dienstag, 24. Oktober: W. Robert Steidl. lAmDAbobori Eis-Arena Mittags von 12 Uhr bis 2 Uhr 1 K o r s o bei Musik, Xachmlttacs: | Mililärkonzert»»di Produktionen v. Sololäufern. | Abends zum 218. Maie: Das grandiose Eisballett Montreal. Die kleine Charlotte mit ihrer Novität; Der Eichtertann und die übrig, erstklass. Kunstlaufproduktionen, Restaurant I. Ranges. Bis 6 Uhr u. nach 1 03/, Uhr I halbe Kassenpreisa. Kurfürsteudanim 151 nahe Bahnhof Halensee und Charlottenburg. Gctfirnct ab lO Ehr vorm. 125 folarbewohner bei Arbeit, Sport und Spiel. Renntierberde, Polarbären. Bintritt für Ausstell ungsh. 50 Pf. Vorführungen: Wochentags 4'/�. 6'/,, 9 Uhr. Sonntags 12, 3, 4'/,. 6. 7, 9 Uhr. Letzte Hauptvorführung abends 9 Uhr Eintrittspreis 30 Pf. üolks-Chcatcr. Rixdorf, Hcrinannstr. 80. Sonntag. 22 ,10.: Ter jüngste Leut. nanri Gcsangsposse in 4 Akten von Jacoblohn. Montag. 23., 10: Um fremde Schuld. Schauspict in 4 Alten von Hans Olden. � kermnis.xrgelitZslk 1 N, Chausseestr. 110. Karl Richter.» Jeden k 8«> n n t"S Paot ianitieys» Noacks Theater. Direktion: Robert 01». Berlin N.. Brunnenstraste 18. Mit bedeutend verstärttem Personal: Die Räuber. Ein Trauerspiel in 5 Akten von Fr. v. Schiller. Ansang 7'/, Uhr. Morgen und folgende Tage: Die Naubrr. Anfang 6 Uhr. Eintritt 50 Pf. Anschließ.: Familienkränzchen. Im weißen Saale-on 5 Uhr ab DEF" Großer Ball.-MS Montag: Heiterer Künstlerabend. wwwwwwwwwsrwww i AI Hamb ra Wallner-Theaterstraste 15. Jeden Sonntag; ®cobe8 Orchester. Anlang Sonnlag» 2 Uhr. A. Zameitat. Großer Ball Für Ben Inhalt Der Jnierate dbcrniuunt die Redaktion acut iBublituw gegenudtt leiuctUi iUcrautwgrtung. Zirkus A. Selmmaim Sonntag, 23. Oktober: 2 gr. Vorstellungen nachm. S'/jU. V1/, Uhr abends. Nachm. hat jeder Erwachsene I K i n d unt. 10 Jahr, frei auf allen Plätzen außer Galerie, jedes weitere Kind halbe Preise. In beiden Vorstellungen: Auftreten sämtb Kunstkräfte. Abends: Die große Feerie in 5 Eildera: 1000 Jahre auf dem Meeresgründe. Nach Motiven aus 1001 Nacht. Vorher d. reichhaltige Programm. Bliithnersaal. Hente K.011Z€l*t des Sliithneroreheslers ÄÄ. v. Strauß. Solist; G Zeolander(Cello). Anfang 7'l2 Uhr. Entree 75 Pf. Arflold Scholz, flaseniieide 108 Ii Sonntag, 22. Oktober, abends 8 Uhr: Entree 50 Pf. flaficitüffnuitg 6 Uhr. Elysium Lnndsbrrger Zlllee 40—41. Jeden Sonntag im Parkettsaal: GrolierBall.Ä Ansang 41/, Uhr. Entree frei. Mittwochs: 8iinger— Freitanz Vereinen u. Kewcrkichasten empfehle meinen gr. Saal, 1000 Pers. fassend, an Sonntage» von Dezember bis Marz zur freien Verfügung.* ■B. ..... r Koppenstr. 29 Sonntag, 22. Oktober Erstes Konzert von I Johann Strauß aus Wien mit seiner gesamten Kapelle. Anf. 5 Uhr. Entree 50 Pf. »»»«»«»«»»WM»»»WM»», I Markgrafen-Säle 84. Slarkgrafcn-Danira 34. r An der Stralauer Allee.------- Jeden Sonntag: vi-ovoi' Kall. Im Neftmirant täglich musikalische Unterhaltung. Vorzügliche Küche, ss.Biere u. Weine, Billard u. Kegelbahn k»li>«islliz-rez!8g!e. Jnh.: Vfendt und A. Schütze. Andrcauutr. 64. Jeden Sonntag: lilür-Streich- Konzert und die beliebten Hottmanns Sänger, Direktion Fr. Fanther. Heute: Lotzte Itoue Einakt. i. Biedermeierstil. Jede Woche neues Programm. Anfang des Konzerts k Uhr, der Vor. ftellungl Uhr. Im oberen Groltei' Ball. �oale von 5 Uhr an Nißies Fest-Säle Dennewitzstraße 13. Jeden Sonntag: CanzhränzclKn 11336_ c. XIBie. Burgtbeater-Kino und Pacteola Schtinhanuer reilbfllC, Allee 130 Süle für Hochzeiten u. Vereins- vergnügen, i hocheleg. Kegelbahnen. Rudolf Rcrz. Flugplatz Johannisthal Heute ermäßigte Slufritfspreise Mk. 0,30; Mk. 0,50; Halle nur Mk. 1,—. Suft-Verkehrs-Gesellschaft, Unter den Linden 5 6a(Bristol). Tel.: Amt I, 11878/79. I Oesangverein JYen Erwacht" ——— M. d. D. A.-S.-B.— Chormeister: Heinz Bleil.— Mittwoch, den 32. November(Bnfttag): J? KONZeRX J? im grosse» Sattle der Brauerei Friedrichshain(fr.Lipps) I Am Königstor. 1185b» j Zur Aufführung gelangt u. a.:„HtldrCaQ T)OfcVut Oratorium für Männerchor, Soli und Orchester, in drei Teilen. Bon Rudolf Werner. Herausgegeben zum 100. Todestage Andreas Hafers im Fahre 1919. --- Mitwirkende;- Frau Beisy Schot(Sopran), Herr Gustav Franz(Bariton), Berliner Sinsonic-Orchester(Maximilian Fischer, 40 Musiker). MF* Saalöffuung 6 Uhr, Auf ang des Konzerts 7 Uhr abends. Eintrittskarten a 1 M. sind zu haben bei: TV. Adler. Voltastr. 37. , Bartsch, Neue Höchste. 31. , Beyer, Vetcraneiistr. 11. „ Brehmer» Utvechtcr Str. 16. , Gottschalk, ZionSkirchstr. 18. ,. Dricfcner Str. 20. , Juhl, Badstr. 45/46. . Masse«, Streicher Str. 23. , Müller, Griebcnowstr. 14. „ Nebalt, fior(örer Str. 12. , Ctto, Graunstr. 4. , Prinz. Brunnenflr. 25. ÄT. Schlucke, Tegeler Str. 2. „ Schröter, Finnländ. Str. 17. „ Weber,(ßlcimftr. 29 II. O. Hey, Stmijniannstr. 33. . Jarfch, Kapernikusstr. 17. . Stoul, Halzmarktftr. 42. . Wolf, Rocholvstr. 13. SO. Harich, Engeluser 15. , LePS, Äeirßenbuger W. Straste 119a. S. Schleicher, Annen skr. 45. . G. Schulz. Zldmiralstr/ 40a. I Kinder unter V Jahre» haben keinen Zutritt. |P | Helen H Karten opuläre Lieder im lllUtlinersaal, Lfiizowstr. 76. Hente Sonntag, 33. Oktob., nachm. 4'/, Uhr: Heiteres Konzert. Helene Lieban- Globig, IJannfÄrG�-".� a 0.60 und 1.20 inklusive Programm an der Kasse. Exeelsior-Liehtspieihaus Riidort Passage 21. bis 27. Oktober einschl. Das Ingslgefühl.| In der Hauptrolle: Mllo n I„;„ die cxcentrluche Schan- inlie. Folaire,„piderin.-«en»»tfoa»NIin. Auf lieben und Tod. Dramatische Erzählung aus dem Amerikanischen. \■ .- EE3> •.�7M«D r«�Phönix ßrauet'1* &5lklassiqf B*gr� Berlin 1. 20, Hochslr. 21-2' Rlugfreie Biere nach Pilsener■ Mfinclicner Art 1 in Fässern und Flaschen, j -«- Täglich Große Frei-Konzerte. _|_ Adler lilcbtenbcre, Franklarter Chaaaaee 5. Jeden Sonntas: Ix T O ß 6 I* B U i!■ Leipziger Sängen Nach der Vorstellung: Tanzkränzchen. Concoedia- Festsäle Andreasstr. 64. Der große Soal ist Sonnabend, den 3», oder Sonnabend, Dezember, frei und an Vereine rcsp. 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In der nächsten Zeit werde er um weitere 86 Proz. steigen! Ter Kaffeepreis(für die Schweiz in Havrc und New Aork gemacht) stieg seit 1969 von 38—59 aus 84— 86 Frank. Bei dem rapiden Steigen der M i l ch p r e i s e werde der von den Agrariern erstrebte Preis von 39 Cent, das Liter im Frühjahr erreicht sein. Kartoffeln konnte der Verband abgeben: 1998 199 Kilogramm für 4,89, 1999 für 6— 7, 1919 für 8— 9, 1911 für 9— 19 Frank! Gleichfalls ein Aufschlag von 199 Proz. Rüben, die 1998—19 4V2— 5 Frank kosteten, kosten 12— 13, Weißkraut, vor kurzem für 3 Frank zu haben, kostet 14—15 Frank. Ter Preis des Sauerkrauts ist seit der Bildung des Schweizer Sauer- kraut-S h n d i k a t s von 16 auf 59 Frank gestiegen. Weiß- bahnen stiegen im letzten Jahre von 28 auf 39, Linsen von 26— 39 auf 59— 55, in geringerem Maße Gerste, Reis usw. Schnittbohnen waren zu keinem Preise zu haben. Butter stieg seit 1919 von 2,59 auf 3,29—3,79 Frank das Kilogramm. Auch Buttcrcrsatz in Pflanzenfetten stieg um 29— 39 Proz. In derselben Zeit stieg der W 0 l l preis um 29, die M i e t e im Durchschnitt um 15— 29 Proz.„Heute braucht der Arbeiter, der eine fünfköpfige Familie zu ernähren hat, rund 599 Franken mehr im Jahre, wenn er so weiter leben will, wie vor einem Jahre!" Dazu kommen gesteigerte Kohlen preise. Durch die Kriegs- wirren ist die Getreide zufuhr vielfach ins Stocken geraten. Und bei einer Reihe der vorgenannten Artikel ist die Aufwärts- bewegung noch nicht am Ende. Mitten im Winter wird sich die Teuerung noch stärker kundgeben. Damit haben die L ö h n e nicht Schritt gehalten. Eine fünfprozentige Lohnerhöhung, die die Arbeiter erkämpften, wird zu einer Preissteigerung um 19 Proz. benutzt. Das Schwcizervolk müsse heute 375 Millionen Frank mehr ausgeben, um zu leben wie vor 3 Jahren.„Die Väter und Mütter, die heute mit einem Einkommen von 2999 Frank aus- kommen, das sind die Helden der heutigen Zeit." Neben den natürlichen und in der kapitalistischen Entwickclung wurzelnden Ursachen der Teuerung behandelte Genosse Jäggi die künstliche Verteuerung durch staatliche Maßnahmen näher. Der Zolltarif belastete die Schweiz 1899 mit 31, 1999 mit 48, jetzt mit über 89 Millionen Frank. Dazu kommt die weit größere Zoll- Verteuerung der inländischen Erzeugnisse. In gleicher Richtung wirken die agrarischen Lcbensmittelpolizei- und Viehseuchengcsctzc. bei denen gesundheitliche Zwecke als Teckmantel der Preistreiberei dienen. Schließlich noch die vielfach künstlich betriebene Steigerung der Bodenpreise. Der Referent gab weiter Fingerzeige, wie die Konsum- v e r e i n e die von anderer Seite verschuldete Not wenigstens mildern f könnten. In der Diskussion trat die allgemeine Erbitterung zutage; t man erklärte, daß ähnliche'Ereignisse wie in anderen Ländern auch in der Schweiz möglich seien. Zur Gegenwehr müsse bei den Nationalratswahlcn alles geschehen, um die Macht der Tcuerungspolitikcr im Parlament zu brechen. Mocden-Spielplan äer Lerliner �keater. Königl. Opernhaus. Sonntag: Die Zauberflöte. Montag: Der Waffenschmied. Dienstag: Dcr.Liebeslrank. Mittwoch: Madama Bütterfly. Donnerstag: Siegfried.(Anfang 7 Uhr.) Freitag: Rigolctto. Sonnabend: samfon und Dalila. Sonntag: Bajazzi. Coppelia. Montag: Sinfonie- Konzert und Matinee. i'Ansang Ifl, Uhr.) König!. Schauspielhaus. Sonntag: Prinz Friedrich von Homburg. Montag: Pcnthcsilea. DicuSlag: Der Bettler von Syrakus. Mittwoch: Pcnthcfilea. Donnerstag: Der Bettler von Syrakus. Freilag: Penthesilea. Sonnabend und Sonntag: Der Bettler von Syrakus. Nachm.: Die Rabcnsteincrin. Montag: Die Welt, in der man sich langweilt.(Ansang 7ll- Uhr.) Steues königliches Operntheater, sonntagnachmittag 3'/z Uhr: Ter Stammhalter. Abends 8 Uhr: Der Zerrissene. Montag: Der Preis- ochs. Dienstag: Der Zerrissene. Mittwoch: Der Hcrrgottschnitzer von Ammergau. Donnerstag: Der Zerrissene. Freitag: Der Mcincidbauer. Sonnabend: Geschlossene Vercinsvorslellung. Sonntagnachm.: Jägerblut. Abends und Montag: Der Acroplaner- von Schlicrsee.(Ansang 8 Uhr.) Deutsches Theater. Sonntag: Penthesilea. Montag: Faust 1. Teil. Dienstag: Faust 2. Teil.(Ansang 6'ls Uhr.) Mittwoch: Sommernachtstraum. Donnerstag: Penthefilca Freitag bis Sonntag: Turandot. (Anfang 7 Uhr.) Montag: Penthesilea(Ansang T/., Uhr.) Kammerspiele. Sonntag: Vertauschte Seelen Montag: Lanväi. Dienstag: Der Arzt am Scheidewege. Mittwoch: Der verwundete Vogel. Donnerstag: Gawän. Freitag: Gygcs und sein Ring. Sonn- abend: Frühlings- Erwachen. Sonntag: Lanzelot. Montag: Lanväl. (Ansang 8 Uhr.) Lcssing- Theater. Sonntagnachm. 3 Uhr: Rosenmontag. Abends: Das weite Land. Montag: Glaube und Heimat. Dienstag: Das weite Land. Mittwoch: Glaube und Heimat. Donnerstag: Das weite Land. Freitag: Glaube und Heimat. Sonnabend: Das weite Land. Sonntag: Das weite Land. Montag: Glaube und Heimat.(Anfang 3 Uhr.) Rcsidcnz-Theatcr. Sonntagnachm. 3 Uhr: Gretchcn. Täglich: Ein Walzer von Chovin.(Ans. 8 Uhr.) Komische Over. Sonntag, nachmittags 3 Uhr: Die schöne Riseltc. Täglich abends: Die keusche Susanne.(Ansang 8 Uhr.) Kleines Theater. Sonntag nachmittags 3 Uhr: I.Klasse. Angele. Täglich: Fannys erstes Stuck.(Ansang T/, Uhr.) Berliner Theater. Sonntag, nachmittags 3 Uhr: Einer von unsere Leu!'. Mittwoch, nachmittags 3 Uhr: Ein Fallissement. Sonnabend, nachmittags 3 Uhr: Ein Fallissement. Von Sonntag bis Donnerstag: Bummclstudeutcn.(Ansang 8 Uhr.) Von Freitag bis Sonntag: Coeur As.(Ansang 7'/, Uhr.) Montag: Bnmmelstudcnten.(Ansang 8 Uhr.) Neues Schauspielhaus. Sonntagnachm.: Josephine. Abends: Büxl. Montag: Joscphinc. Dienstag und Mittwoch: Büyl. Donnerstag und Freitag: Alt-, Heidelberg.(Ansang 8 Uhr.) Sonnabend und Sonntag: Hans Sonncnslöjjcrs Höllenfahrt.(Ansang 7'/, Uhr.) Montag: Josephine. (Ansang 8 Uhr.) Neues Theater. Sonntag: Die Näherin.(Anfang 8 Uhr.) Montag bis Mittwoch: Geschlossen. Von Donnerstag bis Montag: DaS Mädel von Montmartre.(Ansang 7'/. Uhr.) Schiller- Theater«. Sonntagnachmittag 3 Uhr: Das Urbild des Tartüss. AbcndS: Es lebe das Leben. Montag: Der Pfarrer von Kirchscld. Dienstag: Der Probckandidat. Mittwoch: Der Bund der Jugend. Donnerstag: Der Psarrcr von Kirchscld. Freitag: Zopj und Schivcrt. Sonnabend: Slatban der Weise. Sonntag: Der Psarrcr von Kirchscld. Montag: Der Geizige. Der eingebildete Kranke.(Ansang 8 Uhr.) 3-,. Uhr: Ein bis Sonnabend: Die Grille. Schiller- Theater Eharlottenburg. Sonntag, nachmittags 3 Uhr: Maria Stuart. Abends: Antigone. Moniag: Es lebe das Leben, Diens- tag: Antigone. Mittwoch: ES lebe das Leben. Donnerstag: Zops und Schwert. Freitag: Ter Psarrcr von Kirchseid. Sonnabend und Sonntag: Es lebe das Leben. Montag: Es lebe das Leben.(Ansang 8 Uhr.) Friedrich- WilhclmstiidtischeS Schauspielhaus. Sonntag, nach- mittags 3'/., llhr: Der Leiermann und sein Pflegekind. Allabendlich: Die Hochzeit von Paleni.(Anfang 8 Uhr.) Theater des Westens. Sonntag, nachmittags Walzertraum. Abends: Die Dame in Rot, Montag Die Dame in Rot,(Ansang 8 Uhr.) Luisen- Theater. Sonntag, nachmittags 3 Uhr: Allabendlich: Die Macht der Liebe.(Ansang 8 Ubr.) Neues Operetteu-Thcater. Sonntag, nachinitlags 3 Uhr: Der Graf von Luxemburg, Allabendlich: Die moderne Eva,(Ansang 8 Uhr.) Trianon-Theater. Sonntag, nachmittags 3 Uhr: Francillon. AbcndS und täglich: Mein Baby.(Ansang 8 Uhr.) Thalia-Thratcr. Täglich: Polnische Wirlschäst.(Anfang 8 Uhr.) Lnstspiclhaus. Sonntag, nachmittags 3 Uhr: Meyers. Von Soimlag bis Dienstag: Der Grotzsürfl: Von Mittwoch bis Montag: Die Vcr« gnügungSrcisc.(Ansang 8 Uhr.) Rose-Tlicater. Sonntag, nachm. 3 Uhr: Kasernenlust. Abends: Kean, Montag: Das Glück des Lebens. Dienstag: Kean, Mittwoch: Das Glück des Lebens, Donnerstag: Kean, Freitag: Kajcrncnlust. Sonn- abend: Kean, Sonntag und Montag: Ein scste Burg ist unser Gott. (Ansang 8 Uhr.) Theater in der 5lö»iggrat»er Strasse. Sonntag, nachmittags 3 Uhr: Ein Fallissement, Abends: Spielereien einer Kaiserin. Montag: Silndstagc, Von Dienstag bis Donnerstag: Spielereien einer Kaiserin. Freitag: Hundstage, Sonnabend und Sonnlag: Spielereien einer Kaiserin. (Ansang 8 Uhr.) Montag: Schauspielerin,(Ansang T/., Uhr.) Belle-Alliance-Theatcr. Sonntag, nachm. 3'/, Uhr: Die Hauben- Icrchc, Abends und täglich: Der Sittcnapostel.(Ansang 8'/. Uhr, Sonn- tags 8 Uhr.) Neues Bolköthcatcr.(Neue Freie Volksbühne.) Sonnlag. nachm. 3 Uhr: Das Vermächtnis. Abends: Jugend. Montag und Dienstag: Das Vermächtnis. Mittwoch: In Behandlung. Donnerstag: Das Vcr- mächlnis. Freitag: In Behandlung. Sonnabend und Sonnlag: Das Vermächtnis(Anfang 7 Uhr.) Casino-Tlicater. Sonntag, nachmittags 3ll2 Uhr: Ein Weib ans dem Volke, Abends sowie täglich: Der selige HollschinSly.(Ans, 8 Uhr.) Mctropol- Theater. Sonntag, nachmittags 3 Uhr: Misj Helyctt. Allabcntich: Die Nacht von Berlin.(Ansang 8 Uhr.) FolieS Eaprice. Allabaidlich: Kobi Krach. Nr. 14.(Ans. S'l, Uhr.) .Herrnfeld- Theater. Täglich: Das Kind der Firma. Schmerz» lose Bchaiidlung.(Ansang 8 Uhr.) Avollo-Thcarcr. Täglich: Spezialitäten.(Ansang 8 Uhr.) Zirknö Busch. Sonntag, nachmittags 3'/, Uhr: Ein Jngdsest am Hose Ludwigs XIV. Abends: II 29.(Anfang 71/, Uhr.) Zirkus Schumann. Sonntag, nachm. Lssz Uhr: Grosse Vorstellung. Abends: 1099 Jahre aus dem Meeresgrund.(Ansang 7'/z Uhr.) Earl-Haverland-Theatcr. Täglich: Spezialitäten.(Ansang 7'/, Uhr.) Jnti meö Theater. Täglich: Lou. Liebesabenteuer.(Ansang 8'/z Uhr.) Walhalla. Sonntag, nachmittags Uhr: Prinz und Bettlerin. Allabendlich: Tcusel, das hat eingeschlagen!(Ansang 81/, Uhr.) Kaiser-Panorama. Neu: Fränkische Schweiz. Letzte Woche: Kon» stantinopel. Passage- Theater. Sonnlag. nachmittags 3 Uhr: Spezialitäten. Täg- lich: Spezialitäten.(Ansang 8 Uhr.) Wintergarten. Sonntag, nachmittags 3'/2Uhr: Vorstellung. Täglich: Spezialitäten.(Ansang 8 Uhr.) Ncichshallcn-Theater. Täglich: Stcttiner Sänger.(Ansang 8 Uhr, Sossntags 7 Uhr.) Köiiigstadi-Kastno. Täglich: Spezialitäten.(Ansang 8 Uhr.) Urania- Theater, Tanbenslr 48/49. Täglich: Geheimnisse der be< lebten Natur.(Ansang 8 Uhr.) Sternwarte. Jnvalidenstr. 57—62. Form: 1 V Form: 2 Y Form; 3 Y Form; 4 V Form: 5 V Form: 6 V Form: 7 Y Form; 8 V Form; g Y Form; 10 V F€EyfiC|0 Ulster in unseren Kleiaeywerken hergestellt Gran, braun raeHerter fischgratgemusterter Cheviot........ Grün, braun, gran gemusterter Cheviot............... Gestreifte und karierte Phantasie- Stoffe................. Hell und dunkel gemusterter Cheviot nach englischer Art.., f7r. 5. Braun, grün, grau gestreifter QQ vj Cheviot................ �' Nr. 0. Karierter Phantasiestoff, neueste 33 M. ......................... Nr. 7. Grau oder grün melierter Cheviot 36 sehr chic.............. Nr 8. Klein karierter Cheviot mit AQ � bunten Effekten.......- Nr. 0. Dunkelgrau melierter Cheviot mit farbigen Streifen.......... Nr. 10. Echt»englischer« Cheviot, persönlicher Einkauf......... Nr. 11. Gelb-braun gestreifter Diagonal- Cheviot............... Nr. 12. Echt englische Cheviots, aller- neueste Ausmusterung....... 45 m. 50 m. 55 m. 60 m. Nr. 13. Gestreifte oder karieile Flausch- Stoffe................. Nr. 14. Hell od. dunkel meliertet Cherlot mit bunten Effekten.«.»»«. Nr. 15. Extra prima schottischer Cheviot In vielen Mustern Nr. 10.»Echt englischer Cheviot«, la Aus. ....................... 70 m. 75 m. 80 m. 90 m. jeder Ulster ist, falls nicht vorrätig, beliebig in den oben abgebildeten 10 Formen ohne Preisaufschlag schnellstens lieferbar. auswärtige Bestellungen werden sorgfältigst erledigt. Versand•Bestimmungen; 1. Leicht handliche MaB- Anleitungen werden portofrei versandt. 2. BeiBestellungengenügt Angabe d. Brustumfanges, ringsherum über Weste unter den Armen gemessen, und ganze Körpergröße. 3- Vor fand von 20 Mark an franko unt. Nachnahme od. Voretnsend. des Betrages. BaenSohn Kleider-Werke KbÄÄ Chausseestraße 29-30 Gr. Frankfurter Straße 20 □ □ □ □ 11 Brückenstraße II Schöneberg, Hauptstr. 10 auswärtige Bestellungen werden sorgfältigst erledigt. Fortsatzung der Versand' Bestimmungen t 4.0bige Preise verstehen sich für normale Herrenfiguren, die einen Brust- u. Leib- Umfang bis 108 cm haben, von 109 bis 116 cm 10% Aufschlag, von 117 bis 129 cm 20% Aufschlag. S.Muster franko geg. franko, unter Angabe der Farben, des Preises u. der Formen. Der Haupt-Katalog Nr. 93-(Letzte Moden) auf Wunsch kostentrei Öeff entliehe politische Versammlnngen. Sozialdemokratischer Wahlverein des vierten Berliner Heichstags-Wahlhreises. Dienstag, den 24. Oktober 1911, abends 8V2 Uhr: Oeffentliche Versammlung in den Konkordia-Festsäleu, Andreasstr. 64. Tagesordnung: 1. Die Sozialdemokratie im Rathanse. Referent- Stadtverordneter w. manage. 2. Diskussion. 3. Zlufstellttttg der Kandidaten zur Stadt- verordnetenwahl. Zahlreichen Besuch erwartet Der Einbernfer. 222/18" f*aiil HofTmann, Königsberger Str. 28. für den 13. und 14. Kommnnal-Wahlbezirk pirnvtog, den 24. Olitober 1911, abkttds 8 Uhr, in den Uitterfölrn, Uitterßr. 75, nnd in Mildes Miilen, Sebastianßr. 39. TageS-Ordnung: Die dtvorßeheitde SlndlomrdtiktkWlihl. Rcserenten- die Sladtverordncten Df. Zfldek und E. WuriH. 2. Aufstellung der Kandidaten. 214/1 Zahrcichen Besuch erwartet Das Wahlkomitee I. N.: Sl u g. Pohl, Naunynstr. 80. 1. Kommimalwahlbezirh. Dienstag, den 24. Oktober, abends 8V3 Uhr: Okfetillichk Möhlkktikchiitmlettg in de»" Sophien-Sälen, Sophienstr. 17/18. Tagesordnung: 1. Die vevorstehende Stadtverordnetruwahl. Reserent: Stadt- verordneter vr. Kllft Rosenfeld. 2. Diskussion. 3. Anfstellung des Kandidaten. vei» Ltndaraker. ll. Nacleer, Sluguftstratze SS. Zahlreiches Erscheinen erwartet 223/16 ». Wahlkreis. Dienstag, den 24. Oktober, abends 8� Uhr: OkjskiitltlhkMiihIenjkchmmlWklt 2. 5lomm»ittalwahl Bezirk bei Meyer. Oranienstrasje 1S3, 3. und 4. Konmtunalwahl-Bezirk in NiftleS Feftsäle», Deimewitzstrasje 13, S. Konlntnnalwahl-Bezirk in den Kreuzb�rg-Festsiilen, Kreuzbergstras!« 48. Tagesordnung in allen Versammlungen! 1. Die bevorstehende» Stadtverordnetentvahlen. 2. Diskussion. 3.?l u f st e i l u n g der Kandidaten. 21t/1S Rescrenlen!<>lraiic,val«l, Sasaenbacb. Um zahlreiches Erscheinc» ersucht Der Vorstand. Dienstag, den S4. Oktober, abends«'/, Uhr, in den Nnion-Sälen, Greifstvalder Str. SS: Oeffentliclie Wähierversammlung. TageS-Ordnung: 1. Die bevorstehende Ttadtverordnetentvahl. Referent: Stadtverorriicter ferci.'2. Diskussion. 3. Ansstellnng des Kandidaten. Zahlreiches Erscheinen erwartet 223/16 Der<£-i»6crufcr: E. Rosemann, Winsstr. 64, Verband der Sattler unii Portateuiller. Achtuug! — Ortsverwaltnue Berlin. imeileser ui f» Montag, den S3. Oktober, abends 8Vs Uhr: �ukerorcleatlicke Versammlung im GeivcrkscbaliBhausc, Engelufcr 15. Tagesordnung!.... 1. Die Guttvickelung der deutsche», Gcwerkschastöbewegnng. Referent: Kollege I.anenlt»ebke. 2. DiStnssto». 8- Branchen- Angelegenheiten. 158/4 Kollegen! Wir erwarten, daß alle zur Zeit in der Linoleum- und Tcppichbranche arbeitenden Kollegen die Versammlung besnchen. Die Broncbenlcitan». Königsbank 117 Gr.FrankfbrterStr.U?. Sonnabende im Monat Mitr» ISIS unier bekannter Kulanz noch zu vergeben. S68L Werte Bestellung erbittet VII. t374. Kurt Breuer. Sozialdemokratischer tfahiverein des Vi. Berliner Reichstags-ffahlkreises. SttT Dienstag, den 24. Oktober 1911, abends 8'/- Uhr, in den?darns- Laien, Müllerstr. 142: General-Versammlifinsf. TageS-Ordnung: 1. Die bevorstehende Stadtverordnetenwahl. Referent: Stadtv. Genosse Dr. Weyl. 2. Aufstellung der Kandidaten. Mitgliedsbuch legitimtert! 232/2»_ Der Yorntand. Scliönefeergs. Sozialdemokratischer Wahlvereitt. Dienstag, den 24. Oktober 1911, abends 8 Uhr, in den Renen Nathaussälen, Metiiliiger Straße 8: TageS-Ordnung: l. Bericht der sozialdemokratischen Stadtverordnetenfraktion. Referent: Gen. N. Diskussion. 2.'Aufstellung der Kandidaten. 3. Verschiedene«. ES ist Pslicht eines jeden Mitgliedes zu erscheinen! 15/18 Der Vorstanck. Eugelufer Nr. 14,15. Bezirksverwallung GroS-Berlin. Tel.: IV, 2382, 4747. Acht»»»! pfltgirdc tut örtlicht« ßrutmluktfanimliing!»"!»' Donnerstag, den S«. Oktober 4914, abends 8'/, Uhr: Ordentliche General-Versammlung in der Brauerei Königstadt(groster Saal), Schönhauser Allee 19/11. Tages-Ordnung: 1. Mitteilungen. 2. Kelchästs-, Kassen- und Nrbeitsnachweisbericht für das 3. Quartal 1311. 3. Erledigung eingegangener Anträge. 4. GeschäjllicheS. Die gewählte» Delegierten sind hierzu srennMichst eingeladen.— Legitimattonskartc und Mitgliedsbuch find mitzubringen und zwecks Kontrolle am Eingang zur Versammlung vorzuzeigen. Ohne Karte nnd Buch kein Zutritt._ DM- Wer über 8 Wochen mit seinen Beiträgen im Rückstände ist, hat ebenfalls keinen Zutritt. 71!4 Die BezirkaverwaUung;. I. it.: A. Werner. Arbeitsnachweis; Hos I. Amt 3, 1239. eftv. 3. Hof III. Amt 3.>987. Dienstag, den Sl. Oktober 1911, abends S'/z Uhr: Versammlung allrr MelullKMer Teiiipelhofs im Lokal„Wilhelmsgarten"(Jnh. Schmidt), Tempelhof. Berliner Straße 9. Tagesordnung: 1. Vortrag des Kollegen Art«, Karl. 2. Di«. kusfion. 3. Verschiedenes. 124/17 Die Kollegen der Firmen Ernccke. Stadernack, Lcrin u. Ludrwig, FriU Andree u. Co. und F. ter Welp find besonders eingeladen. Zabtreickcn Besuch erwartet Dir Ortsverwaltung. Ii Zsveicvercln Berlin. Sf Mion der Gips- K.JkmenlblKillhe Dlttaeeb.«len LS. Oklober 4941, abeacka 9 4.'kr, gleich nach gcieradend. bei �aanasebk, Jnscistr. 16: Firmen- Versammlung für alle bei der Firma Her»«. Riniz, Nachfolger Adolf Wildhagen beschäftigten Putzer, Träger und Rabitz- spanner. Die Tagesordnung wird in der Versammlung bekannt gemacht. Wir ersuchen olle bei der Firma Satldhage» beschäftigten Kollegen für einen guten Besuch der Bcrsammluug zu agitieren. 146/14 Der thektloalsvorotand. Eingetragene Genossenschaft mit beschränkter Katlpfücht. Zn her rm Montag, den SN. Oktober ISII, abends 8'/. Uhr, in Kellers Frftsälcn(Juh. Moerncr), Koppenftr. Sv, statisiildenden General-Versammlnng haben nur Mitglie�gcgtt� Vor�ci�ung einer_ 107/19 Achtung! Achtung! Montag, den 23. Oktober, abcndS 81/., Uhr, Bei Schulz, Münzsir. 17: Vevtammlung der ZtuischrttititiSer der HemnOnpelkonfeMilm. - �/TageS-Ordnnng: Die Forderungen der Geselle» und welche Stellung nehmen die Zwischenmeister hierzu? Referent: Kollege M. Zydower. OTT" In Anbetracht der wichtigen TageS-Ordnung erwartet zahl- reiches Erscheine» Die KommisBion. I. A.: H. Joseph. Tie bei den Zwischenmeistcrn beschäsligteu Gesellen werden gcbri.n. dieser Bersammlung fernzubleiben. 166/8 schmerzloses Zahnzieheo Sub�rza� I M. 1. Praxis: Elsasserstr. 17/18 2. Praxis: Oranionstr. 61. 3. Praxis: Charlottenburg, Wihnersdorfor Str. 117. Carl Rodolpl) 4. Praxis: L-iclitenbcrc, Frankfurter Allee 169. 5. Praxis: Spandau, Neuendorfer Straße 106. 6. Praxis: Potsdam. Charlottenstr. 86 I. TeiBzahlung! Elsasserstr. 17-18. Wöchentliche und monatliche Teilzahlungen zugelassen.— Verlangen Sie kostenlosen Besuch eines Vertreters! Zulritt. «egitunation Der VorNtand. R. Junger. tT. Mücke. Achtung! Achtung! Glassehleifer n. Glasbläser. Mittwoch, den SS. Oktober, abends 8 Uhr: vtrsWMlmisi der ZchlWe Berlin bei B o c k e r. Webcrstraste 17. Tagesordnung: 1. Vortrag über.Gewerkschaften n»d AlkoholtSmnS«. fc«h. rechnung vom 3. Ouartal. 3. Bericht vom Internationalen Kongreß Es ist Pflicht aller Mitglieder, zu erscheine». 78/# Die OrlBverwallajij. «fnngfernkelde— Waldkater. Am Sonntag, den ÄÄ. Oktober: SSS Großes SchBachtefest, BS rohneAniaWynS '-- li-'-r» an leCermann Möbel auf Kredit b«l Zabluna e'ner Uonatsraln laut Verelnbarvoe nnd 1 bcqucin.tcp Abzahlung Komp leite Wohnungs- Elnrirhiungen •owia elflr.elnc Möhelitöcke, PoUterwaren, farbige Küchen. E** Gardinen, V.'?,«, in modernster Garderobe für Herren, Domen u. Kinder sowie Pelzgarnituren, Stolas, Muffen Wochenrate von 1 m. an DORN Weinmcisterstr. 9 Eck« k\\i Schönhauer Struse Verwaltung Berlin. IM" Theater-Borstellimg"WD Sonntag,»en LS. Lktober. abcudÄ 7 Üb», in„Boerner* Fest- sälen", Äoppenstr. LS- Zur Sliifführung gelangt:„Her«rat > eii Fnxeinlturg Montag Billelt SS Pj. den LZ. Oktober, abends 8'/- Ilhr, im Gcwcrkschaftshans. (kngelnfcr 15, grosser Saal; Mitglieder-Versammlung für alle der Grts-KranKenKaffe für das Gewerbe der Tischler und Pianoforte- Arbeiter angehlirigeu Zlerbandslilitglieder. Tagesordnung: I. Die am K. November stallsindcnden Dclegiertcnwahlcn. 2. Ausstellung der Sandidatetiliste. Bei der aegenivärliaen wichtigen Bedeutung der Kranlenkasfenwahlen ist das zahlreiche Erscheinen der BerbandSkollegen und-Kolleginnen, soweit sie Mitglieder obiger Kasse sind, dringend ersorderlich. 9V* Mitgliedsbuch des Holzarbeiter-Verbandes legitimiert. �WW _ Die Ort» Verwaltung. Cadeiteinricbtungs-, Kontormöbel- und Kiefermöbeibranclse. Montag, den 23. Oktober, abends 61/) Uhr(gleich nach Feierabend) l Ll'snvkvn-Vvnssmmiung im„Fngllselien«arten", Alcxanderstrasse 87v. Tagesordnung: 1. Vortrag des Kollege» Reiche. 2. Branchenangelegeiiheitclt. Bautischler. Montag, den 23. Oktober, abends 8 Uhr, bei RoeRer, Wcberpr. 17: Vertraueusniänner- Versammiung. Taqesordnung: Idas Friihlingsmeistersyftem in der Bautischlerbranche. Branche der liiöbelpolierer, Beizer und ffiagazinarbeiter! Montag, den LZ. Oktober, abends dt Uhr. in den Prachteälen Alt-Berlin, Blumcnstrasie 10: Branchen- Vers ammlung Tagesordnung: t..Reichstagswahlcn und ihre Bedeutung für die vctoerk- schaften". Rescrcnt: RcichStagSabz. Dtt« Büchner. 2. Antrag Südosten: �ilushebung der ArbeitSvermitteluiig deS Nach. miltags". 3. Berschiedenes.__ 80/15 Bezirk Weitzeusee. » LZ. Oktober, abends 5'/, Uhr, im PrSlate». Lehderftrasie 1LL: Mitglieder- Vers ammlung Tagesordnung: 1. Bortrag des Äenosien Sllb. Taubmanu:..Tie Einführung der ArbeitSlosenuiiterltühuiig i» der Gemeinde SBeißensec". 2. Diskussion. 3. Ausstellung der Kandidaten zur Wahl der Gewerbe» gerichtsbeisitzer. 3. Verbandsangelegenlieilen. Tie Bezirksleitung. Bodenleger. TienStag. den L4. Oktober, abends 0 Uhr. im GetverkschaftShaus, brngrl Ufer 15. Saal 1: Ersticken= Versammlung. Tagesordnung: 1. Abrechnung. 2. Bran chenangeleg enheiten. Aavtilljiler, Wödkltischler, ijolikrer, Maschiuenarbtiter, Artchslkk Bc-lrle Korden. (Rogenthaler und Schönhauser Vorstadt.) Mittwoch, den 85. Oktober, abends 8 Uhr, bei Obiglo, Schwedter Str. LZ: Gemeinsame Versammlung. Tagesordnung: l. Vortrag des Genosse» Liebknecht. 2. Verbands. augelegenhelteU. Montag, den Schirmmacher. Mittwoch, den L». Oktober, abends 7'/. Uhr. bei Lehmann. 3ln der Stralauer Brücke 3: Versammlung ese Korbmacher. Mittwoch, den 85. Oktober, abends H'i.»Hr. im Gcwerkschaft»- Hans, Eugeinfer lo. Arbeitsloscasaal: ------ Versammlung= Klauche der Kiirktu- und jlinsrliiigllier Kerlius nnd llmg. Mittwoch, de» Ä5. Oktober, abends 8'/,»hx, im Lokal rreiili. Holzmarttstr.«5; Branchen-Versammlung. a a t S o r d ii u n g: i..rorlichriite in der Lurileiimachcrbcwcgung. >lbach. 2."........•m" Schmalbach zuoriugcii. Branchenangelcgeiihcitcn. Reseren!: Kolleg — Mitgliedsbücher sind mit Branche der Jalonsiearbeiter. Mittwoch, den 85. Oktober, abend» 8V, Uhr, bei«oeter. LScbcrstraste 17: Verkammlnns Tagesordnung: gewerbliche Fragen". angelegcnhciteu. I. Vortrag des Kollegen Thomalskc über:.Bau. 2. Bericht von der Eciieralvirjamnlluug. 3. Branchen. Tonncrstag. den Stellmacher. »«. Oktober, abends 8". Uhr. im Rofenthalrr Hof. Rosenthalrr Str. U/IS: Branchen- Verkammlung. Tagesordnung: 1. 9�� bom �riuen Quartal. 2. Bericht von Genualversammlung. 3. VranchcnangelegenHeiten. der TauaerSta«. deu Äi. Oktober, nachmittags S-t. Mr. i« Lokal Rene aiathau»,Sie, Schiinrberg. Martiii-Luther-Sir. 0» schönebera. er. nachmittags S't, Uhr, Schöneberg. Martiii Luthrr. Mitglieder-Bersammlimg. Tagesordnung: 1. Vortrag de» Genossen Eduard Bernstein über: .Denttch- englische Sirlichaiiskämpie". 2. VerbandSangclcgeiiheilen. 90/19 Arbeiter-Bildungssebule. Sonntag, den 88. Oktober, abends>,,8»Hr. im.Königstadt- Kasino-', Holzmarktstrahc 78: �Äwnüb™„Gerhart Hauptmann und das moderne Drama". Eintritt 20 Pf.-—- Garderobe frei. 6/13* Räch dem Vortrage: GtlNNtllchtS ötlsanMieNstlN Mld TaUi. ZoÄalsemokratiichei' Aahlverein Charlottenburg. Ticnstag, den 81. Oktober, abends>/.S Uhr, im graste» Saale des BolkShauseS, Rosinenstr. Z: Mitglieder-Versammlung Tages ordnung: 1. Vortrag des Neichstagsabgeordnetcn Genossen Dr. Südekum. 2. Diskussion. 251/1 3. Ausstellung der Kandidaten sur die bevorstehenden Sladlverordnetcn- wählen. 4. Verschiedenes. Wir machen darauf aufmerksam, daß der Vortrag präzise>/.!) Uhr be- gmtit und bitten die Genossen, rechtzeitig zu erscheinen. Ter Borstand. Orts-Krankeukasse der Gelb- und Zwngicher zu Berlin. Del cefler teu wähl. 1. Die Wabi von 60 Delegierten der '/Ucheiinchiner für das Jahr 1912 findet aiii* Ticnstag, den Zl. Okt. er.. abends 5-/, bis 7 Uhr. im Gr. »vrrkschastsbailö, Eiigelnfer 15 (Enal 3) statt, wozu sämtliche grog- jährigen Kassenmttglieder hiermit ein- getaden sind. Ouittungsbiich oder Bescheinigung vom Arbeilgcbcr legili- miert. 2. Feststellung des Wahlrcsul- tat».— Anfragen, welche Einsicht in die Kassenbücher sordcr». müssen spä- testcnS 3 Tage vorher im Kafienwkal angezeigt werden, widrigenfalls selbige nicht berücksichtigt werden lönncn. Abends 7'/, bis«-/, Uhr findet im Saal 8 die Wahl von 29 Delc- (fielen der Arbeitgeber statt, wozu tänilliche Arbeitgeber,(vclche ein Drittel aus eigenen Mitteln zur Kasse zahlen, hiermit eingeladen sind.— Nach Uhr geslstellung des Wahl- resultats. Berlin, den 2l. Oktober 1911. 12046 Der Vorstand. I. A.; BS. Schutt. Vorsitzender. Gemeinsame Orts- Krankenkasse für Nowawes u. Umg. Am Montag, den li. Nov.. abends 8'/,«Hr. findet im 2olat von Schmidt, BSilhelmstr. 41 (kleiner Saal) eine i Ordentliche•• General-Versammlung statt, zu welcher die Delegierten hier- mit«rgebenst eingeladen iverdcn. TaaeSordnuna: 1. Geichästliche Milteilimgen. 2. Wahl des NechnungSauSschufieS für das Rechnungsjahr l91l. 3. Bc- richterstaltung vom Krankenkassen- zmigrest in Dresden. 4. Statuten- underung(Z 45 Abf. 2). 5. Vcr- fchtedeneS. 279/ ll 'Anträge zu dieser Gcneralversamm- lung müssen 10 Tage vor derselben bei dcni Vorsitzenden eingereicht werden.(§ 61 des Statuts.) § 45 Abs. 2 des Statuts soll solgendcn Wortlaut erhalle»: Die gerichtliche und autzergerichNiche Ver- «retung der Kajs« mit Einschlug derjenigen Geschalte und Rechts- bandlungcn, für welche nach den Gesetzen eine Spezialvollmacht er- forderlich ist, wird von dem Vor- fitzende» in Gemeinschaft mit dem Schristsührer wahrgenommen. Ihre Legitimation bei allen Rechts- gcschäjten«rsolgt durch die Bc- schcinigung der ÄusstchtSbchörde, dag die darin bezeichneten Personen zur- zeit die bezeichneten Stellen im Vor- fiande betleiden. Nowawes, den 28 Oktober 1911. W. Kerftrn. Vo> fitzender. K. llÄtlk. Schrtstsuhrer. Orts- Krankenkasse der Schuhmacher zu Berlin. Montag, den 23. Oktober, abends 8'/, Uhr. In den.Nefidenz-Siilc»», Landsberger Str. 31: Versammlung für Arbeitgeber und Kassenmitglieder. Tageb-Ordnung: I. Bericht vomKralikciikosjenkoiigrcg zu Dresden. Rcscr.: Kasienvorfitzeiider Vcvr Bendij. 2. Dislussion. 3. Bcr- schiedeucs._„ w 279,13 Ter Vorstand. PalelOlS i�onnTin 95 M Flauschstoffcn etc. von"»K an Paletots inÄßd«« m Nord und Vclvot von•• an Koslürae�wt�gM enÄl Stoß, u Kaninig. v.»n Kostüm-Röcke iso in großer Auswahl von � an Aüeiidmänle! PL'Ä C. Pelz SS3m Deutscher Monistenbund. Dienstag, d. 24. Oktober, pünktlich S'/i Uhr, in der „Brauerei Boahit", Turmstr. 25/26:[1171b Vortrag mit I.ichtMIdern und Diskussion: „Unsere gegonwürt.Kenntnis v. UrsprunR des Menschen". Bedner:- Doscent M. H. Baege. Dr. W. Vielhaber, Aufgaben u. Ziele d. Deutschon Monistonbundes. Karten 30 Pf. Vorverk. Kaufh. Giesen, Turmstr. 42, Geschäfts- steUe: Fasanenstr. 15. Die Herreu Pastoren sind zu diesem Vortrag und zur Diskussion eingeladen. Syphilis- Nachweis in allen frisch, u. veraltet, rweifelhaft. FÄII. durch ivisscnschastl. Uiitcrsnchiing. sofort; desgl. Harn-(spez. ans Go« norrhoc-FSden) it. Svutum-Ancutzsui. Dr. ttomezcer ck Do.. Spezial-Lnborat., Ariedrichslr. 189. zw. Kronen- und Mohreiistroge), I. 8724. Perj. Slückspr. diskr. u. lostcnl. Geöffnet von 8—8 Sonntags von 12—1._* itndlung der meisten Haut- um) Helnlelden thne Opersllon, ohne Berufs- Störung(Sit schmerzlos in Dr. Mtrabl's Inatltnt Ü. in. d. H- Berlin. (hinhventr Künstler erteilt nach doppelt sördernder Methode sehr er- solgielchen' Ylollnunterrlcht. Einzelunterricht per Stunde 1.25, '/, Stund« 1 M., 2 Schüler zu- sammc» per Stunde 1,50. Näheres unter.Postlagerkärte 467, Brtefpost- amt Berlin". teppoecken kaust inan nur am besten und billigsten direkt in der Spezial-Aabrit Bernhard Strohmandel, Benins., 72 Wallstr. 72, Spittelmarkt,»cÄtr., Jcachlmsthaler Straße 25-26. Aufarbeiten alter Steppdecken billigst. Illufiriert. Preiskatalog grat. q franko. B»tru-Aht«lluu« Ii. Gesch.: BerliiiA., Mohren- 1 Stra8e37a(2. Haus von der j Jsrusalemer StraCa). | II. 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Sonntag» v— 12.* WM Todes-Anzeigen MM 8o!iaIlIemoIii'alIsel!el'Va!!!vei'eif!� für den i.Sei'jißei'ßeicbiiiag�ablltt'm. Stralauer Biertel. lBezirl 343.) Dm Mitgliedern zm Nachricht, dafi unser Genosse, der Maschinen- arbeitcr Mlbelrn Pankow Königsberger Str. 5/6 gestorben ist. Ehre seinem Andenken k Die Beerdigung findet am Montag, den 23. Oktober, nach- mittags 4'/z Uhr. von der Leichen- balle des Zentral-Ariedhoses in Friedrichsscidc aus statt. Um rege Beteiligung ersucht 222/17_ Ter Borstand. SozlaldemokratiscberWahiveroin für den {. Herl Reiebstais-ffaUkreis. Görliher Biertel. (Bezirk 181). Ten Mitglieder» zur Nnchricht, dag unser Genosse, der Maschinen- arbeitcr Felix Engel Lausitzer Str. 51 gestorben ist. Ehre seinem Andenken k Die Beerdigung findet am Montag, den 23. Oktober, nach- mittags 3'/, Uhr, von der Halle des Emmaus-KirchhoseS in Rix- dors, Hermann strafie, aus statt. Um rege Bcleiltgung ersucht 222/19 Der Borstand. oeulZeber Holzarbeiter-Verband Den MItgltedern zur Nachricht, dah unser Kollege, der Maschinen- arbeitcr Felix Engel im Aller von 23 Jahren gestorben ist. Ehre setuem Andenke» k Die Beerdigung findet am Montag, den 23. Oktober, nachmittags 3>/, Uhr, von der Halle des lfnimans-Kirchhoses in Rixoors, Hermaiinstratze, ans statt. 91/1 Um zahlreiche Beteiligung ersucht Die Ortsverwaltung. Deutscher Transportarbeiter-Verband. Bezirksverwaltung GroB-Borlin. De» Mitgliedern zur Nach- richt, dafi unser Kollege, der Droschlenjährcr Paul Teichert am 19. Oktober im Alter von 32 Jahren verstorben ist. Ehre seinem Andenken l Die Beerdigung findet morgen! Montag, den 23. Oktober, nach- 1 mittags 2'l, Uhr, von der 2cicheu- 1 balle des �entral-Friedhofes in I Frledrichsseioe an» statt. 71/15 f Um rege Beteiligung ersucht Tie Bezirkobermaltiiug. Vetitzeblavijz. Filiale Berlin. Am 20. Oktober verstarb unser Kollege 169/5 Ksnl Schmidt im Alter von 71 Jahren an Arlerienöerkallung. In den nicht ganz vollendeten 25 Jahren war er uns stets ein treuer und braver Kollege. Ehre seine« Andenken 1 Die Beerdigung findet am Ronlag, den 23. d. Mt». Nach. mittags 3'/, Uhr, vom Trauer- haute üi Krttuau. Köpcnicker Straße 10 aus nach dun Grünauer Friedhot« statt. Zahlreiche Beteiligung erwartet Der Filialvorstand. Typographia Die Beerdigung unseres Mitgtiedes, Kollegen Ulbert gropp findet erst am Montag, nachmittags 5 Uhr, aus dem Gethsemane- Kiichhos in Nordend statt. 61/19 Zahlreiche Beteiligung erwartet Der Vorstand. Deutseber Metallarbeiter-Verband Verwaltungsstelle Barlin. Todcw• Anzeige. Den Kollegen zur Nachricht, dafi unser Mitglied, dcr Werzeugmacher Bnmo Loepert am 20. d. Mts. gestorben ist. Ehre seinem Zlndenkenk Die Beerdigung findet am DienStag, den 24.'Oktober, nach- mittags 4';. Uhr, von der Leichen- Halle des neuen Sophien-5iirchhoss, Frelenwaldcr Strasje, aus stait. Rege Beteiligung erwartet Die Ortsverwaltung. •Deutsclier Bucbbinder- Verband. (Zahlstelle Berlin.) Am Freitag, den 2!b OItoba. oerstarb unsere Kollegin Bmma Koschmieder. Ehre ihrem Andenken: Die Beerdigung findet»rorgen Montag, den 23. Oktober, nach- mittags'1,5 Uhr, auf dem Heilig. Kreuz- kirchhos in Maneltdorj, Eisenacher Strasse 62, statt. Um zahlreiche Beteiligung ersnchi 25/13 Die Drtsverwalhnig. Nach kurzem Leiden verschied unser lieissgeliebter und nnvergess- licher Sohn(1197b kßsNT. Dieses zeigen schmerzerfüllt an Berthnld Zlckvrt n. Frau. Die Beerdigung findet Sonntag- nachmittag 3 Uhr von der Hallo deZ LartholowSuS-FriedhoseSauvstatt. Ilsebler-Vereln u Berlin. £. 11.><»- 80. Den Mitgliedern zur Nachricht, dass unser Kollege l�elnbold Heimler am 19. Oktober im Alter von 61 Jahren, wohnhast Adalbert- slrasse 76, verstorben ist. Ehre seinem Andenken 1 Die Beerdigung findet am Montag, den 23. Oktober, nach- mittags 3 Uhr, von der.Sialle des alten Thomas-Kirchhoses�ans statt.. Um rege Beteiligung ersucht Der Verstand. Allen Verwandten. Freunden und Bekanntci! zur Nachricht, dich m.Ier lieber Vater. Schwiegervater und Grossvaier. der Tischler RetoNd Heimerle am 19. d. M. plötzlich verstorben ist. Die trauernden«intorbliedenen. « sÄLS""» Montag. bm 23. Oktober, nachm. 3 Uhr, der Halle de» Thomaskirch- hose» in Ziixdorf, Hermnnnstrasse. «u-- statt. i/gsb , die vielen Beweise herzlicher C1 der Beerdigung meines neben Mannes 1200b 1**. n H-emUe «9« allen Freunden und Bekamiten meme» herzliche,, Tatst. - �«Jeatwnde Wstwe nebst Kindern. Danksagung. � Ktr die vielen Beweise'herzlicher Teilnahme bei der Beerdigung meines lieben Mannes, unseres unvcrgessllchen Balerv ,agen wir allen BckanMeii nno Freuniu», tusbeiondere dem Wahlvcrcin Reinickendois- Ost, dem Zentralverband der Schnbiiiach«, so« wie den Kollegen und Kolleginnen der Firma. Psarr' und dem Kolonisten. vcreui.LikbeÄttsel- imscren innigsten Ww. Agnes linslre nebstKmdmi, Remickendors. Lttanlworliicher llicdakteur Richard«art�«crlia. Für de» Jnjerateii.'eit verantw:?»-«»»«». verlia. Druck u. Vorlag: Lorwäl,» Bnchdruckerei u.«erlagSaujtali Paul Singer u. Co..«rrlm I•••••••* .«••••••• Gegr. 1867 1867 »«•■••••r•* Großer Umzugs- Ausverkauf Jerusalemer Strasse 38-39, am Dönhollplatz. O Nur nocK diese Woche! 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Dort zog der antisemitische Fanatiker Döring über die sozialdemo- kratische Jugend her und erging sich in deutschnationalen Phrasen. Der junge Schlosser, ein Anhänger der freien Jugendbewegung, knüpfte als Diskussionsredner an eine Bemerkung des Referenten über die Offiziere an. Dabei soll er Aeußernngen getan haben, die den Kommandeur des Fußartillerie-Regiments Nr. 15 in Thorn veranlaßte, Strafantrag wegen Beleidigung der Offiziere des genannten Regiments zu stellen. Die Anklage, welche gestern vor der vierten Strafkammer des Landgerichts I verhandelt wurde, behauptet, der Angeklagte habe gesagt, die Offiziere schinden Re- kruten. Als die Versammlung dagegen protestierte, habe er gesagt, sein im Fußartillerie-Regiment Nr. 15 dienender Bruder habe ihm geschrieben, aus einer 12 Mann starken Korporalschaft seien acht Mann entlasten worden, weil sie infolge von Mißhandlungen den Dienst nicht mehr verrichten konnten.— Der Angeklagte bestreitet, derartiges gesagt zu haben. In der Versammlung sei er oft durch Zwischenrufe unterbrochen worden, augenscheinlich in der Absicht, ihn zu verwirren. Es habe sich ein derartiger Tumult erhoben, daß er tatsächlich verwirrt und aufgeregt worden sei und deshalb nicht mehr wisse, was er gesagt habe. Jedenfalls könne er sich nicht auf einen Brief seines Bruders berufen haben, denn sein Bruder habe ihm gar nichts von Mißhandlungen geschrieben. Er könne auch nicht behaupten, daß in dem genannten Regiment Mißhand- lungen vorgekommen seien. Der Leiter der Jugendbundesversammlung, Bankbeamter Heinemann, bestätigte die Angaben der Anklage, während zwei andere Zeugen angaben, sie hätten die dem Angeklagten zur Last gelegten Aeußerungen nicht gehört.— Auf weitere Beweiserhebung wurde verzichtet. Unter den nicht vernommenen Zeugen befand sich ein Hauptmann und ein Oberstabsarzt aus Thorn sowie der noch im Regiment dienende Bruder des Angeklagten. Der Staatsanwalt beantragte eine Geldstrafe von 20!) M. Der Verteidiger, Rechtsanwalt Wolfgang Heine, führte aus, es sei doch nicht mit Sicherheit festgestellt, daß der Angeklagte die betreffende Bemerkung gemacht habe. Wenn er in seiner Erregung vielleicht etwas Aehnliches gesagt haben sollte, so sei zu berück- fichtigen, daß er als Sozialdemokrat durch die gegen die Sozial- demokratie gerichteten Ausführungen des Referenten aufgeregt I worden sei, ferner, daß der Angeklagte ein unbescholtener junger " Mann sei und daß seine Aeußerungen unbeachtet vorübergegangen wären, wenn nicht ein Denunziant dem Regimentskommandeur Mitteilung gemacht hätte. Tatsächlich kämen doch fortgesetzt Sol- datenmißhandlungen vor und sie seien, wie der Kriegsminister im Reichstage anerkannte, nicht auszurotten. Darüber könne man sich wohl aufregen. Wenn der Angeklagte in der Erregung eine unbedachte Aeußerung getan haben sollte, dann sei das nicht so schwerwiegend, daß die beantragte hohe Strafe gerechtfertigt wäre. Das Gericht hielt die Behauptungen der Anklage als erwiesen durch die Angaben des Zeugen Heinemann. Der Angeklagte wurde zu— zwei Wochen Gefängnis verurteilt. Wie der Vorsitzende, Landgerichtsdirektor Gayer, in der Urteilsbegründung sagte, hat das Gericht die Jugend, die Unbescholtenheit und die durch Dörings Rede verursachte Erregung des Angeklagten berücksichtigt, aber auch erwogen, daß die Beleidigung außerordentlich schwer sei und der Angeklagte bei den jüngeren Leuten Abscheu vor dem Militär habe erregen wollen. Deshalb sei auf Gefängnisstrafe erkannt. Von der Zeugenbank, wo Döring und Heineinann saßen, klang beifälliges Murmeln herüber, als man hörte, daß über das Opfer deutschnationaler Denunziation Gefängnisstrafe verhängt ist. Die Jugend kann nur dringend vor Versammlungen gewarnt werden, in denen ein Mann wie der Antisemit Döring seine Erziehungs- künste übt und von der aus Denunziantenstücklein verübt werden. Möge die deutsche Jugend des alten Wortes eingedenk bleiben: Der größte Lump im deutschen Land, das ist und bleibt der Denunziant. Der»Onkel aus dem Abgcordnetenhausc" spielte in einem Betrugsprozeß eine Rolle, welcher die Strafkammer beschäftigte. Angeklagt wegen Betruges und schwerer Urkunden- fälschung war die Verkäuferin Helene K a r b a ch. Die Angeklagte. deren Mutter Bedienungsfrau im Abgeordnetenhause ist, kam auf den Gedanken, das Elternhaus zu verlassen und sich eine eigene Wohnung einzurichten. Sie suchte einen Möbelhändler auf und legte diesem einen Brief, der mit dem Namen eines Abgeordneten unterzeichnet war. vor. Im Brief erklärt der Schreiber, daß er für die von seiner Nichte gekauften Möbel Zahlung leisten werde. Wie sich ergab, hatte die Angeklagte sich einen Briefbogen, wie sie den Abgeordneten zur Verfügung stehen, zu verschaffen gewußt und dann den Inhalt gefälscht. Als der Möbelhändler längere Zeit vergeblich auf Bezahlung warten mußte, erkundigte er sich näher und erfuhr, daß die ganze Geschichte von dem„Onkel Abge- ordneten" Schwindel war. Er holte die Möbel wieder ab und Helene kehrte reuevoll in das Haus der Mutter zurück. Das Gericht erkannte wegen des Betruges auf Freisprechung, wegen der Urkunden- fälschung wurde die Angeklagte zu drei Tagen Gefängnis verurteilt. Ein Bruhnprozeß. Eins der vielen Nachspiele, welche der Wahrheitsprozeß ge- zeitigt hatte, gelangte gestern vor dem Schöffengericht Berlin-Mittc unter Vorsitz des Amtsrichters Voigt zur Verhandlung. Wegen Beleidigung des Reichstagsabgeordneten und Verlegers der„Wahr- heil", Wilhelm Bruhn, war der verantwortliche Redakteur des „Dresdener Anzeigers", Prof. Dr. Leonhard Lier, angeklagt. Zur Anklage stand ein im„Dresd. Anz." vom 10. November v. I., also nach dem Wahrheitsprozeß, erschienener Artikel init der Ueberschrist: „Freigesprochen— aber gerichtet". In diesem Artikel, welcher vcr- schiedene als formelle Beleidigungen anzusehende Ausfälle gegen Bruhn enthält, wird die Ansicht vertreten, daß Bruhn, trotz seiner Freisprechung, als moralisch verurteilt anzusehen sei. In der mzq ui llvq'aogioh pzwqgag, snv� izvmuvsschzy; geh Sunsquvhaosx Urteil der 1. Strafkammer des Landgerichts I ausdrücklich gesagt sei, daß Bruhn nicht nur aus tatsächlichen Gründen freigesprochen sei, sondern auch, daß gegen ihn nicht einmal der Vorwurf er- hoben werden könne, daß er vom moralischen Standpunkt in un- zulässiger Weise vorgegangen sei. Man sollte annehmen, daß ein jeder das Urteil eines deutschen Gerichts achte und nicht hinterher, veranlaßt durch die gegnerische Parteiprcsse, Verdächtigungen aus- streuen, die völlig haltlos sind. Da es sich um schwere Beleidigungen handele, empfehle sich eine empfindliche Geldstrafe.— Das Gericht kam nach längerer Beratung zu der Verurteilung des Prof. Dr. Lier. Das Urteil lautete auf 400 M. Geldstrafe, auch wurde dem Beleidigten die Publikationsbefugnis zugesprochen, KmfKalten der Redaktion. Die luristische Sprechstunde findet Linden st raste CS, dorn vier Treppen — F a l> r st u t> l—, ivocheninglich don 4V4 6iä 7% Nfit abends, Sonnabends, tum*'/•! bis 6 Uhr abends statt. Jeder fiir den Briefkasten bestimmten Rnfrage ist ein Buchstabe und eine Zahl als Merkzeichen brizufiige». Briefliche Antniort wird nicht erteilt. Ansrage», denen keine Äbonnrnirntsauittung beigefügt ist, werde« nicht beantwortet. Eilige Fragen trage man in der Sprechstunde dar. W. R. 1000. Hcbalnincnlehranstalt in der kgl. Cbarilö, Schumann- straye 21/22. Kursus: 1. Oktober bis Ende März. Beim Eintritt 260 M. — für Bücher und Instrumente 87 M.— Alter nicht unter 20 und nicht über 30 Jahre. Meldungen beim zuständige» Kreisarzt, dann beim kgl. Polizeipräsidium.— D. M. 70. 1.— 3. Sie müssen sich die Statuten genau anschen. Vor ähnlichen Kassen ist vielsach gewarnt t 4. JcdensallS nur Ersatz, wenn Ausgaben nachgewiesen. Die Beantwortung von Fragen am Tage des Einganges ist unmöglich.— I.— ve. Die gewünschte Aus- kläning dürsten Sie aus Anfrage in jeder LVommunalwähIcr-Bersammlung erhalten. Auch jeder Stadtverordnete gibt Ihnen Auskunst. Der Raum des Bricskastcns reicht dazu nicht auS.— A. F. 85. Die Gesellschaft ist uns nicht bekannt.— E. Z. 86. Dann wenden Sie sich bitte au den Vorsitzenden der Gärtner, Berlin 8. 42, Luisenuser 1.— 325. K. Spuk. Da die vermeintlichen Spukgcister in der Regel greisbare Gestalten sind, teilen Sie Ihre Erlebnisse recht bald dem zuständigen Polizeirevier mit. — R. H. 47. Ob nach der Richtung cinwandSsrei, wissen wir nicht.— L. L Bedenken liegen nicht vor.— N. N. Wir lehnen dankend ab. äifäXjitiejU'tfadÜHCH' (ßottycnUvMtf Wlctty&iffiutu fiHCxgnjlntU, >W FOckM», die dm FilMif dn ZiMmMn m KnMm bewilligt, sowie derjenigen Fabrikanten, die sich mit ihren Arbeitern im Einverständnis mit der Organisation geeinigt haben. Parteigenossen, Arbeiter» Interessenten» Raucher! Wer die Tabakarbeiter in ihrem schweren Kampfe zu unterstützen gewillt ist, beziehe seine Waren von nachstehenden Zigarrenfabrikanten. ttaM Solidarität! Osten. Wilhelm«öse. MarlnZftr 27, 'Cf tu Schirmer, Frankfurter Allee 7. 'Wild. Klein, ilm Obcrbaum l.» 'Richard Schulz«. FriedrichSjelder Straße 23. M. Hannrman«. Brcölauer Str. K. R. Frilkr, Langeitr. 2g, IV. 'Paul Wotschke. Aiidrca«str. IS. 'Hermann Tavid. Weidenweg 3. Helen« ttalberg, Memcler Str. 31. 'Paul Petersou. Weidenweg 83. ermann Kaselow, Friedenstr. 74. ranz Krüger. Polener Str. 2i. »Joh. Heiden. Wcidcnwcg 2S. 'Ernst Puff, Noigtstr. 6. Gustav Brösel, Fruchlstr. 83. Max Lerche, Tiljlier Str. 44. 'ilugust Körli», Rigaer Str. 43. E. Tornow. Wctdcnwcg 8. 'Immanuel Harzmann. Stralauer Allee 3t b II. 'Johann Liebich. Memeler Str. 7. Otto Ltogli». Schreinerstr. S5. Auto» Fröhlich, �angejtr. S6. Fr. Marie Schndert. Romintener Straße 3V. Sprnkoch. Tilsiter Str. SO. Robert Zisowski. Tilsiter Str. 7K. Rudolf Pohl. KoperultuSstr. 3 I. Südosten. Adolf Touiann, Lausitzer Str. 7. »August Lrfbvre. Adalbertstr. 18. »Ab. Baehr. Raunynstr. 24. Emil«lavler. Cuvrvstr. 48. »Louis Fischer. Wiener Str. 57b. 'Gustav Zillich, Förster Str. 8. »Ltobert Kessler, Mariannenstr. 37. 'Jean Brunn, Wrangelstr. IS. »Frit? Lobbes. AdalbeUstr. 58. 'Wilhelm Friebel. Förster Str. 39. »Wilh. Stubner, Eiienbahnstr. 33. »Robert Rümmler, Rcichciibcrger Slraße 157. 'Panl Reichelt. Wrangelstr. 82. »Adolf Knude, Grünauer Str. 4. Süden. 'Wilh. Boerner. Ritlerslr. 15. »August Zech. Gitjchiner Str. 53. 'Gustav Schmidt, Gräsestr. 68. 'Gustav Lochmann, Wasiertorstr.4S. Südwesten. Wwe. Lücke. Möckernstraße. Nordwesten. Michard Kiepert, ZwIngNsir. 29. Otto Borukessel. Daldstr. 39. III. Wilhelm Bundschuh. Birkenstr. 48. 'Robert Kern, Slromstr. 25. Richard Schoppan, Wiclesstr. 48,1. 'H. Hagedorn, Emdener Str. 47. 'Böscuberg. Rostocker Str. 21. *Herm. Zimmermaun, Ouitzow- straße 105. Norden. 'Wilh. Blanck. Ackerstr. 119. 'I. Stabrrh, GIcimstr. 10. A. Friese, Hochstr. 48. Rudolf Runge, Jnvalidenstr. 20. 'Emil Herfoeth, Rügen« Str. 7, Eingang Pntbuser Straße. 'Frau Luise Ruh. Soldiner Str. 88. 'Wachömuth. Frclcnwald er Str. 9. 'August Bausdorf, SoldwerStr. 14 im Laden. 'Deglow. Hochstr. 2a. "Paul Mazauke, Pankstr. 24. 'Hermann Kornebki, Wollin«rSt.23 Heinrich Kempers. Fehrbclliner Straße 57. »A. Lindcuianu. RheinSbcrg. Str. 37. 'Fritz Sperber. Rupptner Str. 44. 'B. Moritz, Bernauer Str. 18. Hermann Liebrccht, Weißcnburger Straße 83. 'Julius Ricke, Sanrvrücker Str. 7. 'Wilh. Klein, Müllerstr. 184. "Paul Opitz, Lynarflr. 2. 'B. Robrahn, c»rcisenhaginerStr.18. 'Karl Engelhardt. Schönhauser Allee 50a. Karl Hellmann. Schönhauser Allee r0a II. »Frau Krause, Blesentöaler Str. 9. »LSkar Klose. 3!eln!ckcndorserStr.35. H. Bongardt, Gleiinstr. 40. F. Zimmermann. TrcSckowstr. 13. 'Herm. Kricdemann, Slargarder Straße 74. 'Franz Fritz. Triftstr. 4. Paul Noa, Malplaquetstr. 24, I. 'Wilhelm Rnst. Antonstr. 2. »W. Göppncr, Marstr. IZa. August Schirmer. Jnvalidenstr. 2. 'E. Gilbten, Frcicnivalder Str. 22. 'Louis Hosfmann, Gaudystr. 5. 'Robert Eckert, Kolberger Str. 15. 'Robert Grcwe, Wieicnstr. 19. 'P. Goritooda, Stolpische Str. 44. 'Friedrich Aschenbrenner, Schlic. mamlstr. 4. 'Ad. Kramer, Schwedter Str. 18slS. 'Friedrich Schulz, Wiescnstr. KOa. Albert Haspel. HumboldthaM, gegenüber Ramlcrstrage. »AnguftBcutel. BicscnlhalerSIr. 24. »Eduard Möhl.SchönholzerSlr.lt. 'H. Hcrberg. Gleimstr. 65. 'Karl Hadrrsaatb. Grannstr. 40. »Gustav Henuig. Joloniestr. 129. 'W. Pollwill, Schliemannstr. 47. ''A. Kacrgrr, Prenzlauer Allee 169. Nordosten. Marie klotz. Palisadenstr. 101 pt- B. Loewindorsf, Wcinstr. 6 II. W. Ecken brecht. Höchstestr. 7 III. Otto Better. Höchstcstr. 32. »Jof. St rabisch. Btts-tiingstr. 20. 'Max Polest, Friedrichsbcrger Str. 10 'Jakob Reut, Barninistr. 42. 'Karl Muller. Rqkeslr. 38. 'A. Tier Vach. WinSstr. 25. 'Tb-Bernböft. Arcis'ZwaIdcrSt.207. Gustav Piuucr. TrcSckowstr. 38. Georg Bürger. Treickowstr. 38. 'Hclnrich Olle. Metze? Str. 22. »Elisabeth Wolter. Marienburger Straße 32. Gustav Siichter. Landsberger Allee Nr. 145, H. pt. 'Gustav Wittenberg, Barnimstr. 15. 'M. Moewnö. Weinstr. 29. 'Hugo Wache. Koppcnste. 46. 'Aug. Kley, FricdrichSberger Str. 19. Zentrum. A. Chaim. Mulackstr. 11, 1. Vororte. Karl Jancke.«dlcrshos, Friedenstr.lS. 'giudolf Ott», AdlcrShos, Scdan. slraße 29. Otto Benkcrt. AdlerShof. Bismarck. ftraße 58» Albert Schumacher. Lichtenberg, Warteubergstr. 88. »Fritz Ehlert, Britz. Rudower Str. 5. 'H. Trompa, Lichtenberg, Scham« lveberftr. 44. 'Paul Harting. Lichtenberg, Rum- mcljburgcr Str. 18. 'Rudolf Kaiser, Lichtenberg, Möllcndorsslr. 15/17. 'Job. vodrowski, Gummelsburg, Crosiener Str. 17. OSkar Maserkspff, Boxhagen, W-s-.str. 35. »Friedrich Tchiiste. Rixdorf,«iß. mannstr. 22/23. 'Wilhelm Schulze. Rixdors, Stein. mctzstr. 110. Gitstav Becker, Rixdorf, Jnnstr. 2v- »Albert Schuster. Rixdorf, Fulda« straß« 15. I. Ganö, Rixdorf, Frledelstr. 3 III. »F. Ehlert. Zlixdorl, Hcrmannstr. 226. 'Gustav Earl. Rixdorf,' Prinz. Handjery'Str. 59. »Wilhelm Klein, Wilmersdorf. Uhlaiidftr. 128. »Paul Witt. StcgNtz. Düppelstr. 5. »Rob.Stübiicr.Steglitz.Schloßstr. 115 M. Lelimanu, Reinickendorf» Ost, Thunerstr. 5. »Willi. Pieper. Spandau, Nctzcr Straße 12. »Frau Ella Moos, Spandau, Fallen« baaener Str. 18. 'Otto Wilke, Spandau, Birkenstr. 4. »Wilh. Klemmer. Spandau, Schön« walder Str. 82. Max Nölte,Spandatt,Echulzciistr. l4. »Rod. Turst, Spandau, PichclS« dorser Str. 28. Otto Kloofc, Spandau, Feldstr. 5. -Wilh. Klein. Tegel, BerllnerStr. 84 Herm. Goldman«. Tegel, Berliner Straß« 39 pt. Richard MiliuS, Pankow, Berliner Straß« 90. 'Alb. Jaulte, Pankow.Mühlenstr. 38. »Jaeobi. Weibeitfee.verlinerAIIee 179 Rod. Werner. Welßenfee, Sedan» ftraße 19 I 'Hugo Jürgas. Weißensee, HelncrS- toiscr slr. 55. 'Arnold Hamacher, Köpnicker Str. 155/156, H. Krctzncr, Mariannenplatz 15, St. Rendfchmidt. Kastanien-Allce 163 I, Kunkel, Manstcinstr. 14 I,»Hcinr. Beyer, Eiblngcr Str. 13 und'Schachmaiin, WiuSstr. Ii. Autzerdem fümtliche BerkanfSstelle« der Grotzeiukaufögcscllschaft Hamburg.— Alle mit einem' verlchencn Firmen haben Ladengeschäfte. Kaust nur in solchen Geschäften, wo sich unser grünes Plakat, unterzeichnet: Bsn VertraMensmaiin. Alwm Schulze, Große Hamburger Straße 18/19 befindet. Nachträglich eintreffende Bewilligungen werden den späteren Veröffentlichungen mit angefügt. Tarifs sui�Burcau der Tabakarbcitcr. Große Hamburger Str. 18/19, 2. Hof II, ausgehändigt. Kenntnis, daß Plakate für die Händler, die Zigarren zu Tariflöhnen und n Plakate für Fabrikanten werden nur gegen Vorzeigung des unterzeichneten achweislich nur von Tariffirmen beziehen, den in Frage kommenden Obigen Tariffirmen zur WDWWD Fabrikanten täglich vormittags von 11—12 Uhr von Unterzeichnetem ausgehändigt werden.' Auf verschiedene Anfragen diene zur Antwort, daß wir eine Liste derjenige« Fabrikanten haben anfertigen lassen, welche neben den im„Vorwärts" veröffentlichten Namen Tarife mit uiiscrem Verband abgeschloffen haben. Diese Liste können sich legitimierende Händler im Bureau erhalten, damit sie. sofern sie von Tariffirmen beziehen, diese grünen. Plakate von hier entnchnien können. 188/3 Der Dertrauensmann. A. Schulze, Große Hamburger Str. 18/1S. .AcKtunsZ II. Nachtrag Achtung! fit der Liste der geregelte« Mckereie« rni 8.(Dklolicr 1911. Deu Tarif vachtraglilh aaerkanut haben folgende Kackereien: Berlin. Beusielstr. 59. Spreer. Grünauer Str. 12. Büß. Höchslestr. 11, kopka. 33.«totjenbuta. HusM-nstr. 15, Potlchcr. ''ntihSU.vn.r MlUrC iianbobtrqtr tltlce 51, Weber. Liebtgstr. 1. Ritter. Malptaquetitr. 11, Tchaub. Tegeler Str. 32, A raufe. Tiiplcr Str. 34, König. Triststr. 55, Rieger. gorndorscr Str. 4, CyrnS. Hermann. HelnerSdorf. Rohtenbachstr. 51, Eber. «rutz.Slchterfeld«. Lchatzrnftr. 3.«Illing. Lichtenberg. RummelSburger Str. 15, Openwald. Ans der Up der geregelten Kackereien wegen Tnrifbrncks gestrichen: Rixdorf. Rcinickcndorf-West. Scharnweberstr. 25, Wcrnlcke u. Co. Rixdorf. Allerstr. 4«. Tröster. ErkNr. 4. Raaich Nächst. Kaiser-Frledrich-Str. 7, Kranholzptatz, knackstedt. Pflügerstr. 70/71, Mannigke. Wisimannstr. 7, Sallan. Hermannstr. 143. Radtl». Kirchhosstr. 13, Hoffniatm. Bflügcrstr. 3, Mamiigel, Pjlügerstr. 11, Frick. Bcrli«. Fruchlstr. 85. Riebisch. JmmaiiucUirchstr. 32, Kalletka. Torsstr. 14, Pcuicrt. Weidenweg 82. Riebisch, Woldenbrrger Str. 17, Bleh. «uf wiederholte Anfraaru teilen wir mit. datz die Bäckerei von SvrzeSny, GreifSwalder S trotze LS. die Filialen sind Höchslestr. 45 und Elisodrihllratze, sowie die Bäckerei von Hackeuberg. Köpenick. Flemmingstr. SS. den Tnrif nicht aucrkanut haben. Ei« neu binziikommcnden Tarifbäckereien werden in Zukunft nur«och einmal verSsfcutlicht; tvir bitten deshalb die Nachträge sorgfältig anfzubewahren. Parteigenosse« k Arbeiter k Haiiöfraueu k Unterstützt«ach wie vor dt« Bäckergesellen in idrem schwere» Kampfe! Hoch die Toltdarttät! 41/15 Der Kertrauensniann der Käcktr n. Kondltorkn Krrlias n. Kulgegtnd. IKKdI0l.I bhbrh Ci£areltes mmmmm Belieble Specialmailten Abbas Dandy Glbson Gill Dr. SimmeB Spczial-Arzt für Haut- und Harnleiden. Priuzeustr. 41, 10—2. 6—7. Sonntags 10—12. 2—4. ! Bewilligte Bälkerei. Achtung: Teile dem verehrten Publikum und der Rachbarschast mit. daß Ich untcngcnannte Bäckerei köuslich übernommen habe und zugleich die Forde. rungen bei Bäcker- und RoiiditoreiwerbandeS anerkannt habe.(Si wird mein Bf fh eben(ein, das geehrt« Publikum in jeder Weise zusriedenjustellen und gute Ware zu Uesern. Achtungsvoll öltö nöuöl', Bäckermeister Landsberger Allee 51. Achtung! Bewilligte Bäckerei. Achtung! Teile dem verehrten Publikum und Nachbarschaft mit, daß ich unten- genannte Bäckerei neu eröffnet bade. Die Forderungen bei Bäcker- und KonditoteiiverbandeS habe ich schon immer anerkannt, da« beitäligt der Vertrauensmann der Bäcker, gs wird mein Bestreben sein, daS Publi/lim in jeder Weife znsricdcn zu stellen und gute Ware zu lrejeru. Achtungsvoll. El. Ritter, Bäckermeister, Lteblgstratze lt. In einem neu erbauten Häuserkomplex Straße 22a an der Müllerstraße sind l per 1. April 1912 moderne Wohnungen von 4, 3, 2 und 1 Zimmer mit Warm- Wasserversorgung, Spültisch usw. zu vermieten. 212/12! j Näheres(8—10 Uhr) beim Eigentümers A. Lskweriusr, Neue Winterfeldtstr. 25. Zu den Lohn-«. Arbeitsbedingungen des Deutschen Tabakarbeiter-Verbandes Hygienisch einwaitvfreie H-rstcllmigk in vorzüglicher Qualität aus den Fabriken der KroKvinKsufs-vssottseKsN ckloutsokon Ronsumvoroino m. d. Hamburg, zu haben in folgenden Detailgeschäften: Ölten, Kopernikusstr. II. Petersburger Str. 5. 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Leubachftr. 8.®. Hieischer. Uril»: Bürgerstr. 32, E. S(raupe. Charlottenbnrj. Caucrstr. 20, P. Leupold. GrOnan. Köpenick. Kietzer®tr. 6, E- Wißler. «ietzrr Ztr. 14. Elise Benack. MSll-id�ssftr. 73�tt?. Dopichai. «Ixdorr. Bergftr. 57. Btebrichstr. 14, F. H>rs�. Böhmische Str. 0. Rob. Krüger. «lasowstr. 85. Paul Strauch. Hermannstr. 50, Wild. Conrad. Kncsebeckftr. 50, B. Schäfer. Panuierstr. 8. H. Krause. Wcichsclplay 5. R. ZboralSki. Xleder-SekOnewelde. Feuustr. i«. an der Holzbrücke, Georg Wegeuer. __ Obcr-SchUnewclde. Edtsonstr. 61. Karl Ohlrich. Bpnndnn. Bahuhofstr. 7, R. Lorenz. HVIIineriderk. Berliner S»r. 46. Fritz Pieper. Fricdrichstr. 1. Kozuch. Generaldepot: Udo{Stangenberg;,»o- 20 n. Senrralvertretnng der Nordhäuser Kautadakarbeiter.Genoffenschaft, Rordhausen. 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M., abends 8"/� Uhr, im Lokal des Genossen Wohlfahrt, Eichbornstr. 18, statt. Tagesordnung: 1. Aufnahme neuer Mit- glieder. 2. Vortrag des Genossen Dr. Alfred Bernstein über: Soziale Pädagogik. 3. Vereinsangelegenheiten.— Mitgliedsbuch legitimiert. Die Bezirksleitung. Tegel. Am DienStag, den 24. Oktober, abend« 8'/, Uhr, im Saale des Herrn Klippenstein(Rest. Seeschlöhchen). Spandauer Str. 4: Mitgliederversammlung. Tagesordnung:.Die bevorstehenden Reichs- tagswahlen". Referent: Genosse Ucko. Voxhagen-Rummelsburg. Dienstag, den 24. bis 29. Oktober findet eine.VorwärtS'-Agitatton statt. Die Genossen treffen sich »u dieser wichtigen Arbeit abend« 7 Uhr in den bekannten Lokalen. _ Die BezirlSleituug. Berliner Nachrichtens UcBtt die Bebauung des Tempelhofer Feldes wird berichtet: Die Dokumente über die bereits vor zwei Monaten erfolgte Genehmigung des Bebauungsplanes des Tempelhofer Feldes sind jetzt auf dem üblichen Instanzenwege der Gemeinde Tempelhof zugegangen. Die zustimmende Kaomettsorder war schon im August vollzogen worden. Einige Straßen sind bereits im Bau begriffen Tie eine dieser Straßen soll zur Entlastung der alten Tempelhofer Ehaussee dienen. Sie wird als neue Tempelhofer Chaussee in einer Entfernung von 700 Metern parallel zur alten laufen und in einem Bogen sowohl bis an die Berliner Grenze wie an den Tempelhofer Ringbahnhof führen. Dieses Projekt ist dadurch entstanden, daß die beiderseitige Bebau- ung der Tempelhofer Chaussee an dem Widerstand des Kriegs- Ministeriums gescheitert ist. das trotz der Gründe, die hier für die ästhetische Ausgestaltung Groß-BerlinS geltend gemacht wurden, von dem übrigen Paradefeld keinen Zoll hergeben wollte.— Die zweite im Ausbau begriffene Straße ist die iin Bogen durch die Mitte des Geländes führende, den pro- jcktierte» Park überschreitende große Verkehrsstraße, an der die Errichtung der zukünftigen Untergrundbahnhöfe beabsich- tigt ist. Der Ausbau dieser Straße erfolgt unter dem Ge- sichtSpunkt, daß in ihrer Mitte ein 9 Meter breiter Grün- und Blumenstreifen vorgesehen ist, der später den Unter- grundbahntunnel aufnehmen soll. DoS Asphaltpflaster. mit dem im komnienden Frühjahr diese Straße bedeckt werden wird, braucht infolge des für den Untergrundbahnbau reser- vierten Grünstreifens nicht wieder entfernt zu werden. Tie Bebauung des Tempelhofer Feldes wird unverzüglich an dem Platze einsetzen, der am Eingange des Feldes entsteht. Die Fassaden dc» dort erstehenden Häuser werden einheitlich ge- staltet Wersen und sollen einen monumentalen Cbarakker er» halten. Die ersten Bauten werden also an der neuen Tempel. hofer Chaussee, der Parallelstraße der alten Chaussee„nd in der neuen, in dem erwähnten Bogen geführten Straße er- richtet werden. Es wird zu gleicher Zeit mit dem Bau von etwa 20 Häulern begonnen werden. P-stb-hnMe. Ueber Postb�derungSanlagen auf Bahnhöfen macht Ober-Postinspeltor Raddatz in verlm intercffante Mitteilun. gen an amilicher Stelle. Tie Postsendungen konnten früher ohne Ausnahm« auf den Personen bahnsteigen oder Gepäckbahnsteigen ausgetauscht werden. Infolge der Zunahme de» Verkehr» ist die» nicht überall möglich. Auf manchen Bahnhöfen mußten zur Ab- Wicklung d:s Postverladegeschäfts besondere Vorkehrungen getroffen werden. Mitunter mußten sogar eigene Poswerladestellen geichassen werden. Als Postbcförderungsanlagen auf Bahnhöfen kommen in Betracht Tunnels, Stegbrücken, Gepäckauszüge, Gleise, Bahnsteige usw. Für Posttunnels genügt eine lichte Breite von 3,5 Meter und eine lichte Höhe von 2,20 Meter bis 2,50 Meter. Die Tunnels sollen rechtwinklig oder nur wenig geneigt zur Längsrichtung dZr Gleise und Bahnsteige und soweit möglich gradlinig geführt werden. Post-Gleise und Bahnsteige werden in Büschel- oder Trapczform mit Zungenbahnsteigen und gemeinsamem Querbahnsteig hergestellt. Recht gut eignen sich Ladeanlagen mit einem Grundriß in Säge- form. Sie bieten den besonderen Vorteil, daß zwischen der An- kunft- und Abgangseite über die Kreuzweiche in der Mitte ein Aus- tausch von Wagen ohne große Rangierbewegungcn vorgenommen werden kann. Das Ein- und Ausrangieren der Bahnpostwagen in die Züge und aus den Zügen besorgt die Eisenbahnverwaltung. Die Postbahnsteige lassen sich am besten ausnutzen, wenn sie an beiden Längsseiten Ladegleise erhalten. Verbefferungen bei der Straßenbahn. Die Straßenbahn hat seit gestern wichtige Verbesserungen im Verkehr mit Moabit einge- führt. Linie 82, Schlesischcs Tor— Wilhelmshavcner Straße, ist durch die Turmstraße östlich weitergeführt und von der Rathenower Straße an bis zum Cüstriner Platz unter Verschmelzung mit der bisherigen Linie 16 verlängert. Die Linie 16, Bahnhof Putlitzstraße— Cüstriner Platz, ist damit aufgehoben worden. Der Außenring 2 wird nicht mehr durch die Turm- und Rathenower Straße geführt, sondern von der Stromstraße an durch die Straße All-Moabit. Auch bei Linie 19, Bahnhos Putlitzstraße— Oranienburger Tor. Alexanderplatz— Rixdorf— Putlitzstraße, treten einige geringfügige Aenderungen bei den Abfahrtszeiten ein. Im übrigen bleibt die Linie unverändert. Tie Züge der Linien 82 und 90 ergänzen sich zwischen SchlesischeS Tor und Kaiser-Allee, Ecke Pariser Straße, zu einem Betrieb von TVj Minuten. Im weiteren ergänzen sich die Züge der Linien 2 und 3 zwischen Lützowplatz und Alt-Moabit, Ecke der Stromstratze, zu einem Betrieb von 3% und 7% Minuten. Geheilt! Eine Krankengeschichte, die noch der Aufklärung be- darf, wird»ins aus dem Urban-KrankenhauS bekannt. Hier wurde am 28. September eine 23 jährige Frau S. aufgenommen. die vor mehreren Jahren eine Unterleibsoperation durchgemacht hatte und seitdem von Zeit zu Zeit immer wieder über Unterleibs- beschwerden klagte. Was ihr diesmal fehlte, wurde ihr und den Angehörigen nicht recht klar, weil der Arzt, der sie bis dahin be- handelt hatte, hierüber keine bestimmten Angaben machte. In da« Krankenhaus begab Frau S. sich auf ausdrückliches Anraten dieses ArztcS, und zwar ließ sie sich in einem Kranken- wagen hinfahren, weil sie sich sehr schwach fühlte. Auck im Krankenhaus wurde ihr und ihren Angehörigen keine hinreichend klare Belehrung darüber gegeben, an welcher Krankheit sie litt. Als schon eine Woche später die Kranke den Wunsch äutzette, wieder ent- lassen zu werden, stimmte die Mutter zu, und im Krankenhaus wurde dann die Entlassung verfügt. Noch ehe Frau S. am Morgen des 6. Oktober die Anstalt verließ, sagte sie ihrer sie abholenden Mutter, sie fühle sich schon wieder schwach. ES scheint, daß in diesem Augenblick die EntlassungSformalitäten bereits erledigt waren. Eine der Pflegeichwestern soll erklärt haben, die Patientin könne ja hier bleiben, nur sei dann ein neuer Aufnahme- schein nötig. Die Mutter entschloß sich, die Tochter mit nach Hause zu nehmen. Der Heimweg wurde in einer Droschke zurückgelegt und zwei Männer trugen Frau S. i» ihre Woh- ining hliiauf. Daheim stellte der Vater aus dem EntlaffungS- schein fest, daß die entlassene Kranke alü«ge» heilt' bezeichnet wurde. Frau S. fühlte sich aber so wenig geheilt, daß noch an demselben Vormittag ein Arzt um Beistand gebeten werden mußte. Dieser— nicht derselbe Arzt, der Frau S. vor ihrer KrankenhauSüberweisung behandelt hatte— machte über die Krankheit gleichsalls keine be- stimmte Angabe. Er empfahl, die Kranke sofort wieder in eine Anstalt zu bringen. Nachdem er am folgenden und am nächsttolgenden Tage diesen Rat wiederholt hatte, wurde Frau S. am 8. Oktober mittags in das KranlenhauS.Bethanien' gebracht. Der lleberweisungsschein, in dem der behandelnde Arzt die Auf« nähme als nötig bezeichnete, gab jetzt.Bauchfellentzün- düng' an. Noch am Nachmittag wurde der Kranken Eiter ab- gezapft. Nachdem Frau S. dann eine Woche hindurch in„Bethanien' bebandelt worden war, starb sie dort am 16. Oktober. Die ärzt- liche Todesbescheinigung gab„eitrige Bauchfellentzündung' als Todesursache an. Der Widerspruch zwischen dieser tödlichen Erkrankung und der A n g a b e. g e h e i l t' ist vermutlich daraus zu erklären. daß solche Entlassungsscheine nicht von Aerzten, sondern von Bureaubeamten deS Krankenhauses ausgestellt werden. Sie tragen nicht mal die Unterschrift eine« ArzteS, der etwa eine Nachprüfung vorgenommen hätte, einen Irrtum korrigieren könnte und nun mit seinem Namen für die Richtigkeit der Angaben einstehen müßte. Wir hoffen, daß nach diesem Vorkommnis die Notwendigkeit, da« Ver- fahren zweckentsprechend zu ändern, anerkannt werden wird. So gan, unbedenklich sind solche Irrtümer denn doch nicht, da ja die Emlassungssch-ine bei den Krankenkassen al« Ausweise dienen uiüffen. Durch irrtümliche Bekundungen über den Erfolg der Krankenhaus- behandlung können die Jntereffen der Krankenkaffen wie der Kassen« Mitglieder geschädigt werden. Die Gehälter deS BetriebSpersonalS der städtischen Straßenbahnen sollen aufgebessert werden. Der Stadtverordneteiiversammlung ist eine MogistratSvorlage zugegangen, wonach die Schaffner ein Anfang«. geholt von 105 M. erhalten sollen, da» sich nach einem Jahre auf 110 M. und noch drei Jahren auf IIS M. erhöht: nach fünf Jahren steigt da» Gehalt auf 120 M. und dann aus 140 M. Fahrer und Wagenreiniger tollen dasselbe Gebalt beziehen, doch mit der Maß- gäbe, daß die Fahrer eine Fahrzuloge von 60 Pf. pro Tag und die Lehrfahrer 1 M. pro Tag erhalten. Für Ueberstuuden sollen außer- Jbtm 50 Pf. bezahlt werden. Ungleiche Briefkästen. Die Berliner Briefkästen an den Häusern sehen äußerlich alle gleich auS, sind aber in einem wesentlichen Punkte sehr verschieden. Diese Verschiedenheit liegt in der Ein- wurfSösfnung. Wir haben Briefkästen, in die sehr breite Akten- kuverts in Oktavformat glatt hineingehen, und andere, deren Ein- Wurf wenig mehr als die Breite eines gewöhnlichen Hanfkuvcrt» Zeigt. In manche» Postbestellbczirken wird weiter über allzu häufige Aenderung der vorn am Straßenbricfkasten bezeichneten AbholungSzeitcn geklagt. So sind im Norden an einer größeren Anzahl ovlt Kästen die Abholzeiten im Laufe eines Jahres bereits zum dritten Male geändert worden. Eine Leserin auS demselben Bezirk teilt unö mit, daß sie neulich in den Straßenbriefkastcu mit gebührender Sorgfalt eine Postkarte ivarf, die hinterher von einem Passanten an der Erde gefunden und ihr einen Tag später von dem Finder liebenswürdigerweise überbracht wurde. Die Karte kann nur bei der Kastenleerung herausgefallen sein. Wie ist das möglich? Feuerbestattung. Durch Bekanntmachung an den Anschlagsäulen weist der hiesige FenerbestattungSverein darauf hin. daß künflig keine Feuerbestattung mehr möglich ist. wenn nicht eine rechtsgültige letztwillige Verfügung de« verstorbenen zur Stelle ist. Das Bureau des verein». C. 2, Breite Str. 5, erteilt kostenfrei nähere Auskunft. Zu de» schweren Eiscnbahnunfällen, über die wir gestern be- richteten, erfahren wir heute, daß auch die beiden Verunglückten vom Wannseebahnhof und vom Bahnhos Putlitzstraße zeyt bekannt sind. Es sind der 21 Jahre alte Rottenarbeiter Bernhard�Stower aus der Leuthenstraße 17 zu Schöneberg und der Arbeiter Friedrich Borr aus der Triftstraße 51. Stöwer war seit vier Jahren Rotten- arbeiter. In der Nacht zum Freitag lud er auf dem Wannsee- Außenbahnhof Kies ab. Als die Wagen leer und zum Verschieben schon losgekoppelt waren, stieg Stöwer aus den einen nochmals hinauf, um sein Jackett, das er oben hatte liegen lassen, herunter zu holen. Jetzt setzte sich plötzlich die Maschine in Bewegung und stieß auf den Wagen so heftig auf, daß Stöwer das Gleichgewicht verlor und kopfüber herunterfiel. Hierbei schlug er mit dem Kopfe auf die Schienen des Nebengleises auf, zerschmetterte sich den Schädel, und verschied auf der Stelle.— Borr befand sich gestern morgen um 6 Uhr auf dem Wege zu seiner Arbeitsstelle. Er stieg, wie wir schon mitteilten, zu früh aus, und fiel unter die Räder. Wilhelm Pankow. Der Tod hält in diesem Jahre reiche Ernte. Wieder hat einer unserer tätigen Genossen das Zeitliche gesegnet. Wilhelm Pankow ist am 18. Oktober im Alter von 47 Jahren aus dem Leben geschieden. Im Jahre 1891 nach Berlin gekommen, hat er sich sofort in die Reihen der kämpfenden Genossen gestellt. In der Partei sowie in der Gewerkschaft hat er in unermüdlicher Weise gewirkt, er lvar stets im Interesse der Arbeiterbewegung tälig. Die Partei- und Gewerkschaftsgenossen werden ihm ein ehrendes Andenken bewahren. Auf dem Exerzierplatze an der Schönhauser Allee wird Anfang nächsten Jahres sich ein großer Zeltzirkus— Sarasani— aufwn. Unter polizeilichem Schutz und mit Trara betrieb am Fretiag- abend die Heilsarmee für ihre blödsinnigen Veranstaltungen Reklame. Unter Borantritt eineö Mufikkorps in roter Uniform und in Be- gleitung von Fackelträgern und HeilSarmeesoldaten trug die Ge- sellschast ein drei Meter großes Schild umher, auf dem zu einer Versammlung der Heilsarmee eingeladen wurde. Der Zug kam aus der Fürstenwalder Straße und bog in die Frankfurter Straße ein. Schutzleute sorgten dafür, daß dieser Unfug ungehindert vor sich gehen konnte. Das Publikum mußte so lange warten, bis die Heilsarmeeleute passiert waren. Das Spektakelstück hätten Sozial- demokraten veranstalten sollen I Wie schnell wäre da die Polizei dagegen eingeschritten. Aber die Heilsarmee trägt zur Verblödung der Massen bei, während die Sozialdemokratie für Ausklärung sorgt! Ein schwerer Automobilunfall, bei dem drei Personen verletzt wurden, hat sich im Grunewald ereignet. Der Rittergutsbesitzer Pötter aus Mansfeld hatte mit seinem Bekannten, dem Landwirt Zieh, eine Autofahrt nach Berlin unternommen, um die Automobil- ausstelluug zu besichtigen. Tie Herren hatten sich schon einige Tage in Berlin aufgehalten und wollten einen Ausflug nach Wannsee unternehmen. Sie fuhren über die Havelchaussee und bogen dann in die nach Berlin führende Straße ein. An der Kurve des Großen Sterns, die schon mehreren Automobilisten das Leben gekostet hat, schleuderte das Fahrzeug in der Kurve und prallte gegen einen Baum. Die drei Insassen wurden in weitem Bogen auf die Chaussee geschleudert und blieben besinnungslos liegen. Ein vorüberfahren- des Automobil schaffte den Rittergutsbesitzer Pötter nach dem Kreis- krankenHauS in Groß-Lichterfcldc. Der Landwirt Zietz konnte nach Anlegung eines Notverbandes sein Berliner Hotel aufsuchen. Der Chauffeur Wensich kam bei dem Sturz mit einigen leichten Quetschungen davon. Ein Straßcnbahnunfall ereignete sich Sonnabendnachmittag ge gen 4 Uhr in der Köpenicker Straße. Dort versuchte an der Ecke der Michaelkirchstraße der 70jährige Regierungsbaumeister a. D. Graff au» der Dieffenbachstraße 59 vor dem Straßenbahnwagen 2387 der Linie 88 das Gleis zu überschreiten. Obwohl der Führer des Waggons sofort alle ihm zu Gebote stehenden Breinsmittel an- wandte, wurde der Greis vom Bahnwagen erfaßt und umgestoßen. Er geriet mit beiden Beinen unter den Schutzrahmen des Vorder- perronö und erlitt einen schweren Schädelbruch sowie erhebliche Verletzungen an den Beinen. Mit Hilfe von Passanten wurde der Wagen angehoben und der Verunglückte befteit. Graff wurde in hoffnungslosem Zustande nach dem Krankenhause Bethanien über- geführt. AnS dem dritten Stockwerk gestürzt ist der 24 Jahre alte HauS- diener Kaspar Zleonia, der jetzt vom Militär entlassen worden ist, und seitdem bei einem Gastwirt in der Friedrichsgracht als HauS- diener beschäftigt war. In der vergangenen Nacht sah man ihn an- getrunken nach Hause kommen. Er suchte seine im dritten Stockwerk deS Hauses Friedrichsgracht belegene Schlafstelle auf und zog sich hier biö aus die Hose und daS Hemd au», dann muß er wohl auf die im selben Stockwerk um das ganze Hau» laufende Galerie ge- gangen sein, um frische Luft zu schöpfen. Hierbei ist er dann über das niedrige Geländer auf den Hof hinabgestürzt.- Als der Wirt um 2 Uhr nachts über den Hof kam, fand er den Hausdiener be- wußtloS auf dem Boden liegen. Er wurde sofort nach der Unfall- station gebracht.'doch verschied er schon auf dem Wege dorthin. Zur Liquidation der Allgemeinen Teeimportgesellschaft m. b. H- Wegen Uutericblagung von Krankeukassengetdern der Augestelllen der A. T. G. in Höhe von 1500 M. wird der Geschäftsführer Siegfried Hirsch von der SlaatSanwallschast verfolgt. H. ist srfjo,, fiüber wegen Kautionsschwindeleien in 60 Fällen strafrechtlich verfolgt worden, al» er mtt der Firma Voigt u. Co. arbeitete. Im Jahre 1909 gründete er mit einem Berliner Kaufmann die A. T. B Die Krankenkassenbeiträge wurden den Augestelllen regelmäßig bei Ge- haltszahlinig in Abzug gebracht. Doch sind diese bis heute nicht an die Ortekraiikenkassc zu Rixdorf abgefiibrt worden. Eine Pfändung fiel ncunrlich fruchtlos aus. Hoffentlich gelingt eS dem Staats- anwalt diesmal dem Gauner die Hände zu binden. Die JahreS-GencralverfammIung der Konsumgenossenschaft Berlin und Umgegend findet am Montag, den 23. Ottober, abends 8>/, Uhr, in Kellers Festsäle, Koppenstraße 29, statt. Arbriter-BildlingSschukr. Heute, abend» 7 Uhr. im„König- siadt-Kasino'. Holzmarklstr. 72: vortrog des Herrn Suda Rubin über„Gerhart Hauptmann und daü moderne Drama". � Im Zoologischen Garten ist kürzlich ein sehr seltener nord- brasilianischer Mönchsaffe cmgetroffen. der in dem alten Hause am Hauptrestaurant untergebracht ,st. Das eigenartige dunkel-lang- haarige Geschöpf, das mit leinem fein-weißlich behaarten Gefichtchen einen ganz merkwürdigen Eindruck macht, gehört einer Assengruppe, den Schwcjfaffen. LUKccia, an, die in unseren Zoologischen Gärtet. im allgemeinen nicht vertreten ist. da alle Mitglieder dieser Gattung sich in der Gefangenschaft als sehr empfindliche, hinfällige Tier? erweisen, die die lange Reise nach Europa nur selten aut überstehe-.. Ein Unterkassierer des SchuhmacherverdandeS ließ am Freitag früh in dem Südringzuge, welcher um 7.29 Uhr die Station Jannowitzbrücke verläßt, ein Paket Verbandsbiicher liegen. Der Finder wird gebeten, diese im Bureau de« Schuhmacherverbandes. Blankenfeldestraße 10, oder im Zigarrengeschäft von Rupprecht in Rixdorf, Siegfriedsttaße 22, abzugeben. Fu!ve?enilek>flaU Soiina�en�eii?'Knchsn k 7 Uhr' Kurde in dem Juweliergeschäft von Rudolf Müller, Nettclbeck- stratzc 1, ein dreister Einbruchsdiebstahl verübt. Zwei junge Bur- schen zertrümmerten die große Scheibe des Schaufensters und stahlen wertvolle antike und große Brillantringe im Werte von mehreren lausend Mark. Trotz sofortiger Verfolgung gelang es nicht, der Diebe habhaft zu werden. Dir Ausstellung vorbildlicher Arbeitermädel im Gewerkschafts« Ein tödlicher Straßenbahnunfall hat sich am Freitagnachmittag gegen 1l<ß Uhr an der Ecke der Bismarck- und Fritscbestraße zu- getragen. Dort versuchte die öSjährige Witwe Ernestine Tabbert aus der Schulstratze 19 unmittelbar vor einem herannahenden Straßenbahnwagen der Linie 62 sRichtung Weißensee) das Gleis zu überschreiten. Obwohl der Fahrer sofort alle ihm zur Verfügung stehenden Bremsmittel anwandte, konnte er ein Unglück nicht mehr Hause wird am Sonntag, den 29. d. Mts., geschlossen sie ist aber �rhüten. Die Frau wurde umgestoßen und geriet unter den Schutz- nur noch am 22.. 23., 28. und 29. Oktober von 3—9 Uhr geöffnet, rahmen des Vorderperrons. Mit Hilfe von Passanten wurde der "-------.......--- Waggon angehoben und die Verunglückte in bewußtlosem Zustande hervorgezogen. Die Witwe, die schwere innere Verletzungen erlitten hatte, wurde nach dem Krankenhause Westend übergeführt, wo sie am gestrigen Morgen verstarb. Die»Kommission für vorbildliche Arbeit erwoh- n u n g e n" fAdresse: Gcwerkschaftshaus, Engelufer 15) bleibt bestehen, da die Absicht vorhanden ist. im Monat Februar 1912 mit einer neuen Ausstellung vor die Berliner Arbeiterschaft zu treten. Die Arbeiter-Samariter-Kolonne Groß-Bcrlin verlegt mit dem heutigen Tage ihre Zentrale und das'LchrVokal'der'l�Weilüng vom I...�n eines gewaltigen Dachstuhlbrandes wurde gestern nach- ?«»n" g..,-. m*»«Vi«.«...»■ i«»• Ä"Ä»S richstraße 36(Ecke Rochstraße),' Daselbst am Montag, den laufen. Alsdie Feuerwehr dortankamstand der Tachstuhldes 23. Oktober, abends 9 Uhr. Lehrabend der gesamten 1. Abteilung �"stockigen Hau, es schon an mehreren Stellen m großer Aus < Truppe,»». 2J. S�.äV.- gern,,: 2.»b? S»»« w W.. zwer Züge nachkommen und mit 6 Schlauchleitungen von Dampfspritzen den Angriff eröffnen. Erst nach mehrstündiger Tätigkeit war die Gewalt des Feuers gebrochen. Die Feuerwehr hatte enorm unter der großen Hitze und dem Qualm zu leiden. Die oberen Etagen sind etwas durch Eindringen des Wassers beschädigt worden. Ueber die Entstehung des Brandes konnte nichts mehr ermittelt werden. Man vermutet aber vorsätzlich« Brandstiftung, weil das Feuer an mehreren Stellen zu gleicher Zeit ausbrach. Sökönehcra? Eltcrnverein für freie Erziehung. Von Mittwoch, den 23. d. M., .., I ab finden unsere Spielnachmiltage wieder jeden zweiten und letzten � Die Gemeinbearbeiter SchönebergS erhoben am Freitag die Mittwoch im Monat nachmittags 3—6 Uhr im Volkshause, Rosinen Forderung einer TeurungSzulage. Die zu diesem Zweck einberufene straße 3, statt. Kaffeekochen der Mütter wie im vorigen Jahre. Der Vorstand. Rixdorf. Nachdem Genosse Molkenbuhr als Referent dargelegt I � hatte, daß die volksfeindliche Wirtschaftspolitik der Regierung die � November statt. Es find 241 Arbeltnehmer und 101 Arbeit -.....~ �-- U a> geber zu wählen. Meldungen zur Kandidatenliste werden noch bis Freitag, den 27. Oktober, beim Obmann, Gen. A. Hendrischke, lhomasstr. 26, entgegengenommen: an diesem Tage wird die Vor schlagsliste geschlossen. Berliner Gewerkichafts-Kommission. Bezirk Rixdorf. In dem Streitverfahreu gegen den Polizeipräsidenten wegen der Rechtsgültigkeit der Polizeiverordnung, die den Anliegern vorschreibt, die Bürgersteige von Schnee und Eis zu befreien und sie mit ab- stumpfendem Material zu bestreuen, soll gegen da? Urteil des Bezirksausschusses Berufung beim Oberverwaltungs gericht eingelegt werden. Der Magistrat steht auf dem Standpunkt, daß die Polizeiverordnung rechtswirksam ist, weil sie sich auf eine Observanz stützt, und weil, auch wenn teilung Brunnenstraße 154 am Montag, den 23. Oktober, und 3. Ah tcilung Schöneberg, Vorbergstraße 9, am Donnerstag, den 26. Oktober, Lehrabende in der Verbandlchre.— Freitag, den 27. Oktober. Uebungsstunde für aktive Mannschaft bei Dr ä s e l, Neue Friedrich- straße 35. In allen Abteilungen Gäste willkommen. Vorort- l�ack ricbtep. Versammlung, die im Gesellschaftshaus des Westens tagte, war so stark besucht, daß die Anwesenheit fast sämtlicher Schöneberger Gemeindearbeitcr angenommen werden kann. �......------ Regierung... wahre Uriache der Lebensmittelteurung ist, ging Polenske im be sonderen auf die Verhältnisse der städtischen Arbeiter ein. Für diese sei die Teurung deshalb besonders drückend, da sie schon seit Jahren keine Lohnaufbesserung mehr bekommen haben. Schon vor einem Jahre stellten die städtischen Arbeiter Anträge auf Neu- rcgulierung ihrer Lohnsätze. Aber einen Erfolg haben die Anträge noch nicht gehabt. Die städtischen Arbeiter Zchöncbergs gehören zu den am schlechtesten gestellten Arbeitern. Viele von ihnen müssen sich mit einem Wochenlohn von 21,69 M. begnügen. Daß ein solcher Lohn unter den gegenwärtigen Teurungsverhältnissen auch nicht im entferntesten ausreicht, um den notwendigsten Bedarf einer Familie zu bestreiten, bedarf keines Nachweises.— In der Dis kussion nahm auch der städtische Verwaltungsdirektor Korbacher,,................_____ das Wort. Er sei nicht im amtlichen Auftirage gekommen, sondern das Bestehen einer Observanz nicht anerkannt wird, die Polizei nur, um die Wunsche der Arbeiter zu hören. Er würde sich freuen, Verordnung zur Sorge für Leben und Gesundheit der Bürger er- «v-wVi1 1 R.et~aSe wäre, diese Wünsche zu erfüllen. Er hoffe, die lassen ist und deshalb im Gesetz vom 11. März 1830 ihre Stütze Itadtiichen Korperichasten würden tun, was nach Lage der Sache findet. Dieser Standpunkt ist in der Entscheidung des Reichs- erforderlich und möglich sei.— Stadtverordneter O b st sagte unter gerichts vom 22. Mai 1911 ausdrücklich als richtig anerkannt worden. anoerem, wenn in der Stadtvertretung jetzt endlich über die Frage Es ioll deshalb für den kommenden Winter von Maßnahmen dahin- einer Lohnerhöhung verhandelt werde, so sei das nur der Rücksicht gehend, daß die Stadtgemeinde die Bestreuung der Bürgersteige auf die bevorstehenden«tadtverordnetenwahlen zu danken. Die Be- und Beseiligung von Schnee und Eis übernimmt, Abstand ge- nerkungcn des Verwaltungsdirektors riefen eine Reihe Gegen- nommen, vielmehr dies nach wie vor den Anliegern, die hierzu auxerungen hervor. Es wurde gesagt, es sei nicht ungefährlich, in gesetzlich verpflichtet sind, überlassen werden.— Der Berlin- jciii �>errn, Ä?�unLÄ>>rcktorS Wünsche anzutragen. Brandenburgiichen Krüppel- Heil- und Erziehungsanstalt wird für d» gerechnet werden, � die Einrichtung und den Betrieb der Beratungsstelle und Poli- klinik eine einmalige Beihilfe von 1000 M. unter der Bedingung gewährt, daß die Anstalt an unbemittelte R>xdorfer Ein- wohner die in der Poliklinik zu verabfolgenden Apparate, Gips- verbände usw. bis zum Betrage von 500 M. unentgeltlich liefert. Der Betrag soll in den Etat für 1912 eingestellt werden.— Da es nicht gelungen ist, die Genehmigling zur Errichtung eines baklerio- logischen UiiterslichnngSanlts im Krankenhause Buckow zu erhalten, soll von einer Kündigung des mit der Stadtgemeinde Schöneberg geschlossenen Vertrages Abstand genommen werden. Eine ganz ungewöhnliche Kindesaussetzung beschäftigt die Be Hörden. Auf einem unbebauten Grundstück an der Ecke der Nansen da der Verwaltungsdirektor auf dem Standpunkt stehe, nur er Ufiiil ollein wisse, was für die Arbeiter gut sei.— Nach Schluß der Dis- kussion wurde einstimmig eine Resolution angenommen, in der gesagt wird: Das wirkungsvollste Mittel gegen die Folgen der -vcurung ist eine Neuregelung der Lohnverhältnisse auf Grund der Anträge der Arbeiter vom Herbst 1910. Die Versammelten pro- testieren auf das schärfste gegen, die jahrelange Verschleppungs- Politik in der Lohnfrage und fordern die umgehende Erledigung 'hrer. Anträge. Die Versammelten beantragen, ihnen bis zur end- gültigen Regelung der Lohnfrage eine dauernde TeurungSzulage mit rückwirkender Kraft vom 1. Oktober ab zu gewähren. Hierauf nahm die Versammlung Stellung zu einer Angelegen- beit des Arbeite�usschusses. In diesen wur�nseirw�eit�e vom un-'5 �üflCrslrafee wurde gestern ein soeben geborenes Mädchen Gemeindearbeiterverbande ausaeitellten Kandidaten aemäblt. 1 gefunden. Da das kleine Kind Lebenszeichen von sich gab, Gemeindearbeiterverbande aufgestellten Kandidaten gewählt. Der Magistrat kassierte die Mandate von zwei der Gewählten und er- wurde es nach dem Waisenhause in der Kannerstraße gebracht, nannte an deren Stelle zwei Mitglieder des HirlckdDunckerschen»«d hofft man es dort auch am Leben zu erhalten. Die mut- Gcwerkvereins als Vertreter der Straßenarbeiwr. Die Mehrheit lich- Mutter, d.e das Kn.d dort geboren und, einem Sch.ck.al der Arbeiter potestierte gegen dies Verfahren. Auch später, als der �«lassen �at-«neJSerton von 2o-g0 Jahre sein, die 1,70 bis Magistrat eine Neuwahl des Ausschusses angeordnet hatte, wurden die beiden Ernannten nicht zur Wahl gestellt. Die Mehrheit des Ausschusses weigerte sich von vornherein und auch jetzt noch, mit dein Magistrat zu verhandeln, solange nicht die beiden ernannten Mit- glieder zurückgezogen und ihre Mandate zur Wahl gestellt werden. Hierzu nahm die Versammlung eine Resolution an, welche den Be- schluß der städtischen Arbeiter vom 26. Juli bestätigt, die Haltung der von ihnen gewählten Ausschußmitglieder billigt und ihnen volles Vertrauen ausspricht. Ferner sagt die Resolution: Die Versammelte» bedauern� außerordentlich die ablehnende Haltung der Deputation für das städtische Krankenhaus gegenüber den Anträgen des Personals auf Vertretung im Arbeiter-Ausschutz. Sie appellieren an den Magistrat und die Stadtverordnetenver- sammlung und erwarten, daß wie in Berlin und Rixdorf, auch im groß und schlank ist und mit einem graugrünen Jackett und einem braunen Filzhut bekleidet war. Die eifrigen Nach« forschniigen der Kriminalpolizei nach dieser Person waren bisher ohne Erfolg. Friedenau. Aus der Gemeindevertretung. Im Vorstande der Fortbildungs- schule sind die Arbeitgeber bisher durch zwei Herren vertreten. Von unseren Genossen wurde beantragt, die Parität zu wahren und den Arbeitern auch zwei Sitze einzuräumen. Der Dezernent für Schulangelcgenheitcn, Schöffe Bache, erklärte, daß er dies für überflüssig halte, da die Arbeiter an der Gestaltung der Schule durchaus kein Interesse hätten. Genosse Nichter trat dem cnt- schieden entgegen. Er wies darauf hin, daß, wie es sich schon bei Ulli» eiumticu» vuD»ui-v III«UCtilH unü UUUI im � � Vt-rv-- r ,.r„ S-%. Schönberger Krankenhaus eine Vertretung des Personals ge- �� Beratung des Statuts der Fortbilduugsichule gezc,at hab� d.r schaffen wird. Sie beauftragen die Leitung des Verbandes der U?ßte Te.l der Arbeitgeber die Lehrlinge«ur wit �m größten Gemeinde- und Staatsarbeiter diese Resolution dem Magistrat und W.d-rw.ll-n zur Schule� schicke, wahrend d.e Arbett der Stadtverordneteru-Bersammlung zu übermitteln. 8 Tage tot in der Wohnung gelegen hat der Arbeiter Wilhelm größte Interesse daran habe, die mangelhafte Volksschulbildung durch einen guten Fortbildungsschulunterricht zu vervollkommne». Der Antrag wurde gegen die Stimmen unserer Genossen«bgc Lehmann aus �er Helmstraße 8 L w Junggeselle und h°uste Uh*. ui seiner aus Stube und Küche bestehenden Wohnung ganz allem.'-■-"'�i------- Seit einiger Zeit war er lungenleideiid, nahm aber ärztliche Hilfe nicht in Anspruch, sondern zog sich gänzlich von jedem Verkehr' mit anheimgestellt, für den Gemeindebezirk ein selbständiges Versichc rungsamt, den Anforderungen der neuen Reichsversickferungs- **■**- s»-«.:*»■•«*"*■>&«• swÄft.fWsa äsäää gesehen worden, und da aus seiner Wohnung-.ctchengsrudh drang, zmei Beamte eingestellt werden), von der Errichtung desselben ab- wurde vorgestern die Pol.ze, benachrichtigt d,e d.e Wohnung offnen-u sehen. Genosse Richter wies darauf bin. daß es unabweisliche NM»--«MM»»<'«mm*.«.-»-! liefe. Hier fand man__ D war bereits in Verwesung übergegangen. Ein hmzugerufener Arzt stellte fest, daß der Tod wahrscheinlich infolge einer schon seit ge- raumer Zeit andauernden Lungenkrankheit erfolgt ist. Die Leiche wurde beschlagnahmt und nach der Halle in der Maxstraße über- geführt. Charlottenburg. Dreiteilung des HausmüllS. Gelegentlich des Oktoberumzuges weist der Charlottenburger Magistrat die Einwohner besonders darauf hin. daß in Charlottenburg durch Polizeiverordnung vom 29. November 1909 und Ortsstatut vom 2. Juli 1907 die Ansamm- lung des Mülls nach dem Dreiteilungsshstem geregelt worden ist, d. h. es sollen s) Asche und Kehricht. 5) Speisereste. Fleisch-, Fisch-, Gemüse und Obstreste. Knochen, Brot usw., c) sonstige Abfälle «Papier. Lumpen. Stroh. Holz. Scherben, Metalle. Flaschen. Kon die Arbeiterinteressen berührenden Angelegenheiten hüllten sich auch in diesem Falle zunächst die bürgerlichen Herren in Schweigen. Plötzlich wagte sich der unfreiwillige Spaßmacher, Herr Gcrken. aufs Eis. Zuerst legte er gegen den Genossen Richter los, der nach seiner Meinung viel zu einseitig die Interessen der Arbeiter vertrete und dabei auf die armen Besitzenden zu wenig Rücksicht nehme. Genosse Richter reagierte natürlich nicht auf Herrn Gerken, sondern kennzeichnete in treffenden Worten das Verhalten der Mehrheit, wodurch dieselbe in einen Zustand der Raserei vcr- setzt wurde. Die Sozialdemokraten haben sich, so erklärte unser Redner, bisher noch stets als die berufensten Vertreter von Allge- meininteressen bewährt. Er beantragte im Falle der Ablehnung des Vcrsicherungsamtes, den Gcmeindevorstand zu beauftragen, _________.WW....____ ,, v__________.....„.,. bei den umliegenden Orten Schritte zur Verschmelzung der Orts- fcrvcnbüchsen usw.) getrennt gesammelt und in die dafür bestimmten krankenkassen der westlichen Vororte einzuleiten. Ein Zusammen- Gefäße geschüttet werden. Es liegt im Interesse aller Einwobner, schluß dieser vielen Kassengebilde liege im Interesse der Arbeiter daß diese Bestimmungen streng durchgeführt werden, weil andern- sowohl wie der Unternehmer, indem die Verwaltungskosten erheb- falls die wichtigen hygienischen Vorteile in Frage gestellt werden, l'ch verringert und das jetzt umständliche Meldewcsen eingeschränkt welche nach dem Gutachten hervorragender Männer der hygienischen würde. Der Antrag des Gemeindevorstandes, der die Ablehnung Wissenschaft und nach den Erfahrungen der Praxis durch die Drei- des Amtes verlangt, wurde angenommen. Ebenso der Antrag des teilung des Hausmülls erzielt werden. Neben gesundheitlichen Genossen Richter. Die Arbeiterschaft des Ortes wird dafür sor- kV.. 4___ kT-.. f. rr i____ xl C.', e»- r i v.. V 1 s S/« v- Wirtfut /»«•- I /ton X/-» f» i Sioföi»- Ii.«. � y- i-A— CR> � vi. J"...: I ge- hast durchgeführt wird. Wie wohl in weiteren Kreisen bekannt ist, I in den Bedürfnisanstalten beschästiglen Frauen funktionierte werden die gefammclten Speisereste nicht, etwa vernichtet, sondern ivieder das sogenannte gute Herz der Herrschaften. Die Frauen noch genügender Reinigung und Sterilisation als Viebfutter ver- erlialten für eine täglich 14 bis lüstündige Arbeitszeit monatlich wendet. Nach qnsänglichen Mißerfolgen, welche durch ungenügende 09 M. und müssen hiervon sogar eine sich notwendig machende Vcr- Erfahrungen auf diesem ganz neuen und schwierigen Gebiete stadti- trctung bezahlen. Alle Verbesserungsanträge unserer Genossen scher Abfallverwertung hervorgerufen wurden, ist es nunmehr ge-I wurden abgelehnt. Der Antrag des Gemeindevorstandes betr. Er- lungen, mit den Speiseresten einp rgtion�llx ViehfütterUW durch- �richtung eines Menbmaiitei an der Wiesbadener Straße zwischen zuführen. Schillerplatz und»iheingäustraße� wurde an die Marktdeputätion zurückverlviesen, ttaWem eine lange?« Ausspräche fiaruber stallge« funden hatte. Einer Aenderung des Ortsstatuts, das die Erhöhung der Zahl der Gemeindcvertreter von 18 auf 24 und die Zahl der Schöffen von 3 auf 6 Vorsicht, wurde zugestimmt. In geheimer Sitzung vom 3. Oktober hat die Gemeindever« tretung beschlossen, die Ersatzwahl an Stelle des Herrn Hendrich nicht in diesem Jahre, sondern erst mit den Ergänzungswahlen im nächsten Jahre vorzunehmen. Dieser Beschluß ist von der Angst vor der Sozialdemokratie diktiert. Die Arbeiterschaft wird in einer öffentlichen Versammlung am Sonntag, den 3. November, im ,, Rheinschloß" gegen diese ungerechtfertigte Beschränkung ihrer Rechte Stellung nehmen. Lichtenberg. Ein Revolverattentat, das auf Eifersucht zurückzuführen! iff, spielte sich vorgestern abend im Hause Wartenbergstratze 33 ab. Dort war der 34 Jahre alte Zimmermann Emil Lewandowski mit dem Händler Karl Raasch in eine» Wortwechsel geraten, in dessen Verlauf Lewandowski plötzlich einen Revolver zog und ihn auf seinen Gegner abfeuerte. Raasch wurde durch einen Schuß in die rechte Kopfseite schwer verletzt und mußte von der nächsten Unfall- station, wo er die erste Hilfe erhielt, nach der königlichen Klinik in der Zicgelstraße gebracht werden. Der Täter ergriff die Flucht, konnte aber im Lause des gestrigen Vornuittags von der Lichten- berger Kriminalpolizei ermittelt und verhaftet werden. Beide Männer leben von ihren Frauen getrennt. Lewandowski, der aus Bromberg stammt, betrieb bis vor vier Monaten eine Gastwirtschaft, in der Raasch zu verkehren pflegte. In letzter Zeit glaubte Lewan- dowski, daß seine Frau hinter seinem Rücken Beziehungen zu Raasch unterhalte. Auch Frau Raasch hegte diese Meinung, und so trennten sich die beiden Frauen von ihren Männern. Lewan- oowski gab seine Gastwirtschaft auf und suchte sich wiederholt mit seiner Frau auszusöhnen, was ihm aber nicht gelang. AuS Aerger hierüber beschloß der Verlassene, sich an Raasch zu räche». Er lauerte ihm gestern abend vor seiner Wohnung in der Wartenberg- straße aus und stellte ihn zur Rede. Es entspann sich ein heftiger Wortwechsel, der dann mit dem Revolverschuß endete. NowaweS. Eine Teuerungsdebatte im RathauS. Der letzten Gemeind» Vertretersitzung lagen zwei Anträge vor, in denen die Gemeinde ersucht wurde, umgehend Maßnahmen zur Linderung der gegen- wärtig herrschenden Lebensmittelteuerung zu treffen. Der eine Antrag war vom Haus- und Grundbesitzerverein(Ndf.), der andere von der Fraktion der sozialdemokratischen Gemeindeverordnetc» gestellt. Beide Anträge, die zum Teil in der gleichen Forderung gipfelten, gelangten gemeinsam zur Beratung. Während sich jedoch bei der Begründung der bürgerliche Redner, G.-V. Reiff, auf die Forderung nach lokalen Maßnahmen beschränkte, bezeichnete eS Genosse Frenze! als eine Pflicht der Gemeinde, an die Reichsregie- rung in einer Resolution das Ersuchen zu richten, nicht nur die Grenzen für Schlachtvieh, gefrorenes Fleisch und Futtermittel zu öffnen, sondern auch die Zölle auf die wichtigsten Lebensmittel und vor allem das Einfuhrscheinsystcm zu beseitigen, um so das geradezu unerträglich gewordene Uebcl an der Wurzel zu fassen. Der Bürger- meistcr erkannte die Berechtigung der vorliegenden Anträge voll- kommen an, um so mehr, als auch die Regierung den Kommune» nahegelegt habe, die Initiative zu ergreifen. Die Gemeinde dürfe sich jedoch nicht nur darauf beschränken, der Bevölkerung billige Kartoffeln und Seefische zu vermitteln, sondern sie müßte auch für Beschaffung anderer wichtiger Lebensmittel zu mäßigen Preisen sorgen. G.-V. Reiff kritisierte die relativ hohen örtlichen Marktpreise und wies z. B. nach, daß Schellfisch am Orte mit 40 Pf. und mehr pro Pfund verkauft werde, während man in Berlin die Hälfte. etwa AI Pf. bezahle. Schöffe Richter hielt die gemackten Vorschläge nicht für ausreichend; mit Rücksicht auf den nahen Winter, wo sich die Teuerung bei der arbeitenden Bevölkerung voraussichtlich in ganz besonderem Maße fühlbar machen werde, sei es zweckmäßiger, vorläufig mit dem Verkauf von Kartoffeln noch zu warten, am sie dann an die Bedürftigen umsonst abzugeben. Dieser Vorschlag fand allgemeine Anerkennung, doch bat der Bürgermeister, von einer Hinausschiebnng des Kartofselverkaufs im Interesse der- jenigen, die jetzt ihren Bedarf gern decken möchten, abzusehen. Es könne ja ein entsprechendes Quantum für die Gratisverteilung re- «viert werden. Auf Vorschlag des Bürgermeisters wurden schließ- lich die gemachten Vorschläge einer Kommission überwiesen, der die G.-V. Levy, Prillwitz, Frenze! und Schöffe Steiner angehöre». Sollte die Gemeinde durch die zu treffenden Maßnahmen finanziell in Anspruch genommen werden, so hat die Kommission zwecks Her- beiführung eines Beschlusses in der nächsten Vertretersitzung Bericht zu erstatten; ist dies jedoch nicht der Fall, so kann-sie alles zur Linderung der Teuerung Notwendige unverzüglich veranlassen. Potsdam. Schon reichlich 4 Wochen arbeitet die auf Antrag des Ober» bürgermeisters VoSberg eingesetzte städtische Teurungskom» Mission ohne bisher ersichtliches Resultat. Hat es schon Verwun- dcruna erregt, daß der Magistrat selbst den Antrag stellte, so wußte die„Potsdamer Tageszeitung" am Tage nachher zu berichten, daß der Antrag„gewissen Personen den Wind aus den Segeln nehmen sollte". Inzwischen ist der Oberbürgermeister Vosberg als kon- s e r v a t i v e v Kandidat für den Reichstagswahlkreis Potsdam- Spandau-Osthavclland aufgestellt worden und hält in Verfamm- lungen große Mittelstandsreden. Da der Kandidatur auch der Bund der Landwirte zugestimmt hat, dürfte die Kommission zur Belämpfung der Teurung in Potsdam wohl überhaupt nicht mehr zum- Entschluß kommen können. Die Wähler werden aus diesen Herrn ein besonders wachsames Auge bei seinen Versprechungen haben müssen. Zu den Gewerbegerichtswahlen müssen sich alle über 25 Jahre alten Arbeitnehmer vom Montag, den 23. Oktober bis Sonnabend, den 4. November, schriftlich oder mündlich beim Gewerbegericht, Rathaus. Alten Markt) in die Wählerliste eintragen lasten. Für die am Orte Arbeitenden genügt die Beschei- nigung des Arbeitgebers, für die auswärts Arbeitenden ist eine Bescheinigung des Polizeireviers darüber Sonntag von �9 bis «10 Uhr) notwendig, daß der Betreffende in Potsdam wohnt. Nur wer die Aufnahme in die Wahlllste beantraat bat darf am Mittwoch, den, 6. Dezember, wählen. Jugendveranstaltungen. Rixdorf. Ein Herbstsest für die arbeitende Jugend veranstaltet der Jugendausschub der ArbcNerschaft Rixdorss am Saimta-,. den 29. Oktober, im grossen«aale von Bartsch. Herinannstrass- 49. Die Festrede hält Frau Julie Zadel; auss«rdem wirken mit: Herr Konzertsänger Gustav Franz mid ei» Solisten-«cxtett de» Berliner«insonie-Orchesters, Serien O. Fischer sKlaoier). B-iicter und Kroll(Violine),»rosse(Cello). Bcrger(Bah). N. Fischer Das Programm ist«in sehr gewähltes und kann unseren jungen Arbeitern und Arbeiterinnen, insbesondere der schulentlassenen Arbeiterjugend der Besuch des Feste» nur drwqend empsoblen werden; die Eltern find naunli-h ebenfalls willkommen. Für Jugendliche bis zum 18. Jahre werden EmInItSkarten allabendlich von 7 bis g>/, Ubr im Jugendheim, Jdealpaffage 8. unentgeltlich ausgegeben. Die Karten tür Erwachsene sind zum Preise von 30 Pf. zu haben: im Festlokal; bei Zirkel, Zigarreiigeschäst in der Jdealpassage. und in den Verkaufsstellen der Konsumgenossenschast: Weijes». a-, Emscr«tr. 33, Wildenbruchstr. 61/62, Fricdclstr. 15, Böhmische Str. 47. Munchener Str. 39. im Münch-n-r Str. 39, Steinmetzstr. 107. Arbeiter-Somaritcr-Kolonne von vber-SchSueweide und Um- gegen». Am Dienstag, den 24. Oktober, abends 8'/, Ubr. findet im Samariterdcim,«remenssw. 1., ein Vortrag deS Augenarztes Herrn Dr. Moock statt. Gaste haben fielen Zutritt. Gesellschaft für votkstumliche Vorträge. Donnerstag. 26. Oktober. abends 8'/, Ubr. grogen«aale der Brauerei Patzenhofer, Turm- stratze 25/26: Ocffentiichcr Vortrag für Damen und Herren. Thema: „Die G-s°br-i, der geschlechtlichen Unwissenheit". Resereiit: D r. M a g n u» H i r s ch s e l d. Arbeiter-Esperaiito-Vereinigung Graft>«erlin. Srupve Zentrum: Freitags 8fl, Uhr. Restaurant Tröbel. Blankenseld-ftrasse 10. Gruppe Moabit:«onnabendS 8>/, Uhr, Restaurant Frosch, GotzkowSky» strotze 36. Gruppe R' 5 d o r j: Dienstag« S Uhr. Restaurant Kuhlmr». Steinmetzstr. 64. Unübertroffene Leistungstähigkeit für moderne Herren» und Damen-Stiefel Gelülterle und doppelsohl. Stiefel in neuen Formen ZtnJbraßi 0. Versand O ranLenstr&SSe 3�. Taxjuerdzlerisbr; 20. heCfuÄgerstr: 65. c&iser Kamelhaar-und Gummi-Schuhs besonders preisvert. Ora/uenSttaSiffs tifo KönLöSt-rsiSSe: 3U T�cbqrf, BerQStrtf MXXZterSUroSSe: Zs MC -----------.......:...... Jedes Wort 10 Pfennig. D«t fettgedruckte Wort 20 Pfg.(zulässig 2 fettgedruckte Worte). Stellengesuche und Schlafstellen-Anzeigen S Pfg.; das erste Wort(fettgedruckt) 10 Pfg. Worte mit mehr als IS Buchstaben zählen doppelt. Kleine Anzeigen[ ANZEIGEN fOr die nächste Nummer werden In den Annahmestellen für Berlin bis 1 Uhr. für die Vororte bis 12 Uhr, In der Haupt-Expedition, Llndenstrasse 69, bis 5 Uhr angenommen. Verkäufe. Teppiche(Farbenfehler) Gelegen- heitsfaui. 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Schriftliche Arbeiten ierligt Klüß, Bergstraße 154. f-7L Z--»doniondauer Start, R' dors, Kaiser-Friedrichstraße 76. Tei zahlung._+78 Handwäsche ret Eulitz, Köpenick, Dahlmitzerslraße 1, liesert schneeweißc, tadellos gerollte, im Freien gettock- nele Wäsche. Laken, Leibwäsche, 4 Handtücher 10 Pfennig. Abholung taglich. Kein Verlausch._ 4l5K Aiifpolstcrung. Bctlmatratz« 4,—, Sosa 5.—, auch außerm Hause. Hoff» mann. Neue Königstraße 30. 226/7 Aufpolsternng. Sosa, Matratzen. w und außen» Hause. Schäfer, Chausseestraß« 74, 152/5 Aiifpolftern, Malratze 4,—, Sosas billigst. Hobusch, DreSdenerstraße 24. Seit einiger Zeit werden von«wem meiner früheren Gäste, Sch.. Gerüchte über mich verbreitet, die mich ge> schäsilich schädigen sollen. Um den Gerüchten entgegentreten zu tonnen. bitte ich eventuell Mitteilungen an mich gelangen zu lassen. Im übrigen gebe ich jederzeit gern über die in -ringe lommenden vorlommnisse lluStnnst, msdosondere den Organi- attooen. Petschel, Reinickendorser. traße 54, Ecke Schulstraße. 12116 Die Beleidigungen über gräuleto Elte Köbler. Reimckendorserftraße 34, nehme ich bedauernd zurück. Elise Grälvert. Pantstraßc 88._ 12 1»h tann den Vorwurf, daß der Gastwirt Herr Machwitz mich aus- gemietet hat. nicht ausrecht erhallen und nehme denfelben hierdurch mit Bedauern zurück. G. Menning. Anlwerpenerstraße 45._+55 Bolkshnmorift straße 52, Hol». Wer Stoff ioct Paletot Schul- +56 hat. Iniigt Anzug .W-Oa«acztjti:./!, Harmonia- Sänger, vorzüglich John, RüderSdorserstraße 48. 1208b Klavierspieler für Hochzeiten tc. frei. Pose, Fennstraße 47._+56 Werkstatt für Wasserwagen. Eduard Seegebarth, Lietzmaun straße 7. Ecke Georgenkirchstrahe.+49 Verimetimxen. TVohnungen. Vorderhaus, Zweizimmer-Boh- nungen, Bad. 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