Nr. 254. flbonncmentS'Bedingnngen: IBonnementS. Preis pränumerando: Liertcljährl. SJO Mk, monatl. 1,10 Mk,, wöchenllich 28 Pfg, frei ws Haus. Einzelne Nummer K Pfg, Sonntags- immmer mit illustrierter Sonntags- Beilage.Die Neue Well' 10 Pfg, Post- ilbonncmeM: 1,10 Marl pro Monat. Eingetragen in die Post-ZeitungS- Preislifie. Unter Kreuzband slir Deutschland und Oesterreich< Ungarn 2 Marl, für das übrige Ausland 3 Marl pro Monat. PostabonncmcntS nehmen an: Belgien, Danemarl, Holland, Italien, Luxemburg, Portugal, Runiänien, Schweden und die Schweiz, Crfftlnt tsgllch außer montags. 38. Jahrg. Die TnlefHons- Gebühr beträgt für die sechsgespaltene Kolonel- zeile oder deren Rautn 00 Psg„ für politische und gewerlschastliche Vereins» und Versanunluiigs.Anzeigc» 30 Pfg. „Kleint Hnrtigcn". das fettgcdruclie Wort 20 Psg.(zulässig 2'sellgedruSte Worte), jedes weitere Wort 10 Pfg. Stellengesuche und Schlasstellenan- zeigen das erste Wort 10 Pfg.. jedes weitere World Pfg. Warle über 15 Buch- »pgcgebc» werde». Die Expedition ijt bis 7 Uhr abends gellfjuet, Berliner Volksblnlt. Tentralorgan äev soÄalclemokratifcken Partei Veutfckianäs. Delegramm- Adresse: �orialllemoaral RerliB". Redaktion: 8M. 68, Ltndcnstrassc 69. Fernsprecher: Amt IV, Nr. 1983, Tonntag, den 39. Oktober 1911. Expedition: 8Rl. 68, Lüidenstraaae 69. Fernsprecher: Amt IV, Str. 1981» Ali ilik Willller Kkrlins! Nur noch kurze Zeit trennt uns vom Wahltage. Am nächsten Sonntag, den 5. November, werden die Aahlen zum Stadtparlamcnt vollzogen. Da gilt es, die nächsten Tage kräftig aus- zunutzen zu wirksamer Agitation für die sozial- demokratischen Kandidaten. Die Neueinteilung der Kommunalwahlbezirke hat eine erhebliche Verschiebung der bisherigen Bezirke mit sich gebracht. Es müssen alle Kräfte angespannt werden, um den 5. November zu einem neuen Siegestage der Sozialdemokratie zu machen. Die Vorbedingungen sind vorhanden. Der Berliner Kommunalfreisinn im Roten Hause hat zu viel Sünden auf seiner Liste, um nicht alle Angehörigen der erwerbstätigen Bevölkerung auf die Beine zu bringen und sie zur Abgabe ihrer Stimmen für die Kandidaten der Sozial- demokratie zu veranlassen. Wiege sich kein Parteigenosse in der Hoffnung, dasi der Sieg uns ohnehin sicher seil Das wäre ein großer Irrtum. Unsere Gegner sind tüchtig an der Arbeit. Sie haben in einer ganzen Reihe von Be- zirken der dritten Abteilung Kandidaten aufgestellt, um uns den Sieg streitig zu machen. Im ersten Bezirk hofft der bis- herige freisinnige Vertreter Herr G i e s e mit Hilfe der zur Wahl kommandierten Marstallangestelltcn zu siegen; im zweiten Bezirk kandidiert der Obermeister der Malerinnung, R e t t i g, der in der Stadtverordnetenversammlung sich als eines der erzrcaktionärstcn Mitglieder der Versammlung er- wiesen hat und an Rückständigkeit und Borniertheit in Ar- beiterfragen kaum zu übertreffen sein dürfte. Auch der dritte, vierte und fünfte Bezirk wird von den Freisinnigen umworben. Heiß umstritten wird der 14. Bezirk, in welchem der bisherige Stadtverordnete R 0 s c n 0 w wieder aufgestellt ist. Auch auf den 24. Bezirk haben die Freisinnigen ihr Augenmerk gerichtet. indem sie dort den Lehrer Tews aufgestellt haben. Die Freisinnigen hoffen, daß sich in diesem Bezirk alles zusammen findet und für Tews eintritt, was nicht schon sozialdemokratisch ist. Die Anstrengungen der Gegner müssen zunichte gemacht werden! Die arbeitende Bevölkerung ist durch ein infames Drei- klassenwahlrecht doppelt und dreifach entrechtet, sie hat nur einen Einfluß in der dritten Abteilung. Deshalb ist cL dringend erforderlich, daß in den nächsten Tagen eine rege Propaganda einsetzt für die sozialdemokratischen Kandidaten. Aeder Genosse muß für unsere Sache werben, schriftlich wie mündlich. Die Flugschriften müssen den Wählern ins Haus getragen, vor allem aber auch muß durch persönliche Rück- spräche für die Wahl der Kandidaten unserer Partei gewirkt werden. Parteigenossen! Nutzt die kurze Zeit für die Wahl sozialdemokratischer Kandidaten! ver Leparatizmu; und die deutich- öitei'l'eichilche ssartei. Aus Wien wird uns geschrieben: Was soll die deutsche Partei mit dem Separatismus ansangen?_ Will man zu einer sachlichen und zutreffenden Ant- wort auf diese Hauptfrage des Parteitages der deutschen Sozialdemokratie gelangen, so muß man sich vor allem über den fundamentalen Unterschied dieser Tendenz gegenüber den Tendenzen in anderen Parteien, die die gerade Linie des Klassenkainpfes beirren, klar machen. Nehmen wir an, es würden sich in der Sozialdemokratie Deutschlands An- Ichauungen breitmachen, von denen die überwiegende Mehrheit der Parteigenossen die Ansicht hat, daß sie mit den prin- zipiellen Auffassungen der Partei unvereinbar sind. Was würde geschehen? Man würde einen Parteitag einberufen, die Streitfrage vor sein Forum bringen und von ihm ent- scheiden lassen. Der Parteitag würde dann feststellen, daß sich jene neue Anschauungen im Gegensatz zu dem Programm der Partei befinden, daß sich also diejenigen, die sie verbreiten, an der Partei versündigen und daher, wenn sie nicht um- Behren, aus der Partei ausgeschieden werden müßten. Zwar würde auch dieses mehr Theorie bleiben, denn wie schwierig, ja unmöglich es ist, Auslegungen und Uinbiegungen des Parteiprogramms zu erfassen und so festzulegen, daß jede Ab- irrung fortan als solche gleich kenntlich ist, darüber hat man ja auch in Deutschland Erfahrungen gemacht. Immerhin kann sich eine Partei, die wirklich eine Partei ist, gegen Bestre- bungen, die im Widerspruch gegen ihre bewegenden Gedanken stehen, zur Wehr setzen, denn i h r kann der Parteitag jedem- falls das entscheidende Wort sprechen. Aber diese eine Partei ist die sagenhafte Gesamtpartei in Oesterreich nicht. Ob es so gedacht ward, als in der öfter- reichischen Sozialdemokratie die nationale Autonomie ein- geführt wurde, und ob es just so hätte kommen müssen, wie wir es nun sehen: daß nämlich die Einzelparteicn nicht bloß autonom, sondern geradezu selbständig sind, das braucht nicht untersucht zu werden. Denn sicher ist es, daß es heute so i st; daß die Gesamtpartei nicht viel mehr ist als eine Addition der Einzelparteien, schon lange aufgehört hat, ihre Synthese zu sein. Nun sind in jeder Hinsicht die Einzelparteien das Erste und Mächtige, die Gesamtpartei nichts anderes als ihre Summe. Es ist also nicht so, daß die Gesamtpartei in nationale Par- teien„zerfällt" oder sich in sie teilt, sondern umgekehrt: die Gesamtpartei bildet sich aus den Einzelparteien; es gibt also nur dann eine Gesamtpartei, wenn alle Einzel- Parteien sich in ihr zusammenfinden. Kann man nun von einer Gesamtpartei sprechen, wenn ihr das tschechische Proletariat fast gänzlich fehlt? Das ist nun der Unterschied zwischen dein Separatismus und allen anderen antisozial- demokratischen Tendenzen, die wir sonstwo in Parteien ein- genistet finden: dort sind es Tendenzen innerhalb einer Partei, die also von ihr auch ausgeschieden werden können, der Separatismus aber ist die Verirrung einer Partei in ihrer Gesamtheit— denn heute steht die tschechische Arbeiterschaft ganz ohne Zweifel im überwiegendsten Maße im Lager der separatistischen tschechoslawischen Partei. Sprechen kann man freilich von der Gesamtpartei noch weiter, und es geschieht das auch ausreichend; aber wirk- l i ch ist sie nicht mehr. Oder meint man, daß die Gesamt- Partei dann existieren würde, wenn die Separatistischen aus ihr„ausgeschlossen" würden, daß dann die Lücke, die durch die Abkehr des tsckiechischen Proletariats gerissen ward, ausgefüllt wäre? Der formelle„Ausschluß" kann doch aus dem Torso keine Ganzheit machen! Die deutsche Partei kann weder die Existenz des Separatismus, also die Flucht des tschechischen Proletariats von den Prinzipien der internationalen Soli- darität leugnen: sie beseitigt den Separatismus auch nicht,'' wenn sie die Tschechoslawen„ausschließt". Sie kann wirklich nur feststellen, was er ist: daß er das Proletariat schädigt, daß sie mit ihm nichts zu schaffen hat und daß sie jede Verant- Wartung für ihn ablehnt. Ihn aus der Welt schaffen, kann nicht die deutsche Partei, das vermag nur das tschechische Proletariat. Natürlich werden wir gegen den Separatismus kämpfen, wie ja jede Partei die Verpflichtung hat, schädliche Auswüchse einer Bruderpartei, und sei diese auch selbst durch Staats- grenzen von ihr geschieden, zu bekämpfen. Aber Art und Wesen einer sozialdemokratischen Partei bleibt immer und überall das Werk des eigenen Proletariats: äußere Ein- flüsse vermögen dabei, darüber hat man schon auch Er- fahrungen, blutwenig. Es hieße der deutschen Partei eine unmögliche Aufgabe zuschieben, eine Aufgabe, die ihr nicht zufällt und die sie nicht zu leisten vermag, wenn man von ihr begehrte, sie habe den tschechischen Separatismus, den pol- nischen Nationalismus und was sich sonst in den Parteien der slawischen Nationen in Oesterreich an rückständigen Jdeo- logien offenbart, zu überwinden, auszurotten und unter allen Umständen die wahre Lehre zu verbreiten. Davon abgesehen, daß keine Partei mit der Verantwortung für eine andere be- lastet werden kann, ist diese Leistung der deutschen Partei schlechtweg unerreichbar: die Grenze der Sprachen bindet nicht minder und ist nicht minder unüberschreitbar wie die Grenze der Staaten-». Das mußte einmal mit aller Bestimmtheit gesagt werden, weil die Unklarheit über die Eigenart der österreichischen Verhältnisse, die Verwechselung dieser papierenen Gesamtpartei mit einem lebendigen Orga- nismus, wie es eine Partei ist, nicht auf Oesterreich be- schränkt ist. Wir werden in Innsbruck keine Wunder wirken können, sondern in der Hauptsache nur festzustellen haben, was ist. Also mit aller Deutlichkeit erklären, daß wir den Separatismus verurteilen und mit ihm keine Gemeinschaft unterhalten wollen: daß wir die neue tschechische Partei als die Wiedererwcckerin des internationalen Geistes innerhalb des tschechischen Proletariats freudig begrüßen 1 und daß wir der gesamten Internationale,- insbesondere natürlich den inter- national gesinnten Parteien in Oesterreich, Treue und Soli- darität bewahren wollen. Mit einein Worte: daß die deutsche Partei als selbständige Partei, die sie infolge der tatsächlichen Auflösung der Gesamtpartei wird, nicht anders und nie anders denken und handeln wird, als wie sie als Glied der Gesamtpartei gewirkt hat. Die Mitteilungen troelitras. Die„Frankfurter Zeitung" hält, wie uns ein Privattelcgramm meldet, ihre Meldung, daß sich Mitglieder der französischen und der deutschen Regie- rung im Verlaufe des Marokkohandels an das Inter- nationale sozialistische Bureau in Brüssel gewandt hatten, v 0 l l a u f r e ch t. Zu den Denientierungsversuchen des Aus- wärtigen Amts ihrem Berliner Korrespondenten gegenüber bemerkt sie: „Dann wiffen wir eben mehr als jene amtlichen Berliner Stellen. Bielleicht würden sie sich aber des Vorganges er» inn ern, wenn er nicht ein so außerordentliches Novum wäre. Zu schämen brauchen sie sich dcffen nicht. Denn es ist nicht das schlechteste, daS sie gemacht haben. Auch der Pariser„Temps" erklärt, in offiziellen Kreisen wisse man von der Sache nichts. Welch eine Beschtidenhe it. Das Dementi ist so richtig, wie die Meinung des„TempS", daß das Internationale sozialistische Bureau in Amsterdam liegt. Es versteht sich, daß nicht etwa Herr C a i l l a u x oder Herr v. B e t h m a n n H 0 l l w e g nach Brüssel gereist sind. DaS gilt auch von anderen. Wir halte» unsere Meldung in jedem Punkte aufrecht und möchten den amt- lichen Stellen nur raten, mit Dementis vorsichtiger zu sein, sonst möchte eS vielleicht der Zufall mit sich bringen, daß noch weitere Details bekannt würden, die wir dann nicht unthin könnten zu bestätigen." Der Pariser„ R a d i c a l", das offizielle Organ der radikalen Regierungspartei, läßt sich, wie wir dem„Verl. Tagebl." entnehmen, aus Brüssel folgendes melden: „Die deutsche Regierung hat durch einen dem belgischen Ministerium des Aeußern unterstehenden d i p l 0- matische» Agenten dem Internationalen sozialistischen Bureau in Brüssel mitteilen lassen, daß Deutsch. land keinen Krieg wolle, daß dagegen die Majorität im französischen Ministerrat dem Kriege günstig sei. Die Mitteilung wurde dem Führer der belgischen sozialistischen Partei durch eine Persönlichkeit gebracht, die dem Kabinett des Königs Albert attachiert ist. Die Folge dieser Unter- redung war. daß ein Telegramm an Bebel gesandt wurde. Dieses Telegramm. daS also aus eine Anregung der deutschen Regierung zurückgeht, wurde an der Grenze angehalten und Herrn Bebel erst nach vier Tagen überliefert. Der übereifrige deutsche Beamte, der diese Verzögerung verschuldete, ist bestraft worden. Der Zweck der deutschen Demarche war, bei den sozia- listischen Parteien der verschiedenen Länder eine Bewegung gegen den Krieg hervorzurufen. In Paris hat darauf- hin eine Unterredung zwischen Herrn C a i l l a u x und zwischen den Deputierten S e m b a t und Thomas, zwei unifizierten Sozialisten, stattgefunden haben. Der Zweck der deutschen Regierung wurde erreicht. Von Brüssel, der sozialistischen Zentrale aus wurde in allen Ländern die An« rcgung zu großen Manifestationen gegen den Krieg gegeben, in-Z« besondere sind diese Kundgebungen in Berlin auf solche, indirekt von der deutschen Regierung aus» gebende Anregung eifolgt." Schließlich möchten wir mitteilen, daß unser Brüsseler Parteiorgan, der„Peup le", zu der Mitteilung Troelstras bemerkt:„Diese Nachricht könnte schon richtig sein." Wir selbst wollen uns auf die Bemerkung beschränken, daß die Berliner Friedenskundgebuitgen, da sie bereits vor» her stattfanden, weder direkt noch indirekt mit den oben angedeuteten Vorgängen zusammenhängen. Dagegen möchten wir an ein Pariser Telegramm des„Vorwärts" erinnern, das wir am 16. September veröffentlichten. Darin wurde mit- geteilt: „Auf eine dringende Anregung des Borsitzende» des Internationalen Bureaus, Genossen Vandervelde. trat gestern die VerwaltungSkommission der geeinigte» Partei Frankreichs zu einer Versammlung zusammen, zu der auch drei Vertreter der Fraktion und der Sekretär des Internationalen Bureaus, Genosse Hu Ys» manS, zugezogen worden waren. Nach einem ExposöfHuySmanS' wurde eine von Vaillant beantragte Resolution beschlossen. Diese erklärt die sofortige Einberufung deS Inter» nationalen Bureaus für notwendig und fordert das Inter- nationale Selretariat auf, sogleich die nötigen Schritte einzuleiten. Die sozialistische Kamnierfraktion wird verpflichtet, die sofortige Einberufung des Parlaments zu fordern und die bürgerlichen Deputierten zur Unterschrift aufzufordem.... Die Partei fordert alle ihre Gruppen und Orgairisationcn auf. in c>anz Frankreich am 23. und 24. September ProtcstmcetingS zu veranstalten." Mit dem Bcschluh der französischey Sozialdemokratie erklärte sich die deutsche sofort ciuverstaiide», lvorauf dann jene Sitzung des Bureaus in Z ü r i ch stattfand. Der Krieg. Rückzug der Truppen auf Tripolis, das ist das Resultat der„Siege", die die Italiener im Laufe dieser Woche über Türken und Araber erfochten haben. Eine französische Meldung besagt, dast die italienischen Truppen eine Verteidigungslinie eingenommen haben, die hinter der lvährend der letzten Tage eingenommenen liegt, und dieser ruhmreiche Rückzug wird von italicmschcu offiziösen Depeschen bestätigt. Wie angesichts dieser Tatsache italienische Jour- nalisten Siegeshymncn anstimmen können, ist unbegreiflich. Aber es sind das dieselben Leute, die vorher den Schwindel in die Welt setzten, daß die Araber die Italiener mit offenen Armen aufnehmen würden. Die Aufnahme ist aber nur zu lvarm ausgefallen und darüber müssen die im Solde des im- perialistischen Kapitals stehenden Skribenten das Volk hinlvcg- täuschen. Ein armseliges Täuschnngsmauöver ist es auch, iveiin in offiziösen Meldungen der italienischen Oberleitung behauptet wird, daß es noch nicht gelungen sei, die italienischen Verluste festzustellen. Die Italiener hatten ihre Kampfeinheiten so dicht beieinander und so nahe bei Tripolis, daß bei einigermaßen gutem Willen die Verlustliste aufgestellt werden konnte. Auch die Begründung der Oberleitung, die den Rückzug erklären soll, daß nämlich die auf dem Schlachtfelde liegenden Leiche» die Luft verpesteten, ist so töricht, daß man sie einigermaßen ernsthaft zu nehmenden Militärs kaum zutraue» sollte. Wenn die Italiener die Türken und Araber zurückgeschlagen hätten und Herren des Schlachtfeldes wären, hätten sie die Leichen der Gefallenen mit Leichtigkeit im Sande verscharren können. Im übrigen beweisen ihre Massenhinrich tu ngen in Tripolis selbst, daß sie keine allzu schwachen Nerven haben. Im italienischen Generalstabe scheint man das ganze tripolitanische Untenrehmen h ö ch st leichtfertig vorbe reitet zu haben. Man mußte doch damit rechnen, daß man auf Schlvierigkeiten stoßen»verde, wie sie die ganze uordafrikanische Kriegsgeschichte bisher nicht aufzuweisen hatte: die Kombination von europäisch geschulten und be- waffneten Truppen mit irregulären Eingeborenenaufgeboten aus Seiten des Gegners. Diese Leichfertigkeit und Unter- schätzung des.Feindes hat sich in den Kämpfen der letzten Woche bitter gerächt, daran kann auch die übetriebene Reklame für die Militäräroplane usw. nichts ändern. Das Fazit, das die Italiener aus den Ereignissen der letzten Tage ziehen müssen, ist alles andere als glänzend: sie müssen sich auf Tripolis zurückziehen, können in abseh- barer Zeit nicht an einen Vormarsch ins Innere denken, haben den moralischen Mut ihrer Gegner gestärkt und sind durch ihr brutales Vorgehen selbst bei den Küsten- arabern verhaßt geworden. Daneben droht ihnen das Eholeragespenft, däs bei der Mettfchbnanhätifuug und bei den schlechten Wasserverhältnissen in und um Tripolis noch großes Unheil anrichten kann. Schlimm ist dabei, daß daS italienische Volk die Kostön all dieser Leichtfertigkeit, Un- fähigkeit und Brutalität tragen mutz; Kosten, die zumeist sich dadurch fühlbar niachen, daß eine dritte Division nach Tripolis gesandt werden soll. Die Offensive der türkischen Truppen, die anfangs den Jtaliern gegenüber in einer sehr schwierigen Lage waren, ist nur darauf zurückzuführen, daß sie einen über- aus starken Zustrom arabischer und berbe- rischer Hilfstruppen erhalten haben. Ob diese Ver- stärkungen lange Zeit unter türkischem Kommando gehalten und dauernd zu Offensivstößen verwendet werden können, läßt sich bei der Unzulänglichkeit der Nachrichten aus dem türkischen Lager jetzt nicht sagen. Die amtliche italienische Darstellung. Tripolis, 28. Oktober. Von den während des gestrigen Kampfes gefangen genommenen Türken und Arabern haben die Italiener einiges über die Zahl und Art der am Kampfe beteiligten feindlichen Kräfte in Erfahrung bringen können. De: Kampf konzentrierte sich hauptsächlich auf daS Zentrum und auf den linken Flügel der italienischen Kampflinie, während auf dem rechten Flügel einige Truppen sich darauf beschränkten, die Ita- licner hinzuhalten, um Zeit zu gewinnen. Von den Gefangenen hat man erfahren, daß dem linken Flügel nicht weniger als 4 5 0 0 Türken und Araber gegenüberstanden, dem Zentrum die gleiche oder noch höhereTr Uppen macht, dem rechten Flügel aber weniger als die Hälfte. Die Gesamtstärke kann man dem- entsprechend mit 10—12000 Mann veranschlagen, einschließ- lich Kavallerie, Artillerie und Mitralleusen. Die Verluste der Türken und Araber überschreiten weit die ersten Vermutungen. Sie müssen sich nach übereinstimmenden Nachrichten auf 2000 Tote und beinahe 4000 Verwundete belausen. Eine Menge von Leichen sind im Stiche gelassen worden, besonder? auf dem Zentrum und dem linken Flügel. Aus Rücksicht auf die Ausdünstung der Leichen und die Gefahr der Verseuchung des Wassers mußte die Ver- teidigungslinie geändert werde». Die Feinde, die unsere Kampflinie durchbrochen hatten, wurden umzingelt und beschossen und ergaben sich, nachdem sie über 50 Tote gehabt hatten. Von jetzt an kann daS Innere der Oase als vollständig von den Arabern und ihren Familien gesäubert gelten.(?) Die italienischen Seitenflügel sind gesichert. Die Araberchess in Tripolis unter Führung Hassuna-Paschas haben Pardon erbeten.. Bei den Haussuchungen nach Waffen wurde viel Dynamit aufgefunden. Die betreffenden Hausbesitzer wurden verhaftet. In der Stadt herrscht große Bewegung infolge des fortgesetzten Eintreffens von Gefangenen, die zu einem großen Teil nach den Inseln Tremiti und Ustica gebracht werden. Die italienischen Verluste habch, sich griitzer herausgestellt, als gestern gemeldet wurde. Es ist aber unmöglich, die Gesamtzahl genau anzugeben, da die notwendigen Meldungen beim Kommando noch nicht eingelaufen sind. Am schwersten gelitten hat daS 8 4. Infanterie-Regiment, von dem 70 Mann kampfunfähig gemacht wurden, und die Kavallerie aus Lodi, die 18 Mann verlor. Die Erkundungsflüge toerden fortgesetzt. Man kann nicht leugnen, daß die arabische» Massen auch von religiösem Fanatismus getrieben werden, der in ge- schickter Weise in ihnen angefacht worden ist. Ter hrilige Krieg. Konstantioopel, 28. Oktober. Wie die Blätter melden, hat der Schelk der Senussi an den Mutessarif von Benghasi ein Schreiben gerichtet, in dem er t a p f e r e n W i d e r st a n d gegen die Italiener empfiehlt und die staffelweise Entsendung v o n c'F r e i w i l 11 g e n anzeigt. Er werde alle gegen die Fran- zoscn bestimmten militärischen'Vorbereitungen nunmehr gegen die Italiener anwenden. Der heilige Krieg würde in der ganzen Sahara und dem übrigen mohammedanischen Afrika erklärt werden. Die chinesische Revolution. Durch ein kaiserliches Edikt ist I u a n s ch i k a i der Titel eines Allerhöchsten Bevollmächtigten verliehen worden. Gleichzeitig sind ihm alle gegen die Aufständischen operierenden Truppen zu Lande uud zu Wasser unterstellt, und es ist ihm überlassen worden, alle zur Unterdrückung des AusstandeS geeigneten Maßregeln nach eigenem Ermessen, u n a b h ä n g i g v o ni K r i e g S m i n i st e r zu ergreifen. Damit ist Nuanschikai in Wirklichkeit zum unum schränkten Diktator Chinas geworden. Gelingt'es ihm noch, sich, wie er beabsicht, wirklich eine„Leibgarde" von 12000 Mann moderner Truppen zu schaffen, dann ist nicht mehr die Dynastie, sondern Duanschikai der eigentliche Macht Haber in China, wenn cS der Revolution nicht gelingt, ihm diese Macht zu entreißen. Nur die völlig verzweifelte Lage der Dynastie kann diese Machtabtretung erklären. Denn Ananschikai ist für die Mandschus nichts weniger als ein verläßlicher Freund. Als im Jahre 1898 der Konflikt zwischen dem resormfreundlichen Kaiser K w a n g s n i und der reaktionären Kaiserin-Witwe seine höchste Zuspitzung erfuhr, suchten die Reformer Juanschikai, der als Reorganisator der Armee den Oberbefehl über die bestausgebildeten Truppen innehatte, und als reformfreundlich galt,-in ihr Lager hinüberzuziehen, um gcwalsam der Nebenregierung der Kaiserin ein Ende zu machen. Danials hat Juanschikai die Reformer verraten und es der Kaiserin-Witwe möglich gemacht, den Kaiser einzukerkern, die Häupter der Reformbewegung gefangen zu nehmen und hinrichten zu lassen. Juanschikai hatte dann bis zum Tode der Kaiserin eine mächtige Stellung inne. Als aber der Prinzregent, der jüngere Bruder des verratenen Kaisers, zur Regierung kam, wurde Juanschikai verbannt. Seinem Ein- fluß aber war zum guten Teil die Reformtätigkeit der letzten Jahre zuzuschreiben und es ist nicht unmöglich, daß er versuchen wird, den Revolutionären entgegenzukommen uud sich nüt ihnen zu v e r st ä n d i g e n. Ob dies gelingen wird, ob schließlich der gewissenlose aber äußerst schlaue und energische Mann nicht die revolutionäre Bewegung ausnützen wird, um seine Diktatur zu einer dauernden zu gestalten, müssen die Ereignisse in nicht allzu langer Zeit lehren. Jüanschikais Borgehe». Peking, 27. Oktober. Juanschikai begibt sich morgen nach Sinjangschan, um den Oberbefehl zu übernehmen. Die Vize- könige werden aufgefordert, mit ihm zusammen zu arbeilen. Juanschikai empfahl 20 frühere Schützlinge dem neuen Verkehrsministcr Tangshaoyi für wichtige Posten; er drängt aus die Reorganisation der Armee, da er den Truppen jetzt in die Front folgen will, um die erste Armee unter Fcngkuochang zu bilden; Suanchigui, der Kommandant der L. Division, wird die zwcito Armee, die jetzt mobil gemacht wird, kommandieren. Die dritte wird im Anschluß daran gcbildet werden. Juanschikai wünscht alle Offiziere, vom Regimentskommandeur aufwärts, selbst zu ernennen und sich eine besondere Leibwache von 12000 Mann bilden zu dürffen, deren Zahl für un- nötig hoch gehalten, wird. Die K a i s e r i n- W i t w e hat für den Feldzug eine Million Taels gestiftet. Tie Nationalversammlung empfiehlt die sofortige Bildung eines Parlaments und die Rekonstruktion des Kabinetts unter Ausschluß der Adligen, sowie Amnestie für alle politischen Bcr- gehen. Die Beziehungen zwischen Mandschus� und Chi. n e s e n in Peking werden immer g e s p a n n te r. Jedoch herrscht die Zuversicht auf einen schließlichcn Sieg der Regierung. Ter Kriegsminister D in tschang kehrt nach Peking zurück. Wie man glaubt, ist er verwundet worden. Er hat den Befehl erhalten, das Kommando über die Armee dtmt Kanzle iches Fengkuochang zu übergeben. Ein Anschlag auf den Verkehrsminister. Peking, 27. Oktober. Heute wurde ein Anschlag auf den eben abgesetzten, VerkehrSminister Schengkungpao verübt. Er tonnte sich nur mit genauer Not in die Gesandtschaft der Ver- einigten Staaten retten, von wo aus er sich unter einer Eskorte von zehn Soldaten nach T i e n t s i n begab. Die diplomatischen Vertreter mehrerer europäischer Großmächte und der Vereinigten Staaten von Amerika haben bei der chinesischen Regierung Vorstellungen erhoben, um die mögliche Enthauptung des abgesetzten Verkehrsministers zu verhindern. Die Hinrichtung war von Mitgliedern der Nationalversammlung gefordert worden. Die Aus ständischen aus Siangf-u marschieren oft- wärts. Wie verlautet, haben die Rebellen die Stadt T scheu g- tschu in der Provinz Honan, 60 Kilometer südlich vom Huangho, besetzt.— In Hangtschou in der Provinz Tschekiang ist eine Militärrevolte ausgebrochen. Ein« Niederlage der Revolutionäre? Peking, 28. Oktober. Eine amtliche Depesche meldet, daß gestern in der Umgebung von H a n k a u ein heftiger Kampf statigefuiide» hat. Die Revolutionäre wurden ge- schlagen. Die kaiserlichen Truppe» nahmen die Chinesen- st a d t von H a n k a u«in. Der Korrespondent de« Reitterschen Bureaus gibt die Verluste der Kaiserlickiei! auf 4 0 T o l e und 150 Verwundete an. Unter den Tote» befinden sich drei Offiziere. Die Verluste der Aufständischen sollen vierhundert Mann betragen, unter ihnen befindet sich der Befehlshaber der Artillerie. Dreißig Geschütze wurden von den Kaiserlichen erbeutet. Das Auswärtig« Amt gibt ferner bekannt, daß der Zug- verkehr auf der Eisenbahn zwischen Hankau und Peking am Montag wieder aufgenommen werden soll. Ebenso wird vom Auswärtigen Amt die Nachricht verbreitet, daß in S ge ch n a n den Aufständischen zwei von ihnen eiiigenommeiie Städte wieder entrissen worden seien. Einzelheiten über die Gefechte. London, 28. Oktober. Der Korrespondent des Renterschen Bureaus, der sich bei der Armee des KricgSniinisterS g i n t s ch a n g befindet, telegraphiert auS Siakonsien(Huprh): Gestern fanden zwei Gefechte statt, von denen das erste morgens nm 6 Uhr südlich von Nieko bei Saiitaotschiiio in der Richtung aus Lutschiampiao begami. Die kaiserliche Armee zwang, miterslützt von chinesischc» Kriegsschiffen, die Aufständischen, die P o s i t i o n bei Lutschiampiao zu räuiuen, die sie dann eümahm. Um 11 Ahr ließ die Heftig- keit des Gefechtes für eine Stunde nach, nahm dann aber gegen Mittag von neuen, zu. Die kaiserlichen Truppen gingen bi» auf 500 Meter gegen die Aufständischen vor, doch sollen weitere Operationen gegebenenfalls bis 6 Uhr abends unterbleiben. Doch eine Anleihe. Peking, 28. Oktober. Mit einem französisch-belgischen Syndikat wurde eine s e ch s p r o z e n t i g e Anleihe von namhafter Höhe abgeschlossen. Der Emissionspreis wurde auf 90 Proz. festgesetzt. Die Banken erhalten eine Kommission von � Proz.". Zur Cebensrnlttelteuerung. Ein köstliches Eingeständnis. Die ostpreußischen und speziell die Königsberger Freifinnigen wollen bekanntlich— im Gegensatz zu ihren Parteifreunden im Reich— die Einfuhrfchcine und die Nahrniigsniittelzölle aufrcchi- erhalten. Der ReichZtngsabgcordnete G y ß l i n g hat in der Königs- berger Stadtverordneleiiversamnilüng gegen den Antrag auf Aende- rung des Systems der Einfuhrscheiue gestimmt, im Reichstag aber einen dahingehenden Antrag seiner Fraktionskollegen unterzeichnet! Selbstverständlich hat diese überaus widerspruchsvolle Politik in Ostpreußen Aufsehen erregt, und das offizielle Blatt der ostpreußischeu Fortschrittspartei, die„Hartungsche Zeitung", gibt nun folgende überaus bezeichnende Erklärung ab: „Ein von der Sozialdenwkratie mit Vorliebe angetvandtes Agitalionsmittel ist die Verdächtigung des Liberalismus, daß er es nnt seinen Grundsätzen nicht aufrichtig meine, jsie zerrt— genau wie die Konservativen— zum Beweise dafür Wirtschaft- liche Fragen in den Vordergrund. Demgegenüber muß man denn laut und deutlich sagen: Was haben die Gestaltung desEinfuhr scheinsystems.dieHöhe derEetreide- zölle, Zoll« und Wehrsragen mit liberalen Grundsätzen zu tun?' DaS sind doch lediglich � ZweckmäßigkeitSfragen, die nach den jeweiligen Bedürfnissen verschieden beantwortet und gelöst werden können. Welchen Sinn Hai es. den Liberalen in Ostpreußen, die Wirtschafts- fragen de? platten Landes mit ganz anderen Augen ansehen als die Liberalen des Südens und Westens, die Stellungnahme der rheinischen oder badenser Liberalen fortwäbrcnd unter die Nase zu halten und ihnen daraus einen Bruch ihrer Ueberzeugung zu koiistruicreu? Welchen Sinn hat es, der KvuigSberger Stadtver- tretung von ihrenBeschlüssciiabtveichendeRcsolutionen anderer Stadt- Vertretungen in Sachen der Einsuhricheiiie mit höhnischer Entrüstung vorzuhalten? Lediglich agitatorischen Sinn, sonst keinen I Wenn die Sozialdemokratie noch immer nicht von der naiven Anschauung kuriert werden ist, daß�eiiiVolk von 65 Millionen, das in sich tiefgehende wirtschaftliche Gegensätze vereinigt, nach einem P a r t e i p r o g r a m in ii i ch t regiert werden kann, so gibt sie damit abermals einen Beweis ihrer Unbrlchrbarkcit und politischer Unreife." Also wirtschaftSpolitische Grundsätze sind überflüssig. Lediglich die„Zweckmäßigkeit" entscheidet. Das heißt. daS wirtschaftliche Programm steckt der Freisinn auf dem Lande in die Tasche, um es wieder hervorzuziehen, wenn er in den Großstädten die Stimmen der Koiisumeiiteii zu kapern sucht. Kommunale Maßiiahmru gegen die Teuerung. Die Stadtvirordiieteiiversaimnluiig zu Erfurt genehmigte am Freitagabend eine Vorlage des Magistrats, 50 000 M. zum Ankauf von Kartoffel» zur Verfügung zu stelle». Ferner werden auf Beschluß deS Magistrats und der Siadt- verordneten an alle in städtischen Diensten stehenden Personen, die unter 4800 M. Diensteinloininen haben. Teuerungszulagen gewährt: Monatlich ö M. für vergeirattte und 8 M. tnr unvcrhetrotete An» gestellte. Die Zulage wird auf die Dauer von fiihf Monaten llczählt. Die Breslaucr Srndtverordiietenversammlimg »ahm folgenden Antrag an:- Der Magistrat wird ersucht: 1.■ sich an die zuständigen Reichs- und Staatsbehörden zu wenden, damit diese Schritte tun zur Linderung ocS gegenwärtige» und zur Verhütung eines kiuiftigen Notstandes. Ins Auge zu fassen ist besonders ») die zeitweilige Aushebung der Zölle, die auf einzelnen Futtermitteln lasten, d) die Erleichterung der Vicheinfuhr, c) die Ermäßigung der LebeuSmitlelzölle. cl) die zeitweilige Einschräiikimg der GelrcideanSfuhr durch Suspension der Eiufnhricheine. 2. Eigene Maßnahmen in Erwägung zu ziehen, durch welche einer unberechtigten Erhöhimg der Detailpreise für Lebensmittel in Breslau vorgebeugt werden kann. S. Die Bezüge derjenigen städtischen Angestellten, die wegen ihrer geringen Einkommen durch die hohen Lebensmittelpreise am schwersten getroffen werden, durch TciieruugSzulagen zu erhöhen. Ein sozialdemokratischer Antrag, der Maßiiahmen des Staates der Kommune. Teuerungszulagen für städtische Arbeiter und Er- höhung der Arniciigelder verlangte, wurde abgelehnt. Die HaiidluugSgchilfcu und die Teuerung. Am Freitag fand in Ha.nvurg eine vom Ze.ilrälverband der HandllingsgeHilseii und Gchilfimicii veranstaltete große Dcmon« stration der kaufmännischen Angestellten statt Robert Schmidt sprach über die LebenSinitteltcueriiiia.,»d ibrc Ursachen; danach erörterte Redakteur Paul Lange von d» „Handlungsgehilfen-Zeitung" die Frage was die Handlungsgehilfen tun können, um eine bessere Lebenshaltung zu erreichen Es fand eine Reiolnlion einstimmige Annahme, in der eö heißt- Die am 27. Okiober im Geiverkichastsham'e..«> nnn zirka 1500 kaufmünnischen angestellten besuchte Vermnimluiia die vom Zciitralverband der VaiidlungSgehilien niid M�ännen Deutschlands einbernfcn worden war. ik än Z führnng,.. der Referenten einverstanden. M � au8* Die Versammelten erachten es danacki als di- Pflicht der kausi'wnui'ch-n gestellte»... Industrie und Handeß sich mit allein" QWwlisfrage zuzuwenden. Schon in normalen Zeue» stehen Einkommen und L-bensbedarf in einem starken Miyverhalinis. dies ist durch hohe Zöge und Stenern auf die wichtigsten Bedansartikel»och gesteigert worden. Tie Ber- sammelten erheben daher iiachdrücklicken Piotcst gegen eine Wirt. schaftSpolitik. die unter fahrender Mitwirkung dentschiiationaler HaiidlniigSgehilfenvertretcr diese Notlage für die kauünä n chen Angestellten gctchaffen har__«',iiiaiiMMt» politilcbc CUbcrficbt. -. 1.?crIi"' den 2ä. Ottober 1911. Tie innkerltche Wablvarole Junkermgan ist nicht damit zufrieden, daß Herr -grarii«--»S" grom.i.aliMo Megicruujäbctamtmä pt bl-Ww-u-n V»«-i StaS'''V"iÄt«ch nicht TXi<*S. vf""hr: Nicht nur die dauernde .luspowcrmig dc i Bolk-niassen, sondern auch die rucksichts- MidorKand-s des proletarischen Widerstandes gegen das gottgewollte agrarische �chreckciivrcgiment. Das Oertcl-Blatt fordert an leitender Stelle: von DaS Bethiuann „Bei dem bevorstehenden Wahlkampfe werden aber die Wirt- schaftlichen Fragen nicht allein im Mittelpnnkte stehen, sondern neben anderen besonders auch die Frage, wie die Sozialdemokratie, die sich immer kecker geberdet, niederzuhalten und niederzuzwingen sei. Diese Lebensfrage des Deutschen Reiches hat der Kanzler in seiner Rede nicht berührt, vielleicht deshalb, weil sie anschunend mit dem damaligen Verhandlnngs- gegenstände nicht unmittelbar zusammenhing. Tatsächlich be- steht ein solcher Zusammenhang. Denn die Sozialdemokratie ist, ab- gesehen von einigen Einspännern und Eigenbrödlern, die schärfste Gegnerin der Wirtschaftspolitik des Deutschen Reiche?, und zwar deshalb, weil sie genau weiß, dag ei» Abgehen von dieser Politik. ein Abbröckeln oder Abbauen des Schutzzollsystems, ihren eigenen Weizen zur Blüte gelangen lassen würde. Die Aufrechterhaltung unserer Wirischaftspolitik bildet deshalb einen Teil des notwendigen Kampfes gegen den Um stürz, gegen die sozialdemokratische Ueberslntung.... Zu versöhnen ist die Sozialdemokratie nicht, s i e mutz mit allen gesetzlichen Mitteln bekämpft werden: und reichen diese nicht aus, dann miissen andere geschaffen werde«. Diese Frage kann und wird nicht die einzige Wahl- Parole sein, sie wird aber im Mittelpunkte deS W a h l- kampfes mit stehen müsien. Und es darf erwartet werden, daß die Verbündeten Regierungen vor dem Wahl- kämpfe offen und unzweideutig Farbe bekenne n." Wir sind nicht oft mit der„Deutschen Tageszeitung" ein- verstanden. Aber eine solche Wahlparole des blauschwarzen Blocks könnte auch unS gefallen! Sollte die Regierung sich auch diesem Junkergebot unterwerfen, so würden wir sicher nichts tun, um Unklarheit über ihre Absichten zu verbreiten. Aber auch lvenn der Kanzler seinem Rufe als Philosophen diesmal durch klügeres Schweigen dienen zu müssen glaubte, so sind wir doch dem Junkerblatt dankbar für die liebens- würdigen Absichten, die es der Sozialdeniokratie gegenüber hegt, und die es mit Hilfe der Regierung der- wirklichen zu können hofft! Ob freilich das Zentrum von einer solchen Wahl- Parole besonders entzückt iväre? Freilich hat es in der letzten Zeit einen solchen Hast gegen die Organisationen des klaffen- dewustten Proletariats bewiesen, hat es während der letzten Kriegshetze so Austerordentlichcs an giftigsten Denunziattoncn geleistet, dast ihm von den Junkern die Bereitwilligkeit zu jedem reaktionären Kcwalt- und Schurkenstreich ohne weiteres zugetraut werden darf!_ Gegen den Imperialismus! An den beiden ersten Sonntagen im November, also am 5. und 12. des genannten Monats, werden in den gröberen Städten des Reiches Demo n st ratio nsversamm- langen stattfinden, in denen zu der neuesten Giftblüte des Imperialismus, dem italienisch-türkischen Krieg Stellung genommen werden soll. In den Berliner Ver- sammlungen, die erst am 12. November abgehalten werden können, weil am 5. November Stadtverordneten-Wahlen stattfinden, werden voraussichtlich auch ausländisches Gc- nossen sprechen. Bedürfen die dcntsch-französischen Verträge der Genehmigung des Reichstags? In Artikel 11 der Reichsderfassung Absatz 1 heistt es: Der Kaiser hat das Reich völkerrechtlich zu vertreten, in» Namen des Reiches... Vimdnisse und andere Verträge mit fremden Staaten einzugehen." Absatz i desselben Artikels lautet: „Insoweit die Verträge mit fremden Staaten sich auf solche Gegenstände beziehe». Ivelche nach Artikel 4 in den Bereich der ReichSgesetzgcbnng gehören, ist zu ihrem«bschliist die Zu- stimmnng d e S Bundesrats und zu ihrer Gültigkeil die Genehmigung des Reichstag« erforderlich.' Auf Grund dieser Vorschriften soll das Neichsjustizamt sich dahin geäußert haben, die Verträge über Marokko und das Kongoland seien ohne Genehmigung des Reichstags gültig. Der Reichstag habe dieselben nur zur Kenntnis zu nehmen, könne dieselben aber nicht verwerfen oder annehmen. Zu einem gleichen Resultat kommt eine im .„Berliner Tageblatt" vcröficntlichte Zuschrift des Professor A«schütz. Ob in der Tat die absalutistische Gestaltung der Reichs- Verfassung zu diesem Resultat führt, läßt sich ohne genaue Kenntnis des Wortlautes und Inhaltes des Marokko- und des Kongovertragcs nicht sagen. Zu den nach Artikel 4 der Be- aussichtigung des Reiches und der Gesetzgebung unterliegenden Gegenständen gehören unter anderem die Bestimmungen über die Kolonisation und die Auswanderung nach austerdentschen Ländern, die Zoll- und Handclsgesctzgebung. die Organisation eines gemeinsamen Schutzes des deutschen Handels im Auslände, der deutschen Schifiahpt und ihrer Flagge zur See und Anordnung gemeinsamer konsularischer Vertretung, welche vom Reich ausgestaltet wird, das Militärwesen des Reiches und bie Kriegsmarine. Wir möchten bezweifeln, dast keine dieser Materien in den Verträgen geregelt ist. Insbesondere dürfte eine Abänderung des Ausführungsgesetzcs zur Algecirasaktc. eine Acnderung der Konsulargcsctzgcbung und die Organi- satton cincö gemeinsamen Schutzes des deuischen Handels im Auslände von den Verträgen berührt sein. Irrig ist die Ansicht des Professor Anschütz. die Aufhebung wdcr Beschränkung der deutschen Konsulargerichtsbarkeit in Marokko bedürfe nicht der Genehmigung des Reichstags, weil in Artikel 1 des Gesetzes über die Konsulargerichtsbarkeit Aufhebungen und Beschränkungen der Konsulargerichtsbarkeit kaiserlicher Verordnung fmit Zustimmung des Bundesrats) vorbehalten sind. Denn der Vertrag von Marokko, vielleicht auch der über den Kongo, betrifft wohl auch die Ein- führung einer Konsulargerichtsbarkeit. Ucberdies aber kommt eö nicht daraus an. ob das KonsulargerichtSbarkcits- Gesetz über die Aufhebung und Aenderung der Konsulat'- gcrichtSbarkeit Bestimmungen enthält, sondern ob der Vertrag über Marokko und den Kongo eine konsularische Vertretung �betrifft. Wird diese oder eine sonst im Artikel 4 aufgezählte Materie im Bertrag irgendwie birekt oder indirekt berührt, so bedarf der Vertrag zu seiner Gültigkeit der G e n e h m i g u n g des Reichs- tags. Zutreffend ist leider infolge unserer mangelhaften Reichsverfassung, dast Kolornalland nach herrschender Ansicht ohne Zustimmung des Reichstags crivorben werden kann. Es darf aber ohne seine Zu- st i m»t u n g für diese Kolonialländcr kein Pfennig aus Reichsgeldem verwendet werden. Auch lvenn die Verträge formell etwa so abgeschlossen sein sollten, daß eine formelle Genehmigung des Reichstags nicht erforderlich wäre, würde der Reichstag durch Ablehnung der Verwendung von Geldern für den Kongo und Marokko seine Ansicht materiell zum Ausdruck bringen können. Für die Rückständigkeit der verfassungsrechtlichen Zustände Deutschlands kennzeichnend ist, dast in Frankreich unzweifel- Haft die Abkommen, mögen sie eine Form haben welche sie wollen, die Genehmigung des Parlaments notwendig haben. Ter WahlausfaN in Konstanz-Ueberlingen. Zu dem gestrigen Stichwahlkampf im ersten badischen Reichstagswahlkreise, der, wie wir bereits meldeten. dem liberalen Kandidaten Gärtner Schmid mit 15 114 Stimmen den Sieg über seinen klerikalen Gegner(14045 Stiinnien) eintrug, wird uns aus Konstanz geschrieben: Der Sieg war zweifelhaft. Das Zentrum rechnete mit 2600 Reservewählern: die Liberalen hofften unter Einrechnung der sozialdemokratischen Stimmen nur auf eine ganz knappe Mehrheit. Der Wahlausfall ist günstiger als sie erwarteten: die Stimmenzahl deL Blockkandidaten Schmid stieg von 11441 aus 15114 Stimme». Er hat also 8673 Stimmen in der Stichwahl gewonnen, der Zentrumskandidat nur 783. Eine glänzende Rechtfertigung der not- wendigen Parole:»Gegen den schwarzblauen Block." Die Zentrumsagitatoren schlachteten die gegenwärtigen TeuerungS- debatien im Reichstage mit aller Gründlichkeit an« und verbreiteten ein besonderes Flugblatt über die Rede des Abgeordneten Oeser, der bekanntlich einen Abbau der Zölle verlangt hatte. Diesen Hieb parierten die Anhänget des Blockkandtdaten Schmid mit einem Flugblatt, welches das Echutzzollbekenntnis des Abg. Fuhrmann nachdrücklich hervorhob. Man konnte also daS sonderbare Sckan- spiel beobachten, dast der liberale Block sür und gegen die Wirt- schaftspolitik der RcichStagSmehrheit ausgebeutet wurde. Zunächst kann konstatiert werden, dast die sozialdemokratische Stichwahlparole überaus prompt befolgt tvnrde. DaS ist in diesem Kreise, der viele katholische Arbeiter zählt, die bei der Hauptwahl sozialdemokratisch gewählt haben, nicht ohne Belang. denn die Zenlrumspresse schrie laut hinaus:»Es lebt ein Gott, ein Richter, der einst Rechenschaft von allen fordern wird, auch darüber, wie sie gewählt haben zu einer Zeit, wo glaubensfeindliche Patteien den Einfluh der Religion auf daS öffentliche Lebe» bekämpfen und am liebsten auch unsern Herrgott auS dem Weltlauf ausschalten möchten." DaS Geschrei: Die Religion ist in Gefahr I hat also nicht gezogen, und ist immerhin ein Symptom in einein Kreise, der zu 91 Prozent katholisch ist und 145 Pfarreien mit etwa 170 Geistlichen aufweist. Man darf behaupten, dast das Konstanzcr Resultat noch über das Düsseldorfer Ergebnis hinausgeht. Haben wir doch bei der Ausetzung der Wahl eS fast für unmöglich gehalten, dast dieser Kreis dem Zentrum abgenommen werden könnte: denn in Konstanz-Ueberlingen ist die kleine und mittlere Landwirtschaft vorherrschend und nur wenige Städte haben gröstere industrielle Unternehmungen. Man kann sich also die Er- bilterung vorstellen, welche der Mehrheit der Wähler den Anti- zentrumSzettel in die Hand drückte. Das Konstanzer Beispiel eröffnet die besten Aussichten für den allgemeinen ReichStagswahlkamps in Baden, der dem badischen Zcn- trum sicher drei bis vier Mandate kosten wird. Der Flottenverein arbeitet mit Hochdruck! DaS neueste Zirkular deS Flottenvereins renommiert damit, dast in den letzten drei Wochen nicht weniger als 707 Kundgebungen des FlottenvereinS stattgefunden hätten, in denen ein beschleunigtes Flottenrüsten gefordert worden sei. Wieviel Personen in den Ver- sammlungen anwesend waren, teilt dss ZuckPar nicht mit. Wohl aber dürste der Flotlcnvcrein dafür gesorgt haben, dast von jcbctl dieser Bersammlungen, mochte ihr auch nur ein Bäckerdutzend Flottenpatriotc» beigewohnt haben, ein Telegramm an die Regie- rung abgesandt worden ist. Ter Flottenvcrein versteht sich auf die Stimmungsmache. Er weist, dast nicht nur Wilhelm II. selbst der RüstungSforderung äußerst sympathisch gegenübersteht, sondern auch die Spitzen der Regierung. So sei daran erinnert, dast der jetzige einflußreichste prcustische Minister, Herr v. S ch o r l e m e r. ein enger Liierter des FlottenvereinS ist, der an seinem Teil dessen Bestreben mit gröstter Energie unterstützen dürfte. Der Flottenvercin hat übrigens jetzt ein neues Argument ent- deckt, um seine Rüstungssorderungen zu begründen. Er verweist auf die chinesische Revolution, die möglicherweise„der Beginn einer grundstürzcnden Umwälzung des himmlischen Reiches" sei. Da liege die Frage nahe, was das Deutsche Reich tun würde und tun könnte,„seine Interessen im chinesischen Reiche zu schützen". Fe nach der europäischen Lage sei aber Deutschland unter den jetzigen Verhältnissen nicht in der Lage, ein wesentliches Kontingent starker Schiffe nach Ostasien zu schicken. Der einzige Weg zur Ab- Hilfe liege da in der Erfüllung der Flottenvereinsforderungcn: Auch vom Jahre 1312 ab alljährlich nicht zwei, sondern drei große Schiffe auf Stapel zu legen. Dieser Grund wird beim deutschen Volke allerdings wenig Durchschlagstraft besitzen. Das ko st spielige oft asiatische Abenteuer vom Jahre 1900 steht dazu noch in allzu böser Erinnerung! Je weniger unsere Imperialisten sich in die chinesischen Händel einmischen können, desto besser für die Interessen des deutschen Volkes und den Geld- beute! der Steuerzahler! Konservative und Zentrum in Elsast-Lothringen. Die Stichwahlen in den Reichslanden, die am heutigen Sonntag (29. Oktober) stattfinden, liegen den Konservativen und auch den Klerikalen schwer im Magen. Die freikonscrvative„Post" schreibt in einem Leitartikel über den Ausgang der Hauptivahl: „Zwei Liberale, 19 Vertreter des Zentrums, 5 Sozialdemokraten und 9 vom Lothringer Block— genügt für den ersten Wablgang die Blütcnlesc? Ein französischer Landtag innerhalb des Rcichsbezirks und dicht a» seiner gefährdctslc» Grenze. Denn anders ist das Resultat nicht zu werten. Bleibe» alL Vertreter des deutschen Gedankens die 5 Sozialdemokraten und die 2 Libe- ralen mit ibrer weltfremden, jeder kraftvolle» Betonung deutscher Volks- und Eigenart abholden Doktrin." Das gebt der„Germania", dem ZcntrumSorgan, zu weit. Sie ist arg gekränkt und sagt: „Es wäre geradezu lächerlich, beweisen zu wollen, dast das Zentrum und auch der Lothringer Block in nationalen Fragen hundertmal zuverlässiger sind, als die rote Internationale." Dann bekommt die»Germania" es aber mit der Angst zu tun und sie jammert: „Außer der bestehenden Staatsordnung steht bei den elsast- lothringischen Nachwahlen noch etwa» anderes auf dein Spiel: die bürgerliche und religiöse Freiheit der Katholiken, die fast vier Fünftel der gesamten Bevölkerung ausmachen. Der Grostblock ist nur gegen die„Klerikalen", das heistt gegen die Katholiken, ge- richtet. Der Hast gegen unsere heilige Kirche ist die treitrende Kraft, die Liberale und Sozialdemokraten zusammengeführt hat." Ter süddeutsche Eisenbahnerverbaud. München, deu 27. Oktober. Die Fortsetzung der Debatte über den süddeutschen Eisenbahner- verband bringt zunächst eine Rede des ZenttuinSabgcordneten Held, die grundsätzlich vom Standpunkte Dr. PichlerS nicht abweicht. Nach ihm der Führer der bayerischeil Liberalen, Dr. Cassel- mann. Er erklärt zunächst, daß, so lange die sozialvemokratische Partei in ihrer offiziellen Vertretung auf ihrem Programm bestehen bleibt, auch nach seiner Auffassung das Ziel der Sozialdemokratie die Beseitigung der Monarchie und jetzigen Gesellschaftsordnung sei. Nach' ihm ist nicht erwiesen, dast der süddeutsche Eisenbähnerverband ein sozialdemokratischer Verein ist. Er kann deshalb auch nicht auf- gelöst werden. Das Zentrum könne eines TageS auch liberale Vereine als gegen das Staatöinteresse gerichtet betrachten. Ein Beamter,� der sich- als Sozialdemokrat betätigt, kann nach ihm kein Beamter bleiben E r ist aber nicht für den Satz in der allge m einen Fassung, daß kein Beamter S o- zialdemokrat sein dürfe. Auf„die öffentliche Betätigung" wäre das Hauptgewicht zu legen. Auch ein Beamter,, der in einer Wahl sozial- deniokratisch wähle, darf deshalb nicht gemäß- regelt werden. Dr. Casselmann kann unmöglich den Eisen- bahnarbeitern das Streikrecht zugestehen, aber nach der Richtung wäre kein Unterschied zwischen den„roten und schwarzen Sozi", dem süddeutschen und bayerischen Eisenbahnerverbaud. D e m Mini st erpräsident wirft er in dürren Worten eine rechtswidrige Beeinflussung der Disziplinargerichte p o r. Zu manchmal stürmischen Szenen kommt es, als Dr. Easselmann über das frühere Verhältnis des Zentrums zu der Sozialdemokratie spricht. Er bezeichnet die jetzige Haltung des Zentrums als schäm« los«Heuchele i. Ein Beitrag zur Krankenkassenhetze. Die in Leipzig erscheinende Monatsschrift sür Kassenbeamte ver- öffentlichte dieser Tage Anschuldigungen gegen die Verwaltung der Gemeinsamen Ortskraiikenkasje zu Erfurt, nach ivelche» ein„national- gesinnter" Kasienbenmter R.(es handelt sich um den Kaiieiiassistentcn Gustav Ruhig) deshalb entlassen worden sei. weil er nicht der sozial- demokratischen Partei angehöre. Um diesen TmorismuS zu verdecken, sei er zu Unrecht beschuldigt worden, weiblichen Personen gegenüber ein unsitlliches Verhalten während der Geschäftszeit an den Tag gelegt zu haben. Dagegen sei einem Genossen, der wirklich sittliche' V-rsehlnngen begangen habe, die erlviesen seien, kein Haar gekrümmt ivorden. Ans diese Anschuldigungen anilvörtet der Vorsitzende der Gemeinsamen OrtSkranksnkasse. ein der Sozialdemokratie völlig- fernstehender Geschäflsinhaber, dast Ruhig nicht nur wegen wiederholter grober Pflichtverletzungen entlasse» lvorde» sei, die er sich gegen weibliche Personen zuschulden kommen liest, sondern auch wegen anderer Ver- fchlungcn, die gegenwärtig die Staatsanwaltschas: untersucht. Die ncgen einen anderen Kollegen von Ruhig crhvbcue» Anschuldigungen haben sich nach eingehender Untersuchung als f a l s ch erwiesen. Es verdient noch crlvähnt zu werden, dast dieser angebliche „Genosse", der von Ruhig verdächtigt wurde, der Sozialdemokratie so fern steht,»vie der dem ReichSverbande angehörende«nationale" Herr Ruhig._ Von der militärischen Tparsamkeit. Diese berühmte löbliche Tugend kann nian im letzten bayerischen Armeebefehl wieder eimnal bewundern. Die Stelle eineö Kommandeurs des 1. bayerischen Ulnnenregiments in Bam- b e r g mußte neu besetzt werde». Der nächste an der Tour zum Regimentskommandeur stehende Kavallerieosfizier war der Adjutant des II. Armeekorps Major Rlldinger in W n r z b u r g. Hätte man ihn zum Kommandeur des 1. Ulanenregiments ernannt, so wären Umzugsgebühren für rund 100 Kilometer angefallen. So viel beträgt die Entfernung Würzburg— Bamberg. Aber die Sache wurde so gemacht, dast sur 42 2 Kilometer, also für rund viermal so viel, Umzugsgebühren bezahlt werden müssen. Man hat nämlich den Major Rüdinger zum Kommandeur des 4. Ehevolllegevs-Regimellts in Augsburg ernannt(Ent- fermulg Würzburg � Augsburg. 824 Külometer) und den bisherigen Kommaiideur deS 4, ChevaulegerS- Reglinensz von Augsburg als Konnnandeur zu dm Bamberger Ulanen versetzt.(Entfernung Augsburg— Bamberg 138 Kilometer.) Ein Kommandeur eines Kavallerieregiments hat Anspruch aus hohe UmzugSgebiihren, da er 4 Pferde von Dienst wegen besitzt. Die Art und Weise, in der die Besetzung der RegimeutSkominaiidmstelle des 1. Ulanenregiments von, bayerischen KriegSministerium bewert- stelligt wurde, dürfte dem Volke mindestens uin 2000 M. mehr kosten, al» sie auf dem schon erivähnten kürzesten Wege gekostet hätte. frankreicd. Europäische Kulturträger in Marokko. Paris, 23. Oktober. Mehreren Blattern wird von ihren Korrespondenten in Tanger gemeldet, dast seit einiger Zeit zahl« reiche z w e i f e l h a f t e E'l e m e» t e spanischer, italienischer und französischer Nationalität, die sich im Gefolge der französi- schen Truppen befinden, sich in verschiedenen Siädtcii, vor allem in MekineS und FeS, niedergelassen haben und dort an« riichige Gewerbe ausüben, ivodnrch die öffentliche Sicherheit stark gefährdet wird. Die scherifischen Be- Hörden seien diesen Leuten gegenüber machtlos. Man müsse den französischen Konsuln ausgedehnte Polizeibefugnisse geben und Mast- »ahmen treffen, um die Einwanderung verdächtiger Elemente zu verhindern. Ein KricgSgerichtSnrteil. Paris, 23. Oktober. DaS Marinekriegsgericht in Brest ver- urteilte den der anarchistischen Partei angehörenden Arsenal- schreiber G o u r m e l o». ivelcher vor einigen Wochen mehrere Telegraphendrähte zerschnitten hat, zu zwei Jahren Ge» f ä n g n i S. Spanien. Spanische Marokkohoffnnngen. Madrid, 28. Oktober. Der spanische Ministerpräsident C a n a l e j a s hat dem Madrider Korrespondenten des„Petit Parisien", betreffend die beborstcheiiden spanisch- französischen Blarokkover Handlungen erklärt. Spanien sei von den versöhnlichsten Absichten be- seclt und davon überzeugt, dast Frankreich nicht auf die Räumung von Larrasch und Elksär bestehen werde. Keine spanische Regier» tig würde solcher Räumung zustimmen können. Rußland. Oppositionrlle Jnterpeffatione«. Petersburg, 28. Oktober. Die Reichsdnma. die heute wieder zusainnieiigetreten ist. hat die Zulassung einer Interpellation der Nationalisten, Oklobristcn und Sozialdemokraten über Be» t e i l i g u» g der O ch r a n a an dem Attentat auf den Ministerpräsidenten Stolypin angenommen. die äußerste Rechte stimmte gegen die Zulassung,— Des weiteren wurde eine Jnter- pellation üoer» ungenügende Mastnahmen der Regierung in dem 18 Gouverncincnts mit 80 Millionen Einwohner umfassenden Misterntegebiet aiigenonimen. PerNen. Indische Trnppeu in Siidpersie». Abuschrhr, 28. Oktober. Zwei britische Transport« und zwei Kriegsschiffe niit indischen Truppen sind gestern hier an» gekommen. Die Ausschiffung begann, ohne dast tätlicher Wider» stand geleistet ivnrde. Die Stadt ist ruhig. GewerkfcbaftUcbea. Die engUfcbcn öcharfmacher auf dem Knegs- pfade. London. 29. Oktober.(Eig. 0er.) Dem Ministerpräsidenten Asquiih ist eine von etwa 60 verschiedenen Arbeitgeberverbänden unterzeichnete Petition zu- gegangen, in der die Abschaffung oder Einschränkung des Streikpostenstehens, die Haftbarmachung der Gewerkschaften für die Handlungen ihrer Mitglieder und das Verbot des gewerkschaftlichen Zusammenschlusses gefordert wird. Kurzum, die Arbeitgeberverbände verlangen eine gründliche Revidierung des Gewerkschaftsgesetzes vom Jahre 1906, das sich die Arbeiterschaft nach schweren Kämpfen eroberte und das die Arbeiterorganisationen von dem Druck des Taffvaleentscheids befreite. Die Forderuugen seien hier wörtlich wiedergegeben, un, zu kennzeichnen, aus welcher Ecke augenblicklich in Groß- britannien der Wind weht. Die Arbeitgeberverbände verlangen: 1. Das Streikpostenstehen soll entweder streng unterdrückt werden oder die Zahl der Streikposten soll auf zwei beschränkt werden; diese Streikposten sollen ein Abzeichen tragen und sich nur dort aufhalten, wo jemand arbeitet oder sein Geschäft be- treibt. 2. Die Verbände, ob Arbeiter- oder Arbeitgeberverbände, sollen dem geineinen Gesetz des Landes unterworfen sein und wie alle anderen Klassen der Bevölkerung für ihre Handlungen veranlwort- lich gemacht werden. ändert und steht die Bewegung für die Gehilfenschaft äuherst günstig. Trotz aller Ableugnungsversuche der Unternehmer hat die Bewegung doch nicht die Ausdehnung angenommen, wie daS„Steindruck- gewerbe" in seiner Extranummer behauptet. Es ist teils allzu große Bescheidenheit, teils Größenwahn, wenn man die Zahl der Aus- gesperrten von 1306 mit 3560 statt genau 4562 angibt und die Ziffern der diesjährigen Bewegung von genau 4502 auf 6200 hoch- frisiert. Die Bewegung umfaßt seit b Wochen in Leipzig 1100, in Nürnberg, Frankfurt usw. seit 3 Wochen 1400 Streikende und kommen feit 2 Wochen in 37 Orten 2000 Ausgesperrte dazu; insgesamt in 49 Orten 4502, davon 2301 Steindrucker und 1611 Lithographen. Zu bemerken ist hierbei, daß seit 1906 sowohl der Schutzverband an Mitgliedern zugenommen hat, als auch die Organisation der Arbeiter aus 17 103 Mitglieder angewachsen ist. Vergleicht man nun hierniit die Zahl der Streikenden und Ausgesperrten, so ergibt sich, daß überhaupt nur 27 Prozent deS Verbandes in den Kampf hinein- gezogen sind. Noch günstiger gestaltet sich daS Resultat bei den Streikfirmen selbst. Der.Judaskauf" und der schon in der letzten Versammlung bekannt gegebene TerroriSmuS der Prinzipale hat nicht mehr vermocht, als daß nur 15 Proz. der bei den Firmen beschäftigten Kollegen, in der Mehrzahl ältere, stehen geblieben sind und ist die Zahl von 85 Proz. Streikenden ein glänzendes Resultat der gewerkschaftlichen Arbeit. Weiter phantasiert das Unternehmerorgan von einem großen Mitgliederschwund des Verbandes in diesem Kampfe. Merkwürdig I Die Berbandsleitung konstatiert eine Zunahme von 445 Mitgliedern und findet dafür eine horrende Abnahme bei den gelben„Frankfurter Sencfeldern". Dieses Lieblingskind der Scharfmacher zählte bis vor kurzem noch 1480 Mit- glieder.' darunter 532 Lehrlinge. Heute ist die Zahl auf 1355 zu- sammcngeschrumpft. Nachdem diese Organisation ihren Zweck, das Unternehinerlum mit stets willigen Arbeitskräften zu versorgen, nicht erfüllen konnte sdie Lehrlinge fanden nach dem Auslernen immer den Weg zum Verband), wurde gemeinsam zwischen Schntzverband und Fronlsurter Verein beschlossen, die Lebrliugsabteilung auf- zuHeben. Als Entschädigung dafür zahlt der Schutzverband jährlich einen Betrag von über 6000 M. an die Jnvalidenkasse des Vereins, die mit einem Wochenbeitrag von 40 Pf., bei einem Gebrauch von 1,30 M. pro Woche, nicht mehr existenzfähig war. Es ist interessant. daß gerade in der Hochburg der Gelben, Frankfurt, während der Bewegung 60 Eintritte in den Verband zu verzeichnen sind, darunter allein in einer Schutzvcrbandsfirma von 23 An- gestellten elf. während sich zwei ohne Eintritt solidarisch erklärten. 'Die weiteren Versuche der Schutzverbändler, auch den Fachverband Deutscher Stcindruckereibesitzer zur Aussperrung zu bewegen, schlug fehl und zeitigte nur eine Sympathieresolntion; bei der zu gleichem Zweck einbernfeiien Versammlung der Blechemballagen-Druckereien zog eS ein Teil der größten Firmen vor. erst gar nicht zu erscheinen. Unter diesen Umständen wird die Stimmung der Schutzverbändler einer baldigen Beendigung des Kampfes immer mehr geneigt, und ist es Pflicht der im Kampfe Stehenden durch festen Zusannnenhalt dafür zu sorgen, daß die Organisation gestärkt und gekräftigt aus dieser Beendigung hervorgeht. In der Diskussion nagelte E z e ch eine weitere Untvahrheit des Unternehmerorgans fest. Es ist nicht wahr, daß einem Mitglieds die Neiskuuterstützuug nicht gezahlt tvorden ist, im Gegenteil, sie wurde zu pünktlich gezahlt, da der Betreffende sich schon gleich nach seiner Airkunft zum Streikbruch bereit erklärt hatte und konnte ihm auf diese Weise leider nur die Uurzugsunterstützung gesperrt werden. Außer einigen anrüchigen Subjekten, wie sie sich in jeder Bewegung finden, setzt sich ein großer Teil der Stehengebliebenen aus Kollegen zuiaimnen. die nur durch die äußerste Not in der Familie zu diesem Schritte gedrängt wurden. Es sind wahre Verzweislungsschreie des tiefsten Elends/ die aus den an die Streikleitung gerichteten Eni- schuldigungsbriefe» dieser Kollegen sprechen. Und trotzdem mußte das Unternehmertum auch noch hier zu langfriitlgen Verträgen greifen, um diese Leute an sich zu fesseln. Im übrigen ist auch hier in Verlin der Stand des Kan'pfes ein lehr günstiger. Der Versuch. die Streikarbeit in den Privatanstalten unter- zubringen ist meist erfolglos und somit auch'» Berlin der günstige Ausgang des Kampfes sichergestellt. Achtiiiig, Lithographen! Die Firma Robert Kühn u. Co.. Berlin, Kreuzbergstr. 30. ist wegen Differenzen gesperrt. Verband der Lithographen. Steindrucker u. verw. Berufe Filiale III, Lithographen. Achtung, Gastwirtsgehilfcn! Nachdem am Donnerstag, den 26. Oktober, auf Anruf des Herrn Baatz Verhandlungen vor der Berliner Gcwerlichaftskoiiimission stattfanden, in der eine Einigung mit der Organisation erzielt tvurde, ist die Sperre über das Lokal ,A l t- B e r l i n", Blumen st r. 10, aufgehoben. _ Verband deutscher Gastwirlsgehrlfen. Verantw. Redalt.: Richard Barth, Berlin. Inseratenteil verantw,: Zur Zigarrenarbeiterbewegnng in Groft-Berlin. Die Bewegung der Berliner Zigarrenarbeiter beweist wieder einmal sehr deutlich, wie oft jene Leute sich irren, die glauben, angesichts einer sich regenden kräftigen Lebensäußerung der Arbeiter auf wirtschaftlichem Gebiet nichts Besseres tun zu können, als immer den Warner zu spielen.„Es hat ja doch keinen Zweck." oder„Der Zeitpunkt ist ungünstig". Mit solchen Worten glaubt jene Spezies von Leuten wunder welche Weisheit ausgekramt zu haben. Indessen rollt der Stein und die Tatsachen beweisen, daß sich jene Leute auch täuschen können. Es ist nicht an der Zeit, Jubellieder zu singen. doch kann man schon jetzt sagen, daß die Zigarrenarbeiterbewegung vom Jahre 1911 nicht erfolglos bleiben wird. Es arbeiten außer den laut Tarif beschäftigten etwa 180 Zi- garrenarbeitern zu zum Teil erheblich erhöhten Löhnen noch weitere 250 Arbeiter. Dessenungeachtet nimmt die Bewegung einen flotten Fortgang: auch auf Firmen außerhalb Berlins hat sie stark ein- gewirkt. Eine Trebbiner Firma, die ihren Sitz in Berlin hat, be- willigte ihren 130 dortigen Arbeitern den lange umstrittenen Tarif, ein Vorgang, der bald Nachahmer gefunden hat. Inzwischen mehren sich die Anfragen außerordentlich stark nach Firmen, die mit dem Deutschen Tabakarbeiterverband und ihren Arbeitern geregelte Ver- Hältnisse geschaffen haben. Es beweist das wiederum, daß der Berliner Arbeiter vorwiegend eben nur dort seinen Zigarrenbedarf deckt, wo die grünen Plakate des Deutschen Tabakarbeitcrverbandes aushängen. Inzwischen schlägt die Bewegung in Westfalen Wellen, die auch bis nach Berlin wirken. Namentlich in Berlin haben die westfäli- schen Zigarrenfabrikanten ihr Absatzgebiet, und es kann ihnen leicht glücken, daß durch ihr arbeiterfeindliches Verhalten der Berliner Markt ihnen entfremdet wird. In der Solidarität der konsumierenden Arbeiterschaft liegt eben eine Macht, die auch der schärfste Scharf- macher nicht ohne Schaden gegen sich aufbringen darf. Mit dem Stande der Berliner Bewegung sowohl als auch mit der Aus- sperrung in Westfalen wird sich dieser Tage eine Mitglieder- Versammlung der Tabakarbeiter beschäftigen. Arbeiter, Raucherl Kauft nur dort, wo die grünen Plakate deS Deutschen TabakarbeiterverbandeS, unterzeichnet Alwin Schulze, aushängen! Beachtet die Veröffentlichung der Firmen, die bewilligt haben. im»Vorwärts". Achtung, Zigarettenarbeiter! Bei der Zigaretten- firma F o v e a u x lKardinal) in Köln a. Rh. sind Differenzen aus- gebrochen. Der Zuzug nach dort ist fernzuhalten. Der Vertrauensmann. Die Speichereiarbeiter auf den Berliner Getreide- und Mehl- speichern stehen in einer Lohnbewegung. Für die Jahre 1905 bis 1303 bestand ein Tarifabkommen, das der Transportarbeiler-Verband mit den Unternehmern abgeschlossen hatte. Als im Jahre 1903 die schlechte Geschäftskonjunktur einsetzte, benutzten die Unternehmer diese Gelegenheit, das Tarifverhältnis zu kündigen. Trotzdem die Arbeiter seinerzeit keine erhöhten Forderungen stellten und auch gewillt waren, unter den Bedingungen des bisher bestandenen Vertrages zu arbeiten, willigten die Unternehmer dennoch nicht in eine Verlängerung deS Tarifs. Auf einen Lohnkampf konnten sich die Arbeiter damals wegen der ungeheueren Arbeitslosigkeit nicht einlassen. Trotzdem die Unternehmer seinerzeit erklärten, den tariflichen Swndenlohn von 55 Pf. weiterzuzahlen, ist dieses Versprechen nur von einzelnen Unternehmern gehalten worden. Die Mehrzahl der Arbeiter erhält zurzeit nur einen Stundenlohn von 50 Pf. Auch die Akkordlöhne, die auf einigen Speichern noch bestehen, find reduziert worden. Inzwischen haben die Unternehmer ihre Speicher mit modernen maschinellen Ausladevorrichtungen eingerichtet. Dadurch sparen sie Arbeitskräfte, wodurch die Zahl der Speichereiarbeiler, die früher ungefähr dreihundert Mann betrug, auf ungefähr 160 Beschäftigte zurückgegangen ist. Diese maschinellen Ein- richtungen dienen aber auch als Antreibesystem, weil die Maschinen das Herausheben der gefüllten Getreidesäcke aus den Kähnen, die gemeinhin 75—100 Kilo wiegen, in schnellerem Tempo bewerk- stelligen, sodaß die Arbeiter beim Wegtragen und Stapeln der Säcke aus den Speichern mit der intensivsten Anspannung ihrer Kräfte ar- beiten müssen. Bei einer solchen Arbeitsleistung und bei den jetzigen Teuerungsverhältnissen ist ein Stundenlohn von 50 Pf. viel zu genug. Vor 14 Tagen beschlossen die Arbeiter daher mit Lohnforderungen an die Unternehmer heranzutreten. Der vorgelegte Tarif verlangt für Wäger resp. Vorarbeiter einen Wochenlohn von 40 M. und für Arbeiter 65 Pf. Stundenlohn sowie für Akkordarbeiter einen Grundlohn von 14 Pf. für schweres und 16 Pf. für leichtes Getreide pro Mann und 1000 Kilo, ferner eine Arbeitszeit von 9 Stunden.— Die Forderungen find den Speichereibesitzern durch den Transportarbeiterverband zu- gestellt worden: Unterhandlungen sind bereits im Gange. Eine Versammlung der Arbeiter beschloß, daS Resultat der Verhandlungen zunächst abzuwarten. Berichtigung. In dem gestrigen Bericht über die Tarifbewegung in der Geschäftsbuchbranche ist ein Fehler enthalten. Die Lohn- aufbesserung von durchschnittlich 2 M. pro Woche ist nicht für 137 Zeitlohnarbeiter, sondern für insgesamt 310 Arbeiter und Arbeiterinnen eingetreten. veutkcbeo Reich. Zum Kampfe in der«vestfälisch-lippischen Tabakindustrie. Immer stärker schwillt das Heer der ausgesperrten Tabak- arbeiter an; über 9000 Beteiligte werden jetzt schon gezählt. Eine Begeisterung ünd Kampfesfreudigkeit herrscht unter den Tabak- arbeitern auf den Dörfern des östlichen Westfalen, in Lippe und Waldeck, wie man cs wohl selten findet. Wahrlich, wer die Wirt- schaftliche Lage der Kämpfenden kennt, mutz diesen volle Sym- pathie widmen. Seit dem Tage, an dem die Finanzreform den Tabakarbeitern die Tabakbesteuerung von 40 Prozent des Wertes des Tabaks zu den 85 Pf. bestehenden Tabakzoll pro Kilo brachte, wurde die wirtschaftliche Lage einer schon aus der tiefsten Stufe des Elends stehenden Arbeiterschaft noch erbärmlicher gestaltet. Ein unverdächtiger Zeuge, kein Hetzer, der Pastor v. Bodelschwingh, schildert in einer in der Druckerei der Anstalt Bethel bei Bielefeld gedruckten, von Bodelschwingh am 10. März 1908 in Dünne bei Bünde in Westfalen gehaltenen Rede das Los der westfälischen Tabakarbeiter folgendermaßen: „Der Verdienst des Zigarrenarbeiters war nicht derartig. daß damit der Mann seine Familie ernähren konnte; er war es nicht und ist es bis heute noch nicht. Einen Familienlohn. d. h. einen Lohn, mit dem der Vater Frau und Kinder ernähren kann, warf und wirft die Zigarrenindustrie nicht ab. Frau und Kinder mutzten und müssen mitarbeiten." Eine Existenz, die auf die Arbeit kleiner Kinder aufgebaut ist! Die traurige Lage der Tobakarbeiter kommt aber so recht zum Ausdruck in folgenden Ausführungen des Pastors Bodcl- schwingh: „Es ist aber immer als ein unnatürlicher und beklagens- werter Zustand zu betrachten, wenn die Frau durch die Verhält- nisse gezwungen wird, sich von ihrer Pflicht als Mutter und Hausfrau so frei wie möglich zu machen, um imstande zu sein. mitzuverdienen. Und das ist besonders zu beklagen bei der Zi- garrenindustrie! Denn die Zigarrenindustrie gehört zu den gesundheitsschädlichsten Industrien. Gerade in einer gesundheits- schädlichen Industrie sollte die Frau, als die Mutter des zu- künftigen Geschlechts, in besonderer Weise geschützt sein! Statt dessen hat gerade die Frau des Zigarrenarbeiters Verhältnis- mätzig den noch schwereren Teil der Arbeit zu tragen als der Mann. Während der Mann auf die Fabrik geht, mutz die Frau in der Stube, wo gekocht und die Wäsche getrocknet wird, wo d,e Kinder spielen und auch der Tabak auf dem Ofen trocknet. die Zigarren herstellen; und vielfach sitzen auch die Kinder um die Mutter, um gleichfalls am Tabak mitzuhelfen! Kehrt dann der Mann von der Fabrik zurück, so sitzen Mann und Frau vielfach bis tief in die Nacht hinein nebeneinander am Arbeits- tisch, um einen Wochenlohn von durchschnittlich 18—25 M. zu Th. Glocke. Berlin. Druck u. Verlag: Vorwärts Buchdr. u Veriagsanstaft! «rarbeitett. Wenn schon daS Rauchen einer einzigen Zigarre bei den Nervenkranken einen schweren nervösen Anfall her- vorrufen kann, so liegt es auf der Hand, daß das beständige Einatmen der Tabakluft einen schädlichen Einflutz auf die Ge- sundheit haben mutz. Dieser schädliche Einflutz wird freilich stark gemindert, zum Teil sogar aufgehoben da, wo durch Garten- und Feldarbeit der Körper genügend Erfrischung erfährt. Aber der eigentliche Zigarenarbciter stirbt früh. Die Totenbücher des Landes beweisen es. Am frühesten stirbt die Frau und Mutter und die Vorboten des frühen Todes werfen ihre Schatten voraus. Die körperliche Kraft nimmt ab. Der Mann kann nicht mehr die Sense führen, manche Frau nicht mehr am Wasch- faß stehen! Eine oft unwiderstehliche Mattigkeit des Leibes und der Seele bemächtigt sich früh einer großen Zahl von Zi- garrenarbeitern; sterben sie nicht früh, so werden sie doch früh Invalide. Es läßt sich nicht leugnen, durch die?!te Gottes- Verheißung: Auf daß Dir's wohlgehe und Du lange lebest auf Erden! macht die Zigarrcnindustrie in ihrer heutigen Gestaltung einen Strich." Ist diese Schilderung des Pastors v. Bodelschwingh nicht furchtbar! Dreitzigtausend Arbeiter und Arbeiterinnen leben unter solchen traurigen Verhältnissen! Die elende Lage der Tabak- arbeiter, wie sie Bodelschwingh schildert, war die vor Jnkraft- treten der Tabaksteuer. Die Steuer hat dieses Elend aber noch ungeheuer vermehrt. Nach der Statistik der Berufsgenossenschaft war der Durchschnittsverdicnst der Tabakarbciter Teutschlands 1900: 541.08 M., 1906: 574,75 M. Er stieg dann auf 613 M. im Jahre 1908, um im letzten Jahre auf 611 M. zu sinken. Im Aussperrungsgebiet betrug der Durchschnitlsverdienst 1910 im 5trejse Herford 2,25 M., Kreis Minden 2,25 M., Kreis Lübbecke 1.75 M. pro Tag. Für diesen Lohn wird aber manchmal bis 18 Stunden pro Tag mit Frau und Kindern gearbeitet! Die Zurichtung der Tabake geschieht meist abends zu Hause, um dann noch den Tabak für den kommenden Tag zuzurichten. Nach Mittcr- nacht sieht man in den westfälischen Dörfern noch unzählige Lichter brennen. In dumpfer Stubenluft hocken dann noch die ganzen Familien und arbeiten, um etwa 2 M. den kommenden Tag ver- dienen zu können. Gegen dieses Elend haben sich die Tausende erholen. Die Tabakarbeiter Westfalens werde» zeigen, daß sie zu kämpfen ver- stehen. Glühende Begeisterung hat sie gepackt. Arbeiter Deutsch. lands. übt Solidarität! Die Not taufender Eurer Brüder und Schwestern schreit zum Himmel! Helft alle mit, dieses Elend zu beseitigen! Zum Ucbcrfasl die Maftreqelunq. In Konstanz wurde der freiorganisierte Brauereiarbeiter Kur r er eines nachts von zwei Individuen überfallen, mit einem Messer bearbeitet und mit den Worten in den Straßengraben ge- stoßen:„Jetzt verreck'. Du roter Hund!" Kurier mutzte sich infolge der erhaltenen schweren Verletzungen ins Krankenhaus begeben. Als er dieser Tage aus dem Krankenhaus entlassen werden konnte, wollte er in der Konstanzer Löwenbrauerei seine frühere Tätigkeit wieder aufnehmen. Der Besitzer bedeutete ihm aber, daß er ent- lassen sei,„da er ihn nicht mehr gebrauchen könne". Der Besitzer der Brauerei mutzte sich schließlich noch bequemen, dem Genossen Kurrcr einen Wochenlohn wegen kündigungsloser Entlassung aus- zuzahlen, weil in der Löwenbrauerci achttägige Kündigung besteht. An seine Stelle soll ein Nichtorganisierter treten. Natürlich hat auch heute noch die Polizei keine Kenntnis von den feigen Attentätern, obgleich die Täter durch den Ausspruch von dem roten Hund, der ihnen wider Willen entfuhr, ihre Visitenkarten recht lesbar abgegeben haben. L,etztc Ptactmcbtctu Die Gefechte bei Hankau. Schanghai, 28. Okbobcr. Eine ausführlichere Meldung aus Hankau besagt noch: Die Kaiserlichen Nordtruppen griffen am 27. Oktober von 7 bis 11 Uhr vormittags die Aufständi- schen in deren verschanzte Stellung bei Eisenbahnstation Kilometer 16 heftig an. Die Zahl der Truppen betrug auf beiden Seiten mehrere Tausend Mann. Die.Kaiserlichen wurden durch die Kriegs- schiffe des Admirals La unterstützt, doch feuerten diese nur wenige Schüsse ab. Die Aufständischen wurden zum Weichen gezwungen; sie hatten bedeutende Verluste an Mannschaften und Geschützen. Gegenwärtig halten Teile der Ausständischen noch den Bahndamm hinter der Fremdennicderlassung. Die Eisenbahn- stotion Kilometer 10 ist von Kaiserlichen Truppen stark besetzt. Der Kampf wurde gegen Vj3 Uhr nachmittags wieder aufgenommen. Die Kaiserlichen treffen Vorberitungen zum Angriff auf die Chinesenstadt Hankau._ Der Kampf um Elksar und Larrasch. Paris. 28. Oktober. In betreff der, Erklärungen spanischer Blätter und Staatsmänner, daß die von Frankreich geforderte Räu- mung von Elksar und Larrasch als unannehmbar angesehen werde» schreibt der„Temps": Die Spanier dürfen sich keinen Hoffnungen auf Beistand der englischen Regierung hingeben. Selbst wenn England sich zum Anwalt Spaniens hergeben sollte, so würde dies niemals in einem für Frankreich unangenehmen Sinne ge» schehcn. Die Spanier müßten sich deshalb ins Unvermeid- l i ch e schicken und dieses Unvermeidliche stelle für sie noch einen ganz beachtenswerten Gewinn dar. Die., L i b e r t e" schreibt über die von dem„Petit Parisien" veröffentlichten Erklärungen des spanischen Minister» Präsidenten Canalejas: Keine französische Regierung könne sich dazu herbeilassen, die Städte Elksar und Larrasch den Spa- niern preiszugeben, welche von ihnen unter Verletzung ihrer geheimen und öffentlichen Verpflichtungen besetzt worden seien. . Ein Angriff auf eine Anfklnrungsabteiluna. Paris, 28. Oktober.(2B. T. B.) Nach einer Blättenneldung aus Casablanca wurde die Nachhut zweier aus Fußtruppen, Reiterei und Artillerie bestehenden AufklärungS- abteilungen bei El Fila von ZoerS angegriffen. Die letzteren feien mit starken Verlusten zurückgeschlagen worden. Die Mandschurei braucht Platten. Paris. 28. Oktober. Nach einer Blättermeldung hat der Vize- könig der Mandschurei sich an die russisch-asiatische Bank in C Harbin gewendet, um ein Tarlchn von 5 Millionen Rubel zu sieben Prozent zu verlangen, wofür er als Bürgschaft die Zoll- einnahmen der nördlichen Mandschurei bietet. Die russischen Ministerien des Acußern und der Finanzen verlangten Auskünfte über den Charakter dieser Bürgschaft. Mord wider Mord. Braunschweig, 28. Ottober.(W. T. B.) Dos Schwur- gericht verurteilte den Kaufmann Müller in Schöningen wegen Ermordung seine« außerehelichen zwei Tage alten Kindes zum Tode. Die Mitangeklagte unverehelichte Verkäuferin Regel wurde wegen Kindcsmordes unter Zubilligung mildernder Umstände zu zwei Jahren Gefängnis verurteilt. ->.?�tnbahn.Zusammenstost. London. 28. Oktober.(W. T. B.) Ein mit Amerikanern. die sich auf der Rückreise in ihre Heimat befanden, dicht besetzter Exprcßzug ist �auf der Strecke London-Liverpool heute nachmittag bei Stafford mit einem Lokalzug zusammengestoßen» wobei drei Fahrgäste des Lokalzugrs verletzt wurde«.__ iaul Singer 4 Co.. Berlin SW, i Hierzu 7 Beilage«. Nr. 254. 28. Jahrgang. 1. KkilM des„Uotiiiätfü" Krlim PUhit. Smotxs, 39. 9U(kn 1911 VittichaMicher Wochenbericht. Berlin, den 28. Oktober 1911. Die Frage der Zuckerpeuer akut.— Finanzstcuer und Liebesgaben.— Folgen der Prämicnwirtschaft.— Ei» Loch in der Konvention.— Wirkung der Steuerermäßigung.— Agrarische Politik.— Spcku- latioo.— Rohrzucker als Konkurrcut.— Neue Gefahr für die Kon- vcntion.— Die Notwendigkeit der Steueraufhebung. Gerade jetzt, wo die agrarische Wirtschaftspolitik die öffentliche Diskussion beherrscht, hat die Frage der Zuckersieuer ein besonderes Interesse. Ist sie doch geeignet, die Volksfeindlichkeit und Unsinnig» leit der LiebeSgabenpolitik recht anschaulich zu demonstrieren. Zucker würde ohne sie schon längst ein billiges Nahrungsmittel sein. Die gemeinschädliche Politik, Nahrungsmittel mit Steuern zu belegen und auf Kosten des Inlandes die Ausfuhr durch Prämienzahlungen zu begünstigen, macht den Zuckergenuß für die arme Bevölkerung zu einem Luxus. Für den Finanzminister war der Zucker seit jeher ein Objekt zur Füllung der Staatskassen. Den Zuckerbaronen wurde er bald ein Mittel zur Erzielung von Extragewinnen. Zunächst hatte Zucker eine Last in der Form einer Rohmaterialsteuer zu tragen. Von der Menge der verarbeiteten Rüben war eine Steuer zu bezahlen, die schließlich 1.60 M. pro Doppelzentner betrug. Man nahm an, daß zu einen» Doppelzentner Zucker 12Vz Doppelzentner Rüben notwendig seien. Danach wurde aus der verarbeiteten Rübenmenge die Quantität des erzeugten Zuckers ermittelt und vom Doppelzentner 20 M. Steuer erhoben. Technische Verbesserungen in der Rübenverarbeitung ergaben eine stetig wachsende Ausbeute, so daß bald 8 Doppelzentner Rüben einen Doppelzentner Zucker lieferten. Die Steuer dafür betrug nun nur noch 12,80 M. Für die aus- geführten Mengen bekamen die Fabrikanten die Steuer in einer Höhe von 18,80 M. zurückvergutet. Die größere Ausbeute hätte nun auch eine Modifikation in der Rückvergütung notwendig gemacht, sollte die Parität gewahrt bleiben. Das geschah aber nicht. und so kam der Fabrikant in den Genuß einer Ausfuhrprämie von 6 M. pro Doppelzentner ausgeführten Zuckers. Die hohe Steuer hielt den Preis für in Deutschland produzierten Zucker im Jnlande auf schivindelnder Höhe. Da deutscher Zucker in England keine Steuer zu tragen hatte, die Ausfuhrprämie ihn noch weiter verbilligte, konnte er dort um 1ö Pf. pro Pfund billiger verkauft werden, als wie bei uns. Hier war er zu teuer, um ein Nahrungs- »Nittel sein zu können, in England diente deutscher Zucker oftmals als Viehfutter. Aber der Zweck, in die Taschen der Zuckerbarone Millionen Mark Liebesgaben zu praktizieren, wurde erreicht. Das ist die deutsche Wirtichastspolitik, die der ganze ChoruS der Lebens- mittelwucherer in diesen Tagen im Reichstage so energisch ver- teidigt hat. Das Zuckersteuergesetz von» Jahre 1896 brachte eine wesentliche technische Reform der Zuckersteuer. Sie wurde nun als Verbrauchs- abgäbe von Zucker»nil 20 M. pro Doppelzentner Nettogewicht er- hoben. Dainit ausländische Konkurrenz trotz der hohen, durch die Steuer bedingten Preise nicht eindringen konnte, hatte man den Eingangszoll auf 40 M. pro 100 Kilogramm festgesetzt. Die gleiche zeitig eingeführte Fabrikati oiissteuer betrug 0,1.0 M. pro Doppel zcntner für eine Erzeugung bis zu 4 Millionen Kilograinm Roh- zncker, 0,125 M. bei einer Erzeugung von 4—5 Millionen Kilogramm und so weiter steigend von Million zu Million Er- zeugung mehr um 0,025 M. pro Doppelzentner. Für Kontingents- Überschreitungen erhöhte sich der Steuerznschlag um den Betrag de« Ausfuhrzuschusses. Dieser betrug 2,50 M. bis 3 M. pro Doppel- zentner Rohzucker und 3,55 M. pro Doppelzentner GebrauchSzncker. Die Prämienwirtschafl fand natürlich Nachahmer. Der Rohr zucker der englischen Kolonien konnte mit dem prämiierten Rübew zucker bald nicht mehr konkurrieren. Rübenzucker aus Deutschland gab»i» England sogar die Grundlage zu einer lukrativen Zucker� warei»industrie. Die inländische Bevölkerung wurde doppelt ge> schädigt. Einmal erschwerte die hohe Steuer, die seit 1896 10 Psi pro Pfund betrug, den Konsum von Zucker, sodann be- günstigte der billige deutsche Rübenzucker da« Hochkommen einer konkurrenztähigen Zuckerwareniudustrie im Auslände. Die Prämien- Wirtschast war jedoch dmicrnd nicht aufrecht zu erhalten. Gegen den Willen unserer Agrarier rälintte die Brüsseler Konvention im Jahre 1992 mit der Mißwirtschaft etwas auf. Die Prämienzahlung »ourde verboten und weiter bestimmt, daß der Zoll die inländische Steuer nur in bcstiini»item Betrage übersteigen dürfte. Die Folge davon war eine Ermäßigung der Steuer von 20 M. auf 14 M. pro Doppelzentner und des Eingangzolles auf 20 M. Die Steuer sollte noch weiter, auf 10 M. erinäßigt werden; die Freisinnigen waren gegen die Herabsetzung. Voraussetzung bei dem im Februar 1908 gefaßten Beschluß war, daß die Ermäßigung zum 1. April 1909 wirksam werden sollte, wenn bis dahin eine neue Steuerqnelle erschlossen worden sei, die»nindestenS 35 Millionen Mark ergebe. Obwohl die Reichsfii»anzreform dem Volke mehr als daS Zehnfache abpreßt, ist der Beschluß doch wieder annulliert worden. > Sonach beträgt die Steuer weiter 7 Pf. pro Pfund Zucker. Mittlerweile haben neue Vereinbarungen die Brüsseler Kon- vention schon etwas durchbrochen. England drohte mit dem Austritt zum 1. September 1908, ivenn»hm nicht die Einfuhr von Präinien- zucker gestattet würde. Rußland gehörte bisher der Konvention nicht ai», es trat ihr bei und erhielt die Vergünstigung, pro Jahr zwei Millionen Doppelzentner prämiierten Zucker nach den Konventions- ländern arisführen zu dürfen. So war zunächst England befriedigt und ein„euer Konkurrent auf dem Z»ckern»arkt für die Konvention gewonnen. Die erwähnte Steuerermäßigung als die direkte Folge der Konvention, gab dem Konsum iin Jnlande einen kräftigen Anstoß. Während im Jahre 1901/02 der Verbrauch pro Kopf der Bevölke- rung erst 11,6 Kilogramm betrug, stieg er im Jahre 1903/04 auf 17,2 Kilogramm. In den nächsten Jahren sank der Verbrauch aller- dings etwas, erreichte dann aber iin Jahre 1908/09 den Satz von 17,6 Kilogramm. Weitere Preisermäßigungen würden den Ver- brauch naturgemäß noch mehr heben. Es hieße Wasser in die Spree tragen, wollte man erst noch nachiveisen, daß die Steuer den Koin sum hemmt. Macht sie doch einen Betrag aus, der dem Marktwerte von etwa 12 bis 13 Millionen Doppelzentnern gleichkommt. Ohne die Steuer könnte demnach das Volk ebenso viel Zucker mehr konsumieren, ohl»e erhöhte Ausgabe dafür. Im Jahre 1905/06 wurden 11J4 Millionen Doppelzentner exportiert, im vorigen Jahre infolge der Aufhebung der Ausfuhr- Prämien, nur noch 7'/» Millionen. Die Steueraufhebung könnte die Möglichkeit einer Konsumsteigerung geben, die über die Ausfuhr erheblich hinausgeht. Verbilligung ist der beste Konsumbeförderer. Die Agrarier jedoch versuchen, durch Produktionseinschränkungen den Preis hochzuhalten. Um das Angebot abzuschwächen, wurde die Anbaufläche verringert. Im Jahre 1908/09 betrug die mit Zucker- rüben bebaute Fläche nur 436 185 Hektar gegen 478 740 Hektar iin Jahre 1901/02. Im letzten Jahre war auch die Ernte schlecht, so daß trotz verbesserter Technik nur 19 803 870 Doppelzentner Roh- zucker gewonnen wurden gegen 21 823 605 im Jahre 1901/02 und 23 147 792 Doppelzentner im Jahre 1905/06. 1909/10 war die An- baufläche zwar wieder etwas größer— 457 718 Hektar— aber sie blieb doch noch um 21 022 Hektar hinter der Fläche des Jahres 1901/02 zurück. Geringerer Anbau bedingt natürlich auch eine Verminderung der in der Zuckerindustrie verwendeten Arbeitskräfte; andere Fak- toren, verbesserte Technik und Betriebskonzentrationen, wirkten in der gleichen Richtung. Im Jahre 1890/91 waren z. B. 406 Fabriken in Betrieb; die Zahl der verwendeten Dampfmaschinen stellte sich auf 4716, die 68 691 Pferdestärken indizierten. 1 Doppelzentner Rüben ergab 12,09 Kilogramm Zucker. 1909/10 ein ganz anderes Bild. Die Zahl der Fabriken ist auf 356 zurückgegangen, die der Maschinen auf 5964 und die der indizierten Pferdestärken auf 173161 gestiegen. Ein Doppelzentner Rüben lieferte 15,11 Kilo- gramm Rohzucker. Ein gewaltiger technischer Fortschritt! Die Kon- sumenten haben wenig Vorteil davon. Im Jahre 1899 kostete nach Magdeburger Notierung ein Doppelzentner Rohzucker ohne Sack, 88 Proz. Ausbeute, 3 Moirate Ziel, 21,8 M.. im Jahre 1908 nicht einmal 2 M. weniger, es mußten noch 20,6 M. gezahlt werden; im nächsten Jahre schnellte der Preis wieder auf 21,2 M., im Jahre 1910 weiter bis auf 24,6 M. in die Höhe. Raffinade kostete 1899: 48,9 M.. im Jahre 1909: 41,7 M.. im Jahre 1910: 47,4 M. Von einer mit der technischen Entwicklung parallellaufenden Preisbewe- gung kann gar nicht die Rede sein. Di« schlechte Ernte dieses Jahres hat die Preise weiter steigen lassen. Im September dieses Jahres kostete Raffinade 53,75 M., das ist fast 3 M. mehr als in der gleichen Zeit des Vorjahres. In dieser Steigerung konimt der Einfluß der Spekulation zur Geltung. Nach den bisherigen Schätzungen ist besonders in Teutschland im Vergleich mit dein Vorjahre ein erheblicher Ausfall zu erwarten. Dem vorjährigen Erträgnis von 26 Millionen Doppelzentner stehen »»ach der Ähätzung von Licht in Magdeburg nur 14,60 Millionen Doppelzentner, nach der Begutachtung der Internationalen Sta- tistischen Vereinigung ist mit einem Ertrage von nur 14,18 Millionen Doppelzentner zu rechnen. Für die Welterzeugung werden fol- gende Zahlen angegeben: Erzeugung im Vorjahre 80 Millionen Doppelzentner, Schätzung für dieses Jahr 60 Millionen Doppel« zentner. Mit ihrer verkehrten Politik, die Preise hoch zu halten, haben die Zuckerkönige der Rohzuckererzeugung wieder neuen Anstoß ge- geben. In der gleichen Richtung wirkte die technische EntWickelung, Vor zehn Jahren war die Welterzeugung von Rübenzucker mit un» gefähr 60 Millionen Doppelzentnern doppelt so groß, als wie die Erzeugung von Rohrzucker. Die Rohrzuckerproduition hat nun solche Fortschritte gemacht, daß ihr Ertrag für das Jahr 1909/10 ebenfalls 60 Millionen Doppelzentner erreichte. Hält diese Eni- Wickelung weiter an— und es spricht nichts dagegen— dann tmr� der Rohrzucker dem Rübenzucker bei Hochhaltiing der Preise auf dem Weltmarkte eine scharfe Konkurrenz bereiten. Zudem droht nun dein europäischen Rübenzucker eine scharfe Konkurrei»z durch den amerikanischen. Das amerikanische Kapital ist eifrig dabei, besonders auf Kuba, eine leistungsfähige Nübenzuckerindustrie er- stehen zu lassen. In den westlichen Staaten der Union sind bereits 10 Rübenzuckerfabriken in Betrieb, die täglich eine Fünftelmillion Doppelzenter Rüben verarbeiten können. Im Jahre 1907 worett rund 52 800 Acres mit Rüben bebaut,»m Jahre 1908 bereits 72 700 und im Jahre 1909 schon rund 93 300 Acres. Die gelieferte Rüben- menge betrug im Jahre 1908 rund 9 696 309 Zentner, sie stieg im Jahre 1908 auf 12 941700 Zentner und erreichte im Jahre 1909 die Höhe von rund 17 641 790 Zentnern. In Kalifornien stellte sich die Zuckerproduktion im Jahre 1907 auf 1 460 500 Zentner und im Jahre 1909 bereits auf rund 2 545 490 Zentner. Der durchschnitt- tiche Zuckergehalt der Rüben betrug im letzten Jahre rund 17,61 Prozent. Die jetzigen Verhältnisse lassen es wünschenswert erscheinet, daß diese EntWickelung weiter anhalte. Sie dürfte am eheste» eine Aushebung der Zuckerstener bewirken, womit dem Allgemein» interesse am besten gedient wäre. Die Frage der Zuckersteuer ist nun auch wieder akut gewordert, und zwar in einer Weise, die es den Rübenproduzenten und der Zuckcrindustrie nur erwünscht sein lassen könnte, von der Steuer befreit zu sein. Obwohl die zweite Konvention bis zum 31. August 1913 Gel« tung haben sollte, unterbreitete Rußland den Antrag, ihm das Kontingent des Prämienzuckers sofort zu erhöhen. Begrüirdcnd wird dabei auf die eigene gute und die schlechte Ernte m den übrigen Zuckerländern hingewiesen, ferner auf die dadurch bedingte» hohen Preise. Daß eine Erhöhung des Prämienkontingentes eine» Druck auf die Preise ausübt, ist nicht sehr wahrscheinlich, dagegen würde das Eingehen auf die Forderung Rußlaicds die Konventio» selbst gefährden, vielleicht gar der Mißwirtschaft eines neuen Prämienkrieges� das Tor öffnen. Die Beschlußfassung über den Antrag Rußlands ist bis zum 8. Dezember vertagt worden. Ohne die Zuckersteucr wäre der Jnlandskonsum jedenfalls schon so stark gestiegen, daß er die Produktion Deutschlands gut aufnehmen könnte. Gegen den steuerfreien Zucker könnte auch Rußlands Prämienzucker nicht konkurrieren. Jetzt rächt sich die volksfeindliche Steuer- und Prämienpolitik an ihren Vätern. Die Zuckersteucr muß fallent D, Kleines feuilleton. Die Gleitflüge der Brüder Wright. Die neuen Gleitflug- versuche der Brüder Wright haben am Dienstag ein überraschendes Resultat gebracht: Oiwille Wright ist es gelungen, sich mit einer motorlosen Flugmaschine nicht weniger als 10 Minuten in der Luft zu erhalten. Diese überraschende Leistung, die in Kitty Hawk in Nordkarolina in Gegenwart einer Reihe von Fachleuten der Flugkunst stattfand, lvurde bei emcm heftigen Winde von 65 bis 80 Kilometer in der Stunde ausgeführt. Der Gleitflug begann von der Spitze einer Sanddünc. Die Maschine wurde aufgestellt, und im nächsten Augenblick schoß sie davon und gleich in eine Höhe von 60 Meter, während Orville Wrigbt die Hebel handhabte wie etwa ein Ruderer seine Ruder. Der Wind kam in starken, heftigen Stößen, aber das Fahrzeug erhielt sich vollkommen ruhig. Wright stellte dann die Maschine auf einen Horizontalflug ein. Auf einem kleinen Raum von etwa 10 Ouadratmeter hielt sich dann Wright länger als 2 Minuten völlig bewegungslos in der Luft. Er flog dann eine Strecke weit vorwärts und blieb dann wieder halten. Es war ein Augenblick maßlosen Erstaunens und höchster Spannung. ckine Minute verstrich, die zweite, die dritte, die vierte, nun schon die icchste, aber iminer noch hängt der Apparat»vie durch ein Wunder gebannt, bewegungslos in den Liiften. Als 7 Minuten und 15 Sekunden vorüber sind, fliegt der Glcitapparat herab und scheint nun die Erde zu berühren. Aber kaum zwei Fuß vom Siigclkamm entternr reißt der Flieger seine Maschine wieder empor, sofort steigt der Appa>.-tt wieder aufwärts und ist zwei Sekunden später wieder jenseits des Hügels verschlvunden. In einem sanften Gleitfluge lon etwa 250 Meter Länge kommt er dann zu Boden. Theater. Deutsches Theater: Turandot, chiiiesisches Märchen. spiel von Carlo Gozzi. deutsch von K- V°ll>n oller. Die ersten beiden Akte wirkten in der farbenprächtigen, burlesken Auf. führung Reinhardts sehr frisch und unterhalttan». Dann flaute die animierte Stimmung recht bedenklich ab, um sich an der Schluß'zer. von„euem beleben. Die Reinhardtanhanger de- monstrierten. wie in den Premieren des Deutschen Theater» herkömmlich, mit nicht cndenwollendem Applaus. Das»ntercssante Expcriiiient. die Tragikomödie des vergcsscncn Italieners, die heute nur nach in der idealistKck, stilisierenden, das Sck?wankhaftc aus- merzenden Bearbeitung Schillers bekannt-st. in Anpassung an des Autors Geschmack vorzuführen. kö»ntc durch eine größere tireiheit dem Texte gegenüber nur gewinnen Warum die losgeschürzte Fabel, die doch jeder tieferen psyck>ologischeii Durchführung entbehrt. in allen ihren Teilen, auch da. wo sie in einem leeren ermüden- den Jntrigcnwirrwar ausläuft, getreu ans dem Theater U'icdcr- bolen? Warum das Trollige der Persiflage durch die störende Breite mancher Späße schwächen? Ein paar gründliche Striche im zweiten Teile bätten die Vorstellung, die jetzt über dreiciichnlb Stunden douerte, leicht um ein Drittel lürze,, könne,» � Die Einführung des dummen Pantalone und anderer Typen aus der alten italienischen Stegrciskomödie, die sich in den fünf- ziger und sechziger Jahren des achtzehnten Jahrhunderts zu Be- ginn von Gozzis literarischer Laufbahn noch großer Popularität erfreute, gibt dem Sioffe von vornherein ein puppenspiclerisches Gepräge, schaltet den Gedanken, menschliche Maßstäbe an die agie- renden Personen zu legen, nach Möglichkeit aus. Der Verfasser blinzelt einem zu, daß er nur Scherz macht. Und nur in dieser Weise wird der Stoff mit seinen krasses» Widersprüchen überhaupt erträglich. Die wunderschöne, von dem landflüchtigcn Prinzen Kalaf so überschwenglich gepriesene Prinzessin Turandot wäre, aus dieser Puppenwelt ins Leben übersetzt, ein pathologisches Scheusal. Wer »m sie anhält, muß sich der Probe- unterziehen, drei Rätsel, die sie stellt, zu lösen, und wird, wenn er mißrät, enthauptet. Keinen, den ihr Reiz verlockte, hat die Sphinx geschont. Auch 5wlaf. dessen anmutige Jünglingsgestalt ihr Blut in Wallung setzt, will sie trotz- dem verderben. Ihr Hockmut ist empört, daß er die Rätsel lösen konnte. Und als er ritterlich verzichtend auf sein erworbenes Recht, ihr selbst das Rätsel aufgibt, seinen Namen zu erkunden, und er- klärt, er werde, wenn es ihr gelinge, als Besiegter abziehen, ver- schmäht Turandot keine Hinterlist, keine brutale Gewalttat. Sie läßt die Freunde Kalafs fangen, droht ihnen, die sich weigern, das Geheimnis zu verraten, mit furchtbaren Martern, und höhnisch triumphierend vor versammeltem Hofe ruft sie am Tage der Eni- scheidung dem Prinzen seinen Namen zu. Da. im letzten Augen- blicke, vollzieht sick die Wandlung. Als der verliebte Tor im Schmerz, daß er sie nie besitzen werde, das Messer auf seine Brust zückt, fällt sie ihm in den Arm. Bezwungen stammelt sie verzückte Liebcsivorte. Es ist nur stilgerecht, wenn dieser..gute Ausgang" be» Neinhardt-Gozzi das Signal zu einem übermütig ausgelassenen Potvourri gibt, das der ironische Unterton. der spielerische Sin», hier ei och in einem kräftigen Schlußakkorde durchschlägt. Glänzend waren die von Stern in phantasievoller Anlehnung an chinesische Motive entworfenen Dekorationen und Kostüme. Gefällig rabmte Busonis Musik die Szenen ein. Den Höhepunkt der Aufführung bildete der zweite Akt mit seiner halb zierlichen, halb burlesken Verspottung des Hofzercmoniells und der sehr ge- schickt entwickelten Szene des Rätlelkampfes. Wundervoll brachte M o i s s j das Auf und Ab in Kalafs Innerem, das Nachsinnen. die kühne, treffsichere Intuition zum Ausdruck. Seine Partnerin Frau E y s o l d t ck>arakterisierte sehr feinsinnig das Hinterhältige, geschmeidig Katzenhafte in Turandots Natur, und wußte selbst im Umschwung des letzten Aktes diesen Grundzug festzuhalten. In den Possentypen amüsierten vor allem die Herren Arnold, Wiens- feldt und Waßmann durch drastische Pointen. Mit diskretem und darum nicht weniger wirksamem Humor gab Tiegel mann den guten alten König. clt. Berliner Theater:„Coeur Aß" von E. Orczy. Ganz wie es in Kochbüchern heißt: Man nehme usiv. Und der Ver- fasser dieser englischen Hintertreppeiikomödie milchte verschiedene Speisenreste zu einem Ragoul von selisamen» Geschmack und Geruch zusammen. Der Schauplatz des Kraslessens is: diesseits und jenseits � Parlamentarisches. BcrfichcrungSgesetz für Angestellte. sSitzung vom Sonnabend, den 23. Oktober.) Versicherungsfrei sollen auch die Beamten sein, die noch nicht fest angestellt sind. demgemäß entlassen werden können und ihre Ansprüche auf die ihnen als Beamten zusteheiideii Penslonen verlieren. Die Sozialdemokraten beantragten, daß diese Bestiiiiinung gestrichen wird. Sie wurde jedoch gegen die Stimmen der Sozialdemokraten und der Fortschrittlichen Volkspartei an- genommen. Dagegen wurde in den Enlwiirf eingefügt, daß „Aerzte und Tierärzte in ihrer beruflichen Tätig» keit versicher u ngsfrei' sind. Nach dem Entwurf sollte ein Versicherter nicht berechtigt sein, sich auf feine Kosten in einer höheren GehaltSklasse zu versichern, als seinem Gehalt entspricht. Die Sozial« demokraten beantragten: Der Versicherte kann bis zum volleiideten 40. Lebensjahre»n eine höhere Gehaltsklasse übertreten, als der Höhe seines JahreSarbeitsverdieiisteS entspricht. Dies wurde des NermelkaiuilS um die Zeit der schreckliche» Scpicinbcrniorde in Paris(1792). Ohne allerlei Verkleidniigsschabcruack und spukhafte Verwechselimgeu geht eS nicht ab. Wer ist aber„Coeur Aß"? Ein englischer Adliger, die geheimnisvolle Seele eines Londoner Klubs zur Errettung blaubliisiger französischer Flüchtlinge. Niemand tveih allerdings, wer„Coeur Aß" ist. Sir Blnkeney etwa— dieser beständig Schlaslustige? DaS hätte doch seine Gaitin, eine von der englischen Gesellschaft bewunderte Franzosin wissen müssen. St. Just, als Kommissär des Wohlfahrtsansschusseö über den Kanal geschickt, nin„Coeur Aß" unschädlich zu machen, ist Jakobiner genug, um sich hinter BlakcneyS Frau slecke». Für ihn steht es fest, daß deren Gatte mit„Coeur Aß" identisch ist. St. Just versteht es, die ahnungs- lose Frau zu», Verräter an, eigenen Manne zu macheii. Drüben in Paris ist ihr geliebter Bruder festgesetzt. St. Inst verbürgt sich für seine Rettung vom Tode— sobald er weiß, daß Sir Blakeney niemand anderer sei, als„Coeur Slß". Auf Schritt und Tritt ver- folgt er ihn bis nach Calais. Als die Frau dahinter kommt, wird sie von Verziveiflniig gepackt. Sie reist den, Gatten nach, findet ihn noch in einer französischen Spelunke— und hier wandelt sich daS tragische Verhängnis in lustige Komödie. St. Inst nimmt die ihm vo» Blackeney angebotene Prise Schnupftabak, muß fürchterlich niesen— und währenddem eiilschliipft ihm„Coeur Aß". Nein, noch mehr: er selber fällt in die Falle, indem er in den Keller der Spelunke gesperrt wird. Die Französin hat so ihren Bender und auch ihren Gatten gerettet. Man sieht hieraus, ivelche famosen Dienste doch so eine Dosis paprizierten Niespulvers im entscheidenden Moment zu leisten vermag I DaS Stammpublikuin bezeugte sein ausfallendes Entzücken sowohl an der blutrünstigen Böscnbnbciigeschichte, wie auch an dem effektvollen Ziisammenspiel aller Darsteller. e, k. LustspielhauS:..Die Vergnügungsreise", ein Rciseschwank in vier Stationen von Fritz Fried maiin- F r c d c r i ch s. Der blinde Passagier seligen Angedenkens, der einst auf seiner Nordlandreise harmlose Gemüter entzückt-, ist wieder auferstanden. Nur daß er das Feld seiner herzcnsknickcndcn Tätigkeit jetzt in einen Schweizer ZollabfertigungLraum, ein Hotel zu Venedig und in den Schlafwagen eines Luxuszuges verlegt hat. Eine Cookschc Reisegesellschaft wird anfgcbotc». um den altbekannten Schwankfigurcn als Folie zu diene». Und da>die Bourgeoisherr- schaften. die es dazu haben, vom Reisen und vom Vergnügen ihre eigene Meinung haben, brachten sie den ins Schwankhafte ver- gröberten Situaiionen und Personen auf der Bühne auch heiteres Verständnis entgegen. Das Tempo, in dem der Schwank gespielt wurde, entsprach zum Gluck dem Tempo, in dem das Cook- und Luxuszugpublikum durch Italien rast, so das; man keine Zeit fand» so manchen Kalauer auf sein Alter hin zu prüfen. Richard Georg verkörperte recht lustig den gemütlichen, durch großzügige Schnapssabrikation reich gewordenen Berliner, der seine Ver- gnügungsreise weit über die Grenzen bürgerlicher Tugend zu machen sucht, während Franz Arnold die großschnauzige und saugrobe Berliner Spezies vertrat. Tilli Waldegg traf als ehe- irrende Mondäne den lebensechten Ton. Gut war auch Toni I in p e k o p? n cils persischer Pscudoprinz und Schlaswagemnardcr, 44. mit der Aenderung angenommen, daß die höhere Versicherung dem Versicherten nur bis zum vollendeten 2S. Lebensjahre gestattet ist. Ferner beantragten die Sozialdemokraten: Ein Ber- sicherter, der in eine versicherungspflichtige Beschäftigung mit ge- ringerem Entgelt als seiner bisherigen Kehaltsklasie entspricht, ein- tritt, kann in seiner bisberigen GchaltSklusse bleiben. Der Antrag lvurde mit dem Zusatz a n g e n o m m en, daß dies nur dann ge- stattet ist, falls der Versicherte mindestens 50 Monatsbeiträge für die höhere Gehalisklasie geleistet hat. Unverändert wurde der letzte Absatz des sozialdenionschen Antrages angenommen, daß der Arbeitgeber nur dann zum höheren Beitrag verpflichlet ist, wenn dies vereinbart worden ist. Räch dein Tode der verstorbenen Ehefrau eines erwerbsunfähigen Ehemannes, die den Lebensunterhalt ihrer Familie ganz oder über- ivlegend auS ihrem Arbeitsverdienst bestritten hat, sieht den ehelichen Kindern unter 18 Jahren Waisenrente zu, so lange sie be- dürftig sind. Die Sozialdemokraten beantragten, daß die Beschränkung dieser Leistung auf die Zeit der Bedürftigkeit ge- strichen wird. Die Beschränkung wurde aber gegen die Stimmen der Sozialdcnwlrateu und der Fortschrittlichen Volkspartei a n g e- n o in in e n. Das Ruhegeld soll nach Abkanf von 120 BcitragSmonaten ein Viertel der in dieser Zett entrichteten Beiträge und ein Achtel der übrigen Beiträge betrage». Die Sozialdemokraten be- anttagtcn: Das Ruhegeld besteht aus einem Gruiidbetrag und aus Steigerungssätzen. Der Gruiidbetrag wird stets nach 120 Beitragsmonaten be rechnet. Sind weniger nachgewiesen, so gilt für die fehlenden die GehaltSklafle A, sind es mehr, so scheiden die überzähligen Beiträge der»iedriegsicn Gehaltsklassen ans. Für jede» Beitragsmvnat werden angesetzt: in der Gehaltsklasse A 0,30 M.. B 0,50 M.. C 0,80 M, D 1,10 M.. E 1,60 M.. F 2,20 M, G 2,80 M,. H 3,40 M., J 4,40 M, Der SteigerungSiatz beträgt für jeden veitragsmonat: in der Gehaltsklasse A 0,10 M,. B 0,30 M.. C 0,40 M.. D 0,60 M., E 0,80 M., F 1,10 M.. G 1,40 M.. H 1,70 M,. J 2,20 M. Die Sozialdemokraten wiesen nach, daß nach ihrem An- trage das Monatsgcld in vielen Fällen höher und stets gerechter be- messen tväre, als es nach dem Vorschlage der Regierungen der Fall seiii würde. Das Zentrum empfahl folgende Resolution zur An- nähme: «Der Reichstag wolle beschließen, die Verbündeten Regienmgen zu ersuchen: 1. Spätestens nach Aufstellung der ersten Bilanz(Z 173) dem Reichstage eine Denkschrift über die GeschKftSergebnisse und die Finmizlage vorzulegen; 2. dann, soweit eS ohne Erhöhung der Beiträge möglich er- scheint, in erster Linie die Gewährung von Kinder- Zuschuß- reuten nach Borbild der NeichsversicherungSordiumg in die Wege zu leiten.' Die bürgerlichen Parteien lehnten den Antrag der Sozial- demokraten a b. Darauf wurde die Resolution einstimmig an- Benommen, Die Witwen- und Witwerreute beträgt 2/s des Ruhegeldes, das der Ernährer zur Zeit seines Todes bezog oder bei Berufsunfähig» keit bezogen hätte. Die Sozialdemokraten beantragten die Erhöhung der Rente auf drei Fünftel des Ruhegeldes.— Der Antrag wurde von allen bürgerlichen Parteien abgelehnt. Abgelehnt wurde von allen Parteien die Bestimmung des Entwurfs, daß der Versicherte die Hälfte der fiir ihn geleisteten Bei- träge beanspruchen kaim, wenn er nach Ablauf der Wartezeit von 60 Beitragsmonaten aus der versicherungspflichtigen Beschäfli- gung ausscheidet und ein eigenes Geschäft begründet. Ebenfalls abgelehnt wurde die Bestimmung, daß Witwenrente neben dem Bezüge von Gehalt oder Lohn oder Eüikommen aus sonstiger, ge- wiiiiibringeildcr Beschäftigung ruht, soweit Witwenrente und Jahres- arbcitsverdienst der Witwe zusammen den JahrcSarbeitsverdirnst des verstorbenen Ehemannes übersteigen, Die nächste KommisfionSsitzung findet Dienstag statt. Bus der Partei. Ein sozialdemokratischer Beigeordneter bestätigt. In Steinbach im Taunus, einem mitten im preußischen Gebiet ftegenden Ort, der 1868 bei der großen preußischen„Grenz- regelung' vergessen wurde, ist am 4. September d. I, Genosse Roß wieder zum Beigeordneten gewählt worden. Unsere Gegner freuten sich schon darauf, daß Roß nach dem neuen hessischen Kurs nicht mehr bestätigt werden würde. Wider alles Erwarten hat aber das Kreisamt Ofsenbach unfern Genoffen doch bestätigt. Wir haben jetzt tu Steilibach neun sozialdemokratische Gemeinderäte und einen Beigeordneten._ Die Borkonferenz der Sozialdemokratie der Balkanstaaten, die dieser Tage in Belgrad getagt hat, nahm in bezug auf den italienisch-türkischen Krieg folgende Resolution an: ,,J« Anbetracht der Gefahr, die dem Frieden durch die imperia- listische Politik der kapitalistischen Staaten droht, deren letzter und brutalster Akt der Angriff Italiens auf die Türkei ist, der Ber- wickeliuigen auf dem Balkan hervorrufen mid ganz Europa in Brand setzen kann, beschließt die Vorkonferenz der Sozialdemokratie der Balkan- paaten in Uebereinstinmmng mit den Anweisungen des internatio- nolen sozialistischen Bureaus, alle sozialistischen Parteien des Balkans aufzufordern, für den 23. Oktober<5. November) sozialistische Massen- Versammlungen mit Rednern auS den einzelnen Nachbarländern zu veranstalten. Um dieser Aktion mehr Nachdruck zu verleihen, wird das Proletariat der Balkanstaaten gleichzeitig neben seiner Soli- darität mit->em internationalen proletarischen Kampfe gegen den Krieg und entsprechend der Resolution der ersten im Dezember 1909 zu Belgrad stattgeftmdeiien BaUaiikonferenz auch die Notwendigkeit proklamieren, daß die Balkanstaaten demokratisiert, die sozialistische Bewegung zum Wachsen gebracht und die föderativ-deniokrattsche Republik der Balkanstaatell verwirklicht werde, und zwar einschließlich der Türkei, deren reaktionäre und rückschrittliche Politik und deren Anarchie im Innern die EroberungSlust der kleinen Balkan« staaten und der Großmächte reizt. Nach der einhelligen Ansicht der Sozialdemokratie der Balkanstaaten ist das die beste Gewähr für die SuftechtrrhalUmg des Friedens und des Fortschritts auf dem Balkan._ Aus der italienische» Partei. , Rom, 25. Oktober. sEig, Ber.) In Mailand hat eine großartige Demonstration mit Umzug und Volksversammlung zu Ehren de?.Avanti' stattgefunden. An dem Umzug beteiligten sich alle proletarischen Organisasionen der Stadt mit ihren Fahnen. Der in Mailand weilende Genosse Bandervelde nahm nach dein Hauptredner Turati das Wort und feierte in einer mit Be- geisterung aufgenommenen �iede die Internationale des Proletariats. die heut« das einzige Gegengewicht gegen den kulturfeindlichen Im- perialismuS darstellt. Bus Industrie und ktandel. Tentsch.Luxewburg. Der jüngste der deutschen Montanriesen ist zugleich das typischste Beispiel für die Entwicklung der Montanindustrle Deutsch- landö. Schon seine jetzt erschienenen Abschlußziffern für 1910/11 beweisen dies. Unter Führung der D a r m st ä d t e r Bank, in der zu jener Zeit Dcrnburg herrschte, wurde um die Jahr- bundertwende die Aktiengesellschaft Difscrdingen-Tannenbaum zur Tcutsch-Luxemburgischen Bergwerksgejellschast umgewandelt. Wie sich dies Unternehmen allein im bergangenen Jahrfünft entwickelt hat, zeigen folgende Zahlen. 1906/07 1907/08 1908/09 1909/10 1910/11 in Millionen Mark Aktienkapital... Obligat, u. Hypothek. Reingewinn... Dividende.... Tantiemen an den Aufsichtsrat... Groß geworden, ist die Teutsch-Luxemburgischc Bergwerks- gesellschaft unter Dernburg nicht, eher berüchtigt. Er hat es sogar verstanden, das ganze Unternehmen, über welches er als erster Aufsichtsratsvorsitzender herrschte, sanicrungsbedürftig zu machen und zur Rettung die amerikanischsten Börsenmethoden zu benutzen, Nachdem Ternburg Minister geworden war, ist Teutsch-Lux in das Fahrwasser inneren Ausbaues und äußeren Wachstums gekommen. Selbstverständlich hat es nach wie vor gute Banken hilfo gehabt. Recht drastisch kam dies bei Aufsaugung der Zeche „Kaiser Friedrich" zum Ausdruck. Die Gcwerken dieser Zeche lehnten,— es war 1910— die Kaufofserte als zu niedrig ab, trotzdem ihre Verwaltung davor warnte. Kurz danach kündigte die Bankverbindung der Zeche einen- Teil ihres Guthabens, die ein- zelnen Gewerken mußten, um die Rückzahlung leisten zu können, auf ihre Kuxe reichliche Zubußen- zahlen. So gefügig gemacht, stimmten, sie bald für die Verschmelzung mit Deutsch-Lux auf der Basis der alten, früher als zu niedrig betrachteten Oflerte. Allein in den letztvergangcnen- Jahren kamen die Friedrich- Wilhelm-Hütte in Mühlheim a. d. R., dann das bekannte Tort- munder Steinkohlenbergwerk Louise Tiefbau und 1910 die mäch- tige Saar- und Moselgescllschaft in das Machtbereich von Deutsch- Lux. In diesem Jahre kam es zur Vereinigung mit der Dort- munder Union, einem Unternehmen, das ebenfalls schon recht stürmische Zeiten erlebt hat. Im- Juni dann noch zur Vereinigung mit der Rümelinger und St. Jngberter Hochofen- und Stahlwerks- gesellschaft. Alle diese Fusionsarbeiten gingen planmäßig darauf aus, einen nach außen— was den Produktionsgang anbetrifft— völlig abgeschlossenen Konzern zu schaffen, der sich alle Rohmaterialien selbst liefert, sie zu Halb- und Fertigsabrikaten macht und seine Neben- Produkte selbst verwertet. Von der Kohle, die im eigenen Betriebe verkokt wird, um Heizmaterial der Hochöfen zu werden, bis zu den Koksgasen, die in Elektrizität umgewandelt, die Walzenfttaßen treiben, alles ist zu einer einheitlichen, Macht zusammengeballt. Mit dieser Entwicklung, die nicht allein Deutsch-Luxcmburg durchgemacht, es fei nur an Krupp, Gclsenkirchen und Phönix er- innert, stirbt die Zeit der Produktionsstufenkartelle in der Sdytoer- industrie. Was jetzt kommt, das ist Kampf und gegenseitiger Aus- gleich der größten Montankonzerne. Wie sehr z. B. auch Deutsch- Lux die Fesseln des Kohlensyndikats empfindet, beweist die Klage des Geschäftsberichts über die im Berichtsjahr weiter gestiegenen Umlagen dieses Rohstofskartells. Im Jahre 1904 erhob es bei seinen Mitgliedern von jeder Tonne Kohle 4 Proz. Umlage, 1911 sind es schon 12 Proz. geworden! Dabei muß beachtet werden, daß der Eigenverbrauch umlagefrei ist, die finanzielle Basis des preistreibe- rischen Kohlensyndikats heute also allein die reinen Kohlenzechen, die für den Markt liefer», abgeben müssen. Unternehmen wie die Dcutsch-Luxemburgische Bergwerks- und Hütten A. G. werden dabei nicht einmal am schärfsten getroffen. Besonders interessant ist auch und typisch für die Entwicklung, welche die Montanindustrie nimmt, daß betont wird, wie gut die Gewinne aus dem Geschäft der Nebenprodukte gcwor- den seien. Aber auch die Lieferungen an Produkten des Stahl- Werksverbandes, wo Teutsch-Lux an zweiter Stelle steht, haben steigende Gewinne gebracht. Die Zukunft der beiden großen ProduksionSstufcnkartclle, des KohlensyndikatS und des SiahlwerkSvcrbandes, die ja bald ab- laufen, liegt in den Händen der wenigen großen Montankonzerne, zu denen Dcutsch-Luxemvurg gehört. Das Kohlensvndikat in Röten! Ter Bestand des Rheinifch-Westfälischen KohlensyndikatS ist arg gefährdet. Verschiedene Kräfte,'aus einer Wurzel stammend, drohen es zu zersprengen. Die gesicherte Preislage, die daS Syndikat ge- schaffen, gab starken Anreiz zu Neuanlagen, Betriebscrweiterungen, kurzum, zu einer gewaltigen'Ausdehnung des Produktionsapparates. Damit wuchs die Leistungsfähigkeit schnell und weit über den In- landbcdarf hinaus. DaS um so mehr, als eine systematische Be- triebsorganisation in Verbindung mit besseren ProduktionSmethoden in der Eisenindustrie die rationellere Ausnutzung der Heizmittel ermöglichte. Die Kohlenproduktion wuchs nicht in gleicher Weise wie die Zunahm« der Eisen- und Stahlerzeugung. Eine volle Aus- Nutzung der Grubenanlagen ist daher nicht möglich. Zurzeit beträgt die Fördereinschränkung fast ein Sechstel, bei der Koksproduktion zwei Fünftel der Beteiligung beim Kohlensyndikat. Die Beteiligung bleibt zudem oft weit hinter der wirtlichen Leistungsfähigkeit der Gruben zurück. Tatsächlich wird mit der gegenwärtigen Förderung und Produktion die Gewinnungsmöglichkeit kaum mehr als wie zur Hälfte ausgenutzt. Und das ist wiederum nur zu erreichen, indem das Syndikat bedeutende Mengen Kohlen aus den Auslandsmarkt wirft. Von llft! Millionen. Tonnen im Jahre 1896 wuchs die Aus- fuhr von Steinkohlen auf 15 Millionen Tonnen in den Jahren 1960 und 1901; in stetiger Zunahme erreichte der Export dann im Jahre 1903 eine Menge von 21 Millionen Tonnen. 1909 waren es schon 23)4 Millionen Tonnen, und im laufenden Jahre wird die Ausfuhr 25 Millionen Tonnen erreichen. In den ersten 9 Monaten 1911 sind nämlich schon 19� Millionen Tonnen ausgeführt worden,'2)4 Millionen Tonnen mehr als in der gleichen Zeit des Vorjahres. Die Beschickung des Weltmarktes ist aber mit erheblichen Prcisopftrn und Unkosten verknüpft. Diese Lasten müssen die Eyndikatsgruben tragen. Durch ein Umlageverfahrcn werden sie ratierlich auf die Mitglieder nach dem Förderwert ver- teilt. Jetzt beträgt die Umlage 9 Proz. Da aber die Süttenzechcn mit ihrem Selbstverbrauch von der Umlage verschont bleiben, müssen in der Hauptsache die sogenannten reinen Werke die Kosten für das Syndikat ausbringen. Das ist ein Grund tiefgehender Mitzssim- mung, der in manchen Geschäftsberichten sich Luft macht. Zu der Mißstimmung trägt weiter der Umstand bei, daß der Selbstverbrauch der Hüttenzcchcn auch nicht auf die Beteiligung angerechnet wird. Die vom Kohlenfyndikat hochgehaltenen Kohlenprcise machen einen Hüttenbetrieb dann schon rentabel, wenn die eigentliche Eisen- Produktion keinen großen Verdienst abwirst, die Leistungsfähigkeit der Gruben aber voll ausgenutzt werden kann. Darum steigern die Hütten die Förderung ihrer Zechen, produzieren viel Roheisen und Halbmaterial, das sie, soweit die Nachfrage am Jnlandmarkt zu seinem Konsum nicht ausreicht, auf den Außenmarkt werfen. Die Hüttenzechen beschränken auf diese Weise die Absatzmöglichkeit der reinen Gruben, die zudem auch noch die Kosten für die sie schädi- gende Politik aufbringen müssen. Die benachteiligien Zechen stürmen nun mit Macht gegen die Privilegien der Hütlenzechcn an. Diese wollen jedoch ihre Position nicht aufgeben. Ob eine Verständigung den Jntercssenkonflikt doch noch ausschaltet, ist zwar nicht aus- geschlossen, erscheint aber sehr fraglich. Zu den geschilderten Schwie- rigkeiten, kommen nämlich noch andere von erheblicher Bedeutung. Während auf der einen Seite das vom Kohlensyndikat stabilisierte Preisniveau zu einer gewaltigen Steigerung der Förderung Anlaß gab, förderte der EinschränlungSzwana das Außenseitertum. Um nicht gezwungen zu sein, einen Teil ihrer Leistungsfähigkeit un- benutzt zu lassen, verzichteten mehrere Gruben auf den Beitritt zum Syndikat. Sie konnten daher ihre Anlagen voll ausnutzen, soweit sie Absatz für ihre Produktion fanden. Das wurde ihnen nicht schevcr, sie brauchten bei stärkerem Angebot die Syndikatspreise nur etwas zu unterbieten. Das geschah; infolgedessen wuchs der Anteil der Außenseiter an der Gcsamisörderung in bedrohlichem Maße. Im Jahre 1908 förderten die nicht dem Syndikat angeschlossenen Gruben erst 711 081 Tonnen, im Jahre 1909 bereits 4 137 513 Tonnen. Die von dieser Seite drohende Konkurrenz wird größer und größer. Entweder das Syndikat erfüllt sehr weikgehendo Ansprüche elnzel- uer Gruben und reduziert, wenigstens relativ, die BctciLgung der übrigen Mitglieder, was auf Widerstand stößt, oder die Zahl der Outsider und die Menge der von ihnen auf den Markt geworfenen Kohlen nimmt kräftig zu. So verlangt jetzt die Gesellschaft„Trier". der man nur 600 000 Tonnen Beteiligung zuerkennen will, eine solche von 1296 666 Tonnen. Was die Outsiderkonkurrenz jetzt schon bedeutet, illustriert eine Maßnahme des Belgischen KohlensyndikatS. Dieses steht zu dem Rheinisch-Wcstfälischcu Kohlensyndikat i» sehr enger Beziehung, es verkauft sogar dessen Erzeugnisse. Dem Belgischen Syndikat machen nun deutsche nicht syndizierte Gruben speziell mit Koks den Markt streitig. Auf Veranlassung des Deutschen Syndikats hat nun das belgische gegen die deutschen Outsider einen Preiskampf eingeleitet, indem es, ohne daß die Marktlage dazu nötigte, den Preis für Hüttenloks um 1,50 Franks ermäßigte. So sieht man das Kapital international vereinigt zum Kampfe gegen das„nationale". Profitinteressen sind aus beiden Seiten das Motiv. Jedenfalls lehren die Vorgänge, daß die anarchische Wirtschaftsordnung, in der nicht die Absicht, Bedürfnisse zu befric- digen, sondern nur um Gewinne zu machen, die Produktion und die Maßnahmen des Kapitals bestimmen, die Grundlage des Kohlen- syndikats unterminiert._ Tozialdemokratischcr Zentralwahlverein für den Reichstags- Wahlkreis Arnewalde- Fricdcbcrg. Ortsverein Berlin. Heute Zonntag. nachm ittags 3 Uhr, bei Thimm, Tiljiter Strahe 7«: Oesscnlliche Versammlung für alle aus dem Kreise in Berti» beschästiztcn Reichstags- Wähler. Arbeiter- Esperanto- Vereinigung Groß- Berlin. Kruppe Z e n t r um. FreilagS 8'/- Rcstaur. Tröbcl, Blanlcnscldestr. 10. Gruppe Moabit. Sonnabends i'l. Rcstniir Frosch. Gohkowskystr. 36. Gruppe R i x d o r s Dienstags 8 Restaur. Kuhlmey. Steinm-tzslr. 84. Mariendorf< Tempclhof. Die hiesige Ortsgruppe des Arbeiter- SamaiiterbundeS eröffnet am Montag, den 6 Roocmber, bei Apelt. Tempel- Hof, Berliner Str. 41, einen neuen Somanterlursus, an w-Ichem alle daran intercjsicrteii Geuossrn tciliichincn löimcn. Die anlc-cnden Borträge werden von einem Arzt gehalten. Bus aller Alelt. Die Srziebung zur Sittlichkeit. Ans Aachen, das den Vorzug hat, durch einen frommen Z e n t r u m s m a n n im Reichstage vertreten zu sein, wird der Franks. Ztg." folgendes Histörchen berichtet: Prof. L e d e r e r, der Schöpfer des hier jüngst enthüllten Denkmals Kaiser Friedrichs III., wollte der Stadt Aachen noch seine ganz besondere Sympathie be- weisen und schenkte ihr deshalb eine Bronzefigur für rinen auf dem Fischmarkt stehenden Laufbrunnen, die mit Bezug auf ihren Slandort ein B ü b ch e n darstellt, das zwei wasserspeiende Fische an sich drückt. Als sich die frommen Aachener da? Geschenk näher besahen, mußten ste die schreckliche Wahrnehmung machen, daß das Knäbchcn so dastand, wie eS Professor Lederer nach der Natur geschaffen, also nicht einmal ein Badehöschen anhatte! Darob Entsetzen bei den Sittlichkeitsfanatikern, deren einige im Jutereffe der Moral nächtlicherweile die Figur von ihrem Postament herabzustürzen versuchten. Diese edle moralische Tat glückte nun freilich nicht, doch hat inan bereits durch« gesetzt. daßSchnlkindernicht an dem Brunnen stehen bleiben dürfen, und eine Bewegung ist im Gange, die tädtische Verwaltung zur Entfernung des„anstößigen" Fischer- knaben zu veranlaffen. In der Praxis sieht die klerikale Sittlichkeit manchmal anders aus. So wurde beispielsweise am Freitag von der Strafkammer in Kempten der katholische Pfarrer Leopold Geyer aus Schwabhofen zu l'/a Jahren Gefängnis und drei Jahren E hrv er« ust verurteilt. Der GotteSmam, hatte fich in echzehn Fällen an Kindern seiner Pfarr« gemeinde vergangen. Zu seiner Entschuldigung gab der Schweinepriester an, daß er homosexuell veranlagt sei und die Verbrechen nur auS„medizinisch-wissenschaftlichen Gründen" begangen habe. Während einmal die Kinder sorgsam vor dem Anblick von Kunstwerken gehütet werden, damit ste nicht in Sittenverderbnis verfallen, werden sie zum andern au?.wissenschaftlichen" Gründen physisch und moralisch zugrunde gerichtet. Wie heißt es doch: Richtet Euch nicht nach meinen Taten... Tie ägyptische Finsternis. Durch nächtliche Finsternis wurde am Sonnabendvormittag die Hamburger Bevölkerung überrascht. In der ganzen Stadt mußten die Beleuchlungseinrichtungen\n Tätigkeit gesetzt werden, mehrere Schulen wurde n geschlossen. Im Hafen und in der Stadt kam es verschiedentlich zu Verkehrsstörungen. Gegen 11'/« Uhr fand die Finsternis langsam ihr Ende. Bonner Korpsstudenten. Da» gemeingefährliche Treiben eineS Teiles der Bonner Studentenschaft bat den Rektor der Universität zu einem Anschlag am schwarzen Brett veranlaßt, der folgende sanfte Mahnung enthält: „Auf Veranlassung mehrfacher Beschwerden der Eisen bah Verwaltung— zuletzt wiederum vom 16. d. M.— ersuche ich die Studierenden angelegentlich, sich jeder Störung der Ruhe und Ordnung innerhalb der Bahnhöfe zu einhalten. Zur Wahrung der Sicherheit des Eisen- bahnbetriebes müssen derartige AuSschreilungen streng ge- ahndet werden und hat noch im vergangenen Jahre der Senat der Universität wegen einer solchen einen Studenten von der Universität, die übrigen Beteiligten mit Androhung der Enliernuna bestrast." Ob durch den Anschlag die Vertreter der„Goldenen Jugend" sich bewegen lassen, in Zukunft die Sicherheit des Eisenbahnbetriebes nicht mehr zu gefährden, erscheint sehr zweiielhast. ES brauchten gegen derartige Rüpel nur die strafen in Anwc'dung gebracht iverden. die oftmals gegen strelkcnde Arbeiter verhängt werden. wenn sie eS wage», einen Hintze-Gardisten scheel anzusehen. Dann würde zwar mancher der jungen Herren es nicht zum Staats- anwalt oder Rickler bringen, daS wäre jedoch für die Geselljchaft wirklich kein Schaden._ Nene Wege des Weltverkehrs. Wie ein Telegramm der Petersburger Telegraphen-Agentur meldet, ist der Bau der Eisenbahnbrücke über den Jalu- s l u ß beendet. Am I.November wird die Brücke dem Verkehr übergeben. Ein gewaltiges Stück kultureller Arbeit ist damit ge- schaffen worden. Die Brücke und der Ausbau der Strecke«iltuug— Mulden stellen die bisher fehlende Verbindung zwischen Korea und der Mandschurei her. so daß es nunmehr möglich ist, von Berlin auS in 16—17 Tagen mit der Eisenbahn auf direktem Wege bis F u s a n in Südkorea zu fahren. Von dort aus erreicht man nach achtstündiger Dampferfahrt durch die Tschusimastraße die japanischen Inseln. Für den Handelsverkehr mit dem auf« strebenden Japan ist die neu geschaffene Verbindung von großer Bedeutung.___ eingegangene Druchfchnftcn. Die wirtschaftliche Selbstgenügsamkeit Joseph«hamberlaius. Ein historischer Enlivickeluiigsveriuch von Baldtraut Schubart. 5 Tl. gcb. 6 M. Berlin SW. 43, Leonhard«iniion SR'. atiis«. G. Wintelblechs literarischem Rachl»s». von Dr.« Cd Biermann. 3 M. 21. Teichen, Leipzig. Zu de» Lohn- u. Arbeitsbedingungen des Deutsche« Tnbakarbeiter-Verbandes Hygienisch cmwandfrcic Herstellung! in vorzüglicher Qualität ans den Fabriken der KnoßviviKsirfs» QvsvHscKsfl deutsclier Konsumvereine m. b. H.y Hamburg, zn haben in folgenden Detailgeschäften: Otiten. Kopernikusstr. 11. Petersburger Ttr. 5. Poseuer Ztr. 23, p. Schäfer. RominteuerItr. 18, Gust. Liebccke. Thaerstr. IS. Weidenweg 18. Südosten. Eiseubahnstr. 48,$. Wurst. 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In der Berichtsperiode hat die sozialdemokratische Fraktion auf sozialem Gebiete so zahlreiche Anregungen gegeben und An- träge gestellt, daß wir die speziellen Arbeiterfragen in einem be- sonderen Kapiirl behandeln mußten. Eine für weite Kreise wichtige Frage ist die Arbeitslosenversicherung und der Ar- beitsnachweis. Zwar ist die Arbeitslosigkeit«ine Folge der heutigen kapitalistischen Gesellschaft und kann nur mit der Beseiti- gung der heutigen planlosen Produktionsweise aus der Welt geschafft werden, nichtsdestoweniger kann die Gemeinde zur Minde- rung der allcrschlimmsten Wirkungen dieser kapitalistischen Folge- erscheinung beitragen. Unsere Genossen baben aus diesem Grunde wiederholt an die Gemeindebehörden diesbezügliche Anträge gestellt. Es ist auch eine gemischte Deputation eingesetzt worden, um die Frage zu studieren, weil aber diese Deputation so gar nichts tat, entschlossen sich unsere Genossen, an die Stadtverordnetenversamm- lung Anträge zu stellen, die spezialisierte Bestimmungen enthielten für die Einrichtung einer gemeindlichen Arbeitslosenunterstützung und eines mit dieser Einrichtung verbundenen städtischen Arbeits- nachweise». Es sollten den gewerkschaftlichen Organisationen bei Eintritt von Arbeitslosigkeit Zuschüsse von der Gemeinde gezahlt werden, außerdem sollte gegen Zahlung eines Beitrages Selbst- Versicherung gegen Arbeitslosigkeit zulässig sein. In der Sitzung vom 19. Januar 1911 begründeten unsere Genossen die Anträge. Sie konnten sich dabei darauf beziehen, daß mehrere Städte in Deutschland eine Arbeitslosenversicherung schon eingeführt haben. Besondere Gegenliebe fanden unsere Genossen aber nicht bei der freisinnigen Mehrheit. Die Anträge wurden in die schon be- stehende gemischte Deputation verwiesen, die nun ihrerseits der- suchen wird, positive Vorschläge zu vereiteln. Di« Deputation ist inzwischen einmal zusammengetreten, aber sofort wieder cuSem- ander gegangen, weil man abwarten wollte, Iva» der deutsche Städtetag beschließen würde, der Anfang September in Posen zu- sammentreten sollte. Da das Resultat de» Städtetages mich kein erfreuliches ist, so darf man gespannt sein, in welcher Weise die sozialdemokratischen Anträge ihre Erledigung finden werden. Was den Zentralverein für Ar beitsnachweis be- trifft, der für Berlin die Arbeitsvermittelung besorgt und von der Stadt subventioniert wird, so war e» bei der Etatsberatung 1919 gelungen, im EatSausschuß einen Antrag folgenden Inhalt» zur Annahme zu bringen:„Die Versammlung ersucht den Magistrat, �u erwägen, ob nicht der Zentralverein für Arbeitsnachweis zu ver. stadtlichen wäre." Dieser Antrag wurde in der Stadtverordneten- sitzung vom 30. März 1910 mit geringer Stimmenmehrheit abge- lehnt. Bei Vergebung von Arbeiten vertraten unsere Te- Nossen den Standpunkt, daß die Arbeiten von der Stadt in«ige- n e r Regie auszuführen sind. Da» geschah insbesondere bei der Gestellung von Aktenwagen am 23. Stovember ILIO und bei der Neuverpachtung des öffentlichen AnschlagivesenS am d. Januar 1911. Von größerem Interesse für weite Kreise der erwerbstätigen Bevölkerung waren die Teuerungsdebatten. Infolge der •) �iehe auch Nr. 242, 248, 250, 251, 252 de»„Vorwärts". hohen gleischpreise hatte sich die Stadwerordnetenversammlung in der Sitzung am 8. September 1910 mit einem sozialdemokratischen Antrage zu beschäftigen, der Maßnahmen gegen die Fleischnot ver- langte. Es wurde verlangt, daß der Magistrat bei den Reichs- und Staatsbehörden vorstellig werden möge, Mittel zur Abhilfe zu fordern. Bei dieser Gelegenheit wurde die agrarische Liebesgaben- Politik der Staats- und Reichsregierung in der schärfsten Weise kri- tisiert. Auf Antrag der bürgerlichen Fraktionen wurde eine ge- mischte Deputation eingesetzt, die weitere Schritte beraten soll. Ein Jahr war ins Land gegangen, die gemischte Deputation hatte noch nichts von sich höre»» lassen, als die Stadtverordnetenver- sammlung sich von neuem mit TeuerungsfMgen zu beschästigen hatte. Tie Preise für die notwendigsten Lebensmittel waren weiter gestiegen, ohne daß Aussicht auf Aenderung abzusehen war. Am 21. September 1911 beriet die Stadtverordnetenversammlung von neuem über die Teuerung. Wieder wurde Protest erhoben gegen die Wirtschaftspolitik der Reicheregierung, die auf die Auspowe- rung der breiten Schichten der Bevölkerung hinauslaufe und eine Aenderung dieser Wirtschaftspolitik verlangt. Von den Vertretern der Sozialdemokratie wurde außerdem betont, daß auch die Kom» mune, die zwar an diesen Zustanden unschuldig sei. einige Maß- nahmen zur Milderung des Notstandes treffen könne, wie Be- schaffung frischer Seefische, Vertrieb von Kartoffeln, Versorgung der Bevölkerung mit Milch. Wirksame Abhilfe müssen natürlich Staat und Reich treffen. Inzwischen hat der Magistrat den Seefischverkauf unter Auf- ficht städtischer Beamten in die Wege geleitet. Andere Maßnahmen werden erwogen. Ob aus diesen Erwägungen etwas Positives her- auskommt, ist ungewiß. Ein« weitere wichtige Frage von sozialpolitischer Bedeutung ist die des Wohnungswesens. Auf diesem Gebiete hat die Stadt Berlin bisher ihre Pflicht versäumt. Aus den im Jahre 1900 und 1901 in der Stadtverordnetenversammlung gepflogenen Debatten über die damals in Berlin herrschende Wohnungsnot ist eine Stif- tung erstanden mit dem Zweck„minderbemittelten Einwohnern der Stadt Berlin billige und gesunde Wohnungen zu gewähren". Diese Stiftung wurde mit 1 Million Mark ausgestattet. Mit diesen Mitteln, von denen auch nur die Zinsen zur Verwendung kommen sollen, war natürlich nicht viel anzufangen. Inzwischen haben ver- schiedene Städte Wohnungsämter errichtet; Berlin blieb aber un- tätig. Um die schlimmsten Auswüchse im heutigen Wohnungswesen zu beseitigen, stellte unsere Fraktion den Antrag, ein st ä d t i s ch e s Wohnungsamt mit Wohnungsaufsicht und un- entgeltlichemWohnungSnachweiSfürkleineWoh- nungen zu begründen. Am 28. September 1911 gelangte der Antrag in oer Stadtverordnetenversammlung zur Beratung. Der Redner der sozialdemokratischen Fraktion schilderte die heutige Wohnungsmisere und legte die Notwendigkeit und die Aufgaben eines städtischen Wohnungsamtes näher dar. In einem Ausschusse soll die Angeleglliheit näher geprüft werden. ES ist im Rahmen dieses Berichts nicht möglich, auf alle Ein- zelheiten des sozialpolitischen Wirken» unserer Fraktion einzu- gehen. Soviel kann aber ohne Uebertreibung gesagt werden: die sozialdemokratische Fraktion im Roten Hause ist ständig bestrebt, die freisinnige Mehrheit an ihre sozialen Pflichten zu erinnern und sie auf diesem Gebiete vorwärts zu treiben. Das wird auch in Zu- kunft so sein.» Diese Tätigkeit wirb um so kraftvoller und erfolgreicher sein können, wenn unsere Genossen dafür sorgen, daß am Sonntag, den 5. November die sozialdemokratischen Kandidaten hohe Stimmen- zahlen auf sich vereinigen!_ Jugendbewegung» Bekämpfung der freien Jugendorganisation in Südbeutschland. Während man bisher gewohnt war, daß der Kampf gegen die Organisierung der Arbeiterjugend nur in Preußen, dem Hort aller Reaktion, von der Behörde mit besonderer Heftigkeit geführt wurde, scheint neuerdings die preußische Eigenart in der Behandlung der Jugendorganisation auch in Süddeutschland Schule zu machen. Wie uns aus Bamberg, der alten oberfränkischcn Zentrumsmetropolc, gemeldet wird, läßt die dortige Polizewerwaltung es nicht an Energie fehlen, um die am Ort aufstrebende Jugendorganisation zu befehden und ihrer Weiterentwickelung Hindernisse zu bereiten. Am vergangenen Dienstagabend verbreiteten einige unserer jungen Freunde an der Fortbildungsschule zu Bamberg daS von der Zentralstelle für die arbeitende Jugend herausgegebene Flugblatt „An die schulentlassene Jugend". Die Verbreitung hatte kaum begonnen, als Schutzleute erschienen, die Flugblattverbreiter ver- hafteten und zur Polizeiwache führten. Dort wurden die beiden Genossen als Lausbuben usw. tituliert und sogar mit Schlägen wurde ihnen gedroht. Der wachthabende Polizeiwachtmcister unterzog die beiden Delinquenten einer gründlichen Bin- tation und steckte sein Polizeiriechorgan sogar in Privat- briefe. Erst nach anderthalb Stunden, nachdem die Missetäter einein hochnotpeinlichen Verkehr unterzogen worden waren, ließ man die- selben in Freiheit. Wenn die Polizeigewaltigcn in Bamberg glauben, auf diese Weise die aufstrebende freie Jugendbewegung niederzuringen, so irren die Herren sich. Der Bambcrger Jugendorganisation wohnt eine gesunde Kraft inne, welche allen Bekämpfungen der Gegner spottet. Daß übrigens inanchen Leuten das Wachstum unserer Bewegung ein Dorn im Auge ist, geht aus einem Schimpfartikcl des Bambcrger Zcntrumsorgans, des Blattes des Reichstagsabgeordncten Schädler, hervor, welche» anläßlich der Verbreitung des obigen Flugblattes einen wütschnau- benden Artikel bringt und zum Schluß mit folgenden Worten händeringend nach dem starken Mann ruft: „So wird vor unseren Schulgebäuden aller Schultätigkeit Hohn gesprochen und jede erzieherische Arbeit vereitelt. So wird die Unzufriedenheit, die Auflehnung und der Umsturz jungen Bürschlein gepredigt, die nur zu sehr noch der Zucht bedürfen. Man kann? nicht fassen, daß daS ungestraft geschehen darf, daß irgendein roter Verführer aus dem Norden sein Schurken- Handwerk ungehindert weiter treib-än darf. Wozu von Jugend- fürsorge reden, wenn wir den Jugmidverderber dulden müssen? Wahrlich, es täte not, daß unsere schulen bewacht würden. So ein Kerl lder Flugblattverteilcr. Anm. d. Red.) gehörte aus Bamberg hinausgejagt. Die Eltern und Lehrer seien hiermit auf das verbrecherische Treiben de? Genossen aufmerksam ge- macht." Wenn das stamme Bamberger Blättchcn so poltert, dann muß das Flugblatt wohl seine Wirkung nicht verfehlt haben. Der ganze Schimpfcrguß einer schönen Pfaffenseele aber wird unsere jungen Banwerger Freunde noch mehr als wie bisher aneifcrn, allen An» feindungen zum Trotz für Ausbreitung der Jugendbewegung tätig zu sein. Mögen sich Pfaffen und Polizeier noch so sehr bemühen, die Bewegung zu vernichten, die Arbeiterjugend spottet aller An- ftrenzungen. Zöjeuttsdie, eng&sdie und tmedkamsdie Form; 1 Y Form; 2 Y ' Form: 3 Y Pona; 4 Y Fora: 5 Y Fora: 6 Y Fora: 7 Y Fora: 8 Y Fora: 9 Y Form: 10 V UlStei* In tmseren Klel&erwerken hergestellt Wr. L Grmn, brann melierter flscbgrlt."1 o gemnaterter Cberlot........ 10 M, Kr. 1, Grün, brmua. gtan gemuaterter Ol 0ie»I<>»............... M. Nr.#. Gestreifte tmd karierta FbaaUslc- O» S'offe................. Nr. 4. HeU und dunkel gemusterter 0*7 Cveeiot nach englischer Art...*'"• Nr. B. Braun, grta, gram gestreifter OO Cheviot..,,. TV.•....... �*■ Nr.#, Karlerter PhantaslestoH, neueste 99 FarbenateUung....,......* Nr. 9. Duntelgran melierter Cheviot mit dK 1 Nr. 18. Oeatrelftt oder karletit Flauach. 7ft„ farbigen Streiten.........."MM. atoff»................. /UM, Nr. 10. Echt»englischer« Cheviot, per. Cft Nr. 14. 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KammersPielhauS: Lanzclot. Nachm. 3 Uhr: Neues Volks« Theater: DaS Der- urächtnis. Schillcr-Theater(>.: DaS Urbild des Tartüff. Schiller- Theater Charloltenburg: Maria Stuart. Kleines Theater. Erster Klasse.— Zlngde. Theater in der KöniggrStzer Straße: Ein Fallissement. Metropol-Thcaler: Miß Helyet. Neues Operetten» Theater: Der Gras von Luxenlburg. Trianon-Theatcr: Francillon. Abends 8 Uhr: ReueS Volks- Theater: Sonntag, Dienstag, Mittwoch. Freitag, Sonn- abend: Das Vermächtnis. Man- tag, Donnerstag: Geographie und Liebe. Hochschule in Charlottenburg: Sonn- abend und Sonntag: In Bc- Handlung. Unsms. Wiseenschaftliches Theater Abends 8 Uhr: Ocliclranlsec der belebten Katar. Montag 9 Uhr: Gebelmniesc der belebten Katar. Hörsaal 8 Uhr: Prof. Dr. Donath; Die Verwendung der Wechselstrom- _ energie. LOCISCHER GARTEN In/dl � 50 Pf. Kinder unter 10 Jahren die Hülste. Ab nachmittags 4 Uhr: Grave» V* Militär-Konzert."HW Donnerstag:.fab. SiraaB. Sehiller-TliealerO.IS Sonntag, nachm. 3 Uhr: Das Urbild des TurtUlT. Sonntag, abends 8 Uhr: Der Diarrer von Kirchfeld Montag, abends 8 Uhr: Der Gelzise. Hieraus: Der eingebildete Kranke. Dienstag, abends 8 Uhr: Der Pfarrer von Kirctafeld Scliiller-Tiiealer«"A"'"" Sonntag, nachm. 3 Uhr: Maria Stuart. «onnlag, abends 8 Uhr: Es lebe das Leben. Montag, abends 8 Uhr: En lebe das Leben. Dienstag, abends 8 Uhr: Es lebe das Leben. Berliner Theater. Ansang 8 Uhr. Coeur- Aß. Theater in flerlönigiTätzer Straße 8 Uhr: �Spielereien einer Kaiserin. Neues Theater. Abends 8 Uhr: Tas Mädel von Montmartre. C r e v e t t e: Eritzi Massary. Theater des Westens. 8 Uhr: Die Dame in Rot. Sonntag nachmittag 3'/. Uhr: Sin Walzertraum. Frledrlcbstr. 103. Heitere Künstler- Abende, 12 AttvaUtionen 12 I U. a.: Das Drkom. Zwerginnen-Duett. Gvs Entree 30 Ps. Trianon-Theater. Täglich abends 3 Uhr: IWteln Baby. Lebter Sonntag: «-»>- 2 Vorstellungen. ®5?Ä' Halbe Preise. AbendS 8 Uhr: Die grohe» Spezialitäten. Die gesamte» Attraktionen mit Ein Abend in cincin amerikanische« Tliisel Tangel. Luiscn-Thcatcr. Heute und solgcnde Tage: Die Macht der Liebe. Sonntag 3 Uhr: Anöacwicse» Volks- cheater. RIxdorf. Hermannstr. so. Sonntag, 29.110.: Der tolle Rittmeister. Militärisches Drama in 3 Alten von Dr. E. Stilgcbauer. Montag. 30./ 10: Jugend. Drama in 3 Alten von Mar Halbe. folies Cllprice. Anfang 8'/« Uhr. a!',V*0. M. Kobi Krach. Metropol-Theater. Nachmittags 3 Uhr: Miß Uelyctt! Abends 8 Uhr: Rauchen gestattet. Die nacht von Berlin! Große Jahresrevue in 7 Bildern von Jul. Freund. Wufik von V. Holländer. In Szene gesetzt vom Dir. R. Schultz. Nesidenz-Theater. Direktion Richard Alexander. Anfang 8 Uhr. Ein Walzer von Chopin. Schwank in 3 Akt. v. Koroul u. Barr«. Morgen und solgcnde Tage: Ein Walzer von Shopin. onntag. den 29. Oktober, nachm. S'/s Uhr, zu kleinen Preisen: Die arme Löwin. Se!Ie-A!!ianee-7heslei' Nachm. S'/t Uhr: Kameltrndame. «Uhr- Der SMenapoKel. Fried rlch-lVilhcluistädt. Schanspiclhans. Abends 8 Uhr: Die fiochM vo» Naleui. Llv Kind der lirma «u Anton und Oonat Herrnleid in den Hauptrollen. Vorher: Scbmerzlose Behandlung. Ans. 8 Uhr, Borverlaus 11—2 Uhr. OSE=THEATE Große Frantjurter Str. 132. Nachmittags 3 Uhr: Kcan oder: Genie und Leidenschaft. Abends 8 Uhr: Ein' feste Bnrg ist unser Gott. Volksstück in 5 Akten von A. Müller. Montag: Ein' feste Burg ist uns er Gott.__ Noacks Theater. Direllion: Robort Dill. Berlin N., Leun nein trage 16. Der Jongleur. Meisterpossc in 4 Alten v. Emil Pohl. Alli. Tis Uhr. Entree 30 Pf. bis 1 M. Morgen und folgende Tage: Der -ioualeur. Poigt-Theater. Heule Sonntag. 29. Oktober 1911, nachmittags 3 Uhr: Die Himmelsleiter. AbendS 7 Uhr: Aas Küthdjtil nun Htilbnrn» Sroßes historisches Ritterschauspiel in b-Akten von Heinrich v. Kleist, Kassenerössnung 10 Uhr. Heiehshsllen-Ihesler. Stettiaer Sänger Gastspiel Robert Sleidl. Ans. tvochcnl. 8 Uhr. Sonntags 7 Uhr. Casino-Theater Lothringer Str. 37. Täglich 8 Uhr ........ der neue Sttlmer Aossea- Schinger lln selige gollschiiisdli. Sonnt. 3'/, Uhr: Ein W»il> a. d, Volks. Sozialdemokratischer Wahlverein für den 218/7 ersten Berliner Reichstagswahlkreis. Sonntag, den 5. November 1911, in„Dräsels Festsälen", Neue Friedrichstr. 35: Herbst=Fest. Mitwirkende: Frau Käthe Hyan(Lieder zur Laute) X Künstler- Konzert(Dirigent: Herr Maximilian Fischer) X Solisten: Herr Fr. Große(Cello), G. Rose(Violine) Festrede: Reichstagskandidat Wilhelm Däwell. „ Tftrfr Herren, die daran teil- 2sach dem Konzorti R CXLlÄtt nehmen, zahlen 50 Pf. nach. Eröffnung 5 Uhr. Anfang 6 Uhr. Eintrittskarte 40 Pf.(an den bekannten Stellen). Sonntag, den SO. Oktober 1011. 12686 in den„ItorugHia-Sttlcn", Ackerstr. 6—7: Lichtbilder» Vortrag Die deutsche Devolution 1848-1849. o«° R�enm. Mit SO farbigen Lichtbildern nach Originale« Von Slugenzengen. Eintrlit 25 Pf., Zlnfang 7 Uhr.— Nach dem Vortrag: Gemütliches Beisammensein mit Tanz.'_ S. Joseph, Sonntag, 29. Oktober, in den Industrie-Festsälen, Beuthstr. 20 1: Kunstabend Mitwirkende: Frl. Lucie Gutapfel, Sopran; Frl. Erna Unterstein, Alt; Herr Wilhelm Becker, Tenor; Herr Anton Sistermanns, Baß; Herr Kapellmeister Alex. Nenmann, Klavier. Programme mit Liedertexten am Eingang oes Saales. ■ TANZ--------- Saalöffnung 5 Uhr.[297/18] Anfang 7 Uhr. lH Deutseher Buchbinder-Verband. Hente Sonntag, den SO. Oktober, im Riesensaal der„Xcuea IVelt", Hasenheide 108/114: Heiterer Abend Mitwirkende; Damen: Becker— Fabricius— B!hm. Herren: Fritz Richard, Rezitator— Kestenberg— »an Laar— Löwenslein sowie Gesangverein„Libertö" (M. d. A. S.-B.) unter Leitung seines Dirigenten P. A. Joseph. 25(20 Einlaß 5 Uhr. Eintritt pro Person 40 Pf. Anfang 6 Uhr. Programme am Eingang gratis.— Kinder unter 6 Jahren haben keinen Zutritt. Nach dem Konzert: Großer Festball. Herren, die daran teilnehmen, zahlen 50 Ff. nach. Zahlreichen Besuch erwartet Die Ortsverwaltung Berlin. Potsdamer Str. 72 Sonntag, 29. d. M., VnlUcfdff zweiter großer' UlAdiay. Nachmittags� und�AJjends- W ZNTertrSUMV. Eintritt 75 Pf.— Kinder 50 PI. Montag« den 30. d. Mts.: Gr. Vokal- u. Instrumental-Konzerl Deutscher Männerchor Berlin. 8 JInnikkapellen. Gewöhnliche Preise. Winzertrttnme. Anrung 4'/, Ehr. CLOU BERLINER KOÄ'ZERTHAES MauerstraBe 82 X ZimmerstraBe 90,91. Qr. Doppel-Konzert Musikc. d. 2. Garde Regt, zu FuS r,ra( Oberm. Ural. Musike. d. Garde-FuB-Art.-Reg. iftiiv Oberm. dilii/. Anfang 41/, Ehr. Sonntag, den 29. Oktober: 2 Große Gala- 0 Vorstellungen& nachm. 3'/, Uhr und abds.7V,Uhr. Um 3'/, Ubr zahlen Kinder unter 10 Jahren aus allen Sitzplätzen halbe Preise. Galerie volle Preise. In beiden Borstrllunzen: Mmensche« Max u.Moritz. In beiden Vorstellungen l Bkrcnrin gkampf. Vorsühren u. Reiten d.bestdressiert. Schul-, FreiheitS- u.Springvserdc, Austreten sämtlicher Clowns mit neuen Witzen. 2V Nachm. 3'/: Uhr: Ein Jagdfest am Hofe Ludwigs XIV. Um 7>/, Uhr: Original» ------- Ausstattungsstück des Zirkus Busch in 5 Bildern. ; ASLAGE:::: ANOPTIKUM Die wilden Lebend I Heul-Derwische aus Ceylon mit ihren fanatisch. Produktionen. Rerino, der lebende AmboB. AGA, die schwebende Jungfrau. Alles ohne Extra-Entree. Passage-Theater. Heute: S Yorstellnngen. Nachm. 3—7 Uhr kleine Preise. Abends 8—11 Uhr. die japan. Mimo- HrimeVUlll dramatikerin mit üfllll'hrer Truppe i. ihr. MUlUj Mimodramen. AH Ben Hamad-Truppe, 15 eingeb. Springer a. Agadir. Georg Kaiser) in ihren _'n Putz! Cassani/ Parodien und das gr. Oktober-Progr. 14 Spezialitäten. Tt** Excelsior-Lichlspielhaus Rinlorf EÄw"»" Passage Die goldene Hochzeit Kriegsdrama in 2 Abteilangen. Eskimos, Samojeden, Lappen mit Renntierherden. Bagenbeckscbe 20 Polarbären KnrfUratendamni 161 nahe Bahnhof Charlottenburg und Halcnseo. Vorführungen: Wochentags 4'/» 6'/» und 9 Uber. Letzte Hauptvorführung abend* 9 Uhr. V orführungen Sonntags: 12, 3, A'/j, 6% VI, und 9 Uhr. Eintrittspreise: Ausstellungshalle 50 Pf- fuhrungshalle SO Pf- Vorverkauf bei A. Wertheim Invalidendank. Vor- und ire ueoer i Ilm Blöthnersaal heute nachm 4'/, Uhr präz. Rieh. WagOßr-Konzert. Szenen aus Walküre, Hol- 1 länder, Tannhluser, Lohen grin usw.— Karten a O.b'j u. 1.20 an der Kasse. lo41;7| Qennania-?rachtsälV] 4 Chausseoitr. 110. Karl Richler.h ——- Jeden• Sonntag:! Panl MaDtbeys» lästige Sänger.» _____ Eintritt 50 Pf. I Anschließ.: Familienkränzchen. Im weißen Saale von 5 Uhr ab WWg» Großer Ball.-WWßl Montag: Heiterer Künstlerabend. Anfang 6 Uhr. Iii Zirkus B I A. �clmmauu Sonntag, SO. Okt.: 12 gr. Vorstellungen 3'/, Uhr nachm. u. abends 71/s- ] Nachmittags batjed.Erwachsene |i Kind unt. 10 Jahren frei auf allen Plätzen außer Galerie, | jed. weitere Kind halben Preis. In beiden Vorste Illingen. Die große Eeerio: 1 1000 Jahre I auf dem Meeresgrund 5 Bildern nach Motiven aus 1001 Nacht. _®r- in der Nachm.-Vorstellung 1 endet die Feerie mit d. 4. Bilde: Untergang d. Auswand.-Oamplers. Vorher: Das | Große Gala-Programm. Nißles Fest-Säle Dennewitzstraße 13. Jeden Sonntag: tanzkränzclKO 12486 c. Xißle. Königstadt-Kasino. Holzmarttsir. 72, Ecke AI exanderstr. Tie Weber(Bombenersolg). la Spezialitäten In Ans. 8 Ubr, Sonntag 6'/, Uhr. sonnt, nachm. lIA Ubr: Familienvorstellung, Theater und Spezialitäten.— Entree 20 Pf. Admiifelspalast /ta Iktabof rticdtadiäfeHe' Eis-Arena Heule Sonnlag Mittags von 1—3: KORSO bei MUSIK RaebiDitfags bdD abends zum letzten Male Das prunkvolle Eis-Ballett NOHTREIL die Stadt auf Schlittschuhen Abends; mit ihrer Novität Lichterlanz Bänder-Reigen, Apachen-Tänze, Pushball-Spiel. Einödshoferkonzert Restaurant I. Ranges Souper k la carte. - ch-- Bis 6 Uhr nnd nach lO'/, Uhr halbe Kassenpreise. Morgen Montag Auf ins 40 IL* Cafe Roland 181 Brunnenstr. 181 Größter Betrieb des Nordens! Berliner Kranken- Unterstützungs- und Begräbnisverein für Frauen u. Mädchen Gegründet 1892. Sonntag, den 29. Oktober 1911, abends 6 Uhr, im Gewerkschaftshaus, Engelufer 15(großer Saal): Abendunterhaltung Konzert, Gesangs- u. humoristische Vorträge, Tanz| Mitwirkende: Berliner Hnmorqnartett. M Um recht zahlreiches Erscheinen ersucht 297/19 Max Thiele, Vorsitzender, Proskauer Str. 15. Gebr. Schwarzer ZZZZZXZZZZZZB Arnhold Adler Lichtenberg, Frankfurter Chaussee 5. Jeden Sonntag: GPOßGP BcIIIb Jeden Hittxvoch: I öirk-rifv�f �änrr�t- Erstklassige Herrengesellschaft Odli�Cl. mit nur künstlerischen Leistungen. Nach der Vorstellung; Tanzkränzchen. Berlin H. 20, Hoehstr. 21-' ßingfreie Biere nach Pilsener• Mfinchener Art in Fässern und Flaschen. Thgiich Große Frei-Konzerte. Obst- Gartenstädte Verkauf r. Parz. m. fertig angelegen Obstgärten u. Ferienhäusern Biesdorf (tation dar Oatbahs □ Kaie SO Mark SM ____ Sadowa StatSadowa. a d Strassen Blasdort □ Rate 13 Mark an. Neu Kaulsdorf am Dahnhot □ Rate 12 Mark an Petershasen Station Fredarsdort a. d. Ostbahn □ Rute 4 Mark an. Kleinste Anzahluuir. 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Für die Mitglieder der erste« Abteilung findet hente, Sonntag, den SO. Oktober, TermlttBC« lO Uhr, in allen Bezirken ein Lxlra-�allladvNll statt. Die Genossen werden ersucht, zahlreich zu erscheinen. v. O. Arbeilsnachwei«: Verwaltungsstelle Berlin Hauptbureau: Hos l Amt 3, 1239._ CharitSsir. 3._ Hos m. Amt 3, 1987 Heute Sonntag, de« 20. Oktober, vormittags 10 Uhr: Versammlung der Emaittierer Berlins und Umgegend im Gewerkschaftshause(Saal 9), Engelufer 15. Tagesordnung: 4 vranchenangelegenheiten. 2. Verschiedene». E» ist notwendig, dost jeder organisierte Kollege erscheint. AÖr' Mitgliedsbuch legitimiert.-WW DienStag, de« 81. Oktober, abends 6 Uhr, in den Rittersälen, Ritterstrahe 75: Versammlung aller in der Weißmetallbrauche tätigen Kollegen und Kolleginnen. TaaeSarbnung: t»Unsere nächsten Aufgaben.. Referent» Kollege Wnseblfc 2. Diskussion. 8. Verschiedenes. 125/8 E» wird erwartet, daß die Beteiligung«ine gute ist. _ DI« OriaTerwaltetnc Zentral-Verband der Schuhmacher Deutschlands. " Mittwoch, de« 1. November 1011, abeuds 8'/, Uhr im GewerkschastShaus, Engelufer 15. Saal 1: General-Versammlung. Tagesordnung: 1. GeschSft». und Kassenbericht vom S. Quartal. S. Bericht über die Entscheide der Beschwerderommission in$a" sich der Durchbrechung der Konferenzbeschlü gemacht haben. S. Verschiedene». achen derjenigen Kollegen, welche iiss« an liglich der Maiseier schuldig Lbsrlotienburg. Tonntag, den Ä9. Oktober, mittags IS Uhr: Oeffentliche Omammlung im Volkshanfe, Rosinenstraße 3. Tagesordnung: l2Skb» Die llrbkiterftiildlilljkil Kkstreblillgen im Rathallg. Referent: Stadtverordneter Wilhelm Klchter« 2. Diskussion. Kein organisierter Arbeiter darf fehlen!'WE Der Einberufer. Otto Storch. Stukkateure. Montag, den 30. Oktober 1911, abends 8 Uhr, im GewerkschaftShanS, Saal 1: Mitglieder-Berfammlung. Tagesordnung: 173/14 l. Vortrag des Arbeitersekretärs Gustav Link über:„Bau- arbeiterschuh". 2. Diskussion. 3.„Die Fensterfrage". 4. Verschiedenes. Die Fensterfrage macht da» Erscheinen aller Kollegen nötig.— Die anderen Baubandwerler verde» gebeten, die Stukkateure aus die Versammlung aufmerksam zu machen. Dl« 0rt»f ereraltanU, t Sonntag, den 10. November, iu de« Refideuzsäleu, Landsberger Str. 31: ?rajalitiaa8vartragi,,llarillat»rali". Mit über Ivo farbigen Lichtbilder«. vorgeführt vom Ingenieur und Schriftsteller Genossen Srrwpe. Nach demselben: Geselliges keilamwenlein mXanz. Herren zahlen zu demselben 30 Bs.«ach. Einlast 5 Uhr. Eintritt 25 Pf. Anfang 6 Uhr Billett« find bei allen Unterkassierern, Bertramnsmünnrrn und im Bureau zu haben. Zur Beachtung! Da» Bureau ist vom t. November ab nur noch vi» 7 Ubr abend» geösinet, mit Au»nahme de» Freitag», an welchem der Schlusi de» Bureaus wie bisher um 8 Uhr erfolgt. 170/4___ PI« OrtaTerwaltnng. ir — Filiale Berlin I.— Sebastianstr. 87/38, Hos recht» U. Telephon Ami IV. Nr.»787 mm,' Damenkonfektioii, m'W, Montag, den SO. Oktober, abend? 8'/, Uhr: Oeffentl. Versammlungen Für den 0»t«n: in der KSnigsbank. Gr. Frankfurter Str. 117. Für den Stid-aten: im Reichrnberger Hof. Re.Senbergcr Ott. 147. Für den Biorden; bei Obijlo, Schwedter Slr. 23/24 Für dm Weddlnar; im Kösliner Hof, Kösliner Str. 8. Tagesordnung in allen Verfammlmtgen: Unsere Forderungen-« die Konfektionäre. Referenten die Kollegen Heitmann, Knoop, Kunxe, Sabath. Kollegen und Kolleginnen k Erscheint in Mafien in diese« Der. sammlungen. Zeigt, daß e« Euch ernst ist, Euere schlechte Lage zu verbessern. Auf zur Versammlung l Niemand darf fehlen k 184/12__ Der Einbemfer, Mittwoch, den 1. November 1911, adend» S'l, Uhr: Branchen- Versammlung in GraamannS Scftsäle«.«aanynstrafte 97. Tagesordnung: 26/1 I. Welch:» Interesse hat die organisierte«rbeiterfchast an den Vertrrterwahlcn zu den Krankenkassen? 2. Wie erfüllen die Unter« nehmer ihre Tarifvern�spflichten? Bericht von den Verhandlungen vor der SchlichtuugSkommissivn. 3. Verschiedene vranchea- und BcrVandSangrlrgenhcitea. Zahlreichen Besuch erwattet Tie Branchenleitung. Sechster Nachtrag zur Satzung de» Orts-Krankenkafse Hohenschönhausen .„m 28- S-Vtember •em 21. November Beschlossen in der ordentlichen Generalversamw« lung vom 8. Mai 1911. tz 1 Abs. 1 erhält folgende Leu« derung: Die Kasse führt fortan den Nomen OrlS-Krantenlajse Hohenschönhausen. 814 Abs. 3 erhält solgenden Zusatz: AndernsallS ein Krarilengeld von einem Zehntel deS der Bemessung zugrunde liegenden durchschmttlichen TagclohneS. S 40 erhält folgende Aenderung: Absatz 3 wird gestrichen. ß S1 erhält folgende Fassung(sieh« auch 4. Nachtrag): Die Generalversammlung besteht aus Vertretern der Kassenmitgliedcr und Arbeitgeber, welche in geheimer Wahl aus zwei Jahre gewählt werden. Die Kassenmitglieder haben die Ver» treter aus ihrer Mitte zu wählen. Die Arbeitgeber tonnen zu Vertretern auch Geschäftsführer oder Betriebsbeamte der zu Beiträgen verpflichteten Arbeitgeber wählen. Die Wahl der Vertreter der Kassen- Mitglieder ersolgt in einer Abteilung der im A 1 bezeichneten Gewerbe. Die Kassenmitglieder wählen für j« 50 Kassenmitgliedcr einen Vertreter. Ist ds« Zabl der Kassenmitgliedcr nicht durch 50 teilbar, so ist für die überschießende Zahl, wenn dieselbe 25 oder mehr beträgt, ein weüerer Vertreter zu wählen. Wahlberechtigt und wählbar sind nur diejenigen Kassenmitglieder, welche großjährig und im Befitze der bürgerlichen Ehrenrechte find. Die Vertreter der Arbeitgeber werden von diesen in ungeteilter Wahlversammlung gewählt. Für je 100 von den Arbettgebern beschäftigte Kassenmitglieder, für welch- die erfteren Beiträge au» eigenen Mitteln zahlen, wird je ein Vertreter gewählt. Für den überichicßenden Bruchteil wird ein weiterer Bertrcter nur dann gewählt, wenn dadurch dle Zahl der Vertreter der Arbeilgcber mcht über ein Drittel erhöht wird. Jeder Ar- beitgebcr, welcher Beitrage au« eigenen Mitteln leistet, führt bei der Wahl ein« stimme. Die Zahl der von de» Kassen- Mitgliedern und von den Arbett- gebern zu wählenden Vertreter wird vor jeder Wahl von dem Kassen- vorstand« srslgestellt und in der Ein- ladung zum Wahlrage angegeben. " SS erhält solgende Aenderung! lle die Kasse betreffenden Bekannt« machungen, insbesondere die Ein- ladungen zu Wahl- und General- o«r>amnilung«n, dle» Belannt- machungen über llenderungen in der Höhe der Beiträge und Leistungen, in der Zusammensetzung de» Vor- und ahlsiellen und die im S 56 Abs. 1 .isser 11 bezeichneten Vorschriften werden bi» zur anderweittgen Sc- fchlußnahme der Generalveriammlung im.Vorwärts' und in dem.Hoben- chönhau'ener Lokalblatt' veröffentlicht. Hohenschönhausen, 15. Mai 1911. Der Veratand. Artur Schäfer. H. Mlerleka. Richard Patzold. Max Quast. Johann Sarnowskl, Schrijljühicc. Genehmigt mit Ausnahm« der Aenderungen zu SZ 14. 40 und 51, zu denen die Genehmigulig durch den rechtSkrüstigen Beschluß de» unter- fertigten BezirkSauzschusse» vom S. September 1911— � iQg?«_ versagt ist. Potsdam, 29. September 1911. (1-. S.) Rome« de, Bezirk, auSschusse». »«r Vornltaende. In Vertretung: (gez.) Joachlmi, B. 13908. 276/16 Oorftehntb« Nachtrag(soweit ge- n.hmigt) tritt m,t dem Tage seiner Bcrossentlichung in Kraft Hob-uschönhauscn. 29 Oktober 1911. Artur Schäfer, Vorfitzeuder. Orts-Krankenkasse für das Gewerbs der Tischler und Pianoforle-Arbeiter _ � Berlin. inT, den 0. November f®1*'«bcndS 5 bis S„Hr. findet Saal l�dÄ lb. Vskjver'Zkmmlllrrg der Arbeitnehmer zur Wahl der Ver» treter zu den Generalversammlungen statt. 1295b Tagesordnung BSnhl von 122 Vertreter« drr Kasseiimitgltrver nach H 48 de» Statut»<9. Abänderung). - Mitgliedsbuch legitimiert.- Die Milgliedrr werden daraus aus. mertsam gemacht, daß die Vei-samm» lung pünlllich eröffnet wird und der Schluß der Wahl 8 Uhr erfolgt. Mautaz, den 6. November 1911, obenb» 7>/. bi» 9 Uhr. im Lokal de» Herrn Bruno W i d I ö j, Oranienstr. 17g. Tagesordnung: Wahl von 56 Vertrcter-n der Arbett- geber zu den Generalversammlungen gemäß ß 48 des KassenilatutS. Der Verstand. ntatahjinsvr von 200,00 M. einschl. Ausstellung an Ateln. Mrvn»l«sner�.llee90. VU. SSiT' IM IUI Verwaltnug Berlin. Mittwoch, den 1. November Avil, abend» 8 Uhr» VertraoeusmäDiier-Versainmiimgen SSW in den Bezirken und Branchen. Tagesordnung: 1. Feststellung über den Beschäsligungsgrad in der Berllner Holzindustrie� 3. Tätiglettsbericht der Cbmänuct. 3. Bericht der WcrlstattverlrauenSIeute. i. BerbandSangetegeuheiten._ Freitag, de« 17. November 1911: Ordentliche Generalversammlung. Anträge müssen bis zum 3. November eingereicht(ein. Bautischler. idßenStag. de« 31. Oktober er., pünktlich 7 Uhr» Auiterordentl. Sitzung 0O~ der Kommission für Grost- Berlin."SV W Einsetzer!"Wi Sonntag, de« SS. Oktober, vorm. S'/, Uhr, bei MerkowSki, Audreasftrafte Str. SK: Branchen-Versammlung. Tagesordnung: 1. Bericht vom dritten Quartal. 2. Bericht von der Seneralversamm. lung. 3. Branchenangelegenheiten.____ 91(10 Verband der Sattler u. Porteteuiller Ortsverwaltung Berlin. Die nächsten Branchen-Versammlungen finden an nachfolgenden Tagen statt: Gkschirr-Krailcht Donnerstag, den S. November, abend»«>/, llhr, im GcwcrkschaftShause. Sngeluser IS. Porteftmler- md L,ili-rtidcldr°»chr:"ÄSlK"- bei Sranman«. Naunynstrabe 27. Mititlir-Kraullre: MUtwoch. den 1. November,•>end««»Hr. im Englischen Garten, tllexanderstr. 27 o. fieolemlezer u. Seppichmher: bei HVeiUlindit, Grünstr. 21. Mittwoch, den 1. November, abend» SV, Uhr, im Grwerkschastshause, Engeluser IS. «stimdel.». ledttl-cholSem:»'»ÄÄ'•iXT'1 im GcwerkschaftShaus«. Engeluser IS. AtbitON Ehartotiellburg: Mittwoch. 1. November, abend» SV. llhr, im VolkShause, Rofinenstr. 3. Zahlreichen Besuch dieser Versammlungen erwarten 1S8/S Tie Branchenleitungen. Tabakardeiter! Deutscher Tabakarbeiter-Verband Zahlatelle Berlin. sHonnerDtag, de« S. November, abend» V.S Uhr, in Drftaela Feataälen, Neue Friedrichstr. 35: Mitglieder-Versammlung. Tagesordnung: 1. Abrechnung»om 8. Quartal 1911. 2. Der Stand der Bewegung am Orte. 3. Die Aussperrung tn Westsalen. 1 Verschiedene». Kollegen! Z» dieser Versammlung ist die Anwesenheit jede» einzrluen Mitgliedes notwendig... 186/5* Die Ortsverwaltnnc. Moderne Garderobe für Damen und Herren KoslUm«. Röcke, Jacketts, Ulster, Pelzsachen. 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Schmidt, Kirchbachstr. 14, Hochvarterr«. . S. und SW.: Hermann Werner, Gneitenauftr. 72. S. Wahlkreis: St. Fritz, Prinzen str. 31, Hos recht» Varl. 4, Wahlkreis: Osten: Robert W« n g e l», Gr. Franksurterslr. 120. — Richard H a<1« l b u s ch. PelerSburgerpIatz 4(Laden). 4. Wahlkreis, S ll d o st« n: Paul Böhm. Lausttzervlatz 14/1». 5. Wahlkreis: Leo Zucht, JmmaimelNrchstr. 12(Hos). S. Wahlkreis(Hoahlt): Karl Ander«, Ealzwedelerftr. 8. Wcdding;: I. Hönisch, Nazarethlirchstratze 43. Rosenthaler und Oranienbnrjrer Vorstadt: Wilhelm Baumann, RhctnSbergeritr. S7, Laden. Besandhrnnnen: F. Trapp, Stettinerstr. 10, Sehiinhaoser Vorstadt: Karl Mar», GreifenHagener Str. 27. adiershor: Karl Schwarzlose, Hoffmannstr. S. ait-BIieoleke: Wilhelm Dürre, Köpcnickcrftr. S. Raua»s(-diteg?IIts-ditidendc-PIr».ll-l.lchterreIdS»EaaIl» «lte: H. B e r n l e e. Alsenstr. 5 in Sieglitz. Erledrlchshasen: Ernst Werlmann. Kopentcker Straß» IS. t-riinast: Franz Klein. Friedrichstr. 10. •lohannlstkal: P i e l i a e, Kaiser-Wilhelm-Platz 6. Karlshorst: Richard Küter. Rödelstr. 9, ll.. KOnigs-W asterhausen: Friedrich B a u m a»«, vahnhosstr. 13. BUnenick: Emil SS i fei er, Kietzerstr. 6, Laden. Liictatenbcrs, Friedrichsfelde. Ilohensehönhaasen: Otto Seilei, Wartenberg strafee 1(Laden). SlahlMdorf, Kanlsdorf: P. Hefeberg, KaulSdors, Ferdinand. strafee 17. nariendorf: Zlugnst Leip. Cbausseeftr. 290. Hos. .tlarlcnfcldo: Emil Wein er«. Dorsttr. 14. Rcaenhagcn: Gustav Ley. Wolterltrafee. Xleder-dtchnnenelde: Gebrt, Britzerstr. 0. \ owawes: Wilhelm I a p p e, Friedrichstr. 7. Oher-kchttne.n eitle: Alfred Bader, Wilhelminenbosstr. 17 U. I'ankow-Nledersclittnhausen: Rife mann, Mühlen str. 80. Heinirkendorf• Ost, W Ilhriiusruh und ScbUnhols: P. G u r s ch, Provinzstr. SS, Lade::. B Urdorf: M. Heinrich. Reckarstr. 2, im Laden; R o h r, Elegsried» strafee 28/29. RninmelKbnrg, Boxbapea:R. Rosenlranz.?llt-Borbagen SO. Schoneberg: Silbelm Baumler, Marlin Luther str. 09. im Laden. hpandaa, Konuendamm, Staaken, Seegefeld und Falkenhagen: Koppen, Breitestr. 64. Tegel, Borsignalde, Wittenau, Waidnanaolast, llernisdorf und Ketnlckendorf. West: Paul Kienast. Borfigwalde, Räuschstrafee 10. Teltow: Wilhelm Bonow, Teltow, Berliner Str. 10. Tempelhof: Frantz, Berliner Strafee 70, Laden. Treptow: Rod. Gramenz, Kiesholzstrafee 412, Laden. W efttensee: K. Fuhrmann, eedanftr. 105, parterre. W i■ ni er sdorf- II alensee-Schmargendorf: Paul Schubert, WihelniSaue 20. Zeuthen, niersdorf: Ernst Hütttg, Zeuthen, vorsstr. 14 Sämtliche Parteiliterawr sowie all« wlffenschaftltchea Werke werden gestesert. fkaaazrsßliea-Htli UröLtss Zperislxssohfikt in sosttsn GrammopliMl* und Zonophon-Fabrikaten Berlio C 29, Alexanderplatz EC'w- CsrUSO■ Gastspiel SK"8 Caruso■ Neuaufnahmen in allen meinen Filialen ohne Kaufzwang zu hören. 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Wirtschaftsartikel 1 Kaffee- 1 Zuckerbüchse« Pt 1 Gewürzetagere.................... 45 pt 1 Fassbank........................... 45 pt 1 Messerkasten...................... 45 pt 1 Waschbrett......................... 45 pt 1 Salzmeste emallUert................ 45 Pt 1 Kaffeekanne 12 oder 18cm, enatlUert 45 Pf. 1 Milchtopf emailliert.................. 45 Pt 1 Kfichenschüssel 84 cm, em?! Itter! 45 Pf. 1r>»... mit oder ohne Bing, jr M Schmortopf emaiUlert............ 7. 45 kt 1 Kasserolle mit sine. emaMlert..... 45 Pf. 1 Katteekanne«-a 1 Waschservice-Kanne dekoriert.. 45 Pf. 3 Vorratstonnen m.Schriit, dekoriert 45 Pt 6 Kaffeebecher dekoriert........... 45 pt 1 Satz Milchtöpfe bratui. sät« e stück 45 pt 1 Käseglocke«Chonaa 1 zu. 1 Zuckerschale Pr—mnaler|45pf. 4 DessertteUer SIlln.. 45 Pf. 2 grosse Gemüsescbüsseln 45 pt 6 Bierbecher Poraellan mit Goldrand 45 Pt 1 Kinder-Handtäschchen a JfXb. 45 Pt 2 Visit-Rahmen au Bola oder Metall 45 Ff. I Kleiderriegel«pf- 1 Handtuchhalter................. 45«. Baumwollwaren 1 Meter Croise-Barchent lür Eüoke and Beinkleider........ wO Pt 3 Geschirrtücher««e, a, geh,......... 49«. 3 Herrentücfaor mit tun« Kante..... 45« 4 SpeiseteUer S.'Kr. Ä 95 pt 8 DeSSertteUer mit relobem Golddekor 95 Pt i mU Uclunckwand, dekor.| nc"' 1 Mehlmeste i v5Pt 6 Gewürztonuon FenaUaa, dekoriert.. 95 Pt 1 Hierkrug 2 Liter Inhalt, geeehUlfen... 95 Pt 1 KäSeglOCke m. Teller, rdeh geackUOen 95 Pt. 1 Wurstkasten mit Anfechrin«. dianer Bordüre 1 Satz Schüsseln S»18ek.udSneePree.maeter 4 Kaffee- oder Teetassen Si�dekSriS 1 Satz Salatschüsseln br£k« b««' e1"' 6 Viktoriabecher iu ut«r, mit Goidnnd 95 Pt 2 Schmortöpfe brann. Innen welaa, mit Deekol 3 Paar Bestecke..............\ neammen 3 Esslöffel................. 3 Teelöffel................. 1 95* 6 Britannia- Esslöffel........ 1«asammea 6 Britannia-Teelöffel........ 1 95 Pt 1 Wasserkessel emaimert........... 95 pt 1 SchmOrtOpf mit Bing, ca. U cm t aasanuaea 1 Pfanne m!iilel, emaMlert,ea.Z2em i 95 Pt 1 Waschschüssel emailliert, dekoriert 95pt 1 Emaille-Eimer eortleru Farben, ea. 80 em 6 GläserteUer ÄÄh�T!0!' 95«. 1 Küchenrahmen..................... 95«. 1 Plättbrett................ 95«. 1 Bnrstenblech mit s sontea......... 95 Pt 1 Reibemaschine..................... 95 pl 1 Leitnngsschoner dekoriert......... 95« 1 Kohleneimer......................... 95« 1 Schemel.............................. 95« 1 Hackemesser........................ 95« 1 Tranchierbesteck................. 95« 8 SpeKsteiler tiot od flach, m, moderner Bordlire 95« IMaffoemüMeOS" 1 Besenhandtuch aae FUchencoS oder Batin AuKaMa, yorgeielchnet....... oOPt 1 Paradehandtnch«u.urkiidig«. ß'off. vor�crol hnet......... 4............ 0*1�1 1 Plättbrettbezug. i«rtig.............. 95« 1 Kissenbezug LDoÄzÄ«"n 95«. 1 Läufer oder Decke, rÄS!! 95 pt Trikotagen I Paar Damenstrümpfe du7"h'öd°-ng?iÄ 3 Paar Herren- Schweiss-Socken a. eranmellert, Fuss ohne Naht.............»OFt 1 Herren-Hemd oder-Belnklefd ��n' 1 Unt rtaiUe getüttert, m. langoa Aatmeln 95 Pf. 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Oamlcmneen 9 5 Pf. 1 Nacht}acke mltLangnetten-Bssati.. 95 Pf. 1 Beinkleid, ffi™- n,lt 8tlc,terel- 95pt 1 Anstands-Rock � ÄB&:oh.,[U; 93« 1 Sttckerei-UntertaiUe�iÄg 95« Weisswaren 1 moderaeTüHsehlelfe sJdtaJÜgJ?! 99« 4 reinseidene Haarbänder KindV„„ viel« Farben.............................. 95« 1 Kragenachoaer IJS�TeiuMb! 95« Schuhwaren 1 Paar Melton-Pantoffel«r Dam«, In In. buken Farben....................... UDPf. 1 Paar Filz-Pantoffel«t D»m»n, mit Lederaehle...........................«OPt l Paar Filz-Pantoffel mr Dam«, oder Herren, mit weis er Sohl« nnd Fleck für Kinder 95« 1 paar Gummi Schuhe 95« 1 Paar Stoff schuhe nr Damen..... 95« 1 Garnitur: farbiges Serritenr mit passenden Manicbstie».............. 89« 2 Serviteurs, wci« mit raiten........ 95 pt 1 Auto-SohaUuÄ™!':....... 85« 1 Herren-Sportmütze, AKU 95« Baumwoilwaren 3 Meter Hemden Barchent......... 95« 3 stubenhandtücher I)rlniri:,'l4'n*n 05., 2'/»«»«,? 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L95 1 MüUeimer mit Doekal ud Autsohrlft 1.95 1 Marktkorb mit BmalUe-Bluati....... 1 gz 1 Stehleiter................................. 1 Vogelkäfig«it•uanehrfb«......... L95 1 MarkttafiCbe«, itarkem Blndleiar. L95 Schuhwaren 1 Paar Herrsn-Gaauni-Sohuhe.... 1.95 1 Paar Stoff-Hansschuhe«r Domen,. mit LedeneoUn............................ 1.95 1 Paar Leder-Eansacbuhe rar Dome» 1.95 MaMllg für Wonnenigntsinarkg» der Brossen Berliner StrassoM) und der illnsieiiien Berliner OinnMktien-fleselMaft öi. 254. 28. Jahrgang. 4. KeillM des..WMiirls" KerlüM MbMi Sonntag, 29. Oktober 1911. dochen-Spielplan der ßerluier Cbeater. Königl. Opernhaus. Sonnlag: Bajazzi. Coppelia� Montag: Sin- fonie-Konzert. Dienstag: Königslwder. Mittwoch: LoHenguw(Ansang ? Uhr.) Donnerstag: Carmen. Freitag: Tannbäuser. Sonnabend: Mignon. Sonntag: Figaros Hochzeit. Montag: Fidetio.(Ansang?>/, Uhr.) Königl. Tchauipielhans. Sonntag:" Der Bettler von Syrakus. Nachm. 2'/, Uhr: Die Rabensteineri». Montag: Die Welt, in der man sich langweilt. Dieuslag: Die gkückliche Hand. Mittwoch: Der Bettler von Syrakus. Donnerstag: Die glückliche Hand. Freitag: Penthefilea. Sonn- abend: Der Bettler von Syrakus. Sonntag: Die glückliche Hand. Mon« tag: Der Bettler von Syrakus.(Ansang 71/, Uhr.) Neues königliches Qperntheater. Sountagnachmittag 3'/, Uhr: Iägerblut. Abends und Montag: Der Preisochs. Dienstag: Der Zerrissene. Mittwoch: Hamlet. Donnerstag: Hamlet. Freitag: Hamlet. Sonnabend und Sonntag: Geschlossen. Montag: Minna von Barnhelm. (Ansang 8 Uhr.) Teutsches Theater. Sonntag: Turandot. Montag: Penthefilea. Dienstag: Turandot. Mittwoch: Penthefilea. Donnerstag: Turandot. Freitag: Penthefilea. Sonnabend und Sonntag: Turandot. Montag: Penthefilea.(Ansang 7'L Uhr.) Kammerspiele, eonptag: Lanzelot. Montag: Lanvkl. Dienstag: Gyges und sein Ring. Mittwoch: Gawän. Donnerstag: Der verwundete Vogel. Freitag: Der Arzt am Scheidewege. Sonnabend: Frühlings» Erwachen. Sonntag: Lanzelot. Montag: Laiwal.(Ansang 8 Uhr.) Lessing- Theater. Sonntagnachm. 3 Uhr: Die versnnlene Glocke. Abends: Das weite Land. Moniag: Glaube und Heimat. Dienstag: Das weiteLand. Mittwoch:�Hedda Gabler. Donnerstag: Das weite Land. Freitag: Einsame Menschen. Sonnabend: Glaube und Heimat. Sonntag: Das weite Land. Montag: Glaube und Heimat.(Ansang 8 Uhr.) Rcsidenz-Tlieatcr. Sonntagnachm. 3 Uhr: Die arme Löwin. Täglich: Ein Walzer von Chopin.(Ans. 8 Uhr.) Komiiche Cper. Sonntag, nachmittags 3 Uhr: Die schöne Risette. Abends, Montag und Dienstag: Die keulche Susanne.(Aiisang 8 Uhr.) Mittwoch und folgende Tage: Sibirien.(Ansang 7'/, Uhr.) Kleines Theater. Sonntag nachmittags 3 Uhr: I.Klasse. Angele. llich: Fannys erstes Stück.(Ansang 8 Uhr.) Zerlincr Theater. Sonntag, nachmittags 3 Uhr: Logenbrüder. Abends: Coeur Ajj. Montag: Bummelstudenten. Dienstag, Mittwoch: Coeur Atz. Donnerstag: Bummelstudenten. Freitag: Coeur Atz. Sonn- abend, nachmittags 3 Uhr: Ein Fallissement. Abends und Sonntag: Coeur Atz. Montag: Bummelstudenten.(Ansang 8 Uhr.) Neues Sttiauspielhans. Sonutagnachin.: Geschlossene Vereinsvor- stellung. Abends: Hans Sonnenslötzers Höllenfahrt.(Ansang 7ll, Uhr.) Montag: Josephine. Dienstag: Hans Sonnenstötzers Höllcnsahrt. I Mittwoch: Bürl. Donnerstag: Hans Sonnenstötzers Höllenfahrt. Frei- trz: Bürl Sonnabend und Sonntag: Hans Sonnenstötzers Hüllensahrt. Montag T Josephine.(Ansang 8 Uhr.) Neues Theater. Täglich: Das Mädel von Montmartre.(Ansang 8 Uhr.) Schiller- Theater O. Sonntagnachmittag 3 Uhr: Da« Urbild des Tartüfi. Abends: Der Psarrer von Kirchseid. Montag: Der Geizige. Der eingebildete Kranke. Dienstag: Der Psarrer von Kirchseld. Mittwoch: Madame Sans-Gene. Donnerstag: Der Psarrer von Kirchseld. Freitag: Madame SanS-Kene. Sonnabend: Der Geizige. Der eingebildete Kranke. Sonntag: Madame Sans-Gsne. Montag: Es lebe das Leben. (Anfang 8 Uhr.) Schiller- Theater Charlottenburg. Sonntag, nachmittag« 3 Uhr: Maria Stuart. Abends: Es lebe das Leben. Montag: Es lebe das Lebe». Dienstag: Es lebe das Leben. Mittwoch: Antigonc. Donnerstag: Es lebe das Leben. Freitag: Antigone. Sonnabend: Zops und Schwert. Sonntag und Montag: Der Psarrer von Kirchseid.(Ansang 8 Uhr.) Friedrich> Wilhelmstädtisches Schauspielhaus. Sonntag, nach. mittags 3'/, Uhr: Der Leiermann und sein Pstegekind Abends. Montag bis Mittwoch: Die Hochzeit von Baleni. Dann allabendlich: Der Kaus- mann von Venedig.(Ansang 8 Uhr.) Theater des Westens. Sonntag, nachmittags 3'/, Uhr: Ein Walzerttanm. Abends: Die Dame in Rot. Montag bis Sonnabend: Die Dame in Rot.(Ansang 8 Uhr.) Luisen- Theater. Sonntag, nachmittag? 3 Uhr: Ausgewiesen. Allabendlich: Die Macht der Liebe.(Ansang 8 Uhr.) Neues Operetten-Theater. Sonntag, nachmittags 3 Uhr: Der Gras von Luxemburg. Allabendlich: Die moderne Eva.(Ansang 8 Uhr.) Trianon-Theater. Sonnlag, nachmittags 3 Uhr: Francillon. Abends und täglich; Mein Baby.(Ansang 8 Uhr.) Thalia-Theater. Täglich: Polnische Wirtschast.(Ansang 8 Uhr.) Lustspirlhaiis. Sonnlag, nachmittags 3 Uhr: Leutnantsmündel. All- abendlich: Die Vergnügungsreise.(Ansang 8 Uhr.) Rose-Tbeater. Sonnlag, nachmittags 3 Uhr: Kean. Abends und Montag: Ein feste Burg ist unser Gatt. Dienstag: Kalernenluft. Mitt- woch: Tin feste Burg ist unser Gott. Donnerstag: Das Glück des Lebens. Freitag: Ein feste Burg ist unser Gott. Sonnabend: Das Glück des Lebens. Sonntag und Montag: Ein seste Burg ist unser Gott.(Ansang 8 Uhr) Theater in der Königgräher Strohe. Sonntag, nachmittags 3 Uhr: Ein Fallissement. Abends: Spielereien einer Kaiserin. Montag: Hundstage. Dienstag, Mittwoch: Spielereien einer Kaiserin Donnerstag: Sundstage. Freitag: Sviclereien einer Kaiserin. Sonnabend: Hundstage. onntag: Sviclereien einer Kaiserin.(Ansang 8 Uhr.) Montag: Schau- spielerin.(Ansang VI, Uhr.)_ Belle-Zllliance-Thcater. Sonntag, nachm. 3'/. Uhr: Die Kamelien- danie. Abends und täglich: Der Sittenapostcl.(Ansang 8'/. Uhr, Sonn- tags 8 Uhr.) Neues Bolkstheater.(Neue Freie Volksbühne.) Sonntag, nachm. 3 Uhr: Das Vermächtnis. Abends: Das Vermächtnis. Montag: Tcc<- graphie und Liebe. Dienstag und Mittwoch: Das Vermächtnis. DonnerK- tag: Geographie und Liebe. Freitag, Sonnabend und Sonntag: Das Vermächtnis.(Anfang 7 Uhr.) Caiino-Tiieater. sonntag, nachmittags 3'/, Uhr: Ein Weib aus dem Volke. Abends sowie täglich: Der selige Hollschinsky.(Ans. 8 Uhr.) Metropol- Theater. Sonntag, nachmittags 3 Uhr: Mitz Helyett. Allabcnlich: Die Nacht von Berlin.('Anfang 8 Uhr.) Folies Capricc. Allabendlich: Kobi Krach. Nr. It.(Ans. 8'/» Uhr.) Herrnfeld- Theater. Täglich: Das Kind der Finna. Schmerz- lose Behandlung.(Anfang 8 Uhr.) ZtpoUo-Tbealer. Täglich: Spezialitäten.(Ansang 8 Uhr.) ZirkuS Busch. Sonntag, nachmittags 3'/, Uhr: Grotze Vorstellung. Abends: Gala-Vorstellung.(Anfang VI, Uhr.) Zirkus Schumann. Sonntag, nachm. S'/j Uhr: Grotze Vorstellung. Abends: Gala-Vorstellung.(Ansang 1ll, Uhr.) Carl-Havcrland-Tyearcr. Täglich: Spezialitäten.(Ansang VI, Uhr.) Intimes Theaicr. Täglich: Lon. Liebesabenteuer.(Anfang 8'/. Uhr.) Walhalla. Sonittag, nachmittags 3'/, Uhr: Prinz und Bettlerin. Allabendlich: Teufel, das hat eingeschlagen!(Anfang 81/, Uhr.) Kaiser-Panoraina. �and und Leute von Tunis. Fränkische Schweiz. Passage- Theater. Sonittag, nachmittags 3 Uhr: Spezialitäten. Täg- lich: Spezialitären.(Ansang 8 Uhr.) Wintergarten, rsonntag, nachmittags 3'/, Uhr: Vorstellung. Täglich: Spezialitäten.(Ansang 8 Uhr.) Reichshnllen-Theater. Täglich: Stettiner Sänger.(Ansang S Uhr. Sonntags 7 Uhr.) Königstadi-Kasino. Täglich: Spezialitäten.(Anfang 8 Uhr.) Urania- Thearer, Taubcnstr 48/42. Sonntag, Montag, Dienstag: Geheimnisse, dyr belebten Natur. Mittwoch: Lebende Tierbilder von nah und fern. Donnerstag bis Sonntag: Von Meran zum Ortler. Montag: Unbestimmt.(Ansang 8 Uhr.) Sternwarte, Jnvalidenftr. 57—82. Eingegangene Druckschriften. Ruft, die Geschichte eines Lebens. Roman von K. Keucke. s M., geb. 5 M. I. Scholz, Mainz. T» sollst deine» Geist nicht töten! Bon D. Thomas. Ein Beitrag zur Bclümpsung der Schundliteratur. E.-V. Buchhandlung Volksstimme, Franksurt a. M. 15 Pj. Todes-Anzeigen SozialöemokratlscIieFWslilYerein für den 4. Herl. Reiclistags-Walireis. Görlibcr Viertel. (Bezirk 222 I). Den Milglicdcrn zur Nachricht, datz unsere Genossin Anna WiBde Forster Str. 45 am Sonnabend gestorben ist. Ehre ihrem Andenken: Die Beerdigung findet am Dienstag, den 3l. Oktober, nach- mittags 4 Uhr. von der Halle des �ttedhoscs w Ahrensjelde, Um rege Beteiligung ersucht Ter Borstaud. Hierdurch die traurige Mit- tcilttng, datz mein lieber Mann und guier Vater, der Schlosser Otto �drsksm am 26. Oktober am Herzschlag verstorben ist. Hie irsusrnden Hinterbliebenen. Witwe Abrahain und Kind. Die Beerdigung sindct Moniag. den 30. d. M., nachmittags 4 Ubr, ans dem Geihscmanc-Kirchhos in Nordend statt. Am Freitag srüh starb nach schweren Leiden mein lieber Mann, unser guter Vater, der Dreher Karl Fritsch. Dies zeigen, um stille Teil- nähme bittend, an Witwe Anna Fritsch liebst Kinder», Sickingenstratze Nr. 3. Die Beerdigung sindet Montag- nachmittag 3'/, Uhr von der Ra- pelle des Hciland-Fricdhoscs in Plötzcnsee aus statt. Danksagung. Die Schwierigkeiten, die mir bei dem am 21. Okiober so plötzlich er« folgten Tode meines lieben Mannes, des Drehers Wilhelm Yölzkow . Deutscher Metallarbeiter-Verband Verwaltungsstelle Berlin. Todes- Anzeige. Den Kollegen zur Nachricht, datz unser Mitglied, der Dreher KarB Fritsch am 27. Oktober an Herzleiden I gestorben ist. 125/9 fj Ehre seinem Andenken! Die Beerdigung findet am Montag, den 30 Oktober, nach- mUtags 5'/, Uhr, von der Leichen- balle de« Heilands-Kirchhoses in Plotzensee aus statt. Rege Beteiligung crivartet Nie NntsveR-vr'aitnn�. von behördlicher Seite, gemocht wlkr- dcn, machten es mir unmögtich, den Todessall und die Zeit der Beerdigung den Kvil-gen und Bekannten meines lieben ManneS rechtzeitig durch den „BonvättS- bekannt zugeben. Trotz- dem wl.r die Beteiligung bei der am 25. Oktober, nachmittags 2 Uhr, er- folgten Beerdigung eine für mich tröstende. Ich sage hiennit allen da- bei Anwesenden, dem Herrn Vertreter der Opelwerle, seinen lieben Kollegen und all unseren Freunden und Be- launten sür die herzliche Teilnahme meinen innigsten Dank. 1186b Frau Agnes Völzkow geb. liOthcr. .,gse6€€e«*«sssssss� i|f' Unserem Parteigenossen% P Heßlo» Unserem Parteigenossen Albert Heßler und seiner lieben Gattin zu ihrem am 30. dS. stattfindenden SZjährigeu Eliejubiläiim die herzlichsten Glückwünsche. Die Genossen des 27. Bezirks Charlottenburg. Unfern: Genossen kmil llubiscd netzsl Gemahlin die herzlichsten Glückwünsche zur silbernen Hochzeit. via Genossen u. Genossinnen des 156. Bezirks, 3. Wahlkr. Unscrm Genossen FeUzi Geiseier und seiner lieben Frau die herzlichsten Glückwünsche zur morgigen filberne» Hochzeit. llie Genessen des 195. Bezirk». % m vi/ VI/, VI/ VI/ 9 VI) VD «/ P ...... Unscrm Kollegen und Genossen Dattkfagttng. Für die herzliche Teilnahme und schonen Kranzspenden bei der Beerdi- gung meines lieben Manne«, unser? guten Boters, sagen wir zllen Be- kannten, den Kollegen vom Deutschen Transportarbeiterverband, den Roll- kutschern von allen Bahnhöfen und Spediteuren, besonders den Kollegen m:d Freunden vom Anhalter Bahn- hos unscrn herzlichsten Dank. 441L Witwe Knanz und Kinder. Für Danksagnug. die vielen Beweise herzlicher Teiliiabnie bei der Beerdigung meine» lieben Mannes sage allen, insbeson- dcre dem Verbände deutscher Bau- arbciter, dem Wahlverein Schöne- berg, dem Sparverein.Vorwärts" und dem Personal von A. S Beutlcr, meinen innigsten Dank. Im Name» der Hinterbliebenen: f fÖl! Jl'fdjfr nebst Kindern. Allpeiue Kranken-' unii Sterbekasse der Metallarbeiter (E H. Nr 29, Hamburg). Filiale Berlin 5. Am Donnerstag, den 26. d. M. verstarb nach langem, schweren: Leiden unser langjähriges Mit- glied. der Klempner tltiert Rosenbauni. Dir verlieren in demselben emen lieben Freund und Pflicht- treue» Kollegen, dessen Andenken wir stets in Eyren halten werden. Die Beerdigung findet an: Moniag. den 30. d. MI». nach- mittags 3'/, Uhr. von der Leichen- balle des Georgen- Kirchhoscs Landsberger Allee, aus statt. Tie Ortsverwaltung. IWeslntannsTraiieritiagazin ir.Ylra- AbtoJIiinfi*! die herzliche Teilnahme bei per Beerdigung meines lieben Mannes (age dem Metallarbeiler-Verbande (oroie den Kollegen der Motoren- tabrik Magnet besten Dank. 13-13b Willve S?iargnrete Stolzenhurg. II_____________________ Extra- Abteilung I Gesch.: Berlin W.. Mohren-| Strafie37a(2 Haus von der I Jerusalemor StraBo). II Gesch.: Berlin HO., Grofie Frankfurt. Str. 115(2. Haus von der Andreasstrafle). tiehr gr. Ausw. fert. Kleider, 1 l Hüte, Handschuhe, Sohleier I occ. v. einfachsten bis zum f hochelegant Genre z.äußerst, niedrigen Preisen. Sonder- Abteilung: .nuBanfcrtigung in 10 bis 12 Stunden. Allen Freunden und Genossen zur Nachricht, datz ich das allbekannte Lokal Limtcnberg. Prinzeiiallee v eröffnet habe. Krotzes Vereins/immer mit Pianino, zu alle» Versammlungen zu vergeben. Um gütigen Zuspruch bittet 12766 Max Mattlies, jrüher(SlrAHSberg, Stadt. Adolf Wittig nebst Frau � Vt) die besten Glückwünsche zur VI) Vt) Silberhochzeit senden vi) Die Genossen der Brauerei � Engelhardt.«p >1/ Vi) �- JS ■§> Magerkeit+ schwindet durch Haufe's Nähx- pulver„Thilossia". Preisgekrönt Berlin 1904. In 6 Wochen 24 Pfund ärztl. kontrollierte Zunahme. Gar. unschädl. Viele Anerk. Karton 2 M., bei Postversand Porto und Nachnahmespesen extra. H. Haufe, Berlin N., Greifenhagenerstr. 70. Depots in folgenden Apotheken; Lothringerstr. 50, Elefanten-Apotheke, Leipzigers tr. 74, Weißen- burgerstr. 53, Potsdamerstr. 29, Köpeniokerstr. 119, Bernburgor- straße 3, Frankfurter Allee 74, Ro- senthalorstr. 61, Reinickendorferstraße 1. Charlottenburg: Bismarck- etr. 81. 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Wahl von drei Vorstands« Mitgliedern(1 Arbeitgeber, 2 Arbeit- nehmer). 2. Wahl einer Kommission zur Prüfung der JahreSrcchnung. 3. Verschiedenes. 279/15 Tie Wahldes Arbeitgebers findet von 8—8'/, Uhr statt. __ Ber Vorstand. Geibetome OfflÄiikasse für Kowawes und Oregegeiii Zu der am«. November d. I. stattfindenden Ceneral-Ve�ammlimg ist zu Punkt 4 der Tagesordnung folgender Antrag eingegangen: § 45 Absah 3 soll folgenden Wortlaut erhalten: „�•LS�jichtliche und antzergericht- :che Vertretung der Kasse mit Ein- Mutz derjenigen Geichäite und Rcchtshandlnngen, sür welche nach den Gesetzen eine Spezialvollmacht erforderlich ist, wird von dem Vor» sitzenden in Gcnieinschasl mtt dein stellvertretenden Vorsitzenden wahr- genommen. Ihre Lcgitimatton bei allen Rechtsgcschästen erfolgt durch die Bescheinigung der Aussicht?- bchorde, datz die darin bezeichneten Personen zur Zeit die bezcichiiclen Stellen im Vorstände bcllcidcn."a NoivaweS, den 29. Ottober miü X Wilk W. Kersten 279/17 Schristführcr. Vorsitzender. Grilildklickt M M. Anzahl, an: günst. Beding., Herr!. Lage — 10 Pf.-Tour Stadtbahn— Kolonie 2 In einem neuerbaulcn Häuser- A 2 komplex Stratze 22a an der 2 G Mullerstrahe sind geeignete A - Räume sür Rcsd»nratZon o» zu vermiete». Näheres i8 bis Sd 10 Uhr) beiin Eigentümer O H. Schweriner, Neue Winterfoldt- 2 straBe 26. 272/11*2 fPfftfMf MW»» B ScMifaH Barg Bei Magdeburg, CröBle Lelslngsfäbigkell durch direkteo Verkauf. Zur Herbst-Saison bieten wir wieder Hervorragendes! Moderne Damen-Schnürstiefel Echt Boxkalf, unerreion f. Chromleder,.Dec.kk.ar: Echt Chevreau u. Boxkalf, feinste Ausführungen........ 12.50 Echt Boxleder, SeaUkinfutter..... FilZ mit Bindlackbesatz, für empfindliche Füße 790 650 1050 87S 500 Moderne Herren-Schnürstiefel Echt Box- u. Chromleder, 750 Boxkalf- u. Chevreau, seiid. elegant. 10so Unser Original-Goodyear Weit-Fabrikat, f750 feinste Ausstattung..... 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Tafelbutter.■ in Va Pftind-Stflcken Kochbutter.......... Pfund 1 20 Gemüse und Fruchtkonseruen Eliie-Stangenspargel Stangenspargel stark.... Stangenspargel I...... Stangenspargel II...... BrudlSpargel extra stark.. Bruchspargel I......... Bruchspargel II........ Kaiserschoten fein...... Junge Schoten extra fein.. Junge Schoten I....... Junge Schoten III...... Leipziger Allerlei fein... Leipziger Allerlei mittsifsin BrUChspargel ohne Kopte.. Pariser Karotten...... Erdbeeren.............. Mirabellen.............. Melange-FrUchte...... Pflaumen süss-sauer........ Stachelbeeren naturell.... v, Dose 98 88 83 73 70 65 53 58 48 43 29 40 33 40 50 40 35 Kolonlaiwaren Kakao...........«und 65, 90 Pf. d10 Block- u.Haush.-Schokolade Pfund 68 Pf- Tee.............«und l" Iso zoo Reis............. Pfund 1 7, 20, 25 Pf. Bohnen Pfund Linsen...»....... Pfund Erbsen gesehnt Pfund Viktoria-Erbsen... Pfund Grüne Erbsen..... Pfund Makkaroni....... Pfund 18, 22 Pf. 23, 28 Pt 22«. 20« 22« 30,40« Räucherwaren Grosse Flundern....... Pfund 50«■ Kleine Flundern........ Pfund 35 Pf. Bücklinge............ 3 stück 20 Pf- Sprott-Bücklinge>>»..... Pfund 30 Pf. Bundaale...............»und 38 Pf. Sardellen.............. Pfund 95 Pf. Matjes- Heringe....... 8 stück 25«. Elegante Herren-und Damen- Konfektion WDD In überraschend grosser Auswahl und allen Preislagen (nur moderne schicke Piecen) finden Sie auf bequeme Teilzahlung 5.-- 8.— 10«— 12.— Mark Anzahlung (Wochenraten I— Mark oder 4.— Mark Monateraten) bei der streng- reellen und renommierten Firma Möbe!_ In allen Holr. und Stilarten� lilOHioriiiiiBD�o von 250.- bis 1S0C0- m (Anzahlung von 20- M an) Einzelne GegemtflnitP In riesiger Auswahl Ans. von 3.— M an Sy p h Iiis Nachweis in allen frisch, u.»sraltef. zweifelhaft. Fäll, durch lulffenfchuftl. Untersuchung. sofort; desgl. Harn-(spez. aus Go. norrhoe-Fäden) u. Sputum-Analysen. Dr. home/er& Co., Spezial-Laborat., Friedrich str. 189, zw. 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Speisebohnen weiße, 35,00-60,00. Linsen 40,00-80,00. Kartoffeln 7,00—14,00. 1 Kilo. gramm Rindfleisch, von der Keule 1,60— 2,40. Rindfleisch, Bauchfleisch 1,30 bis 1,70. Schweinefleisch 1,20-1,80. Kalbfleisch 1,50-2,40. Hammelfleisch 1,30—2,00. Butter 2,60—3,20. 60 Stück Eier 3,80—6,40. 1 Kilogramm Karpsen 1,00—2.40. Aale 1,20-2,80. Zander 1,40-3,60. Hechte 1,10 bii 2,60. Barsche 0,80—2,00. Schleie 1,40-3,00. Bleie 0,80—1,60. 60 Stück Krebse 2,40-24.00._ WasserstandS-Nachrtchtc» ') 4- bedeutet Wuchs,— Fall.—•) llnlerveqel. £ind—-3 unsere Stiefel e_ mit DopjoelSohlen? �.. � Kork- Zwi$chen5otUen. für Damen und Herren 50 für Kinder la Boxcalf mit Doppelsohlen für Damen und Herren Prima ßoxcalf mit Doppelsohlen 27-30 31-35 90 0 �90 dV 27-30 31-35 Prima Boxcalf mit Korkzwischensohlen Kamelhaar-Schuhe a Schnallen- Stiefel n Gefütterte Stiefel Gummi-Schuhe 10 Klark monatliche Teilzahlung liefert elegante Herrengaroerobe nach Maß lJoiBfimmski, ISSTm' gut. Sitz w. garant., eigenes Stosflag J. 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Montag, den M. Oktober, abends 8'/, Uhr, findet für den 13. Kommunalwahlbeeirk bei Gliesing, Wassertorstr. 68, eine Versammlung statt, in welcher der Stadtverordnete Bruns und der Kandidat Dr. Zadel über: „Unsere Kommunalforderungen" sprechen werden. Am selben Tage werden im 14. Bezirk der Stadtverordnete Dr. Wehl und der Kandidat, Kaufmann Alexander Fröhlich, im Köpenickcr Vereinshaus, Köpenicker Str. 62, über dasselbe Thema sprechen. Vierter Wahlkreis. Heute im 13. Kommunalwahlbezirk: Flugblattverbreitung. Ferner findet im 23. Kommunallvahl- bezirk am Montag, den 36. d. MtS., 7 Uhr abends, eine Flugblattverbreitung statt. Schöneberg. Heute Sonntag früh: Wichtige Flugblattderbreihmg zu den bevor st ehenden Stadtverordnetenwahlen. Es ist Ehrenpflicht jedes Genossen, sich an bestimmter Stelle zur Arbeit einzufinden. Wilmersdorf-Hnlensee. Dienstagabend 8l/ä Uhr im Gefellschafts- hause, WithelmSaue 112: Generalversammlung des Wahl- Vereins. Auf der Tagesordnung stehen Abrechnungen, ein Vor- trag des Genossen Dr. Moses und wichtige Bereinsangelegenheiten. Der Vorstand. Groß-Lichtcrfclde. DienStag, den 31. Oktober, abends 8l/j Uhr, bei Erpel, Osten, Berliner Straße 129, Mitgliederversammlung. Vortrag des Genofien Eugen Brückner über:„Die Reichs- versi'cherungsordnung". Vereinsangelegenheiten. Aufnahme neuer Mitglieder. Steglitz-Friedenau. Der VortragSkursuZ über Theorien und Programme der bürgerlichen Parteien beginnt Montag, den SO. Oktober, abends pünktlich 8'/« Uhr, bei Schellhase, Ahornstr. 13a. An Stelle des erkrankten Genofien Borchardt hat ReichStagSabgeord- neter, Genosse Emil Eichhorn den Kursus übernommen. Ein- trittskarten für alle vier Vorträge sind zum Preise von 30 Pf. im BortragSlokale zu haben. Der BildungSauSschuß. Schmargendorf. Am Dienstag, 31. Oktober, abends 8>/, Uhr, im„Wirtshaus Schmargendorf", Warnemünder Str. 6: General- Versammlung, verbunden mit Vortrag. Der Vorstand. Steglitz. Dienstag, den 31. Oktober, abends 8'/, Uhr, bei Schellhase, Ahornstr. Iba: Mitgliederversammlung. Tagesordnung: 1. Vortrag: Dem Sozialismus entgegen. Referent: Genosse Max Grunwald. 2. DiSlnsston. 3. Geschäftliche Angelegenheiten. Treptow- Bamnschnlenweg. Am Dienstag, den 31. Oktober, abends 7 Uhr, beginnt die„Vorwärts"-Agitation für die Bezirke 3, 8a. 4. S. 7 und 8. Die Genofien treffen sich pünklich in den be- treffenden Bezirkslokalen. Der Borstand. Pankow. Am Dienstag, den 81. Oktober, abends 8 Uhr, spricht Reichsiagsabgeordneter Artur Stadthagen über:„Teuerung, Kriegshetze und die Reichstagswahlen" in der bei Ebersbach, Berliner Straße 102, statlfindenden öffentlichen Versammlung. Parreigenofieul Sorgt für Massenbesuch dieser Versammlung. Ztcinickeildorf-Ost. Dienstag, den 31. Oktober, abends 8 Uhr: Mitgliederversammlung im Restaurant Sadau, Restdenzstraße l24. Tagesordnung: Vortrag des Genossen Rud. B ü h l e r- Lichtenberg: »Welche Aufgaben harren unserer im Wahlkampfe?" Niederschöiihausen-Nordcud. Die am DienStag, den 31. Oktober, angesetzte Mitgliederversammlung deS Wahlvereins fällt aus. _. Die Bezirksleitung. Berliner Nachrichtens Arbeiterfrage« im Magistrat. Aus dem Nathause wird berichtet:„Der Magistrat be- schäftigte sich gestern auf Grund des Berichts einer Magistrats- konlmission mit einer Reihe von Arbeiterfragen. Während bis- her den Arbeitern nach fünf Dienstjahren ein Urlaub von sieben Tagen bewilligt wurde, sollen ihnen in Zukunft nach drei Zähren drei Tage, nach fünf Jahren sieben und nach zehn Jahren 10 Tage gewährt werden. Des weiteren wurde beschlossen, dem Pflege- und Hauspersonal der städtischen An- stalten, welches von der Verwaltung beköstigt wird, sür die Tauer des Urlaubs eine Gntschüdigung für entgangene Be- köstigung zu zahlen. Die aus diesen Beschlüssen erwachsenden Mehrkosten in Höhe von etwa 130000 Mark sollen von den einzelnen Verwaltungen im nächsten Etat angefordert werden. Weiterhin wurde die Zahlung der Lohndifferenz zwischen Wöchnrrinnenunterstüynng der Betricbskrankenkasse und Arbeits- lohn sür die Zeit der Niederkunft von städtischen Arbeiterinnen und die Gewährung von sonstigen Unterstützungen an Arbeiter während eines von der Versicherungsanstalt oder der Berufs- genossenschaft eingeleiteten Heilverfahrens beschlossen." Die Beschlüsse des Magistrats stützen sich in, wesentlichen auf Stadtverordnetenbeschlüsse, die bei Beratung der Arbeiter- fragen in der Stadtverordnetenversammlung zur Beschluß- fassung gelangten. Unsere Genofien hatten weitergehende Anträge gestellt, die aber von der Mehrheit im Rathause recht verwässert ivurden. Was den letztgenannten Beschluß bctrifit, so ist er nur ein Akt der Gerechtigkeit. Lange genug hat übrigens die Beratung gedauert. Allgemein halt? man ge- hofft, daß die städtischen Arbeiter den erst jetzt beschlossenen Urlaub schon i>n verflossenen Sommer hätten erhalten können. Ein Farbenerlaß JagowS. Der Berliner Polizeipräsident macht wieder von sich reden. Diesmal handelt es sich um eine Verordnung, in der befohlen wird, den Kraftdroschken bestimmte Farbenanstriche zu geben. Der Erlaß lautet: �< „Bei der demnächstigen Revision der<.roschkcnordnung beabsichtige ich. für Kraftdroschken einen bestimmten Farbenanstrich vorzuschreiben, und zwar für Kraft- drosckiken mit Benzinantrieb m a r st a l l b r a u n mit schmalen hellroten Streifen abgesetzt, für Kraftdroschken mit elektrischem Antrieb e l f e n b e i n mit schmalen schivarze» Streifen ab- gesetzt, die Räder sollen in derselben Farbe wie die Wagen gehalten werden. Es liegt daher im Interesse der Besitzer dieser Kraftfahrzeuge, daß sie ihre Wagen schon jetzt bei einer Neulackicrung mit diesem Ansttich versehen. Mllsteran striche liegen bei dem hiesigen Verkehrskoininifsariat und den Kom- Missariaten der Vorortpräsidien zur Ansicht aus. Wagen, deren Scheiben nicht aus glattem Spiegelglas bestehen. werden schon jetzt nicht mehr zugelassen." Ein Ledigenheim in Berlin. Im Norden von Berlin an der Schönstedter Straße, gegenüber dem Brmmenplatz, beabsichtigt der„Verein zur Verbesse- rung der kleinen Wohnungen in Berlin" A.-G. mit Unterstützung des Berliner Magistrats in unmittelbarer Nähe des Amtsgerichts auf dem Wedding und der Panke ein großes Ledigenheim für 800 Personen zu errichten. Dieses Heim soll im wesentlichen nur Zimmer mit einem Bett haben und mit allen erforderlichen hygienischen, sowie sozialen Einrichtungen, wie Bädern usw., Speisewirtschaft, Bibliothek, Lesezimmer, Ver- sammlungSräume usw. ausgestattet sein. Die Preise sollen niedrig bemessen werden, teils sollen die Einrichtungen umsonst benutzt werden können. Die Kosten sind auf insgesamt 750 000 M. veranschlagt. Der Magistrat hat beschlossen, ein passendes Grundstück am Brunnenplatz k o st e n l o s herzugeben, da» zurückgegeben werden muß, sobald es dein Zweck, zu dem eS hergegeben, nicht mehr dient._ Eine halbe Million erschwindelt. Ein großer Schwindel, der in seiner Art in der Kriminal- statistik wohl einzig dasteht, ist von der Kriminalpolizei aufgedeckt worden. Der Täter, ein 34 Jahre alter Gerichtsschreiber Hans Möller, ist verhaftet. Möller, der bei einem hiesigen Gericht als Bogenschreiber beschäftigt, aber wegen Krankheit seit längerer Zeit beurlaubt war, machte einen vertrauenerweckenden Eindruck und verschaffte sich dadurch, daß er sich Dr. H. Mertini nannte, und sich für einen Gcrichtsaffessor, einen Stabsarzt a. D. oder einen früheren Arzt der Charit« ausgab, Eintritt in alle Gesell- schaftskreise. Ueberall fand er auch feine Opfer, die er zum Teil um sehr erhebliche Summen betrog. Er spiegelte den Leuten bor, daß er sehr gute Beziehungen zu einem Geheimrat im Kaiserlichen Patentamt habe. Nach dem Namen dieses Geheimrats fragte ihn selten jemand, und wenn es doch geschah, so tat er geheimnisvoll und redete sich damit heraus, daß er Diskretion wahren müsse. Von seinem Gönner, so erzählte der Schwindler, erhalte er die Prospekte zu den Patentanmeldungen, die bei dem Amte eingingen. Er setze sich dann mit großen Firmen in Verbindung und arbeite für diese, weil er patent-tcchnisch völlig ausgebildet sei, die Patente durch. Hierbei springe für ihn ein sehr großer Gewinn heraus, aber nicht bloß er selbst verdiene viel, sondern auch jedermann� der ihm für seine Zwecke mit Kapital beispringe. Der Verdienst sei so hoch, daß sich auch für diese Kapitalisten nach Abzug seiner Spesen und Auslagen das hineingesteckte Kapital immer noch mit 100—300 Prozent verzinse. Merkwürdig ist, daß sich die Leute, die sich zur„Beteiligung" überreden ließen, nicht nach dem Namen des„befreundeten Gcheimrats" und nach der Art des Patentes und des Geschäftes weiter erkundigten.„Dr. Mertini" machte sie schon allein dadurch sicher, daß er ihnen erzählte, die mit ihm in Verbindung stehenden Firmen hätten große Summen bei der De- potkasse des Kaiserlichen Patentamtes hinterlegt, und dieses Geld sei sein Verdienst, wenn das von ihm bearbeitete Patent durchgehe. Um diese Vorspiegelung glaubhast zu machen, ließ sich der Schwindler Formulare mit der Aufschrift: Depotstelle des Kaisen lichcn Patentamtes drucken. Er füllte sie dann sorgfältig aus, setzte eine beliebige Journalnummer darauf, versah sie mit einem unleserlichen Namen und steckte sie in ein„amtliches" Kuvert, auf dem er ebenfalls den Kopf des Kaiserlichen Patentamtes fälschte und das er dann mit nachgebildeten Siegeln versah. Diese Depot- formulare stellte auf 4000 bis 80 000 Mark auS. Auf die Rück- feite der Kuverts schrieb er dann die Namen und Wohnungen detz „Beteiligten" und die Höhe der Zahlungen, die ihm die Be» schwindelten als Kapitalbeteiligung hergaben. Er erzählte dann den Leuten, daß sie durch die Hinterlegung dieser Briefe selbst für den Fall, daß er plötzlich sterben sollte, vollkommen gesichert seien. Nach den bisherigen Ermittelungen hat Möller in Jahresfrist über 400 000 Mark ergaunert. Wahrscheinlich ist es aber noch viel mehr. Denn vermutlich hat er noch weit mehr Leute geschädigt, als bisher Anzeige gemacht haben. Es wäre erwünscht, daß auch diese sich umgehend bei der Kriminalpolizei meldeten. Die großen Betrügereien kamen dadurch an den Tag, daß einer der Kapita- listen an dem„Dr. Mertini" doch etwas zweifelte und seine Be» denken einem ihm bekannten Kriminalkommissar mitteilte. Dieser entlarvte den angeblichen Gerichtsassessor, Stabsarzt usw. alsbald als den Bogenschreiber HanS Möller, der bis vor kurzem bei seiner Mutter in der Weißenburgerstr. 38 wohnte und von dort mit ihr nach der Göhrenerstr. 8 verzog. Möller führte ein Doppelleben. Während er zu Sause, im Kreise seiner Opfer und ftühcr auch auf dem Gericht, den einfachen soliden Mann spielte, war er außer Sichtweite dieser Kreise Lebemann, der das Geld mit vollen Händen ausgab. Reisen, die er angeblich im Interesse seiner Kapitalisten machte, waren reine Vergnügungsfahrten. Er fuhr nur erster Klasse, trug die feinsten Kleidungen und wohnte in den vornehmsten Hotels, deren beste Zimmer ihm gerade gut genug waren. In den teuersten Plätzen machte er auch vornehme Be- kanntschaften, die ihm wiederum Zutritt zu den besten Vereinen verschafften. Nach Aufdeckung dieses Doppellebens und der Schwindeleien verhaftete die Polizei den„Dr. Mertini" in dem Augenblick, als er eine vornehme Weinstube in der Friedrichstadt verlassen hatte, in der Leipziger Straße. Man fand in seiner Westentasche nicht weniger als 107 000 Mark in braunen und blauen Lappen. Sie wurden ihm sofort abgenommen. Auch sein Guthaben von 20 000 Mk. bei einer hiesigen Großbank wurde be- schlagnahmt. Möller hatte die Absicht, am 1. Januar eine junge Tarne aus der Möckernstraße zu heiraten. In der Wohnung dieser Braut fand man für 13 000 Mark Kostbarkeiten, die Möller mit dem erschwindelten Gelde gekauft und ihr geschenkt hatte: Bril- lauten, Oelgemälde. Pelze usw. Möller erklärte sich beim Ver« hör bereit, alle Kapitalien zurückzuzahlen. Dieser Vorschlag zur Güte hatte aber wenig Wert, weil er keinen Weg zeigen konnte, ihn auszuführen. Wie die weiteren Ermittelungen ergaben, war eS die höchste Zeit, daß man den Gauner faßte. Man fand dir Beweise, daß er die Absicht hatte, in der nächsten Zeit den Boden Berlins zu verlassen. Er mußte wohl gemerkt haben, daß er ihm ungastlich zu werden drohte. Der Schwindler hatte bereits Ver- bindungen mit Paris angeknüpft und sich über die dortigen Ver. hältnijsc genau unterrichtet. Wahrscheinlich hatte er die Absicht, seine Schwindelunternehmungen in Berlin abzubrechen und in Paris in dieser oder jener Form fortzusetzen. Auch seine Glau- biger bereitete er auf das Ende der glänzenden Geschäfte schonend vor, indem er ihnen erzählte, daß sein„befreundeter Geheimrat" die Absicht habe, sich demnächst zur Ruhe zu setzen. Daß der „Gcheimrat" ebenso wie alle seine Geschäfte nur in der Phantasie des Gauners bestand, bedarf keiner besonderen EK�ihnung. Ein Handtaschenraub wird schon wieder auS dem Tiergarten gemeldet. Diesmal ist er von zwei' Kerlen verübt worden. Als eine Frau aus der Apostel Paulusstraße zu Schäncberg gestern abend Uhr durch die Hofjägerallce ging, kamen in der Nähe des großen Sterns zlvei Männer hinter ihr her. Einer von ihnen ging dann dicht an ihr vorüber, quer über den Weg, diesen Augen- blick benutzte der andere, ihr die Handtasche zu entreißen. Dann verschwanden beide im Gebüsch. Die Beraubte kann nur den einen beschreiben, der ihr die Tasche entriß. Er ist etwa 20 bis 23 Jahre alt. groß und schlank und trug einen hellgrauen Ueber- zieher und einen schwarzen Hut. Spaziergänger fanden die Tasche bald wieder. Sie enthält noch alles, was an Kleinigkeiten darin gewesen war. bis auf 20 Mark bares Geld, die der entkommene Räuber herausgenommen hat. I Vom Tode ereilt wurde gestern bei einer Vernehmung als Zeuge der 38jährige Tischler Kuhnke aus der Langestr. 43 im Moabiter Justizpalast. K.. der anscheinend einem Herzschlage erlegen war, wurde auf den Korridor gebracht und auf eine Bank gelegt. Es wurde nach einem Arzt geschickt, es war aber keiner zu finden, auch der Gesängnisarzt war nicht zugegen. Wohl hängen Plakate aus mit der Aufschrift: Für erste Hilfe bei Unglücksfällen ist im Erdgxschoß das Zimmer 183 eingerichtet. Der Schlüssel ist beim Portier zu haben. Allein das nützte nichts. Der Unfall passierte um 11 Uhr 33 Minuten. Um 1 Uhr war noch kein Arzt zur Stelle. Darauf erschien die Polizei, um den Mann fortschaffen zu lassen. Ein Liebesdrama hat Freitagabend in der Nähe von Bernau seinen Abschluß gefunden. In einem Chausseegraben an der Chaussee zwischen Bernau und Börnicke wurde ein jugendliches Liebespaar erschossen aufgefunden. Die Toten sind der 19 Jahre alte Buchdrucker Johannes Kroll aus der Gotenstraße 19 zu Schöne- berg und die 16 Jahre alte Kontoristin Gertrud Schulze aus der Hauptstraße 28 in Schöneberg. Die jungen Leute unterhielten seit längerer Zeit ein Liebesverhältnis, das zur Verlobung führen sollte. Nur wollten die Eltern jetzt noch nicht die Einwilligung hierzu geben, da das Paar noch zu jung war. Das Paar war indes mit der Hinausschiebung der Verlobung nicht einvcr» standen. Gestern mittag erhielten die Eltern plötzlich Abschieds- bliese von ihren Kindern. Sie gaben darin an. daß sie Selbst- mord verüben würden, nannten jedoch nicht den Ort. Noch am selben Abend sollte die Tragödie geschehen. Das junge Paar fuhr nach Bernau und ging von dort die Chaussee nach Börnicke entlang. Nicht weit von dem Gut Börnicke legten sie sich in den Chaussee- graben, um die Tat auszuführen. Zuerst richtete Kroll die Waffe gegen seine Braut. Das junge Mädchen erhielt einen Schuß in die linke Schläfe und war offenbar sofort tot. Dann jagte sich der junge Mann eine zweite Kugel in die Schläfe, die gleichfalls zum Tode führte. Die beiden Leichen wurden von Arbeitern des Gutes aufgefunden und nach der Leichenhalle in Börnicke gebracht. Dort trafen gestern vormittag die unglücklichen Eltern deS Paare« ein. Die Leichen sollen nach Schöneberg zur Beerdigung überge- führt werden, sobald die Freigabe durch die Staatsanwaltschaft erfolgt ist. Ein schweres»randunglSck ereignete sich gestern nachmittag 6 Uhr in der Lefsingstraße 83.«IS dort ein Fräulein Klara Fiegel aus der Eindener Straße 37 damit beschäftigt war. unter Benutzung eine» SpirituSplätteisenS Wäsche zu plätten, kam daS Plätteisen plötzlich zur Erploston. Die sich entwickelnde Stichflamme setzte Gardinen in Brand und traf auch die Plätterin, sodaß diese schwere Verbrennungen im Gesicht davontrug. Die Unglückliche wurde von den Samaritern der Feuerwehr verbunden. Der Wohnungsbrand konnte bald gelöscht werden. Gefunden vom Bahnhof Rummelsburg bis Schönhauser Allee ein blaugestreiftes Hemd mit Werkzeug. Abzuholen: Spedition Greifen- Hagener Str. 27. Vorort- Nachrichten. Lichtenberg. 'Stadtverorbnetensitzung. Zunächst nahm bke verfammlmtg Kenntnis von einer Resolution der am 13. Oktober stattgefundenen Versammlung der städtischen Arbeiter, in welcher um die baldige Gewährung einer Teuerungszulage ersucht wird. DeS weiteren gab der Magistrat Kenntnis von einer in Ausführung eines Beschlusses der Staidtverordnetenversammlung vom 3. Januar dieses Jahres gehaltenen Umfrage, betreffend Bildung von Schulkommis- s i o n e n. Von 32 befragten Gemeinden sind nur in 3, und zwar in Berlin, Bielefeld, Coblenz, München-Gladbach und Münster i. W. solche Kommissionen gebildet worden. Von diesen sollen sich nur die in Berlin und Coblenz gut bewährt haben. Der Magistrat und die Schuldeputation sind nun zu der Ansicht gekommen, daß sich auch � für Lichtenberg diese Einrichtung nicht empfehle. Unsere Genossen ! L i n k e und D ü w e l l wiesen demgegenüber daraus hin, daß wir Anhängex dieser Kommissionen sind und ersuchten den Magistrat, sich zu erkundigen, welche Gründe eigentlich gegen die Kam- Mission sprächen, da bisher keinerlei Begründung hierfür erfolgt sei. Vom Oberbürgermeister wurde zugesagt, weitere Auskunst einzu- holen. Alsdann erstattete Genosse Grauer Bericht vom Petitions- ausschuß und beantragte eine Petition, betreffend Errichtung einer kaufmännischen Fortbildungsschule, dem Magistrat als Material zu überweisen. Redner wies nach, wie dringend notwendig eine solche Schule ist. Die Versammlung beschloß gemäß dem Antrag« des Petitionsausschusses. Der Gemeindevorstand von Stralau ist an den Magistrat mit dem Ersuchen herangetreten, ebenso wie für die Gemeinde Boxhagen-Rummelsburg auch für Stralau in der Lichten» berger Desinfektionsanstalt die Dampfdesinfeltion auszuführen, desgleichen auch den Stralauer Hebammen die Desinfektion ihres ihres Körpers in der Anstalt zu gestatten. Es wurde beschlossen, zu den gleichen Bedingungen wie für Rummelsburg dem Vertrage zu» zustimmen.- Hierbei frug Genosse Spieckermann an, ob die Mißstände, welche seinerzeit in der Anstalt festgestellt wurden, nun- mehr beseitigt sind, was von dem Vertreter des Magistrats bejaht wurde.— Eine recht interessante Debatte entwickelte sich bei der Vorlage betreffs Anlegung und Ausschmückung des Löperplatzes. Während unsere Genossen der Vorlage zustimmten, brachten die Bürgerlichen dieselbe zur Ablehnung. Auf diesem Platze befindet sich auch eine alte Schule, die sich baulich in einem so schlechten Zu- stand bcsindet, daß sich die Versammlung schon wiederholt damit be- schäftigcn mußte. Da dieses Grundstück der Kirchengemeinde ge- hört, verlangt dieselbe, falls sie es abtreten soll, als Ausgleichs. objekt einen Teil des Traveplatzes zum Bau einer Kirche, sowie ein Areal an der Sophien- und Eitelstraße, und zwar wüvde sie bereit sein, letzteres käuflich zu erwerben. Da keine Einigung zu erzielen ist. der Magistrat hat u. a. bereits vom Traveplatz eine größere Fläche in Vorschlag gebracht, weigert sich das Konsistorium, die Schule abbrechen zu lassen. Demgegenüber schlug Herr Rott Selbsthilfe vor, und zwar soll die Stadt, nachdem in der Schule kein Unterricht mehr erteilt wird, sämtliche Türen und Fenster derselben herausnehmen und da? Gebäude verfallen lassen, bis— die Polizei einschreitet und das Gebäude abreißen läßt.— Endlich hat unsere Stadtverwaltung auch die Wahrnehmung gemacht, daß es notwendig ist, für die Jugend, vom 14. Jahr auswärts, etwas zu tun, und zwar sollen sie vor den sittlichen Gefahren der Großstadt behütet werden. Tics soll durch Jugendklubs, die von Schulentlassenen der Knabenschulen unter Hinzuziehung der Lehrer und Rektoren zu bilden sind, erreicht werden. WaS ein Teil der Bürgerlichen hierunter versteht, zeigte sich, als Genosse Spieckermann namens unserer Genossen den Antrag stellte» den Jugendlichen solle das Recht zustehen, einen Teil ihrer Beraier selbst zu wählen. Voller Entrüstung wies Herr S ch a.ch t e l dies zurück, da man wohl wiffe, was damit bezweckt sei. Genosse D ü w e l l antwortete dem Herrn treffend, daß auch wir nunmehr wissen, was damit geplant sei. Die Vorlage wurde alsdann einer Kommission von 6 Stadt- verordneten überwiesen.— Die Gesuche der Beamten der Stadt, betreffend Zahlung einer Teuerungszulage, wurden trotz unseres Widerspruches in die geheime Sitzung verwiesen, da man dort ja nicht zu befürchten braucht, daß die Beamten erfahren, wie die bürgerlichen Herren und angeblich so großen Beamtenfreunde über Gehaltsaufbesserung und Teuerungszulagen denken. Die Herren beschlossen alsdann, die Anträge der Beamten bis zur nächsten Sitzung zurückzustellen.— In geheimer Sitzung beschäftigte sich die Versammlung noch über drei Stunden mit der Eingemeindungs frage Boxhagen-Rummelsburg mit Lichtenberg. Rixdor?. Ein Akt der Selbsthilfe, den betrogene Handwerksmeister aus- übte», erregte gestern nachmittag in der Elsenstraße großes Aufsehen. Eine Anzahl Bauhandwerker, die für einen Neubau dort geliefert und gearbeitet haben, hörten, daß der Geldgeber weitere Zahlungen eingestellt habe. Sie hatten zusammen 25 000 M. zu fordern, hatten aber nie etwas bekommen. Um sich nun vor weiterem Schaden zu bewahren, fuhren sie mit einer Anzahl Wagen vor, brachen Türen und Fenster wieder heraus, luden sie auf und schafften sie weg. Der Bauherr ging zur Polizei, um die Leute an der Ausführung ihres Vorhabens verhindern zu lassen. Als er aber mit mehreren Beamten zurückkam, waren sie mit ihren Sachen schon auf und davon gefahren. Jetzt machte er bei der Staatsanwaltschaft Anzeige wegen Diebstahls. Friedenau. Heber Mittelstand und Sozialdemokratie referierte in der Ge- neralversammlung des Wahlvereins Gen. Kourad H a e n i s ch. Dem vortrefflichen Referat, in welchem der Redner ein Bild des früheren und jetzigen Mittelstandes entwarf und die Gemeinsam- keit der Interessen streifte, die letzterer mit dem Proletariat habe, folgte eine lebhafte Diskussion, an der sich die Gen. Hagen, Eulert, Hertel und Richter beteiligten. Während die Gen. Eulert und Hagen die Ansicht aussprachen, daß der Mittelstand für die Partei ernstlich und dauernd nicht zu gewinnen sei, da derselbe ganz andere Interessen. verfolge wie die Sozialdemokratie, meinte Gen. Richter, daß es in Wirklichkeit einen neuen Mittelstand auf die Dauer nicht geben könne, da dessen Anhänger doch nur Proletarier in gehobener Lebensstellung seien. Es sei die Pflicht der Genossen, auch unter diesen für genügende Aufklärung zu sorgen. Hierauf erstattete Gen. Döring den Kassenbericht. Mariendorf. Aus der Gemeindevertretung. Auf der reichhaltigen Tage?- ordnung stand zunächst die bereits vor 14 Tagen eingereichte Jnter- pellation unserer Genossen über Maßnahmen gegen die Teuerung. Ter Gemeindevorsteher hatte bereits Offerten über Seefische und Kartoffeln eingeholt. Von unseren Genossen, die abwechselnd in die äußerst lebhafte Debatte mit eingriffen, wurde diese Maßnahme als vollständig ungenügend bezeichnet, Kartoffeln und Seefische von Händlern zu einem kaum wesentlichen Preisunterschied zu verlreibe». Neben der Uebernahme in eigene Regie müßten auch Gemüse und Fleisch von der Gemeinde an die Bevölkerung abgegeben werden. Des weiteren verlangten unsere Genossen eine sofortige zehn- bis sünfzehnprozentige Zulage für die OrtSarmen und in der Zeit der bestehenden Teuerung den Erlaß der Kommunalsteuern bis zu einem Einkommen von 1800 M. Um eine Einigung zu er- zielen, beschloß die Vertretung, zunächst dem Antrage des Gemeinde- Vorstehers zuzustimmen und den Vertrieb der Seefische dem Kauf- mann Sachs in der Chausseestraße zu übertragen, dergestalt, daß an ztvei noch festzusetzenden Tagen in der Woche in dessen Berkaufs- stelle Seefische zu dem von der Gemeinde vorgeschriebenen Preise zum Verkauf gelangen. Den Einkauf von Kartoffeln wollte der Gemeindevorsteher in der Form regeln, daß die' Kartoffeln durch Eintragung in Bestellisten den Einwohnern zum Selbstkostenpreis zentnerweise frei ins Haus geliefert werden. Der Schöffe Ziedrich betonte, daß gerade den Minderbemittelten der zentnerweise Einkauf schwer falle und man Räume schaffen müsse, von wo aus die Kartoffeln permanent in kleineren Onanten abgegeben werden könnten. Darob fuhren sich Gemeindevorsteher und Schöffe derart in die Haare, daß erst Genosse R e i ch a r d t zur Geschäftsordnung feststellen mußte, daß darüber nicht die beiden Herren, sondern die Gemeindevertretung zu bestimmen habe. Nach diesem nicht uninteressanten Zwischenfall einigte man sich zum Einkauf und Eigenvertrieb von Kartoffeln, die zu jedem Quantum in noch durch Anschlag bekannt zu gebenden Stellen den Einwohnern verabfolgt werden. Dazu wurden 5000 M. bereitgestellt. Desgleichen bewilligte man den Armen eine 1 0 p r o- zenlige Erhöhung ihrer Unterstützungssäye. Die weiteren Anträge unserer Genossen, Fleisch und Gemüse ebenfalls im großen einzukaufen, sowie Kommunalsteuern bis zu einem Ein- kommen von 1800 M. freizustellen, wurden abgelehnt. Zum Bau des Fenerwehrdienstgcbäudes liegt nun endlich der Entwurf vor. Der Referent hierzu. Gemeindevertreter Noack, erklärte, daß zwei Entwürfe eingereicht wurden, von denen er im Namen der Kommission den des Herrn Architekten Dick zur Annahme empfehle, da derselbe zweifellos der praktischere sei und mit 14 vorgesehenen Dienstwohnungen im Voranschlag 172 000 M. Kosten vorsehe. Genosse Reichardt forderte den Anbau einer Turn- halle, da die Feuerwehrleute eine solche zur Verfügung haben müssen und nicht erst nach den besetzten Schulturnhallen zu gehen brauchen. Der Gemeindevorsteher erklärte darauf, daß hinter dem Antrag unserer Genossen ein leitender Grundgedanke verborgen sei. nämlich dem schon lange nacb einem Unterkommen suchenden Arbeiterturn- verein dadurch ein Obdach zu schaffen; er empfahl anschließend daran unseren Genossen, den Antrag zum Bau einer Gemeinde- turnhalle einzureichen, vielleicht— sei dann endlich Abhilfe und Ruhe geschaffen. Schließlich akzeptierte man den empfohlenen Eni- wurf und wenn nun der Herr Landrat seine Zustimmung dazu gibt, kann endlich der so notwendige Bau begonnen werden. Haltestellen für Kraftdroschken sollen die Chaussee-, Ecke Dorfstraße. Chaussee-, Ecke Kaiserstraße und Chausseestraße gegenüber der Kur- fürstenstraße sein, außerdem ist eine Haltestelle im OrtSteil Südende vorgesehen. Hierauf lag ein Projekt, betreffend Errichtung eines Bahnhofes an der Dresdener Eisenbahn im Zuge der Lankwitz- straße zur Beschlußfassung vor. Nach den Ausführungen des Gemeindevorstehers hat an dem jetzt vom Eisenbahnsiskus ge- nebmigten Bahnhof die hierbei treibende Gemeinde Lankwitz das größere Interesse. Bon den 565 000 M. betragenden Kosten will Lankwitz drei Fünftel tragen, die übrigen zwei Fünftel sollte Mariendorf zahlen. Nachdem man sich darüber einig war. daß Lankwitz als Hauptinteressentin nur in Be- tracht kommt, wurde beschlossen, der Gemeinde Lankwitz 50000 Mark für den Bau zu bewilligen mit der Maß- gäbe, daß die Zugangsstraße von der Gasanstalt, soweit diese Lankwitzer Gebiet ist. von Lanktvitz unterhalten wird und die Kosten für die Herstellung der Straße von den 50 000 M. in Abzug gebrocht werden.— Auf Anfrage des Genossen Reichardt teilte der Gemeindevorsteher mit. daß die beschlossene Errichlnng eines Gewerbe- gerickts mit gleichzeitiger Errichtung eines Kaufinannsgerichis im April 1912 staltfinden soll.— Ein in der Sitzung eingebrachter An- trag unserer Genossen, der die Festlegung des von der Gemeinde- schule jährlich stattfindenden Elternabend in der Aula des Gymnasiums forderte, damit nicht wieder, wie in früheren Jahren, das von der Arbeiterschaft gesperrte Graßlsche Lokal dazn benutzt und da- durch die Teilnahme der Eltern am Elternabend sehr in Frage gestellt wird, soll in der nächsten Sitzung verhandelt werden, weil, wie der Gemeindevorsteher diesmal fiirsorglich sagte, die Herren nicht vorher informiert sind. In Wirklichkeit scheint die Verschleppung nur darauf hinauszulaufen, erst Informationen bei der Volksschule einzuholen. Ei« schwerer Straßenbahuunfall hat sich gestern nachmittag an der Ecke der Chaussee- und Friedenstrotze zugetragen. Dort wurde der dlerjährige Walter Spannberg, dessen Eltern in der Chaussee- straße 264 wohnen, von einem Straßenbahnwagen der Linie 73 überfahren. Das Kind erlitt mehrere Armverletzungen und Quetsch- wunden am Kopf und wird längere Zeit in ärztlicher Behandlung bleiben müsse». Schmargendorf. Bei»er am Donnerstag fiattgefundene« Gemeindewahl wurden 489 Stimmen abgegeben. Hiervon erhielt Genosse Ernst Cull mann 197, der Kandidat der vereinigten bürgerlichen Parteien Tntzauer 292 Stimmen. Die Gegner hatten einen umfangreichen Schlepperdienst organisiert; selbst Krüppel wurden per Auto nach dem Wahllokal befördert. Außerdem befanden sie sich im Besitz zahlreicher Forensenstimmen. Trotz alledem wird auch in dem Villcnort Schmargendorf die Zeit nicht mehr allzu fern sein, wo die Sozialdemokratie in die Gemeindevertretung Einzug hält. Britz-Buckow. Die Generalversammlung des WahlvereinS ehrte zunächst das Andenken des verstorbenen Genossen Greischel in der üblichen Weise. Nach dem Vorstandsbericbt vom ersten Quartal ist die Mitgliederzahl von 446 auf 461 gestiegen. Die Zahl der„Borwärts'lefer ist leider von 632 auf 590 zurückgegangen. Der Kassenbericht weist eine Ein- nähme von 511,97 M. und eme Gesamtausgabe von 497,15 M. auf. Als Kartelldelegierter wurde Genosse Stut, in die Bibliothek kommisfion, an Stelle de« Genassen Koch, der Genosse Deistler ge� wählt. Eine längere Debatte entspann sich über folgenden ein- stimmig angenommenen Antrag: Die Gemeindevertretung wolle beschließen: In Anbetracht der enorm gesteigerten Preise für alle Lebensmittel und der im kommenden Winter noch zu erwartenden weiteren Steigerung derselben: a) den Gemeindevorsteher zu be- auftragen, an die Reichsregierung eine Resolution zu richten, in der um Ocffnung der Grenzen für Schlachtvieh, gefrorenes Fleisch sowie der Futtermittel, Aufhebung der Zölle aus die wichtigsten Lebens- mittel und Beseitigung des Einfuhncheinshstems ersucht wird; b) eine sofort zu bildende Kommission hat den Einkauf von See- fischen, Kartoffeln, Hülsenfrüchten und Brennmaterial zu veranlassen, und den Vertrieb zum Selbstkostenpreis oder mit einem geringen Aufschlag an die arbeitende Bevölkerung der Gemeinde in die Wege zu leite»; c) die notwendigen Gelder find der Kommission nach Bedarf zur Beifügung zu stellen. Die Gemeindevertreter wurden beauftragt, diesen Antrag unverzüglich dem Gemeindevorsteher zu überweisen. Friedrichshagen. Aus Gesundheitsrücksichten hat Genosse Sonnenburg sein Mandat als Gemeindevertrcter niedergelegt. Sonnenburg hat das Amt 10 Jahre gewissenhaft ausgeführt, ihm verdankt die werk- tätige Bevölkerung des Ortes so manche soziale und kulturelle Neuerung in der Gemeinde. Adlershof. Zur Feier»eS 20jährigen Bestehen» des hiesigen Wahlvereins hielt in der am Dienstag, den 24. d. MtS., stattgefundenen General- Versammlung der Genosse Paul Baumann einen interessanten Bor- trag aus der Parteigeschichte unseres Ortes. Baumann gehört mit zu den Alten, die lange Jahre im Vordergrunde der hiesigen Arbeiter- bewegung standen, er konnte deshalb aus deni Schatze seiner reichen Erfahrungen und Erlebnisse sehr viel Interessantes und Lehrreiches mitteilen. Vor allem erweckte die Schilderung der sehr heftige» Kämpfe mit dem seit einigen Jahren verstorbenen AmtSvorsteber v. Oppen, der zu seinem allergrößten Verdruß alljährlich am I.Mai auf der hohen Pappel dicht bei seinem Hause eine rote Fahne flattern sehen mutzte, die größte Aufmerksamkeit der Zuhörer. Der Referent erinnerte an die lebhaften Lokalkämpfe, dencnzufolge die Genossen Jahre hindurch gezwungen waren, ihre Versammlungen und Besprechungen im Walde abzuhalten, ferner gedachte er des berühmten JlluminationsprozesfeS, der 122 AdlerShofer Partei- genossen wegen groben Unfugs auf die Anklagebank führte. Dieser Prozeß war der letzte unter den viele» Mißerfolgen Oppens im Kampfe gegen die Sozialdemokratie, denn in zweiter Instanz wurden die Beteiligten freigesprochen. Der Amtsgcwaltige von Adlershof, der unsere Genossen als.Ungeziefer" bezeichnete, ist nun längst der- dorben, aber die Mitgliederzahl des WahlvereinS ist in den zwanzig Jahren von 43 aus nahezu 700 angewachsen. In seinem Vorstands- bericht forderte Genosse Kladt die Anwesenden zu rühriger Mitarbeit bei den bevorstehenden Kämpfen auf und gab bekannt, daß noch in diesem Jahre die Wahlen zum Gewerbegericht stattfinden. Nachdem auch der Kassierer und die anderen Funktionäre Berichte gegeben hatten, fand die gut besuchte Versammlung ihr Ende. Ober-Ichöneweide. Maßnahmen gegen die Teuerung. Die von der Gemeinde durch«instimmigen Beschluß eingesetzte Kommission zur Beratung von Matznahmen zur Linderung der Teuerung hat ihre erste Sitzung abgehalten. Der Antrag des Schöffen Herwig auf Schaffung einer Zentralküche zur Abgabe warmen Mittag- cssens zum Selbstkostenpreise wurde angenommen, ebenso ein An- trag des Genossen Grunow, welcher verlangt, daß die drei Schul- k ü ch e n das von ihnen hergestellte Essen bedürftigen Kindern zu überreichen haben. Den am Kochuntcrricht beteiligten Kindern sollen nur Kostproben zur Verfügung stehen im Gegensatz zu dem jetzigen Zustand, wonach den Schülerinnen das ganze Essen über- lassen war. Es kommen täglich zirka 70 Portionen zur Per- teilung. Die Frage der Abgabe von Kartoffeln und Seefischen wurde dahingehend erledigt, daß vorerst Offerten eingezogen werden sollen; die Einrichtung soll aber nur geschafsen werden, wenn es möglich ist die Artikel zu einem wesentlich niedrigeren als dem Tetailhandelsprcis abzugeben. Ein weiterer Antrag des Genossen Grunow betreffs Absendung einer Petition an die Reichsregierung um Aufhebung der Lebensmittelzölle und des Systems der Einfuhrscheine wurde abgelehnt. Das Ergebnis dieser und einer weiteren Sitzung der Kommission soll dem Plenum zur Beschlußfassung unterbreitet werden. Lankwitz. Die Generalversammlung des WahlvereinS nahm zunächst den Vierteljahrsbericht des Genossen Anders entgegen. Danach haben zwei öffentliche und drei Mitgliederversammlungen stattgefunden. Redner teilte noch mit, Haß eine Kommission gebildet worden sei, die mit unserem Gemeindevertreter alle örtlichen Angelegenheiten berate. Ter Kassenbericht des Genossen Küster weist eine Einnahme von 247,89 M. und eine Ausgabe von 257.84 M. auf. Nach einem interessanten Referat des Genossen Barwig über„Buddhismus, Christentum und Sozialismus" erstattete Gcmeindevertreter Radicke den Gemeindevertreterbericht. In der anschließenden Diskussion kam allseitig über die Teuerungsmaßnahmen der Gcmeindevertre- tung lebhafter Unwillen zum Ausdruck. Während bei der Rathaus- einweihung scheinbar Geld i» Massen vorhanden gewesen sei sGcdcck ä 25 M.), habe man für die Aermsten der Armen nichts übrig. � Tie Preise des von der Gemeinde eingerichteten Kartoffel- und Fisch- Verkaufs seien so hohe, daß man in jedem Berliner Warenhaus be- deutend billiger einkaufen könne. Auch hätten die Herrschaften zum Fischverkauf ihre Dienstmädchen in erheblicher Zahl geschickt, um sich einen Teil der eigentlich für die Aermsten bestimmten Ware zu sichern. Genosse Prochnow wies noch auf den Kampf der Zigarren- arbeiter hin und ersuchte, nur Erzeugnisse der Tabakarbeiter- genossenschaft zu rauchen. Zum Schluß wurden 7 Genossen auf- genommen. Nieder-Schöneweide. I» der Generalversammlung des WahlvereinS erstattete Genosse __ Dehme! den Borstandsbericht vom letzten Quartal. Danach haben Verantwortlicher Redakteur: Richard Barth. Berlin- Funden Jnseratenteitderantw.: Th. Glocke, Berlin. Drucku.Verlag: Vorwärts Büchdruckerei u. Verlagsanstalt Paul Singer u. Co,®erliN SW. stattgefunden«ine Generalversammkung und zwei Mitglieder» Versammlungen. Der Kassenbericht des Genossen Frasiek weist eine Einnahme von 432,91 M. und eine Ausgabe von 330,14 M. auf. Der Mitgliederstand betrug am Ende des letzten Quartals 174. Darunter befinden sich 153 männliche und 34 weibliche. In der Kinderschutzkommission find die Genossinnen Wrede, Dehme! und Kämpf. Die Genossin Unruh ermahnte die Genossen, ihre Frauen politisch mehr aufzuklären und auf den örtlichen Frauenleseabend aufmerksam zu machen. Die Zahl der„Vorwärts"-Leser ist von 312 auf 348 gestiegen. Am 7. November findet im Wirtshause.Lorelei" eine öffentliche Versammlung statt, die sich mit dem Thema.Die LebenSmittelteuerung und die Pflichten der Gemeinde" beschäftigen wird. Das 11. Stiftungsfest des WahlvereinS findet am 18. November im Restaurant.Kyffhäuser" statt. Heinersdorf. Aus der Gemeindevertretung. Die kostenlose Abkrelung von Stratzenland seitens der Pankow-Heinersdorfer Terraingesellschaft und des Beamten-Wohnungsvereins wurde angenommen. Ter Jahreseinnahme der Gemeinde von 85 773,98 M. steht eine Ausgabe von 73 396,25 M. gegenüber, so daß ein Ueberschuß von 12 377,73 M. zu verzeichnen ist. Von letzterem sollen dem Stratzenbaufonds 9000 M., für Feuerlöschzwecke 1000 M. und dem Reserve- und Aus- gleichsfonds der Rest des Ueberschusses überwiesen werden. Die Ge- bühren für die Verbrauchswasserkanalisation wurden wie folgt fest- gesetzt: Für gewöhnliche Grundstücke 60 Pf. pro Quadratmeter Fläche, für Grundstücke, welche mehr als 60 Meter von der Straßen- baufluchtslinie entfernt sind, 20 Pf. Bei Eckgrundstückcn werden für 1200 Quadratmeter 72 Pf. erhoben. Auf Antrag können die Kosten ratenweise innerhalb 5 Jahren mit 5 Proz. Verzinsung bc- zahlt werden. Kalkberge- Rüdersdorf. In der Generalversammlung der hiesigen JnnungSkrankcnkasse wurde beantragt, entweder die Kasie aufzulösen oder diese in eine Unterstützungskasie umzuwandeln. Ueber das Schicksal dieses An- rrages soll eine demnächst eigens zu diesem Zwecke anzuberaumende Generalversammlung Beschluß fassen. Pankow. Polizeiliche Krankenfürsorge. Die Schwierigkeit der Beschaffung erster Hilfe bei Unfällen oder Erkrankungen wurde vor einiger Zeit im„Vorwärts" geschildert aus Grund der Erfahrungen, die ein Einwohner Pankows in einer Nacht auf der Polizeiwache im Pankower Rathaus gemacht hatte, weil für die bei der Polizei- wache eingerichtete Sanitätsstube der bisherige Nachtdienst plötzlich abgeschafft worden war. Heute haben wir über ein sehr sonder- bares Erlebnis zu berichten, das einer Einwohnerin Berlins. nachdem sie in Pankow auf der Straße erkrankt und dieser Polizei- ivache zugeführt worden war, hier widerfahren. wache im Pankolver Rathaus eingerichtete Sanitätsstube der bis- herige Nachdienst plötzlich abgeschafft worden war. Heute haben wir über ein sehr sonderbares Erlebnis zu berichten, das�einer Einwohnerin Berlins, nachdem sie in Pankow auf der Straße erkrankt und dieser Polizeiwache zugeführt worden war, hier widerfahren ist. Eine Frau S., die seit vielen Jahren epileptisch ist und namentlich in letzter Zeit häufige Krampfanfälle gehabt hatte. wollte am Abend des 20. Oktober, etwa zwischeng und 10 Uhr. mit der Straßenbahnlinie 49 aus dem Stadtinnern nach ihrer in der Schönhauser Vorstadt außerhalb des Ringbahnhofes gelegenen Wohnung heimfahren, fuhr aber versehentlich bis Pankow mit. Sie stieg hier aus und wollte nun, wiewohl sie noch Geld bei sich hatte und die Rückfahrt mit der Straßenbahn hätte machen können, den Weg nach ihrer Wohnung zu Fuß zurücklegen. Unterwegs scheint sie wieder einen K r a m p f a n f a l l gehabt zu haben, wo- bei sie hinfiel, so daß sie zur Polizeiwache im Pa'nkoivcr" Rathaus gebracht werden mußte. Ueber die Einzelheiten kann Frau S. nicht ganz sichere Angaben machen, weil ihre Erinnerung> an die Vorgänge getrübt ist. Doch ist es dem Ehemann gelungen, ein paar wichtige Punkte aufzuklären durch eine Rücksprackw, die er später mit Beamten der Polizeiwache sowie mit dem Bürger- meister hatte. Frau S. erhielt auf der Polizeiwache nicht die- jenige Behandlung, die einer Krampfkranken nach Ueberwindung eines Kranipfanfallcs, zu wünschen wäre. Sie wurde in einen Raum gesteckt, den sie für eine Gefangenepzelle hielt, und mußte die Nacht auf einem sehr unbequemen Loger zubringen. Ein Arzt, der ihren Zustand hätte prüfen können, w a r nicht d a. Die Polizeibeamten aber hatten nicht die notige Kenntnis, um beurteilen zu können, was der Kranken fehlte. Dem Ehemann haben sie gesagt, daß sie Frau S. für„n u r b e t r u n k e n" ge- halten hätten, und sie begründeten das, damit, daß sie„nach Schnaps gerochen" habe. Er selber erklärt uns. eS sei ganz un- möglich, daß seine Frau unterwegs etwa ein Restaurant aufgesucht hätte. Sie selber versichert gleichfalls, das sei durchaus unzü« treffend, und sie erinnert sich auck, nicht, daß ihr etwa auf der Straße während des Krampfan falles von irgend wem ein alko- holisches Stärkungsmittel eingeflößt worden wäre. Immerhin kann man das als möglich ansehen, aber selbst wenn der„Schnaps- geruch", den die Polizistennase zu spüren meinte, wirklich mehr als bloße Einbildung war, so brauchte deshalb noch nicht auf „Betrunkenheit" geschlossen zu werden. Auch daß Frau S. im Gesicht zerschunden war und an Kleidern und Händen die Spuren des Straßenschmutzes trug, in dem sie gelegen' hatte, konnte sehr wohl aus einem Krampfanfall und nicht aus„Betrunkenheit" er- klärt werden. Frau S. wurde leider doch als„Betrunkene" taxiert, und nun behielt man sie„zu ihrem eigenen Schutz" auf der Wache, um sie„sich ausnüchtern" zu lassen. Diese primitive Art der Fürsorge ohne Hinzuziehung eines Arztes wird selbst bei wirklicher Betrunkenheit in neuerer Zeit immer mehr als recht bedenklich erkannt, aber in Pankow ist man wohl noch nicht so weit. Frau S. blieb in der Obhut der Polizei bis zum anderen Morgen, wurde dann nach Feststellung ihrer Per- sonalien entlasse» und kam am Vormittag gegen 10 Uhr beschmutzt und verstört zu Hause an. Sie ist seitdem bettlägerig und leidet noch jetzt unter den Nachwirkungen der Erlebnisse jener Nacht. Dem Ehemann, der in Pankow den Sachverhalt festzustellen suchte, wurde auf der Polizeiwach« von Beamten kurz der schon erwähnte Bescheid gegeben, daß die Frau„nach Schnaps gerochen" habe. Ter Bürgermeister war entgegenkommender und bc- dauerte, dckß die Beamten einen Mißgriff getan hätten, fügte aber hinzu, sie seien ohne Schuld. Auf die Erwiderung des Ehe- mannes, daß sie doch einen Arzt hätten holen können, bemerkte der Bürgermeister, es sei schon oft dagewesen, daß ein Arzt, der geholt wurde, erklärte:„Lassen Sie den sich nur aus- schlafen!" Noch dieser Aeußerung des Herrn Bürgermeisters haben wir nicht viel Hoffnung, daß aus dem Vorkommnis eine richtige Lehre gezogen und in Pankow an der polizeilichen Fürsorge für vermeintlich Betrunkene etwas Er» heblicheS geändert werden wird. Potsdam. Ein SittlichkeitSverbrechen beunruhigte gestern We Anwohner der Waisenstraße. In der Mittagsstunde wurde an einem vier- jährigen Mädchen von einem unbekannten Täter ein Sittlichkeits- verbrechen begangen._ Auf die Hilferufe des Kindes eilte der Täter von daiinen. Die Kriminalpolizei hat sofort eine Untersuchung ein» geleitet. Die Tat wurde ,m Vereich des HauseS Waisenstr. 49 be» gangen.__ Jttgendderanstaltimge». Groff Li«terfeide Für die Lehrlinge, fiigcndlichen Arbeiter und Arbeiterin, len stiidcl heute. Soniitag. de» 29. Oktober, nachm. 2 Uhr, bei Waqrendors. Bakestr. 22, cuie osfentliche Jugendveriammlunz statt. Tagesordnung: 1 Vortrag de» Herr» Albert vwIitz-Adlershol. 2. Diskussion. Die Eltern wollen ihre isohne und Töchter aus diele Vaiammlunz hinweisen._ Hr. 254. 28. 7. SkilM des Jurmärts" letlinn DsIdsM Sonntag, 29. GKtobtt 1911. Versammlungen. Verband der Gemeinde- vnd Staatsarbeiter. Der am Donners- tag abgehaltenen Generalversammlung der Filiale Berlin lag die Abrechnung vom dritten Quartal vor. Tieselbe schließt mit einer Einnahme von 59 399,49 M.. einer Ausgabe von 49 997,87 M. und einem Bestände von 43 211,53 M. Für Untersiützungszivecke wurden 14 359 M. ausgegeben.— Der Kassierer Hoffmann bemerkte unter anderem: Auch da» dritte Quartal zeige den seit einiger Zeit an- haltenden Aufstieg des Verbandes sowohl hinsichtlich der Kassen- Verhältnisse als auch hinsichtlich der Mitgliedcrzahl. Der Aufstieg sei ein langsamer aber stetiger. Die Filiale hatte ain Schluß des zweiten Quartals 7638 männliche, 399 weibliche und 92 jugendliche Mitglieder. Am Schluß des dritten Quartals waren vorhanden 7859 niännliche, 397 weibliche, 65 jugendliche Mitglieder. Das ist eine Zunahme von insgesamt 225. Von den Mitgliedern arbeiten 9977 in städtischen Betrieben, 691 in der Englischen Gasanstalt, 299 in Privatbadcanstaltcn, 1353 in Vorortgemeinden. Die Zahl der organisationsfähigen Arbeiter sei allerdings erheblich höher, so daß noch viel Agitationsarbeit geleistet werden müsse, um der Organisation die wünschenswerte Stärke zu geben.— Der Bericht wurde debattelos entgegengenommen.— Darauf hielt Rechtsanwalt Dr. Heinemann einen mit großem Interesse und lebhaftem Beifall aufgenommenen Vortrag, worin er zeigte, daß das Koalitionsrecht der Arbeiter in dem Entwurf zu einem neuen Strafgesetzbuch auf das schwerste bedroht wird. Der Redner schloß mit dem Hinweis, daß wir vor den Reichstagswahlen stehen, es also in der Hand haben, Männer zu wählen, welche diesen Entwurf dahin senden, wohin er gehört: in den Abgrund. Zentralverband der Schmiede. In der ordentlichen General- Versammlung, die am Donnerstagabend in Boekers Lokal, Weber- straße, stattfand, erstattete der 5lassierer H e n s ch c l den Kassen- bericht vom dritten Quartal 1911. In der Hauptkasse bilanzierten die Einnahmen und Ausgaben mit 29 923,92 M. Unter den Aus- gaben stehen verzeichnet für Reiseunterstützung 162,59 M., Arbeits- losennntcrstützung 2294,59 M., Krankcnunterstützung 3929,74 M., Streikunterstützung 389,39 M., Gematzregeltenunterstützung 277,65 Mark, Umzugsunterstützung 282,59 M., Hinterbliebenenunterstützung 39 M., Rechtsschutz 1924,55 M. Die Lokalkasse hatte eine Ein- nähme von 6952,75 M., die Ausgaben betrugen 5614,19 M., mithin beträgt der Ueberschutz 1338,56 M. Das Vermögen der Zahlstelle beträgt 39 196,25 M. 1949 Mai marken a 1 M. und 718 Maimarren a 59 Pf., zusammen für 1399 M., wurden umgesetzt.— Der Mitgliederbestand hat sich von 2669 auf 2719 im letzten Quartal gc- hoben.— Der Vorsitzende S i e r i n g machte darauf aufmerksam, daß die Fragebogen der aufgenommenen Statistik sehr langsam eingehen; die Einsendung der Fragebogen sei aber sehr wichtig, damit die Ortsverwaltung über die Arbeitsverhältnisse der Mit- glieder genau orientiert ist. An 54 Werkstätten, Ivo der Tarif in manchen Punkten nicht eingehalten wird, sind Schreiben gerichtet worden, um an die Tarifbestimmungen zu erinnern. In gleicher Weise wird die Ortsverwaltung überall vorgehen, wo die Ausfüllung der Fragebogen das Material dazu bietet. Sie ring erwähnte ferner noch, daß der Streik in der Karossericfabrik von St e u mann noch andauert.— Ein Antrag der Revisoren auf eine geringe Gc- haltscrhöhung der Angestellten entfesselte eine lebhafte Diskussion. Der Antrag wurde schließlich abgelehnt. Einem Vorschlage, 5999 M. bei der Konsumgenossenschaft anzulegen, stimmte die Veit- sammlung zu..... »lecles Wort 10 Pfennig. D«» fettgedruckte Won 20 Pfg.(zulässig 2 fettgedruckte Worte). Stellengesuche und Schlafstellen- Anzeigen 5 Pfg-i das erste Wort(fettgedruckt) 10 Pfg. Worte mit mehr als IS Buchstaben zählen doppelt. Kleine Anzeigen[ ANZEIGEN fOr die nlchttc Nummer werden In den Annahmestellen für Berlin bis I Uhr, für die Vororte dl» 12 Uhr, In der Haupt-Expedltlon, Llndenstraiie 69, bis 5 Uhr angenommen. Verkäufe. Tevvtctie!(Itblerfmlte) in allen Sröhen, soff für die Hälfte de» Werte» Zevvichlager Brünn, Hackeicher Mark!». Babnboi Börse.(Leier de» »Bortnärt»'«rbnlfen S Prozent Slaball.) Sonntag» geöffnet I» Vorrnnmlefer erbalien fünf Prozeni gmacnoatl, telbft bei Ge- legenheitSfäusen. Teppich-Thoma». lteppiche, sarbsehlerhaste, sür halben Wert. Steppdecken. Similiseide, 3.75. 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