Nr. 70. Erscheint täglich außer Montag Abonnements- Prets für Berlin: Vierteljährlich 3,30 Mart, monats lich 1,10 Mart, wöchentlich 28 Pfg. fret in's Haus. Einzelne Nummer 6 Pfg. Sonntags- Nummer mit dem ,, Sonntags Blatt" 10 Pfg. Post- Abonnement: 3,30 Mart pro Quartal. Unter Kreuzband: Für Deutschlandu.Desterreich- Ungarn 2 Mart, für das übrige Ausland 3 Mart pro Monat, Eingetragen in der Post- Zeitungs- Preisliste für 1891 unter Nr. 6469. Vorwärts 8. Jahrg. Insertions- Gebühr beträgt für die fünfgespaltene Petitzeile oder deren Raum 40 Pfg., für Vereins- und Versammlungs- Anzeigen 20 Pfg. Inferate für die nächste Nummer müssen bis 4 Uhr Nachmittags in der Expedition abgegeben werden. Die Expedition ist an Wochentagen bis 1 Uhr Mittags und von 8 bis 7 Uhr Nachmittags, an Sonn- und Festtagen bis 9 Uhr Vormittags geöffnet. Fernsprecher: Amt 6, Nr. 4106. Berliner Bolksblatt. Zentralorgan der sozialdemokratischen Partei Deutschlands. Redaktion: Beuth- Straße 2. Stöcker's Staatsideal. Wenn Einer, so ist Herr Stöcker Meister in der Kunst, mit vielen Worten nichts zu sagen, was den herrschenden Klassen unbequem sein könnte. Er ist der Virtuose jener Dialektik, welche von den politischen Klopffechtern auf das höchste geschätzt wird, die im Nachsaye immer das zurücknimmt, was sie im Vordersatze zugestanden hat, die aus richtigen Prämissen mit klarer, bewußter Absicht falsche Schlüsse zieht und die Thatsachen um= frempelt wie Handschuhe. Seine Beweisführung schielt, und fein Satz steht fest, ehrlich, gerade da, der Vorbehalt, die Mentalreservation, lauert hinter jedem Worte des neuen Luther. Ohne Entstellung, ohne Beimischung einer Unrichtigkeit, einer mehr oder weniger objektiven unwahrheit kann die Logik des Herrn Stöcker nicht vorwärts kommen in dieser harten, bösen Welt, welche dem Guten so viele Anfechtungen bereitet. Und nicht jeder Kleriker ist so sattelfest und unerschütterlich wie der heilige Antonius. In der Flugschriften- Sammlung Evangelisch- soziale Beitfragen" ist fürzlich auch ein Pamphlet Stöcker's: Sozialdemokratie und Sozialmonarchie erschienen, das den Herrn Hofprediger außer Diensten wieder einmal im Kampfe gegen die Mächte der Finsterniß einem staunenden Publiko vor Augen führt. Es ist selbstverständlich, daß auch auf diesen paar Dutzend Druckseiten Stöcker ganz Stöcker ist und das bestätigt, was wir soeben über seine Eigenart ausgeführt haben. Dienstag, den 24. März 1891. Expedition: Beuth- Straße 3. Wie steht es aber heute? Herr Stöcker erklärt: die Privilegien der Herrschenden nicht antastet, welcher Diesmal aber ist es mit dem Hereinbrechen einer neuen die Ausbeutung der arbeitenden Klasse durch die Besitzenden Epoche etwas anderes. Sonst wenn die Revolutionen einer in ihren mannigfachen Schattirungen und Schichtungen Geistesrichtung Bahn zu brechen unternahmen, stand es immer sanktionirt, zur höheren Weihe aber sie mit einem Tropfen so, daß die neuen Gedanken nur auf einer Seite lebendig waren. pfäffischen Dels salbt. Der durchführbare" Sozialismus In einer bestimmten Volksklasse herrschte eine Gährung, die " fich allmälig zu einem Voltssturm zusammenballte. Heute ist ist derjenige, welcher praktizirt wird auf Kosten der Armen es anders; der Sozialismus ist nicht das Eigenthum der revozu Gunsten der Reichen, derselbe Sozialismus, welcher Iutionären Richtung, welche man Sozialdemokratie nennt, " sondern, soweit er gesund und durchführbar ist, die überwiegende Agrar- und Industriezölle den Massen aufhalst, AusnahmeGeistesrichtung aller Klassen und Stände. Die Fürsten wollen gesetze ein Jahrzehnt und darüber mit eiserner Gewalt soziale Reformen, die Regierungen folgen ihnen, die national- verhängt und ausführt, durch Scheinreformen und kleinliche ökonomische Wissenschaft hat vorgearbeitet und steht mitthätig Zugeständnisse die Arbeiter zu fesseln sucht und sofort am Wert, große Schichten unseres Voltes, auch unter den Be Schiffbruch leidet, wenn es sich um positive, wirkliche schaftlichen Anschauungen den Abschied gegeben und wollen Sozialpolitik, um Arbeiterschutz, um Erleichterung der auf mithelfen, daß die unvermeidliche Sozialreform sich friedlich dem Volte ruhenden Bürden handelt. Und im Munde vollziehe. Das, was die Sozialdemokratie als Vertreterin der des Herrn Stöcker, der Alles gethan und bewilligt hat, arbeitenden Klaffen Gutes hat, wollen mit Ausnahme einiger was geeignet war, die arbeitende Klasse zu unterdrücken, furzsichtiger und zurückgebliebener Geister im Grunde wir alle; und das Schlechte daran, den Umsturz und den Unglauben, die sei es, daß er für das Sozialistengesetz, sei es, daß er für Vernichtung der persönlichen Freiheit und des Familienlebens die Lebensmittelzölle, sei es, daß er für irgend welche fann fein Bernünftiger wollen. Gewiß, es macht durchaus den andere volksfeindliche Maßregeln stimmte, im Munde dieses Eindruck, als ob ein neues Reich von Gedanken im Anzug Mannes gerade klingt es wunderbar, wenn er die Sozialwäre. Die absterbende Dynastie von Manchester hat keine Anhänger mehr; sie ist auch nicht werth, daß man ihr eine Thräne demokratie beschuldigt, sie wolle die Vernichtung der nachweint. Auf ihren Trümmern erhebt sich das Königthum persönlichen Freiheit"! des Sozialismus, das in der Form des sozialen Königthums So versteht sich leicht, was das„ soziale Königthum" bereits angebrochen ist. In seinem tiefsten Grunde ist es jedem des Herrn Stöcker, die„ Sozialmonarchie", bedeutet, welche Die achtzehnhundert Jahren ein Reich begründet, das nicht blos im er mit dem demokratischen Sozialismus kontrastirt. Arbeiterstande, sondern unter allen lebendigen Gläubigen feine politischen Kämpfe der allerjüngsten Zeit, die Vorgänge freudigen Bürger und Bekenner hat." im Reichstag, die Opposition der Stützen des Thrones", Das ist der Kern der Broschüre, der Fünftelsaft der sobald es sich um die Verbesserung der Arbeiterzustände Die Geschichtsauffassung unseres Autors fehrt sich Stöcker'schen Darlegungen, und wenn in späteren Zeiten handelt, man denke an die Arbeiterschutz- Debatten nicht an die wirkliche Entwicklung der Dinge, sondern schafft von dem„ geliebten Gottesmann" nichts erhalten würde, und an die Agitation in Sachen des deutsch- österreichischen sich die Zustände so, wie sie ihm in den Kram passen; als diese Sätze, so könnte ein historischer Cuvier ohne Handelsvertrages illustriren die Stöcker'schen Ausauf diese Art formt er die historischen Ereignisse nach seinem große Schierigkeiten aus diesen Ueberresten den ganzen führungen vortrefflich. Schritt für Schritt weicht die ReBilde und hat keine Mühe, jedesmal das zu beweisen, was Menschen wie er war wiederherstellen. Die neue Epoche, gierung vor dem Ansturm des Kapitalismus zurück, und er bewiesen haben will Der Mißbrauch der Worte: in der wir leben, ist zwar die Zeit der Klassenkämpfe; in die Thatsache, daß im Klassenstaate der beste Wille fozialistisch, Sozialismus ist das Mittel, mit welchem er unseren Tagen wird der Gegensatz zwischen Besitzenden nichts vermag gegen die Organisation der Klasseninteressen, die Geschichte sich und seinen gläubigen Lesern konstruirt. und Besitzlosen, zwischen Kapital und Arbeit zwar mehr tritt klipp und klar zu Tage. Was die Arbeiterklasse vom Dann hat er nicht nöthig, die verschiedenartigen Lebens- und mehr erweitert, vertieft, verschärft, die proletarische heutigen Staat erlangen will, muß sie erkämpfen, was sie bedingungen, die treibenden Kräfte der einander ablösenden Bewegung, der moderne Sozialismus ist anerkannter Maßen erlangt hat, verdankt sie ihrer Kraft, ihrer politischen ErGeschichtsperioden richtig darzulegen und zu würdigen, und der reine Ausdruck dieser gewaltigen sozialen Umwälzung starkung, der Furcht des Bürgerthums vor der Arbeiterim Nu verschwinden die grundlegenden Differenzen zwischen und Zersetzung, doch diese Thatsachen fechten Herrn Stöcker bewegung. Jede Konzession ist ein Ergebniß des Klassender Antike, dem Mittelalter und der Befreiung der Bour- nicht an. Der Sozialismus ist das Gemeingut aller kampfes, ist ein Zugeständniß, das der naturgesetzlich geoisie. Der antisemitisch- konservative Stöcker geht also Klassen, so sagt Herr Stöcker, alle sind Sozialisten, sagt vorwärtsschreitenden, immer machtvoller sich auswachsenden Hand in Hand mit der lustigen Person des National- Herr Stöcker; der Sozialismus, soweit er gesund und Bewegung des klassenbewußten Proletariats gemacht wird. liberalismus, Herrn von Eynern, über dessen historisches durchführbar ist", lautet seine Formel. Der Großgrund- Das Gemengsel von halben Wahrheiten und ganzen Kapriccio wir kürzlich zu berichten Gelegenheit hatten. So besitzer, der Schlotbaron, der Börsianer, der Großrheder unwahrheiten, mit denen Herr Stöcker seinen sozialbringt es Herr Stöcker fertig zu sagen, daß jedesmal und last not least der Hofprediger sind durch die monarchischen Salat garnirt, verdient es nicht, genauer sozialistische Bewegungen großen Volksstürmen voraus- Bank Anhänger des Sozialismus, soweit er die untersucht zu werden. Daß er seinen Fandango auf Eiern den den Unternehmerprofit, gegangen sind", daß die französische Revolution", diese Grundrente, Kapital- bis zum Ende tanzt, Lassalle, trotzdem diese Fabel zehndie Geburtshelferin der bürgerlichen Gesellschaft, in ihren Anzins, Handelsgewinn, fetten Pfründen mal widerlegt ist, zu einem Fürsprech des sozialen das ist Königthums" stempelt, daß Der„ gute" Sozialismus, er wie fängen mehr sozialistischer Umsturz als politische Um- nicht tangirt. der eifrigste wälzung war." derjenige, welcher die Klaffengegensätze bestehen läßt, welcher Selbsthilfer das Lob des Sparens singt, daß er die " Feuilleton. Nachbruc verboten.] ( 19 Die Falkner von St. Vigil. Roman aus der Zeit der bayerischen Herrschaft in Tirol den " zäunen, welche die Landstraße auf beiden Seiten einfaßten, weiter. Ein Ziel hatte er nicht, aber seine Füße trugen ihn mechanisch nach Hause. Wie die Flamme aus trockenem Reisig, wenn ein brenneuder Span daran gehalten wird, rasch und hoch auflodert, so war das Bewußtsein seiner Liebe zu Stafi in einer jähen Auf der Brücke, die über den Spitzhörndlbach führte, Feuersäule in ihm emporgestiegen, als Ambros das Mädchen zur Zeugin für sich aufgerufen hatte. Der Brennstoff war blieb er stehen und schaute in die wirbelnden Fluthen. schon lange in seinem Herzen aufgehäuft gewesen, ohne daß Sonst enthielt der Bach nur wenig Wasser; heute war er es wußte. Der Regen vom Himmel hatte das Feuer er vom Regen geschwellt und brauste und toste zwischen nicht zu löschen vermocht, das Beten wollte es auch nicht den Steinen und schlug schäumend über denselben zuUnd dort stand die Kanzel, auf der er nur gestern sammen. Die Wellen flutheten triumphirend über jedes thu. von Robert Sa, weichel. so stolz auf seine priesterliche Mission das Haupt erhoben Hinderniß fort, und Hannes fragte sich, warum er sich Wo er kniete, waren die Fliesen naß. Der zerklüfteten hatte! Er wagte nicht hinzusehen, als er die Stätte ver- widerstandslos einem fremden Willen gebeugt hätte? Er Eisengabel gegenüber ist ein kleiner See, dessen grünes Wasser ließ, au der er umsonst zu seinem Herrn und Meister ge- erinnerte sich, wie er in seinen ersten Universitäts- Sommerin dem Dickicht alter Tannen schlummert. Nur um die Mittags- rufen hatte. Gesenkten Hauptes schlich er an der Kanzel ferien von Innsbruck über den Brenner nach Hause gestunde an sonnigen Tagen öffnet er sein flares Auge. vorüber. Wie war der Priester in ihm gedemüthigt, und wandert war, nur einen mühsam ersparten Gulden in der Bemooste Felsblöcke, die einst von dem Gipfel der Eisen- ein unsäglich bitterer Zug umspannte seine schmalen Tasche, denn der Vater hielt ihn sehr knapp, war er doch nicht der Erbe des Klosterhofes. Ja, wäre es dem Ambros gabel herabgestürzt sein mögen, lagern zwischen den ge- Lippen. waltigen Stämmen. Dort hatte Hannes zuletzt gesessen oder Es hatte aufgehört zu regnen, der Wind die Wolken in den Sinn gekommen, sich Studirens halber in Innsbruck gelegen; von dort ihn ein Erbrausen über seinem Haupte auseinander gerissen, und in Fetzen hingen sie an den Berg- aufzuhalten, der hätte den Hosensack voll Batzen und aufgejagt. Es war der Wind, der sich erhoben; er aber wäldern und Felsen, von denen sie allmälig aufgesogen wurden. nicht nöthig gehabt, seine Füße demüthig heute unter diesen, hatte die Stinime zu hören geglaubt, vor der sich Adam im Die Dolomiten hoben ihre weißen Glieder aus den Wolten morgen unter jenen Tisch zu stecken, um sich wenigstens Paradiese versteckte. Ich hörete Deine Stimme im Garten und Dünften. Hier glänzte ein Haupt, dort eine Schulter einmal am Tage satt zu essen. Aber Hannes gedachte auf und fürchtete mich, denn ich bin nackend." Ja, Hannes er in der untergehenden Sonne auf. An den Gräsern jener Wanderung nicht der Demüthigungen durch fromme kannte, daß er nackend war, er, der Priester, nackend gleich und Fruchthalmen funkelten die Regentropfen und wenn Almosen. Nie war ihm die Welt so schön erschienen. einent gewöhnlichem Sterblichen, denn er hatte wie Adam der Wind die Bäume schüttelte, sprühten Demanten von Bisher hatte er den Beruf, für den er von dem Vater von der Frucht der Erkenntniß genossen. Und er floh in ihren Kronen. Die Sperlinge kamen unter den schüßenden bestimmt worden, als etwas Selbstverständliches hindas Gotteshaus von St. Vigil und rang die Hände Zweigen und Dächern hervor; Schwalben blitzten im nie- genommen und er war ja auch gläubig und fromm, und im Gebet. Nein, er fonnte nicht beten, er stammelte: brigen Fluge über die Felder hin, und hier und da ver- keine religiösen Strupel regten sich in ihm, als er von dem " Und führe uns nicht in Versuchung, sondern erlöse uns suchte eine Meise, Ammer oder ein Fink schüchtern den Brenner auf Glockensaß und das gen Süden streichende Eisackthal hinabschaute. Aber zum ersten Male hatte feine von dem Uebel;" aber er fühlte, daß es unnütze Worte Wohllaut seiner Kehle. waren, denn er war ja der Versuchung bereits erlegen; er Die Wolfen in dem Gemüthe des jungen Geistlichen Seele ihre Schwingen frei von jedem Drucke entfaltet, hatte liebte, er, der Priester! zerstreute kein Luftzug. Müde ging er zwischen den Stangen- er den Impuls von reicheren Lebens- und Geistes abgedroschensten Geschichtslügen muthig wiederholt und die Sozialdemokratie die Ehe u. s. w. zerstören läßt, dar bei Herrn Stöcker nicht Wunder nehmen. Er ist nicht wählerisch in den Waffen, die er gegen die Arbeitev bewegung führt, und so kommt es ihm nicht darauf an, die bekannte UmHäutung des Herrn Schäffle von der „Quintessenz" zur„Einsichtslosigkeit" nicht etwa gegen das Streberthum und die Bismarckknechtschaft, sondern gegen uns ins Feld zu führen. Daß wir keine Chauvinisten sind, sondern die Solidarität der Proletarier aller Länder betonen, daß die Arbeiterbewegung nicht im Schlepptau eines Kirchenthums sich befindet, das wird uns ebenfalls zum Vorwurfe gemacht. Wir ertragen diesen Vorwurf gerne. Herr Stöcker, von der„Nächstenliebe" redend, das ist ein schönes Bild. Was er will, ist kurz gesagt der stramm monarchisch regierte Klassenstaat mit hochkirchlicher Färbung, die Herr- schaft der Bourgeoisie im Schatten des Altars. Die Ar- beiter wissen, was sie von diesem Stöcker-Jdeal zu halten haben. Volikislhe Aeberstcktf. Berlin, den 23. März. Die Rechnungslegung über den Welfenfonds findet in recht eigenthümlicher Weise statt. Alljährlich legt der preußische Ministerpräsident persönlich dem Könige Rechnung über diese Verwendung der Einkünfte, und all- jährlich erbittet er sich vom Könige eine Allerhöchste Kabinetsordre, welche die nachgewiesene Verwendung gut- heißt. Sobald diese Ordre ergangen ist, werden sofort alle Belege der Rechnungslegung verbrannt, nur diese Ordre wird zu den Akten genommen, und so allein ist es möglich, daß die einzelnen Aufwendungen nach Ziel und Herkommen durchaus geheim bleiben können. Das, schreibt die„Vossische Zeitung" treffend, erinnert mehr an ein morgenländisches Sultanat, als an einen europäischen Verfassungsstaat.— Es würde gut sein, wenn für eine kräftige Agitation in jener Gegend gesorgt würde— der Boden ist günstig, und, indem wir dem Antisemitismus eine seiner festesten Stellungen entreißen, gewinnen wir für uns eine vortreff- liche Position, von der aus wir weitere Eroberungen namentlich auch unter der Landbevölkerung machen können.— Durch das Glied, womit du gesündigt hast, sollst du gestraft werden! Der Welfenfonds, welcher in voll- kommenerer Weise als irgend eine andere Einrichtung oder Maßregel,'die Sünden des Bismarck'schen Regiments in sich gewiffermaßen verkörpert— der Urbrunnen der Reptil- und Spitzel wirth schaft mit ihrer beispiellosen Korruption, scheint berufen, den Tag des Ge- richts über das Bismarck'sche System und seinen Haupt- träger herbeizuführen. Wir reden von dem Bötticher-Vor- schuß. Daß Fürst Bismarck einem preußischen und deutschen Minister aus dem Welfenfonds eine größere Geldsumme „vorgestreckt",— wenn nicht gar, was fast sicher erscheint, „geschenkt"— hat, ist eine feststehende Tyatsache. Ebenso fest steht es, daß diese Handlung eine gesetzwidrige und strafbare war. Neulich wurde ein untergeordneter Beamter zu einer Gefängnißstrafe verurtheilt, weil er am Ende des Monats einer ihm anvertrauten Kasse seinen, am folgenden Tag fälligen Gehalt eigenmächtig entnommen hatte. Wie ungleich schuldiger ist die Entnahme jener Summe aus dem Welfenfonds! Und wer bürgt dafür, daß die 360 000 M., welche Fürst Bismarck dem Herrn von Bötticher aushändigen ließ, um ihn, wie allgemein angenommen wird, an seine Person zu fesseln— wer bürgt dafür, daß dies die einzige, gesetz- widrig entnommene Summe war? Wodurch unterscheidet sich diese Bismarck'sche Praxis von der russischen Praxis, die dem Selbstherrscher und seinen Agenten erlaubt, mit den öffent- lichen Fonds nach Belieben umzuspringen? Deutschland ist aber noch nicht Rußland, obgleich Fürst Bismarck sich ein Vierteljahrhnndert lang eifrigst bemüht hat, russische Zustände bei uns einzuführen— nach deutschem kräften in sich gespürt, als in einer Soutane Raum haben durften. Warum sollte er diesen Antrieben nicht folgen, nicht auf seinen botanischen Studien, zu denen seit seinen Knabenjahren sein vereinsamtes Herz ihn gezogen, seine Zu- kunft gründen, nicht sein ganzes Leben der Erforschung der Welt widmen, die mit ihren blühenden Thälern und grünen Höhen, ihren rasch dahinbrausenden Wassern und still leuchtenden Fernern so herrlich vor ihm lag? Ja, waruni nicht? Aber er hatte nicht den Muth gehabt, mit seinem Wunsche vor die stahlharten Augen des Vaters zu treten. Nannten sie ihn nicht daheim spöttisch das Kräuterweibl? Andeutungen, die er gegen Lisei gemacht, waren von ihr nicht verstanden worden. Wie hätte er auf Verständniß bei dem Vater hoffen dürfen, der überdies nur seine schnelle Abfindung wollte? Er hatte seinen Wunsch erstickt. Jetzt schalt er sich einen Feigling, dem es nur an Muth gefehlt hätte, um den Kampf mit dem Dasein zu wagen. Er dachte an den Landrichter von St. Vigit, vor dessen josephi- nischen Ideen, beiläufig, er nur gestern von Herrn Atollen- becher gewarnt worden war, obgleich der hochwürdige Herr selber den Umgang mit ihm nicht scheute und an bestimmten Tagen mit ihm im Herrenstübl des Stern am Bostontische saß. Herr Zengerl, so hieß er, war wie Hannes der Sohn eine? Bauers und ebenfalls zum Theologen bestimmt ge- wesen. Aber er hatte den Muth besessen, seiner eigenen Neigung zu folgen, trotzdem der Vater seine Hand von ihm abgezogen, hatte sich durch eigene Kraft unter schweren Entbehrungen emporgearbeitet und war jetzt ein glücklicher Gatte und Vater. Seine Frau war Erzieherin in einem adeligen Hause gewesen. Verzagt ließ Hannes den Kopf aus die Brust sinken und wandte sich von der Brücke. Für ihn gab es kein solches Glück; er hatte es verscherzt. Er kam nach Hause. Seine Stube lag im oberen Ge- schösse. Lisei hatte gemeint, es schicke sich nicht mehr für ihn, daß er als geistlicher Herr noch wie in seiner Schülerzeit mit Ambras die Kammer im Giebel theile. Er war nicht mehr der nur geduldete jüngere Sohn, sondern der Herr Kurat, dessen Anwesenheit dem Klosterhofe zur Ehre gereichte. Lisei hatte ihm die Stube so schmuck hergerichtet, Gesetz ist die Handlung Bismarcks ungesetzlich, und wir fragen Wo ist der Staatsanwalt? Wenn sich Staatsanwälte fanden, die den Grafen Arnim anklagten, weil er einen werthlosen Sessel, wel- cher der Gesandtschaft gehörte, mit seinen Privatmöbeln ver- wechselt hatte, so wird sich hier, wo es sich um Hundert- tausende handelt und um einen handgreiflich ungesetzlichen, auf kein— Versehen zurückzuführenden Akt— die gesetzliche Handhabe doch sicherlich finden lassen. Oder steht Fürst Bismarck über dem Gesetz?— Der Kaiser hat, wie die Zeitungen berichten, Herrn von Bötticher und dessen Frau einen einstündigen Besuch gemacht, auch Herr von Caprivi hat Herrn von Bötticher einen Besuch abgestattet. Wer aus diesen Mittheilungen ableiten will, daß die Stellung des Herrn von Bötticher eine gesicherte ist, hat vergessen, daß Herr von Lucius und Herr von Goßler wenige Tage vor ihrer Entlassung den Kaiser bei sich zu Gaste gesehen haben. Man wird Herrn von Bötticher nicht jetzt gehen lasten, ihn aber bald gehen heißen.— Den Reichstag loben zu können, haben wir selten Veranlassung, eine Ausnahme macht die Wahlprüfungs. Kommission, welcher dreizehn Atonale nach dem Wahltage nur noch nenn Mandate zur Prüfung übrig blieben, unter denen sich zwei Nachwahlen, die der Herren Witte und Müllensiefen, befinden.— Die Meldung, daß der Kaiser demnächst mit dem Fürsten Bismarck bei Waldersee in Hamburg zusammen- treffen soll, wird jetzt entschieden dementirt. Wir haben der Nachricht von Anfang an keinen Glauben geschenkt.— Fürst Bismarck ist zum Kreistags-Abgeordneten von Lauenburg gewählt worden. Für den„Herzog von Lauen- bürg" bedeutet dies wohl kein Avancement.— Erleichterungen des Pastztvanges sollen nach einer von der„Norddeutschen Allgememen Zeitung" übernommenen Meldung der„Allgemeinen Reichs-Korrespondenz" nahe be- vorstehen.— Die Londoner„Times" läßt sich aus Philadelphia vom 21. d. melden: Die Verhandlungen mit Teutschland wegen Wiederzulassung der Einfuhr amerikanischen Schweine fleisches machen keine Fortschritte. Das Washingtoner Kabinet erwägt die Angelegenheit, und Präsident Harrison wird wahrscheinlich schließlich den deutschen Rübenzucker mit einem Wieoervergeltungszoll belegen, falls Deutschland das Verbot der Einfuhr amerikanischen Schweinefleisches nicht wieder aufhebt. Hierzu bemerkt Wolfis Tclegraphenbureau: Nach unseren Informationen schweben überhaupt keine bezüglichen Verhandlungen— was vorstehende Meldung erledigen dürfte.— Die deutsche Rcichsregierung scheint dem- nach trotz der Beweise, die für die UnHaltbarkeit der Sperre erbracht worden sind, auf ihrem Standpunkt beharren zu wollen. Es scheint uns dies aber moralisch und wirth schaftlich so verwerflich, daß wir trotz des eingestanden offiziösen Charakters des Wolst'schen Bureaus diese Nachricht vorerst noch bezweifeln wollen.— Tie Jagdkommission des Herrenhauses ist mit folgenden großen Jägern und Wildzüchtern besetzt worden, welche die„Freis. Ztg." untenstehend ihrem Range nach geordnet hat: Herzog von Ujest, freier Standesherr und Fideikommiß- besitzer; Fürst Putbus, Besitzer des Familien-Fldeikommisses Putbus; Fürst Pleß, freier Standesherr und Oberjäger- meister, Flveikommißbcsitzer im Fürftenthum Pleß und der freien Standesherrschaft Fürstenstein; Fürst zu Isenburg und Büdingen, Besitzer der reichsunmittelbareu Aemter Birstein und Langenselbold; Prinz Hohenlohe- Jngelfingen, Fideikommißbesitzer; Graf Finck von Finckenstein- Madlitz, "ideikommißbesitzer; Graf Brühl, freier Standesherr und ideikommißbesitzer s Graf v. d. Schulenburg- Lieberose, _>tandesherr und Fideikommißbesitzer; Graf Mirbach, Fideikommißbesitzer; v. Alvensleben, Oberforstmeister, Mirglied des Hofjagd-Amtes; v. Klitzing, Rittergutsbesitzer; v. Beth- mann-Hollweg, Rittergutsbesitzer. Ferner als Rechtsgelehrte die Professoren Dr. Hinschius und Dr. Dcrnburg. Es wäre, wie die„Freis. Ztg." treffend hierzu bemerkt, als in ihren Kräften stand und ihm vor allen Dingen ihre Lieblings-Blumentöpfe vor die Fenster gestellt. So stattlich hatte Hannes noch nie gewohnt, weder in seinem Pensionat in Brixen, wo er in einer kleinen, unheizbaren Dachkammer hatte schlafen müssen, noch ins Innsbruck. Aber er legte wenig Werth auf seine äußere Umgebung und sein körper- liches Behagen, und so setzte er sich auch jetzt, ohne seine nassen Kleider zu wechseln, an den Tisch, den seine Her- barien bedeckten, und lehnte das Gesicht in die beiden auf- gestützten Hände. Umsonst hatte er Kirchenväter und Casuisten, Moralphilosophie, Dogmatik, Kirchengcschichte, Hermeneutik auf sein Herz gehäuft. Mit einem Schlage hatte es den ganzen Tumulus auseinandergeworfen. Aber es war zu spät. Seine Gelübde banden ihn, Gelübde, welche von dem Priester fordern, daß er mehr als ein Mensch ein soll.„Mehr!" rief es bitter in seiner Brust. Welche Anmaßung, es sein zu wollen, welche Selbsttäuschung, es ein zu können! Ist es nicht ein Hohn auf die Gottheit, durch ein Gelübde gewaltsam auseinanderreißen zu wollen, waS sie als ein einig Wesen schuf? Verbietet sie der Blume, der sie den Wohlgeruch gab, zu duften? Gab ihm die Gottheit das Herz, so konnte sie nicht von ihm fordern, daß er es tödte. Das war nicht der Gott des Evangeliums der Liebe, der solches von ihm heischte; das war der düstere sehova, der Gott der Wüste, vor deffen Feuerathem nichts ebendes zu bestehen vermag. Aber selbst er schickte Abraham einen Widder, als der fromme Zelot das Opfer- messer auf sein Liebstes zückte. Nein, der Gott, zu dessen Diensten er geweilst war, konnte ein solches Opfer von ihm nicht verlangen. Wer verlangte es? Ein Abgrund von Gedanken that sich vor ihm auf. Ihn schwindelte. Alles schwankte. Fast taumelnd erhob er 'ich und riß ein Fenster aus.„Es ist das Fieber," murmelte er und athmete die kühle, einströmende Luft mit tiefen ügen. Plötzlich schrak er zusammen. Eine männliche iestalt kam durch den däminernden Abend aus den Hof zugeschritten und er erkannte seinen Bruder. Weshalb hätte er mit seinem Schöpfer gehadert, gegen sein Gelübde getobt und die Berechtigung seiner Kirche angezweifelt? Es half ihm ja nichts, wenn er auch seine Ketten brach: Stasi interessant, eine Statistik aufzunehmen darüber, wie viele Hirsche und Wildschweine die Mitglieder dieser Kommission zusammen ungefähr vertreten in ihren ausgedehnten Jagd- bezirken. Gleichzeitig wäre es auch von Interesse, festzu- stellen, inwieweit das Hochwild dieser Herren eingehegt ist oder seine Aesung auf den Baucrnäckern der Nachbarschaft findet. Nach Fug und Stecht ist Gras Brühl zum Vorsitzen- den dieser Jagdkommission gewählt worden. Es ist dies derselbe Herr, welcher einst seinen Abscheu aussprach vor den„Krämern, Juden und Postschreibcrn", welche den Standesherren in der Ausübung der Jagd Konkurrenz zu machen trachten.— Die Allgemeine Reichs- Korrespondenz macht Mitthei- langen über Schiesiübungen mit der Maxime-1 Nordenfelt'schen selbstthätigen Kanone,! die in Gegenwart des Kaisers vorgenommen wurden. Zur Bedienung derselben ist nur ein Mann nöthig, welcher in einer Minute«vtt Schüsse abfeuern kann. Ja, wir haben es ungeheuer weit gebracht! �Freilich nur in der Menscheiwernichtung.— Die„billige" Maurer- und Steinmetzenarbeit kommt zum großen Theil aus der Marburgcr e g e n d, im ehemaligen Kurhessen. Es sind dort viele Sandsteinbrüche— Iber Lahrstandstein ist von vorzüglicher Güte—, und die zahlreichen Arbeiter haben sich bis jetzt noch nicht selbständig organisirt. Die dortige Gegend ist, wie man uns mittheilr, sowohl von der Sozialdemokratie als von den Fachvereinen bisher arg vernachlässigt worden, und die, meist von den Dörfern stammende Arbeiterbevölkerung hat sich von den Antisemiten kapern lassen, deren vor- nehmster Hetz-Häuptling— Alimenten-Böckel— bekanntlich in Marburg wohnt. Die„Kölnische Zeitung" läßt sich von einem will- fährigen Herrn einen Bericht über die Lage der Weber im Glatzcr Gebirge schreiben, in welchem der Nothstand geleugnet wird, der Nothstand, der von der Regierung, den Beamten und Zeitungen öffentlich zugestanden wurde. Nach der„Köln. Ztg." haben eben nur die Großgrundbesitzer und die Kartelle über die wirthschaftliche Nothlage zu klagen, während die Arbeiter in den Bergwerken und Fabriken, in den Hausindustrien und auf den Rittergütern in beneidens- werther Lage sich befinden. Pfui! Der 18. März wurde in vielen Orten Deutschlands und auch von den deutschen Arbeitern im Auslande, so in Paris, London, Brüssel gefeiert, meist nahmen auch die ausländischen Genoffen an der Feier dieses vornehmsten Gedenktages unserer Partei theil. Der Raum unseres Blattes gestattet es leider nicht, die zahlreichen an uns ge- langten Berichte über die am 18. März stattgefundenen Versammlungen zu veröffentlichen.— Es verlautet, daß die Einberufung des österreichische« Reichsrathes auf den 11. April festgesetzt ist. Hinsichtlich der künftigen Majoritätsbildung wird in unterrichteten Kreisen versichert, dieselbe werde nur mit Hilfe der vereinig- ten Linken stattfinden, da Graf Hohenwart, der Führer der Konservativen, ohne die Jungczechen eine Mawrität zu bilden außer Stands fei, Graf Taaffs aber jmit den Jung czechen weder regieren könne noch wolle.— r Wir haben schon gemeldet, daß die österreichischen. speziell die nordböhmischen Fabrikanten beschloffen haben, sich der Kundgebung der österreichischen Arbeiter am 1. Mai zu widersetzen. Auch die Regierung scheint dieselbe Absicht zu haben, denn ein offiziöses Blatt der österreichischen Regierung, das„Prager Abendblatt", warnt die Arbeiter nachdrücklichst vor der Agitation für die Feier am 1. Mai und hebt hervor, für die sozialpolitischen Ziele, welche durch diese Feier verfolgt würden, werde durch die Maifeier ohne die Zustimmung des Arbeitgebers nichts er- reicht, da für die Faktoren, von welchen die Erfüllung der Forderungen abhänge, nur StaatSrücksichten und nicht wohungen maßgebend seien. Man scheint im Gegensatze zum vorigen Jahre, wo man die Arbeiter gewähren ließ, in diesem Jahre den Kamps mit allen Mitteln, welche Ausbeutern und einer vorurtheils- losen Polizei zur Verfügung stehen, aufnehmen zu wollen. Die schlechte Geschäftslage läßt das Vorgehen der öfter- war und blieb für ihn verloren; denn sie liebte seinen Bruder. Und mit dieser Qual im Busen sollte er fort- leben? Aechzend warf er sich wieder vor seinem Tische auf den Stuhl und vergrub das Gesicht in den Händen. Ver- zweiflung wühlte ihm durch Herz und Hirn. Dunkelheit umgab ihn, Fieberfrost durchschüttelte ihn. Erschöpft suchte er endlich sein Bett auf, aber der Schlaf loh ihn, und er hörte durch die Stille der Nacht die Wand- uhr in der Stube des Vaters die halben und ganzen Stunden schlagen. Das Blut rollte ihm heiß und schwer durch die Adern und sein Denken verwirrte sich zu phantastischen Bildern, über die er keine Gewalt hatte. Immer aver durchriß sie wieder das stechende Bewußtsein einer unerwiderten Liebe. Dann brütete er darüber, wie er so lange neben Stasi hatte hinlcben können, ohne sein Herz zu entdecken, bis neue Phantasien ihn gefangen whmen. Wie anders wäre es gekommen, wenn er früher einer Liebe sich bewußt worden wäre! Dann trüge er nicht die Tonsur; dann würde die Liebe den Muth ihm verliehen haben, sich seinen eigenen Weg durch das Leben zu bahnen, und er zweifelte nicht, daß es ihm gelungen wäre, dann auch Stasi's- Herz zu gewinnen. Das Wenn ist die Regen- bogeubrücke, auf welcher der Unglückliche von der Erde in den Himmel steigen zu können vermeint. Hannes vergegenwärtigte sich die traulichen Stunden, die er mit Stasi verbracht hatte. War sie doch immer so lieb u ihm geivcsen und er sah ihre sauften braunen Augen- terne mit Lächeln und Staunen auf sich gerichtet, während er ihr den Organismus einer Pflanze zeigte und dozirte. Plötzlich fand er sich in die Oede des Hochgebirges versetzt. Er hatte sich verirrt und suchte vergebens einen Ausweg. Welche Richtung er auch in dem Labyrinth der grauen Felsenblöcke einschlug, überall gelangte er an jähe Ab- Ilürze. Ter Angstschweiß brach ihm aus. Da erscholl eine Stimme:„Pflücke von den Alpenrosen dort; sie werden Dir den Weg zeigen!" Er sah nicht weit von sich ein Gebüsch voller Blüthen, das er zuvor nicht bemerkt hatte und that, wie ihm geheißen. Mit dem blühenden Zweige in der Hand, begann er seine Wanderung von Neuem, und jetzt entdeckte er einen Abstieg, der»u reichischen Behörden und Fabrikanten nicht aussichtslos erscheinen. 10101 T In Mailand haben am 5. März die sozialistischen| Arbeiter und politischen Vereine den Beschluß gefaßt, in der ersten Hälfte des April in Mailand ein interAuch in Galizien( österreichisch Polen) macht der nationales Meeting abzuhalten, um in die interSozialismus erfreuliche Fortschritte, so insbesonders in den nationale Mai- Demonstration Einheitlichkeit zu bringen Kreisen der Studenten. In Dublany, einer Stadt in der und die Arbeitsrechte festzustellen", da, wie die Resolution Nähe von Lemberg, wurde die höhere landwirthschaftliche Bes längeren ausführt, mit der Reduktion der Arbeitszeit Schule wegen der unter den Studenten wachsenden sozia- auf 8 Stunden täglich die Forderungen der Arbeiter nicht listischen Strömung geschlossen. erfüllt seien. Infolge dessen ergeht der Aufruf an die GeIn der Schweiz nimmt man jetzt etwas verspätet, aber nossen aller Nationen" zur Betheiligung- ein Wunsch, ziemlich energisch die Verstaatlichung der Eisen- der auf ernstliche Erfüllung schon mit Rücksicht auf die kurz bemessene Zeit und den Umstand, daß im Laufe des bahnen in die Hand. Sommers in Brüssel ein internationaler Kongreß stattfindet, kaum rechnen darf. Im Kanton Bern hat eine Nachwahl zum schweizerischen Nationalrath stattgefunden, welche einen außerordentlich starken Stimmenzuwachs für unsere Partei ergab. Eine Stichwahl ist nothwendig. Eine Nachwahl zum englischen Parlament, die am letzten Freitag in einem Wahlkreis in der Nachbarschaft Birmingham's stattgefunden hat, hat mit einem überDer Stöcker reist jetzt in der Schweiz; in Genf wurde raschend glänzenden Sieg des Torykandi er ausgepfiffen und einige Störer der Versammlung wurden daten über den Gladstoneaner geendet. 1885 wählte der von der Polizei sistirt. Der geistreiche Sonntagsplauderer Wahlkreis noch liberal, 1886 gab er dem Konservativen der Züricher Post" schreibt gelegentlich der Rundreise eine Mehrheit von 700 Stimmen und jetzt erhielt der Stöcker's in der Schweiz: konservative Kandidat 5310 Stimmen gegen 2332 Stimmen, Herr Stöcker ist, auch abgesägt, doch groß; ob er Juden, die auf den Gladstoneaner entfielen, d. h. mehr als doppelt Sozialisten oder Rebhühner vor sich habe, stets ist die Haltung so viel als sein Gegner und mehr als die absolute Mehrsicher und entschlossen. Er hat in Basel Heilswahrheiten von heit aller Wähler. Allerdings besteht der Wahlkreis zu so verblüffender Neuheit aus der Hirtentasche gespendet, daß einem großen Theil aus Villenquartieren der Birminghamer selbst die ältesten Leute nicht wissen, wie oft sie solches schon Aristokratie, während andererseits eine große Anzahl wahlgehört. Die Lehre ist klar und bündig, für jeden Unteroffizier berechtigter Arbeiter, theils weil sie seit Aufstellung der faßbar. Wenn der Arbeiter sein Ohr dem Schmoren des Wahllisten vom Wahlort verzogen sind, theils weil sie in Bratens verschließt das ist nur verwirrende Zukunftsmusiknicht nach dem Podagra des Reichen gelüftet und seine zer- Birmingham arbeiten und gerade am Lohntag nicht gern riffenen Hosen ebenso geduldig wie der Millionär die Dividende aussehen mochten, nicht an der Wahlurne erschienen; trägt, so ist das irdische Paradies im Wesentlichen fertig. dennoch ist das Ergebniß kaltes Wasser auf die Sieges" Johann der muntere Seifensieder" war derfelben Meinung. gewißheit der Liberalen. Und das ist keineswegs zu beHerr Stöcker hätte den Philosophen zitiren sollen. Vielleicht dauern; es wird sie lehren, ihre Kandidaten etwas besser behauptet er ihn nicht zu fennen und beschwört's. auszusuchen. Der in Aston Manor so glänzend durchWir haben schon gemeldet, daß die Arbeitskommission gefallene Gladstoneaner soll sehr bedenklich nach rechts des Pariser Gemeinderath allen Arbeitern und Ange- geneigt haben. stellten der Stadt Paris Gelegenheit geben wollte, den 1. Mai zu feiern. Die Bourgeoisblätter sind hierüber höch lichst entrüstet, so spricht der„ Temps" die Hoffnung aus, daß die Regierung diesem Antrag, falls er im Plenum Annahme findet, entgegentreten werde. " Patrioten- Schwindel. Bei Gelegenheit des jüngsten Chauvinisten Radaus in Paris war in den französischen Beitungen viel von dem mystischen L. D. P. der Patriotendie Rede, das in der liga" Ligue Des Patriotesfranzösischen Geschichte schon einmal viel Lärm gemacht hat. Man spielte damit auf den Geheimbund des Erz- Betrügers Cagliostro an, der vor der französischen Revolution mystische Hochstapeleien auf großem Fuß verübte. Ein„ Bund", den dieser auf die Unwissenheit des vornehmen Pöbels spekulirende Glücksritter gründete, hatte als Zeichen die Anfangsbuchstaben L. D. P., was die Ligue des Philanthropes( Bund der Menschenfreunde) heißen und außerdem noch einen geheimen Sinn haben sollte. Von den ungläubigen, spottlustigen Franzosen wurde es aber gedeutet: Lunatiques Dupeurs, Paltoqucts, d. h. auf deutsch: Tollhäusler, Schwindler, Esel( zweibeinige). Und das paßt allerdings auf die Ligue Des Patriotes der Herren Déroulède, Boulanger und Schwindelgenossen.Der französische Finanzminister Rouvier brachte am 21. 5. M. einen Gesetzentwurf betreffend die Besteuerung von Getränken in der Kammer ein. Der Entwurf bezweckt hauptsächlich die Steuerentlastung von Wein, Apfelwein und Bierum 79 Millionen Franks. Der durch die Entlastung bedingte Einnahme- Ausfall soll durch eine Zuschlagssteuer auf Alkohol berart gedeckt werden, daß die Gesammtsteuer auf denselben von 156 auf 195 Frants pro Hektoliter erhöht wird. Das Ministerium Rubini hat einen großen parlamentarischen Sieg erfochten. Mit 136 Stimmen Majorität wurde das uneingeschränkte Vertrauensvotum, das der Abgeordnete Ferrari beantragt hatte, angenommen. Falls aber die Nachricht eines ungarischen Blattes sich bestätigen sollte, daß Rudini beabsichtigt, mit dem Papstthum Frieden zu schließen, dürfte sich eine vollkommen geänderte Gruppirung der Parteien im italienischen Parlamente ergeben und die Majorität, über welche das Ministerium heute verfügt, dürfte zu einer Minorität zusammenschrumpfen. entgegenkommenden Vorschlag ließ sich Herr Lister nicht ein. Und so sind die Arbeiter gezwungen, den Streit, welcher schon 14 Wochen andauert, energisch fortzuführen. In einem Flugblatt des Streiffomitees wird wohl nicht mit Unrecht die Vermuthung ausgesprochen, daß die außer gewöhnlich reiche Dotirung des Reservesfonds beim letzten Halbjahresabschluß bereits im Hinblick auf den geplanten Kampf erfolgte. Und weiter herrscht unter den Arbeitern der Verdacht, daß es sich um kein isolirtes Vorgehen handelt, sondern daß die Firma Lister nur eine Art Vorpostengefecht für andere Firmen ihrer Branche führt. Andererseits ist es tlar, daß, wenn es den Fabrikanten in England gelingt, eine Lohnreduktion zu erzwingen, ihre Herren Kollegen auf dem Festlande mit ähn lichen Versuchen nicht auf sich warten lassen werden. Die deutschen Sammetweber haben daher alle Ursache, ihren englischen Rameraden auf jede mögliche Weise beizustehen. Sie können das, indem sie 1. allen etwa unternommenen Anwerbeversuchen entgegentreten, energisch 2. durch Bericht über ihre 2ohnverhältnisse bie englischen Arbeiter in den Stand sehen, Iügnerische Behauptungen der Fabrikanten sofort zu entkräften, und 3. wo sie dies können, den Streitenden finan zielle Beihilfe leisten. Bis jetzt haben die Streifenden über Geldmangel nicht zu flagen gehabt. Nicht nur steht ihnen eine gute Organisation die West- Riding of Yorkshire Weavers Assoziation" zur Seite, auch von den Arbeitern und den Arbeitervereinen der Umgegend sind sie in kräftiger Weise unterstützt worden. Die Arbeiterschaft von Yorkshire ist, was Opferwilligkeit anbetrifft, fast unübertroffen in England. Aber auch ihre Mittel sind begrenzt, und die Streifenden sehen sich daher gezwungen, an die Hilfe weiterer Kreise zu appelliren. Sollten daher ihre deutschen Kollegen etwas für sie erübrigen können, so würde selbst der kleinste Beitrag von ihnen als ein Zeichen internationaler Solidarität hoch aufgenommen werden. Die moralische Wirkung würde eine außerordentliche sein. Etwaige Briefe und Sendungen sind an den Kassirer P. Sewell, 64 Queen Street, Lumb Lane, Bradford zu richten.") Der Vorsitzende des amerikanischen Arbeiterbundes erließ einen Aufruf an die Bergleute, worin er diese auffordert, den 150 000 Bergleuten, welche am 1. Mai den Achtstundentag fordern und event. ausstehen wollen, Unterstützungen zu gewähren. Aus London schreibt uns unser Korrespondent: Ein Streif, der auch für die deutsche Arbeiterwelt größeres Wir glauben, daß der Zeitpunkt für eine so ausgedehnte Interesse hat, spielt sich seit beinahe 14 Wochen im Norden Streitbewegung nicht gut gewählt ist; die Verhältnisse der Englands ab. In Manningham bei Bradford, Graf Industrie find derart, daß für den Streik weder gute Ausschaft Yorkshire, befindet sich die weltberühmte Sammets und Plüschweberei der Aktiengesellschaft Lister u. Ko. ein Unternehmen, sichten vorliegen, noch daß genügende Unterstützungen seitens in dem über 5000 Arbeiter beschäftigt werden. Der ganze Ort ist der Arbeiter der anderen Branchen sich erwarten lassen. So ein großes Arbeiterdorf, und in fast jeder Familie arbeitet sehr wir den Bergarbeitern beider Welten die Erfüllung Alles, was arbeitsfähig ist, in Manningham Mills"( der Ge- ihrer vollkommen berechtigten Forderungen wünschen, so brauch des Wortes Mitt" Mühle für Fabrik rührt noch meinen wir doch, daß es in ihrem Intereffe läge, eine aus der Zeit her, wo die Maschinen durch Wasserkraft getrieben günstigere Seit für ihren Lohnkampf abzuwarten. wurden). Trotzdem die Fabrik florirt für das legte Halbjahr erhielten die Aktionäre 8 pCt. Dividende, und nicht weniger Herr Eugen Nichter kann sich noch immer nicht mit als 500 000 m., 300 000 m. mehr als gewöhnlich, wurden dem dem sozialistischen Butunftsstaat" aussöhnen " " Refervefonds einverleibt beliebte es vor 14 Wochen der Zuerst sogar die drohende Alternative des russischen ZukunftsDirektion, eine Lohnreduktion in Szene zu setzen. sollten die weiblichen Arbeiter an die Reihe tommen. Diese staats hat sein grimmes Gemüth nicht zu erweichen vermocht. widersetzten sich und traten aus. Das dauerte zwei Er hält krampfhaft fest an seinem Zwangsstaat und schildert Wochen, und da die weiterarbeitenden Männer natürlich denselben also: den größeren Theil der Haushaltungs- Budgets deckten, außerdem" Jeder Mensch ist dort verpflichtet, über die Philharmonie reichlich Unterstüßungen eingingen, war so gut wie gar teine genau so zu denken, wie die Berliner Parteileitung; und wenn Hoffnung vorhanden, die Arbeiterinnen zum Nachgeben zu be- diefe Parteileitung einmal nichts Vernünftiges darüber denkt, wegen. Da entschloß sich die Firma wenn es nicht von so muß der richtige Sozialdemokrat ebenfalls so unvernünftig denken und sich enthalten, in die Philharmonie zu gehen, so Anfang an geplant war auch die Männer in den Kampf hineinzuziehen. Sie fündigte an, daß sie durch die Konkurrenz, groß auch der Kunstgenuß ist, der sich ihm dort darbietet. Alles namentlich des Festlandes, gezwungen sei, eine allgemeine Dies hat doch Herr Liebknecht schon genugsam am eigenen Leibe Lohnherabsetzung vorzunehmen und stellte eine neue erfahren." Lohnliste auf, die Reduktionen der bestehenden Lohnsäge Es ist das ein Richter'scher Wiz. Da es mun aber von 12 bis 30 p Ct.(!) enthielt. Selbstverständlich weigerten Leute giebt, welche unsere Partei und Herrn Richter sich die Männer, zu solchen Bedingungen fortzuarbeiten, und nicht kennen, und darum jenen Wiz für Ernst nehmen feitdem streift das ganze Weberpersonal. Alle Anerbieten der Arbeiter auf eine friedliche Beilegung des Konflikts wurden könnten, so sei diesen zur Belehrung und Aufklärung gesagt, von Herrn Lister unter nichtigen Vorwänden abgeschlagen. Was daß es keinem Berliner Sozialdemokraten je eingefallen ist, die Konkurrenz in England selbst anbetrifft, so hatten die den künstlerischen oder wissenschaftlichen Neigungen irgend Arbeiter erklärt, sie wollen in die Lohnfäße willigen, welche eines Menschen Gewalt anthun zu wollen. In Sachen der die Firma Titus Salt in Saltaire( ebenfalls in der Nähe von Philharmonie handelte es sich nicht um den künstlerischen Bradford gelegen) zahle abgelehnt; sie wollten in die Durch Charakter des Etablissements, sondern nur um die Aufrechtschnittslöhne von sechs Firmen der gleichen Branche willigen, erhaltung des Boycotts, der über das genannte Lokal vervon denen sie drei und Herr Lister drei auswählen sollte hängt war. Daß aber eine solche Kampfmaßregel, ebenfalls abgelehnt; Herr Lister verlangte, er allein solle die fechs Firmen auswählen dürfen. Was die auswärtige Ron- menn einmal von der Majorität beschlossen, auch mit furrenz anbetrifft, so hatte Herr Lifter behauptet, in Crefeldeiserner Strenge gehandhabt werden muß, das wird, außer betrügen die Wochenlöhne in den mechanischen Sammetivebe- einem so verhärteten Manchestermann, wie Herr E. Richter reien nur acht bis neun Mark, darauf hatte das Komitee der es ist, wohl Jedermann einleuchten. Im Kampf herrschen Arbeiter erklärt, sie seien bereit, auf ihre Kosten zwei Sach- eben Ausnahmszustände. verständige von denen jede Seite einen ernennen sollte nach Crefeld zu entsenden, um sich über die dort gezahlten*) Die Parteiblätter und die betr. Fachorgane werden um Lohnfäße genau zu informiren auch auf diesen, gewiß sehr Abdruck vorstehender Mittheilung gebeten. einem wunderlieblichem Thale führte. Frohen Herzens be- nasiaft und selbst der Student für Ambros und seine Kame- fingend in die kalte Morgenluft auf. Bei dem Kapellchen, trat er den schmalen, schwindelnden Pfab. Plöglich vertrat raden nur ein Gegenstand geringschäßigen Mitleids oder des wo der Weg vom Klosterhofe in die Heerstraße mündet, Ambos ihm den Weg. Erbittert suchte er ihn fortzu Spottes und der Fopperei gewesen, da Hannes weder Ge- entsann sich Hannes, daß er sein Morgengebet noch nicht drängen. Er rang mit ihm; sein Athem feuchte. Es war ſchmack an ihren wilden Vergnügungen fand, noch die dazu verrichtet hatte, und er trat ein, um das Versäumte nachein wildes, haßvolles Ringen. Da wich der Boden unter erforderliche robuste Gesundheit besaß. Ob Hannes dagegen zuholen. Das Innere, welches nur für zwei Betschemel seinen Füßen und mit einem gellenden Aufschrei stürzte er wohl stets sein Licht unter den Scheffel gestellt und nicht zu Raum bot, lag in tiefer Dämmerung, an die sich das Auge weilen seine überlegenen Renntnisse herausgekehrt hatte? erst gewöhnen mußte. Es erhielt sein Licht hauptsächlich in die Tiefe. Er erwachte. Schon war es Tag und im Hause wurde Schwerlich! Und nun aus dem„ Herrle" ein geistlicher Herr durch die schmale und niedrige Pforte; denn das einzige es lebendig. Noch pochte sein Herz mit heftigen Schlägen. geworden und er, von der allerherbsten Erfahrung des Lebens kleine Fenster wurde von dem Altar verdeckt und war zuTief aufathmend wünschte er sich Glück, daß er nur ge- burchschüttert, Glück und Verdienst gegen einander abwog, bem mit Staub und Spinngeweben dicht überzogen. träumt hatte; allein das bittere Gefühl gegen den Bruder wer wollte ihn der Ueberhebung anklagen, wenn er die Hannes erinnerte sich, wie er hier an dem Begräbnißverließ ihn auch im Wachen nicht. Mußte Ambros ihm Schale mit dem eigenen Verdienste sinken sah, wenn er fich tage seiner Mutter mit Lifei gebetet hatte. Sie waren denn überall im Wege stehen? Um seinetwillen war er für den besseren Menschen hielt und für geeigneter, Stafi nach der Beerdigung von Vefa heimgeschickt worden, von dem Herzen des Vaters ausgeschlossen, um seinetwillen glücklich zu machen, als der in seiner Selbstfucht und Leiden- während Ambros den Vater und dessen Gäste zu dem hatte er ein Geistlicher werden müssen und wieder war er schaft rücksichtslose Ambros? Er würde nur noch die eine Trauermahle, das im Stern abgehalten wurde, hatte bees, der ihm die Liebe Stasi's geraubt hatte! Giebt es denn Aufgabe gekannt haben, Staft seine Hände unter die Füße gleiten dürfen. Da war Lisei auf dem Rückwege von dem keine weise und gerechte Weltordnung? Ist denn alles nur zu legen. Stafi sein Weib! Kirchhof in St. Virgil mit ihm in das Kapellchen getreten alt so manches Unrecht sich erinnerte, der Laune des Glücks überlassen und wiegt das Verdienst Der Gedanke scheuchte ihn aus dem Bette. Es wurde und nachdem sie ihr Gebet für die Seelenruhe der Mutter nichts, gar nichts? Er, Hannes, fragte sich, wodurch er es ihm schwer, sich aufzuraffen, denn seine Glieder waren ihm hergesagt, hatten sie noch lange auf dem Fußgestell des verschuldet hätte, daß seine Lebensbahn freudlos im Schatten wie zerschlagen. Indessen achtete er seines körperlichen Zu einen Betschemels neben einander gesessen, während dahin lief und wodurch Ambros es verdient, daß alle standes nicht, und eine halbe Stunde später etwa wanderte draußen die heiße Sonne auf den bestäubten SchindelStrahlen des Glückes dessen Haupt trafen? war nicht er, nachdem er seine Kleider von den Spuren des gestrigen dächern von Monthan glarte. Lifei hatte ihn vermahntpriesterlich, doch menschlich, wenn der Glüclose bei diesem Nachmittags gesäubert hatte, mit seiner Botanisir und gebeten, daß er den Vater lieb haben möchte, den Vergleiche an so manche Zurücksetzung und Kränkung, trommel den steinigen, ausgefahrenen Weg nach Bater, von dem er nicht wieder geliebt wurde, wie er das er um Monthan hinunter. Er hatte das gemeinsame Früh fühlte und wußte. Doch das war es nicht, was sich ihm des Bruders willen und durch ihn erfahren hatte. Gine stück nicht abgewartet, sondern sich mit einem Glase Milch jetzt aufdrängte; es war vielmehr der Gedanke, daß große Zuneigung hatte zwischen dem sorglos, wild und und einem Stück Brot begnügt, hinterlassend, daß er bei die Liebe nicht rechtet, noch Lohn heischt, und daß Lisei, lärmend dahinlebenden Ambros und dem stillen, verschüchterten dem Pfarrer in St. Martin zu thun hätte und vermuth- wenn sie ihm in das Herz sehen könnte, ihn ebenso erHannes nie bestanden. Ambros hatte den jüngeren Bruder lich einige Tage ausbleiben würde. Es war eine Flucht. Er mahnen würde, alle Mißgunst und Eifersucht gegen Ambros wie seine ganze Umgebung tyrannisirt und sich in seinem fürchtete sich, dem Bruder, den er sich im Uebermuth glück aus seiner Brust zu reißen, wie sie ihn damals ermahnt, Thun und Treiben nie darum gekümmert, ob er denselben licher Liebe vorstellte, und Staft zu begegnen, bevor er in den Vater zu lieben, obgleich sie selbst von ihm nicht geverlege oder nicht. Naturanlage und Verhältnisse hatten sich zur Klarheit gelangt wäre. Vielleicht konnte er es ein- liebt wurde, und beschämt sentte er die Stirn auf die geihre Charaktere schon früh in einen großen Gegensatz zu richten, daß er seine amtlichen Funktionen in St. Martin falteten Hände. einander gestellt und die Verschiedenheit ihrer Erziehung sofort anträte. Es war stiller in ihm, als er die kleine Kapelle verund Bildung die Kluft zwischen ihnen von Jahr zu Jahr Die Sonne war über der röthlichen Sellawand heraufermeitert. Wenn Ambros zur Zeit, als beibe noch die Dorf gekommen; die füblichen Kuppeln und Backen des Kalt- ließ. Bei der Mahlmühle von Monthan ging er über den schule Fleiß Jungle besucht, es neiblos ertragen, daß ihn er leig des gebirges schwammen im Lichte und goldene Strahlen Bach und an deſſen lintem Ufer aufwärts. Sonnenlichter singeren Brubers überstrahlte, hatte er selbst boch ben Ruhm schoſen den Bergrücken entlang, hinter dem das Gaber spielten auf den tanzenden Wellen unter ihm, die sich wie Strei porbehalten, Herrn Ruthler outro eine unmen thal lag, und sündete ben Wald auf der Höhe an. Aus in jugendlichem Uebermuthe auf die Mühlenräder stürzten. Streiche zur Verzweiflung zu bringen, 19 war der Gym- ben gelblich sich färbenden Getreidefeldern stiegen die Lerchen sich durch ( Fortsetzung folgt.) Theater. Dienstag, den 24. März. Opernhaus. Der Freischütz. Schauspielhaus. Wilhelm Tell. Lessing- Theater. Thermidor. Berliner Theater. Goldfische. Deutsches Theater. Einsame Menschen. Dienstag, den 31. März: Abschieds- Vorstellung. aufeinem heutigen Wiegenfeste ein Circus Schumann. Friedrich- Karl- Ufer. Heute, Abends 7/2 Uhr: Große Vorstellung. Friedrich- Wilhelmstädt. Theater. Große Vorstellung. Der Vogelhändler. Wallner- Theater. Miß Helyett. Residenz- Theater. Der selige Toupinel. Vorher: Die Schulreiterin. Viktoria Theater. Die sieben Raben. Bellealliance- Theater. Macbeth. Oftend- Theater. Die Ahnfrau. Thomas- Theater. Der Millionenbauer. Adolph Ernst- Theater. Adam und Eva. Das mit besonderer Sorgfalt gewählte Programm besteht aus 10 der vorzüg lichsten Repertoir- Nummern. Auftreten der besteen Reiterinnen u. Reiter. Vorführen und Reiten der bestdressirten Freiheits- u. Schulpferde. Komische Entrees sämmtlicher Klowns. Nur noch einige Male: Gircus unter Wasser. Auf vielseitiges Verlangen: Kaufmann's Variété. Große Spe. Die Marionetten. zialitäten- Vorstellung. Concordia. Vorstellung. Große SpezialitätenTheater der Reichshallen. Große Spezialitäten- Vorstellung. Morgen: Gr. Vorstellung mit neuem Programm. Die Marionetten. Gebr. Richter's Variété. Große Allgemeine Kranken- u. SterbeSpezialitäten- Vorstellung. Wintergarten. Große SpezialitätenVorstellung. Kasse der Metallarbeiter. ( Eing. Hilfst. 29 u. 89 in Hamburg.) Filiale Berlin 5. Etablissement Buggenhagen Mittwoch, 25. März, Abends 9 Uhr: am Moritzplatz. Täglich: Unterhaltungs- Musik. Direktion 3. Rödmann. Dienstag und Freitag: Walzer- Abend. Großer Frühstücks- und Mittagstisch. Spezial- Ausschant von Batzenhofer 641 Export- Bier, Seidel 15 Pf. F. Müller. Bratweil'sche Bierhallen Kommandantenstr. 77-79. Täglich: Grosses Concert ausgeführt von der Kapelle des Musit Direktor H. Sanftleben Neu Mitglieder- Versammlung im Lokale des Hrn. Zemter, Münzstr. 11. Tagesordnung: 1. Delegirtenivahl. 2. Verschiedenes. 1168 b Versammlung der in der Patentschlossfabr. v. H. Steincke besch. Arbeiter n. Arbeiterinnen am Dienstag, den 24. März, bei Gründel, Dresdenerstraße 116. Tagesordnung: 1. Die Mißstände im Schlosserhand. werk mit besonderer Berücksichtigung der Patent- Schloßfabrit von H. Steinde. Referent: W. Gründel. 2. Diskussion. 3. Verschiedenes. unter Mitwirkung des Opernsängers u. Konzertmalers Signor Travieki aus Rom. Empfehle zugleich meinen Frühstücks- 406 L und reichhaltigen Mittagstisch, sowie 6 Billards, 3 Kegelbahnen und einen Saal zu Vergnügungen und Versammlungen. 705 F. Sodtke. PassagePanopticum. Unter d. Linden 22/23. Knabe NB. Zellerfammlung findet statt. Der Beauftragte. Achtung! Klavierarbeiter und verwandte Berufsgenossen! 9 In der Pianoforte Fabrik von Mat& Co. haben die Arbeiter wegen obreduzirung die Arbeit niedergelegt. Zuzug ist fern zu halten. 186 Die Kommission. NB.: Gammellisten können jeden mit 2 Köpfen. Abend bei Winzer, Naunynstr. 78; bei J. Meyer, Andreasstraße 12, und bei Amerikanerin dem Beitragsammler für den Norden m. 25 cm langem 28. Neumann, Acferstr. 188, 2. Hof, Vollbart. im Keller, empfangen und abgegeben 11-1 Uhr. 5-9 Uhr. Castan's Panopticum. etzt: Friedrichstr. 165. Neu: Azteken. Prof. Dr. R. Koch im Laboratorium. Geöffn. v. 9 Uhr früh bis 10 Uhr Abends. Entree 50 f. Kinder 25 PT. werden. Bumming: KautschukThürUnserm Freunde Bernhard Bordt] dreimal donnerndes Hoch! Seine Freunde aus der Barnimstraße St. B. R. H. S. 1163 b Ne, wat dat Kind für Beene hat! Dem Jungbier- Philosophen mit den eigensinnigen Haaren aus der Sozialdemokratischer Wahlverein für den 6. Berliner Reichstags- Wahlkreis. Mittwoch, den 25. März, Abends 8½ Uhr: Grosse öffentl. Versammlung Falckensteinstraße eine herzliche Gratu lation. 1162 b 2. Von zwei ungenannten Bekannten. Allen seinen Kollegen, Parteigenoffen und Bekannten hiermit Sie traurige Nachricht, daß unser allseitig geliebter und jedem zum Vorbild dienender Kollege Friedrich Germer am Sonnabend nach kurzem Krankenlager in der Charitee verstorben ist. 1156 b Die Beerdigung findet am Mittwoch, den 25. März, Nachmittags 5 Uhr, von der Charitee nach dem Charitee- Kirchhof statt. Die trauernden Hinterbliebenen. Hermann Eichhorn, Wrangelstraße Nr. 108. Am Sonnabend, den 21. März, verstarb nach kurzem, schweren Leiden, im Alter von 25 Jahren, unser lieber Kollege Friedrich Germer. Sein aufrichtiger, kollegialischer Sinn wird ihm unter seinen Kollegen ein dauerndes Andenken bewahren. Die Arbeiter der Firma G. Jänke, Mech. Schuhfabrik, 1153b Oranienstraße 189. Ortskrankenkaffe d. Steindrucker und Lithographen. Am Freitag, den 20. März, verstarb unser Mitglied, der Lichtdrucker Herr Louis Scholler. Die Beerdigung findet am Dienstag, den 24. März, Nachm. 4 Uhr, von der Leichenhalle des Neuen Jokobikirchhofs in Brig aus statt. 1160 b Um zahlreiche Betheiligung bittet Der Vorstand. Verein der Bau- Anschläger Berlins. Sonntag, den 22. März, starb plötzlich unser alter Kollege und langjähriges Ehrenmitglied Herr W. Rosenkranz im 58. Lebensjahre. Die Beerdigung findet Mittwoch, d. 25., Nachm. 4 Uhr, von der Leichenhalle des Dreifaltigfeits Kirchhof( Bergmannstraße) aus statt. Um zahlreiche Betheiligung bittet Der Vorstand. Schilder. Stempel. Den Sollegen unseres lieben Sohnes, H. Guttmann, Graveur, Brunnenstraße 9. E Sophabezüge! Berl. Bock- Brauerei, Bete in Rips, Damaſt, Granit, Tempelhofer Berg. Täglich: Täglich: Alt- Berlin auf d. Bock. Humoristisch historischer Rückblick = zur Feier der Plüsch u. bunt. Stoff. pottbillig. Emil Lefèvre, Oranicnftr. 158. Proben franko! 83 Den Parteigenossen Berlins 11. Umgegend empfiehlt sich zur Ausführung sämmtlicher Arten von SteinBock- Saison 1891, e- Arbeiten etc. verbunden mit gr. Militär- Konzert. Anfang: Wochentags 5 Uhr, Sonntags 4 Uhr. Berl. Original- Bockbier in Flaschen, direkt von der Brauerei, 20 Flaschen für 3 M. Pfand frei.. Carl Arlt, Allen Freunden u. Bekannten, sowie Bruders, Schwagers- und Bräutigams Paul Ost, welche demselben die letzte in Lehmann's Salon, Schwedterstraße 24. Zages Ordnung: 841 1. Vortrag des Herrn Dr. Lütgenau über: Kirche und Sozialismus. Distuffion. 3. Verschiedenes und Fragekasten. Der Vorstand. Gäste haben Zutritt. Fachv. der Tischler( Norden). Dienstag, den 24. März, Abends 8 Uhr, im Lokale des Herrn Keller( oberer Saal), Bergstraße Nr. 68: Große Versammlung. Tages Ordnung: 1. Vortrag des Herrn Theodor Glocke: Kontrattbruch und Roalitionsrecht, mit Berücksichtigung der dem Reichstage vorliegenden Gewerbeordnungs- Novelle. 2. Diskussion. 3. Gewerkschaftliches. 4. Verschiedenes und Fragekaften. Neue Mitglieder werden aufgenommen. Um rege Agitation zu entfalten, ist es nöthig, daß alle im Norden befindlichen Werkstellen und Fabriken in der Versammlung durch Kollegen verDer Bevollmächtigte. treten sind. Gäste haben Zutritt. Fachverein der Tischler. Mittwoch, den 25. März, Abends 9 Uhr: Ausserordentliche General- Versammlung in Norbert's Sälen( früher May), Beuthstr. 21-22. Zages Ordnung: 1. Vortrag des Herrn Sievert. 2. Diskussion. 8. Der Streit der Mainzer Tischler. 4. Die Angelegenheit König und Genossen. Anträge. Verschiedenes. Der Vorstand. Mitgliedsbuch legiimirt. 813 Große öffentliche Versammlung jämmtl. in Anilin- Fabriken, Färbereien, Gummi- u. FilzschuhFabriken, auf Holzplägen sowie beim Möbel- u. InstrumentenTransport beschäftigten Arbeiter am Mittwoch, 25. März, Abends 81/2 Uhr, in Renz' Salon, Naunynstrasse 27. Tagesordnung: 1. Vortrag des Herrn H. Pëus über die englischen Trades- Unions oder die englische Arbeiterbewegung. 2. Wie stellen sich die obengenannten Arbeiter zur Beschickung des vom 6.- 9. April tagenden Kongresses gewerblicher Hilfsarbeiter. 3. Diskussion. 4. Eventuelle Wahl der Delegirten. Der Einberufer. 1154 b Grosse öffentliche Versammlung der Maurer Berlins in am Mittwoch, den 25. März, Abends 8 Uhr, den ,, Armin- Hallen", Rommandanten- Straße 20. Tages Ordnung: 1. Wahl eines Vertrauensmann für den Süden, Westen, Moabit und Zentrum. 2. Stellungnahme zum 1. Mai. 3. Gewerkschaftliches. Kollegen, erscheint recht zahlreich in dieser Versammlung. Der Vertrauensmann: Karl Weisse, Teglerstr. 27. 234/12 Gauverein Berliner Bildhauer. Heute, Dienstag, den 24. März, Abends 81/2 Uhr, im Restaurant Gaillard, Pringenstraße 87, Hof parterre: I Versammlung Zages Ordnung: Ehre erwiesen haben, fagen wir unseren das Statut. 3: Verschiedenes. 1. Geschäftliches und Vortrag. 2. Fortsetzung der Generaldiskussion über aufrichtigsten Dant. 1158 b Gleichzeitig machen wir darauf aufmerksam, daß in hiesigen Zeitungen Die trauernden Hinterbliebenen. Bildhauer unter den glänzendsten Versprechungen nach Boston( Nord- Amerika) verlangt werden, wovor wir unsere Mitglieder warnen, da sich die Kollegen Danksagung( verspätet). Allen Verivandten, Freunden und dort im Streit befinden. Kollegen, welche bei dem Begräbniß meines lieben Mannes mir so herzliche 116/11 Theilnahme bewiesen, sowie dem ad Allgemeiner Metallarbeiter- Verein verein der Putzer und dem Gesangverein ,, Gemüthlich" fage ich meinen aufrichtigen Dant. 1171b Die trauernde Wittwe Hedwig Pätzolt. Empfehle mein Geschäft in friscдen 24 L Blumen und Kränzen. Berlins und Umgegend. Donnerstag, den 26. März, abends 8½ hr: Außerordentliche General- Versammlung in Orschel's Salon, Sebastianstraße 39. Tages Ordnung: 1009 Robert Meyer, Arbeitsnachweiſes zum 1. April d. J. 4. Abrechnung vom Vergnügen in der Straße 7b Nr. 12, v. 1. April d. J. ab Königsbergerstr. 25 v. III. Welt- Restaurant. Möbel, Spiegel and 97. Dresdenerstraße 97. Heute Sonntag: [ 98 M Nordd. Sänger- Gesellschaft. II. Saal: Auftreten der KonzertSängerinnen Frl. Elise König und der Geschwister Waldmann. Polsterwaaren. eigener Gr. Lager, bill. Preise. Fabrik. Emil Heyn, Brunnenstraße 28, Hof parterre. Theilzahlung nach Uebereinkunst. 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Mariannenstraße Nr. 2. Norddeutschen Brauerei" nebst Bericht der Revisoren, 5. Verschiedenes. NB. Um häufigen Irrthum zu ver Die Versammlung wird präz. 9 Uhr eröffnet. Zahlreiches Erscheinen meiden, erkläre ich meinen Freunden ist nothwendig. Mitgliedstarte legitimirt. und Genossen, daß ich mit J. Meyer, 224/10 Wienerstr. 1, in keiner geschäftlichen oder verwandtschaftlichen Beziehung stehe. Empfehle mich Freunden und Gen zur Aufertigung von Herrengarderoben jeder Art. Reparaturen schnell und billig. G. Richter, RI. Frankfurterstr. 7; 3 Tr. NB. Gefällige Aufträge nimmt entgegen G. Schulz, Kottbuser Thor, und W. Salzwedel, Klosterstr. 83. 59 Photographie- Atelier Berlin Gustav Stutz Hamburg Landsberger- Strasse 82. 12 Visits, Brust- oder Spezialität: niebild u. 1 wirkliches Der Vorstand. Verein der Arbeiterinnen au Buch- u. Steindrud- Schnellpressen. Mittwoch, den 25. März, Abends 8 Uhr: Versammlung im Restaurant Kessner, Annenstraße 16. Zages Ordnung: 1. Vortrag. 2. Diskussion. 3. Verschiedenes. Um recht zahlreiches Erscheinen ersucht Der Vorstand. Achtung! Die zum ersten Osterfeiertag veranstaltete Wohlthätigkeits- Matinée 125/3 260 Kabinetsbild, zusammen 4,50 M. bes Berliner Sanitäts- Vereins findet nicht im Saale der Aktienbrauer hochfeiner Ausführ. u. Haltbarkeit. ,, Friedrichshain", sondern im Saale des Mein seit zehn Jahren bestehendes Böhmischen Brauhauses, Der Saal der Attienbrauere Barbier- Geschäft ist wegen Umzug Landsberger Allee 11-13, statt. nach außerhalb sofort oder später zu verk. Friedrichshain" ist irrthümlich anderweitig vergeben. Die ausge 1170b J. Witte, Wienerfir. 31. Bringe den Genossen hierdurch meine " gebenen Billets behalten ihre Giltigkeit. Das Komitee. Rind- und Schweineschlächterci, Möbel auf Theilzahlung Hugo Lewent, Lothringerstr. 75. Zentral- Markthalle, Stand 148, in freundliche Erinnerung und bitte Evorabräu um gütigen Zuspruch. 759 b Carl Aurin. ( Fürth- Nürnberg) 30 flaschen für 3 in Gebinden von 17 Liter an, à Liter 30 f empfiehlt Gust. Hering, Berliner Lagerhof. Berantwortlicher Redakteur: Curt Baake in Berlin. Druck und Verlag von May Bading in Berlin SW ,, Beuthstraße 2. Hierzu zwei Beilagen 3 טן 81 21 e d 11 11 g 1. Beilage zum ,, Vorwärts" Berliner Volksblatt. Nr. 70. Korrespondenzen und Parteinachrichten. Dienstag, den 24. März 1891. 8. Jahrg. Welten. Die gemüthlichsten Polizeibeamten giebt es ohne Zweifel hier in Velten. Am vergangenen Sonntag, den 22. März, wurde nämlich eine allgemeine Töpfer- Versammlung abgehalten, verurtheilte Genossen J. Jeup wegen Aufreizung, begangen in Gelsenkirchen, 21. März. Die Strafkammer zu Bochum zu welcher Reichling aus Berlin einen Vortrag zugesagt hatte. einer Bergarbeiter- Versammlung zu Langendreer, zu 3 Monaten Als zur bestimmten Zeit der Referent noch nicht erschienen war, wurde die Versammlung eröffnet; man besprach die Maifeier und Gefängniß. Der Staatsanwalt hatte 9 Monate in Antrag geerörterte verschiedene örtliche und gewerbliche Verhältnisse. In bracht. demfelben Augenblicke, als die Versammlung dann geschlossen war, langte Reichling an. Was nun thun; die Versammlung Sozialdemokratische Konferenz für den 11. badischen war vorbei, und der Beamte hatte sich entfernt. Kurz entschlossen Wahlkreis. Diefelbe fand am Sonntag Nachmittag zu Mann- fann, nun der steht bereits auf so schwachen Füßen, daß er über ging ein Genosse dem Beamten nach, traf denselben und fragte, heim statt und erfreute sich eines außerordentlich guten Besuches. kurz oder lang doch um die Ecke schießen müßte. ob die Versammlung nochmals tagen könnte. Ein Protest gegen derartige der wüsten Konkurrenz Einhalt Der Beamte be- Nachdem ein Bureau aus acht Personen, worunter 6 auswärtige dachte sich einen Augenblick und sagte dann, er habe nichts da- Genossen, mit Hänsler als ersten und Köber als zweiten Vor- gebietende Gesetzes bestimmungen kann nur dem engbegrenzten gegen, nur müsse sich der Vortragende kurz fassen. sitzenden, gebildet war, referirten Genosse Hänsler über: Die Gesichtskreis eines Kleinbürgers entspringen. Nothwendigkeit der Betheiligung unserer Partei an den LandtagsOsterburg. Hier erregt die Gründung des Altm. Sozialwahlen", und Genosse Süßtind über:" Die nothwendige Orgademokraten" heillofen Schrecken. Man versucht mit allen Mitteln nisation zu denselben." An diese beifällig aufgenommenen Refeder sozialdemokratischen Agitation entgegenzutreten und vergißt rate schloß sich eine äußerst lebhafte Diskussion, woran sich bedabei ganz, daß alle Mittel nur geeignet sind, für den„ Altm. sonders die auswärtigen Delegirten zahlreich betheiligten. Folgende Resolutionen wurden einstimmig angenommen: Sozialdemokraten" zu agitiren. Erste Resolution. Aktionäre, welche zum Theil noch selber in der Verwaltung hohe punktes nicht genügt. Von einer Wegnahme des HauptGehälter beziehen, nur 5 pCt. Gewinn und nicht 15, 20 und konsumtages" ist also durchaus keine Rede. Unserer Ansicht nach mehr Prozent baar ausgezahlt erhalten, dann werden allemal die dürfte die Zeit von fünf Stunden wohl vollauf genügen, um dem höheren Löhne der begehrlichen" Arbeiter dafür verant- faufenden Publikum Gelegenheit zu geben, seine Bedürfnisse an Backwaaren zu befriedigen. In den ersten Wochen allerdings, wortlich gemacht. das geben wir zu, dürfte es möglich sein, daß eine kleine Ver anderen Lebensmitteln am Sonntag stattfinden könnte, aber nur minderung des Konsums an Backwaaren ebenso wie von allen so lange, bis sich das kaufende Publikum, was wohl nicht sehr lange dauern dürfte, an den frühzeitigen Schluß der Geschäfte gewöhnt hat. Schwerlich werden demnach„ Tausende von Existenzen mit einem Schlage" zu Grunde gehen! Wer das kurze Uebergangsstadium nicht einmal ertragen " " Ein langohriger Gegner der Sozialdemokratie. Der Allgemeine deutsche Verein für Kaninchenzucht und Kaninchenverwerthung" giebt sich bekanntlich alle erdenkliche Mühe, das Kaninchenfleisch, das bisher bei uns ziemlich allgemein als ungeeignet zur Nahrung galt, dem Publikum als„ Leckerbissen" anzupreisen. Da aber der Versuch, die befizende Klasse zum Genuß Bringt da der Altm. Hausfreund" einen bald drei Spalten Die heutige Parteikonferenz des 11. badischen Reichstags- der Lapins zu bewegen, als aussichtslos erscheinen mußte, ob Tangen Bericht, welcher sich mit Rathschlägen und Warnungen Wahlfreises beschließt, eine den ganzen Wahlkreis umfassende wohl sich diese Klasse sonst ganz gut auf Leckerbissen versteht, so an Herrschaft und Gesinde, Grundbesizer und Arbeiter, Meister und Gesellen beschäftigt. Das gute Einvernehmen zwischen Arbeit- zentralistische Organisation zu gründen, und zwar so, daß jeder hat sich der Verein von vornherein darauf gelegt, die Besiklofen, geber und Arbeiter soll wieder hergestellt werden. Aber das einzelne zum Wahlkreis gehörende Ort einen Vertrauensmann die keine großen Ansprüche an die Fleischnahrung zu machen ge= Allerneueste" ist, was dieses Blättchen seinen Lesern auf- Fühlung unterhält. Die Anmeldungen der Vertrauensmänner sagen kennen, für sein„ uneigennütziges" Unternehmen zu ge wählt, der mit dem Vertrauensmann des Kreises ständig wöhnt sind und den Sonntagsbraten vollends nur vom HörenDie Sozialdemokratie lehre nicht die Wahrheit, sondern will haben bis zum 1. April 1891 bei dem Kreis-Vertrauensmann in winnen, um wenigstens ihnen die Segnungen desselben zu Theil werden zu lassen. nur den Arbeiter, den Bauern dumm machen. Nun, da lohnt es Mannheim zu erfolgen." fich wirklich einmal, zu sehen, ob die Sozialdemokratie denn wirklich mit Dummheiten sich befasse und solche lehre. Um aber nun den Beweis zu erbringen, worin und womit wir den Arbeiter dumm machen wollen, beschränkt sich gen. Blättchen am Schlusse nur mit folgenden Phrasen: binden will: facher zu besiegen. Und zuletzt, Du braver altmärkischer Arbeiter, denke daran, daß schon Deine Väter mit der Einsetzung ihres Blutes und Lebens in den Zeiten der größten Bedrängniß Deines Vaterlandes, in den Befreiungstämpfen gegen den äußeren Feind in bewährter Treue mit Gott für König und Vaterland geholfen haben, den größten WiderDente daran, daß es auch heute wieder Ehrenfache für Dich ist, treu zu Deinem Könige und zu Deinem Baterlande zu stehen, wenn es gilt, den inneren Feind zu be= fiegen, der sich unter der Maske des Befreiers, des Helfers aus aller Noth an Dich heranschleicht; den Feind, der das preußische Volt gegen den König und den Staat aufhezen will, der Dir aber nichts, gar nichts bieten kann, der nicht den Armen und Schwachen helfen kann, weil er an innerem Werthe selbst so armselig und schwach ist." " Nun, nun, wenn der Altm. Hausfreund" keine anderen geistigen Kampfesmittel hat, dann, wir müssen es zu unserem Leibwesen gestehen, sieht es mit ihm sehr armselig und schwach aus. Apolda. Auch die hiesigen Arbeiter erklärten sich in einer am 21. b. M. stattgefundenen Versammlung mit dem Vorschlag der fozialdemokratischen Fraktion, die Maifeier betreffend, einverstanden. Ebenso waren die in der Versammlung Anwesenden bereit, einen Theil ihres Arbeitsverdienstes vom 1. Mai zum Besten eines Fonds zur Verkürzung der Arbeitszeit zu opfern. über Zweite Resolution. Die Parteikonferenz des 11. badischen Wahlkreises beschließt, an allen Orten, wo noch keine sozialistischen Wahlvereine bestehen, solche mit aller Energie ins Leben zu rufen, um die sozialistische Propaganda nach den Beschlüssen der deutschen Sozialdemokratie besser bewirken zu können. Dritte Resolution. " " Leider hat die sozialdemokratische Presse den Herren Kaninchenzüchtern sofort einen derben Strich durch die Rechnung gemacht und als wahren Beweggrund, aus welchem sich das Kaninchen als Nahrungsmittel in Aufnahme gebracht sehen möchten, die Profitsucht enthüllt. Dafür rächen sie fich jest, indem sie das Karnickel statt gegen den Hunger nunmehr gegen die böse Sozialdemokratie mobil machen. In der neuesten Nummer des offiziellen Die Parteifonferenz beschließt, in den Wahlbezirken Mann- Vereinsorgans Neue Blätter für Kaninchenzucht" leistete sich ein heim( 45), Schwegingen( 44) und Weinheim( 46) in die Wahl- Herr A. Desterhold in einem Artikel über Das Zukunfts- Nutagitation selbständig einzutreten, es jedoch den einzelnen in Bethier des armen Mannes", in welchem er das Karnickel, den tracht kommenden Orten zu überlassen, geeignete Beschlüsse bis Ersatz für das Schnäpschen und die Pfeife des armen Mannes", mit dem bekannten allsonntäglichen Huhn im Topfe" vergleicht zur nächsten Konferenz zu faffen." Vierte Resolution. oder gar als ein Fleisch in unerschöpflicher Fülle lieferndes, da Die heutige Parteifonferenz beschließt, die nächste Konferenz bei sehr wenig Pflege und Nahrung erforderndes Hausthier hinam Sonntag, den 5. April, im gleichen Saale abzuhalten und stellt, folgenden föstlichen Satz:" Wenn es wahr ist, daß die ihre Rekruten durch die Unzufriedenheit während dieser Zeit nach besten Kräften Sorge zu tragen, Sozialdemokratie diese aber daß möglichst alle Orte des Wahlkreises vertreten sind, um den erhält, mächtig durch einen leeren Magen Beschlüssen der heutigen Konferenz thatkräftige Geltung zu ver- gefördert wird, so ist nichts geeigneter, dagegen und somit gegen schaffen." die Sozialdemokratie zu wirken, als das Kaninchen." Derselbe Man einigte sich noch bezüglich der Maifeier dahin, daß die Herr erklärt im Sprechsaal", nachdem er den hohen, voltsselbe am ersten Sonntag im Mai( 3. Mai) zu begehen sei und wirthschaftlichen Beruf" des Vereins gepriesen hat: Das sollen sich die kleineren dem nächstgelegenen größeren Orte Raninchen wird für die Zukunft den Sozialdemokraten ein Dorn anschließen, um die Demonstration einheitlicher zu gestalten. Für im Fuße werden, weil seine dankbare Bucht den armen Mann Referenten hat Mannheim bestmöglichst Sorge zu tragen. Der Zufriedenheit näher bringt." Folgender Antrag wurde sodann einstimmig angenommen: Die Konferens wolle beschließen, zur besseren und planmäßigen Organisation ein Agitationskomitee, bestehend aus drei Personen, zu wählen, welches gleichfalls mit den Orten des Wahlkreises in fortwährender Fühlung steht und insbesondere für Versammlungen und Referenten zu sorgen hat. Die Wahl des Komitees wird dem Wahlverein Mannheim überlassen." Lokales. " Bon all den wunderlichen Blüthen, welche die praktische Sozialpolitit" bisher getrieben hat, sind die volkswirthschaftlichen" Flugschriften des genannten Vereins die wunderlichsten. Man darf indeß annehmen, daß die Herren Kaninchenzüchter gar nicht den Anspruch erheben, mit ihrer angeblichen Voltsfreundlichkeit wirklich ernst genommen zu werden. Sie machen nur die allgemeine Mode mit, wenn sie dem Unternehmen, das ein rein geschäftliches ist, eine wohlflingende Bezeichnung geben. Trotzdem weisen die Gegner der Sozialdemokratie mit Genugthuung auf die Kaninchenzucht als ein neues Mittel zur Linderung der Noth der unteren Klassen" hin. " Hamburg, 22. März. Die afrikanische Dampfschiffs- AktienGesellschaft, 2örmann- Linie, das ist diejenige Linie, welche ihre Schiffe von Hamburg nach der westafrikanischen Rüste laufen läßt, veröffentlicht zu ihrer am 28. d. M. stattfindenden Generalversammlung einen Bericht über das Geschäftsjahr 1890. Das Rarnicel mag vielleicht ganz gut schmecken, aber als Es find darin ganz interessante Daten enthalten, welche auch für Rampfmittel gegen die Sozialdemokratie wirkt es komisch. Der Kleinbürgerliche Profitwuth. Nachdem von einer Reihe" fleißige und thatkräftige deutsche Arbeiter", dem die Flugschrift manchen Leser des„ Borwärts" wohl lefenswerth sind. Vor allen von Interessenten Stellung zu den in zweiter Lesung im Reichstag" Fleisch für Alle" gewidmet ist in der Hoffnung und mit dem Dingen wird im Eingange des Berichtes betont, daß das Dingen wird im Eingange des Berichtes betont, daß das Resultat des letzten Geschäftsjahres für die Dampfschiffslinie gefaßten Beschlüssen über die Gewerbe- Ordnungs- Novelle, speziell Wunsche, zur Besserung seiner Lage beizutragen", wird sich durch tein so günstiges, wie dasjenige der beiden vorhergegangenen lich auch die ehrsamen Innungs- Bäckermeister zu einer Berathung lassen. Aber auch den Gegnern, denen die Hilfe des langohrigen betreffs der Sonntagsruhe gegenüber, genommen war, sind fürz- den" Dorn im Fuß" in seinem Vorwärtsschreiten nicht aufhalten Jahre war. Es wird über wesentlich höhere Betriebstojen höhere Löhne, höhere Kohlen- und Material- zusammen gekommen. Während bisher Angestellte wie Unter- Bundesgenossen so erwünscht kommt, merkt man an, daß sie in preise u. f. w. geklagt. nehmer einmüthig der Ansicht waren, daß die Bestimmungen der ihrer Vorwärtsbewegung nach unten!- nicht mehr aufzu Novelle, wie sie die Reichstags- Mehrheit zu beschließen beliebte, halten sind. Da sich die Folgen der künstlichen Fleischvertheuerung Wenn man bedenkt, daß vorzugsweise die Mörmann- Linie ihnen für eine wirkliche Sonntagsruhe nicht genügen, fommen nicht mehr weglügen lassen, so preisen sie dem Proletarier es ist, welche ihre Dampfer mit Negern zu bemannen suchte und die Herren Bäckermeister zu einer anderen Ansicht. Statt gleich Karnickelbraten oder auch das„ unter amtlicher Kontrolle" auszwar gerade im letzten Geschäftsjahre, so erscheint die Klage ihren Unternehmer- Kollegen anderer Berufszweige und gerade gekochte finnige Fleisch vom Viehhof an. Sie sind auf dem besten " höhere" Löhne etwas sonderbar, zumal auch das waren es hier auch vorwiegend Kleinkaufleute, Kleinhandwerker Wege, nächstens auf den Hund zu kommen. deutsche Schiffspersonal, abgesehen vielleicht von den höheren und sonstige Kleingewerbetreibende gegen die Unzulänglichkeit Offizieren, schwerlich höhere Löhne erhalten hat, als in den vor- des Gesetzes zu protestiren, erheben sie lauten Protest dagegen, Zwischen den Jnnungs- Bäckermeistern und den Bäcker. hergehenden Jahren. weil die Bestimmungen ihnen viel zu weit gehen, weil sie der gesellen haben sich in der legten Zeit einige Vorgänge abEs wird auch über vermehrte Konkurrenz besonders einer Meinung sind, eine Sonntagsruhe sei gar nicht nothwendig. gespielt, die auch für andere Gewerkschaften von erheblichem fubventionirten" französischen Linie geklagt, troß alle- Ihre Wünsche und Ansichten haben die Herren kürzlich in Interesse sind. Bereits vor einigen Monaten hatten die Bäckerdem ist jedoch das Geschäftsresultat immer noch fein schlechtes einer Resolution, welche einer von etwa 1000 Bäckermeistern gesellen in einer öffentlichen Versammlung in der Brauerei Der Netto- Ueberschuß wird nach Abzug der Koſten auf besuchten Versammlung vorgelegt wurde, wiedergegeben. Sie Friedrichshain ihr Agitationsfomitee damit beauftragt, beim lautet: Magistrate und beim Polizeipräsidium dahin vorstellig zu werden, 547 934,63 M. angegeben. Hiervon wurden für Abschreibungen Die von 1000 Bäckermeistern Berlins besuchte Versammlung daß der Innung Germania die ihr auf Grund der Gewerbewodurch das vorhandene Schiffsmaterial natürlich für die Gesell- sieht in der Fassung der Gewerbegesetz- Novelle, betreffend die Ordnung(§§ 100 e und 100 f) verliehenen Vorrechte entzogen schaft im Werthe steigt, da es mit einem geringeren Preise zu Sonntagsruhe, wie sie aus der zweiten Lesung des Reichstags würden, weil sie in den beiden vorwiegend in Frage kommenden Buche steht verwandt: 367 357,46 M. Auf Reparaturtonto hervorgegangen ist, die allergrößte Gefahr für das Bäckergeierbe. Punkten, Lehrlingsausbildung und Arbeitsnachweis, ihre Pflichten wurden 22 600 M. gefeßt, für Reservefonds gehen noch ab Die Fortschritte und Errungenschaften( doch wohl nicht der nicht erfülle. Während der Magistrat bis heute über1577,17 M., so daß als 5 pet. Dividende immer noch 150 000 m. Kultur? Die Redaktion) würden mit einem Schlage wieder ver- haupt nicht geantwortet hat, ersuchte das Polizeipräsidium in zur Vertheilung gelangen. loren gehen, sowie Tausende von Existenzen dem Ruin entgegen einem sehr charakteristischen Schreiben die Bäckergesellen, mit der Interessant ist ferner, daß die Wörmann- Linie zwei ihrer geführt werden, wenn der Haupt- Konsumstag, der Sonntag, den Innung zusammenzuwirken, damit dieselbe ihre Aufgabe immer alten Dampfer, welche ihr nicht mehr recht paßten, an die Bäckern genommen würde." vollkommener erfüllen könne. Das für den Abdruck etwas zu vom Deutschen Reiche subventionirte deutsche Ost- Afrikalinie ver Zum Schluß wird dann verlangt, daß der Reichstag die umfangreiche Schriftstück ist ein interessanter Beitrag zur polizeifauft hat, bei welcher die Firma Wörmann gleichfalls betheiligt wünsche des Innungsverbandes deutscher Bäckermeister Ger- lichen Sozialreform oder zur sozialreformatorischen Polizei. Die ist. Für die beiden verkauften Dampfer wurden zwei neue be- mania" und anderer Innungsverbände, welche mit denselben Beschwerdepunkte der Geselleu schafft es indeß nicht aus dem stellt, von deren Preis der beim Verkauf erzielte Gewinn schon mehrmals an ihn herangetreten seien, berücksichtigen Wege. Der Arbeitsnachweis der Innung fordert von Jedem, gleich vorweg in Abrechnung gebracht und im Geschäftsbericht mögen. nicht als Gewinn gebucht wurde. Im verflossenen Jahre wurden Der von den biederen Innungsmeistern vertretene Stand- pränumerando. Die ersten Gesellen( Werkmeister) warten meisi überdies zwei neue Frachtdampfer, welche auf englischen Werften punkt ist so engherzig, so turzsichtig, wie er nur von einem 8-8 Monate auf Arbeit, die Seneter 4-5 Monate, die jüngeren gebaut wurden, angeschafft. Der Betrag hierfür ist aus dem Kleinbürger je erwartet werden kann. Die Leutchen sträuben Gesellen 4-6 Wochen. Nicht selten dauert die vom Arbeitsnachgleichfalls vom Nettogewinn ab, obgleich er das Vermögen der auch Gelegenheit geboten wird, sich einmal in der Woche wenige wiederum 50 Pfennige zu entrichten. Der Ueberschuß aus dem vorliegenden Rechnungsauszug nicht ersichtlicht, geht aber natürlich sich dagegen, daß ihnen durch eine allgemeine Gesetzes beſtimmung weis gelieferte Beschäftigung bloß einen Tag, es find bann 28örmann- Linie vermehrt. Stunden in der freien Natur oder im engeren Familienkreise Arbeitsnachweis beträgt jährlich ca. 1000 M.; wozu derselbe verzu nennen. " Man sieht, auf die Plusmacherei versteht die Direktion der oder sonstwo zu erholen und die drückenden Geschäfts- und wendet wird, hat man den Bäckergesellen bisher nicht mittheilen Wörmann- Linie fich vortrefflich. Sie bedauert jedoch vor Allem, Nahrungssorgen an dem einen Sonntag- Nachmittag einmal zu wollen. Die Lehrlings, ausbildung" besteht bei vielen Meistern daß troß der reinen Dividende von 5 pct., von den Direktoren- vergessen, woran sie bisher die leidige Konkurrenz hinderte. überwiegend in der Verwendung der Lehrlinge zum Brotaus. den verkauften zwei Dampfern und den zwei neu beschafften würde, indem ihnen der Verkauf an dem Hauptkonsums- Tage, den Arbeiten. Weil die Innung so ungenügend ihre Schuldigkeit ist nicht die den in das Fach einschlagenSchiffen, das Geschäftsjahr fein günstiges gewesen ist der am Sonntag, genommen wird", so beruht diese Ansicht zum thut und den berechtigten Forderungen der Gesellen nicht gut mindesten auf einem großen Frrthum. Die Fassung der Gewerbe- gegenkommt, haben sich diese entschlossen, der Innung keinen Gehöheren Löhne wegen! ist, welche Geschäftsersparnisse die Wörmann- Linie durch ihre Reichstags hervorgegangen ist, beschränkt den Verkehr in Ver- lein von den Innungsmeistern müssen wir erzählen. Vor kurzem Wirklich schade ist es, daß aus dem Berichte nicht zu ersehen gesetz- Novelle, wie sie in zweiter Sefung aus dem Plenum des ſellenausschuß wieder zur Seite zu stellen. Aber noch ein Stückden Negern gezahlten Löhne erzielt hat, denn daß diese taufsstellen aller Art auf fünf Stunden am Sonntag. Da nun hielten sie ganz unter sich eine Versammlung ab, in bel armen Schwarzen, welche man zum Theil im Winter barfuß unter Verkaufsstellen wohl auch die Bäckerläden einbegriffen cher der Herr Vorsitzende gleich zu Anfang bemerkte: Wir schuld find, daß das Geschäftsjahr 1890 für die Wörmann- Linie besondere, schärfere Bestimmung für diese erlaffen worden, geordnete eingeladen, damit sie uns die Ausführbarkeit des im Schnee durch Hamburgs Straßen ſpazieren führte, daran fein dürften, wenigftens iſt, ſoweit uns befann eine haben für heute sämmtliche ſozialdemokratische Reichstags" ir am Arbeiterschutz Gefehentwurfs beweisen. Ist Jemand der Herren tein günstigeres Resultat geliefert hat, als oben angegeben, das so ist der Verkauf in den Bäderläden ebenfalls wird man doch der Welt nicht glauben machen wollen! Sonntag auf fünf Stunden gewährt, etwas, das freilich den anwesend? Niemand. Ebenso habe ich die Herren Vertreter nicht daran. Aber natürlich, wenn die armen bedauernswerthen nehmern ohne Unterschied des Partei stand- Wen haben die Herren eingeladen? Soviel unsere Nachfragen Herr Wörmann und seine Aktionäre glauben gewiß selber anderen Interessentenfreifen, nge stellten wie Unter- der Gesellen eingeladen. Jit Jemand erschienen?- Niemant ergeben haben, Niemanden. Eventuell ersuchen wir, Namen zu daß ich den Posten eines Briefkasten- Redakteurs annehmen| in Rigdorf festgenommen worden. Eine Frau Kell, die außer nennen. Die Herren haben wohl gedacht, daß dieses hübsche kann." Agitationsstücklein keiner von den Gesellen gewahr werden würde. Ganz niedergeschlagen verließ er das Sanktum. Es ist denselben gleichwohl verrathen worden. Zu unserem Bericht über die Festlichkeit des Arbeiter Sängerbundes am 18. März ist noch nachträglich zu erwähnen, daß zu den 84 Männerchören auch noch ein gemischter Chor ( Männer und Frauen), der den Namen" Freya" führt, gehört. Dieser Chor führte die ersten Gesänge auf, die mit stürmischem Beifall aufgenommen wurden. Es wäre sehr zu empfehlen, wenn Parteigenossen ihre stimmbegabten Frauen und Töchter dem Verein beitreten ließen. Vorsitzender des Vereins ist Herr Gustav Hoffmann, Straußbergerstr. 36. Derselbe nimmt Anmeldungen sehr gern entgegen. 18 Si dem wegen Kuppelei von der Danziger Polizei verfolgt wurde, war im Dezember v. J. ihrem Gatten entflohen und zwar in Begleitung ihres Liebhabers. Das Pärchen wohnte anfänglich Manche Beschäftigungsarten werden den Menschen hier und verzog dann nach Rixdorf, wo Beide unter falschen so zur Gewohnheit, daß er von ihnen auch da nicht lassen Namen lebten. Endlich gelang es der Vorortspolizei, das Heim tann, wo sie unnöthig und überflüssig sind. Unsere städtische der Durchgebrannten ausfindig zu machen und Frau K. wurde Armendirektion hat sich das Mahnen der in den Krankenhäusern nunmehr nach Berlin überführt; hier gestand sie auch den AufVerpflegten wegen der Kurkosten so angewöhnt, daß auch die enthaltsort ihres Geliebten, des Kaufmanns Topolski, der sich jenigen mit solchen schriftlichen Erinnerungen bedacht werden, auch Rohnte nannte, ein und es gelang, T., der sich außerdem die bereits bezahlt haben. Am 18. Februar ließ der Tischler R. noch wegen Körperverletzung vor dem Strafrichter zu verant aus der Lausitzerstraße seine Tochter Margarethe in das Kranken- worten hat, zu verhaften. haus am Urban aufnehmen und bezahlte die Kurkosten sofort für drei Tage, während welcher das Kind behandelt worden war. Angeschwemmte Leiche. Am Sonntag gegen Abend kam Trotzdem hat er bereits zwei Mal, am 23. Februar und am 9. März, an der Bellealliance- Brücke eine mit der Uniform eines Soldaten Zahlungsaufforderungen von der Armendirektion erhalten. Den des fünfundreißigsten Regiments bekleidete Leiche angefchwemmt. Herren von der Armendirektion mögen ja diese" Mahnungen", Eine Frau aus der Menschenmenge, welche sich alsbald an wie gesagt, zur Gewohnheit geworden sein, aber die sind äußerst sammelte, glaubte in dem Todten einen Verwandten zu erkennen, unbequem für denjenigen, der seine Schuld bezahlt hat und sich welcher schon seit sieben Wochen vermißt wurde. Der Haufe in die Situation dieser Herren nicht hineindenten kann und die Neugieriger verlief sich erst, als ein Wagen kam und den Leichhierzu nöthige Phantasie kann man doch nicht Jedem zumuthen. nam fortschaffte. Etwas mehr Vorsicht bei diesen Mahnungen wäre also wohl am Plaze. die Arbeiter erklären ließen. fie tönnten mit diesem geringen Lohn erschwunden ist am 2. d. M. der fünfjährige Sohn des ausliegt: Warnice, Teltowerstr. 23; Haupt, Potsdamerstraße; " Prügel statt Lohnzahlung scheint bei manchen Berliner Unternehmern eine bequemer Ausweg am Zahlungstage zu sein. Wir haben schon früher öfter von derartigen Vorkommnissen Mittheilung gemacht, jezt geht uns wieder eine neue derartige Nachricht zu. Der Fabrikant H. stellte in der vergangenen Woche 6 Gerbergesellen in seiner Werkstatt ein. Am Sonnabend zahlte er ihnen für die ganze Wochenarbeit 12 bis 13 M. Lohn. Als Aus Zehlendorf wird uns mitgetheilt, daß in folgenden Lokalen unser Zentral- Organ Vorwärts Berliner Volksblatt" nicht zufrieden sein, wurde ihnen der Bescheid zu Theil, sie würden am Montag das Uebrige erhalten. Als die Gerber am Schiffers Babendererde, welcher am genannten Tage mit seinem Käthe, am Bahnhof und vom 1. April bei Herrn Mischig, AlsenMontag wieder kamen und den Rest ihres Wochenlohnes ver- Kahn in Charlottenburg stand. Da man glaubte, das Kind wäre straße, dessen Saal auch zu allen Arbeiter- Versammlungen zu belangten, ließ Herr X. von seinem Werkjührer und einigen Ar- ins Wasser gefallen, wartete man zehn Tage. Als sich nach kommen ist. beitern die Mahner verhauen und zum Hause hin- dieser eit indessen keine Leiche anfand, wurde die Sache in die auswerfen. Trotzdem fand sich einer von den Deffentlichkeit unter Zusicherung von 300 M. Belohnung für Den. Achtung! Schmargendorf! Die hiesige Lokalkommission Hinausgeworfenen Mittags zwischen ein und zwei Uhr jenigen gebracht, welcher den Knaben lebend wieder zustellt. In- macht hiermit bekannt, daß P. Kübler's Friedrichsvor dem Hause ein in der Hoffnung, doch noch folge diefer Aufforderung meldete sich aus Bremervörde ein Musifer Garten", Darlehmerstraße, das einzige Lokal in SchmargenEtwas von dem versprochenen Lohne zu erhalten. Er erhielt Helm, welcher angab, den Knaben bei einer Zigeunertruppe, welche dorf ist, dessen Saal den Arbeitern zu Bersammlungen zur Berauch Etwas, aber nicht in klingender Munze. Es stürzten ich drei Tage in B. aufgehalten und den Knaben auch zum fügung steht; außerdem legt der„ Wilde Eber" ein Arbeiterblatt nämlich plötzlich die Werkführer mit Knüppeln herbei und schlugen Preise von 150 Mart zum Kauf angeboten hatte, gesehen aus. Die übrigen Wirthe verweigern uns hartnäckig ihre Säle. den Menschen im Hausflur zu Boden. Der brutale Ueberjall zu haben. Die Haare sind dem Knaben gebrannt worden, Wir fordern deshalb die Genossen, welche Ausflüge nach dorthin Locte mehrere Zeugen herbei. Vielleicht hat die Sache noch ein und hat derselbe auch einen blauen Anzug erhalten. unternehmen, auf, diese Lokale zu meiden und nur obige Lokale Nachspiel vor dem Strafrichter. Zu einer Zeit, wo jede un- Obgleich der Vater des Kindes nicht bemittelt, scheute er doch zu berücksichtigen. Die Lokalkommission für Schmargendorf. vorsichtige Aeußerung eines Arbeiters in einer öffentlichen Ver- feine Kosten und fuhr sofort nach Bremervörde; er erhielt dort sammlung von dem Staatsanwalt auf die strafgerichtliche Waage von einem Polizeibeamten die Kunde, daß er den Knaben gesehen Boden des Hauses Nr. 2 der Straße 31a im 64. Polizei- Revier Polizeibericht. Am 21. d. M. Morgens wurde auf dem schale gelegt wird, kann ein so grober und brutaler Erzeß von habe. Jener habe gefragt, ob der Knabe gestohlen sei und die ein bei der Stadt- und Ringbahn beschäftigter Streckenarbeiter Seiten eines Unternehmers nicht ungeahndet bleiben. Antwort erhalten, daß die Zigeuner das Kind aus dem Berliner Waisenhause erhalten hätten. Anstatt dies näher zu untersuchen, erhängt vorgefunden. Bur selben Zeit und auf der gleichen Den Droschkenkutschern widmen einige gegnerische Preß- ließ der Beamte die Bande ziehen. Ein Postbeamter sagte, auch Weise hatten ein Buchbinder in seiner Wohnung in der Birkenorgane jezt eine besondere Aufmerksamkeit. Theils reißen sie er hätte den Knaben gefragt, was sein Vater sei, worauf derselbe straße und eine Frauensperson auf dem Boden des Hauses Leipüber die Droschkenkutscher faule Wize, von denen in der letzten gesagt habe Schiffer. Da nun sämmtliche Behörden in Kenntniß aigerstr. 18 ihrem Leben ein Ende gemacht. Vor dem Hauſe Versammlung der Droschkenkutscher eine kleine Blüthenlese ge- gefeßt worden sind, indessen seit Dienstag noch keine weitere Nach Friedrichsstr. 86 wurde Nachmittags ein Herr infolge eigener geben wurde, theils knüpfen sie an mißverstandene Beschlüsse der richt eingetroffen ist, wendet sich der bedauernswerthe Vater Unvorsichtigkeit von einem im Schritt fahrenden einspännigen genannten Arbeitsbranche politische Erörterungen, sogar in Form von Neuem an die Deffentlichkeit. Gegebenen Falles erbittet Geschäftswagen überfahren. Er erlitt einen Rippenbruch und von Leitartikeln. In der letzten Versammlung wurde ein früherer umgehend Bescheid A. Babendererde, Berlin, Neue Promenade mußte mittelst Droschke nach seiner Wohnung gebracht werden. Beschluß genauer dahin gefaßt, daß die Droschkentutscher einen Nr. 2. wöchentlichen Ruhetag verlangen, ohne sich dagegen für den von der Religion festgesezten Sonntag zu intereffiren. Die„ Nordd. Allg. 3tg." und das Berl. Tagebl." verschweigen den neueren Beschluß, obgleich das erstere Blatt über den ersten Beschluß einen in sich aufammenfallenden- Leitartikel gebracht und das zweite ihn ebenfalls in unzutreffender Weise gloffirt hatte; das„ Berl. Tagebl." nahm auch eine ihm zugesandte Berichtigung nicht auf. Zu den stehenden Figuren im Lokaltheile der Bei tungen gehört der ehrliche Droschtenkutscher", der die in Droschfen verlorenen Gegenstände pünktlich dem Eigenthümer wieder zu führt. Warum üben aber jene Blätter nicht selbst Ehrlichkeit den Droschkentutschern und ihren Beschlüssen gegenüber? Ein Kandidat. Die hohe Stirn, das nach hinten getämmte Haar, das bartlose Gesicht, kurz, die ganze Erscheinung Kennzeichnete den Mann als einen Gelehrten, der sich seiner Würde und seiner Verdienste um die Wissenschaft wohl be wußt war. Mit festen Schritten betrat er das Gebäude und mit einem Herrscherblicke frug er den Officejungen, ob der Redakteur zu sprechen sei. Der Junge zeigte auf eine Thür, an der das Wort privat" geschrieben war und dorthin lenkte der Fremde feine Schritte. Er flopfte. Herein!" rief eine tiefe Stimme. Als er eintrat, fand er einen Mann vor sich, der befümmert genug aussah. Fragend sah der Redakteur- denn das war der Mann mit dem unglücklichen Gesicht Fremden an. den Mein Name ist Schulze und ich habe soeben mein Gramen bestanden," begann der Besucher. Uud " 3" meinte fragend der Redakteur. " Ich will mich der Journalistik widmen. Ich hörte, daß Sie einen Brieftasten" Redatteur brauchen, einen Menschen also, der einen Briefkasten" Redakteur brauchen, einen Menschen also, der alle Fragen Ihrer Leser beantworten kann. Ich glaube, daß das eine paffende Stelle für mich wäre. Der Redakteur brannte sich eine Bigarre an, that einige kräftige Züge und sagte dann:" Sie sind ganz richtig informirt. Wir brauchen einen Brieffastenmenschen, da unser jetziger sich seit furzem in einer Gummizelle befindet!" " In einer Gummizelle?" " Ja!" " Wo denn?" " Jm Irrenhaus!" " Ist er denn verrückt?" " Natürlich!" Der aus dem Land- Armenhause zu Straußberg entlassene obdachlose Schneidergeselle Brasse fiel zu derselben Zeit auf dem BahnEin 14 jähriger Messerheld hat am Sonnabend seine eigenen steig des Schlesischen Bahnhofes anscheinend infolge eines SchlagGeschwister nicht unerheblich verletzt. Der vielversprechende Knabe, anfalles plötzlich zu Boden und verstarb auf der Stelle. Die Sohn einer am Rottbuser Damm wohnenden ehrenwerthen Leiche wurde nach dem Schauhause geschafft. In der LandsbergerArbeiterfamilie H., hat sich vor mehreren Wochen aus der elter- straße fiel zu derselben Zeit ein obdachloser Maurer in der lichen Behausung entfernt, um sich vagabundirend umherzutreiben. Trunkenheit zur Erde und verlegte sich so schwer am Kopfe, daß Am Sonnabend Nachmittag kehrte er nach der Wohnung seiner er nach der königlichen Klinik gebracht werden mußte. Auf dem Eltern zurück, woselbst nur seine 17 jährige Schwester sowie sein Grundstück Greifswalderstr. 41 verstarb Nachmittags ein obdach10 jähriger Bruder anwesend waren. Das Mädchen machte dem loser Arbeiter, anscheinend an Alterschwäche. Als Nachmittags jugendlichen Vagabunden wegen seines Umhertreibens Vorwürfe, der vom Posten zurückkehrende berittene Schuhmann Remus die hatte jedoch nur wenige Worte gesprochen, als der Knabe mit Markgrafenstraße entlang ritt, wurde er vor dem Hause Nr. 26 geöffnetem Taschenmesser auf seine Schwester zusprang, derselben sein Pferd durch das plötzliche Bellen eines fleinen Hundes erdie Hand durchstach und dann dem hinzueilenden jüngeren Bruder schreckt, glitt aus und stürzte. Remus blieb am Steigbügel einen Messerstich in die linke Hüfte versetzte, so daß der hängen und wurde von dem wieder aufgesprungenen Pferde eine Kleine heftig blutend zusammenbrach. Auf die Hilferufe der Strecke mit fortgeschleift, bis der Bügelriemen riß. Das durchVerwundeten hinzukommende Personen überwältigten den Messer- gehende Pferd wurde beim Einbiegen in die Zimmerstraße von helden. dem Komtoirdiener Becker aufgehalten, stürzte jedoch dabei nochmals nieder und riß den 2c. Becker mit zur Erde, wobei dieser einen Armbruch erlitt. Der Schuhmann hat zwar eine Mustelzerrung an beiden Beinen erlitten, vermochte jedoch das unverlegt ge= bliebene Pferd zu besteigen und seinen Weg fortzusehen. Auf dem Schlesischen Bahnhof wurde am 21. d. M. Nachmittags der Arbeiter Borchardt von einem Eisenbahnwagen überfahren und an den Unterschenkeln so schwer verlegt, daß er nach dem Krankenhause Bethanien gebracht werden mußte. Am 22. 6. M. nahe der Lessingbrücke, wurde zu derselben Zeit die Leiche eines Vormittags wurde ein Schneider in seiner Wohnung in der Neuen Friedrichstraße erhängt vorgefunden. In der Spree, Verhaftet wurde vorgestern Mittag in einem Lokal der Invalidenstraße, als er beim Frühstück saß, der 21jährige Handlungs reisende Franz R., welcher seit etwa 6 Monaten in hiesigen Abzahlungsgeschäften thätig ist. K. hat die ihm anvertrauten Waaren, anstatt sie den Kunden zu überbringen, sofort veräußert und seinen Chefs gefälschte Leihverträge übergeben, das Geld aber in seinem eigenen Nußen verbraucht. gefängniß zu Moabit abgeführt ist dieser Tage in Lichtenberg der Wegen vorsätzlicher Brandstiftung in das Untersuchungsin der Prinzen- Allee 26 wohnhafte Tischlermeister Breiter. In Feuer aus, das, im Begriff, größere Dimensionen anzunehmen, mittags im Landwehrkanal die Leiche eines Soldaten des Füsilierdessen Wohnung brach vor einiger Zeit auf unaufgeklärte Weise Kanoniers des 2. Garde- Feld- Artillerie- Regiments und NachRegiments Nr. 35 angeschwemmt. Vor dem Hause Mezzernur durch das schnelle und entschlossene Eingreifen der Berliner Regiments Nr. 35 angeschwemmt. Feuerwehr auf seinen Herd beschränkt werden konnte. B. erlitt straße 42 fand eine Schlägerei statt, wobei ein Vergolder am bei dem Brande ungefähr 1000 M. Mobiliarschaden, der Verlust Kopf so schwer verletzt wurde, daß er, nach Anlegung eines Nothwäre jedoch durch zwei Versicherungs- Gesellschaften gedeckt worden. verbandes, nach der Universitätsklinik gebracht werden mußte. Die dieser Tage eingeleitete Untersuchung ergab nun, daß dem Am 21. und 22. d. M. fanden fünf kleine Brände statt. euer Brandstiftung zu Grunde liege und wurde als der vermuthliche Thäter B. verhaftet. Theater. Einen Selbstmord hat vorgestern Nachmittag ein Herr begangen, der furz nach 6 Uhr mit einem Pferdebahnwagen der Linie Weidendammer Brücke- Tegel in Reinickendorf anlangte. Deutsches Theater. Sonnabend, den 21. März. Bum Derselbe schoß sich in der Nähe des sog. Charlottenburger Weges ersten Male: Einsame Menschen. Schauspiel in 4 Aufzügen von mit einem Revolver in den Mund und brach mit zerschmettertem Gerhart Hauptmann. Schädel todt zusammen. Passanten, welche den Vorgang mit an- Man brauchte nicht von vornherein mißtrauisch zu sein, als gesehen, alarmirten sofort zwei in der Nähe befindliche Gendarmen man hörte, daß Herr Adolf L'Arronge sich die Aufgabe zuge und wurde durch diese der Thatbestand festgestellt. Der Selbst- sprochen hatte, die ,, Einsamen Menschen" in seinem Sinne bühnen" Was war denn die Ursache, daß der Arme den Verstand mörder war ein Mann in den zwanziger Jahren, die Waffe, mit gerecht zu machen. Herr L'Arronge ist ein geschickter Praftifer, verloren hat?" fagte blaffen Angesichts der Applifant. welcher er sich den tödtlichen Schuß beigebracht, ein kleiner foftbar der zudem noch den Ehrgeiz hat, ein Dichter zu sein. Er ist der Einer unserer Leser verlangte zu wissen, wie viel Haare ein ausgestatteter Revolper. Papiere, welche über seine Person Auf- Leiter unseres ersten Theaters, und daß er Witterung für die Zeit Chinese auf dem Kopfe hat, und er drohte, daß er, falls die Beschluß hätten gehen können, wurden bei ihm nicht vorgefunden. besitzt, hat er allein schon durch die Annahme des Hauptmannantwortung dieser einfachen Frage nicht in der nächsten Nummer Die Leiche wurde nach der Leichenhalle in Plößensee geschafft. fchen Dramas bewiesen. Zudem hat das Stück doch einige kleine erfolge, die Zeitung abbestellen werde." technische Mängel, hier und da ein paar Breiten, die den Rothstift vertragen können. Bekommen Sie viele solcher Fragen?" meinte der Fremde beklommen. Nun ja, es geht," entgegnete der Redakteur, indem er nachlässig eine Anzahl Briefe zur Hand nahm. Hier find so einige Proben," meinte er leichthin, und wir können ja gleich einmal einen Verfuch machen." Er öffnete die Briefe und las seinem Zuhörer gleich die geftellten Fragen vor. Wissen Sie das Datum der ersten Schlacht der Ammoniter?" Nicht augenblicklich, aber ich kann nachsehen!" " Hm!" fuhr der Redakteur fort. Hier ist etwas Anderes; Zu welcher Religion bekannte sich Diana de Pottieres?" " Ich kann es augenblicklich nicht sagen, aber-" " Dann bitte, fagen Sie mir die volle Länge unb Breite der neuen Forth- Brücke; wie viel Steine zum Bau derselben verbraucht worden und wer zuerst über diese Brücke ging." " Ich weiß es nicht," gestand Herr Schulze. Ein Brieftastenmann muß Alles wissen! Vielleicht können Sie aber diesem Fragesteller eine Kur für Schwindsucht, Kopfund Zahnschmerzen angeben?" der Denterstirn. " antworten können. Was aber that er? Bunächst schnitt seine Heckscheere einige der schönsten Blüthenranten des Dramas so die Episode mit der Logiswirthin des Malers Braun- ganz überflüssiger Weise fort, dann aber, und es ist schwer begreiflich, daß der Dichter es zuließ wagte er die künstlerische Barbarei, den ganzen dritten Aft einfach zu streichen. Scharlach und Diphtheritis herrschen in der Umgegend Berlins. Nach Feststellung des Kreisphysikus Dr. Philipp ist in Reinickendorf eine Diphtheritisepidemie ausgebrochen; es sind an derselben, wie durch die angestellten Ermittelungen festgestellt ist, seit dem 23. v. M. 11 Kinder erkrankt, von denen 6 bereits gestorben sind. Die Erkrankungen haben zumeist auf dem fogen. Tegeler Plan stattgefunden, und es ist ärztliche Hilfe immer erst dann zugezogen, wenn die Gefahr auf das Höchste gestiegen und Rettung beinahe unmöglich war, während vorher ein hierselbst wohnhafter Kurpfuscher, der Apotheker Reichen, Lindowerstr. 26, die Kinder behandelt hat. Die allgemeine Anzeigepflicht soll dem nächst über Reinickendorf verhängt, und zugleich wird eine öffentliche Warnung vor der Behandlung durch Nichtärzte erlassen werden. Ferner sind in Friedrichshagen, wo vereinzelte Schar- Auch im Uebrigen gewährte die Aufführung des Dramas lachfälle seit Mitte Dezember aufgetreten waren, allein im Laufe auf der Freien Bühne", die nach dem unverfürzten Terte gegeben der letzten Woche 6 neue Erkrankungen vorgekommen, welche aller wurde, den reineren Genuß. Die zusammengeraffte Künstlerdings bis jezt sämmtlich einen guten Verlauf genommen haben. schaar, mit der dort die Schlacht geschlagen wurde, war der ge= Um jedoch einer Weiterverbreitung dieser Epidemie vorzubeugen, schulten Haustruppe des Deutschen Theaters" überlegen. dürfte auch für den Amtsbezirk Friedrichshagen die Anzeigepflicht angeordnet werden. Natürlich ging dabei nicht nur dieser und jener feine Zug in der Motivirung der Charaktere und Handlungen verloren, es mußte manches, wie das Verhältniß zwischen Käthe und Anna Mahr, durchaus unverständlich bleiben. An die Stelle der Nothwendigkeit trat die Willkür. von einem Zunächst fehlte Frl. Meyer, welche in der alten Frau Vockerat eine vollendete Leistung geboten hatte. Frau Carlsen gab sich Am Schlachtenfee, dicht bei der Alten Fischerhütte, wurden redliche Mühe, einige Momente gelangen ihr auch vortrefflich, " Ich habe nicht Medizin studirt," antwortete der Mann mit am Sonntag Bormittag einige Kleidungsstücke gefunden, deren aber die patriarchalische Würde, das Bewußtsein, nicht nur die Ein Briefkasten- Redakteur muß Alles studirt haben," ent- Träger unzweifelhaft den Tod gesucht hat. Berstreut am Ufer Frau eines wohlhabenden Gutspächters, sondern auch die Mutter gegnete ernst der Redakteur. lagen umher ein gut erhaltener Winter Paletot, der am Kragen eines solchen Sohnes zu sein, fehlte ihr. Herr Sommerstorff, der die Firma des Berliner Herrengarderoben- Geschäfts von M. Koppel, den Johannes Boderat gab, unterschied sich von Herrn Hier sind noch einige Fragen, sehen Sie, ob Sie diese be- Mauerstr. 13/14, trug. Ein in dem Baletot befindliches weißes Emanuel Reicher, wie sich ein Deflamator " In welchem Jahre ließ sich Martin Luther einen Schnurr. Taschentuch war mit den Buchstaben L. B. gezeichnet. Neben Menschen- Darsteller eben unterscheidet. Fräulein Lehmann erwies " In welchem Jahre ließ sich Martin Luther einen Schnurr- dem Baletot fand sich noch ein feiner Cylinderhut, ein eleganter ist zu frisch von Natur für dieses„ kranke Hühnchen" und ihr sich als nicht ganz geeignet für die Rolle der Käthe. bart wachsen?" „ Ist ein Gesetz vorhanden, welches Jemandem verbietet, die Spazierſtock, ein zum Theil abgeschossener, zum Theil noch ge Talent nicht weit oder im beſſeren Falle nicht gepflegt genug, labener Revolver und ein Fläschchen, das muthmaßlich Gift ent- um solche Aufgaben dennoch zu umfpannen. Marie Frauens Auf welchen Tag fiel der 15. November im Jahre 902 vor halten, vor. Angaben, die auf die Person des Selbstmörders Bezug dorfer war hier wie bei der Aufführung in der Freien Bühne" haben könnten, find unverzüglich an den Amtsvorsteher von die Anna Mahr. Sie vermochte aus Eigenem nicht zuzulegen, Behlendorf zu richten. was der Dichter gerade bei dieser Figur schuldig geblieben ist. Nichte seiner Großmutter zu heirathen?" Christo?" Alle Farbe war nach und nach aus dem Gesicht des Herrn Schulze verschwunden. Fast weinend wandte er sich zum Gehen, indem er zu dem Redakteur sagte:„ Ich glaube nicht, Sie Ein entflohenes Liebespaar, das von der Staatsanwalt Diese russisch- deutsche Studentin ist ein Schemen, verglichen mit schaft des Landgerichts zu Danzig gesucht wurde, ist dieser Tage der Lebensfülle der anderen Menschen des Stückes. Das Drama fand trok der„ produktiven Striche" des Herrn Arronge und trotz der mittelmäßigen Darstellung stürmischen Beifall. Gerhardt Hauptmann wurde nach jedem Akte, nach dem legten fünfmal gerufen. C. B. Gerichts- Beitung. Der gefährliche Paletotmarder, welcher im Januar und Februar d. J. die Garderobenräume der Börse unsicher machte, stand gestern in der Person des Bildhauers Wilhelm Fechner vor der zweiten Straftammer des Landgerichts I. Zu der genannten Zeit waren Diebstähle von Pelzen und Ueberziehern an der Tagesordnung, bald vermißte der eine, bald der andere Börsenbesucher seine Garderobe. Endlich gelang es, des Diebes in der Person des Angeklagten habhaft zu werden. Man fand bei ihm noch fünf Pfandscheine über versetzte Kleidungsstücke, die er geständlich gestohlen hatte. Weitere Diebstähle wollte er nicht einräumen. Der Gerichtshof erkannte bei der Gemeingefährlichfeit des Treibens des Angeklagten auf eine Gefängnißstrafe von zwei Jahren und zweijährigen Ehrverlust. war. rührte. Das Thier deutet wurde, daß ein solches Verlangen von der Polizei nicht in Berlin herrschenden Zustände. Redner zeigt, wie schon daerfüllt werden könne, erschien er doch noch mehrere Male und mals zwischen dem in den Bürgerwehren vertretenen Birrgerthum zitirte durch das Leuten der Glocke immer auf's Neue einen und dem arbeitenden Volte Gegenfäße hervortraten. Weiter geht Polizeibeamten heraus. Der Angeklagte war deshalb wegen Redner dann auf die Entwickelung der selbständigen Arbeitergroben Unfugs zu 3 M. Strafe verurtheilt worden. Das Be- bewegung als eines Produktes der sich fortentwickelnden Produktionsrufungsgericht ſezte diese Strafe auf 1 M. herab, da der Anweise ein. Arbeiterbewegung. getlagte in der That der ganz irrigen Meinung gewesen zu sein Das Bürgerthum wurde, nachdem es eine Verfassung scheint, daß ein Nachwächter verpflichtet sei, auch ohne Entgelt sich hatte aufoftroyiren lassen, welche die großen Errungenschaften den Bürgern die Hausthüre zu öffnen und daß die Polizei in der Revolution so einschränkte, daß nur sehr wenig von dieser Beziehung für die Bedürfnisse der zur Nachtzeit Heim- ihnen übrig blieb, in seinen Bestrebungen immer reaktionärer. kehrenden zu sorgen habe. Nur einzelne wenige 48er bürgerliche Demokraten sind mit der Zeit fortgeschritten und haben sich der mit und durch Lassalle hervorgerufenen selbständigen Arbeiterbewegung angeschlossen, unter ihnen Johann Jakoby. Für uns genügt es heute nicht, den Gegensatz zwischen Bourgeoisie und Arbeiterklasse erkannt zu haben und der sozialistischen Partei anzugehören; mein, wir Effen, 22. März. Gine start besuchte Belegschafts- Versamm müssen unentwegt für dieselbe agitiren, Mittämpfer für das zielLung der vereinigten Sälzer- und Nuack- Gruben wurde heute bewußte Proletariat werben.( Beifall.) Eine Diskussion fand aufmerksam, daß die Maifeier von den Genossen des ersten und polizeilich aufgelöst, als der frühere Delegirte Margraf das Wort nicht statt. Unter Verschiedenem macht der Vorsitzende darauf ergriff. des zweiten Wahlkreises am 3. Mai im Garten und Gaal der Bochum, 23. März. Gestern wurde eine Versammlung in Berliner Bock- Brauerei begangen wird; ein Fest, verbunden mit Weitmar polizeilich aufgelöst, weil, nach Ansicht der Polizei- Konzert 2c. wird sie dort vereinen. Hierauf wurde die Versammbeamten, der Verbandskassirer Meyer zum Klaffenhaß reize und lung mit einem Hoch auf die Sozialdemokratie geschlossen. die Behörde verächtlich mache. Außerordentliche Generalversammlung der GlaserLüttich, 21. März. Die Zahl der in den Cockerill'schen Junungs- Krankenkasse. Diefelbe tagte bei großer Betheiligung Werken zu Seraing und in den benachbarten Zechen Ausständigen am Dienstag, den 17. v. Mts. Hatte schon die einzige Generalversammlung bei den Mitgliedern die Ueberzeugung wachgerufen, betrug heute Morgen 4200. Seraing, 23. März. Heute Morgen haben 100 Arbeiter daß von einer thatsächlichen Mitwirkung an der Verwaltung der die Arbeit wieder aufgenommen. In den Stahlwerken von Cockerill Kaffe keine Rede sein kann, so hat der Verlauf dieser Versammist die Arbeit vollständig eingestellt. Der Streit in den Kohlen- lung die Mitglieder in dieser Ueberzeugung gestärkt. Hatten doch gruben von Cockerill und in St. Marie la Haye dauert fort, die Herren der Verwaltung geglaubt, durch allerhand kleine Kniffe während derjenige in den Kohlengruben von Angleur beendigt die Einigkeit der Mitglieder in ihrem Vorgehen zu zersplittern. ist. In den Kohlengruben am linken Ufer der Maas wird ge- Doch die Rechnung war falsch. Erstens glaubten sie dadurch, daß die Versammlung an demselben Abend stattfand, wo eine arbeitet. Versammlung der Organisation stattfinden sollte, von den organifirten Gesellen die bittere Wahrheit nicht in demselben Maße hören zu müssen, wie das erste Mal. Aber die Leiter der Organisation waren flugs bei der Hand und änderten die Sache damit, daß sie, anstatt eine Versammlung abzuhalten, die Masse nach der Generalversammlung der Kasse dirigirten. Zweitens glaubten die Herren es dadurch zu erreichen, daß sie den ersten Sprecher in der ersten Versammlung, Genosse Stampehl, durch ganz willkürlich getroffenen Abänderungen des Aufnahmemodus 48 Stunden vor der Versammlung ausschlossen. Ob sich die Herren infolge dieses Ausschlusses nicht ins eigene Fleisch geschnitten haben, das wird die Zukunft lehren; die Leser des Vorwärts" werden über den Verlauf des angestrengten Prozesses gegen die Kasse später Bericht erhalten. Soziale Uebersicht. An die deutschen Metallarbeiter. Eine grobe Verlegung des Nahrungsmittel- Gesetzes führte gestern die Ehefrau des Schlächtermeisters Seiler aus Rirdorf, Emilie, geb. Günther, vor die erste Strafkammer am Landgericht II. Die Angeklagte verkaufte am 18. November an eine Arbeiterfrau Kunze ein halbes Pfund Schweinefleisch für 35 Pf., das zwar schön roth und frisch aussah, als es aber zu Hause in die warme Wohnung gebracht wurde, einen unerträg lichen, fäulnißartigen Geruch verbreitete. Frau Kunze trug das Fleisch wieder zurück, die Angeklagte nahm es nur mit Widerstreben wieder an, gab aber statt der bezahlten 35 nur 15 Pf. heraus und überschüttete die Käuferin mit einer Fluth un fläthiger Schimpfreden. Eine halbe Stunde später verfaufte fie dasselbe Stück Fleisch für 35 Pf. an einen Knaben, der ein halbes Pfund Schweinefleisch verlangte. Das Stück war daran genau fenntlich, daß Frau Kunze einen kleinen Knochen, der von grünen Schimmelspizen umgeben gewesen war, heraus gelöst hatte. Damit war aber die Angeklagte in eine ihr gestellte Falle gegangen. Empört über die ihr angethane Beschimpfung hatte Frau Kunze von dem Vorfalle Anzeige bei einem Gendarmen Genossen! Der Verlauf der Arbeiter- Aussperrungen in gemacht, der ihr jedoch begreiflich machte, daß er ohne im Besize Hamburg hat aufs Neue gezeigt, daß wir, trotz der von Freund des Fleisches zu sein nicht einschreiten könne und ihr den Rath und Feind anerkannten Opferwilligkeit der deutschen Arbeiter, gab, durch eine fremde Person noch einmal Fleisch holen zu die Angriffe der Unternehmer momentan nicht abzuwehren verlaffen, vielleicht bekäme sie dann von demselben Stück. Frau mögen. Einestheils mögen an unseren Niederlagen unsere, mitRunze folgte dem Rathe, schickte einen fremden Knaben und er unter nicht auf der Höhe der Zeit stehenden Organisationen hielt zu ihrem Erstaunen das erste Stück, das nun durch den Schuld sein, die Haupt- Ursache der Unternehmersiege ist in den Gendarmen an den Kreisthierarzt Dr. Klein geschickt wurde, wirthschaftlichen Verhältnissen, in der für die Arbeiter ungünstigen Da fein Punkt„ Verschiedenes" auf die Tagesordnung gesetzt dessen Gutachten zur Erhebung der Anklage führte. Die An Konjunktur zu suchen. getlagte behauptete, das Fleisch sei gut gewesen. Vorher und Das durch mächtige, ganz Deutschland umfassende Organi war, so legten die Mitglieder bei Beginn der Versammlung Protest nachher habe sie von demselben Stück verkauft und Niemand fationen vereinigte Unternehmerthum benützt die gegenwärtige dagegen ein, und die Herreu mußten wohl oder übel nachgeben. habe sich beklagt. Der schlechte Geruch könne lediglich darauf Geschäftskrise, um alle bedeutendereu Arbeiter- Organisationen zu Bei Punkt 1 gab Genosse Förster Bericht über die von ihm und Genosse Gojert vorgenommene Extra- Revision der Kasse. Jetzt zurück zu führen sein, daß die Käuferin das Fleisch an einem sprengen oder lahm zu legen. Orte verwahrte, wo es fremde üble Gerüche an sich ziehen konnte. Zu diesem Zwecke werden die Arbeiter aufgefordert, ent- wurde es Allen flar, warum in der ersten Versammlung die Darauf hin hat auch der Sachverständige Dr. Klein das Fleisch weder aus ihren Organisationen auszuscheiden oder die Arbeits- Herren sich so sehr sträubten, noch einmal revidiren zu lassen. besonders untersucht, ist aber nach mehrstündigem Kochen des stätten zu verlassen. Dabei spekulirt man auf den Muth der Nach dem Bericht stimmte allerdings der Bestand der Kasse auf Fleisches zu der Ueberzeugung gelangt, daß dasselbe in hoch- deutschen Arbeiter, für ihre Ueberzeugung alle verlangten Opfer Heller und Pfennig. Als aber Genosse Förster in drastischer Art gradige Fäulniß übergegangen und gesundheitsgefährlich geworden zu bringen, auf deren Bestreben, das Koalitionsrecht zu ver- und Weise über die Verwendung der Gelder Aufschluß gab, da wollte das Erstaunen der Mitglieder kein Ende nehmen. Da Indessen sei die Möglichkeit nicht ausgeschlossen, theidigen. daß das Fleisch von einem sonst gefunden Stück her Diese Spekulation ist in allen Fällen von Erfolg, überall war unter Anderem ein Betrag von 20 Met. gebucht für Ueberführung der Fahne nach dem Vergnügungslokal zu einer von der tönne ant einer Stelle einen gelingt es Aussperrungen zu inszeniren. Ueber eine Gehalts= Erlofalen eiterigen Abszeß gehabt haben. In der Nähe Das Unternehmerthum verfolgt dabei einen dreifachen Zweck: Innung arrangirten Festlichkeit. eines solchen feuchenhaften Krankheitsheerdes gehe das 1. Einschränkung der Produktion, um die Vorräthe ohne Verlust höhung des Kassen- Rendanten, die vor 2 Jahren im BeFleisch leicht in Fäulniß über, während die entfernter liegenden losschlagen zu können, 2. Erhöhung der Preise für die Produkte, trage von 350 Mt. bewilligt sein sollte, konnten die Herren Theile frisch bleiben. Der Staatsanwalt beantragte zwei Monate wofür Dann die Schuld den Arbeitern aufgehalst wird, und Herren nur ungenügend Aufschluß geben. Gefängniß und Publikation des Urtheils. Der Gerichtshof nahm 3. Zerstörung der Arbeiterorganisationen, damit die Arbeiter bei Als über die oben angeführten 20 M. eine Erklärung geaber an, daß beim ersten Verkauf des Stückes die Angeklagte noch Eintritt einer für sie günstigeren Konjunktur machtlos sind. fordert wurde, suchte Herr Obermeister Nega die Sache damit feine Kenntniß von der verdorbenen Beschaffenheit hatte. Nach Die Unternehmer fönnen sich derartige Provokationen gegen- abzuthun, daß er vorschlug, die 20 M. in die Kasse zurückzulegen. Dem ihr aber das Fleisch zurückgebracht worden war, mußte ihre wärtig um so eher erlauben, als eine ungeheure Reserve- Armee vor-( Allgemeine Heiterfeit.) Aufmerksamkeit erregt werden und wenn sie es dennoch zum handen ist, welche erforderlichen Falls, unter jeder Bedingung, in die Genosse Förster wies dies Ansinnen energisch zurück und erzweitenmal verkaufte, so hat sie in bewußter Weise verdorbenes leeren Arbeitsstätten eintritt und damit es den organisirten Ar- flärte, daß die Mitglieder gewillt ſeien, den Beschwerdeweg und gesundheitsschädliches Fleisch verkauft, wofür die erkannte beitern unmöglich macht, dem frevelhaften Umgehen der Kapitalisten zu betreten und die Aufsichtsbehörde davon in Kenntniß zu Strafe von 60 Mark angemessen sei. Von der Publikation des energisch zu begegnen. Unter solchen Vorständen müssen dieſe fetzen. Urtheils wurde Abstand genommen. Kämpfe in der Regel mit einer Niederlage der Arbeiter enden. Als die Revisoren Decharge beantragten, ergriff Genosse Der finanzielle Aderlaß, welchen das Unternehmerthum in Hackebeil das Wort und führte aus, daß unter den Umständen Wegen groben Unfugs hatte f. 3. das hiesige Schöffen. Hamburg und Berlin den Arbeitern beigebracht hat, macht die von Abnahme einer Jahresrechnung nicht die Rede sein könne, gericht den Kaufmann Christian Ferdinand Draak zu der Frage, wie ist dieser Taktik der Unternehmer wirksam entgegen- und beantragte Ablehnung der Decharge- Ertheilung. Bei der höchsten zulässigen Strafe von 6 Wochen Haft verurtheilt. zutreten? zu einer brennenden. Abstimmung wurde der Antrag Hadebeil en bloc angenommen. Draat ist längere Zeit als angeblich Geistesfranker in ver Nach reiflicher Erwägung sind die Unterzeichneten zu der Bei Punkt 2, Wahl von drei Beisigern zum Vorstand, wurde schiedenen Irrenhäusern festgehalten worden, bis es ihm nach den Ueberzeugung gelangt, daß die Arbeiter, in der für sie gegen- auch diese Wahl abgelehnt, da statutengemäß vier Beiſther von and fit fie aufreibenſten Stämpfen gelang, nachzuweisen, daß er geistig voll wärtig ungünstigen Konjunktur, ihre Organisationen nur den Mitgliedern zu wählen sind. Auf die Frage, wie sich die kommen gesund set. Seine Erlebnisse im Irrenhause hat er zu bann erhalten können, wenn sie sich scheinbar dem Willen Herren die Wahl des vierten Beisitzenden, des sogenannten Alteiner Art Roman verarbeitet, welcher durch den Kolportagebuch der Unternehmer fügen, die zwangsatte der Unternehmer, gesellen, dächten, gab Herr Nega zu verstehen, daß das die handel in alle Winde verbreitet verbreitet wird. Die Pro- auf Wunsch, mit ihrer Unterschrift versehen, den Herren Innungsmeister selber besorgen würden. Hirrauf erfolgte die ſpette zu diesem buchhändlerischen Unternehmen waren ganz nach dem Muster her Broſpette zu Schauerromanen auf Verlangen bescheinigen, daß sie keiner Organisation ange- Ablehnung, und es wird, um die Statuten in diesem Sinne zu ändern, denn dieselben sind so verzwickt, daß die abgefaßt, denn die Inhaltsangabe lautete etwa wie Jeder vernünftige Arbeiter wird deshalb doch seiner Organi folgt:" Der große Irrenhaus schwindel oder die Ber- fation treubleiben, darüber eine Kontrolle zu führen, ist den Herren es wirklich so machen können, von den Mitgliedern eine neue Versammlung veranlaßt werden. Zu Revisoren wurden nichtung zahlreicher Eristenzen durch eine Mörderbande des Unternehmern in den wenigsten Fällen möglich. die Genossen Gojert und Förster gewählt. Bei Punkt„ Ver19. Jahrhunderts. 1. Enthüllung einer modernen Verbrecher Kapitalisten die zu und Räuberbande ſtudirter Industrieritter, vertreten durch zwanzig ihrer Dispiation bekennen, sie wollen Heuchter haben, fefonen ſchiedenes" entspann sich eine lebhafte Debatte über den Ausschluß Organisation sie sollen des Genossen Stampehl. Aerzte, Advokaten 2c.; 2. die Morphiumfeuche unter den Aerzten; sie haben. 3. die systematische Vergewaltigung vieler Staatsbürger in unseren Genossen! Wir wissen, was wir Euch zumuthen, die Ihr Irrenanstalten; 4. Belehrungen für Jedermann, namentlich für Diejenigen, welche ihres Geldes wegen widerrechtlich in die Irren- gewohnt ſeid, stets mit offenem Bisir zu kämpfen. häuser gesperrt werden. Eine Anzahl dieser Prospekte ist von Wir wissen, daß wir uns mit diesem Vorgehen doppelt den unbekannten Personen in Braunschweig verbreitet worden und Haß der Unternehmer zuziehen, die Beter und Mordio rufen fation gewesen, denn in dem Kreise der bisher indifferenten der Pastor Dr. Hafenclever, sowie ein Kirchenvorsteher, in werden, weil wir den Kampf in eine andere Bahn einlenten Kollegen macht sich eine bedeutende Sympathie für die Organideren Wohnungsthüren gleichfalls Exemplare gesteckt wor Nicht wir sind es, die zuerst diese Waffen gewählt haben, den waren, hatten daran Anstoß genommen und und die daß Anklage wegen groben Unfugs veranlaßt. gericht hatte den Verleger Draat für diesen Unfug ver- dem fie verlangen, der Arbeiter solle auf sein gefeßlich garantirtes die Berliner Glasergesellen auch in der Zukunft auf dem Boden antwortlich gemacht, obwohl derselbe von hier aus nur einen Roalitionsrecht Verzicht leisten, das allein im Stande ist, ihm vor stehen bleiben werden, wo sie jetzt stehen." Posten Prospekte durch Vermittlung einer Leipziger Kommissions- Die Arbeiter befinden sich in der Nothwehr, in diesem Fall Klavierarbeiter. In der letzten Versammlung unseres Vera handlung nach Braunschweig hatte gelangen lassen. Die hohe find alle Waffen erlaubt, welche das Gesetz nicht verbietet. Wir eins sprach Dr. Lütgenau über Unternehmerverbände und ArStrafe hatte das Schöffengericht für angezeigt erachtet, weil eine Guth solche Druckschrift im höchsten Maße geeignet sei, Mergerniß zu empfehlen Euch deshalb, gegebenenfalls, unsere Rathschläge zu be- beiter- Organisationen. Der Stand des Streiks bei Weak u. Arist, wie mitgetheilt wurde, unverändert. Zu eifriger Geldsammbereiten und Mißtrauen in das staatlich geordnete Entmündigungs- Vor allem aber ersuchen wir die Genossen, in Rücksicht auf lung wurde ermuntert. Kollege Nitschke von der Berliner Kon= verfahren zu fäen. Der Angeklagte hatte gegen diese Entschei- die allgemeine Geschäftsflauheit, alle Angriffsstreits zu unter- trolkommission berichtet über die Verhandlungen mit den Hardung die Berufung eingelegt und R.-U. Dr. Bonk bestritt vor der laffen, bei Abwehrstreits genau das Reglement zu beachten, monikafabrikanten Becker und Schulze Es sind die Vereinsganz daß dieser Prospekt spekte zu hören. wollen. sondern die Unternehmer, welche die Arbeiter vergewaltigen, inschützen. Ganz abgesehen davon, daß diese beiden Versamralungen bewiesen haben, daß die organisirten Glasergesellen vollständig den Geist der modernen Arbeiterbewegung begriffen haben, sind diese beiden Versammlungen von direktem Nußen für die Organisation bemerkbar. An dem begeistert aufgenommenen Hoch seitens der Mitöffentliches Aergerniß zu erregen. Das Publikum sei vielmehr welches auf dem Weimarer Kongreß festgestellt wurde und die kollegen Ober und Kühling entlassen worden, weil sie in der pflege in letzter Beit mannigfache Irrthümer vorgekommen feien, mit wir bei günstiger Ronjunktur wieder erfolgreich eingreifen regelt anzuerkennen. In der Debatte fommen die traurigen Ver dankbar für solche Schriften, da thatsächlich bezüglich der Frren- teßige Beit zu benüßen, um die Organisationen zu kräftigen, da- Werkstatt agitirt hätten. Er beantragt die Kollegen als gemaßDer Ge tönnen. Braunschweig, den 22. März 1891. Martin Segiz, Vertrauensmann der Metallarbeiter. Theodor Schwarz, Vertrauensmann der Former. Ernst Hillmer, Vertrauensmann der Schneider. Karl Breder, Vertrauensmann der Maschinenbauer und Schloffer. Wilhelm Metzger, Vertrauensmann der Klempner. Alle Arbeiterblätter werden um Abdruck ersucht. Lojeby hältnisse der Harmonika- Arbeiter zu Tage. Das Burschenwesen ist dort in solch erschreckender Weise eingeführt, daß fast ein jeder Arbeiter einen Burschen hat, den er anlernen und dafür bezahlen muß. Namentlich ist dies in der Fabrik für Leierkasten u. s. w. von Pietschmann u. Söhne( Attiengesellschaft), wie mehrere Redner anführen, der Fall. Bei den Balgenmachern zahlt der Meister, welcher 24 Gehilfen hat, für zwei Packete 8,50 M. Er bekommt 12 M. Der Gehilfe, welcher die Woche nicht mehr fertig stellt, muß von einem Verdienst von 8,50 M. existiren, der Meister hat einen Verdienst von 24 Gehilfen wöchentlich von 84 M. Gin Abzug von 25 pet. für Zuspätkommen ist eingeführt. Denselben müssen auch diejenigen Arbeiter bezahlen, welche zu Hause in ihrer Wohnung arbeiten. Kranken- und Invalidengeld geht auch noch ab. Ein Lohnzettel wurde vorgelegt; danach hat ein Arbeiter, welcher verheirathet und Familienvater ist, Der Angeklagte, welcher selbst ein bedauernswerthes Opfer solcher Irrthümer gewesen, sei aber weder als Verbreiter der Prospekte, noch als Anstifter zum groben Unfug zu betrachten. richtshof hielt den Thatbestand des groben Unfugs für vorliegend, in subjettiner Beziehung vermißte er aber jedwedes Material. Eine Anstiftung" liege nicht vor, da eine Kommissions- Buchhandlung nicht ein willenloses Werkzeug in der Hand des Verlegers sei, und da eine Beihülfe" nicht strafbar sei, weil es sich hier um eine Uebertretung handele. Das erste Urtheil wurde deshalb aufgehoben und der Angeflagte freigesprochen. Der Merger über einen Nachtwächter, welcher ihm nicht bie Hausthür schließen wollte, hat dem Töpfer Bock eine Anklage wegen groben Unfugs zugezogen. Der Angeklagte kam eines Nachts ohne Hausschlüssel vor seinem Hause an und verlangte Eine Versammlung des sozialdemokratischen Wahlvereins für einen Wochenverdienst von 9,25 M.; davon noch Krankenvon dem Wächter des Reviers das Oeffnen der Hausthür. Dieser weigerte fich aber, diefen Liebesdienst zu übernehmen, da er bei den 1. Berliner Reichstags Wahlkreis fand am 20. März statt, und Invalidengeld ab= 35 Pf, macht 8,90 m. wöchentlich. früheren ähnlichen Veranlassungen von dem Angeklagten niemals um einen Vortrag des Genossen Th. Metzner über:" Die Kollege Scholz fordert die Arbeiter dieser Branche auf, sich doch bezahlt worden war. Der Lettere stürmte nun zum Polizei- Bestrebungen der Bürger im Jahre 1848 und jetzt" zu hören. endlich bewußt zu werden, daß nur eine Verbesserung ihrer Lage bureau, alarmirte dasselbe durch Ziehen an der Haus- Redner schilderte das Bürgerthum jener Zeit und seine Be- eintreten kann, wenn sie sich organisiren. Trozdem der Klavierglode und verlangte kategorisch, dafür zu sorgen, daß strebungen, und stellte ihm das Bürgerthum von heute gegenüber, arbeiter- Berein schon wiederholt ihnen die Hand gereicht hat und ein Nachtwächter auf der Straße zu finden sei, welcher es in seiner reaktionären Thätigkeit zeigend. Besonders inter- ihnen in jeder Weise zur Seite stehen wird, ist doch die große den Bürgern das Haus schließe. Troydem ihm wiederholt be effant waren die Ausführungen über die nach dem 18. März 1848 Lauheit, das apathische Verhalten der Kollegen zur Organisation, Versammlungen. 1. Wahlkreis. Demokratischer Verein. Mittwoch, den 25. b. Mts., Abends 8 Uhr, innere politische Situation. Gäste sind erwünscht. bei Rothacker, Teltowerstr. 3. Vortrag des Herrn Redakteur H. Krieger: Die Gauverein Berliner Bildhauer. Dienstag, den 24. März cr., Abends 8% Uhr, Versammlung bei Gaillard, Prinzenftr. 87. Tagesordnung: 1. Ge fchäftliches. 2. Vortrag. 3. Fortſegung der Generalbistuſſion über Statutenänderung. 4. Verschiedenes. " " " Hasenclever", Abends 1 tief zu bebauern. Die Kollegen Ober und Kühling werden als| tönnen, ein Rampf unaufgeklärter Arbeiter aber ftets zu uns gemaßregelt anerkannt und demgemäß vom Verein jeder mit gunsten der Arbeiter ausfallen muß, ist es nothwendig, daß die 18 M. wöchentlich unterstützt. Neu aufgenommen wurden 5 Mit- Arbeiter- Organisationen die Aufklärung als erstes Ziel auf ihre glieder. Fahne schreiben müssen. Diese Aufklärung ist jedoch bei den jetzt Am 12. Juli findet in Lehmann's Lokal, Schwedterstraße bestehenden Gesezen nur im Einzelverein zu erreichen, und desdas Sommerfeste für den Norden statt. Billets zum 3. Mai fiud halb beschließt die heutige Versammlung, für Lokal Bereine einbei sämmtlichen Vorstandsmitgliedern zu haben. Lese- und Diskutirklubs. Dienstag. Herwegh", Abends 8% Uhr, zutreten, die rein gewerkschaftlichen Ziele jedoch durch eine Zen- im Lotale des Herrn Otto Linte, Forsterftraße 45. Gäste will tralisation zu fördern, die nur auf dem Vertrauensmännersystem Herrn Steuer," Weinstraße 22. Gäste willkommen. tommen. Humanität", Abends 8% Uhr im Lotale des Der Fachverein der Tischler( Osten) hielt am Dienstag aufgebaut ist. Ebenso erklärt sich die Versammlung ganz ent-( Bantow), bei Borchardt, Schulzenstraße 28. ,, Proletarier", eine Versammlung ab, in der Herr Reichling einen beifällig auf- schieden gegen das Vorgehen der Hamburger Kollegen, welches genommenen Vortrag über: Ist unsere heutige moderne Gesell- als den Interessen der Arbeiter nicht entsprechend bezeichnet schaft noch existenzberechtigt?" hielt. In der Diskussion sprach werden muß." Nach einigen Erläuterungen in Verschiedenem erKollege Dick. Es wurde dann die Angelegenheit der Unrau'schen folgte der Schluß der Versammlung. Werkstatt, Große Frankfurterstraße 16, vorgebracht, wobei Roll. Weiß das Verhalten seines Meisters, sowie mehrerer seiner Kollegen beleuchtete. Herr Unrau sei am 14. Februar mit seiner Werkstatt umgezogen, welche Arbeit ihm die Gesellen für Bier und Schnaps leisten sollten. Da nun die Kollegen auch an diesem Tage noch essen wollten und in Anbetracht der schwierigen Arbeit sahen sich einige von ihnen genöthigt, im Auftrage noch mehrerer Kollegen die Forderung von 5 M. für den Tag zu stellen. Diese Forderung beantwortete der Meister damit, daß er die drei Betreffenden nach Fertigstellung der Arbeit aufhören Schöneberg. Der Verband deutscher Zimmerleute, Lokalläßt, was wohl als Maßregelung angesehen werden kann. Leider herrscht in der Werkstatt unter den Kollegen nicht die nöthige verband Schöneberg und Umgegend, hielt am 17. März seine Einigkeit, da sich 9 für diese Forderung ausgesprochen haben und regelmäßige Mitgliederversammlung ab. Kamerad Gröfling ver6 nicht. Sogar ein anonymer Brief ist an den Meister gerichtet worden, Versammlung für richtig anerkannt. Der Vorsitzende, Kamerad las die Abrechnung vom letzten Vergnügen; sie wurde von der welchen Redner verliest: „ Geehrter Meister! Heute Abend große König, machte bekannt, daß Höne- Rixdorf für Steglitz, Schöne Versammlung Blumenstr. 38, direkter Zwang, wir sollen alle aufhören, es ist eine wahre Schande, daß solch ein Aufwiegler noch berg und Rixdorf als Delegirker zur Generalversammlung nach in der Werkstatt geduldet wird, wer nicht aufhören will, ist ein Halle vom Hauptvorstand gewählt ist. Ferner wurde beschlossen, Lump, Hallunke, der bekommt Ohrfeigen angeboten. Das Alles am Charfreitag eine Herren- Landparthie zu machen. Der Sammeldurch Herrn Weiß und Genossen. Im Namen Verschiedener, die ort für Schöneberg ist Grunewaldstraße 115 im Lokal des Herrn gerne wieder Zuschneiden möchten." Daraufhin hat Meister Richter, früh 8 Uhr, für Wilmersdorf Berlinerstraße im Lokal Unrau Kollegen Weiß wegen Aufwiegelei dem Staatsanwalt des Herrn Pietsch um 9 Uhr. übergeben. Kollege Wiedemann bestätigt diese Angaben; die An„ Moabiter 8 Uhr, im Restaurant Scholz, Kaftanien Allee 35. Gäste willkommen. affalle", bei Drügemüller, Wienerstr. 31. " Fester Wille", bei Schulz, Gartenstraße 70. Agitationsverein 8 Uhr, bei Brandstahl, Oppelnerstr. 29. Gäste haben Butritt.-" Spinoza", Spinoza", Abends Abends 8 Uhr, bei Brandstahl, Oppelnerstraße 29. Arbeiter- Sängerbund Berlins und umgegend, Dienstag, Abends Charlottenburg. In der letzten Versammlung des Interessen- Steine ich e( Böttcher), Lichtenbergerstraße 21 uebungsstunde, Aufnahme von Mitgliedern. Gesangverein bet Heise. Ge= vereins der Maurer sprach Genosse Pirch über die Form der fangverein Norddeutsche Schleife", Restaurant Kaiser Franz Organisation und empfahl das Vertrauensmänner- System. Die Grenadierplaz 7.- Gefangverein Allegro", Staligerstraße 142 bet Versammlung trat dieser Ansicht bei. Kollege Wilde hat sein Gesangverein reuzberg", Lichterfelberstraße Nr. 7-8 bei Winter. Greiser. Arbeiter- GesangvereinDIympia", bei Schneider, Adalbertstr. 8. Amt als Vorsitzender niedergelegt. Kollege Albrecht wurde pro- Gesangverein" Fidelitas", Ackerstraße 13 bei Kummer. visorisch an seine Stelle gewählt. In der nächsten Versammlung eie bert af el", Wilhelmshavnerstr. 23 bet Brosch. Gefangverein„ Maiist die Wahl des gesammten Vorstandes zu vollziehen und die che n", Sochstr. 32 a bet Wilte. Männerchor„ Süd- Ost", köpnickerftraße 191 bei Foge. Jahresabrechnung zu erledigen. Männer- Gesangverein Harmonia", Abends 9 Uhr Flottwellstr. 5 bei Bartels. Gesangverein Bruderherz" bet Birko, Straußbergerstr. 3.- Männer- Gesangverein Schildhorn", Usedomstr. 33, bei Miete, Abends 9 Uhr. Gesangverein Waldkapelle" in FriedrichsGesangverein bagen, Restaurant Blant, Friedrichstraße, Abends 9 Uhr. ,, unverzagt", Röpnicerftr. 127 a bei Küster. Ihn'scher Gesangverein " Sumor", bei Birt, Straußbergerſtraße 3. Gesangverein, Cyboly", Dienstag, Abends von 9-11 Uhr, bei Reßner, Annenſtr. 16. Urbanstr. 188, Ede Blücherstraße bet Vollandt. Gesang-, Turn- und gesellige Vereine. Gesangverein Anacreon", berein unverzagt",( Moabit), Abends 8½ Uhr, bei Hermerſchmidt, Berle, Männer- Gesangbergerstraße 28. Gesangverein Ludwig'scher Männerchor, Abends 9 Uhr, tagt neue pochstraße 49, bet Gundlach. Theater- und Vergnügungsverein und Herren, willkommen. Theaterklub Helmerding", Abends 9 Uhr, in Sanf's Restaurant, Tempelhofer Ufer 13, Ecke der Großbeerenstraße. " " im Restaurant Poppe, Lindenstraße 106. Quartett- Verein, Wedding Bulcania", in Meißner's Restaurant, Gartenstr. 162. Gäfte, Damen " Privat- Theaterverein Georgina", Abends 9 Uhr, bei Meißner, Gartenftraße 162. Gäste willkommen.- Vergnügungs- und Theaterverein, o meo", Abends 9 Uhr, bei Säger, Grüner Weg 29. Gäste willkommen. Vergnügungs Brüber, Abends 9 Uhr bei Berndt, Perlebergerstr. 17. Gäste willkommen. Berein ,, Nordlicht", Abends 8-11 Uhr, bet S. Sperling, Görlizerstr. 37. Neue Mitglieder werden aufgenommen. Vergnügungs- Verein Fidele Geselliger Berein Brüderschaft", Abends 9½ Uhr, Wilsnackerstr. 63. Berein ehmaliger 37er, Abends 9 Uhr, im Königstadt- Kasino, HolzmarktRauchklub Rosenblätter", Abends 8% Uhr, bei Leopoldt, York- und Mannsteinstraßen- Ece. Gäfte willkommen. Rauchflub ftraße 63. Gäfte, burch Mitglieder eingeführt, willkommen. Rauchtlub Borsig", Borfigftr. 27 bei Jentsch. Geselliger Verein Itmbim", Herren als Gäfte bends uhr bei George, Großgörschenstraße 13. willkommen. im Bittoria- Ballsalon, Perlebergerstraße 13. Vergnügungsverein Reichstro ne" Abends 9 Uhr, Vergnügungsverein Glüc auf" Abends 8 Uhr im Restaurant Blant, Schönleinstraße 1. Säfte willSchönhauser Allee 46. Gäste willkommen. Bergnügungsverein Schönhauser Sinde" Abends 8% Uhr, gelegenheit ist schon in einer Kommissionssizung behandelt wor- Steglitz, Friedenau und Umgegend hielt Genosse Werner einen Friedenau. In der Generalversammlung der Maurer von den. Kollege Pafcha meint, daß die Forderung zu weitgehend instruktiven Vortrag über das Alters- und Invalidenversicherungssei; es wäre besser, wenn die Kollegen in Anbetracht der schlechten Gesetz. In der Diskussion sprach Kollege Silberschmidt. Zum Zeit etwas nachgeben würden. Der Redner wurde von den zweiten Revisor wurde Kollege Schulz und zu Vertrauens- a Kollegen Bogasch und Wiedemann gründlich widerlegt. Folgende männern die Kollegen Trojand, Dittberner, Wolter, Kiefer und Resolution wurde von der Versammlung einstimmig angenommen: Brinkert gewählt. Die heutige Versammlung erklärt das Vorgehen der neun Kollegen der Unrau'schen Werkstatt für gerechtfertigt und drückt ihr Bedauern darüber aus, daß sich die übrigen Kollegen den berechtigten Forderungen nicht anschließen. Der Fachverein der Berliner Stuckateure hielt am Montag, den 16. März, eine Mitgliederversammlung ab, in welcher drei Kollegen als Mitglieder aufgenommen wurden. Hier auf sprach Herr Julius Türk über: Sibirien". Kollege Otto Hoffmann theilte mit, daß uns am 3. Mai Schmiedel's Festfäle ( früher Orpheum), in der Alten Jakobstraße zur Verfügung ständen; Näheres wird durch Annonze im" Borwärts" bekannt gemacht. Hiermit war der größte Theil der Tagesordnung erledigt, da es nur noch über den Arbeitsnachweis und dessen Leitung zu einer erregten Debatte tam. Hierzu wurde beschlossen, das Arbeitsnachweis Reglement dem Vorstande und der Arbeitsnachweis- Kommission zur weiteren Regelung zu überweisen." # Im Fachverein der Lithographie Steinschleifer und Berufsgenossen( Luxus- Papierpräger) sprach Genoffe Bruhns über das Alters- und Invalidenversicherungs- Gesetz. Zum Beifiger wurde Kollege Scharnow gewählt. Die nächste Versammlung soll an einem Sonntag stattfinden. Der Reinickendorf. Am Sonntag den 15. d. fand hier eine Versammlung der Bau- und gewerblichen Hilfsarbeiter statt, in welcher Herr Wallenthin einen Vortrag über Zweck und Ziele einer Organisation" hielt. In der Diskussion traten die Herren Thal und Knauf im Gegensatze zum Referenten- welcher für Lokalorganisation eingetreten war während Herr Gaßmann ebenfalls für Lokalorganisation eine für Zentralisation ein, Lange brach. Von der Wahl eines eigenen Delegirten zum Rongreß nach Halle wurde der Kosten wegen Abstand genommen und Herr Wallenthin einstimmig gewählt, die Bau- und gewerb lichen Hilfsarbeiter Reinickendorfs auf dem Kongreß zu Halle zu vertreten. humoristische Pfeifenbrüder", Abends 8½ Uhr, bei Guber, stoffers fommen. " Briefkaffen der Redaktion. Briefkaffen der Expedition. Adresse? Ueberhaupt müssen wir unsere Korrespondenten bitten, A. in Marburg. Warum schreiben Sie nicht Ihre auf jeden Brief die Adresse zu schreiben, da wir uns kein Verzeichniß der Adressen unserer Korrespondenten anlegen fönnen. eine Versammlung des Vereins christlicher Männer, welche hier schen Lotterie nicht spielen. Wenn aber auch kein gefeßliches Oranienburg, 17. März. Sehr interessant gestaltete sich Abonnenten in Sachsen. Sachsen dürfen in der preußistattfand. Am 1. März hatte Genosse Knauf- Reinickendorf hier- schen Lotterie nicht spielen. Wenn aber auch kein gefeßliches selbst im Arbeiter- Bildungsverein einen Vortrag gehalten über Hinderniß bestünde, so würde es doch einem Sozialdemokraten das Thema:" Wie lange ist die Erde schon von Menschen be- nicht geziemen, ein moralisch so verwerfliches Institut, wie die wohnt?" Infolge dessen hatte der hiesige Ober- Pfarrer Herr Lotterie es ist, zu unterstützen, und sich an dem, auf die niedersten Rodatz dasselbe Thema zu einem Vortrag im Verein christlicher Leidenschaften spekulirenden Lotteriespiel zu betheiligen. Männer gewählt und dazu die Mitglieder des ArbeiterBildungsvereins, sowie den Genossen Knauf durch ein sehr artiges Schreiben eingeladen. Genosse Knauf sowohl, wie die Verband der Vergolder. In der letzten Versammlung Mitglieder des Arbeiter- Bildungsvereins hatten dieser Einladung der Filiale hielt Reßler einen beifällig aufgenommenen Vortrag Folge geleistet. Der Herr Oberpfarrer hatte sich einen Vortrag Oft M. 9,51. Rauchtlub Für die Ausgesperrten gingen ferner ein: Leseklub Südüber die Ursachen der heutigen wirthschaftlichen Lage. Graue Wolfe" 20,-. W. Ohmann, ausgearbeitet oder vielmehr, wie er am Schluffe fagte: aus P.- Str. 8 1,-. Werkstatt Larson, Wasserthorstr. 27, 2. Rate 4,50. Stand des Streits bei Aug. Werkmeister jun. ist derselbe ge- arbeiten lassen, welchen er vom Blatte ablas und in welchem Dicker Kellner 0,50. Maler des Oftens R. W. 1,70. Ges. beim blieben, die Haltung der Streifenden nach wie vor gut. Auf die Naturwissenschaft, Religion und Poesie mit einander Geburtstage Klinger, Fürstenwalderstr. 19 4,-. Tischlerei, Stral Annonze von Aug. Werkmeister wird der Herr aufgefordert, die innig verquidt waren. Leider war er für den größten sunderstraße, durch Loose 4,50. Von Zimmerern Schönebergs 5,-. Namen derjenigen Herren, welche die behauptete Aeußerung ge- Theil der Zuhörer unverständlich. Ein schwaches Bravo Für 5 Bons 0,50. Lankwitz 0,50. Etliche Rohrer der Firma than haben, zu nennen, um der Wahrheit die Ehre geben zu feiner Getreuen belohnte diese Vorlesung. In der Dis Krummrey u. Abraham 2,20. Bei einer Geburtstags- Feier ges. fönnen. Die Wahl eines Kassirers brachte eine lebhafte und fussion sprach zuerst Genosse Knauf. Derselbe reproduzirte theil- Ostbahnhof Nr. 5 2, Lampenfabrik Schw. u. Sr., erregte Debatte hervor, und das Gebahren des Filial- Rassirers weise seinen Vortrag, verheidigte die materialistische Welt- 2. Rate 15,85. Tischlerei Katsch, Krautftr. 38 4,50. Ostar Meyer wurde scharf verurtheilt. Auch blieben Angriffe anschauung und betonte, daß unter den Anwesenden wohl nicht Eine Wurst, Reinickendorf 5,-. Gürtterei Gebr. 2. 2,50. Vergegen die Ortsverwaltung leider nicht aus. Ein Beschluß, was einer sei, der daran glaubt, daß das Menschengeschlecht erst ein gnügungsverein Fröhlichkeit 3, mit dem Kassirer geschehen solle, wurde noch nicht gefaßt, da das Alter von 5650 Jahren habe. Großer Beifall bewies, daß die genaue Ergebniß der Revision noch nicht bekannt gemacht werden große Majorität mit seinen Ausführungen einverstanden war. ausgesperrten Tischler in Mainz: Bautischlerei von Brandt, Auf dem Arbeitsnachweis der Tischler gingen ein für die konnte. Das Defizit beträgt ungefähr 350 M. Als Kassirer Nachdem Genosse Knauf geendet, wurde die Redezeit auf drei Bremerstr. 48, 7, Von den Kollegen der Firma Simon u. Ko.. wurde Kollege Hermann Ramlow gewählt. Minuten festgesetzt und es sprachen noch ein Gymnasialdirektor, Haidestraße 55-54, 6,40. Tischlerwerkstatt von Luckat, LausitzerCharlottenburg. Hier fand am 13. d. M. eine öffentliche ein Prediger, mehrere Genossen, sowie ein Kandidat der Theo faße 10, 11,50. Aus der Tischlerei von Philipp, ManteuffelVersammlung der Töpfer statt. Herr Birch sprach sich in einem logie. Im Schlußworte gab der Herr Oberpfarrer seiner Freude straße 113, 7,80. Aus der Tischlerei von Chyan, Rüdersdorfer= Vortrag über Organisation und Zentralisation über die streng fachlichen Ausführungen der Redner und über straße 26, 3,40. Der rothe Stamm bei Otto Thierbach 3,18. gegen die Zentralisation aus.( Lebhafter Beifall.) In der Dis- den Verlauf der Versammlung Ausdruck und schloß mit dem Werkstelle bei Röhwer, Ritterstr. 11, 3,35. Aus der Versammfussion sprachen Thieme( Berlin) Hoffmann( Berlin) Kolbe( Char- Wunsche, daß wir uns noch öfter gegenseitig auf diese Weise lung in Weißensee 1,85. Werkstelle Faust, Pallisadenstr. 18, 1,50. lottenburg), welche sich sämmtlich mit dem Referenten einver- unterhalten möchten. # standen erklärten. Hierauf wurde folgende Resolution ange- Oeffentliche Versammlung für Männer und Frauen am Dienstag, Für unsere hiesigen Abonnenten liegt der heutigen Nummer nommen: Da die heutigen Arbeiter Organisationen der Natur den 24. März, Abends 8 Uhr, bet Lehmann's Schwedterstr. 27. Tagesordnung: ein Prospekt des Passage- Panoptikum, die neuesten Wunder der 1. Der Kampf ums Recht. Referent: Genoffe Beus. 2. Distusston. 3. Berder bestehenden Verhältnisse nach nur Kampf- Organisationen sein schiedenes. Telephon Amt III 8521. Vierter Neudruck. Verlag des ,, Vorwärts" Berliner Volksblatt, Berlin SW., Beuthstraße 3. In unserem Verlage erschien soeben der vierte Neudruck von: Zwei Reden zum Reichshaushalts- Etat, gehalten von August Bebel im Deutschen Reichstag am 9. und 11. Dezember 1890. 32 Seiten 8°. Preis 10 Pf., 100 Exemplare 8 Mk. Wir empfehlen obige Reden fortgesetzt den Parteigenoffen als ausgezeichnete Agitationsschrift. Sie ist von aktueller Bedeutung insofern, als die Zoll- und Steuerpolitik der Regierung, die jeder am eigenen Leibe verspürt, darin eingehend beleuchtet wird. Dieso Ach! wie brillante Farbel Und in so kurzer Zeit getrocknet. Ja das ist Suter'sche FussbodenGlasur- Lack- Farbe und kostet nur 75 Pf.das Pfund. 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Berantwortlicher Redakteur: Curt Baake in Berlin. Druck und Verlag von May Bading in Berlin SW., Beuthstraße 2. 404 L 2. Beilage zum„ Vorwärts" Berliner Volksblatt. Nr. 70. Korrespondenzen und Parteinachrichten. Dienstag, den 24. März 1891. " " 8. Jahrg. am möge ihm bei Diskontirung eines guten Wechsels über 3500 M., bei dem ganzen Gesetze für die Droschkenkutscher wenig oder gar den er in Zahlung erhalten, behilflich sein. Schwandt wandte nichts Gutes geschaffen ist." sich an den Angeklagten, der sich auch erbot, das Geschäft abzu- 2. Die heutige in der Norddeutschen Brauerei tagende öffentwickeln, wenn ein Damno von 300 M. bezahlt werde. Der liche Versammlung der Droschfenkutscher Berlins erklärt sich mit Inhaber des Wechsels erklärte, daß er in den sauren Apfel den Ausführungen des Referenten einverstanden und wird da Danzig, den 18. März. Das Einkommen in der beißen müsse und nun will Schwandt dem Angeklagten den nach zu ftreben suchen, daß an Stelle der geschaffenen sog. ArLandwirthschaft. Gegenüber den Behauptungen, daß der Wechsel anvertraut haben, ohne sofort Valuta zu erhalten. Der beiterschutz- Gesetzgebung ein wirkliches Arbeiterschutz- Gesetz ge ländliche Arbeiter ein klägliches Dasein führe, wird von den Angeklagte gab ihm vorläufig zwei kleine Gegenwechsel zum Gesamint schaffen wird, wie es von der sozialdemokratischen Fraktion seiner Großgrundbesitzern lebhaft protestirt. Man kommt sogar mit betrage von 800 M., die von seinem eigenen Buchhalter ausgestellt Seit ausgearbeitet worden ist. Zu diesem Zwecke verpflichtet sich Zahlen heraus. So berechnete kürzlich einer unserer Großgrund waren, 300 M. 30g er für Damno ab und laut der von ihm ausgehän- die Versammlung zum engeren Anschlusse an die sozialdemokratische befizer seinem Instmann das Einkommen auf 719,75 M. jährlich digten Rechnung sollte Schwandt sich die übrigen 2400 Mt.nach einigen Partei. und veröffentlichte die Berechnung in der Danziger Zeitung" Tagen holen. Alle Bemühungen, das Geld zu erhalten, waren Gleichzeitig hält sich die Versammlung für moralisch Zum Schluß der Rechnung bemerkt unser westpreußischer Herr, vergebens und nach verschiedenen Ausflüchten erklärte der An- verpflichtet, die Beschlüsse und Resolutionen Der die obige Summe sei zu niedrig; denn der Instmann müsse noch geklagte schließlich, daß der Holzhändler Krakauer ihm den 26. Februar dieses Jahres im Böhmischen Brauhauſe ſtattdas ganze Jahr einen jüngeren Arbeiter stellen. Derselbe ver- Wechsel unterschlagen habe. Die beiden von dem Angeklagten gehabten öffentlichen Versammlung der Droschkenkutscher aufrecht dient im Jahre- höret und staunet- 105 Reichsmart, während in Zahlung gegebenen Wechsel wurden ebenfalls nicht bezahlt, zu erhalten und für deren praktische Ausführung zu sorgen. er an Lohn nur 80-90 M. beansprucht. Somit verbleiben dem Aussteller und Girant waren zahlungsunfähig und hat Gerting Instmann 15-25 M. und sein Einkommen erhöht sich auf zirka außer den Verlust der 3500 M. noch 500 M. Kosten zu tragen legen Barth und Kuinig das bestehende Droschken- PolizeiBeifall aufgenommen und in den landwirthschaftlichen Zeitschriften, Schwandt ein ganz anderes Abkommen getroffen haben. Er drückende Bestimmungen desselben hauptsächlich erörternd und so in der deutschen landwirthschaftlichen Preffe, mit viel Pathos habe demselben gesagt, daß er den Wechsel nur bei seinem auffordernd, energisch den Erlaß eines neuen, zeitgemäßen wiederholt. Man wirft dreist mit solchen Zahlen herum, weil Holzlieferanten, dem Kaufmann Krakauer unterbringen könne, Droschten- Bolizei- Reglements zu fordern. Die Versammlung man darauf rechnet, der ländliche Arbeiter bekommt sie doch wenn der Leytere ermächtigt würde, davon einen Betrag stimmte einstimmig folgendem Antrage KuInig zu: nicht zu Gesicht, und der Städter versteht nichts davon. Man von 1500 M., den der Angeklagte ihm schulde, in Abzug Die Versammlung wolle beschließen: würde mit diesen Zahlen dem Instmann einen zu bringen. Schwandt habe sich hiermit einverstanden erklärt 1. Das heutige Bureau wird beauftragt, im nächsten gewohnten Spaß bereiten. Die Stadtbewohner lassen sich aber und nun habe er den Wechsel der Firma Krakauer anvertraut. Monat eine öffentliche Versammlung sämmtlicher Droschtenvielfach Sand in die Augen streuen. Ich will mir nicht die Mühe geben, die Absurdität dieser on der Letzteren sei er von Woche zu Woche hingehalten wor- führer( Fuhrherrn und Kutscher) einzuberufen und die von den und schließlich habe man überhaupt abgeleugnet, daß auf den Kollegen Kulnig und Barth gerügten Punkte auf Zahlen nachzuweisen, sondern gebe dem Herrn zu, sein Instmann den Wechsel etwas herausgegeben werden sollte, sondern be- die Tages- Ordnung zu setzen, damit denselben Gelegen beziehe das angegebene Einkommen und berechne nach denselben hauptet, derselbe solle zur Deckung weiterer Schuldbeträge dienen, heit geboten wird, gegen solche Mißstände Stellung Grundsägen, welches Einkommen er selbst aus dem National- die inzwischen bei Krakauer fällig geworden waren. Eine von zu nehmen und zu berathen, auf welche Weise Abhilfe zu vermögen bezieht. Ich glaube, man tann mit einem gewissen dem Angeklagten gegen Krakauer wegen Unterschlagung ein- schaffen sei. Recht sein Rittergut als Eigenthum der Nation auffassen; dann gereichte Denunziation ist von der Staatsanwaltschaft abgewiesen 2. Den Ueberschuß der heutigen Tellersammlung dem Bureau würde man den Herrn mitsammt seinem Grund und Boden von worden. Im Verhandlungstermine blieb der Angetlagte dabei als Agitationsfonds zur Verfügung zu stellen. Der Nation trennen, also etwa in den Stillen Ozean versehen, stehen, daß er von Krakauer geschädigt sei, obgleich wohin ihm Niemand folgen sollte, außer Weib und Kind, so dieser bestriet, daß von Kollege Schreiber beleuchtete seinerseits die schwierigen der Herausgabe baaren Geldes Verhältnisse, in denen die Kutscher zu den Fuhrherren stehen, würde er jedenfalls sofort auf sein sogenanntes Eigenthumsrecht auf den Wechsel die Rede gewesen sei. gewesen sei. Ebenso direkt und beschloß die Versammlung, auch diese Angelegenheit auf die serzichten, um im Lande bleiben zu dürfen. Ich nehme an, standen sich die Aussagen des Angeklagten und des Beugen Tagesordnung der gedachten Versammlung zu sehen. saß das Rittergut 2000 Morgen groß ist, abgesehen von den Schwandt in Betreff der Abmachungen gegenüber, welche bei dem Gartenländereien, und zwar 1600 Morgen Acker, 200 Morgen Wechselgeschäft getroffen sein sollten. Ein Agent Profé, der als Wiesen und 200 Morgen Weiden. Der Acker werde zur Hälfte Beuge vernommen wurde, beschwor, daß er bei dem ersten Geletzteren will ich nur den Ertrag an Körnern in Rechnung ziehen. Dabei die Bereinbarung im Sinne des Ersteren getroffen set. Da Das Stroh und den Ertrag der Weiden müssen wir uns zur Er Schwandt das Gegentheil beschwor, mußte einer der beiden Beugen nährung des Biehes verwendet denken, denn der Instmann bekommt einen Meineid leisten, wie der Vorsitzende erklärte. Verschiedene freie Weide im Sommer, Stroh oder fertige im Winter. Umstände sprachen aber für die Schuld des Angeklagten, der vom Gerichtshofe zu einer Gefängnißstrafe von vier lied Monaten verurtheilt wurde. sdröds d Bom Geflügel.. Siede nehmen. auf 1200 Liter Milch à 7 Pf. anzuFutter für 1 Ruh. Ertrag derselben ist Für 1 Kalb. Holz à 6 Mark 6 Fuhren für 4 Klafter Torf und 7 Mtr. Lagelohn: 28 3tr. Getreide à 7 M.. Drescherlohn, nach 5jährigem Durchschnitt Für die Frau, 100 Tage à 50 Pf Für den Mann, 150 Tage à 50 Pf.. 84,00 10,00 196,00 50,00 75,00 " " 36,00 Stück à 60 M. Einnahme aus der Schweinehaltung, zwei 120,00 25,00 # Summa 719,75 M. 39 200,00 Der gehaltene Arbeiter verdient ihm. 20,25 2 M. pro Zentner. Heu von 200 Morgen Wiesen à 20 3tr. 8 000,00 740,00 m. Summa 146 320,00 Jert " Von Die Einkommensberechnung für den Justmann lautet: Wohnung 30,00 M. 6 000,00 M. gerechnet) toffeln à 1,25 M. Saat ist bereits abGartenland 11/2 Morgen( 75 Zentr. Kar93,75 # ist bereits abgerechnet). 40 000 3tr. Kartoffeln à 1,25 M.( Saat 50 000,00 6 720,00 800,00" DA Für 80 Kälber à 10 M.. 80 Rühe, eine bringt 84 M. Auf das Dreschen verzichtet der GroßGrundbesitzer. Instmann) Vom Geflügel( 80 Mal mehr wie der abgerechnet. ( 800 Morgen Halmfrucht.) Saat 160 Stück à 60 M. Aus der Schweineholtung: Die Frau auch nicht. Getreide. 7 3tr. pro Morgen à 7 M. 6 M. 250 Arbeitstage. 16 Gespanne, eins verdient pro Tag Tagelohn bezieht der Besitzer nicht. 24 000,00 9 600,00 2000,00 des Danach bezieht der Besizer: Gemüsegarten) Wohnung( Schloß, Park, Obst und P. würden. " D Weiter beschloß die Versammlung folgende Erklärung: Die Versammlung erklärt mit Bezug auf den Beschluß der letzten öffentlichen Droschkenkutscher Versammlung und zur Aufdaß sie einen wöchentlichen Ruhetag für die im Verkehrsgewerbe thätigen Arbeiter verlangt, sich aber keineswegs für den von der Religion festgesetzten Ruhetag, den Sonntag, interessirt." Auch verpflichtete sich die Versammlung, nur Arbeiterblätter ( Vorwärts"," Bolts- Tribüne" und" Allgemeine Fahr- Zeitung") zu abonniren und nahm Kollege Engler anknüpfend hieran Gelegenheit, die Kundgebung des Berliner Tageblatt" anläßlich der ersten Versammlung im Böhmischen Brauhause gebührend niedriger zu hängen. Der Anschluß an die bestehende Fachorganisation der Berliner Droschkentutscher wurde allgemein befürwortet und die Versammlung mit einem dreifachen Hoch auf die internationale völkerbefreiende Sozialdemokratie geschlossen. In der letzten Volks Versammlung zu Gunsten des Bonentarifs wurde folgende Resolution einstimmig angenommen: Die am 17. März in Tivoli" zu Berlin stattfindende Bolts- Versammlung von mehreren Tausend Bürgern aller Parteien erklärt: " Wegen Beleidigung derjenigen Beamten des Polizei Präsidiums, welche mit der Beaussichtigung des Fabritwesens betraut sind, stand gestern der Kartonarbeiter Franz Drews vor der zweiten Straftammer des Landgerichts I. Am 10. November v. J. fand eine Versammlung der Kartonarbeiter statt, in welcher sich auch der Angeklagte bei der Diskussion betheiligte, die sich um die polizeiliche Ueberwachung der Fabriken drehte. Giner der Redner rügte, daß den Fabrikherren von der Polizei in unzulässiger Weise Vorschub geleistet werde. Anknüpfend hieran erklärte der Angeklagte, daß auch ihm Fälle bekannt feien, in welchen die Revisionen vorher von Schußleuten angesagt Da fomme ein solcher Beamter nur bis in das Komtoir und frage den Fabrikherren, ob die Arbeitsbücher in Ordnung seien, die Baufen inne gehalten würden u. s. w., und erhalte der Fragende dann natürlich eine bejahende Antwort. Der Schußmann entferne sich dann wieder mit der Mahnung, ja Alles in Ordnung zu halten, da in den nächsten Tagen der Lieute nant zur Revision fomme. Eine derartige Revision, welche vorher angezeigt werde, müsse er für null und nichtig erklären und die Arbeiter feien verpflichtet, selbst dafür zu sorgen, daß die gefeßlichen Bestimmungen in den Fabriken nicht übertreten würden. Wegen dieser Behauptungen hat das Polizeipräsidium den Strafantrag gestellt. Der Angeklagte bestritt, daß er wie sein Vorredner es gethan, von der Allgemeinheit gesprochen habe, er habe nur zur Juustration des von dem Vorredner Ausgeführten eines Falles erwähnt, der ihm selbst begegnet sei. In Abwesenheit des Chefs habe der Schuhmann die Frage, ob alles in Ordnung 4. Die Voltsversammlung richtet an alle Behörden, die es sei, mit der daran geknüpften Mahnung an ihn gerichtet und angeht, die Aufforderung, auf diesem wichtigen Gebiete der fich dann wieder entfernt. Am folgenden Tage habe denn auch öffentlichen Wohlfahrt ungefäumt und entschlossen mit dem völlig der Polizeilieutenant die Revision abgehalten. Der Vertheidiger, veralteten System des Personenverkehrs zu brechen. Sie beaufRechtsanwalt Dr. Reiche, hatte eine erhebliche Anzahl Zeugen tragt den Vorstand des Vereins Bonentaris", diesen Beschluß geladen, welche ähnliche Fälle zu bekunden vermochten, zur Kenntniß aller Behörden zu bringen, von denen Abhilfe zu der vom Angeklagten behauptete. Uebereinstimmend erwarten ist." erzählten fie von Revisionen, die vorher von SchutzIeuten angemeldet wurden. Angeklagten wie Staatsanwalt hält den 1. Nur ein ganz billiger Zonentarif, nicht eine sogenannte Ermäßigung der Fahrpreise ist im Stande, die Benutzung der Eisenbahn Jedermann zu ermöglichen. Die Versammlung verharrt deshalb bei der Forderung der Einführung des von Eduard Engel vorgeschlagenen Bonentarifs und verwirft alle halben Maßregeln sogenannter Reformen. 2. Ein großer Theil der Schuld an den jeßigen schreienden Nothständen im großstädtischen Wohnungswesen fällt den mangelhaften Einrichtungen, der unwirthschaftlichen Langsamkeit, der Verworrenheit des Billetwesens und den zu hohen Fahrpreisen im Eisenbahn- Orts- und Vororts- Verkehr zur Last. 8. Nur die Einführung des denkbar billigsten Zonen- und Abonnements- Tarifs und der häufigsten und schnellsten Zugverbindungen vermag das immer wachsende Wohnungselend der Großstädte zu beseitigen. Der Die Schmiede hatten sich am 19. März unter dem Vorsitz dennoch für strafbar. Selbst wenn für des Herrn Walter versammelt, um zur Maifeier Stellung zu erwiesen erachtet werde, daß in einzelnen Fällen die Revisionen nehmen. Genosse D. Thierbach hatte das einleitende Referat vorher angezeigt wurden, sei der Angeklagte dennoch nicht be- übernommen. Nachdem der Redner die Bedeutung des 1. Mai rechtigt, das ganze Kontrollwesen in der Weise zu kritisiren, wie flargelegt, vertrat er in Betreff der Feier desselben den Standes von ihm geschehen sei. Daß die Revisionen dennoch genau punkt, daß, wenn man die Erfahrungen, welche man im vorigen und gewissenhaft vorgenommen würden, beweise die Thatsache, Jahre mit der Feier des 1. Mai gemacht, sowie die miserable daß gar häufig ein Fabrikherr wegen Uebertretung der vorge- Geschäftskonjunktur dieses Jahres in Betracht ziehe bei der Gr& fchriebenen Fabrifordnung auf der Anklagebant zu erscheinen wägung, ob arbeiten oder nicht arbeiten, es einfach wahnsinnig habe. Bei der Jugend und Unbescholtenheit des Angeklagten wäre, wenn man sich für ein Ruhenlassen der Arbeit am 1. Mai beantrage er nur eine Geldstrafe von 50 Mark. Der Gerichtshof entscheiden wollte. Es sei rathfant, dem Beschluß der sozialdemohielt mit dem Vertheidiger für erwiesen, daß in vielen Fällen die Revisionen vorher angezeigt worden seien, daß der Angeklagte in Wahrnehmung berechtigter Interessen gehandelt und auch nicht die Absicht gehabt habe, zu beleidigen. Aus diesen Gründen erfolgte die Freisprechung. Versammlungen. 300 sid kratischen Reichstagsfraktion zuzuftimmen und die Demonstration am Sonntag nach dem 1. Mai stattfinden zu lassen. Die Ausführungen wurden mit lebhaftem Beifall aufgenommen. An der Diskussion betheiligten sich die Herren Stein und R. Hoffmann. Folgende Resolution wurde angenommen: Die heutige öffentliche Versammlung der Schmiede ist mit den Ausführungen des Referenten voll und ganz einverstanden und in Erwägung, daß wir mit einem Ruhenlassen der Arbeit am 1. Mai nicht durchdringen. können, wie uns die Vorgänge im vorigen Jahre gezeigt haben, beschließt die Versammlung, am Die Versammlung der Droschkenkutscher, 1. Mai zu arbeiten und am Abend desselben eine VerDas Einkommen Justmanns verhält sich demnach zu dem welche für den Abend des 20. März nach dem Saale der Nord- fammlung abzuhalten, in welche die Zugehörigen unserer deutschen Brauerei einberufen war und der Bureauleitung der Gewerkschaft ungehindert Zutritt haben. Die Versamm des Besitzers, wie 740: 146 320 M. oder etwa 1 zu 200. Ich ersten Sonntag im Mai nach dem wünschte nur, daß der Herr feine Schätzungsgrundsätze bis zu der wiederum recht zahlreich besucht. Zur Tagesordnung stand in Vorschlage der sozialdemokratischen Reichstagsfraktion einen Kollegen Engler, Kuinig und Barth unterstand, war lung beschließt, am tommenden Selbsteinschätzung nicht ändert. Er kann mir nicht einwenden, daß ich die Erträge oder die Preise derselben zu hoch erster Linie der Vortrag des Herrn out genau über die Ausflug zu machen, um so der heutigen Geſellſchaft zu zeigen, gegriffen hätte. Er wird mir aber wahrscheinlich vorwerfen, ich Frage:" Erwächst den Droichtenfutschern aus daß wir mit den heutigen Gesellschafts- und Staatseinrichtungen dem Invaliditäts- und Altersversicherungs- nicht einverstanden sind. Um den Kapitalisten einen Damm hätte die Erträge doppelt in Rechnung gezogen. Darauf ant- Gefeß ein Vortheil oder ein Nachtheil?" Nach- entgegenzusehen, verpflichtet sich ein Jeder, sich der modernen worte ich: Warum soll denn bei ihm nicht erlaubt sein, was er dem der Vortragende die für alle Versicherungspflichtigen wichtig arbeiterbewegung anzuschließen und der Vereinigung der Schmiede selbst beim Instmann durchgeführt hat? ſten Bestimmungen des Gesetzes eingehend erläutert und die an Deutschlands nicht allein beizutreten, sondern auch unermüdet für ihn gestellten Fragen beantwortet hatte, gelangten nach einer den Beitritt zu derselben zu agitiren." Das Bureau der Verweiteren Diskussion, an der sich die Kollegen Hoffmann, sammlung wurde darauf von der Versammlung beauftragt, noch Engler, Nörenberg, Schulz betheiligten, folgende Re- eine öffentliche Versammlung vor dem 1. Mai einzuberufen, in welcher man sich über das Wie und Wo des geplanten Ausflugs folutionen zur einstimmigen Annahme: Die Geschichte eines Wechsels beschäftigte gestern die 1. Die heutige öffentliche Versammlung der Droschkenkutscher schlüssig werden könne. Ebenso wurde das Bureau beauftragt, zweite Straffammer des Landgerichts I in einer Antlagesache, erklärt sich mit den Ausführungen des Referenten ein- zum Abend des 1. Mai einen Saal zu beschaffen und eine Berwalde verhandelt wurde. Im Juli vorigen Jahres bat der Abgeordneten ihren Dank dafür aus, daß dieselben gegen die Kollegen auf, sich recht rege mit der Ausfüllung der vom Bau- Unternehmer Gerting den Kaufmann Schwandt, derselbe das Alters- und Invalidenversicherungsgesetz geftimint haben, da Verband ausgegebenen statistischen Fragebogen zu befassen. Es sind Arbeiter Berlins: Gedenkt der ausgesperrten deutschen Arbeiter! Gerichts- Beitung. M " folche an folgenden Stellen zu entnehmen und auch wieder dorthin| Die heute in Feuerstein's Saal tagende Versammlung der mochte mancher das unwillkürliche Bedürfniß fühlen, dem Redner abzuliefern: Hoffmann, Kaiserstr. 4; Dörgeloh, Langestr. 96; Lett- Hausdiener und verwandten Berufsgenosson erklärt sich mit den Beifall zu spenden aber die Disziplin war mächtiger; ruhig mann, Invalidenstr. 9, 3 Tr.; Tempel, Breslauerstr. 27. Nach- Ausführungen des Referenten einverstanden, und verspricht, mit und lautlos blieb die Versammlung nach beendetem Vortrage dem noch beschlossen worden, der nächsten öffentlichen Versamm allen Kräften dahin zu wirken, daß durch Einführung und nur die Mienen der Genossen verriethen, was diefelben lung die Wahl eines Delegirten zur Berliner Streit- Rontroll- einer 36 stündigen Ruhepause pro Woche der Degeneration der dachten. tommission zu übertragen, da Herr Bossin sein Amt als Dele Arbeiterschaft Einhalt gethan werde. Ferner ist die Versamm Von einer Diskussion wurde mit Rücksicht auf die vors girter niedergelegt hat, wurde die Versammlung geschlossen. der Meinung, daß ein durchgreifender Arbeiterschutz nur dadurch geschrittene Zeit Abstand genommen, und man ging zum dritten Der Verband der Möbelpolirer Berlins und Um Bartei unterstützt und verspricht, demgemäß auch in diesem Sinne 1. Mai. erzielt wird, wenn man bei der Wahl die sozialdemokratische Punkt der Tagesordnung über: Stellungnahme zur Feier des gegend hielt am 9. d. M. eine außerordentliche Mitglieder zu wirken. versammlung im Südosten ab. Kollege Kurth hatte sich an Stelle Nach längerer Debatte wurde beschlossen, am 1. Mai eine Es folgt hierauf nach Entgegennahme eines Schiedsgerichts- öffentliche Volksversammlung einzuberufen und am 3. Mai ein des Genossen Stabernack, der nicht erscheinen konnte, erboten, Berichtes die Stellungnahme zur Maifeier. Es wird be- großes Vergnügen zu veranstalten. Desgleichen wurde beſchloſſen, einen Vortrag über die Gewerkschaftsorganisation und ihre Beschlossen, am 1. Mai eine Versammlung mit Frauen, welcher ein nur noch Hüte mit Kontrollmarken zu kaufen; außerdem, daß deutung zu halten. Da die Versammlung jedoch nicht sehr start gemüthliches Beisammensein folgen soll, zu veranstalten. Bei der die Tellersammlung fortgesetzt und der Ueberschuß zu Gunsten besucht war, wurde auf Antrag des Kollegen Suitner der erste Lokalfrage wird der Feenpalast empfohlen, welcher jetzt zu der Familie des inhaftirten Genossen Krüger verwendet werden und zweite Punkt von der Tagesordnung abgesetzt und zu Ver- jeder Versammlung zu haben sei. Es wird dies angezweifelt und solle. schiedenem geschritten. Hierzu nahm Kollege François das Wort gewarnt wegen der traurigen Erfahrungen, die die Hausdiener und besprach die Dezentralisirung des Arbeitsnachweises. Er mit der Philharmonie gemacht haben. Unter Verschiedenem" wurde die Lokalkommission von fünf äußerte sich dahin, daß es wohl vortheilhafter für uns sein Personen auf elf erhöht und zu diesem Amt die Genossen Böttcher, könnte, wenn der Arbeitsnachweis wieder wie früher ein- Feenpalaftes, welches ihm heute Abend erst übergeben, Birthe und Jonas gewählt. Hierauf verliest ein Rollege ein Schreiben der Direktion des Bier, Kleist, Rosenbaum, Anhof, Schulz, Mainz, Müller, Gelbte, gerichtet wird. Dahingehende Wünsche seien sehr oft laut ge- und an die Lokalkommission sofort weiter befördert werden Nachdem der Vorsitzende aufgefordert hatte, recht lebhaft für worden. Diesen Ausführungen schlossen sich mehrere Redner an. würde, welches eine bündige Erklärung der Direktion erhält, ihren das neuerschienene Partei- Organ der Kreise Teltow- BeestowEin Antrag des Kollegen Schönicke, die Dezentralisirung des Arbeits- Gaal unentgeltlich zu allen Bersammlungen zur Niederbarnim- Charlottenburg u. f. w. zu agitiren, wurde die nachweises in der nächsten Generalversammlung auf die Tages- Verfügung zu stellen. Das Schreiben ist an die Lokal Bersammlung mit einem dreifachen, brausenden Hoch auf die ordnung zu sehen, wurde angenommen. Weiter kam noch die tommission gerichtet. Es wird hierauf beschlossen, den Saal internationale Sozialdemokratie und ihre gerechte Sache ge Zentralisirung aller in der Holzbranche beschäftigten Arbeiter zur zum 1. Mai zu nehmen. Sprache, es wurden aber die in früheren Versammlungen ge schlossen. faßten Beschlüsse aufrecht erhalten. Wir wollen abwarten, wie Streit Kontrollfommission abgelehnt und gewertschaftliche Lokale des Herrn Semstleben, Johannisthal, eine Vereinsver Nachdem noch ein Demissionsantrag der Delegirten der Johannisthal. Am Sonntag, den 15. März, fand im fich die anderen Branchen dazu stellen werden, und ruhig so Fragen behandelt sind, wird mit einem Hoch auf die Sozial fammlung des Arbeitervereins für Johannisthal und Umgebung weiter agitiren. Weiter wurden noch einige Werkstatt- Angelegen- demokratie die Versammlung geschlossen. heiten erörtert und es zeigte sich hier wieder, daß bei den statt, in welcher Genosse Elze einen beifällig aufgenommenen VorKollegen der geschweiften Branche des Südostens noch viel zu Schuhmacher- Versammlung. Am Montag, den 16. März, trag hielt. Er gab einen Rückblick auf unsere Arbeiterbewegung". wünschen übrig bleibt. Besprochen wurde das Verhalten des fand im Lokale Wilsnackerstraße 63 eine öffentliche Schuhmacher: An der Diskussion betheiligten sich die Genossen Gallasch und Kollegen Brotmann in Stettin und scharf getadelt. Eine freiwillige Versammlung statt, in welcher Kollege Krause über" Handwerk Lobeke. Abrechnung vom Stiftungsfest konnte nicht gegeben Sammlung für die ausgesperrten Tabadtarbeiter in Hamburg er- und Großindustrie" unter großem Beifall referirte." Nachdem werden und wurde deshalb bis zur nächsten Versammlung vergab 5,70 M., dann forderte der Vorsitzende die Kollegen auf, die einige Kollegen zur Diskussion gesprochen hatten, wurde folgende tagt. In Sachen der Maifeier wurde der Beschluß gefaßt, die am 2. Osterjeiertag stattfindende Matinee recht zahlreich zu be- Resolution angenommen: Die heute in Ilges' Salon tagende Entscheidung der Volksversammlung zu überlassen. Untersuchen. Hierauf wurde die Versammlung geschlossen. öffentliche Schuhmacher- Versammlung erklärt sich mit dem stüßungen wurden bewilligt an Günther 15 M., an_ Burchert Der Verband sämmtlicher in der Holzbearbeitung und Mann, dem Verein zur Wahrung der Interessen der Schuhmacher mit 10 M. unterſtügt, der am Donnerstag, den 19. März, seine Referenten einverstanden, und verpflichtet sich, alle, Mann für 15 M., an Noat 10 M. Auch der Genosse Karl Lasse wurde auf Holzplänen beschäftigte Arbeiter Berlins tagte am und verwandten Berufsgenossen beizutreten." Unter Verschiedenem zweimonatliche Gefängnißstrafe verbüßt hat. 9. März. Der pratt. Zahnarzt Dr. Semmel sprach über Er- machte der Vorsitzende, Kollege Niederauer, befannt, daß das krankungen der Zähne und deren Erhaltung. Der Vortrag wurde Vergnügen des Vereins am ersten Osterfeiertag im Elysium, Volksversammlung statt, in welcher Genosse Birch über den Kampf Schmargendorf. Am Sonntag fand hier eine gut besuchte mit großem Beifall aufgenommen. Un der Diskussion betheiligte Landsberger- Allee 39/41, stattfindet, und Billets à 20 Pf. bei ums Dasein referirte. Gegner meldeten sich nicht zum Wort. sich Kollege Stein. Nachdem der Referent mehrere Fragen be- allen bekannten Kollegen zu haben sind, ebenso auch im Verkehrs Bum dritten Punkt, Gründung eines Arbeitervereins, nahm nochantwortet, wurde zum 3. Punkt der Tagesordnung geschritten. Lokal, Birkenstr. 24 bei Vied. In die Agitationskommission wurde male Genosse Pirch das Wort und führte aus, wie nothwendig Hier wurde vom Vorstand der Antrag gestellt, daß die arbeit- Kollege Plüschke gewählt. suchenden Kollegen, welche Mitglied des Verbandes sind, es sei, daß sich die Arbeiter organisiren. Es wurde nun zur das Mitgliedsbuch vorzeigen sollen, damit Wahl einer Statutenberathungs- Rommission geschritten, und zwar genau fon trollirt werden kann, wer Mitglied ist oder nicht. Dieser dorf eine öffentliche Boltsversammlung statt, bei welcher an Stelle Bunkt der Tagesoronung, Verschiedenem, noch verschiedene Redner Am vergangenen Donnerstag, den 19. März, fand in Rix- wurden 5 Genossen in dieselbe gewählt. Nachdem zum letzten Antrag wurde angenommen, ebenso der Antrag des Kollegen Rühl, dem Kassirer 2 Prozent der Einnahme des nicht erschienenen Reichstags- Abgeordneten Stolle der Genosse sprachen, und auf das neugegründete„ Volksblatt" aufmerksam gezu bewilligen. Roll. Stein brachte die Verhältnisse in der Fabrit Rokosty- Braunschweig über die Jahre 1848, 1870/71 und 1891 einen macht war, wurde die Versammlung mit einem Hoch auf die Sovon Helmich, Bergjraße 37, zur Sprache. Daselbst wären die äußerst fesselnden Vortrag hielt. Die Versammlung, in welcher, zialdemokratie geschlossen. Kollegen bei ihrem Arbeitgeber um Verkürzung der Arbeitszeit einer Verabredung gemäß, nur Männer anwesend waren, war eingekommen; er bewilligte auch die Verkürzung der Arbeitszeit sehr besucht und der geräumige Saal vollständig gefüllt. Der Potsdam. Am Sonnabend, den 7. März, tagte unter um 32 Stunden in der Woche. Es wurde aber dem Kollegen Vorsitzende, Genosse Diterimann, bat vor dem Eintritt in die Leitung des Kollegen Voigt eine von mehr als 200 Personen be Stein als Wortführer verboten, ferner mit seinen Kollegen zu Tagesordnung dringend, die Bersammelten möchten doch im suchte öffentliche Metallarbeiter- Bersammlung. Der Vorsitzende sprechen. Da der Fabrikant ihn trotzdem antraf, als er nicht eigenen Intereffe die größte Ruhe bewahren, da die Verhältnisse theilte der Versammlung mit, daß der Einberufer der Behörde ganz genau das Verbot innehielt, wurde er entlassen, trotzdein in Rixdorf dieses einmal so verlangten. Thatsächlich herrschte bei der Anmeldung sowie den Kollegen auf den Plakaten bekannt sich der Unternehmer sehr befriedigt über seine Leistungen aus- während der dreistündigen Versammlung auch eine gerade- gegeben habe, daß zur Deckung der Unkosten ein Entree stattmusterhaft zu nennende Ruhe und Ordnung. gesprochen hatte. Nachdem beschlossen wurde, die nächste VerGe- findet. Das wurde aber von der Behörde verboten. Danach ſammlung am 8. April stattfinden zu lassen, wurde die Ver- noffe Rotosty feyte in der Ginleitung seines Vortrages verlas der Vorsitzende einen Artikel aus dem„ Borwärts" vom fammlung geschlossen. haarklein auseinander, daß laut Gesez alle Bürger berechtigt seien, 7. März, wonach das königliche Amtsgericht zu Weißenfels dahin sich ohne Waffen friedlich in geschlossenen Räumen zu versammeln, entschieden hat, daß das Erheben von Eintrittsgeld bei VerDie Hausdiener und verwandten Berufsgenossen hielten ein Recht, das der König beschworen habe; eine Versaminlung fammlungen nach Aufhebung des Sozialistengeſehes nicht mehr am Donnerstag Abend eine öffentliche Versammlung ab, um tönne nur dann aufgelöst werden, wenn in derselben aufreizende verboten werden kann; desgleichen entschied das fönigliche LandStellung zur Sonntagsruhe zu nehmen. Das Referat hatte Herr Reden geführt würden oder Bewaffnete anwesend seien, die troß gericht zu Dortmund. Denn es besteht fein Gesez, welches das Schmidt übernommen. Redner ging des Näheren auf die Lage der Aufforderung der Obrigkeit nicht entfernt würden; wer gegen Grheben von Eintrittsgeld bei Versammlungen zur Deckung der der Dienstboten, zu denen die Hausdiener in den aller- dieses Gesez verstoße, mache sich einer Gesezesübertretung schuldig; Untoften verbietet. Daraufhin wird der Einberufer gegen meisten Fällen gezählt werden, über. Er geißelt in scharfer, aber sollte in einer Versammlung etwas gesprochen werden, was gegen diese Polizeiverfügung den Beschwerdeweg, einschlagen. nur zu berechtigter Weise die Gesinde- Ordnung, welche die das Gesetz verstoße, so sei einzig und allein der Richter dazu da, Verschiedenem sprach noch Kollege Seiffert über WerkstattsDienstboten zu Menschen 2. Klasse herabwürdigen. Die Sonn- um dieses zu ahnden. Angelegenheiten. Hierauf ergriff an Stelle des am Erscheinen tagsarbeit ist hier stehende Regel. Alle 14 Tage Zu dem eigentlichen Thema seines Vortrages übergehend, gab verhinderten Reichstags Abgeordneten Wurm, Rollege Alwin ein paar Stunden, das gelte nicht allein von er eine eingehende Schilderung der verschiedenen demokratischen Gerisch( aus Berlin) das Wort zu einem Vortrage über„ den jenen bedauerlichen weiblichen Wesen, die sich als Dienst- Bewegungen in diesem Jahrhundert und verweilte besonders bei Rampf ums Dasein", der lebhaften Beifall fand. Eine ents boten vermiethen müssen, sondern vielfach auch von Hausdienern den Vorgängen von 1840-48 und bei der Beschreibung der Pariser sprechende Resolution wurde angenommen. Hierauf tam ein und namentlich den Portiers, welche ja zu den verwandten Kommune von 1871. Zum Schluffe legte der Hedner Antrag eines hiesigen Genossen zur Sprache, daß jede GewerkBerufsgenossen gehören. Nach lebhafter Ermahnung, an der dar, wie die demokratische Bewegung vom Erdboden verschwunden schaft in öffentlichen Versammlungen einen Kollegen wählen Organisation festzuhalten, damit es endlich Licht werde, schließt und durch die kräftigere Sozialdemokratie ersegt sei. Die Sozial follte, um das System der Berliner Streit resp. Lotaltommission Redner seine mit großem Beifall aufgenommenen Ausführungen. Demokratie fei lebensfähig, und sie werde auch den Sieg er- nachzuahmen. Hierzu wurde Kollege Stracher gewählt. Kollege Von der Diskussion wird Abstand genommen, da sich ringen. Gerisch ertheilte noch verschiedene Rathschläge, in welcher Weise Gegner nicht melden. Folgende Resolution findet einstimmige Wohl mochte manchem Genossen das Herz weit geworden die betreffenden Delegirten zu handeln haben, um nicht mit den Annahme: fein, als er die beredten Schilderungen des Genossen hörte, wohl bestehenden Gesetzen in Kollision zu gerathen. Rigdorf. Möbel-, Spiegel- u. Polsterwaaren- Magazin SO. 5. Reidenbergerstraße 5. ŠO. Verlag des ,, Vorwärts" Berliner Volksblatt Berlin SW., Beuthstraße 3. In unseren Verlag ist übergegangen: Ursprung und Lage der ländlichen Arbeiter. Von Julius Türk. Preis eleg. brosch. 30 Pf. Für die Agitation unter den ländlichen Arbeitern wird die vor stehende Schrift ersprießliche Dienste leisten, weshalb jedem Genossen, der sich an derselben zu betheiligen beabsichtigt, Kenntniß des Inhalts derselben zu empfehlen ist. Der Verfasser hat mit großem Fleiße ein reiches statistisches Material zusammengetragen, das flar und deutlich das Elend zeigt, in dem das ländliche Proletariat schmachtet. Eisen- und Stahlwaaren. Werkzeuge für Schlosser, Töpfer u. Holzarbeiter. Haus- u. Küchen- Geräthe. 380 L E. Vogtherr, Berlin Erstes Geschäft: C. Landsberger- Strasse No. 64. Zweites Geschäft: NW. Stephan- Strasse No. 27 a. ( Fernsprech Verbindungen.) Freie Zusendung, nach außerhalb halbe Fracht oder Porto- Vergütung. ☛ Echte von M R Bu Aug. 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