Ar. 357. ntonnemtntS'Bedlngangeiii füonnementS■ Preis pränumerando i Lierteljährl. SfiO SM, monctl. 1,10 Stt, wöchenlllch 28 Psg. frei in» Hau». Einzelne Nummer K Pig, Konntag?- nimm« mit illustrierter Eonntag»- BeUage.Die Neue WeU' 10 Pfo. Posl- ilbonnement: 1,10 Marl pro Monat, Eingetragen in die Post- Zeitung»- Preisiisie. Unter Kreuzband für Deutschland und Oesterreich. Ungarn 2 Marl, für das übrige Ausland 3 Marl pro Monat. Postabonnement» nehmen an: Belgien. DSneuiarl, Holland, Italien, Luxemburg. Portugal, «umänien. Schweden und die Schwei», Olitclit lZgii-d»Lei a»gta«t. 28. Jahrg. Mt TutffflosH-firtflbf .l für die iechtgespallene Kolon«!- Kile oder deren Raum« Psg, für lltilche»nd gewcrlschasMche Verein». «nd«ersammlungd-Anzeigen W Psg. „Kitin« Hnieigen", da» fettgedruckte «ort 20 Psg. szulilftg 2 fettgedruckte Sorte), sede» weitere Wort 10 Psg. Stellengesuche und kchlalstellenan» zeigen da» erste Wort 10 Pfg, jede» wettere Wort 5 Pfg. Worte über 15 Buch» ' aden zählen für zwei Worte. Inserate 'II die nächste Nummer mütsen bis Uhr nachmittag» in der Expedition «pgegcden werden Die Expedition ist dt» 7 Uhr abend» gcöffaet, Verlinev Volksbleekk. Zcntralorgan der fozialdemokrattfcben Partei Deutfcblands. Delegramm• Adresse: «ftiiaideinoliril BtrUg". Redaktion: 8 Tl. 68, Ltndcnstraaae 69» Fernsprecher: Amt LV, Nr. 1383. Donnerstag, den Ä. November Expedition; 8M. 68, Lindcnatraeec 69» Fernsprecher: Amt IV, Nr. 1384. An die Ardeiter aller Länder! In der Nacht vom 26. zum 27. September dieses Jahres, unmittelbar nach der Zu- sammenkunft des Internationalen Sozialistischen Bureaus in Zürich, hat die italienische Regierung, die wir nicht mit Italien verwechseln wollen, dem türkischen Reich ein brutales Ultimatum geschickt und 48 Stunden nachher erklärte sie ihm den Krieg. Dieser Angriff kann nicht energisch genug verurteilt werden durch alle diejenigen. welchen der Weltfriede am Herzen liegt und die Achtung haben vor dem Völkerrechte. Nie- mals vielleicht hat die räuberische Politik des Kapitalismus sich so vollständig jedes heuchlerischen Schleiers entblößt. Niemals hat sie weniger Anstrengungen gemacht, einen Schein von Entschuldigung zu finden bei einem Gewaltstreich gegen eine andere zivilisierte Nation, die im Beginn großer Rcformbestrebungen steht. Gegen ein derartiges Attentat konnte die internationale Arbeiterschaft sich nicht anders wie einstimmig erheben. Unsere italienischen Genossen sind mit unseren türkischen Genossen vollständig einig, um im Namen der all- gemeinen Interessen des Proletariats gegen ein ebenso ver- brecherisches wie wahnsinniges Unternehmen zu protestieren, welches ebenso unheilvoll, vielleicht unheilvoller sein wird für die Sieger wie für die Be» siegten.— welches die Geißel eines Weltkrieges zu entfesseln und einen Abgrund zu graben droht zwischen Europa und der neuen islamitischen Welt, und welches in letzter Konsequenz, notwendigerweise, den Mächten Vorwände liefern muß, die bisherigen Militär. lasten noch drückender zu machen. Eben um diesen Protest zu unterstützen, fußend auf die Stuttgarter und Kopenhagener Resoluttonen sowie auf die spezielle Entscheidung, die in Zürich am 25. September gettoffen wurde, fordert das I. S. B. Euch auf. in den wichtigsten Städten Europas öffentliche Versammlungen zu veranstalten gegen den Gewalt st reich von Tripolis und damit auch gegen den Krieg im allgemeinen. Die Expedition nach Tripolis ist in der Tat nichts als eine der mannigfachen Kund- gedungen der von allen Großmächten befolgten Politik. Wie Italien nach Tripolis ging, so hat England Aegypten genommen, machen Frank- reich und Spanien sich Marokko streittg. hat Deutschland den Streich von Agadir ausgeführt, hat Oesterrcich-llngarn sich Bosniens und der Herzegowina bemächtigt. Und an diese Mit- schuld des Beispiels reiht sich nun die Mitschuld der Zustimmung: wenn die italienische Regierung so handeln konnte, hat sie es nur im Einverständnis mit ihren Ver- bündeten und im Einverständnis mit den„Entente-Mächten" getan. Auch ist es nicht nur die italienische Polittk. sondern die Politik aller Mächte, die der internationale S 0 z i a l i m u s den Völkern als eine Politik der Wilden aufdecken muß. Ist sie doch ihren Opfern ebenso verderblich wie denjenigen, welche daraus Vorteil zu ziehen glauben. In der Türkei und in den muselmännischen Ländern überhaupt erzeugt diese Polittk hartnäckige Rachsucht, gefährlichen Groll, und im Augenblick, wo edle Geister sich bemühen. dort die Ideen, die Einrichtungen, die Freiheiten einzuführen, welche die abendländischen Nationen schon lange errungen haben, begünstigt sie die reaktionären Elemente und liefert ihnen wirksame Argumente gegen jedes friedliche Eindringen europäischer Kultur. In Europa entfacht sie mörderische und kostspielige Kolonialkriege: die Spanier erfahren es im Nif; die Italiener fangen an. es in Tripolis zu erleiden. Sie fälscht die demokratischen Einrichtungen und hält deren EntWickelung auf. Sie stärkt die alten Gewalten und lenkt von den sozialen Bestrebungen ab. Sie verwickelt die Völker in die endlose Kette der Militärausgaben. Sie droht in jedem Augenblick Katastrophen zu provozieren, welche an Greuel alle Greuel übertreffen würden, die die Welt jemals gekannt hat. Dieser Polittk der Roheit und der Gewalt mnß das internationale Proletariat mehr denn je alle Kräfte, über die eS verfügt, entgegensetzen. Unsere italienischen Genossen haben schon gegen die Expeditton nach Tripolis getan, was sie unter so ungünstigen Verhältnissen tun konnten. Sie haben gekämpft und sie werden fortfahren, Fuß um Fuß gegen die nattonalisttsche Besttalität zu kämpfen. Aber ihre Ansttengungen müssen von der ganzen Internationale unter- stützt werden. Es müssen eben alle unsere Sektionen ihnen unsere moralische Solidarität bezeugen. Wir protestieren also mit ihnen gegen den Krieg, und zugleich sprechen wir den Wunsch aus. daß die türkische Regierung,— indem sie aus den Ereignissen die Lehre zieht, welche sich aus ihnen ergibt, indem sie sich bemühen soll, die ethnischen Gegensätze auszu- gleichen und den Beschwerden der Arbeiterklasse Rechnung zu tragen,— zur Annäherung der Balkannationen wirksam beitragen möchte, bis ihre intimere Vereinigung zu einem föderativen Organismus erfolgt sein wird. Die Nationen des Südostens von Europa besitzen alle Kulturbcdingungen für eine autonome Entwickelung. Sie sind ökonomisch ver- Kunden, sie werden sich politisch verbinden müssen. Der Sozialismus wird also mit seinem ganzen Einfluß die Idee der Solidarität der Balkannationen unterstützen und wird die Widerstandskraft dieser Völker gegen die Intrigen und Angriffe dcS europäischen Kapitalismus stärken. Arbeiter aller Länder! Vereinigt Euch gegen den Krieg, manifestiert für den Frieden, für die Abrüstung und für die Solidarität der Völker! Der gcfchäftefiibrcndc Husfchuß des Internationalen SozuUrdfcben Bureaus: Edouard Anseele. L6on Furnemont. Emile Vandervelde. Camille Huysmans, Sekretär. Die heiliichcn Candtagswalsicn. Die»hälftige Erneuerung � der hessischen Zweiten Kammer wird am Freitag, den(5. November, vor sich gehen. Die»Reform� de» heisiü'ben LandiagSwahlrechtS vermochte auch diese veraltete, die politische Entwickelung des Landes hemmende Bestimmung der halb- schick-tigen Wahl nich, zu beseitigen. Nicht einmal die einmalige gänzliche Erneuerung des Landtage» wagte die Mehrheit zu bc- schlietzen— au» Furcht vor der Sozialdemokratie, obwohl jetzt direkt gewädlt wird und der neue Landtag sonach nach zwei ganz verschiedenen Wahlsystemen-zusammengesetzt sein wird. Von den 50 bisherigen LandtagSabgeordneten scheidet die Hälfte auS und dazu kommen die 8 neuen, durch die Wahlreform ge- fchoffenen Mandate, von welchen je eins auf die Städte Mainz. Darm« sladt, Gießen, Offenbach und Worms und je eins auf die ländlichen Bezirke der drei hessischen Provinzen entfällt. ES find also 83 Mandate neu zu besetzen, von welchen bisher S im Besitze der Nationalliberalen, 7 in dem der Bauernbündler waren, während S dem Zenlnim, S der Sozialdemokratie. 1 den Freisinnigen und 1 den „Wilden" gehörte. Die Konstellation der bllrgrrllchen Partelm im gegmwärttgen Wablkompfe wird völlig von der Furcht vor der Sozialdemokratte beherrscht. Wo die Wahl des sozialdemokratischen Kandidaten von vornherein aussichtslos erscheint, da gibt es meist eine heftige Katz. bolgerei um die Beute bei den Bürgerlichen. Dort jedoch, wo irgend eine Aussicht auf Erfolg des Sozialdemokraten erstehen könnte, liegen sich die feindlichen Brüder gerührt in den Annen. Je nach den Verhältnisien im Wahlkreise zieben Bündler. Rational- liberale oder Zentrum ihre Kandidaten zugunsten eines Kandidaten der.befreundeten" Partei zurück in der Zuversicht, daß et im be- »lachbarten Kreise umgekehrt gemacht wird. Eine zugleich traurige und lächerliche Rolle spielen di-Smal die hessischen Freisinnigen. Während diese bei den letzten LandtagSwahlen im Jahre 1303 mit sehr geringen Ausnahmen ent- schloffen zur Sozialdemokratie standen— ei handelte sich um die leider nicht gelungene demokratische Ausgestaltung der Wahlreform suchten sie diesmal fast überall Fühlung nach xechtS mit dem politisch schwer kompromittierten hessischen Nationalliberalismus. Ihr Angebot eines Zusammengehens mit diesem wurde aber von den völlig dem Zentrum und den antisemitischen Bündlern verfallenen Na- tionalliberalen überall abgelehnt. Während daraus der Freisinn in Ober- hcffen meist selbständig vorging, entschloß er sich anderswo, seinen Anhängern die Stimmabgabe für den Notionalliberalen oder den Sozialdemokralen freizugeben. In einigen Kreisen verstand er sich sogar zur bedingungslosen Unterstützung der Nationallibcralen. In Mainz erwuchs ihm dafür schöner Lohn, denn hier entschlossen sich nicht nur die Rationalliberalen, sondern auch die Ultramontanen. den.freisinnigen' Kandidaten tatkräftig zu unterstützen und so den Sozialdemokraten die Wiedergewinnung des 1908 verlorenen Mainzer Mandats unmöglich zu machen. Die jämmerliche Haltung des hessischen Freisinns bei den LandtagSwahlen wird ihm jedoch jetzt nichts einbringen: bei den folgenden ReichStagSwahlen sich aber bitter an ihm rächen. Die Furcht der bürgerlichen Patteien vor der Sozialdemokratie entstammt den Erfahrungen, die man bei den Reichstagsnachwahlen in Gießen-Nidda und Friedberg-Büdingen gemacht hat. Aber auch die Furcht des bösen Gewissen» wirkt mit. denn die Versüiidigung der bisherigen LandtagSmehrheit an den politischen Rechten des Volkes, die Preisgabe Wicktiger Reckte der Zweiten Kammer an die Herrenkammcr, die hoffnungslose Finanzlage HeffenS: alles das schreit zum Himmel und hat tiefe Erbitterung in den Wählerkreisen geschaffen. Und doch können die Machthaber in Hessen ruhig schlafen. Sie haben e» durch ihre skandalöse Wahlreform nur zu gut ver» standen, vorläufig wenigstens noch der Abrechnung zu entgehen. DaS Pluralwohlrecht lZweistimmenrecht für Wähler über b0 Jahre) verschafft insbesondere in den ländlischen Bezirken, bei dem erheblich höheren Durchschnittsalter der bäuerlichen Bevölkerung gegenüber den Arbeitern, den Bündlern und dem Zentrum erhebliche Vorteile. Aber auch in den Städlen überwiegt die Zahl der über b0 Jahre allen bürgerlichen Wähler verhältnismäßig erheblich die der Proletarier. In ganz Heffenland bleibt die Stimmcnziffer der sogenannten Altmännerwähler nur um etwa 12000 hinter der der Wähler mit einer Stimme zurück. Den Schaden davon hat allein die Sozialdemokratie. Ferner wird die verschärfte Steuer» rückstan d sklausel in dielen Tagen unerträglicher Teuerung Tausenden von Arbeitern daS Wahlrecht kosten. Dazu kommt die schamlose neue WahlkreiSeinteilung, die ganz auf das Interesse der Mehrheitsparteien zugeschnitten wurde, zum Schaden der Sozial» deniokratie wie dcS Freisinns. Die hessische Sozialdemokratie dürfte unter diesen widrigen Umständen am 3. November kaum mehr Mandate erhalten als bis- her, trotzdem aber wird ihr eine nicht geringe Vermehrung ihrer Stimmenzahl sicher gelingen. Die eigentliche Quittung für die Schandtaten der reaktionären Mehrheit wird auch in Hessen erst der 12. Januar 1912 bringen.___ Der Krieg. Die Nachrichten über die Lage in T r i p 0 l i s widersprechen einander durchaus. Die Türken berichten in der bestimmtesten Weise über die Siege ihrer Truppen, die nahe daran seien, Tripolis einzunehmen. Die türkische Botschaft in Berlin gibt folgendes amtliches Telegramm bekannt: In der Nacht vom 24. auf den 25. Oktober griffen türkische Truppen, durch Freiwillige unterstlltzt. die Italiener an. Die feindliche Linie wurde an ,nehrereii Punkten durchbrochen. Bei diesem Kampf, der bis zum nächsten Tage 4 Uhr nachmittags dauerte, wurde der Feind bis zu dem Borort Mahalla zurückgedrängt. In der Nacht vom 27. auf den 23. Oktober wurde der Angriff erneuert. Die Italiener wurden in dir Flucht geschlagen und verließen die Fort» Seidoe, MiSri und Henui, wo sie zahlreiche Borräte» Munition und Maulesel zurückließen. Die Verluste der Jta- liener sind bedeutend. Die türkischen betragen ungefähr 40 Tote und 100 Verwundete. Nach den letzten Rachrichten sind die Italiener gezwungen, die Verteidigung auf die Stadt selbst zu beschränken. Die Einnahme der Stadt ist in kurzem zu erwarte». Diese Nachrichten werden von den I t a l i e n e r y nicht minder bestimmt als falsch erklärt. Die italienische Botschaft gibt folgende Note aus: Angesichts der phantastischen Nachrichten, die über die Lage deS italienischen Expeditionskorps in Tripolis der- öffentlicht worden sind, hält es die italienische Botschaft für nütz» lich, nachfolgende Mitteilung zu machen, durch die die gegenwärtige Lage auf dem Kriegsschauplatz genau bezeichnet wird: Die Italiener find in allen Kämpfen zu Wasser und zu Lande ohne Ausnahme Sieger geblieben. Sie haben Tripolis, Benghasi, Derna, Hoins und Tobruk besetzt, indem sie den Feind zwangen, sich zurückzu- ziehen. Seitdem find alle Angriff« deS Feindes zurückgeschlagen worden, wobei ihm sehr schwere Verluste zugefügt worden sind. Die italienischen Truppen haben zahlreiche Kanonen und zwei Fahnen erbeutet. Nach der Schlacht vom LS. hat lein Kampf mehr stattgefunden. Am merkwürdigsten ist, daß die Italiener nicht nur be- haupten, Sieger geblieben zu sein, sondern überhaupt leugnen, daß nach dem 26. gekämpft worden ist. Die Erfolge der Türken sollen hauptsächlich in der Nacht zum 28. errungen ivorden sein. Will man also nicht annehmen, daß die amt- lichen türkischen Depeschen überhaupt aus freier Luft er- funden sind, so macht die Ableugnung jedes Kampfes die italienischen Dementis allerdings stark verdächtig. Die Barbarei der Kriegsführung. Die Italiener suchen sich gegen die Anklagen, durch die Massenhinrichtungen gefangener Araber sich einer infamen Grausamkeit schuldig gemacht zu haben, durch gewundene Redens- arten zu entschuldigen, die- aber schließlich nur ein G e- st ä n d n i s ihrer Schandtaten enthalten. Die„Agenzia Stefani" erklärt: Infolge deS Verrate«t der Wiederaufnahme der Verhandlungen über neue Handels- vertrage zu befassen haben; er wird erneut mit den Fragen deS Wahlrechts und der Steuern sich beschäftigen und bei der ganzen Natur des jetzigen Herrn Reichskanzlers müssen wir befürchten, daß er seine Stellung abhängig macht von der Majorität des Reichstages. Unter diesen Umständen muß ich an unsere zahlungsfähigen Freunde die dringende Bitte richten, uns diesmal mit wirk- lich erheblichen Beiträgen zu unterstützen, welche sich nicht auf einige 100. sondern auf einige 1000 M. belaufen. Es sind mir bisher in dankenswerter Weise Zahlungen von 1 bis 7000 Mark zugewandt worden und ich möchte auch Sie bitten, mir in diesem Rahmen Ihren Beitrag zur Verfügung zu stellen Die Zahlung desselben erbitte ich an die„Genossenschaftliche Zentralkasse d. B. d. L., Berlin SM. 11. Dessauerstratze 26" auf das Konto„W." zu meiner persönlichen Verfügung. Ich habe die Absicht, in erster Linie aus diesen Mitteln diejenigen Wahl- kreise zu unterstützen, in welchen die hervorragenden konserva- tiven und agrarischen Führer kandidieren und bin gern bereit, über die Verwendung des Geldes Rechenschaft abzulegen. Wenn die deutsche Landwirtschast nicht den Entschluß faßt, die nötigen Opfer diesmal zu bringen, so fürchte ich für unsere Zukunft ganz autzerordentlich. Ich bin der Meinung, daß die Geldmit-tcl, welche wir zu diesen Wahlen aufwenden, sich autzerordentlich gut verzinsen «erde«, Mit vorzüglicher Hochachtung ergebenst Freiherr v. Wangenheim. Freiherr v. Wangenheim scheint also auch nicht viel von der Sieghaftigkeit des konservativen Gedankens zu halten. Trotz des Kalikorruptionsfonds und ähnlicher schöner Ein- nahmeguellen sieht es leer aus in den Bundeskassen: deshalb heran mit den Moneten! Und da Herr v. Wangenheim die vaterländische Ethik seiner Pappenheimer kennt, appelliert er nicht an ihre Vaterlandsliebe, ihren Monarchismus, ihre Volkstreue, ihre konservativen Ideale, sondern an ihre Hab- gier. Die Agitationsgelder werden sich außerordentlich gut verzinsen, daS heißt, wenn der schwarzblaue Block siegt, wer- den die Konservativen die Lage benutzen, sich weitere LiebeS- gaben und Subsidien auf Kosten der breiten Volksmassen zu verschaffen. Etwas unvorsichtig von dem Vorsitzenden des Bundes der Landwirte, seine schönen Schröpfungsabsichten so offen auszusprechen! Doch die„Kösliner Ztg." hat noch einen zweiten Brief erhalten, der fast noch schöner ist. Er lautet: Euer Hochwohlgeboren! Die Wahlen zum Reichstage stehen unmittelbar vor der Tür. Der Kampf wird diesmal, wie allgemein bekannt, sehr schwer werden; nur durch«ine andauernde, ernste und umfangreiche agitatorische Tätigkeit kann eS gelingen, unseren Wahlkreis der konservativen Partei zu erhalten. Diese Agitation macht aber sehr erhebliche Kosten, zu deren Deckung ausreichende Mffttel nicht vorhanden sind. Euer Hochwohlgeboren werden deshalb ergebenst um«inen Beitrag zum Agitationsfonds gebeten, dey Sie mit Rücksicht auf den viel ernsteren Kampf gefälligst höher bemessen wollen, als den zur Wahl im Jahre 1007 gezahlten. Aus besonderen Gründen, die einer Klarlegung wphl nicht bedürfen, wird dies Schreiben diesmal nicht, wie üblich. von dem Herrn, der die Aufforderung sonst hat ergehen lassen, sondern mit seinem Einverständnis von mir unterzeichnet. Eine möglichst baldige Ueberweisung JhreS Beitrages an den Unterzeichneten wäre im höchsten Grade erwünscht. Mit vorzüglicher Hochachtung (gez.) Timme, Kreissekretär. Zur Wahl im Jahre 1907 zahlten Euer Hochwohlgeboren einen Beitrag von.... Mark. Wie kommt der Herr Timme in seiner Eigenschaft als Kreissekretär dazu, solche Bettelbriefe zu schreiben und als amtlicher Geldeinsammler der konservativen Partei zu fun- gieren? Doch er ist, wie er in dem Schreiben zugesteht, nur Beauftragter eines anderen, der sonst die Bettelbriefe ver- sandt hat. Wer ist dieser große Unbekannte? Natürlich nicht der Herr Landrat des Kreises Köslin, Herr v. Eisenhart- Rothe, denn ein preuß-scher Landrat weiß natürlich ganz genau, daß er Staatsbeamter ist und nicht politischer Wahl- agent der konservativen Partei. Aber wer ist denn der große Unbekannte? Wir sind neugierig, diese aufopferungsvolle Seele kennen zu lernen._• Tie bayerischen Gemeindewahlen. Im Laufe deS Monats November finden im rechtsrheinischen Bayern an verschiedenen Terminen die Wahlen zu den Gemeinde« Vertretungen statt. ES sind die zweiten unter der Geltung deS im Jahre 1908 zum ersten Male erprobten Verhältniswahlsystems, und sie gewinnen erhöhte Bedeutung dadurch, daß durch sie der sozial- demokratische Einflutz in den Kommunen wixder eine beträchtliche Steigerung erfahren wird. Bei den in dreijährigen Perioden er» folgenden Wahlen werden die Vertretungen, soweit eS sich um Ge« nieiuden mit städtischer V-rsasiung handelt, nicht vollständig, sondern immer nur zu einem Drittel erneuert, sodatz. bei neunjähriger Amtszeit der Gewählten, die volle Wirkung de» Proporzes sich erst nach Verlauf von drei Wahlperioden, also erst im Jahr« 1914. äutzcrn wird. Bei der diesmaligen Wahl wird sich die Zahl der 1908 neu gewonnenen Sitze voraussichtlich verdoppeln, bei der nächsten Wahl in drei Jahren mindestens verdreifachen. Da» System der Verhältniswahl kommt nur in den Gemeinden mit über 4000 Einwohnern zur Anwendung; durch diese schlaue Bestimmung hat sich daS bayerische Zentrum die unumschränkte Herr- schast W den ländlichen Gemeinden gesichert, während es in den gröberen Orten, wo gewöhnlich der Liberalismus bisher in der Kommunalvertretung dominierte, durch die Verhältniswahl Eingang findet. Im Jahre 1903 betrug die Zahl der Gemeinden mit über 4000 Einwohnern IIS, nach der letzten Volkszählung ist sie aber aus 128(von rund 8000 im ganzen) gestiegen. Diese 128 Gemeinde« Zählen zusammen ÜB« 2'/, Millionen Einwohner, 56.7 Proz. der Gesamtbevöllerung. In Bezirken mit großen Industrie orten ist der Prozentsatz weit höher; so beträgt er in dem industriellen Mittelfranken mit Nürnberg als Hauptort 63,9 Prozent. 1908 trat die Sozialdemokratie im rechtsrheinischen Bayern ldie Pfalz, die eine eigene Gemeindeberfassung hat. scheidet hierbei aus) in 42 Gemeinden mit über 4000 Einwohnern in den Wahl- kämpf ein und kam auf eine Zahl von 242 Vertretem, wovon allein 303 auf den Gau Nordbayern entfallen. Die Wahlen haben auch dadurch größere Bedeutung, daß dies- mal nicht nur in den Gemeinden mit städtischer Berfassung, die nur einen kleinen Teil der 8000 bayerischen Gemeinden bilden, gewählt wird, sondern auch in den Landgemeinden, so daß also die Be- wegung ein viel weiteres Gebiet umfaßt und höhere Wogen schlägt. In den Gemeinden mit ländlicher Verfassung wird nicht alle drei- sondern alle sechs Jahre gewählt, und zwar wird dabei die ganze Verwaltung, einschließlich des Bürgermeisters, erneuert. Diesmal haben wir auch in zahlreichen Landgemeinden Aussicht auf erfreu- liche Erfolge, namentlich in der Nachbarschaft von größeren Städten. Die Hauptaufmerksamkeit konzentriert sich natürlich auf die großen Jndustrieorte, namentlich München in Südbahern und Rürn- Berg in Nordbayern. In Nürnberg haben wir bei den letzten Wahlen mit einem Schlage die Hälfte oller erledigten Sitze— 10— erobert, so daß wir diesmal auf 20 Sitze kommen und damit ein volles Drittel der Kollegiumssitze einnehmen werden. Gege« die Maßregelung der Eisenbahner. In einer dem Reichstage zugegangenen Interpellation verlangt die sozialdemokratische Fraktion des Reichstages von der Regierung Auskunft über die wiederholte Maßregelung von Eisenbahnarbeitern. Die Interpellation hat folgenden Wortlaut: „Ist es dem HerrnAieichSkanzler bekannt, daß Arveiter der Reichs- eisenbahn nach langjähriger, durchaus zufriedenstellender Arbeit auS ihrer Arbeitsstelle entlassen wurden, weil sie zur Vertretung ihrer wirtschaftlichen Interessen im Rahmen der bestehenden Reichsgesetze tätig waren? Was gedenkt der Herr Reichskanzler zu tun, um solch Willkür- licheS, der Gleichberechtigung der Staatsbürger widersprechendes Vorgehen der Reichseisenbahnverwaltung für die Zukunft unmöglich zu machen?'_ Amtlich festgestelltes Wahlergebnis in Ratibor. Bei der ReichstagSwahl im 7. Ratiborer Wahlkreise am 27. Oktober wurden insgesamt 18 361 gültige Stimmen abgegeben: davon erhielt Grundbesitzer Sapletta in Ratibor sZentrum) 8632. Pfarrer BanaS in Lubolvitz sPole) 4399, Regierungsrat Lüdke in Ratibor(ReichSpartei) 3467, GewerkschaftSsekrerär Schwoob i» Kattowitz(Sozialdemokrat) 1300 Stimmen. Zersplittert sind drei Stimmen. ES ist somit Stichwahl zwischen Sapletta und Banas erforderlich, die am 8. November stattfinden wird. Wilhelm II., die Schwarzen und der Islam. Wilhelm II. hat es für ersprießlich gehalten, gerade jetzt, da in Tripolis eine islamitische Bevölkerung gegen einen europäischen Eroberer kämpft, seine Meinung über den Islam und über Be- Handlung der Neger zum besten zu geben. Am 30. Oktober empfing der Kaiser den Bischof Munsch, den apostolischen Vikar von Kili- mandscharo lDeutsch-Ostaftika) und«inen anderen Missionar. Bei dein Empfange wurden selbstverständlich Missionsangelegenhetten besprochen. Wilhelm II. entwickelte nach der.Germania" dabei ein ebenso kurzes wie anfechtbares Kolonialprogramm, da» in den Worten gipfelte:»den Negern muß Religion beigebracht f w e r d e n", sie müssen aber auch arbeiten. ES bedurfte nicht erst dieser kaiserlichen Meinungsäußerung. Unsere Kolonial- ß kopitalisten haben die Neger schon lange als Freiwild für ihre SuSbeutungSgelüfte angesehen und sich allen Bestrebungen, den Schwarzen ein menschenwürdigeres Dasein zu verschaffen, widersetzt. Und wnS die Neger bei ihren Ausbeutern an Betätigung der christ- liehen Religion gesehen haben, ist nicht dazu angetan, ihnen be- sonderen Respekt vor dieser Religion beizubringen. Ferner hat Wilhelm II. den I ö l a m als e i n e G e f a h r be- zeichnet, der entschieden entgegengetreten werden müsse. Diese Aeußerungen werden zwar dementiert, wenigstens sollen sie nicht in dieser scharfen Form gefallen sein. Dem Sinne nach hat sich der Kaiser aber auch nach dem Dementi so ausgesprochen. Dabei galt Wilhelm II. bisher in der islamitischen Welt als eine Art Schutzherr des Islam. Und er selbst hat seinen redlichen Teil dazu getan, um diese Meinung aufrecht zu erhalten; man braucht nur an seine Jerusalemreise im Jahre 1893 mit ihren romantischen Begleit- crscheinungen und an seine Tangerfahrt im Jahre 1905 zu erinnern. Und jetzt, wo durch die islamitische Welt eine gefährliche Gärung geht, wo die Feindschaft gegen die christlich europäische Kultur überall, wo eS Mohammedaner gibt, die schärfsten Formen annimmt. kommt diese Brüskierung des Islam durch seinen einstigen.Schutz Herrn". Die Rolle, die Deutschland im italienisch-türlischen Kriege spielt, hat eS in der europäische» Türkei schon um allen Kredit ge bracht, die Aeußerungen des Kaisers werden auch die übrige islamitische Welt gegen Deutschland aufbringen und die schon ge- spannte Weltlage noch verschärfen. Wilhelm II. hat eben bei allen seinen Ausflügen in das Gebiet der Weltpolitik kein Glück. Ein heißer Empfang- wurde dem Reichsverbandsgeneral Exzellenz v. Liebert bei seinem ersten Debüt in Stuttgart zuteil. Der Saal, in dem er seine Rede gegen die Sozialdemokratie am Montag, den 30. Oktober, vom Stapel ließ, war etwa zur Hälfte von Sozialdemokaten besetzt. Liebert konnte seine Rede trotz schärfster Provokationen der Sozial demokratie— so bedauerte er. daß da« Sozialistengesetz nicht noch� malS 12 Jahre verlängert worden sei, dann wäre die Sozialdemo kratie wahrscheinlich vernichtet gewesen usw.— ohne außergewöhw liche Unterbrechungen beenden. AIS aber ein Parteigenosse dem Herrn General erwidern wollte und ihm etliche derbe Wahrheiten sagte, machten die Herren.Nationalen" Mordsradau. Und als der reichSverbändlerische Vorfitzende der Versammlung gegen den un- bequemen Diskussionsredner gor«och da».HauSrecht" zur An Wendung bringen wollte, war es vorbei mit der Geduld der«nti» ReichSverbändler. Kraftvoll brausten die Klänge der Marseillaise durch den Saal. Die.Nationalen" versuchten eS mit.Deutschland. Deutschland", konnten aber gegen das Kampflied der Sozialdema kratte nicht auftommen. Schließlich erschien die vom VersammlungS leiter zitierte Polizei auf dem Plan. Die Versammlung wurde ge. schlössen. In Zukunft wollen die ReichSverbändler unter Ausschluß der Oeffeutlichleit tagen. Scharfmacher und Privatbeamtenversicherung. Der.Verein zur Wahrung gemeinsamer wirtschaftlicher Jnter- essen für Rbemland und Westfalen"— im Industriegebiet allgemein der»«rein mit dem langen Namen genannt— bat sich be, seiner Tagung m Düsseldorf mit der Privatbeaintenversichcrung be- faßt. Der preußische Landtagsabgeordnete Dr. Beumer. der Syndikus diese» Vereins, kritisterte, daß der Reichstag die gründlichen Untersuchungen nanibaster Versicherungsleute über das Privat- beamtengesctz zu wenig beachte. Diese Untersuchmigen hätte» ergeben. daß. wenn man die Privatbeaintenversicheriing den bestehende» Lebensversicherungen usw. überweise,«ine jährliche Ersparnis von rund 100 Millionen Mark zu erziele» sei.— Der Berein sprach sich weiter dafür aus, daß sobald als möglich ein.industrielles EnteignungSgesetz" geschaffen werden müsse. Dieses Ent- eigmmgSgesetz ist nämlich so gedacht, baß der Industrie das Recht 1 Fortschrittliche Volkspartei 6(1241) und Zentrum 4(1200 Stimmen). a* 1 v-v. a%- V ,4 C TY..«<«« V r« 7. � a.«Ct.. � 4«« a m � P w«« a. Ta a.. 7C.««a£1 a%* T t If« a 4* CTlI t a 4 a 4. T4 v ,4 f a aÄ 4� r r f 7-, QO fö-- PYT eingeräumt werden soll, Grundstücke usw. zwangsweise erwerben zu können, wenn sich dies zur Ausbreitung industrieller Anlagen oder zur Hebung von Bodenschätzen nötig machen sollte. Prügelnde Hüter der Ordnung. Eine schwere, aber gerechte Strafe verhängte die Strafkammer in Mein ingen über zwei Schutzleute, namens Krauß und Müller ans Hildburghausen, die einen zwölfjährigen Jungen mißhandelt hatten. Der Junge sollte einem Techniker eine Uhr gestohlen haben; später stellte sich aber heraus, daß die Uhr überhaupt nicht gestohlen war, da sie sich in einer Rocktasche des Technilers vorfand. Unter dem Druck der Mißhandlungen hatte der Junge den angeblichen Diebstahl gestanden, dann aber widerrufen. Wegen Mißbrauch im Amte nnd Erpressung erkannte die Strafkammer gegen den Schutz- mann Krauß auf ein Jahr Zuchthaus und bei seinem Kollegen Müller auf vier Monate Gefängnis. Ein Stellvertreter Gottes als Erzieher. Zu dieser Spitzmarke lieferte eine Verhandlung vor dem Ober- kriegsgericht des 9. Armeekorps in Altona eine bemerkenswerte Illustration. Am 15. April d. I. unternahm der Musketier Georgi in Bremen einen Selbstmordversuch. Er lud sein Dienstgewehr mit einer Platzpatrone und jagte sich die Ladung in die Mundhöhle. Der Oberkiefer wurde vollständig zerrissen. G. kam sofort ins Lazarett und wurde hier wieder geheilt, doch ist das Gesicht schreck» lich entstellt. Die aus diesem Anlaß angestellten Ermittelungen ergaben, daß G. sich durch Trangsalierungen des llnterossiziers PreSke von der 2. Kompagnie des Infanterieregiments Nr. 76 in Bremen zu dem verhängnisvollen Schritt entschlossen hatte. Die Voruntersuchung ergab folgendes: Bei einer Uebung im Freien ärgerte sich der Unteroffizier über das angeblich dumme Gesicht des Musketiers. Um diesen Arger hinwegzuräumen, ließ er G. mit bepacktem„Affen" einen steilen, 10 Meter hohen Sandberg so oft stürmen, bis der Soldat völlig.ermattet war.— G. war Barbier. Deshalb mußte er dem„Herrn" Unteroffizier Preske häufig die Haare schneiden und auch brennen. Bezahlung erhielt er dafür nicht. Darüber befragt, gab Pr. an, daß erstemal habe G. nichts verlangt, daruni habe er auch später nickts gegeben. Nach einem langen Marsch hatte G. wunde Füße. Ihm lvar deshalb Schonung bewilligt, und er lag zu Bett. Preske ließ ihm zweimal den Befehl übermitteln, er solle kommen und ihm die Haare schneiden. G. ließ daraufhin sagen, seine Maschine sei defekt, auch habe er Schonung. P. befahl dann. G. solle mit der Scheere kommen. Dieser ließ sagen, er schneid« dem Unteroffizier die Haare über- Haupt nicht. Diese Antwort meldete Preske dem Feldwebel. Dieser entschied aber, der Unteroffizier habe kein Recht, von dem Musketier das.Haarschneiden zu verlangen. Wenn aber der Befehl erteilt sei, müsse G. ihn ausführen; er könne sich ja später beschweren. Jetzt ging G. mit seiner Sckeere zu dem Unteroffizier. Dieser schrie ihn an:„Sie Sau, Sie Dreckspatz! Jetzt sollen Sie mir die Haare überhaupt nicht schneiden. Ich bin schon mit vielen dummen Jungen fertig geworden, und mit Ihnen werde ich auch fertig." G., eine weiche Natur, schritt nach dieser Episode zu dem Selbst. Mordversuch. Gegen den Unteroffizier Preske wurde die Anklage verfügt. Die Verhandlung vor dem Divisionsgericht endete mit seiner Per- urtcilung wegen Mißbrauchö der Dienstgewalt. Beleidigung und vorschriftswidriger Behandlung Untergebener zu 36 Tagen Mittel» arrest. Gegen dieses Urteil wurde von beiden Berechtigten Be- rufung eingelegt. Der Gerichtsherr will die Strafe erhöht, der Angeklagte herabgemindert wissen. Die Verhandlung zeigt das frühere Bild. Ein als Sachverständiger geladener Militärarzt sagt aus. G. fei sehr empfindlick. Auf seine Empfindlichkeit fei der Selbstmordversuch zurückzuführen.(?) Der Vertreter der Anklage hält eine Erhöhung der Strafe am Platze. Den Unteroffizieren müsse durch ein abschreckendes Beispiel beigebracht werden, daß siq kein Recht hätten, Untergebene in der Weise, wie hier geschehen, zu traktieren. Das Obcrkriegsgericht verwirst die Berufung des Ge- richtsherrn»nd gibt derjenigen des Angeklagten zum Teil statt, indem es die Strafe erster Instanz auf 4 Wichen Mittelarrcst herabsetzt,_ fnmkrtid). Vergebliche Scharfmacherei. Paris, 1. November. Das Verfahren gegen die aus Anlaß des Eisenbahneraus st andes vom vorigen Jahre strafrechtlich verfolgten Leiter des Eisenbahner- s y n d i k a t s ist durch Entscheidung der Anklagckammer ein- gestellt worden. In dem Erkenntnis heißt es. ein Z u- sammenhang zwischen der Streikbewegung, den Sabotage- fällen und den gewaltsamen Arbeitsstörungen könnte nicht festgestellt werden._ Die Verhandlungen mit Spavic». Paris, 31. Oktober. Der„TempS" meldet aus Madrid, die französische Regierung habe bisher an Spanien keineswegs ein bestimmtes Ansuchen betr. ein: Gebietsrückerstattung an den Sultan gerichtet. Man wisse nur. daß der spanische Minister des Aeußern nach einem GidankenauStausch mit dem fron» zösischen Botschafter Gcoffray den Grundsatz einer Ent- schädigung zugestanden habe. Die spanischen Anerbieten erschienen in Paris nicht einmal einer eingehenden Prüfung wert, und man warte annehmbarere Vor- schlage ab._ Klassenjustiz. Quimper, 1. November. Das Schwurgericht verurteilte den Generalsekretär de? S h n d i k a t S v e rb a n d e s in Finistere R o u l l i e r wegen Anstiftung zum Diebstahl. Aufreizung von Soldaten zum Ungehorsam und Beleidigung von Beamten zu drei Jahren Gefängnis und 1000 Fr. Geldstrafe. Roullier hat die Straftaten zur Zeit der TeuerungStundgebungen Sngl-n-I. HandelSvertragSfrcihcit für die englischen Kolonien. London, 1. November. Sir Edward G r e y gibt bekannt, die britisch« Regierung sei im Begriff, mit Kolumbien. Dänemark. Frankreich, Mexiko, Marokko, Norwegen, Rußland. Schweden, der Schweiz und Venezuela wegen der Stellung der überseeischen Besitzungen mit Selbstverwaltung zu denHaudels- Verträgen in Verbindung zu treten. Grey erklärt, eS sei nicht beabsichtigt, über neue britische Verträge zu verhandeln, sondern lediglich den Besitzungen das Recht zu sichern, von den bestehenden britischen Handelsverträgen, wenn sie es wünschten, zurückzutreten. Hus der Partei. BürgerauSschußwahleu in Mannheim. Am 31. Oktober ging in Mannheim die Bürgerausschuß- Wahl zur zweiten Klasse vor sich. Die in dieser Klasse zu vergebenden 32 Sitze waren bisher im Besitz der Liberalen nnd der Fortschritt- lichen VoNspartei. von denen diesmal zwölf Sitz- an die Sozial- demokratie abgetreten werden mußten. Unsere Partei hat bekanntlich durch Einführung beS Verhältniswahlsystems bei der am 15. Ol- tober stattgehabten Wahl zur dritten Klasse von ihren 32 seitherigen Sitzen sechs an daS Bürgertum abtreten müssen, so daß sie nun einen Gewinn von sechs Mandaten buchen kann. Die Verteilung der Mandate der zweiten Klasse ist folgende Sozialdemokratische Partei 12(2813 Stimmen), Liberale 8(1852),: Eine Sondergruppe bürgerlicher Mieter brachte es mit 630 Stimmen auf zwei Mandate. poUzelUebes, Omcbtltchca ukw. Auf ein falsches Gleis geraten, so berichtet man unS unterm 31. Oktober aus Ha l l e a. S., war der Staatsanwalt mit einör Anklage gegen den Redakteur Genossen Kasparek vom„Volks- blatt". K. sollte nach einer, gelegentlich des Jugendtages im Saale des„Volksparks" aufgelösten Versammlung ünbefugt„im Haus- flur" verweilt haben. Die Polizei schleppte ihn— es war damals Pfingsten— nach der Wache und sandte ihm zu seiner Ueber- raschuug ein Strafmandat— höher ging es nicht— über 150 M. Das Schöffengericht kam zur Freisprechung, da eine Uebertrctung des Reichsvereinsgesetzes nicht vorlag und die Polizei rechtswidrig gehandelt habe. In seiner Berufung versuchte der Staatsanwalt nun die Sache so zu deichseln, als liege ein Vergehen gegen K 110 des Strafgesetzbuchs vor, da K. aufgefordert habe, die„Vcrsamm- lung" nicht zu verlassen. Erstens stimmte das gar nicht, zweitens kam die Sache an die„verkehrte" Strafkammer, und drittens hat das Gericht im Falle des Genossen Peters-Berlin bereits festgestellt, daß die Polizeimaßnahmcn ungesetzlich waren. Die vom Staats- anwalt gewiß gutgemeinte Berufung war erfolglos. ES blieb bei der Freisprechung._ Der Prozeß der„Sittlichen". Vor dem Schwurgericht Stuttgart fand am Dienstag, den 81. Oktober die Verbandluug gegen den verantwortlichen Redakteur des„Wahren Jakob" B. H e y m a n»_ wegen angeblicher„Verbreitung unzüchtiger Schriften und Abbildungen im Sinne des§ 184 Ziffer 1 des Strafgesetzbuches statt. Die unter Au- klage gestellte Nummer des„Wahren Fatob" vom 16. August 1910 ist dem Katholikentag, besser gesagt dem Zentrun,»Parteitag gewidmet. Sie gibt in derb satirischer Weise Antwort auf die Angriffe des Zentrums gegen die„rn, sittliche Sozialdemokratie". Die Bilder mit und ohne Text bchaildein die Schweinereien von ZentrumSpfaffen, an Schulkindern und Mädchen verübt, so die Affäre des Stadtpfarrers Bauer in Schramberg in Württemberg, der wegen Siltenverbrechen an noch nicht vierzehnjährigen Schulmädchen, verübt in der Kirche und im Studierzimmer, zu drei Jahren Zuchthaus und filns Jahren Ehr« Verlust verurteilt worden ist. Ebenso wird in der inkriminierten Nummer des„Wahren Jacob" die„erzieherische" Tätigkeit des PfarreS Scheuer von Kolbermoor gegeißelt. Dieser Pfarrer hat nicht nur ein Mädchen geschwängert, sondern die Nnglückliche auch noch zum Meineid verleitet. Dann ist der geistliche Herr ins AuS- land geflüchtet.,. Die Verhandlung gegen den„ W a h r e n I a k o b" vor dem Schwurgericht hatte ein eigenartiges Vorspiel. Die konservative „Deulsche Reichspost' in Stuttgart muß auf irgend eine Art Kenntnis davon erlangt haben, daß vom Angeklagten die Akten der vorerwähnten Prozesse beigezogcn worden sind. So erschien ein paar Tage vor der Verhandlung im genannten Blatt ein wütender Schmähartilel gegen den Augellagten und dessen Verteidiger K. Hantz» mann. In dem Artikel wird zum Schluß kategorisch Ausschluß der Oeffentlichkeit während der ganzen Verhandlung erlangt. Der Chef- redalteur des sromyien Organs hat aber vorsorglichcrweise beim Gerichtsvorsitzenden den Antrag gestellt, ihm die Anwesenheit bei den Verhandlungen zu gestatten. Der Staatsanwalt beantragte denn auch Ausschluß der Oeffentlichkeit während der ganzen Dauer der Verhandlungen. Der Verteidiger verlangte öffentliche Verhandlung. Sollte dem nicht stattgegeben, das Gesuch des Herrn Chefredakteurs des konservativen Organs aber genehmigt werden," so mühte auch allen anderen Preßvcrtretern gestattet sein, im Saal« anwesend zu bleiben. DaS Gericht beschloß, die Oeffentlichkeit vollständig auSznschliehen bis zur Verkiindung deS Spruches der Geschworenen. Die vom Verteidiger gestellte Frage, ob der Hctzartikel deS konserpmjven Blattes gegen den Angeklagten an sämtliche Geschworene versandt worden sei, wurde vom Gericht»icht zugelassen. Wie uns telegraphisch mitgeteilt wird, lautete das Urteil geg�n Genossen Heyittäun auf 300 M. Geldstrafe. Buq der Frauenbewegung. Christentum und Weib. DiZ„Westdeutsche Arbeiter-Zeitung" Hot sich in außergewöhn- liche geistige Unkosten gestürzt. Ihre letzte VierteljahrSbeilage widmete sie der Frauen frage. Natürlich ganz im Stile der M.-Gladbacher Plattheiten. Hätten die Leute wenigstens etwas von Pater R ö ß l e r profitiert, der bei aller Dogmatil doch des Blickes für die wirtschaftlichen Umwälzungen und die daraus resul- tierendeu Konsequenzen nicht entbehrt. Da liest man gleich die Behauptung, das Christentum hätte nicht nur daS Weib aus der Tiefe der Verachtung zu der Höhe der Verehrung emporgehoben, es mußte auch„jedes neugeborene Weib emanzipieren, d. h. aus einer gewissen Sklaverei befreien". Eingangs wird erzählt, im Heidentum hätte man Mädchen als Ballast betrachtet und die Neu- geborenen vielfach sofort getötet. Dann läßt pfäsfifch? WtthxheitS- liebe sich so vernehmen: „Gott sei dank ist diese Roheit des Heidentums durch das Christentum überwunden. Bloß im Neuheiden.tum deS heutigen Unglaubens kommt heutzutage der altheidiiische, furchtbare Stand- Punkt hier und da wieder zum Vorschein. So schrieb der„Vorwärts", die Hauptzeitung der sozial- demokratcn, am 4. August 1909 u. a.:„Eltern können nach reif- 'licher Erwägung zu dem Entschlüsse der Abtreibung'gelangen, weil ihre wirtschaftlichen Verhältnisse es nicht erlauben, eine größere Familie zu ernähren.... Die Gesellschaft.... hat »icht das Recht, den einzelnen zu bestrafen, wenn er das von ihm gezeugte Leben zerstört, noch bevor ps geboren wurde." Von diesem Standpunkt an bis. zu dem, daß man auch nach der Geburt das Kind fortwerfen dürfe, wenn es einem zur Last wird, ist nur ein ganz kleiner Schritt." Daß Kindermord und Abtreibung oder gar Vorbeugung daS- selbe seien, kann nur ein mit jesuitischem Oele gesalbtes Individuum behaupten. Und eS gehört die Keckheit ultramontancr Demagogie dazu, just zu einer Zeit, in der infolge derWirtfchafts- Politik des Zentrums die Kindersterblichkeit zunimmt, so etwa? zu behaupten. Wie das Zentrum das Weib emanzipiert dafür hat es wahrlich überwältigende Beweise geliefert. Vertritt es doch den Grundsatz, daß der Mann der Herr— des WeibeS. des Auchebenbildes Gottes sei. daß das Weib zu schweigen habe, daß es minderen Rechtes sei. Solcher brutalen Auffassung entspricht übrigens auch die Sozialpolitik des Zentrums. Es verteidigt die Gesindeordnung, die einen Teil des weiblichen Geschlechts zu willigen und rechtlosen Sklaven der Gnädigen macht. Das Zentrum bewilligt Milliarden für Mordwerkzeuge, aber es lehnt die obligatorische Hebawmcnhilfe ab. Das Zentrum brachte es weiter fertig, einen im Reichstag schon beschlossenen Mutter- und Kinderschutz wieder zm verschlechtern, durch Reduzierung der Schwangerenunterstützung von 8 auf 4 Wochen- für den größten Teil der erwerbstätigen Frauen. So bekunden die offiziellen und offiziösen Vertreter des Christentums ihre Hochachtung vor dem Weibe und dem„Mutterberuf". Jw Wirklichkeit drückt die katho. l'sche Kirche dem Beruf der Mutter den Stempel des Unheiligen. des Unsauberen auf, muß doch jede katholische Mutter nach jeder Geburt von dem Geistlichen ihren unreinen Körper durch einen religiösen Aft„aussegncn". Bevor dieses geschehen, darf die Muttee an keinem Gottesdienst teilnehmen, sie ist dessen nicht würdig. So sieht eS mit der Verehrung und Emanzipation des WribcS durch das Christentum aus. Die Befreiung des WeibeS von der wirt- schaftlichen und Geschlechtssklaverei kann und wird nur der Sozia- lismus bringen. Gcwcrkfcbaftlichcs. 6Irung bei den ntedcrPchlerirchen Bergleuten. In England bereiten die Bergleute den Generalstreik vor, um sich einen Mindestschichtlohn von 8 M. zu erkämpfen. In Deutschland stehen die Durchschnittslöhne lange nicht so hoch; sie gehen bedeutend herunter und erreichen in einzelnen Distrikten einen Tiefstand, der zu ernsten volkswirtschaftlichen Sorgen Anlaß gibt. Der Jahresvcrdienst eines Arbeiters der Gesamtbelegschaft betrug nach den Angaben der Berg ämter: Im Dortmunder Bezirk In Oberschlesien... Im Saarrevier... Im Aachener Bezirk. In Niederschlesien.. Gefallen sind die Löhne also überall. Während sich aber in einzelnen Revieren wiederum eine steigende Tendenz zeigt, geht die Lohnsumme in Niederschlesien ständig zurück. Das ist eine um so trübere Erscheinung, als die Löhne dort an sich schon zu den niedrigsten gehören und jede weitere Erniedrigung jetzt in der Zeit der schwersten Teuerung für den nieder- schlesischen Bergmann zu einer ganz verzweifelten Situation führt. Zahlenmäßig drückt sich dieser Lohnverlust so aus: Seit 1907 bis jetzt t911 beträgt der Verlust pro Schicht 13 Pf., oder bei 300 Schichten 39 M. Zieht man in Be- tracht. daß 1907 das Geld eine bedeutend größere Kaufkraft hatte wie 1911, so ist zu konstatieren, daß die niederschlesischcn Bergleute ihr Leben in der Zeit der Teuerung und des Lebensmtttelwuchers mit viel weniger Geld fristen sollen wie in billigeren Zeiten mit höhcrem Einkommen. Daß solche tollen Zumutungen die Bergleute aufpeitschen und selbst einzelne Belegschaften reichstreuer Grubenarbeiter mit fort- gerissen haben, ist begreiflich. Es gärt ganz bedenklich in Niederschlesien. Bisher hat sich die Form der Lohnbewegung, die aus dieser Gärung entstanden ist, in engen Grenzen bewegt. Die Arbeiter- ausschüsse haben bei ihren Direktionen die Bitte eingebracht. den Belegschaften eine Lohnaufbesserung von 15 Prozent zu gewähren. Das wurde rundweg abgelehnt. Aber weil die Not der Bergarbeiter zu augensällig ist. ließen die Direktionen an verheiratete Grubenarbeiter Kraut und Kartoffeln zum Selbstkostenpreis verteilen. Diese Art Fürsorge anstatt der Lohnzulage erbittert die Bergleute noch um ein gut Teil mehr. Einmal ist die Qualität der gelieferten Waren ver- schiedentlich sehr schlecht, und zum anderen werden hierbei auch noch die„guten" Elemente der Arbeiter und der Beamten bevorzugt. Eine Lohnerhöhung in bar lehnten die Grubenverwaltungen mit der Behauptung ab, daß die Abbauverhältnisse der nieder- schlesischen Kohle sich verschlechtert haben und dadurch und weiter durch die Einführung der achtstündigen Schicht sich die Pro- duktionskosten erhöht hätten. Wie unwahr diese Behauptung ist, geht schon daraus hervor, daß früher bei der zwölf- stündigen Schicht 186 Tonnen pro Bergmann gefördert wurden, und heute bei der achtstündigen Schicht 193 Tonnen Kohle gefördert werden. Aber noch aus einem anderen Grunde ist die Behauptung von der Unrentabilität der "Gruben eine Flunkerei. Eine der größten Bergwerksgesell- schasten z, B. hat für die Modernisierung ihres Betriebes und Einrichtung großartiger Koksanlagen Anleihen in Höhe "'von 4 Millionen Mark aufgenommen. Diese Anleihen sollen bis 1926 getilgt sein, und die Gesellschaft schreibt ungefähr 200000 M. jährliche Tilgungsquoten vom Rohgewinn ab. ohne daß sie aber zugeben will, daß diese und andere Ab- schreibungen Gewinne darstellen, die von der Belegschaft ver- dient.— Die Politik der fünf niederschlesischen Bergwerks- gesellschaften. die sich zu einem Syndikat vereinigt haben, geht dahin, die Produktion durch möglichst niedrige Löhne zu ver- billigen und die obigen Zahlen beweisen ja auch, daß es ihnen bisher geglückt ist, billiges Menfchenniaterial hierfür zu er- halten. Aber die außerordentlich starken Abwanderungen der schlesischen Arbeiter nach dem Westen und die jetzige ernste Gäruiig unter den bisher zufriedensten Arbeitern sind doch starke Beweise dafür, daß diese Bedrückungs- und Ausbeutungs- Politik der niederschlesischen Grubenfürsten und Grafen zu Ende geht. Berlin und Umgegend. Achtung, Hartgumminrdeiter l Di« Firma Ratthany, Schlesische Ztr. 32, ist wegen Nickitanerkcnnung des Tarifs gesperrt. Die Kollegen befinden sich dort im Streik. Deutscher Metallarbeiterverband. OrtSverwalNmg Berlin. Zur Lohnbewegung in der Konfektion. Die Lohnbewegung in der itonfeltton, deren Berlanf noch nicht abzusehen ist, berührt eine bedeutende wirtschaftliche Frage. Die Berliner Konfektion arbeitet vornebmlich für den Export. In den ersten neun Monaten dieses JahreS wurden insgesamt 76 934 Doppelzentner Kleider, Putzwarcn uiw. im Werte von 82 Millionen Morl ausgeführt gegen 75 931 Doppelzentner im Werte von 76 Millionen Mark in der gleichen Zeit des Vorjahre?. Der Einheitswert ist demnach von 1601 M. pro Doppelzentner auf 1076 M. gestiegen. Man kann daraus schließen, daß die Konjunktur am Weltmarkt günstiger geworden ist. In der angegebenen Zeit stieg der Export von künsl- lichen Blumen, Schirmen von ll 136 Doppelzentnern auf 12 339 Doppelzentner, bei einer gleichzeitigen Werlsteigerung von 16»/, Mill. Mark aus UV, Mill Mark. In den einzelnen Gruppen zeigen sich teilweise sehr inlercssante Verschiebungen, was die folgende Auf- stelliing veranschaulicht. Es wurden ausgeführt:_ in Doppelzentner 1910 I llttl in 1000 Mark 1910 1 1911 Frauen- u. Mädchenkleider. Scdürzen, Blusen usw! Unterkleider..... Pußwaren..... Männer- und Knabenkleidung...... Leibwäsche, Kragen, Manschetten usw..... Mieder....... Bett-. Handtücher. Tischzeug....... Strümpfe und Socken. Künstliche Blumen usw.. Schirme...... Handschuhe. Haarnetze. Diese Aufstcllling läßt die günstige Entwickelung oer ez«>mr>m„r in der Daiueukonsektion besonders deutlich hervortreten, obwohl allerdings die Menge der Ausfuhr etwas gesunken ist stieg der Wert der Ausfuhr an Frauenkleidcru usw. um über 2 Millionen Biark. Auf diesen Artikel entfällt dazu annähernd die.kälfte der gesamten Lerantw. Redakt.: Richard Barth, Berlin. Inseratenteil verantw.t «uviupr. vc> llnrcrtteldern konnte nicht nur»le Ausfuhr der Meng« nach gesteigert werden, hier erlaubten die Verhältnisse auch eine Erhöhung des Einheitswertes. Dasselbe gilt für Putzwacen. Unbestreitbar spiegeln die Angaben für die Damenkonfektion ein sehr erfreulicbes Bild— soweit eS sich um die Unternehmer handelt. Diese Tatsachen sind wohl geeignet, die Forderungen der Arbeiter und Arbeiterinnen kräftig zu unterstützen. Die Unternehmer werden es sich auch zu überlegen haben, ob sie lieber ihre Position auf dem Weltmarkt räumen, als die bescheidenen Forderungen der Arbeiter zu bewilligen. Gerade die bekannten schlechten Löhne in der deutschen Konfektionsindustrie bilden die beste Stütze der aus- ländischen Konfektionen bei ihren Bestrebungen, den deutschen Waren durch Errichtung von Zollniaucrn den Eingang zu erschweren. Ver ständigen sich unsere Kon'ektionäre jetzt mit ihren Arbeitern, dann werden sie damit am besten den Versuchen entgegenwirken, die interessierten Arbeiter in den in Betracht kommenden Ländern an den Wagen der dortigen Schuyzöllner zu spannen. Die deutschen Konfektionäre können durch eine- Verständigung mit den Arbeitern viel gewinnen— andernfalls aber auch sehr viel verlieren. Achtung, Zigarrenarbeiter! Die Zigarrenfirnm H. Kurnicker. Neue Königstr. 17, hat sich mit ihren Arbeitern im Einverständnis mit der Organisation geeinigt. Arbeiter, Käuferl Kauft nur in solchen Geschäften, wo daS grüne Plakat, unterzeichnet Alwin Schulze, aushängt.— Fragt nach der Herkunft der Zigarren in Gastwirtschaften, Fabrik» konsiiinvereinen und Kantinen. Beachtet die Beröffentlichunzen im.Vorwärts". Der Vertrauensmann. Oeurfcbev Reich. Die Lohnbewegung der Gasarbeiter z« Göthen in Anhalt. Durch das Ultimatum, das d:e Arbeiter der Generaldirektion m Magdeburg gestellt haben, bis Donnerstag, den 2. November, an die Orgamianonsleltun� in Magdeburg ihren Bescheid nntzuteiten, ist die Bewegung in ern anderes Stadium getreten. Hatte bisher der Betriebsleiter im Verein mit dem ersten Buchhalter versucht, den Arbeitern im guten zuzureden, doch die Zugeständnisie der Ver- waltung anzunehmen, so setzte nun eine andere Taktik ein. Man wollte durchaus einen Rädelsführer haben, um an diesem ein Exempel zu statuieren. Dies scheiterte an der Geschlosienheit der Beschäftigten. Am Montag wurden einzelnen Arbeitern weitere Zu- geständuisie gemacht, die annähernd die Grenze des Geforderten erreichten. Die Arbeiter wurden einzeln ins Bureau beordert, um sie zu bewegen, diesem weiteren Entgegenkommen ihre Zustimmung zu geben. Auch dies wurde abgelehnt. Die Beweggründe dazu gaben ihnen die jahrelangen Erfabrungen mit der Cötbcner Verwaltung. Bisher hat man eS verstanden, die Arbeiter mir Versprechungen ab- zufinden. Daher ist es nicht verwunderlich. wenn die Beteiligten aus ein« tarifliche Festlegung bestehen, denn nur diese bietet ifmen die Bewähr, daß auch die zugestandenen Löhne eingehalten werden. Die Forderungen sind so minimale, daß sie bei einigermaßen gutem Willen der Verwaltungen auch erfüllt werden können. So wurde ein Wocheiilobn für Installateure von 24—30 M., für erste Feuerleute sSchlchttührer) von 25 M.. für Feuerleute von 24 M., für Em- kassieret von 22,50 M., für Kohlen'ahrer von 24 M. und für Hof- arbeitet von 21 M. beantragt. In Anbetracht der Teueruiig für- wahr bescheidene Forderungen. Da die Gesellschaft außer in Cöthen nock in Calbe, Düben bei Merseburg. Eisleben, Ketzin a. d. H., Langenbielau, Lemgo. Mnienwaide, LkSesloe. Prenzlau, Reichen- bach i. Schi.. Rheinsberg, Uelzen und Werder Anstalten unterhält, so wird ersucht, allerorts den Zuzug fernzuhalten. Der Streit der Jutearbeitrr und-Arbeilerivneu in Hemelingen ist beendet. Das Reiulta« des fiebzehnwöchigen zähen KamvseS ist eine acht« bis zehiiprozentige Lohnerhöhung. Wegen der Bieigesialtig- feit der Lohntabellen läßt sich ein genaues Ergebnis des Kampfes noch nicht mitteilen. Der Streik in der B r e m e r Jutespinnerei und-Weberei dauert unverändert fort. Trotzdem der Kampf schon sechs Wochen lang währt, besteht keine Aussicht auf einen baldigen»Friedensschluß. Die Direktion weigert sich noch immer, die wöchentliche Lohnzahlung einzuführen. Dieser Bescheid wurde dem Arbeilerausschuß. der kürz- lich verhandelt halte, mit aus den Weg gegeben. Dt« Versammlung der Streileiiden beschloß aber, an dieser Forderliiig festziibalten. Als der Arbeiterausschuß die Direktion am Sonnabend von diesem Beschluß in Keiuilnis setzte und fragte, ob weitere Verhandlungen möglich seien, erhielt er ein glattes„Nein" zur Äniwort. Die Tirektion scheint also aus dem Hemelinger Streik nichts gelernt zu haben._ Gerichts- Zeitung. Moabit vor dem Landgericht in Stade: Di« Verhandlung der Strafkammer in Stade gegen den ver» antwortlichcn Redakteur unseres Harburger ParteiblatteS, der den Berliner Polizeipräsidenten beleidigt haben sollte, begann am Mitt- wach. Die Sache steht bekanntlich in engem Zusammenhange mit den Bortomniniflcn in Moabit. v. Jagow war zu der Verhandlung nicht erschienen; der Staats- anwalt hatte ihn nicht geladen. Es kam deshalb vor Eintritt in die Verhandlung zu einem scharfen Zusammenfloß zwischen dem Vor- sivenden und der Sfaalsvnwaltschast. Der Erste Staatsanwalt er- klärte, er habe die Ladung nicht ergehen lassen, weil das Ministe- rinm seine Einwilligung zu der Vernehmung v. Jagows nicht ge- geben habe. Der Borübeiide stellt darauf fest, daß er die Ladung des Polizeipräsidenten v. Jagow angeordnet habe. Er halte es für erforderlich, daß Jagow aussage über den Inhalt seiner Rede.— Der Vertreter des Nebenklägers. Rechtsanwalt Tchmoldt-Stade er- klärte im Namen seines Ausraggebers, dieser wisse nicht, wie die Rede in die Presse gelangt sei. Der Verteidiger Dr. Herz-Altona drückte sein äußerstes Befremde,! darüber aus, daß der StaalS- anivalt die Anordnung des Gerichts aus Ladung JagowS ignoriert habe. Der Staatsanwalt sei in diesem Falle nichts weiter als aus- führendes�Organ, er h-abe nur die Funktionen eines Boten und habe unzulässig in die Rechte des Borsitzenden eingegriffen. Jagow tolle gar nickt über Amtsgeheimnisse vernommen werden. Der Ange- klagte habe ein Reckt darauf, daß Jagow zugeben müsse, daß er iich in sesiatfen. bewußten Gegensatz zu den Festsiellungen des Gerichts gesetzt hat. Dann durfte der AngeNagte auch harte Ausdrücke ge- brauchen und mit Hohn und Spott gegen Jagow vorgehen.— Mit Rücksicht auf die erschienenen Zeugen soll aber kein Antrag auf Vertagung gestellt werden. Das Gericht beschloß nach kurzer Beratung, in die Berhand- hing einzutreten. Es ivar der Meinung, daß der StaatsanwaU nicht gesetzmäßig gehandelt hat. als er die Verfügung des Vorsitzen- den nicht ausführte. Er hätte mindestens rechtzeitig Mitteilung machen müssen, daß vom Ministerium die Genehmigung zur Ver- nehmung nicht erteilt sei. Die Erklärungen des Nebenklägers seien völlig belanglos. Wie uns telegraphisch gemeldet wird, beantragte der Staats- anivalt neun Monate Gefängnis gegen den Genossen Ernst Schubert. Das Urteil lautete auf 2 Monat« Gefängnis toegen formaler Be- leidigunK .(Siehe auch 1. Beilage), Versammlungen. Zentralverband der Töpfer. In der am Freitag abgehaltenen Generalversammlung der Filiale Berlin erstattete Scgave den Vorstandsberich! für das 3. Quartal. Unter anderem kam er auf die von den Kollegen gewünschte Errichtung eines paritätischen Arbeitsnachtveises. für welchen auch in den Kreisen der Arbeit- gever Stimmung vorhanden ist. Doch im Jnnungsvorstande sitzen Th. Glocke, Berlin. Druck u. Verlag: Vorwärts Buchdr. i Veriagsanstält mehrere Gegner de» paritättschen Arbeitsnachweise!. GS ist Sc»- halb nicht zu erwarten, daß ein an den JnnungSvorstand gerichtetes Ersuchen um Einrichtung eines paritätischen Arbeitsnachweises Erfolg haben werde. Der Filialvorstand hat deshalb beschlossen, sich mit einem Flugblatt direkt an die einzelnen Arbeitgeber zu wenden, um ihnen klar zu machen, daß ein paritätischer Arbeitsnachweis Vorteile für alle Beteiligten hat. Weiter hat der Vorstand beschlossen, am 2. November eine Versammlung für die jugendlichen Kollegen abzuhalten. Es handelt sich darum, die AuSgelernten für die Or- gamsaiion zu interessieren. Zur Verteilung an Lehrlinge hat der Vorstand zwei Broschüren angeschafft. Die Broschüre von Heinrich Schulz„Gehörst Du zu uns?" soll, da der Verband keine Jugendabteilung hat, die jungen Leute auf die Bestrebungen der Jugendausschüssc aufmerksam machen. Die zweite zur Ver- teilung kommende Broschüre von Rod. Schmidt„Gesetzlicher Ar- beiterschutz für Jugendliche" ist mehr für die Eltern der Lehr- linge bestimmt, um sie zu unterrichten über die Schutzbestim- mungen die in bezug auf die Lehrlinge zu befolgen sind.— Am 1. Dezember soll eine Versammlung abgehalten werden, wo den Kollegen die Bedeutung der Reichstagswahlen vor Augen geführt werden soll.— Ferner führte der Redner an, daß 76 Streifälle auf Bauten zu erledigen waren, von denen sich eine Anzahl auf Lohnausfälle bezogen. Die Fälle, wo den Arbeitern der schuldige Lohn nicht gezahlt wird, mehren sich ivieder, obgleich der erste Teil des Gesetzes zur Sicherung der Bauforderungen � in Kraft ist.— Während des Quartals wurden 5 Sperren verhängt. Tie Lohnbewegung in Oranienburg ist zum Abschluß gekommen durch Anerkennung des Alt-Landsberger Tarifs.— Die Nebersicht über die Frequenz des Verbands-ArbeitsiiachweiseS ergibt, daß zurzeit 869 Arbeitslose gezählt wurden. Diese Zahl würde erheb- lich größer sein, wenn nicht eine beträchtliche Anzahl Kollegen Arbeit nach außerhalb angenommen hätten. In Berlin war die Arbeitsgelegenheit im 3. Ouartal ungünstiger wie in der gleichen Zeit des Borjabres. Die vom Kassierer Bohmhammel vorgelegte Abrechnung zeigt eine Einnahme von 11 187 M., eine Ausgab« von 9781 M. und einen Ueberschuß von 1403 M. Das Vermögen der Filiale beträgt 37 630 M. Für Unterstützungen wurden 6091 M. aus» gegeben.— Die Mitgliederzahl ist von 2206 am Schluß des 2. Quartals auf 2106 am iLchliiß des 3. Quartals zurückgegangen. Der Rückgang ist darauf zurückzuführen, daß ein großer Teil der Mitglieder, die Arbeit nach außerhalb angenommen haben, noch nicht wieder zurückgekehrt sind.— Am 1. Oktober hat sich die Filiale Potsdam der Filiale Berlin angeschlossen. Nachdem die Berichte entgegengenommen waren, hielt Genosse John, Rendant der Ortskrankenkassc der Töpfer, einen instruk- tiven Vortrag über die neuen gesetzlichen Bestimmungen für die Krankenversicherung.— In der Diskussion wurden mehrere Be- schwerden über Bebaiidlung von Kassenpatienten vorgetragen. Die Ursachen der Beschwerden liegen zum Teil mehrere Jahre zurück. Nach Schluß der Diskussion wurden die Kandidaten zu der am 1. November stattfindenden- Wahl der Ortskrankcnkassen- delegierten aufgestellt. Ueber den Fensterstreik machte Segave folgende Mitteilungen: Der Streik erstreckte sich auf 20 Bauten, daran waren beteiligt 178 Streikende, dazu kommen 489 Arbeitslose, also im ganzen 667 Unterstützungsberechtigie. Davon sind 298 wieder in Arbeit getreten, so daß noch 369 Arbeitslose bleiben. Auf 3 Bauten sind noch 12 Streikende zu verzeichnen. Hetzte J�admcbtcn. TeuerunqSzulafltn für städtische Atiqestellte und Arbeiter. Der StadtverordnetenauSschuß zur Vorberatung deS Antrages der Stadtverordneten Dr. A r o n s und Genossen über die Aufbeflrrvng der Oielinher und Löhne für Kategorien von städtischen Bramten: für HilsSkrSfte und Arbeiter infolge der Truernng der Lebensmittel und Gewährung von vorübergehenden Teuerungszulagen trat am Mittwochabend zusammen. Im Aus- schuß wurde einstimmig die Notwendigkeit anerkannt, daß mit Rücksicht auf die allgemeine Teuerung der Lebensmittel, inSbe- sondere von Gemüse usw. den städtischen Angestellken eine vorüber» gehrnde TeurrnngSzulage zu bewilligen sei. Einstimmig wurde folgender Antrag angenommen: „Der Stadtverordnetenausschuß beschlieht, den Magistrat zu ersuchen, den Kategorien städtischer Angestellter und Arbeiter. welche bei dem bestehenden Teuerungsverhältnis mit ihren Ge- hältern resp. Löhnen ohne Gefährdung ihres Unterhaltes für sich und ihre Familie nicht auskommen können, eine angemessene Tene- rungszulage zu gewähren und der Versammlung eine entsprechende Vorlage innerhalb 4 Wochen zu machen." Bus der Mitte des Ausschusses wurde der Wunsch«ruSge» sprachen und lebhaft befürwortet, daß den Beamten und Arbeitern diese Teuerungszulage noch im Dezember, also vor Weih- nachten, ausgezahlt wird. Das österreichische„Bramtenministerium". Wien, l. November.e Hand auf den K«tt-"haken um di- Abnahme der Kette zu verhindern. Der Angeklagte ,oll hierüber sehr ärgerlich geworden sein und sofort aus den Arm des Schaffners losgeschlagen haben. AIS die Straßenbahn gleich darauf hielt, schleuderte der Angeklagte die Kctt« unter allerlei Sch'mplwortcn zurück. Tie Kette flog dem Schaffner direkt in den Mnnd und verursachte außer einer bluten- den Wunde eine Lockerung drr Vorderjäline. Wegen dieses Vor- falls erstattete die Verwaltung der Kreiestraßcnbahn gegen Ge- heimrat B., der übrigens selbst Lertrouensarzt einer Straßenbahn- gesellschaft ist. soweit ein« Beleidigung des Schaffners in Frage kam. Anzeige, wahrenddieserselbjt noch Anzeige wegen Körpervcr- sttzung«stattete. T«- TchSffeng,richt erkannt- wegen der Bc- lc'dignng auf Einstellung de» Verfahrens mangels Vorliegen eines ordnungsmäßigen Ttrafantrage». weil die Äreisbahngesellichaft keine zur Stellung von �trafanttögen für ihre Beamten befugt« Be- Hörde scuVegen derubr.ger. Straftaten erkannte das Gericht auf 80 M. Geldstrafe. Auf d,e Berufnng de» Angeklagten hin kam die Strafkammer twjlstn der vorsablichen Körperverletzung zu einer Freisprechung, �gogen wurde in dem gurückschleudern der Kette e,ne fahrlasfige Korperverletzung erblickt, wegen der da» Gericht auf Z0 M. Geldstrafe erkannte. Ö Unschuldig verurteilt. Wie leicht man unschuldig wegen Diebstahls verurteilt werden kann, zeigte e.ne BerHanMung. welche die Strafkammer de- Land- gerichiA II ccicfcayiiQiC. Ungcflngt toegen Diebstahls war her (Umert RtajeBimet.— Bot etwa S Jahren hielt sich der An- geklagte eines Tages in der Wohnung des Kaufmanns Mette in Köpenick auf. Kurz nach seinem Weggange entdeckte M., daß aus einem im Nebenzimmer stehenden offenen Pult die Summe von 50 M. verschwunden war. Da nach Ansicht des Beftohlenen in der Zwischenzeit niemand anders den fraglichen Raum betreten hatte, lenkte sich der Verdacht der Täterschaft gegen den Angeklagten. Das Schöffengericht Köpenick konnte sich jedoch nicht von der Schuld des Angeklagten überzeugen und erkannte auf Freisprechung. Auf die Berufung der Staatsanwaltschaft hin wurde N. von der Strafkammer zu einem Monat Gefängnis verurteilt. Die gegen dieses Urteil eingelegte Revision wurde vom Reichsgericht verworfen, so daß der Angeklagte die Gefängnisstrafe verbüßen mutzte. Kurze Zeit nachdem N. aus der Strafanstalt entlassen worden war, wurde ein Schneider Riedel unter dem Verdacht, zahlreiche Gelegenheits- diebstähle begangen zu haben, verhaftet. Er legte ein umfassendes Geständnis ab und räumte unter anderem auch den Diebstahl bei dem Kaufmann Mette ein. Von dem unschuldig verurteilten Neu- gebauer wurde das Wiederaufnahmeverfahren in die Woge geleitet, welches nunmehr zu seiner Freisprechung führte. Die sämtlichen Kosten wurden einschlietzlich der dem Angeklagten erwachsenen not- wendigen Auslagen sowie der Kosten der Verteidigung der Staats- lasse auferlegt. Ausserdem wird N. wegen der unschuldig verbützten Gefängnisstrafe Entschädigungsansprüche geltend machen. Hätte nicht zufällig Riedel ein Geständnis abgelegt, so wäre der völlig schuldlose Maler Neugebauer mit dem Makel des Dieb- stahls behaftet geblieben. KrlefKsften der Redahtfon. O. 45. 88. Falls es sich um ein Darlebn handelt, in 30 Jahren.— P. S. Sit. Der Schuldschein bebAt ohne Klage Gültigkeit.— Werner. 1. Die Pfändung ist zulässig, da sie nach Ihrer Schilderung Eigentümer sind. Ein Vertrag, wonach die Sachen zur Sicherung der 1000 Mark den Gläubigern iiiereignet werben, ist rechtswirksam.>. Die vom Lrzt begut« achtete Unfähigkeit zur Ausführung der fraglichen Arbeit berechtigt Sie zur Ruckforderung der vollen Kaution.— M. S. ZS. 1. Binnen 6 Tagen, da es sich offenbar nicht um einen»Besuch" handelt. 2. Klage auf Heraus- gäbe. Vielleicht hat auch, salls es sich um notwendige Kleidungsstücke handelt, ein Antrag aus Erlaß einer eiligen Verfügung Erfolg.— 3. 53. Der junge Mann wird gestellungspsiichiig und kann noch eingezogen werden. Kostenpunkt: ISO M. Bei Bedürftigkeit kann Ermäßigung bis aus 5 M. erfolgen.— H. 72. 1. Amisgericht Berlm-Wedding, Brunnenplatz. 2. Ja.— B. Z. 50. Sie sind nicht verpflichtet, das Rohr einbauen zu lassen.— G. 5. Antrag beim Armenvorsteher bezw. Armenverwaltung. — M. 68. 1. Fragen Sie den Arzt. 2. Glauben wir nicht.— P. R. 29. Redaktion der„Holzarbeiter-Zeitung", Berlin O. 2, Neue Friedrichstraße 2.— Würdig I. Buchhandlung Vorwärts, Andenstr. SS, auch durch Ihren Zeitungsspediteur.— Sachsen 17. 1. Ja. 2. Sprechen Sie mit dem Lebrer. 3. Schöneberg, Feurigstr. 36.— U. W. 100. Nein! Wir warnen!— A. Schncepe. Friedrichstr. Engeluser 15 II, Amt IV 6072.— H. H. 9. Keschniacksache.— G. 3. 15. 1. Am Gendarmen- markt. 2. Nicht unter 20 und nicht über 30 Jahre.— U. 1. Die Verantwortung wollen wir nicht übernehmen.— 3chöneberg. Nein. unlicht Sie ist am, Waschtag unentbehrlich.! Sie ist der Wäsche ungefährlich! 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Lachs Im ganz., Pfd 1� Gehende Fische nn (Plötzen, Bleie etc.) Pfund EiU Pf. 1 HERMANN UETZ LEIPZIGER STRASSE ALEXANDER PLATZ FRANKFURTER ALLEE Donnerstag, Freitag, Sonnabend— soweit Vorrat M Posten DmMe unter Pteis 1. Kommunal-Vahlbezirk. Donnerstag, den 2. Novbr., abends 8V2 Uhr: Ochlltliche WWkmcknmlnng w dm Sophien-Sälen, Sophienstr. 17/18. Tageiordnungi t. Dt« be-»«ftehende« Ttadtverordnetenwahlen. Referent: Städte verordneter Dr. D» 2. Ansprach« de« Kandidaten Robert Drescher, s. Diskufsion. Um zahlreiche« Erscheinen bittet Der Einbernfer. «S/S««. tisokoe,«uguststr. 91. 2. KomlllllNlil-MahlbkjirK. »«19»«?, S«» S. XovOlnkei»«Sil,»kvncka 8>/, I.'dr, tm„»»�rlsedvi, Utoaet", HVvtckvaS«»»,!,» 1: Große Kimmoilllwiililtt- Versanlting. Referat des Kandidaten Genossen Joh. Saffenbach. Guten Besuch erwartet D«m Wablbomltee. Sonntag, den 6. November: ResUltatvertünduug 211/19 bei Meyer, Oranienstr. 103. Morgen, Freitag, de« 3. November, abends 8'/z Uhr, im Königshof, Bülowstr. 37: Vkssöntlielik Wählerversammlung. Tagesordnung: i. Wen wählen wir in» Stadtpnrlnment? Referent: Stadtverordneter Dr. Zadel. Ansprachen der beiden Kandidaten Hugo Pötzsch und Hugo Woldersly.' 3. Diskussion.«1/18 Um zahlreiches Erscheine« ersucht Der Vorstand. 13. Ii U. Freitag, den 3. November, abends 8V3 Uhr, im grohen Saale der Arminhallen, Kommandantenstr. 68—»S: Tagesordnung: ,We« wählen wir?"«eserent- Stadt». Vfan.rnch. Ansprache der Kandidaten für den 13. und 14. Kommunalwahlbezirk, der Genossen Dr. Zadel und Kausmann Alexander Fröhlich. 214/4 Der Elaberafer. Arbeiter-Bildungsschule. DannerStag, den S November 1011. abends llt9 Uhr, im Schullokal. Grenadierstrahe 37: Eenersl-Verssmmlung. Tagesordnung: 1. Bericht deS Vorstandes und der Reoisorm. 2.- Neuwahl de» Bor- stände», zw""........'*~"--------- Schulangele standet, zweier Revisoren und der UnterrichtSvertreter. S. Anträge und t. 4. Verschiedenes. Beiträge müssen bezahlt werdm. S/14' Mitgliedsbuch legitimiert. A»«!- Vorstand. Deutscher Holzarbeiter-Verband. ===== Verwaltnng Herl in. 1,11 Freitag, den 3. November 1911, abcndS 8 Uhr, in den Andreas-Festfälen, Andreasstr. 21: Lieiitbililer-Vortrag „Nllfailgtfghr u. Arbtittrschvtz m der Hstglldustrit". LW" Die Maschineuarbeiter in Berlin und den Sororte» find hterj« ganz besonders eingeladen."WS si,is Die OrtSverwalMng. Branche der Kistenmacher. Sonnabend, 4. November, abends 8 Uhr, bei B o e k e r, Weberstratze 17: Herbst- Vergnügen, j? Billetts a 30 und 60 Ps sind bei den Komnussionsmitgliedern und im Lokal von B o e l e r zu daben. Die Branchenkommtssiom MalverbandiiiisHausangestellten Donnerstag, de»». November, in de« Juduftrie-AestsSle«. Beuthftrafte 20 1: Ijebtbüljei'soi�zg tider Weben lmd sckltne. Saalöffnung« Uhr. 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Referent: Stadtverordneter Adolf Hoffmann. Tagesordnung in allen Versammlungen: 1. Vor der Entscheidung. 2. Diskussion. 206IS. _ Ilm zahlreichen Besuch wird ersucht___ Der Vorstand. Eilen Weile! Dresdener Straße IIA (Eckhaus OrsDlenpl.) 119 Muffen, Kolliers Extra billige Preise! Ecbte Skongs-Stotu von 25 H. an. Pelz-Hfite, Hatstretfni Felle. Köpie, Scb weile in allen Fellarten. Eipe Kitrsebnerel Jedermann erhält die im Fenster ausgestellten Gegenstände sofort tfir den bezeichneten Preis. Oitfa genau auf Nr. DilUI 119 und Elle zn Weile z. achten. Tic solideste und billigste Bezugsquelle für Glas-Christbaumsehmnek ist unilreilig die illssbiSser-Kevossevsebssi des Jleminger Oberlandes. Viele glänzende— unverlangte— Anerkennungs- u Dankschreiben. Steigerung unseres Umsatzes im vorigen Jahre um wiederum 50 Prozent. 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Da unsere Genossen von der Mitwirkung in der Schuldeputation ausgeschlossen sind, benutzten sie die sich ihnen bietenden Gelegenheiten im Plenum der Stadtverordnetenversammlung, um der freisinnigen Mehrheit Ver- besserungen im Volksschulwesen abzunötigen. Ein grosser Miss- stand im Berliner Gemeindcschtilwcsen ist ein umfangreiches Mietsschulsystem. Im März 1911 bestanden in Berlin nicht weniger denn 30 Mietsschulen, in denen 492 Klassen mit 19 100 Kindern untergebracht waren. Diese Mietsräume sind ur- sprünglich für Wohn, und gewerbliche, nicht aber für Schulzwecke eingerichtet worden und enthalten keine normal eingerichtete Schulstube. Tausende von Kindern, die diese Mietsschulen be- suchen müssen, kennen einen freien Schulhof überhaupt nicht. Die meisten Höfe sind eng, asphaltiert oder gepflastert. Sie gestatten den Kindern keine ausgiebige Bewegung in den Pausen und er- höhen die Gefahren bei Bewegungsspielen für Lehrer wie für Schüler. Dazu kommt noch der Missstand der fliegenden Klassen, bei welchem viele Kinder kein eigenes Klassenlokal kennen lernen, ein Missstand, der auf die Lehr» und Lernmöglichkeit «inen recht nachteiligen Einfluß ausübt. Unsere Genossen forderten wiederholt Abhilfe dieses Zustande? durch möglichst schnelle Errichtung eigener Schulgebäude. Das gc- schah besonders bei den Beratungen des Gemeindeschuletats im März 1910 und 1911. In der Sitzung vom 16. März 1911 wiesen unsere Genossen nachdrücklichst auf das heutige Schulelend in Berlin hin; sie legten dar, in welcher Weise die Mietsschulen in der Schönhauser Vorstadt, auf dem Gesundbrunnen, in der Nähe des Virchow-Krankenhauscs und im Frankfurter Viertel sich ge- häuft haben. Unsere Vertreter beantragten in dieser Sitzung, die ersten Raten für den Bau von vier neuen Schulen als das min- beste in den Etat einzusetzen. Und obwohl sie sich auf die städtische Schulvcrwaltung berufen konnten, die den Bau von Schulen für dringen��rforderlich bielt, wurden die Anträge von der frei- sinnige�Mchrheit nicht nur nicdergestimmt. sondern es wurden von dem so körglich bedachten Etat für Schulbauten noch 300 000 Mark gestrichen. Und dabei versichern die freisinnigen Wortführer wie die preussische Staatsregierung bei jeder Gelegenheit: Kultur. aufgaben dürfen nicht leiden! Die starke Besetzung der einzelnen Klassen. insbesondere der unteren Klassen, ist auch nicht geeignet, fördernd auf den Unterrichtserfolg einzuwirken. Aus diesem Grunde dränge ten unsere Genossen wiederholt auf eine Herabsetzung der Klassew frequenz. Eine eingehende Debatte über das Berliner Schul- Wesen fand in der Sitzung vom 22. Dezember 1909 statt. In dieser Sitzung liefen die freisinnigen Wortführer Sturm gegen das heutige achtklassige Schulsystem. Die Stadtverordneten Ulrich und Cassel verlangten die Umkehr zur siebenklassigen Schule. obwohl von sozialdemokratischen Rednern nachgewiesen wurde, dah das achtklassige Schulsystem fortgesetzt günstigere Resultate auf zuweisen habe. Es scheint aber, dah die Bestrebungen auf Rück wärtsrevidierung de? Berliner Gemeindcschulwesens Erfolg haben sollten, obwohl� alle einsichtigen Pädagogen auf dem Standpunkt der Achtklassenschule stehen. Erst kürzlich ist das in einer kleinen vom Berliner Lehrcrverein herausgegebenen Broschüre:„Kommu- nale Schulpolitik" in eingehender Weise nachgewiesen worden. Die Lehrerschaft wünscht aus pädagogischen Gründen dringend die Er- Haltung des achtstufigen Systems. Da man es auch mit dem Hin» weis auf die siebenstufigen Systeme der grösseren Berliner Vororte bekämpft hat. so vereinigten sich am 25. Juni 1909 die Lehrer von Gross-Berlin in einer gemeinsamen Versammlung zu der For° derung: .Die heutige allgemeine Versammlung der Lehrer Groß- Berlins steht auch nach den Erfahrungen, die bisher mit dem Acht- klassenshstem gemacht worden sind, auf dem Boden der Resolution des Berliner Lchrervereins von 1893, in der er aus pädagogischen Gründen die Gliederung in acht aufsteigenden Klassen für die voll' kommenste Organisation großstädtischer Volksschulen erklärt. Sie hält die Schaffung eines einheitlichen GrundlehrplanS für die achtklassig zu organisierenden Gemeindeschulen Groß- Berlins für eine dringliche Aufgabe und erwartet, daß durch den neuen Lehrplan keine Erweiterung der bisherigen Lehrziele der Vvlksschule stattfindet." Daß für die Schüler der höheren Schulen höhere Aufwendungen gemacht werden als für die Schüler der Gemeindeschulen, ist gleichfalls von den sozialdemo- kratischen Rednern wiederholt dargelegt worden. Nach einer in der obengenannten Broschüre de? Berliner LehrervercinS veröffentlichten Zusammenstellung betrug der Zu» schuß für den Unterricht eines EchülerS: Km Kofir» In den In den In den � Vollanstalten Realschulen Gemeindeschulen 1904 154.6 136.06 73.00 1905 164.7 150.31 76.42 1906 171.3 163.57 82.26 1907 181.1 160.10- 84,28 1908 igg.i 170.70 88.32 1909 244.3 133,40 97.30 Der Auflvand hat sich somit in diesen 6 Jahren gesteigert: Bei den Vollanstalten um 58 v. H.. bei den Realschulen um 34,8 v. H. und bei den Gemeindeschulen üm 33.3 v. H. Während also auf den Kopf des Gemeindeschülers 97,30 M. jährlicher Zuschuß entfällt, beträgt er bei den Schülern der Realschule 183.40 und bei dem Besucher der Voll. anstalt gar 244.3 M. Deutlicher kann die Bevorzugung der Schüler der höheren Klassen gegen die Gemcindeschüler nicht in Erscheinung treten. Ein wenig rühmliches Kapitel für den Berliner Kommunal- freisinn ist das der Lehrerbesoldung. Dieselben Frei- sinnigen, die im Preußischen Landtage für eine Besserung der Lage der Lehrer sprachen, waren bei der Festsetzung der Ge- baltsskala im Berliner Rathaus sehr zugeknöpft, was bei der Lehrerschaft große Erregung und Erbitterung hervorrief. Weil die Gehaltsrcgelung eine unzureichende war und die Lehrer in Berlin teilweise schlechter als in den Vororten gestellt wurden, kam der Magistrat bis in die neueste Zeit hinein wiederholt mit Vorlagen, die Aenderungen in der Gehaltsfrage und MietS- entschädigung verschiedener Lchrerkategoricn enthielten. Die sozialdemokratische Fraktion hat bei den verschiedensten Gelegen. heilen zum Ausdruck gebracht, daß sie eine angemessene Bezahlung der Lehrpersonen im Interesse eines gedeihlichen Unterrichts hält. Dieser Gesichtspunkt kam auch in der Sitzung vom 16. De- zembcr 1910 zum Ausdruck, als es sich gelegentlich der Organi. sation der Hilfsschulen für schwachsinnige Gc» meindeschulkinder um die Bezahlung der Hilfsschullehrer handelte. Die Hilfsschullehrcr, die einen sehr schweren Dienst 'haben, sollten in Rücksicht auf diesen Dienst wöchentlich zwei Stunden weniger Pflichtunterricht zu erteilen befugt sein. Das Siebe auch Nr. 242. 246, 250, 251, 252, 254, 255, 250 des .Vorwärts"' ging der Rathausmehrheit gegen den Strich und sie lehnte in ihrer Lehrerfreundlichkeit einen dahingehenden Antrag ab. Auf das Fortbildungsschulwesen bezog sich ein sozialdemokratischer Antrag, der am 28. Oktober 1909 und am 21. Oktober 1910 die Stadtverordnetenversammlung beschäftigte. Der Magistrat hatte ein Ortsstatut vorgelegt, das die Unterrichts- stunden in den Pflichtfortbildungsschulen festsetzte. Nach diesem Statut sollte in vielen Fällen die Unterrichtszeit bis 8 Uhr abends ausgedehnt werden. Die sozialdemokratische Fraktion beantragte eine Abänderung dahin, daß die Zeit nach 7 Uhr abends Unterrichts- frei bleiben sollte. Das liege im Interesse der Schule. Viele junge Leute seien von früh 6 Uhr an beschäftigt; ein Unterricht in den späten Abendstunden sei für ermüdete Schüler eine Plage. In zahlreichen Berufen währe die Unterrichtszeit ununterbrochen von 2 bis 8 Uhr nachmittags. Die Mehrheit hatte aber für diese Gründe kein Verständnis; der Profit der Unternehmer könnte ja leiden, wenn ein Fortbildungsschüler eine Stunde früher die Ar� beitsstätte verlassen würde. Und so wurde der Antrag der Soziab demokraten abgelehnt. Die Hergabe städtischer Turnhallen an den Turnverein Fichte hat wiederholt die Stadtverordneten- Versammlung beschäftigt. Am 30. Juni 1910 brachte die sozial» demokratische Fraktion einen dringlichen Antrag ein, der den Magistrat veranlassen sollte, dem Turnverein die auf Anordnung des ProvinzialsÄulkollegiums vom 1. Oktober 1909 entzogenen städtischen Turnhallen wieder zur Verfügung zu stellen. Mass- gebend für diesen Antrag war ein am 28. Juni 1910 ergangenes Rcichsgerichtsurteil gegen den Redakteur Weber und den Redakteur Wildung, in welchem es heißt, daß es an einer gesetzlichen Vor- schrift fehle, welche die Schulverwaltung ermächtige, die Erteilung von Turnunterricht in den Avbeiterturnvereinen an nicht mehr schulpflichtige Personen von einem Erlaubnisschein abhängig zu machen. Die dahingehenden Anordnungen seien von den Schul. behördcn nicht innerhalb ihrer Zuständigkeit getroffen. Da die Mehrheit gegen Dringlichkeit Einspruch erhob, konnte der An- trag erst in der Sitzung vom 15. September 1910 verhandelt werden. In der Zwischenzeit hatte der Magistrat dem Turnverein Fichte die Turnhallen wieder zugänglich gemacht, so daß der sozial- demokratische Antrag materiell erledigt war und zurückgezogen werden konnte. Sein Zweck ivar erreicht. Auf das Bildungswcsen bezog sich ein Antrag unserer Ge nossen, der die Uebernahme des Aquariums in städ' tische Regie verlangte. Die Stadt Berlin tue für das Bib dungswesen ohnehin sehr wenig, so wurde von den sozialdcma kratischen Rednern dargelegt, so daß sie sehr wohl ein städtisches Aquarium unterhalten könne. Es sei das eine Pflicht der Ge- meinde. Der Antrag wurde am 28. Oktober 1909 abgelehnt. Am 24. November 1910 stimmte die Stadtverordnetenversammlung einem Vertrage zu, nach dem unter gewissen Garantien dem Aktienvcrein des Zoologischen Gartens zum Betriebe eines Aquariums auf 40 Jahre eine städtische Beihilfe von jährlich 25 000 M. gewährt wurde. Unsere Genossen hatten nachgewiesen, daß diese Leistung der Stadt an den Aktienverein eine volle Mil. lion ausmache, für welchen Betrag die Gemeinde die Errichtung und Unterhaltung eines Aquariums selber hätte übernehmen können.— Schulwesen und BildungSwesen sind Gebiete, deren Förderung im Interesse weiter Kreise der Bevölkerung liegt. Nur die Wahl sozialdemokratischer Vertreter am Sonntag, den 5. November, gibt sichere Gewähr, daß die erwerbstätige Bevölkerung dabei die Be- rücksichtigung findet, auf die sie Anspruch hat» Die kommlilialMhIbemgiiiig. In einer gut besuchten Versammlung drS 13. Bezirks» die am Dienstag im.Rittersaal" in der Rilterstraße tagte, sprach der Stadt- verordnete Dr. Alfred B e r n st e i n. Unter anderem zeigte er, welche bedeutungsvollen Aufgaben die Stadtgemeinde zu erfüllen hätte auf den Gebieten der Schule, der Erziehung, der öffentlichen Gesundheitspflege, wenn sich die Mehrheit der städtischen Vertretung der sozialen Pflichten der Gemeinde bewußt lväre. Da aber die freisinnige Mehrheit diesen Pstichten nur widerstrebend und nur in sehr beichiänkrem Maße nachkommt, so mutz die Bevölkerung durch die Wahl sozialdemokratischer Vertreter dafür sorgen, daß die Stadt- gemeinde ihre Aufgaben erfüllt.— Die Ausführungen des Referenten fanden lebhaften Beifall. Für den 14. Bezirk tagte am Dienstag eine gut besuchte Ver- sammlung in Wilkes Saal in der Sebastianstratze. An Stelle des in Aussicht genommenen Referenten Adolf H 0 f f m a n n. der durch Krankheit behindert war, trat Stadtverordneter Dr. Zadel ein. In anschaulicher Weise zeigte der Redner, welche Kämpfe es jabrc- lang gekostet hat, ehe sich unsere Genossen im Rathause als Ver- treter der Arbeiterinteressen durchsetzen konnten und ehe eS ihnen gelang, die bürgerliche Mehrheit so weit zu bringen, daß sie die Pflichten, welche die Gemeinde in sozialer Hinsicht hat, nicht mehr zu leugnen wagte, wenn sie auch von der Verwirklichung derselben noch weit entfernt ist. Wer dies Ziel erreichen will, der muß dafür sorgen, daß die Zahl der sozialdemokratischen Stadtverordneten ver- mehrt wird. Eine erhebliche Steigerung unserer Stimmenzahl muß den Gegnern zeigen, daß die Arbeiterbevölkerung mit der freisinnigen Kommunalpolitik nicht zufrieden ist.— In gleichem Sinne sprach auch der Kandidat des Bezirks, Genosse Fröhlich.— In der rege» Diskussion wurde die Unfähigkeit des Freisinns treffend gekenn- zeichnet und der Erwartung Susdruck gegeben, daß eS unö gelingen muß und. wenn die Parteigenossen auf dem Posten sind, auch ge- lingen wird, den Bezirk für die Sozialdemokratie zu erobern. Im vierten Wahlkreise fanden am Dienstagabend zwei öffentliche Kommnnalwähler-ver- sammlungen statt, die gut besucht waren. Für den 15. Bezirk waren die Wähler nach Bockers Lokal, Weberstraße, eingeladen. Dort referierte Dr. Wehl, der die Notwendigkeil und Nützlichkeit der Arbeitervertreter im Stadtparlament beleuchtete und den Kandidaten de« Bezirks, Waldeck Manasse. den Versammelten warm empfahl. Dieser hielt eine Ansprache, die sehr beifällig auf- genommen wurde. Die Wähler dcS 23. Bezirks versammelten sich im Schweizer- garten, am Friedrichshain, wo Genosse P f a n n k u ch-über unsere Forderungen im.Roten Hauke" einen Vortrag hielt, in dem er unser Programm in der Komnumalverwaltung entwickelte. Mit Aufmerksamkeit folgten die Anwesenden dem Bortrage und gaben ihre Zustimmung durch reichen Beifall zu erkennen. Der Kandidat des Bezirks, Hugo Hei mann, hielt daraus eine Ansprache an die veriamnielten Wähler, die ebenfalls die allgemeine Zustimmung erweckte. Der sechste Wahlkreis hatte zum Dienstagabend vier öffentliche Wählerversammlungen ein berufen. Der Zudrang zu dielen Veranstaltungen war ein außer' ordentlich starker Sämtliche Säle waren bis auf den letzten Platz besetz», an einigen Stellen mußte» viele Zubörer stehen, ein Zeichen dafür, wie groß das Interesse für Kommunalfragcn in der Berliner Arbeiterswaft ist. I» FnnkeS GesellfchaftShauS, Triftstr. 63. sprach Stadlverordneter Leid, der vor einer dichtgedrängten Zuhörer- schaft unsere kommunalen Forderungen behandelte und aus seiner langjährigen kommunalen Tätigkeit heraus ein anschauliches Bild von dieser schwierigen Materie entwarf. Die spontane Zustimuiung, die der Vortrag auslöste, läßt auf die Begeisterung und Arbeits- freudigkeit der Anwesenden für die kommenden Wahlen die besten Rückschlüsse zu. In Cranz Festsälen, Kösliner Straße 8, referierte Stadt- verordneter Dr. O. K 0 h n. Er g'iig nach einem kurzen historischen Rückblick auf die Arbeiten und Kämpfe im Stadlparlament ein und schloß mit einem Hinweis auf die Wichtigkeit der kommunalen Wahlen unter grossem Beifall. In dem.Humbotdt-Sälen', Hussitenstraße 40, behandelte Stadtverordneter Th. Fischer das Thema deS Tages unter gespannter Aufmerksamkeit der Versammlung, die den wirkungsvollen Dar- legungen lebhaften Beifall spendete. In den. B e r 0 l r n a» S ä l e n Schönhauser Allee 28, hatte es Stadtverordneter Koblenzer übernommen, seinen Zuhörern eine gedrängte Ueberstcht von der Tätigkeit der sozialdemokratischen Vertreter auf kommunalem Gebiete zu geben. Sein Referat, sowie sein Schlussivort, in dem der Redner einige in der Diskussion vor- gebrachten Einwände unter lebhafter Zustimmung der übergrossen Mehrheit der Versammlung erledigte, fanden freudigen Widerhall. Mil Genugtuung hervorzuheben ist bei all diesen Versamm« lungen die zahlreiche Beteiligung der Frauen, ein Ansporn mehr, nicht zu ruhen und zu rasten, bis den Krauen auch auf kommunalpolitischem Gebiete Gleichberechtigung erwirkt ist. ».' Berichtigung. In unseren gestrigen Bericht über die Kommunal- Wählerversammlungen im dritten Reichstagswahlkreise hat sich ein unangenehmer Fehler eingeschlichen. Es sprachen die Genossen Dr. W e y l und A. Fröhlich nicht bei Gliesing in der Wassertor- straße, sondern im.Köpenicker Vereinshaus", die Genossen Bruns, Dr. Zadel und Kaliski aber umgekehrt bei Gliesing, Wassertorstraße._ Sozialem Anglieberung an die bestehende Berstcherung? Mit der Angestelltenversichcrung beschäftigte sich in zivei An preußischen Abgeordnetenhause abgehaltenen Versammlungen am 28. und 30. Oktober der Deutsche Berein für Bersicherungswissen- schaft. Unter den Erschienenen waren Vertreter deS ReichSamtS des Innern, des Kaiserlichen AussichtSamtS für Privatvcrsickjerung» des Reichsversicherungsamts und des Kaiserlichen Statistischen Amis. Auch ausländische Fachleute hallen sich eingefunden. In beiden Sitzungen wurde über die Ergebnisse der Arbcitszcntrale für die Privatbeamtenversicherung berichtet. In der mathcmatisckien Abteilung unter Vorsitz dcS Direktors Dr. Höckncr-Leipzig wiesen die Referenten, Versicherungsrevisor Schönwiese-Leipzig und Mathe- matiter Schmigalla-Berlin nach, daß sowohl durch Ausbau der be- stehenden Arbeitrrversicherung, als auch im Anschluß an die Lebens- Versicherungsgesellschaften die Privatbeamtenversicherung in ver- sicherungstechnisch einwandssreier Weise durchgeführt werden kann. Dieser Aussassimg wurde in der lebhaften Erörterung, die den Vorträgen folgte, und an der sich Prof. Dr. v. Bortkiewicz, Prof. Dr. Bohlmann und Direktor Dr. Walther beteiligten, von keiner Seste widersprochen. Professor Dr. ManrS brachte den Unwillen zum Ausdruck, der in den Kreisen der Fachleute darüber herrscht, daß die versicherungstechnische Seite des Gesetzentwurfs von einer einzigen Stelle aus bearbeitet und weder das Kaiserliche Aufsichts- amt für Privatversicherung, noch das Reichsversicherungsamt oder auch nur ein einziger Vertreter der Wissenschaft herangezogen wurde. In dieser Beziehung herrsche sozusagen ein absolutistisches Regiment inmitten unseres konstitutionellen Staatswesens. Diese Ausführungen unterstützte Dr. Jacobsohn-Esscn, der noch hinzu- fügte, datz offenbar auch vom Kaiserlichen Statistischen Amt kein Gutachten eingeholt wurde, und daß an diesem„Absolutismus" auch der Reichstag mitschuldig ist. Denn dieser hätte zur Kommissions« beratung Sachverständige hinzuziehen können» wenn eS ihm mehr auf eine gründliche, als auf eine schnelle Erledigung des Entwurfs ankäme. In der Sektion für Sozialversicherung unter Vorsitz des Regierungsdirektors von Rasp-München wurde besonders eingehend die sozialpolitische und volkswirtschaftliche Seite der Frage bc- sprachen. Der Referent Dr. Jacobsohn-Essen, der über die Vor- schlüge der Ausbaukommission berichtete, besprach zunächst die Bc- denken, die in der Begründung des Gesetzentwurfs gegen den Aus- baugedanken angeführt werden. Er zeigte dabei, daß bei einem Ausbau der Arbeiterversicherung mit Beiträgen, die bis zu 3,28 Proz. betragen, bereits mindestens dieselben Reuten gewährt werden können, die der Entwurf in Aussicht stellt. Die Vorschläge der Kommission lassen sich, wie der Referent darlegte, sehr leicht dahin abändern, daß auch die Altersrente beim Ausbau ungefähr ebenso hoch ist. wie bei der Sonderklasse, während die Kommissions- Vorschläge, dem System der Reichsversicherungsordnung entsprechend, eine niedrigere Altersrente vorsehen. Was die finanzielle Seite betrifft, so habe er bereits Mitte August in einer in der Zeitschrift „Arbeiterversorgung" erschienenen Abhandlung nachgewiesen, daß die gesetzliche Beitragssumme bei Durchführung des Entwurfs nicht rund 200 Millionen Mark betragen werde, wie die Begründung behauptet, sondern etwa 300 Millionen Mark. Obwohl über diese Abhandlung von einigen Tageszeitungen und Jachzeitschriften be- richtet wurde, seien gegen die Berechnung deS Referenten in der Oeffentlichkeit von keiner Seite her Einwendungen erhoben worden und auch die AuSbaulommission habe diese Untersuchung als ein- wandsfrei bezeichnet. Im stillen Kämmerlein der Kommission habe allerdings ein Negierungsvertretcr die Kritik des Referenten als unrichtig darzustellen versucht, aber er sei dabei auf die Sache selbst gar nicht eingegangen, sondern habe nur ein paar Zahlen erwähnt, die die eigentliche Streitfrage kaum berühren. Die Be- hauptung, daß die Beitragssumme bei Durchführung des Entwurfs gegen 300 Millionen Mark betragen werde, müsse daher aufrecht erhalten werden. Wählt man beim Ausbau der Arbeiterversicherung dasjenige System, bei dem im allgemeinen mindestens die Renten des Entwurfs erreicht werden und hält man an der S000-Mark- Grenze für den Versicherungszwang fest, so wird die deutsche VolkL- Wirtschaft nur mit etwa einem Drittel der Jahresbeiträge belastet, die bei Durchführung des vorliegenden Gesetzentwurfs erforderlich sind. Für den Detailhandel sei der Unterschied zwischen Sonder- kasse und Ausbau noch grösser. Er müsse nämlich im Falle der Sonderkasse mehr als das Vierfache derjenigen Last tragen, die ihm der Ausbau auferlegen würde. Das Referat über die Durch- führung der Angestelltenversicherung vermittels der Lebensversichc- rungSanstalten erstattete auch hier Mathematiker Schmigalla-Ber- lin. In der Diskussion verurteilte insbesondere der Vorsitzende das Vorgehen der Regierung wie des Reichstages und der Parteien, welche sämtlich die Kritik und Besscrungsvorschläge von feiten der Arbeitszentrale fast völliq ignoriert hätten, nur um einem politi» sehen Ziele, das trügerisch sei, nachgujagem Diese Auffassung unterstützte Justizrat Wandel-Essen. Daß auch die öffentlichen Lebensversicherungsanstalten als Träger der Angcstclltenvcrsiche- rung in Betracht kämen, hob Direktor Dr. Ramin hervor. Die Herren, die mit Recht die Angliederuny an die bestehende Versicherungsgesetzgebung für durchführbar und für besser als das Sondersystem der Regierungsvorlage halten, sind reichlich spät auf» gestanden. Sie scheinen verschlafen zu haben, daß die Sozialdemo. kraten seit Jahrzehnten die Durchführbarkeit eines Ausbaus kla» 1 Jcßlen und solchen verlangten. Auch als die Vertreter der Sozial- dcmolratie bei Gelegenheit der Beratung der ReichSversicherungs- ordnung in der Kommission und im Plenum auf den Ausbau der allgemeinen Versicherung hinwirkten, erhoben die Herren ihre Stimmen nicht. Es zeugt von recht wenig TatsachenkenntmS des Deutschen Vereins für Versicherungswissenschaft, wenn ihm die Be- strebungen der Sozialdemokratie auf diesem Gebiet unbekannt ge- blieben sind. Es scheint erst das Sonderinteresse der LebenSver- sicherungsgesellschaften die Herren Sachverständigen auf den Plan gerufen zu haben. Hätten sie rechtzeitig für die von der Sozial- dcmvkratie im Parlament und in der Presse propagierte Ausdeh- nung der VersicherungSgesetzgedung auf die Berufe der Prlbak- angestellten sich erhoben, so bestände vielleicht schon jetzt eine bessere und billigere Versicherung der Privatangestellten, als sie der Regierungsentwurf vorsieht. Finden die Herren erst jetzt kräftige Worte zugunsten der von der Sozialdemokratie verfochtenen Idee, weil sie früher befürchteten, als Knappen der Sozialdemokratie ver- schrien zu werden? Das würde eine recht mützige Furcht beweisen, zumal die Geschichte der Sozialversicherung erweist, wie auch Bis- marck ausdrücklich anerkannte, datz das bitzchen Gute, was in der Sozialversicherung steckt, lediglich durch Drängen der Sozialdemo- kratie zustande gekommen ist._ verband der Friseurgehilfea. Donnerltag, de» S. November, abend» B/, Uhr. RoseMhaler Str. 11/12: Versammlung und Vortrag. Marktpreis- von B-rltn am 81. Oktober ISII, nach»rmMelung deS Königlichen Poliz-iprSfidmmZ. Martthallenpreise.(Kleinhandel), 100 Kilogramm Erbsen, gelbe, zum Kochen 36.00—50,00. Sveisebobnen weife, 33.00— 60.00. itinsen 40,00-80.00. Kartoffeln 7,00—14,00. 1 Kilo. gramm Rindfleifch, von der Keule 1,60— 2,40. Rindfleisch, Bauch fletsch 1,30 bis 1,70. Schweinefleisch 1,20—1,80. Kalbfleisch 1,40-2,40. Hammelfleisch 1,30— 2.00. Butter 2.60—3,20. 60 Stück Eier 3,80—6,40. 1 Kilogramm Karpien 1,00—2,40. Aale 1,20—2,80. Zander 1.40—3,60. Hechte 1,10 bis 2,60. Barsche 0,80—2,00. Schleie 1,40-3,00. Biete 0,80— IM 60 Stück Krebs« 2,40—24,00. Todes-Anzeigen SoziaWeiDokrat. ffaWverelo für den 3. Berl. Reiehstagswalipeis. Am 30. Ctiober verstarb nach kurzem Krankenlager unser altes Mitglied, der SastwIrtSgehIlse Luxen Krambach im Alter von 55 Jahren. Ehre seinem Andenken! Die Beerdigung findet am Donnerstag, den 2. November, nachmittags 4 Uhr, von der Halle des Zentral-FriedhoseZ in Friedrlchsselde aus statt. Um rege Beteiligung ersucht 214/5 Der Vorstand. Nach kurzem schweren Kranken. lager wurde am 30. Oktober daS Vorstandsmitglied der Ort»- krankenkasse der Gastwirte Eup Krambach durch den Tod auS seinem Wirkungskreis gerissen. Durch seine jahrelange Tätigkeit haben wir den Dahingeschiedenen i» seinem Charakter und Wirken schätzen gelernt und werden ihm ein ehrendes und dauerndes Andenken bewahren. 13786 Die Beamten der Ortskranken- kasse der Gastwirte pp. SozialdemokratlscberWaiilvereiö des 6. Berl. Reielistags-Waiiikreises. Todesanzeige. Am 28. Oktober verstarb unser Genosse, der Monteur Joseph KielHer Relnlckendorscr Strafe 93. Ehre seinem Andenken! Die Beerdigimg findet heute Donnerstag, den 2. November, nachmittags 3 Uhr, vom Hedwigs- Krankenhause auS nach dem St. Sebastian-Kirchhos, Reinickcndors- Best, Humboldlstraße, statt. Um rege Beteiligung ersucht 232/8»er Vorstand. Nerblind der Maler,| Lackikrkr.Anstreillierusui. Filiale«erlin. Kactarut. Den Mitgliedern zur Nachricht, datz der Kollege Isidor Qörner am 18. Oktober in der Heil- anstalt.Lippspringe« oeistorbeu ist. Ehre seinem Andenken 130/4 Iiis Orfsverwaltung. Dr. Simmei Spezial-Arzt für Haut» und Harnleiden. PrinzenslF. 41, mÄ?*. 10— 2. 6—7. Sonntags 10—12. 2— 4 Deutscher Buchbinder- Verband. (Zahlstelle Berlin.) Den Mitgliedern die traurige Mitteilung, dag unser Kollege, der Präger Wilhelm Schröder am 30. Okiober verstorben ist. fEhre seinem Andenken! Die Beerdigung findet morgen Donnerstag, den 2. November, nachmittags tl,i Uhr, in Nordend statt. Zahlreiche Beteiligung erwartet 25/00 Oie Orfsverwaltung. SozialileinokratiselierWalilvereiD Charlottenburg. Den Mitgliedern zur Nachricht, dag miser Genosse, der Porzellan- dreher 251/3 Karl Richter (1. Gruppe) verstorben ist. Ehre seinem Andenken! Die Beerdigung findet am Donnerstag, nachmittags 3'/. Uhr, von der Halle des Südwcst-Fried- hoses tn Stahnsdorf aus statt. Abfahrt von Charlottenburg 2 Uhr 7 Minuten. Um rege Beteiligung ersucht Des» Vorstand. Gesangverein Jilmersdorler I (JI. d. A.-S.-B.) Am Dienstag, den 31. Oktober, verstarb unser SangcSbruder krana Holz. Die Beerdigung findet am Freitag, den 3. November, nach- mittags 3 Uhr, vom Kreis- krankenhause in Grof-Lichterselde aus statt. Sl/10 Um zahlreiches Erscheinen bittet Ter Vorstand. Wand derRiit-n. Filzwareo- Meiier und-irliEitepinnen Deutschlands. Ortsverwaltung Bertin. Am Montag, den 30. Oktober. starb nach langen Leiden unser llllstglicd, der Kollege Kar! Reidmald im Alter von 39 Jahren. Er ruhe sanft! Die Beerdigung findet heute, Donnerstag, nachmittag« 3 Uhr, von der Lclchenballe deS Georgen- KirchhoseS in Beigensee, Rölcke strafe, aus statt. 76/6 Der vorstand. Stoffe Damentnehe für elegante Kleider, Paletots ,c.. Mir. 2,60, 3,50. 4.50 M. Duchlager Koch& Seeland G. m b. H. Certraiiilteiislr,!0-2I,?5,lÄr iStmldaMchJalMD des Todcsunzeise. Am 30. Oktober verstarb unser Genosse, der Arbeiter. Karl vöhtne Lynarstr. 3. Ehre seinem Andenken! Die Beerdigung findet heute Donnerstag, den 2. November, nachmittags 3'/, Uhr, von der Leichenballe des Philippus-Avostel- Kirchhoss aus nach dem städtischen Friedhof, Müllerstratze, statt. Um rege Beieitigung ersucht 232/7 vor Vorstand SozialdeniokfatiscIierWaliivereiii für Treptow-Baumschulenweg. Den Mitgliedern zur Nachricht, dah die Genossin Mimm Papke geb. Urban Ernststr. 8 verstorben ist. Ehre ihrem Andenke«! Die Beerdigung findet am Donnerstag, den 2. November, nachmittag 3'/, Uhr von der Leichenballe des Gemeinde-Fried- hoses, Neue Krug-Allee, aus statt. Um rege Beteiligung ersncht 204/3 Oer- Vorstand. Hermann Fischers billigste Särge ih-bnnftr. III. früher Rixdors. Tel. Ziehung schon 10. und 11 November i. Schweidnitzer ottarie MISS Oewlsne Im Werts ▼. M. 128000 140000 120000 LQseälN.,pr»u.>u.' 5 Los« 4.80 M. 1 1 tl LOS# 10 U( T.u«L durch das General- Dcblt ll.C.KrBser Berlin W 8 srssir •owie alle durch Plakate kenntlichen Verkaufsstellen Telegr.-Adr.t„Ooldquelle". Reparaturen. Spez.: Un- erläflich saubere Mensur für Schüler. Tonverbesserung, aus Wunsch auch solche, die dem alt-italieuischen Tone täuschend ähnlich ist. 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Der Tanz in Musik und Literatur. Mitwirkende: Das Berliner Tonkünstlcrlnncn-Orchester Ueitung: Prl. Elisabeth Kay per. Tanzkünstlerin Fräulein Irene Sanden mit ihrem Tanzensemble. Konzertsängerin Fräulein 1/ola Barnay. Am Klavier Frau Grünberg und FrL Gllle. Rezitation Herr Friedrich KayOIer vom Deutschen Theater. Festmarken a 60 Pf. können in allen Zahlstellen bestellt worden. UM« Hosli nie dagewesener Laeherlolg! fessing- Theatsr Björnson: Wenn der junge Wein blüht. Thalia-Theater John Qalsworthy; If MMM jlhendabteilnngen Hormann Bahr: Josephine. Neues Schauspielhaus Lessing; Nathan der Weise Besidenz-Theater Emil Augier: Die arme Löwin. JtermJeld-Theater Wied: ÄXÄ-S. [ÄtTKUS lA. �climnanii Heute abend 7'/, Uhr: Gr. Gala-Vorotelluns:. (Frl. Dor» Schumann, Frei- 1 heitsdrossnren.—. Luis Hardt, 1 moderner Samson: neuer atle- | tischer Akt. Geschw De Mari», I American wonders; d. Prosrh- 1 paradies. Außerdom die 1 übrigen Kunstkräfto. 1 91/, Uhr: Die prachtv. 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Hugo Pötzsch, Redakteur, Pasteurstrasze 55. 4. Hugo Woldersky, Bürgerdeputierter, Brückenallee 3. 5. Julius Meyer, Nestaurateur, Oranienstratze 103. 10. Ludwig Tolksdorf, Stadtverordneter, Görlitzer Straße 53. 13. Dr. Jgnaz Zadek, Stadtverordneter, Dresdener Straße 109. 14. Alexander Fröhlich, Kaufmann, Greifswalder Straße 43a. 15. Waldeck Manasse, Stadtverordneter, Friedenstraße 13. 21. Fritz Wilke, Stadtverordneter, Sebastianstraße 39. 23. Hugo Hcimann, Stadtverordneter, Ulmenstraße 6. 24. Eugen Brückner, Arbeitersekretär, Rüdersdorfer Str. 64. 25. Adolf Hoffmann, Stadtverordneter, Blumenstraße 22. 28. Karl Koblenzer, Stadtverordneter, Stolpischestraße 35. 35. Karl MarS, Stadtverordneter, Greifcnhagener Straße 34. 42. Dr. Leo AronS, Stadtverordneter, Brückenallee 3. 46. August Hintze, Stadtverordneter, Pankstraße 57. Die Wahl findet am komnienden Sonntag, den 5. No- vember, von 10 Uhr vormittags bis 6 Uhr nachmittags statt. Es ist also jedem Wähler Gelegenheit gegeben, ohne materiellen Verlust an der Wahl teilzunehmen. Parteigenosse u I Sorgt dafür, daß am kommende» Sonntag die sozialdemokratischen Kandidaten mit großen Stimmenmehrheiten gewählt werden I • Hilfe für den Berliner Kommunalfreifinn, der bei den am S. November zu vollziehenden Stadtverord- netenwahlen wieder einige der ihm bisher noch gebliebenen Bezirke der dritten Abteilung zu verlieren fürchtet, wird jetzt vom � „Lokalanzeiger" gebracht. Das Blatt veröffentlicht über die Stadt- verordnetenwahlen in Grotzberlin einen Artikel, der scheinbar nach dem alten Scherlrezept der.Parteilosigkeit' gearbeitet ist, in Wirk- lichtest aber die Aufmerksamkeit auf den Abwehrkampf der bürgerlichen Parteien gegen die Sozialdemokratie zu lenken sich bemüht. Daß der.Lokalanzeiger' diese sanfte Erweckung des JnteresieZ an den Stadtverordnetenwahlen nicht zu dem Zweck betreibt, der Sozialdemokratie zu nützen, das versteht sich von selber. Aber das angeblich.parteilose' Scherlorgan läßt in dem aus Berlin bezüglichen Abschnitt dieser Wahlbetrachtung deutlich genug durchmerken, daß mit ihr dem bedrängten Kommunalfteistnn möglichst unter die Arme gegriffen werden soll. Zum Schein bemängelt der Artikel, daß der Freisinn immer wieder fast nur Bezirksvereinsgrößen für die Kommunalwahlen als Kandidaten aufftellt. Dann aber wird als Ausnahme der ehemalige Lehrer Tews angepriesen, den der Freisinn den Kommunal- Wählern der dritten Klaffe in dem neuen 24. Wahlbezirk als Kandidaten präsentiert. Das Scherlblatt tut so, wie wenn er ein Kandidat der Lehrerschaft sei. Ach, auch er ist nichts anderes als ein Kandidat der Liberalen, die ihn als willkommenes Aushängeschild mit Dank von den Lehren» entgegengenommen haben. Gelänge eS den Liberalen, mit diesem .Lehrerkandidaten' den 24. Bezirk zu retten— wie bald würde im Ralhau» auch Herr TewS, der Liberale, sich als Vertreter des waschechtesten Liberalismus.bewähren'. Man hat mit sogenannten AuSnahmemcnschen dort schon die sonderbarsten Er- fahrungen gemacht. Aber es ist zu hoffen, daß Herr TewS gar nicht erst in die Lage kommt, die Wähler zu enttäuschen. Sorgenvoll bemerkt der.Lokal-Anzeiger'. es erscheine fraglich, ob eS gelingen werde, TewS gegen den sozialdemokratischen Kandidaten durchzu- bringen. Hinter diesen Worten verbirgt sich der Wunsch, zur Unter- stützung des FreisinnSkandidaten aufzumuntern. Die Wählerschaft der dritten Klaffe wird im 24. Wahlbezirk alle Kraft aufzubieten haben, damit die Befürchtungen deS dem Kommunalfreisinn sich hilfreich erweisenden.Lokal-Anzeiger' sich bestätigen und der für den 24. Bezirk aufgestellte Kandidat der Sozialdemokratie Lrbcitersekretär Eugen Brückner gewählt wird. Das Scherlblatt läßt sich nicht genügen an der Anpreisung jenes angeblich nicht das Vertrauen der Bezirksvereine genießenden Aus- nahmekandidatcn. In demselben Atemzuge nennt eS auch den für den neuen 14. W a h lb ezirOmfgestellten, Kandidaten der Freisinnigen, den Herrn Nosenow. den eS als den.bekannten freisinnigen Landtags- abgeordneten' und.Fraktionsführer der Neuen Linken' empfiehlt. Herr Rosenow habe in seinem Bezirk.einen harten Stand', klagt und mahnt das.parteilose' Blatt. Ja, das hoffen auch wir, daß die Wählerschaft des 14. Bezirks alles dransetzen wird, diese Stütze d e S K o m m u n a l f r e i s i n n S endlich zu Fall zu bringen und den Kandidaten der Sozialdemokratie Kaufmann Alexander F�r ö h l i ch in das RathauS zu entsenden. Herr Rosenow hat in der Stadtverordnetenversammlung, für die er jetzt wiedergewählt werden möchte, so oft und so eifrig die Interessen deS Unternehmertums vertreten, daß kein denkender Wähler der dritten Klasse für ihn stimmen kann. In dieser Beziehung darf Herr Rosenow getrost einem der ä r g st e n U n t e r n e h m e r f r e n n d e in der Stadt- berordneteiiveriammlung, dem Stadtverordneten Rettig. die Hand reichen. Herr Rettig, dessen Mandat jetzt abläuft, empfiehlt sich zur Wiederwahl dem neuen 2. Wahlbezirk. Hoffentlich bereitet ihm dort die Wählerschaft die verdiente Niederlage und entsendet in das ÜtathanS den hier aufgestellten Kandidaten der Sozialdemo- kratie. den wiederzuwählenden Stadlverordnelen Johannes S a s s e n b a ch. desicn bisheriger Bezirk in diesem Stadtteil lag. Schließlich weist der.Lokalanzeiger' noch auf den Kamps hin, der in dem neuen».Wahlbezirk zu erwartet ist. und nennt den Stadtverordneten Ullstein, der hier al» bisheriger verweter in Frage<äme. Herr Ullstein hat. wie bekannt, diesmal eine Kandidatur abgelehnt und sie einer anderen Bezirksvereins- größe überlaffen. weil er fühlt, daß die Trauben jetzt höher hängen. Schlimm genug hat er eS in der Stadtverordnetenversammlung ge- trieben, so schlimm, daß kein Mensch mehr sich wundern konnte, als er mit seinem sich»t o z ia l f o r l s ch r i t t l i ch' nennenden Grüvvchen zuletzt bei der Fraktion Mommsen unterkroch. Auch der Sozialforlschrittler Ullstein ist einer von denen, die mal als.Aus- nähme' gelten wollten, nicht zu den.Kommunal- liberalen' gezählt werden wollten. Wir sehen ja jetzt. Was au» ihm geworden ist. Dieses SozialfortschriltlcrS Wirken in der Stadtverordnetenversammlung wird, denken wir. die Wählerschaft de» 6. Wahlbezirks hinreichend aufgeklärt haben, so daß.sie jetzt den Kandidaten der Sozialdemokratie. Restaurateur Julius Meyer, zu ihrem Vertreter wählen wird. Hilfe braucht der Kommunalfreisinn selbst in denjenigen Wahl- bezirken, die er bisher zu seinem sicheren Besitz zählen durfte, und nach Hilfe sucht er, wo er nur kann. Wir haben schon gemeldet, daß z. B. im ersten Wahlbezirk, wo für die Sozialdemo- kratie der Kaufmann Robert Drescher kandidiert, der Frei- sinnskandidat Giese einen Bittgang nach dem Marstall getan hat- Die Marstallbediensteten dürfen bei den Stadtverordnetenwahlen keinem Sozialdemokraten ihre Stimme geben, da» weiß jeder. Im übrigen aber werden die Wähler der dritten Klasse in allen an der Wahl beteiligten Bezirken nur in ihrem eigen- sten Interesse handeln, wenn sie den Kommunalfreifinn hilflos fallen lassen und für die Kandidaten der Sozialdemokratie stimmen. « Erster und fünfter Kreis. Für den ersten Kommunal-Wahlbezirk findet heute abend Versammlung in den Sophien-Sälen, Sophien- straße 17/18, statt. Nähere» siehe�Annonce. Zweiter und dritter Kreis. Heute findet im 13. und 14. Kom- munal-Wahlbezirk von abends 7 Uhr an Flugblattverbreitung statt. Die Genoffen werden ersucht, sich in den bekannten Lokalen einzu- finden. IM. Am Freitag, den 3. November, abends 8'/, Uhr, findet für die obengenannten Bezirke im großen Saal der Arminhallen, Kom- mandantenstraße 58/39, eine Wählerversammlung statt, in welcher Stadtv. Wilh. Pfannkuch sprechen wird. Partei- Etogelegeudeiten. Friedenau. Freitag, den 3. November, abends 7 Uhr, wichtige allgemeine Flugblattverbreitung. Die Bezirksführer nehmen heute abend das Material bei Schönfeld in Empfang. Friedrichshagen. Heute abend 6s/t Uhr, 2. Vortragsabend im Lindengarten, Fried richftr. 74. Nieder-Schönhausen-Nirdend. Freitag, den 3. November, abends 8'/, Uhr, findet der dritte Vortragsabend des BildungSauSschusseS im Restaurant von Karl Liedemit(kleiner Saal) statt. Teilnehmerkarten sind am Eingang des Saales zu haben. berliner I�ackricbten. Allerseelen. Fauchende Windstöße peitschen über die einsame Havel- insel hin. Man meidet diesen öden Werder mit seinen Opfer- steinen und Heidengräbern: der mürrische Fischer, der uns hinüberrudert, meint: es wäre dort nicht recht„geheuer". Und als wir vor einem alten Opferstein stehen und der Herbst- stürm in den paar vereinzelt stehenden knorrigen alten Kiefern und Fichten heult, da ist's auch uns recht eigen zu Mute. Ein wunderliches Raunen aus grauer Vorzeit erfüllt diesen Werder. Die alten Sagen der Germanen und Wenden regen sich wieder. Was mag wohl jene uralte Eiche, jener der- witterte Opferstcin schon alles gesehen haben?-- Die grausen Schatten eines barbarischen Kultes tauchen vor unserem geistigen Auge auf. Noch ist der lebendige Lichtsttahl des Wissens nicht tu das Dunkel der primittven Kultur der alten Germanen, der alten Wenden eingedrungen. Düstere religiöse Vorstellungen, das Streben, die noch mehr wie die Götter gefürchteten Seelen der Verstorbenen(die Maren) zu versöhnen, führten zur Darbringung von Opfern. Und nicht nur Tieropfer:— gewisse Ueberlieferungcn sprechen dafür, daß man auch vor dem gelegentlichen Menschenopfer — Feinde, kleine Kinder— nicht zurückschreckte. Besonders zur Zeit des germanischen Neujahr, das als Beginn einer neuen Wtrtschaftsperiode, im Herbst gefeiert wurde, nahmen die Opfcrfeierlichkeiten einen besonderen Platz ein. Nachdem nun das neue Saatgut der Erde anvertraut war, galt es, die mit den kürzeren Tagen immer mächtiger werdenden elbischen Nachtgestalten und Maren, die in der Erde wohnten, aber im allgemeinen dem Menschen feindlich gesinnt waren, zu versöhnen. Selbst dem Christentum ist eS nicht gelungen, diese heidnischen Gebräuche völlig auszurotten, aber eS hing der Sache ein christliches Mäntelchen um. Denn das um das Jahr 1000 von der Kirche hinter dem Allcrheiligentage (1. November) eingesetzte Allerseelcnfest(2. November) ist eine Anerkennung des alten heidnischen Seelenknltcs. An ihm er- wartete und bewirtete das Volk die Seelen der Verstorbenen, die in Krötengcstalt in der Erde, in Bergen oder in den Bäumen gebannt hausten, und nur in dieser Nacht zurück- kehren durften. Man brachte für sie zur Zeit des Lichtwirkens, gegen Abend, von den Sippengenossen zusammengetragene Speiseopfer an bestimmten Stellen dar. Auch wurden dabei Lichter angezündet. An Stelle der Ursprünglichen Menschen- beziehungsweise Tieropfcr treten entsprechend geformte Ge- bäcke(Gebildbrotc). Diese den verstorbenen Ahnen gewidmeten Feste müssen uralt sein, denn wir treffen sie bei den Chinesen. Japanern. Persern. Griechen und Römern. Auch ist ihnen gemeinsam: daß man bei der Mahlzeit, zu der die Toten geladen und von der sie nachher fortgcwiesen werden, Lichter anzündet; letzteren Brauch findet man noch heute in streng katholischen Gegenden am Allerseelcntage auf den Fried- Höfen wieder. Wohl hat die christliche Kirche sich nicht ohne Erfolg be- müht, in den tausend Jahren ihrer Herrschaft den Charakter jener altgermanischen Totenfeier, von der auch höchstivahr- schcinlich die Julfeier, das spätere Weihnnchtsfcst abstammt, zu verändern. Allerseelen, wie auch der Totensonntag sind zu einer pietätvollen Gedenkfeier der Verstorbenen geworden. Und dennoch. Die Herbstürnie dort draußen im wendischen Lande, die„Teufelshügel" oder wenn dann und ioann einmal der tief gestellte Pflug knirschend eine rohe Urne mit Leichen- brand ans Tageslicht bringt, sie wecken sie wieder, die schein- bar längst vergessenen Sagen und Gebräuche. Kein Mensch weiß, wer sie wieder aufbrachte; sie sind einmal da; mancher ahnt kaum, wie uralt sie schon sind. Doch wenn an den langen Herbstabenden der Wind in den einsamen Dörfern der Spree- und Havclniederungen wütend an den geschlossenen Fensterläden rüttelt, wenn er im Schornstein heult und pfeift, wcnn's wie die wilde Jagd dahinbraust: dann erwachen sie wieder die alten, dunklen Geschtchten. Gute und schlechte Märchen in bunter Folge. Aber schöner und volkstümlicher als alle salbadernde katholische und evangelische Traktätchenwcisheit zusammen. Eng rückt man aneinander und Großmutter erzählt... Die Sitzung der gemischten Deputation betreffend Beratung von Maßregeln gegen die Nahruiigsmittcltcuerung, welche am Mittwoch unter Vorsitz des Oberbürgermeisters im Rathanse stattfand, be- schäftigte sich zuerst mit der an den Reichskanzler abzusendenden Petition, welche einstimmig angenommen wurde. Die Petition ent- hält unanfechtbares statistisches Material über die in den letzten drei Jahren erfolgte Preissteigerung. Alsdann wurde Bericht erstattet über den von der Stadt eingeführten Seefischverkauf, der sich be» währt hat und sich fortwährend steigert. Das anfängliche Miß« trauen, das weite Volkskreise gegen denselben hegten, ist zum größten Teile überwunden. Gewisse Manöver, die städtischen Fischpreise um einen oder zwei Pfennig z« unterbieten, wollen nickt mehr ziehen, da die Bevölkerung sehr bald gewahr geworden ist, daß für solche Preise, wie die Stadt sie bietet, nirgends auserlesene, und was die Hauptsache ist, tadellos frische Ware geliefert wird. Von mehreren Seilen wurde an« geregt, den städtischen Verkauf auch auf geräucherte preis« werte Seefische auszudehnen, mit dem Hinweis, daß in London die geräucherten Seefische ein Haupwahrungsmirtel für die ärmere Bevölkerung bilden. Beim Magistrat schien zur Ausdehnung deS Betriebes keine sonderliche Neigung vorhanden zusein, schließlich gelang eS aber wenigstens, die Anregung dem Vorsitzenden zur Prüfung zu überweisen. Auf Anregung von sozialdemokratischer Seite soll unter Zustimmung des Oberbürgermeisters der Leitung unserer Kochschulen, soweit solche in den Gemeindeschulen vorhanden sind, empsohlen werden, an den Tagen, an dem der städtische Fisch« verkauf stattfindet, Fischgerichte der verschiedensten Art zubereiten zu lassen, um so durch die Kinder die Fischnahrung in immer weitere Volkskreise einzuführen. Die Frage der Kartoffelversorgung durch die Stadt, die von sozialdemokratischer Seite wieder energisch verlangt wurde, löste den bedrängten Unternehmerherzen tausend und einige Bedenken aus.„Kleine und mittlere Städte könnten das wohl, aber keine Groß« stadt';„die Stadt müßte teurer verkaufen wie der Händler";„der Stadt lvürden keine Kartoffeln verkauft';„wie viel Aufkäufer müßten wir ins Land schicken?' Alle diese Einwendungen wurden ernsthast erhoben, aber von sozialdemokratischer Seite nur als Ausrede ge« kennzeichnet. Indirekt bestätigte selbst der Oberbürgermeister, daß schon jetzt eine ganze Reihe Angebote vorlägen. Ein bekannter, im Kartoffelankauf nicht unerfahrener Stadttat, wendete sich am schärfsten gegen den städtischen Kartoffelverkauf. Noch intereffanter aber waren die Ausführungen eines bürgerlichen Stadtverordneten, der meinte, die Engroshündler geben jetzt schon die Kartoffeln nur mit 10—20 Pf. Nutzen pro Zentner ab und der« kauften auch ab Bahnhof an jeden Privatmann bei Abnahme von mindestens einem Zentner zu Engrospreisen. Außerdem würden die kleinen Händler geschädigt und luiniert, wenn die Stadt den Kartoffel- Handel in die Hand nähme. Bon den sozialdemokratischen Vettretern wurde darauf hingewiesen, daß der kleine Händler bei der Teuerung jetzt nicht viel verdiene. Die Grünkramhändler müßten die Kattoffeln aber führen, um sich die Kundschaft für die anderen Waren zu er« halten. Durch das Eingreifen der Stadt würden diese Leute aber gerade deswegen nicht geschädigt oder gar ruiniert. Der Stadtverordnete der zweiten Abteilung verstieg sich zu der Behauptung:„Mit der Teuerung der Kartoffeln sei eS nicht so schlimm, früher hätte der Zentner 2,b0 M. gekostet und jetzt 8,o0 M., daS wäre auf den ganzenZentner nur IM. Was käme da für eine Teuerung auf das'/z Pfund Kartoffeln, d aS der Ar- beiter zu seiner Mahlzeit brauchte!' Der Herr der außer Stadtverordneter im Nebenberuf auch Komm erzien rat ist, mußte sich von den Sozialdemokraten belehren lassen, daß aus die Arbeiter-MittagStafel nicht so viel Fleisch und alle möglichen Delikatesten der Saison kämen wie bei einem Kommerzienrat, daß man die Kartoffeln in einzelnen Exemplaren als Beigabe zur Ab« tönung des Geschmacks genießt, sondern beim Arbeiter sei die Kar« toffel leider so Hauptnahrung, daß der Herr keine Ahnung habe, wenn er von'/z Pfund spreche. Aber wenn unsere Genoffen auch mit EngelSzungen geredet hätten, gegen solche tiefgründige Kenntnis der Volts« ernährung können sie nicht aufkommen. Die Katt«ffelversorg»ng durch die Stadt wurde mit allen gegen die Stimmen der Sozial- demokratrn abgelehnt!! Hoffentlich geben die Einwohner Berlin», die Wähler IH. Klaffe, am Sonntag den bürgerlichen Stadtverordneten die„nötige Aufklärung' über daS Thema, wie das Volk lebt. Gegen die RdoptionSdureanS erläßt das Polizeipräsidium wieder eine Ertlärung, die besagt: Mehrere Bureaus, die sich mit der Ver» Mittelung von Adoptionen und Unterbringung von Pflegekindern be« schäftigen, geben als Referenz für ihre Tätigkeit das hiesige Polizei- Präsidium an. Die Behörden sollen bestätigen können, daß und wie« viel Kinder durch daS Bureau vermittelt wurden. ES sind jedoch in dieser Richtung noch niemals Feststellungen erfolgt, und es be« steht die einzige Beziehung zwischen der Behörde und den Bureaus darin, daß bei einem eventuell vorliegenden Verdacht des Adoptions« schwindeis im Wege gesetzlicher Maßnahmen eingeschritten werden nmßte. Den Angaben in den Prospekten dieser Bureaus steht demnach das Polizeipräsidium fern, und eS kann deshalb nur noch- mals vor einer Verbindung mit den hier in Rede stehenden BureauS gewarnt werden. Den Tod auf den Schiene» fand gestern morgen der Bahn» wärterverttcter Albett Karl Kapf aus der Dolziger Stt. 4(5. Der 25 Jahre alte Mann vertrat in der vergangenen Nacht einen Bahn« Wärter auf dem Güterbahnhof in Weißensee. Wie seine Konttolluhr zeigt, war er noch mindestens bis um 4'/z Uhr tätig. Um ö'/, Uhr wurde er tot auf einem Gleis liegend aufgefunden. Die Leiche war ganz zerrtsien und zerstückelt. Sie wurde nach dem Schauhause ge« bracht. Wie daS Unglück geschehen ist, weiß man noch nicht. Der Kindesmordversuch im Wittenauer Forst harrt noch immer der Aufklärung. Im Laufe des vorgestrigen Tage» erschienen auf der Wittenauer Polizei und im Reinickendorfer Krankenhause zahlreiche Personen, die Kinder vermißten, doch haben sich Angehöttge deS Kleinen noch nicht gemeldet. Der Knabe war bei seiner Auffindung mit einem rotkarierten Barchentkieid, einer Samtmatrosenmütze mit schwarzem Band auf dem in gelben Buchstaben„Meteor' zu lesen ist, einer weißen Jacke mit gelben Knöpfen, einer blaukatterten Schürze, schwarzen Strümpfen und schwarzen Halbschuhen bekleidet. Der Kleine, der sich übrigens vollkommen erholt hat. genießt eine liebe« volle Pflege im Reinickendorfer Krankenhause und wird in einigen Tagen, falls die Ellern sich bis dahin nicht gemeldet, dem Waisen« Hause überwiesen werden. Ans dem Wege nach dem Krankenhause vom Tode ereilt wurde vor« gestern der Arbeiter Karl Barmpti aus der Willibald-Alexis-Stt. 14. Barnitzki war lungenschwindsüchtig und wurde gestern vom Arzt seine Uebersübrung nach einem Krankenhause angeordnet. Auf der Fahrt dorthin verstarb er plötzlich. Dcn„König" der Taschendiebe hat vorgestern die Kriminalpolizet auf frischer Tat ertappt und unschädlich gemacht. ES ist ein auS Ungarn gebürtiger Kaufmann Paul Weiß, der besonders in Berlin .arbeitete'. Während der Caruso-Vorstellungen im Opernhause er- wischte die Kriiniuaipolizei im Gedränge einen jungen Taschendieb, der sich als ein 1ö Jahre alter, aus Osenpcst stammender Kellner Liffai entpuppte. Er hatte zwer Damen die Handtaschen geöffnet und ihre Geldbörsen herausgenommen. Liffai war noch ein Neuling und legte bald ein Geständnis ab. In Ofenpest halte er Weiß kennen gelernt und dieser hatte ihn als Taschendieb ausgebildet. Weiß versicherte immer, daß Berlin der beste Play für Taschendiebstähle sei. und beschloß, auch die Caruso-Vor« strllmigcn nach Kräften wieder auszunutzen. Er fuhr mit seinem neuen Schüler hierher und brachte ihn bei einem Logiswirt Siegmnnd Wünschbach unter. Er selbst wohnte zunächst in der Schlegelstraße 3. Lissai war jedoch für die Praxis noch nicht ge« nügend ausgebildet und fiel bald der Polizei in die Hände. Jetzt stand Weiß allein. Er war schon im Laufe des Sommers in Verl« und ließ an den Straßenbahnhaltestellen, wie in Treptow und Tegel, und vor den großen Vergniigungslokalen, wie den Lunapark, sechs ausgebildete Schüler für sich.arbeiten". Sein„Pech" aber wollte es, daß einer seiner Gehilfen nach dem anderen ertappt und hinter Schloß und Riegel gebracht wurde. Wir haben über diese Diebereien und Berhäftungen im Laufe des Sommers wiederholt berichtet. Jetzt hatte Weiß auch mit seinem letzten Schüler noch „Unglück". Den Anfenthalt des Weiß erfuhren die Kriminalbeamten von dem Verhafteten. Jeder Beamte hatte ein Bild von ihm; sie waren umsomehr hinter ihm her, als W. in Berlin bereits zu einer langen Gefängnisstrafe verurteilt worden ist, die er noch nicht verbüßt hat. In der Schlegelstr. 8 war er natürlich nicht mehr zu finden. Nach der Verhaftung seines Gehilfen war er schleunigst ver- schwnnden, um sich ein anderes Quartier zil suchen. Angeblich sollte er nun einen Unterschlupf in der Keibelstraße gefunden haben, aber auch dort war er nicht zu ermitteln. Vorgestern nun sahen Beamte an einer Haltestelle an der Ecke der Königgrätzer und Voßstraße zwei Männer, die ihnen bekannt vorkamen. Sie brauchte» nicht erst lange nachzudenken, wer sie sein könnten. Denn alsbald rief der eine künstlich ein Gedränge hervor und deckte den anderen, der diese Gelegenheit benutzte, in fremde Taschen zu greifen. Jetzt griffen die Beamten zu und hatten den lange gesuchten„Häuptling" Weiß und Münschbach am Kragen. Beide wurden von der Kriminal- Polizei nach Moabit gebracht. Hilflos aufgefunden wurde vorgestern nachmittag vor dem Hause Breslauer Str. öa. ein unbekannter, etwa 40 bis 50 Jahre alter Mann, der anscheinend den Schauspielerkreisen angehört. Er wurde nach der Hilfswache Grüner Weg 15 gebracht, doch konnte der Arzt hier nur noch den Tod deS Mannes feststellen. Die Leiche wurde dem Schauhause zugeführt. Der Unbekannte ist 1,62 Meier groß, hat kurz geschnittenes, volles, dunkelblondes Haar, ist glatt rasiert und trug eine blaue Hose und Weste, einen dunklen, kleinkarierten Gehrock, einen grauen Sommerüberzieher und ein blaugestreiftes Hemd. Zu einem Zusammenstoß zwlsqcn einer Droschke und einem Straßenbahnwagen kam es Dienstag abend gegen 8 Uhr an der Ecke der Friedrich-Wilhelm- und Rauchstraße. Dort versuchte die Pferdedroschke 8772 unmittelbar vor einem herannahenden Straßen- bahnwagen der Linie 17 das Gleis zu kreuzen, wurde jedoch an- gefahren. Bei dem Zusammeuprall wurde der Kutscher Nickel, Stromstr. 9 wohnhaft, vom Bock geschleudert und erlitt eine Gehirn- erschütterung und anscheinend auch innere Verletzungen, die seine Ueberführung nach dem Krankenhause notwendig machten. Die Droschke wurde bei dem Zusammenstoß stark beschädigt. Die Propagandakommission zur Förderung des GenossenschastS- Wesens in Groß-Berlin bittet uns mitzuteilen, daß am heutigen Abend im großen Saal deS GcwerkschaftShauses, Engelufer 15, der Vortrag des Professor Staudinger über„Die Not- wendigkeit der Konsumentenvereinigung im Zeitalter der Ringe und Kar tele" stattfindet. Es haben nur die mit einer Eintrittskarte versehenen Personen Zutritt. Friedensdemonstranten, welche� nach der Demonstration am 8. September er., im Milchgeschäft Schlesische Straße 20, von Treptow kommend auf der linken Seite, Bier, Selker oder Brause getrunken baben, werden gebeten, ihre Adresse zwecks Zeugenaussage an E. Fromm daselbst gelangen zu lassen. „Der Wahre Jacob". Die am nächsten Dienstag fällige Nummer 66 0 gelangt bereits am Freitag, den 3. d. Mts., in der Buchhandlung Vorwärts, Paul Singer G.m.b.H., Linden st r. 69, zur Ausgabe und von dann an alle vierzehn Tage Freitags. Vorort- JVacb richten. Wilmersdorf. Eine rätselhafte Selbstmordaffäre beschäftigt zurzeit die hiesige Kriminalpolizei. Vor einigen Tagen wurde im Grunewald in der Nähe der Dahlemer Gemarkung der 70jährige Gärtner Gottlieb Mathias aus der Prinz-Regenten-Str. 55 an einem Baume hängend aufgefunden. Spaziergänger befreiten den nur noch schwache Lebens- zeichen von sich gebenden Mann und sorgten für seine Ueberführung nach dem Kreiskrankenhause Groß-Lichterfelde. Hier liegt der Greis in sehr bedenklichem Zustande darnieder. Als er für kurze Zeit zum Bewußtsein kam, machte er Angaben, die zu der Vermutung führten, daß eS sich doch nicht um einen Selbstmord handele. M. er- zählte u. a., daß er mit Kollegen zusammen gewesen sei,� die ihn anscheinend betrunken gemacht hätten. Der weiteren Vorgänge will er sich absolut nicht entsinnen können, Insbesondere erklärte der Gärtner, daß er nicht die geringste Ursache gehabt, sich das Leben zu nehmen. Auf Grund dieser Bekundungen hat die Polizei eine Untersuchung dieser rätselhaften Angelegenheit eingeleitet. Friedrichshage». Aus der Gemeindevertretung. Eine Gesellschaft ist mit dem Antrage an die Gemeinde herangetreten, in den Straßen mehrere Telephonzellen aufzustellen. Dieselben sollen eine Normaluhr er- halten, des Nachts beleuchtet und die Wände mit Neklametafeln ver- sehen werden. Die Vertretung stimmt dem zu. Die in der letzten Sitzung gewählte Teuerungskommission beantragt den Bezug von Seefischen und Verkauf derselben durch die zwei hiesigen Fischhändler gegen geringe Entschädigung. Ferner den Einkauf von guten sortierten Kartoffeln und Berkauf derselben am Bahnhof in Mengen von>/z bis 1 Zentner. An Ortsarme sollen nach Bedarf Kartoffeln unentgeltlich abgegeben und die Unterstützungsgelder um 10 Prozent erhöht werden. Nach langer Debatte wurden die Anträge der Kommission einstimmig angenommen und ein Betrag von 2000 M. dafür genehmigt. Desgleichen stimmte die Vertretung einer Er- Weiterung des Vertrags wegen bakteriologischer Untersuchung der Milch zu. Die Kosten belausen sich aus 2 Pf. pro Kopf der Bevölkerung. Einstimmig wurde die Anstellung ein S ch u l z a h n a r z t e S be- schloffen. Die Mittel biersür sollen in den nächsten Erat eingestellt werden. Das seit mehreren Jahren im Gange befindliche Zusammenlegungs- verfahren der Baugelände im Osten geht seiner Vollendung entgegen. Dadurch werden größere unbebaute Gelände, welche bisher wegen ihrer Zerrissenheit nicht bebaut werden konnten, der Bebauung er- schloffen. Eine Vorlage des Gemeindevorstandes, daS Rathaus, das Gymnasium, die Volksschulen und die Pumpstation an das Elek- trizitätswerk anziischlieken. fand Zustimmung. Unter Mitteilungen gab der Bürgermeister bekannt, daß der Gemeindever, reter Bur- meister sein«ml wegen Verzugs nach Berlin, die Gemeindevertreter Axnick und Sonn e n bürg wegen Krankheit ihr Amt niedergelegt qabeit. Dem Genossen Sonnenbiirg. welcher der Gemeindevertretung 16 Jahre angehört hat. widmet der Bürgermeister warme Worte der Anerkennung für sein rastloses Arbeiten im Dienste der Gemeinde und seiner Wähler. Wenn auch die Meinungen mit der Mehrheit des Hauses oft weil auseinandergingen, so müsse er doch anerkennen. daß der Kollege Sonnenburg ftetS in sachlicher Weise gekämpft, praktisch mitgearbeitet und einen großen Anteil an den sozialen Fortschritten der Gemeinde habe.— Der Antrag unserer Genossen, die NenwaHlen für die ausgeschiedenen Mitglieder n cht, wie e« bisher meist üblich war, bis zu den nächsten allgemeine» Wahlen zu verichieben. sondern unverzüglich vorzunehmen, wurde einstimmig angenommen. «» Der erste Seesischverkauf findet am Freitag, den S. No- v e m b e r, vormittags von 8 Uhr bis nachmittags 1 Uhr, auf dem Marktplatz statt. Netlenhagen(Ostbahn). Die letzte Gemeindevertretersitznug beschäftigte sich mit einem Antrage ans Gewährung einer Ehrengabe an die Veteranen. � Herr Nissel, der zugleich Vorsitzender des Kriegervereins � ist. begründete den Antrag damit, daß andere Gemeinden und Städte etne� solche ' Verantwortlicher Redakteur Richard Barth. Berlin. Für den Ehrengabe an die Veteranen gezahlt haben und weil man den- selben die Entwickelung des Reiches verdanke, sei man moralisch zur Zahlung einer Ehrengabe verpflichtet— Da die hier in Betracht kommenden Veteranen fast alle wirtschaftlich gut gestellt sind und weil sich unsere Vertreter aus taktischen Gründen in der Diskussion vorläufig passiv verhielten, konnte man bei Be- ratung über die Höhe der Unterstützung und über die Bedürftigkeit den meisten der bürgerlichen Vertreter die Verlegenheit vom Gesicht ablesen. Nachdem Gen. Köseling gefragt, ob auch NichtMitglieder des Kriegervereins bedacht werden sollen und hierauf eine bejahende Antwort erhielt, erklärte der Gemeindevorsteher, daß andere Ge- meinden nur an die Veteranen mit einem Einkommen bis 900 M. eine Beihilfe gezahlt hätten. Gleichwohl sprach sich aber auch der Gemeindevorsteher im empfehlenden Sinne aus. Während man eine Einkommensgrenze von 1200 M. annahm, sollte die Gemeinde- Vertretung eine Pauschalsumme bewilligen und die Verteilung dem Kriegerverein überlasten; hierbei wollte Herr Zitterbart die Veteranen mit niedrigem Einkommen höher bedacht wiffen. Die Unterstützung der Veteranen sei Sache des Staates, stlbrte in richtiger Weise Herr Ammon aus und schlug eine Einkommensgrenze von 1500—1800 M. vor. Da man aber eine solch unvorbereitete Erledigung der Allgemein- heit gegenüber wohl doch nicht glaubte verantworten zu können, beschloß die Gemeindevertretung Verlagung und Verweisung an eine Kommission, welcher auch Genoffe Köseling angehört.— Genosse Göller als Mitglied der Wegebautommission stellte nochmals fest, daß dem Gastwirt Gottschalt, wie allen in Betracht kommenden Anliegern der Eichenallee, für abzutretendes Siraßenland pro Quadratmeter 1 M. geboten worden ist; hierzu beschloß die Ge- meindeveriretnng einstiimnig, p. Gottschalk aufzufordern, die übrigen in einem Artikel der„Nenenhagener Zeitung" aufgestellten Unwahr- Helten richtig zu stellen und die Beleidigung der Gemeindevertreter zurückzunehmen.— Die Wegebankommiffion soll zum Erlaß von Vorschriften zur Reinigung von Straßen und Verkehrswegen eine Borlage machen. Grünau. Sein 7. Stiftungsfest feiert am Sonnabend, den 4. November. im Lokal„Jägerhaus" der Arbeitergesangverein„Sängerlust". Ein ausgewähltes Programm, bestehend in Chor-, Einzel- und Quartett- gesängen, sowie Theateraufführung, gewährt einen genußreichen Abend. Da der Verein bei Parteisestlichkciten stets mitwirkt, wäre ein zahlreicher Besuch der Parteigenossen sehr erwünscht. Senzig(Kreis Teltow.) Eine Versammlung niiter freiem Himmel hatten die Genossen von Senzig am Sonntag in Bindowbrück anberaumt. Der Gastwirt in Bindow stellt sein Lokal der Arbeiterschaft nicht zur Verfügung, weil er angeblich mit den zuständigen Behörden ein Abkommen ge- troffen haben soll, was ihn, um nicht worlbrüchig zu werden, zwingt, uns sein Lokal für Versammlungen nicht herzugeben. Nach umfang- reicher Agitation in der Umgebung für die Versammlung hatten sich zirka 250 Teilnehmer als Zuhörer eingefunden, welche den Vortreff- lichen AuSsübrungen deö Referenten Genoffen Emil U n g e r über die Bedeutung der bevorstehenden Reichstagswahl bis zum Schluß trotz der schon kalte» Witterung mit der größten Aufinerlsamkeit folgte. Diskussionsredner meldeten sich nicht. Der Vorsitzende er- mahnte im Schlußwort die Versammlungsbesucher, an die Ausübung der Pflichten zur bevorstehenden ReichStogSwahl zu gehen sowie das Lokal in Bindow möglichst zu meiden. Die Versammlung schloß dann mit einem Hoch auf die Sozialdemokratie. Bernau. Der finanzielle Effekt der Hussstenfestspiele. Was unsere Genoffen vorausgesagt, ist eingetroffen: die Stadt hat, wie dies bereits in der letzten Stadtverordnetenversammlung zum Ausdruck kam, mit der Arrangierung der in diesem Jahre abgehaltenen Hussitenfestspiele zum Schaden der Steuerzahler ein gründliches Fiasko erlitten. Wie in der Stadtverordnetenversammlung mitgeteilt wurde, sollten im nächsten Jahre wieder Husfitenfestspiele veranstaltet werden; die Stadt sollte die Garantie für alle nicht durch den 21400 M. be- tragenden Garantiefond gedeckten Ausfälle übernehmen. Eine klare Abrechnung über die in diesem Jahre stattgefundenen Festspiele konnte nicht gegeben werden, es wurde eine solche für die nächste Versammlung verlangt. So viel steht aber be- reits schon fest, daß das Defizit kein geringes ist. Zunächst sollte die Einnahme 74 967,36 M. und die Ausgabe 72 332,61 M. betragen haben; hierauf wurde der Versammlung jedoch ein Gemisch von Zahlen vorgeführt, auS dem niemand klar werden konnte. Erst als Genosse Helbig darauf drang, der Versammlung eine bestimmte Ab- rechnung vorzulegen. sah fich ein Ausschußmitglied genötigt, einigermaßen ein Bild von dem Stande der Finanzen zu geben. Danach ist der GarantiefondS vollständig verloren und die Stadt müßte noch einen Zuschuß von 9000 Mark leisten, wofür sie als Entschädigung die Tribüne hätte, die sie dann als Brennholz verkaufen könnte. Von unseren Genoffen wurde von Anfang an vor diesem Unternehmen gewarnt und empfohlen, die 1000 Mark, welche zu den Hnssitenspielen anfangs bewilligt wurden, lieber an arme Einwohner zu verteilen. Jetzt sollen aber aus dem Steuersäckel noch weitere 9000 Mark bewilligt werden, wogegen unsere Genossen protestierten. Auch der Borsteher hatte sich dagegen gewandt, einer unbestimmten Summe, wie sie die Vorlage verlangt, zuzustimmen. Ein Antrag unserer Genossen, den Magistrat zu ersuchen. zur Abwendung der Teuerung eine Summe zu bewilligen zwecks Anschaffung von Lebensmitteln, damit diese an hiesige Einwohner eventuell zum Einkaufspreise abgelassen werden können, wurde vom Genossen Helbig begründet und einstimmig angenommen. Eine Kommission, bestehend aus den Stadtverordneten BolS, Dr. Wieners und dem Genossen Salzmann wurde mit den zu treffenden Maßnahmen betraut. Mit 16 gegen die 7 Stimmen unserer Gcnoffen wurde der freiwilligen Sanitäkskolonne vom Roten Kreuz eine einmalige Unter- stützung von 200 M. zur Beschaffung von Uniformen, Tragen, Binden usw. bewilligt. Unsere Genossen verlangten, daß die Stadt nur Tragen und Binden anschaffen und diese bei event. Unfällen der Kolonne zur Verfügung stellen soll. Die Anschaffung von Uniformen sollte man den Mitgliedern der Kolonne, sofern sich dieselben dafür interessieren, selbst überlasten, denn diese hätten mit der Hilfeleistung nichlö zu tun. Zur Errichrung einer städtischen Sparkasse wurde eine süiifglicdrige Kommission gewählt, welcher auch Genosse Krüger an- gehört! Schmachtenhagen. In diesem dunklen Winkel des Kreises Niedcriarnim fand am Sonntag die erste Volksversammlung statt. Zwar gelang es nickt, eines der im Orte bestehenden Lokale zu bekommen. Da es jedoch unseren' Genossen glückte, einen Einwohner von Sckmachlenhagen zur Hergabe seines Gehöftes zu veranlassen, konnte eine Versammlung unter freiem Himmel abgehalten werden. Auch hier glaubte aller- dmgs der Gemeindevorsteher zunächst wegen der am Orte bestehenden Maul- und Klauenseuche die Erlaubnis der Versammlung hinaus- schieben zu sollen; sckließlich bewog ihn der Hinweis auf bürgerliche Veranstaltungen, doch noch von einem Verbot Abstand zu nehmen. Um die Einwohner einzuschüchtern und sie von dem Bestich der Versammlung fernzuhalter. war der Eingang zu dem Gehöft sckon zwei Stunden vor Beginn der Versammlung von drei Gendarmen besetzt irnd auch einer der Lehrer hielt« für notwendig, dort Spalier zu bilden. Trotzdem waren zirka 120 Teil- nehmer— darunter auch Franen— erschienen und lauschten den Ausführungen des Referenten Gcnoffen Ucko, der den Ver- lammelten zeigte, wie die Sozialdemokratie es ist, die stets auch für Inseratenteil verantw.: Th. Glocke, Berlin. Druck». Perlag: Borwärt» die Jtttereffen der ländlichen Bevölkerung eingetreten ist. Der leb- hafte Beifall, den die Versammlung den Ausführungen des Referenten zollte, gibt Gewähr dafür, daß dieselben anf frucktbaren Boden gefallen sind. Die anwesenden Vertreter des ReichSverbandes sowie der am Zaune stehende Herr Lehrer hielten eS für richtig, den Referenten durch wiederholtes Lachen zu unterbrechen. In der Diskussion Wählten sie den besseren Teil der Tapferkeit— sie schwiegen. Spandau. Bon einem Automobil lebensgefährlich verletzt wurde vorgestern abend 6 Uhr der dreizehnjährige Knabe Karl Schulz, Sohn einer in der Göielstraße wohnhaften Witwe; der Knabe befand sich auf der Heerstraße, Ecke Pichelsdorfer Straße, als er von einem in schneller Fahrt daherkommenden Kraftwagen ersaßt und eine Strecke mit fortgeschleift wurde. Der Wagenführer bemerkte das Unglück und hielt. Der Knabe wurde bewußtlos aus einer Kopfwunde blutend unter dem Kr-aftwagen hervorgezogen und auf ärztliches Anraten nach dem städtischen Krankenhaus gebracht, wo«c in bedenklichem Zustande daniederliegt. Hud aller Alelt. Zur Einsturzkatastrophe in Frankreich. Der bereits gestern gemeldete Einsturz einer im Bau befindlichen Malzfabrik in Nogent-sur-Seine hat 11 Arbeitern das Leben gekostet, während 40 Arbeiter in schwer verletztem Zu st an de aus den Trümmern geborgen wurden. Der Einsturz der Baulichkeiten erfolgte, ohne daß vorher irgend ein Zeichen der drohenden Gefahr wahr- genommen wurde. Sofort nach der Katastrophe wurden die Rettungsarbeiten in Angriff genommen. Eine Abteilung Sol- baten wurde von Trohes aus nach der Unfallstelle entsandt, um in Gemeinschaft mit der Feuerwehr den Verunglückten Hilfe zu bringen. Die Rettungsaktion ge« staltete sich sehr schwierig, da teilweise bis zu 10 Meter Schutt fortgeräumt werden mußten, um zu den jammernden und hilferufenden Verunglückten zu gelangen. Trotzdem der Ein- stürz bereits um 4 Uhr nachmittags erfolgte, waren bis Mitternacht erst fünf Tote und acht Verletzte geborgen. Während der ganzen Nacht wurden die Rettungsarbeiten bei Fackclbeleuchtung unermüdlich fortgesetzt. Unter den Verunglückten sollen sich auch mehrere deutsche Maschinenbauer befinden, die auf dem Un- glücksbau im Auftrage ihrer Firma mit der Montage von Maschinen beschäftigt waren. Tampferkatastrophe auf hoher Tee. Wie ein Telegramm aus Las Palmas meldet, stießen an der westafrikanischen Küste die französischen Dampfer „Liberia" und„Diolibah" zusammen.„Diolibah" sank nach kurzer Zeit und 21 Mann der Besatzungsowie drei Passagiere fanden in den Wellen den Tod. Die beiden Dampfer befanden sich auf der Heimreise von Kotonu(Südafrika) nach Marseille. Die Rache des Gatten. Eine entsetzliche Bluttat verübte in der galizischen Ortschaft Zolkiew der Landwirt Kiernicki. Nach der Rückkehr von einem längeren Aufenthalt in Amerika erfuhr Kiernicki. daß seine Frau mit einem Studenten ein Liebesverhältnis eingegangen war. In seiner Wut über die Untreue seiner Frau über- fiel er nachts das Liebespaar, tötete die beiden und ver- stümmelte die Leichname in gräßlicher Weife. Der Täter ergriff die Flucht, wurde jedoch bald darauf von der Polizei er« mittelt und in Haft genommen. Kleine Notizea. Ein LiebeSroman im Hotel. In einem Gasthofe in Oldenburg erschienen Mittwoch mittag ein Mann und eine Frau, die sich unter dem Namen Becker und Frau aus Stuttgart in das Hotelbnch eintrugen. Als nach längerer Zeit das Zimmer nicht geöffnet wurde, wurde eS gewaltsam geöffnet, und man sand den Man», der etwa im Alter von 28 bis 30 Jahren steht, erschossen und die etwa 2vjährige Frau schwer berletzt vor. Rettung Schiffbrüchiger. Die Rettungsstation Cuxhaven der Deutschen Gesellschaft zur Rettung Schiffbrüchiger telegraphiert: Am 1. November wurden von dem norwegischen Dreimastichoner„Har- monia", Kapitän Hansen, gestrandet anf Gelbstrnd, m.r Stabholz von Drammen nach Itzehoe bestimmt, acht Personen durch ein Rettungsboot des 3. Elbleuchtschiffe« gerettet. Die Cholera in Serbien. Nach einer Kundgebung des SanitätS- deparlementS deS Ministeriums des Innern sind in Serbien in der Zeitvom22.— 20. Oktober acht neue C h o l e r a e r k r a n k u n g e n vorgekommen, von denen drei tödlich verliefen. Außerdem sind drei bereits früher erkrankte Personen gestorben. Bei Flugversuchen tödlich verunglückt. In S a n F o s ü in Kali- fornien ist der Professor John M o n l g o m e r y bei Versuchen mit einem Gleitaeroplan eigener Konstruktion abgestürzt und hat dabei sein Leben eingebüßt. Ein Fall von Lungenpest in England. Bei einem im Marine- Hospital zu Shotley in der Grafschaft Sussolk eingelieferten See- mann ist Lungenpest festgestellt worden. Weitere Fälle sind nicht vorgekominen. Alle Vorsichtsmaßregeln sind getroffen, um einer Aus- brettung der Krankheit vorzubeugen. «ettervrognoie rür Donnerstag, de»». November Etwas kühler, vlelsach heiter, jedoch unbeständig inlt leichten Rcacn- oder Graupelschauer» und ziemlich starten w-stlich-n Winden. Berliner W e l t erb ore au. UM WW-fM Borlln. Arn Sonntag, den 5. November d. I., vormittags 10'/. Uhr, finden Versaniiuluniren statt für die Gruppe der Putzerträger im„Englischen Garten«. Alrxanderstr. S7o. und für die Gruppe der Fahrstuhlurdeiter bei Jannascht(„Jnsel.Festsälrl. Jnselstr. 10. am Donnerstag, den S. November d. I., abeudS 8'/, Nhr. sür die Gruppe der Rohrer t» Saal 11 deS Berliner Gewerkschaftshanseö. Engeluser Ib. Zu diesen Versammlungen ersuchen wir alle Milgliedcr. die größte Agitation unter den in Frage kommenden Kollegen zu entfallen und für deren Besuch aufzufordern, lii, organisierte Kollegen der betreffenden Truppe find als Gäste freundlichst eingeladen. Der Zweigvereinsvoricand. 'Buchdruckerei u. Verlagsanstalt Paul Singer u. Co.. Berlin 51V-