»- 260a. RbonnementS'Redtasnngen: »k-nnementS- Preis pränumerando i «ierteljiihrl. SL0 Mk�. Monats l�o Mk, WSmeiUIich 28 Pfg. frei WS Haus. Einzelne Nummer 5 Pfg. Sonntags. nummer mit illustrierter Sonntags. Vellage»Die Neue Welt" lv Pfg. Post. Kbonncment: l.lll Mar! pro Monat. Eingetragen in die Post.ZeitungZ. Preisliste. Unter Kreuzband sür Deutschland und Oesterreich- Ungarn 2 Marl, für das übrige Ausland L Mar! pro Monat. PoslabonnemenIS nehmen an: Belgien, Täncmar!, Holland, Italien, Luxemburg, Portugal, Rumänien, Schweden und die Schweiz. «nqcm IZgll» auc«! ffiontas». Grtra Ausgabe. ■f# 28. Jahrg. Bit TuftrfloM« Gebflip letrSgt fltr die lechSq«spalten, KoloneS zeile oder deren Raum eo Pfg, fit politische und gewerlschaflliche Bcreini. und VeriammlungS. Anzeigen SO Pfg. „aleine Snrelgen", daS fettgedruckte Wort 20 Pfg. izulitsstg 2 fettgedruckte Wortes, jedes weitere Wort>0 Pfg. Stellengesuche und Echlafstellenan. zeigen das erste Wort 10 Pfg, jedes weitere Wort K Pfg. Worte über lb Buch. Itaben zählen für zwei Worte. Jnferate für die nächste Nummer müssen bis S Uhr nachmittag» in der Expedition »tgegeben werden. Die Expedition tlt bi, 7 Uhr abends geöffnet. Vevlinev Volksblatt. Zentralorgan der rozialdcmokratifcben parte» Deutfd�landa. Telegramm•«dreffet .Sostiidtooknt Sana''. Redahtion: 8M. 68» Linden Strasse 69» Fernsprecher: Amt IV, Nr. 1983 Riedetiage des Berliner Kommunalfreifinns. Die Stadtverordnetenwahlen für die 3. Abteilung, die gestern in 17 Kommunal-Wahlbezirlen in Verlin vollzogen worden sind, haben mit einem glänzenden Siege der Sozial- demolratie geendet. Von den 17 Bezirken sind 16 im Besitze der Sozialdemokratie und nur ein Bezirk— und auch dieser nur mit wenigen Stimmen Mehrheit— ist vom Freisinn noch gerettet worden. Es sind folgende Genossen gewählt:» Robert Dresckfer, Johann Sassenbach, Hngo WolderSky, Julius Meyer, Isudwig TolkSdorf» Tr. Jgnaz Zadek, Alexander Fröhlich, Waldeck Manusse, Fritz Wille, Hugo Hcimann, Eugen Brückner, Adolf Hoffmann, Karl Koblenzer, Karl Mars, Dr. Leo AronS, August Hintze. Im 3. Wahlbezirk ist der freisinnige Menzel mit etwa 40 Stimmen Mehrheit gegen den Genossen Pötzsch gewählt worden. Von den 17 zur Wahl stchenden Bezirken hatte die Sozialdemokratie 11 Bezirke zu verteidigen. Diese Mandate haben wir nicht nur erhalten, sondern autzerdcm 5 neue Mandate gewonnen. Damit ist die Zahl der sozialdemokratischen Vertreter im Roten Hause von 38 auf 43 gestiegen. Der Kommunalfreisinn Berlins hat durch dieses Wahl- cr'gebnis die Quittung erhalten für seine Nnznverlässigkcit in politischer Beziehung und für seine Rückständigkeit in sozialen Fragen. Die»verktätige Bevölkerung Berlins hat gestern durch ihre Stimmenabgabe für die sozialdemokratischen Kandidaten klar zum Ausdruck gebracht, wie sie über die Taten des Freisinns in der Berliner Kommune denkt. Der Freisinn kann seine Herrschaft in Berlin nur noch stützen auf das Dreiklassenwahlrecht verbunden mit dem Hausbesitzerprivileg, das die groste Masse der arbeitenden Bevölkerung in der Kommune rechtlos macht. Hätten wir in Berlin das allgemeine, gleiche, geheime und direkte Wahlrecht für die Kommune, mit der Herrschaft des KommunalsrcisinnS wäre es zu Ende. Wir hätten aber auch eine Kommunalvertrctung, die eine wirklich großzügige Kommunalpolitik betriebe und sich nicht leiten ließe von der Rückficht auf kapitalistische Interessen, wie das leider heute auf Misere Kommunalfreisinnigen zutrifft. m ßcftrige Wahl war die erste, die auf Grund einer neuen Bezirkseinteilung stattgefunden hat. Diese Neueinteilung hatte eine erhebliche Verschiebung der Wahlbezirke im Gefolge und es lassen sich nur schwer mit früheren Wahlen Vergleiche ermöglichen. Immerhin aber glaubten die Freisinnigen, nicht nur ihren Besitzstand behaupten zu können, sondern noch Er- obcrungen zu machen. Noch am Tage der Wahl, in ihrer gestrigen Soniitagsniinimer schrieb die„Vossische Zeitung": ».Wenn aus der ganzen Struktur einzelner Bezirke sich die Unmöglichkeit ergibt, den Sozialdemokraten dort nennenswertes Terrain abzuzwingen, so besieht andererseits für die Liberalen immerhin die Aussicht, sich si, ihren sechs seilherigcn Mandatsbezirken zu behaupten und ihren Besitzstand und ihre Stotzkrafl. sei es durch Stimmengewinn, sei es durch Eroberung des einen oder andern neuen Bezirks, zu mehren." Die Hoffnungen des Organs der �Berliner Kommunal- freisinnigen sind zu nichte geworden. Ein ganzes Mandat haben sie knapp erhalten, alle anderen sind in den Besitz der Sozialdemokratie übergegangen. Es muß anerkannt werden, daß unsere Gegner bei dieser Wahl alles aufgeboten haben, um den Sieg an ihre Fahnen zu heften. Die Wähler wurden mit Anschreiben und Flugblättern überschüttet, in denen über die Sozialdemokratie die blödsinnigsten Behauptungen aufgestellt wurden. Man machte die Wähler graulich mit der unsinnigen Behauptung. die Sozialdemokraten wollten den Berliner Steuerzahlern höhere Steuern aufhalsen; diese Behauptung hat nicht der- fangen. Alle Welt wußte, daß die Wirtschaft des Kommunal- freisinns die Stadtgcmeinde in die ärgste Bedrängnis gebracht hat. In einem Flugblatt sür den 14. Bezirk, das gestern verbreitet wurde, appellierte der Freisinn an den patriotischen Bürgersinn. in dem ganz nach konservativer Art gesagt wurde, die Sozial- demokraten wollen den König absetzen und die Republik ein- führen. In dieser aber würden die sozialdemokratischen hetzerischen Größen die Könige sein, die Bürger alle— auch die Arbeiter— ihre Knechte. Und bezeichnend ist es, daß gerade der Kandidat, in dessen Bezirk dieses Flugblatt vcr- breitet wurde, der Landtagsabgeordnete und Stadtverordnete Rosenow die denkbar schlimmste Niederlage zu verzeichnen hat. Herr Rosenow ist dem sozialdemokratischen Gegner mit 75V Stimmen unterlegen. Unfreiwillig hat Herr Rosenow die Größe dieser Niederlage anerkannt in einem Anschreiben an seine Wähler, in dem zur Stimmenabgabe für Rosenow mit folgenden Worten aufgefordert wurde: „Nicht nur ist es nun dringend erwünscht, daß Herr Leopold Rosenow, dessen hervorragende Arbeitsfreudigkeit und Tüchtigkeit allgemein anerkannt wird, wiedergewählt wird, sondern das An« sehen des Berliner Liberalismus steht auf dem Spiele, wenn wir auch in diesem Wahlkreise, einem der wenigen 3. Abteilung, die noch im Besitze bürgerlicher Parteien, unterliegen." Alles Flehen war unisonst; Herr Rosenow ist aus der 3. Abteilung hinausgeworfen worden. Nicht minder charakteristisch ist der Sieg der Sozialdemo- kratie im ersten Kommunal-Wahlbezirk. Hier im Schloßbezirk hatte der freisinnige Kandidat sich von vornherein versichert, daß die Aiarstallbeaniten und Hofangestellten zur Wahl gehen und natürlich dem Freisinnigen ihre Stimme geben. Und eine freisinnige Korrespondenz hatte noch gestern gestöhnt und gejammert. wie schlimm es sei.„wenn das rote Banner des Umsturzes dominiert und das Jubelgcschrei der Roten durch die Straßen und um das Schloß des Kaisers widerhallt". Alle Liebesmüh war um- sonst, denn auch dieser Bezirk ist dem Freisinn abgenommen und sozialdemokratischer Besitz geworden. Bemerkenswert ist endlich auch der Reinfall des frei« sinnigen Kandidaten Rettig im 2. Bezirk. Herr Rettig hatte sich in der Stadtverordnetenversammlung den zweifelhaften Ruf eines der erzreaktionärsten Mitglieder und Sozialisten- fresser erworben. Zerschunden und zerschlagen kehrt der Berliner Kommunal- freisinn vom Kampfplatze der 3. Abteilung heim. Die erwerbs- tätige Bevölkerung Berlins hat ihm den verdienten Fußtritt gegeben und das mit einer Stimmenzahl, die den freisinnigen Politikern zu denken geben sollte, wenn sie nur denken wollten. Dieser glänzende Sieg der Berliner Sozialdemokratie liefert den Beweis, daß die Sozialdemokratie in immer weitere Kreise eindringt und unaufhaltsam vorwärts schreitet. Der gestrige Sieg ist nur der Auftakt zu neuen großen Kämpfen, die uns bcvoi stehen, die Einleitung zu neuen Siegen. Die erwerbstätige Bevölkerung ist sich bewußt, daß die bevorstehende große Abrechnung am 12. Januar nur dann vollen Erfolg verbürgt, wenn unverzüglich mit neuem Kampfes- mut in die Agitation für die Reichstagswahlen eingetreten und am 12. Januar die Niederlage der bürgerlichen Parteien auf der ganzen Linie besiegelt wird durch die Wahl von Sozialdemokraten. Auf denn zu neuen Kämpfen, zu neuen Siegen! Sie ergebnille In den VahIbeÄrilen. (Wegen der Neueinteilung der Wahlbezirke können die Ergebnisse früherer Wahlen nicht zur Bergleichung heran- gezogen werden. Beigefügt sind nur die Namen der Stadtver- ordneten, die bei der Neueinteilung den neuen Wahlbezirken als Vertreter zugewiesen wurden.) 1. Kommunal-Wahlbezirk. Stadtbezirke 1-10, 210-217. (In den ReichstagS-Wahllreisen I und V.) Zugewiesener Stadlverordnetcr: G iese(Liberal). EiiigesÄriebene Wähler: 7933 Abgegebene Stimmen: 3074 Drescher(Soz.j: 1579 Gicsevar der Jubel, als vcr- kündet wurde: Unser Genosse Fröhlich ist gewählt, Rosenow. diese Im t®?uIe entschwundener Freisinnsherrlichkeit hat„seinen" .) ÖErIoten-— Nicht geringer war die Freude, mit der iin bcr Sieg unsere» Genossen Sassenbach entgegengenommen wurde, an den bis zum Abend der Wahl nur wenige Genossen geglaubt hatten. Natürlich lösten auch die SiegeSnachrichten aus den übrigen Bezirken begeisterte Beifallsstürme der freudig be- wcgtcn Menge aus.— Tie Erwählten des Proletariats hielten -. 5�"' Sie klangen aus in der Erwartung, daß dieser �aytausfall eine gute Vorbedeutung für di« ReichstagSwahlen sein werde. Am 12. Januar— so war die allgemeine Stimmung— muß auch der erste Berliner ReichStagswahlkreiS unser und da- mit ganz Berlin rot werden. Diese Hoffnung ist nicht unberechtigt, «1?» Wd" �ut bei öffentlicher Wahl im Herzen der Altstadt sozialdemokratische Mehrheiten bekommen haben, so können wir bei der geheimen Reichstagswahl erst recht auf de» Sieg rechnen./ me Wahlen für die zweite Abteilung finden heute Montag von vormittags 10 bis nach- mittags 5 Uhr, für die erste Abteilung am Dienstag, den 7. November, von vormittags 10 bis nachmittags 3 Uhr statt. Die Parteigenossen in diesen Abteilungen werden ersucht, ihre Stimme auf den Stadtverordneten )