Nr. 273. g». Zahrg. Rbonnement$'B«dinaunseii: �SSmy iHf>iLvA\»M Die Tnltrflons-Gcbübf «bonnementZ. Preis pränumerando: B RH I �BT�T/Wil IS Bf( MZ � bekSst für die sechögelpaltene Kolon» Liertcljährl. 3�0 Mt., monatl 1 10 Mk ÜW» WA[( WW Emm HB SB RK s I leile oder deren Äaum 60 Pfg.. für «««*«&«! Ji M nll�flli 11 W(Lm,mrf/ Kr.ÄÄ?!.ir» M W ii B ill Ii i�i llX llbomicnient: 1,10 Marl pro Monat. I WD W BB DW BB fsM*■" DD DR DD DB Worte!, ledeS weitere Wort 10 P,g. alnaclragcn in die Post-ZeituiistS--> DD l DB! �B B» l. ��BxDA>.�Ai MM MD DB W> �BStrWBM( Stellenxeluche und kchlasstellenan» Preisliste. Unter llreuzband für DD DD IB DD �DRMkS WWx>M �{|y/i3H»eigen n|U Bort 10$|g, jedes Dc>il,ch!and und Oesterreich- Ungarn W WI BR. Z7 W äUP1�� ä /h ESESH-iSH SEÄlHfcSS-"S.VS-L'.SÄ�" «.«0-�.,..», Vevlinev.S«L'. �entralorgan äer l'o�ialclemokratil'cken Partei VeutscklanÄs. Keclaktion: 8M. 68» �.inckenstrasse 69» Feruschrecher: Amt Ntoritzplatz. Nr. ISSS. Sie nationallibei'ale Wahlparole. Die nationalliberale Partei hat am Sonntag in Berlin ihren Parteitag abgehalten.„Einen der glänzendsten Partei- tage," wie die nationalliberale Presse rühmt,„den die Partei in ihrer langjährigen Geschichte aufzuweisen" habe. Die 100(1 Delegierten spendeten den Rednern stürmischen Beifall und zum Schlüsse wurde einstimmig der vom Zentralvorstand entworfene Wahlaufruf angenommen. Tie Reden, die' von den Herren Bassermann, Stresemann, Rebmann, Lohmann und anderen gehalten wurden, fügten dem Charakterbilde der Partei keine neue Linie hinzu. Was da gesagt wurde, waren die alten nationalliberalen Stilübungen. Und ebenso- wenig Ueberraschendes boten die Ausführungen, die der Stel- lung der nationalliberalen Partei im Wahlkampfe galten. Herr Bassermann gab die stürmisch bejubelte Losung aus, daß der Wahlkampf gcgenzweiFronten geführt werden müsse: einmal gegen die Sozialdemokratie und dann gegen den schwarz-blauen Block. Die prinzipielle Stellung der Partei zur Sozialdemokratie habe sich nicht in der geringsten Weise verändert.„Gerade gegen die Sozial- dcmokratie" würden die Nationalliberalen„schwere Kämpfe zu bestehen" haben. Und die Partei werde in diesem Kampfe„ihre volle Schuldigkeit tun". Ebenso alt und klar sei die Gegnerschaft der nationalliberalen Partei zum Z e n t r u m. Ein Bündnis mit dem Zentrum sei wider die Natur der nationalliberalen Partei. Mit dein Zentrum könne man sich nach einein Wort Bismarcks nicht einlassen,„ohne sich ihm mit Leib und Seele zu ver- schreiben". Darum:„Hände weg von der Zentrumspartei." Freisinnige Blätter haben dw Entdeckung gemacht, daß die 5triegserklärung des Herrn Bassermann an das Zentrum um eine Nuance schärfer gewesen sei, als die an die Sozial- dcniokratie gerichtete. Nun, was Herr B a s s e r m a n n als süddeutscher Nätionalliberaler etwa an solcher Schärfe vermissen ließ, das holten andere Nationalliberale gründ- lich nach. Rechtsanwalt Crem er-Hagen hob hervor, daß seit jeher der Kampf gegen die Sozialdemokratie als die vornehmste Aufgabe gegolten habe, und daß prin- zipielle innere Gegensätze die Partei von der Sozial- dcmokratie trennten. Der Landtagsabgeordnete S ch i f s e r e r- »liel erklärte gleichfalls, daß die grundsätzliche und energische Bekämpfung der Sozialdemokratie als die v 0 r n e h m st e Aufgabe der ganzen inneren Politik anzusehen sei. Und der siteichstagsabgeordnete Stresemann betonte gleichfalls. daß die unüberbrückbare Kluft, die die Nationalliberalen von der Sozialdemokratie trenne, nur dann geschlossen werden könne, wenn die Sozialdemokratie sich ändere, wenn sie die„Grundsätze des nationalenStaates und Lebens anerkenne". Herr Rebmann, der Führer der badischen Nationalliberalen, bestritt das Vorhandensein dieser Kluft gleichfalls nicht, nur meinte er. daß sie mit der Zeit vielleicht auszugleichen sei. Womit Herr Rebmann nicht etwa andeuten wollte, daß die Nationalliberalen sich in der Richtung der sozialen Demokratie entwickeln könnten, sondern worunter er verstand, daß die Sozialdemo- kratie sich möglicherweise verbürgerlichen könne. Aber noch einen Grund führte der badische Parteiführer ins J>clö: Bei einem Zusammengehen von Nationalliberalen und Sozialdemokraten brauche der Nationalliberalismus keines- Wegs immer schlecht abzuschneiden. So hätten bei«der Wahl in Konstanz dieSozialdemokratennurumsiPro- zent, die'Nationalliberalenaberum 30 Pro- zent an Stimmen zugenommenl Im übrigen aber nahmen die Meinungsverschiedenheiten zwischen rheinisch-westfälischem und süddeutschem National- liberalismus durchaus keine scharfen Formen an. Im Gegen- teil: der scharf sozialislengcgnerische Abgeordnete Lohmann, der meinte, die Nationallibcralen könnten es nicht ver- antworten, die Sozialdemokratie zu unterstiitzen, solange die Sozialdemokratie nicht eine andere grundsätzliche Stellung zu Heeres- und Marinefragen ein- nehme, erklärte doch das Zusammengehen mit den Sozial- Demokraten in Baden und Bayern für durchaus be- g r e i f l i ch. Wenn man in Gefahr sei, vom Zentrum erstickt zu werden, möge man auf alle Zukunftserwägungen pfeifen. Tie Badenser hätten mit ihrer Taktik völlig recht! Und auch über die bayerische Politik brauche man sich„nicht den Kopf zu zerbrechen". Tie Haltung der Herren Nationalliberalcn ist also völlig klar. Wie stets, wollen sie auch in der Wahltaktik jeder prinzipiellen Stellungnah nie ausweichen. Sie wollen nicht nur— was natürlich auch wir als ihr selbstverständliches gutes Recht betrachten— die Sozialdemo- kratie mit aller Schärfe bekämpfen, sondern sie wollen trotz alles Geschreis über dir schwarz-blaue Finanzrcform und alles Gezeter über die ultramontanen Autikulturbestrebungen n i ch t einmal für die Stichwahlen eine klare und einheitliche Parole dahin ausgeben, daß in jedem Falle der s 0 z i a l d c m 0 k r a t i s ch e Kandidat einem konservativen oder Zentrumsnlann vorzuziehen sei. Sie wollen vielmehr, wie das ihrer Grundsatzlosigkeit und Feigheit, ihrem politi- scheu Molluskencharakter entspricht, möglichst mit allen Dienstag, den AI. November Ittll. Parteien mogeln und schachern. Entspricht es ihrem Vorteil, so wollen sie im Süden mit der Sozialdemokratie gegen das Zentrum zusammengehen, in den anderen Landes- teilen dagegen, wenn ihnen nur die geringste Gegenleistung geboten wird, auch zugunsten der so arg beschrie- nen Kandidaten des schwarz-blauen Blocks die Sozialdemokratie niederringen helfen! Man müßte ja freilich auch an politische Wunder glauben, wenn man es für möglich gehalten hätte, daß es diesmal anders gekommen wäre. Die Nationalliberalen sind ja seit jeher und bis auf den letzten Tag die ärgsten Feinde der Arbeiterbewegung gewesen. Gerade sie sind die ausgesprochenen Vertreter des Scharfmachertums, und es ist kein geringerer als Herr Bassermann selbst gewesen, der vor etlichen Jahren den Scharfmachern versprach,„bei den Industriekapitänen, deren Rat er gebrauchte, Nicht- linien für unsere Sozial- und Wirtschaftspolitik sich zu beschaffen". Aber die Herren Nationalliberalen, die jetzt soviel von„idealen Gütern" faseln, die vom Zentrum und dem intoleranten Klerus bedroht seien, haben ja nicht einmal diese nationalen Güter gegen den Klerus zu verteidigen ver- sucht, sondern beispielsweise in Preußen an der skan- dalösen Schulverpfaffung mitgewirkt! Man muß schon selbst ein jungliberaler Kulturkampfpauker sein, um die kulturkämpferischen Phrasen der Bassermann und Konsorten ernst zu nehmen. Dazu kommt, daß die Nationalliberalen im Grunde ge- nommen diejenige Partei sind, die die Hauptverant- Wartung für das uferlose Land- und Flottenrüsten und unsere famose Kolonial- und Weltpolitik trifft. Und wenn es gerade Herr von Heydebrand war/ der durch seine chauvinistischen Hetzphrasen den Kaltwasserstrahl deS' Herrn von Bethmann Hollweg provozierte, so darf doch nicht vergessen werden, daß die leidenschaftlichste Kriegshetze gerade von nationalliberalen Organen getrieben war- d e n i st. Zu allem Ueberfluß betonte ja auch Herr Bassermann am Sonntag wieder, daß die nationalliberale Partei nicht nur „Heer und Flotte auf der Höhe voller Leistungsfähigkeit er- halten" wissen wolle, sondern auch eine„st a r k e und ziel- bewußteRegierung wünsche, die auch den r i ch t i g e n Gebrauch von ihren Machtmitteln zu machen" versteh�. Und Herr Rebmann, der Mustervertreter der süddeutschen Spielart des Nationalliberalismus, wurde sogar n 0 ch d e u t- licher als Herr Bassermann. Der Ausfall der Konstanzer Wahl begeisterte ihn zu der Fanfaronade. daß es sich gezeigt habe,„daß unser Volk in seiner tiefsten Seele durchdrungen ist, daß das deutsche Schwert nicht ge- schliffen ist, um unter allen Umständen in derScheide st ecken zu bleiben. Bis in die kleinsten Dörfer bc- kündete sich der feste Wille des Volkes, die deutsche Ehre i m ä u ß e r st e n F a l l e auch mit dem Schwerte zu wahren." In der Tat, von einer solchen Partei trennt allerdings die Sozialdemokratie eine abgrundtiefe Kluft. Und wenn die Nationalliberalen den Kampf gegen die Sozialdemo- kratie mit aller prinzipiellen Schärfe und Energie zu führen gelobt haben, so wird die Sozialdemokratie ihrerseits die Gegensätze wahrhaftig nicht zu verschleiern suchen, die sie von dieser Partei des Scharfmachertums und der systematischen Kriegshetze trennen. Aber auch dort, wo ein w a h l t a k- tisches Zusammengehen zwischen Nationalliberalen und Sozialdemokraten in Frage kommen sollte, ist es die selbstverständliche Pflicht unserer Parteigenossen, den Wahlkampf mit der äußer st en prinzipiellen Schärfe zu führen. Nichts wäre kurzsichtiger, als wegen eines zeitweiligen, zufälligen wahltaktischen Zusammengehens den in der Tat unüberbrückbaren Abgrund zu verhüllen, der die Partei der sozialen Dcmokratie und der internationalen Völkersolidarität für alle Zeit von einer so reaktionären und chauvinistischen Partei, wie die nationalliberale Partei, scheiden muß und scheiden wird. Und was hier von den Nationalliberalen gesagt wird, hat auch von den Freisinnigen zu gelten. Man kann in einer bestimmten politischen Situation auch für einen Gegner als daskleinereUebel eintreten, aber diese aus momentanen politischen Situationen sich ergebende Stellungnahme wird nur dann keine Verwirrung in den Wählermassen anzu- richten vermögen, wenn den Wählern keinerlei Jllu- s i 0 n e n über den wahren Charakter der Gegner gelassen werden und die nötige Belchrukig über die t i e f e r e n politischen und sozialen Zusammenhänge nicht fehlt! vN illsrMo-llbliommeii vor der liowmlilion. Der Schwindel von der„schwarzen Armee". In der Moutagsltzung der Bndgetkomnnssion gab auf Verlangen der Generalmajor Wandel ein militärisches Gutachten über die sogenannte.schivarze Gefahr" ab. General Wandel führte etwa folgendes aus: Die Franzosen haben den Wunsch, marokkanische Eingeborene militärisch auszubilden und sie als Soldaten dem Sultan zur Verfügung zu stellen. In fernerer Zeit würden vielleicht solche marokkanische Soldaten auch in Europa Ver- Wendung finden. In absehbarer Zeit ist aber mit solchen Truppen in Europa nicht zu rechneu. Nach den bisherigen Ersahrungen, die Frankreich in Marokko gemacht hat, sind die Marokkaner als Soldaten nicht so brauchbar, wie die Cxpeäition: SM. 68» Ltndcnetraeac 69. Fernsprecher: Amt Moritzplatz, Nr. 1S84. Algerier und Tunesen. Gegenwärtig habe Frankreich in Marokko 81 000 Mann stehen, darunter 84 000 Mann Europäer. In Marokko ist von Frankreich beabsichtigt zehn Bataillone Infanterie und zehn Eskadrons marokkanische Truppen zu errichten. In Tunis und Algier geht das Sweben Frankreichs dahin, mit der Zeit etwa 145 000 Mann militärisch ausgebildeter Eingeborener zur Verfügung zu haben. Abg. Dr. Arning(natk.) glaubt aus diesem Gutachten schließen zu müssen, daß dieser»vielleicht in fernerer Zeit liegenden' franzö- fischen Truppenvcrmehrung durch eine entsprechende Truppenver- mehrung in Deutschland begegnet werden muß. Er erging sich in langen Schilderungen über die angeblich schwere Gefahr, die durch die Bildung schwarzer Truppen von feiten Frankreichs für Deutsch- land entstehen wird. Die Marokkaner seien sehr wohl in der Lage, auch im europäischen Klima zu kämpfen. Sachverständige bezweifeln nur die Fähigkeit der französischen Offiziere, das Menschenniaterial auszubilden. Frankreich würde schon in baldiger Zeit 20 000 Mann auszubilden in der Lage sein, um dann dem Ziel zuzustreben, später 200 000 Mann nordafrilanischer Truppen zur Verfügung zu haben. Man hoffe in Fraulreich, mit 50 Millionen Mehrausgaben das durch- zuführen. Abg. Ledebour(Soz.) bedauert, daß General Wandel sich nur darauf beschränlt habe, zu sagen, was nach französischer Auffassung und Absicht versucht werden soll. Viel wichtiger sei aber zu erfahren, welchen Wert und Vedculung die deutsche HeereS- Verwaltung diesen schwarzen Truppen für Kämpfe in Europa bei- messe. Weiter: Welche Folgen können oder müssen, militärisch be- trachtet, für Frankreich in Nordafrika entstehen, wenn es von dort etwa 200 000 Mann nach Europa herüberholt? Hält eS die deutsche Heeresverwaltung für möglich, daß Marokkaner, Berber und Araber militärisch so ausgebildet werden können, daß sie auch einen» europäischen Gegner gleichwertig sind? Da die angebliche schwarze Gefahr zur Propagierung einer Heeresvermehrung benutzt werden soll, sei die Beantwortung dieser Fragen von Wichtigkeit. Abg. Dr. Paasch«(natl.): Nach der Darstellung des Generals Wandel sei die Situation viel ernster, als bisher angenommen worden ist. Sei denn vor dem Abschluß des Marollovertrages das Kriegsministerium ebensowenig gefragt worden wie das Kolonial- amt? So ernst die schwarze Gefahr sei, noch mehr und ernster sei gegenwärtig die rote Gefahr. Abg. Dr. Dietrich(t) wünscht dringend, daß die Frage einer eventuellen Heeresvcrmehrung jetzt nicht weiter erörtert wird, obwohl auch er glaube, daß die eventuelle Erörterung dieser Frage sehr wohl die Grundlage für eine Heeresvermehrung abgeben könne. Gegen- wärtig soll man aber nicht davon sprechen, sondern davon, waS von der Tribüne deS Reichstages herunter dem Volke als Ergebnis der Beratungen über den Marokko- und Kongo-Vertrag mitgeteilt werden könne. Abg. W t e m e r(Vp.) hat au» dem Gutachten de» Generals Wandel den Eindruck gewonnen, daß eS beruhigend gewirkt hat; scharf müsse auch er die Aiiregung des Abg.«rning wegen der Truppenvermehrung bekämpfen, aber auch er wünsche, daß im Plenum die Arningschen Anregungen sich nicht wiederholen mögen. Abg. Paasch«(natl.) versucht, die Propagandarede seines FraltionSkollcgen' Arning für eine neue Militärvorlage abzu- schwächen. Abg. Bebel(Soz.) wendet sich scharf gegen die meist über- flüssige Geheimniskrämerei bei diesen Beratungen und betont, daß die Sozialdemokraten sich streng an den vertraulichen Charakter gehalten haben, was von den bürgerlichen Parteien nicht immer behauptet werden könne. Das Gutachten des Generals Wandel könne wohl als Eiuleituug zu einer neuen Militärvorlage betrachtet werden. Ob die Verhältnisse in Nordafrika derart seien, daß Frankreich im stände sein werde, im Kriegssalle von dort große Truppenmassen wegzunehmen, sei doch recht fraglich. Staatssekretär v. Kid er len«W aechter teilte mit, daß es sich bei der allgemeinen Wehrpflicht in Algier zunächst nur um einen Versuch handele, der in Algier selbst bei den Kolonisten zum großen Teil auf starken Wider st and stoße. Diese Kolonisten sähen in der militärischen Ausbildung der Farbigen eine Gefahr für sich selb st und seien der Meinung, daß die Auf st andS Möglichkeit dadurch wachse. Wenn man aus die SikhS und GurlhaS hinweise, so dürfe man auch nicht die große «Muiiny', den Sepoyausstand, vergessen. Abg. Prinz v. Schönaich-Carolath versucht, ein schauer- liches Gemälde davon zu entwerfen, was alles passieren werde, wenn neimenswerte schwarze Truppenmassen auf einem europäischen Kriegsschauplatz Verwendung finden werden. Abg. Ledebour betonte, daß die schwarze Gefahr nach den Darlegungen des Generals Wandel als ein Phantasicprodult zerstört worden ist. Im weiteren Verlauf der Beratungen, die meistens wieder al» streng vertraulich bezeichnet wurden, kündete Graf Westarp(k.) an, daß die Konservativen sich nicht dem Wunsche deS Zentrums fügen werden, das Vergangene ruben zu lassen. Nachdem der Reichskanzler die Konservativen so scharf an- gegriffen habe, glauben sie es der Oeffentlichkeit und der Nation schuldig zu sein, die englischen Provokationen noch ausführlich zu behandeln, da sie der Meinung sind, daß die Negierung nicht in gebührender Weise auf diese Provokationen ge- antwortet habe. In der RachmiitagSsitzung der Aonunission erschien General- feldmarschall v. d. G 0 l tz, um über tückische und italienische Fragen sich eingehend zu äußern. Der Krieg. Tie erste Phase des Krieges. Genosse P a r v u S schreibt uns aus Konsiantinopel: Die erste Phase des Krieges ist zu Ende. Sie begann mit dem Einfall der italienischen Armee in Tripolis und die Cyrcnaika. Weiter kamen die Italiener nicht, und das bildet auch den Ab- schluß der ersten Phase des Krieges. Denn bis zum Ablauf der Regenzeit, also bis zum Frühling, lassen sich in jenen Gegenden keine grötzeren militärischen Aktionen mehr unternehmen. Das ist das Ergebnis des Widerstandes, den die Italiener gefunden haben. Es gehört der ganze Eigendünkel eines berussmätzigen Militärs dazu, um sich einzubilden, dieser Widerstand sei von der türkischen Armee geleistet worden. Er rührt nicht von gedrillten Soldaten- korps, sondern von den ungeschulten Massen der eingeborenen Be völkerung her. Dies aber ist nicht nur eine militärische, es ist eine wichtige politische Tatsache. Denn eine Armee läßt sich nötigenfalls abkommandieren, eine aufständische Bevölkerung aber nicht. Ich will damit sagen, daß die italienischen Imperialisten und die europäische Diplomatie einen Zustand geschaffen haben, aus dem sie selbst keinen Ausweg mehr wissen. Die Ereignisse nehmen ihren Lauf, und niemand mehr kann helfen. Am allerwenigsten die türkische Regierung. Selbst wenn diese sich noch so nachgiebig zeigen und nunmehr alle Forderungen Italiens annehmen würde so würde sie doch die arabischen Stämme nicht mehr zum Frieden zwingen können. Wie wenig die türkische Regierung dieser einge borenen Bevölkerung Meister ist, hat man ja soeben wieder in Jemen gesehen. Soviel werden doch wohl auch die italienischen Imperialisten nicht verlangen, als daj} ihnen die türkische Armee hilft, Tripolitanien und die Cyrenaika zu erobern. Italien hat einen langwierigen und kostspieligen Kolonialkrieg zu führen. Me Versuche der italienischen Imperialisten, durch eine Pression auf die türkische Regierung sich dieser vollendeten Tat- fache zu entziehen, beweisen nur die Verlegenheit, in die sie gc- raten sind. Me Operationen der italienischen Kriegsflotte, von denen jeden Tag aufs neue die Rede ist. die Okkupation von Inseln im Aegäischen Meere, die Blockade von Smyrna usw., sie würden den Widerstand, den die italienische Armee in Afrika findet, kaum beeinflussen, die muselmanische Bevölkerung Asiens und Nord- afrikas vielmehr nur noch in eine größere Aufregung versetzen Diese maritimen Aktionen Italiens würden den Friedcnsabschluß nicht beschleunigen, sie würden nur den Konflikt erweitern. Wenn diese Flottenaktionen irgendeinen Wert haben könnten, dann nur den. den italienisch-türkischen Krieg zu einem allgemein euro- päischen sich auswachsen zu lassen. Das ist die Gefahr, vor der die Völker Europas stehen. Ich will nicht die diplomatischen Verwickelungen erörtern, die auZ der Erweiterung der Kriegsoperationen entstehen können. Ich will nur noch die Stimmungen wiedergeben, wie sie als Folge des Krieges im Orient sich entwickelt haben. Man hat in diesen Tagen den Türken wegen ihres, im Unter schied zu den italienischen Imperialisten, zivilisierten Betragens viel Lob gespendet— denselben Türken, die man schon oft der Grausamkeit und der Barbarei bezichtigte. Doch wie jede Tugend ist auch die diesmalige Sanftmut der Türken der Not entsprungen. In Wirklichkeit ist selbst die dünne Schicht der euro- Päisch Gebildeten von Rachegelüsten erfüllt, die sie nur mit größter Mühe zurückhält. Das ist meine Wahrnehmung von den ersten Tagen des Krieges an. Es ist aber schwer, den geistigen Zusammen- hang mit der europäischen Zivilisation aufrechtzuerhalten, wenn diese in der Gestalt von gezogenen Kanonen sich geltend macht Andererseits hat der Krieg den Zusammenhang dieser jungtürlischen Elemente mit den muselmanischen Massen aufgefrischt, und das gibt unter den gegenwärtigen Verhältnissen einen Zug nach rückwärts. Der gewaltigen Unzufriedenheit der muselmanischen Massen dient der Krieg als Ventil, und die Losung ist der Kampf gegen die Fremden. Hier in Konstantinopel ist unter der türkischen Bevölkerung größere Armut, als unter allen anderen. Was hat sich da nicht alles zusammengehäuft! Mangel an Verdienstgelegenheit; die Le- bcnsmittelteuerung. die hier noch furchtbarere Dimensionen an nimmt als in den Großstädten Europas;, die Wohnungsnot; der große Brand und mehrere weniger große; die Cholera; der Krieg. Die Bevölkerung leidet und wird erbittert. Da sie aber nicht, wie in Europa, die Möglichkeit hat, ihrem Unwillen in der Presse, in den Organisationen, in Versammlungen Luft zu machen, und auch nicht aufgeklärt genug ist. um dies zu tun, so sammelt sich der In- grimm an, um desto furchtbarer zu werden, wenn es einmal zu einer Explosion kommt. Es droht die Gefahr einer Revolte, wenn der Krieg zu allgemeinen Verwickelungen führen sollte, und diese Revolte könnte leicht den Charakter einer Christenverfolgung annehmen. ES scheint, daß den italienischen Imperialisten eine solche Wen- dung der Dinge nicht unwillkommen wäre. Sie brauchen innere Unruhen in der Türkei. Und sie beweisen das unter anderem damit, daß sie sich alle Mühe geben, in Mazedonien eine neue Bandenbewegung aufkommen zu lassen, worüber die türkischen Zeitungen täglich zu berichten wissen. Vom tripolitanischen Kriegsschauplatze. (Italienische D a r st e l l u n g.) Tripolis, 20. November.(Meldung der Agenzia Stefani.) In der vergangenen Nacht hat sich nichts neues ereignet. Es herrscht schönes Wetter. Gestern erfolgten an der östlichen Front die ge- wohnten kleinen Angriffe, diesmal aber mit weniger Nachdruck. Die Italiener hatten zwei Leichtverletzte. Zwei Er- kundungen wurden sieben Kilometer vor der südlichen Front auS- geführt; dabei wurden nur kleine Patrouillen von Arabern ange- troffen. Die Beobachtungen zweier Flugzeuge bestätigten die schon bekannten Bewegungen des Feindes. Mehrere Kundschafter berich- ten neuerdings, daß ein Teil der Araber des Kampfes müde sei, und sehen einen nahe bevorstehenden bedeutenden Ilbfall voraus. Einer von ihnen erzählte, gestern hätten die Türken in Ainzara sich olle Mühe geben müssen, um etwa 1000 Araber zurückzuhalten, die abziehen wollten, um das Land zu bestellen. Andererseits melden die Türken, daß demnächst Verstärkungen von der Syrte her ein- treffen werden. Ferner wird gemeldet, die französischen Behörden verhinderten seit einigen Tagen, daß Kriegskonterbandc über die tunesische Grenze gebracht werde. Auch wird bestätigt, daß die Ein- geborenen von Tunis für wenig Geld Gewehre von den tripoli- janischen Stämmen an der Grenze kauften. Aus Homs, wo hier und da ein geringfügiger Angriff erfolgte, kommen gute Nach- richten. Die Italiener vollenden die Einrichtungen für die Ver- teidigung. Der Gesundheitszustände und der Geist der Truppen sind gut. Wie aus Tobruk vom 16. d. M. gemeldet wird, zer- störte eine italienische Abteilung einen Teil der Telegraphenlinie nach dem Golf von Solum, wobei ihr die Araber unter Führung türkischer Offiziere Widerstand leisteten. Die Italiener hatten drei Verwundete, der Feind hatte zahlreiche Verluste. Zlachrichten aus Derna bestätigen, daß die italienischen Stellungen in der Rächt zum 17. d. M. heftig angegriffen wurden, daß aber der An- griff zurückgeschlagen wurde. Auf italienischer Seite wurden vier Mann kampfunfähig. Der Feind hatte, wie durch Nachforschungen bestätigt wurde, viele Tote unp Verwundete. (Türkische Darstellung.) Konstantinopel, 19. November. Aus Tripolis wird unter dem 16. November amtlich gemeldet:„Gestern nachmittag verließ die feindliche Flotte den Hafen. Unsere Truppen benutzten die Ge- legenheit, die jüngst von den Italienern wegen der Ueberschwem- mung gewählte Position Elhajati bei Bumiliana plötzlich anzu- greifen. Die Italiener wurden im Bajonettkampf zurückgeworfen. Sie hatten über 400 Tote und Verwundete. 23 Soldaten und ein Offizier wurden gefangen genommen. Wir verloren 130 Mann und erbeuteten 70 Gewehre und Munition, schoben unsere Linie derart vor, daß wir hoffen, die Stadt zu erobern, wenn das schlechte Wetter die Flotte andauernd fernhält. Der Stamm Elzeritsch ist heute eingetroffen. Das ermöglicht uns, die fast gänzlich zernicrle Stadt von allen Seiten gleichzeitig anzugreifen." Türkische Maßnahmen gegen einen italienischen Flottenangriff. Konstantinopel, 20. November. Der türkische Minister des Aeußern sandte an die Großmächte eine bedeutsame Note. Ihr Inhalt läßt sich wie folgt zusammenfassen: Angesichts der eminenten Gefahr der Aktion der italienischen Flotte, welche die Gesamtbevölkerung des türkischen Kontinents und des Archipels in die größte Unruhe versetzt, hat die Pforte nicht nur militärische Schutzmatzrcgeln getroffen, um zu Lande sich wirksam zu verteidigen, sie sieht sich bei der Fortdauer dieses Zustandes auch genötigt, durch die Versenkung von See- mincn und Absperrung der Schiffahrtsstraßen gegen die sie bedrohenden Angriffe sich ausgiebiger zu schützen. Seit 14 Tagen hat das Kriegsministerium durch unaufhaltsame Arbeit der nach den Dardanellen abgesandten Pionierkompagnien auch die Landseite der Meerenge gegen die Ueberraschung eines Angriffes gestärkt. 100 Kanonen von 24— 30 Zentimeterkaliber bewachen die Durchfahrt. Man versichert, daß sich die Artilleriescite der dortigen Position in tadellosem Zustande befindet. Ein Bombardement im Roten Meere. Konstantinopel, 20. November. Nach einer beim Kriegs- Ministerium eingetroffenen Depesche haben gestern Vormittag zwei italienische Kriegsschiffe Akabah am Roten Meer bombardiert. Einige Teile der Stadt wurden zerstört. Die lüevoltilion in China. Finanzsorgeu der Regierung. Peking, 20. November. Da? chinesische Kabinett unter der Füh rung JuanschikaiS kann noch nicht als fertig gelten, da verschiedene Minister die ihnen angebotenen Posten ausgeschlagen haben. Juan schikai hat sich den fremden Ministern gegenüber ausgedrückt, daß er nicht sicher sei, ob er die Situation noch werde retten können. In den nächsten Tagen werden die Verhandlungen wegen einer größeren Anleihe von zirka 100 Millionen Taels beginnen. Die Banken haben sich bisher sehr reserviert ver halten und eine abwartende Haltung gegenüber den chinesischen Anleihewünschen beobachtet. Es muß sich aber jetzt entscheiden, ob man die gegenwärtige Regierung halten oder fallen lassen will Die Regierung bedarf unbedingt einer größeren Anleihe, da die Zu- schüsse der Provinzen an die Zentralregierung längst aufgehört haben. Der Finanzminkfter konnte den gesteigerten Anforderungen nur dadurch gerecht werden, daß der Thron aus seiner Privat- schatulle bisher 10 Millionen Taels hergab. Die Zentralregierung verfügt zurzeit noch über ein Vermögen von 2 Millionen Taels Silber, die im Finanzministerium liegen. Der Kampf um Naukiog. Londou, 20. November..Times" berichten aus Peking: Die Lage in Nanking ist wenige befriedigend. General Tschang mit S000 Mann Truppen besetzt die Stadt in Genreinschaft mit dem Tatarengeneral, welcher über 2000 Mann mandschurische Truppen verfügt. Sämtliche rebellische Soldaten, sowie die aufrührerischen Beamten, welche sich zugunsten der Aufständischen erklärt haben, sind massakriert worden. Diese Hinrichtung hat eine große Eni- rüstung hervorgerufen. Die Revolutionäre versuchen jetzt, in den Besitz der Stadt zu gelangen. Man glaubt allgemein, daß dieser Versuch von Erfolg gekrönt sein werde. Die Haltung JapauS. Tokio, IS. November.(Meldung des Reuterschen BureauS.) Die Presse begrüßt das Kabinett JunfchikaiS, ist aber der Anficht, daß feine Zusammensetzung keine Gewähr biete für eine dauernde Harmonie. Sie hofft, daß die ersten Bemühungen auf die Wieder« Herstellung der Ordnung und des Verkehrs in den Hanptstädten ge- richtet fein werden. Wenn diese Bemühungen aufrichtig seien, sei die Unterstützung der Mächte zu erwarten. Sonst sei eine I n t e r- vention unvermeidlich. Die Presse mißbilligt aber jede englisch. nissische Vermittelung, so lange die Möglichkeit einer Beilegung durch die Chinesen selbst bestehe. Amtlich wird gemeldet, daß Japan eine Abteilung in Tschifu gelandet hat. Peking, 20. November.(Meldung deS Reuterschen Bureaus.) Die hiesige japanische Gesandtschaft glaubt, daß die Japaner in Futschau gelandet sind. um das dortige Konsulat zu chützen. Dagegen weiß die hiesige Gesandtschaft nichts von einer Landung in Tschifu. Zwischen Vorposten der Aufständischen, die auf Nanking vorrücken, und der Streitmacht der Verteidiger hat ein Schannützel tattgefunden, das unentschieden geblieben ist. Man glaubt, daß eine Schlacht bevorsteht. Amerikanische Truppeusendunge» nach China. Washington, 19. November. Das Staatsdepartement bestätigt nunmehr die Depesche, daß amerikanische Truppen von Manila nach China abgehen sollen. General Bell, der Kommandant der Truppen auf den Philippinen, hat 2200 Mann auserlesene Truppen, auS Infanterie, Kavallerie. Artillerie und SanitätSmannfchasten be- tehend, auSerwählt. die nach China abgehen sollen. Die Truppen ind so ausgerüstet worden, daß sie einen Winterfeldzug machen können. Ermordung einer französischen Mission in Südchina. Paris, 19. November. Nach einem den, Koloniabninisterium zugegangenen Telegramm sind der französische Militärarzt Dr. Legendre und zwei Offiziere namenS Noiret und Dsisirier. die eit einem Jahre auf einer mit Unterstützung der französischen Re- gierung unternommenen Forschungsreise im südlichen China be- griffen waren, ini Lologebiet niedergemetzelt worden. Paris, 19. November. Von der französischen Gesandtschast in Peking ist ein Gerücht übermittelt worden, wonach französische Missionare in Jonnan-Sen ermordet worden seien..Siöcle" ver- langt, daß schleunigst energische Maßregeln zum Schutze der ranzösischen Staatsangehörigen in China ergriffen werden. Paris, 20. November. Die Frau des Militärarztes Dr. Legendre ist vom Kolonialministerium amtlich verständigt worden, daß ihr Gatte in Dünnan von Eingeborenen getötetsworden ist. Lcut- nant Dessirier dürfte sein Schicksal geteilt haben, während Hauptnumn Noiret. der sich vor dem Ueberfgll von der Kolonne getrennt hatte, gerettet ist. Der llnwllle der unteren Beamten im Reichs- und Staatsdienste und im Dienste der Kommunen über ihre Lohn- und Arbeitsverhältnisse ist offenbar so stark geworden, daß sie sich durch nichts abhalten lassen von dem Versuch, mittels einer starken Organisation ihren Forderungen oder Wünschen Geltung zu verschaffen, wenn auch ihre vor- gesetzten„Kollegen" bis hinauf zu den Ministern sich noch so sehr bemühen, ihnen klar zu machen, daß dergleichen für einen Beamten höchst unstatthaft und verwerflich sei. Daß die unteren Beamten sich nicht abschrecken lassen, ihre Forderungen in der Oeffentlichkeit zu vertreten, bewies eine am Sonntag nach der„Neuen Welt" unter dem Namen Deutscher Unterbeamtentag einberufene Massenversammlung. Nicht nur der Riesensaal war samt den Galerien bis auf den letzten Platz gefüllt, man hatte auch noch eine zweite Versammlung in dem etwas kleineren Saale des- selben Etablissements veranstaltet, und wenn die Besucher- zahl schließlich auf 10000 geschätzt wurde, ist das kaum als Uebertreibung anzusehen. Der größte Teil der Versammelten war natürlich in Zivilkleidung, man sah aber auch eine Menge in Dienstkleidung unter ihnen, allerdings keine Schutzleute, die ja eigentlich auch zu den eingeladenen Beamten gehörten. Aber vor den Toren der Neuen Welt, da war ein ziemlich starkes Aufgebot von ihnen in der bei Massenversammlungen üblichen Weise mit umgeschnalltem Revolver„tätig", und diese Schutzleute hatten augenscheinlich die Aufgabe, sich die Versammlnngsbesncher genau anzusehsn, vielleicht daraufhin, ob nicht gar einige ihrer Spezialkollegcn es wagen sollten, in Zivil und außerdienstlich an der Ver- anstaltung teilzunehmen. Das wäre nämlich ein verwerf- liches Beginnen, wie jeder königstreue Beamte einsehen wird, wenn er den nachstehenden Jagow-Erlaß liest: . Kg l. Polizeipräsidium 18. November 1911. 7237 P.J./l911. Ich halte jeden Versuch der Politisierung desUnter» b e a m t e n st a n d e S als Standes für verwerflich, da er dem Stande und insbesondere dem Staude selbst nur schaden kann. Ein Znsammenschluß von Beamten, um vom Staate wirtschaftliche Vorteile zu erzwingen, ist mit dem Beamteneide unvereinbar. Ein Zusammenschluß gegenüber den Erwerbs- ständen in der laut Nr. 18 der„Deutschen Unterbeamten- zeitung" geplanten Art widerspricht dem öffentlichen Interesse. Daher lehne ich eS ab, der Einladung zu einem»Allgemeinen Deutschen Unlerbeamtentage" zu folgen. An gez.: v. I a g o w. den Obmann deS NeunerauSschuffeS Herrn Freudenreich in Spandau." Außerdem hatten auch am Tage vor der Veranstaltung alle Minister und Staatssekretäre, mit Ausnahme des Staats- sekretärs vom Reichspostamt, an die ihnen unterstellten Be- Hörden eine Verfügung erlassen, die, wie das„Berliner Tage- blatt" gestern mitteilen konnte, folgenden Wortlaut hat: „NamenS eines sogenannten Neunerausschusses sind die Unter« beaniten aller Reichs-. Staats- und Kommunalbehörden an laß- lich der jetzigen Teuerungsverhältnisse zu einem am Sonntag, den 19. diese» MonatS, in der„Neuen Welt", Hasen- Heide 103—114, siattfindenden„Allgemeinen Deutschen Unier« beamtentag" einberufen worden. AuS disziplinaren Gründen scheint cS angezeigt, auf die Unterbeamten in Berlin und seinen Vororten in geeigneter Weise dahin zu wirken, daß sie sich vondieserVersa mm- lung fernhalten. Es dürfte ihnen unter anderem besonders vorzuhalten fein, daß gerade für die Unterbeamten durch die vor zwei Jahren abgeschlossene Besoldungsausbesierung recht erhebliche Mehrleistungen des Reiches oder des Staates dar» gereicht seien, und daß die Preissteigerung wichtiger Nahrungs« mittel inzwischen erheblich gewichen sei. Die Beamten müßlen auch bedenken, daß sie msofern günstiger gestellt seien als die An« gehörigen anderer Berufsstände, als ihnen im Falle wirklicher?kot durch Unterstützungen ans staatlichen Fonds geholfen werde. Schließlich müßte es den Unterbeamten auch einleuchten, daß es dem Vertrauensverhältnisse zu ihren Vorgesetzten nicht förderlich sein könne, wenn sie durch Teilnahme an Massenkundgebungen — wie der geplanten— die öffentliche Meinung zu beeinflussen suchten. Zur rechtzeitigen Belannigabe sind die erforderlichen Neben« exemplare beigefügt." Diese Verfügung ist, wie dasselbe Blatt erfährt, in ver- schlossener Mappe von Hand zu Hand an die mit der Ver- Warnung beauftragten Vorgesetzten»oeitergegeben worden; sie hat aber offenbar die gewünschte Wirkung verfehlt. Auf der Tagesordnung der Versammlung stand als 1. Punkt: Teuerung und Einkommen der unteren Beaniten, als 2. Die gemeinsamen Wünsche der unteren Beamten und als 3. Ansprachen der Parlamentarier. Daß sozialdemokratische Abgeordnete sich nicht daran beteiligten, ist ja aus den unseren Lesern hinreichend bekannten Gründen und Erfahrungen leicht begreiflich. Uebrigens war es nur der freisinnige Landtags- abgeordnete Dr. R u n z e, der eine Ansprache hielt und der damit, daß er die Einmütigkeit der Unterbeamten und die Besonnenheit, mit der sie ihre Sache zu vertreten suchen, in höchsten Tönen pries, mächtigen Beifall erregte, aber lebhaften Widerspruch hervorrief, als er erklärte. daß die Beamten nun drei Jahre warten müßten. ehe an eine Gehaltserhöhung zu denken sei. Allerdings beruhigte die Stimmung sich wieder, als der Redner darauf hinwies, daß man ja jederzeit für Teuerungszitlagen eintreten könne. Wenn der Redner dann stürmischen Beifall fand, als er schließlich erklärte� daß man im Landtage nichts oder doch sehr wenig für die Sache tun könne, so lange das herrschende Wahlunrecht noch bestehe, war das eben nur ein Beweis dafür, daß auch die unteren Beamten bereits begriffen haben, worin die Grundursache ihrer mißlichen Lage zu suchen ist. Was den ersten Punkt der Tagesordnung anbetrifft, so hat ja der„Vorwärts" schon im voraus seine Leser hinreichend über diese Fragen unterrichtet. Die„gemeinsamen Wünsche der unteren Beamten" sind in der folgenden Resolution dar» gelegt, die einstimmig angenommen wurde: Die allgemeine GehaltSaufbessenmg der Beamten hat trotz der dazu im ganzen aufgewendeten erheblichen Mittel den unteren Beamten keine ausreichende Hilfe gebracht. Einmal sind bei Erhöhung der Gehälter die bis dahin ge- währten Stellen- und Teuerungszulagen usw. bei den unteren Beamten in Fortfall gekommen, während andererseits die immer stärker anwachsende Teuerung die Wirkung der BesoldungZresorm vollständig aufgehoben und einen Notstand erzeugt hat, der eins geordnete WirnchaftSführung nicht mehr ermöglicht. Der am 19. November in der Reuen Welt tagende, ton ungefähr 10 000 unteren Beamten besuchte Erste Deutsche Unterbcamtentag richtet daher an die Regierungen, Parlamente und Verwaltungen die dringende Bitte, baldigst eine ausreichende Erhöhung der Gc- Haltsbezüge der unteren Beamten zur Durchführung zu bringen, den augenblicklich bestehenden besonderen Notstand durch Lewilli- gung einer sofort zahlbare» Teuerungszulage zu lindern. Er fordert weiter alle unteren Beamten zur Selbst- Hilfe auf und empfiehlt ausdrücklich die Bildung von Konsum- vereinen und Emlaussgenossenschaften. Der Erste Deutsche Unterbeamtentag erklärt ferner, dafi 1. eine gröfiere Einheitlichkeit in den Gehalts- und An- stelhmgSverhältnissen möglich und erwünscht ist; 2. einsprechend den verhältnismäßig höheren Mietspreisen für kleinere Wohnungen und dem wegen der durchschnittlich größeren Zahl der Familienmitglieder unbestreitbaren stärkeren WohnungSoedürfniS der unteren Beamten eine diesen Faktoren Rechnung tragende Besserung der Wohnungsgeldzuschüsie recht und billig erscheint; 3. im Hinblick auf die Verhältnisse der mittleren und höheren Beamtenkategorie», bei denen die Unknndbarkeit die Regel bildet, auch bei den unteren Beamten die gleichmäßige Anstellung auf Lebenszeit gerechtfertigt ist; ». das von den unteren Beamten geforderte LeistungSmaß an Dienststunden allgemein einer Verminderung bezw. grundsätzlichen Regelung bedarf, weil bei verschiedenen Verwaltungen eine über- große Anspannung der Kräfte verlangt wird, außerdem bei ein- zelnen Behörden besondere Bestimmungen über das im Höchstfalle zulässige LeistungSmaß noch nicht getroffen sind. Politische(leberkickt. Berlin, den 20. November 1911. Der Wahlkampf in Bayern. Wie telegraphisch aus München gemeldet wird, find die bayerischen LaildtagSwahlen auf den ö. Februar 1312, einen Montag. festgesetzt worden. Weshalb die Regierung einen so späten Termin gewählt hat, ist nicht recht verständlich, denn eS wird unter diesen Uinständen kaum möglich sein, das zweijährige Budget big zum 1. April unter Dach und Fach zu bringen. Wahrscheinlich hat eS sich als schwierig herausgestellt, neben den Wählerlisten für die ReichStagSwahl auch zugleich die für die LandtagSwahlen anzufertigen, oder man wollte verhüten, daß ganz kurz hinter einander die bayerischen Wähler zweimal und dreimal zu wählen hatten. Die Zentrumspartei hat sofort die Agitation mit Eifer auf- genommen. Sie hält überall Versammlungen ab und wirst eine Menge Flugblätter hinaus. Immer wieder behauptet sie, die Mehr- heit des bayerischen Volkes stehe geschlossen hinter ihr. Das ist nichts als Schwindel. Das Zentrum verdankte feine bisherige Machtstellung in Bayern nicht der Tatsache, daß die Mehrheit der Bevölkerung im Jahre 1907 schwarz gewählt hat, sondern den auf die Bedürfnisse des Zentrums zugeschnittenen Wahlrechtsbestimmungen, besonders der Bestimmung, daß die relative Mehrheit zum Gewähltsein genügt. Bei den Hauptwahlen 1907 wurden für Zentrumskandidaten insgesamt 354 999 Stimmen oder 44,19 Proz. aller abgegebenen Stimmen gezählt, für Liberale und Demokraten 193 999 Stimmen oder 24,93 Proz.. für Bündler und Konservative 192 799 oder 12,79 Proz., für die Sozialdemokratie 142 999 Stimmen oder 17,69 Proz. und für„Sonstige und parteilos' 6679 Stimmen oder 9,83 Proz. DaS Zentrum erlangte aber nnt seinen 44,19 Proz. Stimmen 98 von 163, d. i. 69,1 Proz. aller Mandate. ES hätte nach seiner Stinnnenzahl Anspruch auf nur 72 Mandate gehabt. Von den 26, die es zu viel erhalten hat, wurden entzogen: 14 den Liberalen, 9 den Sozialdemokraten, 2 den Bündlern. Ein Mandat wird als parteilos verzeichnet. Anträge auf Einführung des Proporzes auch für die Landtags- wählen sind vom Zentrum fietS höhnisch zurückgewiesen worden, obwohl eS diese Ergänzung des Wahlrechts überall da fordert und gutheißt, wo sie seinen Interessen dient und obwohl eS selbst den Proporz für die Gemeindewahlen in Bayern, sogar im porlamen- tarischen Eilschritt, zur Verabschiedung gebracht hat. Hier nützt er seiner Machtstellung, dort aber hätte er ihr geschadet. Mehr Dreadnoughts. Vor einigen Tagen forderte in der„Täglichen Rundschau' ein Kapitän zur See a. D. v. Pustan eine Novelle zum Floltengesetz, nach welcher an Stelle der alljährlich zu bauenden zwei Dreadnoughts deren drei auf Stapel gelegt werden sollen, bis zwanzig solcher Kreuzer vorhanden sind. Das schien ein Fühler zu sein. Jetzt bringt der„Berliner Lokal-Anzeiger' die nachstehende Notiz: „Den vom Flottenverein und neuerdings während der Be- sprechung des Marokko-Abkommens auch im Reichstage geäußerten Wünschen nach einer verstärkien Flottenrüstung steht die Reichs- niarineverwaltung, wie die„Militärpolitische Korrespondenz" wissen will, jetzt durchaus sympatisch gegenüber. Allerdings dürfte sie das Entgegenkommen kaum in der Einbringung einer neuen Flotten- Vorlage bekunden. Man ist in Marinekreisen der Meinung, daß sich diese Wünsche auch ohne neues Flottenprogramm erfüllen lassen und zwar auf verschiedene Arten. Welchen Weg man wählen wird, darüber sind die Erwägungen noch im Gange. Es kommt der Marineverwaltung in erster Linie daraus an, bei möglichst großer Effeklivwirkung der geplanten Maßregeln daS RcichSbudget so wenig wie möglich zu belasten.' Also eS werden auf alle Fälle neue Panzerkähne gebaut— mit oder ohne Novelle zum Flotiengesetz. Wie unsinnig ein solches Wettrüsten, das sich offensichtlich gegen England richtet, ist. zeigt die Tatsache, daß Sonnabend in Devonport der 24. englische Dreadnought vom Stapel gelassen wurde. Und dieser Koloß wurde erst am 16. Januar d. I. auf Stapel gelegt. Er wird bereits am 1. Januar 19l3 der Flotte einverleibt werden! Läge e» nicht nahe, mit einer Großmacht, die auf maritimem Gebiete nicht einzuholen ist, sich zu verbinden, anstatt gegen sie eine wahnwitzige Flottenrüstung zu inszenieren? Aber wir wissen, wer davon den Nutzen hat. Nur die Panzerplatten- und Geschützfabri- kanten, die Aktionäre der Werften und die sonstigen direkten und in- direkten Interessenten._ Landtagswahlprotcste in Elsaß-Lothringen. Nicht weniger als 16 Einsprüche auf 69 Wahlen sind in der vierzehntägigen Einspruchsfrist nach Beendigung der LandtagSwahlen bei dem mit der Entscheidung der Wahlanfechtungen beauftragten Senat des OberlandeSgerichtS in Colmar i. E- eingelaufen. Die Mehrzahl dieser Proteste richtet sich gegen die Wahl von Zentrums- kandidaten unter unzulässigen Eingriffs der Geistlich- keit, MißbrauchS der Kanzel für die Zwecke der Zentrums- Politik, ja Inanspruchnahme der K i r ch e n g l o ck e n. um den Be- ginn von Zentrumswahlversammlungen anzukündigen usw. Ver- schicdentlich stellten sich am Wahllage Geistliche in Wahllokalen oder vor denselben aus, um im AmtSkleid die Stimmzettelverteilung zu- gnnitcn der Zentrumskandidaten zu beeinflussen, sozialdemokratische Sttmmzettelverteiler zu beleidigen oder durch Schulkinder beleidigen zu laffen und dergleichen mehr. So spazierte in einem Dorfe des Wahlkreises HabSheim-Landier der OnSgeistliche auf der Straße vor dem Wahllokal hin und her und feuerte eine Schar Schulknaben dazu an. den sozialdemostatiswen StimmzettelauSteiler fortwährend zu beschimpfen, dem Wähler, der einen sozialdemokratischen Stimmzettel abnahm, diesen abzuverlangen und den Zettel, wenn sie ihn erlangen konnten, dann unter Gejohle zu zerreißen, zu zertreten oder zu verbrennen. In einem anderen Orte dieses Kreises verkündete der Pfarrer den Gläubigen kurzer- Hand:»Wer den sozialdemokratischen Kandidaten wählt, kommt in die Hölle!' Die Schulkinder wurdm massenhaft von den Geistlichen zur Verteilung von Zentrums- flugblättern mit den niedrigsten persönlichen Beschimpfungen und Verleumdungen der sozialdemokratischen Gegenkandidaten benutzt, so auch im Wahlkreise Miilhausen-Land zugunsten des jungen Spahn, der jetzt nach seiner Wahlniederlage den StaatSarbeitern und Beamten verbieten will, sozialdemokratisch zu wählen, der aber als Kandidat in allen Wäblerversammlungen mit einer Leibgarde von Geistlichen in der Soutane erschien und auch nichts dagegen einzu- wenden hatte, daß klerikale Bürgermeister als Wahlvorsteher selbst Arbeiter zur Wahl nicht zuließen, die in der Wählerliste standen, unter dem Vorwande, daß diese Leute drei Jahre in der Gemeinde wohnen müßten, während das Gesetz in Wirklich- keit nur den einjährigen Wohnsitz in der Gemeinde verlangt. Da eS dein sozialdemokratischen Gegenkandidaten Spahns gelang, den Wahlkommissar des Kreises Mülhausen, Regiernngsrat Lieber- mann, zu einem Zirkular an die Bürgermeister des Kreises behufs Abstellung solch gesetzwidriger Uebergriffe für den Rachwahltag zu veranlassen, werden die zwei persönlichen Vorstellungen des sozialdemokratischen Kandidaten zu diesem Zwecke beim Wahlkommissar jetzt in der Zentrumspresse als Beweis dafür angeführt, daß „sozialistische Hofgänger' den„Lauf zum Regie- rungSrat praktizieren' usw.— ES muß erwartet werden, daß der zuständige Senat des Oberlandesgerichts in Colmar bei Prüfung der Wahleinsprüche den Pfaffen, die sich zugunsten des alleinseligmachenden Zentrums alle denkbaren Uebergriffe erlauben, während dem politischen Gegner nicht einmal mehr das Recht der Beschwerde darüber zustehen soll, den Kopf wieder ein wenig zurechtsetzt. Werden nicht auf Grund des festgestellten geistlichen Amtsmißbrauchs ein paar ZenlrumSmandute, die nur dieser unzulässigen Wahl- beeinflusiung zu verdanken sind, kassiert, so treibt es die himmlische Gendarmerie bei den n ä ch st e n Wahlen mit vollem Rechte noch weit schlimmer!_ Landtagsnachwahl in Breslau. Durch einen Gewaltakt der blau-schwarzen Mehrheit deS preußischen Landtages wurde bekanntlich daS Mandat deS fortschrittlichen Abgeordneten Dr. E h le r S- Breslau für ungültig erklärt. Am Montag fand die Ersatzwahl statt, wobei die Reaktionäre einen wohlverdienten Reinfall erlitten. Es wurden abgegeben in der Hauptwahl für Lobe sSoz.) 379, Ehlers(lib.) 596, Vogel(kler.-kons.) 789 Stimmen. In der Stich- wähl erhielt Ehlers 872. Vogel 778 Stimmen. Bei der vorigen Wahl betrug die Mehrheit der liberal-sozialdemokratischen Wahlmänner 15, bei der diesmaligen 94 Stimmen.— Ehlers ist somit gewählt. Nationalliberale Wahlmätzchen. Die Fraktion Drehscheibe hat den Ehrgeiz, in der Anwendung wahltaktischer Kniffe nicht hinter den Zentrumsjesuiten zurückzustehen- So wie diese schickt sie verschiedene ihrer Mitglieder aus, die sie nach allen politischen Richtungen reden läßt, um bei allen politischen Ausfassungen und Strömungen sich anzubiedern und Geschäfte zu machen. Jeder dieser politischen Bauernfänger ist also in der Lage. den„Standpunkt" der nationalliberalen Partei seinem Publikum entsprechend darzustellen. Nach diesem Rezept verfährt jetzt auch der nationatliberale Reichstagsabgeordnete Dr. Weber-Löbau. der in den Leipziger„Neuesten Nachrichten' einen Artikel:„Zum national- liberalen Parteitag' verbricht und darin folgende Leimrute für den „steiheitlich gesinnten' Demokratenspießer legt: Allüberall in den Gemeinden und in den Landtagen ist ein Anwachsen der sozialdemokratischen Wählerstimmen, ein starkes Ein- rücken ihrer Venreter in die einzelnen Gremien zu konstatieren. und das wird nicht eher anders werden, als bis nicht nur auf dem Papier, sondern tatsächlich die Gleichberechtigung aller Bürger im Reiche durchgeführt und allen ReichSaiigchörigen ohne Rücksicht auf Geburt und Verniögen die Bahn zur Höhe steigemacht ist. Gewiß kann man den Terrorismus der Sozialdemokratie, ihre alles verhetzende Tätigkeit auf'daS schärfste bekämpfen, und daS wird auch für die Folge zu geschehen haben, aber aus der anderen Seite muß man sich nicht scheuen, die Axt an die Wurzel des Uebels zu legen und ehrlich die Mängel in der Gesetzgebung und Verwaltung zu beseitigen, die immer aufs neue dem Radikalismus den Wind für feine Segel zuführt. Dazu gebrauchen wir Männer, vie un- abhängig und stei, ihrer Ueberzeugung entsprechend, ihren Weg vorangehen und die. ohne Rücksicht nach oben oder unten, ihre Meinung äußern und vertreten. Diese in das Parlament zu cnt- senden, ist Pflicht und Aufgabe der Wähler. Jeder politisch Kundige lacht natürlich über die nationalliberalen Tiraden; aber wie es noch immer dem Zentrum gelingt, große Massen der Arbeiter mit leeren Phrasen einzuseifen, so rechnet auch die nationalliberale Partei darauf, mit solchen freiheitlich angestrichenen Wahlmätzchen den demokratisch angehauchten Mittelbürger dort ein- zusangen, wo der Nationalliberale einem Sozialdemokraten gegen- übersteht._ Hardenscher Hofklatsch. AIS guter Geschäftsmann hat Herr Maximilian Haiden die Er- regung der letzten Tage benutzt, um wieder eine seiner SensationS- Versammlungen abzuhalten. Er trug ihr den ihm von allerlei uniformierten und nichtuniformierten Lakaien vom Hof und auS den Ministerien zugetragenen politischen Hintertreppenllatsch vor. Die „Deutsche Tageszeitung' berichtet darüber unter dem Titel„DaS be- logene deutsche Volk": „Er erklärte, das bekannte Telegrainm, daS den im Reichstage anwesenden Kanzler zum Diner nach Potsdam einlud, fei bereits eine kaiserliche Gnadendeinonstration gegen den Kronprinzen gewesen. Das Auswärtige Amt in der Wilhelmstraße habe dem Kaiser telephonisch über die blamable Niederlage Belhmann HollwegS nichts gesagt, wohl aber habe man ihn davon berichtet/ daß der Thronfolger in der Hofloge säße und gegen den Kanzler demonstriere. Auch davon, daß ein sozialdemokratischer Antrag beabsichtigt sei, der Reichstagspräsident möge den jungen Offizier, der auf der Tribüne durch sein leb- hasteS Benehmen die Verhandlungen fortwährend störe, e n t- fernen. Daraufhin habe der Kaiser sofort die telegraphische Einladung an den Kanzler gesandt. Ferner erklärte Harden, er glaube, Belege dafür zu haben, daß trotzdem der Kaiser innerlich gegen Beth mann HollwegS Kolonialpolitik sei. Drittens verbürgte Harden sich dafür, daß die Abtretung des jetzt erhaltenen KongoteilcS bereits Wochen vor Agadir eine mit Frankreich fest abgemachte Tatsache gewesen sei.' Was Harden, der„Konzertpatriot". wie ihn der„SimplicissimuS' in seiner neuesten Nummer nennt, über einen sozialdemokratischen Antrag erzählt, ist U n s i n n. ES ist in der sozialdemokratischen Fraktion niemanden eingefallen, beim Präsidenten die Exmission deö erregten Herrn in der Husaremmiforin aus der Hofloge zu bean- tragen. Ein solcher Antrag wäre auch geschäftSorduungsinäßig kaum möglich, denn eS ist lediglich Sache des Präsidenten, die Ordnung ini Hause aufrecht zu erbalten. Diese Ordnung ist aber durch den Kronprinzen nicht gestört worden. Am allerwenigsten fühlen sich die Sozialdemokraten durch einen jungen, applaudierenden Punzen beeinflußt oder gestört. Junggescllcnstencr in Mecklenburg. _ Der mecklenburgische Landtag nahm heute bei Beratung des Steuergesetzentwurfes den Antrag aus Einführung einer Junggesellen- steuer an. Es sollen unverheiratete über 39 Jahre alte Männer um 25 Proz. höhere Steuern als verheiratete zahlen, wenn sie nicht jür Familienangehörige, die mit ihnen zufammenwohnen. gesetzlich zu sorgen haben. Oefttn'ddn Gegen die Konsumvereine. Die österreichische Regierung hat dem Wgcordneienhaus den Entwurf eines Genossenschaftsgesetzes vorgelegt, der zwar die bis- her unmöglich gewesene Umwandlung der Genossenschaften mit unbeschränkter Haftung in solche m. b. H., die Zusammensetzung der Generalversammlungen durch Delegierte gestattet und die Mit- glieder im Falle des Konkurses vor Vermögenskonsiskation durch die Gläubiger der Genossenschaft schützt, aber auf der anderen Seite den Konsumvereinen schweren Schaden zuzufügen geeignet ist. Es soll wenigstens ein Zehntel des Geschäftsanteils sofort beim Beitritt eingezahlt werden, den Konsumvereinen wird die Errichtung von Zweigniederlassungen verboten und Fabriken sollen sie nur in örtlicher Nähe ihres Sitzes errichten dürfen. An NichtMitglieder darf nicht mehr verkaust werden, sonst tritt Bestrafung ein, und das Spareinlagengeschäft der Konsumvereine wird derartig eingeschränkt, daß es geradezu ein Zutreiben der Sparer an die privat- oder staatskapitalistischen Sparkassen be- deutet. Endlich soll noch— wie demokratisch doch die Herrschenden immer werden, wenn es gegen das Volk geht— jeder einzelne Genossenschafter das Recht erhalten, auf Nichtigkeit der General- Versammlungsbeschlüsse zu klagen und die(gelben nationalen) Minderheiten sollen durch eine Vertretung im Vorstand die Mög- lichkeit zum Stänkern und zur Schädigung der genossenschaftlichen Aktionen erhalten. Bei der agrarisch-zünftlerisch-arbciterfeindlichen Mehrheit des Parlaments bedeutet die Einbringung dieses Ent- Wurfes schon einen schweren Angriff auf die Konsumgenossen- schaften. So kämpft das neue Kabinett Stürgkh gegen die Teucrungl frankreicb. Die Arsenalarbeiter. Paris. 19. November. Wie aus Lorient gemeldet wird, haben die Führer des Syndikats der Arfcnalarbeiter erklärt, daß es sehr ernste Folgen haben werde, falls die Regierung wirklich Strafmaßnahmen ergreifen wolle, weil an Bord des Panzer- kreuzers„Courbet" eine rote Fahne gehißt und die Jnter- nationale gesungen wurde. Die Arbeit ist von den Ar- beitern yur unter der Bedingung wiederaufgenommen worden, daß niemand bestraft werden würde.— Ein Arsenalarbeiter ist wegen Sabotage verhaftet worden. England, Die Debatte um die auswärtige Politik. London, 29. November. Unterhaus. Der Abgeordnete B a r i n g (Unionist) fragte, wann Sir Edward G r e y die versprochene Er- klärung abgeben werde, und ob Premierminister A S q u i t h dem Haufe die Zusicherung geben wolle, daß eine Gelegenheit zu einer ausreichenden Debatte über diese Erklärung ge- währt werden würde. Der Premierminister erwiderte, die Regierung habe mehr alS einmal erklärt, daß sie eifrig darauf bedacht fei, möglich st bald eine Gelegenheit für eins Debatte über die auswärtigen Angelegenheiten zu bieten. Die Regierung habe gedacht, eS möchte besser fein zu warten, bis das Marokkoabkommcn in der französischen Kammer verhandelt worden sei.„Ob die» im Laufe dieser Woche geschehen wird', fügte der Premierminister hinzu,„weiß ich nicht, wenn mir auch mit- geteilt worden ist, daß eS nicht wahrscheinlich ist'. Die Regierung ist der Ansicht, daß unter diesen Umständen die Erklärung und die Debatte über die auswärtige Politik im Unterhause nicht länger verschoben werden sollten, und hat Montag, den 27. d. M. für diesen Zweck bestimmt. Sir Edward Grey wird die Debatte mit einer Erklärung eröffnen. pernetu Russische Truppenbewegungen. Teheran, 19. November. Salar ed Dauleh, der wieder zur Offensive übergegangen ist, ist in einem fünf- stündigen Gefecht bei Burudjird geschlagen worden. Seine Verluste sollen öOO, die der RegierungStruppen 50 Mann be- tragen. Der frühere Schah ist nach mehrfachen erfolglosen Ver- suchen, in Asterabad einzudringen, wieder nach Komeschtepe zurückgekehrt. Zweihundert russische Kosaken be- finden sich auf dem Marsche nach Asterabad. Der Regent hat den früheren Premierminister überredet, die Bildung eines neuen Kabinetts zu übernehmen. Das zweite kaukasische Schützenbatalllon ist nach T ä b r i s abmarschiert zur Ablösung des dort befind- lichen ersten Bataillons. Amerika. Ein Attentat. San Domingo, 29. November. Der Präsident der Dominikanischen Republik ist ermordet worden. Huq Indiiftrie und Kandel. Nrauereigewiuue. Der Aufsichtsrat derPatzenhofer Brauerei beschloß in seiner heutigen Sitzung, der Generalversammlung die Verteilung einer Dividende von 14 Proz.(im Vorjahr 12 Proz.) bei Abschreibungen in Höhe von 1 264 979,77 M.(im Vorjahr 1 141 483,23 M.) und einem Vortrag auf neue Rechnung von 89 764.69 M.(im Vorjahr 79359,98 M.) vorzuschlagen. Die Divideudenergebniffe im Kohlenbergbau waren im ab- gelaufenen Geschäftsjahr im allgemeinen besser als im Vorjahre. In den ersten neun Monaten dieses Jahres haben insgesamt 7i Aktiengesellschaften des Kohlenbergbaues ihre Bilanzen für das letzte Betriebsjahr so veröffentlicht, daß ein Vergleich der Dividende in den letzten beiden Jahren möglich ist. Diese Gesellschaften er- höhten im abgelaufenen Geschäftsjahr ihr Aklienkapital von 424.17 auf 437,99 Millionen Mark. Die gesamte Dividendensuinme stieg von 43,36 auf 45,77 Millionen Mark. In Prozenten des Nominal- kapital« ergibt sich eine Zunahine von 19,2 auf 19,4 Proz. Am günstigsten waren die Geschäftsresultate im Steinkohlen- b e r g b a». Bei 32 Aktiengesellschaften, die ein Grundkapital von 277,88 Millionen Mark repräsentierten, stieg die Durchschnittsdividende von 19,3 auf 19,8 Proz. Für 39 Braunkohlenbergwerks mit 169,92 Millionen Mark Kapital ergibt sich eine Abnahme des durch- schnittlichen DividendenerirageS von l9.9 auf 9,9 Proz. Bei 73 Kohlen- bergwerken läßt sich die Bewegung der Abschreibungen in den letzten beiden Jahren verfolgen. Diese Gesellschaften brachten für daS Jahr 1919 bezw. 19l9/11 bei 495,92 Millionen Mark Aktienkapital ms- gesamt 34.69 Millionen Mark zur Abschreibung. Im Vorjahr stellte sich die Summe der Abschreibungen aus 33,34 Millionen Mark. Die Besserung der Geschäftsresultate, die schon in der Zunahme der Dividende zum Ausdruck kommt, zeigt sich auch in der Bewegung von Reingewinn und Berlusten. Bei 78 Gesellschaften gestalteten sich die Ergebnisse in den letzten beiden Geschäftsjahren wie folgt: Zahl der Aktienkapital Gewinn bez. Verlust ■0"'" Gesellschaften in Millionen Mark iom/ia 71 413,14+ 57,22 1009/10 7 21,62- 1,39 19l0'li 426,86+ 59,65 1910,14 6 21.64— 1,59 Danach ist der Reingewimniberschuß von 65,83 auf 58,97 Millionen Mark gestiegen. In Prozenten deS gesamten Aktien» lapitalS ergibt sich eine Zunahme von 12,81 auf 12,95 Prozent. 6cwßH?rchaftUchee. Hn die in der)VIctaUinduftne Groß-ßerlitia befchäftigtcn Hrbeiter und Arbeiterinnen! Kollegen und Kolleginnen! Das Kartell der Organisationen, die in der Metall- Industrie Mitglieder haben, hat sich für die zum 30. November dieses Jahres in Aussicht stehende Aussperrung als Zentral- komitce konstituiert. ES werden deshalb alle auf die angedrohte Aussperrung Bezug habende Mitteilungen nud Anweisungen ausschließlich von diesem Zentralkomitee ergehen. Alles, was an Verhaltungsmaßregel» den beteiligten Arbeitern und Arbeiterinneu zukommen muß, wird rechtzeitig bekannt gemacht werden. Wir ersuchen alle diejenigen Bertraueuslente, i» deren Betrieben der Anschlag betreffend Aussperrung ausgehängt ist, uns diese unter Nennung des Betriebes nud der Zahl der im Betrieb insgesamt beschäftigten Arbeiter und Arbeiterinnen so- fort mitzuteilen. Wir erwarten, daß alle beschäftigten Arbeiter und Ar- beiterinnen den Anweisungen deS Zentralkomitees unbedingt Folge leisten. Ausdrücklich wird nochmals darauf aufmerksam gemacht, daß ohne Zustimmung des Zentralkonntees nichts unter- nommen werden darf. Berlin, den 20. November 1911. Deutscher Metallarbeiterverband, Verwaltungsstelle Berlin. Deutscher Holzarbeiterverband, Verwaltungsstelle Berlin. Deutscher Transportarbeiterverband, Verwaltungsstelle Berlin. Verband der Fabrikarbeiter, Verwaltungsstelle Berlin. Zentralverbaud der Schmiede, Verwaltungsstelle Berlin. Verband der Maler und Lackierer, Verwaltungsstelle Berlin. Zentralverbaud der Maschinisten und Heizer, Verwaltungs- stelle Berlin. Verband der Kupferschmiede, Filiale Berlin. Zentralverband der Handlungsgehilfen, Verwaltungsstelle Berlin. Alle Mitteilungen und Anfragen sind zu richten an A d o l f C o h e n. NW. 6, CharitSstr. 3. Ter Formerstreik. In der am Sonntag abgehaltenen Generalversammlung der Verwaltungsstelle Berlin erstattete der Kassierer Henning die W- rechnuna vom dritten Quartal. Dieselbe zeigt eine Einnahme der Lokalkasse von 1 1£)j 404,04 M. Darin ist der alte Bestand von 1153 296,26 M. eingeschlossen. Die Ausgabe beträgt 118 582,99 M., der Bestand am Quartalsschluß 1275 821,05 M. Die Einnahme der Hauptkasse im 3. Quartal betrug inkl. eine» Bestandes von 566 M. die Summe von 645 220,50 M.— Für Unterstützungs- zwecke wurden ausgegeben: an Kranke 136126 M., an Reisende 8592 M., an Arbeitslose 105 431 M., an Streikende 55 017 M., an Gemaßregelte 12 939 M., an sonstigen Unterstützungen 17 773 M, An die Zentrale in Stuttgart sind im 3. Quartal eingesandt die Summe von 195 000 M.— Der Kassierer bezeichnete die Kasten- Verhältnisse des Quartals als sehr günstig. Fast 10 000 Neu- aufnahmen sind im Laufe deS Quartals gemacht worden. Nachdem der Bericht erledigt war, schritt die Versammlung zur Aufstellung von Kandidaten für sechs neue BerbandSangestellte. Aus den eingelaufenen 256 Bewerbungen hat die Kommission 13 aus- gewählt. Nach einer sehr langen Diskussion über die Kommissions- Vorschläge wurden drei der Vorgeschlagenen von der Kandidatenliste gestrichen, so daß noch zehn Kandidaten für die sechs neuen Posten zur Wahl stehen, die am nächsten Sonntag vorgenommen wird. Zuni Streik der Former und Gießereiarbeiter machte Cohen folgende Ausführungen: Der Streik währt est dem 6. Oktober. Am Freitag, den 17. d. M., hat der Verband der Metallindustriellen beschlossen, daß am 30. November 60 Prozent der bei seinen Mitgliedern be- schäftigten Arbeiter ausgesperrt werden sollen. Am Sonn- abend brachte eine Mittagszeitung Angaben, die von Unternehmern inspiriert, aber unzutreffend sind. ES ist deshalb notwendig, die Vorgänge, welche zum Streik führten, hier darzulegen. Daß es zum Streik ge- kommen ist. daran ist lediglich der Eigensinn des Verbandes der Metallindustriellen schuld. Wir hatten im Juli eine Versamni- lung, welche die Forderungen der Former und Gießereiarbeiter aufstellte. Die Forderungen wurden den Unternehmern mit dem Ersuchen uni Verhandlungen zugestellt. Nach langem Warten bekanien wir� vom Verband der Metallindustriellen die Ant- wort, er werde demnächst zu den Forderungen Stellung nehmen und uns mitteilen, was weiter geschehen solle. Einige Tage darauf, am 1. August, bekamen wir die Mitteilung, daß die Metallindustriellen am 9. August mit uns verhandeln würden. Unsere Forderungen sollten die Grundlage der Verhandlung bilden. Die Verhandlung fand statt, aber wir kamen nicht weit damit. Nun sollte die nächste Sitzung der Verhandlungs- kommission festgesetzt werden. Die Unternehmer erklärten, vor dem 17. August hätten sie nicht Zeit, weiter zu verhandeln. Das war zwar eine weite Hinausschiebung des Termins, aber wir erklärten uns damit einverstanden, daß am 17., und wenn wir an diesem Tage nicht fertig würden, am 18. weiter verhandelt würde. Das ist geschehen. Da aber noch kein Resultat erzielt wurde, setzten tvir die Verhandlungen am 23. und am 31. August fort. Die Unternehmer machten ihre Gegenvorschläge. Sie waren uns in einer Reihe wichtiger Dinge entgegengekommen. Aber die wichtige Frage der Bezahlung des Gußausschusses war noch nicht beraten. Nun erklärten die Unternehmer, es müsse eine kleine Pause in den Verhandlungen eintreten, weil die Vertreter der Unternehmer mit ihren Mandatgeberu Rück- spräche nehmen und einige Kommissionsmitglieder ihre Sommer- reise machen müßten. Inzwischen sollte aber noch eine Sitzung stattfinden, in der die Frage des Gußausschusses besprochen werden sollte. Dann sollte das Ergebnis der Vcr- Handlungen den beiderseitigen Versammlungen �vorgelegt werden. Die Kommissionssitzung fand am 13. September statt. Hier wurde die Gußausschußfrage mit beraten, und damit waren unsere materiellen Forderungen erledigt. Nun wurde die Frage aufgeworfen: Wer steht hinter unseren Vcr- cinbarungen, wenn sie von den Versammlungen angenommen werden, und wie sollen die Streitigkeiten erledigt werden, die aus den Vereinbarungen entstehen? Wir schlugen zwei Wege vor: Entweder die Einsetzung einer Kommission, welche die Durchführung der Vereinbarungen zu überwachen hat, ode,r eine Abmachung zwischen den beiderseitigen Organisationen, wodurch sich die Organisationen selbst zur Jnnehaktuug der Vereinbarungen verpflichten. Ich sagte, es sei uns gleichgültig, welchen der beiden Wege die Unter- nehmer einschlagen wollten. Wir beständen nicht auf eine Vereinbarung von Organisation zu Organisation, wenn wir nBerantw. Redakt.: Richard Barth, Berlin. Inseratenteil verantw. auch der Meinung seien, daß die EntWickelung zu einem solchen Verhältnis führe. Wir wollten jetzt nicht darüber streiten, ob die Zeit zum Abschluß einer Vereinbarung von Organisation zu Organisation schon gekommen sei. Ein Unternehmer in der Kommission erklärte sich einverstanden mit einer festen Vereinbarung von Organisation zu Organisation und ersuchte uns, in einigen Tagen Vorschläge zu diesem Zweck zu machen, die sie ihrer Versammlung vorlegen wollten. Ich erklärte mich dazu bereit unter der Voraussetzung, daß alle Unternehmervertreter in der Kommission einer derartigen Vereinbarung grundsätzlich zustimmen und auch in ihrer Versammlung für unsere Vor- schlüge eintreten. Hiermit haben sich alle Unternehmer- Vertreter einverstanden erklärt.— Darauf haben wir einen Vorschlag ausgearbeitet, ihn den Unternehmern zugeschickt und gleichzeitig erklärt, daß wir, wenn es gewünscht wird, auch zu einer Aussprache vor ihrer Versammlung bereit sind, und daß sich später, wenn unsere Vorschläge sich bewährt hätten, darüber sprechen ließe, ob sie auf die ganze Großeisen- industrie übertragen werden könnten. Als wir am 13. September auseinandergingen, wurde uns gesagt, wir sollten bis zum 29. September Bescheid be- kommen. Der 29. kam; aber wir erhielten keine Nachricht. Da sagten die Former, die bis dahin ruhig waren: Die Sache zieht sich nun schon zwei Monate hin, jetzt muß endlich ein Resultat herauskommen. Durch ihr langes Warten hatten unsere Kollegen ja gezeigt, daß es ihnen um eine friedliche Verständigung zu tun war. Nachdem wir am 29. September keine Nachricht von den Unter- nehmern hatten, setzten wir eine Versammlung an, die be- schließen sollte, was angesichts der Sachlage zu tun sei. Den Unternehmern teilte ich mit, daß diese Versammlung am 5. Oktober stattfinden sollte. Darauf erhielt ich die Antwort, die Unternehmer hätten am 3. Oktober eine Sitzung. Nun er- suchte ich, uns von dem Resultat dieser Sitzung bis zum 5. Oktober, dem Tage unserer Versammlung Mitteilung zu machen. Erst als unsere Versammlungsanzcige im„Vorwärts" stand, bekanien wir Nachricht, daß die Sitzung der Unternehmer stattgefunden habe und wir eine neue gemeinsame Sitzung abhalten müßten. Ich sagte: Gut, aber diese Sitzung muß vor unserer Versammlung stattfinden. Darauf bekam ich den Bescheid, das ginge nicht, die Sitzung könne nicht vor dem 6. Oktober abgehalten werden. Jeder Versuch, das Resultat der Unternehmersitzung bis zum 5. Oktober zu bekommen, scheiterte. Unsere Versammlung konnte deshalb keinen Be- schluß fassen, sie vertagte sich bis zum 6. Ottober. Am Vor- mittag des 6. Oktober traten wir wieder zur Verhandlung nüt den Unternehmern zusammen. Da sagten sie uns, sie könnten die nnS gemachten Zugeständnisse nicht mehr anfrechterhalten, da ihre Versammlung wesentliche Punkte gestrichen habe. Es zeigte sich nun, daß die Unter- nebmer unsere materiellen Vereinbarungen bedeutend der- schlechtert und unsere Vorschläge über die Schlichtung von Streitigkeiten grnndsäfelich abgelehnt hatten.— In dieser, der letzten Sitzung mit den Unternehmern haben wir zum vierten Male die Frage der Lohnarbeit der Former und der besseren Entlohnung der Gießereiarbeiter angeschnitten. Aber auf diese Frage wollten die Unternehmer nicht eingehen. ES ist also univahr, wenn in der Zeitung behauptet wird, wir seien in der letzten Sitzung mit neuen Forderungen hervorgetreten. Wenn jetzt die Unternehmer erklären, sie seien verwundert darüber, daß die Former den Streik beschlossen, so sind sie schlechte Menschenkenner. Man müßte sich vielmehr darüber wundern, wenn sich die Former, nachdem die Unternehmer die Sache zwei Monate hingezogen haben, noch bis Weihnachten hätten hinhalten lassen.— Der Streik wurde also beschlossen, und vollkommen mit Recht. Auch'die größte Geduld nimmt doch mal ein Ende.— Nachdem die Former den Streik beschlossen hatten, haben wir den Unternehmern diesen Beschluß sogleich mitgeteilt und bemertt, daß wir trotzdem zu iveitercn Verhandlungen bereit sind. Darauf erhielten wir die Antwort, die Unternehmer würden weiter verhandeln, aber erst müßten die Streikenden die Arbeit wieder aufnehmen.— Auf ein solches Ansinnen konnten wir natürlich nicht eingehen. Das haben wir den Unternehmern mitgeteilt.— So also hat sich die Angelegenheit entwickelt. Alle gegenteiligen Behauptungen in der Presse sind falsch. Wenn die Unternehmer wünschen, daß der Kampf auch ferner sachlich geführt wird, dann sollen sie alle Entstellungen und Verdrehungen unterlassen. Im Hinblick auf die von den Unternehmern beschlossene Aussperrung, die am 30. November eintreten soll, schlägt die Ortsverwaltung als vorläufige Maßnahme vor: Vom Montag, den 20. November, ab sind in allen dem Verbände der Metallindustriellen angehörenden Betriebe Ueberstunden ohne Rücksicht auf die Folgen unbedingt zn vcr- weigern.(Beifall und Zusttmmung.) Die Vertrauensleute haben dafür zu sorgen, daß diese Maßnahme strikte durch- geführt wird. Alle Versuche der Unternehmer, einzelne Kollegen durch längere Kündigungsfrist, durchD Abschluß von Verträge», durch Beförderung zu Meistern und dergleichen an den Betrieb zu fesseln, sind zurückzuweisen. Von allen der- artigen Versuchen, die bestimmt sind, einen Keil zwischen die Kollegen zu treiben, ist der Ortsverwaltung sofort Mitteilung zu machen.J Ebenso von etwaigen Versuchen, gelbe Vereine im Betriebe zu bilden. Die Unternehmer, welche sich durch derartige Mittel vor den Folgen der Aussperrung sichern wollen, dürfen sich nicht wundern, wenn bei ihnen der Kampf schon vor dem 30. November ausbricht. Alle weiteren Maßnahmen werden durch das Kartell in der Metallindustrie angeordnet werden. (Lebhafter Beifall.) Ohne Debatte nahm die Versammlung eine Rcsolutton an, wodurch sie sich mit den Maßnahmen der Ortsverwaltung einverstanden erklärt und dieselbe beauftragt, alle Mittel an- zuwenden, welche geeignet sind, den Streik der Former und Gießereiarbeiter zum siegreichen Abschluß zu bringen. Durch eine andere, ebenfalls einstimmig angenommene Resolution billigt die Versammlung den Solidaritätsstreik, mit dem 1200—1400 Kollegen die Sperrung des Arbeitsnachweises der Metallindustriellen beantwortet haben. »• • In zwei überfüllten Versammlungen, die gestem in den „PharuSsälen" stattfanden, sprach Cohen über den augenblicklichen Stank> der Streikbewegung. Er gab auch dort eine Darlegung des Stteikverlaufes, die fich mit dem oben Wiedergegebenen deckt. Die Haltung der Bersammelten zeigte, daß die Stimmung der Streikenden eine äußerst kampfeSmutige und kampfeslustige ist. Der Vorsitzende wies schließlich noch darauf hin, daß die katholische Fachabteilung versucht habe. Streikbrecher aus dem Rheinland für Berlin auzuwerben, ein Versuch, der allerdings über das Stadium des Wollens nicht hinausgekommen ist. Deutftbes Reich. Zur Bewegung im Ruhrrevicr. Am Sonntag hatte der Bergarbeiterverband wiederum eine größere Anzahl Bergarbeiterversammlungen einberufen, die zur � xh. Glocke, Berlin. Druck». Verlag: Vorwärts Buchdr. u Verlagsanstalt Teuerung und zur Lohnfrage Stellung nahmen. Im ganzen fanden 23 Versammlungen statt. Davon beschäftigten sich 14 allein mit oben angegebener Frage, während in den übrigen die Reichs- Versicherungsordnung und die Knappschaftsverhältnisse besprochen wurden. Außerdem wurden in allen Versammlungen die bevor- stehenden Berggewerbcgerichtswahlen erörtert. In Dortmund und Gelsenkirchen wurden die größten uns zur Verfügung stehenden Säle benutzt. Die Versammlungen waren gut besucht und überall herrschte eine lebhafte Stimmung. Die Ruhrknappen sehen mehr und mehr ein. daß sie selbst Hand ans Werk legen müssen, um ihre Lebenslage zu verbessern. Die Lebenshaltung wird immer teurer. Die Löhne bleiben hingegen auf der alten Höhe stehen oder werden vielfach noch reduziert. Das Antreibersystem steht in voller Blüte. In neuester Zeit machen die Werksuerwallungen die größten Anstrengungen, um die gelben Streikbrccherwcrkvereine zu fördern. Es wird teilweise ein un- erhörter Terrorismus ausgeübt, um die Knappen in diese Vereine hineinzupressen. Die Werksverwaltungen wollen nur willenlose Arbeiter haben. Glücklicherweise läßt sich der Ruhrbergmann nicht alle? gefallen. Es ist selbstverständlich, daß in den Versammlungen auch die Beschlüsse der britischen Bruderorganisalionen mitbesprochen wurden. Ueberall wurde betont, daß die deutschen Bergleute dafür sorgen müßten, mit 600 000 organisierten Bergleuten aufmarschieren zu können. Wie in Großbritannien, so könnten auch in Deutsckland die Werksherren nur durch die Macht der Organisation zum Nach- geben gezwungen werden. Auch die Knappschaftsftage und die Berggewerbegericktswahl sind geeignet, die Ruhrbergleute in Erregung zu bringen. Bekannt- lich wollen die Wcrksherren im Allgemeinen Knappschaftsverein in Bochum die Beiträge um einen Pfennig pro Woche ermäßigen, um dann den Witwen und Waisen die reichsgesetzlichen Bezüge aus der Witwen- und Waisenversicherung zur Hälfte aus die knappschaftlichen Leistungen aufzurechnen. Die Arbeiter aller Richtungen lehnen dies Ansinnen der Werksherren ab. Trotzdem die Arbeuervertreter im Vorstande des Knappschastsvereinö das Ansinnen der Unternehmer einstimnng abgelehnt Häven, beharren die Werksvertreter bei ihrer Ansicht. Es wird deshalb wohl um diesen Pfennig zum Konflikt kommen. Die Generalversammlung des Allgemeinen Knappschaftsvereins, die am 11. Dezember stattfindet, wird ja weiteres ergeben. Die BerggewerbegerichtSwahlen und besonders die neue Wahlordnung und Wahlbezirkseinteilung, die vom Ober- bergamt erlassen ist, fordert den schärfsten Protest der Bergleute heraus. Früher waren die Wahlbezirke nach Orten und Gemeinden eingeteilt und mußte der Beisitzer entweder im Wahlbezirk arbeiten oder wohnen. Jetzt sind die Wahlbezirke nach Zechen gegliedert. Der Beisitzer muß in dem Wahlbezirk arbeiten. DaS Resultat ist, daß der Beisitzer sofort seines Amtes verlustig geht, wenn er seine Arbeitsstelle wechselt. DaS hat bei dem immerhin bedeutenden Arbeiterwechsel viel zu sagen. Anscheinend will das Oberbergamt nur werlstreue Beisitzer im Berggewerbcgericht haben. In dieser Ansicht wird man noch bestärkt, wenn man sieht, daß die Wahlen überall in den Zechenstube» stattsindcn. Dort soll dann der be- rüchligte WahltcrroriSmus unserer rheinisch- westfälischen Werks- Verwaltungen wirken. Auch die Gelben haben in den Zechen- bureauS erne bessere AgUationsstälte als in den öffentlichen Lokalen. Gegen alle diese Maßnahmen richtet sich der Unwille der Berg- knappen. Da« kommt auch in einer Resolution zum Ausdruck, die gegen diese Maßnahmen protestiert und in der das Oberbergamt aufgefordert wird, Anordnungen zu treffen, damit die Wahlen in öffentlichen Lokalen stattfinden. Der Vorstand deS Bergarbeiter- Verbandes wird ersucht, eventuell Beschwerde beim Minister zu er- heben. Am 6. Dezember, bei den Berggerichtswahlen, werden die Berg» leute den Arbeiterentrechtern die richtige Antwort gebe». Hetzte ffochrichtem Die Gemeindewahlen in Nürnberg. Nürnberg, 20. November.(Privattelegrcimm des„Vor- wärts".) Bei den heutigen Wahlen von 2ß Gcmeindebcvoll» niächtigtcn erhielten die S o z i a l d e m o k r a t e n 19, die Liberalen 7, die Mittelständler und die Demokraten je 1 Mandat. Ein Mandat ist noch unbestimmt. Kein allgemeines Wahlrecht zum Landtag. Prag, 20. November.(W. T. B.) Der Arbeitsausschuß der nationalpolitischen Kommission hat die Einführung des allgemeine» Wahlrechts zum Landtag mit allen gegen drei Stimmen der Tschechen abgelehnt und ferner gegen den Protest des Rcgierungs- Vertreters b e sch l o s se n, daß der Oberstlandmarschall vom Kaiser ernannt, seine deildcn Stellvertreter aber vom Landtag gewählt werden sollen. Eine türkische Stadt durch Großfeuer zerstört. Konstantinapel, 20. November.(P.C.) Die Stadt Kj u ta» h i h a an der Anatolischen Eisenbahn, die ehemalige Hauptstadt der Sultane von Karaman Iii, ist von einer Feuersbrunst zerstört wor» den. Mehrere hundert Häuser und eine Moschee fielen dem Feuer bisher zum Opfer. Zahlreiche Personen sind in den Flammen um- gekommen. Trotz aller Anstrengungen hat man des FeucrS noch nicht Herr werden können. Zur Lage in Pcrsien. London, 20. November. Das Rcutcrsche Bureau er- fährt: Da die diplomatischen Beziehungen zwischen Ruhland und Pcrsien abgebrochen sind, hat Persien seinen Streit mit Ruß» land in die Hände der britischen Regierung gelegt und diese ge- beten, vorzuschlagen, welche? Verfahren Persien einschlagen falle, sowie seine Bereitwilligkeit ausgedrückt, feinem etwaigen Rate zn folgen und, wenn es notwendig fein sollte, angesichts der torce majeure die russischen Forderungen zu erfüllen, vorausgesetzt, daß die russischen Truppen, wenn sie noch nicht abgesandt worden sind. nicht vorrücken oder, wenn sie schon ausgebrochen sind, auf russisches Gebiet zurückkehren. Die persische Regierung stellt es in A b r e d e, daß Morgan Shuster vorgegangen sei» während die VerHand- lungen zwischen seinen Beamten und dem russischen Generalkonsul noch schwebten. Einsturz eines Neubaues. Bamberg, 20. November.(B. H.) In F o r chh e i m sind heim Einsturz eines Neubaues 4 Arbeiter in schwer verletztem Zustande unter den Trümmern hervorgezogen. Verschiedene andere kamen mit leichten Verletzungen davon. Ter Bezirksarzt Dr. Bitton, der zur Hilfeleistung herbeigerufen wurde, erlitt kurz nach seiner Ankunft einen Schlaganfall und war sofort tot. Der Einsturz wird mit den Wirkungen des kürzlich stattgehabten Erdbebens in Zusammenhang gebracht. Gewalten der Tiefe. Paris, 20. November.(P. C.) Aus Fort de France wird gemeldet: Heute nachmittag um 5 Uhr und um 5 Uhr 30 Minuten wurden hier zwei starke Erdbebenstöhe verspürt. Zahlreiche Häuser erlitten große Beschädigungen. Personen wurden nicht verletzt. Monastir, 20. November.(B. H.) Bei C h r id a in Mazedonien wurde ein starkes Erdbeben verspürt. PauISinger i Co.Bcrlin SVV. Hierzu 2 Beilagen u.tlntcrhaltungsbl. Nr. 273. 28. IahrMz. 1. KilM des Lmälls" Kerlim AldsdlM Dienstag, 21. November l9U. Em der Partei. Der Protest gegeu den Krieg. In Wien fand Ende voriger Woche eine imposante Protestversammlung gegen den italienisch-türkischen Krieg statt. Es sprachen Genosse Pernerstorser und Genosse Daszynski, ferner der italienische Genosse Oliv a und für das türkische und armenische Proletariat Genosse Michael Varandian. Die Versammlung war eine mächtige Manifestation für die Zivilisation und die Kultur gegen die Barbarei und die Bestialität, für die Solidarität der Proletarier aller Länder gegen die Mordgier der Beherrscher der Welt des Kapitalismus. In den glänzenden Reden wurde dargetan, dah sich der Kapitalismus mit der Kolonialpolitik selbst das Grab schaufelt und daß. je wütender die Profitjäger durch die Welt rasen, desto früher auch ihre auf bestialische Gewalt aufgebaute Herr- schast gestürzt werden wird. Angehörige verschiedener Nationen haben in der Versammlung gesprochen, darunter auch ein Bürger der Türkei, und sie alle waren Anwalte des einen großen Gedankens. Eine entsprechende Resolution wurde einstimmig an- genommen. Eine überfüllte Versammlung beschäftigte sich in Hanau a. M. mit dem italienischen Abenteuer in Tripolis und protestierte in schärfster Weise gegen den Krieg. Kommniialwahlfirg. Bei den Stadtverordnetenwahlen in K ö n i g S b e r g i. Pr. ge-> lang es unseren Genossen, mit großer Mehrheit im ersten, dritten, vierten und sechsten Wahlbezirk zehn Mandate zu erobern. Im zweiten Wahlbezirk konnten sich die Liberalen nur mit 24 Stimmen Mehrheit behaupten. Bei der Stadtverordnetenwahl in F ü r st e n w a l d e a. d. Spree wurden am Sonntag die sieben sozialdemokratischen Kandidaten mit etwa 1050 Stimmen gegen ungefähr 1L0 gegnerische Stimmen gewählt. Unsere Genossen haben nunmehr alle 12 Sitze der dritten Abteilung im Stadtparlament inne. Nach dreitägigem heißen Wablkampf, in welchem die vereinigten Gegner unter Anwendung des schärfsten Terrors die verzweifeltesten Anstrengungen machten, uns niederzuringen, siegten in H a n a u a. M. die sozialdemokratischen Stadtverordnetenkandidaten Beyer, Daßbach, Diesmann und Henzen mit 34 Stimmen Mehrheit, ebenso im ein- gemeindeten Stadtteil Kesselstadt unser Genosse Stephan mit b9 Stimmen Majorität. In Evind, einem Borort von Dortmund, siegten unsere Ge- nassen bei der Gemeindevertreterwahl über die vereinigten Gegner Zechenpartei, Zentrum und Polen. Wir erhielten 644 Stimmen, die Gegner 411. Zur Wahl standen zwei Mandate, von denen uns eins schon gehörte, das zweite neu erobert wurde. Ebenfalls siegten unsere Genossen in Hestedde mit großer Mehrheit über Zentrum und Liberale. Einen weiteren Wahlsieg erfochten unsere Genossen in D e l l w i g- H o l t e. In Massen siegte die Sozialdemokratie mit 229 Stimmen über die Zechenpartei, die 147 Stimmen erhielt. 8o2iaieg. Jugendbewegung. - ljf.B» Der verbotene Goethe. In �riedriSsfelde bei Berlin sollte bei einer festlichen Veranstaltung der Arbeiterjugend Herr Julius Bab einen Vortrag über Goethe halten. Aber die Behörde konnte ein solch frevelhaftes Beginnen nicht zulassen. ES wurde vom Redner ein Unter- r i ch t s s ch e i n verlangt, nach einer alten Bestimmung von 1334. Der Vortrag wurde verboten, Rezitation und Gelang wurden gnädigst gestatter. Aber bei den Rezitationen auö GoetheS Werken wurde von den überwachenden Beamten nachgeblättert und genau verfolgt, ob auch Wort für Wort stinune und nichts hinzugesetzt werde. Wie wäre es denn, wenn die preußische Regierung ein Gesetz erließe, da« der Arbeiterjugend jede Beschäftigung mit den deutsche» Klassikern bei scharfer Strafe verböle? Mit ihrer Nadelstiwpolitik kommt sie ja doch nickt weit. Die Arbeiterjugend läßt sich von den Schikanen der borussiichen Bureaukralie nicht ins Bockshorn jagen. kleines feuiUeron. Kleistworte..Die größten Wunder militärischer Disziplin, die der Gegenstand des Erstaunens aller Kenner waren, wurden der Gegenstand meiner herzlichsten Verachtung; die Offiziere hielt ich für so viele Ezerziermeister. die Soldaten für so viele Sklaven, und wenn das ganze Regiment seine Künste machte, schien eS mir als ein lebendiges Monument der Tyrannei." .Ick verackte den ganzen Bettel von Adel und Stand, zu dem cS jdas Amt) verhelfen kann." .Wenn er(der König) meiner nicht bedarf, so bedarf ich seiner noch weit weniger. Denn mir möchte cS nicht schwer fallen, eine» anderen König zu finden, ihm aber, sich andere Untertanen auf- zusucken." .Am Hofe teilt man die Meiischen ein wie ehemals die Chemiker die Meialle, nämlich in solche, die sich dehnen und strecken lasten, und in solche, die dies nickt tun. Die ersten werden dann fleißig mit dem Hammer der Willkür gestopft, die andern aber, wie die Halbmctalle als unbrauchbar verworfen." Müuchener Kuustkneipeit. Unter den Münchener Kunstkneipcn ist der.SereniisimuS", eine Kolonie aus Preußisch- Berlin. Kopf an Kopf, wenig Einheimische, aber norddeutsche.Ausländer" füllen die abgeiremiten Stuben. Wir lehnen uns an die rote Rupsenwmid. an der durcheinander Kirlkaluren und Köpfe hängen. Hinter der Wand steht da« Klavier. Einer spielt einen neuen Walzer und versuckl in die Flachheit dieses Dinges mufikaliiche Gedanken hineinzulegen, die stören. Eine französische Sängerin singt ihre Nummern, asthmatische Leidenschaft keucht durch die Töne. Gemeine, witzlose Schmarren kommen an unser Obr. ES finoet sich kein Temperament, das etwa PoliliickeS in Witz und Ironie zu bespiegeln vermag, zur Pointe verschärfte. In Unterhosen und Krawatten, Schürzcnbänder» und Busen verlvüblt sich der Spaß. Dankbare Leute freuen sich darüber. Der radierte Kinderlcib an der roten Wand räkelt sich tiefer in die Sofaweiche hinein. Der Dunst der Menschen. Zigarren und Getränke verwebt sick dichter. Da ertönt lautes Klatschen, Schreien. Eine tiefe, weiche Stimme beginnt zu singen, munter, rein und dunkel, sie stößt sich nicht, gleitet sicher, alle Menschen erquickend, da- hin. Man erhebt sich von den Slühlen, drängt sich zur Wand, hinter der die Künstlerin sieht. ES wird getuschelt, denn der lange, dünne Man» am Klavier, mit den abstehenden Ohren, dem rotblonden, scharfen, preußischen Burcaukralenkopf. das ist der Ministersohn, der zur Bohöme.herabgesunlen" ist. Diese schlichte Sängerin ist seine Frau. Ihre Stimme ist mcht groß, viel größer ist gesunde Natürlichkeit und Talent an ihr. Wäre sie weniger begabt, sie würde zum Star. Da schlägt sie die Hände ineinander, ihr Körper tanzt und wiegt sich in dem engen schwarzen, einfachen Rock und der Bluse. Der am Klavier begleitet leiS und singt die zweite Stimme. Die schwache Vertragsbrüchige Modelle? DaS Artistenpaar, Geschwister Otto, sind mit dem Phitographen R. Smukalski, Inhaber des„Bera"-Atelier für photographische Kunst, einen Vertrag eingegangen, wonach sie gegen je 125 M. Monatslohn die Verpflichtung übernahmen, für dezente Photo- graphische Aufnahmen Modell zu stehen. Vom Berkauf ihrer Bilder sollten sie 2 Proz. Provision erhalten. Im Vertrage war bestimmt, daß sich die Geschwister Otto während der Dauer des Vertrages von keinem anderen Photographen, insbesondere nicht von einem Konkurrenzunternehmen, photographieren lassen dürfen, widrigen- falls sie eine Vertragsstrafe von 500 M. verwirkt haben. Dieser Vertrag wurde nun einseitig von S. gelöst, nachdem er die Ersah- rung gemacht hatte, daß die Aufnahmen, die er zunächst von einer der berden Modelldamen machte, keinen Absatz fanden. Die Repro- duktionsanstalten lehnten den Kauf mit der Motivierung ab, daß es ein schon altes Modell sei, ein Kunde legte sogar einige Serien mit demselben Kopfe vor. Die Geschwister Otto ließen sich jedoch die fristlose Lösung des Vertrages nicht gefallen und wandten sich rechtsuchend an das Gewerbe- grricht, vor dein gestern der Rechtsstreit zur Verhandlung kam. Hier wendete der Beklagte Vertragsbruch der Klägerinnen ein. der da- durch begangen sei, daß sich dieselben dem Vertrage zuwider ander- weitig haben photographieren lassen. Die Klügerinnen bestritten, daß dies während der Vcrtragszeit geschehen sei. Sie haben sich Anfang Mai photographieren lassen, also vor dem erst im September geschlossenen Vertrag mit dem Beklagten. Der Beklagte hatte einige seiner Konkurrenten als Zeugen aufgeboten, um den Vertragsbruch der Klägerinnen zu beweisen. Der Beweis mißlang ihm jedoch völlig. Nun machte er eine neue Einrede geltend. Er erblicke einen Vertragsbruch der Klägerinnen darin, daß diese, nachdem er sie entlassen hatte, sich nicht hier in Berlin zu seiner Verfügung ge- halten haben, sondern zu ihren Eltern nach Stettin gereist waren. Die Klägerinnen legten dar, daß diese Reise unter dem Druck der mißlichen Verhältnisse, in die sie durch die fristlose Lösung des Vertrages durch den Beklagten geraten waren, unumgänglich war. Das Gericht sprach den Klägerinnen die geforderte Entschädigung von je 125 M. zu, desgleichen für die vom Beklagten photographierte Klägerin 20 M. Provision nebst der durch die Terminswahrnehmung entstandenen Reisekosten von 9,40 M. Simulantenkoller. Die Verdächtigung der Arbeiter als Simulanten ist bei ein- zelnen Aerzten geradezu zur fixen Idee ausgeartet. Man kann bei ihnen sagen:.Alles, was ich nicht definieren kann, sehe ich als Simulation an." Einen geradezu skandalösen Fall übertriebener Simnlantenschnüffelei wollen wir in nachfolgendem schildern. Der Arbeiter Ferd. M. in Pilgramsreuth suchte am 15. Juni dieses Jahres den Kassenarzt Dr. G. in R. auf und bat um einen Krankenschein. Seine Klagen dem Arzt gegenüber waren„Appetit- losigkeit" und„kreuzschmerzcu". Der Arzt Dr. G. teilt darauf der Betriebskrankenkasse der Firma B. H. in W. mit: „Der sich heute krankmeldende Ferd. M. aus P. leidet an Kreuzschmerzen und Appetitlosigkeit. Unfallanzeige ist nicht zu erstatten. Die Aufnahme in? Distriktskrankenhaus ist nicht nötig. Die Krankheit dauert bot aus sichtlich— Tage. K..... 15. Juni 1911. M. übertreibt stark» ist nicht als arbeitsunfähig zu bc- trachten. Dr. G..." So Herr Dr. G. Am 16. Juni mußte M. indessen, da sich sein Zustand sehr verschlimmert hatte, in das Krankenhaus aufgenommen werden. Die Krankheit machte so rapid? Fortschritte, daß M. am 19. Juni verstarb. Dr. G.. der amtierende Betriebskrankenkassen- arzt, muß vom Simulantenkollcr befallen sein. Hätte er den Klagen des Arbeiters Gehör geschenkt, dann hätte er wohl die Krankheit festzustellen vermocht. Und vielleicht wäre das Leben des M. zu retten gewesen. Indessen, was interessiert die Er- zählung des Arbeiters den Herrn Dw. G. Seine Meinung ist fertig, der Mann„übertreibt stark". Vielleicht ist M. gar an der starken Uebertreibung zugrunde gegangen? Die Angehörigen des M. stellten bei der Staatsanwaltschaft in H. gegen Dr. G Strafantrag wegen fahrlässiger Tötung. Leider hat die Staats anwaltschaft ein Verfahren gegen Dr. G. abgelehnt, da die Er> Mitteilungen ergeben haben, daß den Dr. G. ein strafbarer Voo wurf nicht trifft. Der Bescheid ist außerordentlich zu bedauern. Hätte ein Kur- Pfuscher so wie der Kassenarzt gehandelt, so wäre mit Recht gegen Nachdichtung der Heineschen Grenadiere wird verziehe», denn die Töne deS Weibes erfüllten den rauschenden Oualm um Mitternacht mit Kunst. Alle genießen ergriffen. Wie revolutionär daS klingt: Allans, oukauts, äs la patrie... Der preußische Ministersohn Joachim Delbrück singt mit seiner Frau, der Bretllkünstlerin.... Der Schwiegerpapa Staatssekretär schafft nicht solche Freuden!... Die lebten Maoris. Die Regierung von Neuseeland, die schon so viele sortichriltliche Reformen durchgeführt, hat vermöge ihrer vorzüglichen Anordnungen auch die schwere Ausgabe gelöst, die von der Gefahr deS AussterbenS bedrohten Ureinwohner des Archipels. die Rasse der Maoris, vor dem Untergange zu bewahren. Ueber diesen wichtigen Erfolg, der eigentlich zum erstenmal einer primitiven Rasse ein neues, zukunstsreicheS Leben in zivilisierten Formen erschließt, berichtet V. Forbin in der„Nature". DaS Schicksal der Maoris schien bereits besiegelt. Die Urbevölkerung zählte um 1825, alS die ersten europäischen Kolonisten eintrafen. gegen 100 000 Seelen, die sich in inneren Kriegen aufrieben. Di« mit der Religion ü> engem Zusammenhang stehende Menschenfrefferei forderte zahllose Opfer, und dazu kam noch der energische Kampf, den die Maoris, diese höchststehende Rasse der großen polynesischen Völkerfamilie, gegen die Fremden eröffneten. Als 1870 ihre Unterwerfung Vollendel war, wületen der SlkoholismuS und Krankheiten, die von den Weißen eingeschleppt waren, unter ihren Reihen. Die erste Volkszählung, die 1374 durchgeführt wurde, ergab, daß nur»och 45 470 Seelen vorbanden waren. Und nun ging es von Jahr zu Jahr bergab. 1896 belief sich die Zahl der Maoris nur noch auf 39 854. Da aber setzten die energische» Maßnahmen der neuseeländischen Regierung ein, und sie waren von einem überraschenden Erfolge gekrönt. Seit dem Jahre 1900 hat die Bevölkerung in stetiger Weise zugenommen und belauft sich heule auf 50 000, hat also etwa den Stand von 1870 wieder erreicht. Dieser Aufschwung ist um so höher anzuschlagen, als die anderen polynesischen Rassen mit Ausnahme der Neulaledonier einer raschen Vernichtung entgegengehen. Die Neuseeländer, die zum größten Teil schottischen Ursprungs sind, haben keine Mühe gescheut, mn die Ureinwohner zu ihrer Kultur emporzuheben. Sie sorglen dafür, daß die Maoris m ihren alten Lebensformen weiter existieren konnten, erkannten aus- drücklich ihre Selbständigkeit an, staileten sie mit dem Wahlrecht aus und räumten ihnen vier Sitze im Parlament der Kolonie ein. So war denn der Abgrund, der während der Kämpfe zwischen Einwanderern und Urbewohnern sich aufgetan hatte, allmählich über« brückt, ja völlig ausgefüllt. Die Schulen bevölkerien sich mit Ein« geborenen; die Maoris lernten ihre gesuiidheilSschädlichen Sitten aufgebe». So assimilieren sich denn allmählich die Maoris der neuen Kultur; viel« von ihnen haben die Universität besucht, und die Söhne von Kannibalen haben RegiernngSämter inne und wirken im Dienste der Zivilisalion. ihn ein Verfahren wegen fahrlässiger Tötung eingeleitet. Hat ein Arzt weniger zu vertreten als ein Kurpfuscher? Soll der Simulantenkoller etwa den Arzt cutschuldigen? Ist es nicht eine fahrlässig verschuldete Unkenntnis eines Arztes, die schtoere Krank; heit eines Arbeiters nicht zu erkennen und Heilbehandlung dura? Simulationsverdächtigungen zu ersetzen? Dringend zu wünschen wäre, daß gegen den ablehnenden Bescheid bis in die höchste In- stanz Beschwerde eingelegt wird. Oder sollte die ärztliche Wissenschaft nicht mehr feststellen können, daß die grobe Fahrlässigkeit des Arztes, das Unterlassen rechtzeitiger Unterbringung in einem Krankenhause, den Tod b?- schleunigt hat? Ist die ärztliche Kunst so rückständig, weil das Opfer äztlichen Simulantenkollers ein Arbeiter war?. Gerichts-Leitung. Fällt ein Obrrschweizer unter das Ausnahmegesetz gegen Gesinde? Das Gesetz vom 24. April 1854 betreffend die Verletzung.der Dienstpflichten des Gesindes und der ländlichen Arbeiter sollte der Oberschweizer Witte übertreten haben. Er war bei einem Ritter- gutSbesitzer in der Gegend von Königsberg i. Pr. angestellt uno bezog außer Deputat und Wohnung auch Geldentschädigung. Ihm unterstand die ganze Milchwirtschast des Gutes und er hatte mehrere Schweizer unter sich. Es mißfiel dem Gutsbesitzer, daß er sich auf große offene Milchkannen setzte. Der Gutsbesitzer untersagte ihm daS mehrmals. Als es doch wieder vorkam, stellte der Dienstherr gemäß Z 1 deS genannten Gesetzes Strafantrag wegen hartnäckigen Ungehorsams. Das Landgericht Königevc-q als Berufungsinstanz verurteilte auch W. zu einer Geldstrott, indem er davon ausging, daß er unter die Personen dr- 8 2a des Gesetzes falle. Danach finden die Bestimmungen des 8 1 auch Anwendung auf das Verhältnis zwischen dem Besitzer eine- Landgutes oder einer anderen Land- oder Forstwirtschaft sowie den von ihm zur Aufficht über die WirtschaftSarbciten bestellten Pe: sonen und solchen Dienstleuten, welche gegen Gewährung ei".. Wohnung in dem ihm gehörigen oder auf dem Gute befindlich, n Gebäuden und gegen einen im voraus bestimmten Lohn behufs der Bewirtschaftung angenommen sind. Das Sammergericht hob dieser Tage auf die Revision des Angeklagten das Urteil auf und verwies die Sache zu nochmalig:« Verhandlung an die Vorinstanz zurück. Es müsse nachgeprüft werden, so wurde ausgeführt, ob Angeklagter nicht zu HauS- ofsizianten im Sinne des 5. Titels. Teil 2 des Allgemeinen Landrechts gehöre. Die Hausoffizianten seien den Strafvorschristen de-, Gesetzes vom 24. April 1854 nicht unterworfen. Klag, gegen die„Tribüne" Vor dem Schöffengericht Berlin-Mtt« stand gestern Verhand- lungStermin an in der Privatklagc, die der Kriminalkommiss?« a. D. Carl von Tresckow gegen den Redakteur der„Tribüne", Karl Schneidt angestrengt hatte. Anlaß zur Klage hatten Behauptungen gegeben, die Herr Schneidt in einer Wochenplauderei unter der Ueberschrift„Was der Spottvogel pfiff" über die Person des Privat- klägerS aufgestellt hatte. Die Verhandlung endete mit einenj-Byr gleich. Der Angeklagte nahm in einer Srkkarung die in dem AtPin enthaltenen Angriffe gegen den Privatkläger nnt dem Ausdruck dc• Bedauerns zurück, da sie sich in jeder Beziehung als Unzutttfsen erwiesen haben. Der Angeklagte übernahm auch dick Kostest" bc- Verfahrens einschließlich des Honorars für den gegnerischen Rechtsanwalt in Höhe von 200 Mark. BestechungSbehauptung? Wegen Beleidigung des Stadtverordneten Meißner und des Verwaltungsdirektors des Städtischen Vieh- und Schlachthofes hatte sich gestern der Kaufmann August Hilguer vor dem Schöffengericht Berlin-Mitte zu verantworten. Der Angeklagte besaß vor etwa drei Jahren ein Grundstück, welches an das Gelände des Viehhofe.. grenzte und wohl als Spckulationsobjekt angesehen wurde, da wohc anzunehmen war. daß das Grundstück von der Liehhofsverwalttinn angelaust werden würde. Es fanden auch daraus bezügliche Bcr- Handlungen mit dem Stadtv. Meißner als Kurator und dem Dirck- tor Golttz statt, die sich aber zerschlugen. Aus Aerger hierüber hat der Angeklagte schwer beleidigende Aeußerungen über die beiden letzt- genannten Herren gemacht, die etwa so gelautet haben:„Die Hund- Theater. Berliner Theater: Die Ahnengalerie von Stein und Heller. Die dürftigen, in den beide» ersten Akte» erheblich langweiligen Schwan kszenen fanden ein äußerst dankbares Publilum. Dem im Duell angeschosieneu Enkel eines 90jährige», anscheinend total verblödeten Grafen, der an der Spitze einer Kissen trogenden Lakaiemchor unter Harmonikaklängen alltäglich einen Umzug in dem Ahnenschlosse hält, passiert es. daß er sich in seine Krankenwärterin bis zu HeiralSwüiische» verliebt und dementsprechend, über Standes- dünkel, aristokratische Degeneration, Auffrischung durch bürgerliches Blut umstürzlerisch usw. zu philosophieren anhebt. Außer au dem Slaniinällesten hat er auch an seinem Bater und seinem in eigener blanblütiger Standesehe erze«gten Sohne abschreckende Beleg- exemplare für dies« Theorien, wogegen seine Tochter zu Berlobungs- zwecken mit der herkömmlichen Normaliutelligenz von Schwank- Backfischen ausgestattet ist. Mühselig reihen sich recht abgegriffene Späßchen aneinander, bis dann im letzten Aufzuge eine Art von Originaltrick ausgespielt wird, wobei der Unsinn sich zu momen- taner Komi! steigert. Der Großpapa entpuppt sich nämlich als eiu gerissener Simulant, der nur ans Ruhesehnsucht und Bequemlichkeit, um den ewigen Diskussionen mit seiner eigensinnigen besseren Hälfte zu entgehen, den unzurechnungsfähigen Idioten mimt und sich im Geheimen über die lieben Anvec wandten weidlich lustig macht. Natürlich schlägt er sich, als es zum Klappen kommt, auf feines Enkels Seite und dekretiert in dem Familienrate. daß Eberhard trotz femeS MeSalliaiicevergehenS das Majorat bc- halten soll. Dem mit bürgerlichem Blut« ausgefrischten Helden bleibe» also die peinlichen Notwendigkeiten bürgerlicher Arbeit wenigstens erspart. ES wurde hübsch gespielt. Den Alten gab Direktor Meinhard. Julia Serba die Krankenschwester, Herr Sternberg einen bilrschlkosen Mediziner, der die Komtesse heim- geführt._ dt. Notizen. — Kuu st bortrag verbunden mit Führung. Am Freitag, den 24. November, abends 8 Uhr, spricht Robert Breuer in der Vereinigung bildender Künstler(Juryfreie Kunstschau). PotS- damer Straße 39/39». Die Zahl der Teilnehmer ist aus 100 be- grenzt. Einlaßkarten zu 45 Ps. sind im Bureau des Gewerk- schaftShauscS und im Zigarrengeschäft von Paul Horsch, Engel» ufer 16, z» haben. — Der Verein für Frauen und Mädchen ver- anstaltct sein zweites Liszt-Konzert am 26. November, nachmittags 4 Uhr. mi Blüthner-Saal. Lützowstr. 76. Mitwirkende: Blüthncr- Orchester(Leiter: Oskar Fried)— Frau Elisabeth Böhm— von Endert(kgl. Hofopernsängerin)— Leo Kestenberg(Klavier). So?cn m?ch �aushungetn; hätke faah ihnen nur ein paar blaue Lappen in die Hand gedrückt, dann wäre mein Grundstück längst verkauft." Durch einen nicht sehr freundlichen Zufall kamen diese Acußerungen zur Kenntnis der beleidigten Herren und diese stell- ten den Strafantrag. Der Angeklagte bestritt, solche Aeutzcrungen gemacht zu haben, diese tourden jedoch von vier einwandfreien Zeugen bestätigt. Der Staatsanwalt beantragte auf Grund der 155 und 186 St.--G.-B. 100 M. Geldstrafe. Das Gericht erkannte mit Rücksicht darauf, daß die Beleidigung schon recht lange Zeit zurückliegt und aus nicht ganz einwandfreien Motiven erst von dritter Seite an die große Glocke gebracht wurde, auf SV M. Geld- strafe cvent. S Tage Haft. /Zus der frauenbewegung. Tos Frauenstimmrecht in England. London, 18. November 1911.(Eig. Ver.) Die Erklärung des englischen Ministerpräsidenten, daß die Re- gierung beabsichtige, im nächsten Jahre das allgemeine Wahlrecht für Männer einzuführen und es bei dieser Gelegenheit den Parla- nicntsmitglicdcrn anheiinzustellen, ob sie der angekündigten Mahl- rechtsvorlage das Frauenstimmrecht einverleiben wollen aber nicht, hat in den Reihen der Frauenrechtlerinen begreiflicherweise große Acrwirrung hervorgerufen. Sie vermuten hinter diesem Vorhaben der Regierung einen Trick, durch den die„Einigungsvorlage", die die Einführung des beschränkten Frauenstimmrechts bezweckt, zu Fall gebracht werden soll. Um die etwas verwickelte augenblickliche Lage verstehen und die Llussichten des Frauenstimmrschts in England beurteilen zu können, müssen folgende Punkte im Auge behalten werden. Das Kabinett ist sich in der Frage des Frauenstimmrechts nicht einig. Etlva die Hälfte der Minister, darunter Lloyd George, ist dafür, die andere Hälfte, darunter der Ministerpräsident, dagegen. Nach den Aeuße- rungcn der Freunde des Frauenstimmrechts im Ministerium zu urteilen, find diese für ein demokratisches Stimmrecht. Die bür- gerliche ii Parteien find in dieser Frage ebenfalls uneinig. Viel- leicht die Mehrheit der Parlamentsmitglieder hat den Frauenrecht- lerinnen mehr oder minder verbindliche Zusicherungen gegeben. Die meisten der Konservatwen dürften Wohl nur für ein beschränktes Frauenstimmrecht zu haben sein; einige der ärgsten Reaktionär- auf den konserbatiben Bänken treten für daS beschränkte Fraüesi'- stimmrccht ein. Unter den Liberalen befinden sich auch eifrige Be- fürwortcr der..Einigungsvorlage", man darf jedoch annehmen, daß sich die nieisten der liberalen Parlamentarier ihrem Parteiinter- esse gemäß für das allgemeine Stimmrecht entscheiden werden. Auch die Ilrbeiterpartei ist sich in der Frage des Frauenstimmrechts nicht einig. Ihr Parteitag hat sich zugunsten des allgemeinen Frauen- stimmrechts erklärt, was eine große Zahl Arbeitervertreter jedoch nicht daran gehindert hat, für das beschränkte Frauenstimmrecht zu stimmen. Sie teilen offenbar die Ansicht eines Teiles der Suffra- gettes, daß ein Forkschriit nur durch die Anerkennung der Gleich- berechtigung von Mann und Frau auf der bestehenden Wahlrechts- grundlage zu erzielen sei. Die Regierung hatte nun vor längerer Zeit den Frauenrechi- lerinnen das Versprechen gegeben, den Freunden der„Einigungs- Vorlage" in der nächsten Parlamentsseß'ion(1912) Gelegenheit zu aeben, ihre Vorlage einzubringen und zu erledigen, wobei sich die Regierung neutral verhalten wolle. Die Ankündigung der Wahl- rechtsvorlage kam nun den Frauenrechtlerinnen wie ein Blitz aus heiterem Himmel. Die ganze Arbeit der verschiedenen Frauen- rechtlerinnenvereine schien der Zerstörung anheimgefallen zu sein. Das Frauenstimmrecht, das nach der Idee des Ministerpräsidenten ohne Widerspruch der Regierung dem allgemeinen Männerstimmrecht auf dem Wege eines Ämendements aufzupfropfen wäre, könnte nur ein allgemeines sein. Denn es ist kaum denkbar, daß man all den Wahlrcchtsschutt vergangener Zeiten für die Männer hinweg- räumt und ihn für die Frauen bestehen läßt. Für das allgemeine Frauenstimmrecht sind die konservativen Freunde der„Einigungs- l'ill" jedoch nicht zu haben und ohne sie wird schwerlich eine Mehr- heit für das Frauenstimmrecht zusammenkommen. EZ schien auch nicht wahrscheinlich, daß die Regierung der„Einigungsvorlage" den Vorrang einräumen werde. Die Verwirrung der Suffragette» ist daher leicht zu verstehen. Am 17. November wurde eine Deputation der verschiedenen Frauenstimmrechtsvereine von den Ministcrn Asquith und Lloyd George empfangen. Die Deputation verlangte Aufklärung über die Absichten des Kabinetts. Fräulein Pankhurst, die Rednerin der aggressivsten Frauenrechtlerinnen, forderte sogar, daß die Regie- rung von der Einbringung ihrer Wahlrcchtsvorlage absehen und eine Vorlage über dos allgemeine Männer- und Frauenstimmrecht einbringen sollte. Dieser Flügel der englischen Frauenbewegung scheint jetzt das beschränkte Frauenstimmrecht als hoffnungslos auf- gegeben zu habet?. Hett Asquith gab der DepufaHosi folgetiSe Antworten: Die Vorlage über die Einführung des allgemeinen Männerwah'rcchts wipd im Jahre 1912 eingebracht und erledigt werdem Die Regierung wird auch gegen ein Amendement nichts einwenden, das den Frauen das Stimmrecht unter anderen Ae- dingungcn gibt als den Männern. Sie wird das beschlossene Frauenstimmrecht alS einen wesentlichen Bestandteil ihrer Vorlage betrachten und es verteidigen. Ein Teil der Deputation nahm die Antwort des Herrn Asquith als befriedigend an. Aber die streit- bare„Womcns Sozial and Political Union" war nicht im geringsten zufriedengestellt. Sie hat schon einen neuen Kreuzzug gegen die Regierung beschlossen. Die Freunde des beschränkten Frauenstimmrechts haben auch keine Ursache, über die neuen Erklärungen des Ministerpräsidenten zu frohlocken. In der Praxis werden diese Zugeständnisse an die Susfragettes keine Bedeutung haben, dem demokratischen Männer- stimmrccht läßt sich kein undemokratisches Frauenstimmrecht auf- pfropfen. Die oppositionelle Haltung, die die konservative Presse gegenüber der angekündigten Wahlrechtserweiterung einnimmt, läßt daraus schließen, daß die Abstimmung über die Vorlage nach Par- teien erfolgen wird. Es ist allerdings denkbar, daß sich bei dem Punkte Frauenstimmrecht die Freunde des beschränkten Frauen- stimmrechts aus beiden Seiten des Unterhauses zu einer gemein- samen Aktion zusammenschließen werden. Aber selbst in diesem unwahrscheinlichen Fall dürften die Stimmen der Gegner des Frauenstimmrechts und der Freunde des allgemeinen Stimmrechts genügen, um ein undemokratisches Amendement niederzustimmen. Die Zukunft gehört dem allgemeinen Frauenstimmrecht, das nun, da es aus dem akademischen Stadium in das Bereich der praktischen Politik getreten ist, in England in nicht allzu ferner Zeit verwirk- licht werden wird._ Leseabevde. NiederschSnhausen. Dienstag, 21. November, bei Ulitz, BlankeU, durger Straße 4. Thema:„Die Betätigung der Genossinnen im Reichstagswahlkampf". Touristenvereiu„Die Naturfreunde». Ortsgruppe«erli». Mittwoch, den 22. November(Bußtag): Wanderung von Biesenthal über Dannewitz. Tempelfelde, Freudenberg nach Ti-fenfee. Abfahrt nach Bicfen« thal früh 6.00«tettiner Bahnhof(Fernbahnsleig). Die Geburt eines kräftigen JtallASII- zeigen an »ermuin Werner nebst Frau, Rixdorf. WO Speer Martha Seifert Verlobte Berlin, November 19t t. Am Sonnabend verstarb plök- lich mein ümiggelicbler Mann j und mein guter Vater, der Gast- wirt lS7IZb S Reinhold Leskau im fast vollendeten 50. Jahre. DseZ zeigen tiefbetrüdt an BorU» K-oskan nebst Toh». Die Beerdigung findet heute nachmittag 2 Uhr vom.Trauer- bfflse au» nach dem Zentral- Friedhos in Friedrichsseide statt. i SoziaidemoisraliscIierWaiilYereiD des |S. Berl. Rtttags-Wa Uli W* Am 18. November verstarb unser Genosse, der Gastwirt Reinhold Leskau Neue Hochsir. 49. Ehre seinem Andenken l Die Beerdigung findet heute Dienstag, den 21. November, nachmittags 2 Uhr. vom Trauer- hause aus nach dem städlischen Friedhose in Friedrichsseide statt. Um rege Beteiligung ersucht 233/2 Der Vorst arul. Deutsciier [Holzarbeiter- Verband Ten Mitgliedern zur Nachricht, s daß unser Kollege, der Einsetzer Reinhold Leskau Neue Hochstr. 49, im Alter von 49 Jahren gestorben HL Ehre seinem Nndenkeu: Die Beerdigung findet heute Dienstag, den 21. November, nachmittags 2 Uhr, vom Trauer« banse aus auf dem Zentral- Friedhof in Friedrichsseide statt. Um rege Beteiligung ersucht 92/ Die Crtsverwaltung. Allen Verwandten, Freunden und Bekannten die traurige Nach- richt, daß unser lieber Sohn und Bruder, Schwager und Onkel, der Zeichner AJtax Apel im 28. Lebensjahre nach schwerem Leiden verstorben ist Um stilleS Beileid bitten Die tieftranernden Eltern und Geschwister. Die Beerdigung findet am Dienstag, den 21. November, nach- mittags 3 Uhr, von der Leichen- balle des Neuen Rixdorfer Ge< meinde-FriedhofeS am Marien- dorjer Weg aus statt. Danksagung. Statt besonderer Meldung. Für die vielen Beweise aufrichtigster Teilnahme bei der Beerdigung metner leider so früh dahingeschiedenen Frau ~ Emma kteuer sage allen meinen ousnchtigsten Dank. Oswald Heuer, Boxhageu-Rummelsburg. Krassener Str. 28. 16966 li|.! Oskar Wollburg Trauer- Magazin Berlin N., BrunnenslraBe 66. Große Auswahl in schwarzer Konfektion; auch elnz. Röcke, Blusen, Hüte etc. Anfertigung nach MaB in 12 Stunden. Aenderangen sofert.• Unwiderruflich M» Ziehung am 28., 29. u. 30. November, 'Düsseldorfer Aussteilungs- OTTERIE 12158 Qc*. I. Wert: v. Mk. SozialileniokrallsElier Waliteln des 3. Berl. Reiciislsgs-ffaliWses. Todesanzeige. Am 19. d. MtZ. verstarb unser Genosse, der Arbeiter August Lange Swincmünder Str. 48. Ehre seinem Andenke»! Die Beerdigung findet am Millwoch, den 22. d. Mts., nach. mittags 3 Ubr, von der Leichen- balle der Friedens- Gemeinde, Nicder-S'hvnhausen-Nordend, aus statt. Um rege Beleiligimg ersucht Ter Vorstand. Dr. Limmsl Speiisl-�rtt für Haut- und Harnleiden. Priuzenstr. 41, MorÄ 10-3. 5—7. Sonntags 10—12. 3—4. 190000 15000 lOOOO |5»000 Lose k 50 Pfg., l'fäz Porto und Liste 30 Pfe,, versendet Oeneral-Deblt Ferd. Schäfer, Bankgeschäft, Düsseldorf. 1 Aach zn haben In allen kenntlich ae» 1 machten Verkaufsstellen. m Möllmanns Bandagen Ocfchäft, nebft Hrtlhcl zur Gesundheits- u. Krankenpflege, Verbandstoffe. Gummiwaren etc. Berlin Lothringer Str.«0. LleleFant für Krankenkassen Eigene Werkstatt._ Seal von 9,50 an, PeMiBiieP, imit., von O.öO an für eIcg.Dame!t.PaletotS. Tuehlsger Koch& Seeland G. m. d H. CntallM. 20-21, f. iÄ l Das neue Zündholz. ,l Einziger vollkommener Ersatz für die alten Streichhölzer. Eine bahnbrechende Neuheit! Zündet mit tödlicher Sieher- eit! Ohne Räderwerk, ohne Mechanismus. Zahrcl«nig altbar! Sparsamer und bequemer als alles bisher Exiftlerendc! Preis per Stück nur Mk. l.SS, Porto 20 Pf. bei Boreinsendung mich Briesm. oder Nachnahme.\f y Jeder Besteller erhält da« neue Zündholz 14 Tage — zum Anöprobieren und ver- pflichtet unÄ aufS nachdrücklichste, den Betrag bei nicht völliaer Zufriedenstellung sofort zurückzusenden.•*" Kirberg& Co. in Foche Rr. S bei Solingen. WcihnachtSkatalog über viele Neuheiten, Stahlworen. Kinder- svielsachen. Christbaumschmuck umsonst._ Cßpjifiyn&d? »»i'js 5 Mie&'s-Mlal-eänMeipiis-PDlfer für Metallarbeiter, Buchdrucker usw. ist meine eigene Erfindung und wird seit 7 Jahren nur von mir hergestellt. 1S44b- Meine Konsumenten, die organisierten Arbeiter, bitte ich, beim Einkauf daraus zu achten, datz aus jedem 10 Psennig-Paket HänderetnIgungS-Puiver meine volle Adresse steht: Oskar Wollmach Berlin 0. 27 Kleine Andreasstraße 15._ Dchk" Fälschungen bitte ich entschieden abzuweisen. Große?irma v-rM Teppiche, Gardinen, Stores, Steppdecken, Portieren auf Teilzahlung ohneAnzahlung. Keine Kassierer. Chifsce L. 100,„Vor- wärtS�-Spedition, Augustltr. b0.• H.Pfau, Biiiagisl DireksenslraDe 20 ÄÄÄ?.!«1 Für Damen Frauen-Bedienung.* Lieseranl für alle Kraiikcntassen. 5 Proz. Rabati beim Veraaigan dieses Inserats. Enps-Lager. f Einzelverkauf nur v. 12-8 Uhr. Paletots bC,, stofl750ilO,15M Frauen• Paletots aus schwarzemlCOO Eskimo.. 10 ca. 200 Kinder- Paletots 300 450 caSOOMmiMe Wert bis 12.00, tum Aussuchen i 50 jeder Rock" Elegante Pcluche-M3ntel U. Kostüme, sehr preiswert. Kein Laden.-Mm K> Key mann Graner Weg 41, pari., an der KoppcnstraSe. Fahrgeleeenheft: Elektr. Bahnen Nr. 1,3, 6, 16, 22, 31, 46, 76, 78, 79. VmtaaBch gestattet. Nachweis Syphilis In allen irisch, u. veraltet, zwelfefhaft. Fhll. durch wissenschastl. Untersuchung. sojerl i deSgi. Harn-(spez. aus Go- norrhoe-Fäden) u. Svutnm-tlnalyseit. Dr. ttonie/er>kCe., Speziai-Laborat, grietuchitr. 189, zw. Kronen- uns Mohrensttahc), I. 8724. Pcts.Ruckspt. diskr. u. kosten!. Geässuct von 8—3 Sonntags von 12— 1.• & w. Berbst gegr. 1862.— Tel.: IV, 3873. BERLIN SW.. Rltteratr.83 Erstklassige Ware. Zigarren" händlom bestens emplohlen, - Tnrifnrbeit.—— in Gebinden and Flaschen erhältlich, Fernsprecher: Ami LQUew 5496 a 5497. Hilsebein Brillant-Bier Pilsener Typ Bitsebein Särger-Bräu Münchener Typ Hilsebein Lagerbier Berliner Typ Hjlsebein Kraft-Caramelbier zeiclinon sich aus durch vorzüglichen Geschmack und hervorragendo Bekörorulichkoit. Berliner Bierbrauerei M-Lez. vorm 7. w. Hilsebein. Berlin»tv.. Am Tempclhofcr Berg«. Ich nehme jede nicht la geiieserte Sendung ans uttinc Kosten retour. Kein Rifiko: « z ,S- Rauch U fltr. 4 ACtlW jsiste 45 kl. F-tlbücklg.. Stck. ff. echten RauchlachS, gor. Schellfisch, ff. Roll- >PS, Dose 40 Heringe Milchsance, LachSbiickling, Gcleeher., K. Brat- Heringe oder 40 Sprotten. Alles dieses zusammen 8,95 M. E. Napp, Altona-Ottcns.62. moj ff. Sliinitn- imi) �rattfhinhrrri von Robert Meyer,' mit Hinriflmifn�lrntjf 2. Ohne inzahinng oergibtEngroS-GeschäftdiShetVSseko, Gardinen, Stores, Portleren, Teppiche und Decken, bei kleinen Monatsraten. Keine Kassierer! Offerten unter P. 2 Cnaptc�pcöitiort deS.Vorwärts�. (Angabe der Besuchszeit.) 1566b* snliiiöii- Lpeiislbsus Rmül�ekevre Min 8., Oranlenstr, 158. Wunderbare Xeuheitcn, Gardinen, Stores, Vitrages.Tüll- bettdacken etc. in allen Stilart. Pracht-Katalog, ca-esoniustr. gratis and iranko. Reste von 2 Ms 6 Fenster spottbillig. V. Kreis. Menstag, de» 21. November 1911, abends 8'/, Uhr. im«Schweizer Garten", am Friedrichshai»: |n|eti)r)i.ptj)iiri)n'unfmluttj) Tagesordnung: i-„Die Abrechlmug mit dem schttmn-Hlltitv Klock". Reserent:»odvrt«ovmlckt. 2. Diskussion. 3. Wahl des Wahl komitees. 4. Verschiedenes. Zahlreichen Besuch erwartet 2SS/1' ®et llörftttnd. ttr Arbeitsnachweis: Verlvaltangsstelle Berti» Haupibureac: Hos 1 Amt 3, 1239._ GHadteftr. 3,_ Hos III. Amt 3, 1937 Mittwoch, den 22. November 1911(Bnhtag), vormittags 9'/z Uhr: Branche»- Versammlung aller in deu EifenKonstruKtiollswerKstStte» btschästiste» Arbeiter im Gewerkfchaftshaufe, Engelnfer 15, Saal 4. Tagesordnung: 1. Vortrag des Stadtverordneten Max Groger. 2. Bericht der Vranchenkommisfiou. 3. Bedchicdeneö. Kollegen! Die in letzter Zeit von den BetriebSunternehmern vor- genommenen Natznabmen gegen die Vereinbarung nötigen unS. ein« IluZ- spräche der Kollegen herbetzusühren. ES darf deshalb niemand von den Kollegen fehlen. l2S/l1 __ Die Ortaverwallnnc. Verband der Ktaler, Saebierer, Anstreicher ete. Bureau: Melchiorstr. 28, Part. r>I!»I« van! in ArieitSuachweiS: Rückerftr. S gernspr.: Amt 4. 4787. lllllllb Milll. Kecnivr.: Amt 8, S7VS. Heute Dienstag, den 21. November 1911, abends 8V, Uhr: Sektions-Versammlung der Lackierer im Englischen Garten« Alexaudcrfir. 27c. Tagesordnung: i. Wahl der Delegierten zur Laaiererkousercuz t» Leipzig. S. Anträge zur Konferenz. 3. VerrinSangeiegenhciten. Ohne Mitgliedsbuch kein Zutritt: Die Beiträge müssen biß zur 42. Woche bezahlt sein. Wir erwarten, datz die Kollegen volljäöNg«dchetnen. 127/11 Dl« Svhtlaaolvlt aag-. n IIS zu Berlin. Donaersta;, den 30. November 1911, abends pfinktl. 8 Uhr, im grollen Saale der „ArmlBhallen", Kommandantenotr. 58/59: Ordentliche Ceneraliersammlnng. T a g e s- O r d n u n g: L U'ahl von drei Vorstandsmitgliedern für die Jahre 1912—1914 (1 Arbeitgeber, 2 Arbeitnehmer). 2. Wahl des KochnungsausKcbusaes für das Jahr 1912. & Verschiedenes. Berlin, den 13. Korember 1911. 282,7 Der Vorstand Johanne« Blenz, Otto Woaltzkl, _ Vorsitzender. Scnriftfübror. Deutscher Buchbinder-Verband. (Luxuspapierbranche.) Tounerstag, den 2S. November 1911, abends 8 Uhr: Branchen-Versammlung im„Fürstenhof". Köpcnicker Straße 137. Tagesordnung: Der Streik bei der Firma Wulff. Nraiichenangelegeuheiten. Verschiebe««». 28/6 Kollegen und Kollegtnuenl Erscheint vollze.hsig, um dcn Sachverhalt nchtig keimen zu lernen. Die Brauibeulkltung der Surnspaplerbeauche Freitag, den 21. November, abends 8'/« Uhr: Verfrauensmänner-Versammlungeti In den»rzirlen für die Kroulljkn der Kantischltr, MöbMchter, FodkNtiurilhtilugs- und Klintormöbkll'rlinchk. Knihrn- möbeltislhikr«nd FliZUMöbtlbroniht. SNderrahmenmavher. Mittwoch, den 22. November(Bnsttag): Mch Stpausberg. ZTffffnnf: piinktlich 8 Uhr am ZchleNfchen Vahnhof (Eingang Madaisirahe). Kmcht der Zalousiearbsiter. Donnerstag, den 23. November, abends S'/z Uhr: Sraneken-�et'rammlüng in Äoekcrs»z-estsäleu, Weverstraßi 17. Z d qc£ yx& u;i n':&2'iVo 1:»�55 umo Dasein.« 2. Bericht von der tagSSSk.***********. mm-•» Geffenttiehe politische Versammlungen. Sechster Wahlkreis! Dienstag, den 21. November 1911, abends 8V2 Uhr: Oeffeßtiiehe politische Versammlungen in folgenden Lokalen: Pharus-Säle, Müllerstr. 142. Stadt-Thcater Moabit, M-Moabit 47/49. Tagesordnung: Vemolcratie Kezsen vemsxoKie. Referenten: Stadtverordneter Eduard Bernstein. Landtagsabgeordneter Heinrich Ströbel. . Freie Diskussion. 233/1» Tie Einberufer: Theodor Buchholz, Briisieler Straße 47. Paul Binting, Roftocker Straße 13. M Orts-Krankenkaffe für das Biarbrauar-Geweriie zu Berlin, V/eir.meislarstr. 3. Donuerstag. den 30. Rovem. ber 1911, aOcnbä 8 Uhr: Ordentl. General-Versarnmtuno der Telegierlcu im GowerksohaUs- iiause, Enzklujer 15, Saal 5. Tagesordnung: 1. Ersatzwahlen zum Vorstände (3 llrl'eiizebcr und 6 Arbeit» nebmer, sowie 2 Arbeligeber- und 4 Arbeiiliehmer-Stellverlretcr). 2. Wahl der RcotsioiiSkommission zur Plüsung de> JahreSrechuung pro 1911(l Arbeiigebcr und 2 Arbeitnehmer). 3. Verschiedenes. 282/3 Anfragen lind Beschwerden, zu welche:: die Einsicht in die Kassen- bncher oder Allen notwendig ist, müssen mündlich oder schrisüich bc- Suis Beantwortung derleibcu in der Gencialversamnilunz bis spä'.esteilS 33. November cr. dem Vorstände mitgeieilt werden. AIS Legitimaiion dient die zu dieser Versammlung gesandte Ein- ladungskartc. Um recht bünkllicheS und zahl» reiches Erscheinen wird gebeten. Der Vorstand. Otto iiiieicli, Vo: sitzender. Rezitationsabend. Frau Maria PröhlichsRühling aus Hamburg wird hente(Dienstag) abend im Volkshause zu Charloitenburg, Rosinensir. 3 Dichtungen freiheitlicher Tendenz zum Vortrag bringen.— Eintrittspreis 20 Pf. Cm zahlreichen Bctmch wird gebeten. Anfang 81/, Uhr. 1678b Karl Scbneldt. Zahlstelle Grost-Berlin. Bureau: Engeluser tö. Geöffnet v. 9—1 n. 4— 8 Uhr. Tel. Amt lV, 11443. Ilkziii»- Versammlungen Mittwoch, de» 22. November(Busttag): Gtimmiarbeiler Bezirk Rummelsburj Bezirk Togol im 2ofaI®ctu»« Bezirk BlitorfÄSf te �®'""' Bezirk Südost u. Südes Bezirk Schüntuuser Vorstadt°-s->» Ollesche, Kopenhagener Strafte 71. TonuerStag, den 2S. November: va?i»1, HAfrihn abend» 8'/, Uhr. im Lokal Rictzdort, Grenz OcZiiK nOrucO strafte 12, Elle Ee.lchlstrasie. Bezirk Hordwest S'Ä- 2,w Bezirk Osten fl6*nb# 81'« u5r' Warschauer Bezirk Weißende" ÄA"*''"" sm Bezirk Sclißneberg o. ltivgegead«» Lokal Orarns, Schöneberg. EberSstr. 37. Sonnabend, den 23. November: Bezirk Spandau ÄÄK'r""' Sonntag, den 26. November: Bezirk Blankeufelde � a'w""b" Gruppe der Kueslsleioarbefter strafte 73. Bezirk iölersbof SSÄV-*■" Bezirk Reinicbendorf ssSWSÄfÄ" WoW- Gruppe der MusikschallpIaUenarbeller»iou«,. bei Bahn, Nosenthalcr Str. 37. Bezirk KSpeniek WA'- Bezirk Niederlehne u. Umgegend»-«»>«-»>-v, u».. im Lola! lknerr, Zernsdorf. Bezirk Teltow äÄ' w.3 u§r'{m i6lal n*aow'®crt,MClf Bezirk Joliannlslhnl«»f«. 3 uhr. b-i oebm,««nstr. s. Bezirk Ober-Scböneweitle Zahlreicher und pünMicher Besuch, mSzllchst mit Frauen, wird er. ivartrt.' Die Teilnahnie an den Verfammlangr» ivlrd durch Stempel« vermerr In: Mitgliedsbuch gniitiert. Die Ortsverwnltnng. -DM mr. Pillale Berlin. Douuerstag. den 33. November 1011. abends S'l3 Uhr, in de»»Arminhall en". Kommanbantenstr. 38/39: Mitglieder-Bersaimttlung Tagesordnung: 1 Abrtzch-.milg vom M Quartal 1911. WahL d.cr gcsamleii S r!?-- iltung und de» Klankenkonirallems. Verwaltung... angelegenheuen. Um jahlccichcS erscheine» ersucht Verschiedene 5ias>cn- 161/19 Tie Lrttvervalltmz. Orts-Krankenkaffe Weißen fte. CßiißsZl-Vßrssiiilliliißg der Vertreter am DienStag, LS. Rovcniber cr., abend» S Uhr, im Restaurant »Prälaten», hier, Lehderstr. 142. Tagesordnung: 1. Bericht de» Vorstandes. 2. Dahl de» AuSschuffe» zur Pnifunz der LahrcSrechnung(2 Arbeit. nehmer, 1 Arbeitgeber). 3. Ergänz unzSivahi de» Vorstandes (2 Arbeitnehmer. 1 Arbeitgeber). 4. Die Beschlüsse der 18. JahreZver- sammlnng deS Zmtr-alverdandes vonDriS-Kraukeiitassen imDcmjchcii Reiche betreffend dcn Tarisvcrlrag. 5. Verschiedenes. Beschwerden werden in der Der. sammlmiz nur beantwortet, wenn dieselben mindestens drei Tage vor derselben«iiigereicht sind. Zum Antritt find mrr die mit Ein- ladung vcrfchcnen Vertreter berechtigt. Weitzcnsec. den 18. November 1911. 282/S Der Sorstand der OrtS- Kraneenkafle für deu Gemciudebezirl Weifirusee. < Sodemaim, Vorsitzender. lonieri Jerer Mittwoch, den 29. November 191.1, abcndS 8 Uhr, i« Lokale de» Herrn Kiipnick, PichelSborfer Strafte 39: Generalversammlung. Tagesordnung: 1. Bericht des Vorstandes. 2. Bericht de» AussichtSrateS. 3. Genehmigung der Bilanz und Entiastmlg deS Vorstandes. 4. Beichlugfassiing über die Gcwi:m- Verteilung. S. Ersatzwahlen für den Vorstand und Aussichtsrat. S. Aenderung der Sdarordnung. Oer Aufsichtsrat des llontumvereiM „Kerear; für Spandau u. ümgegend. ll. G. m b H. H. Dertz, Vorsitzender. Orts-Krankenkaffe der Sttindrilllitru Lithographea Am DirnStag, den 28. November, abends S>/, Uhr, findet im GeweikschaftShause, Engelnser 13, im grosien Saale, die II. Ordentliche Kenernl-Versnrnmlnng pro 191! statt. Sämtliche Herren Vertreter der Arbeitgeber sowie der Kasjemnitglieder werden hierzu ergebenst eingeladen. Tagesordnung: 1. Wabl des Ausschusses für die Prüsuug der JahreSrechnung. 2. A) Neuwahl zum Vorstände: 6 Personen ans der Zahl der Ver« trrter der Verfichcrien(h 38 deS SiaiutS). v) Neuwahl zum Vor« stände: 3 Personen aus der Zahl der Vertreter der Arbeitgeber(§ 38 des Swtutd). C) Neuwahl von 3 Vor- fiandsinitgltestnr(aus Grund deS ß 40 des Statuts). 3. AerschiedeneS. 165s)b Berün, dm 20. November 1911. Dee Vorstand. M Stuhlmann, Vorsitzender. Elle» Weile! IIA Dresdener StraDe 4in Ilw(Eckhaus Oranlenpl.) llö Muften.Koliiers Extra billige freisei Echte Skangs-Stolss von 33 JI. an. Pclz-Hnte, Hufstreifen Felfe, Köpfe, Schweiie in allen Voll arten. Eilige Kilrseiiaerel. ladarnianii erhält die im Fenster avogestellton Gegenstinde sofort für den bezeichneteR Preis. Diffo gonuu auf Sr. DiltC uo und KUe zu Welle s. achten. 6. Birk& Co. n.». München. In unserem Verlage erscheint demnächst: Rückwärts| Zentralorgan des schwarzblauen Blocks.» Ein satirisch-politisches, von Münchener Künstlern t reich illustriertes, 8 Seiten starkes Blatt. Preis 10 Pf. S Für Kolporteure lohnender Absatz[ während der Wablbewegung! ibreehnung S ! Politische Versfußlritte von Rudolf Franz. l ' Zweite vcrmeiirtc, reich illuslrierte Auflage, 84 Seiten.» Preis I.— AI.» Hier schwingt die satirische Geißel über die» schwarzblauen Blockbrüder nicht nur der Dichter,» sondern auch ein genialer Münchener Künstler. Das Buch eignet sich daher auch als politische Weihnachtsgabc. Beste 2 Pfg-Og eine vorzügliche rf* Cj£ Ko. 57 Maloja operas 5 m. No. 61 Maloja canolias 6 m Ho. 91 Maloja bouqaets 7«■ No. 24 Maloja oriMs 8». 110.163 Mal, arooatlcos 10«. tFrMeMmaxm Ci�ar r en— Fabi�i kei\ | Ueber 200 Niederlagen in Deutschland!| ' i' Neu eingeführt! Fehlfarben-Sortimente Jedsr Beutel enthalt«Ine Mlashung betend tri preiswerter Fehllorbtn. Fehllarbon-Sortlmeii» Fortunn.......... iO Stück 60 Pf. Feblfnrbeo-Sorlimeot Hanna....(■.<<■•. 10 Stück 75 PI �eblUrben Sortlmeat Exeelntor lv Stück 1.00 M. S dS f Unwiderruflich f — nächste Woche Ziehmig 1 ♦■■ i.— 1 1 lj l\j» 1\j Ks XL v,■. am 28., 29. und SO. Kovember t Düsseldorfer Lotterie.| Bar Geld ärto von v t ipr " 90 Pros, für alle 12 158 Gewinne im Werte von : 90000 O) SP Q- 3 cö X 15000 10000 5000 LOSe 50 Pf 9« Porto n. Liste 30Pfg. 4 Lose 2 Mark 11 Lose 5 Mark' 6 Lose S Mark 22 Lose 10 Mark Zu beziehen durch: 186/13* Kuno vom Holwede, . Berlin, Wallstr. 1, am Spittelmarkt. Lose auch in allen Lotterie-Geschäften zn haben. H.& P. Uder, InÄt. Tabak-Großhandlung und Tabaktabrik. Spezialität: Nordhäuser Kautabak von Q. A. Kanewaeker, Qrimm a Triepel. ■ i Stets frisch zu den äußersten Engrospreisen. 1 ==== Amt IV, 8014. Feine Schneiderei für elegante I lierren-Koden i» I! fertig und nach Mass 1> Garantie filr tadellosen Sitz J| und beste Verarbeitung. Auf ii Tellzahluna ; i Wochenrate von 1 M. an ||J. Kurzberg i Ros90tiia!erSlrasse40 | direkt am Hackeschen Markt ; Fiankfuiter Allee 104 Ecke Friedenstrasse. —— 0999a9e9800009809i9C989C»>OtMOOO>9 Zluga Seling Vemgroßhandlung u. Likörfabrik 60 Elpe Filialen.* Einzelverkauf zu Engrospreisen. |1. Ziehung S. Kl. 225. Kgl. Preuss. Lotterie. Ziehung rem SO, tfeyemher Uli, vormittags, (für die Gewinne über MO Mark sind den hetreUendea In Klammern beigefügt. Die Gewinne fall«, auf die bezelchaetaa Lose beider'Abteilangen. (Ohne Gewähr!(Sacbdruck verboten.) a 183 393 47a[500] 668 69 76 79 ,1000] 89 669 11000 193 441 618 848 90 941 2264[600] 368 88 89 463 67 86 623 28[1000] 817 3253 635 60[500] 88 843[600] 61 928 36 4031 698 806 950 5068 158 87 208 820 24 68 600[30001 831 989 85»222 25 8T 333 48 410 41 643[1000] 7150 61 220[3000] 848 66 607 78 621 33 68[600] 805 934 41»034 528 29 674[600] 795 808 9038 195 293 321 25 60 493 614 •WOOO] 634 711 860[600] 997 1O093(3000) 271 323 78 489 602 91 647 84 858 914 18 67 11111 425 641 48 83 628 857 939 12096 322[ 500] 28 94 657 739 819 67[3000] 998 13189 308 30 461 682 642 49 906 1 4233[1000] 368 631 46 «0[1090] 726 645 94 15095 325 83 457 603 743 868 1S252 80 397 407 616 91 815 17147[1000] 88 212 «0[1000] 348 67 651 707 9 26 45 99 829 89 18147 247 632 60 781 81 68 826 901 19045 72 176 293 358 701 44 891 949 20229 73 477 851 711 27 73 984 21034 101 308 12[1800] 20 407 76 84 647 796 889 923 77 22110 222 391[500] 425 70 515[1000] 68 682 740 54 69 23128 41 229 309 410 713 820 24309 17 485 571 13000] 717 «3 957 2 5054 383 85 87 424 35 613 398 26187[1000] 637 881 052 27172 89 260 308 92 583 622 94 719 803 40[S00] 60 927 28034 119 27 44 47 485 643 880 29961[500] 249 99 361 624 60 68 667 718 821 53 33 0(37 94 147 64 94 250 396 427 70[600] 612 75 31092 96 102 294 342| 500] 510[5001 28 823 880 «10 3 2003 98 175 411 647[1000] 62[1000] 721 29 43 930 3 3 021 224 0 9 361 84 473 730 54 807 908 88 S7 34017 Iis 76 383 492 512 73 610 733 3 5022 32 43 110 200 74 85 407 31 527 40 95 642 671 982[3000] 38017 63 313 413 680[500] 713 73 937 3 7019 93 298 757 38137 257 83 SIT 585 T35 89007 98 195 ■209 432 834 44 794 4O025 80 270 325 659 65 700 24 888 SOS 41017 335 389 738 53 949 94 4 2031 65 109 233 495 635 98 613 4 3083 134 75 243 532 91 883 99 920 71 44168 «69 306 9[3000] 17 98 694 731 33 837 42111 276 351 433 544 640[1000] 87 792 4 6005(8000] 16 326 379 1500] 681 614 702 816 84 977 4 7028 168 230 485 (1000] 92 620<5 757 800 31 93 958 90 43093 252 61 64 SS 300 12 18 65 747 986 49032 131 514 81 «88 729[500] 39 80 87 863 50212 831[3000] 65 83 403 509 646 60[1000] »14 810 flOOO] 15 1 30001 51003 67 84 112 232 372 «34 44 70 93 644[1000]"49 87 920 43 75 52054 250 350 83 497 634 913 53022'30 351 409 79 660 79 938 87 54063 295 417 614 633 972 55028[1000] «7 161«4 308[1000] 68[3000] 66[3006] 408 21 653 [600] 71 854 913 29[3009] 61 89 58000 27 197 238 (500) 435 809 5 7 033 116 216 375 450 7 4 655[30001 ea 705 811[500] 5 3483 89 721 836 83 6 9291[500] »51 72 483 589 747 03 872 903 85 97 69090 143 350 572 97 700 815 61102 35 231 '492 500[1000] 20 61 685 73 767[3000] 62184 304 (10001 5 495 835 655 745 61 852 922 54«3019 199 £04 70 440 507 713 43 83[500] 64018 121 385 747 [590] 68 6 5081[500] 158 313 417 32 34 84 522 839 [500] 748 77 832 87 66095 163 78[3000] 387"82 808 67137 890 6 6018 69 98 107 67 377 425 77 SO 627 80 819 82«80 68097 281 414 59 654[500] 671 731 819 968 86 70957 265 455 543 779 928 40 71000 284[600] 874 999[1000] 72123 30 72 368 88 440 673[600] 742 88 811 15[530] 34(3000] 73118 38 61[10001 381 477 634 774 85 820 928 74019 188 299 351 68 640 603 46 62 810 958 75042 273 330 628 91 11099] 7 6011 118 58 4DO 648£3[1000](.03 7 7086 607 28 710[3000] 973 78190 363[1000] 678 819 904 63 7C063 114 207 93[10000] 335 81 85 432 79 82 767 »75 82 80082 ISO 225 339 79 87[1000] 427 604 45 ISOO) 607 70 607 81144 201 684[3000] 66 717 51 [3000] 70 872 929 8 2064 316 83 604 821 29 994 83000 100 64 286 368 465 563 804 950[600] 86 84026 67 244 70 309 474[500] 911 21 68[1000] 92 85066 622 612 87[500] 709 86418 830 905 87156 70 434 688 864[800] 936 45 88115 19 229 333 678 647 08[6001 636 71 900 89034 139[1000] 342 86 406 52 641 611 775 86 915 S0194 245[6000] 444 527 685 859 70 73 988 9X003 150 217 41 43 409 864 81 86 92009 75 639 61 843 59 927 33 93184 314 34 407 65 714 827 9 4069 407 37 86 95025 420 38 660 700 48 860 67[500] »26 73 98130 32 219 307 25 45 SS 533 836 953 9 7079 340 608[500] 773 911 81 98038(600) 153 84 453 591 818 SS 73 842[600]»9065 74[1000] 68 10» 23 47 319 SS 422 683 893 100181 223 423 628 635[30000] 83' 774 803 80 101 293 318 69 619 832 943 43 99 1 02043[500] 113 41 419 llOOO] 40 103069 283 628 88 93 628 878 BS 964 1 04389 609 728 865[800] 914 1O509T 168[590] 329 416 19[3000] 41 768 919 1 06148 288[1000] 83 318 365 794 932 47 1 07002 138 282[1000] 424 517 [3000] 48 SS 700«85 938 1 03194[500] 203 78 353 893 902 81 109014 13000] 97[500] 253 448 95 545 620 833 110482 829 SO 827 111242 4» 408 31[500] 543 53 677 90 752 857 112155 90 413 94 578 889 780 9» [500] 113151 462 SS 534 80 638 92 707[500] 83 (1000J 828 944 114163[500] 343 841 918 115117 46 220 318[3000] 414 698 604 743 913 40 78 116150 209 372 423 86 698 603 727 98 964 117145 63 313 21 693 815 764 844 968[3000] 118060 200 378 490 604 668[500] 72 774 94 852 903 48 119183 286 403 663 624 38 37[3000] 808 930 60[500] 120026 96 243 48[500] 64 785[1000] 92 852 121123 82 261 320 686 614 736 122308 408 604 711 [500] 27 60 695(3000) 924 123061 378 520 61 88 604 729 1 24058 73 103 94 239[500] 436 90 541 697[500] 128174 267 341 466 1 26089 125 274 435 639 637 51 87 83[600] 792 127001 230 305[500] 429 607 18 859 768 94 907 40 128068 75 351 311 72 478 618 654 923 56 129179 61 93 224 302 557 687 825 993 130191 9 317 38 405 34 654 58 85 722 43 920 [5001 131189 308 30 446 680 818 63 983 1 32014 [500] 154 209 427 40 87 604 40 729 983 183105 12 33 83 221 41 316[600] 88 416 591(500) 732 184013 213 407 575 638 751 67 800 21[3000] 79 973 135008 [1000] 7 93 192 246 624 68 735 11000] 46 68 1 89069 72 175 76 318 424 610 606 137064 319 325 432 45 (3000) 634 61 638 49 743 962 1 38097 III 274 327 32 615 88[10001 685 885 87 1 39047 93 153 56 84 [1000] 232 398 440 62 605 48 79 97 875 904[600] 148017 28 28 164[600] 227 313 88 640 819 701 840 032 141026 188 270 502 78 603 48 79 884 14S250 72 510[6001 634 95 767 87 882 916 143002 8 187 [500] 470 349[600] 811 013[600] 30 85 1 44164 355 639 688 841[5001 904 145119[600] 216 28 62 369 409 508 55[1000] 694 010 20 79 1 48095 263 463 55» 804 914 26 28 147039 121 76 215 38 540 64 687 821 59 933[30001 148208 329 44[1000] 607 658 913 149271 708 33 7 2 66 839 44 958 ISOOuS 294 328 603 753 808 33(600] 42 74 925 02 151100 283 340 669 626 91 807 81 152045 81 73 [500! 353 4SI 69 642 663 78 787 823 929 153048 154 207 408 78 97 518[3000] 50 808 774 911 78 154205 470 620 36 663 98[500] 703 805 11 969 155459 679 827 158009 61[600] 348 65 486 502 50 742 43[10001 900 93 157112 84 259 366 437 809 945 158057 688 525 50 781 810 15 986 159055 73[500] 213 414 637 [500] 68[30001 600 769 325 1B019S[500] 271 460[500] 604 640[500] 872 903 80 151268 625 74 82 872 902 192098 172[600] 224 85 682 683 89 861 163143 347 402 38 565 672 891 627 1 84155 275 ,3000) 388 88 560 703 67 1 65039 40 74 80 91 116 16000) 60 88 401 47 997 753 88 930 168199 612[5000] 40 82[1000] 882 928 34[3000] 59 16 7002 83 303 9 33 883 703 60 71 088[10001 168207 395 403 54 831 62 913 76 1 89416 630 681 742 807 86 170084 94 144 214 333 642 677 882 1 7 1 071 67 143 78[1000] 303 11000) 7 03 480 91 543 641 811 996 172357 742 989 1 73223 64 70 62 303 64 636 624 707 939 1 7 4010 83 240 82 531 878 1 75029 68 142 214 931 176001[5001 34 113 519 21 30 41 61 823 800 1 77179 292 480 81 89 689 85 601 42 77 747 99 968 1 78256 369 424 633 85 701 3 1 78091 1500] 313 453 517 79£18 188010 140[3000] 253[500] 577 636 712 23 804 18 22 1 8 1 053 96 179 238 53 82 322 450 75 627 753 894[1000] 182098[1000] 182[3000] 230 474 604 27 [600] 37 40 606 718 43 953 63 1 83046 71 169 82 [500] SS 99 408 43 540 888 980 1 84019 32 V8 93 [3000] 232 80 368 88 548 891[500] 720 58 985 185009 52 142 43 51 78 248 83 490 520[500] 71 78 801 62 856 944 82 1SS073 138 254 417 25 635 855«10 187153 95 274 327 75 471 624 11000] 789 831 943 188142 67[1000] 239 332 605 784 1 89104 71 40« 82[6001 610 778 833 69 Im Gewinnrade verblieben:! Prämien«u SOOCOO IT."; 9 Gewinne in 500000, 2«u 150000, 3«u 100000J 3 au 76000, 3 tu 60000, 2 zu 40000, 8 zu 30000, 14 zu 16000. 54 zu 10000, 84 zu 6000, 1268 ZU 3000, 2020 zu 1090, 3516 zu 500 M 11. Ziehung 5. Kl 225. Kgl. Preuss. Lotterie. Ziehung vom M. November 1911. Dachmittaga, Kor die Gewinne über 240 Mark sind den betreSendeu Nummern In Klammem beigefügt. Die Gewinne fallen auf die beselcbneten Lote S beider Abteilungen. (Obna Gewähr.))(Nachdruck verboten.) 18 42 87 100 205[SOOO] 68 488 679 705 859 TT 652 87 1123 263 433 571 89[600] 630 88 06 817 80 2007[1000] 17 68 155 219 47 300 74 486 603 14 76 719 3007 31 83[1000] 111 222 90 314[10000] 41 84 98[1000] 681 4205 19 344 618 860 5012 78 62 60 287 92 99 705 826 925 61 90 6004 228 389 604 848 946 7052 55 168 82 99 258 368 424 605 (500] 31 637 767 91 833 8061 73 276 80 334 425 84 8028 112 248 701[3000] 809 10184 272 668 656[600] 61 720 SS 983 11132 226 323[1000] 44 68 81 609 628 749 894 12091 147 97 601 768 94 958 1 3137 60 65 307 703 1 4003 37 79 217 40 70 605 690 98 786 15100[500] 67[500] 635[500] 41 764 808 34 613 24 18070 246 394 597 632 48 856 95 982 17017 51 93 318 70 78 403 650 78 742 817 87 609(10001 18235 40 494 549 812 79 19121 51 555 631[3000] 63[1000] 750 70 844 77 [1000] 945 20008 14 33 119 59 68 72 223 402 13 41 621 28 740 64[500] 885(100D1 951 21135 92 298 318 77 88 694 728 43 993 22948 133 200 352 95 691 643 708 77 818 20 2 3065 78 153 67 409 625 54 871 83 728 94 879 950 98 24140 218 35 421 522 820 (3000] 733(1000) 98 843(600] 2 5433 72 632 700 06 890 99 850 74 2 6084 429 672 876 966 2 7044 281 509 17 77[1000) 677 712 62 989 28037 65 151 62 78 219 50 76 359 428 61 642 49 840 030 31 (500] 29062 72 89 171 206 83 328 744 807 619 30432 3 1 037[3000] 243 97 408 17 658 74 84 612 774 87 32008 683 828 987 33023[500] 311 £88 845 94 774 79 97 823 985 94 3 4035 118 211 34 97 343 68 621[500] 614 965 3 5 211 800 860 984 3 6032 90 394 523 717 801 7 9 991 37 025 28 162 229[1000] 49 80 328 441 93 645 47 707 95 841 «11 53 63 38183 234 78(1000] 448 64 802 35 79 872 39143 320 63 88 469 98 763[1000] 606 52 40123 70 95 252 314 81 422(600) 655(1000) 84 [600] 662 957 4 1 319 677 4 2234 94[30001 371 98 £10 13 882[1000] 761 802 913 31[500] 62 4 3058 81 III 14 214 648 608 759 13000) 66 991 93 1500] 44023 147 289 539 SO 606 22 64 825 49023 308 53 [6000]. 501 607[800] 70t 10 833[1000] 46461 [500! 68 648 734 864 47162 84 220 73 316 18 13000] 439 54 74 Ol 665 699 801 6 48301 412 38 53 511 60 82(3000] 731 73 853 73 74 661 68 49353 69 628 678 776 816 928 50147 219 78 388 88 405 81 618 879 51144 60 387 666 634 48 763 97 911 28 6 2013 245 64 318 451 604 776 64 814 64 53033 122 47 78[3000] 61 408 669 97 777 823 901 8 54123 204 91 397 445 £5 90 688 90 813 56081 142(500) 260 375 610 68007 87 180 68 391 643 85 774 802 920 93 5 7075 237 356 89 611 18 800 28 957 58035 134 83 836 [500] 400 692 59011 18 83 91 256 314 81 671 776 918 60153 323 696 839 933 6 1 007 133 97 208 47 883 91 553 845 768 l500] 842 62077 265 70[500) 75 496 636 703[3000] SO 87 831 63046 114 60[500] 234 346 427 694 720 36 820 29 917 71 64016 358 418 48 65192 441 48 806 861 68106 306 801 19 49 67055 60 283 593 614 66(SOOl 781 97 892 912(600) 68199 316 50 78 923 6 9268 365 67 734 341 958 70145 314 IT 80 650 57 644 725 91 876 78 71260 91(600) 408 SS 601(1000) 9(1000) 651 774[3000] 802 32[1000] 38 SS 72502 28 71 637 882 932 42 48 73043 63 95 129 83 355 61 504 12 696 909[500] 90 74122 50 204 314 29 430 574 160000) 719 21 65 929 69 75169 223 70 654 747 99[600] 686 76053 100 309 668 974 7 7127 201 316 63 437 506 21 23 34[3000] 604 83 770 851 7 8373 357 633 727 63 884 7 8209 71 72 337 617 659 767 88043 107 34 351 424 80 84 666 757 94 8 1 091 113 379 81 649 833[500] 82145 71 75 203 480 555 79 647 032 83124 276 460 637 84082 129 87 485 614 38 87 823 89 85489 554[1000] 69 87 747 809 (30001 902 90 8 6010 225 47 414 724 340 57 958 8 7058 447 668 632 817 23»8092 112 67 339 401 731 75 89 8 9068 81 113 270 411 837 801 89003 80 81 81019 345 SO 333 91 SIT 94 VZOOZ 53 167[500] 281 83 439[500] 555 713 882 SO»8041 73 123 43 82 227 47[500] 338 484 881 739[500] 57 83.»4120 85 217 31 64 348.83 837 43 858»5204 578 839 63 56 72»B2S3 323 448 515 62 607 838 945 9 7004 64 144[1000] 80 216 43 328 64 475 633 43[1008] 624 757 863 74[500] 98170 79 533 687 705 998»9192 369 650 605 823 51 879■ 1O9004[3000] 9 71 313 411 500 738[1000] 883 SSO 101151 67 257 364[500] 80 1600) 865 69 990 102121 204 329 84 432 653 684 1 03220 24 27 83 318 42 425 82 13000} 638 639 44 60 834 104023 116 25 403 667 812 37 54 927 1O5085 165 243 66 69 470 972 1 08331[1000] 419 606 602 BS 863 1O7017 85 317 27 39 737 940 1 08029 127 43 321 631 61 35 703 67 62[500] 109243 363 435[500] 110014 124[1000] 207 360 93 663 874 907 111005 126 231 461 625 800 630 32 112020 193 253 302 452 67[600] 443 113029 61 133 45 331 336 49 477 673 807 114018 36 110 23 281 89 608 37 523 719 62[800] 600 32 115080 180 264[10001 447 95 851 67 786 931 118243 364 678 733 804 57 64 1500) 63 117175 220 354 64 435 527 612 44 63 74 90 709 65 850[3000] 07 118083 167 243[500] 68 444 65 69 633[500] 634 742 881 119127 SO 243 Sil 38 711 802 120033[SOOl 167 262 830 80 958 121022 347 416 67 86 549 54 99[1809] 608 97 719 22 122025 103 315 432 3 7 43 56 5 69 611 59 713 948 68[3000] 123123 31» 21 24 87 412 574 84 13000) 863 781 079 124016 83 117[500] 297 438 SS 648 663 754 125134 47 43 233 40 671 716 824 85 126041 294 329 33 653 97 628 704 [6001 65[600] 68 852(5001 127081 130 1500) 430 (1000) 60 81 92 09 660 63[1000] 126016[1000] 57 357 71 458 580 33 814 934 39 81 12S052 279 303 451 873 95 744 32 382 136173 389 686 678[500] 91 808 131028(1000t 230 369 78 81 675 132004 68 74 320[600] 511 823. 033 1 33098 158 323 43 81 71 610 634 64[500] 78 787 813 43[500] 82 963 134118 212 332 421 55 638 702 7 994 135108 279 349 429 669 683 783 900 37 136078 90 188 877[600] 79 705 8 932 137039 92 [600] 293 311 12 613 24 731 858 931 35 1 3 8248 439 636 770 79 800 10 139205 28 592 642 044[1060) 140364 406 61 81[500] 85 510 767 849 141022 [500] 235 353 446 637[3000] 64 739 62 920 93 142192 401[500] IX 62 529 36 58 726 61 85 801 143013 63 130 484 689 940 1 44092 128 39 270 01 338 420 54 503 19 99 814 953 145024 38[3000] 00 274 329 43 644 613 146037 94 105 304 636 650 54 002 63 39 147033 251 65 343 422 726 148518[500] 614 63 69 711 64 811 149208 52[1000] 663 89 796 831 150072 141 285 380 77 749 838 151 100 73 239 324 493 622 78 771 818 067 152026 120 31 297 399 417 74 528 64 707 16 65 985 1 53000 303 432 1 54001 358 86 03 07(3000) 484 625 720 839[1000] 093 155003 69 73 III 83 95 305 24 849 156088 129 217[SOOl 328[SOOO] 15 7 209 46 308 553 677 1 58071 425[500] 639 76 721 30 857 87 633 1 59210 32 49 [600] 88 043 86 055 160033 273 346 97 478 782 807 29 950 81 92 161008 148 80 259 74 89 429 91 690 93[3000] 610 31 162029[1000] 140 233 93 33» 94 743 166043 64 99 101 398 488 582 80 818 37 58 784 813 000 28 45 164115 473 84 588 602 32 85[3000] 98 770 812 91 BIO 165004 20[6001 03 125 45 96 215 88 404 23 533 731 823 94 935[500] 55 166053 84 80 189 90 205 518 94 691 167247 310 402 83 528 63 709 622 47 1 66087 73 121 235 324 604 16 18 768 878 983 186082 377 470 92 95 625 756 809 26 64 170253 444 99 724 904 60 71 171180 244 469 345 708 881 972 99[1800] 172025 38 130 227 34» 49 64 611 sie 81 083 63[3000] 90 473049 63 184 8T 91 231 356 59 451 621 45 63 678[600] 828 1 74008 351 67 415 651 911 175010 372 454 81 653 673 820 37 79 933 178050 127 228 555 56 792 667 953 65 95 1 7 7068 192 290[1000] 369 430 603 19 62 960 178302 337 83 407 669 783 981 179222 693 760 85» 180058 236 302 33 76 448 634 735 904[BOOJ 33 1 8 1 260 447 730 858 935 1 82023 359 436 847 757 827 99 183118 28 74 301 34 43 68 04 410 72 755 988 184001 77 188[600] 403 78(500) 85 690[3000] 784 841 185168 233 67 619 766 879 973 186041 103 13 348 81[500] 403[1000] 616 686 788 895 929 187140 52 320 90 415 47 612 766 904 81 188219 313 463 603 29 70[500) 80 94[600) 677 089 1 80137 « 65 205 959 7« 333 59 99fl SeumttPorUitftr Nkdafttur: Richard Vartg, NerlW. Für dkg Jnieratenteilverantw.: TH. Glocke, Bcrlin. Druck». Verlag(Vorwärts Suchdruckerei u. VerlagSanstsIt Paul Singer u.To., Berlin SWe Ar. 373. 28. Jahrgang. 2. Knlqe des Jotmiitlä" Sttliiift Uslksblslt. Diettstag. 21. November 1911 partci- Hncfelegcnbeiten. Die Ersatzwahl im fünften Berliner LandtagSwahlkreise findet heute. Dienstag in der Zeit von 9 Uhr vormittags bis 7 Uhr nachmittags statt und zwar im Muhsschen Fest> saal, Manteuffelstr. 95. Die Wahlmänner unserer Partei werden an die Aus- Übung ihres Mandats erinnert. Kandidat unserer Partei ist Genosse Julian Borchardt. Erster Wahlkreis(Hansa-Viertel). Heute: Extra-Zahlabend bei Rothe. Flensburger Straste 24. Wichtige Besprechungen betreffend Reichstagswahl. Keiner fehle. Dritter Wahlkreis. Morgen. Bußtag, findet eine Herrenpartie statt. Die Genossen, welche daran teilnehmen wollen, treffen sich 8 Uhr früh am Görlitz« Bahnhof und benutzen den Zug 8 Uhr 20 Minuten nach Grünau; von dort geht es dann weiter über Berg und Tal. dlB. Den Genossen, welche sich dafür interessieren, die Wählerlisten von der Stadtverordnetenwahl nachzusehen, teilen wir mit, daß dieselben von morgen ab ausliegen. Die Listen des 13. Kommunalwahlbezirks Ritterstr. 15 bei Börner lZigarrengeschäft) und in der ZeitungSspedition von Fritz, Prinzen- straße 31. Die Listen vom 14. Kommunalwahlbezirk sind bei Walter, Adalbertstr. 62, und Neue Jakobstr. 1 bei Radtke einzusehen. Der Borstand. Rixdorf. Ein heute abend Slf3 Uhr in sämtlichen Zahlstellen stattfindender Extrazahlabend wird sich mit den bevor- stehenden NeichStagSwahlen beschäftigen. Zahlreiches Er- scheinen daher dringend erwünscht. Der Vorstand. Charlottenburg. Wir machen auf die heute abend 8'/, Uhr in den.Auguste-Vittoriasälen", Lutherstr. 31/32, stattfindende öffentliche Frauenversammlung aufmerksam. Genosse E. Stulz spricht über: „Die wirtschaftliche Lage der Frau.* Der Borstand. Zossen. Am Mittwoch lBußtag), nachmittag? 4 Uhr, im Lokale deS Genoffen P. Kurzner: Wahlvereinsversammlung. Der Vorstand. Grünau. Heute Dienstag, den 21. November, im Lokal.Zur grünen Ecke*. Köpenicker Straße 88: Außerordentliche Mitglieder- Versammlung. Köpenick. Heute Dienstag, den 21. d. MtS., abends 8 Uhr: Versammlung des Wahlvercins im.Kaiserhof*, Grünstraße. Re- serent Genosse Schütte. Der Vorstand. Zernsdorf. Am Mittwoch, den 22. d. Mts. sBußtag). nach- mittags 4 Uhr. in Kablow, Lokal von Käbe: Mitgliederversammlung deS Wahlvereius. Wichtige Tagesordnung. Der Vorstand. Röntgcntal. Heute Dienstag, abends S'/z Uhr: Extrazahlabend bei Marx._ Berliner J�acbricbten. Der gefährlichste Vcrkchrepunkt Berlins ist augenblicklich der Alcxanderplatz. Der Bau der Untergrundbahn hat hier Verhäli- nisse geschaffen, die in ihrer Art schlechterdings kaum mehr zu über- treffen sind. Die alten geordneten Verkehrslinien auf Fahrdamm und Bürgersteig sind stark auS dem Gleise geraten. Zwischen Zäunen, Bauhölzern, Steinen, Sandhaufen, Handwerlszeug müssen sich Menschen. Tiere und Wagen hindurchwinden. Ist der Verkehr an diesem Treffpunkt schon immer recht schwierig gewesen, so ge- hört jetzt die denkbarste Aufmerksamkeit dazu, um unverletzt über den Platz zu gelangen. Die Mrgersteige sind auf die Hälfte ihres früheren Raumes beschränkt oder ganz eingezogen, reichlich ein Drittel des Fahrdammes wird vom Bahnbau in Anspruch ge- nommen. Wo der unterwühlte Fahrdamm provisorisch mit Holz überbrückt ist, erschwert der unebene, rissige, glitschige Holzbohlen- belog das Gehen außerordentlich und erhöht die Gefahr. Dabei ändert sich die Situation täglich, so daß man sich kaum mehr aus- kennt, und noch schlimmer mutz es werden, wenn demnächst die Untergrabung des Königsstraßenüberganges und der Alexander- strotze in breiter Ausdehnung in Angriff genommen wird. Dem- gegenüber erscheinen die polizeilichen Vorkehrungen zur Verhütung von Verkehrsstockungen und Unfällen äußerst mangelhaft. Der Verkehr ist hier seit Wochen bedeutend lebensgefährlicher als aus dem Potsdamer Platz, und trotzdem sind nur vier Schutzmanns- Posten aufgestellt, die in der Hauptsache beobachten, ohne zu diri» gieren, und sich darauf beschränken, Verkehrsknäuel auseinander- zubringen. Von einer systematischen Verkehrsregelung wie am Potsdamer Platz ist nichts zu bemerken. Am bedenklichsten sieht cS nach Einbruch der Dunkelheit aus, zwischen 6 und S Uhr, wenn sich über den Platz ungezählte Tausende, die aus den Geschäften kommen, bewegen. Dann kann man beobachten, wie zahlreiche Personen viele Minuten lang abwartend stehen bleiben, bis sie es wagen, den Platz zu überschreiten. Erschwert wird der Uebergang noch besonders dadurch, daß der einzige Jnselperron vor der Aus- mündung der Neuen König- und Landsberger Straße jetzt ständig dicht mit Bauhölzern belegt ist. Diese Zufluchtsstätte muß un- bedingt völlig freigehalten werden. Auch das Dreieck neben der Landsberger Straße, wo die Selterbude steht, ist in eine Ablage für Baumaterialien umgewandelt und als Schutzinsel vorläufig un- brauchbar. So entwickeln sich hier unter den Augen des Polizei- Präsidenten von Tag zu Tag bedenklichere VerkehrSzustände, für deren leicht mögliche unheilvolle Folgen Herrn von Jagow die Verantwortung trifft. Zum Ehrenbürger det Stadt Berlin ist der langjährige Stadtrat Marggraff ernannt worden. Der Ehrenbürgerbrief ist am Sonntag dem alten, verdienten Herrn überreicht worden. Besichtigung der Lsthafens. Gestern vormittag statteten die Mitglieder der städtischen Verkehrs- und der städtischen Tiefbau- Deputation dem Neubau des Osthafens einen Besuch ab, an dem auch Oberbürgermeister Dr. Kirschner als Vorsitzender der Ver- lehrsdepMation teilnahm. Nachdem Stadtbaurat Geh. Baurat Krause, unter dessen Oberleitung die Ausführung steht, an Hand der im Spcicherneubau ausgehängten Pläne den Entwurf erläutert hatte, fand ein Rundgang durch die im Bau begriffenen ansgedehn- tcn Anlagen statt. Das zwischen der Spree und der Stralauer Allee belegene, im Westen von der Straße am Obcrbaum, im Osten von der R nabahn begrenzte Hafcngelände weist eine Uferfront von rund 1-100 Meter auf, die in ganzer Länge bereits mit einer massi- ven mit Granit verblendeten Kaimauer verschen ist. An Hoch-� bauten soll der Hasen zunächst eine Speicheranlage, bestehend aus einem Getreidespeicher und zwei Warenspeichern, zwei Lager- schuppen, ein Verwaltungsgebäude, eine Arbeiterspeisehalle, ein eigene» Kraftwerk und einen Lokomotivschuppen erhalten, doch sind die Gebäude so angeordnet, daß später bei wachsendem Verkehr die Speicher durch Anbauten sehr erheblich vergrößert und noch zwei weitere Lagerschuppen errichtet werden können. In der Mitte deS Hafens werden das Verwaltungsgebäude und die Speisehalle, die beide gleickzeitig noch Dienstwohnungen für die Hafcnbeamten ent- halten, errichtet' werden. Rechts und links erhält in entsprechendem Abstände je ein Lagerschuppen seinen Platz, während der Speicks r an dem westlichen Ende des Hasens liegt. Kraftwerk und Low- motivschuppen endlich werden an der östlichen Hafcngrenze erbaut tterdcn. Zwischen den einzelnen Gebäuden sind genügend Frei- ( flächen gelassen, um einem umfangreichen Freiladeverkehr gerecht , werden zu können. Der Speicher, der im Rohbau schon bis auf ein- zelne Teile des Daches fertiggestellt ist, zeigt gewaltige Abmessun- gen. Bei einer Länge von 108 Meter und einer Tiefe von 21,5 Meter bietet er mit seinem Keller und den 7 darüber liegenden Geschossen auf einer Lagerfläche von rund 15 000 Quadratmetern Raum zum Lagern von rund 22 200 Tonnen Stückgüter und Ge- treibe. Bei einem späteren weiteren Ausbau werden rund 52 000 Tonnen gelagert werden können. Der Mittelbau, der nur zur Aufnahme von Getreide dienen soll, wird mit allen zur Pflege des lagernden Getreides dienenden Maschinen versehen werden. Zwei Elevatoren, die stündlich jeder 30 Tonnen Getreide fördern können, werden zum Löschen des Getreides aus den Schiffen dienen. Die �beiden Lagerschuppen, von denen der eine bereits bis zum Dach, der andere bis zum Erdgeschoß aufgeführt ist, erhalten je ein Kellergeschoß und zwei darüber liegende Geschosse. Jeder Schuppen vermag bei 122,81 Meter Länge und 21,3 Meter Tiefe 11500 Tonnen Güter aufzunehmen. In dem Kraftwerk soll die gesamte für den maschinellen Betrieb des Hafens und für die Beleuchtung notwendige Elektrizität erzeugt werden. Außerdem werden hier einige Werkstätten und Materialienlager untergebracht werden. Als Kraftmaschinen zur Erzeugung der Elektrizität sind Dieselmotore gewählt worden. Es werden zunächst drei solcher Motoren mit zu- sammen 875 Pferdekräftcn in Betrieb gestellt werden, daneben ist noch die Anlage einer sogenannten Pufferbatterie zur Aufnahme der Kraftschwankungen beim Kranbetriebe und einer Lichtbatterie für die nächtliche Beleuchtung des Hafens in Aussicht genommen. Auch mit dem Bau dieses Kraftwerkes ist begonnen, und sind die Fundamente bereits bis über Erdbodenhöhe geführt. Für das Ent- laden der am Hafen anlegenden Kähne sind nicht weniger als 11 elektrisch betriebene Kräne vorgesehen, deren Tragfähigkeit von 1,5 Tonnen bis zu 30 Tonnen steigt. Außerdem ist jeder Schuppen, abgesehen von zwei großen Laftfahrstühlen im Innern, noch mit 5 Wanddrehkräncn ausgerüstet. Zwischen dem östlich gelegenen Schuppen und der Ringbahn wirb ein Kohlenlagerplatz mit Kohlen- löschvorrichtung von 70 Tonnen stündliche Leistung eingerichtet. Ihm benachbart gelangt ein Ziegelentladekran zur Aufstellung, der im- stände sein wird, täglich drei Ziegelkräne zu entladen. Bei allen am Ufer errichteten Löschvorrichtungen ist in ihrer Konstruktion auf einen bequemen Umschlagsverkehr zivi scheu Wasser und Eisenbahn Bedacht genommen. Der Bahnanschluß, der die Hafenfläche mit den Ringbahngleiscn der Staatsbahn bewirkt, erhält eine Länge von rund 1,5 Kilometer. Die hierbei notwendige Kreuzung der Straße „Alt-Stralau" erfolgt unterirdisch. Der Betrieb wird so cinge- richtet werden, daß die Staatsbahn die Güterzüge auf den Hafen bringt, bezw. von dort abhält, das Verteilen der Wagen auf dem Hafen selbst nach den einzelnen Ladestellen, wie Schuppen, Speicher usw. sowie das Wiederzusammensetzen der Züge für die Abholung besorgt die Stadt. Zu diesem Behufe ist die Beschaffung zweier Lokomotiven vorgesehen. Auch die Einrichtung eines größeren Benzinlagers ist in Erwägung genommen, doch liegen Hierwegen noch keine endgültigen Beschlüsse vor. Dem Vernehmen nach ist. wenn nicht noch neue, unerwartete Hindernisse eintreten- die Er- öffnung deS Hafens im Jahre 1013 zu erwarten. Der Hagenbeckfche Tierpark wird, wie wir schon früher berich- tetcn, in der Jungfernheide' erstehen. Das Institut umfaßt ein Gebiet von 10 Hektar— 184 Morgen und wird das Terrain der früheren Schießstände des zweiten Garderegiments in Anspruch nehmen. Anfang Dezember soll bereits mit den Bauten begonnen werden, so daß die ganzen Anlagen im Jahre 1913 eröffnet werden kennen. Ein Braver. Am Sonnabend verstarb nach kurzem Leiden ein treuer Parteigenosse, der Gastwirt Rein hold Leskau, Nene Hochstr. 40. Mit ihm ist ein braver Kämpfer für den Sozialismus dahingegangen. Schon unter dem Schandgesetz hat der Verstorbene, damals ein junger Tischlergeselle, nach besten Kräften für die Partei gewirkt. Jahrelang hat er, dessen Tätigkeitsgebiet die Kleinarbeit für die Partei war, unter dem Vertrauensmännersystem als sogenannter Michel sGruppenführer) in der Schönhauser Vorstadt mit dafür gesorgt, daß der Unterbau für die heutige Parteiorganisation geschaffen wurde. Nach der Umgestaltung der Organisation gehörte LeSkau mehrere Jahre dem Borstande des Wahlvereins im 6. Kreise an. Die Beerdigung des verstorbenen Genossen findet heute nach- mittag 2 Uhr vom Trauerhause aus statt. Alle die ihn kannten, werden dem bescheidenen ober stets unermüdlichen Freund und Mit- streit« ein dauerndes Andenken bewahren. Schwere Borwürfe gegen einen Gymnasialbirektor enthält eine Beschwerde, die von 30 Vätern von Schülern deS Kaiser-Wilhelm- Realgymnasiums in der Kochstraße an den Kultusminister gerichtet ist und in der über den Direktor der Schule, Herrn Schjerning, lebhaft Klage geführt wird. In der Petition wird unter anderem darauf hingewiesen, daß in mehreren Klassen 50 Proz. der Schüler- zahl und darüber die Reife für die folgende Klasse nicht erreicht haben. Bei der Herbstvcrsctzung der Klasse O III M haben von 39 Schülern 22 nicht die Reife für Untersekunda erlangt. An diese Tatsache werden folgende Bemerkungen geknüpft: „Es sind den Unterzeichneten Fälle bekannt, in denen Schüler in Fächern, wo sie sämtliche Klassenarbeiten genügend, respektive besser geschrieben haben, das Prädikat„mangelhaft* erhalten haben. Durch Vergleich der Zensuren sind ferner Fälle festgestellt worden, wo hinsichtlich der Versetzung Schüler mit besseren Leistungen sitzen blieben- während andere mit bedeutend schlechteren Leistungen ver- setzt worden sind. Da einige ältere Lehrer der Anstalt geäußert haben- daß noch zehn bis zwölf Schüler der betreffenden Klasse hätten versetzt werden können, daß aber der Direktor dagegen war, so protestieren wir dagegen, daß Schüler, die nach dem Urteil ihrer Lehrer zur Versetzung reif waren, sitzen bleiben, ja die Anstalt ver- lassen mußten, weil es der Herr Direktor so haben wollte. Wir können auch nicht verstehen, daß die Erziehung unserer Söhne durch eine Persönlichkeit, die jede Liebe, jede Freundlichkeit vermissen läßt, Früchte zeitigen soll. Schüler, die mit Verbitterung die Schule besuchen und vielleicht mit Haß gegen sie die Anstalt verlassen, müssen in ihrem Gemüt für immer vergiftet sein.* Der Schritt, den die Protestler unternommen-haben, ist ein un- gewöhnlicher und das Kultusministerium wird sich einer Prüfung der Beschwerden kaum entziehen können. Eltern von Gemeinde- schülern dürften sich gegen einen Leiter einer Gemcindeschule kaum eine solche Beschwerde erlauben; bei dem Bestreben der Schul- Verwaltung, unter allen Umständen die Autorität aufrecht zu er- halten, würden die Beschwerdeführer riskieren, mit dem Straf- richter Bekanntschaft zu machen. Eine Kllnstlertragödie hat sich Sonntagvormittag in Char- lottenburg abgespielt. In der Witzleben-Straße 31 verübte der Gatte der Berliner Hofopernsängerin Elisabeth Boehm van Endert, der 32jährige Komponist Adolph Boehm van Endert, Selbstmord, indem er sich durch einen Revolverschutz in die Schläfe tötete. Die Gattin war nicht zugegen und erhielt die Trauerkunde erst am Spätnachmittag. Im einzelnen wird uns über den aufsehenerregenden Selbstmord folgendes berichtet: Die tzofopernsängeriii Elisabeth Boehm van Endert war seit drei Jahren mit dem Komponisten Adolph Boehm van Endert ver- heiratet. Die Ehe sollte aber in allernächster Zeit geschieden wer- den, da sich der Mann vor etwa sieben Monaten von seiner Gattin getrennt und in Wiesbgdep mit einer Schwägerin seiner Zcmg�lig verlobt hatte. Am Sonntag, dem Geburtstag der Frau Boehm van'Endert, kehrte der Komponist plötzlich aus Wiesbaden nach Charlottenburg zurück in der Absicht, eine Aussöhnung mit seiner Frau herbeizuführen. Schon am frühen Morgen, als die Künst- lcrin noch zu Bett lag, erschien er in der Witzlebcnstraße 31 und wünschte seine Gattin zu sprechen. Er wurde auch vorgelassen und hatte eine kurze Unterredung. Er teilte seiner Gattin mit, daß die Verlobung mit der Schwägerin am Sonnabend plötzlich Wieder aufgehoben sei und gab zu verstehen, daß er gern wieder zu seiner Gattin zurückkehren möchte. Frau Boehm van Endert erklärte ihm. daß sie im Augenblick hierzu nichts sagen könne, im übrigen müßte sie am Vormittag zu einer Probe ins Opernhaus. Sie entferme sich dann auch gegen 0 Uhr und ließ ihren Mann zurück. Kurze Zeit darauf wurde das Personal der Künstlerin durch einen Schuß aufgeschreckt. Als man hinzueiltc, fand man den Komponisten mit einer Schußwunde in der Schläfe tot vor. Die Haushälterin be- nachrichtigte sofort den Ersten Staatsanwalt Hagemann, der mit der Familie befreundet ist, und dieser ordnete die Fortschaffung der Leiche nach dem Charlottenburger Schauhause an. Frau Boehm van Endert erhielt erst um 3 Uhr nachmittags Kenntnis von der Tragödie. Sie erlitt einen Nervenchok und konnte am Abend im Opernhaus nicht erscheinen, wo sie in der„Zauberflöte* die Rolle der Pamina singen sollte. Sie wurde von Fräulein Dux vertreten. Von Bahiibeauiten niedergeschlagen wurde am Freitagabend gegen 1 Uhr ein Arbeiter, der auf der Nordringstation Zentralviehhof den Zug verließ. Der Arbeit« eilte dem Ausgange zu und noch ehe er den Ausgang«reicht hatte, bekam er ganz unversehens von drei Beamten Püffe und Stöße, wodurch er zur Erde fiel. Dann schlugen die Leute auf den am Boden liegenden Mann ein. Ein ander« Arbeiter. der das Vorgehen der Beamten sah und sich erkundigte, warum der Mann geschlagen würde, erhielt gleichfalls von einem Beamten einen Stoß, daß er zur Erde stürzte. Die Gründe für das Vorgehen der schlagfertigen Beamten sind vollkommen unerklärlich. Unter Aufsicht der Polizei gestohlen. In der Nacht vom Mitt- woch zum Donnerstag haben, ivie uns nachträglich berichtet wird, Einbrecher dem Schneidermeister Ganger, Brunnenstr. 77, einen Besuch abgestattet und empfindlich geschädigt. Die Einbrecher sind durch den unterhalb des Ladens liegenden Keller nach oben ge- kommen. Nachdem sie den Putz der Decke entfernt, haben sie die Holzfüllung durchbohrt und sind nach oben gestiegen. Gestohlen wurden 50 Anzüge, 10 PaletolS, ca. 30 Westen, einige Dutzend Hosenträger und 14 kleine Ballen Stoff. Der Bestohlene ist insofern schlecht daran, weil er sich nicht gegen Diebstahl versichern konnte. und zwar deshalb nicht, weil der Keller nicht vorschriftsmäßig ge- wölbt ist und deshalb keine Versicherung ihn aufnimmt. Die Waren sind von den Einbrechern in zwei große Kisten verpackt per Wagen Donnerstag früh �//7 Uhr fortgefahren worden. Das Eharakteristsiche bei dem Diebstahl ist, daß der Verwalter(der nebenbei bemerkt Kriminalwachtmeister ist) früh 8/t7 Uhr dazu kam, wie die Diebe mit einer Kiste in dem Hausflur herumhantierten und die Spitzbuben fragte, was hier los sei. Die Antwort lautete:„Wir sollen hier einige Kisten abladen und nach dem Keller bringen und wissen keinen Bescheid, die Leute schlafen hier in diesem Hause recht lange." Der Trick gelang. Der schlaue Kriminalwachtmeister ging in den Keller und wollte jedenfalls Platz schaffen. Die Einbrecver benutzten nun die Gelegenheit, auch die zweite Kiste auf den Wagen zu schaffen und suchten mit ihrer Beute das Weite. Von den Dieben fehtt bis jetzt jede Spur. Zu bemerken ist noch, daß unlängst in demselben Hause im Zigarrengeschäfl von Kasulke aus dieselbe Weise eiu- gebrochen wurde und neben einigen Mark Geld für 40—50 Mark Zigarren gestohlen wurden. Vermutlich galt der damalige Einbruch schon dem Kleidergeschäft von Gauger, aber die Diebe hatten sich im Keller geirrt. Ein schwerer Straßenbahnunfall ereignete sich gestern nach- mittag in Charlottenburg. Der 13 Jahre alte Lehrling Hans Sieger aus der Grunowaldstraße 75 sprang an der Ecke der Wil- mersdorfer und Goethestraße von einem Straßenbahnwagen der Linie 5. Er kam zu Fall und wurde von dem Anhängewagcn über» fahren, tvobei ihm der rechte Fuß abgetrennt wurde. Man schaffte den Verunglückten sterbend nach dem Kranlenhause Westend. Im Schlamm erstickt. Ein tragisches Ende hat der Maurer» meister Kliem aus Berlin gefunden. K. batte am Sonnabend- nachmittag geschäftlich in Wittenau und Reinickendorf zu tun gehabt und wollte sich gegen 9 Uhr abends nach dem Bahnhof Rcinicken- dorf begeben, um nach Berlin zurückzufahren. Der Maurermeister loollte sich den Weg abkürzen und ging in der ihm ziemlich un- bekannten Gegend quer über die Felder. Dabei übersah er in der herrschenden Dunkelheit den zwischen der Graf-Rödern-Allee und dem Veltener Weg befindliche» Graben. Kliem stürzte in denselben hinein und zwar so unglücklich, daß er mit dem Kopf tief in den Schlamm versank. Da es dem Verunglückten unmöglich war, sich aus seiner entsetzlichen Lage zu befreien, mußte er elend ersticken. Sonntag früh wurde die Leiche deS Bedauernswerten in dem Graben aufgefunden. Bei dem Toten fand man außer einem Portemonnaie mit 13 M. Inhalt und anderen Wertsachen Legitimationspapine, aus welchen seine Personalien einwandfrei hervorgingen. Die Leiche wurde nach der Reinickendorfer Friedhofshalle übergeführt. Zu dem Brandunglück in der Soldiner Straße 90 wird unS berichtet, daß das verbrannte Kind sich noch am Leben befindet. Winterfest der arbeitenden Jugend Berlins(Neue Welt). In seiner eindringlichen Ansprache bemerkte Heinrich Schulz: Wenn es der Fall wäre, daß Nörgler und Feinde der proletarischen Jugend sähen, wie diese nach des Tage« schwerer Arbeit, nach Zeiten ernstesten Ringens um ihre geistige Bildung hier zum„fröhlichen Tun* ver- sammelt sei— sie müßten an den Sieg alles Guten und Schönen glauben. In der Tat: eS war ein Fest, das die arbeitende Jugend sich selbst bereitet hat und das darum auch ganz den Stempel ihres frischen elastischen Geistes, ihrer schwungvollen Lebensbejahnng trug. Freilich, auch alles UeberschwangeS. Selten werden die Jnstruniental- und Gesangskünstler mit solch doiliierndcn Beifall» salvei, überschüttet worden sein. Ganz recht, Jugend ist dnnkbar sür alles, was ihr das Herz fröhlich macht. Wenn sich diese Jugend die Kunst fleißig zu Gast lädt, findet sich der feinere Geschmack von selber ein. Kunst- abende sollen Stunden der Weihe sein. Ueber das M u s i k p r o g r a m m möge man einige kritische Anmerkungen gestatten. Vor allem war eS viel zu viel des Gebotenen und ermüdete. Die Ueberladung hatte weiter den Fehler, daß. um das Ganze abzuwickeln, die ein- zelnen Stücke allzu hastig abgehaspelt werden mußten. Die Hälfte wäre reichlich genug gewesen I Zumal der vokale Teil des Konzerts brachte Ueberfracht, wenn er auch ernste und heitere solistische Lieder wie Männerchöre enthielt. Die Sopranistin Fränlein Rose Walter bestach wenig« durch charakteristisches Herausholen aller Feinheiten als durch ihre klang- volle Kehlfertigkeit. Die Leistungen der vereinigten T h i l o s ch e n Chöre(Gesangverein Namenlos, Sängerchor Wedding, Männerchor Ost) sind schon früher hier lobend hervorgehoben. Auch diesmal boten sie unter Leitung ihres tüchtigen Dirigenten Emil Thilo viel des Erfreulichen; doch wird hier und da das Tempo dem Text noch genauer anzupassen und der Vortrag zu vertiefen sein. Den instrumentalen Teil hatte das Berliner Tonkünstle- rinnen-Orchester unter Führung von Fräulein Elisabeth K n y p e r übernommen. Eine— bei aller technischen Bravour der Streicheriinicn!— gewisse Monotonie läßt sich nicht verkennen. Mozarts Nachtmusik wie Schuberts Tänze hätten zweifellos durch ein gemischtes Orchester(Streicher und Holzbläser) an Ausdrucks- fähigkeit gewonnen. Ewas seltsam nahm sich iin Hinblick ans den riesig großen Konzertsaal die Harfe als Soloinstrument auS; alles Piano ging verloren. Das war zu bedauern; denn Fräulein S a i b o l d erwies sich als virtuose Beherrscherin dieses schwierigsten aller Zupfinstrumente. Radrennen im Sportpalast. Die Rennen in dem zu einem Winter-Belodrom umgebauten Sportpalast in der Potsdamer Straße habe» am Sonnabend und Sonntag vielverspreckeud begonnen. Die zahlreich erschienenen Besucher verfolgten den Verlauf der einzelnen Nummern mit Interesse, und Beifallsstürme erhoben sich bei jedem erfolgreichen Angriff der Fahrer. Willi Arend wurde bei seinem Erscheinen mit Jubel begrüßt. Er konnte sich aber nicht zur Geltung bringen, denn in dem Kampf mit dem Franzosen Comös und dem Holländer Schilling, der in drei Läufen ausgefochten wurde, wurde er in dem Gesamtergebnis Letzter; aufrichtiger Beifall wurde dem Sieger ComeS zuteil, der unter den Klängen der Marseillaise eine Ehrenrunde fuhr. Trotzdem die sonst so beliebten Danerrennen hinter Motorführung fehlten, verliefen die Rennen dank der getroffenen Abivechselung sehr spannend. Nach stehend bringen wir kurz die Ergebnisse. 18. November: Prämienfahren. 4800 Meter 1. E h l e r t, 2. Rudel, 3. Hoffmann. 33 Fahrer.— Haupt- fahren. 1800 Meter. 1. Stabe, 2. Hoffmann, 3. Kudela> — Vorgabefahren. 900 Meter. 1. G a n z e v o o r t f3ö Meter Vorgabe), 2. Thormann(110), 3. Kjeldsen(35). 11 Fahrer.— Goldene Armbinde des Sportpalastes. 1. Beutler iRußland), 2. A. Müller(Berlin).— Stunden- Mannschafts- fahren. 1. H o f f m a n n- R u d e l, 39,200 Kilometer, 2. Stabe- v. Natzmer, 3. Techmer- Tadewald, 4. Kudela- F. Stellbrink.— T r o It f a h r e n. 900 Meter. 1. Schmittchen, 2. Finn, 3. Schallwig.— Rekortversuch: Rütt. 480 Meter in SS'jg Sekunden. 19. N o v e m bfe r. Prämienfahren, 3200 Meter 1. Fr. H o f f m a n n in A Min. 423/s Sek.; 2. K. Rudel; 3. F. Sonntag. Zuerst 31 Fahrer im Rennen; nach und nach aus- geschieden bis auf 8.— Dreier-Match. 1. Lauf(1600 Meter). 1. Comss, 2. Schilling, 3. W. Arend.— 2. Lauf(800 Meter). 1. Schilling, 2. Comös, 3. Arend.— 3. Lauf(2400 Meter). 1. Comös, 2. Arend, Vz Länge; 3. Schilling. Arend, der in den letzten Runden führte, sah schon wie der Sieger aus, als er kurz vor dem Ziel noch von dem Franzosen überholt wurde.— Gesamt- Wertung: 1. C o m ö s, 2. Schilling, 3. Arend.— Match mit Tandemführung Europa gegen Amerika. 1. Lauf('/z Stunde): 1. Stol-Amsterdam 21,440 Kilometer; 2. George Wiley-Syracuse.— 2. Lauf(Verfolgungsrennen): 1. Wiley holt nach 26 Runden in 5 Min. 59�/z Sek. Stol ein.— Endlauf(800 Meter): 1. Stol, 2. Wiley.'/, Länge.— Goldene Armbinde. Sieger: B e u t l e r gegen Kjeldsen-Kopenhagen.— HerauSforder ungs-Match. 800 Meter. 1. Saldow-Lorenz holen nach fünf Runden in 1 Minute 6% Sekunden ihre Gegner Hoffmann- Rudel ein. Vorgabefahren. Endlauf: 1. N o w a ck(140 Meter Vorgabe), 2. Finn(30), 3. Fr. Hoffniann(20). N. pl.: Krahner(90), Schmittchen (80), Kjeldsen(40).— Ausscheidungsfahren. 1. O. Pawke. 2. Ehlert, 8. Ganzevoort, 4. Schmittchen. 3. Kjeldsen. Ferner Schallwig, Stellbrink, Münzer, Beutler, Marx,— Rekord- versuche über eine Runde<160 Meter.) Lorenz lO�/z Sekunden, Comös 10%, Fr. Hoffmann 10%, Stabe 11, Finn 11. Neumer 11, Stellbruik II1/?. Grfilert Ii2/--.(Snnntnn 11«»/,.. II3/- Fr. Stellbriuk 11% Ehlert 11%. Sonntag 11%, Schallwiz 11% II3/, �TnhphinTh II3/, Nnw?-» 11*/-.fttplhfpn 114/- Schmittchen 11%," Tadewald 11% Pawke 11% Kjeldsen II4/; Ganzevoort 12, SB. Marx 12% Sekunden. Einbruch in eine Kirche. In der Nacht zum Sonntag wurde ein Einbruch in die Auferstehungskirche in der Friedenstrahe aus- geführt. Die Einbrecher stiegen durch ein zufällig nicht verriegeltes Fenster in die Kirche ein und raubten wertvolle Altardecken, eine kleine gefüllte Lpferbüchse, zwei 60 Zentimeter hohe bronzene Leuchter usw.— Die Diebe sollten sich jedoch ihrer Beule nicht lange erfreuen, denn schon Montag gelang es der Kriminalpolizei, die gestohlenen Gegenstände wieder herbeizuschaffen. Gegen Mittag sahen Beamte an der Christinen- und Lottumstrahen-Ecke zwei ihnen als Einbrecher bekannte Männer einen Korb schleppen, in dem sich die gestohlenen Gegenstände befanden. Die beiden ergriffenen Em- brecher sind die„Arbeiter" Schröder und Joksch. Vorort- JVachncbtcm Nixdorf. In der Berwaltungsstreitsache wegen der Gültigkeit von 28 Stadt- verordnctcnmaiidaten hat das Oberverwaltungsgericht Termin zur Verhandlung des Rechtsstreits auf den 23. Januar 1912, vormittags 10 Uhr, anberaumt. Mit dem Urteilsspruch obigen Gerichts hat dann der jahrelange Rechtsstreit sein Ende gefunden. Die bürgerlichen Herren scheinen im Ernst selbst nicht mehr zu glauben, daß das Verwaltungsgericht an dem Urteil der Borinstanz etwas ändern tvird, denn von Zeit zu Zeit lasten die Herren Serno, Heinrich, Glasemann, Rahmig, Deter usw. durch die hiesigen Orts- blätter der Bcvblkerurg mitteilen, daß sie kommunale Wünsche der Bevölkerung entgegenzunehmen bereit seien. Wir haben bereits früher einmal betont, daß die Herren, die den größten Teil der Bevölkerung durch ihren vor zwei Jahren der- übten Gewaltstreich dauernd rechtlos zu machen suchten, die am allerwenigsten geeigneten sind, sich als Entgegennehmer kommunaler Wünsche zu geriereu. Zudem dürften die Herren nur auf die Erfüllung solcher Wünsche hindrängen, die keine Anforderungen an ihre unübertreffliche Rück- ständigkeit auf kulturellem und sozialem Gebiete stellen. Feuerwehr und— ewiges Licht. Einen komischen Anlaß hatte die Alarmierung der giixdorfer Feuerwehr in den Abendstunde» des letzten Sonntags. Ein Bewohner des Hauses Münchener Straße 16 hatte aus Anlaß der Wiederkehr des Todestages seines PaterS, entsprechend dem jüdischen Ritus, in seinem Wohnzimmer ein brennendes Oellämpchen aufgestellt. Während der Abwesenheit der Familie eindeckten Bewohner eines gegenüberliegenden Hauses daS flackernde Lämpche». In der Meinung, es sei ein Brand im Ent- stehen begriffen, alarmierten sie die Fenerivehr. Diese fand die Wohnungslür verschlossen; es wurde daher von der Straße ans zu der vier Treppen liegenden Wohnung die mechanische Leiter an- gelegt, zwei Scheibe» der Balkontür wurden zertrümmert und von dem eingestiegenen Wehrmann wurde— das ewige Licht aus- geblasen. Lichtenberg. Erfolg bei der Stadtverordnetenwahk. Daß die in fünf Bezirken vorzunehmenden Ersatzwahlen für die 8. Abteilung mit einem Siege der Sozialdemokratie enden würden, daran hat ernsthaft wohl kein Mensch geziveifelt, wenn auch die Gegner vorher von möglichen Mandatseroberungen fabulierten. Es kam daher für uns hauptsächlich auf da? Stimmenverhältnis an. Zum ersten Male wurde an einem Sonntag gewählt. Der alles beherrschende Impuls ist die Unzufriedenheit weiter Volksschichten mir der ganzen Wirtschaftspolitik im allgemeinen und dem Volks- feindlichen Treiben der Privilegierten im Rathause im besonderen. lieber die Wahlbeteiligung orientiert folgende Aufstellung: 1907 1911 Zahl der Wahlberechtigten... 3166 4311 Abgegebene Stimmen absolut.. 1692 2167 Abgegebeue Stimmen in Prozent 'der Wahlberechtigten.... 53,4 60,3 Demnach ist die Wahlbeteiligung zurückgegangen. Daraus kann mau schließen, daß die SomitagSloahl nicht belebend auf den Wahl- Gegner. Die folgende Aufstellung beweist das. Bezirken wurden Stimmen abgegeben: Sozialdemokraten In den einzelnen 4. s. 10. 12. 13. Bezirk 1907 273 251 227 251 189 1911 808 ZV» 285 431 223 Gegner 1907 1911 79 104 109 104 105 13 3 6 54 35 501 IIS Insgesamt 1191 2PS2 Während wir im Jabre 1907 von allen abgegebenen Stimmen 1191, gleich 70,4 Proz. der Wähler, auf unsere Kandidaten der- einigten, wurden diesmal 2052„rote" Stimmen abgegeben; S4,7 Proz. der Wähler und 47,6 Proz. der Wahlberechtigten votierten für die Sozialdemokratie. Die ausgeschiedenen Stadtverordneten Genosse Brühl für den 4. Bezirk. Genosse Linke für den 5. Bezirk, Genosse S p i e ck e r m a n n für den 12. Bezirk, Genosse Abraham für den 10. Bezirk und Genosse GtHauer für den 15. Bezirk sind somit wiedergewählt. Im 4. Bezirk haben von den Wahlberechtigten 54,5 Proz., im 5. Bezirk 5l,2 Proz. für unsere Kandidaten ge- stimmt. Auch bei den gestern in drei Bezirken der zweiten Abteilung statt- gefundenen Wahlen erzielte die Sozialdemokratie einen erheblichen Stimmenzuwachs. Die Zahl der sozialdemokratischen Stimmen stieg von 69 im Jahre 1907 auf 327, die der Gegner von 322 auf 563. Im zweiten Bezirk erhielten Bühler(Soz.) 129 und Lindner(bürgerl.) 149 Stimmen. Im dritten Bezirk, auf den drei Mandate entfallen, den sozialdemokratischen Kandidaten Abraham und MiruS je 131 Stimmen, die Kandidaten 187, 197 und 288 Stimmen sowie die des Blocks 97 und 113 Stimmen. Im 4. Bezirk, in den sich zwei Vertreter teilen, erhielten unsere Genossen Bühler und MiruS je 65. die Beamten je 56 und die Schwarz-Blauen 113 und 125 Stimmen. Während unser Kandidat im 2. Bezirk nur um 20 Stimmen hinter dem Gegner zurückblieb, kommen im 3. Bezirk zwei und im 4. Bezirk einer unserer Kandidaten in die Stichwahl mit den Beamten bezw. den Schwarz-Blauen. Bemerkenswert bei der Wahl war noch, daß die bisherigen Vertreter Rott und Frensche hinausgewählt wurden. Unsere Genoffen haben ohne Zweifel einen schönen Erfolg erzielt._ Freie Jugendorganisatio» Stealik-Frledeaau. Mittwoch, de» 22. November(Bußtag)) findet ein AuSflug' nach Picheisberge(.Zum alten Freund') statt. Treffpunkt morgens"""''' '/«S Uhr Bahnhof Steglitz. Fahrgeld Ä) Pf. Am Abend beteiligen wir uns am Liederabend im.Rbemfchlog", Friedenau. Anfang pünktlich 6 Uhr. Jugendliche haben freien Eintritt.— Jeden Donnerstag, abends von 8~'/210 Uhr. und jeden«onntag von 4 Uhr an UnterhallungSabend bei Clement, Steglitz, Düppelftr. 7. Kein Trinkzwang, flür Spiclmaterial ist gesorgt. Die diesige Arbeiterschaft wird ersucht, ihre fchulentlasjcncn Söhne und Töchter unseren Veranstaltungen zuzujühre»._ Hiid aller Weit. erhielten von 132, Grauer der Beamten schwarz-blauen Schweres Brandunglück in Sangerhausen. Am Sonntag morgen kam in dem thüringischen Städtchen Sangerhausen in einer Malzfabrik ein Brand aus, bei dessen Löschen drei Menschen ums Leben kamen. Gegen b'/i Uhr morgens wurde die Einwohnerschaft alarmiert, daß die Aktien-Malzfabrik in Flammen stehe. Die gewaltige Fabrikanlage mit ihren drei großen fünfstöckigen Haupt- und mehreren Nebengebäuden wurde in wenigen Stunden voll- ständig eingeäschert. Branddirektor Ludwig und Brand- meister Tack kamen bei den Löscharbeiten ums Leben. Schornsteinfeger Brandt wurde am ganzen Körper s o schwer verbrannt, daß er am Sonntagabend im Krankenhause seinen Verletzungen erlag. Schornsteinfeger- meister Ernst erlitt eine schwere Rauchvergiftung, ein Korbmachermeister wurde am Kopfe erheblich verletzt. Etwa hunderttausend Zentner Malz und Gerste sind verbrannt. Adlershof. Die von der Gemeinde bezogenen Speisekartoffeln stehen von der nächsten Woche ab zum Verkauf. Die Preise betragen ab Bahnhof für 1 Zentner 3,35 M., aus den Lagerräumen der Genieinde, Bismarck- 'traße 1, bezogen, für 1 Zentner 3,45 M. Erwünscht ist die Abnahme in Säcken von je 100 Pfund. Schriftliche oder mündliche Bestellungen von ein und mehr Zentner können im Gemeindeamt, Bismarckstr, 1, Zimmer 10, erfolgen. Die Abholung vom Bahnhof hat sofort nach Aufforderung durch die Gemeinde zu erfolgen. Kleinere Mengen als ein Zentner sind nur im Gemeindeamt zu haben. Die Ver- kaufStage werden noch durch Säulenanschlag bekannt gemacht. Königs-Wusterhausen. TeuernngSfragen beschäftigten auch die hiesige letzte Gemeinde- vertretersitzung. Anlaß dazu gab eine Eingabe des sozialdemo- kratischen Wahlvereins um Maßnohmen der Gemeinde zur Milderung der Teuerung. Der Gemeindevorstand erklärte, er habe die hiesigen Fleischer zu einer Sitzung eingeladen, um mit ihnen über Abgabe billigen Fleisches zu verbandeln, es sei aber niemand der Einladung gefolgt. Von einer Beschaffung von billigen Seefischen will man nichts wissen. Was die Abgabe von Kartoffeln betreffe, so seien Verhandlungen abgeschlossen, nach denen die Gemeinde 300 Zentner Kartoffeln, a Zentner 3,30 M. gekauft habe, die zum Preise von 3,50 M. für den Zentner abgegeben werden. Die Reflektanten müssen sich auf dem Gemeindebureau melden. Bis jetzt sind 170 Meldungen erfolgt; eS ist nötig und erwünscht, daß noch weitere Meldungen erfolgen. Warum die Beschaffung von billigen Seefischen abgelehnt worden ist, das wissen die Götter. Jedenfalls macht das dem Herrn Ge« meindevorstand zu viel Arbeit. Und es handelt sich ja auch nur uin wenig bemittelte Leute I Oranienburg. Einen erfreulichen Sieg errangen unsere Genossen bei der am Sonntag stattgefundenen Stadtverordnetenwahl in der 3. Wähler- klaffe. Die Kandidaten der Sozialdemokratie, die Genossen Albert F e r k a, Karl Haber st roh, Karl Schumann. Fritz K a a tz und A. H a m p e l erhielten 536 bezw. 537 Stimmen. Auf die Bürgerlichen entfielen 327 bis 331 Stimmen. Unsere Genossen sind also mit einer Mehrheit von 200 Stimmen gewählt, damit erhöht äch die Zahl der sozialdemokratischen Vertreter im Stadtparlament von 4 auf 8 Vertreter. Gegenüber der Wahl vor zwei Jahren können wir einen Stimmenzuwachs von 100 verzeichnen. Potsdam. Zwei Personen in der Havel ertrunken. Der letzte Sonntag hat auf dem Templiner See zwei Todesopfer gefordert. Der in der Krughofstraße zu Caputh wohnhafte Fischer Otto Schüler, ein Mann Milte der dreißiger Jahre, fuhr mit drei Personen, darunter seinem Schivager, in einem Fischcrkahn auf den See hinaus, um eine vor der Villa Marten verankerte Boje heimzuholen. Als die Männer die Boje auS dem Grunde ziehen wollten, geriet der Kahn ins Wanken und kippte um. Alle vier Personen fielen ins Wasser. Leute am Ufer eilten herbei und konnten zwei der Insassen retten. Schüler und sein Schwager, die verzweifelte Rettungsversuche machten, ver- loren ihre Kräfte und ertranken, ehe ihnen Hilfe gebracht werden konnte. Bald nach der Katastrophe fand man die Leichen der Er- trunkenen. Ein schwerer Unglücksfall ereignete sich vorgestern an Bord eine? Güterdampfers, der die Wasserstraße nach Berlin zu passierte. Es wird hierüber gemeldet: Der der Reederei Burmeister in Lauen- bürg a. E. gehörende Sckranbendampfer„WeißenielS", war mit Fracht unterwegs und batte die Polsdainer Gewässer passiert, als sich an Bord in der Nähe von Sacrow ein schweres Unglück er- eignete. Der Dampfer, den Kapitän Brügemann führte, wurde plötzlich mächtig erschüttert. Das Hanptdamps- zuleitungSrohr war geplatzt und der hochgespannte Dampf- strahl suchte nun einen Ausweg. Im Nu war der enge Maschinenraum erfüllt von brühendem Dampf und für Maschinist und Heizer gab eS keine Rettung mehr. Beide erlitten lebensgefährliche Verbrühungen. Der Schiffsfnhrer steuerte zur Glienicker Brücke. Telcphonisch wurde ein Krankenwagen requiriert. An der Glienicker Brücke legte die„Weißenfels" an und hier wurden die Verunglückten an Land gebracht. In Lebensgefahr schwebt der Maschinist Otto Braband aus Plaue, 24 Jahre alt. Etwas glinipf- licher kam der 23jährige Heizer Hermann Degen aus Genthin weg. Die bald darauf erschienene Wasserbauinspektion stellte fest, daß ein fahrlässiges Verschulden ausgeschlossen ist und nur ein unglücklicher Zufall vorliegt._ Fttgendveranstaltungei». Elfarlottenburg. Mittwoch, den 22. November(Bußtag), findet sär die Arbeiterjugend CbarlottenburgS eine Blut- und Leberwurst-Partie zum „Alten Freund' nach Pichelswerder statt. Treffpunkt pünktlich ö Uhr früh am Wilyeluiplotz. Schöneberg. Die Ausflügler, die am Bußtag an der Partie nach Lanfwift t-ilnebmen. treffen sich nicht, wie mitgeteilt, im Viktorisgartc», Bergarbeiters Los. Auf der Abwehrgrube in Zabrze(O.-Schl.) wurden durch Kohleneinstllrze eine Anzahl Bergleute verschüttet. Einer konnte nur als Leiche geborgen werden, mehrere andere wurden schwer verletzt. Auch aus Nordamerika kommt Nachricht über ein schweres Grubenunglück. Auf der im Staate Birginien gelegenen Botton Creok-Kohlengrube erfolgte eine Explosion, durch die 13 Bergleute ums Leben kamen. Unter den Getöteten befinden sich vier Ingenieure, die im Moment der Explosion die halbjährliche Untersuchung der Grube vornahmen. Brand der Martinikirche in Münster. Durch unvorsichtiges Umgehen mit offenem Licht geriet am Sonntagabend der Turm der aus dem 12. Jahrhundert stammenden Martinikirche in Münster i.W. in Brand. Es gelang der Feuerwehr, das Feuer zu lokalisieren, so daß nur der Turm ein Raub der Flammen wurde. Durch den starken Wind wurden jedoch brennende Holzstücke auf das Dach eines gegenüber- liegenden Hauses getragen und setzten den Dachstuhl in Flammen. Trotz aller Anstrengungen der Feuerwehr konnte nicht verhindert werden, daß die Flammen auch ein Nachbarhaus ergriffen. Beide Häuser, noch aus der Wiedertäuferzeit stammend, brannten bis zum ersten Stockwerk nieder. Die zum Teil zerstörte Kirche ist in den letzten fünf Jahren mit einem Kostenaufwande von mehreren hunderttausend Mark renoviert worden. Erst in Voriger Woche war man mit den Arbeiten fertig gewordm. Agrarisch unzuverlässig! Auf Ersuchen des sozialistischen Studentenvereins„Freie Ver« einigung" in Wien sollte unser Genosse Reichsratsabgeordneter Dr. Karl Renner in einem Saale der Hochschule für Bodenkultur einen Vortrag über die wirtschastlichen Wirkungen ausländischer Fleisch- und Getreideeinsuhr halten. Die Professoren der Hochschule lehnten aber— ein in Wien ganz ungewöhnliches Vorgehe»— die Hergabe des SaaleS ab, weil schon ein früherer Vortrag deö Genossen Dr. Otto Bauer nicht— den agrarischen Interessen entsprochen habe, auf die diese Hoch- schule Rücksicht nehmen müsse.... Dr. Nenner hielt seinen Vortrag in einem Gasthause. Auch in Oesterreich ist die Wissenschaft und ihre Lehre nur so lange frei, wie sie den Interessen der Reaktionäre dient. Kleine Notizen. Der Koniher Gymnafiastenmord. In Laurahütte wurde am Sonntag der Agent Bräunlich unter dem dringenden Verdacht verhaftet, an der Ermordung des Gymnasiasten Winter in Könitz beteiligt gewesen zu sein. Schon vor langen Jahren hat wegen des Mordes, den mau Juden zur Last legte, ein sensationeller Prozeß stattgesunden. AuS Seenot gerettet. Wie die Rettungsstation Cuxhaven der Deutschen Gesellschaft zur Rettung Schiffbrüchiger telegraphiert, sind von dem deutschen„Logger Hai", gestrandet auf Scharhoern, am Montag 10 Personen durch daS Rettungsboot des dritten Elbleucht« schiffe« gerettet worden. Royaliftische Schmierfinken. AuS Aix-en-Provenc« wird gemeldet, das am vorletzten Sonntag enthüllte Zola-Denkmal sei— vermutlich von CamelotS du roh— mit Tinte besudelt worden. Ein Ruchloser. Im Alcazar-Theater in Bordeaux wurde bei der SonntagnachmittagSvorstellung von einem Zuschauer, der Papier anzündete und„Feuer" rief, eine große Panik verursacht. AlleS stürzte zu de» Ausgänge». Viele Personen wurden im Gedränge verletzt. Nach dem Täter wird gefahndet. Massenvergiftung. In der französischen Ortschaft T r ö v o u r erkrankten infolge des Genusses von giftigen Pilzen 27 Gäste eines Restaurants. Sieben von ihnen sind bereits ge» starben; weitere dreizehn schweben in Lebensgefahr. Der Stromboli in Tätigkeit. Wie das Observatorium in Ca» tania(Sizilien) meldet, ist der Vulkan Stromboli am Sonntag früh in Tätigkeit getreten. ES fanden zwei heftige Explo» s i o n e n mit starker Rauchentwickelung und starkem Stein» regen statt._ ßricfhaftcn der Rcdahtfon. Die siuiftische Sprechstunde iwdet Ltndenftraß» 69, vor» vier Dreppen — S-ßr stuhl—. wochrntaglich von«'s vis 7h Uhr-de Ods, Eonnabends. von ih bis 6 Uhr abendS Hat«. Jeder für den vrirsiaften kcstimmtcn Susrage ist ein Buchstabe und eine Zahl als Merkzeichen belzufstge». Briefliche Antwort wird»ich« erteilt. Ansragcu, denen kkine Abonnementsaultwng beigefügt ist, werden nicht bcantwortct. ikiligt Fragen trage ma» in der Sprechstunde vor. I. P. 31. Nein.— P.(f. B. 1879.!®er zuständige Gerichts» Vollzieher ist zur Bornahme der Berstcigcruna verpflichtet. Weigert er sich wiederum, so wenden Sie sich mit einer Beschwerde an den aussichtSsühren- den Richter des Amtsgericht� Der Schuldner muß von Zeit und Ort deS Bersteigernngstermins Kenntnis erhalten.— D. 199. Eine Vollstreckung aus Grund des deutschen Urteils ist unzulässig. ES mußte erst ein Voll» streckungsurtcil im Ausland erwirlt werden. Wende» Sie sich immerhin an das deutsche Konsulat.— F. 29. Die vertraglichen Bellimmungen sind für Sie bindend. Eine Klage deS Vermieters würde, soweit ersichillch. Erfolg haben.— O. A. 129 Ja. Sprechen Sie jedoch mit dem Rektor. —«. B. 11. Die Ansicht deS Wirtes ist richtig.— W.®. 23. 1. und 2. Mahnung an die LandeSversicherungsanstal» sür Jnvalidenverficherung in Posen. 3. Mit der Vollendung deS 70. Lebensjahres, falls die gesetzliche Warte» zeit erfüllt ist.— S. B. 799. Eine V e r v s l i ch t u n g hat die Landes« oersicherittigsanitalt nicht, wohl aber das Recht. Ein Antrag ift zweckmäßig. — O. Z. 19. 1. Erfahren Sie am besten beim Stistungsburcau, Post- siraße l6. Wir erhalten darüber keine Nachricht. 2. Ja.— T. M. 199. 1. Mindestens 20. höchstens 30 Jahre. 2- Eharits. Antrag an da» Polizei. Präsidium. 3. Sechs Monate. 4. 300 bis 400 M.— P. 509. Falls die StaatSanwalffchast Anklage erhebt— was zweiselhast ist— loimen'- Herrnfeld. Schmerzlose Behandlung. Das Kind der Firma. Königstadt-Kasino. Spezialitäten. Reichshalle». Stettiner Sänger. Anfang 8'lt Uhr. SVolieS Gapricc. Kobi Krach.?!r. 14. Walhalla. Teufel, das hat ringe- schlagenl Anfang 8'/, Uhr. NeurS Volkstheater. DaZ Ber. mächtnis. Belle-Alliance. Der Sittenapostel. Intimes. Der Brandstister. »• Sternwarte, Jnvalidenstr. 57—62. Kaiser-Panorania. II. Wanderung im Ricscngebirge. Berchtesgaden, Salzbergwerk. Scbillcr-TbealerOÄ Dienstag, abends 8 Uhr: Wilhelm Teil. Donnerstag, abends 8 Uhr: Sfadamc Sana-Oene. Freitag, abends 8 Uhr: Der Pfarrer von Klrchfeld Scbiller-Thealer Dienstag, nachm. 3 Uhr: Z Gedächtnis a. Kleists 100. Todestag Las Kstdcdeo von fteildronn. Dienstag, abends 8 Uhr: Na lehe daa l-ebcn. Donnerslag. abends 8 Uhr: Don Carloa. Freitag, abends 8 Uhr: Ea lebe daa Eeben. Berliner Theater. Anfang 8 Uhr. � Die Ahuengalerie. MerinderKöniggrätzerMe 8 Uhr: Spielereien einer Kaiserin. Neues Theater. AbendS 8 Uhr: DaS Mädel von Montmartre. Crevette: Erltal /tfaaaary. Sonntag 8 Uhr: Oer tidele Bauer. Belle-Älliance-Theater 8V, Uhr; Der Sittenapoftel. Mitiwoch 8 Uhr: Bufttagskonzert. -RO, Länger. Bund Berl. Männerchöre. fteoes tzönixl. Opern-Ibeater. Heute 8 Uhr: AbonncmentZ-Vorstellung. Gastspiel Christians. Ikeater 6es Westens. 8 Uhr: Die Dame in Rot. Bußtag 8 Uhr: Oratorium: Die Schöpfung. Sonnabend 4 Uhr zum erstenmal: Max und Moriff. Nefidenz-Theater. Direktion Richard Alexander. Ansang 8 Uhr. Ein Walzer von Chopin. Schwank in 3 Akt. v. Köroul u. Borrs. Morgen und solgende Tage: Ein Walzer von Chopin. Mittwoch(Bußtag): Geschlossen. Sonntag(Totensonntag) abendZ 8 Uhr: Die Kameliendame. Friedrich- W'ilhelmatädt. Schanaplclhans. Abends 8 Uhr: Kttnlg; Li e a r mit Ferdinand Bonn in der Titelrolle. Luisen-Theater. Abends 8 Uhr: Baronesse Ciaire. Mittwoch: Geschlossen. Sonntag 8 Ubr: Die Macht der Liebe. ß Mesiktiliili. Morgen Mittwoch, den 22. November 1911(Bußtag), nachmittaga 3 Ehr, in den Praeht• Sälen „Alt- Berlin", Blumen• Straße No. 10: Massen-WeUkampf. Sämtliche Arbeiter» Schachvereine der Provinz nehmen daran teil! Nach dem Wettkamp!: Kutnoristiche Vorträge am Vlandbrett. Alte Arbeiter-Schachspieler, überhaupt jeder, der sich für die Arbeiter- Schachbewegung interessiert, ist hiermit freundlichst eingeladen! Eintritt und Teilnahme frei! Garderobe 10 Pf.[299/7*] Der Vorstand. rj-—— � ■ a«.< v(W Morgen Bufftag:-tzNE i vsc-incAie! q—|g. VW wvviyvw-A7Us?lUö,» ! Ptliltlglvtldtt. Allbekanntes Gr. Slijlachteftst\ J_______________ wozu ergebenft einladet Der alte Freund. J Große Frautiurler Str. 132. AbendS 8 Uhr: Milliael Kohlhaas. Mittwoch: Geschloffen. Donners- tag: Ter Hüttenbesiffer. Sonn- abend nachm.: Schneewittchen. MellopoI-IIiöaiös. Die Nacht von Berlin! Große JahreSreoue in 7 Bildern von Jul. Freund. Musil von V. Holländer. In Szene gesetzt vom Dir. R. Schultz. Anfang 3 Uhr. Rauchen gestattet. „Kasfanienwäldchen" SchönhoBz! den�VovS; Schönholz! = Großes Wurst-Essen= Hierzu ladet ergebenst ein Schönholz! Frau m. Ramtow. Schönholz! Johaiinisthaler Volksgarten. Jnh.: Otto Sonktlcbcn. Am Bufftag, den LS. November, wie alljährlich Frische Slut- und Scbcrumtsi Um fteundlichen Zuspruch bittet Otis) Seflftlebeil. Av 8 Uhr: Nur»och kurze Zeit! Das sensationelle Programm! Olirctiennl n. Loulsette holländische Duettiften. Panl Jülich mit seinen Szenen Nachexerzieren Eine Walilversammluna. Ein Abend in einem amerikanische» TinxSl Tangel. Passage-Theater. Abends 8 Uhr: Daa beute Programm der Berliner Varietb-Saison! Ciaire Waldoff mit neuen Schlagern. Menö Telepat. Phänome. The Black cats engl. Baokflsoh-Ens. and die 10 glänzenden Tarletä-lVammcrn. Noacks Theater. Direktion: stöbert Olli. Berlin N., Brunnenstraße 1.6. Gastspiel in Enders Keftsalen, Weiffensee, Berliner Allee 211: Das KSthllien o. htilbronn. Morgen(Bußtag): Geselliger Ber- ein„Norden". Polles Caprice. Ansang 6'/, Uhr. ■A,: Ho. Ii. Kobi Krach. mit Anton und Donat Herrnfeld in den Hauptrollen. Vorher: Schmerzlose Behandlung. Ans. 8 Uhr. Vorverkauf 11—2 Uhr. Ii Die hinunlischen Zwillinge zusammengewachsen. Lebend zu sehen! Ohne Extra=Entree. Cor so-Variete. Frledrlchtttr. 165. GroBe Sehenswürdigkeit Berlins., Oer sprechende L'eberhund.[ •' j• Zanbcrvorstellnng, Zwei Borstellunge». Eniree 50 Ps. < i i i rw Direktion Willy Cremer. Der dieswöohontliche'unvergleichlich reichhaltige Hplelplan repräsentiert nach dem kritischen Urteil der Presse und des Publikums die kinematographisciie Höchstleistimg. Sonnabend Premiere: „Der fremde Vogel" mit Carl Clcwing vom konigl. Schauspielhaus in der Hauptrolle. Reiclishallen-Theater. t Siiiper Gastspiel Robert Steidl. Anfang 8 Uhr. Sonntags 7 Uhr. Urania. Wiesenschaftliches Theater. 8 Uhr: Ton Meran zum Order. Hörsaal 8 Uhr Dr. Berndt: Darwins Nachfolger u. Anhänger. I Zirkus K A. f�clmmaun Heute abend 7'), Uhr: Kea! Ken! öle 5 Affen am fliegenden Trapez. lic« Brlatorcs, Orig.-Akt. De Darios, Amer. Wonders. Ca is Hardt, der Knabe Samson und die übrigen Kunstkräfte. 9l/j Uhr: Die große Beerte in 5 Bildern 1000 Jahre auf dem Meeresgrund Mittwoch, 22. November(BuBtag) Keine Voratellnng. Donnerstag, 23. Novbr., 7-/, Uhr: Cl rolle Voratcllnng. Freitag, 24. November, 8 Uhr; Die Orestle. Letzte Orestle-AuffUhrung des Deutschen Theaters. AdinitoSsp&la$i Am Bohcbol fdcdrkhürossc Eis-Arena. Abend«: Das neue Eisballett: Die kleine Charlotte Apachentänze Pushballspiel. Machmlttags bei halben Preisen i Kunstlauf-proöuktionen und Iffilitär- Konzert. Restaurant ersten Ranges. Soupers ä la carte. Bis 6 Uhr und von 10'/, Uhr abends halbe Kassenpreise. IM III Voranzeige! Donnerstag: « unter Mitwirkung des ganzen Kunstlaufpersonals. im I. Eang: Five o�eioek tea. Eintrittspreise: Parterre und II. Rang 1 M., Kinder die Hälfte Im I Rang 2 M. inkl Tee oder KaSee usw. mit Gebäck. Zlrkns Ilfiscli Heute abend 7Vi Uhr; Die drei Affen-Menschen Dax. Doritas und Pepl. Die grfifite Sensation der Neuzeit! Plgnolm. seinem tollkühnen Todcssprnng. Finlay-Trio. Herr E. Schumann, Ereiheitsdressuren. Frl.Stennis, Schulreiterin. Drei Schwestern Blumenfeld, Eeitkünslerinnen. Quadrille internationale. Um 9'/. Uhr zum 40. Male: Origin.- Aus- stattungs- stück des Zirkus Bosch in Bildern, Vorher das gr. Gala-Programm. Trianon-Theatev. Täglich abends 8 Uhr: Aleli» vollis-Theater. Rixdorf, Hermaunstr. S9. Sonntag, 26. Nov: Die Hoffnung auf Degen. Drama in 4 Alten von Heijermans. Montag, 27. Novbr.: Am Altar. Schauspiel in 4 Akten von Karl Wexel. Königstadl-Kasino. Ecke Holzinarkt» u. A! exanderstraße nahe Iaimowitzbrücke. Bom 1. bis 1V. November, abends'Iß Uhr: Daö Rieseu- Weltstadt-Programm. Boiakcs lüoiuiucrl'clsc il'. die ersttiassigen Spezialitäten. Sonntags 2 Vorstellungen: nach- mittags'1,4: u. abends'1,7 Uhr. Kurfürslendamm 151 nahe Bahnhof Halensee undCbar- lottenburg. GcOffnct ab 10 Uhr vorm. 12S fohrbewohner bei Arbeit, Sport und SpieL Renntierherde, Polarbären. Eintritt für Ausstellungsh. 50 PI Vortülipungen: Wochentags 41/,, 6'/« 9 Uhr. Letzte Hauptvorführüng abends 9 Uhr. Eintrittspreis 30 Pf. Oasino-TBieates« Lotbriuger Str. 37. Täglich 8 Uhr Trotz des enormen Andranges Monat Letzter Berliner Possen-Schlager Der seiige Haiisdjinsinj. Somflag 8 Uhr: Die Tochler des Sträflings. Voigt-Theater. Das Vasisp. im Moabiter Winter- Garten, früher .4rtu»illok, Perleberger Str. LS fällt heute ans. Nächstes Gastspiel Dienstag, den 28. Dsvember Ganz neuer Betrieb S1 Bisbahn und Radrennbahn. FTD A ¥ A C* Die Eisbahn ist mit Ausnahme der Renntage täglich von 11 Uhr früh bis 12 Uhr nachts geöffnet. Allabendlich V¥ fix. fi XX mW Xm fi zu gleicher Zeit Trainings aller bekannten Rennfahrer und Mitglieder der Radfahrvereine. Sportliche Vorführungen auf der UND Eisfläche. Unterricht im Schlittschuhlaufen täglich ab 11 Uhr früh. WINTBRVBLODROM*---------------------------- Eintritt 1 Slk. Sperrsitz fi 31 k. Logenplatz 3 Mk., ob �MAGGT Bouillon-WOrfel sind einzig in Qualität! 5 Würfel 20 Pfo-, einzelne Würfel 5 Pfg. Jedes Wort 10 Pfennig. Das fettgedruckte Wort 20 Pfg.(zuldsslg 2 fettgedruckte Worte). Stellengesuche und Schlafstellen-Anzeigen 5 Pfg.; das erste Wort(fettgedruckt) 10 Pfg. Worte mit mehr als IS Buchstaben zahlen doppelt. ] Kleine Anzeigen ANZEIGEN für die nlchste Nummer werden in den Annahme- steilen für Berlin bis I Uhr, für die Vororte bis 12 Uhr, in der Haupt-Expedition. Lindenstrasse 69, bis S Uhr angenommen. Verkäufe. VorwörtSleser erBalten Inns Brozenl Eriraraball, selbst Bei föe» lcgeübeilskäuscn. Teppich-Thomas. Teppiche. halben Werl. jarbschlerhaste, für Teppich- Thomas. Ornnien- ftreche ICO, Oranienplatz; Rosen- talcrstratze 54. 4S0K' Herinniinnlnii ö. PjandleiBhaus- Massenverkauf wegen Platzmangel! Ziiesenauswahl Pelzstolas I Jackett- anzüge! GeBrockanziigel Herren. valelolS! HerrenBosenI Allerbi'lligster Aettenverkaus! Brautbelten! Per- inietungSBelt! AuSsteuerwäschel Reich- haltige(SardmenauSwohIl Neber- gardincn! TevvickaustvaBIl Plnich- ktichdetfen! Slcvpbecken! Wand- uBren! Wandbilder! TalchenuBreii! jietlenauswahl! Ringeausivahl! Schmucksachen! Warcnverlauj eben- falls Sonntags. Teppiche!(jeBlerbaste) säst für die Halste deS Wertes in allen Größen. Teppichlager Brünn, Hackeicher Markt 4, Bahnbos Börse.(Leier deS „Vorwärts- erhalten 5 Prozent Kabaft.) Sonntags geSlsnet! Glossen zu slsveS 667,—, 721,—. Schlafzimmer, englisch 199,—, modern. echt Eiche. 304.—. Wohnzimmer, modern, 274.—, Speisezimmer 329.—, Herrenzimmer 200.—, englische Bettstelle mit Matratze 44.—, Kleiderspind. Trumeau, gelchliffen 34,—, Schlafsosa 36,—, Plüichsosa 58,—, Umbau 50.—. Teppiche. Riesenlager. Befichligung erbeten. Transport und Lagerung tosten- frei. Eventuell ZahümgSerleichte- ruugen. Geöffnet 8—8, Sonntags 8—2. Kein Laden. Verkauf nur im Fabrikgebäude._ 190551* Möbel! Für Brautleute günstigste Gelegenbett, sich Möbel anzuschaffen. Mit kleinster Anzahlung gebe schon Stube und Küche. An jedem Stück deuiliwer Preis. Uebervorteilung daber auSgeichloffeu. Bei KranlBeitS- fällen und Arbeitslosigkeit anerkannt größte Rückfichi. Möbelgeschäft M. Goldstaub, Zossetrerstraße 38. Ecke Gueiienaustrage. Kein AbzablungS» oeichaitl..... 2901 R* Mahagoni-AnNeideschränte, Vertikos, Trumeaus, Bettstellen, Tische, Stühle. Schreibtische, Waschkommoden. Nachttische, Büfetts, zu Fabrikpreisen air Private. Skaliberstraße 25, an der Hochbahn._ 159/11* Berkäuslich:(Händler nicht gewünscht!) Hochfeiner Schreiblilch, elegantes Plüschsvsa, Umbau, An- kleideschrank, 2 englische Bettstellen. Spicgelwaschtoilette, Kleiderschrank, Vertiko, Ausziehtisch, Chaiselongue, Trumeau, Kücheneinrichiung, einige Prachtwaudbilder, GaSkronc. Königs- bergeifftraße II, vorn I rechts bei Fischer._ 178/18 Tnuie verlaust spottbillig illuß- baummöbel, Prachtküche. Wandbilder, Gaskrone, Bücherschrank, Nußbaum- büsett 175,00, Elsasserslraße 35 II. Arbeiter-Aiusterwohuungen.Für jedermann leicht erwerbbar, sehr billig, auch gebrauch!« Möbel, gut erhalten, große Auswahl, Teilzahlung gern gestattet. Kassenpreis Zinsvergütung, tlcine Anzaliluiig, bequeme Abzah. lung»ach Wunsch der Läufer. Ggbbert Tischlermeister, Ackerstraße 54.___ Ptnschgaruiwr, grün, 45,— Chaiselongue 14,—. Elsasjerstraße 70. erste Etage rechts._ 248/7 Möbelhandlung Mariannen- straße 25, billige Preise. Teilzahlung gestaltet.„VorwärtS'leser 3 Prozent Rabatt. 3951* Gebrauchte Möbel, Nähmaschinen, Pianmos kaust Bahr, Weißenburger- straße 29._ 16746* Möbclangcbot. Vorteilhasteste Gelegenheitskaufe durch Slnkaus ganzer Warenlager. Einzelmöbel, komplette Einrichtungen, schlichteste, eleganteste Schlafzimmer, Speisezimmer, Herren- zinrnrer, Ricienauswadl, 5 Etagen. Fabrikgebäude, Neue König straße 5—6, Teilzahlung gestattet. Sonntags ge- öffnet. Maffenmöbelverkauf Kastanien- allee 56, Ecke Weinbergsweg, Kamer- lings Möbelspeicher. Außergewöhnlich billige Preise, kleine und große Wohnungseinrichtungen, einzelne Möbelstücke zu Engrospreisen. Maha- gonimöbel, Sofas, Matratzen eigener Werlstatt. Lieferung überall frei.* Gnetiennustr. 10, Ecke Noltizstr S. Grau, betannt als beste Bezugs- quelle. Kaffa und Teilzahlung.' Musikinstrumente. Piano- Gelegenheitskauf, neu, 330,00, unter Garantie. Bülow- straße 44. 478K* PinninoS, Harmoniums, Flügel jeder Preislage, gebrauchte 120.00 an. Teilzahlung. Scherer, Chaussee- straße 105._ 53451* Pianiuo, Prachtinstrument, billig. Balhe, r'Iiidersenslraße 3, Ecke Born- halmcrstraßc._ t130* Pianiuo, verkäuflich. straße 31. gut erhalten, für 200,— Manthey, PotSdamer- _ 175/1* Pianino. Nußbaum, ireuzsaitig 250.— verkaust Hönel, Grenadier straße 25. 175/57 Bilder. Jeder Käufer erhält beim Einkauf von 10,00 an ein LoS gratis. Bitdcr- Bogdan, Weinmcisterftratze 2.» pslirrsder. Herrenfahrrad. Dameniadrrad. einmal benutzt, 35,—, Holz. Blumen- itraße 44. 23 K* Geichäftsdretrnd, äußerst stabil, 50,00 au. Holz, Bttimenftraße 44. Fahrräder. AuSnahmepreis«, seltene Gelegenheit. Riesenlager. Allerneueste Modelle, billiger alS jede Konkurrenz. nagelneu von 27,50, mit Gummi 34 50. Keine Schundware. Heyse, KönigSbergerstraße 7, Oranien- straße 32. Kaufxesucke. Zahngehisic, Zabn b!S 50 Pfennig! Plattna, Gramm 5,85, kaust Blumen- reich, Brunnenstraße 196(RoscntHaler Tor.)_ WI6K' Kanfc Frauenhaare, auSge- lämmte. Zahle Höchste Preise. Kaika Känielabrit. Rirborl, Erkstrage o.'* Platiuabfälle.(4ramnt bis 5.8.5. Gold. Silber, Quecksilber. Zahngebisse kaust Blüurel. Auguststrabe 19. ffllö* Gewinde- Schueidezeuge. allerlei kleinere, Mechaniker-Werkzeug. kleine Leiispindeldrehbaiil suche zu lausen. Angebote unter XV. 2 an die Haupt. expeditton des„Vorwärts". 16776 Zahngebiste. Zalm bis 80 Psennig. Gviüsachcn,«tanniol, höchstzahlend. Kobn, Neue Köntgstraß« 76. 229/9* flntemckt. Tamensrifleren, Ondulieren, Champoonieren lehrt gründlich Frau Hartmann, Pankow. Florastraße 25. Regina» Schreibmaschinen- schule(Stenographie und Schreib- Maschine). Beginneines neuenKursus täglich. Auch'Abendkurse. Man ver- lange Prospekte. Huttenlochcr u. Krog- mann, G. m. b. H., Berlin SW. 68. Charlottenstraße 6, II. 141/4* Verschiedenes. Bolkssänger-Geiellschast.Schmcltzer" Malvlaquetstraße 7. ffö?*' Jeschcck- Ensemble, vorzügliches Programm. Gethsemanesttaße 3. Quitzow- 1109* Lewandowsky-Sänger straße 105._ Festdichtnngeu. Leyser, Franksurterstraße 67._ Große 202ft* Patentanwalt Müller, GilsiHincr- sttaßc 81.__ 243951* Paieiitanwalt Wessel, GUjchiner- straße 94a. „Friedrich-Wilhelm" General« agenIur-ZaHlftelle: 0. 112, Mainzerstraße 24(Franksurter Allee). Lebens- Versicherung, Sterbekasse, Kinderver« sicherunq. Ausnahme bis 60. Lebens- jähr. Steuer abzugSsäHigl 459)1* R»nsti»vpferei Leyser, Franksurterstraße 67._ Große. 239951* Bclcihiing. Lagerung von Möbeln, ganzen Eimichwngen, Planinos, Teppichen, Weinen, Zigarren, Auto- mobilen, Fahrrädern, Nähmaschinen, Schreibma'chinen, Waren aller Branchen. Lombardipeicher Schwedterstratze 11. III. 835. 448K* Säle, Bercinszimmer, Garten mit Bühne für 40— 1000 Personen. an mehreren Sonnabenden und Sonntagen, sowie zweiten und dritten Weibnachtslog frei. Prima ucker- märkische Daueräpfel vorrättg. Fritz Silke, Sebastianstraße 39. 1629b* Rind- und Schwcineschlächterei Baum, WUHclm-StoIzestraße 26.* Pleurcuscn Straußsedern, straße 49. auch knüpjt ausizctragenc Polyt, Pank- 1-125 Achtung! Hierdurch zur Kennt- nis, daß ich mit dem heuligen Tage das Etablissement Backhaus' Ball- falon, Weißensee, llckermartstraße 6, übernommen habe. Täglich tinemato- graphische Vorführungen. Empfehle allen.Vorwärts'lesern mein Lokal. Zwei VcreinSzimmer noch frei. August Bleut.____ 7632 Mechaniker. Elektromonteur öder Schlosser, intelligent, als fach- mäimi scher Seithabet sür rentabcles Automaten- Verleihgeschäjt gejuckt. Gute Existenz. Nötiges Kapital 3000,—. Offerten unter A. S. 100 Postamt 87. 1666& (yttlöte, daß ich nie die'Absicht hatte, Frau Margarete Müller, Mühlenslratze 72», zu beleidigen. Sie ist eine ehrenwerte Frau. W. Rosenau. Rhinowerstraße 12. fflLO Die Beleidigung gegen Frau Brunow nehme ich mit Bedauern zurück. F. Lüdicke, Pappel-Allee 7j__ Brams, Humorist, Gleim straße 60. GejeMchalt. 1672b* �Anfpolstrriing, Bettmatratze s,—, Sofa 5,—, Hoffmann. Reue Konig- straße 30. 229/10 Grostwnschcrci Vrcidjke, Stöpenick, Parifiusstraße 18, liefert schneeweiße. >m Freien getrocknete Wäsche. 4 Hand- tücher 0,10. Abbolung Donnerstag. Waschanstalt Palm. Köpenick. Dorothcenslraßc 13, lielert der scho» nendster Behandlung im.rreicu gc- trocknete Bä'che. Laken. Leibwäsche, 4 Handtücher 0.10. Abholung Don- nerstag. t,1Jsl Wäsche wird schonendst gewaschen, Leibwäsche, Laken vier Handtiicher, vier Taschentücher. 0,10 Kem Ver- tauschen. Abholung Donnerstags. Frau Kubafch. Köpenick. Flemmmg. straße 9. 1679b Für unser täglich erscheinendes Organ suchen wir zum sosortlgen Antritt eine» zweiter Redakeur, der eventuell den leitenden Redatteur vertritt. Längere Tätlgk.it i» Parteircdaktion Vorbedingung. Bewerbungen sind bei dem Unterzeichneten einzureichen. 299/8 Für die Prestkommission der.Märkischen Bolksstlmme*: IS. lllinchcn, Vorsitzender, Guben. Lungeftraße 4. Handwäscherci! Wäsche wird schonendst gewaschen, im Freien ge- trocknet. Laken. Leibwäsche, vier Hand- tücher, fünf Taschentücher 0.10. Ab- holung Donnerstags. Lehmann, Köpenick. Kaiserin> Auguste-Vittoria- straße 18. 1680b (jekimäen u. verloren! («charlottenbnrg. 200 Mark in Gold hat Auswartcsrau aus dem Wege von Nehringstraße nach Wallitraße verloren. Finder wird gebeten, den Betrag gegen gute Belohnung bei Büttner, Wallstraße 66, abzugeben. Vermietungen. Limmer. Zwei möblierte Flurzimmer an zwei Herren, Woche 3,00. Hoffmami, Dragonerstraße 18. 1675b Mäbliertcs Zimmer, 20,00, sofort zu vermieten bei Löbe, Wiclesstroße 7. parierte._ MöblierteS Zimmer für zwei Herren oder Damen. Frau Hölzer. Waldemarstraße 70, vorn II. tl24 Schlafstellen. Schlafstellen frei im Arbeiterin» neuheiin IV, Greisswalderftraße 225. Schlafstelle. Herrn, Witwe LaneuS, Muslauerstraße 46, Quergebäude III. \ Arbeitsmarkt. Stellengesuche* Gärtner, unverheiratet, Militär. frei, sucht Stellung. Mijchlm, Berlin O., Dcichselslraße 33. 1661b Stellenangebote. Redegewandte Arbeiter können mit einem leicht verkäuflichen, gut eingeführten Arttlel 10—12 Mark täglich verdienen. Allberg, Rixdors. Bergstraße 140. 49911* Lehrmädchen im Atter von 14— 16 Jahren auS achtbarer Familie gegen monatliche Vergütung sofort gesucht. Meldungen nur in Begleitung der Eltern oder des Vormundes 10 bis 2 Uhr vormittags oder 6 bis 3 Ubr nachmittags in unserer Personal- Verwaltung, 4. Etage. A. Jandors u. Co., Bcllealliancestraße 1—2.» Im ArbettSinarkt durch besonderen Druck hervorgehobene Anzeigen kosten SV Pf. die Zeile. Aclitiing! Holzarbeiter. Wegen Streik oder Lohn- difsereiizc» stnd gesperrt: Pianofabrik Vc-ikva, Rixdorf, Richardplav 1V. Ueohstein., Grünauer Straffe«. Johanui«- straffe. Bautischlerei k'nnl, Mo»u- mencenftraffe Sit und Hnqel» bergcr Straffe 4. Ikc-r->il»v«-i?«kn Uer- Ikei-Ikner Tho- mastnsstr. 18. Schirmgctchäfte D. l-kebton- <.t«Ii>.NcucFriedrichstr.:t8- tv. Leipziger Str. 78. Müller- straffe lt». Roscutholerstr. 1». Schönhauser Allee 101. Statt- buscr Tamm 3, Wilmersdorfer Straffe 57. Berliner Straffe 4 tu Tegel. Zuelacb, Dresdener Str. tiv. Oranienftraffc. Kobn, l straffe 57. Das Berliner Arbeits» vermittelungsbureau d. »Handwerkerichuüvcrban Arbeitsnachweis d. Stellu inunng und der Waget kanten. Kaijcr-Franz-Gre Platz. Zuzug ist streng fernzuhallo vis vrisverwaltung Verlia Deutschen bolrardeitereerhan LeraiifwortliAer Kedalleukä BiKard Bartz, Sttlin. Ur des Lniercitittiteilverantw.: Tb- Gloikr, Berlin. Drucku.Berlag:LLrlvörtS LMdruifülli u, LerlsgSavÜalt Giuatzc u- Ca. öesliu üUi