Nr. 219. Erscheint täglich außer Montags. Preis pränumerando: Viertel: jährlich 3,30 Mart, monatlich 1,10 mt, wöchentlich 28 Pig. frei in's Haus. Einzelne Nummer 5 Pfg. Sonntags: Nummer mit illuftr. Sonntags Beilage Neue Welt" 10 Pig. Poft- Abonnement: 8,30 Mt.pro Quartal. Unter Kreuzband: Deutschland u. DefterreichUngarn 2 Mt., für das übrige Ausland 3 Mt.pr.Monat. Eingetr. in der Post- Beitungs- Breisliste für 1893 unter Nr. 6708. Vorwärts 10. Jahrg. Infertions- Gebühr beträgt für die fünfgespaltene Petitzeile oder deren Raum 40 Vfg., für Vereins- und Beriammlungs Anzeigen 20 Pig Inserate für die nächste Mummer müssen bis 4 Uhr Nachmittags in der Grvedition abgegeben werden. Die Expedition ist an Wochentagen bis 7 Uhr Abends, an Sonnund festtagen bis 9 Uhr Vormittags geöffnet. Fernsprecher: 3mt I. 4186. Telegramm- Adresse: „ Sozialdemokrat Berlin! Berliner Bolksblatt. Zentralorgan der sozialdemokratischen Partei Deutschlands. Redaktion: SW. 19, Beuth- Straße 2. Sonntag, den 17. September 1893. Expedition: SW. 19, Beuth- Straße 3. Der Ausnahmezustand alle Besinnung. Am 22. Auguſt beschloß der Ministerrath die stets umsonst. Selbst die Einbringung des Antrages auf in Prag. Wien, 15. September. " Verhängung des Ausnahmezustandes beim nächsten Anlaß, und allgemeines Wahlrecht verfing nicht; die czechischen Sozialder nächste Anlaß war nichts anderes als der Gedenktag an das demokraten drängen die Jungczechen nach vorwärts, ohne königliche Reskript an den böhmischen Landtag vom 12. Sep- ihnen auch nur den kleinen Finger zu reichen. Der Statttember 1871, in welchem den Czechen ihr geliebtes. Staats halter von Böhmen, Graf Thun, ein brutaler, hochAm 13. September wurde über Prag und die an- recht und ihre Extrakrönung versprochen wurde. Die müthiger Junker, glaubte die rasche Fortschritte machende liegenden Gebiete, worunter auch der Bergwerksbezirk Demonstrationen zur Feier dieses kaiserlichen Resfripts, das und dem czechischen Temperament entsprechend recht laute Kladno, der Ausnahmezustand verhängt. Die Politik des war die revolutionäre That, welche den Ausnahmezustand sozialdemokratische Bewegung in Prag und Umgegend einGrafen Taaffe hat wieder einmal Bankrott gemacht. nach sich zog. Die Czechen haben das eigenthümliche Schicksal, fach durch seine Polizei niederprügeln lassen zu können. Die Jungczechen führen seit Jahren eine wahnsinnige daß sie rebelliren, um eine Krönung durchzusehen, und daß Man erinnert sich an die blutigen Tage des nationale Agitation, welche aber niemals die czechischen sie ausnahmsgesetzlich behandelt werden, weil sie ein kaiser- 18. Juni und 2. Juli. Die daraus entstehenden Volksmassen hätte hinter sich bekommen können, wenn nicht liches Reskript heilig sprechen. Ein echt österreichisches Gerichts- Verhandlungen gegen die angeblichen Aufoie Jungczechen faktisch die einzige demokratische unter Intermezzo ist es, daß die Czechen vor Jahren verfolgt wiegler und Ruheftörer ergaben bis zur Evidenz, daß den bürgerlichen Parteien wären und so alle unzufriedenen wurden, weil sie jenes Resfript auf weiches" Papier niemand aufgewiegelt und niemand die Ruhe gestört als Elemente aus dem Kleinbürger- und Bauernstande an sich druckten, um ihre Verachtung auszudrücken, und daß die löbliche Polizei und die Soldateska. Es war eine gefesselt hätten. Die Regierung des Grafen Taaffe hat heute dasselbe kaiserliche Reskript von ihnen in furchtbare Blamage für den Statthalter und sein Systent. die unerhörte Dummheit begangen, einen Ausgleich zwischen Prachtausgabe herausgegeben, aber vom Staatsanwalt In dem Ausnahmszustand nun sucht man unsere ParteiDeutschliberalen und den Altczechen abschließen zu lassen, mit sammt der kaiserlichen Unterschrift konfiszirt genossen zu treffen, und obwohl ausdrücklich die junggerade in jenem Moment, wo diese altczechische Partei, wird. Dem Auslande mag das wunderbar erscheinen, in czechischen Demonstrationen als Ursache desselben angegeben welche durch ihr Bündniß mit den Feudalen kompromittirt einem Lande aber, wo es vor einiger Zeit vorgekommen ist, werden, zetert zugleich das halboffizielle Prager Abendwar, im Volfe endgiltig abgewirthschaftet hatte. Sie daß der Wortlaut der Staatsgrundgeseze tonfiszirt wurde, blatt" über die„ bedauerlichen jozialen Strömungen, welche glaubte mit der jungczechischen Bewegung jungczechischen Bewegung fertig erscheinen solche Dinge als normal. So wie die Regierung mit ihren gegen die herrschende Gesellschaftsordnung, gegen werden zu können. Durch diese Ignorirung des durch die letzten zwei Jahre alle czechischen Versammn- die bestehenden staatlichen Einrichtungen, gegen das heutige radikalen Elementes bekamen die Jungczechen neuen Wind lungen möglichst drangfalirte, sie beinahe so behandelte, als Regierungssystem gerichteten Tendenzen in immer weiteren in die Segel, und die letzten Wahlen machten sie zur wären sie sozialistische, so wie sie dadurch fortgesetzt den Schichten der Bevölkerung Anhang finden, den wechselalleinigen Vertretung im Lande; die Altczechen, mit denen Jungczechen ihre Agitation erleichterte und sie populär feitigen Kampf der einzelnen Klassen der menschlichen Gesellschaft der Ausgleich geschlossen war, waren vernichtet. Noch machte, so setzte sie ihrer aufreizenden Thätigkeit die Krone entfachen, das arbeitende Volk verleiten, die von ihm animmer war die Regierung verblendet genug zu glauben, auf, indem sie alle Versammlungen zu Ehren des kaiser gestrebten Rechte auf bessere Lebensdaß eine Vogelstraußpolitik irgend einen Effekt haben könne. lichen Resfriptes verbot. Als diese nun dennoch, auf gebedingungen seibst auf dem Wege der Gewalt zu Gie ließ den Kaiser bei verschiedenen offiziellen Anlässen ladene Gäste beschränkt, abgehalten wurden, wurden sie erzwingen." seine Abneigung gegen die Jungczechen in höchst unvers von der Polizei gewaltsam auseinandergesprengt Deutlicher kann der Wink mit dem Zaunpfahl nicht blümter und in konftitutionellen Ländern unmöglicher Art und der Anlaß Anlaß provozirt, um die Ausnahms- sein, und wir müssen darauf gefaßt sein, daß sich neben aussprechen. Die Folge war, daß die Demonstrationen, Verfügungen zu verhängen. Es ist klar, daß die dem versteckten Ausnahmezustand, mit welchem die Arbeiter die sich bisher nur gegen die Regierung richteten, nun- Regierung diesen Anlaß mit aller Gewalt und in in Prag stets geknebelt wurden, nun auch ein offen ausmehr einen antidynastischen Charakter bekamen. Eine vollem Bewußtsein provozirte, daß sie bereits am gesprochener gegen sie insbesondere in Anwendung kommen eigenthümliche Färbung erhielt aber die jungezechische Be- 22. August die fefte Absicht hatte, den Ausnahmezustand werde. Aber die österreichische Arbeiterschaft ist abgehärtet wegung vor allem durch den Antrag auf allgemeines unter allen Umständen zu verhängen, daß sie es aber in gegen Schandgeseze und Polizeiwillkür. Sie hat Wahlrecht, den sie einbrachten, allerdings ohne Ahnung der in dynastischen Dingen gewöhnlichen Liebedienerei und verstanden, mit dem Ausnahmegesez in Wien fertig zu davon, und ohne die Absicht, daß eine ge: Berlogenheit vermeiden wollte, den Ausnahmezustand mit werden, und sie wird auch mit dem Ausnahmezustand in waltige Boltsbewegung entſtehe. Die Jungczechen dem Geburtstage des Kaisers in Verbindung zu bringen. Prag fertig werden. find die einzige Partei in Defterreich, welche Das Motiv zur Ausnahmeverfügung ist also einerseits Schmählich über alle Maßen ist die Haltung der Elemente enthält, die radikal, ja sogar, wenn auch ziemlich in dem antidynastischen Zuge der jungezechischen Agitation deutschliberalen Presse. Die Verhängung des Ausnahmsfonfuse, sozialistisch genannt werden müssen, und die etwa gelegen, andererseits aber, und das wird auch von den zustandes wurde von ihr geradezu mit freudigem Indianerdem linken Flügel der französischen Radikalen unter offiziösen Blättern offen ausgesprochen, in dem Umstande, geheul begrüßt, und erst im zweiten Moment besinnt sie sich, Clemenceau's Führung entsprechen. Dieser politische daß die Regierung wünscht, Mittel in der Hand nicht etwa auf ihr Rechtsgefühl, aber auf ihre Diplomatie, Radikalismus schreckte die feudalen Verbündeten, welche zu haben, um die sozialistische Bewegung zu maß- und möchte die Verantwortung allein der Regierung überbisher gewohnt waren, die czechisch- nationale Strömung ein- regeln. Die czechischen Sozialdemokraten stehen selbst- lassen, ihre eigenen Hände aber in Unschuld waschen. Die fach als Kampfmittel gegen die Deutsch- Liberalen aus- verständlich den nationalen Don Quixoterien der Jung- vereinigte Linke wird, wenn am 10. Oktober das Abzuspielen, und in der letzten Session des böhmischen Land- czechen vollständig fern. Sie stehen mit dieser klein geordnetenhaus zusammentritt, in die sehr peinliche Vertages kam es zum offenen Bruch und höchst heftigen Szenen bürgerlichen radikalen Partei nicht um ein Haar besser, als legenheit kommen, wieder einmal für ein Ausnahmsgesetz zwischen den Jungczechen und den czechischen Feudalen. die deutsch- österreichische Sozialdemokratie zu den Deutsch- stimmen zu müssen, und zwar für ein Ausnahmsgesetz, das Der politische Radikalismus ist es aber auch, welcher die nationalen und Antisemiten. Trotzdem die Jungczechen gegen ihre direkten politischen Gegner gerichtet ist, und so Bewegung der Regierung und vor allem dem Hofe so uns sowohl durch Geld eine czechischnationale Sozialistenpartei jie selbst im Lande um den letzten Rest von Popularität angenehm machte. Eine Demonstration in Prag am schaffen, als auch durch demagogische Versprechungen die bringen muß. Ein Ausnahmsgeseh, das eine Regierung 18. August, dem Geburtstag des Kaisers, brachte sie um Arbeiterschaft an sich fesseln wollten, blieb ihrer Liebe Müh' verhängt, ist immer eine Brutalität und eine DummFeuilleton. [ 10 Der Aufruhr in den Cevennen. feuern, sowie es dieſem gelänge, einzudringen. Eine Erzählung von Ludwig Tieck. es Letzte sprach er wie im gebietenden Tone. Der Alte fab fassen wollte. Dieser wandte sich jetzt zu dem Herrn thu an, nahm den Schlüssel von der Wand und öffnete ihm des Hauses und sagte im weichen Ton: Ehrwürdiger felber die Thür. Der Jüngling ging um das Haus, nach Mann, ich schäße mich glücklich, daß ich Sie haben schüßen der anderen Seite. Edmund hatte sich mit angelegter fönnen; allerdings waren es einige Kamisards, hauptsächlich Büchse dem Thor gegenübergestellt, um in den Haufen zu aber ein Haufen von trunkenen Müllerknechten aus meiner Gegend, die sich mit anderem rohen und berauschten Volke zusammengefunden hatten; es war ein Glück, daß ich viele von ihnen kannte, so ließen sich die wenigen Kamisards auch beschwichtigen. Scheint es doch fast mehr wilde Lust als Bosheit gewesen zu sein. Empfangen Sie meinen Dank für Ihre edle Gastfreiheit, würdiger, verehrter Mann." Er neigte sich, der Alte schien fragen, schien ihn umarmen zu wollen, so zweifelnd ging der Augenblick vorüber, und der Fremde war schon in der Thür. Adieu, David!" schrie das Kind, da sah er noch einmal zurück, ernst, fragend, und erhob dann Augen und Hände wie betend, in dem er den Saal verließ. " " Blöglich erhob man ein ungeheures Geschrei, das wie ein Freudejubeln erklang und, sich wiederholend, durch alle Schaaren rund um das Haus lief. Hierauf ward alles plöglich still; doch nach einer Weile rief eine tiefe Stimme: Er nahm den Hut vom Kopf; wie bin ich doch Er muß heraus, der Mordknecht, hier auf dieser Stelle soll so unhöflich!" seufzte er, es war aber fast lächerlich, er zerrissen werden!" selbst in diesem Augenblick, daß er unter diesem noch die" Barmherziger Gott," schrie der Eremit vom Boden Schlafmüße trug, ohne es zu wissen, und in dieser nach auf, das ist der entseßliche Catinat, der fein Erbarmen allen Winkeln des Saales umher irrte, den Hut in der kennt!" Hand. Jetzt schlich der Jäger herein, nahm seine geladene Man hörte nach einigem Wortwechsel die hohe und fast Flinte vom Gefims und stellte sich leise in den Kamin. heisere Stimme des Jünglings: Schiveigt alle!" rief er Wohin?" schrie ihn Edmund an; heraus mit der Büchse, in großer Heftigkeit; mehr konnte man nicht verstehen, Die Zurückgebliebenen sahen sich an, als wenn sie ein ihr alle müßt Euch mehren!" Unmöglich," stotterte der weil sich ein undeutliches Gemurmel erhob. Das Kind Wunder erlebt hätten. Das erste Morgenlicht dämmerte Wiensch, geben Sie den alten Bösewicht heraus, sonst ist sagte, indem es unter den ganz aufgelösten blonden, langen schon, und man sah nun den dunkeln Haufen über den das ganze Haus verloren, ich kenne die Kamijards." Haaren herausblickte:" Gebt acht, mein Davidchen wird den Berg hinwegziehen. Edmund stand tiefsinnig, und der Alte Schurke!" tobte der Jüngling, wo ist der Müller? großen Goliath da noch erretten." Die Schaaren draußen gab sein Gewehr dem Diener, um es fortzubringen, nachdem Noch im Bett? Ihr alle, ihr Elenden sollt euch mit mir ordneten sich und zogen ab, der Jüngling fam erhitzt und er vorher das Schloß in Ruhe gesetzt hatte. Beschämt vertheidigen, selbst der weichliche, ohnmächtige Bube soll fast athemlos wieder zur Gartenthür herein; er ging zum nahte sich der Eremit, es war, als wäre er viel kleiner, als mit uns gemeinsame Sache machen." Der Eremit betete Eremiten, der noch immer am Boden lag, sah ihm starr er gestern erschien. Ich verlasse Ihr Haus, Herr Baron", am Boden, alles schrie im Saale durcheinander, aber kein ins Auge, faßte ihn dann an der Brust und sagte:" Steht jagte er faum vernehmlich, mit zerknirschtem Herzen; fast Wort vernehmlich; alles ging in dem Sturme unter, der auf, Gott hat Euch heut' noch verschont, Ihr seid sicher, hätte ich den Nusegen meiner Verirrung über Ihr ehrsich von draußen immer gräßlicher erhob. Jetzt brachen begebt Euch zur Stadt oder nach Hause." Dann ging er würdiges Haupt gezogen, aber der Herr hat es abgelenkt." Scheiben, das Thor frachte und schien nachzugeben, als mit zum Jäger und sagte ihm einige Worte ins Ohr, worauf Er ging hinaus auf den Weg nach Nismes; der Jäger fast sorgloser Miene der junge Müllerbursche hereintrat, diefer plöglich entsetzt in die Knie stürzte und Barm- hatte sich schon forgeschlichen." Herr Parlamentsrath", riek indem er sein Halstuch unbefangen zufnüpfte und rief: herzigkeit!" rief." Du schweigst!" sagte der junge der Pfarrer," Sie haben uns heute nicht im besten Lichte Lassen Sie mich hier zur Hinterthür hinaus, ich will mit Müller heftig. Der Pfarrer machte Miene, als gesehen, nun alles glücklich vorüber ist, bin ich wieder ein den Rajenden sprechen; den Schlüssel her. schnell!" Dies wenn er die Knice des wunderbaren Jünglings um- Mann, der Wuth sammelt sich wieder bei mir; ich könnt. " " " heit;■ ein Ausnahmsgesey. dem eine Partei ,u. stimmt, ist immer keine nnauslöschliche Schmach. iE? lvird diese Schmach wieder auf 5, mt Recht hat der„Vorwärts" in letzter Nummer ausgeführt, daß die Situation der Liberalen günstig sei, wenn sie männlich aufzutreten verstehen: aber die Liberalen sind alte Weiber, und ärger als das, sie sind die byzantinischsten Schweifwedler, welche Oesterreich kennt, und das will viel sagen. Die Linke wird dem Grasen Taaffe das verlangte Ausnahmegesetz mit Vergnügen apportiren und von ihn» mit dem verdienten Fußtritt belohnt werden � Eine geschichtliche Nemesis aber liegt darin, daß die heutige stiugczechische Partei eine ganze Reihe von Mitgliedern zählt, die seinerzeit dem gegen die Sozialisten gerichteten Wiener Ausnuhmezustand zugestimmt haben, allerdings, wie der Ab- geordnete A d a m e k erklärte,„mit blutendem Herzen". Wir sind nicht sentimental, unser Herz blutet nicht, aber wir verurtheilen jedes Ausnahmegesetz, auch wenn es gegen Gegner gerichtet ist, und noch mehr, wir machen es illu- sorisch. e Entwicklung der politischen Dinge in Oesterreich fnr die vächste Zeit läßt sich weniger als je voraussehen, denn in keinem anderen Laude sind die Schwaiiknngen so jah u>id unvermittelt außer in Rußland, weil sie hier wie dort nnteL dem direktesten persönlichen Einfluß des Mon- archen stehen. Eins ist zu hoffeil. Die czcchischen Feudalen werden gezwungen sein, für den Ausnahmezustand zu stimmen, möglicherweise auch„mit blutendem Herzen". Aber sie rrerden dadurch definitiv und für immer das Tuch zwischen sich und den Jungczcchen entzweigeschnitten haben. Diese mächtigste Gruppe in unserem parlamentarischen Leben wird immer mehr isolirt, und gerade dadurch eines der wesentlichsten Hindernisse für den Fortschritt zum Theil be- festigt. Daß die jungczechische Bewegung durch den Aus- nahmezustand nicht unigebracht werden wird, ist klar. Wenn das czechische Klcinbürgerthum auch durchaus nicht die Energie und den Muth des Proletariats hat, so ist es weit entfernt von der Feigheit und Knechtscligkeit der deut- schen Bourgeoisie und noch zu viel hussitische Traditionen sind in ihm lebendig. Es ivird stürmische Tage geben, zumal wenn der Ausnahmezustand vom Parlament angenommen und, wie voraussichtlich die jungczcchischen Abgeordneten den Reichsrath verlassen; übrigens ist es auch möglich, daß sie diese in der letzten Zeit oft wiederholte Drohung nicht wahr machen, sondern erklären, daß sie gerade zur Zeit des Ausnahmezustandes die letzte Tribüne, die ihnen offen bleibt, auch besetzt halten müssen. Was immer auch ge- schehen möge, die Stellung des Grasen Taaffe wird dadurch � nicht erschüttert werden. Hn Oesterreich tobtet weder die Dummheit noch die Lächerlichkeit, geschweige das politische Verbrechen. Ewig heiter lächelnd und ge- mütblich witzelnd tänzelt der Gras wie das Reich dem Ab- gründe zu. Volikifcho Ute&eifftrfjf. Berlin, den 16. September. Dem Bundesrath soll nack der„Kreuz-Zeitung" ein Antrag Preußens, betreffend Abänderung der Gewerbe-Ordnnng, vorgelegt werden, wobei es sich namentlich um die Abänderung des Z 35 handeln soll. § 35 bestimmt, daß die Ertheilnng von Tanz-, Turn- und Schwimmunterricht als Gewerbe, sowie der Betrieb von Badeanstalten zu untersagen ist, wenn Thatsachen vorliegen, welche die Unzuverlässigkeit des Gewerbetreibenden in bezug aus diesen Gewerbebetrieb darthun. Denselben Bestimmungeil wird der Trödelhandel, der Handel mit Dynamit oder andern Sprengstoffen, sowie das Geschäft von Rechts- konsulenten, von gewerbsmäßigen Vermittelungsagenten für Immobiliarverträge, Darlehen und Heirathen, von Ge- sindevermiethern, Stellenvermittlern und Auktionatoren unter- worfen. Zugegangen ist dem Bundesrath ein Gesetzentwurf, durch den unter Abänderung der Gewerbe-Ordnung der an- geblich„bei vielen Inhabern von Droguenhand- � l u n g e n bestehenden starken Neigung, den Vorschriften über den ihnen verbotenen Vertrieb von Arzneimitteln be- harrlich szuwidcrhandeln, entgegengetreten werde» soll." Ihnen jetzt zeigen, daß ich keine Memme bin, wenn ein paar der verruchten Kerle znrückkehrcn wollten. Empfangen Sie meinen Dank, verehrter Herr, sowie Sie, mein junger— aber, was seh' ich?" Jetzt wurde er erst gewahr, daß er mit dem Hut in der Hand höflichen Abschied nahm und noch die Schlafmütze auf dem Kopfe trug,— er riß diese beschämt herunter und steckte sie in die Tasche,—„das ist noch das Aergste von allem!" sagte er, im ganzen Gesichte roth,„da sieht man, wohin der vernünftige Mann in diesen verwirrten Zeiten kommen kann." Cr verbeugte sich noch einmal kurz und ging hinaus. „Wer war dieser Jüngling?" rief der Alte.—„Wohl einer von den Verruchten", sprach Edmund im heftigsten Zorn; ich hätte vielleicht Gott und dem Könige einen Dienst geleistet, ihm noch diese Kugel nachzusenden!"—„Vater", sagte das Kind,„glaube mir, der Engel Gabriel ist er gewesen,' und Bruder Edmund wird sich noch bekehren und ihn ebenso lieb gewinnen, wie ich ihn habe."— „Geh wieder schlafen, Kleine," sagte der Vater,„Du be- darfst der Ruhe, armes Kind."—„Das war keine gute Nacht," rief Eveline;„nun, guten Margen, Vater, sieh, es wird so schön hell." Sie ging mit den weiblichen Dienst- boten, und nur Edmund und der Vater blieben im Saale zurück. Lange waren sie stumm, endlich nahm Edmund sein Gewehr und sagte:„Was denken Sie von diesen allen und namentlich von diesem räthselhaften Burschen, der sich so unschuldig, so unbefangen anstellen kann?"—„Ich mag meine Gedanken nicht aussprechen," antwortete der Vater, „sie möchten vielleicht zu abenteuerlich klingen. Du willst uns wieder verlassen, mein Sohn? Und kommst auch wohl nicht zu Mittage zurück?" „Sie kennen," versetzte Edmund,„meine Leidenschaft zur Jagd, meine Freude an den Bergen und Wäldern, die Natur erhebt uns über alle Leiden, sie stärkt unsere Gefühle, sie begeistert und giebt uns jene herrliche Kraft, die im gewöhnlichen Leben und in der Gesellschaft nur zu oft er- lahmen will. Nach dem Gewitter bekommen wir heut' einen herrlichen Tag, ich will alles vergessen, was ich hier erlebt habe." „Bringen wir einen frommen, geläuterten Sinn," sagte der Vater,„der Natur entgegen, so wird sie uns der heiligste Offiziös wird geschrieben:„Diese Uebertretungen erstrecken sich namentlich auch auf die Anfertigung von R e- z e p t e n ohne Rücksicht darauf, ob diese Gifte enthalten oder nicht, so daß der Volksmund solche Droguenhandlungen bezeichnend mit dem Namen„wilde Apotheken" belegt. Er- höht wird die Gefährlichkeit dieses gesetzwidrigen Treibens dadurch, daß die Zubereitung der Medikamente meist durch ein unberufenes und ungeschultes Personal erfolgt, und daß die gebotene Sorgfalt dabei gänzlich außer Acht bleibt. Alle bis- herigen Bemühungen, diese Unzuträglichkeiten zu beseitigen, sind erfolglos geblieben. Man hat daher zur Aufstellung gesetz- licher Bestimmungen Zuflucht nehmen müssen. Um indeß Härten bei der Untersagung des Gewerbebetriebes des Droguen- und Chemikalienverkanss zu vermeiden, hat man die spätere Wicderausübung des untersagten Gewerbe- betriebs zugelassen, dabei jedoch, um einer allzu weit gehen- den Milde vorzubeugen und die Wirksamkeit des Mittels der Untersagung des Gewerbebetriebes nicht allzu sehr ab- zuschwächen, eine Mindestdauer der letzteren vorgeschrieben, für die diese unter allen Umständen in Kraft bleiben soll." Die bevorrechtete Zunft der Apotheker, die mit ihren Apotheken wie mit Baumwollballen spekulircn und un- geheure Profite einsäckeln, wird diese Maßregel, die die Monopolpreise der Apotheken schützen wird, mit Freuden begrüßen. Sind in der That erhebliche Mißstände durch die Thätigkeit der„wilden Apotheken" verursacht worden, so beseitige man sie, aber man gehe endlich an die Reform der viel schlimmeren Mißwirthschast des Apotheken- Wesens.— Der Ruin der kleinbäuerliche» Wirthschasten gehört zu den unvermeidlichen Konsequenzen unserer Wirth- schaftsordnung und tritt in der ungeheueren Zahl der Zwangsversteigerungen immer deutlicher zu Tage. Diesen Prozeß aufhalten zu wollen, wäre eine Utopie, aber es ver- trägt sich mit dieser Erkenntniß durchaus, gewisse unnöthige Schärfen der Entwickelung im Interesse der untergehenden Bauernschaft zu mildern. Dahin zielt ein Gesetzesvorschlag, den Dr. Leo A r o n s in der neuesten Nummer des „S o z i a l p o l i t i s ch e n Z e u t r a l b l a t t s" in betreff der Zwangsversteigerungen bäuerlicher Güter macht, und von dem wir hier Notiz nehmen, weil wir ihn für sehr beachtenswerth und diskutabel halten. Mit Recht erscheint die von Arons festgestellte Thatsache, daß ein Bauer, wenn seine Schuldenlast ihn zur Zwangs- Versteigerung zwingt, sein Gütchen in vielen Fällen nur darum um einen Spottpreis an seine Gläubiger fallen sieht, iveil es an einem kaufkräftigen Bieter fehlt, als ein Miß- stand der schlimmsten Art. Würde ein reelles Gebot er- folgen, so bliebe dem Bauer in manchen Fällen noch eine kleine Summe, die ihm zur Begründung einer neuen Existenz verhelfen könnte. Um hier Hilfe zu versuchen, macht Arons den Vorschlag, daß die Gemeinden, in denen die zur Zwangs- Versteigerung gelangenden Grundstücke liegen, bis zu einer gewissen Preishöhe als Bieter auftreten mögen. Er fordert ein Reichs- oder Landesgesetz, das er seinen Grnndzügen nach folgendermaßen formnlirt: „Bei jeder in ihrer Gemarkung stattfindenden Zwangsver- fleigerung eines Grundbesitzes bis zu Sil Hektar tritt die Ge- meinde als Bieter bis zur Höhe eines bestimmten Vielfachen des Katastral-Reinertrages auf. Im Fall des Zuschlages erhält sie vom Staat die Baarmittel zu 8>/e(oder 3�») pCt. als Darlehen. Für dieses Darlehen haftet k. das erworbene Grundstück, welches bis zur völligen Rückzahlung im Gemeinde- besitz bleiben muß, 2. die Gemeinde selbst." In betreff der Einzelheiten verweisen wir aus den Aufsatz von Arons selbst.— Die Muckerei gedeiht in Preußen. Der preußische Staatshaushalt hat zivar kein Geld für die Fort- bildungsschulen übrig, aber es finden zur Zeit zwischen dem Kultusminister und dem Oberkirchenrath Verhandlungen darüber statt, ob in den Fort- bildungss�>ulen der— Religionsunterricht zur Einführung gelangen soll. Selbstverständlich könnte diese Einführung nur unter Schädigung der übrigen Fächer, für welche die Stundenzahl gekürzt iverden müßte, erfolgen. „Die Religion muß dem Volke erhalten bleiben"!— Ueber Demagogie im konservativen Lager leit- artikelt das Caprivi'sche Organ, die„Norddeutsche Allgemeine Zeitung". Sie geht aus von dem in der„Konservativen Tempel, Psalmen und Lobgesänge tönen dann unserer frommen Begeisterung. Aber ihre dunkeln Felsen und Wasser- fälle, ihre wüste Einsamkeit, niit den schwarzen Wolkenmassen drüber brütend, ihr wildes Echo kann auch verstörte Sinne noch unruhiger aufregen, den tobenden Geist noch mehr reizen, denn sie antwortet nur in der Weise, wie man sie fragt." „Ich werde sie also auf meine Art zur Rede stellen," antwortete Edmund halb trotzig,„Wald und Berge werden mich doch vielleicht eher als die Menschen verstehen." Er verbeugte sich und ging durch den Garten, indem schon das Morgcnroth hinter den Weinreben herabfunkelte.— „Er geht doch ivieder nach Mais hinüber," seufzte der Alte, „und die wilde Begeisterung für Natur endet dann bei Lichtern im Saal, unter Kartenspiel und frivolem Gespräch und Witz. Wehe mir, daß ich so in ihm die Züge meiner Jugend entstellt und übertrieben verzeichnet wieder- erkennen muß!" **' Die Lichter brannten schon, als Edmund vor einem großen Hanse stand, unschlüssig, ob er hineingehen sollte. „Sie hat wieder Gesellschaft, ivie immer," sagte er zu sich selbst,„und wie werde ich mich unter den geputzten Damen mit meinem bestäubten Jagdanzuge alisnehmcn? Indessen sie ist gütig und nachsichtig, mein Weg ist weit, die Fremden sind es auch schon an mir gewohnt." Er stieg hinauf und legte im Vorsaal Büchse und Jagd- lasche ab. Der Diener eröffnete ihm das Zimmer, und er fand nur wenige Gesellschaft, die beiden alten Tanten des Fräuleins und einige jüngere Damen der Stadt, an zivei Spieltischen festgehalten, und auf ihre gewöhnliche Weise von einem alten Kapitän unterhalten. Man erzählte sich von der gestrigen Niederlage der Kamisards, und wie sie sich doch wieder gesammelt hätten und ihre Hauptansührer entronnen seien.—„Wo ist das Fräulein?" fragte Edmund die Frau von Courtcnai.—„Aleine Nichte," erwiderte diese,„ist drinnen, nicht wohl, wie sie sagt; sie hat einmal wieder ihre Launen, und kein Mensch kann mit ihr fertig werden; vielleicht können Sie sie erheitern, oder vielleicht ist sie auch verdrießlich, daß der Herr Marschall nicht ge- kommen ist."(Fortsetzung folgt.) Korrespondenz" zitirten Satz der G ö h r e' schen Schrift: Drei Monate Fabrikarbeiter:„Wenn in ferner oder iiaher Zukunft selbst der radikalste sozialistische Staat heraufziehen würde... was thut das uns?" jammert gleich dem„Reichs- boten" und unter dem dröhnenden Beifall der„Kreuz- Zeitung" darüber, daß die Sozialdemokratie abfärbe und redet von der„Scham" und dem„heiligen Zorn", der jedem Konservativen über solche Aussprüche in die Wangen steigen müsse. Die„Norddeutsche Allgem. Zeitung" von„Scham" und„heiligem Zorn" reden hören, ist gerade so erbaulich, wie eine Sittenpredigt etwa von Frau Hurtig oder Dort- chen Lakenreißcr zu hören. Daß ihr und den Junkern jede anständige Kritik des Sozialismus und jeder Versuch, die Arbeiterbewegung ernsthaft zu erfassen, ein Greuel ist, leuchtet ein. Wir haben über den Sekretär des evangelisch- sozialen Kongresses schon vor Jahresfrist geschrieben, daß es für ihn nur ein Entweder— Oder gebe, daß er folge- richtig demokratischer Sozialist werden oder als ideologischer Utopist scheitern müffe. Nun die Gebärdenspäher der ReptftieiiprestX das Kesseltreiben gegen ihn eröffnen Und ihn als Demagogen brandmarken, der den Dolch im Gewände die bürgerliche Gesellschaft beschleiche, geht ihm vielleicht die Erkenntniß auf, daß hier kein Mundspitzen mehr hilft, daß gepfiffen werden muß. Er gilt als„Aufwiegler", der große Kirchenbann ist gegen ihn geschleudert. „Es thut mir in der Seele weh, Das ich Dich in der Gesellschaft seh."-- Wie der Zensus wirkt. Die„Frankfurter Zeitimg" schreibt: „Berichte, die aus den verschiedenen Provinzen vorliegen, stimmen darin überein, daß ein Bewegung für die Landtags- Wahlen nicht recht in Fluß kommen will. Es herrscht eine kaum besiegbare Gleichgiltigkeit und weitgehende Unlust, von einem Wahlrecht Gebrauch zu machen, bei dem die große Mehrheit d?r Wähler von einer wohlhabenden Minderheil mit Sicherheit überstimmt wird. Dabei hat das allgemeine politische Interesse. wie sich an den Zentralstellen der einzelnen Parteien konstatiren läßt, nicht etwa abgenommen. Es herrscht sogar, trotz der Niederlage bei den Reichstags-Wahlen, inner- halb der freisinnigen Partei ein reger Eifer, der bei den Vor- bereitungen zu den provinziellen Parteitagen zum Ausdruck kommt." Die große Maffe der preußischen Bevölkerung hat eben nichts zu schaffen mit dem an den Geldsack geknüpften Dreiklassen-Wahlrecht.— Agrarisches. Der Bund der Landwirthe hat Geldnoth. Der Vorstand des Bundes erläßt deshalb ein Mahnschreiben, worin er mittheilt, daß die bei Begrün- dung des Bundes„in gewaltiger Begeisterung gezeichneten beträchtlichen Summen" von einmaligen Beiträgen zum großen Theil noch nicht gezahlt worden seien. Man möge deshalb die Beiträge möglichst sofort im Interesse einer geregelten Kasseiiführung an die Bundeskasse abführen. Die offiziöse„Norddeutsche Allgemeine Zeitung" ver- öffentlicht im Interesse des Bundes den Mahnruf. Vielleicht wird in den Reichshaushalt ein Posten eingesetzt, der für die nothleidenden Großgrundbesitzer zur Unterstützung ihres Brotvertheurcr-Bundes ausgeworfen wird. Der Wohlthätig- keit sind keine Schranken gesetzt. Wie weit die Frechheit der Agrarier, die die Feigheit des Bürgerthums richtig berechnen, geht, beweist folgendes Geschichtchen. In dem erzgebirgischen Städtchen Berg- gieß h übel, das etwa 1500 zumeist wenig bemittelte Einwohner zählt, wurde dieser Tage in der Genieinderaths- Sitzung eine Vorlage eingebracht, die es ermöglichen sollte, dem Majoratsherrn Baron von Friesen- Le isen„der herrschenden Futter n oth wegen" ge- wisse Steuern zu erlassen. Diese merkwürdige Vor- läge wurde nun zwar mit 7 gegen 5 Stimmen abgelehnt, doch war, wie die„Sächsische Arbeiter-Zeitung" meldet, die Sache damit noch nicht erledigt. Dem schwer reichen Herrn Baron wurden trotzdem 155 M. Steuern erlassen. Noch interessanter wird dies Geschichtchen, wenn man erfährt, daß vorher beschlossen worden war, einige arme Steuer- r e st a n l e n pfänden zu lassen.— Zu der Neisser Maftregelungsgeschichte, die der „Vorwärts" als einen Beitrag zur Sozialpolitik des Herrn Thielen verzeichnet hat, bemerkt die„Breslauer Morgen-Zeitung":„Was erreicht die Eisenbahnbehörde durch solche Maßregelungen? Daß nun die Werkstatt von sozial- demokratischen Elementen gereinigt sei, glaubt sie doch selbst nicht, wohl aber darf sie versichert sein, daß sie aus einem vielleicht ganz harmlosen Arbeiter einen unver- söhnlichen Sozialisten gemacht hat. Wollte die Behörde alle Anhänger Bebel» ans ihren Werkstätten verbannen, sie würde— fürchten wir— nicht viel Leute zurück- behalten. Die Leute brotlos machen, ist nicht der richtige Weg, sie dem Glauben an den Zukunftsstaat abzugewinnen." Die Eisenbahnarbeiter wissen, weshalb sie sich der Arbeiter- partei anschließen, mag dies auch für den Liberalismus schmerzlich sein. Daß das Regieme Thielen Sozialdemo- krateu züchtet, ist nicht zu bestreiten.— Ter Fall Hofmeister gestaltet sich immer seltsamer. Ans W ü r z b n r g wird/ gemeldet, daß Lieutenant Hof- meister der Würzburger Universitäts-Jrreiianstalt„zur Be- obachtung" übergeben worden ist. Als wir vorgestern die Hoffnung aussprachen, daß der Verhandlungstermin nun endlich ein endgiltiger sein-verde, wußten ivir, weshalb wir mit einigem Zweifel die Nachricht buchten. Daß aber die Sache nach halbjähriger Untersuchung anscheinend wieder verschleppt werden wird, das erscheint unerhört. Hat man nicht vorher Zeit gehabt, eine solche Untersuchung anzn- ordnen?— Der Taaffe brntalisirt weiter. In der Provinz Böhmen werden sozialdemokratische Arbeitervereine und jungczechische Klubs aufgelöst, in Prag haut � die Polizei mit blanker Klinge ein, wenn Arbeiter sich vor einer Fabrik ansammeln, kurz die österreichische Regierung, applaudirt von der verkommenen liberalen Bourgeoisie, wirthschaftet mit allen Mitteln der schäbigsten Reaktion. Die Regierung kann auf diese Weise der Wahlrechts- bewegung Schwierigkeiten bereiten und die verhaßte Sozial- dcmokratie— denn diese ist der Feind, den Taaffe in erster Reihe treffen will— durch Zwangsmaßrcgcln chikaniren.— Gegen die Soldatenmiffhandluugett in der ö st e r- reichisch-nn garischen A r m e e hat der Leiter des Kriegsmiuisteriums, Frhr. v. Merkt, einen Rcservatbesehl an die Korpskommandanten erlassen, in dem es u. a. heißt: „Die Klagen über Mißhandlungen der Mannschaften mehren sich in auffallender Weise. Sie sind, wenngleich häufig in außenstehenden Antworten nicht günstiger lauten werden. E3 der Darstellung übertreibend, doch zumeist fachlich gerecht- herrscht darum eine große Aufregung unter den Bergleuten fertigt. Der Grund zu diesen bedauerlichen Erscheinungen und zwar nicht nur in Pas de Calais, sondern auch im liegt vornehmlich in ungenügender Belehrung und mangel beckens die in Bens aufgestellten Forderungen ebenfalls Norddepartement, da die Arbeiter dieses Kohlenbafter Beaufsichtigung, sowie der zu nachsichtigen Beurtheilung solcher Delikte. Dieser Angelegenheit ist daher volle abend erwarten. Auch die Kohlenarbeiter des Loire Des zu den ihrigen gemacht haben und die Antwort darauf Sonne Beachtung zuzuwenden, und sind gegen Ausschreitungen| partements regen sich und wollen nächsten Sonntag in der der bezeichneten Art die strengsten Maßnahmen zu treffen. Arbeitsbörse von St. Etienne eine Versammlung abhalten, in Jusbesondere sind Offiziere, welche ihre Untergebenen gröb- der sie, den eben eingetroffenen Nachrichten zufolge, nicht nur die lich mißhandeln, sowie Kommandanten, welche dawider nicht Forderungen der Grubenarbeiter von Pas de Calais zu den energiſch Abhilfe zu ſchaffen wissen, als zur Kommandoführung ihrigen machen, sondern in erster Linie auch den achtstündigen ungeeignet anzusehen und demgemäß zu qualifiziren. Zu Arbeitstag verlangen wollen. Man hält somit einen nächst sind Ende September dieses Jahres, dann am arbeiter für wahrscheinlich und zwar für um so wahrschein Generalstreit der französischen Gruben= Schlusse jedes Duartals von dem Militär- Territorial- licher, als auch die belgischen Grubenarbeiter bereit sind, für eine Kommando in besonderen Nachweisungen die in ihren Be- zehnprozentige Lohnerhöhung zu streiken. Inzwischen schießen, reichen anläßlich von Mißhandlungen verfügten gerichtlichen ehe man noch weiß, ob nicht noch in letter Stunde ein und disziplinaren Bestrafungen von Offizieren und bei Schiedsgericht angerufen werden wird, die Kohlensolchen bemerkenswerthen Fällen auch bei Unteroffizieren preise enorm in die Höhe. Die Unternehmerbande weiß doch unter kurzer Darstellung des Thatbestandes dem Reichs von allem Profit zu ziehen! Kriegsministerium zur Kenntniß zu bringen." Solche Erlasse bringen leider wenig Nuzen, wie die Erfahrung bei uns deutlich zeigt. Wenn nicht das System um gewandelt wird, ist an eine Abstellung der Mißstände nicht . zu denken, Der Jahreskongreß der franzöfifchen Arbeiter partei, der voriges Jahr in Marseille tagte, wird dieses Jahr in Paris zusammentreten und zwar am 7. Oftober. Die Tagesordnung ist: 1. Die Arbeiterpartei und die letzten Wahlen. 2. Die Aktion der Gewählten der Arbeiterpartei in der Kammer und im Lande. 3. Die sozialistische Propaganda und Organisation auf dem Lande. 4. Die Finanzen der Partei. 5. Neuwahl des Nationalraths. Die Einladungen zu diesem 11. nationalen" Kongreß find von den beiden Sekretären der Arbeiterpartei: Guesde und Lafargue unterzeichnet. Dann war Elia junior als Schiffsagent u. f. w. thätig", stahl nebenbei seinen besten Freunden Geld und Uhren, erhob gefälschte Werthsendungen auf der Post, schwelgte mit Dirnen und verspielte das Geld feines Vaters, wie die Mitgift seiner inzwischen heimgeführten schönen jungen Frau. Nach seiner ersten Verurtheilung zu drei Monaten schob Papa sein Söhnchen nach Buenos- Ayres ab, wo der Taugenichts es keine vierzehn Tage lang aushielt. Gr fehrte nach Italien zurück und organifirte seine neue Thätigkeit, bei welcher er zweifelsohne Spießgesellen gehabt hat. Elia lebte, wie gesagt, herrlich und in Freuden und unterhielt in allen größeren Städten Freundinnen in luxuriös ausgestatteten Wohnungen; bei vielen derselben fand man auch gestohlene Koffer. Dem Verhafteten begegnete man seltsamer Weise(?) mit einer unbegreiflichen Rücksicht; als man ihm zum Beispiel ein dem General Maloria gehöriges Pincenez, das er auf der Nase trug, konfiszirte und Elia absolut einen Kneifer verlangte, so beeilte fich der Polizeitommissar, ihm einen neuen Kneifer zu kaufen. Schon jetzt weisen übrigens gewisse Blätter darauf hin, daß der Fall in das Gebiet der Kleptomanie"(?) fallen dürfte, so daß eine endliche Freisprechung nicht unwahrscheinlich sei." Sie sind ja alle„ Kleptomanen", die Panamisten, die Depotdiebe, die Sommerfeld und Wolff! Der Streit im Pas de Calais, an der belgischen Grenze, ist inzwischen beschlossen worden und wird nächsten Montag beginnen. Und es wird weiter gemeldet, daß die vermuthlich durch Militär, was leicht zu Konflikten führen Grubenbesizer am Montag die Gruben„ absperren" wollen, Friedrich Engels, der Nestor der sozialdemokratischen könnte. Auch im Nord- Departement soll der Ausstand am Partei weilt in Berlin. Wie den Parteigenossen bekannt, hat Montag anfangen, so daß an der ganzen Nordgrenze Engels anfangs August von London, seiner zweiten Heimath, Frankreichs gegen Belgien hin, wo ebenfalls der Aus- aus sich nach der Schweiz begeben und in Zürich als Ehrenbruch des Streits bevorsteht, die Grubenarbeit eingestellt präsident der letzten Tagung des internationalen Arbeiterfongresses beigewohnt; von der Schweiz, wo er sich einige wäre. " wird uns von Ort und Stelle geschrieben, daß die Berichte am Mittwoch Abend als Ehrengast in einer glänzend verZu den ,, Kravallen" der englischen Bergarbeiter Wochen aufhielt, bereiste er mit Bebel Desterreich; Wien sah ihn der Zeitungen über Gewaltthätigkeiten der Arbeiter ent- laufenen sozialdemokratischen Parteiversammlung. Heute, Sonnweder ganz erlogen oder schamlos übertrieben sind; daß abend Nacht, kam er in Berlin an. namentlich das Reuter'sche Bureau, dem das Wolff'sche Seit fünfzig Jahren betritt Friedrich Engels heute Berlin feine Nachrichten entnimmt, systematisch lügt; und daß bei zum ersten Male. Aus der damaligen Kleinen Beamten- und den Zusammenstößen mit der bewaffneten Macht die Ar- Garnisonsstadt ist in dem verflossenen halben Jahrhundert die ge= beiter durchweg der angegriffene Theil waren. Nun- das waltige Metropole geworden, auf beren arbeitende, revolutionäre hatten wir nicht anders erwartet. Nähere Nachrichten sind Man sieht, es sind lauter praktische Fragen, mit denen uns in Aussicht gestellt. Die Sache der Arbeiter steht Bevölkerung die Augen aller Profetarier gerichtet sind. Im unsere Genossen in Frankreich sich beschäftigen. Jahre 1842 genügte Engels hier als Kanonier seiner militärischen schreibt man uns. Wir wünschen das Beste. Sie find gut" der unfruchtbaren Wortstreitigkeiten und theoretischen SilbenDienstpflicht. ftechereien nachgerade müde geworden. Die letzte Wahl hat Abstimmung in Nottingham stimmten gegen die theil schehen! Das deutsche Bürgerthum erwachte, es machte seine Der englische Grubenarbeiter- Ausstand. Bei der Was ist in den legten fünf Jahrzehnten nicht alles gegezeigt, welche Macht dem Sozialismus zur Verfügung steht. weise Wiederaufnahme der Arbeit 92 348 Arbeiter, dafür Revolution von 1848, fein letzter fläglicher Versuch, sich der ReSie muß jetzt organisirt und disziplinirt werden, damit sie zur Geltung kommt und vorhandene Kräfte auch zweck- 51000; gegen das Schiedsgericht 141 485, dafür 486; gierung selbständig gegenüberzustellen, erstickte in der Blut- und mäßig verwendet werden. Geschieht dies, so ist dem gegen die Herabsetzung der Löhne 145 000, dafür 21 300. Eisenpolitik des Besiegten von Varzin, und der einft so bitter Sozialismus in Frankreich der Sieg sicher! Der Kongreß der italienischen Sozialisten in Gehaßte wurde der Nationalgöße der feist und behäbig geReggio, dessen Beschlüsse wir demnächst vollständig mitzu- wordenen Bourgeoisie. theilen gedenken, ist mit einer großen öffentlichen Kundgebung Unter dem militärischen Glanz, in welchem das neue Deutsche geschlossen worden. Bemerkenswerth ist die Verhaltungsregel, Reich entstand, erwuchs aus unscheinbaren Anfängen die gewelche für die Kammer- Abgeordneten beschlossen wurde: den. Benoit Malon wird morgen in Paris beerdigt mer Im Namen der deutschen Sozialdemokratie wird Leo Frankl einen Kranz auf dem Grabe des todten Genossen nieberlegen. Malon ist 52 Jahre alt geworden. Im Jahre 1841 als Sohn eines armen Bauern bei 1. Die Parteivertreter haben sich geschlossen den waltige, völkerbefreiende Kraft, die dem Proletariat die ersehnte St. Etienne geboren, ging er, sobald er start genug war Bourgeoisvertretern gegenüber zu stellen; 2. haben in der und erhoffte Befreiung bringen wird. Neben den waffenzum arbeiten, nach Paris, wurde Handlanger, Lastträger Rammer nur für sozialistische Biele einzutreten; 3. haben starrenden Bataillonen unseres„ herrlichen Kriegsheeres" erblühten und dann Färber. Mitte der 60er Jahre trat er an die durch einen gemeinsamen Schriftführer in lebhaftem Verkehr die Heerschaaren des kämpfenden, fiegesgewiffen Proletariats, Spitze eines Konsumvereins, 1868 wurde er Mitglied und mit der Gesammtpartei zu stehen; 4. müssen bei allen dem neben unseren dahingeschiedenen Vorkämpfern Lassalle und einer der eifrigsten Apostel der Internationalen Arbeiter- Reden im Parlament entschieden betonen, daß die Partei Mary Friedrich Engels die schneidigsten, geistigen Waffen ge Assoziation, was ihm eine Gefängnißstrafe von 3 Monaten teinerlei Zutrauen zu den von der Bourgeoisie zum Zwecke schmiedet hat. einbrachte. Das folgende Jahr( 1869) war er Delegirter ihrer Selbsterhaltung versuchten Reformen hat; 5. haben Wenn Friedrich Engels heute mit seinen 73 Jahren die auf dem Baseler Kongres, anderthalb Jahre später sich dem Urtheil der allgemeinen und der Provinzverſamm- Reichshauptstadt erblickt, so mag es ihm ein frohes und erhebendes Mitglied der Kommune. Nach der blutigen Mai- lungen unterzuordnen; 6. und sollen beim Ausbruch von Gefühl sein, daß aus der verknöcherten und verzopften Residenz Arbeitseinstellungen, namentlich am 1. Wai, sich auf ihren des Königs von Preußen aus dem Jahre 1842 jenes gewaltige woche flüchtete er, fand in Italie auf turze Beit ein Asyl, ward aber bald ausgewiesen und ausgewiesen und Posten begeben und alles daran sehen, daß der Ausgang lebte hierauf in der Schweiz, bis bie Amnestie der Kundgebung glänzend wird; 7. sollen keinesfalls für Proletarierheim geworden ist, welches ihn heute begrüßt als ihm die Pforten der Heimath wieder öffnete. Malon hat eine Regierungsvorschläge stimmen; 8. und haben sich in jeder das sozialdemokratische Berlin. Geschichte der Kommune geschrieben und war schriftstellerisch Hinsicht an das sozialistische Parteiprogramm zu binden, sehr fruchtbar. Im Mai dieses Jahres nahm ein altes das thatsächlich und wesentlich das Programm einer ReHalsleiden eine so gefährliche Wendung, daß der Luft volutionspartei ist. " Soziale Uebersicht. Die Berliner Gewerkschaften, Arbeitervereine, röhrenschnitt gemacht werden mußte. An Genesung war Das Hamburger Echo" schreibt hierzu: Bürgerliche nicht mehr zu denken. Er wußte das, verlor aber keinen Blätter glauben bemerken zu müssen, daß die deutschen Augenblick seinen Gleichmuth und seine philosophische Ruhe. Kammer- Sozialisten" sich stets dagegen gewehrt haben,„ von Er arbeitete für seine Revue Socialiste" angestrengt und ihren Wählern so festlegende Vorschriften anzunehmen". Freien hilfs- und Orts Rrantentaffen, werden mit voller Geisteskraft bis zum letzten Tage. Für die Be- Thorheit! Die deutschen sozialdemokratischen Abgeordneten nochmals dringend ersucht, die Adressen ihrer Vorsigenden und Kassenĭotale, sowie die Sprechstunden der ersteren wegung in Deutschland interessirte er sich besonders lebhaft, sind ausdrücklich auf das Parteiprogramm verpflichtet, anzugeben. Desgleichen wird gebeten, auch die Adressen der und Schreiber dieses verliert an ihm einen guten Freund. welches sie bindet, und wie jeder andere Parteigenosse dem Arbeitsnachweise der Gewerkschaften und deren SprechNoch vorgestern Morgen sah niemand, daß die Katastrophe von den Parteikongreffen aufgestellten Organisationsplane stunden an Hermann Faber SO., Grünauerstr. 6, mitzuso nahe bevorstand. Der Tod nahm" dem Arbeiter der unterworfen. Das genügt! Es bedarf bei uns in Deutsch- theilen. Bis jetzt sind der Aufforderung vom Dienstag nur Arbeiter", wie er sich einmal genannt hat, buchstäblich die land nicht eines formellen Kongreßbeschlusses, unsere Ab- ca. 10 Gewerkschaften nachgekommen und wird nochmals Feder aus der Hand. geordneten zur Erfüllung ihrer Pflicht gegen die Partei dringend gebeten, die Adressen, behufs Aufstellung eines AdressenIn Benoit Malon hat das internationale Proletariat innerhalb und außerhalb des Parlaments anzuhalten. In verzeichnisses für die Berliner Gewertschafts- Romeinen seiner edelsten und tüchtigsten Vorkämpfer verloren. Italien mag die Neuheit der Bewegung die erwähnten mission umgehend an obige Adresse einzusenden. speziellen Vorschriften gerechtfertigt erscheinen lassen, in der geschäfsführende Ausschuß der Berliner Gewertschaftskommission. Deutschland würden solche ein Nonsens sein. Aus " Literarisches. Von den französischen Grubenarbeitern. Achtung, Schuhmacher! Den Mitgliedern des Vereins Paris wird uns unterm 14. d. M. geschrieben: Wie die Dinge gegenwärtig stehen, schien ein Streit der Lumpengefinder. Unter den italienischen Panamisten, deutscher Schuhmacher beider Filialen diene hiermit zur NachGrubenarbeiter faft unvermeidlich zu sein. Nicht daß die Arbeiter die an den Gaunereien und Mantschereien der Banca richt, daß am Mittwoch, den 20. d. M., bei Feind, Weinstr. 11, ihn wollten; sie wollen nur nicht ihre Lage verschlimmert sehen Romana sich munter betheiligt haben, ist einer der am eine kombinirte Mitgliederversammlung stattfinden wird, um und wenn die Konjunkturen sich ihnen günstig zeigen, diefelben meisten Kompromittirten der Abgeordnete Elia. Wie die Stellung zu nehmen zu der vom Zentralvorstand geplanten Agitationstour. Ersuche deshalb die Kollegen zahlreich und ebenso zu ihrem Vortheil ausnüßen, wie dies die Unternehmer Alten sungen, so zwitschern die Jungen. Sein Sohn, ein pünktlich am Blaze zu sein. jederzeit thun. Und die Arbeiter thun dies mit um so mehr stolzes Mitglied der goldenen Jugend, ist soeben verhaftet H. Sperber, 1. Bevollm., Fil. I, Weidenweg 5. Recht, als bei schlechten Konjunkturen sie die ersten sind, die dar- worden, weil es sich herausstellte, daß er ein Haupt der unter zu leiden haben, sie es sind, die die Suppe auszueffen Eisenbahn- Räuberbande ist, die in den Wartesälen und Techico find provisorisch entlassen worden, nicht wegen Mangels Dreihundert Arbeiter des Arsenals in Stabilimento haben, welche die Unternehmer sich gegenseitig eingebrockt haben. Eisenbahnzügen Handgepäck u. s. w. stahl. Das Berliner an Arbeit, sondern, wie gemeldet wird, wegen des durch den Diese möchten sich aber nicht nur bei schlechten Zeitläuften an den Löhnen der Arbeiter schadlos halten, sondern auch bei gün- Tageblatt", das den alten Gauner Elia einen höchst ehren Streit in England bedingten Fehlens des nöthigen Materials. stigen die gedrückten Löhne sammt allem, was damit zusammen- werthen Abgeordneten" nennt und sein„ tragisches Geschick" hängt, aufrecht erhalten, was sich aber die Arbeiter nicht immer bejammert, schreibt über Elia den Sohn: ruhig gefallen lassen wollen. Da sich nun die gegenwärtigen Marktverhältnisse für die französischen Grubenarbeiter günstig zeigen, wollen fie sie auch benützen, um sich aus ihrer gedrückten Lage zu erheben. Den Beginn machten die Grubenarbeiter von Pas de Calais, die fast alle syndizirt sind, d. h. dem Grubenarbeiter- Verbande dieses Departements angehören. In einer am Sonntag in Lens stattgehabten Konferenz, in welcher der Vorfigende, Abg. Basly, u. a. konstatirte, daß sowohl die durch den Streit von 1889 wie 1891 gewonnene Lohnerhöhung von je 10 pt. allmälig verloren ging, haben sie sechs Forderungen aufgestellt, deren wichtigste selbstverständlich ihre Löhne betrifft. Sie verlangen nämlich eine 10prozentige Lohnerhöhung und Feststellung eines Minimal- Schichtlohnes von 5,50 Fr., was mit den früher gewährten 20 pCt. einen täglichen Sohn von 7,15 Fr. für den Häuer ergeben würde. Außerdem verlangen sie: 1. daß den Arbeitern an jedem Lohntage ein doppeltes Lohnheft ausgefolgt werde, um solcher Art dem Verbande die Möglichkeit zu geben, die Gesammtlöhne zu kontrolliren, 2. daß keine Arbeiter mehr entlassen werden, die das 40. Jahr erreicht haben, weil es diesen unter solchen Umständen unmöglich wird, wieder Arbeit zu finden; 3. daß die Strafen für unreine Rohlen abgefchafft werden; 4. daß die gegenwärtigen Geding- Lohnfäße unter feinen Umständen mehr herabgesetzt werden, und 5. daß fünftighin keine Arbeiter mehr wegen einer gerichtlichen Verurtheilung entlassen werden, sofern diese für die Grubengesellschaft nicht von Nachtheil begleitet war. Auf diese, sämmtlichen 13 Grubengesellschaften von Pas de Calais gleichzeitig übermittelten Forderungen waren heute Morgen be= reits sechs Antworten eingelaufen, die sich durchgehends a b Jehnend verhalten, und es steht außer Zweifel, daß die noch Der Sohn des greifen Patrioten(!) Mameli Elia, ein Thunichtgut par excellence, ist in Genua als Eisenbahndieb berhaftet worden, beziehungsweise als eines der Häupter der gefürchteten Bande, die seit Jahren die italienischen Bahnen unsicher macht. Und zwar war die Spezialität des jungen Elia das Entführen von Handgepäck aus den Wartesälen und den Waggons erster Klasse ein Geschäft, das der nicht den geringsten Argwohn erregende Elegant, der stets Zylinderhut und goldenen Kneifer trug, in geradezu meisterhafter Weise betrieb. Seit Monaten bereiste der in seinem Fach zum Künstler herangediehene Dieb die hauptsächlichsten Linien, besonders die Strecke Genua- Turin, überall reiche Beute machend, die er in Gesellschaft seiner zahllosen Maitressen zu verjubeln pflegte. So hatte Elia in der letzten Woche allein zwei großartige Diebstähle ausgeführt, die seine Kaffe auf einige Zeit hinaus füllten. Er hatte einer Marchesa Balbi und einem General Maloria eine Kasse mit Pretiofen und Baargeld um über 8000 Franken erleichtert, ohne daß jemand auf den Sohn des Deputirten Verdacht geworfen hätte. Erst dem Bahnhofsportier von Genua, der den jungen Herrn ohne Gepäck in ein Rupee einsteigen und sofort mit einem Handkoffer wieder erscheinen und aus dem Bahnhofe verschwinden sah, war es beschieden, die Polizei auf die Fährte des lange Gesuchten zu bringen, der denn auch in seinem Hotel Isotta verhaftet wurde. Ueber das faubere Früchtchen, das seinem Papa schon viel Kummer gemacht hat, erfährt man übrigens, daß derselbe, auf feines Vaters Empfehlung hin, mit vorzüglichem Gehalt bei der Hafendirektion von Ancona angestellt war, ein Posten, den er wegen verschiedener Unregelmäßigkeiten aufgeben mußte. Sozialpolitisches Zentralblatt, herausgegeben von Dr. Heinrich Braun( Carl Heymanns Verlag in Berlin, vierteljährlich 2,50 M.). Die foeben erschienene Nr. 51 hat folgenden Inhalt: Ein Vorschag betreffend die Zwangsversteigerungen bäuerlicher Güter. Von Privatdozent Dr. Leo Arons. Die sozialpolitische Seite der französischen Kammerwahlen. Von Leo Frantel. Die deutschen Erwerbs- und Wirthschaftsgenossenschaften im Jahre 1892. Von Gerichtsaffeffor Dr. Hans Crüger.- Großbetrieb und Aktiengesellschaften in Sachsen. Staatshilfe für die Arbeiter der Obersteiner Schleifindustrie.- Amtliche Erhebungen über die deutsche Hausindustrie. Städtisches Arbeitsamt in Stuttgart. Gesundheitsverhältnisse der Bau- Arbeiter. Arbeiterbureau der Gewerkschaften in Mainz. Der englische Kohlengräber- Ausstand.- Zur Lohnbewegung der Grubenarbeiter von Pas- de- Calais. Arbeitspausen für jugendliche Arbeiter. Unfälle auf deutschen Eisenbahnen. Preußische Volksschul- Zustände. Von Dr. H. Lux. Berliner, Fortbildungsschulen im Jahre 1892/93. Trunksucht der Frauen in England. Briefkaffen der Redaktion. Karl Vogt. Debisfelde( Braunschweig). E. Böhm. Das ist ein Inserat und kann im redaktionellen Theil nicht aufgenommen werden. ' Für den Inhalt der Inserate über. nimmt die Nedaktion dem Publikum gegenüber keinerlei Verantwortung Theater. Königl. italienischer Circus Ernesto Ciniselli. Stadtbahn- Station: Zoolog. Garten. Heute, Sonntag, den 17. September, 2 führen. Unserem Pfropfenbruder Oskar Petersohn zu seinem heutigen Wiegenfeste ein dreimal donnerndes Hoch. Der Pfropfenverein Wedding. Bemerkung: Der Schriftführer ist jetzt da. 1990b 2 Große Borstellungen verband deutscher Gold- u. um 4 Uhr Nachmittags und 8 Uhr Abends. Zu der Nachmittags- VorSonntag, den 17. September. stellung hat jeder Erwachsene das Recht, Opernhaus. Bajazzi. Die Puppenfee. ein Kind unter 10 Jahren frei einzuMontag: Die Hochzeit des Figaro. Neues Theater. Die Geschwister. Die Komödie der Irrungen. Montag: Die Philosophin. Meister Andrea. Militärfromm. Deutsches Theater. Roll. Crampton. Montag: Zwei glückliche Tage. Berliner Theater. Tod. Wallenstein's Montag: Die Jourualisten. Lesing- Theater. Erlaubte Sünden. Montag: Dieselbe Vorstellung. Kroll's Theater. Die Hochzeit des Figaro. Friedrich- Wilhelmstädt. Theater. Der Talisman. Montag: Diefelbe Vorstellung. Rondenz- Theater. Odette. Adolph Ernst- Theater. Charley's Tante. Hierauf: Die Bajazzi. Montag: Dieselbe Vorstellung. Central- Theater. Berliner Vollblut. Montag: Dieselbe Vorstellung. Viktoria- Theater. Frau Venus. Montag: Dieselbe Vorstellung. Alexanderplah Theater. Das In beiden Vorstellungen Auftreten der berühmtesten Künstler und Künstlerinnen, sowie Reiten und Vorführen Silberarbeiter u. verwandt. Berufsgenossen ( Zahlstelle Berlin) Den Mitgliedern zur Nachricht, daß am 15. Sept. unfer lieber Freund und Kollege, der Silberschleifer Anton Vogt Große öffentliche Bolts- Versammlung fämmtlicher Gewerkschaften Berlins am Dienstag, den 19. September cr., Abends 8½ Uhr, im ,, Schultheiß"( fr. Eiskeller), Chausseestr. 88. Tages Ordnung: 1. Vortrag des Reichstags- Abgeordneten Wilhelm Liebknecht: Die Kontrollmarke als gewerkschaftliches Kampfesmittel. 2. Disfusion. 3. Verschiedenes. 321/11 Der Einberufer. Sozialdemokratischer Wahlverein der besidreffirten Schul- und Freiheits- nach langen, schweren Leiden verstorben für den 3. Berl. Reichstags- Wahlkreis. Pferde. Passageift. Die Beerdigung findet am Montag, den 18. d. Mts., Nachm. 4 Uhr, von der Leichenhalle des Krankenhauses Bethanien nach dem kath. Kirchhof der St. Pius- Gemeinde in Wilhelmsberg statt. [ 163/18 Panopticum. im recht rege Betheiligung bittet Um Der Vorstand. Todes- Anzeige. Grösstes Schau- u.VergnügungsEtablissement der Welt. Entree 50 Pf. Den Mitgliedern der Zahlstelle I ( Buter) Centralverband der Maurer Deutschlands, fomie dem Gesangverein „ Gemüthlichkeit" zur Nachricht, daß unfer Mitglied, der Puter Castan's Eduard Hellwig Panopticum. am Sonnabend, den 16. d. Mts., verstorben ist. 249/2 Die Beerdigung findet am Dienstag, den 19. d. Mts., Nachmittags 5 Uhr, vom Trauerhause Bergmannstraße 20 Damenbad. Borher: Madame Weltberühmte Ausstellung aus, nach dem Kreuzkirchhof b. TempelFarkas. Montag: Diefelbe Vorstellung. National Theater. Lehmann auf der Weltausstellung in Chicago. Vorher: Die jutten Flinten. Montag: Dieselbe Vorstellung. Wintergarten. Spezialitäten- Vorstellung. Reichshallen- Theater.SpezialitätenVorstellung. Apollo Theater. Borstellung. von Wachsfiguren nud Gruppen. Illusionen. Irrgarten. Schreckenskammer. American- Theater. Dresdenerstr. 55. Direktion: H. Martin. Täglich: Dienstag, den 19. September, Abends 8 Úhr: Groke Versammlung bei Deigmüller, Alte Jakobstraße 48a. Zagesordnung: 1. Vortrag des Herrn Regierungsbaumeister G. Kessler, über: Die Organisation des Handwerks. 2. Diskussion. 3. Stellungnahme zu den Stadtverordnetenwahlen und Wahl eines Komitees. 4. Bereinsangelegenheiten. Mitglieder werden aufgenommen. Die Zahlstellen befinden sich bei Gründel, Dresdenerstr. 116; Börner, Ritterfir. 108; Schulz, Admiralstr. 40a; Schönicke, Wasserthorstr. 20; Baake, Dresdenerstr. 50, City- Paffage; Lenz, Alte Jakobftraße 69; Kehr, Röpnidertraße 126; Schöning, Stallschreiberstr. 28. 374/15 Das Comité. Sozialdemokratischer Wahlverein für den 6. Berliner Reichstags- Wahlkreis. Versammlung hof statt. Um rege Betheiligung er- am Dienstag, den 19. d. M., Abends 8½½ Uhr, in der Kronenbrauerei, sucht Der Vorstand. Achtung, Putzer. Am Sonnabend früh 54 Uhr vers starb unser Kollege, der Buzzer Eduard Hellwig im Alter von 64 Jahren. 1960b Die Beerdigung findet am Dienstag, Spezialitäten Theoter und Spezialitäten Nachmittags 5 Uhr, vom Trauerhause Banfmann's Variété. SpezialitätenVorstellung. National- Theater. Große Frankfurterstraße 132. Boppelvorstellung zu einf. Preisen. Sensationelle Novität! Lehmann auf der Weltausstellung in Chicago. Große Ausstattungsposse mit Gesang und Tanz in 5 Aufzügen von Eugen Brudens. Rouplets v. 2 inderer Mufit von Adolph Wiedecke. Regie: Mar Samst. Vorher: Die jnten Flinten oder: Hirsch in der Tanzstunde. Posse in 1 Att von R. J. Anders. Vorstellung. Nev Zum 16. Male! Men! Berliner in Chicago. Zeitbild von Oscar Wagner. Kaffeneröffnung: Sonntag 6 Uhr. Anfang 7 Uhr. Wochentags 61/2 Uhr Anfang 71/2 Uhr.- Entree: Sonntag 75 Pf. Wochentags 60 Pf. Ostbahn- Park Am Küftr. Pl. H. Jmbs. Am Küftr. Pl. Sonntag, 17. September 1893: Bergmannstr. 20 aus, nach dem Kreuzfirchhof bei Tempelhof statt. Um rege Betheiligung ersuchen die Kollegen vom Bau Kleift- u. Lutherstr.- Ecke. Verein zur Wahr. d. Interessen der Gast- u. Schankwirthe Berlins und Umgegend. Den Mitgliedern zur Nachricht, daß Alt- Moabit 47-49. Zages Ordnung: 1. Wie fördern wir den geistigen Entwickelungskampf des Proletariats? Referent Schriftsteller G. Ledebour. 2. Diskussion. 3. Vereinsangelegenheiten und Verschiedenes. Die Genossen werden ersucht zahlreich zu erscheinen Der Vorstand. Möbelpolirer! 241/3 Heute, Sonntag, in Rixdorf, in Wirsing's Ball- Salon, Knesebeckstr. 77, Vormittags 11 Uhr: Allgemeine Möbelpolirer- Versammlung. Tagesordnung: Sind die Polirer gewillt, bei geeignetem Geschäftsgang den Tarif von 1890 voll und ganz durchzuführen Referent: Rollege Lederhause. 2. Diskussion ut. f. w. Morgen, Montag, Abends 81/2 Uhr, bei Wilke, Andreasstr. 26: Verbands- Versammlung: der Kollege Förster, Admiralstraße Referent: Kollege Reuter. 2. Berathung über ein Reglement bei einzelnen Tagesordnung: 1. Die Thätigkeit der Möbelpolirer früher und jetzt. Nr. 40a, am 14. d. M. im KrankenGroße Extra- Gala- bause am Urban verstorben ist. Die Arbeitseinstellungen. 3. Abrechnung vom Sommerfest, Ausgabe der Billets Spezialitäten- Vorstellung. Beerdigung findet heute, am 17., Nach- 3ur Urania am 29. Oktober u. f. w. Alle Möbelpolirer ladet zum Besuch der Versammlung ein mittags 5 Uhr, von der Leichenhalle des Thomas Kirchhofes, Herrmannftraße, statt. Um zahlreiche Betheiligung des VerAuftreten durchweg neuer Künstler. Volksbeluftigungen aller Art. Während und nach der Vorstellung: eins bittet 162/18 Musit von verschiebenen Komponisten. Grosser Ball. Nachmittags 3 Uhr: Volks- Vorstellung zu bedeutend ermäßigten Preisen. Die Ahnfrau. Trauerspiel in 3 Aften v. Grillparzer. Kasseneröffnung 2 Uhr. Anfang der Abendvorstellung 71/2 Uhr. Anfang der Nachmittagsvorstellung 3 Uhr. Im Garten auf der Sommerbühne: Novität: Das lachende Berlin. Posse mit Gesang und Tanz. Vor und nach der Posse Spezialitäten erften Ranges. Montag: Lehmann auf der Weltausstellung in Chicago. Adolph Ernst Theater. Zum 1. Male: Charley's Tante. Schwank in 3Aften v. Brandon Thomas. Hierauf: Die Bajazzi. Parodistische Posse mit Gesang in 1 Att D. Ed. Jacobsen und Benno Jacobson. Anfang Uhr. Morgen: Dieselbe Vorstellung. Anfang 71/2 Uhr. Central- Theater. Alte Jakobstrasse No. 30. Sonntag, den 17. Septbr. 1893: Berliner Vollblut. Boffe mit Gesang und Tanz in 4 Akten v. Jean Kren. Mufit D. Julius Einödshofer. Tagestaffe von 10 bis 2 Uhr und von 5 Uhr an. Anfang der Vorstellung 71/2 Uhr. Im dritten Afte: Bajazzi- Parodie vorgetragen von Frau Josefine Dora und Herrn Carl Meissner. Morgen: Berliner Vollblut. Alcazar. Dresdenerstr. 52/53( City- Pass.) Schönste und billigste Sehens würdigkeit der Residenz! Spezialitäten I. Ranges! Mru! Sensationell! Hen! Spreeniven! Anfang:} Anfang: Sonntags 6 Uhr. Wochentags 71/2 Uhr. Entree Wochentags 15 Pf. R. Winkler. Entree 30 Pf. Sperreth 50 Pf. Die Direktion. Kaufmann's Variété Stadtbahn- Station Alexanderplatz. Täglich: Gross. Concert. Specialitäten- Vorstellung von nur Künstlern I. Ranges. Zaro, Engl. Afrob. Derington, 4 Personen, Radfahrer- u. Draht seilfünstler. Elsa Rosinska, Soubr. Cordes, Gesangs- Humorist. Alfenso, Instrumental- Humorist. A. Engel, 8 dress. Hunde. Ballet Excelsior, 8 Damen. Solotänzerin M. Kunschmann. Kassenöffnung: Sonntags 5 Uhr, Anfang 6 Uhr; Wochentags 7 Uhr, Anfang 8 Uhr. Entree 50 Pf. A. Zimmermann. 266/12 Der Vorstand. Genossen und Genossinnen! Achtung! Der Vorstand. J. A.: Lorenz. Allen Freunden und Bekannten zur Nachricht, daß unser Kollege, der Tischler Achtung! Volks- Versammlung 2003b am Donnerstag, 21. Sept., in den Konkordia- Festsälen, Theodor Glaubitz am 15. d. M. gestorben ist. Die Kollegen der Werkstatt v. Sauer. Näheres in der Dienstag- Nummer. Todesanzeige. Andreasstr. 64. Zages Ordnung: 1. Vortrag der Genoffin Klara Zetkin aus Stuttgart, über: Frauenrechtelei und Arbeiterinnenschutz. Allen Freunden und Genossen die traurige Nachricht, daß meine liebe nur Frau Clara nach langen, schweren Leiden heut entschlafen ist. Die Beerdi gung findet Dienstag, den 19. d. M., Nachmittags 4 Uhr, von der Leichenhalle der Zionsgemeinde in Weißensee statt. 1985b Der trauernde Gatte Paul Jäger( Töpfer) nebst Tochter. Todes- Anzeige. Verwandten, Freunden u. Bekannten die traurige Nachricht, daß meine liebe ratweil'sche Frau Martha Maczkewitz G Bierhallen Kommandantenstr.77-79. Täglich von 5 Uhr ab: Grosses Frei- Concert. Soiréen der Leipziger Sänger vom Krystall- Palast. Anf. Wochent. 7 Uhr. Entree 15 Pf., refervirt 25 Pf. Anf. Sonntags 6 Uhr. Entree 30 Pf., reservirt 50 Pf. Anerkannt gute Küche. Säle für Festlichkeiten u. Versamml. Programm unentgeltlich. Carl Koch. Victoria- Brauerei, ſtrake 111-112. Garten resp. Saal Letzte Sonntags- Soiree der Stettiner Sänger Anfang 7 Uhr. Entree 50 Pfg. geb. Schals am Donnerstag, Nachm. 71/2 Uhr, sanft entschlafen ist. Die Beerdigung findet Sonntag, Nachmittags 4 Uhr, von der Leichenhalle des Neuen St. Michaelis- Kirch 2. Diskussion. 411/18 Um zahlreiches und pünktliches Erscheinen wird ersucht, da Frau Zetkin einen Vortrag in Berlin hält. Die Frauen- Agitationskommission. Verein deutscher Schuhmacher. Montag, den 18. September, Abends 82 Uhr, im Lokale des Herrn Henke, Blumenftr. 38: Derlammlung. Tagesordnung: 1. Zweck und Ziele der Gewerkschaftsorganisation, 2. Diskussion. 3. Verschiedenes. Mittwoch, den 20. September, bei Feind, Weinstr. 11: Kombinirte Mitglieder- Versammlung. Stellungnahme zu der vom Zentralvorstand geplanten Agitation. Ausgabe der Billets zum Besuch der Urania" am 1. Oftober. Zahlreiches und pünktliches Erscheinen ist dringend nothwendig. 277/7 hofs, Mariendorferstraße, aus tatt. Schrauben-, Façondreher u. Berufsgenossen Der tiefbetrübte Gatte: Maczkewiß, Wrangelstraße Nr. 73, nebst Angehörige.n 20056 Concordia- Festsäle C. Saeger, 64 Andreastraße 64. Größtes u. schönstes RiefenprachtEtablissement der Residenz. Sonntag, den 17. September Grosses Konzert des Voigt'schen OrchesterVereins. Vom 1. Oktober Berlins. Montag, den 18. September, Abends 7 Uhr, im Klubhaus Süd- Ost", 313/4 Waldemarstr. 75. Oeffentliche Versammlung Tagesordnung: 1. Die englische Arbeiterbewegung ein Klaffenkampf. Referent: Genosse Massini. 2. Diskussion. 3. Der Streif bei Willing u. Violet. 4. Verschiedenes. Die Versammlung wird pünktlich eröffnet. 288/3 Der Vertrauensmann. Achtung! Br. Juftrumental- Konzert. Arbeiter- Bildungsschule( Ostbezirk). Säle zu Hochzeiten zu konlantesten Bedingungen. 64/5 C. Saeger. Derlammlung am Sonntag, den 17. September, Abends 5½ Uhr, in Schmiedel's Festfälen, Alte Jakobftr. 32. Tagesordnung: 1. Vortrag des Herrn Dr. Weyl: Noch einmal Vereinszimmer mit Piano zu ver: Altes Schüßenhaus, Schulmedizin und Naturheilverfahren". Korreferent Herr Dr. med. Böhm. geben, Manteuffelstr. 86 p. 1922b 2. Diskussion. 3. Verschiedenes.- Gäste sehr willkommen. Nach der Versammlung: Gemüthliches Beisammensein und Tanz. Zur Deckung der Unkosten findet Tellersammlung statt. Die Schulkommission. Linienstraße 5, empfiehlt seine Festsäle Zwei Vereinszimmer mit Piano sind( 560 Personen fassend) zu allen Gelegenzu vergeben Hochmeisterstr. 22.[ 19976| heiten. 733b 1403/12 Verantwortlicher Redakteur: Wilhelm Schröder in Berlin. Druck und Berlag von Maz Bading in Berlin SW.. Beuthitraße 2, Hierzu zwei Beilagen 1. Beilage zum„ Vorwärts" Berliner Volksblatt. Nr. 219. Parteinachrichten. Sonntag, den 17. September 1893. nicht um sich mit einigen Krafehlern herumzuschlagen. Der Züricher Kongreß sei ein wichtiger Abschnitt in der Entwickelung der sozialdemokratischen Bewegung. 10. Jahrg. Ich habe mir heute die wunderschönen Bauten angefehen, welche das Bürgerthum dem Proletariat der Zukunft in Wien erbaut Engels und Bebel in einer Wiener Volksversammlung. hat. Vom Parlamente ging ich unter die Arkaden des Rath= aeber die sozialdemokratische Versammlung, in der Engels und Nun nahm Bebel, neuerdings stürmisch begrüßt, das Wort. hauses, von dessen herrlichen Räumen Sie neulich Besiz erJebel am Mittwoch Abend sprachen, enthält die Wiener Neue Er dankte für den warmen Empfang und führte aus, daß die griffen haben. Der Tag, Genossen, hat Epoche gemacht; ich ich war damals in London Freie Presse" einen Bericht, der uns als wesentlich richtig be- österreichischen und deutschen Proletarier in erster Linie auf habe den Schrecken gesehen eichnet wird, und den wir nachstehend in folgenden Zeilen einander angewiesen seien. Dann legte er, auf die Ausführungen des der sich auf den Gesichtern der englischen Zeitungs- Korresponsiedergeben: Dr. Adler erwidernd, die Gründe dar, welche die deutsche sozial- denten malte, als diese Nachrichten aus Wien eintrafen. Am 3wei interessante Gäste erschienen heute Abends in einer demokratische Partei veranlaßt haben, die Maifeier in anderer 9. Juli hat das Proletariat Wien beherrscht, fozialdemokratischen Versammlung im Dreher- Saale auf der Weise zu begehen, als es bisher in Desterreich geschehen ist. besser beherrscht, als Wien je beherrscht wurde. Landstraße: Friedrich Engels und August Bebel. Bebel hat Die Agitation ist je nach den Verhältnissen der einzelnen Länder Langanhaltender Beifall, der sich immer erneuerte, folgte schon einmal, im vorigen Jahre, hier gesprochen. Engels ist einzuleiten. Was in dem einen Lande nothwendig ist, ist es noch diesen Worten. Unter unzähligen Hochrufen auf Bebel und jedoch zum erstenmale in Desterreich. Der Saal war bis auf lange nicht in einem anderen Lande. Bei uns war eine andere Engels, auf das Proletariat, die Sozialdemokratie und das allden lezten Platz gefüllt, und Hunderte von Personen mußten Maifeier, als wir sie feierten, durch die Verhältnisse nicht gemeine Wahlrecht wurde die Versammlung geschlossen. Nur abziehen, ohne Einlaß finden zu können. Neben den ge- möglich. langsam entfernten sich die Tausende, das Lied der Arbeit" wöhnlichen Theilnehmern an sozialdemokratischen Versamm Bebel fam dann auf die Wahlrechtsbewegung in Desterreich fingend. lungen, den Arbeitern, bemerkte man heute auch eine Anzahl zu sprechen und forderte die Versammelten auf, in ihrer Agivon Studenten, ferner einige junge Damen, welchen man es ftation nicht zu erlahmen. Die Gegner, sagte er, und dazu ge= Der Bettelparagraph. Aus Bischweiler, Elsaß, beansah, daß sie keine Arbeiterinnen find; es waren Agitatorinnen. hören auch die sogenannten unabhängigen Sozialisten, wollen richtet unser elsas- lothringisches Partei- Organ: Der hiesige GeEinige derselben drängten sich durch die Reihen der Ver- das Wahlrecht dem Proletariat nicht gönnen, weil sie wissen, daß noise, welcher seiner Zeit wegen Entgegennahme von Beiträgen sammelten, von welchen die meisten dicht aneinander gepreßt es die Macht des Geldsacks und die Macht des Militarismus für den sozialdemokratischen Wahlfonds auf grund des Bettelstanden, und verkauften sozialdemokratische Lektüre. Die Er- niederzuschlagen vermag. Jene, welche predigen, daß das Volk paragraphen unter Anklage gestellt worden war, ist gestern vor öffnung der Versammlung verzögerte sich, da Engels und Bebel feine Rechte durch Gewalt erkämpfen müsse, vergessen, daß wir dem hiesigen Schöffengericht freigesprochen worden, während auf sich lange warten ließen. Als sie kamen, wollte der Jubel in der Aera des Militarismus, vor allem in der Aera der die sämmtlichen Kosten auch diejenigen seines Vertheidigers im Saale tein Ende nehmen. Bebel war den meisten befannt, Repetirgewehre leben. Sie vergessen, daß, wenn das Prole- der Staatskasse zur Last gelegt wurden. Die Straßburger und die Aufmerksamkeit konzentrirte sich deshalb zumeist auf Engels. tariat gegen die herrschende Macht fämpfen will, es in Bürger- Zeitung" berichtet über den Fall:„ Der stellvertretende Troh seiner 73 Jahre sieht dieser frisch und rüstig aus. Man erster Linie Waffen braucht. Wo könnten wir denn die Waffen Herr Amtsrichter, Assessor Dr. Schwalb, der die an sich simple würde ihn für einen deutschen Professor halten. Ein grauer Voll- holen? und kurze Verhandlung leitete, konnte es sich nicht versagen, in bart umrahmt das Gesicht, welches eine gesunde rothe Farbe zeigt, Ein Arbeiter in der Nähe der Rednertribüne ruft:„ Das fichtlich erstaunter Weise den Herrn Gendarmen zu fragen, was er ein dichter Schnurrbart befchattet die Lippen. Er spricht mit nord wissen wir schon!" sich denn unter„ Bettelei" vorstelle; ob er denn meine, daß es deutschem Akzent, langfam, laut und eindringlich; gegen den Bebel: Verehrter Genosse, Sie mögen wohl wissen, 3. B. auch Bettelei sei, d. h. strafbarer Bettel, wenn man in Schluß seiner Ausführungen hob sich seine Rede zu feurigem, hin- wo sie liegen, wie Sie aber die Gewehre kriegen, das ist Straßburg für den Petri'schen Wahlfonds gesammelt habe, oder reißendem Pathos. Er erntete stürmischen Beifall, ebenso Bebel. eine andere Sache.( Stürmische Zustimmung und Heiterkeit.) wenn man bei einem Brande, wie in Müttersholz, für die GeDie Versammlung nahm folgenden Verlauf: Wer ist unter uns, der nicht wünschen würde, daß wir schädigten sammle? Unglaublich, aber wahr, der Herr Gendarm bejahte diese Frage, ausführend, er halte dieses alles für strafbaren Bettel! Nun brate uns einer einen Storch! Wenn die Beamten des Polizeidienstes so seltsame Auffassung von strafrechtlichen Begriffen haben, wie sollen wir armen Laienleute die Theorien des Strafrechts begreifen." Kaum hatte der Einberufer Schramme I die Versammlung möglichst rasch die Macht in die Hand bekommen? Aber als eröffnet, als die langerwarteten Gäfte sichtbar wurden. Das Erfluge und vernünftige Leute haben wir uns unsere Gegner scheinen derselben erregte einen Jubel, wie er in diesem großen und vor allem unsere eigene Macht vor Augen zu halten und Saale, dem Schauplate so zahlreicher bewegter Versammlungen, uns zu fragen, was gut thut. Wie kommen wir überhaupt zur wohl selten vernommen worden ist. Macht? Die Auffassung des Gendarmen ist weniger verwunderlich, als die Auffassung des Amtsanwalts, welcher die Ansicht des Gendarmen getheilt haben muß, sonst hätte es ja nicht zu einer öffentlichen Anklage kommen können. * * Polizeiliches, Gerichtliches ze. Die Masse der heutigen Staatsbürger ist, obwohl sie durch Der Vorsitzende schlug der Versammlung unter tofendem ihr Interesse nothwendig auf die Sozialdemokratie angewiesen Jubel derselben vor, dem Genossen Engels das Ehrenpräsidium ist, nicht sozialdemokratisch, weil die Gegner nicht nur die Macht zu übertragen. Der anwesende Polizeikommissär erhob jedoch da- mittel, sondern auch alle Bildungsmittel in der Hand haben und gegen Einsprache. Dann verlas der Vorsitzende folgende Buschrift: das Volk in Unwissenheit erhalten. Wir haben also als erstes " Sämmtliche Reservisten, ca. dreihundert, des f. und f. In das Aufklärungsgeschäft in die Hand zu nehmen; dann werden fanterie- Regiments Alexander I., Kaiser von Rußland wir die Köpfe und mit den Röpfen alles übrige für uns haben. Wegen Beleidigung der Waldenburger Nr. 2, welche von dieser Versammlung ausgeschlossen sind, begrüßen Die Sozialdemokratie besigt heute nicht die Möglichkeit, die Pastoren war der Redakteur der Halberstädter SonntagsEuch und stimmen mit Euch in den Ruf ein: Hoch die inter- Bajonnette in die Hand zu bekommen, darum muß sie trachten, Beitung", Martin, am 22. April zu 4 Wochen Gefängniß vernationale Sozialdemokratie! Hoch der Achtstundentag! Hoch jene zu gewinnen, welche die Bajonnette zu tragen urtheilt worden. Martin's Verbrechen bestand darin, daß er be das allgemeine Wahlrecht!" Die Versammlung nahm die Verhaben.( Stürmische Zustimmung.) Wir müssen einig sein und richtet hatte, ein Pastor im Waldenburgischen habe seiner Ge lefung der Zuſchrift der Reservisten dieses ungarischen Infanterie- in derselben Weise wie bisher mit all unseren Kräften arbeiten, meinde von der Kanzel herab gerathen, wenn jemand keine Wurst Regimentes, dessen Regimentsstab sich in Wien, dessen Er- dann ist der Tag nicht mehr fern, an dem das rothe Banner der zu verzehren habe, möge er sich mit Kreide eine auf den Tisch gänzungsbezirks Kommando sich in Kronstadt befindet, mit Sozialdemokratie siegreich über Defterreich und Deutschland weht! stürmischen Jubelrufen entgegen. Der Vorsitzende erklärte so-( Stürmischer, langanhaltender Beifall.) dann, daß wenn auch Engels das Ehrenpräsidium nicht übernehmen könne( Hohngelächter, heftiges Zischen. Rufe: Kaltes Blut! Wir sind ja derartige Dinge gewöhnt!), so werde er doch den Ehrenplatz in der Versammlung einnehmen.( Neuerlicher tosender Beifall.) Nach Bebel sprach der Stud. jur. Leitner, worauf Frau Louise Kautsky an die zu gunsten der Frauenbewegung auf dem Büricher Rongresse gefaßte Resolution erinnerte und die Frauen aufforderte, sich derselben anzuschließen. malen. Diese Behauptung konnte nicht bewiesen werden. Die Revisionsinstanz hatte das Urtheil wegen eines Formfehlers auf: gehoben und die Sache zur nochmaligen Verhandlung an die erste Instanz zurückgewiesen. In der am 13. stattgehabten Verhandurtheilt. Gegen dieses Urtheil ist wiederum Revision eingelegt Jung wurde Martin ebenfalls zu 4 Wochen Gefängniß verworden. Tokales. Dann nahm Dr. Adler das Wort, um über den Züricher Stürmisch begrüßt ergriff Friedrich Engels das Wort. Kongreß zu referiren. Er führte aus, daß der Kongreß sich Er sagte: Werthe Genossen und Genossinnen! Es ist leider mein Dadurch ausgezeichnet habe, daß er ungemein zahlreich Schicksal, den Ruhm meines verstorbenen Freundes Mary zu besucht, und daß anu erften Mal das organisirte ernten. In diesem Sinne nehme ich Ihre Ovation auf. Wenn englische Proletariat in imponirender Weise vertreten war. ich irgend etwas habe thun können, so tann ich sagen, daß ich Das sei von ungeheurer Wichtigkeit. Frankreich sei schlecht teinen Lohn brauche. Mein Lohn sind Sie.( Beifall.) vertreten gewesen; die französischen Genossen hätten eben viel Mein Sohn ist die ganze Welt! Wir haben Genossen In den Kreisen derjenigen Geschäftsleute, welche für zu thun gehabt, und es sei ihnen auch gelungen, eine starke in den Gefängnissen von Sibirien, in den Goldminen Kaliforniens, die städtischen Behörden Lieferungen übernommen haben, wird fozialistische Fraktion ins französische Parlament zu bringen. in Australien, überall. Es giebt feinen großen Staat, wo die eine Maßnahme der Direktion der städtischen Frrenanstalt zu Dr. Adler besprach sodann das Arbeitsprogramm des Kongresses. Sozialdemokratie nicht eine Macht wäre, eine Großmacht. Wir Dalldorf lebhaft erörtert. Die genannte Direktion hat ihren Am meisten Interesse erregten seine Ausführungen über den find eine Großmacht, mehr als die anderen Großmächte. Alles, Lieferanten ein hettographirtes Schreiben folgenden Inhalts überGeneralftreit. Wer Soldat sei, wisse, daß ein Militärstreit eine was geschieht, geschieht mit Rücksicht auf uns. Darum können sandt:„ Die unterzeichnete Verwaltung ist darauf hingewiesen Unmöglichkeit ist. Ein Generalstreit sei unmöglich, so lange wir mit Stolz und Zufriedenheit auf unsere Arbeiten worden, daß es in der Berliner Geschäftswelt üblich sei, bei der tas Proletariat nicht Waffen habe, und wenn es Waffen habe, zurückblicken. Sie ringen gegenwärtig um das allge Bezahlung von Waaren innerhalb eines gewissen Zeitraumes werde es nicht streiken.( Stürmische Zustimmung.) Das Begehren, meine Stimmrecht, es ist eine der wichtigsten Waffen einen Rechnungsabzug zu berechnen. Da nun den Generalstreit zu machen, sei eine nichtsnuhige Phrase; in den Händen des Proletariats. Das allgemeine Wahl- unsererseits die Bezahlung entnommener Waaren stets kurze Zeit ratürlich habe der Kongreß mit großer Majorität beschlossen, recht ist das einzige Wiittel, um die Macht, die Stärke der nach Vorlegung der Rechnung der Lieferanten erfolgt, erscheint auf die Frage nicht einzugehen. Dr. Adler erörterte auch Den Bartei zu zählen. Die Geschichte Deutschlands in den letzten uns die snanspruchnahme jenes Brauches wohl berechtigt. Mit Konflikt mit den Unabhängigen. Er erklärte, derselbe habe mit zwanzig Jahren lehrt uns dies. Das Anschwellen der Sozial- Rücksicht auf die Geschäftsverbindung, in welcher wir zu Ihnen der Entfernung der Unabhängigen endigen müssen, da die Mit- demokratie macht der Bourgeoisie, dem Reiche und Herrn Caprivi stehen, ersuchen wir Sie um baldgefällige Mittheilung, unter glieder zum Kongreffe entfendet worden seien, um ernst zu arbeiten, bange. Auch im Auslande wird diese Bewegung nicht unterschäßt. ivelchen Voraussetzungen und in welcher Höhe Sie bei ferneren " Stont seligmachenden Sittlichkeit zuzuführen. Ferne sei es von Frage mit einiger Seelenruhe entgegensehen. Hin und Sonntagsplauderet. uns, jener sogenannten Unsittlichkeit, die einzig und allein wieder sind eben gewisse Stellen von moralischen AnwandR.C. Das Zeichen der lex Heinze, unter der wir stehen, die nothwendige Folge unserer privattapitalistischen Produk- lungen heimgesucht, und hier wie überall heißt es: Quidfängt an mit femen letzten Ausläufern etwas langweilig zu tionsweise ist, das Wort zu reden. Aber anderer- quid delirant reges, plectuntur Achivi. werden. Dem Minister des Innern blüht das Berdienst, seits haben wir auch nicht den Beruf, auf die Parias der Gesell- Die Welt wird über die Kaffeehaus- Angelegenheit zur uns Wüftlinge zu fittenstrengen und tugendhaften Mitgliedern schaft zu schimpfen, uns in den Mantel einer durch nichts Tagesordnung übergehen bewegen uns doch ganz andere, der heutigen bürgerlichen Gesellschaft zu machen. bedrohten Tugend zu hüllen: Alles verstehen, heißt alles viel wichtigere Angelegenheiten. Zwei Männer, die sich tödtlich Der Minister des Innern hat Stecht, wenn er trink verzeihen. Und da ist die Hay, die man gegen die Gestrauchelten, hassen, sind in unsere Stadt zurückgekehrt, und Berlin harrt lustiges Zechervolt aus aus den Wiener Cafés vertreibt. Gefallenen und Verlorenen der Gesellschaft in Szene ſetzt, der Dinge, die da kommen sollen. Einige Tage vor dem Eine sympathische Einrichtung mit ihren Marmortischen, denn doch das Unfaßbarste, was die moderne Verordnungs- Finanzminister traf Herr Schweinhagen aus Rumänien ihren wackligen Stühlen, ihrem nervös machenden sucht erflügelt hat. Unstät und flüchtig sollst Du sein auf wieder bei uns ein, und sein erster Gang war zum Cigarettendampf, ihren blödsinnig theuren und ungenieß- Erden", lautet jenes harte, erbarmungslose Bibelwort Untersuchungsrichter, um baren Getränken, ihren Wiener Zahlkellnern sind sie nie ge- welches kein Mitleid und keine Versöhnung kennt, und ähnlich Miquel immer noch nicht verhaftet sei. In antizu erfahren, ob Herr Dr. wesen. Ein wackerer Trinkkumpan gehört in die Schenke hinter iagt man die Glendeſten unter den Elenden von Ort zu Ortsemitischen Kreisen kolportirt man ingrimmig das alte den eichenen Tisch, wo ehrliches Bier aus ehrlichem Gefäß die Gesellschaft züchtet die armseligen Geschöpfe, die mit Sprichwort, welches von den großen und kleinen Dieben getrunken wird, wo sich allenfalls der besänftigende Duft elendem Flitterkram aufgeputzt, Stunden um Stunden Stunden handelt, und einer mehr oder minder guten Havannah zu einem Hecht fißen und warten müssen, bis sie ihre Reize dem ersten, Lässigkeit. Wären die Radanversammlungen nicht, man man schmäht die Justiz wegen ihrer verdichtet, der die strahlenden Gesichter trintfroher Ge- besten zahlungsfähigen Moralisten verkaufen können. wüßte wirklich kaum, wie man seinem gepreßten Herzen sellen verklärt und milder erscheinen läßt. Und der Doch die Polizei wird sorgen, daß der Anblick der Luft machen sollte. Aber so hilft man sich mit Schimpfen Minister hat bisher noch nicht an dem Allerheiligsten zu Schande und des Elends dem empfindlichen Auge der über die Situation hinweg, man tröstet sich: so wie rütteln gewagt, was es für einen bierfesten Mann giebt- Wohlanständigen entzogen wird. Wo etwas übel Herr Ahlwardt über sein Material verfügte, so hat sich in heimlicher Schenke, wo der feiste Wirth am Fäß- riecht, muß man parfümiren, damit die Nase auch der teutsche Mann Schweinhagen solches aus chen steht und der wackere Kellner dem Stamm- nicht belästigt wird und hat man den Geruch Rumänien besorgt. Und man ist beruhigt in der Gewißgast den fünfzehnten Schoppen fredenzt, und unmerklich versteckt, so ist die Ursache desselben auch verschwunden. Das heit, daß man Material besitzt. Dabei bedenken die Leute leise dabei das erfahrene Haupt schüttelt, dahin ist der ist die Quintessenz aller menschlichen Weisheit, und werden nicht einmal, daß ein Einschreiten des Untersuchungsrichters ministerielle Erlaß noch nicht gedrungen, denn dort hat er wir nach diesen Grundsätzen regiert, so fühlen wir uns wohl, den Finanzminister erheblich an der Verwirklichung seiner auch nichts zu suchen was soll aus der Welt denn und Nichts fehlt uns mehr zu unsäglicher, unsagbarer Glück Steuerpläne hindern würde. noch werden, wenn keiner mehr trinken will?! feligkeit. Selbst Herkules hatte einen schweren Stand gegen Das ist eine Frage an das Schicksal, welche jedem die Hydra: hatte er mühsam einen Stopf abgeschlagen, so weiß, wann der Zeitpunkt eintreten wird, wo die Zigarre Wir leben wirklich in einer schweren Zeit. Niemand Senschen offen steht. Mischt sich ein Unberufener in unsere wuchsen sieben neue nach, und so ging es fort bis ins Un- des kleinen Mannes bluten muß, und die Schmeiche Getränke, so erwachen wilde Triebe auch im Innern des endliche. leien und die Besänftigungen, mit denen man Lammherzigsten; an einem Männerschoppen soll niemand Aber der Weisheit Gipfel erklomm stets der Vogel Strauß, diesem vielumworbenen kleinen Mann um den Bart drehen und deuteln, und eines wahrhaft freien Mannes er steckte den Kopf in den Sand und weiß sich dann von geht, lassen das Schlimmste befürchten. Uebertriebene Bes Herr ist nimmermehr die Uhr. Zeigt der Zeiger die mitter- aller Gefahr befreit, weil er nichts von dem sieht, was um ruhigungsversuche erivecken stets ein mehr wie berechtigtes nächtliche Stnude, so darf der Humpen immer noch einmal ihn vorgeht. Und so wird nach allen Maßnahuren und Mißtrauen, und der kleine Manu scheint sich auch diesmal kreisen, und ehe der Hahn zum dritten Mal träht, hat man Berordnungen der hohen Obrigkeit schließlich alles beim wieder in der wenig beneidenswerthen Rolle des geliebten immer noch Zeit, die heimischen Penaten aufzusuchen. alten bleiben, und über kurz oder lang werden die Hausthieres zu befinden, welches immer gestreichelt und Also das ist es nicht, was uns heute trübe stimmt. Es Habitués des Café Rect ihre alten Freundinnen zu jeder geliebkost wird, das aber fein Teufel retten kann, wenn ist vielmehr die Sucht von Oben, die darauf ausgeht, Alles Morgenstunde im hellen Kerzenschein begrüßen dürfen. Der ersehnte Augenblick da ist, wo es dem Schlachtmesser Männlein und Weiblein in den Schooß der allein- 1 Darum darf man der Entwickelung dieser brennenden zum Opfer fällt.. Waarenbestellungen einen Rechnungsabzug zu gewähren in der einen neben der Thür stehenden Stuhl und ließ diese auch dort| bots. Die Uebertreter wurden in Strafe genommen, fie haben Lage find." Es wird der Volks- 3tg." hierzu noch bemerkt, daß liegen, als sie mit ihrem Manne den Raum verließ, um die aber Ginspruch erhoben und wollen es auf eine richterliche Entdie kurze Zeit" zwischen Vorlegung der Rechnung und Empfang anderen Rokalitäten zu befichtigen. Nach ihrer Zurückkunft fand scheidung ankommen lassen. der Bezahlung selten weniger als sechs Wochen ausmacht. Da fie die Tasche wohl noch vor, aber das Tuch mit dem Gelde man zudem behufs Erlangung der Lieferungen zumeist schon Aus- war daraus verschwunden. G3 ergab sich, daß in der Zwischen- Ein etwas romantischer Sachverhalt lag der Anklage nahmepreise gestellt hat, hält man vielfach in den Kreisen derzeit ein junger Mann in den Laden gekommen war, dort ein wegen Hehlerei zu Grunde, die geſtern vor der 129. Abtheilung Lieferanten einen weiteren Abzug bei reeller Geschäftsführung Glas Bier getrunken und sich dann schnell wieder entfernt hatte. des Schöffengerichts gegen den Kaufmann Wilhelm Braun für unmöglich. Es sei noch erwähnt, daß ein gleiches Vorgehen Das N.'sche Ehepaar hatte in diesem Falle noch Glück. Gs verhandelt wurde. Im Juni vorigen Jahres brannte die Cheuns bisher von keiner anderen städtischen Behörde bekannt ge- wurde ermittelt, daß ein Arbeitsbursche für seine Verhältnisse frau des Reſtaurateurs M. ihrem Manne durch. Sie hatte worden ist. viel Geld ausgegeben hatte, er wurde angehalten und machte licher Werthpapiere ihres Mannes, ca. 15 000 M. gesezt. Dies sich durch Erbrechen von Behältnissen in den Besitz sämmtZu dem Erlak gegen die Kaffeehausbesitzer bemerkt die die Angabe, daß er mit zwei anderen Burschen an dem be: Geld nahm sie mit und begab sich mit ihrem 13 jährigen Sohn Vossische Zeitung": In den Tagen der lex Heinze tann es treffenden Laden vorübergegangen sei, die Tasche gesehen nach der Schweiz. In Zürich erkrankte sie so heftig, daß sie und mit seinen Begleitern den Entschluß gefaßt, diese, kaum Wunder nehmen, daß man in leitenden Kreisen nicht eben ba sie Geld in ihr vermutheten, zu stehlen. Während zwei von nach dem Krankenhause geschafft werden mußte. Sie befürchtete, der Anschauung eines Wilhelm v. Humboldt huldigt, der es so- ihnen Wache an der Thür gestanden hätten, sei der dritte, der aus dem Leben scheiden zu müssen und war besorgt, was danu wohl für einen Uebergriff wie für einen Fehlgriff des Staates Bursche Wilhelm 2., hineingegangen und bald mit dem Inhalt aus ihrem Sohn werden würde, den sie in einem Hotel untererklärte, durch gesetzliche oder obrigkeitliche Vorschriften die Sitten der Tasche zurückgekommen. Von dem Gelde habe er den beiden gebracht hatte. Da gedachte sie des Angeklagten; der viel in der Bevölkerung beeinflussen zu wollen. Heute hat man umgekehrt Aufpassern je 40 M. gegeben, das Uebrige für sich behalten. ihrem früheren Geschäft verkehrt hatte. Sie wandte sich schrifts ein unerschütterliches Vertrauen in die Moralisirung mit Hoch- Wilhelm 2. hat noch nicht festgenommen werden können, aber in lich an ihn, setzte ihre Lage auseinander und bat ihn unter druck. Wenn sich schwere sittliche Mißstände bei einem Prozeß oder bei einer anderen Gelegenheit zeigen, flugs greift man nach der seiner elterlichen Wohnung wurden unter dem Bett versteckt Beifügung des Reisegeldes, sofort zu ihrer Hilfe nach Zürich zu eilen. Der Angeklagte erfüllte ihren Wunsch. Klinke der Gesetzgebung oder verlangt Polizeiverfügungen, als ob 1100 M. in Kassenscheinen vorgefunden. In Zürich angelangt, wurde ihm von der Frau M. die damit die Menschen befehrt oder gebessert werden können. Kassette mit Werthpapieren zur Aufbewahrung übergeben und ihm Diesem Geiste ist jener Gefeßentwurf enisprungen, dem man den ans Herz gelegt, ihrem Sohne ein treuer Beistand und Berather Namen Hinge gegeben hat, und entstammt sichtlich auch der Be zu sein. Die Kosten des Unterhalts für den Angeklagten wurden fehl, die Kaffeehäuser um 2 Ubr zu schließen. Aber wenn Graf von der Frau M. bestritten. Diese genas bald wieder, sie bereute Eulenburg meinen sollte, es sei feine Pflicht, gegen die Anihren Schritt und bahnte bei ihrem Manne Versöhnungsversuche sammlung von Dirnen und Lebemännern in Kaffeehäusern einan, die auch Erfolg hatten. Sie fehrte mit ihrem Sohne und zuschreiten, so könnte man selbst als Mitglied des tugendsamen dem Angeklagten nach Berlin zurück. Der Ehemann M. hatte Männerbundes gegen die öffentliche Unfittlichkeit Zweifel an dem den Verdacht, daß zwischen seiner Ehefrau und dem Angeklagten Bereitelter Selbstmord. Am Donnerstag Abend um Erfolge haben, ja, man tönnte meinen, daß durch jene Ver 83/4 Uhr warf sich auf dem Bahnhof Friedrichstraße eine geistes, ein mehr als freundschaftliches Verhältniß bestehe, daß sie fügung die nicht und daß der Angeklagte bei Zunächst ist nicht jedes Staffeehaus auch nur um 2 Uhr Nachts gestörte Frau v. Brittwih auf die Schienen, furz bevor der Gör- gemeinsam abgereift seien und daß dem Erbrechen seines Schreibtisches wenigstens Hilfe ge= Der Angeklagte wurde in Haft genommen. wurde der erwähnte Verdacht Die Schwindlerin, welche in letzter Zeit zwei Geschäfte in der Potsdamerstraße dadurch geschädigt hat, daß sie unter dem Namen Baronin von Zedtwiz große Bestellungen machte und nicht bezahlte, einen Theil der Waaren aber einwickeln ließ und mitnahm, ist jetzt in der Person der unverehelichten Frieda W. verhaftet worden. Wie sie selbst angiebt, ist ihr der Schwindel in drei Fällen gelungen, in zweien aber mißglückt. lediglich das Stelldichein leichtfertiger Menschen. Man foll felbster Schnellzug in die Halle einlief. Es gelang dem Schwieger- leistet habe. sohn der Frau, dem Lieutenant v. Bennigsen vom 5. Jägerum diese Zeit und etwas später sogar ganz ehrwürdige Paſtoren, bataillon, und dem Polizeilieutenant von Arnoldi, noch im legten Durch die Boruntersuchung die auf der Synode ein kräftig Wörtlein gegen die Unſittlichkeit Augenblick die Geisteskranke auf den Perron zurückzuziehen. Ber- nach jeder Richtung hin beseitigt und gegen Braun nur gesprochen hatten, und sehr konservative und sittenfeste Wortführer der nothleidenden Landwirthschaft dort gesehen haben. legungen hat die Frau nicht erlitten, jedoch wurden ihre Kleider Anklage wegen Hehlerei erhoben, die darin gefunden wurde, daß er von dem Gelde, welches Frau M. ihrem Manne entwendet, Und das ist begreiflich genug in einer Weltstadt und ihrem viel vom Buge erfaßt und vollständig zerfetzt. einen Theil für Reisekosten u. f. w. angenommen hatte. Da seitigen, wechselreichen, bewegten Treiben. Aber zugegeben, daß Zu dem Selbstmord des jungen Kaufmanns Martienzen Diebstahl zwischen Ehegatten straflos ist, konnte Frau M. nicht in einzelnen oder gar vielen dieser Kaffeehäuser in später Nacht gehen uns noch folgende Mittheilungen zu: Wie sich jetzt heraus zur Berantwortung gezogen werden. Die Hehlerei seitens des stunde die Halbwelt vorherrscht, was ist damit gewonnen, wenn steut, hat M. sich das Leben genommen, weil er mit einem jungen Angeklagten blieb aber bestehen. Der Gerichtshof verman sie um 2 Uhr oder gar um Mitternacht auf die Straße Mädchen im Prälaten" gesehen wurde und ihm darüber von urtheilte ihn zu einer Gefängnißstrafe von 14 Tagen, erachtete wirft? Hört die Halbwelt damit auf zu sein oder ihr Gewerbe den Seinigen" Borwürse gemacht worden waren. Das traurige aber die Strafe durch die erlittene Untersuchungshaft für verbüßt. zu betreiben? Mit nichten! In dem Kaffeehause stand sie Geschick, welches die obenerwähnte Familie getroffen, wirkt um unter der Aufsicht einerseits der Angestellten des Wirthes, so erschütternder, als dieselbe im Laufe des letzten Jahres von Gewerbegericht. Gegen wen klagen wir?" nnd„ Werden der der Behörde verantwortlich ist, und andererseits der Unglücksfällen hart betroffen wurde. und andererseits der Unglücksfällen hart betroffen wurde, Knapp vor einem Jahre wir denn überhaupt etwas bei obsiegendem Urtheile be Polizeibeamten, die, sei es in Zivil, sei es in Uniform starb die 21jährige einzige Tochter, ein blühendes junges Mädchen, tommen?" Das sind oft in der Gerichtsschreiberei von BauBolizeibeamten, die, feien en furz Schwer ist manchmal die Beirgendwo im Staffeehause ihren Platz hatten, die Vorgänge furz vor ihrer Hochzeit. Vor 4 Wochen mußte der älteste ver Arbeitern gestellte Fragen. beobachteten und, da den betheiligten Personen ihre Anwesen heirathete Sohn als geistes gestört nach einer Anstalt in Pankow antwortung der ersten, leicht in vielen Fällen die der zweiten. heit regelmäßig bekannt ist, Ausschreitungen und Zügel geschafft werden und jetzt hat der dritte und jüngste Sohn in so Und zwar letzteres darum, weil die Kammer III( Baugewerbe) losigkeiten vorbeugen. Die Beamten können in dem Nachtcafé tragischer Weise sein Ende gefunden. eine ganze Menge faule Kunden hat, von denen man eine manchen Nachtheil von unerfahrenen Menschen diskret abwenden. rührende Zuneigung für das Gewerbegericht annehmen würde, Werden die Dirnen von dem Kaffeehause auf die Straße ge= Polizeibericht. Am 14. d. Mts. Nachmittags stürzte ein wenn man nicht wüßte, daß sie nur gezwungenermaßen eine oft, drängt, dann verliert die Polizei über die Mehrheit jede Aufsicht fünfjähriger Knabe beim Spielen aus einem Fenster der im aber ungern gesehene Kundschaft desselben bilden. Das sind und jede Macht. Die Personen, die nach 2 Uhr gewohnheits- ersten Stock des Hauses Lübeckerstr. 37 belegenen Wohnung seiner nämlich die Herren Bau- Unternehmer, die nichts baben und mäßig Kaffeehäuser besuchten, die werden bald wissen, wohin sie Eltern auf den Hof hinab und erlitt eine so bedeutende Ver- meistentheils in faum auffindbarer„ Schlafstelle" wohnen. Die in Zukunft um diese Stunde zu gehen haben. Die Kaffeehäuser legung am Kopfe, daß seine Ueberführung nach dem Krankenhause guten Leutchen finden immer mehrere Exemplare einer gewiffen, am Urban erforderlich wurde. werden still werden. Um so geräuschvoller wird es in geheimen wurde im Landwehr- Kanal die bereits stark verweste Leiche eines Stastanien aus dem Feuer holen. Am 15. d. Mts. Nachmittags nicht aussterbenden Spezies von Menschen, die für sie die Sie schließen mit PuyWirthschaften zugehen, die sich vor dem Auge der Polizei zu ver bergen wissen, und um so widerwärtiger wird das Treiben auf etwa 40 Jahre alten Mannes angeschwemmt. Als Abends ein Meistern", Steinträger- Meistern", Maurerpoliren, Bau- Arden Straßen der Hauptstadt sein, in denen doch auch anständige Rutscher mit ſeinem, mit Spiritusfässern beladenen Wagen in beiter- Kolonnenführern und sonstigen Vorarbeitern" Berträge und fittfame Leute mitunter nach 2 Uhr Nachts zu gehen ge: das Haus Dieffenbachstr. 35 einfuhr, wurde er durch ein ins ab, durch die fich dieselben verpflichten, mit Hilfe von durch sie Rollen gekommenes Faß vom Wagen herabgestoßen und erlitt angenommenen Arbeitern die ihnen im Akkord übertragenen nöthigt sein können. dabei einen Knöchelbruch. In der Nacht zum 16. d. Mts. Arbeiten gut unb in bestimmter Zeit auszuführen. sprang ein Mädchen von der Potsdamerbrücke in den Landwehr Natürlich sind Strafen für den Fall vorgesehen, daß Kanal, wurde jedoch noch lebend aus dem Wasser gezogen und der Bau nicht die gewünschten Fortschritte mache. Gegen jede nach der Charitee gebracht. Am Stralauerplatz 15 fand ein unbequemlichkeit, die einem renitente Arbeiter vielleicht solche, unbedeutender Brand statt. die nicht gern umsonst arbeiten möchten bereiten könnten, glaubt man sich nun geschützt. Doch man. hat die Rechnung chne das Gewerbegericht gemacht, das zog durch dieselbe einen dicken Strich. Nicht die verschiedenen Sorten von Meistern" und" Vorarbeitern" macht das Gericht für die Nichtzahlung der Löhne und für die ungefeßliche Lösung von ArbeitsLeffing- Theater. Erlaubte Sünden. Luftspiel in 3 Aften verhältnissen verantwortlich, sondern die wirklichen Unternehmer. von Ambroise Janvier und Marcel Ballot. Deutsch von May Und das ist gut, denn hin und wieder ist einer darunter, der beSchönau. rappen kann. Energisch dies Prinzip durchzuführen, blieb der Statt der unerlaubten Sünden, die uns bisher von den Kammer 111, die ja von allen Kammern fast ausschließlich mit Franzosen stets vorgeführt wurden, zeigen sie uns diesmal er- dem Kolonnensystem zu rechnen hat, vorbehalten. Ihr Vorlaubte Sünden und diese sind bedeutend harmloser. Die Bour- sigender, Herr Magistrats- Assessor Cuno, hat sich durch seine geoisie besitzt gute Laune genug, um sich selbst und ihre hervorragende Mitwirkung daran auf ihn ist die bezügliche sogenannten heiligsten Einrichtungen mit äßendem Spott prinzipielle, für alle gleichartigen Fälle maßgebende Entscheidung zu übergießen. Zu den heiligsten Einrichtungen hat iminer anscheinend zurückzuführen unbestreitbare Berdienste erworben. die Ehe gehört und sie ist auch stets die Zielscheibe des zu denen, welche vor der Kammer 111. häufig unfreiwillige Wiges gewesen. Ein verliebtes Pariser Ehepaar beschließt, Gastrollen geben, gehören ,, unsere Reimanns", wie der Vorsitzende um in den Besitz des Vermögens der Frau zu gelangen, öffent- den Zimmermeister Johannes Reimann, den Baumeister Agathon lich die Scheidung zu betreiben, während die beiden Leutchen Reimann und deren Vater bezeichnete. Unsere Reimanns" heimlich in sehr intimem Liebesverkehr bleiben. Den Knotenpunkt das genügt. Am 14. September stand wieder einmal bildet auch hier ein in unrechte Hände gerathener Brief, der einer unserer Neimanns" flagend einen ganzen Knäuel von Verirrungen und Verwirrungen nach den Schranken des Gerichts; flagend in zwiefacher Bedeutung. fich zieht. Schließlich liegen sich, wie das zu einer guten bürger- Einmal rief er die Organe irdischer Gerechtigkeit an, lichen Komödie gehört, die Liebenden in den Armen und der andererseits war er, wie so viele andere am selben Ort, in der Vorhang fällt über lauter Glückseligkeit. nicht sehr beneidenswerthen Lage, darüber zu wehtlagen, daß er nicht wisse, an wen er sich halten solle. Der Unglückliche war der Puter Sabin, welcher unter dem Puzz- Meister" Fenz auf einer der Reimann'schen Bauten gearbeitet hatte. Fenz war ihm eine nicht zu unterschätzende Summe schuldig geblieben, hatte fie ihm schuldig bleiben müssen, weil er das Geld von Reimann selbst nicht erhielt. Er war im Termin anwesend, von den Reimann's niemand. Herr Fenz erklärte, immer die Löhne richtig bezahlt und dabei selbst etwas eingebüßt zu haben. Das, was der Kläger und andere noch zu fordern haben, wolle er gern bezahlen, wenn er selbst sein Geld hätte. Er habe die Arbeit Auf Theater. der Arbeiter Dor Aus der letzten Versammlung der Kaffeehausbesitzer wird bekannt, daß sich die gemaßregelten Wirthe noch einmal mit einer persönlichen Vorstellung an den Minister des Innern wenden wollen, worüber des Näheren gestern Vormittag in einer neuen Versammlung berathen wurde. Der von dem Ober- Regierungsrath Friedheim in Vertretung des Polizeipräsidenten ge zeichnete Erlaß datirt vom 12. September und lautet: Anordnung des Herrn Ministers des Innern soll für die hiesigen Nacht- Cafes die Polizeistunde im allgemeinen auf 12 Uhr Nachts zurückgeführt und nur für diejenigen Cafés, deren Besitzer und Angestellte den Verkehr von Prostituirten möglichst fern zu halten suchen und jeder Störung eines ruhigen und anständigen Verkehrs nach Kräften entgegenwirken, eine Verlängerung der Polizeistunde bis 2 Uhr Morgens zugelassen werden. Da Sie bisher berechtigt waren, in Ihrem Schantlokal bis 4 Uhr Gäste zn bewirthen, und da Ihre Geschäftsführung nicht der artig gewefen ist, daß die im Vorstehenden erwähnte Ausnahme auf Sie Anwendung finden kann, so würde schon jetzt die Zurück führung der Polizeistunde für Ihr Lokal auf 12 Uhr gerecht fertigt sein. Es soll Ihnen jedoch Zeit gelassen werden, eine Besserung des Verkehrs zu erzielen, so daß der Festsetzung der Polizeiftunde auf 2 Uhr keine Bedenten entgegenstehen, und wird Deshalb erst nach Ablauf von 8 Wochen darüber befunden werden, ob für Ihr Lokal die Polizeistunde auf 12 Uhr oder auf 2 Uhr festzusetzen ist. Nach Empfang dieser Verfügung sind Sie verpflichtet, Ihr Kaffeelokal spätestens um 2 Uhr Nachts zu schließen." Ueber die geftrige Versammlung der Kaffee hausbesitzer wird berichtet: Ein Theil der durch die Sperrstunde Verfügung betroffenen Kaffeehausbesitzer ver Das Stück ist von May Schönau sehr flott übersetzt und sammelte sich gestern Mittag 12 Uhr in einem der Säle des ebenso wurde auch gespielt. Die dreiaktige Komödie füllte den Westminsterhotels, um den Bericht über die Audienz der ganzen Abend nicht, und so murrte denn das Publikum über die aus den Herren Reck, Ebert und Watscheck bestehenden Abordnung zu lang ausgedehnten Pausen. beim Minister entgegenzunehmen. Herr Keck berichtete, daß die Abordnung in huldvollster" Weise empfangen, daß der Minister anscheinend über ihr Anliegen erstaunt gewesen sei und sofortige Untersuchung und Prüfung der Angelegenheit versprochen habe. Als darauf die Abordnung in ihre Cafés zurückgekehrt sei, habe man die bereits veröffentlichte und im Auftrage des Ministers erlassene Verfügung des Polizeipräsidenten vorgefunden. Diese Eine für die unteren Instanzen wichtige Entscheidung für Reimann aufgegeben, weil ihn dieser hätte zwingen wollen, Verfügung scheine nicht allgemein erfolgt zu sein, sondern sich fällte in seiner legten Sigung der Bezirksausschuß. Es handelte die Invalidenkarten zu fleben, die Krankenkasse zu bezahlen nur gegen die größeren Cafés gerichtet zu haben, denn sich um die Frage, ob in einer Ortschaft mit ganz geringer Ein- und die Leute der Unfall- Berufsgenossenschaft anzumelden. verschiedene kleine Cafés hätten keine derartige Verfügung wohnerschaft wenigstens eine Schantwirthschaft zu konzessioniren Ihm sei vom Bauherrn eine Forderung im Betrage mehDer Vorerhalten. Nach längeren Verhandlungen beschloß man, bis ist. Diese vom Vorderrichter verneinte Frage wurde vom Bezirks- rerer hundert Mart nicht beglichen worden. Dienstag von allen weiteren Schritten Abstand zu nehmen, um ausschuß endgiltig bejaht. Der Eigenthümer Herzer in Neu- fizende räth Herrn Fenz, gemeinsam mit Sabin zu erst festzustellen, welcher finanzielle Schaden durch die Verfügung Höhnow bei Alt- Landsberg tam beim Kreisausschuß Nieder- tlagen. Jetzt standen Beide jedoch noch ebenso rathlos da wie jedem Einzelnen entstanden sei, und welche Unzuträglichkeiten Barnim um die Erlaubniß zum Betriebe der Schankwirthschaft in vorher:" Gegen wen müssen wir eigentlich unsere Klage richten?" fich ereignet haben. seinem Wohnorte ein, wurde indessen auf den Widerspruch seines Ja, da war thatsächlich guter Rath theuer, denn folgendes Amtsvorstehers zunächst abschläglich beschieden und demnächst wurde festgestellt. A. Reimann hat in Berlin ein Komptoir, In der in der Korneliusstraße belegenen Wohnung eines auch mit seiner im Verwaltungsstreit Verfahren erhobenen Geld hat er feins. J. Reimann hat in Pankow einen ZimmerProfessors erschien am 5. September in Abwesenheit der Familie, Klage kostenpflichtig abgewiesen, weil beim Vorhandensein play, aber, o weh! Gelb hat er auch nicht und alle Bretter, die bie noch nicht von ihrer Sommerreise zurückgekehrt war, ein etwa von nur 120 Seelen im Oste ein Bedürfniß nicht anzuerkennen abgeladen werden, tragen den Stempel der- Immobilienbank. dreißig Jahre alter Mann und legte den Dienstboten einen sei. Etwaiger Bedarf an Bier fönne durch Flaschenbier gedeckt und Papa Reimann? Na, der nennt sich den Beauftragten Frachtbrief vor, demzufolge für den Professor eine Kiste mit werden. Gegen diese Entscheidung legte der Vertreter des seiner Söhne. Bei alledem wird aber feste gebaut und ein Südfrüchten im Werthe von 84 M. eingetroffen war. Der Klägers, Rechtsanwalt Meyer, Berufung ein. Er führte vor Reimann sagt von dem anderen zu unbequemen Leuten, der sei Frachtbrief war mit dem Namen des Profeffors unterzeichnet, dem Bezirksausschuß aus, daß die Einwohner einer kleinen Ort der Macher. Der Vorsitzende weiß den beiden Kreditoren und der Mann verlangte 30 M. 50 Pf. Frachtgebühren. Die schaft mit demselben Recht auf ein Glas frisches Bier vom Faß unserer Reimanns" nur den Rath zu geben, es doch einmal Dienstboten verweigerten die Bezahlung, verstanden sich aber Anspruch machen könnten, wie die größerer Ortschaften. In mit einer Klage gegen die Immobilienbank und J. Reimann zu doch dazu, dem Unbekannten die verlangte Summe einzuhändigen, zweiter Linie müsse es aber in jedem Orte eine Zuflucht für versuchen. nachdem ihnen bedeutet worden war, daß widrigenfalls die Sen- etwaige Besucher geben, damit dieselben sich vor den Undung zurückgeschickt werden müsse, die Früchte verderben würden bilden der Witterung zu schüßen und sich zu erfrischen im und der Profeffor nachträglich den doppelten Frachtbetrag zahlen stande seien. Der Bezirksausschuß trat diesen Ausführungen bei, müffe. Nach der in diesen Tagen erfolgten Rückkehr des hob das frühere Urtheil auf und gewährte dem Kläger die nachProsessors stellte es sich heraus, daß der Frachtbrief gefälscht gesuchte Konzession. war, und eine recht grobe Fälschung ist es gewesen, denn der Frachtbrief war aus Berlin datirt. Von dem Thäter hat man noch teine Spur gefunden. Gerichts- Beitung. Versammlungen. Gegen 30 Pächter von Markthallen- Restaurationen Der Verein deutscher Schuhmacher( Filiale werden sich demnächst wegen Uebertretung der Gewerbe- Ordnung Berlin II) tagte am 11. September. Kollege Germann hielt An der Diszu verantworten haben. In den Markthallen herrschte die Sitte, einen interessanten Vortrag über:" Freiland". Etwas leichtsinnig mit Geld nmgegangen ist die Frau daß die Restaurateure ihre Angestellten mit Bier und anderen tussion betheiligten sich mehrere Kollegen. Unter Verschiedenem eines Restaurateurs N. Sie hatte sich dieser Tage mit ihrem Genußmitteln von Stand zu Stand gehen ließen, um sie den In- wurde bekannt gegeben, daß am 18. September, bei Seefeldt, Manne in ein Bierlokal der Lübbenerstraße begeben, um dieses habern anzubieten. Dies untersagte die Behörde, weil darin ein Grenadierstraße, für die Mitglieder der Orts- Krankenkasse der Nun ver- Schuhmacher eine öffentliche Versammlung stattfindet, die gleichzu laufen. In einer Ledertasche trug sie das Kaufgeld, das in Gewerbebetrieb im Umherziehen zu erblicken fei. 600 m. in Gold, 12 Ginhundertmartscheinen und 3 Wechseln fielen die Restaurateure auf den Ausweg, erst etwaige Bezeitig als Protestversammlung dienen soll gegen; die Gründung bestand, bei sich. Es war besonders in ein rothes Tuch eingestellungen zu sammeln und diese dann ausführen zu lassen. eiuer Innungs- Krankenkasse. Zu der am Montag den 25. d. M. schlagen. Beim Eintritt in das Lokal legte sie die Tasche auf Hierin erblickte die Behörde lediglich eine Umgehung des Ver- stattfindenden öffentlichen Versammlung findet am Sonntag früh Fidelitas. für die in Fabriken beschäftigten Arbeiter und am Montag für| Theaterverein Concordia Zeugbofstraße 8 bei Koch. Theaterverein die Handarbeiter die Handzettel- Vertheilung statt. Die Kollegen Dibello jeden Sonntag 4 Uhr bei Foge, Köpenickerstr. 191. Nachher: werden ersucht, sich zahlreich einzufinden bei Grube, Solms- und Mariendorferstraßen- Ecke. Die nächste Vereinsversammlung findet am 24. September bei Keller, Bergstraße, statt. Der Arbeiterverein für Rummelsburg und Umgegend hielt am 10. d. M. eine öffentliche Versammlung in Stralau ab. Die Versammlung ehrte das Andenken des verstorbenen Genossen Stöpel durch Erheben von den Pläßen. Hierauf hielt Genosse Adler einen beifällig aufgenommenen Vortrag. In der DisTussion betheiligten sich mehrere Genossen im Sinne des Referats. Einige Genossen tabelten, daß in der letzten Lokalliste Stralau und Rummelsburg fehlten. Von den Lokalkommissions Mitgliedern wurde ein Verschulden ihrerseits zurückgewiesen. Verein der Machinisten und Heizer Serlins. Sonntag, den 17. Sep: tember, Nachmittags 5 Uhr, Schultheiß' Braueret- Ausschant, Neue Jatob Straße 24-25, Versammlung. Vortrag über Störungen im Dampfmaschinenbetriebe. TRE Oeffentliche Versammlung am Montag, Abends sy Uhr im Prälaten. Vortrag des Herrn M. Ganiz über: Das Heilsystem des Rechtsanwalts a. D. Glünicke. Orts- Krankenkasse der Schuhmacher. Versammlung für die Mitglieder obiger Kasse am Montag, den 18. d. M., bet Seefeldt, Grenadierstr. 33. Nationale kaufmännische Kranken- und Sterbekasse.( E.. 71.) Bureau: Holzmarttstr. 67, Montag, den 18. September, 8% Uhr, tm Restaurant P. Bodenburg, Kommandantenstr. 10-11, Vorstandssigung. Allgemeine Kranken- und Sterbekaffe der Metallarbeiter( E. H. 29 Hamburg). Filiale Berlin 2. Große Versammlung am Montag, den 18. September, Abends 8 Uhr in Krösche's Salon, Fichtestr. 29. Kaffenbericht. Friedrichs- Verein( ehem. Sögl des Gr. Friedr.- Waisenh.), Montag, den 18. September, Abends 9 Uhr, Sigung, Orantenstr. 34. Deutscher Metallarbeiter Verband. Filiale Nord. Montag, den 18. September, Abends 8 Uhr, Mitgliederversammlung im Weddingpart, Müllerstr. 178. Shatklub Roth- Junge. Sigung Dienstags nach dem 15. und Spielabenb alle Dienstag von 9-11 Uhr, in Restaurant, Böchstr. 7, bet Herrn Herrath. Die Bureau- Angestellten und verwandten Berufe. Deffentliche Ber fammlung am Montag, den 18. September, in der Berliner Ressource, Kommandantenstr. 57. Eveier Diskutirverein. Montag, den 18. d. M., Sigung. bergerfir. 82. Hierauf Fidelitas. Vergnügungsverein Stalin. 6 Uhr Fidelitas. Kommandantenftr. 20, Große Generalversammlung. Vergnügungsverein Nord, Nachmittags 5 Uhr Fennstr. 5 bei Krüger. Vergnügungsverein Germania, alle 14 Tage Versammlung Linienfiraße 150. Bergnügungsverein Deutsche Einigkeit, Nachm. 4-6 Uhr, Blumenstraße 20 bei Bernice. Nachher: Fidelitas. Bergnügungsverein Titania, Nachm 5-6 Uhr, bei Tempel, Sangestr. 65. Nachher: Fidelitas. Bergnügungsverein Nord, Sigung Sonntag Abends 6 Uhr bei Keller. Theater Verein Luftige Seelen, Sonntag 4 Uhr bei Stehmann, Melchiorstr. 15. Sigung, Tanz, Fidelitas. Bergnügungsverein 2uftig, Sonntag, Staliterftr. 54( H. Hente), 5% Uhr: Theaterverein„ Concordia", Sigung Sonntag, Nachmittag 5 Uhr. bei Krebs, Ohmgaffe 2. Nach der Sigung Fidelitas. Oranienstr. 121. Bon 4 Uhr an. Tambour- und Bergnügungsverein Gut eit, alle 14 Tage bei Senffert, Bergnügungsverein Nord", Gigung Sonntag Abend 5% Uhr. Gefang- Turn- und gesellige Vereine. Montag. Gefelliger Berein 3 wiebelfische, Rigdorf, Abends 9 Uhr in Barta's Cotal, Berliner: jraße 120. Möring. Admiralstr. 18c.Bergnügungsverein Freundestreue, jeden Montag bei Restaurant zum Butunftsstaat, Rastanien- Allee 35. Geselliger Klub Na menlos, jeben Montag im Vergnügungsverein Aufelgoland Sigung jeden Montag 9 Uhr bei Linke, Bergstr. 54, Fidelitas. Adalbertstr. 21, Abends 9 Uhr. Alle 14 Tage Tanz. Vergnügungsverein Einigkeit 1890. Jeden Montag Sigung bei Roll, Bergnügungsverein„ Eulalia" bet Herrn Steggentin, Barnimstr. 4-5 Sigung 6 ühr. Privat- Theater- Gesellschaft Hoffnung, Sigung b. Sauermann, AdalbertPfeifentlub Felsen fest, Abends 9 Uhr, Königsbergerstr. 20 bei Schabrodt Henoch.- Rauchtlub Elvira, Abends 9 Uhr bei Lehmann, Friedrichsfelder Rauchflub Weiße Wolte, Abends von 9-11 Uhr, Bernauerstr. 14 bei traße 27. Kartenklub, ustige Brüder" Krautstr. 48, Abends 8% Uhr bei Ernst Radtke. bet Rennet, Stegnigerstr. 26. Rauchklub Veronita", Sigung Montag Abends 9 Uhr straße 8. Stattlub„ rand", Abends% 9 Uhr bei R. Hubrich, Lübbenerstr. 22. Stattlub Roth- Junge". Sigung alle Dienstage nach dem 15. und Spielabend alle Dienstage von 9 bts 11 Uhr im Restaurant Böchstr. 7 bei Herrn Herrath. tiches Beisammensein im Restaurant zur neuen Post", Beuthstr. 21. Freie Bereinigung der Kaufleute. Jeden Montag gemüthDermischtes: Depelthen. ( Wolff's Telegraphen- Burean.) Donai, 16. September. Eine Versammlung der Bergarbeiter von Aniche und Dorignies hat einstimmig den Ansstand beschlossen. New- York, 16. September. Dem„ New- York Herald" wird unter dem gestrigen Tage aus Buenos- Ayres gemeldet, daß die Lage in Rio de Janeiro nach Berichten von dort sehr ernst sei. Gs verlaute, Präsident Peixoto habe die Küste und die Hauptitadt aufgegeben und sich mit dem ihm treu gebliebenen Theile der Armee nach Santa Anna begeben, um dort den Angriff der von den aufständischen Schiffen entDer durch sendeten Landungs- Mannschaften abzuwarten. die Beschießung der Stadt angerichtete Schaden sei viel beträchtlicher als die Depeschen der Regierung angegeben hätten. Die Kriegsschiffe Der fremden Mächte hätten zum Schuße des Eigenthums der Ausländer eingreifen müssen. Es heißt, die Staaten Bahia und Pernambuco im Hafen von Rio mit Ausnahme eines einzigen. Es würden hätten sich den Insurgenten angeschlossen und ebenso alle Forts Vorbereitungen getroffen, um dem Angriff des aufständischen Geschwaders erfolgreichen Widerstand zu leisten. auf den baldigen Umsturz der Regierung Peixoto's schließen. Ton der hier eingetroffenen brasilianischen Zeitungen ließe sich Aus dem Briefkaffen der Redaktion. M. 1. 1. Die Wittwe ist nicht ohne Weiteres Grbin ge worden( wenn der Todesfall in der Mark sich zutrug), sie kann noch heute entsagen und ist dann jede Schererei los. 2. Ob der andere Erbe Benefizia lerbe geworden, ist aus der Darstellung Barbier. Friseur- und Perrücktenmacher- Gehilfen Berlins und nicht ersichtlich. 3. Der Zahlungsbefehl müßte beim Amtsgericht Umgegend. Deffentliche Versammlung am Montag, den 18. September, in der von Ihnen angedeuteten Weise beantragt, dann gepfändet Abends 10 Uhr, bei Deigmüller, Alte Jakobstr. 48 a. Tagesordnung: Stellung nahme gegen die Innungsmitglieder im Gewerbegericht. Die Cholera. Wegen der Choleragefahr sind werden u. s. w. Vielleicht sprechen Sie gelegentlich zwischen 12 Vergnügungsklub Eichenlaub. Sonntag, Sigung mit Damen und am Freitag für Solingen, Gräfrath, Wald, Mer- und 1 Uhr vor. Aufnahme neuer Mitglieder von 5-6 Uhr, im Restaurant Albert, Lands- fcheid, Ohligs und Höscheid alle Versamm Franz. Nach deutschem Gesetz ist ein Mädchen mit BollSonntag Nachmittag 5% Uhr, Stzung; Iungen, Konzerte, Tanzbelustigungen u. s. w. bis auf weiteres endung des 16., ein Mann mit Vollendung des 20. Jahres heirathsverboten worden. Petersburg, 12. September. fähig. Theater- und Vergnügungsverein Fritillaria. Sonntag, Abend 6 Uhr, In der Zeit vom 11. bis 13. September erkrankten hier Moegelin. 1. Es kommt auf die etwa wegen Dauer und Sigung mit darauf folgender Fidelitas und Tanz. Vergnügungsklub Oftend. Sonntag Nachmittag 5 Uhr, bet Rudolf, 122 Personen und starben 43 an Cholera, vom 9. bis Kündigungsfrist getroffenen Vereinbarungen an: Diese sind in Krautstr. 6, Eingang vom Flur, Stzung mit Damen. Aufnahme neuer mit 11. d. Mts. erkrankten in Moskau 25 Personen und allen Fällen maßgebend. Haben solche nicht stattgefunden, so glieder. Tanz und Vortrag. Sund der geselligen Arbeitervereine Berlins und Umgegend. starben 14. Vom 17. August bis 2. September erkrankten beträgt die Aufkündigungsfrist bei städtischem Gesinde Sonntag, den 17. September, Bormittags 10 Uhr, in den Arminhallen, in den Gouvernements Lomsha 155 und starben 85, in 6 Wochen vor Ablauf des Vierteljahres. Ist das Gesinde aber Kurst erkrankten 571 und starben 219, in Drel er monatsweise gemiethet, so ist spätestens am 15. zum Freireligiöse Gemeinde. Sonntag, den 17. September, Bormittags frantten 623 und starben 215, in Tula erkrankten 462 nächsten Ersten zu kündigen. Die Kündigung zum 15. ist 10% Uhr, Mosenthalerstraße 38, Vortrag des Herrn Waldeck Manaffe: Spinoza 3. bis 9. September erkrankten also unzulässig, wenn und Goethe. Montag, den 18. September, Abends 8 Uhr, beschließende Ber- und starben 157; vom nicht Vereinbarungen zwischen fammlung( für vollberechtigte Mitglieder). in Wladimir 222 Personen und starben 97, in Minst erkrankten Herrschaft und Gesinde sie zulassen. 2. Für KrantArbeiter- Bildungsschule. Sonntag Bormittag 10-12 Uhr: Nord 136 und starben 66, in Mohilem erkrankten 349 und starben 66, beitsfälle des Gesindes ift zu unterscheiden, Schule, Müllerstr. 179a: Unterricht in Gefeßeskunde. Oft Schule, Martusstraße 31: Buchführung. Für alle vier Schulen in Schöning's in Charkow erkranften 154 und starben 82, in Cherson er ob die Krankheit durch den Dienst( beziehentlich bei Gelegenheit Restauration, Stallschreiberstraße 29: Nationalötonomie. Montag, franften 145 und starben 78; im Dongebiet erkrankten vom 5.1 desselben) zugezogen ist oder ob dies nicht der Fall war. Int Abends 8-10% Uhr: Nord- Schule, Müllerstraße 179a: Unterricht in bis 11. September 107 Personen und starben 78. Belgrad, ersten Falle hat die Herrschaft für Kur und Verpflegung zu Teutsch( oberes); Süd- Schule, Mariendorferstr. 5 bet Grube: National15. Martusstraße 31: Gesezesfunde; Südost= September. Von 4 ötoromte; Ost Schule, zum 7. dieses Monats sorgen und darf vom Lohn nichts abziehen. Im zweiten Falle Schule, Reidenbergerstr. 133: Anatomie. In allen Unterrichtsfächern vorgekommenen Erkrankungsfällen an Cholera find drei( wenn also die Krankheit nicht durch den Dienst oder bei Gemit Ausnahme Mathematit und Buchführung, tönnen noch Schüler und stödtlich verlaufen. Konstantinopel, 16. September. legenheit desselben entstanden) hat die Herrschaft nur die Pflicht Sozialdemokratische gese- und Diskutirklube. May Kayser, In den letzten Tagen sind im Irrenhause zu Scutari 2 Personen vorläufiger Fürsorge und kann die Kurkosten von dem auf jeden Conntag Vormittags 10% Uhr im Restaur. Schömann, Heimstr. 16.- an Cholera ertranft und 2 gestorben; in Pera und Stambul den Zeitraum der Krankheit fallenden Lohn abziehen. Reimer", jeden Montag, Abends 9 Uhr, bei Rudolph Bahr, Gerichtsstr. 19. erkrantten je eine Person, in der Stadt Scutari 4 Personen unter 3. R. 59. Reklamiren Sie rechtzeitig gegen die Ihnen Arbeiter- Sängerbund Berline und Umgegend. Sonntag. Alle Menderungen im Vereinstalender find zu richten an Fr. Kortum, Manteuffel- choleraartigen Erscheinungen. Rom, 15. September. In den zugegangene Steuerveranlagung; Sie haben nichts für Köln zu firaße 70, Daß der Steuerfisfus Sie erst Mitte September 1893 Uebungsstunde. 9 Uhr: Aufnahme neuer Mit legten 24 Stunden find in Livorno 7 Erkrankungen an Cholera steuern. glieder. Montag Norddeutsche Schleife, Melch torstraße 15 aber kein Todesfall vorgekommen. In den übrigen Städten und für das Steuerjahr 1. April 1893 bis 1. April 1894 veranlagt, bei Stehmann. Maler Liedertafel der Berufsgenossen Annenftraße 16 bei Ehrenberg. Harmonie a Wein Provinzen, in welchen die Cholera aufgetreten ist, sind keine neuen ist eine sehr seltene Ausnahme von der Regel, da des Fiskus firaße 11 bei Feindt. Zonblüthe, Görligerstraße 58 bet Tolts- Erkrankungen oder Todesfälle vorgekommen. stets hungriger Magen zur schleunigen Veranlagung treibt. borf. Blüthe, Weinstr. 23 bei Küchenmeister. Suchsdorf'scher Haus. Der freihändige Verkauf des Hauses hebt den Miethsvertrag nicht auf: an stelle des früheren Vermiethers Sängerchor, Nene Königsstraße 73 bei Jahns. Froh' Hoffnung Berlin Weft, Kulmftr. 36 bei Raumann. Sangerhain, Reichen tritt der neue Eigenthümer. bergerfiraße 16 bei Päthold. Nur der Fall einer Sub= Refiauraut Krüger. Myrthenblätter, Belforterstr. 16, bei Schneider. Gefangverein Lieder zweig, Hermsdorf, Waidmannsluft bei Fenner„ Bur baftation ändert die Rechte und Pflichten des Miethers. Fichte". Gesangverein Berliner Bildhauer, Ornament, Wrangelftr. 141 bei F. M., Andreasstraße. Zuständig ist das GewerbeSchmidt.-Collegia 2 der Berufsmufiter, Neue Friedrichstr. 44, bei Röllig. gericht. -Frisch auf in Schönwalde i. d. Mart bei Schul. Frisch aur Frei heit, Simeonstr. 23 bei Flick. Metallarbeiter Diten, Bücklerstr. 49, bei Stabernact. Schülerinnen auch jetzt im Laufe des Semesters eintreten. Abends und verwandter Liebesfreiheit II, Straußberg, im gund der geselligen Arbeitervereine Berlins und Umgegend. ( Alle zuschriften, den Bund der geselligen Arbeitervereine betreffend, sind zu richten an B. entel, Bergmannfir. Nr. 21, Hof 3 Treppen.) Sonntag: Freundschaftlicher Bartverein b. Hrn. Styschty, Noftizſtr. 12, Borm. 8-10 Uhr Nordtlub Geselligkeit b. Schneider, Belforterstr. 15, jeden Sonntag nach dem 1. d. M. Theaterverein Thalia bei Schröder, in Stralau, Nachm. 3-4 Uhr.- Geselliger Berein Freundschaft b. Rotiter, Schönhauser Allee 185. - Privat- Theatergesellschaft Walhalla, Diachm. 3% Uhr Dresden erstr. 45 bei Bachmann, Sigung. Bergnügungsverem Nord 1. Sindowerstr. 26 b. Sachs. Gefelliger Verein d. Fetlenhauer, Gartenstr. 162 b. Meißner, jed. Sonntag vor d. 1. d. M. Gefelliger Verein Brüderbund", Stralauerstr. 57, bei Miegel, alle 14 Tage Sigung. Montag: Pfeifentlub Felsenfest bet Schubordt, Königsbergerstr. 24. Sumoristischer Verein Piptfar bet Krösche, Fichteftr. 29.- Theaterverein Nora, Märtischer of, Admiral ftraße 18c, Abends 9 Uhr. Gesang, Turn- und gefellige Vereine. Sonntag. Theater- und Bergnügungsverein Sarletin, heute Nachmittag 5 Uhr Seughofftr 8. Gardinen- Fabrik Großes Lager gestickter und engl. Tüllgardinen, Stores, weiß und crême. Große Auswahl in Sopha-, Tisch- und Bettdecken, auch im Einz.zu den billigsten Fabrifpreisen. E. Knape aus Eutsch in Sachsen Berlin N., Brunnenstr. 21, pt. 1 bis Wieder Einige. Würzburg, 16. September. Das heute ge fällte Urtheil in dem Prozesse des Haßfurter Kreditvereins lautet gegen den Kassirer Hohmann auf Jahre Zuchthaus und 300 m. Geldstrafe, gegen den Kontrolleur Joerg auf 4 Jahre Zuchthaus und 300 M. Geldstrafe und gegen den Direktor, früheren Bürgermeister Brehm, auf 1 Jahr Gefängniß und 300 M. Geldstrafe. In Remscheid find 60 Personen durch den Genuß von Wurst vergiftet worden. 40 von ihnen sind schwer erkrankt. Vich- Ausfuhrverbot. Aus neun Bezirken Nieder- Desterreichs ist wegen der daselbst herrschenden Lungenfeuche die Rinderausfuhr nach Deutschland verboten worden. Explosion. Aus Bastia wird vom 15. September gemeldet: Auf dem von Bonifacio fommenden französischen Torpedoboote Nr. 97 zersprang ein Kesselrohr, wodurch 2 Personen getödtet und 3 verwundet wurden. Schlechte Aussichten. Aus Drontheim( Norwegen) wird gemeldet, daß es dort während der letzten 16 Tage unaufhörlich geregnet hat, das Getreide verfault auf den Feldern und die Aussichten für die Landwirthe sind trostlos. 12. B. 1. Die Heirathszeugen können Verwandte der Brautleute, nur müssen sie großjährig sein. 2. Jemand, der ein Mädchen wiederholt schwängert, muß auch für die Alimente des zweiten und der folgenden Kinder aufkommen. Nur wenn der Vater des zweiten Kindes ein anderer als der des ersten ist, verlieren Mutter und Kind ihr Recht. Gustav 63. In Berlin und der Mark ist die Wittwe berechtigt, entweder auf den Nachlaß zu verzichten, oder ihr Gigenthum einzuwerfen und von der Gesammt masse die Hälfte zu erben. Liegt ein Testament vor, so sind dessen Bestimmungen maßgebend. Eine anständige Schlafftelle verm. Allen Freunden u. Genoffen empfehle Zahn- Klinik. Breife event. Theil. Die Buchdruckerei wruste, Rheinsbergerſtr. 81, 8 Tr. I. meinen Frühstücks-, Mittagszahlung. und Abendtisch. Gr. Vereins- Olga Jacobson, 145, Invalidenstr. zimmer mit Piano bis zu 60 Personen fassend ist zu vergehen. Restaurant z. gemüthlichen Sachsen. Schöneberg, Kaiser Friedrichstr. 2. Noh- Tabak 4814L Homöopath. Arzt und Kneipp'sche Wasserkuren( in Wörrishofen gem.) Dr. Hösch, Sinienstraße 149. 8--10, 5-7. Sebaste aneum Kneipp'sche Wasserheilanft. Dorotheenſtr. 49 Alle Sorten Max Jacoby, 47972* Streligerstraße 52. 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Bergiloß- Brauerei, Haſenhaide. Heute, Sonntag: Bon 4 b Finsterbusch- Konzert. Spezialitäten. Nachm. ab: Im Bal champêtre: Cavalier- Ball. Um 9 Uhr Brillant- Feuerwerk. Abends: Volksbeluftigungen aller Art. Eintritt 25 Pf. Weimann's Volksgarten. Badstrasse 56. Sente Sonntag: 1996b Pankstrasse 25. Gr. Brillant- Feuerwerk voin fgl. Kunstfeuerwerker Ball. Herrn Marow. Spezialitäten- Vorstellung. Mr. P. Leonhardi, Non plus ultra ,, der Pferdezucht". 1995b 500 Mark demjenigen, der im Stande ist mit 2 starken Pferden der Kapelle des Königin Elisabeth- Mr. Leonhardi von einer parellelen Leiter zu ziehen. Regiments unter persönlicher Leitung Anfang 4 Uhr. Entree 25 Pf. Max Weimann. Jeden Sonntag im neu renov. Parquetdes Kapellmeisters Herrn Otto Brinkmann. Anfang 5 Uhr. Entree 30 g. Treptow, strasse. Gaal: Gr. Ball. B Diese Konzerte finden jeden Sonntag Bade's Volksgarten. Ausschank v. Weiss- u. Bairisch- Bier. Sonntag, den 17. d. M., Abds. 71/2 Uhr, Kommandantenstr. 20: ſtatt! Vortrag des Herrn Hansen über: Etablissement 48272 Moritz Play. Buggenhagen. Luther und seine Lehre im Sinne der Geschichtsauffassung. MorigNach dem Vortrag: Gemüthliches Beisammensein und Tanz. Gäste Play. sehr willkommen. Täglich: Gr. Instrumental- Konzert. " 142/72 Die General- Versammlung findet am 4. Oktober, Abends 8 Uhr, in den Arminhallen", Kommandantenstr. 20, statt. Mitgliedskarte legitimirt. Gr. Frankfurterstr. 117. Königsbank. Nahe der Andreasstr. Sonnabend, den 23. September 1893: II. Stiftungsfest des Gesangvereins Freundestreue Gemischer Chor. Mitgl. des A.-S.-B. Dirigent Herr 0. Suchsdorf. Musik von Mitgliedern der Freien Vereinigung der Zivil Berufsmusiker. Nach dem Konzert: Grosser Ball. Programme à 25 f. find bei Börner, S. Ritterstraße 108; Zubeil, SO. Naunynftr. 86; Bailoff, O. Pallisadenstr. 79; Salzwedel, C. Klosterstr. 83 und in allen mit Plakaten belegten Handlungen zu haben. 159/17 Das Comité. Abonnement für Tanz 1 Mt. 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Sonntag, den 24. September, beim Gastwirth H. Schulz: Erstes Stiftungsfest verb. mit Konzert, Gesang, komischen Vorträgen ut. Ball. Gröffnung 3 Uhr Nachmittags. 2000b Um gütigen Zuspruch ersucht Köpenick. Der Vorstand. Deffentliche Versammlung der Maurer und verw. Berufsg. für Köpenick u. Umg. am Donnerstag, 21. September, Abends 8 Uhr, im Lokale des Herrn Klein. Tages Ordnung: 1. Bortrag über: Gewerkschaftliche Organisation. 3. Wahl eines Bertrauensmannes. 4. Verschiedenes. 243/16 2. Diskussion. Der Einberufer. Freie Volksbühne. Die ersten drei Abtheilungen sind gefüllt. Mitglieder können nur noch für die IV. Abtheilung, deren erste Vorstellung am Sonntag, den 24. d. Mts., im Lessing- Theater" stattfindet, aufgenommen werden. Wir bitten diejenigen Brunnenstraße 16. 1862b Konzert, Theater- u. Spezialitäten- Borstellung. Auftreten des neu engagirten Künstler- Personals. Weiß- und Bairischbier- Lokal Ein kleines Vereinszimmer steht zur Berfügung. 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Orts- Krankenkasse der Stuckateure! Schuhmacher. Die Vereins Versammlung am Montag, den 18. d. M., Abends Montag, den 18., findet nicht statt. 82 Uhr, bei Seefeldt, Grenadierstr. 33: 436/3 Mitglieder- Versammlung. Tagesordnung: Der Vorstand. Die Beleidigung gegen Hrn. Mezzelthin nehme ich zurück und erkläre ihn Bürkner. 1. Bortrag über„ Die Statuten der für einen Ehrenmann. Orts Krankenkasse und das neue Krankenkaffen- Gefeh"., 2. Distuffton Hübsch's Färberei 3. Proteft gegen die in Aussicht stehende Jnnungs Krankenkasse. 4. Verschiedenes. = Um zahlreiche Betheiligung bittet 271/8 Der Einberufer. 1983b Empfehle meine grossen u. klelnen A 16926 Hermann Otto. Roh- Tabak A. Goldschmidt, 4485L* am hiesigen Plage wie bekannt grösste Auswahl! Garantie für sicheren Brand. Streng reelle Bedienung, billigste Preise! Sämmtliche im Handel befindl. Rohtabate sind am Zager. A. Goldschmidt, Oranienburgerstr. 2. 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Wie nun dem Defizit beikommen? Der Staat beruft in defizitterlichen Lagen Finanzminister- Konferenzen und setzt dem Volke Steuerdaumenschrauben an, er zwingt das Bolt, ihm zu helfen. Wenn es doch dem Wolfe ebenso leicht wäre, mit gleichem Zwang Etaatshilfe zu erlangen wie es dem Staate möglich wird, sich Volkshilfe zu erzwingen! Dem ist leider nicht so. 10. Jahrg. Maurer wird, zahlt sich allemal aus! Diese Einrichtungen Herr Riemer hätte mich auf eine Weisung von ihm entlassen, vor allem haben wir unsern unterrichtetsten und geschicktesten das war aber nicht der Fall. Für die eine Woche und zwei Rednern und Organisatoren zu verdanken, ihnen ist es zu danken, Tage habe ich 60 Mark zu erhalten und außerdem beanspruche wenn so oft schulmäßig gebildete Arbeitergegner in Wahl- und ich 60 Mark für die unrichtige Entlassung. anderen öffentlichen Redekämpfen vor dem schlichten Sohn des Liedel: In Woche vom 2. bis 11. August Voltes die Segel streichen mußten. gab es es ebenfalls kein Geld, ich habe 38,50 Mart Schon einfach durch ihre Existenz als Sammelpunkte der zu fordern. An Behne wende ich mich, weil der Arbeiter haben diese Einrichtungen einen durchaus nicht zu immer mit dem zur Lohnzahlung nöthigen Gelde tam. Anunterschätzenden Werth: denn wo heutzutage zwei oder drei genommen hat mich der Polier." Maurer Franz Riemer: Arbeiter versammelt sind, ist der Sozialismus mitten unter ihnen. Ich habe für meine Arbeit in der Zeit vom 17. bis 23. Juli Um das Wirken solcher Einrichtungen greifbarer zu ver- und vom 2. bis 11. Auguſt keinen Lohn erhalten; mein Anspruch anschaulichen, verweise ich auf den Arbeiterverein Leipzig, der beträgt 71,50 m." Auch dieser Kläger hält sich an Behne, weil schon eine gute Reihe Jahre hindurch zum Segen der Leipziger dieser das Geld brachte". Maurer Gerlach:" Ich bin von Arbeiterschaft gewirkt hat und hoffentlich noch recht lange immer Herrn Riemer angenommen und glaubte, gegen ihn klagen zu weiter ausgreifend und immer tiefer greifend wirken wird. müssen. Mir ist man einen Afford von 86,75 M. schuldig geDer„ Arbeiterverein Leipzig" läßt Vorträge, Diskussionen blieben."" Wer ist der Arbeitgeber?" Diese Frage drängte fich und Unterrichtsturse abhalten in neun Lokalen( 1. Leipzig- Alt- zunächst dem Gerichtshof auf. Nach vielem Hin- und Herreden stadt, 2. Leipzig- Lindenau, 3. L.- Neuschönefeld, 4. L.- Thonberg, bequemte sich Herr Niemer zu folgendem Eingeständniß:„ Ich 5. 2. Connewiß, 8. 2.- Anger, 9. 2.- Eutritzsch), 6. Leipzig Gohlis, 7. 2. Kleinzschocher, bin Eigenthümer(?) mehrerer Grundstücke, die ich bebauen lassen 9. 2.- Eutritzsch), es ist also an allen Ecken wollte. Ich habe dieselben von Herrn A. Auerbach gekauft. Die und Enden der Stadt den arbeitenden Bewohnern Leipzigs und Baugelder wollte mir ein Bankhaus( in Firma A. Auerbach?) der einbezirkten Vororte die möglichste Bequemlichkeit geboten. geben, was auch geschah. Herr Behne wurde mein(?) SteinDem legt ausgegebenen Jahresbericht entnehmen wir folgende lieferant. 7000 m. für gelieferte Steine blieb ich ihm schuldig. Angaben: Er wollte nun nicht weiter liefern. Ich konnte mir nicht anders Vorträge wurden im Jahre 1892 181 gehalten: helfen, als ihm die Baugelder zu zediren; anstatt an mich zahlte von 31 Mitgliedern statt. Diskussionsabende fanden 161 mit durchschnittlichem Besuch ihm jetzt die Bank die fälligen Raten. An 40 000 M. hat er erhalten. Behne ist somit seit März des Jahres der eigentliche Unterricht wurde ertheilt in: Arbeitgeber. Ich kann den Klägern den rückständigen Lohn nicht zahlen, ich habe nichts. Außer einigen großen, bevorzugten Hypotheken lastet auf den Bauten in dritter Linie eine Hypothet 9 Die Bestrebungen von oben", das besagte Defizit zu decken, begegnen bei der dilettantischen Art dieser, namentlich der neueren Reformerei im Schulwesen( Geschichte von hinten! und so weiter), einem leider nur zu sehr gerechtfertigten Mißtrauen. Was läßt sich zur Pflege einer echt volksthümlichen Bildung in Ten Arbeiterkreisen thun?" Diese Frage schrieb die königliche Akademie der Wissenschaften zu Erfurt 1892 zur Beantwortung aus. Was sie für Antworten erhalten und welche sie mit dem ausgesetzten Preise belohnt hat, weiß ich nicht. Aber auch die privaten, von Angehörigen der besigenden Klassen ausgehenden Buchführung Bildungsarbeiten am Bolte der Arbeiter begegnen im Volte starker Schreiben Abneigung. Rechnen mit durchschnittlich 120 Stund. 26 Theiln. in 3 Vereinslokal. meiner Frau, d. h. sie ist nur auf den Namen meiner Frau Man fürchtet, daß jene Bestrebungen gehen nach der Melodie: Deutsche Sprache Freiheit, die ich meine!" und daß dem Volke eine Arbeiter- Englische Sprache bildung" im kapitalfeudalen Sinne verzapft werden soll; der Französische Sprache 52 töniglich preußische Geschichtsunterricht hat ein zu gutes Vorbild Beichnen geboten, welches nachzuahmen die Geldsackdynastien sicher nicht Rundschrift verfehlen würden. Blieb also den Arbeitern noch der Weg, sich auf sich selbst zu stellen und aus sich selbst heraus Organisationen zu schaffen, welche Bildungszwecke verfolgen. Dieser Weg wurde auch rüstig beschritten; seit dem Aufschwung des Vereinswesens in Deutschland, Anfangs und Mitte der vierziger Jahre) bis auf den heutigen Tag. Wie die Emanzipation der Arbeiterklasse mit Erfolg nur von ihr selbst in Angriff genommen werden kann, scheint auch für die Emanzipation der Arbeiter aus den Banden des Irrthums und der künstlich erhaltenen- Unwissenheit, für eine Bildung, die sie brauchen, nicht viel zu erwarten zu sein„ von oben". Der vor einiger Zeit verstorbene Rechtslehrer Jhering meint: Die Kinder, die der Storch gebracht hat, kann leicht der Fuchs wieder holen; die aber die Mutter unter Schmerzen geboren hat, hegt und hütet sie mit allen ihren Kräften"; um den Unterschied zwischen verliehenen" und erkämpften Rechten zu illustriren, braucht Jhering dieses Bild. Stenographie Volkswirthschaft Geschichte 54 30 2 " " " " 45 18 2 " " " " 44 27 " " " " 179 20 " " 13 " 46 7 " " 27 9 " " 57 11 " " H 21 18 " " " 1 " 12 20 " " " " Für Gesang bestanden 9 Abtheilungen und zwar 9 Männer Chöre und 6 Gemischte Chöre; die ersten hatten einen GesammtDurchschnittsbesuch von 322 Mitgliedern, die letzten einen solchen von 126 Mitgliedern zu verzeichnen. Geübt wurde bei den Männerchören an 400 und bei den Gemischten Chören an 215 Abenden. Dramatische Abtheilungen bestanden 8 und wurde an 277 Abenden mit durchschnittlich 112 Mitgliedern geübt. Für Redeübung bestanden 3 Abtheilungen, welche zusammen 61 Abende übten. Sigungen abhielten. übten. eingetragen; es ist eine Handiverterhypothet", von der die Handwerker ev. befriedigt werden sollen. Die im Rohbau fertigen Gebäude gehören noch mir, jedoch ist das Subhastations. verfahren eingeleitet. Eine Hypothet von ziemlicher Größe ist gekündigt worden. Behne hat zu mir gesagt, er wolle vor allem die Löhne zahlen. Auch hat er die Leute abgelohnt, die er nicht mehr auf dem Bau haben wollte, und dann hat er über die Lohnlisten verfügt." Als Zeuge vernommen wird der Polier. Pussin:" Ich bin von Riemer engagirt worden, den Lohn erhielt ich aber immer von Behne. In der Woche vom 17. bis 23. Juli entschuldigte Behne das Ausbleiben des Lohnes damit, daß er kein Geld von der Bank bekommen habe. Die Leute wollten erst nicht weiter arbeiten, thaten das aber doch, weil Behne zu ihnen sagte: Arbeiten Sie nur, Sie bekommen Ihr Geld. Für meinen Lohn wollte er bestimmt auftommen." Bei der weiteren Verhandlung tommt heraus, daß Puffin, welcher das Kleben der Jnvalidenkarten übernommen hatte, den Maurern 57 Pfennige jeden. Woche als ihre gesehmäßigen Beiträge zur Invalidenversicherung und Krankenkasse abzog und daß er Für Naturheilkunde bestanden 4 Abtheilungen, welche 99 Rieben ber Karten taufte, während der Nest,„ ein davon zunächst die nöthigen Marken zum 57 Abenden übten. Für Stenographie bestanden 2 Abtheilungen, welche an paar Mart", an Riemer abgeliefert wurde. Zeuge meint, er hätte nicht anders verfahren können, da er die gefeßlichen Der Kampf um eine bessere Bildung ist nun dem Volke von Für Zitherspiel bestanden 2 Abtheilungen, welche an 17 Abenden Beiträge der Arbeitgeber für die Invalidenversicherung nicht von diesem erhielt. Die Krankenkassenbücher seien von Anbeginn bis heute schwer genug gemacht worden. Vermehrtes Wissen des Volkes bedeutet gesteigertes Selbstgefühl, Charakter- lichen 9 Vereinslokalen bestehen Abtheilungen, welche an 582 aber nichts bekommen. Der Vorsitzende rügt scharf diese UnDas Turnen nahm einen erfreulichen Aufschwung; in sämmt- Riemer mit seinem Stempel versehen worden, die Kasse habe Stählung, Freiheitsdrang und endlich auch vermehrtes Können, Abenden turnten, dieselben waren durchschnittlich von 205 Mit- gefeßlichkeit und droht mit dem Staatsanwalt. Michälis gesteigerte Kraft nach allen Richtungen. Und seit jenem führt noch an, daß, als sie, die Kläger, kein Geld erhielten, römischen Cajus Julius Cäsar ist allen großen und kleinen gliedern besucht. Herrschsüchtigen unangenehm gewesen, Leute um sich zu haben, Die Bibliothet besteht aus 2084 Bänden, davon befinden mehreren Lieferanten wohl ihre Forderungen bezahlt worden die zu viel denken"! Und sie haben Recht, alle diese sich im I. Vereinslokal 1106 Bände, die übrigen vertheilen sich feien. Die hätte man jedenfalls gebraucht, vielleicht hätten sie großen und kleinen, alten und neuen Cäsaren: je mehr das Volk auf die einzelnen Vereinslokale. Einen wesentlichen Fortschritt ohne Geld zu bekommen nicht weiter geliefert, bemerkte hierauf ertennt, was ist, um mit Lassalle zu reden, desto näher haben wir durch die Drucklegung des Bücherverzeichnisses erreicht, ironisch der Vorsitzende. Nach einer Aeußerung des Klägers rückt die Stunde, da die Macht jener ein Ende hat! Darum und ist zu hoffen, daß hierdurch die einzelnen Werte einer regeren Gerlach soll der Beklagte Riemer mal gesagt haben, er werde die oben herrschende Abneigung gegen die echten Volksbildungs- Benutzung zugeführt werden. Ausgeliehen wurden im ganzen so lange die Kläger hinhalten, bis die Häuser verkauft seien, dann brauche er ihnen gar nichts zu geben. Der Zeuge bestrebungen, darum die Karrikaturen von Bildungsveranstaltungen jenseitiger Voltsaufklärer" und Volksbildungsapostel! 3eitungen liegen im ganzen 144 aus, davon 80 im Willing bestätigt einen Theil der Bussin'schen Aussage. Das ist ja sehr selbstverständlich, aber weil auch in Arbeiter- 1. Vereinslokale; wovon uns eine große Anzahl frei geliefert Herr Otto Behne erklärt, sein Vater, sein Bruder und nie gesagt, sie würden freisen, in parteigenössischen Streisen hie und da Bedenken gegen werden; namentlich durch das Entgegenkommen der Redaktion er hätten den Leuten" nie die Bildungsbestrebungen auftauchen, denke ich, muß einmal dieses des„ Wählers" ist uns eine größere Ausstattung unseres Lese- ihnen Geld friegen, es sei immer nur davon gesprochen worden, zimmers ermöglicht. Aber auch einzelne Mitglieder sowie ver- daß sie die Baugel der geben. Das Urtheil ging dahin, daß sozialpädagogische Thema„ angeschnitten" werden. Auf die Gefahr hin, daß man mich eines allzugroßen Idealismus, eines schiedene Redaktionen haben uns durch Ueberlassung von Bei- an mich älis 120 M., an Liedel 38,50 M., an Franz Mangels an Verständniß des geschäftlichen Lebens zeiht, spreche tungen unterstützt. Ihnen sei allen an dieser Stelle besonders Riemer 71,50 M. und an Gerlach 86,75 M. zu zahlen feien. ich diesen Bedenken gegenüber den Gedanken aus: Berücksichtigt Gerlach hat vom Bauunternehmer Riemer fein Geld zu er= man die geschäftliche Seite nicht manchmal etwas zu Der Kassenbericht ergiebt eine Gesammteinnahme von halten, während in den anderen drei Fällen Riemer und start? Es ist dies ja so menschlich und natürlich; denn Mark 11109,69 m., dem steht eine Ausgabe von 10 655,48. gegen Siemer sei, so wurde angenommen, als Arbeitgeber anzusehen, Biegeleibesizer Behne solidarisch verurtheilt wurden. und Pfennige find bequemere, leichter übersehbare Rechnungs- über, so daß am 1. Januar 1893 ein Kassenbestand von 454,21 M. größen, als die Imponderabilien" Bildung, Wissen, Können 2c. u verzeichnen ist. Unter den Ausgaben sind hervor zu heben aber auch Herr Behne müsse mit verantwortlich gemacht werden, Weiter will man wohl bei solchen Unternehmungen oft etwas 1177,10 M. für Vorträge, 428,80 m. für Bibliothek, 3142,50 m. da er über die Leute verfügt, die Lohnzettel berichtigt und den zu ungeduldig sofort Blüthen sehen und Früchte ernten. für Unterricht u. f. w. Auch hier haben wir die erfreuliche Mit- Leuten versprochen habe, den rückständigen Lohn zu zahlen. Dann Gerade auf dem pädagogischen Gebiete ist aber eine der un- theilung zu machen, daß außer einigen Verlags- Buchhandlungen habe er auch ein großes Interesse am Hochkommen des Baues uns noch der Konsumverein Plagwitz fowohl als Gohlis- gehabt. Außer der Verurtheilung der Beklagten zur Zahlung erläßlichsten Tugenden die liebe Geduld. Das hängt sehr eng Gutrißsch reichliche Geschenke zum Besten der Bibliothek über der oben angegebenen Summen sprach der Gerichtshof aus, daß von dem genauen Protokoll eine Abschrift der Staatsanwaltschaft wiesen. überwiesen werden solle. Bei den eigenthümlichen Verhältnissen, welche der Prozeß enthüllt habe, vornehmlich aber mit Rücksicht darauf, daß ein Mann baute, welcher augenscheinlich nichts besaß, liege der Gedanke straffälliger Handlungen sehr nahe. Ebenso aber auch bezüglich dessen, was über die Bezahlung der Krankentaffe und Invaliditätsversicherung zu Tage getreten fei. 1087 Bände. gedankt. mit dem erſterwähnten Punkte zusammen; wenn man nun, beide nach meiner Ansicht falschen Gesichtspunkte fombinirend, von einer sozialpädagogischen Einrichtung- ein sofortiges Die Feste des Arbeitervereins haben sich zu wahren Voltsfesten Lucrum( Gewinnft) für die Parteikaffe erwartet und es nicht der Arbeiterschaft am Orte ausgestaltet und alle Veranstaltungen: fofort sieht, wirft mancher allzu schnell die im Begeisterungs- turnerische, gesangliche, deklamatorische, dramatische Vorrausche ergriffene Flinte wieder ins Korn. führungen werden von den Kräften und Mitgliedern des Vereins geschaffen. Wissenschaften und Künste sind soziale Funktionen", fie tönnen des Voltes, das Volk kann ihrer nicht entrathen. Sich Ein Mitglied, ein Arbeiter, hat für solche Gelegenheiten ein des Wissens und Könnens unferer Zeit zu bemächtigen, ist den halbes Dutzend Dramen aus dem Arbeiterleben für Arbeiter gemittellosen Arbeitern vornehmlich auf dem Wege der Selbst schrieben, in denen mehr Natur und Lebenswahrheit ist, als in befreiung möglich, wie wir in der Einleitung dieses Aufsayes allen Pseudo- Arbeiterdramen des bourgeoisen Literaturmarktes andeuteten. Und diese Aufgabe ist sicher nicht schwieriger, ale zusammen; mit großem Beifall find vor Arbeitern von Arbeitern die, die politische Macht zu erobern. Ja, gerade für diese des Vereins diese Stücke auf die Szene gebracht worden. Ja, Haupt- und höchste Aufgabe, deren Lösung allein die Emanzi- das ist Fleisch von meinem Fleisch, Bein von meinem Bein!" fonnte der Arbeiter hier ausrufen. pation der Arbeiter ermöglicht, ist Können und Wissen unentbehrlich. Das Proletariat muß es eben machen wie weiland Mahomed: Man spricht zuweilen von Bildungsduselei, von Halb- kommt der Berg nicht zum Propheten, so geht der Prophet zum Es Berge: da Stiefpapa Staat und bildung und dergleichen mehr. 63 iſt nicht zu leugnen, daß mit sellschaft ihm Wiſſenſchaft und Kunst weigern, so muß es sie sich Stiefmama bürgerliche Se Sancho Pansa zu reden, manch einer denkt zu fischen und frebft. Mancher fein Hirnschmalz im Aufspeichern öden Gedächtniß- erobern aus eigener Kraft! frames, in Betrachen und Behalten von unwesentlichen Nichtigfeiten vergeudet. In einer follettiv thätigen Gesellschaft aber ist die Kritik und Selbstkritik jedes einzelnen schon wach, um solche Abirrungen zu torrigiren und ein Einlenten zu veranlassen. Vereinsmeierei und Duselei können auch in politischen Organi sationen Platz greifen: nicht der Zweck, nicht die Firma einer Vereinigung bewahrt davor, sondern lediglich flare Erkenntniß und ernstes, zielbewußtes Handeln, begründet auf festes Wollen und flares Erkennen. Gerichts- Beitung. Gewerbegericht. Kaminer III. Sigung vom 13. September. Vorsitzender: Assessor Cuno. Soziale Ueberlicht. von Achtung, Militär- Mühenmacher! Kollegen! Da wir laut Versammlungsbeschluß vom 9. d. Mts. am 23. September in eine Lohnbewegung eintreten, ersuchen wir die Kollegen, die sich wie möglich zu thun. Drei Viertel der Kollegen in unserem unserer Bewegung noch nicht angeschlossen haben, dies sobald Beruf zählen bereits zur Organisation, dem Verein der MilitärMützenarbeiter. Wir appelliren an Euer Soldaritätsgefühl, denn durch ein einmüthiges Zusammenstehen ist es nur möglich, den Uebergriffen des Unternehmerthums einen wirksamen Damm entgegenzusetzen. Ferner ersuchen wir die Kollegen von Außerhalb, den Zuzug fernzuhalten und nicht eher in Berlin Arbeit zu nehmen, bis der Sieg unser ist. Briefe, Sendungen u. f. w. sind zu richten an Kramer, Wie manchmal gebaut" wird, darauf warf die Oranienstr. 27, IV. Verhandlung von Klagen mehrerer Maurer gegen den Ziegelei- Alle arbeiterfreundlichen Blätter werden um Abdruck gebesitzer vulgo Steinhändler Behne und gegen den Bau- beten. Unternehmer und Maurermeister Stiemer grelle Schlaglichter. " Die mächtige deutsche Arbeiterbewegung hat ein Stück Volksaufklärung besorgt, wie es alle deutschen Volksschulen zusammen faum in hundert Jahren geleistet haben. Was der Intelligenz Es flagen der Maurerpolier mich älis, der Maurer Liedel An die Brauerei- Arbeiter Berlins und Umgegend! der Arbeiter heute zugemuthet werden darf, das lehrt ein Blick und der Maurer Franz Riemer gegen Herrn Behne, in Kollegen, Arbeitsgenossen! Sobald der ausgebeutete und unterauf unsere Literatur, die fortwährend schwerere Probleme in dem sie ihren eigentlichen Arbeitgeber erblicken, während der drückte Arbeiter den Versuch wagt, sich einigermaßen von dem ihre Kreise zieht. Soll diese Literatur nicht todt daliegen, sondern Maurer Gerlach gegen den Bauunternehmer Riemer flagt, Drucke des Kapitalismus zu befreien, sich bessere ArbeitsFrüchte tragen, ja selbst nur geschäftlich gesprochen, gefragt" den er für den Arbeitgeber hält. Die Kläger begründen wie bedingungen zu erkämpfen, so sind auch unsere Unterdrücker und und gekauft werden, gelesen und vom Volte sich zu eigen gemacht folgt ihre Ansprüche: Polier Mich älis:„ In der Woche vom Ausbeuter gleich bei der Hand, um derartige Bestrebungen im werden, so bedarf es der Turnpläge der Geister gar sehr. 23 as 17. bis 23. Juli gab es kein Geld, wir wurden alle auf später Reime zu ersticken. Die Brauerei- Hilfsarbeiter haben sich seit für solche an Mühen und Mitteln aufgewendet vertröstet. Herr Behne war derjenige, welcher immer die Gelder furzer Zeit organisirt, diese Organisation paßt aber den Herren zur Lohnzahlung brachte; Riemer, der uns engagirt hatte, besaß Brauereidirektoren und Besizern keinesfalls und die Folge war, *) Vergl. Dr. Georg. Adler, Die Geschichte der ersten sozial- nichts. Herr Behne entließ mich, ohne zu fündigen, und ver- daß die Herren unter resujiedenen Vorwänden bald dieses, bald politischen Arbeiterbewegung in Deutschland S. 126 ff. weigerte mir für zwei weitere Tage den Lohn. Er nahm an, jenes Mitglied des Vereins oder auch des Vorstandes nicht mehr beschäftigen konnten oder wollten. Die Herren Arbeitgeber gehen avahrscheinlich von der Ansicht aus, daß, wenn einem Körper der Kopf abgeschnitten wird, die übrigen Glieder Don selbst absterben müssen. Arbeitsgenossen! Durch derartige schmählichen Schiebungen sucht man die Kollegen einzuschüchtern, man sucht sie fern zu halten von einer Organisation, welche sich auf dem Boden der internationalen Arbeiterbewegung stellt. Brauerei- Arbeiter! An Euch Allen liegt es, die Absichten der Gegner zu vereiteln, Ihr selbst habt das Mittel in der Hand, es heißt: Schließt Euch Mann für Mann der Organisation an, unterstützt die Kollegen, die für Eure Interessen kämpfen und die um die gerechte Sache gemaßregelt worden sind. Das Agitations: tomitee giebt Saumellisten aus, macht ausgiebigen Gebrauch davon, damit nicht einzelne Kollegen und Genossen infolge ihrer Vereinsthätigkeit in Noth und Elend gerathen. Darum, Arbeitsgenossen, organisirt Euch, unterstützt die Gemaßregelten. Listen sind zu haben beim Hauptkassirer: G. DIböter, Brunnenstr. 136, J. A.: Das Agitationskomitee. Versammlungen. Nach der Meinung des Redners laffe der Besuch der Versammlung feine Schlüsse ziehen über die eigentliche Arbeitslosigkeit der hier in Betracht kommenden Berufe, indem die Sorge für die Gristenz Eine öffentliche Versammlung der Zeitungsspediteure die Arbeitslosen unterwegs hält, auf der Jagd nach Arbeitsund Zeitungsverkäufer Berlins und Umgegend tagte gelegenheit, anderntheils eine große Bahl durch allzu fühlbare am 14. September in den Arminhallen, um Stellung zu nehmen Nahrungssorgen vom Besuch der Versammlung ferngehalten 34 dem Verhalten des Verlages des Kleinen Journals" werde. In seinem trefflichen, oft mit Beifall begleiteten Vortrag Schäfer referirte und führte etwa Folgendes aus: Das veranschaulichte Redner die Rücksichtslosigkeit der Unternehmer Kleine Journal" sei eine Spätgeburt des bekannten Gründers gegen die Arbeiter zur Zeit des geschäftlichen Niedergangs, wie Strousberg. Es habe aber unter denselben nicht lange florirt überhaupt die Ursachen der Arbeitslosigkeit in allen Berufen und und sei vor elf Jahren in den Besitz des Herrn Dr. Spiß über: befürwortet sodann eine Zentralisation des Arbeitsnachweises. gegangen. Zuerst sei es auch unter dem lehteren seiner früheren Die kleinen Arbeitsnachweise der Gewerkschaften, sowie der städtische Tendenz treu geblieben, den Leuten, welche Gründungen und Arbeitsnachweis des Dr. Freund sind gänzlich unzureichend. Börsengeschäfte machen, zu dienen. Als das Blatt gleichwohl Um eine zuverlässige Uebersicht der Arbeitslosigkeit zu gewinnen, immer noch nicht floriren wollte, sei die Tendenz ein wenig müßte von der Regierung eine Statistik veranstaltet und begeändert worden. In diesen ganzen Jahren hätten die Spe- arbeitet werden. Ferner ist die Beseitigung des SubmissionsSiteure das„ Kleine Journal" für einen Epottpreis spedirt. wesens anzustreben. In der nächsten Woche findet zu diesem erscheinen und für die Spedition sollten nur 35 Pf. gezahlt Töpfer und Stuckateure richtet Redner die Aufforderung, nicht Nun solle das Blatt zweimal täglich im Monat 55 Mal Zwecke eine öffentliche Versammlung statt. An die Maler, werden. Zu 40 Pf. habe Dr. Spit sich eventuell herbeilassen durch Anbieten ihrer Arbeitskräfte den Kampf der Bauarbeiter wollen, während doch 50 Pf. beansprucht werden müßten. zu erschweren, der höchstwahrscheinlich um die Forderung geAufruf an alle deutschen Dach- und Schieferdecker. Schließlich habe Dr. Spitz bei einer Unterredung der Kommission nannter Berufe, nur bei verglasten Fenstern zu arbeiten, ents Werthe Genossen! Der Kongreß der deutschen Dach- und Schiefer- der Freien Vereinigung mit ihm gemeint, die Spediteure könnten ja brennen wird. Besserung, so bemerkt Redner zum Schluß, könne decker, welcher am 1., 2. und 3. Oktober d. J. in Halberstadt die Beitung so theuer verkaufen, wie sie wollten, an den Einen nur durch Umformung der wirthschaftlichen Verhältnisse erzielt tagt, rückt immer näher heran. Wir ersuchen alle Berufsgenossen, billig, an den Andern theuer. Wollten die Spediteure das nicht, werden, durch die Sozialdemokratie. In der Diskussion welche bis jetzt noch nicht ihre Vertreter dazu gewählt haben, so würde er selbst eine eigene Spedition einrichten. Er habe nahm Bauschloffer Haase das Wort, die Zustände dieses sofort zu thun. Warum die Dach- und Schieferdecker dann ein paar Firmen genannt, die sich sogar erboten haben und Existenzfrage der Kleinmeister schildernd, und empfahl Anschluß an die Deutschlands diesen Kongreß abhalten müssen, wird wohl jedem sollten, für 25 Pf. zu spediren, indem sie auf den geringen Lohn, den Genossenschaft des Bau- und denkenden Kollegen klar sein, ein jeder wird wissen, daß gerade welchen sie ihren Austrägerinnen zahlten, verwiesen hätten. Sparvereins. Wiesenthal( Anarchist): Die Hungernden in unserem Gewerbe die Organisation noch eine sehr mangelhafte Dr. Spitz hat schließlich geäußert, das, was er jetzt thue, sei ein sollten nicht an den gefüllten Läden vorübergehen, und die ist, daß von 16 000 in Deutschland lebenden Gehilfen über Kampfesmittel, das er anwende, um eine neue Epoche im Obdachlosen nicht an den leerstehenden Wohnungen. Diesen 13 000 vorhanden sind, welche noch keiner Organisation angehören, Beitungswesen zu beginnen. Redner schloß sein Referat, indem Standpunkt sowie auch die Empfehlung der Genossenschaften darum sind wir verpflichtet, mit aller Energie dahin zu wirken, er das Verhalten des Dr. Spitz als durch und durch weist Maler Fleischer entschieden zurück. Im Schlußwort bedaß in Zukunft alle deutschen Dach- und Schieferdecker ein ge- egoistisch bezeichnete. Er schlug vor, das„ Kleine Journal", schäftigt sich der Referent eingehend mit den von dem anmeinsames Band umschlingt, daß alle unserer Vereinigung bei- das bereits vom 15. September an zweimal erscheinen soll, regel- archistischen Redner vertretenen Anschauungen, und wurde sodann treten. Dieses zu veranlassen soll unsere Aufgabe sein, soll die mäßig bis zum 1. Oktober auch Abends liefern, damit Dr. Spit folgende Resolution einstimmig angenommen:" Die VersammArbeit des Kongresses sein, gemeinsam wollen wir den Weg aus- nicht die Adressen der Kunden erfahre, und dann mit dem 1. Dt- lung erfennt an, daß nur sein Zusammenschließen auf gewerkfindig machen, der uns zum Ziele führen soll, der uns, wenn wir tober die Lieferung einzustellen. schaftlichem und politischem Wege eine Abhilfe der Arbeitslosigalle mit unserer ganzen Kraft für die Beschickung desselben einteit herbeiführen kann." treten, ein geeinigtes Dach- und Schieferdecker- Gewerbe schaffen helfen wird. Also auf zum Kongreß nach Halberstadt. Das Komitee. J. A.: Wilh. Burkhardt. NB. Alle Adressen der gewählten Delegirten bitte an den Schriftführer des Komitees W. Burkhardt, München, Goetheplay Nr. 1/4 zu richten. Alle Arbeiterblätter werden um Nachdruck freundlichst ersucht. Achtung, Schneider und Schneiderinnen! Wir richten hiermit an alle in unserem Berufe Thätigen die Aufforderung, zu der Versammlung in Gratweil's Bierhallen, Konmandautenstr. 77/79, die am Montag, den 18. September, Abends 82 Uhr, stattfindet, zahlreich zu erscheinen. Kollege August Tätero w referirt über das Thema: Wie halten die Geschäftsinhaber die bewilligten Forderungen und welche Pflicht erwächst unseren Kollegen?" Agitirt überall in Werkstätten und Geschäften, damit bei Behandlung dieser so wichtigen Angelegen heit jeder mitbestimmt. Gleichzeitig fordern wir auf, zahlreich unserer Organisation, dem deutschen Schneider- und Schneiderinnen Verband, beizutreten. Die 3 ahlstellen des Verbandes der Schneider und Schneiderinnen befinden sich: 1. Zentral- Arbeitsnachweis und Auskunfts- Bureau, Schüßenstraße 18/19( Restaurant& reygan g), wochentäglich von 8 bis 1 Uhr, außerdem Sonnabend Abends von 81/ 2-10 Uhr; 2. Grenadierstr. 33 bei Seefeldt, Montag Abends von 81-10 Uhr; 3. Perlebergerstr. 28 bei Hermerschmidt, Montag Abends von 81/ 2-10 Uhr; 4. Blumenthalstr. 5 bei Behrendt, Montag Abends von 81/ 2-10 Uhr; 5. Annenstr. 9 bei Prog, Mittwoch Abends von 81/2 bis 10 Uhr; 6. Wienerstr. 68, vorn 4 Tr. bei Frau Schwarz; 7. Wrangelstr. 91, 3. Hof, Seitenfl. 4 Tr. bei Frau Reimann. Die Lokalverwaltung. Briefkaffen der Redaktion. H. S. 1. und 2. Ja. V. 28. Braun 16. Ein Verein kann nicht beleidigt werden; es fönnen nur die Mitglieder desselben beleidigt werden und wegen Beleidigung klagen. Sie wollen in der Angelegenheit gelegentlich mündlich e Rücksprache zwischen 12 und 1 Uhr nehmen. Neumann. Da Weißensee fein Gewerbegericht besitzt, müssen Sie den Betreffenden bei dem Amtsgericht zu Charlotten burg verklagen. Das Charlottenburger Gewerbegericht ist nicht zuständig, weil der Bau in Weißensee liegt. Ernst Schulz von dem Verein der Berliner Zeitungsspediteure berichtete über die Erfahrungen, welche er mit Herrn Dr. Spitz gemacht. Redner führte aus, daß das Benehmen des Dr. Spitz ihm gegenüber ein solches gewesen, daß es, gelinde gesagt, unqualifizirbar genannt werden muß. Hirschel und Schönstedt führten dann aus, daß die Behauptung des Dr. Spit, es hätten sich ihm Zeitungsspeditionsfirmen angeboten, für 25 Pf. die Bestellung zu besorgen, erdichtet sei. In der weiteren Disfussion stimmten die Spediteure, welche das Wort nahmen, den Vorrednern darin bei, daß für den gebotenen Preis die Bestellung nicht besorgt werden könne und dürfe und daß dieses Vorgehen des Dr. Spitz darauf abziele, in letzter Linie die Arbeiter, die Botenfrauen, in ihrem Lohne zu kürzen, um dem Verleger des Kl. Journals" den Vortheil davon einzubringen. Von einzelnen Rednern wurde vorgeschlagen, die jenigen Spediteure, welche etwa für 25 Pf. die täglich zweimalige Lieferung bewerkstelligen sollten, zu boykotten: nicht nur die Geschäftsverbindung mit ihnen abzubrechen, sondern auch die Ar- H. H. Wenn die außerehelich Geschwängerte den beiter, unter denen der Sinn für Solidarität start ausgeprägt ist, Schwängerer nicht heirathen will, so gehen deshalb weder ihr davor zu warnen, bei Spediteuren und Zeitungsverkäufern, noch ihrem Kinde Rechte verloren. Der Schwängerer hat dem welche das Kleine Journal" liefern, irgend eine Zeitung zu ent- Mädchen angemessene Entbindungs- und Sechswochentoften, dem nehmen. Am Schlusse der Diskussion erklärten zwei Vertreter Kinde Alimente bis zur Vollendung des 14. Lebensjahres zu von großen Speditionsfirmen, daß auch sie nicht billiger als zahlen. Als angemessen gilt im allgemeinen für das der Mutter die kleinen Spediteure arbeiten fönnten, und forderten, daß zu zahlende 60 M., für das dem Kinde zu Leistende 15-18 M. nicht blos die Spedition von zwei Nummern täglich für 25 Pf, monatlich, auf dem Lande leider oft nur 10-12 M. sondern auch jede Spedition für einen geringeren Preis als St. 100. Für die Frage, ob Gütergemeinschaft besteht oder 50 Pf. abgelehnt werde. Eine Resolution in diesem Sinne, die nicht, ist nicht von Einfluß, wo die Eheleute wohnen, sondern sich auch gegen den Verkauf des Blattes aussprach, wurde gegen wo sie ihren ersten Wohnsiz nach der Heirath genommen 2 Stimmen angenommen; ferner wurde beschlossen, bis zum haben. War dies in Ihrem Falle Burg, so besteht keine Güter1. Oktober das Blatt zweimal täglich zu expediren. Was mit gemeinschaft. G. Th. 99. 1. Die Steuern muß er nachzahlen. 2. Jm den Spediteuren geschehen soll, die trotz des gefaßten Beschlusses „ Das Kleine Journal" nach dem 1. Oktober noch für einen Gefeß steht nichts davon, daß das winzige Armengeld ver= geringeren Preis als 50 Pf. liefern, soll später erwogen werden. türzt werden muß, sobald der Almosenempfänger InvaliditätsZu Verschiedenem regte ein Spediteur an, die unentgeltliche rente erhält. Indeß kann eine Minderung des Armendie Berliner Armendirektion vertritt Lieferung des„ Gasthaus" einzustellen. Die Sache wurde wegen geldes eintreten; der vorgerückten Zeit auf später vertagt. allgemeinen den zutreffenden Standpunkt, daß vor einer solchen Minderung noch einmal sorgsam zu prüfen ist, ob nicht insbesondere mit Rücksicht auf die Verringerung der Erwerbsfähigkeit des Almosenempfängers die bislang gezahlte Höhe der Armenunterstützung unverändert zu bleiben hat. Eine von ungefähr 500 Personen besuchte Versamm lung Arbeitsloser im Baugewerbe tagte am 15. Sept. Vormittags. Genosse Reßler hatte das Referat übernommen. im Verein zur Regelung der gewerblichen Verhältnisse der Löpfer Freie Vereinigung der Zivil- Berufsmusiker und Berufsgenossen Berlins und Umgegend. Sonnabend, den 23. September, im Saale der Brauerei Dienstag, den 19. September, Vormittags 10 Uhr, im Lokale des Friedrichshain( fr. Lips), am Königsthor: Stiftungs- Fest unter Mitwirkung des Gesangvereins Sänger- Chor der Töpfer" ( Mitglied des Arbeiter- Sängerbundes). 828/18 Freie Vereinigung der Graveure und Ciseleure. Da zufällig" die Generalversamm lung der Orts- Krankenkasse der Graveure und Eiseleure am Montag, den 18. September, stattfindet, so fällt unsere ordentl. Mitgliederversammlung aus. Wir fordern die Mitglieder, welche 1. Protokoll und Aufnahme neuer Mitglieder. 2. Bericht des Geschäfts- obiger Rasse angehören, dringend auf, Vorstehers und Wahl deffelben. 3. Wahl eines ersten Schriftführers und eines in jener Versammlung zu erscheinen. Beisitzers. 4. Antzag Hildebrandt. 5. Vereinsangelegenheiten. Mitgliedsbuch legitimirt. Unsere nächste In dieser Versammlung findet Geschäfts- Ausgabe Vereinsversammlung findet Berlins und Umgegend. Herru Kuhlmey, Schönhauser Allee 28: Mitglieder- Versammlung. statt. Tagesordnung: 393/10 Der Vorstand. Konzert. Gelang. Tanz. Deutscher Holzarbeiter- Berband Anfang& Uhr. Hierzu ladet freundlichst ein Entree 30 Der Vorstand. Billets sind bei sämmtlichen Vorstandsmitgliedern, auf sämmtlichen Zahlstellen und in den mit Plakaten versehenen Geschäften zu haben. D. O. Sozialdemokratischer Agitations- Klub für den Diten Berlins. Sonntag, den 17. Septbr., Abends 62 Uhr, im Lokale des ,, Freischütz", Fruchtstraße Nr. 36a: Fruchtstraße Nr. 36a: Große öffentliche Versammlung für Frauen und Männer. Vortrag über: Die wirkliche Lage des arbeitenden Volkes im Gegensatz zu den besitzenden Klaffen. Referentin: Frau Palm. Nach der Versammlung geselliges Beisammensein und Tanz. Entree 10 Pf. 1929b Große öffentliche Versammlung sämmtlicher im graphischen Gewerbe beschäftigten Arbeiter und Arbeiterinnen ( Zahlstelle Berlin). Versammlung für den Westen am Montag, 18. Sept., Abends 81/2 Uhr, bei Rennefahrt, Dennewigstr. 13. Tages Ordnung: # 1. Die Praxis des hiesigen Gewerbegerichts. 2. Diskussion. 3. Der Arbeitsnachweis und das Verhalten der Kollegen zu demselben. 4. Vorschläge zu einem Schriftführer. 5. Verschiedenes. Um rege Betheiligung ersucht Die Ortsverwaltung. 430/ 12* Verband deutscher Schneider und Schneiderinnen. Montag, den 18. September 1893, Abends 8% Uhr, in Gratweil's Bierhallen, Kommandantenstr. 77-79. Große Versammlung Tagesordnung: 1. Wie halten die Geschäftsinhaber die bewilligten Forderungen und welche Pflicht erwächst den Kollegen? Referent: Rollege Aug. Täterow. 2. Diskussion. 3. Abrechnung vom letzten Bergnügen und den Zuschneidekursen. In Anbetracht der wichtigen Tagesordnung fordern wir auf, für zahlHillmer, Dorotheenstraße, Lehmann, Rochstraße, Basedow, Leipzigerstraße, Die Lokalverwaltung. NB. Das Herbstvergnügen der Schneider und Schneiderinnen Berlins statt. 168/9 am Montag, den 2. Oktober, Der Vorstand. Außerordentliche General- Versammlung der Delegirten d. Orts- Krankenkasse der Töpfer Berlins am Montag, den 18. September 1893, Abends 61/2 Uhr, im Saale des Herrn Albert Keller, Bergstraße 68. Zagesordnung: 1. Besprechung über freie Aerztewahl. 2. Anträge. 3. Gehaltserhöhung des Rendanten. 4. Verschiedenes. Nach§ 47 des Statuts. Zutritt haben nur Delegirte. Der Vorstand. Gustav Erbe, 1. Vorsitzender, Spandau, Großer Wall in der Havel. Rud. Balke, Schriftführer, Madaistr. 9. Köpenick. reichen Besuch zu agitiren. Die Kollegen der Geschäfte Lewy, Friedrichstr. 85, Sozialdemokrat. Arbeiterverein Berger& Kitta, Kronenstraße, sind besonders eingeladen. ( Lithographen, Steindrucker, Buchdrucker, Buchbinder u. alle verwandt. Berufsgenossen u. Berufsgenossinnen) findet am Sonntag, den 15. Oktober, bei Joël, Andreasstr. 21, statt. Dienstag, den 19. September 1893, Abends 8½ Uhr. in Nieft's Lotal, Weberstraße 17, Zages Ordnung: Schmargendorf. 892/14 1. Bericht über die Lage des Brandenburger Streits. Referenten Dienstag, den 19. September, Abends 81/2 Uhr, bei F. Friedrich( fr. Kübler), D. Sillier und A. Schulz. 210/2 2. Diskussion. In Anbetracht der außerordentlich wichtigen Situation bittet um recht zahlreiche Betheiligung aller Branchen. Der Einberufer. 422/11 Warnemünderstr. 6. Große öffentliche Volks- Versammlung Tages Ordnung: Die Sperre über die Firmen Hohenstein u. Lange, Berlin, 1. Der internationale Arbeiterfongreß in Zürich. Referent: Genosse Kaufmann, Brandenburg Richter( Reform), Hamburg, wird ent- Antrick. 2. Ziskussion. 3. Verschiedenes.. schieden aufrecht erhalten. Ganz besonders ist der Zuzug nach Dresden Um zahlreiches Erscheinen ersucht jernzuhalten. Der Vorstand, Der Einberufer. für Köpenid n. Umgegend. Außerordentliche Generalversammlung am Dienstag, 19. Sept., Abds. 8 Uhr, im Restaurant zum„ Goldenen Hirsch" ( Besizer: Dalbriz). Um zahlreiches und pünktliches Er fcheinen der Mitglieder ersucht Der Vorstand. NB. Die Mitgliedsbücher sind mits [ 104/11 zubringen. Säle zu Festlichkeiten 1961 Wafferthorstr. 54. Sonnabend, den 80. September, frei Möbel- Magazin 1. Geschäft: NW. Bremerstr. 67. Feste Preise. 4799L* Otto& Slotawa, Lischlermeister. 2. Geschäft: Gotzkowskystr. 3. Tadelloser Sitz. Herren- und Knaben- Garderobe Cohn& Süsskind, 1 Reinickendorferstr. 1 am Weddingplatz. 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