Ztr. WS. flbonnementS'Bedingunsen: AbonnemeM-I> Preis pränumerando i Lierteljährl. ZP0 Mä, monatä I.IN Mk� wöchemlich 28 Pfg. frei ms HauS. Einzelne Ülummcr S Pfg. Eonniags» nmnmcr mit illusiricrter Eonntags» Beilage.Die Neue Welt" Z0 Psa. Post» klbonncnicnt: l.ll) Marl prv Monat. Eingetragen in die Posl-Zeitungs» Vrelsliftc. Unter Kreuzband für Deutschland und Oesterreich. Ungarn 2 Marl, für das übrige Ausland g Marl pro Monat. Postabonnemcnls nehmen an: Belgien, Dänemark, Holland. Italien. Luxemburg, Portugal, Rumänien, Schweden und die Schweij, 28. Zchrs. Die Tnfertions* Gebühr lelrSgt für die scchSgefpaltene Kolonel» teile oder deren Rauni 00 Pfg.. jüt politische und gewerlschaftliche Vereins» und Versanunlungs-Llnzeigen M Pfg. „Aleine Bnzcigtn", das settgedeuäl« «ort 20 Bsg.(zulässig 2 jetlgedruitte vorte), jedes weitere Wort 10 Pfg. ktell.nigesuche und Schlafslellenan- �igen da» erste Wort tv Pfg., jedeS weuerc Wort ö Psg. Worte über löLuch- 'iaben zählen für zwei Worte. Inserate '- die nächste Nummer müssen bis _ Uhr nachmittags in der Expedition �gegeben werden. Die Expedition ist bis 7 Uhr abends geoftnet. Crllbclot täslitb auücr montags. o Nevlinev VolksblAtk. Zcntralorgan der forialdcmokrati fchen Partei Deutfchlands. Delegramm-Adreffe: �ozinläcmollrat Btrlin". Redaktion; 8M. 68, Lindenstrasse 69. Fernsprecher: Amt Moritzplay, Nr. 1383. linternehmerichaft uock Kiailea» Kamps. In unzähligen Schriften haben bürgerliche Ideologen die Gemeinsamkeit der kapitalistischen Interessen mit denen der Arbeiterschaft nachzuweisen versucht: ja. darüber hinaus leugnen einzelne Theoretiker der bürgerlichen Klassen über- Haupt das Vorhandensein des Klassenkampfes. Sie komnien in ihren Untersuchungen zu dem trügerischen Schlüsse, daß es nur ewiger gesetzgeberischen Maßnahmen, wie Schaffung von Tarifkörperscho.ften, Schiedsgerichten u. dergl. bedürfe, um im wirtschaftlichen Leben dauernden gewerblichen Frieden zu garantieren. In den letzten Jahren freilich ist diese naive Auffassung imnier mehr im Schwinden begriffen: haben die Illusionäre doch erleben müssen, daß selbst die geduldigsten aller Arbeiterorganisationen, die christlichen Gewerk- schaften. gezwungen waren, umfangreiche Streiks zu führen. Sie, die von ihrem christlichen Standpunkte den Klassenkamps leugnen, mußten es sich auch gefallen lassen, daß sie in Aussperrungen verwickelt wurden, bei denen christliche Unternehmer sich nicht einen Moment lang scheuten, ihre frommen Arbeiter dem Hunger preiszugeben. Auch die augenblickliche wirtschaftliche Situation ist nur ein neuer Beweis, wie falsch und lächerlich die Lehren der Harmonieapostel und Leugner des Klassenkampfes sind. Seit Wochen schon sind in den verschiedensten Städten Deutsch. lands tau sende Arbeiter des Steindruck- gewerbesausgesperrt. Sie wurden rücksichtslos aufs Pflaster geworfen, weil ihre Kollegen in einigen Orten es gewagt hatten, geringfügige Lohnverbesserungen von ihren Unternehmern zu verlangen. Würde nicht eine kräftige Ge- Werkschaftsorganisation hinter den Ausgesperrten stehen, sie und ihre Familien wären dem Hunger, dem Elend aus- geliefert, weil ein Teil der Berufsangehörigen es unternahm, die herrschende Teuerung durch Lohnaufbesserung wenigstens teilweise wettzumachen. Aber auch den Berliner Konfektionsarbei- tern und- arbeiterinnen ist durch ihren Streik die Richtigkeit der Lehre vom Klassenkampf erneut klar gemacht worden. Wie ganz anders ist bei diesem Streik die Situation als bei dem großen Konfektionsarbeiterstreik des Jahres 1836. Als damals die Lohn- und Arbeitsverhältnisse in der Konsektionslndustrie der Oeffentlichkeit bekannt wurden. gina/ern Aufschrei des Entsetzens und der Empörung durch die ganze Welt. Allerlei vor- m und Herren wetteiferten darin, den von den jerten Ausgebeuteten ihre Sympathie zu be- ilde Gaben wurden von den bürgerüchen Schwär- elt. in Wort und Schrift zur Hebung der i Lage der Heimarbeiter aufgefordert. Wie ganz jetzige» Streik. Trotzdem die 1806 schon schwer- ektionsfirmen während der 15.'Jahre ganz gc- ite aus dem Elend der Heimarbeit gesogen haben, ....... Entlohnung auch nicht annähernd den verteuerten LÄMstMMtn issen entsprechend erhöht wurde, ist von der damals so viel gelobten Sympathie der bürgerlichen Kreise nickfls zu bemerkcn.�Wo sind die bürgerlichen Schwärm- geister geblieben? Zum Teil haben sie sich in den„liberalen" H a n s a b u n d hinübergerettet, wo sie in trauter Gemeinschaft mit den ehemals w arg befehdetev: Konfektionsherren für„politische Freiheiten" kämpfen. Z,� einem Teile auch baben sie bei Berat» ngd es Hau«,»rbeitsgesetzes ihre Arbeiterfreundlichkeit durch Ablehn, mg der Forderungen der verschiedenen Heimarbeiterkongresse Oewiesen. Einzig und allein die Arbeiterschaft mit ihren Ongcmisationen ist übrig gedlM-M/. um den im Ausstand befindlichen Konfektions- nrbeitern. den durch die Heimindustrie ausgebeuteten Klassen- geno<»«u Hülsend zur Seite zu stehen. schon diese beiden Beispiele aus den Kämpfen der st geeignet sind, erkennen zu lassen, wie einfältig von der Gemeinsamkeit'der wirtschaftlichen Jnter- id sein muß, wie viel»nehr noch führt der durch Küberwindung der beteiligten Arbeiter beendete ckampf in der Berliner Metall- e sinneufällig vor Augen, daß rücksichtsloser Klassen- ine der Notwendigkeiten der kapitalistischen Gesell- ,..? SBeil einige hundert A rbeiter der Berliner Metall- induntie es wagten, leicht erfiillbare Forderungen an die Großkapitalisten der EisenindMrie zu stellen, wurden viele taufende an der Lohnbeweguw- völlig unbeteiligte Arbeiter aufs Pflaster, geworfen. Was schert es auch das Unternehniertum, l»ö tausende und aber tausende Arbeiter nnt ihren Familien dem Elend preisgegeben sind? -ei-e Sorge rst letzten Emdes der ungeschmälerte Prvftt. das Steigen oder Fallen der Di- vioetzsi>e. Und wenn die Zahl der Ausgesperrten dw von fsern der beendeten ltlussperrung gewünschte Höhe nicht Ho war daran nicht xtwa die bessere Einsicht der tnerschaft schuld. Einzig und allein die Möglichkeit. th E x t r a p r 0 f i t e zu machen, veranlaßte einzelne tacr, die Aussperrung nicht in der vollen Höhe �.rezent der Arbeitenden vorzunehmen. i�der im Jnter,. sse der Gesamtorganisation geübten Windung de? streikenden Farmer und Gießerei- es zu dankyn, daß nicht am Weihnachtsfeste in den christlichen Kirchen das Wort vom Frieden auf Erden er- schallt, während zur selben Zeit allein in der Berliner Metall- industrie an 76 663 Arbeitern mit ihren Familien die Ver- logenheit dieser Friedensbotschaft am eigenen Leibe de- zponstriert wird. Klassenkampf! Rücksichtsloser Klassenkampf gibt der kapitalistischen Ordnung ihr Gepräge. Und doch finden wir selbst in dieser kampfbewegten Zeit noch Schwärmer von der Gemeinsamkeit der Unternehmer- und Arbeiterintercssen: wenigstens ihrer politischen Interessen. In aller Naivität wünschten sie von den Unternehmern, diese möchten aus Rück- ficht auf die kommenden Wahlen die Aussperrung nicht vor- nehmen. Als ob jeinals die Bourgeoisie, veranlaßt durch Rücksichtnahme auf politische Situationen, ihre Portemonnaie- interessen verleugnet hätte. Und eigennützigste Geldinteressen waren es, die die Macher der Aussperrung zu ihrem brutalen Handeln führten. Wenn ihnen die Aussperrung momentan auch schwere Opfer auferlegte, so hofften sie doch durch Schwächung der Organisationen der Ausgesperrten, zu ge- gebener Zeit ihr Schäfchen wieder ins Trockene zu bringen. Trotz Beendigung der Aussperrung wäre der Glaube an dauernden gewerblichen Frieden nur eine utopische Hoff- nung. Jeder Tag kann neue Konflikte hervorrufen, jede noch so berechtigte Forderung eines Teiles der in der Industrie beschäftigten Arbeiter neue Riesenkämpfe im Gefolge haben. Es bedarf daher der ganzen Aufmerksamkeit der Gewerk- schaftsorganisationen, die Aussperrungsgelüste des Unter- nehmertums durch Stärkung und Festigung der Arbeiter- Organisationen unschädlich zu machen. Aber noch eine interessante Tatsache zeigte sich auch bei dieser Aussperrung. Die führenden Männer auf feiten der aussperrenden Metallindustriellen sind auch mit die führenden Männer im Hansabunde. Die Rathenau und Borstig, die als Hansabündler vor- schlitzen, für politische Freiheiten und Rechte des ganzesi Volkes zu kämpfen, die für Freihandel und Koalitionsrecht schwärmen, sind als Unternehmer die größten Scharfmacher: mit den brutalsten Mitteln versuchen sie in ihren Betrieben den Fabrikabsolutismus durchzusetzen. In zwei feindlichen Heeren steht sich innerhalb der kapitalistischen Gesellschaft die Menschheit gegenüber. Hier die Arbeiterschaft, die in endlosem Ringen ihren Anteil an den modernen Kulturgütern zu erobern versucht: dort die bürger- lichen Klassen im Verein mit den regierenden Gewalten. Ihr eifrigstes Bestreben ist darauf gerichtet, mit allen gesetzlichen und ungesetzlichen Mitteln den Aufstieg des Proletariats niederzuhalten. Es ist gut so, daß die großen wirtschaftlichen Kämpfe der letzten Zeit diese Tatsache der Arbeiterschaft ins Hirn hämmern. Und unter den aus der Wahlurne am 12. Januar emporsteigenden Millionen sozialdemokratischen Stimmen werden viele tausende sein, die von Wählern ab- gegeben wurden, die bislang noch an die Harmonie der Wirt schaftlichen Interessen innerhalb der Klassengesellschaft glaubten._ Bnbcraumung der Reichstagswal)!. Eine gestern abend im„Reichsanzeiger" veröffentlichte Verordnung vom 7. Dezember löst den Reichstag auf, eine zweite vom 8. datierte schreibt die Vornahme der Wahlen zum Reichstag auf Freitag, de« 12. Januar 1912, aus. Für die bis am Wahltag laufenden fünf Wochen gelten Sondervorschriften, die sich auf das Vereins- und Ver- sammlungSrecht, sowie solche, die sich auf die Verbreitung von Druckschriften beziehen. Vereins- und Versammlungsrecht. 1. Vereine. Alle Beschränkungen, die für politische Ver- eine gelten(Satzungs- und Anmeldepflicht) fallen für Wahl- komitees fort.§ 4 des Rcichsvereinsgesctzes vom 19. April 1908 bestimmt hierüber: Personemnehrheiten, die vorübergehend zusammen- treten, um im Auftrage von Wahlberechtigten Vorbereitungen für bestimmte Wahlen zu den auf Gesetz oder Anordnungen von Behörden beruhenden öffentlichen Körperschaften zu treffen, gelten vom Tage der amtlichen Bekannt niachung de« Wahltages bis zur Beendigung der Wahl- Handlung nicht als politische Vereine. 2. Versammlungen zum Betnebe der Reichstags- Wahl bedürfen keiner polizeilichen Anzeige. Sie können jederzeit ohne irgendeine Anmeldung einberufen werden, tz 6, Abs. 2, des Reichsvereinsgesetzes besagt: Einer Anzeige bedarf es nicht für Versammlungen der Wahl- berechligten zum Betriebe der Wahlen zu den auf Gesetz oder Verordnung von Behörden beruhenden öffentlichen Körperschaften vom Tage der amtlichen Bekanntmachung des Wahltages bis zur Beendigung der Wahlhandlung. Durch die Teilnahme von Frauen und anderen Nicht- wahlberechtigten an solchen zum Betriebe der Wahlen ein» berufenen Versammlungen verlieren diese Versammlungen ihren Charakter als privilegierte Wählerversammlungen n i ch t. Die Teilnahme an solchen Versanimlungen steht allen Staats- bürgern mit Ausnahme solcher, die das 18. Lebensjahr noch nicht vollendet haben, frei. Expedition: 8M. 68, Lindenstrasse 69» Fernsprecher: Amt Moritzplatz, Nr. 1981. Verbreitung von Druckschriften während der Wahlzeit. Hierüber treffen die Absätze 8 bis 5 des§ 43 der Gciverbe» Ordnung folgende Vorschriften: Zur Verteilung von Stimmzetteln und Druckschriften zu Wahlzwccken bei der Wahl zu gesetzgebenden Körperschaften ist eine polizeiliche Erlaubnis in der Zeit von der amtlichen Bekanntmachung bis zur Be- endigung des Wahlaktes nicht erforde r l i ch. Dasselbe gilt auch bezüglich der nichtgewerbsmäßigen Verteilung von Stimmzetteln oder Druckschriften zu Wahl- zwecken. In geschlossenen Räumen ist zur„uichtgewerbsmäßigen Verteilung von Druckschriften"(nicht nur Wahlschriften)„oder anderen Schriftwerken oder Bildwerken eine Erlaubnis nicht erforderlich". Parteigenossen I Nutzt die Wahlzeit gründlich aus. um der Arbeiterklasse und der Partei dauernde Vorteile zu sichern. Es gilt, möglichst viele Stimmen und möglichst viele Wahlkreise zu erobern. Es gilt aber auch, die Eroberungen zu dauern- d e n zu gestalten. Das geschieht durch Gewinnung möglichst vieler Abonnenten für unsere Parteiblätter und möglichst vieler Mitglieder für unsere Parteiorganisationen. Nicht nur die Wahlversammlungen sind diesem Zwecke nutzbar zu machen. Für eine Ehrenpflicht halte es jeder auf- geklärte, zielbewußte Arbeiter, gerade die Wahlzeit zu ge- brauchen, um die Indifferenten, Lauen, Verzagten anfzu- rütteln und neue Kämpfer für die Sozialdemokratie, neue Todfeinde der bestehenden Ungercchttgkeiten und des Unrechts in jeder Gestalt zu werben! Die Teuerungspolitik, die Kriegshetze, die Bedrückung der Arbeiterklasse und des Mittelstandes bieten überreichliche Ge- legenhett zur Agitation. Frisch auf zur Werbearbeit, zum Wahlkampf'. Zur Rcichstagswal)!. Ter Wahlaufmarsch in der Provinz Brandenburg. I. Zur Provinz Brandenburg rechnen nach amtlicher Zählung auch die Wahlkreise Teltow-Beeskow-Charlottenburg— mit zirka 335 000 Wählern, der größte Wahlkreis des Reiches— und Niederbarnim Der Parteiorganisation für die Provinz Brandenburg sind sie jedoch nicht eingereiht, sie bilden vielmehr mit den 6 Wahlkreisen der Reichshauptstadt den Bezirksverband Grotz-Berlin. Deshalb sind sie in die nachfolgende Ucbcrsicht auch nicht aufgenommen. Die übrigen 18 Kreise der Provinz sind im letzten Reichstag durch 1 Sozialdemokraten, 1 Mitglied der Reformpartei, 3 National- liberale, 6 Reichsparteiler und 7 Konservative vertreten gewesen. Das eine sozialdemokratische Mandat entrissen wir den Nationalliberalen in Frankfurt-Lcbus in der im September 1910 durch den Tod des Abgeordneten Detto notwendigen Nachwahl mit geringer Stimmenmehrheit. Das voraussichtliche Wahlresultat in der Provinz vorherzusagen, ist außerordentlich schwierig. Jedenfalls hat die Partei wieder mn einer großen Anzahl von Stichwahlen zu rechnen; waren wir doäi bei der Wahl 1903 in nicht weniger als 10 Kreisen an der Stich- wähl beteiligt. Leider vermochten wir aus dieser nur das Mandat von Frankfurt-Lebus dem in der Hauptwahl eroberten von Branden- burg-Westhavclland hinzuzufügen. Im Jahre 1907 waren wir im Regierungsbezirk Potsdam in den Kreisen Oberbarnim, PotSdam-Osthavelland, Brandenburg- Wcsthavelland und Jütcrbog-Luckenwalde, und Frankfurt-Lebus im Regierungsbezirk Frankfurt in Stichwahl, ohne ein Mandat er- ringen zu können. Im bevorstehenden Wahlkampf machen unsere Gegner wiederum die größten Anstrengungen, doch läßt sich unschwer schon aus dem bisherigen Verlauf des Wiahlkampfcs sagen, daß unsererseits größere positive Erfolge erreicht werden können. Außerordentlich rührig sind die Liberalen beider Schattierungen. Schon im Juni teilten Nationalliberale und Fortschrittler die Pro- vinz unter sich auf, um sich mit ihren„Grundsätzen" in den ein- zelnen Kreisen keine Konkurrenz zu machen. Den Fortschrittlern wurden die Kandidaturen der alten 9 Kreise des Regierungsbezirks Potsdam und der 5 Kreise des Bezirks Frankfurt a. O., außer Landsberg, Frankfurt, Guben-Lübben, Sorau-Forst und Ealau- Luckau, welche sich die Nationalliberalen reservierten, überlassen. Das Fell des Bären ist also geteilt. Jetzt gilt es nur noch, ihn zu erlegen. Die Konservativen verlassen sich in der Hauptsache auf den amtlichen Apparat und verschmähen keinerlei Mittel der Becin- flussung und Schikane. Zuschriften von Wirten, daß ihnen mit Kündigung von Hypotheken, ja Kozessionsentziehung gedroht sei, oder daß ihnen die Kontrollversammlungcn und der Verkehr der Kriegervereine entzogen würden, liegen aus fast allen Kreisen der Probinz vor. Daß Postboten zum Austragen der offenen Reichs- Verbandsflugblätter bei ihren Botengängen benutzt werden, wird aus dem Kreise Osthavelland gemeldet. In den Kreisen der P r i e g- n i tz und Uckermark, den Domänen der Podbielski, Jagow. Arnim, Bredow, ist sogar von den Kanzeln herab mit beut» lichen Spitzen, wenn auch ohne Namenncnnung, gegen diejenige« gedonnert worden, die den ttt Sozis Hof, Garten oder Feld zu Per» TdBrartmrgwt e!nrihmrt• tj vt Man braucht also nicht weit von Berlin zu gehen, um die Bundes brüderschaft nicht nur der Geschorenen, sondern auch der Gescheitelten mit dem Junktertum zu spüren Von den beiden Kreisen der Priegnitz ist die O st-Priegnitz noch unbestrittene Domäne der Konservativen. Allerdings ist ihre Färbung verschieden. 1907 siegte der Reichsparteiler Loescher in der Stichwahl über den Konservativen v. Dallwitz. Für die letzteren kandidiert diesmal der von den Nationalliberalen desertierte Herr L ech m a n n- Jena, doch sind Bestrebungen im Gange, diese Kandi- datur zugunsten eines Kreiseingesessenen, des Gutsbesitzers Herr- mann auf Wulkow, der Vorsitzender des Kreiskriegerverbandes ist, zu beseitigen. Für unsere Partei kandidiert wieder der Genosse H e tz s ch o l d, während die Fortschrittler und Rcformparteiler, die 1907 nur 60» bezw. 1025 Stimmen erhielten, anscheinend gar keine Kandidaten aufstellen werden. In der W e st- P r i e g n i tz stehen dagegen unsere Chancen erheblich günstiger, da dieser Kreis in Wittenberge ein industrielles Zentrum besitzt. Wir waren dort auch bereits im Jahre 1903 in der Stichwahl. Für uns kandidiert der .Genosse Wilhelm Siering, der mit dem Konservativen von Stubbendorf in engere Wahl kommen dürfte, in welcher die fortschrittlichen Wähler des Herrn Stabsarzt a. D. Dr. Tuben- t h a l den Ausschlag geben werden, obwohl in der Wahl des Jahres 1907 der Konservatwe im ersten Wahlgange gewählt wurde. Ruppin-Templin war bis 1893 von der Reichspartei, dann bis 1898 freisinnig und zuletzt durch den Konservativen Dietrich ver treten, der 1907 im ersten Wahlgang. 1903 aber erst in der Stich wähl gegen unseren Genossen Kiesel siegte. Für die Fortschrittler kandidiert diesmal wieder der Rittergutsbesitzer L e s s i n g— einer der Erben der.Vossischen Zeitung"—, der den Kreis 1896 in der Nachwahl für die Freisinnigen behauptete. Sie hoffen mit diesem Kandidaten, unsere Partei, für die Genosse Emil B o e s k e kandi diert, aus der Stichwahl zu drängen. Freilich ein vergebliches Be. mühen, wie ein Blick auf die Zahlen von 1903 beweist. Damals erhielten: Konservativ 9949, Sozialdemokrat 6775, Freisinn 5121. In der Stichwahl teilten sich die Freifinnigen, so daß Dietrich mit 13 210 gegen 8897 Stimmen Sieger blieb. Bei der gegenwärtigen politischen Lage darf man auf den Ausgang des Kampfes in diesem Kreise besonders gespannt sein. In Prenzlau-Bngermünbe kandidiert für die Konserdativen der an Stelle des zurückgetretenen Herrn v. Manteuffel, der mit einem Jahresgehalt von 23 000 M. angestellte Landesdirektor der Provinz Brandenburg, Herr v. Winterfeldt- Menkin, für uns der Genosse Richard Hackelbusch. Die Fortschrittler haben wieder den Malermeister S t e i n w e g- Prenzlau, den sie bei der im Jahre 1908 stattgehabten Nachwahl zugunsten des Pastors Schmidt-Massow abgesägt hatten, aufgestellt. Eine Stichwahl, an der wir beteiligt sind, dürfte auch in diesem Kreise nicht ausgeschlossen sein, da unsere Genossen auf einen erheblichen Stimmenzuwachs rechnen dürfen. Ober-Barnim wird diesmal den Gegnern entrissen werden können. Seit dem Jahre 1890 fällt die Entscheidung in diesem Kreise erst in der Stichwahl. Der damals gewählte Dr. v. Beth- mann Holl weg, der jetzige Reichskanzler, legte bald nach seiner Wahl sein Mandat nieder und verschaffte so dem Freisinn den Sitz, der ihn in der Nachwahl eroberte. Seit 1893 stand unser Genosse Bruns regelmäßig mit dem Reichsparteiler Pauli in Stichwahl, ohne ihn jedoch jemals verdrängen zu können. In diesem Kreis hat insbesondere in der Umgegend von Eberswalde die Industrie Einzug gehalten. Herrn Pauli sind des- halb auch die Trauben zu sauer geworden, und er hat dem Rechts- antoalt Brede reck-Berlin die Kandidatur überlassen. 1898 fehlten unserer Partei nur zirka 400, 1903 etwa 1000 Stimmen an der Majorität, während wir allerdings im Jahre 1907 weiter zurückbliebcn. Der Freisinn gab mit zirka 5000 Stimmen, die 1907 auf ihn fielen, den Ausschlag gegenüber den 7235 sozialdemokrati- scheu und 6468 konservativen Wählern zugunsten der letzteren. Der Ausbau der Organisation, die ganze Situation im Lande wie im Kreise geben den Genossen jedoch begründete Hoffnungen auf den Sieg unserer Sache. Ebenso steht der Sieg des Genossen Dr. Karl Liebknecht in PotSdem-Dsthavelland auf der Rechnung des ersten Wahlganges. Der biedere Mann aus der Werkstatt, Tischlermeister Pauli- Potsdam, der bisherige Vertreter, hat sich nach Mecklenburg ge- flüchtet, wohl weil er annimmt, im Lande deS Ochsenkopfs besser zu fahren. An seiner Stelle hat man den Oberbürgermeister von Potsdam, VoSberg. aufgestellt, der mit dem fortschrittlichen Kandidaten Dr. Kenn es um die Wette dcrsicheri.„in der Politik Neuling" zu sein, aber den besten Willen für die Ausübung eines Reichstagsmandats mitzubringen. Visher waren die Militärwerk- stättenarbeiter in Spandau zum großen Teil Gefolgschaft der Kon- servativen. Darin aber ist in den letzten 5 Jahren gründlicher Wandel eingetreten. Starken Besuch weisen ganz besonders die Versammlungen auf dem flachen Lande aus, und da selbst im Jahre 1907 der Konserbatibe nur mit 21 939 gegen is 610 Stimmen siegte, während unö 1903 nur 500 Stimmen fehlten, ist det Sieg um so eher für uns zu erwarten, als auch weite Gelände zwischen Spandau und Berlin inzwischen der Bebauung erschlossen und teilweise betoohnt sind. Brandenburg-Westhavelland wurde 1900 von der Partei in der Stichwahl erobert, nachdem das Mandat, das Herr v. Loebell seit 1893 ausgeübt hatte, für ungültig erklärt war. 1903 wurde Ge- nosse Pcus, der auch diesmal kandidiert, im ersten Wahlgange gewählt, unterlag aber 1907 dem Nationalliberalen Dr. G ö r ck e in der Stichwahl mit 11877 gegen 12 670 Stimmen. Dr. Görcke hat sich mittlerweile in der Wolle färben lassen, wozu freilich nicht viel gehörte, und so kandidiert der„China-Sachverständige und PertrauenSmann der Regierung" jetzt als konservativer Kandidat. Die Freisinnigen fuhren Herrn Rommers-Berlin, eine den weitesten Kreisen unbekannte Leuchte, ins Feld. Alle An- strengungen der Gegner dürften aber nutzlos fein, denn die Partei verfügt jetzt in diesem Kreise über eine mustergültige Organisation von über 4000 Mitgliedern, und brennt darauf, die Scharte von 1997 auszuwetzen. Hart umstritten wird der Kreis Jüterbog-Lucken walde, in welchem der Genosse Ferdinand Ewald kandidiert. Die Kon- servativen präsentieren wiederum den früheren Landrat des Kreises, v. O e r tz e n, der als Nachfolger des ehemaligen„Kreuz- zeitungs"-Ncdakteurs Dr. Kropatscheck den Kreis 1903 in i>er Stich- Wahl mit 14 727 gegen 13048 Stimmen, die Ewald erhielt, be- hauptete. Im Jahre 1907 trat hier der Hottentottenblock in voller Schöne zutage. 6086 freisinnige Stimmen gingen in der Stichwahl fast r e st l o s auf den Herrn v. Oertzen über, der dann mit 20 342 gegen 11 797 Stimmen siegte. Die vereinigten Liberalen haben den Direktor der Landesversicherungsanstalt Berlin, Dr. Freund- Berlin, auf dem Schild erhoben. Man darf gespannt sein, ob dieser «m seine Getreuen sür die Stichwahl, aus der er trotz aller Be- mühungen ausscheidet, die Parole:„Gegen den schwarz- blauen Block!" ausgeben wird.(?) Unsere Genossen geben sich freilich der Hoffnung hin, ihm diese Verlegenheit dadurch zu «sparen, daß sie durch intensive Arbeit eine Stichwahl überflüssig machen. Unter der erbärmlich bezahlten Textilarbeiterschaft herrscht eine solche Erbitterung über die gegenwärtige Notlage. daß dieselbe sich auch der Landbevölkerung mehr und mehr mitteilt, so daß Ueberraschungen gar nicht ausgeschlossen sind. in einem weiteren Artikel besprechen. O* f* Freisinnis-nationalliberaler Kuhhawbel in Hessen. Darmstadt, 7. Dezember. Die bei den hinter uns liegenden Lanfttagswahlen zutage ge- tretene, eine stark verdächtige Sehnsucht zur liberalen Eint gung verratende Anbiederung der Fortschrittler bei den National liberalen hat weitere„Fortschritte" gemachü Die freisinnigen Sturmgesellen haben nicht umsonst bei den Landtagsstichwahlen die sozialdemokratische Kandidatur im Stiche gelassen und dadurch dem schwarzblauen Reaktionsblock im Hessischen Landtag die Zweidrittel' Mehrheit verschafft. Jetzt präsentierten sie den Zäationalliberalen den Wechsel zur Einlösung bei den ReichAagswahlen. Unter dem branchekundigen Patronate des Hansabundes für Hessen fand in diesen Tagen hier eine Besprechung der Fortschrittler und National' liberalen aus ganz Hessen statt. Die sonst so laute fortschrittliche Presse schweigt sich darüber aus. Dagegen bringt ein national' liberales Blatt jetzt eine parteioffiziöse Auslassung über den ein- geleiteten liberalen Kuhhandel. Danach stellt die Fortschrittliche Volkspartei daS Verlangen, es solle seitens der nationalliberalen Zentralleitung in Berlin oder von der hessischen Parteileitung in Darmstadt erklärt werden, daß sie die Kandidatur des(Reichsber- verbändler) Dr. Becker-Sprcndlingen(in Alzey-Bingen) nicht als eine nationalliberale ansehe. Weiter solle die nationalliberale Partei in Gießen offiziell im ersten Wohlgang den Kandidaten der Fortschritt- lichen Volkspartei unterstützen, dann werde die Fortschrittliche Volks- Partei im ersten Wahlgang die Kandidaten der Nationalliberalen in Alsfeld, Erbach, Offenbach und Mainz unterstützen; in Fried berg aber nur dann, wenn der Kandidat sich verpflichten würde, im Falle seiner Wahl der nationallibeoalen Eeichs tagsfraktion als Mitglied beizutreten. Worms solle außer Betracht bleiben, dagegen solle die Fortschrittliche Volkspartei in Darmstadt in der Stichwahl für den nationalliberalsn Kandidaten eintreten. Die Voraussetzung aller dieser Vorschläge sei aber, daß die nationalliberale Kandidatur im Wahlkreise Alzey-Bingen nicht als solche bezeichnet werde. Für die Freisinnigen kandidiert in Alzey wieder ihr vergötterter Liebling Pfarrer Korell. Da sein Gegenkandidat Dr. Becker auch vom Zentrum schon im ersten Wahl- gang unterstützt wrd, so kann Korell Alzey nur zurückgewinnen, wenn in die nationalliberalen Reihen, die ja in der Mehrheit agrarischen Einschlag haben, Unordnung gebracht wird. Man sieht also, daß Alzey den Freisinnigen schon eine Messe wert ist. Die nationalliberale Landesparteileitung lehnte es aber ab, ihren Steuerdottor Becker zu desavouieren. Somit ist aus dem geplanten allgemeinen Kuhhandel nichts geworden. Wohl aber ist ein Teilabkommen zustande gekommen, das Gießen den Freisinnigen und Erbach wie Alsfeld den Nationalliberalen überläßt. Es wird auch ausdrücklich erklärt, daß die Verhandlungen für eine weitere gegenseitige Unterstützung fortgesetzt werden sollen. Mit Ausnahme von Alsfeld und Alzey richtet sich diese frei- innige Aktion direkt gegen die Sozialdemokratie. Damit lüften die Korell und Genossen, die sonst den Mund nicht voll genug nehmen konnten mit dem Gerede vom„Kampf gegen rechts", selbst ihre Maske. Und das ist gut so. Jetzt wird auch dem letzten frei- heitSliebenden Wähler in Hessen, der sich von den tönenden Phrasen der„entschiedenen Liberalen' betören ließ, klar werden, wohin die Reise der Fortschrittler gehen soll— zum alten Bülowblock, zur Freundschaft mit den LebenSmittelverteuerern, mit den Antreibern der indirekten Steuerschraube. Am 12. Januar sollen die Ganz- und Halbliberalen die Quittung des hessischen Lölkes haben. »• # Gm plumpes Wahlmanlver. Frühzeitig wird mit den Wahlmonövern angefangen, um die schlechten Aussichten der verbündeten Regierungen und Reaktion. wenn möglich, zu verbessern. Die Berliner„National-Zeitung meldet, daß dem neuen Reichstage nicht nur die Nachlaßsteuer wieder vorgelegt, sonder» daß auch dir Aufhebung der Zünd- hölzchensteuer und der Fahrkartensteuer von der Reichsregierung in Borschlag gebracht werden soll. Der Ausfall, der dadurch ent« stünde, soll angeblich durch die Nachlaßsteuer gedeckt werden, die aber außerdem noch die Kosten der neuen Flottenvorlage bestreiten soll.— Wenn die Regierurig wirklich die Absicht hätte, die Nach- laßsteucr einzuführen, und die volksfeindlichen Steuern auf Zünd- holzchen und Jahrkarten abzuschaffen, so hätte sie dazu seit der Reichsfinanzreform wirklich Zeit genug gehabt; um so mehr, als das Abwandern der Eisenbahnreisenden in die niedrigeren Wagen- klassen als Folge der Fahrkartensteuer und die schiveren Schädi- gungen der Zündwareninduftrie als Folge der Zündhölzchensteuer sofort eingetreten und seit langem bekannt sind. Nach der bekann- ten Erklärung des Herr» v. Heydebrand, die eine platonische Freundschaft füt die Nachlaßstcuet aussprach, hätte di« Regierung auch diese Steuer sofort vorlegen udd sich dadurch eine günstigere Wahlsituation schaffen können. Da all das nicht geschehen ist, hat man wahrlich keine Ursache, dieser Regierung irgendwelche halbwegs volksfreundlichcn Äeuerpläne zuzutrauen; dagegen kann man dem Bethmann-Kurs nach seinen Anweisungen an die Land- räte, nach den verschiedenen Versuchen zur Täuschung der öffent- lichen Meinung über daS Schandwerk der Reichsfinanzreform, und nach seiner Dienstbercitschaft für die Schwarzblaucn ohne weiteres glauben, daß er durch plumpe Wahlmanövcr die Lülowtaltik von 1907 gern nachahmen möchte. •* * Die Tätigkeit der Laudräte bei de« Wahlen verdient alle Aufmerksamkeit. Nach einer Korrespondenz geben sie jetzt den Gemeindevorstehern Unterricht in der richtigen Durch- führung aller Wahlgeschäfte. Unsere Genossen werden deshalb weder darauf verzichten, Nachhilfeunterricht zu erteilen, wo dies nötig ist, noch darauf, am 12. Januar das Arbeiten der von den Landräten Unterrichteten genau zu überwachen.— In Kalau und KottbuS-Spremberg wird ein„Kreiskalender" verbreitet, dessen politische Mitarbeiter der Reichöparteiler v. D i r k s e n und der konservative Abgeordnete Henning sind. Der konservativ« Kalender tritt ganz unamtlich auf— aber auf Seite 20 empfehlen sich die La n d r a t S ä m t e r als Annoncenannahmestellen l Gegen die Bestimmung der Wohnungen der Amtsvorsteher als Wahllokale, wie sie von schlestschcn Land röten geübt wird, haben die Fortschritt- lcr den Minister des Innern angerufen. Sie persische Krlfe. Das Vorrücken der russischen Truppen nach Teheran hat sich verlangsamt. Der Grund dafür ist in der immer stärker anschwellenden Pcotestbewe» ?u n g zu suchen, die die englischen politischen Kreise ergriffen at. Zu der Unzufriedenheit der liberalen Handels- kreise und der um die strategische Stellung in Indien besorgten militärischen Kreise, die mit Lord C u r z o n an der Spitze gegen die englische Politik in Persien protestieren, ist zuletzt noch das Mißtrauen der regierungs- treuen Organe hinzugekommen, denen es doch, angesichts der und Set Ue?etnahme 5ec psrsischsn VertvakkiMA Stfrüi Rußland nicht recht geheuer geworden ist. Selbst die„Times", die bisher mit dem russischen„Freunde" durch dick und dünn gegangen ist, läßt nun deutlich ihr Mißtrauen merken und schreibt, daß sie sich nichts Unglücklicheres für den Glauben an Rußland vorstellen könne, als die Rückkehr des Exschahs. Das hindert indessen die russischen Regierungsorgane nicht, nach wie vor für M a h o m m e d Ali Stimmung zu machen, der, wie aus Odessa berichtet wird, im Rücken der russischen Truppen aufgetaucht ist und, von ihnen gedeckt, mit seinen Horden gegen Teheran vorrückt. Eine Debatte im Oberhaus. London, 7. Dezember. Lord Curzon eröffnete die De- batte und fragte, welche Politik Großbritannien in Persien verfolge. Es sei nicht klar, daß die Regierung überhaupt oine bestimmte Politik habe, oder daß sie wisse, in welcher Richtung sie vorgehe. Er wünsche auf die Mög- lichkeit gewisser Entwickeluugeu der gegenwärtigen Lage hinzu- weisen, die, wenn man sich nicht gegen sie schütze, für Perficn wie Großbritannien äußer st gefährlich sein Würäxn. Er fürchte, die Unabhängigkeit Persiens könne ver- loren gehen, während man darüber debattiere, auf welche Weise sie am besten aufrechterhalten werde. Das zweite Ulti- matum Rußlands fei überstürzt gewesen. Die britische Rc- gierung könne ihre Hände von der Verantwortlichkeit für das Ultimatum nicht reiinvaschen. Es sei ihr vor seiner Absendung ezeigt worden und sie habe darauf der Ansicht Ausdruck gegeben, aß sie gegen gewisse in ihm enthaltenen Forderungen keine Ein- Wendung erheben könne. Dadurch, daß sie diese Antwort gegeben habe, habe sie eine gemeinschaftliche Verantwort- lichkeit für das Ultimatum übernommen. Bei der gegen- wärtigen, sehr delikaten Situation sei der Prüfstein, den Groß- britannien anwenden solle, nicht lediglich die Stabilität euro- päischer Bündnisse, sondern das Wohl von Persien selber. Viscount M o r l e y führte im Namen der Regierung aus, das Ziel der russischen Regierung sei, normale, dauer- haste Beziehungen mit der persischen Regierung zu schaffen und alle Elemente der Zwietracht aus dem Weg« zu räumen. In dieser Absicht wolle Rußland Persien weitere Vorschläge machen. Lord Curzon unterbrach den Redner mit der Frage, ob diese Erklärung von der russischen Regierung sei. Morley antwortete: Das ist nicht ganz genau der Fall, aber es ist eine Ver- p f l i ch t u n g, welche die russische Regierung übernimmt. Dies ist nicht der genaue Wortlaut der Mitteilung der russischen Regierung, aber beinahe der Wortlaut. Die russische Regierung hat kein Ziel im Auge, daS die Integrität Persiens verletzen würde. Sie versichert uns kategorisch und wünscht es festgehalten zu sehen, daß die militärischen Maßnahmen, welche sie auf per- ischem Gebiet ergriffen hat, rein provisorischer Natur ind und daß sie nicht die Absicht hat, die Prinzipien der englisch- russischen Konvention zu verletzen. Morgan Shuster habe einen großen Mangel an Takt gezeigt und die Stellung sowie die unbestreitbaren Ansprüche der beiden großen Nachbarn Persiens völlig ignoriert. Er bestreite, daß Großbritanniens Borgehen in Persien hätte wirksamer sein können.:wnn keine Konvention be- itanden hätte. Was auch immer für Intrigen zwischen >em früheren Schah und untergeordneten ruf» fischen Agenten gespielt haben mochten, sie berühren nicht den Wunsch und die Abficht der russischen Regierung, den fvüheren Schah nicht zu unter st ützen. Die britische Regierung habe der russischen mitgeteilt, daß es ihr u n t e r a l l e n Umständen unmöglich sei. den früheren Schah anzu- erkennen. Der erste Grundsatz der britischen Regierung sei, das englische russische Abkommen dem Geist und dem Buchstaben nach ausstecht zu erhalten; der zweite Grundsatz sei, keine Gelegen- heit vonübergehen zu lassen, um durch Rat und wohlwollende Bermittelung die Lage für die persische Regierung leichtem zu machen. Die Stellung der Türkei. Kimftnntinopel, 8. Dezember. Die russische Aktion in Persien, welche die Pforte stark beunruhigt, bildet den Gegenstand ernster Beratungen in den letzten Sitzungen des Ministmuts. Die Pforte beauftragte durch ein Zirkular die türkischen Botschafter, die Aufmerksamkeit der Mächte auf die Er- eignisse in Persien zu lenken. Wie verlautet, wird in dem Zir» kular erkKftjt, daß eine weitere russische Aktion in Pevsien eine Lage schaffen würde, deren Folgen unberechen» bar wären. Die Botschafter sollen die Mächte Otflichca, diesbezüglich b«ii Rußland«inzuschreite«. nu�O'. Die Persel a» das Juternatioaalr Sozialistis Das Ansahen der internationalen sozialistischen> ist derart, da�c kein Raubzug in irgendeinem We' nommen werdan kann, ohne daß seine Opfer ihre auf die sozialistischen Parteien richten. So ist oucht wie wir dem„Peuple" entnehn früh ein Telegramm aus Teheran beim Interna listikchen Burea« eingelaufen, das einen ergreifenden<9 Perser enthält, di e von Russen und Engländern sollen. Das Telegramm lautet: Teheran, den 5..t>�emtz Wir protestiere n lebhast gegen die freiheitsmörderische Bar- barei der anglo-rusjüschen Diplomatie, die den Tyrannen Mohamcd Ali nach Persien führte und damit nur den Sieg der Reaktion herbeiführte. Jetzt tauchen sssz durch ihr Ultimatum ihre Hände in das Blut dos persischen Volkes, indem sie es seiner Unabhängiteit berauben und seine Verfassung unter Nichtachtung der Rechte der Zivilisation mit Jüchen treten. Vereinigt euch mit: uns. um gegen diese Räubereien zu pro- testieren.\ DaS Zentralkomi der persischen demokratische* Hrnei. Persische Protesttelegrßmme und europäische Parsymeutf. Zu Beginn der DonnerStagSsitzung des öfter rj Abgeordnetenhau ssS gab der Präsident Dr. zwei Telegramme bekannt, die vom Präsidium per- fischen VolkSvertrstung und von der pejtffltzeii Kolonie in Kon st a n t i n o p el eingegangen waren üud.sij.�iijtn, nach des Präsidenten Jnhalt�ingabe. gegen das die Uno} Persiens bedrohende Vorgehen der russischen und en gierung protestiert ivar. Der Präsident erklärte, diese Telegramme der Regierung zu übergeben, damit sie sie später der Delegation als der für auswärtige Angel', �zenheiten zuständigen Körper schast vorlege.— Der Präsident deS Deutschen Reichstags daS an ihn gelangte Perferteleg�ramm gar nicht erwähnt. ver Krieg. i.i Der Kampf bei Ainzara i« türkischer Darstestu»«. Kouftantinopel, 7. Dezember..(Meldung deS Wieiwr Sf. ST. Telegr.-Korresp.-BureauS.) DaS Kriegsministeriiu« er- hielt heute abend eine Depesche des.Kommandanten von. Tripolis über den allgemeinen Angriff der Italiener vom d. M. Das Telegramm besagt,.daß die italienischen Streitkräfte zehnfach überlegen waren. Dar Kampf dauqte im. zum Abend. Die Italiener, welche das Zentrum und den roHten Flügel der türkisch-aradischen Stellu,«! augrifseu, hytun meh- Einncihme Tchercms, der Äliflösung des persischen Parlaments I alz 500 Tote. Einen entscheidenden MiSgang konnten sie jedog Itiärt herbeifuhrM, Hoaj SvH Me RückzvgSNnie fet kSrkifch- aiabischen Streitkräfte abschneiden. Letztere zogen sich in Ord- nung zurück. Maßnahmen zum Schutze der Dardanellen. Koustantinopel. 8. Dezember. Dem Vernehmen nach ist gestern abend die erste Division nach den Dardanellen abgegangen. Auch drei alte Kriegsschiffe sollen instand gesetzt werden. Die Dardanellenfrage. / Konstantinopel, 8. Dezember. Die vom Ministerrat fest- gesetzte Antwort an den russischen Botschafter bezüglich der Oeffnung der Dardanellen lautet In deutscher llebersetzung: In Uebereiustimmung mit den seit 1871 bestehenden und auf dem Berliner Kongreß ratifizierten Ver- trägen ist die Kaiserliche Regierung nicht imstande, die Durch- fahrt der russischen Flotte durch die Meerengen zu gestatten, und sie erklärt, daß jedes Recht auf die Meerengen ausschließlich der ottomanischen Nation und ihrem Souverän zur Wahrung der territorialen Integrität zusteht. Protest gegen die bevorstehende Verteilung des Friedenspreises. Die sozialdemokratischen Mitglieder des Nor- wegischenStorthingS haben, soweit sie zurzeit in Kristiania anwesend find, dem Nobelkomitee, das jetzt wieder vor der Aufgabe steht, den Friedenspreis zu verteilen, folgendes Schreiben zugesandt: »Einer der Staaten, die an der Friedensarbeit teilgenommen haben, führt zurzeit Krieg gegen eine andere Macht und. obgleich der Angriff Beweggründen entsproffen ist, die von aller Moral verurteilt werden müssen, zeigte es fich, daß die anderen Mächre ganz untätig waren und nichts unternehmen wollten, den Krieg zu verhindern. Einer der Männer, die vordem Nobels Friedens- preis erhalten haben, ist als Verteidiger der Handlungsweise Italiens aufgetreten. Von Italiens Seite find während dieses Krieges Grausam- ketten gegen Frauen und Kinder und wehrlose Männer ausgeübt worden. Wir erlauben uns vorzuschlagen, daß das Robelkomitee, um den Gefühlen, die durch Italiens Krieg wachgerufen find, Ausdruck zu geben, in diesem Jahre keine Austeilung von Nobels Friedenspreis vornehmen möge. Das wäre ein Entschluß, der in kräftiger und deutlicher Weise wirken würde als ein Protest gegen das, was jetzt vor sich geht. Wenn aber der Friedenspreis auch in diesem Jahre verteilt werden würde, müßte das ohne Zweifel das Gefühl der Eni- täuschung und deS Mißtrauens noch verstärken, das die Ereig- nisse in Tripolis bei allen ehrlichen Friedensfreunden hervorgerufen haben."_ Die ßeoolatloD in China. Die Revolutionäre für eine konstitutionelle Monarchie? Schanghai, 7. Dezember.(Meldung des Reuterschen Bureaus.) Depeschen aus A u t s ch a n g besagen, daß starke revolutionäre Verstärkungen aus Schanghai, Canton und Ranking dort ein- getroffen sibd. Liyuanheng und die vereinigten Revolutionäre haben erklärt, daß sie sich den Wünschen der Majorität fügen würden, und wenn diese sich für eine konstitutionelle Regierung entschiede, Yuanschtkai oder irgendeinen anderen ihnen zusagenden chinesischen Führer als Leiter der StaatSgeschäfte annehmen würden, der an eine Verfassung gebunden und einem Parlament verantwortlich sei. Die Likinzölle. Lande», 3. Dezember. Wie dem„Daily Telegraph" aus Peking gemeldet wird, erklärte der Generalinspektor der Zölle, Aglen, die am Dienstag fälligen Quoten der Likinzölle seien von den neuen provisorischen republikanischen Regierungen pünktlich bezahlt worden, obwohl die Likin- zolle abgeschafft seien. Daher sei aller Voraussicht nach der Zinsendienst für die 1808« Anleihe gesichert. Es sei keinerlei Beschluß gefaßt worden, an den chinesischen Zöllen Aenocrungen vorzunehmen. Die Gärnng in der Mandschurei. Mulden» 8. Dezember. Der Vizekönig der Mand- is ch u r e i hat befohlen, mit Waffen und revolutio- nären Flugschriften ergriffene Personen als Chunchusen zu betrachten und zu enthaupten. Die Be- völkerung ist darüber sehr unzufrieden; viele Pro- vinzialverwaltungen verweigern die Ausführung des Befehl». Die Revolutionäre sollen dem Vizekönig das T o d e»- «urteil zugestellt haben. Nachrichten über das Frentdcnmassaker in Sianfu. Peking, 8. Dezember.(Meldung dcS Reuterschen Bureaus) Ein amtliches Schreiben von dem deutschen Po st meiste- Henne aus Sianfu vom 56. November meldet, daß er bon Strolchen angegriffen und am Kopfe verwundet worden sei. Offiziere der Aufständischen hätten ihn in Sicherheit gebracht. Als er sich wieder erholt hatte, habe er seinen Dienst wieder aufgenommen. Seine Frau, seine Kinde. und ein englischer Angestellter seien unverletzt. Der Brief be- stätigt die Nachricht von dem Tode der Frau Beckmann sowie den ihr« zwei Töchter und verschiedener chinesischer Schulmävchen. Die Beamten der ausländischen Postanstalten wünschen dringend, Sianfu zu Verlaffen, ab« die Straßen wetden durch Vriganten unsicher gemacht, obwohl die Stadt ruhig ist. Darbende Veteranen. Wäre«S nach unseren„Nationalen" gegangen, so wäre Deutich- land der Beutegier und Händelsucht unserer Prozentpatrioten wegen in einen furchtbaren Wellkrieg gestürzt worden. Dabei gibt«S noch jetzt Taufende von Kriegsveteranen von 1870/71, die trotz der traurigsten Notlage keinerlei Unterstützung finden können! Die furchlboren Strapazen, die während des deutfch-franzöfifchen Krieges unsere Trnppen zu erdulden hatten, haben fich bei vielen der Kriegsteilnehmer schwer gerächt. Ihre Folgen äußerten fich häufig erst nach Jahren und Jahrzehnten in Krankheiten und ver- mindert« ErwerbSfShigkeit. Eine Menge dieser KrirgSveteranen gr- riet in die bitterste Rot, da unsere Hurrapatrioten zwar in Krieg«. vereinSreden schwelgten, ab« kein Geld übrig hatte» für diejenigen. die für das Saterland gelitten hatten. Die Mittel des StameS wurden ja von den neuen Rüstungsausgaben aufgebraucht! Erst nach langem Drängen, besonders auch durch die s o z i a l- demokratisch« Fraktion, wurde im Jahre 1895 eine Beteranenbeihilfe an HUsSbedürftige und würdige Kriegsteilnehmer gewäbn. Diese Beihilfe aber hatte den horreuden Betrag von jähr- lich 180 M.! Vergebens hatte die Sozialdemokratie ihre Erhöhung auf 360 M. durchzusetzen versucht. Aber auch nicht einmal des BetlelbetragS von jährlich 120 M. wurden all« notleidenden Veteranen teilhaftig. Trotzdem der Betrag im Jahre 1S10 die Summe von 23 Millionen erreicht hatte. wurden viele notleidende Veteranen abgewiesen, weil das Reich, das den Junkern jährkich 4« MMonen akkekn an Schnafs- liebeSgabe zahlte, für die alten Kriegsteilnehmer kein Geld ük-rig hatte! Oft genug ist es vorgekommen, daß Kriegsveteranen ans Rot ihrem Leben ein Ende machten I Als endlich im Jahre 1903 der Reichstag einen Gesetz an twurf annahm, wonach allen Kriegsteilnehmern, die wenige.? al« 600 M. Einkommen haben, ein„Ehrensold" von 120 M. jährlich zu zahlen sei, lehnte der Bundesrat diesen Entwurf ad, weil eS an den erforderlichen Mitteln fehle! Auch ein erneuter Beschluß vom Jahre 1910 brachte keine Besserung. Erst im Jahre 1911 ist der ausgeworfene Bettag um 6 Millionen erhöht worden. Aber auch jetzt wird die Beihilfe nur solchen Kriegs- teilnehmern gezahlt, die dauernd und gänzlich erwerbsunfähig sind. Wer noch kriechen kann, wer noch ein paar Groschen täglich verdient, ist von der Unterstützung auSgeschloffen. Nach wie vor also müffen Taufende von Veteranen, die wegen beschränkter Ecwerbfähig- keit nur ein ganz unzulängliches Einkommen haben, bitterste Rot leiden! Diese Zustände zeugen von der unglaublichen Frivolität unserer Kriegshetzer. Während daS Reich angeblich nicht einmal in der Lage fein soll, notleidende alte Soldaten auch nur in der bescheidensten Weise in ihren alten Tagen zu unt«ststtzen, trug man keine Bedenken, neue internationale Händel anzuzetteln! Und noch ist die Gefahr ja nicht vorüber. Die Kriegstreibereien gehen munt« fort. Alle reaktionären Parteien fordern neue Rüstungen. Daß dies fortgesetzte Wettrüsten schließlich zum Krieg führen muß, können sich auch unsere Reaktionäre nicht verhehlen. Sie haben ja auch bereits die Maske abgeworfen. Offen haben. sie erklärt, daß man doch nicht eine starke Flotte und eine große Landarmee besitze, um ewig im Frieden zu leben! Ihre Politik geht also bewußtermaßen dahin, die Blüte der Nation abermals auf die Schlachtfelder zu treiben, wo Hundert- taufenden Tod oder Verstümmelung droht. Und die überlebenden Proletarier, deren Gesundheit und Arbeitskrast durch die Strapazen eines Krieges«fchüttert worden, würden sich dann später ebenso mit lumpigen Bettelpfennigen abspeisen lassen müffen, wie. die Vet«anen aus dem deutsch-französischen Kriege! Darum am 12. Januar nieder mit allen Kriegshetzern� politifcbe(leberllcbt. Berlin, den 8. Dezember 1911. Die Solidarität der Arbeiterklaffe. Eine Mitteilung, die von allen Mitgliedern der A rb e i t e r- Partei des englischen Parlaments unterzeichnet ist. ist an die sozialdemokratischen Mitglieder des Deutschen Reichstages geschickt worden. Diese werden darin ge- beten, allen Bevölkerungsklassen, die sie vertreten, die Ver« sicherung der Freundschaft der britischen Arbeiterschaft zu übermitteln. In der Mitteilung wird ferner erklärt, es sei der Wunsch Englands, daß beide Länder in Frieden mit einander leben und alle Streitig- ketten zwischen ihnen durch ein Schiedsgericht ge- regelt werden möchten._ A biffel Falschheit ist alleweil dabei. In dem Streit, der zwischen der Berliner und der Kölner Richtung im Zenirumslager ausgefochten wird, scheint vorläufig die Kölner Richtung sich als Siegerin zu fühlen, denn, obgleich während der Zeit des �teichslagSwahllampfes offiziell Waffenstillstand zwischen beiden Richtungen herrscht, kann die„Köln. Bolksztg." nicht umhin. der Berliner Richtung und deren Protektoren, den Herren Kopp und Korum, allerlei kleine Bosheiten zu sagen. So heißt es zum Schluß eines Artikels in Nr. 1042 der»Köln. VolkSztg." über die dieSjähri- gen Kommimalwahlen: ES ist eigentümlich, ab« auch für den Kenner der Verhältniffe wenig auffallend, wie wir gerade an den beiden äußersten Enden der Monarchie zwei Bezirke haben— Trier und Ober- schlesien— in denen, obwohl weit überwiegend katholisch, die katholische Bevölkerungsmehrheit zu fast völliger Bedeutungslosigkeit im öffentlichen Leben he rabgedrückt ist. Die rühmliche Ausnahme der Stadt Trier bestätigt die Regel. Es find dieselben Bezirke, in denen gewisse Quertreiber«»«» gegen die sogenannte„Kölner Richtung" einen be« sonders fruchtbaren Boden finde», und in denen immer wieder Zeitungsunternehmen auftauchen, die sich die Bekämpfung der sogenannten„Kölner Stiftung" zum Ziel« setzen. Würden diese Unternehmungen nicht vielleickt» auch für die katholische Sache besser tun. ihre Kraft der Bekämpfung des Liberalismus in ihrer Nähe zu widmen, und dafür zu sorgen. daß der Katholizismus etwas mehr Einfluß im öffentliche», Leben und besonder» auch auf dl« Schule bekäme? Kopp und Korum wnden die kleine BoSheit zu würdigen wissen. Interessant ist aber, daß in diescin Falle die„Köln. VolkSztg." selbst die Begriffe Katholizismus und Zentrum identifiziert. Luftschiffe alS Mordinstrumente. Bei den nunmehr abgefchlosieilen Lusischisfmanövern in Köln wurden nach der„Deutschen Zeitung" aus einem der beiden teil- nehmenden Militärluftschiffe Versuch« mit dem Abwerfen von Bomben unternommen. Im Kriegssalle würden nur große Ziele. wie z. B. Gasanstalten, Bahnhöfe, Befestigungsanlagen und Truppe nlager mit Bomben vom Lustschiff auS beworfen werden. DaS Militärluftschiff schwebte bei dem Abwerfen der Bomben zum Teil in einer Höhe von 4-- 500 Metern. Nach den bisherigen Erfahrungen eignet sich das Luftschiff entschieden bester zum Ab- wurf von Bomben als die Flugzeuge, von denen aus Zielen infolge. der größeren Schnelligkeit sehr schwierig erscheint. Der Wahlkampf— ein Religionskrieg l Die christlichen Bauernvereine Bayerns unter Führung Dr. HeimS und des bayerischen Reichsrats und Freiherrn v. Arentin«lasten einen Aufruf an die„unpolitischen christlichen Bauernvneiue" Bayerns, in dem sie erklären, daß bei den ReichStagSwahlen die Schutzzollpolitik in Gefahr sei, daß die Regierung fich gänzlich un- fähig erwiesen habe, mit der Sozialdemokratie fertig zu werden und daß eS sich bei den bayerischen LandtagSwahlen um die Er» Haltung der Monarchie und um den Schutz der christlichen Kultur handele; denn am letzten Ende handele e« sich bei den Wahlen nin nichts andere? als um einen Kampf fürKreuz und Ehri st en tum gegen das modern«Heidentum.(!) Man wird wohl auch den bayerischen Bauern nicht einreden können, daß die Verteuerung von Bier. Zündhölzern und Kaffee eine christliche Tat gegen das Heidentum war. Tie„ärmeren" und die„reicheren" Lenke! In welch frecher Weise das Zentrum die Wähler zu beschwindeln sucht, davon zeugt eine von der„Gennauia" herausgegebene Broschüre:„Müffen wir Zentrum wählen?" Abgeordneter Erz- berger fabrizierte daS Rachwerk. Um die Wähler mit der Steuer- Politik des Zentrums zu berföhnen, zeigt Erzverger im BMe die Belastung d«„ärmeren" und„reicheren" Leute. Da steht man, wie der»reiche" Mann einen gewallig schweren Block schleppen muß, während die„ärmeren" Leute zusammen eine vielmal kleinere Last zu tragen haben. Schaut man die nach einer Statistik des Reichs« schatzamtes aufgemachte Berechnung an, dann hat tatsächlich die„Ober- schicht" der Bevölkerung pro Kopf 46,5 M. indirekter Steuern zu zahlen. die»Unterschicht" jedoch nur 15,6 M. Die reizende Aufmachung hat nur zwei Fehler. Erstens verrechnet Erzberger die gesamten Ma- trifularbeiträge als Leistung der Oberschicht, waS niehr„frei" als richtig ist. Dann zählt er zu den„reicheren" Leuten alle Zensiten nztt einem Einkommen von— 1500 M. Wenn ein Arbeiter seine Uran in die Fabrik gehen läßt, weil die Zentrumspolitik ihm die Lebenshaltung so verteuerte, daß ohne den Miterwekb der Frau die Familie am Hungertuche nagen müßte, dann gehört er, falls beider Einkommen 1500 M. übersteigen, zu den„reicheren" Leuten und er hat kein Recht, über Brot- und Fleischwucher zu klagen! Daß daS Zentrum in seiner Not zu solchen Schaumschlägereien greift, ist schließlich ja noch erklärlich, daß fich jedoch Arbeiter eine solche Verhöhnung ruhig gefallen laste», ist doch wohl kaum anzu« nehmen. Aufhebung des Verbots einer Versammlung unter freiem Himmel. In Oberschlesien müffen die wunderbarsten Gründe herbalten» UM Versammlungen unter freiem Hinimel unmöglich zu machen. DaS zeigt auch wieder folgender Fall, in dem das OberverwaltungS« gericht am Dienstag als letzte Instanz zugunsten deS EinberuferS, des sozialdemolralischen Geschäftsführers Binisztiwicz aus Kattowitz erkennen mußte, nachdem die Vorinsianzen, der Kreisausschuß in Kattowitz und der Bezirksausschuß zu Oppeln, sich auf die Seite deS Annsyvrstehers zu Neudorf gestellt halten. Dieser hatte die für den lk. Oktober!9l0 geplante öffentliche Versammlung verboten, weil die öffenrliche Sicherheit gefährdet sei. ES hatten Kreisausschuß und Bezirksausschuß auf Abweisung der von B. hiergegen gerichteten Klage erlannt. Sie machten sich im wesentlichen die Gründe des Amtsvorstehers zu eigen. Der Bezirksausschuß führte aus: Die notorische Tatsache, daß sich ein großer Teil der Arbeiter de« oberschlesischen Jndustriebezirks an den Tagen»ach Vorschuß- und Lohnzahlunge», insbesondere wenn der folgende Tag ein Sonntag ist, betrinkt und im betrunkenen Zustande zu schweren Ausschreitungen neigt, sei ein Umstand, der die Annahme durchaus rechtfertige, daß die Veranstaltung einer öffentlichen Versamnilmig unter freiem Himmel in Neudors am 16. Oktober 1910, das heißt an dem nächstfolgenden Tage nach einem Vorschußtage und zugleich einem Sonnlage, zu einer Gefährdung der öffentlichen Sicherheit geführt haben würde. Ferner berief sich der Bezirksausschuß auf Eingaben einer Anzahl „kirchlich gesinnter" Leute aus Neudors, die die Abhaltung weiterer Versammlungen unter freiem Himmel verhindert wünschten. Diese Leute sprachen von Hetzereien der Sozialdemokraten, von Gotteslästerungen während der Sonntagsnachmiltags abgehaltenen Versammlungen und dergleichen mehr, um schließlich hinzuzufügen, daß, wenn' die Polizei nicht helfe,„die Bürgerschaft zur Selbsthilfe greifen werde." Also die Leute drohten sozusagen mit einer Revolte. Der Bezirksausschuß glaubte, auch diese Ein- gaben berücksichtigen zu müffen. Diese Leute drohten sozusagen mit einer Revolte. Der Bezirksausschuß glaubte, auch diese Eingaben berücksichtigen zu müsse». Diese Erbitterung der katholischen Be- völkerung habe die Annahme bestärken können, daß es aus Anlaß der Versammlung zu Streitigkeiten und zu Störungen der öffent- liche» Sicherheit kommen könne. Der Platz sei auch nicht geeignet, da Beschädigungen benachbarter Grundstücke zu beiürchtcii seien. BtniSkitrncz legte Revision ein, die Rechtsanwalt Dr. Karl Liebknecht vor dem Oberverwaltungsgericht vertrat. Der Anwalt machte im einzelnen geltend, daß bei all den Ein- Wendungen gegen die Abhaltung der Versammlung von konkreten Tatsachen, die erfordert werden müßten, um ein Verbot recht» erttgen zu können, nicht die Rede sei. Die erwähnten Eiirgaben ätten nur den Zweck, öffentliche sozialdemokratische Versamm- luitgen unter freiem Himmel Unmöglich zu machen. Ganz unge- hörig sei es vom Bezirksausschuß, aus den Drohungen der Gegner mit der Selbsthilfe Schlüsse zuungunsten der vom Kläger cinbe- rufenen Versaminlung zu ziehen. Wohin sollte es führen, wenn ein Teil der Bevölkerung mit der Drobung, Unaesctzlichkcitcw zu begehen, wenn den Gegnern eine öffentliche Versammlung unter ftctem Himmel genehmigt werde, das gesetzlich gowährlcistete Ver- sammlungsrecht beschrunten könnte. Das gehe nicht. Vielmehr habe in wichen Fällen die Polizei die Pflicht, lediglich gegen die vorzugehen, welche drohten, und sie von den angedrohten Schritten abzuhalten, nicht aber die, die ihr gesetzliches Recht ausüben wollten, daran zu hindern.— Was aber den Alkoholgcnutz angehe, so sei ja notorisch gerade infolge des sozialdemokratischen Boykotts in Oberschlesieir der Alkohotaeuuß ganz rapide zurückgegangen. Die entsprechenden„Gründe" der VorlnstanzeN fielen schon deshalb ganz tn sich zusammen. Da» Obrrverwaltungsgericht gab der Klage statt Und erklärte das Versammlungsverbot für u irgare cht se r- t i g t. Kurz wurde ausgeführt: Die Genehmigung zu einer öffentlichen Versammlung unter freiem Himmel dürfe nur versagt werden, wenn aus der Abhaltung eine Gefahr für die üssentliche Sicherheit zu befürchten sei(tz 7 des Vereinsgesetzes). Daß diese DoräuSsetzuNg hier vorlag, habe aber der Senat nicht annehmen können. Das Verbot Muffe aufgehoben werden. Kriegcrvcrcinliches und NeichSverbandliches. Zu dem ReichSverbandSarbeitersekrelär Walter Krause in Quedlinburg kommen manchmal ratsuchende Arbeiter, die das Bureau für ein wirkliche» Arbelteriekretariat halten. Daß man vor dem ReickSverbandSmann nicht mehr, als unbedingt nötig ist, sprechen soll, zeigt folgende Zuschrift, die«in alter Kriegs» invalide erhielt: „Nach einer Mitteilung des nationalen ArbeitersrkretärS in Quedlinburg haben Sie dort erklärt, daß Sie bei jeder ReichStagSwabl sozialdemokratifäi wählen und dies unbedingt für ihre Pflcht halten... Es ist deSkialb in der BorstandSfitznug des untrrznchiikken Verein» beschloffen worden, Sie... aus dem Verein auszuschließen. Milnärverein„Kameradschaft" Der Vorstand. Otto." Der alte Mann durste zwar sein Leven für das Vaterland in die Schanze schlagen— aber sofort wird ihm die vaterlandische Gr- stnuung abgesprochen, wenn er für die Arbeiterpartei stimmt, statt für einen Junker oder Unternehmer. Spionngeprozeff. Vor dem vereinigten LL und III. Strafsenat des Reichsgerichts begann gestern der Spionageprozeß gegen den englischen Schiffs- Händler Schultz und Genossen. Vorsitzender der Verbandlung ist Senatspräsident Dr. Menge. Angeklagt sind: der SchiffShäudler Max Schultz ouS Southampton. die Ingenieure Hipsich und Wolf aus Bremen, die Wirtschafterin Eckerman» und Kaufmann v. Maat aus Bremen. ES sind etwa 20 Zeugen und Sachverständige geladen. DerPrä- sident eröffnete die Verhandlung um 9>� Uhr ES wurde der EröffnnngS- beichluß de? Ersten StraisenatS verlesen, nach welchem die An- geklagten hinreichend verdächtig erscheinen, in den beiden Jahren 1910 und K11 in Deutschland und England gemeinschaftlich und voriätz- lich Pläne, Zeichnungen und andere im Interesse der LandeSverteidi- guug geheim zu haltende Gegenstände sich verschafft, zur Kenntnis englischen Nachrichtendienstes gebracht und sich damit des Ver- prechenö gegen§ 1 deS Spionagegesetzes schuldig gemacht zu haben. .Der OberrelchSanwalt Dr. Nagel beantragte Ausschluß der Oeffent- lichkeit während der ganzen Dauer der Verhandlung. Das Gericht gab diesem Antrage statt. Das Urteil ist voraussichtlich am Sonn- abend zu erwarten._ Das neueste Reichsverbands-Machwerk wird der bürgerlichen Presse wie folgt angezeigt:„Bei den maßlosen Angriffen der Sozialdemokratie auf den Militarismus dürfte eine 32 Seiten starke neue Flugschrift, betitelt:„Der Nutzen des Heer Wesens für die deutsche Volkswirtschaft" von Friedrich Braumann, Hauptmann der Reserve, als geeignete Waffe für den Reichstags� wahlkainpf willkommen sein. Der Verfasser führt in knapper, fesselnder Darstellung aus, daß unser Heerwesen nicht nur nicht ein vom Volkskörper und seinen wirtschaftlichen Interessen losgelöstes, kulturfeindliches Etwas ist, sondern der Mittelpunkt der gesamten Volkswirtschaft, und daß wir ihm verdanken die Sicherheit unseres Herdes, die Entivickelungsgewähr unseres Erwerbslebens, die Förde rung der nationalen Arbeit, die Sorgfalt des Verkehrswesens, die Gesundheil und die Charakterbildung unseres Volkes." WaS doch der Militarismus nicht alles sein soll. Jetzt ist er schon der„Mittelpunkt der gesamten Volkstvirlschaft". Nach unserer Ansicht ist er weit mehr der Mittelpunkt der Defizitwirtschaft. Tie Todesfahrt des Rekruten. Vor dem Kriegsgericht der Garde-Kavalleriediuision hatte sich gestern der Unteroffizier Hetzold wegen fahrlässiger Tötung zu ver- antworten. Der Anklage lag ein Borgang zugrunde, bei dem der Rekrut Rüsing einen furchtbaren Tod fand. Der Angeklagte war am 23. Oktober, wenige Tage nachdem die Rekruten eingestellt worden waren, mit drei Mann nach dein Brotmagazin in Tempelhof ge- fahren. Während dort die Mannschaftsbrote aufgeladen wurden, machte sich der Rekrut Rüsing, der von Beruf Schuhmacher ist. sich aber für die Pferde sehr iureressierle, mit dem Gespann zu schaffen. Als dann der Oberbäcker rief, der Wagen müsse, um besser verladen zu können, noch ein«chlag weiter gefahren werden, wurde dies von einer anderen Person wiederholt. Der Rekrut hatte dies anscheinend als einen Befehl aufgefaßt. Er wollte die Pferde antreiben. Da bäumte sich eines der Tiere auf, das andere scheute gleichfalls und das Gespann rückte auf Der Rekrur wurde vom Wogen heruntergeschleudert, fiel auf die Deichsel und klammerte sich daran fest. Der Unglückliche befand sich nu,r in einer furchtbaren Situation. Jeden Augenblick konnte der Wagen gegen ein Gebäude oder eine Laterne geschleudert werden. Schließlich rasten die Tiere gegen die Bordschwelle und stürmten auf einen Laternenpfahl los. Rüding, der sich noch immer krampfhaft an der Deichsel festhielt, wurde mit solcher Gewalt gegen den Laternew Pfahl geschmettert, daß ihm der Brustkasten zertrümmert und ein Lungenflügel zerrissen wurde. Kurz darauf starb der Schwerverletzte einen qualvollen Tod. Gegen den Unteroffizier wurde die Anklage wegen fahrlässiger Tötung erhoben, weil er dem Rekruten nicht den Befehl hätte er- teilen dürfen, weiter zu fahren. Durch die Beweisaufnahme konnte aber nicht festgestellt werden, ob der Angeklagte den Befehl des Oberbäckers tatsächlich wiederholt hat. Das Gericht erkannte in- folgedessen auf Freisprechung.__ Oeftermch. Nur kein argentinisches Fleisch! Diese Agrarierparole ist in Oesterreich so mächtig geworden, daß die Regierung nicht nur dem eigenen Lande den Bezug des argen- tinischen Fleisches verboten, sondern sogar die Durchfuhr dieses Fleisches von Trieft nach der Schweiz untersagt hat. Die österreichisch- ungarischen Fleischwuchcrer möchten also auch Zürich und Genf aus- hungern und ausplündern, wie vorher schon Wien und Budapest. franfcmcb. Die Marokkoverhandlunge«. Paris, 3. Dezember. Dem der französischen Regierung nahe- stehenden„Petit Parisien" zufolge werden die französtsch-spanischen Unterhandlungen wahrscheinlich noch vor Ende dieses Monats erledigt sein, Frankreich werde Spanien die ganze Einflußsphäre überlassen, die in dem Ver- trage von 1204 vorgesehen ist, und sich mit Kompensationen im Susgebiete begnügen. Den Hauptpunkt der Besprechungen wird die Frage des Protektorats bilden. Frankreich stellt sich auf den Standpunkt, daß nur ein einziger Resident mit dem Sitze in Fez angängig sei. Er verlautet, die spanische Re- gierung werde in den nächsten Tagen die von Frankreich vor- geschlagenen Grundlagen des Abkommens prüfen, und eine neue Kon- ferenz werde erst Ende der nächsten Woche stattfinden.„Mann" weist auf die Bedeutung der Talsache hin, daß der englische Botschafter in Madrid Bunsen der gestrigen Konferrnz zwischen dem französischen Botschafter Geoffray und dem spanischen Minister des Aeußeren beigewohnt hat. Das Blatt glaubt mitteilen zn können, daß die Besprechungen zu dritt auch bei allen neuen Unterredungen stattfinde» werden und stellt diese Tatsache der anderen an die Seite, daß der russische Botschafter in London, Graf Blankendorff. den französisch-rusfischen Konferenzen am Quai d'Orsei ebenfalls beiwohnt. Dies deute darauf hin, daß die Mächte der Triplc-Entente entschlossen seien, an allen Punkten der Erde geschlossen vorzugehen und alle internationalen Fragen in intimer Weise miteinander zu besprechen. ragender Stellung gekämpft haben, wie der Redakteur Lindblad von der„Ny Tid" in Gotenburg, früher Schuhmacher, der Partei- kassiere! W i ck m a n, früher Tischler, der Kassierer vom Volkshause in Stockholm, B e r g l u n d, früher Sägewerksarbeiter, der See- Mannsverbandsvorsitzende Charles Lindley usw., dann aber auch solche, die in der bürgerlichen Gesellschaft eine hervorragende Stellung einnehmen, wie die Professoren Gustaf E. Steffen und Helge Böckström, und ferner der Oberarzt am Säters Hospital in Stockholm, Dr. Alfred Petren, der von den Partei genossen in Kopparbergs Län als Kandidat aufgestellt und als Ver- treter der Sozialdemokratie gewählt wurde, obwohl er der Partei nicht angehörte. Allerdings hat er das Versprechen gegeben, der Partei beizutreten, mit der er sich innerlich schon lange verbunden fühlt. Namentlich an Petrens Wahl knüpfte sich in der Partei presse eine längere Auseinandersetzung, wobei betont wurde, daß doch eigentlich nicht richtig sei, bei der Vergebung so wichtiger Ver trauensposten, wie die der Reichstagsabgeordneten, Leuten den Vor- zug zu geben, die der Partei nicht als Mitglied angeschlossen oder auch erst kurz vordem beigetreten sind, während man Genossen zur Verfügung hat, die nicht minder befähigt sind und sich in lang jähriger Tätigkeit für Partei und Gewerkschaft ein Anrecht auf solches Amt erworben haben. Was die Genossen in jenem Wahl- kreise vor allem bewogen hat, Dr. Petren den Vorzug zu geben, war offenbar der Umstand, daß er ein besonders eifriger Förderer der Abstinenzbewegung ist. Uebrigens hat die Sozialdemokratie auch den Chef des internationalen Guttemplerordens. Direktor W a v r i n s k y, der erst vor einigen Monaten der Partei bei getreten ist, in die Erste Kammer entsandt. Da bei den im September vollzogenen Wahlen zur Zweiten Kammer 64 Sozialdemokraten gewählt wurden, hat die Partei jetzt im gesamten Reichstag 76 Vertreter, was gegenüber dem verflossenen Reichstag einen Gewinn von 37 Mandaten bedeutet. Em der parteü Unerfreuliches aus Stuttgart. Aus Stuttgart teilt man uns heute telephonisch mit: Der Gemeindewahlkampf in Stuttgart hat Vor- gänge gezeitigt, die geeignet sind, die Parteiorganiiation total zu zerrütten. Gegen den von einer stark besuchten Parteiversammlung aufgestellten Wahlvorschlag ist ein anders formulierter Wahlzettel, gleichfalls mir der Ueberschrift„Wablvor schlag der sozialdemokratischen Partei Stuttgarts ür die Gemein d-e wähl am 3. Dezember 1911" abriziert und in vielen tauienden von Exemplaren verbreitet worden. Der Fälscher hat sich die Adressen gewerkschaftlicher Vertrauensleute zu beschaffen gewußt und diese zur Verbreitung des Gegenvorschlags mißbraucht. Die Eigenheiten der Proporzwahl erleichtern derartige Manipulationen ungemein. Die Parteileitung hat auf die Entdeckung des Fälschers eine Belohnung von 106 M. ausgesetzt. In der Arbeiterschaft, die leider nicht überall rechtzeitig aufgeklärt werden konnte über diesen Wahlschwindel, ist die Aufregung ungeheuer. potizeiltcbes, ßcricbtlicbcs ukvv. Ein beleidigter Oberchrist. Die christlichen Obcrbonzen bekämpfen ihre Gegner bekanntlich nicht immer mit den saubersten Waffen, rennen aber sofort zum Kadi, sobald sie selbst etwas unsanft angefaßt werden. Der christ- liche Gewerkschaftssekretär Schwarz in Wieden, der in der Polemik die hahnebüchenste Sprache führt, hatte sich durch einen Ver- sammlungSbericht der„Fränkischen Volkstribüne" in Bayreuth beleidigt gefühlt und den Redakteur Genossen Puchta verklagt. In dem Bericht war auch auf den oberpfälzischen Glas- macherstreik Bezug genommen und angeführt, daß die christlichen Arbeiter nur schwer ihre Streikunterstützung bekommen konnten. In der Verhandlung wurde auch erwiesen, daß Arbeiter noch Monate nach dem Streik wegen der ihnen geschuldeten Streikunterstützung monieren mußten, da aber Strafe sein mutz, wurde Puchta wegen ormaler Beleidigung zu 10 M. Geldstrafe verurteilt. arbeiket in Berlin osser Hamburg. Alle Woche schrckk er seiner armen Mutter, deren Ernährer er ist, einen gewissen Betrag per Post ein. Dieser Betrag fällt aber weg, wenn der Sohn erkrankt, keinen Verdienst mehr hat. Die Mutter kann verarmen, weil der Ernährer fehlt. Nun ist das eigentümliche an der Sache: Kommt der kranke Sohn in das Krankenhaus, so muß die Krankenkasse der Mutter in Breslau die Hälfte des Krankengeldes als„Haus- geld" gemäß§ 186 der Reichsversicherungsordnung zahlen, weil es da heißt:„Wird Krankenhauspflege einem Versicherten gewährt, der bisher von seinem Arbeitsverdienst Angehörige ganz oder über- wiegend unterhalten hat, so ist daneben ein Hausgeld für die Au- gehörigen im Betrage des halben Krankengeldes zu zahlen." Die arme Mutter erhält also, solange sich der kranke Sayn und Ernährer im Krankenhaus befindet, jede Woche die Hälfte seines Krankengeldes per Post zugeschickt.� Der Betrag ist aber viel geringer, als die seither gezahlte Unterstützung des Sohnes und kommt die Mutter noch mehr in Schulden. Stirbt nun der Sohn im Krankenhaus, so erhält die arme Mutier keinen Pfennig, weil ja der Verstorbene nicht mit ihr in„häuslicher Gemeinschaft zur Zeit seines Todes" gelebt hat. So liegt es, wenn man die Neue- rung streng auslegt. Es kann dann die Krankenkape den Res!» betrag des Sterbegeldes erben und kann sick» auf Kosten der armen Hinterbliebenen bereichern. Oder soll die Krankenkasse ein Jnier- esse daran haben, daß die Kassenmitgliedcr alle bei ihren Angc- hörigen wohnen? Die Freizügigkeit wäre auch damit aufgehoben, wenn man dies wirklich glauben wollte. Nach wie vor werden Tausende von Proletariern in der Fremde sterben, weil sie eben nicht alle bei ihren Angehörigen immer in„häuslicher Gemein- schaft" leben konnten. �..., Weiter kommt in Betracht, daß auch die Frage„häusliche Ge- meinschaft" nicht immer leicht zu lösen ist. Ein Fall hierfür. Ein Arbeiter logiert die Woche über in der Großstadt, die seine Arbeits- stätte enthalt und fährt nur alle Sonnabende nach Hause in sein Heimatsdorf. Hunderttausende von Arbeitern haben getrennten Wohnsitz, werden aber auch in ihrem Wohnort zur Steuer heran- gezogen, obichon sie von sieben Wochentagen nur einen Tag in der Heimat zubringen. Diese Arbeiter werden aber heute in der Kassenpraxis als in der„Stadt wohnhaft" bezeichnet,„weil sie nicht jeden Abend nach Hause fahren".� Stirbt nun ein solcher Arbeiten in der Großstadt, so ist die Frage sofort aus- zuwerfen, ob die„häusliche Gemeinschaft" aufgehoben war, weil� er nur olle Sonnabende nach Hause reisen konnte? Wir bejahen diese Frage. Aber wird es die Praxis auch tun? Gerade diese Frage dürfte künftig in der Kassenpraxis eine große Rolle spielen, obschon die Krankenkassen gar kein Interesse daran haben können. ob der Verstorbene Angehörige hat, mit denen er auch zur Zeit seines Todes in„häuslicher Gemeinschaft" gelebt hat oder nicht. Von den bis jetzt vorliegenden Kommentaren zum neuen Gesetz erklärt eigentlich nur Schäffer(Verlag Kohlhammer. Stuttgart) zu § 203:„Im Gegensatz zu der bisherigen Vorschrift ist nunmehr das Recht auf den Bezug des Uebersckusscs auf einen bestimmten Vcrwandtenkreis beschränkt und an die Voraussetzung einer mit dem Verstorbenen bestandenen häuslichen Gemeinschaft gcknüpst." Weitere Erläuterungen gibt aber auch er nicht. Die Kammerdebatte. Paris, 8. Dezember. Eine Versammlung von Vertretern der linken Kammerparteien hat eine Resolution beschlossen, die besagt, die Versammlniig sei der Ansicht, die Aussprache über das deutsch-französische Abkommen müsse unbehindert und ausführlich sein. Für die Klarheit und Ehrlichkeit der Debatte sei es notwendig, die Interpellationen abzu- sondern, die kurz danach beraten werden würden. Die Re- solution fordert weiter, daß die Beratung des Abkommens am 14. d. Mts. beginne._ Klassenjustiz. Earlcville, 8. Dezember. Der Sekretär deS Allgemeinen Arbeiter- Verbandes Demouan ist zu zwei Jahren Gefängnis und hundert Frank Geldbuße wegen Aufreizung der Soldaten zum Ungehorsam verurteilt worden. Er hatte in einer Rede warm für den G e n e r a l st r e i k plädiert und erklärt, man müsse eher die französischen Gendarmen töten als auf die deutschen Arbeiter schießen. öebweden. Die Sozialdemokratie in der Ersten Kammer. Wie schon eine Depesche mitteilte, hat die Sozialdemokratie nun 12. statt bisher 4 Mandate in der Ersten Kammer des schwedi- schen Reichstags erhalten. Das Ergebnis der Wahlen ist so, wie man es nach der Zusammensetzung der Landsthinge, die die Wahlen zu vollziehen hatten, voraussagte. Allerdings hätte man erwarten können, daß der Sozialdemokratie noch ein 13. Mandat zuteil wer- den würde, aber in dem betreffenden Wahlkreise, Oerebro Län, machten die reaktionär gesinnten Liberalen gemeinsame Sache mit den Konservativen und verhinderten damit die Wahl deS Sozial- bemokraten. Unter den gewählten Vertretern der Partei sind vor allem Männer aus der Arbeiterklasse, die in einer langen Reihe von Jahren in der Partei- und Gewerkschaftsbewegung in hervor Soziales. Das Sterbegeld. Eine Verschlechterung der Gesetzgebung. Die neue Reichsversicherungsordnung hat wohl im Prinzip in der Frage des Sterbegeldes nichts geändert. Es sind auch nach dem neuen Gesetz die Krankenkassen verpflichtet, den Angehörigen der verstorbenen Mitglieder ein Sterbegeld zu gewähren. Dieses Sterbegeld kann aber auch als Mehrleistung für verstorbene An- gehörige des Kassemnitgliedes, Frau und Kinder, gewährt werden. Das ist auch schon im heutigen Gesetz enthalten. Neu ist aber eine wesentliche Verschlechterung. Diese betrifft die Auszahlung des Sterbegeldes an die Hinterbliebenen. Im I 20 des heutigen Ge- sctzcs heißt es zum Beispiel:„Das Sterbegeld ist zunächst zur Deckung der Kosten des Begräbnisses bestimmt und in dem auf- gewendeten Betrage demjenigen auszuzahlen, welcher das Begrab- nis besorgt. Ein etwaiger Ueberschuß ist dem Hinterbliebenen Ehe- gatten, in Ermangelung eines solchen den nächsten Erben auSzu- zahlen. Sind solche Personen nicht vorhanden, so verbleibt der Ueberschuß der Kasse." In der Praxis ist es also heute so, daß das Ärmenamt einer Stadt, welches die Beerdigung zu einem billigen Tarifsatz bewirkt hat, oder die Logisfrau des Verstorbenen, welche die Beerdigungskosten vorgelegt, die Rechnung der Kranken- lasse präsentiert und ihr ausgelegtes Geld erhält. Denn es ist ja bestimmt, daß das Sterbegeld zunächst zur Deckung der Kosten des Begräbnisses bestimmt ist. Daran ändert auch die Reichsversiche- rungsordnung nichts. Denn§ 203 bestimmt:„Vom Sterbegeld werden zunächst die Kosten des Begräbnisses bestritten und an den gezahlt, der das Begräbnis besorgt hat." Wer aber erhält den eventuellen Ueberschuß deS Sterbegeldes? Nach dem heutigen Gesetz wird dieser Ueberschuß an die hinter- bliebenen Ehegatten des Verstorbenen bezahlt. War der Verstorbene ledigen Standes oder Witwer, so an die Erben, und zwar an die „nächsten Erben". Meldeten sich auch keine Erben, so verblieb der Ueberschuß an Sterbegeld eben der Krankenkasse, welche den Ver- storbenen„beerbte". Unter Umständen kommen da auch höhere Beträge in Frage, wenn das Sterbegeld an sich hoch bemessen und der Bcerdigungstarif einer Stadt verbilligt wurde. So kann es vorkommen, daß das Sterbegeld 150 M. beträgt, die Beerdigungs- kosten nur 40 M. und der Rest von 110 M. mangels Erben an die Krankenkasse zurückfließt. Voraussetzung ist, aber, daß sich keine Erben melden. Nach der neuen Reichsversicherungsordnung ist dies aber wesentlich geändert, denn es heißt da:„Bleibt ein Ueberschuß. so sind nacheinander der Ehegatte, die Kinder, der Vater, die Mutter, die Geschwister bezugsberechtigt, weun sie mit dem Verstorbenen zur Zeit seines Todes in häuslicher Gemeinschaft gelebt haben. Fehlen solche Berechtigte, so verbleibt der Ueberschuß der Kasse." In der Praxis wird also die Krankenkasse jetzt viel häufiger„erben". Der Zusatz:„wenn sie mit dem Verstorbenen zur Zeit seines Todes in häuslicher Gemeinschaft gelebt haben", bildet eben eine wesent- liche Verschlechterung gegen heute. Gewiß lassen sich bei verständiger weiter. Auslegung des Begriffs„häusliche Gemeinschaft" Unbillig- leiten vermeiden. Aber, ob die Praxis der eigenartigen bureau- kratischcn Zukunstsgerichte dahingehen wird, bleibt abzuwarten. Wird die Auslegung eine buchstabentreue, formaljuristische, so werden eine Reihe Verschlechterungen eintreten. Man denke nur an die Millionen Arbeiter, die heute gezwungen sind, auswärts ihr Drot zu verdienen. Die Mutter lebt in Breslau und der Sohn letzte pkadindrten. Verschmelzung Rummelsburgs mit Lichtenberg. Die Stadtverordnetenversammlung Lichtenbergs und die Gemeindevertretung Rummelsburgs haben in gesonderter Sitzung beschlossen, den Einverleibungsvrrtrag anzunehmen, die Auseinandersetzung mit dem Kreis Nieder- barnim genehmigt, und geht infolgedessen mit dem! 1. April 1912 die Gemeinde Rummelsburg-Borhagen in Lichtenberg auf._ Ein preußischer Feldwebel als Landesverräter. Posen, 8. Dezember.(Privattelegramm des„Vorwärts".)! Der Fortifikationsfeldwebel Schröder und seine Geliebt« wurden hier auf dem Bahnhofe verhastet, als sie im Begriffe standen, mit Zeichnungen und Plänen der Festung Posen, besonders der neuen Um- und Einbauten der Posencr Forts, nach Rustland zu flüchte«. Auf der Brust der Geliebten wurden die auf den Verrat bezüg- lichen Papiere, sowie Briefe rnssischer Militärbehörden gefunden, aus denen hervorging, daß für die Auslicfer»ng der Pläne 16 06» Rubel in Rußland zur Auszahlung gelangen sollten. Das Marokkoabkommen im französischen Senat. Paris» 8. Dezember.(W. T. B.) Die Gruppen der Linken des Senates beschäftigten sich heute mit dem deutsch-französischcn Abkommen. Die Senatoren Ratier und Leon Bourgeois gaben dem Wunsche Ausdruck, daß dem Senate das Abkommen noch vor dem Schlüsse des Jahres vorgelegt werden möge, und be- zeichneten es als unzulässig, daß das Parlament noch nicht Ge- legenheit gehabt habe, das Abkommen zu beraten, nachdem die Debatten im Deutschen Reichstag und im englischen Parlament stattgefunden hätten und der Vertrag von AlgeciraS mit dem Ende dieses Monats ablaufe._ Die Dardanellenfrage. Konstantinopel, 8. Dezember(W. T. B.) Die Pforte hat be- reits die Mitteilung der Antwort einiger Mächte betreffend den russischen Vorschlag in der D a rda n e l l en f rag e er- halten. Es wird versichert, daß die Antwort Englands, ohne eine formelle Annahme zu sein, doch nicht so ablehnend lautet wie im Jahre 1998.__ Zur persischen Krise. Konstantinopcl, 8. Dezember.(Meld. deS Wiener k. k. teleg''. Korr.-Burcaus.) Wie verlautet, gehen die Persien von der Pforte erteilten Ratschläge dahin, daß Persien das zweite russische Ultimatum annehmen möge, um Verwickelungen zu der- meiden, für die der Augenblick nicht günstig sei. London, 8. Dezember. Wie das Reutersche Bureau auS Teheran erfährt, hat die persische Regierung die Er- Nennung Lecoffres zum Mitarbeiter im Finanzministerium widerrufen und damit eine der russischen Forderungen erfüllt. Ferner habe Persien sich bereit erklärt, in freundschaftliche Unter- Handlung mit Rußland über die übrigen russischen Forderungen einzutreten, e» sei aber nicht in der Lage, die Notwendigkeit an- zuerkennen, die Frage der zukünftigen Ernennungen fremder Bei- räte England und Rußland zu überweisen. Persien gibt der Hoffnung Ausdruck, daß der gegenwärtigen unbefriedigenden Lage dadurch ein Ende bereitet werden möge. daß auf diesen Punkt nicht gedrungen werde. Der Chanffenrstrcik in Paris. Paris, 8. Dezember.(P.-C.) Entgegen anders lautenden Meldungen ist der Streik der Chauffeure noch immer nicht be- endet. Ein Teil der Automobilführcr hat allerdings die Arbeit wieder aufgenommen und hält so den Verkehr zur Not aufrecht. In einer heute nachmittag stattgefundcncn Versammlung beschlossen 1499 Streikende, sich mit den Einigungsvorschlägcn vorläufig noch nicht einverstanden zu erklären, sondern den Auestand weiterzn- führen. on zzayren IN ocr Purtci- u..,,■�mccupjarigperDegung in xrrot zu veiotenen. ate uicuuer lebt in Breslau UN» der Sohn lUyren�.______ Verantw. Redakteur: Albert Wachs, Berlin. Inseratenteil verantw.: Th. Glocke, Berlin. Druck u. Verlag: Vorwärts Buchdr. u Verlagsanstalt Paul Singer k Co.. Berlin S W. Hierzu 4 Beilagen«. Unterhaltungsbl. lt. 288. 28. Zthrgimz. 1 Keilsge des Lomarts" ßerliner Dslksdlatt. Die italienische Parteileitung Ober die Agitation gegen den Krieg. Rom. den 4. Dezember.(Eig. Ber.) Am I., 2. und 3. Dezember hat sich der italienische Partei» Vorstand in seiner Plenarsitzung mit der Haltung beschäftigt, die die Partei in der heutigen Phase des Kriegsrausches und im» perialistischen Größenwahns einnehmen soll. Im wesentlichen galt eS. sich über drei verschiedene Punkte schlüssig zu werden, nämlich über die Opportunität, eine Massenbewegung gegen den Krieg im ganzen Lande ins Leben zu rufen, über die Stellung der Parlamentsfraktion zum Kabinett und schließlich über die Beteiligung der Sozialisten an den Sammlungen für die Opfer des Krieges. Ueber die Frage einer allgemeinen Agitation gegen den Krieg hat der Parteivorstand zunächst allein beraten und abgestimtnt. um dann seine Tagesordnung den Mitgliedern der Parlaments- fraktion in einer gemeinsamen Sitzung zu unterbreiten. Ein» stimmig gelangte durch den Parteivorstand eine Tagesordnung der Genossen Reina, Bussi und Argentina Altobelli zur Annahme, die den Krieg aus prinzipiellen wie aus praktischen Gründen verwirft. Die Tagesordnung konstatiert � dann, daß die gesamte sozialistische Presse und die einzelnen Parteisektionen in angemessener Weise gegen den Krieg Stellung genommen haben. fordert die Sektionen auf, in dieser Agitation fortzufahren und die Massen zu einer wirksamen und energischen Stellungnahme aufzurufen, die nach beendetem Kriege dessen Lasten auf die Schultern der herrschenden Klassen überträgt und macht der Parla» rnentsfraktion zur Pflicht, im Sinne dieser Entscheidungen tätig zu sein. Schließlich beschließt der Parteivorstand, einen Aufruf an die Arbeiterschaft zur Klärung der sozialistischen Stellung- «ahme zu veröffentlichen. Wenn der Parteivorstand sich einstimmig der hier niedergelegten Auffassung anschließen konnte, so war dies bei der sozialistischen Pavlamentsfraktion nicht der Fall. Hier vertrat B i s s o l a t i den Standpunkt, daß heute eine Parteiagitation gegen den Krieg nicht angebracht wäre. Durch sie würden sich die diplomatischen Schwierigkeiten, die sich dem Frieden entgegenstellen, nur ver- stärken, und auch die Türkei würde sie als ein Zeichen der Schwäche Italiens auslegen und sich in ihrem Widerstand bestärkt sehen. Der Führer der äußersten Rechten legte darauf die folgende Tagesordnung vor: „Der sozialistische Parteivorstand und die Parlaments» fraktion konstatieren, daß sie ihrer Pflicht, der öffentlichen Meinung gegenüber ihre eigene Idealität betont und ihr» Stellungnahme zum tripolitanrschen Unternehmen klargelegt zu haben, nachgekommen sind, so daß eine klare Scheidung der gegenseitigen Verantwortlichkeit vorliegt. Sie erinnern daran, daß von Parteivorstand und Parlamentsfraktion die Einberufung des Parlaments gefordert wurde, welche Forderung beide heute aufrechterhalten, und erachten angesichts der Situation, die Italien in einen militärischen und diplomatischen Krieg ver- wickelt hält, jede Agitation für unangebracht, die, ohne praktischen Nutzen zu haben, nur zu einer Verlängerung und Verschärfung des Krieges anreizen konnte." Gegen diese Auffassung Bissolatis, der sich auch Bonomi anschloß, wendeten sich die Genossen Turati, Modigliani «nd Prampolini. Turati führte aus, daß die Partei unter keinen Umständen auf eine Agitation gegen den Krieg verzichten dürfte. Sie müsse energisch von der bürgerlichen Demokratie ab- rücken, die heute mit der Reaktion in dasselbe Horn stößt. Prampolini wies darauf hin, daß die Partei unter allen Um» ständen die Aufgabe habe, den Kulturgedanken zu vertreten, der den Brennpunkt des Sozialismus darstellt und jede Solidarität mit dem Kriege und seinen Verherrlichern abzuweisen. Der einzige revolutionäre Abgeordnete, der an der Sitzung teilnahm, Liemes feuilleton- Die Hungersnot in Ruhland. Während Rußlands Politik im Osten, in Persien, an den Dardanellen Lorbeeren sucht, schreitet durch das Reich des Zaren wieder einmal der bleiche Hunger. Dies. mal ist„nur" ein kleiner Teil des Reiches betroffen worden: sech- zehn Gouvernements an der Wolga und in Westsibirien. An Fläche kommen diese Gouvernements einigen westeuropäischen Staaten gleich, ihre Bevölkerungsziffer beträgt 8 Millionen. Trotz der übliöhcn Besck)vnigungen der Regierungen haben wir es mit einer wirklichen Hungersnot zu tun. gegen die jeder westeuropäische Notstand völlig verbleicht. Denn der russische Bauer verfügt über keine Hilfsquellen, er lebt höchst kümmerlich von der Hand in den Mund, und wenn er von einer Mißernte betroffen wird, dann ist er mit einem Schlage ein Bettler. Er kann seine Felder nicht be- stellen, weil er kein Saatgetreide hat. Um sein Leben zu fristen. muß er sein Pferd und sein Vieh losschlagen, für das er überdies kein Futter hat. Und wenn der Erlös verzehrt ist, steht er eben vor dem Richter und er verfällt dem Hungertyphus und dem Skor- but, die sich in den Dörfern bereits zu regen beginnen. Schon walten fürchterliche Zustände und unsägliches Elend. Ganze Dörfer nähren sich von Baumrinde, MooS und wilden Wurzeln. In der Tat ist die Lage der bedauernswerten Leute trostlos. Die Hilfe der Regierung ist ungenügend und zudem höchst Mangel- Haft organisiert; ein Teil der angewiesenen Summen gelangt über- Haupt nicht zu den Notleidenden und mit den zur Verfügung ge- stellten Getreidcvorräten treiben die Provinzialbeamten schamlosen Mißbrauch. Private Hilfsaktionen aber sind vom Premier- minister kategorisch untersagt worden, da die Regierung in der ewigen Furcht lebt, man könnte in die Dörfer„unliebsame Ideen" tragen. Wie kann es kommen, daß in Rußland«n gewissen Intervallen immer Hungersnöte eintreten? Die von der Mißernte betroffenen Gebiete sind in keiner Beziehung für den Ackerbau unbrauchbar. Es handelt sich sogar um Ländereien von großer Fruchtbarkeit, der auch der heiße Sommer keinen Abbruch tun könnte wenn die Ländereien in europäischem Sinne kultiviert wären. Ter Muschik bearbeitet aber aus Unwissenheit oder Trägheit sein �.and in der denkbar primitivsten Weise. Gedüngt wird überhaupt nicht und geackert wird mit einem Hakenpsluge, der die Erde kaum ritzt. Daß der Ertrag gering wird, ist klar und wenn überhaupt Ertrage noch herausgearbeitet werden, beweist das nur die ungewöhnliche Trag- kraft dos in der Oberschicht seit Jahrhunderten ausgesogenen und pie gedüngten Bodens. Das Erwachen der Frau in Ehina. DaS Eindringen moderner Ideen in China, das sich jetzt in der Revolution so überraschend offenbart hak. kst auch auf das Denken und Fühlen der chinesische», Frau nicht ohne Einfluß geblieben. Immer mehr tvachst die Zahl der Chinesinnen, die sich gegen die bisherige Art der Eheschließung auflehnen und dagegen Protestieren, daß kleine Mädchen im sruhc- sten KindeSalter durch die Eltern verlobt werden, um>pater einem Mann, ausgeliefert zu werden, den sie kaum kennen. In einem soeben in London erschienenen Werke berichtet Dr. E. A. Roß, em Kenner des Ostens, genaueres über diesen Ä�kdzug.„In drei Distrikten Mittel-Kuantungs, wo ein junges Mädchen zederzelt in �Genosse Musatti, legt- dar. daß seine Fraktion sich für eine Massenkundgebung ausgesprochen hatte, die in ganz Italien am gleichen Tage stattfinden sollte. Er selbst persönlich würde aber die Veröffentlichung eines Manifestes gegen den Krieg dem Vorschlag der Massenversammlungen vorziehen. Schließlich wurde die Tages- ordnung des Parteivorstandes von der Fraktion mit 12 gegen 4 Stimmen bei einer Stimmenthaltung angenommen. Der Ab- stimmung enthielt sich Genosse Podrecca. Gegen die Tages- ordnung stimmten Bissolati, Bonomi, Canepa uno Graziadei. Nach sehr lebhafter Diskussion, bei der auch die Berechtigung in Zweifel gezogen wurde, jetzt auf eine Frage zurückzukommen, über die der Kongreß eigentlich schon entschieden hatte, wurde dann eine Tagesordnung Turati angenommen, die den Ueber- gang der Parlamentsfraktion zur Opposition fordert. Für sie stimmten 13 Genossen, gegen sie 12 bei einer Stimmenthaltung. Von den Abgeordneten stimmten gegen die Resolution Turati: Podrecca, Samoggia. Graziadei, Bissolat», Canepa und Quaglino; von den Mitgliedern des Partei- Vorstandes Spinotti» Reina, Pignatari, Ciotti und R o s s e t t i. Von großem Interesse war die mehrstündige Diskusston über die Haltung der Partei zu der Sammlung für die Familien der gefallenen Soldaten, wobei öe- sonders der Umstand ins Gewicht fiel, daß unlängst eine Spende, die in ihrem Motto eine Mißbilligung des Krieges enthalten hatte. zurückgewiesen worden war. Bissolati, der gemeinsam mit Bonomi dem römischen Komitee der Sammlung angehört, erklärte, es hätte ihn ungemein schmerzlich berührt, daß man den Parteigenossen das Recht und die Pflicht bestreiten wolle, menschliche Solidarität zu zeigen und zur Milderung eines Unglücks beizutragen. Da- gegen sprachen sich andere, darunter auch Prampolini, energisch gegen die Beteiligung an der Sammlung aus. Die Nationalisten gäben dieser durchaus den Charakter einer Billigung des Krieges. Unter diesen U istständen dürften die Sozialisten sich nicht scheuen, allein zu bleiben und offen gegen die Sammlung Stellung zu nehmen. Modigliani bertrat den Standpunkt, daß zu einer nationalen Sammlung gegen die Schäden des Krieges ntcht mehr Veranlassung wäre als zu einer solchen gegen die Schrecken der Arbeitslosigkeit und Krankheit, unter denen die Proletarier leiden, ohne daß die Bourgeoisie Veranlassung zum Eingreifen steht. Es wurde zu der Frage die folgende Resolution an- genommen: „Der Parteivorstand nimmt zur Kenntnis, daß bereits mehrere Sozialisten in ihrer Eigenschaft als Stadträte ihre Zu- stimmung zur Bewilligung von Beiträgen an den UnterstützungS- fondS für die Opfer des Kriege? gegeben und diese Zustimmung mit der ausdrücklichen Erklärung begleitet haben, daß sie Gegner des Kolonialkrieges seien, aber in der Sammlung den Ausdruck der Menschlichkeit und sozialer Solidarität sähen. Angesichts der heutigen Haltung der bürgerlichen Parteien und oer natio- nalistischen Presse, durch die die Sammlung für die Opfer zu einer Kundgebung für den Krieg und zu einer Verherrlichung von Tendenzen geworden ist, die in schärfstem Gegensatz zu den Zielen der sozialistischen Partei stehen, erklärt nunmehr der Parteivorstand, daß es strenge Pflicht aller Sozialisten ist, sich sowohl als Individuen wie als Delegierte ihrer Partei in öffentlichen Körperschaften jeder ferneren Beteiligung an der Sammlung zu enthalten, und betont, gegenüber jeder tendenzi- öfen Deutung dieser Haltung der Partei den Abscheu der Sozialisten gegen den Krieg, welcher Abscheu nicht die HilfS- bereitschaft fiir die prolewrischen Opfer ausschließt, die mit ihrer Gesundheit und mit ihrem Leben an der Episode kapita- liftischer Gewalttat beteiligt sind. Dieser Hilfsbereitschaft wird die organisierte Arbeiterschaft, weitab von jedem Hurra- Patriotismus und Imperialismus, würdigen Ausdruck zu geben verstehen." Als Zusatz wurde noch eine Aufforderung an die sozialistischen Abgeordneten angenommen, dafür einzutreten, daß die Pensionen für die im Kriege Verstümmelten und für die Hinterbliebenen den zahlreichen Seidenwebereien Arbeit und Verdienst sinden kann, haben sich jetzt Tausende von Mädchen zu einem Bund zusammen- geschlossen, der durch die Tat gegen die bisherige Art der Ehe- ichließungen protestiert. Die Mitglieder des Bundes weigern sich, länger als die üblichen drei Tage unter dem Dache des ihnen auf- gedrängten Gatten zu leben. Sic benutzen das ihnen gesetzlich zu- stehende Recht, ihre Mutter zu besuchen und kehren nur an be- stimmten Feiertagen in das Haus des Mannes zurück. In Fällen, wo die Eltern dem Schwiegersohn die entflohene Frau wieder zu- führen wollten, haben die jungen Chinesinnen Selbstmord verübt, haben sich ertränkt oder mit Opium vergiftet. Die Folge war, daß Eltern und Behörden nachgaben. Wenn die ehemüde Gattin bei bestimmten ofstziellen Anlässen in das Haus ihres Gatten geht und dort aufwartet, behält sie gesetzlich alle Rechte der Frau." Die Negelmästigkeit der Nahrungsaufnahme. Wie es kommt, daß der Hunger regelmäßig zu einer bestimmten Zeit sich einstellt, ist noch nicht'' geklärt. Man weiß noch nicht genau, wie weit die Veränderungen in den chemischen Vorgängon, wie wert der mecha- nische Reiz, den die Füllung oder Leere des Magens auf dessen Wand ausübt, dabei in Betracht kommen. Immer aber haben die Nerven und ihre Gewöhnung zur Folge, daß schließlich das Hunger. gefühl je nach der Lebensweise und den Sitten de» Landes zu einer' jenen festgesetzten Stunde auftritt. Ja es kann durch Gewöhnung dazu kommen, daß selbst dieses regelmäßige Gefühl mehr oder weniger unterdrückt wird, daß der Mensch nicht täglich zu der glei- chen Zeit ißt. sondern wenn er gerade Zeft hat. Zlher nach Prof. Stähelin ist dies nicht das Normale, sondern die Mahlzeiten sollen jeden Tag zu der gleichen Zeit genommen werden, ob dabei die Nahrung auf drei oder fünf Mahlzeiten verteilt, ob am Mittag. wie in Deutschland, oder abends, wie in Frankreich oder England, am meisten genossen wird, ist gleichgültig, der Körper gewöhnt sich an jede Lebensweise. In Italien ist es sogar üblich, den größten Teil der Speisen abends zu verzehren. ES ist nur notwendig, daß täglich zu gleicher Zeit annähernd gleich viel gegessen wird. Wird die Regelmäßigkeit der Nahrungsaufnahme vernachlässigt, so kann dies manchmal jahrelang ohne Schaden für die Gesundheit auSge- hakten werden, oft wird diss aber mit VerdauungSbefchwerden und nervösen Beschwerden gebüßt und es� dauert oft längere Zeit, bis eine regelmäßige Einteilung de» Essens die Störung wieder be- seitigt. Die ostafrikanischen Urtiere. In der Berliner Akademie legte Prof. Branca, der bekannte Geologe und Paläontologe der Berliner llnivcrsität den ersten zusammenfassenden Bericht über die biSheri- egn Ergebnisse der deutschen Tendayura-Expedition in Deutsch- Ostaftika vor, die dem Berliner Museum einen so einzigartigen Schatz an Resten prähistorischer Riesentiere gebracht hat. Die Kosten beliefcn sich in den bisherigen drei Jahren auf etwa 180 000 Mark. Der Ertrag bestand in rund 4500 Trägerlasten, die in 800 Kisten verpackt nach Berlin kamen, in einem Gesamtgewicht von rund 150 000 Kilogramm. Tie Knochen finden sich in drei verschie- denen Schichten, die der marinen unteren Kreide eingeschaltet sind. Sie gehören ganz vorwiegend den Dinosauriern an, den Lindwür. mern der Vorzeit. Was sie zu so einzigartigen Tieren macht, ist anständig bemessen werden, wie dies zurzeit nur für die Offiziere geschieht. Charakteristisch für die wachsende Zuspitzung der Partei- gegensätze ist auch die Tatsache, daß in der Plenarsitzung von Ge- nossen Reina die Forderung aufgestellt wurde, daß Partei- genossen nur in den Zeitungen der Partei und nicht in bürgerlichen Blättern mit Soziali st cn polemisieren sollen. Bis vor kurzem hätte man dies- Forderung als furchtbar jakobinisch verschrien, und jetzt wird st: von einem reformistischen Gewerkschaftsführer vertreten. Im Laufe der Sitzung wurde auch die Frage aufgeworfen, ob der Parteivorstand ein Urteil über jene Sozialisten fällen sollte� die sich für die tripolitanische Expedition ausgesprochen haben. Es wurde aber konstatiert, daß diese Genossen sich seit dem Parteitag von Modena durchaus diszipliniert verhalten und von jedec offiziellen Stellungnahme abgesehen hätten. Ueber das Vor- gehen von De Fclic-«in Urteil abzugeben, lehnte der Vor st and ausdrücklich ab mit dem Bemerken, daß dieser ebenso wie Arturo Labriola austerhalb der Partei steht und deshalb den Parteivorstand in keiner Weise angeht. Huö Induftne und Ftendd. Gute Ernten— hohe Preise i Nach den letzten amtlichen Ernteberichten ist der Ertrag de? inländischen Körnerbaues im laufenden Jahre außerordentlich groß. In der Brotwucherpresse versucht man nun den Anschein zu er» wecken, als ob deshalb die Preise sticken müßten, sich die Kon- iumenten beruhigen könnten. Das ist Schwindel I Die großen Ernten in Deutschland mackien Brot und Getreide nicht billig. Da die Reichskasse durch das Emfuhrscheinsystem für jede Tonne aus- gesührlen Roggen 50 M. und für jede Tonne Weizen 55 M.„Aus- fuhrvrämie" zahlt, kann deutsches Getreide noch mit Vorteil ins Ausland gebracht werden, wenn dort die Tonne um 30 M. billiger ist als wie in Deutschland. Kostet z. B. in England Roggen 140 M., in Deutschland 170 M., dann macht der Agrarier mit der Ausfuhr deutschen Roggens immer noch ein Geschäft. Er bekommt in Eng- land für die Tonne 140 M. und aus der Reichskasse 50 M.. Summa 190 M. ES wird nun so lange exportiert, bis in Deutschland der Preis auf 190 M. hinaufgetrieben ist. Daß tatsächlich nach der Zollerhöhung im Jahre 1306 trotz großer Ernten die Preiskurve tortgesetzl nach oben geht, dafür dienen folgende Angaben nach der amtlichen Statistik: Roggen Preis pro Tonne M. ... 132,3 ... 160,8 ... 176,5 Ernte in Millionen Tonnen 9,90 9,62 11,35 10,3« den Konsumenten in dem Ausland auf ihre 1«»..... 1906..... 1909..... 1911..... Oktober 1910.. 149,8 Ollober 1911.. 182,6 Rekordernten in Deutschland nutzen Deutschland nichts, sie dienen nur dazu, Kosten billiges deutsches Getreide zu beschaffen. In Rußland konnte man schon mit deutschem Roggen die Schweine füttern, weil er üi- folge der von uns gezahlten Ausfuhrprämien billiger war, als dort gewonnene Kleie. Trotz der steigenden Ernteerträge ist denn auch m Deutschland der Getreidekonsum pro Kopf der Bevölkerung gc- funken.— Für dieses„bewährte Wirtschaftssystem", das dem Volke den Brotkorb immer höher hängt, erklären sich alle Wähler, die am 12. Jaimar 1912 einen Kandidaten der bürgerlichen Parteien wählen._ Marttprette von Berlin am 7. Dezember 1911. nach Ermittelung des König!. Polizeipräsidiums. Marktballe»preise.(Kleinbandel), 100 Kilogramm Erbsen, gelbe, zum Kochen 36,00—60,00. Speiscbobncn weiße. 40,00—«0,00. Linsen 40,00—80,00. Kartoffeln 7,00—10,00. 1 Kilo. gramm Rindfleisch, von der Keule 1,60—2,40. Rindfleisch, Dauchfleisch 1,20 vis 1,70. Schweinefleisch 1,20—1,80. Kalbfleisch 1,40—2,40. Hammelfleisch 1,30— 2,20. Butter 2,60—3,20. 60 Stück Eier 3,80— 6,40. 1 Kilogramm Karpsrn 1,00—2,40. Aale 1,20—2,80. Zander 1,40—3,60. Hechte 1,20 bis 2,60. Barsche 1,00—2,00. Schleie 1,40—3,20. Bleie 0,80—1,40. 60 Stück Krebse 2.40-24,00. kanischen Funden ist 2� Meter lang, die längste Rippe des Diplo- docus 1,86 Meter. Dessen Schulterblatt mißt in der Länge nur 1,34 Meter; das afrikanische Tier hatte ein 2,05 Meter langes Schulterblatt aufzuweisen. Auch der Halswirbel der neuen Funde (1.20 Meter lang) übertrifft den längsten Halswirbel des Diplo- docus um mehr als das doppelte, und der Oberarm dieses Riesen aus Afrikas Urgeschichte maß 2,10 Meter, wogegen der 0.95 Meter lange Oberarm des Diplodocus geradezu winzig erscheint Nottzen. Theaterchronik. Die Uraufführung des Dramas „Offiziere" von Fritz v. N n r u h findet am 13. Dezember im Deutschen Theater statt. Vom alten Spiel.Jeder- mann' findet die letzte Wiederholung in diesem Jahre Montag den 18., statt. Sonntag, den 10., beginnt der Vorverlauf im Deutschen Theater. — Der Kam Pf um.Die Verführten". Gegen die Gerichtsentscheidung in Sachen Hans H h a n, Verfasser des beschlao- nahmten RomanS:.Die Verführten" hat die Staatsanwaltschaft kurz vor Ablauf der Frist Beschwerde beim KaiNmergericht eingelegt. Gegen Autor und Verlag ist bekamulich von feiten der Staats- anwallschast die Anklage wegen Verbreitung unzüchtiger Schriften erhoben worden. Ueber den Hyanschen Roman haben sich Künstler und Gelehrte wie: Franz v. Liszt, Hermann Sudermann. Klara Viebig, Prof. Sombart, Prof. Kloar, Prof. Gurlitt, Olga Wohlbrück u- a. m. dahin geäußert, daß e? sich hier um eine von tiefem Ernst erfüllte literarisch wertvolle Arbeit handelt.(Was will das heißen gegenüber der Autoriät der Obrigkeit, repräsentiert durch iraend einen Müller oder Schulze!) — München die Stadtder Nuditätenschnüffelei Man konfisziert in der.Kunststadt" München lustig weiter. Eben war'S eine Tänzerin, dann wieder mal ein Stück von Wedckind oder Vorngräber. Zur Abwechselung wird einem Schauspieler die MaSke des Kammerpräsidenten verboten. Der Zensurbeirat, der der Polizei mit künstlerischem Gutachten beraten sollte, geht bereits in die Binsen. Max Halbe ist bereits ausgetreten(er hätte nie eintreten sollen) Und jetzt wird auch noch Franz v.Stuck. Akademie- Professor, Ritter hoher Orden, Spezi des Prinzregenten usw. usw konfisziert. Er urteilt selber darüber: .Die Konfiskation einer Reproduktion meines Bildes„Schwüle Nacht" durch die Polizei(im Schaufenster einer Kuiisthaiidlung) zeiat eine Verständnislosigkeit in künstlerischen Dingen, wie sie für die Kunststadr München wohl nicht beschämender gedacht werden kann Da der Polizeipräsident m Urlaub ist. dürfte sich das Vorkommnis aber wahrschemll» als ein Mißgriff untergeordneter Polizeiorgane erweisen. Ich habe ,ofort Beschwerde bei der kgl. Polizeidireltion angeregt." »®°s GemSlde, da« in der Sezession ausgestellt gewesen war. stellt auf dunkler Wiese ein mnlg unifchlunzeiieS nacktes Menschen. paar dar; darüber breitet sich ein tiefblal-.cr Himmel mit funkelnden Sternen. Die Polizei hat gleich 17 Nacktdarstellungen konfisziert und beruft sich nattirlich darauf, daß der grobe lliifug in der ans. �-i.»- Sl Dem M«Nossen«> <» Hoffnisiiii und Genossin A die»J ci> besten e Sur$ Eheschliestung ijj Die Genosse» Genossinnen;jc � des 324. Bezirks. ß �eeeeees»«sssssss� mmm* Unserem lieben Genossen -«otdvndiii'� � und seiner Brant, unserer Gen. � I Liipa Httller* H die herzlichsten Glückwünsche � ,4 zur EheschlieSung. 10342 tu 0. Gen. d. 488. Bez., VI. Kreis.' •�T*ic� C?*»u? � | Todes-Anzeigen Verband der freien Gast- und Schankwirte Deutschlands. Zahlstelle Berlin. Den Mitgliedern zur Nachricht, daß die Krau des Kollegm ßadke Auguste geb. Harensfein Fiirslcnberge Str. 7(Bezirk 2) verstorben ist. Chre ihrem Andenken! Di« Beerdigung findet am Sonntag, den 10. d. M., nachmittags 3 Uhr. von der Leichen- balle der Zionsgemeinde in Nordend aus statt. Um rege Beteiligung ersucht 51/11 Die Ortsverwaltung. iröeiter-Railtiihfef- Min Groß-Berlin. Den Mitgliedern zur Nachricht, datz unser Sportgenosse Ernst Pröhlich am 6. Dezember gestorben ist. Ehre seinem Andenken! Die Beerdigung findet am Sonntag, den 10. d. M., nach- mittags 3 Uhr, von der Leichen- Halle hcs Thomas- Kirchhoscs, ftixdors, Hermaimstratze, aus statt. Um rege Beteiligung ersucht 13/11 Der Vorstand. Deutscher Transportarbeiter-Verband, Bezirksverwaltung GroB-Berlln. Den Mitgliedern zur Nachricht, dag unser Kollege, der Arbeiter Wilkelm Schirmer am 5. Dezember im Alter oo» 54 Jahreu verstorben ist. 58/18 Ehre seinem Andenken! Die Beerdigung findet heute Sonnabend, den 9. Dezember, nachmittags 3'U Uhr, von der Leichenhalle des SopHien-Kirch- hoses, Freienwalder Straße, aus statt. Um rege Beteiligung ersucht Die Bezirkoverwaltung. Verband deutsch. Gastwirtsgehilten. OrtsvertvaUnng Berlin I. Am 6. Dezember verstarb nach kurzem Leiden unser Mitglied ßttnt iLinlwIg im Alter von 30 JqHren. Ehre seinem Andenken! Die Beerdigung findet am Sonnabend, den 9. Dezember, nachmittags 4 Uhr, aus dem Kried- Hose zu Staaken bei Spandau statt. 301/7 Um rege Beteiligung ersucht Der Borstand. MM-taken-IlBtersliifziings- Verein der Selnuiede u. verwandten Gewerbe Deutscht. Zahlstelle Friedrichsberg. Am Miliwoch. den 0. Dezember, oerstarb unser Mitglied, der Stell- macher Wilhelm Schmidt (Grsinberger Str. 4). Ehre seinem Andenken! Die Beerdigung findet heute. den S. Dezember, nachmittags 3 Uhr, von der Halle des Rummelsburger Friedhoses, Liick- straße, aus statt. Um rege Beteiligung ersucht 176/16 Die Ortsverwaltung. Kür die vielen Beweise herzlicher Teilnahme bei der Beerdigung meines lieben Mannes und guten Vater» l(srl Schmidt sage ich allen Verwandten und Be- kannte», sowie dem Transport- und Holzarbeiier-Verband, dem Lotterie- verein Sozialität iWilmerSdorf) und den Kollegen der Kirma Schwieditzty weinen innigsten Dan!. Anna Schmidt «evst Kindern. Todesanzeige. Allen lieben Verwandten, Freunden und Bekannten die traurige Nachricht, daß mein lieber Mann, unser herzensguter Vater, Schwiegervater, Bruder, Schwager und Onkel, der Schristsetzer Otto Schumann am DonnerStagvormittag im 53. Lebensjahre plötzlich der- schieden ist. In ttesem Schmerz tiise Schumann g°s.«uwe nebst Familie. Hasenheioe Rr. 65. Die Beerdigung erfolgt Montag früh 10 Uhr aus dem Heiligtreu,- Kirchhos, Bstlriendors, Eisenacher Deutscher Metailarbeiter-Verband Verwaltungsstelle Berlin. Todesanuelce. Den Kollegen zur Nachricht. datz unser Mitglied, der Schlosser Erit? Salzmann am 4. d. M. Plötzlich gestorben ist. Ehre seinem Andenken! Die Beerdigung findet am Sonntag, den 10. Dezember, nach- mittag» 3 Uhr, von der Leichen- ball« des Lankwitzer Gemeinde. Friedhoses in Lankwitz aus statt, Rege Beteiliauna erwartet 152/13 Die Ortsvenvaltung. Deutseber Bauarbeiter-Verband Zweigverein Berlin. Am 5. Dezember verstarb unser langjähriges Mtglied (histav Schreiber (Bezirk Rixdors). Ehre seinem Andenke»! Die Beerdigung findet am Sonnabend, den 9. Dezomber, nachmittags 2 Uhr, von der Halle des Rixdorser Friedhose», Marien- dorser Weg, aus statt. Um rege Beteiligung ersucht 141/11 Der Bvrstand. Am Donnerstag, den 7. Dezem- ber verschied nach kurzem schwerem Leiden mein lieber guter Mann und guter Vater, Sohn, Bruder, Schwager und Onkel, der Tischler Eduard Creist im 32. Lebensjahre. DIeS zeigt tiesbetrübt an Witw« Agnes fielst, geb. Matje und Kind. Die Beerdigung findet am Sonnlag, nachmittags 3 Uhr, von der Halle des Rummelsburger Gemeinde-FriedhoseS, Lückitratze. aus statt, Ig29b Danksagung. Für die herzliche Teilnahme und die reichen Kraiizspenden bei der Be« erdigung meiner lieben Frau sage» wir hiermit allen Bekgnnlen sowie dem Genossen Waldeck Manaffe und den Genossen und Genossinnen deS ersten Berliner Reichstagswahlkreises unseren besten Dank. 1941b Anton GtlllvR- nebst Kindern. Danksagung. Für die herzliche Teilnahme und reichen Kranzspenden bei per Be< erdigung meines lieben Mannes, unseres guten Vaters Alhert Prehm sprechen wir allen Verwandien, Be» kannten und Kollegen, insbesondere dem Gesangverein unseren innigsten Dank aus. Im Namen der Hinterbliebenen Witwe ZInR-tk» I'i-«!!»». {jctaiiiüilichiili!,. lOOO Hark Belohnung erhält derjenige, welcher Täler oder Teilnehmer des in der Nacht zum 10. November 1311 in der Kantine de« hiesigen Zentralgülerbahnhos» an dem Kafieelüchenwltt lllrlvk verübten Raubmorde» zur Anzeige bringt. 273/13 Stetttn. den 1. Dezember 1911. Der Erste Stnatsanivalt. 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Montag, den 11. D-zemver, abkvds 8'/- Uhr, ia dea„Prachtfäten des Westens« Spicherustr. 3: VeftsntNoKs VolKsverssmmwng Tagesordnung: 1. Vortrag des Stadtverordneten Hugo Heimann: Lai�g „Bürgertum und Sozialdemokratie". 2. Freie Aussprache. Um zahlreichen Besuch bittet Ter Einberufer. InM im fit|op)i|(it, AdnMn vild veruillildtkil Kerch. Montag, den 11. Dezember 1911, abends 8 Uhr: Große öffentliche Versammlung in Mörners Festsälen sftüher Keller), Koppenstr. A9. Tagesordnung: Sie iiuslperrung Im Lithographie, und Stdndrudtgewerbe ' und Stellungnahme zu den gescheiterten einigungsoerhandlungen. Die Kollegen mit ihren ssrauen werden hiermit eingeladen zum scharfen Protest gegen die SÄarfmncher unteres Gewerbe«. Kollegen des Gesamtverbandes erscheint in Massen! 301/8_ Die Verwaltungen. I m m i □ Dcu lieber Transportarbeiter- V erband« Gewerkschaftshans. Bezirk Oroß'Berllll. Engelufer U/15 II. Bureau: Zimmer 27, 31—37 n. 42—44. Telephon: Amt„Moritzph", No. 2382 n. 47ch7. Sonntag, den 10. Dezember 1911, abends 6 Uhr, j» den ,,Ph»rn»9ttlen", KOUeratraOe 149, 2 Treppen(großer Saal): □ □ □ □ Vortrktj? o° o° vom Genossen Waldeck Manassc über:„Friede auf Erden!" unter stimmungsvoller Mitwirkung das� MJinnergesangvepe In«„Deutsche Transporterheller" Es wird erwartet, daß es jeder sioh zur Pflicht macht, su dieser Versammlung bestimmt zu erscheinen und außerdem für einen guten Besuch nach besten Kräften Sorge zu tragen.— Die Fraaen unserer Kollegen sowie Frennde und Bebannte sind besonders herzlichst eingeladen. Dem Vortrage schließt sioh ein gemütliches Beisammensein, verbanden mit Tann, an. Herren, die am Tanz teilnehmen, zahlen 30 Pf. nach. 58/17 Der Preis der Garderobe beträgt auch diesmal nur 10 Pf."WW Zn einem zahlreichen Besuch laden ein Ferd. Salome. Gust. Hoffmann. Karl Frcmke. RN gemeine Orts-Krankenkasse für die vtrelnigttnGewerbkbkttttbe Charlottendurgs. Wir laden hiermit die Kassen» Mitglieder und deren Arbeitgeber zur Vornahme der Neuwahlen zur Generalversammlung gemäß ßfj 48 ff des Kassenilatuts ein und zwar: a) die KassenmUglieder auf Sonntag, de» 17. De» zember er., vormittags 10 Uhr. dj die Ardeitgeber auf ebenso Sonntag, de» 17. Dezbr., vormittags 10 Uhr. Die Kaffenmitglieder wählen im Saale des Pollshauses in Char- loltenburg, Rosinenilrahe 3, und die Arbeitgeber im Kasseulokal, Rosinenstrasie 3, eine Treppe. Es sind zu wählen: von den Kassrnmitgliedern: 323 Delegierte, von den der Kasse an- gehörigen Arbeitgeber«: 187 De- legierte. Wahlberechtigt w der 1. Gruppe ist jedes Kassenmitglicd, in der 2. Gruppe jeder Arbeitgeber, welcher Bcilrägc aus eigenen Mitteln zahlt. Die Arbeitgeber können sich bei der Wahl auch durch ihre Gcschästsjührer oder Betricbsbeamte, deren Voll- macht vor dem Wahltage im Kasten- bureau»inzureichen ist, vertreten lasten. Wählbar ist jedes Kastenmltglied bezw. jeder der Kaste zugehörige Arbeitgeber, ebenso an dessen Stelle der Geschäftssührer oder Betriebs» beamte eines solchen. Die Wühler wie die Gewählten müssen großjährig und im Besitze der bürgerlichen Ehrenrechte sein. Die Wahlperiode der gswählten Delegierten läujt vom 1. Januar lgl2 bis zum 3). Dezember 1918. Die Wahl ist geheim und wird durch Stimmzettel m einem Wahlgange in der Welse vorgenommen, da» jeder Wähler so viel Namen aus einen Stimmzettel nennt, als Delegierte in setner Gruppe zu wählen sind. Der Wahlakt wird zu a) zwei Stunden, zu b) drei stunden nach Beginn der Wahlversammlung ge- ''sie Üegitunation der Wähler ge« schieht durch Vorzeigung der Wahl- karte im Wahllokal. Wahlkarten werden den Kaisenmitgliedern und deren Arbeltgebern aus Antrag im Kastenbureau während der ösient- lichen Tienststundcn unentgeltlich verabsolgt. Charlottenburg, 8. Dezember 1911. De» Kaffcnvorstand. (gez.) Wiih. Ähren». Erfahrener Künstler erteilt nach doppelt fördernder Methode sehr er- solgrcichen* Violinunterriebt. Einzelunterricht per Stunde 1,25, >/, Stunde 1 M., 2 Schüler zu- sammen per Stunde 1,50. Näheres unter.Postlag ertarte 467, Briespost. amt Berlin". Arbeitsnachweis: Soj I. srde Amt Norden, Nr. 1239. Verwaltuipieiie Berlin EharilHstratze 3. Hauptbureau Hos III. Amt Norden. Nr. 1987. Montag, den 14. Dezember 1911, abends 7 Uhr: ÜF* Versammlung"WZ aller in der Schraubenbranche beschäftigten Arbeiter und Arbeiterinnen in Graumanns Westfalen, Naunynstr. 5i?. Tagesordnung; 1. Erster Punkt wird in der Versammlung bekannt gemacht. und Reuwahi zur■■ 4. Verschiedenes. Agitationskommission. 3. Zahlreichen Besuch erwartet Ohne Mitgliedsbuch kein Zutritt. L. Ersatz- Verbandsangelegenheiten. 152/14 S Die ör,»Verwaltung. Metallarbeiter- Notiz- Kalender ür das Jahr 10 IL find erschienen und im Bureau sowie bei den Bezirks- kassieren! zum Preise von 00 Pf. pro Stück zu haben. Deigl. ist erschienen: „Die Arbeitszeiten in der Sifen- und JVIetaU- induptrie Deutfchlands" znm Preise von SV Pf. pro Exemplar. Verband der Schneider. Filiale Berliu Sebasiiaustr. 37/38, Hof r. II. NA Ii Hrico iür SlapioMon! Tonnabend, den 9. Dezember 1911, abends 81'/, Uhr, in den Festsäle» von Sckulz, Miiuzstr. 17(Eing. Königsgraben): MN" Versammlung"MI Tagesordnung: „Der gegeuwärtige Stand unserer Tarrf- beweguug und unser weiteres Uerhaiten.� Referent: Kollege Krienke. In dirser Versammlung dürsen keine bei Zwlschcnmelstern beschästigts deiter und Arbeltermpeii fehlen.— Mitglieder deS neugegründeten Bc» fc■' AcheWVWWWWWWW bavdes der Zwischenmeis letzkh aben keinen Zutritt. Die Kommission. kauft jedarmann sehr billig und Monats- Garderoben» Volks-GaiMentas, Kollbuser Dom 92. 1 n g e b o 1 1 wilT«,..fsT»..."T"« Forzeiger dieses Inserats erhält 6 Fros. Babatt. Saitarbeifer! Dienstag, den IL. Dezember, abend» 8'/, Uhr, tn Granmanns Feftsälen, Raiinhnftrasse L7:» Große össkllililht Wohlcroersamiiiliiiig für sämtliche Bauarbeiter atss den Kreisen: Enden- Fiibbtv, KMns- Spremberg, Knlan-Fnidav. � Tagesordnung: 30l/b» Welche Bedeutung hat die Reichstagstvahl für die Bauarbeiter? Referent: Karl Giebel. KB. Alle Vertrauensleule der Bauarbciler werdm dringend ersucht, die w Betracht kommenden Bauarbeiter daraus aufmerksam zu machen. Der Einberufe»: Fritz Zink«. — Klempner,= die bei Innuiigsmclstern arbeiten t Montagabend 8 Uhr bei Borgt,, a, in, Andrcasstr. 81: ==== Vcrfamifififlrsg== zwecks Ersatzwahl des Gesellen- Ausschnffes. ShiMv jßwinu' 17036* I. A.:.71. Kypke. der Comp!« Lif BIG Wo ss steh am Vorbcsatrung von Suppen, Saucen, GemOsen osw. handelt, empfiehlt tish dio Verwendung vsnUeblg'« Flelsoh-Extrakt, welches den Eigengeschmack der Speisen nicht verdeckt. Feine Schneiderei fBr elegante fferren-HMieB fertig und nach Mass Garantia für tadellosen DIU und beste Verarbeitung. 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Freilich dauert nach so langer Arbeitsruhe die Ent- saltung der vollen Tätigkeit einige Zeit. Doch herrscht an- scheinend überall das Bestreben, Konflikte zu vermeiden. Die Genossen Meier und L e u e, die von der Streik- Versammlung in Kellers Festsälen bestimmt waren, neben der eigentlichen Verhandlungskommission an eventuellen weiteren Beratungen zwischen Arbeitnehmern und Arbeitgeberkom- Mission teilzunehmen, machen uns darauf aufmerksam, daß sie bei den Verhandlungen beide auftraggemäß verfahren sind, das heißt die im Juli aufgestellten Forderungen vertreten haben. In der Versammlung am Mittwoch, den 6. Dezember, haben sie dann über ihre Bemühungen bei den Verhandlungen einen Bericht gegeben, hierbei aber nicht die Annahme der letzten Verhandlungsresultate empfohlen, sondern ausdrücklich erklärt, daß sie die Entscheidung über Annahme oder Ab- lehnung der Versammlung überlassen niüßten, da die Versammlung ja auch die Verantwortung über die zu treffende Entscheidung zu tragen habe. Die Genossen er- klärten, daß sie glaubten, diese Stellung einnehmen zu müssen. angesichts der allgemeinen gegenwärtigen Situation und angesichts der großen Verantwortung, die jeder, der zu dieser Sache in einer Versammlung sprach, zu tragen hat. Streik und Aussperrung der Isolierer. Der AuSsperrungsbeschluß des Zentralverbandes der Isolier» firmen Deutschlands ist nun am Mittwoch und Donnerstag zur Ausfuhrung gebracht worden. Am Donnerstagabend hielten des- halb die Isolierer und Helfer Berlins eine Versammlung ab, um zu der nun eingetretenen Situation Stellung zu nehmen, Hanke, der ZweigvereinSvorsitzende vom Bauarbeiterverband, berichtete, daß die Unternehmer bei den vorausgegangenen Verhandlungen eine Lohnzulage von b Pf. pro Stunde, verteilt auf zwei Jahre, be- willigt haben. Doch habe die bewilligte Lohnerhöhung nur einen problematischen Wert, solange nicht bestimmte Mindestlöhne ver- traglich festgelegt werden, weil es die Unternehmer ja infolge ihrer Organisation jederzeit in der Hand haben, nicht nur jegliche Stei- gerung der Löhne in Wirklichkeit zu verhindern, sondern auch die Löhne herabzusetzen. Sie brauchen nur bei der Einstellung von neuen Arbeitern deren vorherige Arbeitgeber nach den den Ar- heitern gezahlten Löhnen zu befragen. Der dadurch ermöglichte Lohndruck kann in einem TarifverhältniS. wenn Mindcstlöhne ga- rantiert werden, nicht eintreten. Die Unternehmer weigern st. jedoch, einen Tarifvertrag abzuschließen. Sie sind der Meinung, daß der Arbeitsvertrag schon durch die Arbeitsordnung, die für den Arbeiter nur Pflichten und für den Unternehmer nur Rechte kennt, genügend geregelt ist. Es war nun das Ziel der Arbeiter, die ein- zelnen Firmen zu Tarifabschlüssen zu bewegen, wobei nicht nur die Lohnfrage, sondern auch die Arbeitsvermittelung geregelt wer- den soll. Und zwar sollte der Zustand, der vor dem Jahre ISOS bestand, wieder herbeigeführt werden, nämlich daß die Unterneh- mer gehalten sind, ihre Arbeitskräfte von dem Arbeitsnachweis, der vom Verband im Gewerkschaftshaus am Engelufer unterhalten wird, zu beziehen. In den letzten Fahren hatten die Unternehmer die Arbeitsvermittelung in der Hand. Die Vermittelungsstelle be- findet sich in der Gitschiner Straße. Lohndifferenzen bei der Firma Neinhold u. Co. gaben nun den Anlaß zum Angriff. Da die Firma auf die Forderungen ihrer Arbeiter nicht einging, legten diese entschlossen die Arbeit nieder. Bald dörauf kam es auch bei der Firma Krause zum Ausstand. Da beide Firmen dem Ar- beitgeberverband« angehören, so entschloß sich dieser, seinen be- streikten Mitgliedern zu Hilfe zu eilen, was dadurch geschah, daß er beschloß, sämtliche organisierten Arbeiter auszusperren. Bis zum Donnerstag sind von den 12 Firmen, die dem Uniernehmerver bände angehören und etwa 176 Arbeiter beschäftigen, 8 diesem Be� fchlusse nachgekommen, so daß jetzt. 13ö Isolierer und Helfer im Streik stehen bezw. ausgesperrt sind. Die anderen Ringfirmen werden wahrscheinlich erst ihre Arbeiten fertigstellen lassen wollen, bevor sie aussperren. Das müsse unbedingt verhindert werden, meinte der Redner. Aber auch die nichtausgesperrten unorgani- sierten Arbeiter bei den aussperrenden Firmen müssen unbedingt zur Arbeitsniederlegung bewogen werden. Unterstützung wird ihnen vom ersten Tage ab bezahlt, wenn sie dem Bauarbeiterver- bände beitreten. Die Ltosten der Aussperrung werden, wenn sie auf Berlin beschränkt bleiben sollte, schon von der Lokaltasse ge- tragen werden, da ja höchstens 200 Mann zu unterstützen sind. Auf. gab« der Streikenden bezw. Ausgesperrten ist es, nicht nur Streik- Posten bei den Firmen zu stellen, sondern auch die Bauten eifrig zu kontrollieren, damit der vom Arbeitgeberverbande inszenierte Kampf ein vollständiger auf der ganzen Linie und damit den Ar> beitern auch der Erfolg gesichert wird. An den beifallig aufge� uommenen Bericht knüpfte sich eine ziemlich ausgedehnte Dis kiission. Die Redner sprachen alle im Sinne des Referenten. In der Hauptsache handelte eS sich jedoch um die Firmen, die dem Unternehmerverbande nicht angehören und sich zum Abschluß eines Tarrses, wie er von den Arbeitern erstrebt wird, bereit erklärt haben. Einige Redner wünschten, daß auch bei diesen Firmen die Arbeit eingestellt werden sollte, weih wenn bei denen gearbeitet werden würde, die Bautenkontrolle erschwert wird. Nach reiflicher Aussprache kamen jedoch auch diese Redner zu ein« anderen An- ficht und zogen ihre Anträge wieder Zurück. Hanke erörterte dann noch an der Hand der Statuten die Pflichten, die sowohl die Strei- kenden bezw.' Ausgesperrten als auch die in Arbeit verbleibenden Verbandsmitglieder dem Verbände gegenüber haben, sowie auch die Rechte, die ihnen zustehen.___ Zur Lohnbewegung in der Herrenma�branche! Der Detaillistenverband der Bekleidungsindustrie hat am 7. De- zember im Altstädler Hof unter Vorsitz des Kaufmanns Baer von der Firma Baer Sohn eine Versammlung abgehalten,� in der die Kündigung des zwischen den Inhabern der Maßgeschäfte und den Schneidern vereinbarten Lohntarifs und der mit der Kündigung gleichzeitig eingegangene Neue Tarif einer eingehenden Besprechung unterzogen wurden. Das Ergebnis der sehr lebhaften Debatte war die Wahl einer fünfgliedrigen Abordnung, die in direkte Lerhand- lungen mit dem Verband der Schneider treten soll. Eine Kundgebung der Berliner Chemigraphen für die ausgesperrten Steindrucker und Lithographen. Die Berliner Chemigraphen(organisiert im Verbände der Litho- araphen und Steindrucker) hielten ihre Monatsversammlung in den Acminhallen ab. Nach einem klaren, scharfpointiertcn Vortrage des Genossen D o m n i ck über das Thema„Die Gewerkschaften und die Reichstagswahlen�, welcher starken Beifall auslöste, teilte der Vor- sitzende mit. daß in der außerordentlichen Versammlung vor drei Wochen zirka 600 Kollegen anwesend waren. Danach wurde vom Vorsitzenden Bericht gegeben über den Stand der Streik« und Aussperrbewegung der Lithographen und Steindrucker. Es wurde einstimmig und freudig beschlossen, den ausgesperrten Kollegen durch ein« Weihnachtssammlung ihre volle Sympaihie zu dem auf- gezwungenen Kampfe auszudrücken. Der Vorsitzende konnte mitteilen, daß die Chemigraphen schon vor der Versammlung eine Sammlung eingeleitet haben, wie sie in gleich hoher Weise noch nie dagewesen ist. Es haben z. B. die Kollegen einer Anstalt(7S Kollegen) den Betrag von 557 M. auf eine Liste gezeichnet. Die Chemigraphen erkennen um so mehr die Berechtigung der Forderungen der Litho- graphen und Steindrucker an, als die Chemigraphen bereits unter besseren Verhältnissen arbeiten, wie sie die Forderungen der Kämpfenden enthalten. Durch diese Solidaritälsbezeugung ist zu- izleich das Gerede des Schutzverbandes der Steindruckereibesitzer, saß die im Lithographen» und Steindruckerverbande mitorganisierten Berufsgruppen mit diesem sckon elf Wochen dauernden Kampfe nicht einverstanden seien, glänzend widerlegt. Der Vorsitzende konnle konstatieren, daß die Kollegen willens sind, die Sammlung nach Weihnachten weiterzuführen, um den Kanips ihrer Kollegen mit Erfolg zu Ende geführt zu sehen._ Zur Zigarrenarbeiterbewegung in Groß-Berlin. Die Zigarrenfabrik Wallenda, Seestr. 114, befleißigt sich einer edlen Bescheidenheit in Hinficht ans die Höhe der gezahlten Löhne. Mag sonst der Lohn in Berlin gestiegen sein, so werden dort noch Löhne gezahlt, die sich in ihrer Niedrigkeit mit Loeser u. Wolffschen vergleichen lassen. Man höre und staune I Einrollen 5,00 und Neben- arbeiten noch dazu. Das ist ja beinahe noch schlimmer als bei K r u m h a u e r in der Neuen Hochstr. 9 oder bei W i e g a n d, Lychener Str. 13. Bei diesem Lohn kann, der Arbeiter nur selten auf 15,>r»ehmerschutz- Verbandes bestanden jedoch darauf, daß. ehe dies geschehen könne, erst der Punkt Arbeitszeit nach ihrer Formulierung festgelegt werde» müsse.— Nach weiterer ergebnisloser Aussprache wurde» die Verhandlungen hierauf bis auf weiteres abgebrochen. Achtung, Metallarbeiter! In der Metallwarenfabrik von Plonka und Co. in Posen, haben wegen der ablehnenden Haltung der Firma gegen berechtigte Wünsche der Arbeiter die Schleifer, Löter, Polierer, Bestoßer, Galvaniseure und Ziseleure die Kündigung eingereicht. Der Unternehmer hat der Kommission, welche die Forderungen ver- treten hatte, den Rat gegeben, in die polnische Organisation überzutreten, dann würde er zu einem Entgegenkommen bereit sein. Wir ersuchen, den Zuzug von Metallarbeitern der oben genannten Branchen von Posen fernzuhalten. Deutscher Metallarbeiter-Berband. Zur Bewegung des deutschen Buchdruckerei-Hilfspersonals. Eine Versammlung des Buchdruckerei-Hilfspersonals für Nürnberg- Fürth beschäftigte sich mit den gescheiterten Tarifverhandlungen in Leipzig und erklärte einmütig, daß es nüt Entrüstung Kenntnis nehme von den Anschlägen des Deutschen Buchdruckervercins, die bei den Leip- ziger Verhandlungen zutage traten. Es soll aber nochmals versucht werde», Verhandlungen anzubahnen, um wenigstens den Abschluß eines Ortslariss herbeizuführen. Sollte dies nichr gelingen, so sind die Arbeiter und Arbeiterinnen entschlossen, das letzte Mittel anzu- wenden, um bessere Arbeitsbedingungen zu erringen und die ge- planten Verschlechterungen— Arbeitszeitverlängcrung um eine halbe Stunde, Entfernung der Verbandsfunltionäre aus dem Arbeits- Nachweis usw.— abzuwehren. Die Arbeiter und Arbeiterinnen verpflichten sich, wöcheuttich einen Extrabcitrag von 50 resp. 30 Pf. zu leisten. Der Streik der Mühlenarbeiter auf der Hildebrandschen Mühle in Magdeburg, bei dem Berliner Spitzel ihr Unwesen trieben, ist vor dem EinigungSamr des Gewerbegerichts beigelegt worden. Der Unternehmer sowohl wie eine Versammlung der Streikenden stimmten d�n Einigungsvorschlägen zu. ZZuslanck. Die Postbeamten und der Generalstreik. London, 7. Dezember 1911.(Eig. Der.) Unter den englischen Postbeamten herrscht augenblicklich eine große Unzufriedenheit mit ihrer Lage. Die Postbeamten verlangen eine Gehaltszulage, die die Verteuerung aller Lebensbedürfnisse lvieder ausgleichen soll. Ihrem Verlangen, eine Uutcrsuchungs« kommission möge sich mit dem Problem beschäftigen, ist die Re- gierung mit dem Versprechen eutgegcligekommen, in zwei Jahren eine Kommission zu ernennen. Das würde im günstigsten Falle be- deuten, daß die Postangestellten die gewünschte Gehaltserhöhung im Jahre 1916 bekämen, lieber diese Antwort des PostministcrS sind die Angestellten sehr entrüstet. In ihren Reihen spricht man von einen, Generalstreik der Postangestcllten zu Weihnachten. Die Frage, ob dieser Streik stattfinden soll oder nicht, wird nächsten Sonntag auf einer nationalen Konferenz in Birmingham entschieden werden. ES gibt in Großbritannien fünf größer« Gewerkschaften der Post- beamteu, die zusammen 70 000 Mitglieder haben. Die Beamten dieser Gewerkschaften sind gegen den Streik. Auch das geineiuschast- liche Komitee der fünf Organisationen hat sich gegen den Streik ausgesprochen. Diese Politik der Gewerkschaftsbenmlen stößt aber in den Massenversaiumlungen auf den heftigsten Widerstand und eS ist fraglich, ob die Gewerkschaftsbeamten imstande sein werden, die Birnringhamer Konferenz in ihrem Sinne zu beeinflussen. Schmerzlich für Gompers. New Dork, 20. November 1911.(Eig. Ber.) Auf dem gegenwärtig zu Atlanta, Georgia, tagenden JahveS« kougreß der American Föderation of Labor(amerik. Gcwerkschaftö« bund) erlebt deren Präsident, Samuel Gompers, nicht eitel Freude. Der von Mc Donald, einem Delegierten der Western Fcdcration os Miners-, eingereichte Antrag, tvelchcr die Mitgliedschaft der National Civic Föderation, dieser die Harmonie zwischen Kapital und Arbeit predigenden amerikanischen Ausgabe des deutschen Neichsverbandes zur Bekämpfung der Sozialdenrokratie, als un- vereinbar mit der Zugehörigkeit zur American Federation os Labor erklärt, richtet sich uubestrittcnermaßen direkt gegen Gompcrs. Ein anderer Antrag, welcher die Wahl der Beamten der Gesamt- Mitgliedschaft der Federation überträgt, während dieselbe bisher von den Delegierten aus den Jahrestongrcsseu erfolgte, ist im Falle seiner Annahme geeignet, die sonst unzweifelhaft« Wiederwahl ocs langjährigen Präsidenten Gompers in Frage zu stellen. Die vorstehend aufgeführten und andere progressive, GompcrS verhaßte Anträge gingen von Sozialisten oder doch von radikalen Elementen, also— nach Gompersscher Auffassung—„vom feindlichen Lager" aus. Von vornherein mußte Gompers mit ihnen rechnen. Daher werden sie ihm kaum eine persönliche Enttäuschung bereitet haben. Ganz anders erhält es sich mit dem Bericht, welchen James Duncan, der erste Vizepräsident der American Federation of Labor, auf dem Kongreß zn Atlanta über seine Tätigkeit und seine Beob« achtungen als Delegierter zu der in Budapest abgehaltenen inter- nationalen Gcwerkjchaftskonferenz erstattete. Duncan gehört nach dem hiesigen Sprachgebrauch zu der„offiziellen Familie" von Gompers, mit dem er bislang auch am gleichen Strang zog, Bekanntlich unternahm Gompers im Anschluß an die Pariser internationale Gclverkschaftstvnserenz eine Reise, welche ihn auch nach Deutschland führte. Ohne seine Rückkehr nach den Vereinigten Staaten abzuwarten, begeiferte er in Korrespondenzen, welche— selbstverständlich gegen hohe Bezahlung— in amerikanischen groß- kapitalistischen Blättern erschienen, die deutsche Sozialdemokratie und beurteilte die dortige Gewerkschaftsbewegung in reckst ab- fälliger Weise. Er fand, daß die gewerkschaftlich organisierte Ar» beiterschaft Europas recht rückständig sei. Insbesondere war ihm die sozialdemokratische Durchdringung der deutschen Gewerkschaften» ein arger Dorn im Auge. Duncan verschaffte sich zwar nickt durch Bedienung amerikanischer, demokratischer und republikanischer Or- gane fette Nebeneinnahmen; er beschränkte sich darauf, dem in Atlanta tagenden EewerkschaftSkongreß einen Rechenschaftsbericht zu erstatten. Dafür nahm er sich mehr Zeit, in Europa Beob- achtungen zu machen und das Gehörte und Gesehene reiflich zu überlegen. Ucber Deutschland schreibt Duncan u. a.: „Dank seiner zwei großen Arbeiterbewegungen hat das deutsche Reich bei weitem die Führung unter den Ländern des europäischen Kontinents. Da ist eine vorzilglick»e Gcwerkschafts- bewegung mit beiläufig zwei Millionen Mitglieder. In vielen Richtungen erzielen die Gewerkschaften Riesenerfolge. In mancher Hinsicht sind uns die deutschen Gewerkschaften so weit voraus. daß wir sie erst in vielen Jahren einzuholen vermögen.... In anbercr Beziehung allerdings sind die Deutschen ebensoweit hinter uns zurück." Den letzten Satz sucht Duncan im Gegensatz zu seinen übrigen Aufstellungen nicht zu begründen, so daß man sich des Eindrucks nicht erwehren kann, er lvolle nur die bittere Pille überzuckern, die er Gompers verabfolgt, wenn er sagt: „Das andere, bereits erwähnte Ringen der deutschen Arbeiter» schaft ist politischer Natur. Tie deutsche lverktätige Bevölkerung ist Trägerin einer stramm organisierten politischen Bewegung. Erhebt sich zwischen der politischen Partei und den Gewerkschaften eine Differenz, so findet eine gemeinschaftliche Konferenz statt» nach welcher die politische und die gewerkschaftliche Organisation geschlossen auftreten. Partei und Gewerkschaften haben getrennte Wirkungskreise, Diejenigen unter ups, welche die Europäische sozialistische Sk- »ach dem taktischen vorgehen gewisser nordamerikanischer S�ialisten beurteilen, befinden sich in einem Irrtum." Kortfahrend sagt Duncan, im deutschen Reiche lasse die So- Ifaldömokratie nichts unversucht, die Gewerkschaften zu stärken. Recht interessant sind Duncans Ausführungen über die christ- . Itchea Gewerkschaften, die er folgendermaßen charakterisiert: l,«Im deutsche» Reiche wie in anderen Staaten des euro- patschen Festlandes gibt es sogenannte Arbeiterorganisationen, welche sich den Namen christliche Gewerkschaften beilegen. Zum Glück find sie numerisch schwach. Sie werden, so weit ich zu be- urteilen Vermag, von dem Klerus großgepäppelt. Die Beiträge sind gering; sie machen ungefähr ein Fünftel dessen aus, was die Mitglieder der(freien; Anm. des Korrespondenten) Gewerkschaften zu bezahlen haben. llnbeftrittenermaßen nimmt diese Gesellschaft(d. h. die christ- lichen Gewerkschaften) je nach den Weisungen der Geistlichkeit an den im Interesse der Arbeiterschaft geführten Kämpfen teil oder hält sich von denselben fern. Das ist schon arg genug; aber noch viel schlimmer ist der Umstand, daß sich die Christlichen zu Streikbrechern hergeben, wenn der sie beherrschende Klerus es gebietet, weil er die Ziele der fraglichen Arbeiterbewegung miß- billigt." Der deutschen sozialdemokratischen Partei stellt Duncan fol- gendes Zeugnis aus: „Gegen Imperialismus und Militarismus ist die politisch organisierte sozialdemokratische Partei, deren Ziel die Errichtung emer demokratischen Regierung ist.... ES gibt ja auch andere Parteigruppen, welche auf ihre Art gegen den Imperialismus protestieren. Aber die Sozialdemokratie ist die einzig«. organi- sierte politische Partei, welche einen lebendigen und tatkräftigen Protest gegen Imperialismus und Gewaltherrschaft bedeutet.... Die europäische Arbeiterbewegung wirkt schon an und für sich erzieherisch. Allenthalben tritt die Harmonie zwischen Ge- werkschaft und Sozialdemokratie zutage, wobei die Gewerkschaft den Kampf um Besserung der Arbeitsverhältnisse führt, während die sozialistische Partei die Interessen der werftätigen Bevöl- kerung auf politischem Gebiete wahrnimmt." Wie eine Anklage gegen den fanatischen Sozialistenhasser Gompers liest sich der Rechenschaftsbericht DuncanS, des ersten Vizepräsidenten der American Federatton of Labor. Gerichts- Zeitung Rote Fahnen in Sachsen verboten? DaS preußische Oberverwaltungsgericht hat bereits im Jahre 1W1 anerkannt, daß das Verbot sozialdemokratisch« Abzeichen zu tragen, eine rote Fahne zu entfalten und dergl. ungültig ist, weil es dem Reichsstrafgesetzbuch widerspricht. Trotzdem hat das säch- fische Oberlandesgericht an dem Irrtum festgehalten, daß das Tra- gen sozialdemokratischer Abzeichen, ja selbst roter Fahnen auf Grund eines alten sächsischen Gesetzes strafbar sei. Jetzt hat es diese Praxis insoweit geändert, als es nun anerkennt, daß Fahnen »icht an der Kleidung angesteckte Abzeichen sind. Noch im Jahre 1905 hatte derselbe Straftenat ausgesprochen, daß das Tragen und Verwenden roter Fahnen bei Umzügen der Sozialdemokratie dem Tragen republikanischer Abzeichen gleich zu achten.und zu bestrafen sei. Jetzt lag folgender Fall zur Entschei- dung vdj:. Im Schenkschen Gasthofe in Freiberg fand am 1. Mai dieses Jahres die von 400 Personen besuchte Maifeier statt. Das Maifestkcnuitee hatte den Saal und das Podium mit roten Fahnen geschmückt. Nach Ansicht der Polizeibehörde sollten diese roten Fahnen das Symbol der staatsfeindlichen und antimonarchistischen Gesinnung bedeuten. Der Leiter der Maifeier, der Arbeiter Lukas, erhielt darauf ein Strafmandat über 50 M. wegen Uebertretung des aus dem Revolutionsjahre 1849 stammenden sächsischen Gesetzes, das das Tragen republilanischer Abzeichen verbietet. Der Bestrafte beantragte gerichtliche Entscheidung. Die Vorinstanzen, die die Maifeierderfammlung als eine öffentliche im Sinne des Reichsver. einsgesetzes ansahen, stellten sich jedoch auf den Standpunkt, daß in der Ausschmückung des Saales mit roten Fahnen ein„Tragen republikanischer Abzeichen" zu erblicken sei, ähnlich in dem Sinne wie es mit Kränzen mit roten Schleifen bei Begräbnissen von So zialdemokraten anzusehen sei. Das Oberlandesgericht hat auf die Revision des Angeklagten hin das Urteil des Landgerichts Freiberg aufgehoben und den Beschuldigten kostenlos freigesprochen. Zur Begründung führte der Vorsitzende des Strafsenats folgendes aus: Der Strafsenat des sächsischen Oberlandesgerichts hat zwar im Jahre 1905 entschieden, daß das Aufhängen von roten Fahnen bei sozialdemokratischen Veranstaltungen als öffentliches Tragen repu- blikanischer Abzeichen im Sinne des säcksischen Gesetzes vom 14. Juli 1849 aufgefaßt werden kann. Hinsichtlich dieser Rechtsauffassung sind dem Oberlandesgericht jedoch Brenken gekommen, denn der Wortsinn der Verordnung kann- nur dahin aufzufassen sein, daß lediglich physischen Personen das Tragen republikanischer Abzeichen zu verbieten ist. Das Verbot findet jedoch keine Anwendung, wenn bei sozialdemokratischen Maifeiern, Parteitagen und ähnlichen Ver- anstaltungen rote Fahnen als Tekorationsschmuck in Festsälen be- nutzt werden._ Telephonfreuden. Wegen Beleidigung einer Fernsprechbeamtin hatte sich gestern der Kaufmann Bruno Schulz vor dem Schöffengericht Berlin- Mitte zu verantworten.— Der Angeklagte, welcher Inhaber eines größeren Geschäfts ist, hatte am 10. Oktober d. I. ein sehr wichtiges telephonisches Gespräch zu führen. Ueber falsche Verbindungen aufgeregt, rief er der Telepbondame zu:„Sie haben mich nicht verbunden, Sie Ouatschkopf, Sie!" Die Folge dieser Aeußerung war die jetzige Anklage wegen Beleidigung, trotzdem sich Sch. bei der Postbehörd«, nachdem er von den Anstrengungen dieses einen Gesprächs wieder genesen war, entschuldigt hatte. Die Postbehörde machte jedoch die Rücknahme des Strafantrages von der Zahlung einer Buße von 30 M. abhängig, die der Angeklagte nicht zahlte. Das Gericht erkannte auf eine Geldstrafe von 20 Mark. Erpresserprozeß. Der Kaufmann Philipp Groß stand gestern vor der 3. Straf- kammer des Landgerichts I, unter Vorsitz des Landgerichtsdirektors Lieber, unter der Anklage der Erpressung. Der Angeklagte, ein jetzt 34jähriger Mann, wird von der Anklagebehörde als ein äußerst gefährlicher Erpresser angesehen. Er hat sich im Jahre 1903 mit einer wegen Erpressung gegenüber dem Prinzen Bernhard von Sachsen-Weimar zu acht Monaten Gefängnis verurteilten Halb- Weltdame verheiratet. Im November 1910 ist diese Ehe geschieden worden. Die Anklage wirft, dem Angeklagten vor, daß er in drei Fällen ganz haarsträubende Erpressungen gegen reiche Leute be- gangen bezw. zu begehen versucht habe, die von seiner Ehefrau eingefangen worden wären, mit ihr in intime Beziehungen zu treten. Nach Ansicht der Anklage hätten die Eheleute dabei ein raffiniert ausgesonnenes Spiel gespielt und es so eingerichtet, daß der Angeklagte von dem unerlaubtem Verkehr mit seiner Frau „ganz zufällig" Keimtnis erhielt, bezw. die Sünder in klagranti „ertappte", darob in große Wut geriet und die Gelegenheit zu Erpressungen im größten Stil wahrnahm. So soll er einen: in- zwischen verstorbenen Kaufmann L. 63 000 M. bar und für zirka 20 000 M. in Wechseln abgenommen haben. Bei einem Bankier S. ist es bei einem Versuch geblieben, da Herr S. gar nicht daran dachte, Geld zu bezahlen, den Angeklagten vielmehr an seinen Rechtsbeistand verwies, bei dem Groß aber seine angeblichen Geld- anspräche vorsichtigerwcise nicht geltend machte. Sehr böse ist eS einem trotz seiner 70 Jahre noch sehr lebensfrohen Bankier G. gegangen, dem in dem Drange seiner Konsulatsgeschäfte der Sinn für das Ewsg-Weibliche nicht verloren gegangen ist. Dieser mit gutem Humor ausgerüstete alte Herr hatte den Lockungen der Frau Groß nicht widerstehen können, war dieser in ihre Wohnung in der Suarezstraße gefolgt und dort Von dem Angeklagten, der plätzlich auf der Bildfläche erschien, erlappl worden. SS sol dann zu einer sehr stürmischen Szene gekommen sein, die damit endete, daß der alte Herr einen Sichtwechsel über 15 000 M. ausstellte und diesen schon am nächsten Tage einlösen mußte. In der gestri- gen Verhandlung, die unter Ausschluß der Oeffentlichkcit statt- fand, schilderte er sein Erlebnis in tragikomischer Weise. Nach seiner Darstellung mußte der Gerichtshof in' die Erwägung ein- treten, ob es sich hier nicht um eine Erpressung unter Anwendung körperlicher Gewalt handle.— Staatsanwalt Gutjahr beantragte auf Grund der Aussage des Zeugen G. diesen Fall dem Schwurgericht zu überweisen, den Fall des Bankieres S., der durch Krankheit am Erscheinen verhindert war, abzutrennen und den Fall des verstorbenen Kaufmanns L. zu Ende zu verhandeln, da die Zeugen zum Teil von auswärts erschienen seien. Das Gericht beschloß nach längerer Beratung: daß die Sache in allen Teilen dem Schwurgericht zu überweisen sei, da hinreichender Verdacht vorliege, daß.die Zuständigkeit des Schwurgericht« gegeben sei, in. dem die Erpressung in einem Falle mit Gewalt geübt, im übrigen aber eine einheitliche Verhandlung aller Anklagefälle ange- messen sei._ Schankkanzefsionsentziehung wegen Förderung von Rennwette«. Im Lokale des Schankwirts Bielfeld hatte ein Buchmacher Rennwetten angenommen und auch den Ertrag zur Auszahlung gelangen lassen." Der Gastwirt wurde wegen Beihilfe zum ge- werbsmäßigen Glücksspiel, sowie wegen Dulden? von solchem in seinem öffentlichen Lokal zu einer Woche Gefängnis verurteilt. Dann klagte der Berliner Polizeipräsident gegen ihn auf Ent- ziehung der Schankkonzession. Der Bezirksausschuß entzog ihm auch die Konzession, weil von ihm zu befürchten sei, daß er in Zukunft sein Gastwirtsgewerbe zur Förderung deS unerlaubten Glücksspiels ausnutzen werde. Das Oberverwaltungsgcricht hob dieser Tage da« Urteil auf und beließ B. die Konzession. Begründend wurde ausgeführt: Der Senat stehe auf dem Standpunkt, daß es sich bei Rennwetten um ein Glücksspiel handele, weil Gewinn und Verlust vom Zu- fall abhängig seien. Es wäre deshalb an sich auch zulässig, einem Gastwirt die Konzession zu entziehen, wenn der Verwaltungs- richter zu der Ueberzeugung gelange, daß der Wirt in Zukunft sein Gewerbe zur Förderung des Rennwettspicls ausnutzen werde. Das Oberverwaltungsgericht könne vorliegend aber noch nicht zu der Ueberzeugung kommen, daß das von B. zu befürchten wäre. Und zwar deshalb nicht, weil es ihm glaube, daß er zur Zeit der Tat den Charakter des Rennwettspiels als eineS Glückspiels noch nicht gekannt Hab«. Anders würde eS liegen, wenn sich B. trotz der nunmehrigen Belehrung wieder in der fraglichen Richtung vergehen würde._ WassersiandS-Sta-ürtchte» d er SandeSanftaN für Gewässerkunde, mitgeteilt vom Berliner Wetterbureau. Wasserti and «- m e l, Tilfll Vregel, Jnfterburg Weichsel, Tboru Oder, Ratibor , Krassen Frantturt Warthe, Schrimm , LandSberg Netze, Vordamm Elbe, Leinneritz , Dresden , Bardo , Magdeburg 9+ bedeute» Wuchs.— Hall.—•) Ilnterveqel.—•) EiSstand.—. ♦) Oberhalb der Brücke EiSstand.—•) GrundeiSgang.—•) Grundeis. : Gegründet 1867 KräffigeWinter-Stiefel Stiefel mit Doppelsohlen Herren: 875 Herren-SohnOp-Sflefel In Rindbox und Ron- Chevreau, mit und ohne Lackkappe und Derby- schaftschnitt, In verschiedenen modernen Formen Preiswerte Boxcalf-Schnür-Stiefel mit exlra starken Sohlen und Derbysdiaftsdinitt, In allen be- 1 A50 liebten biodeformen..................»»r Preiswerte Boxcalf-SchnCr-Stiefel mit besonders kräftigen Doppelsohlen und Derbyschafl- sthnill in belieblen modernen Formen, Goodyear-"l T50 Welt- Ausführung I Warmgefütterte Stiefel Damen: Imit. Chevreau-SdinDr-Sflefel mfl Lackkappe und amerikanischem Absatz. 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Mandelblüth'S Polterabend. Losgelassen. Wassen- Übung. Walhalla. Teusel, daS hat ewge- schlageln Roaek. Liane, die zweite Frau. Botgt. Geschlossen. Anlang 8'/. Uhr. ReueS BottStheater. Geographie Belle- Alltance. Narrenspiel. IuttmeS. Der Braiidstister. '.' Sternwarte, Jnoalldcnstr. 57—«2. «aiscr-Panorauia. Besteigung der Zugspitze, ll. Wanderung aus Java. Schilfcr�healerO.IS: Honnabcnd, abend» 8 Uhr: Don Carlos. Sonntag, nachm. 3 Uhr: Da» Urbild des TartüfT. Sonntag, abends 8 Uhr: Zaptenstrelch. ' Vonlag, abends 8 Uhr: Don Carlos. Sonnabend, abends 8 Uhr: Hadame S»ans-C««ine. Sonntag, nachm. 3 Uhr: /Maria Stuart. Sonnlag, abends 8 Uhr: Maskerade. Montag, abends 8 Uhr: /Madaiue Belle-Aliiance-Tliealer 1 Uhr: Dornröschen. S1/» Uhr: Karrenspiel. Sonntag 3'/, Uhr: Othello. Neues Theater. Abends 8 Uhr: Das Madet von Montmartre. Crevctte: Critai Massar�. Sonnt. 3'/, Uhr: vor tiöolo Bauer. Theater des Westens. Nachm. 4 Uhr: Max und Moritz. 8 Uhr: Catlnitjsa. Sonntag nachm. 37« Uhr: Die Dame in Rot. Resideaz-Theater. Direktion Richard Alexander. Heute 8 Uhr: Ein Walser von Chopin� schwank in 3 Akt. v. Korout u. Baris. Für die deutsch« Bühne bearbeitet von Bolten-Bacckers. Morgen und solgende Tage: Ein Walzer von Ehopin. kieues Köllig!. Opern-Tdeater. Sonntag, 10. Dezember, 3'/« Uhr: Gastspiel R. Christians: Faust 1. Teil. Abonncmcnts-Borstcllling. 81/« Uhr: Ein Sommernachtstraum. AbonnementS-Vorstellung. Frlcdrich-VUilhelmstUdt. picbauspielhaus. S7. Uhr: ShrriolK Holmes mit Ferdinand Bonn. I OSE=THEATE Grog« Fraiitjurter Str. 132. Nachmittags 4 Uhr: Das verzauberte Schlaft. Abend» 8 Uhr: Die gröftte Liebe. Sonntag 3 Uhr: Rotkäppchen. 8 Uhr: Die gröftte Liebe. Ntasstpl-Itiegsös. Die Nacht von Berlin! Große Jahresrevue in 7 Bildern von Jul. Freund. Musik von B. Holländer. In Szene gesetzt vom Dir. R. Schultz. Ansang 8 Ubr. Rauchen gestaltet. Morgen nachm. 3 Uhr: läig Heijre«. Königstadt-Kasino. Eck-Holzmarst. u. Alexanderstrab« vom 1. bis IG. Dezember: „Familie Mflller" großes Vollssiück in zwei Bildern und das reichhaltige HF- Sperialitäten-Programm. Abends 8 Uhr: Nene» Programm. Harry' �- Waiden mit seinem Ensemble in Brettlkönig, Vandeville in 2 Akten von G. Lkon- kowsly und A. Ncidlhardt. Text von N. Schanzer. Musik v. W. Kollo. Mlll liDeb m flagewesenep Laelierlolg! mit Anton und Donat Hermfeld in den Hauptrollen. Vorher: 8eitrner!iose keiienliiung. Ans. 8 Uhr. Vorverkauf 11—2 Uhr. Direktion: Willy Cremer. Asta Nielsen In Ihrer Glanzrolle als Parforce• Reiterin in der drelaktlgen Zlrkns-TragOdle j „Der schwarze Traum" Die 10 Sterne der Biedermeier-Kapelle im Cafe Roland 181 Brunnenstr. 181 ble�mSwdedrer' größte Schlager des Nordens! Jeden Sonntag, morgens 6 Uhr: Friihkonzcrt. Luisen-Theater. Nachm 1 Uhr: Wie Kleiu-EIse das Christkind siichrn ging. 8 Uhr: Wir tanzen durchs Leben. Sonnt. 3 Uhr: Dir Macht der Liebe 3 Uhr: Wtr tanzeu durchs Lebe». Urania. �TsssnsckukÜickss Theater. Nachm. 4 Uhr: Geheimnisse der belebten Katar. 8 Uhr: Alice Schalet: Durch die Tropen- länder, Java, Slam und Johore. Zirkus++ S | A. tstalmmann | Sonnabend, 9. Dezember, T'/i Uhr; Soiree Hlgh-lilfe Xeu! /dTen t Ocschwister Welse genannt; Die Biedermeier. Mr. n. Mlle. Corradini 1 großartiger Drcssarakt Elefant, Zebras, Pferd und Hunde. l-es Briatores in ihrem neuen Genre. 1 5 Allen am fliegenden Trapez. 91/, Uhr: Die große Feerie 1 1000 Jahre auf dem Meeresgrund Konntag, 10. Dezember: :l große Vorstellungen. S'/j Uhr nachm. u. abends 7'/?. 1 Sowohl abends als wie auch nachmittags ungekürzte | AuSührung der großen Feerie 1000 Jahre a d. Meeresgrund. 1 Nachmittags hat jeder Besucher 1 eigenes Kind unter 10 Jahr, frei | auf allen Platz, außer Galerie, I Jedes weitere Kind halb. Preis. Passage-Theater. Das große Festprogramm. Schönheit! Lebende Kunstwerke Ciaire Waldoff Der tapfere Herr Ängstlich Burlesk-Sketch mit Georg Kaiser u. W. 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Morgen Sonatag: L große Gala-Vorstellungen Z Zum erstenmal: auf vielseitigen Wunsch: In beiden Vorstellungen Die Pantomime tP0' ohne ürzung und die Menschenaffen Max und Moritz. Casino-Theatsi* Lothringer Str. 37. Täglich 8 Uhr Novität! Novität t Das Sensations-Lustspiel Der Katnpf «ms Dasei«! Sonntag 3'/, Uhr: Die Tochter des Sträflings._ Reiehshallen-Theater. Icr Siiger. Gastspiel Robert Steiill. Ansang 8 Uhr, Sonntags 7 Uhr. Volks-cheater. Rixdorf, Hermannstr. 20. Sonnlag. 10. Dezember: Sherlock Holmes.' Dctektiotomödie in vier Akten von A. Sachse. Montag, lt. Dezember: Der Ernst deS Lebens. Schauspiel in drei Akten von Jul. Schauinberger. Voigt-Theater. Gesundbrunnen Badstraße 58. Morgen Sonntag, den 10. Dezember, nachmittags 3 Uhr: Ehrliche Arbeit. Abends 7 Uhr: prin; und Kettlerin. Englisches Sensationsdrama in sechs Bildern von Sicgsr. V. Lutz. Kassen eröffnung 10 Uhr. Rilies Caprice. Täglich 81/, Uhr: MllildeltMhs Polterubtud. Losgelassen. _ CKaffcniibung.__ Noacks Theater. 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Unter Hinweis auf die wese Momente der verflossenen Legislaturperiode zeigte! daß nichts erfüllt worden ist von den Versprechungen, Regierung und die herrschenden Parteien vor den H Wahlen des Jahres 1307 den Wählern gemacht haben. des Volkes sind geschmälert, ungeheure Lasten in_________ mehrter Zölle und Steuern sind dem Volke aufgeb»>chql�noorden. um die fortgesetzt steigenden Ausgaben für Heer uno statte zu bestreiten. Ein Vereinsgesetz ist uns beschert worden� welches der Arbeiterbewegung Fesseln anlegt und die politische Auf- klärung der proletarischen Jugend hindert. Die Reichsver- sicherungsordnung nimmt den Arbeitern das.ReÄt, der Selbst- Verwaltung und bietet den Witwen kümmerliche, �tttelpfennige� anstatt einer Rente, die diesen Namen verdieirt* Wie hier, so sehen wir. auch auf vielen anderen Gebieten, dä��st�tnigen. welche vertrauensselig genug waren, Hoffnungen auf �n' verflossenen Reichstag zu setzen, elend betrogen sind. Im Zeichen der Teuerung finden die Reichstagswahlen statt, einee Teuerung, die nicht ver- ursacht ist durch Naturereignisse, sondern'durch die volksaus- beutende Wirtschaftspolitik der im Lkuche herrschenden Junker- sippe. Zahlreich sind die Sünden/�rÄfe die reaktionären Par- teien gegen die Interessen des Votkuo doaaagen haben. Doch der 12. Januar bietet uns Gelegeichetch.l�mechnuiig zu halten mit den Brotverteuerern, mit den.Ich! lertto. Mfaffe n und allen, welche zu ihnen halten. Was insbefovd�t» den vierten Wahlkreis be- trifft, so ist ja die bcdmujbche; wenn auch aus den Umständen erklärliche Tatsache vorhmioeii. daß bei der Nachwahl unsere Stimmcnzahl zurückgegangen' ist. Bei der bevorstehenden Wahl mutz es jedem Genossen als Ehvenpflicht gelten, dafür zu sorgen, daß die Zahl unserer.Stimmen wieder steigt. Wir kämpfen in letzter Linie für eine PetzMchaft, in der es weder Herren noch Knechte, weder Ansbeut« noch 2lusgebeutete gibt. Mit dieser Parole ziehen wir in den Kämpf, durch sie werden wir siegen. i Einteilung". Wegen der wichtigen Tagesordnung werden die Gc- > nassen ersucht, zahlreich zu erscheinen.— Am Montag, den 11. De- "zember, abends 8 Uhr: allgemeine Flugblattverbrcitung von den Bezirkslokalen aus. Die Bezirksleitung. Zehlendorf(Wannseebahn). Morgen, Sonntag früh 3 Uhr: wichtige Flugblattvcrbreitung von allen Bezirken aus. Niederlehme. Am Sonntag, den 10. Dezember, früh 8 Uhr, von Koch, Jägersruh, aus: Flugblattverbreitung.— Die Mitgliederversammlung findet am Sonntag, den 17. Dezember, nachmittags 4 Uhr, im Lokal von Koch, Jägersruh, statt. Der Vorstand. Friedrichsfclde und Umgegend. Sonntagvormittag: Wichtige Flugblattverbreitung von den Zahlstellen aus. Teilnehmer an der Landagitation treffen sich bei Brunk, Prinzenallee. Biesdorf. Sonntag, nachmittags 3 Uhr, in Gustav Exners Gesellschaftshaus, Biesdorf-Süd, Köpenicker Straße: öffentliche Ver- sammlung. Tagesordnung:„Die bevorstehenden Reichstagswahlen". Referent: Genosse Franz S p l i e d t- Karlshorst. Zahlreichen Besuch erwartet Die Bezirksleitung. Wcificnsee. Sonntag früh: Flugblattverbrcitung. Im Anschluß daran, 12 Uhr mittags, bei Enders: Wähler- Versammlung, in der Genosse Otto Braun- Berlin über: „Die kommenden Rcichstagswahlen" referieren wird.— Dienstag, den 12. Dezember, findet bei Tzscheutschler, Langhansstr. 106, eben- falls eine Versammlung mit der gleichen Tagesordnung statt, deren Besuch dringend erwünscht ist. Die Bezirksleitung. Eichwalde. Sonntag, den 10. Dezember, von morgens 8 Uhr ab: Fi«gblattverbreitung. � Der Bezirksführer. Tegel. Sonntag, den 10. Dezember, vormittags 8 Uhr: Flug- blattverbreitung von den Bczirkslokalen aus. Die Bezirksleitung. Nicdcrschöuhauscn-Nordend. Sonntag, den 10. Dezember, früh 8 Uhr: Flugblattverbrcitung von den bekannten Stellen aus. Die Bezirksleitung. Reinickendorf-Ost. Sonntag früh: Flugblattverbreitung von den bekannten Stellen aus. Die Bezirksleitung. Französisch-Buchholz. Morgen(Sonntag): Flugblattverbrcitung von den Bezirkslokalen aus. 10 Uhr Treffpunkt. Wilhelmsruh und Umgegend. Am Sonntag, den 10. Dezember, früh findet von den bekannten Bezirkslokalen Flugblattverbrcitung O V t r> 1 ,,-1 m avi.X sz�dner trug einiges zur Kennzeichnung n s bei, der ja bekanntlich eine Zähl- ?— Dann wandte sich Genossin Tölz sie zur Mitarbeit im Wahlkampf auf, die Teuerung fühlbarer wird wie den Mehr Ursache erbittert zu sein gegen daher an der Bekämpfung desselben Der erste Titz deS Stöckerjüngerf kandidatur übe an die Frauen denn die Frauen/ Männern, Habens das herrschende Mitzuwirken. Hierauf sl tagskandidaten. der Funktionäre Versammlung zur Aufstellung des Reichs- her wurde Genosse Büchner auf Vorschlag .,£ einstimmig nominiert. Hamit—''so schloß der Vorsitzende Paul Hoffmann die Versammlung—-isi der vierte Kreis offiziell in den Wahlkampf eingetreten. � Jetzt gilt es, die Zeit zu nutzen, für die Organi- sation zu werben, unseren Reihen neue Kämpfer zuzuführen und ihnen Aar zu machen, daß mit dem herrschenden System auf- geräumt werden mutz und daß der Wahltag ein RuhmcStag für die Sozialdemokratie werde. Petersburger Viertel(Wahlkreis Nicderbarnim.) In einer überfüllten polizeilich abgesperrten Versammlung in den Prachtsälen des Ostens referierte der Kandidat des Kreises Genosse Artur Stadthagen über„Volksnot, Kriegshetze und Reichstags- wählen". In seinen zweistündigen Ausführungen entrollte der Roscrent in wirkungsvoller Weise ein Bild der traurigen sozialen Lage der Arbei nach, daß rung den nur Spott sei es. am erhöhen� reichen Bl Einvcrsiänln freiheit me!" Schröter aber deshalb ni leisten müßtet verloren geßtri Versammlung� sie und wies an der Hand reichhaltigen Materials stchen Vertreter im Reichstag sowie die Regie- 'orderungen der Arbeiter Gleichgültigkeit, oftmals n entgegenbringen. Aufgabe der Arbeiterklasse «r die sozialdemokratischen Stimmen derart zu legnern Hören und Sehen vergeht. Durch den Redner erntete, bekundete die Versammlung ihr den Ausführungen. Trotz angekündigter Rede- kein Gegner zum Worte. Genossin Frau äuS, daß die Frauen zwar nicht wählen könnten, ' ühlen sollten und am Wahltage reichlich Hilfe .t den Männern nicht der ganze Tagesverdienst einem Hoch auf die Sozialdemokratie schloß die an Vf'Miitr parte!-?Zngelegenketten. Verband sozialdemokratischer Wahlvereine Berlins und Umgegend. Am eenttickg, den lO. Dezember, 8 Uhr früh beginnend. findet in dCü((Hinten Bezirken : Flugblattvcrbreitung statt. Hieran schließen sich am Dienstag» den 12. Dezember, 8 Uhr nodBI? ztrta 45 Volksversammlungen, welche am Sonn- tag im t.Vorw.i.rts" angezeigt werden. MiUwock». den 13. Dezember. Zahlabend. welchem die Wahlvorbereitungen weiter besprochen werden. Än allen diesen so wichtigen Vorbereitungen bitten wir die G�vsseil und Genossiniien prompt zur Stelle zu sein WbMl e ihre Pflicht, so wird die Arbeit für den ciszclncp nicht zu erheblich. tOM Mk' Zeutralvorstand. -- Wäf-skrSersammlungen im Kreise Niederbarnim tagen am: Srimabend, den 9. Dezember 1911, abends 8 Uhr, in Nai»gMl'tlise im Restaurant Seeblick und in Schönwaldr im z?ess?ch?ant Schulz. Sonntag, den 111. Dezember, nacfMlttags 2� Uhr in Poltersdorf im Restaurant„Seehof" und in Alt-Landsberg bei Adolf Kalms in Radebrück. DaS Kreis-Wahlkomitee. " Slsarlotkenvurg. Morgen(Sonntag) früh 8 Uhr: Flugblatt- Verbreitung von den bekannten Stellen aus. Kein Genosse »jii frft'"" Der Vorstand. B. Gruppe hält am morgigen Sonntag im Volkshaus. Rasinenitr. 3, ihr Gruppenvergnügen ab. Die Genossen werden Spß) recht zahlreich an dieser Veranstaltung teilzunehmen. Rizdorf. Für Rixdorf findet am morgigen Sonntag keine KwcRattvcrbrcltung statt. argendorf. Sonntag früh 7 Uhr: Flugblattverbreitung (p Hof.Lindenbaum" aus. Der Vorstand. .> uperschöneweide. Sonntag, den 10. Dezember, von morgens B-Bbrob: Flugblattverbreitung von den bekannten Stellen aus. Die Bezirksleitung. .kWezirk Stralau. Am Sonntag, den 10. Dezember, vormittags IG Jldr, in der„Perle", Alt-Stralau 21: Mitgliederversammlung. Tagesordnung:.Tie bevorstehenden Rcichstagswahlen und deren »o»S- statt. Jeder Genosse hat zu erscheinen. Der Vorstand Nowawes. Mittwoch, den 13. Dezember, abends 8'A Uhr, im Lokal des Herrn Ernst Schmidt, Wilhelmstr. 41/43: Volksversamm� lung. Es spricht Genossin Rosa Luxemburg. Arbeiter, Partei genossen, erscheint in Massen in dieser Versammlung. _ Der Vorstand. Berliner JVacbncbtcm Dezember. Auf den Gräben und Teichen haben sich in frostigen Nächten die ersten Eisscheiben gebildet. Dünn und zcrbrech- lich, weichen sie noch immer der wärmeren Luft des Tages. Der aber wird noch immer kürzer, und immer niedriger wird der Bogen, den die Sonne über dem Horizont beschreibt. Sie kommt uns in der Stadt kaum noch zu Gesichte, denn die Dachfirste sind ihr jetzt zu hoch. Wo wir sie aber sehen, zwischen Häuserlllcken und hinter Bauplätzen, da zerfließt sie hinter nebeligen Schleiern, die sich nur selten lüften in diesen lichtarmen Tagen des Vorwinters. Der große Aufwand sommerlicher Hitze ist vertan, und immer rascher steigert sich das Defizit an Wärme, das dem Einzug des Frostes die Wege ebnet. � Noch sind die Scheiben des Eises dünner wie Glas, und wie durch eisige Fensterscheiben sehen wir hinab in das' Wasser, in das Gewirr pflanzlichen und tierischen Klein- lebens, das immer spärlicher wird, ohne sich jedoch jeinals gänzlich unterdrücken zu lassen. Winterkeime aller Art senken sich aus den zerfallenden Organismen in den Schlamm hinab, um hier geduldig eine Ruhepause durchzumachen. Aus den dünnen Eisscheiben aber werden über kurz oder lang dicke Platten werden, um wie eine Wand das lebendige Wasser von der belebenden Luft zu scheiden, bis die Zeit des Erwachens wiederkehrt. Die Blumenbeete in den Anlagen sind verschwunden Nur das Gras ist noch grün und schließt sich zu den Matten zusammen, die wir im Sommer vermißten. Ucber empfind- lichc Stauden und Sträucher sind Schutzhäuschen gedeckt worden, damit diese Kinder wärmerer Striche in künstlichen Pelzen gegen Frost und Schnee gesichert bleiben und inzwischen still am Ausbau ihrer Knospen weiter arbeiten können. Denn einen wirklickjen Stillstand des Lebens gibt es auch im schärf» sten Winter bei keinem Tier und keinem Gewächs, so lange es eben noch lebt. In den Blumenläden und an den„blumigen" Straßen- ecken sieht man die Kunst des Gärtners Triumphe feiern an langstieligen Rosen und Crysanthemen. Die Körbe voll Veilchen aus dem Süden sind wieder da, um gekauft, genossen und fortgcworfcn zu werden. Ein Totentanz der Blumen. Langlebiger sind die Zwiebelgewächse, die jetzt in langen Gläsern an den Fenstern aufmarschieren. Auch die ersten Maiglöckchen sind wieder da, die durch ein bestimmtes Ver- fahren in großen Gärtnereien aus Wurzelschossen vor der Zeit ausgetrieben werden. Die Poesie des Waldesschattens im Mai fehlt diesen blutarmen Winterkindern. Getrieben aus künstlichem Wege werden auch die langen Weidenzwcige mit den silbergrauen Kätzchen daran. Erfreulicher sind jene Pro- dukte, die die ausgereifte Natur uns ohne unser Zutun selbst bietet. So die reifen, trockenen Stauden der sogenannten Judenkirsche mit den großen, gelbroten Kelchen und die langen Ruten der Mondviole mit den silberigen Blättern, die in Wirklichkeit keine Blätter sind, sondern die ffehcngeblicbcncn Mittelteile der reifen und mit dem Samen längst abgefallenen Schoten.... Wie die warme Jahreszeit die Menschen ins Freie treibt. so zieht sie sie jetzt in ihre Mauern zurück. Zu keiner Zeit des Jahres ist das Treiben in den Straßen und in den Kauf- stellen so lebhaft, und es ist sicherlich kein Zufall, daß der Trubel der Weihnachtszeit sich an ein Fest geknüpft hat. dessen Lage sich mit dem Eintritt der Frostperiode noch am ehesten deckt. Fröstelnd zieht man sich zurück zum warmen Ofen, sucht maii die Freude, die die Natur uns zurzeit nur widerstrebend bietet, im Lichterglanz des eigenen Heims. Möge sie recht vielen beschieden sein! Nur 10 Pfennig Porto nach Amerika. Briefe nach den Ver- einigten Staaten von Amerika können jetzt mit 10 Pf. frankiert werden, auch wenn sie eilig sind. Sie gehen erst am 14. Dezember mit der„Kronprinzessin Cecilie" von Bremerhaven und sind mit dieser voraussichtlich am 21. Dezember in New Jork. Die letzten Bahnposten nach Bremerhaven zum Anschlntz an diesen Schnell- dampfcr gehen in der Nacht vorher von Berlin 10,45, Hannover 3.47, Bremen 3,00 ab. Nach Abgang dieser Bahnpost erreichen Zioanzigpfennigvriefc und die anderen Arten von Briefsendungen den Dampfer noch in Southampton oder Cherbourg. Nach Southampton gehen die letzten Bahnpostcn am 14. Dezember von Berlin 11,40 vormittags, Hannover nachmittags 3,36, Eöln abends 6,13. Nach Cherbourg gehen sie von Berlin 1,00, Eöln 10,45. Bcr diesen Briefen handelt es sich um Sendungen ohne Leitvcrmcr! oder, bei den Zchnpfennigbriefen, um solckie mit dem Vermerk über Bremen und Hamburg. Briefe mit besonderem Leitvcrmerk gehen außerdem auf Wunsch des Absenders am 12. Dezember von Eux» baven mit der„Amerika" und sind ebenfalls am 21. Dezember in New Norf. Die letzten Bahnpostcn dahin gehen von Berlin um 12,00» von Hamburg 3,00, von Magdeburg 3,17, Hannover 3,37., Erleichterung bei der Verwendung von Acetylen. Eine Er« leichterung in der Verwendung von Acetylen bedeutet ein neuer Bescheid der Regierung. Einzelne Polizeiorgane hatten verlangt. daß bewegliche Acetylenapparate bis zu 2 Kilogramm Füllung im Innern von Arbcitsräumen nur zugelassen werden, wenn das System durch den Deutschen Acetylenverein geprüft und vom Mi- nistcrium genehmigt ist. Die Polizciorgane sind jetzt davon ver- ständigt worden, daß eine derartige Vorschrift zwar für den Ent- Wurf zur Abänderung der bestehenden Acetylenvcrordnung geplant ist, bis dahin aber die Prüfung des Systems nur in bestimmten Fällen verlangt wird. Der Verzicht auf die Prüfung darf auf all« Fälle nur bei beweglichen Apparaten eintreten, d. h. Apparate, deren Benutzung einen häufigen Wechsel der Betriebsstätte not- wendig macht. Sie dürfen nicht Zwecken dienen, die ihre dauernde oder regelmäßige Benutzung in Arbeitsräumen verlangt. Die Ausnahme darf nur Automaten mit bestimmt begrenzter Füllung gewährt werden, nicht aber Apparaten mit Handeinwurf und ähn- lichen Beschickungsvorrichtungen, deren Leistung beliebig, unaö- hängig von dem jeweiligen Bedarf, gesteigert werden kann. Nicht ausgenommen sind Apparate mit Handeinwurf und Automaten, die Einrichtungen für mehrere Füllungen mit je 2 Kilogramm Karbid, die nacheinander zur Entwickelung gebracht werden, oder Apparate mit Füllvorrichtnngen, die eine größere Beschickung als 2 Kilogramm zulassen, und endlich Apparate, deren AbhangigkeitS« Verhältnis zwischen Verbrauch und Leistung vom Arbeiter Willkür- lich beeinflußt werden kann. Die Benutzung dieser Apparate mutz der Polizei gemeldet werden. Im 6. Berliner Wahlkreise haben die Freisinnigen den Stadt- verordneten Groneivaldt als Zählkandidaten aufgestellt. Das ge- schah in einer Versammlung, die am Mittwoch in den„Germania- Sälen" in der Chausscestraße stattfand, aber schlecht besucht war. Von einem Teilnehmer der Versammlung wird uns geschrieben: Nach Herrn Schepp nahm Herr Gronewaldt das Wort. Neben dem Wunsche des letzteren, daß sich ein großer Teil der Wähler von links und rechts zu der einzig richtigen Weltanschauung des Liberalismus zusammenfinden möchten, verdient ans seinen Aus- führungen folgender Satz hervorgehoben zu werden: „Wohin die sozialistischen Theorien führen, sieht man daran. daß Sozialdemokraten scbon nicht mehr in das Grcisenalter ein- treten wollen, denn die Tochter von Marx ist mit ihrem Gatten durch Selbswrord aus dem Leben geschieden." Ich sah wie sich einige Herren hinter den Ohren kratzten, sie waren scheinbar nicht sehr erbaut von dem Schnitzer ihres Kandi- baten, dem es vorbehalten geblieben war, die ganz persönliche Handlungsweise eines Sozialdemokraten mit den sozialistischen Theorien in Verbindung zu bringen. Die Ausstellung empfehlenswerter Jugcudschriften verbiniden mit einer Ausstellung von Wandschmuck isi heute im Ausstellungsraum des Gewerl'chafrshaufes von 6—0 Uhr zngängig. Während der ganzen nächsten Woche, also von Sonntag, den' 10., bis einschließ» lich Sonntag, den 17. Dezember, befindet sich die Bücher- ansstellung im Saal Hl, die Wandschmuckausjtellung im AnS» ftellungsroum. Während dieser Zeit sind beide Ausstellungen täglich von 3—9 Uhr geöffnet! im Saal II findet von 3 Uhr bis zum Schluß der zulässigen Verkanfszeit der Blicherverkauf statt. Da? vom BildnngSailSschiiß herausgegebene 68 Seiten starke Ver- zeichnis empfehlenswerter Jugendschriften kann zum Selbkostenpreis von 15 Pf. gekauft werden, doch liegt auch eine ausreichende Zahl zur freien Benutzung a»S._ Eine AnatomieleiZfe. Von der Anatomie der Universität werden bekanntlich Leichen zu Studien zw ecken benutzt. Wie die erforderlichen Lcickcn beschafft werden, das isi zweifellos eine Frage von erheblichem Interesse für die Ocffentlichkcit. Noch ist nicht durch Gesetz vorge- schrieben, daß jeder Verstorbene, vom Bettler bis zum Millionär. nach seinem Tode an die Anatomie abgeliefert werden muß, um von Studenten zerschnitten zu werden. Die Anatomie ist daher an- gewiesen auf die Benutzung von Leichen, die durch Hinterbliebene ihr freiwillig überlassen werden, und mehr noch von Leichen solcher Personen, die als Unbekannte gestorben sind oder keine Angehörigen hinterlassen haben. Nicht ausgeschlossen ist daher die Möglichkeit. daß einmal eine der öffentlichen Heil- oder Pflcgeanslalten, die sich an der Lieferung von Anatomieleichen beteiligen, eine Lcickst zu Unrecht für sozusagen„herrenlos" hält und sie der Anatomie als willkommenes Studienmaterial überweist. Für manchen, der sich einen lieben Angehörigen als eine solche Anatomiclciche vorstellt, wird der Gedanke an die Möglichkeit derartiger Irrtümer überaus peinlich fein, solange wir, wie gesagt, keine Gesetze haben, das für die Anatomie„alle Menschen im Tode' gleich" macht. Um so mehr muß gefordert werden, daß bei Ucberweisung von Leichen an die Anatomie die größte Vorsicht geübt und jeder Mißgriff vermieden wird, damit nicht die Empfindungen der Hinterbliebenen verletzt werden. Wir erinnern uns des Falles, daß ein Krankenhaus einen verstorbenen Patienten, dessen Familie ihn bis zuletzt immer wieder besucht, aber die Todesnachricht wegen Wohnunaswechiscls nicht er» halten hatte, als herrenlose Leiche behandelte. Iiis die Angehörigen zu spät von dem Tode erfuhren, war die Leiche, die aus Stadtkosten hatte bestattet werden sollen, bereits in der Anatomie zerschnitten und zu Studicnzwccken verwendet worden. Auf dem Gcmcindcfried- Hof in Friedrichsfelde konnten sie in einem Winkel sich noch die Stelle zeigen lassen, wo nach Verbrennung der übrig gebliebenen Leichenteile die Asche verscharrt worden war. Uns wird jetzt Mitteilung gemacht von einem ähnlichen Miß- griff, der bei der Bestattung eines im Obdach der Stadt Berlin verstorbenen Dienstmädchens vorgekommen ist. Tie Seche liegt fast schon um 2 Jahre zurück, sie hat aber bis in die letzte Zeit die Behörden beschäftigt, die ein Bruder der Verstorbenen an- gerufen hatte. Ein Ticilstmädchen V. hatte, im Zustande der Schwangerschaft stellungslos geworden, am 14. Januar 1010 das Obdach aufgesucht, um dort die Entbindung abzuwarten, war aber plötzlich am 31. Januar gestorben. Die Obduktion ergab eine Herz- erkrankung, die in Verbindung mit innerlicher Vergiftung durch eine abgestorbene Leibesfrucht den plötzlichen Tod herbeigeführt hatte. Nachdem der Tod am Vormittag um 10 Uhr eingetreten war, wurde vom Obdachiuspektor durch einen am Abend des 31. Ja- nuar zur Post gegebenen Brief die in einem Oertchen Württembergs wohnende Mutter benachrichtigt und ihr anheimgegeben, wegen des Begräbnisses spätestens bis zum Vormittag des 2. Februar in.« Lbdachbureau Rücksprache zu nehmen, sonst werde die Leiche am Vormittag des 3. Februar auf Stadtkosten beerdigt werden. Ge- antwortet wurde erst unterm 4. Februar von einem in Baden wohnenden Stiefbruder, worauf der Obdachinfpektor in einem vom 8. Februar datierten, am 10. Februar zur Post gegebenem Brief den Anlaß der Aufnahme in das Obdach sowie die Ursache des Todes mitteilte und Zusendung der Kostenrechnung von der Armen» dircktion ankündigte, �ln einen Bruder, der in Altona wohnte, schickte auf dessen Anfrage der Verwalter des Gemeindcsricdhofs zu Friedrichsfclde eine vom 0. Februar datierte, am 11. Februar zur Post gegebene Nachricht, daß das Mädchen auf Stadtkostcn vom LMaH ouS ßeerbtg! warben sei flftS aft Set und der Stelle ruh«. Diesem Bruder schrieb dann auf Anfrage auch die Obdachinspettion am 1ö. Februar, dah das Mädchen von der Anstalt aus beerdigt worden sei und im übrigen bei der Aufnahme nur die Mutter als Verwandte angegeben habe, die für eine KSenachrichtigung bei etwaigem Tode in Betracht komme. Als später Angehörige nach Berlin fuhren und den Friedhof aufsuchten, um die Grabstellc zu sehen, glaubten sie, Anhaltspunkte dafür zu haben, daß man die Leiche an die Anatomie überwiesen habe. Eine an die Anatomie gerichtete Bitte um Auskunft ergab, daß dieser Verdacht das Nichtige traf. Aus der.Anatomischen Anstalt" der Universität. so lautet die amtliche Bezeichnung der Anatomie, kam auf wieder- holte Anfrage eine Antwort, die auf einem Briefbogen des Instituts geschrieben war, aber seltsamerweise keine Unterschrift trug. Darin wurde zwar nichts von einer Ueberiveisung a» die Anatomie gesagt, aber der Verfasser der Zuschrift zeigte sich darüber informiert, daß Fräulein V. erst am 11. Februar beerdigt morden war. Eine er- neute Anfrage bei dem Friedhossinspektor vsranlaßte jetzt diesen zu dem Eingeständnis, er habe am 9. Februar nach Eintreffen der ersten Zuschrift des in Altona wohnenden Brudars aus den Büchern ersehen, daß die Leiche schon von der Leichensammelstelle aus zur Anatomie geschafft worden war. An demselben Tage habe er, als der Wagen von der Anatomie kam. dem Kutschar aufgetragen, die Leiche am 11. Februar mitzubringen. Das sei geschehen, und die Leiche sei dann am 11. Februar an der angegebenem Stelle beerdigt worden, aber die Nachricht hierüber habe er schon vorher aeschrie- ben, um schnellstens zu antworten. Die Beerdigung sei„orvnungs- gemäß" erfolgt, eingeäschert habe man die Leiche nicht. Der Brief schloß:.Ste können sich beruhigen, es sind absolut keine Verstöße vorgekommen. Die Abgabe von Leichen ist vom. Minister verfügt und vom Magistrat bestehen verschiedene Erlasse diesbezüglich. ES wird alles nur Mögliche getan, um Zusammenstöße mit dem Publi» kum zu vermeiden, deshalb nehmen wir in erster Linie Leichen aus dem Asyl, von denen doch mit ganzer Bestimmtheit anzunehmen ist, daß Angehörige nicht mehr vorhandem sind." Diese Annahme traf nun allerdings in dem borliegenden Fall nicht zu. Im Obdach tvar das auch bekannt, daß noch eine Mutter lebte, und man hatte sie fazar benachrichtigt. War nicht auch der Leichensammelstelle mitgetellt worden, daß die Ver- storbene Angehörige hatte? Diese Frage bedarf noch der Beant- Wartung. In der Leichensammelstelle stand die Leiche, die schon am 3. Februar hatte beerdigt werden sollen, noch bis zum 7._ Februar. Dann erst wurde sie cm die Anatomie überwiesen. Rätsel- Haft ist auch, warum der Friedhofsvarwalter am 9. Februar dem aus Altona anfragenden Herrn V. nicht schleunigst antwortete, die Leiche sei tatsächlich noch nicht beerdigt worden und solle nun erst am 11. Februar beerdigt werden. Statt dessen schrieb er im voraus, daß die Leiche„beerdigt wordsn" sei, und diese Nachricht wurde dann erst am II. zur Post gegeben. Anderenfalls wäre es Angehörigen noch möglich gewesen, zur Beerdigung nach Berlin zu kommen. Wahrscheinlich wäre dann sofort aufgedeckt worden, daß die Leiche erst aus der Anatomie zurückgeholt worden war.. Herr V. aus Altona war der Meinung, seine Schwester sei überhaupt nicht beerdigt worden. Dieser Argwohn ist sicher unbegründet, aber Herr B. hat gegen die Armendirektion die Staatsanwalt- fchaft anrufen zu sollen geglaubt, weil er die Ueberweisung der Leiche an die Anatomie als Leichenschändung auffaßte und in der Einziehung von Kosten für die Bestattung so etwas wie einen Be- trug sah. Seine Strafanzeige ist zunnckgewöefen worden, und ebenso hat er nicht durchsetzen können, daß die Leiche wieder aus- gegraben und ihm die Besichtigung erlaubt wurde. Die Armendirektion hätte sich die ganze, für sie sehr ärgerliche Affäre ersparen können, wenn sie beizeiten dafür gesorgt hätte, daß Garantien gegen solche Mißgriffe geschaffen wurden. Es ist drin- gend zu wünschen, daß sich Derartiges nicht wiederholt. Lon einem umfallende» Pfeiler erschlage» wurde gestern vor- mittag der 50 Jahre alte Arbeiter August Templin aus der Man- teuffelstr. 72 auf dem Grundstück Prinzenstr. 72. Hier wurde ein Kellerpfeiler, der 2 Meter hoch und 1'/» Meter stark war, zum Niederlegen untergraben. Plötzlich fiel er um, schlug Templin nieder und verletzte ihn so schwer, daß er schon auf dem Wege nach dem Krankenhaus am Urban starb. Wen die Schuld trifft, bedarf noch der Feststellung. Wie es scheint, war der PfeUer während der Untergrabung nicht genügend abgesteift. einer anderen Arbeiterin zusammen in der Tlisavei.hstraße 66 eine kleine Wohnung inne hatte. Als ste gegen S Uhr vor dem Haufe Dresdener Str. 12S den Fahri amm überschreiten wollte, geriet sie unter eine Kraftdroschke; oßroolil deren Führer so stark er nur konnte bremste, wurde ste so schwer verletzt, daß sie auf der Stelle tot liegen blieb. Die Leiche wurde beschlagnahmt und nach dem Schau- Hause gebracht.,. s Zur Förderung des SamarlterwefenS halien sich die Arbeiter- Samariterkolönnen Berlin, Spandau, F Diedrichshagen, Oberschöne- weide> Nowawes und Tempelhos-Mariendorf in einer am Z. Dezember stattgehabten Vertretersitzung enger zusammengeschlossen, unter der Bezeichnung„Kreis Brandenburg". Der Zweck diese Maßnahme ist in dem Umstände zu suck»en, daß in letzter Zeit „Rote Kreuz" sich besonders in Brandenburg bemerkbar macht ua versucht, Arbeiter für seinen Paradekram einzusaugen, anderersei! werden diejenigen, die nicht bis auf die Knochen Vnigstreu sini aus dem„Roten Kreuz" hinausgeekelt. Mit Recht schrieb kürzlich der„Arbeiter-Samariter": „Wir machen es uns zur Pflicht, dahin zu streben, daß an allen Arbeitsplätzen geeignete Verbandkästen mit einwandfreiem Verbandmaterial vorhanden sind, und das gut ausgebildete Not Helfer zur Stelle sind. Was hat das„Rote Kreuz" in dieser Be, ziehung getan? Gar nichts!" „Die„Rote Kreuz"-Kolonnen werden unterhalten von orden- und titelsüchtigen Kapitalisten, und von letzteren wird den Kolonnen vorgeschrieben der Weg, den sie gehen müssen." „Warum hat das„Rote Kreuz" noch nichts getan, um auf dem Schlachtfeld« der Arbeit, in Fabriken die hygienischen Vev hältnisse zu verbessern und dafür zu sorgen, dchß über geeignete Materialien und Nothelfer gesorgt wird? Ja, Bauer, da täten wir ja unsere Geldgeber treten." „Wie weit sind doch die„Rote 5?reuz"-Kolonnen von den Bestrebungen ihres Gründers und des Urhebers der Genfer Kon. vention entfernt usw. Sie erziehen die Menschen zu byzanti nischen Heuchlern, Paradepuppen und hetzen die Arbeiter gegen ihre Klassengcnossen. Dies ist der Geist, der in diesen Kolonnen maßgebend ist, der militäriscke Standpunkt, der da fordert, gegebenenfalls auf Vater und'Mutter zu schießen." Diese Feststellungen behagten dem„Roten Kreuz" durchaus nicht und seine Anhänger laufen deshalb gegen die Arbeiter-Sama, riter Sturm. Sie werden aber kein Glück haben, wenigstens nicht bei den Arbeitern, wenn diese die Wichtigkeit der sofortigen Hilfe leiswng bei Unglücksfällen erkennen und einsehen, daß sie«m „Roten Kreuz" nichts zu suchen haben.— Alle Zuschriften, welche den Kreis betreffen, find an Paul Hackelbusch, Berlin O. 112, Oderftr. 2, zu richten. Zeugengesuch. Die beiden Personen, welche am 21. Oktober in der Schönhauser Allee gesehen haben, wie ein Zettelverteiler von einem Schutzmann aufgeschrieben wurde, werden gebeten, ihre Adresten an LouiS Grützmacher, NW. Perleberger Str. 25, abzugeben... Das Polizeipräsidium teilt mit: In der Nacht zum 26. No- vember d. J.� ist auf dem Dache eines Schuppens, der sich auf dem Rummelplatze Nordpark, einem Müllerstr. 148, Ecke Limburger Straße, belegenen Grundstück, uumittelbär an dem nach der Limburger Straße zu aufgeführten Bretterzaun befindet, eine unbekleidete, in einer Nummer des. Vorwärts" vom 22. 11. eingewickelte neugeborene weibliche Kindesleiche aufgefunden worden. Die Leiche wies äußerlich keine Verletzungen auf. so daß angenommen wurde, daß eine natür- liche Todesursache vorliege und die Leiche nur auf diese Weile ohne Unkosten hat beseitig« werden sollen. Jetzt hat die ge- richiliche Leichenöffnung ergeben, daß das Kind bei der Geburt ge- lebt und an einem Schädelbruch und Blutergüssen in die Hirnhäute gestorben ist und die tödlichen Verletzungen durch schwere, stumpf- wirtende Gewalt, möglicherweise durch einen Schlag auf den Kopf hervorgerufen waren. Da somit ein Verbrechen in Frage kommt, werden seitens der Kriminalpolizei die Ermittelungen eifrig fort- gesetzt und eS werden Angaben, welche mit dem Vorfall in Ver- bindung gebracht werden, insbesondere zur Ermittelung der Mutter führen können, auf dem Polizeipräfidium Berlin, Zimmer 3t5a zu 5344 IV. 55, 11, erbeten. Flugunfall. Gestern nachmittag stürzte beim Neben der Flug- schuler Biermann auf seinem Häfelin- Eindecker ab. Der Apparat überschlug sich und wurde vollständig zertrümmert. Der Flieger erlitt einige Hautabschürfungen. AnS dem Fenster gesprungen. Große Aufregung rief am gestrigen Nachmittag bei den Passanten der U h l a n d st r a ß e in Wilmers- darf ein Selbstmordversuch hervor, dem ein junges Menschenleben zum Opfer fallen dürft«. Bei einer Familie in der Uhlandstr. 79 wohnte seit einigen Tagen die 2öjährige Krankenschwester Marie F. aus Wien. Das junge Mädchen, das bisher in einem Krantenhanse in Wien beschästig« war. hatte dort einen Reichsdeutschen kennen gelernt, mit dem sie sich amd heimlich verlobte. Der junge Mann hatte vor einigen Monaten Stellung in Berlin angenommen und schrieb vor kurzem an seine Braut, daß er Familienverhältnisse wegen an eine Heirat nicht denten könne. Die F. versuchte nun in Berlin sich selbst dem Geliebten zu nähern und am gestrigen Vormittag tam eS zwischen dem Brautpaar zu einer Aussprache, die damit endete, daß das junge Mädchen den VerlobnngSring zurückerhielt. Ihrer Freundin, bei der sie wohnte, erzählte sie uxinend, daß sie nunmehr eine längere Reise anzutreten gedächte. Am Nachmittag bat sie ihre Freundin, sie doch auf einige Stunden allein zu lassen, damit sie sich fasten könne. Als die Gaslireundin gegen 3 Uhr nachmittags an die Tür des jungen Mädchens klopfte, hörte sie noch die Worte:.Leb' wohl Marie", dann wurde drinnen das Fenster geöffnet und bald daraus vernahm die entietzte Frau einen dumpsey Aufprall auf dem Straßenpflaiter. Die junge Krankenschwester war in weißem braut« lichen Gewand aus dem Fenster der dritten Etage auf den Hof hiliabgesprungen, nachdem sie sich vor dem Todessturze die Augen verbunden hatte. Hinzukommende Passanten schafften die noch schwache Lebenszeichen von sich Gebende nach einer nahen Unfall- station, wo der Arzt komplizierte Brüche der beiden Beine, schwere Kopsverletzungen und Rippenbrüche konstatierte. Die Aerniste lvurde in hoffnungslosem Zustande mittels Krankenwagen nach dem Elisabeth« Rrankenhause geschafft. Die böswilligen Alarme der Berliner Feuerwehr nehmen kein Ende. Jnlder vergangenen Nacht wurde sie abermals mehrere Male, um 1 und 2 Uhr, nach der RheinSberger Straße, Rügener Straße 15 und Cboriner Straße 66 usw. alarnnert. Jedesmal traf die Wehr dort einen Trupp junger Burichen und Mädchen an. von denen aber niemand etwas wisien wollte. Wer der Feuerwehr einen Täter nachweist, erhält eine Belohnung von 30 M. Durch die Kcllerdeckc gingen Einbrecher vor, die dem Weiß- waren- und Trilotagengeschäit von Langlotz in der Landsberger Allee 39 zum zweitenmal einen Besuch abstatteten. Bor 5 Wochen drangen dort Diebe in den Laden ein, indem sie die vom Flur nach dem Geichäft führende Tür mit einend Stemmeisen erbrachen. Sie stahlen dann für über 1006 M. Waren und entkamen unbemerkt. In der Nacht zum vergangenen Mittwoch versuchten die Einbrecher abermal» die Flurtllr zu erbrechen, doch fanden sie sie jetzt stark verriegelt und sahen deshalb davon ab. auf diesem Wege in das Geschäft zu gelangen. Als gewerbsmäßige Spitzbuben hatten sie jedoch vorzügliches Einbrecherwertzeug bei sich und kamen deshalb nicht in Verlegenheit. Sie tanielten jetzt im Hofe eine Kellertür auf und stiegen in den Keller. Hier durchbohrten ste die Decke und gelangten so in da» Geschäft. Für diese„schwere Arbeit" ent- schädigten sie sich selbst, indem sie diesmal für ungefähr 4 M. Weitzioaren aller Art wegschleppten. Von den Dieben fehlt auch jetzt jede Spur. Po» einem Kraftwage» überfahre«'und getötet wurde gestern abend die 32 Jahre alte Fabrikarbeiterin Helene Taubitz, die mit Vorort- JVacbncbten. Rixdorf. In den Haare» liegen sich die„Rixdorfer Zeitung' und das .Rixdorfer Tageblatt". Der Grund des Streites der beiden OrtS» blätter dürste in Konkurrenzneid zu suchen sein, vor etwa einer Woche teilte die„Rixdorfer Zeitung' unter der großen Ueberschrift: „Dem Ziele entgegen!" mit, daß seine Auflage 10 850 betrage. Am Schluß der Retlamenotiz heißt eö. daß Verlag und Redaktion des Blattes nicht ruhen wollen, ehe nicht da» ganze Rixdorfer Publikum unter der Fahne der„Rixdorfer Zeitung" vereinigt fei. Das war für das„Rixdorfer Tageblatt", dessen Besitzer der durch den WahlrechtSraub unrühmlich bekannte Stadtverordnete Herr G l a s e m a n n ist, nicht zu ertragen. Am Donnerstag, den 7. Dezember, erschien im„Rixdorfer Tage- blatt"«ine fulminante Erklärung„In eigener Sache!' In derselben klagt der Verlag des Glasemannschen Organs einen Abonnentcnfammler der.Rixdorfer Zeitung" an, daß derselbe die Leser des„Rixdorfer Tageblatt»" dadurch zum Abonnement auf die.Rirdorfer Zeitung" zu bewegen suche, daß er ihnen vorerzählt, beide Blätter würden am 1. Januar zusammen verschmolzen und dann unter einem ge- meinsamen Titel erscheinen. Der Verlag erklärt diese Behauptung natürlich als vollkommen aus der Luft gegriffen. Sowohl der Verleger der„Rixdorfer Zeitung" wie auch der des „Rixdorfer Tageblattes" stellen mit ihren Erklärungen die Abonnenten auf eine harte Geduldsprobe. Letzten EndeS ist der Streit beider Blätter doch nur ein Streit um den Profit. Ein kapitalistisches ZeitungSnnteniehmen ist doch nur darauf berechnet, durch Aufmache» möglichst hoher Abonnentenziffern ein profitables Annoncen« g e f ch S f t zu machen. Der redaktionelle Text ist, weit entfernt davon, ideellen und belehrenden Zwecken zu dienen, nur ein not- wendiges Beiwerk zu den Geschäftsreklamen. Leider begnügen sich noch Taufende von Lesern mit solchem stumpfsinnigen Lesestoff. In ihrem Pharatler unterscheiden sich beide Blätter nicht im geringsten von einander. Daher ist eS sckon eine ungeheuerliche Anmaßung der„Rixdorfer Zeitung", wenn sie sich einbildet, das gesamte Rixdorfer Publitnm unter seine Fahne vereinigen zu wollen ES wäre bedauerlich, wenn die Bevölkerung immer mit einer solchen Lektüre zufrieden wäre. Daß letzteres nickt der Fall ist, beweist allein das erfreuliche Steigen der Abonnentenzahl des.Vorwärts'. der eS in letzter Zeit in Rixdorf auf 1 9 000 Leier gebracht hat. Und daß diese Zahl sich um weitere Tausende vermehren wird, dafür sorgt die unermüdliche SusklärnngSarbeit unserer Genoffen. die durch die aus daS unwissende Leiepublikiim spekulierenden, nur dem Profit nachjageitden ZeitungSverleger nicht wettgeniacht werden kann. Eine Ausstellung empfehlenswerter Bücher nnd künstlerischen WandschuiuckS veranstaltet vom 10.— 23. Dezember in Hoppes Fest- sälen(Inhaber Bartsch). Hermannstr. 49,50, der hiesige BildmigS- und JugendauSschuß. Dieselbe ist täglich geöffnet von 4—9 Uhr. Herzfelde. Tätlich verlebt wurde am Montag abend der auf der Ziegelei von Horneinann beschäftigte Arbeiter Barth von seinein Kollegen Haube. Bei einem Streit schlug H den B. mit der Kuffeetanne an den Kopf, so daß derselbe nach dem Rüdersdorfer Krankenhaus gebracht werden mußte. Dort ist B.. der eine Frau nebst 9 Kindern hinterläßt, verstorben. Eltckegtrag estieS NachtzugeS abgelehnt. Die von der hiesigen Geschäftswelt an die Verwaltung der biesigen Sekundärbahn zwecks Einlcgung eines Nachtzuges gerichtete Petition ist jetzl von der Klein» bahnvcrwaltung abschlägig beschieden worden, angeblich weil die dadurch entstehenden Mehrkosten mit den eventuellen Einnahmen nicht in Einklang zu bringen sind. Die Verwaltung hat jedoch eine kleine Zugveränderrmg im Winterfahrplan eintreten lassen. Der letzte SonntagSzug der Kleinbahn, der bisher 10,44 Uhr von Bahn- Hof Strausberg abfuhr, wird fortan erst um II Uhr 13 Minuten von Strausberg abfahren und um 11 Uhr 35 Minuten auf Bahnhof Herzfelde eintreffen._ Areirettgiöie Gemeinde. Sonntag, den 10. Dezember, vormittags Pappeiallee 15—17, und Rixdors, Mealpassacie: Freiretigtös« ! l e j u n g.— Pormittags 11 Uhr, Kleine Frantsurter Straße 6: "■« von Frl. I Altmann:„Schuldlos Schuldige und moralisch Mit- — Abends 6 Uhr in„Alt-Berlin", Hlmnenstr. 10, Herr :„Freie Gedanken in der Familie und im Staatsieden."—- Herren als Gäste sehr willkommen. nrine Kranken- und Sterbrkasse der Metallarbeiter ben« Hilsskafse 29, Hamburg). Filiale B e r l i n 5. Mitglieder- » Sonnabend, den 9. Dezember, abends S'l, Uhr, bei Hoisinann, RU, Hiid aller Alelt. o,.3 Anklage schiedencr zum Di Ludwig Monaten Gefängnis Monaten davonim Erstklassige Menschen. en der vornehmen Gesellschaft zserten gestern die 'ieSbadener Strafkammer. Wegen ver» n batten sich der wohledle Graf Joseph g-Hauxleden und der frühere Leuwant verantworten. Bäck wurde zu einem Jahr drei ilt, während das Gräflein mit vier Am Donnerstag eines Wagens dritter Friedrichsfeld ein eine Frau schwer un verletzt wurden. gerieten mehrere Wagen B e r h e c i fand durch falsche' st oß zweier Güterzüge hnnnfälle. ten infolge eine? Achsenbniches n Mannheim in den Bahivbof rsonenzugeS drei Wagen, wolber ndere Reisende leicht losion des OelgaSbehälterS In der rumänischen Stadt ickienstellung ei» Zusammen» statt. Die beiden Lokomotiven und eine größere Anzahl Güterwagen wurden völlig zertrümmert. Vom Zugpersonal der beiden Züge wiKSSt� sechsPersonen getötet und sieben schwer verl Sturmwetter Seit einigen Tagen herrscht im Küste ein schweres Unwetter großen Schaden angerichtet hat. Wäh regelmäßige Dienst der Post« und Paffl Häven und Dieppe vollständig«inge� schiedene Unglücksfälle werden der Einfahrt in ben Hafen von Falmv aus Bindestod. Bei der Strandung ww Schiffes und ein Mann der Wellen über Bord gespült. Br Bremer Dampfer„Arminia", der auf den an der englischen an mehreren Stellen er Tage mußte der zwischen New- Auch ver» So strandete bei Sckoner.AgneS" apitän des ng von den Ertrunken. Der strandete, gilt als vollständig verloren. Das Rektmigsboot der Station Braddy konnte in mühevoller Arbeit nach mcfstmaligen Hin« und Herfahrten die ganze Besatzung retten. Ehetragödie auf einem Obstkahn. Eine schreckliche Eifersuchtstragödie spielte sich am Donnerstag- abend gegen 8 Ubr auf einem in Paris auf der Seine liegenden Obstkahn ab. Der Besitzer de» KahnS, der Schiffer Francis Hörbion, kehrte unvermutet in die auf dem Kahne gelegene Wohnung zurück und fand dort feine ihm erst seit kurzer Zeil i t einem der Schiffer scheu beideir Gegner i n s e schwer (rnhauS ge« angetraute Frau im Tete-a-T ungen Matrosen. Zonientbrannt st auf den Liebhaber seiner Frau. ES entspa ein lebhafter Kampf und schließlich fielen.. Wasser. Hörbion ertrank, während verletzt au» dem Wasser gezogen und stt bracht wurde, wo er hofsnungloS daniel Kleine Notizen. B erhaftete Bankdirettorrn. Die beiden kurS geratenen Göltinger Bank-Aktiengesellsd und R e h f e sind wegen Fluchtverl worden.,__ ,Ä Verhängnisvolle Gasexplosion. In der Td�ilfabAk' von Candron in Lille erfolgte diu schwere Gasexplosion»�� �LNen Teil des der m Kon- ( n h a u s e n »�'verhaftet Fabrikgebäudes zerstörte. Die F> Fabrik- direktorS und eine Arbeiterin büßt«! ihr Leben ein. Ein Sittenfkanbal in Franstcich. Die ChalonS sur Sftone haben eine strenge eines SittcnskandalS eingeleitet, ähnlich deinje» Paris aufgedeckt worden ist. Eine Kuppler' unge Mädchen sind verhaftet worden. Verhör mit den Verhafteten ist für verschiedene alte Herren sowie mehrere Ausländer äußchdi lgMömmitliercnd ausgefallen. � ion Unglück rden von WWwegen Kürzlich in e h r ere A angestellte Lnefkatten der Rcdahrt St« larlfttiche Sprechsiunde ftnve» Lindeaktr«»« i — So Urft ulil UadKniaqlti« bt» 7V, UD« von 4� ttt(i Uhr a»r»d» st««. Jever k»r»rn«rictlnstc» ist ein Bu-hstiivt»»d eine Zahl al» Mert»r»iien detjuluge».~- wir» nicht erteilt. A«, ragen, denra teiae«d»n»e»,»uisq»A< werden»ich,»eannvortrt. Sil»»' Frage» trage man t» dt W. G. 17. i.„. 3. Läßt sich nur nach Einsicht In beantworten. 2 Nein— O. B. 64. 1. Ja. Höchitg 2. Dasselbe.— V. N. 50. 1. Der Anwalt kann— al»" — nur mit Ihrer Zuilinimung handeln. 2. Nein.-W olche« Reckt siebt Ihrem M>»'N nicht zu.— 55. 55. Wetz wann, noch den PvPzeipiäsidcnlen. Bei lehlerem könne, i daS Ve, Hallen de« Schlivmann» Beschwerde fnh en.— Lichtersclbe. Nein.— Norden. 1. Die Frau ist nach stinumingen nicht verficht- ungspfl�chtig. 2. Dj« Ratcnzahlunu4 aus den Kaiispreis für das zpiegesspind zu leisten. Zur vlAWUNtz Ersahst ück» iehc» Sie«ine Flist: nach«blaus ders.Ibe» Nagen - P. M. 32. Lodnbeschlagnabme wegen Steuern, die läniMf" «ievlflj.lfat sälli« sind, isi nur mluljig(olreü die LobusorderüW wöchci Illch übersteigt.?>>>n obrem galle anders verfahren, so Sie sich bri der Sleuerdeputatlon und fordern Sie RüD WitternngSüberncht vom«. Dezemder ISll. ktationen _ ß II Ii fr,— Swinemde Hamburg Berlin Franksa M München Wien |§!§. sl Ü 758. SO 7551 S SO 757,5 757»O 759 NW 7K2SZO Wetter 4 wolkig sRcgen 3iu»Uig t«ebel ?N.beI 3 bedeckt »K ä* s" w« 1—1 b 0 8 _ o Etationen Haparanva Petersburg Seilly Aberdee» Parts 767 3 775j£D 751® 750 213 760 SS Wetterprognose für Sonnabend, de« S. Dezember NachlS leichter Froft. �r Mittag ziemlich milde, zeitweise veränderlich bei lebgastcu südlichm Winden; lein« erheblichen N iverltner Detterbi Berliner Credit-Haus fCommandantenstr. 67. Alfcoholfrele Getränke ) Franz Abraham Hsmb. Messins-u.Römertranfc-Kell. N 4, Hchlepolst 9, Fernsp. HI, 7727 fatffh Seiter- uTLimonad.-Fabrik (ilillUl, Thaorstr. 44. T.A.7.8176. Schätze, E., Wft.r-Ir, 1 T. 7, 1 1 1 S5' £* Best« slkodsl- , V- X j trei« ßefränk. Berlin O.SiiinIfB. 4 l ftrbetter-Beklei'dung) _]* Ojr f'' 3W.rl>li»lt. Landbrot- ßroflbioherul 0. Senf, Ndtf. Krug, Wald«tr.4 BunZßl, R. K a is'Friedr.�St. 49 [arl imnieiDn., Buttner, A., Danzigerstr. 96. Schräm mar, II., RieÄLiig. Vettin, H. b™8" Keiner, Otto, GerichtgtraBe 86. UforVon A Müblendamm 3, flCuAul ,n. Kottho«erd»mm82 � Bettfedern a. Betten) Beufeden ron selbätaesehl. Gdasei Mai NaiiMW. Cßpsnidf Möggelheimerstr. 6_ Blumen und Kränze y Dakar Albertu«, Müllerstr. 41. Fr.Alirendt.Eoi!ig.,Keoe Batehofati.tf Blumen-Becker, 0. Frankfurter Allee S. Casper, Charl., Krummestr. 29. !;.l)egar,Ui.\d.>K«i...fripdr.8t.30,Bergst.58 Ktrhftrd Felerh, Prinzen-Allee 30 Paul Gross. Iin«e7ut.690'erwänsb»a») R. Gruner, Kopenhagenerstr. 9. Henken Hlumeahacs, Manieaffelstr. 94. t-tto Hinz, Graunftraße S Alb. Kilse.Wettfnsee.Berliaer Allee 36 EerthaHerhold,C»nne«Sjlv»jlr. 166 Janiszenski. Felix, Eieenbabestr. 7. Alb.Keil,Ch8ribg„Kaisfr-Friedricbst.20 Gl onront Brunnenstr. 63 . LdUl elll Petersborgerslr. 1 1 Gustav Mal, Schönhaus. Allee 177. Menzel, K.Rixdorf.Hermannst 124 H. Penski. Schwedeiistr. 19,Eek Badslr. Ww.Kutschke. Ki. Hermannst.62 Th. Schirbel, N. Stettinerstr. 8. C.Sommer. Wri«gtlst44ABt ff 12066 Aug. Trothe, Wrangelstr. 11. Thtedtke,Rixdorf,HermannBt.g4. Aug. Wandelt, Rixd., Bergstr. 96. C linke, Kovaww.Priedr.- KFriesterst Butter, Eier, Klee 1 Uuiter handlang J. F. Assmann 20 Filialen in Berlin O. OskarBeck OM�aft. Dresdenerat. 97, Blficheratr. 11 Reichenbergerstr. 18 n. westl. Vororte. Vorzugspreise. Buntrock, W. boSÄi. Fisdier, Ernst Friod. GSseke, 7 Fiiiakn. 40 Filialen In Berlin and iseeeeeeeeeeeoeee 1 Gebrödgr Grob| nlen d Vororten 5 August Holtz Kernten, GebrM Wßrther-Str.IS«. Kosmaila, E., 48�»«. Paal Lindaer, Strelitzerstr. 65. BattrrlianillnngFritzMh. Gebräder Manns 18«ix«« Dftailgeschift« Nordstern in Berm!1 NunNo. Schönefeldt, Britz. Chausseest-Bl Schröter, stellen. Scholz, Arthar,Ri, Hermannst. 65 Uh]y& Wollram P.Berliner, Rixd.,Hermann«t.2S0. A.Han;pel,Ri.,ßer«tr.44-45.ReiBigacj Carl Henze, Aadnuslr. 61, Keiaigaag. mmiii Li�rümgu* rBlorb�«��MiB»ijBlorhJ Hermann Lebelt, Hu»»itten»tr.38 Alfred Llor, Wielafatr. 36. LidätoKr Brettshrik 1Ä »Iben Manthey, FalkenBteinatr.37. E. Martin, Gleimatr, 55. Mollweide'a bew. ftädterel tlauHrcbpl I.BnuaeMtrlUibrSt tl.tl Oaalav MSklateph, Hlunoweratr. 2. Baan.InltTlarlii, Küpenick. Karlskarat »- BaätaeaH». R. Heak, frit4ritktt»|e« Tb.NenmaanfOldenburgeratr.Sl. Albin Qnandt, Tilaiteratr. 68. Bäckerei„Nordstern" Inh.: Gast. MOIIer Filialen i. rerachled. St.H.t.llee Albert Pfenslg, GrSUatr. 10. Paul Rlßmana, Turinonitr. s«. Mas Beapleaek, Memelaratr. 65. Conrad Richter Brotfabrik Nicd.-SchöBhaaaon Niederl. In tIL Stadtteil. Berllnt Max Sander, Dunkeratr. 23. fOttoSzUlatÄÄi Scl.ütt,G.ÄS:N0. Slkorakl.fftHeaiae.Heii'rriorffrsir.Il P. Springer r�ÄreVk. Staehr'a Bäckerei, k. Irlflatt 65 Paul Stenael, Baumaohnlenweg. OaataT Taapli«. Primen-Allee 61. Thoma't bew. Bäckerei Acke rstr. Iii. Geriehtatr. 84. E�MTWSnWWhwHmwmmte.lli. Et- Vogi,•••lllantoa iMal.H»iiptge»r.h.Sodangt.l Jos. Wageaknecht, Gl.gaaarat 17 Albert Wiese. Kolonlettr. 34. W.MelsngllliDffim Akt.-Brauer.Potsdam Eig.Kledcrl. Berlin SW, Tempelhofer Ufer. 15 Brandenbarg a.H., FfhrderStT., 3 Spez. Potsd. Stangenbier Vereinigte 48 Pommerscbe ferkaois Meiereien* Fruchtatr. 70, , Eck» Mäiebebergantr £ Coeoo, Chocolada) Altlians,Kr»itar-Il(iBb.,LiDjr I IdA, VJ., Stadtteilen. Ferd Hahn, B«rllarertenborgent7ta Il.Paehlke.gi'bllllngitr.lO, k'iafiliraa. Drogen u. Farben J Adler-Drogerie, O., Müggelstr. 8. Apcth.Paul Frank, StraJsaonstr. 41. Apalb.Llndrnberg.i'irelilt.Slr.TtSort-Wk. Artelt, Kurt, Ri., Routerstr. 43 44 Arnold Nckf., Cbaclbg., I.cibaiialr.. 25 Reluh. Asaiuus, Geriehtatr. 10. Becker, C. Litthaueratr. 6. Gustav Bersng, Weidonweg 80. Berger, B«i. Enmmelsbg., Soontagatr. 8. Rrh Reriiiur Schögbaaser Allt 134», tili. DClOllill, Eagkon.licrIiierSti.46 Sämtl. hy gienische Bedarfsartik. Central-Drogerle, Dnratheiiaerst.31. DomEaIla,wL Falekensteinatr.44. A. Diepow, Tauroggenerstr. 12. IcKopf Mev Kopernikuastr. 17. DMCl l, 1U(1\ Warschauerstr.21. Edlson-Drogerlen. O.-Scböaestlde. Franz Flacher Fraakf. Cbaaaaee 148, Wiaill. flitninilarlikel:: Dlakr. Bedieatag. Friedrich, Paul, O, Gärtnerstr. 29. Germania-Drogerie, Möckenul«3. CermanU-Drog.Spand.Wilhelmatr Alfr. Gotting, FlÄ?" Günther,, jlSvw-Drogcrle'�Slronirt. 57 Giesler, Spand., Scbnnirald ntr. 105. Hanisch, Roh., Boxhag. ChauaslS. Haeberlein, Trepi, Graeü-Booeh�itr. Hansa-DrogerlefN. Raumerst.60. F. Hotop, Ufnan-Drog., UfnaBitr. 6. Kl ahn, H., Ri., Kalisr-FriedrirlntT.f I« Rixdorf, _ j Hermannst.llf. Kottkes Drogerie, Raamsrbolevvsß. Krönings Adler-Drogerie, Raml«r»tr.7. G. Lehrmann, Prinz EugenStr. 6. Hax Merke, O. 34. Ebortystr. 85. Ewald Lachte, WilbelmshavenentT. 20 Luisen Drog., FriedricbBf.BerliBenrt. 88 K3rsd!h8rsämtLbeGrm�r.rtiU Alfr. Marach, Culmatr. 87. Neil«, Felix, Meroeleratr. 16a. Ochmke, F.eiaickeat, FroTiantr. 82 Otto Opitz, Bornholmeratr. lt. Ramiea, Otto, Landabg. Platz 1. Rathaus-Drogerie, Ri. DonaMtr. 24. Arno Reil, Wcberatr. 30. i vorm.Lemcke , Bi.Kiia.Eritdr Str.242 Prinzenstp. 133 Franz ScbSnbsck, Obencbiaeveiäe. Fr Schlnssnusi, Liebaueratr, 23. Schwedenatr.l .Kolonie str. 120. inund Buchloh, Soidineratr. 26, Lief.aämtl. Krankenk. V. II, 2658. Bergat. 5 n.57. , Ei.. Häark. 8(1.35 � Flelacher. u. Wuratw. � HermannTnCrecStT'Setieretrr? Jal. KeiaMlz G1str0Tr" A. Barthmaß, Xarkffn�ndamv 55. WPflHpflr Tegel, Brunowstr. 56 . UtlAÜ!« 5. Fleisch- n. Wvtitmitn. Rieh. Becher» Meraelerstr. 74-75. Behls, Rixdf., Hermannstr. 13. BlBmlein, J., Rixd., Mareschstr. 14/16. A. Büzer, Rödersdor ferstr. 32. August BirnstelnDxinkerstr.TG. Kaiserin Angusta Allee 9. Wilhelm Behr Wnrstfabrik, Speck- nnd Schlnkcnsaizerel. Bcrlin-SchSneberg,KoloiaeB»t67-58 Beate nnd billigate Bezug»- qneila 1. Wiederverkäufer. iragrock, A., ManteüfTetstrnBT P. Buckwitz Rigaerstr. 106. Spei.-Gesch. f. Fieisch-u. W uratw. Anton Bnchbeim, Allenteiiatalr. II. A. Beutele, Thaerstr. 21. Darge, O., Finowstr. 6. 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Fahrer und Mit- hahrer der Bcreinsbrauerei„Teutonia" 1382 5,70. 1403 9,45. Transport- «brtier Konlum- Genosfenfchast Lichtenberg 1405 17,25. 1406 6,65. 1421 Lichtbildervortrag d. Gefchäftsd. v. d. Kaus- u. Warenhäusern am 19. No- veniber 5 35. 1275 Betrieb Stowe, Mehlhandlung 5,80. Müllabsuhr Wirt- schastsgenosscnschast 1278 Depot Schöneberg 23,50. 1279 Depot Mühlen- straße 23,35. 1230 Depot Greifswalderstraße 14,65. 1283 Müllabsuhr Degen u. Co. 9,—. 1289 Kohlenplatz Schneidemühl, Ouitzowstraße 4.20. 1301 Bon Frau Jahn 4,40. 1317 Poppe u. Wirth, Gefchästsdiener.9.90. 1319 Oppenheim. Stostbranche 8,80. 1344 Wäschckutfch. der Firma Wagner 6,65. 1352 Metzdors u. Sohn, GeschästSkutscher 8,75. 1356 Bergmann u. Franz Nächst., Lagerarbeiter 8,50. 1308 Fahrer u. Schaffner der Großen Berliner Straßenbahn 14,40. 1380 gahrpersonal der Schulthciß-Brauerei. Abteilung IV 9.25. C. F. Heyde, Chemikalien 1336 11,30. 1397 2,20. Peel u. Cloppenburg. Gefchästsdiener 1408 10,—. 1846 4,85. 1295 Möbeltransportarbeiter Bartz u. Co., Kaiserstraße 10,—. 1276 Städtische Lagerhalle 6,15. Arbeiter der Firma Valentin u. Co., Münzstraße 1343 6,85. 1349 2,50. Summa 391.30. Sausdruckerei der A. E.-G. 4,90.„Vorwärts"- Buchhandlung 23,30. 2598 Buchdruckcrei A. Topp 2,20. 2628.Berliner Börsenzcitung" 15,95. 2630 Ullstein, Abt.: Schnellpressen 9,10. 2685 Buchdruckerei Gebr. Grunert, 2. Rate 3,80. Finna Kurtz 10,00. Berliner Galvanoplastische Anstalt 6,80. Tischlerei Schönwetter 7,—. .Norddeutsche". Abt. Reichstag 7,50. Th. B. 88 3,20. Polierer bei Bredow u. Co. 6,—. Verband der Kürschner aus folgenden Liften: Mützen- sabrikcn Schcbeler 1175 6,65, Rosenbaum u. Klein 1179 3,85, F. Richter 1180 4,—, Maüruschat 1181 10,15, Lachmann u. PinkuS 1182 6,60, Kranich 1183 5,00, A. Winter 1260 8,05, Harte 1187 1,75, Grünwald 1191 4,30, Fricdland 1197 5,05, Böhm 1200 4,95, Abert u. Tunka 1201 3,—. Pelz- warenfabriken H. Wolj 1202 7,35, F. Singer 1215 24,30. Paul Prositlich u. Co. 1221 16,—, Kundt 1230 10,60, Jacoby 1232 10,25. Hu- richterei Hondscha u. Wodrich 1235 8,50. Pclzwarensabriken Gerson lGrün- bäum) 1241 15,30, Elbcrt 1244 7,75. Mützensabrik H. Startmann 1245 14.85. PclzwarensabrUen Dreiblatt 1246 10,—, Bartkowskh 1247 4,25, Busch 1248 6,25, Behrendt 1250 7,65, Blumcnthal 1252 14,05. Mützen- sabrilen G. A. Hoffmann 1253 17,10, 1254 5,95, 1256 7,60, A. Grothehenn 1258 11,25, A. Gärmer 1259 12,15. Pelzwarensabrik Mayer u. Co. 1263 15,50. Mützensabriken Kahlbow 1266 7,25, Ch. Haug 1267 4,40. Pelz- Warenfabrik 21. Wolfs 1268 11,80. Mützensabriken A. Winter 1269 14,20, M. Gärtner 3371 11,20. Zurichteret Hondscha u. Wodrich 3374 8,—. Mützensabrik Maurtschat 3375 2,70. Pelzwarensabrik Gerson(Grünbaum) 3379 7,65. Mützensabrik A. Grothehenn 3388 12,85. Summa 370,05.— Verband der Gememdearbeiter, 2. Rate auf folgende Listen: 732 Haupt- bureau 26,—, 855 Ortsbureau 15,50. Gasanstalt Danziger Straße 506 4,—, 616 1 85 617 5,70, 656 2,50. 763 Gasanstalt Gitschincr Straße 9.85 Gas- ansialt Müllerstraße 635 7,85, 638 4,35, 639 4,90, 657 0,60. Gasanstalt Schmargendorf 640 4,65, 685 11,95, 718 7,20, 722 13,40, 734 1.80, 735 5 10, 736 8,55. Gasanstatt Tegel 660 3,30. 661 10,—, 662 6,25. 663 3,10, 667 11,80, 668 5,—, 669 5,90. Revicrtnspektwnen 646 4,25, 647 7 15, 680 4,30, 693 4,70, 694 5,35. Kanalisation 61W0.40, 643 4,80, 673 3' 30 703 14,40, 724 6,50. 619 Bauverwaltung 2,25. 555 Wasserwerk Kerlin 7,50. Wasserwerk Tegel 675 4,05, 677 8,35. 787 Wasserwerk Westend 10,—. Englische Gasanstalten 704 2,85, 706 2,30, 707 0,80, 738 3 20. Straßenreinigung 514 4,10, 594 2,10, 598 6,20, 622 5,50, K->Z 5 65, 624 10,35, 625 3,45, 644 6,60, 645 4,30, 678 5,45, 679 4,90, Schlacht- und Viehhos 516 9,30. 556 3,45. Badeanstalten 540 17,55. 584 2 00. 712 2,50. Parkverwaltung 633 4;40. Steinplätze 634 3,35. Schul- Heizer 568 4,50. Charlottenburg 698 12,40. 700 3,40. 701 4,50. 702 4,50. 740 1,10. 741 4,70. 742 4,20. 748 1,90. 752 7,60. 753 2,10. 757 1,90. 760 0 60 853 1,35. Lichtenberg 543 7,05. 548 10,10. Reinickendorf 653 330'Rirdors 795 4,10. 800 6,—. Schöneberg 713 1,25. 714 11,20. 715 1 60 716 2,10. 717 12,45. 728 4,40. Summa 497,90.— 27 Graveure bei Thiele u. Co. 11.—. Tischlerei Alsrr Wilhelm 15,00. Galvanoplastik 7,35. Tischlerei Zimmermann u. Heinke 5,05. Tischlerei Thomas 3ch0. 2658 Buchdruckerei Karl Kühn u. Sühne 6,90. Tischlerei A. G. Schneider 15.—. Von Bäckern der Konsumgenossenschast. 2. Rat« 17.50. Zrtanzspend e-Ueb er- schuß von Heim u. Co. 13,25. 2623 Buchdrucker»«imeon 8.45. 2670)71 Setzern deS Berliner Adreßbuchs 24,15. Tasch-nwerkstell« I. Demuth 5.-. Verband der Glaser, Zahlstell« Berlin, aus Listen 47,50. Verband der Sattler und Porteseuillcr, Ortsverwaltung Berlin, aus Listen 78.5o. Verband der Glasarbeiter. Sektion 2(Glasschleiser) a konto aus Listen 126,30. Firma E. Schmidt 2,—. 2906 Museumbau durch Marttn 7,20. Verband der Schuhmacher. Zahlstelle Strausberg 26—. Verband der Kupserschmiede, Filiale Berlin 100,—. 3263 Waschesabrik Cohn u Samuel 8,40. 2631 Druckerei Braunbeck«. Gutenberg 20,-. Verband der Stukkateure, Filiale Berlin 1000,-. Firma Froschke u Co. 5—. Firma L. Figner 7,75. Gießerei Schwidlinskt 10,—. Autosuhrer bei Girke 11,55. Gewerkschaft der Bauarbeiter, Zahlstelle Helgoland 47,90. Verband der Hutmacher, Ortsverwaltung Berlin. 2. Rate 200,—. In Summa 3225,55 M. Bisher sind veröffentlicht 10667,51 M. Dazu kommen 3225,55 M. In Summa 13 892,06 M. Gelder, welche per Post eingesandt werden, find an A. Körsten, gy. 16, Engelufer 15 I. zu senden. Alle Sammlungen sind sofort aus unserem Bureau, Engelufer 15 l, Zimmer 23, in den Wochen« tagen vormittags von 9— 12'/z Uhr und nachmittags von 4— 7VzUhr oder in den Bureaus ihrer Gewerkschaft abzuliefern. Die Liste 1567 ist verloren gegangen und ist beim Vorzeigen [ anzuhalten. Der Ausschuß der Gewerkschaftskommisfion für Berlin und Umgegend Ger ichte-Zeitung Haftpflicht für einen Unfall im Warenhause. Eine wichtige Entscheidung hat am Donnerstag des Reichsgericht aus Anlah einer Schadenersatzklage gefällt, die gegen das Warenhaus Jandorf«. Co. zu Berlin erhoben worden ist. Die Klägerin kam am 24. September 1999 mit einem zwei Jahre alten Kinde in das Jandorfsche Warenhaus, um einen Linoleumteppich zu kaufen. Der Verkäufer stellte einige Linoleum- rollen zur Seite. Plötzlich fiel eine der Rollen um, streifte die Frau und warf das'Kind zu Boden. Infolge dieses Vorgangs will die Klägerin einen Nervenchok erlitten haben, weil sie durch die Angst um daS. Leben ihres Kindes in großen Schrecken ver- setzt worden sei. Sie hat deshalb Ansprüche auf Zahlung einer lebenslänglichen Rente geltend gemacht. Das Landgericht Berlin wies die Klägerin mit ihren An- sprüchen ab. Dagegen hat das Kammergericht zu Berlin die be. klagte Firma verurteilt. In seinen Entscheidungsgründen legt daS Kammergericht dar, daß abgesehen von der Hastpflicht der Beklagten nach den ZZ 823 und 831 des Bürgerlichen Gesetzbuchs ein Bertragsverhältnis zwischen der Frcu und dem Warenhaus zustande gekommen sei? deshalb hafte die beklagte Firma für das Verschulden ihres Verkäufers wie für eigenes Verschulden. Ein Verschulden des Verkäufers sieht das Kammergericht in der, Unvor- fichtigkeit, mft der er die großen Rollen seitswärtS gestellt hat, ohne darauf zu achten, daß die Frau mit dem Kinde den ihr an- gebotenen seitwärts stehenden Stuhl nicht benutzt hatte. Er- fahrungsgemäß dränge sich der Kauflustige immer gern an den Stand der Ware, um möglichst auf das gewünschte Kaufobjekt hinzuweisen. Ein gewiflenhafter Verkäufer hätte BorsichtSmaß- regeln getroffen und zum mindesten für einen genügenden Stütz- Punkt der Teppichrolle gesorgt. Aus dem Verschulden des An- gestellten ergibt sich auf Grund deS§ 278 des Bürgerlichen Gesetz- buchs die Haftpflicht des beklagten Warenhauses. Di« von der beklagten Firma gegen dieses Urteil eingelegte Revision ist vom Reichsgericht zurückgewiesen worden; somit ist das Urteil des KammergertchtS bestätigt. Wegen Gotteslästerung hatte sich gestern vor der 19. Strafkammer des Landgerichts I der Redakteur deS LokalistenorganS„Die Einigkeit" zu verant- Worten. Der Artikel, der schon 1898 in der Zeitschrift„Der arme Teufel" erschienen war, ist von der„Einigkeit" am 24. Dezember 1919 abgedruckt worden. Er trägt die Ueberschrist„Eine Weih- nochtSprrdigt" und behandelt die biblische Erzählung von der Geburt Jesu in derb realistischer Weise, liest den Reichen den Text, die nicht im Sinne der Lehren des NazarenerS handeln und bezeichnet sie als Lügner und Heuchler. Zum Schluß heißt es. die Sehnsucht der Völker habe das Märchen vom Jesuskinde erdichtet, denn schon von zwei Jahrtausenden hätten die Sklaven im römischen Weltreich geahnt, daß aus der Tiefe der Menschheit der Gedanke der sozialen Revolution kommen werde. Ein Prole- tarier müsse der Volkserlöser sein. Der Staat werde ihn ans Kreuz schlagen unter dem Jubel des Pöbels, der Priester und der Reichen. Aber töten kann er ihn nicht, den Jesus der sozialen Revolution. Eine Wendung des Artikels, der sich darauf bezieht, daß die Mutter Jesu zur Zeit seiner Geburt nicht verheiratet war und daß die heutigen Christen die unehelichen Mütter mit Verachtung behandeln, gab den Anlaß zu der Anklage wegen Gotteslästerung. Die Verhandlung fand auf Antrag deS Staatsanwalts, dem der Verteidiger Rechtsanwalt Dr. Heinemann widersprach, nntrr Ausschluß der Oeffentlichkeit statt. Als einziger Zeuge war Oberstleutnant a. D. Voller des Baqres erschienen. Es ist nicht anzunehmen, daß dieser Herr zu den Lesern der„Einigkeit" gehört. Aber wie in diesem Falle, so ist er schon öfter als Zeuge vor Gericht aufgetreten, wenn bei An- klagen wegen Religionsvergehen die Staatsanwaltschaft den Räch- weis zu führen hatte, daß die betreffende Aeußerung Aeryerms erregt hat. Auch in diesem Falle hat Voller des Barres das vorschriftsmäßige Aergernis genommen.— Als Sachverständiger hatte die Verteidigung den Prediger Siems von der BarthoLomäus- kirche in Charlottenburg geladen. Wie wir erfahren, hat der Sachverständige zwar die Art, wie der Artikel die Gebirct Jesu darstellt, als durchaus ungehörig und unpassend bezeichnet, aber eine Gotteslästerung konnte er nicht darin finden.— Trotzdem beantragte der Staatsanwalt, der sich wohl in religiösen Fragen für sachverständiger halten mochte wie ein berufener Diener der Kirche, eine Gefängnisstrafe von sieben Monaten.— Rechtsanwalt Dr. Heinemann beantragte, gestützt auf das Gutachten des Sach- verständigen, sowie auf juristische und logische Gründe die Frei- sprechung des Angeklagten. Die öffentlich verkündete Urteilsbegründung sagt im Wesens lichen: Der Verfasser des Artikels spielt sich als Prediger auf, der seine Zuhörer anredet: Geliebte Unandächtige vn dem Herrn, den ihr noch gar nicht kennt. Dann fährt er fort: Heut wird es mir vielleicht gelingen, auch andächtig zu machen, denn ich werde euch eine Predigt halten, wie ihr sie noch nicht gehört habt. Nicht eine Straf- und Bußpredigt will ich halten, sondern ich werde euch eine Geschichte erzählen, die ihr schon hundertmal gehört habt und doch nicht recht.— Dann folgt die Erzählung der Geburt Jesu, die der Verfasser in roher und niederträchtiger Weise her- untersetzt. Er spricht von der allerhöchsten Niederkunst im Stalle, von der unehelichen Geburt Jesu und von dem sehr erstaunten unehelichen Vater. Weiter sagt der Verfasser, die heutigen Christtnnen würden in einem solchen Falle die Wöchnerin schwer- lich besuchen, sondern die Sache mit einer moralischen Bemerkung abtun. Die Heiligkeit der Ehe könne angesichts eines so schlechten Beispiels nicht aufrechterhalten werden. Dann sagt der Ver- fasser: Wenn ihr, liebe Zuhörer, glaubt, �esus habe euch erlöst, dann lügt ihr. Meines Erachtens ist die ganze Geschichte vom Jesuskinde nur ein Märchen, ein Symbol dafür, daß der Gedanke der sozialen Revolution aus der Tiefe der Menschheit geboren wird.— Der Verfasser kritisiert also die Vorgänge� die in der Bibel dargestellt werden und zwar so, daß jeder zu der Meinung kommt, die Vorgänge können sich nicht so abgespielt haben, lvie sie die Bibel darstellt. Gott und die Geburt Christi werden in roher und niederträchtiger Weise behandelt, also hat sich der An- geklagte der Gotteslästerung und der Beschimpfung einer Ein- richtung der christlichen Kirche, nämlich der Verehrung Jesu, schuldig gemacht. Das Gericht hat den Angeklagten zu neun Monaten Gefängnis verurteilt. Maßlose Unanständigkeit. Als maßlose Unanständigkeit bezeichnete die Kammer 1 deS Berliner Kaufmannsgerichts das Auftreten, des Beklagten in folgender Sache. Der bei dem Delikatessenhändler Erbe beschäftigt gewesene Handlungsgehilfe Hartmann war aus seiner Stellung ohne Kündigung ausgetreten, weil er von seinem Chef fortgesetzt beleidigt worden war. Auf seine Klage wegen des Restgehalts hatte das Kaufmannsgericht über die Angelegenheit zu befinden. Im Termin trat folgender Sachverhalt zutage. Durch die Dienst« boten der Mutter des Beklagten hatte Kläger davon Nachricht er- halten, daß dieser ihn in einem Briefe an seine Mutter wiederholt einen Lümmel genannt hatte. DaS dem Personal des E. gelieferte Essen war wiederholt ungenießbar, zuweilen gab es sogar stinkiges Fleisch, das im Geschäft nicht verkaust werden konnte. Wegen dieser Dinge glaubte der junge Mann dem Chef Vorhaltungen inachem zu sollen, er wurde dabei jedoch in Gegenwart fremder Personen vom Chef in gröblichster Weise beschimpft. Unter an- dercm wurde ihm seine Herkunst lex stammt aus einem kleinen Ort in Schlesien), ebenso der unnatürliche Tod seines Vaters vor- geworfen, so daß er sich schämen mußte, der Kundschaft ferner gegenüberzutreten. Die einzige Entgegnung des Beklagten auf diese Behauptungen ist:„Die verlogenen Dienstboten meiner Mutter haben dem Kläger nur deshalb Kenntnis von den in dem Briefe enthaltenen Beleidigungen gegeben, um ihn zum Stehlen zu veranlassen." Die Behauptung, daß Kläger sich zum Stehlen von Ware bereit erklärt hatte, kann vom Beklagten nicht bewiesen werden, sie ist nach Ansicht des Gerichts auch dadurch widerlegt, daß Kläger sofort aus dem Geschäft austrat. Den Austritt hält das Gericht wegen der groben Beleidigungen, die dem Kläger zu- gefügt wurden, für gerechtfertigt. Trotzdem ermahnt es die Par- tcien, sich zu vergleichen und schlägt vor. daß Beklagter an den Kläger 199 M. zahlen soll. Nachdem die Parteien diesen Vorschlag akzeptiert haben, erhebt der Kläger die nachträgliche Forderung, daß ihm ein anderes Zeugnis gegeben werde, da er mit dem bis- herigen keine neue Stellung finden kann. In das Zeugnis hat Beklagter folgenden Satz hineingeschrieben:„Ueber seine Uuehr- lichkeit ist mir nichts bekannt." Das Gericht rügt diese Ausdrucks« weise in scharfer Form. Beklagter behauptet jedoch unter einer wegwerfenden Geste:„Der ist ja doch bloß gegangen, weil ihm der Boden unter den Füßen zu heiß wurde!" Diese Beleidigung dos Klägers wird namentlich von den Arbeitgebcrbeisitzeri, als eine maßlose Unanständigkeit bezeichnet. Beide geben dem Vorsitzenden zu verstehen, daß es ihnen leid tut, dem Kläger zur Annahme des Vergleichs geraten zu haben. Da an diesem Faktum jedoch nichts mehr geändert werden kann, geben sie dem Kläger den dringenden 3iat, den Herrn Erbe wegen gröblicher Beleidigung zu verklagen. Schließlich erklärt der Beklagte sich bereit, dem Kläger ein neues Zeugnis auszustellen, in dem dessen Führung und seine Leistungen als gut bezeichnet werden. lfctiges Angebot für die Leser des Jorwärtsw. *.;... m I'• I :| UfiR-AuTUi■.% £»r*w|i OroDlexikon-Format. Hochfeiner Einband. Alle Leser des„Vorwärts" erhalteniarrS;der Vor" 6 große illustrierte frachtwerke in hochelegantem Einband mit Goldprägung. ; Jedes Werk ist auch einzeln erhältlich. i Während ähnliche Werke zu ganz hohen Preisen verkauft werden, liefern wir diese als Angebot für unsere Leser pro Band für nur 3,50 Mark. Illustrierte Weltgeschichte von 0. Mertens. 790 Seiten Text mit über 600 Text-Illustrationen, 1 farbigenTitel- bild und 6 farbigen Tafelbildern. IlIustrierteKunstgeschichte von Johannes Emmer. 790 Seit. Text mit 700 Text-Illnatr., 19 Vollbild., 8 färb. Tafeln. 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Berlin Dr. 288. 28. Zahrz. Knlizc Ks.Fmiick"> AUW» flr SßU s. Deztlkber 19!l. Die 49. Delegiertkvvtrsammluvg der KöhitS' Berlin, 8. Dezember 1811. Es ist ein Antrag des Zentralausschusses eingegangen, der nach der Ablehnung des Antrages b, der einen festbesoldeten Prä, fidenten forderte, dem jeweiligen Präsidenten eine Dienstauf- Wandsentschädigung zubilligt, deren Höhe vom Jen- tralaus schütz festzusetzen sein würde. Gegen diesen Antrag wendet sich Adolf Winds-Leipzig, der eine Erklärung verliest, in der 27 Delegierte(die meist den Hoftheaiern angehören) gegen jede weitere Be Handlung der Be soldungsfrage als unzulässig protestieren. Präsident Nissen ist der Ansicht, datz so lange das Resultat der Abstimmung über den Antrag 5 noch nicht offiziell mitgeteilt sei, die Stellung eines Neuantrages zu demselben zulässig sei. Ilm aber nicht mit der Debatte ins Uferlose zu geraten, erklärt er den Antrag 5 für abgelehnt. Max Laurence macht nochmals einen Vermiitelungsvorschlag, der sich mit dem Antrag des Zentral ausschuffes deckt. Stimmen Sie zu, datz der Zentralausschutz in jedem Jahre eine bestimmte Entschädigung für den je- weiligcn Präsidenten festsetze.' Damit erreichen wir, datz einmal unser Präsident materiell sichergestellt wird und andererseits wir jedesmal in der Lage sind, die Entschädigung den Verdiensten des Präsidenten entsprechen� zu fixieren. Wenn Sie nun einmal schwere Bedenken gegen einen f e st besoldeten Präsidenten haben dann werden Sie diesen Kompromitzvorschlag gewitz akzeptieren können. Erich Ziegel- Berlin beantragt namentliche Abstim- mung. Präsident Nissen: Wir schreiten zur Abstimmung über den Antrag Laurence, der den Zentralausschutz ermächtigt, für den Präsidenten eine Dienstaufwandsentschädigung festzusetzen. In diesem Momente erheben sich etwa 38 Delegierte, meist An- gehörige der Hoftheater, und verlassen unter Führung von AdoP Winds ihre Plätze, um am Ausgange des Saales das Resultat der Llbstimmung abzuwarten. Winter, Königliches Schauspielhaus: Wir wollen auf diese Weise erneut gegen die Vergewaltigung pro- testieren!(Ironische Bravorufe auf der linken Seite. Rickelt ruft überlaut Bravo!) Der Antrag wird mit 187 gegen 8 Stimmen angenommen; der Präsident erhält also künftig eine vom Zentralausschutz festzusetzende Entsckädigung für seine Geschäftsführung.(Zurufe: Nur 8 Stim- mcn dagegen?— Nissen: Ja. Die Herren waren ja alle noch cm Saal und hätten ruhig abstimmen können! Gelächter.) Di« oppo sitionellcn Delegierten begeben sich auf ihre Plätze zurück und die Telegiertenversammlung tritt in die Wahl des Präsidenten ein. Nissen gibt den Vorsitz an Paul ab. Die Wahl erfolgt durch Abgabe, von Stimmzetteln und ergibt die Wiederwahl NissenS, die von der Mehrheit mit langanhal- tcnden Bravorufen begrützt wird. Nissen erhielt 182, Emanuel Reicher 87 und Jetzner-Hamburg 1 Stimme.(Jetzner: Ich war's nichl! Heiterkeit.) Die Wiederwahl des Vizepräsidenten Paul vollzieht sich glatt Nachdem noch die Wahlen zur Pensionsanstalt erledigt worden sind, wird auf Antrag Dr. K a s e r- Stuttgart eine Kommission eingesetzt, welche die Aenderung der Statuten vorbereiten soll. Sodann kommt der Antrag auf Fusionierung mit dem österreichischen Bühnenverein zur Behandlung. Wie der Präsident mitteilt, bestehen Differenzen über die Höhe der Quoten, die beide Organisationen zu leisten haben. Der Vorsitzende des österreichischen Bühnenvereins, Prof. Stoll, sagt die Bei- legung dieser Differenzen zu. Ein Antrag des Zentralausschusses fordert für den Zentral� «usschutz das Recht „alle Beamte der Genossenschaft(einschliehlich dcS Schriftleiters des amtlichen Organs) anzustellen und zu kündigen, und Mitglieder aus sch liehen zu dür. fen. die sich eines ehrlosen Verhaltens schuldig machen oder die Interessen der Genossenschaft schädigen". Der Antrag wird gegen 2 Stimmen angenommen. Präsident Nissen kommt noch einmal auf den Ehrenrat zu sprechen, den er nicht so zusammengesetzt gefunden hat, wie er ihn sich gedacht habe, als ein Areopag von weisen Greisen, die in einem langen Leben gelernt hohen, sicher und matzvoll zu urteilen. Jetzner, Winds und Gemünd leisten daraufhin auf ihre Remter Verzicht, um solchen Männern Platz zu machen. Auf Antrag Nissen wurden Scheidemantel, Dr. Käser und Holthaus in den Ehrenrat gewählt. Unter lebhafter Zustimmung der Versammlung macht Gustav Rickelt den Vorschlag, in Kürze eine autzerordentliche Generalver- sammlung einzuberufen, um die positive Arbeit erledigen zu können, die unter den unseligen Debatten, die viel schöne Stunden stahlen, gelitten hat. R i ck e l t spricht sodann zu dem Antrag der Zehnerkommission auf Schaffung von Bezirksverbänden. Datz unsere Genossenschaft straffer organisiert werden mutz, darüber sind wir uns wohl alle einig. Herr Winter sprach von der Sphäre der Maurer, in die wir geraten würden, wenn wir auf dem betretenen Wege weiter gehen würden. Da kann ich auf meinen Chef, Dr. Brahm der selber dem Bühnenverein angehört und in einer Generalver- sammlung dieses Vereins eine Lanze für die gewerkschaftliche OrJ gan-isation gebrochen hat und nicht begreifen konnte, warum man dem Schauspieler verwehren wollte, was dem Arbeiter längst zu- gebilligt wird, verweisen. Wir sind eine Organisation von Arbeit- nehmcrn und darüber hat Brahm. der mir kürzlich noch gesagt hat. datz er die Bestrebungen der Genossenschaft billige, dafür hat Brahm damals Worte gefunden, wie ich als radjkal verschriener Mensck» sie nicht schärfer hätte finden können. Und weiter hat der frühere Intendant von Karlsruhe vom Bühnenverein vor nicht langer Zeit behauptet, datz ein Geist im Bühnenverein herrsche, der vom Flügelschlag der Zeit nichts verspüren lasse. Nun, mein« Herren, einer solchen Arbeitgeberorganisation gegenüber mutz man vorsichtig sein, und das tut man am besten, indem man— gerade nach dem Vorbild der Leute vom Bühnenverein, die vortrefflich zusammen- halten— sich so straff wie möglich organisiert. Der Redner macht Mitteilung von einem Kontraktbruchfall, der die Versammlung in belle Entrüstungsrufe ausbrechen lätz» Danach hätte der bekannte Direktor Hag in einen Sänger erst in den Kontraktbruch hinein- getrieben und seitdem unerbittlich verfolgt, so datz der Mann, der Familienvater ist, kein Engagement mehr bekommen hat und dem Elend ausgeliefert ist. Es handelt sich um den Sänger Lorch. mann, dessen Kontrakt mit dem Charlotte nlmrger Opernhaus gelöst mutzte, weil der Bühnenverein Herrn H a g i n bei- steht. Rukelt warnt davor, bei Konflikten wirtschaftlicher Natur sich von-Lentiments leiten zu lassen. Machen wir einen Frieden mit dem Buhnenvcrein. einen Frieden, aus den wir nur eingehen, um Ruhe zu haben, dann wird man uns zwar bald Arm in Arm mit dem Bühnenverein im Garten wandeln sehen können. Da wird er uns die schönen roten Aepfel zeigen— und nachher hingehen und sie selber pflücken!(Sollende Heiterkeit.) Organisieren wir uns besser, um unseren wirtschaftlich schwächeren Kameraden bei- stehen zu können! Das ist zugleich praktisches Christentum!(Grosser Beifall.) Bezirksvorstände können grotzzügiger arbeiten als die Lokalvcroände. können auf die Lokalverbände einwirken, sie sind in ihrer Arbeit dem Lokalmilicu entrückt und werden der Genossen- schafl sicher die wertvollsten Dienste leisten, nicht nur im Kampfe gegen die Direktoren, sondern auch gegen die unsauberen Elemente- in unseren Reihen, da ihnen die AuskunftSerteilung über die Mit- glieder obliegen wird. Ein Lump hat nicht, was wir in erster Lmie von unseren Mitgliedern verlangen muffen, nämlich Beruf»- treue, und wer die nicht hat, mutz heraus! Die Gegner werden uns leichter Zugeständnisse machen können, wenn sie sehen, wie wir unsere eigenen Reihen reinhalten. Vivat, creocat, floreat der Be- «irksverbandl(Stürmischer Beifall und anhaltendes Hände- klatschen.) Der Antrag wird einstimmig angenommen. Mit RickeltS Rede ist der Bann gebrochen und die Diskussion Wird von nun wieder in jenem Tone geführt, der besser von Anfang an geherrscht hätte. Eue der frauenbeicvegung. Lloyd George über das Fraucn�timmrecht. Der englische Schatzkanzler, wohl der machtvollste Redner unter allen, die heute auf Ministerstühlen sitzen, hat mit seiner vor kurzem in Bath gehaltenen Rede zur Wahlrechtsfrage einen Teil dessen wieder gutgemacht, was er mit seinen ftiedenSgcfährlichen Worten vom 21. Juli an den Kulturaufgaben der Welt gesündigt hat. Selten noch hat ein bürgerlicher Politiker sich mit solch entschiedenen und warmen Worten über die Gleichberechtigung der Frau ausgesprochen. Zwar das Gebaren der tollgewordenen Stimmrechts- flauen lehnte er wieder entschieden ab und zeigte sogar, datz es sich in dieser Pewcgung, die nur einem bevorzugten Teil der Frauen das Stimmrecht geben will und alle ihre Angriffe immer nur gegen liberale, selbst stimmrechtsfrcundlichc, nie aber selbst gegen die reaktionärsten unionistischen Politiker richte, offenbar nur um eine konservative Mache handle. Demgegenüber bekannte L. George sich mit aller Schärfe zum allgemeinen und gleichen Wahlrecht, mit Beseitigung jedes Mehrstimmenrechts, für beide Geschlechter. Wer dem Weib nicht die menschliche Seele absprechen wolle, werde ihm auch die politische Gleichberechtigung nicht verweigern können. Die Gesetze berührten die Frau ebenso wie den Mann, manche gar in weit höherem Matze. Der mildere Charakter der Frau habe die Menschlichkeit gerettet in den Zeitaltern, die vom Jammer der Gemarterten erfüllt waren. Heute aber, wo die Gesetzgebung sich geändert habe, der Geist der Milde, den früher nur die Frauen vertraten, auch in die Regierungen eingedrungen sei, habe die Frau Anspruch auf mindestens gleichen Anteil an diesem Siege.„Rc- gierung ist heute, in Zielen und Leistungen, etwas ganz anderes als vor 188 Jahren. Sie kümmert sich heute um die Fragen, deren Lösung man in früherer Zeit den einzelnen überlieh. Betrachtet die grossen Gesctzgcbungsfragen der letzten Jahre: Erziehung, Kinderfürsorge, Wohnungsfrage, Alters- und Krankcnversorgung, 'Nüchternheit, Krankheitsverhütung. Sobald ich mich mit der So- zialversicherung befatzte, fand ich mich vor zwei Arien Fragen, die Frauen allein angehen und über die weibliche?lb geordnete am besten hätten urteilen können: Versicherung der Ehefrauen, Mutter- schütz, Säuglingspflege, Behandlung tuberkulöser Kinder und Be- Handlung der KrankhciiSursachcn, der schlechten WöhuungSzustände, ber ungleichmäßigen Kinderernährung. Wer kann da mit der halben Sachkunde sprecken wie' Frauen? Und doch hatten sie keine Stimme. Die Fragen betrafen ihre Interessen, ihr Heim, ihr Leben— und sie hatten kein Recht, wirksam ein Wort dazu zu sagen." Treffend war der Hinweis auf die Bedeutung des Frauen stimm.rechts zur Abwehr der Zollpolitik,„die direkt an den Schrank geht und von jedem Laib Brot abknabbert". Auf der konservativen Konferenz in Lceds habe man sich gegen dieses Recht entschieden. Warum? Ein Redner hatte gesagt:„Wenn ihr den Frauen Stimmrecht gebt, könnt ihr die Brotbesteuerung nicht durch- setzen." Packend war die Stellungnahme zum Wohnun-gSpro- b le m:„Das WöhnungSelend bedeutet das Leiden der Frau. Wohnhöhlen sind oft eine Strafe für den Mann— aber für die Frau ein Märthrertum. Jede? Tier hat die Kraft, seine Jungen zu verteidigen. Warum sollen Frauen nicht die Möglichkeit haben, das Land von diesem faulen Dunst zu befreien? Gebt ihr eine Stimme, gebt ihr daö Recht, die Gesetze mitzumachen und mitzu- vollstrecken, die nicht nur ihr Leben angehen, sondern, was ihr teurer ist, das Leben ihrer Kinder!" Mit gutem Humor fertigt er die Männer ab, die den Frauen die Reife zum Wählen absprechen.„Nehmt so ein Mannsstückchen. Das ganze Gehirn seines Hauswesens ist die Frau, die ihn wahr. scheinlich absolut beherrscht— er aber, der Herr der Schöpfung, spricht: Sie ist nickst reif zum Wählen. Wie manches Geschäft, das durch die Unbrauchbarkeit des Mannes heruntergekommen ist, kam durch die Tüchtigkeit einer verständigen Frau wieder in die Höhe." Nicht-minder gelungen ist die Behandlung des geistreichen Ein» wandes, der das Wahlrecht mit dem Soldat werden zusammen- bringt. Man erzählt von Frauen, die berühmte Kämpferinncn gewesen seien.„Aber sie gaben dies Geschäft auf. Sie hielten eS wohl dem Verstände des Mannes besser entsprechend. Gewitz taugen Männer besser für die einen, Frauen für andere Geschäfte. Männer sind bessere Soldaten, Frauen bessere Kindcrpflcgerinncn. Wunden- heilen ist mehr wert als Wundcnscklagcn. Der Krieg ist keine ewige Einrichtung.-Wenn Frauen durch ihre Teilnahme an der Wahl uns vor der Infamie eines einzigen Krieges schützen, dann werden sie ihr Stimmrecht vor Gott und den Menschen gerechtfertigt haben. Wenn Frauen hier und auf dem Festland das Wahlrecht haben, werden sie dafür sorgen, datz nicht die Felder mit dem Blute ihrer Söhne gedüngt werden." Mit einem Hinweis auf die günstigen Wirkungen des Frauen stimmrechts in A u stra I i e n endete die Rede. Versammlungen. Protcstversammlung der GafiwirtSgehilfrn Berlins und Umgegend. In der Nacht vom Donnerstag zum Freitag fand eine Ver sammlung der GastwirtSgehilfen in den.Germaniasälen" Chaussecstr. 118, statt, die sehr stark besucht war. Auf der TageS Ordnung stand das Thema:„Der Antrag der Berliner Stelleu Vermittler auf Erhöhung der Gebühren beim Berliner Polizei- Präsidium." Das Referats hatte Z e i s k e vom GastwirtSgehilfen- verband übernommen, dessen Inhalt die nachstehende Resolution in gedrängter Form wiedergibt. Die Resolution selbst fand ein« stimmige Annahme. Eine Diskussion folgte nicht.— In seinem Schlutzwort wies der Vorsitzende noch darauf hin, datz die beste Gewähr für die Durchführung solcher Gesetze der feste Zu- sammenschlutz der im Gastwirtsgcwerbe tätigen Gehilfen fei, als deren wirksame Vertretung einzig und allein der Deutsche Gast- wirtsgehilfenvcrband in Betracht komme. Dann hülfen die be- absichtigten Polizeimatznahmen auch nicht mehr, da die Gehilfen die Stellcnvermittler doch nicht mehr in Anspruch nehmen und die privaten Nachweise hierdurch zwecklos gemacht würden. Es sei auch widersinnig, datz in den verschiedensten Körperschaften auf den Paritätischen Nachtveis hingewirkt werde, während der Berliner Polizeivräsident die Privatnachweise noch durch Verordnungen lebensfähig zu erhalten suche. Weiter erinnerte der Borsitzende noch an die am 11. d. M. stattfindenden Wahlen zur Ortskranken. kasse der Gastwirte und des weiteren an die kommende Reichs- tagswahl, wo jeder einzelne seine Pflicht erfüllen solle. Die angenommene Resolution lautete: »Die am 7. Dezember 1811 in den„Germania-Sälen" tagende öffentliche Versammlung gastwi�tschaftlicher Angestellten Berlins nimmt mit grotzem Befremden davon Kenntnis, datz daS Polizeipräsidium zu Berlin eine Aenderung und zwar eine Er- höhung der Gebübrensätze für die Stellcnvermittler beabsichtigt. Die für die Massnahme geltend gemachten Gründe können die Versammeltpn als berechtigt nicht anerkenne». Die Mühewaltung der gewerbsmätzigen Stellenvermittler im Gastwirtsgcwerbe ist verhältnismässig gering. Aufwendungen für Reklame sind überflüssig, da den Stellen- Vermittlern stets genügend Personal kostenlos zur Verfügung steht... Das Aufsuchen von Kundschaft seitens der Stellenvermittler, um Vermittlungsgeschäfte zu erledigen, ist nach dem Gesetz nicht gestattet, wodurch ja auch große Weinzechen unnötig sind. Für Berlin besteht ein Beoürfnis für. gewerbsmäßige Stellen- Vermittler überhaupt nicht mehr, da genügend lostcnlose Arbeits- nachweise vorhanden sind. Hinzu kommt, datz bereits 1812 der paritätische Arbeitsnachweis für das Gastwirtsgewerbe ins Leben tritt. Die von der Polizeibehörde geplante Massnahme ist geeignet, die Interessen der gastwirtschaftlichen Angestellten nicht bloss in Berlin, sondern in ganz Deutschland aufs schwerste zu schädigen, da ja zu befürchten ist, datz das Vorgehen der Berliner Behörde auch in den Provinzstädten Nachahmung finden dürfte. Die Versammlung sieht sich deshalb aus den angeführten Gründen veranlasst gegen die beabsichtigte Massnahme der Po- lizeibehörde energisch zu protestieren und ersucht dringend um Abweisung der Anträge der Sicllcnvcrmittler." Eine öffentliche Versammlung selbständiger Schuhmacher tagte am Montag in Dräsels Saal. Die Zwangsinnung ist von einem Teil ihrer Mitglieder seit Jahren vergebens ersucht worden, eine öffentliche Versammlung einzuberufen, die sich über allgemein interessierende Fragen aussprechen könnte. Eine derartige Ver- sammlung würde zu schwach besucht werden, sagte der Jnnungs- vorstand. Datz dies nicht zutrifft, bewies der sehr starke Besuch der Versammlung, die seitens der Freien Vereinigung selb- ständiger Schuhmacher einberufen worden war. Anstelle des am Erscheinen behinderten Referenten Ritter, der über Jnnungs- fragen sprechen sollte, sprang der zufällig anwesende Genosse Düwell ein. Durch eingAzeude Beleuchtung der Zoll- und Wirtschaftspolitik zeigte der Redner, datz der Druck derselben, der auf der gesamten arbeitenden Bevölkerung lastet, auch die kleinen- selbständigen Handwerker schwer trifft und daß daS Jnnungswcsen, wie überhaupt die ganze sogenannte Mittelstands- Politik nicht imstande ist, den von den Grotzindustriellea und den Agrariern gleichmäßig bedrückten Handwerkern zu helfen. Die Handwerker würden ihren Interessen am besten dienen, wenn sie bei den Reichstagstvahlen den Sturz der Junkerherrschaft be- schleunigen helfen.— Die Ausführungen des Referenten fanden lebhaften Beifall.— Als erster Diskussionsredner trat Obermeister B i e r b a ch aitf den Plan. Er bemühte sich nach Kräften, für das Jnnungswesen Stimmung zu machen. Doch nur bei dem ver- schtvindend kleinen Teil seiner Anhänger fand er Beifall. �Die übergroße Mehrheit der Versammlung ließ keinen Zweifel darüber, datz sie in richtiger Erkenntnis der Verhältnisse für die Verlockungen der falschen Propheten des Mittelstandes nicht zu haben sei. Außer vom Referenten wurden die Ausführungen des Obermeisters von mehreren Rednern treffend widerlegt und dargetan, datz die kleinen Handwerker, die ja auch nur Proletarier sind, nur in der Sozialdemokratie die Vertreterin ibrer Interessen finden. Hierauf nahm die Versammlung Stellung zu dem Beschlutz der Jnnungskrankenkasse. die Beiträge zu halbieren, daS heißt, sie je zur Hälfte den Arbeitgebern und den Arbeitnehmern auf- zuerlegen.— In der lebhaften Diskussion führten sämtliche Redner — mit Ausnahme des Obermeisters— aus, der Beschlutz sei nur igtt 12ö Stimmen gefaßt, während die Innung 1588— nach Angabe des Obermeisters sogar 2888— Mitglieder habe. Tatsächlich sei die nbevgrotze Mehrheit der selbständigen Schuhmacher gegen die Halbierung der Beiträge, denn sie wollten und könnten diese neue Belastung nicht tragen, die ja auch mit � einer Beschneidung der Rechte der Arbeitnebmer verbunden sei.— Eine in diesem Sinne gehaltene Protestresolution gegen die Halbierung der Krankenkassenbeiiräge wurde einstimmig angenommen. Zentralverband der Schuhmacher. Die Zahlstelle Berlin hielt am Mittwoch eine gut besuchte allgemein« Mitgliederversammlung -ab, in dex Genosse Ucko über das Thema sprach: Die Gewerkschaf- ten und die bevorstehenden Reichstagstvahlen. In einem anderthalb- 'stündigcn Vortrage gab er eine georängie Uebersicht von den poli- tischen Ereignissen während der letzten Legislaturperiode, indem er die Wünsche und Forderungen der Arbeiterschaft den Früchten des verflossenen Reichstags gegenüberstellte. Besonders ging der Red- ner auf die Sozialpolitik sowie auf unsere Stcuerwirtschaft ein und zeigte an drastischen Beispielen die Ungerechtigkeit des Systems der indirekten Steuern. Redner warnte davor, mit allzu optimisti- scheu Zahlen zu spielen und sich jm SiegeSgefühl zu wiegen. Besser sei eS, scharf auf der Hut zu sein. Wenn hernack) der Erfolg ein guier sei, dann sollten wir uns freuen und sagen: wir haben unsere Pflicht getan, darum ist es gut geworden.(Grosser Beifall.)— Unter Punkt Verschiedenes wurde mitgeteilt, daß diejenigen Mitglieder, welche zu Weihnachten ausgesteuert sind, aus der Lokalkasse S Mk. erhalten. s Magkiileiiicii Bei Vee6auiins»,tSningen,»ppetlt. man»»!, eanlortienein Magen, Sodbrennen, Blähungen, Magen- sebwäche, Magenkrampf, Uebel- keit mit Erbrachen, Oberhaupt Jlngenbeechwerden■ jeder find die berühmten£ magentpopfen von überaus wohltuender. Heilsamer Wirkung 1 Flasche nikf nur mit 80 Pf. Sinzig CCIU Marke« Wo in den Drogerien nicht erhältlich. 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