Nr. 290. Abonnements- Bedingungen: bonnements. Preis pränumerando: Bierteljährl. 3,30 Mt., monatl. 1,10 M., möchentlich 28 Pfg. frei ins Haus. Einzelne Nummer 5 Pfg. Sonntags nummer mit illustrierter Sonntags Beilage„ Die Neue Welt" 10 Pfg. PostAbonnement: 1,10 Mark pro Monat. Eingetragen in die Post- Beitungs Breisliste. Unter Kreuzband für Deutschland und Desterreich Ungarn 2 Mart, für das übrige Ausland 3 Mart pro Monat. Postabonnements nehmen an: Belgien, Dänemark, Holland, Julien, Luxemburg, Portugal, Rumänien, Schweden und die Schweiz. Ericheint täglich außer Montags. Vorwärts Berliner Volksblaff. 28. Jahrs. Die Infertions- Gebühr beträgt für die fechsgespaltene Rolonel geile oder beren Raum 60 fg., fire bolitische und gewerkschaftliche Bereins. and Bersammlungs- Anzeigen 80 Big. Kleine Anzeigen", das fettgebrucie Bort 20 Bfg.( zulässig 2 fettgedruckte Borte), jedes weitere Wort 10 Big. Stellengesuche und Schlafstellenan geigen bas erfte Wort 10 Big, jedes weitere Wort 5 Bfg. Worte über 15 Bua). staben zählen für zwei Worte. Inserate für die nächste Summer müssen bis 5 Uhr nachmittags in der Expedition bgegeben werden. Die Expedition ist bis 7 Uhr abends geöffnet. Lelegramm. Adresse: Sozialdemokrat Berlin". Zentralorgan der fozialdemokratischen Partei Deutschlands. Redaktion: S. 68, Lindenstrasse 69. Fernsprecher: Amt Morigplan, Nr. 1983. Beamte und Reichstagswahl. Dienstag, den 12. Dezember 1911. Expedition: S. 68, Lindenstrasse 69. Fernsprecher: Amt Morinplag, Nr. 1984. tausend Mart erspart worden; desgleichen hätte man wurden nur ebenso färglich bemessen, wie sie vorher im Dreinur die Gehaltserhöhung für die Geistlichen abzulehnen flassenparlament beschlossen worden waren. brauchen, um mit einem Schlage 13 Millionen Kein Wunder, daß die Beamten über solch unerhörte Während der Reichstagswahlkampagne werden sich natür- Mart jährlich zu ersparen. Diese Summe hätte Prellerei erbittert waren. Kein Wunder, daß die Beamtenlich wieder die bürgerlichen Parteien alle Mühe geben, ihr allein ausgereicht, um 135 000 Unterbeamten ihr Gehalt jähr- schaft seitdem nicht mehr zur Ruhe gekommen ist. Sind es gutes Herz für die Beamten, namentlich die unteren und lich um weitere 100 Mark aufzubeffern! doch gerade die Beamten, die unter der Verteuerung aller mittleren Beamten, in das beste Licht zu sehen. Sie werden Die Einkommen der Geistlichen jedoch, die im Durchschnitt Lebensmittel durch die indirekte Steuerausplünderungspolitik wiederum die schönsten Versprechungen geben, was sie, wenn zwischen 3000 und 6000 m. betrugen, erhöhte man ohne gleich den Arbeitern am schwersten zu leiden haben! fie erst einmal gewählt sind, alles für die Beamten tun weiteres um 1000 m. pro Kopf und Jahr, ohne darauf Rück- Die Beamten haben es am 12. Januar in der Hand, dawerden. Ihr Eifer ist begreiflich, da es sich um die Stimmen ficht zu nehmen, daß die schwer arbeitenden Unterbeamten für zu sorgen, daß nicht wieder so zweifelhafte Beamtenfreunde von vielen Hunderttausenden von Beamten handelt. Und eine erheblichere Gehaltszulage viel eher verdient hatten. in das Reichsparlament entsandt werden, wie bei den Hottendas Liebeswerben um diese Beamtenstimmen erscheint unseren Wobei man nicht einmal der Forderung der Sozialdemokraten tottenwahlen. Sie brauchen sich nur an die nüchternen Latbürgerlichen Kandidaten umso gebotener, als ja innerhalb Rechnung trug, nun wenigstens auch für die Geistlichen ein sachen zu halten, um zu wissen, daß sie keinem bürgerlichen der Streise namentlich der unteren Beamten größte Erhöchstgehalt festzusetzen, wie es für jeden anderen Be- Abgeordneten, gleichviel welcher Partei, trauen dürfen, bitterung herrscht über die ganz unzulängliche Gehalts- anten besteht. Die üppigen Pfründen, die viele sondern einzig den Vertretern der Sozialdemokratic. aufbesserung, die ihnen sowohl in Preußen als auch im Reiche Hunderte von Geistlichen weit über das Durchschnittsgehalt Am 12. Januar können sie bei der geheimen Abstimdurch das Parlament beschert worden ist. Seit Jahren haben hinaus zu verzehren haben, wurden vielmehr nicht um einen mung durch ihre Stimmzettelabgabe den bürgerlichen Heuchja zahlreiche Riesenbeamtenversammlungen stattgefunden, in einzigen Pfennig beschnitten! lern und Schwindlern die Quittung für ihr beamtenfeinddenen die Beamten ihrem Unwillen in der unverblümtesten Auch sonst war man ja feineswegs so ängstlich bei den liches Verhalten ausstellen! Weise Luft gemacht haben. Es gilt deshalb, diesen unzu- Bulagen, sofern es sich um höhere Beamte handelte. So Das haben die Beamten ja selbst oft genug gelobt. In friedenen Elementen nach Sträften blauen Dunst vorzumachen, wurde beispielsweise das Endgehalt der wissenschaftlichen einer Beamtenversammlung, die am 10. Juli 1909 in der um sie wiederum für die bürgerlichen Parteien einzufangen. Lehrer von 5100 auf 7200 m. erhöht, also um 2100 m., den Brauerei Friedrichshain stattfand, erklärte einer der Redner Ihr Bemühen ist freilich ein sehr schweres, da die Oberlandesgerichtspräsidenten und den Ersten Staatsanwälten unter dem tosenden Beifall der Beamtenschaft, daß die UnterBeamten diesmal wohl so vernünftig sein werden, sich nicht wurde über die Regierungsvorlage hinaus eine beamten nicht gewillt wären, vor den Beschlüssen der Parlawieder durch schöne Redensarten und Versprechungen einseifen zu Zulage von 600 M. gegeben. Die Geistlichen bei den Straf- mentsmehrheit stillschweigend die Waffen zu strecken. Er laffen. Die Beamten brauchen ja nur die Zaten der anstalten, die bis dahin ein Gehalt von 2400 bis 4800 m. fchloß damals mit dem Gelöbnis: Bei Philippi sehen wir uns bürgerlichen Parteien zu betrachten, um zu wissen, wo ihre bezogen, erhielten fünftig 3000 bis 6600 M. Sie wurden wieder! Freunde fißen. Daß sie nicht im Lager der bürger also im Endgehalte gleich um 1800 M.= 33% Proz. aufrüdt nun heran. Am 12. Januar haben es die Beamten in Der Tag der Abrechnung, das angekündigte Philippi, lichen Parteien sißen, daß weder Konservative, Ultra- gebessert. montane, Antisemiten, noch auch Nationalliberale oder Frei- Bergebens war auch der Hinweis der Sozialdemokraten der Hand, ihre wahre Meinung über die volks- und beamtenfinnige ihre Interessen vertreten haben, dafür liefert ja die darauf, daß z. B. in Bayern die Unterbeamten feindlichen Taten der bürgerlichen Vertreter rüdsichtslos zu Geschichte der im Jahre 1909 vorgenommenen Beamten- besser befoldet werden als in Preußen, dem größten befunden. Die Einsichtigen unter ihnen werden trop aller besoldungsreform sowohl in Preußen als auch im Reiche den Bundesstaat, daß nämlich ein Schaffner dort in 21 Jahren Einschüchterungs- und Umgarnungsversuche des Wortes geallerbündigsten Beweis. Die Geschichte dieser Reform beweist 37 800 W. erhalte, in Preußen in derselben Zeit nur 27 150 m., denken: Nur die allerdümmisten Kälber wählen ihre Mekger bielmehr, daß nur eine einzige Partei sich entschieden und also 10 650 m. weniger. Selbst unter Anrechnung des felber! fonsequent ihrer Interessen angenommen hat: die sozial- Wohnungs- und des Kleidungsgeldzuschusses steht sich also demokratische Partei! Lassen wir die Tatsachen sprechen. ein Schaffner in Bayern immerhin noch jährlich um 200 m... Die Friedensadreffe der englischen Abgeordnetenhauſe in Angriff genommen. Die Regelung der Berechnung, daß die Weichensteller in Bayern 150 m. jährlich Arbeiterpartei an die deutiche SozialDie Beamtenbesoldungsreform wurde zuerst im preußischen besser, als ein solcher in Preußen. Ebenso ergibt eine aleiche mehr erhalten. - preußischen Beamtengehälter war nicht nur für die im preußischen Staatsdienst stehenden Beamten von der größten Was es aber mit der Ausrede auf sich hat, daß die Mittel demokratie. Bedeutung, sondern auch für die Reichsbeamten, da es ja nicht aufzubringen seien die sozialdemokratischen Forde- Wir haben bereits über die Solidaritätskundgebung der ohne weiteres einleuchtete, daß die preußische Besoldungsreform rungen hätten nicht mehr als 17 Mill. Mart Kosten mehr englischen Arbeiterpartei telegraphisch berichtet. Nunmehr vorbildlich sein würde auch für die Regelung der Gehälter der verursacht geht schon daraus hervor, daß man sich auf liegt der Wortlaut der Adresse vor, die dem Genossen Bebel Reichsbeamten. Stein denkender Mensch konnte darüber im bürgerlicher Seite wiederholt auf die Erhöhung der Er- als Vorsitzenden der sozialdemokratischen Reichstagsfraktion Zweifel sein, daß die entsprechenden Kategorien der Reichs- gänzungssteuer um 25 Proz. berief. Diese Ergänzungssteuer übermittelt worden ist. beamten feine höhere Besoldung erhalten würden, als die in aber beträgt 50 Pf. für je 1000 m. Ihre Erhöhung um Der Text der Adresse lautet: Frage fommenden preußischen Beamten. 25 Proz. macht 12 f. pro 1000 m. aus, für 10 000 m. Als die preußische Besoldungsordnung dem Abgeordneten- 1,25, für 100 000 m. die Riesensumme von 12,50 M.! Jm London, Unterhaus, 7. Dezember 1911. hause vorgelegt wurde, war es der Vertreter der Sozial- Reiche, wo in erster Linie die Besitlosen die Steuern Die Mitglieder der Labour Party( Arbeiterpartei) über. demokratie, der bereits in der ersten Beratung in der aufbringen müssen, bewilligt man ohne viel Federlesen Hunderte mitteln ihren Kameraden im Deutschen Reichstag brüderliche eindringlichsten Weise die von der Regierung vorgeschlagenen ja Taufende von Millionen für den Militarismus, in Grüße. Gehaltssäge untersuchte und die schärfste Kritik an der Un- Preußen aber fonnten die armen Reichen nicht lumpige Das gegenwärtige unglückliche Verhältnis, die Entfremzulänglichkeit der für die unteren und mittleren Beamten vor 17 Millionen Mart mehr aufbringen! dung zwischen unseren zwei Ländern, ist nicht die Schuld des geschlagenen Gehälter übte. Er forderte, daß das Mindest- So war denn durch das einmütige Zusammengehen werftätigen Volkes dieser Länder, sondern politischer und wirtgehalt nicht unter 1200 m. betragen dürfe. Er wies aller bürgerlichen Parteien eine Besoldungsreform geschaffen, darauf hin, daß doch auch den preußischen Miniſtern eine die die berechtigten Forderungen gerade der schlechtbezahlten schaftlicher Interessen, welche denen des Volkes entgegengesetzt 36 proz. Teuerungszulage in Geſtalt einer Repräsentations- Beamten in keiner Weise befriedigte. Und da Preußen derart und die nur so lange mächtig sind, als sie im Dunkeln wirken zulage von 14 000 M. gewährt worden sei, und daß deshalb vor mit dem bösen Beispiel vorangegangen war, blieb auch keine fönnen, wie jetzt. J. Keir Hardie allen Dingen auch die Gehälter der unteren Beamten ganz Hoffnung, daß es im Reiche anders kommen würde. Die Um so mehr ist es notwendig, daß diejenigen, welche diese entschieden aufgebessert werden müßten. Die erforderliche Gehaltssäge für die unteren und mittleren Beamten fielen Ueberzeugung des Volkes und das Gemeinwohl vertreten, in Summe müsse aufgebracht werden, und sie könnte auf- denn auch im Reiche genau so aus, wie in dem Staate mit nicht mißzuverstehender Weise ihre internationale gebracht werden, da ja leicht die höheren Einkommen, und dem elendesten aller Wahlsysteme. Solidarität und ihren guten Willen demonstrieren; und Vermögen schärfer zur Einkommens- und Ergänzungssteuer Freilich, als der Schacher um die Reichsfinanzreform nicht wir ersuchen Euch, den Volksklaffen, die ihr in Deutschland herangezogen werden fönnten. Mit demselben Nachdruck wie zum Ziel zu führen schien, als es im Sommer 1909 den An- vertretet, die Versicherungen der Freundschaft hier der Vertreter der sozialdemokratischen Fraftion sich der schein hatte, o Is ob der Reichstag der Auflösung derjenigen zu übermitteln, die wir in Großbritannien reIntereffen der Beamten annahm, ging die Sozialdemokratie per fallen würde, da bekamen es die bürgerlichen Ab- präsentieren und zu glauben, daß es der Wunsch unseres auch in der Kommission vor. Trotzdem fand sich die Mehrheit geordneten mit der Wahl angst zu tun. Deshalb beschloß Landes ist ebenso wie wir sicher sind, daß es der des gleich selbst nach den Berechnungen von Richard Calwer seit beamten und einzelne Kategorien der mittleren Beamten, wie Gurigen ist daß wir im Frieden mit einander bleiben dem Jahre 1900 eine Verteuerung der Lebensverhältnisse um die Poſtaſſiſtenten, über die Gehaltssäkein Breu- und daß alle unsere Differenzen, politische und wirtschaftliche, mindestens 20 Prozent eingetreten war, und obgleich die im Ben hinauszugehen. Man erlebte das geradezu wider- beigelegt werden sollen durch die vernünftigen Mittel schiedJahre 1909 festgesetzten Gehälter voraussichtlich für mindestens lich groteste Schauspiel, daß die Vertreter derselben Bar- licher Verhandlung und nicht durch die barbarischen Mittel ein Jahrzehnt in Geltung bleiben sollten. Aber alle teien, die in Preußen erklärt hatten, den Unterbeamten des Krieges. Kritif der sozialdemokratischen Bertreter fönnten unter feinen Umständen höhere Bulagen Ramsay Mac Donald blieb resultatlo 8. Sämtliche bürgerlichen Parteien, gewährt werden, und zwar gerade auch mit Rüdsichtauf der Freifinn mit eingeschloffen, einigten sich auf Sie bevorstehenden Gehaltsfestiegungen im George Lansbury Vorsitzender die Beschlüsse der Kommission. Alle diefe bürgerlichen Ab- Reiche, nunmehr in der Kommission für höhere Gehalts- Charles Duncan geordneten erklärten, daß man ja gerne den Unterbeamten säte stimmten! Als die Regierung erklärte, man könne doch Albert Smith eine höhere Gehaltszulage gewährt hätte, daß jedoch nicht nicht im Reiche andere Gehälter beschließen, als sie in 3. Pointer die nötigen Mittel vorhanden seien, um den Preußen bereits angenommen worden seien, erklärten die Th. Richardson Wünschen der Unterbeamten zu willfahren. Diese Ausrede war ebenso wohlfeil wie fadenscheinig. Riberale, einmütig, daß sie sich durch das Vorgehen in John Wadsworth bürgerlichen Heuchler, Konservative, Zentrumsleute und A. H. Hill Denn selbst wenn man feine höheren Steuern für die großen Breußen keineswegs gebunden fühlten. Es seien eben höhere M. E. Harvey Einkommen und Vermögen hätte einführen wollen, fo hätte Gehaltssäte für die Unterbeamten notwendig; fie müßten Albert Stanley innerhalb der Beamtenbesoldung genug gespart werden können, also bewilligt werden, das Reich müsse dann sehen, wie William Brace was für die notleidenden Beanitenschichten hätte ver es die nötigen Gelder aufbringe. Mancher Beamte mag fich Th. Ds. Richards wendet werden können. So hätte man einfach die völlig un- durch dies elende Gaukelspiel damals haben düpieren lassen, 3. W. Thomas nüge Ausgabe für die fieben Legationssekretäre, obgleich der„ Vorwärts" dieses Vorgehen sofort als dreiste die beim päpstlichen Stuhl, in München, Dresden, Karlsruhe, Heuchelei brandmarkte und den Umfall der braven bürgerHamburg, Stuttgart und Oldenburg beschaulich ihre Sine- lichen Abgeordneten voraussagte. Und was der Vorwärts" furen verzehren, streichen können. Der Legationssekretär für prophezeit hatte, das traf dann auch wirklich ein! Kaum war Dldenburg erhält 24 000 M., die in Dresden, Karlsruhe, Ham die Gefahr der Reichstagsauflösung befei. Der Reichstagswahlkampf in Thüringen. burg und Stuttgart je 30 000 m., der in München 46 200 M. und tigt, kaum die Reichsfinanzreform angenommen, als auch Wenn es nach den bürgerlichen Parteien ginge, dann würden her beim päpstlichen Stuhl einschließlich des Mietszuschusses gar die bürgerliche Mehrheit des Reichstages schleunigst umfiel in den 12 Thüringer Wahlkreisen nur noch die bürgerlichen 75 000 m. Hätte man diese absolut überflüssigen Stellen und die Beamten um die ihnen versprochene höhere Zulage Kandidaten gewählt. Vorläufig liegen sich in den meisten Wahl. einfach aufgehoben, so wären megrere hundert schmählich prellte! Die Gehälter für die Reichsbeamten kreisen allerdings die„ bereinten" Liberalen mit Konservativen J. W. Goldstone J. E. Sutton H. Jowett Walter Hudson John Hedge James Parker Stephen Walsh M. Geo. Hancock Geo. N. Barnes J. Hall Geo. H. Roberts Will Thorne Arthur Henderson Philipp Snowden J. R. Clynes Wm. Adamson W. J. Wilson E. Edwards Geo. J. Bardle W. Abraham Wm. Johnson C. W. Bowerman Jas. Haslem J. W. Tailor Alex Wilkie J. Williams Zur Reichstagswahl. und Antisemiten noch in den Haaren. Die dem schwarzblauen Block geschworene Fehde der Liberalen hält bei der Wandlungsfähigkeit der Thüringer Liberalen allerdings höchstens bis zur Hauptwahl an. Das wissen Antisemiten und Konservative genau, deshalb schlagen sie auch rücksichtslos auf die Liberalen los. Mit einer wahren Barnumreklame künden schon jetzt die vereinten Liberalen ihre Erfolge in den einzelnen Wahlkreisen an, als ob sie die Mandate der Thüringer Wahlkreise schon in der Tasche hätten. In Weimar- Apolda- Ilmenau hat Genosse Baudert. Weimar bereits den Kampf mit den vereinten Liberalen und den Antisemiten und Konservativen aufgenommen. Der Fortschrittler Enders, dem in seinem bisherigen Wahlkreise Sonneberg- Saalfeld der Boden zu heiß wurde, hat sich hierher geflüchtet, um, wie sein antisemitischer Gegenkandidat Graef, mit dem Durchfall für ihre Wahlsünden zu büßen. In Eisenach- Dermbach hat Genosse Leber Jena zwei neue Gegenkandidaten erhalten. Die vereinten Liberalen haben sich den zweiten Vorsitzenden des Leipziger Handlungsgehilfenverbandes, Marquardt, verschrieben, und die Konservativen haben den antisemitischen weimarischen Landtagsabgeordneten Kaiser, einen kleinen Landwirt, als ihren Mann auf den Schild erhoben. Marquardt will den Wartburgfreis von der Schmach" befreien, von einem Sozialdemokraten im Reichstage vertreten zu werden. In Jena- Neustadt kandidiert wieder Genosse Beutert. Apolda. Auch dieser hat es mit drei neuen Gegenkandidaten zu tun. Der streitbare Professor und Theologe Thümmel vertritt den Lehmannschen Nationalliberalismus. Da dieser sich aber zu stark nach rechts entwickelt hat, haben die Fortschrittler sich hier eine Extrakandidatur in der Person des ganz entschiedenen" Fort schrittlers Vershofen geleistet. Aber auch die Agrarier haben fich für ihren freiwillig abgedankten Lehmann eine besondere Kandidatur in der Person des antisemitisch angehauchten Amtsrichters Schauer geleistet. In Meiningen- Hildburghaufen kämpft Genosse Knauer. Sonneberg gegen den Fortschrittler Müller- Meiningen. Der Bund der Landwirte versucht es mit einem Antisemiten, dem Rebatteur Schaefer aus Karlshorst. die denkbar berkehrteste Tatti! wäre, wenn man und die militaristisch verseuchte Tagespreffe hat in der letzten hier den Wahlkampf ausschließlich nach der rechten Seite richten Zeit die beabsichtigten Neuformationen usw. besprochen und wollte. Der Erfolg tönnte dann sehr leicht der sein, daß in einer dafür Stimmung gemacht. Es ist ja auch ein beliebter Sniff Anzahl von Wahlkreisen der Reaktionär mit dem Sozialdemo- der Heeresleitung, bei jeder Militärvorlage„ ücken" zu fraten in die Stichwahl käme, wobei dann die Wahl des Reattionärs alle Wahrscheinlichkeit für sich hätte, da die schlesische lassen, um mit deren Hilfe das nächste Mal neue Forderungen Landbevölkerung nur zum geringen Teil dazu zu bewegen ist, begründen und noch etwas mehr als die Ausfüllung der auch in der Stichwahl ihre Stimme einem Sozialdemokraten zu Lücken" verlangen zu können. " geben. Bei dieser Lage der Dinge, über die in Schlesien eine So hat man noch bei der letzten Festlegung des QuinMeinungsverschiedenheit in der Partei, soweit wir unterrichtet quenats 32 Infanterieregimenter ohne dritte find, überhaupt nicht besteht, tann die Haltung des Bataillone gelassen. Um diese Lücke" etwas ausBerliner Tageblatts" nur vermirrend zufüllen, sollen im nächsten Jahre 18 neue Infanteriebataillone schädlich wirken, und das war es, was in jener Sibung formiert werden. Es bleibt dann immer noch eine kleine des Fortschrittsvereins mit aller dankenswerten Klarheit zum Ausdruck gebracht wurde. Wenn das„ Berliner Tageblatt" es" üde", mit der man später wieder Forderungen benicht wahr haben will, daß der Tenor feiner Ausführungen dar- gründen kann. auf hinausläuft, daß wir in diesem Wahlkampf der Sozialdemo Eine weitere, sehr kostspielige Neuerung wird die Ertratie im weitesten Umfange das Feld ohne Schwertstreich räumen richtung zwei neuer Generalfommandos und zwar in Allensollen, dann wüßten wir nicht, wozu es seine Artikel überhaupt it ein und Mülhausen i. E. sein. Damit würde beröffentlicht hat." das deutsche Seer 25 Armeekorps mit 50 Divisionen zählen. Diese Neuformation würde aber auch die Errichtung von zwei neuen Divisionsstäben erfordern, also in beiden Fällen um Kommandoeinheiten, die ganz besonders teuer sind. Die Wahrung des Wahlgeheimnisses. Aus einem Wirtshausgespräch mehrerer Agrarier im Insterburger Kreise teilt die fortschrittliche Ostd. Bolfsztg." mit: „ Als das Gespräch auf die Geheimhaltung der Wahr Man versichert zwar, daß die vorhandenen Infanteriegelenkt und die Behauptung aufgestellt wurde, daß es jetzt unmöglich sei, festzustellen, wie der einzelne Wähler gewählt hat, regimenter für die Errichtung der zwei neuen Armeekorps widersprach ein als fonservativ bekannter Gutsbesizer, indem ec ausreichen, läßt aber durchblicken, daß die Neuordnung wieder erklärte, wie er es als Wahlvorsteher machen wird, um die eine Rüde" für die Artillerie offenlasse. Da wir zurBestimmung der Geheimhaltung zu durchbrechen. Er führte etwa zeit" nur" 94 Feldartillerieregimenter haben, für die Division folgendes aus: Das Kuvert des Wahlzettels des ersten Wählers, aber deren zwei gerechnet werden, müßten früher oder später von dem ich vermute, das e liberal wählt, kneife ich mit dem 6 neue Artillerieregimenter gebildet werden, um die 50 DiNagel des Daumes in der linken untern Ede ein, von dem zweiten * Zentrum und Lothringer Block. vermutlich liberalen Wähler in der Mitte und von dem dritten visionen mit Artillerie zu komplettieren. Wenn Natürlich darf bei uns in Deutschland auch die in der rechten Ecke des Umschlags des Wahlzettels usw. ich dann die Kuverts aus der Urne nehme und öffne, kann ich Kavallerie nicht zu kurz kommen. Bei dieser Waffe foll unschwer feststellen, wer von den Verdächtigen liberal gewählt die erforderliche Bahl" an avalleriedivisonen behat. Der Betreffende kommt dann auf die Liste." reitgestellt und mit reitender Artillerie und MaschinengeDer Minister sollte eine Berordnung erlaffen: Die Wahl- wehren ausgerüstet werden. Also auch hier neue Divi vorsteher haben mit beschnittenen Daumennägeln zu erscheinen! fionsstäbe, wobei die geplante Aufhebung der jetzt bestehenden vier Kavallerieinspektionen kaum irs Gewicht fällt. Daß die Zahl der Maschinengewehrkon: pagnien beträchtlich vermehrt werden soll, ist im Vorwärts" schon ausführ In Sonneberg- Saalfeld dürfte unzweifelhaft Genosse ReißDas reichsländische Zentrum trat fürzlich an den sogenannten licher mitgeteilt worden. haus- Erfurt diesmal wieder gewählt werden; deshalb können Lothringer Block mit dem Ersuchen heran, bei der Reichstagswahlen Auch auf die Vermehrung des Trains ist im Vorwärts" sich auch die bürgerlichen Parteien den Lurus der drei Kandidaten gemeinsam vorzugehen. Das Zentrum wollte sich mit dem Kreis hingewiesen worden. Außer dieser wird die neue Heeresleisten. Die Fortschrittliche Volkspartei hat einen Geheimen Saargemünd- Forbach begnügen und die drei anderen Lothringer vorlage aber noch die vollständige Nenbildung von zwei TrainJustizrat, die Demokratische Vereinigung Dr. Breitscheid Streise dem Block überlassen. Nachträglich stellte das Zentrum bataillonen für die zwei neu zu formierenden Armeekorps und der Bund der Landwirte einen Gutsbesizer aufgestellt. In Gotha hat Genoffe Bod- Gotha sich mit zwei vom Reichs. indessen noch die Bedingung verschiedener Programmverpflichtun- vorsehen. Reichs- gen, Eine in der militärischen Preffe viel erörterte Frage ist Serband Hilfe verlangenden Kandidaten der Nationalliberalen, gen, in denen die konfessionelle Schule eine besondere Rolle spielte. für die auch die genannten Fortschrittler eintreten, sowie mit Darauf ging der Block nicht ein und beschloß, nunmehr in allen die Bildung von Radfahrertruppen. Auch für diese sieht die neue Heeresvorlage dauernde Friedensorganisationen voc. einem antisemitrahen Amtarichter, der für den Bund der Laud Kreisen selbständig vorzugehen. Heiteres zur Freisinnsschande. Der Entwickelung der modernen Kriegstechnik entsprechend wirte kandidiert, herumzuschlagen. Aussicht auf Erfolg haben seine Gegner nicht. Gin belustigender Streit ist im Wahlkreise Naumburg- werden dann auch für die Vermehrung der technischen und In Koburg kandidiert gegen den Genossen 8ietsch- Char- Weißenfels- Beit unter den bürgerlichen Parteien und Verkehrstruppen erhebliche Forderungen gestellt. In dieses Tottenburg ein Herr Quard, ein nationalliberaler Regierungs- ihren Reichstagskandidaten ausgebrochen. Dort haben die Fort- Gebiet fallen die erhöhten Aufwendungen für das mili. beamter, der schon in der Nachwahl, die uns den Sieg brachte, als schrittler, dem Antrage des reichsverbändlerisch- nationalliberalen tärische Flugwesen. Ferner spricht man davon, daß eine Bewerber um das Koburger Mandat auftrat; für ihn wollen sich Herrn Dr. Blantenburg folgend, schon im Mai d. J. ein ganz neue Art von technischen Truppen gebildet werden soll. Es sollen nämlich Scheinwerferabteilungen formiert werden, auch die größeren Landwirte ins Zeug legen. Die Fortschrittler Stichwahlabkommen mit den Konservativen und den Nationalpräsentieren einen Lehrer Sander. Bei der Nachwahl schob liberalen abgeschlossen. Die beiden bürgerlichen Kandidaten, die die in einem Zukunftsfriege mit seinen Riesenheeren und die fortschrittliche Organisation diesen Sander beiseite, weil sie das Mandat zu erobern hoffen, der freisinnige Rektor Sommer, meit auseinandergezogenen Kampfstellungen das nächtliche Blaubte, mit dem Fabrikanten und Kammerpräsidenten Arnold der den Kreis feit 1907, bant reichsverbändlerischer und agrarischer Schlachtfeld beleuchten sollen. Das ist in großen Bügen das, was nach der erwähnten in Neustadt mehr Erfolge zu haben. Jetzt ist Sander wieder gut Silfe, vertreten durfte, und der Landbündler Madehn bekämpfen genug für den sicheren Durchfall. Die Situation für die Sozial- fich im Wahlkampfe nicht gerade höflich Gehässige, unwahrhaftige Korrespondenz die neue Heeresvorlage bringen wird. Die bemokratie ist nicht ungünstig; aber es muß alles aufgeboten Stampfesweise werfen fie fich gegenseitig bor. Besonders der fort- Sosten all dieser Neuformationen werden auf 60 bis 70 Millionen Mark werden, um den Kreis zu halten. fchrittliche Herr Sommer ist sehr erbittert über den agrarischen Seiß entbrannt ist schon seit Wochen der Kampf in Altenburg, Nebenbuhler und zieht in Versammlungen gegen das nimmersatte berechnet. Daß dieser Rüstungswahnwig, dessen Ende nicht wo Genosse Käppler Berlin den fonjervativen Kommerzienrat Junkertum" vom Leder. Da ist es denn schon mehrfach vor abzusehen ist, nene Steuerforderungen zur Folge hat, braucht Schmidt aus dem Reichstage verdrängen will. Die vereinten gefommen, daß Freisinnige ihren Kandidaten an das Stichwohl taum betont zu werden. Es ist allerdings nicht unLiberalen treten für den Fortschrittler Peipelmann ein. Auswahlabkommen erinnerten, weil es ihnen nicht einleuchtet, daß möglich, daß diese Angaben vor den Wahlen noch dementiert sicht auf Erfolg hat diese Kandidatur nicht; sie kann höchstens zu derselbe Herr, der so mächtig gegen die Agrarier donnert, im Falle werden, nach den Wahlen werben die Forderungen aber einer Stichwahl demselben. Agrariertum seine Wähler auführen ficher fommen, denn die militaristische Rüstungstreiberei bewegt einer Stichwahl führen. Mag das Der Schwarzburg- Rubolstädter Kreis wird gegenwärtig durch will. Aber Herr Sommer wußte fich aus der Verlegenheit zu sich vollständig in den angegebenen Bahnen. den nationalliberalen Kommerzienrat Müller vertreten. Er wurde helfen. Er sagte, das Stichwahlabkommen sei ohne sein Wissen deutsche Volt am 12. Januar dafür sorgen, daß dem volls1907 von allen bürgerlichen Parteien gegen unseren Genossen zustande gekommen. Da der Abgeordnete bei der Schließung des aussaugenden Wettrüsten ein Riegel vorgeschoben wird. Hofmann- Saalfeld gewählt, scheint aber kein rechtes Ver- Abkommens um seine Meinung offenbar nicht befragt wurde und trauen zu einem abermaligen Sieg zu haben, und hat sich deshalb sich auch die freisinnigen Stimmen mehren, die behaupten, von nicht wieder aufstellen lassen. Die bürgerlichen Parteien haben dem Stichwahlabkommen nichts zu wissen, so sieht sich das fich indessen wieder auf einen einzigen Kanonbaten geeinigt. Der agrarisdje Naumburger Sheisblatt genötig., das schöne vom 2. Mai Streis war früher schon in unserem Befits und kann, wenn auch mit datierte Dokument von Freisinns Schande zu veröffentlichen. Es laubet: Anstrengung, wieder geholt werden. H In Schwarzburg- Sonberhausen arbeiten unsere Genossen schon feit Wochen rührig, um dem Genossen Kurt Rosenfeld- Berlin ben Sieg erringen zu helfen. Die Nationalliberalen und Fortschrittler haben hier wieder den Landrat Dr. Bärwinkel aufgestellt. Die Bündler sind mit dem antisemitischen Gutsbesizer Neil auf dem Plan erschienen. Obgleich in Reuß j. 2. alle bürgerlichen Parteien sich wieder auf den nationalliberalen Regierungsrat Horn geeinigt haben, werden sie an dem voraussichtlichen Siege unseres Genossen Wurm Berlin nichts ändern können. Die unerhörten Belastungen haben die Bevölkerung in den industriellen Teilen des Wahlkreises aufgepeitscht. Aehnlich liegen die Dinge in Neuß ä. 2., wo Genosse Förster Hamburg sich gegen die vereinten Liberalen und die anderen rechts stehenden Parteien zu wehren hat. Ein Stab bürgerlicher Parteisekretäre und ein großes AufDie unterzeichneten Borstände der fonservativen, national liberalen und fortschrittlichen Volkspartei verpflichten sich zu unbedingter Unterstübung des in die Stich: wahl tommenden bürgerlichen Kandidaten bei der Reichtswahl. Für die Fortschrittliche Vollspartei: Sprenger. Für die konservative Partei: Reinhardt. Für die nationalliberale Partei: Opel. Ginige nicht gefragte freifinnige Größen sind erbittert, daß man ohne sie ein solches Stichwahlabkommen abschließen konnte und schwören Stein und Bein, daß die Fortschrittler unter diesen Umständen nicht einmal für Herrn Sommer eintreten würden. Die Sozialdemokratie gedenkt, gutmütig wie sie ist, die Herren nicht auf die Probe zu stellen. Sie will dafür sorgen, daß es gar nicht zu einer Stichwahl kommt. gebot der Reichsverbändler überschwemmen Thüringen mit ber Meue Forderungen für das Landbeer. übelduftenden Jauche bürgerlicher Verleumdungskünste. Der Wahltampf, der jekt schon äußerst heftig ist, dürfte unter diesen Um ständen sicher an Schärfe noch zunehmen. % the " Der Krieg. Da mit der Festsetzung der Italiener in Ainzara und durch den Rückzug der Türfen in das Innere die kriegerischen Attionen wieder ins Stocken gekommen find, liegen auch keine erwähnenswerten Nachrichten vom Kriegsschauplatz in Tripolis vor. In der Cyrenaika sind die Italiener offenbar noch nicht über die nächste Umgebung der von ihnen besetzten Küstenstädte herausgekommen. Daß man sich in Italien aber noch auf lange Rämpfe gefaßt macht, beweist die Meldung von der Umformung des Erpeditionsforps in eine Rolo. nialarmee. Die dem italienischen Heere entnommenen und nach Tripolis entfandten Truppeneinheiten sollen damit wieder für die europäische Streitmacht disponibel werden. Ausweifung der Italiener aus der Türkei? Konstantinopel, 10. Dezember. Nach Blättermeldungen erhielten die Italiener in Gallipoli an den Dardanellen eine Frist von drei Tagen für ihre Abreise. Den Italienern in Smyrna, deren Zahl einschließlich der Frauen und Kinder un gefähr setzt. Das deutsche Konsulat ersuchte um Verlängerung der Frist. Konstantinopel, 11. Dezember. Nach Blättermeldungen wird der Beschluß bezüglich des Aufenthalts der Italiener in der Türkei auch auf die befestigten Städte der Adria und auf den Inseln des Archipels Anwendung finden. Es handele sich nicht um cine f000 beträgt, wurde eine Frift bis zum 16. Dezember geDer Land-, Luft- und Waffer- Militarismus ist unersätt lich. Die Zaften, die das deutsche Volk infolge des ewigen Rüstungsfiebers schon zu tragen hat, sind noch nicht schner genug. Die Forderungen zum Ausbau unserer Streitmacht Der freisinnige Kampf gegen rechts. gehen immer weiter trotz aller Ministerreden und aller Ausweisung der Italiener, sondern um ihre Ver= Den meisten freisinnigen Blättern ist es durchaus nicht recht. Diplomatenverträge, So teilt jetzt das Berliner Tage- Thidung in andere Sanbesteile. Die Dardanellenfrage. Saß das„ Berliner Tageblatt" den ausschließlichen Kampf des blatt" nach einer" im allgemeinen sehr zuverlässigen Quelle" Freisinns gegen rechts fordert und eine Verständigung der Sozial- mit, daß eine neue Heeresvorlage in Vorbereitung sei Köln, 11. Dezember. Der Kölnischen 8eitung" wird demokratie mit der Fortschrittlichen Volkspartei zum Zwed der und im nächsten Jahre dem Reichstage vorgelegt werde. Ganz aus Konstantinopel gemeldet: Die Frage der Oeffgegenseitigen Unterstüßung bei den Stichwahlen empfiehlt. Nach- unglaubwürdig flingt es aber, wenn dieselbe Korrespondenz nung der Dardanellen für russische Kriegsschiffe wird hier dem schon mehrmals die Wiemersche Freifinnige Zeitung" sich sehr behauptet, daß die Forderungen für die Flotte mit Rüd- nach dem Vorschlag des ruffischen Botschafters erwogen. Dieser grob gegen solche Wahltaktit ausgesprochen hat, haut jest auch die ficht auf diese Heeresvorlage für einige Jahre zurückgestellt Borschlag läuft im wesentlichen auf die Wiederherstellung des VerBreslauer Zeitung" auf das„ Berliner Tageblatt" los: werden sollen. Daß diese Einschränkung nur ein sehr durch- trages von Huntiar- steleffi vom 8. Juli 1833 hinaus, die Der ausschließliche Rampf gegen rechts unter fichtiges Manöver ist, um auf die Wahlstimmung einzuwirken, Haltung Oesterreichs- lingarns in dieser Frage ist ablehnend, inSchonung dre Sozialdemokratie ist in dieser Woche bekanntlich liegt klar auf der Hand. Die Heze unserer Flottentreiber nach dessen liegt noch keine amtliche Aeußerung vor.( In dem Vertrag wiederum von dem" Berliner Tageblatt", und zwar in einer Reihe von Zuschriften und redaktionellen Bemerkungen, verkündet den legten Auseinandersetzungen mit der englischen Regierung von Hunfiar- Jakelessi ging die Pforte mit Rußland ein Defensivworden. Die Forderung geht diesmal sogar so weit, daß die werden unserer Regierung sicher Anlaß geben, mit vermehrten bündnis ein und verpflichtete sich, feinem fremben Striegsschiff die Fortschrittliche Boltspartei in den Wahlkreisen, in denen ihr die Forderungen für die Marine hervorzutreten. Sie kann dabei Durchfahrt durch die Dardanellen zu gestatten.) Sozialdemokratie bisher überlegen war, einen Gegenkandidaten der Zustimmung aller bürgerlichen Parteien bis auf den überhaupt nicht aufstellen soll. So müßten wir zum Beispiel linken Flügel der Fortschrittler sicher sein. So hat dieser Genoffe Parvus schreibt uns aus Sonstantinopel: hier in Breslau- West auf die Aufstellung einer eigenen Kandi- Tage der ehemalige Nationalsoziale Rohrbach in einem In Macedonien stehen sich die Banden und die Regierung batur verzichten! Gegen diese Auffassung hatten sich am vorigen Artikel der Hilfe" an Englandhetze und Flottentreiberei gegenüber. Die Bevölkerung ist der leidende Teil. Das Ganze Dienstag im hiesigen Fortschrittsverein im Anschluß an ein Referat unseres Dr. Oehlle, der diese Frage übrigens in seinem geradezu hervorragendes geleistet. Die deutsche Regierung wird sicher vor den neuen Reichs- spielt sich auf dem Rücken des Bauerntums ab. Die Bauern Vortrage nicht berührt hatte, eine Reihe von Diskussionsrednern gewandt. Es wurde darauf hingewiesen, daß wir hier in Nieder- tag mit Forderungen für das Landheer und für die Marine werden von den Banden gebrandschatt und terrorisiert. In der Zwischenzeit von einem zum andern Bombenwurf besteht die Tätig fchlesien, der Hochburg des entschiedenen Liberalismus, in allen treten. Das, was jetzt über die neue Seeresborlage be- feit der macedonischen Banden darin, daß sie den Bauern das Wahltreisen in Gefahr stehen, von der Sozialdemokratie aus der Stichwahl verdrängt zu werden, und daß es daher kannt wird, klingt ganz plausibel. Denn die militärische Fach- Vich abtreiben. Das ist es, was man von ihnen am häufigsten zu Der Bandenkrieg in Macedonien. hören bekommt. Sie nehmen auch anderes als Vieh; berschmähen werden. Charakteristisch für sie und für die Nationalliberalen, ble] auch Geld nicht. Eine weitere Beschäftigung der Banden ist, fie als großes nationationalliberales Blatt genau fennt, ist ihre Strafexpeditionen vorzunehmen, um die Bauern, die sich ihnen Schilderung der Motive, aus welchen so manche nationalliberalen nicht willig genug zeigen, zur Raison zu bringen. Eine weitere Politiker nach einem Reichstagsmandat verlangen. Die Magdeb. Spezialität der gegenwärtigen Bandenbewegung ist die Jagd nach 8tg." schreibt nämlich: Verrätern in ihrer eigenen Mitte. Auch hier sind Revolver uno Messer sofort bei der Hand. Die Bauern find nicht mit den Banden. Das erklärt zum Teil auch die Gewaltmaßregeln, welche diese letteren der friedlichen Bevölkerung gegenüber anwenden. Aber die Bauern sind auc nicht für die Regierung. Sie haben keinen Grund, regierungsfreundlich zu sein, da die Regierung nichts getan hat, um ihrer Not abzuhelfen. Die Regierung hat die Gutsherren geschüßt, die während der Jahre der Konstitution ihre Einnahmen verdoppelt und verdreifacht haben; die Lage der Bauern dagegen und gang besonders der macedonischen Naturalpächter hat sich verschlimmeri. Aber während die Bandenführer mit nationalistischen Phrasen um sich werfen, die Regierung auf den großtürkischen Gedanken sich stützt, ein Groß- Bulgarien auf der einen Seite, die Inte= grität der Türkei auf der andern Seite ins Feld geführt werden, bleibt die eigentliche Bauernfrage, die Agrarfrage, außerhalb der Diskussion: die einen haben sie vergessen, die anderu haben sie nie gekannt. Die Regierung bekämpft die Banden durch Gendarmen. Die Bauern hassen beide. Sie suchen, sich beiseite zu halten. Werden sie aber gezwungen, so helfen sie den einen gegen die anderen, ohne Unterschied, wie es sich trifft. Es werden unter anderem eine ganze Anzahl" Wojwoden", Bandenführer genannt, die von den Bauern getödtet wurden: unter anderm der berühmte Apostol. Es ist flar, daß die Banden leicht zu Handlangern einer Politik dieser oder jener Regierung werden können, die mit dem sozialen Interesse der Voltsmassen oder selbst mit deren nationalem Interesse nichts gemein hat. auch P fm allgemeinen bessere Arbeitsverhältnisse aufzuweisen haben als die sogenannten Privats betriebe; namentlich gilt dies von der Arbeitszeit und den Ferien. Es gereicht uns zur Genugtuung, mitteilen zu können, daß eine kürzlich stattgehabte Konferenz der Geschäftsführer der Parteidruckereien ihre Stellungnahme zu dem neuen Tarif in einer Weise präzisierte, die Befriedigung auslösen tann und jedenfalls den Verlegern von solchen Blättern, die nicht genug die Sozialdemokratie als Arbeitgeberin berunglimpfen können, zur Nachahmung zu empfehlen wäre. Danach tritt für diese eine ansehnliche Zahl unserer Kollegen beschäftigenden Druckereien der neue Tarif bereits am 1. Dezember in Kraft. Eine Verlängerung der Arbeitszeit an den Sehmaschinen findet nicht statt. Der Sommerurlaub hat eine Erweiterung erfahren. Die Zulagen über die tarifliche Pflichtgrenze hinaus erfolgen je nach dem Lokalzuschlag in vier, fünf und sechs Staffeln. In der untersten macht die Lohnerhöhung zum Teil volle 10 Proz. aus, teils eine Kleinigkeit weniger; in den höheren Bohnklassen finden Abstufungen nach unten statt. In Druc orten ohne Lotalzuschlag beträgt die Spannung 2,75 M. bis 2 M., in den mit dem höchsten Zuschlage 3,25 M. bis 2 M. Das übrige Personal erhält eine Teuerungszulage. So man cher Kollege in diesen Druckereien wird ja seine Erwartungen höher gesteckt, auf volle 10 Proz. für alle gerechnet haben. Allein auch in derartigen Geschäften geht es nicht allein na ch dem Wollen. Das Gesamtresultat ist jedenfalls a nettennenswert, denn auch der freiwillige Charakter der Zulagen entfällt hier vollständig." Manche gehen, weil sie, wie der greise Schrader, müde sind. Wieder andere, die noch mitten in rüstiger Kraft stehen, fielen Wahlkompromissen zum Opfer, oder aber, fie müssen, wie der Löbauer Bankdirektor, feiern, weil in einem Terrorismus, der bislang noch ohne Beispiel war und hoffentlich auch keine Nachfolge findet, die Gegner ihm die bürgerliche Existenz zu untergraben suchen und das Institut bedrohen, bei dem er angestellt ist. Wozu sich bei wieder anderen noch unterschiedliche neue Motive persön liche, politische und gesellschaftliche, bei jedem anders gefärbt und doch im Wesenszug vielfach übereinstimmend gesellen. Denn dieser Wahlkampf wird hart; härter und bitterer vielleicht als irgend einer der ihm vorangegangenen. Einzelne überwinden ihren Ekel und wollen trogdem der trog Winterwahlen, die gerade für die verwöhnteren und förperlich nicht so widerstandsfähigen Ange= hörigen der bürgerlichen Schichten eine schwere Belastung bedeuten in die haßerfüllte Arena hinabsteigen. Nicht immer oder wenigstens nicht durchweg nur aus patriotischen Beweggründen. Ihnen ist dieser monatelange Winteraufenthalt in Berlin zu einem Bedürfnisse der Natur geworden. Sie möchten das Gefühl nicht missen, mit an der Spize zu stehen; die Nervenerregungen sind ihnen zugleich doch auch willkommene Anreize, und für die Einbuße an Gesundheit und für all den Aerger und die Reibungen, die ja nicht immer auf das VerEs wäre ja auch ein Standal, wenn es anders wäre, denn hältnis สิน anderen Fraktionen und der Regierung be= schränkt bleiben, entschädigen fie die Ehrungen, selbstverständlich sollen die Arbeitsbedingungen in sozialdemokradie sich auf ihrem Scheitel und mitunter auch tischen Betrieben, soweit die Verhältnisse es gestatten, besser sein auf ihrer linten Fradseite häufen. Sie haben lange als in Privatbetrieben. Aber so selbstverständlich diese Tatsache Jabre im Mittelpunkte der deutschen Welt( zum mindesten in für jeden vernünftigen Menschen ist, so begegnet man doch immer dessen Nähe) gestanden, und ihr Macedonien wurde ihnen längst wieder in der gegnerischen Presse und in Wahlversammlungen denzu flein. Ihnen graut davor, für den Rest ihrer Tage nichts felben Tiraden über die unsäglich schlechten Verhältnisse in sozialweiter zu sein als Honoratioren ihrer Heimatstadt. Denn die demokratischen Betrieben. Ob nach der sachkundigen Darstellung geweſenen M. d. N. haben dieses mit den Ministern a. D. gemein: des Fachorgans der Buchdrucker die so oft gehörte Lüge endgültig das„ dankbare Vaterland" weiß nach kurzer Anstandsfrist sich ihrer faum noch zu erinnern. Wir vergessen ja so schnell: wessen Namen totgeschlagen ist? Bei der vornehmen Denkart unserer Gegner man nicht immer und unausgesetzt liest, der ist für die weitere haben wir wenig Hoffnung darauf. Deffentlichkeit bald erledigt. Klerikale Kampfesweise. Die Hirsch- Dunckerschen und die ultramontana nationalliberalen Kompromißbestrebungen in RheinlandWestfalen. Die Westdeutsche Post", das Düsseldorfer liberale". Blättchen Soweit die Banden überhaupt noch einen politischen Gedanken bertreten, müssen sie, um ihn zu betätigen, eben weil ihnen die Unterstübung der Volksmassen fehlt, auf die abenteuerlichsten Wege fich begeben. Die Bombenwürfe haben den offenen, wiederholt fundgegebenen Zweck, eine Einmischung der Großmächte hervor. zurufen. Das scheußlichste, was überhaupt ausgeflügelt werden fonnte, war das jüngste Attentat in der Moschee in Ischtib. Man Bei der Reichstagserfazwahl in Düsseldorf hat zum ersten Male wollte eine größere Anzahl friedlicher mohammedanischer Einwohner das Zentrum in größerem Umfange auch die Frauen mobil gemacht. treffen, was auch gelang. Man wollte die mohammedanische Be- Jm gegenwärtigen Wahlkampf geht es im Westen allgemein mit für die Hirsch- Dunderschen Gewertvereine für Rheinland und Westbölkerung in ihrem religiösen Gefühl verleßen auch dieses der Abhaltung von Frauenversammlungen vor. In einer solchen falen, ist sehr verschnupft, weil ihre Gruppe bei den mancherlei Resultat stellte sich ein. Man erhoffte, daß der auf diese Weise Versammlung, die in Oberhausen, einem der großen Verständigungsbestrebungen zwischen Liberalen und Zentrum gar gereizte Fanatismus der muselmanischen Masse in Verbindung mit Industrieorte des Duisburger Wahlkreises, meinte die Hauptrednerin, nicht beachtet wird. Der Hirsch Dunderſche Gewerkvereinsbeamte dem Schreden der Katastrophe und dem gewedten Rachegefühl sie der Frau fomme es vor allen Dingen zu, die christ Liche Belt Bieper mußte aus Gründen der liberalen Ginigung" mit seiner Fortschrittskandidatur im Wahlkreise Bochum einpacken. Die Westzu Ausschreitungen gegenüber der christlichen Bevölkerung verleiten anschauung und die Religion in den Border deutsche Post" schreibt dazu: werde, und auch diese Folge blieb nicht aus. grund der politischen Bewegung zu stellen und in Ein geistlicher dieser Weise auf Mann und Kinder zu wirken. Redner führte die Autorität des Papstes in Feld und wies auf dessen Worte hin: die Frauen sollten dafür sorgen, daß ihre Männer und Söhne gut wählten, besonders aber sollten die Frauen sich angelegen sein lassen, gegnerische Flugblätter ins Feuer zu werfen und zu ber brennen, damit ihre Männer und Söhne diese Was weiter? Die Regierung will den Belagerungszustand über die Proving verhängen. Wer darunter zu leiden haben wird, sind wieder die Bauernmassen. Die Revolution in China. ügen nicht zu lesen belämen! noch " Nun ist im Bochumer Kreise ein christlicher Gewerkschaftler als nationalliberaler Kandidat aufgestellt. Bisher hat sich derselbe aber noch gar nicht darüber ausgelaffen, wie er sich unserer, das heißt, der deutschen Gewerkvereinsbewegung gegenüber verhalten will. Gewiß find wir deutschen Gewerkvereine feine politische Partei, aber das eine können wir als Gewerkbereiner doch verlangen, daß, wenn der Kandidat auf Gewerkvereinsstimmen rechnet bei der Wahl, derfelbe sich darüber ausspricht, wie er sich unserer Bewegung gegenüberstellt." Waffenstillstand und Verhandlungen. Weiter beißt es, es sei nur immer von einer christlichnationalen London, 11. Dezember. Times" melden aus Beting: Proben einer derartigen„ Erziehung" hat man im Westen Arbeiterbewegung die Rede. Mit feinem Worte erwähne man die Wie zu erwarten war, ist der Waffen still stand um 14 Tage schon genügend zu tosten befonnnen und wenn die katholischen deutschen Gewerkvereinte fei weit gefehlt, wenn man glaube, Berlängert worden und wird nunmehr erst am 24. Deember ablaufen. Das Abkommen ist in Santau abgeschlossen Frauen in dieser Weise weiter ausgebildet werden, fann man daß sich die Hirsch- Dunderschen Gewerkvereine das so ohne weiteres was erleben. Seit fich die Liberalen mit gefallen lassen würden. worden und erstreckt sich auf alle Provinzen bis auf drei, mit denen Als schreckliche Drohung wird dann erwähnt, daß, wenn nötig, die telegraphische Verbindung unterbrochen ist. Es ist beschlossen ihrer Agitation in die ländlichen Zentrumsgegenden begeben haben, eine allgemeine Konferenz aller Ortsgruppen im Wahlkreise einworden, daß während des Waffenstillstandes die beiden Armeen merken auch sie, was es mit der ultramontanen Kampfesweise auf berufen werden müsse, um hierzu Stellung zu nehmen und eventuell sich hat. In einer Versammlung der vereinigten liberalen Parteien zu beschließen, wie sich die Mitglieder bei der Wahl. verhalten feine Truppen und Munition verschiden dürfen. Peting, 10. Dezember.( Meldung des Reuterschen Bureaus.) des Kreises Bonn Rheinbach ließ sich der Bonner Profeffor follen- und sei es auch durch Stimmenthaltung". Zangshaovi ist nach Wutschang aufgebrochen, um dort, aus Pflüger über die Stampfesweise der Bentrumspartei aus. Nach gerüstet mit den ihm von Juanschikai verliehenen Vollmachten, dem Bericht der„ Kölnischen Zeitung" rühmte er im Namen feiner mit den Aufständischen zu verhandeln. Die Re- Bonner Freunde die vornehme Art, mit der die Gegner, Kongierung glaubt, daß die Rebellen eine beschränkte Mon= fervative fowohl wie Sozialbemofraten, die Disfuffion zu archie annehmen werden, ist aber auch bereit, einen Vergleich führen pflegten. Den Liberalen, die es hier bei ihren Bersammlungen Die Mitglieder der Gewerkvereine haben da ja aber auch noch einzugehen. Die ausländischen Gesandtschaften neigen der Ansicht auf dem Lande immer nur mit Zentrumsleuten als Gegnern zu tun hätten, sei das etwas ganz Neues. Wo Zentrumsleute ein Wort mitzureden, und sie werden es, das steht zu erwarten, auch zu, daß das Ende des Aufstandes bevorstehe. in die liberalen Versammlungen kamen, geschehe ihr Eingreifen in tun. Sie werden über die Eifersüchteleien der Führer" nicht ihr Sie werden weder Finanzielle Nöte der Mandschuregierung. die Verhandlungen in einer Form, die einem mehr als einmal die eigenes Arbeiterinteresse aus den Augen lassen. London, 11. Dezember. Daily Telegraph" meldet aus Schamröte ins Gesicht treibe. Der Redner schildert das für den Scharfmacherfandidaten, der christlicher" Gewerkschafter ist, Beting: Die finanzielle Lage berschlechtert sich Verhalten der Ultramontanen in gegnerischen Versammlungen stimmen, noch werden sie sich der Stimme enthalten, sondern sie werden für Hue eintreten. bon Tag zu Tag. Seit vier Tagen bemüht sich der Finanzminister, wie folgt: eine Anleihe von drei Millionen Taels zu erlangen, deren die ReAus dem Zuchthaus gierung absolut bedarf, um die Regierungsmaschine im Gang zu halten. Bis jetzt waren aber alle Verhandlungen erfolglos. Shanghai, 11. Dezember.( Meldung des Reuterschen Bu reaus.) Wutingfang( Mitglied der provisorischen revolutionären Regierung) hat gestern an die Vertreter der fremden Banten in Schanghai ein Rundschreiben gerichtet mit der Warnung, daß die vereinigten Provinzen Chinas die Ver antwortung für eine mit Pefing abgeschlossene auswär tige Anleihe nicht übernehmen werden, Politische Ueberlicht. Berlin, den 11. Dezember 1911. Maurenbrecher als freisinniger Wahlagitator. Am Sonntagabend fand im großen Saale der Frankfurter Börse eine stürmische Wählerversammlung statt. Das„ freiheitliche Kartell" hatte sich den Spaß geleistet, den Eggenossen Maurenbrecher in der Versammlung auftreten zu lassen. Maurenbrecher Die Stimmenthaltung wird also als die ärgfte" Gegenwirkung bei fernerer Nichtbeachtung hingestellt! Und das im Bochumer Wahlkreise, wo der Genoffe ue fandidiert, der, wie auch von den Gegnern anerkannt wird, energifch für die Hüttenleute eingetreten ist, unter denen auch die Hirsch- Dunckerschen im Westen Deutschlands einen guten Teil ihrer Mitglieder fitzen haben. Man fchidt uns in unsere liberalen Versammlungen Agitatoren fünften und sechsten Ranges, meist Windthorst Bündler, mit einem Schwarm radaulustiger fommt atvei Tage vor Weihnachten, nach dreijähriger Einterferung, Anhänger. Sie führen sich bezeichnenderweise immer damit der einstige Redakteur des anarchistischen Freien Arbeiters", Former ein, daß sie ganz zufällig im Dorfe anwesend" seien. Rudolf Destreich. Er war vom Reichsgericht zu der furchtbaren Diese Leute benutzen die Nedefreiheit, die wir gewähren, Strafe verurteilt worden, in der Hauptsache wegen eines antimilium durch stundenlanges Reden über Themata, die ganz und taristischen Artikels. Wenn wir diesen Prozeß erwähnen, so desa gar nicht zur Sache gehören, gespidt mit aufreizenden Aus- halb, damit die für gewisse Anschauungen überaus fennzeichnende fällen und groben Beichimpfungen, durch stunden- Anflagerede des Reichsanwalts Nagel wieder ins Gedächtnis zurüdlanges blefen beliebiger Broschüren und Flug gerufen werde. Er sagte: blätter, durch rubestöreude 8 wischenrufe, durch " Der Ehrbegriff ist der Refler der uns beherrschenden Rechtsfortdauernde lärmende Hochs auf die Zentrums und Gesellschaftsbegriffe... Wenn jemand nun den Bestand der partei, die Teilnehmer an der Versammlung aufzureizen und herrschenden Rechtsordnung bekämpft, wenn er fie bestialisch nennt, schließlich die pöbelhaftesten Lärmizenen zu erregen. dann hat er teine Ehre. Er handelt ebrlos." Damit soll eben eine fachliche Diskussion, die man zu fürchten Das höchste Gericht scheint sich diesen Anschauungen, die eine fcheint, unmöglich gemacht werden. Es wäre falich, den Bildungs- Justiz gegen Ueberzeugungen fordert, angeschlossen zu haben, denn grad der bäuerlichen Teilnehmer dafür verantwortlich zu machen. es ging noch um ein volles Jahr über den Antrag des Reichsanwalts Wir haben vielmehr immer gefunden, daß unsere Bauernschaft ein hinaus. sehr verständiges Urteil befißt und ruhigen Erwägungen geneigt ist. In der Lat verlaufen diejenigen Versammlungen, in denen Bentrumsgegner von der bezeichneten Art fehlen, immer ruhig und friedlich." Das Verhalten der flerifalen Agitatoren ist um so schäbiger, als bersicherte nur, dem Fortschritt des freien Gedankens dienen zu wollen, würzte seine Rede aber mit einer Anzahl das Zentrum selber sich wohlweislich hütet, in seinen Versammlungen biffiger Bemerkungen über die Gezialdemos dem Gegner freie Aussprache zu bewilligen. fratie, die von den freifinnigen Herren mit vergnügtem Schmunzeln quittiert wurden.( Außerdem sprachen noch zwei Freis denter als Referenten, die die bekannten Forderungen der Freis Eine totgeschlagene Lüge. In der Bekämpfung der Sozialdemokratie mit verleumderischen religiösen vertraten.) Genosse Quint hatte sich bereits während Mitteln steht nicht an letzter Stelle die Behauptung, daß die ohn und Arbeitsbedingungen in sozialdemokrati= des Referats von Maurenbrecher zum Wort gemeldet, um gegen einzelne Acugerungen dieses Herrn zu polemisieren. Der Vorsißenbe ichen Betrieben in argem Gegensatz zu den sozialistischen der„ Freidenker", dem offensichtlich nur darum zu tun war, Theorien stehen. Selbst im Reichstage ist von den Gegnern eine Rundgebung für den Freisinnigen Defer wiederholt behauptet worden, daß die ganzen Arbeitsverhältnisse zustande zu bringen, erklärte jedoch fategorisch:" Disfussion in den sozialdemokratischen Betrieben erheblich schlechter gibts nicht! Die Versammlung ist gefchloffen!" feien, als die bei bürgerlichen Unternehmern. Auch im WahlAus der Versammlung, in der unsere Genossen die Mehrheit fampfe spielt die schon so oft wiederholte Rüge eine große Rolle, hatten, erschollen ftürmische Pfuirufe. Darauf drohten um den Wählern die ganze Niedertracht der Sozialdemokratie zu die freien Geister" mit der Polizei und drehten das demonstrieren. Wie es in Wirklichkeit um die Lohn- und ArbeitsLicht aus, bedrohten auch den Genossen Quint mit einer Anbedingungen sozialdemokratischer Betriebe bestellt ist, erhellt aus flage wegen Hausfriedensbruchs. Trotzdem sprach einem Artikel, den der" Korrespondent für Deutsch Quint in völliger Dunkelheit etwa eine Viertelstunde lands Buchdrucker" gelegentlich des Abschlusses des neuen und schloß mit einem stürmisch aufgenommenen Hoch auf die Buchdruckertarifes brachte. Es heißt in dem Artikel: Sozialdemokratie. " 1 Ein richtiges Konterfei. Die„ Magdeburgische Zeitung" leitartikelt über die, die nicht wiederkehren", das heißt über die bisherigen Reichstagsabgeordneten, die im Wahlkampf auf der Strede liegen bleiben Die„ chriftlichen" Gewerkschaften und die Reichstagswahlen! " Nachdem die Zentrumspartei beschlossen hatte, falsche" Stich wahlen zu verhüten, d. h., dort wo sie numerisch schwach ist, gleich bei der Hauptwahl für einen konservativen Kandidaten einzutreten, müssen die nationalen" christlichen Gewerk schaften dasselbe tun. Wir unterstützen bei den Wahlen die Konservativen!" jo erklären die Führer der Gewerkschaften, die genau wissen, wie die Junkerpartei zu den Gewerkschaften und zu den Arbeitern überhaupt steht. In Sachfen, Schlesien, Ostpreußen ist christliche Wahlunterstützung den Junkern schon zugesagt worden. Wir gehen in der deutschen Arbeiterbewegung einer Klärung entgegen, die auch in den Organisationsverhältnissen ein Hüben und Drüben schafft. Die christlichen Gewerkschaften entwickeln sich vollständig zum Schrubblappen der finsteren Reaktion. Und wenn sie nicht wollen, so werden sie gezwungen. Bergrabene Hasen. In der letzten öffentlichen Sibung des Gemeinderats des Stadt Weimar schlug Genosse Baudert vor, eine Art Pression auf die Fleischer zur Verbilligung des Fleisches dadurch auszuüben, daß die städtische Verwaltung nach den großen Jagden in der Umgegend größere Posten Hafen auftaufe und für den Gelbstkostenpreis an die ärmere Bevölkerung ablaffe. Bei den in diesem Jahre außerordentlich guten Ergebnissen der Hasenjagden wüßten die Wenn dieser Artikel die Aufnahme des neuen Tarifs bei Jagdpächter und Jagdbefiber ohnehin oft genug nicht, wie und wo der Prinzipalität behandelt, so gebietet es die Pflicht, auch einer fie die großen Mengen von Hasen unterbringen sollten. So habe Kategorie von Firmen zu gebenken, die eine Ausnahme zum Beispiel das großherzogliche Sofiagdamt kürzlich stellung einnehmen, es sind dies die Druckereien der nach einer Hofjagd weit über hundert hasen eingraben fozialdemokratischen Organe. Ueberwiegend befinden lassen, da man keine Abnehmer gefunden habe! Man habe fie sich jetzt in eigener Regie, find also Arbeiterdruckereien im diesen Ausweg vor allem deswegen gewählt, weil man nicht unter wahren Sinne des Wortes. Es ist bekannt, daß diese Geschäfte dem bislang erzielten Preise habe verkaufen wollen, um die SIL Breise nicht zu verderben". Erster Bürgermeister Dr. wichtigste daran ist die Bestimmung, daß alle Labenangestellten wöchent, susammengeschlossen. Fortan wird nicht mehr die einzelne Klein Donndorf entgegnete, daß ihm irgendwelche Mittel, auf das groß- lich einen halben freien Tag haben müssen. Obwohl der halbe oder Mittelbank Gelder aufzunehmen versuchen, die Genossenschaft herzogliche Hofjagdamt einen Einfluß auszuüben, nicht zur Ver- freie Tag in den meisten Geschäften schon beobachtet wird, ist diese wird sie gegen Hypothekarsicherheit in Obligationsform beschaffen. fügung ständen. Die amtliche Weimarische Zeitung" hat es gefeßliche Festlegung dennoch als ein Fortichritt zu bezeichnen. Gegenüber den großen Bantenbrüderen wird die Gesamtheit des borgezogen, bislang über diese Sigung nichts zu berichten! Ferner legt das Gesetz bestimmte Paufen für die Mahlzeiten fest Bankenmittelstandes nicht mehr im Nachteile fein, sie wird sich ihre Bisher hat sich das Hofjagdamit zur Sache noch nichts geäußert. und schließlich bringt es auch noch eine Verschärfung des bestehenden eigenen Kontroll, Auskunfts- und Informationsstellen einrichten. Ladenschlußzgesetzes. Nachdem die liberale Henne so lange und so Die perfifche Krife. laut gegadert hat, hätte man wohl etwas Besseres erwarten können. Was das Zustandekommen des Gesezes in seiner ursprünglichen Form vereitelte, war der Widerstand der Ladenbefizer. Die englichen Siberalen mögen den Mund mit sozialpolitischen Versprechungen recht voll nehmen, und mögen es selbst ehrlich meinen; wenn es aber zur Tat kommt, dann leiden ihre Pläne wie hier an dem Widerstand ihrer bürgerlichen Anhänger Schiffbruch. London, 11. Dezember. Die Morning Post" meldet aus Teheran vom 10. Dezember: Am Freitag hat in der englischen Gesandtschaft eine Konferenz des britischen und russischen Gesandten stattgefunden. Das Ergebnis dieser Konferenz scheint zu sein, daß Berfien geneigt ist, der Entlassung Shusters zuzustimmen und Entschädi. gung zu zahlen. dagegen es ablehnt, der russischen Forderung betreffend Beaufsichtigung und Ernennung von Ausländern zu persischen Beamten nachzugeben. Rußland verlange, daß Persien bis zum 12. Dezember antworte. Wie dasselbe Blatt aus Washington von gestern meldet, erklärt Shuster in einem Telegramm an seinen Vater, welches diesem durch das Staatsdepartement übermittelt wurde, er habe die Absicht, auf seinem Posten zu bleiben. Dent Vernehmen nach geschieht dies in Uebereinstimmung mit den Ansichten der amerikanischen Regierung, welche glaube, daß es für Entschädigungsansprüche Shusters besser sein würde, wenn er nur der höheren Gewalt weiche. Nach einer Pariser Meldung sollen 5000 Mann türkische Truppen die persische Grenze bei Salmas überschritten haben. Die türkische Regierung soll die Absicht haben, die Truppen auf persischem Gebiet zu belassen, bis die russischen Truppen wieder zurückgezogen sind. Das Gericht, daß auf Forderung Rußlands Morgan Shuster entlassen werden soll, hat in der Bevölkerung große Aufregung hervorgerufen. Protest meetings wurden in den Moscheen abgehalten. Oefterreich. Eine interessante Parlamentswahl. Amerika. Edle Rache. Soziales. Achtstundentag für städtische Arbeiter. Sonntagsruhe im Handelsgewerbe. Der Gemeinderat von Gera, Reuß( zwei Drutel Sozialdemokraten), beschloß, daß für die Arbeiter der Gasanstalt am 1. Januar 1912 drei Wechselschichten von je acht Stunden täglich eingeführt werden. Jezt beträgt In Martins Ferry( Ohio) haben viele Arbeiter und Angestellte die Arbeitszeit 10 Stunden. des Plattenwalzwerkes der Amer. Sheet u. Tin Plate Co. ihre Auf Antrag des Zentralverbandes der HandEntlaffung erhalten. Man nimmt an, das ganze Wert werde wegen lungsgehilfen und Gehilfinnen Deutschdes Sieges der sozialistischen Gemeindewahlliste lands, Bezirk Gera, ersuchte der Gemeinderat den Bald wird alles Industriegebiet auch sozialistisch sein. geichlossen. Wie lange können solche Künste noch wirken? Stadtrat, so bald wie möglich ein Ortsgesetz zur Beschlußfaffung vorzulegen, durch das die Sonntagsruhe im Handelsgewerbe erweitert wird. Aus Induftrie und Handel. Elektrische Barbiergeschäfte.. Gegen beide Beschlüsse erklärte sich der Stadtrat. Nur zwei bürgerliche Gemeinderatsmitglieder stimmten mit den Sozialdemokraten. Die Elektrizität ist längst schon zu einer Frage der kulturellen Ausbeutung weiblicher und jugendlicher Arbeiter. Entwickelung geworden. Wasserkraftver rtung und elektrische In Bayreuth wurde ein dreitägiger Massenprozeß durchgeführt, Fernbahnen höchster Schnelligkeiten, die Licht und Kraftenergie der wieder einmal zeigte, wie windig es mit der Durchführung deren raschere Durchführung nur dadurch gehindert wird, daß den lichen Arbeitern aussieht. Angeklagt waren der Direktor Steiner, für jedermann, das sind volkswirtschaftliche Notwendigkeiten, des Arbeiterschutzes, namentlich gegenüber jugendlichen und weibgroßen privaten Glettrofonzernen das Betätigungsfeld böllig allein lichen Arbeitern aussieht. Angeklagt waren der Direktor Steiner, überlassen bleibt. Diese suchen natürlicherweise nur die Geschäfte die Obermeister Böhlmann und Schönherr, sowie 18 Meister uno mit stärkster Rentabilität. Wie die größten Elektrokonzernees Silfsmeister der Neuen Baumwollspinnerei in Bayreuth wegen sind im wesentlichen nur drei: A. E.-G., Siemens u. Halste, Uebertretung der Gewerbeordnung durch Beschäftigung von jugendSchuckert und Bergmann heute schon die Behörden und lichen und weiblichen Arbeitern über die gesetzlich festgesetzte Beit den Staat über den Löffel barbieren, das spottet mitunter jeder hinaus. In der Fabrik sind zirka 1200 Personen beschäftigt, die Beschreibung. wenn die tägliche Arbeitszeit auch nur um wenige Minuten überDie Ueberlandzentralen erhalten in der Regel von In dem tschechischen Städtewahlbezirk Kremfier usiv. in Mähren Staats, Provinz oder Kreis wegen das Alleinrecht auf die Ver- chritten wird, für die Aktionäre einen ganz erkledlichen Mehrwert wurde dieser Tage eine Reichsratserfazwahl vorgenommen. Dabei legung von Kabeln in allen Chausseen und Straßen, ein 3wang, ja schaffen. Die Angeklagten haben Arbeiterinnen, die nicht über zehn ging die Stimmenzahl der tiche coilawischen Sozial nicht einmal eine Kontrolle über die geographische und Stunden täglich beschäftigt werden dürfen, morgens und mittags demokratie( Separatisten) auf 1181 Stimmen zurüd gegen 2729 nicht ausgeübt, daran denkt feine Behörde. Wenn schon in einer Sonnabends nach 3 Uhr, zu welcher Zeit Schluß der Arbeit sein demokratie( Separatisten) auf 1181 Stimmen zurüd gegen 2729 boltswirtschaftlich richtige Ausbreitung des Leitungsnetzes wird ie eine Viertelstunde vor dem angesetzten Arbeitsbeginn und auch in 1907 und noch 1994 bei den allgemeinen Neuwahlen von 1911. gesunden Zentralisation gerade die Billigkeit und Rentabilität der foll, beschäftigt, den Jugendlichen die gefeßlichen Ruhepausen verDie tschechischen Bentralisten( Tichechische Sozialdemokratie) Heberlandzentralen liegt, die umfangreiche und startstromtragende türzt, die vor und nachmittags je eine halbe Stunde betragen hatte bei den allgemeinen Wahlen 170, jetzt 181 Stimmen. Ihrem Fernleitungen, Wasserkraftausnußung usw. befizen; diese Allgemein- sollen, selbst Kinder unter 14 Jahren wurden über 6 Stunden tägKandidaten Genossen Merta war von dem Obmann der Brünner heitswerte einer Monopolgesellschaft ausliefern ist schlimmer als in- lich beschäftigt. Die sogen. Schonzeit der Schwangeren wurde öfters Arbeiterkrankenkasse. deren Beamter Merta ist, den Urlaub zur Wahl- direkte Steuern beschließen. Das alleinige Verfügungsrecht über nicht eingehalten. Einem Meister lag zur Last, daß er Arbeiteagitation verweigert worden. Dieser Obmann ist der sozial- die Staatsstraßen in Stabelverlegungen schließt von vornherein jede demokratische" Abg. Wanjet. Das Wahlergebnis zeigt die Folgen Heberlandzentralen- Stonkurrenz aus. Damit ist natürlich auch so- rinnen, die über die gefeßliche Beit hinaus nicht arbeiten wollten, des Bruderzwistes im tschechischen Proletariat in schmerzlichster fort der Boden für einen Preiswucher gegeben, der in seiner Höhe am Halse padte und zur Maschine zurüdschleppte. Jugendliche nur durch den guten Willen der in Frage fommenden Werksbesizerin wurden veranlaßt, dem recherchierenden Schutzmann gegenüber über Gewählt wurde mit separatistischer Unterstügung begrenzt ist. die Dauer ihrer wirklichen Beschäftigung falsche Angaben za Als gegen solche Ueberlandzentralenpolitik des Staates, der machen, usw. ein gewiffer Votraba, der Kandidat der tschechischen fortschritt- Provinzen und Kreise von allen Seiten Protest erhoben wurde, kam Das Urteil gegen diese Gefeßesübertreter fiel recht milde aus: lichen Volkspartei", mit der die mährischen Separatisten aufs engite zuerst Breußen, dann Oldenburg. Elsaß Lothringen, Bayern und Direktor Steiner wurde zu 300 M., Obermeister Böhlmann zu 80, verbündet sind. Diefer Herr hat nun an einen flerifalen Wahl- Sachsen und erklärten: Installationsmonopole dulden macher, einen Staplan, ein Schreiben gerichtet, worin er sich bitter wir auf keinen Fall. Die Installation, die Leitungsverlegung Obermeister Schönherr zu 45 M. und 16 Meister und Hilfsmeister beklagt über die„ egoistische Politif" feiner Parteiführer und eine innerhalb des Betriebes und der Privatwohnung ist ja nur allzu 3u je 3 bis 45 M. Geldstrafe verurteilt. Zwei Angeklagte wurden Einigung aller nationalen Parteien" gegen die Sozialisten der Breiamucher wird dadurch überhaupt nicht behindert. Aber so leicht monopolisiert, wenn die Kraftzentralentonturrenz fehlt und freigesprochen. fordert, die immer gegen eine gerechte Regelung der firchlichen Ver- weit so gut. Die preugische Regierung im besonderen protestierte Gesetzwidrigkeiten abzuschreden. Eine einzige Uebertretung bringt Diese Etrafen sind nicht im geringsten geeignet, von weiteren hältnisse standen. Im Falle der Wahl verspreche er als Christ und energisch gegen die Feststellung, daß sie den Elektrizitätswucher den Verlust reichlich wieder ein. Ehrenmann, daß er immer unseren heiligen Glauben ver unterstüße, und begründete dies mit einem Erlaß gegen In teidigen werde, insbesondere aus aller Kraft gegen die freie stallationsmonopole! Die Erlasse, auch diejenigen der anderen Schule und die 2ösbarkeit der Ehe wirken werde. Zum Staaten, sind im wesentlichen deswegen wirkungs- und bedeutungsSchluß heißt es:„ Bewahren Sie diese Zeilen in voller heimlich- los, weil die Zentralen regelmäßig das Prüfungs- und Abnahme- Unter dem Namen Mietergewerkschaft Sürta" hat sich in feit, eingedenk deffen, daß es sich um einen reuigen Sünder recht der von anderen Firmen installierten Leitungen behalten. Zürich III ein Verein gebildet, dessen Zwed die Bertretung der handelt, der sich auf dem Wege zur Buße befindet. Ich habe Installationskonkurrenz von dem guten Willen des elektrischen Mietzinssteigerungen" ist. Diese Mietergewerkschaft ist nicht iden Da jede andere Kontrolle fehlt, hängt im wesentlichen die ganze Mieterinteressen", insbesondere die energische Bekämpfung weiterer mich zu diesem Schritt entschlossen, der, wenn ich verraten würde, Machthabers im Bezirke ab. mich politisch vernichten würde. Ich zweifle auch, daß ich tisch mit dem neutralen Zürcher Mieterberein". In einem an die Der Ueberlandzentralenvertrag des Kreises Teltow ist Arbeitervereine verschickten Zirkular definiert sie selber den Unternoch jemals auf das Programm der Volkspartei kandidieren würde..." typisch für die Art solcher Abmachungen. Er berbietet glattiveg schied dahin, daß sie weniger auf dem Boden akademischer Dis. Und so was wird von den Separatisten mitgewählt! die Konkurrenz jedes anderen Elektrizitätswertes, überläßt es aber fussionen und mehr auf dem des proletarischen Klassenfampfes" der Elektrizitätszentrale der Teltower Kanalverwaltung, die von ſtehe. Das betreffende Birkular schließt mit den Worten:„ Unjer den Berliner Elektrizitätswerken gepachtet ist die wieder viel- erstes Ziel: Keine neuen Eteigerungen mehr! ist durchaus erreichgemolfene und verwässerte Tochtergesellschaft der A. E.-G. ist bar, und wenn der erste Schritt einmal getan ist, dann wird auch und Bezirke gelegt werden sollen. böllig allein, zu bestimmen, wohin Anschlüsse für ganze Ortschaften ein späterer zweiter, der eine Serabfebung der so übermäßig ges steigerten Mieten bezwedt, nichts Unmögliches mehr sein." Weise. Frankreich. Die Verhandlungen mit Spanien. England. Vom Wettrüften. " forgt. J Eine Mietergewerkschaft. Paris, 11. Dezember. Ueber die franzöfifch fpanifchen Verhandlungen meldet der„ Petit Parifien" aus Madrid: Noch lustiger werden die Elektromonopole, wenn man in die Die Mietergewertschaft erklärt, zur Erreichung ihres Bieles Die spanische Regierung lebnt den französischen Ver- ureigentlichsten Gebiete des Königs Landrat fommt. Die Ueber auch vor den Mitteln des gewerkschaftlichen Kampfes, wie Bontott, ständigungsvorschlag in seiner jegigen Form a b. Sie weiß zwar landzentrale Mittelschlesien in Striegau, die die Wasserkraft einer Kollektivmietvertrag, Streif, nicht zurückzuschreden". Ob und wie Frankreich Dank dafür, daß es auf gewisse Forderungen verzichtet, Weistriktalsperre ausnuten wird, ließ durch den Landrat- Herrn dieses Programm durchführbar ist, bleibt abzuwarten. Die Hausdie Spanien für feine nationale Würde als beleidigend angesehen b. Richthofen im Kreisblatt einfach für das ganze Gebiet des meister werden aber kaum willens sein, ihren Profit ohne weiteres hätte, aber sie hält die von der französischen Regierung verlangte Provinzialverbandes bekanntmachen, daß Installationen, also auch schmälern zu lassen, und so müßten schwere wirtschaftliche ErEntschädigung für übertrieben. Fabrik- und Hausanschlüsse, durch andere als der Ueberlandzen- schütterungen aus einem solchen Klaffenlampf der Mieter resultralenfirma Bergmann noch nicht" erlaubt seien. Erst dann, tieren. Auf jeden Fall aber hat man es hier mit einer sozialen wenn das Leitungsprojekt" endgültig festgelegt sei, dürften andere Erscheinung zu tun, die auf diesem Gebiete noch neu ist und, 10 Firmen mitfonfurrieren. Dann werden natürlich die Bergmann oder so, Interesse beansprucht. Die in aller Stille ins Leben werte die Hauptinstallationsarbeit in ihrer Tasche haben. Ja, jo gerufene Organisation ist durchaus ernst zu nehmen. Es gehören London, 11. Dezember. Daily New3schreibt, es habe ein Landrat betrachtet auch die Großindustrie, wenn sie agrarisch ihr eine große Bahl von Gewerkschaftsfunktionären und Grund zur Annahme, daß die Admiralität bereits den Flotten wuchert, als so selbstverständliche Thron- und Altarstüße, daß er sekretäre an. etat erörtere, der im Januar dem Kabinett vorgelegt werden müsse. in bewährter Form und mit der üblichen Energie für das nötige Man erwarte eine Herabsetzung um mindestens zwei Millionen Pfund, aber wenn das deutsche Flottengeset wieder revidiert werde, werde seine nachgeordneten Behörden streng darauf aufmerksam macht, Braunschweig hat jetzt einen Erlaß bekanntgegeben, in dem es England das Gleiche tum, was immer dies fosten möge. Wenn daß Installationsmonopole auf jeden Fall zu vermeiden sind. In jedoch das deutsche Flottengeleg unverändert bleibe, werde die ähnlicher Weise hat das Ministerium von Reuß j. 2. durch einen Bahl der vorgeschlagenen Linienfchiffe vier nicht überschreiten. Erlaß an die fürstlichen Landratsämter verkündet, daß InDas Blatt schreibt weiter, es bestehe fein Grund zur Aufnahme stallations und Materialmonopole grundsätzlich zu vermeiden sind. Karlsruhe, 11. Dezember.( W. T. B.) In der heutigen einer Marine anleihe zum Zwede eines Baues von Schlacht- Ueberall dasselbe Lied. Was Preußen vorgemacht hat, die großen Sitzung der Zweiten Rammer fanden die Anträge der schiffen. Wenn irgend eine Anleihe aufgenommen werde, werde sie scheibende staatliche, provinziale oder gemeindliche Kontrolle und auf Einführung der Verhältniswahl bei den Wahlen gur Elektrokonzerne ungeniert arbeiten und wirken zu lassen, ohne ent- Sozialdemokraten und Nationalliberalen für den Bau eines dauernden Flottenstügpunttes in ihnen nur das durchaus nicht schmerzhafte Verbot des Installations Zweiten Kammer einstimmig Annahme. Der Minister des Rosyth dienen. monopols auf den Hals zu hängen alle anderen Staaten und Inneren v. Bodmann hatte sich die Stellungnahme der ReStädtchen machen es fröhlich und ohne eigene Gedanken nach. Reuten als Hilfe für den Mittelstand der Glettro- und zwar mit Rücksicht auf die bevorstehenden ReichstagsDie Inhibierung von Installationsmonopolen erscheint diesen gierung vorbehalten. Darauf erfolgte Bertagung industrie und als Sicherung der freien liberalen Konkurrenz. wahlen auf den 23. Januar 1912. In Wirklichkeit ist es nichts weiter als die verschleierte absolute Unfähigkeit der Regierungen, neuen Wirtschaftsproblemen gegenüber den Weg zu finden, der der Allgemeinheit nützlich ist. Die deutsch- englischen Beziehungen. Genossenschaftlich organisierte Geldmächte. Letzte Nachrichten. Die Wahlreform in Baden. Die französisch- fpanischen Marokkoverhandlungen. Baris, 11. Dezember. Eine anscheinend offiziöse Note erklärt, daß die französisch- spanischen Marokkoverhandlungen entgegen pessimistischen Meldungen, die von einzelnen Blättern verbreitet worden London, 10. Dezember. Striegsminister Haldane hielt gestern in Accrington eine Rede, in der er ausführte, daß er keinen Grund dafür sehe, warum England nicht gute Beziehungen zu Deutsch Iand unterhalten solle. Er sehe der Zukunft hoffnungsvoll entgegen. England wünsche, daß Deutschland seinen Handel ie weit als möglich entwickele und seinen vollen Plaz an der Sonne habe, aber es müßten auch die Rechte anderer refpettiert werden. Er selbst fönne sich nichts Besseres vorstellen, als wenn England und Deutschland nebeneinander arbeiteten und daß es sich dabei um Mittel- und Provinzbanken gehandelt habe, find, einen normalen Verlauf nehmen und auf keine unüberwindIn Deutschland sind die jüngsten Bankbrüche so erklärt worden, so das Niveau ferner und weniger zivilisierter Teile der Erde heben die gezwungen feien, riskante und minderwertige Geschäfte zu lichen Schwierigkeiten stoßen. Journal des Debats" meint, die machen, weil die mächtigeren Bantinstitute sie nur von abgefallenen pessimistischen Nachrichten entsprächen einer Berstimmung jener Broden leben lassen. So richtig dies erscheinen mag, der tiefere Kreise, die geglaubt hätten, von Spanien einen Gegenwert für die Sinn bleibt dabei doch, daß das tapitalistischere Finanzinstitut vor den Banten rangiert, welche nur für beschränkte Deutschland gemachten Zugeständnisse erlangen zu können.( Siehe Landesgebiete oder Mittelstädte tätig sind. Auch im Geldgeschäft auch unter Frankreich.) ist der Kleinbetrieb zur veralteten Wirtschaftsform geworden. Zu paralysieren hat man dies oft versucht. Zumeist wohl in der Art, würden. Ein neues Ladengesetz in Großbritannien. London, 9. Dezember.( Eig. Ber.) Nachdem es drei Jahre im Unterhaufe beraten worden ist, ist das Ladengefeß in sehr verstümmelter, faum wiederzuerkennender Form endlich im Unterhause in dritter Lefong angenommen worden. Der Kernpunkt der Gesetzes vorlage war ursprünglich die Bestimmung, nach der die Arbeitszeit daß kleinste und mittlere Institute in den Schuh und damit in das der Ladenangestellten nicht mehr als 60 Stunden die Woche be- Hörigkeitsverhältnis von Hundertmillionen- Banten rüdten. Die Revolution in China. Paris, 11. Dezember.( W. T. V.) Temps" melbet aus tragen sollte; die gefeglich erlaubten Ueberstunden betrugen 90 im Die Schweizer Klein- und Mittelbanken haben Saigon: Die Lage im uenangebiet fcheint sich au Jahre. Mit der Entschuldigung, daß es an Zeit mangele, um jeßt einen anderen Weg gefunden, der zwar genau so Konzentration bessern. Die Beamten der Quenanbahn bleiben alle auf ihren diese für die Ladenangestellten so wichtigen Stlaufeln ordentlich bedeutet und ebenso notwendig über den Kapitalismus hinaus führt, Posten, nur ihre Frauen und Kinder sind nach Indochina in zu beraten, hat die Regierung die Vorlage mit Ausnahme der aber doch nicht dem einzelnen das demokratische Mit- Sicherheit gebracht worden. Der Generalgouverneur von Indochina einiger von allen Parteien des englischen Parlaments befür bestimmungsrecht nimmt. hat alle Maßnahmen getroffen, um erforderlichenfalls die Polizei. worteten Teile fallen lassen. Das neue Gesez bildet nun- Sechzig Institute, die an Mitteln rund 350 Millionen Frant truppen zu verstärken, die europäischen Bahnangestellten 6u mehr eine Solleftion von Armen und Beinen ohne den Rumpf. Das repräsentieren, haben sich zu einer Bantengenossenschaft schüßen und die Plünderung der Bahnhöfe zu verhindern. Berantw. Redakteur: Albert Wachs, Berlin. Inseratenteil verantw.: Th. Glode, Berlin. Drud u. Verlag: Vorwärts Buchdr. u Verlagsanstalt Baul Ginger& Co., Berlin SW. Hierzu 3 Beilagen u. UnterhaltungsbL Ar. 290. 28. ZchMz. L Kilage Ks.Amiirls" Knlim WlksM H'Mtitt, 12. SfimSrt tstt €!ne heilige Hlllanz gegen Sie psrtugieiiiche Republik. Paris, 11. Dezeniber.(Privattelegramm deS„Vorwärts".) In der heutigen„Humanitü" beginnt Genosse F a b r a R i b a s eine Artikelreihe über ein Komplott gegen die portugiesische Republik, das seine Verzweigungen in den dynastischen und kolonialkapitalistischen Kreisen der- schiedener Länder, darunter namentlich auch an deutschen Fiirstenhöfeu und in der feudalen Clique der deutschen ZeutrnmSPartei hat. Die Enthüllungen stützen sich auf ein, wie wir versichern können, äußerst sorgfältig gesiebtes Tat- fachen-, Aussagen- und Dokumentenmaterial. Der Verfasser kann mit Recht sagen:„Wir behaupten nur, was wir be- weisen können". Der heutige, einleitende Artikel greift auf die Zeit vor dem Sieg der portugiesischen Revolution zurück. Schon damals versuchte Manuel, sich Hilfe vom Ausland zu der- schaffen. Bei seiner eiligen Flucht aus dem Palacio das Necessidades am 5. Oktober lull) hat er eine Anzahl von Dokumenten im Stich gelassen, die sich derzeit teils im Archiv des portugiesischen Ministeriums des Innern, teils in den Händen eines Ministers der provisorischen Regierung be- fitzen. Zu dieser zweiten Gruppe gehören namentlich eigenhändige Briefe Alfons XIII. an Manuel. Im Oktober dieses Jahres hat„O Mundo" in einem Artikel Erklärungen Theophil Bragas veröffentlicht, die bestätigen, daß sich Manuel angesichts der wachsenden revolutionären Bewegung zuerst an Spanien und England um Hilfe gewendet hat. Die englische Regierung lehnte ab, worauf Manuel sein Glück in Deutschland versuchte. Sein Plan war, eine deutsche Prinzessin zu heiraten— man spricht von der Tochter Wilhelms II.— um sich die deutsche Jnter- vention zu sichern. Für den November 1910 hatte er eine Reise nach Berlin geplant, die sich überstürzenden Ereignisse zwangen ihm eine andere Reise auf.... Weiter hat M a g a l h a e s Lima in Erklärungen, die„La Voz de Guipuzcon" in San Sebastian veröffentlichte, enthüllt, daß Manuel von Wilhelm II. die Entsendung von zwei oder drei Kriegsschiffen erbeten und dafür die Abtretung der Kolonie Angola angeboten hat. Zu derselben Zeit wandte sich die Königinmutter Amelie an Spanien— ob an den König direkt oder an die Regierung. ist noch nicht festgestellt— um die Entsendung mehrerer spanischer Regimenter zur Niederwerfung der revo- lutionären Bewegung zu erreichen. Die Antwort Wilhelms H. ist nicht bekannt. Auch den Wortlaut der Briefe Alfons XIII. kann den Verfasser der Enthüllungen nicht mitteilen. Aber es ist eine feststehende Tatsache, daß Canalejas geradezu verzweifelte Versuche ge> macht hat, um vom derzeitigen Besitzer der Briefe die Rück> gäbe zu erreichen— wie wir hinzufügen können, ohne Erfolg. Der Sieg der Revolution hat nun diesen Umtrieben kein Ende gemacht und namentlich auch den Projektenl machern in Deutschland den Raubappetit nicht vev schlagen. Die von der jungen Republik durchgeführte Trennung von Kirche und Staat wirkte mit, ge wisse Souveräne und den Gencralstab des internationalen Klerikalismus in feindselige Stimmung gegen die neue Ordnung in Portugal zu versetzen und so konnte von geschäftigen Händen ein wahrer Kreuzzug mit dem Ziel der politischen und religiösen Restauration in Portugal vor- bereitet werden. Nachweislich aktive Teilnehmer daran sind: der portugiesische Anhang Manuels II. und der kleines feuiUeron Die iiltcsien Schreibmaschinen. Obwohl noch keine 00 Jahre seit dem Zeripunkl verstricken sind, da die amerikanische Waffen- sabrik von Remingwn u. Sons zu Jlion im Staate New Dort sich auf den Bau und Vertrieb von Schreibmaschinen zu werfen begann, kann dieser nützliche Apparat demnächst doch auf eine 2öl1zär>ge Gc- schickte /zurückblicken, lieber einen Typendrucker, den der Bostoner Meckoniler George Wmdhan, im Jahre 170C erfunden haben soll, ist»ichlS ZuverläisigcS bclannt, und diese Geschichte gehört vielleicht zu den wissentlich falschen Behauptungen,„sie d�en Schwindler sich einen nicht verdienten Nahm zu holen hoffen. Sicher dagegen steht e» fest, datz� der Engländer Mill im Jahre 1711 an der Konftrultwn einer eochreibnrafchine zu arbeiten begann, von der er in semem erst 1714 eingereich:.-» Patenticrunas- ßefiich fchreibt,„dafz sie gestatte, d-e Bnckstaben gelrennt und fort« laufend wie in einem Mauuilript zu drucken». Auch über diesen Apparat sind Einzelheiten nicht bekannt, dagegen ist festaeslellt dafc «ine 1784 in Paris hergestellte Maschine erhabene Buchstaben prägte uni eine mit den Fingern abzutastende Blindenschrift zu gewinnen was auch von einer 1808 von dem Italiener Pellegrino Turri' konstruierten Schreibmaschine gilt. Eine im Jahre 17v4 dem Mechaniker Bramah patenlierle Maschine, die mit einer«rl Winkelhalen arbeiiete konnte nur ganze Linien drucken und eine von dem Dänen Mallina- Hansen ermndene Schreiblugel. bei der bewegliche Stifie die an ihren Enden angebrachten Typen gtgen eine im Zenlrun, der Halbkugel vorüberbcwegte Papierfläche schlugen und mit Hufe von Blaupapier Abdrücke der Buchilabcn lieierten, war so schwer- fällig, dag man dannl viel lanpsanier schrieb als mit der Hand Do« gleiche galt von der dem Amerilaner Thurber 1843 patentie.ten xygenradmaschine.»die übrigens die erste war, die wirtlich schrieb ober im besten Falle nur neun bis zeb» Wone in der Minute fertig brachte. Am meisten wurde die Lösung des Problems durch den geiswollen Mechaniker Foucault gefördert, der die Klaviatur mit der Maschine verband und durch den Elekirophysilcr Wheaistone, der in einem Jahrzehnt nicht weniger als sieben Modelle mit immer neuen Verbesserungen herausbrachte. Wirklich brauchbar gestaltet wurde die Schreibmaschine aber erst 18ö7 durch den amerikanischen Verleger SboleS und den Buchdrucker Soulö, nach deren Modell dann im Jahre 1872 die Fabrikation im großen Stil begann. Die jüdische Bevölkerung der Welt. Einen statistischen lieber. blick über die Zahl der Juten, soweit zuverlässige amtliche Angaben zu erlangen waren, gibt die.Nature". Nach dieser Aufstellung beziffert sich dw Gesamtzahl der Juden auf 11 817 783, wovon weit» aus der größte Teil, g 942 263. in Europa leben. In Amerika zählte man 1 894 409. in Asien 522 635, in Afrika 341 867 und ,n Australien 17 106 Bekenner des israelitischen Glaubens. An der Spitze der einzelnen Länder steht Rußland mit einer jüdischen Wevölkerung von 5119 548 Köpfen, Oesterreich folgt mit 1224 899, Ungarn mit 851378, Deutschland 607 342, die europäische Türkei «tit 282 277. Rumänien mit 238 275 und an siebenter Stelle Eng. Miguels von Braganza, die französischen R o y a l i st e n, die imperialistische und ultraklerikale Clique, �die im Nymphenburger Schloß zu Hause oder zu Gaste ist, Leute aus der nächstcu Umgebung Wilhelms H.— über das Verhalten des Kaisers selbst liegen keine sicheren Zeugnisse vor—, deutsche Zentruuisfnhrer und deutsche Kolonialpolitiker, endlich Alfons XIII. und konservative und liberale Monarchisten Spaniens. Was die Höfe von Wien(bezw. die Nebenregierung des Belvedöre) und Rom anlangt, so liegen nur Möglichkeiten, aber keine präzisen Beweise vor. In der morgigen Nummer wird die„Humanitö" über die Rolle, die Alfons XIII. und sein„liberaler" Minister Canalejas in der reaWonären Konspiration gespielt haben, wichtige Details veröffentlichen. Von höchstem Interesse ist ein Bericht über den Verlauf einer am Abend des Rcvolutions- tages, dem 5. Oktober 1910, in Madrid unter Vorsitz des Königs abgehaltene Minisierratssitzung. die damals völlig geheim gehalten worden ist. Ihr war eine Besprechung zwischen Canalejas. Graf S a g a st a (Minister des Innern), General Aznar(Krieg), Burell (Unterricht) in einem Saale im Ministerium des Innern vorangegangen. An diesem Abend sagte Canalejas einem Ministerkollegen und intimen Freund:„ B e- reiten Sie sich auf altes vor und helfen Sie mir nötigenfalls." Von der erwähnten Vor- besprechung begaben sich die Teilnehmer, um kein Auffehen zu erregen, einzeln nach einander in den Palacio de Oriente. Als der Freund des Ministerpräsidenten— infolge dieser Vor- sichten zu spät— in den Ministerrat kam, hörte er den Finanzminister Cobian(der nebenbei Advokat und ein besonderer Günstling des Königs ist) in einer Rede fortfahrend sagen:„Also, Herr Arias de la Miranda(Marine- minister), die Sache ist abgemacht. Morgen bei Tages- anbruch wird„Carlos V." und die anderen Schiffe der Flotte Lissabon bombardieren!" Arias bejahte und fügte hinzu, daß die Flotte nur die Order erwarte, um die Anker zu lichjen. Canalejas, der sich ohne Erfolg dem Vom- bardementsvorschlag widersetzt hatte, gab seinem Freunde ein Notzeichen, worauf dieser erklärte, solange er und der Ministerpräsident im Amte seien, könne ein solcher Beschluß ohne vorheriges Einvernehmen im Ministerrat nicht gefaßt werden.— Der K ö n i g unterbrach den Opponenten sichtlich verärgert und erklärte in herrischem Ton. er verstehe wohl, daß es sich um eine politische Frage handle, aber er könne nicht glauben, daß der Minister... seinem Chef, dem Ministerpräsidenten, den Gehorsam versagen werde. Canalejas. dem die Intervention seiner Kollegen das Rückgrat etwas gesteift hatte, wies nun darauf hin, daß die Minister in der Tat über diesen wichtigen Gegenstand noch nicht hätten beraten können, und meinte, ein so folgenschwerer Schritt sei unmöglich, solange man über die Haltung der anderen Mächte noch nicht vergewissert sei. 'Cobian faselte dann etwas von der Notwendigkeit, ein kait accornpli zu schaffen, indes erklärte der König, der Wohl eingesehen hatte, die Partie nicht mehr gewinnen zu können, die Debatte für geschlossen, mit der Bemerkung, es scheine in der Tat nottvendig, vorerst die Haltung Frankreichs und Eng- lands zu kennen. Die Regierungen Frankreichs und Englands zeigten sich in der Tat der spanischen Intervention entschieden abgeneigt. Alfons rüstete aber nicht ab und suchte nun in Deutsch- l a n d Anknüpfungen. Auch gab er die portugiesische Grenze den Verschwörern frei. Canalejas hat wohl im September in einem privaten Gespräch seine politische Ehre zu retten gesucht, von seiner Amtsmüdigkett und von seinem Widerstand gegen„ge- wisse", die Intervention begünstigende Milieus gesprochen. Es sei ihm zugemutet worden, 3—4000 Monarchisten die Möglichkeit zum Uebertritt in portugiesisches Gebiet zu geben. Es ist aber land mit 105 988. In Holland zählte man 193 988, in Frankreich dagegen nicht ganz 100 000, von denen nahezu 70 000 in Paris leben. Italien weist nach der Volkszählung 52115 Juden auf. Anders liegen die Verhältniffe in den Großstädten der Welt. Hier steht New Aork mit einer Bevölkerung mit 1062 000 Anhängern der mosaischen Religion an der Spitze. ES folgen Warschau mit 204 7�12, Budapest mit 186 047, Wen mit 146 926, London mit 144 300, Odessa mit 138 935, Brooklyn etwas über 100 000, Berlin mit 98 893, Lodz mit 98 671, Chicago mit 89 000, Saloniki und Philadelphia mit je 75 000, Paris mit 70 000, Konstantinopel«nit etwa 65 000, Wilna mit 63 041, Amsterdam mit 69 065, Jerusalem mit 53 000, Kischincw mit 50 237, Minsk mit 45 000, Lemberg 44 258 und Bukarest mit 40 533. Theater. Freie Volksbühne(im Thalia-Theater):.Die Thurn» b a ch e r i n' von Rudolf G r e i n z. Greinz war der erste unter den SÄriftstellern Iung-TirolS, dem es gelang, auf reichSdeulschen Theatern Fuß zu fassen und zwar mit seinem.Tiroler Krippen« spiel". Such mit einigen VollSstücken ist er vornehmlich in Süd- deuischland heimisch geworden. Mit der.Thurnbacberin" gibt er nun ein Bauerndrama von ganz bedeutendem Werte. Immer, sobald ein österreichisches Dialektdrama in Frage kommt, sind wir gewohnt, an Ludwig Anzengruber. den Klassiker der /kiddeutschen Volks- dickitung. zu denken. Skun weist die Bewohnerschaft aller dieser Alpenlander, unbeschadet derj Verschiedenheit ihrer Dialekte, ziemlich die gleichen Merkmale der Sitten und Lebens- anschouungen auf. DaS starke Band de» KatboliziSmuS, das sie gemeiniam umschlingt und in dumpfer Erstarrung hält, hat doch nicht ihr unbändiges FreiheitSgcfühl zu knebeln ver- mocht. Noch weit weniger hat es die robuste Kraft der Leiden- ichaslen, den Schrei des Blutes unterbinden können. Wir seben das wieder deutlich bei Greinz. dem gründlichen Kenner seines Heimat- Volkes. Akzente heißer Leidenichaft, die einer Lawine gleich daher- stürzt, weder nach moralischen Gründen noch nach tragischen Folgen fragt, sind hier zu einer ebenso natürlichen als konsequenten drama- tischen Handlung erhoben. Moid, die Thurnbackerin, kennt nichts als sich selbst. Ihren Mann hat sie nicht ouS Liebe geheiratet, sondern weil sie hier oben die unbeschränkt herrschende Bäuerin sein wollte. Zwei Jahre nach dessen Tode stehi sie im Begriff, sich in ibrem Knecht HiaS den Mann zu nehmen, der ihrem Herzen und herrischen Willen paßt. Da aber stößt sie auf harten Widerspruch. Der alte Thurnbacher, wohl ein- sehend, daß sein Hak dann für immer verloren geht, sähe eS lieber, daß sie seinen zweiten Sohn Friedl zum Manne nähme. Allein den schlägt sie mit einer Energie aus, die keine Bermiitelung auf« kommen läßt. Friedl jedoch wirbt nun um sie. Er hat ja die Bäuerin von Stund an. da sie in den Hof einzog. rasend geliebt. Und er hat ja beobachtet, daß die Moid ihren kranken Mann mit dem Knecht betrogen. Und noch weit Furchtbareres: er war heimlich Zeuge, als sie jenen im Bette mit ihren Händen er- würgte. Moid ist in seine Hand gegeben. Sie fühlt das auch. Friedl verlangt leidenschaftlich, daß sie ihm endlich einmal angehöre, ganz wie sie sich dem Knecht hingegeben. Moid vertröstet ihn bis nicht wahr, daß er amtsmüde ist und ebensowenig, daß er Widerstand geleistet hat. Das Hauptquartier der monarchisti- schen Banden im Hotel Peinador tn Galizien blieb unbehelligt und der bekannte Hauptmann Conceiros, den die Republik gegen Ehrenwort freigelassen hatte, konnte ungestört den Guerillakrieg organisieren. Die spanische Regierung gab den Behörden von Tuy, Vigo, Orense und Pontevedra die Order, vor den Kundgebungen und militärischen Exerzitien der monarchistischen Banden die Augen zu schließen. So konnten im Oktober 2300 Mann die Grenze überschreiten und sich VinhaeS bemächtigen. Canelejas hat ferner den ehemaligen Minister Louis Morete persönlich vorgeworfen, in„El Mundo" Artikel zugunsten der portugiesischen Republik geschrieben zu haben. Es ist richtig, daß die spanische Regierung am 14. Juni ein riesiges Waffen- und Munitionslager mit Beschlag belegt hat, aber sie konnte eben nicht anders, da ein Blatt in Orense schon am 11. Juni darauf hingewiesen und die Republikaner und Sozialisten von Orense, Vigo und Pontevedra mit Nachdruck ein Einschreiten gefordert hatten. Nach dem 12. Oktober hat Canelejas wohl unter dem von zwei europäischen Regierungen auf ihn ausgeübten Druck einige strenge Maßregeln gegen die Treibereien der Emigranten angeordnet, aber im jetzigen Augenblick begünsttgt er wieder die neue Unternehmung, die für das Ende dieses Monats vorbereitet wird._______ Huö der Partei. Zu den Vorgängen in Stuttgart wird uns geschrieben' Die Gemeinderatswahl 1911 hat die ParieidiffereAzen in Stuttgart derart verschärft, daß eS der äußersten Disziplin der Parteigenossen bedarf, um von der Partei schweren dauernden Schaden abzuwenden. Die Vorgänge seien hier kurz chronologisch aneinandergereiht geschildert: In einer von über 900 Genossen besuchten Parteiversammlung am 17. November d. I. nahm die Parteiorganisation Stuttgart Stellung zu der Gemeinderatstvahl am 8. Dezember. Bor Aufstellung der Kandidaten wurde beschlossen, diejenigen fünf Genossen, die bei. der geheimen Abstimmung die höchste Stimmenzahl erreichen bürden, mit je 2 Stimmen auf den Wahlvorschlag zu-nehmen und so ihre Wahl sicher zu stellen. Die Proporzwahl gestattet nämlich, einem Kandidaten bis 3 Stimmen zu geben, jedoch darf die Gesamtstimmenzahl des Wahlzettels die Zahl der zu besetzenden Mandate nicht übersteigen. Da diesmal 14 Mandate zu besetzen waren, konnte die Sozialdemokratie noch 9 Kandidaten auf ihren Zettel nehmen, 5 mit je 2 Stimmen und 4 mit je 1 Stimme, macht zusammen 14 Stimmen. DaS Prozent- Verhältnis unserer Gesamtstimmenzahl zu dem aller bürgerlichen Parteien bei der letzten Gemeindewahl, 42 Prozent, ließ die Eroberung von 6 Mandaten möglich erscheinen. Von den auf dem Wahlvorschlag stehenden Kandidaten sind dann die mit den höchsten Stimmenzahlen gewählt. In früheren Jahren hatte die Partei von einer Stimmen« Häufung auf einzelne Kandidaten abgesehen im Vertrauen auf die Disziplin der Wähler, da bei gleicher Stimmenzahl die erstem auf dem Wahlvorschlag stehenden Kandidaten als gewählt gelten. Durch die systematische Stimmenhäufung seitens einer � kleinen Gruppe entgegen dem Parteibeschluß war jedoch regelmäßig der Wille der Parteigenossen durchkreuzt, die in der Versammlung mit den höchsten Stimmenzahlen an die Spitze des Zettels gestellten Genossen bei der Wahl zu Fall gebracht worden. Um diesen Quer- treibereien entgegenzuwirken, wurde von der Versammlung am 17. November von der alten Uebung abgewichen und die Stimmen- Häufung beschlossen. Die Versammlung stimmte dem Antrag auf Stimmenhäusung gegen drei oder vier Stimmen zu; der Antrag, nur drei Genossen zu kumulieren, wurde abgelehnt; die Ver- sammlung trat dem Antrag der Parteileitung bei, fünf Kau- oidaten zu kumulieren. Dann erst erfolgte die Auf- stellung der Kandidaten. Das Resultat der Abstimmung war: Von s00 abgegebenen Stimmen erhielten: Wcstmeyer 673, Oster 549, Stctter 494, Engel- Hardt 480, Schwab 477, Wasner 450, Tauscher 400, Mattutat 358, aus den Wochenschluß. Als Friedl dann in der versprochenen Sonn- abendnacht kommt, wird er zurückgestoßen. Jetzt will er Gewalt brauchen: eS gibt einen erregte» Austritt. Der Thurnbacher kommt hinzu. Moid klagt den Friedl der Gewalttätigkeit an. AlS er das hört, da platzt er heraus mit seinem Geheimnis. Der alte Vater ist zuerst völlig niedergeschmettert. Dann aber packt ihn die Wut. Er dringt zu Moid ein und erwürgt sie genau so, wie sie damals seinen Sohn erdrosselt hat. Mit diesem Akt bäuerlicher Justiz schließt die Tragödie; und der Dichter überläßt eS dem Zuschauer, sich die Sühne selber auszumalen. Sehr richtig auch; denn das Drama im Baiienihofe ist wirklich aus. Greinz wußte sehr wohl, waS er tat. Fast durch keinerlei CenIimentS störte er den Fortgang der Handlung. Sie ist, nachdem im ersten Akte das bäuerliche ZustandSmilieu mit sicheren Strichen gemalt worden, in sich geschlossen und wird auch so mit energischer StelgerungSkraft zu Ende geführt. Kernig, un- zweideutig sind Sprache und Dialog. LlleS ist echt dramatisch ge« schaut und gestaltet. Ganz vortrefflich war die Aufführung. Direktor Fritz Witte» Wild hat hier wieder einmal bewiesen, waS er selbst unter so er- schwerenden Umständen als Regisseur zu leisten vermag. Er hat ein Ensemble aufgestellt, baß nicht bloß der Verständlichkeit deS Tiroler Dialekts, sondern auch den Charakteren zum Siege ver- half. Adele Hartwig war die harte leidenschaftlich auf ihr Ziel losgehende Moid. Und wenn man daneben Karl Wilhelm als HiaS sah, so läßt sich so leicht kein prachtvolleres Menschenpaar denken als die beiden. Die sehr komplizierte Rolle deS Thurnbacher(Viktor H a r t b e r g) ließ an AuSschöpfung deS Reininenschlichen nichts zu wünschen übrig. Und Friedl konnte kaum überzeugender gegeben werden als wie ihn Alexander Bildner in Gebärde und Spiel hinstellte. Von dem Drama wie seinen Darstellern ging eine mächtige Wirkung aus. Die Zuschauer folgten mit Spannung und Ergriffenheit und der anwesende Dichter mußte sich mehrfach für den einmütigen Beifall dankend zeigen. Es war ein großer innerer Erfolg. t Notiz«. —«Ine Ausstellung alter und neuer«arten- k u n st wird die Brandenburger Gruppe der Deutschen Gesellschaft für Gartenkumt vom 15. September bis ö. Oktober 1912 im Kunst- gewerbe-Muieum zu Berlin veranstalten. Es soll die EntwickelunA und der gegenwärlige Stand der deutschen Gartenkunst durch bild- liche und plastische Darstellungen veranschaulichtet werden. — Der Nobel- Frie denspreis ist nun doch trotz des Einspruch« der sozialistischen Storihingsmitglieder zur Verteilung gekommen. Die Preisträger find ein holländischer Staatsrat, der das Institut des internationalen Recht» mit ins Leben gerufen hat. und der Begründer der deutschen Friedensgesellschaft, ein vster« reichischer Schriftsteller. Die Ohnmacht und die Nutzlosigkeit des Friedenspreises konnte nicht wirksamer erwiesen werden, als durch diese Zuweisung in diesem Jahr deS Krieges. Der Friedenspreis könnte seinen Zweck nur dann erfüllen, wenn er ein für alle- mal der einzigen großen, ehrlichen und konsequenten Friedenspartei der Welt: der Sozialdemokratie überwiesen wurde. Kaitinger WS. Diese S Genassen kanren also auf den offiziellen Stimmzettel, die ersten 5 mit je 2 Stimmen. Es erhielten auher- dem noch Dr. Lindemann 330. Fischer 303, Sämann 236 Stimmen usw. Gegen die fünf mit je zwei Stimmen bedachten Parteigenossen fetzte sofort nach der Aufstellung in bürgerlichen Blättern eine wütende Hetze ein. Das„Neue Tagblatt" in Stuttgart, eines der schmutzigsten gegnerischen Organe, veröffentlichte angebliche „Zuschriften aus Parteikreisen", in denen die Genossen in der un- flätigsten Weise beschimpft wurden. Leider hat auch ein Partei- organ, die„Don au wacht" in Ulm, einen Beitrag zu diesem Kapitel geliefert, der der Wahlarbeit der Genossen schweren Schaden znfüate. Die Vorwürfe gipfelten in der Hauptsache darin, die„Radikalen" hätten alte verdiente Parteigenossen wie Wasner, Tauscher, Mattutat, Baitinger, Lindeinann, Fischer usw. brutal hinausgedrängt.„Vandalismus" wurde der VersammlungSmehr- heit vorgeworfen, den Kandidaten wurde Mändatsjägerei nach- gesagt usw. Die Parteileitung sah sich schließlich gezwungen, gegen dieses Treiben öffentlich Stellung zu nehmen. Die von ihr veröffent- »lichte Erklärung stachelte aber die Gegner nur zu neuen schweren Beschimpfungen an. Es mag ein Fehler der Parteileitung gewesen >sein, daß sie nicht kurz und bündig die Gründe dargelegt hat, die »n der Versammlung gegen die Wahl der angeblich vergewaltigten „Revisionisten" geltend gemacht worden waren. Ein Redner hatte sich nämlich klar und deutlich gegen die Häufung mehrerer Man- date auf ejnzclne Genossen ausgesprochen. Parteisekretär Wasner hat außer seinem Parteiposten noch ein Landtagsmandat aus- guüben, Fischer und Tauscher desgleichen, ebenso Lindemann, der zudem aller Voraussicht nach noch ein Reichstagsmandat erhalten wird. Arbeitersckretär Mattutat ist ebenfalls Landtagsabgeordneter, die Parteigenossen rechnen damit, daß er bei der bevorstehenden Reichstagswahl den Herrn Konrad Haußmann, den Führer der Volkspartei, werfen wird. Diese Erwägung mag viele Versamm- lungsteilnehmer bewogen haben, davon abzusehen, ihnen zu diesen Mandaten auch noch ein weiteres als Gemeinderat aufzu- bürden. Verschwiegen darf allerdings nicht werden, daß die Hal- tung, die Wasner, Fischer und Mattutat bei verschiedenen Ge- legenheiten gegen die Mehrheit der Stuttgarter Parteigenossen. fchaft eingenommen haben, zu dem Abstimmungsresultat mit bei- getragen haben wird. Einige Tage vor der Wahl wurde in der bürgerlichen Presse bereits ein Gegenvorschlag gegen den offiziellen Wahlvorschlag der Partei veröffentlicht. Es gelang der Parteileitung festzustellen, daß ein der Partei nicht ungehöriger Buchdrucker bei diesem Stück- sein beteiligt war. Andern Tags wurde jedoch bekannt, daß der eigentliche Urheber ein Parteigenosse war, der den Stimmzettel auch an ein Parteiorgan eingesandt hatte. Das Begleitschreiben dazu trug eine gefälschte Unterschrist.. Währenddes ging die Hetze in der bürgerlichen Presse munter tveiter. Am Abend vor der Wahl wurden nun in allen größeren Betrieben Stuttgarts durch gewerkschaftliche Ver? -trauenSleute Stimmzettel zur Verteilung gebracht, die, mit der Aufschrift des offiziellen Parteizettels versehen, eine andere Kumulierung enthielten als der Parteizettel. Die drei an erster Stelle stehenden Genossen sind vollständig gestrichen, die beiden folgenden mit je einer Stimme belassen, die letzten vier jedoch mit je drei Stimmen bedacht. Zur Anfertigung dieses gefälschten Zettels hat man einen offiziellen Zettel erst derart verändert, dann photographiert und den Druck mit KlischeS bewerkstelligt. Ein Teil der Vertrauensleute, die den Schwindel merkten, ihat diese Fälschungen der Parteileitung zugestellt, der andere Teil Hai sie ausgegeben, wohl ohne sich sofort der Fälschung be- wpßt zu sein. r Die Parteileitung bemühte sich, noch am Wahltage die Ar- beiterschaft über das Stückchen aufzuklären durch Plakate und Flugblätter; leider war das nicht überall mehr möglich. Ob die Aussetzung einer Belohnung von 100 M. für die Feststellung des Fälschers Erfolg haben wird, bleibt aliznivarten. Daß dieses Wahlmanöver die Mehrheit der Parteigenossen- fchaft aufs äußerste erbittert hat, ist begreiflich. Die Spekulation auf die durch die bürgerliche Presse bearbeitete Mitläuferschaft dürste aber wohl den gewünschten Erfolg gezeitigt haben. »* » Ueber das Ergebnis der Stuttgarter Gemeinderatswahl wird uns mitgeteilt, daß unserer Partei von 14 zu Wählenden KSitze zufielen, darunter 4 auf ß, 1 auf 4, 1 auf 2 Jahre. Die Nationalliberalen bekamen 4. die Volkspartei 3, die Konser- vativen 1 Sitz, das Zentrum ging leer aus. Gewählt wurden die Genossen Tauscher, Wasner, Baitinger sbish. Gemeinderäte), Mattutat(bish. Bürgerausschutzmitglied), Schwab und Engelhardt. Die Genossen W e st m c y e r, O st e r und S t e t t e r blieben in der Minderheit. Die Ge- samtzahl der für uns abgegebenen Stimmzettel betrug 11 175 gegen 12 278 bei der Oberbürgermeisterwahl im Mai d. I. Während bei früheren Wahlen nur 13 bis 14 Proz. der sozial- demokratischen Wahlzettel abgeändert wurden, stieg dieser Prozent- satz diesmal auf 431 ES wurden nämlich S832 sozialdemokratische Zettel unabgeäudert, L342 abgeändert abgegeben. Auch bei den bürgerlichen Parteien waren die Abänderungen viel zahlreicher als früher, was zur Folge hatte, daß das Ergebnis der am Freitag vorgenommenen Wahl erst Sonnabend in später Nachtstunde be- tannt wurde. Die bürgerliche Presse hält es angesichts des Wahlergebnisses für angebracht, von einer„Niederlage des Radikalismus" zu faseln. Davon kann gar keine Rede sein. Trotz d«S Partei- schädigenden und heimtückischen Treibens einzelner Personen, die sich auS Feigheit noch nicht einmal zu ihrer Tat zu bekennen wagen, sind 480 unveränderte, also„radikale" Wahlzettel mehr abgegeben worden als abgeänderte. Daß die radikalen Genossen tinterlagen, ist auf daS KumulierungSsystem zurückzuführen. Die erste Landeskonferenz der serbischen Sozialdemokraten Ungarns fand am IS. und 20. November in Ujvidek unter Teilnahme von 36 Delegierten statt. Außer der Zentralparteileitung waren noch die kroatische und die Partei des Königreichs Serbien(zugleich für die bulgarische Partei) vertreten. Die Partei, deren Mittel- punkt bisher in Pest war. besteht erst seit vorigem Jahre. Sie zählt 15 Dereine mit 680 Mitgliedern. Etwa 2000 serbische Ar- beiter gehören den Gewerkschaften Ungarns an. Das Parteiblati „Sloboda", das bisher dreimal monatlich erschien, hat 1000 Abonnenten. Es wird nun wöchentlich herausgegeben werden. Daneben besteht noch„Napred" mit 300 Abonnenten. 85 Ver- fammlungen mit Demonstrationen und 125 Vorträge wurden der- anstaltet. Daneben aber wurden 37 Volksversammlungen ver- boten, und„Sloboda" hat bereits 26 P r e ß p r o z e s s�. Neben der Brutalität der Behörden ist der fanatische Klerikalis- onus, dem der größte Teil des serbischen Volkes noch ergeben ist, btS Hauptfeind._ Larteilitrratur. Der Kampf um die ReichsversicherungSorbnung. Heraus- gegeben vom Vor stände der sozialdemokratischen Partei. Berlin ISII. Verlag Buchhandlung Vorwärts. In überaus klarer und übersichtlicher Weise wird in diesem Buche die so vielgerühmte Reichsversicherungsordnung beleuchtet und die antisoziale und arbeiterfeindliche Haltung der bürgerlichen Parteien an den Pranger gestellt. Gleichzeitig gibt das Werk ein jehrreiches Bild von dem Wesen der gesamten Sozialversicherung. Künstlerischer Wandschmuck. Der Bildungsausschuß hat auch in diesem Jahre auf eine völlig neue Herausgabe des Verzeichnisses für künstlerischen Wandschmuck verzichtet und nur den Nachtrag vom Borjahre erweitert und mit eirffr illustnetiffn Beilage vttfehm. Der Nächtrag enthält Angaben über Bilder aus den Verlagen Voigtländer-Leipzig, Merfeld und Donner-Leipzig, Jander-Berlin, Nordwestdeutscher Kunstverlag- GoSlar a. H., Marquardt-Hamburg, Buchdruckerei Auer u. Co.-Ham- bürg. Der Nachtrag und das vor zwei Jahren erschienene große Verzeichnis wird an alle Interessenten von der Geschäftsstelle des Bildungsausschusses(Heinrich Schulz, Berlin SW. 68, Linden- straße 3) versandt._ Zum Parteitag der ruthenischen Sozialdemokratie. Wie nach- träglich gemeldet wird, hat der Parteitag die seit Jahren in Galizien konstituierte„j u d i s ch e sozialdemokratische Arbeiter- Partei" als Bruderpartei anerkannt. Jugendbewegung. Vom Kampfe gegen die proletarische Jugendbewegung. DaS Schöffengericht zu Görlitz hatte den Obmann des JugendauSschusscs, Genossen Fritz Eichhorn, zu 15 M. und die übrigen acht Mitglieder zu je 5 M. Geldstrafe.verurteilt und zwar wegen angeblicher Uebertretung des Reichsvereinsgesetzes. Der Jugendausschutz sollte ein pokitischer Verein sein. Alle Verurteilten legten Berufung ein. Die Strafkammer als Berufungsinstanz fällte am Sonnabend folgendes Urteil: Die Berufung des Ange- klagten Eichhorn wird aus dessen Kosten verworfen. Seine Ver- urteilung sei mit der Maßgabe erfolgt, daß er sich der Uebertrewng des Reichsvereinsgesetzes in zwei Fällen schuldig gemacht habe. Die Jugendorganisation(I) bilde einen Verein, der auch politische Zwecke verfolgt hätte. AIS Vorstand habe der Angeklagte die Pflicht gehabt, die Statuten und die List« der Vorstandsmitglieder einzu- reichen. Ferner habe er Personen unter 18 Jahren in den Ver- fammlungen geduldet. Die übrigen acht Angeklagten wurden frei- gesprochen. Sie seien keine Vorstandsmitglieder der„Freien Jugendorganisation"" gewesen, hätten vielmehr nur aufsichtsweise die Vertretung geführt und seien deshalb nur als gewöhnliche Mitglieder zu betrachten. Nach dem Urteil hat daS Gericht in dem Jugendausschuß eine Organisation erblickt, obwohl dafür jede Voraussetzung fehlt. Warum der Jugendausschuß ein politischer Verein sein soll, wurde mit keinem Wort erwähnt; es muß darum daS schriftliche Urteil abgewartet werden.— Unerfindlich ist es, wie eine Bestrafung des Genossen Eichhorn wegen Nichteinreichung der List« der Vorstands- Mitglieder erfolgen kann, wenn das Gericht selbst ausspricht, daß die übrigen Jugendausschußmitglieder kein« Vorstandsmitglieder sind. Die Sache wird voraussichtlich noch eine höhere Instanz beschäftigen. Der Kampf um die Jugend. Auf einer Tagung des Alldeutschen Verbandes in Lübeck sprach Generalmajor a. D. Kei m-Berlin über die deutsche Jugend- erziehung und Jugendpflege. Er stellte dabei die Forderung auf, daß die eigentliche Fürsorge für die Schulentlassenen künftig or- ganisiert werden mutz, weil es nur auf diese Weise möglich ist, in die jugendlichen Kreise der Arbeiterbevölkerung und des Klein- bürgertums zu gelangen, die, wie die Dinge jetzt liegen, mit der Zeit der Sozialdemokratie zufallen müssen.— Solange cS Arbeiterfamilien gibt, die wissen, was ihnen frommt, wird alle An- strengung die Arbeiterkinder der Arbeitersache zu entfremden und sie für die der Ausbeutung zu gewinnen, vergeblich sein, Sericbts- Zeitung. Freie Bolksbühne und Zensur. In der Nummer vom 23. September 1911 haben wir über die Verhandlung vor dem Oberverwaltungsgericht in dem Prozeß be- richtet, den die Freie Bolksbühne, vertreten durch den Rechtsanwalt Dr. Heinemann, gegen den Polizripräsidentr» von Berlin geführt hat. Bekanntlich hat der Polizeipräsident in Uebereinstimmung mit dem Oberpräsjdenten ausgesprochen, daß die Vorstellungen des Vereins„Freie Volksbühne" als öffentliche der Zensur unterliegen. Gegen diese Anordnung erhob die Freie Volksbühne Klage beim Oberverwaltungsgericht. Dieses hat, wie wir seinerzeit mitgeteilt haben, die Urteilsverkündung ausgesetzt und erklärt, daß den Parteien schriftlich das Urteil zugestellt werden solle. Diese Zu» stellung ist am 11. Dezember erfolgt. DaS Oberverwaltungsgericht hat die Klage der Freien Bolks- bühne zurückgewiesen. In den Gründen wird ausgeführt: Die Borschriften, betreffend die Theaterzensur sind trotz des Reichsvereinsgesetzes in Geltung geblieben. Die Entscheidung hänge mithin allein davon ab, ob die Theatervorstellungen als öffentlich« anzusehen seien. Diese Voraussetzung liege aber vor. Bei der Freien Volksbühne handelt eS sich um einen Verein, der sich die Aufgabe gestellt hat. das Verständnis für Kunst in der Arbeiterschaft zu fördern. Dieser Zweck sei zwar für alle Mitglieder ein gemein- samer, aber kein einheitlicher. Jedes Mitglied verfolgt für sich den persönlichen Zweck, sein Bedürfnis nach Kunstgenuß zu befriedigen, und es bedient sich deS Zusammenschlusses mit den anderen nur, weil es seinen Zweck günstiger auf anderem Wege nicht erreichen kann. DirS tritt scharf vor, wenn diesem Berein andere Organisa- tionen, wie namentlich die Wahlvereine oder sonstige politische Berrine gegenüber gestellt werden. Diese erschöpfen sich nicht damit, daß sie den Mitgliedern Gelegenheit zur Aufklärung und Belehrung über politische Fragen und über ihre Stellungnahme zu Wahlen bieten. Sie verfolgen darüber hinaus den Zweck, durch den Zu- sammenschluß ihrer Mitglieder ein bestimmtes, einheitliches Ziel, .Wie die Einwirkung auf die Zusammensetzung der gesetzgebenden oder sonstigen öffentlichen Körperschaften oder auf ander« politische Angelegenheiten m bestimmtem Sinne zu erreichen. An einem ein- heitlichen, über dem persönlichen Sonderinteresse der einzelnen Mitglieder stehenden Ziele in diesem Sinne mangelt es aber der Freien Volksbühne, im Gegensatz zu den Wahlvereinen. Unter diesen Umständen könne der Verein als«ine geschlossene Gesellschaft nicht angesehen werden, da der Zutritt zum Verein jedermann frei- stehe, die Zahl der Mitglieder«in« überaus große sei und der Zweck des Vereins sich in der Beteiligung an den Theatervorstellungen er- schöpfe. Deshalb könnender Verein nicht als«in in sich geschlossener, bestimmt abgegrenzter Kreis innerlich unter einander verbundener Personen angesehen werden. Insbesondere komm« noch in Be- tracht. daß außer den Mitgliedern auch deren Angehörige und Gäste, zwar nur gegen Karten, aber ohne jede weitere Kontrolle, zuge- lassen werden. Hält man dies zusammen mit der Tatsache, daß der Verein über 18 000 Mitglieder zählt, die sich hauptsächlich aus der mehr oder minder fluktuierenden Arbeiterbevölkerung zusammen- setzen, so könne keine Rede davon sein, daß der Berein eine ge- schlossene Gesellschaft bilde._ Die Frage der Zulässigkeit von Plakaten, die die Bewilligung von Streikforderungen betreffen, beschäftigte wieder den Strafsenat des Kammergerichts, und zwar in einer Sache, wo das Urteil des Landgerichts, der zweiten Instanz, wenn auch nicht im Ergebnis, so doch in der Begründung beziehungsweise tatsächlichen Feststellung etwas abwich von der neulich mitgeteilten Sache. Das bekannte Plakat: „Teile meiner verehrten Kundschaft mit. daß ich die Forde- rungen der Bäcker und Konditoren bewilligt habe,">var auch in den 00 Großberliner Filialen der Großbäckerei von BloUner aud- gehängk JvötFeff. Deren Geschäftsführer Zacharias wurde ssofn Landgericht wegen Uebertretung des§ 9 des preußischen Preß- aesetzes verurteilt, weil er ein Plakat öffentlich ausgehängt habe, das nicht zu den durch§ 9 zugelassenen Plakaten gehöre. In Frage käme hier nur, so wurde ausgeführt, ob es sich um ein? nach§ 9 zulässige Nachricht für den gewerblichen Verkehr handele. Es könne nun nicht verkannt werden, daß das Plakat inhaltlich auch gewerblichen Zwecken diene. Es soll darin dem Publikum beziehungsweise der Blottnerschen Kundschaft mitgeteilt werden, das; die Firma sich den Streikenden gefügt habe. Das bezwecke auch, den mit diesen sympathisierenden Teil des Publikums vom Boykott abzuhalten, zum Kauf anzuregen und von der Konkurrenz fern- zuhalten. Das sei aber nicht der einzige Zweck des Plakats. Viel- mehr verfolge es noch weit mehr, wie das Gericht überzeugt sei, die Tendenz, die streikenden Arbeitnehmer in ihrem Kampfe um günstigere Arbeitsbedingungen dadurch zu unterstützen, daß die Gefügigkeit einer großen Firma der Oeffentlichkeit bekanntgcgebca werde, sowie weiter, Kundgebungen und Ansammlungen, wie sie bei solchen Streiks zuweilen seitens der� Streikenden und ihrce Angehörigen und Anhänger veranstaltet würden, zu verhüten. Tas seien aber keine Nachrichten für den gewerblichen Verlehr mehr. Zacharias legte Revision ein und sein Anwalt, Dr. Karl Lieb- knecht, machte geltend, daß das Landgericht zu Unrecht ein nacy Z 9 ausgeschlossenes Plakat annehme. Zwe'»ellos handelte es sich hier um eine Nachricht für den gewerblichen Verkehr im Sinne des§ 9. Jede' Nachricht eines Gewerbetreibenden, die bestimmt und geeignet sei. auf die 5wndschaft zugunsten des Gewerbe- treibenden einzuwirken, müsse als Nachricht für den gewerblichen Verkehr angesehen werden, selbst im Sinne jenes an sich durchaus veralteten und nur gegen die sozialpolitischen Bestrebungen der Arbeiterschaft noch angewandten Gesetzes. Die fragliche Bestim- mung und Eignung des Plakats sei hier festgestellt worden. Nun komme aber das Gericht zur Verurteilung, indem es sage, aucy noch andere Zwecke würden mit dem Plakat verfolgt. Das müsse aber doch ganz gleichgültig sein der Tatsache gegenüber, daß das Plakat eine Nachricht für den gewerblichen Verkehr� sei. Daß cS überhaupt eine solche sei, müsse genügen, es als zulässig erscheinen zu lassen. Im übrigen sei es auch falsch, diejenigen Plalate als öffentlich ausgehängt anzusehen, welche von der Straße aus nicht sichtbar seien.-- Das Kammergericht verwarf aber die Revision, indem es auch in diesem Falle seinen kürzlich schon im.Vorwärts" mitgeteilte» Standpunkt für ausschlaggebend erachtete. Danach darf sich eine „Nachricht für den gewerblichen Verkehr" im Sinne des Gesetzes lediglich auf das Verhältnis zwischen Gewerbetreibenden und Publl- kum beziehen._ Gegen den Messerstecher Bennewitz, der bekanntlich in dem Verdacht steht, jene Messeraityntate auf Frauen und Mädchen begangen zu haben, die Ende vorigen Jahres allgemeine Erregung verursacht hatten, hatte gestern die 129. Ab- teilung des Schöffengerichts Berlin-Mitte unter Vorsitz des Amts- richter» Dr. Günther zu verhandeln.— Der Angeklagte war, wie seinerzeit mitgeteilt, am 21. August d. I. von der 1. Straflammee oes Landgerichts I wegen zweier Mcsserattentate auf Prostituier:« zu einem Jahr neun Monaten Gefängnis verurteilt worden, die er zurzeit in dem Strafgesängnis Plützensee verbüßt. Schon damals ruhte der Verdacht auf ihm, auch jene Messerattcntate verübt zu haben, die Ende v. I. von einem unbekannt gebliebenen Täter auf der Straße verübt worden waren. Es handelte sich im ganze» um 70 derartige Fälle, die von der Kriminalpolizei zum Gegcnstano eines sehr umfangreichen Ermittelungsverfahrens gegen Bennewry gemacht wurden. Zahlreiche der gestochenen Frauen und Mädchen wollen ihn mit aller Bestimmtheit als den Täter wieder erkennen, während andere ihn wiederum nicht rekognoszieren konnten.—»i Zur Anklage stand jebt einer der Fälle, in denen Bennewitz mit aller Bestimmtheit wiedererkannt worden sein soll.— Im November v. I. wurde die Prostituierte Olga Hubrig, die sich jetzt in Breslau aushält, in der Borsigstraße von zwei Männern angesprochen, die sie dann in ihre in der Elsasser Straße gelegene Wohnung be- gleiteten. Hier kam es wegen der Bezahlung zu Streitigkeiten, in deren Verlauf der kleinere der beiden Männer mit einem Taschen- messer aus die H. einstach. Als auf die Hilferufe der H. deren Wirtin und ein ebenfalls dort wohnhafter Kaufmann Wilhelm Seidlcr hinzueilten, äußerte der Messerstecher zu dem zweiten Manne: „Du hol' doch Deinen Knacker raus und schieße loS." Die beiden Leute entfernten sich dann ungehindert.— Bei einer später«» Gegenüberstellung vor dem Kriminalkommissar Peters will die Hubrig den Angeklagten Bennewitz mit aller Bestimmtheit als den Täter wiedererkannt baben. Sie beeidete diese Aussage dann auch bei ihrer kommissarischen Vernehmung in Breslau. Der zweite Mann wurde von der Kriminalpolizei in der Person des sich jetzt in Blomberg aufhaltenden Malers Timm ermittelt. Dieser schilderte den Sachverhalt genau so wie die H., nur behauptete er, nichi gesehen zu haben, daß Bennewitz die H. mit dem Messer gestochen habe.— Zu der gestrigen Verhandlung waren auf Antrag des Rechtsanwalts Dr. Posener der Kaufmann Seidler und die frühere Wirtin der H. geladen. Beide erklärten übereinstimmend, daß der Angeklagte nicht der Täter sei. Dieser sei viel größer gewesen. Bei diesen widersprechenden Zeugenaussagen hielt es das Ge- richt doch für geboten, die Zeugen Hubrig und Timm persönlich vorzuladen, um eine nochmalige Geyenüberstellung vor Gericht herbeizuführen. Die Verhandlung mußte deshalb vertagt werden. Eine» eigenartigen betrügerischen Trick, durch den mehrere Sargfabrikanten und Blumenhändler geschädigt worden sind, hatte sich die Näherin Klara Liepe ersonnen. Sie erschien kurz hinter einander bei zwei Sargfabrikanten, setzte eine Trauermiene auf und bestellte einen Sarg für ihren angeblich in Kaulsdorf gestorbenen Bruder. Dann machte die Angeklagte plötzlich die Entdeckung, daß sie ihr Portemonnaie verloren habe» oder daß eS ihr gestohlen sein müsse und sie war anscheinend un- tröstlich über ihren Verlust, da sie nun gar nicht wußte, wie sie wieder nach Hause kommen sollte, zumal sie auch noch einen kleine«, Einkauf zu besorgen hätte. Die beiden Sarghändler, die die Bestellung dankend entgegengenommen hatten, erklärten sich soforr bereit auszuhelfen und opferten der eine 1 M., der andere 2 M. Als dann die bestellten Särge abgeliefert werden sollten, sahen die Geschäftsinhaber, daß sie einer dreisten Gaunerin zum Opfer gr-. fallen waren, die auf diese Weise sich Geld zu verschaffen wußte. In ganz ähnlicher Aufmachung sind auch zwei Blumenhändler uno «in Friseur um je 5 M. geprellt worden. Hier lautete die Be- stellung auf Lieferung eines Brantbuketts und einer Brautsrisue, wobei sich die Angeklagte als die glückliche Braut ausgab. In diesen Fällen gab sie an, daß sie ihr Portemonnaie vergessen habe uno noch in der Eile einiges für ihr Brautkleid einkaufen müsse. Aua; in diesen Fällen wurde es ihr nicht schwer, die in Frage kommen- den Geschäftsleute um die kleinen Beträge zu erleichtern. In einem weiteren Falle wurde sie als Betrügerin entlarvt und verbafter. Die Angeklagte war geständig. Wie Rechtsanwalt Dr. Karl Löwen- thal unter Beweis stellte, hatte sie aus Not gehandelt. Mit Rütf- ficht hierauf verurteilte sie das Schöffengericht gestern zu vier Wochen Gefängnis. Namensänderung. Dr. jur. Katz, der sich u. a. lherc-risch betätigte, nannte sich Dr. Katz-Forstner. Er wurde wegen unbefugter Namensänderung angeklagt und auch in zweiter Instanz vom Landgericht Berlin zu einer Geldstrafe verurteilt, weil er sich nach Annahme des Gerichts ohne behördliche Genehmigung einen andern, als den ihm allein zukommenden Namen Katz beigelegt habe, in der Absicht, ihn dauernd zu führen. Er habe ihn nicht nur in seinen Kreisen, sondern auch Behörden gegenüber geführt. Bei dieser Feststellung behandelte das Gericht den Einwand des Klägers, er habe sich einen 4 Schriftstellernamen beilegen können, als unerheblich. DaS Kammergericht verwarf die Revision des Angeklagten. weil die Vorinstanz die tatsächlichen Feststellungen rechtlich richtig gewürdigt habe. Verfammlungen. Witterungsübersicht vom 11. Dezember 1911. Solnischen Reichstagsfrattion nicht vergessen, der Antrag noch gestellt werden, sofern die Ehe nicht vor länger als einem daß sie im trauten Wettbewerb mit den preußi. Jahre gefchloffen ift. C. 2. 100. 1. u. 2. Die Eltern, Geschwister und schen Juntern bei der Finanzreform dem arbei- Geschwistertinder sind nacheinander zur Hälfte erbberechtigt, ausgenommen Die polnischen Genossen Berlins im Wahlkampf. tenden Volte die wichtigsten Lebensmittel ber- die Haushaltungsgegenstände. 3. Testament, das entweder zu notariellem Nachdem durch die amtliche Ausschreibung der Reichstagswahlen teuert hat, und verpflichten sich, alles aufzubieten, um möglichst oder gerichtlichem Protokoll erklärt oder eigenhändig errichtet sein muß. die Fesseln, die der berüchtigte Sprachenparagraph des Vereins- sämtliche polnischen Wähler zur Abgabe ihrer Stimmen für die gesetes den Polen auferlegt, gelöst worden sind, hat der Verein Kandidaten der sozialdemokratischen Partei zu polnischer Sozialisten in Berlin" eine öffentliche Wählerversamm- bewegen, denn nur diese geben die Gewähr, daß lung einberufen, um gegen die durch die Nationalpolen aufgestellte die Rechte des Voltes verteidigt und nicht ver. Sonderkandidatur Stellung zu nehmen. In einem eineinhalbstündi- raten werden." gen Referat beleuchtete Genosse Rybidi die heuchlerisch verräterische Politik der polnischen Reichstagsfraktion und empfahl zum Schluß folgende Resolution, welche einstimmig angenommen wurde: 17 " Die am 10. Dezember 1911 in Berlin,„ Concordia- Saal", Andreasstraße, versammelten polnischen Reichstagswähler sind mit den Ausführungen des Referenten einverstanden und brandmarken die volksfeindliche Politik der polnischen Reichstagsfrattion, welche nur die Interessen des polnischen Adels und der polnischen besigen den Klasse vertreten, jedoch für die wichtigsten Bedürfnisse des arbeitenden Volfes tein Verständnis, sondern nur heuchlerische Phrasen gehabt hat. Die Versammelten können es der Bestes Weihnachtsgeschenk! Wiederverkäufer für Bromsilberkarten zum 12. 1. 1912 gesucht. 12. 1. 1912 gesucht. Wiederverkäufer für Bromsilberkarten zum Grappenbild der Reichstagsabgeordneten Singer- Liebknecht- Bebel in künstlerischer Ausführung und gut unter Glas gerahmt Größe 30X36 cm, ungerahmt in verschiedenen Rahmen .. 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Und sie verhandeln doch! blick gezögert haben, mit der allerdings viel stärkeren Organisation der Metallarbeiter über die Bei legung des Formerstreits zu verhandeln, das gleiche Ent Am gestrigen Montag fanden die ausgesperrten Berliner| industriellen unter allen möglichen Vorwänden immer gegenkommen aber den technischen Angestellten rundweg ab. Metallarbeiter wieder Aufnahme in den Fabriken, nachdem wieder abgebrochen und ihre Neuansnahme verzögert. Die geschlagen haben. Unter dieien Umständen glaubte die Aftions schon zuvor die Former vereinbarungsgemäß die Arbeit be- Former werden ungeduldig. Nach mehr als zwei Moleitung troß der vorzüglichen Haltung der am Stampf beteiligten gonnen hatten. Die Einstellung ging fast ohne Differenzen naten, die sie ruhig aber entschlossen Gewehr bei Fuß Kollegen( bon 221 am 30. September ausgetretenen Eisen bor sich, da für dieselbe bis ins einzelne gehende Bedingungen gestanden hatten, beriefen sie für den 5. Oftober eine Ver- toustrukteuren haben nur 14 die Solidarität gebrochen und sind in festgelegt waren. Die Former nahmen die Arbeit an dem- sammlung ein, die auf den 6. verlegt werden mußte weil die ihre früheren Stellungen zurückgelebrt) einer Fortführung des felben Tage nach erfolgreidem Kampfe wieder auf, als wie Metallindustriellen wieder einmal zu remem Ergebnis fommen Rampres nicht das Wort reden zu dürfen. Mit Rück auf das mir an anderer Stelle melden die akademisch vorgebildeten fonnten. Endlich erklärten sie plöglich, daß sie die bis dahin bisherige Verhalten der Arbeitgeber hielt es die versammlung für Eisenkonstrukteure einen wahrlich wacker geführten Stampf mit schon gemachten materiellen Zugeständnisse zurückziehen zwedlos, noch das Gewerbegericht als Einigungsamt anzurufen. den Berliner Metallindustriellen als aussichtslos abbrechen müßten. Die Vorschläge über die Schlichtung von Streitig. Nach eingehender Diskussion, die sich durch eine bemerkenswerte mußten. Die Former sind mit den materiellen Errungen- feiten lehnten sie grundsäglich ab! Man vergleiche Ordnung und Sachlichkeit auszeichnete, wurde dann in geheimer schaften ihres Stampfes nicht zufrieden. Sie haben gegen damit das endliche Ergebnis des Kampfes! Nun beschlossen die Abstimmung mit 95 gegen 41 Stimmen beschlossen, den Ausstand dieselben gestimmt, weil ihnen die Zugeständnisse der Metall- Former den Streit, erklärten sich aber zu weiteren Verhand- fofort abzubrechen. Der Bund der technisch- industriellen Beamten, industriellen nicht ausreichend erschienen. Nur der Umstand, lungen bereit. Die Metallindustriellen verlangten die dem die Eisenkonstrukteure mit wenigen Ausnahmen angehören, daß zur Fortsetzung des Kampfes nach dem Statut des Metall- Wiederaufnahme der Arbeit, ehe sie weiter ver- zahlt seinen Mitgliedern noch drei Monate über die Beendigung der arbeiterverbandes eine Dreiviertel- Majorität notwendig war, an handelten und drohten mit der Aussperrung von 60 Prozent Aftion hinaus Solidaritätsunterstüßung, die im Durchschnitt siebzig der wenige Stimmen fehlten, führte zum Abbruch des Kampfes. ihrer Arbeiter, wenn die Former die Arbeit nicht aufnehmen bis achtzig Prozent des Gehaltes beträgt. 1 Dennoch muß man sagen, daß der Metallarbeiterverband würden. Aber die Former standen fest. Am 30. November ein Recht hat, auf das Ergebnis dieses Stampfes mit erfolgte die Aussperrung! Deutfches Reich. Stolz zu bliden. Er führte den Kampf mit einem der Wie sie durchgeführt wurde? Es haben sich als aus. Zur Tarifbewegung in der Stapel- Herrenkonfektion. stärksten und erfolgreichsten Gegner der Gewerkschaftsbewegung gesperrt bei den Verbänden gemeldet: 18 845 Metallarbeiter, energische Tätigkeit des Echneiderverbandes wohl ein Tarifvertrag Mit dieser Bewegung steht es bekanntlich so, daß durch die und hat diesen aus Position auf Position verdrängt. 1589 Transportarbeiter, 1175 Fabritarbeiter, 451 Schmiede, für die wischenmeister zustande gekommen ist, daß jedoch die TarifWenn auch ein fester Stundenlohn für die in Lohn 447 Holzarbeiter, 230 Maler, 126 Kupferschmiede, 73 Heizer vorlage, welche die Lohn- und Arbeitsbedingungen der bei ihnen arbeitenden Gießereiarbeiter nicht erreicht werden fonnte, und Maschinisten, insgesamt also 22 936 Mitglieder. Dazu beschäftigten Gesellen und Arbeiterinnen regeln sollte, von diesen So sind doch für die Festsetzung der Löhne Normen fommen vielleicht noch einige Mitglieder des Gewerkvereins abgelehnt wurde. Die Gesellen wollten auf die von ihnen geforderte vereinbart, die eine eine Billfür ausschließen. Wertvoll der Maschinenbau- und Metallarbeiter( H.D.) und einige Abschajjung der Pensumarbeit nicht verzichten, weil durch das Verist, daß dem Affordarbeiter in Zukunft die Zeit, in der er Mitglieder des christlichen Metallarbeiterverbandes. Nun langen, ein bestimmtes, meist übermäßiges Arbeitspenjum zu ohne sein Verschulden an der Weiterarbeit verhindert ist, ber- werden ja bon den Firmen alle diejenigen zu den Aus- leisten, die im Tarif vorgesehene zehnstündige Arbeitszeit illusorisch gütet werden muß. Auch daß der Affordpreis bei In gesperrten gerechnet sein, die vor der Aussperrung wegen Ar- gemacht würde, sie wünschten ferner, daß die Mindestlöhne der angriffnahme der Arbeit zu vereinbaren ist und der beitsmangel aus Anlaß des Formerstreits aussetzen mußten oder sollten und ertlärten sich zu weiteren Verhandlungen bereit. Die Bügler und Stepper gleichgestellt und auf 42 M. gesezt werden Affordzettel in der Hand des Formers sein muß, ehe die deshalb entlassen worden sind. Weiter kann man als Ausgesperrte Bwischenmeister aber hatten die Tarifvorlage, wie sie aus den Kom fertige Arbeit seinen Blazz verläßt, wird manchen Sonflift be- noch gut gerechnet 8000 Unorganisierte in Anrechnung bringen. missionsverhandlungen hervorgegangen war, angenommen, jedoch feitigen, ebenso wie die Bestimmung, daß Aenderungen der Damit dürfte aber alles, was mit der Aussperrung im Bu in derselben Versammlung, die am Tage vor der Gesellenversamm bestehenden Affordpreise nur im Einverständnis mit dem Ar- sammenhang steht, erfaßt sein. Hierdurch zeigt sich, daß der lung stattfand, die Gründung einer besonderen Zwischenmeister. beiter vorgenommen werden dürfen. Daß in der Ausschuß. Beschluß, 60 Proz. der Arbeiter auszufperren, von den organisation für ihre Branche in Aussicht genommen. Sie wollten gußfrage eine, wenn auch die Arbeiter nicht voll befriedigende, Industriellen nicht ausgeführt worden ist. Einige Firmen- even nicht mehr, wie bisher, mit ihren Gefellen und Arbeiterinnen Regelung erfolgt ist, muß ebenfalls als ein Erfolg betrachtet das ist ganz unzweideutig durch die Meldestellen des Metall- ein und derfelben Organisation, dem Schneiderverband, angehören werden. Ganz besonders wichtig ist die Einſegung einer arbeiterverbandes festgestellt worden und meinten, daß sie durch einen eigenen Verband ihre Interessen haben allerdings Kommission zur Schlichtung von Differenzen, die aus Ver- forrett ausgesperrt, und wenn troydem die Gesamtzahl der besser wahrnehmen könnten. Mittlerweile ist diese neue Gründung tretern des Verbandes Berliner Metallindustrieller zusammen- wirklich Ausgesperrten hinter der Zahl erheblich zurückbleibt, zwar der Referent, daß die neue Organisation sich gegen die Unter zustande gekommen, und in der Gründungsversammlung erklärte gesezt ist und aus Vertretern der Arbeiterorganisation. Man die hätte herauskommen müssen, wenn auf der ganzen Linie nehmer, aber nicht gegen die Gefellen richten werde, aber gleich muß wissen, mit welchen Mitteln der Verband der Metall- 60 Proz. ausgesperrt worden wären, dann ist damit erwiesen, darauf nahm Herr Heinrich Joseph das Wort und meinte, die industriellen bisher die Arbeiterorganisation bekämpft hat, daß eine Anzahl Firmen den Beschluß des Metallindustriellen- Organisation müsse gegründet werden, um den unverschämten um ermessen zu fönnen, welch einer gewaltigen Revision verbandes nur recht mangelhaft ausgeführt baben fönnen. Forderungen der Gesellen entgegenzutreten." Im übrigen beschloß feiner bisherigen Anschauungen dieser Scharfmacherverband Daraus geht auch hervor, wie wenig die Behauptung in diese Versammlung, daß mit der Kommission der Gesellen wieder durch die Macht der gegen seinen ausd ücklichen Willen groß verschiedenen bürgerlichen Zeitungen zutrifft, monach der Aus- berhandelt werden sollte, jedoch auf Grundlage der Penjumarbeit und ohne Gleichstellung oder Erhöhung der Steppers und Büglers gewordenen Arbeiterorganisationen gedrängt worden ist, wenn sperrungsbeschluß durch die Unternehmer seinerzeit einstimmig löhne. Die Versammlungen der beiden Parteien hatten nun also er, um zu verhandeln. jetzt die Füße mit Vertretern der und gern gefaßt worden sein sollte. Das war wie jetzt all ganz entgegengejezte Beschlüsse gefaßt, und, wie nicht anders zu Arbeiter unter einen Tisch setzt. Auch daß Mitglieder der mählich durchfickert- nur ein Scheinmanöver, um die Ar erwarten war, erflärten die Vertreter der Gefellen, unter diesen Schlichtungsfommiffion in Bufunft nicht von jedem Meister, beiter durch diese Drohung zum größeren Entgegenkommen zu Umständen abermalige Verhandlungen für zwedlos. Im übrigen sondern nur unter Zustimmung der Fabrikleitung entlassen zwingen. Der Beschluß tam in der Konferenz der Unter- äußerten sich die Zwischenmeister sehr absprechend über den mit werden dürfen, zeigt, daß man sich nicht unnük mit der nehmer sicher nur dadurch zustande, weil mit der Ausführung den Konfektionären abgeschlossenen Tarif, als ob er ihnen faum Organisation der Arbeiter in Stouflifte hineinheßen lassen will. des Beschluffes, 60 Proz der Arbeiter auszusperren, nicht nennenswerte Vorteile gebracht habe, und meinten ferner, die Löhne der Gesellen seien schon so hoch, daß sie, die Meister, überhaupt nicht Wir sind überzeugt, daß es gar nicht zum Rampfe ge- ernstlich gerechnet wurde. tommen wäre, wenn der Verband der Metallindustriellen den Als trotz der Drohung die Einigung ausblieb, und der mehr auskommen tönnten. Am Sonnabend fand eine vom Schneiderverband einberufene Formern diese und seine anderen Zugeständnisse sofort ge- Termin der Aussperrung herankam, fonnten die Unternehmer Versammlung der Arbeiter und Arbeiterinnen der Stapeltonfet. macht hätte. Lediglich die Art, wie die Metallindustriellen nicht gut mehr zurüd und mußten wohl oder übel den Be- tion stait, in der Kriente über den Stand der Tarifbewegung bei Beginn der Unterhandlungen die Arbeiter brüsfieren zu schluß zur Ausführung bringen. Sie mußten dann weiter mit berichtete. Die Zwischenmeister hatten im Laufe der Woche durch tönnen glaubten, ihr Versuch, diese in altgewohnter Scharf- ansehen, daß die Former trotz der Aussperrung feststanden, ein Schreiben angefragt, ob man auf seiten der Arbeiter zu weiteren machermanier niederzufnütteln, die Politit der Drohungen, und mußten schließlich was fie mit Scharfmachereiden Verhandlungen bereit sei, und um Vorschläge dazu ersucht, sowie die schließlich den großen Worten folgende verlegene Tat, all geschworen hatten, nie zu tun, fie mußten verhandeln, ohne ferner die Frage gestellt, ob die Arbeiter zu einem gemeinsamen das erbitterte die Arbeiter schließlich so, daß sie über die daß vorher die verlangte Aufhebung des Streifs erfolgte. nicht angeschlossen haben. Die Kommission der Arbeifer hat darauf Borgehen gegen die Firmen bereit seien, die sich dem Tarif noch Miene der Verweigerung aufgeregt für den Wert der ges Erft als sie weitgehende materielle und prinzipielle Zugeſtänd- ablehnend geantwortet. Wenn die Meister ein Vorgehen gegen machten Zugeständnisse nicht den Maßstab fanden. Die Arnisse gemacht hatten, erfolgte Bug um Zug die Aufhebung des jene Firmen wünschten, müsse es nunmehr ihrem eigenen Verband beiter sahen nur die drohende Miene, sie sahen aber nicht, Streits und der Aussperrung. überlassen bleiben. Nachdem sie sich abgesondert, habe der wie der großprahlerische Gegner trotz lauter Worte Schritt So ist im Prinzip der Ausgang des Formerstreits ein Schneiderverband keine Lust, für sie einzutreten und sich nachher für Schritt zurückwich. Sie waren, durch die Geste des schöner Erfolg. Mit seinem Vorstoß hat der Metallarbeiter vorwerfen zu lassen, daß seine Tätigkeit ihnen teinen Nußen ge Gegners getäuscht, noch geneigt, sich in den Stampf zu stürzen, verband dem absolutistischen System in den Betrieben des Ver- bracht habe. Der Rebner begründete diese Stellungnahme noch als das unter den gegenwärtigen Umständen Erreichbare be- bandes der Berliner Metallindustriellen ein Ende gemacht näher und sprach sich dahin aus, daß man nun nicht anders handeln reits zugeftanden war. und dem Fabrikkonstitutionalismus Eingang verschafft. Diese für zu sorgen, daß die Lohn- und Arbeitsverhältnisse der bei den fönne, als durch den offenbar nötigen Drud bei gegebener Zeit da Man muß sich die ganze Entwickelung des Stampfes bis wichtige und für alle Arbeiter der Metallindustrie folgen- Bwischenmeistern beschäftigten Arbeitnehmer so geregelt werden, zu seinem Höhepunkt vor Augen führen: Im Juli schon schwere Wendung herbeigeführt zu haben, ist der wichtigste wie es diese für notwendig erachten. Diese Auffassung fand bei formulierten die Former und Gießereiarbeiter ihre Forde Erfolg des Formerstreits. Deswegen fönnen die Berliner Former der Versammlung, die stärker denn je zuvor besucht war, allgemeinen Die Verhandlungen wurden von den Metall- auf ihren Stampf mit Stolz zurückblicken! Beifall, und nach einer regen Diskussion wurde der Kommission Auftrag erteilt, wenn die Zeit gekommen ist, einer neuen Ver sammlung die notwendig werdenden Maßnahmen vorzuschlagen. rungen. Lautete: Gewerkschaftliches. Berlin und Umgegend. Eine Schwindelnachricht über den Streik in der Damenkonfektion " und die war denn auch bundert oder mehr Mann start auf dem Plan erschienen, um die Streifenden zu verjagen, damit den Streifbrechern das alleinige Beschlußrecht über den Streit gesichert werde. An die Textilarbeiter aller Orte! Seit dem 15. September 1911, alfo feit 12 Wochen, stehen die Im übrigen ist es möglich, daß troß dieses Schwindelmanövers Jutearbeiter und Arbeiterinnen in Bremen im Streit. Die Arbeiter einer Aufhebung des Streits" demnächst Einigungsberbreitete gestern abend das Berliner Tageblatt", und sie verhandlungen zu einer regelrechten Beilegung des Kampfes fchaft forderte eine Rohnerhöhung je nach den Abteilungen von zustande kommen. Benigstens hat der Magistratsrat v. Schulz 10 bis 20 Prozent. Die bis jetzt gezahlten Löhne betragen bei den Friede in der Berliner Damenkonfektion. In einer sehr als Borsigender des Einigungsamts des Gewerbegerichts die Ver- Arbeiterinnen im Tagelohn 1,50 bis 1,70 wt. pro Tag. Der Afford stürmisch verlaufenen Versammlung der Schneidermeister treter der Parteien auf heute nachmittag zu einer Belohn kommt bei den Spinnerinnen in nur sehr seltenen Fällen auf und Werkstätten befizer wurde heute nachmittag in den iprechung eingeladen, und hier wird es fich ja zeigen, 2 bis 2,20 m. pro Tag. Die Männer erhielten einen Tagelohn Arminballen mit überwältigender Majorität beschlossen, den ob eine Einigung in dem tros jener Schwindelmanöver an- von 2, 2,20, 2,50 und 8 M. pro Tag. Der Affordlohn betrug in Streit abzubrechen und die Arbeit wieder aufzunehmen. dauernden Kampfe möglich erscheint oder ob die Herren Eine Kommiſsion foll sofort mit dem Fabrikantenverband in Ver- Stonfektionäre bartuädig mit der fleinen Schar Arbeitswilliger ganz wenigen Abteilungen bis zu 3,20 m. bindung treten, um auf der Grundlage festgesezter Mindestlohne weiter paftieren wollen, mit Machenschaften, die vielleicht für einen Die Firma hat nun in sehr vielen Verhandlungen bis jetzt zu eine Einigung zu erzielen. An der Versammlung nahmen an- Augenblick einen Teil der Massen der Streifenden irreführen, aber gestanden bei den Webern auf einzelne Artile! 1 bis 6 Pf. pro nähernd tausend Berfonen teil. keineswegs den Frieden in der Damentonfeltion sichern fönnen. 100 Meter. Für die Spinnerinnen wurden zugestanden 4 bis 8 Proz. Was steckt dahinter? Es waren die arbeitswilligen Meister, die Darüber sollten sich doch einigermaßen intelligente Staufleute flar Daß bei folchen Löhnen die Arbeiter noch Hunger leiden müssen, ist gar nicht am Streit teilgenommen, die Inhaber großer Wertstätten sein, daß, wenn es ihnen wirklich gelingen würde, durch solch un- in den Zeiten der allgemeinen Teuerung auch dem dümmsten Arbeiter und auch Konfettionäre, die in einer Verianuntung Berianimlung nach redliche Mittel den Kampf für jest lahmaulegen, er au einer ihnen begreiflich. Mundtomachung streifender Meister, die man aus Berfehen hinein- vielleicht noch mehr ungelegenen Zeit mit weit größerer Straft von Diefes Angebot lehnten die Arbeiter in einer Bersammlung am gelaffen hatte, die Aufhebung des Streits beschlossen. Eigentlich neuem aufflammen wird. Sonnabend, den 9. Dezember, einstimmig ab. wollten die Herren Arbenswilligen im Bunde mit den Konfettionären dieses große Friedenswert ganz allein vollbringen, ohne Widerspruch bon unberufener" Seite, damit die Beendigung des Streifs ein. stimmig beschlossen werden fonnte. Aber trotz aller Bor fichtsmaßregeln waren einige Streifende in den Saal ge= Eine Versammlung der Berliner Eisenkonstrukteure beschäftigte langt, die nach Meinung der Versammlungsleiter die ganze sich am Freitag mit dem Stande der Bewegung. Bon der AktionsSache gar nichts anging. Einer diefer Streifenden wagte es, den leitung wurde berichtet, daß im Verlauf der letzten Wochen fich eine Antrag zu stellen, die Versammlung möge beschließen, den wesentliche Berschlechterung der Situation vollzogen Verbindung zu setzen. Stonfettionären zu erklären, daß Verhandlungen zur Beendigung des habe. Durch das unsolidarische Berhalten des Verbandes Deutscher Kampfes nur mit den Kommissionsvertretern der Streifenden ge führt werden sollten. Aber der Mann hatte keine Einladungstarte und somit lein Recht, Anträge zu stellen, ja nicht einmal das Recht, da zu sein. So mußte er fic bibich ruhig verbalten, um mit beiler Haut aus dieser Bersammlung der Friedensstifter der Damen toufettion hinauszukommen. Beendigung des Ausstandes der Berliner Eisen tonftrukteure. Diplomingenieure und der von den Unternehmern( zum Schutze der nationalen Arbeit) hereingezogenen Ausländer ist es den Eiſenbauanstalten gelungen, 75 Prozent der freigeworbenen Plätze zu befeßen. Gleichzeitig gaven die Firmen oie Annahme neuer Auf träge start eingeschränkt und einen Teil der eiligsten Arbeiten an auswärtige Firmen abgeschoben, so daß es ihnen trop der geringeren Qualität des neuen Personals möglich sein dürfte, sich über die jetzt Die Firma hat nun erklärt, daß fie die Spinnerinnen überhaupt nicht mehr gebrauche und daß sie fich fremde kommen lassen will. Wir ersuchen die Arbeiter und Arbeiterinnen aller Orte, auf Gesuche der Firma um Arbeitskräfte sich erst mit der Drts. verwaltung des Deutschen Tegtilarbeiter Ver bandes in Bremen, Ernst Daus, Lutherstraße 103, in Unsere Drtsverwaltungen aber weisen wir an, alle Gesuche erst nach dort zu senden und die Kollegen und Kolleginnen aufzuklären, daß der Streit in Bremen noch unverändert weiter dauert. Die Firma verfucht, die Arbeitswilligen meltprämies zu trattieren. Anständige Löhne zu zahlen findet die Firma feine Veranlassung. Arbeiter und Arbeiterinnen aller Orte, übt Solidarität! Bornehmlich wird sich die Firma ans Ausland wenden, um Wenn in der Schwindelnotiz des„ Tageblattes" bon annähernd tanfend Versammlungsbefuchern die Rede ist, so handelt es sich hier, so weit wir einen Ueberblid über die Sache gewinnen fouten, gerade einfegende flaue Zeit hinwegzuhelfen. Alle Verfuche, mit den von dort Arbeitskräfte zu erhalten. Die Drganisationen der Arum eme starte Uebertreibung. Man hat wohl ein halbes Tausend von denen hinzugerechnet, die draußen bleiben mußten, weil sie feine Arbeitgebern zu Berhandlungen zu kommen, find an der ablehnenden beiter werden diesen Plan zu verhindern wissen. Karten, und als Streifende kein Mitbestimmungsrecht über die Auf- Haltung des Verbandes Berliner Metallindustrieller gescheitert, Alle Arbeiterzeitungen des In- und Auslandes werden um Ab der den Konflikt unter allen Umständen als eine Machtfrage drud gebeten. hebung des Streifs" hatten. Bum Schuße ihres lichtscheuen Treibens hatten die Herren Ar- angefehen wissen wollte. Das beweist auch der Um beitswilligen offenbar von Anfang an die Polizei zu Hilfe gerufen, stand, daß die Metallindustriellen bekanntlich keinen Augen" Gau Hannover des Deutschen Zegtilarbeiterverbandes. Emil Döbler, Hannover- Linden, Hennigesstr. 4. eeees 99999 Unserem Bezirksführer Max Quappe zu seinem 60. Geburtstage die herzlichsten Glückwünsche. Die Genossen vom 588. Bezirk 6. Kreis. 99999996666esee Unserer Kollegin, der Beitungsträgerin Frau Charlotte Kottonau zu ihrem 63. Geburtstage die herzlichsten Glückwünsche. Die Botenfrauen des Vorwärts, Lausitzer Platz 14/15, Spedition Böhm. Unserem Freunde und Genossen Adolf Roth senden zu seinem 48. Geburtstage die herzlichsten Glückwünsche! Die Bauern von der Polackenecke. Todes- Anzeigen Sozialdemokratischer Wahlverein für den 4. Berl. Reichstags- Wahlkreis. ( Görlizer Viertel. Bezirk 180.) Den Mitgliedern zur Nachricht, daß unser Genosse, der Gastwirt Eduard Blocklinger Laufiger Str. 8 geftorben ist. am Ehre seinem Andenken! Die Beerdigung findet Dienstag, den 12. Dezember, nachmittags 3, Ubr, von der Haue des Emmaus- Kirchhofes in Rig dorf, Hermannstraße, aus ftatt. 207/12 Der Vorstand. Am Donnerstag, 7. Dezember, starb nach furzem, schwerem Leiden mein lieber Mann und guter Vater, der Schlosser Karl Wernlein im 44. Lebensjahre. Um stilles Beileid bitten me. Wernlein und Tochter, Ramlerstr. 21. Die Beerdigung findet am Mittwoch, den 13. Dezember, nachmittags 3 Uhr, von der Kapelle des Apostel- Paulus- Friedhofes, Müllerstr. 44/45, aus statt. Sozialdemokratischer Wahlverein des 6. Berl. Reichstags- Wahlkreises. Am 7. Dezember verstarb unser Genoffe, der Schloffer Karl Wernlein Ramlerftr. 21. Ehre seinem Andenken! Die Beerdigung findet am Mittwoch, den 13. Dezember, nachmittags 3, Uhr, von der Leichenhalle des Philippus Apostel- Stirchhoses aus nach dem städt. Fried hof, Müllers Ede Seestraße statt. Um rege Beteiligung ersucht Der Vorstand. Deutscher Metallarbeiter- Verband Verwaltungsstelle Berlin. Todesanzeigen. Den Kollegen zur Nachricht, daß unser Mitglied, der Klempner Robert Schulze am 8. d. Mts. an Schlaganfall geftorben ift. Die Beerdigung findet heute Dienstag, den 12. Dezember, nachmittags 4 Uhr, von der Leichen balle des Emmaus- Kirchhofes in Rigdorf, Hermannstraße, aus statt. Ferner starb unser Mitglied, der Schlosser Karl Wernlein am 7. d. Mts. an Unfall. am Die Beerdigung findet Mittwoch, den 13. Dezember, nachmittags 3, Uhr, von der Leichenhalle des Städtischen Friedhofs, Müllerstr. 44/45, aus statt. Ehre ihrem Audenken! Rege Beteiligung erwartet 152/16 Die Ortsverwaltung. Zentral- Verband der Steinarbeiter. Zahlstelle Berlin. Am 9. Dezember starb unser Sollege Eduard Schütze im Alter von 51 Jahren an des Berufsfrankheit. der Ehre seinem Andenken! Die Beerdigung findet heute nachmittag 3 Uhr von Leichenhalle des Himmelfahrts. Kirchhofes in Nieder- SchönhausenNordend aus statt. Um rege Beteiligung ersucht Die Ortsverwaltung. Sozialdemokrat. Wahlverein für den 4. Berl. Reichstagswahlkreis. Stralauer Biertel. ( Bezirk 351 II.) Den Mitgliedern zur Nachricht, daß unser Genosse, der Kupferschmied Karl Jehle Liebauer Str. 3 gestorben ist. Ehre seinem Andenken! Die Beerdigung findet am Mittwoch, den 13. d. Mts., nachmittags 3 Uhr, von der Halle des Zentral Friedhofs, Friedrichsfelde, aus statt. Um rege Beteiligung ersucht Der Vorstand. Verband der Kupferschmiede Deutschlands. Filiale Berlin. Am 9. Dezember verstarb unser Kollege 100/8 Karl Jehle im Alter von 31 Jahren an Lungenkatarrh. am Ehre seinem Andenken! Die Beerdigung findet Mittwoch, den 13. d. M., nachm 22 Uhr, von der Halle des Ge meinde- Friedhofes in Friedrichsfelde aus statt. Rege Beteiligung erwartet Der Filialvorstand. Die Sänger treffen sich um $ 12 Uhr im Sängerheim, Wagnerstraße 1. Sozialdemokratischer Wahlverein des 6. Berl. Reichstags- Wahlkreises. Am 8. Dezember verstarb unser Genosse, der Arbeiter Friedrich Krause Stameruner Straße 51. Ehre seinem Andenken! Die Beerdigung findet am Dienstag, den 12. d. M., nachmittags 3 Uhr, von der Leichen. halle des Bentral- Friedhofes in Friedrichsfelde aus statt. 233/16 Um rege Beteiligung ersucht Der Vorstand. Deutscher Transportarbeiter- Verband. Bezirksverwaltung Groß- Berlin. Den Mitgliedern zur Nachricht, daß unser Kollege, der Arbeiter Albert Freigang am 7. b. Mts. im Alter von 43 Jahren verstorben ist. am Ehre seinem Andenken! Die Beerdigung findet Dienstag, den 12. b. Mis., nachmittags 4 Uhr, von der Leichen balle des Bions Kirchhofes, Nordend, aus statt. 58/19 Die Bezirksverwaltung. Verband der Maler, Lackierer, Auftreicher usw. Filiale Berlin. Unseren Kollegen zur Nachricht, daß unser Mitglied, der Maler Albert Offer am 8. Dezember verstorben ist. Ehre seinem Andenken! Die Beerdigung findet heute Dienstag, den 12. d. Mis., nach mittags 3 Uhr, von der Halle des Lukas- Friedhofes, Tempelhof, Gottlieb Dunkel- Straße, aus statt. 130/10 Die Ortsverwaltung. Deutscher Infolge eines beklagenswerten Unfalls auf der Tour starb am Freitag, den 8. Dezember, der Bierfahrer Herr Friedrich Otto. Der so tragisch aus dem Leben Geschiedene hat seinen schweren Beruf mit nie versagendem Fleiß und großer Treue erfüllt. Wir wollen seiner allzeit dank195/20 bar gedenken! Direktion Brauerei Ernst Engelhardt Nachf. Aktiengesellschaft. Berlin- Bankow, 11. Dezbr. 1911. Beerdigung: Dienstag, den 12. Dezember, 3 Uhr nachmittags, auf bem neuen Bantower Friedhof am Bahnhof Schönholz. Nach schwerem Nervenleiden, durch Berufsunfall, erlöfte der Tod am Sonntag früh 5 Uhr meinen lieben Mann, den Zimmermann Georg Sorg. Die trauernde Witwe Frau Sorg, Dunderstr. 77. Die Beerdigung findet am Mittwoch, den 13. d. Mts., nachmittags 2 Uhr, vom Trauerhause aus nach dem Kirchhof der Elias Gemeinde( Nordend) statt. Nach kurzem schweren Leiden entschlief sanft mein innigftgeliebter Mann, unser treusorgender Vater, der Schankwirt Paul Schulze Dies zeigt mit der Bitte um stille Teilnahme an Die trauernden Hinterbliebenen Marie Schulze und Kinder. Die Beerdigung findet am Mittwoch, nachmittags 3 Uhr, von der Leichenhalle des VirchowKrankenhauses aus nach dem neuen St. Pauls- Kirchbof statt. Danksagung. 2003b Bei herannahendem Weihnachtsfest empfehle die Benützung Sortiment zusamnachstehenden Angebots. Ich habe ein Nürnberger Lebkuchen mengestellt und versichere Ihnen, daß Sie bei Inanspruchnahme dieser Offerte Vorteile haben, die Ihnen von anderer Seite nicht geboten werden können. Kaufen Sie diesen Geschenk- Karton, dann haben Sie wirklich etwas, womit Sie die verschiedensten Ansprüche befriedigen können, denn der Inhalt ist so gewählt, daß jeder Geschmack befriedigt wird. Gut ist es, mit der Bestellung nicht zu lange zu warten, damit Sie bestens und promptest bedient werden können. Mein Geschenk- Karton enthält aus erster Nürnberger Lebkuchen- Fabrik 36 Stück Lebkuchen, darunter: Elisen-, Schokoladen-, Rosen-, Makronen-, Haselnuß Kuchen, Weiße, Braune, Basler und ca. 80 Stück verschiedene Sorten feinster Plätzchen. Preis per Karton 3,60 M. franko ohne Nebenspesen, 187/ 2* gegen Nachnabma Carl Gropp, Für die herzliche Teilnahme und Nürnberg 34, Schweiggerstr. 81. die reichen Kranzipenden bei der Beerdigung unseres lieben Sohnes und Bruders Ernst Fröhlich sprechen wir allen Berwandten und Frack- Verleih- Institut. Bekannten sowie dem Deutschen Frack, Gehrock, Smoking von Transportarbeiter- Berband und r 2 M. an, Hosen v. 1,50 an, Westen, beiter Radfahrerverein Groß- Berlin Zylinderhüte v. 1 M. an. S. Berg unseren innigften Dank aus. Nachf Borchardt, Friedrichstr. 115. Familie Schade. Geschwister Fröhlich. Für die vielen Beweise herzlicher Teilnahme bei der Beerdigung meines lieben Mannes und guten Baters Eduard Geist sage ich allen Berwandten und Be tannten sowie dem Wahlverein Num melsburg, Holzarbeiterverband und den Kollegen der Firma Westermann u. Hader meinen innigsten Dant. Agnes Geist und sind. Für die vielen Beweise herzlicher Teilnahme und den zahlreichen Blumenschmud bei dem hinscheiden meines geliebten Mannes, unseres guten Baters, Onfels, Bruders, Schwiegerlohnes und Schwagers fagen wir allen Berwandten, Freunden und Bekannten, sowie dem Wahlverein Nirdorf und dem Zentralverband der Maurer Deutschlands unsren innigften Dant. itwe Anna Schreiber nebst Kindern. Danksagung. Für die vielen Beweise herzlicher Teilnahme fowie zahlreichen Kranzspenden bei der Beerdigung meines lieben Mannes, des Schlossermeisters Adolf Hoog sagen wir allen Verwandten und Befannten, sowie dem Gesangverein " Solidarität", dem 3. Reichstagswahltrets, den Freunden und Bes fannten von Zonblüte", sowie allen noch Beteiligten unseren tiefgefühlten Dank. Die trauernden Hinterbliebenen Wie. J. Hoog nebst Kindern. Danksagung. 20086 Holzarbeiter- Verband erbigung meines lieben Mannes, Den Mitgliedern zur Nachricht, daß unser Kollege, der Tischler Ernst Höhne Höchstestr. 4, im Alter von 34 Jahren ge storben ist. am Ehre seinem Andenken! Die Beerdigung findet Dienstag, den 12 Dezember, nach mittags 3 Uhr, pom Stranten hause Friedrichshain aus auf dem Georgen- Kirchhof in der Lands. berger Allee ftati. 93/20 Die Ortsverwaltung. Für die vielen Beweise herzlicher Teilnahme bei der Beerdigung meines lieben Mannes 19876 Anton Kurzmann sagen wir allen, be onders aber dem Rauchflub Solidarität" für die er wiesene Ehre herzlichen Dant. Im Narrer der Hinterbliebenen Wwe. Marie Kurzmann nebst Stindern. Berlin, Bornholmer Str. 72. Danksagung. Für die herzliche Teilnahme und reichen Kranzipenden bei der Bes unferes guten Baters Gustav Bassow sprechen wir allen Ber. wandten und Bekannten unseren 195/18 innigsten Dant aus. Im Namen der Hinterbliebenen Wwe. Ida Bassow. Danksagung. Für die vielen Beweise, herzlicher Teilnahme und die überaus reichen Kranzspenden bei der Beerdigung meines lieben Mannes, unferes guten Baters, des Schriftsegers Otto Schumann fagen wir allen Beteiligten, ins besondere der Typographia" unferen 19996 berzlichsten Dant. me. Elise Schumann nebst Kindern. Hasenheide 65. Danksagung. Für die Beweise herzlicher Teil. nahme und die Strangspenden bei der Beerdigung meines lieben Satten, unjeres Baters, Bruders und Schwagers Oskar Kanitz Für die herzliche Teilnahme und sprechen wir allen Freunden und Bezahlreichen Stranzspenden bei der Be- fannten, insbesondere der Ortsvererdigung meines lieben Mannes sage waltung des Deutschen Holzarbeiter. ich allen Beteiligten meinen tief verbandes wie den Genossen seines 19986 Bezirks und dem 4. Wahlkreis berzgefühlten Dant. 20005 Wwe. Agnes Kanitz. Marie Schmidt. lichen Dant aus. Tefloßbean Floffenbinen rühmlichst bekannt, übmall gern getrunken. Din qüalität ist favvorvorgand! 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Pharus- Säle, Müllerstr. 142( 2 Versammlungen). Berliner Bockbrauerei, Abteilung II, Chaussee Str. 64. Stadt- Theater, Alt- Moabit 47/49. Arminius- Hallen, Bremer Str. 70/71. Germania( jetzt Löwenbrauerei), Frankfurter Allee 53. Bernau: Franz Salzmann, Basdorfer Straße. " Elysium, Landsberger Allee 40/41. Markgrafen- Säle, Markgrafendamm 34. Comenius- Säle, Memeler Str. 67. 11 " 1 " = 11 " Drachenburg, Vor dem Schlesischen Tor. Gewerkschaftshaus, Engelufer 15. Ressource, Manteuffelstr. 95. 5. Kreis: Union- Säle, Greifswalder Str. 222. Königssäle, Neue Königstr. 26. 6. Kreis: Puhlmanns Theater, Schönhauser Allee 147. Obiglos Festsäle, Schwedter Str. 23/24. " Borussia- Säle, Ackerstr. 6/7. nete Birkenwerder: Gesellschaftshaus, Feuerstat, Hauptstraße. Hermsdorf: Restaurant Forsthaus.; Kaulsdorf: Hamanns Gesellschaftshaus. Lichtenberg: P. Schwarz, Möllendorfstraße. " Steuer, Frankfurter Chaussee 128. Neu- Lichtenberg: Bürger( fr. Bube), Prinzen- Allee 30. Nieder- Schönhausen: Liedemit, Am Kirchplatz. Ober- Schöneweide: Wilhelminenhof. Oranienburg: Waldhaus Sandhausen. Weißensee: Tzschentschler, Langhansstr. 106. Berlin, Petersburger Viertel: Germania- Brauerei, Frankfurter Allee 53. Tagesordnung: Die kommende Reichstagswahl Referenten die Genoffen: Aysche, Barth, Bartsch, Braun, Brückner, Brühl, Büchner, Bühler, Carl, Clajus, Cohen, Däumig, Dittmer, Drunsel, Dupont, Düwell, Richard Fischer, Theodor Fischer, Glocke, Handke, Hartmann, Jaeck, Kloth, Küfer, Langhammer, Lehmann, Link, Mohs, Pfannkuch, Pick, Sassenbach, Spliedt, Georg Schmidt, Schubert, Stadthagen, Tarnow, Thurow, Ucko, Unger, Hans Weber, Wermuth, Wücke, Wuschick. Alle Anhänger der Partei, alle Genossen und Genoffinnen sind zum Erscheinen verpflichtet. Die Wahlkomitees. Achtung! Bauarbeiter! Zentralverband der Schmiede Großer Pelz- Stola- Verkauf Dienstag, den 12. Dezember, abends 8, 1hr, in Graumanns Festfälen, Naunynstraße 27: Große öffentliche Wählerversammlung für sämtliche Bauarbeiter aus den Kreisen: Zahlstelle Berlin. Bureau und Arbeitsnachweis: Linienftr. 73. Telephon: Amt Norden, 9714. -W Die Bezirksversammlungen im Monat Dezember finden nicht statt. Guben Lübben, Kottbus Spremberg, Kalau Luckan. Donnerstag, den 14. Dezember, abends 8%, Uhr, bet Boeker, Tagesordnung: = 301/ 5* Welche Bedeutung hat die Reichstagswahl für die Bauarbeiter? Referent: Karl Giebel. NB. Alle Bertrauensleute der Bauarbeiter werden dringend ersucht, die in Betracht kommenden Bauarbeiter darauf aufmerksam zu machen. Der Einberufe:: Frip 3inte. Deutscher Metallarbeiter- Verband Arbeitsnachweis: Hof I. Amt Norden, Nr. 1239. Achtung! Verwaltungsstelle Berlin Charitestraße 3. Schlosser! Hauptbureau: Hof III. Amt Norden, Nr. 1987 Achtung! Die Bertranen männerfonferenz der Schlosser findet heute abend nicht statt. Die Einladung zu der nächsten Konferenz er: folgt später durch Karten. Die Ortsverwaltung. 152/17 Beberstraße 17: Große außerordentliche Mitglieder- Versammlung. Zagesordnung: ,, Welche Bedeutung hat die Reichstagswahl für die Gewerkschaften?" Referent: Rebatteur Genoffe Hans Weber. Anträge der Verwaltung und Verschiedenes. Kollegen, wir erwarten den vollzähligen Besuch aller Mitglieder. Franen haben Zutritt. Gleichzeitig machen wir unsere Mitglieder auf die vom Gewerkschaftshaus herausgegebene Bibliothek gegen die Schundliteratur aufmertiam. Die Hefte zum Preise von 10, 15 und 25 f. find in unserer Bibliothek zu haben. Bei Rüdgabe der Bücher wird nach Wunsch der ge zahlte Breis zurüderstattet oder es werden neue Bücher dafür geliefert. Der Inhalt der Bücher erstreckt sich nicht nur auf eine gediegene Unterbaltungsliteratur, sondern behandelf auch Fragen des praktischen Wissens. Aus diesem Grunde empfehlen wir die Bücher unseren Kollegen und ihren heranwachsenden Kindern. Die Ortsverwaltung. SO. 16, Hugo Beling H.& P. Uder, Engel- difer Weingroßhandlung u. Likörfabrik 60 eigene Filialen. Einzelverkauf zu Engrospreisen. 5. Tabak- Großhandlung und Tabaktabrik. Rauch-, Kau-, Schnupftabake, Zigarren, Zigaretten. Vorteilhafteste Bezugsquelle für Wiederverkäufer. Größte Auswahl gelagerter Zigarren in allen Preislagen. zu Originalpreisen. kannten Marken Sämtliche be- Zigaretten Amt 4, 3014. Eile zu Weile 119 Dresdener Str. 119 ( Hochbahnstation Kottbuser Tor). Eigene Kürschnerei Nur prima Felle! Riesenhafte Auswahl! Sehr billige Preise. Echt Skunks- Stola von 25 M. an. Echt Nerzmurmel- Stola mit Köpfen u.Schweifen v.18 M. an. Alaska Fuchs- Imitation von 7,50 M. an. genau auf Spezial- Pelzhaus Bitte Eile zu Weile zu achten! 119 Dresdener Str. 119. Jedermann erhält die im Fenster ausgestellten Gegenstände sofort für den bezeichneten Preis. Sonntags geöffnet. Dr. G. Weisbrod& Co. Berlin 58, Greifenhagener Straße 70. 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Nach der bisherigen Bekanntgabe einer Anzahl Gemeindevorfieher liegen die Wählerlisten in den nachfolgenden Orten in der Zeit vom 14. Dezember bis einschließlich den 21. Dezember an folgenden Stellen aus: Charlotteuburg. Im Statistischen Amt, Lüzowerstr. 8a, von Partei- Angelegenheiten. gegnerische Versammlungen zu besuchen und sie durch Ein greifen in die Diskussion erst interessant zu gestalten. Mit vollem Recht hat deshalb der Zentralborstand der Wahlvereine Achtung! Versammlungsleiter! Die Leiter der heutigen von Groß- Berlin beschlossen, daß der Besuch gegnerischer Versammlungen werden gebeten, sofort nach Schluß, der Ver- Wählerversammlungen zu unterbleiben habe. Die Kräftefammlungen einen Boten mit furzer Nachricht über Besuch der zersplitterung, welche durch solche spontane Teilnahme herbeiVersammlung, Person des Referenten und etwaige Zwischen- geführt werde, sei unnötig und fönne nicht zum Vorteil gefälle auf die Redaktion des„ Vorwärts" zu entsenden. reichen, speziell, wenn im Namen der Partei ganz Un 8-3 und 5-6 Uhr wochentags. Am Sonntag, den 17. Dezember, der wahlbezirke 441-448 Mittwoch, den 18. Dezember, abends und es ist nur zu wünschen, daß unsere Genossen diese HinFünfhe Kreis, zweite Abteilung. Gemeinschaftlicher Zahlabend berufene das Wort ergreifen. Das ist vollkommen richtig Rigdorf. An den Werktagen von 8 Uhr vormittags bis 3 1hr Uhr, in den„ Königsfälen", Neue Königstr. 26, Eingang Wadzed weise streng beachten. Straße. Vortrag des Genossen Neese: Baltsausplünderung nachmittags in Wahlbureau und den Nebenräumen, Rathaus, Gin Kriegshege- Reichstagswahlen." Nege Beteiligung erwünscht. gang Vecliner Straße 62, 1 Treppe links. Außerdem liegt die Liste Der Abteilungsführer. hat im Statjahr 1910( 1. April 1910 bis 31. März 1911), aus dem an den Werktagen von 6-8 Uhr abends für die Bezirke 1-15 und 72-75 in der Turnhalle Donaustr, 120-127( MädchenmittelFriedenau. Am Donnerstag, den 14. Dezember, abends 81, Uhr, jeht der Jahresbericht der Steuerdeputation des Magistrats borsoule), die Listen der Bezirke 16-26, 28, 81, 55-57, 61, 77 und 71 im Kaiser- Wilhelmgarten": Deffentliche Wählerversammlung. Ge- liegt, wieder etwas mehr Einnahmen als im vorhergehenden Jahr in der Turnhalle Erfstr. 27-28( Realschule), die Listen der Begirfe noffe Frig 8ubeil spricht über:" Die Reichstagswahlen". Am gehabt. Die Steuereinziehung brachte diesmal im ganzen etwa 47-60, 53, 54, 58-60, 62-69 in der Turnhalle Weisestr. 19/20 Mittwoch, den 13. d. Wis., abends 7 Uhr, von den Bezirkslokalen 86% Millionen Mark Gemeinde steuern, ziemlich ( 21. und 22. Gemeindeschule), die Liste der Bezirke 27, 29, 30, 32 aus: Allgemeine Flugblattverbreitung, zu der die Genoffen pünktlich 2 Millionen mehr als im Jahre 1909, deffen Ertrag sich auf nur bis 46, 51 und 52 in der Turnhalle Emferstr. 133/137( Oberreal. und vollzählig erscheinen müssen. von 9-3 Uhr. bon 1-5 Uhr nachmittags in den angeführten Stellen aus. 8 " Der Vorstand. Der Steuersädel Berlins schule) aus. Am Sonntag, den 17. Dezember, liegen die Listen bei Schuster, Kirchstraße, statt. Am Mittwoch, den 18. d. Mts.: Der aus 1908 gewesen war. Marienfelde. Der Bahlabend findet am Freitag, den 15. Dezmibr., 844 Millionen Mark gestellt hatte und sogar etwas geringer als Volksverfammtung in Lichtenrade. Abfahrt vom Bahnhof Marienfelbe abends 8 Uhr. Genosse Fritz 8ubeil hat das Referat über Der Vorstand. Treptow- Baumschulenweg. Heute abend von 7 Uhr ab: Wichtige Flugblattverbreitung von sämtlichen Bezirkslokalen aus. Der Vorstand. Schöneberg. Im Bureau M., Feurigstr. 63, 1 Treppe, Zimmer 4 und 5 des worderhauses, an den Werltagen von 8-2 Uhr und am Sonntag, den 17. Dezember, von 9-1 Uhr. Wilmersdorf. Im Wahlbureau, Gasteiner Straße 11, 2 Tr., bon vormittags 8 Uhr bis 3 Uhr nachmittags. Brit. Im hiesigen Rathause, Zimmer 6, und zwar an den Wochentagen von 8 Uhr vormittags bis 4 Uhr nachmittags und am Sonntag von 10-12 Uhr vormittags. Groß- Lichterfelde. Im hiesigen Amtshause, Schillerstr. 32, Zimmer 12, wochentags von 9 Uhr vormittags bis 6 Uhr nachmittags und am Sonntag, den 17. Dezember, von 9 Uhr vormittags bis 1 Uhr nachmittage. Grunewald. Vormittags von 9-12 im hiesigen Gutsbureau, Amtshaus Grunewald- Forst. nommen. " Vergleicht man indes die in 1910 eingelommene Steuersumme mit dem Voranschlag des Gtats, so ergibt sich, daß diesmal die tatsächliche Einnahme sehr beträchtlich hinter dem ermarteten Betrag zurüdgeblieben ist. Für 1909 waren nur 81% Millionen Mark Gemeinbesteuern in den Etat cingestellt worden, die Solleinnahme aber wurde mit Friedrichsfelde. Mittwoch pünktlich 8% Uhr: Gemeinden Resten aus dem Vorjahr auf ziemlich 89% Millionen Mark befamer Bablabend bei Bausdorf, Verliner Straße 18: Fr. rechnet, und das Einziehungsergebnis ging dann mit 84 MillioTarnow spricht über: Die grundsäglichen Biele der Sozial- nen Mart um reichlich 2 Millionen über den Voranschlag des demokratie". Etats hinaus. Für 1910 dagegen hatte die freisinnige Mehrheit Johannisthal. Der Bahlabend für den Drt fällt am Mittwoch der Stadtverordnetenversammlung, um in dem Etat das Gleichaus. Am Dienstag, den 19, d. M.: Mitgliederversammlung. Tages- gewicht zwischen Einnahme und Ausgabe zustande zu bringen, ordnung: Die technische Arbeit zur Reichstagswahl". bolle 88% Millionen Mark Steuereinnahmen eingestellt, und die Der Vorstand. Solleinnahme wurde mit den Vorjahrresten auf annähernd 94% Kaulsdorf. Heute Dienstag, den 12. Dezember, abends 81% Uhr: Millionen Mark berechnet, die Einziehung aber brachte mit noch Deffentliche Bersammlung in Hamanns Geſellſchafts nicht 86% Millionen Mark um reichlich 1% Millionen haus( Inh. Knöpfchle), Frankfurter Chauffee. Tagesordnung:„ Die Lichtenrade. An den Wochentagen während der Dienststunden bevorstehenden Reichstagswahlen". Referent: Standidat des Kreises weniger, als im Etat veranschlagt worden war. bon vormittags 8 bis nachmittags 3 ühr, außerdem am Freitag, den Artur Stadthagen. Freie Disfuffion. Die Parteigenoffen und An diesen 86% Millionen Mark Steuerertrag sind allein die 15., und Dienstag, den 10. Dezember, nachmittags von 6 bis 8 Uhr, Genoffinnen wollen für Massenbesuch der Versammlung Sorge tragen. Ginkommensteuer mit etwa 40% Millionen, die Grundsteuer mit fowie am Sonntag, den 17. Dezember, von 9-12 Uhr vormittags, Die Bezirksleitung. ziemlich 20% Millionen, die Gewerbesteuer mit 11 Millionen, im Gemeindeamt hierselbst, Dorfstr. 36. Adlershof. Heute Dienstag, abends von 7 1hr ab, vom Jugend- die Umsatzsteuer mit annähernd 44 Millionen beteiligt. Der Rest Mariendorf. Im Rathause, Zimmer 11, an den Wochentagen beim, Bismardstraße, aus: Wichtige Flugblattverbreitung. Am feßt sich zusammen aus verschiedenen kleineren Steuern, von denen von 8-12 Uhr vormittags und von 3-6 Uhr nachmittags. Am Mittwoch, den 13. d. Wits., abends 8 Uhr, im Lofale des Genoffen hier nur noch die in 1910 zum ersten Male erhobene Wertzuwach Sonntag, den 17. Dezenrber, von 9-12 Uhr vormittags. Niederschöneweide. Im Gemeindehaus( Meldeamt), Grünauer Staul, Bismarditr. 16: Gemeinsemer Zahlabend. Tagesordnung: 1. Bericht der Gemeindevertreter. 2. Der Wahlkampf. 3. Parteiangelegenheiten.+ Genossen und Genoffiunen! Seid zahlreich zur Der Vorstand. Grünau. An Wochentagen von 9 Uhr vormittags bis 3 1hr nachmittags und am Sonntag von 9-11 Uhr vormittags im Gemeindehause, Mittelstr. 10, Bimmer 2. Straße 11, während der Dienststunden von 9 1hr vormittags bis 1 Uhr nachmittage und von 3-5 Uhr nachmittags. Oberschöneweide. Im Einwohnermeldeamt, Zimmer 4, während der Dienſtſtunden von 8-3 Uhr und am Sonntag, den 17. Dezem ber, vormittags von 9-12 Uhr. Tempelhef. Im Kommissionsfizungszimmer der Gemeinde, Dorfstr. 42, parterre, in der Zeit von 8 Uhr vormittags bis 6 Uhr nachmittags. Am Sonntag, den 17. Dezember, von 8-10 Uhr vormittags und von 12-1 Uhr nachmittags. Treptow. An den Werktagen von 8 Uhr vormittags bis 3 Uhr nachmittags, am Sonntag, den 17. Dezember, von 8-10 Uhr vormittags im Rathause, Neue Krugallee 1/3, 8immer 59. Zehlendorf. Im Gemeindeamte, Hauptstraße 38, 8immer 8, während der Dienststunden von 8 Uhr vormittags bis 8 Uhr nachmittags. Am Freitag, den 15., fowie am Dienstag, den 19. De zember werden die Listen von 8 Uhr vormittags bis 8 Uhr abends, am Sonntag, den 17. Dezember, von 10-12 Uhr vormittags. Wannsee. Jm Rathaus, Zimmer 3, während der Dienststunden, an Wochentagen von 8-3 Uhr, am Sonntag, den 17. Dezember, von 11-12 Uhr vormittags. Lichtenberg. An den Werktagen von vormittags 8 Uhr bis nach mittags 3 Uhr und am Sonntage von vormittags 9 Uhr bis nach mittags 1 Uhr, im großen Sigungssaale des hiesigen Rathauses. Boghagen- Nummelsburg. An den Wochentagen von vormittags 8 Uhr bis nachmittags 8 Uhr, am Sonntage von vormittags 10-12 Uhr, im hiesigen Rathause, Türrschmidtstraße 26, 3 Treppen, Zimmer 94( Wahlbureau). Bankow. Im Rathause, Zimmer 25, von 8 Uhr vormittags bis 3 1hr nachmittags. Auch fönnen die Listen bei Herrn Rißmann, Mühlenstr. 30 und Larsen, Brehmestr. 48, eingesehen werden. Nieder- Schönhausen. Wochentags von 8-3 Uhr und am Sonntag, den 17. Dezember, von 12-5 Uhr, im Rathaus, Zimmer 10. Weißensee. Im Rathause, Albertinenstr. 6, Eingang Ginwohnermeldeamt.( Beit ist aus der amtlichen Bekanntmachung nicht ersichtlich.) Stelle! Franz aus: Flugblattverbreitung. Mittwoch abend ebenfalls baGrünan. Heute Dienstag, abends 7 Uhr, vom Genossen felbft wichtige Mitgliederversammlung. Der Vorstand. Alt- Glienicke. Am Mittwoch, den 13. Dezember, abends 81%, lihr, im Lotale des Genoffen Betermann, Rudower Str. 54: Mitglieder versammlung des Wahlvereins. Tagesordnung: 1. Bericht von der Konferenz am 26. November. 2. Aufnahme neuer Mitglieder. 3. Bereinsangelegenheiten und Verschiedenes. Gleichzeitig werden die Genossen auf die am Freitag, den 15. Dezember, abends 7 1hr, vom Verkehrslotal stattfindenden Handzettelverbreitung auf mertfam gemacht. Der Vorstand. Königs- und Deutsch- Wusterhausen. Mittwoch, den 13. Des gember, abends 7 Uhr: Flugblattverbreitung von den BezirksDer Vorstand. Totalen aus. Franz.- Buchholz. Der Bahlabend findet von jest ab in den Bezirken statt, und zwar für den 1. Bezirk, umfassend die Bafewalker Straße, Bantower Str., Bahnhofstraße, Pantstraße, Blankenburg, im Lofal Gabbert; 2. Bezirk: Berliner Straße. Rofenthaler Straße, Schönhauser Straße, im Lokal Stähne; 3. Bezirk: Hauptstraße linke Seite, Gartenstraße, Mühlenstraße, Blankenfelder Straße, Schöner linder Straße, Triftstraße im Lotal Rossad; 4. Bezirk: Hauptstraße rechte Seite, Chamissostraße, Elfenalice, Grafensteinstraße, im Lotal Rossad. Berliner Nachrichten. Wählerversammlungen. steuer mit zunächst 14 Millionen Mart Ertrag besonders genannt fei. Von den drei hauptsächlichsten Steuerarten hatte diesmal nur die Grundsteuer einen über den Voranschlag des Etats hinausgehenden Ertrag, ziemlich 2½ Millionen Mark mehr, dagegen blieb teuer, um fast 1% Millionen und bei der Einkommen. der Ertrag hinter dem Etatansah zurück bei der Gewerbefteuer um volle 2% Millionen. Bei der Gewerbesteuer waren rund 13 Millionen Mark angesetzt worden, aber schon die Solleinnahme mit den Vorjahrresten wurde nachher auf nur 11% Millionen berechnet, und die Isteinnahme stellte sich schließlich, wie oben angegeben, auf nur 11% Millionen, noch keine 96 Prozent der Solleinnahme. Die Einkommensteuer war mit 43% Millionen Mark in den Gtat eingestellt worden, und die Solleinnahme mit den Vorjahrresten wurde auf 454 Millionen berechnet, aber von dieser Summe tamen nur 90 Prozent ein, nicht viel über 40% Millionen, wie oben angegeben. bei Die Differenz zwischen Solleinnahme und Jfteinnahme der Gewerbesteuer über 4 Prozent, bei der Einkommensteuer rund 10 Prozent fekt sich zusammen aus Beträgen, die wegen Nichtberpflichtung abgingen, aus solchen, die wegen Unbeitreiblichkeit niedergeschlagen wurden, und aus folchen, die als Neste dem nächsten Jahr verblieben. Ueber die Schwierigkeit der Bei treibung der Ginkommensteuer findet sich in dem Be richt eine Aeußerung, die erkennen läßt, daß die den Arbei. tern in den letten Jahren bescherte höhere Beranlagung doch auch ihr linerfreuliches für die Steuerverwaltung hat. Wir lesen da:" Daß von der arbeitenden Bevölkerung die Steuer bei höherer Veranlagung auch schwerer beizutreiben ist, Tiegt auf der Hand; daher auch die erhebliche Zunahme der Einsprüche. Die Sonntagsruhe im Barbier- und Friseurgewerbe erfährt durch die Feiertage teine Aenderung und darf also wie sonst nur bis spätestens 2 Uhr nachmittags gearbeitet werden. Die nächsten Wochen, die uns noch von dem Termin der Neinickendorf. Im Sibungsfaal des Rathauses, Hauptstr. 38, Reichstagswahl trennen, werden neben der schriftlichen Agitation und zwar an den Wochentagen von 9 Uhr vormittags bis 3 Uhr durch Flugblätter auch eine erhöhte mündliche Propaganda nachmittags. Sonntag, den 17. Dezember, von 9 bis 9½ Uhr vor- für die Wahl der Kandidaten für die verschiedenen Parteien mittags und 11% vormittags bis 2 Uhr nachmittags. Aufträge zur Einsichtnahme nehmen neben den mit Blataten versehenen Ge- bringen. Das gesprochene Wort übt vielfach auf die Zuhörer Eine Anleihe von 2 Millionen aufzunehmen hat die Berliner einen größeren und nachhaltigeren Einfluß aus als das ge- Stadiiynode beschlossen. fchäftstofalen auch die Bezirksführer entgegen. Diefe wird damit begründet, daß die schriebene. Auch unsere Partei wird von der Abhaltung Berliner Stadtfynode von 1899 bis 1911 Beträge von 2 429 030 M. eigener Versammlungen größeren Gebrauch machen als bisher. für Erwerb, Einrichtung und Unterhaltung von Kirchhöfen, für Wählerversammlungen sind in der letzten Zeit eine ganze irchenhauten usw. in die ordentlichen Etats eingestellt hat, während Bernau. Im Magistratsbureau, Bimmer 2.( In der amtlichen Reihe abgehalten worden, und es sind für die nächste Zeit noch fie diese Summe aus Unleibemitteln hätte übernehmen fönnen. Daß Bekanntgabe fehlt Beitangabe für die Einsichtnahme.) zahlreiche in Aussicht genommen. Es dürfte deshalb angebracht dies noch nachträglich geschehe, sei durch die Sachlage geboten. Die Spandau. An den Wochentagen während der Dienststunden sein, unsere Wahnung zu wiederholen, die wir früher bei Ab- Anleihe foll nicht höher als mit 4 Proz. berzinst und mit mindestens von 8-1 Uhr und von 3-6 Uhr und am Sonntag, den 17. Dezember, haltung von Versammlungen an die Besucher gerichtet haben: 1 Broz, höchstens 2 Proz., jährlich unter Zuwachs der ersparten vormittags von 10-1 Uhr, und zwar für den Stadtteil Ronnen- interlagt das Rauchen in den Versammlungen! Binſen geilt werben, Es ist eine recht eigenartige Finanzwirtschaft der Stadtfynode, steig 2, für den Stadtteil Haselhorst mit Salzhof und Neue Bulver. Es ist für viele Besucher von Versammlungen unangenehm, als laufende Ausgaben in den Haushaltungsetat eingestellte Mittel fabrit im Magijiratebureau, Gartenfelder Straße 38, für alle ſtundenlang in rauchgeschwängerten Räumen sich aufhalten au nachträglich in Anleihemittel umzuwandeln. ber bei dem fortübrigen Stadtteile im Rathaus, Zimmer 11/12. Für denjenigen müssen. Zahlreiche Arbeiter sind infolge ihrer schweren Arbeit gefepten Dalles der Kirchengemeinden müssen die schwierigsten Sachen Teil des Nonnendamms, welcher vom Streife Niederbarnim abge in ihrer Gesundheit schon so start angegriffen, daß ein Besuch gemacht werden. gu Wahlzecht auszuüben. Diejenigen, die verhindert sind, selbst Einsicht in die Liste au nehmen, fönnen eine auf den ausgehängten Plakaten vermerfte Berson mit der Einsichtnahme betrauen. Die in die Bistle Einsicht nehmenden tun gut, wenn sie sich vorher mit genügender Legitimation( Mietstontratt, Steuerzettel, Militärpaß) versehen, damit nommen werden. bei Unrichtigkeiten oder Fehlen in der Wählerliste der Protest Dann müssen wir noch auf einen anderen Punkt aufmerk- auf die Straße hinaus. Der Selbstmörder streifte einen adt5ofort erhoben werden kann. Der trennt und dem Stadtkreise Spandau einverleibt worden ist, ist eine in einer rauchgeschwängerten Versammlung zu einer Plage Mit dem Kopf durch die Scheiben. Ein außergewöhnlicher besondere Wählerliste aufgestellt. Dieser Teil gehört nach wie vor wird. Auch auf die Frauen, die den Tabaksrauch noch viel Selbstmord rief Sonntag abend um 7 1hr an der Ede der dem Reichstagswahlfreise Niederbarnim- Lichtenberg; die Wähler aus diesem Bezitt haben also im Streife Niederbarnim ihr weniger als die Männer vertragen können, folite Rücksicht ge- Rosenthaler und Linienstraße großes Aufsehen hervor. Im vierten Schließlich hat auch der Redner in einer Stod des Hauses Linienstr. 202a Dewohnte seit 1. September der folchen Versammlung unter dem Rauch erheblich zu leiden; 25 Jahre alte Scheidergefelle Gustav Brettschneider ein möbliertes er muß sich weit mehr anstrengen als er das in einer Ver- Vorderzimmer. Der junge Mann war vor einiger Zeit in einen fammlung nötig hat, in der reine Luft herrscht. Auf alle die Beleidigungsprozeß verwidelt, in dem er unterlag. Das mag er genannten Personen sollte in den Versammlungen Rücksicht sich sehr zu Herzen genommen haben. Am Sonntagabend nahm der Mann einen Anlauf sprang mit dem Kopf durch die Fensterscheiben genommen werden, indem das Rauchen vermieden wird. jährigen Knaben, der an der Hand seines Vaters gerade sam machen, der den Besuch gegnerischer Versamm vorüber kam und schlug mit großer Wucht auf den BürgerJohannisthai. An den Werktagen von 8 Uhr vormittags bis Iungen betrifft. Soweit es sich um die Agitation in der steig auf. Klirrend fielen die Scherben der Fensterscheiben 3 Uhr nachmittags, dagegen am Sonntag, den 17. Dezember, von Broving handelt, werden unsere Agitatoren vielfach direkt hinter ihm her. Zum Glüd richteten fie fein Unheil an. 10-12 Uhr vormittags, im Rathause, Königsplak, Bimmer 2. Ablershof. Im hiesigen Gemeindeamte 2, Bosabowskystr. 1, genötigt fein, gegnerische Versammlungen zu besuchen. Das graufige Vorgang berurfachte bei dem starken Weihnachtsverkehr in Bimmer 3, und zwar mochentags während der Dienststunden von ist oft schon deshalb nötig, meil unsere Genossen an vielen der Rosenthaler Straße einen Auflauf von 7-800 Perfonen. Mehrere bormittags 8 bis nachmittags 3 Uhr, am Sonntage von vormittags Drten auf dem Lande Lokale zur Abhaltung eigener Ber- Schußmänner vom 12. Revier hatten Mühe, die Ordnung aufrecht fammlungen nicht erhalten, aber den Munsch haben, mit den zu erhalten. Nachdem man den Schwerverletten, der sich an den Glassterben das Gesicht zerschnitten und durch der Efprall den Alt- Glienice. Im Gemeindebureau, Rudower Straße 61. Wählern in Fühlung zu kommen. Wo das aber geschicht, Schädel gerfchmettert hatte, vorläufig auf dem Flur geborgen hatte, Marienfelde. Während der Dienststunden werktäglich von 8 sollte das den die Wahlen leitenden Personen überlassen werden, umlagerte eine große Menschenmenge das Haus, bis er dann nach bis 3 Uhr und Sonntags von 9-12 Uhr. die dann auch für geeignete Redner forgen. In Berlin liegt der Rettungswache in der Seibelstraße gebracht wurde. Hier fonnten Groß- Beeren. An den Wochentagen von 12-2 Uhr nachmittags es anders. Hier verfügt die Partei über genügend Säle zur die Aerzte nur noch den Tob feststellen. Die Leiche wurde nach dem und am Sonntag, den 17. Dezember, von 10-12 Uhr vormittags Abhaltung eigener Versammlungen. Es ist hier nicht nötig. Schauhause gebracht. im hiesigen Gemeindebureau. Nitolasfee. Un den ochentagen während der Dienststunden zu dem Notbehelf des Besuchs gegnerischer Versammlungen zu von vormittags 8 bis nachmittags 3 Uhr, am Sonntag, den 17. De greifen, wie das die Genossen auf dem Lande tun müssen. zember, bon 9-12 Uhr vormittags im hiesigen Gemeindeamt, Bon unserer Partei wird das Versammlungsbedürfnis vollauf befriedigt werden. Es liegt nicht der geringste Anlaß vor, Normannenstr. 1. 8 bis 10 uh Zu dem Leichenfund auf dem Tempelhofer Felde wird mitgeteilt, daß gestern nachmittag die Obduktion der Leiche der Frau Wolf stattgefunden hat. Sie hat ergeben, daß Anzeichen eines gewalt samen Todes weder in noch an der Leiche vorhanden sind. Der Tod : ef t höchftwahrscheinlle infolge Barnbergiftung in Berbindung mit p einem Strampfanfalle eingetreten. Ein Automobilbiebstahl beschäftigt wieder die Kriminalpolizei. Vorort- Nachrichten. Der Armenetat Am vergangenen Donnerstag hielt gegen 11, Uhr vormittags ein hat infolge der allgemeinen Teuerung in ben legten Jahren in vierfiziger Brennaborwagen, der 6000 Mt. wert ist, an der Ede der Charlottenburg erheblich erhöht werden müssen. Der Grund dafür Tauben und Friedrichstraße. Kurze Zeit stand er dort ohne Auf- ist, wie auch im Verwaltungsberichte gesagt wird, daß gerade in ficht. Diese Gelegenheit benutzten zwei junge Burschen, fich an ihm Charlottenburg die Mietspreise für eine Wohnungen und die Kosten zu schaffen zu machen. Als nun ein Bettelverteiler sie zur Stede stellte, schwangen fie fich hinauf und fuhren davon, indem sie dem für die notwendigen Lebensbedürfnisse eine Höhe erreicht haben, wie Manne zuriefen, daß sie von dem Eigentümer beauftragt feien, den faum in einer anderen Stadt. Daher kommt es, daß trotz der Wagen wegzubringen. Der gestohlene Wagen hat bier 8ylinder, höheren Unterstügungs- und Verpflegungsfäße die Armen in Chardie Erkennungsnummer I 6315, die Fabriknummer 1276 und die lottenburg doch nicht mehr erhalten, als in anderen Städten, nämlich Motornummer 1564. Sein Motor ist 6-18 PS. start. nicht mehr als das unbedingt Notwendige. Eine spätere Meldung besagt, daß die beiden jungen Burschen in Marburg ergriffen worden sind. Dort fubren sie bei einem Kraftwagenhändler vor, um eine neue Auffüllung Benzin zu laufen. Sie wollten dann erst gleich weiterfahren, tamen aber mit dem Geschäftsmann in eine Unterhaltung und ließen jetzt durchbliden, Der daß sie nicht abgeneigt seien, ihren Wagen zu verkaufen. Händler war bereit, ihn zu kaufen, verlangte aber von den Befizern die Führerzeugnisse und die sonst erforderlichen Papiere. Als fte diese nicht vorweisen konnten, hielt er sie hin und ließ heimlich die Bolizei holen Diese nahm die beiden fest. Nachfragen ergaben denn auch, daß der Wagen in Berlin gestohlen war. Babl einzulaben. m Egender 1910 Safe he flung Be schlossen, die Arbeitszeit der Arbeiter der Garten- und Friedhofs bezwaltung im Sommen auf 10 und im Winter auf 8 Stunden festzusehen. Da die hier in Frage kommenden Gärtner und Hilfs arbeiter Stundenlöhne beziehen, ging ihnen im Winter, wo die Ausgaben im Haushalt steigen, täglich ein Stundenverdienft ber loren. Sie petitionierten deshalb um Herabsehung der Arbeitszei auf 9 Stunden mit entsprechender Erhöhung des Lohnes. Bemer!! sei hier noch, daß gelernte Gärtner mit 42 Bf. Stundenverdienst eingestellt werden, während der Höchstverdienst felten 55 Pf. ers reicht. Genosse Nichter, sowie der Bürgerliche Haustein traten ente schieden für die bescheidenen Forderungen der Arbeiter ein. Doch nun geschah das Unglaubliche! Auf Antrag des Gemeindeborstandes wurde beschlossen, die Arbeitszeit für Sommer und Winter auf Allerdings ist die Fürsorge der Stadt Charlottenburg in den 10 Stunden zu verlängern. Nur um den Stundenlohnsah nicht zu Testen Jahren auch in erhöhtem Maße auf einige Arbeitsgebiete erhöhen, wagt man einen Schritt, wie ihn selbst der ärgste Scharf. ausgedehnt worden; so stieg die Zahl der in Waisenpflege genom macher in einem Privatbetriebe nicht durchführen würde. Das menen Kinder auf 1519 gegen 1392 im Vorjahre. Erhöht wird der zur Beratung auf der Tagesordnung stehende Ortestatut über die Sonntagsruhe im Handelsgewerbe erfuchte der Gemeindeborstand allgemeine Rotstand auch durch die gefteigerte Arbeitslosigkeit zu vertagen, da man erst abwarten wolle, bis Steglis dazu Stellung Hauptsächlich infolge diefer Steigerung ist die Zahl der Unterstügungs- genommen habe. Genosse Richter protestierte energisch gegen diesen gefuche auf 14 553 gegen 13 814 im Vorjahre gestiegen. Der Armen- Vorschlag; er bezeichnete es als lächerliches Versteckspiel, weil in etat ist infolgedefien weit mehr gewachsen als die Bevölkerung. Steglik die Angelegenheit mit genau denselben Vorwänden unter Diese wuchs im letzten Jahre um 6,6 Proz, der Armenetat wuchs Bezugnahme auf Friedenau verschleppt werden könne. Die Sachs aber einschließlich der Erstattungen an andere Armenverbände und wurde, da es sich nur um die Interessen von Angestellten und Arbeitern handelte, natürlich vertagt. Der nächste Punkt zeigte Zwei Kinder überfahren. Im Norden Berlins wurden gestern abzüglich der von solchen erstatteten Beträge auf 1 660 122 W. gegen die Herren wieder auf der Höhe. Zur Auffrischung des sogenannten die Herren wieder auf der Höhe. Zur Auffrischung des sogenannten nachmittag fast gleichzeitig zwei fleine Kinder aberfahren und schwer 1422 738 im Vorjahre, also um 287 384 M. Dieser Mehraufwand patriotischen Empfindens wurden für die nächste Geburtstagsfeier verlegt. An der Ede der Schönhauser Allee und Danzigerstraße ge- verteilt sich mit etwa 50 000 M. auf bare Unterstügung, 22 000 W. Wilhelms II. 400. bewilligt. riet die fünfjährige Tochter Lieschen des Kutschers opp aus der auf Pflegegelder, 2100 M. auf Kleidung, mit 15 000 m. auf die Danziger Straße 1 unter die Räder einer Automobildrojale. Die Fürsorge für Geistestrante, Sieche, Strippel, 14 000 m. auf das Kleine erlitt schwere innere Berlegungen und eine flaffende Kopf- städtische Bürgerhaus, 77 000 M. auf Erstattungen an den Krankenwunde und erhielt auf der Unfallstation in der Gaudystraße die hausetat für auf Armentosten verpflegte Personen, 24 000. auf ersten Verbände. Das Befinden des Kindes ist besorgniserregend. In der Bappelallee wurde der fünfjährige Sohn Robert des Bau- Erstattungen an auswärtige Armenverbände und 40 000 M. Auf arbeiters aensch aus der Bappelallee 47 vom einem Geschäfts- wendungen für Verpflegung in Heilanstalten der verschiedensten Art. Das städtische Obdach war 1909 erst zwei Monate im Betriebe, wagen überfahren. Der Stnabe trug schwere Quetschungen beider Unterfchenkel davon und erhielt auf berselben Unfallstation die erste daher die bedeutenden Mehrkosten in 1910. Hilfe. Auch sein Zustand ist bedenklich. Ein gräßlicher Unglüdsfall ereignete sich, wie uns nachträglich mitgeteilt wird, am Freitagnachmittag im Botanischen Garten. Dort fiel eine mit Sand beladene Lori dem Arbeiter Paul, Ebersstr. 59 in Schöneberg wohnhaft, auf die Beine und verlegte den Arbeiter in der schwersten Weise. Als man den Verunglüdten unter der Lori hervorzog, hing das linke Bein nur noch lose am Körper; das Schienbein war durchgebrochen. Es heißt, daß die Bohlen, auf denen die zum Transportieren der Loris bestimmten Schienen liegen, morsch gewesen seien und deshalb brachen, wodurch die Sandlori umstürzte. Der Schwerverletzte wurde ins Schöneberger Krantenhaus gebracht. Rigdorf. Einen feltenen Fund machten vorgestern vormittag die Straßen Sie fanden dort einen blutigen reiniger in der Thomasstraße. Finger, den sie zur Polizei brachten. Die Mitteilung von der AufGerüchten Anlaß. Die Polizei ermittelte aber bald, daß der Finger findung des Fingers gab in der Thomasstraße zu den wildesten einem Arbeiter Feliz Kübn aus der Hermannstraße gehörte. Diefer ist in der Fabrik für Ofentüren und Bratkasten von Otto Schiffner Der Mehraufwand bei den Barunterstüßungen entstand zum in der Bodestraße am vergangenen Sonnabend, mit der Hand in das wesentlichen Teile durch die erhöhten Zuschüsse zu Mietszahlungen Getriebe einer Maschine geraten. Hierbei wurde ihm der Mittel bei fleinen Wohnungen, während im Jahre 1909 der Durchschnitts- finger vollständig abgeriffen. Der Verunglückte begab sich mit preis einer Eingimmerwohnung pro Monat 24,58 m. betrug, erhöhte anderen Arbeitern, die den abgeriffenen Finger in Papier gemidelt hatten und bei sich trugen, nach der Unfallstation XII in der Steins er fich 1910 auf 25,51 M. und konnten ihn trop eifrigstem Suchen auch nicht wiederfinden, metzstraße. Auf dem Wege dorthin verloren fie dann den Finger Kühn wurde auf der Unfallstation verbunden und dann nach dem Krankenhause in Buckow gebracht. Die Zahl der in städtische Softpflege genommenen Waisenkinder hat, wie schon erwähnt, 1910 sehr start zugenommen. Es wurden im ganzen 1519 Stinder verpflegt, von denen nur 347 im Laufe des Jahres wieder ausschieden. 1064, etwa 70 Broz., von ihnen waren vom Generalbormunde überwiesene uneheliche Kinder, dessen Befugnis von der Deputation für Waifenpflege im Laufe des Jahres dahin erweitert wurde, daß er, wo es ihm notwendig schien, jedes Ein fast unglaubliches Borlommnis wird aus der Schweden feiner Mündel für Rechnung der Stadt in eine städtisch beaufsichtigte Straße berichtet. Die zwölfjährige Tochter eines Wertmeisters ift Pflegeftelle in Charlottenburg oder auswärts unterbringen fonnte. ganz plöglich Mutter geworden. Als Bater hat man einen neun- Diese Kinder stehen, soweit sie noch unter zwei Jahren sind, seit zehnjährigen Menschen ermittelt, der augenblicklich seiner Militär- dem 1. Juli 1910 unter der besonderen Sorge und Aufsicht der pflicht genügt. Den eigenen Eltern des Mädchens war dessen Zustand Säuglingsfürsorgefchwestern, damit in Charlottenburg von unehelichen ein Geheimnis, und noch zwei Tage vor dem Eintreten des freudigen Kindern nicht länger doppelt so viele im ersten Lebensjahre sterben Ereignisses" besuchte die Kleine die Schule, ohne daß man ihr auch als von ehelichen. nur das geringste angemerkt hätte. N Geldschrankdiebe brangen gestern nacht in das Kontor des Baumeisters Schmidt und der Architekten Heidenreich u. Michel auf bem Staiserdamm ein und entwendeten 1000 M. und einen Sched über 6000. S Der Handtaschenräuber im Tiergarten ist in der Berson eines erst 16 Jahre alten Burschen ermittelt worden, der in Gemeinschaft mit anderen Kumpanen mindestens 22 Spizbilbereien begangen haben will. Außer den Erstattungen von auswärtigen Armenverbänden, Krankenkassen und Berufsgenossenschaften im Gesamtbetrage von 396 394 Mart, verschiedenen Posten von geschenkten Gebrauchsartikeln erhielt die Armenverwaltung auch bare Geschenke von 17 Gebern im Gesamtbetrage von 8265,50 M.( darunter 50 m. von der Kaiserin). Auch sind im vorigen Jahre einige ziemlich bedeutende Vermächtnisse und Stiftungen zugunsten Charlottenburger Hilfsbedürftiger gemacht worden. Es dauert aber meist länger als ein Jahr, ehe die nach gesuchte fönigliche Genehmigung zur Annahme dieser Erbschaften erfolgt. Bilmersdorf- Halenfee. Ein schwerer Berkehrsunfall, bei dem zwei Personen schwer verlegt wurden, ereignete fich in der vergangenen Nacht gegen 12 Uhr in der Großen Frankfurter Straße. Der Chauffeur Otto Birtholz fuhr dort mit seiner Kraftdroschte vor dem Hause Nr. 136 gegen eine Legitimationstarten zu den Reichstagswahlen. Wie anderswo, Straßenlaterne, daß fie umbrach und das Auto" auf den Bürger- se hatten auch in Wilmersdorf die sozialdemokratischen Stadtverordneten steig geriet. Die in diesem Augenblid an der Unglüdsstelle vorbei- beantragt, daß der Magistrat ersucht werden möge, in der Weise, wie gehenden Arbeiter Karl Zimmermann aus der Memeler Str. 45 und es bereits zu den Stadtverordnetenwahlen geschieht, den Wählern Hermann Linde aus der Gubener Str. 11 gerieten unter die Näber auch zu den Reichstagswahlen Legitimationstarten mit Ander Droschke und wurden überfahren. Zimmermann erlitt eiften gabe ihrer 2istennummer und des Wahllokals zu Tomplizierten Bruch des rechten Unterschenfels, Linde Brustquetſchungen zustellen. Der auch von bürgerlichen Stadtverordneten unterund innere Verlegungen. Ein Schuhmann brachte die Verunglückten zeichnete Antrag sollte in der am Mittwochabend 6 Uhr in in awei Strantenwagen nach dem Krankenhause Am Friedrichshain. der Aula der Vittoria- Luife- Schule stattfindenden Sigung der Den Chauffeur foll nach Zeugenaussagen feine Schuld treffen, da das Stadtverordnetenversammlung zur Beratung gestellt werden. InAuto" auf dem bereiften Straßenpflaster schleuderte und im ent- zwischen ist der Magistrat aber diesem Antrage zuvor scheidenden Augenblid die Steuerung verfagt haben soll. gefommen. Er hat nämlich an die Stadtverordnetenversammlung ein Schreiben folgenden Inhalts gerichtet: Steglitz- Friedenau. Eine finematographische Märchenauffährung für Kinder findet morgen, Mittwoch, den 13. Dezember, nachmittags pünktlich 3 Uhr beginnend, im Rheinschloß in Friedenau, Rheinsir. 60, statt. Einan der Kasse zu haben. trittstarten für Kinder 10 f. und für Erwachsene 20 f. find nur Der Bildungsausschuß. Briz. Aus Anlaß der Teksten Gemeindebertreterfigung, die sich mit einigen wichtigen, die hiesige Bevölkerung interessierenden Bes ratungsgegenständen beschäftigte, hatten fich zahlreiche Orts bewohner im Zuhörerraum des Sigungssaales eingefunden. Ob. wohl der Raum noch für mehrere Personen Platz geboten hätte, soll, wie uns mitgeteilt wird, der Gemeindediener einige Einlak begehrende abgewiesen haben, weil der Zuhörerraum befeßt sei. Da der Beamte hierzu fein Recht hat, wäre es erwünscht, wenn er vom Gemeindevorsteher auf das Unzulässige seines Vorgehens auf. mertfam gemacht würde. Zur Teilnahme an öffentlichen Sibungen ist jeder Einwohner berechtigt, soweit es die Plagverhältnisse des hierfür zur Verfügung stehenden Raumes gestatten. Ober- Schöneweide. Einschränkung ber Sonntagsarbeit. Det am Dienstag zus fammentretenden Gemeindevertretung ist der Entwurf eines Orisa statuts zugegangen, welcher eine Herabsehung der Beschäftigungsdauer der Angestellten in offenen Verkaufsstellen des Handelsgewerbes vorsicht. Im Gegensatz zu den geltenden Vorschriften, nach benen am Sonntag die Beschäftigung bis 9% und von 11% bis 2 Uhr gestatte war, sollen nach der neuen Bestimmung in der Zeit vom 1. Mai bis 30. September die Angestellten nur von 8 bis 10 und vom 1. Oftober bis 30. April nur von 12 bis 2 1hr beschäftigt werden dürfen. Die Neuregelung soll auf den Handel mit Nahs rungs- und Genußmitteln, sowie auf den Handel mit Blumen feine Anwendung finden. Bei den Beteiligten hat hierüber eine Umfrage stattgefunden. Herzfelde. Durch niederstürzende Tonmassen erheblich verlegt wurde am Sonnabend ein auf der biefigen Behngutsziegelei an der Möllen. straße im Tonbruch beschäftigter galisischer Arbeiter. Derfelbe dürfte auf längere geit arbeitsunfähig fein. Bon einem beklagenswerten Geschid ist am Sonntag der 15jährige Der Stadtverordnetenversammlung teilen wir ergebenst mit, gelegentlich der voraussichtlich am Schüler H. Sieber in der Urbanstr. 183 betroffen worden. Der junge daß beabsichtigt wird, Mann, der ein hiesiges Gymnasium besucht, gilt als ein hochbegabter 12. Januar 1912 stattfindenden Reichstagswahl an die in der Schüler und ist troß seiner Jugend bereits Inhaber mehrerer Batente. Wählerliste berzeichneten Reichstagswähler eine amtliche Wahl. Die Notiz am Sonnabend:„ Tödlich verlegt enthält einen Seit einiger Zeit beschäftigte sich S. mit der Erzeugung eines neuen tarte zur Ausgabe zu bringen, wie dies bereits anläßlich früherer Irrtum. Nicht der Arbeiter Haube hat den Arbeiter Barth tödlich Magnesiummlichtes. Alls er vorgestern wieder in seiner Wohnung Reichstagswahlen geschehen ist. Die Wahlkarte, welche u. a. die experimentierte, entstand plötzlich eine Explosion. Der junge Erfinder Nummer der Wählerliste und das wa511otal enthalten wird, berlept, sondern Barth den Haube. Letzterer ist demnach im Krankenhause verstorben. wurde dabei schwer verletzt. Durch ein emporgefchleudertes Eisenstück foll den gwed haben, ein leichtes Auffinden der Wähler in der erlitt er Verwundungen am Kopf und an den Augen, ferner wurde Wählerliste zu ermöglichen und dadurch eine schnellere Abfertigung Reinickendorf. die rechte Hand durch Stichflammen so verbrannt, daß fie im Kranten der Wähler herbeizuführen; fie foll zugleich den Wählern als Der Kartoffelverkauf, den die Gemeindebertretung in ihrer Testen hause amputiert werden mußte. Durch die Explosion wurden faft Legitimation dienen. Die entstehenden Sto sten, die bei ein- Sigung auf Antrag unserer Genossen beschlossen, findet nunmehr am facher Wahl etwa 1400 Mart betragen werden, sollen aus den entfämtliche Fensterscheiben des Hinterhauses eingedrüdt. facher Wahl etwa 1400 Mart betragen werden, sollen aus den ent- tommenden Mittwoch und Donnerstag auf dem Güterbahnhof sprechenden Etatsstellen entnommen werden." Feuerwehrnachrichten. Am Montag früh um 5 Uhr wurde die Feuerwehr nach dem Savoyhotel in der Friedrichstraße 103 alarmiert. Dort hatte sich ein Gast aus dem Fenster gestürzt. Er wurde sofort nach der Klinik in der Ziegelstraße gebracht und dort berbunden. Bankow. Wir geben das Schreiben im Wortlaut wieder, damit unsere Steinidendorf- Dorf an der Graf Rödern- Allee statt. Es parteigenössischen Gemeindeverordneten dort, wo die Angelegenheit werden Mengen von nicht über 3 Bentner und nicht unter noch der Erledigung harrt, bei etwa entstehenden Schwierig. 10 Pfund abgegeben. Der Preis stellt sich auf 3,50 m. pro Zentner. feiten fich auf die verständige Haltung des Wilmersdorfer Magistrats Der Verkauf erfolgt nur an solche ortsangehörige Familien, deren beziehen können. Durch das Schreiben ist der vorhin erwähnte An- Haushaltungsvorstand nicht mehr als 1800 m. im Jahre verdient. Um 7 Uhr liefen mehrere Alarme aus dem Grünen Weg 18 ein. trag unserer Parteigenossen natürlich erledigt. Am nächsten Mittwoch wird die Stadtverordneten- Bersammlung Bestimmung abgesehen werden. Doch fann in geeigneten Fällen( große Familie usw.) von dieser Dort stand die Mügenfabrik von N. Simonsohn in Flammen. Sell schlugen die Flammen aus dem dritten Stock des Borderhauses weiter die am 26. November von uns erörterte Magistratsvorlage empor. Diefes hat früher als Betriebsstätte für Webereien gedient. über die Genehmigung des Vertrages mit dem Kreise Teltow, Ueber der Mützenfabrit befindet sich eine Werkstatt der Firma die Auflösung der Krantenhausgemeinschaft be Im Fahrstuhlschacht tot aufgefunden wurde am Sonntag früh 23. Trempler, in der elektrische Apparate hergestellt werden. Die treffend, zu erledigen haben. der in der Tonwarenfabrit Kaifer Friedrich- Straße befchäftigte Arbeiter Arbeiter dieser Firma mußten eiligst flüchten. Zwei Frauen wurden Gustav Krüger. Es wird vermutet, daß N., der im 4. Stod bes von der Feuerwehr über die verqualmten Treppen in Sicherheit ge- Friedenau. schäftigt war, den Fahrstuhl belasten wollte. In der Meinung, der bracht. Die Flammen hatten in den großen faalartigen Räumen Die Kabbalgerei um die Plakfrage für das neue Rathaus, die Fahrstuhl besinde sich vor ihm, müsse er einen Schritt zu weit ge an den Vorräten und der Einrichtung reiche Nahrung gefunden. schon in der vorlegten Sibung zu widerlichen Szenen zwischen den gangen und so in den Schacht gestürzt sein. Später fand man Trotzdem gelang es, die Flammen durch fräftiges Waffergeben auf bürgerlichen Herren führte, nahm in der Donnerstagiibung ihren Krüger schwer verletzt und blutend, tot im Keller neben dem Fabr den dritten Stock zu beschränken und eine Panit zu berhüten. Fortgang. Der Antrag des Gemeindevorstandes, eine Kommission stuhlschacht sigend auf. Soweit die uns gemachte Mitteilung. Sace Nuhig verließen die Arbeiter und Arbeiterinnen die Stäume. Aus zur Besichtigung von Rathäusern in anderen Städten zu wählen, der unterfuchung wird es sein, festzustellen, ob das Unglüd durch gekommen ist der Brand durch Fahrlässigkeit beim Feueranmachen, gab den erwünschten Anlaß, eine Komödie aufzuführen, wie sie eine Unordnung des Fahrstuhls oder durch ein Versehen des tödlich Ferner hatte die 2. Kompagnie in der Dresdener Straße 55 zu würdeloser nicht gedacht werden kann. Der erwähnte Antrag der Berunglückten herbeigeführt worden ist. tum, too auf dem Hofe des nach der Annenstraße 45 durchgehenden langte, daß der um drei Mitglieder( zwei Gemeindevertreter und Grundstücs in einer Lederfabrik der Firma Tuchnih u. Joppich aus einen Schöffen) berstärkte Bauausschuß diese Kommission bilden unbekannter Ursache Feuer ausgekommen war, das im dritten Stock jolle. Die Herren Gerken, Schulz usw. spielten hierbei wieder eine des Quergebäudes wütete, so daß mit drei Nohren Wasser gegeben fomische Rolle. Erst verlangten sie stürmisch, daß ihnen, als Gegner werden mußte. Die Entstehung dieses Brandes ist noch nicht er des jetzigen Projektes, diese drei Siße eingeräumt würden; fie schlugen hierzu den Herrn Schöffen Bache, und die Herren GeWegen eines Wafferrohrbruches erfolgte ein Alarm nach der Ede meindevertreter Gerken und Schulz vor. Die beiden letzteren hatten der Friedrich- und Besselstraße, und böswilligerweise wurde die Wehr sich vorher zur Annahme der Wahl bereit erklärt. Als Herr Bache nach der Linienstraße Ecke Koppenplag alarmiert. Der Täter ist nun erklärte, daß er nicht annehme, rief Herr Gerken, wie man leider abermals unerkannt entkommen. Außerdem hatte die Feuer- das in einer Kleinkinderstube öfter findet: Ja, meine Herren, wehr noch an verschiedenen anderen Stellen zu tun. wenn Herr Bache nicht annimmt, nehmen wir auch nicht an!" AnWegen eines Feuers wurde die 4. Stompagnie der Berliner statt nun weitere Vorschläge entgegenzunehmen und darüber abFeuerwehr am Montagmittag nach der Chauffeestr. 49, gegenüber stimmen zu lassen, überließ der Bürgermeister ganz die Handhabung der Maikäfer Saferne, alarmiert. Dort stand auf dem Hofe eine der Geschäfte den schon vorhin erwähnten Herren, die es fertig Werkstatt der Goldleistenfabrik von Kuhlmann in Flammen. Die brachten, den Antrag dreimal anzunehmen, ihn wieder aufzuheben Feuerwehr griff fofort mit mehreren Schlauchleitungen das Feuer und zuleht ganz abzulehnen. Wahrlich, ein Schauspiel, wie es wirljam an, und es gelang, alle übrigen Betriebe und die an- nur unter den Erwählten eines elenden Dreiklaffenwahlrechts möggrenzenden Wohnräume zu schügen. Der Schaden soll durch Ver- lich ist. Auf Antrag des Gemeindevorstandes wurde beschlossen, die ficherung gedeckt sein zirka 10 000 Wahlberechtigten zum Reichstag mittels Boftfarte zur mittelt. Berliner Arbeiter- Schachklub. Often I: jeden Donnerstag 19 Uhr bei Gub!, Rüdersdorfer Str. 50. II: jeden Donnerstag 19 Uhr bei Stohde, Gr. Frankfurter Str. 52 Süden: jeden Donnerstag 19 Uhr bei Meyer, Dramienstr. 103. eften: jeden Freitag 19 hr bei Bähler, Karlsbad 17, Ede Flottwellstr. Norden 1: jeden Freitag 19 116 bei Rebel, Magstr. 13b. II: feden Montag 19 Uhr bei Fritsch, Drontheimer Str. 4. III: jeben Donnerstag 29 Uhr bei Stoll, Nordufer 5, Ede Torfstraße. IV: jeden Donnerstag 9 Uhr bei Lehnert, Bolliner Str. 24. V: jeden Freitag 29 Uhr bei Ringert, Gleimstr. 52 Nordwest I: jeden Freitag, abends 19 Uhr bei Lamprecht, Butligfte. 10. II: jeden Donnerstag, abd. 17,9 Uhr b. Blaffenschläger, Wiclefftr. 52. Nixdorf I: jeden Freitag 19 Uhr bei Brandt, Billigerstr. 19. II: jeden Donnerstag 19 Uhr bei Pormant, Hermannstr. 75. III: jeden Freitag 19 Uhr bei Stan, Wildenbruchstr. 56. Borhagen: jeden Freitag 9 Uhr bei Mög, Sonntagstr. 32. gichtenberg: jeden Donnerstag 19 Uhr bei Müncheberg, Gudrunftr. 9. Charlottenburg: jeden Freitag 9 Uhr bei Bernice, Bismardir. 38. Over Schöneweide: jeden Freitag 9 Uhr bei Prochowsky, Nathausstr. 10. Aus aller Welt. Die Grubenkataftrophe in Nordamerika. bes es fett, Bag standmat and Me Staten teftermettern ben Coffons neueße Erfindung. Zeufel Bitzu nicht abhalten, daß Frömmiglett und FleischesMister Thomas Edison, dem es berette vor einigen Monaten luft sich zu schönfter Harmonie verbinden. So macht ein Mos gelungen war, Häuser ganz aus Betongus berzustellen, indigt Ueber die Opfer des schredlichen Grubenunglids in& noglauer Blatt jetzt Enthüllungen über das Spaßtitlofter fegt eine neue Erfindung an, wonach es ihm auch gelungen is in Moslau, wonach die Klosterräume mehr an ein Möbel aus Betonguß herzustelen. In der Anfündigung bille liegen auch heute noch sehr widersprechende Zahlen vor. Freudenhaus als an eine Stätte der Tugend und Selbstüber heißt es: Ich hoffe in einigen Monaten beweisen zu können, daß Nach einer Meldung sollen 207 Bergleute in dem Rohlen windung erinnern. Nach dem Blatte haben 66 Hauswirte gegen den diese Möbel billig, haltbar und brauchbar sein werden und den Möbeln aus Holz nicht nachstehen. Der Preis eines Hauses fagt eingeschlossen sein, während eine andere Nachricht Prior des Klofters Klage beim heiligen Synod eingereicht, weil ihre mit Ausstattung, der sich gegenwärtig in Amerika auf 5500 Bfund bon 100 Opfern der Explosion spricht. Vor dem Ein Frauen und Löchter im Kloster verführt worden Sterling beläuft, würde nach der neuen Methode nur noch 1250 Pfund gang zur Grube spielen sich furchtbare Szenen ab. Scharen von find. Allnächtlich find in den Klosterräumen wüste Drgien ge- Sterling betragen. Weiter hofft Edison, beweisen zu können, daß Frauen und Kindern drängen sich um die Schächte, ein jeder hat feiert worden, wozu der weibliche Teil vom Prior und seinen Spieß man die Einrichtung eines Schlafraumes für fünf in der Unglüdsgrube einen teueren Anverwandten, der voraussichtlich gefellen unter religiösen Vorwänden herbeigelockt wurde. Dlo II ar liefern tönne. Dollar als Toter zu bellagen ist. Denn die Hoffnung auf Rettung der während man die Tage mit frommen Gebetsübungen verbrachte, Eingeschlossenen ist gering. Bald nach Beginn der Bergungsaktion forgte man nachts nach besten Kräften für das Wohl des Leibes und mußte die Arbeit eingestellt werden, den Rettern schlugen die der Sinne. In luftiger Tafelrunde wurde gezecht, gesungen und der hellen Flammen entgegen. Rauchwollen, die aus verschiedenen Göttin Venus reichlicher Tribut gezollt. Schächten der Grube dringen, reden eine deutliche Sprache: die Grube brennt. Es ist daher zu fürchten, daß die Ueberlebenden der Ratastrophe den giftigen Rauchschwaben zum Opfer fallen. werden konnte. Bombenexplosion in einem Kinotheater. Die bürgerlichen Parteien des Reichstages scheinen die Erfin dung vorausgeahnt zu haben. Denn belanntlich ist in der Reichsversicherungsordnung eine Waisenaussteuer für Kinder ber ficherungspflichtiger Witwen vorgesehen, die 25% Wart beträgt. Bei der eventuellen Einführung der Betongußmöbel tann es ja den glücklichen Empfängern der fürstlichen Waisenaussteuer an nichts fehlen. Kleine Notizen. Der Schuhmann als Ausbrecher. Der felt Bugtag wegen fes werer Einbrüche und anderer Verbrechen in Wilhelms. haben in Saft befindliche Schumann Glauß ist in der Sonntagnacht ausgebrochen und entwichen. Gin Bombenattentat wurde am Sonntag in einem Minemato Eine furchtbare Anklage gegen die Sicherheit in den Gruben graphentheater in Büttich von einem Unbekannten verübt. legt in der Tatsache, daß am Tage vor der Kohlenstauberplofton Während der Borstellung, die von etwa tausend Personen, die Grube revidiert wurde; natürlich war alles in befter meist Arbeitern mit ihren Frauen, besucht war, trepierte unter einer Ordnung. Wenige Stunden später ereignete fich die furchtbare Bant eine mit Sprengstoffen gefüllte Bombe, die Explosion, die bei gewissenhafter Revision sicherlich vermieden mehrere Personen verlegte. Die durch die Explosion hervorgerufene Bani! war außerordentlich. Alles stürzte den Ausgängen zu, Doppelfelbstmord im Hamburger Börsengebände. Am Montag Frauen und Kinder wurden dabei zu Boben ge- mittag fchoffen sich während der Börsenzeit auf der Galerie der rissen und durch Fußtritte erheblich verlegt. Im ganzen trugen Hamburger Börse zwei Damen, Mutter und Tochter, namens Red, über vierzig Personen Verlegungen davon. Acht von ihnen angeblich aus Düsseldorf, Schüsse in die Shläfe. Die sind schwer verwundet, einigen müssen Arme oder Füße Mutter ist tot, die Tochter schwer verlegt Der Grund soll amputiert werden. Die Behörden glauben, daß es sich bei dem in dem Berluft ihres Bermögens zu suchen sein. Opfer des Eissports. Jn Schoden( Brovinz Bosen) brachen attentat um das Wert eines entlassenen Angestellten des Theaters handelt. sechs Knaben beim Eislaufen auf der Belna ein; fünf von ihnen find ertzunten. Ermordung eines Soldaten. In der Sonntagnacht geriet der Hodoist Ma af vom 180. Jn fanterie- Regiment in Weg mit Alex Samain, dem Vorsitzenden der früheren Lorraine Sportive, in der Römerstraße in Streit Einer der vier Gefährten Samains ging von hinten an den Hoboiften heran, hielt ihm einen Stevolver hinter das Dhr und fchoß ab Die Kugel drang dem Manne durch das Gehirn und führte nad, wenigen Minuten den Tod herbet Samain und sein Bruder wurden verhaftet. Im Laufe des Montags sind auch die übrigen drel an dem Streit mit dem Hoboisten Maasch Beteiligten verhaftet und ebenso wie die Brüder Samain, in Untersuchungshaft genommen worden. Einer von ihnen, namens Martin, gibt zu, geschossen zu haben, will aber in die 2uft gefeuert haben. Mostaner Klosterleben. Statsen Gemütern erscheinen die Klosterbrüder als Menschen, die im Geruche besonderer Heiligkeit stehen und ihre Zeit mit Selbst Lafteiungen und Vorbereitung auf die himmlische Seligkeit berbringen. Gin Radikalmittel. Kaufmännische Kranken und Sterberaffe von 1885.(. Q. 11.) Gente abend 9 Uhr im Restaurant Jüdenstr. 18/19: Sizung. In Bollanten, einem Drte der frommen Dberpfalz, gingen die Bogen der Gemeindewahlbewegung hoch; es bestand bie Gefahr, daß der Unglaube triumphieren und die guat Sach" unterliegen würde. Alle wahrhaft Frommen waren darob tiefbekümmert. Aber Er beauftragte die der Herr Pfarrer wußte, wie immer, Stat. Kinder in der Schule, tåg Itch sechs Baterunier au beten, damit aus der Bürgermeisterwahl ein Mann hervorgehe, der vom Geiste des Herrn erfüllt sei. Und es half! Der Bürger- gramm Rindfleisch, von der Keule 1,60-2,40. Rindfleisch, Bauchfleisch 1,20 meister, wie alle anderen Gewählten, find Leute, die der Geist des Herrn fest beim Zipfel hat. Das Mittel ist probat und wird vielleicht bei den tommenden großen Wahlen allgemeinere Anwendung finden, I sonft geht es schließlich dem Zentrum schlecht. Marktprelle von Berlin am 9. Dezember 1911, nad Ermittelung des Königl. Polizeipräsidiums. Marftballenpreise.( Kleinhandel), 100 Kilogramm Erbsen, gelbe, zum Stochen 36,00-50,00. Spelsebohnen weiße, 40,00-60,00. Linjen 40,00-80,00. Startoffeln 7,00-10,00. 1 Stilo. bis 1,70. Schweinefleisch 1,20-1,80. Stalbfleisch 1,40-2,40. Hammelfleisch 1,30-2,20. Butter 2,60-3,20. 60 Stud Gier 3,80-6,40. I stilogramm Starpfen 1,00-2,40. Male 1.20-2,80. Bander 1,40-3,60. Hechte 1,20 bis 2,60. Barfhe 1,00-2,00. Schleie 1,40-3,20. Biete 0,80-1,40. 60 Stüd Streble 2,40-24,00. Theater und Vergnügungen Dienstag, 12. Dezember 1911. Schiller- Theater 0. Anfang 7, Uhr. R. Opernhaus. Der Stofentavalter. 8. Schauspielhaus. Die Welt in der man sich Inngweilt. Deutsches. Zurandot. Haverland. Spezialitäten. Birtus Busch. Gala- Vorstellung. Birkus Schumann. Gala Bor stellung. Anjang 8 br. Urania. Taubenstraße 48/49. Durch die Tropenländer Java, Siam und Johore. Hörsaal: Dr. Berndt: Abstammungsprobleme. Renes Kgl. Operntheater. schlossen. Ge Rammerspiele. Gyges und sein Sting. Kurfürstenoper. Weiber von Mindsor. Die Tuftigen Wertiner. Die Ahnengalerte. Leffing. Gudrun. Komische Over. La Traviata. Dienes Schauspielhaus. ItHeidelberg. Neues. Das Mädel von Montmarire. 4 23eften. Fafinita. Mesidens. Ein Balzer ven Chopin. allner. heater. Dienstag, abends 8 Uhr: Bum erstenmal: Die Wildente. Schauspiel in 5 Aufz. b. Henrik Ibsen. Deutsch von Wilhelm Lange Mittwoch, abends 8 Uhr: Die Wildente. Donnerstag, abends 8 Uhr: Don Carlos. Schiller- Theater Charlottenburg. Dienstag, abends 8 Uhr: Madame Sans- Gêne. Mittwoch, abends 8 Uhr: Maskerade. Donnerstag, abends 8 Uhr: Maskerade. Neues Theater. Abends 8 Uhr: Das Mäbel von Montmartre. Grebette: Fritzi Massary. Somnt. 34 Uhr: Der fidele Bauer. Theater des Westens. 8 Uhr: Fatiuitza. Mittwoch und Sonnabend nahm. Uhr: Mag und Moris. Sonni. 3 Uhr: Die Dame in Not. Blence Operetten. Die moderne Residenz- Theater. Eva. Ricines. Lottchens Geburtstag. Genk und Fating Elzler. Hocken. jos. Schiller 0. Die Bildente. Charlottenburg. Madame Sans Gêne Friedr. ib. Schauspielhaus. Sherlock Holmes. Königgräuer Straße. Spielereten einer Staiferin. Mose. Kasernenluft. Metrovo. Die Nacht von Berlin. Luftspielhaus. Die Vergnügungsreise. Trianon. Mein Baby. Tholic. Polnische Birtschaft. Luisen. Baronesse Claire. Casino. Der Kampf ums Dafetn. Ppone. Spezialitäten. Baling. Spezialitäten. Herrnfeld. Schmerzlose Behandlung. Das sind der Zirma. Wintergarten. Epezialitäten. Steichenallen. Stettiner Sänger. Königstadt- Kafina. Spezialitäten. Anfang 8% 115r. Golles Caprice. Polterabend. Mandelblüth's Balballa. Teufel, das hat einge fajlagen! Noad. Liane, bie ateite Frau. Beigt. Brinz und Bettler. Anfang 8%, Uhr. Direktion Richard Alexander. Heute 8 Uhr: Ein Walzer von Chopin. Schwant in 3 ft. b. Kéroul u. Barré. Für die deutsche Bühne bearbeitet von Bolfen- Baeders. Morgen und folgende Tage: Ein Walzer von Chopin. Friedrich- Wilhelmstädt. Schauspielhaus. au: Sherlock Holmes Uhr: Gastspiel Ferdinand Bonn. Luisen- Theater. Abends 8 Uhr: Baronesse Claire. Belle- Alliance- Theater 82 Uhr: Narrenspiel. Morg. nachm. 4 Uhr: Aschenbröbel. abend 82 Uhr: Narrenspiel. ˊ SPAGNO MIDGETS TOWN Die Hauptstadt im Lande der Liliputaner. In sämtlichen Räumen von Castans Panoptikum Große Zirkus- und Varieté- Vorstellung. Täglich geöffnet von 10 Uhr morgens bis 10 Uhr abends. UT. Weihnachten im Eintritt 1 Mark. Union- Theater Dienstag 3 Heute nachm. 8 Uhr Gr. WeihnachtsDOSE THEATED Kinder- Vorstellung Große Frankfurter Str. 132. Abends 8 Uhr: Kafernenluft. Mittwoch 4 Uhr: Das verzauberte Schloßs. 8 Uhr: Die größte Liebe. Nenes Bottscheater. Geographle Metropol- Theater. Belle Alliance. Narrenspiel. Jatimes. Der Brandslister. Die Nacht von Berlin! Sternwaric, Invalidenstr. 57-62. Große Jahresrevue in 7 Bildern von Raiser- Panorama. II. Reije in Bosnien und Herzegowina. Die fonnige Pfalz a. th. Jul. Freund. Mufit von B. Holländer. In Szene gelegt bom Dir. N. Schult. Stauchen gestattet. Anfang 8 Uhr. Voigt- Theater. Berliner Theater. Dienstag, den 12. Dezember 1911: Abends 8 Uhr: Die Ahnengalerie. Theater in der Königgratzer Straße Abends 8 Uhr: Spielereien einer Kaiserin. Gaftspiel im Moabiter Winter. Garten, früher Artashof Berleberger Str. 26 Von der Henfur freigegeben! Pring und Bettlerin. Englisches Sensationsdrama in sechs sageneröffnung 7 Uhr. Ant. 8 Uhr. Bildern von Siegfr. B. Luz. im Union- Theater Moritzplatz. RiesenWeihnachtsbäume. Festprogramm PräsentVerteilung. Noacks Theater. Direttion: Robert Diil. Berlin N., Brunnenstraße 16. Gastspiel in Enders' Festfälen, Weißensee, Berliner Allee 211: Liane, die zweite Frau. Schauspiel in 6 Bild, v. Blumenreich. Anfang 8% Uhr Urania. Wissenschaftliches Theater. 8 Uhr: Schalek: Durch die Tropenländer Java, Siam und Johore. Hörsaal 8 Uhr Dr. Berndt: Abstammungsprobleme. Das Programm der Hörsaalvorträge im 1. Quartal 1912 ist erschienen und kostenlos erhält lich. Passage- Theater. Das große Festprogramm. Der Triumph der Schönheit! Lebende Kunstwerke Claire Waldoff Der tapfere Herr Angstlich Burlesk- Sketch mit Georg Kaiser u. W. Goldmann in den Hauptrollen und 12 Varieté- Sensationen. Passage- Panoptikum. Acht Wochen bei den Feuerfressern Täglich zu sehen! Lebend Die wilden Essauas Karawane sudanesischer Schrei-, Heul- und Feuer- Fakire in einem besonders aufgebauten Dorfe. Ohne Extra- Entree. Reichshallen- Theater. Stettiner Sänger. Gastspiel Robert Steidl. Weihnachts Programm. Anfang 8 Uhr, Sonntags 7 Uhr. Zirkus Zirkus Busch Sonnabend, 9. Dezbr., 7% Uhr: Gr. Gala- Vorstellung. A. Schumann Fortsetzung des Karl HagenAllabendlich 7%, Uhr: Große Vorstellung. Geschwister Weise Die Biedermeier. Hier noch nie gesehene Original- Tricks. 5 Affen am fliegenden Trapez. Les Briatores Frl. Dora Schumann. Außerdem sämtliche Attraktionen und die große Feerie in 5 Bildern 1000 Jahre auf dem Meeresgrund nach Motiven aus 1001 Nacht. Casino- Theater Lothringer Str. 37. Täglich 8 Uhr Novität! Novität! Das Sensations- Lustspiel Der Kampf beckschen Gastspiels der Menschen- Affen Max und Moritz. Hektor und Lolette, Equilibristen. Norman Telma, der mysteriöse Billardspieler. Um 9 Uhr zum 62. Male: 01 Origin.Ausstattungsstück des Zirkus Busch in 5 Bildern. pollo Theater Abends ab 8 Uhr. Ein sensationeller Erfolg ums Dasein! der großen Attraktionen mi Sonntag 3% Uhr: Die Tochter des Sträflings. Täglich 8 Uhr: Folies Caprice. Mandelblüths Polterabend. Losgelassen. Waffenübung. Trianon- Theater. Täglich abends 8 Uhr: Mein Baby. Sonntag nachm. 3 Uhr: Francillon., Admiralspalast Am Bahnhof Friedrichftrasse Eis- Arena. Von 10 Uhr an geöffnet. Nachmittags: Militär- Konzert. Um 5 Uhr: Das Weihnachtsmärchen Schneewittchen Abends Das prachtvolle Eisballett: Alpenzauber Die kleine Charlotte Apachentänze Pushballspiel. Bis 6 Uhr und von 10% Uhr an halbe Preise. Restaurant ersten Ranges. Harry Walden in 1. Baudeville: Der Brettlkönig. Herrnield Theater Noch nie dagewesener Lacherfolg! Das Kind der Firma mit Anton und Donat Herrnfeld Dent Hauptrollen. Vorher: Schmerzlose Behandlung. Anf. 8 Uhr. Borberlauf 11-2 Uhr. Königstadt- Kasino. Ede Holzmarkt- u. Alexanderstraße bom 1. bis 16. Dezember: ,, Familie Müller" großes Boltsstüd in zwei Bildern und das reichhaltige Spezialitäten- Programm. Volks- Cheater. Nigdorf, Hermannstr. 20. Sonntag, 17. Dezember: Der Hund von Baskerville, Detektivkomödie in 5 Aften von A. Sachse. Montag, 18. Dezember: Geschloffen. Für den Inhalt der Juferate abernimmt die Redaktion dem Publikum gegenüber feinerlei Verantwortung. Santa Kraft Rotwein Blutarmen u. Kranken während der Reconvalescenz empfohlen. Nachahmungen bitte zurückzuweisen. Kauflich in Apotheken, Drogen und Delicatessen- Geschäften, FL 1,50 u. 2,00 M. Lucia Jedes Wort 10 Pfennig. Das fettgedruckte Wort 20 Pig.( zulässig 2 fettgedruckte Werte). Stellengesuche und Schlafstellen- Anzeigen 5 Pfg.; das erste Wort( fettgedruckt) 10 Pig. 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