Nr. 222. Erscheint täglich außer Montags. Breis pränumerando: Viertelfährlich 3,30 Mart, monatlic 1,10 mt, wöchentlich 28 Bfg. frei tn's Haus. Einzelne Nummer 6 Pfg. Sonntags- Nummer mit illuftr. Sonntags: Beilage Neue Welt" 10 Pfg: Post- Abonnement: 8,30 Mt.pro Quartal. Unter Kreuzband: Deutschland u. Defterreich: Ungarn 2 Mt., für das übrige Ausland 3 Mt.pr.Monat. Eingetr. in der Poft Zeitungs- Breisliste für 1893 unter Nr. 6708. Vorwärts 10. Jahrg. Infertions- Gebühr beträgt für die fünfgespaltene Petitzeile oder deres Raum 40 Bfg., für Vereins- unt Beriammlungs Anzeigen 20 Pfe Inferate für die nächste Mummer müssen bis 4 Uhr Nachmittags in Der Erpedition abgegeben werden. Die Ervedition ist an Wochens tagen bis 7 Ubr Abends, an Sonnund Feftagen bis 9 Uhr Vor: mittags geöffnet. Fernspredjer: Amt I, 4186. Telegramm- Adresse: " Sozialdemokrat Berlin! Berliner Bolksblatt. Zentralorgan der sozialdemokratischen Partei Deutschlands. Redaktion: SW. 19, Beuth- Straße 2. Barismus Donnerstag, den 21. September 1893. Expedition: SW. 19, Benth- Straße 3. reich, ist es einmal im Schlepptau des Baren, zum Spiel- Politische Lebersicht. zeug des Baren werde, das so lange es ihm nüßlich und Republikanismus. ausgenügt wird, später, wenn man keine Berwendung tönnen. Paris, 17. September 1893. mehr für es hat, einfach in einen Abgrund geschleudert wird. Die französische Republik tann ohne = Berlin, den 20. September. Die Haltung der Sozialdemokratie zu den In fast der gesammten Bresse und es giebt keinen Verrath an dem republikanischen Ge preußischen Landtagswahlen ist unferen besseren Spiegel, uns das Herz und die Gedanken der danken und der republikanischen Politit Gegnern schier unbegreiflich. Daß wir uns um einen fapitalistischen Welt zu offenbaren, als die Presse ist nur die Freundin der Völker sein, sie muß Wahlkampf, der mit dem„ elendesten aller Wahlgesetze" nur noch von Einem die Rede: von der bevorstehenden als ihre ureigenste, beständige Aufgabe auszufechten ist, so gar nicht kümmern, das können diese Ankunft von Soldaten und Offizieren des russischen Kaisers die Aufrechterhaltung des internatio politischen Komödianten nicht verstehen. Der so nahe in Frankreich und Paris. Und die ganze reaktionäre Bande na len Friedens betrachten, der tagtäglich für sich liegende Grund, daß das Dreiklassen- Wahlsystem ein selbpflegt keiner anderen Beschäftigung mehr, als zu überlegen selbst und für die Republik und für alle Völker gegen die ständiges Vorgehen der Sozialdemokratie unmöglich macht und zu grübeln, durch welcherlei hündische Kundgebungen ihnen allen gemeinsamen Feinde, die Kapitalisten und Sou- und daher, im Fall der Betheiligung, uns zu einem sie ihre Herzensfreude am besten bezeugen und die französische veräne, arbeitet. Kompromiß zwingen würde, ist für gesinnungslose GeRepublik, die sie zu vertreten behauptet, weil sie fie regiert, Den Völkern und nicht ihren Tyrannen gehören all schäftspolitiker natürlich nicht vorhanden, und sie suchen zum Fußschemel der Zaren und des Barismus herabwürdigen unsere Sympathien, gehört unsere ganze Freundschaft, und nach einem verborgenen Grund. Der Hamburger Korreunfer Internationalismus fordert mit um so größerem spondent", der mitunter das Gras wachsen sieht, hat ihn Wie tief find wir gesunken! Raum, daß sich einige Nachdruck den Frieden und die Unabhängigkeit unseres nach langem Spintisiren jetzt auch richtig entdeckt. Er schüchterne Proteste erheben gegen diese lakaienhafte Raserei Landes, weil er diese Unabhängigkeit für Alle will, als meint, was die Sozialdemokraten abhalte, das sei die und die Strömung in der öffentlichen Meinung, welche zu unerläßliche Bedingung der Freundschaft und der Veröffentliche Stimmabgabe. Nun, die öffentliche Stimmschaffen jenes niederträchtige Gebahren bestrebt ist, aber einigung. abgabe ist allerdings ein reaktionärer Unfug, allein wenn doch vergeblich bestrebt sein soll. Ist man nicht so weit Unsere Chauvinisten im Gegentheil begreifen nicht, daß bei den Landtagswahlen ein Erfolg ohne Kompromiß gegangen, in die Welt hinauszuposaunen, daß der Pariser die Sympathien der Völker für die französische Republik überhaupt denkbar wäre, so würden die Sozialdemokraten Stadtrath, der allezeit für republikanisch galt und gilt, sich deren eigentliche Stärke find, und sie thun ihr auch die öffentliche Stimmabgabe in Kauf nehmen, wie sie der Zaren- Leibgarde anzuschließen und Schmeicheleien und Bestes, uns die Sympathien zu entfremden, indem das bei den Berliner Stadtverordnetenwählen seit Jahren Weihrauch nach dem Herzen des Zaren vorzubereiten im sie vor den Despoten auf dem Bauch liegen, die thun. Begriffe ſtehe. gezwungen find, unsere Republik anzuerkennen, weil sie ihrer bedürfen, die sie aber sehr bald vernichten würden, wenn sie durch diese Schwachtöpfe( imbéciles) von Chau vinisten in ihre Gewalt käme. Wir, die wir als revolutionäre Sozialisten im innersten Herzen Republikaner sind, betrachten jeden Souverän, mag er nun in Rußland ein despotisches Regiment führen oder in Deutschland unter gefährlichem Schwanken nach seinem verlorenen Gleichgewicht suchen, oder sonst einen Thron zieren, jeden als unseren Gegner. Um den Heerd der Revolution und der republikanischen Propaganda in Europa zu ersticken, werden die Fürsten sich stets verständigen, was immer auch ihre persönlichen Eifersüchteleien sein mögen. Wir können uns sehr wohl in dem allgemeinen Spiel der den Dynastien unterworfenen politischen Kräfte über die Be- Allein es giebt Leute, die, weil in Paris fein Raiser ziehungen zu diesen oder jenen unserer Interessen Rechen- oder Diktator ist, dessen Stiefel zu lecken sind, keine Geschaft geben, die Unterstützungen, die uns im Falle einer legenheit vorübergehen lassen können, sich vor dem KaiserBedrohung oder eines Krieges zu Gebote stehen werden, thum und dem Zäsarismus hinzuwerfen. Gut, mögen fie brauchen uns keineswegs gleichgiltig zu bleiben. Aber wir es thun! Jeder nach seinem Geschmack. Aber sie sollen wissen sehr genau, daß nur das Interesse des seine Hilfe von unserem Volt nicht verlangen, daß es ihre Infamie anbietenden, das Interesse, das er an der Macht und Be- mitmache. Die gewerbliche Sonntagsruhe. In der Norddeutschen Allgemeinen Zeitung" lieft man: " Heute beginnen im Reichstagsgebäude die Verhandlungen über die Sonntagsruhe für Gruppe lll der Gewerbestatistik ( Bergbau, Hütten- und Salinenwesen) mit Vertretern der Arbeitgeber und Arbeiter. Als Theilnehmer werden, der " Post" zufolge, Freiherr v. Stumm- Halberg, Bergassessor a. D. Krabler, Generaldirektor Bernhardi, Generaldirektor MeierFriedenshütte, bezeichnet. Die Vertreter der Arbeiter find von den Gewerbeaufsichts- und Bergrevier- Beamten über die Einzelheiten der Vorlage informirt und direkt zur Theilnahme an den Konferenzen aufgefordert worden. Den Vorsitz wird der Unterstaatssekretär im Reichsamt des Innern, Dr. v. Rottenburg führen, von Beamten des Reichs werden theilnehmen Geheimer Regierungsrath Wilhelmi und Regie: rungsrath Werner. Als Vertreter des preußischen Handelsministeriums werden dem erwähnten Blatte Unterstaatssekretär Lohmann, sowie die Geheimräthe Neuhaus, Fürst, Fickler und Regierungsaffeffor Dönhoff genannt. Von anderen Bundesstaaten werden gleichfalls Vertreter erwartet. Die Verhandlungen werden 2-3 Tage in Anspruch nehmen." Daß die Unternehmerschaft die ihrer würdige Verdeutung unseres Landes findet, eine Unterstüßung bestimmen Wer das russische Volt ehren will, hat feit Langem tönnte, und wir weisen jede Kundgebung, jede Veranstaltung, die Gelegenheit, denn hier, unter uns, leben die die nus entehrt und zum Werkzeug eines Feindes herab- edelsten, die bewundernswürdigsten Verdrückt, weit von uns zurück. treter des russischen Volks Bürger, die wir Im Jahre 1870 brach der Zar den Pariser Vertrag, nur zu oft der Willkür unserer Polizei überlassen haben: indem er Frankreich dem Könige von Preußen in die die russischen Sozialisten, Republikaner, Hände lieferte, und, wenn das Unglück wollte, daß Nihilisten, welche, weil der Zar sie hängen lassen tretung gefunden hat, besagen laut und unzweideutig die cin neuer Krieg ausbräche, so würde ihm einzig sein wollte, aus dem Lande flohen, wo sie mit Gefahr ihres Namen der Erwählten. König Stumm, der fanatische Wortcigenes Jutereffe sein Vorgehen vorschreiben, und es Lebens und ihrer Freiheit, für die Republik gekämpft haben. führer des Knappentruzes, Krabler, die Bernhardi und ist mehr als wahrscheinlich, daß er, um im Drient Den russischen Nihilisten, Republikanern, Meier werden mit dem nöthigen Eiser die Sache ihrer frei schalten zu können, sich seine Neutralität zum Kurs- Sozialisten gehören unsere Huldigungen Auftraggeber führen. Was aber besagt die verlegene, preise oder auch billiger abkaufen lassen und Frankreich und unsere Sympathien, und nicht ihrem den eindringenden Feinden verrathen wird. Henter, dem Zar. Denn man hat allen Anlaß zu fürchten, daß FrankFeuilleton. [ 13 bilden." Edouard Vaillant. schielende Wendung des Organs der Reichsregierung, die sich auf die Arbeiter bezieht? Die Fabrifinspektoren und die im schroffsten Gegensatze zu einer sozialpolitischen kennen, und daraus wird sich in Zukunft gewiß etwas Gutes weit zu übersehn. Ich war zu schwach, zu unentschlossen, zur rechten Zeit dem Uebel zu steuern; ich schmeichelte mir, „ Ich spreche nur zu Dir so," antwortete der Vater, ich daß es nicht so tief Wurzel fassen sollte, und als nun bezwinge sonst meine Ungeduld und ihm gegenüber am endlich meine kränkelnde Gattin, die ich nie verlegen meisten, aber in Deine Hoffnungen kann ich nicht einstimmen, mochte, an der Geburt meines jüngsten Kindes starb, war so sehr ich ihn auch als meinen Sohn lieben muß. Wär' es zu spät." „ Alles nicht unwahr," fing der Freund an, aber Der Aufruhr in den Cevennen. er nur heftig und unbesonnen, das möchte hingehen, denn Eine Erzählung von Ludwig Tieck. ich bin es auch gewesen; ja ich würde selbst seinen über- darum doch nicht so schlimm, wie Du es austehst. Nur triebenen Glaubenseifer und alles, was mit diesem zu Stumpfheit, Aberwiß sind unverbesserlich; in allen wahrsammenhängt, in einem heiteren Lichte sehen, denn auch in haft aufgeregten Gemüthern schlägt die gute Ader, und das Edmund biß die Zähne aufeinander und stieß das Ge- diesen Gefühlen hat mein eigenes Gemüth früher wunder- Leben dieser reizbaren und heftigen Menschen besteht ja nur bare Erfahrungen gemacht, wenn er mit allen diesen darin, sich durchzukämpfen, in mannigfaltigen Explosionen wehr gegen den Boden, daß es losging, und der Schuß schroffen Eigenheiten, mit diesen heftigen Uebertreibungen das Böse und Trübe niederzuschlagen, damit sich das Bessere frachend durch die Decke fuhr. Die Weiber und Diener des aller Art nur einen Trieb zur Thätigkeit verbände, wenn er scheide und verklärt aufsteige." Fräuleins stürzten herbei; er sah sie an, sie war nicht be- sich unterrichtete, wenn er an irgend ein Geschäft Hand an-" Du sprichst," sagte der Nath, als Arzt und Chemiker schädigt und lächelte ihm schmerzlich nach, indem er zur legen wollte. Ich fühle aber nur zu deutlich, daß er so, und willst mir leugnen, daß die Seele sich unwandelbare Thür hinausstürzte; auf seinen scheidenden Gruß erwiderte wie er zum Theil das Bild meiner eigenen Jugend, aber Verkehrtheiten aneignen könne, die nachher ihr Leben aussie ihm nur mit einem seltsamen Schütteln des Hauptes, wie verzerrt mir darstellt, er doch im Innersten mir ganz machen." so daß sich die langen, schwarzen Locken auflösten und ihr ungleich, gewissermaßen feindselig gegenübersteht; und so rächt So lange der Mensch noch jung ist," sagte jener, Gesicht beschatteten. Sie drückte sie in die weinenden Augen sich denn leider die verwahrlofte Erziehung und die Ver- verzweifl' ich an nichts und bei Deinem Sohne am und ging schweigend in den Garten und die kühle Nacht hinab. weichlichung seiner Kindheit. Du weißt es ja, mein alter wenigsten, weil er sich nie den Ausschweifungen ergeben hat. Der Herr von Beauvais ging mit seinem Freunde im Freund, wie sehr, fast unnatürlich, er der Liebling meiner Nur diese und die schlechte Gesellschaft höhlen den Menschen Garten, vielerlei Gespräche wechselnd, auf und ab; so oft verstorbenen Gattin war, wie übertrieben sie jeden Einfall gänzlich aus, und die Erschöpfung trifft nicht nur den sie an dem kleinen offenstehenden Gartenhause vorübergingen, und Trieb, jede Eigenheit des Kindes bewunderte; dazu Körper, sondern macht auch den Geist leer, ernüchtert das rief Eveline sie an und machte sie auf die Gebäude auf jener Abbé als Hofmeister, der nur seine Imagination auf- Herz, so daß am Ende weder Verstand noch Begreifen, weder merksam, die sie mit Karten aufzuführen bemüht war. reizte und mit Legenden und Wundern nährte; dies blendete Gefühl für Religion und Sitte noch für Ehre übrigbleibt Der Parlamentsrath war heftig bewegt, und der Freund das Auge seines jungen Geistes und nahm ihm die Fähig Diese sind die Unheilbaren. Du machst Dir der weichlicher bemühte sich vergeblich, ihn zu beruhigen. So halsstarrig," feit, das Wirkliche und die Wahrheit sehen zu lernen, es Erziehung wegen Vorwürfe, das ist es ja aber nicht allein, sagte dieser endlich fast ungeduldig, hab' ich Dich noch gewöhnte ihn, in Rührungen des Herzens zu schwelgen und alter Freund, worin Du es versehen hast; Du klagst über nicht gesehen; was ist es denn nun endlich, Edmund ist diese für untrüglich und für das Höchste zu halten. Un- Mangel an Thätigkeit bei Deinem Sohne, aber Du selbst ein junger Mensch wie so viele, laß ihn ausrasen, Alter, vermerkt schlich sich eine Geringschäzung gegen alle, die haft ihm ja alle Wege dazu versperrt. Als er nun erwachser und Du wirst Deine Freude an ihm haben, denn Kraft, anders dachten, in seine Seele, denn er hielt sie nun für war, sollte er durchaus sich Deinem Stande widmen; e Charakter, edles Herz sind denn doch nicht bei ihm zu ver- falt und verstockt und glaubte sie in seinem hassenden Eifer haßte es aber, ein Advokat zu werden, und schwur damals. 9 Auffassung der Bergarbeiter Zustände stehenden Revier. I der sich an der Mißhandlung eines Unteroffiziers betheiligt Beamten, die bis über die Ohren in den kapitalistischen hat. Wie milde die Soldatenschinder oft genug bestraft Vorstellungen stecken wir erinnern nur an die Geschichte werden, ist bekannt. Beiläufig! Wir berichteten kürzlich des 1889er Ausstandes der rheinisch- westfälischen Kohlen- nach Schweidnißer Blättern über ein Nothzuchts= gräber haben die Arbeiter über die Einzelheiten Verbrechen, begangen von einem Lieutenant Pr. informirt und direkt zur Theilnahme an den Konferenzen Widerlegt worden ist diese Nachricht nicht. Was ist mit aufgefordert". Wie das geschehen ist, darüber verlautet dem Nothzüchtler geschehen? tein Wort. Db und was für Arbeitervertreter überhaupt zu den Konferenzen erschienen sind, darüber erfährt Von der Rechtspflege und dem Zeitungswesen. man auch nichts. Es genügt ja, daß die Stumm Die" Norddeutsche Allgemeine Zeitung" hatte türzlich in und Krabler zur Stelle sind. Denn die Groß- einem schwerfällig- unklaren Artikel die Gelüfte der reaktionären industriellen find es, die den Ton angeben, ihre Juristerei nach einer Verschärfung des Preßgesetzes zum AusWünsche werden den Ausschlag geben. Wie Recht wir bruck gebracht. Am liebsten wäre es den Herren, wenn sie hatten, als wir das sozialpolitisch verwerfliche Vorgehen Beispiele beweisen wegen eines Preßvergehens nicht der Regierung geißelten, tritt jetzt zu Tage. Sie mißt mit blos den Verantwortlichen, sondern Drucker, Sezer, Sezerzweierlei Maß, sie verweist die Arbeiter auf das indirekte lehrling, Maschinenmeister, Falzerweib und Kolporteurin Verfahren, bevormundet sie durch Fabrikinspektoren und vor das Tribunal schleppen könnten. Das wird sogar dem Bergrevierbeamte und fordert sie zur Theilnahme an den amtlichen Blatte der sächsischen Regierung, der Leipziger Konferenzen auf". Natürlich, die freie Wahl der Vertrauens- 8eitung", zu bunt: leute durch die Arbeiterschaft wäre ein Verbrechen gegen den heiligen Geist des Geldsacks. Die Arbeiterschaft sieht, wie ihr in einer Frage, die sie in erster Reihe angeht, mitgespielt wird. So sieht die Sozialreform von Oben aus, eine Spottgeburt, die mit sozialer Politik nur den Namen gemein hat. Intelligenzstaat und Militärstaat. Bekanntlich theilte der preußische Handelsminister den Regierungen mit, daß wegen der ungünstigen Finanzlage der Beitrag des Staates für die Fortbildungsschulen um 48 000 m. ge= türzt werden müsse. Das ist natürlich auch geschehen. Mit welchem Erfolg, das besagt eine Notiz der Frank furter Beitung" aus Mühlhausen in Thüringen: " " Die Fachjuristen haben gar keine Ahnung von der ungeheuren Heiterkeit, die diese intime Unkenntniß darüber, wie es bei Herstellung einer Zeitung hergeht, in allen Druckereien erregte, als jene Praxis zum ersten Male auftauchte. Sollten daher die neuesten Ausführungen der Nordd. Allg. 3tg." darauf hindeuten, daß man jener Praris noch weitere Ausdehnung zu geben gedenkt, so möchten wir im Interesse unseres Richterstandes davon abrathen. Es wäre nicht nüßlich für sein Ansehen, wenn sich in Fachkreisen die Meinung festsetzte, daß diejenigen, die die Gefeße handhaben sollen, von den Vorgängen des Alltagslebens nicht die geringste Borstellung" haben. dann? 9 ver verbrachten Jugend im Radettenkorps wurde ihm, bem nur auf feine Gage angewiesenen Offizier, der Unterschied zwischen Reich und Arm in seiner Garnison erst recht fühlbar gemacht. Von gar vielen Unterhaltungen und Vergnügungen seiner besserfituirten Kameraden mußte er fernbleiben, und während diese ihre Jugend froh genossen, grübelte der vereinsamte und verbitterte Hofmeister zu Hause über das Problem nach, den fatalen Unterschied zwischen Arm und Reich aufzuheben, der bie Einen zu Noth und Entbehrung verurtheilt, den Anderen alle Genüsse des Lebens in den Schooß schüttet, während doch Alle mit denselben rechtmäßigen Ansprüchen auf die Güter dieser Erde geboren sind. Dazu wollte es das Unglück, daß ihm, dem human denkenden und seine Soldaten durch Güte und wohlwollende Behandlung erziehenden Offizier in der Person des Hauptmannes Graf Benzel Sternau ein Rompagniechef gesetzt wurde, der die Rekruten nur als Kanonenfutter ansah und sie danach behandelte. Auch Hofmeister, dessen erzieherische Grundsäge dem hochgetragenen Aristokraten ein Greuel waren, mußte unter den Charaktereigenschaften dieses Vorgesetzten schwer leiden, und seine erhobene Beschwerde wurde nicht beachtet. So zog sich Hofmeister immer mehr in seine Bücherei zurück, die zumeist aus den philosophischen Schriften von Spinoza und Kant und neueren sozialistischen Werken bestand. Gegen seine Soldaten war er nach wie vor der wohlwollende Vorgesetzte. Auf den Umgang mit seinen Standesgenossen, zuerst durch den Zwang der Verhältnisse, zuletzt aus eigenstem Entschluß zichtend, schloß er sich den Söhnen des Volkes in der Kaserne an. Es ist bekannt, daß er oftmals Soldaten zu sich einlud, fie mit Wein und Bier regalirte und ihnen dabei sozialistische Vorträge hielt. Er gab ihnen Broschüren und Zeitungen dieser Richtung, zumeist die Mannheimer Volksstimme", zum Lesen und zum Vertheilen an die andere Mannschaft mit in die Kaserne, wobei er sie zur Vorsicht und Verschwiegenheit ermahnte. Länger als zwei Jahre blieb diese agitatorische Thätigkeit unbeachtet, bis sie auf eigenthümliche Weise auftam. Einer der Soldaten, der Sohn eines Waldauffehers, erzählte zu Hause von seinem guten Lieutenant seinem Vater und zeigte demselben einige Exemplare der ihm von Hofmeister gegebenen Beitschriften. Der Waldaufseher erzählte dies wieder dem Oberförster, der Oberförster dem Bezirksoffizier und dieser meldete es ans Regiment, worauf dann die Anklage erhoben wurde. Hofmeister erklärte sich seinem Regiments Kommandeur gegenüber offen als überzeugten Sozialisten, stellte aber jede Propaganda für die Verbreitung der sozialistischen Joeen in Abrede. Was man sonst über sein Benehmen hört, stellt fast außer allen Zweifel, daß sein Geisteszustand kein normaler mehr ist. Das Gefühl der Verbitterung, der unverschuldeten Zurückfegung und Kränkung, die gesellschaftliche Vereinsamung und der durch gar nichts zu vermittelnde Konflikt zwischen Berufspflicht und Ueberzeugung, dazu noch die lange Haft, können wohl den edel, aber nur zu weich angelegten Mann der Nacht des Wahnsinns entgegengetrieben haben. Wird er als zurechnungsfähig erkannt und verurtheilt, so sind ihm im Mindestmaß fünf Jahre Gefängniß und Ausstoßung aus dem Heere gewiß." 31 Mit dem Antisemitismus liebäugelt das Organ des Grafen Caprivi, indem es mit einer lobenden Einleitung Schon seit Jahren besteht dort der Plan, eine Webschule eine Betrachtung der antisemitischen Täglichen Rundschau" Schon seit Jahren besteht dort der Plan, eine Webschule zu errichten, um dadurch die darniederliegende Weberei wieder über den kürzlich in Berlin stattgehabten nord deutschen in die Höhe zu bringen. Die Errichtung einer solchen ist auch Antisemitentag abdruckt. Die Tägl. Rundschau" singt ein schon im Jahre 1890 von dem Regierungspräsidenten in Erfurt Loblieb auf die Judenfresseret, Graf Caprivi, der denen um als eine Nothwendigkeit bezeichnet worden. Dortige Firmen Böckel zu Danke verpflichtet ist, da sie die Militärvorlage haben im darauffolgenden Jahre dazu auch 21 100 M. auf haben durchdrücken helfen, gedenkt wohl gleich seinem Vorgebracht. Die Zinsen von diesem Kapital sowie 752 M. find gänger mit dem antisemitischen Kalbe zu pflügen. Die fährlich sicher gestellt, der Kreistag will zu den Unterhaltungs- Kanzlerrechnung ist ohne den Wirth gemacht: die Masse der fosten der Webschule einen Beitrag bis zum Höchstbetrag von antisemitischen Wähler wird in absehbarer Zeit den Weg 3000 M. leisten, die Stadt hat sich bereit erklärt, den Bau 3000 M. leisten, die Stadt hat sich bereit erklärt, den Bau in das Lager der Sozialdemokratie finden, Was aber und die Einrichtung des Webschulgebäudes auf ihre Kosten zu übernehmen, aber trotzdem rückt die Angelegenheit nicht vorwärts. Und warum? Weil der preußische Staat nicht in der Lage ist, ben noch fehlenden 3u- Rongreffes, hat eine Pfarrstelle in Frankfurt a. D. angenommen. Paul Göhre, der Generalsekretär des Evangelisch- sozialen schuß von 9000 M. zu leisten. Erst dieser Tage war er von der Konservativen Korrespondenz", dem Pindterblatt und verwandten Organen als Wortführer der konservativen Demagogie" angegriffen worden. Bedeutet das einen Rückzug? Ist der unangenehme Kritiker der bestehenden Wirthschaftsordnung, der die Sozialdemokratie zu verstehen sich bemühte, anstatt die unbegriffene zu verunglimpfen, weltflüchtig Wir haben schon vor längerer Zeit hervorgehoben, daß geworden und zieht sich, wie einst der ungeberdige Streiter des Zentrums, der Kaplan Majunte, auf das Altentheil einer die sozialdemokratische Partei Hofmeister nicht gekannt, daß Pfarrerei zurück? Mit den Krautjunkern, den Schlotjunkern, den er zu ihr feine Beziehungen gehabt hat. Auf- Er erscheint auch Muckern sich herumzuschlagen, ist freilich keine erquickliche Auf nach den Mittheilungen des„ Würzburger Journals" als bem Banne bürgerlicher Klasse oder Utopiſterei. Herr Göhre ein liebenswürdiger, schwärmerisch veranlagter, edler Mensch, gabe. Es giebt aber nur ein Entweder- Oder: Heraus aus scheint es vorgezogen zu haben, als weltflüchtiger Schwärmer dem das Kamaschenwesen und der Korporalston des Milifern von dem Kampfplage des öffentlichen Lebens seinen tarismus eine Bein war; der innere Zwiespalt war der ideologischen Träumen nachzuhängen. Schade um ihn!- zarten, nervösen Natur verderblich. Ja, wir haben heidenmäßig viel Geld" für Soldaten und Kasernen; für Schulen und die Bildung des Bolts ist aber kein Geld da. Nun- ,, intelligente" Bajonnette sind ja sprichwörtlich vom Uebel. Zinnsoldaten. In einer Landtagswahl- Betrachtung schreibt die Norddeutsche Allgemeine Zeitung": Die Wähler find feine Zinnsoldaten, sondern gerade bei den Landtagswahlen, bei welchen Bildung und Besitz einen wohlberechtigten Einfluß ausüben, kommt es weit mehr als wohlberechtigten Einfluß ausüben, fommt es weit mehr als bei Reichstagswahlen auf den sachlichen Inhalt dessen an, bei Reichstagswahlen auf den sachlichen Inhalt dessen an, was die Parteien und deren Kandidaten zu bieten haben, als auf das strategische Kalful, in welcher Weise dieses oder jenes " Biel" erreicht werden könne." Binnsoldaten sind freilich die Landtagswähler, deren Wahlrecht nach der Höhe ihres Steuerfußes bemeffen ist, nicht. Sie können sich vielmehr rühmen, Geldsäcke zu sein, die den sachlichen Inhalt" der Parteiprogramme, das Interesse irgend einer Geldſackgruppe, mit aller Feinheit eines tapitalistischen Verstandes erfaßt haben. Auch der Besitz von vielen Ochsen oder einem großen Misthaufen spielt bei diesen Wahlen eine maßgebende Rolle. Wadelstrümpfe und freisinnige Volkspartei liegen wieder in böser Fehde, die Landtagswahlen tragen Schuld an dem Zusammenstoß. Die um Barth wollen in Berlin eigene Wahlmänner und Kandidaten aufstellen. Darob lohende Entrüstung bei denen um Richter, die mit einem Kriege in der Provinz drohen und den Wadelstrümpfen dort das Leben schwer machen wollen. Viel Lärm um nichts! Die feindlichen Brüder werden im Beichen des Dreiklassen- Wahlrechts schon einig werden. Zu fieben Jahren Festungshaft soll wie Reservisten erzählen, die von Metz nach Solingen zurückgekehrt find ein Soldat aus Solingen verurtheilt worden sein, Militärisches. In letzter Zeit ist es mehrfach vorgekommen, Eisenbahnreformen. Die nichtpreußischen Eisenbahndaß Refruten, welche nicht im Besitz eines Urlaub 3- direktionen Norddeutschlands haben, wie aus Erfurt bepaffes sich befanden, angehalten und daß ihnen weiterungen richtet wird, ebenfalls dem Vorschlage auf Ausgabe von dadurch entstanden sind. Im Jnteresse einer geregelten Kontrolle liegt es, daß die Rekruten sich durch Urlaubspaß jederzeit zehntägigen Rückfahrtstarten zugestimmt; die über ihre Militärverhältnisse ausweisen können, und werden dem allgemeine Durchführung dieser Maßregel hängt nunmehr gemäß die Amts-, Gemeinde- und Gutsvorsteher ersucht, dahin von Preußen ab. Herr Thielen wird den kleinen Fortzu wirken, daß Rekruten, denen die Original- Urlaubspässe ver- schritt schon zu hindern wissen. loren gegangen sind, sich sofort wegen Ausstellung eines Duplifats an die vorgesezte Kontrollstelle( Haupt- Meldeamt bezw. Meldeamt) wenden. Die lex Heinze, auch ein Wurm, der nicht sterben tann, bleibt auch dem neuen Reichstage nicht erspart. Die Der Fall Hofmeister. Das volksparteiliche Würz- Moralgeheimräthe sind eifrig an der Arbeit, dies verkehrteste aller Gesetze noch verzopfter und antisozialer zu machen, als burger Journal" schreibt: vorher. Auf Antrag des Anwaltes des Beklagten, Herrn Sauer, wurde Herr Professor Dr. Rieger um ein Gutachten über den Die Wahlrechtsbewegung in Oesterreich. In Geisteszustand des Herrn Hofmeister angegangen. Prof. Rieger erklärte, die nöthigen Beobachtungen nur in seiner Klinit vor- ien fand am 17. September eine große sozialnehmen zu fönnen. An eine Flucht aus derselben sei nicht zu demokratische Versammlung statt, die über die Veranstaltung denken und übernehme er fede Verantwortung. Daraufhin eines allgemeinen Ausstandes berieth, um die Einführung wurde Hofmeister, bei dem sich wohl ein scheues, verfchloffenes des allgemeinen Stimmrechts zu erzwingen. Zu Beschlüssen Wesen, aber keine bestimmte Form des Irrfinns zeigt, dorthin kam es nicht, und es wurde schließlich mitgetheilt, daß über geliefert. Allerdings wäre es kein Wunder, wenn Hofmeister den allgemeinen Ausstand eine Reichskonferenz der Arbeiter tiefsinnig geworden wäre. Nach einer freud- und freundlos entscheiden werde. Sozialismus und Chauvinismus in Frankreich. sich lieber zum Mönche scheren zu lassen. Ich kann ihm mit den Bedienten zu zanken, um dann wieder fortzu- Das verleumderische Geschwätz unserer deutschen Feinde, nicht unrecht geben, verzeih, wenn ich zu aufrichtig bin. Er stürzen; und so einen Tag wie den andern, eine Woche wie die französischen Sozialisten seien vom Chauvinismus durchwollte zur See gehen, Du warst unbeugsam dagegen; er die andere." wollte dann im Militär sein Glück machen, wir konnten Der Arzt sah ihn lächelnd an, dann sagte er nach einer feucht eigentlich müßten sie von unseren Herren Mordsdazu Deine Einwilligung ebenso wenig Dir abbringen. Der Pause: Laß ihn, er wird schon zahm werden, darum ist patrioten deshalb gelobt werden! findet seine beste WiderJunge dauert mich; es ist schrecklich, wenn ein Wildfang mir nicht bange, und was ängstest Du Dich denn, Alter? legung durch den Artikel unseres Freundes Vaillant, dem durchaus nur ruhig hinter dem Tisch Akten und Prozesse Du bist ja reich genug; wenn er nun auch nichts erwirbt, wir hiermit unseren Dank sagen. Das ist die Sprache durchstöbern soll. Warst Du früher zu weichlich gegen ihn, wenn er nur lernt, fein Vermögen verwalten, sein Ein- würdig eines Republikaners und Sozialisten! Und so denkt das republikanische und sozialistische Frankreich. Das Pack, so bist Du spärterhin nur gar zu strenge gewesen." tommen anständig genießen und anderen wohlzuthun, denn ist von dem gleichen Stoff, wie das Pack, das in DeutschRath in Eifer aus; es war nicht zu viel gefordert, daß mißliche Sache. Alles, was Du mir da schilderst, versteh land noch vor wenigen Jahren die Stiefel des Bars leckte, " Du thuft mir unrecht, eigensinniger Mann," rief der es ist so oft mit den nüglichen Beschäftigungen doch eine das sich in Frankreich vor" Bäterchen" auf den Bauch wirft, er den Stand ergreifen sollte, in welchem ich selber nüßlich ich sehr gut, und mich wundert nur, daß Du es selber nicht das 25 Jahre lang vor dem„ Blutmenschen" kroch und gewesen war, er ist ehrenvoll und wohlthätig für die besser begreifft. Gieb ihm das Fräulein von Castelnau, ihn hündisch anwebelte, das kein anderes Ideal Menschheit und verträgt sich mit aller Freiheit und Adel und beide werden vernünftig, Du wirst Großvater und be hat, als das Volk zu Knechten und auszusaugen, und sich der Gesinnung; ihm blieb noch Zeit genug, umzuschweifen, tommst auch wieder ein Spielwerk, das Dich zerstreut." zu schwärmen, zu lesen und zu dichten und seiner Leiden- Nimmermehr!" rief der Parlamentsrath mit der größten selber die Taschen zu füllen. Unsere Chauvinisten und die französischen sind Zwillingsbrüder, beide Fleisch von dem schaft für die Jagd genugzuthun. Ich war aber damals Heftigkeit, das geschieht nicht, so lange ich lebe; sie ist nämlichen Fleisch, und wenn der eine den anderen aufieht, überzeugt, daß Seedienst und Soldatenstand nur von ihm es, durch die er verwildert, die ihn quält und doch alle dann erspart er einen Spiegel gewählt wurden, um meinem väterlichen Auge auf immer seine Vorurtheile nährt. Sprechen wir davon niemals zu entfliehen; ich konnte mich nicht überzeugen, daß er sie wieder." als Beruf, mit Einsicht und vernünftigen Willen wähle, es" Man thut auch dem Mädchen unrecht," sagte der Arzt, schmerzte mich, ihn gänzlich zu verlieren; und nur zu oft toll ist sie, ja aber gut, und aus den beiden Tollheiten suchen ungerathene Jünglinge diesen Ausweg, um in einem würde sich eine leidliche Vernunft ergeben." geschäftigen Müßiggange unterzugehen: denn was ist Die Gartenthür wurde indem heftig zugeschlagen, der Soldat im Frieden? Damals hatten wir keinen Krieg. Edmund trat herein, und das Gespräch war zu Ende. Sie Ich gebe Dir Recht in dem, was Du über das aus begrüßten und setzten sich in das Gartenhaus zur kleinen schweifende Leben unserer jungen Leute fagst; aber Du Tochter nieder. Bruder!" rief Eveline aus, da bist Du lächelst vielleicht, wenn ich Dir gestehe, daß diese Jagd- nun schuld, daß mein schönes Haus einfällt. Er kann doch Leidenschaft mir ebenso unerträglich ist. Als ich diese in nichts als Unglück anrichten." ihm entstehen sah, gab ich ihn fast verloren, denn alle junge Edmund war freundlich gestimmt und sagte scherzend: Leute, die ich noch sich dieser Beschäftigung widmen gesehen, Bau wieder auf, Schwester, so hast Du um so mehr zu find Müßiggänger, die sich keiner Arbeit wieder fügen thun."- Ja," antwortete sie, wenn ich so müßig sein fönnen; dies scheinbare Geschäft mit seinen Anstrengungen dürfte wie Du, so hätte es nichts zu bedeuten, aber ich und Aufopferungen lehrt sie die Zeit geringe schäßen, sie muß heute noch nähen und nachher schreiben und rechnen. verträumen ihr Leben, bis die Stunde sie wieder gegen den Aber Du hast für gar nichts zu sorgen, nnd darum thust Hasen oder die Schnepfen aufruft. Und bei ihm nun Du den Menschen auch allen Verdruß." noch der Hang, im Gebirge herumzustreifen, oft in drei oder vier Tagen nicht wiederzukommen; dann im Hause ohne Ruhe und Raft herumzufahren, zehn Bücher aufzu schlagen, einen Brief oder ein Gedichtchen anzufangen, --( Fortsetzung folgt.) Bei dieser Gelegenheit sei bemerkt, daß der Maire von Marseilles laissières und ein Herr PrudentDervillers, von denen unsere Zeitungen chauvinistische Aeußerungen melden, niemals Sozialisten gewesen sind. Mit dem Wort Sozialist wird, wie wir schon wiederholt hervorhoben, in Frankreich noch weit mehr Mißbrauch getrieben, als bei uns. Item, Chauvinismus und Sozialismuß schließen einander aus. Ein Chauvinist kann nicht Sozialist, ein Sozialiſt nicht Chauvinist sein. Neber Benoit Malon's Leichenbegängniß wird uns aus Baris unterm 18. d. geschrieben: Trotz des ungünstigen Wetters und der fast gleichzeitig stattgehabten Beerdigung des allgemein beliebten Sekretärs der Rutschergewertschaft und Mitgliedes der Exekutivkommission der Arbeitsbörse, Carrière, hat sich das gestern stattgehabte Leichenbegängniß Malon's zu einer recht imposanten sozialistischen Rundgebung gestaltet. Von Asnières bei Paris, wo Malon wenige Wochen vor feinem Hinscheiden Aufenthalt nahm, auf einem einfachen aber reich bekränzten Leichenwagen, gefolgt von seinen Angehörigen, den Mitarbeitern der„ Revue Socialiste", deren Begründer und Leiter er war, sowie seinen intimeren Freunden, nach der Kapitale gebracht, bildete sich der eigentliche Leichenzug erst auf fcem Place Clichy. wo der Sarg deZ Verblichenen mit einem stürmischen„Vivo la Oommune!" begrüßt worden war> Unter den v«elen Kränzen wurde da neben dem der„Revue Socialiste", der„Petite Rc'putlique" und dem„Jntransigeant" ganz besonders der von der deulschen Sozialdemokratie gespendete Kranz aus lebenden Blumen bemerkt, der in der Mitte von einem breiten rothen Atlasbande umspannt war, aus dem sich in goldenen Lettern die Worte„A Benoit Malon" hervorhoben, während unterhalb auf einer Schleife� von gleichem Bande rechts die Worte Demokratie Socialiste d'AlIemagne" sinks die Worte„Da Eedaction du Vorwaerts" glänzten, Vom Place Clichy nahm der �ug, an dem alle Fraktionen der Arbeiterpartei theilnahmen, zwischen einer dichten Menge, die zu beiden Seiten Spalier bildete, seinen Weg über die äußeren Boulevards nach dem Pere Lachaise, wo er gegen Mittag unter dichtem Regen anlangte. Kaum war das Thor des Friedhofes überschritten, als eine Unzahl von rothen Fahnen entfaltet wurde, während gleichzeitig der tausendstimmige Ruf:„Vive la Commune!" ertönte. Von da ging es nach der Feuerbestattungshalle, wo, während des Verbrennungsprozesses, von den Stufen herab die Vertreter der verschiedenen Blätter, Gruppen und Parteien, mit denen Malon in Verbindung gestanden hatte, an die unten barrlnde Menge Ansprachen hielten, in welchen sie die Verdienste des Dahingeschiedenen um die Arbeitersache gebührend hervorhoben und gleichzeitig für die weit- bewegenden und wellbefreienden Ideen des Sozialismus Propa- ganda machten. Als erster Redner ergriff der langjährige intime Freund des Verblichenen und Administrator der„Revue Sozia- liste", Rodolphe Simon, das Wort, Ihm folgte Gustave Rouanet, �er die Redaktion der„Revue Sozialiste" vertrat, Ed, Vaillant, der im Namen der'ehemaligen Mitglieder der Kommune sprach, Camelinat als Mitglied der ehemaligen Internal«aalen Arbeiterassoziation, Frau Minck in> Namen der sozialistischen Frauen, Sembat als Vertreter der„Petite Republique" und Vaughan im Namen des „Jntranstgeant". Delsosse, der die belgische Arbeiterpartei ver- trat, Leo Frankel, der im Namen der deutschen Sozialdemokratie und ihres Zentralorgans sprach, Boleslaw Lunanoivsty als Vertreter der polnischen Sozialisten, Jahyer im Namen des französischen Schriftstellervereins, und nicht zu vergessen, Clovis Hugues, der ein reckt stimmungsvolles,-dem Hingeschiedenen gewidmetes Ge- dicht r>cht wirkungsvoll vortrug. Frankel sagte im Wesentlichen: Er würde nach all den ihm vorhergegangenen Rednern, welche oie Verdienste des Verstorbenen in einer viel beredteren Weise zum Ausdruck brachten, als er es vermocht hätte, sicherlich nicht das Wort ergriffen haben, wenn ihm nicht der ehrende Austrag geworden, die von den Sykophanten der herrschenden Klasse so sehr verlästerte deutsche Sozialdemokratie und deren Zentralorgan, den„Vorwärts" zu vertreten. Wenn man die deutschen Sozialisten, die mit den französischen kämpfen und in diesem Momente mit ihnen trauern, so sehr verdächtige und verleumde, so geschehe dies, um desto besser die französischen Sozialisten anfallen, desto leichter ihnen ihren Internationalismus zum Vorwurf machen zu können. Aber wen glaube denn die Bourgeoisie täuschen zu können? Die klassei bewußte Bourgeoisie wisse ganz gut, daß, wenn sie zwischen den Proletariern der verschiedenen Länder Zwietracht zu säen suche, sie dies in der Erkenntniß thue, daß von dem Momente an, wo die Arbeiter, unter einer Fahne kämpfend, gemeinsam zur Erringung der politischen Gewalt schreiten, es um ihre politischen Privilegien geschehen sei, mittels deren sie ihre ökonomischen Privilegien zu befestigen und fortzu- pflanzen suche. Die herrschenden Klassen haben somit alles Interesse, die Völker gegeneinander zu Hetzen. Denn was sollte aus ihrer von selbstsüchtigen Motiven geleiteten auswärtigen Politik werden, wenn sich zwischen ihre Zwei- und Dreibünde der internationale Bund der Sozialisten schöbe? Das Proletariat besitze ein Element des Erfolges, das den be- sitzenden Klassen fehle: die Zahl; was ihm zum Siege fehle, sei die Einigung, Diese zu hintertreiben, sei darum den Herrschenden kein Mittel zu schlecht. Wenn nun die Bourgeoisie diejenigen, welche für die Unterdrückten gegen deren Peiniger kämpfen und ihr Alles einsetzen, um ihr Vaterland an der Spitze der Zivilr- saiion marschiren zu sehen, als Antipatrioten und Vaterlandslose in den Koth zerre, dann möge sie doch wenigstens logisch sein und. nicht den Enzyklopädisten, nicht den Stürmern der Bafille, nicht denjenigen Denkmäler setzen und Kränze winden, die aus dem Frankreich des ehemaligen Regimes das moderne Frankreich schufen, sondern deren Widersachern, den Vertretern der feudalen Ordnung. Frankel schloß: Er glaube nicht besser endigen, nicht besser das Andenken desjenigen ehren zu könuen, welcher der Mitbegründer des fran- zösischen Zweiges der Internationalen Arbeiterassoziation war, als indem er aus vollem Herzen rufe: Hoch die Internationale! Hoch di>I soziale Republik! Bemerkenswerth für den „Chauvinismus", den die deulschen Bourgeois ebenso regelmäßig bei den französischen Sozialisten entdecken, wie die französischen Bourgeois bei den deutschen Sozialisten, ist, daß gerade jene Stelle, wo Frankel von der auswärtigen Politik und dem Zwei- und Dreibund sprach, den lautesten Beifall fand. Fanden überhaupt alle Redner recht lebhasten Beifall, so ist es um so auffallender, daß ein Vertreter der Freimaurer- löge, der Malon angehörte, trotz seiner Stentorstimme kaum zu Worte kommen konnte. Seitdem eben die sattesten Bourgeois, die eingefleischtesten Manchestermänner zu den Freimaurern zählen und sie die ärgsten Pananüsten aufwiesen, haben sie bei den revolutionären Arbeitern ihren ganzen Kredit verloren. Wenn sie bei den übrigen noch eine gewisse Sympathie besitzen, so haben sie dies huiptsächlich nur den soctgesetzten Angriffen der Klerikalen zu danken.— Der Kohlenarbeiierstreik dehnt sich in Frank- reich aus. Auch in den Becken des Herault-Departements — im Süden Frankreichs— stehen die Grubenarbeiter seit gestern aus— und zwar in Uebereinstimmung mit ihren Kameraden im Norden und aus den gleichen Gründen. Um die Sache der Arbeiter in Mißkredit zu bringen, ver- breiten die Kapitalistenblätter, es sei an der belgischen Grenze wieder zu Tumulten und zu Reibungen zivischen den belgischen und französischen Arbeitern gekommen. Hier ist aber der Wunsch der Vinter des Gedankens. Das ist ein'ach unwahr. Und weit entfernt, die Arbeiter beider Länder zu entziveien oder einander zu entfremden, wird die er Streik als gemeinsamer Kampf mit gleichem Ziel und gegen denselben Feind die Arbeiter beider Länder unziveifel- hast einander näher bringen, und zur Ausrottung alter barbarischer Nationalvorurtheile beitragen. In großer Verlegenheit befindet sich die französische Regierung. Die schwankende Haltung der Regierung gegenüber dem vorjährigen Streik von Carmaux hat schon ein Ministerlum zu Fall gebracht. Und heute, nach den sieg- reichen Wahlen dieses HerbstS stellt der Sozialismus in Frankreich eine ganz andere Macht dar als im vorigen Jahr. Und vor allem ist er auch eine Macht im Parlament. Bis jetzt hat die Regierung es vermieden, dem Streik gegen- über zu den alten Hausmitteln des bankrotten Kapitalismus zu greifen, als da sind: Infanterie, Kavallerie und Artillerie.— Ein Telegramm meldet uns, in politischen Kreisen werde die Frage ventilirt, ob nicht Basly und Lamendin wegen ihrer aufreizenden Reden im Pas de Calais- Departement in Anklagestand zu versetzen seien. Dummes Zeug! In politischen Kreisen wird die Frage ventilirt, ob nicht das Ministerium, weil es der aufreizenden Thätigkeit der Gruben- besitzer nicht kräftig entgegengetreten ist, in Anklagestand versetzt werden muß.— Eine« Goldzoll will nach dem Vorgang der russischen Regierung nun auch Italien einführen, nicht einen Zoll auf Gold, sondern die Zahlung der Zölle in Gold, anstatt wie bisher in Papiergeld oder Rentenkoupons. Da die italienische Papiergeldwirthschaft des halbbankrotten Italiens ein Goldaufgeld von fast 12 pCt. zur Folge gehabt hat, so versteht es si ch, daß die Regierung sich das zu Nutze machen will. Die Maßregel bedeutet eine Erhöhung der Zoll- einnahmen, also eine Steigerung des Zolldrucks auf die italienische Bevölkerung, die dadurch den Nutznießern der Schutzzölle noch mehr zu zahlen hat, als bisher, im Jnter- esse des Militarismus und der Großkapitalisten.— Der Prozeß Knnert. (Von unserem Berichterstatter.) Breslau. 19. Sept. Vor der unter Vorsitz des Landgerichtsdirektors Herzog heute tagenden I. Strafkammer des hiesigen königl. Landgerichts hatte sich Genosse Fritz Kunert wegen Anstiftung zum Diebstahl zu verantworten. Mit ihm war angeklagt der frühere Postgehilfe Adolf Witzle aus Breslau, zur Zeit hier in Strashaft. Beiden war zur Last gelegt, im Jahre 1893 zu Breslau gemeinschaftlich fremde bewegliche Sachen, Schreibpapier und Akten der königl. Gefangen en-Anstalt zu Breslau in der Ab- ficht, sie sich rechtswidrig zuzueignen, weggenommen, und durch dieselbe Handlung Akten, welche sich zur amtlichen Aufbewahrung an einem dazu bestimmten Orte befanden, vorsätzlich bei Seite geschafft, Kunert serner, durch dieselbe Handlung den Adolf Witzle zu der von ihm begangenen strafbaren Handlung durch absichtliche Herbeiführung eines Jrrthums und mittels Ueber- redung vorsätzlich bestimmt zu haben. Vergehen gegen§§ 242, 133, 47 und 48 des Straf-Gesetzbuihes. Bekanntlich hatte Knnert im Reichstage am 9. März d. I. eme Anzahl militärgerichtlicher Erkenntnisse zur Erörterung gebracht. Sie bezogen sich auf Verurtheilte, die ihre Strafen in der hiesigen Gesangenenanstalt verbüßt hatten, zum Theil noch verbüßten. Die Ermittelung soll ergeben habe», daß ihm der Milbeschuldigte Witzle A b s ch r i s t en der Urtheile am 22. Januar d. I., an welchem Tage Kunert nach Verbüßung einer Freiheitsstrafe aus der hiesigen Gefangenenanstalt zur Entlassung kam, durch Vermittelung des Strafgefangenen Hüwer zugesteckt hat. Nach der Darstellung des Witzle soll Kunert ferner einige Wochen zuvor ihn in der Anstalt angeredet habe», er wisse, daß mehrere Militär-Stras- gefangene sich dort befänden und habe ihn gebeten, ihm über dle Strafen Notizen aufzuschreiben. Dem Ersuchen kam Witzke, der in der Expedition als Schreiber beschäftigt wurde und Zugang zu den Akten hatte, nach, indem er von einigen Erkenntnissen vollständige Abschriften herstellte und andere Urtheile, die sich abschriftlich in den Personalakten der Betreffenden befanden, aus diesen heraustrennte. Sowohl die selbstgefertigten Abschriften als die aus den Akten herausgenommenen sollen dann Kunert kurz vor seiner Entlassung durch Witzke unter einem Vorwande, vermittelt durch den Mitgefangenen Hüwer, überreicht worden sein. Kunert hat dann das ganze Packet Schriften mit seinen eigenen Schrift- stücken bei seiner' Entlassung aus der Gefangenen-Anstalt fort geschafft. Wie dieser angiebt, hat er die Abschriften, nachdem er sie zu seiner Rede im Reichstage benutzt hatte, verschiedenen Zeitungen mit dem Anheimstellen zur Verfügung gestellt, sie nach ihrem Ermessen zu verwenden, dann aber zu vernichten. Die Anklage behauptet nun, daß Kunert sich bewußt war, daß Witzke weder über die aus den Akten entnommenen 4 Urtheile, noch über das Papier, das von Witzke zur Anfertigung von Ab: jchriften benutzt wurde, zu verfügen berechtigt war. Auch habe Kunert den Witzke zu der That angestiftet. Es habe dem An- geklagten Kunert bei Prüfung der Schriftstücke, nach der An- nähme der Staatsanwaltschaft, nicht zweifelhaft sein können, daß einige davon nicht von Witzke geschrieben, sondern aus den Akten entnommen waren. Nicht nur die veränderte Handschrist und die an den Blättern befindlichen fortlaufenden, mit Blaustift geschriebenen Folieziffern allein, auch der oberflächliche Vergleich überhaupt hätte ihm dies sagen müssen. Wenn nicht schon früher, hätte Kunert dadurch, daß er über die von ihm, als der Gefangenen-Anstalt gehörigen erkannten Schriften zur weiteren Benutzung und Verwerthung verfügte, sie sich rechts- widrig angeeignet.— In der heutigen Verhandlung, die von iVs Uhr bis 4l/2 Uhr nachmittags dauerte, erwiderie zunächst der Angeklagte Witzke auf die Anklage für die Vergehen bereits disziplinarisch bestraft zu sein. Mit bezug auf den Thatbestand gab er an, in einem Gespräch über die Militär-Strafgefangenen von Kunert dahin ersucht worden zu sein, einige Notizen, jene betreffend, diesem milzutheilen, um durch Veröffenilichung derselben den elfteren eine Begnadigung oder Strasermäßigung zn erwirken. Daraus habe er Abschriflen von Urtheilen angefertigt, auch einige Abschristen direkt aus den Personalakten der Gefangenen ent- nommen und diese Kunert übermittelt. Kunert hob hervor, daß er lediglich Notizen gewünscht habe. Hätte er eine Ahnung davon besessen, daß sich in dem ihm zugesteckten Kouvert aus Akten entnommene Abschriften befanden, so wären sie von ihm sofort zurückgeschickt worden. Was die äußeren Erkennungs- zeichen der Erkenntnißabschristen, die aus den Akten heraus- getrennt sein sollten, anlangte, so deuteten diese durchaus nicht darauf hin, daß es amtliche seien; im Gegentheil waren sie von den übrigen nicht zu unterscheiden. Es erfolgte nunmehr die Zeugenvernehmung. Der Ge- fängniß-Inspektor Nitschke, welcher Witzke zuerst ver- nommen hat, findet es unbegreiflich, daß dieser nebenbei so große schriftliche Arbeilen machen konnte. Der Expeditionsbeamte Ditlrich giebt darüber Auskunft, wo die in Rede stehenden Personalakten untergebracht waren. Danach be- fanden sich die laufenden in der Expedition selbst, die reponirlen in einer besonderen Kammer. Der Angeklagte Witzke bemerkt hierbei auf eine Anfrage des Vorsitzenden, daß die letztere häufig offen gestanden habe. Urban, ebenfalls Strafgefangener, hat wohl wahrgenommen, daß Witzke sehr mit schnsilichen Arbeiten beschäftigt war, was jedoch geschrieben worden sei, wisse er nicht. Weiter �gelangten noch die Zeugen Redakteur Weudlandt und Bachmann zur Vernehmung. Letzlerer hat zwei von Witzke an Kunert gerichtete Briese gelesen; davon besagt der eine, daß das Versprochene eingesendet werde, während der zweite, nach- gefolgte sagt. Kunert möge nur so fortfahren, Witzke würde ihm noch mehr"schicken. Nach Beendigung der Beweisaufnahme ergriff Staatsanwalt K o b l i g k das Wort zu seinen Anträgen. Bei Witzke, so führte er aus, liegen die Thatsachen einfach; dieser habe nach seinem eigenen Geständniß den Diebstahl begangen, sich alfo desselben chuldig gemacht. Hinsichtlich des Angeklagten Kunert sei er .stveifelbast. Die Anklage auf Anstiftung zum Dieb- st a h l m ü s s e falle» gelassen werden, weil hierfür kein Be- weis erbracht sei. Darum sei Knnert aber nicht freizusprechen, daß er, indem er über die aus den Akten entwendeten Ab- christen verfügte, sich der Unterschlagung schuldig machte, daß eine Entnahme aus den Akten stattgefunden, hätte ihm nicht entgehen können. Das Motiv des Angeklagte» K. bei seinen Handlungen, das ein lediglich parteipolitisches sei, könne nicht in Betracht gezogen werden. Uebrigens kamen ihm die Abschriften als ein Agitationsmittel sehr zu statten, von dem er erwartete, daß es einen großen Lärm erzeugen ivürde. Betrachtet man dies unter anderen Gesichtspunkten, so sei die Beschaffung des Materials auf diesem Wege nicht ehrend für einen Parteimann. Er beantrage aus allen vorliegenden Gründen die Berurtheilung der beiden Ange- klagten zu je ll Monaten Gefängniß und einem Jahre Ehr« v e r l u st. Der Vertheidiger, Rechtsanwalt Markuse, trat des längeren für völlige Freisprechung beider Angeklagten ein. Der Thalbestand, welcher den Anklagen zu Grunde gelegt wird, sei in Wirklichkeit nicht vorhanden. So ist die Anstiftung zum Diebstahl nicht gegeben, weil dieser selbst nicht vorliegt. Fehle doch vor allem die Absicht der rechtswidrigen Aneignung, sowohl bei Witzke wie bei Kunert; ihr Zweck war einzig von dem vorhandenen Material Gebrauch zu machen. Würde seinem Antrage auf Freisprechung nicht entsprochen, so wünsche er be'yufs Erweiterung der Beweisaufnahme die Redakteure zu vernehmen, welchen die Abschriften zugingen, als auch den Reiclistags-Abgeordneten Grillenberger. Sie, die von der Beschaffenheit der in Frage kommenden herausgetrennt sein sollenden Abschriften Kenntmß haben mußten, würden in der Lage sein, anzugeben, ob sie diese Abschriften als amtliche betrachteten. Der Gerichtshof lehnte indeß diesen Antrag als unerheblich ab. Der Angeklagte Witzke bat daraus in seiner Verlheidigung um Freisprechung. Kunert protestirt zunächst gegen die Unterstellung des Staatsanwalts, als habe er durch sein Vorgehen etwa in unsauberer Weise ge- handelt, daß es ihm darauf angekommen, durch die Veröffent- lichung der Schriftstücke nur Skandal und Lärm zu veranstalten. Seine Absicht sei gewesen, durch Veröffentlichung dieser Zeug- nisse für die Leiden unserer Brüder im Waffenrod nicht nur den jahrelang im Geiängniß Schmachtenden zu helfen, sondern nach Möglichkeil gegen die Ungleichartigkeit und Eigenartigkeil in der Militärjustiz und gegen die Soldatenmißhandlungen anzukämpfen. Die ursprüngliche Anklage sei ja vom Staats- anwalt selbst fallen gelassen. Die heute neu erhobene sei ebenso grundlos. Woran habe er erkennen sollen., daß die Abschriften. die sämmtlich eine Handschrift aufwiesen, Akten entnommen waren? Er erwarte Freisprechung.— Nach einstündiger Be- rathung führte der Gerichtshof aus, daß sich Witzke des Vergehens gegen ß 133 schuldig gemacht habe. Er hat einräumen müssen, daß von ihm Akten, die in amtlicher Aufbewahrung sich be- fanden, vorsätzlich bei Seite geschafft wurden, indem er Urtheile aus den Aktenstücken heraustrennte. Daß er dabei gemein- schaftlich mitKunert gehandelt habe, kannnicht erwiesen werden, ebenso wenig, daß Kunert den Mitangeklagten Witzke dazu aufgefordert hätte, Theile der Akten zu entwenden. Da die Sachen für Letzteren fremde waren, so ist die Zueignung eine rechtswidrige, ein Diebstahl. Von einem lediglichen Gebrauche derselben könne nicht die Rede sein, da die Absicht, die Abschriften zurückzuschaffen, dem Gericht nicht glaubhast erscheine. Was die Entwendung des zum Ab- schreiben der Erkenntnisse erforderlichen Schreibpapiers an- lange, so nimmt der Gerichtshof nicht an, daß hierin ein Dieb- stahl seitens K u n e r t s liege. Ebensowenig i st i r g e n d bewiesen, daß Kunert zu einem Diebstahl angestiftet habe, indeß liege eine Unterschlagung vor. Denn nach Ueberzeugung des Gerichts seien die den A k t e n entnommenen Urtheile dem Kunert als solche erkennbar gewesen: die einfachen von Witzke gefertigten Abschriften unterschieden sich von den den Akten entnommenen. Die Letzteren waren durch ihr vergilbtes Papier, durch den Stich der Aktennadeln und durch die Folien- »Ummern sofort kenntlich. Indem Kunert sich diese Akten- bestandtheile aneignete, ja sie zu vernichten anordnete, beging er eine Unterschlagung, selbst wenn er nur die Absicht hatte, sie zu gebrauchen. Gegen Witzke war nach alle dem wegen Vergehens gegen tzs 133 und 242 auf eine Gefängnißstrafe von 9 Monaten, wegen der Entwendung des Schreibpapiers auf 6 Wochen, insgesammt auf eine Gefängnißstrafe von 19 Monaten zu erkennen. Kunert wurde des Vergehens gegen § 246 für schuldig erachtet. Bei der Strafabmessung hielt es der Gerichtshof für nothwendig, in Berücksichtigung zu ziehen, daß Kunert die Strafthat Witzke's in seinem Interesse benutzte; eine Sühne von 6 Monaten Gefängniß erschien daher angemessen.— Also 6 Monate Gefängniß dafür, daß altes ver- gilbtes, von Aktennadeln durchstochenes, kaum einen Pfennig werthes Papier, im allgemeinen Interesse benutzt und hernach unvorfichtiger Weise vernichtet wurde! Das Strafgesetzbuch läßt als Sühne 3 Mark zu; und wenn in irgend einem Falle, scheint der vorliegende geeignet, dieses Minimum| anzuwenden, wenn die juristische Konstruktion der erst als Diebstahl, dann als An- 'tistung hierzu vergeblich charakteristrten That als Unterschlagung zuträfe. Daß aber diese Bedingung unzutreffend, wird hoffentlich Genosse Kunert vom Reichsgericht bestätigt erhalten. pnvkctitklrktvtrtiken. Die sächsischen Antisemiten haben sich mit dem großen volksfeindlichen Ordnungsbrei vermengt, zu dem die immense Furcht vor der Sozialdemokratie das Bliemchen-Philisterium zu- ammengerührt hat. Die Sozialdemokratie wird also auch bei den bevorstehenden Landtagswahlen nur einen Gegner vor sich haben, die Reaktion saus phrase, die zähneklappernd an weiter nichts denkt, als daran, wie sie vor dem siegessicheren Gegner, vor der Sozialdemokratie irgend einen Ausweg findet. Weder die widerstreitenden Interessen, noch die zahllosen Spöttereien, die nicht zum Wenigsten aus bürgerlichen Kreisen ertönen, sind im stände, die festen Bande zu lösen, die in Sachsen die Angst vor der Sozialdemokratie um die bürgerlichen Parteien geschlungen hat. Unsere Parteigenossen aber, deß sind wir sicher, werden durch unermüdliche Zlgilation dafür sorgen, daß das ächsische Kartell abermals trotz aller Einigkeit bei den Land- tagswahlen nach Gebühr aufs Haupt geschlagen wird. Glück- auf zum Kampf! Polizeiliche?, Gerichtliche? ee. — Die Revision des Genossen Emmel zu St. Johann gegen das Urtheil des Landgerichts zu Saarbrücken vom 1. Mai, welches Emmel wegen vermeintlicher Beleidigung der Bcrgwerksdirektion zu drei Monaten Gefängniß verurtheilte, verwarf das Reichsgericht. Dviekkalten Vvv Dedskkton. H.Schmidt. Die Hermsdorfer Geschichte ist uns unbekannt. Eva. Die Dekorattonsgewerbe-Schule für Frauen befindet ich Friedrichstr. 49; sie beginnt am 1. Oktober ihre Winterkurse. Dieselben umfassen: freihändige Dekoration, Musterzeichnen, Zu- 'chneidelehre und sonstige in das Tapezierfach und Tapisseriefach chlagende Dekorationsarbeiten. Das Honorar beträgt 29—59 M. E. M. H. W. Die Kündigung muß klar, bestimmt, un- zweideutig crklärr sein. Die Erklärung,„am besten ist. Du ziehst am 1.", entspricht den Erfordernissen einer Kündigung nicht. Sommerfeld. Es bleibt Ihnen leider nur der wenig aus- ichtsvolle Weg der Beschwerde. Eichtvald. Die Mutler hat das Recht, ihr uneheliches Kind nach vollendetem 4. Lebensjahre selbst zu erziehen, dem Vater die Herausgabe zu verweigern; das Kind geht aber seiner Alimen- tationsansprüche gegen den Vater dann verloren. F. S. Soweit erinnerlich: 1387. B. L. 25. In Erbschasissachen läßt sich ohne genaue Klar- legung des Sachverhalts keine Auskunft geben. Sprechen Sie zivischen 12 und 1 Uhr gelegentlich vor. Porath. Es ist wiederholt, vergeblich, seitens der Stadt- verordneten-Vcrsammlung das Ersuchen an die Militärverwaltung gerichtet, eine andere Art des Transportes zu Vater Philipp an- zuordnen. Ludwig. Verspätet eingetroffen: unterrichten Sie uns, wenn möglich, über den Erfolg der Beschwerde. är den Inhalt der Inserate über. aimmt die Redaktion dem Publikum gegenüber keinerlei Verantwortung Theater. Donnerstag, den 21. Septemb. Opernhaus. Carmen. Neues Theater. Die Geschwister. Die Komödie der Frrungen. Deutsches Theater. Der Biberpelz. Berliner Theater. Wallenstein's Lager. Die Piccolomini. Leffing- Theater. Der Meineidbauer. Friedrich- Wilhelmstädt. Theater. Der Vogelhändler. Residenz- Theater, Odette. Adolph Ernst- Theater. Charley's Tante. Vorher: Die Bajazzi. Central- Theater. Berliner Vollblut. Viktoria- Theater. Frau Venus. Alexanderplah Theater. Das Damenbad. Vorher: Die Balletschule. National Theater. Lehmann auf der Weltausstellung in Chicago. Vorher: Die juten Flinten. Wintergarten. Spezialitäten- Vorstellung. Reichshallen- Theater.SpezialitätenVorstellung. Apollo Theater. Vorstellung. Spezialitäten Kanfmann's Variété. SpezialitätenVorstellung. National- Theater. Große Frankfurterstraße 132. Große Doppelvorstellung zu einf. Preisen. Sensationelle Novität! Lehmann auf der Weltausstellung in Chicago. Große Ausstattungsposse mit Gesang und Tanz in 5 Aufzügen von Eugen Prudens. Kouplets v. Linderer. Musik von Adolph Wiedecke. Regie: May Samst. Vorher: Die juten Flinten oder: Hirsch in Der Tanzkunde. Posse in 1 Att von R. J. Anders. Musik von verschiedenen Komponisten. Regie: Hugo Hummel. Raffenöffnung 6/2 Uhr. Anfang der Vorstellung 72 Uhr. Morgen: Dieselbe Vorstellung. Sonntag, den 24. d. M., Nachmit tags 3 Uhr: Voltsvorstellung zu bedeutend erinäßigt. Preisen: Die Räuber. Castan's Panopticum. Weltberühmte Ausstellung von Wachsfiguren und Gruppen. Juustonen. Irrgarten. Schreckenskammer. PassageFreunden und Bekannten die traurige Nachricht, daß mein lieber Mann, der 2039b Schlosser Albert Lützow, am Dienstag, den 19. d. M., früh 7 Uhr, plöglich verstorben ist. Die Beerdigung Achtung! Töpfer. Achtung: Leffentliche Versammlung findet Freitag, den 22. d. M., Nach der Töpfer und Berufsg. Berlins u. Umg. 4 Uhr, vom Städtischen Krankenhause am Friedrichshain nach dem Kirchhof am Dienstag, 26. Sept., Ab. 6 Uhr, bei Herrn Philipp, der Markusgemeinde in Wilhelmsberg statt. Anna Lühow nebst Angehörige. Allen Verwandten und Bekannten die traurige Nachricht, daß meine gute und Schwägerin Panopticum. Tochter, unsere gute Mutter, Schweſter Grösstes Emma Fischer, Schau- u.VergnügungsEtablissement der Welt. Entree 50 Pf. Kaufmann's Variété Stadtbahn- Station Alexanderplatz. Täglich: Gross. Concert. Specialitäten- Vorstellung von nur Künstlern I. Ranges. Zaro, Engl. Afrob. Derington, 4 Personen, Radfahrer- u. Drahtseilfünstler. Elsa Rosinska, Soubr. Cordes, Gesangs- Humorist. Alfonso, Instrumental- Humorist. A. Engel, 8 dress. Hunde. Ballet Excelsior, 8 Damen. Solotänzerin M. Kunschmann. Kassenöffnung: Sonntags 5 Uhr, Anfang 6 Uhr; Wochentags 7 Uhr, Anfang 8 Uhr. Entree 50 Pi. A. Zimmermann. G sche ratweil' Bierhallen Kommandantenstr.77-79. Täglich von 5 Uhr ab: Grosses Frei- Concert. Soiréen der Leipziger Sänger vom Krystall- Palat. Anf. Wochent. 7 Uhr. Entree 15 Pf., refervirt 25 Pf. Anf. Sonntags 6 Uhr. Entree 30 Pf., refervirt 50 Pf. Anerkannt gute Küche. Säle für Festlichkeiten u. Versamml. Programm unentgeltlich. Carl Koch. Etablissement morizBuggenhagen. MorigPlay. Play. 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Zeitbild von Oscar Wagner. Raffeneröffnung: Sonntag 6 Uhr. Anfang 7 Uhr. Wochentags 61/2 Uhr. Anfang 71/2 Uhr.- Entree: Sonntag 75 Pf. Wochentags 60 Pf. Sonnabend, den 23. d. M.: Eröffnung von Präuscher's weltberühmtem anatomischen MUSEUM Friedrichstrasse 65 ( Mohrenstraßen- Ecfe). 4809L* Viel Neues Freitag, den 29.: 1. Bamentag. räumen, Entree 10 Pf., Sonntag in dem oberen Saal, Entree 25 Pf., statt. Säle für Versammlungen, Kommerse, Festlichkeiten 20. noſtraße 111-112. Victoria- Brauerei, fe Heute: Stettiner Sänger Anfang 8 Uhr. Entree 50 Pfg. ( Im Vorverkauf 40 Pf.) Nach der Soirée: Tanzkränzchen. Sonntag, den 24. September: Erste Soirée in Sanssouci". Dienstag, den 26. September: Erste Soirée im ,, Böhmischen Brauhaus". Alcazar. Dresdenerstr. 52/53( City- Bass.) Schönste und billigste Sehens würdigkeit der Residenz! Spezialitäten I. Ranges! Neu! Sensationell! eu! Spreeniven! Anfang:} Wochentags 71/2 Uhr. Sonntags 6 Uhr. Entree Wochentags 15 Pf. R. Winkler. geb. Schütler, 2048b am 18. d. Mts. plöglich verstorben ist. Die trauernden Hinterbliebenen. Die Beerdigung findet am Freitag, den 22. d. Mts., Nachmittags 3 Uhr, vom Trauerhause, Prinz Handjerystraße 16, aus statt. Danksagung. Für die ehrenvolle Theilnahme und zahlreichen Kranzspenden bei der Beerdigung meiner lieben Frau Martha sage ich allen Verwandten, Freunden und Genossen, insbesondere den Herren der Firma Salomo Mosse, sowie dem gesammten Personal, und dem Gesangverein Männerchor Süd- Ost, meinen 2036b herzlichsten Dant. Alex Maczkewitz. Danksagung. Rosenthalerstr. 38. Tages Ordnung: 1. Entgiltige Beschlußfassung über die diesjährige Fenster- und Roatsforbfrage. 326/15 2. Berichterstattung der Delegirten der Gewerkschaftskommission. Es ist Pflicht eines jeden Töpfers sowie Berufsgenossen in dieser Versammlung zu erscheinen, da namentlich die Fenster- sowie die Roatstorbfrage, einen Theil unserer Lebensfrage bedeuten. Der Vertrauensmann. Gustav Melzer, Friedrichsfelderstr. 26. Verlag des ,, Vorwärts" Berliner Volksblatt Berlin SW., Beuthstraße 2. Soeben erschien: Heft 49 der 405/ 1* Reden und Schriften Ferd. Lassalle's ( Vollständig in ca. 50 Heften à 20 Pf.) Bestellungen nehmen alle Buchhandlungen, Zeitungsspediteure und Kolporteure entgegen. Für die rege Theilnahme und reiche Kranzspende bei der Beerdigung meines lieben Mannes, des Tischlers Theodor Glaubitz, spreche allen Freunden und Bekannten, besonders Herrn Sauer und feinen Kollegen, meinen tiefgefühlten à Liter 1,20, 5 Liter 5,50, 10 Liter 10,-, 50 Liter 47,50, 100 Liter 90,-. Dant aus. 20476| 440M 6a Belle- Allianceplatz 6a. 81 Neue Friedrichstr. 81. 8 Oranienstr. 3. Echt Stonsdorfer Likör Die trauernde Wittwe nebst Kindern. Andreas Schönberger aus Gleishammer, oder Personen, die über denselben Auskunft geben können, werden ersucht, sich umgehend zu wenden an[ D. M., postlagernd Prenkisch Moresnet, Rheinprovinz, da an ihn wichtige Mittheilungen zu machen find. 48462 Ich warne jeden meiner Frau Marie Effinger, geb. Förster, auf meinem Namen etwas zu borgen, da ich für nichts auffomme. 20446* Friedrich Effinger. 5000 Stück DamenRegen- Mäntel eigener Fabrit, neueste Façons, enorm billig. Regen- Paletot für junge Mädchen, fleidsame, elegante Form mit Tollenfragen, 12 u. 15 M. Regen- Paletot für junge Mädchen, tleidsam und sehr prattisch, Pelerine mit Tollenkragen, besonders zu tragen, 15 u. 18 M. Regen- Mäntel für junge Frauen, Pelerinen mit Tressen und ele= gantem Posamenten- Besah, befonders zu tragen, in modernsten englischen Stoffen, 18 u. 20 m. Frauen Mäntel, Cape- Pelerine besonders zu tragen, in besten englischen Stoffen und elegantester Ausführung, reich mit Tressen und PosamentenBesatz, 20, 22 und 25 M. Backfisch- Mäntel in größter Auswahl, 10, 12 und 15 M. Täglich gr. Eingänge in WinterJaquets und Cape- Umhängen. 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Muster bücher gratis. Theilzahlung gestattet. 500 Mark zahle ich Jedem, der mir nachweist, daß ich nicht das größte Kinderwagen- Lager Berlins habe. F. Metzner. Verlag des ,, Vorwärts" Berliner Volksblatt Berlin SW., Beuth- Straße 2. Für Agitationszwecke empfehlen wir den Parteigenossen: Ferd. Laffalle's Reden und Schriften in Einzel- Ausgaben: Meine Afffenrede, gehalten vor den Geschworenen zu Düffeldorf am 3. Mat 1849 gegen die Anklage, die Bürger zur wt.-, 40 Bewaffnung gegen die Königliche Gewalt aufgereizt zu haben. und die neuefte Gegenwart. Fichte's politisches Vermächtniß in Brief. mt.-, 15 Die Philosophie Fichte's Bottsgeistes. Feſtrede, gehalten bet und die Bedeutung des deutschen. ber am 19. Mai 1862 von der Philosophischen Gesellschaft und dem Wissenschaftlichen Kunstverein veranstalteten Fichtefeter. mr.-, 15 Aleber Berfaffungswesen. Ein Bortrag, gehalten in einem Ber liner Bezirksverein. Was nun? Macht und Recht. Ein offenes Zweiter Vortrag über Verfassungswesen. mt.-, 35 Sendschreiben Ferd. Laffalle's. Ueber den Zusammenhang der gegenwärtigen Arbeiterprogramm. Geschichtsperiode mit der Idee des Arbeiter Standes. mt., 15 Die Wissenschaft und die Arbeiter. Eine BertheidigungsRebe vor dem BerIiner Kriminalgericht gegen die Anflage, die besiglosen Klaffen zum Haß und zur Berachtung gegen die Befißenden öffentlich angereizt zu haben. Mr.-, 30 Die indirekte Steuer und die gage der arbeitenden Klaffen. Eine Vertheidigungs- Rede vor dem Königl Rammergericht zu Berlin gegen die Anklage, die besiglosen Klaffen zum Haß und zur Berachtung geg. die Besigenden öffentl. angereizt zu haben. Mt.-, 60 II. und III. Zweites Heft: Der Laffalle'sche Kriminalprozek. Die mündliche BerhandTung nach dem stenographischen Bericht. Drittes Heft: Das Urtheil erster Instanz mit trittschen Randnoten zum Zwecke der Appellations- Rechtfertigung Mt.-, 50 an das Central- Gomitee zur bearbeitet. Offenes Antwortschreiben Berufung eines Allgemeinen Deutschen Arbeiter Rongresses zu Leipzig. 5. Auflage. Mt.-, 10 Bur Arbeiterfrage. Rede bet der am 16. April 1863 in Leipzig abgehaltenen Arbeiterversammlung. Nebst Briefen mr.-, 10 Profeffor Wuttke's und Bothar Bucher's. Arbeiterlesebuch. Rebe Saffalle's zu Frankfurt a. M. am 17. und Kleine Auffäße: Die französischen Nationalwertſtätten von 1848. Ant19. Mai 1868. Nach dem stenogr. Berichte. Mt.-, 25 wort an Herrn Professor Rau. Laffalle und die Statistit von Wackernagel. Herr Wackernagel oder der moderne Heroftratus. Erwiderung auf eine Rezension der Kreuz- Beitung". Mt.-, 15 und der Frankfurter Abgeordneten= Die Hefte, die Presse tag. Drei Symptome des öffentlichen Geistes. Eine Rede, gehalten in den Bersammlungen des Allgemeineu Deutschen Mt.-, 25 Arbeiter Vereins zu Barmen, Solingen und Düsseldorf. am 27. Junt 1864. por ber forrettionellen Düsseldorf Bertheidigungs- Rebe Rede Appelltammer au gegen die Anflage, verschiedene Klaffen der Bevölkerung zum Saß und zur mt.-, 10 Berachtung öffentlich angereizt zu haben. An die Arbeiter Berlins. Gine Anfprache im Namen der Arbeiter- Vereins. Arbeiter des Allgemeinen Deutschen Mt.- 20 wider Ferb. Laffalle vor dem StaatsDer Hochverraths- Brozek gerichtshofe zu Berlin a. 12. März 1884. Die Agitation 19496 Die Redaktion der ,, Neuen Bolt' Festfäle, Alte Jakobstr. 75, Welt" ist zu besetzen. Amt I Nr. 1082. Großer Saal noch Schriftliche Meldungen sind frei am 23. und 30. September und 2009b zu richten an 1. und 29. Oftober. Renz' Ball- Salon, Naunynstr. 27.[ 1712b Jeden Sonntag, Montag u. Donnerstag Großer Ball. Empfehle meine Säle zu allen Privat saubere Wohnungen billig zu ver festlichkeiten und Versammlungen. miethen. Liegniterstraße 6 sind kleine, fehr J. Auer, Satzbachstr. 9, I. 1869b Berlin SW. mr.-, 40 Nach dem stenographischen Bericht. des Allgemeinen Deutschen Arbeiter- Bereins und das Versprechen des Königs von Preußen. Eine Rede, gehalten am Stiftungsfeste des Allgemeinen Deutschen Arbeitervereins zu Ronsdorf am 22. Mai 1864. Mr.-, 25 Herr Julian Schmidt, ber siterarhiftoriter, mit SegerFranz von Sickingen. scholten. Mt.-, 75 Eine historische Tragödie. 2. Auflage. Mt. 2, der öfonom. Julian Herr Bastiat- Schulze von Delitzsch, oder Kapital und Arbeit. Ant. 1, Wiederverkäufer erhalten Rabatt. Bei Aufträgen von Auswärts ersuchen wir höflichst um gleichzeitige Einfendung des dafür entfallenden Betrages.( Porto extra.) Verantwortlicher Redakteur: Wilhelm Schröder in Berlin. Druck und Berlag von Max Bading in Berlin SW., Beuthstraße 2. Hierzu eine Beilage. Beilage zum„ Vorwärts" Berliner Volksblatt. Ur. 222. " Tokales. Donnerstag, den 21. September 1893. firchliches Amt zu bekleiden, das firchliche Wahlrecht und das Recht der Taufpathenschaft verlieren, bei Ihnen anwenden zu müssen. Der Gemeinde- Kirchenrath. 10. Jahrg. Um einen Pfennig hat die Charlottenburger und die Schöneberger Gemeindeverwaltung einen erregten Schriftwechsel, der über 70 Pfennige Kosten verursachte, geführt. Den Anlaß Zum Kapitel Schule und Arzt" liefert der Berliner Magistrat, der von einem Zusammengehen dieser beiden Faktoren Der Erfolg der Androhung so schrecklicher Strafen war hierzu bot den Umstand, daß der Antheil in einer Straßenimmer noch nichts wissen will, wieder einen lehrreichen Beitrag zumeist der, daß die von dem Gemeinde- Kirchenrath Angegangenen regulirung, der Charlottenburg an Schöneberg zu zahlen hatte, in dem von ihm veröffentlichten Bericht des Augenarztes ihren Austritt aus der Kirche erklären wollen. Davon, daß 6785 Mart 272/10 Pfennig betrug, und daß Schönebergs KalkuDr. Silex über die im Verwaltungsjahr 1892/93 vorgenommenen jolle, ist natürlich im Zirkular feine Rede. Die dringende berechnet, wenn es sich um Erstattung handelt, während CharTaufe, Konfirmation oder Trauung etwa to stenlos erfolgen latur jeden Bruchtheil eines Pfennigs für als vollen Pfennig augenärztlichen Untersuchungen der Zöglinge des städtischen Waisenhauses und der städtischen Erziehungsanstalt zu Rummels: Bitte" des Gemeinde- Kirchenraths wird troßdem nicht sehr viel lottenburg Bruchtheile eines Pfennigs bis 4/10 falkulatorisch burg. Gs famen im ganzen 463 Kinder mit 926 Augen zur Nahrung dem unersättlichen tirchenfistalischen Magen zuführen. richtig streicht. Schließlich hat Charlottenburg dem Drängen Untersuchung. Von diesen 926 Augen entfielen auf 3öglinge des seiner Nachbargemeinde nachgegeben und ihr noch einen Pfennig Ueber die Erwerbsverhältnisse der Blinden, die in der bezahlt. Man sieht, welche Blüthen der Bureaukratismus in Waisenhauses 766, wovon 497( 64,9 pCt.) normalen Bau städtischen Blindenanstalt unterrichtet und beschäftigt worden Gemeinden treibt, die ihre Aufmerksamkeit lieber auf tausend hatten, und auf 3öglinge des Erziehungshauses 160, darunter find, entnehmen wir dem Verwaltungsbericht des Magistrats Mißstände richten, als sie den Spott jedes dem grünen Tisch 110(= 68,7 pt.) mit normalem Bau. Von den Augen mit folgende Angaben. Es wurden an 65 Erwachsene, und zwar Fernstehenden herausfordern sollten. anormalem Bau waren furzsichtig im Waisenhause 47 an 22 Stuhlflechter, 20 Rorbflechter, 15 Bürstenmacher, 5 Drucker (= 6,1 pt.) und im Erziehungshause 14(= 8,8 pt.). Der und 13 andere Handarbeiter, im Laufe von 9 Monaten 9800 M. Eine Rückkompagnie in Zylinderhüten arbeitete am Bericht sagt, dieser Prozentsaz entſpreche ungefähr dem, Arbeitsverdienst gezahlt. Der Verdienst war in den erwähnten Dienstag Abend in der Oranienstraße. Ein nahe am Rottbuser wie ihn andere Untersucher in ſädtischen Elementarschulen ge- Beschäftigungsbranchen verschieden; am geringsten war er bei Thor wohnender Geschäftsmann, der früher gut zurechtkam, funden hätten.( NB. Auch in einigen Berliner Gemeinde- den Stuhlflechtern mit etwa 10,60 m., am höchften bei den konnte sich nicht mehr halten, war aber mit der Bitte um Lösung schulen sind solche Untersuchungen gelegentlich vorgenommen Korbflechtern und Bürstenmachern, bei denen er gleichmäßig des Miethsvertrages bei dem Wirth auf kein Entgegenkommen worden, aber nicht im Auftrage des Magistrates, der hierzu fein 23,25 m. betrug. Der monatliche Verdienst der meisten Korb gestoßen. Bekannte wollten sich seiner annehmen und wählten Geld übrig zu haben glaubt, sondern im Privatintereffe der flechter, Bürstenmacher und Drucker schwankte zwischen 30 und dazu eine sehr günstige Gelegenheit. In dem Hause wurde eine untersuchenden Aerzte, welche Beobachtungsmaterial für ihre 60 m., in einzelnen Fällen belief sich derselbe auf 75 M. Die Hochzeit gefeiert, zu der auch der Eigenthümer geladen war. wiffenfchaftlichen Arbeiten brauchten. Ob die augenärztlichen Stuhlflechter und nächst ihnen die Stickerinnen erzielten die Da viele Wagen die Hochzeitsgäste brachten, so fiel es nicht auf, Untersuchungen im Waisenhause und in der Erziehungsanstalt niedrigsten Lohnfäße. Von den Korbflechtern, Bürstenmachern daß auch ungeladene Personen das Haus betraten, zumal da ebenfalls nur auf privaten Wunsch des Dr. Silar vorgenommen und Druckern glaubt der Bericht sagen zu können, daß sie ihren auch sie festlich gekleidet waren. Während nun oben der Wirth worden sind, fagt der Bericht nicht, doch deutet der Schlußfah, Lebensunterhalt erwerben und einer städtischen Armenunterstützung Polfa, Galopp und Walzer tanzte, hatten, wer weiß, wie das in welchem für das freundliche Entgegenkommen" gedankt wird, nicht bedürfen. In der mit der städtischen Blindenanstalt ver- geschah, die Freunde des bedrängten Geschäftsmannes die darauf hin.) Kurzsichtigkeit ist zunächst noch nicht gleichbedeutend bundenen Blindenſchule wurde 72 blinden Schülern( 40 männ- Festkleidung mit der Arbeitsschürze vertauscht, und sich an mit Schwa ch sichtigkeit. Thatsächlich wird aber, wenn die lichen, 32 weiblichen) Unterricht ertheilt, und zwar in fünf den Auszug gemacht. Die durch die Hochzeit angelockten Kurzsichtigkeit unbeachtet gelassen und das Auge nicht ent- Unterrichtsfächern: Lefen, Schreiben, Rechnen, Chorgefang und Buschauer merkten bald, um ivas es sich handelte und griffen sprechend behandelt wird, allmälig auch die Seh schärfe Klavierspiel; mit dem letzteren Unterrichtsgegenstande war zu- fofort thatkräftig ein. Auch ein Fensterpußer war mit dabei: er herabgesezt. Der Bericht hebt hervor, daß das bei gleich Unterricht im Notenschreiben verbunden. stellte sich, als ob er das Schaufenster pußen wollte; löste aber den Zöglingen der beiden städtischen Anstalten auch dabei von seiner Leiter aus die Markise ab und brachte sie in Sicherheit. Als der abwesend gewesene Geschäftsmann später in seine leeren Räume zurückkehrte, sah man ihm an, daß er guter Laune war, während dem inzwischen benachrichtigten Hauswirth die Tanzluft vergangen war. " 1 Diesmal wieder, ebenso wie schon früher, die Unter Die sogenannte Fraktion der Linken hat in der Stadt fnchungen finden bereits seit einigen Jahren statt- festgestellt verordneten- Bersammlung den Antrag eingebracht, den Magistrat worden sei. Die Kurzsichtigkeit sei in beiden Anstalten zu- zu ersuchen, die Stadtverordneten- Wahlen erst nach Beendigung fammen bei 21 Augen(= 34.4 pt. der kurzsichtigen Augen) die der Landtags- Wahlen stattfinden zu lassen. Wenn, wie es heißt, Ursache einer für viele Berufe unzureichenden Sehschärfe ge- die Landtags- Wahlen am 27. Oftober, beziehentlich 4. November, wesen. Dabei seien für dieſen Jahrgang die Kurzsichtigkeitsver- die Stadtverordneten Wahlen aber erst am 8.- 10. November hältnisse noch als günstig aufzufassen. Eine andere Form der stattfinden sollen, so ist der Antrag gegenstandslos. Sehstörung, der Astigmatismus, bei welchem die Gegenstände verzogen und verschwommen erscheinen, fand sich im WaisenhauseBuchhandlung. Beschlagnahmt wurde am Dienstag in unserer Parteibei 110 Augen(= 14,4 pct.), im Erziehungshause bei 21 Augen Buchhandlung, Verlag des Vorwärts" und in der Expedition bei 110 Augen(= 14,4 p& t.), im Erziehungshause bei 21 Augen des Borwärts" die dritte Auflage der Broschüre„ Der Beitgeist, (= 13,2 pt.). Diesen Prozenisas nennt der Bericht auffallend hoch, und eine Stizze von E. K.". Vorgefunden wurden nur wenige Eremdann heißt Der Astigmatismus hätte nun als solcher nichts zu bedeuten, wenn plare. In der Schrift sollen Gotteslästerungen und Beschimpfung nicht die Sehschärfe so ungemein häufig dadurch alterirt der Einrichtungen und Gebräuche der christlichen Kirche enthalten würde." Es hatte denn auch bei 86 Augen(= 65,6 p& t. der sein. Auch in der Buchhandlung von Hans Baake ist die Schrift astigmatischen Augen) eine Herabminderung der Sehschärfe auf mit Beschlag belegt worden. es weiter: Der Ueberfall, der an der Frau Bothe verübt sein sollte. ist, wie die Kriminalpolizei annahm, erdichtet worden. Die Experimente haben ergeben, daß der Hergang nicht so gewesen fein tann, wie Frau B. ihn schilderte. Zunächst ist es auffallend, daß die Frau, da ihre Hände fest auf den Rücken gebunden gewesen sein sollten, sodaß sie sich nicht losmachen fonnte, feine Einschnitte an den Gelenfen aufzuweisen hatte. Weiter hat sich ergeben, daß, wenn der Stuhl, auf dem sie niedergedrückt sein wollte, so gestanden hätte, wie sie behauptet, es nicht möglich gewesen wäre, ihre Hände auf dem Rücken zusammenzubinden; daß ferner solche Knoten und Schleifen, wie an der Schnur weniger als 1/2 der normalen stattgefunden. Einschließlich der Dem Gewerbegerichte reichen Arbeiter öfter schriftlich gefunden, bei dem Zusammenbinden der Hände garnicht durch noch andere Sehstörungen hervorgerufenen Minderungen ihre Klagen ein, obwohl die Einrichtung besteht, daß dieselben entstehen konnten, sondern daß die Schleifen vorher gemacht der Sehschärfe ergab sich folgendes Gesammtresultat. Von allen im Bureau des Gerichts, Stralauerstr. 3-6, v. I, unentgeltlich wurden, um die Schnur hindurchzuziehen. Auch hat sich fest926 Augen hatten sogenannte volle( normale) Sehschärfe 497 von den Klägern persönlich entgegengenommen werden, verab- stellen lassen, daß, wenn Frau B. an den Stuhl gefesselt worden Augen(= 53,7 pet.), 2/3 betrug sie bei 129(= 13,9 pt.) und fäumen dabei aber häufig, eine Abschrift der Klage der gesetz- wäre, wie sie behauptet, sie sich mit dem Stuhl erheben und 1/2 bei 106( 11,4 pct.). Weniger als 1/2, selbst nach Korrektion lichen Bestimmung entsprechend einzureichen. Seit einigen Wochen Hilfe hätte herbeiholen können. Es ist nicht richtig, daß sämmtaller optischen Fehler, hatten 194 Augen(= 21 pet.). Hierzu nun erhalten die betreffenden Kläger ihre Klageschrift durch Ver- liche Nachbarwohnungen unbeaufsichtigt waren, vielmehr waren bemerkt der Bericht: Letztere Art von Augen ist für viele Be- mittelung der Post zurück, mit dem Ersuchen, das retournirte zwei Familien zu Hause, so daß Frau B. nicht zehn Stunden rufsarten, z. B. Tischler, Zimmerer, Schriftseger u. f. w., nicht Gxemplar mit einer Abschrift dem Gericht wieder zuzuschicken. in ihrer Lage hätte zu verharren brauchen, zumal sie das oder nur in beschränktem Maße geeignet. Am besten wird man Da bis vor kurzer Zeit solche Rücksendung nicht erfolgte, ist an- Taschentuch mit der Zunge hätte aus dem Munde stoßen können. sich über diese Grade orientiren, wenn man sich daran erinnert, zunehmen, daß das benöthigte zweite Exemplar durch Abschrift Auffallen mußte auch, daß sie sich nicht von ihrer neunjährigen daß für den aktiven Militärdienst Sehschärfe von des eingereichten in der Kanzlei des Gerichts selbst hergestellt Tochter losbinden ließ, sondern diese erst veranlaßte, die und mehr verlangt wird." 21 pt. sind mehr als wurde. Bedauerlich ist die neue Praris infofern, als die meisten anderen Kinder zu holen. Solchen Vorhaltungen gegenüber hat der fünfte Theil. Wenn sich die Berliner Gemeinde- lagenden Arbeiter, die doch mit der Feder wenig umgehen, froh fie erklärt, daß sie blind und lahm werden wolle, wenn sich die schulkinder in bezug auf die Schärfe ihrer Augen ebenso ver- sind, wenn sie ihre Klage einmal zu Papier gebracht haben. Sache nicht in der von ihr geschilderten Weise zugetragen hätte. halten, wie die Zöglinge des Waisenhauses und der Erziehungs- Die neue Praxis führt auch eine Verzögerung ein, die nicht mit Als aber ein Rest der angeblich geraubten Zylinderuhr anstalt,- und der Bericht hebt ausdrücklich hervor, daß diese dem Zweck des Gerichts, schnell zu arbeiten, vereinbar im Ofen, und im Spind solche Schnur gefunden wurde, wie sie Anstalten sich in diesem Punkte schwerlich vor den Schulen ist, und die so einem armen Teufel von Kläger, der gern die die Räuber mitgebracht haben sollten, hat sie sich zu einem Geunterscheiden würden dann hätte Berlin unter seinen rund eingeklagten paar Mark recht bald haben möchte, sehr unlieb ist. ständniß bequemt. Der Grund zu der Komödie scheint Spekulation 200 000 Gemeindeschulkindern rund 40 000 Rinder, deren Seh- Wir meinen, daß man sich nicht so genau an die Vorschrift be- auf das Mitleid anderer gewesen zu sein. Der Ehemann hatte schärfe weder zum Militärdienst, noch zu einer feineren Hand- treffs der Einreichung zweier Exemplare der Klageschrift binden seine Stellung bei Kroll nach Schluß der Oper verloren, und die arbeit ausreicht. Was wird aus diesen Augen, um die sich und die wenigen Minuten dran geben sollte, welche das Ab- Familie hatte wenig Mittel. Merkwürdig erscheint im ersten felten oder nie ein Arzt fümmert, was wird aus diesen Kindern? schreiben der Klage durch einen gewandten Kanzlisten erfordert. Augenblick, daß der Hausverwalter zu der Zeit, wo der Ueberfall Daß sie untauglich zum Militärdienst werden, ist am Ende kein erfolgt sein sollte, zwei Personen im Hausflur gesehen hat, die Unglüd. Aber sie werden auch theilweise untauglich zum Er- Die öffentliche Versammlung der Lackirer, welche am so aussahen, wie die B. die Räuber beschrieb. Das erklärt sich werb des Lebensunterhaltes, da ihnen eine ganze Reihe 18. stattfinden sollte, war sehr gut besucht, fonnte aber nicht aber daraus, daß Frau Bothe die Beschreibung von zwei Männern von Berufen, und zwar gerade die einträglicheren, ver- stattfinden, weil sie angeblich zu spät angemeldet war. Zwar genommen hat, die kurz vorher im Hause gebettelt haben, und schlossen bleiben muß. Die von den sozialdemokratischen Stadt- war die Versammlungsanzeige bereits am Sonnabend zur Post daß wohl auch der Verwalter diese gesehen hat. verordneten geforderte unentgeltliche ärztliche Untersuchung und gegeben, indeß läßt sich ein Beweis dafür nicht erbringen, daß Ueberwachung der Gemeindeschulkinder ist bekanntlich mit der die Anzeige am Sonntag in die Hände der Polizei gelangt sei. Begründung abgelehnt worden, daß sie einen Eingriff in die Es empfiehlt sich zur Vorbeugung ähnlicher, in letzter Zeit Rechte der Eltern bedeute und zu festspielig sei. Sie würde speziell auch in der Umgegend Berlins hervortretender Uebeleine Milderung und eventuelle Beseitigung nicht nur der Seh- stände, die Anzeige möglichst frühzeitig durch die Post abzusenden störungen, sondern auch zahlreicher anderer Krankheiten und Ge- oder mindestens 24 Stunden vor der Einberufungsstunde der Verbrechen ermöglichen, die schon in der Jugend an dem Mark der sammlung die Anzeige persönlich auf der Polizeibehörde einArbeiterflasse zehren. In einer nach sozialistischen Grundsägen zureichen. Eine Bescheinigung hat die Behörde dann nach begeordneten Gesellschaft, in der nicht die Geldsäcke, sondern die kannter Obertribunals- Entscheidung stets sofort, auch am SonnArbeitskraft als wichtigster Theil des Reichthums der Gesellschaft tag, zu ertheilen. gälte, würden es die Behörden als eine Hauptaufgabe betrachten, der Bevölkerung die Arbeitskraft zu erhalten. Gleichgiltigkeit dieser Aufgabe gegenüber würde man gewissenlos nennen. Unter der gegenwärtigen Gesellschaftsordnung wäre diese Bezeichnung zu hart und daher ungerecht. Heute nennt man es: den„ frei sinnigen" Grundsägen entsprechend. " " Mit dem Tode gebüßt hat der 15 Jahre alte Handlungslehrling Richard Kahl einen schaurigen Freundschaftsdienst, den er dem gleichaltrigen Lehrling Otto Bertrand geleistet hatte. Wie bereits gemeldet, wurde in der Küche der mütterlichen Wohnung Neue Jakobstr. 10 der letztere bewußtlos aufgefunden und starb an Vergiftungserscheinungen. Die Untersuchung ergab, daß er 3yantalium genommen hatte. Da er nun mit Richard Kahl, der in der Chemikalien- und Droguenhandlung von Ernst Engel am Rottbuser User beschäftigt war, in einem engen Freundschaftsverhältniß lebte, so griff die Vermuthung Play, daß tückische Gist verabreicht hatte. Kahl bies auch bei einer behördlichen Nachforschung Ob er von dem selbstmördeUeber die Volksbadeanstalt an der Schillingsbrücke dieser gehen uns noch weitere Klagen zu. So beklagt sich eine leidende hat rau darüber, daß ein dort Angestellter ohne ein Wort der Ent- nicht in Abrede gestellt. schuldigung in ihre Badezelle. in der sie im Evakostüm sich befand, rischen Vorhaben seines Freundes Kenntniß hatte, ist nicht trat und an der Wasserleitung herumhantirte. Diese Mißstände mit Sicherheit festgestellt; dennoch mußte er zur Verantwortung sollen demnächst in der Stadtverordneten- Versammlung zur gezogen werden, weil er das starke Gift unbefugterweise ab= Sprache gebracht werden. gegeben und dadurch den Tod eines Menschen herbeigeführt Ein neuer Wahlsieg der Sozialdemokratie ist aus Spandau zu melden. Bei der vorgestern erfolgten StadtGegen die berüchtigte Knochenmühle in der Greifs hatte. Von Angst und Gewissensbissen gepeinigt, hat er den verordneten- Ersatzwahl der 3. Abtheilung haben unsere Partei- walderstr. 36, deren abscheuliche Ausdünstungen die Gegend Ausgang des behördlichen Verfahrens nicht abwarten können genossen die von ihnen aufgestellten Kandidaten glänzend gegen weithin verpesten, wird nunmehr ein Masseneinspruch und ist daher seinem Freunde freiwillig in den Tod gefolgt. die bürgerliche Liste durchgebracht. Wir nehmen herzlichen An- erhoben werden. Seit dem Jahre 1862 sind in dieser Fabrik Als man gestern( Dienstag) Vormittag gegen 11/2 Uhr das theil an der Freude unserer Spandauer Genossen über den er- nach und nach 4 Kochtejjel aufgestellt, während nur zu dem Be- Engelsche Waarenlager betrat, fand man den Knaben als Leiche fochtenen Sieg, die natürlich auch durch die denunziato- triebe eines Refiels die Genehmigung des Stadt- Aus- auf dem Fußboden liegend auf. Er hatte sich gleichfalls mittelst rische Notiz des freifinnigen" Berliner schusses ertheilt war; jetzt sucht die Besitzerin, Frau Wittwe Cyankalium vergiftet. Tageblatt", nach welcher viele Arbeiter der töniglichen Bertha Schönberg, die nachträgliche Ertheilung der Genehmigung Fabriken sozialdemokratisch gewählt haben, nicht gestört werden zur Aufstellung dieser drei Kessel nach. Laut Bekanntmachung selbst wurde am Dienstag die in der Zeichenhalle des BegräbnißAuf Anordnung der königl. Staatsanwaltschaft hierwird. Die Denunziationswuth des byzantinisch- freisinnigen des Stadtausschusses ist der Termin zum Einspruch auf den Kapitalistenorgans sei aber hiermit nach Gebühr festgenagelt: 6. Oktober b. I. festgesetzt. Viele Anwohner beabsichtigen nun eiche eines Berliner Einwohners mit Beschlag belegt und nach platzes der Zwölf- Apostel- Gemeinde in Schöneberg aufgebahrte " Der größte Lump im ganzen Land, das ist und bleibt der De- gegen die Ertheilung der nachträglichen Konzession Einspruch zu der Morgue überführt. Auf grund einer Denunziation soll der nunziant", Herr Mosse- Levysohn. erheben, welcher auch jedenfalls von Erfolg sein dürfte, was Verstorbene insofern einen unnatürlichen Tod gefunden haben, gleich lautend mit dem Eingehen der berüchtigten Knochenmühle als letzterer auf fahrlässige Behandlung des Schwerkranken durch den Arzt zurückzuführen wäre. Der Gemeinde- Kirchenrath zu Charlottenburg versendet wäre! Die norddeutschen Eiswerke werden im nächsten Winter an Gottlose, welche sich nicht haben tirchlich trauen oder ihre Kinder haben taufen lassen, ein Zirkular folgenden Inhalts: Nach dem Kirchengefeße vom 30. Juli 1880 liegt uns die den hiesigen Petroleumhändlern großen Abbruch thun. Wie aus Ein entschlicher angenfälliger Beweis für das in Pflicht ob, Gemeindeglieder, die sich den kirchlichen Pflichten einem jetzt zur Versendung gelangenden Zirkular hervorgeht, be- Berlin herrschende Glend bot sich am Montag Abend den durch Versäumniß von Taufe, Konfirmation und Trauung ent absichtigt obige Gesellschaft, wie im Sommer das Eis, im Winter Passanten der Hornstraße dar. Ein Mann lag anscheinend lebziehen, zur heilsamen Ordnung zurückzuführen. Zu das Petroleum ihren Kunden in großen und kleinen Quantitäten los am Boden. Wohlgenährte Bürger gingen achtlos an ihm diesem Zwecke hat auch Herr als Kirchenältester mit ins Haus zu liefern. In Rummelsburg sowohl, als auch in vorbei, der eine und andere auch äußernd: ach, der ist ja be= Ihnen verhandeln müssen und Sie gebeten, die versäumte Plößensee sind große Baffins angelegt worden, in welchen das foffen. Ein von der Arbeit heimkehrender Arbeiter richtete den Trauung nachzuholen. Da dies bis jetzt von Ihnen nicht ge- Petroleum einer mehrmaligen Reinigung unterzogen werden Liegenden auf und trug ihn mit anderen Arbeitern auf eine geschehen ist, so müssen wir Sie nach§ 2 tes genannten Kirchen- foll. Also wiederum ein Industriezweig, der zentralisirt und Bank. Bald erholte er sich das Hungerelend war ihm deutlich gesetzes schriftlich ersuchen, in kurzer Zeit Ihrer kirchlichen Pflicht großkapitalistisch betrieben werden soll und dadurch revolutionär anzumerken. Die Arbeiter holten ihm Essen und Trank herbei zu genügen, indem wir Sie recht dringend bitten, uns wirkt, daß er dem Kleingewerbe einen weiteren Schlag versezt. und erfuhren von ihm, daß er seit 24 Wochen arbeitslos, täglich nicht in die unangenehme Lage versehen zu wollen, event. das Etwas komisch wirkt der Hinweis darauf, daß die Gesellschaft von 5 Uhr ab auf fruchtloser Suche nach Arbeit sich befindet Kirchenzuchtsgesetz gemäß§§ 4-7, wonach diejenigen Gemeinde- nicht nur eine„ lohnende Beschäftigung" im Winter dadurch zu und durch Hunger und durch Gram über die Noth seiner mit glieder, welche ihrer firchlichen Pflicht in betreff der Taufe, finden wünsche, sondern auch infolgedessen eine größere Anzahl 7 unmündigen Kindern gesegneten Familie gepeinigt schließlich Konfirmation und Trauung nicht genügen, die Fähigkeit ein, tüchtiger Arbeitskräfte" nicht zu entlassen brauche. besinnungslos umgefallen sei. Die Arbeiterfamariter fanden bei Zum Arbeiterrisiko. Durch ein 30 Kilogramm schweres Eisenstück wurde Montag Nachmittag um 3 Uhr der Arbeiter Gustav Stahl auf dem Postgrundstück in der Mauerstraße schwer verlegt. Stahl war bei einem Brunnenbau beschäftigt, und der Eisenblock diente zum Beschweren des Bohrers. Als er etwa 8 Meter hoch gewunden war, um auf den Bohrer gebracht zu werden, fiel er aus der Schwebe plötzlich herunter und Stahl auf die rechte Hand, die vollständig zermalmt wurde. Der Verletzte wurde nach einem Krankenhause befördert. Am Montag Nachmittag stürzte am Bau Bahnstr. 37 in Schöneberg der Bußer Karl Röseler aus Trebbin infolge eines Fehltritts so unglücklich von dem 4 Stock hohen Gerüst herab, daß er gräßlich verstümmelt, sofort seinen Geist aufgab. Röseler, der im 36. Lebensjahre stand, war ein braver, thätiger Genosse, der in guten und schlimmen Zeiten mit ganzer Kraft für die Interessen der Partei eingetreten ist. Er hinterläßt eine Wittwe und zwei Kinder. von man an sein Soziale Leberlicht. " ihren Nachforschungen in seiner Rostizstraße 37 belegenen den sei. Er hat sich nun aber doch kein Leid angethan, sondern Wohnung seine Angaben vollinhaltlich bestätigt. Das Opfer ist nach einigen Tagen hierher zurückgekehrt und fast 3 Monate unserer gesellschaftlichen Zustände Ehlert ist sein Name in Untersuchungshaft gehalten worden, da An die Mäntelnäherinnen, Bügler, Stepper, Trikot ist als fleißiger Arbeiter und strebsamer Familienvater bei seiner phänomenales unglück nicht mehr glauben wollte. Es hat taillen- Arbeiterinnen, Arbeiter und Arbeiterinnen Nachbarschaft bekannt. sich nämlich herausgestellt, daß der alte Herr ein Verehrer der Herrenkonfettion! Am Montag, den 25. September, ,, Wein, Weib und Gesang" war und den beiden Abends 81/2 Uhr, findet im Prater", Kastanien- Allee 6-9, eine erstgenannten Faktoren dieses Dreigestirns weit größere Versammlung statt, in der Frl. Agnes Wabnih einen Vortrag Opfer brachte, als sein färgliches Einkommen gestattete. Er war hält über das Thema:„ Die wirthschaftlichen Verhältnisse der Stammgast in einem hiesigen Lokale mit weiblicher Bedienung. in der Herrenkonfettion und Mäntelbranche beschäftigten wo er als wohlfituirter Rentier aufzutreten pflegte, machte dort Arbeiter und Arbeiterinnen und die Bedeutung der Vereinigung." große Zechen, huldigte dem Ewig- Weiblichen und nahm sogar Wir fordern auf, für zahlreichen Besuch dieser Versammlung zu eine Kellnerin als Wirthschafterin zu sich, die er mit einer ganz agitiren. Handzettel zur Agitation für diese Versammlung sind neuen Möbel- Ausstattung versorgte. Bei dieser Lage der Dinge von Donnerstag an zu haben bei: J. Gnadt, Swinemünderſtraße, war gestern der Staatsanwalt so unhöflich, die krampfhaft anf- Ahlers, Zionstirchstr. 11, Eingang Zionskirchplay; Kuhlmey, recht gehaltene Geschichte von dem Unglück des Angeklagten für Schönhauser- Allee 28. Wer sich an der Vertheilung von Handein Märchen zu halten und gegen ihn 1 Jahr 6 Monate Gezetteln betheiligen will, wird aufgefordert, am Freitag Abend fängniß zu beantragen. Der Gerichtshof erkannte auf 1 Jahr 5 Uhr sich bei Ruhlmen einzufinden. Gleichzeitig geben wir beGefängniß und zwei Jahre Ehrverlust und nahm den An- kannt, daß am Dienstag, den 26. September in der Berliner geklagten wegen Fluchtverdachts in Haft. Ressource, Kommandantenstr. 57, der Kollege H. Stühmer aus Eine wichtige Entscheidung in Beziehung auf das Ver: Hamburg, Redakteur der Fachzeitung für Schneider, in einer einsrecht fällte das Reichsgericht am 18. d. M. Durch das öffentlichen Schneider- und Scheiderinnen- Versammlung referiren wird. welche preußische Vereinsgefes ist es denjenigen Vereinen, Die Agitation3 Rommission Am Dienstag Vormittag um 111/2 Uhr wurde der 47 Jahre politische Angelegenheiten betreiben, bekanntlich verboten, mit der Schneider und Schneiderinnen Berlins. alte Arbeiter Eduard Preschen, Ruheplatstr. 21, durch einen anderen Vereinen zu gemeinsamen Zwecken in Verbindung zu Fahrstuhl zerquetscht. Er war in der Fennstraße 31 betreten. Jeder Verein, der dieser Bestimmung zuwider handelt, An die Tapezirergehilfen Berlins. Die Agitation legenen Kalkbrennerei von Lehmann beschäftigt und beförderte soll aufgelöst werden, die Fortsetzung desselben ist verboten und fommission, die in der öffentlichen Versammlung gewählt wurde, auf einem zwischen zwei Kalköfen erbauten Fahrstuhle Steine wird an den Theilnehmern bestraft. Diese Bestimmungen lagen ist bestrebt, ihre Thätigkeit im Interesse der gesammten Gehilfennach oben. Der durch Wasserkraft getriebene Stuhl erfaßte ihn einer Verhandlung zu Grunde, die am 28. und 30. März und schaft zu vollführen. Dazu ist aber nothwendig, daß die Gean den Kleidern, riß ihn etwa 3 Meter mit in die Höhe und am 13. April vor dem Landgerichte Magdeburg gegen den hilfen der Agitationstommission agitatorisch und finanziell zur feilte ihn zwischen dem Steinkasten und den ihn umgebenden Tischlergesellen August Fischer in Magdeburg und 24 Mit: Seite stehen. Die einzelnen Werkstätten werden hiermit aufEisenschienen fest. Als man den Vorfall bemerkte und den Fahr- angeklagte stattfand. Sämmtliche Angeklagte sind Mit- gefordert, aus ihrer Mitte einen Kollegen zu ernennen, der für stuhl wieder nach unten brachte, war Preschen bereits todt: der glieder des Deutschen Tischlerverbandes, Tischlerverbandes, dessen Zentral- den Bertrieb der Marken sorgt und gleichzeitig als Vertreter Brustkasten war ihm eingedrückt worden. Die Leiche ist bis zur leitung fich Stuttgart befindet, und waren Mitder betreffenden Werkstatt fungirt. Sollten sich irgend welche und Magdeburg amtlichen Feststellung des Sachverhalts beschlagnahmt worden. glieder der Neustadt Magdeburg vorhanden gewefenen Filialen diefes Verbandes. Beide Filialen ißstände in den Wertitätten zeigen, dann ersuchen wir die zu engen Schnürens liegt ein Dienstmädchen schwer krant im weil das Gericht als festgestellt erachtete, daß sie politische AnMuß ein Dienstmädchen sich schnüren? An den Folgen wurden im Dezember 1890 durch gerichtliches Urtheil geschlossen, Kollegen, sich behuss Abhilfe derselben, an die Agitationskommission Kollegen! Wenn die Kommission leistungsfähig bleiben soll, städtischen Krankenhause zu Moabit danieder. Der Leib ist gelegenheiten erörtert haben und mit anderen Vereinen in Ver- dann müßt Ihr auch dafür eintreten, sodaß sie im stande ist, völlig brandig geworden; ob das Mädchen genesen wird, ist bindung getreten seien. Von jenem Zeitpunkte an erörterten nun den Unternehmern erfolgreich entgegenzutreten, und das geschieht, zweifelhaft. Nach Mittheilung der Schwerkranken hatte sie sich die dortigen Tischler ihre fachlichen Angelegenheiten stets in wenn ihr thatkräftig helfend selbst mit eingreift. auf Anordnung ihrer Herrschaft eng schnüren müssen, um eine öffentlichen, besonders zusammenberufenen Versammlungen, ohne ,, elegantere" Erscheinung abzugeben, wenn Gäste erschienen. Ist daß eine Organisation ersichtlich gewesen wäre und ohne daß Sem so, so hat die Herrschaft für alle Kur- und Verpflegungs- politische Angelegenheiten behandelt worden wären. Erst im toften aufzufommen, ohne daß ein Abzug vom Lohn gemacht Frühling des Jahres 1892 wurde in einer öffentlichen Versammwerden darf, da dann die Krankheit durch den Dienst entstanden lung beschlossen, der Bequemlichkeit wegen eine Zahlstelle des ist. Allerdings hätte das Mädchen der Anordnung der Herrschaft Verbandes für Magdeburg zu gründen. In den Vorstand nicht Folge leisten brauchen. Aber wie kann ein Dienstbote wissen, ob er nicht etwa durch Nichtbefolgung solcher Anordnung den für widerspenstiges" Gesinde gegebenen Strafen verfällt Die Herrschaft hat nichts Schleunigeres zu thun gehabt, als der modernen, ertranften Sklavin zu kündigen. in in 0 zu wenden. Alle Anfragen 2c. sind entweder an das Bureau, Schüßenstraße 18/19 oder an Kollegen D. Pönicke, Greifswalderstr. 61, zu richten. Die Agitation3 Rommission Der Zapezirer Berlins und Umgegend. wurden solche Mitglieder gewählt, welche bereits vorher Voll- Achtung, Schuhmacher! Im Interesse der Mitglieder der macht vom Zentralvorstande hatten, Gelder von den Mit Schuhmacher- Orts- Krantentaffe liegt es, daß die Kaffe möglichst gliedern auzunehmen, fäumige Mitglieder auszuschließen und leistungsfähig bleibt. Dies wird aber vereitelt, wenn, wie beabso weiter. Die Statuten der neuen Zahlstelle unterschieden sichtigt, die Innungsgesellen- Krankenkasse, zu der nur noch die Um hiersich nur unwesentlich von denen der früheren Filialen. Die An- behördliche Genehmigung aussteht, ins Leben tritt. flage behauptete nun, daß die Angeklagten, indem sie die Zahl gegen zu protestiren, ersuchen wir die Kollegen, recht zahlreich in Hinterliftig überfallen wurde am Dienstag Abend gegen stelle gründeten und ihr als Mitglieder beitraten, die verbotenen der Versammlung zu erscheinen, die am Sonntag, den 24. Sep9 Uhr der Dachdecker Göz aus Rixdorf. Er war in einem Lokal Filialen fortfehten und sich dadurch des Vergehens gegen das tember, Vormittags 10 Uhr, bei Seefeldt, Grenadierstraße 33, am Kottbuser Damm mit einem Zimmermann in Wortwechsel Vereinsgefeß schuldig machten. Das Landgericht erkannte jedoch stattfindet. gerathen, hatte aber das Wirthshaus verlassen, um einem ernsteren auf Freisprechung, weil eine dauernde Vereinigung J. A.: Carl Lange. Konflikt aus dem Wege zu gehen. Nach wenigen Schritten brach und Organisation während der Zeit nach Schließung der Filialen er blutüberströmt auf der Straße zufammen: der Unbekannte und von Gründung der Zahlstelle nicht nachgewiesen, weil die Die Stepperinnen der Schuh- und Pantoffel- Fabrik von hatte ihm mit einem Meißel hinterrücks eine schwere Kopfwunde Bahlstelle keine Fortsetzung der Filialen sei, weil sie politische N. Baß in Ottensen sind mit den Unternehmern in beigebracht und war in den nahen Anlagen verschwunden. Göz Zwecke nicht verfolge und sich wesentlich von den früheren Differenzen gerathen. Die sämmtlichen Arbeiter der Fabrik find mußte ärztliche Hilfe suchen. Filialen unterscheide. Trotz lebhaften Plaidoyers des Reichs- bereit, mit den Stepperinnen gemeinsam vorzugehen und ersuchen anwalts Schumann verwarf das Reichsgericht die von der um Fernhaltung des Zuzugs. Staatsanwaltschaft eingelegte Revision. Verschwunden. Frau Pint in Adlershof ersucht uns, mit autheilen, daß ihr Ehemann, der 35 Jahre alte Maurer Bint feit einer Woche verschwunden ist. Da sie vermuthet, daß ihrem Manne, mit dem sie in bestem Einvernehmen stand, ein Unglück zugestoßen ist, so ersucht sie etwaige Nachrichten über den Verbleib ihres Mannes ihr zukommen zu lassen. " Ju Burg bei Magdeburg sind von zwei Fabrikanten Unter der Anklage der Geheimbündelei durch Zugehörig 16 Lederarbeiter ausgesperrt worden, weil sie sich als feit zum Londoner Anarchisten- Klub„ Autonomie" standen gestern organisirte Arbeiter geweigert haben, fortan 11 Stunden pro Tag der Vergolder Hermann Leimert, Metallarbeiter Otto zu arbeiten. An die Arbeiterschaft ergeht die Bitte, die GemaßGerndt und Schloffer Max Lorenz vor der 3. Straffammer regelten, unter denen sich 12 Familienväter befinden, nach Kräften Polizeibericht Am 19. d. Mts. Vormittags wurde beim hiesigen Landgerichts I. Die hiesige Polizei geht von der Ansicht zu unterstützen. Anfragen und Sendungen sind zu richten an Bahnhof Friedrichstraße ein Streckenarbeiter durch einen Stadt- aus, daß der in London bestehende Anarchistenflub Autonomie" Adolf Walter, Burg bei Magdeburg, Untermhagen 59. bahnzug überfahren und ihm der rechte Unterschenkel abgetrennt. eine geheime Verbindung im Sinne des§ 128 St.-G.-B. ist. Db. Unter den Kellnern der deutschen Großstädte macht sich -In der Schraubenfabrik von Beuttel u. Sundt, Branden gleich über die Organisation der Anarchisten so gut wie Nichts burgstraße 6, stürzte der Maschinist Schulz mit dem Fahrstuhl, bekannt ist, wird doch aus den verschiedensten Anzeichen ge- zur Zeit eine erfreuliche von Berlin ausgehende Bewegung be an dem er eine Reparatur vornehmen wollte, aus dem zweiten folgert, daß dieser Klub doch eine bestimmte Verfassung haben merkbar, die darauf abzielt, endlich mit dem ausbeuterischen in den ersten Stock hinab und erlitt einen Bruch beider Unter- muß, daß gewisse Obere die Befehle und Anordnungen an die Kommissionärsystem zu brechen. Am Montag dieser Woche fand schenkel. In der Kalkbrennerei von Lehmann, Fenn- Vertrauensmänner in den verschiedenen Ländern ergehen lassen eine derartige Bersanimlung in Breslau statt, die, wenn sie und überallhin das anarchisch- kommunistische Organ Die auch nicht sehr zahlreich besucht war, dennoch das ernsthafte ſtraße 31, wurde ein Arbeiter, nachdem er eine Kipp- Lowry bas sommilionarmit Raltsteinen an dem Fahrstuhl befestigt hatte, auf noch Autonomie" unter Decadressen verschickt wird. In diesem Organ Bestreben bekundete, durch eine felbständige Organisation die nicht aufgeklärte Weise beim Hochgehen desselben mit empor werde in den stärksten Ausdrücke, die Vorbereitung zur Revolution forrumpirenden Mißstände zu beseitigen, die das Kommissionär gezogen und dabei mit dem Kopfe derartig gegen die Fahrstuhl betrieben, die Enteignung der besitzenden Klaffen gefordert unwesen und die heutige Stellung der Kellner den Wirthen und schienen gepreßt, daß der Tod auf der Stelle eintrat. Mittags und die Anwendung von Dynamit empfohlen. Am 10. No Gästen gegenüber auch in Breslau hervorgerufen hat. Zum Schluß wurde ein Handlungsgehilfe in einem Lagerraum einer Droguen: vember wurde hier bei Leimert, der als eifriger Anarchist des Abends wurde durch das herausfordernde Benehmen eines und dabei eine Gastes die Auflösung der Versammlung provozirt. handlung am Rottbuser Ufer todt aufgefunden. Er hatte sich bekannt ist, Haussuchung abgehalten vergiftet. In der Wohnung seiner Herrschaft, Langestr. 86, Menge anarchistischer Flugblätter, zwei vollständige Jahrgänge versuchte ein Dienstmädchen sich mittels Schweinfurter Grün zu der Autonomie", mehrere Nummern des„ Anarchist", Gamm vergiften. Es wurde nach dem St. Hedwigs- Krankenhause gelungen revolutionärer Lieder, Sammellisten zum Besten verbracht. Vor dem Hause Invalidenstr. 1 fiel Abends ein Dienst hafteter Anarchisten und verschiedene Schriftstücke mit Beschlag mann infolge eines Fehltritts zur Erde und erlitt eine bedeutende belegt, aus denen ganz intime Beziehungen zu den Führern des Anarchismus hervorgingen. Verletzung der Hüfte. Abends fand Waßmannstr. 9 ein kleiner Schriften, Stripturen, Decfadressen 2c. fanden gelegentlich von Haussuchungen bei Gerndt und Lorenz statt. Gernot verkehrte in Gesellschaft mit Leimert viel in der Schankwirthschaft von Infinger, bei Lorenz glaubte die Polizei feststellen zu können, befehle wegen Forstfrevel. daß er aus dem Klub„ Autonomie" herrührende Schriften nach Brand statt. Gerichts- Beifung. " Aehnliche Beschlagnahmen Don ,, Behufs Anfertigung von einigen Hunderten Forst Strafbefehlen( ca. 2000 Seiten) werden 4-5 schreibgewandte Personen zur Aushilfe gesucht. Burgau, den 11. Geptember 1893. Gerichtsschreiberei des fgl. Amtsgerichts Burgau." Dieses vielsagende Inserat des Burgauer Amtsblattes Weise man den armen Bauern entgegenkommt, welche Streu und ( Bayern) läßt wohl zur Genüge erkennen, in welch' humaner Gras holten im Walde, um den Nothstand abzuschwächen. StrafUns Sozialdemokraten fanns schon recht sein. Die ArbeiterschutzPosen verschickt habe, und daß seine Adresse von Leimert anderen Jus Zuchthaus mit den Gewerkschafts- Leitern, das ist Anarchisten als Deckadresse aufgegeben worden sei. Nach ihrer Unsicht der Grundgedanke aller Hezzereien, durch welche die SchlotBei einer Verhandlung, die gestern vor der 136. Ab- ist Leimert der Vorsteher einer hiesigen Gruppe des in London und Kohlenjunker den Unternehmerschuß noch arbeiterfeindlicher, theilung des Schöffengerichts stattfand, zeigte sich wiederum die Domizilirenden Anarchistenklubs. Nach den Bekundungen des als er schon ift, zu gestalten trachten. Eine Probe dieseś Schwierigkeit des Wiedererkennens von Personen. Kriminalkommissars Röber ist Leimert ein intimer Freund des Dichtens und Trachtens findet sich in dem Bericht der HandelsDer Kaufmann B. war der Bechprellerei beschuldigt. Er sollte bereits verurtheilten Anarchisten Wagenknecht, er soll mit auswärts fammer zu Bochum, in dem es heißt: in einer Restauration Speisen und Getränke zu sich genommen wohnenden Häuptern der anarchistischen Bewegung, wie z. B. Gesetzgebung weist insofern eine bedauerliche Lücke auf, als und sich dann heimlich ohne Zahlung entfernt haben. Er be- mit Petersen in Altona in Verbindung getreten fein, mit dem ihr Bestimmungen fehlen, durch welche der verständige und hauptete mit aller Entschiedenheit, daß er das fragliche Lokal nie geistigen Leiter der Autonomie", Josef Schütz in London, pflichttreue Arbeiter gegen die Hegereien gewerbsmäßiger Aufbetreten habe. Es müsse eine Personenverwechselung vorliegen. forrespondirt, Deckadreffen verausgabt haben und auch mit zu wiegler und den Unverstand verführter Kameraden ausreichend Dieser Schuh ist besonders bei Streits von Nun traten drei Belastungszeugen auf, welche trotz aller Vor- den Besprechungen hinzugezogen worden sein, welche die von geschützt ist. haltungen des Vorsitzenden dabei blieben, daß sie sich in der Beit zu Zeit nach Deutschland kommenden Emissäre der höchster Wichtigkeit. Der§ 153 der Gewerbe Ordnung bedroht Berson des Angeklagten nicht irren fönnten, derfelbe sei der Autonomie" mit hiesigen anarchistischen Vertrauensmännern ab- allerdings denjenigen mit Gefängnißftrafe bis zu 3 Monaten, der Bechpreller. Die Zeugen erhärteten ihre Aussagen mit dem Gide. halten. Die Angeklagten Gernot und Lorenz sieht die Anklage: andere burch Anwendung körperlichen Zwanges, durch Drohungen, Der Angeklagte schien verzweifelt, er müsse einen Doppelgänger behörde nur als einfache Mitglieder des Klubs" Autonomie" an, durch Ehrverlegung oder Verrufserklärung bestimmt oder zu be= haben, der die Strafthat verübt habe. Er fönne eine ganze d. h. einer Verbindung, deren Dasein, Verfassung oder Zweck stimmen versucht, an Berabredungen und Vereinigungen zum Behufe Menge Beugen, darunter feinen Prinzipal, angeben, welche be- vor der Staatsregierung geheim gehalten werden soll, in welcher ber Erlangung günstigerer Lohn- und Arbeitsbedingungen, insfunden würden, daß er zur fraglichen Beit im Geschäft gewefen. gegen unbekannte Obere Gehorsam versprochen und Maßregeln besondere mittels Einstellung oder Entlassung der Arbeiter, theilDer Gerichtshof beschloß, sämmtliche von dem Angeklagten vor der Verwaltung durch ungesetzliche Mittel zu verhindern versucht zunehmen u. f. w. Diese Bestimmungen haben sich aber bei wird. Leimert wurde außerdem noch wegen Aufreizung Streits vielfach als ungenügend erwiesen, und es ist deshalb zu geschlagenen Zeugen zu laden. zu Gewaltthätigkeiten zur Verantwortung gezogen. Er hatte bedauern, daß die seitens der Regierung vorgeschlagene VerEine Bestätigung des alten Wortes, daß Alter vor zum 11. November 1892, dem Jahrestage der Hinrichtung der schärfung dieses Paragraphen von der Mehrheit des Reichstags Thorheit nicht schüßt, brachte eine gestern vor der ersten Straf Chicagoer Anarchisten, die erste Nummer einer Arbeiterzeitung, abgelehnt worden ist. Bei den letzten Streits im Saarfammer gegen den Hausverwalter Albert Haack geführte Ver Organ der Anarchisten Deutschlands" drucken lassen; die sämmt und Ruhrreviere sind zahlreiche Fälle vorgekommen, in denen Arhandlung wegen Unterschlagung. Der fast 64 Jahre alte Herr, lichen Exemplare dieser Schrift wurden aber, nachdem erst eins beiter durch Drohungen und Ghrverlegungen zur Einstellung der welcher einen sehr ehrwürdigen Eindruck macht, ist ein pen- derselben verbreitet worden war, polizeilich beschlagnahmt. Aus Arbeit seitens ihrer Kameraden veranlaßt werden sollten; auch fionirter Stenererheber, der das Glück gebabt hat, in einer mehreren Artikeln dieser Zeitung las die Anklagebehörde die ist in öffentlichen Versammlungen seitens der Wortführer wiederHausverwalter- Stelle eine gute Gelegenheit zu Nebeneinnahmen Tendenz heraus, die bestehende Staatsordnung zu stürzen, die holt zur Einstellung der Arbeit unter Kontrattbruch aufgefordert zu finden. Am 1. Januar hatte er 1000 n. Miethseinnahme Herrschaftslosigkeit herbeizuführen und den anarchistischen worden. Wären die Vorschläge der Regierung Gefeß geworden, bei dem Besitzer abzuliefern, er erschien aber ganz verstört bei Kommunismus" zu verwirklichen. Die Verhandlung, welche so hätte der Streit viel wirksamer seitens der Behörden bekämpft dem letzteren und erklärte, daß er das Unglück gehabt habe, bei Landgerichtsdirektor Röseler leitete, war sehr umfangreich werden können. Es ist also dringend zu wünschen, daß die dem Absteigen von der Pferdebahn zu Fall zu kommen und und wurde größtentheils unter Ausschluß der Oeffentlichkeit ge- Gewerbe- Ordnung in dem in Rede stehenden Punkte angemessen dabei aus feiner Ueberziehertasche die Brieftasche mit den führt. Staatsanwalt Stachow II hielt sämmtliche drei An vervollständigt werde." 1000 Mart zu verlieren. Der Eigenthümer fand die geflagte im Sinne der Anflage für überführt und beantragte Man sieht, die Herren möchten am liebsten jeden, der es Erzählung zwar etwas bedenklich, begnügte fich aber gegen Leimert ein Jahr, gegen Gerndt und Lorenz je wagt, den Arbeiter über seine Lage aufzuklären, für immer undamit, daß der Angeklagte, welcher behauptete, daß 6 Monate Gefängniß. Der Gerichtshof beschloß, zur Ber- schädlich machen. Und sie sind auf dem besten Wege dazu, wenn einer leinen Beigung in Schlesien noch Ein- fündung des Urtheils einen Termin auf den 28. d. M., Bor- bie Arbeiter sich nicht aufraffen und den Gelüsten der Unterfünfte beziehe, ihm einen Wechsel ausstellte. Beim nächsten mittags 9 Uhr anzusetzen. nehmer eine stramme und zielbewußte Organisation entgegen. Quartalsschluß war der Angeklagte plötzlich ganz verschwunden. ftellen. Statt feiner fand man in seiner Wohnung einen Zettel vor, in welchem er erflärte, daß er sich das Leben nehmen müsse, meil ihm schon wieder das Unglück ereilt habe, daß ihm ein für den Hauseigenthümer bestimmter Beutel mit 940 m. gestohlen wor er von Frohe Botschaft. Der Reichs- Anzeiger" schreibt:„ Im Regierungsbezirk Breslau ist die Lage der dort so wichtigen Textilindustrie erfreulicherweise auch im vergangenen Quartal Die Schwankungen der Geschäftslage trägt weit mehr der Arbetter, als der Unternehmer, der durch das heutige Ueberangebot von Arbeitskräften jederzeit in der Lage ist, immer etwaigen Mehrbedarf zu begegnen. Go werden die Dockarbeiter Londons stets nur für je einen Tag engagirt, um am nächsten Tag, falls feine Arbeit vorhanden, wieder abgestoßen zu werden. Eine Karte in der Labour Gazette zeigt uns, welch' großen Schwankungen der Arbeitsmarkt dieser Kategorie unterworfen ist. Die Statistit erstreckt sich auf sechs der größern Docks Londons. Am 1. August arbeiteten 4042, um am 5. August auf die geringste Zahl des Monats, 3653 zu finfen; die höchste Zahl wird am 14. August erreicht, nämlich 4454 Mann. Die einzelnen Tage des Monats zeigen Schwankungen gegen ihre Vorgänger von oftmals 5-600 Mann. Versammlungen. " " günstig gewesen, auch die Verhältnisse der Handweber haben sich| Dividende.- Die chemische Fabrik auf Attien ,, Konkordia" in 1E3 meldete sich nunmehr Uhrmacher Naether zum Wort, doch gebeffert. Diese haben im Kreise Glaz, namentlich auch die Zelt- Leopoldshall zahlt ihren Aktionären 18 pCt. Dividende gegen hatte derselbe kaum seinen Namen genannt, als auch bereits iveberei, vollauf Beschäftigung. In der Gegend von Reinerz 22 pCt. im Vorjahre. Da ist immerhin von schlechten Zeiten" Herr Baumgarten energisch dagegen protestirte, daß demselben wurden von Wollausgebern sogar durch die Zeitungen Hand- noch nicht gar so viel zu merken! Sas Wort gestattet werde, und der Borsitzende Herr weber gesucht."- Da haben die schlesischen Handweber zur dieser Abwechselung wenigstens einmal Aussicht, bei gutem Geschäfts- beitskammer Angaben machten über den Stand ihrer Arbeits32 Organisationen, welche im Auguft der englischen Ar- Böhme fügte hinzu, daß Naether überhaupt zu nicht Versammlung eingeladen fei, und zwar mit gange hungern zu können, denn bei dem Höchstlohne von 3 M. Iosen, zählten bei einer Mitgliederzahl von 321 941 deren denn auch richtig beschlossen, gegen 8 bis 10 Stimmen, Absicht, weil man ihn zu genau fenne.& wurde pro Woche, den sie zur Zeit verdienen können, kann absolut nur 22 743 oder 7,1 pct. gegen 6,2 pet. Arbeitslosen derselben Or- daß Naether das Wort nicht erhielt. Um ein Bild von der kleinein Hungerleben gefristet werden. ganisatinn im Juli. bürgerlichen Verworrenheit dieser durch das Kapital immer mehr bedrängten Kleinhändler und Uhrenflicker zu geben, genügt folgendes: Als der Genosse Wagner, den man jedenfalls für ungefährlicher erachtete, ausführte, daß die Uhrmacher sich daran gewöhnen müßten, die wirthschaftlichen Zustände nicht nur vom begrenzt fachmännischen Standpunkt aus zu beurtheilen, sondern vom Im sozialdemokratischen Wahlverein für den dritten allgemeinen politischen Standpunkte, da erklärte der Herr VorBerliner Reichstags- Wahlkreis besprach am 19. September igende: Hier dürfe keine Politik getrieben werden; wenn Herr Genosse Keßler die Vorschläge des Handelsministers von Ber: Wagener noch einmal das Wort Politik" in den Mund nehme, lepsch betreffend die Organisation des Handwerks. Um dem un- entziehe er ihm das Wort. Doch das Beste kam zum ausgesetzten Schreien der Innungen um Schutz des Handwerks Schluß. Als der Vorsitzende die Versammlung geschlossen, gegenüber dem Großkapital einerseits und den Arbeitern an- wollte der Genoffe Naether auffordern, am Dienstag, den 26. Sepdererseits in Etwas zu begegnen, sei der Minister, so führte der tember, in Gratweil's Bierhallen zu einer von ihm anberaumten Redner aus, mit einem ganz eigenartigen Plane hervorgetreten. öffentlichen Versammlung zu erscheinen, in welcher jede Meinung Das Handwerk soll gehoben werden. Das sei leichter gesagt, zum Wort kommen sollte. Indessen hatte derselbe kaum beDie Arbeiter anch in geistige Sklavenfeffeln zu schlagen, sich immer mehr vervollkommnenden Maschinentechnik; da ist Fäusten und Stöcken auf denselben eindrang, und nur dem energischen wie gethan. Wir leben im Zeitalter des Industrialismus, der gonnen, als man auch bereits von allen Seiten mit erhobenen laffen sich vor allem die Berggewaltigen angelegen fein. Aus fein Raum mehr für den Kleinbetrieb, er geht unaushaltsam Dazwischentreten einiger Genossen hat es Naether zu verdanken, Lütgendortmund berichtet man: Einem Bergmann, der sich er- seinem sicheren Untergang entgegen. kühnt hatte, auf legten Sonntag eine öffentliche Gewerkschafts- Macht im Staate, duldet teine Einschränkung und hat dieses oft Das Großfapital, die erste daß er noch mit heiler Haut davongekommen ist. versammlung hierselbst einzuberufen, wurde am folgenden Tage und aufs nachdrücklichste bewiesen. Mit dem Innungsrummel geht es Die Freie Vereinigung der Militärmühen Arbeiter vom Steiger erklärt, daß er entweder aufhören oder für zwei inzwischen immer mehr bergab. Nachdem von der Regierung erklärt tagte am Sonnabend, den 16. d. Mts. Zum ersten Punkt der Mark pro Schicht arbeiten müsse. Der Bergverwaltung war auf wurde, Zwangsinnungen und Befähigungsnachweis könnten nie Tagesordnung: Endgiltige Beschlußfassung des Lohntarifs, verbekanntem Wege gleich die Sache mitgetheilt worden. Der Ge- Gesetz werden, ist den Innungsmeistern der letzte Hoffuungsanter las Kollege Freyer den von der Kommission vollständig ausnoffe zog vor, die Abkehr zu nehmen, als für den horrenden in die Brüche gegangen, und ganz treffend erklärte einer ihrer gearbeiteten Lohntarif und wurde derselbe mit Ausnahme einiger Lohn von 2 Mark zu arbeiten. Die Bergarbeiter sehen hier Haupthähne auf dem Jnnungstage in Berlin: Dann sind und Abänderungen angenommen. Danach wurde die Einführung des wieder, daß nur eine stramme Organisation die Uebelstände bewaren die Innungen nur Wechselbälge.( 3uruf: Sehr richtig!) zehnstündigen Arbeitstages, sowie ein Minimal- Wochenlohn von feitigen kann; deshalb, Bergleute, tretet alle dem Berg- und Sie drohten damals der Regierung, allesammt ins sozialdemo- 22,50 M. festgesetzt. Hierauf beschloß die Mitgliedschaft einstimmig Hüttenarbeiter- Verbande bei! fratische Lager überzugehen. Doch um Sozialdemokrat zu werden, auf Antrag des Kollegen Fischöder am Sonnabend, 23. September, Der Staat als Arbeitgeber. Wie unser Nürnberger muß man Verstand besitzen, um die Dinge, die in der Welt vor mit den festgesetzten Forderungen an die Arbeitgeber heranzutreten. Parteiblatt berichtet, sind in der Güterhalle der dortigen Staats- gehen, begreifen zu können, und der fehlt leider den meisten der Sodann fordert Kollege Riehm die Kollegen auf, dem Prinzip, bahn Arbeiter beschäftigt, die bei elfstündiger anstrengender Innungshelden. Das weiß auch die Regierung. Das ganze Streben dem ein jeder Kollege sich verpflichtet, auch fest und standhaft bis Arbeit pro Tag 2 M., also pro Stunde noch nicht zwanzig der Innungsmeister ist hauptsächlich auf Unterdrückung ihrer Arbeiter zum letzten Augenblick zu bleiben. Zum 2. Punkt„ GewerkschaftPfennig verdienen. Von diesem Betrage gehen natürlich noch und größte Ausbeutung ihrer oft großen Zahl von Lehrlingen liches" wurde der Kommission anheimgelegt, noch einmal mit die Beiträge für Krankenversicherung ab, so daß die Arbeiter in gerichtet. Die Baugewerks- Zeitung", das Organ der Innungen den fehlenden, sowie indifferenten Kollegen Rücksprache zu nehmen. Wirklichkeit pro Woche 11 M. 52 Pf. nach Hause bringen. im Baufach, habe zu dem Vorschlage des Ministers zynisch er- Die nächste außerordentliche Vereinssitung findet am 23. d. M. Vielleicht beantworten unsere Sozialgewaltigen im Detail die klärt: Den Gesellen Vertretung in den Handwerkerkammern zu bei Rölling, Neue Friedrichstr. 44, statt und werden die Kollegen Frage, wie ein Arbeiter mit dieser Summe sich und seine Fa- gewähren, das wäre der Anfang vom sozialdemokratischen ersucht, sämmtlich in derselben zu erscheinen, um Bericht über milie ernähren, vielleicht noch einen Zehrpfennig zurücklegen und, Bukunftsstaat; und weiter, es sei ein Unsinn, den Arbeiter als die gestellten Forderungen zu geben. was die Hauptsache, mit seinem Loose zufrieden sein und sich gleichberechtigt mit dem Unternehmer hinzustellen, nur soviel, als Eine öffentliche Versammlung der Dachdecker tagte am nicht der Sozialdemokratie anschließen soll. Wenn es verlangt es dem Arbeitgeber beliebe, komme ihm zu. Das sei doch deutlich. am 17. September. Das Referat müßte von der Tagesordnung wird, wollen wir einen angemessenen Preis auf die Beant- Doch was biete nun der Vorschlag des Ministers? Die geplante abgesetzt werden, da der Referent nicht erschienen war. Alt= wortung dieser Fragen sehen. Organisation nach verwandten Gruppen, 3wangsgenossenGerechtes Lob- nach kapitalistischer Auffassung natür schaften," in welche alle Kleinmeister und die Unternehmer von Be, haus beantragt, auf die Tagesordnung des deutschen Dache lich gebührt der Direktion der Königsberger Maschinenfabrit, der Bahl ihrer Mitglieder über 30 Jahren einen Ausschuß nach tation. 3. Einheitliche Organisation. 4. Industrieverband oder Gerechtes Lob- nach kapitalistischer Auffaffung natür trieben unter 20 Mann hineinbezogen werden sollen, wählen aus decker- Kongresses folgende Punkte zu setzen: 1. Situationsbericht über die Stärke der schon bestehenden Organisationen. 2. Agidenn es ist ihr gelungen, wie ein hiesiges Börsenblatt berichtet, Art deffen an den Gewerbegerichten. Dieser Ausschuß wählt Bentralisation. 5. Nußen der Allgemeinen Dachdecker- Zeitung. die zu dann stieg. Auch hofft man, daß die Deutsche Wasserwerks- Aktien mit Einspruchsrecht beiwohnt und die als dekorative Beigabe auch genommen. Sodann wurde Kollege Beste als Delegirter und reduziren, trotzdem der Umsatz von 425 163 M. auf 619 269.ugeben hat, deren Verhandlungen aber ein Regierungskommiffar 6. Generalfommission und die Gewerkschaftsbewegung Deutsch lands. Diese Anträge werden von der Versammlung an Gesellschaft, deren Hauptaktionär obige Gesellschaft ist, in diesem einige Arbeitervertreter enthält. Die ganze Organisation wäre Mehrlein als Erfahmann zum Dachdecker- Kongreß gewählt. Jahre eine höhere Dividende als 1892 herauswirthschaften" in letter Linie die Verwaltungsbehörde, d. h. der Regierungs- Mehrere Redner sprachen sich in der weiteren Diskussion für eine wird. Soll natürlich heißen: Aus der Arbeitskraft heraus- präsident( in Berlin der Polizeipräsident). Neben diesen Ein anderes Unternehmen, die Winter'sche Papierfabriken in Bangs Berufsgenossenschaften dürfen auch Innungen be- Bentralorganisation aus. Bei der Aeußerung eines Redners, über die Lohnbewegung: Jeder muß sehen Brot für seine deren Aufgabe dann aber nur die ErHamburg, hat im Betriebsjahr 1892/93 173 812 m. aus ihren richtung und Verwaltung von Unterstügungskassen sein würde. Familie zu schaffen, löfte der Polizeibeamte die VersammArbeitern, heraus gewirthschaftet" gegen 139 221 M. Die Vertretung der Arbeiter in Genossenschaften und Handwerker- lung auf. im Vorjahre, trotz des Rückganges der Gesammteinnahme um fammern wäre gleich Null; deshalb seien die Vorschläge des In einer gutbesuchten Schneider- und SchneiderinnenAuf solche Weise bildet sich im Klassenstaat beim Unter- Ministers für die Arbeiter ebenfalls unannehmbar. Heut arbeitet versammlung am 18. September kritisirte der Kollege Auguſt nehmer die Humanität und Fürsorge für das Wohl der Arbeiter der Gefelle beim Kleinmeister, morgen vielleicht in einer Fabrit, Täterow in seinem Vortrage eingehend die Art und Weise, wo läßt sich da eine Grenze ziehen? Die Arbeiter verlangen wie einige Geschäftsinhaber sich bemühen, von den bewilligten gefeßliche Basis für ihre freien Organisationen. Die diese ein- Forderungen Abzüge zu machen. Redner schildert des Ausführ Wohlfahrtseinrichtungen für Unternehmer. Dem fchränkenden Vereinsgefete müssen fallen. Auch die Unter- lichen, wie in einer ganzen Anzahl von Geschäften, wo der Tarif Bericht des Dürener Fabrikinspektors für 1892-1898 entnehmen nehmer mögen sich nach ihren Wünschen organisiren. Gebe überhaupt nicht mehr eristirt, Abzüge auf Abzüge gefolgt sind. uns die wir folgendes: Eine große Weberei in Düren hatte unter dem man Roalitionsfreiheit wie in England und zu dem Afugeben der Werkstätten im Kaiser- Bazar verliest dann fürchten ftarten Wechsel des Arbeiterpersonals zu leiden. Im Jahre die Arbeiter bas Unter- Redner die Antwort, welche vom Inhaber Gerson der und 1888-89 mußten 164, im Jahre 1889-90 211, im Jahre 1890 gar nicht, die Regierung brauchte Agitationstommission zu theil wurde auf ihr Ersuchen unfruchtbaren, feiner Partei genügen- um in Näheres bis 1891 112, im Jahre 1891-92 nur noch 55 Personen neu sich nicht mit Danach Angelegenheit. foll ( Leb- hauptsächlich Der bauliche Veränderung Grund angelernt werden. Die Abnahme der neu anzulernenden Ar- den Organisationsplan, den Kopf zu zerbrechen. fein, beiter ist die Folge des Baues eines Mädchenpensionats und haftes Bravo.) Eine Diskussion wurde nicht beliebt. Durch und in dem die Schreiben Eröffnung der einiger Arbeiter Wohnhäuser, welche die Summe von 96 500 M. einstimmige Annahme der folgenden Resolution bewies die gut Werkstätten wieder in Aussicht gestellt. Redner Inüpfte gefoftet haben, während die Neu- Anlernung eines Arbeiters besuchte Versammlung ihr vollstes Einverständniß mit den inter- hieran die Klarlegung der Schwierigkeit des Wiedererlangens 100 Mart jährlich fostet. Da in dem Durchschnitt der erst effanten Ausführungen und den Forderungen des Referenten. dessen, was dem Arbeiter einmal genommen sei und tabelt das genannten beiden Betriebsjahre 137 Arbeiter mehr an Resolution. In Erwägung, daß die Gehilfenvertretung Verhalten der Militärschneider, welche die gegenwärtige günstige gelernt werden mußten, so ergiebt sich eine Ersparniß nach dem Vorschlage" des Ministers Herrn von Berlepsch zur Konjunktur vorübergehen laffen, ohne sie zur Besserung ihrer an Betriebskosten Don 13 700 Mark jährlich. Daß Organisation des Handwerks nichts als eine Scheinvertretung Lage auszunützen, und schloß mit der lebhaften Aufforderung an durch solche Einrichtungen auch ein fester Arbeiterstamm ge- ergiebt; die Konfektionsarbeiter und Arbeiterinnen fest zusammenzuhalten, wonnen werde, sei selbstverständlich. Besser als es hier zahlensich der Organisation, dem Verbande der Schneider und Schneidemäßig vom Herrn Gewerbe- Inspektor geschieht, tann der Beweis rinnen, anzuschließen. Nach einer 10 Minuten langen Pause, dafür, wem die sogenannten Arbeiter- Wohlfahrtseinrichtungen zu welche die Anwesenden eifrig benutzten, fich der Organisation gute kommen, nicht erbracht werden. Die Herren Unternehmer, anzuschließen, gelangte folgende Resolution zur Annahme: welche für ihre Vortheile ja ein feines Verständniß besitzen, haben ihr Geld in derartigen Unternehmungen nicht nur äußerst lutrativ angelegt, sondern sie können sich auch noch den Luxus erlauben, den Mantel der Humanität und Fürsorge für ihre Arbeiter umzuhängen. Der Unternehmer weiß ganz gut, was ein fester, an die Scholle gefesselter Arbeiterstamm werth ist. Dieser Arbeiterstamm" muß sich widerstandslos den Bedingungen des Unternehmers fügen, da ihn das Bleigewicht der sogenannten Wohlfahrtseinrichtung an jeder freien Bewegung hindert. pressen. rund 60 000 M. heran. D Frankreich, nehmerthum In Erwägung, daß die Arbeiterschaft eines Gewerbes eine untheilbare Körperschaft mit gleichen Interessen ist In Erwägung, daß es unzweckmäßig and schädlich ist, aus dieser Körperschaft heraus einen Theil, der zufällig und größten theils nur vorübergehend bei Handwerkern und Kleinindustriellen arbeitet, herauszuschneiden und ihm eine besondere Organisation aufzuzwingen; erklärt die heutige Versammlung: 1. Der Vorschlag zur Organisation des Handwerks" des Herrn Ministers von Berlepsch, so weit er die Gesellenvertretung anbetrifft, ist als ungenügend und schädlich zu verwerfen. 2. Es ist zur Vertretung der Interessen der Arbeiter gegenüber den großen und tleinen Betriebsunternehmern eine Organisation der Arbeiter nach Gewerben und Berufen erforderlich. = " wurde Dieser Die Versammlung erklärt: Daß es unbedingte Pflicht der Kollegen ist, für die Aufrechterhaltung der bewilligten Lohntarife einzutreten. Zu diesem Zweck ist es nothwendig, daß die Kollegen der einzelnen Werkstätten und Geschäfte mit einander Fühlung nehmen und sich zur Pflicht machen, für die bestehende Organisation, dem Deutschen Schneider- und SchneiderinnenVerband, zu agitiren. Die Agitationskommission wird ver pflichtet, den Verkehr namentlich mit den Kollegen der Geschäfte, welche Abzüge machen, anzubahnen, und bei geeigneter Zeit gegen diese entschieden vorzugehen." Die Unternehmergewinne erhalten sich trotz aller schlechten Rollege Briefemeister tabelt das Verhalten einiger Zeiten noch vielfach auf einer recht stattlichen Höhe. So zahlt 3. Diese Organisation kann nur auf der Grundlage der Kollegen bei Lehmann, die sich selbst für den alten Preis anfür das Geschäftsjahr 1892/93 die Aktiengesellschaft für Kar- Freiwilligkeit aufgebaut werden. bieten und verurtheilt scharf die Verhältnisse bei Adam wegen tonnagenindustrie zu Dresden- Loschwih bei gewohnt reichlichen 4. Diese Organisationen der Arbeiter dürfen nicht durch vereins der Schiebung von der ersten in die zweite Klasse. Kollege Abschreibungen wiederum eine Dividende von 20 pet. Die gesetzliche Bestimmungen an der freien Ausnutzung des Pfeiffer fügt zu allen vom Referenten angeführten GeMaschinenbau- Anstalt und Eisengießerei von Körner in Görlig Vereinigungsrechtes zur Erreichung günstiger Lohn- und schäften ausführliche Ergänzungen aller Mißstände und Geschäftserzielte einen Reingewinn von 150 414 M. und zahlt eine Arbeitsbedingungen zur Berbesserung der Lage der prattiken. Kollege Greschte wih berichtet über Mißstände Dividende von 7 pt. Die Hildebrand'schen Mühlenwerke zu Arbeiter Die gehindert werden. dem entgegenstehenden bei Schmidt u. Ziegel. Bur nunmehr erfolgenden Abrechnung Böllberg a. S. vertheilen eine Dividende von 13 pet. gegen Gesetze sind reichsgesehlich aufzuheben. vom Stiftungsfest gab Kollege Timm die Erklärungen, daß 15 pCt. im Vorjahre. Die Attien. Zuckerfabrik Badersleven 5. Die rechtlichen Verhältnisse dieser Arbeiterorganisationen, das Verzögern der Abrechnung erfolgte, weil ein tollege trob erzielte einen Gewinn von 297 708 M. Die Zuckerfabrit ihre Vertretung gegenüber den Organisationen der Betriebs- wiederholter Aufforderung nicht abrechnete. Die GesammtWrefchen erzielte einen Reingewinn von 176 151 M. und zahlt unternehmer und der Behörden find reichsgesetzlich zu regeln, fo Ginnahme beträgt 302,90 m. Ausgabe 173,05 M. Bleibt Be20 pet. Dividende. Die Zuckerfabrik Trendelbusch zahlt daß die Arbeiterorganisationen vollkommen gleich stand 129,85 m. 78,60 m. stehen bei besagtem Kollegen aus. 10 pet. Dividende. Die Zuckerfabrik Wendessen zahlt gar berechtigt den Organisationen der Betriebsunternehmer Da eine Regelung mit befagtem Kollegen bisher nicht zu er50 pet. Dividende bei einem Gewinne von 298 187 m.- Die gegenüber stehen und verhandeln, sowie sich zu gemeinsamer möglichen war, wurde der Antrag der Ortsverwaltung einstimmig Zuckerfabrik Nefinger schließt ihr Rechnungsjahr mit einem er- Thätigkeit mit ihnen verbünden können." angenommen, die Angelegenheit nunmehr der Staatsanwaltschaft zielten Gewinne von 165 820 m. ab. Die Mühlenbau- Anstalt Nach einer Pause zur Aufnahme neuer Mitglieder wählte die zu übergeben. Die Abrechnung von den drei legten Zuschneideund Maschinenfabrik vormals Gebrüder Seck in Dresden Versammlung ein zwölfgliedriges Komitee für die bevorstehenden kursen ergab: Ueberschuß der beiden ersten Kurse 42 M. erzielte einen Reingewinn von 169 820 M.( 62 819 Mart Stadtverordnetenwahlen im 16., 18. und 20. Kommunal- Wahlbezirk. 90 Pf. Defizit des letzten 7 M. 10 Pf. Bleibt ein Gesammtmehr als im Vorjahre) und zahlt 8 pet. gegen 7 pet. im Die Broschüre:" Fort mit dem Dreiklassen- Wahlgesetz in Preußen!" Ueberschuß von 35 M. 10 Pf. Schließlich wurde der Beschluß der Vorjahre Dividende. Die Maschinenbau- Anstalt Golzern vorm. von May Schippel steht den Mitgliedern auf allen Zahlstellen zur Lokalverwaltung mitgetheilt und einstimmig angenommen, daß Gottschald u. Nözli vertheilt 11 pt. gegen 10 pet. im Vor- unentgeltlichen Empfangnahme zur Verfügung. Zum Schluß vom 1. Oktober ab die Fachzeitung auch gratis den Mitgliedern jahre Dividende. Die Zuckerfabrit Neuwerk in Hannover er wurde einem Antrag zugestimmt, für die nächste Versammlung zugeschickt und daß den zureisenden Kollegen 20 Pf. pro Nacht zielte 314 051 M. Gewinn gegen 214 022 m. im Vorjahre und einen Vortrag über„ Die Bedeutung der Gewerkschaftsbewegung" Buschuß gegeben werde. Das Herbstvergnügen der Schneider vertheilt 12/3 pt. Dividende gegen 62/3 pet. im Vorjahre. auf die Tagesordnung zu stellen. und Schneiderinnen Berlins findet am Sonntag, den 15. Oktober, Die englische Wollwaaren- Manufaktur vorm. Oldroyd u. Blakebei Joël, Andreasstr. 21, statt. Die nächste Mäntelnäherinnenlen in Grünberg in Schlesien erzielte einen Nettogewinn von Eine allgemeine Versammlung der Uhrmacher( Prin- Bersammlung findet am 25. September im Berliner Prater und 210 000 M. Die Porzellanfabrik Königszelt hat die zu zahlende sipale) hatte der Verein Berliner Uhrmacher" zu Montag, den am Dienstag, den 20. September, eine große Schneider- und Dividende auf 10 pet. festgefeßt. Die Württembergische 18. September, nach dem katholischen Vereinshause in der Nieder- Schneiderinnen- Versammlung in der Berliner Ressource, KomRattun- Manufaktur Heidenheim wird 22 pet. Dividende zahlen wallstraße einberufen. Von den 700 Prinzipalen Berlins waren mandantenstraße, statt, in welcher der Redakteur der Fachzeitung, gegen 14 pet. im Vorjahre. Die Zuckerfabrik Alt- Jauer hat ca. 50 erschienen, um die Regierungsvorschläge zur Organisation Stühmer aus Hamburg einen Vortrag halten wird. eine Dividende von 11 pet. in Vorschlag gebracht. Die des Handwerks zu erörtern. Der Referent Stadtverordneter Falkensteiner Gardinenweberei und Bleicherei zahlt eine Baumgarten, sowie sämmtliche Diskussionsredner sprachen sich Die Barbier, Friseur- und Verrückenmacher- Gehilfen Dividende von 10 pt. bei einem Reingewinn von 180 208 m. gegen den Entwurf aus, und zwar deshalb, weil der Handel, hatten in ihrer öffentlichen Versammlung am 18. September auf - Die mechanische Baumwollzwirneret Kempten vertheilt eine biefes für den Uhrmacher wichtigste Gebiet feines Erwerbes, da der Tagesordnung: Stellungnahme gegen die Innungsmitglieder Dividende von 10 pet. gegen 8 pet., 6 pet. und 8 pet. in den durch in keiner Weise gehoben werde. Verlangt wurde dagegen, im Gewerbegericht. In seinem Vortrage hierzu hob der Kollege drei Vorjahren. Die Königsberger Handelstompagnie hat einen daß schärfere Maßregeln gegen Hausirhandel, Abzahlungsgeschäfte, iere hervor, daß acht Jnnungsmitglieder zugleich Mitglieder Reingewinn von 245 228 Wt. aufzuweisen und zahlt 20 pet. Offizier, Beamten- und Konsumvereine getroffen werden müßten. des Gewerbegerichts seien. Da dies ungefeßlich, habe man be Geselliger klub der alten 1 schlossen, bei der Behörde die Annullirung der Wahl zu be- Brivat- Theaterverein ibeler Geift 2", Abends 9 Uhr, im Märkischen| fälle; vom 10. bis 16. d. M. in Minst 126 Erfrankungen und Theater- Berein ,, ultania 2" 9% Uhr, Vorstädtisches antragen. Kollege Lipke schildert unter anderem, welcher Be- Hoi. Admiralftr. 18. Kasino, Ackerstr. 144. Theaterverein Freundestrets 9 Uhr im Restau- 38 Todesfälle; in Wilna 9 Erkrankungen und 4 Todesfälle und Charlero, handlung die Gehilfen ausgesetzt sind. So wurde ein Gehilfe sofort rant Bräuer, Solmsftr. 47. in Lomsha 70 Erkrankungen und 29 Todesfälle. entlassen, weil er bei der langen Arbeitszeit ermüdet eingeschlafen Turnverein Gesundbrunnen( Lehrlings- Abtheilung) turnt Montag 19. September. Zeitungsmeldungen zufolge sollen unter den war. Nachdem noch Stesniewsky, Lipke und Neumann und Donnerstag Abend von 8-10 Uhr, in der Zurnhalle, Pantstr. 26. Geselliger Klub Blau- Beilchen, Abends 9 Uhr, Restaurant Lehmann, Arbeitern in den Kohlengruben von Dampremy eine Anzahl verin der Diskussion gesprochen, gelangte folgende Resolution zur Naunynstr. 44. Verein ehemaliger 22. Gemeindeschüler, punti dächtiger Erkrankungen vorgekommen sein, von denen 9 einen Annahme: In Erwägung, daß Mitglieder einer Innung nach 9 Uhr bei Schröder, Stegligerstr. 18. Pfropfenverein Webbing, Abends tödtlichen Ausgang nahmen. Eine amtliche Mittheilung bezüg§ 97a und 100 a der Gewerbe- Ordnung zum Gewerbegericht abends im Restaurant Göß, Oranienſtr. 163. 8 Uhr, bei Helterhoff, Antonstr. 5.- Bergnügungs- Verein Renata 9 Uhrlich dieser Erkrankungen ist noch nicht erfolgt. Die GesundGefangverein Proletariat Rom, 19. Septbr. weder wählbar noch wahlberechtigt sind, protestirt die Versamm( gem. Chor) Abd. 9 Uhr, Uebungsstunde b. Möwes, Böchstr. 8.- GeselligerBereinheits- Kommission ist zusammengetreten. lung energisch gegen die Giltigkeit der Wahl der hiesigen üniverfum, Sigung mit Damen Abends 9% Uhr b. Hagemann, Lothringer In den letzten vierundzwanzig Stunden famen in Livorno 5 ErInnungsmitglieder zum Gewerbegericht, und beauftragt die Straße 81. Vorträge, Fidelitas. Moabiter, Stephanftr. 23, bei Sittfo, Abends um 8 Uhr und frankungen an Cholera und 1 Todesfall vor. In Rom starb Versammlung die Agitationskommission bei der vorgesetzten Be- jeden Donnerstag nach dem 15. im Monat Sigung mit Damen. Geselliger eine von den zwei noch im Cholera Lazareth befindlichen Perhörde die Üngiltigkeit der betreffenden Wahl zu beantragen." Verein univerfum, Sizung Abends 9% Uhr, im Restaurant Neumann, sonen; die andere, eine Frau, schreitet der Genesung entgegen. Linienftr. 19: Vorträge, Fidelitas. Verein Gemüthlichkeit und Klub Als Delegirter in die Gewerkschaftskommission, wurde provisorisch umor, Abends 9% Uhr, Lothringerstr. 105: Geselliges Beiſammensein mit, London, 19. September. Unterhaus. Der Präsident der der Kollege Liere gewählt, als dessen Stellvertreter Kollege Damen, Fidelitas und Tanz. Männergefangverein Sangesfreunde, Lokalverwaltung, Fowler, erklärt, daß, mit Ausnahme von drei Keil. Eine längere erregte Debatte entspann sich wegen der Aben de 9-11 Uhr, Paßenhofer Ausschant, Sandsbergerstr. 82. Verein oder vier Häfen, alle Häfen Großbritanniens das ganze Jahr Es sei absolut unbeErgänzungswahl der Agitationskommission. Schließlich wurde aldesgrün, Abends 9 Uhr Sigung bei Nebelin, Langestraße 108. auf Antrag dieser Punkt bis zur nächsten öffentlichen Verſamm- hauserstr. 42. Bithertlub Gleich beit, 9 Uhr abends, bei H. Reimann, Alte Schön- hindurch cholerafrei gewesen wären. Privat Theaterverein Crescendo bei Maißner, Garten- gründet, daß in irgend einem Theile des vereinigten Königreiches lung vertagt. ftraße 162: Sigung mit Damen. Theaterverein Ma i glödchen, Eng- eine allgemeine Epidemie der astatischen Cholera geherrscht habe. lischer Hof, Neue Roßstr. 3. - Kopenhagen, 19. September. Der Justizminister hat Friedrichshagen. Sonnabend, den 16. September, fand Rauchtiub Kollegia, Abends 9 Uhr, bei Hermann Rohr, Naunyn: straße 78. eine öffentliche Voltsversammlung statt, in der Frau Greifen-. Gaspar, Reichenbergerstr. 113a.- Rauchklub Ohnesorge, Abends 9 Uhr burg und anderen Glbhäfen, sowie aus Lübeck und Kiel erst Rauchtlub Waldesgrün, Abends 8% Uhr, Restaurant heute eine Verfügung erlassen, wonach Herkünfte aus Hamberg an stelle des nicht erschienenen Frl. Wabniz über das all- Restaurant Buder, Gräfestraße 18. Rauchklub Kernipige, Abends gemeine Stimmrecht referirte. In der Diskussion sprachen sich Uhr, b. Reftaurateur Schroper, Stephanſtr. 45.- Klub O b n estre it, licher Untersuchung die Erlaubniß zur Landung erlangen können. Rauchklub Arabi Bascha, nach Vorzeigung eines Gesundheitsscheines, eventuell nach ärztfämmtliche Redner im Sinne der Referentin aus. Eine sich zu abends 9 Uhr Springstubbe's Restaurant, Manteuffelstr. 67. Rauchflub Passagiere aus diesen Häfen werden einer fünftägigen ärztlichen stimmend zum Referate aussprechende Resolution wurde darauf Süd- West, Abends 9 Uhr, Simeonſtr. 23 bei Flick. Rauchklub Brüder= Beobachtung unterivorfen. Die Einfuhr von Lumpen, nicht des= Itch feit, von 9 bis 11 Uhr bei Stabernack, Bücklerstraße 49. einstimmig angenommen. tlub Nordstern, jeden Donnerstag nach dem 15. im Monat bei infizirter Kragwolle, benutzten Leinen, Kleidungsstücken, Bettzeug, Berliner Schachklub. Donnerstag, den 21. September, Abends 8% Uhr, E. Heinice, Friedrich Karlstraße 11, Friedrichsberg. Rauchtlub Suausgenommen desinfizirtes Reisegut, aus den erwähnten Häfen Ohmgaffe. matra, Abends 8% Uhr, im Restaurant Krause, Gitschinerstr. 93. Statist verboten. Die Verfügung tritt mit dem heutigen Tage in Verband deutscher Barbiere, Friseure und Perrüdenmacher ( Zweigverein Berlin). Donnerstag, den 21. September, Abends 10 Uhr, flub Rüd wärts, Abends 8% Uhr bei Arndt Ballisadenstr. 47. Stat: Kraft. Brest, 19. Sept. Heute starben hier acht Personen Rosenthalerstr. 38, Mitgliederversammlung. Nichtmitglieder willkommen. an Cholera. Pest, 19. September. Nach dem heutigen Arbeiter- Bildungsschule. Donnerstag Abends 8%-10% Uhr: Süd): Schule, Mariendorferstr. 5( bei Grube): Unterricht in Deutsch( oberes. Cholera- Bulletin sind in den letzten 24 Stunden 19 Personen Südost- Schule, Reichenbergerstr. 133: Unterricht in Kaufmännischem an Cholera erkrankt und 18 gestorben. Rechnen, Korrespondenz und Geschichte. Ost Schule, Martussir. 31: Unterricht in Physiologie. In allen Unterrichtsfächern, mit Ausnahme Mathematik und Buchführung, tönnen noch Schüler und Schülerinnen, auch jetzt im Laufe des Semesters, eintreten. 8% Uhr, bei Lese- u. Diskutirklube. Donnerstag. Dieggen, Abends 8% Uhr, bei Schröder, Wiesenstr. 39.- Neue Beit, Abends 8 Uhr, Boyenstr. 40, bet Giesheit. Süd- Ost, bei Zoltsdorf, Sorauer- und Görligerstraßen Ecke. ,, Klub der Freunde" bei Gnadt, Swinemünderstraße 120. Safenclever, Abends 8½ Uhr, Restaurant Bischof, Baumschulenweg Flora, Abends 8% Uhr. bet Stahl. 1 Mai= 1 Stattlub Tournee, Abends 8 Uhr, bei Ulrich, Wrangelstr. 84. tlub Gordischer Knoten Abends 9 Uhr, bei Schilling. 1 Rauch= Schießtlub Tell, Abends 8 Uhr bei Nagel, Schwedterstr. 23. Tambour- Berein Einigkeit bei Haupt, Staligerstr. 102. Um 9 Uhr uebungsstunde, nach derfelben Sizung. Aufnahme neuer Mitglieder. Vermischtes. unber Depeschen. ( Wolff's Telegraphen- Bureau.) Der neue Herzog von Sachsen Koburg Gotha hatte nach dem Brauch fürstlicher Herren in seinem neu überkommenen Herrschaftsgebiet eine Jagd zu pachten gesucht, um seinem Jagdbedürfniß auch über den Umfang der herzoglichen Forsten hinaus Befriedigung gewähren zu können. Der Herzog hatte deshalb Die Cholera. Hamburg, 19. September. Infolge des der Gemeinde Tambach das Angebot gemacht, deren Jagd auf Treptow. Sozialistischer Lese- und Diskutirklub Abends ungünstigen niedrigen Wasserstandes der Elbe sind 107 Kähne 3ölf Jahre zu einem Preise von 12 000 M. zu pachten und ihr 8 Uhr, Reichenbergerstr. 157, Gigung. Distutirtlub, 3eitgeist" jeden Donnerstag nach dem 1. und 15. des Monats bet Tempel," Langeftr. 65, Abends der deutschen Elbschifffahrts- Gesellschaft Rette", welche im auch die Verfügung über eine Quelle zu überlassen, die bei der 8½ Uhr. ,, Brüderlich feit" Abends 9 Uhr, im Restaurant Wernau, hiesigen Hafen liegen, an der Weiterfahrt verhindert. Die Herstellung einer Wasserleitung für den Ort wichtig ist. Der Rosenstr. 30.- Distuṭirklub„ Gleichheit"( Weißensee) bei Hannemann, zur Quarantänestation, Concordia", welche am 15. d. M. aufgehoben Gemeinderath ging jedoch hierauf nicht ein; mit 7 gegen Arbeiter- Sängerbund Berlins und Umgegend. Alle Aenderungen im worden war, wurde wieder eröffnet, aber noch nicht in Benutzung 3 Stimmen wurde beschlossen, die Jagd nur auf sechs Jahre Bereinskalender find zu richten an Friedrich Kortum, Manteuffelstr. 70. genommen. Hamburg, 19. September. Einschließlich der gegen ein Entgelt von 6000 M. zu verpachten, worauf wiederum Donnerstag. Uebungsstunde Abends 9 Uhr. Aufnahme neuer Mitglieder. gestern bereits gemeldeten 3 verdächtigen Fälle sind von gestern der Herzog Alfred nicht einging. Nun intervenirte das LandSt. Urban, Annenstr. 9, bei Prog. Kornblume, Blumenstr. 54, bei Wuttke. Frühlingsluft, Bülowstr. 59, bei Werner.-Brebelichtus, Morgen bis heute Morgen 4 Cholerafälle gemeldet, darunter rathsamt Ohrdruf, das dem Bürgermeister von Tambach eine Annenfir. 16, bei Ehrenberg.--Weiße Rose. Reinickendorf, Seeschlößchen bei 1 Todesfall. Außerdem wurden bei einem Typhuskranken und Verfügung übersandte, worin ausgesprochen wird, daß der AusBöttcher.- Morgenroth 1, Rummelsburg, Berlinerstraße 9, bei Friefecte. bei einem an leichten Durchfällen leidenden Gelegenheits- schuß mit seinem Beschlusse nicht das Wohl der Gemeinde verDorf glödlein, Wilmersdorf, Berliner- und Auguststr.- Ecke bei Schulz. Ginigteit( Sutmacher), Pappel- Allee 3/4, b. A. Meinhardt.- Harmonie, Arbeiter Kommabazillen gefunden. Unter den gestern gemeldeten trete". Der Gemeinderath beabsichtigt demgegenüber die EntHamburg, 20. September. In scheidung des herzoglichen Staatsministeriums bezw. des Landtags Tempelhof, Dorfftr. 10, bei Gerth.- Ost- und Westpreußischer Männer Fällen ist kein neuer Todesfall. Gefangverein, Solzmarttftr. 3, bei Deter.- Edelweiß, Melchior den letzten 24 Stunden wurden 10 neue Erkrankungen an Cholera anzurufen. Die Welt wird ja nun sehr bald sehen, wer Recht straße 15, b. Stehmann. Borax, Wienerstr. 31 b. Drügemüller. glöckchen 2, Süd- Ost, Reichenbergerstr. 16 b. Pagold. Freie Sänger, gemeldet, 2 der Erkrankten sind gestorben. Die Fälle sind über das behält: die Tambacher oder ihr neuer Landesvater. Krautftr. 6, bei Rudolf. 3utunft 3, Welten, bei W. Grunow.- Kreuz ganze Borstadtgebiet zerstreut. In der inneren Stadt und im Hafen ist berger Harmonie Fichtestraße 29, bei Kräsche. Nordstern, bisher kein Cholerafall vor gekommen. Von den früher erkrankten Müllerstr. 7 bei Reichardt. Morgengrauen,( Bäcker), 3 bis 5 Uhr Personen ist eine gestorben. Die übrigen Fälle verlaufen meistens Nachmittags, Gipsstraße 3 bet Pyrtec.- Steinfeger Sängerchor, Altona, 20. September. Hier sind zwei ErLiedes Echo, Reichenberger: sehr leicht. Kaftanien Allee Nr. 28 bei Maiwald. straße Nr. 145-146 bei Brandt. Liedertafel Westend. Blumenthal frankungsfälle an Cholera gemeldet worden, von welchen der straße 5 bei Behrendt. Vorwärts 9, Charlottenburg, Schillerstr. 102 eine einen Kaufmann in der Mathildenstraße, der andere eine Gesangverein Abendroth in Deutsch- Wilmersdorf bei Das Hamburger Mölter. Gefangverein der Studateure Berlins und Umgegend, Seydel alte Frau in der Holstenstraße betrifft. straße 30 bei Preußer.- Arbeiter- Gesango. Spandau Lynarstraße Restaurant Medizinalkollegium giebt bekannt, daß durch eine muthet eingetretene Bodenſenkung im alten Schöpftanal auf gewissen Wasserständen ein Zufluß Schüßenltest.- Gesangver. Felsenfest( Gem. Chor), Badjir. 12, Victoriagarten. Der Kaltenhofe bei Gesangverein Gollegia 2( freie Bereinigung der Zivil- Berufsmusiker), Neue von Elbwasser zum Gesammtfiltrat stattgefunden hat. Friedrichstr. 44, bei Nöllig. Gesangverein der Kür schner, Landsberger: nöthigen Vorkehrungen zum Abstellen dieses Uebelstandes sollen straße 31 bei Seehausen. Gesangverein Arion in Wittenberge, bei Inwieweit diese Verschlechterung des Goring. Gefangverein Glodenrein( gem. Chor) Kastanien- Allee 95/96. getroffen worden sein. Steinnelte, Röslinerstr. 17. Sängerrunde, kottbuserstr. 6 Trinkwassers auf die gegenwärtigen sanitären Zustände in Hambei Braun. Friedrichsberg- Lichtenberg, Frant furter Chauffee bet Müller. Treu un burg eingewirkt haben, lasse sich selbstredend nicht konstatiren. Gefangverein Brüder ſaft Stan Ronstantinopel, 19. September. In den letzten 48 Stunden Fest, Lebuferstraße 5 bei Nemiz. fchreiberstraße 29" Bum etfernen Stab". Gesangverein Freundes- sind in der Frrenanstalt zu Scutari 2 Personen an der Cholera treue( gem. Chor), Landsbergerstr. 31 bei Seehausen. Gesangverein Einerkrankt, 3 gestorben und 8 von der Krankheit genesen; in der tracht 2, Neu- Glienice, Rudowerstraße bei Hasdorf. Iris" Naunyn( gem. Chor) Böchstr. 8 Stadt Scutari find 5 erkrankt, 21 gestorben und einige Straße 86, bei Friz Zubeil. Waldesgrün" bet A. Moewes. Bergnügungsverein e Ifenfeft" in Rixdorf, ger genesen. Weder in Galata noch in Pera sind mannstraße 167 bei Fülleborn. Arbetter- Gesangverein Oranienburger Erkrankungen vorgekommen. In Smyrna erkrankten am Die Bergwerksbefizer von Lanarkshire haben in einer VerBorstadt, Hochstraße 32a, bei Wife. Gefangverein 8iber tee 1, Guvry Sonnabend den 17. d. M. 4 Personen und starben 21; sammlung beschlossen, falls die Bergarbeiter sich weigern, fünf straße 24, bet Thielsch. Flöter'scher Gesangverein, Koppenftr. 43 c vom 6. bis 13. d. M. erkrankten dort 55 und starben 15. bei Lorenz.. Glühlight( gem. Chor), Perlebergerstr. 28, bet Sermerschmidt. Petersburg, 19. September. Bom 14. bis 17. D. M. tamen age in der Woche zu arbeiten, eine Lohnherabsetzung eintreten Bund der geselligen Arbeitervereine Berlins und Umgegend. Alle Zuschriften den Bund betreffend sind zu richten an: Senter, hier 206 Erfrankungen und 81 Todesfälle an Cholera vor; am Die Grubenbesiger von Northumberland haben die von den Bergmannstr. 21, Hof 3 Tr. Donnerstag: Bergnügungsverein Bruder 13. und 14. d. M. in Kronstadt 2 Erkrankungen und 2 TodesArbeitern geforderte Lohnerhöhung zurückgewiesen. bund, Andreasstr. 3 bei Noll. Rauchtlub Graue Wolfe, Krautstr. 48. fälle; vom 11. bis 15. in Moskau 33 Erkrankungen und 17 Todes= Musttverein Osiris, Adalbert Straße 21. Lens, 20. September. In der heutigen Sigung des KonEiche( vor dem Halle'schen Thor), Solmsstr. 1 bei Razorke. Stegel fälle; am 13. d. M. in Warschau 1 Erkrankung und 1 Todesfall; Klub„ ustige 13", Wienerfir. 1 bei Boll.- Vergnügungsverein Jugend vom 3. bis 9. d. M. in den Gouvernements Wolhynien presses der Bergarbeiter machte der Deputirte Basly den VorIuft, Ohmgaffe 2 bei Krebs. Nauclub Frisch auf Roppenſtr. 43 bet 303 Erkrankungen und 115 Todesfälle, Woronesh 461 Er- schlag, ein Schiedsgericht anzunehmen. Der Kongreß stimmte im Fülleborn. Rauchflub Dezimalwaage, Strautstr. 36 bei Infinger. frankungen und 254 Todesfälle, Kiew 1022 Erkrankungen und Prinzip mit 81 gegen 21 Stimmen der Einsetzung eines SchiedsGesang-, Turn- und gesellige Berzine. Donnerstag. Männer: 398 Todesfälle, Kurst 474 Erkrankungen und 157 Todesfälle, gerichts zu, unter der Bedingung, daß bei den Besprechungen Gesangverein Alt- Dessau, Abends 9 Uhr, bei Kind, Wrangelstr. 91. Moskau 392 Erkrankungen und 162 Togesfälle, Orel 411 Er zwischen den Arbeitgebern und den Arbeitern auch Vertreter der Weißensee und umgegend. Donnerstags und Sonnabends Abend; frankungen und 157 Todesfälle, Radom 27 Erkrankungen und Presse zugegen sein sollen. bet Müller( Pfeifenmüller), Königs Chauffee. Männer Gesangverein 17 Todesfälle, Tula 331 Erkrankungen und 120 Todesfälle, Zyrolienne, Abends 9 Uhr bei Faustmann, Reichenbergerstr. 73a. Gefangverein Gio denrein, gemischter Chor, Abends von 9 bis 11 Uhr schernigow 216 Erkrankungen und 67 Todesfälle; vom 27. Aug. bis 9. September in Podolien 2362 Erkrankungen und 777 Todes= Kieters. men. Gesangverein, Vorwärts 2" Schönhauser Allee 28, bei Kuhl= Arbeiter- Gesangverein 2 yra 2, Charlottenburg, Berlinerstr. 86, im Alpenrose, Grenzstr. 16 bei Seidel. " Lübbenerstr. 30, bei Wilhelm Meyer. Frohsinn 2, Berein Grüne Lorenz. Vergnügungsverein Felsen fest, Rigdorf, Hermannstr. 167 bei Gesangsabtheilung des sozialdemokratischen Arbeitervereins für bet Knapp, Kaftanien- Allee 95/96. Musik- Automaten für Restaurateure, große Auswahl zu Kauf und Miethe, sowie alle Musikwerke zum Drehen und selbstspielend( alle mit Arbeiterliedern) von 5 M. an. Außerdem alle Streich, Schlag- und Blasinstrumente. Harmonikas aus der sächs. Arbeiter- Industrie. Aug. Kessler, 51, Lausigerstr. 51. 47728* Altenberg's them. 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Auch in dem Kohlenbecken des Departements Hérault gewinnt der Streif an Ausdehnung. Die Zahl der Ausständigen beläuft sich auf etwa 800. London, 20. September. Hier wird allgemein angenommen, daß der Bund der Grubenbesther, welcher morgen hier elbst eine Versammlung abhalten wird, ein Komitee für eine Konferenz mit den Grubenarbeitern ernennen werde und daß diese Konferenz mit einem Vergleiche endigen werde, welcher den Ausstand be= seitigt. zu lassen. Roh- Tabak A. Goldschmidt, 4435L am hiesigen Plaze wie bekannt grösste Auswahl! Garantie für sicheren Brand. Streng reelle Bedienung, billigste Preise! Sämmtliche im Handel befindl. Rohtabate sind am Lager. A. Goldschmidt, Oranienburgerstr. 2. Möbel u. Polsterwaaren Aug. Herold, geschäft, Fenner, 9, aufgelöst wird, Jede Uhr Gruppenbilder unserer 44 Reichstags- Abgeordneten liefert in 4 verschiedenen Größen zu billigen Preisen P. Friedemann, Photograph, Dresden, Ammonstraße Nr. 70. Wiederverkäufern hohen Rabatt. Homöopath. 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Drud und Verlag von Mag Bading in Berlin, SW, Beuthstraße 2.