Kr. 395. flbonnementS'ßedingungen: «Bonncmcntä- Preis pränumerando! Picrlcljährl. Ml, vionaiL 1,10 Mk,, Ivöchentiil!) Iii Pfg. frei ins Haus. Ginjclnc Nummer 5 Pfg. Sonniags- inunmcr ini« illufiriertcr SonniagS- Peilage„Die Neue Well" 10 Pfa. Post- Sponnenicni: 1,10 Mar! pro Monat. Eingeiragen m die Poft-Zeitungs- Preisliste. linier Ureuzband für TciUsililand und Oesterreich> Ungarn 2 Mark, für das übrige Ausland y Mark pro Monat. Poftabonncments nehme» au: Belgien. Dänemark, Holland, Italien. Liizenidurg.'tiortugal, Ruuiänicn, Schmede» und die Schweiz. 28. Jahrg. Crldxint isgiich außer montagi Verlinev Dolksblcltt. Zcntralorgan der fozialdemohratircheti partei Deutfcblands. Die TnlertlonS'Gebflbr beträgt für die fechsgespaltene Kolonel- zeile oder deren Raum 00 Pfg., für politische und gewerlfchafillche Vereins. und VerfaniiiiIungs.Anzeigen 80 Pfg. „Ulein. �nreigen", das settgedruikte Wort 20 Pfg.(zuläffig 2 fettgcdru�ie Worte), jedes weitere Wort 10 Pfg. Etellengciuche und Schlaf ftcllenan- »eigen daS erste Dort 10 Pfg., jede» weitere Dort ö Pfg. Worte über löBuch- staben zählen für zwei Worte. Inserate für die nächste Nummer niülsen bis B Uhr nachinittags in der Sxvediiion «pgegebc» werden. Die Erpedition ijt bis 7 Uhr abendS geöffnet. relezrainin- Adresse: »S»laliic»«likzi Scrli»". Redaktion: SM. 68» I�indensPpasse 69. Fernsprecher: Amt Morinplat?. Nr. IS83. Arbeiter! Parteigenossen! Das höchste Necht des Ttaatsbürgers ist das Wahlrecht! Ausüben kann es aber nur der, der in der W ä h l e r- liste steht. Diese Liste liegt nur noch bis zum Donners- tag ans. Benutzt die kurze Zeit zur Einsichtnahme, um Euch Euer Wahlrecht zu sichern! Die AuSlegcstellen sind in der 1. Beilage der heutigen Nummer enthalten. Kaub des Koalitionsrecbts. 11. Ein die gesamte Arbeiterklasse umfassendes, gesichertes, geschicktes Koalitionsrecht ist dringend erforderlich zum Schutz gegen eine willkürliche und schrankenlose Ausbeutung der Arbeitskraft, zur Erringung besserer Lohn- und Arbeits- bedingungen und zur Hebung der Kultur. Der Vorentwurf zum Strafgesetzbuch, weit entfernt das Koalitionsrecht zu schützen, entzieht es großen Kategorien von Arbeitern direkt und bringt Vorschriften, die die Ausübung des Koalitionsrechts noch weit über das geltende Recht hinaus mit schweren entehrenden Strafen belegt. Der größte Teil der Landarbeiter entbehrt in Deutschland des Rechts der gemeinsamen Verabredung der Arbeitsniederlegung zwecks Erringung besserer Lohn- und Arbeitsverhältnisse. Dabei soll es bleiben. Mit Gesängnis bis zu einem Jahre sollen auch fürderhin die so jämmerlich gestellten Landarbeiter für den F�ll bedacht werden, daß sie eine Arbeitsniederlegung ivegcn zu jämmerlichen Lohns und zu empörender Behandlung vereinbaren. Es gibt noch viele Kreise, in denen nach den amtlichen Ermittelungen der Tagelohn für erwachsene männliche unter 1,50 M., der für erwachsene weibliche Arbeiter unter 1 M. beträgt. Dabei soll es bleiben. Auflehnung dagegen soll künftig nicht nur mit Gefängnis, sondern auch mit Arbeitshaus und Zucht- Haus bestraft werden können. Ein Paar in Schlesien an der Dreschmaschine beschäftigte Arbeiterinnen erhielten ganze 33 Pfennige als Tagelohn. Sie verabredeten Nieder- legung der Arbeit, um ein Paar Pfennige mehr zu erhalten und legten die Arbeit nieder. Sie wurden sünitlich zu Gefängnis, eine von ihnen, die als„Radelsführerin" bezeichnet wurde, gar mit mehreren Monaten Gefängnis bestraft. Werden da der Krautbaronie und Schlotjunkerschaft ge- nehmere Vorschläge des Vorentwurfs zum Strafgesetzbuch, über dessen Gestaltung der kommende Reichstag zu entscheiden hat, so könnte gegen so geplagte Arbeiterinnen gar aufZuchthans und Ar- beitShaus erkannt werden, s olvie sie drohen die Arbeit niederzulegen, wenn ihr Lohn nicht erhöht wird l Auch Arbeiterkatcgorien, die das Koalitionsrecht heute haben, soll das Koalitionsrecht entzogen werden. Die§8 184 und 1S3 enthalten ein Streikverbot für die Arbeiter der öffentlichen Betriebe. Der§ 184 lautet: „Wer vorsniilich den Betrieb einer dem öffentlichen Verkehr bicncndcii EiscnbnH» oder der Post oder einer zur öffentlichen Bcr- sorzung mit Waffcr oder Beleuchtung dienenden Anstnlt verhindert, wird mit Gefängnis bis zu drei Jahren oder mit Hnft, bei mildernden Umständen mit Geldstrafe bis zu eintausend Mark bestraft." Zu den Eisenbahnen! im Sinne dieses Paragraphen ge- hören nach der Begründung auch die Straßenbahnen. In§ 185 wird diese Strafbestiinmung auf Telegraphen-, F e r n s p r e ch- und Rohrpost an lagen ausgedehnt, für die schon jetzt im 318 des Strafgesetzbuchs eine ähnliche. aber mildere Strafbestimmung besteht. Begriindet werden diese Vorschläge damit, daß„die durch ein allgemeines Un- gliick, z. B. einen Massenaus st and oder ettva einen Auf- rühr oder Krieg geschaffene Lage in bedrohlicher Weise verschärft wird, wenn in der bezeichneten Weise die Heranziehung auswärtiger Hilfe wie das Verlassen des Ortes unmöglich gemacht wird."(S. 591.) Die erwähnten Para- graphen heben das Vereins- und Koalitions- recht der Postbeamten, Eisenbahner, eines großen Teiles der Gemeindearbeiter und Staatsarbeiter tatsächlich auf. Sie enthalten ein strafrechtliches Verbot des Streiks und der Streik- Verleitung der genannten Arbciterkategorien. Das zeigt klar die Begründung. Dort wird besonders darauf hingewiesen, daß die strafbare Betriebsverhinderung auch dadurch herbei- geführt werden kann,„daß die Angestellten der Eisenbahnen oder der Post von dritter Seite durch Gewalt oder Drohung von der Ausübung ihres Dienstes zurückgehalten werden. Endlich können auch die Augestellten selbst durch Pflicht- widrige Verweigerung ihrer Dienste den Betrieb unmöglich mackien"., Nicht nur die Vcrkehrsarbciter, auch alle Hafenarbeiter. Seeleute. Heizer, Kabelarbciter, Metall- a r b e i t e r und Holzarbeiter, die z. B. mit dem Bau von Eisenbahnwagen beschäftigt sind, Bergarbeiter, kurz alle Arbeiter, die mit Materialien für Eisenbahn-, Post-, Tele- graphen-, Fernsprech- oder Rohrpostanlagen zu tun haben, sind durch diese Strafvorschriften bedroht. Das Verlangen unsercr Reaktionäre und der Regierungen, die Arbeitsnied«.1egung der Verkehrsarbeiter unter Strafe zu stellen, ist erfüllt; Das Zentrum, dessen koalitionsrechtsfeindliche Stellung insbesondere durch sein Vorgehen in Bayern gegen den süddeutschen Ver- band so blitzhcll beleuchtet ist, triumphiert als willigster Helfershelfer der Scharfmacher von Schlots- und Halmgnaden. Ilm die allgemeinen Vorschriften des Strafgesetzbuch- entwnrfS gegen das Koalitionsrecht aller Arbeiter richtig würdigen zu können, muß man sich die vom Reichsgericht gebilligte Rechtsprechung vergegcinvärtigen. Tausende von Streiks und Streikankündigungen haben bis in die Mitte der achtziger Jahre stattgefunden, ohne daß es je einem Staatsanivalt oder Gericht oder irgend einemRechtsgelehrten beigcfallen wäre, die Ankündigung des reichsgesetzlich gewähr leisteten Rechts als eine Erpressung oder einen E r p r c s s u n g s v e r s u ch zu betrachten. Das wurde seit 1887, wo der Minister v. Puttkamer im Reichsimge erklärte, hinter jedem Streik lauere die Revo- l u t i 0 n, anders. Das Leipziger Landgericht verurteilte im Jahre 1887 die Ankündigung eines Streiks zwecks Besserung des Lohnverhältnisses als— Erpressung! Und das Reichsgericht hat diese jedem gesunden Rechtsgefühl ins Gesicht schlagende Auslegung gebilligt und in ständiger Rechtsprechung trotz der gegen diese Rechtsprechung gerichteten Kritik beibehalten und erweitert. Wodurch ist eine solche Rechtsprechung, die die Ankündi- gung des Gebrauchs des Koalitions rechts, die jede fricd- liche Vereinbarung zur Beilegung des StreiE mit dem Mittel der Erpressung bchaften läßt, juristisch möglich geworden? Es erpreßt, wer, um sich oder anderen einen rechtswidrigen Vermögensvorteil zu verschaffen, durch Drohung oder Gewalt jemanden zu einer Handlung, Duldung oder Unterlassung nötigt. Die Hincinzerrung des Gebrauchs des Koalitionsrechtes in diesen Begriff hat das Reichsgericht durch Auslegung der Begriffe„rechtswidriger Vermögensvorteil" und„Drohung" zustande gebracht.„Rechtswidriger Ver- mögensvorteil" sei jeder Vorteil, auf den jemand zur Zeit der Drohung keinen rechtlich verfolgbaren Anspruch habe. Drohung sei das Jnaussichtstellen eines Uebels, also auch die Androhung eines Streiks; auf die Form komme es nicht an. auch ein Rat, eine Bitte, ja eine konkludente Handlung ge- nüge. Unsere Leser entsinnen sich, daß der von sozialdemokratischer Seite noch im letzten Reichstag unternommene Ver- such, diese unsinnige, geradezu gemeingefährliche Auslegung für die Zukunft zu ändern, leider gescheitert ist. Verurteilt wurden auf Grund dieser Praxis viele Arbeiter und GeWerk- schaftsführer wegen— Erpressung. Die Forderung. einen Tarif zu befvilligen unter Ankündigung der Sperre, brachte einer Reihe Arbeiter sechs Monate Gefängnis ein. Der Maurer Duda wurde gar in Dresden zu sechs Monaten Gefängnis und drei Jahren Ehrverlust verurteilt, weil er unter Androhung der Sperre den üblichen Stundenlohn von 43 Pf. gefordert hat, während der Arbeit- geber mir 43 Pf. zahlen wollte— die Differenz betrug im ganzen 60 Pf. In ähnlicher Weise ging die Rechtsprechung gar gegen Arbeiter vor, die Gelder zum Streikfonds ge- sammelt oder Mitglieder zum Eintritt in ihre Organisation überredet hatten. Als Drohung genügte z. B. die Erklärung gegenüber einem nicht Beitrittswilligen:„Na, Du wirst ja sehen". Ja. die Forderung, rückständige Beiträge zu zahlen, wurde zur Erpressung gestempelt. Der Vorentwurf zum Strafgesetzbuch behält auch diese Mißhandlung des Rcchtsgefühls bei und verschärft die Strafen und vennehrt die Strafmöglichkeit unendlich. Durch Aendenmg des Nötigungsparagraphen. der bislang forderte, daß der Nötigende mit einem Ver- brechen oder Vergehen drohte, wird jede Ankündi- gung eines Streiks oder Boykotts, jede Tarifverhandlnng durch 240 mit Gefängnis bis zu 2 Jahren bedroht.§ 240 des Vorentwurfs lautet: „Wer in rechtswidriger Absicht einen anderen durch Gewalt »der Drohung zu einer Handlung, Duldung oder Unterlassung nötigt, wird mit Gefängnis oder Haft bis zu zwei Jahren oder mit Geldstrafe bis zu dreitausend Mark bestraft." Der Versuch ist strafbar." Diese Vorschrift genügt unserer Regierung als Schritt- macher der Scharfmacher noch nicht. In 8 241 wird vor- geschlagen: Wer durch gefährliche Drohung einen anderen in seinem Frieden stört, wird mit Gefängnis oder Haft bis zu einem Jahr oder mit Geldstrafe bis zu eintausend Mark bestraft. Dadurch wird weit über das geltende Recht hinaus die Presse, die das Elend der Arbeiter schildert, einen Ausstand gutheißt, dem Strafrichter ausgeliefert. Ja, jedesStreik- Posten st ehe» kann unter diesen Paragraphen gebracht werden. Der Zentralverband deutscher Industriellen fürchtet, es könne vielleicht ein verständiger Richter das ablehnen. Er hat deshalb beantragt, ausdrücklich dem Z 241 folgenden Absatz zuzufügen. „Einer gefährlichen Drohung im Sinne des ersten Absatzes macht sich auch derjenige schuldig, der es unternimmt, Arbeitgeber, Arbeitnehmer, Arbeitsstätten, Wege, Straßen, Plätze, Bahnhöfe, Expedition: SM. 68, I�indenstrasse 69» Fernsprecher: Amt Morinplah, Nr. 1984. Wasserstraßen, Häfen oder sonstige BerkehrSanlagen planmäßig zu überwachen." Hervorzuheben ist hierbei, daß nach einem Vorschlag der § 18 Lattcuarrest und Kostentziehmig bei jeder Verurteilung zu Gefä'ngnis- oder Zuchthansstrafe vorsieht. Die Schärfnng soll zulässig sein, wenn die Tat von besonderer Roheit, Bos- heil oder Verworfenheit zeugt, oder wenn nach den Vor st rasen a 11 z n n e h n e n i st, d a ß d e r g e w ö h n- lache Strafvollzug ans ihn die erforderliche Wirkung nicht ( ausüben werde. Jeder Streiksnnder oder sozialdemokratische Preßsünder würde mit dieser barbarischen Zubuße zur un- gerecht auferlegten Freiheitsstrafe belegt werden. Tie Schärfungen sollen darin bestehen, daß der Verurteilte jährlich dreimal auf die Dauer von se vier Wochen geminderte Kost und harte Lagerstätte erhält. Jeden dritten Tag fallen die Schärfungen fort. Gefängnis, Lattenarrest, Aushungerung sollen den Arbeiter gefügig machen. Aber mit Gefängnis allein ist unseren Scharfmachern nicht gedient. Sie sehen auch Zuchthlinöftrafc und Arbeitshaus gegen den ehrlichen Arbeiter� vor. Da heißt es im neuen Erpressungsparagraphcn(§ 275): Wer, abgeschc» von de» Fälle» des§ 274, in der Absicht, sich »der einem Dritten«»rechtmäßigen Gewinn zu verschaffen, einem anderen durch Gewalt»der durch Drohung einen Bcrmögcnsvorteil abnötigt, wird mit Gefängnis bestraft. Die Borschrift des 8 42 findet Amvcndiuig. Der Versuch ist strafbar. In besonders schweren Fällen<§ 84) ist die Strafe Znchthaus bis zu fiins Jahren. Nach dem, lvas wir über die Rechtsprechung des Reichs- gerichts oben ausführten, würde also ein Maurer, der im ganzen 6 Pfennig Lohn mehr verlangt oder um Anerkennung eines Tarifs bittet oder zum Beitritt zu einer Organisation rät mit Gefängnis bis zu 5 Jahren oder„in besonders schweren Füllen"— wann liegt ein solcher Arbeitern gegen- über, die nach Besserung ihrer Lage streben, in der Klassen- rechtsprechung nicht vor?— mit der gleichen Dauer Zuchthaus bedroht. Ter kleine Satz in§ 275„die Vorschrift des 8 12 findet Anwendung" enthält noch ein besondere Brutalität gegen Streikende. Nach 8 42 kann nämlich, wenn eine straf- bare Handlung auf Liederlichkeit oder Arbeitsscheu zurückzn- führen ist oder wenn es erforderlich erscheint,„um den Ver- urteilten an ein gesetzmäßiges und arbeitssames Leben zu gewöhnen" neben der Freiheitsstrafe ans Unterbringung in einem Arbeitshaus ans die Dauer von 6 Monaten bis zu 3 Jahren erkannt werden. Richter, die die exorbitanten Urteile gefällt haben, durch die sie ehrliche Arbeiter lediglich als Erpresser stempelten, lvenn sie von ihrem gesetzlich gewähr- leisteten Recht Gebrauch machten, mit verächtlichen Erpressern gleichzustellen suchten, werden gierig Arbeitshaus anwenden. Das wären die wesentlichsten Vorschläge des vom Scharf. machergcist beseelten Vorentwurfs zum Strafgesetzbuch. Erst verteuern die Zolltariffrennde und Anhänger der Steuern auf den Maffenkonsum die Lebenshaltung der Arbeiter, vcrrin- gern ihren Lolm um den fünften bis zehnten Teil, veran- lassen dadurch Tarif- und Streikbewegungen, um diese Kür- zung des Lohns wettzumachen. Und dann schreien diese Ter- roristen unter dem heuchlerischen Vorwand,„Arbeitswillige zu schützen", nach Erdrosselung des 5ioalitionsrechts und schamlosen Strafen gegen ehrliche und ehrlicbende Arbeiter. Zu den offenen Anhängern dieser sdhainlosen Hetze gegen ehrliche Arbeiter gehören die Konservativen, die Na- tionalliberalcn und ein gut Teil des Zentrums. Die Ge- schichte des Koalitionsrechts, die zum guten Teil in An- griffen der bürgerlichen Parteien gegen das Koalitionsrecht besteht, und die Ablehnung jedes wirksamen Schutzes des Koalitionsrechts seitens niler bürgerlichen Parteien beweist, daß ziemlich die gesamte Bourgeoisie Gegner des fundamen- talsten Rechtes der Arbeiterklasse, des Koalitionsrechts, ist. Weist doch auch der Gegenentwurf zum Vorentwurf zum Strafgesetzbuch, dessen Mitverfasser der freisinnige Professor v. Liszt ist, ungeheure Trangsalierungen des Gebrauchs des Koalitionsrechts auf. Auf diese von Haß gegen die Arbeiterklasse erfüllte Bour- geoisie und auf den Klassenkampf, den sie gegen die Arbeiter- klaffe durch Gewaltmittel führt, trifft als sehr mildes Urteil das von Professor v. Treitschke über das System schmutziger Geldgier der französischen Bourgeoisie aus der ersten Hälfte des vorigen Jahrhunderts zu: „Als diese>» gehässigen Klassenkämpfen verbildete Bour- geoisie die Zügel des Slaatcs in die Hände»ahm, da begann ein Regiment ständiger Selbstsucht, das manch« Sünde des fran- zösischcn Sozialismus entschuldigt.... Frohlockend nennen die Fabrikanten und fiailflente in der Kammer sich selber Fcndäl- Herren der neuen Gesellschaft. Für das Elend des kleinen ManneS hat die Staatsgewalt kein Auge. Er muß zusehen, wie ihm die unentbehrlichsten Waren verteuert werden durch Schuh- zölle, deren Ertrag in die Taschen der Unternehmer wandert,»nd wird durch parteiische Gesetze verhindert, mit vereinten Kräften seine gerechten Ansprüche auf höheren Lohn durchzusetzen." Auf gegen diese gemeingefährliche Bourgeoisie! Am 12. Januar gilt es auch, die Pläne ans Vernichtung des Koalitionsrechts der Arbeiter und auf ffjcstaltung von in die Formen des allgemeine» Rechts gegossene Ausnahme- geselle gegen die Arbeiter zunichte zu machen und endlich Sicherung und Schutz dem Menschenrecht der Arbeiter zu btzingeu» €ln Zentrumstnann über den füilltarUmus. Man lve?ß. daß tai Zentrum in den siebziger und achtziger Jabren die MilitärfarderungeN der Regierung beharrlich ablehnte. Damals ist der Militarismus von Führern des Zentrums mit einer Entschiedenheit bekämpft worden, wie eS von sozialdemokratischer Seite nicht schärfer geschehen konnte.„Lieber ein Ende mit Schrecken als ein Schrecken ohne Ende'— rief damals Reichensperger den bewilligungSlnstigen Nationalliberalen nnd Kon- servativen zu. Er sah daS Boll zu einer„Armee fechtender Bettler' werden, wenn mit dem Militarismus nicht Halt gemacht werde und er forderte die deutsche Regierung auf, mit der Ab- r ü st n n g vorzugehen. Auch noch in den neunziger Jahren konnte man vom Zentrum derartige Aeußerungen hören, und es ist interessant, daß es damals noch Leute im schwarzen Lager gab, die sich sonst auf de» Stand- Punkt stellten, den die Sozialdemokratie gegenüber dem Militärwesen in ihrem Programm einnimmt. Im Jahrgang 1895 der bei I. R. Bachem(Verlag der„Köln. Bolkszcitung') erscheinenden„Korrespondenz für die geist- lichen Präsides der katholischen Arbeitervereine' findet sich eine Artikelreihe über den praktischen Teil des sozialdemokratischen Programms aus der Feder des Heraifhgebers der genannten Zeitschrift, deS Kaplans Oberdörfjfer. Der Ver- fasser tritt zunächst ein für die Erziehung zur all- gemeinen Wehrhaftigkeit, wobei er bemerkt, cS sei ein il n r e ch t, daß die Kinder und die heranwachsende Jugend der arbeitenden Bevölkerung durch die Lebensnot gezwungen würden, in Arbeits statten zutreten, in denen sie geistig und körperlich ver- kommen. Hier müsse Wandel geschaffen werden I Bei der Forderung: Volkswehr an Stelle der stehen- den Heere führt Oberdörffer die Gründe an, die von den An- hängern der Volkswehr zugunsten dieser Forderung inS Feld geführt werden. Er schreibt dazu: In allen diesen Ausführungen und Erwägungen liegt sehr viel Wahres. Es unterliegt auch keinem Zweifel, daß mit de in herrschenden Militarismus unbedingt gebrochen werden muß. Die Forderung der Volkswehr, gewöhnlich Miliz genannt, hat einen berechtigten Kern. Man findet sie heute auch in solchen Kreisen der Erwägung wert, die bislang nichts davon wissen wollten. Auch die Forderung, daß die Entscheidung über Krieg und Frieden durch die Volksvertretung geschehen soll, hält Oberdörffer für»durchaus berechtigt'. Er schreibt dazu: Die Entscheidung über Krieg nnd Frieden greift tief in daS Leben der Wölker ein. Ein Krieg, der Tctusende und aber Tausende kurzer Hand daS Leben nimmt und noch viel mehr kräftigen Menschen den Keim des Siechtums in ihren Körper legt, der sie für ihr Lebelang z u K r n p p e l n verstümmelt; ein Krieg, der nnbeschreiblichesAchundWeh in einen sehr großen Teil der Familien eines Landes bringt, der ungeheuere Kosten ver- ursacht und furchtbare Verheerungen anrichtet, der nicht selten viel Hunger und Not in ein ganzes Reich trägt; ein Krieg, der die Völker verroht und entsittlicht— mit einem Worte: ein Krieg, von dem daS materielle und sittliche Wohl von Hunderttausenden ab- hängt, ist eine Sache, bei der das Volk in »d meiner Eigenschaft als Christ und Katholik dem verehrlichen Augustinusverein nahelegen, auf die Presse in durchaus kollegialer Weise dahin einzuwirken, daß sie eS künftig unterlassen möge, in die Kämpfe des Tages hineinzuziehen, was uns Christen und Katho« liken das Heiligste ist: die Religion. ES bedarf, glaube ich annehmen zu dürfen, keiner besonderen Begründung dieses nur allzu berechtigten Wunsches. Ich will nicht darauf verweisen-, baß durch das englische Wahlgesetz eine derartige Hineinziehung der Religion in die Politik bezw. die Androhung von Schädigungen im Jenseits bei hoher Strafe ver- boten ist, aber ich gebe mich der Ueberzeugung hin, daß e S gerade die Presse, die auf religiöser Grund» läge beruht, in Zukunft sich zur strengsten Pflicht machen wird, jedem Versuch, göttliche undkirchlicheDingeindenKampfderpolitischen Parteien zu ziehen, peinlichst entgegentreten zu wollen. Ich gestatte mir ergebenst beizufügen, daß bei dem hinlänglich feststehenden Vorrange der geistlichen vor den irdischen Verhält- nisse diese Bitte mir naturgemäß noch vordringlicher erscheint als die frühere, von dem Vorstand des Augustinusvereins so gütig i» Empfang genommene. Mit vorzüglicher Hochachtung. PodewilS. Auf dieses Schreiben ist nicht von den Redakteuren der Zcntrumspresse, sondern von den Verlegern die folgende Ant». wort erteilt worden: München, B. Dez. An den Staaisminister des königlichen Hauses und dcs Aeußern Ee. Exzellenz Graf v. Podewils-Dürnig. Eurer Exzellenz gefälliges Schreiben vom 3. Dezember ist von den Redakteuren, da es sich hier offenbar um rein geschäftliche Angelegenheiten handelt, an die unterzeichneten Verleger der Zentrumspresse als an die zuständigen Stellen geleitet worden. Zu unserem lebhaften Bedauern sind wir außerstande, dem Wunsche Eurer Exzellenz stattzugeben. Bei dem ohnehin schweren Konkurrenzkampf gegen die schlechte Presse sind wir nicht in der Lage, noch weitere Lasten auf uns zu nehmen und auf geschäftliche Förde- rungsmittcl zu verzichten, wie es in Eurer Exzellenz Schreiben anheimgestellt wird. Mit vorzüglicher Hochachtung zeichnen wir Eurer Exzellenz ergebenst Verleger der Zentrumspresse, (folgen Namen). Die klerikalen Zeitungsvcrleger sehen also selbst in der Hincinziehung der Religion in den Wahlkampf nur ein„ge- schäftlichcs Förderungsmittel", dessen Anwendung sie im wirtschaftlichen Konkurrenzkampf nicht zu entbehren vermögen— besser kann das verlogene Treiben der Zentrumspreffe kaum charakterisiert werden. Universitäten und Sozialismus. In einer Studentenversammlung in Heidelberg, die von 500 Akademikern besucht war, referierte Genosse Dr. Max Adler ans Wien über den theoretischen Sozialismus. In der Diskussion sprach u. a. Professor Alfred Weber, der es als einen Skandal be- zeichnete, daß auf den deutschen Universitäten die ivisseuschaftliche Behandlung des Sozialismus und damit auch die politische Stellung» nähme unmöglich sei, Kirchliche Nachrichte» der„Allgemeinen cbaiigelisch-lnlhmschen Kircheuzcitung', 1S.Dez> 1911. Nach einem einleitenden wütigen Ausfall gegen Englands See- macht geht es in dem unter obigem Titel erschienenen Artikel also weiter:„In der deutschen WahlrcchtSbelvcguug hätte. wie wir wiederholt ausgeführt habe», eine sogenannte nationale Parole, die den euglisch-dentschen Gegensatz ins Auge gesagt hätte, vielleicht Wunder gewirkt. Es wäre ein leichtes gewesen, die bürgerlichen Parteien damit zusammenzuschweißen und die Sozialdemokratie zu schwächen, zumal da die Kosten für die Flottenvcrstärkung dies- mal ausschließlich ans die starken Schultern gelegt werden sollen. Der Reichskanzler kalkuliert freilich anders, und auch sein Gedanken- gang läßt sich hören. Er läßt zunächst den Dingen ihren Lauf und hofft, gar zu schlimm werden die Dinge nicht kommen; aber auch eine überraschende Verstärkung der Sozialdemokratie könne insofern ihr Gutes haben, als dann die bürgerlichen Parteien naturgemäß sich fester zu- sammen schließen müßten, um überhaupt mit einer positiven Mehr- heit etwas zu stände zu bringen. Zählt man erst 120 Rote im Reichstag, dann ist vermutlich weder eine blauschwarze noch eine Blockmehrheit mehr denkbar, sondern Rechte und Linke und Zentrum müssen gemeinsam den„Zwang zum Schaffen", das alte Stichwort BethniannS, in die Praxis umsetzen. Ob sie dazu imstande sind, oder erst einer nochmaligen Wahl bedürfen, das wird man alsbald sehen; denn der Reichstag wird schon im Februar die Flottennovelle und vermutlich auch eine Di i l i t ä r v o r l a g e auf seinen Pulten vorfinden. Ist er dafür nicht zu haben, so wird er aufgelöst. Und Bethmann könnte dann noch ganz anders als Bismarck 1887 und Caprivi 1893 mit „Krieg in Sicht"-Stimmung arbeiten, denn dieser Sommer hat uns wirklich gelehrt, daß nur ein Zufall die uns zugedachte Katastrophe verhindert hat. Wie man sieht behält die Welt immer ihr altes Ge- ficht. Von einer Evolution zu absolut friedlichen Zuständen ist keine Rede..." Mit tiefem Bedauern darüber, daß der Nobel- preis zur Hälfte einem betriebsamen und talentlosen jüdischen Journalisten in Wien zugefallen, der Preis de? Dynamitkönigs Nobel, dessen Erfindungen von jeder Armee benutzt werden,(Den Preis habe eigentlich die deutsche Armee und Marine verdient, weil ohne ihre gegenwärtige Stärke in diesem Sommer ganz gewiß ein enro- päischer Riesenkrieg entbrannt wäre!) und mit Wutansbrüchen gegen Madame Curie, die einen Preis für die besten Leistungen in der Physik bekommen, mit einem Hinweis auf die französischen Pulver- skandale(„Jena",„Libcrts") fährt der Artikelschreiber fort:„Daß wir den Moment vollkomniener französischer Wehrlosigkeit nicht ausgenutzt haben, wird uns aber sicher nicht auf unser Guthaben geschrieben.... In Frankreich mehren sich die Broschüren aktiver Offiziere, die mit voller Namensunterschrifl den Krieg und die Ber- nichtung Deutschlands fordern, weil es sich so zurückweichend in der Marokkofrage gezeigt habe und offenbar selber sich nicht kriegs- bereit fühle." Das sind die„Kirchlichen Nachrichten" der„All- gemeinen evangelisch- lutherischen Kirche n zt g." vom lö. Dezember 1911._ Ein Offizier als Soldatenquäler. Wegen Mißhandlung, vorschriftswidriger Be- Handlung und Beleidigung Untergebener während der Ausübung des Dienstes in zirka 30 Fällen hatte sich vor dem Dresdener Kriegsgericht der 24 jährige Leutnant Troll vom Pionier-Bataillon Nr. 12 zu verantworten. Dieser erstklassige Soldatenauäler ist schou vor einigen Jahren, als er noch ein blnt- junger Mann war, wegen Mißhandlung verurteilt worden? damals hatte er einen Untergebenen mit den Fäusten bearbeitet! Er blieb aber weiter— Offizier. Im Oktober d. I. wurden die beim Bataillon eingestellten Einjährigen dem Angeklagten zur Ans- Bildung übergeben. Aber schon nach einigen Tagen kamen Beschwerden über die Behandlung durch den Leutnant? nach kaum einer Woche hatten sich die Beschwerden so angehäuft, daß man sich genötigt sah, den„Soldaten- erzieher" vom Dienst zu dispensieren. Fest steht, daß der Angeklagte seine Untergebenen in unflätiger Weise beleidigt und beschimpft und sie durch Schikane vorschriftswidrig behandelt hat. Näheres über die Tätigkeit des Angeklagten ist nicht zu erfahren, denn schon vor Verlesung der Anklage wurde wegen angeblicher Gefährdung militärischer Interessen die Oessentlichkeit ausgeschlossen! Zur Verhandlung waren 40 Zeugen geladen. In achtstündiger ge- heimer Verhandlung wurden die allerdings unangenehmen Dinge, von denen die Oeffentlichkeit nichts erfahren darf, aufgerollt. Das Urteil lautete auf-- 6 Wochen Stubenarrest!! Sogar während der Urteilsbegründung wurde auf Antrag des Angeklagten die Oeffentlichkeit ausgeschlossen!!— Militärjustiz! Ein„brauchbarer" Vorgesetzter! Kaum sind die Rekruten eingestellt, da beginnen auch schon wieder die Mißhandlungen. Die jungen Leute werden nach ihrem Eintritt in Rekrntenkorporalschaften eingeteilt, zu deren Führer die „brauchbaren" Unterosfiziere bestimmt werden. So auch hier. Der Unteroffizier Leisting vom Train-Bataillon Nr. 12— ein ganz junger Vorgesetzter— wendete aber eine ganz eigenartige Er- ziehungsmethode' an? er hätte auch sein„Handwerk" sicher lange Zeit betreiben können, wenn nicht ganz zufällig die„Ausbildiings- art" zur Kenntnis der höheren Vorgesetzten gekommen wäre. Dieser jugendliche Soldatenerzieher stand jetzt wegen vorschrists- widriger Behandlung und Mißhandlung Untergebener unter Anklage vor dem Kriegsgericht in Dresden. Es wurde» ihm drei Fälle zur Last gelegt, in denen er sich an Rekruten vergriffen hat? seine Lieblingsbeschäftigung war— Ohren- zerren! In einem Falle hat er einen Rekruten mit� beiden Händen an beiden Ohren gezogen, daß inan hinterher die«puren der ein- gedrückten Fingernägel noch sah! Ein anderer Rekrut wurde am linken Ohr— das erfroren war— so gezerrt, daß der Mann vor Schmerz laut aufschrie, das Ohr stark blutete und dick anschwoll. Es machte sich sogar Behandlung im Revier nötig. Ein anderer Vor- gesetzt-, der die letztere Mißhandlung gesehen hatte, mußte dies wohl oder übel zur Meldung bringen. Vor Gericht wendete der Angeklagte ein, er habe es nur aus Scherz getan! Das Kriegs- gerichl gab der Sache eine sehr bedenkliche Rechtsanslegung? es nahm nur„vorschriftswidrige Behandlung" in allen Fällen an und erkannte auf— 10 Tage mittleren Arrest!! Die„Hnmanitv" hält gegenüber den Berliner und Mllnchener Dementis ihre Behauptungen aufrecht. In bezng auf das Fort L i b e b e meint sie, daß die Behauptung, das Fort liege auf deutschem und nicht auf portugiesischem Gebiete, nicht bewiesen und von der portugiesischem Regierung bestritten werde. Sie bemängelt ferner, daß die„Nordd. Allg. Ztg." nichts über die Besetzung der FortS M u n e s s o und Diric o sage, die gleichfalls aus portugiesischem Gebiet liegen. l>ie persilcbe KHfe. Konstanfinopel, 15. Dezember.(Meldung des Wiener k. k. Telegr.-Korresp.-Bureaus.) Das ehemalige per- fische Komitee hat der Presse ein Telegramm der schiitischen Notabcln von Nedjed(Wilajet Bagdad) mit- geteilt, das an alle Mohammedaner den Appell richtet, die Integrität Persiens gegen Rußland zu verteidigen, und in dem erklärt tvird, daß man ein Korps von Pechntw. Redakteur: Alhert Wachs, Persin. Inseratenteil perantw.: 33 000 Mann gebildet habe, das bereit sei, nach Persien zu marschieren. Ein zweites Telegramm meldet, daß der oberste Ulema Mulla Äiazim Khorassaui in dem Augen- blick getötet worden sei, als das Korps abgehen sollte. Die indische Kavallerie in Schiras wird von den persischen Kauflenten vollständig boykottiert, sodaß sich deren Lage sehr unangenehm gestaltet, da der Mangel an Lebensmitteln außerordentlich groß ist. Eine Erklärung in der türkischen Kammer. Konstautinopel, 16. Dezember. Der Minister des Aeußeren er- klärte in der Ottomanischen Kamnicr. daß die Botschafter Ruß- l a n d s und Englands ihm zugesichert hätten, daß weder Ruß- land noch Englano irgend eine territoriale Absicht in Persien hätte und daß er seinerseits eine ähnliche Erklärung be- züglich der Haltung der Türkei abgeben konnte. Der Minister fügte hinzu, daß diese Erklärung des Nichtintercssiertseins am persischen Territorium seitens Rußlands und Englands in einem offiziellen Dokument festgestellt worden sei. Ocftcimcb. Ter Thronfolgerskandal. Wien, IS. Dezember. Das Abgeordnetenhaus nahm heute das von der Regierung vorgelegte sechsmonatliche Budget- Provisorium mit 276 gegen 186 Stimmen an. Dann beant- wortete Ministerpräsident Gras Stürgkh die Interpellation des Genossen Dr. Adler über den Rücktritt des früheren Generalstabs- chefs Freiherrn Conrad v. Hötzendorf und die daran geknüpften Fragen der auswärtigen Politik. Ter Ministerpräsident konstatierte zunächst, daß der Träger der Krone ein ihm ausschließlich vorbehaltenes Recht habe, die Person des Chefs des Generalstabes nach seinem Ermessen aus- zuwählen. Der Rücktritt des Freiherrn Conrad v. Hötzendorf sei übrigens keineswegs auf Ursachen zurückzuführen, wie sie in vcr- schicdentlichen, insbesondere auch auf Fragen der auswärtigen Politik anspielenden publizistischen Erörterungen angenommen wurden. Die Regierung ist, so fuhr Graf Stürgkh fort, in der Lage. zu erklären, daß die Grundlagen der äußeren Politik auch heute unverändert fortbestehen. Ich mutz es bei diesem Anlaß neuerlich mit allem Nachdruck zurückweisen, wenn in der Interpellation der Sozialdemokraten die Behauptung, als ob in einflußreichen Kreisen anglich gewisse gegen diese traditionelle Politik gerichtete Ström rllgen vorhanden wären, dazu benützt wird, ein Mitglied des Kaiserhauses auf höchst unparla- mentarische Weise in die Debatte zu ziehen. Ich betone ferner nachdrücklich, daß die matzgebenden Faktoren, denen die Sorge für die Wehrfähigkeit der Monarchie anvertraut ist, über die in dieser Richtung zu treffenden Maßnahmen sich in vollkommenstem Ein- vernehmen befinden. Schließlich möchte ich noch gegenüber einzelnen Ausführungen der Interpellanten mit aller Bestimmtheit erklären, daß die auswärtige Lage gegenwärtig keinerlei Momente aufweist, welche uns der Verpflichtung entheben würden, die auf die Erhaltung des Friedens gerichtete Politik der Mon- archie mit ruhiger Festigkeit und mit gebotener Folgerichtigkeit des Handelns auch weiterbin zur Bellmig zu bringen.(Lebhafter Beifall.) Der Sozialdemokrat Seitz beantragte, über diese Jnterpella- tionsbeantwortung die Debatte zu eröffnen. Dieser Antrag wurde abgelehnt._ Für die StaatSarbeiter. Wien, 16. Dezember. Das Abgeordnetenhaus stimmte den An- trägen des Staatsange st ellten-AusschusseS zu, zur Besserstellung der Beamten. U n t e r b e a m t e n, Diener»nd Arbeiter der Staatsbabnen insgesamt 38 Aiillionen Kronen aufzuwenden, trotzdem der Eisenbahnministcr im Verlauf der Debatte erklärt halte, er könne aus finanziellen Gründen über einen Betrag von rund 21 Millionen nicht hinausgehen. Spanien. Sechs Todesurteile. Madrid, 16. Dezeniber. Das Kriegsgericht in S u e c a hat von den zweiundzwanzig ivegen Ermordung eines Untersuchungsrichters, zweier Gerichtsschreiber und eines Gerichts- dieners angeklagten Personen sechs zum Tode verurteilt. Italien. Unberzeugungsfrciheit und Beamtentum. Rom, lö. Dezember.(Eig. Ber.) Wo sich heute in Italien jemand zeigt, der für seine dem Staat geleisteten Dienste vom Staate bezahlt wird, ohne mit dieser Tatsache die Angewohnheit zu verbinden, bei palriotischcn?lrgumentcn in Bcgeisterungs- krämpfe zu verfallen, ist die Meute der nationalistischen Feder- Helden erbarmungslos auf seinen Fersen. Für den Generaldirektor der italienischen Statistik, Genossen M o n t e m a r t i n i, für den Vizerektor des römischen Polytechnikums, Genossen Bon- figli, die beide beim Hoch auf Italien nicht aufgestanden waren, hat man in einer Kamnierintcrrogcftiou Disziplinarstrafen ge- fordert. Jetzt haben die Rcaktionshyäuen ein anderes Opfer zu verfolgen, einen G c n u e s e r Amtsrichter B o g l i o l o, der nicht einmal Sozialist ist. Dieser ist in einem Casökonzert, wo die goldene Jugend, nachdem sie sich an Ballctteusenbcincn satt gesehen hatte, die Nationalhymne spielen ließ, mit Ostentation sitzen ge- blieben, weshalb man ihni alles Wcrfbare an den Kopf geworfen und ihn dann an die Luft gesetzt hat. Jetzt soll gegen ihn ein Disziplinarverfahren eingeleitet worden sein. Ja, ja, Freiheit und Gesittung über alles! Cnglancl. „Enthüllungen". London, 16. Dezember. Der Abgeordnete F a b e r hielt gestern eine neue Rede, in der er an seinen früheren Mitteilungen über die ftriegsvorbereitungen festhielt. Er behauptete ferner, daß während der kritischen Zeit in Ports mouth bloß für sieben Tage Kohlen vorhanden gewesen seien, so daß die Flotte also kampfunfähig gewesen wäre. Eine große Aufregung habe geherrscht, weil an Bord einiger Schiffe auch nicht an- nähernd genug Munition vorhanden gewesen sei. Schluß des Parlaments. London, 15. Dezember. Das Parlament wurde beute mit einer Thronrede geschloffen, in der es heißt: Meine Bezichungen zu den fremden Mächten find andauernd freundlich. Ich freue mich, feststellen zu köniicn. daß die Verhandlungen zwischen der französischen und deutschen Regierung über die Marokko- frage, von der meine Regiermig infolge ihrer Vertrags- verpflichtnng berührt war. zu», Abschluß gebracht worden find. Was den Kriegszustand angeht, der unglücklicherweise zwischen Italien und der Türkei besteht, so habe ich in einer Proklamation meine stritte Neutralität erklärt. Die Thronrede berührt sodann die Beratungen der ReichSkonscreuz im letzten Sommer und bezeichnet sie als einen Beweis für die harmonischen Beziehungen, die zwischen den Regierungen des der- einigten Königreichs und der Dominions mit Selbstverwaltung be- standen und für das wachsende Verständnis für biege- m e i n s a m e n Interessen. Die Thronrede gibt der Hoffnung Ausdruck, daß die demnächst beginnende» Arbeiten der königlichen Koin- Mission für die Untersncbmig der natürlichen Hilfsquellen und der Mög- lichkeiten für die Entwickelnng des Handels des Reichs Mittel zu tage fördern werden, um eine größere Wohlfahrt und eine Forderung des wechselseitigen Verkehrs der Reichsglieder untereinander zu erzielen. Th. Glocke, Berlin. Druck». Perlag: Vorwärts Buchdr.tt Perlagsanstalt ES wird die zubersichtlich- Erwartung ausgesprochen, daß � daS neue Vers icher llngSge setz dazu öeitragen wird, daS(r i c np der Arbeiter zu mildern, Erkrankungen zu vermindern und ihre harte Lage zu bessern._ Die üiarohkoveichandlungen. Genosse Sembat für ein Einvernehmen mit Teutschland. Paris, 16. Dezember.(W. T. B.) Die Kammer setzte heute die Beratung des deutsch-französischen Abkommens fort. Zunächst ergriff Marcel Sembat(geeinigtcr Sozialist) das Wort. Er spottete über den Optimismus M i l l e r a n d s, crklärie sich aber insoweit einverstanden mit ihm, als auch er das Abkam- mcn im Zusammenhang mit der gesamten auswärtigen Politik betrachtet. Man müsse sich fragen, welche Art von.Politik dwses Ab- kommen für Frankreich vorbereite, er werde mit seinen Freunden für den Pertrag stimmen, weil er darin ein Unterpfand der Cnt- spannung und ei» Fricdcnsversprechcn erblicke. Cr verwies sodann auf den Beifall, den Mille rand gccrntet habe, als er so gut von der englischen Entente sprach, erklärte weiter, dieser Beifall sei fast ein Vetraucnsvotum gewesen und bemerkte: unsere Freunde. die Engländer, sind gleichfalls gute Realpolitiker, wenn sie die En- tcnte herzlich zu erhalten suchen. Im Jntercffc dieses herzlichen Einvernehmens müsse ein Einvernehmen mit Teutschland geschaffen werden. Er glaube nicht, daß die Klausel betreffend das Haager Schiedsgericht genügen werde, um alle Konflikrsursachen zu be- seitigen. Der Verkcbr zwischen dem Kongo und Zcntralafrikcr könne iMnche Schwierigkeiten hervorrufen; aus diesem Grunde lasse sich das Abkommen überhaupt nur mit einer Politik der Annäherung an Deutschland durchführen. S e m b a t fuhr fort, der englische Minister habe erklärt, daS englische Volk verlange, daß die Entente cordiale gegen niemand eine Spitze babe. England habe recht, sich auf den englischen Stand- Punkt zu stellen. Man habe sich gewundert, daß England Spanien gegen gewisse Wünsche Frankreichs unterstütze. England verfolge damit nur die tradilionclle englische Politik. Es �wolle nicht eine Macht in Gibraltar sich gegenüber stehen sehen. Frankreich müsse auch seinerseits französische Politik treiben. Man darf nicht, fuhr Sembat fort, die Ereignisse aus dem Auge verlieren, die den Vcr- Handlungen vorhergingen, besonders den Plan eines deutsch- f ra n z ö s i s ch e n. K o n s o r t i u m s für den Kongo. Eine Verständigung zwischen dem Minister P i ch o n und dem Bot- schafter Freiherrn von Echoen war zustande gcioinmen; plötzlich wurde alles kurz abgebrochen. Manche Leute glauben, wenn man die Dinge hätte gehen lassen, so hätte man die Schwierigkeiten vermieden. Die Zeitungen sprechen alle von deutschenJndustrielleninr franzöfischen Lothringen. von Thyssen in den Bergwerken von La Manche. Wenn wir immer den Grundsatz des Laisscz-Fairs gelten ließen, so würde es sich nicht darum handeln, Marokko zu kolonisieren, sondern darum, bis zu welchem Punkte Frankreich kolonisiert werden soll. Redner wies daraus hin, daß aus dem Konsortium lediglich die Deut- schen Nutzen gezogen haben würden. Die Kommission der Kammer habe gut daran getan, daß sie nichts davon habe wissen wollen. Der Redner erklärte zum Schluß, die ongrnblickliche auswärtige Lage sei schlechter als zu Beginn der Bcrbandlnngen und verlangte eine Politik des Friedens mit Teutschland. Als zweiter und dritter Redner folgen die Nationalisten Delafosse und D e n i s- C o ch i n. Beide stellen sich auf den Standpunkt des Grafen de Mnn und konnten durch ihre �lus- führungen ein besonderes Interesse nicht hervorrufen. Mit größerer Spannung folgte man dem nachfolgenden Redner, dem Vorsitzenden der Kommission für auswärtige Angelegenheiten, Paul D e s ch a n c l. der in großen Zügen auf das Ucbcrcinkommen einging und der Re- gierung in ihren Matznahmen vollständig beipflichtete, Letzte Nachrichten# Zusammenbruch eines Engrosgcschäfts. Die Kaufleute S k a r c k und L i e f m a n n, die in der Kaiser-Wilhelm-Straße ein Wolllvarcn-Engrosgeschäft be- trieben, sind nach Hinterlassung einer großen Sckiuldenlast—• man spricht von mehreren hunderttausend Mark nach England geflüchtet. Zehn große Kisten, die sie der Firma Jacob und Vallcntin zur Beförderung nach England übergeben hatten, wurden von der Polizei beschlagnahmt. Sturm in der türkischen Kammer Konstantinopel, 16. Dezember. Die Kammer begann heute mit der Beratung eines dringlichen Gesetzentwurfes, durch welchen dem Sultan das Recht eingeräumt wird, die Kammer im Falle eines Konfliktes mit der Regierung aufzulösen, ohne den Senat zu befragen, sowie die Kammer bei Kriegszcitcn zu vertagen. Der Großwesir erklärte, von der Opposition lärmend unterbrochen, das .Hauptmotiv des Entwurfes sei die Eventualität von Friedensver- liandlunge» mit Italien; denn in diesem Falle bedürfe es einer starken Regierung. Der Großwesir wies die Anklagen der Oppo- sitionspresse zurück, daß mit der Auflösung der Kammer ein Staats» streich oder die Aufhebung der Verfassung beabsichtigt sei. Mehrere Abgeordnete bekämpften die Dringlichkeit, während der Großwesir sie zu rechtfertigen suchte. L u t f i F i k r i(Libc- rale Vereinigung) griff den Großwcsir und das türkische Komitee heftig an und warf ihnen vor, sie setzten das Ani'chcn des Sultans herab und ließen diesen seine Informationen nur aus dem„Tanin" und der„Sabah" schöpfen. Diese Worte riefen«inen Sturm im junqtürtischcn Zentrum bervor, dessen Führer lärmend protestierte. Nachdem wieder Ruhe eingetreten war. beendet Lutsj Fikri seine Ausführungen, indem er sagte: Daß die Jungtürten ihre Ruhe verloren haben, ist den Wahlerfolgcn der Liberalen Vereinigung in Konstantinopel zu verdanken. Das Komitee will die Neuwahlen mit der- Reitpeitsche machen. Auch der M a r i n e m i n i st c r wies die Bemerkungen zurück, daß der Sultan nur den„Tanin" und die ..Sabah" lese. Ter Großwcsir erklärte, datz�cr, falls die Vcr- lcumdungcn fortdauerten, gezwungen wäre, den Saal zu verlassen. Schließlich zog«» sich die Mitglieder des Kabinetts tatsächlich zurück. Die Opposition protestiert« mit der Erklärung, daß sie nicht in Ab- Wesenheit der Regierung verhandeln wolle. Ter Vorsitzende sah sich gezwungen, die Sitzung zu unterbrechen. Nach Wiederaufnahme der Sitzung erschienen die Mitglieder des Kabinetts wieder im Saale. Nach einer weiteren kurzen-vcbatte stimmte die Majorität der Kammer der Verweisung des Entwurfes an die Kommission und der Dringlichkeit zu._ Oesterreichs Zustimmunq zum Marokkoabkommen. Wien» 16. Dezember. lW. T. B.) Die Regierung von Oester- reich-Ungarn hat ihre Botschafter in Berlin und Paris ermächtigt. den dortigen Regierungen die grundsätzliche Zustimmung der Monarchie zum deutsch-französischen Marokioabkommen mit dem' Vorbehalt bekanntzugeben, daß die formelle schriftliche Zustim- mungserklärung zu diesem Abkommen erst z» einem späteren Zeit- punkte erfolgen kann._ Tie Mona Lisa ausgefunden. Bern, 16. Dezember. Der Schweizerischen Telegraphen agentur ging aus Ballortze eine Privatdcpejche zu, nach der die dortige Filiale der Transportfirma Tanzas in Pontarlier heute eine an eine private Adresse in Paris gerichtete Kiste erhielt, in der sich die Mona Lisa Lionardo da Vincis befand. Tie Kiste, die in Florenz aufgegeben worden Ivar. wurde auf behördliche Verfügung beschlag- nahmt. Für Sonntag werden Pariser Sachverständige erwartet. Nach einer anderen Meldung der Agence Havas aus Pontarlier soll es sich aber um ein Kunstwerk handeln, welches dem Museum in Florenz zugehört.________ Paul Singer£ Co., Berlin SW, Hierzu 7 Beilagen. it. 295. 28. Zahtgavs. 1 Jfilnjt des Jsmltfs" ßetlinet WsM iiMtt, f!. ttfikiA m Das Aahlrecht zum Reichstage kann im Gegensatz zum Gemeindewahlrecht jeder Deutsche ausüben, während bei der Wahl zur Stadtver- ordnetenversammlung der Wähler auch noch Preuße sein muß. Wichtig ist auch, daß beim Reichstagswahlrecht die bei den Gemeindewahlen bestehende Beschränkung fortfällt, nach der jeder Wähler einen eigenen Hausstand haben muß. Zum Reichstag können alle Schlafburschen wählen, sofern sie bis zum 12. Januar 25. Jahre alt sind. Auch die Forde� rung der Ansässigkeit fällt beim Reichstagswahlrecht fort. Es genügt, wenn der Wähler bei der Listenaufstellung am Orte wohnt. Zum ersten Male tritt diesmal die Novelle zuni Wahlgesetz vom März 1909 in Kraft, nach der Krankenunter stützung aus öffentlichen Mitteln nicht mehr als Armenunter- stützung angesehen wird. Für die Gemeindewahlen besteht noch heute die ungerechte Bestimmung, daß Personen, die Angehörige im Krankenhause hatten und die Kosten noch nicht gedeckt haben, als armenunterstützt angesehen und aus der Wählerliste gestrichen werden. Bei der Wahl zum Reichstag fällt diese Einschränkung fort, das Wahlrecht zum Reichstage wird durch rückständige Krankenhauskosten nicht mehr berührt. Es besteht die Vermutung, daß in zahlreichen Fällen die Reichstagswählerlisten nach dem alten Schema fortgeführt worden sind und zahlreiche Wähler in den Listen fehlen, die hineingehören. Nach dem Gesetz vom 15. März 1909 ist als Armenunterstützung nicht anzusehen: 1. die Krankenunter stützung: 2. die einem Angehörigen wegen körperlicher oder geistiger Gebrechen gewährte Anstaltspflege: 3. Unterstütz ungen zum Zwecke der Jugendfürsorge, der Erziehung oder der Ausbildung für einen Beruf: 4. sonstige Unterstützungen, wenn sie nur in der Form vereinzelter Leistungen zur Hebung einer augenblicklichen Notlage gewährt sind: 5. Unterstützung gen, die erstattet sind. Schulgeldreste erlassenes Schulgeld unentgeltliche Liefe rung von Lehrmitteln für die Kinder, Steuerrückstände bilden keinen Grund, einen Wähler vom Wahlrecht auszuschließen Als Armenunterstützung ist auch nicht anzusehen, wenn jemand infolge eines großen Unglücksfalles, wie Feuers brunst, Ueberschwemmung, Mißernte usw., eine Unterstützung aus öffentlichen Mitteln erhalten hat. Die Armenunterstlltzung muß. wenn sie für die Wahl- entrechtung in Betracht gezogen werden soll, innerhalb der letzten 12 Kalendermonate bezogen sein. Wie wir hören, werden die obigen gesetzlichen Bestim »nungen in unzulässiger Weise ausgelegt. Es sollen Leute aus den Listen gestrichen worden sein wegen rückständigen Erzichungsgeldern an die Waisenverwaltung. Ist das richtig, so würde ein solches Verfahren gegen den Geist und den Wortlaut der neuen Novelle zum Wahlgesetz verstoßen, nach der Unterstützungen zum Zwecke der Jugendfürsorge und der Erziehung nicht als Armenunterstlltzung angesehen wer- den und deshalb das Wahlrecht zum Reichstag nicht tangieren Es ist allen Wählern anzuraten, die Wählerliste eim zusehen und auf alle Fälle Einspruch zu erheben und ihre Nachtragung zu verlangen, falls sie darin nicht verzeichnet sind._ Die einlichtnabrne In die Reichstags. Siählerliften fatitt noch bis Donnerstag, den 21. Dezember, erfolgest. Wer in dieser Zeit es versäumt, sich zu vergewissern, ob er in der Wählerl, ste steht, riskiert den Verlust des Wahlrechts. Um eine schnelle Abwickelung der Einsichtnahme herbeizuführen, dürfte es notwendig sein, daß die Wähler sich vorher darüber informieren, zu welchem Stadtbezirk sie gehören. Das können sie. wenn sie ihren Steuerzettel ansehen: in der linken Ecke Kleines Feuilleton. Der GedöchtniSkünstler und Rechenmeister Dr. Ruckle erstaunte am 14. Dezember seine Zuhörer in der..Psychologischen Gesellschaft zu Berlin. Ruckle gehört neben Jncrudi und Diamcmdi. die er «um Teil noch übertrifft, zu den leistungsfähigsten Gedächtnis- tunstlern unserer Zeit. Er unterscheidet sich wesentlich von den „Wundern des Gehirns und des Gedächtnisses", die für gewöhnlich in Varietes auftreten. Während diese ihre Attraktionsstücke stumpfsinnig einpauken und sich dabei der üblichen mnemotechni- schen Hilfsmittel bedienen, die meist zu dem Gelernten in keiner sinnvollen Beziehung stehen, ist Ruckle in das Gebiet seiner Leistun. gen wissenschaftlich eingedrungen. Neben seiner ungeivöbnlichen Eedachtnisfahigkcit besitzt er tiefes Verständnis für das Gebiet auf dem er m,t Vorliebe operiert, für die Mathematik. Die lange Zeiten hindurch an ihm im Psychologischen Laboratorium zu Göttingen vorgenommenen Untersuchungen haben uns ziemlich gut über die psychologischen Bedingungen seiner Gedächtnisleistungen unterrichtet. Dr. Ruckle zeichnet sich zunächst durch ein außergewöhnlich gutes Behalten von Gesichtseindrücken aus. Fehlen sonstig« Be- Ziehungen, die das Lernen erleichtern, so stellt sich Ruckle das Ge. lernte scharf und deutlich vor und liest dann auch bei der Reproduk. ston das.innerlich" Gesehene sicher ab. Eingeprägte Zahlen sagt er daher nicht nur vorwärts, sondern auch rückwärts auf; er ver° mag weiter von eingeprägten Zahlenquadraten ohne Stocken die Ziffern in Vertikalen, Horizontalen, Diagonalen und Spiralen anzugeben. In 39 Sekunden prägte sich Ruckle ein Quadrat von siebenstelligen Ziffern ein und reproduziert« es wieder in beliebiger Weise. Durch zweimaliges Vorsprechen beherrschte Ruckle 14 sieben- stellige Ziffern und gruppierte sie nach Belieben. Neben einem ausgezeichneten Gedächtn-is für gesehene Zahlen besitzt Ruckle ein ebenso ausgeprägtes für gehörte Ziffern. Bei der Wiedergabe klingt dann das Gelernte so deutlich in seinem Ohre wieder, als ob er es nochmals hörte. Durch Kombination beider Gedächtnisarten brachte er es dann zu fabelhaften Leistungen. In 9,6 Sekunden prägte er sich z. B. 294 regellos aneinandergereihte Ziffern ein! Ter Mehrzahl der Menschen ist es schon unmöglich. mehr als 60 beziehungslose Ziffern ihrem Gedächtnis einzuprägen. Zahlen behalten und rechnen können sind aber nicht dasselbe. Daß Ruckle auch diese Fähigkeit in besonderem Maße besitzt, ver- dankt er seiner mathematischen Begabung. Seit seinem fünften Lebensjahr, in dem er.zum Spaß" zu rechnen anfing, hat er sich in mathematische Probleme vertieft. Er ist in das Wesen und die desselben befindet sich die Nummer des Stadtbezirks. Die erste Frage der Beamten ist die nach der Nummer des Stadt- bezirks. Kann diese Frage sofort beantwortet werden, ist das Nachsehen sehr erleichtert, für die Beamten sowohl wie für die Wähler. In Berlin können die Listen eingesehen werden: am heutigen Sonntag in der Zeit von 10 Uhr vormittags bis 3 Uhr nachmittags, an den folgenden Wochentagen von nachmittags 3 Uhr bis abends 8 Uhr..> In Berlin liegen die Listen an folgenden Stellen aus: Stadtbezirke 1—29(Wahlbezirke 1—18) und vom Siadibez. 144 die Häuser Kl. Kurstr. 9, Niedcrwallstr. 24 und 25, Spittelmarkt 14 und 14a(W.-B. 9), 51./130. Gemeindeschule. Niederwallstr. 6/7. Von Stadt bez. 3 ist Alexanderstr. 18 dem 257. Wahlbez. zu- geteilt, dessen Liste in der Turnhalle der 5. Hilfsschule, Blumen- straße 77, ausliegt. Von Stadtbez. 5 gehören Kl« Präsidenienstr. 6 u. 7 und Neue Promenade 9». 19 zum Wahlbez. 462, dessen Liste in der Turn- halle der 8./63. Gcmeindeschule, Gipsstr. 23a, ausliegt. Stadtbezirke 21—39 und 59— 53(Wahlbezirke 19— 32 und 79 bis 74), 27. /14. Gemeindeschule, Wilhelmstr. 117. Stadtbezirke 31— 42(Wahlbezirke 33—59), 197. Gemeindeschule, Genthiner Str. 4. Es gehören zum 833. Wahlbez., dessen Liste in der Turnhalle der 31. Gemeindeschule, Alt Moabit 23, ausliegt, von Stadtbez. 33 der Tiergarten, von Stadtbez. 34: Stadtbahnbogen 488— 596, Schleuseninsel, Tiergartenufer(Schweizerhaus) und der südwest- liche Teil des Tiergartens, begrenzt im Norden von der Charlotten- burger Chaussee einschließlich dieser und im Osten von der Hof- jägerallee ausschließlich letzterer, von Stadtbez. 35: Gartenufer, Hardenbergstr. 29a— e, Kurfürstendamm 9, Zoologischer Garten, Lützowufer 39. Stadtbahnbogen 507— 639, Hippodrom und Wasserwerke im Tiergarten. Stadtbezirke 43—49(Wahlbezirke 51— 69), 92. Gemeindeschule, Winterfeldtstr. 16. Stadtbezirke 54— 63(Wahlbezirke 75— 93), 108./116. Gemeindeschule, Hagelberger Str. 34. Stadtbezirke 64�— 68(Wahlbezirke 94— 198) und von 75B die Häuser Friesenstr. 16 und Jüterboger Str. 1— 3(W.°B. 1941, 133./149. Gemeindeschule, Bergmannstr. 28/29. Stadtbezirke 69— 76A(Wahlbezirke 199—125), 28./217. Ge- meindeschule, Wilmsstr. 19. Von Stadtbez. 75B sind die Häuser Friesenstr. 16 und Jüter- boger Str. 1— 3 dem 194. Wahlbez. zugeteilt, dessen Liste in der Turnhalle der 133./149. Gemeindeschule, Bergmannstr. 28/29, ausliegt. Stadtbezirke 76B— 78C(Wahlbezirke 126—138), 83./93. Gemeindeschule, Dieffenbachstr. 60/61. Stadtbezirke 79— 81 und 86— 93(Wahlbezirke 139— 142 und 149— 161), 50./68. Gemeindeschule, Reichenberger Str. 44/45. Von Stadtbez. 81 gehören Oranienstr. 31— 41 und 166— 175 zum Wahlbez. 150 und von Stadtbez. 87 gehören Britzer Str. 25, Kottbuser Str. 12 u. 13 zum Wahlbez. 153. Die Listen der beiden Wahlbezirke liegen hier aus. Stadtbezirke 82—85 und 94— 100(Wahlbezirke 143— 148 und 162— 172), 20. Gemeindeschule, Waldemarftr. 77. Stadtbezirke 101—196(Wahlbezirke 173—184), 114./122. Ge meindeschule, Köpenicker Str. 2. Stadtbezirke I07A.— 199(Wahlbezirke 185—196), 177./191. Gemeindeschule, Görlitzer Str. 51. Stadtbezirke 119— 113B(Wahlbezirke 197—208), 100./102. Gemeindeschule. Eingang Reichenberger Str. 67/79 u. Forster Str. 15. Stadtbezirke 114— 129(Wahlbezirke 209— 229), 47. Gemeindeschule, Stallschreibcrstr. 54. Stadtbezirke 139— 144(Wahlbezirke 230— 251), 62. Gemeindeschule, Schmidstr. 38. Von Stadtbezirk 144 sind die Häuser Kl. Kurstr. 9, Niederwall- straße 24 u. 25, Spittelmarkt 14 u. 14a dem 9. Wahlbez. zugeteilt, dessen Liste in der Turnhalle der 51./139. Gemeindeschule, Niedeo Wallstraße 6/7, ausliegt. Stadtbezirke 145— 153(Wahlbezirke 252— 268) und von Stadt bezirk 3 Alexanderstr. 18(W.-B. 257), 5. Hilfsschule, Blumenstr. 77. Stadtbezirke 154— 163(Wahlbezirke 269— 285), 23. Gemeindeschule, Strausberger Str. 9. Stadtbezirke 164—168(Wahlbezirke 286-393), 138./158. Gemeindeschule, Mühlenstr. 59. Stadtbezirke 169— 176(Wahlbezirke 304— 319), 30. Gemeindeschule. Rüdersdorfer Str. 4/5. Stadtbezirke 177A— 178C(Wahlbezirke 320—338), 87./08. Gemeindeschule, Bromberger Str. 13/14. Stadtbezirke 179A— 181A(Wahlbezirke 339—356), 3./203. Gemeindeschule, Petersburger Str. 4. Theorie der Zahlen eingedrungen und sieht da Eigenschaften und Beziehungen, wo der Laie ratlos davorsteht. Sein mathematisches Verständnis zeigt ihm bei jeder Aufgabe sofort den kürzesten Weg, die einfachste Kombination. Er zerlegt die Zahlen beim Rechnen, kombiniert dann wieder geschickt— und ist mit der Lösung fertig, ehe der Zuhörer recht die Aufgabe erfaßt hat. Theater. Deutsches Theater.„Offiziere', Drama von Fritz v. Unruh. Das Stück ist nicht nur in künstlerislber Hin- ficht, sondern auch von den Maßstaben gewöhnlichster Theater- handwerkerei gemessen, derart unzureichend, daß einem die Ver- mutung kommt, irgendwelche Rücksichten und Konnexionen möchten für die Wahl ausschlaggebend gewesen sein. Die Langeweile wirkt so lähmend, daß aller Aufwand von Kolonialuniformen und Waffen- klirrender Kolonialbegeisterung auf den Brettern auch die enraaiertesten Flotienschwärmer für die auszustehenden Strapazen nicht enffchädige» dürfte, Mit einer gedankenlosen Nawität, die jedes nicht kastenmäßig verbildete Gemüt revoltieren mußte, wird der Wunsch der Offiziere nach den Sensationen eines auch aus Karrieregninden so empfehlenswerten Krieges— dieses Auswurfs krassesten, gedankenloS-borniertesten Standesegoismus— als eine prächtige. wunderschöne Sache gefeiert. Die Nachricht, daß die armen Hereros aufständig geworden seien, ruft einen �ggbren Freudentaumel im Kasino hervor. UnruhS adlige Leutnants wissen sich vor Vergnügen nicht zu lassen: ste tanzen, springen auf die Tische und der Militär- Pfarrer, ein trinkfester Gottesmann, hat seine helle Freude an dem Treiben. Bei dem Abschied in der Kaserne gibt er den jungen Leuten, die sich zum Heeresdienst in Afrika gemeldet, gerührt und väterlich die christliche Mahnung mit, sich die schwarze Bande ordentlich zu kaufen. Der große Moment findet ein großes Geschlecht. Sogar ein aus dem Dienst gejagter Windhund von Leutnant meldet sich unter dem Jubel der Kameraden. um als Gemeiner mitzuziehen. Die Versuche, die einzelnen Ge- talten näher zu individualisieren, kommen über triviale Allgemein- heiten nicht hinaus, und erst recht fehlt jeder Ansatz zu einer durch- geführten Handlung. Die Unterhaltungen und Zechereien der Herren im Kasino und in der Kaserne setzen sich auf dem Dampfer fort. Hier gewann einiges, so daS Auftauchen beklommen banger Todes- ahnung inmitten großspuriger Lustigkeit, persönlichere Färbung. Endlos wie die Wüste, in der eS spielt, lehnt sich der letzte Akt mit einen wirren Bildern vom Kriegsschauplatze. Die von dem Leutnant von Schlichting kommandierte Truppe, die tagelang vergebens vom Hauptquartier daS Signal zum Kampfe gegen den die Wassergräben Stadtbezirke 181B— 181J(Wahlbezirk«»7—878), 847/86».«He meindeschule, Rigaer Str. 81/32. Von Stadtbez. 181B gehören zum Wahkbez. 4« Hmt�urg» straße 31 und Thaerstr. 29— 35, sowie Landsberger Allee— südliche Seite von Hausburgstraße bis Ringbahn(59— 75), und zum Wahl- bezirk 495 Ebertyftr. 26 und Thaerstr. 36; die Listen dieser beiden Wahlbezirke liegen in der Turnhalle der 234./253. Gemeindeschule, Straßmannstr. 6, aus.____.„„„ Stadtbezirke 182—188 und 195—201(Wahlbezirke 674—8» und 441— 451), 6. Gemeindeschule. Georgeukirchstr. 11. Von Stadtbez. 183 gehört Landwehrstr. 1 zum Wahkbez. 448 (Stadtbez. 197)._, Stadtbezirke 189B und 189C, 189E, 190C und E und Teile von 181 B(siehe Vermerk 181B)(Wahlbezirke 388—392, 395—396, 404—406 und 409—411), 234./253. Gemeindeschule, Straßmann. straße 6. Stadtbezirke 189A'. 189F— 190B, 190D, 190F(Wahlbezirke 886 und 387, 397-403, 407—408, 412—413), 104./159. Gememdeschule. Oliöaer Str. 19. Der Stadtbezirk 191 erscheint teilweise in den Stadtbezirken 199A und 190D. Stadtbezirke 189D, 192, 193C, 193D, 193G und 193H(Wahk- bczirkc 393—394, 414, 420—424 und 431—434), 228./279. Gemeinde. schule, Esmarchstr. 18... Stadtbez. 192 erscheint teilweise in den Wahlbezirken 414 und 432..., Stadtbezirke 193A und B, 193E und F, 194A— C(Wahlbezirke 415—419, 425—430, 435—440), 204./213. Gemeindeschule. Christ- burger Sir. 14... Stadtbezirke 202—215(Wahlbezirke 452—472) und von Stadl« bezirk 5 Kl. Prösidentenstr. 6 u. 7 und Neue Promenade 9 u. 1» (W.-B. 462), 8./63. Gemeindeschule, Gipsstr. 23a. Stadtbezirke 218- 226 und 237—239(Wahlbezirke 477—490 und 509—513), 110./174. Gemeindeschnle, Schönhauser Allee 166». Stadtbezirke 227—236(Wahlbezirke 491—508), 25. Gemeinde- schule, Ruppiner Sir. 48. �» Stadtbezirke 240— 245(Wahlbezirke 514— 532), 162./197, Ge« meindeschule, Danziger Str. 23.... Stadtbezirke 246A— B und 246D— 247E(Wahlbezirke 533 bi» 536 und 539—550), 74./79. Gemeindeschule, Pappelallee 30/31. Stadtbezirke 246C, 248A, 248D, 250A— E(Wahlbezirke 537 bis 538, 551—552, 558 und 573—584), 249./261. Gemeindeschule, Greifenhagener Str. 78/82. Stadtbezirke 248 B— C und 249A— F(Wahlbezirke 553—556 und 559— 572), 303. Gemeindeschule, Schönhauser Allee 108. Stadtbezirke 251— 254E(Wahlbezirke 585—602), 132./142. Gemeindeschule, Demminer Sir. 27. Stadtbezirke 255—259 und 267—269(Wahlbezirke 603—61» und 629— 6331, 13./67. Gemeindeschule, Elisabethkirchstr. 19/20. Stadtbezirke 260—266(Wahlbezirke 614—628), 241./250. Ge- meindeschule, Waiistr. 16. Stadtbezirke 272—278(Wahlbezirke 639—653), 111./186. Gemeinde'chule, Pflugstr. 12. Stadtbezirke 2t6— 217, 270—271, 279—283 und 285(Wahl« bezirke 473-�76, 634—638, 654—661, 669), 26./179. Gemeinde« schule, Albrechtstr. 20. Von Stadtbez. 282 gehören Aleranderufer, Friedrich-Karlufer 1— 6, Jnvalidenstr. 80— 83 zum Wahlbezirk 669. Die Liste liegt hier ebenfalls aus. Von Stadtbezirk 283 gehören Kurfürstenplatz, Zeltenallee zum Wahlbezirk 833, dessen Liste in der Turnhalle der 31. Gemeinde» schule. Att-Moabit 23. auslicgt. Stadtbezirke 284A— 284c. 286— 288B(Wahlbezirke 662—668, 670—680 und 833) und Teile von Stadtbez. 33, 34, 35 und 283 (W.-B. 833 siehe auch Stadtbez. 21—30 und 216—217), 31. Ge« ineindeschule, Alt Moabit 23. Auch von Stadtbez. 284A gehören Bellevueufer, Schloß und Park Bellevue zum Wahlbez. 833, dessen Liste ebenfalls hier aus- liegt. Stadtbezirke 289— 29lA und 29IC— 292A und 292c. 294 A] und 294 B(Wahlbezirke 681—690, 604—696, 700—701, 710—713), 82./90. Genieindeschule, Turmstr. 75. Stadtbezirk 291 B, 292 B. 293 A— D, 295—297(Wahlbezirke 691—693, 697—699, 702—709, 714—719), 206./212. Gemeindeschule. Siemensstr. 20. Stadtbezirke 298A— 304(Wahlbezirke 720—739), 160./188. Ge- meindeschule, Stephanstr. 3. Stadtbezirke 305— 308c(Wahlbezirke 740—753), 183. Ge« meindeschule, Eingang Müllersir. 158 und Willdenowstr. 14/15. Stadtbezirke 308V— 309 und 3lOB— 0(Wahlbezirke 754—761 und 764— 769), 53./300. Gemeindeschule, Eingang Lüttichcr Str. 37/39 und Ostender Str. 39/40. Stadtbezirke 310A, S11A— 312(Wahlbezirke 762—763 und 770 bis 770), 86./141. Gemeindeschnle, Müllerstr. 48. Stadtbezirke 314A— 316(Wahlbezirke 782— 795), 75. Gemeindeschule, Antonstr. 36/41. besetzt hallenden Feind erwartete, ist am' Verdursten. Sie scheint dem Untergange geweiht. Da bricht der Leutnant das Disziplingebot und läßt auf eigene Veraiitwortiing losschlage«. Er siegt und stirbt. Der Autor sorgt dafür, daß seine Braut an seinem Sterbetager steht und der Kommandeur ihm die ehrenvollste Totenrede hält. Von den Schauspielern, die für die Aufführung aufgeboten waren— darunter B a s s e r m a n» und K a y ß l e r— hatte keiner eine Aufgabe, aus der sich etwas machen ließ. Bei der Unruhe auf der Bühne blieben große Teile des schnell gesprochenen Dialogs hinten unverständlich._ dt. Notizen., — Die deutsch-englische Ausstellung, die für ISIS geplant war, ist, dank der vortrefflichen Beziehungen zwischen den beiden kapitalistischen Rtgieriiiigen, vorläufig bis 1914 verschoben worden. -—Bonns Abschiedsrede. Er hat zwar schon öfter ge« sprochen, angemeldet und unaiigemeldet. Denn„das deutsche Voll" und seine eigene Reklamesucht hatten wiederholt Sehnsucht nach ein- ander. Aber so schwer hat man es Ferdinand Bonn doch noch nicht gemacht, zu reden, als diesmal. Daß er sein großes Vorbild, die mimische Exzellenz Possart. beleidigt hat und nach München unter polizeilicher Bedeckung befördert wurde, um dort veruommen zu werden, erscheint nur als Einleitung zu der Rede, die er den Berlinern schuldig ist. Kaum in München angelangt, depeschierte der deutsche Sherlock Holmes nach Bertin:„Ich trete Sonntag bestimmt auf und halte eine Abschiedsrcde. Ferdinand Bonn." Hoffentlich kann der große Dichter- Schauspieler sein Wort halten. Selbst Possart sollte dieser tiefen Sehnsucht, zu reden, nicht im Wege stehen. — Lustbarkeiten. Wir lesen in der„Jugend": In Breslau muß eine Ausstellung zur Bekämpfung der Geschlechtskrank- heiten Llistbarkeitssteuer bezahlen. Das ist ein Hinweis darauf, daß das Gebiet der Lustbarkeilssleuer durch die bisherige Steuerpraxis noch lange nicht erschöpft ist. Da leben z. B. die Bewohner der in Mccktenburg-Schwerili liegenden Stadt Ludwigslust in den Tag hinein, und niemand denkt daran, daß sie eigentlich Ludwigs-Lust« barkeitsstener bezahlen müßten. Ja, noch mehr: Hutten hat gesagt: ES ist eine Lust zu leben. Danach müssen also alle Menschen, die leben, eine Lebenslustbarkeitssteuer bezahlen. Bei der Lustbarkeit geht alles in Rauch auf, bei der Leichenverbrennung auch; folglich ist auch die Leichenverbrennung eine Lustbarkeit und als solche zu besteuern. Stadtbezirke 317— S20C(Wahlbezirke 796-808), 244./245. Ge- ineiudeschule, Paiikstr. 20/22. Stadtbezirke 321—324(Wahlbezirke 809—821). 7S./97. Chri- stianiastraße 4/6. Stadtbezirke 313, 32äA—3-26D(Wahlbezirke 780—781 und 822 bis 832), 224./229. Gemelndesckuke, Cbristianiastr. 36/39. Die Wählerlisten sind nach dem Wohnungsstand« des ersten Drittels des November 1911 aufgestellt. Wer die Listen für unrichtig oder unvollständig hält, kann dies bis spätestens am 21. Dezember v. J<. schriftlich oder in den vorbezeichneten Auslegestellen bei den, dort anwesenden Beamten zu Protokoll erklären, must aber die Beweismittel für seine Behauptungen, soweit diese nicht auf allgemeiner Kenntnis beruhen, beibringen. Zur Begründung der beantragten Nachtragung in die Wähler- liste ist— abgesehen von sonst etwa erforderlichen Urkunden— entweder der Mietkontrakt, die letzte Steuerquittung oder die poli- zeilich bescheinigte Anmeldung für die zur Eintragung angegebene Wohnung vorzulegen. Niederbarnim. Boxhagen-Nummelsburg. An den Wochentagen von vormittags 8 Uhr bis nachmittags 3 Uhr, am Sonntage von vormittags 10—12 Uhr, im hiesigen Nathause, Türrschmidtstraste 26, 3 Treppen, Zimmer 04(Wahlburenu). Außerdem auch täglich beim Genoffen Blum, Alt-Boxhagen 56. Bernau. Im Magistratsbureau. Zimmev 2, täglich vormittags 8—12, nachmittags 2—6 Uhr, auch heute, Sonntag, von 8— 12 und von 2—6 Uhr. Borsigwalde. Bei Züleke, Ernststr. 5, bei HaschinSkh, Ernststr. 8, in der Borwärts-Spedition beim Genossen K i n a st, Räuschstr. 10, und bei B e t w a l. Wittestraße. Eggersdorf. Die Wählerlisten liegen im Restaurant Tübbeke aus.— Frauzösisch-Buchholz. In den üblichen Dienststunden von 8 bis 1 und von 3 bis 6 Uhr. Sonntag von 9 bis 10 Uhr vorm. Friedrichshagen. An den Wochentagen von 8 Uhr vormittags bis 3 Uhr nachmittags und am Sonntag von 9—11 Uhr vormittags im Rathause, Zimmer Nr. 13. Karlshorst. Im hiesigen Dienstgebäude, Dönhofsstr. 31, an den Wochentagen von 8 bis 3 Uhr und am Sonntag von 9 bis 1 Uhr. Lichtenberg. An den Werktagen von vormittags 8 Uhr bis nach- mittags 3 Uhr und am Sonntage von vormittags 9 Uhr bis nach- mittags 1 Uhr, im großen Sitzungssäle des hiesigen Rathauses. Mahlsdorf(Ostbahn). Für die Wähler in der Gemeinde Mahls- darf im- Rathaus, werktags von 9 bis 3 Uhr und am Sonntag von 9 bis 11 Uhr vormittags. Für die Wähler im Gutsbezirk im Bureau des Gutshofes in der Zeit von 0 bis 11 Uhr vormittags. Ferner hat der Wahlverein folgende Stellen für die Einsichtnahme in die Wählerliste eingerichtet. Für Mahlsdorf-Süd im„Heidekrug", Köpenicker Allee, und bei Mader, Köpenicker Allee Ecke Winkler- stratze. Für die Kolonie bei Obst. Berliner Straße, und für Mahls- dorf-Nord bei Dräger, Bahnhofstraße, zu jeder Tageszeit. Nieder-Schönhansen. Wochentags von 8— 3 Uhr und am Sonn- tag, den 17. Dezember, von 12— ö Uhr, im Rathaus, Zimmer 10. Oberfchiineweide. Im Einwohnermeldeamt, Zimmer 4. während der Dienststunden von 8—3 Uhr und am Sonntag, den 17. Dezem- ber, vormittags von 9— 12 Uhr. Pankow. Im Rathause, Zimmer 2S, von 8 Uhr vormittags bis 3 Uhr nachmittags. Auch tonnen die Listen bei Herrn Ritzmann, Mühlcnstr. 30 und Larfen, Brehmes! r. 48. eingesehen werden. Reinickendorf. Im Sitzungssaal des Rathauses, Hauptstr. 38, und zwar an den Wochentagen von 0 Uhr vormittags bis 3 Uhr nachmittags. Sonntag, den 17. Dezember, von 9 bis 9'.a Uhr vormittags und 11 l-h vormittags bis 2 Uhr nachmittags. Aufträge zur Einsichtnahme nehmen neben den mit Plakaten versehenen Ge- schäftslokalen auch die Bezirksführer entgegen. Tegel. Während der Dienststundcn von 8 Uhr vormittags bis 3 Uhr nachmittags im Zimmer 2 des Gemeindeamts. Am Sonntag, den 17. d. Mls'., ebenfalls von 8 bis 3 Uhr. ' Wittenau. Bei den Genoffen Schulz, Hauptstraße, und W i t t ch o w, Oranienburger Straße. Weißensee. Im Dtathause. Albertinenstr. 6, Eingang Einwohnermeldeamt.(Zeit ist aus der amtlichen Bekanntmachung nicht ersichtlich.) WilhelmSruh-Rosenthal. Im Gemeindeburcau, Hauptstr. 22. Zimmer Nr. 1, wochentäglich von 8 Uhr vormittags bis 3 Uhr nach- mittags, Sonntag, den 17. von 11 bis 12 Uhr vormittags. Teltow-Beeskow. Adlershof. Im hiesigen Gemeindeamte 2, Posadowskhstr. 1, Zimmer Nr. 3, wochentags während der Dienststunden von vor- mittags 8 bis nachmittags 3 Uhr, am Sonnkaz, den 17. De- zember, von vormittags 8 bis 10 Uhr. Für Wahlberechtigte. welche verhindert sind, einzusehen, übernehmen folgende Genossen die Einsichtnahme: August Beck. Bismarckstr. 11(Konsumier- kaufsstelle). Johann Feyerstein, BiSmarckstr. 26, Richard Kaul, Bismarckstr. 16. Rudolf Otto, Sodanstr. 29. _ Alt-Glienicke. Im Gemeindebureau, Rudower Straße 61. Außerdem bei den Gastwirten Henschel, Grünauer Straße, Ritze, Grünauer Straße, Joch, Köpenicker Straße. Dürre, Köpenitfcr Straße. Schäfer, Schirnerstraße, Petermann, Rudower Straße; im Zigarrengeschäft von Belau, Köpenicker Straße; bei den Barbieren: Grimm und Nietner, Köpenicker Straße. Am Sonntag liegt die Abschrist in der öffentlichen Versammlung im Orts- teil Falkenberg zur Einsicht aus. Britz. Im hiesigen Rathause, Zimmer 6, und zwar an den Wochentagen von 8 Uhr vormittags bis 4 Uhr nachmittags und am Sonntag von 10— 12 Uhr vormittags. Charlottenburg. Im Statistischen Amt, Lützowerstr. 8a, von 8— 3 und 5— 8 Uhr wochentags. Am Sonntag, den 17. Dezember, von 9-3 Uhr. Deutsch-Wusterhausen. Beim Genossen Hermann Ludwig. Maurer. Eichwalde. Im Rathause, Grünauer Straße 49, an den Werk- tagen während der Dienststunden von 9 Uhr vormittags bis 3 Uhr nachmittags, dagegen am Sonntag, den 17. d. M„ von 9 Uhr vormittags bis 1 Uhr nachmittags. Ferner kann die Liste am Montag und folgende Tage von 7 bis 8 Uhr abends eingesehen werden bei den Genossen Brüschke, Bahnhofstr. 7S, 3 Tr., und Mendt, Kronprinzenstr. 6, 2 Tr. Groß-Beeren. An den Wochentagen von 12— 2 Uhr nachmittags und am Sonntag, den 17. Dezember, von 10—12 Uhr vormittags im hiesigen Gemeindebureau. Groß-Lichterfelde. Im hiesigen Amtshause, Schillerstr. 32, Zimmer 12, wochentags von 9 Uhr vormittags bis 6 Uhr nachmittags und am Sonntag, den 17. Dezember, von 9 Uhr vormittags bis 1 Uhr nachmittags. Grunewald. Vormittags von 9—12 im hiesigen Gutsbureau. Amtshaus Grunewald-Forst. Grünau. An Wochentagen von 9 Uhr vormittags bis 3 Uhr nachmittags und am Sonntag von 9— 11 Uhr vormittags im Ge- meindehause, Mittelstr. 10, Zimmer 2. Johannisthal. Im Rathause, Königsplatz, Zimmer Nr. 2. wochentags von 8 bis 3 Uhr und am Sonntag von 10 bis 12 Uhr. Außerdem bei den Gcnoffen Gobin, Roonstr. 2, und Luban, Park- straße 9. Königswusterhausen. Beiden Genossen Heinrich Dietze, Amtsgarten 2, und Otto Krause, Luckenwalder Stratze 4. Köpenick. Im Rathaus, 2 Treppen, Zimmer Nr. 28, und zwar an den Wochentagen vormittags von 8 bis 1 und nachmittags von 3 bis 6 Uhr, am Sonntag, den 17. Dezember, vormittags von 9 bis 12 Uhr. Lankwitz. Im Rathaus. Zimmer 24, während der Dienststunden von 8 bis 3 Uhr. Am Sonntag, den 17. Dezember, von 8 bis 10 Uhr vormittags. Lichtenrade. An den Wochentagen während der Dienststunden von vormittags 3 bis nachmittags 3 Uhr, außerdem am Freitag, den 15., und Dienstag, den 19. Dezember, nachmittags von 6 bis 8 Uhr, sowie am Sonntag, den 17. Dezember, von 9—12 Uhr vormittags, im Gemeindeamt hierselbst, Dorfstr. 36. Mariendorf. Im Rathause, Zimmer 11, an den Wochentagen von 8— 12 Uhr vormittags und von 3— 6 Uhr nachmittags. Am Sonntag, den 17. Dezember, von 9—12 Uhr vormittags. Mnrienfelde. Während der Dienststunden werktäglich von 8 bis 3 Uhr und Sonntags von 9— 12 Uhr. Nikolassee. An den Wochentagen während der Dienststunden von vormittag? 8 bis nachmittags 3 Uhr, am Sonntag, den 17. De- 'zember, von 9— 12 Uhr vormittags im hiesigen Gemeindeamt, Normannenstr. I. Niederschöneweide. Im Gemeindehaus(Meldeamt), Grünauer Straße 1 1, während der Dienststunden von 9 Uhr vormittags bis 1 Uhr nachmittags und von 3 bis 5 Uhr nachmittags. Außerdem bei den Genossen(auch am Sonntag): Restaurateur Bindig, Berliner Straße 54, Restaurateur Haupt, Haffelwerder Straße, Ecke Fenn- straße, Restaurateur Neumann. Grünauer Straße 5, von morgens 8 bis abends 10 Uhr. RowawcS. Während der Dienststunden von 8 Uhr vormittags bis 3 Uhr nachmittags und am Sonntag, den 17. Dezember, von 9 bis 10'A Uhr vormittags in den Bnreauräumen Zietenstraße 1, parterre rechts. Zur Einsichtnahme in die Liste haben sich bereit erklärt die Restaurateure: Sims, Luisenstraße; Godglück, Ecke Friedrich- und Wilhelmstraße; Wolfgramm,„Deutsche Feslsäle", Wilhelmstraße 41/43; Singer. Priesterstraße 31; Gruhl, Priester- straße 69; Franz Ebel, Turnskraße 15; Hiemke, Wallsfraße 55; Otto Gebauer, Wallstraße 62; Gomoll, Großbecrenstraße 59; Mcincrt. Grobeerenstraße; Schulz, am Drewitzer Bahnhof; Cords,«Zum alten Krug", Kaiser-Wilhelmstratze 20; Herm. Ebel. Stahnsdorscr Straße 18; Ritter, Goethestratze 41; Nagel, am Plantagenplatz, so- wie Weißwarengeschäft M. Silbermann, Friedrichstraße 14. Schmargendorf. Im Rathause, Zimmer Nr. 3(Polizeiwache!, während der Dienststunden von 8A bis 3 Uhr, Sonntags von 10 bis 12 Uhr. Schönebrrg. Im Bureau �k., Feurigstr. 63, 1 Treppe, Zimmer 4 und 5 des Vorderhauses, an den Werktagen von 8—2 Uhr und am Sonntag, den 17. Dezember, von 9— 1 Uhr. Steglitz. Vom 14. bis 21. Dezember, wochentäglich von 8 bis 3 Uhr, sowie abends von 5 bis 7 Uhr» im Hause Schloßstr. 36, 2 Treppen, Zimmer 34. Am Sonntag, den 17. d. Mts-, nur mittags von 11 X' bis 12X Uhr. Tempelhof. Im Kommissionsfitzungszimmer der Gemeinde, Dorfstr. 42, parterre, in der Zeit von 8 Uhr vormittags bis 6 Uhr nachmittags. Am Sonntag, den 17. Dezember, von 8—10 Uhr vor- mittags und von 12—1 Uhr nachmittags. Teltow. Im Rathaus, Zimmer 6, an den Wochentagen von 8 bis 3 Uhr, am Sonntag, den 17. Dezember, von 10 bis 12 Uhr vormittags. Treptow-Baumschulenweg. Im Rathaus, Neue Krugallee 1—3, Zimmer 59. Am Sonntag, den 17. Dezember, in der Zeit von 8 bis 10 Uhr vormittags und 12 bis 2 Uhr nachmittags. Von Montag, den 18.. bis Tonnerstag, den 21. d. M.. in den Bureau- stunden von 8 Uhr vormittags bis 3 Uhr nachmittags. Außerdem von 6 bis 8 Uhr oachmittags. Diejenigen Personen, welche nicht selbst einsehen können, wenden sich an die mit Plakaten belegten Geschäfte. Wannsee. Im Rathaus, Zimmer 3. während der Dienststundcn. an Wochentagen von 8—3 Uhr. am Sonntag, den 17. Dezember, von 11—12 Uhr vormittags. Weißensee. Im Rathause. Zimmer 12. während der Dienst- stunden von 8 bis 3 Uhr. Außerdem im ständigen Wahlbureau. Berliner Allee 251, beim Gastwirt Peukert. von mittags 12 bis abends 8 Uhr. Wildau-Hohrrlchme. Täglich beim Genossen Adolf Tänzer, Zigarrengeschäft. Wilmersdorf-Halensee. Täglich, auch am Sonntag, von 8 Uhr vormittags bis 3 Uhr nachmittags im Wahlbureau. Gast einer Straße 11. 2 Treppen. Diejenigen Wähler, die keine Zeit haben, die Listen selber einzusehen, werden ersucht, ihre Adressen an einer der folgenden Stellen abzugeben: Gasiswirt Selke, Brandenburgische Straße 69, Zigarrcnhändler Pieper, Berliner Straße 46, Gastwirt Hahn, Wilhelmsaue 26, Gastwirt G r ö s ch k e, Kaiser-Allcc 200, Gastwirt Schilling. Lauenburger Sttaße 20, Gastwirt Fischer, Durlacher Straße 8, Gastwirt P o t s ch i e ß. Parctzer Straße 2. Gastwirt W e n d t. Augusta. stratze 23; in Halensee: Sengebusch. Heilbronner Straße Rr. 11, Ecke der Karlsruher Straße. Bechstein, Katharinen. straße 5. Gartenhaus 4 Tr.. und Ernst Babi n«. Georg Wilhelm- straße 18/19. Zehlendirf. Im Gemcindeamte, Hauptstraße 38, Zimmer 8, während der Dienststunden von 8 Uhr vormittags bis 3 Uhr nach- mittags. Am Freilag, den 15., sowie am Dienstag, den 19. De- zember werden die Listen von 8 Uhr vormittags bis 8 Uhr abends, am Sonntag, den 17. Dezember, von 10—12 Uhr vormittag». Potsdam-Osthavelland. Spandau. An den Wochentagen während der Dienststunden von 8—1 Uhr und von 3—6 Uhr und am S o n n t a g. den 17. Dez.. vormittags von 10—1 Uhr. und zwar für den Stadtteil Nonnen- dämm mit Sternseld und Pauljtcrn im Magistratsburcau. Hefner- steig 2, für den Stadtteil Haselhorst mit Salzhof und Nene Pulver. fabrik im Magistratsbureau, Gartenfelder Straße 36, für alle übrigen Stadtteile im Rathaus, Zimmer 11/12. Für denjenigen Teil des Nonnendamms, welcher vom Kreise Niedcrbarnim abge- trennt und dem Stadtkreise Spandau einverleibt worden ist, ist eine besondere Wählerliste ausgestellt. Dieser Teil gehört nach wie vor zu dem ReichStagswablkreise Riederbarnim-Lichtenberg; die Wähler aus diesem Bezirk haben also im Kreise Niederbarnim ihr Wahlrecht auszuüben. Diejenigen, die verhindert sind, selbst Einsicht in die Liste zu nehmen, können eine auf den ausgehängten Plakaten vermerkte Person mit der Einsichtnahme betrauen. Die in die Liste Einsicht- nehmenden tun gut, wenn sie sich vorher mit genügender Legiti- mation(Mietskontrakt, Steuerzettel, Militärpaß) versehen, damit bei Unrichtigkeiten oder Fehlen in der Wähierliste der Protest sofort erhoben werden kann. Zum Weihnachtsf est Punsche," Liköre bereitet man sür den eigenen Bedarf wie auch als sehr beliebtes Geschenk mit den Welt- bekannten, aus vielen Ausstellungen prZmtiertcn Noa-s Original« Extrakten. Noa-s Original- Extrakte find sür alle Sorten Liköre und Punsche erhältlich. Es uftht nichts Besseres! Mi« Noa'S Ortgiual-Extrakten werden auch sektsr Xognsk u. Zum in höchster Volllommenheit nachgebildet. Selbftbereitung mühelos, finderleicht, ohne Apparate. Hervorragend feines Aroma l— Höchst delikater Geschmack.— FI. sür JV. Liier«fcS? 25, 55. 40, 50, CO, 76 N.->» Destillation im llanstaalt— rt«rt»iaT reich illustriert. ISSseitig, mit Rezepten gTDMV» JLM oV' 1�1€1 Niederschönhausen X.TB.st'�m. Treshowstratte S. Berlin, Elsasser Str. 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Wenn Arbeiter sich international verständigen, um ge- meinsam der verwüstenden, schrankenlosen Ausbeutung der Arbeitskraft entgegenzutreten, Arbeiterschutzgesetze zu veran- lassen, die Arbeitsbedingungen vernunftgemäß zu regeln, dann vroduziert das Unternehmertum große Quantitäten sittlicher Entrüstung, dann sind internationale Bestrebungen verbreche- t'isch, staatsgefährlich. Und wenn das Volk hüben und drüben für den Volksfrieden und gegen verbrecherische Kriegshetze- reien dcmostriert, dann geraten die„Nationalisten" erst recht aus deni Häuschen, dann fabulieren sie von landesverrätc- rischen Umtrieben der internationalen Sozialdemokratie! t?anz anders tönt die Melodie, wenn Erbpächter des Nationa- lismus, Todfeinde der internationalen Sozialdemokratie, die internationale Verbrüderung des Kapitals— besingen. Dann wird zur Tugend, was bei den Arbeitern ein todes- würdiges Verbrechen sein soll. Hören wir was Unternehmer über den goldenen Internationalismus sagen. In dem letzten Jahresbericht der Berliner Kaufmannschaft liest man darüber folgende bemerkenswerte Darlegungen: .Im vorigen Jahresbericht hatten wir auf eine steigende Jnternationalisierung des Kartellgedankens hingewiesen. Im Be- bichtSjahre konnte diese Bewegung weiter beobachtet werden. Zu einem nicht geringen Teil läßt sich diese Erscheinung zurückführen auf die immer mehr fortschreitende Jnternationalisierunz des Kapitals und die durch sie bedingte Jnteressensolidarität, die z. B. besonders stark in der Blei- und Zinkbranche zutage tritt. Immer- hin ist die Zahl der internationalen Kartelle verhältnismäßig geringer geblieben, als nach der raschen Entwickelung, die das Rartellwesen überhaupt genommen hat, hätte angenommen wer- den müssen. Allerdings finden sich gerade in den größten Jndu- striegruppen Ansätze von über die Landesgrenzen hinausgreifen- den wirtschaftlichen Organisationen, so daS Schienrnkartell und der Schiffahrtstrust; aber auch in der Elektrizitätsindustrie, in der chemischen Industrie, in der Spinnerei und Weberei sowie in anderen Erwerbszweigen sind verschiedentlich Versuche gemacht worden, die auf eine internationale Verteilung der Absatzgebiete oder auf eine internationale Regelung der Produktion und Preis- höhe, abzielen. Zu bestehenden internationalen Kartellen, wie der intcrnatio- nalen Bleihüttenkonvention, dem Trägerabkommen, dem Verband europäischer Emailwerke, der Drahtkonvention, den Intcrnatio- nalen Glaskartellen, sind im Berichtsjahre neue hinzugetreten. So kam eine Preiskonvention der deutschen Linolcumwcrke mit dem Auslände und eine Chromopostkartcnkonvention, die ganz Europa, mit Ausnahme von Frankreich und England, umfaßt. desgleichen eine Konvention der europäischen Karbidfabriken zu- stände. In der Textilindustrie wurde ein Kartell zwischen öfter- rcichischen und deutschen Krawattenindustricllen geschlossen, ferner kam ein internationales Samtindustrieshndikat auf fünf Jahre mit Wirkung ab 1. Januar 1S11 zustande, dem sämtliche franzö- fischen und deutschen Fabriken der Branche angehören. Durch die National Silk Dheing Co. in Amerika, der die Firma A. Clavcl und Fritz Lindemeier in Basel sowie die Elberfclder Schwarz- strangfärberei C. A. Langenfeld und I. P. Lohe in Elberseld- Sonnborn beigetreten sind, und durch die Seidenfärberei Gillet u. Fils in Lyon wurde serner ein internationales Seidenfärber- ablommen geschaffen. Verhandlungen zur Gründung schwebten hinsichtlich einer Salpeterkonvention und eine? internationalen Erztrustes. Dagegen löst sich nach dem Zusammenbruch des beut- schen GaS- und SiederohrfyndikateS auch das internationale Röhrenkartell auf." Kein Wort der Entrüstung, o nein! Diese Jnter- Nationalität dient ja der organisierten Profitmacherci, der gemeinsamen Plünderung der Konsumenten im In- und Auslande. Das ist kapitalistisch hochmoraltsch, das ist eine verdienstvolle Jnternationalitäti Aber eine Jnternationali- tät, die Menschenschutz erstrebt, kapitalistische Verbrechen zu verhindern sucht, pfui, die ist in den Augen der nationalen Profitmacher gemein, unanständig, wird als scheußliches Ver- brechen gebrandmarkt. Aus dieser kapitalistischen Moral heraus versteht es sich auch von selbst, daß die National- heiligen, die sonst für Streikbrecher eine glühende Liebe be- künden, für K a r t e l l streikbrecher gar keine Sym- p a t h i e aufzubringen vermögen. Eine elegische Stimmung verrät folgende Auslassung im Bericht der Kaufmannschaft: „Auch internationale Kartelle haben es erfahren müssen, daß durch sie das Emporkoinmen der Außenseiter besonders begün- stigt werden kann. Tics widerfuhr im Berichtsjahre dem ver- hältniSmäßig straff organisierten internationalen Schienensyndi- kat. Die Organisation eines außerhalb des Kartells stehenden Lande», der belgische Stahlwcrksverband, wurde mit Bestcllun» gen in Eisenbahnmatcrial. meistenteils aus überseeischen Län- dern. und zwar zu guten Preisen, begünstigt. Ein gleicher Vor- gang wird von Rußland berichtet, dessen Eisenindustrie durch geringe Unterbietung der Preise in die Lage gekommen ist, nicht nur in alte englische Absatzgebiete, sondern sogar in England selbst einzudringen. Sogar Staaten mit junger Eisenindustrie, wie Japan und Italien, haben sich nicht ohne Erfolg am Weit- bewerbe beteiligt."# Warum begeistert man sich hier nicht für die—— Streikbrecher? Hier sind sie ein Hindernis für die Profit- macherei, für die Ausbeutung der Konsumenten, Streik- brechcr aber, die ihren Klassengenossen in den Rücken fallen, fördern die Profttmacherei. deshalb gelten sie als Edelknaben. während man die Kartellstreikbrccher am liebsten durch ein— Zuchthausgesetz unschädlich machen möchte. Berlin und llmgegend. Achtung. Lithogrnpheu und Stcindruckcr! Die Differenzen bei der Firma G r a e tz. Berlin, Auguststraße 26, sind durch Verhandlungen beigelegt. Die Firma hat unseren Arbeitsnachweis auerkannt. Tie Verwaltungen. Vom Sonntagsbackverbot i« den Bäckereien. Durch die bürgerliche Presse geht eine Notiz, nach der der Zentralverband der Bäcker und Konditoren als ein prinzipieller Zeind einer Berliner Polizeiverordnung erscheint, die für alle Bäckereien die Arbeit von EonntagmorgcnS S bis Montagmorgcns V Uhr verbieten sollte.". Diese Notft stammt au» dem Lager der gelben Backerbewegung. die auch die Vaterschaft für den Plan einer solchen Verordnung übernommen hat. Zur Klarstellung der Sache stellen wir folgen- * Seit vielen Jahren kämpft der Bäckerverband um einen 3Kstün° higen wöchentlichen Ruhetag. In diesem Streben wurde er neben den Bäckerinnungen auch vom gelben Bund, einer Schöpfung der Bäckermeister gegen den immer stärker werdenden Verband, am faratischsten gehindert und bekämpft. Das hindert jedoch nicht, baß c» dem Verbände gelang, für etwa lSOlX) Gesellen die sieben- 'bick'igc Arbeitswoche durch einen Mtündigcn Ruhetag— teils Soche. teils olle zwei oder drei Woche»-- zu durchbrechen. Erst in diesem Jahre wurde für etwa 4700 Gesellen in Berlin- Dieser Löstündige Ruhetag neu ein geführt. Nunmehr, als die Gelben einsehen mußten, daß sie die Ein- führung des wöchentlichen Ruhetages nicht länger hindern kor.nten, verfielen sie auf den Ausweg, von der Polizei für den Bezirk 3 Berlin ein Sonntagsbackvcrbot zu fordern. Einer solchen Forderung stand der Verband von vornherein mißtrauisch gegenüber. Abges�h:n da- von, daß ein solches Verbot von den Gelben lediglich, wie t ies in zynischer Offenheit von der gelben Bundesleitung ausdrücklick i zuge- geben wurde, nur gefordert wird, damit der Verband nicht scüne For- derung nach einem 36 Stunden betragenden Ruhetag durchsetzc n kann, würde durch dieses Verbot überall dort, wo bereits die sechs/ Hi cht ige Arbeitswoche durchgeführt ist, die sicbcnschichtige Arbe itswoche wieder eingeführt werden können, und zwar dadurch, daß die Bäckermeister an den Sonnabenden und Moni, igen um so viel länger arbeiten lassen würden, damit der Ausfall'-mrch das Backvcrbot von Somitag zu Montag wieder eingeholt wcrdien würde. Es würde also das geplante Backverbot eine ungeh, ure Ver- schlechterung der bestehenden Arbeitsverhältnisse mit sich bringen, die sich speziell die Berliner Bäckergesellen unter keinen I imständen gefallen lassen werden Sie baben in mehreren Berscn.nmlungen ibren Willen dahin präzisiert, daß sie wegen eines solchen Backverbots von 22 Stunden, da? die auf 7 Tage berechnete Anb« itÄeistung auf 6 Tage zusammendrängen würde, auch nicht eine Mi.nute ihres bereits errungenen 36stündigen Ruhetages opfern köinuen Wäre es den gelben Drahtziehern, die mit diesem Backverbot den wöchentlichen Ruhetag verraten wollen� wirklich ernstlich um eine Erleichterung des Arbeitsverhältnisses zu tun. s>> würden sie ein solches Backverbot für eine volle Arbeitsschicht, d. U von Sonn- tagmorgens bis Montagabends, und dann für daS ganze Reich verlangen. Das fällt ihnen aber nicht ein. sie verlan.zen lediglich etwas, waS noch nicht einmal etwas Halbes genannt tue, den kann. das aber bewirken soll, daß die Gesellen, die bereits den ASstundch-.-n Ruhetag haben, darum wieder betrogen werden. Daß es ihnen aber nur darauf ankommt, im Auftrage ihren Väter und Auftrag-zeber aus dem Meister- und Jimungslager die Gesellen wn ihre bisherigen Erfolge zu betrügen, haben sie ja dad-urch bewiesen, daß {ie seinerzeit eine Petition an den Reichstag sandten, in der sie um strikte Ablehnung des Verlangen» des Verbandes um gesctz/ichc Regelung des 36stüiidigcn Ruhetages baten, und in einer weiberen Petition die völlige Beseitigung des Koalitions- und Bohkottvcchts � � Von�jedem ehrliehen Bäckergesellen wird deshalb auch die ganze gelbe Bewegung als ein infamer Verrat an den Interessen d�r Ge- scllen betrachtet und die Führer und Leiter dieser Bewegung werden auf das schärfste verurteilt._ Parteigenossen, Raucher! Beachtet die Veröffentlichungen im „Vorwärts". Kaust nur dort, wo die grünen Pla-kate vorhanden sind, unterschrieben Alwin Schulze. � Der Vertrauensmann der Tabakarbeiter. Zur Zigarrenarbciter-Bewegtrnz. Der Gauleiter des TabakarbeiterverbaudeS Genosse M. Kiesel ersucbt uns um Ausnahme dcS folgenden: In einigen Gaft-Lokalcn ist ein Plakat mit dem Inhalt auS- gehängt: Zigarrenfabrik A. M. Püschel. Inhaber Max Püschel, Fiirsterwalde. Inhaber dieser Finna hat in seiner Fabrik die Lohn- und Arbeitsverhältnisse nach den Gmndjätzen der Tabalarbeitrr- Organisation geregelt. ' Max Kiesel, Gauleiter. W. Brümmer. H. Kossack. tierzu habe ich zu erklären: S ist wahr, daß die Firma M. P ll s ch« l mit der Organisation de? Deutschen TabakarbeiterverbaudeS einen Tarifvertrag ab- geschlossen hat. Dieses ist von mir mitunrerzeichnet worden. Jedoch habe weder ich noch einer meiner mit- unterzeichneten Kollegen beim Abschluß de? Vertrages Herrn Max Püschel die Vollmacht erteilt, unseren Namen unier ein von ihm anzufertigendes Plakat zu setzen: Dies ist ohne mein Wissen geschehen. Weiter bin ich verpflichtet zu bemerken, daß für alle die- jenigen Firmen, welche anßerhalb Berlins ihre Fabrikate anfertigen lassen, ivenn von denselben Wert darauf gelegt wird, der ton- sumierenden Raucherwelt in Arbeiterkreisen davon Keniltnis zu geben, daß in ihren Betrieben die Lohn- und Arbeitsverhältnisse nach den Satzungen der Tabakarbeiterorganisation durch die Gauleitung ge- regelt sind, auch nur die grünen Plakate gelten, unterzeichnet mit dem Namen Alw. Schulze. Dieselben werden allen Gastwirten sowie Händlern, sofern dieselben den?iachweiS erbringe», daß sie nur von tarifierten Firmen, deren Namen auf dem Bureau der Tabak- arbeiter niedergelegt sind, Waren beziehen, ausgehändigt. Dies auf Anfragen zur Aufklärung. M. Kiesel. Deutfehes Reich. Zur Tabakarbeiteraussperrung. Eine in M i n d e n i. W. tagende Konferenz der Ver- trauensleute der ausgesperrten Tabakarbeiter der Ansstands- gebiete Westfalen, Haniburg-Altona und Bremen nahm Stellung zur Tabakarbeitcr- Aussperrung. Der Vorsitzende des Sabal- arbeitcrverbandes Deichmann gab den Situationsbericht, wobei er darauf hinwies, daß monicntan partielle Vcrhand- lungen in den Differenzbetrieben geführt würden, um die Bahn zur Einigung zu ebnen. Nach anschließender lebhafter Debatte, in der scharf zum Ausdruck gebracht wurde, daß streng darauf geachtet werden müsse, in diesen Verhandlungen annehinbare Resultate zu erzielen, wurde nachfolgender Reso- lution einstimnng zugestimmt: .Die am 14. Dezember in Minden i. W. tagende Konferenz der Vertrauensleute de« Tabakarbeiterverbandes, des Verbandes der Zigarrensortierer und� Kistenbekleber Deutschlands und des Holzarbeiterverbandes erklärt sich damit einverstanden, daß partielle Verhandlungen unter Hinzuziehung von Vertretern der Neuner- kominission bei de» bestreikten Firmen und darauf bei den Finnen, bei denen Lobnforderungen eingereicht, geführt werden, nin eine Eiiiigung herbeizuführen. Sie erwartet jedoch, daß für die in diesen Betrieben in Frage kommenden Arbeiter annehmbar« Lohuzulagen gewährt werden. Die Neunerkommission erhält den Auflrag, in diesem Sinne zu wirke,,."_ Wie Gelbe siegen. Alif der Kruppschen Germaiiiawerft wurde der Arbeiter- a u S s ch u ß nengewählt. Hierbei zeigte sich, wie die Direktion der Werf, die freien Gewerkschasten zu benachteiligen sucht und die Handvoll Gelben, die auf der Werst beschäftigt werden, bevorzugt werden. Bei der Abstimniiuig wurden für die Liste der freien Ge- werkschaften 1636 Stimmen abgegeben, für diejenige der Gelben 143 lliid die der Hirsche nur 123 Stimmen. Aus Grund der Verhältnis- wählen entfallen nun auf die freien Gewerkschaften sieben, auf die Gelben e i n Vertreter, während die Hirsche. die bisher einen Vertreter hatten, ganz leer ausgingen. Das schönste bei der Wahl aber ist, daß die Direktion auf Grund der bestehenden Bestimmungen ihrerseits von einer Liste nicht weniger als sieben Vertreter beslimnien kann. DaS tat sie denn auch, und zwar in der Weise, daß sie die sieben nicht ge- >v ä h l t e n K a ii d i d a t c n d e r G e l b e N in d e n A u S s ch u ß berief! Somit haben die Gelben jetzt mit 143 Sliinmen acht Vertreter im Ausschuß und damit zugleich� die Majorität, während die freien Gewerkschasten mit ihren 1638 Stimmen nur sieben Ausichußmitglicdcr haben lUtd sich in der Minorität befinden. Eine weitere interess ante Erscheinung bedeutet der Rückgang der„Hirsche". Während sie im vorigen Jahre noch 107 Stimmen ausbrachten, waren es d ieSmal nur noch 12S. Ein Teil der Stimmen ist zweiselloS diesmal auf die Gelben übergegangen. Es beweist das, daß die„Hirsche" in Kiel vollständig zur Vedeutungslosigkeit herabgeiruiken sind._ Ganmg unter den oberschlesischen Bergarbeitern. Donnerstag, den 14. Dezember 1011, fand in Kattowitz eins Konferenz der Vertreter der Bergarbeiterorganifattonen, nämlich des alten BevgarbeiterverbandeS(Sitz Bochum), des christlichen Gewerk- verems, der Polnischen Berufsvereinigung und des katholischen Arbeitervereins(Abteilung Bergarbeiter) statt. Es wurde eingehend über die Lebenslage der oberschlesischen Bergarbeiter beraten. Alle Vertreter genannter Organisationen waren der festen Ueberzeugung, daß im Vergleich zu der ungeheuren Lebensmittelteuerung. Erhöhung der Wohmingsmieten usw. die Löhne der oberschlefischen Bergarbeiter unzureichend sind und eine Erhöhulig derselben unbedingt notwendig sei. In Anbetracht der guten Kohlen» konjunltur und der Ermäßigung des Tarifs für Kohlentransporte sind die Vertreter der Bergarbeiterorganisationen der Meinung, daß es den Gr'/ndbcsitzern sehr wohl möglich wäre, die Löhne der ober- schlesischen Bergarbeiter zu erhöhen. In oer Konferenz kamen weiter zur Sprache die ArbeitSver- längeri/ng durch Einführung von Nebenschichten, daS rigoros« Vor- gehen der Grubenbeamten gegen die Bergarbeiter usw. Neue Differenzen in der Hamburger Mälzerei. Der mit der Mälzerei-Mtiengesellschaft in Hamburg ge- schlosscne Friede scheint nicht von langer Dauer sein zu sollen. Kaum sind die Vereinbarungen getroffen, so werden sie von der Firma auch schon durchbrochen. Es wurde vereinbart, daß die Streitenden in ihre alten Rechte wieder eintreten und daß bei eventuellem Arbeits- mangel die zuletzt Eingestellten, in diesem Falle die Arbeitswilligen, zuerst entlassen werden sollten. Die Firma umgeht nun aber diese Abmachungen. Die Betriebsleitung nimmt die Verbandsmitglieder von ihren festen Posten weg und stellt sie dahin, wo mit Bestimmt- heil bald Arbeitsmangel eintritt und entläßt sie dann wegen Arbeits- mangeb Auch werden die früheren Streikenden von einem Arbeits- willigen, der nach seinen eigenen Angaben hierin im Auftrage des Molzmeisters Hunger handelt, in unerhörter Weise belästigt und be- leidigt.— Die Betriebsleitung, die durch die Organisation von den Vorgängen unterrichtet und auf die Verletzung der getroffenen Ab- machmlgen hingewiesen wurde, tut nichts, um diese Differenzen zu verhindern oder aus der Welt zu schaffen. Nach dem Vorgehen und dem Verhalten der Betriebsleitung steht ein ernsterer Konflilt wieder in naher Aussicht. Versammlungen. Eine zweite Wahlversammlung für gastwirtschaftliche An- gestellte fand in der Nacht vom Freitag zum Sonnabend in, den „G e r m a n i a- S ä I c n" statt. Auch hier referierte der Genosse Düwell, Kandidat für den ersten Berliner RcickistagSwahlkreis. Seine Rede, in der er neben den allgemeinen politischen und Wirt-, schaftlichen Fragen insbesondere auch die Forderungen der Gast- wirtsgehikfen an den Reichstag erörterte, wurde von der Versamui- lung mit lebhaftem Beifall aufgenommen. Seine Ausfüllungen wurden von Haut und P o e tz sch ergänzt. Sodann meldete sich ein Herr B ö h l e r(GastwirtSgehilfe) zum Wort. Dieser suchte für den Kandidaten der Demokratischen Werelnigung, Herrn Oberst Gaedke, Propaganda zu machen. Wer Nicht Marxist sei, müsse Gaedke wählen. Er verlas das Programm der D. V., das nach ihm— bis auf den Zukunstsstaat— ganz dem sozialdemokratischen entspräche. Genosse Düwell entgegnete, das; z. B. der§ 6 des Programms der Demokraten, worin es heißt, daß den Arbeitern ein ständig steigernder Anteil am Produkt der Arbeit zuzusichern sei, notgedrungen zum Sozialismus führen müsse— wenn man diesen Satz ehrlich bis zu den letzten Konsc- qucnzen durchführen wolle. Im übrigen erkannten die Genossen Düwell, wie auch P o e tz s ch an, daß es sich bei den Demokraten um ehrliche politische Gegner handle, mit denen ein sachlicher 5kampf möglich sei. Andererseits bestehe die Gefahr, daß sie durch Ausstellung eines Sondcrkandidaten dem Freisinn in die Hände arbeiten. Für die arbeitenden Schichten der Bevölkerung bestehe keine Veranlassung, der demokratischen Vereinigung zu folgen, diese haben vielmehr in der Sozialdemokratie die zuverlässigste Vertreterin ihrer Interessen. Der demonstrative Bei- fall, der diesen Worten folgte, zeigte, daß die Versammelten dieser Auffassung zustimmten. Der Deutsche Kürschnerverband wird am 22. April und den folgenden Tagen seinen vierten Vevbandstag abhalten, und zwar in Leipzig, lieber die Aufgaben dieses Verbandstages sprach am Donnerstag der Berbandsvorsitzende Leisler auS Hamburg in einer Mitgliederversammlung der Filiale Berlin.— Der Vor- sitzende Fritze berichtete sodann über den Streik in der Mützen- fabrit von G. A. Hoffmann. Die Ursachen dieser Arbeits nieder- legung find ja un allgemeinen schon in der Mittwochnummer des „Vorwärts" dargelegt. Die Firma wollte daS seit einem Jahre bestehende Wochenloynshstem beseitigen und die Akkordarbeit von neuem einführen, weil, wie Herr Hofftnann erklärte, das Wochen- lohnsystem sich als unrentabel erwiesen habe und die Existenzfähig. kcit der Firma in Frage gestellt sei, wenn man eS weiter beibehalte. Die Arbeiter waren allerdings keineswegs davon überzeugt, daß diese Behauptungen zutreffend seien, da sie jedoch gerne in Frieden mit der Firma auskommen wollten, und Herr Hoffmann versprach, daß durch die Akkordarbeit keinerlei Schädigung eintreten sollte, erklärten sie sich trotz prinzipieller Bedenken mit deren Wieder. einführung einverstanden, wünschten jedoch dringend eine feste tarifliche Regelung, um vor Preisdrückercien gesichert zu sein. Tie brüske Abweisung, die der Arbeitsausschuß erfuhr, als er Herrn Hoffmann den Tarifvertrag zur Unterzeichnung vorlegen wollte, mußte notwendigenveise zur Arbeitsniederlegung führen, wenn auch die Firma sich für ihr Vorgehen eine Zeit ausgewählt hatte. die für sie, aber nicht für die Arbeiter die günstigste ist.— In der regen Diskussion, die dem Bericht folgte, zeigte es sich, daß daS Verhalten der Firma allgemeine Entrüstung hervorgerufen hat. und daß die Arbeitsniederlegung durchaus gebilligt wird. Ein- stimmig wurde eine Resolution angenommen, in der die? zum Ausdruck kommt und die mit folgenden Sätzen schließt: „Durch die Weigerung, die Arbeitsbedingungen vertraglich festzulegen, hat die Firma den Beweis erbracht, daß es ihr bei der Abänderung des Ärbeitssystems nur auf eine Verschlechterung ankam. Der Kampf der Kollegenschaft bei der Firma gilt des- halb als notwendige Abwehr gegenüber Verschlechterungen der Arbeitsbedingungen, wie auch zur Wahrung der Ehre und Selbst- achtung. Die Versammlung sichert den Kollegen in diesem Kampfe die weitestgehende Solidarität zu und verpflichtet sich, dafür zu sorgen, daß aus diesen Differenzen überall die richtige Lehre gezogen wird, die Solidarität in den Betrieben und der Organisation gegenüber nach jeder Richtung hin zu üben, was die beste Abwehr bietet." Es wurde sodann einstimmig beschlossen, um den Streikenden eine Exiraunterstützung zukommen zu lassen, wöchentliche Extra- beitrüge zu erhebe», und zwar von 50 Pf. für die mämilichcii und 35 Pf. für dft weiblichen Mitglieder, auf sechs Wochen. Theater und Vergnügungen (®idje Wochen-Spielplan.) Freie Volksbühne: Lonntag, 17. Dezember, nachmittags 3 lthr. NcueS Schauspielbaus. 5. Abteilung (Gruppe 19—22): Heber unsere Krajt. II. Teil. Thalia-Theater. 9 /10. Abt.(Gruppe 40— 43): Die Thurnbacherm. Herrnskld-Theater. 11. Abt.(Gruppe 46-48): 2X2= 5. Residenz-Theater. 7.— 8. Abt.(Gruppe 30 und 32): Die arme Löwin. Lessing» Theater. 3. Abt(Gruppe 9—13): Wenn der junge Wein bMht. Montag, 13. Dezember, abends 8 Uhr: Neues Schauspielhaus. 15.(2. Abend-) Abteilung: Agnes Bernauer. Neue Freie Volksbühne. Sonntag, 17. Dezember, nachmittags 2'/, Uhr: Deutsches Theater: Judith. Kammerspielhaus: Lanzelot. Nachmittags 3 Uhr: Neues Volts- Theater: DaS Ber- mächtnis. Cchillcr-Theater 0.: DaS Urbild des Tartüsf. Schiller- Theater Charlottendurg: Maria Stuart. Mctropol-Thealer: Miß Helhet. Trianon-Theater: ftrnncillon. Neues Operetten- Theater: Der Gras von Luxemburg. Theater in der Königgrätzer Strafe« Ein Fallissement. Kleines Theater. Angele.— Krster Klasse. Abends 8 Uhr: RcueS Volts-Theater: Leidenschast. Montag und Sonnabend: Leiden- schast. Dienstag und Donnerstag: Geographie und Liebe. Mittwoch: Die lebende Leiche. Freitag: DaS Vermächtnis. Theater der Hochschule w Charlotten« bürg: Sonntag 3 Uhr: In Be- Handlung. Lebj!Ief-7deslerÜTSe°°7er! Sonntag, nachm. 3 Uhr: V»» Vrkilrl des Tartaff. Sonntag, abends 8 Uhr: Die Wildente. Montag, abends 8 Uhr: König Heinrich. Dienstag, abends 8 Uhr: Die Wildente. Schiller-Theater ChvC" Sonntag, nachm. 3 Uhr: Klnria Stuart. Sonntag, abends 8 Uhr: Skadante Sans-Gcne. Montag, abends 8 Uhr: .Tlaskerade. Dienstag, abends 8 Uhr: Madame Sans-Gewe. Berliner Theater. Abends 8 Uhr: Die Ahnengalerie. Abends 8 Uhr: ZpielelölLiz einer Kaiserin. Neues Theater. Abends 8 Uhr: Das Mädel von Montmartre. Crcvelte: Fritai Massary. Sonnt. 3'/, Uhr: Der fidele Bauer. Theater des Westens. 8 Uhr: Fntinltza. Mittwoch und Sonnabend nachm. i'lt Uhr: Max und Mori». Sonnt. iS'h Uhr: Die Dame in Rot. Nesidenz-Theater. Direktion Richard'Alexander. Heute 3 Uhr: Ein Walzer von Ehopin. Schwant in 3 All. v. Köroul u.«arrä. Für die deutsche Bühne bearbeitet von Boiten-Baeckers. Morgen und solgcnde Tage: Ein Walzer von Chopin._ Belle-Älliinee-Thealer Nachm. 3'/z Uhr: Aschcnbrädel. Abends 8>/,Uhr: Die Räuber. Freitag, 22. Dez. zum erstenmal: Die schöne Kokotte. Lnisen-Thcater. Sonntag nachm. 3 Uhr: Die Macht dcr Liebe. Abends 8 Uhr: In Dunkel gehüllt. Moni.: Wir tanzen durchs Leben. OSEzJHEATE Grotze Frankjurter Str. 132. Nachm. 3 Uhr: Das Herzauberte Schloß. Abends 8 Uhr: Faust 1. Teil."VQ Montag bis Mittwoch: Faust. ltielloiiol-llieziös. 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Versammlung in der Neuen Weit, Hasenheide 108— 114, Tagesordnung: 1. Der bevorstehende Reiehstagswahlkampf. Referent: Parteisekretär Fritz Efoeri» 2. Freie Diskussion. == Gegner sind eingeladen.===== Wir fordern die Wähler anf, vollzählig in dieser Versauimlnng zu erscheinen und für den lesnch der Versammlnng zn agitieren. 237/10 Das soz. Wahlkomitee. Montag, den 18. Dezember, abends S1� Uhr, bei Trösel, Neue Friedrichstraße 33: Kroße V�Mer- Versammlung. Tagesordnung: Sozialdemokratie und Reichstagswahl. �UefervMn: Frau Dr. Rosa Luxemburg.— Nach dem Referat: �Vttt Aussprache. GM- Wähle» de» 1.»reise», erscheint i» der Bersammlnng:- Handlungsgehilfen und Privat- .««gcsteate find besonders eingeladen."W 106/14 Oer Elnberafer: Aug. Täterow. Sedastianstr. 37/38. 2. Wahlkreis. Morgen Montag, den 18. Dezember, abends 8'/, Uhr: Oeffentl. Mlihlernersammlnng in Nistles Festsäle«, Tennewitzstr. 1». TageZ»fr dnung: Die bevorstehende Reichtagswahl. Referent: Genosse Dr. Mose». Freie Aassprache.» 212/7 Zahlreiches Erscheinen der Wähler erwartet Der Vorstand. Dritter Wahlkreis. Attustag, den 19. Dnember, abends SV- Uhr, im„Dentschen Hof", Lnckauer Ztr. 15: Krvlie MIer-?MMiiiIiiilz. Tagesordnung: „Vie bevorstehende ReichstagswahrS Referent: Stadtverordneter H. Molkenbuhr. Zahlreiches Erscheinen erwartet s211/11's Oer Elnberafer. Bnjter jleiehslags-Wahlkreis. � Dienstag, den 19. Dezember 1911, abends 8l/2 Uhr: Öffentliche Wählerversammlung in den MusikersÄIen, Kaiser-Wilhelm-Str. 18 m. Tagesordnung: SSS Die Parteien im Wahlkampf. SS Referent: Geschäftsführer Genosse RicharN FiSLher. Freie Di�nssio». Das Wahlkomi tee. I. A.: U. Weise. 253/1» �vlen! äebbiag 1 Achtung! Sonntag, den 17. Dezember, nachmittags 2 Uhr, im Lokal deS Herrn Mörner (früher Keller), Koppenstr. 29: Geffentliehe polnische Wähler'Versatnntlung. Tagesordnung: 1. M-» wählen wir in den Reichstag? Referent: Genosse Fedemshi. 2. Freie DiSkusflon. Es ist Pflicht eiueö jede» Polen, in dieser Versammlung zu erscheinen. 207116* Die Agitattonskommisswn der P. P. S. von Berlin«ud Rixdorf. Kr MiwsMm unck Avezter! Liköl'-eisenzen zur lolcdtoeien Leldstkeeelellung durch ledermann von dorvorrag� üküreneto. Sortiment(12 Flaschen) für Kenner. Unliberlrstlllode Oualitätcu, für 12 Liter ausreichend, nur 3,75 M franko überallhin.' Serlln SS, Lreilentisgener LirsSe 70. Dr. med. Schaper, Berlin, Die Harnleiden Idro Gefahren, Verhütung und Be- teitigung. a 8. Tausend, a Preis Marli. Vsriag Mai Rlehtsr Frankfurt a. Oder, Buschmfihhreg. JllateipL ü die groOe Maie« Anzug, 1- und 2reihig, mit Anprobe M" nach Maß auch mit eleganter gestreifter Hose m. Umschlag, bewährte Qualität, Qg tadelloser Sitz Eigene Werkstatt im Hause. A. Priester Große Frankfurter Str. 40. J. Baer BÄßprin�oo Herren- und Knaben- W®! Moden, Berufskleidung. I wr>l.LT? Elen. Paletots. Ulster. Wriltily Großes Stofflager:: zur Anfertigung n. Mab. 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Tagesordnung: 165/8 Die neuen Verhandlungen mit den Kwischenmeistern und können die jetzigen Angebote gutgeheißen werden? Referent Kollege Krienke. Da in dieser versammwng eventuell Beschlüsse von weittragender Be» deutung gesetzt werden, so dars kein bei Zwischcmneistern beschäftigter Arbeiter oder Arbeiterin sehten. Oie Kommission. ttr IBA! Arbeitsnachweis: Ho! L Amt Norden. Nr. lS3S. Verwaltiüigsstelle Berlio CharitCstratze 3. Hauptbureau: HoslIL Amt Norden. Nr. ISA Achtung! EWttdslofc! Grunde!j Achwug, Wegen der Feiertage finden die Auszahlungen der Kranlenunter- stühungcn wie folgt statt: Für den 33.. 33.. 34. Dezbr. am Freltns, LS. Oezernber, .. 33., 36. Dezember am Ponnnbend, LS. Oenbr. Am Olttsvoeb, L7. Oezernber(3. Feiertag) bleibt das Bureau von 1 Flip ab ceschlosMcn. Für den 89., 30. Dezbr. wird am Freltax, SS. Dcsbr. gezahlt. ,, 31. Dezbr., 1.» 3. Jan. am Gonnabend, 30. Dezbr. Am Dienstag, den L. Januar, bleibt das Bureau wegen Quartalsschlust den ganzen Tag geschlossen und werden die Kollegen böslichst ersucht, bis zum Sonnabend, den 30. Dezember, ihre Unterstützung abzuheben. AllSgeschlossen davon sind diejenigen. welche sich in«rankenhäuser» oder Heilstätten bejinden und ihre Unter. stützung erst nach Beendigung der Kranfheit abheben. 1�3/5__ Ple Ortsvenvnltnng. I>le reellsten und billigsten Möbel nnd Polstcrwaron auf Toilzahlnr.g zu Kassonpreisen und Zinsvergütung erhält man in der seit 33 Jahren bestehenden Möbol- labrik unter lOjährigcr Garantie J SQl)y]2'Re�henberBe1, W Man versäume ja nicht, sich in alten besseren einschlägigen Geschäften den reizenden, modernen WeihnadtfsbaumMaig nus Karton gepr>e, ■■turfetreue Modelle, ein unübertroffene» Psbrlket, vorlegen zu lassen. Das höchste EntrücKen von Alt und Jung. Man beachte die nebenstehende Schutzmarke auf 1 den Original-Kartons. 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Den Mitgliedern zur Nachricht, daß miser Genosse, der Gastwirt Villielm Sedvuemsvo Steinstr. 17 gestorben ist. Ehre feinem Andenken! Die Beerdigung findet am Montag, den 18. Dezember, nach- mittags 2'/« Uhr, von der Leichen- Halle des alten Sophien-Kirchhoss in der Bergstraße aus statt. Um rege Beteiligung ersucht 253/3_ Der Borftand. Verband der freien Gast- und Schankwirte Deutschlands. Zahlstelle Berlin. Den Mitgliedern zur Nachricht, daß der Kollege Wilhelm SchUaemanii Steinstr. 16, Bezirk 0, verstorben ist. Ehre seinem Andenken k Die Beerdigung findet am Montag, den 13. Dezember nachmittags 2'/, Uhr, von der Leichenhalle des alten Sophien- Kirchhoses aus statt. Um rege Beleiligimg ersucht 151/11 Die Ortsverwaltung. Am Freitag, den 15. Dezember, verschied nach kurzen Leiden mein inniggelicbtcr Mann und unser treusorgender Baier, lieber Bruder, Schwager und Onkel, der Ne- staurateur Wilhelm 8ehiinemaDi] Berlin, Steinstr. 17 im 45. Lebensjahre. Dies zeigen mit dcrBittc um stille Teilnahme an Oie trauernden Hinterbliebenen. Frau Martha Scbünemann geb. Hensel. Die Beerdigung findet am Montag, den 18. Dezember, nachmittags 2'/, Uhr. von der Leichenhalle des alten Sophien- kirchhoss in der Bergstraße aus statt. 2061b Deutscher Transportarbeiter-Verband.l Bezirksverwaltung GroB-Berlin. Den Mitgliedern zur Nachricht, daß unser Kollege Paul Rulff (Fugendscktion) am 13. d. MtS. im Alter von 17 Jahren verstorben ist. Ehre seinem Andenken k Die Beerdigung findet am Sonntag, den 17. d. MtS., nach- mittags 3 Uhr, von der Leichen- Halle des Johannis-Kirchhoses, Plötzensee, auS statt. 53/2 Die Bezirl-sverwallung. Zentral-Kranken-ünlerstiilzungs- Verein der Schmiede u. verwandten Gewerbe Oeutschl. Berlin 11. Am 13. d. MtS. starb das Mit- glied unserer Fraucn-Sterbekasse Klars Schulze Brüsseler Straße 33. Ehre ihrem Andenken! Die Beerdigung findet Montag, den 18. d. MK, nachmittags 3 Uhr, von der Halle des städtischen Fried- Hofes in FricdrichSseldc ans statt. 176/16 Die Lrtsvertvaltung. � SoziaidemokratiseherWaiiiYerein des 6. Kerl. Reiehstags-Wahlkreises. Am 12. Dezember verstarb unser Genosse, der Metalldrücker (ieorx Kaxeldarät Soldiner Straße 103. Ehre seinem Andenken k Die Beerdigung findet am Sonntag, den 17. Dezember, in Chemnitz statt. 233/20 Der Borstand. SozialdemokraiisciierWablverein für Treptow-Baumschulenweg. Am 15. d. MtS. verschied unser Mitglied, der Händler Paul Neuleib. Ehre seinem Andenken k � Die Beerdigung findet am Sonntag, den 17. Dezember, nachmittag 3 Uhr von der Leichenhalle des Gcmeinde-Fried- Hofes, Neue Krug-Allee, aus statt. Um rege Beteiligung ersucht 204/10 vor Voi'istnnd. Deutscher Metallarbeiter-Verband Verwaltungsstelle Berlin. Nachruf. Den Kollegen zur Nachricht, daß unser Mitglied, der Uhr- macher >Villl. 8texxewsnt?e anLungenentzündung gestorben ist. Ehre seinem Andenken! Todeiianzelre, Den Kollegen zur Nachricht, daß unser Mitglied, der Metall- Arbeiter t'sul Zcd�arzier am 13. d. MtS. an Freitod ge- starben ist. Ehre seinem Andenke»! Die Beerdigung findet am Montag, den 18. Dezember, nach- mitlagS S'/j Uhr, von der Leichenhalle des Zentral-Friedhoses in Friedrichsseide aus statt. 153/4 Rege Beteiligung erwartet Die Ortöverwaltung. Oeutseher Holzarbeiter-Terband Den Mitgliedern zur Nachricht, daß unser Kollege, der Tischler Wilhelm Gulseher Fricdenstr. 73 im Alter von 36 Jahren ge- starben ist. Ehre seinen« Andenken! Die Beerdigung findet am Montag, den 18. Dezember er.. nachmittags 3'/, Uhr, von der talle des Zcntral-FriedhoseS in ciedrichSfelde aus statt. 34/7 Tic Ortsverwaltung. Am 14. Dezember verstarb nach schwerem Leiden mein lieber, guter Mann, der Tischler Wilhelm Gutscher im 37. Lebensjahre. Die trauernde Witwe Marie Gutscher, geb. Schulz. Die Beerdigung findet am 13. Dezember, 4 Uhr von der Halle des Zenlralsricdhoscs in FriedrichSsclde aus statt. 1167L der Maschinisten und Beizer sowie BerulsienossenDeutselil. Verwaltungsstelle GroB-Berlin. Am Freittag, den 15. Dezember, verstarb unser Mitglied, Kollege Willi Hemnami. Ehre seinem Andenken! Die Beerdigung findet am Montag, den 18. Dezember, nach. mittags 1 Uhr, von der Leichen- balle des Zentral- FricdhoseS in FriedrichSselde auS statt. Um rege Beteiligung ersucht 146/13 Die Ortsverwaltung. Hiermit sage ich allen, die meinem Sohne Eusvii die letzte Ehre er- wiesen haben, meinen herzlichste» Dank. 2034b Der trauernde Bater li«u-l Änderst nebst Kinder». Tantsaguiig. Für die vielen Beweise herzlicher Teilnahme bei der Beerdigung unseres lieben Sohnes, Bruders und Enteis sagen wir allen Freunden und Bekannten, sowie dem Zciilralvcrband der Maler, Lackierer und Anstreicher unscreii herzlichste» Dank. Knmilic Kurl Rarkr. Ein willkommenes und sehr praktisches Weihnachtsgeschenk: Die Gaskrone in Verbindung mit Oasfemzün- dung ist die vollkommenste, bequemste u.unter Berücksichtigung der Helligkeit billigste Beleuchtungsart. Dabei ist das Oaslicht dem Auge zuträglich, hygienisch völlig einwandsfrei und kommt dem Tageslicht in der Zusammensetzung am nächsten. Dieeinzelnen Beleuchtungskörper wie Kronen, Ampeln, Wandarme, Tischlampen u. s. w. sind in unzähligen Formen und sämtlichen Stilarten erhältlich. Die Preise sind entsprechend billig.— Monatsraten werden auf Wunsch bewilligt. Die Atissiellungen der Gas-Gesellschaft (Imp.-Continent.-Oas- Association) (Adressen endstebend) sind frei zu besichtigen und gewähren eine umfassende Ueber- sieht über die Anwendung des Oases in Haushalt und Beruf. 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Dezember, tagen Wähler« Versammlungen in Basdorf bei Sebastian, nachmittags 4 Uhr; Lanke h�t Stockmann. nachmittags 3 Uhr; Lichtenberg, bei Speucda Röder- straße, mittaas 12 Uhr; Liebeuthal unter Kelem Himmel, nachmittags 3 Uhr; Malchow bei Wanger�wski. nachmittags 3 Uhr; Marzahn bei Witwe Kettner. nachmittags 5 Uhr; Petershagen im„Forsthaus", nachmittags 4 Uhr; Sachsen- Hausen bei Wölfel, nachmittags ji'/g Uhr; Groß-Schönebeck im Freien, nachmittags 3 Uhr; Rahnsdorf-Mühle im„Wald- schlafe", nachmittags 3 Uhr; Rüdersdorf im„Weifeen Schwan". nachmittags 3'/, Uhr. _ Das Kreis-Wahlkomitee. SchSneberg. Mi�woch. den 20. Dezember, abends 7 Uhr Flug- blatwerteilung von den bekannten Lokalen aus. Der Vorstand. Charlotteaburg. Heute mittag 12 Uhr findet im Volkshause. �ostnenstr. 3, eine öffentliche Versammlung statt. Vortrag deS Gen offen Büchner. Arbeiter, erscheint in Massen I Der Einberufer. Die Flugblattverbreitung für Charlottenburg findet am Tlenstag, den IS. Dezember, abends 7 Uhr, von den bekannten Stellen aus statt. Kein Genosse darf fehlen. Der Vorstand. Wilmersdorf-Halensee. Heute, Sonntag früh von 8 Uhr an findet von den bekannten Bezirkslokalen auS eine Flugblatt- Verbreitung zur Reichstags wähl statt. Die Parteigenossen werden ersucht, zahlreich am Platze zu sein. Der Vorstand. Zehlendorf(Wannseebahn). Morgen Montag, den 18. Dezember, abends 8'/, Uhr: Oeffentliche Wählerversammlung bei Wilh. Micck, Korlltrafee 12. Tagesordnung:„Die kommende ReichStagswahl". Referent: der Kandidat unseres KreiseS Fritz Zubeil. Wähler, erscheint in Massen! Der Borsland. Groß-Lichterfelde. Die Flugblattverbreitung findet Montagabend 7 Uhr statt. Im Osten erfolgt die Verbreitung vom Kaiserhof aus. Steglitz. Am Dienstag, den IS. Dezember, abend» von S Uhr an. von den Bezirkslokalen aus: Flugblattverbreitung. Die Genossen und Genossinnen wollen vollzählig zur Stelle sein. Johannisthal. Dienstag, den 19. Dezember, abends 8 Uhr: Mitgliederversammlung des Wahlvereins bei Bieber, Friedrichstr. 0. Tagesordnung: 1. Die technische Arbeit zur Reichstagswahl. 2. Bereinsangelegenheiten. 3. Verschiedenes. Der Vorstand. Rieder-Schöneweide. Dienstag, den 13. Dezember, von abends 7 Uhr ab Flugblattverbreitung von den Bezirkslokalen aus. Der Vorstand. Britz- Buckow. Montag, den 13. Dezember, abends 8lL Uhr, im.GesellschaftöhauS", Britz, Chausieestr. 97: Oeffentliche Wahler- Versammlung. Tagesordnung:„Die kommende ReichStagswahl". gteie Aussprache.— Genossen und Genossinnen, sorgt für Massen- such I Der Einberufer. Sonntag, den 17. Dezember, in„Rosensee", Jahnstraße. Ecke Chausseestraße:„Märchenabend", daran anschließend: Bücher- auSstellung. Anfang 4 Uhr. Der Vorstand. Mariendorf. Montagabend 7 Uhr von den bekannten Bezirks- lokalen aus: Flugblatt- und Handzettelverbreitung. Dienstagabend 8 Uhr bei Preuß. Kurfürstenstr. 44: Oeffentliche Volksversammlung. Thema:„Der neue Reichstag und das Volk." Referent: Genosse Udo. Boxhagen- Rummelsburg. Diejenigen Genossen und Wähler, welche vom Amt eine Legitimation zur Reichstagswahl erhalten haben, brauchen die Wählerliste nicht einzusehen. Dagegen müssen diejenigen, denen eine solche Karte nicht zugestellt worden ist, sofort reklamieren. Die Bezirksleitung. Pankow. Am Dienstag, den 19. Dezember, abends 8 Uhr. finden bei Roczycki, Kreuzstraße 3/4, und bei Rösler(Türmchen), Kaiser- Friedrichstraße 12, öffentliche Wählerversammlungen statt. Referenten find die Genossen Dr. Moses und Pieck. Es ist Pflicht jedeS Genossen, für guten Besuch dieser Versammlungen zu agitieren. Die Bezirksleitung. Reinickendorf-Ost. Heute von früh 8 Uhr ab: Flugblatt- Verbreitung von den bekannten Stellen aus. Die Bezirksleitung. Reinickendorf-West. Mittwoch, den 20. d. M., abends 8'/, Uhr, in Müllers Feftsälen, Scharnweberstr. 14: Oeffentliche Versammlung. Tagesordnung: Die bevorstehende Reichstagswahl. Referent: Gau- leiier Max Kiesel. Freie Diskussion. Parteigenossen, Reichstags- Wähler, sorgt für Massenbesuch. Die Bezirksleitung. Tegel. Dienstag, den 19. Dezember, abends 8>/z Uhr: Mitgliederversammlung bei Klippenstein. Tagesordnung: 1. Reichstags- Wahlen. 2. Wahl eines Wahlkomitees. Die Bezirksleitung. Wilhelmsruh-Rosenthal. Dienstag, den 19. Dezember, abends 8 Uhr. Mitgliederversammlung im Lokal von Frau Barth, Viltoriastr. 7.__ Berliner JVaebnebten. DaS„sozialdemokratische Gerede" von der Teuerung. Es gibt kein« Teuerung! So erzählen eS jetzt in den Wochen bor den Reichstagswahlen die Parteien des schwarzblaucn Blocks täglich in ihrer Presse und in ihren Versammlungen den Wählern. ES gibt keine Teuerung!? Spürt nicht Tag für Tag die unbemittelte Bevölkerung am immer schmaler werdenden Geld- beute! die Folgen der das Volk aushungernden Zoll- und Steuer- Politik? Und doch soll es keine Teuerung geben? Eine gewaltige Erregung hat die Wählermassen ergriffen. Sie brennen darauf, am Tage der Reichstagswahlen den Lebens- mittelverteuerern die Quittung zu geben. Daher haschen jetzt in banger Sorge die Schuldigen nach den verzweifelt- stcn Mitteln, um den Zorn der Ausgehungerten von sich abzu- wenden. Nichts lassen sie unversucht, um mit kecker Stirn die an- f.M gemacht wird, das zeigt eine Notiz der„Märkischen I Volkszeitung", eines Blättchens der Zentrumspartei, das Haupt- sächlich in Berlin und Umgegend nach Lesern sucht. Auch die Zen- trumspartei, die mitschuldig ist an der Auspowerung des Volkes, hat den Tag der Rache zu fürchten und muß ihre gegen sie sich erhebenden Anhänger zu beschwichtigen suchen. Selbst dem frömmsten Katholiken reißt. endlich mal die Geduld, wenn bei allen Vertröstungen auf das Jenseits immer wieder der knurrende Magen an das rauhe Diesseits mahnt. Diesen Unzufriedenen will die„Märkische Volkszeitung" die Teuerung ausreden mit einer Notiz, die wirklich ein starkes Stück ist. Sie erzählt: „Das sozialdemokratische Gerede von der„Hungersnot" und von dem„Gespenst der Teuerung" wird trefflich illustriert durch den Betrieb der sozialdemolratischen Konsnmgenossen- schaft, die in Berlin und Umgegend 82 Verkaufsstellen unter- hält. Im November wurden hier insgesamt 784 599,04 M. ver- einnahmt. Da im November d. I. die Einnahmen 445 882,34 M. betrugen, so beziffert sich das Plus auf 338 718,80 M. Die ersten fünf Monate des am 1. Juli begonnenen Geschäftsjahres er- zielten eine Gesantteinnahme von nahezu 3� Millionen Mark. Im gleichen Zeitraum des Vorjahres waren'es 1)4 Millionen Mark, so daß sich der Umsatz um nahezu 2 Millionen Mark ge- steigert hat. Spotten ihrer selbst und wissen nicht wie!" Also in fünf Monaten haben die der Konsumgenossenschaft angehörenden Familien um nahezu 2 Millionen Mark mehr ausgeben können als in demselben Zeitraum des vorigen Jahres! So sollen offenbar die Wähler, die das Zentrumsblatt beschwichtigen möchte, es aus dieser Beleuchtung des Geschäfts- Umsatzes der Konsumgenossenschaft herauslesen. Die Zahlen- angaben hat die„Märkische Volkszeitung" dem„Vorwäris" ent- nommen, aber den Rahmen, in dem sie sie wiedergibt und den sie gewiß für sehr wirkungsvoll hält, hat sie selber fabriziert. Es gehört in der Tat eine tüchtige Portion Unverfrorenheit dazu, durch diesen Aufschwung der Konsumgenossen- schaft die Teuerung wegbeweisen zu wollen. Daß gegenüber dem vorigen Jahr die Konsumgenossenschaft ihr Arbeits- gebiet erweitert hat, neue Verkaufsartikel aufgenommen und einen sehr bedeutenden ZntvachS an Mitgliedern sowie eine Mehrung ihrer Verkaufsstellen gehabt hat. davon sagt die„Märkische Volks- zeitung" kein Wort. Hätte sie das hinzugefügt, so sähe jeder ihrer Leser sofort, daß mehr gekauft worden ist, weil mehr Käufer da waren. Gerade die Teuerung, die in unbemittelten Familien die Hausfrauen zwingt, mehr noch als bisher bei dem Einkauf von Lebensmitteln auf Ersparnisse bedacht zu sein und jeden Vorteil wahrzunehmen, hat der Konsumgenossenschaft immer neue Mit- glieder zugeführt. Wie gering leider noch der Anteil der einzelnen Mitglieder an bem gesamten Umsatz der Konsumgenossenschaft ist, das zeigt ihr letzter Geschäflsbericht über das vom 1. Juli 1910 bis zum 30. Juni 1311 reichende Bctriebsjahr. Verteilt man den Gesamtbetrag der zum Jahresschluß abgelieferten Markcnblätter auf alle an der Ablieferung beteiligten Mitglieder, so ergibt sich, daß auf jedes Mitglied im Durchschnitt nur 309 Mark kamen. In einem ganzen Jahr für durchschnittlich nur 309 Mark Ware aus der Konsumgenossenschaft, das sieht wirklich nicht danach auS, wie wenn die der Konsumgenossenschaft angehörenden Familien ein Schlemmerleben geführt hätten. Wie dürftig soll denn die Lebenshaltung sein, damit die Lebensmittelverteuerer des Zentrums sie nicht als noch zu üppig für eine Zlrbeiterfamilic ansehen? Muß es nicht wie eine freche Vcrl)öhn,mg wirken, wenn auf diese Weise versucht wird, die Teuerung als ein bloßes Erzeugnis „sozialdemokratischen GcredeS" hinzustellen? Das„Gespenst der Teuerung", das die Zentrumsprcsse den Wählern aus- reden möchte, ist leider für weite Kreise deS Volkes geradezu m i t Händen zu greifen. Ein Gespenst ist es für die Zentrums- Partei, die eS fürchtet, weil es drohend gegen sie sich erhebt. Auch der Zentrumspartei wird am Tage der Wahl von den Wählern, die unter der Teuerung leiden, die verdiente Quittung gegeben werden. Bewilligte Bäckereien. Wegen Raummangel kann die Liste der bewilligten Bäckereien erst am Dienstag erscheinen._ Uebcr das Schnellbahnprojelt Gesundbrunnen— Rixdorf wird aus dem Rathause geschrieben:„Das vom Magistrat genehmigte Projekt der von der A. E. G. geplanten Schnellbahn Gesund- brunnen— Rixdorf fand bekanntlich nicht die Znstinrmung der Stadtverordnetenversammlung, weil bei diesem Projekt die nörd- liche und südliche Endstrccke der Bahn als Hoch- und nicht, wie die übrige Strecke, als Untergrundbahn vorgesehen war. Die A. E. G. hat bei den darauf mit ihr geführten Verhandlungen erklärt, daß auch die beiden Endstrecken der Bahn als Untergrundbahn aus- geführt werden könnten; aber sie sei nicht i» der Lage, die dafür entstehenden erheblichen Kosten aus eigenen Mitteln zu tragen, die Kosten müßte die Stadt als Zuschuß zu den auf 84 Millionen Mark veranschlagten Kosten der Bahn leisten. Für die unter- irdische Führung der südlichen Endstrecke werden die Mehrkosten von der Gesellschaft auf 5,9 Millionen Mark berechnet, für die nörd- liche Endstrccke auf 3,3 Millionen Mark. Vor der Ausführung des letzteren Teiles als Untergrundbahn hat die A. E. G. dringend gewarnt. Die Bahnhöfe Gesundbrunnen und Prinzenallee würden eine sehr ungünstige Lage erhalten. Der Bahnhof Gesundbrunnen müßte so tief gelegt werden, daß der Höhenunterschied zwischen Bahnsteig und Straße am nördlichen Ende des Bahnsteiges sechzig Stufen und am südlichen Ende 85 Stufen betragen würde� Die Haltestelle Prinzcnallee müßte ebenfalls wegen eines die Straße kreuzenden Kanals so tief gelegt werden, daß der Bahnsteig Wegen grosicr Schwindeleien ist der 40 Jahre alte, auS Berlin gebürtige Hauptmann a. D. Ernst Lehmann verhaftet worden. Lehmann stand früher in Glogau und zuletzt in Küstrin. Dort nahm er im Juli d. I. seinen Abschied, nach seiner DarstellMg. weil er Wucherern in die Hände und in Schulden geraten war. Um sich über Wasser zu halten, verfiel er auf Schwindeleien ver. schicdener Art. Besonderes Vertrauen, wenigstens in seiner späte» ren Zahlungsfähigkeit, suchte er dadurch zu erwecken, daß er Geldgebern vorspiegelte, seine Frau sei eine geborene v. Bleichröder. In Wirklichkeit stammt seine Gattni aus einer einfachen bürgcr» lichen Familie. Sie lebt schon seit längerer Zeit getrennt von ihm. Als Unterlage für die Schlvindeleien diente Lehmann namentlich auch seine Wohnungseinrichtung, die 27 000 M. wert sein sollte. Allen Geldgebern versicherte er wahrheitswidrig, daß sie fein unbeschränktes Eigentum sei, und es gelang ihm, sie nicht tvcniger als 3lmal für je 2000 M. zu verpfänden, so daß er darauf im ganzen 82 000 M.. erbeutete. Keiner der Gläubiger wußte natiirlick, von dem Pfandrecht des anderen. Endlich verkaufte er auch noch die so oft verpfändete Einrichtung. Auf andere Unterpfänder ver- schaffte sich Lehmann, der auch durch Zeitungsanzeigen Darlehen suchte, noch 200 000 M. Nach einem Aufenthalt in Paris kehrte er, nachdem seine Mittel erschöpft waren, nach Berlin zurück. Zuletzt wohnte er unter seinem richtigen Namen aber unter falschen Per» sonalangaben in einem vornehmen Pensionat am Bismarckplatz. Seine Anmeldung wußte er zu verhindern. Unterdessen liefen. gegen ihn von Geschädigten verschiedene Strafanzeigen bei der Staatsanwaltsckiaft ein. Die Folge war, daß Lehmann von der Kriminalpolizei verhaftet und nach einem eingehenden Verhör und Zeugenvernehmungen gestern dem Untersuchungsrichter vorgeführt wurde.> Zwei Brüder unter BraitdstistungSverdacht. Durch die Berliner Kriminalpolizei wurden gestern früh die Gebrüder Fritz und Karl Hofmann aus der Prinzenstr. 21 verhastet, da sie im Verdacht stehen, in ihrer Metallwarenfabrik vorsätzlich Feuer angelegt zu haben. Die Fabrikräume liegen im ersten Stock des Ouergebäudcs Prinzenstr. 21. Gegen Mitternacht wurde aus dem Grundstück plötzlich Feuerlärin laut. Als die Feuerwehr eintraf, standen aus dem Fußboden umher»» liegende Bretter, Kisten und Treibriemen in Flammen. Um einen Pfeiler herum Ware» Bretter kunstgerecht hohl aufgestapelt und dann mit Packpapier und wertlose» EliketiS dicht bedeckt. Unter den Treibriemen lagen größere Posten Holzwolle, so daß eS sich»ach Ansicht der Feuerwehr zweifellos um Brandstiftung handelt. Die Ermittelnngen find»och nicht abgeschlossen, doch wurden die beiden Brüder vom 42. Polizeirevier in Haft genommen und dem Polizei- Präsidium zugeführt. Die Brüder standen völlig mittellos da lind sollten gestern vom Wirt exmittiert werden. Der Fund einer kleinen Leiche beschäftigt die hiesige Kriminalpolizei. AuS einem Reisekorbe einer Hilfswärterin des Kaiser»nd Kaiserin Friedrich-Kinderkrankenhanses in der Ncinickcndorier Str. 81 nahm man gestern vormittag gegen 9'/- Uhr eine» starken BerwestnigS- geruch wahr. AIS man ibn öffnete/ fand man darin versteckt die Leiche eines neugeborenen Mädchens. Die Besitzerin des KorbcS, eine 21 Jahre alte Hilfswärlcri» Berta Damaschke, die das Kind heimlich geboren hat, befindet sich seit einigen Tagen im Kranken- banse Moabit. Die kleine Leiche ließ nicht erkennen, ob das Kind bei der Geburt gelebt hat und von der Mutter umgebracht worden ist oder gleich tot geboren wurde. DicS wird erst die Obduklion ergeben. Zusainmcilstoß zwischen zwei Schleppdampfer». Vorgestern abend gegen 7 Uhr stießen an der Kaiser-Wilhelm-Brücke zivci Schleppdampfer zusammen. Die Kollision war so heftig, daß der eine der Dampfer umgeworfen wurde und unterging. Die auf dem Dampfer befindlichen Personen konnten sich nur mit knapper Not auf einen dort haltenden Spreckahn retten. Die Hebung deS verunglückte» Dampfers konnte gestern abend noch nicht in Angriff genommen werden. Der Zusammenstoß soll dadurch herbeigeführt worden sei», daß der Führer des gesunkenen Dampfers die WarmmgSsignale des andere» Dampfer« nicht beachtet hatte. Beide Dainpjei: tzesande« . sich auf der Rückfahrt ngch Plötzenlee. Dcr Magistrat gegen die Errichtung von Licht- und LuftiSdern. Der Magistrat Berlin hat den Antrag der Stadtverordneten- Versammlung, Licht- und Luftbäder auf freiliegenden städtischen Ländereien anzulegen, mit ähnlichen Anträgen aus anderen privaten Kreisen nach eingehender Beratung abgelehnt. An Vereine will der Magistrat nach Prüfung der Gesuche von Fall zu Fall städtische Gelände zur Errichtung solcher Bäder abgeben. Das Berliner Adreßbuch für 1912 gelangt von Montag ab bis einschließlich Mittwoch, den 20. d. M., in der Hauptexpedition des „Berliner Lokal-Anzeigers". Zimmerstr. 36/41, wochentags von 9 Uhr vormittags bis 4 Uhr nachmittags zur Ausgabe. Von den Vorbestellern lann das Adreßbuch gegen Aushändigung der ihnen zugegangenen Legitimationskarte und Zahlung von 12 M. in Empfang genommen werden. Von Donnerstag, dem 21. d. M., ab erfolgt gegen eine Zustellungsgebühr von 20 Pf. die Lieferung der nicht abgeholten Exemplare in die Wohnungen der Besteller.— Der neue Jahrgang brachte eine umfangreiche Verschiebung des Adressenmaterials in allen Teilen. Das statistisch erlviesene Zu- strömen der Bevölkerung an die Peripherie von Groß-Berlin, ins- besondere nach Charlottcnburg, Schöneberg, Wilmersdorf, Britz und Dahlem und die Erschließung neuer Straßenzüge im Norden und Nordosten Berlins, sowie in Heinersdorf, Pankow und Tegel hatten zahlreiche Wohnungsveränderungen zur Folge. Der die 48 Vororte enthaltende V. Teil des Adreßbuchs mußte daher um 60 Seiten erweitert werden und zählt jetzt 840 Seiten. Ein inter- essantes Gesamtbild der stetig wachsenden Bevölkerung Groß- Berlins zeigt auch der I. Teil mit allen Namen und Firmen: sein Umfang wuchs gegen das Vorjahr um 112 Seiten und umfaßt jetzt 3500 Seiten.— Adreßbücher zum Ladenpreise von 14 M. sind nur in der Hauptexpedition, Zimmerstr. 36— 41, zu haben. Im Friedrich- Wilhelmstädtischen Schauspielhaus gab(8 am Sonnabeudnachmittag eine Premiere für Kinder:„DeS armen Kindes Weihnachtsfest" oder„Christengels goldene Puppe' hieß der schwulstige Titel des vieraktigen Märchens, das Sophie Hennig zur Verfasserin hat. Die Frömmigkeit, das Eottvertrauen und das gute Herz, das in aller Not zufrieden bleibt, feierten wieder einmal Triumphe. Wenn das auch im wirklichen Leben niemals stimmt, ein dramatisiertes Weihnachtsmärchen kann fich schon derartig schön gefärbte, gut bürgerliche Abweichungen leisten. Die Kinder, die nicht allzu zahlreich gekommen waren, zeigten sich zufrieden und sichtlich gerührt. Die Darstellung hielt sich im Nahmen des Inhalts, gab sich teils burlesk, teils gespreizt sentimental. Recht ansprechend war E u g e n i e K r a f f t als Gretchcn. Ein szenisch hübsches Bild bot die Winterwalddekoration des zweiten Aktes; dcr Reiz dieser Szene wurde noch effektvoll er- höht durch die Reigentänze von Feen und Waldgeistern. Arbeiter-Samariterkolonne Groß-Berlin. In dieser Woche finden folgende Lehrabende statt: 1. Abteilung bei Dräsel, Neue Friedrich- jtraße 35, und 2. Abteilung bei Dase, Brunnenstr. 154, am Mou- tag, den 18. Dezember; 4. Abteilung bei Pickenhagen, Scharnweber- straße 60, am Donnerstag, den 21. Dezember! 5- Abteilung Rix- dorf, Erkstr. 8, am Mittwoch, den 20. Dezember. In allen Ab- tcilungen Beginn der Vorträge 9 Uhr. Gäste hierzu willkommen. Vorort- �acbricbten. Schöneberg. Die Teuerungszulage für die städtischen Arbeiter ist von der Deputation zur Regelung der Arbeiterlöhne abgelehnt worden, dagegen ist eine Revision der Löhne vorgenommen, und zwar in der Weise, daß statt des bisher gewährten Tagelohncs nunmehr Wochenlöhne zugrunde gelegt werden. Die Arbeiter sollen er- «-chatten, ob ständig oder nichtständig, pro Woche 2 5 M., steigend alle 2 Jahre um 1,50 M. bis zum Höchstlohn von 3 1 M. Die Borarbeiter erhalten 3 M. pro Woche und die Desinfek- �tu�r e n und Kraft Wagenführer 1 M. mehr pro Tag als Arbeiter. Ferner bekommen die Arbeiter und Vorarbeiter dcr Straßenreinigung, der Kanalisationsrcinigung und die Kraft- Wagenführer außer ihrem Lohn freie Dienstkleidung. Die Wächter erhalten wöchentlich[1 Arbeitstage) 26,50 M. Der geringere Lohn der letzteren wird damit begründet, daß diese Ar- bctter in den meisten Fällen Rente beziehen. Die Meß- g e-h i l f e n beginnen mit wöchentlich 2 5,50 M. und erreichen einen Höchstlohn von 3 3 M. in 5 Jahren. Hier finden jährliche Steigerungen statt. Die Gärtner beziehen 27 bis 33 M. in vierjährigen Steigerungen. Die Arbeitsburschcn bekommen 9 M. und steigen pro Jahr um 3 M. bis 1 8 M. Die Arbeite- rinnen erhalten 16,50 M. und die Reinmachcfrauen im Monats- lohn 50 M., im Stundenlohn 30 Pf. pro Stunde. Die Hand- werker erhalten die tarifmäßigen Lohnsätze ihres Berufs oder, falls ein Tarif nicht besteht, mindestens den Lohn des Vorarbeiters. Ferner sollen die Grundsätze II wesentliche Aenderungcn erfahren. Ter§ 7 soll lauten: Die Arbeiter erhalten Wochenlohn. Für gesetzliche Feiertage, die nicht auf Sonntage fallen, erfolgt kein Abzug. Sonntags-, Feiertags- und Ueberstundcnarbeit wird nach Stundenlöhnen berechnet. Ueberstunden, d. h. die über 9 Stunden täglich hinaus geleistete Arbeit, werden mit einem Zuschlag von 25 Proz. vergütet, Sonntagsarbeit und Arbeit an gesetzlichen Feiertagen mit durchweg 50 Proz.— Die Frage des Achtstunden- tages sowie die Grundsätze' werden in einer späteren Sitzung be- raten. Es kam bisher darauf an, die Löhne aufzubeflern und vor dem Fest zur Auszahlung gelangen zu lassen. Als Tag des Be ginns der Aufbesserung ist der 1. Dezember d. I. festgesetzt. Den Angestellten und Untcrbcamten soll eine Teuerungszulage gewährt Werden, ähnlich wie dies in anderen Orten geschehen ist. Die Verschickung von Lcgitimationskarten an die Reichstags Wähler ist, obwohl die Stadtverordnetenversammlung vor 14 Tagen dieselbe beschlosien hatte, jetzt vom Magistrat abgelehnt worden. lieber die Gründe der Ablehnung berichtet die Korrespondenz, der wir obige Meldung entnehmen, nichts. Dir JngeildschriftenanSstellung und der Vertrieb im Tunnel, Meininger Str. 8, finden nur noch am Sonntag, den 17. und 24.. sowie am Sonnabend, den 23. Dezember, statt. Die Genossen, die ihren Bedarf bisher nicht gedeckt haben, wollen dies umgehend tun. Der Vorstand. Mariendorf. Am nächsten Mittwoch, nachmittags 2 bis 6 Uhr, findet wieder der Kartoffelverkauf in der Gemeindeschule, Frieden- straße, statt. Verkauft wird nur in kleinen Quanten von 10 bis 50 Pfund; der Preis für 10 Pfund beträgt 35 Pf. An gleicher Stelle werden auch Kohlrüben zu billigen Preisen verkauft. Es ist dies dcr letzte Verkaufstag vor Weihnachten. Rixdorf. Aus dcr Sitzung dcr Schlildeputation. Die Frage der Bereit- stellung von KlassenrÄumen zur Anfertigung von Schularbeiten für Gemeiudeschlillinder soll einer näheren Prüfung unterzogen werden. — In Zukunft sollen Hilfsschullchrer nur noch bis zum 36. Lebens- jähre vornotiert und bis zum' 40. Lebensjahre' angestellt werden. Ferner sollen die von jetzt ab ciuberufenen Hilfsschullehrer zunächst ein Jahr probeweise an den Hilfsschulen beschäftigt werden. � Die Grundeigentumsdeputation soll ersucht werden, die Bereitstellung eines Schulgrundstücks für eine 40klassige Schule in der Gegend der Aller-, VUu oder Leinestraße zu veranlassen.— Dem Kunstausschuß des hiesigen Lehrervercins soll zur unentgeltlichen Verteilung eines Verzeichnisses empfehlenswerter Jugendschristen ein Zuschuß von 150 M. gewährt werden.— Als Deputierte werden ernannt: a) für das Schulbaus Weserstraße Herr Pfarrer Jendcrczok, b) für das SchulhauS Elbe- straße Herr Rektor Winter.— Zur Wahl für freiwerdende oder neuzuerrtchtende Lehrerstellen werden dem Magistrat 11 Bewerber empfohlen. Steglitz. Die Errichtung eine» Eisfabrik beschloß am Freitagabend die Gemeindevertretung in geheimer Sitzung. Mit einem Kosten- aufwand von 300 000 M. soll die Anlage auf dem Grundstück des Gemeinde-ElektrizitätswerkeS am Teltowkanal erstehen und bereits am 1. Mai nächsten Jahres in Betrieb genommen werden. Bau und Betrieb der Fabrik übernimmt die Gemeinde selbst,-während man den Verkauf deS erzeugten Produktes auf Umwegen besorgen lassen will. Ueber das.Wie' konnte man sich noch nicht klar werden. In der Ortspresse wurde eine Genossenschaft der Schlächter propagiert, die den Vertrieb übernehmen solle. Wie wir hören, soll der Gemeindeverordnete K y r t h a u s hinter diesem Plane stecken. Da dieser Herr gern Projekte schmiedet — eS sei nur an seinen Antrag, dem Bürgermeister Buhcow eine Villa als.Residenz' zu erbauen, erinnert—, ist das ohne weiteres glaubhaft. Wir können absolut nicht einsehen, weshalb sich.auch in Gemeindebetrieben zwischen Produzent und Konsument der Händler schieben und das Produkt verteuern muß. Mllsten sich auch hier erst wieder einige ehrbare Bürger die Hände im Profit waschen! Britz-Bmknt». Eine Märchenvorlesnng findet heute, Sonntag, den 17. De- zember, nachmittags 4 Uhr, im Saale des Rosensees, Chaufie- Ecke Jahnstraße, statt. Die Vorlesung ist verbunden mit einer Jugend- schriftenausstellung. Ebenso findet des Abends gemütliches Beisammensein statt. Da der Ausschuß weder Kosten noch Mühe ge- spart hat, um.selbst dem verwöhntesten Geschmack Rechnung zu tragen, werden die Arbeitereltern ersucht, die Ausstellung zu besuchen, desgleichen ihre Kinder an der Märchenvorlesung teilnehmen zu lassen. Lankwitz. Die Freie Turnerschast Lankwitz veranstaltet am 25. Dezember, abends 8 Uhr, einen Unterhaltungsabend im.Paradiesgarten' von H. Schulz. Abendkasse findet nicht statt. Die Genossen werden ersucht. sich an dieser Veranstaltung rege zu beteiligen. Adlershof. Ueber die umfangreiche Arbeit im OrtSParlament berichtete in dem gemeinsamen Zahlabend Genofie Horlitz. Wenn auch, so be- tonte der Referent, noch manches zu wünschen übrig bleibt, so müsse doch konstatiert werden, daß es auf sozialem Gebiet ein gutes Stück vorwärts gegangen sei, dank der regen Arbeit unserer Genoffen. Der Vortrag fand allseitigen Beifall. Hierauf wurde Genoffe Zabel als Kandidat für die Gemeindewahl am Mittwoch, den 20. Dezember, aufgestellt. Am heutigen Sonntag findet noch eine Versammlung statt, in welcher der Kandidat das Referat halten wird. Am Montag erfolgt die Kuvertverteilung. Mit der Auf- forderung, sich rege an dcr Arbeit sowie an der Wahl zu beteiligen, schloß der Borfitzende Genotte Klodt die Versammlung. Neinickendorf-Ost. Eine Märchenvorlesung veranstaltet der Bildungsausschuß der Partei am Weihnachtsheiligabend sSonntag, den 24. Dezember), nachmittags 2 Uhr, in den„Hubertussälen', Provinzstraße 77—79, unter Mitwirkung der Künstlerin Fräulein Maria HolgerS. Die durchaus populär-künstlerische Veranstallung sollte alle Parteigenossen und Genossinnen veranlassen, ihren Kindern die Teilnahme zu er- möglichen, um so mehr als der Eintrittspreis auf nur 10 Pf., also so niedrig als möglich bemeffen ist. Spanvau. Stadtverordnetenversammlung. Die Errichtung zweier Lehrer- stcllen an dcr 5. Gemeindcschule wurde genehmigt. Ebenso be- willigte die Versammlung zur Pflasterung und Beleuchtung der Grenadierstraßenunterführung 4600 M. aus der Eisenbahnanleihe. Eine Vorlage betreffend die Uebcrnahme der Garantie für die Kosten der Hohenzollern-Fe st spiele im nächsten Jahre in Pichelswerder in Höhe von 5000 M. hatte die Versammlung schon in der vorigen Sitzung beschäftigt. Man hatte die Vorlage einem Ausschuß überwiesen. Während nun sonst immer die Vorlagen, die einem Ausschuß überwiesen werden, namentlich wenn es sich um Angelegenheiten der Arbeiter handelt, z. B. die Beschaffung billiger Lebensmittel usw. recht lange auf ihr Wicdererscheinen warten lasten, hat der Magistrat hier bedeutend schneller gehandelt, denn es hat nur 2 Wochen gedauert, daß die Vorlage wieder erschien. Neue Momente für diese Vorlage wurden nicht angeführt. Man berief sich darauf, daß Spandau verpflichtet sei, das Unternehmen dieses patriotischen Arbeitsausschusses zu unterstütze� da eS sich um eine Ehrung der Hohenzollern handele. Die einzigen, welche strikte gegen diese Vorlage auftreten, waren die sozialdemokratischen Stadtverordneten, die durch den Genossen Pieper erklärten, daß die öffentlichen Mittel der Steuerzahler für solche rein private Angelegenheiten nicht verwendet werden dürften. Im Punkte Patrio- tismus scheuen sich aber selbst die radikalsten Liberalen nicht, Mittel der Steuerzahler hinzugeben. Die Vorlage wurde gegen die Stimmen der Sozialdemokraten angenommen. Selbst der erst eingeführte Stadtverordnete Kückel stimmte für dieselbe Es wäre ihm auch wohl schlecht bekommen, wenn er dagegen ge- stimmt hätte. So sieht es mit der freien Meinung der Staats- arbciter im Stadthause auS. Elf neue Polizeibeamte wurden vom Magistrat zünden bereits vorhandenen 83 Beamten gefordert, und zwar zwei Wachtmeister und neun Polizeiscrgeanten. Ferner wur- den die Mittel für eine zweite Polizeiwache in der Neustadt, die in der Feldstraße, dicht am Hafenplatz, errichtet werden soll, gefordert. Ueber diese Vorlage entstand eine längere Debatte, in welcher die bürgerlichen Stadtverordneten von den elf Beamten einige ab zuHandeln versuchten. Allgemein wurde anerkannt, daß die Krimi nalpolizei, weil zu gering besetzt, überlastet sei. Aus Anlaß dieses Mangels erklärte sich die sozialdemokratische Fraktion bereit, für die Kriminalpolizei einen Wachtmeister und zwei Sergeanten zu bewilligen. In der Debatte wies der Oberbürgermeister auf die Entwicklung des Nonnendammes hin, auch kämen dort öfter Streiks vor, und die Polizei habe die Pflicht, die etwaigen Arbeitswilligen zu schützen. Genosse Pieper fertigte den Oberbürgermeister in gebührender Weise dahingehend ab, daß die Polizei sich um die Lohnkämpfe der Ar beiter, noch dazu zugunsten der Unternehmer und Streikbrecher gar nicht zu kümmern habe. Die Versammlung bewilligte schließlich zwei Wachtmeister und sieben Polizeisergeanten. Die zweite Wache in der Neustadt wurde abgelehnt. Stadtverordneter Kückel ent° hielt sich der Abstimmung. Eine längere Debatte zeitigte die Vorlage, Ucbertragung des Schulhausbaues auf dem Nonnen- dämm an die Firma Siemens u. Halske für den Preis von 172 000 Mark. Das SchulhauS sollte erst von der Stadt für etwa 185 000 M. erbaut werden, und zwar auf dem Platze, den die Firma Siemens u. Halske zur Verfügung gestellt hatte. Die Bauart der Stadt ge- fiel aber der Firma nicht, und sie erbot sich daher, das Schulhaus mit allen Nebenarbeiten und Ausstattungen für 172 000 M. zu er- bauen, ferner der Stadt bei Bedarf an weiteren, namentlich ge- hobenen Schulen noch einen anderen Platz zur Verfügung zu stellen. Vom Genossen Pieper und dem Stadtverordneten Dr. Kan- t o r o w i c z wurde der Antrag gestellt. Brausebäder in diese Schule einzubauen. Dieser Antrag wurde auch von dcr Versammlung an- genommen. Mit einigen weiteren präziseren Festlegungen wurde dann der ganzen Vorlage zugestimmt. Es bleibt nun abzuwarten, wie sich die Firma Siemens u. Halske zu dieser veränderten Sach- läge stellt. Ein großer Teil von Vorlagen, namentlich die Etats, wurde, der vorgerückten Zeit wegen, vertagt. /Zus der fraiienbcwegimg. Frauen und Wahlarbeit. Wenn es von den liberalen Frauen abhinge, dann würde im nächsten Reichstag eine andere Mehrheit von Gegnern die fundamentalste Forderung der Frauen— die der polittschen Gleichberechtigung— Wnijch qbevcifen. Mit einem Eifer, tzxr , einer gufen Sache würdig wäre, stürzen fich die liberalen Frauen, bis herab zum hypermilitaristischen Fräulein Lischnewska, in den Wahlkampf, um dem Freisinn, ausgerechnet dem Freisinn, das Mandat im ersten Berliner Kreise zu retten. Ja, noch höher gehen die Wünsche der Damen! Ihre Hilfe soll gar den zweiten und dritten Berliner Kreis der Sozialdemokratie entreißen und dem Freisinn ausliefern. Ter Preußische Landesverein für Frauenstimmrecht votierte dieser Tage eine Resolution, die alle Mitglieder auf das Eintreten für nur solche Kandidaten ver- pflichtet, die„unzweideutig für die Frauenforderungen eintreten'. Das hindert die angeblich liberalen und angeblich für die Interessen aller Frauen eintretenden Damen jedoch nicht, für eine Partei sich zu engagieren, die aus ihrem Programm absichtlich und ausdrück- lich die grundsätzlichen Forderungen der Frauen fernhält, die sich als bewußte Gegnerin der politischen Gleichberech- t i g u n g des weiblichen Geschlechts bekennt. Nicht nur will man der ausgesprochenen Feindin der wichtigsten Frauenforderung, dem Freisinn, Mandate erringen, es sollen auch— nach dem Willen der Danfeu— gerade der Partei Mandate streitig gemacht werden, deren Vertreter einzig und allein in den gesetzgebenden Körper- schaften grundsätzlich und mit aller Entschiedenheit für alle freiheitlichen und fortschrittlichen Forderungen der Frauen ein- getreten sind, wozu sie auch ihr Parteiprogramm verpflichtet. Das Verhalten der Damen ist zwar nicht liberal!— aber recht freisinnig! Das Vorgehen der liberalen Frauen kennzeichnet am aller- deutlichsten den wahren Charakter ihrer ganzen Bewegung: sie ist trotz aller liberalen Drapierung, trotz all dem Beiwerk moderner Forderungen in ihrer Tendenz und ihren Motiven reaktionär; sie ist eine Klasse nbewegung der weiblichen Bour- geoisiegegen daSgesamte Proletariat. Die Damen pfeifen unbedenklich auf ihre Hauptforderung, sie geben die poli- tische Gleichberechtigung preis, sobald die Frage der Klaffenbewe- gung praktische Bedeutung erlangt. Sie werfen fich auf die Seite der Partei, die zwar die politischen Forderungen der Frauen ab- lehnt, in der aber die Klasseninteressen ihrer Schicht rücksichtslose Vertretung finden; sie wollen die Partei schwächen und schädigen, die grundsätzlich und in ihrer praktischen Betätigung auf dem Boden der Gleichberechtigung beider Geschlechter steht und daher auch die Klassenvorrechte der Bourgeoisie bekämpft. Weil die liberalen Damen diese Vorrechte erhalten und für sich erkämpfen wollen, fechten sie im Lager der Gleichberechtigungsgegner gegen die Sozialdemokratie, der Klassenvertreterin deS Proletariats. e Tatsache kann kein liberales Phrasengeklingel aus der Welt fen. Das Klassenbewußtsein und das Klasseninteresse dcr Damen ist stark genug, sie zu einem ganz enormen Arbeitseifer anzuregen. Ein großer Teil der Kleinagitation wird von ihnen bestritten. Die liberalen. Frauen von ganz Groß-Berlin werden für die Arbeit in den erwähnten Kreisen mobilisiert. Solche Hilfe ist zweifellos nicht zu unterschätzen. Eine Summe von Kräften, die bei den schriftlichen Arbeiten, auch bei der Flugblattver» teilung, bei der Hausagitation, bei dem Schlepp- dienst usw. große Arbeit leisten kann, muß jeder Partei hoch. willkommen sein. Selbstverständlich benutzen die Damen, die Ge- legenheit auch zu einer intensiven Agitation für die von ihnen präsidierten Vereine und Vereinchen, die zwar verschiedene Etikettcheaj tragen, aber schließlich doch alle dem Klassenintcresse der Bourgeoisie dienen sollen. Sogar Arbeiterinnen wissen sie zu kapern, als Mitglieder und auch als Versammlungsbesucherinnen. Allerdings, den Damen wird die Agitation leicht gemacht. Sie steht unter dem Protektorat der— freisinnigen Unternehmer. Weil cS sich nicht um eine Wahrnehmung von Arbeiterinteressen handelt, sondern um eine Förderung des KlassenintereffeS deS Unternehmer- tumS, weil die Damen als freisinnige Agitatorinnen kommen, dürfen sie zum Zwecke der„Ausklärung' und Werbung während der Arbeitszeit in viele Betriebe hineinkommen, agitieren, ja sogar während der Arbeitszeit BetriebSversammlun- gen abhalten. Daß auf diese Weise sich unaufgeklärte Ar- beiterinnen leicht durch ein paar liberale Schlagworte und Redens- arten, durch kleine humanitäre und modern frisierte Forderungen ködern lassen, liegt auf der Hand. Unsere Genossinnen und Gewerkschaften müssen sich mit den Vorgängen beschäftigen, den privilegierten und für Privilegien kämpfenden Damen das Wasser abzugraben versuchen. Jedenfalls dürfen sich unsere Genossinnen von den„liberalen Damen' in der Wahlarbcit nicht übertreffen lassen. Sie müssen zeigen, daß sie die Anerkennung der Gleichberechtigung nicht als ein Geschenk erwarten, sondern sie im Kampfe gegen die privi- legierte Klasse und gegen ihre nach Klassenherrschaft lüsternen Ge- schlechtsgenossinnen erkämpfen wollen. Arbeiter< Esperanto. Bereinigung Gross- Berlin. Gruppe Zentrum. Freitags 8'/, Uhr, Restaurant Tröbel, Blankenselde-Str. ig. — Gruppe Moabit. Freitags 8'/, Uhr, Restaurant Frosch, GotzkowSly- stratze 3«.— Gruppe R t x d o r s. Dienstags 8 Uhr, Restaurant Kuhlmcy, Steinmetzstr. 84. Sozialdemokratischer Zentralwahlverein für den Reichstags- Wahlkreis ArnStoalde- Friedeberg. Ortsverein Berlin. Heute Sonntag, im Lolai des Genossen Paul Schimm, Tilsiter Sw. 70: Mitgliederversammlung. Lriefkasten der Rcdahtion. ®le luriltisqe Svreaistnude finde« Ltudenftrave«, vor» Met«re»»cn — Fahrstuhl—, wochentiigllcki von 4Vi»S 7V4 Uhr adenvS,«onnahrudS, von AM»w 6 Uhr atenvs statt. Jeder sUr den veteftafteu deftimmteu«nsrage ist cht Buch st ade und eine Zahl als Merkzeichen beizufügen, vrtefliche Untworl «trd nicht erteil«. Aufragen, denen leine«donnementSgnItwng»eigefügt ist, werden nicht brantwortet. Eilige Kragen trage man tu der Sprechstundr vor. 83.®ch. 606. Ihr Schwager ist an den Mietsvertrag gebunden.— — Bernauer Strasse Nr. 28. t Darüber entscheidet da» Gericht. 2. Ja. der Gemeinde gegenüber, in der Ihr Mann zuletzt mindesten« ein Jahr gewohnt hat. Wenden Sie sich an den Armenvorsteher JHreS Bezirls. — 81.®. 15. Bei dem AmiSvorsteher schriftlich oder mündlich.— I. F., Urbanstrasse. Vielleicht bei der Ostcnbacher Frauenkasse, Prinzenstr. 66, Vorsitzender Wilhelm Hinz.— Ol. 23. Die Frage ist nicht wahrscheinlich, immerhin möglich. Machen Sie vor dem Termin eine Eingabe an das Gericht.— H. S.S. l.Am 30. 2. Ja.— Micklei, Schulstrafte. Nein. — Ernst G. 1- Um das EinztehunaSrecht auszuüben. 2. Ja. 3. In beiden Fällen. Die etwaige Famiticnunterstützung ist jedoch höher. — Bezirk 5. 1. Amtsgericht Berlm-Mitte. 2. Wilitärpatz zum Beispiel. 3. Am zweckmäßigsten ja. 4. Ja.—®.®. 100. Nein. Es mutz erst die Klage auf Wiederherstellung der ehelichen Gemeinschasl vorausgehen, die durch einen Rechtsanwalt erhoben werden mutz Witternngsnberficht vom 16. Dezember 1011. «tattonen Swlnemde. Hamburg Berlin Frankf.a.R München Wien *1 p 1 9 763 SSO 762 S» 763 333 765:3« 766 3» 764»31» Letter awedeckt 3NebcI I bedeckt »Nebel 3 Regen �bedeckt tos; e% til Stationen ee S Ii »=■ Haparanda Petersburg Icillh Aberdee» Paris 756 760 764 763,»®® TS» WSW 764 33» Lette «iwolienl 1 bedeckt »wolkig! iWb 6b. 2, bedeckt »s t, — 0 11 7 4 Wetterprognose für Sonntag, den 17. Dezember 1011. Ein wenig kälter, zeitweise aufklarend, vorwiegend nebelig, bei meist schwachen südlichen Winden, keine erheblich«, Riederichläge. Berliner»ettcrburcau. Den Vorwärts-fesem gewähre Bahatt! günstige Xaufgelegevdeil Sl Echter Plüsch- Prima Qualität(kein Axminster) wanden olle Muster-Aaswahl frDher jetzt Größe c«. Mk. MV. 130/200 cm 20.00 147j 160/230 em 80.00 21'° 200/800 cm 44.00 84 cm 58.00 cm 70. OO 50 230/320 cm 58.00 47° 250 850 cm 70.00 53°° 800/400 cm 105. OO a 6, 8, 10 M.(Wert»— 15 H) Nach auswärts per Nachnahme. Teppicb-Spezialhaus mr Emil eßire Berlin S. 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Seine Bemühungen neue Arbeit zu finden, waren erfolglos. Er fragte überall wegen Arbeit an, wurde aber abgewiesen. Als schließlich seine geringen Barmittel aufgezehrt waren, unternahm er noch in dem Dorfe Bötzow einen Versuch, Arbeit zu erlangen. Als er auch hier abgewiesen wurde, packte ihn die Verzweiflung, da er ohne Obdach und �yne�Geld war. Er f a ß U den Plan, s i ch d a d k'' j, a fc er irgend eine Straftat beging, wenigstens ein 5. ötiligk te Jorairls" Wim WsdlÄ ZlnMg, VI. Knmbn M. Obdach im Gefängnis z'u b�.Kaffew Als er an einer dem Gutspächter Graven�� gehörigen Scheune vor- berkam, steckte er diese m l'.and. Das Gebäude, welches 900 Zentner �roh enthielt vxgnnte bis auf die Grundmauern meder. �.er Angekl�� begab sich sodann zu dem Gemeindevorsteher m Hennigsdorf und stellte sich unter Schilderung des wahren Sachverhalts der Behörde mit der Angabe zur Versiiguna, daß es ihm egal sei, ob er ins G e- s a n g i z o d e r ins Zuchthaus k o in in e. Dies sei rhin angenehmer, als im Winter auf der Landstraße erfrieren ;',l müssen.— Vor Gericht machte Rechtsanwalt Dr. C o ß- mann für den Angeklagten geltend, daß es sich bei ihm offenbar um einen Akt der reinen Verzweiflung gehandelt habe, so daß der Angeklagte nicht wie sonst ein Angeklagter, aus Rache, so hart bestraft werden könne. Dem Wahrspruch der Geschworenen gemäß erkannte das Gericht wegen vorsätz- licher Brandstiftung auf z w e i I a h r e Z u ch t h a u s. Der Angeklagte trat die Strafe sofort an. 2. Ter Verzweiflungsakt einer Mutter beschäftigte gestern unter Vorsitz des Laudgerichtsdirektors L i e b e n o w die dritte Strafkammer des Landgerichts III. Aus der Unter- fuchungshaft wurde das 19jährige Dienstmädchen Luise Schröder vorgeführt, um sich unter der Anklage der Kindesaussetzung zu verantworten.— Die Angeklagte, welche unehelich geboren ist. war von ihrem 14. Lebens- jähre an ununterbrochen auf dem Lande in Stellung. Als sie zum ersten Male in einer größeren i�tadt, in Frankfurt a. O., eine Stellung annahm, lernte sie hier einen Maurer Geis- dorf kennen, mit welchen! sie ein Liebesverhältnis einging, das nicht ohne Folgen blieb. Sie gab, als sie gerade 17 Jahre alt war, in Frankfurt einem Kinde das Leben, welches sie in ihrem Heimatort Orteig in Pflege unterbrachte. Sie arbeitete stets fleißig und bezahlte auch das Pflegegeld von 12 M. monatlich stets pünktlich. Der Vater des Kindes war zwar zur Alimentenzahlung verurteilt worden, zahlte aber nichts, so daß die Augeklagte von ihrem geringen Lohne allein für den Unterhalt des Kindes aufkommen mußte. Erst im Herbst dieses Jahres blieb sie zum ersten Male das Pflegegeld �schuldig, da sie. nach ihktt Angabe, völlig„abgerissen" war � und für sich selbst Anschaffungeü machen mußte. Da die 17, SO M. Lohn nicht ausreichten, mußte sie auch noch den Lohn für den nächsten Monat verwenden und konnte deshalb wiederum das Pflegegeld nicht bezahlen. Eines Tages er ichieu die Frau, welche das Kind in Pflege hatte, bei der Dienstherrschaft der Angeklagten und brachte ihr den jetzt zwei Jahre alten Walter zurück. Die Angeklagte faßte nun in dieser verzweifelten Situation den Entschluß, sich des Kindes zu entledigen. Sie fuhr nach Borsigwalde, wo ihre Eltern wohnen und ging, nachdem die die Annahme des Kindes verweigert hatten, da sie selbst noch kleine Kinder besaßen und in dürftigen Verhältnissen leben, in eine Scho- nung hinein. Hier zog sie dem Kinde das Jäckchen über den Kopf, band die Aermel auf dem Rücken zusammen, so daß sich das arme Wesen nicht bewegen konnte. Sodann steckte sie das Kind mit dem Kopfe voran in ein Kaninchenloch und verstopfte den Eingang mit Reisig und Sand, den sie noch besonders festtrat. Das bedauerns- werte kleine Geschöpf wäre zweifellos erstickt oder verhungert, wenn es nicht durch einen wunderbaren Zufall vor dem Tode bewahrt worden wäre. Jenes Kaninchenloch hatte in ge- ringer Entfernung einen zweiten Ausgang, durch welchen frische Luft hineinströmte, so daß das Kind wenigstens atmen konnte. Zugleich bildete diese Oeffnung aber auch eine Art Sprachrohr, so daß zwei Arbeiter, die zufällig an diesem Loche am nächsten Tage vorbeikamen, zu ihrem Er- staunen und Entsetzen das klägliche Winseln eines Kindes herausschallen hörten. Sie gingen sofort der Ursache nach und zogen das noch lebende Kind in einem bejammerns- werten Zustande aus dem Loche heraus. Dem unglücklichen Kinde waren infolge der Einschnürung die Arme und Beine blau angeschwollen und fast abgestorben. Nachdem sich das bedauernswerte kleine Wesen einigermaßen erholt hatte, brachte es zuerst die Worte heraus:„A u, t u t w e h!"— Das Kind, welches jetzt wieder gesund ist, wurde von der Waisenverwaltung anderweitig in Pflege gebracht, während die bald ermittelte Angeklagte verhaftet wurde.— Vor Gericht erklärte die Angeklagte auf die Frage des Vorsitzenden, daß sie die Absicht gehabt habe, das Kind verhungern zu lassen. Sie sei schon in der Absicht, das Kind umzu- bringen, nach Borsigwalde gefahren, da sie, von alle n verlassen, keine Möglichkeit gesehen habe, das Kind zu ernähren.— Da die Angeklagte schon in der Voruntersuchung zugegeben hatte, mit aller Ueberlegung den Plan gefaßt zu haben, das Kind zu töten, erklärte sich die Strafkammer für u'n zu ständig und verwies die Sache an das Schwurgericht, da die Angeklagte des versuchten Mordes?„öü(78SA— WWO die Angeklagte des v e r s u ch t en Mordes dringend verdächtig sei.— Die Verhandlung soll noch in der zurzeit unter Vorsitz des Landgerichtsdirektors Bahr stattfindenden Schwurgerichtsperiode Ende nächster Woche stattfinden. „Weg nach Zioti". Das ungewöhnliche Schauspiel einer nach allen Regeln der Kunst durch einen Schauspieler ausgeführten Vorlesung eines dickleibigen Romans entwickeite sich gestern vor der II. Strafkammer des Landgerichts Berlin III, wo die angebliche Unzuchtigkeit hti Kurt Münzerschcn Romans„Weg nach Zion" durch das Gericht geprüft werden soll. Wegen Verbreitung einer unzüchtigen Schrift ist der Verleger des Romans Axel Juncker angeklagt. Der Romcm ist schon vor 6 Jahren erschienen, gegen den Verfasser ist die Straftat daher verjährt, während gegen den Verleger die Verjährung durch den in unserer Zeit stattgefundencn Berkaus mehrerer Exemplare unterbrochen ist. Axel Juncker bestritt entschieden, sich durch den Verlag dieses Buches eines Vergehens gegen§ 184 St.-G.-B. schuldig gemacht zu haben. Der„Weg nach Zion" sei das erste Münzersche Werk gewesen, welches er in Verlag genommen, er habe es selbst nur teilweise gelesen und könne auf die Kritiken verweisen. die das Buch durchaus nicht als eine unzüchtige Schrift, sondern als ein künstlerisches literarisches Werk behandelt haben. Der als Zeuge vernommene Dr. Ernst Guggenheim, Lektor des Jnnckerschen Verlages, gab Auskunft über die Tendenz des Verlages, der sich in keiner Weise mit der Verbreitung unzüchtiger Schriften beschäftige, sondern den Werken der modernen Literatur die Wege zu dem Lesepublikum ebne.— Der Verteidiger hatte den Schau- spieler Hugo Wahle vom Berliner Theater niit zur Stelle gebracht und beantragte, durch diesen die Verlesung des Romans bczw. einzelner Stellen desselben vornehmen zu lassen, da auf diese Weise am besten die Möglichkeit gegeben werde, den literarischen Wert des Buches in die Erscheinung treten zu lassen. Der Staatsanwalt bezweifelte die Zulässigkeit dieser Art der Verlesung. Ter Gerichts- hof beschloß aber nach kurzer Beratung, Herrn Wahle als Borleser zuzulassen. Auf Antrag des Staatsanwalts wurde sodann die Oeffcntlichkeit ausgeschlossen, einigen Vertretern der Presse aber. die sich darum bewarben, die Anwesenheit gestattet. Der Schauspieler Wahle begann gester» mit der Verlesung. Dieselbe wirli am Dienstag 9% Uhr fortgesetzt werden. CClocben-Spielplan der Berliner Cbeater. Königl. Opernhaus. Sonntag: Der Rosenkavalier. Montag: Sin» soniekonzert. Dienstag: Tannhäuscr. Millwoch: Der Rosenkavalier. Donnerstag: Don Juair Freitag: Der Rosenkavalier. Sonnabend: Trist« und Isolde.(Ansang 7 Uhr.) Sonntag: Geschlossen. Montag: Der Rosenkavalier.(Ansang Uhr.) Königl. Schauspielhaus. Sonntag: Der gehörnte Siegsried. Siegfrieds Tod. Montag: Die Geschwister. Rob. Guiskard. Der zerbrochene Krug. Dienstag: Der Bettler von Svrakus. Mittwoch: Die Journalisten. Donnerstag: Kricmhilds Rache. Freitag: Der gehörnte Siegsried. Siegsrieds Tod. Sonnabend: 5kriemhilds Rache. Sonntag: Geschlossen. Montag: Die glückliche Hand.(Ansang 7stz Uhr.) Neues königl. Qperutbeater. Sonntagnachmittag 2'/. Uhr: Doktor Klaus. Abends: Der eingebildete Kranke.(Ansang 8 Uhr.) Alle übrigen Tage: Geschlossen. Deutsches Theater. Sonntag: Osstziere. Montag: Faust, 1. Teil. Dienstag: Osfiziere. Mittwoch: Turandot. Donnerstag: Osstziere. Sonnabend: Offiziere. Sonntag: Geschlossen. Montag: Turandot.(Ansang 7'/, Uhr.) Kammerspiele. Sonntag: Sumurrln. Montag: Die Kassette. Dienstag: Sumurün. Mittwoch: Nathan der Weise. Donnerstag: Sumurün. Freitag: Nathan der Weise. Sonnabend: Frühlings Erwachen. Sonntag: Geschlossen. Montag: Nathan der Weise.(Ansang 8 Uhr.) Lessing-Ttienter. Sonntag: Gudrun. Montag: Glaube und Heimat. Dienstag: Gudrun. Mittwoch: Scheiterhausen. Donnerstag: Gudrun. Freitag: Das weite Land. Sonnabend: Gudrun. Sonntag: Geschlossen. Montag: Gudrun.(Ansang 8 Uhr.) Berliner Theater. Sonntagnachmiltag 8 Uhr: Die Logenbrüder. Allabendlich: Die Ahnengalerie. Ansang 8 Uhr. Sonntag: Geschlossen. Residenz-Theater. Bis auf weiteres täglich: Ein Walzer von Chopi». (Ansang 8 Uhr.) Nächsten Sonntag: Geschlossen. Neues Schauspielhaus. Sonnlag und Montag: Agnes Bernauer. Dienstag, Mittwoch, Donnerstag und Freitag: Alt-Heidelberg. Sonnabend: Hciligenwald. Sonntag: Geschlossen. Montag: Hciligcnwald.(Ansang 8 Uhr.) Komische Oper. Sonntagnachniittag 3 Uhr: Der Troubadomr. Abends: La Traviata. Montag: Die Zicgimentstochter. Dienstag gnd Katalog N�TTs�Letxte Moder-J auf Wunsch No. i Herren-Anzüge SÄ 97_ Kammgarnarten l und II reihig... M.~•• No. 2 Herren- Anzüge"sUS"- 40 Chev Unsere Schlager. I u. Ilreih. M- No. 3 He. ren-UUter �iÄ. QH_ Braun, grau u. olive Färb. Letzte Neuh. M. w/V/* No. 4 Herren-Paletots Modem» OA_ dunkle Eskimos. Gute Verarbeitung M. � No. 5 Herren-Hosen Duniei a«tr.£ starke Karomgamarten. M. 9— u. M. No eHerren-joppen rmftia" 19 Loden. Grau u. grün- Warm gefütt M. � �• No. 7 Pelz-Joppen U Udm- Bezug 97_ Katzenseitenfutter........... M.■* No SGeh-Pelze Fein« Tudbeiu«. 1|£ Astrachanfutter.Seal-'Elektrik-Kragen M.■ No 9 Loden-Pelerinen 7 „Imprägniert". Länge 120 u. 130.. 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Abends: Philemon und BauciS. Montag und Dienstag: Die lustigen Weiber von Windsor. Mittwoch: Philemon und Baucis. Donners- tag: Die lustigen Weiber von Windsor. Freitag und Sonnabend: Unbe- stimmt. Sonntag: Geschlossen. Montag: Unbestimmt.(Ansang 8 Uhr.) Kleines Theater. Sonntagnachmittag 3 Uhr: Angele. I. Klaffe. Allabendlich: Gentz und Fanny Elhler. tzockenjos. LottchenS Geburtstag. Nächsten Sonntag: Geschloffen.(Ansang 8 Uhr.) NeueS Theater. Sonntagnachmittag 3llt Uhr: Der fidele Bauer. vis Donnerstag allabendlich: Das Mädel von Wtontmartre.(Ansang 8 Uhr.) Ab Freitag: Die kleine Freundin.(Ansang Th Uhr.) Sonntag: Geschlossen. Schiller- Theater O. Sonntagnachmittag 3 Uhr: Das Urbild des Tartüff. Abends: Die Wildente. Montag: König Heinrich. Dienstag: Die Wildente. Mittwoch: König Heinrich. Donnerstag: Zops und Schwert. Freitag: Don Carlos. Sonnabend: Maskerade. Sonntag: Geschlossen. Montag: Maskerade.(Ansang 8 Uhr.) Schiller-Theater Cdarlottenburg. Sonntagnachmittag 3 Uhr: Maria Stuart. Abends: Madame Sans-G«ne. Montag: Maskerade. Dienstag: Madame Sans-Kene. Mittwoch: Maskerade. Donnerstag: Die Wildente. Freitag: Madame Sans-Gene. Sonnabend: Die Wildente. Sonntag: Geschloffen. Montag: Die Wildente.(Ansang 3 Uhr.) Friedrich- Wilhelmftädtisches Schauspielhaus. Sonntagnach- Mittag S'/j Uhr: Des armen Kindes Weihnachtssest. Abends: Sherlock Holmes. Montag und Dienstag: DeS armen Kindes Weihnachtssest.(An- sang 7 Uhr.) Mittwoch: Geschlossen. Donnerstag bis Sonnabend: Bonaparte und seine Frauen. Sonntag: Geschlossen. Montag: Bonaparte und seine Frauen.(Ans. 8 Uhr.) Theater i» der KöniggräUer Straffe. Sonntagnachmittag 3 Uhr: An Fallissement. Allabendlich bis Freitag: Svielereien einer Kaiserin.(An- sang 8 Uhr.) Sonnabend und Montag: Die süns Franksurter.(Ansang Vi, Uhr.) Sonntag: Geschlossen. Theater des ftüestenS. Sonntagnachmittag 3'/, Uhr: Die Dame in Rot. Allabendlich: Fatinitza. Ab Montag, den 25.: Wiener Blut.(Ansang 8 Uhr.) Sonntag: Geschlossen. Thalia-Thcater. Sonntag. Montag, Dienstag: Polnffche Wirtschaft. Mittwochiiachmitlag: Rotkäpschen. Abends, Donnerstag, Freitag: Polnische Wirtschast. Sonnabcndnachmittag: Schneewittchen. Abends, Sonntag Geschlossen. Montag: Polnische Äirtschasl.(Ansang 8 Uhr.) vustspielhaus. Sonntagnachmittag 3 Uhr: Mehers. Allabendlich: Die Vergnügungsreise.(Ansang 8 Uhr.) Sonntag: Geschlossen. Neues Operetten-Theatcr. Sonntagnachmitlag 3 Uhr: Der Gras »on Luxemburg. Allabendlich: Die moderne Eva.(Ansang 8 Uhr.) Nächsten Sonntag: Geschlossen. Trianon-Theater. Sonntagnachmittag 3 Uhr: Francillon. Täglich bis Doimerstag: Mein Baby. Freitag und Sonntag: Geschloffen. Sonn- übend und Montag: Das kleine Casö.(Anfang 8 Ubr.) Luifen-Theater. Sonntagnachmittag 3 Uhr: Die Macht der Liebe. Abends: Fn Dunlel gehüllt. Montag: Wir tanzen durchs Leben. Diens- tag: Ii, Dunkel gehüllt. Mittwoch: Wir tanzen durchs Leben. Donnerstag: On Dunkel gehüllt. Frerlag: Wir tanzen durchs Leben. Sonnabend: Wie Kleiu-Ase dnö Christkind suchte. Sonntag: Geschloffen. Montag: Wir tanzen durchs Leben.(Ansang 8 Uhr.) Rose-TUenier. Sonntagnachmittag 3 Uhr: Das verzauberte Schlosz. Abends bis Mittwoch: Faust. Donnerstag: Die größte Liebe. Freitag bis Montag: Fanst. Sonntag: Geschlossen.(Ansang 8 Uhr.) Belle-Alliaucc-Thcater. Sonntagnachnrillag Sff, Uhr: Aschenbrödel. Abends: Die Liäuber. Montag, Dienstag: Zapfenstreich. Mittwochnach- mittag: Dornröschen. Abends: Zapsenstreich. Donnerslag und Sonntag: Gc- schloffen. Freitag: Die schöne Kokotte. Soiinabcndnachmittag: Rotkäppchen. Abends und Montag: Die schöne Kokotte.(Ans. 8>/. Uhr.) Neues NvIkStheater.(Neue Freie Volksbühne.) Sonntagnachmittag: Das Vermächtnis. Abends und Montag: Leidenschaft. Dienstag: Geog- graphie und Liebe. Mittwochnachmittag: Das Zauberglöckchen. Abends: Die lebende Leiche. Donnerstag: Geographie und Liebe. Freitag und Sonn- abend: Leidenschaft. Sonntag: Geschlossen.(Ansang 8 Uhr.) Gasiiiv-Tbeater. Sonntagnachmittag 3'/, Uhr: Die Tochter des SträslingS. Abends täglich: Der Kamps ums Dasein. Sonntag: Ge- schlössen.(Ansang 8 Uhr.) Metropol> Theater. Sonntagnachmittag 3 Uhr: Miß Helhett. Allabeulich: Die Nacht von Berlin. Sonntag: Geschlossen.(Ansang 8 Ubr.) Folies Gaprice. Allabendlich: Mandelblüths Polterabend. Waffenübung. Losgelassen. Sonntag: Geschloffen.(Ansang 8'/4 Uhr.) Herrnseld Theater. Täglich: Das Kind der Firma. Schmerzlose Be- Handlung. Sonntag: Geschlossen.(Ansang 8 Uhr.) Bnollo-Thearer. Sonntagnachmtttag 3'!, Uhr: Spezialitäten. Taglich: Spezialitäten. Sonntag: Geschlossen.(Ansang 8 Uhr.)_ ZirkuS Busch. Sonntagnachmittag 3'/, Uhr: Groß« BorsteLlmg. Täglich: Gala-Borstellung.(Ansang Vi, Uhr.) Zirkus Schumann. Sonntagnachmittag 3*), Uhr: Gvoße Borstellung. Montag: Vorstellung des Deutschen Theater: Jedermann. Diens- tag bis Sonnabend: Gala-Vorstellung.(Ansang T1!, Uhr.) Carl-Haverland-Theater. Täglich: Spezialitäten.(Ansang VI, Uhr.) Intimes Theater. Täglich: Der Brandstifter,(lllnsang 8'/, Uhr.) Walhalla. Sonntagnachmittag 3'/- Uhr: Prinz und Bettlerin. Allabendlich: Teufel, das hat eingeschlagen!(Ansang 8'f, Uhr.) Paffage- Theater. Täglich: Spezialitären.(Ansang 3 Uhr.) Wintergarte». Täglich: Spezialitäten.(Ansang 8 Uhr.) Rcichsl, allen-Theater. Täglich: Stetttner Sänger.(Ansang s Uhr. Sonntags 7 Uhr.) Urania- Theater. Tarrbenstr. 48/4S. Sonntagnachmittag 4 Uhr: Lebende Tierbilder von nah und fern. Allabendlich: Von Meran zum Ortler.(Ansang 8 Uhr.) SternNiarte. Fnvalidenstt. 57—82. Königstadt-Kasino. Täglich: Spezialitäten.(Ansang 8 Uhr.) )Ziis aller Melt. Grubenkatastrophen. Einige schwere Grubenunfälle werden vom gestrigen Tage gemeldet, bei denen mehrere brave Bergarbeiter getötet oder zu Krüppeln geschlagen wurden. In der Grube Maybach bei Neunkirchen erfolgte gestern abend kurz vor 6 Uhr auf der dritten Sohle in Flöz 3 eine Schlagwetter- e x p l o s i o n, bei der vier Arbeiter verletzt wurden. Einer von ihnen konnte nur als Leiche geborgen werden. Vergangene Nacht wurden drei Bergleute der Belegschaft der Bornaer Braunkohlen werke verschüttet. Einer von ihnen wurde gerettet, die Leichen der beiden anderen sind noch nicht geborgen. Alts London wird gemeldet: In den Kohlengruben von Cannon Chase wütet seit Donnerstag nacht ein schwerer Brand. Fünf Bergleute sind von der Oberfläche abgeschnitten und man glaubt nicht, sie lebend bergen zu können. Die in der Grube befindlichen Tiere haben ihren Tod in den Flammen gefunden. Alle Be- mühungen, die Eingeschlossenen aus ihrer qualvollen Lage zu befreien, sind bis jetzt vergeblich gewesen. Bis jetzt hat man 13 Pferdekadaver an die Oberfläche befördert. Ruhm und... Hunger. Im römischen.Giornale d'Jtalia* das in der nationalistischen Phrasendrescherei eine leitende Stellung einnimmt, findet sich der folgende, leider nicht nach Phrasen klingende Brief: „Der Unterzeichnete, Paolo Ciavolo, Soldat vom 11. Regi- ment der Bersaglieri, Reservist vom Jahrgang 88, wurde in der Schlacht vom 23. Oktober bei Scharaschalt schwer an der Brust und an den Schultern verwundet. Der Unterzeichnete ist der- heiratet und ist zu 24tägige»r Urlaub in seine Heimat entlassen. Seit einem Monat zurückgekehrt, habe ich noch leine Unterstützung empfangen und tuende mich nun an Sie um eine kleine Geld- Unterstützung, da ich auch viele Sachen verpfänden mutzte, um zu leben. Ich danke bestens im voraus." Der Stil des Briefes harmoniert nicht gerade mit dem sützlich überschwenglichen Geschlapper des nationalistischen Blattes; die Tat- fachen, die dem Inhalt zugrunde liegen, harmonieren nur allzu sehr, denn wer im Kriege und in seinen Schrecken nur Stoff zu stilistischen Verzückungen sieht, der kann sich um die Menschen, die mit ihrem lebendigen Leib und mit ihren lebendigen Gliedern den Text liefern, wirklich nicht allzu viel kümmern. Sturm und Unwetter. Brest. 18. Dezember. Während deS gestrigen Sturme? kenterte ein Boot des Kriegsschiffes„Sylphe", das der Kadettenschule an- gehört. Der Unfall ereignete sich auf der Reede von Brest. Die drei Jnsaffen des Bootes, drei Matrosen, sind ertrunken. Madrid, 16. Dezember. Ein siutslutartiger Regen ist gestern in ganz Spanien niedergegangen. Infolge der Unter- spnlungen eines Eisenbahndammes ist ein Eisenbahnzug aus der Strecke Madrid— Caceres(Portugal) unweit Orignon e n t g l e i st. Mehrere Personen sind verletzt worden. Die See geht sehr hoch, mehrere Schiffsunfälle werden bereits gemeldet. Schwere Bluttat in England. Ein schweres Drama ereignete sich in der Nähe von S t o ck t o n. AIS die beiden Schwestern I f a b e l l a und Dane Steffenson von einem Balle in Butterwick nachts nach Hause zurückkehrten, lauerte ihnen hinter einem Busche der Bauernsohn Jonas Marshall auf. Als sie an dem Gebüich vorübergingen, gab M a r s h a l l aus seinem doppelläufigen Gewehr 2 Schütze auf die Mädchen ab. Dane Steffenson wurde sofort getötet, während Jsaöella so schwere Verletzungen davongetragen hat, daß sie kaum mit dem Leben davon kommen dürfte. Nach dieser entsetzlichen Bluttat richtete Marshall die Waffe gegen sicki selbst und schätz silft eine Kugel in den Kopf, die seinen sofortigen Tod herbeiführte. Der junge Bursche war der Geliebte von Jsabella Steffens, die ihn jedoch in der letzten Zeit vernachlässigt haben soll, so datz er Grund zur Eifersucht zu haben glaiibte. In seiner blinden Wut ließ er sich zu der entsetz- lichen Bluttat HTnreitzen._ Kleine Nottz?». Sechs Kinder in elf Monaten! Eine beängstigende Fruchtbarkeit legte eine junge Frau in T r e v i s o(Veiietien) an den Tag. Im Januar dieses Jahres beglückte sie ihren Ehe- gatten mit drei Kindern, zwei Mädchen und einem Knaben. Damit nicht genug leistete sie sich in demselben Jahre»och eine zweite Aus- läge, indem sie dieser Tage wieder zwei Mädchen und einem Buben das Leben gab. Alle sechs Kinder leben. Die Eltern sind kleine Land- leute, die Frau 22, der Mann 25 Jahre alt. Ein Dampfer«nf hoher See verbrannt. Das amerikanische Kriegsschiff„Ehester", das von Tripolis wieder in Boston ein- getroffen ist, meldet, datz der englische Dampfer„Chesapeake", der von New Jork nach Algier mit seiner Oelladnng fuhr, auf dem Ozean am 10. Dezember voll st än big verbrannte und datz zu befürchten ist, datz auch die Besatzung umkam. Gerüsteinstürze. Das Luxemburger„Wort" meldet ans Differdingen: Ans der hiesigen Hütte stürzte gestern ein siebzehn Meter hohes Gerüst ein. Zwei deutsche Monteure wurden auf der Stelle getötet, drei lebensgefährlich verletzt.— Während der gestrigen Vorstellung der Oper.Herodias" im Gaiete- Theater zu Paris stürzte ein Gerüst ein, aus dem sich ein Dutzend Statisten befand. Die meisten erlitten erhebliche Verletzungen. Ucber eine Meuterei unter den Häftlingen der Besserungsanstalt la Molte-Beuvron bei OrlsanS, die 48 Stunden dauerte, wird ge- meldet, datz die Häftlinge den Direktor und die Wärter mit Knütteln angriffen und vielen gelang es, zu entweichen. Doch wurden die meisten von der Gendarmerie wieder festgenommen. Die Ursachen dieser Meuterei sind der Oeffentlichkeit bisher noch verschwiegen. Das Siemens- Schuckcrt- Luftschiff ist gestern morgen 8 Ubr 15 Minuten mit einem Passagier on Bord vom Gothaer Luftschiff- Hafen aufgestiegen und mittags 1 Uhr 40 Minuten in Biesdorf glatt gelandet. Wegen des Nebels war das Blinkfeuer der Halle in Tätigkeit gesetzt worden. Auf der ganzen Fahrt arbeiteten nur je zwei Motoren. Eisenbahncrlos. Als gestern ein Tunnelrevisionszug die Ueber- sührung bei B r a ch b a ch auf der Strecke Siegen-Betzdorf durch- fahren wollte, stietzen die auf der Plattform des RevisionstvagenS stebenden Personen gegen da? Gewölbe der Ucberführung. Eilen- bahnarbeiter D r e i S b a ch- Siegen wurde getötet, Bahnmeister Bauer-Niederschellen, Schaffner Katz- Siegen, Bahnarbeiter Grebe- Erndtebrück lebensgefährlich verletzt. TTT Gegründet 1867 Preiswerfe Fest-Gesdienke Auf Wunsch kostenlose Verpackung in feinen Präsent-Kartons Besonders günstige Offerte! Damen- Boxcalf- und Chevreau-SdinQr- Stiefel mit lackkappe und Derby- schaftschnitt. in ganz neuen Fassons............... 8 __ Herren- SchnOr- Stiefel In Rindbox und Ross-Che- vreau, mil und ohne Lackkappe und DerbyschastschniU, In verschiedenen modernen Formen Damen-Boxcalf- u. Chevreau- SchnOr- und Knopf-Stiefel in neuen beliebten Modesormen, mil und ohne Lackkappe und Derby- schaftschnitt, sehr feine Ausführung 10 __ Herren- Boxcalf-Schnür- 30 Stiefel, auch mit extra starken Sohlen, mil DerbyschastschniU, in allen beliebten Modesormen, bevorzugter Winter• Stiete) : Zentrale und Versand: jerusalemer Sfr. 32-35 Ecke Leipziger Str. 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Für den Inseratenteil verantw.: Th. Glocke, Berlin. Druck». Verlas� Vorwärt» Buchdruckeret u. BerlagSanstalt Paul Singer».So, Berlins� -SM; Vororte Berlin heute erschienen und wird in der Kaupt-Expedition des„Berliner Lokal-Anzeigers", 8�68, Zimmersir. 36-41, wochentags von 9 Ahr vorm. bis 4 Ahr nachm. zu den bekannten Preisen ausgegeben. August Scherl Deutsche Adreßbuch-Gesellschaft-m. b. H. :■: Ar. 295. 28. Jahrgang. 6. Ktilme des Lsmiirts" Keriisee NalKsM Sllilntüg, 17. Depber 1911. Groß-Berlin. Bitte, diese Liste aukuvewahre«:'MZ GroßaBerlin. fiflt derjeiizm fthibnttn, die de« Wims der Ipmmdeilrr to« Gnß Kerli« bewilligt, sowie derjenigen Fabrikanten, die sich mit ihren Arbeitern im Einverständnis mit der Organisation geeinigt haben. Parteigenohen, Arbeiter, Juterehenten, Pancher! Wer die Tabakarbeiter beziehe seine Waren von nachstehenden Zigarrenfabrikanten. UM Solidarität! in ihrem schweren Kampfe zu unterstützen gewillt ist, Osten Ttw Schiruicr. Frankfurter Allee 7. 'iLilh. 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Auf verschiedene Anfragen diene zur Antwort, daß wir eine Liste derjenigen Fabrikanten haben anfertigen lassen, welche neben den im„Vorwärts" veröffentlichten Namen/ Tarife mit unserem Verband abgeschlossen haben. Diese Liste können sich legitimierende Händler ini Bureau erhalten, damit sie, sofern sie von Tariffirmen beziehen, diese grünen Plakate von hier entnehmen können. PertrauettSMaNN. 'Jean Brunn, Wcangelslr. 15. 'Frit, Lobbes. Ad-Ibertstr. 58. 'Wilhelm Friedet. Forster Str. 38. 'Wilh. Stübncr, Eiicnbahnstr. 33. 'Kämmler, Reichcnberger Str. 157. 'Paul Reichelt, Wrangetstr. 62. »Adolf KnnNe, Grünauer Str. 1. 'Robert Franke, Britzer Str. 20. Beruh. Müller, Reichcnbergerfir.141 »August Bogel. Admiralstr. 23. Süden. 'Wilh. Boerner, Ritterstr. 15. 'August Zech, Gitschiner Str. 53. 'Gustav Schmidt, Gräsesir. 68. 'Gustav Lochmann, Wnstertorstr.lS. Hcrm. Schulz, Schönlcinstr. 23. Südwesten. Wwe. Lütke, Möckernstraße. Nordwesten. 'Richard Kiepert, Zwinglistr. 23. Otto B-rntcsiel. 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