Nr. 396. nbonnementj'ßedlnsaniet): «Bonnementä. Preis pränumerando i Liertcljährl. 3£0 OTf, monatl. 1,10 M5., wöchentlich 2b Pig. frei ins Haus. Einzelne Nummer 5 Pfg. Sonntags- nuiumer mit illustrierter Sonntags- Beilage„Die Neue Welt" 10 Pfg, Post- Abonnement: 1,10 Marl pro Monat. Eingetragen in die Post-Zeitungs. Prcisiisle. Unter Kreuzband für Teulichland und Oesterreich> Ungarn 2 Marl, für das übrige Ausland 3 Marl pro Monat. Postabonnements nehmen an: Belgien, Dknemarl, Holland, Italien, Luxcrnburg, Portugal, Rumänien, Schweden und die Schweis, 28. Jahrg. CriiWit tSgHch luEcr montan. Vevlrnev Volksblelkk. Zentralorgan der foztaldcmokratircbcii Partei Deutfchtands. Die Tnlerflorw-GebObf »rttäjt für die sechsgespaltene Kolon el- geile oder deren Raum«0 Pfg,. für politische und gewerlschattliche Bereins- »nd Berlammiungs-Anz eigen 80 Pfg. „Kleine Snreigen", das fettgedrulkte «ort 20 Psg, szuläfstg 2 fettgedruckte Worte), jedes weitere Wort 10 Psg. Stellengesuche und Schlasstcllenan- zeigen das erste Wort 10 Pfg,, jedes wettere Wort b Psg. Worte über Ib Buch- Naben zählen für zwei Worte. Inserate für die nächste Nummer müssen bis b Uhr nachniiltags in der Expedilion «pgegebe» werden. Die Expedition ist bis 7 Uhr abends geöffnet. lelegramm> Adresse! �0»I,Iilew0v« StlU,'. Redahtiom SÄl. 68, Lindenstrasse 69. Fernsprecher: Amt Moriyplatz, Nr. lS8Z. Dienstag, den 19. Dezember 19 ll. 6xpeditton: 8Äl. 68, Lindcnetraese 69« Fernsprecher: Amt Moritiplap, Nr. 1384. Reichstagswähler! Sichert Euch Euer höchstes Recht! Seht die Wählerlisten ein! sreikinn und flottcnwcttriiftcn. Die„Freisinnige Zeitung" erhebt schmerzliche Klage über die Rüstungspläne unserer Floltensexe. Unge- heuerlich seien die Forderungen unserer Rüstungsfanatiker. Da verlange man eine Verdoppelung unserer Schlachtschiffe. Eine solche Verdoppelung aber werde unser Marinebudget auch auf das Doppelte seiner gegenwärtigen Höhe, auf m i n- destens 900 Millionen anschwellen lassen. Aber auch dann, wenn man nur an die Aufstellung eines dritten. Geschwaders, also die Vermehrung unserer Panzerschiffe von 08 auf 57 herangehe, werde die Mehrbelastung bereits 225 Millionen jährlich betragen. Es wäre freilich vernünftiger gewesen, wenn das führende Organ der Fortschrittlichen Volkspartei sich statt mit solch abenteuerlichen Plänen näher mit dem be- schäftigt hätte, was im neuen Reichstag wirklich an neuen Flottenrllstungen beschert werden dürfte, mit einer Ver- mehrung der Ausgaben um vielleicht 100 Millionen jährlich. Hätte die„Freisinnige Zeitung" erklärt, daß für sie eine solche Forderung unter allen Umständen unan- »ehmbar wäre, und daß diese ihre Auffassung auch von ihrer Partei einhellig geteilt werde, so wäre das doch etwas Posi- tives gewesen!?lber vor einer solchen Festlegung hat sich das freisinnige Blatt sorgfältig gehütet. Es will den An- schein erwecken, als werde auch der Freisinn die neuen Flotten- rüstungen ernsthast bekämpfen, und weiß doch ganz genau, daß seine Partei im entscheidenden Augenblick wiederum um- fallen wird, wie das ja schon bei den letzten Flottenbewilli- gungen der Fall war! Der Freisinn hat eben seinen ehe- m a l i g e n Standpunkt der Kolonial- und Rüstungspolitik gegenüber v 0 l l st ä n d i g aufgegeben, er ist für Welt- politische und marinistische Attentate gegen die Taschen der Steuerzahler zu haben trotz einem nationalliberalen oder all- deutschen Hurrapatrioten! Und doch ist es noch gar nicht allzulangeher. daß alles ganz anders war. Im März 1900 ließ der angc- sehenste Freisinnsführer, Eugen Richter, eine Broschüre erscheinen:„Zur Flottenfrage, ein kritisches ABC-Büchlein", in dem er die Nüstungspolitik und den weltpolitischen Aberwitz, der doch damals erst im ersten Ent- Wickelungsstadium steckte, in der schärfsten Weise bekämpfte. Die Argumente, die heute nur noch die Sozialdemo- k r a t i e gegen den weltpolitischen Furor und den kostspieli- gen Flottensport vorbringt, waren in diesem Schriftchen über- sichtlich zusammengetragen. Da berief sich Eugen Richter auf den Fürsten Bis- marck, der im Jahre 1885 Windthorst gegenüber erklärt hatte:, � „Aber wenn auch Deutschland seine Flotte auf die Höhe der Seemacht von England bringt, dann hätten wir immer noch ein Bündnis von England und Frankreich zu fürch- tcn.... Dies ist daher ein Ziel, das nie erstrebt werden kann. Ich gebe zu, daß das Fahren zur See immer eine gefährliche Sache für Kaufleute, aber noch mehr für Kriegsschiffe ist; es ist von allerlei Gefahren und von allerlei Kosten umgeben. Aber wie machen es denn andere Mächte? Frankreich ist also zur See vielleicht weniger stark als England, und es fürchtet sich doch nicht, seine Kolonien, die so weit entlegen sind, daß der Seeweg ihm an verschiedenen Stellen unterbunden wer- den kann, ruhig im Vertrauen auf sein Geschick, seine Tapferkeit und sein Ansehen, sowie auf die Gerechtigkeit und Friedensliebe anderer Staaten durchzuführen. Ich will indes in Frankreich gar nicht stehen bleiben: auch eine Seemacht wie die französische halte ich gar nicht für Deutschland indiziert(ans gezeigt)." Bismarck schloß, wie Richter hervorhebt, damit, daß eine deutsche Seeniacht nur etwa auf die Höhe von Portugal, von Holland, von Spanien usw. zu bringen sei! Richter weist das Augument, daß Deutschland zum Schutz seiner Grenzen einer starken Flotte bedürfe, mit dem Hinweis darauf zurück, daß England. Rußland und Frankreich viel größere Seegrenzen hätten als Deutschland. Kolonialreiche wie England und Frankreich bedürften wohl starker Flotten. Die Kolonialreiche Englands mit einer Bevölkerung von 321 Millionen benötigten des Flottenschutzes, aber die deutschen Kolonien würden nicht an Ort und Stelle, sondern in der H e i m a t durch die dort befindlichen Streitkräfte zu schützen sein.— Auch das Blockadegespen st brauche uns nicht zu schrecken. Deutschlands Küsten schützten sich ja nach marine- amtlicher Tarstellung selbst. Die Berufung auf die A b- schneidung der deutschen Zufuhr tat er mit folgenden Worten ab: „Indem man gleichwohl die Blockadegefahren aufzu- bauschen sucht, stellt man es so dar. als ob eine feindliche Blockade Deutschland durchAbsperrungdeS Getreides aushungern und durch Absperrung der benötigten Zufuhr an Roh- und Hilfsstoffen in seinerJndu st riever Nichten könne. Insbesondere wird auf die Arbeiter einzuwirken ge- sucht durch die Schilderung der daraus- entstehenden Arbeits- losigkeit.... Teutschland kann, selbst wenn eine wirksame Blockade zur See möglich wäre, schon deshalb nicht von den notwendigen Zufuhren abgeschnitten werden, weil eS an drei Seiten von Landgrenzen umgeben ist und diese Landgrenzen auch die überseeische Zufuhr vermitteln können, selbst wenn die Zufuhr über die Nord- und Ostseehäfen abgeschnitten werden könnte." Auch das Argument, daß Deutschland sich durch eine starke Flotte„bündnisfähig" machen müsse, wies Eugen Richter als verhängnisvollen Irrtum zurück. Gerade in diesen Tagen der Isolierung Teutschlands, die gerade durch Deutschlands Flottenrüsten und Weltpolitik verschuldet worden ist, liest sich das Folgende besonders inter- essant: „Aber, so sagt man, Deutschland muß sich durch eine starke Flotte bündnisfähig für andere Länder England gegenüber machen. In dieser Beziehung könnte nur ein Bündnis mit Ruß- land gegen England in Frage kommen. Ein Bündnis gegen Eng- land aber würde sofort Frankreich auf die englische Seite führen und den Dreibund sprengen, da Italien durch seine Interessen am Mittclmeer mindestens ebenso auf England angewiesen ist wie auf den Dreibund." Auf das Gerede von Englands unbesiegbarer Eifersucht gegen Deutschland antwortete der freisinnige Führer:/ „Rußland sucht sich wirtschaftlich möglichst abzusperren. während England, bisher überall die. Politik der sogenannten offenen Tür beobachtet und anderen Ländern, insbesondere Deutschland, freie Konkurrenz gewährt hat. Man stellt es so dar. als ob England diesen Grundsatz zu verlassen be- absichtige, weil es sich durch die deutsche Konkurrenz überflügelt sähe. Tatsächlich ist England durch das eigene Interesse und auch durch das Interesse seiner Kolonien daran verhindert, sich irgend- wie gegen den Handel mit Deutschland abzuschließen." Zum Beweise der Unsinnigkeit, durch Flottenrüstungen dem Handel zu nützen, beruft sich Eugen Richter auf Theodor Barth, der im Januar 1897 im Reichstag ausführte: „Die Behauptung, daß, weil im Laufe der Jahre im allge- meinen unsere Handelsinteressen so viel größer ge- worden sind, auch das Bedürfnis nach einer entsprechend verstärkten Kriegsmarine gewachsen sei, das. meine Herren, bestreite ich. Ich glaube vielmehr— und durch die Er- eignisse insbesondere der letzten Jahre läßt sich das rechtfertigen— daß die Möglichkeit» durch Kanonen, durch Kriegsschiffe unsere legitimen Handelsinteresscn zu schützen» von Jahr zu Jahr ge- ringer wird." Weiter macht Eugen Richter geltend, daß die deutsche Ausfuhr allein abhängig sei von der Güte und der Preiswürdikeit der deutschen Waren,„nicht von der Zahl und der Tragweite der deutschen Schiffskanone n". Habe doch auch Fürst Bismarck mit Nachdruck erklärt, man könne doch nicht„eine Polstik der Verkäufer auf dem früheren M ü h l e n d a m m in Berlin empfehlen, die die Vorüber- gehenden anreißen und hineinzerren, um ihnen Kleider zu verkaufen". Schließlich verweist Eugen Richter auch auf die gewaltigen Kosten des Flottenrüstens. Ter Reichshaushaltetat für 1900 weise für Heer, Marine und Pensionen„schon 920 Millionen" aus. „Bei V c r g l e i ch u n g des Aufwandes für die Landes- Verteidigung mit anderen Staaten rechnen die Agitatoren die Schuldzinsen mit ein, welche Schulden betreffen aus Kriegen bis in frühere Jahrhunderte zurück, während das Deutsche Reich erst 1871 begründet wurde und damals nicht Kriegsentschädigungen zu zahlen, sondern Milliarden zu cmp- fangen hatte. Bei der Berechnung auf den K 0 p f der Bevölkerung aber läßt man außer acht, daß die englische Flotte zugleich zum Schutz eines großen Kolonialreichs mit 4lll> Millionen Ein- wohuern und die französische Flotte ebenso zum Schutze eines Kolonialreiches mit 40 Millionen Einwohnern bestimmt ist." Inzwischen sind Deutschlands Rüstungsausgaben ans mehr als 1700 Millionen jährlich angewachsen. Inzwischen ist nicht nur die von Eugen Richter damals bekämpfte Flottenvorlage durchgeführt worden, sondern es sind seit- demnoch zwei neue Flottennovellen in Kraft ge- treten! Und die letzten Flottenbewilligungcn haben die Zn- stimmmig des ganzen Freisinns erhalten, wie auch eine aber- malige Durchbrechung des Flottengesetzes von 1900 schließlich den Segen des Freisinns erhalten wird! Alle die Gründe, die Eugen Richter gegen das aberwitzige Wettrüsten geltend machte, sind noch heute so stichhaltig w>e damals! Dennoch hat der Freisinn seinen ehemaligen Standpunkt völlig verlassen. Die Sucht nach der Regie- rungsfähigkeit ließ ihn die ersten Schritte tun, und nachdem er erst einmal in die Bahnen der Rüstungs- und Weltpolitik eingelenkt hatte, gab es für ihn kein Halten mehr. Das Interesse des anlagebedürftigen Bankkapitals steht ihm höher als das Interesse des Volkes, als die S ch 0- nung der ausgeplünderten Volksmehrheit! Der heuchlerische Lärm der„Freisinnigen Zeitung" über die exzessiven Forderungen der Flottenfere und die unaus- bleiblichcn neuen Steuern darf die Wähler nicht einen Augen- blick darüber täuschen, daß der Freisinn auch die neuen Marinefordernngen bewilligen wird! Um und Kelch! Nationalvermögen! DaS deutsche Volksvermögen beträgt nach etner Berechnung von Steinmann-Buch er: in Mark 350000000000 Demnach beträgt das Verniögen: pro Kopf der Bevölkerung..... 5 400 pro fünsköpfige Familie...... 27 000 In WirMchkeit besitzen die meisten Arbeiter. gar �nichts Steuerpflichtiges Vermögen in Preußen? Die preußische Ergänzungssteuer umfaßt alle Vermögen von über 6000 M. Diese Ver- mögen ergaben im Jahre 1893.... Nach der Einschätzung für 1908— 10 war das Vermögen, abgesehen von den defraudierten Millionen, angewachsen auf...... Preußen hatte 1908 Einwohner, rund... Das Vermögen verteilt sich auf Zensiten.. l'/a Millionen Zensiten hatten..... Viele Millionen Volksgenossen hatten... Im Jahre 1895 besaß jeder von den damals vorhandenen 1 152 332 Zensiten.... Von den 1 502 570 Zensiten nach der letzten Zählung hatte jeder ein Vermögen von. Die Äermögenssteuerzensiten machen 4 Proz. der Bevölkerung aus, einschl. der Fannlien- angehörigen sind es Personen..... Diese hatten ein Vermögen von..... Der übrige Teil der Bevölkerung zählt Köpfe Diesem gehörte von den 912/g Milliarden.. Einkommen! Preußen zählte im Jahre 1910 Einwohner. Darunter befanden sich nur...... Personen mit einem steuerpflichtigen Ein- kommen von über 900 M. Mit Familienangehörigen stellen die Steuer- pflichstgen Personen........ Die 6 241 494 Zensiten versteuern ein Ein- kommen von........... 63 857171 354 91 653 297 197 39 000 000 1 502 570 alles nichts SS 400 61000 S 500 000 91 653 297 197 33 500 000 nichts 39 145 535 6 241 494 19 012 896 Das steuerpflichtige Einkommen wie folgt: ... 13 710 000 000 in Preußen verteilt sich Zensiten Einkommensstufe Veranl. Einkommm Mark 5 537 741 900 bis 3 000 7 675 639 425 511476 3 000.. 6 500 2 049 912 600 80303 6 500 ,. 9500 622386250 89 546 9 500.. 30 500 1 385 093 000 18 535 30000„ 100000 924 871 250 3 893 über 100000 949 132 500 6241494......... 13607035025 Das durchschnittliche Einkommen betrug pro Zensit in der ersten Gruppe..... I 386 M. in der letzten Gruppe..... 243 805„ So haben die Herrschende» bisher geteilt! Zur Keichstagswal)!. Der Aufmarsch zur RcichstagSwahl in Sachse». Aus Dresden wird uns geschrieben: Die ReichStagSwahlbelvegung innerhalb der weiß-gränen Grenz- pfähle wird in weiteren Kreisen besonderes Interesse erregen. Sachsen war nicht nur der Probierstaat der Reaktion, eS war auch das Land der Ueberraschungen bei Reichstagswahlen. Bon jeher lösten hier bei Wahlen StimmungSschwankungen in den in- differenten Wählennasscn die größten Wirkungen aus. Einmal schien es wie mit Siebenmeilenftiefeln vorwärts zu gehen, dann kamen wieder Rückschläge, die wie eine schwere Niederlage aussahen. So gingen schon bei den FaschingSwahlen von 1887 in Sachten alle sechs sozial- demokratischen Mandate verloren. Dann aber war wieder rasches Vorivärtödringen zu beobachten, bis 1S03 von den 23 sächsischen Wahlkreisen nicht weniger als 22 von der Sozialdemokratie erobert und Sachsen damit, um mit dem konservativen Parteiführer Opitz zu reden, zum knallroten Königreich wurde. 1VV7 aber brachte wieder einen Rückschlag. Bon den 22 Mandaten konnten nur acht kehariptet werdsn, ivozu in einer Nachwahl noch ein nennte? kain. das Genosse Göhre holte. DaS für die sächsischen Genossen so »ngimftige ReichStagSwahlergebniS von 1907 hat um so mehr Aufsehen erregt, weil die bürgerlichen Mehrheiten fast allenthalben be- irächtliche wanen. Abgesehen von Reicheubach-Aucrbach, wo der Naiionalliberale Merkel dem sozialdemokratischen Kandidaten nur uin 027 Stimmen voraus war, und im Wahlkreise aeöbcln, wo eine bürgerliche Mehrheit von ILSK Stimmen festgestellt wurde, bandelte es sich allenthalben um ein Uebergewicht der gegnerischen Stimmen von 2000 bis 9893; ja im Bautzener Kreise, der allerdings noch niemals in sozialdemokratischem Besitz war, bezifferte sich die bürgerliche Mehrheit sogar auf 13 025 Stimmen. Der Umschlag von 1903 bis 1907 war gewi» ein enormer. Doch dars bei der Beurteilung dieses Rückschlags und auch bei einer Betrachtung der jetzigen Wahlaussichten in Sachsen nicht übersehen werden, dag 1903 ganz besonders viel gewichtige Ursachen zu unserem Gunsten zusammenwirkten. Neben der Unzufriedenheit über die Zn- stände im Reiche war es besonders die Erbitterung über die konservativ- natiomUliberale Mibwirlschaft iu Sachsen: die ehe- ,nalS günstigen ssiuanzen waren so zerrüttet worden, dag ein Sten erzusch lag von 25 Proz. nötig wurde. Zu derselben Zeit wurde die Z i V i l l i st e um fast eine halbe Million Mark erhöht. Die Staatsschulden waren so hoch angewachsen, daß die Zinsen beinahe die Erträge der Einkommensteuer auszehrten, dazu kam noch der Zorn des Volkes über die Wahlentrechtung durch dreiklassige indirekte Geldsackwahlshstem. Außerdem führte uin.' auch der spießbürgerliche Entrüstungsrummel wegen der ausgerissen».'» Kronprinzeifi» Stimmen aus bürgerlichen Kreisen zu. die sonst für die Sozialdemokratie nicht zu haben sind. All diese Ursachen, die 1003 noch soviel Erbitterung wachgerufen hattcu, waren 1007 vergessen oder sie bestanden nicht mehr in dem Maße. Das DreUlaffenwahlrecht existierte zwar noch, doch war eine Wahlrechtsreform im Gange. Dazu kam 1907 noch die Wirkung des Kolonialschwiu�>els auf noch ungeklärte Köpfe und die nationale Phrase. So ist der Rückschlag zu erklären. Auch für die koiumenden Wahlen ist auf eine besondere Ein- Wirkung sächsischer Verhältnisse nicht in dem Maße wie 1903 zu rechnen. Dafür sind ah er unsere Organisationen mächtig erstarkt. Während 190? in Sachsen nur 38 761 politisch organisierte Genossen ermittelt werde» konnten, waren e-Z 1910 120 584; auch die Abonnenten der Parteiprcffo haben sich erheblich vermehrt, sie find 1003 bis 1910 von 121 750> auf 183 731 angewachsen und jetzt wird inzwischen wohl ein Aboimentenbestand von 200 000 erreicht worden fein. Daß aber an» die Bolksstimmung für die Sozialdemokratie besonders günstig ist. haben schon die Landtagswahlen und einige Reichstags- Nachwahlen gezeigt. Bejouders der Reichssinanzskandal hat auf- rüttelnd geioirkt.' Dazu kommt, daß unsere Genossen mit seltenem Opferniut, HossnnngSfrendigkeit und Eifer an der Wahlarbeit sind- Versammlungen folgen auf Versammlungen, fast alle sind überfüllt; die Kleinarbeit wird präzis besorgt. Auch hierzu stellen sich die Ge- nossen freudig und kampfcskustig. Wir sind also berechtigt, auf die Wiedererobernng deS Besitzstandes von 1903 zu hoffen. Ilnser Ziel aber ist, die Eroberung aller 23 sächfischen Wahlkreise, die Wieder- errichtnng deS knallroten Königreichs. Bei'den bürgerlichen Parteien hat fich in den letzten Jahren nicht sehr viel geändert. Die ehemals so großsprecherischen sächsischen Antisemiten sind noch mehr zusammengeschmolzen und nicht mehr imstande, eigene Kandidaturen aufzustellen. Ein vor kurzen, im Wahlkreise Zschopan-Marienberg unternommener Versuch ist kläglich gescheitert, denn schon kurz danach erklärte der aufgestellte Kandidat, wegen Mangel an jeder Organisation sehe er sich genötigt. die Kandidatur wieder niederZulegen. In zivei Wahlkreisen, dem Bautzner uud DreSden-Neustadt. sind alte antisemitische Kandidaten mit konservativer Unterstützung wieder aufgestellt worden. Sonst wären auch sie nicht möglich gewesen. DaS ist aber auch der ganze schäbige Rest der sächsischen Neformpartei. Tic Fortschrittler machen krampfhafte Anstrengungen, wieder etwas hochzukommen. Sie haben in nicht weniger als 14 Wahllreisen Kandidaten aufgestellt, dürften aber in keinem irgend welchen nennenswerten Erfolg haben, werden vielmehr sicher damit rechne» müssen, auch die zwei Mandate in Zittau und Planen zu verlieren, die sie jetzt iimehabcn. Alt Kompromißbestrebungen hat eS im bürgerlichen Lager nicht gefehlt. Erreicht worden ist jedoch nicht viel. In DreSden-Altstadt haben die Konservativen zugunsten deS Nationalliberalen Dr. Heinze ihren Kandidaten wieder zurückgezogen, sonst aber ist fast jedem nationalliberalen Kandidaten ein konservativer gegenübergestellt worden, in mehreren Wahlkreisen ist auch noch ein dritter bürger- licher Kandidat. zumeist ein Fortschrittler, ausgestellt. Die Nationalliberalen haben in 16 Wahlkreisen Kandidaten auf- gestellt, die Konservativen in 14. wozu aber noch die beiden Anttsemiten zu rechnen sind. Für einige erzgebirgische Wahlkreise ist ei» Bündnis zwischen Nationalliberalen und Forlschrittlern zu- stände gekommen. Demzufolge kandidiert in Annaberg-Oberwiesen- thal Dr. Stresemann ohne fortschrittliche Konkurrenz, während in Zschopan-Marienberg die NationaNiberalcn dem Fortschrittler Brodaus leinen Mann entgegenstellen. ES war allerdings ein fortschrittlich- nationalliberales Kartell für ganz Sachsen geplant; daraus ist jedoch nichts geworden, seitdem die Nationalliberalen den FreifinnSmam, Günther im Wahlkreise Plauen mit einer besonderen Kandidatur be- dränge,». Die Gegner haben also auch in Sachsen das erstrebte Zusammen- gehen wenigstens bei den Hauptwahlen nicht erreicht. Sollte es aber eine Anzahl Stichwahlen geben, werden sicher mindestens Konservative und Nationallibcrale zusammengehen; in diesem Stichwahlbündnis dürsten aber auch die Fortschrittler nicht fehlen. Dann wird die Losung aller bürgerlichen Parteien lauten: Gegen die Sozial- demotratie. An Rührigkeit lassen eS die bürgerlichen Parteien auch nicht fehlen. Aber ihre Versammlungen sind zumeist leer. während die sozialdemokratischen überfüllt sind. Wenn der Wahltag hält, was der Wahlkampf verspricht, dann wird eS in Sachsen kaum viele Stichwahlen geben, dann wird über fast allen sächfischen Reichs- tagswahlkreisen schon am 12. Januar siegreich die rote Fahne wehen. ».' Wie Eisenbahnbcamte und-Arbeiter gegen die Sozial» demokratie aufgehest werden. unserem Kieler Parteiblatt ist folgendes interessantes Schriftstück ans den Nedaktionstisch geflogen: Eckernförde, am 12. November 1911. 10. Dezember Un alle bei den diesseitigen Kreisbahnen beschäftigten Beamten und Arbeiter! Seitens der Sozialdemokratie ist ein Flugblatt, betitelt: .Beamtenschaft und Sozialdemokratie" „Ein Mahnwort an alle Beamten! sowie ein zweites Blatt: „Was i st national?' .Ein Mahnruf an die deutschen Eisenbahner!" unter den Angestellten verteilt worden. Mit diesen zum Teil ganz zahm gehaltenen Druckschriften sollen auch die bei den Eckernförscr Kreisbahnen beschäftigten Beamten uud Arbeiter geködert und dann für die revolutionären Gclvalttätigkcitcn der Sozialdemokratie gewonnen werden. Wer die ganzen auf den Umsturz der heutigen Verhältnisse gerichteten Bestrebungen der Sozialdemokratie verfolgt, muß ununUvunden zustimmen, daß sowohl jeder einzelne als das ganze deutsche Volk einen nie wieder einzuholenden Schaden erleidet, wenn die revolutionären Ideen der Sozialdemokratie zur Wirklichkeit werden sollten. Den Gewalthabern der Sozial- demokratie ist.es nicht darum zu tun, dem deutschen Volke ein geeignetes und freies Vaterland zu erhalten, in dem jeder einzelne in Ruhe und Frieden seinem Berufe nachgehen und sich sein eigenes Heim angenehm ausgestalten kann, sondern die Führer suchen lediglich ihren Ehrgeiz darin, die Massen der Bevölkerung unzufrieden zu machen, sie unter ihren Willen zu stellen, damit diese nach ihren Wünschen den Ruin des Landes und damit jedes einzelnen dann, wenn ein günstiger Zeitpunkt eingetreten ist, herbeiführen können. Wer dies etwa bestreiten wollte, ist entweder blind oder will eS nicht begreifen. Alle dem Ausruhr widersprechenden Auslassungen ihrer Schriften entsprechen nicht den wahren Grundanschauungen der Sozialdemokratie und wenn in den Flugblättern versucht wird zn beweisen, daß nur die Sozialdemokratie das wahre Interesse der Arbeiter und Beamten vertritt, so beweisen doch gerade die sozialdemokratischen Betriebe und Unternehmungen, daß die hier beschäftigten Personen in den meisten Fällen viel un- günstiger gestellt sind als diejenigen in den staatlichen, privaten und Gemeindebetriellcn. Es geht somit aus dem Verhalten der Sozialdemokratie unzweideutig hervor, daß diese nicht Vertreter eines besonnenen und friedliebenden Arbeiters und Beamten sein kann. Sollten in dem Betriebe der Eckernförder Kreisbahnen be- schäftigte Personen den Tendenzen der Sozialdemokratie zu- neigen, so ersuchen wir diese, hiervon abzulassen. Für einen Sozialdemokraten ist in den diesseitigen Be» trieben kein Platz, denn nur �derjenige kann Anrecht auf Schutz und Hilfe unseresd«n Reichstag. »• • Keine Wahlversammlungen in der Kirche. Der Bischof von Speyer, Dr. Fauhaber, erklärte nach pfälzischen Blättern, er sehe es nicht gern, wenn sich die ihm unterstellten Geistlichen aktiv als Politiker betätigen. Namentlick erachte er e» für nicht angängig, daß die Kanzel für politische Zwecke benützt werde._ politische Geberfiebt. Berlin, den 18. Dezember 1911, Als Termin fiir die Reichstags-Stichwahlen ist. wie bürgerliche Blätter melden, der 25. Januar in Ans- ficht genommen. Die amtliche Feststellung der Ergebnisse der Hauptwahl erfolgt am 16. Januar._ Landtagsersatzwahlen in Schwarzburg-Rudolstadt. Am Sonnabend fanden in den Wahlkreisen Krankenhaus en- Stadt und König see-Stadt die Ersatzwahlen für die am 10. November doppelt in den Rudolstädter Landtag gewählten Gc- nossen Winter und Scholl statt. Trotz der angestrengten Bemühungen der Gegner siegten wir und behaupteten die Mandate mit größerer Stimmenzahl als'vorher. In Frankenhausen-Stadt wurde Genosse Fink« mit 567 gegen 418 bürgerliche Stimmen gewählt, und in Ztönigsee- Stadt Genosse Frötscher mit 762 gegen 223 bürger- liche Stimme». Genosse Frölscher gehörte schon in einer ftüberen Legislaturperiode dem Landtage mi. Mit diesen Ersatzwahlen sind nunmehr alle Wahlen zum Rudolstädter Landtag abgeicdlosicn, der jetzt definitiv auZ neun sozialdemokratischen und sieben bürgerlichen Abgeordneten sich zusammensetzen wird. Tiederich der Grotze! Ein höchst komische? Vorkommnis wird der„Bremervörder Zig." aus dein 19. hannoverschen Wahlkreise berichtet, in dem der bekannte Direktor des Bundes der Laiidwirie, Herr Dr. Diederich Hahn zum Reichstag kandidiert. Als vor einigen Tagen Herr Hahn von einer Wahlvcriaminlung heimkehren wollte, mußte er auf dem Bahnhof Dollern die Entdeckung machen, daß der Nachtzug von Hamburg nicht in Doller» halle. Kurz entschlossen erklärte Dr. Hahn dein Beamten, der Zug müsse hallen. Als der Beamte dieses Verlangen zurückwies, erklärte Herr Dr. Hahn:„Ich bin der Reichs» tags- und Landtag Sabgeordnele Dr. Hahn, Freund des Herrn EisenbahnmiitisterS, lassen Sie den Zug nur halten, alle Verantwortung über nehme ichl" Der Beamte aber hielt sich an seine Jnslruktionen und ließ den Zug nicht halten, so daß Herr Dr. Hahn fich von Stade ein Fuhrwerk kommen lassen mußte und erst im Morgengrauen am Ziele anlangte. Wertlose Entschuldigungen. Die offiziöse„Leipziger Zeitung' bringt einen Artikel, in welchem sich die sächsische Regierung gegen die ihr von.sozialdemokratischer Seit» untergeschobenes') Absicht verwahrt, das Koalitions» recht der Arbeiter einzuschränken. Der Artikel betont, baß das Koalitionsrecht der Arbeiter ebenso des Ausbaues bedürfe, wie der Schutz der ArbeilSwilligen gegen einen Koalitions» zwang. Unter Wahrung dieses paritätische» Standpunktes werde die Regierung mit Vorschlägen an den Bundesrat heran» treten, sobald sie sich über den der Deputation der Zweiten Kammer überwiesenen Antrag mit den bürgerlichen Parteien vorständigt habe, die bei der Verhandlung im Landtage in erfreulicher lieber- einstimmiwg mit der Regierung die Aufrechterhaltung der Koalitions- freiheit und die Wahrung der Parität als Grundlage des weiteren Vorgehens anerkannt hätten. Die Worte des Grafen Vitzthum und die der Scharfmacher waren aber so klar, daß jeder Arbeiter wissen muß, was es ge- schlagen hat— auch wenn der Herr Graf jetzt in Anbetrocht der bevorstehenden ReichStagSwahlen seine unbedachte Aeußerung ab- schwächen möchte._ 5?enerbestatt«ng und Virginität. In« einer vom Berliner Zwcigverein der Jnternatiolwlen Abo- lilionistischcn Föderation einberufenen Fraucnversammlung, die am 10. Dezember im Architektenhaus tagte, sprachen zu diesem Thema die Vorsitzende Fräulein Anna Pappritz, Fräulein Dr. jur. Weiter- tamp und Fräulein Dr. med Agnes Bluhin, die vom ethischen, juri- stischen und medizinischen Standpunkt au» darlegten, wie zwecklos und empörend die Bestimmung des FeuerbcstattungsgesetzeS sei, daß weibliche Leichen vor der Einäscherung auf ihre Jung. fräulichkeit hin untersucht werden sollen! Die zahlreich ver- sammelten Frauen aus allen Kreisen der Berliner Bevölkerung nahmen folgende Resolution an: „Die am 10. Dezember 1911 im Architektenhause in Berlin tagende Versammlung, xinhxruken vom Berliner Zweiavereji» der Internationalen Abokitionistlschön Föderation erhebt Pro- t e st gegen die in den AnSführungSauswejsungen des Herrr Ministers des Innern zu dem Gesetz betreffend die'Feucrbcstat. tung vom 14. September 1911 enthaltene Bestimmung: Ter Befund einer Virginität zu erwähnen. Diese Untersuchung ist vom juristischen Standpunkt zwecklos. vom medizinischen Standpunkt wertlos, da die einwandfreie Kon- statierung, ob Virginität vorliegt, für den gewissenhaften Arzt unmöglich ist, und vom menschlichen und ethischen Gesichtspunkt als ein Eingriff in das intim st e Privatleben einer Verstorbenen durchaus zu verwerfen. Durch die Aufnahme einer derartigen Begutachtung in den Totenschein wird der üblen Nachrede Tür und Tor geöffnet. Die Ehre einer Verstorbenen, die nicht mehr in der Lage ist, sich zu verteidigen. könnte aufs empfindlichste gekränkt und der gute Ruf ganzer Familien untergraben werden. Die anwesenden Frauen Berlins richten daher an den Herrn Minister des Innern die dringende Bitte, die genannte Bestim- mung, die das Gefühl ihrer weiblichen Würde wie ihr ethisches Empfinden aufs tiefste verletzt, streichen zu wollen." Freifinnige weifte Salbe für den Mittelstand. Der Mittelstand, die Zwischen- und Pnfferschicht der wirtschakt- lichen und politischen Eniwickelimg, ist längst zum einzigen Re- krutierungSgebiet der bürgerlichen Parteien geworden, nachdem die Arbeiler zum Selbsthandcln reif wurden. DaS Versprechen, dem Mittelstand belfen zu wollen, fehlt deswegen in keiner Rede von Wiemer bis Oldenburg ans Jamischau. Eine Mittelstandshilfe sollte auch das Brausteuergesetz vom uli 1909 sein. daS damals der schwarzblaue Block beschloß. Die «rühmte Staffelung der Steuer, die durchaus nach dem Wunsche und im Sinne auch der Freisinnigen war, wurde so beschlossen, daß bei 250 Doppelzentnern Jahrcökonsnm an Vranstoff pro Doppel- zentner 12 M. zu zahlen sind, sie steigt bi» ans 20 M. bei 5000 Doppelzentnern. Die liberalen MitleistandSretter erkläre» sich stolz als Väter dieses Gedankens und schreiben: gerade von frei- sinniger Seite— dem verstorbenen Abgeordneten Rösicke- Dessau, der selbst Generaldirektor der größten deutschen Brauerei, der Schultheiß-Brauere» in Berlin war— ist eine derartige Steuerentlastung der kleinen Brauereien zuerst angeregt worden. Dabei wird nur vergessen darauf aufmerksam zu machen, daß die Staffelung bei 5000 Doppelzentner aufhört, obwohl allein unter ollen zum Berein der Brauereien Berlin» und Umgegend gehörenden Bierproduzenten kein einziger einen so geringen Malzverbrauch aufweist. Die Schultheiß-Brauere» verbrauchte 1910 419000 Doppcl- zeutner Malz! Die Ueberlcgenheit der Großbrauercien macht die geringe Mehr- besteuerung im Sinne der Freisinnigen und.zugmiste» des Mittelstandes" viele Male weit, tatsächlich ist auch die Zahl der kleineren und mittleren Brauereien ständig und rapid zurückgegangen. Von 1000 bi« 1909 verschwanden im Gebiete der norddeutschen Brau- temeinschast 25 Proz. all der Brauereien, die jährlick. bis zu 5000 Zoppelzentner Malz verbrauchen! Der Großbetrieb herrscht im B r a u g e>v e r b e, nicht weil die Sozialdemokratie den Mittel- stand.zerstört", und trotzdem der Freisinn den Mittelstand zu retten versucht— wenigstens angeblich— weil dies in der Richtung kapitalistischer EntWickelung liegt! Freisinnige wie Konservative gehen trotzdem fleißig mit dem Versprechen haufiecen, dem Mittelstand helfe» zu wollen. So waZ nennt sich dann--» positive Politik I_ Wie es gemacht wird! Die„Rhein.-Westf. Ztg." läßt sich aus Berlin berichten: Die sozialdemokratische Parteischule scheint bei den Genossen wenig Anklang zu finden. Bei dun vorletzten Kursus betrug die Zahl der Parteinehmer nur 24. Die Gewerkschaften hatten von den 10 Plätzen, die für sie freigehalten wurden, nur vier Sefcfct. Auch jetzt hat die Parteischule eine nur sehr geringe Anzahl von Schülern. Der wirklich organisierte Genosse glaubt bekanntlich immer, so viel Weisheit in itt; aufgenommen zu haben, das; er eine Belehrung für über- stüssig hält. Oder sollte die in der Parteischule danach sein, daß sie jeden abschreckt. Für die Kenntnis, mit der bürgerliche Blätter über sozialdemo« kratische Einrichtungen urteilen, ist diese Notiz außerordentlich charakteristisch. Dem Herrn Verfasser fehlt nicht uur jeder Einblick in die Entwickelung der Parteischule, sondern er weiß auch nicht mal, was fast jedem Soziaidemolraten bekannt ist, daß sie zurzeit gar keine Schüler hat, da sie der Neichstagswahlen wegen seit dem 1. April dieses Jahres geschlossen ist. Pom Borstande der jüdischen Gemeinde Berlins erhalten wir folgende Zuschrift: „Zur Berichtigung des Artikels mit der Ueberschrift„Von der preußischen Ausweisungsschmach" in Nr. 292 des„Vorwärts" vom ll. Dezember teilen wir ergebenft mit, daß der Schauspieler Eisen- berg bei keiner unserer Verwaltungsstellen vorstellig geworden ist. Wir waren daher mit seiner Angelegenheit in keiner Weise befaßt." Ocfltcrmth-Clngam. Die separatistische Niederlage in Kremsier. Die Wiener„Arbeiterzeitung" hält entgegen der separa- tistischen Darstellung, die Echtheit jenes Briefes, den der von den Separatisten unterstützte„Fortschrittler" Votruba an einen klerikalen Agitator geschrieben hat, um dessen Wahl- Unterstützung zu erlangen, durchaus aufrecht. Wie dem aber auch sein mag, sicher ist. daß die separatistische Taktik des dauernden Zusammengehens mit einer bürgerlichen Partei einen vollständigen Mißerfolg erlitten hat. Er- sreulich ist. daß diesmal von einem separatistischen Provinz- dlatt, dem Mährisch-Ostrauer„Duch Casa", den der Ab- geordnete P r o k e s ch redigiert, offen zugegeben wird. Dort heißt eS: „Unfere Partei geht aus diesen Wahlen schmählich ge- schlagen hervor. Und was geradezu schreit, ist die Tatsache, daß diese Niederlage verschuldet ist durch die Schuld aus unseren eigenen vleihen, aber nicht einmal so sehr durib die Wäbler selbst als durch unsere Führung im Lande. Unsere Wähler, sozialdemokratische Wähler, wurden geradezu geopfert, damit der Bolksparteiler Votruba ge- rettcr werde. Rur diese.Wahltaktik" bat es ermöglicht, daß statt de» Sozialdemokraten Hoffmann Votruba in die engere Wahl kam und daß unsere Kandidatur ei» schreckliches Debacle erlitt. Lcrgleickien wir nur den geradezn gräßlichen Stimmen- v e r l u st in den einzelnen Städten!... Eine Parteikandidatur zu protlomieren und dann für sie nicht den Finger zn rühren, das ist eine Methode und eine Taktik, wie sie in der Sozialdemokratie u n z u- lässig ist. Das verwirrt die Begriffe, be- wirkt ein ChaoS in den Reihen unserer Wähler. erichiittert das Vertrauen in die eigene.ikraft. Wohin würde die Partei mit einem solchen Borgehen kommen? Wer bürgt dasür, daß die Wähler, wenn ihnen eine Parteikandidatur so„empfohlen" wird wie in Kremsier, nickt das nächste Mal lagen: Aber der bürgerliche Kandidat ist doch nicht so arg, und wenn wir ihn einmal wählten, warum könnten wir ihn nicht daS zweitcmal wählen? Kur* gesagt, es ist daS eine fertige Deuioralisicrimg der sozialdemokratischen Wähler!" Das ist s e h r richtig und os wäre überaus erfreulich, wenn diese Stimme als Zeichen deffen zu werten wäre, daß in der tschechisch-slawischen Sozialdemokratie die Besinnung auf die Pflichten des Klassenkampfes zurück- '•kehrte. Das Zusammengehen mit der bürgerlichen Demagogie ist nur die eine Folge jener kleinbürgerlichen Verirrung, in die sich die führenden Elemente der Separatisten immer mehr verrannt haben. Die andere und noch wichtigere, der sozialdemokratischen Anffafsimg ebenso widersprechende ist der Nationalismus. Die Führer mögen ihm zuerst aus wahldcmagogischen Rücksichten Konzessionen gemacht haben, bis sie ihm"schließlich gänzlich verfallen waren. Jetzt zeigt es sich, daß die Arbeiter dadurch der Partei ent- .fremdet werden, dem Jndifferentismus verfallen oder gar der bürgerlichen nationalistischen Demagogie Gefolgschaft leisten. Möge die tschecho- slawische Partei noch den Weg zur Umkehr finden, ehe es noch zu spät wird. frankrelck. Ernste Brsürchtungt«. Paris, 18- Dezember. Der Deputierte und frühere Ma- rinenlinistcr P e l l e t a n äußert sich im„Matrn" über das f r a n z ö s i s ch- d e u t s ch e Abkommen, indem er unter anderein schreibt: Ter Sultan wird die Suzeränität Frank- rcichs ohne Schwierigkeit annehmen. Er kann nicht anders, aber die 8 Millionen Marokkaner werden wohl weniger gefügig fein. Es wird wohl auch nicht an e u r o° päischen Hetzern fehlen, um sie zur Unbotmäßigkeit aufzustacheln. Uebrigens darf man voraussehen, daß auch unsere Militärs, so oft sie in Tätigkeit treten werden. das Ihrige zur Ausdehnung der Kämpfe beitragen werden, die ja ihre Daseinsberechtigung bilden. Wir haben also langjährige blutige Expeditionen in einem ungeheuren und straßenlose» Gebiete vor uns, und wir dürfen keine Schlappe erleiden, denn wir sind Europa gegenüber für die Ordnung in Marokko verani- wortlich, und wo werden wir die großeTruppen macht hernehmen, die wir zur Unterdrückung der Unruhen und Aus- stände brauchen werden? Wir haben schon alle Mühe, um uns eine Kolonialarmce für unsere gegenwärtigen kolonialen Be- sitzungen zu verschaffen. Werden wir vielleicht die Truppen des Mutterlandes nach Marokko schicken? Das wäre ein gefährliches Abenteuer. Wie würde man dann das marokkanische Protektorat bei uns verwünschen. Und lväre es nicht eine Art Verrat, die Streitkräfte des Mutterlandes zu zersplittern in einem Augenblick, wo die marokkanischen Schwierigkeiten die Angriffslust unserer etwaigen Feinde wachrufen könnte? Aber ganz abgesehen davon und von den vielen Millionen, die das Unternehmen verschlingen wird, wer ist so n a i v. in dem deutsch-sranzösischen Abkom- inen ein Unterpfand des Friedens zu erblicken? Die Berpslichinngen. die wir zur Wahrung der Wirtschaft- lichen Gleichheit übernommen haben, werden eine uner- schöpfliche Quelle von gefährlichen Schwierigkeiten und Streitigkeiten bilden, die zu den schlimmsten Verwickelungen führen können._ Die Verhandlungen mit Spanien. Madrid, 17. Dezember. Ueber die fr a nzös isch. spani- schcn Marokkovcr Handlungen wird berichtet, die spanische Regierung werde, obgleich sie da» unbeschränkte Eigentumsrecht in ihrer Zone.. vorgezogen hätte, unter gewissen Bürgschaften d i e schcrifischen Vertreter in diesem Gebiete lassen, da sie EegreTfe, daß Frankreich!n der spanischen Zone kein anderes Regime zugeben könnte, als in der seinen. Wirkliche Schwierig- keiten bereite nur die Frage der südlichen Zonen. Spanien wolle sich wohl zu Konzessionen im Hinterlande, aber nicht an der den Kanarischen Inseln gegenüberliegenden Küste herbeilassen. Unruhen in Marokko. Paris, l7. Dezember. Wie ans Fez gemeldet wird, fand etwa zwölf Kilometer von dieser Stadt zwischen einem aus dreihundert Reiter bestehender Araber Haufen, der einen Beutezug unternommen hatte, und einer von zwei fvcmzöfischen Jnstruktions- offizieren befehligten scherifischen Mechalla ein Gefecht statt, in dem die Berber mit beträchtlichen Verlusten in die Flucht geschlagen wurden. Tie scherifischen Truppen hatten drei Tote und zehn Verwundete. Stigland. Ein unsinniges Attentat. London, 17. Dezember. Die Minister Lloyd George und G r e Y sprachen gestern abend in einer Versammlung einer liberalen Frauenvereinigung über daS Stimmrecht. Als sie die Versammlung verließen, schleuderte ein männlicher Anhänger des Frauen st immrechts eine Mxssingbüchse auf die Minister und traf Lloyd George ins Gesicht. Die Büchse zerschnitt die Lippe und verletzte-das linke Auge, das Lloyd George fast eingebüßt hätte. Ein der Tat vevdcichtiger Mann wurde gestern abend verhaftet. Schweden. Protest des Königs gegen die Regierung. Die verflossene konservative Regierung Lindman benutzte die letzte ReichstagSsessiou unter anderem dazu, mit Hilfe der Ersten Kammer eine neue Flotteuvermehrung in die Wege zu leiten und bestellte dann auch gleich darauf bei der Aktiengesellschaft Bofors-Gullspang 4 neue 28 Zentimeter-Kanonen, obwohl der Reichstag vorläufig nur die Gelder für eine Kanone dieses für die schwedische Marine neuen Typs bewilligt hatte. Nun aber hat das liberale Ministerium Staaff, dessen Partei von Anfang an gegen die Flottenvermehrung war, diese Bestellung vorläufig rückgängig gemacht, um erst abzuwarten, zu welchen Ergebnissen die neulich eingesetzte Kommission kommen wird� die das gesamte Landesver- teidigungswesen mit Rücksicht auf die Leistungsfähigkeit des Landes untersuchen soll. Der König aber ließ dem Protokoll über den Staatsratsbeschluß ein Diktat hinzufügen, worin er erklärt, daß er Bedenken dagegen hege und seine Zustimmung nur gebe ,�auf Grund der gegenwärtigen politischen Verhältnisse und, der Stellung, die der Staatsrat zu der Frage genommen hat". Offen- bar hat das Ministerium mit Amtsniederlegung gedroht, eh« der König sich bereit fand, den Beschluß zu sanktionieren, aber da eine konservative Regierung nun einmal unter den gegebenen Verhältnissen eine Unmöglichkeit ist, mußte er sich fügen. Uebrigens ist dies schon das zweitemal, daß der König gegen das liberale Ministerium protestiert, denn als die erwähnte Kommiffion eingesetzt wurde, hatte er ebenfalls seine Bedenken, die er in einem Diktat zum Staats ratsprotokoll kundgab. Die Aufgaben dieser Kommission sind vom Ministerium so gestellt, daß die Sozial« demokratie und die vier Genossen, die dazu berufen sind, kein Be- denken tragen, an den Arbeiten der Kommission teilzunehmen, die den Zweck hat, dem Militarismus und MariniSmus gewiss« Grenzen zu setzen, im Gegensatz zu der seinerzeit unter LiNdman eingesetzten Landesverteidigungskommission, mit der unsere Ge- nossen nichts zu tun haben wollten. Rußland. Die Protestaktion gegen das Justizverbrechen. Ein« lange nicht gesehene Erscheinung im konterrevolu- tionären Rußland— die auf den Fabriken und in den an- liegenden Straßen improvisierten Protestversamm» lungen der Arbeiter— nimmt einen immer größeren Umfang an. Solche Versammlungen, aus denen Resolutionen betreffend das Justizverbrechen gegen die sozialdemokratischen Abgeordneten der zweiten Duma und die schmähliche Haltung der dritten Dnma angenommen wurden, fanden in Petersburg bisher statt auf den Putilow-Werken(4500 Anwesende), Baltische Fabrik(2000 Personen),„Vulkan"(500 Personen). Siemens u. Halske (1000 Personen). Kabelfabrik(1000 Personen), bei den Bäckern des Moskauer Rayons(100 Personen), außerdem fanden zahlreiche HandwerkerversamnUungen statt, die ihre Protestresolutionen, mit zirka 2000 Unterschriften bedeckt, der sozialdemokratischen Dumafraktion übermittelt haben. Auch aus der Provinz beginnen Protestresolutionen der Arbeiter einzulaufen. So hat unsere Dumafraktion eine mit zahlreichen Unterschristen versehene Resolution der Donetzki-Jur- jewschen metallurgischen Werke(Südrußland) erhalten, in welcher„Gerechtigkeit" für die unschuldig verurteilten sozialdemokratischen Abgeordneten verlangt wird. Die Protestbeivegung der Arbeiter greift auch auf die Hochschulen über. Am 6- Dezember fand eine von 2500 Sin- denken besuchte Versammlung in der Petersburger Universität statt, die folgende Resolution annahm: 1. Ueber die Not- wendigkett der Revision des Prozesses gegen die sozialdemo- kratische Dumafraktion: 2. gegen das schmachvolle Verhalten der Duma, die anläßlich der sozialdemokratischen Jnterpella- tion die Oeffentlichkeit ausschloß: 3. gegen die Ent- sendung der russischen Truppen noch Per- s i e n.— Die Versammlung, die nur kurze Zeit gewährt hatte, ging unter den Klängen des revolutioilären„Trauer- morsches" auseinander. Wie aus Kiew berichtet, wird, wurden am 10. Dezember im Politechnikum Proklamationen verbreitet, die zum Protest gegen die Haltung der Duniamehrheit während der sozial- demokratischen Interpellation über das Justizverbrechen auf- forderten. HrneHba. Kündigung des russische» Handelsvertrages. Washington, 18- Dezember. Wie ein Mitglied des Senats- komitees für auswärtige Angelegenheiten mitteilt, hat Präsident Taft den Handelsvertrag mit Rußland auf eigene Verantwortung gekündigt, in der Erwar- tung, daß der Senat sein Vorgehen billigen werde.(Damit ist der Präsident einem in gleichem Sinn, aber in schärfe- r e m Tone abgefaßten Beschluß des Senates zuvorgekommen. Dies geschah, um die Einleitung von Verhandlungen über einen neuen Vertrag zu erleichtern.) Die nlaroMoverhandlungen. Die Marokkodebatte. Paris, 18. Dezember. Die Deputierten kämm er setzte heute die Beratung des deutsch-sranzösischen Abkom- mens fort. Der KommifsionSberichtcrstatter Long untersuchte die Ergebnisse des Abkommens. Das Protektorai Frankreichs sei zwar nicht mit ausdrücklichen Worten in dem Abkommen ange- kündigk, doch bestehe eS in Wirklichkeit. DaZ dukch dke AlgeciraN- alte eingeführte Regime sei zum Vorteil Frankreichs der- ändert. Die marokkanische Bank, die ein Privatunternehmen sei. cherde nicht, wie verschiedentlich behauptet wird, eine Art inter- nationales Ministerium darstellen. Frankreich habe übrigen» im- mcr noch da? Uebergewicht in dieser Bank mit einer Majorität von acht Stimmen. Die marokkanische Stimme werde Frankreich eine Majorität von neun Stimmen verschaffen. Das Zollsystem Marokkos hindere eine wirkliche Kolonisation nicht. Bezüglich der öffentlichen Arbeiten bestehe ein unbestreitbarer Fort- schritt von der Algecirasakte zu dem gegenwärtigen Abkommen. Ter Berichterstatter sagte, das diplomatische Korps werde abberufen werden, sobald das französische Proteltorat in Ma- rokko errichtet sei. In bezug auf die B e r ggerecht s am e werde Marokko volle Freiheit haben mit der einzigen Einschränkung, daß auf Eisen erze kein Ausfuhrzoll gelegt �werden dürfe. Uebrigens sei Frankreich selbst ein Eisenerz ausführendes Land und rechne nicht auf marokkanische Eisenerze. Im Gegensatz dazu habe Deutschland ein Bedürfnis nach ausländischen Eisenerzen. Der Berichterstatter wies sodann darauf hin, daß die Wahrung der wirtschaftlichen Gleichberechtigung mit Bezug auf die Eisenbahnen den Vorteil habe, daß sie den Staat an der Verleihung von Privilegien an die Gesellschaften hindere. Gegen- niier gewissen Befürchtungen erklärte Long, die Ausbreitung des französischen Handels werde durch das p o l i- tische Uebergewicht Frankreichs unterstützt wer- den. Es werde von Frankreich abhängen, ob der Vertrag zu großen Ergebnissen führe.(Beifall.) Ministerpräsident Caillauz erklärte im Namen aller Mitglieder der Regierung, diese nehme die Verantwortung für das Abkommen auf sich. Die Rc- gierung habe keinen anderen Plan gehabt als den, das bald hun- dertjährige Werk der Errichtung eines großen französischen Reiches in Nordafrika weiter zu ver- folgen und vielleicht zu vollenden, indem sie endgültig Marokko für Frankreich erschloß.(Beifall.) In vollem Bewußtsein der Folge- richtigkeit Ihrer auswärtigen Politik habe die Regierung sich borge- nomnten, geleitet von den Ereignissen,«in Glied mehr an die Kette der Verwirklichungen dieses Planes zn fügen.(Beifall.) JuleS Jerry habe gesagt, daß Tunis der Schlüssel zu Frankreichs Stellung in Algier sei; das gelte ebenso von Marokko. Algier, Tunis und Marokko bildeten wirtschaftlich, ethnologisch und für den Handel ein Ganzes. Die Abkommen von 1999 und 1994 hatten den Zweck, für Frankreich freies Feld iN Marokko zu schaffen. Im Jahre 1999 haben Paris und R o m sich verständigt. Caillaux erinnerte so- dann an die Abkommen mit England und bemerkte, Frankreich habe sich demgemäß die Freiheit in Marokko erkauft gehabt, als die Ereignisse von 199ö eintraten. Der deutsche Reichskanzler habe vor einigen Tagen die deutschen Beschwerden nochmals wieder- holt. Er, Caillaux. boabsichtige nicht, sich in eine nutzlose Kontroverse über diesen Gegenstand einzulassen. Er wolle sich nicht vorwerfen lassen, daß er die Polemik von neuem belebe. Das Einschreiten Deutschlands habe Frankreich für einen Augen- blick von seiner nationalen Aktion in Marokko abgedrängt und eS veranlaßt, sie einer internationalen Verwirklichung zuzuführen. Di« Algecirasakte habe das besondere Interesse Frankreichs anerkannt, ihm aber nicht die Büttel gegeben, es zu verteidigen»der die Ordnung zu sichern. Sie habe Frankreich die Pflicht zum Han- dein auferlegt, aber es sei für Frankreich eine Unmöglichkeit ge- wescn, zu handeln.(Beifall.) So sei die Situation gewesen, als die Regierung ihre Entschlüsse fassen mußte. Wir habe» Rabat, Mekines und Fez besetzt. Wir hatten die Verpflichtung, Fez wieder zu räumen. Aber konnten wir das tun, ohne das Recht der französischen Intervention in den Augen der Marokkaner zu kompromittieren? Der Erfolg des Aufstandes, die Anarchie, lvar sicher. Die Hilfsquellen Marokkas tvoren erschöpft. Wir mußten uns mit diesen klaren Tatsachen abscnden. Es war uns unuiöglich, zuzugeben, daß die Verwaltung der Etsenbähtten nicht Marokko geborte. Was sollte man tun? Eine Konferenz einberufen? Ab- ncKtzen davon, daß die Lösung durch ein« Konferenz vielleicht nicht ttvftten ganzen Wünschen entsprochen hätte, war von gewissen Seiten dtp Kustimmung zu einer Konferenz an Unannehmbare Be- d tAgu n a e n geknüpft. Warum hätten wir uns also weigern sollo» in direkte Verhandlungen einzutreten? Im übri- gen war das Prinzip solcher Verhandinngen schon im Jahre 1999 angenommen worden. Wir mußten die politische Hypothek von Algeciras und die wirtschaftliche Hypothek des Abkommens von 1999 beseitigen. Dazu gab es nur ein'Mittel: zu bezahlen, wie wir es 1994 getan hatten.(Murren auf der Rechten.) Caillaux fortfahrend: Ich weiß wohl, man hat gesagt, wir hätten von Deutschland ein Marokko gekauft, daS ihm nicht gehörte. Gehörte«S aber etwa den anderen Mächten mehr, deren Desintercssement wir im Jahre 1994 erkauft haben? (Jaures: Italien?) Dieses Abkommen datiert von 1999. Caillaux führte dann aus, wie schmerzlich das gebrachte Opfer sei und fuhr fort: ich erkläre, daß wir nicht die ersten gewesen sind, die vom K ön g o gesprochen haben. Man hat mit uns am 19. Juli dies«? Jahres davon gesprochen, und feit 1995 hat Deutschland zuerst mit D e l ca s s e darüber gesprochen, wie der deutsche Staats- sekrctär im Reichstage erklärt hat.(Jaures: Wovon war denn in Kissingen die Rede?) Von wirtschaftlichen gra- gen. Die jetzt zur Beantwortung stehenden Fragen sind folgende: Was hat uns das Abkommen gekostet? Sind wir von den Zwei- deutigleiten der Vergangenheit befreit? Haben wir zu teuer be» zahlt? Haben wir genug erhalten?(Anhaltender Beifall.) Caillaux bemerkte, er werde nicht versuchen, die abgetretenen Gebiete schlecht zu machen. Gewiß, es ist grausam, diese Gebiete aufgeben zu sollen. Aber es liegt ein Trost in dem Gedanken, daß sie uns die Möglichkeit gegeben haben, unserem afrikanischen Reiche eine prachtvolle Fassade zu geben. Man hat gesagt, wir würden nichts als ein gefesseltes, verstümmeltes Marokko erhalten, das Phantom eines Protektorats, Deutschland habe uns- mit der einen Hand genommen, was es uns mit der anderen gab. Darauf antworte ich: Unter wirtschaftlichem Gesichtspunkte erhalten wir mehr als wir unter anderen Umständen erhalten haben. Wir erhalten eine Situation besser, als sie andere Länder in ihren eigenen Kolonien haben. Unter politischem Gesichtspunkte erhallen wir mehr als wir durch den Vertrag von Bardo erhalten habe». Caillaux ging sodann auf die wirtschaftlichen Fragen ein. Die offene Tiir sei der Grundsatz, dem man sich für neue Länder nicht mehr werde entziehe» köuiun. Sodann kam der Mi- nisterprä sid ent auf die Berhandlunge« mit Spanien zu sprechen und sagte, er sei überzeugt, daß sie keinen ernstere» Schwierigkeiten begegnen würde»; sie seien aber darum nicht min- der delikat. Frankreich habe das lebhafteste Verlangen nach Ver- stand ig un g, ein tiefes Gefühl für das Recht und die Würde Spaniens, aber dieses doppelte Gefühl schließe die Klarheit und Festigkeit des französischen Standpunktes nicht aus.(Beifall.) Mit einem Hinweis auf die Freundschaft mit England und auf das Bündnis mit Rußland schloß Baillaux, indem er eine starke Militärmacht als die beste Fricdensbürgschaft bezeichnete und die Haltung des französischen Volkes während der letzten Monate als bewunderswerteS und erhebendes Beispiel bezeichnete, seine mit stürmischem Beifall aufgenommene Rede. Louis Dubais führte aus, was man Frankreich biete, sei ein enthauptetes Marokko. England und Spanien hätten viel mehr gewonnen, als Frankreich, sowohl mit Bezug aus die Gebietsfläche als in bezug auf die Situation. Er bestreite, daß Frankreich ein wirkliches Protektorat über Marokko erhalte. Frank- reich habe das Privilegium der Lasten und die frauzöfischen Steuerzahler würden die Kosten zahlen müssen. Unabhängig von deui, was Deutschland in Marokko erstrebt habe, habe ihm Frankreich eine Vergrößerung seines Kolonialreichs verschafft. Nachdem der Redner noch in ausführlicher Weife auf die Schwierigkeiten hinge- wiesen hatte, die aus dem Abkommen entstehen konnten, wurde die Sitzung auf morgen vertagt!. GewerkfcbaftUcbea. Hn die organisierte Hrbeiterfcbaft Lerlins! Die in den Kinematographen-Theatern beschäftigten An- gestellten sind gezwungen, das ganze Jahr hindurch Tag für Tag. auch Sonn- und Feiertagen, sich den Theaterbesitzeru zur Verfügung zu stellen. Nur zwei Tage im Jahr bilden hierin eine Ausnahme, es sind dies der Karfreitag und Bußtag; in den wenigsten Fällen kommt noch der Heiligabend hinzu. Da nun dieses Jahr der 24. Dezember auf einen Sonntag fällt, ist aus dieseni Grunde mit einem Theaterschluß gar nicht zu rechnen. Nun besteht unter den Angestellten der sehnlichste und Wohl auch berechtigte Wunsch, den 24. De- zembcr für sich frei zu bekommen, um den Abend im Kreise ihrer Familien zu verbringen. Da bereits in einem hiesigen Verein der Theaterbesitzer die Heiligabendfrage erörtert wurde und, weil ein Teil von ihnen an vor- angegangenen Jahren angeblich an diesem Tage besonders gute Geschäfte gemacht haben wollte, trat eine Einigung ein, am 24. Dezember ihre Geschäfte offen zn halten. Um nun den Angestellten dennoch zu dem für sie so sehnlichst er- wünschten freien Abend zu verhelfen, appellieren dieselben an die organisierte Arbeiterschaft Berlins, am 24. Dezember die Kinematographen-Theater nicht zu besuchen, damit die Theaterbesitzer sich veranlaßt fühlen, wegen schlechten oder keines Besuchs ihre Geschäfte zu schließen. Deutscher Metallarbeiter-Verband. Verwaltungsstelle Berlin. Gruppe Kino-Operateure. Berlin und Umgegend. Tarifbewegung der Schlosser. Die Schlosser Berlins und Umgegend beschäftigten sich am Sonntag im großen Saal der Brauerei Fricdrichshain mit der Frage der Kündigung des Schlossertarifs. Handle referierte und führte aus: Als 1909 bei der letzten Tarifbewegung die Schlosser veranlaßt waren, durch verschiedene Umstände, besonders durch die ungünstige wirtschaftliche Lage, den Tarif, wie er zur Zeit besteht, abzuschließen, da fand derselbe nicht die Zustimmung und Billigung aller im Schlosserberuf beschäftigten Arbeiter. Die Organisation habe aber schon damals erklärt, daß man an diesen Tarif nicht für die Dauer gebunden sei. Die Krise lam den Meistern damals zugute; sie nutzten die Gelegenheit aus und lehnten weitere Zugeständnisie ab. Nun stehen die Schlosser wieder vor der Frage: Können und sollen wir den Tarif kündigen? Handle erklärte: Er wolle dem Spruch der Mitglieder nicht vor» greisen; es sei nicht seine Aufgabe, ja oder nein zu sagen, die Schlosser sollten selbst entscheiden.— Der Tarif enthält die Be- stinimung, daß, wenn er gekündigt werden solle, er drei Monate vorher, also spätestens am 1. Januar nächsten JahreS gekündigt werden müsse. Eine Verbesserung deS Tarifs berechtige schon der Umstand, daß in verschiedenen Städten der Provinz höhere Mindest löhne als in Berlin, sogar bis zu bl'/z Pf. gezahlt werden. Der Mindestlohn in Berlin beträgt dagegen nur SL'/g Pf. Hiermit sei erwiesen, daß die Behauptung der Berliner Meister, sie zahlten die höchsten Löhne, nicht zutreffe. Andere Kategorien, wie die Klempner mit 76 und 78 Pf. Miudestlohn, die Rohrleger mit 72 Pf., dle Arbeiter in den Drahtwerken mit 60—62 Pf. Mindestlohn, der durchweg garan- tiert sei, ständen besser da. Auch in diesen Berufen gäbe es kleine Meister, die trotz der oben angegebenen Löhne doch konkurrenzfähig bleiben. Gewiß, die Verhältnisse seien auch für die Meister in den letzten zehn Jahren schlechter geworden. DaS liege aber nicht an den Löhnen, sondern an den technischen Umwälzungen, denen sich die Kleinmeister nicht anpasse» wollen oder können. Man habe ja nun schon von irgend einer Seite eine Notiz in die bürgerliche Presse gebracht, wonach im Metallarbeiterberuf schon wieder ein großer Streik in Aussicht stehe. Er. Redner, wisse nicht, woher diese Notiz gekommen sei, ohne daß von berufener Seite von einem Streik etwas verlautet habe. Falls es aber zur Kündigung komme, stehe das eine fest, daß außer höheren Löhnen verschiedene andere Forderungen gestellt werden. Was aber verlangt werde, sei durchaus berechtigt angesichts der gesteigerten Lebenshaltung, mit der die Löhne, auch der Schlosser, nicht Schritt gehalten haben. Die Schlosser werden aber sehr wohl, wenn sie Forderungen stellen, diese in eine Form kleiden, die dem Ansehen und der Würde einer modernen Arbeiterorganisation entspricht.(Großer Beifall.) Nach einer kurzen Diskussion, in der die Redner ihr Einver» ständnis mit den Ausführungen H a n d k e s bekundeten, wurde ein- stimmig beschlossen, den Tarif zu kündigen. Die Versamm- lung beauftragte ferner die Lohnkommission, einen neuen, den Ver- hältuiflen entsprechenden Tarif auszuarbeiten und denselben in einer demnächst stattfindenden Versammlung vorzulegen und dann der Meisterschaft als Forderung einzureichen. Kartographenstreik in Berlin. Durch die Aussperrung im Steindruckgewerbe sind auch die Steindrucker und Kartographen des.Phaius-Verlag" in Berlin, eines Landkartenvcrlages, in einen Konflikt mit ihrem Unternehmer geraten. Den Steindruckern wurde Streikarbeit zugemutet. Sie legten deshalb die Arbeit nieder und die Kartographen betätigten ihre Solidarität durch Einreichung der Kündigungen. Die Kündigungsfrist ist nun abgelaufen und auch die Kartographen stehen jetzt im Streik. Das ist besonders beachtenswert, weil die Berliner Kartographen von wirtschaftlichen Kämpfe» bisher fast völlig ver- schont blieben; der auSgebrochene Streik ist denn auch der erste, den Berliner Kartographen auSzufechten haben. Man sieht, die Aus- sperrungswut der Uuiernehmer treibt immer neue Arbeiterschichlen in de» Kampf.__ OeutCchcs Reich. Der Streik auf der„Carlshütte" bei Rendsburg« Bon dritter Seite ist eine Vermittelung versucht worden. Daraufhin fand am 16. Dezember eine Verhandlung zwischen einer Kommission der ausständigen Arbeiter und der Direktion der„Carls- Hütte" statt. Ein Vertreter der Organisation tvurde nicht zugelassen. Ein Ergebnis hatte diese Verhandlung nicht, da die„Carlshülle" sich auf nichts einließ, sondern nur aufs neue ihre» Herrenstandpunkt hervorkehrte. Zwar hätte sie gern ihre alte» Arbeiter wieder, doch will sie Auslese halten. Ihre Werkswohnungen bleiben den„Gelben" reserviert und wer von den Ausständigen, die jetzt in elende» Löchern hausen müsse», nach Beendigung des Streiks eine von den vielen, jetzt leerstehenden Wohnungen haben will, mutz vorher„gelb" werden. Auf alle sonstigen, von der Verhandlungskommission an- geregten Fragen hatte die Direktion nur ein starres„Nein". Unter diesen Umständen beschloß die Versammlung der Slceik>.iiden am 17. d. Mls. einstimmig, den Streik fortzusetzen. Das Resultat der Versammlung ist der Direktion mitgeteilt. Ob weitere Verhaud- lungen. zu denen die Arbeiter bereit sind, stattfinden werden, ist bei der jeder modernen Anschauung unziigänglichen Direktion der„Carls- Hütte" sehr zweifelhaft. Zuzug von Arbeitern ist des- halb nach wie vor streng fernzuhalten. firmen kein Mitte! zu schlecht. So macht jetzt wieder f« der bürgerlichen Presse eine Notiz die Runde, der Dauarbeiterverband habe in Frankfurt a. M. einen noch laufenden Tarifvertrag gebrochen. Dieser Verdächtigung gegenüber stellen wir fest, daß wir den im Jahre 1903 mit dem früheren Jsoliererverbande vereinbarten Ver- trag ordnungsgemäß gekündigt hoben, und zwar am 20. Oktober dieses Jahres. Dieser Vertrag enthielt den Passus:„Wird vor- stehender Vertrag von keiner Seite bis 31. Oktober gekündigt, so hat derselbe immer auf ein weiteres Jahr Gültigkeit." Auf unser Kündigungsschreiben antwortete der hiesige Vertreter der Firma Reinhold, Herr Steinbrück, er könne die Kündigung nicht aner- kennen, da in dem jetzigen Vertrage eine vierwöchentliche Kündi- gung vorgesehen sei. Wir antworteten darauf, daß Herr Stein- brück sich im Irrtum befinde, denn in dem uns vorliegenden, mit dem Reinholdschen Stempel und der Unterschrift des Herrn Stein- brück versehenen Originalvertrag sei ein derartiger Passus nicht enthalten. Ferner forderten wir nun auch die Einsichtnahme in das Vertragsexemplar des Herrn Steinbrück. Dies lehnte der Herr niit der Motivierung ab, der Vertrag befände sich in Hannover. Spater, gelegentlich einer Unterredung mit Herrn Steinbrück, hatten wir dann Gelegenheit, die beiden Originalverträge zu ver- gleickxn. Etwas verlegen zeigte uns dann Herr Steinbruck den mit „Bleistift" geschriebenen vierwöchentlichen Kündigungspassus. Diese Bestimmung war also ohne Mitwissen der Isolierer in das Ver- tragsexemplar des Hern Steinbrück geraten. Und mit solchen Mit- teln wollte man die Isolierer ein weiteres Jahr an die Firma fesseln; und nun dies nicht gelungen, werden Arbeiter, die schon 15 Jahre die Interessen dieser Herren zur vollsten Zufriedenheit vertreten haben, öffentlich als Vcrtragsbrecher hingestellt. Wie würde man über die Arbeiter urteilen, wenn sie sich solcher Mittel bedient hätten? Dieser Fall beweist aber wieder mit aller Deutlichkeit, daß es die höchste Zeit für die Isolierer war, auf der ganzen Linie gegen die Machenschaften der Jsolierfirmen sich zur Wehre zu setzen. Der jetzige Kampf muß an Stelle der noch überall vorherrschenden Willkür geregelte Lohn- und Arbeitsverhältnisse setzen. Der Zweigvereinsvorstand des Bauarbeiterverbandes. Ausland. Bei dem Streik der Erd- und Betonarbeiter Kopenhagen? sind in letzter Zeit wiederholt Einigungsversuche gemacht worden, aber bisher obne Erfolg. Am Donnerstag hatte die Generalversammlung der Streikenden über neue Einignngsvorsckiläge des slaatsangestellten Schlichlungsbeamten zu beschließen, lehnte aber die Vorschläge mit rund 1200 gegen 300 Stimmen ab, so daß der Streik fortdauert. Die Arbeit ruht jetzt seit fünf Wochen. Die Gewerkschaften Norwegens waren vor fünf Jahren noch sehr wenig entwickelt und hatten eS bis zum Jahre 1905 erst aus rund 15 000 Mitglieder gebracht. Seitdem»st es bedeutend besser ge« worden, so daß man jetzt über 50 000 gewerkschaftlich organisierte Arbeiter hat. Die letzten fünf Jahre haben der Gewerkschafts- bewegung einen mächtigen Aufschwung gebracht, was sich auch darin zeigt, daß während dieser Zeit nicht weniger als 703 Lohn- beivegungen durchgeführt wurden mit 64 358 beteiligten Arbeiterri und Arbeiterinnen. Bis Ausgang des Jahres 1910 waren bereits rund 500Tarifverträge abgeschlossen, und zwar für rund 50000 Arbeiter. Abgesehen von der Verkürzung der Arbeitszeit und anderen Vorteilen, betrug die dadurch erzielte Lohnerhöhung 150 Kronen pro Kopf und Jahr. Für Streikunterstützung, eingerechnet die Unterstützung für Kämpfe im Auslände, wurden in den fünf Jahren 2 149 993,13 Kronen ausgegeben, was jedoch pro Kopf und Woche nicht mehr als 21,4 Oere oder 24 Pf. ausmacht. Für Arbeitslosen-, Kranken- und Sterbeunterstützung wurden im selben Zeitraum rund zwei Millionen Kronen ausgegeben.— In dem jetzt zu Ende gehenden Jahre war die gewerkschaftliche Bewegung in Nor- wegen besonders lebhaft. ES wurden für rund 30 000 Arbeiter neue Tarifverträge abgeschlossen, und außerdem wurde die große Massenaussperrung, die das Unternehmertum zu einer General- auSsperrung ausdehnen wollte, glücklich abgewehrt. Die Zahl der organisierten Arbeiter ist jedoch im Verhältnis zu den Massen, die noch zu organisieren sind, recht klein. Nach einer Statistik vom Jahre 1908 war die Zahl der organisierten Arbeiter in Industrie, Handwerk sowie Handels- und Transportgewerbe 47 833, die der unorganisierten aber 111937; in Landwirtschaft, Fischerei und See- schiffahrt zählte man nur 324 organisierte, gegenüber 69 166 unor- ganisierten Arbeitern.__ Zehn Jahre ZnchWs, ltbensliingliche Einsperrnng und ZÜM M. Geldstrafe für Streikvergtsten! Genosse Dr. Weinberg schreibt unS unter dem 15. d. M.: Aus der Notiz des Genossen Dr. Heinemann im heutigen „Vorwärts" geht hervor, daß sich Herr Professor v. Liszt durch die Feststellung gekränkt fühlt, daß der von ihm mitverantwortlich gezeichnete Strafgesetzgegenentwurf für die leichten Streikvergehen des jetzigen Z 153 der Gewerbeordnung mit dem vorgeschlagenen Z 278 Gefängnisstrafe bis zu einem Jahre androhe. Er verweist auf das dem Richter in dem Gegenentwurf eingeräumte Straf- milderungsrecht für„besonders leichte Fälle". Demgegenüber ist auf einige Bestimmungen des Gegenentwurfes hinzuweisen, wonach die einjährige Gefängnisstrafe noch lange nicht die Höchststrafe für die erwähnten Strcikvergehen ist. Zunächst ist Z 89 des Gegenentwurfs hervorzuheben, wonach die Höchststrafe 2 Jahre Gefängnis beträgt, wenn es sich um einen „besonders schweren Fall" handelt, d. h.„wenn die verschuldeten Folgen der Tat bedeutend sind, oder der Wille des Täters be- sonders stark und verwerflich erscheint." Da die Strafe auf Streiksünder selten die von den Richtern erstrebte erzieherische Wirkung ausübt, kommen für diese Kategorie von„Verbrechern" auch die drakonischen Rückfallstrasen des Gegen- cntwurfs sehr in Betracht. Wenn nämlich jemand, der ein vor- sätzliches Vergehen verübt hat, binnen drei Jahren wiederum ein vorsätzliches Vergehen(z. B. Ehrverletzung Arbeitswilliger) begeht, das auf derselben Neigung beruht, wie die der vorausgegangenen Bestrafung zugrunde liegende Tat(z. B. Streiklust), so ist er als Rückfälliger besonders schwer zu bestrafen. Wenn es sich um ein Vergehen handelt, das mit mehr als 6 Monaten Gefängnis be- droht ist,(z. B. also die Streikvergehen des vorgeschlagenen§ 278 oder auch Beleidigung), so beträgt die Höchststrafe im dritten Rück- fall 10 Jahre Zuchthaus(§ 96)! Wird festgestellt, daß der Täter ein„gewerbs- und gewohnheitsmäsiiger" Streiksünder ist, so tritt diese Zuchthausstrafe bereits im ersten Rückfall ein(Z 97). Ist der Täter nun aber gar fünfmal vorbestraft, darunter ein- mal— z. B. wegen Streikvergehens oder Beleidigung im Rück- fall— mit Zuchthaus, und erscheint er mit Rücksicht hierauf als „gewerbs- und gewohnheitsmäßiger und für die Rechtssicherheit ge- fährlicher" Verbrecher, so kann das Gericht nach§ 98 neben der Strafe auf Unterbringung des Verurteilten in eine Verwahrungs- anstalt erkennen. Tie Dauer dieser Verwahrung, die eine lebens- längliche sein kann, wird von der Landespolizeibehörde bestimmt. Die Entlassung ist stets nur eine vorläufige. Es mag unwahrscheinlich erscheinen, daß jemals derartige Maß- regeln gegen ehrenwerte streikende Arbeiter ergriffen werden könu- ten. Aber sicher nicht unwahrscheinlicher als etwa bei Schaffung des geltenden Strafgesetzbuches die Anwendung deS Erpressungs- Paragraphen auf ehrenwerte streikende Arbeiter erschien. Daß diese haarsträubenden Strafdrohungcn gegen„gewerbs- und gewohn- heitsmäßige Verbrecher" auf„Ehrabschneider" anwendbar sind, wird in der dem Gegenentwurf beigegebenen Begründung(S. 130) auS- drücklich betont. Streiksündcr und„Ehrabschneider" gehören nun aber für unsere maßgebenden Kreise in dieselbe"Mcnfchhcits- kategorie. Es sei noch bemerkt, daß der Gcgenentwurf unter einem„Rück fälligen" bestimmungen gegen eine Handlung, die„auf derselben Neigung beruht", vorbestraft ist, z. B. den wegen Beleidigung vorbestraften Streiksünder, der sich gegen§ 278 vergeht. Hervorgehoben sei ferner noch, daß die Streiksünder des§ 278, da ihre Handlung sicherlich oftmals von den Richtern als„auf Ge- winnsucht beruhend" angesehen werden würde, neben der Feeiheits- strafe mit Geldstrafe bis zu 50 000(fünfzigtausend) M. bestrast werden können(Z 85). Daß Herr Professor v. Liszt nicht streikende ehrenwerte Ar- beiter auf 10 Jahre ins Zuchthaus und lebenslänglich in die Ver- Wahrungsanstalt schicken und außerdem noch mit 50 000 M. Geldstrafe bestrafen will, ist selbstverständlich. Immerhin ist es charaktc- ristisch für den Liberalismus, daß selbst seine besten Männer Vor- schlügen ihre Zustimmung geben, auf Grund deren derartiges denk- bar ist. � � Rechtsanwalt Dr. Siegfried Weinberg. Iugenäbe�vegung. Die Jugendbewegung in Oesterreich. Der„Verband der jugendlichen Arbeiter�, der die deutsche Arbeiterjugend in Oesterreich organisiert, hat in den beiden letzten Jahren große Forlschritte zu verzeichnen. Einer ge- nauen Erhebung zufolge zählte er am 31. März 1911 8558 mäu.n- liche und 584 wcivtiche Milglieder, von denen 1547 zugleich auch Mitglieder einer Gewerlschast waren. Ein Sechstel der Mitglieder gehört auch Turnvereinen an. Dem Beruf nach waren 46 Proz. der Milglieder Lehrlinge, 32 Proz. Hilfsarbeiter und 20 Proz. gelernte Arbeiter, von 2 Proz. konnte die Berufszngehörigkeit nicht ermittelt werden. Dem Alter nach waren 39 Proz. 14 bis 16 Jahre, 37 Proz. 17 bis 13 Jahre, 16 Proz. 19 bis 21 Jabre und 7 Proz. über 21 Jahre alt. Von 2 Proz. ist das Alter unbekannt. Die Fluktuation der Mitglieder ist sehr groß. Der gesamte Mitgliederbestand verteilte sich Ende 1910 auf 195 Zweigvereine, von denen 128 auf Böhmen und 37 auf Nieder- österreich entfallen. Derzeit beträgt die Zahl der Organisationen beinahe schon 300 und auch die Mugliederzahl ist entsprechend ge- stiegen. Die Vcrbandseinuahmen erreichten im Jahre 19 l0 eine Höhe von 22 367 Kr., die Ausgaben eine solche von 21 267 Kr. Der monatlich erscheinende„Jugendliche Arbeiter" hatte im Jahre 1910 eine Auslage von 93 500 und im Jahre 1911 eine von 135 500 Exemplaren. Er erscheint nunmehr regelmäßig in mindestens 12 500 Exemplaren. Die Dezembernuminer 1911, die dem Kampf gegen den KlerikaliSmus gewidmet ist, erreichte eine Auflage von 15 000, die Januarnummer 1912, die dem Kampf gegen den Chauvinismus dienen wird, erscheint in 20 000 Exemplaren. Der Verband entfaltet eine rege Tätigkeit auf dem Gebiet deS Bildungswesens. So wurden in Wien im Jahre 1909 273 Vor- träge niit 4900 Besuchern und im Jahre l9l0 372 Vorträge mit 6364 Besuchern abgehalten. Den Wiener Mitgliedern wird auch der Besuch der Theatervorstellungen der„Freien Volksbühne", des Hosbnrgtheaters und der Sinfouiekonzerte, unentgeltlicher Turn- und Schwimmunterricht ermöglicht. Auch in den Organisationen außer» halb Wiens wird eifrig Bildungsarbelt verrichtet, doch liegen nähert Angaben nicht vor. Vielfach bedient man sich auch der Lichtbilder- apparate. In der letzten Zeit bat der Verband zehn mustergültige Wanderbibliotheken zusammengestellt, denen bald neue folgen sollen. In Wien wurde ii» Herbst ein Kursus für Funktionäre abgehalten, in mehreren Agitationszentren des Reiches fanden ähnliche Veran- staltungen statt. Ter Kampf für den Jugcndschutz und die Gewerbeschulreform wird nach ivie vor mit unverminderter Kraft weitergetührt. Er hat in der letzten Zeit in Wien besonders scharfe Formen angenommen, da im Oktober 1911 ein mit einem Kostenaufwand von fast 6 Millionen Kronen erbautes FortbildungSschulgebäiide der Benützung übergeben wurde. Es bietet für Schulen mit 5209 Lehrlingen Raum, steht aber bei Tage leer, da der Unterncht nur am Abend erteilt wird, obwohl die kompetenten Schuldehörden die Einführung des TageSunterrichtes wiederholt feierlich versprochen hatten. Auf dem JnnSbrucker Parteitage der deutschösterreichischen Sozial- demokratie referierte der VerbandSobmann I e n f ch i k über die Jugendbewegung. Sein Anttag, die Parteiorganisationen mögen der Jugendorganisation besondere Aufmerksamkeit schenken, fand ein- stimmige Annahme. Der Parteivorstand halte bereits vor dem Parteitag dem Verbandsobmann ermöglicht, sich ausschließlich der Jugendbewegung zu widmen, so daß in der Zentrale des Verbandes zwei Genossen ganztägig tätig sind. Nußerdein besitzt der Verband in den verschiedenen Kronländern 13 Funktionäre, die sich in Partei- stelluiigen befinden und sich vollständig der Jugendbewegung widmen können. Nach wie vor fördern auch die Geivcrkschaflen die Jugend» bewegung sinanziell und moralisch, so daß man amichincil kann, sie werde sich in der kommenden Zeit noch rascher entwickeln als bisher._ Versammlungen. Von der Verwaltung der Zahlstelle Verlin des deutschen Tabak- arbeitervcrbandeö wird uns mitgeteilt, daß es sich in dein Vcr- sammlungsbericht in Nr. 294 des„Vorwärts" in der Ausschluß- notiz am Schlüsse des Berichts um den Zigarrensortierer und Zi- garrenfabrikantcn Wilh. Fröbcl, Morienburger Str. 2/3, handelt. Wir teilen das mit. um unliebsame Personenverwechselungen, die leider schon vorgekommen sind, in Zukunft zu vermeiden. letzte Nachrichten. Tarifvercinbarung der Buchdruckerelhilfsarbeiter. Unter dem Vorsitz des Geheimrats B ü x e n st e i n haben sich gestern im Papierhaus zu Berlin auf Einladung des als Einigungsamt angerufenen Tarifamtes der deutschen Buchdrucker Prinzipals- und Hilfsarbeitervertreter der Städte Berlin, Straßburg, München. Stuttgart. Königsberg, Bre- men, Halle, Mannheim, Ludwigshafen, Magdeburg, Nürn- berg, Fürth versammelt, um über einen Hilfsarbeitertarif für die Buchdruckercibetriebe zu beraten. Nach mehr als z w ö l s° stündiger Beratung gelang es, eine Einigung herbei- zuführen, nach welcher der Hilfsärbeitertarif ans die Tauer von fünf Jahrcn für die genannten Städte abgeschlossen ist. Neue Winzerunrnhen in Frankreich. Paris, 18. Dezember.(W. T. B.) Der Unterpräfekt von Epernay sandte Gendarmerieverstärkungen nach Damery, wo zehn Ehampagnerhändler neuerdings durch Anschlagzettel mit Tod und Brandstiftung bedroht wurden. Unter den Champagnerhändlern befinden sich mehrere, deren Kellereien im April dieses Jahres von aufrührerischen Winzern geplündert worden waren. Ein ausgeraubter Bahnhof. Toulon, 18. Dezember.(H. B.) Der Bahnhof in Dra- guigna ist in der letzten Nacht ausgeraubt worden. Die Diebe drangen in das Bureau, in welchem das Gepäck untergebracht ist, erbrachen dort die Kasse und nahmen eine bedeutende Geldsumme mit sich. Die Einbrecher sind unbekannt entkommen. El)enb..hntatastrophe in Nordamerika. St. Paul, 18. Dezember. Heute morgen ereignete sich in der Nähe von Odessa im Staate Minnesota einEisen» bahnunglück. In den Transkontinental-Expreßzug der Chicago— Milwaukee— St. Paul-Eisenbahn, der infolge eines nicht' nur den versteht, der dasselbe Vergehen mehrfach Signals hielt, rannte der Nachzug hinein, wobei neun Per- begeht, sondern auch denjenigen, der auf Grund anderer Straf- � soncn getötet und viele schwer verletzt wurden._ Znin Streik der Isolierer bei Neinhold u. Co. Zur Täuschung der öffentlichen Meinung über die Ursachen des Streiks und zur Herabwürdigung ihrer Arbeiter ist den Isolier- Vcrantw. Redakteur: Albert Wach?» Berlin. Inseratenteil verantw.: Th�Mocke, Berlin. Trucku,PerIag:VorwürtsBuchdr.u Verlagsaustast PaulSinger�Co.,BerlinLVV. Hierzu 4 Beilagen u. NnterhaltungSbl. Nr. 296. 28. ZahtglNig. Seiligt des Lmlirts" Kerlim MM Dienstag, 19. Dezember l9l1. Sie LuglanSer In Indien. Aus London tvird uns geschrieben: l � Als Kaiser von Indien ist der König von England eine widerspruchsvolle Persönlichkeit. Zu Hause genießt er kaum mehr Macht als sein königlicher Bruder von Norwegen und in Indien muß er als ein göttliches Wesen auftreten. Dabei darf er aber nur den Despoten spielen mit Genehmigung feiner Minister in London, die wiederum von der Gunst der Volksvertretung abhängen. Von der ganzen Pracht eines orientalen Herrschers umgeben, verlas König Georg bei der Krönungsfeier in D e l h i eine Proklamation, die mit folgen- den Worten beginnt:„Es freut uns, unserem Volke verkün- den zu können, daß wir auf den Rat unserer M i n i st e r.. Die Hauptpunkte der Proklamation sind die Ver- legung der Haupt st adt von Kalkutta nach Delhi und die Aufhebung der Teilung Ben» galens. Die Verlegung der Hauptstadt und des Re- gierungszentrums von dem Orte, von dem aus die Engländer Indien unterjocht haben, nach der historischen Kaiserstadt Delhi im Innern des Landes ist zweifelsohne ein aufsehen- erregender Schritt. Doch die Gründe, die dafür angeführt werden, sind sehr einleuchtend. Aus historischen, geographi- fchen und politischen Gründen eignet sich Delhi viel besser als Hauptstadt Indiens als Kalkutta. Die Verlegung der Haupt- stadt hat aber einen großen Nachteil. Delhi hat keine öffent- lichen Gebäude, die deshalb auf Kosten der blutarmen Jndier aufs neue errichtet werden müssen. Der theatralische Umzug der Frenidherrschast nach der alten Hauptstadt des Groß- moguls mag den Gefühlen der mohammedanischen Bevölke- rung schmeicheln, er wird jedoch ein kostspieliges Schau- spiel sein. Die Erhebung Delhis zur Reichshauptstadt wird man als eine Entschädigung der mohammedanischen Bevölkerung für die Neueinteilung der östlichen Provinzen zu betrachten haben. Nichts hat in den letzten Jahren in Indien mehr Aufregung verursacht als die Auseinanderreißung Be n g a l e n s im Jahre 1905. Damals versuchte der Vizekönig Lord Curzon der politischen Bewegung der Bengalen Herr zu werden, in- dem er einen Keil in die gleichsprachliche Bevölkerung Ben- galens eintrieb. Ostbengalen wurde von Bengalen getrennt und mit dem noch rückständigen Assam zu einer neuen Pro- vinz erhoben. Zur Begründung dieser Teilung wurde ange- führt, daß Bengalen mit seinen 80 Millionen Einwohnern zu groß sei, um eine wirksame Administration zu gestatten. In Wirklichkeit handelte es sich aber um die Lahmlegung der Hindus, die nun in keiner der beiden Provinzen die Mehrheit hatten. Dieser Zustand ist durch die Proklamation, wenn nicht ganz beseitigt, so doch beträchtlich modifiziert worden. Assam wird wiederung eine Art nordöstlicher Puffer- Provinz bilden, die unter direkter Kontrolle der Zentralregie- rung stehen wird. Ost- und Westbengalen werden zu einer Präsidentschaft vereinigt, und die im äußersten Westen Ben> galens liegenden Bezirke Behar, Chota Nagpur und Orissa, deren Bevölkerung nicht bengalisch ist, werden zu einer neuen Provinz vereinigt. Die große Bedeutung der Neueinteilung liegt darin, daß sich die englische Regierung gezwungen gesehen hat, der Volks stimmung endlich Rechnung zu tragen und die Politik Lord Curzons als unhaltbar aufzugeben. Daß die Regierung go willt ist, einen neuen Kurs einzuschlagen, ergibt sich auch aus dem Bericht, den die indische Regierung an den Staats sekretär für Indien geschickt hat. In diesem bemerkenswerten Schriftstück heißt es unter anderem: „Die Aufrechterhaltung der britischen Herrschast in Indien hängt in letzter Hinsicht von der Suprematie des Generalgouver- neurs im Rate ab, und das indische Gesetz über beratende Körper- schaften slvOg) legt selbst Zeugnis dafür ab, daß es unmöglich ist, Angelegenheiten von vitaler Bedeutung von einer Mehrheit von Nichtbeamten im legislativen Rate des Reichs entscheiden zu kleines feirilleton. Da» alpine Museum in München. Auf einer Jsarinsel wurde t» dem von der Stadt München gestifteten Hause am Sonntag daS neue Alpine Museum des Deutsch-Oesterreichischen Alpenvereins ein- geweiht. Die Lage des Museums in nächster Nähe des auf der Kohleninsel in der Isar seiner Vollendung entgegengehenden Deutschen Museums für Technik und Naturwissenschaften ist die denkbar günstigste. Obwohl der Plan seiner Einrichtung noch recht jung ist und dem Ausbau seines Inhaltes noch lange keine Grenzen gezogen zu werden brauchen, bildet das Muieum bereits jetzt durch die Reich- haltigkeit und Besonderheit seiner Schaugegenstände eine Sehens- Würdigkeit ersten Ranges. Da« Hauptstück des großen Saale? im Erdgeschoß und bis auf Weiteres die hervorragendste Sehenswürdigkeit des Museums ist eine vom Schweizer Ingenieur I m f e l d wundervoll ausgeführte plastische und farbige Nachbildung der Jungfraugruppe in dem sehr großen Maßstab von 1 zu 2500 auf einer Grundfläche von 22 Quadratmeter. Die Wirkung des aufs genaueste der Natur nachgebildeten GebirgSbildes ist imposant. Bon einer hinter dem Relies angebrachten erhöhten Galerie aus kann man in die einzelnen Täler von oben hineinschauen und auch die Gletscherspalten studieren. Die Nordwand des SaaleS wird von einer mit Tieren bevölkerten Felsgruppe eingenommen. Wir sehen da alle Vertreter der A l p e n- f a u n a: Steinbock. Gemse, Schneehase, Murmeltier, Gebirgsmäuse, Steinadler. Gegenüber ist eine Sammlung von Hütten- Modellen aus Holz, Gips und anderem Material aufgestellt: zum Teil ist daS Dach abnehmbar oder eine Wand fortgelassen, so daß man einen Blick aus die innere Einrichtung tun kann, die zum Teil bis ins Kleinste mit allen Gerätschaften nachgebildet ist. Eine Abteilung für Eis« und Schnee-Technit enthält alle für den Wintersport und die Gletschertouristik in Betracht kommenden Gegenstände, so z. B. Eispickel, ferner alle möghcheii Skimodelle, weiter Schneereifen, Rodel usw. Die Südseile des Parterresaales zeigt die Anfänge einer Gruppe für Botanik. Mine- ralogie und die EntwickelungSgcichichte des alpinen Bergbaues. Rechts und links sind zwei Loggien, in denen graphische Dar- stellungen über Klimatologie. Htzgiene. SanitäiSwesen und Physio- logie untergebracht sind, sowie statistische Tabellen über die Ver- teilung der Schutzhütten in den Alpen. Unter den physiologischen Lehrmitteln ist die Darstellung der Wirkungen auf den Kreislauf des Blutes in den verschiedenen Höhenlagen eines eingehenden Studiums wert... Im Treppenhause ist eine vom Verern zum Schutz der Alpenpflanzen angelegte Sammlung von Bildern der alpinen Blumen untergebracht. Den Alpinisten interessiert hier auch eine Darstellung der Seiltechnik. Im erstell Stock werden Hütten- und Alpenbilder aus früheren Zeiten, wie sie der Erzherzog Johann gesammelt hat, vorgeführt. Man sieht da ,. B. Bergbezwinger w einer für unsere lassen. Nichtsdestoweniger ist es sicher, daß die gerechten Forde- rungen der Jndier, einen größeren Anteil an der Re» gierung des Landes zu haben, im Laufe der Zeit be- friedigt werden müssen, und die Frage wird auftauchen, wie diese Abwälzung der Macht zugcstaudeu werden kann, ohne die oberste Autorität des Generalgouverneurs im Rate zu beein- trächtigen. Die einzig mögliche Lösung des schwierigen Problems scheint zu sein, den Provinzen allmählich ein große- res Maß der Selbstverwaltung zuzugestehen� bis Indien zuletzt aus einer Anzahl Administrationen bcstchen »vürlde, die unter der Oberherrschaft der Regierung Indiens i n allen Provinzangelegenheiten autonom sein würden, während letztere die Macht besäße, im Falle von Miß- regierung einzuschreiten. Unter gewöhnlichen Umständen würde sich die Tätigkeit der Regierung Indiens jedoch auf Reichsange- Icgenheiten beschränken. Um dieses Ziel zu erreichen, ist es wesentlich, daß die oberste Regierung keiner der Provinzialver- waltungen zugesellt ist. Die Entfernung der Regierung Indiens von Kalkutta ist deshalb eine Maßregel, die noch unserer Ansicht das Wachstum der lokalen Selbswerwaltung auf gesunder und sicherer Grundlage wesentlich erleichtern wird. Es wird allgemein anerkannt, daß die Hauptstadt einer großen Zentralregierung abgesondert und unabhängig sein sollte, und dieser Grundsatz ist in den Vereinigten Staaten, Kanada und Australien in die Praxis umgesetzt worden." Die hier skizzierte Politik, konsequent und ohne Eng- Herzigkeit durchgeführt, würde wohl viel zu einer gedeihlichen EntWickelung der Völkerfamilie beitragen, die man gemein- hin als Jndier bezeichnet. Aber die Jndier und namentlich die Bengalen würden gut tun, sich nicht zu sehr auf den guten Willen ihrer Beherrscher zu verlassen. Die im Taumel der Krönungstage gegebenen Verspreckien haben eine hart- näckige Gewohnheit, sich nicht zu realisieren. Es ist immer besser, man verläßt sich auf seine eigene Kraft. Die Auf- Hebung der Teilung Bengalens hat dies schlagend bewiesen. ver Krieg. vom tripolitanischcn Kriegsschauplatze. Tripolis, 16. Dezember.(Meldung der„Agenzia Stefanl'.) Am Freitag ist M a r c o n i in Tripolis angekommen. In Gegen- wart die Generale Canevo und Frugoni unternahm er sogleich er- folgreiche Versuche mit einem neuen Feldtelegraphie- a p p a r a t. In der Oase sowohl als in der Stadt werden noch immer Waffen und Munition in bedeutender Menge gefunden.— In HomS unternahmen am Freitag l'/z Bataillone Alpini einen Erkundigungszug nach Westen, dem einige Gruppen bewaffneter Araber heftigen Widerstand entgegensetzten. Erst nach einem leb- haften Feuergefecht zog sich der Feind mit ernsten Verlusten zurück. Auf italienischer Seite wurden vier Mann getötet und elf ver- wundet. Sonnabendabend wurden durch einen heftigen Windstoß zwei im Bau befindliche Schuppen für Lenkluftschiffe um- geworfen. Die Ankertrossen des Segelschiffs, auf dem der Drachenballon befestigt ist, wurden zerrissen und der Drachen- ballon abgetrieben. Die Beschädigungen sind schwer, doch sind die empfindlichen Teile und die Hüllen der beiden Luftschiffe so- wie die Motore zweier ebenfalls beschädigten Flugzeuge unversehrt. Verletzt ist niemand. Kämpfe in der Cyrenaika. Rom, 18. Dezvr.„Giornale d'Jialia" berichtet: GeneralTrombi, der Befehlshaber der Truppe von D e r n a meldet, daß die Araber einen neuen lebhasten Angriff gegen die italienischen Verschanzungen unternommen haben. Der Kampf dauerte mehrere Stunden. Schließ- lich wurden die Araber mit erheblichen Verlusten zurückgeschlagen. JtalienischerseitS wurden IS Mann außer Gefecht gesetzt, drei davon getötet. Ei« italieuischeS Dementi. Rom, 17. Dezember. Die„Agenzia Stefani' meldet: Die Zei tungen„Jkdam" und„Tanin" melden, der ottomanische Kriegs- minister habe von Enver Bei eine Depesche erhalten, daß die tür- kischen Truppen den Italienern bei B e n g h a s i eine schwere Niederheutigen Begriffe ganz unsinnigen Ausrüstung: in roten Fräcken und Zylinderhüten. Ferner sind da außer Bergreliefs lebensvolle Figuren in Volkstrachten ausgestellt. Auch die Bibliothek des Alpen- Vereins, der jetzt an SS 000 Mitglieder zählt, ist in dem neuen Ge- bäude untergebracht. Das Hinterland von Tripolis. Vom militärgeographischen Stand- Punkt aus hat Oberstleutnant Hübner im neuesten Heft von Peter- mannS Mitteilungen die Verhältnisse des Hinterlandes von Tripolis unter Beigabe mehrerer Karten erörtert. Das höhere Gebiet des Hinterlandes erreicht an seinem Nordabfall Höhen zwischen 300 und SSV Meter und erhebt sich dann bald bis zu 700 Meter. Daraus kann man auf die Schwierigkeiten schließen, die von den Italienern noch zu überwinden iein werden, tallS die Türken sich ihrem Vordringen weiterhin mit derselben Zähigkeit wie bisher widersetzen. Wenn die Italiener aber nur die gesamten Küstenstreifen m ihren Besitz bringen würden, so könnten fte den Berkehr von und nach dem Innern zwar lahmlegen, aber nicht ausnutzen. Tripolis ist von allen Reisenden, die das Land und seine Verhältnisse gründlich kennen gelernt haben, in der Hauptsache als ein Durchgangs- gebiet gekennzeichnet worden. Die Zahl der Karawanen, die von Tripolis. Bengasi, Homs und anderen Küstenplätzen mit dem Hinter- lande verkehren, hat sich in den letzten Jahrzehnten scheinbar außer- ordentlich vermehrt. Beugasi scheint in dieser Hinsicht noch I>nehr bevorzugt zu sein als die Stadt Tripolis. Auch Oberstleutnant Hübner ist der Meinung, daß sich die Schwierigkeiten beim weiteren Vordringen italienischer Truppen nach dem Innern steigern werden, und zwar nicht nur wegen der zunehmenden Höhe, sondern namentlich wegen der ungünstigen Beschaffenheit der Wege. Schon in dem Gürtel von Gärten und Palmenhainen, die sich um die Küstenplätze herumziehen, sind diese Wege wegen ihrer geringen Breite und schluchtartigen Beschaffenheit für den Transport von Truppen, insbesondere aber für den der Geschütze und der Zufuhr in hohem Grade ungeeignet. Diese Schwierig- leiten nehmen selbstverständlich noch weiter zu. je mehr man sich au» dem Oasengürtel ins Innere hineinbewegt. Infolge der geringen Zahl und schmalen Beschaffenheit der Wege fehlt es auch an Raum zur EntWickelung von Truppen, so daß sich die Ueberlegenheit der Italiener immer weniger wird geltend machen können. Dazu kommt, daß die Verteidiger immer häufigere und bessere Deckungen finden werden. Der Verlauf der Kämpfe hängtalsoda- von ab, ob die türkischen Truppen die Vorteile des Geländes wahrnehmen werden. Oberstleutnant Hübner nmcht darauf aufmerksam, daß die in Tripolis stehenden Truppen allerdings stets einen traurigen Ein- druck im Vergleich zu türkischen Soldaten auf europäischem Boden gemacht haben. Wichtiger ist daher der Widerstand der Eingeborenen, der nach der Meinung des deutschen Offiziers ein jahrzehntelanges blutiges Ringen erfordern würde. Die Chinese» als Eiscubahnüauer. Eines der bezeichnendsten Beispiele für den neuen Geist der Reformen und der Zivilisierung. der jetzt in Ehina so große Erfolge erringt, ist die Anlage der ersten läge beigebracht hätten. Die arabischen Truppen seien fast bis zur Stadt vorgedrungen und hätten italienische Geschütze und Munition erbeutet. Die Nachricht von diesem angeblichen türkischen Siege, dessen Zeitpunkt auch nicht angegeben wird, ist ganz und gar unrichtig. Seit dem 10. Dezember, an welchem unsere Truppen einen sehr heftigen Angriff der Türken und Araber zurückgeschlagen haben, ist in Benghasi keine bemerkenswerte Aktion vorgekommen. Die Araber FcssanS gegen die Italiener. Paris, 17. Dezember. Dem„Temps" wird von seinem Kricgsbenchterstatter auS Azizia, sechzig Kilometer südlich von Tripolis, unter dem Datum deS 1ö. Dezember gemeldet: Taufende von gut bewaffneten Arabern strömen seit drei Tagen in Azizia zusammen. Die wegen ihrer Kriegstüchtigkeit bekannten Araber von Fessan sind dort nach d8stiindige>n Marsch eingetroffen. Die Lage ans Kreta. Athen, 18. Dezember. Die 2S kretischen Deputierten, die in daS griechische Parlament entsandt worden waren, wurden, da sie sich weigerten, von ihrem Vorhabe» abzustehen, auf ein französisches, ein englisches und ein russisches Kriegsschiff verteilt, wo sie vor» läufig gefangen bleiben. Das griechische Passagierschiff„Spezia" konnte dann ungehindert seine Fahrt fortsetzen. Die hiesigen Bc- Hörden fahren fort, alle aus Pyräus und den Nachbarhäfen an» kommenden Personen auf daS sorgfältigste zu untersuchen. Paris, 18. Dezember.„Matin" berichtet aus C a n e a: Die kretische Nationalversammlung hat eine Prote st Versammlung organisiert, um Einspruch gegen die Verhaftung kretischer Ab- geordneter sowie gegen die Beschlüsse der Mächte sich zu widersetzen falls kretische Abgeordnete nach Athen reisen, zu erheben. 400 Personen wohnten dem Meeting bei, worauf an die Konsulate eine Protestnote gerichtet wurde. Die Revolution in China. Die Friedensverhandlungen. Schanghai, 18. Dezember.(Meldung des Neuterfchen Bureaus.) Tangshaoyi. der FriedensdelgierteDuanschikaiS, ist von Peking hier eingetroffen und von einer großen Anzahl Per- sonen, darunter dem englischen, russischen und amerikanischen Konsul, sowie den offiziellen Vertretern der Aufständischen empfangen worden. Tangshaoyi wird mit dem Friedens« delegierten der Aufständischen, Wutingfang. morgen zusammen treffen. Rockcfeller für eine republikanische Anleihe. Schanghai, 18. Dezember. Der republikanische Finanzverwalter Wutingfang hat an Rockefeller einen Brief gerichtet, um dessen finanzielle Unterstützung zu erbitten. Der Milliardär Rockefeller hat in günstigem Sinne geantwortet und versprochen, einen bedeutenden Teil der Anleihe der Revolutionäre zu übernehmen. Kämpfe trotz des Waffenstillstandes. Peking, 17. Dezember.(Meldung des Rcuterschen Bureau?.) Die Aufständischen hatten in dem Kampfe bei Niangtseluan 40 Tote und 200 Verwundete. Sie ließen Geschütze, Munition und sonstiges Kriegsmaterial auf dem Schlachtfelde zurück.— In der Nähe von Pulow ist der Bahnkörper der Tientstn— Pukow-Eisenbahn von Auf- ständischen zerstört worden. Vom nördlichen Kriegsschauplatze werden kleinere Gefechte gemeldet. Berichte aus anderen Gegenden lassen erkennen, daß die Unruhen sich ausbreiten. Ueberfall auf Makao darch chinesische Piraten. London, 18. Dezember. Nach einem Telegramm auS Makao in China an den portugiesischen Marineminister wird gemeldet, daß eine ganze Bande von Piraten die Stadt Makao und ihre Umgebung überfallen hat, die Bewohner ermr-rdete und die Wohnungen ausraubte. Zwei portugiesische Kanonen- boote, die in der Nähe von Makao stationiert waren, machten sofort Jagd aus die Piratenboote und konnten einige in den Grund Eisenbahn, die in China von Chinesen mit Hilfe chinesischen Kapitals und von einem nur aus Chinesen bestehenden Acbeiterheer errichtet wird. Wenn man bedenkt, daß es kaum ein paar Jahre her ist, daß die ersten Eisenbahnlinien, die Europäer im himmlichen Reiche zu erbauen suchten, von Fanatikern zerstört wurden, weil dadurch die Ruhe der in der Erde schlafenden Ahnen gestört werde. so tritt der ungeheure Fortschritt recht vor Augen, den die moderne kapitalistische Zivilisation unter dem ältesten Kulturvolk der Welt gemacht hat. Die neue Eisenbahnlinie führt von Peking nach Kalgan und erstreckt sich über eine Länge von 210 Kilometer. Ihre vorläufige Endstation Kalgan ist der Hauptmittelpunkt der Karawancnstraßcn. die nach Rußland führen. Was diesem chinesischen Unternehmen die besondere Nöte verleiht, ist nicht nur die vortreffliche Ausführung der Arbeiten, sondern noch mehr die Schnelligkeit der Ausführung und die große Sparsamkeit, die bei der Anlage gewaltet hat. DaS Verdicilst bei allen diesen Erfolgen gebührt zum großen Teil dem Ingenieur, dem die Oberleitung anvertraut war, Jem-Tien-Aau. Dieser erste chinesische Eisenbahnbauer hat seine Studien in Amerila an der Aale-Universität und an verschiedenen englischen technischen Hoch- Ichulen geuracht. Er war die treibende Kraft bei dem Unternehmen. das jetzt zu einem vorläufigen Abschluß gediehen ist. 1S0ö konnten die vorbereitenden Arbeiten begonnen werden, und bereits im Oltober desselben Jahres waren die Pläne festgelegt und konnte mit der Arbeit begonnen werden. Der Bau hat große und schwierige Jngenieurwerke erfordert, Brücken, Tunnels und große Dammanlagen. Der bedeutendste Tunnel hat eine Länge von 1100 Meter; er führt unter der bc- rühmten„Großen Mauer" durch. Die Lokomotiven, die a»f der Linie fahren, sind englisches Fabrikat; die Waggons kommen zum Teil aus Amerika, zum Teil aber auch aus den chinesischen Waggon- fabriken in Tong-Sckian. Die Kohle wird aus den Bergwerke» gc- liefert, die die Eisenbahngesellschaft selbst in Sia-Hua unterhält. Notizen. -- Im Friedrich-Wilhelm städtischen Schauspiel» hause tritt Ferdinand Bonn am Dienstag noch einmal in Shcrlock Holmes" auf. — M u s i k ch r o n i t. Die Kurfür st en»Oper bleibt wegen der Proben für Wolff-Ferrari« neue Oper„Der Schmuck der Madonna" Mittwoch, Donnerstag und Freitag geschlossen. — Bonn s Gastspiele. Am Sonnabend gab Ferd. Bonn in München ein Gastspiel— vor Gericht, zu dem er von Berlin aus vorgeführt wurde. Das Stück, das er dann ausführte, hieß „das Mißverständnis". Bonn hatte eben Possart mißverstanden, als dieser die Zirkustheaterei kritisiert halte. Als berittener Richard III. hatte Bonn damals zwei Fehdebriefe gegen Possart erlassen. Da aber alles ein Mißverständnis war(auch sei» Nicht- erscheinen vor Gericht erklärte Baun dafür), kam ein Vergleich zu- stände. Ferdinand uahur alles Gesagte zurück und fuhr alsbald wieder nach Berlin, wo er am Sonntag bereits das Berliner Gast- spiel fortsetzen und zum Schluß eine Rede an sein Boll halte» konnte. Kohren. Die portugiesische TruppenVesatzung von Makao stellt sich trotz der kürzlichen Verstärkungen auf nur 1500 Mann, die unge- »Agend sind, um die Ordnung und Sicherheil zu garantieren. Eine sozialistische Partei in China! Schanghai, 13. Dezember. Hier hat sich eine sozialistische Partei konstitutim, deren Programm folgende Punkte umfaßt: Bolle Sympathie gegenüber der Republik. Abschaffung aller Rassenunterschiede, Verbesserung der Gesetze und Achtung der Personen, vollständige Ab- schaffung der Vorschriflen und Rechistitel betr. Erbschaften und Nach- lässe, Unterstützung der Arbeiterklassen, Abschaffung aller Steuern mit Allsmihme der Grundsteuer, Einschränkung der militärischen Ausgaben und Anwendung des Boykotts zur Erwerbung neuer Rechte. Eine englisch-japautische Intervention? Tokio, 17. Dezember. sMcldnng des„Rcuterschen BureauS'.) DaS Ministerium des Acußern erklärt die Blättermeldung für der- früht, daß Engl an d und I ap a n übereingekommen feien, eine gemeinsame Intervention in China zu unternehmen; nichtsdestoweniger wird hier ein solcher Schritt erwartet. Ein Blatt erklärt, falls die vorgeschlagenen FriedenSbedingungen abgelehnt würden, so würden die beiden Mächte entscheidende Matz- nahmen ergreifen. Wtlchaftlicher Nochenbericht. Berlin, 13. Dezember 1011. Bcrbaubskämpsc.— Eine neue Eisengroßinduftrie.— Fracht- kalknlatione»..— Alteiscnmaterial bei der Marktversorgung.— Abgabenfchcu.— Gefährdung deS Kohlcnsyndikats.— Preissteigerungen nnd Kusionrn. Preissteige romgen, hohe Produktionsziffern, Fusionen und Kartellkämpfe sind die hervorstechendsten Merkmale am Eisen- und Stahlmarkt. Die Vorbereitungen zu der Verlängerung des Stahl- werksverbandes werden in der nächsten Zeit die Aufmerksamkeit sehr in Anspruch nehmen. Die Gestaltung der Marktverhältniffc ist in hohem Matze abhängig von dem Gang und Ausgang der Ver- Handlungen. Zu den bevorstehenden Kämpfen rüsten die grotzen Werke durch Zurückstellung von Reserven in der Höhe von vielen Millionen Mark. In den Kämpfen tritt, neben dem Gegensatz zwischen den Große» und den Kleinen, eine Rivalität zwischen dem Stammsitz der Schwereisenindustrie in Rheinlcmd-Wcstfvlen und der neu entstandanen Eisengrotzindustrie in Lothringen- Luxemburg in die Erscheinung. Zwar erheben auch„Deutscher Kaiser" Krupp, die Rhein-Stahlwerke, der„Phönix" und Hoesch größere Beteiligungsansprüche, aber weit über deren Quoten- begehr hinaus gehen die Forderungen der Konzerne„Burbach- Metz-Dudelingen"— Difserdingen— De Wendel— Kreutlingen und Nombach. Erheben diese Werke doch allein Anspruch auf über 2 Millionen Tonnen an neuen Zuweisungen; das sind ca. 50 Proz. der von allen Verbandsmitgliedern— einschließlich der schlesischen Gruppe— beanspruchten Mehrbeteiligung. Die Ansprüche der Lothringer-Luxemburger Gruppe machen weiter fast 100 Proz. ihrer bisherigen Beteiligung aus. Daß solche Forderungen auf Wider- stand stoßen und der Jnteressenkonflikt heftige Kämpfe hervorrufen kann, liegt auf der Hand. Bei dem Gegensatz zwischen den großen Werken in Rheinland- Westfalen nnd denen in Lodhringen-Luxemburg spielen teilweise dieselben Personen eine Rolle. TWsen, der Besitzer der Gewerk- schast„Deutscher Kaiser", und Krupp sind im neuen deutsch-fran. zösischen Eisenhüttenbezirk stark engagiert. Die Verlegung der Hochöfen nach dort, das Aufblühen einer großen Eisenindustrie im sogenannten Minettegebiet haben in ausschlaggebender Weise Frachtkalkulationen begünstigt. Am Fundort der Erze erbaut man die Hochöfen, um die hohen Transportkosten des Rohmaterials zu ersparen. Man rechnet für die lothringisch-luxemburgischen Hochofen- werke gegenüber den rheinisch-westfälischen einen nicht unerheb- ' lichen Vorteil heraus, obwohl die letzteren an ihrem Standort die Kohlen aus der Tiefe holen, jene das Brennmaterial aber heran- holen müssen, vorwiegend aus dem Saarrevier. Die Minderaus- r:be für Fracht soll für die Lothringer Werke pro Tonne Roheisen bis 3 M. ausmachen. In der Weiterverarbeitung tritt allerdings wieder ein Ausgleich ein. Soweit die Gemischtwerke ihr erblasenes Roheisen selber zu Stahl und zu fertigen Erzeugnissen ver- arbeiten, ersparen sie die Transportkosten vom Hochofen zum Stahlwerk und von hier aus wieder in die Verfeinerungsbetriebe. Bisher ist die Weiterverarbeitung in Lothringen-Luxemburg im Vergleich zur Roheisenproduktion noch ziemlich weit zurück. Die dortigen Werke verfügen über nur 2 Millionen Tonnen von der 12Vj Millionen Tonnen betragenden Gesamtbeteiligung des Stahl- Werksverbandes, dagegen ist die dortige Roheisenpcoduktion auf fast 38 Proz. der Erzeugung des rheinisch-westfälischen Bezirks gestiegen. In den ersten 0 Monaten dieses Jahres wurden hier 5 635 710 Tonnen Roheisen erblasen, in Lothringen-Luxemburg schon 3 828 295 Tonnen. Eine weitere Verschiebung zugunsten des neuen Bezirks dürfte der Gang der EntWickelung sein. Die reinen Werke haben davon nicht viel zu erwarten. Den rheinisch-westfälischen Gemischtwcrken ersteht eine wirklich gefähr- liche Konkurrenz nur in dem Maße des Ausbaues der Luxemburg- Lothringer Hütten zu ausgewachsenen Gemischtwerken mit weit entwickelter Weiterverarbeitung. Das Ausreifen dazu nimmt aber wohl noch einige Zeit in Anspruch und mittlerweile verliert die Beschaffung des Roheisens in Deutschland etwas von seiner brennenden Bedeutung. Die Brennmaterialien, Kohlen. Koks, Gase, Benzin usw., werden verzehrt, anders verhält es sich mit den Eisen- und Stahlerzeugnisscn. Der Materialverlust infolge Abnutzung ist so unbedeutend, daß er überhaupt nicht ins Gewicht fällt. Die Mehreinstellung von Maschinen, die Erweiterung des Eisenbahnnetzes, die Vermehrung des Wagenparks, sowie die Ver- Wendung von Eisen als Baumaterial usw. beansprucht naturgemäß fortgesetzt eine Menge neuen Rohmaterials, aber ein Teil der Er- Zeugnisse hat nur«ine beschränkte Lebensdauer und wandert nach einer Reihe von Jahren als Schrot in die Eisen- und Stahlwerle zurück. Der Schrot wird umgeschmolzen oder direkt zu neuen Er- zcugnissen verschmiedet. Vorwiegend kommt hier Eisenbahn- Material— Schienen, Räder und Achsen— in Betracht. Nachdem tws Eisenbahnnetz in erheblichem Umfange eine Lebensdauer hinter sich hat. die eine Auswechselung des Materials bedingt, kommt in jedem Jahre, und zwar in steigenden Mengen Schrotmaterial an den Markt, das bei der Versorgung der Stahlwerke eine wachsende Bedeutung gewinnt. Die Abstoßung der abgenutzten, deformierten und infolge technischer Neuerungen unbrauchbar gewordener Stahl- «rzeugnifle als Schrot wird, wenigstens auf absebbare Zeit hinaus, zwar keinen Ausgleich für die neuen Bedürfnisse darstellen, aber die Marktversorgung von dieser Seite nimmt die Sorge um die Beschaffung des Rohmaterials doch die beängstigende Schärfe und sie paralysiert in starkem Maße die produktionstechnisch günstigere Situation der Werke in Lotbnngen-Luxemburg gegenüber der alten Industrie in Rheinland-Westfalen. Deren Eifersucht wegen des Aufblühens eines neuen Industriezentrums hat daher sehr wenig Berechtigung. Neben den Schwierigkeiten, die der Verbandserneuerung aus den geschilderten Verhältnissen ertvachsen, stellen sich ihr noch andere entgegen. Die Unkosten des Verbandes deckten bisher in wesent- lichem Umfange die Abgaben, die für Lieferungen über die Be- teiligung hinaus zu leisten waren. Von der Abgabenpflicht für den Mehrabstoß wollen sich nun die gut ausgerüsteten, leishingsfähigen großen Werke befreien. Sie erheben so bedeutende Beteiligungs» forderungen, daß sie selbst bei Anspannung aller Produktionsmög- lichkciten den Rahmen der Beteiligung nicht zu überspringen ibrauchcn. Wollte man den Ansprüchen Folge leisten, dann würde eine allgemeine Erhöhung der Verbandsabgabe erforderlich. AuL diesem Grunde machen die Betciligungsansprüche der großen Werke bei den übrigen Verbandsmitgliedern böses Blut. Diese sühlm sich doppelt benachteiligt. Einmal, indem sie bei den Be- tesiigungSzuweisungen selbst sehr bescheiden sein sollen, ferner, weil man ihnen, ähnlich wie beim Kohlenshndikat den reinen Werken, in erhöhtem Matze die Kosten für die Geschäftsführung des Stahlwerksverbandes aufzubürden versucht. Die Verbandserneuerung verlangt, wie sich zeigt, die Ucber- Windung einer großen Summe von Reibungen und Hemmungen. Verhindern die Interessengegensätze eine Verständigung, dann dürfte damit auch das Ende des Kohlensyndikats gekommen sein. Schon jetzt besteht teilweise wenig Neigung zu einer Verlängerung des Syndikatsvertrages. Auch hier drohen divergierende Interessen das Organisationsgefüge zu sprengen. Die Outsider fühlen sich wohl im Schatten des Syndikats, sie profitieren von dessen Preis- Politik, ersparen die Synditatsabgaben und können die Marktlage viel besser ausnutzen als wie die auf Fördereinschränkungen ver- pflichteten Syndikatsmitglieder. Ihre günstige Position wollen die Autzensteher nicht ohne erhebliche Konzessionen in bezug auf die Beteiligung preisgeben. Die Syndikatsmitglieder aber verweigern die Anerkennung solcher Ansprüche. Noch keinen Schritt nähergekommen sind sich die reinen und die Hüttenzechcn in der Streitsrage über die Förderbegrenzung der letzteren und der Shndikatsabgabe für den Selbswerbrauch. In der letzten Zeit bildet eine Sonderforderung der Gewerkschaften „Trier" nnd„Hermann" einen neuen schweren Stein des Anstoßes. Die Vevwaltungen behaupten, die örtliche Lage ihrer Unternehmen bedeute für diese einen so erheblichen Vorteil durch Frachterspar- ins, daß die Einnahmen von„Trier" und„Hermann" jetzt schon über die Richtpreise des Syndikats hinausgingen. Dieser Vorteil soll den Gewerkschaften im Shndikatsvertrage dauernd gesichert werden. Die übrigen. Mitglieder wollen aber„grundsätzlich" keine Ausnahmebestimmungen akzeptieren, die einem Mitgliede Sonder- vorteile bietet. Wie nun verlautet, will aber der Syndikatsvor- stand, um das Hemmnis zu beseitigen, die Forderungen von„Trier" und„Hermann" akzeptieren. Bei den Mitgliedern wird das die vorhandene Erregung steigern. So häufen sich Schwierigkeiten auf Schwierigkeiten. Die Konflikte im Stahlwerksverband hemmen die VerHand- lungen im Kohlensyndikat, und umgekehrt schwächt die Zunahme der Schwierigkeiten im Syndikat das Interesse für die Verlänge- rung des Stahlwerksverbandes. Ob man in beiden Lagern über den Berg der Gegensätze und Jnteressenkonflikte hinwegkommen wird, erscheint noch sehr fraglich. Auf die Preisgestaltung und den Beschäftigungsgrad haben die Verbandsverhandlungen bisher keinen ungünstigen Einfluß aus- geübt. Das Kohlensyndikat liegt mit Preiserhöhungsplänen auf der Lauer. Nachdem auf dem belgischen und französischen Markt die Preise um 0,60 resp. 1,20 M. pro Tonne erhöht worden sind, müssen die heimischen. Konsumenten ebenfalls mit einem Preisauf- schlag rechnen. Die Preise für Eisen-, Stahl- und Walzprodukte sind in der letzten Zeit mehrmals erhöht worden. Das Roheisen- syndikat plant die Freigabe des Verkaufs für das zweite Halbjahr 1911 bei nochmaliger Preiserhöhung. Die Fusionsbestrebungen sind auch noch nicht zum Abschluß gelangt. Das Gemischtwerk Hoesch- Dortmund will sich dem Wittener Stahlröhrenwerk angliedern, Aumctz-Friede verspürt Appetit auf das Mannstaedter Fasson- und Eisenwalzwerk, sowie auf die Düsseldorfer Eisen- und Stahl, industrie A. G. Bei beiden Fusionsplänen ist das Bestreben maß- gebend. Gemischtwerken Unternehmen anzugliedern, die in der Weiterverarbeitung auf der obersten Stufe stehen. Nicht lange mehr wird es dauern und die reinen Werke sind fast vollständig ver» schwunden. Einige Riesen, die in einem Betriebe Kohlen und Erze fördern, Koks und Roheisen produzieren, Stahl herstellen und in der Weiterverarbeitung alle Arten Walzprodukte von den gröbsten bis zu den feinsten fabrizieren, Eisenbahnwaggons und Maschinen bauen, beherrschen den Markt. Hält ihnen dann noch ein hoher Schutzzoll die ausländische Konkurrenz vom Halse, dann haben sie freie Hand in der Diktatur der Preise. D. Bub der partet Der Göppinger Disziplinbruch. Genosse 25. W i d m an n- Göppingen schreibt unS: .In Nummer 292 des.Vorwärts" befindet sich eine Notiz auS der»Freien Volkszeitung" in Göppingen, den Göppinger Disziplinbruch betreffend, wozu die verehrliche Redaktion in einer Randnote bemerkt, dotz das schlechte Stuttgarter Beispiel Nach- ahmung gesunden habe. Um falschen Schlußfolgerungen vor- zubeugen, sei der tatsächliche Sachverhalt kurz geschildert. In der Parteiversammlung vom 22. November 1911 erfolgte die Aufstellung der Kandidaten zur GemeinderatSwahl, wobei ich als Bewerber mit einer Stimme Minorität unterlag. Schon während der Tagung der Paneiversammlung und insbesondere nachher wurde mir und meinen Freunden mitgeteilt, daß ein Genosse vor Beginn der Versammlung an einzelnen Tischen gegen mich agitiert habe, dann sei auf die Zusammensetzung der Partei- Versammlung von einzelnen Genossen ein Einflutz ausgeübt worden, um mich zu stürzen. So wie wir unsere GewährS- männer kannten, haben wir keine Ursache gehabt, diesen Angaben keinen Glauben zu schenken. Darauf sagten sich die betreffenden Genossen, wenn schon solche Disziplin- losigkeiten bei der Kandidatenaufstellung passieren und auf solche Weise die unangenehmen Kandidaten hinausbugsiert werden, dann haben auch wir keine Ursache» Disziplin zu üben und ist daraus auf einigen hundert Zetteln eine andere Kumulierung der Kandidaten als sie die Parieiveriammlung beschloß, vorgenommen worden In der Parteiversammlung vom 13. Dezember wurde ganz entschieden bestritten, daß ein Genosse an den Tischen herum- gegangen sei und daß sich Genossen bemüht hätten, einen ihnen nicht genehmen Kandidaten absichtlich zu stürzen. Wer recht hat, wird sich ja in den einzuleitenden Untersuchungen herausstellen. Wenn man sich aber in diesem Zusammenhang den ganzen Vor- gang betrachtet, so ist er mit den Stuttgarter Vorgängen nicht zu vergleichen. Sind die betreffenden Genossen, welche die Ab- änderung der Zettel vorgenommen haben, von ihren Gewähr»- männern getäuscht worden, so ist das zu bedauern und mutz der Göttinger.Disziplinbruch" eine andere Beurteilung erfahren. Durch diese Darstellung deS Genossen Widmann werden die un- liebiamen Vorgänge bei der Gemeinderalswahl in Göppingen weder genügend ausgeklärl, noch kann durch sie der Disziplinbruch irgendwie gerechtfertigt werden. Die Ausstellung der Kandidatenliste erfolgte aus Grund eines ordnungsmäßig zustande gekommenen Ver- sammlungSbeschlusses, dem sich jeder Genosse zu fügen hatte. Wenn in der Novemberveriamnilung gegen einen für die Kandidatenliste in Betracht kommenden Kandidaten agitiert wurde, stand es diesen und seinen Freunden frei, in der Verianimlung selbst dagegen Stellung zu nehmen. Jedenfalls war der von dem Genossen Wid- mann in der Versammlung behauptete Vorgang in der Versammlung kein Grund, an den offiziellen Parteistimmzetteln Abänderungen vor- zunehmen und dadurw die Aktion der Partei zu zersplittern. Das Ganze bleibt nach wie vor ein Disziplinbruch, der auf gleicher Stufe und vielleicht auch in engerem Zusammenhange steht mit dem in Stuttgart begangenen. Die Partei hat alle Ursache derartigen ZersplitterungSversuchcn mit der größten Eiilschiedeuheit entgegenzu- treten. Und auch der Gewerkschaftsbewegung würde der Lebensnerv abgeschnitten werden, wenn Methoden 4 ly Stuttgart und Göppingen ohne Widerspruch hingenommen ivürdcn. Die Chemnitzer Kaiifmaniischaft und der Parteitag 1912. Der nächstjährige Parteitag soll bekanntlich in Chemnitz i. S. stattfinden. Die Parteileitung in Cheinnitz versuchte das Kauf- männische BereinShauS als Parteitagslokal zu gewinnen. Der Kauf- männische Verein hat aker, so kcrichten die„Leipziger Nenesie Na�- richten", das Ersuchen der sozialdemolratischen Parteileitung ab- gelehnt._ Kommunalwahlerfolge. In Neckargemünd bei Heidelberg erfochten unsere Genossen in der dritten Wahlklasse acht und in der zweiten Klasse zwei Sitze. Bisher war unsere Partei im Gemeindehause nicht vertreten._ Personalien der Parteiprrsse. Genosse K. Bartels, zurzeit Redakteur an der.Volksstimme" in Chemnitz, ist zum leitenden Redakteur der«Märkischen Volksstimme" in KottbuS gewählt worden; er tritt seinen neuen Posten am 1. Januar 1912 am polizcilichea, öerichtlicheo ulrv. Der Sozialdemokrat muß bestraft werde«. Vom Schöffengericht in Gotha wurde am Sonnabend Genosse Kühn vom.G 0 l h a e r V 0 l k S b l a t t" zu 100 M. Geldstrafe oder 20 Tagen Gefängnis verurteilt, weil in einem Berichte über den christlichen Jugendverein zu Langenhain einige kritische Bemer- kungen enthalten waren, wodurch sich der dortige Pfarrvikar beleidigt fühlte. In dem Bericht waren aber nur Tatsachen konstatiert, indem die nächtlichen Ausflüge der christlichen Jugend, darunter Konfir- manden, abfällig besprochen wurden. Vom Gerichtsvorsitzeuden wurde der Pfarrer ersucht, den Slrafantrog zurückzunehmen. Der Diener der christlichen Nächstenliebe aber forderte die Bestrafung des Redak- teurS. der gegen ihn etwoS„in der Zeitung schreibe". Er habe in der Gemeinde genug zu kämpfen, denn die Hälfte der Bewohner sei sozialdemokratisch gesinnt und gehe nicht in die Kirche. Wer aber nicht in die Kirche gehe, könne nicht geachtet werden. Er käuchfe mit seiner Anhängerschaft gegen den inneren Feind. Amts- anmalt und Gericht brachten es schließlich dahin, in dem Artikel eine Beleidigung zu entdecken. Sie erblickten in den Wendungen des Artikels den Vorwurf einer Verleitung zur Unzucht und und zum gegenseitigen Geschlechtsverkehr sowie eine ironische Mißachtung des Pfarrers._ Verurteilung eines bürgerlichen Blattes wegen Lerleumdimg«wer sozialdemokratischen Zeitung. Auf die Anprangerung eines Streikbrecherinserates der stets „arbeiterfreundlich" tuenden„Arzberger�Zeitung" durch unser Bayreuther Parteiblatt, die„Fränkische Volks- t r i b ü n e" antwortete die»Arzberger Zeitung" mit einem ganz wüsten Geschimpft voll der ordinärsten Angriffe, deren Krone die Behauptung war. nach Erpresserart würde der Kapitalist von unserem Paneiblatl erst in Ruhe gelassen, wenn er für das sozialdemokrattsche Blatt Inserate gebe I Redakteur und Verleger unseres Parteiblattes, die Genossen Puchta und Hügel stellte» Slrafantrag gegen die.Arzberger Zeitung", die einen Wabrheitöbeweis nicht einmal versuchte. Der noch nicht bestrafte Redakteur deS feinen Blattes, Weber. wurde wegen formaler und verleumderischer Be- leidigung zu 40 Mark Geld st rase eventuell acht Tagen Gefängnis verurteilt. Weil in der.Fränkische» VolkStribüne" der„Arzberger Zeitung" infolge der Ausnahme des SireikbrecherinserateS Judasdienste an den Arbeitern vorgeworscn worden waren, balle Weber gegen Genossen Puchta Widerklage erhoben. Puchta wurde wegen formaler Beleidigung zu 10 M. Geldstrafe verurteilt. Von den Kosten mutz Weber vier Fünftel lragen. Sozialistenverlemnder. Gustav Adolf Müller-Czerny, der Herausgeber des Blattes „Für Wahrheit und Recht" wurde am Montag von der Frankfurter Slra'kammer wegen verleumderischer Beleidigung der Genossen Quint und Quarck zu 150 Geldstrafe verurteilt. Außerdem wurden ihm die Kosten der Beruftingsinstanz auftrlegt. Es hat in dieser Sache bereits beim Schöffengrricbl ein Verfahren geschwebt. Es bandelte sich um den Artikel„Die Roheiten der Sozzen kennen keine Grenzen". In diesem Artikel hatte Müller- Czerny behauptet, ein bekannter Sozialistenfübrcr hätte einem jüdischen Mädchen ein Kind aufgehängt. Heute stellte sich heraus, daß dieser„Sozialistensührer" ein Vertrauensmann der Zentrumspartei in Höchst a. M. war, also überhaupt kein Sozialdemokrat.— Das Gericht erachtete verleumderische Be- eidigung nach§ 137 des Strafgesetzbuches als gegeben. Hus Induftrie und Handel Liebesgabe«. In den letzten Monaten ist die Roggenansfuhr wieder stark forciert worden; dagegen hat die Einsuhr nachgelassen. In der Zeit vom 1. August bis 31. November dieses Jahres wurden >447 199 Tonnen eingeführt, der Export ergibt 3 910 383 Tonnen. In der gleichen Zeit der Vorjahres sind 1771 833 Tonnen eingeführt und 3 531 910 Tonnen ausgeführt worden. Die AllSsuhr von Mehl hat allerdings etwas nachgelassen, von 735 534 Tonnen auf 618 573 Tonnen. Berücksichtigt man für Mehl eine Ausbeute von 80 Proz., dann resultierl für den genannten Abschnitt der beiden letzten Jahre folgendes Ergebnis: Ausfuhrüberschuß Ausfuhrprämie Doppelzeniner M. 1910..... 2 638 368 18 841 830 1911..... 8 200 310 16 ZO 1550 Dicie Summe ist der Reichskasse mehr entzogen worden, als wie sie an Roggenzölle eingenommen halte. Der deutsche Konsument muß die Kosten dafür aufbringen, daß deutsches Getreide nach dem Auslände verschleudert wird, damit in Deutschland die Preise in die Höhe schnellen. Der deutsche Arbeiter muß den Strick bezahlen, an dem der Junker ihm den Brotkorb höher zieht. Das ist unser„be- währtes Wirtschaftssystem", für welches Ritter, Heilige und Scharf- macher talenfroh kämpft». Und der deutsche Michel soll den Brot- Wucherern Gefolgschaft leisten, indem man ihn mit Säbelrasselei er- schreckt. (Wiederholt, weil nur in einem Teil der Auflage.) Die Baumwollproduktion. Die großen kapitalistischen Unternehmungen unb ihre Der- bände befleißigen sich immer mehr, den Umfang ihrer Produktion statistisch zu ermitteln und darzustellen. Tun sie das auch in Wahr- nehmung eigener privater Interessen, so läßt sich doch nicht be- streiten, dah eine genaue ProduktionSstalistit die erste Voraus- sctzung ist für eine geregelte Produktion. Besonders wichtig und eingehend ist die Statistik über die Her- stellung der Baumwolle, wie iic von der Internationalen Vercini- gung der Baumwollspinner- und Weberverbände gepflegt wird. Derselbe stellt in jedem Herbst internationale Erhebungen durch Ver- sendung von Fragebogen über die Baumwollernte, den Verbrauch der in der Welt vorhandenen Baumwollspinnereien usw. an. Aus den neuesten Veröffentlichungen erfahren wir, daß die Baumwoll- ernte 1911 eine außerordentlich günstige gewesen ist. Die oweri- konischen Staaten liefern fast die Hälfte der verarbeiteten Baum- wolle. In Amerika waren nun biS 31. Oktober 1911 insgesamt 9 968 000 Ballen Baumwolle entkörnt worden, gegen 7 343 000 Ballen im Jahre 1910. Gleich günstig war die Ernte in Indien, dem Lande, das in zweiftr Linie für den Baumwollenbau in Frage kommt. Die im Jahre 1911 erzeugte Menge wird auf 6000000 ivallen geschätzt gegen 5 232 000 Ballen im Jahre 1910. Die ermittelte Gesamtsumme der am t. September 1911 in der ganzen Welt vorhandenen Spinnspindeln bclies sich auf 137 278 752 gegen 133 384 794 am gleichen Tage des Vorjahres und 128 923 659 im �ahre 1903. Von der für 1911 festgestellten Zahl der Spindeln entfiel der größte Teil, nämlich 54 522 554, auf Großbritannicu, 10 480 090 auf Deutschland, 7 300 000 auf Frankreich, 8 671 664 auf Rußland usw. Die stärkste Vermehrung der Spindclzahle« zeige» England, Indien und die Serdmglen Staaken. Oesterreich, die Schweiz und Dänemark zeigen sogar einen Rückgang. Die Zahl der Baumwollspinnereien betrug in Deutschland 401, tovvon 108 zugleich Zwirnerei betrieben. Sie verarbeiteten in einem Jahre 407 459 081 Kilogramm Baumwolle, die erzeugte Menge des Garnes hatte einen Wert von 044 Millionen Mark. Der Verbrauch an Baumwolle hat ständig zugenommen; er wird in der ganzen Welt auf 17 Millionen Ballen im Jahre 1910 gegen 16 Millionen Ballen im Jahre 1909 angegeben. Hiervon entfallen 1 004 420 Ballen(im Jahre 1910) auf Deutschland. Bus der frauenbewe�ung. Gegen die dänische Gcsindeordnung. Das F o l k e t h i n g. die zweite Kammer des dänischen Reichs- tags hat dieser Tage die erste Lesung des Regierungsentwurfs zu einem neuen Dienstleutegesetz beendet. An Stelle des alten Dienst- leutegesetzes, das sowohl für die Knechte und Mägde auf dem Lande wie namentlich auch für die städtischen Dienstmädchen gilt und ein fast ebenso schlimmes und schandliches Ausnahmegesetz darstellt wie die verschiedenen preußischen Gesindeordnungen, soll ein Gesetz treten, das den Dienstvertrag zu einem freien Arbeitsvertrag ge- staltet, aber nebenbei den Dienstleuten und Dienstmädchen den nötigen Schutz vor Uebergriffen der Arbeitgeber bietet und vor allem auch strenge Bestimmungen über die Beschaffenheit und Einrichtung der Schlaf- und Aufenthaltsräume enthält. Diese neue Gesetz- gebung ist vorbereitet durch lange Untersuchungen und Beratungen einer Kommission, die sich allerdings in mehrere Parteien spaltete, so daß einheitliche Borschläge nicht zustande kommen konnten. Die Regierung hat sich dann bei der Ausarbeitung ihres Entwurfs in den Hauptpunkten an die Vorschläge der sozialdemo- kratischen Kommisstons Mitglieder gehalten. Merk- würdig ist, daß in jener Kommission die Vertreterin der Dienst- Mädchenorganisation, Fräulein Marie Christensen, nichts von einem neuen, einem Schutzgesetz wissen wollte, sondern nur dringend die Aufhebung des alten Gesetzes verlangte. Diesen Standpunkt der- tritt man auch jetzt noch durch den Dienstmädchenverband, der kürz- lich Agitationskarten herausgegeben hat mit der Aufschrift: „Wir wünschen das Dicnstleutegesetz von 1854 aufgehoben und keinen Ersatz dafür durch ein ähnliches Gesetz, und wir er- heben Forderungen auf Schutz für Kinder und junge Menschen. Alle, die mit uns einig sind, bitten wir, uns zu unterstützen." Di« Karten sind auch mit einer bildlichen Darstellung versehen: die Dienstmädchen treten da in Reihen an und werfen das Gesetz oder ihre Dienstbücher, bei sie jetzt noch zu führen verpflichtet sind, ins Feuer.— Der Regierungsentwurf ist im Folkething eigentlich nur von unseren Parteigenossen, die allerdings noch Aenderungen und Ver- befferungen wünschen, mit Genugtuung aufgenommen worden, die Vertreter der Regierungspartei aber stellten sich zum Teil ebenso abweisend wie die Konservativen und einige der Herren möchten am liebsten die„Hauszucht", wie sie im alten Gesetz steht, bei- behalten wissen und sich auf keinen Fall vorschreiben lassen, daß sie den Dienstleuten menschenwürdigere Schlafräume und jedem ein eigenes Bett zur Verfügung stellen sollen. Die zu Wohlstand und politischem Einfluß gelangten Bauern, die sie vertreten, haben eben auch ganz der Zeiten vergessen, da sie noch ein unterdrückter Stand waren, als der Bauer noch gelegentlich einmal von dem Edelmann Mißhandelt wurde und man das ganz in der Ordnung fand. Der Entwurf ist nun einer parlamentarischen Kommission überwiesen und man muß abwarten, was dabei herauskommt und wie sich dann das Landsthing dazu stellt. 8o2iales. Spaziergänge Im Schiedsgericht für Arbeiterversichernng. Mit der Verlegung des Schiedsgerichts von Berlin nach Char- � lottenburg haben sich dort Zustände herausgebildet, die dringend der Abhilfe erheischen. Jüngst hatten wir Gelegenheit, mehreren solcher Spruchkammersitzungen beizuwohnen. Ein besonderer Mißstand ist die Besetzung des Schiedsgerichts mit jungen Assessoren als Vorsitzende des Gerichtshofes. Fast durchweg sind es Adlige. Wenn man die Art der Behandlung des „Falles" durch den Vorsitzenden hört und sieht, dann kann man sich des Eindrucks nicht erwehren, daß die Sachen durchaus„schema- tisch" behandelt werden, daß der Vorsitzende der Sache völlig fremd gegenübersteht, als sei ihm die Akte völlig unbekannt. Besonders übel scheint uns da die Spruchkammer des Herrn Assessor M. Leon. Sind auf dem Terminzettel die Verhandlungstermine der Verletzten um 11� Uhr festgesetzt, dann kommt die Sache schon um IM, Uhr, also volle 2 Stunden später, zur Verhandlung. Hier läßt sich doch Abhilfe schaffen. Man mute doch nicht den Verletzten zu. daß sie in der Atmosphäre dcS Wartezimmers zwei lange ausgeschlagene Stunden sitzen sollen. In einer anderen Kammer(Herr v. Geldern) handelt eS sich um einen Fall, in welchem die Berufsgenosscnschaft die Rente von HO auf 20 Proz. herabzusetzen beantragte. Ter Vorsitzende trägt den Akteninhalt kurz vor, im Grunde genommen namentlich das vertraucnSärztliche Gutachten der Berufsgenosscnschaft, das sich für die Rentenherabsetzung ausspricht. Darauf zieht sich daS Ge- richt zur„Beratung" zurück. Nach genau 1% Minuten kehrt das Gericht aus dem Bcratungszimmer zurück. Der Vorsitzende ver- kündet das Urteil:„Die Berufung wird zurückgewiesen." Ter Fall ist erledigt. Ist das Recht in sozialem Sinne finden? Ohne den Verletzten persönlich gesehen zu haben, ohne ein weiteres Gutachten in der Sache einzufordern, wird lediglich nach dem Gutachten des Bertrauensarztes der BerufSgenossenschast entschieden. Die Ver. Handlung deS Falles währte genau 6)4 Minuten Indessen am eigenartigsten scheinen die Dinge in der Kammer deS Herrn Regierungsrats v. Harting zu liegen. 20 Fälle— 16 Unfallsachen und 4 Jnvalidcnsachen— standen auf dem Ter- minSzettel zur Verhandlung. Von den 16 Unfallsachen wurden 10 Fälle zugunsten der Bcrufsgcnosscuschaft, 4 Fälle zugunsten der Verletzten entschieden und in 2 Fällen wurde die Verhandlung ver- tagt. Bon den 4 Fällen, die zugunsten der Verletzten entschieden wurden, sind 3 durch eine„Einigung" herbeigeführt. Die„Eini- gung" scheint ein besonderes Steckenpferd des Herrn v. Harling zu sein. Dabei kommt diese„Einigung" lediglich der Berufsgenosscn- schaft zugute. Die Art, wie Herr v. H. die„Einigungen" herbei- führt, ist nicht einwandsfrei. Herr v. H. sagt— ehe auch nur einer der Beisitzer sich geäußert hat— er findet die Rente sehr hoch, und er würde auch nur soundsoviel Rente geben. Das wirkt wie Be- einflussung der übrigen Richter. Nun fordert Herr v. H. den Ver- letzten auf. den Vergleich anzunehmen, denn wenn es zur Eni- scheidung kommt, ist es fraglich, ob Sie so viel bekommen«erben. Der verletzte Arbeiter, die sich sonst Wohl mit Reden behelfen kann, ist hier befangen. Man merkt es ihm an, daß er der„fixen" Ver- Handlung nicht folgen konnte. Den Vergleichsvorschlag lehnt er ab. Das Gericht zieht sich zur Beratung zurück. Als es wieder in den Verhandlungssaal eintritt, sollte man meinen, das Urteil wird verkündet. Statt dessen erhebt der Vorsitzende die Frage von neuem an den Verletzten, ob er denn nun den Vergleichsvorschlag an- nehmen will. Der Verletzte weiß offenbar nicht, um was es sich handelt, denn während der Beratung des Gerichts äußerte er noch im Sitzungssaal, wie man das bei Leuten aus dem Arbeiterstande sehr häufig findet, daß er mit der Rentenherabsetzung nicht einver- standen sein kann, dann müsse er beim Reichsversicherungsamt weiterklagen, und beantwortet nun trotzdem die Frage mit ja. Darauf Herr v. Harling: Dann ist die Sache erledigt, der Ver- letzte H. zieht seine Berufung zurück. Das sind Zustände, gegen welche auf das all er schärfste protestiert werden muh. Ebenso empörend wirkte ein anderer Fall auf uns. Der Ver- letzte, ein schon alter Mann, hat an beiden Händen Verletzungen erlitten und bezieht eine Rente von 60 Proz. Die Berufsgenossen- schaft hat Herabsetzung der Rente auf 50 Proz. beantragt. Eine Besserung ist objektiv nicht eingetreten; dessen ungeachtet die Herabsetzung, weil eine„gewisse Gewöhnung" angenommen werden muß. Herr v. Harling kommt mit einem Vergleichsvorschlag auf 55 Proz.! Der Verletzte soll den Vorschlag nur annehmen, es sei doch eine hohe Rente. Herr v. H. spricht auch etwas von Dauer- ronte. Der Verletzte sieht den einen, den anderen an. Der alte Mann weiß sich keinen Rat. Der Vorsitzende Herr v. H. redet von neuem auf den Verletzten ein, und der Verletzte geht in die— Falle. Vergleich geschlossen! Berufung wird vom Verletzten zurück- genommen! Eine solche Behandlung der Angelegenheit ist kein Recht suchen und finden. Ist denn ein Schiedsgericht dazu da, nach den Akten zu entscheiden? Solch« Karikatur mündlicher Verhandlung ist das Gegenteil von sozial. Diese Art Rechtsprechung steht im schärfsten Gegensatz zur ständigen Judikatur des Reichsversicherungsamts. Hoffentlich genügen diese Zeilen, um andere Zustände im Reiche des Schiedsgerichts herbeizuführen Line polnIlch-soÄsMemoltrMche Slählerveriammlung. Als willige Objekte der kapitalistischen Ausbeutung wandern fortgesetzt große Mengen polnisch sprechender Arbeiter nach Berlin. Priester und polnische Nationalisten bemühen sich mit Eifer, die Polen auch hier in der geistigen Nacht zu erhalten, die Junker und Pfaffen in ihrer Heimat geflissentlich um das Volk verbreiten. Doch hier, in der Metropole des Kapitalismus, werden selbst die rückständigsten Elemente mit der Zeit zum Nachdenken angeregt. Auf der anderen Seite tut die planmäßige Aufklärungsarbeit der Sozialdemokratie daS Ihre, um Licht auch in den Köpfen der pol- nischen Arbeiter zu verbreiten und sie von dem Bann zu befreien, in den sie durch Ausbeuter und Dunkelmänner geschlagen worden sind. Daß die Aufklärungsarbeit unserer Genossen von Erfolg begleitet ist, das bewies die öffentliche Polenversammlung, die am Sonntag in einem der Kellerschen Säle in der Koppenstraße tagte. Bis zum Erdrücken war der Saal gefüllt. Auch eine nicht geringe Zahl von Frauen und Mädchen waren anwesend. Unsere Genossen von der P. P. S. hatten die Gelegenheit des Wahlkampfes benutzt, um den Polen in ihrer Muttersprache die Ideen und Bestrebungen der Sozialdemokratie näherzubringen. Es war eine Freude, zu sehen, wie die Zuhörer mit einem auf daS höchste gespannten Jnter- esse dem Referat deS Genossen P o d e m s k i folgten, der in tem- oeramentvoller Weise nachwies, daß die Arbeiter, welche der Fahne oer Nationalpolen folgen, irregeleitet sind. Ist eS doch die polnische Reichstagsfraktion, die im Verein mit dem Zentrum die Lasten des Volkes vermehren half und auch da, wo Arbeiterinteressen in Frage kamen, sich auf die Seite der Reaktion, auf die Seite des kapitali- stischen Ausbeutertums gestellt hat. Wenn jetzt an die polnischen Arbeiter die Frage herantritt: Wen wählen wir in den Reichstag, dann kann die Antwort nur lauten: Nicht den Kandidaten der pol- nischen Fraktion, nicht den Kandidaten des Zentrums, sondern den Kandidaten der Sozialdemokratie, der Partei, die eintritt für alle Ausgebeuteten und Entrechteten ohne Unterschied der Nationalität. — Der stürmische Beifall, welcher die Ausführungen des Refe- renken begleitete, zeigte, daß er der überwiegenden Mehrheit seiner Zuhörer aus dem Herzen gesprochen hgtte. Natürlich nicht allen, denn es war auch eine Minderheit polnischer Nationalisten an- wesend, die sich schon von Anfang an durch Zwischenrufe bemerk- bar machte. Man ließ den Vertretern der Minderheit in der Diskusston das erste Wort, und sie, die in ihren Versammlungen jeden Versuch sozialistischer Propaganda mit allen Mitteln, selbst mit brutaler Gewalt, verhindern, machten hier den ausgiebigsten Gebrauch von der Redefreiheit. Ungestört, doch nicht unwidersprochen, konnten sie ihre Ansichten vertreten, die aber in diesem Kreise— abgesehen von dem Häuflein ihrer noch im Dunkeln tappenden Anhänger— keinen Anklang fanden. Unser Kandidat, Genosse Büchner, erhielt das Wort. Kaum hatte er die ersten deutschen Worte gesprochen, da ging der n a- tionalistische Spektakel los. Man protestierte gegen den Gebrauch der deutschen Sprache. Doch die Mehrheit war nicht ge- willt, die Versammlung durch einige irregeleitete nationalistische Schreier stören zu lassen. Höflich/ aber bestimmt, wies man die Ruhestörer hinaus. Dann konnte Genosse Büchner seine An- spräche halten. Unter brausendem Beifall betonte er, daß die So- zialdemokratie, wie sie jede Unterdrückung bekämpft, auch die Unterdrückung der polnischen Nationalität, die Germanisierungs- bestrebungen in den polnischen Landesteilen entschieden bekämpft und ebenso entschieden gegen den Sprachenparagraphen im Vereins gesetz eingetreten ist, der den Polen selbst in ihrer Heimat den Ge- brauch der Muttersprache verbietet. Nicht von der nationalistischen Hetze sollen sich die polnischen Arbeiter gefangen nehmen lassen, sondern sich der Sozialdemokratie anschließen und für sie agitieren. Dann ging die Diskussion in polnischer Sprache weiter. Mehrere Redner vertraten unter lebhafter Zustimmung den Stand- Punkt der Sozialdemokratie, und der Referent rechnete zum Schluß mit den Phrasen der nationalistischen Redner ab. Eine Resolution wurde angenommen, worin die Versammlung erklärt, daß sie der polnischen Fraktion sowie allen bürgerlichen Parteien ihre Verachtung ausdrückt und die polnischen Arbeiter verpflichtet, nicht nur in Berlin, sondern überall für die Kern- didaten der Sozialdemokratie«inzutreten. Versammlungen. Der Zen'tralverband der Schmiede hielt am DonnerSiag eine Versammlnug ab, die in erster Linie bestimmt war, die Mitglieder für die Reichstagswahl zu interessieren. Der Referent, Genosse Hans Weber, zeigte nach einer eingehenden Würdigung dessen. was uns der verflossene Reichstag an volksschädigenden Gesetzen beschert hat, daß auch die Gewerkschafter ein ganz besonderes Interesse haben, zum Sturz der reaktionären Mehrheit beizutragen durch die Wahl von Sozialdemokraten, denn wenn es nach den Wünschen der Reaktionäre aller Schattierungen geht, soll der neue Reichstag das Koalitionsrecht der Arbeiter völlig knebeln und dem Volke neue Lasten zur Erhaltung und Stärkung des unevsättlichen Militarismus auferlegen. Grund genug für jeden Arbeiter, be- sonders für die gewerkschaftlich organisierten, zum Siege der Sozialdemokratie beizutragen.— Durch lebhaften Beifall gaben die Versammelten zu erkennen, daß sie willens sind, im Sinne der Ausführungen des Referenten zu handeln.— Tie Mitglieder wurden ersucht, wo es irgend möglich ist, am Wahltage die Arbeit ruhen zu lassen.— Den ausgesperrten Tabakarbeitern wurden 100 M. überwiesen.— Weiter wurde beschlossen, die Verwaltung der Konsumgenossenschaft aufzufordern, Schmiede- und Wagen- arbeiten nur da anfertigen zu lassen, wo ein Tarifverhältnis be- steht und innegehalten wird. Heber die Jnnehaltung des Tarifs hat die Ortsverwaltung eine Statistik aufgenommen. Danach sind unter 454 Betrieben, welche sich an der Erhebung beteiligten, 27, die keine Gesellen be- schästigen und 222, die den Tarif nicht völlig innehalten. Die Fest- stellung bezieht sich auf Berlin und die Vororte. Verband der Sattler und Portefeuiller: Die Ortsberwaltung Berlin hielt am Donnerstag eine außerordentliche Generalversammlung ab, die sehr gut besucht war. Der Vorsitzende E. Schulze sprach über die Stellung der Gewerkschaften zu den kommenden ReichstagSwahlen. Sachlich und wirksam zeichnete der Referent die politische und wirtschaftliche Lage, um dann, auf gutes Material gestützt, die vorwiegend gewerkschaftlichen Fragen zu behandeln. Niit gründlicher Sachkenntnis ging Schulze ans die LebcnS- fragen der Arbeiterschaft ein, wie: Koalitionsrecht, Arbeiterschutz, Normalarbeitstag, Hausarbeitergesetz, Arbeitskammergesetz, Arbeits- Vermittlung und Arbeitslosenunterstützung, und formulierte unsere diesbezüglichen Forderungen hierzu. Was der Redner auf diesem Gebiete darstellte, zeigte in ilarster Weise, wie tief und unversöhnlich die Klassengegensätze im wir.tschastlichen und politischen Leben ein- ander gegenüber stehen, und wie imchtig und einschneidend die Auf» gaben sind, die dem künftigen Reichstag zur Lösung und Erledigung vorlügen. In einem Resümee, das der Redner am Schlüsse seiner Ausführungen gab, erklärte er: Die Organisation der Arbeiterschaft hätten gut gearbeitet. Daß dies zutreffe, bewiese der Haß des Unternehmertums und der Scharfmacher, der in der letzten Zeit sich besonders scharf geäußert hätte. Die ganze Schwerkraft der Agitation und politischen Arbeit müsse aber in Zukunft vornehmlich unserer Wirtschafts- und Steuerpolitik gelten. Gerade unsere Wirt- schaftS- und steuerpolitischen Verhältnisse brächten es mit sich, daß die Arbeiterschaft in ihrer Lebenslage immer wieder zurückgeworfen würde, trotz energischster Arbeit und trotz aller Erfolge im Kampfe um bessere Lebensbedingungen. Wenn man uns aber durch diese lviaßnahmen die Früchte unserer Arbeit stets wieder raube, so wäre eS andererseits doch verfehlt, von Sisyphus- arbeit zu roden, vielmehr sei das, was die Arbeiterschaft erreicht hätte, um so höher zu bewerten. Sicherlich wären ihr die heuti- gen Lasten auch dann aufgepackt worden, wenn keine Organisation als Gegenwehr bestanden hätte. Nur um so wuchtiger und schwerer wären dann die Schläge auf den Rücken des Volkes nisdergesaust. Darum müsse jeder der Tatsache eingedenk sein, daß dem künftigen Reichstag die Geschicke des Volkes voraussichtlich wiederum auf fünf lange Jahre in die Hand gegeben seien. Und da könne es nichts anderes geben, als für den sozialdemokratischen Kandidaten zu stimmen. Nur die Sozialdemokratie verdiene das Vertrauen der großen Volksmaffen, denn sie habe dasselbe noch niemals ge- täuscht. Handelten die Arbeiter in diesem Sinne, dann werde der künftige Reichstag eine andere Zusammensetzung und damit auch mehr Macht und Einfluß erhalten, und sonnt auch reichlicher unse- ren Wünschen Rechnung tragen können. Das Referat wurde mit großem Beifall entgegengenommen.— Ein Antrag der Berliner Ortsvcrwaltung, jedem arbeitslosen Mitglied der Berliner Orts- Verwaltung, das gleichzeitig der Lokalkasse angehört, aus dieser 6 M. zu Weihnachten auszuzahlen, wurde angenommen. Ferner stimmte die Versammlung dem Ausschlußantrag gegen ldas Mit» glied Heinrich Schulz einstimmig zu. Zentralvcrband der Maschinisten, Heizer n»d BerufSgcnosse» Deutschlands. In der außerordentlichen Generalversammlung der Verwaltungsstelle Berlin, die am Sonntagnachmittag in den „Arminhallew" stattfand, wurde zuerst die Wahl der Verwaltung vorgenommen. Mit Ausnahme von zweien, die ihre Aemter niederlegten, wurden alle Mitglieder der bisherigen Verwaltung wiedergewählt. Die Ersatzwahl für den zweiten Vorsitzenden fiel auf B a e r und für den zweiten Schriftführer auf R a u b a l l.— Zum Delegierten für die Gaukonferenz in Wittenberg, die am 28. Januar 1912 stattfindet, wurde der Vorsitzende Schwittau gewählt. Als Kandidaten für die Wahl der Delegierten zum Ver- bandstag in München stellte die Versammlung die Mitglieder Müller, Schirmer, Schwittan und Baer(als Ersatz- mann) auf.— Die Versammlung beschäftigte sich dann mit den Verhältnissen im Arbeitsnachweis. Dazu lagen einige Anträge vor, die aber erst in den Bezirken zu besprechen sind, ehe sie zur Abstimmung kommen. Der Leiter deS Arbeitsnachweises, Holz, erklärte, daß die Anträge unfruchtbar und die oftmals gehörten Klagen grundlos seien. Das beste Mittel dagegen wäre eine reich- liche Arbeitsgelegenheit, und dies Mittel könne er nicht beschaffen; er rügte aber auch, daß viele Arbeiter Ueberstunden machen oder sich mit einer langen Arbeitszeit ruhig abfinden, während andere Arbeiter feiern müssen. «Sittcrungsüberstcht vom 18. Dezember 1S11. Stationen pi— Swlnemde. Hamburg Berlin Franks a M. München Die» 770ISO 768SO 770 S 7(i'»! Still 771:0 774 0310 Wetter tcgen LiNcocl Livolkiq I Dunst Ibalb bd. INcbel H" pts HS. 2 6 1 — 1 —4 -0 Stationen °,5 f£ „ c Haparcmda Petersburg Scilly Aberdeen Paris 7K0Z 7733 746® SD TSljSSD 764|ä3D Wetter 4!l>cdeckt l bedeckt 8 bedeckt 4daib bd L wolkig 1 -7 12 9 5 Wetterprognose für Dienstag, den 10. Dezember 1011. Nachts kalt, am Tage mild und vielsach heller, aber veränderlich bei mäßigen südlichen Winden, keine erheblichen Niederschläge. Berliner Wetterbureat«. ßrteffearten der Redafttfon* Dpa-dau 97. 1. Soweit ersichtlich, ja. 2. Nein.— G. St. 104. Ja. abzüglich des Betrages, ticu der neue Mieter für Oktober etwa weniger gezahlt hat.— F. D. 120. Nein.— R. R. 14. Nein.— N. 33. Ja. E. 43. Maßgebend ist Ihre vohnunß. Sie find demnach»erficherttng4> pflichtig.— N. 100. Nein.— B. H. SO. Sie bleiben noch für da? Kaiendejahr 1913 kirchensteuerpflichtig.— M. T. SK8. Wegen der Ver« anlagung für das Quartal Januar/März 1912 können Sie reklamieren.— R. W., Rixdorf. Wiederholen Sie Ihre Anftage und geben Sie noch an, für welche Zeit Gemeindeeinkommensteuer gefordert wird.— E. G. 30. Ja.— C.«ch. 17.»ersuchen Sie es»st eine» neuen thfrag.«• König 36. Ja.— Schönebcrg 1. Leider nicht.— S. 30. Ja. Antrag beim Magistratskommissar für Jiwaiidenversicherung,?lm KöUnifchen Park 8.— Arno 17. Ja.— R. B. 66. Nach neueren Entscheidungen in ! beiden Fällen überhaupt nicht.— R. S. SS. Sie sind nicht versicherungspflichtig. I Todes-Anzeigen für den 2. Herl. ReiEtos-tfaölkreis. (Bezirk 94.) Am 15. Dezember verstarb unser Genosse, der Schankwirt LmU NnKvIke Fidicinstr. 38. Ehre seinem Andenken! Die Beerdigung findet heute Dienstag, den 19. Dezember, nach- mittags 3(Ihr, von der Leichen- Halle des Heilig-Kreuz-Kirchhoses in Mariendors. Eisenacher Straße, aus statt. 212/9 Um rege Beteiligung ersucht Der Borstand. Danksagung. Für die herzliche Teilnahme und die zahlreichen Kranzspenden bei der Beerdigung meines lieben, unvergeß- lichen Manne» 1174L Wildelm 8cdmldt sage ich allen Beteiligten, sowie dem Gesangverew, den Genossen und Ge- nosftnen deS 4. Wahlkreises und des Bezirks 373, dem Bauarbeiterverband und dem Personal der Firma Rosenow meinen herzlichsten Dank. Witwe Luise Schmidt. Mzl-ltofljrci:- und Sterbe- Berlin III. Den Mitgliedern zur Nachricht, daß unser langjähriges Mitglied Rudolf Böldicke am 16. Dezember im Alter von 64 Jahren verstorben ist. Ehre seinem Andenke»! Die Beerdigung findet h 4U t e Dienstag, den 19. Dezember, nachmittags 2V, Uhr. von der Leichenhalle des St. Golgatha- Gemeinde- Kirchhosest, BarfuS- straße, aus statt. 258/2 lim rege BctcU�ung ersucht Die L�rtsverwaltung. Danksagung. Für die viele« Beweise herzlicher Teilnahme und die zahlreichen Kranz- spende»! bei der Beerdigung meines lieben Ma»meS sagen wir allen Be» kannten und Verwandten sowie dem Verband der Steinarbeiter und dem Wahlverein des 6. Kreises unseren innigsten Dank. Witwe AIMI. Dr. Simmel Spezial-Arzt für Haut- und Harnleiden. Prinzensir. 41, JSä 10—2. 5— 7. Sonntags 10—12. 2— 4. Wkißtnstt. In der WeihnachtSwoch«: von So«»- tag. den 17. an, täglich S Uhr: Msi-Veftand |(fe( Zimracrer Deutschlands. Zahlstelle Berlin und Umneaend. Bezirk 4. De» Berussgenossen zur Nach- richt, dag unser Mitglied Karl Varnstadt am Sonnabend, den 16. d. MtS., verstorben ist. Ehre sei»«« Andenke»! Die Beerdigung findet heute Dienstag, den IS. Dezember 1911. nachmittags 3 Uhr, von der Dalle de» Friedhofe» in WilhelmSverg, Hohen-Schg-ihaufen, aus statt. Um rege Beteiligung ersucht 2!>4/tÜ I»«,- Vai-ataml. Deutscher Metallarbeiter-Verband Verwaltungsstelle Berlin. TodesanzelKe. Den Kollegen zur Nachricht, daß »'.liser Mitglied, der Mechaniker Hermsim Kuhnert am 13. Dezember an Herzleiden gestorben ist. 153/6 Ehre seinem Andenken! Die Beerdigung findet heute Dienstag, den 19. Dezember, nach> mittags 3 Uhr, von der Leichen� halle des Elisabeth-Kirchhoses in der Prinzenallee aus statt. Rege Beteiligung erwartet Die Ortsvenoattung in der Aula deS Realgymnasium». Mst- Eintritt 10 Pseuntg.-ME ff Am 16. Dezember verstarb unser Kollege 2l07b August Hannig Mittenwalder Straße 14. Ehre seinem Andenken! vle Kollegen der pianoiorte- Fabrik Görs u. Kallmann. Die Beerdigung findet morgen Mittwoch, den 20. Dezember, nach- mittags 3 Uhr, von der Halle des Heiiigtrcuz-Kirchhoses in Marien- darf, Eiienacher Straße, aus statt. Am 16. d. M. entriß uns der Tod Miseren einzig geliebten Sohn Walter, Dies zeigen, mit der Bitte un» stille Teilnahme an -stldei-t Pahlke u. Frau. Rixdors, Lcnausir. 27. Die Beerdigung findet am Dienstag, den 19 Dezember, nach- mittags 3'/, Uhr. von der Leichen- Halle des alten ThomaS-Kirchhose, Hermann straße, aus statt. Hsmnn Slramms Restaurant Frankfurter Allee 68. Empfehle allen Freunden und Be- kannten mein Weiß» und Bayerisch- Bierlokal. Vorzügliche Küche, Mittag- und ilbendtisch, jeden Abend Frei- konzert. Um geneigten Zuspruch vitiet Herrmann Stramm. Ziehung 10.». 11. Januar erasie Berliner Automobil I ottariel | 8033 Gewinne ia Cuiatr. rn Int tt 135000 ■ apeo. 33 Qowinne Qosamtw. Mark W oooool a. 8000 Silber�ow. Ges&mtw. Mark 45000 1. Haupttfow. W. Mark 30000 2. Hhuptjzew.W. Mark 20000 8. Hauptyevr. W. Mark 10000 AuTomöbl' Losest Mk- ULau 1 A Mk Porto D. Litte —- XU— 26Pfg.extr«in all. 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Dezember 1911. wammm Vshlb«u'egu»g in Groß-ßcrlin. Tie Zahl der civgcschriebcnen Wähler in den sechs Ber- Uner Rcichslagswahlkrciseu hat sich gemäß der veränderten Bevölterungsbeweguvg wie folgt gestaltet: Wahlberechtigte 2 693 Wähler 4 036, 3185„ «42„ 37« 23 306 1607 1612 1. Wahlkreis.. 16 286 13 593 2.... 82 673 78 037 3.,.. 30 655 27 470 4.„.. 134 082 133 140 5.,.. 34 620 34 896 6... 164 941 248 247 Aus dieser Gegeuüberstellmtg geht hervor, daß vier Kreise an Wählern abgenommen haben, während der fünfte um 376 und der sechste Kreis um 23306 Wahlberechtigte zu- genommen hat. Es müssen alle Hebel in Bewegung gesetzt werden, um aus den einzelnen Kreisen recht große Stinimenzahlen für die sozialdemokratischen Kandidaten herauszuholen. Flugblattverbreitung in der Kirche. Das Zentrum in Berlin macht große Anstrengungen, recht viel Stimmen auf ihren Zählkandidatcn zu vereinigen. Dabei ist jedes Mütel recht. Am Sonntag wurde auf dem Gesund- brunnen in der katholischen Kirche in der Bellermannstraße ein Zentrumsflugblatt au die Kirchenbesucher verteilt. 9 An alle früheren Landarbeiter und Arbeiterfrauen Großberlins! Arbeitsbrüder und Arbeitsschwestern, die Ihr vom Lande seid! In wenigen Wochen finden die Wahlen zum Deutschen Reichstag statt. Es gilt nun, mit allen unS zu Gebote stehenden Mitteln den schwarz-blaueu Block niederzuringen. Die konservativen Parteien kämpfen mit den elendesten Mitteln gegen die Sozialdemokratie. Fast alle Versammlungen auf dem Lande werden verboten. Wirte, die ihre Säle der Sozialdemokratie zur Verfügung stelle«, werden drangsaliert und beeinflußt. Kurz vor der Wahl werden die Ar- better mit Bier, Schnaps und Zigarren traktiert, auch bares Geld wird bei den kommenden Wahlen eine große Rolle spielen. Arbetts- brüder und Schwestern I Wer find diese Arbeiter? Es sind unsere Schulkameraden, unsere Freunde, ja sogar unsere eigenen Verwandten, welche gegen uns stünmen I Soll das so bleiben? Soll die Reaktion wieder triumphieren? Das darf nicht sein! Darum aus zum Kampf! Ob Brandenburger oder Pommer, ob West» oder Ostpreuß« oder Schlesier: die Weihnachtsfeiertage stehen vor der Tür. Da ist es die Pflicht eines jeden, mündlich oder schriftlich mit seinen Verwandten oder Bekannten auf dem Lande in Verbindung zu treten. Die Sünden des schwarzblauen Blocks sind groß. Darum muß es heißen: Keine Arbeiterftimme für den Konservativen und für den Schwarzen, auch keine Stimme den Liberalen I Arbeitsbrüder und Schwestern! gehutausende Stimmen können auf dies« Weise der Sozialdemokratie zugeführt werden. Darum tue ein jeder seine Pflicht. Die Reaktion hat Wind und Hunger gesät. Sturm und Verderben soll sie ernten. Ein früherer Landarbeiter aus dem Kreise Zauch-Velzig. Auch wir möchten alle diejenigen, die die Feiertag« zu einem Besuch in die Heimat benutzen oder die Besuch aus der Provinz erhalten, dringend ersuchen, die Besuchsgelegenheit nicht ohne Hin- weis auf die Reichstagswahlen vorübergehen zu lassen. Jede Stimme gilt! • Ccltow-Beeskow. Veeskow. Mit einem Kaiserhoch eröffnet und mit Hochrufen auf den Genosse» Z u b e i I geschlossen wurde eine liberale Versammlung am letzleu Sonntag in Beeskow. Am Rednerpulte stand hilflos ein junger Mann, der ein buntes Ragout von Zeitungsnotizen, Flug- schriften und Broschürenteilen der zahlreichen unk» belustigten Zuhörerschaft zusammenhanglos und in ewigen Wiederholungen eine knappe Stunde lang v o r I o S. Herr Redakteur Ballhausen, so nannte sich der freistirnige«Redner", versuchte krampfhast, die Sozialdemokratie und gleichzettig noch die Konservativen zu vernichten. Er war der richtige Kämpe, um den Kampf nach „zwei Fronten" führen zu können. In mttleiderregender Weise wurde er in diesem„Kampfe" erbarmungslos zermalyrt. Als erster Diskussionsredner ergriff Genosse G r o g e r das Wort. In sarkastischer und scharf pointierter Weise ging er mtt den Freisinnigen und Konservativen ins Gericht. Die konservative Mißwirtschaft offenbare sich für jeden Wähler von Beeskow«im besten in der diklawrischen und im Gesetz nicht begrüiideten Praxis der Hand- habung deö RcichSvereinsgcietzeS des konscrvaliven Anttsv orsteherS, des Herrn Bürgermeisters Berthold von Beeskow. Als unser Genoffe die ungesetzliche Praxis der Anwendung des Rcichsvereinsgesetzeö gegenüber unierer Partei auf das schärfste brandmarkte und energisch dagegen protestierte, versuchte ihn der freisinnige Vorsitzende daran zu hindern Unter dem jubelnden Beisoll der Versammlung wehrte Genosse G r o g e r die Einengung des Versammlungsrechtes der Bürgerschaft gegen den LlmtSvorsteher und den freisinnigen Bor- fixenden wirkungsvoll ab. Alsdann zeichnete unser Diskussionsredner die Ursachen der Finanznot und Pumpwirtichaft deS Reiches sowie die unseligen Taten des Hottentotten- und schwarz-blauen Schuapsblocks und forderte zum Schluß die Venammliuig unter der begeisterten Zustimmung der Versammlung diese auf, am 12. Januar den Kandidate» der Sozialdemokratie Fritz Zubeil zu wählen. Ein Rittergutsbesitzer versuchte vergeblich die Versammlung davon zu überzeugen, daß die Konservativen die Jnterefien des Volles bei der Reichsfinanz- reform vertreten hätten. Er hatte lediglich vermocht, recht unfrei- Willig die Lachmusleln der Zuhörer in Bewegung zu setzen. Der ortSgewallige Bürgermeister hielt es für notwendig, gegen den schneidigen Angriff unseres Redners sich zu verteidigen. Ein heiteres Schauspiel wurde dadurch den Zuhörern bereitet. Dieser Herr rechtfertigte seine amtliche Bekämpfung der Sozialdemokratie in der öffentlichen Versammlung und betonte, daß er seine amt- lichen Anweisungen bezüglich die Nichlgenehnilgung sozialdemokra- lischer Veri'aninilungen nur in pflichtgemäßer Ausübung seines Amtes verrichtet habe. Allerdings sei Herr G r» g e r anderer Meinung gewesen mtd habe sich beschwerdeführend über ihn an die vorgesetzte Behörde gewandt. Mit erhobener Stimme erklärte er, diese habe dann die Auffassung des Beschwerdeführers geteilt II Ein Stuun der Heiterkctt quittierte diese amlsvorstehcrliche Mitteilung. Wählen Sie. wen Sie wolle», aber unter leinen Umständen einen Sozialdemokraten! Mit dieser Mahnung verließ er dann den Kampf- Platz. In wirkungsvoller und geschickter Weise antwortete nochmals Genosse E ck a r d t« Rixdors auf die Ausführungen der gegnerischen Diskussionsredner. Trotz dringenden Ersuchens wurde dem Genossen Groger weder das Wort zu einer persönlichen Bemerkung, noch zu einer Richtigstellung erteilt. Der Referent verzichtete aber trotz der scharfen Angriffe aufs Schlußwort. Die erteilte Abfuhr hatte den Herrn zu neuen Kämpfen nickt ersiitigt. Ein nationalliberalev Verbündeter versuchte mtt wenig Glück zu retten, was noch zu rette» möglich war. Viel war es nicht. Die liberale Versammlung wajr ein brillanter Erfolg für die Sozialhemokratie, die verschiedene neue Miiglieder für die Organisation gewann. Wilmcrsdorf-Halcnsee. Die Wählerversammlung ain letzten Donnerstag, die leider nur mäßig besucht war, nahm ein Referat des Genossen Eichhorn über Teuerung, Kriegshetze und Reichstagswahl entgegen. Der temperamentvolle beifällig aufgeiiomniene Vortrag klang aus in den Ruf: der herrschenden Kaste am 12. Januar heimzuzahlen, was sie an uns verbrochen. Der nöwste Reiciislag müsse ein ander Gesich� bekommen, wollen wir nichl schweren, drückende» Gesetzen imd Zeiten entgegen gehen. Der Vorsitzende Genosse Schröder ermahnte die Veriainmelteu, bis zum Wahltag ihre volle Schuldigleiit zu tun. Bei Beginn und am Ende der Versammlung trug der Wizmers- dorscr Männergesangverciu wirlungsvolle Kampflieder vo c. Friedenau. Nachdem die vereinigte» Liberalen, sowie die Konservativen in je einer öffentlichen Versammlung ihre Kandidaten die Herren Prof. D'r. Spiegel und Fabrikant March präsentiert I/aben, sprach am Donnerstag im„Kaiser-Wilhelmgarten" Genosse'F. Zubeil zu seinen Wählern. Er nahm unter lebhaftem Beifall der Per- sammelten die Gesetzesmacherei des Blockreichstags uzrter die Lupe, der an Rechtlosmachung und Ausplünderung der W>»rte schaffenden Bevölkerung das unmöglichste geleistet habe. In der Diskussion nahm ein sich christlichsozial nennender Herr Herrn ig, der schon in einer kürzlich stattgefundenen konservativen Versammlung seine vergifteten Pfeile gegen unsere Partei abschoß, das Wort. Er leierte dieselben nichtssagenden Phrasen herunter wie in der früheren Versanimlung, aber rueinand wollte sich an dem auf gctifchteu Kohl ergötzen, und der Herr mußte wohl einsehen, daß unter klassenbewußten Arbeitern kein Ntaum für ihn war. Genosse Richter wies darauf hin. daß es keine Partei gtzbe, die mit niedrigeren Mitteln kämpfe, als die chrifllichsoziale. Nachdem Ge- nosse Zubeil in seinem Schlußwort noch einmal auf die Abarten des Antisemitismus hingewiesen hatte, schloß er den interessant verlaufenen Abend mit der Aufforderung an alle Anwesenden, tat- kräftig mitzuhelfen, daß der 12. Januar der Reaktion in unserem Kreise die wohlverdiente Niederlage bringe. Treptow-Baumschulcnweg. In zwei Versammlungen, die bei Speer, Baumschulenweg, und im Gesellschaftshaus, Treptow, stattfandem. referierte die Genossen Groger und Kluß über die kommenden ReichStagSwahlen. Die Referenten kennzeichneten eingehend die Sünden des vergangenen Reichstages, führten vor Augen, welche Belastung die Reichsfinanz- rcform und Zollgesetzgebung der Bevölkerung gebracht hat. Zum Schluß forderten sie die Anwesenden auf, bis zum 12. Januar ihre volle Schuldigkeit zu tun und alles qufzttbieten, um den Wahltag zu einem glättzenden Siegcstag für die Sozialdemokratie zu ge- stalten. Der lebhafte Beifall, der den Rednern gezollt wurde, be- wies, daß sie den Zuhörern aus dem Herzen gesprochen. Nachdem die Vsrsitzenden die Versammelten aufgefordert hatten, die Wähler- listen nachzusehen, wurden die Versammlungen mit einem Hoch auf die Sozialdemokratie geschlossen. Lankwitz. Im Restaurant Ebel fand am Freitag eine öffentliche Versamm- lung statt, iu der Genosse Zubeil die herrliche deutsche Politik der verflossenen Reichstagskampagne unter die Lupe nahm. Seilte Aus- führungen' fanden ungeteilten Beifall. Bohnsdorf. Uebcr die bevorstehende Reichstagswahl sprach am Sonnabend in einer gut besuchten öffentlichen Wäblerversammlung Genosse Ernst Ger icke. In 1'/? stündiger Rede ließ der Redner die Talen des verflossenen Reichstages Revue pafsieren. In der Diskussion sprach Genosse Nillerl im Sinne deS Referenten. Der Leiter der Ver- sammlung, Genosse Kreisch, wies die Anwesende» auf unsere Organi- salionen und unsere Parteipresse hin. Rixdorf. Diejenigen Parteigenossen, welche der polnischen Sprache mächtig sind, werden ersucht, zu einer am Mittwoch, den 20, Dezember, abends 8'/z Uhr, bei Hoppe, Hermamistr. 48/49, statt- findenden Besprechung zu erscheinen, Wahlvcreinsbuch legitimiert, Das sozialdemolraiische Wahlkomitec. Schmargeitdorf. Heute abend 7 Uhr: Flugblattverbreitung von Pötscher, Spandauer Straße 40 aus. Der Vorstand. Zehlcudorf sWannseebahn). Heute, Dienstagabend 7 Uhr, voil allen Bezirken aus sehr wichtige Flugblattverbrettung, Der Bezirk 3 (Peizifcr) tagt vorläufig im neuen Lolal Brusch, Machnower Straße. Der Vorstand. Teltow. Mittwochabend 8 Uhr findet im Lolal von Bonow unsere regelmäßige Miigliederversammluiig des Wahlvereins mit ä»rßersl wichtiger Tagesordiumg statt. Dienstagabend 7 Uhr: Flugblaltverbreitting von Bonow aus. Der Vorstand. Stralau. Heute Dienstag, abends 8 Uhr, Handzettelverbreituiig zu der am Donnerstag, den 2l, Dezember, in der Alten Taverne, AU-Stralau 25, staufindenden Versammlung. Grünau. Heute Dienstag: Wichtige Flugblattverbreitung. Treffpunkt Uhr bei Franz,„Grüne Ecke". Der Borstand. Borsigwaldc-Wittcnau. Die Genossen von Borsigwalde treffen sich heute abend 7>/z Uhr bei ZüUcke, die Genossen von Witten alt ebenfalls 71/a Uhr in der Hauptstraße bei Schulze. Bezirk Oranienburg. Die Wählerliste liegt nur bts Donnerstag, den 21, d. Mis,, im Rathaus, Berliner Straße 2, und beim Genossen F. Jahn, Schützenstr. 34 aus. Daselbst sind auch Eiw spruchsformulare vorhanden. Das Wahlkoimtee. Spandau. Für den Stadtteil Nounendainm. Stcrnfeld und Haielharst heute, Dienstag, bei Müller sNonnendamm), Siemens straße. Ecke Voltastraße: Oeffentliche Wählerversammlung. Tages- ordnung:„Wen wählen wir ain 12. Januar 1912?" Referent t Stadtverordneter August Gebert- Charlottenburg. Parteigenossen! Sorgt für einen starken Besuch der Versammlung. Das sozialdemoktalische Wahlkomitec. j�ieäei'barnim. Basdorf. Am Somttag tagte bier zum erstenmal bei Sebastian eine Wählerversammlung. Genosse S ch le mm i n g e r- Weißensee refe- rierte vor zirka 50 Personen, darunter acht Frauen, über: Das deutsche Volk und die Reichstag sivahlen. Mit ficht- lickem Interesse folgten die Anwesenden den Auslübrungen des Redners. Die Dtsknffion bewegte sich in zustimmendem Sttme. Gegner waren nicht erschienen oder meldeten sich trotz Aufforderung nicht zum Worte. Mit einem Appell an die Versammelten, das Gehörte zu beherzigen und am 12. Januar geschlossen für den Sozialdemokraten Stadihagen zu stimmen, schloß Genosse Neumann» Pankow die gut besuchte und erfolgversprechende Versammlung. Bernau. Zu dem Bericht über die am 12. Dezember hier statt- gefundene öffentliche VerMittmlttng bittet uns Genosse Clajus mit- zuteilen, daß er und nicht Genosse Aysche referiert hat. Partei-?Zngelegenkeiten. Zweiter Wahlkreis. Morgen Mittwoch findet für das Wassertorviertel eine Handzettelverbreiwng statt. Donnerstag, den 21. Dezember, abends S'/n Uhr, Versa in mlung bei Gliesing, Wassertorstr. 68. Referent: Rich. Fischer. Am Donnerstag, den 21. Dezember findet eine Flugblattverbreitung für den ganzen Kreis statt. Die Genossinnen und Genossen werden gebeten, sich recht zahl- reich zu beteiligen. Dritter Wahlkreis. Heute Dienstag, den 19. Dezember, abends 8>/z Uhr, Wählerversammlung im„Deutschen Hof", Luckauer Str. 15. Tagesordnung! Die bevorstehende Reichstagswahl. Referent: Stadt- verordneter H. Molkenbuhr._ Rcichstagswahlkreis Niederbarnim. Oeffentliche Wählerversaiiiuiliingeo tagen ani Dienstag, den 19. Dezember, abends 8'/s Uhr, in Pankow im Lokale von Roczicki, Krenzstr. 3/4;, und im„Tiuinchen", Kaiser-Fnedrich-Str. 12. Mittwoch, den 20. Dezember, abends L'/e Uhr, in F r a n z ö s i s ch- B u ch h o l z im Park- restatiraitt, Hauptstr. 71. Donnerstag, den 21. Dezember, abends 81/.. Uhr. in Stralau in der„Alten Taverne", Inhaber: Schröder._ Das Wahlkomitee. Maricnscldc. Heute abend von Schuster, Kirchstraße, auS: Flugblattverbreitung für den ganzen Ort. Die Wählerliste kann auch beim Genosse» Kccutzbcrg Lankivitzstraße 11(abends) ein- gesehen werde». Lerlrner JNtedmchten. Im Zeichen des Weihnachtsdalles. Rechter Hand, linker Hand ist diesinal im Weihnacht s- kalender alles vertauscht. Sonntag und Heiligabend fallen auf einen Tag.. Die Verliuer Chronisten stellen also tief- gründige Betrachtungen darüber an, ob der„silberne" Sonn- tag sich nun eine volle Woche verspätet hat und der„goldene" Weihnachtsfischzug mit dem Bescherungstag identisch ist. Recht behalten die Klarsichtigen, denen der Kalender höchst schnuppe und die Füllung des Geldbeutels die Hauptsache ist. Eine nette Bescherung, wenn man nichts zu bescheren, keinen Draht zum Einkaufen hat! Wie in den letzten Jahrzehnten so vieles von der Berliner Wcihnachtssignatur abbröckelte, hat sich mich der Charakter der geschäftlichen Erntesonntage von dem Fest stark verändert. Das Paket als markantestes Zeichen groß» städtischen Weihnaclitstreibens regiert lange nicht niehr so un» umschränkt wie ehemals. Die überwiegende Hälfte derer, die sich in den großen Geschäftshäusern oder vor den reichge- schmückten Schaufenstern drängen, kauft überhaupt nichts oder doch nur so eu passant allerlei Kleinigkeiten, die ebensogut ungekaust bleiben könnten. Man findet es vergnüglich, sich wenigstens das anzusehen, was man nicht für andere erwerben, nicht selbst befitzen kann, und es hat entschieden auch großen Reiz, bei dieser Gelegenl>eit ohne Kaufzwang zu bestaunen, was für Wunder heutzutage die Industrie durch schaffende Volkshände leistet. Da sieht der Arbeiter so manches Stück wieder, das vielleicht unter seinen eigenen Fingern entstanden ist, und er kann nun verständnisinnige Vergleiche anstellen zwischen dem Arbeitslohn und dem Verkaufspreis. Um Pfennige steigt zuweilen der Unterschied, dann wieder schnellt er enorm in die Höhe. Nur die rechnende, jobbernde bürger- liche Krämerseele kennt die Geheimnisse, die dahinter stecken, fragt nicht nach den Schicksalen, die daran zugrunde gingen. Wenn sich heute die Festharrenden und die Resignierten, die „Kausleute" und die„Sehlente", in hastendem Strom über die Straße ergießen, reißt der Provinziale, der zu Weihnachts- einkäufen nach Spreebabcl gefahren ist, wieder mal weit die Augen auf. Er sieht in den: Zweimiüionenmoloch nur das scheinbar so ergiebige Feld, w odas Geld rolliert, und hat keine Ahnung von dem Elend mitten zwischen strahlendem Glanz. Leergebrannt ist die Stätte, wo das Portemonnaie sitzt. Man kann es umkehren soviel man will— es fällt nichts heraus oder nur das, was deni Volke zum Vegetieren reicht. Da soll man noch Feste feiern und schenken? Und doch wird geschenkt. Man geht heute nicht bloß auf Fenster- Promenade, man kauft auch, am silbernen Sonntag und noch in letzter Stunde am„goldenen". Aber nxrs man kauft, das sieht anders aus als in guten Zeiten, �ast lauter Sachen und Sächelchen, die das Auge blenden, von Morgen bis Mittag halten. Viel billiger Kleinkram und schund, eigens darauf zugeschnitten, den Weihnachtstisch des Proletariats zu„zieren". Und doch ist man halbwegs zu- frieden, wenigstens noch dieses Talmischenken sich und-den„be- gehrlichen" Seinen gönnen zu dürfen. Ein guter Gradmesser für die allgemeinc soziale Lage ist stets die Weihnachtslautie der Geschäftsleute. Diesmal hört»ran mehr als sonst Stöhnen und Seufzen, daß unser Geld auf dein Wasser schwrnimt oder in ostelbischen Junkertaschen klimpert. Für die Räuber am Völkerwohlstand ist nun schon seit Jahren die festliche Reihe„silberner" und„goldener" Tage aggebroäsen. Bloß Michel steht noch immer vor dem geplünderten Weihnachtsbaum. Er hat so lange geduldig gewartet und wird auch noch die paar Wochen warten, bis s e i n Weihnachtslicht den Volks- vcrelendern aufgesteckt wird. Höckel in der Dunkelkammer! Einige junge Leute hatten, veranlaßt durch die Reklame dc Christlichen Vereins junger Männer Berlin Süd, sich'verleiten lassen, dem Jungmänuerheim dieses Vereins, Kottbuser Straße 65, mehrere Besuche abzustatten. Die Erfahrungen, die sie daki machten, sind wert, öffentlich wiedergegeben zu werden. Uns wird geschrieben: Als wir unseren ersten Besuch machten, übernahm ein etwa 23jährigcr junger Mann, anscheinend der Ver Walter des Heims, die Führung durch die Räumlichkeiten. Sic sind behaglich und geschmackvoll eingerichtet; bis auf das Zum l' au Bildern, unter denen selbstverständlich die religiösen dominiere«. Es gibt da ein Lese-, Spiel- und Soldatenzttnmcr usi., neben zwei Vortragsräumen. Bei den reichen Geldmitteln,-d;• dein Verein durch hohe Gönner zufließen, ist das kein Wunder. Besonderes Interesse erweckte eine photograpijischc Dunkelkammer, in der Amateure ihre Platten entwickeln können. An der Tür diese e Kammer stand mit großen Lettern angeschlagen«Urzell«". Auf UttTtte tertounberfe Frage, KaS daS zu iebeuken habe, anlworbele Ans unser Cicerone zunächst mit einigen verlegenen Ausflüchten. Erst auf unser Drängen entschloß er sich, die Kammer zu öfsnen. Da erblicklc» wir allerhand alten Kram und Gerumpel und mitten darin an der Innenwand der Tür ein Bild des Professors Ernst Häckel-Jena.„Ja, warum hängen Sie denn HäckelS Bild hier in der Dunkelkammer, wo Sie doch Adolf Stöckers Konterfei so schön in Ihren Zimmern placiert haben?" fragten wir. Auf diese Frage erhielten wir die Antwort:„Nun, Sie kennen doch unsere christ» liche Weltanschauung! Wir betrachten die Lehren dieses Mannes und die Bewegung, die durch seine Lehren gestützt wird, als eines der dunkelsten Blätter der Weltgeschichte, und vor allem betrachten wir ihn selbst als einen Dunkelmann. Es soll also symbolische Be- deutung haben, wenn wir sein Bild hier hinein hängen. Deshalb haben wir auch spöttisch diese Dunkelkammer, diese Zelle, mit „Urzelle", dem Namen des kleinsten Lebewesens, aus dem sich nach Höckels Lehre alles Leben entwickelt haben soll, bezeichnet." Ob dieser Antwort, dieser heiligen, überwältigenden Dumm- hcit gegenüber, stand unser Geist vor Ehrfurcht still. Und so etwas geschieht nun unter der Aegide des sich christlich- liberal nennenden Herrn Pastors Le Seur, der der Vereins, und Heimleiter sowie einer der Hauptmatadore der ganzen Berliner christlichen Jugendbewegung ist! Was soll man da erst von den orthodoxen„positiven" Herrschaften erwarten? Enipört wandten wir uns heimwärts, eine Erfahrung reicher über das Wesen der christlichen, hirnverblödendcn Jugend- bewegung._ Eine ganze Familie mit Leuchtgas vergiftet. In der Gubener Straße öS, im Osten Berlins, wurde gestern mittag der LSjähriae Mechaniker Paul Müller mit seiner jungen Ehefrau, seinem halb- jährigen Kinde und seinem Bruder mit Leuchtgas vergiftet auf- gefunden. Alle vier Personen wurden sofort mit Sauerstoff be- bandelt und eS gelang auch, alle wieder in? Leben zurückzurufen. Sie wurden dann mit Krankenwagen ins Krankenhaus geschafft. Die Familie wohnt erst seit einigen Monaten ffn dritten Stock des Quer- gebäudeS in der Gubener Straße 3S. Irgendwelche Mißstimmungen wurden bei dem jungen Ehepaar von anderen Hausbewohnern nicht wahrgenommen. Man neigt daher mehr zu der Annahme, daß die Familie das Opfer eine» Unfalles geworden ist. Der Gashahn am Gasometer stand noch offen. Die Gefahr wurde dadurch bemerkt, daß um 11 Uhr der Frühstücksbeutel noch an der Korridortür hing und sich auf den Treppen ein starker Gasgeruch bemerkbar machte. Die Pfefferkuchenpoesie. die sich in diesem Jahre weniger als sonst mit der Politik, und dafür um so mehr mit der Liebe beschäf- tigt, hat die Polizei erregt. Verse wie„Lieber Mann, pust aus das Licht und vergiß Dein Weibchen nicht" und andere sind be- schlagnahmt worden. Auf Beschluß des Amtsgericht Berlin-Mitte ist den Händlern der Vertrieb von Pfefferkuchen mit derartigen- anstößigen Aufschriften verboten worden, und Zuwiderhandlungen werden strafrechtlich verfolgt werden. Die für den Ortspolizeibezirk Berlin erlassene Droschken- orbnung vom 1ö. Februar 1905 wird wie folgt abgeändert: Zu H 85. Zwischen Absatz 3 und 4 ist folgender neuer Absatz einzufügen:„Ebenso ist der Führer einer Kraftdroschke ver- pflichtet, jede Fahrt nach den Ortschaften Tegel sGemeinde Tegel, GutÄezirk Schloß Tegel und Kaserne des Luftschiffer-Bataillons), Wittenau, Rosenthal, Nieder-Schönhausen, Hohen-Schönhausen, Johannisthal und Adlershof, Ober-Schöneweide, Nieder-Schöne- weide, Mariendorf einschließlich Südende, Lankwitz, Groh-Lichter- selbe und Dahlem anzunehmen und auszuführen. Er ist indes berechtigt, außer dem Fahrpreis einen Zuschlag von 50 Pf. zu er- heben, sofern der Wagen nicht auch zur Rückfahrt benutzt wird." Zu Z 103. Im Absatz 1 sind die Worte„elektrischen" und „bei den übrigen Kraftdroschken 2 M." zu streichen. --.-u-Sv,§ 103. Der§,103 ephgll. nachstehttchen Hisatz:„5.. für Fahrten nach den im Z 85 Abf. 4(jetzige Fassunch genannten Ortschaften, sofern die Fahrt dopt endet und die Droschke nicht auch zur Rückfahrt benutzt wird..... 50 Pf." Di« Bestimmungen dieser Pol�eiverordnung kreten, am 1. Ja- miar 1912 in Kraft. Zwei Bluttaten die zwei jungen Männern das Leben kosteten, wurden in der Nacht zum Sonntag im Osten der Stadt ver- übt, beide im Bereich des 52. Polizeireviers. Im Streit erstochen wurde der Arbeiter Otto Söldner aus der Finowstr. 27 zu Lichten- lerg und der Elektrotechniker Fritz Masche aus der Kopernikus- s! ratze 35, die beide erst 21 Jahre zählten. Söldner, der mit seinem Bruder zusammenwohnte und in einer Gasglühlampen- sabrik in der Gubenerstraße arbeitete, machte am Sonnabend nach Feierabend eine Bierreise. Zuletzt saß er mit zwei Schtvägern, b.m Fabrikarbeitern Ertel aus der Kadinerstr. 21 in einer Schank- Wirtschaft am Comeniusplatz. Tort belästigte gegen 11 Uhr abends-der 23 Jahre alte Kutscher Wilhelm Kube aus der Thaer- siraße 7, der in Mariendorf auf Bauten arbeitet, die drei Gäste. Söldner verbat sich das-wiederholt und als er damit keinen Er- sc lg hatte, gab er-dem Kube eine Ohrfeige. Jetzt setzte der Wirt alle vier vor die Tür. Auf der Straße kam es dann zu einer Schlägerei, die damit endete, daß Kube seinen Genickfänger zog ru-d Söldner ins Herz stieß. Während der Gestochene zusammen- ! ach und auf dem Wege nach der Hilfswache in der Warschauer Scraße starb, entfloh Kube. wurde aber von Schutzmännern und a deren Leuten in der Gubener Straße festgenommen. Der Ver- I tete behauptet, in der Notwehr gehandelt zu haben.— Masche, tcr bei seinen Eltern-wohnte, und in der Machbarschaft beschäftigt war, kneipte am Sonnabend abend mit seinen 20 Jahre alten Bruder. Beide kamen Sonntag früh um 5 Uhr in das Lokal von Liberia am ComeniuSplatz 6. Hier saß der Arbeiter Ladislaus Barschak, ein Pole, mit einem Mädchen. Als sich Fritz Masche dem Mädchen nähern wollte, gab es„Krach". Bal-d kam es auch zu Tätlichkeiten. Jetzt wies der Wirt sowohl den Brüdern Masche als auch Barschak und seiner Begleiterin die Tür. Auf der Straße setzte sich zunächst der Wortstreit fort. An der Ecke der Poscner Rüdersdorfer Straße wurden dann die Streitenden wieder tätlich. Jetzt mischten sich auch andere ein, die aus verschiedenen Richtungen-dazukamen Und nun gab es eine allgemeine Schlägerei. bis Fritz Masche in den Hals gestachen wurde und tätlich verletzt zusammenbrach. Der Verwundete wurde nach der Hilfswache in der Warschauer Straße gebracht und starb dort gleich nach der Auf- nähme. Barschak wurde verhaftet und zunächst nach der Revier- wache gebracht. Er bestreitet den Stich geführt zu haben und hat auch Zeugen namhaft gemacht, die bekunden, daß er es nicht ge- wcscn sei. Trotzdem wurde er der Kriminalpolizei vorgeführt. Diese verfolgt augenblicklich noch eine Spur, die Barschak zu seiner Entlastung und zur Ermittelung des wirklichen Täters selbst an- gegeben hat. Es läßt sich also noch nicht sagen, ob der Verhaftete der Täter ist oder nicht. In ihrer Wohnung erschollen hat sich die 26 Jahre alte Frau Helene Holz aus der GipSstratze 9. Die Frau war seit Jahren von ihrem Manne verlassen und litt an einer Krankheit, so daß sie schwer um den Unterhalt zu kämpfen hatte. Eine Revolverschiesierei versetzte gestern vormittag die Bewohner dcS Hauses Neue Hocvstr 39 in lebhafte Erregung. Dort feuerte der frühere Houighändler Lorenz auf feine von ihm gelrennt lebende Ehefrau, brachie ihr- zwei Streifsctmsse bei und schoß dann aus sich selbst. Beide Personen wurde» verletzt, die Ehefrau leicht, der Revolverheld schwer. Er wird sich zu verantworten haben. Ein schrecklicher Unfall ereignete sich in der vergangenen Nacht auf dem Grundstück Königsberger Straße 25. Mit einem Dienst- mädchen, das dort bei einem Schankwirt im hohen Erdgeschoß in Stellung ist, unterhielt der 23 Jahre alte Schlosser Ernst Czemanski aus der Königsberger Straße 11 ein Liebesverhältnis. Ick der vergangenen Nacht um 3� Uhr hörten die Bewohner des Hauses ein jämmerliches Hilfegeschrei. Drei Schlächtergesellen, die zuerst hinauseilten, fanden Czemanski auf dem eisernen Gitter eines Lichtschachtes hängen. Die Spitze einer Stange war ihm in den Unterleib eingedrungen und hatte eine so große Oeftnung gerissen, daß die Eingeweide heraustraten. Schutzmänner, die geholt wurden, hoben den Verunglückten behutsam herab und brachten ihn nach der Rettungswache in der Koppenstraße. Nachdem er dort die erste Hilfe erhalten hatte, wurde Czemanski nach dem Krankenhaus am Fricdrichshain gebracht. Hier liegt er hoffnungslos danieder. Er selbst kann keine Auskunft mehr geben, wie das Unglück geschehen ist. Man nimmt an, daß der junge Mann seine Geliebte durch das Fenster besuchen wollte und dabei abgeglitten ist. Jedenfalls ist er so unglücklich gefallen, daß er von dem Gitter aufgespießt wurde. Bon einem Mörtrlwagen überfahren. Ein swwerer Unfall hat sich gestern abend in der Bebmstratze im Norden Berlins zugetragen. Dort wurde der 35 Jahre alte Gastwirt Kasimir KaSpzryk aus der Volwstraße 40 von einem Mörtelwagen überfahren. Dem Ver- unglücklen gingen die Räder des schweren Wagens über den rechten Ober- und llnterscheiikel hinweg, so daß diele mehrfach gebrochen wurden. KaSpzryk wurde zunächst nach der Unfallstation in der Gaudystraße und von dort in bedenklichem Zustand nach dem Virchow- Krankenhaus geschafft. Die Berliner Brandchronik war am Sonntag sehr reichhaltig. Drei größere Brände brachen, in der Mohrenstraße 37», Ecke der Schönhauser Allee 78, neben dem Ringbahnhof, und in der Eichendorff st raße 20 aus. In der Mohrenstraße standen im zweiten Stock des Vorderhauses in- der Blusenfabrik von Gustav Wittstock Blusen, Kleiderständer, Stoffe, Fenster usw. in Flammen, während in der Schönhauser Allee 78 ein größerer Teil der Dach- konstruktion brannte. In der Eichendorffstraße war in einem Fa- brikgebäude in einer Maschinenfabrik ein größeres Feuer ent- standen, das mit zwei Rohren bekämpft werden mußte. Ein Straße-nbrand alarmierte die Feuerwehr Sonntag nachmittag nach der Reinickendorfer Straße 1. Dort hatte ein Automobil einen großen Gaskandelaber umgeworfen und das ausströmende Gas war auf nicht ermittelte Weise in Brand geraten. Außerdem war ein Leitungsdraht der Straßenbahn gerissen. Die Feuerwehr löschte das Feuer und fperrte die Gasleitung ab. An dem Straßenbahn- mast wurde der Strom einstweilen ausgeschaltet, bis ein Turm- wagen zur Stelle war, der den Schaden reparierte. Die Störung dauerte etwa eine halbe Stunde. Im Sportpalast sing abends gegen 6 Uhr Bohnermaffe in einem Umkleideraum Feuer. Die an- wesende Sicherheitswache der Feuerwehr griff sofort ein und be» seitigte die Gefahr in wenigen Minuten. Das Publikum bemerkte von dem Vorfall nichts. Ein böses Ende fand ein Brand, der am Sonn-tagnachmit-tag in Charlottenburg, Gervinus- st r a ß e 5, in dem Zigarrengeschäft von Hermann Rothe auskam. Als der Inhaber die Gefahr bemerkte, standen mehrere Regale mit Kisten schon in Flammen. Anstatt zu flüchten» blieb nun Herr Rothe im Laden und suchte den Brand selbst zu löschen. Hierbei wurde er aber von den Flammen erfaßt und am Kops und an den Händen schrecklich verbrannt. Als ihn die Samariter der Feuer- wehr in Behandlung nahmen, begann er zu phantasieren, und sein Befinden verschlimmerte sich derart, daß er auf Anordnung eines Arztes sofort nach dem Krankenhaus Westend geschafft werden mußte. Der Zigarrenladen ist größtenteils ausgebrannt. Das Feuer wurde vermutlich durch einen Ofen verursacht, der zu scharf geheizt worden- war. Ein gefährlicher Wohnungsbrand kam in der letzten Nacht in der Muskauer Straße 8 im Südosten Berlins zum Aus- bruch. Als das Feuer gegen 1Z4 Uhr bemerkt wurde, brannte- eine Wohnung im Keller des OuergebäudeS schon lichterloh, und der sich entwickelnde Rauch hatte die Treppen des Ouerge-bäudeS bereits vollständig verqualmt. Die Mieter gerieten daher in stakke Auf- regung. und es schien zu einer Katastrophe kommen zu sollen. Zum Glück war die Feuerwehr mit dem 8. Löschzuge aus der Reichenberger Straße schnell zur Stelle. Die Wehr rief den beun- ruhigten Personen zu, keine ubereilten Schritte zu tun, es wurden sofort zwei Hakenleitergäng-e errichtet, von denen aus dem ersticken- den Qualm Abzug verschafft wurde. Der Brand selbst wurde mit einer Schlauchleitung gelöscht. Nach einer guten Vierlslstunde war jede Gefahr beseitigt.— Wegen eines großen Ladenbrandes wurde die Feuerwehr Montag früh nach der Ostender Straße 1 im Norden Berlins gerufen. Hier war das Feuer schon so weit- vorgeschritten-, daß mit zwei Schlauchleitungen Wasser gegeben werden mußte. Der Laden ist ausgebrannt.— Außerdem erfolgte gestern früh noch Feueralarm nach dem Schloß Monbijou. ES rückten- sofort mehrere Züge aus. doch ergab sich bei ihrer Ankunft, daß im Schloß keinerlei Fcuersgefahr vorlag. Es wurde vielmehr fe-stgestellt, daß ein Angetrunkener die Feuerwehr alarmiert hatte. Der Unfugstister wurde der Polizei übergeben-. Die Konsumgcuossenschast schreibt uns: Bei der in der 3. Bei« läge der Nr. 291 enthaltenen Uebersicht über den Umsatz der Ver- kaufsnellen der Koniuingenosseiischast Berlin und Umgegend ist zu berichtigen, daß der Umsatz der fünf Monate des vorigen Geschäfts- jahrcs um 499 027,90 M. zu niedrig angegeben war. Der Mehr- umsatz beträgt demnach 1 345 582,97 M. Der Kreis I(Brandenburg) des Arbeiter-SchwimmerbundcS hielt am Sonntag in der städtischen Badeanstalt in der Oderberger Straße sein Winlerschaiischwimiiien ab. Der gute Besuch bewies, daß man den Bestrebungen der volkstümlichen Schwimmerei des Arbeiter- Schwinimerbundes reges Interesse entgegen bringt. Da« Programm war sehr abwechselnd und zeigte eine» gut ausgeführten EröffnungS- reigen der Damenabteilung der„Freien Schwimmer" Charlotten- bürg, eine Mädcheustafette(Siegerin Damen-Schwimmverein Rixdorf in 2 Min. i8y5 Sek.), einen Damenfreikampf(Siegerin Damen- Schwimmverein Rixdorf mit 20>/z Punkten). Bereinsstaselte(Sieger „Vorwärts" Rixdorf 5 Min. 47-he. Bald darauf kam es auf der Straße zwischen einigen angetrunkenen jungen Leuten zu einem Wortwechsel. Als dieser in ein Handgemenge auszuarten drohte, ver- suchten einige. andere Personen Frieden zu stiften, und nun entspann sich ein heftiger Kampf, an dem fich schließlich etwa 30 junge Leute beteiligten und bei dem das Messer als Waffe diente. Schon nach wenigen Minuten brach plötzlich einer der Beteiligten, der Töpfergeselle Hermann Tietz, blutüberströmt zusammen und ver- starb nach wenigen Augenblicken. Der 19jährige Maurergeselle Ludwig Radolla blieb bald darauf schwer verletzt liegen, während eine ganze Anzahl der Streitenden Verletzungen erlitten hatten. Als die Kämpfenden die Entdeckung machten, daß Tietz tot war, ergriffen sie die Flucht. Der bald herbeigerufene Arzt stellte bei Radolla zwei tiefe Stiche in den Rücken und einen Stich in den rechten Oberschenkel fest und veranlaßte die Uebersührung des R. nach dem Kreiskranken» Hause in Groß-Lichterselde. Bei Tietz war jede ärztliche Hilfe zu spät, der Arzt konnte nur noch den durch drei Messerstiche, in das Herz verursachten Tod feststellen. Die polizeilichen Recherchen nach den Teilnehmern an der Messerschlacht sind bisher erfolglos ge» blieben. Das Befinden des in daS Kreiskrankenhaus in Groß- Lichterfelde eingelieferten Maurers Radolla hat sich soweit gebessert, daß R. am vorgestrigen Vormittag einem Verhör unterzogen werde» konnte. Der Maurer konnte allerdings über die Personen, die ihm die schweren Verletzungen beigebracht oder den Tod des Tietz ver» schuldet haben, nur ungenaue Angaben machen; er behauptet, daß die Hauptschläger Berliner gewesen seien. Die Leiche deS Tietz ist polizeilich beschlagnahmt und nach der Zehlendorfer Leichenhalle über- führt worden. Lankwitz. Banunfall. Eigenartige Zustände scheinen auf einem Neubau in der Charlotten« Ecke Seydlitzstraße zu herrschen. Nachdem am Dienstag der vergangenen Woche ein Zimmermann abgestürzt war, stürzte am Freitag ein Maurer Kaatich beim Treppcnbau herunter. K. fiel auf einen eisernen Träger und verstarb am Sonnabend an den erlittenen Verletzungen. Wie man uns mitteilt, soll am Bau daS Rüstzeug zu wünschen übrig lassen. Der Zimmermann hatte in Ermangelung eines besseren Rüstzeuges Schalbretter genommen und war damit in der dritten Etage durchgebrochen. Sache der Behörden müßte es sein, den Bau eingehender auf seine Schutzvorrichlungeo zu prüfen. ?empe!hof. Die Straßenanlagen auf dem Tempelhofer Felde bildeten, den tzauptgegenstand der letzten Gemeindevertretersitzung. Do bei der Bebauung des Tempelhofer Feldes die Bestimmung geltend ge» macht ist, den Bau von Hinterhäusern zu vermeiden, wurde die Bau- sluchtlinie einer Block-Teilungsstratze mit einer Dammbreite von nur L Metern festgesetzt.— Auch die Straße Sa, von der Lichter- selber Straße kommend, die als reine Wohnstrahe mit Vorgärten gedacht ist, soll nur 7H Meter Dammbreite erhalten. Selbst die Straße 14, in der auf der östlichen Seite Läden zugelassen werden, auf der westlichen Seite aber die Verwertungsgesellschaft von ihrem Rechte der Ladenbeschränkung Gebrauch macht, soll ebenfalls einen nur 1Yi Meter breiten Damm erhalten. Offenbar verfährt die Verwaltung nach dem Grundsatz, möglichst keine breiten Straßen festzusetzen, dort, wo Läden in Betracht kommen. Rasenstreifen an- zulegen und die Wohnstraßen mit Vorgärten zu versehen, die aber Eigentum der Gemeinde bleiben. Hierdurch wird die Straßen- unterhaltungspflicht wesentlich eingeschränkt. Obendrein hofft die Verwaltung, daß sich die Wohnungen mit Vorgärten leichter der- mieten lassen und zur Erhöhung des Mietswerts beitragen. Genosse Schmidt wies darauf hin, daß das finanzielle Moment nicht allzu- sehr in die Wagschale geworfen werden dürfe. Hiev dürften nicht Rücksichten auf Ersparnisse walten, sondern hier müßte für flotten Verkehr Sorge getragen und die Straßen in ihrer vollen Breite ausgenutzt werden. Nebenbei wurde noch auf die unerquicklichen Verhältnisse hingewiesen, die aus diesen Vorgärtcnstreifen sich ent- wickeln werden. Alle Einwendungen waren nicht imstande, den Wunsch der Verwaltung zu Fall zu bringen. Die Stimme des Vor- sitzenden gab den Ausschlag.— Von den bereits jetzt in Höhe von etwa 3 Millionen veräußerten Grundstücken sind Eckbaustellen mit 2250 M., Frontbaustellen mit ISA) M. die Rute verkauft worden. — Bei Beratung der Teurungszulage für die Gemeindcarbeiter regte Genosse Schniidt an, auch den Unterbeamten mit Rücksicht auf die Teurung eine einmalige Teurungszulage von 50 M. zu gewähren. Er glaube, daß sich dann keiner zurückgesetzt fühle, zumal dann die geringer entlohnten Personen das gleiche bekourmen. Das wurde abgelehnt. Folgender Vorschlag: Bureau- und Unter- beamten einschließlich der Techniker Kl) M.. die auf Privatdienst- vcrtrag Angestellten 25—30 M., Frauen und jüngere Kräfte 25 M. einmalige Teurungszulage zu gewähren» wurde sodann ange- nouimen.— Am Schluß der Sitzung wurde auf das Zuschütten des Grundpfuhls aufmerksam gemacht und daran erinnert, die gün- stige Gelegenheit zur Errichtung eines SchmuckplatzeS wahrzu- nehmen. Weistensee. Eine alberne Denunziation leistet sich da»„G. m. b. H.-Organ'. In Nr. 189 wurde berichtet, daß die Gewerbetreibenden drauf und dran sind, die Verkaufszeit am Weihnachtsheiligabend bis um 7 Uhr zu verlängern, während dieselbe von der Behörde auf 4 Uhr fest- gesetzt war. Inzwischen ist es den Gewerbetreibenden gelungen, die Geschäftszeit bis 6 Uhr auszudehnen. Wir ersuchen die Arbeiter- schaft, ihre Einkäufe so cinzurichleu, daß diese um 4 Uhr erledigt sind, damit die vor dem Fest schon genügend geplagten Angestellten am Heiligabend ihre wohlverdiente Ruhe erhalten. Hierin erblickte das G. m. b. H.-Organ eine geschäftliche Schädigung und schreibt: „Die vorstehend gegebene Abmachung an die Arbeiter kommt fast einem Boykott gleich und hat die Wirkung einer schweren Beein- trächtigung des Geschäfts." Das Blatt übersieht mit Absicht, daß eine Aufforderung nichl zu kaufen von uns gar nicht ergangen ist. sondern die Einkäufe sollen im Gegenteil um 4 Uhr erledigt sein und zwar im Fnteresse der Angestellten, die allerdings von dem Blatte mit keiner Silbe erwähnt werden. Dafür versteigt es sich zu folgendem demagogischen Satz:„Die hiesige Arbeilerbevölkerung dürfte doch wohl zu verständig und intelligent sein, um wissen zu können, daß sie in ihren privaten Angelegenheiten keiner Partei- diklatur unterworfen ist." Die hiesige Arbeiterschaft wird jetzt erst recht ihren Klassengeuossen hinterm Ladentisch die nötige Solidarität erweisen und ihre Einkäufe bis um 4 Uhr erledigen. Potsdam. Die Geschäftszeit am Heiligabeud. Den Vorstellungen der Kauf- Mannschaft hat nun zum Nachteil der Angestellten auch der Polizei- Präsident von Potsdam Folge gegeben und das Offenhalten der Ladengeschäfte am Heiligabend bis 6 Uhr gestattet. Die nrsprüng- liche Verordnung, nur bis 4 Uhr Geschäfte offen zu halten, wurde zurückgezogen. NowaweS. Feuer brach am Sonnabend früh gegen 8 Uhr im Geschäftslokal des Konsumvereins, Priesterstr. 29, aus und griff mit großer Schnelligkeit um sich. Nur durch rasches Zugreifen einiger An- gestellten wurde ein Uebergreifen des Feuers auf das obere Stock- werk verhindert. Als die alarmierte Feuerwehr erschien, war der Brand, der wahrscheinlich durch Funken aus dem angeheizten Kachel- ofen entstanden war, bereits gelöscht. Die entwickelte Glut war so stark, daß die Rohre der elektrischen Lampen an der Decke schmolzen und die Fensterscheiben zersprangen. Ausgebrannt ist ein Regal mit alten entbehrlichen Akten und Belegen; ferner wurden einige Kausend Zigarren durch Feuer und Rauch unbrauchbar gemacht. Die Geschäfts« bücher waren im Geldschrank verwahrt und blieben daher unversehrt. Der Schaden ist durch Versicherung gedeckt.— Das Geschäftslokal mußte infolge des Brandes sofort verlegt werden und befindet sich jetzt Blücherstr. 8, 2 Tr. links. Spandau. Ein braver Parteigenosse, Wilhelm Schäßler, ist am Sonn- abend an der Proletarierkrankheit verstorben. Der Verstorbene ge- hörte mit zu den Genossen, die stets wenn der Ruf an sie ergeht, ihre Pflicht erfüllen. Die Parteigenossen werden ersucht, dem Toten durch rege Beteiligung an der heute Dienstag, nachmittags 3t/z Uhr, von der Leichenhalle in den Kisscln stattfindenden Beerdigung die letzte Ehre zu erweisen._ Lese- und Tiskutierklub„Paul Singer". Nächste Sitzung Mittwoch, den 20. d. Mts., abends 6'l, Uhr, im Lokale.von Karl Beck, Samariterstraße 17. Gäste willkommen. Spandau. Mittwoch, den 20. Dezember, abends 8'/, Uhr, suchet im Restaurant von Pckzilles, Pichelsdorser Str. 5, ein UebungSabcnd der Samariter statt. Vorwag eines Arztes über„Vergiswngeu". Hieraus Vor- trag über„Die Jenaer Aerzteausstellung". Gäste haben sreien Zutrilt. WasserktandS'Nawetlvte» der LmideSanstalt sflr Gewässerkunde, mitgeteilt vom Berliner Wetterburcau 0+ bedentel Wuchs,— Fall. ') Oberhalb der Brücke EiSstand. —•) Unierpegel.—•) Eisstaich Theater und Vergnügungen □□ DD □□ Di. u S t a g, 19. Dezember 1211. Zlniang 7llt Uhr. 5t. OPerndaus. Tannhäuser. Si. Schauspielhaus. Der Bettler von Shrakus. Deut>'ches. Ossiziere. »l'averlnnd. Spezialitäten. ,'lirtus Busch. Gala-Vorstellung. Zirkus Schumann. Gala- Vor- ftellung. Anlang 8 Ubr. Urania. Taubruiiraste 48/49. Von Meran zum Ortler. Kaiiimcripiele. Sumurün. Kurfürsicnover. Die lustigen Weiber von Windsor. Berliner. Di« Ahnengalerte. Lriiing. Gudrun. »rouiiiwe Oper. Der Barbier von Sevilla. vieues-.chauspielbaus. Alt- Heidelberg. Neues. Das Mädel von Moni- martre. Weste». Fatinitza. Residenz. Ein Walzer von Chopin. Neues Operetten. Die moderne Eva. Kleines. Lottchen? GeburtSIag. Gentz und Fanny EIßler. Hocken- jos. Schiller O. Die Wildente. SM.. Gl, nrloiteudurg. 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Neues Theater. Abends 8 Uhr: Das Mädel von Montmartre. Crcvctte: rrlt-t Theater des Westens. 8 Uhr: Fatinitza, Mittwoch und Sonnabend nachm. 4 Uhr: Max und Moritz. SebiHerTdeslero.�""' > Thealer. Dienstag, abends 8 Uhr: Iii« HVildentv. Mittwoch, abends 8 Uhr: König; Heinrich. DomierSlag, abends 8 Ubr: Kopf und Helmert. Schiller-Theater �rT Dienstag, abends 8 Uhr: Sladamc Snns ttöne. Mittwoch, abends 8 Uhr: Haetkcrade. Donnerstag, abends 8 Uhr: l>ic Wildente. Nesideuz-Theater. Direktion Richard'Alexander. Heute 8 Uhr: Ein Walzer von Chopin. Moulag u. Dienstag(I. u. 2. Weih. nachtsseiertag)»achin. 3 Uhr: Die Dame von Maxim. Abends 8 Uhr: Ein Walzer von Chopin. Belie-Aiiiance-Theater Abends S'U Uhr: Zapfenstreich. Mtltw, 3 Uhr: Dornröschen. Freitag, 22. Dez. zum erstenmal; Die schöne Kokotte._ Luisen-Theater. Abends 8 Uhr: In Dunkel gehüllt. Mittwoch: Wir tanzen durch» Leben. osc-inc/tzist Große Frauksurler Str. 132. SIbend» 8 Uhr: Faust. Tragödle v. Wolfg, v, Goethe. 1. Teil. Mittwoch nachm. 4 Uhr: Gold- Härchens Himmelfahrt. 8 Uhr: Faust. Donnerstag: Die gröftte Liebe. Metropol-Theater. Die Nacht von Berlin! Groß« JahreSrevue in 7 Bildern von JuI. Freund. Musik von B. Holländer. In Szene gesetzt vom Dir. R. Schultz. Ansang 8 Uhr. Rauchen gestattet. Abends ab 8 Uhr. Die grossen SpezialitSten. 9 Uhr: Harry Waiden im Brettikönig._ Reiehshallen-Theater. Anfang 8 Uhr, Sonntag» 7 Uhr. Uidg/ctis Town Hauptstadt von Liliput mit ihren'd'O Bewohnern FrledrichstraBe 163, in den Räumen von Castans Panoptikum. Geöffn. von 2 Uhr nachm. bis 10 Uhr abends. Entree inbegriffen Variete- und heitere Unterliaitungs-Vorstellungen. 1 Mark. Zirkus Extra-Entree. Zirkus Extra-Entree. Mords Gaudü •ber-Bayern im Sporf-Palasl Triauon-Theater. Täglich abends 8 Uhr: Mvlu Baby. Sonntag nachm. 3 Uhr: Franclllon. Admlfölspalasif AmBohnbotföcdrkhiieasse} Fis- Arena. Von 10 Ubr an geöffnet. ■MT IVachmtttaga: SßilitäV' Konzert. 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Tages o>r d n u n g: ZZL vis Parteien Im Wahlkampf. SI Referent: Geschäftsführer Genosse Richard Fischer. r Freie PiKkussttiv...._____ 259/4» )aS W«Hleomitee. I. A.: N. Vei&e. A Geschäfts- Qründuns; 1896 Juwelenhaus Zimmermann& L°- Juweliere Gold-«. Silberwaren-Fabrik Uhren-Großhandlung Berlin SO. Oranienstr.204, 206, 207 Telepbon: Amt 4, Nr. 3549 Empfehlen zum bevorstehenden Weihnachtsfest ihr großes lijir i> Jmilii In. M m Mm Eigene Werkstatt für Reparatur u. Neuarbeit im Hause. für die Oüä der fbbrikafe bürgt der NameR.union, Spezialmorken; Viner. 6b 2Pfg Lookout 3* ÖÄ. I CeOffDet 6- Koekl-Boeki eer getcbVtit Berlins, Oranlenslr. 58 (jUriM am MorlUpl.U) KaipUdenl«prkautour LFabrlkgat) NeboMteh. Schlafzimmer 90* eebl Eiche, gewachst.. 1 Anhleldeiohrank m. fipieg.l M. t Bettstellen ä 52 M.. M. 1 WaachipH'lte mit Mwmor M- 1 Kaeheitpiegel.....» 1 Nachttticb...... M. 1 Stuhle» 6 M.-... M. «u tut»...... M--- | EigetM WerktUtten GegrOodet 1079 Verwaltung Berlin. | Gelegenheitskauf! 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Rcstaurateur lanuar>912, von ichweitzer, Berlin. Attersir. 17.— Jeder ehemalige Zögling wird in seinem eigenen Jnlercsse herzlich gebeten, sich hierzu einzufinden.! Otto König, ziorsitzeuder, Birkenwerder bei Berlin 253/2 Groß-Lichlerfelde-Osl— Kranoldplalz. Elablissement Kaiserhof. loh empfehle meine neu renovierten Säle zn allen Vergnügen, Versammlungentund sonstigen V eran staltungen. Gr. Vereinazlmmer. X Vorzügliche Speisen. ff. Scbolttaeiü• Bier. X Beeile Bedlcnnug. Hochachtungsvoll Gustav Kaufholtz. Großer Pelz-Stola-Verkauf Eile zu Weile IIS Dresdener Str. IIS (Hochbahnstation Kottbuser Tor). Eigene Kürschnerei War prliuu Felle! Riesenhafte Auswahl! Sehr billige Preise. Echt Skunks-Stnla von S5 M. an. Echt Nerzmurmel-Stola nit Köpfen u.ScUwcifen v. 18 n.an. Vlaska Fuchs-Imitation von 7,50 U. an. genau auf Spezial-Pelzhaus Hille Eile zu Weile zu achten I 110 Drcadencp Str. HO. Jedermann erhält die im Fenster ausgestellten Gegenstände sofort für den bezeietmeton Preis. 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DtMdtt(911 Karl iay und ceblus. Ain tragikomisches Schauspiel bot die Verhandlung, die sich am Montag vor dem Landgericht III abspielte. Der sattsam bekannte Führer der Gelben, Herr L e b i u s, war von Herrn Karl May. dem bekannten Verfasser vielgelesener Reiseromane, wegen Belei- digung verklagt worden, weil Lebius ihn einen„geborenen Ver- brechen" genannt und ihm literarisch« Hochstapelei vorgeworfen hatte. Aus den Verhandlungen ergab si sich den Schutz des§ 193 des Strafgesetzbuchs zu, hält diese Schutzgrenzen aber für überschritten, da die Absicht der Beleidigung dem Gericht nicht zweiselhast sei. Mit Rücksicht aiuf die Schwere der Beleidigung verurteilt das Gericht den Angeklagten zu 199 M. Gelostrafe eventuell 20 Tagen Gefängnis und legt ihm die Kosten des Gers-ihreuS aust___ ßcnebtB- Zeitung. Landmesser und Cficrliürgnuitisicr. Die Wilni ersdorfer Gtadtverordueken erhielten dieser Tage privatim die Abschrift eines Steichpger.chtsnrte ils zugesandt, das namentlich im Hinblick auf den kerndeutschen Brauch, ehreuhaste Arbeiter wegen Erpressung ins Gefängnis zu senden, einige Beachtung verdient. Ein Landmesser namens Georg Siegel in Wilmersdorf hatte sich am 27 Mai 1911 Vor der 3. Strafkammer am Landgericht HI wegen Vergehens gegen den § 1l4 des Strafgesetzbuchs zu verantworten. Siegel war seiner Meinung nach durch die amtliche Absteckung einer Baufluchtlinie geschädigt worden. Als seine Beschwerden ohire Erfolg geblieben waren, sandte er dem Oberbürgermeister Habermanu ein Schreiben, worin eS heißt „Sollten Sie nicht binnen acht Tage» die Sache in meinem Sinne erledigen, so müßte ich Schritte tun, die unserer„fortschrittlichen" Stadtverwaltung nicht zur Ehre gereichen würden, den» ich würde beleuchte», wie diese mit gerechten Forderungen des Publi- lnrns umspringt". Der Oberbürgermeister überreichte diesen Brief der Staatsanwaltschaft, die daraufhin Anklage erhob und zwar wegen Vergehens gegen den vorhin genannten Paragraphen, der diejenigen mit Strafe bedroht, die durch Gewalt oder Drohung eine Behörde oder einen Beamten zur Vornahme oder Unterlassung einer Amtshandlung nötigen. Dies Vergehen hielt die Strafkammer jedoch nicht für vorliegend; vielmehr verurteilte sie den Angeklagten wegen Beleidigung zu 159 M. Geldstrafe. Da« Reichsgericht, au das der Angeklagte sich nunmehr wandte, hob aber am 7. November das Urteil auf und erkannte auf Einstellung des Verfahrens. In der Begründung des Urteils, das das Aktenzeichen 21) 673/1911. 1X2917 trägt, heißt eS: „War der Angeklagte überzeugt, er verfechte mit dem Briefe, den das Urteil als Beschwerde über den Oberlandmesser Schumann auffaßt, einen sachlich richtigen Standpunkt, hielt er die Absteckung der Baufluchtlinien für mangelhast und die ihm bereiteren Schwierigkeiten für ungerechtfertigt— und alles dies sieht d«S Urteil als erwiese» an—, so hauvelte er w Wahrnehmung berechtigter Interessen, lue«» er seiiw Beschwerde der dem VermessungSaurt vorgesetzten Dienststelle vortrug� auch wem» fein« Bmiahme, daß er»«gerecht behandelt worden sei, auf einen Irrtum(§ 69 deS Strafgesetzbuches) beruht haben ie.' Außerdem hielt da» Reichsgericht die Einstelluitg de» Ber« fahren» sktr geVoten, well der Overbtwgermekster den ftk Me ve» leidigungSklage erforderlichen Strafantrag nicht gestellt hatte. „Schwerste Strafe dem, der andere an freiwilliger Arbeit hindert!" Recht drakonische Strafen wurden vergangene Woche vom Schöffengericht Berlin-Mitte- gegen eine Anzahl Altgeklagte verhängt, die sich wegen, der Beschuldigung, Streikvergehenl verübt zu haben, zu verantworten hatten. Von dem Stattsinden der Vor- Handlung war uns leider keine Mitteilung zugegangen, und können wir deshalb erst heute kurz darüber berichten,. Die Streikbewegung der Kutscher bei der Firma Gebrüder Rickster im November d. Js., über die der„Vorwärts" ja fortlaufend berichtet hat, ivar die Ver- anlassung zu der Justizaktion. Bekanntlich hatte die Firma Richter, damit die Streikenden mit den Arbeitswilligen nicht in Berührung kommen sollten, den Schutz der Polizei erbeten, der ihr auch in weitgehendem Maße gewährt wurde. Die Fuhrwerke der bestreikten Firma wurden ständig von Polizeimaiinsckuften> begleitet. �Mit den Arbeitswilligen zu reden, war den Streikenden also unmöglich ge- macht. Deshalb hatten letztere verschiedentlich den Versuch unter- nommen� die arbeitswilligen Kutscher außerhalb Berlins zu sprechen und ihnen die Gründe, die zum Streik führten, klar zu machen. Weil nun hierbei einige scharfe Worte sielen, drei der Arbeitswilligen auch verprügelt wurden, mußten sechs der Strei- kenden. die Kutscher Adolph. Mann, Schwan, Segert, Braun und Burau auf der Anklagebank Platz nebmen. Den Angeklagten Adolph. Mann. Schwan und Segert wird durch die Anklage zur Last gelegt, aus der Chaussee von Spandau nach Rnhlcben einen Biehtransport der Firma Richter angehalten und drei der Kutscher mittels„gefährlichen Werkzeugs" mißhandelt zu haben, um sie dadurch zur Teilnahme an dem Streik zu ver- anlassen. Der Angeklagte Adolph soll ferner eine der Firma Richter gehörige Halskoppel zerscknitten, den Arbeitsdvilligen Radke ge- nörigt, bedroht und tütlich beleidigt haben, und ist mit Schwan zu- sammen der gemeinschaftlichen Körperverletzung des Arbeits- willigen Kilpert angeklagt. Angeklagter Mann wird beschuldigt, den Buchhalter Hedrich und den Arbeitswilligen Müller durch den Ruf„Streikbrecher" beleidigt zu haben. Wegen Beleidigung und ge- meinschaftlicber Nötigung des Kutschers Grodatzky sind die Kutscher Braun und Burau angeklagt. Tie umfangreiche Beweisarpfna�me ergab, dah bie uttier AM» klage gestellten Vorgänge seitens des öffentlichen Anklägers riefig aufgebauscht wurden. Die Zeugenaussagen waren so ungenau und widersprechend, daß mcm sich wundern mußte, wie der Amtsanwalt es fertig brachte, so drakonische Strafen zu fordern. Er beantragte gegen den Angeklagten Adolph wegen, Nötigung, Körperverletzung, Beleidigung und Sachbeschädigung eine Gesamtstrafe von 1 Jahr 4 Monaten Gefängnis; gegen Mann insgesamt 19 Monate; gegen Schwan wegen Nötigung und zweimal wegen gemcinschast- licher Körperverletzung 1 J«hr Gefängnis; gegen Segert wegen Nötigung, und gemeinschaftlicher Körperverletzung 6 Monate Ge- fängnis; gegen Braun wegen Nötigung 6 Wochen Gefängnis und gegen Burau, der um die Pferde des Arbeitswilligen Grodatzky herumgegangen ist, 2 Wochen Gefängnis. Der Verteidiger der Angeklagtem Rechtsanwalt Dr. K. Rosen- selb, ging den Strafanträgen des AmtsanwaltS scharf zu Leibe und schilderte das soziale Milieu, in dem sich die Vorgänge abgespielt haben. Falls das Gericht wirklich eine Bestrafung für notwendig erachtet, beantragte er, auf eine geringe Geldstrafe zu erkennen. Das Gericht verurteilte nach längerer Beratung den Ange- klagten Mann wegen Nötigung und Körperverletzung zu 5 Mo- naten Gefängnis; Adolph und Schwan zu je 7 Monaten Ge- fnngnis und Braun wegen versuchter Nötigung zu 1 Woche Ge- fiingniS. Die Angeklagten Segert und Bu ran wurden frei- gesprochen. DaS Gericht hielt es für angebracht, auf diese enorm hohen Strafen zu erkennen, trotzdem durch die Beweis- aufnähme festgestellt wurde, daß niemand einen Schaden oder sonstigen Nachteil durch die„Straftaten" erlitten hat. Selbst die angeblich so schwer Mißhandelten haben nicht einmal einen Arzt aufsuchen, geschweige denn ihre Arbeit aufgeben müssen In Preußen gibt es keine Klassenjustiz! stch ferner, daß btx»ngeNagt« stet» ew fest««tfWMge»�«Nfw zur Schau getragen habe. Aus mehrere Zeugen hat L. de» Eindruck eines kindischen und Willensschwächen Mensche» gemacht, der stets verschlafen gewesen sei. Er habe auch häufig auf einem Stuhl, der in einen Schrank gestellt wurde, während der BureauftundQn ein Schläfchen gemacht- Ferner wurde die Geliebte des Angeklagten, eine von ihrem Manne getrennt lebende Frau, vernommen, die unter anderem bekundete, daß sie von dem Angeklagten monatlich 300 M. erhalten habe. Ter Angeklagte habe keinesfalls sehr üppig gelebt und ihr auch keinerlei kostbare Geschenke gemacht, wie früher behauptet worden sei. Die Verhandlung wurde schließlich abgebrochen und auf Dienstag 9)4 Uhr vertagt. Da noch zahlreiche Zeugen zu ver- nehmen sind, wird das Urteil erst in den späten Abendstunden zu erwarten sein,_ Hub aller Melt. Die umfangreichen Unterschlagungen de» Magistratsbureauassistenten Otto Lüdicke bilden heute den Gegenstand eines Prozesses vor dem Schwurgericht des Land- gcrichts l. Die Anklage gegen L. lautet auf Unterschlagung im Amt. Betrug, Registerfälschung und schwere Urkundenfälschung. Ten Vorsitz im Gerichtshöfe führt Landgerichtsdirektor Neuenfeld, die Anklage wird vom Staatsanwaltschaftsrat Bönning vertreten, die Verteidigung des Angeklagten führen die Rechtsanwälte Dr. Schwiudt und Esch.— Der Angeklagte war seit dem Jahre 1901 in dem Steuerdureau des hiesigen Magistrats als Assistent an- gestellt. Seit mehreren Jahren war er in der Abteilung be- schäftigt, in der die bei Grundstücks- und anderen Verkäufen zu hoch angesetzten Umsatzsteuern berechnet wurden. Den betreffenden Personen, die den Antrag auf Zurückzahlung der zuviel gezahlten Steuer gestellt hatten, wurde dann, wenn der Antrag als zu Recht bestehend befunden wurde, ein Ouittungssormular übersandt mit dem sie nach vollzogener Unterschrift den Betrag von der Stadt- hauptkaffe in Empfang nehmen konnten. Außeroem war eS ihnen aber auch freigestellt, den Betrag einer Bank überweisen zu lassen. Der Angeklagte ging nun folgendermaßen zu Werke. Er brachte einen fingierten Äntrag in den Geschäfisgang, so daß er in die be- treffenden Register eingetragen wurde. Wenn dieser Antrag dann in seine Hände gelangte, stellte er falsche Berechnungen aus und fälschte schließlich unter dem Genehmigungsvermerk die Unter- schriften mehrerer Stadträte, unter anderem auch die Unterschrist des verstorbenen Stadtrats Tourbie. Borher hatte er sich bei ver- schiedenen hiesigen Großbanken ein Konto mit falschen Namen er- öffnen lassen, die mit denjenigen der fingierten Antragsteller identisch Ivaren. Auf diese Weise gelang es dem Angeklagten nach und nach, insgesamt zirka 80 909 M. zu erschwindeln. Als er sich zum Schluß noch durch einen größeren Coup in den Besitz von 40 900 M. setzen wollte, kam die ganze Sache durch einen Zufall zur Entdeckung. Lüdicke ergriff die Flucht, wurde aber bald darauf verhaftet. Mit dem unterschlagenen Gelde hatte der An- geklagte deu noblen Kavalier gespielt und große Beträge in leicht- sinniger Gesellschaft verjubelt. Außerdem hatte er sich in der Nähe von Erkner eine Villa und eine Fabrik gekauft.— In dem Vorverfahren hatte L. angegeben, daß auch von mehreren anderen Beamten, die sich gegenseitig in die Hände arbeiten, gleiche Be- trügereien bei dem Berliner Magistrat verübt würden. In der gestrigen Verhandlung weigerte sich der Angeklagte, die Namen der Betreffenden zu nennen. Der Vorsitzende läßt ihn daraus a» den Zeugentisch treten, die Geschworenen verlaffeu ihre Plätze, ebenso die Richter; alle bilden einen Kreis um den An- geklagten. Der Vorsitzende dringt nun in einer geradezu un- erhörten Weise auf den Angeklagten ein, doch die Kompliceu preis- zugeben. sonst könnte« ihm leicht mildernde Umststände versagt«erden. Dies Borgehen eines GerichtSvorsstzenden ist ganz un- gewöhnlich und erinnert an das längst aus dem Arsenal der Juristerei verschwundene Mittel der GeständntSerzwingung durch die Folter. Wenn auch ein körperlicher Zwang in diesem Falle nicht angewendet worden ist, so ist doch die Bedrohung mit einer schweren Strafe für den Fall des Richtgeftändnisses aus den Worten des Vorfitzenden klar ersichtlich. Von den Rechtsanwälten Dr. Schlpindt und Esch war schon früher der Beweis dafür an- getreten worden, daß der Angeklagte ein schwerneurasthenischer und geistig minderwertiger Mensch ist. Es sind deshalb außer zirka 30 Zeilgen mehrere medizinische Sachverständige geladen. Für die Verhandlung sind zwei SitzungStage in Aussicht ge- iwmmen. In der umfangreichen Beweisaufnahme wurde unter sicherem festgestellt, daß an die in Frage kommenden Formulare sehr leicht herarizukommen war, da sie in einen unverschlossenen Schrank lagen, der in einer Kanzlei stand. Durch zahlreiche an die Zeugen gerichtete Fragen der Rechtsanwälte Dr. Schwindt und Esch ergab Cm unfehlbares Littel. Die ReichZtagSwohlen und ihr wahrscheinlicher Ausgang ssllden zurzeit in allen BevölkerungSschichten einen ausgiebigen Gesprächs« stoff. Und das ist auch kein Wunder: hat doch die bitter emp- fundene Steuerpolitik des schwarzblauen Blocke», das schwächliche Versagen der bürgerlichen Parteien bei der Beratung der s ozi alen G esetze vielen Tausenden bisher in- differemen Wühlern die Augen geöffnet. Alle möglichen Kombi« Nationen über die voraussichtliche Zusammensetzung de» Reich»- Parlaments werden laut; wenn e» nach dem Wünschen und Hoffen mancher Optimisten ginge, erhielte die Sozialdemokratie einen Mandatszuwachs, durch den die Mehrzahl der Zöllner und Pharisäer aus dem Reichstempel hinausgejagt würde. Allerlei mög- liche und unmögliche Vorschläge werden uns gemacht, um den Erfolg der Wählen in freiheitlichem Sinne zu beeinflussen. Ein ganz Schlauer aber, der sich au» Bremerhaven mit einem Briefe an un» wendet, möchte das Angenehme mit dem für ihn Nützlichen verbinden. Der Mann hat ein ganz unfehlbares Mittel, erfunden, wodurch jeder deutsche Wähler sagt:„Ich wähle rotl" Die Erfindung des Herrn, der danlbarerweise sein Agitation»- mittel nur unserer Partei geben will. hat nebenbei noch die gute Eigenschaft. daß die Zahl der Abonnenten der Parteipresse sich gewaltig erhöht. Und da» alle» fliegt der Sozialdemokratie zu, wenn wir dem Erfinder, der aus telegraphFjche Antwort wartet, lumpige 10 000 Mark übermitteln. Da wir bereit» im Besitze eine» unfehlbaren Mttek» find, unser« Wähler- und Abonnentenzahl gewaltig zu steigern, mußten wir leider auf da» billige Angebot auS Bremerhäven verzichten. Unser Rezep aber ist: Sgitation und Organisation! Wenn alle unsere Anhänger da» Mittel»ach besten Kräften im Wahlkampfe an- wenden, werden viele unserer bisherigen Gegner am 12. Januar sagen: Ich wähle rot! Ein Licbesdrnma am Telephon. Auf eine»cht amerilanische Weise hat in Portland im Staate Oregon eine Frau Eman Robinson ihren Liebhabe� den reichen Kaufmann C o ck r e 1 1 aus Chikago, von ihrem Selbst« Mordversuch in Kenntnis gesetzt. Seit längerer Zeit stand Fxau Robinson zu Cvckrell in näheren Beziehungen. Stet» jedoch hatte der Liebhaber da» sehnliche Verlangen der Dame, Frau Cockrell zu werden, abgelehnt. Auch am Sonntagmorgen versicherte Frau Robinson am Telephon ihrem Herzenskönige wieder ihre innigste Zuneigung und ihren dringenden Wunsch nach ehe- licher Vereinigung mit ihm. Als alle heißen LiebeSschwüre an dem nüchternen Kaufmann abprallten, machte Frau Robinson ihn darauf aufmerksam, daß er zuhören möge, wa» jetzt geschehe. Deutlich hört» der. herzlose Liebhaber den Knall eines Revolver». Er eilte sofort in die Wohnung der Frau Robinson und fand die Frau mit einem Schusse in der Brust neben dem Telephon am Boden liegen. Da die Aerzte hoffen, die Frau durchzubrurgen, wird der letzte Knalleffekt wohl eine Trauung sein. Die Kirche hat einen guten Magen, Ein« Konferenz im hl. russischen Synod hat kürzlich die Forde- rung aufgestellt, daß für die Bedürfnisse der Geistlichkeit insgesamt 76 Millionen Rubel bewilligt werden. Zu deu jetzt schon bewilligten Mitteln erfordert das einen neuen Kredit von 41 Millionen au» Staatsmitteln. Dafür soll die Armee von 88000 Priestern, Küsteni usw. unterhalten werden. Da» soll der Lohn sein, den die russiiche Geistlichkeit für ihre rec.tionäre» Handlangerdienste von deu herrschenden Parteien erwartet. Kleine Notizen. Die schlecht» Zensur. Furchtbare Folgen hatte ein» schlechte« Schulzeugnis. das dem dreizehnjährigen Realschüler M o l z au» Mannheim erteilt wurde. Der Junge hat sich erhängt; vor Schreck darüber ist sein Vater wahnsinnig geworden. Wieder ri» Erdbeben in Württemberg. Am Montag früh zwischen 6 und 7 Uhr wurden in Waiblingen zwei ziemlich starke Erderschütterungen, verbunden mit unterirdischem Rollen und Lichterscheinungen, wahrgenommen. lliaiibmvrd in München. Am Sonntagmorgen wurde in einem Wirtschafisgarleu an der Harlachinger Straße in München die Leiche eine» uubekauntcii Mannes aufgesunden. Tie Leiche wies schwere Verletzungen über dem linken Auge und am Hinterkopf auf. ES liegt Staubmord vor. Späler lvurde in dem Ermordeten der Tagelöhner Lech er mann erkannt. Bon dem Täter fehlt bisher jede Spur. Eifrnbnhuunfiill. Ein Lokalzug der Nordwestbahn stieß heute früh bei der Einfahrt in die Wiener Bahnhofshalle an den Prellbock, wobei 27 Personen leicht verletzt wurden. Cingegangene DpuchrcbHften. RelchSvcrsichcruiiasordnung nebü EiuführungSgesck n«d Er, länterunge» von Dr. L. von Köhler, I. Biescnbrrger, H. S dpi ff et, Dr. W. Schall. Vierte Lieferung: 4. Buch: Jnoatibeii> und Hüiteittiebeii.'n- verftchcriing bearbeitet vom OberregicrnngSrat Bicfeiiberger. Preis L M. lDiefc!' Wert erfcheim in C— 7 Aeserungen zum CScIamlprci» von ca. 18 M.) W. Kofi lf)(immer, Verlag in Stuttg>rt. Der Entwurf de» Preusiisch.n Wassergesetze» w der zur Bor- leguiiq beim Abgeorductenhaufr endgilltig bestiminten flasfung ift von der Preußischeu Veriagsanflalt, Berlin SW. 98, NiUcrftr. 60, zum Preise von 4,50 M. zuzüglich von 30 Pf. für etwaige Postverfendung zu bezfche». Der Entwurf regelt da» gcfamte Wafserrecht einheitlich und erschSpf-nd für die ganze preußische Stonarchj«. Mehne Gdcbnifk' in der Gefangenschaft am Olymp, von Ingenieur E..Mchicr. 1,20 M,£)• Born, Leipzig, Wvlfsblut. Vo» Jack London,(Ah. 9 der„Welt der Fahrle» und Abenteuer',) 3 M,, geb, 4 M, F, Febfcnfcld, Freiburg i, Vr. Die Scharfmacher des Judustrtesedletes— Dodfetnve der auf- strebenden Arbeiterschaft. Po» H, Limbertz. 39 Sellen. Verlag: Sozialdemokratisches Bureau für Nhcim-md-Westsalen, Düsseldors. Marktpreise von Berti» am 4«. Dezember»Sil. nach«rmMeluna de? König!, Pölizeipläsii-iums, Marklhaiieii preis»,(Kirindanoel), 100 ftüo.namtn Erbsen, gelb«, zum Kochen 36.00— 50,00. Soeiicdohneu weihe. 40.60 UO.OOi Linsen 40.00 80.00. Karwstel» 8,00—11,00. 1 Kilo. graiimr Nnidsteisch, von der Keule 1.00— 2,40. Rindfleisch, Banchstl-isch 1,2) bis 1,70, rchwoiilcflcifch 1,20— 1,30. Kalbfleisch 1,50—2,40. Hamiueisseisch 1,30— 2,20. Butler 2.60—3,20. 60 Stück Eier 3,80-0,40. 1 Kilogramm Karpten 1.00— 2.40, Aale 1,20—2.80. Zander 1.40—3,60. Hechte 1,20 bis 2,60. Barsche 100—2,00. Schleie 1,40—3.20. Bleie 0,80—1,4). QO Stück 2.40— 24.0k Verantwortlicher Redakteur: Albert Wachs. Berlin. Für den Inseratenteil verantw.: Tb.Gl»cke.Lerlin. Druck u. Verlag; Vorwärts Buchdruckeret u. VcrlagSanstalt Paul Singer u-Eo.. Berlin SW» » m%?»,«» 4. Keilllge des Jorroiirts" WllisdlM. ißt kr zereBeii Berlin. Ackerstr. t?, Hentschcl. „ 85, F. Hanke. „ 111, A. Thoma. „ 154,_offiiiann. 171, Nentwig. £lial5ci'ljtv. 27, Schmidt. 34. Konsumgenosscnschast. w 45a, O. Hanke. , 66, F. Happe. , 83. W. Heyer. , 87, Manegold. 100, Hanke u. Co. Adniiralfir. 18, O. Hanke. „ I9a, Ranfit. , 30, M. Hcinroth. 37, W. Kahl. 40,»iansst. lldolsstr. 12b, Hönisch. , 18, Bernrath. , 38, Kränkel. vlexandrinenstr. 28,& Hilbig. 116, P. Hanke. Allensteiner Str. 6, R. Kneycl. . 8, Ramthun. „ 11, P. Hanke. 15, C. Ulbrich. 26, Saunus. Mt-Moabit 42, Dinger. , 82a, Bloilner. Alvenslebenstr�S, Merzhau». Amsterdamer vir. 3, Schmoll. 26, Kuhrt. ilndreasstr. 5, Bloiincr. 16, O. Hanke. „ 32, Brolsabrik Wilhelma. 35, P. Zähne. , 66. Goldacker. Kleine Andreas str. 7, H. Hierfe. 21, G. Schutt. AndreaZplatz 3, A. Finger. Anklamcr Str. 23, P. Hanke. 26, Huschle. „ 36, H. Clatzem 57, A. W-igt. Annensir. 41. F. Niemeher. Antonstr. 3, Treuster. . 8, Krause. ?lntwerpener Str. 4, Haffenstew. Llrndtslr. 5, Konsumgenossenschast. Artillertestr. 4, Goldacker. Auguslslr. 58. O. Hanke. Lad str. 13, C. Kappler. . 26, Rieh. , 33a, Goldacker. » 37a, Schimezek. . 59, Klickcrmann. Landelstr. 38, P. Hanke. Larnimstr. 17, Bcnthin. 47. Schutt. vastianstr. 18, Herbera. 20. W. Mendt. BarsuSftt. 6, Hoffman«. , 16, Krause. BSrwaldstr. 47, Raatz. Behmstr. 37, H. Bröge. Bellermannstr. 8/10. H. 94t. 84, P. Hanke. Belle-Alliance-Str. 24, O. Hanke. Bergstr. 33, Rentwich. . 68, O. Fickcrt. vergmannstr. 10, Stnosiu». . 14a, Polenz. 19, O. Hanke. „ 89,Böckere!genossenschalt 104, Bloltner. Lerlichingenslr. 1, G. Höhne. 12. Ruft. Lemauer Str. 77, B. Pohl. 97. Marx. Leusselstr. 7. M. Eckert. , 20, Bloltner. „ 24, 81. Gras 36, Thiele. 42, I. Langgllth. 44, 81. Grerhlew. „ 50, 23 Mesche. 56, I. Benthin. „ 59, Spreer. . 87, Rittner. Lies entHaler Str. 2, Menfing. 5, F. Hanke. 14, M. Maue. Birkenftt. 32, O. Frank. Blanlenscldestr., 6, Schlltt. vlumenstr. 14. O. Hanke. . 29, Schocher. , Kla, Krause. , 64, I. Sedlatschek. „ 67a, Kuhn. 68, Nordstern. Llücherstr. 11, O. Hanke. 16. Bloltner. Lidikerstr. 5, Hanke u. Co. , 7, Konsumgenossenschaft. , 31, Bäckereigenossenschast. . 36. Hesse. Boppftr. 9, Kelch. Bötlg-rstr. 5, G. Jordan. Bötzowstr. 34, Konsumgenossenschast. Lortunistr. 6. R. Ludwig. Lornholmer Str. 14, E. Bugge. , 18, F. Gronau. , 75, Schneider. , 90, R. Sonntag. , 94, Schmidt. Lomunannstr. 2. P. Braun. , 8, Sander. Bofieftr. 8. Kittes. Loyenstr. 11. Belzig. , 24, Nieitroh. 87, A. Posfln. , 42, F. Hanke. Boeckhstr. 37. Schlcgelmtlch. , 46, H. 8Iust. Loxhagener Str. 27. F Fleunnwg. BraunSberger Str. 13. F. Klaufing »redowslr. 16/17. F. Lemger. 43, Schön. vrenicr Str. 57, Vesterttng. „ 60, I. Beyer. Lritzcr Str. 7, H. Briese. 21, Seidel u. Co. ». 41. L. Osterhagen. önmnciifir!' 3, Mollweide. 41, Hanke. ! 82, J.«rast. Brunnenstr. 87, Müller. , 110, Hauke u. Co. „ 129/130, Goldacker. „ 154, K. Bullinger. Brückenstr. 13a, Nordstern. Brüsseler Str. 5, Szillat. , 18, Dumröse. 22. Huschle. 37. Patzschkc. 43. E. Buller. „ 53, Hanke u. Co. Buggenhagenstt. 3, Binlc. BurgSdorsstr. 4, Krankel. » 15, K. Linder. Buttmannstr. 16, R. Flügel. . 20, Kränkel. Bülowstr. 18, Bloilner. Büschingstr. 12, Konsumgenossenschast. Cadwer Str. 4, Ponzet. , 13, Papcnbrock. . 19, 83. Hardert. Camphausenstr. 6, Zindlcr. Capriviftr. 9, I. Dehmel. 25, Hauke u. Co. Chamifsoplatz 1, P. Tschocke. Carmen Sylvaslr. 155, E. VaMnke. 157, A. Scholz. Chausseestr. 39, Golftacker. , 93, F. Hanke. , 105, Hofsmann. . 112, O. Hanke. Chodoloieckistr. 1, Gebr. Fächer. , 33, 81. Hanke. Chorincr Str. 24, R. Kügow. . 34, Cland. 37, Schutt. » 55, F. Hanke. 85, H. Mendt. Christburger Str. 25, Schüler. , 30, Tank. , 35. C. Heilmann. Chctstianiastr. 116, Eppinger. Colberger Str. 14, H. Hermenau. CöSIiner Slr. 1, 8llbrecht. , 3, Gwiazdowski. , 4, Kammel. Courbiörestr. 19, P. Hanke. Cuvrystr. 5, O. Stieler. „ 22, Schönig. 28, Piaith. „ 37, G. Kraatz. 42, v. Lienen. „ 44, F. DebcS. Dänenstr. 5, F. Kynast. Danziger Str. 4, Goldackcr. „ 8, Conrad. 15, Bobel. 42, Nittsch. . 46, E. Körner. , 70, Bondran. . 94, Nobilwa. Demminer Str. 25. 8l. Galling. 35. Michelt. Dennewitzstr. 6, Blottner. , 19, Blottner. Diefsenbachstr. 52, W. Laupe. , b8a, Gebr. Pook. Dirschauer Str. 13, F. Bachstein. Dolziger Str. 31, G. Schoftsch. . 39, H. Kähne. . 36, Weder. „ 51, Dahme». Dragoncrstr. 15, Hoffmann. Dresdener Str. 6, Goldacker. , 17, O. Hanke. , 90, R. Doherr. . 104, P. Hanke. Drtesener Str. 11, Ä. Gygel. , 15, Ncugebauer. Drontheimer Str. 13, Barth. , 25. A. Peiser. , 40. K. 8lust. Dunckerstt. 2, SupinSki. 7. M. Ramsch. , 23, Sander. . 70, TrezinSki. . 80a, F. Deinert. 90. Reichert. Sbeltngstr. 5, Blender. 10, C. Boese, EderSwalder Str. 2t, M. Teschner. Ebertystr. 23, Meher. . 33, O, Hanke. , 45, Schramm. . 50, A. Brückner. Eckeristt, 13, E. Hartwig. . 17. Pilz. Eisenbahnstr. 3, Haupt. „ 8, O. Hanke. , 13, K. Hampel. 31, Rothe. Elbinger Str. 3, O. Hanke. , 32, 20 e tisch. , 34a, Utecht. , 38, Fechner. „ 53, Janas. 99, F. Reimann. Eldenaer Str. 2. Merkel. , 25, Sasram. Elisabethstr. 37. O. Hanke. Elisabethuser 59, Lerche. Elsasser Str. l9, O. Hanke. 33. O. Hanke. Emdener Str. l7. Bohl. 21. O. Müller. 49. P. Duttke. 50, Konsumgenosfensch. Era»mu«str. 5, Konsumgenossenschast. Esmarchslr 1, G. Schütt. 14, Fratzke. 20, R. Marttnsohn. Eulerstr. 11. Zähr. Exerzierstr. 3a, P. Hanke. 19a, Koschei. Ehlauer Slr. 13, Blottner. Falkplatz 1, Schobert. galckensteinstr. 8, P. Hanke. 17, O. Hanke. 20,«. Fischer. 34, G. ilirützmacher. 37, Manlhey. 45, Hanke u. Co. Fchmarnstr. 10, Pöltsbrot. , 19, Hanke u. Co. 23. Busse. Fehrbelliner Str. 27, R. Höselbarih. , 25, Sommerfeld. Fehrbelliner Str. 54, Konsumgen. „ 79, I. Loreck. Fcnnslr. 9, F. Stark. „ 34, F. Hanke. , 48, sieinicke. 51, F. Hanke. Fschtestt. 22. Schönseldt. Fidicinstr. 11, Preuh. Fischerstr. 7. Glah. . 12, H. Liebe. Flensbnrger Str. 29. O. Hanke. Forster Str. 3, Konsumgenossenschast. , 6, O. Wcidner, „ 20, Bäckereigenossenschast. 42, W. Hildebrandt. , 48. Marlies. Frankfurter Allee 29/30. Hanke u. Co. „ 32, Turban. „ 123, Goldacker. 145, O. Schalck. Gr. Frankfurter Str. 38, P. Hanke. , 139, Goldacker. Kl. Frankfurter Str. 14. Mittelstädt. , 18, Goldacker. Franseckhstr. 7. 81. Wöhlert. , 25, Günther. » 37, G. Sy. , 41, R. Bengtsch. 45, Thiel. 51, K. Wittkopf. Freienwald er Str. 21, G. Gerlach. 28, P. Hanke. Friedenftr. 44, Hartmann. . 46, F. Hanke. 47. G. JanNsch. 74. Türpe. 101, P. Barth. Friedeberger Straße 1, John. 14, Hoheiscl. Friedrlchstr. 27, O. Hanke. 247, Goldacker. Friedrichsberger Str. 17, Schütt. „ 20, Sperhake. Friedrichzselder Str. 13, Bobel. , 26, Janle. „ 39, Ouandt. Am Friedrichshain 34, A. Rennoch. Friedrich-Wilheliii-Slr. 23, Zapp. Fricfcnstr. 27. Blottner. Fruchtfir. 4, Hanke u. Co. 36. E. Dobrick. , 37, Schernikau. , 83a, Bartsch. Fürstenberger Str. 8, O. Hanke. , 9, G. Kanz. , 15, Oßwald. Äartenstr. 3, Konfumgenossenschast. , 5, Wach. . 61, R. Scherf. Gaudhstr. 9, E. ElSner. Genthiner Str. 37, Biotine». Genier Str. 4, Rossau. , 42, Lud dicke. Georgenkirchstr. 67, Schulz. Gerichtstr. 3, Konsumgenossenschast. , 9, Hoffmann. 14, Psennigsdorf. , 23, Berl. Genofienschast»- 53, Jhle.[bätfctei. 78, Hanke u Co. 84. 81. Thoma. Gipsstt. 9, Mattkc. «ilschiner Str. 58, Heinroth. lasgowcr Str. 29, Naujock. Gleimstr. 7, K. Silelsch. . 12. 81. Merten». 14, Jaape. . 21, G. Pardemana. . 29, 81. Braun. , 42. E. Hemman». „ 50, E. Krolhe. „ 55, Marlin. , 67, Busse. Glogauer Str. 3, A. Schulz. , 17, Magenknecht. 26, K. Lacke. 28, Bäckereigenofiensch. Gneisenaustr. 108, E Hensel. GotzkowSkystr. 12, Hanke. Gollnowslr. 9, O. Hanke. Goebenstr. 17, Konsumgenossenschast. Görlitzer User 2. R. Heide. , 28, Hanke u. Co. . 32. 81. Nowosadko. Sörtttzer Str. 24. Thiel. , 36, Beckmann. 55. I. Fischer. , 63, Lippert. 63, SIernheim. Gormannstr. 24. Thiel. 25/26, O. Mimith. Gräseftr. 4, Mülbe. „ 10, Penk. , 12, P. Hanke. . 35, Bäckereigenossenschast. 39, Kligge. 65b, Konsumgenoffenschast. 80, Mittelstädt. Graudenzer Str. 5, O. Gregor. .» 12, Sperling. Graunstr. 5, Schenk. , 22, Kütmer. , 28, Sekrenz. , 32, F. Hanke. 37, Müller. GreisenhagenerStr. 8/9, Krien. ..15, A. Niklasch. . 58, Strehlow. ,. 84, Konsumgen. GreisSwalder Str. 12. O. Hanke. . 32, O. Hanke. , 46, Lehmann. 16t, E. Rittlaus, 167. Hast. 202, Förster. Grenadterstr. 3, S. Schipper. Grenzstr. 13, W. Ziegels». Griebenowstr. 8/9, K. Meck. Grimmftr. 1. Pusch. 29, O. Hanke. Großbeerenstr. 65. Blottner. Gr.-Görschenstr. 43, O. Hanke. Grünauer Str. 21, Puff. . 26, Barock. '. Büß. Grüner Weg 19. Nordstern. . 54, N. Wieiner. Grüner Weg 63, O. Hanke. . 75. E. Bolff. . 88. Macks. „ 115, Spillmann. Grünchaler vir. 8. Schinschke. 17. Ti-tsch. 84. W. Jäckel. Gubener Str. 31, Lemet. . 41, Kuvatt. 51, Schulz. 58. A. Deu». , 59, Hanke u. Co. Guineastt. 1, Mindt. , 41, Kubelke. Hagenauer Str. 1, F. Hanke. 13. K. Ephan. tagelberger Str. 26, Merzhau». asenheide 49, Krüger. Gr. Hamburger Slr. 29, Bobel. Hausburgstt. 5, Brendlau. . 12, Gerland. 16, L. Engel. 27, Knobloch. Heckmann-User 5, A. Speisekom. Heidcnscldstr. 11, Witschib. 17. Chr. Witschel. , 19, O. Hanke. 21. Müller. teimstr. 7, A. Krüger. ennigsdorser vtt. 1, Herrmann. , 13, 8lckermann. 37. Müller. HermSdorfrr Str. 6, Bobel. Hohenlohestr. 3. Görke. 18. Bäckereigenofiensch. Hochslr. 2a, A. Rudolf. . 25. W. Duckert. . 31. I. Maue. 40, Hentschel. Hochslr., Neue 8, Hanke. 18, Herzog. 24. Schulz. 31, Hossmann. 35, Krcysel. Höchstestr. 11, Spaet. 33, Stolzenburg. Hochmeistevstr. 1, O.«ante. , 166, Konsumgenoficnsch. 20, F. Ochmann. Sochstädterstr. 3, Seegcr. olzmarttstr. 13, Blottner. 36a, Plenert. Huselandstr. 37, Oberreicher. 46. A. Czok. Husfilenstr. 6, E.Werner. , 13, Potscher. „ 20, E. Ruhwedel. , 28, Neigensindt. 30, F. Hanke. 38, y. öebelt. 40, MachtanS u. Barg. „ 43, F. Riesling. 53, Konsumgenossenschast. „ 71, Hanke u. Co. Huttenstr. 4, F. Rechenberg. 26, O. Bensch. Hübnerstr. 6, Sleffenhage». , 9. Bauer. 14. A. NeSke. JablonSNstt. 14. E. Bernd». , 21, Höhn. 39. Br. Boß. Jagowstr. 10, Brandt. 20, K. Brüggeman». Jahnstr. 21, Köhler. . 24, Sperling. Alle Jakobstr. 18/19. Lück. 47. G. Müller. ,. 57/59, Konsumgcnofi. 133, Lück. Neue Jakobstr. 17, Blottner. JaSmunderstr. 15, H. Below. , 18, Böttcher. Jerusalcmer Straße, Richter. Jmmanuelkirchstr. 10, Jendrohk». , 20, L nnla. . 32. I. Kalelka. Jnsterburgerstr. 13, Peier. Jnvalidenstt. 14, Hosfman». , 156, Hanke. , 157, Goldacker. Josefflr. 12, Hauke. JZIandstr. 18, A. Daume. Karlstr. 26, O. Hanke. Kastanien-Allee 13/14. O. Hanke. , 35, Goldacker. „ 46, Schurwanz. 57, Künscher. Katzlerstr. 18, MerzhauS. Kameruner Str. 8, W. Czekalla. 16. A. Dachwitz. , 51, G. Klitzing. . 57, W. Heiner!. Kelbelstr. 5, Hirsch. Kesselstr. 36. Hoffmann. Kirchstr. 1, Goldacker. . 8, Blottner. Kiautschoustr. 5. Schewe. ; 17, E. Beseke. Kochhannstr. 14, Konsumgenofiensch. . 26, F. Hanke. , 28, H. Krinne». 34, Kästner. «och str. 49, Blottner. . 62, Konsumgenofienschast. Kolonlestr. 9, Engel. „ 10, Schröder. 30, 81. Denn». , 83, Kränkel. 34, 81. Wiese. „ 71, I. Wcichmann. 138, Dimde u. Breitung. Kolberger Slr. 14, H. Hermenau. , 27. Schwämmlein. Königstr., Reue 82, P. Hank«. Königsberger Str. 1. Goldacker. . 20, Blottner. 30. D. Bohmdorf. Köpenick«: Str. 9d, Bloilner. 23, P. Hanke. 48:49. Hanic. 137, Nordstern. 172. Fischer. 193, Hellwig. KopemikuSstr. 3, Konsumgen off enlch. 3, Tenpel u�iehhöser. 9, S. Wellnttz. KopernikuSftr. 25, Kahns. „ 33, Schmidt. Koppenstr. 8, R. Wiesener. 12. Bobel. 14, O. Hanke. „ 23, Hanke u. Co. „ 25, vtradtmeier. . 45, Hanke u. Co. 46. Wahl. 49. A. Richter. 58. Woblick. 75, Goldacker. Kopenhagencr Str. 2, Müller. 11, O. Hanke. 28. S. Bechicl. , 36,«öder. 49. Kurth. . 74, Schön. Korsörer Str. 2, E. Barth. , 17, Hübner. , 20. F. Hanke. Kottbuser Damm 14. Richter. 35, Jüling. Kottbuser User 62a, Schönbcrner. Krautstr. 4/5, O. Hanke. 22. G. Arndt. 45/46, A. Röhl. Kremmener Str. 15, Mennicke. Krentzigerstr. 16, 8t. Kiehn«. 20, C. Jahn. Kuglerstr. 4, H. Ernst. , 8, R. Schulze. Kunkelstr. 5, Bummler. Landsberger Allee t, O. Hanke. , 87, Sleinmüller. , 43, E. Heimele. , 51, Weber. 123, P. Hanke. Landsberger Str. 1/2, P. Hanke. , 75, Nordstern. Landwehrstr. 7, Matschte. 16a, Wiedemann. Langestr. 8, Nordstern. , 25, O. Hiidebrandt. , 36. Gumniar. „ 40, B. Höhne. „ 46, Graß. . 78, F. Pnrschke. . 93/94, Schütt. , 106, Beyer. Lausttzer Str. 34, O. Schulze. , 47, H. Neuknckatz. Lebuser Str. 12, O. Hanke. Lehrter Str. 32. Lorenz. Lesstngstr. 28. Blottner. 36, R. Richter. Libauer Str. I, Jeste. , 4, Albrecht. 9, I. Weiß. 17, K. Weber. Lichtenberger Str. 6, I. KierzkowZki. Licbenwalder Str. 1, Lucas. 8. O. Krankel. 10, Wachner. 31. M. Jäkel. 34a. I. Bel». 44. P. Hanke. , 60, Klein Lieblgstr. 7, Konsuingenofienschäst. » 15, Ditmer. , 81, Mariin. , 38, I. Hanke. Llegnitzer Str. 5, Wilde. 7. M. Eckold. , 28, Gustav Micth. 31. Martin. Lindower Str. 9, Nilson. Linienstr. 1, O. Hanke. , 156, Kemnitz. . 244, Schütt. Lippehner Slr. 35, O. Hanke. Lilthauerstr. 16. C. Swoboda. Löwestr. t, J. Kahlsuß. . 18, Waller. Lortzingstr. 6, Eichler. , 17, Steffen. Lothringer Str. 24. O. Hanke. , 34, Mollweide. , 64, W. Gaml. Lüdbener Str. 24, O. PsemiigSdors. 29, E. Merz. Lübecker Str. 7, F. Bauch. , 47, Schmidt. Lüderitzstr. 6, E. Schönwicse. , 9, Hoffmann. , 56, R. Engel. , 60, G. Klitzing. Lützowstr. 105, Blottner. Luisenstr. 7, O. Hanke. Lhchener Str. 4, Lindenberg. . 17, te Bart. 26, Koch. 31. Bobel. 110, P. BorowSN. 124, A. Brumm. . 128, O. Hanke. Lhnarstr. 27, P. Gutsche. Malplaquetstt. 6, Olberg. „ 11, Scham. 14/16, F. Laddach. Malmöer Str. 6, A. Zwesstn. Manteuffelstr. 11, O. Ermijch. . 19, A. Rohr. . 45, Blottner. , 6t, Kirschke. „ 67, F. Tieme. „ 87, B. Jurke. „ 90, O. Hanke. 91, Konsumgenofiensch. . 99, W. Bebrend. 103, J. Ullrich. , 129, Rusickc. Markgrasendamm 31, Gutsch. » 32, Lehman». . 35, Hanke u. Co. Markgrasenstr. 73, R. Richter. „ 99, O. Haistc. Mariannenstr. 5, Toerlitz. . 7, Hanke u. Co. „ 12, O. Hanke. 27. Wenzel. 31/32. Gebr. Pool. Marieubnrgcr Str. 7, F. Haistc. . 18, Scholz. 32. Hetz. 88. Frledrich. . 48, Eckstein. MarkuSstr. 11, Hammerbach». 27, Wolwau. „ 37, Konsumgenossenschaft. MarkuSstr. Kl.. 9. Wi-dersich. . 12/13. Gebr. Petschel. Martin-Opitzstr. 2, Bogel. 24, Kulschke. Matternstr. 2, Henipel. 11. F. Hanke. , 13, Dörner. Mauerstr. 66/67, R. Richter. Maxslr. 7. Broisabrik. Hetnr.«UNer. ~, 13 a, Konsumgenofienschast. , 17, G. Dzikowski. Melchiorstr. 25, Genschow. Mebnersir. 21, Giebelmann. Memeler«Ir. 7, Knote. 14a, Wilh. Zeplw. „ 16, Hanke u. Co. 20. 8l. Ahlschwede. 32. O. Lucka. 47. A. Eisert. 48a, Hanke u. t». 52. K. Borbe. „ 59, L. Halbe. „ 65, M. Roßplesch. 77. Elster. Mendelssohnflr. 10, Ziealer. Metzer Str. 2, E. Zeitler. 11, W. Döring. 17, 28. Block. „ 29, F. Bartel. 42, Oskar Hanke, Sing. Wcißenburger Straße, Mirbachstr. 14.„Boiksbrot". 20, K. Böhme. 25. K. Keil. , 26, Konsumgenofienschast. 29, P. Berger. , 37, C. Burmester. , 44, Broscy. Mittenwalder Str. 30, F. Dohna!. , 44,«iegwald. , 50, Sehnt«. Möckernstr. 124, Blottner. Mühlenstr. 4/5, Heinz. 46 a, P. Bohl«. 61, I. Schön. , 68 a, Gökel. Müllerstr. 12o, F. Ramm. 33/34, Broffabr.Gebr.Liitle» 60, Tropp. 63, Hoffmann. 113, G. Klitzing. 120. Huschke. „ 12l, Härder. „ 132, Nowack. „ 144, Hanke«. Co. „ 152, Huschle. 156, Goldacker. 156 b. G. iNittendorf. „ 163, Krause. . 166 a, P. Honte. Münch eberger«tv. 6, Hanke«. 9t. „ 15, Leite. Mu» kauer Str. 6, 81. Bardtch» 28, MoseS. , 64, C. Biedermann. Naugarder Str. 4, Strauß. , 6, KießltnU. 14, Much«. Raunynstr. 7, E. Fillitz. , 64, O. Heilman» „ 73, O. Winkler. Nazarethkirchstr. 37, O. Krinkel. . 46. R. Schwämmlei». Neanderstr. 27, O. tzanle. , 23, Fr. SaklikowStl. , 30, Nowosadko. Neue Hochstr. 18, K. Herzog. Nollendorsstr. 40, P. Hank« Nostizstr. 9, R. Berger. „ 49, Strauß. Norweger Str. 3, I. Paulis e. Oderberger Str. 8, R. MtUIer. 27. Bobel. 33. O. Busch. 46. Janitzki. 49. E. Böhm». „ 61, Heide. Ohmstr. 9. F. Jendreyto. , 12, Nowosadlo. Oldenburger Str. 14, Geister. Oppelner Slr. 4, W. Schenk. ,. 20, I. Hornig. „ 28, Hanke u. C» 35. G. Nie, et. 49. Naß. Oranienstr. 19, O. Winkle». „ 31, K. Staufi» . 101, Köhler. „ 181, Nordstern. „ 186, O. Hanke. „ 196, A.«tuller. Ostender Str. 49. O. Weber. Oudenarderstr. 4, F. Hanke. , 36, W. Sanier. , 44, A. Liebener. Pattsadenstr. 2, P. Hanle. „ 20, O. Hanke. 44, T.«cheteng. 63. Jäl«. 106. Nordstern. Pankstr. 38, M. Wendt. 42. A. Atbrecht. 46, R. Kummet. . 63/69, Hanle u. 9«, „ 74, Hartmann. „ 83, Klang. „ 87, P. Hanke. ,, 91, W. Schwaß» Pappel-Allee 7, Lüioff. 18. F. Göke» 21. Schüller. 24. C. Essel» 60, Kotz. 54, R. Müller. 62, F. Hanke. 85, Adam. Pasteiirstr. 12, Z eisler. 15, Hahmann. „ 38, Schütt. „ 42, Mager. Pellcistoserstr. 5, Hanke it 9». PersiuSstr. 1, S. Lange. Planus« 92. R. Blume. Plantagenftr. 7,®. Tennigkett. , 38, D. fEiäntcl. Potsdamer©lt. 138 a, R. Richter. Prinz-Eugcn-str. 10, P. Blümel. . 20, F. Tautz. Pillaucr Str. 5, R. Mertens. Pintschstr. 4, Scholtze. , 13, Mcinhardt. Petersburger Play S, F. Hanke. Petersburger Str. 2, Schnabel. . 32, F. Becker. , 38. Teich. , 47, K. Schneider. „ 08, Kratzler. Pflugstr. 2,.A. Lcbedon. „ 9, A. Hofs mann. Posener Stratze 2, H. Heinrich. . 32, Janke. Prenzlauer Allee 53, B. HoheiscI. „ 86, W. Nauber. „ 177, A. Veilh. 182,(!. Bürger. „ 203, Herrmann. Prenzlauer Str. 43, P. Hanke. Pllcklerstr. 8, R. Hardtke. „ 42, E. Günther. Prinzen-Allee 10, P. Hanke. . 13, Rusch. » 34, Schwenobi. , 61, K. Taupitz. . 85, Kunsumgenossensch Prinzenstr. 12, O. Hanke. . 85, Nordstern. Prinzessinnenstr. 31, Grinda. Proskauerstr. 20, Bauer. , 21, Sorge. . 38, Gabclmann. Putbuser Str. 18, Rothe. 21. P. Hanke. , 24, lt. Winkler. 37. Bobel. „ 46, W. Stange. . 49, F. Hanke. 52/53, G. Tonn. Putlitzftr. 1. Maul. Ouitzowstr. 108, Blotwer. Raabestr. 12, Matheike. Ramlerstr 24, E Herbem. „ 31, T. Dahlenburg. 34, P. Tehmelt. 36, M. Baekcr. 37, O. Hanke. Ratheuower Stratze 27, E. Max. Ratiborstr. 17, Rücker. Naumerstr. 17, Ztönnemann. 36, W. Matuschke. » 41, P. Heerde. » 52, Haubold. Relchenberger Str. 40, Aktericke. „ 51, Blotwer. 58, Köhler. „ 64, Meyer. 71, R. Plazals«. » 72a, Jliling. „ 78, Blotincr. 82. B. Meyer. Rcichenberger Str. 91, Perthold. „ 95a, A. GeschinZki. „ 101, C. SSagncr. „ III, E. Trotz. „ 114, Hanke u. To. , 121, Nordstern. 135,«. Rost. . 145, H. Klautsch. . 150, O. Hanke. „ 123, Zenker. ., 161. T. Schulz. 168, C. Schmiedel. Newickendorscr Str. 1, Heinschel. „ 25, P. Hanke. „ 48, Schon. » 50, P. Hanke. . 87. H. Bloch. .. 95, H. Grosse. „ 102, N. Wenzel. , 112, Goldacker. . 118, Kapplcr. RheinZbcrger Str. 13, Kirtchntck. , 21, A. Scholz. „ 26, M. Lorenz. Rhinowerstr. 2, Mtihlsteph. 7, E. Wallte. 11, Bobel. Richthofcnstr. 19, O. Müller. „ 34, Silin zl. Rigacr Str. 21, Ziculcr. „ 57b, K. Dannnköhler. . 79, Hauke it. Co. „ 100, Sporleiu. „ 104, Haute u. Co. Ritterstr. 114, Lange. Rodenbergstr. 1, A. Scholz. „ 2, 8!. Engel. „ 33, Schacscr. Romiulcncr Stratze 5, O. Sommer. „ 8, O. Hanke. 20. Alscher. „ 25. N. Bienert. „ 40, A. Bräumer. „ 43, F. Horstmeier. „ 54, GorgaS. Rostocker Str. 2, O. Hantc. „ 18, P. Hanke. „ 31, A. Sir 15. „ 35, Konsumgenossensch. 40, H. Tchöcke. „ 46, Krüger. 51 Wulle. Rudolsplatz 2, Matzke. Ruppiner Str. 8, E. Geitzler. , 12, O. Hanke. 26, Bobel. Rlldersdorser Str. 2, Mzyk. , 20, Stier. , 29, Hauke u, Co. „ 62, Büttner, Rügener Stratze 3, K. Beyer. „ 16, Kürschner. Rykestr. 3, Müller. „ 7, F. Vteiveger. „ 10, Bobel. „ 16. H Llbutzki. .. 23. Hesse Samarilrrslr. 2, F, Grohmarm. 11. KSnnemann. 21, Vierhel rheller, Samoastr. 22, Scheme. Schererstr. 2, Fr Burtk. „ 12, P. Hanke. Schillingstr. 19, O. Haute. Schivelbeincr Str. 4, I. Hildebrandt. „ 9, Stvuiuingcnosscnsch. , 16, Köhler. 28, Müller. 44, R. Engel, Schlcsischestr, 19, Tenuert, Schlteinauuslr, 24, Reisewitz. . 30, F. Hanke. , 32, ftapp. „ 46; K. Krause. Kchonensche Str. 1, H. Eder. „ 5, Runge. „ 8, Waltber. 15, Ptrschel. 33, Bülkei. Schönslietzer Str. 2, Hesse. 16, Brandt. Schönhauser OTcc 63, O. Hank«. „ 70s, Goldacker. . 86, Ktesewcttcr. , 98, Kiesewetter. . 101, O. Hanke. . 150, Noack. » 158a, Kluge. , 160, Beyer. , 177c, Goldackcr. Schönhauser Str., Alle, 83, Goldacker. „ 39/40. P.Hanke. Schönholzer Str. 5. Fr. Milielbach. Schönlctnslr. 4. Müller. , 19, Drauschke. „ 27�21 Hollunder. Schönwaldcr Str.>4, P. Hanke. , 16, Hagen. 27, Herberg. Schreinerst r. 4. , 39, Steffen. , 49, A. Dorow. „ 50, Owsianny. , 52, E. Schaller. Schulzendorser Str. 14. Agricola. 23. Riedel. Schulstr. 6, A. Höhne. . 19. Lukas. „ 28, Franz Naumann. „ 35, Schröder. „ 67, Thaler. „ 110, Praschina. Schwachkopssstr. 4, O. Krankel. Schwedter Str. 48. Böttcher. „ 52, 31. Hübner. , 240, O. Feustel. „ 254, O. Hanke. Schwedcnstr. 9, Hcppner. . IIa, F. Hanke. , 16, Manitz. , 19, Kat'plcr. Sebastianstr. 19, Hofsmann. Scestr.—, Ruschkc. Seelower Str. 17, Fröhllch. Seneselderstr. 17, Kaulitz. Stcktngenftr. 76, Winter. Siemcnsstr. 7, C. Laads. 17, Prcutz. SImeonftr. 14, Lück. Simon-Dach-Str. 1, Kramarck. , 5, Rötzener. 7, A. Zintzer. , 18, Menckhctm. 28, B. Wallner. SImplonstr. 41, Strclow. Skalitzcr Str. 18, Winkler. „ 63/64, ß, Dehme!. „ 95, Sickolas. . 96, 21. Dietrich. , 109, 21. Köhler. , 120, Gerlach. „ 124, E. MerlinS. Soldincr Str. 12, Kniepert. . 30, Kapplcr. , 32, Schultz. 69. Klcich. „ 69. H. Frankcnsteln. » 72/74. O. Krankel. 76. F. Hanke. „ 99, Kränkel. 103,Rousumgenossensch. Sonnenbnrgcr Str. l3, Gräsling. Sophienstr. 16, Aschinger. Sorauer Str. 1, Meyer. . 8, F. Kretzschmar. , 18, I. Hennchel. Spandaucr Brücke 1b, O. Hanke. Sparrstr. 10, A. Kosubcck. , 20, Hanke u. Co. Sprengelstr 4/5, Weber. „ 83, P. Jarrasch. Stargarder Str. 2, F. Hanke. , 12a, Lepki. . 32, Lcischner. 63, Kell. . 69/70, 21. Funk. . 78, Bark u. Walter. Stallschreiberstr. 32a. P. Hanke. , 60, Lorenz. Steglitzer Str. 73, P. Hanke. Steuimctzstr. 22, Bio»»«. „ 29, MerzhauS. , 42, Blvitner. , 66, Bäckercigenoffensch. Stendaler Slr 5, Konsumgenoffensch. , 5, Corls u. Co. . 15. P. Hanke. Stephanstr. 7, H. Damaschke. 47, Krug. Stettin« Str. 7, F. Hauke. , 21, Krause. , 26. Kleincrt. , 54, Zeschmann. , 56, E. Krista. Stolpische Str. 3. W. Mcitzner. „ 22, O. Donath. „ 26, F. Hanke. „ 35, ischunert. . 41, F. Hanke. , 47. Wurst. Stralauer Allee 17o, Silbrecht. „ 20, iflllcse. » 23, Buge. 32a, Güstin. Stralsund« Str. 8, P. JUmann. 28, F. Kögl«. 56, 21. Lolb. Stratzburger Str. 13, TremuZ. 35. Hellmann. Stratzmannstr. 2, Hauke. , 8, Fell«. , 15, Blumel. 85. Sligl. Strausberg« Str. 1, C. Reglien. „ 5, Schubert. , 33, Schiele. Strelitzer Str. 4, Näsc. , 15, v. Grabowski. , 21, Schulze. 3l, Hey. , 64, E. ÄramS. Stromstr. 33, P. gaslrow. Slubbcnlammnstr. 2, Sicling. Swinemllnd« Str. 33, Konsumgenoss. „ 43, R. Engel. , 54, Libok. 58, Müller. , 66, R. Becker. 74, F. Hanke. 80, Pias. 82, Winkler. , 93, E. Martins. . 106, Kunze. , 114, P. Hanke. 119. Weitz. Tegeler Str. II, O. Lenzn«. 23. M. Dachte. 82, H. Krause. Thacrstr. 18, Sonueck. 21, Arydt. 23, F. Hanke. 64, Blotwer. Thorncr Str. 6, Beyer. 62, F. Hanke. Thurneytzerstr. 5, Rinke. Tieckstr. 9, Bobel. , 16, Hosfmann. Tilfiter Str. 12. P. Schür«. , 19, O. Hanke. 24, Plötz. 26, Gctzner. . 34, König. 68, Qu an dt. 77, Stahnsdors. „ 81, Owfiani. 91, P. Hanke. Togostr. 4, Slomunigeiiossenlchast. „ 8, H. Btetlcrmann. „ 81, Zander. Torellstr. 4, F Doliwan. Torsstr. 9. Quwe. „ 13, König. „ 14, Peukcrt. „ 17, ZieSmcr. 23, Hanke u. Co. „ 28a. Ä'onsumgenoffenschast. Transvaalstr. 14, Ebnes. 20, Bäckerei Zukunft. Tresckowstr. 57, Wecke. Triststr. 4, Renzel. ., 9, Kühl. „ 43, Krause. „ 55, Riegcr. „ 64, O. Kränkel. Turiner Sir. 36, P. Ritzmann. Turmstr. 43, Koidacker. „ 67, Hanke. Ueckermünd« Str. 11, Saffe. 17. Kremser. Urbanstr. 1, Neubarth. , 25, Th. Herzog. , 29. Milieistädt. 38, Fchse. 49, W.©ein. 61, G. Btlling. , 61, Schreier. „ 80, Biotin«. „ 94, Rawe. , 104, Kruschke. Nrbanstr. 112, H. Lutosch. Usedomstr 4. I. Skuinik. , 20, Schmalenberg. Utrechter Str. 8, Stauicki. , 15, F. Hanke. , 20, Schröder. Vet«anenstr. 8, W. Bantsch. 11. O. Hanke. Votgtstr. 26, Höhnte. „ 32, Henning. 38, Heidt. Voltastr. 32, Bertelmaim. „ 42, O. Eckel. . 49, Steinkops. Waldstr. 4, Krug. „ 17, P. Hanke. „ 22, Schreib«. . 25, E. Jglisch. „ 35, Langgut. 42, H Bau«. .. 46, H. Pohl. , 50, Schölt. Waldemarstr. 37, Nordstern. » 60, Hömel. . 76, ClauS. Waldenscrstr. 9, GierszewSkt. , 15, R. Konig. „ 23, Kuppcrt. » 33, SlawinSkt. Waldeyerstr. 3, P. Henke. Wallner-Theater-Str 10, Frankel. Warschau« Str. 16, JarzembowSkt. . 60, H. Schulze. 64. Lück. 69. W. Ficbig. Waffertorstr. 22, Bkolw«. 49, Halffch. Watzmannstr. 20, Bei«. Wattstr. 1, Pirrwitz. . 10, Gast. , 21, F. Hanke. Weberstr. 39, Goldacker. , 40b, Nordstern» 42, Schritt. „ 47, Faekel. „ 53, Schubert. Weidenweg 7, Müller. , 25, Brosin. „ 34, O. Hanke. „ 48. Hauke u. C» , 57 Lehmann. 74. Klose. „ 87, Klrchmel«. Weinbcrgsweg 7, P. Hanke. Wewstr 7. O. Stade. 12a, Bobel. Meitzenburger Str. 24, A. Bütwer. , 42, G. Mösl«. , 55, Nobiliug. . 69, Mohs!«. Werftstr. 12, Dlottncr. Wtchertstr. 5, Kicrztowskt. „ 153, Krause. Wiclessw. 21, A. Staub. „ 27, Schivarzbcck. . 36. Li«. 47, Uibrich. . 49, Krug. Wiener Srr. 8, E. Schmidt. 32, Klaminet. Wiener Str. 49. Handle. , 56a, Langwitz. , 58, Weinert. , 61, Wcckwert. , 66, Ganse. Wiescnstr. 7, F. Hauke. , 19, Dreier. . 28, I. Seger. . 31, Görtz. , 64, P. Scharolie.. Wilhelmshaven« Str. 13, Badeke. 17, Danieizik. „ 23, George. , 32. Winde. , 37. TcSIe. 51. Glück. Wilhelm- Stolze-Str. 4, F. Hauke. , 13, Schmidt. , 21, Schulze. , 85, Bochmann. , 38, LötmS. 43, Giese. Willdenowslr. 17, TäuyeS. . 29. Brelcr. . 30, Konsumgeuoffensch. 37 iBertausssl.). Kränkel WilSnacker Str. 15. Goldacker. , 33. Kranast. 45, P. Hanke. Winsstr. 6. Müller. . 13, Schütt. „ 30, Götze. , 47 Nabakowskl. „ 63, Kousumgenossenschast. Wisbyer Str. 3, Schulze. Wittslockcr Str. 7, K. GieSmann. , 24, Schreib«. 25, Lulowskt. Wöblcrtstr. 21. W. Kaiser. Woidenbergstr. 7, Reiman». Wolgaster Str. 4, Dunkel. Wollincr Str. 15, Leoerenz. „ 23, Dahlen. . 31, C. schiweck. * 88, G. Hein. WoMner Str. 44, Kunze. 50. P. Riebenstahk. 58, Scholtysiek. 68, Leopold. Wrangclstr. 21, F. Franke. „ 25, O. Schnase. 45, Tzschetsch. „ 65, Kousumgenoffenschast. , 66a, Nordstern. , 69, Schwinge. „ 75, Hauke u. Co. 77, Hinke. „ 91, O. Hanke. » 117, Nordstern. „ 122, Stresow. „ 126, Spickermann. Wriezener Str. 8, Heise. 31. Zahl. Jorckstr. 40, Blottner. 65, Böckereigcnoffenschast. Zellestr. 2, Halfter. „ N. Müller. Zimmerstr. 10. Schute. 84, R. Richter. Ztnzendorsstr. 8, Rapsch. Zionskirchstr. 10, Koch. , 13, Bobel. 17, P. Anderfch. Zionskirchplatz 1, Mollweide. Zorndorser Str. 2, P. Hanke. „ 4, CyrnS. , 8. L. Goebel. . 20, Wallher. . 27, M. Mitschwg. . 34. Maoß. , 55, Th. Kiew. , 61. Konsumgenoss. Zoffener Str. 41, Blotiner. Zwinglistr. 23, Danieizik. , 34, Danieizik. Adlorshof. Arndtstr. 7a, H. Kaushold. Bismarckstr. il, Konsumgenoffenschast. . 12, Tboma. „ 14b, Zugwurft. 17c, A. Marlenberg. „ 48, Laserich. Friedcnstr. 15, Krüger. Hossmannstr. 15, R. Behr. Radickestr. 37. Sl. Noack. sedanstr. 25/26, Krug u. Co. Selchower Str. 33, Krug u. Co. Alt-Glienicle. Grllnauer Str. 2, R. Solle. , 29. Mendt. Köpenicker Str. 32, Kvnsumgenosiensch. „„ 41, Belliug. „ 44,?l. Bothe. Rudower Str. 50, Brotsabrik Beuster. 72. G. PeriS. Bauriischnlcnweg. Baumschulcnstr. 29, Schulz. „ 65b, St. Frankcnstein. „ 70, Steuzel. „ 87, Schmidt. „ 94, E. Menzel. Ernststr. 9, P. Hoffinüllcr. Kiesholzstr. 179. Schatz. „ 254, Neigeufind. Scheiblerstr. 29. A. Schulze. Bohnsdorf. Stratze 21, Konluuigenoffenschalt. Bahnhosstratzc, Oelichlägel. , Gebhardt. Borsigwalde. Ernststr. 2, Taselski. „ 6, G Etzrodt. „ 25, JakubowSki. Räuschstr. 57, Schubert. Schubertstr. 21, Konsumverein. Boxhagen-Nummeloburg. Alt-Boxhagcn 4/5, Bchnke. 31. L. Michaelis. , 35, Manthey. . 44. Löchel. 49, I. Rülke. Bahnbosstr. 9, Fritsche. Boxhagener Chaussee 5/6, H. Schubert. Gabriel-Max-str. 1, Luzemaml. , 2, Grosse. Gärtnerstr. 5, Wach. 31, 81. Schern«. Goeihestr. 16, Bachler. 17, Hanke. Grünberg« Str. 12, F. Sandmann. „ 18, E. Löwa. „ 20, Haspel. Gryphlusstr. 18, Biedermann. 28, Speilich. auptstr. 82, Kicsling. �ollcistr. b, Dorrhauer. Kanistr. 1, R. DluzcwSki. , 3, Grünwald. „ 13, Zl. Schwemm!«. , 18, NikoloviuS. Kronprinzenstr. 13, Fritsche. Krassen« Str. l5, Marquardt. , 24, Bartsch. Lenbachstr. 1, I. Pardeniann. 7a, Sugelien. Lückstr. 3, Böhme. , 15, Werner. 30, Ma'chler. 58/59, P. Franke. Mozartstr. 2, Koniumgenoffenschaft. , 4, Werkmeister. Neue Bahnhosstr. 9. Friische. 19, R. Schubert. » 23, Grünwald. 27. O. Behling. „ 34, ffi. Bondmann. Schillerstr. 27, P. Meklenburg. Seumestr. 6, Kroll. , 15, Wonneberger. , 21, Koop. Sonntagstr. 31. Mantbey. . 36, Joachim. Türrschmidtstr. 21, F. Westphal. „ 31, Psennig. „ 38, Grünwald. Wilhelmsir. 42. M. Lu kwitz. Wismarplatz 3, Konsumgenossenschast. Wühlischstr. 3. Sokul. , 27, Marquardt. , 32, O. Lander. Brist. Bürgerstr. 12, Dieckhoff. 24. Thotz. , 50, Formeister. Chaussccstr. 4, il. Wiangke. . 17, Hagemeister u. Dalli. , 36, Hagemeist« u. Dalli. , 37, Däiimler. . 43, S. Schädel. * 77, �'Schulz. 114. R. Dietrich. Dorsstr. 19, VölSkow. . 47, Stab». Franz-Körner«Str. 4, Michaelis. tannemannstr. 1, Lucker. ahnstr. 41. I. Plack. , 45, Beck«. RungiuSstr. 3, Adamek. Rudow« Str. 6, Liersch. '., 13, B llniaMt. . 34a, Müll«. Werderstr. 21, A. Pannwitz. 31, Ecke Runginsstratzc, Konsuingenossenschaft. „ 56, Zl. Trunk. „ 70, G. Nichuow. . 89, Formeister. Buckow. Bahnhosstr. 7, Huilig. 18, Weihrich. Chausseestr. 1, Biäjing. „ 2, Sickermann. „ 38. Ramdohr. Dorsstr. 20, SInion. Charlottenburg. Llnsbacher Str. 8, Blotwer. 28, P. Hanke. Augsburg« Str. 18, Blottner. „ 26, Blotwer. Berliner Str. 115, Goldackcr. , 116, Porath. 135. Uibrich. Beusselstr. 78. Uibrich. Cauerstr. 27, Bäckercigenossenschaft. 19, Uibrich. Charlottenburger Ufer 10, Kotzau. Chrislstr. 18. Bäckercigenossenschast. 33, Donner. Danckelmannstr. 1, Porath. , 44, Lehmann. 55. Uibrich. Eosandcrstr. 11, Uibrich. Erasmussir. 12, R. Bcduaririck. 16, Dietrich. Fasanenstr. 61, V. Hauke. Franklinslr. 20. Bäckereigenoffenschast. Friedbergstr. 39. Uibrich. Friedrich-Siarl-Plab la, Niische. Goeihestr. 17, P. Hanke. Grolmanstr. 15. Uibrich. Giünstr. 27, Tbicl. Hallerstr. 9, H. Lössler. Helmholtzstr. 40, Bucksbaum. Hutimstr. 62, Schäfer. 70, A. Sternsdorsf. Kalckreuihstr. 1, Bloitncr. Kanalstr. 15, H. Heine. Kanistr. 32, Porath. 67, Uibrich. , 60, Poraih. 134b Goldack«. KnobelSdorffstr. 7, Thiel. , 40, Danieizik. „ 43. Uibrich. KönigSwcg 5, Otto Düring. Krummeslr. 14, Uibrich. Leibuizstr. 65. Uibrich. Mecischeidtstr. 3, Volksbrot. Motzstr. 19. Uibrich. Minden« Str. 8, Ballhausen. 26. Bäckereigenossensch. Nehringstr. 21, ProSle. 28, Lauu. Netteibeckstr. 14, Blotwer. Nürnberger Str. 22, P. Hanke. „ 39, Uibrich. , 42, Goldackcr. Osnabrücker Str. 31, Schicse. 26, Pribyh Pascalsw. 1, Woiss. Pestalozzistr. 12, Böhm. „ 64, Jahn. , 74. Thiel. . 101, Bäckercigenoffensch. , 104, Porath. PotSdamerStr.l2, Konsumguioffensch. 30. Thici. „ 42, Uibrich. Scharrcnslr. 30, Mbrich. so?HIe-Charlotteii-«ir. 87, Ulbrlch. Spandau« Str. 30, Uibrich. Spreestr. 43/44, Uibrich. Tauroggener Str. I, Zimmer. . 2, Thiel , 10, Kousumgen. , 45, Uibrich. Usnaustr. 10, Hawellek. Wallstr. 23, Könlumgenossenschast. „ 50, Uibrich. 100, Porath. Weimarer Str. 29, Konsuingenoffensch. Wilmcrsdorser Str. 41, Uibrich. , 44, Goldackcr. WiimerSdorser Str. 62- 63, Uibrich. , 66, Goldackcr. , 105, Poraih. 156, Lasse. 163, Uibrich. Falkenhagen. Berliner Sir. 50, Schulz. Hauptstratze, Bock. Franz.-Buchholz. Berliner Str. 50, Schulz. Pankower Str. 28, H. Ullrich. Friedenau. Cranachstr. 58, Porath. Friedrich-Wilbelmplatz 2. Moselsir. 7. Kousumgenossenschast. Rheinstr. 33, Poralb. 65, Porath. Stubenrauchsir. 71, Scher. Ffriedrtchsfelde. Berliner Str. 66, Hampcl. , 102, Gillard. Caprivi-Allcc 44, Konsumgenoffuisch. Prinzen-8illce 3, Ron. Waldcrseestr. 49, Mikoleit. Grünau. König str. 2, Konsumaciiossenlchast. Slöpenicker Str. 12, Meyer. . Sladcihoss. Grosz-Lichierfelde. Berliner Str. 68, F. Krüger. terdinandstr. 24. Klopsch. chützcnslr. 3, Bieiing. Halensec. tzeilb ronner Str. l l, Troyke. Kursürstendamm 114, Porath. Westsälischestr. 49, Uibrich. Haselhorst. Am Kanal. Engel. HeinerSdorf. Kaiser-Wilhelm- stratze. Müller. Slr. 72, Buchwald. Rothenbachstr. 51, Ed«. Uckermarksir. 47, Engel. , 49, Biicsemetst«. Hennigsdorf a. H. Silber! Barihel. Feige. Albert Lücke. Wilhelm Lücke. August Mabnkops, Karl MöwiuS. Wilhelm seil«. Friedrich Woiier. Hennann Wo»«. Karl Wolter. Wilhelm Wolter, Gragenberg». HermSdsrf. Berlin« Str. 16a. Konsuniperem. Hauplslr. 34. Hcrrinar.N. Neptunstr. 36, Lauser. Seebad 1, Ladewig. Hohen- Schönhausen. Berliner Str. 52, Schulze. „ 99, Richter. Ouitzowstr. 2, Richter. Maihoscr. Werneuchen« Str. 4, Gackle. Johannisthal. Bismarckstr. 6. Kousumgenoffenlchast. gricdrichstr. 6, Ludwig. , IIa, Ludley. „ 18, Schmidt. Hövelstr. 1, Röbel. Kaiscr-Wilhelmstratzc, Scnstlebm. Karlshorst. Dönhoffstr. 9, Kueidiug. 35. Hauseu. Dorotbcastr. 27. Eichhorn. Krausestr. 56, C. schöuherr. Treskowallcc 100, Konsnmgenoffensch. Kaulsdorf. Dorsstr. 1, Springborn. 5löpeuick. Berliner Str. 33, Tauch ort. Bergmaunstr. 6, Bergmann. Gutenbcrgstr. 1, Breilkrcuz. Glienick« Srr. 99, Hackenberg. Grünstr. 8, Hauck. Grünauer Str. 18, Nordstern. , 27, Krämer. Kaiserin-Zluguste-Viktoria-Str. 29, Uibrich. Kais eiiu-8luguste-Viltoria-Str. IC, Schilling. Kaiser-Wilhelm-Sti. 53, Haag. 93, Bittner. , 100, Mieland. 104, Krug u. Co. Loussenstr. 9, O. Retzlaff. Mahls dorj« Str. 1. Richter. Marienstr. 14, Alsert. Müggelheim« Str. 13— 14, Faros. Paiisiusstr. 17, Klümcr. Pestalozzistr. 18, schiel. Rosenslr. 2, Kämpf. Nudower Sir. 25, Hein. Schönlinder Str. 12. Kudell. Lichtenberg. Bürgerbcimstr. 102, Konsumgenoff. Blumenlhnlstr. 7, Schültzke. Dosscstr. 6, Hossmetster. Eitelsir. 30. Kerlan. Fiuowstr. 30, Roth«. Franks. Chaussee 41, O. Körben , 61, Holter. 88. O. Strunk. 01, K. Förslerlinz. 104, E. Scholtze. 154, Psennig. Franksuricr Allee 185, Mägdcsra«. 197, Küster. Friedrich-Karl-Skr. 14.«. Scheunert. Fried richstr. 7. M. Matwer. Gürtelstr. 10, H. Schtvarze. 11. G, Btschoss. , 13, Bliebe. „ 23. K. Wedde. , 27, schenk. Jrcnenstr. 17, O. Neucndors. Jungslr.>4. O. Sparmann. Kreutzigcrstr. I, Schwan«. Königsiratze, P. Bürschie. Kroriprinzenstr. 1, Konsumgenoffensch. „ 8, Nebel. „ 26, Susat. Lessingstr. 10, Fr. Schwalm. Margaretenftr 8a, Schach«. Mainzer Str. 24, L. Schmidt. Möllendorsstr. 32, Schul». 82. B. Mügdefta». Müggclflr. 25, schwenke. „ 28, W. Dorrhauer. Niedcrbarntmstr. 5. Rudois. , 12, Grotz. 25. Rogge. Oderstr. 1, Lebncr. 27a. R. Maschler. Psarrstr. 73, Deya. RalbauSstr. 3, I. Werkmeister. Ritiergulstr. 22. Konftimgenossenschast. Röderstr. 54. Feuer. Rummelsburger Str. 15, Grunewald. . 72, Römer. Sophienstr. 8, ZborowSki. „ 23, Erlich. Scharnwebcrsir. 2,.Kunze jun. , 23, K. Hanke. 46. H. Schwarze. Travestr. 3, Betbke. Weichsclstr. 22. BzadkowSkt. 29, SivillmS. Wagncrstr. l, K. Förslerllng. Warlcnbergstr 70, A. Friedl, Weserstr. 9. M. Butll«. , 22, Raubut. „ 24, Owsianny. Wilhelmsir. 18, BSyme. 57. I. BuchmatM. , 69, Bärwolf. 75. A. Linde. Lindenber«. Dorsstr. 28. E. Höst. MahlSdorf. Bahnhosstr. 2. H. Delitz. „ 12. scharuy. „ 31, R. Gruuo!». Marlendorf. Bergstr. 23, Obensperger. Chausseestr. 21, M. Nowack. 27, Kotzan. „ 84, P Purschke. 02, 31. Flatow. Dorsstr. 262, Hcntze. Grotzbecrensir. 128, Tietz. Kaiserstr. 110, Konsumgenossenschast. Kursürstenstr. 63. Brec. Lankwitzer Slr. 30, Knai. Rathausstr. 99, Grcmpler. Ringstr. 83, Grempler. 83. Schütz. Schönebcrg« Slr. 93, Pohl. Strelitzslr. 13, Pcterelt. Nirdcr-Tchönhauseu. Buchbolz« Slr. 85, Pjuhl. Beuthslr. 11, Krügeike. 19, 9L Böttger. Blankenburger Slr. 18. Thiel. Charloltcustr. 43, Schmidt. , 52/53, Muchow. Eichenftr. 8, Hanipeü Kaiser-Wilheluistr. 51, Schäfer, Körnerstr. 8, K. Fischer. » 8, Remter. Lindenallee Z9a, Mrosc., Teuloncnstr. IL, Zimmermann. Treskowstr. 54, BoSke, UHIandstr. 3. Maick». R. Seil«. Nteber-SchSvewekd«. ScrUncr Str. 30, Gaedickk. » 49, H. Mache. , 65, SoBcde. , 110, Gaedicke. StMcnffr. 7, G adicke. Sedmistr. 1, Singer. Oder-IchSneweide. Dealstr. X H. Lutz. Edisonftr. 3, Krug a. Co. 4S, Konsumgenoffenschaft. , 49, G. Wittkops. Frischmstr. 21, O. Sorge. Lausenerstr. 4, Kleisl. Luisenstr. 5, St. Gehler. 8, Nachfolger. 12, Konsumgenoffenschaft. Siajeuflr. 28, Aittzkc. Mathildenstr. la, Härtung. Nalepastr. 51, Henke. Rathenaustr. 7, g. Fronober. . 18a, F. Wartenberg. 31, Krug u. Co. Siemensstr. 16, W. Timm. Stabystr. 23, P. Franke. Tabbertstr. 35, P. Seidelnnmu. Waltitr. 12, Schmalseld. , 23, Grotzmann. Wilhelmincnhosslr. 1, Herzog. 17. R. Aeblcr. 17, Otttnann. 37, Falkcnberg. , 44, Sttache. Oftendftr. 20, Spazier. Pankow. Berliner Str. 23, Pape. Brehmcstr. 52, P. Hanke. Borkumstr. 6, R. Ludwig. Florasir. 41, Schneider. 80, Engel. Görschslr. 11, Bochnig. Hcrthastr. 4, Genz. Ltaiser-Fricdrich-Stt. 67, Wienecke. Maximilianilr. 2, Wieb«. Mühlenskr. 37, Müller. Schulzcskr. 14, Hennig. Schönholzer Str. 9, Setzksrrt. Uckermarkstr. 18t, Bartelt. Wollanlftr. 20, Taulitz. , 68, F. Hanke. . 102, Konsumgenoffenschaft. Plötzensee. Charlottenburger Weg 12, Seiffert. Ncinlckcndors. Amendcstr. 18, Schmidt. . 104, Popp. Antonicnfir. 56, Hoffmann. Berliner Str. 3,'P. Schweldler. „ 14, I. Bicnert. „ 89, Tiittendors. . 111, Guthmuthi. 134, Gottfchalt. Birtenstr. 69, G. Lowinsky. Bürgcrstr. 20, E. Popp. Eichbornstr. 16, Skonsumvercin. , 25, H. Stube. „ 35, Stube. 72, Surft. EeselllchastSstr. 31, Koblttz. Eottschcdslr. 41, Hoffmann. Grüner Weg 50, Modrow. Hansastr. 3, Zimmer. Hauptstr. 34, Braun. Hausotterstr. 3, Hossman». , 102, N. Plumeher. Herbitftr. 24, Fr. Kolicnhahn. Hollünderstr. 21), CS. Nttschke. 125, Weihrauch. Hoppestr. 16, KonsumgenosscnschaA. Hustusstr. 14, Hoistnann. Stamckestr. 12, Lütz. Markstr 6, Echcer. . 12/13, A. Aldat. Provwzstr. 28, Ztud. Walloschcl. m 51, Langer. , 53, S. Rapp. . 72. König. , SO, H. SchrSd«. 3, H. Baumgärt el. 1, Münch. III, vesidenzstr. Gl, Witte. , 102, E. CSrotzberudt. . 125, Brose. . 130, Steinhardt. 150. Liebig. «ltlistr. 15, N. Förster. �chanrtvÄerstr. 10, Schamverger. , 25, Voigt. , 55, Düwer. , 65, Wälle. » 113, Hofftnaim. , 117, Brülling. 135..Austedt. Sommersh'. 52, Neumann. Spandauer Weg 4, Mathner. Waldstr. 61, L. Giese. Wilkestr. 1, Schmidt. . 62, Neue Berliner Genossen- schastsbäckerei. Rixdorf. Allerstr. 37, F. Naubereit. . 46, Trofser. Am Wasserturm, Eggers. Anzengruberstr. 5, P. Langer. Bendastr. 21, Spandel. Bergstr. 27, A. Gabbert. 32, R. Kiesling. „ 73, Kahlert. . 84, H. Schäper. , 96, Bobel. , 122, St. Eder. 143, Liebenow. Berliner Str. 16, R. Schivglel. , 20, P. Rainmer. , 56/57. E. Haase. , 76/77, P. Hank«. . 80/81, A.«Pandel. , 85, K. Rübe. , 98, P. Werneke. Berthelsdorfer Str. 13, O. Markus. Boddinstr. 13, Bäckereigenossenschast. , 21, Hänsgen. 58. P. Brückner. 64, Langer. Bodestr. 11, A. Schäser. , 16, F. Schefsler. , 25, H. Haboeck. 28, H. Oeck. . 31� F. Negraszas. Böhmische Str. 47, Konsumgenossensch. Brusendorser Sir. 2, O. Frost. Bürknerstr. 9. P. Timm. Eanner Chaussee 179, Döbler. Dellbrückstr. 35, F. Modrow. , 65, P. S-treiber. Dovaustr. 107, W. Fiedler. , 112, G. Kernhöser. Elbestr. 6, W. Schneider. „ 13, K. Haupt. , 16, M. Lunkwitz. Elsenstr. 52. F. Vielsch. 82, R. Woelki. Emser Str. 5. Schulz. , 12, H. Conrad. 26, Bobel. . 3t!, Konslimgenofsenschast. , 44, Burdack. , 78, E. Friedrich. . 91, E. Friedrich. 103. W. Schmidt. „ 115, Pfeffertorn. 120. L. Riebe. Erckstr. 15, O. Iahnke. Erlangerstr. 8, E. Bahrholz. Fatkstr. 1, Bäckereigenoffenschaft. , 12, Weigt. , 21, Willgus. 25/26, G. Perseke Nachs. Friedelstr. 3, tl. Zimmermann. „ 15, Koniumgenojsenichast . 30, E. Zeitig. , 37/38. P. Hanke. , 44, Schirrmeister. 47. A. Busch. Grygal. Fuldaffrahe, B. Veith. , 45, O. Springer. , 60, I. Hühner. Goetheftr. 19, A. Dobrick. Heidelberger Str. 76, O. Hanke. Hermannstt. 16, C. Rasch. „ 28, E. Senkbell. „ 34, F. Wagnttz. , 39,«Pandel. 42/43, F. Ar». , 47, G. Finicken. , 54, R. Hudenbrand. . 61/62, Badtke. . 74. R. Stünz. , 108, Spandel. . 118. A. Bartsch. , 149, R. Kluge. , 159», Hagen. , 170, ltaneck. „ 174, Bobel. Hennannstr. 175, E. Arnold. 231, H. Karl. HerrsurKplatz 10, A. Wendt. Herrsurtyftr. 23, Fr, Wachsmuth. „ 26, M. Firnstein. , 34, O. Hanke. Herthastr. 8, A. Franz. Hertzbergftr. 21, R. Goertz. 22, Fiedler. . 28, Rummler. Hobrechtstr. 21, M. Wölls „ 29, F. Boetius. „ 43, R. Sommer. Hohenzollernplatz 1t, Bäckerei genoff, , 13, W. Schmidt. „ 18, O. Markus. Fägerstr. 63, F. Jonscher. „ 70, P. Salm. . 77. H. Ekrusch. Jansastr. 2, H. Westenloff. Jlsestr. 30, C. Schulz. Jnnstr. 9, M. Gorzyzka. Johann-Huh-Stt. 1, H, Sponar. Jsarstr. 7. G. Vutzke. Juliusstr. 31. Otto Ecke. 65. I. Schulz. Kaiser« Friedrichstr. 7, Hermann. 12. H. Zinke. 25, Z. Bartsch. , 28, G. Wagner. , 34, Haupt, , 39, Bordasch. „ 62, A.Sahlman«. ,, 72, O. Stephan. , 80, A. Schmidt. 162, M. Kasten. „ 175, J.Wügmann. „ 189, W. Richter. , 247, O. Hanke. KarkSgartenstr. 19, H. Vonnoh. Klrchhofftr. 46/47, I. Bresla. Stnesebeckstr. 33, R Gallert. , 35, Spandel. „ 41, C. Selzig. „ 68, M. Schars. „ 96, de la Motte. 146, PH. Kühnel. Kottbuser Damm 69, P. Hanke. , 101, Roeiner. Siranoldplatz 2, Eggebrecht. 7/8, Jaeobi. Laubeftr. 13, M. Bernhardlntz. Leinestr. 57/58, H. Friedrich. Lenauffr. 14—15, Gustav Israel. Lessingstr. 22, Hammel. 30, Hoppe. Llchtenrader Slr. 42. E. Ohlhoff. Mainzer Str. 1/2, Pardemann. „ 15/16, Benneke. 56, A. Schack. Manitiusstr. 9, A Griebel. Mareschstr. 10/11, H. Rtlh». Mariendorser Weg 1, H. Freudenreich. Maybachuser 16, SB. Lange, Münchener Str. 18, Kegel. „ 25, F. Lorenz. „ 89, Kontumgenoffmsch. K 40/41, O. Hanke. „ 44. R. Wetze». 54, Mackwitz. Neue Jonasstr. 33, Ptagemann. Niemetzstr. 3, SC. Holubar. 10. M. Perseke. Nogatstr. 16, I. Jaoneck. „ 32, O. Auschwitz. Okerstr. 3, R. MetSkh. „ 11, C. Anders. Ossaslr. 34/35, Sorge. Pannierstt 2/3. F. Alberl. , 4, 31. Riemer. , 13, P. Frtschgemuth. , 20, St. Junger. 27, Bütom. 34, G. Juling. Pflügerstr. 13. E. Grenz. 57. B. Vogel. „ 72. Bobel. „ 77, Nachtigall Nachs. Prinz-Handjerh-Str. 7, O. Hanke. „ 22, C. Dänicke. , 24, O. Krause. 38, R. Raschick. „ 58, I. Bartsch. 70, V. Mitulla. 75, R. Frese. „ 83, E. Fiedler. Reuterstr. 32. C. Richier. „ 33, E. Beher. „ 46, CS. Schmlschke. „ 76, Bobel, Reuterstr. 81, A. VoMnber. „ 89, Weigelt. Richardplatz 16, Biafius. Richarditr. 23, I. Ehrentraut. 28, St. Bading. , 61, Bobel. 63, E. Wille. „ 104, SV. Hantle. Ringbahnstr. 25, P. Scholz. Roseggerstr. 40, O. Arendt. Sanderstr. 5/6, H. Kadow. 18, M. Matschke. „ 21, H. Brandes. , 23, I. Protzer. , 31, R. Timm. Schillerpromenade 13, Wind« Nachs. 29, G.Schierarndt Schöneweider Str. 9, F. Leinau. Schudomastr. 5, A. Siritzke. Seichower Str. 23, A. Messer. Siegfriedstr. 44, Sl. Beter. Steiirmetzftr. 23, E. Kummer. „ 24, Gehle. 39. N. Senftieben. „ 53. R. Finger. 70. H. Wille. „ 74, C. Hennig. „ 101, A. Löwigt. „ 109, Bäckereigenoffensch. III, R. Schüller. Stuttgarter Str. 53, F. Godawa. Tellstr. 10, tz. Ztve. Teupitzer Str., E. Schmidt. Thomasstr. 6/7. V. Lobbes. „ 25, R. Reich. 37, P. Ciestor. Treptower Str. 13, R. Jaeobi. „ 67, Spura. Thüringer Str. 5, I. Bartsch. „ 14, Sl. Eberhardt. „ 17, W. Schulz. 32, I. Thaier. Warth est?. 9, W. Marotz. 15. G. Janentsky. , 68, B. Spandel. Weichselplatz 9, ZwierzchowSki. Weichselftr. 3, F. Eymmer. „ 13, I. Gassenbuber. „ 31, O. SchwarS. 34, R. Marz. „ 60, H. Fleischer. Weisestr. 4, Bombardt. 7. Bobel. 18. R. Pohl. . 24, R. Schenkel. . 34, R. Henschel. , 52, Konsumgenoffenschaft. . 56, E. SBolls. . 59, Spata. Weserstr. 30, I. Bartsch. 47, Kreil. „>68. A. Bi-lttz. . 206, Führer. Dildenbruqstr. 34/35, P. Bethge. 52. Geis«. „ 61/62, Konsumgenoss. 63/64, Feysara. Wlpperstr. 13, I. Runge. „ 16, O. Hanke. , 21, Hellivig. Wiffinannstr. 7, Sallan. 29, B. Krüger. Ziethenstr 9, E. Ossa. , 13, Schmidt. „ 22, C. Steinsurt. , 36, Fr. Zahn. „ 41, M. Hnnnig. . 53, Bobel. , 57, Kirstein. , 75, Sl. Klein. » 81, E. Henlschel. Rosenthal. Hauptstr. 179, Ziekow. Rudow. Köpenicker Str. 84, Sokoll. Schmargendorf. Brettestr. 22, Georg Klingbell. SchSneberg. Awertftr. 12. P. Stark. Slpostel-Paulusstr. 40, Konsumgenoff. Bahnstr. 2, Porath. Barbarossastr. 67, Wetzet. Beiziger Str. 61, Boche. Colonnenstr. 4, Hanke u. Co. Ebersstr. 25/26, Ecke Tempelhoferstraßi, Konsumgenossenschast. Ebersstr. 37, Weber. „ 42. O. Traeger. Eifenacher Str. 63. Btottner. Erdmannffr. 5, Ct. Friedrich. Goltz ftr. 16. Btottner. 3t, Goldacker. Golenstr. 1, Konsumgenoffenschaft. 11, Btottner. Grunewaldstr. 35, Walter. Gustav-Frehtag-Str. 9, Hanke u. Co. Guslav-Müller-Slr. 48, Möllinghoss. .Hauptstr. 66, Hosang. Herbertstr. 10, Bricks. tzohenftiedbergstr. 19, Btottner. 21, Schwarzer. Kaiser-Friedri ch- Str. 4, Bricks. Merseburger Str. 9, Btottner. Motzstr. 30, Porath. Prinz-Georgstr. 7, R. Jende. Sedanstr. 18, Senges. 34, Bricks. 36. Sl. Kratktz. 49, Fischer. Siegfriedstr. 1, Bricks. Speyerer Str. 1, Porath. Tempelhoser Str. 2l, Porath. Selchow. E. Schulze. Tpanda«. Achenbachstr. 6, Bühl CHauptgeschäst). Ackerstrahe. Ecke FalkenhagenerStratze. Adamstr. 2, Bühl. 40, Kröning. Eharlottenstratze, EckePotSdam« Str., Bühl. Feldstr. 15, Schulze. Földerichstr. 5, Konsumverrw Merkur. Hamburger Sir. 49, Stramer. Jagowstr. 26, Freger. Lbnarstr, 6, Bühl. SRanerstr. 8, Schulze. Mittelstr. 13, Konsumverein Merkur. Reuendorser Str. t6, Bühl. Renmeisterstr. 11, Scholz. PichelSborser Ttrahe 13 Bühl. «chönwalder S trage 26, Bühl. 64, Bühl. Strritftr. 23, H. Häbneb. Stresowplatz 16, Bühl. Barthel, Falkenhagen. Steglitz. Sllbrechtstr. 18, Porath. Bergstr. 93, Maro». Birkbuschstr. 16, Lindau. Lenbachstt. 2, Sulzer. Mommsenstr. 59, Schröder. Rheinilr. 4t, Schröder. Schlohstr. 104, Porath. Stralau. Sl»-Stralau 49, Schwabe. 56, G. Reille. Tegel. Brunowstr. 41, Ziegler. Egellstr. 22, Mayer. Hauptstr. 28, Petersoh«. Schlieperstr, 59, Schwanz. , 67. Reimann. , 70, Konsumverein. , 78. Hümmer. Schlohstr. 27, Petersohn. Schöneberger Str. 64, Konsumverrw. Schulstr. 1, Zum Bruch. Tempelhof. Berliner S tr. 42/43, Konsumgenoffensch. Friedrich-Wilhelm-Str. 32, Kotzan. „ 117, Bvoszyn, Germaniastr. 154, Teuchert. Gottlteb.Dunkel-Str, 69, Herrmann. Oberlaudstr. 1, Schaas. Treptow. Beermannstr. 6, K Koldltz. Elsenstr. 38. W. Geske. Elsenstr. 108, Tetzlaff. GrStzstr. 6, O. Hacker. . l0, A. Psenzlg. , 19/20, Kart Müller. , 23, Gaedicke. , 25, E. Krause. „ 28, Scholz. . 58, Konsumgenoffenschaft. , 65, Gonsior. Harzerstr. 119, Wodanich. Karpsenteichstr. 19, Lieble. Kiesholzstr. 17, St. Alb recht. WaidmannSlust. Freie Scholle, Konsumverein. Freie Scholle 16, Robloff. Waidmannstr. 1, I. Forgatsch. Weitzenjee. Berliner Slllee 6, Springer. , 75, Schüler. , 144, Harenburz. 183, Sl. Thiclmaml. , 216, Schöppe. 219, W. Hüttig. 232, St. Schadwinkel. Charlottenburger Str. 23, Furchert. , 78, K.«tcger. 79 H. Dahm. . 80. SSiek. 93, A. Göll«. 98, Hchdr«. Elsaßffr. 15, P. Danielak. Frtsickestt. 7. H. Bohnhoff. . 22, F. Krause, Friedrichstr. 1, Sl. Popp. Äeneralstr. 12, E. Ortet. Gustav-Adols-Strahe 1/2, Tück. Gürtelstr. 12, B. Stolpe. Heinersdorfer Str. 1t, P. Silorsli. 24, Sl. Wendt. 37. Bestrich. , 48, Barz. , 56, Boy. LanghanSstr. 51, Kottnius. . 55, E. Sucrow. , 75, W. SBauber. „ 98, Emil Engel. 104, Eckert. 142. Kasischke, 144/145, Konsumgenoss. Lehbcr Str. 64, Wwicke. , 112,«tegner. 120, R. Klink*. Lindenallee 58, Meinhard!. Lothrwgenstr. 12, Schenk. „ 31, 81. Kcmpe. Parkstr. 4, SB. Engel. 7, Fr. Wiedeman«, Pistoriusstr. 8, L. Höhne. , 16, H. Häbnge. . 34, Teichmanu. . gl, Buttgers. . 95, Lempfuhl. Rölckestr. 10, Jecrstcgen. , 12, A. Lange. » 17a, Hiljchncr. „ 127. St. Hossmatiu. Sedanstr. 16, I. Dahm. 78, Thiele. , 94, E. Dahl». 106, C. Bogt. Streustr. 2, A. Bauer. Uckermarkstr. 8/4, M. Kohler. 178, I. Stöhr. Wilhelmstr. 23, A. Michaeli». Wörihstr. 12, Heide». , 24,«chulz n. So. Wittenau. Bahnhofstr. 6, F. Karstad. er Str. 42, Gutschot». 17. Karstädt. 18, Frost. , 25, Plattner. „ 42, Prächter. Oranienburger Str. 78, Burkhardt. . 98, Hcnnig. Wilhelmsberg. Koskestr. 17, F. Müller. Wilhelmsruh. Ed-ltvelststr. 11, I. LaschinSki. Hauptstr. 9. 3! au. 30, G. Mllletat. Lwdeu-Allee 7, Konsmnverei». Wilmersdorf. Berliner Stt. 135, Blottner. Druchsaler Str. 1, Porath. 4, Packhäuser. Düffeldorser Stt. 8, Blotwer. Meinekeftr. 16/17, Blotwer. Uhianostr. 38, Ulbrich. , 49, Goldacker. , 105, Porath. 133, Ulbrich. , 150, Porath. WllhelmSaue 27�ion!umgensffenschaft Achtung! Auf wiederholte Anfragen erklären wir, daß die Bäckerei von Albrecht, Boxhagener Strafte 13, bis heute noch nicht bewilligt hat. Die Filialen de» Herrn Mbrecht sind: flfalckenfteinstrahe 28, Kramstraste 19, Lausitzer Straffe Ä, Stralauer Allee 17, Wrangelstra�c tltk». Außerdem hat Herr Albrccht noch in der Marlchalle, Andreasstrafze, einen Vcrkaufsstand; die Nummer von dem Stand ist entfernt, er ist von dem Eingang Andreasstraße in der 6. Reihe der letzte Stand. Der Bäckermeister Skibbe. Nangarder Str. SS, hat noch nie den Tarif eingehalten nnd vergiht ansterdem, die GeseNen bei der Krankenkasse attzmnelde«, welche hierdurch groste» Schade« erleiden. Parteigenossen! Hansfrauen und Arbeiter! Unterstützt die Bäckergesellen in ihrem Kampfe«m ein wenig Luft, ein wenig Licht,«m eine kurze Erholungszeit! Deckt Euren Bedarf«l Brot«nd Backwaren n u r in den Bäckereien, die in dieser Liste verzeichnet sind und in welchen die Forderungen der Gesellen bewilligt und bis jetzt auch gehalten werden. Macht eS durch Eure tatkräftige Unterstützung der Gesellen den tarisbrüchigen Meistern unmöglich, ungestraft die Gesellen um die winzigen Erfolge threS LohnkampfeS zu betrügen. Achtung! Diese Liste nnd eventuelle Nachträge bitten wir aufzubewahren! Die nächste Liste erscheint am ersten Sonntag nach dem 1, April.— Nachträge nur«och nach Bedarf.— Listen sind zu jeder Zeit auf dem VerbandSbureail Engelufer 14 Hl, Zimmer 65, Telephon Amt IV Nr. 2396, zu haben. Hoch die Solidarität! Der Vertrauensmann der Bäcker und Konditoren Berlins und Umgegend. tamiranlllung Artur Weisel ficankiurter Allee 155 m iiiin Haus- und Küchengeräte.■■■■...... 1§chlitten. s»»ro«. Rabott] Schlittschuhe. Neal von O,S0 an, PcrHiancr, im»., von 6,50 an für elcg.Damen-Paletotö. Tuchlager Koch A Seeland G. in. ta H. 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