Kr. 80L BbonoaMDtS'Btdlngungeni Nbmmementt• Crttl pränumerando I LterteljShrl. tt6 SRI, monalL tlO EW, wüchcnllich 2b Pfg. frei inl Hau». «injelne Nummer S Plg. Konmags- nummer mit illustrierter Sonntag». Beilage.Die Neue Well' 10 Pia. Post- »ldonnementi 1,10 Marl pro Monat. Eingetragen In die Post-Zeituno»- Prei-Iisic. Unter Kreuzband für Deutschland und Oesterreich. Ungarn 2 Mark, für da» übrige Ausland S Marl pro Monat. PostabonnementZ nehmen an: Belgien. Dänemark, Holland. Italien, Luxemburg. Portugal, Rumänien, Schweden und die Schweiz, Crttjjclnt tZzlich außer msntaot. 88. Jahrg. Die!nfertIon$'GebQI)r I«trägt für die Iech»gefpaUene tlolonel- »eile oder deren Raun, 60 Pfg, für pollttsche und gewerkschaftliche BercinS. »md LersammlungS-Anzeigen 30 Pfg. .Kleine anzeigen", da» fcttgedruals «ort 20 Pfg.(zulässig 2feNgedru6l° Worte), iedeS weitere Wort>0 Pjg. Stellengesuche und Schlafstcllcuan. zeigen da» erste Wort 10 Pfg, icde» wettere Wort ö Pfg. Worte über 15 Buch- Itaben zählen für zwei Worte. Inserate für die nächste Nummer niüssen üi» K I Uhr nachmittag» in der Expedition eben werden. Die Erpedilii" bis 7 Uhr abend» geöffnet, Verltnev VolKsblakk. ZentvaXorgan der rozialdcmohrati fehen Partei Deutfchlands. Telegramm- Adrefle: .SoalaMcinokrat Berllu" Redahtton: SM. 68, Linden Strasse 69, Fernsprecher: Amt Moritzplay, Nr. Ig8Z. Sonntag, den 84. Dezember IttU. Expedition: 8M. 68, Ltndcnstrasse 69. Fernsprecher: Amt Moritzplatz, Nr. 1384. ie frSedensbotfehaft des Klaffcnftampfcs. Wenn heute abend die frommen Lieder erklingen und das Gemüt des Philisters sich in die herkömmlichen und vorschriftsmäßigen Wehmutsfalten legt, dann wird doch manchem auch von denen, die sich sonst mit Denken nicht gerade überanstrengen, der schreiende Kontrast, der grelle Gegensatz zum Bewußtsein kommen, der zwischen Phrase und Wirklickkeit besteht. Während die Wcihnachtsglocken erklingen, dröhnen die Kanonen in Tripolis, knattern Flinten- schüsse in Zentralamerika und in China, in Marokko und in Persien, und wo auf dem weiten Erdenrund die Flamme des Krieges noch nicht haushoch emporschlägt, da wissen doch alle, daß es unter der Asche glost und glimmt, daß ein leichter Anstoß genügt, um den Weltbrand zu entfachen. Mit Sckaudcrn haben wir eben erst gesehen, wie nahe an den Abgrund des Krieges die verbrecherische Leichtfertigkeit unfähiger Diplomaten uns selbst gebracht hat; und wenn es nicht zum äußersten kam, so war es der feste Wille der großen Massen, der zum Frieden zwang, und nicht die Weisheit unserer großen Staatsmänner. Aber wie lange wird es noch gelingen, die sprungbereite Kriegsbestie in Schranken zu halten? Die durch den Krieg in Tripolis und die Revolution in Pcrsien hervorgerufene islamitische Begeisterung bedroht die englische Herrschaft in Aegypten und in Indien, die russische in Kaukasien und Südsibirien. Die asiatkscl?cn- Revolutionen verstärken diese Gefahren, sie bedeuten die Mündigkeitscrklärung der so lange unterdrückten Völker Asiens. In Europa aber stehen sich nicht nur Frankreich, England und Deutschland kampfbereit gegenüber und messen sich feind- lichen und argwöhnischen Blicks; eben erst hat der erzwungene Rücktritt des österrcicyischen Generalstabschefs gezeigt, wie es zwischen Italien und seinem lieben DreibundSgcnossen steht, und in Mazedonien und Albanien gärt es auch wieder mächtig. Doch nicht weniger Zündstoff ist auf dem andern Ende der Welt angesammelt. Die Regierungen von Washington und von 'Tokio wissen, was sie von einander zu halten haben, und sowohl die chinesische Revolution als der Ausbau des Panamakanals' können den Funken in dieses Pulverfaß werfen. So schlingt sich ein feuriger und blutiger Ring um den ganzen Erdball, von Portugal bis Mexiko, in dem die Revolution noch nachzittert, von Marokko bis Kalifornien, wo die wahnsinnigen Taten der Brüder Mc Namara gezeigt haben, wie brennend in dem„freiesten Land der Welt", in den-Vereinigten Staaten, der Klassenhaß geworden, ist.. der freilich, noch. nicht in-dje Bahnen'des zielbewußten, klar durchdachten Klassenkatnpfcs gedämmt, sich in sinnlosen Schreckenstaten'Luft' zu machen sucht. Und da von Frieden reden? Seit es eine Geschichte der Menschheit gibt, war noch ' keine Zeit so vom Krieg in Gedanken und Tat erfüllt wie die heutige. Selbst die Völker- Wanderung, hie Tatarenstürnie, ja selbst die Napoleonischen Kriege haben nicht in dem Maße die ganze Welt, das ganze Erdenrund in ihren Strudel mit �.neingerissen wie unsere Tage; und wenn auch der Wcltbrand noch nicht überall haushoch cmporschlägt, es schwält überall, und jede Stunde kann uns das furchtbarste bringen, was die Menschheit noch je gesehen und erfahren. Denn es ist kein Zufall, daß gerade jetzt alle Gegensätze auf die Spitze getrieben, alle alten Verhältnisse und Bande zerrissen sind, daß die ganze Welt in einem ungeheuren Gärungsprozeß begriffen ist. Der Kapitalismus, der die industrielle Produktion ins Wahn- sinnige gesteigert hat. sucht mit allen Mitteln der List und der Gewalt nach neuen Absatz- Märkten, zugleich aber auch nach Stätten, wo er ungestört seine Raubwirtschaft an den Naturkräften des Bodens und der Bevölkerung ausüben kann. Er überschwemmt nicht nur Gebiete technisch zurückgebliebener Produttionsformen mit seinen Massenartikeln und entwurzelt dadurch das alte Handwerk, die alte Landwirtschaft; er cxporttert Fabriken und Eisenbahnen, er zwingt die Massen dcS inS Elend gestürzten Volkes in seinen Knechtesdienst und raubt zugleich die Schätze der Natur. Das Volk schrett nach Brot, die Bourgeoisie gibt ihm glühend Erz. Die industrielle Ausbeutung ist noch immer lohnender als die landwirtschaftliche, und so werden Jndustrieprodutte für den Export erzeugt, so werden in Finnland und in Marokko, in Spanien und in Schweden die Erze gebrochen, damit Deutschland billigere Maschinen exportiere, während die Produktton an Nahrungsmitteln unzureichend ist. Die Grundbesitzer werden durch Zölle geschützt, während die Landwirtschaft zurückbleibt. Und wenn der deutsche Proletarier sein Herz zusammenkrampfcn fühlt, daß er in diesem Jahre vielleicht noch weniger als sonst seinem Kind den„heiligen Abend" zu einem Freudenfest gestalten kann, dann mag er sich mit dem Gedanken trösten, daß Deutschland heute schon vielfach billigere Baumwoll- stoffe auf den Weltmarkt wirft als seine Konkurrenten, daß deutsche Maschinen den Weg in die fernsten Weltgegcnden finden, daß Deutschlands Regierung drauf und dran war, einen Weltkrieg heraufzubeschwören, um den Herren Mannesmann billigere Eisenerze zu sichern. daß sie ebenso bereit wäre, das Volk zur Schlachtbank zu führen, um daS Recht der Deutschen Bank zu verteidigen, in der Türkei Bahnen zu bauen, die dort wieder das ganze soziale! Leben revolutionieren müssen.» So wühlt der Kapitalismus in seiner heuttgcn, seiner letzten Form, alle alten Be- ziehungen und Verhältniffe um: er treibt den asiatischen Kleinbauer und Handwerker zur Verzweiflung, zur Revolution, er hetzt die ausbeutenden Bourgeoisien gegen einander im Kamps um die Ausbeutungsgebiete, er verschärft aber zugleich auch den Kampf mit der Arbeiterklasse des eigenen Landes. Dem Emporzüngeln der Kriegsgefahr entspricht eine allgemeine Verschärfung der Klassengegensätze. Der Kampf nach außen findet sein Gegenstück in dem nie ruhenden, immer schärfer, erbitterter werdenden Kampf der Klassen im Innern jedes der kapitalistischen Staaten. Nirgends aber, vielleicht abgesehen von den Vereinigten Staaten, zeigt sich diese neueste Phase des Kapitalismus so deutlich, tritt sie so rein hervor wie in Deutschland, nirgends wurde sie auch so klar erfaßt wie hier. . In den politischen Kämpfen treten die alten EharattermaSken immer mehr an Bedeutung zurück. ES gelingt den bürgerlichen Parteien nicht mehr, ihr wahres Gesicht hinter der Larve von Weltanschauungsfragen zu verbergen. Immer klarer ttitt die entschetnende Losung als die einzig bestimmende hervor. Sie hat zwei Formulierungen:„für oder gegen imperialisttsche Weltpolittk" und„für oder gegen Ausnahmegesetze gegen daS Proletariat". In der Tat aber sind diese beiden Formulierungen nur verschiedene Ausdrücke für denselben Gedanken. Die gesammte Bourgeoisie sieht heute keine andere Rettung mehr vor dem Proletariat und vor den Folgen ihrer eigenen Wirtschaftsweise als eine starke Staatsgewalt, die imstande ist, daö Proletariat niederzuhalten und zugleich den Konkurrenten auf dem Weltmarkt ein möglichst großes Stück ihres RaubcS abzujagen und neue Gebiete der Ausbeutung zu erschließen. Dieser Gedanke wird auch die bevorstehenden Wahlen beherrschen. Das Proletariat wird schon in ihnen ziemlich isoliert dastehen. Wenn auch einzelne liberalen Ideologen von der„Front gegen rechts" sprechen, im entscheidenden Augenblick werden sie doch alle rechts nicht den Feind und nicht den Gegner, sondern den Schutzherrn suchen; und je größer unser Erfolg am 12. Januar, desto rascher wird diese Entwickclung vor sich gehen. Aber gerade darin besteht die gewaltige Bedeutung dieser Wahlen. Wir sind nicht des naiven Glaubens, der im Parlament einen Wunderautomatcn sieht, in den man einmal in fünf Jahren eine Anzahl von oppositionellen Abgeordneten wirft, und aus dem dafür konti- nuierlich volkstümliche Gesetze fließen. Wir geben uns auch nicht der lächerlichen Illusion hin, daß man durch bloße Abstimmungen die polittsche Macht erobern könne. Wir teilen aber ebenso wenig die Ansicht anarchistischer und syndikalistischer Faselhänse,, die dem Parlamentarismus jeden Wert abstteiten. Bei einer jungen, beginnenden Parteibewcgung steht natürlich im Wahlkampf die Gelegenheit zur Agitation, zur Aufrüttelung der Massen, im Parlament die Möglichkeit, die Prinzipien vor der Oeffentlichkett zu vertreten, beherrschend im Vordergründe. Auch später bleiben diese Aufgaben von der größten Bedeutung; aber die ausgebildete Organisation, die verbreitete Parteipresse übernehmen sie zum Teil, dafür aber drängen sich neue Aufgaben des Parlaments hervor. Die Vertreter dcS Proletariats im Parlament haben die Angriffe der Gesetzgebung durch ihre Reden und durch das Gewicht ihrer Stimmen abzuwehren, und das können sie natürlich um so besser, je zahlreicher sie sind; eine starke sozialdemokratische Frattion wird aber auch geradezu zur Notwendigkeit, um dem bürgerlichen Parlamentarismus und damit dem bürgerlichen Staat die heuchlerische Larve vom Gesicht zu reißen. Das eben ist ja der große Vorteil der Macht, die die Gesetze für sich selbst, nach ihren eigenen Bedürfnissen fertigen konnte, daß sie dann auf Grund dieser Gesetze in aller Form Rechtens jede- Unterdrückung; jede Gewalttat verüben kann. Das bürgerliche Parlament, in dem es keine starke, auf Massenorganisationen gestützte sozialdemokratische Fraktion gibt, ist für diesen Zweck glänzend geeignet. Es vermag, ohne von der Bahn des formalen Rechts auch nur einen Schritt abzuweichen, das Proletariat vollends zu entrechten und zu unterdrücken. Die zahlreiche sozialdemokratische Fraktion zerreißt diesen heuchlerischen Schein. Sie zwingt die Majorität zur Offenheit, sie nimmt ihr die Möglichkett, daS schreiendste Unrecht, die rohcste Brutalität in die Formen des Rechts zu kleiden. Der am 12. Januar zu wählende Reichstag wird eine Kampfstätte sein, wie es noch keiner war. Unser unaufhaltsamer Vormarsch hat unsere Gegner zur Verzweiflung und da- mit zur Naserei getrieben. Die ersten Kämpfe der neuen Acra werden voraussichtlich im Parlament geführt werden. Und wenn sie sich auch nicht auf dieses Kampffcld beschränken werden, so ist es doch von der höchsten Wichtigkeit, daß wir schon in den ersten Treffen niit entsprechender Macht auftreten, daß unsere Fraktion in jeder Hinsicht ihren Mann stellt. Dafür zu sorgen wird unsere Aufgabe am 12. Januar sein. Das ist ein Kampf, bei dem wir keine verläßlichen Gefährten an unserer Seite finden werden. Das Proletariat ist auf sich selbst angewiesen, es steht allein, aber eö vertraut seiner eigenen Kraft. Die Frommen feiern heute die Geburt ihres Heilands, ihreS Erlösers. DaS Proletariat weiß nichts von Erlösung, es ist nicht erlöst; aber cS erwartet auch keinen Retter, keinen Messias, der es durch himmlische Gnade emporzöge. Täglich aufs neue ans Kreuz der Zwangsarbeit geheftet, trägt es die Dornenkrone des Elends ttef in die bleiche Stirn gc- preßt. Täglich bringt eS der Welt das Licht, und täglich wird cS an den Felsen der Not geschmiedet, und der Geier kapitalistischer Habsucht zerfleischt täglich seine Brust und nährt sich von seinen Eingeweide». Aber das Proletariat harrt nicht wie der PrometheuS der griechischen Sage in Geduld deS befreienden Halbgottes, und eS beugt nicht duldend fein Haupt wie der Christus der Legende; der trotz aller Not täglich erstarkende Riese reckt seine mächtigen Glieder, um die Fesseln zu sprengen. Noch sind ihm die Gegner über. Aber er kann dem bürgerlichen Staat die Worte zurufen, die Byron seinem düstern Engel Lnciser in den Mund legt: .Er ist mein Sieger wohl, Jedoch mein Ob'rer nicht. Ich kämpfe gegen ihn.. Welt soll um Welt und Stern um Stern, und All Um All erzittern in der Wage, bis Der große Kampf zu End', wenn er je endet; WaS nicht geschieht, bis er, bis ich dahin." Doch wie dieser zähe Kampf zwischen der arbeitenden und der ausbeutenden Klasse ausgehen muß, darüber gibt es keinen Zweifel. Die bürgerliche Gesellschaft lebt von der Ausbeutung des Proletariats, sie kann es daher nicht vernichten, ohne sich damit selbst auf- zuhcben. Das Proletariat aber wird zu menschenwürdigem Dasein gelangen, sobald es die Herrschaft des Bürgertums abgeworfen, sobald es nicht mehr für den Profit weniger, sondern für den Bedarf der großen Masse arbeitet. Dann wird es nicht mehr notwendig sein, niit Gewalt fremde Märkte zu erobern, während zu Hause das Volk hungert und friert, eS wird undenkbar fein, daß sich Völker bekriegen, weil die Profitjäger der einen Nation mit denen der anderen in Sttcit geraten. Dann wird daS Reich deS Friedens anbrechen, daS das Ziel der menschlichen Sehnsucht bildet, seit daS Menschengeschlecht in Klassen zerfällt. So lange aber dieser Kampf nicht ausgettagen ist, so lange das Proletariat für fremden Vorteil schanzen muß, so lange der Kapitalprofit das alleinige Richtmaß aller Werte ist, so lange wird der Krieg die Welt beherrschen, aber nicht nur der Krieg der Völker gegen einander, sondern auch der Klassen, der zum Siege deS Proletariats führen muß und damit zum endgülttgen Frieden. DaS Proletariat bedarf keines Erlösers. eS erlöst sich selbst. Li» canätagMahlabiiommen in Bayern. Unsere bayerische Partcipresse bringt heute folgende Mit teilung: .Nach eingehenden Verhandlungen haben am 22. Dezember 1911 d i e liberalen Parteien, der Bayerische Bauernbund, der Deutsche Bauernbund und die Sozialdemokratische Partei Bayerns ein Abkommen für die Landtagswahlen getroffen, mit den, Ziele, das bayerische Volk von dem Druck der Zentrums« Mehrheit zu befreien. Dieses Abkommen ist, wie kaum noch besonders betont zu werden braucht, ein rein taktisches und berührt weder Programm noch die Selbständigkeit der einzelnen Parteigruppen. Der Zweck, das bayerische Volk dauernd von der Gewaltherr> schaft der Zentrumsmehrheit zu erlösen, schließt in sich d a S ernste Streben nach einem gerechten Wahlgesetz. Da« geltende Wahlgesetz mit seiner auf die Interessen der Jen- trumSpartei zugeschnittenen WahlkreiSeinteilung, mit seiner Aus- schaltung der Stichwahlen hat sich als untauglich erwiesen, das freie politische Leben in Bayern zu fördern. Es zwingt die Parteien, die trotz ihres größeren Anteiles an den abgegebenen Stimmen in die Minorität gedrängt sind, schon im ersten Wahlgange zusammenstehen, um das ihnen zu« gefügte Unrecht einigermaßen auszugleichen und eine Wahlreform im Dinne deS Proporzes vorzubereiten. DaS Abkommen er st reckt sich über da» ganze rechts« und linksrheinische Bayern. Seine Not» wendigkeit für das bayerische Volk ist abgesehen von den durch das ungenügende Wahlrecht geschaffenen Dcrhältniffen, durch die Umstände, unter denen der Landtag itufgelöst werden mußte, aller Welt hinreichend dargetan worden. Die Einzelheiten dcS Abkommen» werben den mit der SuS« führung betrauten Organisationen der beteiligten Parteien sofor� bekannt gegeben. Die zum gemeinsamen Vorgehen vereinigten Parteien find sich der Schwierigkeit ihrer Aufgabe bewußt. Sie erwarten aber von der Einsicht des bayerischen Volkes und insbesondere der Wahl- berechtigten, daß sie die Bedeutung der am ö. Februar für Bayern bevorstehenden Entscheidung voll erfassen. Denn darüber werden alle Einsichtigen sich klar sein müssen; versagen sie jetzt ihre Hilfe, das Ziel zu erreichen und den Ueber« mut der auf nicht» als Gewalt, Unterdrückung und Personalien- vorteil bedachten bisherigen Mehrheitspartei zu brechen, so tragen sie die Verantwortung dafür, daß Bayern und über Bayern hinaus daS Reich auf unabsehbare Zeit allen Unbilden der rückstchtS- losesten ZeNtmmSherrschaft ausgeliefert bleibt.' In Ergänzung obiger Mitteilung wird uns auS München geschrieben: Die Verhandlungen, die zu diesem Abkommen geführt haben, datieren schon seit den Tagen der Auflösung deS bayerischen Land- �stages..Diese Vereinbarung ist kein sogenannter Großblock, sie schließt keine Arbeitsgemeinschaft der Vertragsparteien in sich, und erfolgte unter Ausschluß einer Minderheitspartei, der Konservativen j und Landwirtcbündler, die unter der Führung B e ck h S im früheren Landtage die Mehrzahl der Mitglieder der Freien Ver- einigung bildeten. Die Verteilung der zu gewinnenden Mandate geschieht nach einer Art freiwilligen Proporzes, über die Einzel- heiten wird erst nach der Kandidatenaufstellung zu reden sein. Eine Landeskonferenz unserer bayerischen Parteigenossen, bei der Vertreter deS deutschen Parteivorstandes zugegen waren, hat den Beitritt zu der Vereinbarung beschlossen, deren Unumgänglichkeit sich angesichts des Terrors des bayerischen Zentrums ergab, das sich seit feiner Vermischung mit den preußischen Junkern zum Zwecke der bicichsfinanzreform als eine Partei der wüstesten Scharfmacherei und der Entrechtung der Arbeiterorganisationen in Bayern etabliert hat. Die Arbeit, an der unsere bayerischen Genossen sich nun be- teiligt haben, und deren Löwenanteil sie voll zu tragen haben, ist schwierig und stellt die äußersten Anforderungen an ihre Dis- ziplin und organisatorische und agitatorische Schlagfertigkeit. Aber da? lockende Ziel: die Beseitigung der Zentrumsherrschast und die Vorbereitung einer Wahlreform auf dem Boden de« Proporzes rechtfertigt die Opfer, die zu feiner Erringung gebracht werden. .' Es ist etwas ganz Außergewöhnliches, baß Sozialdemo- kraten, die als Vertreter der revolutionären Bewegung des Proletariats ini unüberbrückbaren Gegensatz zu allen bürger- lichen Partein stehen, bereits im ersten Wahlkampf mit an- deren Parteien zusammengehen, und es müssen ganz besondere Umstände vorhanden sein, um ein solches Vorgehen begreif- lich erscheinen zu lassen. Nun besitzt Bayern dank der Ver- schlagenheit des Zentrums ein eigentümliches W a h l- fystem. Als gewählt wird derjenige Kandidat betrachtet, der die relative Majorität besitzt, d. h. also, der die meisten Stimmen auf sich vereinigt, gleichgültig, ob er die absolute Majorität der abgegebenen Stimmen erreicht hat oder nicht. Nur wenn seine Stimmenzahl nicht ein D r i t t e l der abgegebenen Stimmen erreicht, findet einjweiter Wahlgang statt; aber auch dann findet nicht etwa Stichwahl statt, in der nur die beiden Kandidaten mit den höchsten Stimmenzahlen wählbar sind, vielmehr können alle früheren Kandi- baten wiederum zur Wahl stehen. Gewählt ist, wer die meisten Stimmen erhält und zwar diesmal ohne jede Ein- schränkung. Es ist also leicht möglich, daß die antiklerikalen Parteien in einem Wahlkreis zwar eine starke Majorität be- sitzen, daß aber trotzdem wegen der Zersplitterung ihrer Stim- men der Zentrumskandidat gewählt wird. In der Tat verdankt das Zentrum diesem Wahlsystem in Verbindung mit einer die rückständigen Bezirke außer- ordentlich begünstigenden Wahlkreiscinteilung, daß es im auf- gelösten Landtag etwa 75 Proz. der Mandate innehatte, ob- wohl es nur etwa 45 Proz. der Stimmen aufgebracht hat. Es ist also dieses Wahlsystem, bei dem die relative Majorität entscheidet, das unsere Partei in eine gewisse Zwangs- läge gebracht hat. Dieses System erweist sich eben stets als eine Fälschung des wirklichen Willens der Wähler und nötigt die Parteien oft zu Kompromissen, die natürlich die Herausarbeitung und Betonung der prinzipiellen Gegensätze hindern. So muß denn die Frage aufgeworfen werden, ob nicht der Abschluß des Kompromisses trotzdem besser unterblieben wäre, selbst auf die Gefahr hin. daß dadurch die Herrschaft der Zentrumsmajorität noch verlängert worden wäre. Auf diese Frage antworten unsere bayerischen Genossen mit der Aufzeigung des gemeingefährlichen Charakters, den die Z e n t ru m s h e rr s ch a f t in den letzten Jahren angenommen hat. Seitdem das Zentrum bei der Reichs- finanzreform zum Bundesgenossen der Konservativen gewor- den und durch die offene Bekundung seiner Volkskeindschaft steigenden Widerstand bei den Massen ausgelöst hat. ist seine Politi' eine a r b e i t e r f e i n d l i che geworden. Im baye- rischen Landtag hat es sich in den letzten Jahren an die Spitze der Scharfmacherei gestellt und immer schärfer den Kampf gegen das wichtigste Recht der Arbeiter- klasse, gegen das Koalitionsrecht geführt. Die Vorgänge sind ja bekannt. Das Zentrum fürchtete nach der Finanzreform, seine Arbeiteranhängcr immer mehr zu verlieren: in der Tat nahmen seine Organisationen ab, während der Süddeutsche Eisenbahnerverband an Mitaliedern zunahm. Dagegen suchte das Zentrum die Gesetzgebung und die Regierung mobil zu machen. Schon im April 1910 brachte es eine Resolution ein, die das für die Staatsarbeiter Er- reichte über alles Maß. hinaus pries und den Staats- arbe.itern das Streikrecht absprach. Der Ver- kehrsminister stimmte zu, während die Liberalen mit den Sozialdenwkraten gegen die Resolution stimmten. Ties war der erste Versuch des Zentrums, das Koalitionsrecht einzu- engen. Ihm folgte ein Vorstoß in der Ersten Kammer gegen den Verkehrsminister, in dem der Bischof H e n l e den be- rühmt gewordenen Ausspruch tat:„Knecht muß Knecht blei- ben". Im Juli 1910 verlangte das Zentrum offen das Verbot des Süddeutschen Eisenbahnerver- b a n d e s. Seitdem führte es den Kampf gegen das Koali- tionsrecht der Staatsarbeiter ununterbrochen fort. Tie Rc- gierung ließ sich schließlich zu dem berüchtigten Erlaß herbei, in dem den Präsidenten der Eisenbahndirektionen die U e b c r- wachung der politischen Gesinnung der Mit- stieder des Verbandes aufgetragen und die Nichtan- tellung von Beamten sozialdemokratischer Ge- innung verfügt wurde. Aber dieser Erlaß war dem Zentrum noch nicht reaktionär genug. Ja selbst als der Ministerpräsi- dent P o d e w i l s eine Beeinflussung der Disziplinargerichte in Aussicht stellte, um Sozialdemokraten wegen ihrer Ueber- zeugung aus Beamtenstellungen zu entfernen, war das Zen- trum noch nicht zufrieden. Die Regierung ging ihm immer noch nicht weit genug. Es bestand auf der v o l l st ä n d i g e n Unterdrückung des E i s e n b a h n e r v e r b a n d e s und führte schließlich im Kampf gegen das Koalrt ionsrecht der Staatsarbeiter jenen grotesken Konflikt herbei, der zur Auf- lösung des Landtages führte. Dabei muß aber noch bemerkt werden, daß die Unterdrückung des EisenbahnerverbandeS noch lange nicht alle scharfmacherischen Wünsche des Zentrums erfüllen würde. Schon sind sehr gewichtige Stimmen im Zentrumslager laut geworden, die Ausnahmegesetze gegen die Sozialdemokratie, gesetzliche Einschränkung des Koalitionsrechts, ver- mehrten„Schlitz der Arbeitswilligen' for- d e r n. Und wenn das bayerische Zentrum auch offiziell gegen Ausnahmegesetze ist, so ist es doch bereit, auf dem Wege des gemeinen lliechts, wie daS ja auch Herr Heydebrand will und Herr v. Bethmann zugesagt h«t, neue Gesetzesbestimmungen gegen die politische und gewerkschaftliche Bewegungs- freiheit der Arbeiter zu verlangen. Die Aufrechterhaltung der Zentrumsherrschast in Bayern würde also eine unmittelbare Gefahr für da? Koa litiö nsrecht der bayerischen Staats- arbeite r bedeuten: es würde aber auch für die deutsche Arbeiterklasse im ganzen die Gefahr vergrößern, die dem Koalitionsrecht droht. Die Wiederkehr des Zentrums zur Macht in Bayern würde auch die bayerische Regierung uird ihre Vertretung im Bundesrat zur Handlangerin des Zen- trums bei seinen Scharfmacherwünschen machen. Unter solchen Umständen glauben die bayerischen Genossen die Verantlvor- tung für ein Scheitern des Kompromisses nicht auf sich nehmen zu sollen. Der Schutz des Koalitionsrechts rechtfertige das Kompromiß. Gelingt es aber, das Zentrum in die Minorität zu drängen, wozu die Aussichten günstig sind, dann wird es auch möglich werden, das W a h l s y st e m, das zu solchen Kom- promissen nötigt, abzuändern.„Gegen das Zentrum, für ein gerechtes Wahlsystem", ist ja die Parole für den Land- tagswahlkampf. Als gerechtes Wahlsystem kann aber unter den gegebenen Verhältnissen nur der P r o p o r z in Betracht kommen. Sieht erst das Zentrum die Gefährlichkeit der rela- tiven Majorität, wodurch seine Gegner zur Koalition ge- drängt werden, am eigenen Leibe, dann wird auch sein Wider- stand gegen eine Wahlreform geringer werden. Gelänge aber die Durchsetzung des Proporzes, so würden für die Zu- kunft diese mißlichen Kompromisse fortfallen. Also ein Kom- promiß zur Beseitigung künftiger Kompromisse. Ueber die Natur ihrer zeitweilig Verbündeten geben sich unsere bayerischen Genossen wohl keinen Illusionen hin. Dazu sind die Erfahrungen, die sie selbst mit den Liberalen gemacht haben, viel zu schlimm. Waren es doch die Liberalen, die sich io lange und so verstockt gegen jede Wahlreform gewehrt haben; und auch in sozialpolitischer Beziehung lmben gerade die bayerischen Liberalen eine nichts weniger als rühmliche Vergangenheit. Gewiß haben in den letzten Jahren die Libe- ralen vielfach eine einsichtigere Haltung eingenommen und gegen die Scharfniachereien des Zentrums gestimmt; aber Liberale in Opposition sind bekanntlich steas einsichtiger als Liberale in der Majorität. Zu irgendwelchen Illusionen ist also sicher kein Anlaß: immerhin hat die rücksichtslose Herr- schaft der Klerikalen gerade auch die liberalen Kreise er- bittert. Die Liberalen kämpfen als politische Partei um ihre Existenz und sie können nur zu eigcnenr Einfluß gelangen, wenn die absolute Uebcrmacht des Zentrums gebrochen, wird. Deshalb ist es immerhin möglich, daß sie das Ihre tun werden, um dort, wo sie im ersten Wahlgang für die So- zialdemokratie zu stimmen haben, ihre Wähler an die Urne zu bringen. Der alte Bauernbund schließlich ist eine Organisation, die in einem gewissen Gegensatz zum Bund der Landwirte und den konservativen Bauernbündlnri steht. Er ist Wirt- chiftspolitisch agrarisch, wenn auch m'letzter Zeit in seinen Reihen die Erkenntnis sich hier und da geltend macht, daß die großagrarische Hochschutzzollpolitik die bäuerlichen Jnter- essen schädigt. Er tritt aber in der Politik für die volle staatsbürgerliche Gleichberechtigung der Arbeiter ein. Dem Abschluß des Kompromisses ist ursprünglich von den Genossen Nordbayerns widersprochen worden. In ihren Bezirken ist der Liberalismus der Haupt- sächlichste Gegner. Der Kampf bei den Reichstags- und Land- tagswahlen wurde bisher in erster Linie gegen Liberale ge- führt. Sie wollten daher von dem Kompromiß ausgeschlossen bleiben. Namentlich waren es die Genossen der H o f e r Be- zirke, die diese Forderung erhoben. Diese scheitert« jedoch«m dem Widerspruch der Liberalen und des BauernbundeS. Di« Frage stand zuletzt so: Lückenloses oder gar kein Kompromiß? Angesichts dieser Sachlage erklärten zuletzt auch dl« nord- bayerischen Genossen unter Aufrechterhaltung ihrer prin- zipiellen Gesichtspunkte, mit aller Kraft dazu beitragen zu wollen, daß der gehoffte Erfolg des Kompromisses, die Be- siegung des Zentrums, erreicht werde. Die Erklärung muß deshalb sehr hoch eingeschätzt werden, weil dadurch dieses immerhin gefährliche Experiment von der bayerischen Partei wenigstens in voller Geschlossenheit und Einheit unternommen wird. Außerhalb Bayerns kann man natürlich über alle Einzel- heiten nicht urteilen, auch nicht beurteilen, ob alle Voraus- setzungen zutreffen, ob nicht die Eximierung NordöayernS doch durchzusetzen gewesen wäre. Dabei muß den bayerischen Ge- nassen allein die Verantwortung überlassen bleuen. Man wird nur hoffen können, daß das Ziel erreicht und daß dieses Kompromiß ein vereinzelter Fall bleibe, der durch die besondere Situation erklärt wird. Von einem Großblock nach badischem Muster, von einer dauernden Arbeitsgemeinschaft ist nicht die Rede. Es ist ein Ueberein kommen für diese be- stimmte Wahl und zu einem bestimmten Zweck. Die Reichstagswahlen aber geben auch den bayerischen Genossen Gelegenheit, den Kampf gegen alle bürgerlichen Parteien mil rücksichtsloser prinzipieller Schärfe durchzusech- tcn. Je schärfer dieser Kampf geführt wird, desto geringer die Gefahr, daß das Abkommen für die Landtagswahlen in unseren eigenen Reihen Verwirrung stiftet und die Tatsache verdunkelt, daß die Arbeiterklasse von allen bürgerlichen Schichten durch einen Abgrund getrennt wird. Für uns hat ein solches Abkommen nur alsvorübergehendesAus- h i l f s m i t t e l Sinn, als Abwehr gegen augenblickliche Ge- fahren, die dem Naht der Arbeiterklasse drohen, als Mittel, unsere Kampfcsposition zu stärken. Wir wissen aber, daß in allen ernsten Fragen die Arbeiterklasse sich nur auf die eigene Kraft verlassen kann und daß kein Kompromiß die völlige Un- abhängigkeit tangieren darf, mit der die Arbeiterklasse für ihre vollständige Befreiung kämpft. ver Meiler Freunde und Feinde! Bei der Beratung der Reich»versichrr»ngs»rdnung Batten die Tozialdemokraten unter anderen folgende Anträge gestellt, die von den nebenstehenden Parteien abgelehnt wurden. Abgelehnt von: Allgemeine, gleiche, direkte Wahl der Vertreter zu den Verwaltungskörpern Konservativen, Ultramon- tancn, Antisemiten und Nationalliberalen. allen bürgerlichen Parteien lForischrittl.auSgenommen) allen bürgerlichen Parteien. Wählbarkeit der Frauen.... Versicherung der Frauen der Kleinbauern, Pächter usw.......... Versicherung der in fremden Betriebs- stätten beschäftigten Hausgewerbetreibenden.........., r t Versicherung für alle Angestellten und Gewerbetreibenden mit einem Jahres- gehalt bis zu SOOO M......,,, Erhöhung des Nrankengeldes für die in l Antisemiten und National- Landkrankenkassen Versicharlen auf den< liberalen, Konservativen, Satz der OrtSlrankenkassen.... j Ultramontaneit. Obligatorische Hebammenhilse.... bettselben.'"' � Acht Wochen SchwangerschaftLunter» stützmig für Landarbeiterinnen... m•-> Lieferung aller erforderlichen Heil- und- Hilfsmittel für die Kranken.... allen bürgerlichen Parteien. bts s Är r*«v Feiertage Zahlung deS Krankengeldes vom ersten Krankentage an........ Anspruch auf KrankenbauSpflege... Anstellung von Hanspflegerinnen.. Bei Krankenhauspflege Zahlung von drei Viertel deS Krankengeldes an die Angehörigen......... Familietthilfe als Pflichtleistung... Erhaltung der Selbstverwaltung in den Krankenkassen......... Verbot, den Versicherten in Landkranken« lassen das Krankengeld bis auf ein Viertel des Ortslohnes herabzusetzen Anrecht auf Hauspflege und Hausgeld für erkrankte Landarbeiter.... Verbot, den Lohn deS erkrankten Dienstboten um den Betrag des Kranken» geldes zu kürzen........ Für die unständig Beschäftigten die gleichen VersickerungSrechte mit den übrigen Arbeitern....... Entschädigung für Unfälle auf dem Weg« von und nach der Arbeit.... Unfallentschädigung von dem Tage deS Unfalles an......... j Traeger und Fegter). allen bürgerlichen Parteien. Konservativen, National- liberalen, Antisemiten, Ul« tramontanen sausgenoin- men die Abgg. Dr. Thoma, Dr. Will, Wetterle). Konservativen, Antisemiten, Ullramomanen, National- liberalen. Konservativen. National- liberalen, Antisemiten und Ultramontancn. allen bürgerlichen Parteien. Konservativen. National- liberalen, Antisemiten uni> Ultramontanen. Berechnung der Unfallrente nach dem wirklichen Jahresdurchschnittsverdienst allen bürgerlichen Parteien. Erhöhung der Witwenrente sür ge- storbene Unfallverletzte.....»,, Herabsetzung der Altersgrenze für den f Konservativen, National- Bezug der Invalidenrente von 70 auf< liberalen, Antisemiten und Ultramontanen. öb Jabre Einbeziehung der Hausgewerbetreibenden und aller Angestellten mit einem Ge- halt bis zu oOOV M. in die Alters- und Invalidenversicherung.... Zahlung einer Rente auch an nicht dauernd invalide Witwen.... Waisenrente auch für uneheliche Kinder Erhöhung der Invaliden-, Alters- und Waisenrente........._, Dieser kleine AuSzug läßt die ArbcltcrfreundUchkcit der Bürger- lichen Parteien, die nun um Arbeiterstimmen buhlen, deutlich er- kennen. denselben. Z her mit dem gleichen Azhirecht zum Deuticheu Reichstage! Das gleiche Wahlrecht zum Reichstage wurde im Sturm der Barrikaden von 1848, da daS deutsche Proletariat zum ersten Male mitsprach, geboren. DaS Franlfurter Parlament war gewählt nach dem Grundsatz: 50 000 Seelen— i Abgeordneter. Die Reaktion, der Stock- und Zopfwind Preußens zerbrach alle Parlamente, die aus gleicher Wahl auch in den Einzel- stauten hervorgegangen waren. BTS Sassalle von Düsseldorf nach Berlin gekommen war md den.KrönungS-Ochsenjubel- erlebt hatte, schrieb er am 21. Januar 1859 an Marx: «Würde man die Windeln des eben geborenen Prinzen(Wilhelm IL) meist bietend versteigern, e S wäre damit schönes Geld zu verdienen!" L a s s a l l e riß daS von der bürgerlichen.Demokratie" in den Winkel geworfene und eifrigst versteckt gehaltene Banner des allgemeinen, gleichen, geheimen und direkten Wahlrechts aus dem Dunkel der Vergessenheit. Das Wahlgesetz vom 31. Mai 1369, das dann in die deutsche Reichsvcrsassung von 1871 übernommen wurde, sagt:„Eine Ber« mehrung der Zahl der Abgeordneten(sie betrug damals auf je 100 000 Seelen 1 Abgeordneten) infolge der steigenden Bevölkerung wird durch das Gesetz bestimmt." So ist'S heute noch zu lesen im Z b Absatz 3 des Wahlgesetzes zum Deutschen Rcichsiage! Wie sieht daS ReichstagSwahlrecht heute in Wirk- lichkeit auS? Es betrug die Einwohnerzahl eine« d eu tsch e n R ei gS ta g S w ah l- k r e i s e S, auf Trnisende abgerundet; höchste mittlere niedrigste 1871..... 186 103 32 ..... 370 117 37 1907..... 989 155 45 Teltow-BeeSkow- Storkow» Charlottenvurg, mit 1907 bereits 218160 Wahlberechtigte», darf nur einen Ab- geordneten wählen. B e r l i n VI, mit heute 218 247 Wahlberechtigten, kann nur «inen Abgeordneten wählen. Bockum-Gelseul.irchen mit heute 148835 Wahl- berechtigten darf ebenfalls nur einen Abgeordneten wählen. Der SIeichSlagswahlkreiS Schaumburg-Lippe mit nur 9 891 Wahlberechtigten wählt ebenfalls einen Abgeordneten. W a l d e ct mit nur 12 776 Wahlberechtigten wählt auch einen Abgeordneten. ScvleSwig-Holstein tv: Lauen bürg mit nur 12 908 Wahl- berechtigten wählt ebenso einen Abgeordneten I DaS ist kein gleiches RcichStagSwahlrccht mehr! ES ist Plan- mäßiger Betrug des deutschen Voltes!! Oder ist vielleicht ein Wahl. recht noch gleich, das jedem Wähler des Wahlkreises Schaumburg- Lippe 25mol so viel Wahlrecht gibt, als dem Stimmberechtigten des ReichStagswahlkreiseS Teltow- BeeSkow-Storkow-Charlottenburg? I e d e r Vertreter der Sozialdemokratie hat noch bei allen Neichotugswahlen viel, viel mehr deutsche Staatsbürger hinter sich gehabt als die Abgeordneten irgend einer anderen Parteil Die Stinnnenzahl für je ein Mandat betrug im Durchschnitt bei den Sozial- Konser- National- Frei- o m, dcmotraten vativen liberalen sinnigen 1871.. 01 987 9629 9 369 7 444 11495 1884.. 22 916 11 039 19 550 14 881 12 949 1907.. 78 79! 11 670 30 196 25 872 20 75? Unter allen Parteien sendet die Sozialdemokratie seit der Gründung des Deutschen Reiches und bei jeder Wahl ihre Vertreter mit drei- und vierfach stärker» Anhängerschaft in den Reichstag als alle anderen Parteien! Sie hätte eine viel höhere Abgeordnetenzahl, svenn das Reichstagswahlrecht wirklich gleich wäre I Dir Wahl von 1907 zeigt dies ganz besonders deutlich. Sie wäre wie folgt ausgeiaüen. wenn nicht durch die herrschenden Par- teicn und ihre Regierung seit 40 Jahren grgcu den Sinn der Wer- sajsung regiert niürde. Es hätten Mandate bekommen:(-f mehr) (— weniger) Konservative..... nur 37 statt 59— 22 Reichsparlei...... 16, 21— 5 Bund der Landwirte..„ 6„ 8— 2 Antisemiten...... 16„ 21— 5 Süddeutlcher Bauerbund 3„ 0-s- 3 Nationallibernle... 59. 63-s. 4 Freisinnige Vereinigung. nur 9. 11— 2 Fresimiige Volkspartei,, 26„ 23— 2 Süddeutsche Äollspartei.„ 5, 7— 2 Zentrum...... 78. 105— 27 Pole»........ 16. 20— 4 Dänen.......> i_ Welsen...... 2' 1 4-1 !Ä- V-,--nur 3 I 7- 4 Sozialdemokraten... 116. 43-s- 73 FraktionSiosc..... nur 4, 10— 6 So bötte der Reichstag ausgesehen, wenn wir ein wirklich gleiches Wahlrecht besäßen! Die schwarzdlaucit Parteien haben daS allergrößte Interesse an der Ungleichheit des RcichstagSwahlrechtS, deshalb haben sie auch imnier gegen die Neueiuteilung der Wahlkreise gestimmt! Bei d» jetzigen Wahl geht«S auch im wirNich gleiches ReichStagSwahlrrcht?_ Zur!!!elchstsg§wzhi. Die Wahlsituation in der bayerischen Rheinpfalz. Die Pfalz, vor einem guten Jahrzehnt noch eines der festesten Bollwerke des Liberalismus, bietet jetzt ein Bild trostloser poli- tischer Zerfahrenheit. Von allen sechs pfälzischen Wahlkreisen be- sitzen die Liberalen keinen einzigen mehr. Ter letzte Wahl- kreiS, Neustadt-Landau. den sie bei der Wahl 1907 noch einmal eroberten, ging ihnen 1910 in der Nachwahl verloren; die Sozial- d-mokratie trat das Erbe an. Der 1. Wahlkreis, Speycr-LudwigS- Hafen, ist schon seit 1898 sozialdemokratischer Besitzstand, während der dritte, Ecrmersheim-Bcrgzabern, und der vierte, Pirmasens- ZweibrüSen, bei der letzten Wahl dem Zentrum zusielen. Der fünfte Wahlkreis hatte in der letzten Periode den Bündler Eiauffer und der sechste, Kaiserslautern, den Bundcshäuptling Tr. Roesicke in den Neichstag entsandt. Durch eine eifrige Agitation hatte eS der Bund der Landwirte � dieses auS Ostclbien nach der Pfalz verpflanzte Gewächs— im Laufe der Jahre fertiggebracht, sich den pfälzischen LiberaliS- MUS Untertan zu machen; keine Kandidatur durfte ohne seine Ein. stnlligung von liberaler Seite aufgestellt werden. Ter LiberaliS- mus war zum Hörigen des Bundes geworden Erst mit der Eni- stehung des schwarz-blauen Blockes wurde es anders. Der linke Flügel im Liberalismus opponierte und wollte das Zwangsjoch des Bundes abwerfen, allein die einjlußreicheren, unter dem Banne der.Wormser Ecke" stehenden RcchtSliberalen hatten noch immer eine schwache Seite für die Roesickemänner. Ihr Ideal war der Zusammenschluß aller bürgerlichen Parteien gegen die Sozial- dcmokratic. Erst die emsige Agitation der Fortschrittlichen Volköpartei bracht« eine Aenderung. Tie Fortschrittler und Demokraten haben ihre Anhängerschaft hauptsächlich in dem Kaiserslauterncr Wahl- kreiS, und so verlangen sie. bei Verteilung des liberalen Felle» die Pandidatur für diesen Kreis. Ter Streit hierüber zog sich fast ein Jahr hinaus, zum Gaudium aller politisch denkfähigen Kreise; schließlich brachen die Fortschrittler die Verhandlungen ab und stellten kurzerhand den badischer LandtagSabgedrdneten Professor Hummel-Karlsruhe auf, und drohten außerdem, in allen anderen pfälzischen Wahlkreisen eigene Kandidaten aufzustellen. Dieses Radikalmittel half; die Einigungsverhandlungen im Liberalismus wurden wieder aufgenommen, und man einigte sich schließlich dahin, daß bei gegenseitiger Unterstützung den Fortschrittlern Kaiserslautern, die übrigen fünf Wahlkreise den Nationalliberalen zur Kandidaienftellung überlassen bleiben sollen. Die Volks- parteiler erklärten sich außerdem noch gegen jede Bündler- kandidatur aus liberalem Lager. Eine endgültige Scheidung zwischen Bund der Landwirte und den Rechtsliberalen ist jedoch erst erfolgt nach der Auslösung des bayerischen Landtages infolge der dadurch geschaffenen Situation. Was nun die Situation in den einzelnen Kreisen anbetrifft, so ist begründet« Aussicht vorhanden, daß der Ludwigs- hafener Wahlkreis im ersten Wahlgong von der Sozial- dcmokratie behauptet wird. Selbst die Liberalen erachten hier ihren Kamvf gegen uns für aussichtslos. Im Wahlkreise Neustadi-Landau, den Genosse Huber in den beiden letzten Jahren vertrat, ist die Lag« kritischer. Die Liberalen haben hier nach langem Suchen den Straßburger Pro- fessor van Calter, der schon in der Nachwahl in Friedberg- Büdingen kandidierte, auf den Schild gehoben. Das Zentrum hat einen Heimatskandidaten nominiert, uird jetzt ist in letzter Stunde der Bund der Landwirte mit einer eigenen Kandidatur, den Pro- fessor Dinger-Jena, auf den Plan getreten. Wahrscheinlich ist, daß entweder das Zentrum oder der Bund im letzten Augenblick zugunsten des anderen zurücktreten wird, lieber den Ausgang des Wahlkampfes läßt sich, da alle drei Parteien ungefähr gleicher Stärke sein dürften, nichts sagen. Ziemlich gleich sind die Wahlaussichten der Sozialdemokratie im dritten und vierten Wahl- kreise. Auch hier hat unfere Partei in letzter Zeit ganz erheb- liche Fortschritte aufzuweisen, allein sie genügen nicht, um in eine aussichtsreiche Stichwahl zu kommen. Mit ziemlicher Sicherheit ist jedoch anzunehmen, daß beide Kreise dem Zentrum in der Stich- wähl— allerdings nur mit sozialdemokratischer Hilfe— abgenommen werden können. Der fünfte Wahlkreis, Homburg-Kusel. der ebenfalls von uns stark bearbeitet wurde und der in wirtschaftlicher Beziehung mit dem angrenzenden Saarabien eng zusammenhängt, wird uns sicher einen gewaltigen Stimmenzuwachs bringen, der dazu ausreichen könnte, in der Stichwahl dem Linksliberalen, sofern er die Jenaer Abmachungen anerkennt, zum Wahlsiege über den Bündlcrkandidaten zu verhelfen. Im sechsten Wahlkreise, Kaiserslautern, richtet sich unser Kampf in erster Linie gegen den Brotverteuerer und Bundeshäuptling Dr. Roesicke. Hier hat schon im voraus das Zen- trum seine Kandidatur zugunsten Rccsickcs zurückgezogen, um die Stichwahl zwischen Roesicke und unserem Kandidaten, dem Genossen Hoff mann- Kaiserslautern, sicherzustellen Wohl machen die Fortschrittler verzweifelte Anstrengungen, in die Stich. wähl zu kommen, allein die bekannte Unzuverlässigkcit der Libe- raten dürfte ihnen einen Strich durch die Rechnung mack'n. Ein Teil der Rechtsliberalen wird sicherlich auf die ausgegebene Parole pfeifen und aus alter„Anhänglichkeit zum Bund der Landwirte" für Roesicke eintreten. »» » Genossen, Gxbet loufs, beten!. In teils arg entstellter, teils direkt erlogener Weise� berichtet die Zentrumspresse tmrüber, daß der Genosse Gruber von der .Münchenrr Post" in einer Versammlung in Schrobenhausen seine Rede unterbrochen habe, um den Angelus zu beten. Wahr ist an dieser Geschichte nur. daß Genosse Gruber, als beim AngeluS-Läuten Verfammlungsbesucher den Hut abnahmen und zu beten ansingen, seine Rede unterbrach mit den Worten: .Ich denke, wir machen jetzt eine kurze Pause und fahren dann wieder fort." Ein solches Verhalten ist einwandfrei, denn es ist keine Schande, auf die Gefühle anderer Menschen Rücksicht zu nehmen. Beim Zentrum liegt die Sache allerdings umgekehrt, dort gibt eS solche Rücksichtnahme nicht! »» » Bund der technisch-industriellen Beamten und ReichStagswahlen. Eine Sitzung deö erweiterten Vorstandes des Bundes der tech- nisch-industriellen Beamten beschloß, in den ReichStagswahlkampf einzugreisen. Tie Kandidaten sollen vor allem über ihre Stellung zu einem zeitgemäßen Ausbau des KoalitionSrechteS befragt werden, ferner darüber, ob sie für Schaffung eines einheitlichen und sozialen PrivatbeamienrochtS, für die Abschaffung der Kon- kurrenzilausel und für das Eigentumsrecht der technischen An- gestellten an ihren Erfindungen eintreten. Politische(ledevsicbt. Berlin, den 23. Dezember 191!. Neichsfinanzschwindel. Ter schwarz-blaue Block fährt fort, die Reichsfinanzlage in den rosigsten Farben zu schildern. Dabei wäre schon das eine Faktum, daß trotz einer Mchreinnahme von 140 Millionen auch für daS Jahr 1912 im Etat eine Anleihe von43Millionen angesetzt ist— eine Anleihe, die aber nach Hinzutreten der Mehrausgaben für den LuftmilitariSumS und die neuen Flotten- forderungen, auf weit über 100 Millionen an- schwellen wird—, ausreichend, um die Legende von der Gesundung unserer Finanzen schlagend zu widerlegen. Nichts- destowcniger setzt speziell die Zentrumspresse den Schwindel munter fort. Daß sie mit solcher Dreistigkeit aufzutreten vermag, liegt freilich an der geradezu rührenden Hilflosigkeit der liberalen Presse, die sich von den Blockbrüdcrn und ihren amtlichen Hand- langern die unglaublichsten Dinge erzählen läßt, ohne eine Antlvort zu finden. Co renommiert jetzt wieder Herr Erzbergcr in der„Germania" mit den Erfolgen der Schuldentilgung: seit Januar 1910 seien die Reichsschulden tatsächlich um 108 Millionen kleiner geworden. Daß es sich nur um eine formale Schuldentilgung handeln kann, das heißt um die Abtragung alter Schulden, für die aber entsprechend neue Kredite notwendig ge- worden sind, verschweigt Herr Erzberger. Wie die Dinge in Wirklichkeit liegen, haben wir ja schon wiederholt dargelegt. Im Jahre 1910 enthielt der Etat eine Anleihe von 172, im Jahre 1011 von 98 Millionen, zusammen 270 Millionen Anleihebedarf. Nach der Darlegung des ReichSschatzsckrctärs von Mermuth soll nun die Mehreinnahme iw diesen bcidew Jahren 234 Millionen betragen haben. Dadurch vermindert sich der Anleihebcdarf auf 36 Mit- lioneir. Eine Schuldentilgung aus Mehreinnahmen konnte also nicht geleistet werden. Allerdings war für die beiden Jahre eine eventuelle Schuldentilgung vorgesehen, und zwar in Höhe von 35 4-89— 124 Millionen. Dam» freilich, so hieß es ausdrücklich im Etat, werde sich der Anleihebedarf um den gleichen Be» trag erhöhe n. Sind also 108 Millionen gekilgl, so stehk ihnen ein Anleihebedarf, stehen ihnen ungedeckte Aus- gaben in Höhe von 103 Millionen gegenüber! Von einer wirklichen Schuldentilgung kann rlso nur reden, wer plumpste Bauernfängerei treiben will. In Wirklichkeit! war 1010 und 1911 nur die erwähnte Schuldend er m eh r u n g von 86 Mil- lionen vorhanden. Im einzelnen werden wir die rechnungsmäßigen Hin- und Herschiebereien, die die Taschenspieler des schwarz-blauen Blockes zu ihrem Märchen von einer tatsächlich erfolgten Verminderung unserer Reichsschuld benutzen, beleuchten, sobald erst statt der un- zulänglichen Auszüge, die die„Nordd. Allgem. Ztg." gegeben hat, der Etat selbst vorliegt._ Die Nationalliberalen für ein Zuchthausgesetz. In einem polemischen Artikel des nationalliberalen „Schwäbischen Merkur", der sich mit den neuesten Stichwahl- bedingungen des Herrn v. Heydebrand befaßt, wird zur Beruhigung des konservativen Rufers nach„Schutzmaßnahmen gegen die Sozialdemokratie" wörtlich mitgeteilt: .... Andererseits wird sich die n a t i o n a l li b e r a l e Partei unseres Wissens den seinerzeit durch Herrn v. Bethmann im Reichstage erwähnten Aenderungen des Straf- geketzbuchs(verschärfte Strafen für Verherrlichung begangener Verbrechen, für Ausreizung, für Terrorismus hinsichtlich des Koalieren» mw.) nicht widersetze n." Diese Mitteilung kommt gerade noch rechtzeitig, um im ganzen Deutschen Reiche den Ärbeiterwählern zu zeigen, was sie von den Nationaitiberalen zu erwarten haben. Die Lohnverhältnisse der Eisenbahner vor dem oldcn- burgischen Landtag. Der oldenburgische Landtag beschäftigte sich in seiner Freitag« Schlußsitzung mit dem Voranschlag der Eisenbahnbelriebskasie. Bei dieser Gelegenheit kam es zu scharfen Auseinandersetzungen über die Löhne der Eisenbahnarbeiter und Fahrbeaniten. Die Sozialdemo- kraten verlangten die Einstellung erhöhter Mittel für eine allgemeine Aufbesserung der Löhne und Gehälter der nicht eioiSmäßig angestellten Beamten und Arbeiter der Eisenbahnen. Nach längerer Beratung wurde zwar dieser Antrag abgelehnt. Aber schließlich wurde ein Antrag angenommen, in eine Prüfung darüber ein- zutreten, ob und inwieweit eine Aufbesserung der Löhne möglich ist. Der einstimmig angenommene Antrag ist lediglich eine Folge der positiven Tätigkeit der Sozialdemokraten im Landtage. Der Landtag selbst wurde bis zum 24. Februar verlängert und bis zum 5. Februar vertagt._ Haininerstcin redivlvus. Es versteht sich von selbst, daß die„Deutsche Tageszeitung", die erst unlängst einew so erbaulichen Bußtagsartikel verbrochen hatte, nun auch im widerlichsten Phrasenfchwulst das„Fest des Friedens" besingt. In dem Artikel heißt es: „Der zu Weihnachten im Stalle von Bethlehem geboren ward', umschimmert vom strahlenden Sterne, umklungcn vom frieden- kündenden Sange der Enget, hat oft selbst und durch die Seinen darauf hingedeutet, daß sein Friedensreich nicht sofort kommen werde, daß vielmehr die Menschheit erst durch manche Kämpfe und manche Unruhe hindurch müsse, ehe sie zum Siege und zr der vexheißendcn Friedensstatt gelangen könne. Wenn jetzt noch der apokalyptische Reiter des Krieges auf seinem fahlen Rosse durch die Lande jagt, so ist damit nichts gegen des Christentums Botschaft und Wahrheit bewiesen, sondern nur gegen die Reife des Menschentums für diese B o t s ch a st." Gibt es eine abgründigere Heuchelei als die Behauptung, nur die mangelhafte Reife des Menschentums habe bisher die Ver- wirklichung der christlichen Friodensidee vereitelt? Sind eS denn nicht gerade unsere Junker gewesen, die seit jeher die Aus- brcitung des Friedensgedankens bekämpft und der Verwirk- lichung der christlichen Menschheitsvcrbrüderungsideale sich wid er- setzt haben? Ist die l e tz t e Kriegshetze nicht gerade von den Junkern und ihrem Organe, der»Deutschen T a g e S z t g." aus Leibeskräften geschürt worden? Nicht an der Unreife de? „Menschentums" also liegt es, sondern an den systematischen Be- mühungen unserer Kriegshetzer, zu denen in allererster Linie auch unsere Junker gehören, daß die Menschheit für das Friedensideal noch nicht reif ist. Es ist deshalb auch eine unglaubliche Blasphemie, wenn es in dem Artikel weiter heißt: „Er weiß aber auch, daß die köstliche Zeit kommen wird, in der die Völker alle anbetend knien werden vor dem Gottes» kinde in der Krippe, in der alle Friedlosigseit sich wandeln wird zu e w i g e m Gottesfrieden, in der aus den Neichen dieser Welt erstehen wird, vom Bogen desFriedensglänzend überstrahlt, vom Sternen grüße umleuchtet. von dem Friedenssange der Engel umklungen, daSReich Gottes." Hat denn die„Deutsche TageSgtg." ganz vergessen, daß gerade sie stets die brutale Theorie vertreten hat, daß der ewige Frieden nicht einmal ein schöner Traum sei, sondern nur zur sozialen Fäulnis führen müsse? DaS Geschlecht derer von H a m m e r st e i n ist in der Junkcrprcsse noch nicht ausgestorben! Die Weihnachtsglocken dcS FlottenvercinS. Gerade das Fest des Friedens, das Weihnachtsfest, ksat sich der Flottcnverein dazu ausgesucht, um in seinen„Mit- teilungen" einen schlecht gcrciniten Hetzerguß in die Welt zu schicken. Das Organ der Panzerplattenpatrioten, die„Ber- liner Neue st en Nachrichten", drucken denn auch das Weihnachtspoem der Kriegshetzer schleunigst ab. Zwei Von den fünf Strophen seien hier wiedergegeben: „Deutschland, sei starl l Schirm' deine Mark! Laß nicht der heulenden, klässeuden Meute Deine blühenden Länder zur Beute I Schirme die Frauen, die Kinder und Greise I Deutschland, mein Deutschland, hör' meine Weise. Deutschland, sei stark! Deiilfchland. heraus! In SturmesbrauS Brich wie ein flammende», krachendes Wetter lieber die Neider, die Hasser und Spötter, Daß sie in Furcht und in Zagen sich ducken Vor deines sprühenden Schwertes Zucken I Deutschland, heraus I" Man braucht sich bloß daran zu erinnern, daß der ganze Kriegsrummel von dem täppischen Panthersprung nach Aga dir seinen Ausgang genommen hat, um die Skrupellosigkeit dieses erneuten Verhetzungsversuches zu würdigen! Immerhin, diese„poettsche" Weihnachtsspende deö Flotten- Vereins verrät wenigstens mehr Ehrlichkeit als daS heuchlerische Friedensgesänsel des Jnnkerorgans 1 Die Orden des alten Kriegers. Ein etwa siebzig Jahre alter Kriegsteilnehmer hat unserm Kölner Partetorgan, der»Rheinischen Zeitung", seine Orden und Ehrenzeichen üdermittelt und den folgenden Brief beigefügt: Auf ihren Veteranenartikel vom Montagabend teile ich Ihnen mit. dag eS mir bis heule nicht gelungen ist, eine Unterstützung zu erlangen. trotz aller meiner Bemühungen. War stets Zcntruwsmann, sehe mich auf meine alten Tage der» a n t a h t. zu Ihrer Partei überzutreten, da Sie doch tvenigstens die Interessen der Arbeiter und Veteranen vertreten, was man von den anderen Parteien nicht zu erwarten hat, besonders vom Zentrum nicht. Sie erhalten am 12. Januar meine Stimme. Anbei sende ich Ihnen meine Orden und Ehrenzeichen ein. weil sie mir heute zum Ekel geworden sind. Von dem Kaiser- Wilhelm-Orden lasse ich mir zum Andenken einen Pfeifendeckel machen. Mit Grust (folgt der Raine). Unter den Orden und Ehrenzeichen, die dem niit Recht empörten alten Manne zum Ekel gelvordcn sind, befindet sich eine Medaille mit der Aufschrift: Unfern tapfern Kriegern 1864. Mittelstandspolitik! Die Rederei von der Mittelstandspolitik durch die von allen bürgerlichen Parteien betriebene Biersteuerpraxis wird am besten durch die nachfolgenden Angaben beleuchtet. Bis zum Jahre 1809 waren die Hausbrauereien zur Bereitung des Haustrunkes steuerfrei. Das Gesetz vom 15. Juli 1899 unterwarf auch diese Brauereien einem Steuerzwang von 4 M. pro Doppelzentner Braustoffe, sofern die verwendete Menge 5 Doppelzentner nicht überstieg. Im letzteren Fall galt für die Hausbrauereien die Steuerskala der gewerblichen Brauereien. Im Jahre 1908 gab es im Bereiche der Norddeutschen Brausteuergcmeinschaft noch 23 969 HauStrunkbrauereien— im Jahre 1919 nur noch 9655. Aber auch die Zahl der übrigen be- triebenen Brauerrien ist sprunghaft zurückgegangen. 1998 waren deren noch 5279 vorhanden, im nächsten Jahre sank ihre Zahl auf 4 573 und im Jahre 1919 zählte man nur noch 4329. Die grohindustrielle Entwickelung hat natürlich das Aufkommen der Groß- betriebe im Brauereigewerbe begünstigt, aber der scharfe Rückgang der Brauereien ist zweifellos durch die Biersteuerpolitik beschleunigt worden. In dem Zeitraum von 1891—1998 ist die Zahl der Brauereien im Durchschnitt jährlich um 299 zurückgegangen, in den letzten zwei Jahren fielen aber 941 Brauereien dem Auf« saugungSprozefi zum Opfer. An der Vergrößerung find nicht alle Brauereien beteiligt, es wachsen vielmehr sehr schnell einige Riesen- betriebe heraus. Weil sich oft mehrere Brauereien in einer Hand befinden, reduziert sich in der Sleuerstatislik ihre Zahl von 4329 auf 4269. Davon hatten 3946' einen Malzverbrauch von nur 6 bis 5999 Doppelzentnern, weitere 173 Betriebe ver- arbeiteten je 5999 bis 19 999 Doppelzentner Malz. 98 verbrauchten je 19 999—29 999 Doppelzentner, 35 hatten einen Verbrauch von je 29 999—49 999 Doppelzentner und 8 Betriebe verarbeiteten je über 41 999 Doppelzentner Malz. Unter diesen 8 Großbetrieben befindet sich 1 mit einem Verbrauch von 159 999 Doppelzentnern und 1, die über 273 999 Doppelzentner Malz versteuern mußte. Bon der 6,8 Millionen Doppelzentner betragenden Gesamtmenge des Malz- Verbrauches entfallen auf die 3946 Brauereien, die nur bis je ti999 Doppelzentner verarbeiteten, zusammen 3,7 Millionen Doppel- zenmer, auf die übrigen 314 Betriebe über 3 Millionen Doppcl« zentner. Im lausenden Jahre haben sich wieder viele kleine Be- .. Ersehe in die rettenden Arme großer Konkurrenten gestürzt, oder mittlere Betriebe vereinigten sich zu einem Großunternehmen. Daß die Mittelstandspoliriker sich ihrer Taten noch rühmen, beweist, für tvie dumm sie ihre Wähler halten. Ungültigkeitserklärung der Wahl des Abgeordnete» Wolf in Weistenburg. Wie aus Kolmar(Eliaßi berichte» wird, hat da? dortige Ober- landcSgericht beute die Wahl des liberalen Landtagsabgeordneten Albrecht Wolf für den Wahlkreis Weißenburg für ungültig erklärt, weil 13 Wähler gewählt haben, die zwar in die Wählerlisten ein- getragen, aber kraft des Gesetzes von der Wahl ausgeschlossen waren. Der Gerichishof ist somit in eine Nachprüfung der Wähler- liste eingetreten, obwohl die'e ordnungsgemäß abgeschlossen war, nachdem niemand von dem Rechtsmittel, binnen bestinimter Frist gegen die Richtigkeit der Wählerliste Einspruch zu erbeben, Gebrauch «cmachl halte. Ein Rechtsmittel gegen die gerichtliche Entscheidung t nicht vorgesehen, so daß eine Neuwahl stattzufinden hat. Hallesche Polizeiniederlagen. Aus Halle a. S. berichtet man uns: Die Niederlagen der Halleschen Polizei erfolgen jetzt Schlag auf Schlag. Die Eingriffe am Jugendtage wurden gerichtlich als un- gesetzlich gcstenipelt. Das Obemriixiltungsgcrichi crtlärte die Ueberwachungen der Mitgliederversanimlungcn des Metallarbeiter- Verbandes als gesetzwidrig, und jetzt hat nun auch der Regierungs- Präsident von Merseburg die Polizeivertvaltung wegen unberecklig- ter Auflösung einer Versammlung des sozialdemokratischen Ver- eins„gerüffelt". Das Aufsehen erregende unberechtigte Emdrin- gen der Polizei in geschlossene Mitgliederversammlungen des sozml- demokratiscl>en Vereins ist bekannt und auck von dem Genossen Albrecht jüngst im Reichstage scharf kritisiert worden. Um die gesetzwidrigen Maßnahmen der Polizei vor ein Straf- gericht zu ziehen, weigerten sich zwei Genossen, eine am 5. Oktober aufgelöste Versammlung zu verlassen. Es sollte in einer geschlosse« nen Mitgliederversammlung über die Stadtverordnetenwahlen be- raten werden, und zwar auf Grund der Bestimmungen des Reichs- vcrcinsgesetzes ohne Beisein der Polizei. Die Polizei überwachte die Versammlung nieW bloß recktSwidrig, sondern löste sie auf und nahm die zwei Genossen, die sich weigerten, fest. Es erfolgte aber weder ein Strafmandat, noch eine Anklage gegen die Genossen. Auf die gegen die ungerechtfertigte Auflösung eingereichte Be- sckwerde hat nun aber der Regierungspräsident in Merseburg er- klärt daß er die Auflösung der Versammlung nach den angestell- ten Ermittelungen nicht als ausreichend begründet ansehe und der Polizeiverwaltung in Halle von dieser Auffassung Kenntnis ge- geben habe.__ Die perriichc Knfe. Nussische Heuchelei. Xciicrun, 23. Dezember, l Meldung k>es Reuterswen Vureaus.) In russischen amtlichen Kreisen wird erklärt, daß die russische Die Kämpfe in Täbris. TäbriS, 23. Dezember.(Meldung der Petersburger Tele- graphen-Agentur.) Der zwischen Anhängern der Konstitution und russischen Truppen am 21. d. M. begonnene Kampf nahm eine ernste Wendung. Abgesehen von dem Feuer auf russische Patrouillen von den Dächern aus, machten die Fidai am Nach- mittag einen heftigen Angriff auf Bagitschemal, wo die russische Abteilung steht, wurden jedoch von der Artillerie zurückgeschlagen. Die russische Kolonie flüchtete sich in das Generalkonsulat. Am 22. d. M. früh begann die russische Artillerie die ununterbrochene Beschießung der Zitadelle, wo die Hauptkräfte der Fidai stehen. Vier Kompagnien zogen mit zwei Geschützen kämpfend von dem Standort der russischen Abteilung nach dem Generalkonsulat und zurück und säuberten den Weg. Heute kam es am Adschi-tschai, wo eine russische Kosaken- abteilung das Direktionsgebäude an der Straße nach Täbris be- wacht, zu einem Gefecht mit persischen Truppen. Portugal. Die Militärrevolte in Braga. Lissabon, 22. Dezember. Eine amtliche Note besagt� daß der Oberst des 29. Jnfanterie-Regiments in Braga unter den Truppen Unbotmäßigkeit festgestellt und einige Soldaten, die aus Alemtejos in sein Regiment versetzt worden waren, bestraft habe. Diese hätten sich offen gegen ihn aufgelehnt, und er sei bei dem Versuche, die Ordnung wieder herzustellen, durch einen Schuß in den Bauch verwundet worden. 39 Soldaten seien verhaftet; es herrscht jetzt wieder vollständige Ruhe. IZmerika. Bon der Wahl in Los Angeles. Wie unser Parteiblatt in San Francisco berichtet, wurde vor der entscheidenden Wahl von unseren Genossen in muster gültiger Weise und im großen Stil gearbeitet.„Unser Kampfblatt, „Coming Victorh"(Der kommende Sieg), beschäftigt 49 sozialb stische Arbeiter täglich 24 Stunden in drei Schichten, hat 245 Haupt Verteiler mit Gehilfen zur raschen Verteilung von 159 999 Exem- plaren, erscheint achtseitig und ist imstande. 5 Stunden nach der Ausgabe in 125 999 Exemplaren auf dem Tische der Einwohner zu liegen." Unermüdlich war die Lust der Genossen an immer neuen Diskussionen.„Wer jene Herren Advokaten, Prediger und Tischredner hüten sich wohl, sich mit einem Tischler, Eisen- bahnarbeiter, Bergmann oder Telegraphisten zu messen.... Und erst die F r a u e n l So frisch und so froh des neuen Stimmrechts, das ihnen die Sozialisten erkämpft. Sie lehren die neuen Wähle rinnen, wie man wählt in Räumen, die wie Wahllokale ausgestattet sind. Sie geben ehre Privatwohnungen zu Versammlungen her und machen den Männern die Wahlliteratur streitig, die zu Tau senden in die bescheidenen Wohnungen und auch in die Paläste strömt."— Das Wahlergebnis, bei dem unser Kandidat, Genosse H a r r i m a n, mit etwa 53 999 Stimmen gegen ungefähr die doppelte Zahl der Gegner unterlag, hat nichts E n t m u t i- gen des, wenn man bedenkt, wie mächtig die Gegner. Männer und Frauen, durch das für sie erschreckende Ergebnis der Vorwahl aufgerührt waren, und wie vor allem der zu Wahlzwecken herbei- geführte sensationelle Ausgang der MacNamara-Asfäre wirken mutzte.„Diese Stimmen sind zielbewußt sozial i- stische", sagt die„New Aorker Volkszeitung" mit Recht. Und 1919 gab es erst 6999, bei der Urwahl 1911 29 999 Stimmen! Die Geiieralkrtikbetvegullg der britillljeu Krrgarlieittr. Londvn, 21. Dezember 1911.(Eig. Ber.) Wie vorauszui�en war, nahm heute die Konferenz der Berg- arbeiterföderation Großbritanniens den Antrag an, ihre Mitglieder zu befragen, ob der Generalstreik zu erklären sei, um die An- erkennung des Minimallohnes durchzusetzen. Auf der letzten Kow fevenz im November wurde beschlossen, in Anbetracht der freund- lichen Haltung der mittelcnglischen Unternehmer die Verhandlungen fortzusetzen. Damals gaben die Schotten, die keinen bestimmten Auftrag erhalten lpitten, den Ausschlag. Zu dieser Konferenz waren die schottischen Delegierten mit dem Mandat erschienen, für die Anwendung des Paragraphen 21 des Organisationsswtuls, der vo» den: Generalstreik handelt, ihre Stimmen abzugeben. Es war daher von vornherein Ilar, daß eine bedeutende Mehrheit für den General- streikbeschluß vorhond.n war, selbst für den Fall, daß die unent- schlossenen Elemente bei ihrer Ansicht beharren sollten. Am 18. De- zember hatten die mittelenglischcn Unternehmer die Arbeiter auf- gefordert, in den einzelnen Revieren weiter zu verhandeln. Aber die Arbeitervertreter scheinen zu der Ansicht gelangt zu sein, daß weitere lokale Verhandlungen zwecklos seien. Sie beschlossen daher auf der heutigen Konserenz. die Urabstimmung vornehmen zu lassen. Der Antrag ging von dem Exekutivkomitee der Bergarbeiter- föderation selbst aus und irrnrde einstimmig angenommen. Die Abstimmung geschichi über folgende Frage: „Sind Sie dafür, daß die Kündigungen eingereicht werden, um das Prinzip eines Minimallohnes für jeden unterirdisch be- scbäftiglen Mann oder Knaben in den Bergwerken Groß- britannienS durcbzusühren?" Für die Annahme des Generalstreikbeschlusses ist eine Zwei- drittetmehrl?eit erforderlich. Die Abstiinmung wird am 19., 11. und 12. Januar stattfinden. Am 16. Januar muß sich das Resultat der Abstimmung aus allen Revieren in Händen des Generalsekretärs Ashton befinden. Am 18. Januar wird eine Kons- renz der BergarbeitersÄk'ration in Birmingham zusammentreten. Bis dahin sollen alle Reviere ihre Forderungen an den Generalsekretär schicken, damit sie der Exekutivaussckmß vereinheitlichen und der Birminghamer Konferenz eine allgemein gefaßte Resolution unter- brüten kann. Bekanntlich verlangen die britischen Bergarbeiter nicht einen einheitlichen MinimoNohn für all? Untcrtagsarbeiter ohne Rücksicht auf die verschiedenen Verhältnisse in den einzelnen Distrikten; man will lediglich vermeiden, daß sich die Forderungen nicht wesentlich voneinander untersch iden, wie es bisher der Fall ivar. In einigen Revieren hat man sich nicht streng an den Beschlutz der Generalversammlung zu Sou bport>iebalten und auch einen Mininiallobn für die ObertagSarbeiter grsordert. deren Löhne erst nachher geregelt w vdcn sollen. Könnet die Ziveidrittelm hrhei: zustande, woran man in gut unterrichteten Kreisen nickt zweifelt, so wird man mit dem Aus- brück des Streiks am l. März rechnen müssen. Ter entscheidende Faktor ist Südn les. Tort tann nur am erste jedes Monats d- r Arbei skontralr geliindigt werden; die Künkigungsirift beträgt einen Monat. Die Südwaliser würden demnach am ersten Februar Regierung zwar aufrichtig wünsche, ihre Truppen so bald als � möglich zurückzuziehen, daß aber eine augenbl.ckliche»iäumung nicht zugesagt werden könne. Bezüglich des Generalschatzmcisters Shuster ist noch kein Schritt unternommen worden. Die Situation in Teheran. Teheran, 22. Dezember.(Meldung der Peters»....,-iete- graphen-Agentur.) General schatzmei st er S h u st e r.ist bereits von seiner Entlassung benachrichtigt worden. Morgen werden die Basare wieder geöffnet werden. Die Re- gierung ist durch die blutigen Ereignisse in Täbris und Rescht sehr beunruhigt. Sie hat an die OrtSbchörden und die Endschumcn die Meldung von der Beendigung des Konflikts mit Rußland ge- sandt und ihnen die strenge Weisung erteilt, die Feindseligkeiten unverzüglich einzustellen, mit den russischen Konsuln in VerHand- lung zu treten und die normale Lage wiederherzustellen. macht werden, zu einer V.rständigung zwischen Arbeitgebern und Arbeitnehmern zu gelangen. Die Bergarbeiter werden diese Be- strebungen nach Kräften fördern. Das stichhaltigste Argument, das die Unternehmer bisher gegen die Minimallohnfortcrung ins Feld geführt haben, besteht in der Behauptung, daß sie d.n Arbeitern, die nickt willens oder unfähig seien, den Minimallohn zu verdienen, unmöglich einen Minimallohn zahlen könnten. Tie heutige Kon- ferenz beschloß nun, dafür einzniret.n daß in jedem Revier Ein- ricktungen getroffen würd n, wodurch die Lohnhöhe von Invaliden und alten Arbeit rn festzusetzen wäre. Man hört vielfach die An- sickl, daß sich die mittelcnglischen Kohlenbcsitzcr noch bereit erklären werden, den Minima! lohn zuzugestehen. Aber seitdem bekannt gc- worden ist, daß auf der Konfer-.nz der Unternehmer es gerade mittelenglische Arbeilgeber waien. die den Antrag stellien, die Forderungen der Arbeiter ohne Umstände abzuweisen, scheint diese Hoffnung wenig Berechtigung zu haben. Bis vor einigen Tagen glaubte man, daß der Hauptwiderstand von dem südtvalisischen Scharfmacher Thomas ausginge, dc!r über 49 999 Bergarbeiter gebietet.__. Die Lage ist augenblicklich sehr ernst. Der Optimismus der bürgerlichen Presse hat sich als unbegründet erwiesen. Es hat sich erwiesen, daß die Mimmallohnbewegung nicht von einer Handvoll Extremisten ausgeht, daß die Mass« der Bergarbeiter hinter der Forderung steht. Denn die alten erfahrenen Beamten der Berg- arbeiterorganisationen, die in den Verhandlungen mit den Unter- nchmern schon manche harte Nutz zu knacken hatten und die den friedlichen Weg nicht leichthin aufgeben, würden keinen so folgen- schweren Beschluß befürworten, wenn sie nicht sicher waren, daß sie die Masse der Mitglieder hinter sich haben. Und ihr Austreten wird wiederum, wie. die Erfährung lehrt, die»och schwante ni-en Elemente bestimmen, für den Generalstreik einzutreten. Zbcrtcv. Neues Schauspielhaus. Heiligenlvald. � Lustspiel von Mfred Halm und Robert Saudek. In der Försterei von Heiligen- wald hat sich eine leibhaftige Prinzessin, der das Treiben in dem Residenzstädtchcn des heimatlichen Duodezländchens einmal zu öde wurde, als Fräulein Kretschmar einquartiert. Sie lernt da einen Demokraten kennen, einen früheren Major, der durch seine oppositionellen, sich bis zu Angriffen auf die Zivilliste steigernden Landtagsreden alle Gutgesinnten tief empört hat. Nach munteren Neckereien folgt eine mit recht fatalen Sentiments geschminkte Szene, in der die Herrschaften sich ihre geistige Bedeutung attestieren. Nach ein paar romantischen Tiraden seiner Partnerin bricht dieser Kämpe des Fortschritts bewundernd in die Worte aus: Ja wer so Politik aus einem großen Herzen heraus treiben könnte— ich glaube wahrhaftig, das ist es, was uns fehlt.— Wir Politiker samt unserer ganzen Verfassung bilden doch nur einen kleinen Ersatz für eine wirkliche Persönlichkeit auf dem Throne. � In so einsichtsboll manierliche Demokraten können sich auch Prinzessinnen- seelen verlieben. Es kommt jedoch nur zu einem Kusse. � Denn höhere Pflichten rufen. Da der Prinz, der Bruder des Fräuleins, seine Tiefseeforschungen der Krone vorzieht, wird sie den vorgc« schriebenen Äetter Tassilo zum Gatten nehmen und durch Ver» Mittelung dieses Strohmanns selbst regieren. Im Übriyen enthält das Lustspiel, in dem, wie die Prinzessin, auch die anderen Sommergäste des Hörsters fingierte Etiquetten tragen, recht amü- sante Verwechslungen und Plaudereien. Ida Wüst spielte die resolute Huschel. das Förstermädel, das sich von einem Schauspieler- Helden ein paar Augenblicke den Kops verdrehen läßt, um dann mit einem treuherzigen Studentlein vorlieb zu nehmen, mit glänzendem Humor. Sehr flott waren auch Eugen Burg als kratzbürstiger Major und Tilly Waldegg als Prinzessin. Von den übrigen sei nur noch Herr Ziegel erwähnt, der den drillen- tragenden gelehrten Prinzen ebenso diskret wie drollig skizzierte. Das Publikum schien sich vortrefflich zu unterhalten und applau- dierte äußerst lebhaft._ dt. Muk». „Eva" heißt die jüngste Variante des WeibeS mit den Schmachtlappen, das seit einiger Zeit im Mittelpunkt der Ope. retten von Franz Lehar steht. Gestern(Sonnabend) bekamen wir si« im Neuen Operettentheater zu sehen und zu hören. Diesmal ist sie das Pflegekind schlichter Fabrikarbeiter. Der neue Chef macht sie verliebt; sie kann dem lockenden Glanz eines tollen Festes in seinem Hause nicht widerstehen; die Rächer dringen ein, er gibt sie als seine Braut aus, erst entflieht sie dem Lügner, aber dann kommt der dritte Akt, und da werden sie wohl, während wir"dies schreiben, ein wirkliches Paar. Die modernen Sensations-Wochenblätter sind so schlau, mit einem sachwissensckwftlicheu Artikel zu beginnen, damit eine Aus. rede für die Effektstücke dä'ist. Und unser Komponist beginnt so- zusagen wissenschaftlich, damit er dann ungestört seine Sensation oder vielmehr die der Lchrettisten machen kann. Virtuos durch- geführt, dos Schmachten, das tut, als ob es keins wäre! Nur nicht genauer hinhören! Margarethe Rössner spielt die Titelrolle vorzüglich und hat so viel hübsche Stimme und richtige Töne, daß sie bei einer neuen Sckulung im Gesang auch noch eine vorzügliche Sängerin werden könnte. er. Gewerkschaftliches siehe 2. Beilage. Hetzte Jfachrkbtcii. Liebestragödie im Tiergarten. In der siebenten Abendstunde hat sich gestern im Tier» garten eine blutige Liebestragödie abgespielt. Aus verschmähter Liebe erschoß dort der 23jährige Kellner Paul Ostrowski, bei in einem Hotel im Norden Berlins angestellt war. seine Geliebte die um drei Jahre ältere Büfettmamsell Olga L o h s e, und richtet« dann die Waffe gegen sich selbst. Während er auf der Stelle tot war. wurde das Mädchen so schwer verletzt, daß es auch kurze Zeit darauf in der Charite starb. Die Leichen wurden polizeilich be» schlagnahmt._ Die Spanier in Marokko. Melilla» 23. Dezember.(W. T. B.) Eine Harka, die vor einem Monat Frieden gemacht hatte, überschritt neuerdings be> waffnet den K e r t f l u ß. spanische Abteilungen schlugen si« aber in die Flucht. Die Harka hatte 18 Tote, auf feiten der Spanier wurden 7 Mann verwundet. Eine spanische Kolonne bei S u k e l Jenus wies ebenfalls einen Angris-s des Feindes zurück, dem sie empfindliche Verluste beibrachte. Von der Kolonne wurden sechs Mann verwundet._ Wer hat recht? Rom, 23. Dezember. Die„Agenzia Stefani" bezeichnet die von Konstantinopel aus verbreitete Meldung, die Türken hätten Zanzur von neuem besetzt und die Italiener vertrieben. als absolut falsch. Die Revolution in Argentinien. c-ueno« Aires, 23. Dezember. Zeitungstelegramme auS A s u n e i o n besagen, daß die Revolution Fortschritte mache. Di« Regierung habe die Nationalgarde, die aktiven wie die Reservisten. von 17 bis 59 Jahren einberufen. schwerer Zusammenstoß auf der München« Straßenbahn. München 23. Dezember.(W. T. B.) Ein schwerer Straßen» bahnunfall hat sich heute nachmittag auf dem Rosenheimer Berg ereignet; es fuhren dort zwei Straßenbahnen auf einander. Der eine Wagen wurde umgeworfen. Elf Personen wurde» verletzt, darunter fünf schwer._ Ein Ehepaar verbrannt. Tilsit, 23. Dezember.(W. T. B.) In dem Dorfe Sand» lauken brannte in der letzten Nacht daS kleine Anwesen deS Besitzers BroSzeit nieder. Broszeit und seine Frau wurden als verkohlte Leichen aufgefunden. Di« Staatsanwaltschaft hat eine Untersuchung eingeleitet._ Großer Brand in Brooklyn. New Aork, 23. Dezember.(W. T. B.) In Brooklyn sind mehrere Häuserreihen niedergebrannt, wobei mehrere Personen verletzt und eine getötet wurde. Der Sachschaden ist sehr bedeutend. Berantw. Redakteur: Albert Wachs, Berlin. Inseratenteil verantw.: Tb Glocke. Berlin Druck u. Verlag- PorwürtSBiichdr. n Verlagsansinl« Paul Singer öt C o.. Berlin SV/. Hierzu 5 Beilagen n.Untcrhaltungsbl. Nr. 301. 28. Jahrgang. i Knlxge des, Amiirls" Knlim NslksM s-.,«*« PreuBikbe Neihnachten. ES sind fünfundzwanzig Jahre her, daß in Frankfurt a. die königlich preußische Polizei einen Streich vollführte, der seine Anstifter und Vollführer auf alle Zeit mit dem Brandmal der Schande bedeckt. Er gehört zu den nichtswürdigsten Akten der an solchen überreichen Geschichte des schmachvollen Aus- nahmegesetzeS gegen die deutsche Sozialdemokratie. Frankfurt a. M. hatte schon vorher die Schändlichkeiten deS Schandgesetzes im vollen Maße erfahren. Wie überall, wurde auch hier zugleich mit dem Inkrafttreten des Gesetzes das Organ der Aroeiterschaft brutal unterdrückt, und alle Versuche seines Redatteurs, des Genossen Karl F r o h m e, sich durch Herausgabe kleiner pettodischer Schriften eine Existenz zu schaffen, hatten das gleiche Schicksal, mochten die Schriften noch so wenig sich mit Tagespolitik befassen. Dann kam im Winter 1879/1880 der„Meineidsprozeß" Ibsen, der damit endete, daß der Arbeiter Karl Ibsen, weil er in einem Prozeß wegen Verbreitung von Bebels Buch über die Frau nicht nach Wunsch der Polizei ausgesagt hatte, auf Betreiben des Polizeirats Rumpf zu drei Jahren Zuchthaus verurteilt wurde, obwohl seine Unschuld an der ihm zur Last gelegten Handlung so klar zutage lag, daß nach erfolgtem Gerichtsspruch Ibsens Verteidiger, Dr. Geiger, einer der angesehensten Anwälte Frankfurts, auf Ibsen zutrat, ihm die Hand drückte und mit bewegter Stimme sagte: „Ibsen, es tut mir sehr leid, Sie sind unschuldig verurteilt worde n." Der hier genannte Polizeirat Rumpf wurde ein Jahr darauf im Hochverratsprozeß Dave und Genossen der An- stellung und Besoldung eines richttgen Lockspitzels, des Schneiders Harsch, überführt. Es wurde vor dem Reichsgericht fest- gestellt, daß Harsch im A uff t r a g e Rumpfs die Mostsche „Freiheit" abonniert und durch Ankauf von„Säuren" scheinbar ein Attentat vorbereitet hatte, das Ruinpf dann zum Anlaß nahm, Harsch und die von diesem namhaft gemachten „Komplicen" zu verhaften. Die Sache war ein solcher Skandal, daß selbst der Vorsitzende des Reichsgerichtshofes, vor dem der Prozeß dann zur Verhandlung kam, seine schärfste Mißbilligung dieses Verfahrens aussprach und die Zulassung von Harsch als Zeugen ablehnte. Aber— eine Anzahl von Horich. und indirekt von Rumpf, hineingelegte Arbeiter kanien auf Jahre ins Gefängnis. Daß Rumpf für seine, selbst unter dem Gesichtspunkt des kapitalistischen Rechtsstaates veriverfliche Handlungsweise von seinen Vorgesetzten zur Rechenschaft gezogen worden wäre, hat man nicht gehört. Er ward am 13. Januar 1885 am Vor- garten seines Hauses von unbekannter Hand erstochen auf- gefunden, und als der Verüber dieses Aktes wilder Justiz ward am 1. Juli des gleichen JahreS der Anarchist Julius L i e s k e von den Geschworenen auf Grund von Indizien zum Tode verurteilt, die höchstens zum Beweis einer Mitschuld ausreichen konnten. Drei Wochen später, am 22. Juli 1885, rächte die Frank- furter Polizei den Tod ihreS Häuptlings in gewalttätiger Weise an den Sozialdemokraten Frankfurts. Diese hatten einem ihrer besten Kämpfer, dem Ziseleur Hugo H i l l e r, in großer Zahl das letzte Geleit gegeben, als auf dem Fried- Hofe der Polizeikommissar Meyer plötzlich während der Kranzniederlegung die„Versammlung für aufgelöst" erklärte und, als die Masse sich nicht sofort ent- fernte— waS bei dem starken Andrang geradezu eine physische Unmöglichkeit war— von dem mit- gebrachten 60 Mann starken Polizeiaufgebot mit dem Rufe: „Treibt die Bande mit der Waffe auseinander", ein G e- m e tz e l aufführen ließen, bei dem, selbst nach den Berichten der bürgerlichen Presse, wahllos und mit der größten Bru- talität sogar auf Greise, Frauen und Kinder eingehauen wurde und das Blut in Strömen floß. Gegen vierzig Per- fönen waren blutig geschlagen worden, einige davon hatten klaffende Wunden, gegen die Masse der Widerstandslosen aber hatten flache Säbelhiebe ihr tückische? Werk verrichtet. So unvermittelt und unprovoziert ioar das Gemetzel der Polizei daß kein unparteiischer Zeuge der Blutszene daran zweifeln konnte, daß es sich um ein vorher überdachtes und planmäßig ins Werk gesetztes Unternehmen handelte. Die bürgerliche Presse erklärte eine Untersuchung für dringend geboten, und die Behörde sah sich genöttgt, ihr Folge zu geben und den Kommissar Meyer während der Untersuchung vom Dienst zu suspendieren. In der Tat wurde Meyer dann von dem Gericht, vor das die Sache kam, zu drei Monaten Ge fängnis verurteilt, und ebenso traf auch einige der Schutzleute für ihre Brutalitäten Verurteilung zu Gefängnis Wenn selbst königlich preußische Richter so befanden, so kann nian daraus einen Schluß ziehen, wie schändlich die Polizisten gehaust haben mußten. Aber— es gibt auch königlich preußische Gnade. Meyer und Genossen erhielten Befreiung von den ihnen zugesprochenen Strafen durch königlichen Gnade nakt. Schon damals scheint man geplant zu haben, über Fran5 furt am Main den kleinen Belagerungszustand zu verhängen Aber der Kurs dei? inneren Politik Bismarcks lief gerade in etwas anderer Richtung, und so drang dieser Plan, für den bezeichnenderweise in deutsch-österreichischen Blättern Fühler herausgesteckt worden waren, nicht durch. Jedoch, aufgeschoben war nicht aufgehoben. Im Jahre 1886 schlug der Wind in den oberen Regionen deS Reichs um. Wir sind in der Aera deS Puttkamerschen Strcikerlasses. Hinter jedem Streik„lauert die Hydra der sozialen Revolution", die gesetzliche Arbeiterbewegung wird wieder stacttsgcfährlich. Am 9. November 1886 dringt die Frankfurter Polizei in eine Zusammenkunft von sozialdemokratischen Arbeitern ein, von der ihr eigener Bericht zugeben mußte, daß sie sich mit der Frage der Beteiligung an den Wahlen zum Ge Werbegericht befaßt hatte. Die Teilnehmer wurden ver haftet, zum Teil gefesselt und einer peinlichen Unter suchung unterworfen. Wo vorgefundene Notizen Namen enthielten, wurden deren Träger gleichfalls verhaftet. In die Presse lancierte Notizen verkündeten, daß die Polizei einem große» Komplott auf der Spur sei, das in einem Hoch Verratsprozeß zur öffentlichen Kenntnis kommen werde Tatsächlich lag nichts, absolut nichts vor, das auch nur entfernt eine Handhabe zu einer solchen Anklage hätte bieten können. Die ganze Untersuchung, die zeitweise mehr als fünfzig Arbeiter hinter Schloß und Riegel brachte, verflüchtigte sich später in einen Prozeß wegen un erlaubter Verbindung, unter dem Ausnahmegesetz die selbst verständlichste Sache von der Welt. Keinem der Verhafteten konnte mehr zur Last gelegt werden, als daß er sich erlaubt hatte, ohne polizeiliche Erlaubnis zu atmen. Dafür hatte aber die Polizei durch die gehässig- gewalb tättge Art, wie sie die Untersuchung betrieb, einen ehrlichen Arbeiter, den Schneider Schäfer, in den Tod gejagt. Schäfer war aus der Haft entlassen worden, weil man absolut nichts bei ihm gefunden hatte. Kaum in seiner Wohnung an- gelangt, sieht er sich von neuem von der Polizei überfallen, die sein Zimmer einer peinlichen Durchsuchung unterwirft. Ob er nun von dem Gedanken geplagt war, daß man ihn aufs neue ins Gefängnis schleppen werde oder was sonst sein Gehirn durchzuckte— genug,'fieberhafte Erregung übermannt kleines femUeron. Die Geschichte de» Weihnachtsbaume». Wann zum ersten Mal: eine Tanne mit ihrem frohen Grün die Weihnachtsfeier verschönte, läßt sich nicht genau feststellen. Die erste einwandfreie schnftlichs Erwähnung dieser Sitte stammt au» dem Jahre 1604. Sie findet sich in den Aufzeichnungen eines Unbekannten, der um die Grenz- scheide des 16. und 17. Jahrhunderts zu Straßburg im Elsaß lebt« und allerlei Gebräuche in seinen Mußestunden zu keinem bestimm- ten Zwecke aufgezeichnet hat. In einem Dokument, da» den Titel „Einige Denkwürdigkeiten aus Straßburg" führt, steht zu lesen: „Auf Weihnachten richtet man Tannenbaum zu Stratzburg in den Stuben auff. daran hencket man roßen aus vielfarbigem Papier geschnitten, Aepfel, Oblatten, Zischgolt, Zucker usw." Der Ge- währsmann spricht hier von dem Weihnachtsbaum als von etwas im Elsaß Altgewohntem. Und wirklich hat man auch nachweisen können, daß di« Tanne als Weihnachtsschmuck, wenn auch nicht als Weihnachtsbaum schon zu Beginn des 16. Jahrhunderts in Straß- bürg verwendet wurde. Am Sonntage vor Mittfasten 1507 hielt nämlich der berühmte Geiler von Kaisersberg«ine Predigt, in der er alle in Straßburg herrschenden WeihnachtSgebräuche als Heid- nisch verdammte. Da erwähnt er denn auch„danreih(Tannen- reis) in die stuben legen". Daß der Weihnachtsbaum im Elsaß schon daS ganze 16. Jahrhundert hindurch bekannt war, läßt sich für Schlettstadt im Unterclsaß nachweisen. Im Jahre 1546 wird in den Rechnungen dieser Stadt ein Lohn von drei Schillingen für die beiden Förster aufgeführt, die die Bäume, die„Maien" zur Weih- nachtszeit fällten und in die Stadt brachten. Auch vom Plün- dern deS Baumes am Dreikönigstag ist die Rede. Die ersten Weih. nachtSböume sind also im 16. Jahrhundert im Elsaß aufgerichtet worden. Bon dort auS verbreitete sich die Sitte nach und nach über ganz Deutschland. Goethe erzählt, daß er als junger Student in Leipzig am Weihnachtsabend des Jahres 1765 im Hause von Theodor Körners Mutter einen Weihnachtsbaum gefunden habe, der mit allerhand Süßigkeiten behangen gewesen sei. Dagegen er- wähnt Schleiermacher 1605 in seiner„Weihnachtsfeier" den Ehristbaum noch nicht als Bestandteil des Berliner Weihnachts. festes. Ebensowenig finden wir bei Ti eck in der um dieselbe Zeit spielenden Novelle„Weihnachtsabend" Andeutungen derart. Im Jahre 1815 brachten preußische Offiziere und Beamte die Sitte, einen Weihnachtsbaum zu schmücken, nach Danzig, so daß man dar- aus wohl den Schluß ziehen darf, daß der Weihnachtsbaum erst vor rund 100 Jahren in Norddeutschland und in Berlin heimisch ge- worden ist. Theater. Friebrich-Wilhelmstädttsc�e» Schauspiel- hauS. An gleicher Stätte wurden bereits im vorletzten Jahre mit einer Londcner Vorstadtkomödie Versuche gemacht, dies grob- fchlächtige(ich möchte sagen Plakat.) Genre in Berlin einzuführen. E» wird aber wohl nur immer ein Experiment von Fall zu Fall bleiben; denn für den blaSphemischen Witz und den in Seemanns- stiebeln herumtrampelnden Grotcskhumor scheint bei uns wenig Lorliebe vorhanden zu sein. Ein gute» haben solche Einftihrungen aber doch. An der bildmähigen Zurichtung der„Handlung" �läßt sich sehen, wie wir eS nicht machen dürfen. Hingegen vermögen wir wohl aus dem englischen JnszenierungS-„Stil" einig« dankenS. werte Anregungen zu schöpfen. In dieser letzteren Hinsicht ist daS fünfaktige„SensationS-Ausstattungsstück"„Napoleon Bona» parte und seine Frauen" von E. W. Wils recht inter- esiant. Bühnenbilder von der Art des Brandes von Moskau mit Napoleon als einsamem Beschauer, oder der Schlacht von Bell«. Alliance mit knatternden Gewchrsalven und Kanonenschlägen, oder des Korsen bevorstehende Fahrt in die Verbannung nach St. He- lena sind einfach„sensationell". Die sehr„freie" und so verflucht wenig nach dem„Geist der Geschichte" fragende Verarbeitung Napoleon» ist allerdings echt englisch. Außerdem verstehen sich die Londoner Fabrikanten ausgezeichnet auf den wirkungsvollen Ein- bau von—„Gemütskisten". Mit Kritik soll man da nicht kommen, wo die Kontraste zwischen Anläufen zu tränenzerfließender Tragik und klotzigem Groteskhumor das Zwerchfell vor Lachen erschüttern. Als Granitfels aber steht Napoleon im Mittelpunkt der Hans- lung. Rudolf L e t t i n g e r stellt den Titelhelden in Figur, MaSke, Mienenspiel, Gang und Haltung einfach frappierend wie au» dem vollen Leben gerissen dar. Die Musik als melodramatische» Brim. borium mit Militärmärschen, Marseillaiseklängen, Kriegsinvaliden- gesängen usw. stammt von Sullivan. e. k. Freitag, den 22. Dezember, im Neuen Theater(Direktor derzeit Max Monti):„Die kleine Freundin". Gattung: Operette. Herkunft: Wien. Entstehung: neu. Librettisten: zwei. Inhalt: gleichgültig. Aufbau: Posse minus x. Komponist: Oskar S t r a u S. Nachklang seiner Ueberbrettlzeit: gering. Nachklang seiner Pompoperettenzeit: etwas größer. Trompeten und andere hohe Blasinstrumente: wieder mit Geschick verwendet. Musika- lischer Gehalt: anfangs sogar frappierend groß und ein gut Stück über Leierei hinaus, allmählich von der Posse unterjocht. Haupt- ergebnis: zwei Hupfduette, ein Kutschduett und ein Hocklied. Aus. stattung: Drehbühne und hübsche Farbenbilder. Regie: etwas zu langsames Tempo. Animo und Esprit: klein. Ausnahmen: der „Star" Fritzi M a s s a r y und noch mehr der Nichtftar Susanne B a ch r i ch, fähig auch für das Fach der Opernsoubrette. Moral von der Geschicht': Ehemals sagte man bei derlei: „Vorstadt". Jetzt muß man sagen:„Innere Stadt". Mehr und mehr zieht sich. waS noch Künstlertum ist, auS dem Stadtkern hinaus in die Peripherie und Umgebung. Es wandert mit der nach Ruhe und Besinnung verlangenden Bevölkerung. Die„zentrale Aushöhlung", dieser merkwürdige Vorgang in der Geschichte des Städtewcsens, zuerst in der Statistik des Wohnungswesens beobachtet, scheint sich allmählich auch in der Naturgeschichte des KunstbetricbcS bemerkbar zu machen. tz. Münchener Theater. Volke» Stimme— Gottes Stimme, dieser alte Spruch ist wieder einmal Lügen«straft worden, als das Münchener Premierenvolk das schlechte Stück„O a ha" von Frank Wedckind, das im Lustspielhaus als„geschlossene" zensurfteie Vorstellung zur Uraufführung kam, heftig beklatschte, dasselbe Volk, daS sein« guten Stücke im Schauspielhaus auspfiff. Man ist bei Wedekind gewöhnt, daß er nicht wählerisch ist in seinen Stoffen und gerne persönliche Erlebnisse und Zerwürfnisse zu Schlüssel- und-Skandalstücken verarbeitet, wobei oft, wie in„Musik", seine ihn, er läuft ans Fenster, reißt die Flügel auf und stürzt sich verzloeifelt auS der im vierten Stock gelegen e u Wohnung auf die Straße hinab. Als man ihn vom Platz trug, gab der Aermste noch etliche schwache Lebenszeichen von sich, hauchte aber auf dem� Wege zum Spital seinen Geist aus. Eine große Blutlache bezeichnete den Ort, wo er niedergefallen war. Der Bewohner des Hauses und der näheren Umgebung, die hinzugelaufen waren, bemächtigte sich begreiflicherweise große Erregung. Aber— heißt es-im Bericht der Lokalpresse—„die Leute sprechen mehr in sich hinein: sie scheuen sich, ihre Empfindungen und Gedanken an- deren gegenüber zu äußern". Brauchen wir zu sagen, was diese Leute fühlten und dachten? Welche Gedanken sich der Frankfurter sozialdemo- kratischen Arbeiterschaft bemächtigten, als die Schreckenstat allgemein bekannt wurde? Indes blieb es bei den Gedanken. Am 17. November wurde die Leiche Schäfers aus Anordnung der Polizei heimlich bestattet—„um Demonstrationen zu verhindern". In Wirklichkeit blieb alles ruhig. Man war gewohnt, vieles zu tragen, und trug auch dieses ohne Aeußerungen gewalt- tätiger Auflehnung. Trotzdem erfolgte, nachdem vier weitere Wochen ohne Störungen der Ruhe ins Land gegangen waren, am 16. Dezember 1886 die Verhängung des kleinen Belagerungszustandes über Frankfurt a. M.. Hanau, H ö ch st und Umgegend. Ein Polizeiakt, für den absolut keine sachliche Begründung vorlag. Johannes Miguel, damals Oberbürgermeister von Frankfurt, ließ ausdrücklich im nationalliberalen«Frank- furter Journal" bekanntgeben, er würde, wen'n man ihn "orher befragt hätte, von der Maßregel a b g e- raten haben. Aber was bedeutete das bürgerliche Ober- Haupt der Stadt, was die Vertretung der Bürgerschaft, um deren Schutz es sich angeblich handelte! Einer der Antreiber zn der Maßregel war der Landrat des Kreises Hanau ge- Wesen, und der hieß Graf Wilhelm von Bismarck, und war der Sohn des allmächtigen Reichskanzlers. Ein reiner Polizeiakt wars, geboren aus dem Geist der schlimmsten Ueberlieferungen des preußischen Polizeistaats. Und seine Anwendung war dieses Geistes feiner Urheber würdig. Am 16. Dezember war der Belagerungszustand prokla- miert worden. Natürlich wußte man im Frankfurter Polizei- Präsidium schon an jenem Tage, wem die auf Grund seiner zu verfügenden Ausweisungen zugedacht waren. Aber io schlechthin ausweisen, das war nicht genug. Man ließ eine weitere Woche verstreichen. Sie verlief ohne daS geringste Zeichen von Unruhe. Nichts regte sich in der Arbeiterschaft. und schon konnte man glauben, die Polizei werde sich�mit der Verfügung über die Waffe der Ausweisung begnügen und sie nur in Ausnahmefällen anwenden, zumal der AuS- Weisungsparagraph in anderen„belagerten" Städten schon als unwirksam erkannt war. Die aber so wähnten, kannten den Geist nicht, der im Frankfurter Polizeipräsidium den Ton angab. ES kam daS Weihnachtsfcst, das Fest der ch r i st l i ch e n Liebe heran— „Friede auf Erden und den Menschen ein Wohlgefallen". Und am Vorabend des Weihnachtstages, am sogenannten hei- ligen Abend, wo Bescherung in den Familien stattfindet und die Freudenstimmung obwaltet, erhalten die hervorragen- len Vertreter der Sozialdemokratie Frankfurts, voran der Reichstagsabgeordnete für Frankfurt, Adolf Sabor. die Vorladung auf die Polizei, deren Fassung ihnen anzeigt, daß sie die A u S wei sun g»v er fu gu n g ent- gegennehmen sollen. Und am nächsten Vormittag— am Weihnachtsmorgen— wird den auf der Polizei Erschienenen besten Freunde unter die Räder kommen.„Occha" ist im Grund« nicht» wie eine Neuauflage des Verle«r-Milieu» m„Hidalla". Man würde darüber hinwegsehen, daß mit galliger Bosheit hier Intimitäten aus dem„SimpIizissimuS"-Verlaa aus Wedekinds Verhältnis zu Albert Langen, Thoma usw. auf die Bühne«zerrt werden, wenn die Satire künstlerische Gestaltungskraft zeigt«. Aber hier versagt Wedekind diesmal gründlich. Worte, nichts al» Worte, Langweiligkeiten, krampfhafte Versuche,«iftreich zu sein(„Oaha", der Witze-machende Hausgeist de»„SimplizissimuS al» taub- stummer Idiot im Kinderwagen!). Kann für diese Mängel ent- schädigen, daß Björnson, Langen, Thoma, Hein« usw. in durchsichti- gen MaSken auf der Bühne erscheinen? in. Humor und Tatire. Di» freien Hansen. Da» läßt man sich gefallen, da» war doch eine Tat! Die freien Hansen sprachen zu Hamburg im Senat: Der edle Vitz au» Sachsen(Heil sei dir, teurer Grafh Er hat da» Wort gesprochen, da» un» im Herzen traf: Di« Stunde ist gekommen, gebrochen ist der Bann— Laßt un» den Mann beschützen, auf den man bauen kann! Den Mann, der(wo auch immer ein armer Bruder kämpft) Gewillt ist, dem zu dienen, der da» Begehren dämpft.- Ihn, den wir lächelnd schätzen(wer er auch immer sei): Auf, schützt ihn mit Gesetzen und gebt da» Zuchthaus frei!.. Die freien Hansen hörten die» Wort von hellem Klang Und riefen ohne Zaudern: o lieblicher Gesang! Hei, Graf, das soll uns stammen zum löblichen Bedarf— Juchhei, so muß es kommen— frisch auf, wir machen scharf! Die freien Hansen hoben für» Zuchthaus frisch die Hand: Man muß schon mal was leisten— auch für den letzten Stand! Und sei'S auch nur ein Knebel— wir dreh'n ihn nach Bedarf? Nun wählt nur euren Bebel— juchhei, wir machen scharf!... Wie habt ihr gut gesprochen, ihr Braven vom Senat... Nun wartet noch drei Wochen— dann blüht auch euch die Saat! Dann wird vielleicht euch Starken so allgemach Bescheid, Warum ihr freien Hansen nur arme Hänse seid I _ Peter Scher. Notizen. — M-u si k chr on i k. Alte und neue Märchen für große und kleine Kinder, ferner Kinder, und WeihnachtSliedcr iommen im„Populären Liederkonzert" im Blüth- n e r f a a l am 2. Weihnachtstage, nachmittags 4� Uhr, zum Vortrag. — Vorträge. Die Gesellschaft für ethische Kultur veranstaltet am Sonnabend, abends SM. Uhr, im Bürger. aal de» Berliner Rathauses einen Vortragsabend. Prof. Wilhelm erster spricht über das Thema:„Gegen internatio- nale Feindseligkeit und Verhetzung". Gäste will- kommen.» auch eröffnet, daß sie am übernächsten Tage Frankfurt zu verlassen haben. Kann man sich eine größere Roheit und R ü ck s i ch t s- losig keit denken? Nichts war geschehen, die Ausweisung als dringende Maßregel erscheinen zu lassen, nichts, ab- s o l u t nichts bedrohte Ruhe und Ordnung in Frankfurt. Und da wählt die Polizei das W e i h n a ch t s f e st, um eine Anzahl politischer Gegner, wiederum m e i st c n s F a- milienväter, mit der elenden Maßregel der Aus- Weisung heimzusuchen.„Wir hielten es absolut für ausge- schlössen, schrieb die„Frankfurter Zeitung", daß die Polizei- behörde am ersten Weihnachtstag eine solche harte Maßregel über eine Anzahl Einwohner und ihre Familien verhängen könne." Aber sie mußte hinzufügen: „Leider sind uns im Laufe des Vormittags Mitteilungen zugegangen, die keinen Zweifel darüber lasten, daß die Landes- Polizeibehörde auch diejenige Rücksicht, die selbst die feurigsten Befürworter strenger Matzregeln gegen die Sozial- demvkratie von ihr erwartet haben mögen, die Rücksicht auf das häusliche Glück am Weihnachtsfeste, nicht hat walten lassen." Nein, die Landespolizeibehörde, der Polizeipräsident von Hergen Hahn, hatte gerade das Gegenteil getan. Ein Schrei der Entrüstung ging durch Deutschland, als die Nachricht von dieser preußischen Weihnacht be- kannt wurde. Gar manche Faust ballte sich, von manchen Lippen ertönte es:„wie lange noch, wie lange?"„Wer den ohnehin in ungünstigerer Lage befindlichen Gegner erst seiner wirksamsten Waffe beraubt, ihn dann hinterrücks überfällt, ihn an Händen und Füßen knebelt und den so wehrlos ge machten dann noch mit den Füßen ins Gesicht tritt," schrieb der Züricher„Sozialdemokrat", und traf wobl damit das allgemeine Empfinden,„ist ein erbärmlicher Feigling, den jeder ehrliche Mann, und stehe er in der Sache selbst auf seiner Seite, nur verachten kann." Sie ruhen zum Teil schon unter der Erde, die von der brutalen Maßregel heimgesucht wurden. Adolf Sabor ist hingegangen, Jakob Schmidt, den die Arbeiter Frankfurts zu Sabors Nachfolger in der Vertretung ihrer Stadt er- wählten, Heinrich Prinz und andere damals Ausgewiesene, gehören zu unseren Toten. Andere leben noch heute im Exil, das sie dann aufsuchen mußten: andere sind nach dem Fall des Schandgesetzes heimgekehrt und wirken noch heute im Kreise der Genossen für di? große Sache, um die sie damals gelitten haben. Denn gelitten haben sie in jenen Tagen b'e, was auch ihr späteres Schicksal war. Das soll nicht ver- gessen werden. Und nicht vergessen werden soll die Brutalität, die an jenen verübt wurde. Die Geschichte weiß blutige Taten zu vermelden, die von Gewalthabern und deren Schergen in Momenten der Bedrohung ihrer Macht durch Aufstände ver- übt wurden. Hier aber war von Aufstand, von irgendwelcher unmittelbaren Gefahr nicht der entfernteste Gedanke. Keine Rücksicht auf Sicherheit kann die grausame Maßregel ent- schuldigen oder auch nur mildern. Sie bleibt ein S ch a n d- stück in den Annalen der Geschichte, ein Denkmal der G e m ü t s r o h e i t, das die Namen der Veriiber auf ewig der Verachtung überliefert. Ed. Bernstein. Der Krieg. } Vom tripvlitanischen Kriegsschauplatze. Rom, 23. Dezember. Der Agenzia Stefans wird aus Benghasi gemeldet: In der Nacht vom 2t. zum 22. d. M. wurde die italienische Schanze Nr. 8 von dem Feinde angegriffen, der unter dem Schutze der Dunkelheit die Italiener zu überraschen suchte. Der Feind wurde von den Bersaglieri und einer Sektion Gebirgsartillerie ohne Verluste aus italienischer Seite zurück geschlagen. Ein Angriff feindlicher Gruppen auf eines der italieni scheu Blockhäuser wurde von einer Abteilung des 68. Infanterie- rcgimentS zurückgewiesen, wobei zwei Soldaten leicht verwundet wurden. Die allgemeine Lage ist unverändert. Der oben genannten Agentur wird aus T o b x u k vom 23. d. M. gemeldet: Gestern früh wurde eine Truppenabteilung, welche die Arbeiten für die Batterie t49 auf der Südseite der Bucht zu schützen hatte, lebhaft angegriffen. An dem Gefecht, das sechs Stunden dauerte, nahm ein Bataillon de? 20. Infanterie- regiments, ferner zwei Sektionen Artillerie, einige Maschinen- gewehre und eine Gebirgsbatterie teil. Diese Truppen �.wurden wirksam unterstützt durch die mit der Arbeit an der Batterie 149 beschäftigten Soldaten, ferner durch die Batterie 75a und durch die Artillerie der Kriegsschiffe. Die Italiener hatten sieben Tote, darunter zwei Offiziere, und sechzehn Ver- !v u n d e t e, darunter einen Ofsizier. Die Angreifer, die etwa tausend Mann stark waren, hatten sehr beträchtliche Verluste, so- weit dies von den italienischen Stellungen aus festgestellt werden konnte. Die Pforte gibt nicht nach. Konstantinopcl, 23. Dezember. Ein in der letzten Nacht von der türkischen Regierung ausgegebenes Eommunique besagt, daß allen Friedensgeriichten zum Trotz die Pforte unter allen Um- ständen ihre Souveränitätsrechte in Tripolis und Cyrenaika aufrechterhalte. Friedensbedingungen feigy nur möglich, wenn diese beiden Punkte der ottomanischcn Regie- rung zugebilligt würden. Italienische KapcrfaHrten. Alcxanbria, 23. Dezember. Tie Khcdivial Mail Steamship u. Grahing Dock Company gibt bekannt, daß der Dampfer „M e n z a l c h" nicht von dem italienischen siriegsschiff„Calabria" mit Beschlag belegt worden ist. Tie„Calabria" nahm nur 39999 Pfund Sterling, die fürHodeida bestimmt waren und türkische Pakete aus K o n st a n t i n o p e l und gab der„Menzaleh" dann die Weiterfahrt frei. Mastaua, 23. Dezember. lMcldung der Agenzia Stefani.) Heute ist hier der türkische Dampfer„Kaiserie h" ein- gebracht worden. Das Schiff war als verdächtig von dem italienischen Kriegsschiff„Puglia" aufgebracht worden, obgleich es untet der Flagge des roten Halbmondes fuhr. Die Durchsuchung des Schiffes ergab, daß nichts vorhanden war, was seine Eigen- schaft als Hospitalschiff hätte rechtfertigen können. Es handelt sich ohne Zweifel um ein Transportschiff im Dienste der türkischen Truppen an der arabischen Küste. Die chauvinistische Hochflut und die Sozialisten. In einem Rcisebriefe an die„H u m a n i t e" zeichnet Genosse Longuet in charakteristischen Strichen die Schlammwelle des Kriegstauinels, die sich derzeit über Italien ergießt. Schon am Bahnhof in Turin alles bewegt vom Kriegsfieber. Auf den Straßen bunte Plakate mit Bildern von Bombardements und ahn- lichen„Großtaten". Die Zeitungen, von den konservativen bis zu den radikalen, mit schreienden Aufschriften vom Kriegsschauplatz — ausgenommen allein unser Parteiblatt, den jetzt in Mai- land erscheinenden„Avant i". Dasselbe Schauspiel auf der Weiterreise und in der Hauptstadt des modernen und industriellen Italiens, in Mailand. Auf einem Gang durch eine der großen „Galerien"(Passagen) in der Nähe des wunderbaren Doms sieht er eine Menge, die sich vor einer Auslage drängt, erregt und brausend. Unermüdlich sieht sie Kriegsfzenen in einer afrikanischen Landschaft: Türken im Fez, mit verzerrten Gesichtern, verfolgt von tapferen italienischen Soldaten. lieber die Haltung der S o z i a l i st e n erzählt ihm Michels, der syndikalistische Dozent an der Universität Turin. Michels, der die Förderung des Internationalismus und der Friedcnssache zu einer seiner besonderen Ausgaben gemacht hat, war lebhast erstaunt über den Ausbruch des Chauvinismus bei einer Arbeiterschaft, die er für besonders gefeit gegen nationalistische Strömungen gehalten hatte.„Heute hat die Woge alles vor sich weggerissen, mitinbegriffcn die Theoretiker des revolutionären Syndikalismus. Arturo La b r i ol a wie Paul O r a n o befürworten den Krieg, der berufen fei,„die Lebenskraft de» Landes und sein Gefühl für Heroismus zu beleben." Man sieht, wie leicht das syndikalistische Phrasengeklingel sich in daS„patriotische" überleiten läßt. Mit voller Anerkennung aber sprach Michels von der Haltung des größten Teils der Sozialdemokraten. Nur die Rechte der Reformisten mir Bissolati nehme eine freundliche Haltung zum Kriege ein. Sie Revolution in China. Pessimismus der Regierung. Peking, 23. Dezember.(Meldung des Reuterschen Bureaus.) Die chinesische Regierung hegt die Befürchtung, daß die Friedenskonferenz in Schanghai scheitern wird, und glaubt, daß die Revolutionäre einen Vorstoß nach Norden über Pukow vorbereiten. Das bisherige Ergebnis der Verhandlungen. London, den 28. Dezember. Der„Times"- Korrespondent in China hat über die Haltung der Parteien in China eine Unter- suchung angestellt und sendet seinem Blatte ein längeres Tele- gramm über da» Ergebnis derselben. Er versichert, daß D u a n- s ch i k a i, seiner Anficht nach, schließlich dennoch die Präsident- schaft der Republik annehmen wird. Bisher hat sich Auanschikai zloar gegen eine solche Lösung ausgesprochen, doch glaubt man, daß diese Haltung nur eine Kriegslist ist. In politischen Kreisen ist man der Meinung, daß eine Republik unter der Präsidentschaft DuanschikaiS der schnellen Anerkennung der Mächte sicher sei. Die Mittel, welche in Vorschlag gebracht wurden, um dieses Ziel zu erreichen, betreffen unter anderem eine Ver- üffentlichung eines kaiserlichen Ediktes, in welchem der Thron sich bereit erklärt, sich den Beschlüssen einer Nationalvers amm- l u n g, welche in Shanghai zusammentreten soll, zu unterwerfen. Diese Versammlung wird sich au? Vertretern aller Provinzen zu- sammensetzen, die mit den notwendigen Vollmachten ausgestattet werden sollen, um eine neue Regierungsform zu vollziehen. Der chinesisch-republikanische Generalissimus ist bereit, eine derartige Lösung der Frage gutzuheißen. Tie einzige Befürchtung, welche nian in China diesetwegen hegt, ist die einer eventuellen Jnter. vention Englands und Japans zur Aufrechterhaltung einer monarchischen Regierung, selbst unter Waffengewalt.— Der Waffen st ill st and ist bis zum 31. Dezember verlängert worden. Die englisch-japanische Intervention. Tokio, 23. Dezember.(Meldung des Reuterschen Bureau?.) Obwohl von maßgebender Stelle erklärt wird, daß die Frage einer Intervention der Mächte in China noch nicht erörtert worden ist, verlautet doch, daß Japan Vorbereitungen für eine Expedition nach China getroffen habe, falls Unruhen ausbrächen, die einen solchen Schritt nötig machten, besonders wenn die Friedenskonferenz in Schanghai ergebnislos verlaufe. London, 23. Dezember. Wie das Rcutersch« Bureau von maß- gebender Stelle erfährt, ist die Behauptung unrichtig, daß Groß- britannien und Japan zusammen vorgehen, um in China die monarchische Regierung, wenn nötig mit Truppenmacht, aufrecht- zuerhaltcn. Die Bemühungen der britischen Regierung, die im Einklang mit anderen Mächten vorgeht, bezwecken, China darin zu unterstützen, daß es sich selbst die Form einer starken Regierung schafft, die aus der Zustimmung des Volkes begründet ist. der Landwirtschaft nur eine Alimentation des Großgrundbesitzes darstellt. Von der erwähnten Mchrcinfuhr entfallen allein über 7 Millionen Doppelzentner auf Futtergerfie, fast 2 Millionen Doppelzentner auf Hafer, rund 2 Millionen Doppelzentner auf Mais. Diese Futtermittel sind den Vichzücktern und Viehhaltern zum Vorteil des Großgrundbesitzes durch Zölle verteuert worden. Infolge- dessen mutzten bei der ungenügende� Jnlandscrntc die Preise enorm in die Höhe schnellen. Es kostete Hafer im November d. I. 189,99 M. pro Tonne gegen 147,24 M. im Borjabre: der Preis für Mais stieg von 137 M. auf I7ö M., der für Futtcrgerste von 109,25 M. auf 138 M. Nun sagen allerdings die Schutzzöllner, die Teuerung sei eine internationale Erscheinung. Das ist nur in begrenztem Umfange richtig. Tarauf kommt es aber auch gar nicht an, sondern darauf, ob und inwieweit unsere agrarische Wirtschaftspolitik in Deutschland die Preise über das Weltmarktnivcau hinaustreibt und in welchem Ausmaß sie die Gesamtwirtschaft benachteiligt. Daß Deutschland im Preisniveau den Vorrang bat, beweist die folgende Aufstellung. ES notierte im November 1911 pro Doppelzentner in Mark: Weizen Roggen Mais Hafer Gerste Berlin.... 293,39 182,91 Breslau Mittellv. Budapest.... 209.89 Wien..... 216,42 Odessa Riga... Antwerpen. Amsterdam. Paris... London.. Liverpool. Chicago.. New Uork. Buenos Aires 156.92 177,73 157.12 167.92 293,42 168,84 177.99 145,88 153,17 161,26 169.96 131.29 126.93 141,63 161.22 175,80 175.00 162.53 161,68 168,99 167,45 174,41 154.59 158,62 142,87—— 144,92 104,69 159.82 157,90 142,63 iMchaNIIcher Vochenbericht. Berlin, den 23. Dezember 1911. Versteifung am Geldmarkt.— Gesteigerter Verkehr und Außew Handel.— Folgen der agrarischen LLirtschaftspolitik.— Lebens Mittelverteuerung und Geldverteuerung.— Politik und Reichsbank Die lebhaftere industrielle Tätigkeit in Verbindung mit dem Weihnachtsgeschäft, das zu Geldentnahmen aus den Sparkassen usw. veranlaßt, macht sich bereits in einer Zunahme der Versteifung am Geldmarkt bemerkbar. Die Reichsbank hat die schon erwogene Er- höhung des Diskontcs, der seit dem 19. September 5 Proz. beträgt, bisher noch abgelehnt. Wie lange noch? Vorläufig geht die Konjunkturkurvc weiter nach oben. Der Ausweis der StaatSeiicnbahnen über die Einnahmen im November zeigt das Anhalten und die Steigerung des Verkehrs und des Güter- austausches. Gegen den November 1919 erbrachte der Güterverkehr eine Mehrcinnahme von über 17 Millionen Mark. Die Steigerung im Güterverkehr tritt bei einer Gegenüberstellung mit dem vorauf- gegangenen Monat noch weiter recht deutlich in die Erscheinung. Der Oktober ist immer ertragreicher al» wie der November. Im vergangenen Jahre waren die Einnahmen in diesem Monat um 914 Millionen Mark höher als wie im November, in diesem Jahre macht das Weniger im November noch nicht ganz 2)4 Millionen Mar? aus. Daß die Lebhaftigkeit in der Gütererzeugung vorläufig wenig- stens noch anhält, darauf läßt der flotte Abruf von Brennmaterialien und der große Auftragsbestand der Stahlwerke sowie die noch immer starke Nachfrage am Eisenmarkte schließen. In der letzten Ver- sammlung des Stahlwerksvcrbandcs wurde mitgeteilt, daß die Ver- kaufstätigkeit sowohl für das Inland wie auch für das Ausland recht rege sei und die Preise sich aufwärts bewegten. In wie her- vorragendem Matze der Außenhandel bei der Gcsamtstcigcrung bc- teiligl ist. läßt die folgende Zusammenstellung erkennen. In den ersten 11 Monaten betrug die: Steigerung in Proz. 7.4 5.9 19,2 7.3 1919 1911 Einfuhr in Mill. Doppelztr.. 581.5 625,9 , Mi El. Mark.. 8400,5 8901,0 Aussuhr in Mill. Doppelztr.. 486,9 535,8 . Mill. Mark... 6918.6 7426,4 Unsere Ausfuhrsteigcrung überragt die Einfuhczunahme ziem- lich erheblich. Besonders bemerkenswert dabei ist, daß die Einfuhr von Ackerbauprodukten ganz erheblich, nämlich um über 22 Millionen Doppelzentner zugenommen hat. während gleichzeitig die Ausfuhr um I74 Million Doppelzcnwer zurückgegangen ist. Diese Zahlen beweisen, daß die Behauptung, die deutsche Landwirtschaft könne die einheimische Bevölkerung ernähren, eine leere Redensart ist.' Bei näherer Betrachtung lassen sie weiter erkennen, daß der sogen. Schutz Nur in der Donaumonarchie, wo ein unseren Junkern ber» wandtes Agrariertum die in Deutschland„bewährte WirtschaftS- Politik" praktiziert, und in Frankreich mit seinem hohen Weizen- zoll stiegen die Preise so hoch wie in Deuschland, sonst sind wir weit voran. Die enormen Preissteigerungen bedeuten, daß die Mehreinnahmen, die der„Landwirtschaft" zufließen, vorwiegend in die Taschen der Großgrundbesitzer sich ergießen. Eine weitere Schädigung der Gesamtheit besteht darin, daß diese Herren, an- gereizt durch die hohen Zölle, den Roggenbau besonders forcierten und für den Abstoß der überflüssigen Menge Ausfuhrprämien ein- streichen. In den letzten 4 Monaten sind mit Einrechnung deZ Roggenmehlcs 3 380310 Doppelzentner mehr exportiert als ein« geführt worden. Die Folgen der ganzen agrarischen Wirtschaftspolitik äußern sich in einer allgemeinen Verteuerung der Lebenshaltung. Das schwächt naturgemäß die Konsumkraft der Bevölkerung, was in einem verminderten Begehr von Gebrauchsgütern zum Ausdruck kommt. Der LcbenSmittelauStausch beansprucht infolge der enormen Teuerung auch einen bedeutend verstärkten Geldsirom. Daher ist die Lebcnsmitclteuerung auch eine Ursache der Versteifung am Geldmarkt. Von agrarischer Seite, die als autoritativ angesprochen werden will, ist der Wert der deutschen LcbenSmittelproduktion auf 11 899 Millionen Mark berechnet worden. Unterstellen wir eine durchschnittliche Verteuerung von nur 19 Proz., so würde der Aus- tausch der landwirtschaftlichen Güter schon 1189 Millionen Mark mehr beanspruchen. Run find aber auch die vom Ausland herein- gebrachten Lebensmittel in der gleichen Weise verteuert worden. Im Jahre 1919 betrug der Wert deS Einfuhrüberschusses allein an NahrungS- und Genutzmitteln 1722 Millionen Mar». Demnach er- � höhte sich die ganze Summe des für den Austausch der Agrarprodukte erforderlichen Mehrbetrages um 172 auf 1352 Millionen Mark. Dabei ist noch gar nicht berücksichtigt, daß die Verteuerung der Lebensmittel ein allgemeines Hinaufgehen der Preise verursacht hat. Es liegt auf der Hand, daß die Bewegung nicht ohne Einfluß auf den Geldmarkt bleiben konnte. Pfarrer Naumann hat aller- ding» vor einiger Zeit die Hypothese aufgestellt, daß die erhöbte Goldausbeute die Ursache der Teuerung sei. In Wirklichkeit erhöht die durch Zölle und Steuern betriebene künstliche Verteuerung der Lebenshaltung die Schwierigkeiten am Geldmarkt. Nach Naumann? Theorie müßten mit und infolge einer erhöhten Goldproduktion die Hungersnöte an Schärfe gewinnen. Was allerdings auch den rück» wärts gefolgerten Schluß zuließe, daß wir nur die Goldproduktion einzustellen brauchten, um alsbald im Schlaraffenlande zu leben. Wie die Verhältnisse liegen, ist an eine Besserung der Lage am Geldmarkt gar nicht zu denken. In den letzten zwei Jahren sind wir unter den Satz von 4 Proz., der früher öfter und bis zu 1 Proz. unterschritten wurde, nicht herabgegangen, obwohl sich England des Satzes von 3 Proz. oftmals erfreute. Tie aus dem Rcichsbankdirektorium hcraustönendcn Warnungen gegen ein« Ucbcrspannung des Kredits können auf keinen Fall viel nutzen. Das Uebcl liegt, wie dargetan, tiefer. Herr von Havenstein hat kürzlich selbst konstatiert, daß die Geschäftswelt sich große Mäßigung auferlege, dennoch blicke er voll banger Sorge in die Zukunft. Er sollte nur einmal auf die LebenSmitetl- und die damit ver- bundene allgemeine Teuerung als des Hebels Ouell hinweisen, dann würde ein mißtönendes Echo aus dem agrarischen Blätterwalde ibn belehren, daß er den Finger auf'eine sehr empfindliche Wunde gelegt hätte. Vielleicht kommt er trotz dieser Voraussicht zu einem solchen Bekenntnis.— wenn die Rcichstagswahlen vorbei sind. Länger wird sich nämlich die Diskonterhöhung wohl kaum vermeiden lassen. Die Reichspolitik beeinflußt auch die GcschästSpolitik der ReichSbank. Sie muh darauf bedacht sein, den Zorn über die agrarische Wirtschaftspolitik nicht zu steigern— wenigstens nicht vor den Wahlen._ D. Bue der frauenbern�ung. Fabrikarbeiterinnen in Japan. AuS Yokohama schreibt man unS unterm 8. Dezember: Ein Greuel sind der japanischen Regierung„sozialistisch" an- gehauchte Abgeordnete; ein jeder, der Klagen über di« erbärmliche Lage der Arbeiter in Japan ausspricht, gilt als Sozialist oder sogar als Anarchist, da regierungsseitig beide Worte in einen Topf ge- worfen werden. Ein solch räudiges Schaf nun sitzt zum größten Leidwesen der Regierung und der Fabrikbesitzer nicht etwa im Land- tag, sondern, was noch entsctzlickzcr ist, sogar im Herrcnhause, cS ist dies Dr. Kuwaia. ein unerschrockener Kämpfer für eine Besser- stcllung der Arbeiter und Arbeiterinnen. Schon im vergangenen Jahre machte er«inen Vorstoß nach dieser Richtung und veröffent- lichte eine eingehend« Darstellung der Lage dieser Leute, die die Fabrikanten zum Reichtum verhelfen. Er richtete nichts aus, da die allgewaltige Seiyukaipartei, der sich seinerzeit Katsura beugte, nichts von einem Arbeitcrschutzgesetz wissen wollte. Die Eröffnung der diesjährigen ParlamentZsession steht wieder vor der Tür und wieder läßt Dr. Kuwada seine Stimme ertönen, jedenfalls als ein Prediger in der Wüste, denn solange die Seiyukai die Mehrheit hat und ihr geistiges Oberhaupt Saijonji Ministerpräsident ist, wird an«ine Aendcrung nicht gedacht werden können, obgleich die Lage, namentlich der Arbeiterinnen, geradezu himmelschreiend ist und das Aus- beutungSsYstcm allcS menschenmögliche überschreitet. Dr. Kuwada hat nämlich festgestellt, daß in Japan über«ine Million Fabrikarbeiter existieren, darunter nicht weniger als 799 999 weiblichen Geschlechts, von denen nicht weniger als 79 999 ein Alter von unter 14 Jahren haben. Von diesen Arbeiterinnen sind etwa 29 Proz. in der S t r e i ch. Holzfabrikation und 19 Proz. in der Tabakindustrie — letztere StaatSmonopol— im Alter von unter 19 Jahren be- schästigt. Obgleich in aller Welt die glänzenden Erfolge des Schul- zwange» hinausposaunt werden, beweist diese Aufstellung, daß von einem solchen gar nicht die Rede sein kann. Sie beivcist ferner, daß die Regierung selbst, trotz des Schulztvangcs, in ihren Monopol- fabriken Kinder unter 10 Jahren beschäftigt. Wie früher in Europa die Soldatenwerber durch das Land zogen, so hier die Agenten der Fabriken, die unter den glänzendsten Versprechen die Kinder der Landleute in die Städte locken und sie in Fabriken unterbringen. Das Ende davon ist, daß so ein Mädchen, wenn es oft erst 14 bis 16 Jahre alt ist, schon an Leib und Seele gebrochen, möglichst noch mit einem kleinen Weltbürger versehen, in die Heimat zurückkehrt oder in der Stadt selbst zugrunde geht. Die Ausseher in den Fabriken machen sich die unerfahrenen Kinder bald ihrem Willen dienstbar, auch verstehen sie eS meisterhaft, durch allerlei Drohungen sie zu veranlasien, Ueber stunden bis gegen Mitternacht zu machen, ohne einen Mehr- verdienst zu erhalten. In den Baumwollspinnereien ist Nachtarbeit die Regel, hier arbeiten männliche und weibliche Arbeiter bei qualmen. den Petroleumlampen im Dämmerlichte beisammen, die Folge ist eine Sittenlosigkeit, wie sie in einein Bordell nicht ärger sein kann. Körperliche Züchtigungen mit der Peitsche sind an der Tagesordnung, ebenso Geldstrafen für allerhand Vergehen, die von den Aufsehern wenn nicht ge- so doch erfunden werden, so daß die Arbeiterinnen von ihrem Verdienste, der meistens nur 1— 3 Uen in der Woche(2— 6 M.) beträgt, schließlich nichts zu sehen bekommen. Daneben gibt es noch— da in den meisten Fabriken Kost- und Schlafhäuser eingerichtet sind— Kostentziehung, Dunkelarrest und dergleichen, ganz nach brutalem Gcfängnissystcm. Wenn man dies liest, sollte man nicht glauben, daß das Zu- stände sind, die in einem Lande existieren, wo der Mund so sehr voll genommen wird von Schulerzichung. Kinderparadies und Moral. Die Bushidomoral, die Prof. Jw einmal als Leitstern der Japaner in seinem Buche hinstellte,' und die dem Nichtkenner des wahren japanischen Charakters so einschmeichelnd belog, läßt die Fabrikanten im Stich. Da kommt nichts weiter zum Vorschein als der rohe und brutale Asiate, nicht nur beim Fabrikanten, sondern auch bei der Regierung, die solche Zustände duldet. Lcseabende. Groß-Lichterfcldc. Mittwoch, den 27. Dezember(3. Feiertag), abends präzise 8 Uhr, bei Wahrendorf, Bäkestr. 7: Vortrag über„Die Frauen und die ReichstagSwahl". Nachdem: Musikalische Abenv- unterhallung. BHefKalta, der Redahttou. Dir(tttiBltdit Sprriiistunde findet Linden st rase SS, dorn vier Treppe» — Faiirstupl—, wochciitliglich von 4g> di» 7g, upr adendö, Sonnabends, von V/, bis ü Übe abends statt. Jeder für den Briefkasten bestimmten Anfrage ist ein Buchstabe und eine Zalil als Mertsctqe» beizufügen. Briefliche Aniwori loird nicht erteilt. Anfragen, denen tctnc AboiinrmrntSautttnng betgefitg« ist, werden»tcht beantwortet. Eilige Fragen trage man in der Sprechstunde vor. L. B.»v. Kommen Sie mit den Attsrcchnung-Zbcschcinigungcii in die Sprechstunde. Ihre Angaben im Schreiben reichen nicht aus.— H. 10. ,fcic find wahlberechtigt. Marlen Sie den B-Icheid ab.— M. P. 11. Ja. N. I04f. Kommen Sic mit dem Mietsvcrtrag in die Sprechstunde.— niia zu der am 1. Weih nachtssciertaae statt- findenden Verlobung die herz- lichsten Glückwünsche. 2tS2b parteigsnossea des 80. Ä «eeesc««» »WWW» w 0/ Nl> w w «/ $(früher 97.) Bezirkt, II. Kreta, w Ailge«.©rtöhronbrnböfff für Tempelhof. Bekanntmachung. Durch Beschluß der General- Versammlung vom 23. August 1911 sind die Ktz 13, 58 und 57 geändert worden und erhält der K 13 folgende veränderte Fassung: Diejenigen Mitglieder, welch« der Kasse ununterbrochen 28 Wochen angehört haben, erhalten im Falle der Erwcrbsirnsähigleil außer an den 6 Arbeitstagen auch an Sonn» tagen das Krankengeld. Bei§ 56 wird Ziffer 9 gestrichen. Bei§ 57 werden die Worte von „gemeinschaftlich" bis.festgelegt" gestrichen und statt dessen gesetzt: „Das GeHall der zur Anstellung aclangtcn Beamten wird vom Vor- stände sestgelegl." Die ersordcriiche Genehmigung ist seitens de« BezirksauSichrrsie» unter dem 4. Dezember 1911(B, 16 887) erteilt. Die Abänderung mtt am 1. Januar 1912 in Kraft. Der Vorstand besteht sell der im Herbst d. I. stattgcsun denen Neuwahl auS folgenden Personen: Albert George, Tembelhos, Manteussel- ftrasie«7, 1. Vorsitzender, Karl BchmiiMmg, Tempcihos, Frtedrich- Ailhelmstr. 17, Beisitzer. lakoh Flieg, Tcmpelhof, Theodor- strasic 5. Beisitzer. Karl ttemiiel, Tcmpelhof, Berliner Strasze 41/42, 2. Vorsitzender. Oualav Sillier, Berlin, Skalitzer Strohe 102, Beisitzer. Otto Neioiio, Berlin, Kartstratz« 25, Schristsührer. Drr Narstavv der Allgew. Qrtskrankeukafie kör Icmprlhof. j 283/13 (gez.) Alberl George, 1. Vorsitzender. + Baut- u. Harn- f leiden. Ehrlich• Hata, Schhden d. Quecksilb— Konsultation frei! Bllrtuntereueh., FSden itn Harn, etc. !! YeileahlnnK jfeatattet!! WomjerSSÄhS� aAEochb. Spr 9-2, 4-8, Sonnt.1 1-12 Dr. Simmel Spezial-Arzt für Haut- und Harnleiden. Prinzenstr. 41, Äuu 10—1. fr— 7. Sonntage 10— 12. 2— 1. In der Privatklagcsache des Vorsthcnden dcrOrtskranken- kasie des Äkaurcrgewcrbes Aug. Ilkhne, hier, gegen den früheren Kasienbeamteu.$.rno Winkler in Sill-LandSberg-Süd wegen Beleidigung lam folgender Vergleich zustande: Der Angeklagte erklärt, ich habe das zur Anklage gestellte Schreiben vom 20. Mai ISN nur wfolge ineiner durch die vorangegangene Euilassung hervorgerusencn Erregung geschrieben. Ich eriläre die darin gegen den Privatklägcr erhobenen Vorwürfe des Amtsinitzbrauchs und der Unredlich- keit für unbegründet und nehme sie mit dem Ausdruck des Bedauerns zurück. Die Kosten deS Verfahrens trägt Angeklagter. 2170b kovsumgevosLöoscdslt VON MlefZdOk v,nee«end (t. H. m. B. H). Die Denosienschast Ist durch Beschlutz der Generalversammlung vom 26. November 1911 ausgelöst. Zu Liquidatoren wurden bestellt die Herren: Wilhelm Kohl, AdlerShos, LiSmarckstr. 11; Karl Jagntv. AdlerShos. Kionprwzenstr. 20: Wil- Helm Zabel. AdlerShos, Bismarck- ltratze 11.— Sämlltchc �Zuschriften sind zu richten an Herrn Liquidator Wilhelm Kohl, Adtershos, Bismarck- stratze 11 108/ 16* FordcrungSberechtigte werden aus- gefordert.ihrevermetnlltchen Ansprüche bei den Liquidatoren anzumelden. AdlerShos, den 19. Dezember 1911. Die Liquidatoren: Wilhelm Kohl. Karl Jagnow. Wilhelm Zabel. Confection! PoiotntC'• ä neuest r rilctuio Fassons, in I J: Flauschstoffeu eto. von> Auswahl in 51. Doiatntc in engl. Seal rdlClUlb Velour du 0C M. Xord nnd Velvet von 3®; Koslümeinroicllstor engl Stoff, u. Kammg. v. KosUira-Röeke in großer Auswahl von Äbendinante! CWS..1 Kottbnecr . 1. Cl-Ä straBe 5.* Acht, ine! Achtnne! Bewiliigte Bäckerei« Meiner geehrten Kundschaft zur Kenntnis, datz die Difsereazeu mil dem Vertrauensmann und mir bei- gelegt sind. Hochachtungsvoll Bäcker- meiltcr Lehmann, Rixdorf. Zclchowcr Str. 27. Der Tier- rranensmann d. Bäcker u. Ko»- ditoren Berlins. 12572 Gegründet 1S64 XeklunA! �.cdtuax! ]n der FiSe der gerlgelten Slickereiktl vom 19. De;. 1911. Ten Tarif nachträglich ancrkannl haben folgende Bückereien» Boxhagen-Rnmmclsburg» Gärtncrslr. 5, Meyow. Krossencr Str. 19. Reich. Auf Teilzahiung wöchentlich nur 1 Stark waren. Engros— Export. S. Schlesinger, Anklanrcr Str. 48, Hanfe. Belsorter Str. 22, Holunder. PettcniofcrsM. 38, Riebenstahl. Rcvaler Str. 13, Reich. Rodenbergstr. 83, Sander. ZGkestr. 32, Freilag. Sanrariterflr. 28. Ihlenfeld. Stratzbmger Str. 39, Ziebell. Tristslr. 66, Slähr. GilbclmShnocner Sir. 32, Hufelaud. Zwingliftr. 89, Fiel. Lichtenberg: Leopoldstr. 1, Säger. Rixdorf t Telchower Str. 27, Lehmann. Welfienfee: Gäblcrstr. 8, Mannweiler._ 41/20 GraiiiiiiophöDe, Fathephone, echte Menzenhaucr Zithern, Geigen, Mandollnen, Gitarren, Handharmonikas M.JulipesMDSik-Spezialgescliäfto: l.Gesohäft:Brunnonslr. 117 2., Reinickendorfer Sir. 107 3., Moabit. Gotzkowskjrstr.SI 4.„ Woldenherger Str. 2. Neue Könlgstr.£1 Ordonnanzhaus. Kein I.adcn! II. Etage. Eiazslverksül wie alljährlich zn billigst. Preisen' PeIz-Sto!as Müllen Chick garnierte ßamsiipelzhiite federleicht. Reparaturen sauber und billig. Sonntag geöffnet. Bitte genau auf Hausnummer 21 zu achten. Bäckerei-Boykott. Achtung! Die Differenzen, die ich mit dem Vertrauensmann des Bäcker- und Konditor cnverbandcS gehabt habe, sind jetzt zu beiderseitiger Zusriedenheil beigelegt, und führe von jetzt ab bohkottsrcie Ware. Achtungsvoll Ihlcnfold; Sainariterftr. 28. Bestätigt durch dm Vertrauensmann des Bäcker- und Konditorenoerbandes Berlins und Umgegend�_ i Tag-Zigaretten Spez. Ko. III. sind passende Weihnachtsgeschenke! Preislage 2— 5 Pfennig� Alle üandstückartcn. Beordern Sie bei Ihrem Zigarrenhändlor die* Zigaretten der Tabak-Arbeiter-Genossenschaft Stultgart. Ceaeral-yertr. lir Berlia uqiI Braariguliiipg: ('MMMVWMVMMMW'MV WWSWM I 10 Hark monatliche Teilzahlung liefert elegante Herrcngardcrobe nach Matz 1. Toinporüwski, (BiN!gcPreisc.)PcrKassePrcisermötzig. F.gut.Sitzw. garanl., eigenes Stofflag I srnl III, KO. 999? Mgk'Mgkte!! trg. Irever �Kasiaiiiei>a!Ib»40 vor jeder Nachahmung der echten MewIerHrtMüHTilö von Berpsr.n i Co., Rsittsul, denn nur letztere beseitigt alle Arten von HantauSschlüc�en und �auLunreiniakeiten, wie Mitesser, jvlütchen. Finnen, GesichtSr0te. k Stück W) Pf. Ferner macht der Cream„Dada�tLillcnmüch-Cream) rote und spröde Haut In einer Nacht weiß undsamractwcich. TubeSO Ptt überall 2u habeu. Tecbüiscbes Byreaa iiDd bMtitt für KarosseriskoBstraktioneii Charlottenburg, Kaiser-Friedricü-Slraße 35, parterre. Die neuen Tag-b-. Sonntags- und Nbcndkurse für Meist«, und Gehilfen beginnen im Januar. Lehrplan frei. im KraflkahrzeughauS, Pritsche- strafte 27/28, vor» ZV üb«:.Di« Lehren dcx Automobilausstellungen Berlin, London, Brüssel Der Weg der Karosscrictcchnik. Alle sür daS Fach Interessierte find willkommen. Am iO. J«anwair', vs» rn.£0; � Uorirag Kr Weihnaehten und Silvester 1 Feine Schneiderei för elegante Herren« Moden j; fertig und nach Mass Garantie för tadellosen Silz und beste Verarbeitung. Auf Teilaahgunq ! Wochenrate von 1 an l. Kurzben Rosentha!er Strasse 40 dlnkt am Haekucften Markt Frankfurter Allee 104 Eoka Prladtna träne. Kein Waren-Kredit-Haus. Fllr den Famlllonkrel«. Cihör'Clfenzen zur leichtesten Selbsthorslellung für jedermann. Hervori-ag.Liksre, Punsch. Sortiment(12 Flaschen) für Kenner. n. n(B.ifflranil P ninjiiü Unühortrefil. Oiialilälcn, für 12 Liter Or. v. WBlSlirßll& lö. W ausreichend, nur 2,75 M. franko Berlin 58, Greifenhagener StraSe 70. überallhin. Jeder Ttrrsuch gelingt! Herren- und Lnaden-Sekleidung fertig und nach Mast kanfen Die infolge eigener Kabrikalion am billigste»«ud am reellsten bei 8. AivIMNtlN, Charlottenburg, Wüniersdorler Str. 12, Ecke ScbulstraQe. Maftanfcrtigung unter Garantie tadellosen SifteS von Lieferan» deS Konsumvereins. 45 2*; W. Zaget Hut-Fabrik, Skalitzerslr. 131 = Grestes Spezial-Oeschäft== für Seiden- und Pilzhüte. I,a|grcF In Schirmen nnd Slflixen."XM w Kngo SeKng | W eingroßhandlung u. Likörfabrik 60 eigene Filialen.' EinzelyerkaB! zq Enpsprelsen Heute Sonntag von@-13 und 12-6 lühr geöffnet A3andorf&6 Spittelmarkt Belle- Alliancestrasse Auf Wunsch hei Einkäufen die Grosse Frankfurterstrasse Brunnenstrasse Kottbuser Damm Von dieser Ver- (psiigung sind Lohensmittei und wenige Artikel ausgenomim Schappen Pfand Pt Spiegel Pfand Slnse... 60, 65, 70 Sclineldit bei , 1 Mark wöchentliche Teilzahlung liefere elegante HmHodeii fertig und nach Mae» Garantie für tadelloten Sita und feinste Verarbeitung Kein Warsn'Kredithaus! S. Boltuch Mass- Schneidet ei nur Frankfurter Allee 75, I Eingang Tiiaiter Straaae Ke n Laden 1 Kein Lndenl Uhrmacher u. Juwelier. A.E.Deike, Berlin SW., Oranienstraße 99, 1�°�. empfiehlt sein reich assorfiertet Laptr la Uhren, Juwelen, Gold-, Silber- und Alfdnldowaren. Spesialit&t. Goldene Damen-Remontoir- Uhren mit Kette und Etnl 20 Mk. Bei Vorweisnng die». Inserats 5 Proa. Kisnua-Soonto. « est« Bezngsqnelle zum Weihnachtsfest In«Um i Geschäften Auf Teilzahlung wöchentlich nur 1 Merk. Herren- und Damtn-Uhren. Haus-Uhren, Regulateure, hrelse wln�er, Ohr. Inge. Breschen, Ksttsn, Rings Armbander, Urammopfaoae, Phanogrsphsn, Zithern Spieldosen, Harmonikas, Msndo- llnen, Gelgen, Cnrlsibaumständo etc. JUHRE& KONIG Warschauer Str. 68, BOlowstr. 4g. Invalldsnstr 7. Gfardinenhaus Bernhard Schwartz Wallstr. 13 tdreizehn). Garrdinen u. tc* Mieter! Wer ßelund werdeu a. billig rnnhnen will. � V Wohnungen nn der Schloß- Allee am Kgl. Schloßpark Pankosv-Xiedcrnchttnlmuson. 3 Zimmer mit allem Komfort«30 M. 2,. 3;i0-450. Rät 10 Pf. direkt zu erreichen mit der Etemensbahn ab Friedrichstrahe, Tcke Mittelstrahe, mit der Linie 43 und mit der Stelttner Vorortbahn bi» Pankow-HeinerZdorf. Außerdem mit Zugang durch den Schlohpart mit 47, 47s und 57, Auskunft: Schloh-Allee 40. Amt Pankow 200.» attfteto'tvdimlid) günstige Kaufgelegenheit. • toh« Dosts» i«»flda»f»|ti¥ tDeren au» allen Abteilungen— bis»u den»leaantesiea Eenre»— sind mit deutlicher Angab« der «»sterordentlich reduzierten Preis« über« fichtlich aulgebreitet. »ardinen, voeiieren, Stores, Tüllbett- decken, vitrage«, Tischdecken, DivauveSen »e. it. Teppiche von hervorragender echSnhett. ir-iTitchafllbflchoffli tfl» mit nützlichem ZnhaU DSP grati» 1*8 Bsi Bäckgral- oerktämmnag glämmisls äffOlgB mit meinem weltberühmten regailerbarea Redreselons- Apparat— Patent Hau— für Erwachsene ond Kinder. Mein Apparat wurde auf d. 10. Aerzte-Ron- gressmitd. 1. Preig ansgeielobnet a. erhielt naf der International. Hygiene Ausstellung In Dresden 1911 die silberne Medaille. Prospekt n. fachmänn, Beratung kosten loa. F. Menzel, Ortl,n0gpt�',t0hM Berlin W.35. Institut, ■neberger Ufer 28. Ais empfehlen eioh die beliebten Laferme- Redoute■ Cigaretten Laferme- Reinette■ Cigaretten Laferme- Kenner- Cigaretten Laferme- Vielliebchen■ Cigaretten in Loznzpaokting sn 60 StOok Keine PrelaerhOhnnff. Neujahrskarlen! Bekannt billigst« Bezugs- quella für Händler und Wiederverkäufer. Wltsbarten 100 Stk. 80, 40 n.#0Pf.— Geprlote Goldjabreszahl- Postbarten 1012 100 Stck. 60 Pf.— Hochglanzkarten m. Gold, große Auawahl.— Kanten Sie bei ans and Sie sparen Geld! S.& G. Saulsohn, Berlin G. 2 USÄU Ohn® Anzahluns bd Z>hlwn«Isar Moiuiur&U last Verefobcm« w*i ■i i bsquenastep Aldublnng■ Garderobe auf Kredit für Herren, Damen und Kinder sowie Pelzgarniluren, Stolas, Muffen == Möbel= Komplette Wohnungselnrtchtungea sowie at-solao MeboktOoht. Poltttrwwss,«wkigo KOohon, Porti oroo Ttppieho, Gardinen. LoW* mmd Bsttwtoohc«»appdsekon. Bonos Knmii. KkoSsr- aagsn ate. ia moderaatsr Aa.lShrna«. VV Wochenrate von l m. an mm r. 9 HM---- Eci, üti Schfinteiw Stmw DORN Sotinlag»it, UV gooitnst I Für Silvester! 'F � ❖* —.4,- � empfehlen unser xrokes Lager in allen Sorten Gläsern zu Engros-Preisen. L K> � � <«• Groggläser &, 10. Iß bis 85 PI Weingläser 10, 25. 85 bis 60 Pf. Sektgläser 10, 15. SO bis 00 Pf. Likörgläser Wassergläser 0. 7, 10 bia 85 Pf. Bowlen Bowlen-Kannen BowlensQIäser �_av«S Scherzartikel | Coofettl, WorfsctaUneen, Ptannkacben, Knallbonbons usw. Neujahrs- Zigarren-Spitzen ▼on 8 Pf. su ft. 301. 28. ZahtMß. tilgge dkg„ Beseitigung des Koaiitioosrechts. Blitzhell haben die Debatten im sächsischen Landtag und die in der Hamburger Bürgerschaft gestellten Anträge auf Reichsgesetze„zum größeren Schutz der Arbeitswilligen" ge- zeigt, daß es„aufs Ganze geht". Die Schlot- und Kraut- barone wünschen in der Form des gemeinen Rechts ein Aus- nahmegesetz gegen die Arbeiterklasse. Die herrschende Klasse wünscht statt Erweiterung und Sicherung des zum Kampf gegen willkürliche und schrankenlose Ausbeutung der Arbeits- kraft, zur Erringung besserer Lohn- und Arbeitsbedingungen dringend erforderlichen freien Koalitionsrechts seine Er- drosselung durch Rechtsprechung und Ausnahmegesetze. Ein Rückblick auf den Werdegang des Koalitionsrechts und die Angriffe auf seine Ausübung zeigt klar, wie die bürgerlichen Parteien unverrückbar das Ziel der Beseitigung des Koalitionsrechts im Auge halten und es der Regierung vor- schreiben. Als am 8. Juli 1881 im preußischen Abgeordnetenhause die Abgeordneten Dr. Faucher, Michaelis und Genossen eine Resolution einbrachten, welche die Ausnahmegesetze gegen das Koalitionsrecht der gewerblichen Arbeiter aus der preußischen Gewerbeordnung von 1848 beseitigen sollte, begründeten die Antragsteller ihren Antrag mit dem ihre Feindseligkeit gegen das Menschenrecht der Arbeiter kenn- zeichnenden Satz:„Die Folgen versuchter Arbeitseinstellung sind die b e st e Abschreckung gegen die Wiederholung des Versuches". Im Jahre 1869 gelangte für die gewerb- lichen Arbeiter das Koalitionsrecht im§ 152 der Gewerbeordnung zur Einführung. Daneben aber wurde statt einer Sicherung des Koalitionsrechtcs der Galgen des 8 153 der Gewerbeordnung gegen' die Ausübung des Koalitionsreästes errichtet. Freilich, allemal wurde von bürgerlichen Par- teien, selbst vom nationalliberalen Professor Gneist noch im Jahre 1878, das Koalitionsrecht als eine„Grundlage der be- stehenden Gesellschaftsordnung" hingestellt. Verweigert wurde es aber insbesondere den ländlichen Arbeitern, den Staatsarbeitern, den Eisenbahnarbei- t e r n usw. Verweigert entgegen der preußischen Verfassung, die das Vereinigungsrecht für olle Bürger festlegt. Ver- weigert, wiewohl die preußische Regierung vor dem öfter- reichischen Kriege unter dem 19. Februar 1866 die Aushebung der Strafbestimmungcn wegen Ausübung des Koalitions- rechts der Landarbeiter als dringend notwendig anerkannte und die Aufhebung des tz 3 des gegen die ländlichen Arbeiter gerichteten Ausnahmegesetzes vom 24. April 1854,„aus Gründen des Gemeinwohls" beantragte. Der berüchtigte 8 3 bedroht bekanntlich mit Gefängnis bis zu einem Jahre die gemeinsanie Verabredung zur Arbeitsmeder- legung zwecks Erlangung besserer Lohn- und Arbeits- bedingungen. Noch vor einigen Jahren haben einige schlesische Arbeiterinnen die Härte dieses Gesetzes zu kosten bekommen. Einige an der Dreschmaschine beschäftigten Arbeiterinnen er- hielten ganze 35 Pf. als Tagelohn. Sie verabredeten Nieder- legung der Arbeit, um ein paar Pfennige mehr zu erhalten. Sie wurden sämtlich mit Gefängnis, ihre„Rädelsführerin" mit mehreren Monaten Gefängnis bestrast. In England, Frankreich. Italien, Oesterreich, Ungarn. Belgien. Holland und in großen Teilen Deutschlands, nämlich in Oldenburg, Hannover, in den meisten thüringischen Staaten, in Hessen- Nassau, in Süddeutschland, in Bayern, Baden, Württemberg, steht den ländlichen Arbeitern das Koalitionsrecht zu. In dem größten Teil Preußens, in Mecklenburg. Reuß, Anhalt, Braunschweig, bedrohen ungerechte Gesetze Landarbeiter mit Gefängnis für den Fall der Verabredung der Einstellung oder der Behinderung der Arbeit. Und diese Ausnahme- gesetze gegen das ländliche Proletariat sind im Reichsvereins- gesetz ausdrücklich aufrechterhalten. Und das mit Freisinns- Hilfe, wiewohl im Jahre 1867 der konservative Abge- ordnete Wagener ausdrücklich erklärt hatte:„daß er es für völlig unzulässig hält, nachdem man das Bereinsrecht in der größten Ausdehnung bewilligt hat, dem Arbeiterstande noch denjenigen Teil des VereinsrechteS vorenthalten zu wollen, der allein für ihn ein wertvoller ist". Neldlischtz-cichtipiele Im Fegefeuer. Heute morgen ging ein sonderbares Manuskript in der Re- daktion ein: hochelegantes Papier, dem ein eigenartig scharfes Parfüm entströmte, feine, zierlich« Maschinenschrist, merkwürdiger- weise in roter Tinte, so daß die regelmäßigen und sauberen Buch. stabenreihen sich wie Blutstreifen von dem elfenbeinfarbenen Papier abhoben. Eine goldgeränderte Kart« enthielt folgendes Bcgleit- wort: „Seit den Tagen meine« lieben Freundes und Interpreten Wilhelm Häuff habe ich mich nicht wieder gedruckt gesehen. Die giganlische Entwickclung. die die sogenannte Kulturwelt seit ungefähr 1830 nahm, der Ausbau großartiger Verkehrsmittel, die auf dem ganzen Erdball sich vollziehenden Umwälzungen haben mir unendlich viel Arbeit gebracht und mich zum Koö- mopoliten gemacht. In stillen Minuten packt mich aber trotzdem die Schriftstellereitelkcit wie damals in den Tagen der Post- lutsche und meines Memoirenvermittlers Hauff. Um so m«hr, als die Memoirenliteratur in der letzten Feit wieder in Mode ge- kommen ist. Auch drängte es mich, der Welt zu verkünden, daß man auch in meinem Reiche mit der allgemeinen Entwickelung fortgeschritten ist Aber die Zeit, die ZeitI Immerhin habe ich fetzt eine freie halbe Stunde und will es einmal mit einem Feuilleton versuchen. Das ist ja wohl heute die einzige Form. in der man seine literarische und wissenschaftliche Befähigung erweisen kann. In meinen höllischen Bureaus stehen ja die modernsten und exaktesten Schreibmaschinen, und Sie glauben gar nicht, was für ausgezeichnete Tipvmamsells die in mein Reich eingegangenen Damen der englischen und amerikanischen Hautevolee abgeben. Die flatterigen Pariser Mondänen und die standcSdünkligen deutschen Damen sind dazu weniger zu g«. brauchen. Ich trau» Ihnen soviel Vorurteilslosigkeit zu. daß Sie mein Manuskript ohne Messelesen und sonstiges religiöses Brim. borium in Truck geben. Der selige Hauff war da etwas penibler. Helas! Ter Mann lebte cn der zimperlichen Bieder- meierzeit. Aber die ist, Moloch sei Dank, trotz d-S wieder modern gewordenen und auflackierten Biedermeierstils glücklich über- wunden. von Rata S." So das Begleitschreiben. Hier daS erwähnte Feuilleton: Eine weitschweifige Einleitung kann ich mir sparen. Der ge- neigte Leser mag das Rötige in Wilhelm Hauffs Werken, und zwar \xi„Memoiren des ftt. erster und zweiter Teil, in den Kapiteln Im Januar und Februar 1999 gelangte ein Antrag der Sozialdemokraten ans Beseitigung solcher landesgesetzlichen Strafvorschriften und Gleichstellung der ländlichen Arbeiter mit den anderen Arbeitern zur Beratung. Gegen denselben, ja selbst gegen eine Neberweisnng dieses und eines Zentrnmsantrages sprachen sich die Konservativen und Frei- konservativen, die deutsche Reformpartei, die Wirtschaftliche Vereinigung, die Antisemiten, besonders auch die Abgg. Behrens und Burckhardt, sowie elf Nationalliberale aus. Der Antrag des Zentrums befolgte das Versprechen, das Graf v. Praschma am 15. Januar 1998 abgegeben hatte,„wenn das Koalitionsrecht den Landarbeitern nicht mehr vorent- halten werde, so werde das Zentrum für K a u t e l e n sorgen. Der Zentrumsauirag verlangte„besondere Berücksichtigung der ländlichen Verhältnisse". In der Kommission wurde auf Autrag des Zentrums eine Zusammenstellung der geltenden Vorschriften von der Regierung verlangt, aber nicht gegeben. Der schwarz-blaue Block bildete sich, die Ausplünderung des Mittelstandes und der Arbeiterklasse durch die„Finanzreform" wurde von diesem Block beschlossen, die Session geschlossen. Der in der nächsten Session von der Sozialdemokratie ge- stellte Antrag gelangte nicht zur Beratung. Am 2. März 1919 kam ein von der polnischen Fraktion gestellter Antrag zur Annahme: das Zentrum stimmte für denselben in der Erwartung, daß die Regierung einen derartigen Gesetzent- Wurf nicht einbringen oder ihn mit Kautelen belasten würde. Inzwischen hat sich der Zentrumsblockoruder, insbesondere in Bayern, immer lebhafter als Feind des Koalitionsrechts selbst der Arbeiter in Staatsbetrieben erklärt. Und wie steht es mit den gewerblichen Arbeitern? Das bißchen Koalitionsrecht ist widerwillig gegeben, und in immer schärferer Weise wird versucht, es durch neue Ge- setze, durch die Verwaltungspraxis und durch die Recht- sprechung außer Wirksamkeit zu setzen. Als das schandbare Sozialistengesetz am 9. Oktober 1878 in zweiter Lesung zur Beratung stand, äußerte der damalige Reichskanzler Fürst Bismarck gegen die Bedenken, daß nach Jirkrafttreten des Sozialistengesetzes den Arbeitern das durch 8 152 der Gewerbeordnung garantierte Koalitionsrecht genommen würde: „Ich habe schon bei der ersten Lesung mir erlaubt, zu be- merken, daß ich eine jede Bestrebung fördern werde, welche Po- sitiv auf die Verbesserung der Lage der Arbeiter gerichtet ist, also auch einen Verein, der sich den Zweck gesetzt hat, die Lage der Arbeiter zu verbessern, den Arbeitern einen höheren Anteil an den Erträgnissen der Industrie zu gewähren und die Arbeitszeit nach Möglichkeit zu verkürzen, soweit die Grenzen, die durck die Konkurrenz und die absatzfähige Fabrikation gegeben sind, beide Bestrebungen noch gestatten." Der nationallibeiale Herr v. Bennigsen betonte damals ähnliches, lobte die englischen Trades Unions und forderte die Arbeiter auf, diesen nachzustreben, uin„gemeinschaftlich ihre Forderungen, wenn nicht heute, so doch nach und nach gegenüber den Kapitalisten durchzusetzen." Und was geschah? Sofort nach Inkrafttreten des Schandgesetzes wurden samt- liche Gewerkschaften mit Ausnahme des Buchdruckerverbandes verboten. Diese älteste deutsche Arbeiterorga- nisation entging der Anflösung nach vielerlei Schikanierungen nur dadurch, daß sie sich freiwillig unter polizeiliche Kontrolle stellte. Getverkschaftsversammlungen wurden aufgelöst, Führer der Gewerkschaften ausgewiesen: das war die „Förderung" der gewerkschaftlichen Bestrebungen. Der Minister v. Puttkamer erklärte, hinter jedem Streik lauere die Hydra der Revolution, er werde jeder der- artigen Bestrebung mit allen Machtmitteln des Staates ent- gegentreten. Aus Anlaß des Maurerstreiks von 1885 wendete sich eine Deputation der Berliner Bauinnungsmeister an den Jnnkerminister und überreichte eine Liste der„Rädelsführer" des Streiks von 1885. Daraufhin wurden die Führer der Manrerbewegung ausgewiesen, der Maurerfackwerein auf- gelöst und es erging der berüchtigte Puttkamer-Erlaß vom 11. April 1886. Der Erlaß wendete sich gegen das Streik- postenstehen und selbst dagegen, daß die Arbeiter durch „Uebcrredung" ihre Genossen zum Beitritt veranlassen sollten. Um dieselbe Zeit, als die Staatsgewalt gegen die Be- tätigung des Koalitionsrechts mobil machte, begann die Recht- s p r e ch u n g ihre Jnterpretationskünfte zwecks Unmöglich- „Der Festtag im Fegefeuer" nachlesen. Ergänzend hätte ich nur zuzufügen, daß das Publikum in meinem Reiche natürlich bedeu- tend zahlreicher und moderner geworden ist. Da es sich aber auö den besten Gesellschaftskreisen rekrutiert, ist es auch anspruchS- voller geworden. Ts hat nicht mehr an dem GcburtStagSfeste meiner cliers Gramke Mama, meiner teuren Großmutter, genug, es wünscht mehr Zerstreuung. Ich bin ein Mann von Welt und habe mit mir reden lassen. Da in der Oberwelt das sogenannte WeihnachtSfcst mit um so größerem Prunk und Lärm gefeiert wird, je ungläubiger die Menschen geworden sind, sollen auch die „armen Seelen" in meinem Reiche ihre Weihnachtsfreude haben. In meinen diabolischen Betrieben ist der Kinematograph in der großartigsten Art vervollkommnet worden. Mein'e infernalischen Techniker haben Befehl erhalten, die Weihnachtswünsche der tonangebenden Gesellschaftsklassen auf Erden in Films zu konzentrieren und sie dann meinen Klienten lebendig und anschaulich vorzuführen. Diese infernalischen Licht- spiele erfüllen einen doppelten Zweck: sie zerstreuen, ebenso wie die pantomimischen Szenen aus dem Jahre 1826 lsiehe Hauff) mein anspruchsvolle« Publikum, dann erwecken sie in ihm aber auch Reu«, Äeid, Haß, ohnmächtige Sehnsucht, kurz alle die Gefühle, die ich für meine höllischen Zwecke so notwendig brauche. Die Rangordnung bei meinen infernalischen Lichtspielen ist ungefähr die gleiche wie Anno dazumal. Nur die Räume mußten entsprechend erweitert werden, denn der Andrang allerhöchster. höchster und adeliger Herrschaften, der Geldleute und Industriellen, der Geistlichkeit aller Konfessionen usw. ist seit jener Zeit gewaltig gewachsen. Mein höllische? Hoforchcster in Stärke von 777 Mann spielt Kompositionen von Richard Strauß. Die dürftige Instrumenta- tion dieses Dissonanze-nkönigS ist bei mir ausgebaut durch eine statt- liche Anzahl abgestimmter Höllenschmorkesseldeckel, durch gigantische Automobilhupen, ein« Herde Säue, denen ein sinnreicher mit Kla- viatur versehener Mechanismus nach Bedarf in den Schtvanz kneipt, durch Lokomotivpfeifen jeder Tonhöhe und dergleichen mehr. Alle Ränge und das HauS sind dicht besetzt. Auf der bleu- denden Leinewand der hochmodernen Lichtspielbühne erscheint als Ankündigung die Schrift: Weihnachtswünsche aus dem Jahre 1911. Ein kriegerischer Marsch ertönt, dumpfe Kanonenschüsse droh- nen; das Bild auf der Leinewand zeigt eine weite Meeresfläche nitt wallenden, wogenden Wellen. Fern am Horizont tauchen schwarze Punkte auf. immer mehr und mehr. Sie kommen näher und bald erkennt man eine gewaltige Schlachtslotte. Schwarzer Soniltag. 24. Deztmher Wll. machung der Streiks. Im Jahre 1887 wurde zum erstenmal vom Reichsgericht eine jener Entscheidungen erlassen, nach der die Drohung mit einem Streik zwecks Verhütung des Streiks unter Umständen als Erpressung geahndet werden durste- Das den wirtschaftlichen Kämpfen der Arbeiterklasse wild» fremd gegenüberstehende Reichsgericht erklärte gar, in dem Urteil des 4. Strafsenats vom 3. Dezeniber 1889, daß bis Koalitionsfreiheit ein„strafrechtliches Privilegium" sei. Das Sozialistengesetz fiel. Unter dem Ministerium des Herrn v. Berlepsch wurde noch im Jahre 1899 in der Ge- werbeordnungsnovelte eine erhebliche Verschärfung des§ 153 beantragt. Der Tatbestand sollte ausgedehnt, als Minimal- strafe ein Monat festgelegt und die heutige Marimalstrafe von drei Monaten aus ein Jahr erhöht werden. Der 8 153 siel, keineswegs ähnliche Veftrebuugcn. Es geniige, nach der Richtung zwei Zitate der Vergessenheit zu entreißen. Beim Buchdruckerstreir 1891 ichrieb die„Freisinnige Zeitung" unter dem 13. Dezember 1891: „Hiernach kann es für keinen Unbefangenen mehr ein Zweifel sein, daß es sich bei diesem Streik allgemein darum hau- delt, die bestehende Ltcsellschastsordnnng zu vertreten gegenüber einer frechen sozialdemokratischen Kriegserklärung. Diejenigen Buchdrnckereibcsttzer. welche unter solchen Umständen noch die Forderungen der streikenden bewilligen, machen sich der Be- günstigung der Sozialdemokratie und der Untergrabung der be-- stehenden Gesellschaftsordnung schuldig." Am 14. Januar 1893 erklärte der spätere Minister, da- nialige nationalliberale Abgeordnete Möller: "„Ucberhanpt sind Streiks dieser Art wie eine Art Geistes- krimkhcit, eine Epidemie, die über die Menschen fällt, ohne ver- ständliche Gründe." Das Bohren der Großindustrie gegen die Gewerkschaften ging unablässig weiter und hatte Erfolg. Im Februar 1889 hatte der deutsche Kaiser geäußert, es sei notwendig, „den Arbeitern die Ueberzeugung zu schaffen, daß sie ein gleich- berechtigter Stand sind und allseitig als solcher anerkannt werden". In den kaiserlichen Erlassen vom 4. Februar 1899 wurde ausdrücklich betont,„daß es eine der Aufgaben der Staatsgewalt ist, die Dauer und die Art der Arbeit so zu regeln, daß die Erhaltung der Gesundheit, die Gebote der Sittlichkeit, die tvirtschaftlichen Bedürfnisse der Arbeiter und ihr Anspruch auf gesetzliche Gleichberechtigung gewahrt bleiben". Der Zentralverband deutscher Industrieller tobte gegen Arbeiterschutz und erklärte:„In wirtschaftlicher und sozialer Beziehung ist der Arbeiter von der Gleichberechtigung durch unsere bestehende Wirtschasts- und Gesellschaftsordnung unbedingt ausgeschlossen." Und die Bestrebungen des Zentralverbandes siegten. Am 17. Juni 1897 wurde die be- kannte Rede Kaiser Wilhelms II. auf dein Sparrcubcrge bei Bielefeld gehalten, in der er„rücksichtslose Niederwerfung jedes Umsturzes und die schwerste Strafe dem androht, der sich untersteht, einen Nebenmenschen, der arbeiten will, an freiwilliger Arbeit zu hindern". Ani 11. Dezember 1897 er- ließ der Minister v. Posadowsky auf Veranlassung der Groß- industriellen ein vertrauliches Schreiben, in dem er die Be- Hörden zu Vorschlägen„gegen den Terrorismus", gegen „Postenaufstellen",„Arbeitsstätten, Zugänge zu denselben, öffentliche Straßen und Plätze(Bahnhöfe, Hafenplätze) über- wachen" usw. aufforderte. Am 13. Dezember erklärte der- selbe Minister sich umünwnnden gegen das Koali- tionsrecht. Er führte wörtlich aus: „Meine Herren, der Abgeordnete Bebel ist dann auch auf daS bestehende KoalitionSverbot für Vereinigungen von Arbeitern zu sprechen gekommen. Ich glaube, wenn es in irgend einem Lande weniger nötig ist, solche Arbeiterkoalitioncn zuzulassen, so ist das m Deutschland. In einem Lande, wo das direkte all- gemeine Wahlrecht besteht, werden schon durch die Schwerkraft der Tatsache, daß die Arbeiter die große Masse der Wähler bilden, die Interessen der Arbeiter eine lebhafte und wirksame Unter- stützung finden. Infolgedessen ist eine Vertretung der Arbeiter, wie sie in den Koalitionen liegt, bei uns nicht annähernd so notwendig, wie in anderen Staaten mit anderem Wahlmodus." In derselben Rede führte er aus, daß die Regierungen gegenwärtig den Arbeiterkoalitionen skeptisch gegenüber- stehen-, dazu trage auch die Entwickelung der Verhältnisse in England bei. Am 26. Mai 1899 wurde das berüchtigte Znchthausgesetz, betitelt„Entwurf eines Gesetzes zum Schutze des gelverb- lick)en Arbeitsverhältnisses" vorgelegt. Das Reichsamt des Innern ersuchte den Zentralvcrband deutscher Industrieller: Rauch steigt aus den Schornsteinen, weih schäumt daS Wasser auf am dunklen Bug der riesigen schivimmeuden Stahlkästen, mächtige Geschütze recken drohend ihren Schlund auö den Panzertürmen. Es sind Dreatmoughts, Panzerkreuzer, AvisoS, daneben Scharen kleiner schwarzer Torpedoboote, und unter der Meeresfläche huschen, großen plumpen Fischen gleich, Unlcrscebote dahin. Von allen Schiffen aber weht die englische Kriegöflagge. Droben auf dem Range, auf dem sich viele englische Secoffi- ziere niedergelassen haben, ertönt begeisterter Lärm..Rule Bri- tannia" hört man singen. Ein Herr in altmodischem AdmiralS- frack, dessen einer leerer Acrmel vorn auf der Brust fcstgesteckt ist, winkt wie rasend mit dem ihm gebliebenen Arme. Es ist Nelson, er schreit wie besessen in den Saal: llinglanä experts every man to do bis duty.*) Die Schlachtflotte auf der Leinewand dampft langsam davon. Dann wiederholt sich dasselbe Schauspiel. Die Zahl der Schifte ist nur etwas kleiner, und vom Mast und Heck wallt hier die d e u t s ch e Kriegsflagge. Die Engländer im Parkett und auf den Rängen fangen an zu murren und zu zischen, dagegen schallt aus deutschen Kehlen— man glaubt sich fast in eine Offizicrsmesse oder ein Kasino der- setzt— der melodische, kurzabgehackte Ruf— rra!-- rra! -- rra!" Und einige Bierbässe intonieren den Sang:„Stolz weht die Flagge schwarz-weiß-rot". Aber auch die„deutsche Zukunft auf dem Wasser" dampfte da- van, und die Leincwand zeigte eine Zeitlang ein stilles freund- licheS Meeresbild mit schneeweißen Möven. springenden Delphinen uslo. Plötzlich dröhnt dumpfer Kanonendonner. Die beiden Schlachtflotten tauchen wieder auf, die- Front einander zugewmidt dampfen sie sich entgegen. Bunte Signalwimpel flattern an den Tauen auf und nieder. Aus den Feucrschlünden der Pauzertürme fliegen riesige Stahlgeschosse. Die Torpedoboote schloirrcn wie Fliegen vor und neben den Panzern. Lkäher und näher kommen die Geschwader. Von explodierenden Torpedos cmvorgeschleuderte Wassersäulen glänzen im Sonnenlicht neben den schivarzen Schiffs- wänden. Und dann ein regelloses Durcheinander von Schiffs- kolofsen, ein Dröhnen und Donnern und Knattern und dazwischen der gellende Todesschrei aus vielen Mcnschenkehlen. Bald hier bald da sinkt ein Schiff vom Gegner niedergerammt in die Tiefe. Wer bleibt Sieger? Ich werde mich hüten, die Neugierde und die Leidenschaft meines infernalischen Publikums restlos zu be» ») Anm. d. Red.: England erwartet, daß jedermann seine Schuldigkeit tue. „Daß die Industrie 12000 M. zum Zweck der Agitation zum Entwurf zur Verfügung stellen mochte." Das Zuchthaus- gesetz wurde verscharrt. Noch andere Wege zur Beseitigung der Ausübung des Koalitionsrechtes wurden eingeschlagen. Während Recht- sprechung und Verwaltung immer mehr die Ausübung des Koalitionsrechtes durch Auslegung von Gesetzen zu der- hindern suchten, wurde gleichzeitig auf Umwegen, durch die Einzelstaaten, gegen das Koalitionsrecht und seine Aus- Übung vorgegangen. Ter Lübecker Senat erließ am 21. April 1900 eine rechtsungültige Verordnung gegen das Streikposten stehen. Sie wurde im Reichstage gekennzeichnet und später in dem Strafverfahren gegen den Gnossen Molkenbuhr auch vom Reichsgericht als mit der Reichsverfassung unvereinbar erklärt. Trotzdem sind die Einzelstciaten, Preußen voran, mit landesgesetzlichen Polizeiverordnungen gegen die Ausübung des Streikpostenstehens bis in die neueste Zeit hinein vorgegangen. Und die Gerichte haben diese Umgehung des Gesetzes für zulässig erklärt, ja die Majestät des Schutzmanns über richterliche Prüfung gestellt. Ter Schutzmann allein soll entscheiden, ob der Verkehr durch Streikposten gehemmt ist. Die Hemmung wurde auch in den Fällen fiir vorliegend erachtet, wo der Streikposten in menschenleerer Straße stand. Im Jahre 1906 sollten durch das Antigewerkschafts- gesetz behördlich genehmigte Arbeitervereine, die tatsächlich als Schutztruppe der Unternehnierklasse fungieren und die am polizeilichen Halfterband geführt werden, zu offiziellen Vertretern der Arbeiterklasse erhoben werden! Ten Landarbeitern, den Eisenbahnarbeitern, den Staats- beamten sollte auf immer das Koalitionsrecht, der wesent- lichste Teil des Vereinsgesetzes, reichsgesetzlich vorenthalten werden. Die Aktionsfähigkeit der Gewerkschaften sollte un- möglich gemacht werden. Die Reichstagsauflösung 1906 ver- schob diesen Plan. In der Versammlung des Zentralverbandes deutscher Industrieller ini Oktober 1907 erklärte Kirdorf, die Industrie müsse den Hcrrenstandpunkt einnehmen. Zur Unterdrückung der Arbeiterklasse wurde scharf gemacht. Darob erklärten die Minister, ein„kameradschaftliches" Verhältnis, wie zwischen militärischen Vorgesetzten und den Unter- g e b e n e n, müsse zwischen Unternehmern und Arbeitern bestehen. Am 12. Juli 1910 erklärte der Bischof Dr. Henle im bayerischen Reichsrat:„Wer Knecht ist, soll Knecht bleibe n." Die bayerischen Zentrumsabgeord- neten hetzten die Regierung auf den Süddeutschen Eisen- bahnerverband, verlangten Zertrümmerung der Koalitions- freiheit der Eisenbahner. Der Vorentwurf vom Strafgesetzbuch enthält das „genieine Recht", das der Ausübung des Koalitionsrechts den Garaus machen soll. Kein Zweifel: der nächste Reichstag wird harte Kämpfe gegen die geplanten Ausnahmegesetze gegen das Koalitionsrecht der Arbeiter und für Erweiterung und Schutz dieses Grundrechts der Arbeiter auszukämpfen haben. Die Unternehmerklasse brennt auf Degradierung der Arbeiter. Und das Zentrum ist zum allbereiten Diener des Unternehmertums geworden. Der Heißhunger der Kapita- listenklasse nach Profit hat den biblischen Satz:„Im Schweiße deines Angesichts sollst du dein Brot essen" in den Satz um- gewandelt:„Im Schweiße deines Angesichts will ich mein Brot essen und mein Kapital vermehren. Lebe, um für mich zu arbeiten." Das Zentrum gibt seinen Segen zu dieser Wandlung: denn:„Wer Knecht ist, soll Knecht bleiben." An: 12. Januar handelt es sich nicht in letzter Linie um die Entscheidung, ob die Ausübung des Koalitionsrechts vollends vernichtet oder ob es erweitert und gesichert werden soll._ Hus der Partei. Sozialdemokratische Alkoholgegnerschaft. In der Steuerdebatte des österreichischen Abgeordnetenhauses, in der namentlich die Fragen der Bier- und Branntwein- steuererhöhung eine Rolle spielen, sprach Genosse Dr. S ch a ch e r l mit guten Gründen speziell vom Standpunkt der sozialdemokratischen Abstinenten gegen jede Er- höhung der Alkoholsteuern. Er zeigte, wie„die schwankenden Ge- stalten der Bier- und Branntweintrinker die festeste Säule unserer Finanzwirtschaft sind". Die Branntweinliebesgaben sind Prä- mien für die Vergiftung der Bevölkerung. Wenn inan die Ausstachclung zur Schnapsproduktion mit den Reden der friedigen. Der Film ist abgerollt, der Saal erhellt sich und eine erregte Debatte beginnt. Mitten in die leidenschaftliche Unterhaltung hinein tönte daS Klingelzeichen für das zweite Bild. Auf dem mit allem Raffinement moderner Typographie hergestellte Programm war cS als„Die Revanche oder der Erbfeind" bezeichnet. Die Musik intonierte mit Pauken, Trompeten und Fanfaren eine kriegerische Ouvertüre, in der die Weisen von„�Ilons enkants ds la patrio" mit denen des„Ich bin ein Preuße" und„Heil dir im Sregerkranz" in den schönsten Dissonanzen abwechselten. Die Leinwand zeigte ein prächtiges Landschaftsbild,— daß die Photographie in meinen diabolischen Ateliers die Aufnahmen in den schönsten Naturfarben wiedergibt, brauche ich wohl kaum zu betonen. Mein Publikum sieht eine Herr- liche Vogesenpartie. Vergwälder, Wiesen, idyllisch gelegene Dörfer und Weiler, das romantische Lützelstein, das Städtchen Zabern wandern vor seinen Augen vorüber. Alles atmet Ruhe und Frieden, die Landleute gehen ihrer Arbeit auf den Feldern' nach; ein Zug braust durch das Tal. Da schmettern, erst leise dann immer lauter, Kläron- und Trompetensignale. Auf allen Wegen von Westen her nahen militärische Kolonnen in roten Hosen, blaugrauen Mänteln, roten Käpis. Die Sonne funkelt und gleißt auf den Gewchrläufen. Da- zwischen endlose Züge von Artillerie und Reiterschwadronen. In den Rohhaarschweifen der Kürassier- und Dragonerhelme spielt der Wind. und über den Kolonnen schweben LenkballonS, um die gleich Tauben flinke Aeroplane gleiten. Die ganze Gegend wimmelt jetzt von Bataillonen, Batterien und Schwadronen. Accker werden zerstampft, Bäume umgeschlagen, — kurz, ein kriegerisches Bild, an dem ich meine helle Freude habe. Jetzt unterscheidet man unter den französischen Fußtruppen neben den französischen pkrnpkni auch ganze Regimenter in kaki- brauner Tracht, deren Mannschaften schwarz wie Ebenholz find. Breite Negergesichter grinsen unter rotem Fez hervor, schneeweiße ähne fletschen hinter wulstigen Lippen. Und dazwischen in blauen umphosen und blauen, gelb oder rot verschnürten Jäckchen braune und gelbe Araberbataillone, Turkos. Auf den Rängen und im Parkett, wo sich Franzosen nieder» gelassen haben, bricht ein fanatischer Jubel loS.„Vivo notie annöe iioire!" schreit man. Auf einem Balkon haben sich die bei mir ein- guartiertcn Generäle der grauäo nation zusammengefunden. Der Kabylen-Ausräucherer Pslissier brüllt wie besessen:„Vivo nos braves tiraüleurs!", Gallifet, mein Liebling von der Pariser Kommune her, schreit:„Salut mes braves Africains!" Und Bonlanger klatscht wie toll in die Hände. Eine andere Szenerie erscheint, nicht minder militärisch belebt Minister und Gtaith alker bei Alkoholgegner» tagen vergleicht, muß man von Empörung über die Heuchelei erfaßt werden. Schacherl widerlegte auch den oft gehörten Vor- wand, daß man zur Bekämpfung des Alkoholismus die Steuern er- höhen müsse. Die Menschen, die an dem Irrtum leiden, daß sie Alkohol trinken müßten, um zu leben und zu arbeiten, werden nicht weniger trinken. Sie werden aber weniger essen und noch schlechter wohnen. Ein furchtbarer Kreislauf: Verteuerung der Lebens- mittel durch agrarische Politik, infolgedessen Hindrängen der Be- völkcrung zum Alkoholgenuß— auf der anderen Seite Verteuerung des Alkohols und Verringerung des Konsums von Lebensmitteln. Die Branntweinsteuer wirkt kulturwidrig und gemeingefährlich. Die abstinenten Sozialdemokraten protestieren gegen die Erhöhung der Bier- und Branntwein- st euer. Während in anderen Ländern ein Teil der Alkoholsteuer- ertrage zur Bekämpfung des Alkoholismus verwandt wird, sieht hier der Staat teilnahmslos zu und begnügt sich, die Opfer in Krankenhäuser, Zuchthäuser und Narrenhäuser zu sperren. Not und Verzweiflung werden durch den Alkohol unter den besitzlasen Klassen gesteigert. Kummer und Sorge ziehen auch in die besitzenden Klassen ein. Unsere Staatsmänner aber sehen stumpf und unberührt zu. Wie hypnoti- siert denken sie an die Möglichkeit, aus der Unwissenheit, dem Laster und dem ungesunden Wahne, Gold zu münzen. Genau dasselbe Lied wie bei uns. Wie lange noch?— GewerkfcbaftUcbea. Eine ftaatUcbe Behörde mißachtet das KoaUtkmsrechtl Die preußische Heeresverwaltung hat an diejenigen Automobilwerke, deren Lieferungsverträge auf Armeelastzüge am 1. Januar 1913 ablaufen, eine vertrauliche Rundfrage ge- richtet,„wieviel Arbeiter beschäftigt werden, ob und in welchen Gewerkschaften dieselben organisiert sind". Diese Nachschnüffelung nach der Organisationsart der in Automobilwerken beschäftigten Arbeiter kann nur den Zweck haben, diejenigen Firmen, die ihre Arbeiter nicht in die gelben Werkvereine zivingen können, von Lieferungsverträgen aus- zuschließen. Das wird sehr leicht bewerkstelligt werden können, ohne den nichtgefügigen Firmen den eigentlichen Grund von ihrer Ausschließung bei Vergebung von Lieferungsverträgen bekannt zu geben. Denn in dem Rundschreiben heißt es weiter: „Sollten sich bei Vergebung von Aufträgen mit einer oder der anderen Firma Schwierigkeiten wegen der neuen Be- dingungen herausstellen, so wäre alsdann die Heeres- verwaltnng nicht mehr in der Lage, ein Arrangement treffen zu können." Die neuen Automobile sollen nämlich auf ein neues Maß gebaut werden. Während für die Höchstbelastung der Hinter- achse bisher 5500 Kilogramm gasten, werden als neues Maß 7000 Kilogramm verlangt, und während die größte Spur- weite bisher 1250 Millimeter betrug, soll sie nach neuem Maß 1550 Millimeter betragen. Beschäftigt nun eine Firma nach staatlicher Behördenmeinung zu viel freigewerkschaftlich organisierte Arbeiter, so kann sie das Unglück haben, daß ihr Aufträge auf Grund des neuen Maßes erteilt werden. Das bedeutet aber betriebstechnisch— besonders für kleinere Firmen— eine nicht unbedeutende Schwierigkeit. Wird den Firmen diese Bedingung gestellt, so werden pe auf die staatlichen Aufträge verzichten müssen.— Außerdem wird an die Automobilwerke das Ersuchen gerichtet, bei etwaigem Frei- werden von Aufseherposten usw. Militäranwärter zu berücksichtigen I Es ist doch unerhört, daß eine staatliche Behörde solcher- art sich in die Arbestsverhältnisse der Betriebe und ihrer Arbeiter einmischt. Was geht es die Behörde an, in welcher Gewerkschaft die Arbeiter eines ihrer Lieferanten organisiert sind? Nun vielleicht wird diese neugierige staatliche Nachfrage und Mißachtung des Koalittonsrechtcs dadurch vereitelt, daß die Firmen gar nicht in der Lage sind, diese Fragen be- antworten zu können. Die Arbeiter werden den Betriebs- inhabern nicht auf die Nase binden, welcher Organisation sie angehören. Das gestellte Verlangen ist deswegen nicht weniger unerhört. Berlin und Umgegend. Parteigenossen, Raucher! Berücksichtigt bei Euren WeihnachtS- einkäufen diejenigen Fabrikanten, die Verständnis für die Be- strebungen der Zigarrenarbeiter gezeigt haben. Fragt nach den grünen Plakaten, unterschrieben Alwin Schulze. Beachtet die Veröffentlichungen im„Vorwärts". Der Vertrauensmann der Tabakarbeiter. als die anderen. Diesmal wimmelt es von Pickelhauben. Zahllose deutswe Truppen aller Art bevölkern die Gegend. Ein glänzender Generalftab prunkt inmilten der Truppen.„Da ist Keim und Liebert dabei 1" ruft ein alter Schnauzbart im Parkett. Jubel und Hurra- schreien bei den deutschen Zuschauern. Der Film gleitet leise schnurrend durch den Apparat. Auf der Leinwand entwickelt sich nach und nach ein großartiges Schlachten- gemälde. Lange Ketten von Batterien speien Tod und Verderben, in meilenweit auseinandergezogenen Schützenlinien knattert unauS- gesetzt daS Schnellfeuer, die Maschinengewehre mischen sich mit nervenzerrüttendem Geratter in das höllische Konzert. Zahllose Schrapnells und Brisanzgranaten platzen in kleinen granblauen Wölkchen in der Lust und streuen einen dichten Eisenhagel über die kämpfenden Reihen. Massenhaft taumeln und kriechen Verwundete umher, versti'ttnmelte Tote bedecken Wiesengrund und Ackerfeld. Ein großer lveiter Plan wird von einem Hügel beherrscht, auf dem Batterie an Batterie in gedeckter Stellung ihre Geschosse hinaus- schleudert. In der Ferne sammeln sich Reitergeschwader. In langen Linien galoppieren sie näher und näher, Kürassiere, Ulanen, Dragoner, Husaren mit eingelegten Lanzen. Ein wogendes, buntes, glitzerndes Bild. In wahnsinniger Hast brüllen die Feuerschlünde auf den Hügeln und werfen ihre stählernen Zuckerhüte in die attakierenden Schwadronen. Reihenweise werden sie hingemäht, Reiter und Pferde wälzen sich blutbesudell in dicken Knäueln auf der Erde. Jetzt ertönen überall Signale zum Avancieren. Die Infanterie stürzt mit dem Bajonnett auf einander. Ein furchtbares Gemetzel beginnt. Schwarze Tirailleure, TurkoS, Franzosen gegen pommersche, sächsische, preußische, bayerische Bauernjungen und Arbeiter im Muskelierrock. Die Gesichter sind in Mordlust krampfhaft verzerrt, mit Kolben und Bajonett haut, sticht und hackt man auf einander los. Die Negersoldaten beißen sich wie blutgierige Bestien im Gegner fest.-- Meine verehrten Zuschauer sind dem Schauspiel mit leidenichaft- lichen Zurufen gefolgt. Der Film ist abgelaufen. Mögen sie sich über den Ausgang den Kopf zerbrechen. Fast scheint es, als ob die Entscheidung im Zuschauerraum selbst ausgefochten werden sollte, denn Deutsche und Franzosen gehen mit wutverzerrten Gesichtern und geballten Fäusten auf einander loS. Und meine John BullS scheinen nicht übel Lust zu haben, den letzteren beizustehen. Darum schnell das dritte Bild. Auf dem Programm ist eS als „Sozialpolitischer Ausblick" bezeichnet. Die Musik spielt Variationen zu dem Lied„Seid umschlungen, Millionen". Auf der Leinwand erscheint ein riesengroßer industrieller Be- trieb mit Werkstätten, Maschinenhallen, Kesselhäusern u. dergl. Aber' Venn»«« lUttk, Der Zentralverband der Zimmere» kann für daS Jahr 1S11 von einer zwar langsam«� aber au dauernden Steigerung seiner Mitgliederzahl berichten, vt hatte am Schlüsse des dritten Quartals die bisher höchste Mitglied erzähl mit 60 662 erreicht. Gegenüber dem Mitgliederbestande vom 4. Quartal 1610 sSI SSV) bedeutet daS eine Zunahme von 6112, wovon 1240 auf das erste, 3417 auf daS zweite und 14VS auf daS dritte viertel» jähr entfallen. Um einen Maßstab für daS OrganisattonSderhältniS und bis Bedeutung des Zimmererverbandes auf dem Arbeitsmarkte zu er« halten, muß das Ergebnis der Berufs- und Betriebsstatistik vom Jahre 1907 zum Vergleich herangezogen werden. ES verzeichnet für das Zimmerergewerbe 17S 409 Gesellen und Lehrlinge. Davon um» faßt demnach nach der angegebenen Mitgliederzahl der Zimmerer- verband 35 Prozent. Wenn man berücksichttgt, daß rund 45 Prozent der von der Berufsstaiistik erfaßten Zimmerer sich auf das platte Land verteilen, so lann sich der Zimmererverband mit diesem OrganisationsverhälwiS immerhin sehen lassen; es dürfte nur wenige Organisationen geben, die ein gleich gutes oder gar besseres Organisationsverhältnis aufweisen können. Die Mitgliederzunahme im Zimmererverband in diesem Jahre ist nun deshalb besonders erfreulich, weil sie erzielt ist unter den schwierigsten Verhältnissen. Der Zimmererverband stellt nämlich sür die Jahre 1911 und 1912 an seine Mitglieder recht hohe Anforde- rungen, vor allem in bezug auf die Beilragsleistung. Die Wochen- beiträge im genannten Verbände stellen sich(einschließlich eines Extra« beitrageS für 1911 und 1912) nach Lohnklassen abgestuft auf 60 Pf. bis 1,25 M. DaS sind die Mindestbeitragssätze, die von den ein- zelnen Verbandszahlstellen noch überschritten werden können durch Hinaufsetzen der Beiträge für den örtlichen Fonds. Und da auch die einzelnen Verbandszablstellen nicht nur an einer Erhöhung der finanziellen Leistungsfähigleit des Gesamtverbandes, sondern auch ihrer eigenen lebhaftes Interesse haben, ist von diesem Recht in ausgiebigster Weise Gebrauch gemacht worden. Daß trotz dieser nicht unbedeutenden Anspannung der Mitglieder der Verband an Werbekraft nicht eingebüßt hat, ist ein Zeiäicn von innerer Festigkeit und Stärke und von dem guten Geist der Zimmerer. Nattirlich hat dieses Ergebnis nur erzielt werden können durch das geschlossene Zusammenwirken aller Verbandsorgane. daS darauf gerichtet ist, den Verband während des gegenwärtigen Tarifvertrags- Verhältnisses zur höchsten Machtentsaltung zu bringen, damit bei Ablauf des Tarifs im Jahre 1913 den baugewcrblichen Scharf- machern ein Paroli geboten werden kann. Vor allem ist cS die von den Unternehmern erstrebte Zentralisierung der Tarif- Verträge. die den energischen Protest des Zimmerer- Verbandes herausgefordert hat. Ihr hat der Zimmerer- verband nacki den Beschlüssen seiner Generalversammlungen den allerschärfsten Widerstand entgegenzusetzen. Daß er gewillt ist diesen Beschlüssen Nachachtung zu verschaffen, erhellt auS den an- gedeuteten Kampfesmaßnahmen. Was die baugcwerblichen Scharf- macher mit der Zentralisierung der Tarifverträge bewirken wollen, ist heute klarer als je vorher. Die Erfahrungen unter dem gegen- wältigen Tarifvertragsverhältnis haben darüber den Zweifel be- seittgt, daß die Absicht in ihrem Endziel darauf gerichtet ist, jede gewerlschaftliche Aktion niederzuhalten und auf„legalem" Wege durch«inen Reichstarifvertrag die völlige Lahmlegung" der Gewerk- schaftSmacht zu erzwingen. Um diese Gefahr abzuwenden und die Bahn für den weiteren sozialen Aufstieg der Zimmerer freizuhalten, wird im Zimmererverband mit wachsendem Erfolge eifrig an der Rüstung für 1913 gearbeitet. Husland. Drohende Aussperrung in Lancashire. London, 21. Dezember 1911.(Eig. Der.) Seit einiger Zeit wird in der Baumwollindustrie LancashireS eiue energische gewerkschaftliche Propaganda betrieben. In den Fabriken, in denen noch Nichtgewerkschaftcr beschäftigt werden, drohen die Arbeiter mit dem Streik, wenn sich die Unorganisierten der Gewerkschaft nicht anschlössen. In stark organisierten Industrien ist in Großbritannren die Frage der Schmarotzer, die alle Vorteile der gewerkschaftlichen Organisation mitgenießen, ohne je einen Heller in die GewerlschastSkasse zu zahlen, stets von großer Wichtigkeit gewesen und hat häufig zu großen Demonstrationen Anlaß gegeben. Die jetzige Bewegung setzte vor einigen Wochen ein und hatte viel Erfolg. Die Gewerkschaften machten viele neue Mitglieder. In einigen Betrieben stieß man jedoch auf hartnäckigen Widerstand. Einzelne Unorganisierte weigerten sich beharrlich, der Organisation beizutreten. Dies lvar auch der Fall in einer Fabrik zu Accrington, wo gestern aus diesem Anlaß ein Streik ausbrach, der leicht zu einer Aussperrung aller Baumwollarbciter im Norden und Nordosten Lancashires führen kann. Tie Arbeitgeber sollen die Absicht haben, 100 00 Arbeiter auszusperren. Zu Ansang der Woche gaben sie in einem Anschlag an den Fabriktoren bekannt, daß die bisher übliche Kündigungsfrist von 14 Tagen abgeschafft worden sei und daß die Arbeiter in Zukunft ohne Kündigung entlassen werden würden. Auf einer Konferenz der Vertreter der Arbeitgeber und Arbeitnehmer ist diesen erklärt worden, daß die Abschaffung der Kündigungsfrist nur für die Dauer der augenblicklich stattfinden- den Bewegung gelte. Man muß sich daher jeden Tag auf eine große Aussperrung in Lancashire gefaßt machen. alles liegt tot da. Aus den Schornsteinen steigt kein Rauch, kein Arbeiter ist auf den Arbeitsplätzen zu sehen. Das Bild verschwindet. Jetzt erscheint ein großer Platz, auf dem in dichten Massen, Kopf an Kopf Arbeiter versammelt sind. Mehrere Redner spreche» von erhöhten Punkten auf die Menge ein. „Eine Streikversammlung", ruft höhnisch jemand auS dem Zu- schauerraum. Voii den Bänken, auf denen meine lieben Groß- industriellen, Bankiers usw. sitzen, tönt wütendes Zischen. Da tauchen am Rande des Platzes lange SchutzmannSketten auf, Gendarmen sprengen auf wohlgenährten Rossen in die Menschen- massen hinein. Ganz fern erscheinen Militärabteilungen. Die blanken Schutzmannsplempen fliegen ans den Scheiden und ianzen taltmäßig auf den Köpfen und Leibern der wehrlosen Arbeiter herum. Die Redner und andere Männer, offenbar die Rädelsführer, werden auS der Menge gerissen, gefesselt und einem finsteren Gebäude, dessen vergitterte Fenster eS schon zur Genüge ols Zuchthaus charakterisieren, zugeführt, wo ihrer schon Herren im Richtertatar mit hochmütigen Mienen warteten. Und als in der Menge einige Arbeiter sich nicht gutwillig von den Schutzmannsiäbeln zerhacken lassen»vollen, stürmt im Lausschritt Militär heran. Die Gewehrschlösser rasseln unter dem Ladegriff und einige Salven knallen in die Menge hinein. Tote stürzen zu Boden und Verwundete wälzen sich in ihrem Blute. Bei diesem Bilde gab es keine nationalen Uneinigkeiten im Pu- blikum. Meine deutschen, französischen, englischen usw. Industrie- baroue klatschten einmütig und begeistert in die Hände und gaben bei den verschiedenen Details des Bildes ihrer Befriedigung Aus- druck.„Ach, wenn eS doch zu meiner Zeit so gewesen wäre!" hört man den einen oder den anderen mit schmerzlichem Bedauern ausrufen. Der erste Teil des Programms ist zu Ende. DaS Publikum strömt, sich leidenschaftlich und erregl unterhaltend, in die infernalischen Erfrischungsräume. Ich könnte köstliche Konversationsproben geben, aber der einem Feuilleton zur Verfügung stehende Raum legt auch mir Be- schränkung auf. Für den zweiten Teil sieht daS Programm folgende Nummern vor: Reichstagswahlen 1912, Hungenveibnachten im Herrenhaus« eines ostpreußiichen Ritterguts, Christlindchen in Tripolis, Die Musik spielt als Einleitung des zweiten Teils eine stimmungS» volle Paraphrase des Liedes„Stille Nacht, heilige Nacht".--- -- Da stürzt ein Dcpeschentcufel mir einein Funkentelegramm in mein Mastbinenschreibzinimer, Verwünscht I Es ist wieder einmal Schluß mit meiner Schriftstellcrei. Ich muß sofort nach Pcrsien und China abreisen, wo meine Gegenwart dringend notwendig ist. Ein andermal vielleicht mehr! nun DDD □□□ Theater und Vergnügungen (Siehe Wochen-Spielplan.) Freie Bolksbühne: Montag, Sa. Dezember, nachmittags 3 Uhr. Herrnseld-Thcatcr. 11. 12.Abt.(Gruppe 49—51): 2X2— S. Lelfing-Theater. Extravorstellung: Einsame Menschen. Dienstag. 26. Dezember, nachmittags 3 Uhr: Herrnseld-Theater. 6., 12./1Z. Abt. (Gruppe 26-27, 54—55): 2X2-5. Neue Freie Volksbühne. Montag, 25. Dezember und Dienstag, 26. Dezember, nachmittag? 2l/> Uhr: Deutsches Theater: Judith. lkammerspielhauS: Lanzclot. Nachmittags 3 Uhr: Schiller-Theater 0.: Das Urbild des Tartüff. Metropol-Theater: Mih Helyct. Trianon-Theatcr: ftrancillon. Neues Operetten- Theater: Der Gras von Luxemburg. Theater in der Släniggrützer Straße: Ein Fallissement. Kleines Theater. Angele.— Erster Klasse. Schiltcr-Thcat. Charlottenb.(25./12.) Maria Stuart. —(26./12.): Da§ Käthchen von Heil- bronn. N-ucS Volks- Theater(25./12.): DaS Vermächtnis. —(2S./lS.): In Behandlung. Hochschule in Cbarl. s25./12.): Jugend. —(26./12.): Des Pastors Ricke. Ab-ndS 8 Uhr: Neues Volks-Theatcr.<25./l2.): Der Strom.(26./12.): HanneleS Himmelfahrt. Mittwoch: DaS Vcr- mächtniS. Donnerstag: Lcidenschast. Freiing: In Behandlung. Sonn- abend: Geographie und Liebe. Hochschule in Charlottcuburg: sonn- abend: Des Pastors Zliekc. Scliiller�healeFO.lS, Sonntag: Gcschloiien. Montag, nachm. 3 Uhr: lirdilli ao» 1 nrtüik. Montag, abends L Uhr: Ztirslrvl'rrile. Dienstag, nachm. 3 Uhr: Na«, Urbild des TartüfT. Dienstag, abends 8 Uhr: Ktiniz; Heinrich. Mittwoch, abends 8 Uhr: Der Plarrervon Kirchfeld Schiller-Tliealer ChabrXen' Sonntag: Geschlossen. Montag, nachm. 3 Uhr: Hnrln Mluarl. Montag, abends 8 Uhr: l>ic H'ildcnto. Dienstag, nachm. 3 Uhr: Das Klithehen v.licilbronn Dienstag, abends 8 Uhr: Maskerade. Mittwoch, nachm. 3 Uhr: Wilhelm Teil. Mittwoch, abends 8 Uhr: Hadamo Üians-Gcne. Neues Theater. Heute: Geschiossc». Ab Montag allabendlich 8 Uhr: Die kleine Freundin. Louison Frltzi Massary. Montag und Dienstag 3'/, Uhr: Tos Mäbet von Montmartre. Crevcttc: Fritzri Hasnary. Mittwoch S'l, Uhr: Der fidcle Bauer. Lerliner �tiester. Heute: Geschlossen. 1. u. 2. Feiertag, abends 8 Uhr: Die Zlhnengalerie. Mittwoch: Hie Ahnengalcric. Theater in der Königgrätzer Straße Heute: Geschlossen. 1. u. 2. Feiertag, abends 8 Uhr: Die fünf Frankfurter. Mittwoch: Tie fünfFraiiksurtcr. Theater des Westens. Heute: Geschlossen. Ab Moniag allabendlich 8 Uhr: Fatinitia. Montag, Dienstag und Mittwoch 8')- Uhr: Tie Dame in Rot. Donnerstag 4 Uhr: Max und Morin. Unsnis. 1'ksv.t.sr. Lonnta?: Gesehlnssen. blontuA 8 Diu-: Von?leran zum Ortlcr. Dienstag 8 Uhr: Ton Heran zum Ortler. Mittwoch 4 Uhr; Lebende Tierbilder von nah u. fern. Mittwoch 8 Uhr: Von Heran zum Ortlcr. Das Programm der Hörsaalvorträge im 1. Quartal 1912 ist erschienen und kostenlos erhältlich. Nesidenz-Theater. Montag, Dienstag, Mittwoch, 8 Uhr: Ein Walzer von Chopin. Nachm.: Die Dame von Maxim. Silvesterabend: Ein Walzer von Chopin. Silvesternachmitlag: Volks- Vorstellung zu kleinen Preisen: Siehe Anschlagsäulen.__ Luisen-Theater. Sonntag: Geschlossen. Montag nachm. 3 Uhr: Romeo und Julia. AbendS 8 Uhr: Wir tanzen durchs Leben. Dienstag nachm 3 Uhr: A»ö- gewiese». AbendS 8 Uhr: In Tuntel gehüllt. Mittwoch nachmittag 3 Uhr: Die Räuber. AbendS 8 Uhr: Wir tanzen durchs Leben. OSEzTHEATE Groge Frantsurter Str. 132. Heute Sonntag: l Geschlossen" j Wontag 3 Uhr: Tie größte Liebe. 8 Uhr: Faust. Dienstag 3 Uhr: Kasernenluft. 8 Uhr: Faust. Mittwoch 3 Uhr: Goldhärchens Himmelfahrt. 8 Uhr: Fanst. Delle-Äiiianee-Theater Heute; Geschlossen. 1. Feiertag nachm. 3'/, Uhr: Jugend. Abends 8 Uhr: Die schöne Kokotte. 2. Feiertag nachm. 3'/, Uhr: Haria Stuart. Abends 8 Uhr: Tie schöne Kokotte. Montag: (I.Weihnaehtstajj) Dienstag: (Z.Weihnachtstag) 3 Uhr nachmittags. Herrnfeld-Theater: 2x2-» s. Herrnfeld-Theater: 2x2=5. : Lesl>fheÄ Extra-Vorstelluno! II aiiplmann: kÜllZstML 1181180�». 3i. Dezember: NeuesSchaüspielhaus i. Januar: HetmSehmplelhaus 3i Dezember: Herrnfeld- Theater: 2X2 1. Januar: Herrnfeld- Theater: 2X2 31. Dezember: Th al! a- Th eate r! Die Thurnbacherin. I.Januar: Tll 31 1 3- Ttl 6316 f I Die Tburnbacherin. i. Januar: Residenz- Theater! Die arme Löwin. Lessing- Theater; Ucber unsere Kraft. II. Ueber unsere Kraft. II. 5. 5. 1. Januar: 242)3 Her Vorstand. I. Ä.: G. Winkler. {Zirkus � � A. Sclmmaim j Sonntag. Ä4. Hczcmber, nachmittags S'.'j Uhr, nur eine Nachmit'.ags-Vorst. ' Montag, 25., Dienstag, 26. und Mittwoch, 27. Dezember: Täglich S Uest-Vorstellungen. j S'/jUhrnaohm.u. abds. T'/jUhr (Zu allen Nachmittags-Vorst. 1 hat jed. Erwachsene ein eig. [Kind unter 10 Jahren frei auf allen Sitzplätzen. | Jed. weitere Kind halben Preis. In allen Vorstellungen ungekürzte Aufführung der J rollen Feerie ahre 1 auf dem.Meeresgrund | In allen Vorstellungen das grolle Galaprogramm und Marino | Phänomenaler Automobilakt. Casino-Theater Lothringer Str. 37. Täglich 8 Uhr An allen leiertagen: Abends 8 Uhr: Der Kamps ums Kasein. Nachmittags 3'ls Uhr: Tie Tochter des Sträflings. Deuticher Holzarbeiter•Uerband. Mittwoch, den 27. Dezember 1911(3. Weihnachtsfeiertag): **»»»» Weihnachts-VergnUgen€«««♦ in Moerncrs Festsälen(früher Keller), Koppenstraße No. 29. KONZERT ausgeführt vom Berliner Sinfonie-Orchester(Kapellmeister Maximilian Fischer). Spree-Athener, Berliner Sänger-Gesellschaft(Direktor Max Zerner). Kasperle-Theater.————— Nach dem Konzert: GROSSER BALL bei zwei Orchestern. Eröffnung i\'3 Uhr. Im kleinen Saale von 6 Uhr ab: Tanz. Anfang 5 Uhr. Branche der Ktavicrarbcitcr im Gewerkschaftshause, Engelufer 15(großer Saal): If SkCtvoMt- ausgeführt vom Heuen Berliner Tunkünstler- slfe RziHinPf I Ilk-Tf-Ir» ivonzers.«rebester(Dirigent: rronz llollle Ider). DCnillCI UlIV I I IU. Von 6 L'hr ab im unteren Saale, sowie Tan 7 nach dem Konzert im großen Saale:* tlllAs 04/12 Für Kinder von 8 Uhr an im Saal 5: Kasperle=Theatcr* Die Saaltüren bleiben während der Aufführungen geschlossen.— Bauchen ist während dem 1. und 2. Teil nicht gestattet Billetts ä 50 Pfennig(inkl. Tanz) werden im Zigarrengeschäft von Schwemke, Schönleinstraße 34, im Restaurant von Welzer, Koppenstr. 62, sowie im Verkehrslokal der Klavierarbeiter von Bieberstein, Adalbertstr. 59, ausgegeben. MordsGaudi! ber-Bayern im Sporl-Palasl Potsdamerstr. 72. Heute Sonntag geschlossen. 1. Feiertag: Anfang 4 Uhr nachmittag. Eintritt 50 Pf. Rodelbahn— Teufelsrad usw. Tanz von 12 Uhr ab. 3 Musikkapellen. Kambergors berühmte Orig.-Oborländler-Truppe. 2. Feiertag: Anfang 4 Uhr nachm. Eintritt 60 Pf. Voller Betrieb und Tanz ab 4 Uhr nachmittags. 3 Musikkapellen. 3. Feiertag: Anfang 4 Uhr nachm. Eintritt 50 Pf. Voller Botrieb und Tanz ab 4 Uhr nachmittags. 3 Musikkapellen. WM" Ha» muß man goNchen haben! Silvester-Eintritt M. 1,—. Reserviete Tische bitten wir, schon jetzt zu bestellen. Königsiadt-Kasino. SckeHolzmartt- u. Alexanderstrahe Bom 16. Tez. bis I. Januar. Tägl. Uhr: Das erstklassige SPezialiiäten-Progr. u. dasgr. Vollsslück in 2 Bildern goldene Traiune. Excelsior-Liehtspielhaus Rixdorf gfÄ.r,slr-?l Passage � Vom 26. bis 29. Dezember einschl.: Das glänzende Festprogramm eine Fülle erstklassiger Neubeiten. A vis: Am Heiligabend(Sonntag) bleibt das Theater den ganzen Tag geschlossen. Am 1., 2. und 3. Feiertag Beginn der Vorstellungen HF unz. 8 Ihr nachmittags. wwwwwwwwwww wwwwww J?Iidg:ets Town Hauptstadt von Diliput mit Ihren 70 Bcwohnera Friedrichstralle 165, In den Räumen von Castans Panoptikum. Geöffn. von 2 Uhr nachm. bis 10 Uhr abends. Entree Inbegriffen Variets- und heitere Unterhaltungs-Vorslellungen, 1 Mark. Zirkus Extra-Entree. Zirkus Extra-Entree. Concordia- Pestsäle Andrcasstr. 64 Inh. M. Wendt u. A. Schütze Andreasstr. 64 An allen 3 Weihnachts-Feiertagen; Große Extra- Soireen der Koffmattns- Sänger Direktor F. Fanther Mes iii-Slrelioiizerl Anf. des Konzerts 6, d. Vorst. 7 Uhr. 1. Feiertag unter Mitwirkung des Gesang-Vereins „Oemlschter Chor I-icdcrqnell". Am zweiten nnd dritten Feier- st 1 1 tag Im oberen Saale yon 5 Uhr ab• A»«c»K4.» Am ..Berliner nn S aFJjh B W j Premiere HwelBIBtti| 4. Januar. wenn er in einen echten Circus gehen will SARRASAI1 .. � Sonntag, den 24. Dezember,| Weihnachtsabend, Geschossen.'_ ■ Montag, den 25., Dienstag, I • den 26., Mittwoch, den> __'27. Dezember 1911. ftn den 3 Weihnachisteioptagen je j 2Qp©�s0a{a- VoFStelluüyeu � nachm. S'/jllhr nnd abds.?'/. Uhr. 1 Um 3'/, Ubr zahlen Kinder! unter 10 Jahren ans allen( Sitzplähen halbe Preise. (Galerie volle Preise.) In sänitlicheii Vorstellungen:! Nachm. 3'/» und abends 7>/. Uhr! gie De klUW-TzWiMj ' mi__ _- nnd die berühmten Menschen- asten Max u. Moritz. In sämtlichen Vorstellungen: Heetor& Lolctte. Korman-Tclma. Vorführen u. Reiten d.bestdrcssier!. Schul-, Frciheits- u. Springpjerde, 1 sämtliche Clowns mit neuen j Witzen und Spähen. Foües Caprice. Heule: Geschlossen. An allen drei Feiertagen t Waffenttbttng. Mandclb.'üthS Polterabend. Losgelasseu. tOCISl_____ GAMTEH Am 1., 2. u. 3. Weih- nachtsseiertag Eft Bf Eintritt.... Ö« ri. Kinder unter 10 Jahren die Hälfte. An allen 3 Feiertagen ab nachmittags 4 Uhr: lZioßcS Miiitär-Konzert. Während der Weihnaohts- ferien vom 17. Dez. bis inkl. 7. Januar: Volkstage. Jedermann ein Kind frei. Jedes Kind erhält ein Geschenk. Bei den Feuerfresseni. liehen«!! ILcbond! Hie wilden Fssanas Karawane sudanesischer Heul- und Feuer-Fakire in ihrem Originaldorfo. Ohne Fxtra-F.ntrce. Passage-IIieatEr, Während rierdrei Feierlage je zwei Vorstellungen. Nachm. 3—7 Uhr kleine Preise. Abends 8— II Uhr. Das große Fesfprogramni. Dar Triumpii der SchMeit! Lebende Kunstwerke Ciaire WaldoH Der tapfere Herr Ängstlich Burlesk-Sketch mit Georg Kaiser u. W. Goldmann in den Hauptrollen und IS Variots-Sensationen. Metropol-Tiieater. Heute: Geschlossen. Am 1. und 2. Weihnachisseierlag nachmittags 3 Uhr: Miß Helyett! Abends 8 Uhr: Rauchen gestattet. Die fiaeii! von Desüa! Graste Jahresrcvnc in 7 Bildern von Jul. Freund. Mnsil von V. Holländer. I»«zcnc gesetzt vom Dir. R. Schultz. Am 27. Dez. zum 169. Male: Die Miljt von Kedm! Vorstellungen. Preise. L gr. Halbe Abends ab 8 Uhr. 9 Uhr: Harry Waiden »Ter Brcttlkönig". Für den Inhalt der Jnfrrare übernimmt die Redaktion dem Publikum gegenüber keinerlet !vkrgntn>?rtl,ng. MZM Heute Sonntag Geschlossen. An nllsn 3 Weihnachts- Feiertagen Noch nie dagewesener Lacherjolg: Das Kind der Firma. Hierzu: Schmerzlose Behandlung. Sonntag, de« ZI. Dezember er.: Große Silvester- Vorstellung Hf von 8 Uhr abends bis 4 Uhr srüh. Riesen-Lachprogramm orig. Art: Ha» Kind der Firma. Schmerzlose Behandlung, lirig. Klabrias- Partie. Fest-Prolog. Fanfaren-GruB. Gratuiatlons-Cour. j 2 Uhr srüh: Silvester- Kabarett. kür(ämIL Vorstellung. rOIlltllö sind bereits zu haben. So�foUietnokratifclw �lahlvcrcln des dritten Bert. Reichstags-QBahlkrelfes Eis-Arena. ZA- Heute nachm. S Uhr"VE Das Weihnachts- Härchen Schneewittchen. :: Die kleine Charlotte:: Kunstlauf-Produktionen. Halbe Kassenprelse. Abends geschlossen. Mittags von 1—4 Uhr; Diner In der Eis-Arena äCoarert3.50 Inkl. Eintrittsgeld Tafelmusik. — An den beiden Feiertagen; s nachmittags und ebenda Das prächtige Eis-Ballett Aipenzauber. Die kleine Charlotte Kunstlauf-Produktionen. Trianon-Theater. Heute Sonntag; Geichlosse». Wn allen drei Weihnachtsseiertagen abdnds 8 Uhr: Das kleine Lskö. Am I. u. L.Feiertag nachm. 3 Uhr: Franclllon. ReicIlstttHen-Ttigaler. Heute: Keine SoirSe. An alle» drei Feiertagen StettinerSänger Gastspiel Robert Steidl. Ansang l.u L.�eiertag Feiertag 7'i, Uhr. Arn Z. Feiertag, mittags 12 Uhr, CiiruUe IV-st-Mattnee. Noncks Theater. Direktion: stöbert Ol». Berlin dl.. Brunnenstrage 1K. Heute: Geschlossen. An allen drei Feiertage»: Große Festvorstellunq. Markgrafen-Säle 34, Harksrarcn-Ilaiiim 34. == An der Stralauer Allee.------- Jeden Sonntag: timver»alt. Im Ziestaurant täglich musikalische Unterhaltung. Vorzügliche Küche, ss.Biere u. Weine, Billard U.Kegelbahn Am 1. Feiertag, vorm. 9 Uhr, findet bei Bausch(Hoppes Fest- t Iäle>, Hernumnstr. 49, Rixdors, . Morgeusprache des Gelang« Vereins Sichnvcgklliclichca '"— Gäste willkommen. A Montag, den 25, Dezember(ersten Weihnachtsfeiertag), im Gewerkschaftshause, Engelufer 15: :: KunstsAbend:: Mitwirkende: Konzert von Mitgliedern des Berliner Sinfonie-Orchesters (Kapellmeister: Herr Maximilian Fischer). Gesang: Frau Klara Urban(Mezzosopran) X Herr Otto Kowalski(Bariton). Rezitation: Herr Max Lanrcnce. Nach dem Konzert: fflllZ* Herren, die daran teilnehmen, :: u zahlen 50 Pf. nach a u Kinder unter 6 Jahren haben keinen Zutritt. 214/12' Hege Beteiligung erwartet Dei" Vorataad. ■■ ♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦ f»p •ÜiS Zenlralverbapd der Hausangestellten. Dlenatagr, den 26. Dezember(2. Weihnachtsfeiertag) im Oeuischen Hof, Luckauer Str. 15(großer Saal): as W eihnachts- Feier � unter Mitwirkung von Hildecard Stolle(Gesangs, Jlargnrete Koppel- Pechy(TSnze im Krinolinenkleid), Robert Koppel (Rezitation und Gesang), Hndolf Tobias(am Flügel), — Wilhelm Pieck(Festrede).--- Nach dem Programm; Ball.— Beginn: pünktlich 6 Uhr. E3 iL I Brauerei Friedrichshain XXX Antang 7 Uhr X Entree SO P(. X Programm am Eingang gratis Turn-Verein„Fichte" Berlin. Mitglied des Arbeiter-Turner-Bundes. Montag, den 25. Dezember(1. Feiertag): Weihnachts«Feier"1SE in den Etablissemente „Neue Welt"(2 Säle);„Sophien-Säle" Hasenhoide 108/] 14 i Sophlenstr. 17/18 bestehend in Konzert, tnmerischen und hutnoristisehen Aufführungen, x Ball. Eröffnung 4 Uhr. Eintritt 30 Pt Anfang 5 Uhr. Nach der Vorstellung Tanw in allen Sälen 1 allZ. Herren, die daran teilnehmen, zahlen 50 Pf. nach. Programme an der Kontrolle gratis. 9V Im hinteren Saal der„Neuen Welt" finden außer turnerisch. Aufführungen, „Berliner Ulk-Trio", eine Märchen-Auffuhrung:..Hünsel und CJpetel" statt. Die verehrten Eltern werden höfl. gebeten, mit den Kindern im hinteren Saal Platz zu nehmen. Gebr. Schwarzer Arnhold Adler Montag. 25. Dez.: MllSCtllsIMs dCS 111/(1*6» fstCllsiCllCWg. Dienstag, 26. Dez., vorm. 10 Uhr: Dienstag, 26. Dez., nachm. 4 Uhr: Großer Säuger- Frühschoppen Oroßer Fest-Ball. der Gesangvereine I.ichtenbergs und Erstkln Berlin Osten. Tanzlcltung gy OV Hittwoch, den S7. Dezember: VQ' Weihnachts-Vorstellung der Leipziger Sänger. ?wcl Tanzmeister. Glänzendes Programm. :: Zenlral-Verband der Schuhmacher Hontag, den 25. Dezember(1. Weihnachtsfelortag) im Schweizer-Garten am Königstor: GroßesWeihnaehlsTergnttgen bestehend in --------- Vokal- und Instrumental-Konzert--------- und GosangavortrAgen unserer Gesangsabteilung. □ Auftreten erstklassiger Spezialitäten. □ Nachdem: Großer Dali. Eröffnung JS Uhr. 170/9 Anfang 6 Uhr. QlL Deutsches Wirtshaus M.: W. Heitilin BixdOtf Bergstr. 136/187 Am 2 u. 8 Weihnachtstage: Oroßer Festball. bei verstärktem Orchester. Diverse Ueberraschungen! Anfang an beiden Tagen 4 Hierzu ladet freundlichst ein Schneidiger Damenflor! Uhr. Ende: Morgens t D. O. VTntcrhaltnngs- Etablissement Sendix Dir. Mariin und Paul Bendlx Oranicnstr. 68. Große Weihnachts- Fest-Vorstellung. Neu: Die irei Tripolis-Nip- Am zweiten Feiertag *oe 12—2 Uhr: Große Matinee. Alhambra Wallner-Tbcalerstraste 15. Großer Bali IKrosteS Orchester. Ansang SonniagS I 5 Uhr. A. Zameltat. Bugllschec Gurlev. Atexanderstr. 27c. Am 8. Feiertag lauste Silvester: (jroker Pest- Kall. EestpoIonÜNC bei fcenbafier Beleuchtung. Punsch und Pfannkuchen gratis. Ansang 9 Uhr. Ende 1912. Empjehle meine Säle Sonnabend» und SonniagS._ Nißles Fest-Säle Dennewitzstraße 13. Bin 1. Feiertag: Konzert des Mandolinenliub Con Fuoco. Am 2. Feiertage»; tanzkränzclKD 81616__ C..Vlßle. Burgüieaier-Kluo und Feslsüle,•aSSS*«?' Säle für Hochzeiten u. Vereins- vergnügen. 4 hocheleg. Kegelbahnen. Rudolf Hiera. Tischlerverein, e. h. sd. Das Zahlen der Beiträge ersoigt Sonnabend, 30. Tezrmder, M e l ch i o r st r. 15. Am I. Weibnachtstag findet«ine Vorstellung im Berliner Theater stall. Billett» sind nach bei den Vor» standSmilgiiedern zu haben. 199/13 Der Borftand. Voigt-Theater. «esmidbninnen Badstraze 58. Heute:«eschlofien. Montag. 25. Dezember(l. Feiertag): 3 Uhr: Judenfauiilie. 8 Uhr: Haubenlerche. Dienstag, 86. Dezember(8. Feiertag): 3 Uhr: Eine tolle Nacht. 7 Uhr:(Soldonkel. Mittwoch, 27. Dezember(3. Feiertag): 8 Uhr: Frauenliebe. Volks-Cheater. Ripdorf, Hermannftr. 20. Montag, 25. Dezember: Wohltiiter der Menschheit. Schauspiel in 'S Asten von Feliy Philipp!. Diensiag. 26. Dez.: 2« 00« Mar» Belohnung. ÄelangSposse in vier Asten von it. Treplow. Mittwoch. 27. Dezember: Herthas Hochzeit. Lustspiel in 4 Asten von Max Bernstein. Wald-Idyll S"1111""1"11" Am 2. WeihnachiSseiertag, v. 3 Uhr ab: Groher Tanz. Hierzu ladet sreundlichst ein 2148b Brust Xoack. Achtung! Vereine! WM Gartei» sind»och Sonnabende und Sonnlage mil und ohne Thealerböhne Säle frei.«gst. 10628. �.dentlkurse Serliu. Veanderstr. 3 Technikum. Bauschule. Direktor: Köaigi. Kegie- rungs- Baumeister a. D. Arthur Werner, Inhaber. pj'-IIMlIIIU" il.H Außerdem 3. Feiertag: Ansang 5 Uhr. am KOuigstor. Grtfßte Sehenswßrdlgkelt Berlin« _ Grigte und schönste Festdetoiatton. 1., 2. und'S. WeihnachtS-Feiertag:-WE Auf der Alm Juhu! 3 bayerische Kapellen Jubu! yjfiniirrl» Ehmigrnber München 100 Oberbayern in Originaltracht. Plm tonnen- dustenden Schliersee— Kirmes— WethnachtS- überraschungen— Humoristisches Schneetreiben — Gaudi und Hetz— Originalaussührimgen Johann 8trsuk aus Wien mit seiner vollständigen Kapelle. Entree 50 Ps. > Konzert- Cafe„Roland" e b 181 Brunnenstraße 181» | AmI.u.2.Weihnachtsfeiertag\vieSiIvester W ===== die ganze Nacht geöffnet.■= I DM" Zwei Kapellen. M Fldclo Stlmmang:. Q Q Qroße SllTestcrfeier. »MMMMMMMMMd Germania- Pracht- Säte N., CHausseestrage 110. Carl Richter. N., Chausseestrabe 110. BV Sehenswert l In allen Sälen: stlssenneibnachisböume, seonhast elektrisch erleuchtet. 1. Weihnachtsfeiertag. Montag. 25, Dezember: Große Soiree der Paul Montheus lustigeu Säuger. Ansang 6'/, Uhr. Weihnachtsprogramm. Ansang 6>/, Uhr. 2. Weilinachtsfeiertag: Paul Mantheijs lustige Sänger. N�- Slnsang 6 Uhr.-�2 Im weißen Saale von 5 Uhr ab: Großer Kall"-i frfe Mittwoch. 3. WeihnachtSf eiertag: PllOl MültflEyS Ansang 8 Uhr. □ Anschließend Familienkrlnichen. □ Einlritt 50 Ps.[ Im weißen Saale von 6 Uhr ab: �!l*OBer PeStbäll. ÄAÄ A » > I I I » » » I » » » 1 k k > i ■ Neue Welt. Arnold Scholz. Hasenheide 108-114. II. u. III. Weitinachts-Feiertag: Im Rlesen-Fest-Saal s* Großer Ball\ Anfang: 4 Uhr. III. Weitinachts-Feiertag: Bummelstudenten. Anfang: 8 Ohr. Entrcc 30 Pf. ............................ Carl Eisermann5„Elysium" LA �.tags�üh??' Malinee d°s Cesaiii*EreiiisMSäi!gerkranztt«s®. p. -- sowie Austreten der Re.ideuz-8ting:er.——' A vic•"n Eonn- sowie Wochenlagen von Lanuar ab ist mein bis 12!» * Personen lassender Saal mit Detorat.«Oberspre« und Dahme) zu»ergeben. An Wochentagen Dekoration gratis. iSmt Köjliehs Ober-Schöneweide, Waldstr. 73/74. 3 tat.: Nieder•SchÖReweide, Sadowa, Straßenbahn Berlin— Schßneweido. Großer Fest-Ball unter Leitung des Tanzmei.ter» Herrn Fiedler. 8i. Dezember: Sil¥esterfeler mit FestpoIoDäsc.; Küche und Keller In bekannter tittte. Um geneigten Zuspruch bittot jf. Httflicb. »MMMMMMs Pracht-Säle Alt-Berlin Blnmenstraßc 10 Mebcn dem RcMidcns-Thcator j ..... j sind die besten_____ Versamtnlungssäle des Ostens. 621 L* Im neuerbauten Theater-Saal täglich: Kouzert. Theater und WyezinUtliten. Verantwortlicher Redakteur: Albert Wach», Berlin. Für de» Inseratenteil verantw.: TH.GIoverlm. twuck». Perlug: BorwartS Buchdruckerei u. BeriagSanpaU Paul«,ng«»o., g)«r,,n St. SOI. 38. ZatltMS. 3. jikilm ks„ilotimirts" littlintt Poltelilntt. Sonntag, 24 Sfjmbft l'.ttl. Nie die Millionen den Kongo zivilitieren. Brüssel, im Dezember.(Eig. Der.) Das Aktenmaterial der Interpellation Vandervelde hat sie.Zivilisationsarbeit' der christlichen Missionen im belgischen Kongo in erbaulicher Weise beleuchtet. Die belgische Regierung hat sich zwar mit vielem Aplomb zu Reformen in der Kolonie der- standen, die der berüchtigten Leopoldinischen Wirtschaft auf den Leib rücken sollten, aber aus dem von Vandervelde beigestellten Aktenmaterial geht mit unzweifelhafter Klarheit hervor, daß der Regierung weit mehr als die strikte Durchführung ihres Reform- Programms die gründliche Klerikalisierung der Ko- lonie am Herzen liegt, und daß sie, statt auf die Einhaltung der' gesetzlichen Bestimmungen zu achten, viel mehr die Ausbreitung jener christlichen Moral fördert, die von der zwangsweisen Kon- vertierung zum Christentum bis zum Schnapshandel reicht. Das, wie betont werden mutz, offizielle, von Beamten beigestellte Material zeigt die Missionen in einer rechtlichen Situation und moralischen Machtstellung in der Kolonie, die nur zu sehr das Urteil rechtfertigt,■ datz sich die Missionare im belgi- schen Kongo einen„Staat im Staate" errichtet haben und jenseits des Gesetzes stehen. Derapt ist ihre Machtstellung, datz die Richter, die gegen Missionäre wegen gemeiner Delikte vorgehen wollen, erst Erkundigungen darüber einholen, ob sie ein gerichtliches Verfahren einleiten können! Und ihr Einflutz macht die Unabhängigkeit der Beamten zu einer solchen Farce, datz ein Beamter be st rast wurde, weil er gegen Missionäre eine Untersuchung einleiten lietz! Und auf Weisung deS Ministers wird das Verfahren gegen einen Missionar, der geständig war, eingestellt!— So glauben sich die Missionare un- antastbar, jenseits des gültigen Rechts und in jedem Betracht in einer Ausnahmestellung. Die Folgen zeigen sich in dem nieder- schmetternden Anklagcmaterial, das die Redner der Opposition vor dem Kolonialminister ausgebreitet haben, und das selbst ein so begeisterter Kolonialpolitiker wie der Liberale H y m a n s ausstellte, den man schlechthin nicht als einen.antipatriotischen", im„Dienste Englands" stehenden„Kongofeind" hinstellen kann. Hier einige Fakten, die selbst der Minister nur verhüllen und entstellen, aber doch nicht ganz hinwcgleugnen konnte. Vandervelde wies nach, datz die Missionare, in Hinwegsetzung der Bestimmung über das Verbot der SchnapSfabri- kation, Schnaps fabrizieren und verkaufen. Der Minister hat für diese christliche Missionstätigkeit eine reizend-harmlose Erklärung geboten. Verboten sei nur die Schnapsfabrikation und der Verkauf von Alkohol an die Ein- geborenen. Aber der Besitz von Destillierapparaten zur Herstellung von Schnaps für eigenen Gebrauch ist nichts Ungesetzliches. Und was haben die Missionare BöseS denn getan? Sie haben„dann und wann" einem ihrer Freunde auf„Verlangen"! ein„Fläschchen" angeboten! So ungefähr verteidigte sich auch die Jungfrau, als man ihre Unschuld bezweifelte: es war doch nur ein ganz kleines 'vl.Klndcheu! Immerhin scheint auch der Minister nicht recht an die .Fläschchen"geschichte zu glauben, sonst hätte er wohl kaum an den Generalgouverneur— allerdings just zwei Tage nach der Einbringung der Interpellation Banderveldes — ein Zirkular gerichtet, des Inhalts, daß die Herren Missionare ihre mehr minder harmlose Schnapsbrennerei sein lassen mögen. Jedenfalls lehrte die Debatte auch noch eins: Entweder hat der Minister vom Schnapshandel nichts gemutzt— und er behauptete das— dann ist der Herr Minister ja glänzend über die Dinge im Kongo und über die Einhaltung der Gesetze, die er zu überwachen hat, unterrichtet: oder er hat davon gemutzt— und warum soll der Minister nicht wissen, was ein einfacher Abgeordneter heraus- bekommen hat?— und man sieht dann daran, wie streng der Mini st er auf der Einhaltung seiner Gesetze besteht, wenn eS sich um Missionar« handelt. Aber die Nachsicht und Gefälligkeit des Ministers und seiner Untergebenen gegenüber seinen politischen Freunden zeigt sich auf dcm Gebiet der Rechtspflege noch viel eklatanter. Der Herr Minister erklärte zwar, datz er der Gerechtigkeit im Kongo stets Zustände in einem thüringer Armen- Haus. Ostelbische Rückständigkeit ist bekannt und berüchtigt, auch das Elend in sächsischen, schlesischen und rheinischen Heimarbeiterbezir- ken ist oft genug beschrieben worden, aber selbst in Gegenden, wo man eS nicht vermutet hätte, herrschen mancherorts grauenhafte Zu- stände, die zu schildern die Feder sich sträubt. Der Wahlkreis Erfurt- Schleusingen.Ziegenrück. der sich aus drei gröheren Bezirken und einer Anzahl kleinerer Enklaven zusammensetzt, zeigt im ganzen betrachtet, eine merkwürdige Struktur, ein ebenso buntes Bild wie seine Landschaft: Grotzindustrie und Heimarbeit. Staatsbetriebe und selbständige Kleinmeister. Großagrarier und bäuerliche Zwerg- wirtschaften. Trotzdem die Verhältnisse bei oberflächlicher Betrach- tung erträglich erscheinen, sind die Löhne in vielen Bezirken jammervoll. Von den Landarbeitern im Ziegenrücker Kreis bringen eS jährlich, inklusive Naturallohn, die männlichen Erwachsenen auf 800, die weiblichen durchschnittlich auf 240 M. Die Waldarbeiter im Schleusinger Krei» verdienen oft nur 0,60— 0,70 M. pro Tag. Die schlechtesten Jndustriearbeiterlöhne bezahlt man in Schleusinpen. Im Glasarbeiterbezirk trifft man sogar noch den Achtzehnstunden. tag.— In einem der bekanntesten Jndustriebezirke. eine halbe Stunde von Suhl entfernt, liegt Heinrichs, ein Torf von etwa 2000 Einwohnern, teils Bauern-, teils Jndustriearbeiterbevölkerung. Ge- legentlich der Agitation zur Reichstagswahl besuchten wir dort auch daS Armen, oder Gemeindehaus. Wenn diese erste Probe für den ganzen Bezirk gültig sein sollte, dann ist eS wahr- haftig hohe Zeit, daß mit eisernem Besen die Zustände beseitigt würden, die hier in einer blühenden Umgebung Wohnungen ent- stehen ließen, in die ein Bauer seine Schweine nicht einsperren würde, Wohnungen, nicht allein ein Schandfleck für die christlich. kapitalistische Gesellschaftsordnung, sondern auch ein Seuchenherd für moralische Fäulnis und epidemisch« Krankheiten. DaS Armenhaus in Heinrichs ist ein kleiner zweistöckiger Fach- werkbau. dessen Autzenfront dem Beschauer noch passabel erscheint, aber im Innern ist es verbaut, winklig und ungesund, weil die. Rückfront direkt an den Felshang angelehnt und im höchsten Grade baufällig ist. Früher dürfte eS einmal einer kleinen Bauernfamilie glS Wohnhaus gedient haben. Heute hausen darin 14 Er- wachsene und LS Kinder, in Summa LS Personen. freien Lauf gelassen, wenn Missionare angeklagt wurden. Da ist aber nun zum Beispiel der Fall des Missionars Van den Besselaer, der wegen schwerer Mißhandlungen, begangen an Ein- geborenen, angeklagt war. Man erfuhr aus einem von Vandervelde zitierten Brief des Ministers L i e b a e r t, datz dieser den Generalgouverneur anwies, die Affäre„fallen zu lassen!" Was denn auch geschah. Und die Folge der Straflosigkeit war, datz der Gottesmann, der sich also straffrei wähnt, drei neue Delikt« beging. Ein anderer Fall, den der Kolonialminister nicht wegzuleugnen vermochte.— Nach einem Zusammenstoß von Eingeborenen mit Soldaten begibt sich der Korporal zum Missionar Pater Van Damme, zeigt auf einen schwarzen Häuptling und fragt, was er tun solle, der Eingeborene habe ihn töten wollen. Besagter Pater greift zum Revolver, den die frommen Missionare wie es scheint gleich dem Brevier bei sich zu tragen, und sagt: Dieses da! und schießt den Mann nieder. Der Missionar, obgleich geständig, wird aber nicht weiter belästigt— wozu gibt es„Nervenkrankheiten"? Die Verfolgung wird also wegen„Un- zurechnungsfähigkeit" eingestellt. Schön. Der Mann hat den Tropenkoller— man kennt das. Was aber geschieht weiter? Der Delinquent geht nach Belgien zurück, will dann aber nach einer Zeit wieder zur Mission nach dem Kongo. Der Prior des Klosters verlangt die Erlaubnis des Ministers und der Mi- n i st e r gibt sie. Der Mördcr-Missionar ist wieder in der Mission, wie beruhigend versichert wurde,„nur" im inneren Dienst. Der Minister erklärte zur Entschuldigung den Mann für„geheilt". Wohl bis auf den nächsten Totschlag. Man sieht an diesem Fall, wie der Minister sich geradezu zum Tiener des Klosters machte, dessen Wünschen er sich beugte. Eine besondere Art christlicher Missionstätigkeit besteht oder bestand zumindest bis vor kurzem darin, datz die Missionare g e- stohlene Kinder trotz des Protestes der Eltern zwangs- weise in ihren Etablissements zurückbehalten. Der Minister gab sogar„vereinzelte Fälle" zu. Aber wann hätte ein Minister nicht die Generalausredeformel der„vereinzelten Fälle" bei der Hand gehabt? Der Bericht eines Funktionärs aus dem K spricht freilich von einem förmlichen Massenkinderraub. Wie Vandervelde mitteilte, behalten die Jesuiten die Kinder, ob sie gleich wissen, datz sie gestohlen wurden, verheiraten sie später und machen sie sich solcherart, indem sie ihnen zu einer Existenz auf ihrem Grund und Boden verhelfen, zu ewigen Schuldnern. Eine Methode, die, wie Vandervelde eS ausdrückte, an die Besitzer von Freudenhäusern gemahnt. Di« lebenslänglichen Verträge der Missionare mit den Eingeborenen sind so geschlossen, datz deren Habe, falls sie den Besitz der Mission verlassen, an diese verfällt! Die Opposition hat besonders auf diese im wahren Sinne des Wortes „jesuitischen" Verträge hingewiesen, die den Menschen gegen alle Moral zum Vieh erniedrigen. Der Bericht des Funktionärs Leclercq hebt auch hervor, datz das Unterlassen der religiösen Uebungen seitens der Eingeborenen von den Missionaren mit körperlicher Züchtigung bestraft wird. ES ist nach all dcm nicht zu viel gesagt, wenn HhmanS.meint, datz die Missionare aus dem belgischen Kongo ein ztveites Paraguay machen, und sich als alleinige Herren fühlen.------- Die fortschreitende Klcrikalisation deS belgischen Kongo spricht sich nicht zulctzr in der Besetzung der Beamtenschaft aus. Der Minister sieht, wix versichert wurde, weit mehr auf die sichere katholische Gesinnung, denn auf Begabung. Die Beamten werden eingeteilt in solche, die zur Messe gehen, und in solche, die nicht dahin gehen. Wer nicht missionsfreundlich ist, gilt als„verdächtig". Der Zustand der Kolonie nähert sich demnach in diesem Punkte der Zivilisation immer mehr dem Mutter- lande. Wie die Unabhängigkeit der Richter dabei wegkommt, haben wir an einem Beispiel erläutert. Wie man auch sonst jede Un- abhängigkcit vernichten will, zeigt daS Beispiel jencS Unterleutnants klerikaler Gesinnung, der sechs gefesselte Gefangen« kalten Blutes erschossen hatte. Um die Affäre zu ersticken, hatte man sogar die Soldaten b e st r a f t, die sich erlaubten, gegen den Unter- leutnant auszusagen. In welcher Richtung hauptsächlich die Zivilisation im belgischen Kongo betrieben wird, zeigt auch der Bericht der Kommission zum Schutz" der Eingeborenen. Die Kommission besteht allerdings aus und bloß 2 Laien. Die Kommission„wünscht" u. a.: An Stelle der Ziviltrauung religiöse Trauung, Unterdrückung der Scheidung, körperliches Züchtigungsrecht für religiöse Vergehen.— Das sind die Zivilisationssorgen der Missionare. Ein weiterer Vorwurf, der der Regierung gemacht wurde, ist, datz die Handelsfreiheit, die den Eingeborenen mit der Annexion angekündigt wurde, nicht allenthalben geachtet wird. Auch mit der Beseitigung der Zwangsarbeit hat es noch seine guten Wege, wie gleichfalls der Bericht eines Beamten, des Gcneralprokuratorstellvertreters Leclcrcq, nachwies. Der Beteue- rung des Kolonialministers, datz er über die Einhaltung der Re- örmen wache, kann man also wenig Glauben schenken, trotz deS von der Rechten angenommenen Vertrauensvotums für ihren Minister. Immerhin hat auch die Presse, wenn sie auch das Mißtrauensvotum ablehnt«, für jenen Teil der Tagesordnung Vanderveldcs stimmen müssen, die die Beratung eines Vorschlages einer Enquete über die Reformen und die Lage der Eingeborenen im Kongo verlangt. Angenommen wurde auch jener Passus, der die Erklärung des Kolonialministers zur Kenntnis nimmt, datz gewisse Gesetzesbestimmungen ohne Unterschied der Personen und mit aller Strenge in Anwendung kommen werden. Dcm KlerikaliSmuS im Kongo, wie er durch die Missionen repräsentiert wird, mit seinen Folgen, wird allerdings erst auf den Leib gerückt werden, wenn in Belgien sein Stündlein geschlagen hat. Geistliche� Wir besuchten zunächst da? obere Stockwerk. An einem Mist- Haufen vorbei, der, unmittelbar unter den Fenstern befindlich, den Unrat und die Abfälle der 30 Personen aufnehmen soll, steigen wir eine außen angebrachte, notdürftig verschalte Holztreppe empor. In einer Stube nach der Straßenfront hausen drei alte Frauen und ein 13jähriger Junge. Gar dürftig ist das Mobiliar dieser Alten, von denen die älteste 78 Jahre zählt: eine Kommode, ein Tisch, ein paar Bilder, ein Ofen und zwei Betten sind vorhanden. Die eine Frau schläft mit dem 13jährigen Jungen auf einer alten, schadhaften, schmalen Sprungfedermatratze, die, damit man die Stube passieren kann, bei Tag längskant gestellt wird. Ter Raum ist etwa 4 Meter lang und 2 Meter hoch. Durch einen schmalen Gang mit allerhand Gerümpel zwängen wir unS nach der Rückseite, wo zwei Wohnungen liegen, jede zu zwei Kämmerchen. Die bessere beherbergt zwei Erwachsene mit fünf Kindern. Drei Betten sind vorhanden. An Miete mutz diese Familie S M. pro Monat an die Gemeinde zahlen. Gegenüberliegt eine bedeutend kleinere Wohnung von zwei Miniaturkämmerchen. Hier wohnt eine Familie, bestehend auS zwei Erwachsenen und vier Kindern. DaS Wohnzimmer ist so niedrig, datz man mit dem Kopf an die Decke stötzt: die Lampe hängt in der Höhe der Tischplatte. Tie Decke ist schwarz verräuchert und über dem Ofen droht sie einzubrechen, beständig bröckelt Mörtel herab. Das Inventar besteht au« Tisch, Kommode. Ofen. Der Raum faßt etwa 16 Kubikmeter Luft. Achnlich trostlos ist der anstoßende Schlafraum mit zwei Betten. Gekocht wird in der Stube, wie in allen Wohnungen. Miete pro Monat 4— vier— Mark. Viel schlimmer sind die Verhältnisse im untern Stock. Ueber einige zerbrochene, in der Dunkelheit lebensgefährliche Sandstein- stufen hinweg, betreten wir die Vorderwohnung. Rechts ein stall- ähnlicher, völlig dunkler Raum, in dem Holz und allerhand altes Gerümpel lagert, geradezu eine kaminähnliche dunkle Einbuchtung, in der mit knapper Not ein alter Küchenschrank Platz findet. Eine altersschwache Tür führt über einen schlecht gedielten, schmalen Flur nach dem Vorderzimmer, an da? sich nach rückwärts ein« so- genannte Kammer anschließt. Welcher Art diese Wohnräume sind, zeigen die Ausmatze. Ter größere Raum mißt etwa 3% Meter im Ouadrat und ist nicht ganz 2Vi Meter hoch. In der Kammer mutz man sich durch einen kaum einen halben Meter breiten, etwa 2 Meter langen Gang hindurchpressen; der Raum ist etwa 2 Meter im Ge» viert groß; in ihn müssen sich zwei schmale Betten, ein Schrank und eine Kiste teilen. Im vorder» Räume sind zwei Betten, eine Kommode, ein Tisch, ein Ofen, ein altes Sofa, eine altes Sofa- Sewdw- Reitling«. 7000 M. unterschlagen. Eine Defraudation beschäftigte gestern die 4. Strafkammer deS Landgerichts I, vor welcher sich der Kaufmann Paul Maihvefer wegen Unterschlagung, seine Ehefrau Charlotte Maihocfer, sowie der Kaufmann Wilhelm Schüler und dessen Ehefrau Klara geb. Pictsch wegen Hehlerei zu verantworten hatten. Maihoefer war als Hilfsschreibcr in dem Bankgeschäft von Kröger in der Friedrich- stratze beschäftigt. Er erhielt am 29. Juni den Auftrag, für seine Firma einen Scheck über 7000 M. bei der Kommerz- und Diskonto- dank in der Krauscnstraße einzulösen. Außerdem erhielt er 200 Dollar, die er in deutscher Währung dem Konto der Firma gut- schreiben lassen sollte. Auf den Scheck erhielt er von der Bank 5000 M. in Goldrollen und 2000 M. in Hundertmarkscheinen. Den Betrag der Dollars— 836 Mark— ließ er der Firma nicht gut- schreiben, sondern sich aushändigen. Mit dcm Gclde entfloh er. Von Luckenwalde aus schickte er an seine Frau unter einer Chiffre zwei Hundertmarkscheine nach Postamt 54. Er fuhr dann nach Halle a. S., wo er sich unter dem Namen Nichter auf mehrere Tage in einem Gasthofe ein Zimmer mietete und ganz lustig lebte. Eine Goldrolle mit 4000 M. und einen alten Anzug gab er dlS Paket auf dcm Bahnhofe zur Aufbewahrung. 1000 M. in Gold vergrub er in der Schonung eines Birkenwäldchens in der Nähe der Provinzial-Gcflügclanstalt Halle-Cröllwitz. Dann reiste er nach Nürnberg und München. Von hier aus schrieb er an seine Frau, daß sie mit dem ältesten Kinde nachkommen solle. Auf ihre Bitte schickte er ihr zunächst wieder unter Chiffre einen Brief mit sechs Hundertmarkscheinen zu, erhielt dann aber einen Brief, in welchem sie ihm mitteilte, datz sie nicht kommen könne, da sie ständig von der Polizei bewacht werde, doch würden in den nächsten Tagen gute Leute, die sich ihrer angenommen, nach Bingen reisen, um sich dckrt mit ihm zu treffen. Diese Leute waren das Ehepaar Schüler, mit dcm Frau Maihoefer bekannt geworden war. Auf ihr Ersuchen holte Frau Schüler den Brief mit den sechs Hundertmarkscheinen von der Post und der Angeklagte Schüler nahm das Geld in Ver- Wahrung. Das Ehepaar Schüler fuhr dann am 15. Juli nach Bingen und traf dort mit Maihoefer zusammen. Hier soll Schüler dem M. geraten haben, das Geld sicher zu stellen, ihm zur Auf- bewahrung zu übergeben und sich selbst der Polizei zu stellen; er wollte ihm dann behilflich sein, nach verbüßter Strafe sich selb- ständig zu machen. Alle drei fuhren dann nach Halle a. S., wo M. das dort auf dem Bahnhofe lagernde Paket abholt« und die darin enthaltene Summe von 4000 M., außerdem noch 1000 M. in Scheinen dem Schüler übergeben haben will. Die Schülerschen Ehe- leute fuhren dann mit dem Geld nach Berlin, und Frau Schüler bewahrte es in ihrem Büffet. Am 24. Juli stellte sich Maihoefer selbst der Polizei; er hatte nur noch 135 M. im Besitz. Er legte so- fort ein umfassendes Geständnis ab und gestand auch, datz die Ehe- leute Schüler 5000 M. von ihm erhalten hatten. An demselben Tage waren die Eheleute Schüler schon von einem Kriminalbeamten ver- nommen worden, hatten aber bestritten, jemals mit M. in Verbindung gestanden zu haben. Als dann die Ehefrau Schüler in Ab- Wesenheit ihres Mannes in ihrer Wohnung von dem Kriminalschutz- Holzgestell, ein Kinderwagen. In diesen beiden Räumen wohnen zwei Familien; eine von zwei Erwachsenen und acht kleinen Kin. dern, und eine von zwei Erwachsenen und zwei Kindern, in Summa 14 Personen. Wohnraum und Kochgelegenheit ist ge- m e i n s a m. Die kleinere Familie— der Mann ist Ganzinvalide mit monatlich 12,90 M. Invalidenrente— schläft in der engen, ungeheizten Kammer, die größere nach vorn heraus. Die Fenster werden möglichst nicht geöffnet, damit die spärliche Wärme nicht entflieht, die Kinder sind zu mangelhaft bekleidet, als datz sie auf die Straße könnten, dazu(fünf Kinder schlafen in einem Bett, die übrigen bei den Eltern) der Schmutz, die Ausdünstungen...und dafür müssen noch monatlich 4 M. Miete bezahlt werden. Das Grauenhafteste begegnete uns in der letzten Wohnung, die allem Anschein nach ursprünglich ein— Stall war. Als wir die Tür öffneten, schlug uns eine geradezu pestilenzialische Luft ent- gegen, die uns im ersten Augenblick zu ersticken drohte. Ein Raum, etwa 2 Meter hoch, 4 Meter lang, 2% Meter breit, schlecht gedielt, mit zwei kleinen Fenstern, drei Wände mangelhaft mit Mörtel verschmiert, die Außenwand, die direkt an den Fels s ich anschließt, au? rohen Steinblöcken bestehend, feucht, so daß. wie die Frau erzählte, an regne. rischen Tagen das Wasser herunterflieht und die Stube überschwemmt. Kein Wunder, daß die Familick', die vordem hier wohnte, in kurzer Zeit zwei Kinder durch den Tod einbüßte. In diesem Raum befinden sich an Mobiliar ein schmaler Schrank, eine Kommode, ein kleiner Tisch, eine Bank, ein Stuhl, ein kleiner niedriger Ofen, ein schmales Bett für Erwachsene, ein Kinderbett. Und in diesem Raum haust eine Familie von 8 Köpfen: die Eltern— der Mann ist Knecht—, der Schwager der Frau als Schlafbursche(schläft auf der Bank), die Kinder, von denen das jüngste 7 Mo- nate, das älteste 10 Jahre zählt, schlafen zu dreien im Kinderbett, von den übrigen schläft eines zwischen, eines zu Füßen der Eltern. Die monatliche Miete beträgt hier zwei Mark. Alle Familien haben ihres großen Kinderreichtums halber nirgends im Dorf Wohnung und Unterkunst gefunden, so datz sie die Hilfe der Gemeinde in Anspruch nehmen mutzten, die ihnen fürsorglich diese— Löcher als Wohnung anwies gegen eine jähr- liche Miete von im ganzen 180— in Worten einhundert. achtzig Mark. Trotzdem daS Dorf recht wohl. mann Rathmann aufgesucht wurde, gab sie den Gachverhalt i« wesentlichen zu und gab auch von dem im Büffet versteckten Geld« 3500 M. heraus. Im Gegensatz zu Maihoefcr behaupteten die Schülerschen Eheleute, daß sie nicht mehr von M. erhalten hätten. Sie hätten auch die Absicht gehabt, das Geld dem Geschädigten oder der Polizei einzuhändigen und Maihoefer zur Anzeige zu bringen. Die Anklage staubte die» aber nicht und behauptete, daß die An» geklagten Sch. den fehlenden Rest der 5000 M. zu Geschäftszwecken verwendet und die Reise nach Bingen aus den von Frau M. ihnen übergebenen 300 M. bestritten hätten. Der Angeklagte Maihoefer ist nach seiner Festnahme mit einem Beamten nach Halle gefahren, und das do.t vergrabene Geld konnte auf seine Anaaben wieder ausgegraben und dem Geschädigten ausgehändigt werden. Nach den Ergebnissen der Beweisaufnahme beantragte der Staatsanwalt gegen Maihoefer 2 Jahre Gefängnis, gegen Schüler 1 Jahr 0 Monate Gefängnis, gegen die beiden Ehefrauen je einen Monat Gefängnis. Das Urteil lautete gegen Maihoefer aus 1 Jahr S Monate Gefängnis und 3 Jahre Ehrverlust� gegen Schiller auf 1 Jahr Gefängnis, gegen Frau Maihoefer auf 1 Monat, gegen Frau Schüler auf Z Wochen Gefängnis. Die beiden Frauen beruhigten sich bei dem Urteil nicht. In der bekannten Postraubaffär» ist jetzt geaen die in Untersuchungshaft befindlichen Täter, den Postillon Max Wendt und den Buffetier Eduard Cavello, die An- klage erhoben worden. Cavello spielt augenblicklich im Unter- suchungsgefängnis den„wilden Mann". Er schimpft und tobt den ganzen Tag und fordert von der Postbehörde„seine Millionen", die man ihm geraubt habe, zurück. Nachdem seine ganze Familien» geschichte und seine Vergangenheit zur Kenntnis gekommen ist, haben sich Zweifel an seiner geistigen Intaktheit herausgestellt. Es ist deshalb von den Rechtsanwälten Dr. Frey und Dr. Faffe bei der Beschlutzkammer der Antrag gestellt worden, den Angeklagten. erst noch auf seinen Geisteszustand untersuchen zu lassen. Die Ber- Handlung würde dann erst Ende Januar stattfinden. Schmutz in Wort und Bild. Ter umfangreichste �Zrozetz, den der Kampf gegen den Schmutz in Wort und Bild bisher gezeitigt hat, ist gestern vor der 13. Straf- kammcr des Landgerichts I nach fast fünfwöchiger Dauer zu Ende. geführt worden. Tie Verhandlung begann am 21. November unter Vorsitz des Landgerichtsdirektors Crügcr und endete gestern unter Vorsitz des LandgerichtSratS ElSner. Im Laufe der Verhandlung war Direktor Crüger erkrankt, es mutzte deshalb der bestellte Er- satzrichter einspringen und der Vorsitz vom Rat Elsner übernom- men werden. Die Anklage aus§ 184 I Str. G. B. richtete sich gegen den Buchhändler Adolf Gericke auS her Friedrichsträtze. bei dem seinerzeit durch die Kriminalpolizei eine Unmasse pornographi- scher, sadistischer und masochistischer Werke beschlagnahmt worden waren. Auch eine grotze Reihe von Abbildungen. Postkarten usw. verfielen der Beschlagnahme. Die Anklage vertrat Staatsanwalt Heinzmann, der Angeklagte wurde durch den auf literarischem Ge- biet als Verteidiger oft in Anspruch genommenen Justizrat Dr. Richard Wolfs verteidigt. Da die sämtlichen, zum Teil recht um- frigiaalfl.7S,?0pf.,1.--,in üen dekannten Sorten, ��Ue�...VunlcheMtt(b..».K-8'�M von reinem, kräftigem Geschmack, hocharomailsch n. bestens be- kömmlich. Neichel-Punsch»«erben im ganzen Reich« getrunken. wer bisher noch nicht verfocht hat, überzeug« stch gleichfalls. ------ V!v SvIbztdvreiUmg ist absolut reell!------ Reichel" Cognac-, Rum--Arrak-Extrakt Ctiflinalfl. 75«f., ttftra.C.aaIlläl*** W. 1.85. Niederlagen in üen bekannten vrogeriea« Wo«elrZiel. SsrIIii!0. EisenDflltns!?'. 4 ?Krn!prech.°l>ll«iasi-: 9t«t1»ti!a» 4751, 4752. 475«. V«A»ltA4f Lasse flch niemand durch Siachadmuuae» tluich«! vorfltylt Man kaufe nur.0ng!n>I-»»Iai>»i.c«»a?e->-. denn diele und allbewährt und«lnrlg aeki mit Marie.Ulalitliaei- u T/11 »» Berliner SdneSerEi-ueMSseisetelt IEIeOJ gegründet von organisierteu Schneidorgehilion, Berlin> Eiweiislr. 185 Ii Keseialef N Großes Lager iertlger Dlsler, Paielots, inzügea Joppen. Elegante Maßanfertigung. Eigene Betriebswerksfätten. Lieferant der Konsumgenossenschaft und des Arbeiterradfahrerbundes. tylsin diesjährig«* Weilinaclits- Verkauf bietet in allen Abteilungen besonder« grünstige Gelegenheit an Torteil- haften Elnk&afen.* Große Gelegenheitsposten Teppiche Hcate bleibt unser Geschalt bis C Ehr abends geöffnet. schaft und aolehen, dl« es werden wollen, gewünscht vom Grossen Gloiau T3 AK« Jakobstr. Eck« Dreidenar Strana r. 73 w MÖBEL Elm 1 Einzeln. Kiii]e> Zimmer il Bett zah' IlSchrank Wldlf l Tisch 2 Stähle Anzht M Mk. IZInunetllHiilEfltElnz. u-»Belle niiminJKM wie neben stehend und 1 Tisch l Stühle ! Küchen- Schrank Anzhl. M besteh, aas: Wohnz. Schlafe. u. Küche Anzhl. M 8 beispiellos billig! & darunter frachtstllckc in Brüssel, Azminster, Perser, Velour, Tapestry, Englisch, Block, Velvet und Smyrna, SofagrSßo ä 6, 8, 10, 15— 10 iL SalongrSEo i 10,15,20,30— 150 M. SaalgrüSe ä 30, 45, 00, 75—50051 Bis Weihnachten I WO/ Sonder- /O Rabatt ani einen Eiesenposten Echte Perser Prunk-Stücke ä 180, 225, 800-750]!. (Regal. V/ert bis 1200 M.) KelimsJjidjimsÄ. Nach auswärts per Nachnahme. Teppich-Spezialbaus LwEmil ef � vre Berlins. Seil 1002 nur Oranienstr. 158. Habe nlrgendn Filialen t Veihnaehts- Eilrallste und Katalog enorm billiger Oescbenkartikel (600 Abbild.) gratis und franko. Kente Soimtag abend. S UHt olfaett Für Beamte, alte Kunden und b Kunden anderer Geschäfte Ohne Anzahlung. große Auswahl, billige Preise. Nunstdrechslerel rartbnni, Ollexandersir. 2. Aschingerhau«, Alexandersir. Sg/40, Mexanber-Pasf. Q. Qranmaitns Testsäle+J8Er!f.eJ!+ «heaterbühne. 27, 3«egelbahnen. Sonnabende und Sonntage Im Dezember, Januar, Februar und Mlrz noch frei. ♦♦♦ a Uhre V Gröl Charlottenbupg. Uhren und öoldwaren. Größte Auswahl, solide Bedienung. Friedrich Stabenow, Berliner Str. 140. Premixe der L�har'sctien Operette„G?a" im Heim eines jeden Grammophon* Besitzers! Sämtliche Schlager, wie„Eva- Walzer",«Pariser Pflaster-Marsch",.Pips!, _ holde Pips!" usw. sind soeben erschienen! Bettfcdcra-I ÄfÄ Gustav faUSIig | Größtes SpezialaGeschäft Deutschlands für Bettfedern, Daunen ck Tedige Letten. Lett Znlette Metall-Bettstellen, Matratzen Daunen- Steppdecken and alle anderen Bett-Artikel Beete BettenlOllung Monopol• Daunen (gesetzl. gesch.) Pfd 2.85 M. 3—1 Pfd zum großen Oberbetfc Großes Preisausschreiben! Rätsel-Walzer-Platte enthält 8 verschiedene Walzer! Preise im Werte von 2500 M.(1. Preis; 1 Salon-Apparat I. W. v. 500 M.) Für richtige Angabe der Namen der Walzer und der Komponisten laut Bedingung. Der Einkauf dieser 30 cm. großen Rätsel- Platte, die 8 der schönsten Walzer enthält, bietet dem Käufer außerdem die Chance, sich an diesem großzügigen Preisausschreiben zu beteiligen und dadurch in die Lage zu kommen, den 1. Preis im Werte von 500 Mark zu gewinnen! Preis dieser Platte nur 4.50 Mark. schwindet durch Haufe'« N&hr- pulvor„Thilossia". Preisgekrönt Berlin 1904. In 6 Wochen 24 Pfand ürztl. kontrollierte Zunahme. Gar. unschüdl. Viele Anerk. Karton 8 M., bei Poatversand Porto und Nachnahmosposen extra. H. Haule, Berlin N., Qreifenhagenerstr. 70. Depots in folgenden Apotheken: Lotbringorstr. 50, Elefanten-Apotheke, Coipzigerstr. 74, Weißen- bnrgerstr. 63, Potsdameratr. 29, Köpeniokeretr. 119, Bomburger- «traßo 3, Frankfurter Allee 74, Ro- «enthalorstr.ei, Reinickendorf er- straßel. Charlottenburg: Bismaruk- str. 81. Spandau: Potsdamerstr. 40. — Soeben erschienen: SHvester'Neuaufnahmen! �bonographen-Katz s Füiaieu; DireksensMe 20, am Bahnhof Aiexanderpl. Neu eröfnet: Dresdener Straße 20, Ecke Oranienplatz. Separate Vorspielräume: Rosenthaler Str. 24 Ecke Qipsstrafle. Chausseestraße 92 gegenüber Kaufhaus Singer. Sonntag von S1/. bis 6 Uhr geöffnet! Am Sten Feiertag alnd meine attmtllchen Filialen bis 8 Uhr gcöffkiet! R i x d o r f, Hermonnplatz 0. Andreasstraße, Ecke Blumenstraße. dlrskt am Bahnhof Ss.gefcid F.hri.ll ab Lahrlar Hauptbahn* hof 19 Min., ab Charlottenburg. Cllmhor Junilernhalda,<9 Min. Uoluoda laadaobaltlleheLafi«. inalleowolta Laub- n. Kadol- waldaatan. Idealste Wohn- tlllle für Jedermann. Lcich. tastar Erwarb atnia Blgenhelma. X Hochwald-, ZT Landznindttlieka, □ R, II Mark I anl Klalntla Aniahlang, ItJAhr. I Amortlaatlonahypothah.— Sem-! nMr-Parlanhtuaer 300 K., eigan.| htuier 6003 M. an. Auakunft o. Froap. koaten- loa tu VerkaufspaTlIion link* rom Babohotaaua- gmag, In 1 Minute auf unaerem Terrain. Nieschalke T Nitsche BarUm. Nene KOnlflatr. 16[ Farnspr.: Amt YII, 8376. DEUTSCHE BANK BERLIN W., Behrenstraße 9—13 Zentralleitung der Depositenkassen: W., M&UCfStr. 28 Aktienkapital 200 000 000 Mark Reserven.......... 107 781 000 Mark Im letzten Jahrzehnt(1901— 1910) verteilte Dividenden: 11,11, 11, 12, 12, 12, 12, 12, 12�, 12�/g. iSveiZniederlassnnxen: Bremen, Brüssel, Dresden, Frankfurt a. M., Hamburg, Konstantinopel, Leipzig, London, München, Nürnberg. Depositenkassen: Augsburg, Chemnitz,"Wiesbaden. Depositenkassen in Berlin: W.; Manerstraße 26— 27......, Kasse A' C CD . P Potsdamer Straße 134a. Köniegrätzer Straße 6...... Potsdamer Straße 96(a. d. Bülowstr.) ITW.; Alt-Moabit 129(Ecke Werftstraße), Tormstraße 51......... SW.; Krausenstraße 38/39 Bello-AlUanoo-Platz 2, Ritterstraße 48......... Belle-Allianoe-Straße 21..... Friedrichstraße 209(Ecke Kochs tr.) K FG* H* O EP HJ* PQ Oranienstraße 140 M.: Chausseestraße 17. Kasse L Schönhauser Alle 9— 9a..... Reinickendorfer Straße 2..... Brunnenstraße 24........ Badstraße 40/41........, MO,: Landsberger Straße 89..,,, � Greifs-walder Straße 2....., O.: An der Jannowitzbrüoke 4,,, j Frankfurter Allee 89......, SO.: Dresdener Straße 8 CKottbuser Tor) Köpenicker Straße 30...... C.: Königstraße 41—42 Am Spittelmarkt 8— 10 Hackescher Markt 3. V X z JK* X» MX» F DE* T QR* G E B Depositenkassen in den Vororten: Charlottcnbure: Kisdorf: Berliner Straße 102...... Sehöneberg: Kaiser-Wilhelm-Platz 2..... Martin-Luther-Straße 5..... Bayerischer Platz 1, Kasse S Markt 4 Schloßstraße 88 Spandan: Steglitz: WelSensee: Berliner Allee 346..... Ehlands traße 57 Sehaperstraße 1. Wllmeradorf: U* AB* ST* SP* GH* LM* W* BD* Die mit einem* bezeichneten Kassen besitzen Stahlkammerelnrlchtnng. Die Depositenkassen eröSnen Geschäfts treib enden, Industriellen und Privaten laufende Konten für den Depositen- and Scbeck- Verkebr and besorgen den An- und Verkauf von Wertpapieren, fremden Geldsorten, Schecks und Wechseln auf das Ausland, die Ausschreibung von Kreditbriefen, die Ausgabe von Welt-Zirkular-Kreditbriofen, zahlbar an all. Hauptplätzen der Welt, etwa 2000 Stellen, die Diskontierung sowie Einziehung von Wechseln, die Aufbewahrung und Verwaltung von Wertpapieren, die Versicherung von Wertpapieren gegen Kursvorlust im Falle der Auslosung, die Einziehung der abzutrennenden Coupons. Beschaffung und Unterbringung von Hypothekengeldern. NaohlaS- und VormSgont- Verwaltung, Uebernahme von Testamentsvollstreckungen. Sonderabtellung für Diskontierung von Buchforderungen. Stahlkammern. Die Stahlkammern der Depositenkassen stehen unter eigenem Verschluß der Mieter und eignen sich zur iolbewahrang von Wertpapieren, Bypotheken-Dokiimenten, Drknnden, Wertgegenständen und SetunneksaeheiL Die Vermietung dieser Schrankfächer erfolgt je nach Wunsch cnf beliebige Zeit. Bedingungen für den Depositenverkehr und die Benutzung der Stahlkammern werden an den Schaltern der Kassen ausgehändigt Die Deutsch« Bank Ist mit ihren sämtlichen Zweigniederlassungen und Depositenkassen amtliche Annahmeatelle von Zahlungen für Inhaber von Scheck-Konten bei dem Kaiserl. Köalgl. Oesterrelcblschen Postsparkassen-Amte In Wien. '""j H||| 1»........■.'' ,,.-'•• i■? 1' J. 1 1' Hanoi! Ci�areiies Jpecialmarken Abbas Dandy Gibson GM e ?''''bhm»ee Produktiv-undVerkaufs-Genossenschaft Berliner Bandaaiften E. G. id. b. H.. SO* 16. Köpenicker Straße 98b (zwischen Kellers und Mündts Festsälen). Gegründet am t. Juli 1907 von organisierten Bandaglsten. Empfiehlt sich allen Arbeitern und Parteigenossen zur Anfertigung von allen Arten Bruohbandagen, Leibbinden, Geradenaitern, künstL Gliedern, Orthopäd. Apparaten, Stützkorsetts, Suspensorien sowie Lager von sämtlichen Artikeln zur Krankenpflege. 108/8* Alle Arbeiten werden in eigener Werkstatt ausgeführt. WM- Für Damen weibliche Bedienung. Lieferant der Krankenkassen Berlins n. Vororte und der Konsnm-Genoss.nschait Berlin n. Umgegend(E.G.m b. H.). tflii'A' Ajls 4*6 sifoßlUf J&iß faß'tUuiu •—. d&titflttfa. '' t&nvlvfw a&tue ? JjSy ffaw nj>* g TTW 'vpr Pläscb- n. Samlmäntel aus Llndener Velvet, pdma Velours du Nord und echt englischem Lea!, auf seidener Serge oaer Damast, gefüttert mit Posamenten und Fransen garniert, 120 bis 140 cm lang 36 45 58 69 75 95-190� Jackettkleider aus besten engllscben Koppen o. gestreiften Stollea, prima blan Kammgarn-Cheviot 195!1 27 33 42 49 M, Französische Kleider ana gestreiftem and einfarbigem reinwollenen Popeline. Beate Zutaten und Verarbeitung. Kelch mit Samt besetzt oder bestickt 1950 27 33 42 M. 1200 Kostümröcke ans prima schw. Latin tuch, ana regenechten engt Stoffen, oder reinwollenem Kammgarn- Cheviot, schwarz, blau oder gestreift Alle Weiten und Längen 5 7 50 9 1350 18 24 M. Tanzstunden.. Ball.«. Gesellschaftskleider reizende Ausführungen In allen Lichtfarben nnd weisser Voile, Wollbatist, Seide, Tüll u. Stickeret» Stoffen 9 15 1950 24 27 33 M. ■ Enorm billig" Wollene, seidene und Tüllblusen 260 375 550 753 9 � Matinees und Morgenröcke 275 375 Q73 ,2 15 Paletot„Paris" Prima Volourt» du Nord Ganz auf Seido cc 120 cm lang•- w J m. Sämtliche Konlektion auch für stärkste Damen stets vorrOttgi KoatOm ,,Rerthau Prima blau Kammgarn- ........ CheviotJaclret auf noso Seide.....*0] Sielmann& Rosenberg: Kommandantenstrasse, Ecke Lindenstrasse 11 Schaafenatcr 2 HSuaer vom DJnhoKpL Heute von 8—10 uns! 82—6 geöffnet. von Grimm sTriepel „Überall käuflich." 1 MARK wöchentlich Teilzahlung liefere elegante, fertige Ersatz für Mass Garantie tür tadellosen Sitz Anfertigung nach Mass Julius Fabian Schneidepmeistep i. Gesch.-. Gr. Frankfurter Str. 37 ,L » Gesch.: Turm-Strasse 13' Ke,B Laden Verantwortlicher Rehafteur: Ulbert Wachs. Berlin. Für den Inseratenteil verantw.: TH. Glocke. Berlin. Druck u. Verlag: Vorwärt» Buchdruckerei u. Verlagsanstalt Paul Singer u. Co.. Berlin SW. Nr. 801. 28. Jahrgang. 4. 5 filme des Lawiirts" Sonntag, U. Dtzemder 1911. Partei- Hngelcoienbciten. Zur Lokalliste! Die Kammersäle, Teltower Str. 1—4, Ecke Belle-Alliancc Straße, sind für die organisierte Arbeiterschaft nach wie vor g c sperrt. I» Birkenwcrder an der Nordbahn hat das Lokal»Cafe Japan" den Besitzer gewechselt. Der neue Inhaber verweigert uns seine Räume. Das Lokal ist mithin von der Liste zu streichen und als gesperrt zu betrachten. In Grost-Lichterfelde hat das Lokal„Kaiserhof" am Kranold- platz den Besitzer gewechselt. Der jetzige Inhaber, Herr Kaufholfy stellt uns sein Lokal nach wie vor zur Bersügung. In Bohnsdorf, D.-L., ist das Lokal von Wilh. Wirth, früher Dölling, nach wie vor gesperrt. Wir bitten die Lokallifte genau zu beachten. Die Lo k a l ko m m i ss ion. Zweiter Wahlkreis. Am dritten Feiertag, vor niittags 9 Uhr, findet von Sah, Hornstr. 2, eine Hand zettelverbreitung statt zu der ain 28. Dezember in den „Kreuzberg-Fesksälen", Kreuzbcrgstrahe 48. und der am 29. Dezember in der„Anhalt. Ressource", Möckernstrahe 114. stattfindenden Versammlung. Montag, den ersten Meiertag: Winterfest in den Lokalen: Kliems Festsäle, Hasenheide 12/13, und Viltoria-Brauerei Lützowstr. 111/112. Mitwirkend«: In beiden Lokalen Konzert des Berliner Sinfonie-Orchcsters(Dirigent Herr Maxim. Fischer); außerdem in Kliems Festsälen: Bolkssänger-Gcsellschaft Eerhardy und in der Biktoria-Brauerei: Konzertsänger Herr Paul Bauer Am dritten Feiertag findet ein Untcrhaltungsabcnd der b. Abteilung bei Julius Meier, Oranienstr. 1V3, statt. Da zu beiden Veranstaltungen für gute Unterhaltung Sorge getragen «st, bittet um zahlreichen Besuch Der Vorstand. Dritter Wahlkreis. Wir niachen nochmals auf den am ersten Weihnachtsfcieitag im„Gewerkschaftshaus" statt sindenden Kunstabend aufmerksam. Näheres unter Annoncen IXIi. Für die Bezirke 236—244. 258—262, 265—267, 274 und 275 findet am Donnerstag, den 28. Dezember, eine Flugblattverbreitung statt. Die Genossen werden ersucht, sich zahlreich daran zu beteiligen. Charlottenburg-Spandau. Handwerker, Arbeiter und Beamte, erscheint in Masten zu der am Donnerstag, den 28. Dezember, im Saale der Spandauer Bockbrauerei stattfindenden Versammlung. Referent: Landtagsabgeordneter Dr. Liebknecht. Ter Einberufer. Rixdorf. Die Bibliothek des Wahlvereins bleibt vom 24. bis 27. Dezember und am 1. Januar geschlossen. Die Bibliothckskommission. Wilmcrsdorf-Halcnsce. Eine öffentliche Wählerversammlung findet am Freitag, den 27. Dezember abends 8)4 Uhr, im V> k t o r i a g a r t e n. Wilhelmsaue Ilö. statt. In dieser Ver sammlung hält unser Rcichstagskandidat Fritz Z u b e i l das Referat. Die Parteigenossinnen und Genossen werden ersucht, für diese Versammlung nach Kräften Propaganda zu machen. Das sozialdemokratische Wahlkomitee. Eharlottenburg. Mittwoch, den 27. Dezember 1011, hält der Hausarztverein ein Wcihnachtsvcrgnügen im Volkshanse ab. Billetts sind bei den Gruppenführern, bei Lcupold und Wcißbcit, zu haben. Um regen Besuch bittet Der Vorstand. Zehlcndorf(Wannscebahn). Am ersten.Feiertag, nachmittags 3 Uhr, veranstaltet der hiesige Bildungsausschutz bei Micck, Karl' straß«. eine Weihnachtsfeier. Wir hoffen, datz sich alle Partei- genossen mit ihren Familien daran beteiligen. Der Vorstand. Tempclhof. Der Wahlvercin veranstaltet am ersten Weih- nachtSfeiertag im„WilhclmSgarten" einen„Heiteren Abend" Humoristische Rezitationen und Gesangßvorträge, Konzert, Ver- losung, Tanz. Eintrittspreis 25 Pf. Saalöffnung 6 Uhr. Anfang 7 Uhr. Das Komitee. Eichwalde, Zeuthen, MicrSdorf. Parteigenossen, welche noch im Besitze von.Bibliotheksbüchern sind, werden gebeten, dieselben abzugeben, da die Bibliothek geordnet wird. Groft-Bcstcn. Am zweiten Weihnachtsfeicrtage, nachmittags 2 Uhr. findet in Päctz bei Groß-Bcsten eine öffentliche Versamm- lung unter freiem Himmel statt. Genossen! Sorgt für guten Besuch der Versammlung. Teupitz. Am Dienstag, den zweiten Weihnachtsfeiertag, nach- mittags 2 Uhr, findet im benachbarten Neuendorf auf dem Grundstück des Herrn Lehmann eine Volksversammlung statt. Referent: Genosse K l ü tz- Rixdorf. Die Genossen dieses Bezirkes werden gebeten, für zahlreichen Besuch zu agitieren. Reinickcndorf-Lst. Die Bibliothek des Wahloereins ist der E eiertage wegen geöffnet: Am zweiten Weihnachtsfeiertag un-d am ilvestcr. vormittags von 10 bis II Uhr. Vom 8. Januar ab dann wieder wie gewöhnlich Montagabends. Die Bezirksleitung. Nieder-TchSnhausen-Nvrdend. Mittwoch, den 27. Dezember, abends 8% Uhr, in Neu-Karlshof, Beuthftraße, Ecke Charlotten- straße: Mitgliederversammlung deS WablvereinS. Wichtige Tagesordnung. Die Bezirksleitung. Tegel. Der„Verein Jugendheim für Tegel und Borsigwalde" devanswltet am ersten Wcihnachtsfeiertag im Lokal von Klippen- stein, Spandauer Strasse, eine Weihnachtsfeier. Um zahlreiche Beteiligung wird ersucht. Spandau. Am Mittwochabend 8H Uhr von den Arbeits- lokalen der Reichstagswahlbezirke auS: Allgemeine Flugblattverbreitung über ganz Spandau. Es ist Pflicht eines jeden Ge- nosscn, pünktlich zur Stelle zu sein, damit die Arbeit glatt von- statten geht. Falkenhagen-Secgefcld. Am zweiten Weihnachtsfeiertage findet keine öffentliche Volksversammlung statt. Ter Vorstand. berliner Nacbmbten. Der Christbaum. Wenn am Weihnachtsheiligabend der Christbaum ini Lichterglanze strahlt, denken nur wenige über den Ursprung dieses unentbehrlichen Requisits einer deutschen Weihnachts- feier und iiber die große wirtschaftliche Bedeutung nach, die der Christbaum heute gewonnen hat. Mit der biblischen Er- Zählung von der Geburt Jesu steht der Christbaum in keinem näheren Zusammenhang. Der heutige Termin des Geburts- festes Christi wurde bekanntlich erst um die Mitte des vierten Jahrhunderts festgelegt. Die Feieer des Festes war allent- halben verschieden. Erst nach dem Jahre 1060 bürgerte sich, anknüpfend an die römische Form des Neujahrsfestes, die Austeilung von Geschenken und die Schmückung der Woh- nung mit grünen Zweigen ein, woniöglich blühenden K i r s ch b a n in z w e i g e n, die man schon lange vorher künstlich zur Blüte gebracht hatte. Mehr und mehr ging man dazu über, die immergrüne Tanne und Fichte zur Aus- schmückung zu verwenden. Einen mit Aepfeln, Nüssen, Zuckerwerk und allerlei buntem Flitterwerk behängten Christ- bäum kennt man jedoch in Deutschland erst seit Beginn des 17. Jahrhunderts. Mit Lichtern wurde er erst iin 18. Jahr- hundert ausgestattet. Obwohl deninach der Christbaum in seiner heutigen Form noch recht jung ist, hat er rasch eine große Bedeutung erlangt. Nicht nur in Deutschland und Skandinavien, sondern seit dem Kriegt von 1870/71 auch in Frankreich und anderen uichtdeutschen Ländern hat er sich eingebürgert. Obwohl Teutschlands Waldbestand noch recht groß ist, reicht er doch nicht hin, um den Weihnachtsmarkt alljährlich mit der nötigen Anzahl von Christbäumen zu ver sorgen. Große Mengen junger Tannen und Fichten werden in den Monaten November und Dezember aus Rußland und Oesterreich-Ungarn importiert. Der Christbaum ist nicht nur ein ansehnlicher Handelsartikel geworden, er hat sich sogar zum regelrechten Spekulationsobjekt entwickelt. Durch geschickte Regelung der Zufuhren gelingt es den Händlern oft genug, die Preise ganz auffallend in die Höhe zu treiben. Allerdings ist meist ein Preissturz unmittelbar vor dem Fest nicht zu vermeiden, da sich dann die Zufuhr der bereits geschlagenen Bäume nicht mehr vermeiden läßt. Für den Forstwirt hängt die Rentabilität seiner Waldungen nicht wenig von deni Ergebnis des Christbaumgeschäftes ab. Des halb sorgt die rationelle For st wir tschaft, besonders in den deutschen Mittelgebirgen durch umfangreiche Aw Pflanzung von Tannen und Fichten für möglichst großen Vorrat an jungem Nadelholz. Eine ganze Industrie knüpft sich an die Ausschmückung des Christbaumes. In den Wald dörfern Thüringens, Sachsens und Schlesiens produziert die Hausindustrie alljährlich gewaltige Mengen von Christbaumschmuck. Glaswaren aller Art, Gold- und Silber flitter, Christbaunischnce und noch viele andere bunte Artikel werden von alt und jung hergestellt, um zu Weihnachten in Stadt und Land den Baum zu zieren. Hierzu kommen noch Kerzen, Lichthalter, Buntfcuer, Baumständcr und un- zählige andere Sachen, die zu einem regelrechten Weihnachts- bäum gehören. Tie Verbreitung des Christbaumes im Aus- lande hat auch eine starke Ausfuhr von Weihnachtsartikcln hervorgerufen. Die Gesamtausfuhr von C h r i st b a u m- schmuck und Kiuderspielzeug repräsentierte im Jahre 1910 einen Wert von 86,28 Millionen Mark. In diesem Jahre dürfte die Summe von 90 Millionen Mark noch erheblich überschritten werden. Beläuft sich doch schon die Ausfuhr in den ersten elf Monaten auf 82,89 Millionen Mark. Der Hauptabnehmer find die Vereinigten Staaten und Groß- britannien. Ansehnliche Mengen werden, abgesehen von den Ländern des europäischen Kontinents, auch nach Südamerika, Australien und Ostasien exportiert. Besondere Bedeutung hat das Weihnachtsfest auch für den einheimischen Obst- mark t. Infolge des schlechten Ausfalls der Obsternte in Teutschland muß der Bedarf an Weihnachtsäpfeln und Nüssen durch erhöhte Zufuhr aus dem Auslände, vor allem aus Frankreich, Italien, Oesterreich-Ungarn und den Vereinigten Staaten gedeckt werden. Tie Einfuhr von frischen Aepfeln ist in den Monaten Januar bis November 1911 dem Werte nach von 16,22 auf 40,79 Millionen Mark gestiegen. Es hat deni Christbaum nicht an �Konkurrenten gefehlt. Die aus Stäben und buntem Papier hergestellten Pyramiden haben ihn jedoch ebenso wenig verdrängen können wie der neuerdings nach englischem Muster als Weihnachtsschnmck auch in Deutschland verwendete Mistelzweig. Beide sind nur unvollkommene Surrogate des deutschen Weihnachtsbaumes. Wcihnnchtsfciern ksaben dieser Tage wie üblich in zahlreichen öffentlichen Anstalten stattgefnndcn und werden heute abend noch abgehalten. Bemerkens- wert erscheint die Feier, die alljährlich die Verwaltung des Gewcrk- schaftshauies für die zugereisten Arbeiter beranstaliet, die den auf der Reise besindlichen Arbeitsbrüdern doppelt zum Bewußtsein bringt, datz die Solidarität ein hohes Gut des Arbeiters ist. DaS städtische Fmdhofsbumu im Rathause. Der Magistrat teilt mit:„Vom 2. Januar 1912 ab wird in der städtischen Verwaltung eine nicht unwesentliche Veränderung insofern eingeführt, als die bisher auf den städtischen Friedhöfen in Friedrichsfelde, in der Seestraße, Ecke Müllerstraße und in der Gerichtsstr. 37/38 befind- lichen Einzahlungsstcllen für Fricdhofsgebührcn eingezogen werden. Die Friedhofsverwalter dürfen vom Beginn des neuen Kalenderjahres ab keinerlei Zahlungen mehr entgegennehmen. Als Einzahlungsstelle ist vom Magistrat ein mit Kasscnvcrwaltung versehenes Bureau im Rathause, Zimmer 104, daS„Fricdhofsbureau", eingerichtet worden. Diese neue Kasse, die werktäglich von 9—2 Uhr geöffnet ist, ist von allen Stadtgegenden infolge ihrer zentralen Lage leicht zu erreichen. Es ist übrigens schon jetzt angeordnet worden, daß auch sämtliche Zahlungen für den Friedhof in Buch und ur das Krematorium an das Friedhofsbureau erfolgen sollen, obnld diese Einrichtungen ins Leben getreten sein iverdcn. Das Publikum erspart durch diese Veränderung viele Wege, weil das Bureau nicht nur die Zahlungen annimmt, andern auch täglich mit der Post alle Bestellungen und Auftrüge an die Fricdhofsverlvaltcr weitergibt. Es ist auch dafür Sorge getragen worden, daß der— namentlich in einer gewissen Uebergangszcit— über diese neue Re gelung noch nicht informierte Teil des Publikums, der der alten Gewohnheit folgend den Friedhof aufsucht, um dort die Zahlungen zu leisten, nicht doppelte Wege zu machen hat. Es liegen nämlich für solche Fälle vorgedruckte Postauweisungen bei den Friedhofsvcrwaltungen zur Eni- nähme durch die Interessenten bereit, die ihre Zahlungen ohne Aufsuchen des FriedhofSbureauS demselben durch die Post übermitteln können. Auch kann in eiligen Fällen, die unbedingt Sonntags bczw. au Werktagen außer den Kassen- äundcu erledigt werden müssen. daS Publikum die Betellungen auf den Friedhöfen aufgeben und Postanweisungen zwecks Abseudung des Geldes erhalten. Es mag noch hervorgehoben werden, daß im Friedhofs- bureau die Ouittungsleistung nach einem System erfolgt, das in anderen städtischen Kassen nicht eingeführt ist. Es werden sogenannte„Durchschreibequittungen" verwendet, die bei ein- maliger Niederschrift drei Ouittungen herstellen. Ein Exemplar erhält der Einzahler, ein weiteres geht dem Friedhofs- Verwalter zur Erledigung der bezahlten und bestellten Auf- träge zu, das dritte behält die Kasse des Friedhofes als Kontrollbelag zurück." Die Neuerung wird vielen Personen Wege und Geld ersparen. Sie war schon längst notwendig und hat sich ohne- hin sehr verzögert. Das Publikum, das wegen Beerdigung von Angehörigen auf städtischen Friedhöfen Besorgungen zu machen hat, braucht nicht mehr nach der Seestraße oder nach Fricdrichsfelde hinaus, sondern es kann im städtischen Fried- hofSbureau im Rathause die Beerdigmigszeit vereinbaren und sofort die Kostenfrage erledigen. Um deni Publikum von dieser Einrichtung Kenntnis zu geben, sollen auf den Standesämtern, auf denen die Todes- anzeigen erstattet werden müssen, Plakate zum Aushang kommen, die aus das städtische Fricdhofsbureau im Rathause hinweisen. Die Post an Weihnachten. Die Post hat für den Verkehr am Heiligen Abend und au den beiden Weihuachtsfciertagen folgende besondere Vorkehrungen in Groß-Bcilliu getroffen. Ani Sonntag, den 24. Dezember, sind sämtliche Annahme- stellen für Pakete bon 8 bis 2 Uhr geöffnet. Eine Ausgabe von Paketen findet wie an Werktagen statt. Auch werden Pakete bestellt. Endlich findet eine einmalige Geldbestellung statt. Am WeihnachtSfcst, den 25. Dezember, ist Paket- bestellung und eine einmalige Bestellung von Geld. Die Ausgabe von Paketen findet wie an Werktagen statt. Am zweiten Feiertag, den 26. Dczeniber, besteht von den außer- ordentlichen Einrichtungen noch die Bestellung von Paketen. Ein beachtenswerter technischer Fortschritt im Berliner Bau- Wesen. Bei den Ausschachtungsarbeitcn des Erweiterungsbaues eines Warenhauses in der Leipziger Straße zu Berlin kann man zurzeit einen interessanten technischen Fortschritt beobachten. Be- kanntlich mutzten bisher die mit dem Ausschachtungsgut beladenen Wagen von Pferden auf die Straße gezogen werden. Da die Sohle des AusschachtuugsterrainS gewöhnlich zirka 4 Meter unter dem Straßenniveau liegt, andererseits der Raum auf den Berliner Bauten meist sehr beschränkt ist, so müssen die Wagen auf einer Rampe mit großer Steigung auf die Straßen gezogen werden. Wenn hierzu bisher auch Vorspann benutzt wurde, so bot das müh-- selige Hinaufwürgen der Wagen von der Sohle des Baues auf die Straße doch immer das Bild recht häßlicher Quälereien für die dabei beschäftigten Menschen wie auch für die dabei tätigen Tiere. Auf dem erwähnten Bau in der Leipziger Straße hat man nun in der Mitte der Rampe gleich hinter dem Bauzaun eine Rolle bc festigt. Ueber diese führt ein Seil zu einem elektrisch angetriebenen Windwerk einerseits, während das andere Ende des Drahtseils die Rampe herunterreicht. Sobald nun der beladen? Wagen vor der Rampe steht, wird das Drahtseil befestigt und ein Kommando ver. anlaßt den Monteur am Windwcrk, das Seil anziehen zu lassen. So wird der schwer beladen« Wagen außerordentlich schnell über die steile Rampe hinweg auf die Straße befördert. Die Anwendung des Vorspanns fällt vollkonnnen fort und Mensch und Tier werden geschont. Für den Unternehmer hat diese Anwendung der modernen Technik den großen Vorteil, daß die Arbeiten wesentlich beschleunigt werden. Das Berliner Publikum schenkt denn auch diesem wirklich beachtenswerten und erfreulichen Fortschritt reges Interesse, wie aus der großen Anzahl der sich ständig ablösenden Zuschauer zu er- sehen ist. Für etwas kritisch veranlagte Gemüter sei bemerkt,, daß die Einrichtung als solche noch ziemlich primitiv ist. Nachdem aber erst einmal ein Anfang auf diesem Gebiete gemacht ist, wird es hoffentlich nicht lange dauern, bis man derartige Windwerkc in wesentlich verbesserter Form und damit auch unter besserer Aus- Nutzung der aufzuwendenden Kraft ganz allgemein im groß- städtischen Bauwesen benutzt. Bim der sozialdemokratischen Fraktion wurde gestern folgende Interpellation bei der Stadtverordnetenversammlung eingereicht: Unterzeichnete fragen den Magistrat an, ob Vorkehrungen ge- troffen sind, um die Wiederholung von Vorkommnissen in den städtischen Steuerbnrcaus zu verhüten, wie fie auS Anlaß des Prozesses Lüdecke zutage getreten sind. Zur Pflege des„Patriotismus" durch dir Schule bietet sich in den nächsten Wochen wieder mal eine prächtige Gelegenheit. Am 24. Januar 1912 werden 200 Jahre verflossen sein seit der Geburt de? preußischen Königs Friedrich II., der in der bürgerlichen Geschichts- sckreibung„Friedrich der Große" heißt. Alles, was als„Patriot" gellen will, rüstet sich zu den üblichen Feiern, ohne die es bei solcher Gelegenheit nun einmal nicht abgeht. Daß auch die Schulen ihr Teil abkriegen würden, war im voraus anzunehmen. Schon hat der Kaiser, der als König von Preußen in das Schulwesen seiner Monarchie nach Belieben eingreifen darf, den Kultusminister ermächtigt zu der Anordnung, daß in allen Schulen Preußens am Geburtstage des Kaisers auch der 200. Wiederkehr des Geburtstages deS Königs Friedrich II. gedacht werden mutz. Der Kaiser hat noch ein Ucbriges getan und hat als Geschenk für artige Kinder 100 000 Exemplare einer„volkstümlichen" Gedenk- s ch r i f t gestiftet, die von dem Generaldirektor der Staatsarchive Wirk! Geh. OberregierungSrat Prof. Dr. Koser verfaßt worden ist und den Titel„AuS dem Leben Friedrichs des Großen, denkwürdige Worte des Königs mit kurzer Erzählung seiner Taten" trägt. Man darf gespannt darauf sein, in welchem Lichte da Friedrich IL den Schulkindern gezeigt werden wird. Mit„volkstümlich" sein sollenden Gedcnkschriften, die aus solchen Anlässen unter Schulkinder verteilt werden, sind schon die sonderbarsten Erfahrungen gemacht worden. Vom neuen Truppenübungsplatz in Zchrensdorf. Die Arbeiten ans dem Gelände des neuen Truppenübungsplatzes ZehrenSdorf und der Bau des Barackenlagers sind zum größten Teil beendet. Die erste Belegung deS Lagers wird im Sommer 1912 bon Teilen der Garde erfolgen. Die Garde wird für den Transport nach dem Uebungsplatze größtenteils die Militärbahn benutzen. Der Neu- bau der neuen Jnfanterie-Schießschule, die bekannt- lich demnächst von Spandau nach Wünsdorf verlegt werden soll, ist fertiggestellt. DaS 1. Gardc-Dragoner-Rezimcnt wird nach Charlotten« bürg verlegt werden. Die neuen Kasernen werden in der Nähe der Döberitzer Heerstraße unweit des Neichskanzler-Platzcs errichte! im Anschluß an den alten Exerzierplatz des Elisabeth-Rcgi« mentS. Die augenblickliche Lage der Kaserne in Berlin ist für den Feld- und Reitdicnst der Kavallerie zu ungünstig, da daS Tempel- hofcr Feld für Kavallerieübungcn zu beschränkt ist. Eine Entlastung der Berliner Stadtbahn plant die Eisenbahn» direktion Berlin für den Sommcrfahrplan 1912. Wie eine Kor- respondenz wissen will, ist beabsichtigt, vom 1. Mai 1912 ab alle Nord- und Südringzüge als Vollringzüge zu fahren, damit die Stationen der Stadtbahn entlastet werden. Es werden also die Züge am Potsdamer Ringbahnhof beginnen und über Halensce einerseits und Stralau-Rummclsburg andererseits auf den Nord- ring übergehen, ohne die Stadtbahn zu berühren. Die Stationen Halcnsee und Siralau-Rnminelsburg werden Umsteigestationen. Als Ausgleich sollen eine Reihe reiner Stadtzüge Halensee— Stralau-Rummclsburg geschaffen werden, aber nicht in der Zahl der jetzt über die Stadtbahn verkehrenden Ringzüge. Mit dieser Neue- rung dürfte die Zugfolge auf der Siadtbabn verringert werden und für eine große Zahl von Rcisendeii ein Umsteigezwang geschaffen iverdcn, der namentlich bei den bekannten Bahnsteigverhältnissen in Rummelsburg recht lästig wirken dürfte. Die Arbeiten für die Elektrisierung der Stadtbahn werden bc- reits im Mai 1912 aufgenommen werden vorbehaltlich der Znstim, mung«es Landtages. Elektrische Lokomotiven sind bereits in Auf- trag gegeben worden. Bekanntlich ist der elektrische Betrieb so ge- dacht, datz der Strom oberirdisch durch Leitungsdrähte auf die Loko- Motive geleitet wird, während die alten Personenwagen vorläufig weiter im Betrieb bleiben. Der Borstand des Vereins für Kinder-Bolksküchen hat be- schlössen, seine Anstalten auch während der Weihnachtsferien offen zu halten. Der VotstUtd des Vereins hatte erst die Absicht, die Küchen während der Feierlage zn schließen, iveil er der Ansicht war, daß die Eltern der bedürftigen Kinder zur Weihnachtszeit von vielen Seiten so be- dacht würden, daß sie tvohl imstande seien, während derWeihnachts- zeit eine Mittagsmablzeit zu bereiten und gemeinsam mit ihren Kindern einzunehmen. Diese Ansicht ist aber nur leilweise begründet und der Vorstand ist nun von seiner anfänglichen Absicht wieder abgekommen. Wie uns berichtet wird, war es ein Bild des Elends zu sehen, wie am Freitag im strömenden Regen vor der Küche in der Zorndorferstraße bei der Ebertystraße gegen 12 Uhr etwa 30 Kinder auf der Straße aus die Oeffnung der Küche warteten. Ein Schutzmann stand dabei, der wohl auf„Ordnung" unter den hungernden Kindern halten wollte. Ein tödlicher Straßciivahümifall ereignete sich am Freitagabend gegen S Uhr in Moabit. An der Ecke der Rathenower und Seydlitz- straße geriet ein etwa 40jähnger Mann gegen einen in der Richtung nach der Gotzkowskhstraße fahrenden Straßenbahnwagen der Linie 9. Der Mann wurde umgestoßen und blieb besinnungslos und blut- überströmt neben dem Bahnwagen liegen. Der Verunglückte wurde nach dem Krankenhans Moabit übergeführt, wo ein Schädelbruch und innere Verletzungen festgestellt wurden. In der Nacht zum Sonnabend ist der Unbekannte, ohne die Besinnung wiedererlangt zu haben, an den Folgen deS Unfalles verstorben. Der Storch in der Eisenbahn. Während der Eisenbahnfahrt von einem freudigen Ereignis überrascht wurden gestern eine junge Frau aus Berlin, die im Begriff war, sich zu ihren in Hannover wohnenden Eltern zu begeben. Kurz vor Spandau wurde die Frau von Ge- burtswehen befallen und bald darauf von einem kräftigen Knaben entbunden. In Spandau wurden Mutter und Kind nach dem Stationsgebäude übergeführt, wo ein inzwischen hinzugerufeuer Arzt Beistand leistete und die llebcrführung beider nach dem städtischen Kraukenhause anordnete. Mutter und Kind befinden sich wohl. Unter dem Verdacht, große Kautionsschwindeleien verübt zu haben, wurde gestern der Inhaber und Direktor der Reklame-Ver- lagsanstalt H. Hoppe aus der Alexanderstraße 9 von der Kriminal- Polizei verhaftet. Hoppe. Stubenmaler von Beruf, gründete vor einiger Zeit die„Mitteleuropäische Kunstanskalt G. m. b. H." Bald darauf löste er jedoch diese Gesellschaft auf und stellte seine Zah- lungen ein. Mit einem Betriebskapital von baren 100 M. gründete er dann ein neues Unternehmen, das er Reklame-Verlagsanstalt nannte. Sein erstes war, Maschinen für eine Druckerei anzu- schaffen. Er fand auch Geschäfte, die ihm die Maschinen auf Leih- und Kaufverträge in die von ihm gemieteten Räume stellten. Jetzt suchte er durch Zeitungsinserate für seine Verlagsanstalt allerhand Angestellte, die gleichzeitig Geschäftsanteile zu erwerben hatten. Es meldeten sich auch zahlreiche Leute, denen er Posten als Geschäfts- lcitcr, Kassierer und Steifende übertrug. Von diesen nahm er als „Geschäftsanteile" und Kautionen zusammen 30 000 M. und ver- pfändete jedem der Beteiligten die Druckmaschinen, die er als sein Eigentum ausgab. In Wirklichkeit hatte er jedoch noch keinen Pfennig darauf bezahlt. Es liefen Strafanzeigen gegen ihn ein, weil er die„Geschäftsanteile" und Kautionen verbraucht hatte. Die Kriminalpolizei hatte sich nun auch mit ihm zu beschäftigen und nahm ihn gestern aus seiner„Verlagsanstalt" heraus fest und führte ihn dem Untersuchungsrichter vor. Fahrstuhlunglück bei A. Wcrthcim. Ein Unglücksfall, der leicht katastrophalen Umfang hätte annehmen können, ereignete sich gestern nachmittag gegen 5'A Uhr im Warenhause A. Wertheim in der Leipziger Straße. Als der Fahrstuhl 1 in der Nähe des Sommergartens mit sieben Personen in die Höhe ging, brach in der ersten Etage das Drahtseil und der Aufzug sauste in die Tiefe. Da die Höhe ziemlich gering war, prallte der Fahrstuhl zwar heftig auf den Boden auf, doch kam keiner der Fahrgäste zu Schaden. Mehrere Damen sowie ein Herr erlitten einen Nervenchock, doch gelang es dem Fahrstuhlführer und einem mitfahrenden Oberfeuerwehr- mann die Aufgeregten zu beruhigen. Die Feuerwehr in der Mauer- straße wurde sofort benachrichtigt und war auf den Ruf: Menschen- leben in Gefahr! schon in wenigen Minuten zur Stelle. Mit Hilfe der Feuerwehr gelang es in kaum einer Viertelstunde, die Einge- schlossenen aus ihrer Lage zu befreien. Die Ursachen des Unglücks konnten gestern noch nicht festgestellt werden. Wahrscheinlich dürfte sich das Seil bei der starken Benutzung in den letzten Tagen an irgend einer Stelle warm gelaufen haben und dann gerissen sein. Zusammenstoß am Brandenburger Tor. Gestern vormittag gegen 10 Uhr erfolgte am Brandenburger Tor ein heftiger Zusnmineiistoß zwischen einem Straßenbahnwagen der Linie 52 und einein Schlächter- wagen des Hofschlächtermeisters Krienclke anS der Steglitzer Str. 63. Bei der Kollision wurde der Kutscher Reinhold Bus« vom Bock des Schlächterwagens geschleudert, so daß er mit einem schweren rechten Untcrschcnkcldruch auf dem Straßendamm liegen blieb. Der Ver- unglückte wurde nach der Charito gebracht. Die Fahrgäste deS Straßenbahnwagens kamen mit dem bloßen Schreck davon. Eine größere Verkehrsstörung im Straßenbahnbetrieb gab es gestern mittag in der Leipziger Straße. Die Störung wurde dadurch herbeigeführt, daß an der Ecke der Leipziger und Mauer- straße ein Straßenbahnwagen der Linie 76 entgleiste. Auf einen Kiudrsmord deutet ein Leichenfund, der gestern im Norden der Stadt gemacht wurde. In der Afrikanischen Straße fand ein Passant ein Paket. Er öffnete es und entdeckte zu seinem Sckrcck die Leiche eines neugeborenen Kindes männlichen Geschlechts darin. Der unheimliche Fund wurde der Polizei übergeben, die ihn nach dein Schauhause bringen ließ. Man hofft durch die Obduktion ermitteln zu köimen, ob hier ein Kindesmord vorliegt oder ob es sich lediglich um die Beseitigung einer Leiche handelt. Ein schwerer Autonioüiluiifall hat sich am Freitagabend auf dem Wedding zugetragen. Vor dem Hause Paukstraße 42 hatte die 67 Jahre alte Witwe Marie Heu. Müllerstraße 9 wohnhast. den Fahr damin überschreiten wolle», als sie, nach rechts umschauend, in einiger Entfernung ehie» Geschäflswogen herankommen iah. Sie achtete nicht auf die andere Richtung und raiinte schleunigst über den Damin. In diesem Augenblick nahte aus der anderen Richtung das Droschkeitautoniobil Nr. 8070. Obwohl der Chauffeur fortwährend Wariiiingssignale gab, sah sich die Greisin nicht um. Sie wurde niedergerissen und von dem Vorderrad ein Stück fortgeschleift. In schwer verletztem Zustand brachte man die Verunglückte zunächst zur nahen Unfallstatioi: uiro von dort nach dem Virchoto-Krankenhause, wo die Acrzie erhebliche innere Verletzungen sowie Quetschungen und Brüche bei ihr feststellten. Ter Borstand deS Berliner Ashlvrreins für Obdachlose richtet hierinit an seine Mitglieder und Verehrer die herzliche Bitte, die Abfindungen für die Neujahrskarten den Aermsten der Armen zu- wenden zir wollen. Arbeiter- BildmigSschule. Mittwoch, den 27. Dezember, abends 7 Uhr, im„Köiiigstadt-Kasino", Holzniarkistr. 72: Vortrag deS NedalteurS Genossen Fr. Kitzner über:„Eiltwickelungsteiidenzen tn der Wohnnngskmist". Verloren. Am Sonntag, den 17. Dezember, früh 7 Uhr, ist von Bcrnaner Str. 48 bis zur Haltestelle der Elektrischen Straßen- bahn, Swinemünder Straße, und von da mit der Straßenbahn 40 nach Zirkus Busch ein braunes, kleines Portemonnaie mit Inhalt von einer armen Handelsfrau verloren gegangen. Abzugeben im Aestaurailt bei Lmiow, Bernauer Str. 48. Vorort- JSachnchtcn« Charlottenburg. Borernährung der Mütter in Charlottenburg. Die Stadt Charlottenburg hat dem Hauspflegcverein eine Summe zur Verfügung gestellt, aus der an unbemittelte oder wenig bemittelte Schwangere 4 Wochen vor der Entbindung und für die Zeit des Wochenbettes Beihilfen gewährt werden sollen, um sie für ihre Aufgabe des Sclbststillens vorzubereiten. Die Beihilfe besteht meist in der Verabreichung eines kräftigen Mittagessens oder in der Lieferung sonstiger Lebensmittel. Zu diesem Zwecke sind folgende Speisungsstellen eingerichtet: Charlottenburger Ufer 16, Königs- weg 54, Wilmersdorfer Straße III, Berliner Straße 137 und Alt- Moabit 39. Meldungen werden von der E r n ä h r u n g s- abteilung: Marchstr. 7k Dienstags und Freitags zwischen 10 und 11 Uhr vormittags, möglichst 6 Wochen vor der erwarteten Entbindung, angenommen. Der Hauspflegeverein hat die Ver- pflichtung übernommen, die von ihm gepflegten Mütter stets recht- zeitig vor dem Aufhören seiner Pflege an die nächste Säuglings- fürsorgestelle zu überweisen, damit diese in unmittelbarem Anschluß an die Tätigkeit des Hauspflegevereins die weitere Fürsorge über- nehmen kann. Der Magistrat ist dem Beschluß der Stadtverordnetenversamm- lung, an die Rcichstagswähler Einladungskarten zu versenden, nicht beigetreten, da nach seiner Auffassung die Vorteile in keinem Verhältnis stehen zu den durch die Versendung erwachsenden Mühen, Kosten und unter Umständen auch Nachteilen. Lichtenberg. Stadtverordnetensitzung. Bei Beratung über Regulierung der verlängerten Wördenstraße zwischen Weißenseerweg und der Röder- straße wurde vom Vorsteher die Frage aufgeworfen, ob es nicht geraten sei, daß Herr Stadtverordneter Röder, als einziger Anlieger dieser Straße, während der Verhandlung den Sitzungsraum verlasse, da er ja persönlich außerordentlich stark interessiert sei. Herr Röder weigerte sich, dem nachzukommen. Genosse Brühl meinte, es müsse Verwunderung erregen, daß dieselben Herren, welche bei viel wichtigeren Vorlagen, wo sie ebenfalls als Interessenten in Frage kamen, es gleichfalls abgelehnt hatten, unserem Antrage auf Verlassen der Sitzung nachzukommen, jetzt plötzlich moralische An- Wandlungen bekommen. Ueberdies seien selbst geheime Sitzungen in Zukunft überflüssig, da die in Frage kommenden Jnterepentcn sich ja doch rechtzeitig über die gefaßten Beschlüsse aus der am hiesigen Orte erscheinenden Zeitung des Herrn Stadtrat Koch informieren können. Von dem Geist, welcher sick» in unserer Stadtverordnetcnver- samnilung breitmacht, legte die über eine Vorlage des Magistrats, betreffend Anschaffung einer Motorspritze für die hiesige Feuerwehr, sich entspinnende Debatte Zeugnis ab. Ueber eine Stunde währte dieselbe, bis man endlich die Beratung so weit gefördert hatte, daß die Vorlage einer Sachverständigen- Kommission überwiesen wurde. Außerdem wurde gerade bei diesem Punkt die E r r i ch- tung eines Pressebureaus angeregt, angeblich deshalb, da über die Verhandlungen der letzten Sitzung anläßlich der Ver- schmelzung mit Rummelsburg fast alle Zeitungen falsche Berichte gebracht haben. Da diese Frage nunmehr aufgerollt war, wies Genosse Brühl darauf hin, datz die Bürgerlichen selbst daran schuld seien, wenn es bisher nicht imnier möglich sei, einwandfrei den Gang der Verhandlungen festzustellen, da bisher stets unsere Anträge auf stenographische Aufnahme der Verhandlungen ab- gelehnt worden seien. Zur Vorlage selbst ersuchte unser Genosse, die Kommissionsberatung abzulehnen und den Magistratsantrag im Interesse der Feuersicherheit der Stadt anzunehmen. Die ge- forderte Summe von 23 500 M. wurde daraufhin bewilligt. Des weiteren wurde einer Abänderung des Ortsstatuts für die gewerb- liche Fortbildungsschule zugestimmt. Der von uns eingebrachte Antrag, jedem Reichstagswähler eine amtliche Wahlkarte zuzustellen, wurde, nachdem derselbe vom Gen. Spieckermann begründet worden war, von der bürgerlichen Mehrheit abgelehnt. Außerordentliches Interesse erweckte der nächste Punkt:„G e- Währung einer Teuerungszulage an die städti- scheu A n g e st e l lt e n". Die Zuhörertribüne war überfüllt. Zu- nächst erstattete Stadtv. Knopf den Bericht der sogenannten Teuerungskommission und ersuchte zum Schluß um Ablehnung der Vorlage. Auch der folgende Redner Herr Schachtel wandte sich gegen die Vorlage und beantragte, 12 000 M. an diejenigen Be- dürftigen der Stadt zu verteilen, welche bisher keine Armenunter- stützung beziehen. In längeren Ausführungen wies nunmehr Gen. Brühl nach, daß die Stadt bisher für die Bedürftigen so gut wie nichts getan habe. Der eingerichtete Verkauf der Seefische sowie der von Kartoffeln koste der Stadt keinen Pfennig. Für die eine Mark, die jedem Bedürftigen von der Stadt beim Kartoffelkauf in Form eines Bons verabfolgt werde, müßten sich jene Armen einem hochnotpeinlichen Verhör unterziehen, wie beispielsweise beim Herrn Bezirksvorsteher und Stadtverordneten S t r o g a l y, um letzten Endes zu erfahren, datz sie noch nicht jenen Grad von Armut erreicht haben, welchen die Stadt Lichtenberg bei ihrer so großartig und einzig dastehenden Notstandsaktion als Bedingung stellt. Die Annahme des Antrages des Magistrats sei das mindeste, was man den Beamten und Arbeitern der Stadt in den jetzigen Zeiten schuldig sei. Ferner wies Redner nach, datz der Antrag Schachtel weiter nichts sei, als eine Verhöhnung der Armen, da bei einer Verteilung von 12 000 M. an die Armen der ganzen Stadt kaum 2— 3 M. auf den einzelnen entfallen. Nachdem noch unsere Genossen Becker und K e r tz s ch e r sowie die Herren L e w o n i g und L i n d n e r für die Vorlage, und die Herren Danneberg, Röder und Canin sich dagegen ausgesprochen hatten, wurde der Antrag auf Gewährung einer Teuerungszulage mit Stimmengleichheit, wobei die Stimme des Vorstehers Herrn P l o n z den Ausschlag gab, abgelehnt und der Antrag Sckachtel angenommen. Alsdann gelangte ein Antrag des Magistrats aus Einführung einer besonderen Betriebskasse für die in den Betrieben und im Dienste der Stadtgemeinde beschäftigten Personen zur Beratung. Gen. Seikel wandte sich in längerer Rede gegen diese Vorlage, indem er eingehend nachwies, daß die als Unterlage dienenden Zahlen falsch seien. Nachdem sich noch Stadtv. Rott für die Er- richtung einer eigenen Betriqbskasse ausgesprochen und Genosse Spieckermann auf das ungesetzliche Vorgehen bei dieser Vor- läge hingewiesen hatte, mußte die Sitzung, ohne einen Beschluß in dieser Sache gefaßt zu haben, wegen Beschlutzunfähigkeit ge- schlössen werden. Unsere Genossen hatten an der weiteren Be- ratuug an diesem Abend kein Interesse mehr und hatten bereits geschlossen den Saal verlassen. Rixdorf. Unentgeltliche Lieferung des Diphtherie-HeilserumS. Nach- dem nochmals eine gemeinschaftliche Beratung der Gesundheits- kommission und einiger Mitglieder des Magistrats stattgefunden hatte, ist am gestrigen Tage an die hiesigen Aerzte ein Rund- schreiben des Magistrats ergangen, worin denselben mitgeteilt wird, daß bei Einkommen bis 2000 M. Heilserum unentgeltlich abgegeben wird. Sowohl als Vorbcugungsmittel gegen die Epidemie wie auch als Heilfaktor soll die Abgabe des Serums nicht als Armenunterstützung angerechnet werden. Rixdorfcr Theater. Am Dienstag, den 26. Dezember(zweiter Weihnachtsfeiertag) findet im Rixdorfer Theater, Bergstr. 147, eine Aufführung von.Maria Stuart" statt, in der Herr Max Eißseld den Mortimer spielt. Am Mittwoch, den 27. Dezember(dritter Weihnachtsfeiertag), wird Herr Rudolf Christians im Rixdorfer Theater gastieren; zur Ausführung gelangt„Das Glück im Winkel" von Hermann Sudermann. Die ärztlichen Untrrsuchungs- und Sprechstunden in der städtischen Sä ugli ii gSfür sorge stelle, Steinmetzstr. IIS, finden vom 1. Januar 1912 ab MontagS, Mittwochs, Freitags, nachmittags von 2—3 Uhr statt,(bisher Montags, Donnerstags und Sonnabends). Schöneberg. Tie Annahme der Kinosteuer. Die außerordentliche Stadt- verordnetenversammlung am Freitag nahm nach längerer Debatte die Magistratsvorlage über die Besteuerung der Rummelplätze und Lichtbildtheatcr an. Ter Steuer sind nicht unterworfen uncnt- geltliche Veranstaltungen, die vornei/iulich wissenschaftncheu oder belehrenden Zwecken dienen, sowie Veranstaltungen, deren Ertrag, soweit er nicht nachweislich zur Deckung der Veranstaltungskosteu erforderlich ist, zu gemeinnützigen oder wohltätigen Zwecken ver- wendet wird. Die Steuer wird für jeden Tag des Betriebes er- hoben und beträgt: bei einer Dauer bis 8 Uhr abends 4 M., bei einer Dauer über 8 Uhr abends weitere 4 M., bei einem Beginn erst um 8 Uhr abends 6 M. Für durch Menschenhand in Betrieb zu setzende Apparate werden 4 M., für mechanisch angetriebene Apparate das Doppelte erhoben. Für Phonographen und den Be- trieb je eines Automaten 1,50 M. Bei Kineinatographentheatern usw. beträgt die Steuer bis 100 Sitz- und Stehplätze 5 M., bis 150 8 M.. bis 200 11 M.. bis 250 14 M.. bis 300 17 M.. bis 350 21 M.. bis 400 25 M.. bis 450 29 M.. bis 500 33 M.. bis 550 38 M.. für je weitere 50 Plätze ein Zuschlag von je 5 M.— Die Steuer beträgt für jeden Tag der Veranstaltung auf Radrennplätzen, bei einer Grundfläche des gesamten Unternehmens von nicht mehr als 30 000 Ouadratmetern 100 M.. 40 000 150 M.. 50 000 200 M. und darüber 300 M- Der Magistrat kann die Steuer bei Vereinsvcr- anstaltungcn und bei Uebungssahren und-rennen ganz oder teil- weise erlassen. Der Referent Engel(Lib.) hielt die Steuer zwar nicht für angenehm, jedoch für notwendig. Bereits bei Einbrin- gung des Etats hat der Magistrat erklärt, keine Lustbarkcitssteuer einzuführen, darum solle es auch nur eine Abwehr- und keine Er- tragssteuer sein. Besonders sollen die Kinobesitzer getroffen wer- den. Die Besteuerung wird das Gute zeitigen, daß die Kinder die Kinos so oft nicht mehr besuchen werden, da durch die Be- stcuerung das Eintrittsgeld erhöht werden müsse. Genosse Molkenbuhr sprach sich gegen die Steuer aus. Völlig un- angebracht sei es, der Steuer ein moralisches Mäntelckicn umzu- hängen. Auch bei der Branntweinsteuer würden ähnliche Recht- fertigungsgründe angeführt. Gerade die Steuer treibe zur wider- lichstcn Reklame und sie werde weder eine Förderung der Moral, noch besondere Vorteile für die städtischen Finanzen im Gefolge haben. Im übrigen gehe die Ordnung über den Rahmen einer Vergnügungssteuer hinaus, da selbst populäre Vorträge besteuert würden. Kämmerer Machowicz meinte, die Vorlage sei eine Vcrhütungs- und Ertragssteuer, die Erhebung mache keine Schwierigkeiten. Eine Kontrolle sei stets vorhanden. Andere Ge- meinden seien bereits ähnlich vorgegangen und hätten gute Er- fahrungen gesammelt. Genosse K ü t e r betonte, daß, wenn Steuern erforderlich seien, man doch nicht noch dem Kleingewerbe- treibenden seine Existenz durch neue Belastung erschweren, sondern die höheren Einkommen stärker zur Steuer heranziehen solle. Nachdem L u l a y lLib. Vereinig.) noch gegen die Vorlage, Bam- berg und Engel(Lib.) dafür gesprochen hatte», erinnerte Ge- nasse Bernstein die Liberalen daran, daß sie diese Steuer selbst grundsätzlich ablehnen müßten. Die Moral und die Jugend sollte man aus dem Spiele lassen, da die Steuer selbst eine ungerechte sei. Auch die widerliche Reklame könnte nicht herhalten, da auf Bahn- Höfen und anderen Stellen oft eine viel entsetzlichere Reklame gc- trieben würde.— In namentlicher Abstimmung erklärten sich 2 4 Liberale für die Vorlage, während die S o z i a l d e m o- kraten, Liberale Vereinigung und die Unpoli- tischen insgesamt 17 Stimmen dagegen stimmten. Um der so angenommenen Verordnung noch ein wohltätiges Mäntelchen um- zuhängen wurde folgende Resolution einstimmig angenommen: „Die Ergebnisse der Ordnung für die Besteuerung von Veranstal- tungen auf freien Plätzen, werden in Höhe von 10 Proz. zur außer- ordentlichen Verwendung im Bolksschul-Wohlsahrtsetal upd>ni den Fonds für Errichtung eines Schwimmbades und eines Volks- Hauses überwiesen." Deshalb wird das Prinzip der Grundsatzlosigkeit der sog«- nannten entschiedenen Liberalen um keinen Deut besser. Der Bilduilgsauöschuß veranstaltet am Mittwoch, den 27. De- zember, abends 9 Uhr, in den„Neuen RathauSsälen", Meininger Straße 8, einen Lichtbildervertrag über„Eine Reise nach Island", von Jürgen Brand. Eintritt für Erwachsene 30 Pf. Jugendliche bis 18 Jahre 20 Pf. Billetts sind noch erhältlich in der Spedition, Martin-Lutherstr. 69 und im Tunnelausschank durch Frau Grosser. Nach dem Vortrag Tanz. Herren, die daran teilnehmen, zahlen 30 Pf. nach. Um zahlreiche L�teiligung wird gebeten. Köpenick. Der Gesangverein„Männerchor", M. d. D. A.-S.-B., Gau Berlin und Umgegend, hält am Montag, den 25. Dezember, eine Weihnachts» feier im Lokale deS Herrn Otto(Stadttheatcr) mit Bolal- und Jnstrumentalkonzert, Theater und Ball ab. Anfang 7 Uhr. Reinickendorf. Blutvergiftung durch Spinngcwcde. Der alte Aberglaube, daß durch das Auflegen von Spinngewebe Wunden geheilt resp. Blutungen gestillt werden, ist der Waschfrau Müller verhängnisvoll geworden. Frau M. hatte sich eine Schnittwunde an der linke» Hand zugezogen und auf die Verletzung Spinngewebe aufgelegt, um ein schnelles Schließen der Wunde hcrbcizusühren. Schon nach wenigen Stimden war die Hand angeschwollen und am nächsten Tage erstreckte sich die Schwellniig auf den ganzen linken Arm bis zum Schulterblatt. Die Frau litt heftige Schmerzen, so daß ein Arzt hinzugezogen werden mußte. Dieser stellte schwere Blut- Vergiftung fest und ordnete die Ueberführung noch dem Kranken- Hause an. Dort wird wahrscheinlich der Arm amputiert werden müssen. Eine Beförderung ist dem Lehrer Boensch zuteil ge- worden, der an der 4. Mädchen-Geineindeschule unterrichtet. Er ist zum Rektor der im Bau begriffenen 6. Gemeindeschule gewählt worden und wird lein neues Amt übernehnlcn, sobald diese Schule eröffnet werden kann. Gegen Herrn Boensch hatten vor einiger Zeit mehrere Eltern eine gemeinsame Beschwerde eingereicht, die vom Jtreisschiililispektor nach vorgenommener Untersuchung für un- begründet erllärt wurde. Aus der jetzt erfolgten Beförderung deS Herrn Boeiiscki werden die Eltern ersehen, wie sehr er das Per- trauen der Behörde hat. Jngendveranstaltunge«. Rdlershof. Alt-Glienicke, Bolinsdorf, Grünau. Am Z TelhnachtS» seiertage veranstaltet der Jugendbildungsverein im Adlershoser Jugend- heiin eine Wcihnachtsseier, bestehend aus Festrede. Rezitationen. Verlosung und geselligem Beisammensein. Eiiltrtttspreis 16 Pf., die Eintrittstarte gilt als Losnummer. Alle jugendlichen Arbeiter und Arbeiterinnen siild Ireulldli-l>>l eingeladen._ Arbeiter> Esperanto- Bereinigung Gros«- Ber,in. Gruppe Zentrum. Freitags 8'/, Uhr, Restaurant Tröbel, Blantenselde-Str. 16. — Gruppe Moabit. Freitags 8'/, Uhr, Restaurant Frosch, Gotzkowsky- straße 36.— Gruppe Rixdorf. Dienstags 8 Uhr, Reflaurunt Kuhlmey, Steinmetzstr. 84. Allgemeine Familiensterbekaffe. Heute Sonntag von 3—6 Uhr Ackerjlr. 123 und Sebastianftr. 36 im Restaurant. Marktpreise von Berlin am LS. Dezember 191». nach Ermittelung deS Königl Polizeipräsidiums. MarttHallenpreise.(Kleinhandel), 100 Kilogramm Erbsen, gelbe, zum Kochen 36.00—60.00. Speisebobnen weiße. 40.60-60.00. Linsen 40'00-80.00. Kartoffeln 8,00—11,00. 1 Kilo. gramm Rindfleisch, von der Keule 1,60—2,40. Rindfleisch, Bauchfleisch 1.20 bis 1,80. Schweinefleisch 1,20—1,80. Kalbfleisch 1,50-2,40. Hammelfleisch 1,30—2,20. Butter 2.60—3,20. 60 Stück Eier 3,80—6.40. 1 Kilogramm Karpsen 1,20—2,40. Aale 1,20—2,80. Zander 1.40—3,60. Hechte 1,20 bis 2,60. Barsche 1,00—2,00. Schleie 1,40-3,20. Bleie 0,80—1,40. 60 Stück Krebse 2,40—24,00. Dienstag, den 26. Dezember 1911(2. Weihnachtsfeiertag): Zwei große Matineen in den Lokalen: Moerners Konzertsäle, Koppenstr. 29 nntei Mitwirkung der Oesellschaft„Strzelewicz" Konzerthaus Sanssouci, Kottbuser Str. 6 unter Mitwirkung des Berliner Humor»Quartetts 3. Teil: Lichtbilder. — Anfang präzise 12 Uhr—— Billett 30 Pfennige— Wir ersuchen die Mitglieder, sich rechtzeitig mit Billetts zu versehen, da offene 207/18* Das Komitee. i i Sozialdemokratischer Wahlverein für den S. Berliner fleichstags-Wahihreis. Montag, den 25. Dezember(I.Weihnactitsfeiertag), in denPharussaien.Mfillerstr. 142 W eilmabht�t'eier unter gefl. Mitwirkung des Kabarett-Ensembles Paul Fliegner vom Elndcn- Kabarctt und der Konscrtkapelle Bruno Hanger. Nach der Feier: Großer Ball. Herren, die-daran teilnehmen, zahlen 50 Pfennig nach. Erölfnnng 5 Uhr. Anlang 6 Uhr. Einlaßkarte 40 Pfennig. Garderobe 10 Pf. Das Komitee. Montag, den 25, Dezember(1< Weihnachtsfeiertag) im Moabiter Gesellschattshaus Wiclefstraße 24(großer Saal) Kabarett-Athen«! ausgeführt von den „Berliner Rangen"(Dir. R. Fliegner) ---------- Nach der Vorstellung: Tanz.—= Daran teilnehmende Herren zahlen 50 Pfennig nach. ErOfflanng 6 Ehr. Anfang 7 Ehr. Bauchen während der Torsfcllnng nicht gestattet. Einlaßkarte 40 Pf. Zahlreichen Besuch erwartet Das Komitee. in Gobindon und Flaschen erhältlich. Fernsprecher: Amt LDtzow 5406 u. 5407. Hilsebein Brillant-Bier Pilsener Typ Jiilsebetn Bürger Zrsu Münchener Typ Hilsebein Lagerbier Berliner Typ Hilsebein Kraft-Caramelbier zeichnen sich aus durch vorzüglichen Geschmack und hervorragende Bekomralichkeit. Berliner Bierbrauerei M-Kee. vorm. 7. w. Kilsebein. Berlin SW., Am Tcmpelhofcr Berg 6. Sozialdeniokratiselier fereiii für den 2. Berl. Beietetap-Mkim (Bezirk 109 neu.) Am 22. Dezember verstarb unser Genosse, der Tischler l�arl Otto BarutHer Str. 13. Ehre seinem Andenken 1 Die Beerdigung findet am Montag, den 25. Dezember, nachmittag; 3 Uhr, von der Halle des Friedhofs der Heilig-Krenz- Gemeinde in Martendorf aus statt. Um rege Beteiligung ersucht 212/13 Der Vorstand. llelllsevei' ISolisrveiler-Vei'dsiil! Den Mitgliedern zur Nachricht, daß unser Kollege, der Tischler i&si'l Öito Baruther Str. 13 im Alter von 52 Jahren ge< storben ist. 91/13 Ehre seinem Andenken 1 Die Beerdigung findet am Montag, den 25. Dezember, nach- mittags 3 Uhr. von der Halle des Heilig-Kreuz-KirchhoseS, Marien- dors, Sisenacher Straße, aus statt. Um rege Beteitiguag ersucht Die Ortsvermaltnna. ßMisidetütet. Wablvereiu für den 4. Berl. ReiehstagswahlliPEis. Zu der Todesanzeige unseres| | Genossen Wilhelm Warsow j ist noch nachzutragen, daß die> ! Beerdigimg vom Trauerhause,| I Lauscher istr. 7, aus stattfindet. 1 207/20 Ter Vorstand, j :S5 Humboldt=Akademie ;:: Das neue Vorlesungs-Verzeichnis ist erschienen:::| and in den Verkaufsbureaus und Buchbandinngen unentgeltlich zn baden Zigarren- Herbst Fabriken 1"V1 gegr. 1862.— Tel.: IV, 3873. BEBLINSW., Rllterstr. 83 Erstklassige Ware. Zigarrenhändlern bestens empfohlen. — Tarlfarbclt.- Tiitowiernng entfernt Dr. SohUnemann, Spezitilarzt für Hautkrankheiten, Verli», Lranienstr. I3t>. HeinEick I'ranclc Tel.: Amt 17 dn 4352. LfUNNeNStrsKe 22. 8 bis 7 Ehr geöffnet feioe helle uml fable Sumatra-Decken: No. 1696 fahl, zart 3,20 M. No. 1672 helllahl 3,30 IM. No. 1698 Hellfahl No. 1670 Prachtvoll fahl 5,50 IM.| 6,— i Ab 1. Januar Sonntags geschlossen! 1 Verband der freien Gast- und I Schankwirte Deutschlands. Zahlstelle Berlin. Den Mitgliedern zur Kenntnis, Daß der Kollege Wilhelm Warsow Lausitzer Str. 7(Bezirt i) verstorben ist. Ehre seinem Andeiife»! Die Beerdigung findet heute Sonntag, nachmittags 2'/, Uhr, vom Trauerhause aus nach dem Emmaus- Kirchhof in Ätixdors, Hermannstraße, statt. Um. rege Beteiligung ersucht 51/11 Bio Ortsverwaltung. —— mm—— SozialrteniokralisetiEFWshlyepeifl! des S. Berl. REichstaQS-WahlkFeises.| Am 21. Dezember verstarb unser j | Genosse, der Schlosser Lmels Qraepgs Usedomslr. 35. Ehre seinem Anbeuten! Die Beerdigung findet am j 25. Dezember(i. Feiertag), nach» j mittags 1 Uhr, von der Leichen- I halle desHimmeisahrtS-Kirchhoses, Nieder- Schönhausen, Nordend, I > ans statt. 200/6 i Um rege Beteiligung ersucht t Den H'orfctaml. SoziaidemokratjscherWalihereio im 5. Berliner Kreis. Durch Schlaganfall ist plötzlich unser langjähriges, treues Mit- giied und Kämpfer, der Lager- vermalter ! KaiT Cwärtiier Landmehrstr. 11 aus unserer Mitte gerissen worden. Die Beerdigung sinket am Mit- woch, 27. Dez., nachm. 3'/, Uhr, von der Leichenhalle des Gemeinde- sriedhoses in Friedrichsselde aus statt. 259/6 Um zahlreicheBeteiligung ersucht Der Borstanb. r. Unseren Freunden und Sanges- brüdern zur Nachricht, daß unser lieber 52/17 Karl Gärtner am 22. Dezember plötzlich verstorben ist. Nicht nur wir, sondern alle Ihm Näherstehenden werden daS Dahin- scheiden dieses braven und lieb- werten Menschen schmerzlich emp- finden. Die Beerdigung findet am Mittwoch, den 27. Dezember, nachmittags 31/, Ubr, auf dem städtischen Friedhos in Friedrichs- setde statt. Unerwartet verschied durch I Schtagansall am Freitag, den d. Mts., mein lieber Mann, I unser guter Vater und Schwieger- vater, der Lagerverwalter Karl Gärtner Landwehrstraße 11, im Alter von 1 18 Jahren. Die Beerdigung findet am I Mittwoch, den 27. d. Mts.. nach- I mittags 31/, Uhr, von der Leichen- | balle des Gemeinde-Friedhofes in | Friedrichsielde aus statt. 2183b Im Namen der Hinterbliebenen Frau Blnna Oiirtnvr. Deutscher Transpcrtarbeiter- Verband. Bczirksverwaltung GroS-Berlln. Den Mitgliedern zur Nachricht, daß unser Kollege, der Lager- arbeiter Karl Gärtner am 22. Dezember im Alter von 18 Jahren verstorben ist. 59/5 Die Beerdigung findet am Mittwoch, den 27. Dezember, nachmittags 3'/, Uhr, von der Leichenhalle des Zentral-Fried- hoseS in FriedrichSsetde aus statt. Den Mitgliedern ferner zur R I Nachricht, daß unser Kollege, der j Hausdiener Franz Leicht „ am 21. Dezember im Aller von | 33 Jahren verstorben ist. Die Beerdigung findet am sonnlag, den 21. Dezember, nachmittags 1'/« Ut>r, von der Proskauerstr. 35 aus nach dem Georgen-Kirchhos statt. ffestaannsTraBerraagaziii Extra- Abteil ung 1 1. Gesch.: BerlinW.. Mohren- StraBe37a(2. Haus von der i Jerusalemer Strallo). Iii. Gesch.: Berlin NO., Große Frankfurt. Str. 115(2. Haus von der Andreasstraße). I 1 Sehrgr.Ausw. fert. Kleider, 1 I Hille, Handschuhe, Schleier loto. v. einfachsten bis zum I | hochelegant. Genre z.äußorst J niedrigen Preisen. Sonder-Abteilung: SfaUanrertigiing in 10 bis 12 Stunden. Deutscher Metallarbeiter-Verband Verwaltungsstelle Berlin. Todesanzeige. Den Kollegen zur Nachricht, daß unser Mitglied, der Metallarbeiter Weese am 22. Dezember an Lungenleiden gestorben ist. Ehre seinem Andenken! Die Beerdigung findet am Dienstag, den 26. Dezember, nachmittags l'l, Uhr, von der Leichenhalle des Gemeinde-Fried« voses in Rixdors, Mariendorser Äez aus statt. 153/11 Rege Beteiligung erwartet Tie Ortsverwaftung., Allen Freunden und Bekannten die traurige Nachricht, daß meine liebe Frau, unsere treusorgende Mutier Iiis Peterson geb. Freier nach langem, schwerem Leiden am 22. Dezember im Alter von 38 Jahren gestorben ist. Die Beerdigung findet am Dienstag, den 26. Dezember, nach- mittags 3 Uhr, von der Leichen- halle deS AuserstehungSkirchhoses, Weißenseer Weg auS statt. Um stille Teilnahme bittet 1262L Ltto Peterson nebst Kindern. Den Mitgliedern ferner zurl ,„ Nachricht, daß unser Kollege, der j I B| Hausdiener Hermann Philipp am 22. Dezember im Alter von 57 Jahren verstorben ist. Die Beerdigung findet am Montag, den 25. Dezember, vor- mittags 11 Uhr, von der Leichen- halle deS neuen Jakobi-KirchhoseS in Rixdors, Hermannstraße, aus statt._ Den Kollegen ferner zur Nach- richt, daß unser langjähriges Mit- giied, der Rollkutscher Picharä Schultze am 23. Dezember verstorben ist. Die Beerdigung findet am Dienstag, den 26. Dezember, iiachmiltags3 Uhr, von der Leichen- halle des St. AndrcaS--K!rchhoseS, Wilhetmsbcrg, aus statt. Ehre ihrem Andeuke»! Um rege Beteiligung ersucht Die Vezirkstierwaltung. D Allen Freunden, Bekannten und Verwandten die traurige Noch- richt, daß meine innigst geliebte Frau Vterie Lietzau geb. Jnhnke nach kurzem aber schwerem Kran- kenlager im Alter von 23 Jahre» verstorben ist. 1261L 0er trauernde Gatte nebst Kind. Die Beerdigung findet Milt- woch, den 27. d. M., nachm. 3 Uhr, von der Leichenhalle deS Andreas- kirchhoscs in WilhclmSberg auS statt. Allen Verwandten und Bc- kannten die traurige Nachricht, daß mein lieber Mann und guter Bater Wilhelm 7erbe am Freitag verstorben ist. L181b Oie trauernden Hinterbliebenen. Die Beerdigung findet am Dienstag, nachmittags l1/« Uhr, von der Leichenhalle deS Bartholo- maus- Kirchhofes in Weißensce, Falkcnbergcr Chaussee aus statt. Allen Freunden und Bekannten die traurige Nachricht, daß� mein innig geliebter Gatte und Herzens guter Vater, Großvater, Schwieger- vater, Bruder, Onkel und Schwa- ger, der Malermeister Gustav Simon Gerichistr. 86 nach langen, schweren Leiden am 22. d. MtS. an Herzleiden stmst entschlafen ist. 2169b Um stilles Beileid bitten Die trauernde Gattin nebst Kindern, Schwiegertöchtern und Schwiegersohn. Die Beerdigung findet am 25. Dezember(1. WeihnachtS- sciertag), nachmittags 2"/, Uhr, von der Leichenhalle des St. Sc- bastian« KirdchoseS, Reinickendorf, �junckioIMftral� Am Freitag, den 22. Dezember. nachmittags>/,3 Ubr, eiitschlies nach kurzem schweren Leiden meine liebe Frau, unsere gute Mutter, Schwieger- und Groß- mutier 1259L Frau Anna Schulze geb. llolmberg im 6�, Lebensjahre. Im Namen der trauernden Hinterbliebenen Heinrich Schulze Reinickendorf- West, Humboldt- flraße 42. Die Beerdigung findet am 1. Feiertag, nachmittags 3 Uhr, vom Trauerhause aus statt. Danksagung. Für die vielen Beweise herzlicher Teilnahme und die vielen Kranz- spenden bei der Beerdigung meines lieben Manne« jage allen Freunden nnd Bekannten, insbesondere den Kollegen und Meistern der Dcntschcn Wasscn- nnd MnnilionSsabrik nkcincil ticsgesühltcslcn Dank. Die trauernde Witwe Anns Spielberg geb. schuiz. Danksagung. Für die liebevollen Beweise herz- sicher Teilnahme und reichen Kranz- spenden bei der Beerdigung meines inniggetiebtcn Mannes, treusorgendcii VatcrS, Bruders, Schwagers und Onkels, des Restaurateurs Mldelm Zellilvemmm spreche ich allen Bekannten, Ver- ivandten und Gästen sowie sämtlichen Vereinen meine» innigsten Dank aus. 2163b Im Namen der Hinterbliebenen Witwe Martha Schiincuiauu geb. Hsnsesi___ Für die vielen Beweise herzlicher Teilnahme beim Hinscheiden meines lieben Mannes sage ich allen Ver- wandten nnd Bekannten sowie allen Vcrcilicu meinen herzlichsten Dank. Fran Ida Kartz, Jöihur. Danksaqung. Für die Beweise herzlicher Teilnabme bei der Beerdigung iniscreS lieben Sohnes, Bruders nnd Schwagers Fritz Itlas eiee sagen wirallen Verwandten, Freunden und Bekannten, sowie dem Gesangverein.Männerchor Ost* unseren licsgesühltcsten Dank. 21�15 Familie Masolic. Danksagung. Für die vielen Beweise herzlicher Teilnahme und die reichen Kranz- spenden bei der Beerdigung meines lieben unvergeßlichen Mannes, unseres trcusorgenden Vaters 2182b Fa»I Handto sagen wir allen Beteiligten, vor allein Herrn Dr. Schiilt für seine lieben Worte am Sarge des Entschlaseuei:, der Direktion der A. E.-G.. den Kollegen der Abtcilimg Boltaslraße, dem Deutidien Mctallarbcitcrvcrbano OrtSvcrwallung Berlin, den Genossen deS 6. Wahlkreises Bezirk 733, sonne allen Freunden nnd Bekannten nn- scrcn herzlichsten Dank in tiefer Bc- IrübniS. 2182b W>ve. Anna Handle nebst Tochter. Dr. med. Sch aper, Berlin. Die Harnleiden Ihre Gefahren, Verhütung und Beseitigung. o 8, Tausend, o Preis I,— Mark. Varlao Max Richter Frankfurt a. Uder, Buschraflhlweg. ■j! Groß-Berlin. Bitte, diese Liste aufzubewahren! GroK-BerHu. ßt kpip FMKMtii, die dt» Lchifams kr 3iij«rtrn«tlitiltt ioh GrchKM bewilligt, sowie derjenigen Fabrikanten, die sich mit ihren Arbeitern im Einverständnis mit der Organisation geeinigt haben. Parteigenossen, Arbeiter, Interessenten, Uancher! Wer die Tabakarbeiter in ihrem schweren Kampfe zu unterstützen geivillt ist, beziehe seine Waren von nachstehenden Zigarrenfabrikanten. Uedl Solidarität! Otten«Robert Keftler. Marianncnstr. 37.«kfra« Luise Nuft. Soldlner Str.»Karl Habersaath. Graunstr. 40.«Sl. Ticrbach. WinSstr. SS.»F. Ehlert.Rixdorf, Hermannstr.'.� '»-v«.... it;«h- Q•lautinH A.m.i« tTnlntiirftr 190«>11. iHpriihdf,. fflrpifstnnlher®t. 907«Gustav Carl. Rixdorf, Prinz- «Otto Schirmer. Franksurter Allee 1. «Wilh. Klein. Am Obcrbaum l. «Schulze. Friedrtch«selder Straße LS. M. Hannemann, BreSlaucr Str. b. R. �ricke, Langcstr. 29, IV. «Paul Wotschke. Andrcasstr. IS. «Hermann Tavid, Weidenweg 3. Helene Kolberg, Memeler Str. 31 «Paul Petersou. SBeibemoeg 83. Hermann Kasclolo, Friedcnslr. 74. �ranz Krilger. Posener Str. 25. «Joh. Heiden, Weidenweg 2V. 'Crnst Post. Boiglstr. 6. «Gustav Vr«srl, Fruchlstr. 83. Tiisiter Str. Max Lerche, Tilsitl 44. «August Körli», Zligaer Str. 48. <9. Tornow, Weidenweg 8. Harzmann, Siralaucr Allee 8ld II. «Johann Liebich. M cmcler Str. 7. Otto Koglin, Schrcinerstr. 65. Anton Fröhlich. Langestr. 58. Fr. Schubert, Nomintcner Str. 30. «B. Spentoch, Tiifitcr Str. 30. Robert Zisowöki. Tilsiter Str. 78. Rudolf Pohl, Kopernilusstr. 3 I. Adolf Löschte, KI. AndrcaSstr. 8. «Wilh. Göse, Markutslr. 27. «Friedrich Kürschner. Fruchtstr. 8l. «Wellings, Grüner Weg 8V. Otto Stcrnke, Krautstr. 1a. Südosten. Adolf Domann, Laufitzer Str. 7. «August Lcfsvre,»idalberlstr. 18.- «Ph. vaehr, Naunynslr. 24. Emil Gabler, Cutirtiflr. 48. 'Louis Fischer, Wiener Str. 57b. «Gustav Zillich, Förster Str. 8. «Robert Kestler, Marianncnstr. 37. «Jean Brunn, Wrangelstk. 15. 'FriN Lobbes, Adalbertstr. 58. 'Wilhelm Friebel, Förster Str. 30. «Wilh. Stübnrr, ltilcnbahnstr. 33. «Kämmler, Rcichenbcrger Sir. 157. «Paul Rrichelt, Wrangelstr. 82. «Adolf Kunhe, Grünauer Str. 4. «Robert Franke. Briher Str. 20. Bcrnh. Müllcr»Reichcnbergerstr.141 «August Bogel, Admiralslr. 23. Süden. «Wilh. Boerner, Rilterstr. 15. «August Zech, Gitschlncr Str. 53. «Gustav Schmidt, GrSseftr. 88. «Gustav Lochmann, Walsertorstr.43. Herrn. Schulz, Schönlcinstr. 23. Südwesten. Wwe. Lütke, Möckcrnstraße. Nordwesten. «Richard Kieper», Zwinglistr. 29. Otto Bornkesscl. Waldstr. 39, III. «Wilhelm Bundschuh, Birten str. 48. «Stöbert Kern, Stromslr. 25. Richard Tchoppan, Wiclcsftr. 48, 1. «H. Hagedorn. Emdener Str. 47. «Bösenberg, Roslocker Str. 21. «Zimmermann, Ouitzowltr. 105. «Paul Müller. Beusselstr. 28. JuliuS Löbel. Bensseistr. 82. Norden. Wilh. Blanit. Ackersir. 119. I. Stabrey, Gleimstr. 10. Rudolf Runge, Jnvalidenstr. 20. «Emil Herforth, Rügcnei Str. 7, Eingang Pulbuser Straße. «Frau Luise Nüst, Soldiner Str. 88. «Wachsmuth, Frcienwald er Str. 9. August Bausdorf, Soldiner Str. 14. «Deglow, Hochslr. 2a. «Paul Mazanke, Pankstr. 24. «Hermann Kornepki, WollincrSt. 23 Kempers, Fehrbelliner Str. 57. «A. Lindcinann, SiheinZberg. Str. 37. «Friv Sperber. Ruppiuer Str. 44. «B. Moritz, Bcrnauer Str. 18. Liebrccht» Aeißenburger Str. 83. «JuliuS Rilke, Saarbrücker Str. 7. «Wilh. Klein, Müllerstr. 184. «Paul Opitz, Lynarstr. 2. «B. Robrahn, GreifmhagcnerStr.l8. «Engelhardt, Schönhauser Allee 50a. Hellmann, Schönhauser Allee 40a II. «Frau Krause, Bielenthaler Str. 9. «Oskar Klose, ReiniltcndorserStr.Sö. H. Bongardt. Gleimstr. 40. F. Zimmermann, TrcSckowstr. 13. «Krirdemann, Stargarder Str. 74. «Franz Fritz, Trislftr. 4. Paul Roa, Malplaquetstr. 24, I. «Wilhelm«Ruft, Antonstr. 2. «W. Göppner, Maxstr. 13a. August Schirmcr, Jnvalidenstr. 2. «E. Gobien, Freienwalder Str. 22. «Louis Hoffmann. Äaudystr. 5. «Robert Eckert, Kolberger Str. 15. «Robert Grrwe. Wie'enstr. 19. «P. Gortwoda, Stolpische Str. 44. «Aschenbrenner. Schiiemannstr. 4. «Ad. Kramer, Schwedter Str. 18/19. «Friedrich Schulz, Wiescnstr. 60a. Albert Haspel, im Humboldthain. «August Beutel, BicscnIhalerStr.24. «Eduard Möhl.SchönholzcrStr.ll. «H. Helberg. Gleimstr. 85. «Karl Habersaath, Graunstr. 40. «Gustav Hennig. Kolonicftr. 129. «W. Pollwitz, schiiemannstr. 47. «A. Kaerger, Prenzlauer Allee 169. «Paul Kneifcl, Ackerstr. 131. «Schlössers Rachf.. Gerichtftr. 2. Jakob Gotting, Liebenwalder Str. 5. «G. Stahlbcrg, Dunckerstr. 12. Paul Roack, Schönhauser Allee 58. «Ernst Schulz, Bcrnauer Str. 2. «Willy Serre. SwknemündcrStr.5S. «Gustav Henze. Stetliner Str. 81. Otto Brau», Ruppiner Str. 14. «Rob. Gcuzkow, Lortzingslr. 24. «W. Balzer, Namlerstr.>2. Prager, Nupolner Str. 25 I. Fricdr. Berlin, Ackerstr. 130. «Pstua. Reinickendorscr Str. 71. E. Htldedraudt, Rügener Str. 28. «H. Juughans, Reinickendorfer Straßc 108. «H. Ziehm, Bcrnauer Str. 48. «Srminler, Brunnenstr. 103/104. «Schuhmann, Boyenstr. 18. «Zöllner, Stetliner Str 2V. «Weidner, Oochstr. 48. «Hübner, Rügcner Str. 18. «Fröhlich. Reinickendorfer Str. 87. Marie Tulla, Gleimstr. 53. Nordosten. Marie Klotz, Palisadenstr. 101 pt B. Lorwindorff. Weinslr. 8 II. W. Eckenbrecht. Höchslcstr. 7 IN. Otto Better, Höchstcstr. 32. «Jos. Krobisch, Büschingstr. 20. «Max Poletz, FriedrichSbcrger Str. 1V «Jakob Rcul, Barnimstr. 42. «Karl Müller, Ryk-slr. 38. «A. Dierbach, WinSstr. 25. «Dh.Bernböft, GreiIswaIderSt.207. «Gustav Pinner, TreZckowstr. 36. Georg Bürger, TreSckowslr. 38. «Heinrich Olle, Mctzer Str. 22. «Wolter, Marienburger Str. 32. «Richter, Landsberger Allee 145. «Gustav Wittenberg, Barnimstr. 15. «OTt. Mocwus, Weinslr. 29. «Hugo Wache, Koppcnslr. 48. «Aug. Kley, FricdrichSberger Str. 19. Blaüzwirn, WoldenbcrgcrStr. 12 II. Zentrum. A. Ehaim, Mulackstr. 11, I. «Otto Probst, Linienstr. 25. Vorvr.». Karl Janckc. AdlcrShof, Friedcnstr.lS. «Rudolf Otto, AdlcrShof, Sedan- stäche 29. Benkert, Adlerthos, BiSmarckstr. 5Sa. Albert Schumacher. Lichtenberg, Wartenbergstr. 88. «Fritz Ehler», BAH, Rudower Str. 5. «H. Drompa. Lichtenberg, Scham« iveberftr. 44. «Harting, Lichtenberg, Rummels- burgcr Str. 18. «Kaiser, LtchtcnOrg, Möllendorff- straße 15/17. «Joh. Bobrowski, RummelSbltrg, Crossencr Str. 17. «Maserkopff. Boxbagen, Weserstr.35. «Schütze, Rirdorf, Aißmannstr. 22/23. «Schulze. Rixdors, Steinmehstr. 110. Gustav Becker, Rixdorf. ynuslr. 29. «Alb. Schuster, Rixdorf. zuldaslr.15. I. Gans, Rixdorf, Fricdelstr. 8 III. Handjerh-Str. 59. »Bortmaun, Rixdors, Emser Str. 90. «Klein, BilmerSdors, Uhlandstr 128. «Paul Witt. Steglitz, Düppelstr. 5. «Rob.Stübner.Stcglitz.Schloßstr. 115 Lehmann, Reinickendorf-Ost, Thuner- straße 5. «Pieper, Spandau, Metzer Str. 12. «Frau Ella rot oos, Spandau, Fallen- Hagener Str. 18. «Otto Wilkc, Spandau, BIrkenstr. 4. «Will,. Klemmer, Spandau, Schön- waldcr Str. 82. Dt ax R ö ltc, Span dau, Schulzens! r. 14. «Durst.Spandau, PichelSdorser Slr.23 Otto Kloose, Spandau, Feldstr. 5. «Wilh. Klein, Tegel. BerlinerSlr. 84 Krüger. Tegel, Berliner Str. 39 vt. roiilius, Pankow, Berliner Str. 90. «Alb. Jaiiike, Pankow, Mühlcnstr. 38. «Hudosch, Pankow, Kaiser-Friedrich- Straße 74. «Jacobi, Weißensee, verliiicrklllce 179 Werner, Weißensee, Scdanstr. 19 I. «Hugo Jürgas, Weißens«, Heiners- dorfer slr. 55. «Zirkel, Rixdors, Jdealpassage 8. rotoritz, FriedrichShagen, Wilhelm- strich« 59. *H. Herzog, Lichtenberg, Blumen- lbalstraize 9. «Rischewoff, Lichtenberg, Sürtclstr. 12 «Reuhoff, Reinickendorf- XV., Eich- bornstr. 54. «Bcstiindig, Rcinlckendorf-XV., Elch- bornstr. 94. «Adelt, Reinickendorf- 0., fiepen- Hagener Str. 1. «Arnold Hamacher, fiöpnickcr Slr. 155/158, H. K� etzner, Mariannenvlatz 15, 2t. Rendschmldt, Kaslanicn-Allee 103 I. Kunkel. Manstcinstr. 14 I.«Heinr. Beyer, Elbinger Slr. 13,«Schachmann. Wintstr. 12, H. Kurnicker, Neue Königsir. 17, Vtax Otto. Templiner Str. 12 part., Laser, Landsberger Slr. 91. Puttliü, Schliemannslr. 28 l. Paul Iuhl, vcrlIn.Pankow,»Roman Roste. Chortner Str. ö, Göl-er. Mclanchtonilr. l3, I. Blaüzwirn, Lothringer Sir 88/87 II.«Eypra. Carmen. Svlva �lr. 2,«Beyrend. Weißensee, Guslav-Adols-Str. 17, Rethwisch, Wolllncr Str. 42 II, Gorrtzka. Chrislmenstr. 34. Max Jacob», Swclitzcr Stt. 52 Part. «Ahrens, Köpenick« Str. 185. Birchow, Krmi'slr. 28a.«Schulz, Libauer Str. 13.«Albrecht. Hagcnauer Str. 2.«Firbig. Rttlerilr. 55. Förster, Ober- Schöneweide, Stemcnsstr. 20 I. Antzerbem samtliche Verkaufsstellen der Grotzeinkaufsgesrllschaft Hamburg.— Alle mit einem« versehenen Firmen haben Ladengeschäste. ttaavlAer! Kauft nur in solchen Geschäften, wo sich unser grünes Plakat, unterzeichnet: Ovn Ven�suensmsnn. Alwin Schulze, Große Hamburger Straße 18/19, befindet. Obiqcn Tarisfirmen zur Kenntnis, daß Plakate für die Händler» die Zigarren zu Tariflöhnen und nachweislich nur von Tariffirmen beziehen, den in Frage kommenden Fabrikanten täglich vormittags von 11—12 Uhr von Unterzeichnetem ausgehändigt werden. Auf verschiedene Anfragen dien» zur Antwort, daß wir eine Liste derjenigen Fabrikanten haben anfertigen lafien, welche neben den im„Vorwärts" veröffentlichten Namen» Tarife mit unserem Verband abgeschlossen haben. Diese Liste können sich legitimierende Händler im Bureau erhalten, damit sie, sofern sie von Tariffirmen beziehen, diese grüne« Plakate von 188�4 Der Vertrauensmann. A. Schulze, Große Hamburger Str. 18/19. Wer einmal Mit Gold- Mundstück— Ohne Mundstück— Mit Mundstück Mau verlange deshalb überall die Marke„Haloppi" Eif.ibrener Künstler erteil! n/ich doppell fördernder Methode lehr er- folgreichen« Violinunterricli!. Einzelunterrichl per Stund: 1 25, '/, Stunde 1 M.. 2 Sch;:!.-; zu. sammen per Stunde 1.50. vül.r.cS unter Offerte: W. 4 Erpcd! ion tcl „BorwärtS". nsw. Nach beendeter gngros- Saison lümselverkant zu Engeos- Preisen. R. Micfiaelis, Gr. Frankfurterstr. 99, 1 vis-i-vis 8 trauU- berger Platz. Heparaturen nnd Aendorungen, Obst- Gartenstädte !~l stadte ß Verkauf r. Pars. m. fertig angelegten Obitg&rten u. Ferienhftusern Biesdorf ttatlon dar Oetbahi □ Rnto 20 Mark av Neu-Sadowa Stat.Sadowa. a d biraste n Biesdorl □ Rate 15 Mark im. i GER N ähmaschi Ren, naiven.sticKcri u. sfopfen, sie*"dd'» nützlichste WelhnachtsSeschenJi �— feir jedes Haus. Sinöer Co Nahmaschimen Act. Ges. Berlin, Xieipzigferstrasse 92. Läden in den versch'edenen Stadtteilen. l KauBsdorf am Baiuihot □ Rute 13 Mark an Cporlk Verleih• Institut Frack, F I Ävll" Gehrock, Smoking von 2 M. an, Hosen v. 1,60 an, Westen, Zylinderbüte v. 1 M. an. S. Berg Hächt Borchardt. Friedrichstr. 115 Petershagen Station Fredarsdor a. a. Ostbahn □ Rute 4 Mark au. Klei pate Anzahiun?. Auch lOjilhrigo Amortlsations- lly pothek. Vurkaufastellen auf den Geländpu u. Bahnhöfen Nieschalhe T Nitsche terlln NO 43. Neu» KSmgslr. 16 Fernsprecher Ami VII 378 BEenen-Honig ____ wird nach meinem Per- Iahten durch ktndcr- leichte SclbstbcreUung v auf das vollkommenste iiachgcbildet.Hcrvorra. gende Anerlennungenl elbittosten ca. nur 25 Ps pro Psund. verlangen Sie per 4 pf-k Postkarte Probe für l> IU l|l NUS Sie baden durch diesen loftenloscn Versuch leinerlei Perdindlichktil I 71 ux Bioa. Kgl. Span. Hoflieferant, Berlin 26 R, Elsateer Str. 5. Bekannt durch Ihre Heilerfolge bei . Herz- rterven rticnenlcldcn/ ArterienverkJlkunj/i VSchlastosigKeil/ Asthma /Alushel u« flerven. �schmerzen /fraueniaiden/SdnRtfiezusianaen/J �Ertoankunäen du Stoffmchxls*> Gutes. iMlf Bült wann« O BrochOrt d-ut-rch»!; , l[11-28 trven o fre i Berlin Ws*-*!->'j 2.50 AI. pr. Ho.(von 8 Bd. aufwärts) 10 Bd.--- 1 Postpaket Für Krankenkassenmitgliedor gegen Kassenrezopt Spezialpreiee In mehr als 200 deutschen Krankonkassen eingeführt. Lombard-Haus H. Graff, Leipziger Str. 75 Brillanten Uhren Qoldwaren 25—50#/0 unter Ladenpreis. J. Baer ßailstr.ZIUÄ... Herren- und Knaben- Moden, Bemfekleidung. Eleg Palelots. Ulster. It« Grotes Stcdlager 'zur Anfertigung n.Mat. Allerbilligste, streng feste Preise. Enorm billig! Vorjtthrlgo feinste Ulstef-Anzüpe von 20—60 M. Blllljre Hosenwoche. llge Mi Mehla kettelte. PBHHRHIS Unter den Linden 21. yciz- waren Fabrik und Lager von Slolsv. Krawatten. Muffen, Pelz- Jacken, Pelze» Klndergarnitore« usw. 'Nur reelle Ware.vn der einfachsten»4 zur elegantesten.• Tausende Such»« auf Lager. Au- h Einzelverkauf«u billigen Preisen- Sonntags geöffnet. F. Kaiman, KüriohnenDstr. 1 15« I« —-•••aa•«vsawsi$ h.d Beuthstr. TeLjZentrurn 3917. Go�r. 1894. BeraiuworUicher ifteimtkeur: Albe« ih>ach», iverlin. Zur 0«» Lnjerairnleil verantw.i Th.Glocke.'ZerllN. TruSu.Verlag: Ivoru>är!h Puchdruderei u. TerlagSanfialt Paul Singer u. Eo.,»verlin SVV. Nr. SOI. 28. Jahrgang. 5. KeilM des ,|«tiiiirl5" Snlim SnllisWiill Ssnntag, 24, Pwmbfr 1911. Ashlbmegmig in Groß-Berlin. Die Wähler des Hansaviertels hatte das Wahlkomitee des ersten Kreises am Freitag nach dem Cafe Gärtner berufen und sie waren dem Rufe zahlreich gefolgt. Referent ivar Artur Stadthagen. In einem zweistündigen mit lebhaftem Beifall aufgenommenen Vortrage entwickelte er die Gesichtspunkte, nach denen die Wähler ihre Entscheidung zu treffen haben. Die Reichs- tagswahlen werden vollzogen im Zeichen der Teuerung, die keine Fügung des Himmels ist, sondern eine Folge der Teufeleien, U'clche den Zolltarif von lSOü zustande brachten, an dem auch die Freisinnigen schuld find. Die Wahlen finden statt auch im Zeichen der Kriegshetze, die noch nicht beendet ist. ES gilt, Abrechnung zu dalten mit den Taten des verflossenen Reichstags, der mit dem Bündnis zwischen Konservativen und Liberalen begann, jener unnatürlichen Ehe, die als Paarung von Kaninchen und Karpfen bezeichnet wurde. Als die Freisinnigen dann aus dem Ehe- gemach hinausgeworfen wurden, trat die Zentrumsjungfrau hinein. Es entstand der schwarz-blaue Block, die reaktionäre Mehrheit, die nur dadurch möglich wurde, daß die Freisinnigen 1307 bei den Stichwahlen die liberalen Grundsätze schmählich verraten hatten. In ausführlichen Darlegungen zeigte der Redner, wie der ver- flossene Reichstag, sowohl die sogenannte liberale Aera wie der schwarz-blaue Block, die Rechte des Volkes geschmälert und dem Volke durch die Finanzreforni ungeheure Lasten aufgebürdet hat. ?»(*r trotz der Finanzreform ist die Schuldenlast des Reiches gc- wachsen und an alledem sind auch die Freisinnigen schuld. Sic werfen jetzt den Konservativen vor, daß die Finanzreform nicht genug eingebracht habe; also sind sie doch bereit, noch mehr zu bewilligen. Das ist auch begreiflich, sind doch die Freisinnigen stets für Vermehrung von Heer und Flotte zu haben gewesen, des Heeres, welches in erster Linie gegen den„inneren Feind" ge- braucht werden soll. Wie gern würden die Freisinnigen ihren konservativen Blockbrüdern wieder in den Armen liegen, wenn eS ibnen nur erlaubt würde. Weiter zeigte der Redner, daß die Frei- sinnigen immer dabei gewesen sind, wenn es galt, die klaffen- heivußte Arbeiterbewegung niederzuhalten. Auf allen Gebieten sehen wir die Klaffenherrschaft, welche durch die Freisinnigen ge- stützt wird. An einer Reihe von Beispielen bewies der Redner die Richtigkeit dieser Ansicht. Besonders verwies er auf die vielen mit Hilfe der Frcisinnigcu zustandcgckommenen Verschlechterungen in der RcichsversichcrungSordnung. Wer wirkliche Sozialreform will— so schloß der Redner—, wer gegen die Kriegshetze ist, wer dem ganzen reaktionären Treiben ei» Ende machen will, der muß für die Sozialdemokratie stimmen, die der Klaffenherrschaft, der Ausbeutung des Menschen durch den Menschen ein Ende machen will. Je mehr für diese» Ziel agitiert wird, desto schneller wird es erreicht werden. Der erste Diskussionsredner, Schmidt, sprach im Sinne des Referenten. Dann folgte ein Mitglied der Demokratischen Vereinigung, Pinkus, der die Wahl Gädkcs propagierte und betonte, es komme vor allem darauf an, den Kreis dem Herrn Kaempf zu entreißen und die Reaktion zu bekämpfen. Unter Hiniveis auf Acußerungcn in einer früheren Versanunlung sagte der Redner, es treffe nicht zu. daß die Demokratische Vereinigung hinter der Gründung deS Bundes der kaufmännischen Angestellten stehe.— Demgegenüber führte B u b l i tz aus, es könne doch nicht be- stritten werden, daß diese Gründung von Mitgliedern der De- mokratischcn Vereinigung ausgegangen sei. Wenn diese Partei Lcrfhlittcruug der Organisation der Handlungsgehilfen nicht .j>jjxoUe, dann solle sie ein ernstes Worz dagegen reden. Unser Kandidat Düwell sagte, es sei ja erfreulich, daß wir ein Mitglied der Demokratischen Vereinigung in unserer Ver- sammlung gehört haben. Anhänger der Freisinnigen Volkspartei ivürdcn wir wohl nicht zu hören bekommen. Das sozialdemo- kratische Wahlkomitce habe die Absicht gehabt, eine Wählerver- sammlung zu veranstalten, in der Vertreter der Sozialdemokratie, der Demokratischen Vereinigung und der Freisinnigen Volkkpartei auftreten. So sollten durch eine sachliche Aussvrache die Wähler über die Bestrebungen der drei Parteien aufgeklärt werden. Tic Demokratisch? Vereinigung habe ihre Bereitwilligkeit zur Teil- nähme an einer solchen Versammlung erklärt. Die Freisinnige Volkspartci aber, der das Anerbieten am 8. Dezember gemacht worden sei, habe am 15. geantwortet, ihr Vorstand würde den Gedanken einer gemeinsameil Versammlung außerhalb der Wahlzeit unter gewissen Voraussetzungen als diskutabel erachten. Im Wahlkampf sei«ine sachliche Erörterung zurzeit nicht so zu tührcn, daß eine gemeinschaftliche Versammlung von öffentlichem Jntercise sein könnte. Nach den bisherigen Ersah- Clingen seien die Redner und Führer der Freisinnigen in Hetze- rischcr, ja Verleumder iicher Weise angegriffen worden, was nur zu weiterer Erbitterung führen könne. Der Vorstand könne daher der Anregung einer gemeinsamen Versammlung nicht näher treten.— Düwell bemerkte dazu: Wer unsere Versammlungen besucht habe, der müffc zugeben, daß der Kampf gar nicht sachlicher geführt werden könne, als es oort geschehen sei. Da der Vorstand der Freisinnigen Volkspartei mit den Wählern nicht in Berührung kommen wolle, so würden die Wähler gut tun, den freisinnigen finnigen schuld daran sind, daß die Zentrum Sparlei in Deutschland zu einem Einfluß gekommen sei. den der UltramontaniSmu» selbst in katholischen Ländern nicht habe. Durch die Macht der Zentrums- Partei werde die Kulturentwickelung gewaltsam gehemmt. Es gilt, so schloß Düwell unier lebhaftem Beifall, durch die Wahl von Zozialdemokraten die Kulturentwickelung zu retten und ihr den Weg zum höheren Aufstieg zu bahnen. , Ter Liberalismus im Kampf nach links. Für den zweiten ReichStagSwahlkreiS Berlins hatte die sogenannte..Fortschrittliche Volkspartei" am Freitag in scincin.vornehmeren" westlichen Teil eine öffentliche Wähler- Versammlung einberufen. Zur Freude der Liberalen hatten deren Gegner von rechts und von links, Konservative und auch Sozialdemokraten, durch jhxe Beteiligung dafür gesorgt, daß in der Viktoriabrauerci der große Saal annähernd voll besetzt wurde. Ein Massenaufgebot liberaler Redner trat vor die Zuhörer hin und suchte sie zu überzeugen, daß das deutsche Volk das Heil einzig und allein vom Liberalismus zu erwarten hat, der die Bc- sitzenden wie die Besitzlosen, die Unternehmer wie die Arbeiter mit gleich heißer Inbrunst an sein Herz drückt und nur die Sozialdemo- üatie bekämpft. Bevor der liberale Wahlkandidat das Wort er- griff, sprachen erst noch drei andere Parteiführer der Liberalen, und zwar in einer Aufeinanderfolge, die als lehrreich« Steigerung wirkte. Ten Reigen eröffnete Abgeordneter v. L i s z t. Er bedauerte, daß die Sozialdemokratie dem Liberalismus nicht da? Opfer brin- gen wolle, in den für sie aussichtslosen Wahlkreisen auf eigene Kan- didaten zu verzichten und von vornherein für die liberalen Kan- didaten einzutreten, wie in gleicher Lage daS Zentrum klugerweise die Konservativen zu unterstützen sich entschlossen habe. Daß aber tzas liberale Bürgertum auch den Kampf nach links führen müsse, glaubte er„in aller Ehrlichkeit" sagen zu sollen, und er suchte aus der„ganzen liberalen Weltanschauung" nachzuweisen, daß den Liberalismus eine weit« Kluft von der Sozialdemokratie trennt. Dem Liberalismus traut Redner die Kraft zu, einmal die Sozialdemokratie zu überwinden, wenn das liberale Programm zur Ausführung komme. Eine gröbere Nummer war die Rede des Abgeordneten Fisch- deck, der dann folgte. Zunächst zog er los gegen die Konservativen und ihre Junker und deklamierte:„Wir Liberalen aber wollen keine Politik der Standesintercssen, wir wollen gleiches Recht für alle!" Als ein Zwischenrufer ihn anulkte:„Das ist ja sozialdemokratisch!" widersprach Fischbcck und kündigte an, das„gleich beweisen" zu wollen. Er fuhr jedoch in seinem Text fort und hinterher blieb er den Beweis schuldig, daß„die Liberalen gleiches Recht für alle wollen". Nach den Konservativen kamen die S o z i a l d e m o- kraten heran, denen der Redner es übelnahm, daß sie immer noch alle bürgerlichen Parteien als„eine reaktiv- näre Masse" betrachten. Als eine Großtat der Liberalen rühmte er es, daß diese bei der ReichSfinanzrcform nur 400 Millionen Mark durch indirekte Steuern und wenigstens 100 Millionen durch direkte Steuern decken wollten. Der Ton, in dem Herr Fisch- deck die Sozialdemokratie angriff, weil sie an die„PolkSfreundlich- keit" der Liberalen nicht glauben will,.war der bekannte. Auch er blies kräftig zum Kampf nachlinks und wollte glauben machen, daß das Junkertum nicht so sehr die Sozialdemokratie, wie einen starken Liberalismus fürchte. Dritter im Bunde war Abgeordneter R o s e n o w. Er bc- gann mit der erstaunten Frage:„Warum sollten wir denn nicht den Kampf nach links führen?" Warum er ihn führte, das hat er oft genug gesagt und sagte es am Freitag anfs neue. Wie er die Junker haßt, weil sie er hob das klagend hervor—„die Stellen im Staat für sich allein in Anspruch nehmen und die Söhne der Bürger wegdrängen", so haßt er die Sozialdemokratie, weil sie den Unternehmern den Profit kürzen will. Wieder jammerte er über die„frivolen Streiks", durch die der Arbeiter dem Unternehmer das Leben sauer mache. Die Sozial- dcmokratie sei es, die den Frieden zwischen Arbeitgebern und Arbeitnehmern störe. Da hörte man's wieder mal, woher dem Liberalismus sein Schmerz kommt. Herr Rosenvw sagte es wirklich „in oller Ehrlichkeit". Alle drei Redner äußerten sich sehr hoffnungSfreudig über den Erfolg, der im zweiten Wahlkreis dem Liberalismus winke, und forderten zu eifriger Agitation für den liberalen Wahlkandidaten Mommscn auf. Herr M o m ms e n selber, der dann sprach, er- mahnte gleichfalls scinc Parteifreunde, nicht zu zweifeln, daß die Liberalen„siegen können, wenn sie wollen". Da er hierzu noch anderer Wähler als nur der wohlhabenden von Berlin W. bedarf, so wehrte er sich heftig' gegen ein ihm sehr unbequemes Flugblatt unserer Genossen, das ihm lieblos vorgehalten hatte, wie sehr er als Direktor einer Großbank der berufen st e Vertreter des Großkapitals ist. Herr Mommscn behauptete, auch den So- zialdcmokraten müsse bekannt sein, wie er für den kleinen Mann, für den Arbeiter eintrete. Sein Wirken in der Stadtverordneten- Versammlung von Berlin beweise das, prahlte er mit einem Mut, über den sogar die freisinnigen Stadtverordneten, die an der Wählrrversammlung teilnahmen, sich gewundert haben werden, Ucber die Tätigkeit der Banken sagte der Herr Bankdirckior:„Wir arbeiten nicht für die Großen, wir, arbeiten für d j e Allgemein- h c i t!"„Und so trollen wir eö a u ch in der Politik tun!" fügte er in treuherzigem Ton hinzn. An dieses Gelöbnis knüpfte er eine Darlegung über die angebliche Notwendigkeit in- direkter Steuern. Der Grimm gegen die Sozialdemokraten, die dem liberalen Bankdircktor die Bcicuerung seiner Liebe zum Mittelstand und zur Arbcitcrbcvölkcrung nicht glauben wollen, riß den sichtlich Verärgerten zu einem giftigen Geschimpfe hin. Tic Sozialdemokratie wolle nicht positiv arbeiten, sie wolle nur Hetzen, für das Privatangcstelltengesctz habe sie nur deshalb mitgestimmt, weil sie agitatorische Zwecke verfolge, und so weiter. Er schloß mit der Mahnung, die Arbeiterklasse müsse zum Bürgertum halten, und empfahl sich den Wählern als„Vertreter des ganzen Volke S". In der sehr ausgedehnten Diskussion wurde als erster ein sozialdemokratischer Redner zum Wort zugelassen. Dem liberalen„Vertreter des ganzen Volkes" antwortete er, daß die Liberalen vor den Wahlen anders als nachher zu reden pflegen. Mit ofsenstchtlichem Unbehagen hörten sie das lange Sünden rcgister des Liberalismus an, das er ihnen vorhielt. Nachher bekam die Versammlung auch einen Konservativen zu hören den antisemitischen Professor Heutig. Er führte sich ein mit dem Kompliment, daß er aus den Reden der Referenten„sympathische Klänge" vernommen habe. Zunächst habe er fast geglaubt, daß sein „alter Traum eines Zusammenschlusses des gc samten BürgertumS" sich verwirklichen solle. Leider sei aber sogleich wieder die Hetze gegen die Junker losgegangen, gegen den „schwarzblaucn Block", der gar nicht existiere, gegen die Männer, die durch die Finanzreform sich die Hochachtung und den Tank des Volkes verdient hätten. Nur die ersten Sätze der Rede Hentigs wurden in Ruhe angehört, seine ganzen obigen Ausführungen wurden von den Liberalen mit lärmenden Unterbrechungen und sich immer wiederholendem Gelächter begleitet. Vor Heutig hatte ein Wortführer des H a n s a b u n d e S das feierlich« Versprechen abgegeben, daß der Hansabund mit aller Kraft die Kandidatur Mommscn unterstützen werde. Daö läßt sich denken! Dem Hansabündler antwortete ein Privatangc- st e l l t e r, der sehr wirksam darlegte, daß die Angestellten weder vom Hansabund noch von seinem Schützling Mommscn etwas zu hoffen haben. Ten Privatangestelltcn sei d a S V e r t r a u c n,z u m Freisinn verloren gegangen. Die Debatte zog sich bis nach Mitternacht hin. Auch Herr M o m m s e n hatte in ihr noch einmal das Wort genommen, um gegen die Angriffe von rechts und von links sich zu wehren. Noch- mals pries er sich an als„Vertreter der Armen und Bc- drückten ebensogut, wie der Reiche n". Auf ein Schluß- wort verzichtete er. Das Schlußwort bleibt den Wählern. Sie werden wissen, was sie von dem Liberalismus und seinem„Vertreter der Armen und Bedrückten ebenso gut, wie der Reichen" zu halten haben. Im zweiten Wablkrcis von Berlin muß am 12. Januar wiedergewählt werden sein bisheriger Abgeordneter, der Kandidat der Sozialdemokratie, Genosse Richard Fischer, ♦. CcltOW-ß«C8hOW. Charlottenburg. Trotz der Nähe des Weihnachtsfestes. trot, des prasselnden RegenS war am Freitagabend das VcrsammlungS- lokal bei Schulz, Kaiser-Friedrichstraße, bis zum letzten Platz ge- füllt. In trefflichen Ausführungen, die häufig von Beifallsstürmen unterbrochen waren, entwarf Genosse Fritz Zubeil ein Bild unserer politischen Verhältnisse. Er zeigte, wie die herrschende Junker- sippe da» Volk ausbeutet. Ivie sie ihre Macht in Staat und Parla- mentcn ausnutzt, sich ihr große» Pottenwnnaie zu füllen. Er schilderte die Teuerung mit ihren unheilvollen Wirkungen auf die Volksernährung der weitesten Kreise und zeigte, wie der Brot- Wucher, die EchnapSliebesgaben, daL infame Fleischeinfuhrverbot die Massen dem Junkertum tributpflichtig machen. Nachdem der Redner daS Sündenregister der Herrschenden ausführlich zerzauit hatte, wies er nach, wie nur die Sozialdemokratie� imstande ist, der volitischen Misere ein Ende zu machen und wie sie allein die Interessen der breiten Massen jederzeit vertritt. Die Auf- forderung des Vorsitzenden au etwa anwesende politische Gegner in die Diskussion einzutreten, fand keine Erwiderung. Als einziger Diskussionsredner sprach Gen. Roscnthal. Nach einem kurzen Schlußwort, worin der Vorsitzende Schulz einen begeistert ans- genommenen Appell, jede Stunde bis zum 12. Januar zur Agitation für unseren Kandidaten zu benutzen, schloß er mit einem stürmisch erwiderten Hoch die Versammlung, Zchlendorf(Wannscebahn). Die am Montag im„Gesell- schaftshaus" von Wilh. Micck einberufene Wählerbersammlung war von über 850 Personen, darunter auch Frauen, besucht. Der Kandidat unseres Kreises, Fritz Zubeil, gab in einem Zstün- digcn Referat ein anschauliches Bild von den vergangenen Reichs- tag und von der augenblicklichen politischen Lage. Zum Schluß forderte er die Versammelten aus, bis zum 12. Januar ihre volle Schuldigkeit zu tun und alles daran zu setzen, damit sich der Wahltag zu einem glänzenden Siegestage der Sozialdemokratie gestaltet. Reicher!Äifall der Versammlung lehnte dem Rese- reuten. Bccßkow. Eine Wählerversammlung unter freiem Hsminel fand in Rantzig statt, die sich eines äußerst zahlreichen Besuches erfreute. Der Vortrag des Genossen K l ü ß über die Bedeutung der Reichstagswahl fand bei den ländlichen Versammlungsteil- nchmcrn großen Beifall. Bisher hatte in diesem äußersten Winkel des RiescnwahlkreiscS noch nie eine Volksversammlung stattgc- künden und hörten die Landleute zum erstenmal einen soziat- demokratischen Redner. Jbrc Begeisterung bewies, daß auch sie empfänglich für den Sozialismus wird. Gegner wagten sich nicht heraus. �ieclerbamim. Pankow. Am vergangenen Dienstag tagte im„Türmchen" eine gut besuchte Wählerversammlung, in der Genosse W. P i n ck einen beifällig aufgenommenen Vortrag über die bevorstehende ReichStagswahl hielt. Zum Schluß richtete der Vorsitzende einen warmen Appell an die Anwesenden, kräftig mitzuarbeiten und zu agitieren, daß unser Kündidat, der Genosse Stadthagcn, mit über- Wältigcnder Majorität aus der Wahl hervorgeht. Franz.-Buchholz. Vor einer gutbcsuchten Versammlung sprach ani Mittwoch Genosse Arthur Stadt Hagen über dgL Thema: „Auf zur Reichstagswahl!" Der Referent charakterisierte in treffenden Ausführungen das schwarz-blaue Regiment und die Taten des verflossenen Reichstags, wofür ihn die Versammlung mit lebhaftem Beifall quittierte. Außer einem jungen Man», der sich wohl selber nicht ganz klar über seine Ausführungen war, meldete sich niemand zum"Wort. Vor und nach der Versammlung brachte der Gesangverein„Wach auf" ein stimmungsvolles Lied zum Vortrag. Stralau. Kriegshetze, Teuerung und ReichStagswahl stand auf der Tagesordnung einer gut besuchten öffentlichen Wähler- Versammlung, die am 21. Dezember in der„Alten Taverne", Alt- Stralau, stattfand. Der Kandidat des 5>rciscS, Genosse Arthur T t a d t h a g c n. geißelte mit scharfen Worten vor einer aus. mcrtfamcn Zuhörerschaft die verräterische Politik der sckwqn- blauen Mehrheit des verflossenen Reichstages. Ter reiche Beifall bewies, daß die Worte den Zuhörern aus dem Herzen gesprochen ivarcn. Nach einem kräftigen Appell seitens des Vorsitzenden, fleißig an den Vorarbeiten zur Wahl mitzuarbeiten, und einem dreifachen Hoch auf die Sozialvemokratic gingen die Versammelten auseinander._ fiAilen-Keihnnchte». Ten Menschen ein Wohlgefallen! Die Botschaft hör' ich wohl, allein mir fehlt der Glaube. Jahrhundertelang klingt die schöne Verheißung in das Ohr der gläubigen Menschheit— doch erfüllt hat sie sich nicht. Die Weihnachtsglocken verkünden wiederum die frohe Legende, daß im Stalle zu Bethlehem das Kindlein nackt und bloß geboren worden sei, freudig begrüßt von Königen und Hirten. In Bildern und Statuen wird man in den Kirchen die Mutter dieses KindleinS, daS arme Judcnwcib von Nazarcth feiern und verherrlichen. O, widerliche Heuchelei! Derselbe Mund, der jene Mutter verherrlicht, weist die Mütter der heutigen Zeit auS dem öffentlichen Leben, verweigert ihr die Gleichberechtigung, reiht sie unter die Unmündigen und Kinder ein. Jahrtausendelang wird das Lob der Mutter jenes NazarenerS gesungen, und Jahrtausendelang hat man daS Weib' entrechtet und geknechtet, hat man es der Willkür und Brutalität deS männlichen Geschlechts überlassen, ihr Geist und Seele abgesprochen, eS den wesenlosen Geschöpfen zugeteilt. Bis der Kapitalismus wie ein ungeschlachter Riese über den Erdball stampfte, mit gewaltigen Händen das wirtschaftlich« Leben in neue Formen zwingend. Dampf, Elektrizität und wundersam konstruierte Maschinen formten Produktion und Verkehr von Grund aus um. Ter Mittelstand ward zum größten Teil zerrieben, Taufende von Klcinmeistern ihrer Existenz beraubt, ins Prolc- tariat hiiiabgcstoßen. Gewaltig stieg die Zahl der Lohnarbeiter in Handel und Industrie, aber der Kapitalismus machte auch nicht vor der Familie Halt. In Scharen zogen die Frauen in die Fabrik. Mächtig schwoll die Frauenarbeit an. In großer Anzahl wurden gelernte Arbeiter entlassen, von neu erfundenen Maschinen und technischen Errungenschaften verdrängt und ausgeschaltet, die Teil- arbeit durchgeführt, so daß die Frauen die Plätze der Männer einnehmen konnten.— Neben der Frauenarbeit feierte die Aus- beutung der Kinder vom zartesten Alter an wahre Orgien. Und diewcil man alljährlich die Geburt Jesu, des KindcrftcundeS, feierte. richtete die Raubgier des Kapitalismus unter den Kindern des Volkes grauenhafte Verheerungen an.. Friede auf Erden! War die Frauenarbeit auch von Flüchen und Tränen begleitet, so hatte sie doch auch ihre scgens- reiche Seite. Durch das Heraustreten aus dem engen Kreis Her Häuslichkeit in den viclvcrzwcigten brausenden Existenzkampf wurde der Geist geweckt, die Augen geschärft, wurde auS den bis dahin stumpf und abgeschlossen lebenden Haustierchen ein« qufgeweckie intelligente und Willensstärke Etreitenn um Frauen» unh Menschen- rechte. Wer Pflichten hat. der hat auch Rechte! Und wem diese Rechte vorenthalten werden, der muß sie sich erkämpfen! DaS war die Losung aller erwachten arbeitenden Frauen. Die ganze Spießcrwclt erbebte bor dieser neuen Erscheinung und sah das Ende der Welt herannahmen, wenn diese Forderungen sich ver- wirklichen sollten. Aber schon stehen gewaltige Massen werktätiger Frauen im Kampfe Schulter an Schulter an der Seite ihrer modern denkenden und fühlenden Arbeftsgenossen, ohne daß die Welt aus den Fugen gegangen wäre. Ist es doch für die Arbeiterorganisation und Angestelltcn-Vcrbände geradezu eine Lebensfrage, die Scharen der im Beruf tätigen Frauen in die Kampfphalanx einzureihen, wollen sie nicht, daß die erkämpften Lohn, und Arbeitsbedingungen, alle ht Heißem Ringen eroSerken»«feite Sie»« zunichte gemacht werden. Steigt doch die Zahl der erwerbstätigen Frauen von Jahr zu Jahr in ungeahnter Stärke. Bei der ersten Zählung in Deutsch. land, im Jahre 1882, wurden V 541 617 weibliche Erwerbstätige feft- gestellt. Im Jahre 1895 war die Zahl schon gestiegen auf S 578 550 und im Jahre 1907 sogar auf 9 492 881. Heute sind wir schon bei der elften Million angelangt und diese Zahl bewegt sich fortwährend in aufsteigender Linie. Fast 4 000 000 von den im Hauptberuf tätigen Frauen sind verheiratet oder waren es. Zeigt sich hier, daß nicht nur jugendliche Weibliche in den ErwerbSprozetz hinein- gezogen werden, sondern daß auch das eherne Muß die verheiratete Frau von Heim und Herd wegtreibt, weil die Einkünfte der Familie anderenfalls nicht reichen würden. Not und Arbeitslosigkeit tragen noch das ihrige dazu bei, die Unsicherheit und Unzulänglich. keit der unleren und mittleren Schichten zu erhöhen, und als Krönung dieser mißlichen Verhältnisse stellen sich die Folgen unserer wucherischen Zoll- und Steuerpolitik ein. Wer unter den geschilderten Zuständen am meisten leidet, das ist unzweifelhaft die Frau. Als Erwerbstätige, als Frau und Mutter trägt sie den größten Anteil an dieser drückenden Bürde. Nicht nur, daß sie mit beitragen muß zum Lebensunterhalt, fallen ihr auch noch die tausenderlei Mühen und Nöten der Häuslichkeit zu. und wenn des Abends die Glocke den Arbeitsschluß ankündet, dann nicht für die arbeitende Frau, deren Tätigkeft oft bis in die Nacht- stunden hinein sowie an Sonn- und Feiertagen in Heim und HauS in Anspruch genommen wird. Friede und Freud el Die Macht deS Kapitals unseres KlassenstaateS treibt nicht nur die Frau hinaus ins Erwerbsleben; nein, sie versagt ihr auch noch, von grausamer Habgier diktiert, den notwendigen und ausreichenden Schutz gegen körperliche und sittlich« Gefahren. Die Brüder in Christo verweigern ihren Mitmenschen nicht nur jegliche Rechte, sie bekämpfen auch noch hartnäckig alle Schutz, und Sicherungsmaßnahmen und geben sich in echtchristlicher Liebe die Mühe, die Arbeiter und arbeitenden Frauen samt ihren Kindern in jeder Weise zu benachteiligen. Die von der Reichstags- Mehrheit unter Dach und Fach gebrachte Versicherungsordnung muß als ein Schanddenkmal des sozialpolitischen Zeitalter? bezeichnet werden. Während man in den christlichen Kirchen die Wöchnerin und den Säugling aus Bethlehem vergöttert, überschütten die frommen Konservativen und Zentrumsmänner die Wöchnerinnen unserer Zeit mit Hohn und Spott; überlassen sie sie seelenruhig der Krankheit und der Not und helfen durch ihre Maßnahmen dazu, daß unsere Säuglinge alljährlich zu Tausenden dahingerafft werden. Sterben doch alljährlich in Deutschland 10 000 Frauen im Wochen- bett, darunter 7000 an Kindbettfieber; 50 000 müssen schwere Krank- heiten infolge der Mutterschaft durchmachen, während die Zahl der jährlich sterbenden Säuglinge zirka 400 000 beträgt. Die Sozial- demokratie, als einzige Partei, hat im Reichstage ausreichende Schutz- und Vorbeugungsmatzregeln beantragt. Die christlichen Brüder von der Mehrheit, unterstützt von unserer christlichen Re- gierung, lehnten jedoch alle Anträge kaltlächelnd ab. Freue dich, o Christenheit! Die Geldgier des Kapita- lismus verhindert durchgreifende Maßnahmen zur Sicherung von Leben und Gesundheit der Arbeiter. Das Schlachtfeld der Arbeit forderte im Jahre 1909 nahezu 700 000 Verwundet« und etwa 10 000 Tote. Ueber 0000 Witwen verloren ihren Gatten, über 13 000 Kinder ihren Vater. Auf dem Gebiet der Invalidenversicherung kommt der christliche Geist ebenfalls in der geschilderten Weise zum AuS» druü. Sind schon die Bezüge, die bie JnSaMen«hallen, geradezu armselig, so hat die Sparverordnung des Reichsamt« de« Innern von 1904 bewirkt, daß eine rigorose und unwürdige.Rentenguet- scherei" einsetzte, die für die Betroffenen nicht nur beleidigend, sondern auch erheblich schädigend ist. Wurden doch Frauen für .noch nicht invalide" angesehen, die sich nur mit Hilfe von Krücken fortbewegen konnten und an beiden Bmneu gelähmt waren. Die Witwen- und Waisenversicherung, die im Zollwucher von 1902 gezeugt wurde, und jetzt in der RetchSversicherungsordnung als mikrige Mißgeburt zur Welt kam, ist in ihr« Dürftigkeft und Ungu- länglichkeit geradezu aufteizend. Kommt her, die ihr hungrig seid, ich will euch speisen! Durch ein geradezu raffiniertes, indirektes Steuer- system, durch Zollwucher und Grenzsperren wird dem Volke der Lebensunterhalt unchristlich und unmenschlich verteuert, und die letzte Reichsfinanzreform hat das Matz schon bis zum Ueberlaufen voll gemacht. Die ganze Niedertracht dieser VolkSauSwucherung wird erst klar, wenn man sich vor Augen hält, daß gerade die notwendigsten Bedarfsartikel der breiten Masse belastet sind und diese Belastung gerade die kinderreichsten Familien am schwersten trifft. Entfallen doch jetzt schon durchschnittlich auf den Kopf der Bevölkerung 94 M., bei einer Durchschnittsfamilie von 4,7 Köpfen 442 M. an Abgaben, von denen der größte Teil auS indirekten Steuern besteht. Geradezu empörend aber muß es wirken, wenn eine Arbeiterfrau, eine Witwe mit 4 Kindern pro Tag 20 Pf. Brotsteuern zu zahlen hat. Die Christenheit betet alltäglich zu ihrem Gott: Unser täglich Brot gib unS heute. Die Ritter und Heiligen aber sorgen schon dafür, daß daS Gebet wirkungslos bleibt. Die Verherrlicher des JesukindleinS und seiner Mutter rauben den Witwen und Waisen daS Allernotwendigste: das tägliche Brot. Der Verein für Volkswohlfahrt hat 1908 eine Erhebung veran- staltet und dabei als Resultat erhalten, daß in den deutschen Städten 80 000 Volksschüler im Winter und 22 000 im Sommer ohne Früh- stück in die Schule kamen, während 179 000 kein warmes Mittag- brot erhielten. Gerade diese Umstände erfordern e» dringend, daß die Frau sich mehr wie bisher um wirffchastliche, politische und soziale Fragen kümmert. Ist sie doch nach Veranlagung und Erziehung am ehesten geeignet, den ganzen Jammer, der in diesen Zahlen zum Ausdruck kommt, zu erfassen und erfolgreich an der Beseitigung dieser ent- setzlichen Zustände mitzuwirken. Ist sie es doch ganz besonders, die unter der Last des Haushalts und der Erwerbsarbeit doppelt und dreifach leidet und die ganze Qual unserer heutigen gesell- schaftlichen Zustände am bittersten durchkosten muß. Friede auf Erden! Gerade zur diesjährigen Weihnachts- zeit sind die Kämpfe auf wirtschaftlichem und politischem Gebiete bis zu grimmiger Leidenschaft entfacht. Der Kampf gegen Ausbeuter und Wucherer hat die Parteien bis zum äußersten aufgepeitscht. Die Reaktion wittert Morgenluft, darum der Haß, darum der ver- zweifelte Kampf, den Reichstag wieder nach ihren Wünschen zusammenzusetzen. Durch Zölle und Abgaben treiben sie die arbeitende Klasse zu Lohnforderungen, um daraus dann die Möglich- keit zu ziehen, Ausnahme- und Knebelungsgesetze zu schaffen. Friede auf Erden! In das Geläute der WeihnachtS- glocken hinein werden die Kanonen von Tripolis donnern, als Hohn auf die christliche Verheißung. Die lhilturländcr der Christenheit stehen sich bis an die Zähne bewaffnet gegenüber. Der Geist des Militarismus atmet Roheit und Blutgier. Für kapitalistische oder dynastische Zwecke müssen sich die Söhne des Volkes wie willenlose Schafe zur Schlachtbank führen lassen. Dieselben Söhne, die uns«e Frauen und MW er unter Schmerzen geboren, unter Mühen und Sorgen bei heiß durchwachten Nächten großgezogen haben. Grund genug, daß die Frauen nnt aller Kraft gegen die heutige militaristische Unkultur sich erheben. Kostet doch der Militarismus und MarinismuS alljährlich ganz enorme Summen. In einem Jahre 1000 bis 1700 Millionen Mark, die fast ausschließlich aus den Erträgnissen der indirekten Steuern und Zölle bestritten werden. Darum muß die Frau jetzt und in Zukunft, besonder? aber am 12. Januar mit ganzer Kraft dahinarbeiten, daß wir von dem unseligen Druck der heutigen Zustände erlöst werden. Nur wenn die Frau gewerkschaftlich und politisch organisiert, Schulter an Schulte? mit ihren männlichen Arbeits- und Klassen- genossen den Kampf führt gegen alle Feinde des Fortschritts und der Kultur, kann das schöne, stolze Ziel erreicht werden. daS unsere leider zu früh verstorbene Clara Müller mit wenigen, wunderbar poetischen Strichen vorgezeichnet hat: „Wir wollen kein feiges, kein halbes Geschlecht, Kein tröstendes Wort uns zum Hohne; Wir wollen für jeden ein heiliges Recht, Für jeglichen Arbeit, die lohne! Und Freude, wo brennend die Seele jetzt fällt, Und Frieden der ganzen, der seufzenden Welt, Und dem Volke der Zukunft Krone!" WttternngSLberficht vom SS. Dezember 1911. Elutionen .S iß Swinemde. Hamburg Berlin Fnntfsa.M München Wien 750 752 749 748 750 750 II 8? NNW SO SW SW S Wetter 2 bedeckt 3 bedeckt Lchedeckt IRegen Sbedeckt IjRegen »K s? Hia Stationen Haparanda Petersburg scilly Aberdeen Paris sjä ja— 754 II 8f SW 748 D 765 NS 757WSW 759NNW Wetter bedeckt Schnee heiter wölken! bedeckt C-* S? «5, -8 -2 7 1 8 Wetterprognose für Sonntag, den«4. Dezember 1911. Ein wenig kälter, zeitweise heiter, jedoch unbeständig mit geringen Niederschlägen und mäßigen nördlichen Winden. Berliner Wetterburea«. WasserstandS-Nachrichte» der LandeSanstalt für Gewässerkunde, mitgeteilt vom Berliner Wctlerbureau. Wasserstand M e m e I. Tilstt P r e g e l, Jnsterburg Weichsel, Thorn Oder, Ratibor . Krosscn , Franksurt a r t h e, Schrimm , LandSbcrg Netze, Vordamm Elbe, Lcitmeritz . Dresden , Berbh , Magdeburg >)+ bedeutet Wuchs, treiben. Fall.•) Unterpegel.*) SiSsiand. Eis« v"Ä i-' v ä MW5MMV Ko. i Herren- Anzüge SgSSÄ K axnmgaraarten l and il reih ig... K. No- 2 Herren- Anzüge Chor Unser« Schlager. I n. llreih. K. Mo- 3 Herren-Ulster Braon, grau n. olive Farh. Letzte Henh. M. No. 4 Herren-Paletots Modem« dunkle Eskimos. Oute Verarbeitung M. No. 5 Herren-Hosen thmiei„-ue. stark« Kammgarn arten, M. 9— u. M« No. 6 Herren-Joppen Kräftiger Loden. Grau u. grün. Wann gcfött. M. No. 7 Pelz-Joppen U Loden-Bemg. Katzcrucitenfutter........... M. Ho 8 Geh-Pelze Feiner Tuchbezug. Astrachanfattcr.Seal-Elektrik-Kragcn M. No. 9 Loden-Pelerinen*rHe°™nn „IraprSguiert". Lange 120 n. 130.. M. No.io Pikee- Westen ne-eu« heile«. dunkle Muster. 3 Stück für M. 6.60 M, 27— 40- 30- 24- 6— 12- 27- 115- 7.50 2.25 No.ll Schlafröcke WeiAeVelonmtoir. farbige Tuchbesäfc«•«•...»•«M. No, 12 Schlafröcke StntÄÄ Schöne Besitze.....M. No.is Morgen-Joppen££& loursstofL Reicher Besatz....... M. No. 14 Samt-Jacketts Brenn. Mit Borde eingefasst................ M. No. 15 Jünglings- Anzöge"SiX- tneiu Zumteil a. Rest gearb. M.14.— ,9 50 No. 16 Jöngl.-Paletots u. Ulster Mod. Fau. Hei» Fmk. M. 80.—, 22,— No. 17 Knaben- u.Jüngl-Joppen Wiater-Loden. Warm gefüttert. M. 4 BO No.is Knab.-Cheviot- Anzüge HochgeschL Form. 3— 8 Jahre, durchweg M. No. 19 Knab.- Manchefter-Anz. la. Sehr haltbar. 3— 8 Jahre, durchweg M, No 20 Knab-Kammg.- Anzüge Blau u. braun. 9— 8 Jahre, durchweg M. 12.50 21- 12- 30- 7.50 16- 3.50 4.50 6.50 6.50 No 21 Knaben-PyiacksJSZeÄS warm gefött., für 3-— 8 Jahr« durchweg M, N0.22 Knab.-u Madch.-Pelerin. Impr. Lod, 100-1 10 cm Ig. M. 6.—, 70-90 Ig. No 23 Knaben-Hosen«m«-»«»»c arbeitet, für 3— 8 Jahre durchweg M. 2 SO n. No.24 Schüler-Hosen Bi.n und fcAis« Cheviots, für fr— 14 Jahre. durchweg H. No.25 Haar-Hüte EAt eogUni. p-rtt». wäre......»»D.,»«»»»»,» M. No 26 UJster-Hüte Modem« Fartcnnd Formen»»«»»»»«»»»,»,»»» M< No 27 Wäsche-Kragen«f.*. n mod Formen............. Vi Dutzend No.28 Ober-Hemden v-m mdbant, neuefte Müller M. 4,—» 9.26, No.29 Krawatten S verschiedene Formen. Entzückende Melier.... M. 1.50, 95, No.30 Echt engl. Herren-Mü�en Eigener Import M 2.50 mid 4.25 4.50 1.50 2- 2.50 1.90 95 Pf 2.90 50 pf 1.75 Kleider- Werke □ Deutschlands größte Fabrik dieser Art Chausseestcaße 29-30 7f35rtkkenshxi£e� // Q[i9hinIifiiü&Jira/}e20™\S3iönehecg, Tiauptstn/O Heute, Sonntag, bis 6 Uhr geöffnet. Montag, den ersten Feiertag, geschlossen, Dienstag, den zweiten Feiertag, von 8—10 und IS— 2 ühr geöffnet. Der Haupt-Katalog No. 43(Letzte Moden) auf Wunsch kostenfrei. �cfiöiieberg'. Donnerstag, den A8. Dezember 1911, abends 8 Uhr: Zwei Uolksversammlungen. Neue Rathaussäle, Meininger Str. 8, OeffSFestsäle, Hanptstr. S/S. Volksverrat! Kriegshetze! Abrechnung! Referent: 8tadthageii. Männer und Frauen! Agitiert und erscheint in Massen.—— 26/4 Das sozialdemokratische Wahlkomitee. flchtung 1 tPoiGils ftchtunfl Sonntag, bc« 31, Dezember, nachmittags 2 Uhr, im Lokal von Borgmann, Andreasstratze 21: öchentte polmzede Mler-Versammlmg. Tagesordnung! 1. Di« Stellung de» poluische« Volke» zur ReichStagSwahl. Referent: I. BiniSzkiewicz- Kattowtt?. 2. Freie DiZkuffion. Es ist Pflicht eineS jeden Polen, in der Versammlung zu erscheine«. 201/10 Die Agitationskommission de» P. P. S. Berlin-Rird-rf. irveiter-LilllullgsseWe. äUttvocd, den 27. Dezember, abends 7 Uhr, im KSnigsiadMCasino, Holzmarktstr. 72: Vortrag dea Redakteurs Fr. KlOner über: 6/17 Entwiekelungstendenzen in der WohDungskunst. Eintritt 20 Pfennig. Nachdem: Garderobe frei. Gemütliches Beisammensein und Tanz. f- Silvester- Punsch Punsch Royal...... von Rum, Arrak, Glühwein. Sherry u. Schlummer-Punsch Ananas, Burgunder-Punsch Bowlen-SIosel, Bowlen-Extrakte, Tischweine empfiehlt und versendet in bekannt ausgezeichneter Qualität Georg Andree, da c, Mauer str. 1-2. a Fiaeche 2"® und M. a Flasche 2S0 und I35 M. s Flaaohe 3" und 1�® M. a Flasche 4°° und 2°° M. Die reellsten und billigsten Möbel und Folsterwaren aul Teilzahlung zu Kassenpreisen und Zinsvergütung erhält man in dar seit 83 Jahren bestehenden MCbal- fabrik unter lOj übriger Garantie ReIchenberl'ar Ziehung 10. n. 11. lanasr Grosse BerlSner LHuhtmabif laltBriia 8033 Gewinne la Geuml?. ,«i Ivk iii|g IsßOG 1, Hauptgow. W. Mark 30000 2. nsnptgew. W. Mark 20000 8. Hauptgevr. W, ftTarfc 10000 Automobil-LOSB® � 11 �10 5t ÄÄ all. Lotteriegeseh&ften, I/never- kaolsst.a. durch das Ssoaraldtblt Lnd.Müller&Go. in Berlin C.y OnHntr.S. apec. 33 Gewinne Geaamtw. Mark a. 8000 Bilbergew. Geaamtw. Mark Jedes Wort 10 Pfennig. Das fettgedruckte Wort 20 Pfg.(zulässig 2 fettgedruckte Worte). Stellengesuche und Schialsteilen- Anzeigen 5 Ptg-i das erste Wort(fettgedruckt) 10 Pfg. Worte mit mehr als II Buchstaben zählen doppelt. ) Kleine Anzeigen ANZEIGEN fflr die nächste Nummer werden In den Annahmestellen IQr Berlin bis I Uhr, für die Vororte bis 12 Uhr, In der Haupt-Expedltlon, Llndenstrasse M, bis S Uhr angenommen. Verkäufe. Zelm iProjcnt Rabalt Vorwärts- leiern. Teppiche, Plüschteppiche, mit Farbcnfehler, fabelhaft billig, in allen Grögen vorrätig, 8,60, 9,86, 11.50, 13.50, 15.75, 18.50, 21.50, 25.75, 28.50, 33 bis 300 Mark. E. Weißen. berg, Vertrieb von Fabrikaten beutscher Teppichwebereien, Große Franksurlcr- slraiie 125, im Hause der Möbclsabrik, Haltestelle Koppenstraße. Vorwärts. lesern noch c;tra 10 Prozent Rabatt. Gardinen, Fabrikreste, Restbestände, Fenster 1.35, 2.35. 2.85, 3.50. 4.50, 5.75, 6.«, 7.50 AngeschmnUte Gardinen, VettdcSen fabelhaft billig. CioreZ, (Englische Tüllgarbinen, Meter 38, 46, 55, 65, 75. 85, 90 Pf. bis 8 Mark. 10 Prozent Extrarabatt. Bertrieb von Fabrikaten fächsischer Gardinenwebereicn Große Frank. furterstraße 125, im Haule der Möbel- fabrik, Haklcstell« Koppenstraße. Kuustker-Gardinen, wcig, erSrne, 2 Schals, 1 Larnbrcquw, 4.85, 5.75, 6.50, 7.85, 9.25. 11.—, 13.—, IS.— usw. Große FranksuelersNatze 125. Tüllbettbecke», SloreS, 1.95, 2.50, » 35. 4.25, 5.75, 6.50, 7.85 usw. ErdStüllstorcS, reiche Bandarbeit, 8.45. 4.25, 5.75. 7.25, 8.65. 9.25. 12.50, 15.75 usw. Wcißcnberg, Große Franksurterstraße 125, Haltestelle Koppenstraßc. Plüschdecken, kaum sichtbare Fehler, 6.85. 7.50, 8.75, 9.85, 11.60, 18.50, 16.50, 19.25 usw. Tuchdccken 1.25, 1.75, 2.15, 2.75, 8.50. 4.05, 5.85, 6.90, 8.85. Natioual.Plüschdciken 4.35, 5.75, 6.85 bis 13.50. Vertrieb von Fabri. kaien sächsischer Tischdeckensabriken nur Große Franksurterstraße 125 im Haufe der Möbelfabrik, Haltestelle Koppenftraße. Schlafdecken 1.25, 1.85.2�0,2.85, 8.50, 4.85, 6.35 bis 50 Mark. Rciscdecken, Tigermuster, 5.75, 7.50, 9.75, 12.50 bis 45 Mark, Große Frankillrierstraße 125. Steppdecken, Similifeide, eigene Anfertigung, Beitgrößc, 3.75, 4.45, 5.35. 6.50, 7.50, 9.85, 11.50, 13.50, 16.50, 19.50 usw., Große Frank. furterstraße 125, Haltestelle Koppen. strafte. Tuchportieren, komplett 3.85, 4.50, 5.75, 0.50, 7.85, 8.65, 9.75, 12.50, 16 M. bis 30 M. Plüfchportieren, Fenster 5.50, 6.95, 8.25, 9.75, 11.50, 14.05, 17.50, 21.50 usw. Vertrieb von Fabrikaten tächsischer Portierensabrilen Große Franksurterstraße 125, Haltestelle Koppenstraße.__ Leincnportiercn, günstiger Ge. legenheiiskaus, Fenster, entzückende Muster. 3.85, 4.75, 5.95. 6.85. 7.45, 8.50, 9.75, 11.50 bis 30 M. Große Franksurterstraße 125, Haltestelle Koppenstraßc, im Hause der Möbel- fabrik. ikinoteum- und Läuferrefie, sabel- bajt billige. Große Frankfurter- straße 125._ Abfalltcppiche 3.85, 6.65, 7.86, 9.75, 12.5, 17.50, 22,50. Ziegen- und Angorafelle, Tier- stücke, grau, weiß, Naturfarben, 3 85, 4.75, 6.95, 7.65,9.35, ll.75. 18.50 usw. Weißcnbergi Gardinen- und Teppich. haus, Große Franksurterstraße 125, im Hause der Möbclsabrtk. Haltestelle Kor p m straße. Stadtbahnstation Schle- sischcr Bahnhos._ 721S* Gastrollen ohne Anzahlung wöchentlich 1,00, Riesenlager Louis Böttlber sselbst), Vctrtcbsleilung Box- hagenerstraßc zweiunddreißig(Bahn- »erbindung Warschauerftraß«�.* Hermannplan 6 Vsandleihhaus. Allerbilligste Einkaufsquelle zum Wcihnachtsfeste. Jetzt täglicher Waren-Massenverkaus. Riesenauswahl Pclzstolas. Pelzgarnsturen. Winter- paietots. Wintcrulster. Jackettanzüge. Gebrockanzüge. Hcrrenbolen. Bur- schcnsachen. Allerbilligster Betten- verkauf. Brautbetten. Bettstücke. Ver- rnietungSbett. AuZsteucrwäsche. Reich- haltige TevpiibauSwahI.«ardinen- answahl. Portierenauswahl. Plüsch- tt-chdccken. Steppdecken. Wand- ubren. Wandbilder. Schmucksachen. Taschenuhren. KeiienauSwahi. Ringe- auZwahl. Paffende Brautgefchente. Festgcschenkc. Belohnt wird selbst der weiteste Weg durch extrabilligen Wareneinkaus im Pfandleihhaus Hcrmannplatz 6. Warenoerkaus eben- falls Sonntags.' Teppiche!(fehlerdasttt in allen Grüßen, sast sür die Hälsle des Werte» Teppichlager Brünn. Hackeicher Markt 4. Bahnbos Börse.(Leier des »Vorwärts' erhalten 5 Prozent Rabatt.) Sanntags geöffnet!> Pfaudlcihbnus, Küstrtnerplatz 7, billigster Uhrenverkauf, goldene Ketten- verkaus, Doublee- Kettenverkaus, 20 jährige Garantie, Teppiche, Portieren, Paletots, Anzüge, Pelz- stolaS, Verschiedenes. 656K' Federbetten, Stand 10,00, 15,00, 20,00, feinste Brautbetten, Wäsche, Gardinen. Decken. PsandieihhauS, Küstrinerplatz 7.' 'Boriviirtsleser erbatien süns Prozent Extrarabatt, leibst bei Ge- l eg enheiiSkäusen. Teppich-Thomas. Teppiche, halben Bert. sarbsehlerhasie, sür Steppdecken, Similiscide, 8,75 an. Plüschdeckeu mit Siicksehlern spottbillig._ Wildfellc. Riesenpoften, Pracht- cxemplare, billigst._ Diwandccken mit kleine» Fehl- stellen spottbillig. Teppich> Tliomatz, Oranien- ftraße 160, Oranienplatz; Rosen- talerstraße 64. 693K' Lcthhiius Morinplnt, SSa! Moritzplatz 58a im Leihhaus kauscn Sie enorm billig, als! von Kavalieren wenig getragene Jackettanzüge, Rock- anzüge, Paletots, größtenteils aus Seide, 9—18 Mark. GelegenheiiS- käufc in Damen- Plüschjacketis, Kostümen, Röcken, hochelegant, be- deutend unter Werl. Großer Posten Pelzstola«, früher biS 100 Mark, jetzt 15— 40 Mark. Gelegenheitskäufe in Uhren, Ketten, Ringen, Wäsche, AuS- steuerwäsche, Betten, nur Moritz- platz 58a._ 2841 K» Pflauzenbaunen, beste» Füll- Material für Kiffen, Bettsedcrn, Daunen, JnIcttZ, Bettfcdernreinigung, Gardinen, Stores, Tcppiche, Bett- Vorleger, Möbelstoffe, Tischdecken usw. Fraulsurter Allee 104, Eckhaus Friedenstraße, und Brunnenstr. 40.' Teppiche, Prachtstücke mit kleinen Farbfehlern, 12.50, Portieren alle Farben 4.25, Plüschdecken 6,75, Stepp- decken 4,50. Gardinen, Einzelsenftcr 2.50, Erbstüll-Bettdecken 4.50. Gün- stigsle Kausgeleaenheit. Georg Lange Nachfolger, Ehausseefttaße 73/74. .Vorwärts'Iesern noch 5 Prozent Extrarabatt. 659K' Schiinhauser Allee 114(Ring- bahnhos). PsandieihhauS. Riesen- WeihnachtSverlaus hat wieder be- gönnen. Großberlin staunt über nie- dagewesene Spottpreise. Taschen« Uhren. Größtes Gotdwarcnlager. Freischwinger. Prachtteppiche. Winter- palelotS, Herrenanzüge. Prachtbetten. Porticrenlager. Gardincnverkauf. Steppdcckenlager. PelzstolaZ. Fahr- Vergütung I 720K* Teilzahlung Uhren-, Woldwaren- spezialgeschäst Woche 1 Mark Turm- straße 16. Spezialität: goldene Trau- ringe. 19366* Herrenhüte. Gustav Palm, Hut- macher, Reichenbergerstraße 60, sl42* Staunen erregend. Teppichvcr- kauf. Weihnachtsgeschenke! Pelz- stolaS, enorm billig. WinterpaletoiS, Herrenanzüge, Bettenverkauf.Schmuck- fachen, Uhrenverkaus, AuSsteuerfachcn, Plüschportieren, Plüschttschdecken. Halbe Preise solange Vorrat. Leih- hauS Große Franksurterstraße 17.* Teppiche..VorwärtS'leser erhalten jetzt 20 Prozent. Große Partien Teppiche milkleinenWebesehlern, Größe zirka 200/300 11,75. 250/350 10,50, 300/400 20,00. Gardinen, Portieren, Tischdecken. Sosadccken, Felle, Läuser- stoffe spottbillig. Teppichhau» L. Lcssvcc, nur PotSbamerftt aße 106 H. (Kein Laden.) Hausnummer be- achten._ 716K* Weihnachtsgeschenke. Herren- uhren, Damen uhren, silberne 4.50. goldene Hcrrenuhren, Damenuhren, Brillanten. Ketten, PelzstoiaS, Pracht- tevpiche, spottbillig. Leihhaus Osten, KönigSbergerstraße 19. Sonntags ge- öffnet. 788K* Es lohnt nur bei Max Weiß. 87, Große Franksurterstraße 87, alt- bekannte Firma, zu kaufen. Man wird am reellsten und billigsten be- dient. Wenig getragene, teilweise aus Seide, von Kavalieren nur kurze Zeit getrogene Jackettanzüge, Rock- anzüge, Gehrockanzüge, Frackanzüge, Smokinganzüge, Paletots, Ulster, Hosen, einzelne Fracks und Smokings werden zu billigsten Preisen verkauft. Die elegantesten Sachen sind auch leihweise sehr billig zu haben. 87, Große Frankfurterstraße 87. Bitte im eigenen Jniereffe aus die Firma zu achten/ 256/6* MonatSanzüge, Winterpaletots, Ulster, Joppen, Gehrockanzüae, Smo- kinganzüge, Frackanzüge, Fantasie- Westen spoitbilltg Rosenihalerstraße 48, eine Treppe. 255/1* Puppenwagen staunend billig. Kottbnserdamm 90, Weißcnburger- straße 3. 233/3* Damenuhren, Herrenuhren, Stetten, goldene, silberne, billigst. Leihhaus, Neue Schönhauserstr. 11. 248/17* Taschenbuch für Gartenfreunde Ein Ratgeber für die Pflege und sachgemäße Bewirtschastung des häuS- iichen Zier-, Gemüse- und Obst- gartenS von Max HeSdörfer. Zweite oermehrte Austage. Mit 137 Text- abbildungen. Preis 3,50 Mark. Expe- ditton Vorwärts, Lindenftr. 69. LeihhauS.Schöneberg', gegenüber Bahnhof, Sedanstraße 1, Telephon Amt 6, 15687, bietet stet» Gelegen- heitSkäuse in verpfändet gewesenen und neuen Anzügen, Sommer- und Winterpaletots, einzelnen Hosen, goldenen, silbernen Herren- und Damen- Remontotre- Uhren, Ketten 3,50 an, ferner goldene Ringe, Broschen, Ohrringe, Piantno«, Fahrräder, Frei- schwing» 10 Mark an. Richard Etchelmann._ 200K Bekanntmachung! Humboldt- leihhaui, Brunn enstraße 53, Eckhaus Sttalsunderftraße. Riesenauswahl wunderbarer Festgeschenke spottbillig. Entzückende PelzstoiaS. Massen- auSwahl goldener Damenuhren. Herrenuhren. Uhrketten. Schmuck- fachen. Hochelegante Winterpaletots. Ulsterpaletot». Jackettanzüge. Gehrock- anzüge. Aussteuerwische. Gardinenauswahl. Prachtteppiche. Steppdecken. Plüschttschdecken. Wandbilder. Riesengroßer Bettenverkauf, staunenerregend. Brunenstraße 58. Geöffne! ganzen Tag, auch Sonntag». 746K* MonatSanzüge und Winter- Paletots von 6 Mark sowie Hosen von 1,50, Gebrockanzüge von 12,00, Fracks von 2,50, sowie für korpulente Figuren. Reue Garderohe zu staunend billigen Preisen, au» Pfandleihen ver- fallen« Sachen kaust man am billigsten bei Nah, Mulackstratze 14.» Grundbegriffe der Polittk, von Friedrich Stampfer. Gebunden 3M. Buchhandlung Vorwärts, Linden- stratze 69(Laden)._ Borjährige eleganteHerrenanzüge und Paletots au» feinsten Maßftoffen 20— 40 Mark, Hosen 6— 14 Mark. VersandhanS Germania, Unter den Linden 21. Sonntag» bis abends geöffnet. 1288K* MonatSanzüge, Paletots, groge Aiiswabl, speziell sür starke Figuren, sowie elegante neue Garderobe, -20 Prozent billiger wie im Laden, direkt vum Schneidermeister Fürsten- zell, Roienibalerstraße 10. Sonntag den ganzen Tag._* Tcppiche, Teilzahlung, Woche 1,—. Riescnauswahl, spottbillig. MeiselS Nachs., Warschauerstraße 80. 74SK* Bekanntmachung. PsandieihhauS Chausseestraße 60. Hochelegante Fest- geschenkc spottbillig I Massenauswahl Pelzstolas, Pclzgarnituren, Damen- uhren, Hcrrenuhren, Uhrlctten, Schmucksachen, Damengarderobe, HerrenPalctotS, Herrenanzüge, Pracht- teppiche. Beitenauswahl, Gardinen- answahl. Dcckenverkaus. Ganzen Tag geöffnet, auch Sonntags I 760K* Federbette», Prachistand, zweischläfrig, 16,00, Hochseine 22,00, Wäschcverkaus spottbillig. Zcnirallcih- haus Schöneberg, Hauptstraße III Gardinen, Portieren, Teppiche tc, außerordentlich günstige Kansgelegen- heit.GardinenhauS Bernhard Schwartz, Wallstroße 13. Taschenuhren, silberne 2,50, ge- stcmpclte 585 Gold 13,50. Operngläser 2,70, Freischwinger-Rcgulntorcn 9,—, Ringe 333 gestempelt 1,—, viele hundert Broschen, Ohrringe, HalS- kollierS, Medaillons, Uhrtetten 1,50 bis 16,30, alles mit Garantieschein, solange Vorrat. Nur Pfandleihe Andrcasstraße 33. Annoncenvorzeig» vergüte Fahrgeld._ 758K Radfahrerkarten. Wir empfehlen Rad- und Auio-Fahrern Straube» Karte 1200 Quadrat- Meilen um Berlin. 2 Teile a 1,50 Marl. Nördliche Hälfte der Provinz Branden- bürg reicht bi» Stetttn-Ueckermünde, südliche Hälfte bi» Halle-Leipzig- Dresden- Görlitz. Buchhandlung Vorwärts, Lindenstraße 69(Laden) Ballkleider, Hochzeitskleid» aus fürstlichen Häusern verkauft spottbillig Krkac, Brunnenstratze 3. 20856* Privatverkauf! Entzückende Kleider. Binsen, Kostümröcke, Pale- tot», fertig und Maß, auffallend billig. Keine Ladenmiete. Littauer, Rosenihalerstraße 65._ 272/16* vornehme Herrenmaß stosfulst er, Maßstoffanzüge, deren BestellpreiS bi« 90,00, verkaufen 28,00 bis 45,00. Sonntag geöffnet. Deutsche» Moden- HauS, Friedrichstraße 71, II, gegenüber Kaisercasä._ 2�4/12* Zinkwaschiasser, Zob». Sitz- wannen, Badewannen. Spezialfabrik Reichenbergerstraße 47. Lesern 5 Proz. Pelzwaren, Mouflon, Sealkonin, Tbibct, echte Skunks, Stola», spott- billig kaufen Sie am besten beim Fach- mann. Rixdorf, Mainzerstraße 56, II. (Kein Laden.)_ fSO* Puppenwagen, Sportwagen, Triumphstühle, Chaiselongues, größte Auswahl, billigste Preise. Fürst, Hermannstraße 31.__ f50* Zentral-Pfandhaus! Badstraße 67, am Bahnhos Gesundbrunnen. Große Auswahl in Monatsgarderoben, Jackeltanzügen, Gehrockanzügen, Pa- letotS.Hosen.Knabenanzügen, Damen- jackett», Damenmänteln, Kostümen, Röcken, Blusen, Unterröcken. Spott- billig Betten, Wische, Gardinen, Erbz- Illllstore» und Bettdecken, Portieren, Tevpiche, Steppdecken, Wanduhren, Taschenuhren, Ringe, Ketten, Schmuck- fachen. Passende Weihnachtsgeschenke. Wund»bare Pelzstola», Herren- und Damensttesel, alles staunend billig.* Nähmaschinenhaus Bellmann Gollnowftraße 26, empfiehlt Afrana, Adler, Zentralbobbin, RtngschIff,Lang- schiff, Hokemeher.Tambourtr, Wheel» u. Wilson, Elastik Säulen-Maschincn usw. Prima, Preise billig, Abzahlung günstig, Garantte. Alle Maschinen nehme in Zahlung._ 2055K* Achtung Schuhmacher! Leder- CrouponS und BedarsSarttkel kaust man am vorteilhaftesten bei der Ge- nossenschasi Eintracht, Annenstraße 13. Verkaufszeit: Montags von 9— 6 Uhr, Mittwoch» abends von 6—8 Uhr. Herren- Garderobe nach saubere Arbeit, große« Stofflager, Paletot. Anzug 40 Mark an. Kaust beim Handwerker, lasset den Hand- werker verdienen. Teilzahlung gestattet. F. Dörge, DreSdenerstrahe 109.* "Hemdentuch, Lcuisianaiuch zebn Met» 3,50, Bezüge, Inletts, Tisch- Wäsche, Stickereien ganz besonder» preiswert. Engroitag» Langen u. Comp., Lindenstraße 58, I(nahe Dönhoffplatz)._ 66A* Zum Abraham, Neanberftraße 28, Laden, dort finden Sie Kavalier- anzüge 9—18,00, Ulster 10—19,00, Selbstansertigung, bah» Fabrikpreise. MonatSanzüge, Schneidermeister Bazar. 457K Plüschttschdecken, wundervolle Pressung- oder Stickeretmuster, spott- billige Weihnachtspreise: 5,75, 6,85 bis 18,00, Filziuchdecken 1,50, 1,85, 2,50, Künstlerleinen-Tischdecken 4,50. Wolf» Teppichhau», Dresdener- straße 8(Kottbusertor). Abonnenten 10 Proz. Rabatt.__ 641 K* BettstellenhauS KurSki, Brunnen- straße 90, Eingang nur Rügener- straße 27, empfiehlt garnierte Kinderbettstellen 7,— an, große Bettstelle mit Patent-Federboden 18,50 an, Polsterbetten 4,60 an. Puppenwagen in groß» Auswahl 90 Pfennig bis 20 Mark. Neu eröffnet. 710K* Billig, billig, billig: Monats- anzüge, wenig gelraaene Winierpale- tot», Winterjoppen, Fracks, Smoking« kaust man nur bei Weingarten, Prinzenstraße 28 I, Eckhaus Ritter- straße, früher 20 Jahre GUschinerstr. Ohne Anzahlung, Woche 0,60, Bilder, Spiegel, Möbel, Polsterwaren, Steppdecken, Tischdecken, Teppiche. Gardinen. Portieren, Bezüge, Uhren, GaSkronen liefert billigst Weber. Neue Königstraße 34. Besuch oder Postkarte._ 208K* LeidhauS»Brunnen- und Ver- kausgeschäst. Alle« spottbillig: Betten, Stand 9,—, mit 2 Kissen 10,—. Brunnenstraße 118, Ecke Usedomstraße. Teppiche(Farbensehl») Gelegen- heiiskaus. Fadrtklager Mauerhoff, Nur Große Franksurterstraße 9, Flur- eingang. Gegründet 1874. Vorwärts- lesern 10 Prozent. Sonntags geöffnet. Steppdecken billigst Fabril Große Franksurterstraße 9, Flureingang. GnrdinenhauS, Groge Frank. furterstraße 9, Flureingang. 2491K' PapageiauSwahl, deutlich sprechend, Garantie, Harzer Kanarienroller. Restaurant Grundmann, Komrnan- danienstraße 52, Amt Moritzplatz, 3994. 717K' Seifertkanarien, Röhl, Schöne- berg, Bahnstraße 43.-s-ll2* Kauarienhähne, Zuchtweibchen, gute Auswahl, billig. Mahnke, Gör- litzerstraße 32.____________ tl42* Kanarienroller 4,50, Weibchen 1,50. Zeidier. Kopernikusstraße 25. Kanarienhähne, Zuchtweibchen billigst. Scheibe, Zossenerftraße 341. Ranarenliähne, Zuchtweibchen. verkauft Romatzki, Dresdenerftr. 107/8, vorn II. 2141b* Nannhn Seiferthähue 5,00. straße 6Sa, Seitenflügel. 2150b' «anarien billig, Schulenburg, Rixdorf, Lichtenraderftraße 53, Hl.* Kauarienroller 4,00, Waldvögel billig. Schnelle, Große Frankfurter- stratze 13._ Edelkauarteu, groß artige Sänger, acht Mark an. Schulz,«ouchöstraße 37 und Danztgerstraße 37, Papier- gefchäft._ Seiserthähne, edle Sänger, ver- kaust Prtnzesfinnenstraße 12, III links. Tamenhemden mit gestickter Paffe 1,15, Herrenhemden 1,15, Bett- beziig nebst zwei Kopfkissen 3,95, Bettlaken 1,25, drei Handtücher 0,70, zehn Met» Hemdentuch 2,95; hochelegante einzelne Miistersachen, paffend zu Ausstattungen bis zur Hülste des Wertes. Mittwoch Stoffreste« verkaiif. Wäschefabrik Salomonskh, Dircksenftratze 21, Kinderwagen, oerzngZhalb» nach außerhalb spottbillig Exerzier- straße 19A.. II recht«.__+90 Puppenwagen. wegzugSdaiber billig Exerzierstraße 19A, II rechts. Stiefelverrauf zu Schleuder- preisen, prima Ausführungen. Herren- stiefel 5,90, 6,90, 7,90. Dnmenstiesel 5,90, 6,90(Goodyearwelt 9,50). Zknabensliesel 5,90. Kinderstiefel, Mädchensttefel 8,75, 4L5. Struck, EngroSlag», Alexanderstraße 32 1. Strasienhändler Zehnpfetmig- ariilel. Das Allerneueste für die ReichSiogSivahl. Osten, Oderstraße 23 am Traveplatz, Veririebs-Zenirale. Außerdem Schlag« zur Lockbier. saison. 2165b Nenjahrsspitzen mit Blumen, Dutzend 25 Pfennige. A. Cohir u. Co., Neue Friedrichstraße 65, Laden. 248,20 BerleihhauS. Spottbillig» Ge« legenheitSkaus verliehener Anzüge, Paletot». Andreasstraße 42 I recht». Haarfärbemittel, waschecht, Probe- flasche 0,50. Winterfeidt, Steglitzer- straße 25._ 239/6 Lieferwagen und alle Räder, Palisadenstraße 101. Sorten 21806 Kähmaschine, Bobbin, billig. Dolzigerstraße 38, vorn IV links. Prachtbetten, 12,50, zwei Stand, umzugshalber, Bettstelle, Malratze, Yorksttaße 17 II._ tl47 Bettsedernreinigung verlaust Betten, Stand von 11 ivtark an, In- leltS und Federn in jeder Preislage, Müllerstraße 25, L_ iri38 Haarfärbemittel, unüberfrosfen, waschecht, unschädlich, Probesiasche 0,60. Grießler, Charloltenstraße 5. GaSzuglanipen, GaSkronen. Wallnertheaterstraße 32. 2198b Kanarienroller. leinstraße 20._ Scholsj,(Schön- f69 Seiserthähne und Weibchen. Bösenberg, Schöneberg, Wartburg- straße 5.__ fll3 »anarien, tourenretche Sänger, billig. Charloitenburg, Tauroggener- straße 39, Seitenflügel I._ fll? Kanarienhähne, Weibchen, Balzer, Charlottenburg, Danckelmamtstratzc 19. Kanaricn, hochprämiiert. Zuchi- ausgäbe, billigst. Borchardt, Fricdcl- straße 60, Hermannplatz._ 255/18 Seiserttanaricii, Hohl-, Knorr- Vögel, böchstprämiiert. Lower, Box- Hagenerstraße 31a._ 255/ i 6 Kanarienroller 4—20,00. Königstrabe 24, Seitenflügel. Neue 233/9 Kanarienhähne, Weibchen billig. Reißner, Oderbergersttaße 47. 2176b Kanarienhähne, Weibchen tict« kaust Jserhard, Schwedenstraße 11. Tcifcrthähne, tief, verkauft Klame, Urbanstraße 86,__ t67 tlauarienhähne, Weibchen, spott- billig. Falbe, Pankow, Binzstraße 49. Seiferthähne, Weibchen, tiefer, tourenrcichcr Stamm, mäßige Preise. Schreiber, Brunncnstraße Uä. 21526 tlanariendähnr, böchstprämiiert, billigst. Riefle, Große Frankfurter« Maße IS._ 255/5 Tetferthähae, Urbanstraßc 185, Restaurant. 21065 Sieben« Seifert-Kanarien billig. waiderstraße 53. Metallbctten, zwei, modern, fpottdillig verkäuflich. Foffcner. straße 10, Hutgeschäit._ 253/8* Möbelangebot. Vorteilhafteste GelegenbeitSkanse durch Slnkaus ganzer Warenlager. Einzelmöbel, komvlette Einrichtungen, fchlichteste, eleganteste Schlafzimmer, Speisezimmer, Herren- zimmcr, RiesenauSwabl, 5 Etagen. zmbrikgebüude.Neue Königstraße 5—6, Teilzahlung gestaltet. Sonr.tc.gS gc« öffnet. 1-132 Kanarieiistähnr verkaust billig Gebauer, Sonnenburgerstraße 11. Kauarienhähnc, Stumm 20mal prämiiert mit goldenen, silbernen Medaillen, Ehrenpreisen, verlaust Schrämet, Rchdorj, Heirfurthstr. 19. Kaiiarienhähiie verkauft Kolonial Warenhandlung Beniauerstraße 10-u Kanarienroller, Zuchtweibchen billig. Reinhardt, Grünauerftraße 0, Görlcher Bahnhof._+142 Kanarirnhätiue 5,50, Zuchlwecb- chcn 1,00. Kanih, TrcSltowstraße 45. Seiferthädue. Rosenau, Reichen. bergcritraße 7Za. s-14S Ranaricuroller billig. WoynowSli, Krautstraße 35a.-fl42 Kanarienvögel verkaust 5,00. Schröder, Warschauerstraße 50, Over« gebäude IV. 2l7pb Knnaricnhähnr verkauft Riechert, Bergstraße 112, Hof IN._ fSO Kanarieiihählie, Heckweibchen verkauft Ernst, Burgsdorsstraße 3 F-leisttge Kanarienhähne billig. Leineweber, Rixdorf, Thüringer. straße 20.>50 Kauarienhähne, Seifertstamm, gelb, billig. Gießmann. Dieben- bosenerftruße 2 III._ 21806 flottsingende, Kanarienhähne» billig. Kramer, Löwestraße 20." f70 Gescbäftsverkäufe. Bäekrreiniedcrlage sofort billig. Auskunft bei Zucht, Jmmanuelkirch- straße IL.-s55 Lokal preiswert billig zu vcr- kaufen Bairiimstraße 49. L179b Rlstnurau», große« FabrUgeschäst, schöne Räume, anschließende Wohnung, ZusaNgeschäst. Erforderlich 700 Mark. Küftrinerplatz 9.-f-13S Restanration, Fabrikgeschäst. MohS, Manteusfelslraße 77,_ il42 Molkerei. 11 Kühe, erhöhten MllchpieiS.verkauftKernchen.Oraiiien- burgerstraße 5, Bahnhof Börse. lk-ekrestonrant. große Räume, schöne Wohnung, viel Bauland, gute Zukunft, umständehalber sebr preis- wert zu verkaufen. Rirdorf, Oker« straße 35. �45 v- MMUchgefehift(700,—) trankheilS« balber sofort verkäuilich. Erfragen ütiilonstraße 40, Kolonialwarengefchäst.. .�übel. Möbel> Lechner, Bnmnenstr. 7, fliit Rosentbaler Tor. Großer Weih« nachts. Ausverkauf in Wohnung«. Einrichtungen jeder Strt aus Kredit und gegen bar. Billige Preise, kleine Anzahlung, bequeme Teil« zahlung. Liefere auch nach auswärts. Vorzeiger bicseS Inserats erbätt bei Kauf 5 Mark gutgeschrieben. Heute Sonntag bis abends 0 Uhr geöffnet._• Möbel ohne Geld I Bei ganz kleiner Anzahlung geben Wirtschaften und einzelne Stücke auf 5kredit unter äußerster Preisnotierung, auch Waren aller Art. Der ganze Osten kauft bei uns. Krctfchmann u. Eo., Koppen« straße 4.(Schlestscher Badnboj.)* Stuftbailmwirtschaft, paffend für Brautleute, Swbe, prächtige Küchen« möbcl, Küchengcfchirr, Teppich 220,00 verkaust schleunigst der Verwalter, Wetnnielsterftr. lb/2. 589K Rchfeld, Badstrasie 4«. Woh« nungSetnrichtungen 105,— an, auch außerhalb. Rehfeld,«abstrafte 49, Umbau, PlüichsofaS 45,—._» Rehfeld,«adstraste 49, englische Beilstellen, Matratze 39,—, gebrauchte 12,—, 15,—, 18,— usw.• Rehfeld,«adftrafte 49, Kleider- schränke 25,—, gebrauchte, große Auswahl._ 282 lK» Ehaiselongue, nagelneu. 10.—. Herbst, Große Hamburgerstraße 13/14. Möbel-GelegenhetlSkäuje in aller. größter Auswahl; emiache sowie bessere WobnungSeinrichtungen de« deutend billiger wie regulär. Er- gäiizuiigSmöbel. Büfette, Schreib« tische 45, SostiS 45, Eannturen 05, TrumeauS 37, Schränke, Vertiko» 27. Kronen. Teppiche, Btkder, Küchen. möbek, Klubsessel, L-dersosa», Um« baue, Lcderstühle usw. spottbillig. LennertS Mvbcispeicher, Lothringer» straße 55, Rosentbaler Tor. Die Möbel sind in vier Etagen auf» gestellt.- OSSK» Möbel k Für Brautleute günsttgste Gelegenheit, sich Möbel anzuschaffen. Mit kleinster Anzahlung gebe Ichon Stube und Küche. Au jedem Stück deullickicr BxcrZ. Uebervortettung daber auSgeichlvklen. Bei KrankheitS« fällen und ArbeilStofigkeit anerkannt größte Rückfichr. Mobelgefchäft M. Gotdstaub, Zofsenerstraße 38, Ecke Gneifenaustraße. Kein Waren« Ab. znblungSgeschäjtl_ 29019» Arbeiter< Wohuungöcinrlch. tungen in arozer Auswahl. Fünf Etage». Einfach, gediegen und kon« lurrenzloS billig. Stube und Küche 195.00 an. Bequeme Teilzahlung nacb Belieben de» Käufers gern ge- stallet. Geringe Anzahlung. Trotz« dem streng reelle Kassapreise und Zinsvergütung. Tischlermeister Rc- lewSke, Sadstraße 00. Zwei Minuten .vom Bahnhof lScfundbrunnen._ Bf tanteort liehet Redakteur: itrbeiter>M»stcrwol>»u»zen.Für jedermann leicht erwerbbar, sehr billig, auch gebrauchte Möbel, gut erhalten, große Auswahl, Teilzahlung gern gestattet. Kaffenpreis Zinsvergütung, kleine Anzalilung, bequeme Abzah- lung nach Wunsch der Käusev Gabbert Tischlermeister, Acker- straßc 54._•' Geschenke. 57 Klub«, Schreib-, Klaviersessel ll,00. 48 Näh«. Ranch«. Servier«. Spiel«, Tee-, Bauernlische 2,50. 30 Flurgarderoben 17.50.- 28 Schreibtische, Nußbaum 38,00. 50 Pluschsosas 54,00. Chaiselongues 25,00. Standuhren 85,00. PianinoZ, erst- klassige Fabrikate 375,00. Riesen- auSwahl in gediegenen WohiinngS- einrichtungen und ErgänzungSmöbeln. auch Mahagoni! Sonntag, den 24. bis 0 Uhr abends geöffnet. Rur Skalitzer- straße 25, an der Hochbahn. 197/0* Kinderbetten enorm billig, 18 Sorten Lager. Fürst, Hermann straße 31.-s50* Möbclhandlung Mariannen- straße 25, billige Preise. Tellzablung gestaltel..Borwärts*leser 3 Prozent Rabatt. 89K» Ivv Kleiderschränke, Vertikos, SojaS, komplette Wvhmin�Seinrichtilngen, Piano enorn« billig. Dwinatzli. Anbreasstraße 30. 713K* Möbelfabrik» Verkaus Schützen« straße 73/74, a» der Friedrichstraße. Besonders günstig für Brautleute. Billiger wie überall. Sicheren Leuten ZahiungSerleichterlmg bei niedrigsten Kassenpreisen mit geringem ZmSzu- schlag. Komplette Einrichtungen von 250.—. 350,—. 450,—, 500— bis 3000,— stets in großer Auswahl am Lager. Einzelne Möbel. Bettstellen, Kteiderschrünie, VertikoS, Spiegel, Svlanmbauten, BüsetiS, ganz besonders preiswert. Besichtigung er- beten von 8— 8, Sonntags 8—10 und 12—2 nur Schützenstraße 73/74. «cvor Sie Möbel kaufe», bc- sichtigen Sie meine große Möbel» aussiellung für Wohnungseinrichtungen. Kein Kaufzwang. Zahlung»- erleichternnz. Stallichrciberstraße 57 (Fabritgebäude). Harnack, Tischlermeister. 4119' Moevct<«oevel. Oranien- slraß« 58 am Btontzplatz. In meinem seit 32 Jahren bestebenden Möbeltaufhanse stehen in neun Etagen komplette WohnungSeiiirichlungen zu äußerst niedrigen Preisen zum Bertain' Als Spezialität liefere: Ein« und Zweizimmer- Einrichtungen. Ein Zimmer und Küche 200,—, 422.—, modern 479,—, 2 Zimmer und Küche modern 501,—, 607,—, 721,—. Schlaszimmer, englisch 190,—, modern, echt Eiche, 304,—. Wohnzimmer, modern, 274,—, Speisezimmer 329.—, Herrenzimmer 200—, englische Bettstelle mit Matratze 44,—. Kleiderspind, Trumean, geickliffen 34,—, Schlassofa 36,—, Plüschsosa 58,—, Umbau 50,—, Teppiche. Riesenlager. Besichtigung erbeten. Transport und Lagerung kosten« frei. Eventuell ZablungSerleichte« rungen. Geöffnet 8—8, Sonntags 8—2. Kein Laben. Berkaus nur im Fabrikgebäude. 1905K' Möbelangebot bis Weihnachten, spottbillig, Möckernstraße 25, im An- dalter Bahn-Mübelfpeicher, an der Möckernbrücke. Einzelne Schreib- tische 28.—, Bücherschrank«, Büfett», Kredenzen, Spiegclschränke, Kleider- schränk: fchon 25,—, Bettstellen, Schreibstühle, Rohrstühle. Lederstühle. Klubsessel, Säulentrumeau 30,—. Walchtoilette mit Marmorplatte 28,—, Salontische, Nähtische, Ausziehtisch« 18,-« an, Plüsch garnltsv. Salongar. nitur, Paneelfosa, Soja 40,—, Sofa« umbau, Flurgarderoben 17,50. Bilder mit Prachirahmen, Standuhren, Kreisch winger 12,—. RiesenauSwahl wenig fehlerhafter Teppich« statt 12,— jetzt 8,50. Extragroße, farbenprächtige Salonteppiche 35,— bis zu den cle« ganiesten. Chaiselongue mit Deck« 22,50. Diwandecken, Steppdecken, Plüschtischöecken 5,—. Tüllbetldeckeu 2.—. Tüllgardinen, Restbestände unter Preis. ErbstüllstoreS mit Bolant 3,50. Plüschportieren 7,50. GaSlronen 15,—. Oeldilder. Für Brautleute, Hotels, Pensionale ganz außergewöhnlich bll« lige Schlafzimmer, prächtige Herren«, Speisezimmer, Salons moderne Kuchen, ganze WohnungSeinrichtun« gen, nur durchweg neue, gediegene Waren, zun, schleunigen Verkaus. Olto Lideke, Mödel-Warcnspelcher, Eingang nur Möckernstraße 25. Ueoer« nähme ganzer Warenlager, Konkursmassen, Wirtschasten zum schnellen Verkauf und Auktion.— Aeltere Möbel werden gegen neue umgc- tauscht. 034K' Dame verkauft schleunigst Nuß- baummöbel mit hochmoderner Küche, Teppich, Bandbilder, Küchengeschirr, elegante Gaskrone, zusammen 200,—. Büfett, Schreibtisch, Bücherspind. Wie Schönhauserstraße 19 I. 21 88b Dame verkauft Nußbaumwirtichast mit Kücheneiurichtung zu jedem Preise. Darunter Bettstellen 30,—, Schrank 30,—. Linienstraße 117, I rechts. Maffenmöbelverkauf Kastanien« allee 56, Ecke Weinbergsweg, Kamer» lmg» Möbelspeicher. Außergewöhnlich billige Preise, lleine und große WobnungSeinrichlungen, einzelne Möbelstticke zu Engrospreisen. Maha« gonimöbcl, Sola». Matratzen eigener Werkstatt. Lieferung überall frei.' Jnnge Frau muß verlausen Säulentrumeau 32,00, Muschelschrank, nagelneu, 25,00, Plüschsosa, Sosa- umbau, Spiegclvertiko, Bettstellen, Büsetttüche, nagelneu 50,00, Sosa- tisch 4.00. Stühle lL5. Waschtoilelte 0.00, Regulator 9,00, Grammophon, Antleideschrank, Wäscheschrank 25,00, Bilder, Pianlno, verzugShalber. Be« sichiigung Sonntag, Feiertage. N-ue Konigstraße 79 IX. 233/10 Plstschsofa. straße linkS. 54. modern, Ouergcbäude Gleun» parterre 2l07b Fsusikinstrumente. Prachtpianino mit Stuhl, 152 Zentimeter hoch(Hosfirma) 200,—. Händler verbeten! Krüger, Friedcn- ftraße 2(KönigStor)._ 232/17* Pianino straße 13 I. 125,00. Alvenslebc»« 478K Piailinos. Harmoniums, Flüge! seder Preislage, gebrauchte 120,00 an. Teilzahlung. Scherer, Chaussee- straße 105._ 534.9* Pianino, hohes, 120,—,(Garantieschein). Zander, Turm straße 8. 254/ l Billiges Piaiiliio» eventuell Teil- zahlung(heute tranSPorlsrei). Zander, Tiumslraße 8 I. 255/17 Mandoline spottbillig. Schüler geige komplett 10,—. RehdeS.Anklamer straße 45.>145* Sprechmaschinen, größte Aus- wähl, billigste Preise, Tellzahlinig, Lotöringerslraße 40. Filialen: Steglitz, Schloßstraße 110, Wilmersdorf. Uhlandstraße 100. 780K' Grammophon. Melfingttichter 24.00. Zeidlcr, Kopernikusstraße 25. s-97* Sprechapparate spottbillig. Teil- Zahlungen. Anvalidcnftraßc 20, Wil- helmshavenerstraße7g(Eckhaus Turm- straße)._ 78151* PathE- Sprechapparate, nadellos, Origiiialprcüe 30,00 an, Patho« platten: 2.00. Einzelteile, Repara- tnren. Teilzahliiiig ohne Preis- crhöhung! nur„Patheoertrieb*, Reichenbergerstraße 127. Kataloge frankol_ 1049* M eistcrgeige, Schülergeige, Melme, Sencfelderstraße 7.>145 Sprechiiiaschiiien, direkt aus der Fabnk. zu sehr billigen Preisen, nur itterstrafte 70, an der Alten Jakob- straße. Sonntag geöffnet 1—0. 2l72b Grammophon, Prachtstück mit Platten billig. Telcke, Fürstenftr. 8 III. Prachtgrammopho» verkaust DrewS, Schlicmannftraße 19. 250/3 Konzert- und Schüler-Geigen billig bei Bambas, Kopvenstraße 75, 9—5.>130 Mandoltne, Zither, Klavier lehrt Klara Hinschtng, Reichenbergerstraße 50 Lilclsr. Drob meiner vollständig kon- kurrenztosen Preise habe ich mich entschlossen, bis 24. 12. auch an Privat- lenie direkt zu Fabrikpreisen die Bilder zu oerkausen, und bitte, diese Gelegenheit wahrzunehmen. Bilder- Bogdan. Fabrik und Lager, Wein- meisterstraße 2. 744K* Herrenfahrrad, Damensahrrad, einmal benutzt, 35,—, Holz, Blumen. straffe 44. 23K' GcschäftSdrcirad, äußerst stabil. 50.00 an. Holz. Blmncnstraße 44. Borussia(Voran), Herrenjahrrad, Torpedosreilaus«, Damenrad. KrauS, 8lndreaSslraße 54. 254/15* Fahrräder, ÄuSiiahmepreise, seltene Gelegenheit, Riesenlager. Allerneueste Modelle, billiger als jede Konkurrenz, nagelneu von 27,50, mit Gummi 34,50. Keine Schundware. Heyse, KönIgSbergerstraße 7, Oranien« straffe 32.__ Herrenrad 25,00, Freilausrad, gut erhalten, spottbillig. Braumack. Große Frankfurlersttaße 137, rechter eitenflugeff_ 253/20 Herrenfahrrad, gute«, 25,00, Damenfahrrad, Knabensahrrad, spottbillig Große Frankfurterstraße 14, Hof »te.__ 255/19* Hälbrrnner, Frcilausrad, bild« hübsche, Garantieschein, seltener Ge« legenheitSkaus, jeden Preis sofort, grau Grosser, Franlsurter Allee 104. 255/15 Ksufxesucke. Piatina, alte Goldsachen, Bruch« gold, Silber, Doubläeabsälle, Tressen, Gebisse, Kehrgold, Goldwatten, Gold« (ninrnls, Stanniolabsälle, Oueckfiwer, änitliche gold«, silber« und Platin« halttgen Rückstände tanft Broh, Gold« schmelze, Köpenickerstr. 29. Telephon IV, 6958. SonnwgS geöffnet. 199/12* Zahngediffe. Zahn di« 80Pjennig, Goldsache», Stanniol, höchstzahlend. Kobn. Neue Königstraße 70. 232/15* Plat!»abfälle,Gramm5,75,Goid., Silber, Zahngebisse, Stanniol, kaust Blüurel, Auguststmße 19.>97' Futterreste kaust Loewinsohn. Gollnowstraße 30. 191/8* Zahugebiffe, Zahn blS bOPsennigl- Platin», Gramm 5,75, kaust Blmnen« reich, Brunnenstraße 3(Ros entHaler Tor.) 7039* Kaufe Frauenhaare, ausgekämmte. Zahle höchste Preise. Kaska, Zöpsesabrlk, Rixdors, Erkstraße 3.* Zahngebisse, Zahn bis 0,95, Pia« tina, Gramm MS 5,75, alte Goldsachen, Silbersachen. Juwelen, Goldwatten. GoldgumniiS, Blattgold, edelmelall« baltige Absälle, höchstzahlend. Edel« metall-Einkaussbureau, Webcrstr. 3t. c.uccrsilder,Sta>miolpaPier, Zinn«, Gummiabsäll«. höchstzahlend. Weber- straße 3t, EinkausSbureau. 21786 Drehbank, gebrauchte, wird zu kaufen gesucht. Offerten.Vorwärts*- auSgabeslelle Salzwedelerftraße 8, Kanarienvögel kantt. Preisangabe Lagerkarte 120, Postamt 43. 233/8 Unterricht. Polytechnisches Gewerbe-Institut, Inhaber Ludwig Barth, Ingenieur, Berlin, Chausseestraße 1. Maschinenbau, Elelirotechnik, Eisenkonstruktion. Ausbildung von Ingenieuren, Tech- nikern, Maschinen- und Werkmeistern, Monteuren, Elektromonteuren, In- genienr- und Maschinisten. Anwärter der Marine, Kurze Studienzeit. Tages- nnd Zlbendkurse, Schülerzahl über 400, beste Resercnzcn, Prospelle grattS. Technische Gewerbefchute, In- Haber Diplomingenieur Stellmacher. Maschinenbau, Elektrotechnik, AuS- bildung zum Werkmeister, Maschinen« »feister, Techniker, Ingenieur. Labo- ratormm gut eingerichtet. Vorkennt- nisse nicht erforderlich. Semester- beginn Januar. Prospekte frei. Friedrichstraffe 1t8. 7509* Frisierschule. Gründlichste jach- gemäße Ausbildung sämtlicher Fri- suren. Frau FreiSleben, Friseur» lehrerin, war langjährige Theater- sriseuse /Residenztheater), Lothringer Strage 03. 598K* Dechiittum. Berlin. Neanderstraße 3 Schinkel> Akademie, Direktor Königl. Regierungs- Baumeister Arlur Werner, Inhaber. Maschinenbau, Elektrotechnik, Hochbau. Tieshau, Gas, Wasser, Heizung, Werkmeister-, Tech- niker-Kurse, Ingenieur-Kurse, Polierkurse, Abendkurse, Tageskurse. 7909 Danzlchrkurse: Grupe. Sonn- taaS-NachmittagSkurse, Dienstags- Abendkurse: AUe Jakobiraße 75. MittwochS-Nbendkurse: Dennewitz- straße 13. Vorortbewobnern Schnell» lehrkurse 7,—. Lehrplau pojlsrei. 9 1 a vier-, Violine-, Gesang-(Stimm- bildung), Violoncello-, Blasinstru- ment«, Mandolinen-, Gitarre-, Zither- Unterricht, Monatshonorar 4,00 an. Tageskurse, Abendkurse. Gormann- straße 1(Roscnthaler straße). 248/19* Klavierschule, Violine-, Mundo- line- Gitarre-, Zitherunterricht, 4,00, einen Monat gratts. Schönhauser Allee 04.>132 Grstklalstg« Pankower Musikschule. Mühleiistraße 4L._ 255/12 Damenfristrre«. Gründlichst, billig. Frau Elger, Friseurlehrerin, Theatersriseurin. Brunneristraße 184 (Rosenthaler Tor)._ 21876 RehdeS, Mandoliue spottbillig. Anklamerstraße 45. >144 Graftes tSrammophon, echt Ma- hagoni. verkauft Kühne, Frucht- straße 47, Hos IV.>130 Verschiedenes. Wirkliche HaUSmach ermors«. Hackepeter, Gr. Franksurlerstraße 100. Paienlauwalt Wessel, Gitschiner- straße 3ta. Patentanwalt Müller, Gitschiner- straße 81. 2433.9* Ädwaschbare Danerwäjchc! AuSzerissene Knopslöcher werden bil- ligst repariert. Born, Junkerstr. 18 III. Waschanstalt Frau Rintisch, Kö- denick, Grünauerstraße 43, wäscht Laken, Leibwäsche, 4 Handtücher, 4 Taschentücher 0,10. Abholnng Sonn- abend«. 21226* Feitdichtungc». Leyser, Große Frantsurterstrave 07._ 2029* Patente usw. erwirbt nnd ver- wertet anerkannt schnell ZivUingenieur Jaeger, Dr. Breslauer, Berlin. Kit- schinerstraße 100, 7079* Jede Uhr zu reparieren 1.25 /außer Bruch), kleinere Reparaturen billiger, Kariel, Uhrmacher und Juwelier, Brunnenstraße 118, Ecke Usedomstraße.__ 704K* Grosser Saal, Sonnabend, den 17. Februar 1912, zum Maskenball frelgeworden. Paul LbigloS Festsäle, Schwedterstraße 23/24.>144* »In den Katakomben*, Restaurant von Julius Wernau, Prinzen-Allee 80. BereinSzimmer zu vergeben.>99* Wer Stoff hat? Fertige Anzüge nach Maß, 20 Mark an. Tadelloser Sitz, haltbar. Futterlachen, Franke, Ackcrstraße 143. Ecke Jnvalrdenslreße.* .Friedrich-Wilhelm* General- agentur-ZaHistelle: O. 112, Mainzer- straße 24 /Frankfurter Allee), Lebens- Versicherung, Sterbekasse, Kinderver- sicherung. Ausnahm« bi» 00. Lebens- jähr. Steuer abzugSsähig I 459A* Pfandleihe MarkuSslraße 27. �* «ünslitopferei Leyser, Große. Franksnrterstraß« 67. 23999' BereinSzimmer(00 Personen), angenehmer Familien- Auseuthalt. Restaurant Kimmel, Graetzstraße 28. Wo gehen wir die Feiertage hm? Fn Johmlii Gnadt, Stoinemünder- lraffe 27._>49 Rabitipuffer. gelernter Maurer, findet vorteilhaste Beteiligung an der Gründung eines konkurrenz- und risikolosen Unternehmens. Nur solide, ernsthafte Resteilanten mit Angabe ihrer eventuellen Einlage wollen sich melden. Postlagerkarte 30, Post- amt 87. 2159b Haben Sie Stoff zum Anzug? Arbeite elegant nach Maß für 20 Mark. Viele Empsehhangen. Klemmer, Wrangelstrahe 4, lwlbparierre. 217lb Auspolstcrung, Bettmatratze 4,—, Sosa 5,—, auch außer m Hause. Hoffmann, Neue Konigstraße 30. Hirrviit nehme ich die beleidigenden Aeußernngeii, welche ich gegen"die Wengersiben Ebeleule ausgesprochen habe, mir dem Ausdruck des größten Bedauern« zurück. Grieben, Rixdors. Steinmetzsttaße 22,>50 Säle für Festlichkeiten einige Soniiabende, Sonntage Januar, Februar, März vergibt Schönhau'cr- allee 28. 21S5b Nind- und Schweinejchlächterci Dauui, Rixdors, Dergstraße 39,* Vermietungen. Achtung! Rohrleger fehlt Jung- straße 24. Laden, 2 Stuben, große Küche und Keller. 000 Mark, sofort oder April. 2120b* Wolmunxen. 2 Stuben, Küche zu vermieten Britzersttaße 42, 2ls8b Ausschneiden. Nie wiederkehrende Gelegenheit für Brautpaare! Sic- novierte gesunde trockene Wohnungelr: Vorderhans 2 Zimmer, Küche 20,—, 1 Zimmer, Küche 20,—, Onergeböude 1 Zimmer, Küche 10,—. Rixdors, Kovjstraße 15. Gute Fahrgelegenheit. Sehr lchöne Zweizimmerwohnung, kleines Atelier, Lagerkeller billigst. Mariendors. Kursürslenslraffe 10.* Prachtvolle, große Vorder- Wohnungen nnd Gartemvohnuiigen, ein und zwei Zimmer. Bad, Ballon, sehr billig. Neubau Brüsselerstraffe 35 (Müllerftraße— Virchow- Kranken- hauS). 2197D Zimmer. Freundliches möbliertes zwei- senstriges Flurzimmer für Herrn. Koppensiraße 98, vorn II, am Schle- fischen. Bahnhos, Leonhardt.>130 Möbliertes Flurzimmer für Herrn Reichenbergerstraße 50 III. 235/20 Möbliertes Vorderzimincr, einen Herrn. Ritterstraße 110, IV links. Möbliertes Zimmer, separat, sür Herrn, allein. Urban, Prinzeusttaße l 3. -chMdltkMffv. Möbliertes Ziinmerchen. Kapschies, Gnessenaustraße»4, Hof III.>67 Möbliertes Zimmcr. Goland, Waldemarstraße 21, vorn 17,>1>2 Herr findet angenehmes Heim Wrangelstraße 9 IV._>142 Möbliertes Zimmer, 2 Herren. Narr, Waldemarstraße 71 III.>142 ScklakstcUca. Zwei Herrn finden möblierte Swlasstelle.' Gildusch, Weberstrafte 02. Müdlierte Schlafstelle vermietet Gitichinerstraße 73, vorn 3 Treppen rechts.___>00 Bessere möblierte Schlafstelle, Vordcrzlmmer. Wassertörstraße 5 1 rechts._ 21556 Schlafstelle(Herrn) vermietet Fräulein Woydt, Fischerbrücke 11. Schlafstelle zu vermieten an Herrn. Kant, Wrangelstraße 131 Ick_ 2lo,l> �Möblierte Schlasstell«. Herrn, vermietet Schönhauser Allee 127», Frau Dünow.__ t132 ' Lös Möblierte Schlafstelle Radloff, Strairburaerftraße 12. Frau >97 tierres. rr e:lirrr. c.l allein. Rosttzsttaffe«2,«artusch. Möblierte Schlasstelle. Frag Piontek, Wcidenweg:>S, Vorderhan«. Schlafstelle, allein, g Mark. LandSbergerallee 123, vorn IV rechts. SdüöfsteUc sür Herrn. Vater, Admiralstraße 22. vorn I. 219lb -Möblierte schlasstelle Christinen- straße 13, III(Schönhausertor), ScharsinSty.__ 21926 M ödli ertr Schlafstelle Skat i tzer- straße 144, II. Frau Rinke. 21936 Möblierte Schlasstelle. 2 Herren oder Damen, Friedrich straße 34, Hos rechts III. 2195b Möblierte Schlafstelle, einen auch zwei Herren, Bruckenstraße 10b, Hof rechts III rechts. 2l94b Schlafstelle bei Knispel, Rheins bergerslrnße 50.>145 Firme»tschilderfabrik C. I-acher& Co., München, sucht per sofort selbständige» pOgT- Werkmeister tüchttgen Zeichner und in allen Arbeiten der Firmenmalerei bc> wanderte Kraft, die größerem Atelier vorstehen kann. Offerten mit! Lohnansprüchen erbeten. 253/4| Für daS„Liiueburger BolkSblatt* wird zum 15. Januar 1912 ein Geschäftsführer ,md Berichterstatter gesucht, der auch die Almoncen-Aquifilion mit zu übernehmen hat: auch etwaS rednerische Befähigung ist erwünscht. Parteigenossen, welche auf den Posten reslektteren, haben ihre Bewerbungen mit Angabe der GehaltS- ansprüche bi» zum 5. 3onunt_1912 an den Vorsitzenden der Preßkommission HelarXcd«rawert, Lüneburg. Polgcrstr. 36, einzureichen. Stellengesuche. Zuschneider Tailor made und Herrcnsachen sucht stelle, auch auS- wärts unter„B. j.* Postamt 16. Zilherspicler mit Mandoline suchen Svwlgelegenheit Sonntags. Wagner, Slralsunderstraße 00.>145 Ltellenangedote. Hand- und Maichinenschleiser� aus Marmor verlangt Hergenhahn, Ehar- ottenbnrg. Stonnendamm 4. 7809� Gesangverein sucht für Donners- tags einen rüchtigen Dirigenten. Offerten unier Gesangverein, Post- amt 30.>142 Kreissägenschneider, wirllich tüchtiger, nüchterner, wird von alt- renommierter BerlinerKistensabrik sür dauernde Stellung bei gutem Lobn gesucht. Meldungen unter j. N. 3919 an Siudolf Mösle, Berlin SV. 19.__ Friscurlehrltug verlangt Steg- litzcniraßc 25._ 259,5 "OiO vrer verlangen sofort tch- mann u. Co., Rixdors, Pstüger- straße 27. 2l3l)b Ki-ustlichc Blumen- Lehrmädchen, monatliche Vergütung sünsundzwan-.ig Mark, sucht Sck>indelhauer, Alle Jaloi-- straße 150. 2100b' Im ZlrbritSmarkt durch besonderen Druck hervorgehobene Anzeigen kosten 60 Pf. die Zeile. AclUimg! it Degen Lohndisserenzcn sind die Mütirnfobrikcn 4». A. lloSmann, Gneiseuau- stratze 33, Adolf Winter, MarsiliuSstr. 10, Emil Schebelcr, Prenzlauer Allee 30, gesperrt. 101/1* Zuzug ist streng scrnzuhallen! Deutscher«ürschncrverband. Filiale Berlin._ Oeutsctier Buchbinderverband. Zahlstelle Berlin. Wegen Differenzen sind die Betriebe von Henfl. Wolf?, Boppsfraße 7, Lnxuspapicrfabrik, und Gebr. Sfagemann, Kurfürslen- straße 32-35, Papier-Nrchitckwr-Modelle, ovvt,. � a2iß/7® •atlc C»rtSY»e*n»<*ltt»nö, Achtung! Holzarbeiter. Wegen Streik oder Lohn, diffcrcuzc» sind gesperrt: Pianosabrik Beehuteln. Grü- »aiier Str. u JoHanuisstraffe. Drchrollcnfabrtk'.Beuehhe, Waftuiannftr. 27. Dischlcrct Hirscli, Rixdors, DvomaSftr. IS. Tischlerei l-Apt»lt» n. Beeue, MorlnSstr. 19. Stockfadrit Benehvltu, Brun» nrnftrasn! 181.- BerntuH-erelu der Berliner ParkottKeKchäftc, Tho» masiusstr. 18. Schirmgeschäste B. I,lehtea- «teI».Nc»eFriedrtchftr.it8/t6. Lctvziger Str. 78, Müller- strafte La. RoseutHalerstr. 16. Schönhauser Allee 161, Kött- buser Tamm 3, WilmerS- dorfer Strafte 87, Berliner Strafte t in Tegel. Zadnch, Dresdener Str. 39, Stenaer, Orantcnstrafte. Hohn, Turin- Das � Berliuer Arbeitswilligen- vermittclungsbiireau d. gelben .HaudwcrkrrschuqvcrdandcS*. Arbeitsnachweis d. Stellmacher- innnug»ud der Wagcufabri- kanten, Kaffrr-Franz-Grcnadier- Platz. Zuzug ist streng sernzuhallen. Vie vrtsvervaltting kerlin cke» Deutschen liolrardeitcrverbanckes. Aohtniigl Lithographen u. Steindrucker. «y Wege« Streik und Aus- spcrrungeu sind folgende Schnft- verbandssirmrn gesperrt: Albrecht u. Meister, tibcrle«. Co., Selmar Bayer, Bernhardt«. Co., Böhme, Friedberg, W. Hagelberg. P. Hagelberg, Hvllerbamn u. Schmidt, Heymann u. Schmidt, Littauer u. Boysen, Llebtg, Löwenstein. W. Peck. PharuS-Verlag, Eensch, Sata. Schäfer u. Scheibe, M. Schlesinger, Schwerdt- segcr n. Co., Weylandt, Th. Weitdisch. Folgeuhe Privatlithographieu und Lohndruckereien: Hugo Wolf, Aug. Salbach. Zoeke u. Mittmeyer, Räubert u. Griebel, Dübelt u. Kersten, Goltz. T erband der 1,1 1 h ographen "od Stelndracucr. l-'lltale I. n. III. 297/14 Ter Sladtauflage unserer heutigen AuSgabe liegt ein Prospekt der Aktiengesellschaft Bvhinlaebe» Brauba«»», Berlin As«., Landsberger Allee 11—13. bei. Albert Wachs, Berlin. Für den Inseratenteil verantw.: Th. Glocke, Acrlin. Drucku-Berlag: Vorwärts Buchvruckerel u. VerlagSanjtalt Paul Singer u. Co., Berlin SW.