9»< v. !8irtleri4$d. 8 JS IW. awnaB. LI» Rf. wSchmlllch 38 Psg. frri in» Hau». Ein, eine Rumnier S Pfg. n mnm er mU Mustrierter Sonntags- Beilage.Die Neue Welt' 10 Pfg. Pojl- iibonnenrent: l.10 Marl pro MonaL eingetragen in die Post-ZeMmaS- Preisüsic. Unter Kreuzband sbr Deutichland und Oesterreich. Ungarn 2 Mari, für das übrige AuSiand 3 Mar! pro Monat. Postabonnements nehmen an: Belgien, Dänenl-rt, Hollanlr Italien, Luxemburg, Portugal. lien, Schweden und die Schnei» L9. Ichrg. tk hrtwtlsnS'GrtCV betrügt für die sechigespallen« Kolon?!- »eile oder deren Ramn 80 Pfg., für politische und aewrrlschaftliche Vereins- und Lersanunlungs-Anzeigcn so Pfg. „liletne Blnreigen", das settgedrulkte Wort 20 Pfg.(julüsstg 2 fettgedruckte Worte), jedes weitere Wort 10 Pfg. Stellengesuche und Schlasstellenau- geigen das erste Wort 10 Pfg.. jedes weitere Wort b Psz. Worte über löVuch- staben zählen jür zw« Worte. Inserate für die nächste Nu 5 1 für die nächste Nummer müssen bis 5 Uhr nachmittags in der Erpsdition abgegeben werden. Die lkrpedition ist bis 7 Uhr abends geofjnet. vlchtst» Egüch suL«! meBtH». Verltnev Volksblstt» relegramni-Adress« »5«!i»!ll!lN»ÜsZs StkllS". Tendralorgan der rozialdcmokratifchcn partei Daitfcblande. Redaktion: SM. 63, Lindeaetraese 69. Fernsprecher: Amt Moristplast, Nr. 1983. Expedition: SM. 68, Lindcnetrasec 69. Fernsprecher: Amt Moristplast, Nr. 1984» Gs naht der Tag! Fünf Tage noch— aber dann können wir st i m m e n I Fünf lange Jahre haben wir auf diesen Tag gewartet, haben ihn ersehnt von der Stunde an, da das Hohnwort von den Niedergerittenen an unser Ohr schlug. Um eine Viertel- Million hatten unsere Stimmen zugenommen. Den Herrschenden war es zu wenig. Sie jubelten über unsere Niederlage. Damals gelobten toir unL. das nächstemal gründlicher zu siegen. Das nächstenial! Fünf lange Jahre hat es gedauert und unserer Ungeduld erschien die Zeit oft endlos. Doch wir haben die Zeit genützt, wie Sozialdemokraten es verstehen. Ilnablässig haben wir gearbeitet und wenn die Friedlichen Kriegsjahre doppelt zählen, uns Kämpfern hat heiße Kampfes- arbeit die lange Zeit bis zu dem Tage, an dem wir wieder stimmen können, doch kürzer gemacht. Erfolgreich ist unsere Arbeit gewesen, reich an Erfolgen, die schon sichtbar sind. Nur 384 327 Mitglieder zählte unsere Organisation vor fünf Jahren, heute sind es 836 362; da- mals zählte unsere Presse 837790 Abonnenten, heute mehr als 1300000. Bei jeder Nachwahl sind unsere Stimmen ge- waltig gestiegen und zehn neue Mandate haben wir erobert. Reiche Früchte hat unsere unermüdliche Aufklärungsarbeit getragen. Vertieft ist das sozialistische Bewußtsein unserer Parteigenosten und neue Scharen sind in unsere Kampfes- reihen eingetreten. Die Situation war uns günstig,»vir haben sie zu nutzen verstanden. Was hatten nicht unsere Gegner alles versprochen! Eine neue Acra des Glücks und der Wohlfahrt sollte die Kolonial- Politik den arbeitenden Massen bringen. Zügellos ließ Dernburg seine Phantasie schweifen, aus einer Dattelkiste ließ er Palmenhaine wachsen, aus einer Baumwollstaude tausende Ballen billigen Rohstoffes. Und was der Meister lehrte, das predigten seine Jünger. Heute sind sie verstummt, sie tvissen, tauben Ohren nur würden sie predigen. Tie arbeitenden Massen»vissen heute, was Kolonialpolitik ist. Um einer Handvoll Kapitalmagnaten Diamantenfelder und Bergwerke als prosittragende Monopole zu sichern, stürzt sie die Kulturvölker in die fürchterliche Gefahr des Massenkrieges, peitscht die niedrigsten Instinkte der Gelvalt und der Völkerverhetzung auf und lenkt die Aufmerk- samkeit von den Kulturaufgaben im Innern ab. um die Barbarei der überlegensten Mordtechnik als einzigen Ziveck kapitalistischer Zivilisation zu proklamieren. Die Kolonialpolitik steigert den Rüstungswahn- sinn ins Schrankenlose, ein sinnloses Wettrüsten verwandelt die Welt in einen Hcerhaufen feindlicher Nationen, von denen jede von*21 Furcht geschüttelt wird, von der anderen über- fallen zu werden, wenn sie nicht selbst ihr zuvorkommt. Die Kriegsgefahr wird dauernd und die dauernde Kriegsgefahr verlangt dauernde Erhöhung der Rüstungen. Alle Steuern werden unzureichend, immer neue Lasten den Völkern auferlegt. Alle bürgerlichen Parteien in Deutschland sind dem Wahnsinn dieser Politik verfallen. Dernburg ivar und ist ja das politische Ideal der Liberalen aller Schattierungen. Die Fortschrittler bewilligen heute alle Forderungen Molochs ebenso bedenkenlos, lvie Nationalliberale, Klerikale oder Kon- servative. Sie alle ausnahinslos sind verant- wortlich für die Kriegsgefahr. Deshalb stimmt sie nieder! Stimmt sie nieder, denn der Raub der halben Mlliarde, die infame Steuerreform des schwarzblauen Blocks, sie ist nur die Folge der imperialistischen Raubpolitik, zu der sich alle bürgerlichen Parteien bekennen. Nationalliberale und Kon- servative, Klerikale und Fortschrittler lvetteifcrn ja in dein Verlangen nach einer energischen, das heißt einer bedenken- und skrupellosen, auch vor der Kriegsevcntualität nicht zurück- schreckenden Kolonialpolitik. Sie alle»varen auch bereit, mehr als Vier Fünftel der schtveren Last auf die Schultern der Armen abzubürden und nur über die armseligen 53 Millionen Erbschaftssteuer sind sie sich in die Haare geraten, die Hörigen des Bülow-Blocks. Daran denkt und deshalb stimmt sie nieder! Stimmt sie nieder, denn Fortführung der Sozialpolitik haben sie versprochen und schnödeste Arbeiterentrech- tung haben sie gehalten. Die Selbstverwaltung haben sie Euch geraubt. Euch zu Heloten von abhängigen Militäranwärtern und Bureaukraten herabgewürdigt. Eure Witwen und Waisen haben sie mit dem blutigen Hohn einer Bettelrente abgefertigt, den Ausgebeutetsten der Aus- gebeuteten, den von den Junkern geschundenen und geknechteten Landarbeitern das karge Recht noch verkürzt. Kleri- kale, Konservative und Nationalliberale haben sich zu diesem Entrechtungsblock vereint und sich als die Arbeiterfeindc bekannt, die sie stets gewesen sind. Und die Fortschrittler haben das meiste mitgemacht. Denkt an die Feinde der Sozialpolitik und stimmt sie nieder! Stimmt sie nieder, die bürgerlichen Parteien, denn nichts haben sie getan, um der Teuerung abzuhelfen. Der Zollschutz bereichert die Reichen und verarmt die Armen. Den Junkern steigert er die Rente und den Kartellmagnaten sichert er ungeheuerliche Monopolprofitc. Euch aber verteuert er das Brot, das Fleisch, alle Gebrauchs- gegenstände. Was der Fiskus noch übrig läßt, das nimmt Euch der Großgrundbesitzer und der Kartellmagnat. Uu erträglich wird's, wenn ein Mißjahr die chronische Not zur akuten macht. Aber auch nicht vorübergehend»vollen die herrschenden Klassen auf die Profite verzichten, die aus der Not der Massen ihnen zufließen. Aus der Staatskasse lassen sich die Junker noch Prämien zahlen, damit sie das Getreide ins Ausland führen, damit nicht am Ende der deutsche Arbeiter an dem Tribut. den sie ihm auferlegt� haben. etivas erspare. Und die Regierung des Herrn v. Bcthmann Holliveg versichert höhnend, an dieser bewährten Wirtschaftspolitik un verbrüchlich festhalten zu»vollen! Ja, sie hat sich bewährt. diese Wirtschaftspolitik, als eine Ouelle des Reichtums für die Reichen und als eine Ouelle der Not für die Armen! Denkt an Eure Not und stimmt sie nieder! Stimmt für die Sozialdemokratie, für die Partei der Arbeit, für Eure Partei. Sie hat im ver- slostcnen Reichstag alles aufgeboten, um Euch zu schützen gegen die Attentate der Herrschenden, sie hat alles daran- gesetzt, damit Ihr Euch kampffähiger und gerüsteter findet in den konimendcn Schlachten. Stimmt für d i e Sozial- demokratie und Ihr stimmt für die einzige Partei. die Eure Interessen und nur Eure Interessen in dieser Gesellschaft der Ausbeutung vertritt. Aber stimmt für sie in dem Bewußtsein, daß die Abgabe des Stimmzettels nicht das einzige ist. was Ihr für Euch, Eure Zukunft, Eure Klasse leisten müßt. Nicht nur am Tage des 12. Januar müßt Ihr daran denken, daß Ihr Sozial- demokraten seid. Ganz müßt Ihr Euch der Partei an- schließen, in die gewerkschaftliche und politische Organisation eintreten. Leser ihrer Presse werden. Eure ganze Person müßt Ihr jederzeit bereit sein einzusetzen für die Partei, die nichts anderes ist als Euer eigenes geschichtliches Be- wußtsein und Euer eigenes politisches Wollen. Denn nicht eine Partei wie die anderen ist die Sozial- deinokratie. Die Partei der Arbeit will nicht nur Eure Augenblicksinteresten wahren, nicht nur Augenblicksziele sich setzen. Die Partei der Arbeit will die Gesell- schaft der Arbeit. Unermüdlich kämpft sie in täglich »viederkehrenden Mühen für die Reformen, die die Arbeiter- klaffe fähig und mächtig machen sollen, das graße Werk zu leisten der U m g e st a l t u n g der Gesellschaft. Wenn aber diese fünf harten Jahre, die jetzt hinter uns liegen, etwas bewiesen haben, so den ungeheuren Widerstand, der in der Gesellschaft der Ausbeutung dem Aufstieg der Arbeiterklasse entgegengesetzt wird, die engen Grenzen, die das bürgerliche Klasseninteresse der Hebung der arbeitenden Massen setzt. Wir wissen, daß diese Grenzen unüber steiglich sind in der Gesellschaft des Kapitalismus, daß die Befreiung der Mensch- heit von dem Fluch der Klassenherrschaft und Klassenknechtung nur vollzogen werden kann durch den Sozialismus, durch die Gesellschaft der gleichen und freien arbeitenden Menschen! Wer ani 12. Januar für die Sozialdemokratie stimmt, der tue das in dem beglückenden Belvußtsein, mitzuarbeiten an der großen Sache, mitzuarbeiten an der Ueberwindung einer Gesellschaftsordnung, deren letztes Wort an die arbeitende Menschheit lautet: Teuerung und Kriegsgefahr. Stimmt für die Sozialdemokratie und Ihr stimmt für die sozialistische Ge- sellschaft, deren erstes Wort heißen wird: Wohlfahrt und Frieden! Fünf Tage noch, dann können wir stimmen! Zu den Urnen wollen wir stürmen, niederznstimmen die Gegner! Lllith. Stimmt für die Sozialdemokratie, stimmt für den Sozialismus! Die anmutigen Enthüllungen des„Vorivärts" über das Treiben der Reichsverbandsemissäre�sind von der bürgerlichen Presse im allgemeinen und der Scharfmachcrpresse im besonderen sorgsam totgeschwiegen worden. Kein Wunder I Den braven reichsverbändlerischen Sozialistentötern und Ge»vcrk- schaftshassern waren die reizenden Genrebildchen reichsver- bändlcrischer Werbetätigkeit denn doch zu fatal. Man schickt Agenten aus, die die Unternehmer für die hehren Zivcckc reichsverbändlerischer Aufklärung kirren und ihnen tüchtig Geld abknöpfen sollen, um die appetitlichen Reichsverbandslvälzcr in Massenauflagen den Arbeitern anzudrehen— und das Geld wandert zur Hälfte in die Taschen der wackeren Agenten, die sich bei dem sauberen Geschäft das Leben möglichst zu versüßen suchen. Bei fröhlichen Zechgelagen läßt man die erschnorrten Silberlinge lustig springen, bis nian „voll" ist und die Hosentasche um so leerer. Die Zimmer- Vermieter und Hotelivirte bleiben niit langer Nase sitze»:, wenn man sich aufmacht, um im Zeichen der Sozialistcntötniig einen neuen Beutezug gegen die leider nicht immer so ganz leicht zu sprengenden Kassaschränke der Schlotbarone zu unter- nehmen. Und»vie der selige Hammerstem in seiner unsterblichen Flora Gaß eine zärtliche Vertraute besaß, so hat auch der Reichsverband seine Schutzheilige, die freundliche Edith, die seinen Werbeagenten das Geleite gibt und sie durch ihre Liebenswürdigkeit hiiüvegtröstet über die Hartleibigkeit der Jndustricgeivaltigen und die Knauserigkeit des Vorschuß- lveigernden Hamburger Generalagenten. So ist denn ein schönes Teil des Geldes, das die notleidenden Schlotjunker seufzend heratlsrückten, un» ihren vor der gefüllten Kompottschüssel sitzenden Arbeitern die Augen zu öffnen über die von Arbeitcrgroschcn schwelgende und der freien Liebe huldigende Sozialdemokratie, dazu vcrivendet»Vörden, um so recht drastisch all ocutos zu demonstrieren,»vie fidel bei Wein, Weib und Gesang das Geld vertan»vird, das unser Unternehmertum aus dem Schlveißc seiner Arbeitssklaven zu münzen versteht. Und so hat denn schließlich doch das Reichs- Verbandsgeld, das der Pleite-Geycr mit seiner Edith verjuxt, juxt, juxt hat, eine höchst nutzbringende Anlage gefunden! Freilich ist diese Art der Geldvcrschleuderung der Untc: nehmerspendcn au sich gar nichts Besonderes. Denn letzten Endes dienen alle die Mittel, die das Unternehmertum aufwendet, um die klassenbeivußte Arbeitcrbelvcgung zu bc- kämpfet:, nur zur Züchtung eines eklen Parasitentums. Mag ein Desperado i In Hintze, der Organisator der berufsmäßig streikbrechenden„Siebenmonatskinder", der Stipendiat des Unternehmertums sein oder sonst irgendein„Gelber"— stets sind es Schmarotzer der verächtlichsten Sorte, die den Judaslohn der Scharfmacher einstreichen. Und mit solchen Mitteln und solchen Elementen»vähnt eine raffgierige Ausbeuterklasse den Kampf gegen eine Bctvegung auf- nehmen zu können, die den Idealismus des auf- strebenden MenschentmnS verkörpert und die unwiderstehliche Stoßkraft des sozialen Fortschritts besitzt! Armselige Pfennig- fuchser. jämmerliche Parasitenzüchter. die Ihr mit ein paar Fuhren Unrats den Engpaß zu sperren»vähnt, auf dem sich die proletarische Millioncnarmee mit der Elementargewalt, eines entfesselten Ozeans vorwärts wälzt! Welch hirnverbrannte Dummheit gehört dazu, der zur Klassensolidarität erwachten Arbeiterschaft weiß machen zu, wollen, daß das Proletariat nicht»vidcr den Stachel der� Untcrnehmerwillkür löken dürfe, wenn es ihr»vohlergchcn solle auf Erden. Hat da das Scharfmachergcschmeitz einen blöden Artikel in die ihr»villfährige Presse'lanciert, worin' ein erfundener Ex-Sozialist erzählt, daß er durch Streiks und Aussperrungen Taufende verloren habe, die ein Bekannter, ein. gelber Musterarbeiter, der stets unent>vcgt Streikbrecherdicnste geleistet, ans die hohe Kante gelegt habe. Und die Moral von der Geschichte? Wären alle Arbeiter solche braven Musterknaben, so könnten sie allesamt etliche Tarisende auf die Sparkasse geschleppt haben! Als ob nicht jeder Arbeiter sofort begriffe, daß d:' Schmarotzerexistenz gelber Streikbrecher eben nur die K, des Kampfes der organisierten Arbeiter ist. Wenn„J „nützlichen" Elemente nicht den Lohnsatz erhielten, den die in der Arbeiterbewegung stehenden Proletarier opferniutiq er? c?"«'0 ntcri die Gelben mitsamt der ganzen Arbeiter? schasi Hungerpfoten saugen! Und»velch polizeiwidrige Dumm- vi6 Sanze Argumentation der' Scharfmacher und Keichsverbandler. Auf der einen Seite»veiscn sie auf dic hoh en � ohne der deutschen Arbeiter hin. die sogar höher k seien, als die von Millionen englischer Arbeiter, und auf- der- anderen Se.te ereifern sie sich über die h 0 h e n G c w c r k.' s ch a s t s b e i t r ä g c der deutschen Arbeiter. Ja»venu die großen Gewcrkschaftsleistungen die Löhne der deutschen 'lrbciter so erhöht haben, so waren sie doch die denkbar nutzlichste Aillage der Arbeitcrgroschen. die sozial wohltätigst. Versicherungspranne. die sich denken läßt! Und woher Ä der infernalische Haß der Ausbeuter gegen die GeiverksckiakÄW gegel» die sozialistische Arbeiterbewegung, wenn er nicht de« Ingrimm über die dem Unternehmertum abgetrotzten Lob. stetgerungen entspränge! � -�s�n darnm die Reichsverbändler und Scharfmache: fortfahren, lhr Geld an ihre Kreaturen au berfrhtntmKeL Mögen sie zur Erhaltung des Familiengesühls durch I agenten vom Schlage der Herdt und Geher weiter kollektieren lassen. Mögen sie sich einbilden, wenn sie diese Getreuen ab- halsierteu, den kompromittierlichen Parasitenschwarm los- geworden zu sein. Für Geld, das solchen Zwecken dient, sind nun einmal keine Charaktere uno Tugendbündler zu haben! Nur Schmarotzer sind für den Judaslohn feil! Allem rcichsverbändlerischen Wüten antwortet nur das neckische Echo: Edith! Kontcrvative cintzz. und Hechts- Politik. Die Erbschaftssteuer war die einzige wirklich g ere chte, den Besitz treffende Forderung des Bülowblocks. Wie stellten sich dazu die Konserdativcn? Es lohnt sich, dies fest- zunageln, weil damit der Nachweis erbracht ist, datz die konservative Politik durch namenlose Heuchelei charakterisiert wird! Die Nachlahsteuer der Regierung verlangte von Erbschaften in Höhe von mindestens 20 SD?, ganze 100 Mark Steuer! Dabei konnten diese 100 M. gegebenenfalls auch noch innerhalb eines Zeitraums von zwanzig Jahren abgezahlt werden. Wie stellten sich die Konservativen zur Erbschaftsbesteucrung? Die„Deutsche Tageszeitung" schrieb am 12. Mai 1903: „DieSluSdehnung der ErbschaftS- steuer würde, wenn sie die erbenden Kinder und Ehegatten nicht allzu sehr belasten will, einen Verhältnis- mäßig geringen Ertrag ergeben. der bei dem großen Bedarfe des Reiches wahrhaftig nicht in Be- tracht kommt. Die Parteien der Rechten können unmöglich einer solchen Steuer zustimmen, da es sich f ü r s i e nicht um eine ZlveckmäßigkeilS- frage handelt, sondern um grundsätzliche Anschauungen." 17. März 1904: „Auch die Er b s ch a f t s« In der zwecken Lesung strich das Zenkrum auS seinem Antrag noch weitere Lebensmittel! Zuletzt blieb nur noch Weizen, Roggen, Schafe, Rindvieh, Schweine, Fleisch, Schweinespeck und Mehl. Weitere, ebenfalls vom Zentrum besorgte Verschlechterungen billigten dem Reiche nicht nur die alten Zolleinnahmen, sondern auch der Bevölkerungssteige- rung entsprechende Mehrerträge zu. Ten Zentrumsfrommen war ja weniger an der Sicherung einer Witwen- und Waisen- Versicherung, als mehran einer agitatorischen Lüge g e- legen, die geeignet erschien, vor den unzufrieden werdenden Wählern die Untersiütznng des Brot- und Fleisch- Wuchers zu �erklären". Der§ 15 d e s Zolltarifgesetzes von 1902 be- stimmte die Aufhäufnng von Zollmehrerträgen aus den oben- genannten Nahrungsmittelzöüen. Dasselbe Zentrum schuf aber mit den Konservativen auch densilldesZoll- t a r i f e S, der das wucherische Einfnhrscheinsystem bciestigte und ausbaute! Durch diesen Paragraphen ist es möglich ge- worden, daß ein erheblicher Teil der-Nahningsmittelzollmehi'- elzoll erträge, d i e f ü r Witwen und Waisen b e ft i m m t waren, i» die Taschen der Großagrarier fließt! Seit dem Inkrafttreten des Wuchertarifes haben die Jusiker allein durch den§11 rund 175 Millionen Mark bares Geld vom Staate geschenkt bekommen! Das Zentrum hat dazu geholfen!� Was blieb aber für die Witwen- und Waisenversicherung von den Mehrerträgen aus den Rahrungsmittelzöllen übrig? st euer muß und kann im Geiste einer verständigen Mittelstandspolitik weiter ausgebaut werden, die Millionenerbschaften müssen höher besteuert werden als bisher, sie müssen auch dann der Erb- schaftssteucr unterliegen, wenn sie unmittelbar auf die nach st en Verwandten, Kinder, Geschwister oder Eltern übergehe». Die Rechtsordnung des Staates sorgt allein dafür, daß der Erbe die Erbschaft, die sonst herrenlos würde, antreten kann; es i st also recht und billig, daß er in Form einer entsprechen» denErbschaftssteuer eine Gegenleistung gewähre." Diese plötzliche Wandlung, als es nicht etwa eine Ausnahme, die allein trifft. Dafür nur noch ein Beispiel: Das Agrarische Handbuch, zweite Auflage 1309, herausgegeben vom Bund d e r L a n d w i r t e. schreibt über die Erbschaftssteuer: ans Zahlen gehen sollte, ist die„Deutsche Tageszeitung" die Kaserne aus- dcn Ausgaben für „Die Erbschaftssteuer ist prinzipiell und prak- -.Uf-K?iiie äußerst günstige zSorm der Besteuerung. Dadurch, daß sie das ganze Ver- flögen erfaßt, und nicht einzelne erm.ögeusllassen herausgreift, ist Auf der 16. Generalver- sammlung des Bundes der Landwirte am 22. Fe bruar 1309 sagte Dr. Roe- sicke, M. d. R. und Vor sitzender des Bundes der Landwirte: „Das Erbrecht des Staate», die Ausdehnung der Erbschaflssteuer in zu weitem Maße, n a m e tt t- lich auf Deszendenten und Ehegatten, trifft I m p o ii d e r a b i l i e u lUulvng areSj im d c u ts ch e WV l k e- die Verteilung des Steuerdrucks- Der Inhalt dieser Geietzesvor eine sehr günstige.� Ferner ist die lagen muß den empfiudungS gemäßen Widerstand der stao.ls- erhaltenden Elemente Deutsche lands herausfordern. Solche Imponderabilien müssen in der Politik aner- kannt und berücksichtigt werde n." Die Resolution der General« Versa mnilung über die Finanzreform sagt zur Erbschaftssteuer: „Insbesondere oerwirst sie sdie Versammlung) mit aller Eni- schiedcuheit die vorgeschlagenen Nachlaß- und Erbschaftssteuern und das Erbrecht des Staates aus Gründen der Wah- rung deZ Eigentums- begritfeS, der Erhaltung des gesunden Mittel- standes und der Pflege des Familiensinnes." Ileberwälzung dieser Steuer von den starken Steucrkräften auf die schwachen in keinem Falle zu be- iirchten, und ist die Erhebung er Erbschaftssteuer auch wenig belästigend, da dieselbe an den Todesfall an- knüpft, bei welchem zwecks Teilung doch eine Taxierung aller Bermögensbestaiidteile gewöhnlich stattfindet und häufig auch die Mitwirkung öffent- licher Behörden hierfür in Anspruch genommen wird. Auch gestattet die ErbschaftS- steuer eine sichere Erfassung deS sämtlichen Vermögens, welches sich anderen Steuern leichter zu ent- ziehen loeiß, und ermöglicht, wie bemerkt, die Skachholuug umgangener Steuern und die nach- triigliche Belastung in der Hand des neuen Erwerbers." Die Berücksichtigung der Angst vor Feststellung allgemein geübter und unglaublichster Steuerhinterziehungen nennen sie„Schonung des Familiensinns". Die Furcht vor einem gesunden Steuergesetze, das dem wirklichen Volköempfinden entspricht, treibt sie dazu, wieder einmal— den Mittelstand zu retten! Der Respekt vor einer ehrlichen Volk-Zgesetzgebung wird bei ihnen zur jammernden Furcht, es könnte das Eemeininte reffe zur Richtschnur alles politischen Handelns weiden, deswegen ist gleich„das Eigentumsrecht in Gefahr" I Das ist Junkerpolitik? Das Zentrum schenkte den IKonlervativen Mmn- und Aaiiengelder! Beim Zolltarif von 1902 benutzte das Zentrum die Witwen und Waisen, um seine volksverrätcrischc, stockkonser- �ative Politik zu bemänteln. Dazu waren ihm die Aermsten und Elendesten gerade gut genug! Als das Wucherzollgesetz in erster Lesung beraten wurde, erklärten alle Redner dss Zentrums: wir stimmen für sämtliche Er- höbungen, aber nur dann, wenn die gegen den alten Tarif entstehenden Mehrerträge aus Nahrungs- mittclzöllen zugunsten der Arbeiter, in erster Linie zu einer Witwen- und Waisenversicherung, verwendet werden. entsprechender Antrag ging der Kommission durch die �entrumsfraktion zu, er war aber schon Mangel- s, a f t. die Zollmehrerträge für Hülsenfrüchte, Obst und Ge- ,nüse hatte die Zentrumsfrömmigkeit auszuzählen vergessen. D-ie sozialdemokratische Fraktion beantragte sofort— tin Sinne der Zentrumsreden ans der ersten Lesung—_ diese Zölle noch niit aufzunehmen— das gesamte Zentrum stimmte dagegen! Schule uns Makm. Die Ausgaben für unseren Militarismus(Heer, Flotte, Pensionsfonds, Kriezsinvalidenfonds und Schuldenzinsen für die für militaristische Zwecke geniachten Schulden) bclicfen sich für das Deutsche 3!eich im Jahre 1911 bereits auf 1600 Millionen Mark. Die neuen Heeres- und Flotten ausgaben werden diesen Betrag in den nächsten Jahren aber noch gewaltig anschwellen lassen! 1600 Millionen werden jährlich für gegeben. Wie steht es demgegenüber mit das wichtigste Kniturinstitut aus, die Volksschule? Legen wir dem Vergleich die Zahlen für Preußen zu- gründe. Der preußische Staat wendete für die Zwecke der BolkS- schule nach dem Etat für 1911 165 Millionen Mark auf! Das sind pro Kopf der 6164393 Volksschüler, die bereits 1905 gezählt wurden, 27 Marti Die gesamten(auch kommunalen usw.) Aufwendungen für die Volksschule eiuschließlich der Baukosten beliefen sich 1905 auf 328 Millionen, das sind pro Schüler 53 M.! Berechnen wir nach Maßgabe der Kopfzahl der preußischen Bevölkerung die Allsgaben für die Kaserne, so entfallen auf Preußen allein 366 Millionen an Militäransgabcn oder pro Kopf der 420 900 Soldaten 2300 M.! Für jeden Soldaten wird also 43 mal soviel ausgegeben wie für jeden Schüler! Dafür dienen aber auch die Ausgaben für den Militaris- mus den Zwecke» der Unkultur I Die„Erziehung" in der Kaserne soll die Söhne des Volkes den Jutcreffcu des Volkes abwendig machen, soll sie mobil machen gegen den „inneren Feind"! Für die Schule aber, die doch das heranwachsende Geschlecht tüchtig machen sollte für den so schweren Lebcuskampf, darf nach dem Willen der Herrschenden nicht das Notwendige ausgegeben werden, weil den ausbeutenden Klaffe» die diimmsten Älrbeitcr die liebsten sind! Proletarier! Gedenkt dieser schmachvollen Tatsachen am Wahltage! gesetzeS, lrotzdem er ihr keMe�'gS Seit genüg gehe, Ihr 8 Fu» st i m m u n g geben werde..a 7. Mai 13L0 kam es dann in dritter Lesung zur Gesamtabstimmung über den Entwurf. Darüber berichtet der stenographische Bericht(S. 1225 Spalte 2): Präsident:... Wir gehen über zur Gesamtabftim- mung über das Gesetz... und bitte ich diejenigen Herren, welche das Gesetz, betreffend den Wucher in seiner Gesamtheit an- nehmen wollen, sich zu erheben.(Geschieht.) Das ist die große Mehrheit des Hauses; das Gesetz ist angenommen. Zu dieser großen Mehrheit gehörten, wie aus der eben er- wähnten und schon außerordentlich oft im Wortlaut zitierten Rede des Genossen Kayser aufs deutlichste hervorgeht, auch die So- zialdemokratcn. Wer etwas anderes behauptet, ver- l c u m d e t. Die Gesamtabstimmung war nicht namentlich gewesen, da- gegen hat am gleichen Tage, dem 7. Mai 1880, eine namentliche Abstimmung über einen anderen Gegenstand stattgefunden, nämlich über folgende Resolution des Abg. Grafen Bismarck (Seite 784 Spalte 1 der Drucksachen des Reichstags). Der Reichstag wolle beschließen: Dem Herrn Reichskanzler zur Erwägung anheimzugeben, inwieweit es geboten sei, den im Artikel I der Deutschen Wechselordnung gegebenen Begriff der Mcchselfähigkeit im allgemeinen einzuschränken, namentlich durch Anlage von Registern dafür zu sorgen, daß nur die in dieselben eingetragenen Personen, nach Erfüllung bestimmter, in dem Ge- setze näher festzusetzender Bedingungen, die Wechselfähigkeit er- langen. An der Abstimmung über diese nicht politische, sondern aus- schließlich formal-juristische Resolution, die mit 136 gegen 39 Stimmen angenommen wurde, hat sich überhaupt kein einziger Sozialdemokrat beteiligt. Von den zehn sozialdemotratischcn Vertretern, die damals dem Reichstage an- gehörten(Bebel, Auer, Fritzsche, Hartmann, Hascnclcver, Hassel- mann, Kayser, Liebknecht, Vahltcich, Wicmer), war im Moment der Abstimmung niemand im Saale anwesend(siehe darüber die Mitteilungen des stenographischen Berichts Seite 1231— 1233). Also auch gegen diese Resolution, die an sich ja m i t dem Wuchergesetz selb st gar nichts zu tun hatte, hat kein Sozialdemokrat gestimmt. Für die Novelle zum Wuchergcsetz im Jahre 1803 hat die Sozialdemokratie Man» für Mann gestimmt. Auf Grund dieser akten maß ig feststehenden Tat- fachen hat schon in der ReichstagSsitzung vom 13. Dezember 1897 der damalige Staatssekretär des Innern, Graf PosadowSky er- klärt(Seite 175 Spalte B, Zeile 19— 14 von unten im fteno- graphischen Berichte), daß die Behauptung, die Sozialdemokratie habe den Wucher begünstigt,„absolut nicht aufrecht- zuerhalten" sei. � Es gehört die ganze dreiste Verlogenheit der Zentrumsschwind- ler dazu, trotzallcdcm im jetzigen Wahlkuinpse abermals mit dem alten Schwindel ins Feld zu ziehen! Mark. Am 1. Januar 1910 sollte das Gesetz schon in Kraft treten, die Auszahlungen durch die Zinsen der aufgehäuften Gelder ermöglicht sein. Was war wirklich vorhanden? Aus der Zeit vom März 1906 bis Februar 1907 0,00 Mark! vom März 1007 bis Februar 1908 vonl März 1908 bis Februar 1909 vom März 1909 bis Februar 1910 vom März 1910 bis Februar 1911 Das Geld, welches für die Witwen und Waisen auf' gespeichert werden sollte, war durch den§ 11 des ZolltarifeS, durch das Einfuhrschcinsystem, den unersättlichen Aar'"' in die Taschen gesteckt worden! So sieht christliche Ää liebe und Arbcltcrfrc'Uldlichkcit beim Zentrum aus! Ter Termin zur Einführung der Witwen- und Waisen- Versicherung mußte immer wieder verschoben werden. Die Rcichsversicherungsordnung rettete das Zentrum vor der cnd- gültigen Aufdeckung seiner heuchlerischen Politik! Das ist echte Zentrumsarbkit! 42.382 Mill. 0,00 Mark! 0,00 Mark? 0,00 Mark! grariern iächstenl Die Anchergeietre. Trotz wiederholter Widerlegungen behaupten die von der Flug- blattfabrik der Zentrale des„Volksvcreins für das katholische Deutschland" in München-Eladbach hergestellten Zentrumsflug- blätter immer aufs neue� die Sozialdemokratie habe im Reichstag am 7. Mai 1880 gegen das erste Wuchergesetz gestimmt. Auf Grund der amtlichen Reichstagsakten stellen wir demgegenüber nochmals fest: Am 20. April 1880 hatte Genosse Kayser(Seite 837 des Sten. Ber. Spalte 1) erklärt, daß die Fraktion dem Entwürfe des Wucher- Zur peichstagswahi. Der Wahlkampf in Württemberg. Das hervorstechendste Merkmal des viesjährigen Reichstags- wahliampfes in Württemberg ist die enge Kampfgciwssenschaft der bürgerlichen Pärteien mit Ausnahme des Zentrums. Alle Partei- unterschiede treten zurück gegenüber dem einen Bestreben, die Sozialdemokratie uioderguringcn. Bei der Teilung der württem- bergischcn Wahlkreise zwischen Volkspartei und Nationalliiberalen sind der ersteren Partei der 3., 6., 7., 8., 9., 10., 11., 14., 15. und 16. Wahlkreis, den Nationallibcralcn der 1., 2., 4., 5., 12., 13. und 17. Wahltreis zugefallen. Gegenkandidater. werden nicht aufgestellt. Die Parteien haben sich verpsiichtet, die Kandidaten der anderen Partei nachdrücklich zu unterstützen. Das geschieht denn auch von der Volköpartci in einer Weise, daß man den Eindruck gewinnt, nicht wenigen Volkspartcilern sei der Nouonalliberale lieber als ein Mitglied der eigenen Partei. Die Nationallibcralen schicken zum Dank dafür ihre besten Kämpen in die von der Sozialdemo- kratie bedrohten Wahlkreise der volkspartcilichen Führer Payer (Rcutlingen-Tübingen) und Konr. Haußmann(Balingen). Tie Konservativen und der Bauernbund haben in 12 Wahlkreisen Kandidaten aufgestellt; der Refrain der bauernbündlerischen Reden ist aber: Unter allen Umstände« gegen die Sozialdemokratie! Liberale und Volks)>artci sehen sich jetzt schon gedrungen, die baucrn- bündlcrischen Agitatoren ob ihrer„patriotischen Haltung" zu loben. Das Zentrum allein sperrt sich noch gegen eine Einreihung in den bürgerlichen Block. Tie ganze Wucht de? Angriffes der bürgerlichen Parteien richtet sich naturgemäß gegen den 1. WablkreiS(Stuttgart Stadt und Amt). Im Jahre 1907 behauptete die Sozialdemokratie den Wahlkreis im ersten Wahlgang mit 25 030 Stimmen. Auf den nationalliberalen, von der Volkspartei unterstützten Kandidaten fielen 21 442 Stimmen, die Zählkandidaiur des Zentrums brachte es auf 2400 Stimmen. Die Sozialdemokratie brachte also 1148 Stimmen mehr als die bürgerlichen Parteien auf. Di« Gesamtzahl der Wähler war 09 461. Von ihnen hatten sich 10 529 an der Wehl nicht beteiligt. Alter Erfahrung gemäß darunter mindestens zwei Drittel bürgerliche Wähler. Bei dieser Wahl ist die Wählerzahl auf 68 352, das ist um 9391 gestiegen. Wie schon in einem vorhergehenden Arttkel dargelegt, drängt die wirtschaftliche Entwickelung der Residenz immer mehr Arbeiter in die Vororte, wo die Mieten nr.ch billiger sind. Zudem reißt die Wahlkveiseinteilung Groß-Stuttgart in zwei Teile. Die zum Stadtgebiet gehörenden Gemeinden Cannstatt, Wangen und Untertürkheim im indnstriereichcn Neckartal wählen im 2. Wohl- kreis. Auf diese Entwickelung und auf die Partei Ott„N i ckst. Wähler" Hut der bürgerliche Kandidat Dr. Mülberger seine Hoffnung gesetzt. Da auch die Konservativen einen Wahlaufruf zugunsten deS nationalliberalen-volksparteilichen Kandidaten er- lassen haben, schwelgt die liberale Presse schon in Siegeshoffnungen. DaS Zentrum hat wieder eine Zählkandidatur aufgestellt. Die Sozialdemokratie muß in der Tat alle Kraft anspannen, um den Wahlkreis zu be haupten. Die Hoffnung, die bekannten Vorgänge in Stuttgart würden die Aktionskraft der Partei wesenttich beeinträchtige: haben die Gegner bereits aufgegeben angesichts des geschlossenen Bormarsches der Sozialdemokratie. Darauf können sich die Partei genossen im ganzen Reich verlassen: Die Parteigenossen des 1. Wahlkreises werden den letzten Mann und den letzten Hauch daransetzen, um den Wahlkrci der Partei zu erhalten! . vlauschwarzes Gesindel. Die Gemeinschaft der Ritter und Heiligen hat in vezug auf Roheiten in B r e s l a u wahre Orgien gefeiert. Die Opfer waren sozialdemokratische Flugblattverteiler. Als unsere Genossen am Donnerstagabend nach Schluß einer von den rechtsstehenden Parteien einberufenen Versammlung vor dem Lokal Flugblätter verteilten, wurden sie von den aus der Versammlung kommenden blauschwarzen Blockbrüdern in der gemeinsten Weise beschimpft und geschlagen. Wie eine Horde wilder Tiere stürWten dieje Burschen, darunter viele feftt ßcTIctTc!«„getreu",«uf unsere Genossen ein. Man entriß ihnen die Flugblätter, spuckte sie an, stieß sie mitdenFüßcn und titulierte sie mit den unflätigsten, Schimpf- namen. Die herbeieilende Polizei konnte anfangs gegen die fana- tische Menge nichts ausrichten. Erst als Verstärkungen heran- gezogen waren und unsere Genossen unter dem Schutz von Polizisten den Platz verlassen hatten, konnte die Ruhe wiederhergestellt werden. Einer der wildesten Gesellen, der einem unserer Genossen einen solchen Stoß versetzt hatte� daß dieser an einen vorüberf, ahrenden Straßenbahnwagen schlug, wobei ihm der lleberziehcr ganz zerrissen wurde, konnte fest- genommen werden. Die anderen vaterländischen Gesellen verstanden es, rechtzeitig mutig zu— verduften. Ein Beweis dafür, mit welchem„geistigen" Rüstzeug die blau- schwarzen Blockbrüder den Wahlkampf führen- Und das in einer Großstadt! Wie mag cS da erst in den streng katholischen ländlichen Gegenden zugehen?! Landratsgebot gegen Minifierverortznuog. Der bekannte Erlaß des preußischen Ministers des Innern für anständige Handhabung des Wahlreglcments wird von gewissen Landräten offenbar als Makulatur behandelt. So hat der Minister angeordnet, daß die Wahlbezirke nicht zu klein genommen werden, domi� das Wahlgeheimnis nicht bedroht wird. Und die Äntwort? Ter Landrat von Lyck, welchen Kreis ja die Iunkerstppe verloren hat, teilt den Kreis statt, wie 1910, in 85 Wahlbezirke, diesnial in 1 32 ein. Die Wahlbezirke sind derartig verkleinert worden, daß die geheime Wahl aufS höchste gefährdet ist. Und der NegicrungSpräsident in Allenjiein hat die Beschwerde zurückgewiesen! (leberllckt. Berlin, den 6. Januar 1912. Die Kriegspartei und Wilhelm II. Die KxiegSpartei, die in den Tagen der Agadir-Affäre sich die schärfste Beleidigung der Regierung und Wilhelms II. leistete und deren Organ, die„Post", mit ausgesuchter Malice aus den Pariser Zeitungen das spöttische Wort von„Guiüaume le timide" und dem„valeureux poltrou" übernahm, kann sich noch immer nicht darüber beruhigen, daß nicht der Marokkohandel zur frivolen Entfachung eines blutigen Weltkrieges benutzt worden ist. Bald hier, bald dort suchen diese eigenartigen Prozcntpatrioten, indem ste gleißnerisch so tun, als wären sie eifrigst bemüht, das Ansehen des Kaisers zu retten, diesen herabzusetzen und der sogen,„englischen Gesinnung" zu verdächtigen. So vcr- sucht in ihrer heutigen Abendausgabe aufs neue die ehrsame sreikonservative„Post" dieses schofle Spiel. Sie benutzt ein in den„Daily Neivö" erschienenes Interview, in dem der bekannte Lord Lonsdale Wilhelm II. als Englands Freund sowie als großen Soldaten und großen Geist preist, der den „größten Abscheu vor den Schrecken eines Krieges" hätte, um an diese ganz nebensächlichen Elogen unter der Maske der Besorgtheit um des Kaisers Ruhm folgende boshafte Aus- sührungen zu knüpfen: Als geschmacklos« Schmeichelei weisen wir den Ausdruck zurück, ,eS gibt keinen größeren Soldaten, eS gibt keinen größeren Geist als Wilhelm II." Lord LondSdale Härten wir etwas mehr Ge- schmack und Takt zugetraut. Gewiß bat Wilhelm II. sehr viel Freude und Verständnis für das Soidatenhaudwerk. Aber leiner von den Generälen, die jemals u u te r ihm. oder gegen ihn ein Armeekorps geführt haben, ist der Meinung, daß er ein großer Feld- Herr oder Stratege fei. Der Kaiser selbst, da? wissen wir auS bester Ouelle, ist längst davon abgekommen, sich als Feldherr mit seinen Ahnen Friedrich dem Großen oder dem Großen Kurfürsten zu vergleichen. In hochherziger Weise hat er bereits erklärt, daß er in einem Kriege zwar das Oberkommando übernehmen, aber sich so wenig wie möglich einmischen werde, vielmehr, wie Wilhelm die tatsächliche Führung den bernfenc» Feldherren überlassen werde. Er hat die Grenzen seiner Begabung hierin erkannt und nimmt nichlS dainber Liegendes für sich in Anspruch. Ebenso ge- schmackloS ist eS, ihn„den größten Geist" unserer Zeit zu Neimen. Da» deutsche Voll kennt seinen Kaiser nach seiner zwanzigjährigen Regierung, nach seinen Reden. Pläne» und Taten ganz genau E» hat seine Vielseitigkeit manchmal bewundert, aber ebenso auch«rkaimt. daß er auf keinem Gebiete beanspruchen kann und wird, der größte Geist der Zeit zu sein. Wer so etwa» öffentlich ausspricht, muß dabei einen bestimmten verwerflichen Zweck ver- folgen. Wir hoffen nur, daß dieser Zweck bei unserem Kaiser, dem so oft elende Schmeichler früher manchmal geschadet haben, nicht erreicht wird. Was Lord Lonsdale über die England- freundlichkeit und die Friedensliebe des Kaisers sagt, ist derartig, daß das deutsche Volk dies nur als eine Beleidigung deS Kaiser« ausfassen kann. Wenn nach allem, waS England unS noch diesen Sommer an Schwach und Schande zugefügt hat, einer behauptet, der deutsche Kaiser ist der aufrichtigste Freund Euglands, er hegt nur die wärmsten Gefühle für dieses Land, so i st das eine Veruitglinipfung, die wir uns verbieten müssen. Wir können nicht annehmen, daß der Deutsche Kaiser so fern de in Empfinden des deutschen Volkes steht, daß er solchen Gefühlen noch beute zugänglich wäre. Und ebenlo muß man cS als eine Herabsetzung des Kaisers betrachten, weim ihm die Friedensliebe und der Abichcu vor dem Kriege in einem solchen Maße zugemutet wird, wie es Lord Lonsdale tut. Jedenfalls könnte» wir uns kein schlimmeres Un- glück für taS deutsche Vaterland denken, als einen Kaiser, der über alles den Krieg scheut und den Frieden liebt. Danach scheint cS fast, daß die„Royalisten" vom Schlage der„Post" nichts mehr fürchten, als daß im Falle eines Krieges Wilhelm II. das Oberkommando des Kriegshecres übcnuljjmt._ Abrechnung! Die fönst gespottet uns'rer Not, Heut locken sie mit Zuckerbrot, Wir aber geh'n nicht auf den Leim, Denn wißt, das Wahlrecht ist geheim. Ob man uns ntit der Peitsche droht, Ob man uns lockt mit Zuckerbrot— Wir kennen uns're Not und Onal Und freu'n uns auf den Tag der Wahl! Mehrere Postunterbcamte. Das versenchte Zentrum. Von der neuen„Kölner Korrespondenz zur Vertretung kathi- lischer Prinzipien im öffentlichen Leben" ist eben erst die vierte Nummer erschienen; aber bereits führt dieses zur BekSmpfung der „Bachemiten" bestimmte Organ der wahrhaft katholischen Richtung Bitter-Frick-Korum-Roeren eine äußerst scharfe Sprache gegen die „Köln. Vollsztg." und ihre Hintermänner. So nimmt es die von den„Südd. Monatsheften" veröffentlichten Geheimberichte des Vatrkan-Korrespondenten zum Anlaß, um den.Bachemiten" folgende Bosheiten zu sagen: Die„Süddeutschen Monatshefte" veröffentlichen geheime Briefe, die der römische Korrespondent der„Kölnischen Volks- zcitung" an dieses Matt richtete. Es heißt da, die von der„Kol- nischen Volkszeitung" als Eigenbrodlcrin und Luantite negli- gesdle behandelte„Unita cattolica,, von Florenz gebe„d i e Herzens Meinung sehr maßgebender kirchlicher Kreise" wieder, woran nicht zu zweifeln sei. Diese Herzens- Meinung komme auch im„Osscrvatore Romano" zum Ausdruck. „Er(der„Osservatore Romano") spricht ganz naiv die letzten poti- tischen Grundgedanken der heutigen Kurie aus: keinerlei selb- ständige politische Betätigung der Katholiken, sondern besinnungs- loses Sichzurverfügungstellen, je nachdem von Fall zu Fall die kirchliche Autorität kommandiert! Dafür kann man allerdings weder ein politisch unabhängiges, nichtkonfessionelles Zentrum, noch interkonfessionelle Gewerkschaften gebrauchen. Deshalb kann man auch kurialen Versicherungen gegenüber, gewisse Kund- gedungen, wie z. B. der Brief an Mcdolayo Albani, bezögen sich nicht direkt auf deutsche Verhältnisse, nicht vorsichtig genug sein." I» einem anderen Briefe stellt der römische Korrespondent der „Kölnischen Volkszeitung" die den Bachemiten feindliche Stim- mutig der Kurie, also des Papstes und der kirchlichen Zentral- regicrung, als krankhafte„Manie" dar. Er schreibt: „Ich wüßte im Augenblick mit Rücksicht auf die gegenwärtige Stimmung an der römischen Kurie keinen anderen Rat, als die K r a n k h e i t— denn es handelt sich tatsächlich um eine � wM». w» mm: m■ » i■ a«■ bt kapitaMisches Eigentum. „Dieses Eigentumsrecht, das sogar ein heiliges Recht genannt wird, wird gewöhnlich dadurch gerechtfertigt, daß daS Eigentum die Folge der Enthaltsamkeit und der fleißigen Tätigkeit, die den Menschen zugute kommen, ist. Man braucht aber nur die Entstehung aller großen Ber- mögen zu untersuchen, um sich vom Gegenteil zu über- zeugen.... Je sittlicher ein Mensch ist, um so eher verliert er das Vermögen, das er bereits besitzt, und je unsittlicher er ist, um so sicherer erwirbt er ein Vermögen und behält es. Ein Volksspruch sagt:„Durch gerechte Arbeit baut man keinen Steinpalast",„Arbeit macht nicht reich, sondern backtig". So war es in der a l t c n Zeit, und jetzt, wo die Verteilung der Reichtümer schon längst aus die ungerechteste Weise geschehen ist. muß es erst recht so sein. Wenn in der primitiven Gesellschaft der enthaltsame und fleißige Mensch vielleicht mehr erworben hat, so kann in unserer Gesell- schast davon nicht mehr die Rede sein. Mag der Arbeiter, der auf freiem Felde arbeitet und die nötigen Gegenstände für Preise einkaust, die von anderen festgesetzt sind, noch so fleißig sein— er wird niemals ein Vermögen erwerben. Dagegen wird ein müßiger und u n e n t h a l t» s a m e r Mensch, wie wir es bei Taufenden b e- obachten können, sobald er Wuchergeschäfte macht, oder eine Fabrik, ein Bordell, eine Bank eröffnet, leicht ein Ber- mögen erwerben. Die Gesetze, die angeblich daS Eigentum schützen, schützen nur das geraubte Eigentum, das sich bereits in den Händen der Reichen befindet, und nicht nur. daß sie das Eigen- tum der Arbeiter nicht schützen, die keinen anderen Besitz als ihre Arbeit haben, sie unterstützen auch noch die AuS- beutuug dieses ihres einzigen Eigentums. Der steinreiche Fabrikant verpflichtet sich, dem Arbeiter für seine Arbeit einen Lohn zu zahlen, der für ihn ein Zehnniillionstel seines Bermögens bedeutet d. h. fast nichts ist. Der Arbeiter aber verpflichtet sich in seiner Not, täglich eine zwölfstündige, gesundheitsschädliche Arbeit zu verrichten, d. h. dem Fabrikanten den größte« Teil seine« Lebens, vielleicht sein ganzes Leben abzugeben. Der Fabrikant nimmt jahraus, jahrein dem Arbeiter den größten Teil seine« Verdienstes und eignet sich ihn au. Man sollte meinen, daß der Fabrikant darum vor Gericht gefordert würde; die Regierung hält aber das auf solche Weise erworbene Eigentum für heilig und bestraft den Arbeiter, der zwei Pfund Kupfer, was ein Millionen- bruchteil deS Eigentums des Fabrikanten ist, unter seinem R o ck m i t n i m m t." Leo Tolstoi. Manie!— sich austoben zu lassen." Die Gegnerschaft der römischen Kurie gegen die Kölner Richtung oder Richtung Bachem wird durch den römischen Korrespondenten der„Kölnischen Volkszeituug" in folgendem� Satze dokumentiert:„Sic wissen auch, daß wir nicht nur keine Freunde haben, sondern daß im Gegenteil cinfluhrciche Faktoren direkt gegen d i e..K ö! n i s ck e V o l k S z e i t u n g" eifrig tätig sind." Von der bösen„Correspondance de Rome", die noch un- längst durch die Bachemiten als bedeutungslos hingestellt wurde, heißt cS:„Wenn wir zum Beispiel im gegenwärtigen Falle mit der„Correspondance de Rome" offen den Mund auf- tun würden, so wären wir alsbald im Vatikan unmöglich. Und dort müssen wir unS doch den Zutritt offen erhalten." Zum Schlüsse sagt der römische Korrespondent der„Kölnischen Volks- zeitung", es müsse den römischen„Machthabern" einmal„rück- sichtslos klar gemacht" werden, was für die Kurie in Deutsch- land aus dem Spiel stehe. Aber, so fragt er:„Wer ist dafür— r o b u st genüg?" Ter römstche Korrespondent der„Kölnischen Volkszeitung", der übrigens, wie wir erfahren, seiner Ausweisung aus Rom entgegensieht, schreibt da Dinge, welche keinem Kenner der Vcr- Hältnisse fremd sind. Er stellt sie nur etwa?„robust" dar. AuS dem ganzen Tenor seiner Darlegungen geht hervor, daß der Vatikan durchaus nichts gegen den deutschen Katholizismus als solchen hat, sondern nur gegen die Richtung Bachem, eigentlich gegen die Führer dieser Richtung, eine Handvoll Eigcnbrödler und Außenseiter, die nur durch ihre Machtmittel, ihre persön- lichen Konnexionen, ihren Bluff und das, was man in Köln„Klüngel" nennt, gegenwärtig die Zügel in Händen haben. In ihren Kreisen können sie mit jenen Mitteln noch vieles ausrichten, nickt aber bei der Kurie! Es ist übrigens falsch, wenn der römische Korrespondent der „Kölnischen Volkszeitung" sagt, Rom wolle den deutschen Katho- liken die politische Selbständigkeit nehmen. Wenn auch der Papst, wie eS in den«Süddeutschen Monatsheften" heißtz angeblich immer Born„katholischen Zenkrum" spricht, so kok?(loch Rom, daß das Zentrum eine politische und im Sinne der Ver- fassung nichtkonfessionelle Partei sei. aber eine Partei im grundsätzlichen Einklang mit der katholischen Weltanschauung. Das wird die„Kölnische Volkszeitung" zugeben müssen. Es wird nocy dazu kommen! Denn es muß einmal eine Entscheidung fallen. Der Kampf, der nach den Wahlen voraussichtlich noch erbitte rt er wird, ist ein Prinzipienkampf. Hie katholische Grund- sähe— hie purer Opportunismus auf der Basis eines vcr- schwommencn, nichtkatholischen„Christentums". Da gibt es keinen Vergleich auf einer mittleren Linie. Es sei bei dieser Gelegenheit folgendes bemerkt: Im Jahre 1910, also kurz nach obigem Schreiben an die „Kölnische Volkszeitun g", wurde von Deutsch- land aus in Rom offiziell angefragt, ob eine Stellungnahme des Vatikans gegen das Jen- t r u in geplant sei. Die Antwort lautete negativ. Rom hat in der Tat an dem Fortbestand und der Erstarkung des alten durch den Bache mismus nicht verseuchten Zentrums das größte Interesse. Wenn das Zentrum nicht wider Erwarten ganz besonders günstig bei den Wahlen des 12. Januar abschneidet, wird sicherlich die römische Kurie und der von ihr dirigierte deutsche Episkopat ganz gründlich mit den Führern des bachemitisch„verseuchten Zentrums" abrechnen. Schleichwege des Reichsverbandes. In einer öffentlichen Versammlung des Bundes technisch-in» dustrieller Beamten, die am Mittwoch in Halle stattfand, erfolgte eine aufsehenerregende Entlarvung reichSverbändlerischen Treibens. In der Versanunlung referierte der den Jungliberalen angehörende Berliner Ingenieur B ö t t i ch e r über die kommenden Reichstags wählen und die Privatangestellten. Die Versammlung, die sich be- sonders mit der Stellung der Kandidaten zu den drei Wahlfragc»» des Bundes beschäftigen sollte, denunzierte der Rcichsverbands- sekretär den Unternehmern vertraulich als sozialdemokratisch und hetzerisch. Parteisekretär Genosse Drescher war in der Lage, da« Dcnunziationsschreiben verlesen zu können. Es lautet: „Die Herren Fabrikbesitzer und Leiter größerer Werke möchw icki darauf hinweisen, daß heute abend in den Thalia-Sälen eine öffentliche Bersaininlung deS derSozialdemokratienaye- st e h e n d e n Bundes lechnisch-industrieller Beamten statlfindet, die lediglich den Zweck haben wird, die t e ch n i s ch e n B e a m t e n aufzuhetzen. Es liegt daher im Interesse der Herren Unter- nehmer, daß sie selbst die Versammlung besuchen, um hetzerischen Ueberlreibungen eiiigcgentrcten zu können, oder daß sie z u v e r- lässige Beamte ihres Betriebes zum Besuche der Versammlung anregen, damit diese den demagogischen Kunststücken der VersammlungSuntcri'.ehmer an Ort und Stelle die Spitze ab» brechen können. Der Bund der technisch-industriellen Beamten hat bekanntlich im Herbst 1911 den ersten d e utschcn Technikcrstreik in Berlin in Szene gesetzt, der mit allen Mitteln der s o z i a l d e m o k r a t i s ck> en GewerkschaftSlaktik betrieben wurde. Rechtzeitige Abwehr dieser Organisation von leiten der hiesigen Industrie er» scheint dringend geboten! (gez.) Michaelis, Generalsekretär.� Die Verlesung dieses Schreibens rief unter den versammelten 400 Technikern und Ingenieuren eine ungeheure Erregung hervor. Die Entrüstungsrufe wollten kein Ende nehmen. Der Referent, der wie schon gesagt, der nationalliberalen Partei angehört, nahm eine moralische Stäupung an dem Rcichsverbandötreiben vor, wie sie schärfer kaum je vollzogen wurde.. Er stellte a», Hchlusse stin«r--ef- regten Philippika fest, daß der Neichsverband die heiligsten Gcsühle in daS politische Kampfgelose zerre und daß seine Kampieöiveise daS politische Lebe« Deutschlands vergiftet habe. Minutenlanger Beifall folgte dieser Charakterisierung. Hanseatischer Polizcigcist. In der Hamburger Bürgerschaft kam am Mitklvoch ein sozial- demokratischer Zlntrag zur Verhandlung, durch den der Senat ersucht werden sollte, Maßnahmen zu treffen, damit auf den Polizeiwachen keine Mißhandlungen mehr vor- kommen. Unsere Genossen Bartels und Stengel begründeten den Antrag, indem sie eine Reihe von Fällen vortrugen, in denen auf Hamburger Polizeiwachen fistierte Personen barbarisch verprügelt worden sind. In einem besonders kraffcn Fall hatten die Mißhandelten Strafantrag gegen die Schutzleute ge» stellt, das Gericht kam aber zu einem freisprechenden Urteil wegen „Mangels an Beweisen". Die Schutzleute beschworen nämlich. nicht geprügelt zu haben, und der Wachtmeister hatte nichts ge- sehen. In einem andern Fall war zwar von einem als Zeugen vernommenen Schuhmann zugegeben, daß ein Arrestant auf der Wache mißhandelt worden sei, weil aber andere Schutzleute das Gegenteil beschworen, ist bisher in diesem Falle auch noch keine Bestrafung erfolgt. Aus den Darlegungen der sozialdemokratischen Redner ging herbor, daß es sich keineswegs um Einzelfälle handelte, sondern um ein förmliches Shstem, das allerdings nur an einzelnen Polizeiwachen üblich ist. Daß eS noch nicht gelungen ist, prügelnde Schutzleute zur gerichtichen Verurteilung zu bringen, liegt einmal daran, daß manche Schutzleute, wie Genosse Stengel drastisch bemerkte, eine förmliche„Eidgenossenschaft" bilden, und außerdem die Justiz ihre illegitime Schwester, die Polizei, nach Kräften in Schutz nimmt. Die Ber- treter der Polizeibehörde, Bürgermeister Dr. Schröder und Polizeidirektor Roscher, stellten sich ahnungslos. Außer den zur gerichtlichen Verhandlung gelangten Fällen war ihnen»nichts be» kannt". Im übrigen versicherten sie„stolz" zu sein auf die Ham« burger Schutzmannschaft. Obwohl es sich in den vorgetragenen Mißhandlungsfällen nicht etwa um Trunkenbolde, sondern um anständige, nüchterne Leute im bürgerlichen Beruf handelte, stimmten die bürgerlichen Par- teien den sozialdemokratischen Antrag niedel, Six sind stolz auf ihre republikanischen Polizeiknüppel. Zentrums-Umsturz. In seiner Schrift über den Aufstand auf Ponape führt Geheimer RegicrungSrat Fritz den Nachweis, daß die Hetzereien der Kapuziner» Missionare gegen die protestantische Konkurrenz mitschuldig waren an dein blutigen Ausstand auf den Karolinen. Er kommt zu folgendem für einen Geheimrat recht bemerkenswerten Schluß: »U l t r a in o n t a n e Priester beschränken sich nie und nirgends auf das geistliche Gebiet: sie rühren Staat und Familie auf, um zunächst die geängstigten Seelen in ihre Netze zu treiben, dann aber die unterwühlten, in dem Zusammenhalt, der Disziplin ihrer Glieder gebrochenen Gemeinwesen ihren weltlichen, ultramontanen Zwecken dienstbar zu machen. Schlichte eingeborene Häuptlinge haben, wie eS scheint, hierin eine feinere Witterung als manche Regierungen und Völker in Mitteleuropa, die wie Kinder und alte Weiber zittern vor dem„roten Gespenst", das ihnen die Schwarzkünstler vorgaukeln und dabei des w a h r e n U m st u r z e s nicht gewahr werden, den dieselbin Leute dem Staat und der Gesellschaft Herrichten mit borromäischen, antimodernistischen Manifesten und antilegalen Aufforderungen »um Ungehorsam gegen dt« Staatsgewalt,* fifür notleidende veteranenwttwen ist kein Geld da. Eine lranke und notleidende Veteranenwitwe, deren Mann in den Feld»flgen 1866 und 1870/71 fürs.teure Vaterland" gekämpft hatte, wandte sich in ihrer trostlosen Lage an die Regierung zu Königsberg und bat um eine kleine Pension sowie um eine kleine Beihilfe zur Erziehung ihrer Kinder. Sie erhielt folgende Antwort: Der Königliche Regierungspräsident. Nr. 7025 P. VI. Ihrem Jmmediat-UnterstützungSgesuch vom 28. v. M,, welches auf Allerhöchsten Befehl an mich zur Verfügung ab- gegeben worden ist, kann keine Folge gegeben werden, da zu einer laufenden Pension keine Mittel vor- Händen sind. DaS große Deutsche Reich, da? jährlich über 1500 Millionen Mark für RüstungSzwecke ausgibt, hat natürlich kein Geld für hungernde Veteranenwitwe nl Mögen sie betteln gehen, wenn sie hungrig sind. franfcmcb. Ein Autimilitariften-Prozeß. Paris, 6. Januar. Der Prozeß gegen die Sekretäre des Bauarbeiter-Shndikats, die vor sechs Monaten wegen ihrer antimilitaristischen Tätigkeit in der Vereinigung Sou-du-Soldat verhaftet worden waren, gelangt am 10. Januar vor das Zuchtpolizeigericht. Der Ausschuß des Bauarbeiter-Syndi- kats hat für diesen Tag einen 21-stündigen allgemeinen A u s st a n d, sowie die Abhaltung von Protest-Ver« sammlungen und St raßenkundgebungen beschlossen. kapitalistische Angstphantafie«. Paris, 6. Januar. Der Deputierte Fugöre teilte dem Finanz« minister mit, daß er an ihn die Anfrage richten werde, ob es wahr sei, daß die Finanzinspektoren zur Bekämpfung von Steuerhinterziehungen die Dienste von Lockspitzeln in Anspruch nehmen. Spanien. Marokkofragen. Madrid, 6. Januar. DaS ministerielle Blatt„M a n a n a" ver- sichert, daß der letzte Ministerrat sich hauptsächlich mit den neuen Operationen beschäftigt habe, bei denen M e l i l l a als Basis für die Besetzung des Nachbargebietes von Alhucemas dienen solle. Der Ministerrat habe ferner den strategischen Plan gebilligt, der heute an den Oberstkommandierenden nach Melilla ge- schickt werden wird, um seine schleunige Durchführung zu sichern. In finem pessimistischen Artikel über die spanisch-fran- zSsischen Verhandlungen versichert das Blatt, der Tag sei nah«� an dem jede Verhandlung unmöglich sein werde, wenn Frankreich weiter darauf bestehe, allein das Protektorat in Marokko auszuüben. Portugal. Ein Konflikt mit dem Vatikan. Paris, 6. Januar. Aus Rom wird gemeldet, der Pap st habe an die portugiesische Regierung ein Ultimatum gerichtet, in dem er die Zurückziehung der kürzlich gegen mehrere Bischöfe erlassenen SuSweisungsdekrete verlangt, Falls Portugal diesem Ultimatum nicht Folge leisten sollte, würde der Vatikan seinen Vertreter «uS Lissabon abberufen. Englancl. Eine neue politische Organisation. London, 5. Januar.(Eig. Ber.) Ein beachtenswertes Zeichen der Zeit ist die Gründung einer politischen Organisation des Unternehmertums Großbritanniens. Bisher hatten die einzelnen Berufe ihre parlamentarischen Komitees, die in Interessen der Arbeitgeber in den gesetzgebenden Körperschaften wahrten. Während der Beratung der Verficherungsvorlage scheinen sich diese Sonder- organisationen jedoch nicht bewährt zu haben. Sie erschienen auch viel zu spät auf dem Kampffelde, um irgend etwas ausrichten zu können. Eine Folge dieses Fehlschlags ist die Gründung eines allgemeinen Unternehmerverbandes, der sich nicht mit allgemeinen politischen Fragen beschäftigen will, sondern nur die Wahrung der politischen Interessen seiner Mitglieder als Arbeitgeber bezweckt. An der Spitze der Organi- sation steht Sir Charles Macara, die leitende Person in der Textilindustrie Lancashircs. Das allein deutet darauf hin, daß es sich um einen Versuch handelt, den politischen Einfluß des ganzen Unternehmertums des Landes energisch und systematisch zu organisieren. Der Erfolg des Versuchs scheint nicht in Frage zu stehen. Einige Tage vor Weihnachten wurden die ersten Ein- ladungen verschickt und schon haben sich Dutzende Unternehmer- verbände und Einzelunternehmcr bereit erklärt, der neuen Or- ganisation beizutreten. Auch laufen täglich im Bureau der Or- ganisation eine Menge Anfragen von Unternehmern ein, denen noch kein Einladungsschreiben geschickt werden konnte. Ohne Zweifel wird der Parlamentarische Verband der Arbeitgeber lIElNployers' Parliamentary Association) in der künftigen Politik des Landes eine große Rolle spielen. Man wird sich erinnern, daß auch die politische Tätigkeit der britischen Gewerkschaften mit dem parlamentarischen Komitee des Gewerkschaftskongresses ihren Anfang nahm. foilZlatick. Eine Deportation in die Eiszone. Paris, 3. Januar.(Eig. Ber.) Ueber eine neue Infamie des zarischen Regiments schreibt Genosse Rubanowitfch iit der„Huinanitö". Am 16. Dezember v. I. ist W. M. Z e n- z i n s w unter einer Kosakeneskorte von Jakutsk nach u s s k o j e U s l i e geschickt worden. Zenzinow, ein dreißig- jähriger Doktor der Naturwissenschaften, wurde am 3. De- zember 1916 von einer Ädmiuistrativkommission unter Vorsitz des Herrn K u r I o w, Gehilfen des Ministers des Innern, auf Grund einer geheimen Untersuchung, die er- geben haben sollte, daß er der sozialdemokratischen Partei an» gehöre, zur Deportation verurteilt. Zenzinow, der nie seine Ankläger, nie eine Anklage gesehen hat, wurde am 18. Dezember 1916 aus der Peter und Paul-Festung, wo er seit einem halben Jahr saß, abgeführt. Sein Transport nach Jakutsk dauerte bis zum 2 5. Mai 1911. 158 Tage lang hat er von Etappe zu Etappe, in Gesell- s ch a f t von Mördern und Dieben wandern müssen. Am 25.Oktober ließ ihn der Gouverneur vonJakutsk— Kraft heißt die Kanaille— aus dem Gefängnis holen und hieß ihn sich zu dem Weg nach einem Ort bereithalten, wohin noch nie ein politischer oder gemeiner Verbrecher gesandt worden ist. Russkoje Uslie, eine Siedlung, die 2666 Kilometer nördlich von Jakutsk, ain Strand des Eis- meeres, jenseits, des Polarkreises liegt. Sie besteht aus fünf oder sechs„Jurtas", elenden Holzhütten ohne Fenster und Herd, die von 26 bis 36 Eingeborenen: Juka- schircn, Tschuktschen und Lamuten bewohnt werden. In der Mitte dieser Hütten brennt ein Holzstoß Tag und Nacht, ein Loch in der Decke, durch das der Rauch entweicht, ist neben dem anderen, das. als Eingang dient, die einzige Oeffnung. Die Temperatur dieses Landstrichs sinkt infolge der vom Ozean Annmenden Winde bis 7 6 Grad unter N u I ll Die Be- 1 Perantw. Redakteur: Albert Wachs, Berlin. Inseratenteil verantw.: wohner spannen Seile von einer Hütte zur anderen, um sich nicht in die Schneelandschast zu verirren, die 6 Monate lang kein Sonnenlicht hat. Als Nahrung sind nur Fische und einige Jagdproduktc, Fleisch von Bären und Polar- fuchsen vorhanden. Das Brot muß importiert werden und kostet Fr. das Kilogramm, Gemüse fehlen vollständig. Selbst bei einem kurzen Aufenthalt läuft man Gefahr, daß der Skorbut das Zahnfleisch ergreist. Und in diese Gegend, wo es keinen Arzt gibt und wohin man im Sommer, wo die Sümpfe auftauen, überhaupt nicht kommen kann, hat man den Gefangenen geschickt, der keinen Richter gesehen hat und der vielleicht nichts anderes begangen hat, als sich zur Idee der sozialen Revolution zu bekennen! Und man hat ihm, den ausdrücklichen Vorschriften zum Trotz, nicht einmal Medikamente mitgegeben. Rubanowitfch appelliert an den neuen Ministerpräsidenten Kohowtzef. um Zenzinow sofort zurückholen zu lassen, sofern es noch Zeit ist. Alle menschlich Fühlenden werden die Er- füllung dieses Begehrens ersehnen. Aber welch unsagbare Schmach ist ein Regime, das derlei greuelvolle Befriedigungen der Rachgier in den Deckmantel einer.vorbeugenden" Staats- Verwaltung hüllt! Cürhd. Die Kammersitzung. Koastautiuopel, 6. Januar. Die Kammer setzte heute die Diskusston über den Artikel 35 fort. Die Sitzung verlief ruhig. Zwei Deputierte von der Opposition wandten sich in langen AuS- führungen gegen die Abänderung, die unangebracht sei und nur den Zweck habe, die Auflösung der Kammer herbeizuführen, um den Jungtllrken die Aufrechterhaltung ihrer Machtstellung zu sichern. Der Unterrichtsminister entgegnete im Namen der Regierung.— Der Großwesir, der immer noch krank ist, wohnte der Sitzung nicht bei._ Politische Morde in Mazedonien. Lakonkki, 0. Januar. Kein Tag vergeht, daß nicht au« Maze- donien Meldungen über Mordtaten eintreffen, die meist politische Motive haben. Heute trifft die Nachricht ein, daß in der letzten Woche vier Serben in Mazedonien ermordet wurden, die in politischen Gegensätzen zu dem bulgarischen Revolulionskomitee, auf dessen Konto die Verbrechen zu setzen find, standen. Wie gewöhnlich, ist eS der Gendarmerie nicht gelungen, der Mörder habhast zu werden.— Indessen ist die Zahl der bulgarischen Banden im Bezirk Kratowo weiter im Zunehmen begriffen, ohne daß dem seitens der Behörden ein energisches Paroli entgegengesetzt wird. perNen. Gegen die russischen Ränder. Ilrmia, 6. Januar.(Meldung der Petersburger Telegraphen- Agentur.) Maueranschläge in den Moscheen.hetzen" die Bevölkerung gegen die Russen auf, deren Ankunft die Unabhängigkeit PersienS bedrohe. Die maßgebenden Stellen legen den Aufrufen kein« Bedeutung bei, weil sie von einzelnen Personen herrühren. In T ä b r i s hat eine Volksmenge daZ Gebäude des End- fchumcn zerstört. Hmmka. Der 47. Bundesstaat. Washington, 8. Januar. Präsident Taft hat eine Pro- klamanon unterzeichnet, nach der Neumexiko als siebenund- V i e r z i g st e r Staat in die Union aufgenommen wird. ver Krieg. Ein türkischer Angriff. Rom, 8. Januar. Die»Agenzia Stefan!" meldet aus Tripolis von gestern. Heute gegen mittag rückten 4 charen von Arabern zulammen mit regulären türkiscben Truppen ans A i n z a r a vor, zogen sich jedoch infolge des Artilleriefeuers der Italiener zurück. Grundlose Gerüchte. Konflantinopel, 8. Januar. Die im Auslände verbreiteten Gerüchte von einer revolulionären Bewegung und der Ermordung des Kriegsmini st erS sind vollständig unbegründet._ Die ßevolutiOD in China. Ein Manifest der Republik. Schanghai, 6. Januar.(Meldung des Reuterschen Bureaus.) S il n j a t s e n hat ein Manifest an alle befreundeten Nationen erlassen. Das Manifest beginnt mit einer Anklage gegen die Mandschuregierung: es erklärt, daß die Republik entschlossen sei, alle Verträge, Anleihen und internationale Verpflichtungen, die unter der Mandschuregierung, vor dem Regime der Revolution mit Ausländern oder fremden Nationen eingegangen worden seien, zu respektieren, dagegen alle späteren Verträge nicht anzuerkennen. Den Fremden wird Schutz der Person und des Eigentums zugesichert. Die republikanische Negierung wird eine Reform des Zivil» und Strafrechts, des Bergbaurechts sowie der Ver- waltung und des Finanzwesens. Abschaffung der Beschrän- kungen des Handels und religiöse Toleranz verwirklichen. Den M a n d s ch u s. die sich friedlich verhalten, wird Rechts- g l e i ch h e i t und Schutz versprochen. Die amerikanische Intervention. London, 6. Januar. Wie das Reuleriche Bureau aus Manila meldet, wird das 15. amerikanische Infanterieregiment bereitgehalten, um nach China abzugehen. Besetzung der Pekinger Bahnlinie. PeNng, 8. Januar.(Telegramm des Reuterschen Bureaus.) Die Mäckt« habeu heute in llebereinstimmung mit dem jüngst gc- faßten Plan die Bahnlinie von Peking nach der See besetzen lassen. Die Ausländer sind von dieser Denwnstration befriedigt 3o2iale3. kein rechtsgültiges Arbeitsverhältnis? Einen etwas seltsamen Rechtsgrundsatz stellte die Kammer 3 des Gewerbegerichts unter Lorsitz des Magiftratsrats Dr. Schal- Horn auf. Es handelte sich dabei um eine Lohntlage einer Ko- lonne von 11 Bauarbeitern gegen die Firma Boswau und Knauer. Die Kläger hatten einige Tage auf einem Bau der Beklagten ge- arbeitet, konnten sich aber mit ihr am Schluß der Woche nicht über die Höhe der Abschlagszahlungen einigen. Sie fanden außerdem die vorgesehenen Akkordlöhn« zu niedrig und befürchteten, daß sie wegen des Materialmangels nicht recht vorwärts kommen wer- dem Sie legten deshalb am Montag die Arbeit nieder. Die Firma weigerte sich nun den Klägern den Lohn für Sonnabend und Montag mit 100 M.' zu bezahlen. Diese riefen deshalb das Gewerbegericht an. Die Firma berief sich auf den mit der Kolonne geschlossenen Akkordvertrag, nach dem sie allwöchentlich den bis zum Freitagabend verdienten Lohn für die tatsächlich geleistete Arbeit abzüglich 10 Proz. auszuzahlen habe, gab aber zu, daß eine Eint- Th. Glocke, Berlin. Druck u. Verlag: Vorwärts Buchdr. u. Verlagsanstast gung über einen bestimmten Lohnsatz pro Mann noch versuch! werden sollte. Das Gericht erklärte deshalb den Vertrag nach§ 154 B. t e Z und P e r e z und der Borsitzende der sozialdemokratischen Partei eingeladen worden waren. Diese Genossen wurden von den Rednern beschimpft, von der Polizei v e r h a sie t und vor Gericht gestellt unter der Anklage, die Regierung und das Boll von Kuba beleidigt zu haben. Der Richter hat sie indessen frei- gesprochen. Seitdem wurden nach jeder Unterredung zwischen dem Staats' sclretär und den Gelben Befehle gegeben, welche an Willkür alles übertrafen, was selbst in den am wenigsten zivilisierten Ländern der Welt begangen wird. Die Genossen B i e h t e S und der Vorsitzende der sozialdemo- kratischen Partei. Severino C h a c o n. wurden festgenommen, der crstere im sozialistischen Versammlungsraum und der zweite bei seiner Arbeit. Sie wurden ohne Urteilsspruch als„gefährliche Aus- länder" nach Spanien eingeschifft. Das Gefühl, dast gegen diese Gewalttaten der schärfste Einspruch erhoben werden müsse, war bei den Arbeitern von Havanna und der ganzen Insel im gleichen Mäste vorhanden. Ein Ausichust wurde eingesetzt, um gegen diese Aus- Weisungen zu protestieren; aber in dem Augenblick, da man sich an- schickte, die erste Volksversammlung abzuhalten, ging die Polizei so weit, auf einem öffentlichen Platze verschiedene Arbeiter durchzuprügeln, darunter Eduard C a r r a z, Vorstandsmitglied des sozialistischen Vereins von Havanna, der eine Kopfverletzung davontrug. Die gesamte Presse, mit Ausnahme der Speichellecker der Regierung, gab dem Volke recht. Angesichts der Unmöglichkeit, ein Recht auszuüben, welches die Lerfaffnng des Landes allen Bürgern zuerkennt, sah sich der Protest- ausschust gezwungen, sich aufzulösen und an das kubanische Volk einen Aufruf zu richten, um den Grund dieser seiner Auflösung dar- zulegen. Aber die Leidensgeschichte der Arbeiter ist damit noch nicht zu Ende. Im folgenden Monat verfügte der Staatssekretär einen anderen Ausweisungsbefehl und zivar gegen Abelardo Saavedra rind einen Redakteur der konservativen Zeitschrift.Kuba", welche nach Spanien eingeschifft wurden, ohne dost sie hätten die Kleidung wechseln oder von ihrer Familie Abschied nehmen können. ipäter wurden noch zehn andere Genossen des Landes •t miesen, weil sie Gedanken der Befreiung dex Gefangenen g ustert hatten. Diese sind: Francisco Aznart. Sebastian A g u i a r, Juan A l a r c o n. Juan Casanova, Serafin G a st r i I l o n. Venancio S a e n z, Bartolome Berenguer, Francisco G. Solar, Jose Grau und Francisco B e e r e z. Ueberdics hat m einer Unterredung der Präsident der Republik die Ansicht geäustert, dast mit den angewandten Mitteln die Reihe der UnterdrückungSmastrcgeln gegen die Anarchisten und Sozialisten noch nicht abgeschlossen sei, gleichviel ob sie Kubaner oder AuS- länder wären. Alle diese Anschläge von feiten der Regierung machen die Eni- Wickelung der Arbeiterorganisationen in Kuba unmöglich. Für die Arbeiter von Kuba steht die politische und bürgerliche Freiheit nur aus dem Papier. Sie besteht nur für eine eng begrenzte Gruppe von Elenden, welche sich bemühen, die Herrscher der Arbeiter- klasie zu werden. Aus diesem Grunde legt die kubanische sozialistische Partei Wert darauf, allen Unterdrückten der Welt ihren Entrüstungs- ruf zu übermitteln, auf daß er ihnen als Lehre und als Beispiel diene; sie verkünde der ganzen Welt die Verwerflichkeit des Be- nehmens aller Regierungen, feien sie republikanische oder mon- archische, und sie fordert diese Unterdrückten auf, sich gegen die Tyrannei und die Ausbeutung zusammenzuschliesten, um zu einer besseren Gesellschaftsordnung zu gelangen, durch Beseitigung der unmenschlichen Einrichtungen der gegenwärtigen Gesellschaft. poUreiiicbes, Oencbtlicbcs ulw. Der sozialistische Polizeispion... alS Ehrenmann. Di« Genossen Celli und Del B u o n o, die wegen eine? Ar- tikels angeklagt worden waren, in dem sie einen gewisien D o m a- nico als einen Spion der Polizei bezeichneten, sind von dem Florentiner Gericht wegen Verleumdung zu je einem Jahre Gefängnis und 1000 Lire Geldstrafe verurteilt worden. Also ist Giovanni Domanico plötzlich ein Ebrenmam,. Er hat es zwar zehn Jahre lang ruhig auf sich sitzen lassen, daß ihn Genosse Angiolini in seiner Geichichte des italienischen Sozialismus als Polizeispion bezeichnet, es ist auch aus den eidliche» Aussagen von Genossen und Skichtgenossen hervorgegangen, daß er 500 Lire monatlich aus dem Reptilienfonds bezog und dafür wöchenl- lich Berichte über die Verbältnisic der sozialistischen Partei sandle, der er offiziell angehörte, aber das Gericht hat trotzdem gefunden, dast derjenige ein Verleumder ist, der einen Spion Spion nennt. Die Richter meinen, daß eine Zeugenaussage, die nicht durch Dokumente belegt ist, nicht hinreichend sei, um als Beweis gegen Domanico zu gelten. Wir habe» den Eindruck, als ob Domanico nach dem Zeugeuverhör trotz des Urteil» noch viel deutlicher als ein geeichter Lump erscheint, denn vorher. Hoffentlich ist er mit diesem Ergebnis zufrieden.___ GewerhrchaftUchca. Die deutfcfrcti ßewerhrcbaften im'Jahre«9«. In seinem Rückblick auf das Jahr 1911 stellt das„Cor- respondenzblatt der Gewerkschaften Deutschlands" eine g e- waltige Mitgliederzunahme der freien Gewerk- schaften fest. Am Jahresschlüsse 1910 betrug die Mitgliederzahl 2 128 021. Nach den zurzeit vorliegenden Abrechnungen, die sich zum großen Teil auf das dritte Quartal, zum kleineren Teil auf das zweite Quartal 1911 erstrecken und die durch die Angaben der Arbeitslost�keitsstatistik der Fachvcrbände im „Reichsarbeitsblatt" ergänzt werden, war in 49 von 51 ange- schlossenen Verbänden die Mitgliederzahl auf 2 378 034 ange- wachsen. Der Mitgliederzuwachs dieser Verbände gegenüber dem gleichen Quartal des Vorjahres beträgt 301 386 oder 4.65 Proz. Da nur noch die Mitgliederzahlen der Verbände d. 7 Böttcher und der Notenstecher fehlen, so werden erhebliche Aenderungen kaum mehr zu erwarten sein. In der Voraus» setzung, daß der durchschnittliche Mitgliederzuwachs von 14,65 , Prozent auch für die Jahresschlußzifsern der gleiche bleibt, t werden die Gewerkschaften mit einer Zunahme von zirka b 312000 Mitgliedern rechnen können, was einer Gesamtmit- S gliederzahl von 2 440 000 entsprechen würde. Jl' Ein Mehr von über 300 000 Mitgliedern in einem Jahre ' und von nahezu 550 000 in den beiden letzten Jahren, das ist gg sicherlich ein Ergebnis, mit dem die Gewerkschaften zufrieden fchü sein können. Wenn es auch nicht ganz gelungen ist. die Zahl fördvon 2i/2 Millionen Mitgliedern zu erreichen, so dürfte dock diese Hohe schon in den nächsten Monaten überschritten sein. und dann geht es unaufhaltsam auf die dritte Mitglieder- Million zu. die sicherlich das Jahr 1913 bringen wird. Dieses Ziel zu erreichen, wird eine Ehrensache für alle Gewerkschaften sein! Einen großen Anteil an diesem Erfolg schreibt das»Cor- respondenzblatt" den großen Jndustrieverbänden zu, von denen der Bauarbeitervcrband uin 63 650, der Metallarbeiter- verband tun 63 520, der Transportarbeiterverbaud um 45 283, der Fabrikarbeiterverband uin 22 069, der Holzarbeiter- verband 18 117 und der Textilarbeiterverband um 11 659 Mitglieder zunahmen. Diese sechs Verbände vereinigten im dritten Quartal 1910: 61,2 Proz. der Gesamtzahl der Mit- glieder der Gewerkschaften und hatten bis zum dritten Quartal 1911: 74,4 Proz. des gesamten Mitgliederzuwachses. Aber nicht unerwähnt darf bleiben, daß auch dne Reihe anderer Verbände, so die Blumenarbeiter, Gemeindearbeiter, Fleischer, Handlungsgehilfen, Porzellanarbeiter, Steinarbeiter und Stukkateure um mehr als 20 Proz. an Mitgliedern zuge- nominen uiid dadurch ganz wesentlich zu dem Erfolge des ver- flossene» Jahres beigetragen haben. Insbesondere aber müssen die starken Mitgliedcrzunahmen der erst jüngst ver- schmolzenen Verbände der Bauarbeiter und der Transport- arbeiter als ein erfreuliches und aussichtsreiches Symptom bezeichnet werden, das sicherlich in allen Gewerkschaftskreisen starke Beachtung verdient. Diese Entwickelung gibt uns die Bestätigung, daß die Verschmelzung der Gewerkschaften zu großen Jndustrieverbänden, deren weitere ja noch in der Tabakindustrie und in der keramischen Industrie bevorstehen, ein Fortschritt sibd auf dem Wege zur Organisation der Massen der Arbeiterschaft._ Berlin und Umgegend. Der Streik bei Bechstein. In einer stark besuchten Versammlung der Bechstcinschen Ar- beiter, die am Sannabend im großen Saale der„Arminhallen" tagte, erstattete B i t t o r f Bericht über die Lage des Streiks der Flügelzusammcnsetzer, der nun bereits 8 Wochen währt. Der Redner nahm Bezug auf einen Artikel der„Zeitschrift für In- strumentenbau", welcher die Ursachen des Streiks durchaus falsch darstellt. Ter Artikel behauptet, der Streik sei durch die Arbeiter verschuldet und vom Holzarbeiterverbande hervorgerufen, um damit eine Machtprobe im Bcchsteinschen Betriebe zu veranstalten. Der Redner führte demgegenüber aus, daß der Konflikt nur auf das Vorgehen des Betriebsleiters Hann mann gegen die Ar- beiter zurückzuführen sei. Die Flügelstimmcr wurden wegen Lohndifferenzen entlassen. Dann verlangte man von einigen Flügelzusammensetzern, daß sie die Arbeit der ausständigen Stimmer verrichten sollten. Dessen weigerten sich die Zusammen- setzer und dadurch entstand der Konflikt mit ihnen; auch stellten die Zusammensetzer gleichzeitig Forderungen, die sie schon früher be- schlössen hatten. Zunächst schien es. als ob die Angelegenheit in Frieden geregelt werden könne. Der Betriebsleiter Hann- mann hat sich zu Verhandlungen bereit erklärt. Als ober die Vcrhandlnngskommission bei ihm erschien, erklärte Herr Hann- mann, da nicht die Hälfte der im Betriebe beschäftigten Arbeiter organisiert sei. muffe die Kommission auch Unorganisierte in ent- sprechender Zahl enthalten. Am Tage vorher hatte Hann mann aber die aus Mitgliedern des Holzarbeitcrverbandes bestehende Kommission anerkannt. Man konnte sein Verlangen, Unorgani- stierte hinzuzuziehen, schon deshalb nicht erfüllen, weil die Flügel- zusammensetzer sämtlich organisiert sind und deshalb keinen Unorganisierten in die Kommission senden konnten. Hann- m a ii n aber blieb bei seinem Verlangen, was bei früheren Ge- legenheiten niemals gestellt worden ist. Er� wies die Kommission brüsk zurück und brachte dadurch den Streik zum Ausbruch. Ha n n mann ist also schuld an dem Streik. Von einer Macht- probe des.Holzarbeitcrverbandes kann keine Rede sein. Wenn der Verband eine Machtprobe hätte veranstalten wollen, dann hätte er sich nicht auf die Flügelzusammcnsetzer beschränkt, sondern auch die übrigen Abteilungen des Betriebes in den Kampf ge- zogen. Der Branchenleiter Leopold, der als Vertreter des Holz- arbeitcrvcrbandes anwesend war, erklärte ebenfalls, daß der Ver- band keineswegs an eine Machtprobe gedacht habe. Als im August vorigen Jahres die Lohnbewegung der Klavierarbeiter beschlost'eii wurde, habe der Verband nicht einmal die Absicht gehabt, de» Bechstcinschen Betrieb in die Bewegung einzubeziehen. Aus eigenem Antriebe, ohne Zutun des Verbandes, hätten die Flügel- zusammensetzer beschlossen,«ine Aufbesserung ihrer Löhne zu fordern, was denn auch gelegentlich des Konflikts mit den Stimmern geschah. Auch jetzt noch enthalte sich der Verband jeder Beeinflussung der Streikenden. Wenn aber die Firma Bechstein die Angelegenheit zu einer Machtprobe mache, so werde der Ver- band natürlich alles tun, was in seiner Macht steht, um die Llb- sichten, welche die Firma mit ihrer Machtprobe verfolgt, zu ver- eiteln. Wenn sich die Firma vor dem Streik darauf berief, daß nur ein Drittel ihrer Arbeiter organisiert sei, so sei das Ver- hältnis jetzt umgekehrt. Jetzt seien zwei Drittel der Bechstein scheu Arbeiter organisiert und sie seien bereit, dem Rufe des Verbandes zu folgen, wenn er es für er- forderlich halten sollte, weitere Maßnahmen zu treffen. Tie Flügelzusammensetzer seien heute noch so einig wie zu Beginn des Streiks. Sie würden die Arbeit nicht aufnehmen, so lange sich die Firma weigert, auf ihre Wünsche und Forderungen einzugehen. Diese Einigkeit der Streikenden muß zum Erfolge führen, um so mehr, da die Firma noch keinen Ersatz für sie gefunden hat und, dank der Solidarität der Kollegenschaft auch keinen Ersatz finden wird. Es kann auch niemand großes Verlangen nach dem Bech. steinschen Betriebe haben, denn die Löhne sind nicht die besten und die Arbeitszeit beträgt noch 152 Stunden, während in der gesamten Holzindustrie die blstündige Arbeitszeit herrscht. Die Situation wird mit der Länge der Zeit für die Firma immer unerträglicher. Schon sind 400 Flügel ausgefallen. Die Firma wird sich also wohl mit den Zusammensetzern verständigen müsscii. Wenn sie es nicht in loyaler Weis« tut. wird keine Ruhe im Betriebe einkehren. In demselben Sinne sprachen mehrere Diskussionsredner. Unter anderem kam auch zur Sprache, daß im Bechstcinschen Betriebe nicht einmal ein Arbeiterausschuß besteht und daß die Mitglieder der bisher bestandenen Kommission bis auf einen kürz- lich entlassen worden sind nachdem sie viele Jahre im Betriebe beschäftigt waren. Angeblich soll Arbeitsmangel die Ursache der Entlassung sein. Die Arbeiter halten die Entlassung aber für eine Maßregelung. Einstimmig wurde folgende Resolution angenommen: „Die Versammlung nimmt Kenntnis von dem Stande des Streiks der Fluyelziisaiimiensetz�r sowie von dein durch die Firma Bechstein in die Leipziger„Zeitschrift für Instrumenten- bau" lancierten Artikel, welcher die Ursachen und den Verlauf des Aufstandes in einer die Tatsachen direkt auf den Kopf stellenden Weise wiedergibt. Die Versammlung weist die in dem Artikel enthaltenen Verdrehungen und Unrichtigkeiten mit Ent- rüstung zurück; sie spricht den Streikenden ihre volle Sympathie aus und verpflichtet sich, dieselben in ihrem berechtigten Kampf nach wie vor in jeder Weise zu unterstützen." Tie AngesteNtenfreiindlichkeit des Fortschrittlers Dr. Wienier. Der durch seine reaktionäre Haltung berüchtigt gewordene Führer der Fortschrittlichen Volkspartei Dr. Wiemer, der nicht imr Stadtrat von Berlin, sondern auch Reichstags- und Lcrnldtags- abgeordneter ist, übt nebenbei auch noch das Amt eines Geschäfts- führers der P a p i c r ve ra r b e i tu n g s- B e ru f s ge n o s se n- schaft aus. Diesen Posten hat man ihm offenbar gegeben(der Vorstand der Genossenschaft bestellt durchweg aus Anhängern der Fortschrittspartei, u. a. gehörte ihm der kürzlich verstorbene Ab- geordnete Dr. Gerschel an), um ihm eine Existenz zu schaffen. Herr Dr. Wiemer hat natürlich bei seiner vielseitigen politischen und ehrenamtlichen Tätigkeit nicht die erforderliche Zeit, um dieses Amt so auszufüllen� wie man es bei dem ihm gezahlten Gehalt von 10000 M. voraussetzen könnte. Es wird behaup.'ct. daß er sich nur selten im Bureau der Berufsgenossenschaft sehen läßt. Dafür steht ihm ein Bureauvorstehcr zur Seite, der unter der Verantwortung Dr. WiemerL die sonderbarsten Verwaltungsmethoden eingeführt fyit. Die Empörung der Angestellten der Berufsgenossenschaft über die in dem Bureau herrschenden Zustände ist jetzt aufs höchste ge- stiegen. Das ist erklärlich, wenn man hört, daß Herr Dr. Wiemer verheiratete Angestellte jahvelung mit einem Gehrrlt von 10 0 und 1 2 0 M. mo n a t l i ch entlohnt hat. Den Angestellten wurde stets gesagt, daß sie ihr Gehalt durch Nebenverdienst aufbessern können. Dieser Nebenverdienst besteht darin, daß die Angestellten aus Anlaß der am Jahresanfang festzustellenden B-itragsumlage Ucberstunden verrichten können. In der Hoffnung auf diesen Neben- verdienst sehen sich jedoch die Angestellten ständig getäuscht._ Wie früher, so werden auch jetzt wieder einige Unteroffiziere und Zahlmcistcraspiranten von Berliner Garde- r e g i nie nt e r n mit diesen Arbeiten beschäftigt. Diese braven Vaterlandsverteidiger sitzen in voller Uniform in dem Bureau der Genossenschaft zum Tröste und zur Augenweide für die kärglich entlohnten Angestelltlen.— Der Verband der Bureau- angestellten hatte sich der Interessen der Angestellten angenommen und in seiner Verlandszeitung„Der Bureauangestellte" einiges über die Zustände in dem Bureau dieser Genossenschaft veröffent- licht. Der äußere Anlaß dazu wurde dadurch gegeben, daß Herr Dr. Wiemer einen Angestellten, der bereits mehr als drei Jahre bei der Genossenschaft tätig war, kurz vor Weihnachten entließ, weil er das Verbrechen begangen hatte, einige Tage krank zu sein. Diese Krankheit(Nervosität) war durch die fortgesetzten Schi- kanierungen und durch Nahrungssorgen entstanden. Die Folge des Artikels war, daß jeder Angestellte eine Zulage von 10 M. monat- lich erhielt.— Einer der Angestellten aber, der angeblich das Material zu der Veröffentlichung geliefert haben sollte, wurde entlassen, die an den Zuständen Schuldigen dagegen blieben unbehelligt. So regiert Herr Dr. Wiemer weise und gerecht in der PapierberarbeitungS-Berufsgcnossenschaft und ist mit Recht eine— Zierde der Fortschrittlichen Volkspartei. Merkwürdige Tarifschiedsgerichtsbeifttzer» Das Gauschiedsgericht für das Maßschneidergewerbe, das hier in Berlin seinen Sitz hat, hatte sich am L. Januar mit einer Klage gegen die Firma S ch a I i n zu befassen. Es handelte sich dabei nur um eine ganze Reichsmark; die Sache nahm jedoch einen sonderbaren Ausgang, in dem der Vorsitzende. Magistratsrat von Schulz, nach anderthalbstündiger Beratung erklären mußte: „Das Gericht ist nicht in der Lage, in dieser Streitsache ein Urteil zu verkünden, da die Arbeitgebcrbeisitzer sich weigern, ein zu st an de gekommenes Urteil zu unterschreiben. Es ist mir in meiner 10jährigen Tätigkeit als Richter zum ersten Male passiert, daß die Herren Beisitzer sich weigern ein Urteil zu unterzeichnen. Wir können in der Sache nicht weiter verhandeln."—_ Die beiden Arbeitgebervertreter scheinen sich gar nicht klar darüber gewesen zu sein, wie sehr sie das Ansehen der doch auch von ihrer Partei anerkannten freiwilligen Gerichtsbarkeit schädigen, wenn sie die Anerkennung ordnungsgemäß gefällter Urteile auf solche Weise zu hintertreiben suchen, falls diese ihrer Auffassung nicht entsprechen. Deutfcbes Reich. Der Streik der Lackierer und Anstreicher in der Waggon- fabrik zu Görlitz dauert unverändert an. Er wurve ver- anlaßt durch das Bestreben der Firma, Lohnabzüge von 8— 26 Proz. durckizuseyen. Das Unternehmen, das im Vorjabr 13 Proz. Dividende gezahll hatte, lehnte trotz eines größeren ZugesländnisjeS der Arbeiter jedes Entgegenkommen trotzig ab. Dabei erklärte die Direknon, daß es sich für sie gar nicht um den Abzug handele, sondern sie wolle ihren Willen durchsetzen; man werde auch die Löhne der un übrigen Arbeiter des Betriebes demnächst„regulieren". Man hat dem ArbeiterauSichuß bereits mit der Schließung deö gesamlen Be- triebeS gedroht, wenn die Lackierer die horrenden Abzüge nicht akzeptieren. Der Erfolg des Vorgehens der BetriebSleituvg ist u. a. eine bedeutende Stärkung der Organisation und überdies erkeunen die Arbeiter, was sie von dem jetzt besonders stark betonten Wohl- wollen des Unternehmertums zu erwarten haben. Vor Zuzug wird dringend gewarnt. Achtung, Schuhmacher! Bei der Firma Jserhardt u. Kattwinkel, Schuhfabrik in Wermelskirchen(Rbld.) sind Lohndisferenzen ausgebrochen. Die Meister Suckelt und Wittich in Wermelskirchen suchen Arbeiter. Zuzug ist streng fernzuhalten. Gerickts-Leitung. Klassenjustiz? Drei Monate Gefängnis und die Be- zeich nung„gewerbSmäßigerElirabsch neider" erhielt vor dem Schöffengericht in Weihwasser in Schlesien der Genosse Arno R e i ch a r d, weil cr den Generaldirektor der Vereinigten Lausitzcr Glaswerke, namens Krebs beleidigt haben soll. Er hat die Charaktereigenschaften des Herrn Krebs kritisiert und behauptet, daß die Arbeiter seines Werkes terrorisiert und ihnen das Koalitionsrecht un- möglich gemacht würde. Genosse Reichard war durch den Genossen Rechtsanwalt Dr. Herzfeld vertreten und hatte eine große Reihe Beweisanträge gestellt. Trotzdem An- klage aus 8 186 erhoben war, wurden sämtliche Belveis-. anträge abgelehnt und Genosse Reichard zu drei Monaten Gefängnis verurteilt. Der Rechtsbeistand des Nebenklägers regte die sofortige Verhaftung Reichar.ds an, mit der ausdrücklichen Begründung, daß Reich ard auf diese Weise wenigstens bis zur Stichwahl seiner Partei von der Wahl» agitation entzogen wäre. Der Amtsanwalt hatte alle die zum Beweis gestellten Vorgänge über schwere Eingriffe des Herrn Krebs in das Koalitions- recht der Arbeiter, Entlassiingsandrohungen bvi Ver- sanimlungsbesuch durch die Arbeiter usw. als das gute Recht eines Arbeitgebers bezeichnet und eine Gefängnisstrafe von 6 Monaten und sofortige Verhaftung be- antragt. In der U r t e i l s b e g r ü n d u n g bezeichnete der Amtsrichter Gentholz den Genossen Reichard als ge» werbsmäßigen Ehrabschneider, weil er vor vier» zehn Jahren wegen Beleidigung durch die Presse eine Reihe schwerer Gefängnisstrafen erhielt und vor vier Jahren aus Anlaß� der bekannten Bockwitzer Sa.alkämpfe auch etwa 5 Monate Gefängnis wegen Beleidigung verbüßte. Der Generaldirektor hatte vor den hier zur Verhandlung stehenden Vorgängen den Beamten des Glasarbeiter-Verbandes Heinrich Müller als„Balg" und„Trauerkloß" in öffentlicher Versammlung beschimpft. Die Staatsanwaltschaft. die so bereitivillig gegen den Genossen Reichard vorgegangen war, hatte die beantragte Strafverfolgung des Generaldirektors in Wahrung ihres Rufes als„objektivste Behörde der Welt" abgelehnt. Ans die ebenfalls vom Genossen Dr. Herzfeld vertretene Privatklage hin hatte das Gericht den schimpfenden Generaldirektor zu— 10 Mark Geldstrafe verurteilt. Wegen des Ausdrucks„gewerbsmäßiger Ehrabschneider" ist gegen den Amtsrichter die Strafverfolgung wegen Be- leidigimg unter Mißbrauch seines Amtes eingeleitet. Merihsim � O.M.B. H J Vers and- Abteilung» Berlin W. 06. Leipziger Str. 132/37 Bei Briefen ist die genaue Adresse erforderlicK. Die Firma A. IVertHeim hat zu ähnlich lautenden Firmen Reinerlei Beziehungen. 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Für das an dieser Stelle schon einmal erwähnte Techtelmechtel zwischen der Regierung und dem Nheinisch-Westfälischen Kohlen- syndikat scheint man nun die gesuchte formale Basis gefunden zu haben. Der Vorgang jmd der gewählte Weg. der den Wünschen und Bedürfnissen des Syndikats Rechnung trägt, wirft wieder ein- mal ein Schlaglicht aus unsere politischen Verhältnisse und die All- macht des Grobkapitals. Zunächst lieb man einen Versuchsballon aufsteigen. Die Regierung trete mit den fiskalischen Zechen dem Syndikat bei. So vernahm man. Abgesehen von den Orgaiten des Kohlenkapitals fand die Nachricht keine wohlwollende Aufnahme. Sogar die als freiwilliger RegierungskommissariuS sich gebärdende Zentrumspresse erklärte, der Landtag dürfe dem Eintritt in das Syndikat nicht zustimmen. Die Unabhängigkeit der fiskalischen Zechen müsse gewahrt bleiben, damit die Regierung in der Lage sei, Uebergriffen des Syndikats in der Preisfestsetzung entgegenzutreten. Das Interesse der Gesamtheit gebiete, kein den Markt beherrschende« Privatmonopol zu dulden.— Die offiziösen Organe schwiegen. Später wurde mitgeteilt, über die Bedingungen des gusammcnarbcitens sei eine Einigung erzielt worden. Der Fiskus werde dem Syndikat den Berschleib der Förderung all seiner Gruben übertragen. Der Abschlub des Vertrages hänge nur noch von dem Anschlub einiger privater Aubenseiter ab. Nun meldete fich die.Norddeutsche Allgemeine Zeitung": Die Verhandlungen zwischen Syndikat und der Regierung seien noch nicht abgeschlossen. Das war alleS! Jetzt verlautet, der Fiskus würde dem Syndikat nicht beitreten, auch nicht diesem den Verkauf seiner Kohlen über- tragen, sondern nur in Gemeinschaft mit diesem die Richtpreise für die Zukunft festsetzen I Das klingt beinahe harmlos! Die Meldung, die wir der aus EyndikatSkreisen gut unterrichteten.Köln. Volksztg." entnehmen, läht sogar den Schluh zu, das Syndikat habe sich einer Forderung der Regierung unterworfen, dieser ein Mit- bessimmungörecht über seine Preispolitik eingeräumt und trotzdem bliebe die Bewegungsfreiheit des Fiskus gewährt! Ernsthaft kann aber kein Mensch, der die Tinge verfolgte, an eine solche Konstellation denken I Dem Syndikat wird cS nicht im Traume eingefallen sein, fich kontrollieren und beeinflussen zu lassen, man bat die erwähnte Form nur darum gewählt, um die tatsäch- liche Unterwerfung der Regierung unter die Diktatur des Syndikats zu verdecken und den Landlag bei der Frage einfach auszuschalten! Wollte der Fiskus mit dem Syndikate auf der Basis der ersten Meldungen einen Verwag abschließen, dann hätte er den Landtag dabei nicht übergehen können. Nun aber, da er seine.Selbst- ständigkeit" nicht aufgibt, nur bei den Preisfestsetzungen deS Syndikate«.milbestimmen" will, hat der Landlag nichts zu sagen, wenn er nicht selbst das Wort zu der Sache nimmt I Es ist allerdings an- zunehmen, daß die Regierung den Vertrag mit dem Syndikat nicht getroffen hat, ohne sich vorher mit den mafigebendcn Parteien zu verständigen 1 Bisher ivar es immer«ine Wonne der Konservativen, die Kohlenbarone mit Angriffen auf die Preispolitik des Syndikats ein wenig zu zwicken, so die Jndustriefeudalen.unartig" waren. Hat man doch sogar schon Ausfuhrzölle auf Kohlen verlangt, angeblich um das Volk gegen die Wucherpolilik des KohlcnkapitalS zu schützen! Die jetzige politische Bedrängnis der Junker läßt eS diesen wohl geraten erscheinen, den Grubenherren eine Konzession zu machen. DaS Gegengeschenk wird jedenfalls auf zollpolitischem Gebiete liegen l Dazu soll der Handel eine geschlossene Front gegen links sichern helfen! hlauus marrnm lavat! Den Kohlenkonsumentcn wird der Pakt zwischen Regierung und Kohlensyndikat sicher sehr bald sehr unangenehm aufstoben! Er wäre nicht perfekt geworden, handelte es sich dabei nicht um wichtige materielle Interessen. Der FiSkuS hat schon bisher dem Syndikat die Preispolitik nickil erschwert. Die seit dessen Herrschaft zu be« obachiende fortgesetzte Preissteigerung machte er als getreuer Fridolin brav und gerne mit. Die folgende Tabelle unterrichtet über die EntWickelung der Richwreise des Kohlensyndikals, der Notierungen für Ruhrkohlen und der Preise für fiskalische Saarkohle». DaS Syndikat begann seine Tätigkeit im Jahre 1833. Der grosze Streik vom Jahre 1889/30 hatte die Preise für einige Jahre ganz unge- wöhnlich in die Höhe getrieben. Diese können daher nicht als Ver- gleichSmafistab benutzt werden l Deshalb sind die Preise deS Jahre« 1888 zum Vergleiche herangezogen worden. Die Preise betrugen pro Tonne in Mark: Rotierungen der � Saarkohlen Richtpreise Essener Börse für Ruhrkohlcn GaS- Anthrazit Flamm- Brech- Flamm- Fett- flamm Nuhlll kohlen koks kohlen kohlen 1888 6,32 10.78 1833 3,00 7,82 12.22 1834 10.00 8.70 12.22 1836 10.00 8.33 12,22 S.S 8.3 1896 8,72 10,00 8.03 12,13 9.4 8.4 1897 3.22 11 00 8.27 16.24 3,7 8,8 1838 3.22 11.20 8.84 16.72 3.8 3.0 1893 3.72 12,00 3.13 17.27 10.2 3.7 1300 10.72 14.00 10.00 24,37 11.9 11.4 1901 10,72 14.20 10,00 24,20 12.8 12,2 1902 10.22 14.00 9,72 18.20 12,0 11,4 1303 10.00 14.00 3.44 17.20 11,8 11.0 1904 10.00 14.00 3.38 17.20 12.1 11.2 1902 10.00 10.00 3.47 17.31 12.0 ll,2 1306 10,72 17.00 10,27 18,12 12.1 11.2 1907 11,72 18,00 11,12 21.56 12.8 12,2 1908 11,72 18,00 11,22 22,20 12.0 12,2 Wie die Ausstellung zeigt, schnellten die Preise, von den kaum berührt, ununterbrochen in die Höhe. Diese Entwickeluug gab schon einigemale Anlatz zu öffentlichen Diskussionen. Die Politik deS Syndikates, da» wiederholt die ikohleupreise heraufsetzte, wenn ein Abflauen der Konjunktur ein Nachlassen der Preise fast aller gewerblichen Erzeugnisse erzwang, rief allgemeine Mitzstimmung yervor! Heftige Augriffe, die sich gegen da« Syndikat richteten, vcranlahten die Regierung, fich mit dem Aergernis zu beschäftigen. Die Angelegenheit sollte eventuell die Handhave zu gesctz- qcberischen Maßnahmen gegen da« Syndikat liefern. Die tontradlttorischen Verhandlungen Ende 1302 waren die Frucht der Regiemngsbemllhungen. Und als Frucht dieser Ver- Handlungen, die den Schleier über die Praktiken deS EhudikateS nicht lüfteten— bei kritischen Fragen verschanzte man sich hinler der Ausflucht von Geschäftsgeheinniissen— sah man den SiahlwerkSverbaitd einstehen! Von einem Kartellgesetz war keine Rede mehr! Trotzdem, die Regierung blieb auf dem Posten! Die Allaen'.cinintcrcslen sollten gegen ein privates Kohlenmonopol gc- lchüvt werden. Eine möglichst umfangreiche fiskalische Kohlen- sijrderuna war das erlesene Mittel. Noch mehr! Minister Möller i'nternahm den versuch, durch Erwerbung von Hiberniaaltieu Ein- Sink aui daS Syndikat zu gcwinneu. Die Kohlenbarone höhnten: dem Fiskus siebe eü ftei. mit den fiskalnchen Zechen dem c-,„idilai beizutreten! Die Hibernia-Verstaatlichung mißlang. Möller |S,1 Seitdem hat der FtSku« dem Syndikat keinerlei Schwierig- keuen mehr gemacht; er war kein Prelsverderber. wie die obige � Dem�Syndikat war dafür im Laufe der Zeit ein anderer Kon- kurrenl und ungemütlicher Nachbar erstanden. Emige Privatgruben 6,.,„ uch dem Syndikat nicht angeschlolien. andere neue Gruben ie�en ebenfalls Außenseiter! Im Schatten des Syndlkat» brachten sie es schnell zu großen Förderungen. Geringe Unter- bietungen der Syndikatspreise garantierten ihnen einen flotten Absatz. Sie konnten daher mit dem Aufgebot ihrer ganzen Leistungsfähigkeit fördern, wenn die Syndikatszechcn Feierschichten einlegen mußten. So lange die Außenseiter nur einen geringen Teil der Gcsamlfürderung stellten, wurde ihre Konkurrenz nickt all- zusehr empfunden. Aber die syndikatsfreien Gruben wuchsen schnell zu großen Lieferanten heran. Im Jahre 1304 z. B. förderten sie erst 1204 840 Tonne», während die Syndikatszechen über 67 Millionen Tonnen auf den Markt warfen. Der Anteil der Außenseiter machte 1,79 Proz. der Syndikatsförderung aus. Sechs Jahre später, im Jahre 1310, war das Verhältnis ein wesentlich andere?: die Syn- dikatszeichen förderten 83� Millionen Tonnen, die Außenseiter 2� Millioneiii Tonnen. Ihr Anteil war schon auf 6,24 Proz. gestiegen. Diese Entwicklung wurde zu einer Gefahr für das Syndikat, dessen Weiterbestand auch noch andere JnteressenZonflikte in Frage stellten. Die bekannte Hüttengechenfrage spielt dabei eine Haupt- rolle. Die Hüttenzechen verzichten nicht auf ihre Sondervorteile. Die reinen Zechen wollen aber auch mehr Fett abschöpfen, ihre Rentabilität nicht durch glänzend prosperierende Außenseiter und durch hohe Syndikatsabgaben schmälern lassen. Das Mittel, die reinen Zechen zu befriedigen— wobei auch die syndizierten Hütten- zechen ganz gut abschneiden— ist die Beseitigung der Außenseiter- konkurrenz und die Möglichkeit weiterer Preiserhöhungen. DaS erstrebte Ziel konnte man nur erreichen, wenn es gelang, auch die fiskalischen Zechen in irgendeiner Form dem Syndikat zu unter- stellen. Hierzu mochte die fiskalische Grubenverwaltung schon des- halb geneigt sein, weil sie die Konkurrenz der privaten Außenseiter ebenfalls unangenehm empfand. Um also in der Rettung deS privaten Monopols nicht durch den Landtag gestört zu werden, um die Dienerrolle, die der Fiskus beim privaten Kapital spielt, durch ein Mäntelchen zu verdecken, wählte man die Form, die eine Mit- bcstimmung der gesetzgebenden, kontrollierenden Körperschaft aus- schließt. Ter Fiskus hat sich ja nur ein„MitbcstiimmungSrccht" auf die Beschlüsse des Syndikats einräumen lassen! Damit, können naive Gemüter glauben, ist die längst erstrebte Kontrolle des Syn- dikats durch die Regierung erreicht! Die Erkenntnis, daß es sich in Wahrheit um ein schlaues Manöver zur Einfeifung der Kon. sumenten handelt, wird diesen nicht erspart bleiben. Tarauf läßt schon eine Begleiterscheinung der Verhandlungen zwischen Fiskus und Kohlensyndikat schließen. Dieses wies eines Tages feine Händler an, alle Angebote auf Jahresabschlüsse— soweit noch möglich— zurückzuziehen. Ohne die Absicht einer Preiserhöhung hätte dies« Maßnahme gar keinen Sinn. Die Vorgänge beleuchten tageshell die Stellung, die der Staat dem Großkapital gegenüber einnimmt: er ist nichts weiter als sein Herold und Vorkämpfer gegen die allgemeinen Jnteressenl v. Zur tage der Kleinbauern und land wirtschaftlichen Arbeiter. III. Unfälle von Kindern, Schuld der Unternehmer an Unfällen, Gendarmen statt technischer Auffichtsbeamten. Verschiedene Genossenschaften berichten breitspurig, daß auch — Betrugsfälle vorkämen. Es handelte sich aber fast immer um Unfälle, die nicht als Betriebsunfälle entschädigt werden und des halb in erster Linie unsere elende Gesetzgebung verantwortlich zu macheu wäre. So lesen wir im Berichte„Rheinland": „Der Berufsgenossenschast wurden von einem Rciseprcdigcr 180 M. überwiesen, die eine Person an Unfallrcnte nebst Zinsen und Zinseszinscn zu Unrecht bezogen hatte. Uebcr Versuche, sich Vermögensvorteile zum Schaden der Be. rufsgcnossenschaft zu verschaffen, ist folgender Fall bemcrkens- wert: Der Ackcrgchilfe P. aus S. kam im betrunkenen Zustande auf dem Heimwege zu Fall uud erlitt einen Bruch des rechten Unterarms. Um sich in finanzieller Hinsicht schadlos zu halten, veranlasste er unter falscher Sachdarstcllung die Anmeldung der Verletzung als landwirtschaftlichen Betriebsunfall. Die ange- stellten Ermittelungen brachten die Wahrheit zutage, worauf seitens deS ScktionsvorstandeS der Staatsanwaltschaft Anzeige erstattet wurde. P. wurde wegen Betrugsversuchs zu 30 M. Geld strafe, eventl. zu 6 Tagen Gefängnis verurteilt." Auch im schwarzen und frommen Bayernlande kommen solche Fälle vor. Im Berichte„Obcrfrankcn" finden wir folgende Schil- derung: ..Bezüglich eines im Jahre 1304 anerkannten landwirtfchaft. lichen Unfalles, bei welchem ein 8 jähriger Baucrnsohn eine Bein Verletzung erlitten haben sollte, tauckten im Jahre 1909 dringende Verdachtsmomente auf, daß die Unfallrente in betrügerischer Weise erworben worden sei. Die eingeleitete Untersuchung er- gab dann, daß der Knabe nicht, wie angegeben, beim Ausniisten des Pferdestalles, sondern durch einen Sturz von einem fremden Birnbaum zu schaden gekommen ist. Der Bater des Knaben wurde demgemäß gerichtlich wegen Betrugs zu einer Gefängnis strafe von 3 Monaten verurteilt. Bemerkenswert ist, daß die vor Anerkennung des Unfalls gepflogenen eingehenden Erhebungen ein dem Entschädigungsanspruch- günstiges Ergebnis hatten. Es scheint, daß auch in Unfallsachen die einvernommenen Personen manchmal solange in ihren Aussagen zurückhaltend sind, als sie sich nicht mit der betreffenden Partei verfeindet haben. Der Unfall hat der Berufsgenossenschast an Verletztenrente, Heil kosten usw. 1722,89 M. gekostet. Dieser Austvand wird selbstver ftändlich von dem Verletzten und seinem Vater zurückgefordert.' Uebcr die Verwendung von Kindern usw. an gefährlichen Ma schinen geben uns auch einige Berichte Aufschluß. So berichtet „Lberpfalz": ,.Jn einer der genannten Verhandlungen wurde«in Dienst- knecht wegen fahrlässiger Körperverletzung zu 14 Tagen Gc fängni» verurteilt, weil er den 11 jährigen Sohn eines Betriebs Unternehmers trotz dessen ausdrücklichen Verbotes zum Einlegen vcs FuttcrS an einer mit Göpel betriebenen Futterfchnerdemafchinc verwendete, wobei dem Knaben 4 Finger der rechten Hand voll- ständig abgeschnitten wurden." Im Berichte„Reuh j. L." heißt es: ..Sehr häufig fehlt« bei Göpeln der Schutz an den Ver- kuppelungen und Transmissionen. Kinder unter 12 Jahren wurden beim Treiben des Viehes am Göpel nicht angetroffen." „Lbcrfranken" führt aus: „Die Beschäftigung jugendlicher oder weiblicher Arbeiter an gefährlichen Arbeits», aschiucn wurde von mir wiederholt beob- achtet; in zwei Fällen wuroen auf meine Anordnung hin sofort volljährige Arbeiter an ihren Platz gestellt. Leider haben wieder mehrere Kinder unter 12 Jahren recht erhebliche verlehungeu an nicht mit Schutzvorrichtungen versehenen Maschinen erlitten." Einige Seiten später werden zwei Fälle angeführt, in welchen Kinderarbeit eine Rolle spielt und zu grauenhaften Unfällen führte: ..Ein Massenunfall, bei welchem ein Kind tlldlich, eine? schwer am Bein und die Mutter des Betriebsunternehmers nam.ntlich am Rücken beschädigt wurde, ereignete sich in einem mit einer Mühle verbundenen landwirtschaftlichen Hauptbetriebe. Die Transmissionswelle, welche vom Wasserradkasten zur Futter- schneidmaschine in einer Höhe von ca. 20 Zentimeter über dem Hofraum führt, war vollständig unverwahrt. Während der Be- triebsunternehmcr und dessen Ehefrau mit Futterschneiden be- fchäftigt waren, hing sich eines seiner Töchterchcn an die Welle, wurde von der Wellenkuppelung erfaßt und herumgeschleudert; das daneben stehende Schwesterchen wollte helfend beispringen, wurde aber gleich der anderen ebenfalls mit auf die Welle gc- wickelt. Die Mutter deS BetriebsunternehmerS, welche im Hose war und dies sah, sprang binzu, um beide Kinder zu befreien, ober auch sie wurde erfaßt und herumgeschleudert, ehe der Be- triebsunternehmer das Wasserrad und die TransmissionSwclle zum Stillstand bringen konnte. Um Haarbreite wäre auch die Ehefrau des BetriebSunternebemrs erfaßt worden, wenn sie nicht die Geistesgegenwart besessen hätte, ihre schon aufgewickclie Schürze vom Leibe zu reißen. Dieser Unfall I>atte für den Be- triebsunternehmer zu allem auch eine Gefängnisstrafe zur Folge. Ein weiterer schwerer Unfall ereignete sich beim Dreschen mittels Göpelbetricbes. Zum Antreiben der Zugtiere war vom betreffenden Betriebsunternehmer ein benachbarter 3 Jahre alter Knabe bestellt worden. Um die nicht verwahrte Transmissions- Welle wickelte sich die Peitschenschnur. Der arme Kleine wollte mit seiner behandschuhten Hand die Schnur lösen, wurde aber von der Welle erfaßt und konnte sich nicht mehr freimachen, so daß ihm der linke Arm aufgewickelt und an der Achsel glatt ab- gerissen wurde. Der Betriebsunternehmer wurde zu einer Geld- strafe von 30 M.(!!! und zur Tragung der Kosten verurteilt: das Strafmaß war aus dem Grunde s» niedrig bemessen worden, weil der Betriebsunternehmer noch zivilrcchtlich haftbar gemacht werden wird." Der Bericht„Schwaben und Rcuburg" erklärt: „Die Beschäftigung jugendlicher Arbeiter an Maschinen mußte öfters gerügt werden und führte auch zu bedauerlichen Unfällen. Nähere Erhebungen über solche ergaben allerdings auch, daß in manchen Fällen keine den Betrieb fördernde Tätig- keit vorlag, sondern»nr Spielerei." Entschuldigungen für die Ausbeutung der Kinder hat der Be- richt„Oberbayern". Es heißt da: „Bezüglich der Beschäftigung von Kindern und altersschwachen Personen an Maslbincn und anderen gefährlichen Arbeitsstelle» war auch im abgelaufenen Jahre eine Besserung nicht zu be- merken. Gegen diese Mißstände ist eben infolge der wachsenden Leutenot nur sehr schwer auzulämpfcu. Es bleibt den Auffichts- bcamtcn lediglich die Möglichkeit, auf dem Wege der Aufklärung und Belehrung, sowie durch Hinweis auf die moralische Ver- antwortung auf die betreffenden BekriebSunternehmer cinzu- wirken. Mit Strafen, soweit sie zulässig sind, dürste in solchen Fällen wohl wenig oder nichts zu erreichen sein.� Auch aus dem„Unter-Elsaß" wird gemeldet: „Auch im Berichtsjahr konnte die Beobachtung gemacht wer- ben, daß jugendliche Arbeiter an gefährlichen Maschinen, sowie zum Treiben der Zugtiere an Göpeln verwendet wurden. Un- fälle, die sich dabei ereigneten, mutzten von der Genossenschaft entschädigt werden. In einem andern Falle, in welchem ein BetricbSunter- nehmer entgegen dem Verbot in Ziff. 21 und 27 der Unfallver- bütungsvorschriftcn für landwirtschaftliche Maschinen seine erst lllh Jahre alte Tochter an der Dreschmaschine beschäftigt und es sogar zugelassen hatte, daß das Kind die Drefchbühne bestieg, batte der Vorstand ebenfalls die Hastbarmachung des Vaters ins Auge gesaht. Tie angerufene Genossenschaftsversammlung be- urteilt« die Angelegenheit von der mildesten Seite und erachtete die Verhäitgung einer Geldstrafe gegen den Vater als ausreichende Sühne. Die Straffestsctzung über 10 M. ist rechtskräftig gc- worden." Von grauenhaften Mafchinenunfällen meldet„Unterfranken": „Auf einem Gutshofe ereignete sich an einer Futterschncidc- Maschine ein schwerer Unfall, welcher zugleich die geringe Ein» schätzung der Schutzvorrichtungen verbildlicht. Die vorhandene Kraftfutterschneidernaschine erlitt eine Funktionsstörung. Anstatt nun von dem benachbarten Städtchen eine andere zu holen, wurde eine früher im Gebrauch gewesene Futterschneidemaschine wieder hervorgeholt, die trotz ihrer viel zu schwachen Bauweise an den Opferdinen Benzinmotor angeschlossen wurde. Ausrückvorrich- tung. Walzeneinziehschutz und Messerradverdeckung waren infolge Reparaturbedürftigkeit nicht angebracht; aber einige Tage wird es schon gut tun, dachte die Gutsleitung und überließ die Sache den Arbeitern, von denen einer in der ersten BetriebSstunde von einem schweren Unglück betroffen wurde. Dieser legte das Futter ein, brachte die Finger der rechten Hand zu nahe an die ausge- laufen.'» Walzen, wurde erfaßt und die Hand an die Messer der Maschine hinangezogcn. Da die AnSriickvorrichtung fehlte und von der GutSlcltung niemand anwesend war, s» konnte» die Arbeiter S» Iwollenl 7 Ziegen SFedeckt SRegeu Mo Ii 2 .4 8 Schute 1 Haparanda 4 Rege» S Petersburg' bedeckt 4 Zctlly halb bd. 4 Aberdeeo heiter 1 Pari» bjwoikig 4 Wetterprognose für Sonntag, den 7. Jauua» IvUd. Zunächst zeitweife bester, etwa» kälter bei lebbasten südwestlich ett Winden: später neue Erwärmung, Trübung und Riederfchläg«. Berliner«etterdurea» B L bedeck, tt ti MS, WafferstandS-Nachrtchte» der Lande« ansta» für Gewässerkunde, mitgeteilt«om verüner Wetterbureau. Wasserstand Memel, Tilsit P r e g e l, Jnsterburg Weichsel, Thon» Oder. Ratibor , Krassen , Franksurt Warthe, Schrimm , LandSberg Ret«, Vordamm 916 t, Leitmeri» , Dresden , Berby . Magdeburg Wasserstand Saal«, Grochlltz Havel, Spandaus , Rathenow») Spree, Spremberg») , BeeSkow Weser, Münden . Minden 1 . Stiln Neckar, Heilbron» Main, Wertbraa Mosel. Trier k 1. am IM 44 84 82 900 870 878 881 888 188 175 165 (est 4 1. •»') M +1 —8 —8 —16 —18 —14 +1» —5 +18 ')+ bedeutet Wuchs,— Fall.—»> Unterpegel.—*) SiSstand.— ♦) Oberhalb der Brücke EiSstand.—») Höchster Wc: �erstand am 4. um 4'/, Uhr nachmittags: 254 om. ■w Qnßtt Jnvmiur-Qusmkauf flusnabme-fPreisü zwecks(Räumung unserer 8- Herren-Paletofc» k giatt*» wxd gemusterten Stolkea........ von Herren- Ulster Mockome gestreift«"l COO und kariert« Stoff«,,.......... JU aa Herren- Anzüge»«rseMedea«"1 COO Stoffarten and Fassons..... von JL an Herren- Hosen Cheviot und Q50 Kammgarn arten, neoesta Streifen»tm%J aa Herren-Joppen Loden und glatt«*7 00 Stoffe, warm gefuttert«.........# an Herren- Rock- Anzüge«Aw«n"l Oqo und farbig................. 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Nachmittags 3 Uhr: Schiller-Theat« O.: Madame San« «Sne. Echill«.THiat. Tharlottenb. Maria Stuart. Melropol-Theater: Miß Helhet. Trianon-Theat«: Francillon. ReueS Operetten. Theater: Der Gras Hon Luxemburg. Thea!« in d« Königgrätz« Straße: Ein Falliflement. Kleines Theat«. Angele.— Erster Klasse. Hochschule in Eharl. In Behandlung. Neues Bolls. Theater. Geograpbie und Liebe. Abends 8 Uhr: Neue» Boll». Theater. Sonntag: Leidenschast. Abend« 8',. Uhr: Veue« BollS-Theater. Montag, Mitt« w»ch, Areitag, Honnabend: D« zerbrochene Krug. Frihche».— Dienstag: Leidenschaft. Donner«- tag: Geographie und Liebe. Hochschule in lharlottenburg: Oonn- _ abend: In Behandlung. ScWller-ThealerO.Ä: Sonntag, nachm. 3 Uhr: nadame Sans-6i6n». Sonntag, abend« 8 Uhr; Kilometertrenaw*. Monlag. abends 8 Uhr: Kttnig; Heinrich. Dienstag, abend« 8 Uhr: JfterKi I o m e te r(r eauer. SchiHer-Thealer Sonntag, nachm. Z Uhr: Maria Gtaart. Sonntag, abends 8 Uhr: Der HVejr*nr Hölle. Montag, abend« 8 Uhr: aia*kerade. Dienstag, abend« 8 Uhr> _ Per Wet»nr Hölle. kgi. Opii G-Tbeater(Kroll). Abend« 8 Uhr: Gastspiel Henry Bend« i Der Doppelmen&di. Neues Theaters Abend« 8 Uhr: Di« kleine Freundin. Louis on I'ritai MaaGarzt. öerlmer'Hieater. Abend« 8 Uhr: Große Rosinen 8 Uhr: Die 5 Frankfurter. Theater des Westeos. Abend« 8 Uhr: Wiener Blnt. Mittwoch u. Sonnab. 4 Uhr: Max NN» Moritz. Residenz-Theater. Direktion Richard Alexander. Abends 8 Uhr: Ei« Walzer von Chopin. Morgen und folgende Tage: «in Walzer von«hopin. Sonntag, den 7. Januar, nachm. < Ubr. zu ermäßigten Preisen: Die Dnwc von Maxim. Luisen-Theatcr. Sonnlag nachm. 3 Uhr: Die Mach« der Liebe. Abend« 8 Uhr: Berlin. O. Montag 8 Uhr: I» Dunkel ge> hüllt. BeNe-ällfcnee-l'dLSler Nachmittag« 3«/, Uhr: Zapfen ftreich. Abend« 8 Uhr: 6hcrloch Dölmes. Gastspiel Ferdinand Bonn. IOSE:THEATE Urania. Wissenschaftliches Theator. Sonntag 8 Uhr: Ton Heran cum Ortler. Montag 8 Uhr! Aas dem Leben des Meeres. Während der Weihhachts- ierien vom 17. Dez. bis inkl. 7. Januar: Volks ta�e. Jedermann ein Kind frei. Jedes Kind erhält ein Geschenk. Bei den Feuerfressern. Lebend I Lebend t Die wilden Eosanas Karawane endanesisoher Heul- und Feuer-Fakire in ihrem Originaldorfe. Ohne Extra-Bntree. Passage-Theater. Rente» Voratellnngen. Nachm. 3—7 Uhr kleine Preiee. Abends 8— IL Uhr Mirjam Korwitz in ihrem Sensations-Dramolet „Die Falle" The Boston-Girls Lina Loos Mlle. Maroussia ond 10 neue ittraktioneD! Metropol-Theater. Nachmittag« 3 Uhr: HIB Helyettt Abends 8 Uhr: Rauchen gestattet via nach! von Berlin! Große JaHreSrevue in 7 Bildertl von Jul. Freund. Musik von B. Holländer. In Szene gesetzt vom Dir. R. Schultz. Heute: 2 gr. Vorstellungen. Halbe Preise. AbeudS ab 8 Uhr: In beiden Borstellunge» Harry Waiden in _ De» Brettlkänig._ Reichshallen-Theater. Stettiner Sänger. Ten! Ten! Pantoffel-Heldeo. Burleskst d. Reichardt. Ansang 8 Uhr. Sonntag 7 Uhr. Polles Caprice. Täglich abends 8 Uhr. Waffettübnng. Mandelblüths Poltcraben». Losgelassen. KöDigstadl-Kasino. Hie Holzmartt. u. Alexanderstraße Bis 16. Januar täglich: Das Paradies der Fiebe. GisaugSburleSke in 2 Bilder«. und da« überaus reichhaltige Spezialitäten-Programm. Mittwoch. Sonnabend u Sonntag: Foinilir»-Ta»zkränzcheu. Habnirett und Theater. Jeden Montog(Ansang 8'/, Uhr): Tunke's Gesellsckaftshaus Triftftrafte 63. m Sonntag. 14, Januar, fV> Uhr, GewerkschafishauS, Engalufar 16: # Bunter Abend$ Leitung; Margarete Walkottd. Mitwirkende: Königl. flofschauspieler Hermann Vallentin, Rezitation.— Dr. Siber, Geige.— Dr. Heinz daspäry, Diedör?»r Laute.— Margarete Walkotte.— Erwin Feustel am Fidgel. Entrce äO Pf. 269/6* Abendkasse 60 Pf. Vorverkauf bei Herrn HofSCh, Kngclufer 15. »«»00»»«| D| OBBQBB A Mords Gaudi! ber-Bayern im Sporl-Palasl Potsdamerstr 72. Ktuii: Großer Familientag. Anfang 4 Uhr. Schluß 3 Uhr morgens. Eintritt 50 Pf. Die größte Rodelbahn der Welt.— Das vergnügte Teufelsrad. Hie Sctaerbenkttche l— Die billigste Ohampagnerbude.— 6 Musikkapellen.— Der Jodler auf der Alm.— Der urfidele Kamberger mit seiner Original-Oberländer-Truppe, die Gebirgs- 1 kinder als Musikanten und Schuhplattler. Alleis in vollem Betrieb! _ Ton 4 Uhr ab Tan« auf zwei TanzpIUtzen. DWP- Im blauen Saal: Elite-Tanz, Kapelle Brachfeld. Morgen Montag, Anfang 8 Uhr; Elite-Tag. Eintritt 1 M, Ball der Cliarakterköpfe. Für die hervorragendsten Herren-Cbarakterköpfe drei wertvolle Ehrenpreise von 20, 30 und 60 M. Die Damen stimmen ab! (Toller Betrieb.) Viertes großes Preis-Tanzen. 20 Ehrenpreise im Werte von über 500 M. Mittwoch, den 17, Janaar: Großer internationaler Schönheitsvettbeverb veranstaltet vom Sportpalatzt, Eintritt 1 M Reservierte Plätze 2 M. Logenplätze 3 M. Reservierte Plätze innerhalb des Defilierranmes(einschließlich Tanzkarte) 5 M. für Herren, 4 M. für Damen. Der\orverkaar beginnt Montag, den 8. Jannar! 1. Preis: lOOO M. 2. Preis: 500 M. 3. Preis: 300 M. Außerdem 80 Ehrenpreise im Werte von ÜO bis 100 M. BV Bewerberinnen werden gebeten, sich wegen der Bedingungen des Wettbewerbes an die Konkurrenz- Leitung des bportpalastes zu wenden. Meldungsschluß 10. Januar 1912. Sport-I'alast Betriebs- A ktien-UesellHchaft. Brauerei Friedrichshain am KOnigstor. Größte Sehenswürdigkeit Berlins. Z? Heute Sonntag und folgende Tage stinumingsvollstes und grünes Bayerisches Bockbier-Fest. unter persönlicher Leitung des rühmlichst bekannten Festwirts ScIiorschElirengruber. ioo Obcrbayem. 4 Kapellen. 3osef Weinzierl mit seinen fideien Dachauern. |Nen! Im famipndiiflpnflon Mppspp Neu! 80 bayerische ZKaülen. I Qebirgs• Alm— Alpenglühen— Schneetreiben— Hetz u. Qaudy— Liebesrad— Ueberraschungen— | Kirmes etc.— Anfang 5 Uhr. Entrss 50 Pf. Sonntag, den 7. Januar 1912: 2 große Vorstellungen 2 1 nachm. 3'/, Uhr und abdS. 7>/,Uhr. I Nachm. 3'/, Ubr zahlen Kinder I unter 10 Jahren aus allen s Sitzplätzen halbe Preise. (Galerie volle Preise.) In beiden Vorstellungen: Dl« größte Sensation der Nenzelt! Taft Ein unlösbares h�l- Das größte Geheimnis der VtVÜ' In beicen Vorstellungen i{g P In voller Aufführung ohne Kürzung. In beiden Vorstcllungeni Die berühjnte Sandi-Siwel-Truppe. In beiden Vorstellungen: Borsühren u. Retten d. besidressiert. Schul-, greihctts» u. Springpserdc, sämtl. Clown« mit neuen EntreeS. Cssinu-Theater Lothringer Sir. 37. älnfan� J Uhr Der größte Dheatererfolg> Täglich ausverkauft. Der Kampf ums Dasein. Aktuell I Dem heuttgen Leben cut- nommcn. Allabendlich kosender Bessall l Sonntag nachm. 3'/, Uhr: Die Tochter des Sträflings. Eis- Arena. Uente Sonntag; 2 Vorstellungen 21 nachmittags n. abends Das prachtvolle EisbaUett Alpenzauber Außerdem abends: Oer norwegische Melstsrlkuler Harry Paulsen. Push-Ball-Splel. Bis 6 Uhr u. von lO1/, Uhr ab halbe Kassenpreise. Die bis 6 Ubr abends gelösten Tagesbilletts berechtigen zum Aufenthalt bis 8 Uhr abends Mittags von 12'/, bis 4 Uhr: Korso bei Musik. Diner in der Eis-Arena. Menu ä 3,— M. oder 5,— M einschließlich Eintrittsgeld. SoaDabeDd, iä. Januar dJ. i. jfti Noacks Theater. Direttion: Robert Dill. Berlin N., Brunncnstraße 16. Die schöne Klosterbäuerm. VolkSstück mit Gesang in 6 Akten von Prüller. Ans. 7'/, Uhr. Entree 30 Ps. bi« 1 M. Morgen D ic f cl de 31 orste llung. t derrnania-frachtsäls\ Chausseestr. 110. Karl Richter.h Jeden 1 Sonntag: Paul lüantiieys� lustige Sänger.} Eintritt 50 Pf> 7 Uhr. Eintritt 50 Pf. OroBc Krantturler«tr. 132. m Nachmittag« 4 Uhr:» > Der Kampf geg. den Suß. I I—» Abend« 8 Uhr:' Heimat. Schauspiel in 4 All. v. H. Sudermann. Montag: Heimat._ Trianon-Theater. Täglich abends 8 Uhr: vas kleine Lakö. Semtaguachm. 3 Uhr: Francillon. 1 N Gebr. Schwarzer Lalinstr.74.'- SXZ33Z52ZZZZ Arnhold Adler Lichtenberg, Frankfarter Chansscc 5. Jeden S.nntn,: GPOßOP Ball. Leipziger Sänger" Noch der VorateUong: T B H Z k r fi n Z C h 611. ilbert Moerner, nwnsn. 29. Tttgllcta: juhui Bockbier-Trubel JuhuI In allen Sälen Konzert und Tanz Mittwoch« Prümiiernng der klelnaten To. des Damenh andschuha (kleinste Hand) • 75 M. der größten Wo. dea Herrenhandsohu hs( (grSBte Hand) 7ö M.- i { 150 Mark bar Geld Entree 80 PI Zirkus A. Schumann Heute Sonntag, den 7. Januar: 2 große Vorstellungen 2 nachm. 3 Uhr abds. 71/, Uhr. Nachmittags hat jeder Erwachsene ein eigenes Kind unk 10 Jahren frei auf allen SitzpL Jed. weitere Kind halben Preis. In beiden Vorstellungen: Das neueste ur.u größte Ausstattungsstück der Gegenwart: Das Motorpferd in 5 Akten. 1 Große SchlnßapotlreoM« mit noch nie aagewesenen Effekten. I In derNaohmittagsvorst. endet das Stück mit uera 4. Akt. | Vorher; Auftreten sbmtl. Spezial. Voigt-Theater. GeiimdsJ't'tnen Baditraße Ä Heut« Sonntag, den 7. Januar, nachmi'iagS 3 Uhr: Prinz unv Bettlerin. AbendS 7 Uhr: Dan Stufe;a Muse. Lebensbild mit Gesang in 6 Bilder» von Dr. Hugo Müller. Kasseneröffnung 10 Uhr. eeGeeOOGOOGSGOSSS»�« MS« Noch nie dagewesener Lacnertolg Das Kind der Firma mit Anton u. Dona« Herrnfe.'d ia dea Hauptrollen. Vorher; Anfang 8 Uhr. Vorverkauf 11—2 Uhr. Nißles Fest-Säle Dennewitzstraße 13* Jeden Sonntag: CanzhräimlKD 12696 C. Kißl«. Konkordia-Festsäle. Jnh.: M. Wendt und A. SchBtze. Andreaaatr. 64. Jeden Sonntag: NUitär-Streieii- Konzert und die beliebten Hotfmanns Sänger. Direliian Fr. Fanther. Jede»oche uene» Programm.— Heute: Up int Baron. Luftspiel in 1 Akt. Ansang de« Konzert« 6 Uhr, der Borstellung 7 Uhr. Im oberen Saale _ von 5 Uhr an: Großer Ball. Harkgrafen-Säle 84, k nrkgrafen-Damm 84. ■■> i der Stralauer Allee.=■» Jeden Sonntag: Großer BaH. Im Restaurant täglich musikalische Unterhaltung. Borzügliche Küche. ff.Biere u. Weine, Billard u. Kegelbahn Alhambfa Wallner-Theaterftraße 15. Großer Ball Jeden Senntag; Große« Orchester. Ansang Somitagß 5 Uhr. A. Zameitat, r Brunnensäle Jnh. Reinhold Schneider |— i Brunuruftr. 15.-» 4 Bon Sonntag, den 7. Januar, ab 1 in d. großen RestaurationSränmen Z VtF- Täglich-79« < Gr. Boclcbierfcst 1 < Orig. Tamburitzakapello„Sloboda" Dir. R. S. Balia ] Bockbier. Jubel und Trubel. Ansang SonnlagS 5 Uhr, Woche». ----~ et. I log« 6 Uhr.— Entree frei Lurgldesler-Itiuo uuS keslsSie, Säle für Hochzeiten u Vereinw vergnügen. 4 houbeleg. Kegelbahnen. Rndolf Merz. Jsir de» Inhalt der Juierat« ädernimm« die SIedattton de» OtthUka» ttgemihw Mactlcl Brraanoortea». g Arbeiter Bildungssehule Sonntag, den 28. Januar, in Kellers„Neuer Philharmonie", Köpenicker Straße 96/97: WagnersAbend zur Feier des 21. STIFTÜßi GS-FESTES. Mitwirkende: Berliner Volltschor(M. d. D. A.-S.-B.)[ca. 150 Sän�orj, Chonneister: Herr Dr. Zander; Blcrllner Sinfonle- Orclicster(45 Künstler), Musikmstr.: Herr Maximilian Fitehar; Fräul. liacie Haenl.ch(Sopran); und Herr Albert Glcßweln(Bariton). 6/1* Nach dem Konzert: B A L L» Eröflnnng 6 Ohr. Beginn 7 Uhr, Billett im Vorvorkanf 75 Pf., an der Kasse 1 M. Bülettverkaufsstellen; Gottfried Schulz, Am Kottbuser Tor; Horsch, Enreluferlö; Beul, Bamimstr.42; Vogel, Lortzingstr.37; Kaczorowsti, liavenestr. 6; tadtke, Nene Jakobstr. 1/3; Wfeih- MOht, Grünstr. 21; Arbeiler-Bildungs-Schule, Grenadierstr. 37; Donnerstags abends 8— 9 Dhr(Bibliothek). Zdiu AnMchneiden! Wochen-Spielplan. rnllrCvnpefQlllinnon veranstaltet von der Genossenschaft lOlKSlUl ÜClltilijjCU Deutsch. Bühnen- Angehöriger. Eintrittspreise:£0 Pf., 1 M., 1,50 M.-?WZ Donnerstag, 11. Jannar: Minna?on Barnhelm Sonntag, 7. Januar: Der M der Saliern PharusssaEei MDIIarstr. 141/142. Bontag, 8. Jannar: Der Band der Sabimen Theater Jtlt-ßerlin, Blumenstr. 10. Hittwoch, 10. Jannar: Kabale und Liebe PharussäEe, Hilllers tr. 141/142. Theater illt-8eriii!, BlumonstraBe 10 Kabale und Liebe Sosshien-Sääe, Sophienstraße 18 Flactai als Erzieher Jfohenstaufensaie, Kottbuser Damm 76 Freitag, IL Jannar: Bas Glück im Winkel Praehtsdle des Ostens, Beginn sfixntl. Vorst. 81/, abends.— Kasseneröfcinng 7 Ubx abends. iflidgetis Towra Hauptstadt von Lilipat mit Ihren Bewohnern FfMrlehstrsSe 165, In den Rdumen von Castans Panoptikum. Geöffn. von 2 Uhr nachm. bis 10 Uhr abends. EatrM Inbegriffen Variete- und heitere Unterhaltungs-Vorstetlungea. 1 Mark. Zirkus Extra-Entreo. Zirkus Extra-Entree. 8AKKASAVI Premiere n. Hi 1,20 Galerie IIL Platz II. Platz 40» 70 Pf. X Plate 2 M. Pf. Parkett 3 M. Loge 4 M. Januar 7'/, Uhr. TeD Nord 4100. Vorverkauf: A. Wcrthclm. �Mittwoch, 10. Jan. Horstelimip. Neue Welt Arnold Scholz. Kasenheide 108-114 Heute Sonntag, den 7. Januar: Eröffnung der J. ksysrischen ■ Bockbier-Saison Pracht-Säle Alt- Berlin Blonienatraßc 10 Neben dem Hesldens-Theatcr| ...... sind die besten=== Versammlungssäle des Ostens, j Im neuefbauten Theater-Saal täglich: Konzert, Theater nnd Spezialitäten. �SS€€€««ei»SSSSSA # Unterem Genossen Rudolf KOppcn neBft Frau die V )!( berxlichsten Glückwünsche»nr � in särntlleben Laien, 8000 Personen fassend. r Gebirgsterrasse 4 Kapellen« 30 bayerische Mad'In Neu! Anfang täglich 7 Ukr. Sonntags 4 Uhr. Entree 30 Pfennig. Sonntags 50 Pfennig. Voranzeige! Dienstag, den 9, Januar: PrSmlieracg de» größten n, des kleinsten Reich tags Wählers. Donnerstag, den 11. Januar: Prämiiert wird dos älmhohsto Boha-Lisa-Gesilcbt. Exeelsior-Liehtspielhaus Rixdorf DÄtr'.'lr-u Passage O O Bremen-Kannooersehe febetiBersiehernngsbank A. 8. IfbtHsticrfidjfrünG otinr Syllilhc Uiilnsillhiiiig mit Gemim-Ktieilizimg fit Etmchftät nnb ßinkr, bis 1500 M«tb. 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Die Zahl der Frauen, die klar erkennen, wie sehr ihr per- sönliches und ihr Klasseninteresse von allen Maßnahmen der Politik berührt und beeinflußt wird und die deshalb nach politischer Betätigung dürsten, ist erfreulicherweise in den letzten Jahren stark gewachsen. Wie könnte es auch anders sein? Greift doch die Politik rauh und brutal in ihr Leben, um sie als Hausfrau und Mutter nicht weniger denn als Ar- beitcrin schwer zu treffen: Wenn die bürgerlichen Parteien gegenwärtig nicht zufrieden mit den gewaltigen Rüstungen zu Wasser und zu Lande, nach einer neuen großen Flottenvorlage, nach weiterer Verstärkung des Landhecres schreien, so weiß die Prolctarierin, daß eine solche Politik die nimmerschwindende Kriegsgefahr stark vermehrt. Sie weiß, daß der Ausbruch eines Krieges ihr und den Ihrigen schier unerträgliche Opfer zumutet. Opfer nicht nur an Gut, sondern auch an Blut, an Menschenleben. Prole- tarierjöhne sind es, deren Gebeine in den Sandwüsten Süd- wcstafrikas bleichen oder in den Sümpfen Chinas modern. Und Proletariersöhne würden es wiederum in der Hauptsache sein, die mit ihrem Herzblut das Schlachtfeld im Falle eine Krieges düngen müßten. Die Proletarierin weiß aber weiter, daß die Politik der Rüstung« und Eroberungen ihr Wh in Friedenszeiten immer unerträglicher werdende Lasten an indirekten Steuern und Zöllen aufbürdet, unter denen die minderbemittelte Bevölkerung fast zusmnmenbricht. Wird uns doch gegenwärtig bereits das Kilo Brot um 6— 6% Pf. verteuert, das Kilo Fleisch um 35 Pf. infolge der agrarischen Zoll- und Grenzsperrpolitik. Ferner sei daran erinnert, daß Butter und Margarine 20 Pf.. Käse 15 Pf.�Mehl 11 Pf. Zoll tragen, Petroleum 6 Pf. pro Liter, der Salzhering bis 1 Pf., Kaffee 60—90 Pf. pro Kilo, Tee 1 M. usw. Dazu kommen die vielen indirekten Steuern, z. B. Salz trägt 12 Pf. indirekte Steuern pro Kilo, Zucker 14 Pf., das Paket Zündhölzer 15 Pf., Bier, Branntwein, Tabak und vieles andere mehr ist gleichfalls noch besteuert. Wenn die Proletarierin als Finanzminister der Familie wieder und wieder überrechnen muß, wie sie Einnahmen und Ausgaben miteinander in Einklang bringen soll, wie es an- fangen, hier zu knapsen und dort, um keine Schulden zu machen, dann wird ihr die Erkenntnis eingebrannt: Die Zollpolitik ist es, die die arbeitenden und minder- bemittelten Schichten geradezu ausraubt, ihre Lebenshaltung herabdrückt, in der Folge ihrer Gesundheit schadet, Siechtum und Invalidität frühzeitig iiber sie hereinbrechen läßt. Ihre Erbitterung über diese Politik, die die Ihrigen zum Ent- behren verdammt, während sie den Großgrundbesitzern und Großindustriellen die Taschen füllt, wird um so größer wer- den, wenn wohl gar noch ihre Lieben, ihre Kinder, hungern müssen. Wurde doch im Jahre 1908 durch eine Erhebung des Vereins für Volkswohlfahrt festgestellt, daß in den Städten mit 10 000 und mehr Einwohnern 22 000 Kinder im Sommer und 36 000 Kinder im Winter morgens nüchtern und ohne Frühstücksbrot in die Schule kommen und 179 000 außerdem kein warmes Mittagsbrot hatten. Diese Zahlen enthalten eine furchtbare Anklage gegen unsere herrschenden Klassen, die sich Protzenhaft mit ihrem Rerchtum brüste«, während viele tausend Kinder hungern müssen. Wie muß das Herz der Mutter bluten, das mit allumfassender Mutterliebe für ihre Kleinen schlägt, wenn sie nicht einmal den Hunger von ihnen fernzuhalten vermag, weil ihre Arbeitskraft aus- gebeutet wird und weil die Zollpolitik sie vollends auswuchcrt. Wenn aber die Habenichtse sich zusaminenschließen, um im gewerkschaftlichen und Politischen Kampfe sich zur Wehr zu setzen gegen diese doppelte Ausraubung, dann werden die organisierten Machtmittel des Staates: Polizei, Militär und die Justiz gegen sie mobil gemacht; dann sucht man in der Praxis und durch die Gesetzgebung ihnen Vereins- und Streikrecht zu rauben, ihnen das demokratische Wahlrecht als notwendige Waffe in diesem Kampfe vorzuenthalten. Wirt- schaftliche und politische Ausbeutung gehen überall Hand in Hand mit sozialer und politischer Entrechtung. Dagegen gilt es den Kampf. Und können die Proletarierinnen auch nicht mit der Waffe des Wahlrechts an diesem Kampfe teilnehmen, können sie nicht wählen, so können sie doch Wähler werben. Sie können durch ihre lebhafte Agi- tations- und Werbearbeit dem Kampfe neue, frische Impulse geben, und das sollen und wollen sie. Gegen Ausbeutung und Entrechtung! Für Freiheit und Brot! Das sei die Parole, unter der die Proletarierinnen sich am Wahlkampfe beteiligen und so dazu beitragen, daß er zu einem glänzenden Bekenntnis der prole- tarischen Männer und Frauen zum Sozialis- mus werde. D'LiOcZQOLicicZLiLlLlOczciliZriZliillllZcZliiLZ Unsst- bekannter, alljährlich nur einmal stattfindender tu tn' □ □ □ □ □ □ □ □ □ □ □ □ □ □ □ □ □ □ u □ □ u ü □ □ □ □ □ □ □ □ p □ □ □ □ □ □ □ □ □ □ □ □ □ □ □ □ □ □ □ □ O □ □ u □ □ □ □ □ □ □ □ □ □ □ □ □ □ □ □ □ □ □ □ □ □ □ □ □ besinnt morgen, Monl8gy CfCIl 8. JdnUdPj und bietet eine ganz besonders gflnsfffle Oeleaephclt zu enorm Mlliaen Elnkänicn Dieser Inventurverkauf umfaßt außer den bei der Inventur zum großen Teil im Preise ganz bedeutend herabgesetzten Warenbeständen auch noch weitere vorteilhafte Gelegenheitsposten. 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Balde am 6, Januar früh ll,2 Uhr im 45. Lebensjahre nach schwerem Leiden verstorben ist. 23S6b Dte» zeigen in ttelcr Trauer an mit der Bitte um stille Teilnahme Die trauernden Hinterbliebenen Dtt» Bchmldt, Tapezierer, nebst Kindern Andreasslrasje 20. Die Beerdigung findet am Dienstag, den 9. Januar, nach» uuttagS 3 Uhr, von der Leiche». balle des Zentral-FriedhofeS in FriedrichSjtld« auS statt. Danksagung. Für die vielen Bewetie herzlicher Teilnahme und reichen Kranzspenden bei dem Hinscheiden meweS lieben Mannes, unseres guten Bater» Faul Klein sagen wir allen Berwandten, Freunden, Bekannte« und Kollegen, besonders dem Gesangverein Tffpo- graphia, dem Verband der Deutschen Büchs rucker, sowie dem Verein Berliner Suchdruck» Maschinenmeister und den Kollegen der OrtSkrankcn- laste unseren herzlichsten Dank. Die trauernden Hinterbliebena«. Dr. Sintmel Spezial-Anrt für Haut- und Harnleiden. Prinzenstr. 41, ÄIS* 10— 2. 6— 7. Sonntags 10— 12. 2— 4 Extra- Abteil ang ! I. 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Helene Kolberg, Memeler Str. 31. 'Paul Peterso», Weideuwcg 83. Hermann Kaselow, Fried enstr. 71. �rauz Krüger, Poscncr Str. 2S. »Joh. Heiden, Weidcnweg 2S. »Ernst Noft. Doigtstr. 6. 'Enstav Brösel, Fruchtstr. 83. Max Lerche, Tilsiter Str. 41. 'August Körli», Rigaer Str. 46. E. Tornow, �Weidenweg 8. Harzmann, Stralauer Allee 31b II. 'Johann Liebich, Memeler Str. 7. Otto Kogl,»,«chrcinerstr. 55. Anton Fröhlich. Langeslr. 56. Fr. Schubert, Romintener Str. 30. 'V. Spenkoch. Tilsiter Str. 90. Aobert Zisowski, Tilsiter Str. 76. Rudolf Pohl, Nopernilnsstr. 3 I. Adolf Löschte, KI. AndrcaSstr. 6. 'Wilh.(»ose. Marlusstr. 27. 'Friedrich Kürschner, Fruchtstr. 61. »Gellings, Grüner Weg 66. Otto Sternke, Krautsir. 1a. Südosten. Adolf Tomanu, Lausitzer Str. 7. 'August Lesövre, Adalbertstr. 18. 'PH. Bachr, Naunhustr. 21. Emil Gabler, Cuvrhstr. 18. 'Louis Fischer, Wiener Str. 57b. »Gustav Zillich, Förster Str. 8. »Robert Kessler, Mariannenstr. 37. 'Jeau Brunn, Wrangelstr. 15. 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Kretzner, Mariannenvlatz 15, St. Rcndschmidt, Kastanicn-Allce 103 I, Kunkel. Mansteinstr. 14 I,»Hcinr. Beyer. Elbinger Str. 13,'Schachmaun, WinSstr. Ii, H. Kurnickcr, Neue Königstr. 17, Max Otto, Templiner Str. 12 pari. Laser, Landsberger Str. 91, Puttlitz. Schliemannstr. 28 1, Pau.l Juhl, Bcrlin-Pankow,"Roman Roske, Choriner Str. 5, Götzer, Melanchtonstr. 12, I. Blauzwiru, Lothringer Sir. 66/67 II,"Cypra, Earmen-Shlva-Str. 2,"Behrend, Weißens«, Gustav-Adois-Str. 17, Rethwisch, Wolliner Str. 42 II, Gorctzka, Chrislinenstr. 34. Max Jacoby, Strelitzer Str. 52 Part. "AhrenS, Köpcnickcr Str. 165. Birchow. Krautstr. 26a.»Schulz, Libauer Str. 13."Albrecht, Hagenaucr str. 2."Ficbig, Ritlerllr. 55. Förster, Ober-schönewcide, Siemensstr. 20 I. G. Beyer, Palisadenstr. 95. Außerdem sämtliche Berkaufsstellen der Grotzciukaufsgeiellschaft Hamburg.— Lille mit einem' versehenen Finnen haben Ladengeschäfte. Achtung» Itattclaer! Kauft nur tu solchen Geschäften, wo sich unser grünes Plakat, unterzeichnet: llen �tertcsuviisnismi. Alwin Schulde, Große Hamburger Straße 18/19, befindet. Obigen Tariffirmen zur Kenntnis, daß Plakate für die Händler» die Zigarren zu Tariflöhnen und nachweislich nur von Tariffirmen beziehen, den w Frage kommende« Fabrikanten täglich vormittags von 11—12 Uhr von Unterzeichnetem ausgehändigt werden. Auf verschiedene Anfragen diene zur Antwort, das; wir eine Liste derjenigen Fabrikanten haben anfertigen lassen, welche neben den im.vorwärts' veröffentlichten Skamen, Tarife mit unserem Verband abgeschlossen haben. Diese Liste können sich legitimierende Händler im Vurcau erhalten, damit sie, sofern sie von Tariffirmen beziehen, diese grüne« W-I-t- von hier-ntnchm-n Kmnm." Der UertriiaeilSMMIN. A. Schulze, Str. 18/11 Grosser Jnveniur-Verkauf von Montag, den 8. januar bis Sonnabend, den 20. Januar er. Noch nie war die Gelegenheit günstiger, gute Qualitäten wirklich billig zu kaufen. U. a. gelangen zum Verkauf; Beflwfische und Cischzeuge £in grosser Posten fertige Bettwäsche sum Teil angestaubt, bedeutend im Preise ermSasigt. Ein grosser Posten Bettlaken ans«u. Cretonna Serie k, OrSa.e Q20 Serie II, OrScie Q40 Serie in. Ortue 075 140 X 210 em Stell. 140 X 225 em Stck. ew 160 X 225 cm Stck. � Ein Posten D i Hl i tl- B 6 ttb 6 Z ÜgC Cternitor: 1 Beter 190X200, I Eleaeabeense 4�45 Serie n*7 S3zX62 cm, tarn KoSptea. Serie I, Garnitur;\J Garnitur: i Einzelne Tischtücher Reinleinene Taschentücher Samaa und Herren 1 40 Serie II 1 60 Serie III Q20 le 1..> Vi Dutzend JL>/, Dutzend* st, Dutzend Ar Damen-Wäsche Vier TarrV»#amrll IV Post" dgllCIXlUCIl Stickerei �75 �0 �25 �50 Serie I II 85 und Einsätzen garniert, lein lädig.. Taghemden Achaeischius«, gutes � Wäschetuch, mit Stickerei oder Langette.... X X Vier R�nlflpifW �. Serie I N III IV Post. DeinKiciuer lknla» u.'ff 25 1 50 1 75 II Trikotagen un6 Ztrümpke Herren- Hemden" im:L Vigogne und pa. Halbvolle i JL Z ra Post. 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Druck u. Lerlag: Borwärlg Buchdruckerei u. Be clagsanftalt Paul Smger«.Co� Berlin LW. f "V Dt. v. 9. Ztchrsmy. tilW ilks.Amörts" Kttlim VMMM Ssssits, 7. Jasvtt KK. Partei-?Zngelegendeiten. Erster Wahlkreis. Heute präzise mittags 18 Uhr: Wähler- Versammlung in Dräsels Festsälen, Neue Friedrichstr. 3S. Referenten: Genossen Ed. Bernstein und S. Horn. Morgen Montag, abends 8>/s Uhr: Wählerversammlung im »Bairischen His'l"', Weidenvamm 1.»Aus zur ReichstagSwahl!" Referent: Redakteur Genosse Däumig. Dritter Wahlkreis. Montag, den 8. Januar, abend« 8% Uhr, findet in den Arminhallen sgroher Saal) eine Wählerversammlung statt. Referent: Genosse Emil Eichhorn. Fünfter Wahlkreis. Heute Sonntag, den 7. Januar, mittags 12 Uhr: Zwei öffentliche Wählerversammlungen: Bötzowsäle, Prenz- lauer Allee 242, und Logensäle, Linienstr. 121. Es sprechen über »Gegen Junker und Junkergenossen" Arbeitersekretär R. Wiffell und Arbeitersekretär H. Müller. In beiden Versammlungen Ansprache des Kandidaten Genossen Robert Schmidt. Das Wahllomitee. Der Zentral-Wahlverein für Teltow-Beeskow «acht darauf aufmerksam, daß am heutigen Sonntag in allen Orte« de» Kreise» Flugblottverbreitung stattfindet»nd ersucht um recht rege Beteilig»««. Da» Zentral Wahlkomitee. Zur Lokalliste! Die Kammersäle, Teltower Straß« 1/4, Ecke der Bellealliancesiraße, sind für die organisierte Arbeiterschaft nach wie vor gesperrt. In Halbe D.-B. ist da» Lokal von Ernst Strembel don der Lolalliste zu streichen. In Grünau steht im» da? Lokal.Bellevue'(Inhaber Czogalla) zu allen Veranstaltungen zur Verfügung. In Nieder-Schöne weide hat das Lokal„WaldhauZ', Berliner Str. 81, den Besitzer gewechselt. Der jetzige Inhaber, Herr Bock, stellt uns das Lokal zu den altbekannten Bedingungen zur Ver- fügung. Die Lokalkoinmisfion. Rixdorf. Heute, Sonntag, den 7. Januar, nachmittag? 2 Uhr, findet bei Bartsch, Hermanustr. 49 lgroßer Saal), eine Wähler- Versammlung der Polen statt. Tagesordnung: Indirekte Steuern, Teuerung und Reichstagswahl. Referent: Genosse P o d e m s k i. Da die Nationalpolen zur selben Zeit und in demselben Lokale eine Versammlung abhalten wollen, ist eS Pflicht eines jeden polnischen Sozialdemokraten, zu erscheinen. Das Wahlkomitee. CharlottenbJirg. Heute Sonntag, ftüh 8 Uhr: Flugblatt- »erbrrinmi von den bekannten Stellen aus. Kein Genoffe darf fehlen l Der Vorstand. SchLneberg. Heute, Sonntag, früh 7>/z Uhr: Flugblattverbreitung von den bekannten Lokalen aus. Volksversammlung mittags 12 Uhr im Restaurant Rheinschloß, Rheiustr. 60. Tagesordnung: Die Sünden der bürgerlichen Parteien. Referent: Genoffe Fritz Kasper. Diskussion. Steglitz. Heute, Sonntag ftüh 10 Uhr, findet vo» den vezirkslokalen auS Flugblattverbreitung statt, zu der zahlreiches Erscheinen der Genossen erwartet wird. Steglitz. Montag, den 8. Januar, abends 3 Uhr, bei Echellhase, «hornstr. 15a, JnstruktionSabend für alle am Wahltage tätigen Genossen und Genossinnen. Luch alle diejenigen, die sich noch nicht gemeldet haben, aber doch am Wahltage tätig sein wollen, werden ersucht zu erscheinen. Tcmpelhos. Diejenigen Genoffen, die an der Versammlung in Diedersdorf teilnehmen wollen, versammeln sich heute mittag 12 Uhr am Bahnhof Mariendorf. Tempclhof. Die Parteigenossen, die am Wahltage Hilfe leisten vollen, versammeln sich am M o n t a g, den 8. d. MtS., im»Wilhelms- garlen", Berliner Str. 9. Nowawes. Mittwoch, de» 10. Januar, abend« 8'/» Uhr, findet im Siugerschen Lokal. Priesterstraße 31. eine B o l k S v e r- s a in m l u n g statt, in der Genosse Z u b e i l sprechen wird. DaS Zentralwahlbureau für NowaweS befindet sich im Lokal don Gruhl, Priesterstraße 09, Telephon 50. Genossen, die sich am Wahltage noch zur Verfügung stellen wollen, werden gebeten, sich dort zu melden. DaS Wahlkomitee. Lankwiv. Montag, den 8. Januar, abends 8 Uhr: Oeffent- liche Wählerversammlung bei Ebel. Mühlenstraße. Genoffe Klüß-Rixdorf spricht über:»Der große Volksbetrug und die So> zialdcmokratie". Mittwoch, den 10. Januar, findet für jeden Wahlbezirk ein Zahlabend statt. Für den I. Bezirk bei: Schulz. Mühlenstraße-, II. Bezirk: Schulz. Kurfürstenstraße; III. Bezirk: Adler. Charlotten- straße: IV. Bezirk: Prochatzka. Viktoriastraße. DaS Erscheinen jedes Genossen ist unbedingt notwendig. Der Vorstand. Grünau. Dienstag, den 9. Januar, findet im fteigcwordenen Lokal.Bellevue', Inhaber Czogalla. Friedrichstr. 20. eine öffentliche Volksversammlung statt, in der Fritz Zubeil referiert. Frauen. Bürger. Arbeiter, erscheint alle in dieser Versammlung. DaS Wahlkomitee. Mohlsdorf(Ostbahn). Heute Sonntag, den 7. Januar, abend« 6 Uhr, im Lokale des Herrn Dräger..Heidekrug". Köpenicker Allee: Oeffentliche Veriammluich. Tagesordnung:»Das Bolksgericht am 12. Jcmuar*. Referent: Sekretär Fritz Tornow- Friedrichshagen. Eine weitere öffentliche Versammlung findet am Dienstag, den 9. Januar, abends 8'/a Uhr. im Lokale des Herrn Schliefe. Hönower Straße, statt. Tagesordnung:»Auf zur Wahl!" Referent: Genosse V. U n g e r- Halensee. Heute Sonntag, den 7. Januar, ftüh 8 Uhr. fllr alle Orte unseres Bezirks: Flugblattverbreitung. Die Genossen für Mahlsdorf-Süd treffen sich bei Mader. Köpemaer Allee und Winklerstraßen-Ecke. Für die Kolonie bei Eckler, Grunowstraße und für Mahlsdorf-Nord bei Dräger Bahnhosstraße. Wir ersuchen die Genosse», für guten Besuch der Versammlungen und für rege Beteiligung au der Flugblariverbreitung sorge zu tragen. Die Beztrtslertung Groß-Bcsten. Sonntag, den 7. Januar, nachmittags 2 Uhr, findet in Zeesen bei Königswusterhausen eine öffentliche Wähler- Versammlung statt. Lichtenrade. Am Dienstag, den 9. Januar, abend« 8'/» Uhr, findet im Wirishause Lichtenrade eine öffentliche Wähler- Versammlung statt, in der Schritssteller Kurt Heinig über: »Ein letztes Wort an die Rcichstagswähler" sprechen wird. Pankow- Im Anschluß an die heute sSonntag) stattfindende Flugblarrverbreitutaz findet im„Retand', Wollantst: 113, vormttlags 10 Uhr. eine Sitzung der Genossen statt, die bei der Wahl den ganzen Tag helfen.— Mittwoch, den 10. Januar, findet von 7 Uhr ab die K u v e r t v e r b r e i t u n g von den Zahlabend- lokalen aus statt. Wir ersuchen die Genossen, sich hieran vollzählig zu beteiligen. DaS Wahlkomilee. Wcißcm'ee. DienStag, S. Januar, abends 8 Uhr. im Schloß Weißeusce: Oeffentliche Wählerversammlung. Genoffe «rtur Sradthagen spricht über das Thema:»Wer mutz in d«n Reichstag hinein..... � Außerdem sind die WahlauSwe,S!arten vom Gemeinde- Vorstand den Wählern zugesandt. Wir ersuchen, diese sorgfältig.aufzuheben uud beim Wahlakt vor- z u z e i g e n. Reinickendorf- Ost. Heute, Sonntag, ftäh 8 Uhr: Flug- blattderbreitung; DienStag, den 9. Januar, abends, von den bekannten Stellen aus: Kuvertverbreitung. Die Bezirksleitung. Rcinickendorf-West. DienStag. den S. Januar, abends 8'/. Uhr: Große öffentliche Versammlung in bat„fetchbonffälen", Eicdborn- stratze 60. Tagesordnung:»Die Reichstagswahl am 12. Januar, und wen wählen wir?" Referent: Arbeitersekretär A. M i r u s- Lichtenberg. Freie Aussprache! Parteigenossen, agitiert für Massen- besuch. Die Bezirksleitung. Borfigwalde. Am DienStag. abend« 8'/, Uhr, findet in den Borsigwalder Festsälen eine öffentliche Volksversammlung statt. Tagesordnung: Die bevorstehenden ReichStagSwahlen. Referent: Arbeitersekretär Franz S p l i e d t. Am Montag abend: Handzettelverteilung. Mittwoch, abends 8 Uhr, findet in den Borsigwalder Festsälen ein kam- binierter Zahlabend statt. Die Bezirksleitung. Nieder-Schöiihansen-Nordend. Montag, den 8. Januar, abends 8'/, Uhr, findet eine öffentliche Wählerversammlung im Restaurant von Liedentit(an der Kirche) statt. Referent ist der Kandidat des Kreises, Stadtverordneter Lrtur Etadthagen. HcinerSdorf. Heute nachmittag 4 Uhr, im Restaurant Raddatz, ThiniuSstr. 60: Oeffentliche Wählerversammlung. Referent: Genosse Karl Diener. Tagesordnung:»Jn letzter Stunde'. Buch. Montag, den 8. Januar, abends 8 Uhr: Oeffentliche Wählerversammlung bei Albrechl, Bahnhofstr. 1. Referent: Redakteur Becker. Für die Buchholzer Genossen Abfahrt Blankenburg 8". Röntgental. Heute Sonntag Flugblattverbreitung. Treffpunkt vormittags 9 Uhr bei Marx. Nachmittags 21/s Uhr öffentliche Wählerversammlung bei Marx. DaS Erscheinen der Genoffen und Genossinnen zu beiden veran- staltungen ist dringend notwendig. Der Bezirksleiter. Obcr-Schöneweide. Am DienStag, den 9. Januar, abends T'/j Uhr, findet von den bekannten Stellen aus eine Flugblatt- Verbreitung statt. Am Mittwoch, den 10. Januar, abends S Uhr, im Wilhelminenhof, eine öffentliche Wählerver- s a m m l u n g, in der Stadtverordneter Artur Stadthagen spricht. Zu beiden Veranstaltungen erwarten wir zahlreiche Be- teiligung. Die Bezirksleitung. Kaulsdorf. Am Sonntag, den 7. Januar, früh S'/a Uhr: Flugblattverbreitung von Bobeg aus.— Weiter werden die Genossen darauf aufmerksam gemacht, daß der Zahlabend nicht am Mittwoch, den 10. Januar, sondern schon am DienStag, den 9. Januar, bei Bobeg stattfindet. Die BezirlSleitung. Rüdersdorf. Sonntag, den 7. Januar, nachmittag» 2'/, Uhr> öffentliche Wählerversammlung bei Volkmann, Schloß- straße 30(Schützenhaus). Tagesordnung: Auf zur ReichStagSwahl l Referent: Stadtv. Artur Stadthagen- Berlin. Für die Orte Tasdorf und Kalkberge findet nachmittags 5 Uhr bei Mißler(Jnmmgshaus), Schulstr. 45, eine öffentliche Versammlung mit gleicher Tagesordnung statt. Referenten find Stadtv. A. Stadthagen und M. Jacobsen. Zahlreichen Be- such erwarten Die Einberufer. PeterSdorf(Kreis BeeSkow). Heute, Sonntag, 7. Januar, nach- mittags 3 Uhr, findet in Reu-Golm«ine Volksversammlung statt. Referent: Genoffe K l ü ß- Rixdorf. Die Genosse» diese? Bezirks werden gebeten, für zahlreichen Besuch zu sorgen. Bruchmühle. Heute Sonntag, den 7. Januar, nachmittag» 4 Uhr: Oeffentliche Wählerversammlung bei Kutzner, Bruchmühle, Landsberger Chaussee. Tagesordnung:»Reichsiagswahl— ein VolkSgericht'. Referent Stadtverordneter I a e ck. Freie Aussprache. Die Bezirksleitung. Zossen. Am DienStag, 9. Januar, abends 3 Uhr, findet im be- nachbarten Nächst-Neuendorf in der.Flora' ein« Volks- Versammlung statt. Referent: Genosse Klüß- Rixdorf. Pflicht der Genoffen dieses Bezirks muß es fein, für regen Besuch der Ber- sammlung zu agitieren._ Berliner IVadmebten« Das Ende der Achtklassen-Gemeindeschule in Berlin? Ein hiesiges Blatt hat die Nachricht gebracht, daß der seit längerer Zeit bestehende Plan, das Achtklassensystem der Ge- meindeschule Berlins in ein Siebenklassensystem umzu- wandeln, nun wirklich und zwar schon im Frühjahr aus- geführt werden solle. Die Regierung wünsche, daß nach Inkrafttreten des Zweckverbandes Groß-Berlin die Ber- liner Gemeindeschule den sieben st ufigen Gemeindeschulen angepaßt werden, und eine Kommission, zu der ein Ministerialrat, zwei Schulinspektoren und zwei Rektoren gehörten, habe in aller Stille das Projekt beraten und gebilligt. Die Siebenklassen-Gemeindeschule, die wir dann in Berlin haben würden, solle nur durch Aufsetzung einer Selekta. einer Oberklasse für Auserlesene, schmackhafter gemacht werden. In all den Jahren, wo immer wieder die Absicht hervor- trat, unsere Gemeindeschule von dem endlich erreichten Acht- klassensystem baldigst wieder auf ein Siebenklassensystem her- unterzudrücken, haben wir trotz allen Ableugnungsversuchen des Rathausliberalismus nie daran gezweifelt, daß die l i b e- ralen„Volksschulfreunde" ihren von f i n a n- ziellen Erwägungen ausgegangenen Wunsch über kurz oder lang doch erfüllt sehen würden. Diese unsere Be- sorgnis konnte auch nicht zerstreut werden durch die beschwich- tigenden Erklärungen, mit denen noch vor einigen Wochen die S ch u l d e p u t a t i o n an die Oeffentlichkeit trat, als sie in dem zwischen ihr und dem Berliner Lehrerverein ent- brannten Streit um die„kommunale Schulpolitik in Berlin" gezwungen worden war, iiber zahlreiche Vorwürfe und z. B. auch über die Frage des Achtklassensystems sich zu äußern. In ihrer Erwiderung teilte sie bereits iin Wortlaut das durchaus günstige Urteil mit, das über die Bewährung des Acht- klassensystems der Stadtschulrat Fischer abgegeben und eingereicht hat als Beitrag für den bisher noch nicht ver- öffentlichtcn zusammenfassenden Verwaltuugsbericht des Ma- gistrats über die Jahre 1906—191(1. Nach einer Darstellung der von Jahr zu Jahr besser gewordenen Erfolge des im Jahre 1902 eingeführten Achtklassensystems sagt Fischer: „Diese Feststellungen bieten jedenfalls zurzeit keine Veran- lassung, den achtklassigen Aufbau m. serer Gemeindeschulen aufzugeben, da wir nicht sicher sind, etwas Besseres gegen das Bestehende einzutauschen." Aber diese Erklärung des Schul- rats und ihre Wiedergabe durch die Schuldeputation war leider noch kein Beweis dafür, daß nicht doch die Mehrheit der von einem Mann wie Cassel beherrschten Schuldeputation die Achtklasscnschule zum Teufel wünschte und mit Ungeduld ein Machtwort der Regierung herbeisehnte. Dem Wunsch soll also nun Erfüllung werden, meldet jenes Blatt. Wir haben, wie schon gesagt, nie daran ge- zweifelt, daß es leider einmal dazu kommen würde. Fraglich kann aber erscheinen, ob diese»Reform' der Berliner Ge- meindeschule wirklich schon in so naher Zeit zustande gebracht werden wird. Die„Pädagogische Zeitung" Hat, wohl ver» anlaßt durch die erwähnte Alarmnachricht, in ihrer letzten Nummer sich gleichfalls mit der Angelegenheit beschäftigt und das Projekt der Siebenklassen-Gemeindeschule bereits� wie ein? fertigeTatsache behandelt. Wir vermissen indes in ihren Ausführungen bestimmte Anhaltspunkte dafür, daß es sich um mehr als eine bloße Mutmaßung handelt. Die Sache ist, denken wir, so wichtig, daß die Bevölkerung ein Recht hat, baldigste Aufklärung zu fordern. Der Magistrat sollte schleunigst durch sein Nachrichtenamtz bekanntgeben, was da hinter den Kulissen sich abspielt. Es wäre eine eigenartige Tücke des Zufalls, wenn die Regierung dem mit seiner„Selbstverwaltung" großtuenden Kommunalliberalis- mus den Liebesdienst, ihm die Beseitigung des Achtklassen» systems zu erleichtern, just in dem Augenblick erweisen wollte, wo in dem noch zu veröffentlichenden Verwaltungsbericht des Magistrats das Siebenklassensystem al» min- derwertig gekennzeichnet werden soll. SpätlingZbriefe führt die Post am nächsten Montag, den 8. Januar, in Berlin ein. Es werden bei einigen größeren Postämtern besondere Briefkasten aufgestellt, die kurze Zeit vor Abgang bestimmter wichtiger Eifenbahnzüge geleert wer- 'den. Die Sendungen werden durch Radfahrer zu den Bahn- Höfen gebracht. Für jeden derartigen Brief ist eine Neben- gebühr von 10 Pf. durch Briefmarken auf der Sendung selbst zu entrichten. Ungenügend oder nicht frankierte Spätlings- briefe gehen mit den gewöhnlichen Posten. Besondere Brief- kästen werden bei den Postämtern 2, 7, 8, 3, 11, 19, 25 und 68 aufgestellt, für einzelne Züge auch bei 4, 16, 17 und 40. Die Kasten werden unmittelbar vor Abgang der Züge geleert. Es geschieht dies zu den Zügen von Friedrichstraße 11,40 vorm. nach Hannover, 9,50 nachm. nach Kassel, 10,28 nachm. � nach Osnabrück und 10,58 nachm. nach Hannover: vom Schlesischen Bahnhof 1,02 nachm. nach Breslau und 7,33 nachm. nach Alexandrowo: vom Potsdamer Bahnhof 1,00 nachm. nach Hildesheini: vom Anhalter Bahnhof 2,15 nachm. nach Frank- furt, 6,45 nachm. nach Dresden, 8,25 nachm. nach Würzburg, 8,45 nachm. nach München und 10,10 nachm. nach Eiscnach: vom Lehrter Bahnhof 1,15 nachm. nach Hamburg: vom Stettiner Bahnhof 8,15 nachm. nach Saßnitz. Durch diese neue Einrichtung werden gegen die gewöhnlichen Schlußzeiten im Durchschnitt etwa 35 Minuten gewonnen. Weitere Erkrankungen und Todesfälle an de» bekannte» Vergiftungserscheinungen sind in den städtischen Kranken- anstalten und im städtischen Obdach nicht vorgekommen. Gestern sind weitere 3 Personen aus dem Krankenhaus Friedrichshain entlassen worden. Der Gesamtbestand an Kranken beträgt jetzt im Friedrichshain-Krankenhaus 40, im Virchow-Krankenhaus 15 und im Krankenhaus Moabit 2. Die Berliner Fischverkäufer haben durch die Bekannt- gäbe, daß das Sterben der Obdachlosen anfänglich auf Fisch- Vergiftung zurückgeführt wurde, schweren Schaden erlitten und werden sich nur schwer und langsam davon wieder er- holen. Daß es sich nicht um solche Vergiftungen handelt, hat jetzt auch der Berliner Polizeipräsident dem Verein der Fisch- Händler mitgeteilt. Die ersten Meldungen, die Bücklings- Vergiftung als Ursache der Erkrankungen angaben, wurden so fest und bestimmt gemacht, daß man sich Wohl oder übel damit vertraut machen mußte, die Meldung zu glauben, obwohl die Obdachlosen derartige Nahrungsmittel doch auch früher zu sich genommen haben, ohne zu erkranken, und die Räucher- waren im Sommer viel mehr dem Verderben ausgesetzt sind als in der jetzigen Jahreszeit. von den Dezernalen de» verstorbene» Stabtrat» votz« haben vorläufig den Lorsitz in der Grundeigentums- Deputatton Stadtrat Wagner, die Bearbeitung der Wahlangelegenheiten Stadtrat Dr. Franz und den Vorfitz in der StraßenreinigungS- Deputation Stadtrat Mielenz übernommen. Ueber die Asylistenvergiftungen äußert sich tn längeren Dar- legungen der Privatdozent P. Frankel in der neuesten Nummer der»Klinischen Wochenschrift". Dr. Frankel hat selbst einen Teil der Obduktionen ausgeführt und berichtet nun über das Ergebnis, daS mehr für den Arzt von Interesse ist. Zu einem sicheren Er- gebnis über die Ursachen der Todesfälle kommt auch Dr. Frankel nicht. Zunächst wird festgestellt, daß die Opfer zum großen Teil einen wider Erwarten guten Er-nährungSzustand zeigten und fast durchweg kräftige Männerge st alten in mittlerem Alter waren. Nur vereinzelt waren typische Säuferphysiognomien darunter. An vielen fiel eine eigentümliche, sehr starke Rötung der Haut, beson- der» im Gesicht, auf. Der Farbton erinnerte durch den bläulichen Schimmer an das Aussehen der Kohlenoxydleichen. ES dürste sich wohl um eine Kälteerscheinung bei hochgradiger Stauung handeln. Die innere Untersuchung ergab eine gewaltige Blutüber- füllung, uud zwar überwiegend in der Schädel- und tu der Brusthöhle, während die Bauchorgane oft so gar auffallend wenig Blut enthielten. Der Mageninhalt war eine bräunliche, neutral bis schwachsauer reagierende Flüssigkeit, ohne feste Beimischungen, bis- weilen mit aromatischem Geruch. Die Schleimhäute des Darm- traktus waren im Zustande akuter Entzündung. Viel erheblicher war die Entzündung des Darmes selbst. Hier wurde ein Befund notiert, der beim BotuliSmus nicht selten vorkommt. Andere». seits aber wurden Beobachtungen gemacht, die mehr auf einen ört- lich reizenden Stoff hinweisen und bisher bei Methylalkoholvergif. tung verzeichnet wurden. Damit wäre ein, aber wohl auch der einzige anatomische Hinweis auf möglicherweise verschieden« Todesursachen gegeben, dem noch nachgegangen wird. Denn es wird namentlich auch noch die Frage zu prüfen sein, ob sich durch- gehende anatomische Unterschiede bei den zuerst und den später Verstorbenen erkennen lassen, die mit der nicht allgemein geteilten Annahme erklärt werden können, daß tatsächlich anfangs Botulis- mus. später Methylalkoholvergiftung bestanden hat. Eine Neben- beobachtung, die jedenfalls zu denken gibt, ist die allen Obdtizenten aufgefallene Tatsache, daß diese der Neigung zum Trünke verdäch- tigen Männer die charakteristischen Alkoholorgane fast nicht be- saßen. In der„Medizinischen Klinik' gibt Dr. Pinku» eine Dar- stcllung der Entwickelung der Angelegenheit und schildert die ein» zelnen Phasen im städtischen Obdach. Der Bericht deckt sich im wesentlichen zum Teil wörtlich mit dem Bericht, fcn Stadtrat Jacobi am Donnerstag in der Stadtverordnetenversammlung ge- geben hat. Soviel geht aus ihm hervor, daß man im Asyl an den ersten Tagen schon auf verfälschten Schnapsgenuß hingewiesen worden ist. Ein schwerer Straßenunfall, der den Tod einer alten Frau zur Folge hatte, ereignete sich gestern morgen gegen �6 Uhr m Moabit. An der Ecke der Turm- und Waldstraße wollte vi« Frau eine« ÄutomnmbuS bet Linie II, der von Moabit nach dem Moritzplatz fahrt, besteigen. Hierbei trat sie fehl und fiel auf das Etrajzelipflaster. Augenscheinlich zog sie sich hierbei keine weiteren Verletzungen zu, wie eine kleine Wunde an der rechten Kopfseite. Der«chaffner des Kraftwagens half die Frau ein- � steigen, die sich auch, als ob weiter nichts geschehen sei, hinsetzte. Auf der Fahrt erkrankte sie jedoch so schwer, datz sich der Schafsner genötigt sah, die Frau an der llnfallstation XII in der Koni- uiandentenstr. 40, an die der Autobus vorbeifährt, abzusetzen. Hier starb sie jedoch bald, ohne das Bewuhsein wieder erlangt zu haben. Allem Anschein nach ist der Tod infolge einer Gehirn- crschütterung eingetreten. Die Persönlichkeit der Toten konnte noch nicht festgestellt werden. Es handelt sich um eine t» bis 70 Jahre alte Frau, die ein schwarzes Jackett und einen grauen Rock trug und ohne Kopfbedeckung tvar. Sie führte eine Leder- tasche mit Eßwaren und ein Portemonnaie mit 117 Mk. Inhalt bei sich. Tic Tasch? läßt darauf schließen, daß sie eine Händ- lerin ist. Die Polizei ist rasch bereit, gegen ein„öffentliches AergerniS" einzuschreiten, wenn sie ein solches zu erblicken meint. Wenn aber sie selber bei Borgängen mitwirkt, die ihr sonst als„öffentliches Aergernis" gelten, dann soll die Bevölkerung alles als ordnirngs- gemäß hinnehmen. In neuerer Zeit haben wir auffällig oft Kenntnis erhalten von S i st i e r u n g e n. die die Polizei in der Weise ausführte, datz sie Personen halbnackt aus ihren Wohnungen herausholte. Das Tollste war jener im Sommer von uns geschilderte Auftritt, bei dem ein Schutzmann am hellen Morgen eine Frau im bloßen Hemd über die Straße zur nächsten Wache führte. Jetzt wird uns aus der Straßburger Straße ein Fall bekannt, der nicht ganz so schlimm, aber ähnlich ist. Dort wurde ein Händler R., der ein paar Polizeistrafen ab- zusitzen hatte, von fünf Polizisten in seiner Wohnung aufgesucht. R.. der noch im Bett lag, wollte nicht aufstehen. Tararf zogen ein paar der Polizisten ihn aus dem Bett heraus, warfen ihm seinen Mantel um und transportierten ihn so die Treppe hinunter. I m Hemd und barfuß, nur mit dem Mantel bedeckt, wurde er in eine Droschke gepackt und zum Polizeipräsidium gc- fahren. Solche Borgänge erscheinen demjenigen unglaublich, der die Berliner Polizei und ihr durch Herrn v. Jagow zum Ueberschäumen gebrachtes Machtbewußtsein nicht kennt. Immer wieder muß man sich fragen, wie die Leute des Herrn v. Jagow in gleicher Situation mit Personen der besitzenden und herrschenden Klasse verfahren würden. Wenn z. B. Fürst Eulenburg bei einer etwa gegen ihn beabsichtigten Sistierung nicht aus dem Bett hätte aufstehen wolle». würden da Polizisten den Mut gehabt haben, ihn kurzerhand herauszuholen und im bloßen Hemd mitzunehmen? Wenn eine Millionärsgattiu sistiert werden müßte und ein Polizist sie im Bett liegend fände, würde er es wagen, sie im bloßen Hemd über die Straße wegzuführen? Niemand wird bezweifeln wollen, daß auch gefürstete und millionengesegncte Personen vor dem Schutz- mannsbefehl, aufzustehen und sich anzuziehen, sich nicht immer beugen werden. Daß dann Polizisten genau ebenso gegen Fürsten oder Millionärsgattinnen vorgehen würden. wie gegen minderbemittelte und minderangcschene Personen, gegen Männer und Frauen aus der erwerbstätigen Bevölkerung vorge- gangen worden ist,— schon der Gedanke an diese Möglichkeit würde in der bürgerlichen Presse, so polizcisromm sie sonst auch ist, einen Sturm der Entrüstung hervorrufen. Mit einem neuen, lohnenden Trick tritt ein Schwindler auf. der von der Berliner und Rixdorfer Kriminalpolizei gesucht wird. Der Mann erscheint bei Zimmervcrmieterinnen, die ein möb- liertes Zimmer leerstehen haben. Hier erzählt er. daß er einen Zimmernachweis in der Potsdamer Straße habe, und verspricht den Leuten, daß sie durch diese Verinittelung innerhalb drei Tagen ihr Zimmer vermietet hätten. Dann läßt er sich für die Ber- mictung nn Borau? 1,50 bis 3 Mk. bezahlen. Damit ist denn auch seine Tätigkeit zu Ende. Die Leute warten vergeblich auf einen Mieter und wenn sie sich nach dem Nachweis umsehen, erfahren sie. daß sie einem Schtoiivdler ins Garn gegangen sind. Soweit festgestellt wurde, ist der Gauner der 32 Jahre alte, aus Walden- bürg gebürtige Kaufmann Martin Briegcr, der zuletzt in der Brunnenstr. 168 wohnte. Tort hielt er sich aber nur eine Woche auf und bezahlte auch sein Zinnner nur tageweise. Bon dort der- schwand er, ohne anzugeben wohin er sich wenden wollte. llcber das traurige Ende einer jungen Ehe Ivird aus dem Norden der Stadt berichtet. In dem dritten Stockiverk eines Seitenslügels des Hauses Weinbergsweg 22 bewohnt ein junges Ehepaar eine kleine, bescheidene Wohnung. Der 22 Jahre alte Dekorateur Ernst van Husen und seine erst 18 Jahre alte Gattin, die Tochter eines Damentonfektionsschneiders. Bor einem Biertel- jähr schloffen die junge» Leute den Bund der El)«. Bald nach der Berheiratung verlor der Ehemann seine Stelle, ohne daß es ihm bis heute gelang, eine andere zu finden. Was er durch Nebenarbeit verdiente, reichte lange nicht zum Lebensunterhalt aus. Tie Eltern der jungen Frau steuerten, um das Paar vor dem Hungcrtode zu retten, etwas bei. Van Husen wurde jedoch von Tag zu Tag tiefsinniger. Oftmals äußerte er sich Nachbars- leuten gegenüber, daß er es sehr bereue, so früh geheiratet zu haben Während er als alleinstehender Mensch sich immer habe helfen können, lx-bc er jetzt nicht nur sich, sondern auch seine F-an ins Unglück gestürzt. Gestern war er so verzlveifelt, daß cr einen Äugenblick, als er allein in der Wohnung war. dazu benutzte, um seinem Leben ein Ende zu machen. Seine Frau fand ihn bei ihrer Rückkehr erhängt auf. Ein Arzt konnte nur»och den Tod feststellen. Bei einer verhänguisvollen Schießerei hat ein IKjähcigec Mensch ein Äuge eingebüßt. In Biesenthal hatten mehrere junge o-ute mit einem Revolver, der scharf geladen war, hantiert. Vlöblich entlud sich die Waffe und die Kugel drang einem der Umstehenden, dem 16jährigen Lehrling Adolf G. inö rechte Auge, das vollständig zerstört wurde. Eine aufregende Diebcsjagd gab eS in der vorletzten Nacht an der Köpenick« Oberförftcrei. Die Äöpenicker Polizei hatte m Er- kabruna gebracht, datz an dem sogenannten cchivarzen Weg. der nocb Bahnhof Sadowa führt, wicdcrljolt Drahtlcitungen gestohlen tvordcn waren. In der Nacht legten sich nun mehrere Beamten die Lauer. Tie Diebe sollti-n auch nicht lange auj sich ivarten laiken Kurz nach l Uhr tauchten plötzlich zwei Gestalten auf die von neuem Diebstähle ausführen wollten. Als s'e aber eines der Beamten ansichtig wurden, ergriffen sie die Flucht. Die Schutzleute nahmen sofort die Verfolgung auf und nun kam es.tu cincr wilden Jagd. Einer der Verfolgten feuerte auj die hinter ihm drein eilcnocn Beamten� mehrere Revolverschuffe ab. iDütcuf auch die Beamten von ihrer«ehusstvaffe Gebrauch machten. Die Flüchtlinge hatten sich aber einen so großen Borsprung qe- fidsevt daß sie schließlich ciittommcn sollten. Ob sie angeschossen worden sind, konnte-licht festgestellt werden. Da» gestohlen- Rennauto. Ein dreister Diebstahl wurde «„Meiler, i in der Lchderstraße in Weißcnsee verübt. Aus der Re- n�raturwerckstätte auf dem Grundstück Lehdcrstr. 40 entwendeten Diebe ein Rennautomobil. Ter Krafttvagcn tvar von einer Ber- liner Firma zur Reparatur übergeben worden. Er tragt das Zeichen!. Z. 537 und ist zweisitzig. Tie Täter haben die Wert- flätt-- gewaltsam erbrechen müsien. Den Tod auf deu Schienen gesucht und gefunden hat!n der vergangenen Nacht der 39 Jahre alte Kaufmann Hans Diethey «us de? Brcitestr. 24 zu Pankow. Ter Mann wurde beobachtet. ww er nachts gegen 12 Uhr aufgeregt auf dem Bahnsteig v des Schlesischen Bahnhofes auf und ab ging. Kurz vor der Umfahrt bJ Stadtbahnzuges 2177, der von der Jann«vitzbrucke kam und pgch der Warschauer Brücke fahren wollte, warj cr sich plotzl'ch vor die Lokomotive. Ehe e? dem Führer gelang, den Zug zum Stehen zu bringen, waren die Räder über den Mann hinweg- gegangen und hatten feinen Kopf vom Rumpfe getrennt. Die Leiche wurde nach der Bahnhofswache gebracht. Feuerwehrbericht. Gestern früh um 6 Uhr kam in der Oranienslr. 153 Feuer aus. Türen, Fensterrahmen, Fußböden u. a. standen dort bei Ankunft der Wehr in Flammen, so daß kräftig Waffer gegeven werden mußte.— Vor dem Haufe Usedom- straße 27» stand ein Automobil in Flamme» und war auch von der Feuerwehr nicht mehr zu schützen.— Durch die Entflammung eines Weihnachtsbaumes gerieten in der Winterfeldtstr. 33 Möbel, Gardinen. Tcppiche u. a. in Brand.— In der Lankwitzstr. 8 mußte ein Kellerbrand gelöscht werden. Kohlen usw. brannten dort.— Ter 21. Löschzug hatte in der Badstr. 6l auf einem Kohlenplatz zu tun, Ivo Kohlen usw. brannten.— Außerdem mußten noch mehrere kleine Wohnungsbrände gelöscht werden. Ja der Bersammlung dcS zweiten Kreises am Donnerstag, den 4. Januar, Kreuzbergstr. 48, ist eine Brosche gefunden worden. Die- selbe ist abzuholen beim Kassierer Gustav Schmidt, Kirchbachstr. 14. Vorort- l�ackrickten« Charlottenburg. Als Maßnahme« gegen die Teuerung will der Magistrat K o ch k u r s e für die minderbemittelt« Bevölkerung zum Unter- richt in ber Herstellung gesundheitlich und wirtschaftlich zweck- mäßiger Nahrungsmittel einrichten. An Kosten für dies« Kurs« und Beschaffung der Rohstoffe für die Kostproben werden 7500 M. beantragt. Ein weiterer Antrag will die Einführung von Reis, dieses außerordentlich wichtige Nahrungsmittel, zur Ernährung des Volkes durch eine umfangreiche Propaganda, durch Aufstellung von Rezepten, Verteilung von Drucksachen usw. fördern. Ein Waggon Reis soll in kleineren Mengen zum Selbstkostenpreis ab- gegeben werde». Mittel dazu werden bis zur Höhe von 7500 M. gefordert. Ein dritter Antrag bezweckt die Errichtung einer Speisehallc mit Zentralküche durch die Gesellschaft für Volkskaffee- und Speisehallen. Die Speisehalle soll sich selbst erhalten, doch will die Stadt eine einjährige Garantie bis zur Höhe von 5000 M. übernehmen. Schließlich soll der Abteilung Volks- k ü ch e n des Vaterländischen Frauenvereins vom Roten Kreuz eine Beihilfe von 1000 M. zur Errichtung einer Zweigstelle be- willigt werden. Insgesamt würden die Maßregeln einen Aufwand von 21 000 M. erfordern. Sie sind nicht als einzig«, sondern alö vorläufige gedacht, da die Teuerungs-Dcputation noch nicht ihre Beratungen abschließt. Ein Z»sa««enst»ß zwischen einem Privatautomobil und einer Kutsche, bei dem eine Dame schwer verletzt wurde, ereignete sich gester» nackmiittag gegen 4 Uhr am Aurfürstendamin. Dort wollte ein Privatautomobil die Kreuzung der JoachimSihaler Straße und des KurfürstendammS passieren, als eine Equipage in ziemlich schneller Fahrt herannalste. Der Cbauffeur bremste, um einen Stoß m verincide». allzu heftig und der Wagen lam auf dem schlüpfrige» Pflaster niS Rutschen und prallte so stark gegen die Bordschwelle an. daß die Insassin, eine Frau K. au» Chemnitz, die sich hier zu Besuch aufhielt, mit dem Kopf gegen die Wagenfenster geschleudert wurde. Frau K. trug einen Bruch des Nasenbeins sowie erhebliche Schnitt- wiindeii davon und mußte die Hilfe der Unfallstation am Zoologischen Garten in Anspruch nehmen. Elternverei« säe freie Erziehung. Der nächste Spielnachmittag findet der ReichStagSwabl wegen erst am 24. d. M'.s., nachmittags 8 Uhr, im Bollthause statt. Von do ab werden die Spielnachniitlage wieder jeden zweiten und letzten Mittwoch im Monat abgehallen. Der Borsland. friede»««. An? der Gemeindevertretung. Auch die erste Sitzung im neuen Jahre bildete den- Schauplatz eines Streites über die P l a tzs r a ge des neuen Rathauses. Anlaß dazu gab eine Eingabe des Haus- und Grundbesitzervereins, die von 74 Personen, unterzeichnet war und die Gemeindevertretung ersucht, ja nicht von dem Beschluß, das neue Rathaus am- Marklplatz zu errichtem abzuweichen. In der Debatte über diese Eingabe, die sich 2 Stunden lang hinzog, trat kein neuer Gesichtspunkt zutage; aber die bürgerlichen LrtSgröße» ließen ihre Lichter leuchten und bekämpften sich in einer Weise, die nur ein Bild von vollendeter Hilflosigkeit zeigte. Als diese Herrchen sich genügend angeödet hatten, rückte unser Genoffe Richter das Verhalten dieser Leute in da» rechte Licht. Es sei geradezu un- erhört und widerspreche jeder Logik, wenn nach jahrelanger, reis. licher Uebcrlegung die Gemeindevertretung den Beschluß gefaßt habe. daS RathauS am Marktplatz zu bauen, die Minderheit einen anderen. Beschluß herbeizuführen versuche. Die Würde und das Ansehen des Gemeindcparlainen«» verlange, daß ein einmal ge> faßtcr Beschluß auch respektiert werde. Auf eine Anfrage erklärt der Bürgermeister, Friedenau stehe finanziell von allen Gemeinden im Kreise am besten da und man denke gar n-icht an eine Eingemein- düng. In namentlicher Abstimmung wurde ein Antrag, über die Eingabe zur Tagesordnung überzugehen, mit 13 gegen 10 Slinunen angenommen. Zum 2. Vorsitzenden des Gewerbegericht» wurde, da Sckwise Saddei von der Behörde nicht bestätigt worden ist, Gemeinde. bau rat Altmann gewählt. Eine Gebührenordnung für Benutzung der öffentlichen Bedürfnisanstalten, sowie ein« Borlage, Bewilligung von Mitteln zur Ansckiaffung von AsphallierungSgcräten, wurde ohne Debatte angenommene Ter fortwährende Streit um die RathauZplatzfrage dürfte der Einwohnerschaft deutlich genug gezeigt haben, daß vielen der Gc- meindevertreter der klare Blick und das richtige Verständnis für solch wichtige Angelegenheiten fehlt. Die Sozialdemokraten haben bei jeder Gelegenheit bewiesen, daß sie in konsequenter Weise die Interessen der Allgemeinheit vertreten-. Daher muh schon jetzt jeder Wähler 3. Klasse dafür sorgem daß im März die sozialdcmo- kratischen Kandidaten gewählt werden. Stcglitz-Dahlem. Achtung, Kranlenkaffeiiwahl' Die Vertreterwahl für Arbeit- nehm er zur Generalversammlung der neuerrichteten„Gemein- samen OrtSkronkenkasse' für Sieglitz und Dahlem findet morgen Montag, von b— Ollhr, im großen SitzungSsoale des Rathauses statt. Da einige Gernegroße eö nicht unter- lassen konnten, eine Liste aufzustellen, ist es Pflicht aller Arbeiter, so- weit sie Kassenmitglieder sind, zur Wahl zu erscheinen. Wahlberechtigt find olle männliche» und weiblichen Kassen- Mitglieder, die da» 21. Lebenviabr vollendet haben. Al» Legiti- mation dient der Ausweis der zurzeit besteheiide» Orislrankenkaffe zu Steglitz oder der Geineiudekrankenversicherniig in Dahlem. Auch genügt eine Bescheiiligung de? Arbeilgeber», daß der Arbeiter ver- jicherungSpflichlig und großjährig ist. Gewerk schoftS-Unterkommission Steglitz- Friedenau. Lichtenberg. Studlvemdnetensitzuitg. Unter Geschäftlichem gab der Vorsteher Kennlni« von einer Resolution der Gemeindearbeiter. die diese an» Anlaß der Ablehnung der TeuermigSzulage durch die Stadlverord- »etenversaiiimlnng in einer zahlreich besuchte» Prolestversaminluiig einstimmig angenomine» hatten. Genoffe Grauer sprach sein ve- dauern au» nber die-virder einmal zutage getretene Stückständig- keit der bürgerlichen Mehrheit in sozialen Pflichten. Er gab der Erwarwng AuSdruck, daß der Magistrat der Resolution Rechnung tragen werde und der Stadlverordiielenversamnilung baldigst eine dcmeiitsprechende Vorlage unterbreiten werde. Da e» die erste Sitzung im neuen Jahre war, gab der Vorfieber einen kurzen Rückblick über die wichtigsten Beschlüsse deS vergangenen Jahre». ES bobcn insgesamt 25 Plenarsitziiiixen stattgefunden. Be- sonders bemerkenswert für Lichtenberg ist die vor kurzem befchloffen« E i n g e m e i n d n n g von RummelSburg, wodurch Lichten- berg in die Reihe der Großstädte einrückt. Ferner wurde in diesem Jahre endlich der Grundstein zum Krankenhause gelegt— Hierauf wurde» die im November v. I. neu- resp. wiedergewählten Stadt- verordneten in ihr Amt eingeführt, u. a. auch unsere Genoffe» Abraham. Brühl, Grauer, Linke und S piecker- in a n n, nachdem vorher die Wahlen einstimmig für gültig erklärt worden waren. Bei der Wahl de» Stadtverordnetenvorstehers erhielt Direktor P l o n z 24 Stimmen, unsere Genossen gäbe» weiße Stimmzettel ab. da der Herr wiederholt gezeigt hatte, daß er nur ausführende» Organ der Herren Schachtel und Genossen ist. Al» Slellvertreter wurde Herr Röder seitens der Bürgerlichen gewählt, während unsere Genossen ihre Stimnien für Genoffe» Grauer abgaben. Zu Beisitzern wurden von uns die Genoffen Spi eck ermann und Seilet gewählt, in den ncungliedrigen WablauSschuß unser« Ge- Nossen Brühl. D ü w e l l und Grauer. Beim Piiiikt: Bericht- erstattung über den beut scheu Städtetag in Posen, gab Genosse D ü w e l l al» Referent ein anschauliches Bild der dort ge- vflogenen Vcrbniidliiiigen. Allieitig wurde der Wunsch laut, daß in Zukunft von sämtlichen Tagungen, wo Vertreter unserer Stadt zugegen sind, mündliche oder schriftliche Berichte erstattet werden sollen. Ter Antrag de» Magistrat», eine Betriebskrankenkasse für die in de» Betrieben und im Dienste der Stadtgemeinde be- ichäftigte» Personen zu errichten, wnrde, nachdem sich die Stadt- verordneten Dr. Walff und Plothen sowie der Bürgermeister Dr. Ilnqer für die Vorlage nnd unsere Genossen Seikel und S p i e ck e r in a n n i» recht wirkungsvoller»»d entichiedener Weife dagegen ausgesprochen ballen, einer Kommission von neun Stadt- verordneten und drei MagistratSmitgliederii überwiesen. Zum Schluß wurde»och über eine» höchst eigenartigen Antrag verhandelt. Da die Rechtslage vom prinzipiellen Standpunkt aus eine lehr zweifelhafte ist, sei der Sachverhalt kurz mitgeteilt. Im Jahre 1905 lauste der Schuhn-achermcister E.Keller aus Triebe! in N-L. durch noiarielle» Vertrag die Häin'er Kreutzigerstr. 18/10 für 342 000 M. und zahlte auch die Umsatzsteuer im Belrage von 3420 M. Durch BeriäliniiliSurteil des Landgerichts wurde jedoch im Jahre 1908 der Kaufvertrag, nachdem wegen arglistiger Täuschung des Käufers durch diesen Klage gegen de» Verkäufer erhoben war. für nichtig erklärt. Keller stellt nunmehr den Antrag, ihm die llinsatzstener resv. einen Teilbetrag zurückzuzahlen, da ja der Kauf al» nicht geschehen anzusehen sei. Der Magistrat beantragte, eine» Teilbetrag in Höhe von 1000 M. zurückzuzahlen. Nachdem fest- gestellt wurde, daß Keller nach seiner eigenen Aussage die Häuser lediglich au» Gefallen gegen eine dritte Person gekauft habe, wurde der Antrag abgelehnt. Ober-Schönctveide. Neuregel, mg der Gcwcrdtstc»cierdili»ig. In Verfolg ber der« schikdene» Aiireguiigen auf Einführung eines anderen Modi!» in der Besteuerung der Gcloerbcbetriebe. beichäftigt sich jetzt der Steuer- ansschiiß mit einer enliprcchenden Vorlage deS GcnieindevvrstaiideS. Die bis dato geltende Steiirrordimng, welche lediglich die Erhebung von Zuschläge» zu der vom Staate veranlagten Gewerbesteuer vor- sieht, brachte e» mit sich, daß sehr große, die Gemeinde aber doch iveientlich belastende indilstrielle Betriebe infolge ihrer buchmäßigen Un- -virtickafilichleil und der damit verbundenen geringfügigen Veranlagung slcucrljch äußerst gering erfaßt wurde«. Hi»znko»i»it. daß sogar ein sehr großer Betrieb, der durchschnittlich 600 Arbeiter beschäftigt, in der ganzen Zeit seine» BenehenS auch nicht einen Psemiig an Gemeinde« chifomnu'NItcuec cutricktet bat. Nach der neuen Lrduung sollen nuir die I. und II. Geiverbesteiieiklasie dergestalt besteuert werde», daß auf j« lOOO M. gezahlter Löhne und Gehälter ein« jährliche Gebühr von 4 M. erhoben werden soll, wa» einrnal einen Mehrcrirag kür die Gciiicindekasi« von zirka SO 000 M ergibr»»d»eben der Erfassung der oben aiigedenlelen Betriebe eine erböbte Stetigkeit der Ein- nahmen aus dieser Steuer gewährleistet. Di« Steuerordnung sieht vor, daß für den Fall, wonach der neuen Ber- aiilagung ein geringerer JahreSstcncriatz sich ergibt, der alte Modn» i» Aniveiidung gebracht wird. Eine weiter« Bestinnining zielt darauf ab, der Genieinde steuerkräflig« Emwabner zu sichern, indem die 3000 M, übersteigenden Gehälter oder Löhne solcher Angestellken, die im Orte wohnen, der Besteilerung' nicht zu- geuude gelegt werde», Bon einer sogenanutc» Kopfsteuer, wo di« Bestenerimg nach der Arbeitcrzahl Platz greift, glaubt« der Steuer- auSsckiiß keinen Gebrauch machen zu tviincii, indem dabei gerade äußerst erlragsfähigc Betriebe gcichom würden. Gegenüber dem alten Zustand« bedeutet die Borlage«ine lvcscntliche Verbesserung, Hoffentlich verschafft sich mehr al» bisher die Erkenntnis Eingang, daß die Aufbringung der Stenern Sache derer ist. die Ricsengewiime einheimsen und dem Orte«ngeheucr« Lasten ausbürden. Spandau. Ttadwer-rdnetenvers-mmlung. Zunächst fand die Vinführung von 16 neu- resp, wiedergewählten Stadtverordnete» durch den Oberbürgermeister K o e l tz e statt. In seiner Ansprache wie» dieser Herr u. a. auch darauf hin,-oie die Stadtverordneten« vcrsaaiinlung und der Magistrat die Steuersätze bisher stets in da» richtige Verhältnis gebracht und er könne nur seine A n e r- k e n n u ng für die Bereitwilligkeit aussprechen, mit welcher die Grundbesitzer unter den Stadlverord« neten die Real st«ucrzu schlage bis auf 280 Proz. erhöht, um nur die A o m m n» a l st c u c r» auf den Satz von 150 Proz. zu belassen. Der Redner vergaß aber zu sagen, daß die Grundbesitzer, wenn sie der Realsteuer, erhöhung zustimmten, hinterher verstanden, die M i c t s s ch r a u b e ganz gehörig anzuziehen, so daß sie die städtische Mehrausgabe meist um das Toppelte wieocr herausholten, und daß die eigen t» lichen Träger der Rcallasten der Grundbesitzer doch nur die Mieter waren. Ihnen wäre doch wohl in erster Linie Anerkennung zu zollen. Tie alten Borstaiidsmit- gtieder bis auf den auö der Versammlung ausgeschiedenen Stadt- verordneten Hanne m a» n, au dessen Stelle Stadtverordneter Berlin trat, wurden wiedergewählt. In den 1. und 6. Ausschuß wurde auch der Genosse Pieper gewählt. Eine etwa 2'/hstündige Debatte gab e? b«i Beratung der Vorlag«:„Erstreckung der An- leilje für die Erweiterung des ScülachtboseS auf 160 000 Mark." Im Jahre 1910 bereits� stimmte die Versammlung im Prinzip einer Erweiterung des Schlachthofes zu. die nach dem damaligen Anschlag etwa 240 000 Ml. koste» sollte und beschloß auch die Auf« nähme einer Anleihe in Höhe von 265 000 Mk. Ausdrücklich hatte damals die Aersammlnng verlangt, daß ihr in 5 bis 6 Wochen ein genauer Kostenanschlag vorgelegt werden solle. Jetzt wurde nun lustig drauflos gebaut. Endlich nach mehr als 10 Monaten kam der Kostenanschlag. Zum Erstaunen nicht nur der Stadt« verordneten, sondern auch des Magistrats, gibt dieser Anschlag die Kosten auf 400000 Mk. a». Die Schuld an der Erhöhung wollte»iemand haben. Tie Schlachthosdeputation schob die Schuld auf die Baudeputation. diese wieder auf das Bauamt. kurzum. der Schuldige tvar nicht zu finde». Was wurde da nicht alles zur Entschuldigung vorgebracht, sogar der Streit der Bauarbeiter mußte herhalten. Alles, sogar der Oberbürgermeister selbst. äußerte seine Entrüstung über eine solckje Wirtschaft. Ter einzige. der sich nicht erregte, tvar der Dezernent de? Hochbauamts, der Sladtbaurat Paul. Er sagte gar nickils. Wahrscheinlich ging er von dem Grundsatz aus. wa« nutzt da» Reden. Taten will ich sehen und die Taten sah man, der Bau ist, ohne Geldbewilligung deS Magistrats und der Stadtverordnelenvcrsammlung beinahe fertig und kostet statt 240 000 Mk. 4 0 00 00 M k. Also bei- n�a he das Dovpelte. Der Referent, Stadtverordneter Schob. Mitglied der Schlachtl-ofdeputation, wollte die abgesetz« Transportanlage wieder eingesetzt haben, dix im Interesse dez armen Arbeiler so sesir notwendig sei.<ür mußte sich den Äiück- Wunsch ocS Stadtverordnete» Tr. Kantorowicz für die Ent- dcckung seines orbeiterfreundüchen Herzens und dazu auch gleich den Hinweis gefallen lassen, das; die Transportanlage doch nur ge- schaffen sei. um Arbeitskräfte überflüssig zu machen. Tie Ver- sammlung bewilligte denn schließlich) auch die Erstreckung der An» leihe um 160 000 Mk.. lehnte aber die Transportanlage ab. Tie ganze Sache soll sodann dem Etatsausschuß zur Nachprüfung über- geben werden. An der Sache wird dies auch nichts ändern. Bei der bevorstehenden Etatsberatung wird dann wieder die berühmte Sparsamkcitsempfehlung folgen, die sich auf die Dinge Haupt» sächlich erstreckt, die für den Arbeiter in Frage kommen. GmcKts- Zeitung. Ein sensationeller Mordprozch, bei welchem unter anderem ein Lokaltermin am Tatorte abgehalten werden wird, beginnt am 22. dieses Monats vor dem Schwur- gcricht des Landgerichts II. Es handelt sich um den in der ge- samten Rechtspflege wohl vereinzelt dastehenden Fall, daß eine An- klage wegen Mordes erhoben wird, obwohl gar nicht feststeht, daß der angeblich Ermordete überhaupt tot ist, da weder seine Leiche noch sonst irgendwelche Spure» von seinem Verbleib gefunden worden sind. Die aus Grund eines Indizienbeweises erhobene Anklage, die auf Mord bezw. Anstiftung lautet, richtet sich gegen den am Lt. April 1858 geborenen Brunnenbauer Gustav Kolbe und die Frau Helene Bchm geb. Domschcit aus Nixdorf. Der Ange- klagte Kolbe ist bereits vielfach vorbestraft, unter anderem sechsmal wegen Diebstahls, darunter mit 3 Jahren Zuchthaus, zweimal wegen Falschmünzerei und dreimal wegen gewerbsmäßigen Wil- derns.— Für die Verhandlung sind vorläufig vier Sitzungstagc in Aussicht genommen. Tie Anklage behauptet im einzelnen folgendes: Der im Kaiserlich Statistischen Amt seit mehreren Jahren beschäftigte Sc- krctär Franz Vehm, der Ehemann der Zwcitangcklagten, bewohnte seit längerer Zeit mit seiner Familie ein kleines Landhäuschen in Dabendorf bei Zossen. Im Sommer 1009 zog der Angeklagte Kolbe, wie behauptet wird, auf Wunsch der Ehefrau, zu den Behmschen Eheleuten, wo er ein kleines Zimmer bewohnte. Die Anklage behauptet, daß zwischen Kolbe und der Frau Behm schon feit längerer Zeit ein intimes Liebesverhältnis bestanden habe, und den beiden deshalb der Ehemann im Wege war. Seit dem 7. Oktober 1909 ist nun letzterer spurlos verschwunden. Als erstes Belastungsmomcnt wird angeführt, daß die Angeklagte Behm, trotzdem schon mehrere Tage seit dem Verschwinden ihres Mannes verstrichen waren, keine Anzeige erstattete. Erst nach einer Woche erzählte sie dem Gcndarmericwachtmeister Schaumann, der sie nach dem Verbleib ihres Mannes fragte, daß dieser zwei Schüsse auö einem Revolver auf sie abgegeben habe und seitdem verschwunden fei. Alle Ermittelungen nach dem Verbleib des Bchm blieben er- folglos. Schließlich tauchte der Verdacht auf. daß Kolbe auf An- stiften der Frau B. deren Ehemann erschossen und dann die Leiche in dem nahegelegenen Dadcndorfer Sc: versenkt habe. Ter See wurde von Fischern mit Retzen abgesucht, ohne daß jedoch die Leiche gesunden wurde. Das Verfahren wurde deshalb auf Antrag des Rechtsanwalts Dr. Schwindt seinerzeit wieder eingestellt und die beiden Verhafteten wurden wieder auf freien Fuß gesetzt. Im Herbst vorigen Jahres tauchten jedoch neue schiverwiegende Ver- dachtSnwmcnte auf, die zu der nochmaligen Verhaftung der jetzigen beiden Angeklagten führten. Es wurde ermittelt, daß Kolbe zu einem Ehepaar Rahn sehr verdächtige Aeußcrungen getan und schließlich eingeräumt hatte, den Behm erschossen zu haben. Mehrere andere Zeugen haben kurz vor dem Verschwinden des Behm zwei Schüsse gehört, denen der Aufschrei einer Mannesstimme folgte. Jni Innern des Hauses wurden an verschiedenen Stellen Spuren von Schrotschüssen und eine Anzahl feiner Glassplitterchen ge- funden. Hieraus wird gefolgert, daß der tödliche Schuß von außen durch die Scheibe auf den am Fenster stehenden Behm abgefeuert worden sei. Hierfür spricht auch, daß Kolbe am Tage nach dem Verschwinden dct Behm eine» Fensterflügel, aus dem ein Stück herausgeschnitten war, zur Reparatur brachte. Dieses heraus- gesägte Stück, welches angeblich morsch gewesen sein sollte, wurde später gefunden. Es wies ebenfalls die Spuren eines Schrot- fchuffes auf. Schließlich wurde noch in einer Laube versteckt liegend, ein Tcppich aufgefunden, der bis zu dem Verschwinden deS Behm in dem in Frage kommenden Zimmer gelegen hatte. Die Untersuchung dieses Teppichs durch den Gerichtschcmiker Tr. Jcserich führte zu der Feststellung, daß das Gewebe an ver- schiedencn Stellen mit Mcnschenblut durchtränkt war, über welches später absichtlich Ticrblut ausgegossen worden war, um die Unter- suchung zu erschweren. Außerdem wurde bald nach der Tat eine Wagenspur aufgefunden, die von dem Bchmfche» Hause nach dem See führte. Die Wagenspur stimmte mit der Spurweite des auf dem Behmschen Grundstück gcfuiidencu Handwagens übercin. Bald nach dein Verschwinden des B. befand sich Kolbe, der sonst stets mittellos war. in dem Besitz von'200 M.. die er angeblich verdient haben wollte. Seine hierüber gemachten Angaben erwiesen sich jedoch als falsch. Schließlich wird noch angeführt, daß Kolbe früher cin berüchtigter Wilddieb war, mit der Büchse sehr gut umzugehen verstand und als guter Schütze bekannt war.— Zu der Vcrhandlnng sind 42 Zeuge» und 3 Sachverständige geladen. Am zweite» Sitzungstagc, dem'23. Januar, soll in Tabendorf am Tat- orte cin Lokaltermin stattfinden, bei welchem unter anderem Schicßvcrsuche angestellt werden sollen. Ucbcr den Ausgang der Sache werden wir berichten. Etos der frauenbewegung. Tic gewerkschaftlich orgauisicrtcn Fraue» in Italien. Nach einer Erhebung der italienischen Konfödcral'.on der Ar- heit waren am Schluß dcS JahrcS 19ll in den Arbcitcrkammern 62543 Arbeiterinnen organisiert, was etwa 13 Proz. der Gesamtzahl der Organisierten ausmacht. Von den 62 000 ge- hören 34 486 der Landwirtschaft und 14 842 der Industrie an. Von ijen italienischen Regionen hat die Emilia mit beinahe 30 000 or- ganisicrten Frauen die höchste Zahl. Am traurigsten steht cS in Sizilien und Sardinien, Ivo so gut wie gar keine Frau in d:r gewerkschaftlichen Organisation steht. Lescabcude. Adlcrshof. Dienstag, den 0. Januar, abend» 8'� Uhr, im Jugendheim, Bismarckstr. 11. E r t r a- F r a u c n ab end. Tages- orduunst: Die Frauew und die Rcichstapswahlcn. Referent Genosse Zabel. Das Erscheinen aller Genossinnen, ist unbedingt notwendig.__ Cdocbcn-Spielplan der Berliner Cbeater. Köiiigl. OpcruliauS. Sonntag: Der Nosenkavalicr. Montan: Million. DlciiStag: Samson und Dalila. ÜTittwoch: Lohengun.(Ansang 7 Ul;r) Donncislag: Der Roscnkavalicr. Freitag: Iphigenie i» Aulis. Eonuabend: Salome.(Ansaug 8 Uhr) Sonntag: Der Rosen karalier. Monlag: Othello, � Kontal. Schauspielhaus. Sonntag: Die Jungsran von Orleans, Montag: Der Bcllicr von Syrakus. Dienstag: Die(Pcschwistcv. Robert Äu'Skord, Ter zerbrochene Krug. Mltlwoch: Die glückliche Hand, Donners, tag: Die Jounialiste», Freiing: Der gehörnte Siegfried. Siegfrieds Tod, Sonnabend: Kriemhilds Rache. Sonntag: Der Bettler von Syrakus, Ajantag: Die glückliche Hand.(Slnfang 7st, Uhr.) Neues königl. Operntheater. Sonnlagnachmitlag 2',', Uhr: Die die Alten fungcii, Abends: Der Doppclmensch. Montag: Don Juan. DienS» tag bis»äckificn Montag: Geschloffeli, Deutsches Theater. Sonntag: Turandot, Montag: Offiziere, Dienstag: Penlbesilea. Mittwoch: Turandot. Donnerstag: Faust. 2. Teil. (Anfang 61/, Uhr.) Freitag; Turandot. Sonnabend und Sonntag: Ter Zorn des Achilles,(Anfang 7 Uhr.) Montag: Faust, l. Teil. Kamuicrsviele. Sonnlau: Nathan der Weife. Montag: Sumurün, Dienstag: Rathan der Dcise, Mittwoch: Der Graf von Gleichen, Donners- tag: Der Arzt am Scheidewege. Freitag: Nathan der Weife. Sonnabend und Sonntag: Offiziere., Montag: FiüblitigS Erwachen,(Anfang s Uhr.) Lessiiig, Theater. Sonntag: Da» Tänzchen. Montag: Gudrun. Dienstag: Das Tänzchen. Mittwoch: Gudrun, Donnerstag; Das Tänzchen, Freitag: Gudrun, Sonnabend und Sonutag: Das Tänzchen, Montag: Glaube und Heimat.(Anfang 8 Uhr.) Berliner Theater. Sonntngnachnüttag 3 Uhr: Dummelftudenten, Abends bis Montag: Grohe Nosiucn, Mittwochnächmittag 3 Uhr: Der Talisman, �onnabendnachiilittag 3 Uhr: Fallisfcmeiit. Neues Schallipielhaus. Sonnlag: Heiligcnwald, Montag: AgneZ Bernauer. Dienstag bis Sonntag: Heiligenwaid.(Ansang 8 Uhr.) Komische Oper. Sonntagnachmittag 3 Uhr: Der Freifchüh, AbendS: Rlgolctto, Monlag: Der Barbier von Sevilla. Dienstag und Mittwoch: Fra Diavolo. Donnerstag: La Traviala. Freitag: Fra Diavolo. Sonnabend: Rigolctto. Sonntag: Fra Diaoolo, Montag: Undinc.(An- fang 8 Uhr.) Kiirsiirstc»< Oper. Sonntagnachmittag 3 Uhr: Das golden« Kreuz, Abends und Montag: Der Schmuck der Madonna, Dienstag: Philcnurn und Baucis. Mittwoch und Donnerstag: Der Schmuck der Madonna, Freitag: Das goldene Kreuz. Der Dorfbarbier. Sonnabend und Sonn- tag: Der Schmuck der Madonna, Montag: Philemon und Bauers.(An- fang 8 Uhr.) Kleines Theater. Soimlagtiachmsttag 3 Uhr: Angele, 1, Klaffe. M- abendlich: LottcheuS Geburtstag, Geny nud Fanny Ähler. HockenjoS, (Anfang 8 Uhr.) NeueS Theater. Sonntagnachmittag 3'/, Uhr: Das Mädel von Montmartre. Allabendlich: Die kleine Freundin.(Anfang 3 Uhr.) Schiller-Theater O. Sonntagnachmittag 3 Ubr: Madame SanZ- GSne. Abends: Der Kiloineterfrcffer, Dienstag: König Heinrich, Mittwoch: ES lebe das Leben. Donnerstag: Die Wildente, Freitag: König Heinrich. Sonnabend: Maskerade. Sonntag: Der Weg zur Hölle, Montag: Zopf und Schwert.(Anfang 8 Uhr.) Tchitlrr. Theater(kharlvtiendurg. Sonntagnachmittag 3 Uhr: Maria Stuart, AbendS; Der Weg zur Hölle, Montag: Maskerade, Dienstag und Mittwoch: Der Weg zur Holle, Donnerstag: Der Kilometer- freffer. Freitag: Maskerade,«oiuiabcnd: Die Wildente, Sonntag: Der Küomcterfrcffer. Montag: Die Wildente,(Anfang 8 Ubr.) Friedrich- Trlilhctinstädtifches Schauspielhaus. Sonntagnach- mittag 3 Uhr und abends: Napoleon Bonaparte und seine Frauen, Montag ui'.d Dienstag: Pnfim. Mittwoch bis Montag: Napoleon Bona- parte und seine Frauen.('Ansang 8 Uhr.) Nrstdenz-Thrater. SoinNaguachmiltag 3 Uhr: Die Dame von Maxiin Täglich: Ein Walzer von Chopin.(Anfang 8 Uhr.) Theater in der Köuiggräiier Straste. Sonntagnachmittag 3 Uhr: Ein Falliffeinent, Täglich: Die fiinf Frankfurter.(Anfang 8 Uhr.) Theater deS TÄestens. Sonntagnachmittag 3 Uhr: Faiinltza. Abends: Wiener Blut, Äiitwoch- und Sonnabendnachmittag 3 Uhr: Max und Moritz, Montag bis Freitag: RnffifcheS Ballett. Sonnabend und Sonntag: Wiener Blut,(Anfang 8 Uhr.) Thaiia-Theater. Allabendlich: Poinifche Wirifchaft,(Anfang 8 Uhr.) Lusttpielhaus. Eonntilgiiachmttiag 3 Uhr: Renaiffance, AbendS bis Montag: Das große Geheimnis.(Anfang 8 Uhr.) Neues Overenen-Tbeater. Sonntagnachmitlag 3 Uhr: Der Graf von Luxemburg, Allabendlich: Die moderne Eva,(Anfang 8 Uhr.) Trianon-Tbcatcr. Sonniagnachnütiag 3 Uhr: Francillo». All- abendlich: Das kleine Cafs.(Anfang 8 Uhr.) Luiseii-Thcatcr. Sonntagnachmittag 3 Uhr: Die Macht der Liebe, AbendS: Berlin O. Montag und DienStag: In Dunkel gehüllt, Mitt- woch: Berlin 0. Donnerstag: In Duntcl gehüllt. Freitag: Berlind. Sonnabend: TranmuIuS. Sonntag: Unbestimmt, Montag: TraumuluS. (Anfang 8 Uhr.) Rose-Theiiter. Sonntagnachmittag 3 Uhr: Der Kampf gegen den Kuß. Abends und Montag: Heimat. DienStag: Der Kampf gegen den Kuß. Mittwoch und Donnerstag: Heimat, Freitag: Der Kampf gegen den Kuß, Sonnabend und Sonntag: Heimat. Montag: Zwillinge, (Anfang 8 Uhr.) Belle-tlllliance-Thcatrr. Sonntagnachmittag 3'Jt Uhr: Zapfenstreich. Abends und Montag: sberlok HölmeS,(Anfang 8 Uhr.) DienStag: Der Freischütz, Mittwoch: Shcrlol Holmes, Donnerstag: Hamlet. Freitag: Die Räuber. Sonnabend: Hamlet, Soimiag: Sherlot Holmes.(Anfang 8 Uhr. Montag: Der Fretfchütz.(Anfang 8'/, Uhr.) ReiieStBolkSihcaicr.«Neue Freie BolkSbühne.) Sonntag: Leiden- fchaft, Montag: Fritzchen, Der zerbrochene Krug. Dienstag: Leideiifchaft, Mittwoch: Fritzchen. �Der zerbrochene Krug. Donnerstag: Geographie und Liebe. Freitag. Sonnabend und Sonntag: Fritzchen. Der zerbrochene Knig, lAnfang S Uhr.) Bühiivngonosseuschaft. Sonntag in den PhantSsälen. Müllerftr, 142: Raub der Sadlnerinncn, Montag Theater AI!-Beriin, Blumen stc. 10: glaub der Sabinerinnen. Donnerstag im Thealer Alt-Berlin: Minna von Barnhelm: t» den Sopbleiifälcn. Sophicnstr. 18: Kabale und Liebe; in den Hohrnitaufciifälcn, Kollbufcr Damin 76! Flachsmann als Erzieher, Am Freitag gelangt in den Prachlfälcn des Ostens, grankfulcker Allee 151/153 Das Glück Im Wintel zur Ausführung. Easino-Tiieatcr. Sonniagnachnilttag 3'/, Uhr: Die Tochter deS Sträflings. Abends täglich: Der Kampf ums Dasein.(Anfang 8 Uhr.) Mmopol-Theiuer. Allabendlich: Die Nacht von Berlin.(Anfang 8 Uhr.) FalieS Eaprice. Allabendlich: MandelblüthS Polterabend. Waffen- übiiiig. LoSgclaffcu.(Anfang S'/, Uhr.) Herrnfeld Thcarcr. Täglich: DcS Kind der Firma. Echmcrzlofe Behandlung.('Anfang 8 Ubr.) Apollo- Tbearer. Sonnlagnachuüllaz 3'/, Uhr und abends täglich: Spezialitäten,(Anfang 8 Uhr.) TValholla. Soiinlaguachniilfag 3'/, Uhr: Prinz und Bettlcrtn. All- abendtich: Teufe!, daS bat cingcfchtagenl(Anfang 8'/, Uhr.) Zirkus Busch. Sonntagnachiniltag 3'/z Uhr: Grofze Vorstellung, Täglich: Gala-Vorstellung.(Anfang Tl. Uhr.) Zirkus Schnmau». SomitagnnchmUwg 31/, Uhr: Große Vorstellung, Allabendlich: Gala-Borficllnng.(Anfang T/. Uhr,) Zirkiis Karras, u»i. Ab DienStag: Große Vorstellung.(Anfang 8 Uhr,), Passage- Theater. Sonnfagnachmittaz 0 Uhr: SpeMitäten, Täglich: Spezialitäten.(Ansang 8 Uhr.) Neichsliatleii- Theater. Täglich: SIctliner Sänger.(Ansang 8 Uhr, (Sonntag» 7 Uhr.) Känigstadi Kasiiio. Täglich: Spezialitäie».(Anfang 3 Uhr.) Ikarl-Havcriand-Theater. Täglich: Spezialitäten.(Anfang 7'/« Uhr.) Intimes Thcaier. Täglich: Der Brandfti'ter.(Anfang 8'/, Uhr) SLintergartru. Täglich: Spczialiläten.(Anfang 8 Uhr.) Sonntag nachmittag 3 Uhr.) Urania- Theater. Taubciiitr, 48/49, Sonntag: Von Heran zum Ortler. Montag und Dienstag: Aus dein Leben des Meeres. Mittwoch; Handel zwltchcn Ostsee iind Südeuropa vor unferer Zettrechnung, Donnerstag und Freitag: Aut dein Leben dcS Meeres. Sonnabend und Sonntag: Von Me.nu zu:» Lrllcr. Monlag: Unbestimmt.(Anfang 8 Uhr.) Ttcruwartc. Invalid eustr. 57—02. Eua aller Melt. GJk man Geld macht. J'-l der lauscndci: Jhnunicr des„Cornbill Magazine" erzählt der öckannte englische Pnbiizist Sir Hrnri) L n c l) eingehend die Ge- schichte, wie der eng Ist che Staat zu den Atticn der Suezkanat- gesellschaft kam, die der englischen Staatskasse im letzten Jahre nicht weniger als 1 226 Ovo Pfund Sterling(24 529 OOO M.) einbrachte». Da der Staat die Aktien für 4 Millioiicu Pfd. Stcrl.(SOOOOOOO M.j kaufte, so bezieht er jetzt au? dieser Quelle eine Dividende von mehr als 39 Proz. Die Papiere gehörten ursprstngltch den, Khediven. Im Frühjahr de» Jahres 1875 brachte nun ei» englischer Joliriialist nainenS Greeuwood in Ersahrung, daß sich dcrKhedtve in Gcldiiütsn befaud und gern seine Siiczaklicn verkaufen niochte. Er ivollle sie aber nur als eine Partie verkanten und zwar für bare» Geld. Grcenwood sah nun sofort, wie vorteilhaft der Ankauf dieser Aktien für den englischen Staat sein würde und setzte sich mit dem Minislcriuiu für auswärtige Augelegniheitcu in Verbindung. Der damalige Premierminister. Lord BeaconSfield, ging auf den Vorschlag GreenwoodS ein und in einer Woche war der englische Staatsschatz um ein höchst wertvolles Qbjelt reicher. Die Tairchsührnng de? Kauf» bot jedoch einige Schwierigkeiten. MZ man sich in Kairo erkundigte, wie viel der Khedive venu für seine Aktien verlange und die Summe<4 Millionen Pfunv Stcrling in bar) erfuhr, glaubte mau zuerst, daß der Plan mi- durchführbar sein. Dem Parlament und der Orstentlichkelt oaunr zu kommen, war der Natur de» Geschäftes nach umnoglich. BeaconSfield mu&te die Transaktion auf seine eigene Kappe nehmen und von der VolkSvcrtretrmg nachher die Znstiinmnn� erlangen. Aber woher die Kleinigkeit von vier Millionen Pstmd Sterling m bar hernewnen? Schließlich wandte sich der Premiermrmfier an den Londoner Rothschild. Am nächsten Morgen war schon die Auuvort da. Der Familienrat der FamiUe Rothschild hatte beschlossen. der Regierung da? nötige Geld gegen eine Provision von 2'/. Prozent vorzustrecken. Rothschilds kleine? Trinkgeld betrug 199 999 Pfd. Sterl.<2 999 999 M,). Jeder Arbeiter ist feine» Lohnes wert. Rur bekam in diesem �alle der Arbeiter, der Mann, der den klugen Einfall hatte, mchtS. AL? man Greeuwood fragte, was er als Belohnung wünsche, weigerte er sich, etwas zu verlangen, und sagte, er habe nur seine Pflicht ge« tan. Allerdings versichert Sir Henry Lucy, daß sich Greeuwood m späteren Jahren seinen Freunden gegenüber oft bitter darüber be» klagt habe, daß man seine Weigerung so wörtlich aufgefaßt habe. Der Schlüssel zum Himmelreich. Ein Bauer an» F r a n k e n b e r g bei Eichstädt in Bahem wurde jüngst beerdigt. Der Pfarrer von Emsing schloß seine Grabrede wie folgt: Die W a h I e n stehen vor der Türe und wir am Grabe eines echt katholischen Christen, der immer nur einen Mann vom Zentrum wählte, wie jeder rechtschasfene, ehrliche Mann, der um sein Seelenheil besorgt ist, eS tun soll und tun muß. Wer das Fegefetler scheut, wird nur Zentrum wählen dürfen, um die christlich: Kirche und Schule zu erhalten, welche so bedroht ist. Zum Schlüsse sagte er:„Christ, willst Du in den Himmel kommen, so folge dem Beispiele des Verstorbenen und wähle Zentrum!" Ilm so schlechter wird es aber den P r i e st e r n gehen, wenn die Bibel recht hat. Denn dort heißt es im Evangelium LukaS. Kapitel 21:„Hütet Euch(vor den S ch r i f t g e l e h r t e n, die da wollen einhenreten in langen Kleidern. Sie fressen der Witwen Häuser und wenden lange Gebete vor. Die werden desto schwerere Verdammnis empfahen." Schwerer Eisenbahnunfall in Paris. Am Freitag abend hat sich ans dem Bahnhof Austerlitz in Paris durch falsche Weichenstellnng ein schtverer Unfall zuge« tragen. Ein A r b e i t c r z n g, der von Juvisy kam und von einer elektrischen Lokomotive gezogen wurde, loollte gerade in den Bahn- hos einfahren, als er irrtümlich ans ein Gleis gelenkt wurde, auf dem eine Lokomotive stand. Der Lokomotivführer konnte nicht mehr bremsen, so daß der Zug mit voller Gewalt auf die Maschine ausfuhr. Der Passagiere bemächtigte sich eine große Panik. Die sieben Wagen wurden schwer beschädigt, einer fing Feuer, das glücklicherweise schnell gelöscht werden konnte. Die RettiingSarbeiten wurden sofort in Angriff genommen. Die Zahl der verletzten Personen beträgt, wie festgestellt ist. S3, von denen 32 in ihre W oh» n n g e n entlassen werden konnten, nach- dem sie verbunden worden waren. Die übrigen 21 Verletzten, von denen eine große Zahl K n o ch e n b r ü ch e erlitten haben, sind in verschiedene Krankenhäuser gebracht worden. Bei keinem der Ver« »»glückten besteht unmittelbare Lebensgefahr. Eine Viermillionen-Pleite. Nach einer Meldung aus Toulouse hat der Bankier Delpech auS Villefranche de Rouergne die Zahlungen eiitgestellt. Der Fehl- betrag wird auf mehr als v ie r M i l l i o» e n Fr a n k be- z i s f e r t. Von dem Bankerott werden an 2 999 kleine Grund- b e s i tz e r. Rentner n n d G c i st l i ch c b c t r o f f e n. Delpech verübte einen Selbstmordversuch, indem er Gift nahm, be- findet sich aber außer Gefahr. Die Volksmenge veranstallcte vor seinem Hause lärmende Kimdgebnngen. Kleine Notizen. Ein Messerheld. Im Verlaufe eines ehelichen Streite» erregte sich in F r e y st a d t(Schlesien) der Arbeiter Schmidt derartig, daß er seine Schwiegermutter und seine Frau durch Messerstiche lebensgefährlich verletzte. Die Schwiegermutter starb bald nach der UeberstiHrimg ins Kmnkeiihans, der Täter flüchtete, konnte ober auf dem Bahnhofe kurz vor Abgang des Zuges f e st« genommen werden. Schweres Antoiitobilunglück in London. Ein bedauerliches Unglück ereignete sich in C am den Totvn, einer Vor« stadt London«. Ilm cin Kind nicht zu überfahren, bremste ein Aiitomobil so stark, daß der Wage» auf den Bürgersteig sprang und in ein Schaufenster geschlendert wurde. Ein vor dem Schau- feilster stehendes Mädchen wurde dabei sörmlich breiige drück t. Vier andere Kinder, die ebenfalls vor dem Schansenster standen, wurden von dem Automobil durch die Scheiben in den Laden geworfen, wo sie erheblich verletzt liege» blieben. Sie tvnrden nach einem Krankenhmise gebracht, Ivo sie schwer krank daniederliegen. Auch der Chauffeur hat leichtere Verletzungen davongetragen. �_ Arbeiter- Esperanto- Berelniguug Gros!- Berlin. Gruppe Zentrum. FreiiagS 89, Uhr, Restaurant Tröbcl, Blankcnselde-Str.il). — Gruppe Moabit. Freitags 8'/, Uhr, Restaurant Frosch.«SotzkowSk:,» straße 30,— Gruppe R i x d» r j. Somiabendö 8 Uhr, Rcstailrant Kuhlmey, Sicinmctzftr. 84. jetzt OtavistraBe fcabe ich in meinen neu erbauten, elegant ausgeslalteten Klütern noch einige 264/3* I- und 2-Zimmer"Wohnungen mit Warmwasserversorgung per 1. April WM" billig"WW tu rermlticn. Arbeiter Wanäerbund„Die HatiirfreiiDde" Sonnlag, den 14. Januar, im„Dsulschea Kol", Uuckauer Str. 15; Cicfttbllder-Qortrag „Wanderungen durch die Mark". i Uta Jlii'rrainvl) Lage und Bodenbcschaffenheit. Sprache und � yu ZUii UHinn. Humor dcS NckmnärkerS. Vom Tabaksbau. Ein'Ausflug nach SchmciN und Wolfshageu, zum Märchcnfchloß Boitzenburg u. au den WrrbeNiufcc. SlimmungSreiche Frühlings- und Herbstbilder. q 7l|»f flümiltrt Geologie und LandfchaftScharakter. Besiedelt» luug u. Kultur. Eine maleAfche Wanderung durch den intereffanlcn Höhenzug: Barnlh. der Hohe Golm, die Niepiitz, die Rummeln, in blühender Heide, die Flüminzburgen te. Nach dem Voriragc: Geselliges Beisammensein n. Tanz. Beginn 7 Uhr.(1/1») Eintritt 25 Pf. Straße 22- an der Mttllerstraße f_/ vom TYVT�"Tl TT 1"T— Mcoiaa.daiÖ. Januar An«tTyF'rlr�T if Smmsbewi� so.« ry77»�ifVljl � � b�vIA�P'-f zufabe!l}aff billigen Preisen! Ein Posten 0 11C an junge und vermögende Leute aus guter Familie heranmacbt und sie dann unter allen möglichen Vorspiegelungen gehörig ausplündert. Auch jetzt wieder hat sie es in sieben Fällen verstanden mit jungen Leuten, darunter dem Sohne eines Landgcrichtsdirektors H-, Liebesverhältnisse anzuknüpfen und deren Geldbeutel zu erleichtern. Sie nannte sich „Gerda von der Recke" und„Gerda von Rödern" und gab an, die Tbchter eines reichen Rittergutsbesitzers zu sein. Sie erzählte dann, daß sie sich augenblicklich mit ihren Eltern entzweit habe, da sie diese mit einem ungeliebten Manne verheiraten wollten. — Vor Gericht war die Angeklagte zum Teil geständig. Mit Rück- ficht auf ihr überaus rafftniertes und gemeingefährliches Treiben erkannte die Strafkanimer dem Antrage des Staatsanwalts gemäß auf a Jahre Zuchthaus, 1050 Geldstrafe und 10 Jahre Ehrverlast. Bequeme Hauskur ohne Diät Garantiert unschädlich üqotheker Kumbier's fest 23 Jahre» vou bewährter Heilkraft bei Blutarmut, Bleichsncht, Nervenleiden. Magen-, Darm-, Leber., Gallenstein., Niere« u. Blasenleiden, Rheuma- tismu-s, Ischias. Lunqcnkatarrst. Atembeschwerden. Herzleiden, beiden der Wechs-liahr-, Epilepsie, Schlagas.r-Berkalkung. Zuckerkrankheit. NO 31. SK. 1« svim.«U rtl. an. l?»ran.»NO 31. Si.:M»prän. 3»rt!ti>unn; 30 FI. M. M; CO 3l.»f. 15. StefmiHfl 6« 3las««n lilr da» Stadtinacr« ttn»-lo. Ml d-i StadtSuft«»« nod dl» nSder.» �ötvv,- 13 fcjw. 30 Fl. Orfammen M-Ich-N-Bta«!».- Stach auswärt«;«Itle 30 Fl. frei jnt Oefra wi. 15, U Hiffett M. S7. Forlledana: 1»ifte WU 13. gilt frsofiert«urflchirfaaMe Mst« wilden 4 Si. dos«»!. „Berliner Stahlbrunnen1'(Apotheker Kumbier's Erben) g. m. b. h, Berlin StöWj Marienstrasse 30. nearünd-t 1 H.H5. FernsPrtch'Avschlusie: Ami Jlorbre 5631 und 4832. W Keilanzeäsen. gh.»»»Dtv.lilimcn»rrtiaet Strtdtbiimnen cmdsehlril. eit»t)n'«l6, 17. a»j«mti»r 1»11. (3t»B�»ej. Slagd-barg».--- .. Ihr„»prürer Sta»Il»r»Bot«" hat hei mein«»«ihre alten Hm-, yioveB-uni'«»argnieMci«. femar noch bei Ver.etilelmucft ranialir h unw.rtr.!nin sa'.r ciacm jkdS!,«u»lef«* etioen«üäheöl Arlhnr U'KIhnbn, randwirt. ... leb hatte per hgliie« Ap;>em mm F.eePw. dann war mir Innii'f e« voll Im ÜVaflen. Im» mw hatte leb"ur»»wf»r»r«lwe »chnagTrww.»t ler»clilcciien Stnnlgana-n»«vhr M>t» t etnen �.eltlaV, im r\n Me�rvetisrlcHforzert reftTtl» 14 des Nachts nirtu rtrauil •, i-f-te 5ie'edcu ipIi« Hasrhan ron Ihrem„Bprllner Ntahlbrunnev" «rtrnnfceo, föhlle leb»lebt mobr die(iebwaro in dfn Gliedern, mir wn-d« ro* ffeeho an Woche leiebinr. leb bpham Apnetlt tnni Ka.cn und riihiaew srhinf. aneb der RtolOeani» wurde reaPlmÄsal*. Ich hatte wieder mehr Mut mm Leben, während Ich aon.t Immer traurlff nnd misseestimmt war••. ««riii«, t». Ttitoiitr 1911. Frau W. MOUer. i'tfiRtltt Ctrafce 23 Ihr Utahlbrnnnen bat mir sehr«nte Dienste getan. Ich hallt ein so .-"«hwere« Maacnletden. dar Ich ißr(hl«le. i» Unme nit nicht helitt neihn. N'aeu den ersten m Claeehe« war N-w Leldan ran« reeebwanden. Leberbnnpr war mein All»emeinbeanden dnnn et» eebr retee.?!a-h d«, leutnen'luiebfifiot»».l der Nur bah» t« enO ne Kör perrewleu» snre- nemmen»nd iind- wohltnonde Iiiire dntch den Nrunnen in den U'eeHecl- iahrew. Ich fann Ihr©eUntlllel allen leidenden auf dal wämisie cntpieljlen. \!Ua,st«ii 1(1 5oS villstmnnt'tfiiiDfn hfdeirtoid helle». Fritdanaii. NO. Mari l»l«. ke-rel. Nlaast. Naijer-Äüee SV. leb litt aelt 7«abren an ewt» Hit»nirflllat ftBJrlen Longealclden. (tebwetrern veralteten BroweblalDwIarrb«>->-1 pcrvO.en nnd nicht mehr seheierahaft. UefertanW bah» ich neuen Leheetmot und grojf Arbeltatrendo rewtnum, auch seilt an(lewtebt rnRenommen. «SSnrlottrnbitrn, vto. CtielilOll. Frau Jnllo Graner. Siofinrnstiadr B. leb litt mit 3 Jahren an 3lcrv«�i>ehmerTcn, Rhemnallnwnn. Herrlelelen. Itlntarmut und S«nhlvep> topTnngf. Slnchdein ten Jinem.S'einnet«lacihtnnnen" i »ein leiden feilt teteiint Beide Berlin, 10. März 1011, atüjielet Elr. 7. ich ten Jlnrm.S'eiltntt Kiatlhtnnnen" jjlataicit«enunten leb«, bot sich !'' die Sur Im nächst»n?ehr» wieder Heien. Frau Nornlg. Ihr„0e»l>u«r Ktahlbrnnnen". tan dem Ich Ii«He» SV Fieschin gidteuchl». ist mir seh» gut bekommea. leb litt seit meinem It. Lebensjabrn nn epilrptigebcn Krairntanfflllen, di» fiih den Tag 8— 4 mal wieder» hellen. Seit dem Jehro IhtIK, da Ich die ersten 30 Kleccbea roo Ihrem Brennen xetrunken habe, ist die»pileptlscbeKrankbelt ran« ansaebliehen. Rstdorf,* 15. Teinnvei 1010, Cittmannfi«. 214-219. selin»< rcen»n«Irr Hei iguHfiid..1« Uli«» nur um gtedet nnnrengang noch lutzr Jtttdcn fttten. ttuthe dabei ntet jrditinal ton«nerirägiich»» Item aal diiiillm xnuetn" euäKr mim ein ttfit«ehniorihaftrr, mit Answurf»er- bnadrner linsten. Zu jctcc Arbeit w.n Ich oudrtuiinSe. iede Atlei»li>st wer euch verichiuniidin. de ich meinen Znitand als hollnnngtiot enieb, inioige det AvpetieloslirkeU enrti immer(ebisäthtt wurde. Nachdem ich 45 nialchen ,.lter- linei rinhlbrasnon" atitimken habe. Uhtn meine Krnfte wesemtlieh su- Leeommon», ich Iah» wieder r«t»w Appetit, gnte Terdaopnn, keen wieder tnehtlc»eilen, aneb im Uansbalta arbeiten, wädrend ick vorbei to» S»«>fche 'aii dauernd gegen Ituiie. Meiu Husten ist bedeatend leichter«ewordan| Etntl Gntteek. Ihr lltelribraanen hat aleli lel meinem nai-vgnew Magcnlrliten und üarfnltrMrer Stnblvcntoprnna»nfa heote bewährt. Heine Sc» wlnUfinnl ille sind gänsllcb rorflbei nnd nhle leb mich wieder»eeuad Xigel. 1«. Slanuft Itelv. Fra»»orkbert. vrunowitraße 23 a, Ich habe Ihren„Berliner Ststalbrnnnen" mit eebr»Uten Irfol»«»e»en Blalarasal, chronUehcn RKrhenkainrrh und Katarrh der I, alt wette»eirunken, eo dasa icu ihn ihnlleb Leidenden mit«nt«m Gewissen empfehlen kann. «trliit SO, H. Mut 1910. MuSlauer 61t. 47. Gnntav Tasche, itaufmaua. ... leb litt»ehr an Nervenleiden, Koitfnrliincifoii, lilapen. nnd L'nterlelbnliencliw erden. Das alles hat sieb, nachdem leb «<1 Vlaschen„ilcrllner Mnhlbrunnsn"»Strünken habe,»eboben... Holla bei ihiutAtn, 10. Ctlotier 101O, Fraa E. Basier, .. Bat 2 SGilirtu bat!« ich trteulende DUteerlnatn tBei! Ich auch den iTeeliseljabren terdtugen wollte machte ich den Betiuch mit Ihrem klahl- tittiniiin, weicher mir rarall»llel>»eiiolfen bau Sieht bloss Vrr- dauunw und Stcihlgang sind»ere»eU, na kommen aneb keine !4» Garderobe nach Äajs, saubere Arbeit, grohes Slosflazcr, Puletot. Anzug 40 Mark an. Kaust beim Handwerker, lasset den Hand- werkcr verdienen. Teilzahlung gcstailet. F. Dörge, Dresdenersirahe 109.« Ztnkwastbsiister, Zober, Sitz. wannen, Badewannen. Spezialsabrii Retchenbergerslraße 47. Lesern 5 Proz. Leihhans.Schöneberg', gegenüber Buhnhos, Scdanstrah« 1, Telephon Ami 6, 16687, bietet stelS Gelegen« heilskäufe in verpsändei gewesenen und neuen Anzügen, Sommer- und Wwterpalctois, einzelnen Hosen, goldenen, silbernen Herren- und Damen- Renionioire- Uhren, Kelten 3,50 an, seiner goldene Ringe, Broschen, Ohrring«, Piantnos, Fahrräder. Frei- schwinger 10 Marl an. 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