Ztr. 10. Bbonwraents'Bcdingnnaen: RBotmcmenlä< Preis pränumerando: Viert eljährl. SgO Mk, tnonoü. 1,10 Ml, wöchemlick 28 Pfg. frei ins Haus. »mzelne iiwinmer ö Pfg. Sonntags- nummer mit illustrierter Sonntags- Beilage.Die Veue WelN 10 Pfg. Post. «donnemenl: 1,10 Mark pro Monat, Tingetragen in die Poft.Zeitungz. Preisliste. Unter Kreuzband sür Deutschland und Oeslerrelch. Ungarn 2 Mark, für das übrige Ausland g Marl pro Monat. Postabonn emems nehmen cm: Belgien, Dänemark, Holland, Italien. Luzemburg. Portugal. Rumänien. Schweden und die Schweis. etothii agn« ns« Boatsss. Berliner Bolksblakt. 29. Jahrg. D!e Insertion!-Lebühi' deirägt sür die sechsgcspaltene Kolonel- geile oder deren Raum 00 Pfg., für politische und gewerlschastliche Vereins- und Versamnuungs-Anzeigen SO Pfg. ..Kleine Hnicfgen", das fettgedruckte Wort 20 Pfg. tzuläfstg 2 fettgedruckte Worte), jedes weitere Wort 10 Pfg. Stellengesuche und Schlafstellcnan- geigen das erste Wort 10 Pfg., jedes weitere Wort 5 Pfg. Worte über 15 Buch- slabcn zählen für zwei Worte. Inserate für die nächste Rummer müssen bis 5 Uhr nachmittags in der Trpcdili'N abgegeben werden. Die erpedilion ist bis 7 Uhr abends geöffnet, Telegramm. Adreff« „Soztoldtmolirat Rtrlin". Zcntralorgan der rozialdcm okrati fehen Partei Deiitfchlande. Rcdahtionj 6CQ. 68, Lindenetrasse 69« o- er*—* Sonnabend, den 13. Januar 1912. Expedition t 8AI. 68» lUndenstvasse 69. Der tag des deutschest Unser der Tag! Nicht gering sind unsere Erwartungen gewesen, aber sie sind erjüllt worden. Und wir, die wir den Kampf lieben, wir, die wir nie befriedigt sind, so lange die Herrschaft der Klassen die Menschheit drückt, heute dürfen wir einen Moment lang zufrieden fein und mit stolzer Genugtuung der Erfolge uns freuen, die zähe, geduldige, unermüdliche Arbeit ge- tragen hat. ' Ganz prächtig hat sich G r 0 ß- B e r l i n S sturmerprobtes Proletariat geschlagen. 308 000 Stimmen haben wir in den sechs Berliner Kreisen diesmal gemustert gegen 251 215 im Jahre 1907. Welch ein Armeekorps I Und kein Zivcifel ist, daß inTeltow-Beeslow und Niederbarnim unsere Erfolge nicht hinter den Berliner Siegen zurückbleiben. Stolz weht die rote Fahne, und denen sie als siegreiches Panier voranleuchtet, deren Zahl ist zu gewaltiger Höhe ge- wachsen. Ueberall zeigt sich ein starkes Anschwellen der sozio l'demo kr atischen Stimmen und die Vierte Million wird heute überschritten ivorden sein. WMhn Millionen erwachsener Männer hat heute das echt zur Wahl gerufen, zu entscheiden über das Schicksal des Scchsundsechzig'MiUionen.Bolkes. Es � siartiges Bild, dieses große Volk, das zu den Urnen eschick zu entscheiden. ich, längst ist das Wahlrecht nicht mehr gerecht. ES allgemein: die Männer zwischen dem 21. und sind ausgeschlossen und die Frauen. Es ist nicht aeim: In den ländlichen Bezirken wissen die bürger- teien, unterstützt von schlechten Hütern des Gesetzes, imnis zu lüften. Es ist aber vor allem nicht lud gerade die Sozialdemokratie ist eS. die darunter hat, daß die rückständigsten Bezirke, die Domänen r und Klerikalen, ein oft zehnmal wirksameres ausüben. Die politische Machtalisübung, sozialdemokratischen Drittel des deutichen bührt, wird ihm unerträglich verkümmert. Sieg, den wir heute errungen, ruft zu a m p f, zum Kamps um die Durchsetzung h e n Rechts zum Reichstag, zu allen Ver- rn. 'tz alledem, dem moralischen Gewicht der ge- idgebung des heutigen TagcS kann sich nicht Freund entziehen. Ein Drittel des Volkes hat seine Stimme abgegeben i a I d e m 0 k r a t i e. Es hat gestimmt gegen a l i st i s ch e Politik. Tie nationalistische «gslos geblieben. Das frevle Spiel der Kriegs- Verbrechen gebrandmarkl. Die arbeitenden �andes wollen nichts wissen von der Kriegs- aialen Eroberungspolitik, nichts wissen von es Wettrüstens, nichts von neuen NüstuiigS- .'uen Steuern. Die gewaltigen Massen, die hinter der Partei der Arbeit stehen, wollen nichts wissen von der Plünderungspolitik der Lebensmittel und Kartellzölle, sie wollen energische und wirk- same Maßregeln gegen die Teuerung, wollen Sozial- Politik. Die Millionen Stimmen, sie sind ein Mi l l i 0 n e n- Protest gegen Ausnahmegesetz, eine Millionen- forderung politischer Freiheit. Vier Millionen, ein Drittel des deutschen Volkes im Lager der Sozialdemokratie, im Lager der verfemten, ver- folgten, verhaßten, gefürchteten Partei. Ein Drittel unseres Volkes im Lager der Partei, die unerschütterlich ihren Weg geht, die Arbeiter organisiert, aufklärt, mit dem Bewußtsein ihrer Macht und ihrer historischen Sendung erfüllt, ihre Jnter- essen vertritt in den Kämpfen des Tages und sie vorbereitet zu der größten Tat der Weltgeschichte: zu der Befreiung der Menschen von dem blinden Walten ökonomischer Kräfte, vor- bereitet zur Verwirklichung der sozialistischen Gesellschaft, in der die befreite Menschheit über die un- geheuer segensreichen Kräfte, die ihrem gesellschaftlichen Zu- samniemvirken entspringen, mit bewußtem Willen und gleicher Planmäßigkeit verfügt, wie sie heute schon in nimmer rastendem Fortschritt die Herrschaft über die Natur erobert hat. Neben dem großen Erfolg unserer Partei tritt das übrige Ergebnis des Tages an historischer Bedeutung zurück. An historischer Bedeutung, denn das WachsiuM der Sozial- demokralie ist das bedeuiungsvollfle Ergebnis dieses Wahl- kampfes, weil es das bleibende ist. Wir wissen wohl, daß wir allein auch nach einem große» Siege nicht alle Forderungen der Arbeiterklasse durchsetzen können, selbst so iveit sie innerhalb des Kapitalismus erfüllbar sind. Uns ist unser starkes Wachstum nur ein Zeugnis, zu welcher Höhe die Klassengegensätze sich bereits entwickelt haben und wir wissen, daß mit unserer Macht auch der Widerstand unserer Gegner wächst, daß künstige Kämpfe, bedeutungsvollere Ent- scheidnngen uns noch bevorstehen. Wcnden wir uns aber jetzt der unmittelbaren politischen Bedeutung des Wahlergebnisses zu. so scheint der Wahltag — soiveit man bis zur Stunde urteilen kann— für den schivarzblauen Block ein Tag der Heim- zahlung und Heimsuchung gewesen zu sein. Bei den Konservativen und ihrem Gefolge allerdings in viel höherem Grade als bei dem schivarzen Bruder. Aber auch das Zentrum hat Stimmenverluste oder St�mmenstillsland zu verzeichnen und hat die. wie es scheint, ziemlich weit- gehende Behauptung seines Mandatbesitzcs nur der veralteten reaktionären Wahlkreiseinteilung zu verdanken. Die Liberalen haben nicht allzu schlecht abgeschnitten und es hängt jetzt von ihnen ab. ob der blauschwarzcn Majorität ein Ende gemacht wird. Darüber werde» die Stichwahlen entscheiden. Ihre Zahl ist anßerordentlich groß, erst ihr Ausfall wird die Zusammensetzung des Reichstags bestimmen. D i e Sozial- demokratie steht weitaus an der Spitze. Es ist selbstverständlich, daß sie in allen Wahlkreisen, wo ihr Kandidat zur Wahl steht, die äußerste Energie daran setzen wird, den Sieg zu erringen, zu vervollständigen, was der heutige Tag begonnen. Wo sie selbst zu entscheiden hat, ist ihre Stellung klar. Der Parteitag von Jena hat die Bedingungen formuliert, unter denen die Partei Stichwahl- Hilfe gewähren kann. Jeder nur halbwegs Liberale kann sie unterschreiben. An der Sozial- demokratie wird es nicht liegen, wenn die schwarzblaue Rtehr- heit vernichtet wird. Werden aber die Liberalen wissen, was sie zu tun haben? Werden sie endlich den Mut haben, das Notwendige zu tun, das für sie Notivendige, und jede Stimme der schwarzblaucn Reaktion verweigern, jede Stimme im Kampfe gegen die Schwarzblauen dem Sozialdemokraten zu geben und so zu halten, was sie vor der Hauptivahl immer wieder beteuert haben? Wir wollen es ruhig abwarten. Wenn wir für die Liberalen und gegen die Schwarzblauen die Entscheidung fällen werden, w i r tun das ohne alle Illusionen. Wir wissen zu genau, daß zivischen uns und dem Liberalismus ein Ab- grund klafft, nicht nur in der letzten Prinzipienfrage, sondern auch in den wichtigsten Fragen der Gegenwart. Vom Gift des Jniperialismus zerfressen, ist der deutsche Liberalismus in vielen wichtigen und entscheidenden Fragen mit den Schwarz- blauen einig, und die Erbitterung der Bekämpfung gleicht gar sehr dem Kampfe feindlicher Brüder. Aber trotzdem: Die Liberalen versichern, daß ihre Herrschaft eine neue Aera politischer Freiheit und sozialer Wohl- fahrt über Deutschland heraufführen werde. Wir glauben nicht daran und zu tief sitzen in uns die Erfahrungen des Klassenkampfes, als daß wir schönen Worten trauten. Aber sei's drum. Wir sind bereit, die Liberalen die Probe ausS Exempel machen zu lassen. Sie sollen zeigen, was sie können. Die Entscheidung liegt in ihrer Hand und sie tragen die Verantwortung für das Ergebnis der Stichwahl, für die Zusammensetzung des künftigen Reichstages. Und nun ein Wort des Dankes an unsere Ver« trauensmänner, an all die vielen opferwilligen Genossen und Genossinnen, die in diesen Tagen mühevolle Arbeit opfer- freudig getan haben. Wir wissen, sie sind durch das schöne Ergebnis des heutigen Tages reich belohnt. Und nun von neuem an die Arbeit! Viel ist noch zu tun, die kurze Zeit bis zur Stichwahl zu nutzen. Wir kennen keine Rast und der zivcite Wahltag soll vollenden, was der erste glor- reich begonnen. Vorwärts, für die Sozialdemokratie! Das Aahiergebnis in Berlin. I«, 3. Wahlkreise: Richard Fischer Im 3. Wahlkreise: Wilh. Pfannkuch In. 4. Wahlkreise: Ott« Ruchner Im F.Wahlkreise: Robert Schmidt Im 6. Wahlkreise: Georg Ledebour In Niederbarnim: A» Stadthagen In Teltow-Beeskow: Fritz Zubell. Stichwahl findet statt: Im 1. Wahlkreise zwischen Wilh. DUwell(Toz.) u. Kaempf(Frs. Volksp). Die Wahlstimmen in Berlin. Berlw 1» Ivo?: Soz. 5042. Bodenref. 780, Fortsch. 6067, Kons. 972. Pole 41. Zentr. 271. Stichwahl: Soz. 4618. Fortschr. 8053. Gewählt: Fortschr. 1912: Dil well sSoz.) 4409. Kaempf(Fortschr.) 4648, Thomas(W. Vg.) 480, Zentrum 168, G ä d k e(Dem.) 1395. Stichwahl zwischen Diiwcll(Soz.) und Kaempf(Fortschr.) Berlin 2. 1907; Soz. 35286, Ars. Vp. 25618, Kons. 3852, Pole 245, Zentr. 1272. Gew. Soz. 1912: Fischeroz. 8305, ForN'chr. 13 027, Gewählt: Fortschr. 1912: Markwald(esoz.) 8033. Weinhausen(Fortschr.) 9411, Dentler(Kons.) 7118. Stichwahl zwischen Sozialdemokraten und Freisinn. Poseu. Brombrrg. 1907: Soz. 1602, Pole 8027, Rp. 15 814, Zentr. 177. 1912: Stössel(Soz.) 2828. Kons. 15 042, Pole 7930. Gewählt: Konservativ. Fraustadt-Lissa. 1907: Soz. 550. Pole 3345, Rp. 6162, Zentr. 1931. Gew. Rp. 1912: Grunow(Soz.) 828, Pole 2671, Zentr. 2873, Fortsch. 5964. Gewählt: Löhuiog(Fortsch.). Hohensalza-Mogilno-Streln». 1907: Soz. 320, Kons. 8653, Pole 17 921. Gewählt: Pole. 1912: BudczinSki(Soz.) 232, Kons. 8909, Pole 17035. Gewählt: TramprzynSki(Pole). Kroloschin-Koschmin. 1907: Koni. 3622, Pole 8687. Gew. Pole. 1912: Auerbach(Soz.) 108, Pole(Nat.-Dem.) 5186, Frl. 3637, Pole(Kons.) 3286. Stichwahl zwischen Nationalpol»» und Ions. Schlesie«. Sagan-Tprottau. 1907: Soz. 4233. Fr. Vp. 6023. Kons. 7141, Zentr. 13? Stichwahl: Fr. Vp. 8284, Kons. 9279. Gewählt: Kons. 1912: Fritsch(Soz.) 5839. v. Bolko(Kons.) 7124. Fo, Stichwahl zwischen Fritsch(Soz.) und». Bolko(K. Reiße. 1907: Spz. 277, Kons. 28. Zentr. 13 213. Wild 28. 1912: Darf(Soz.) 1365. Horn(Zentr.) 11 017. Gewählt Zentnu». Ratibor. 1907: So,. 1294, Pole 4591, Rp. 5105, Zentr. 11 411. Nachwahl 1911: So,. 1800, Rp. 3467, Pole 4399. Stichwahl: Pole 5600, Zentr. 10 050. Gew. Zentr. 1912: Schwöb(Soz.) 2418, Lüdle(Rp.) 3303, Sap 11 092, Banaä(Pole) 3131. Gewählt: Saplotta(Zentr.) Löwenberg. 1907: Soz. 1900, Fortschr. 3348, Kons. 4405. Zentr wähl: Fortschr. 5006. Kons. 5944. Gew. Fonschr 1912: Pohner(Soz.) 2444(Teilresultat), Schanstei Kopsch(Fortschr.) 3985, Siebelt(Zentr.) 1997. Stichwahl zwischen Kons, und Fortschr. wahrst Grünberg Freistadt. 1907; Soz. 5478, Fortschr. 5311. Kons. 8589, N, 1539. Stichwahl: Soz. 6573, Kons. 13 454. Gew. Ko 1912: Davidsohn(Soz.) 8582, Beuchelt(Koi (Fortschr.) 5510. � k, Stichwahl zwischen Soz. und K»ns. Lublinitz-Tost-Gleiwitz 1907: Soz. 1397, Pole 11800, Rp. 6280, Zentr. Stichwahl: Pole 14 314. Zentr. 12 368. Geir 1912: Timm lSoz.) 390. Warlo(Zentr.) 9340, Jankowsti iPole) 7540. Stichwahl zwstchen Zentrum und P Reichcnbach-Nrurodc. 1907: Soz. 9890, Rp. 6023, Zentr. 6955. Stichwahl: Soz. 10 434. Zentr. 12 948. G 1912: Kühn(Soz.) gewählt. Breslau(Wcst.i 1907: So,. 19 659. Pole 119, Fr. Vp. 21167 1912: Beriisicin(Soz.) gewühlt. Provinz wachsen. Magdeburg(Stadtkreis). 1907: Soz. 24 258, Lib. 26 221, Pole 64, Zentr. 1> � Gewählt Liberale. 1912: Landsbcrg(Soz.) 30 926, Kobelt(Wild.) 25 711, ChociSzewSki(Pole) 53, Zerspl, ttezt 36.\ Gewählt: LandSderg ,«»;.). Wanzlebcn. 1907: Soz. 8814. Mittelst. 5399, Ngtl. 360t. Zentr. 5A> Stichwahl: Soz. 9004, Mittelst. 0695. Gew, Mittelst.� 1012: Silbcrschmidt(Soz.) 9800. Mittelst. 4000. Natl. 32.'. Gewählt: Silbcrschmidt(»o�. Querfurt-Merseburg. 1907: So, 8517, Fort'chr. 8270, Kons. 11210. Stichwahl: Soz. 0389, Kons. 17 045. Gew. Kons. 1912; Pollender(Soz.) 12600.KochiFortschr.) 10400, NielesKons-iHOO. Stichwahl zwischen Pollcnder und Koch. Mansfcldcr See- und GcbirgslreiS. 1907: Soz 8384. Fortschr. 2314. Rcp. 23079, Zentr. 49. Gew.%. 1013: Hostmann(So,.) 11844, Arendt(Rp.) 12141, Delitz» zForlschr.) 5077. Stichwahl zwischen Adolf Hoffmann und Arendt. Valzwedel-Gardekegen. 1907: Soz. 2105, Kons. 18061, Natl. 6504. Gewählt: Kons. 19012: Koch(Soz.) 2387, Böhme(Bauernbd.) 10 134, b. Kröcher(!.) 11273. Stichwahl zwischen Brehme und von Kröcher. Sangerhausen-Eckartsberga. 1907: Soz. 5790, Fortschr. 4766. Rp. 11 551. Gew. Rp. 1912: Wuflein lSoz.) 7992, Wamhoff(Natl.) 8190, E-kart(Rp.) 6383. Stichwahl zwischen Wicklcin lSoz.) und Wamhofftauffuhrung von Otto Krilles Drama A nna 1 c � 1 statt, und errang sich einen starken Erfolg Die stch-r und konsequent zu Ende geführte Handlung hmterlieiT«inm tiefen Eindruck. Der Bc all war park. �wrerurs ewm Polizeipräsidenten Berlin?. Wie der„Börsen-Courier' Berichtet. soll Herr v. Jagolo in einigen Wochen daS Regierungspräsidium Wiesbaden bekommen. Der jetzige Regierungspräsident von WieS« baden, v. Meister soll Oberpräsident von Sachsen werden an Stelle des Herrn v. Hegel, der als Chefprästdent der Oberrechnungs- kammer in Potsdam in Aussicht genommen sei für den scheidenden Herrn v. Magdeburg, der seinerseits wieder infolge hohen Alters in den Ruhestand treten will. An die Stelle des Herrn v. Jagow soll, wie verlautet, Herr V. Oppen, der jetzige Polizeipräsident Breslaus, treten. Wir würden Herrn v. Jagows Abschied von Berlin sehr be- dauern. Wenn wir auch die Verdienste, die sich Herr v. Oppen um die Mehrung der Sozialdemokratie erworben hat, billig anerkennen, so steht er doch an agitatorischer Leistungsfähigkeit hinter»unserem" Jagow weit zurück.__ Freisinnige Obdachlosen„fiirsorge". Aus Königsberg wird uns geschrieben: In K ö n i g s b e r g i. Pr. war es am 1. Oktober v. I. infolge der ungeheuren, von der Stadtverwaltung selber verschuldeten Wohnungsnot dahin gekommen, daß 70 Familien mit mehreren hundert Köpfen obdachlos auf der Straße lagen. Die meist linder- reichen Familien wurden in die alten Türme und Bastionen der Festungswerke geschafft. Auch wurden ihnen„Wohnungen" ange- wiesen, die früher als Lagerstätten gedient hatten. In einem Teil dieser Wohnungen herrschten die ungeheuerlichsten Mißstände. Dem Magistrat fiel es jedoch nicht ein, die Gesundheit und das Leben der Einwohner zu schützen. So fehlen vielfach, trotz der strengen Kälte, die in Ostpreußen herrscht, die Heizöfen; dasWasser läuft von den Wänden, die Fensterscheiben sind entzwei. Die Fußböden bestehen entweder aus Fliesen- oder Ziegelfußböden, auf ihnen müssen sich in den ungeheizten Räumen die kleinen Kinder tagsüber aufhalten. In einigen Wohnungen fehlen auch die Kochherde. Infolge der Feuchtigkeit fallen einzelnen Einwohnern die Möbel, ihre letzten Habseligkeiten, auseinander. Der einen Familie, die sich in einer nassen Wohnung befindet, ist das kleinste Kind gestorben, und der Arzt hat zu der Frau nach deren Aussage gesagt: ,,Jn dieser Sumpfbude werden Ihnen die anderen Kinder auch noch sterben!!" Eine Wohnung, die von einer Familie mit zahlreichen kleinen Kindern bewohnt wird, enthält eine Wand, die ein loser Bretter- verschlag ist, der offene Fugen a u f w e i st. Ein paar Schritte von diesem Verschlag befindet sich der Hofraumll Tritt noch größere Kälte ein, so besteht die Gefahr, daß die kleinen Kinder hier direkt erfrieren. Um den Magistrat zu veranlassen, diese Miß- stände zu beseitigen, hatten die sozialdemokratischen Stadtverord- neten einen dementsprechenden Antrag eingebracht. Aber die Be- Handlung dieses Antrages vom Magistrat und der„liberale n" Mehrheit der Stadtverordnetenversammlung war eine geradezu schamlose. Der Magistratsvertreter Stadtrat Rosen st ock, als Dezernent des Armenwesens, entpuppte sich als ein Mann ohne soziales Empfinden. Er ging kalt über das Elend der Obdachlosen hinweg. Anstatt Abhilfe der Mißstände zuzusagen, beschäftigte er sich mit den— schlechten Eigenschaften der Obdachlosen!! und erreichte damit, daß die„liberalen" Stadtverordneten lach. tenü Für diese Herren war das Ganze ein Amüsement. Schlim- mer hätten sich auch die rücksichtslosesten Junker nicht gebärden können. Ter Herr Stadtrat meinte zum Beispiel, die Arbeiter, die keine Wohnung bekommen könnten, sollten doch— jetzt mitten im Winter— aufs Land ziehen!! Auf den Zuruf, ob sie denn auch hier Arbeit erhalten würden, schwieg er. Die Herren vom linken bürgerlichen Flügel, vom Waldeckverein, schwiegen ebenfalls. Selbst keiner der Aerzte ergriff das Wort, um seinen Freunden ins Gewissen zu reden. Bei der Abstimmung wurde der Antrag des Ausschusses auf Ueberweisung der Sache an den Magistrat zur Rück- äußerung mit großer Mehrheit abgelehnt. Für den s-zialdem-kra. tischen Antrag stimmte von den bürgerlichen Stadtverordneten kein einziger!! So benehmen sich„freisinnige" Stadtverordnete, wenn eS gilt, iaS Leben und die Gesundheit der Aermsten der Armen zu schützen. Zur Kulturmission des Zentrums. Wie wenig wählerisch das Zentrum in der Wahl seiner„geistigen Waffen" zur Bekämpfung der Gegner ist, davon legt eine sozial- demokratische Versammlung in Liebenau. Kreis Münster- b e r g, Zeugnis ab. Schon am Tage vor der Versammlung als einige Genossen von auswärts Einladungszettel verteilten, wurden sie mit Schimpfworten und Schlägen empfangen. Die durch einen Radfahrer alarmierten Dorfbewohner trieben unsere Genossen mit Hunden zum Dorf hinaus und der Besitzer des Grundstück», auf welchem die Versammlung stattfinden sollte, wurde im Gasthause von seinen eigenen Glaubensgenossen in der gemeinsten Weise be- schimpft und geschlagen. Ma n streute ihm Ruß ins .Gesicht und begoß ihn mit kaltem Wasser. Kaum hatte die Versammlung am folgenden Tage begonnen, als auch schon die klerikalen Hampelmänner wie die Ochsen zu brüllen anfingen. Im Chor schrien sie:„H a u t d e m K e r l eine in die Fresse!"„Schlagt ihn tot!"„Zieht die Bretter weg, damit der Lump in die Mi st jauche fällt und ersäuft!" Während dieser Szenen stand der O r t s p f a r r e r und der Lehrer gong in der Nähe der Radau- Helden. Ein zufriedenes Lächeln ging über ihre Züge. Einem Genossen, der das rüde Gebaren dieser Zentrumshelden geißeln will, rücken ein D u tz e n d F ä u st e in ganz bedenkliche Nähe seines Gesichtes. Andere drohen mit dicken Knüp- peln. Umsonst bemühte sich der Referent, der Kandidat des Kreises. Genosse D r i e s ch n e r. sich Gehör zu verschaffen. Jedes- mal, wenn er zu reden anfangen wollte, wiederholte sich das wütende Gebrüll. Ein Versuch, die Versammlung nach einer halbstündigen Vertagung wieder zu eröffnen, wurde mit einem Bombardement von Steinen und Schneebällen auf den Referenten beantwortet. Als der Skandal immer größer wurde, schritt der überwachende Gendarm ein. Er löstedieVersammlung auf. ließ aber die klerikalen Radau- Helden ungeschoren, Spanien. Begnadigung. Madrid, 12. Januar. König Alfons hat sechs der im Cullera-Prozeß Verurteilten begnadigt. Demnach wird nur ein Verurteilter hingerichtet werden. Lelgien. Um Schärpe und Säbel. Man schreibt uns aus Brüssel: Ein an sich mehr symbolischer als sachlich bedeutender Beschluß der sozialistischen Brüsseler„Ligue Ouvriere"'bildet seit Tagen den mehr oder minder witzvollen Unterhaltungsstoff der bürger- lichen Blätter— liberaler wie klerikaler. Der Anlaß ist, wie gesagt, nicht eben bedeutend, aber da sich um ihn das beliebte Dhema von der sozialdemokratischen Parteiunduldsamkeit spinnen läßt, muß er flott ausgenutzt werden. Die„Ltgue Ouvriere" hat nämlich in einer Resolution die Meinung ausgesprochen, daß die sozialistischen Stadträte die ihnen zukommende, übrigens ohnehin nicht obligatorische Uniform nicht tragen und sich von jenen Repräsentationspflichten, die sich auf den Besuch von Banketten, Raoüts, Galavorstellungen u. dgl. beziehen, fernhalten sollen. Da sozialistische Arbeitervertreter in der Tat andere Sorgen haben, als den Uniformfirlefanz zur Schau zu tragen und auch das Re- präsentieren auf Banketten schließlich nicht viel mit der Vertretung der Arbeiterinteressen zu tun hat, mag eigentlich der Beschlutz der sozialistischen Organisation überflüssig erscheinen. Daß die „Ligue Ouvriere" zu dieser Kundgebung geschritten ist, ist indes darauf zurückzuführen, daß das Repräsentieren mit Säbel und Schärpe, oder auch ohne beides, von sozialistischer Seite schon zu- weilen Verstöße gegen jenen im Arbeiterprogramm allerdings nicht speziell vorgeschriebenen Takt mit sich geführt hat, die immerhin eine erkleckliche Anzahl Parteigenossen unangenehm empfanden. perHcn. Eine englische Expedition nach Persien? Kalkutta, 11. Januar.(Meldung des Reulerschen Bureaus.) Eine Expedition nach Persien ist bisher nicht beschlossen worden, doch scheint ein solcher Beschluß geplant zu sein für den Fall, daß keine Verbesserung der Zustände in Persien eintritt. Nach den letzten Ausschreitungen auf der Handelsstraße nach SchiraS wird die Behauptung der britischen Stellungen als not- wendig erachtet. Die Frage wird zurzeit in London und Kalkutta erwogen. Neue Opfer der russischen Raubpolitik. Töbris, 11. Januar.(Meldung der Petersburger Telegraphen- Agentur.) Fünf Häuptlinge der FidaiS, die an der Organisation des UeberfalleS auf die russischen Truppen teil» genommen haben, sind verhaftet und dem Kriegsgericht über- geben worden. Hus der Partei. Telegramm der englischen Hafenarbeiter zur Reichstagswahl. Die Exekutive der Hafenarbeiter wünscht der deutschen sozialdemokratischen Partei einen vollständigen Erfolg bei der allgemeinen Wahl. ven lillett. Berichtigung. In dem Bericht über die Bestattung de» Genossen D r. S i m o n in Zürich ist ein Druckfehler enthalten. Der Professor, der unserem verstorbenen Genossen einen so ehrenden Nachruf widmete, heißt nicht Prof. Dr. Cloualla sondern Prof. Dr. Cloötta. Hus Industrie und Kandel. Ter Kapitalismus in der Kinobranche. Wir erhalten folgende Berichtigung: Es ist uinvahr, 1. daß die F. I. A. G. in Vorbereitung auf eine Zentralisierung oder Monopolisierung hinstrebt, 2. daß die F. I. A. G. in Vorbe- reitung der Fachpresse die von Ihnen erwähnten Jnserat-Angebote oder ähnliche Angebote gemacht hat. Demzufolge ist es auch un- wahr, daß die F. I. A. G. in Vorbereitung den Fachblättern die Bedingung gestellt hätte, sich irgendwelcher krit, scher Tätigkeit unserer Gesellschaft zu enthalten, 3. daß die F. I. A. G. in Vor- bereitung heut« die Zlbsicht hat, eine Monopolisierung des deutschen Filmmarktes in drei Jahren anzustreben. Wahr ist vielmehr, 1. daß die F. I. A. G. in Vorbereitung nicht einmal eine Zentratl- sierung des deutschen Filmmarktes anstrebt, sondern nur die Er- richtung eines größeren Film-Verleihgeschäfte», 2. daß die F. I. A. G. mit der Fachpresse überhaupt keinerlei Abmachungen getroffen hat. Nur mit einem(unsere? Wissens nach Herrn Christian Winter ge- hörigen) Fachblatt,„Das Lichtbild-Theater", sind auf Wunsch von Winters Vertreter Verhandlungen gepflogen worden, die aber resultatlos verliefen. Berlin, den 10. Januar 1912. Hochachtungsvoll Film-Jndustrie-Aktien-Gesellschaft in Vorbereitung I. A.:(Name unleserlich.) Zuckerwucher! Ein präcbtigeS Bild von der planmäßigen LebenSmittelwuckerei liefert der Zuckermarkt. Im Anfang des vorigen JahreS kostete — Magdeburger Notiz— 1 Doppelzenter Rohzucker 2ö,VO M., Raffinade 46,44 M. Da» war ein ziemlich hoher Preis; im Januar 1966 kostete Rohzucker 15.90 M.. 1907 17,09 M, Allerhand Machenschaften trieben den RohzuckerpreiS bis auf 29,60 M. hinauf, Raffinade verzeichnete den höchsten Preisstand mit S0,7S M. im Juni und August! Allmählich sank der Preis wieder auf ein normales Matz. Im Januar l911 notierte Rohzucker 17,37 M., Raffinade 37,75 M. Neue Machinationen wirkten erneut als PreiShebel. Im Juni kostete Rohzucker 20,64 M., Raffinade 40,95 M. Dann halfen die ungünstigen Erntefchätzungen des LandwirtichaflSrateS den Preis- treibern! Die Zuckerbarone erhöhten ihre Forderungen, die Epe- kulanten schlugen daS Doppelte und Dreifache auf. Immer kräfliger wurde die Preisschraube angezogen. Eine Gegenüberstellung der vorjährigen und diesjährigen Notierungen zeigt den Kontrast. Es erbrachte: Rohzucker Raffinade im November 1910.... 17,38 M. 38.03 M. 1911.... 34.75. 56.50. Bei Rohzucker macht die Steigerung rund 160 Proz. aus. Natürlich mutzte die schlechte Ernte dafür als Sündenbock herhalten. Schaut man aber die AutzenhandelSstatistik an, dann zeigt sich, datz eine forcierte Ausfuhr die Preissteigerung begünstigt. Während in den 11 Monaten Januar- November 1910 nur 5 862 985 Doppelzentner Zucker ausgeführt worden waren, ergibt die SuSfuhrmeuge stir die gleiche Zeit dieses Jahres 3 41 l Svü Doppelzentner. Die Schützer der„nationalen Arbeit" klagen über schlechte Ernten und forcieren dann die Ausfuhr, um die Konsumenten gründlicher ausbeuten zu können.— Unser bewährtes Wirtschaftssystem sorgt dafür, daß sie es können! Die Hoffnung als KapitalSanlage. Die kgl. ungarische Klassen. lotterte ist an eine Gesellschaft verpachtet, die dafür dem Staat jähr- lich 2662 000 Kronen und außerdem 247 169 Kronen Steuer bezahlt. Die Gesellschaft erzielte bei nur 3,6 Millionen Aktienkapital einen Reingewinn von 1 332 341 Kronen, gleich 36 Proz. Die Re- serven sind schon um 600 000 Kronen höher als das Aktienkapital. An Dividende werden 21,6 vom Hundert verteilt und der Aktienkurs ist neunmal so hoch als der Nennwert. So lohnt es sich, die Hoffnung der Aermsten— denn es sind auch Arme im Geiste— auszumünzen. Eine heilige Bank. In Budapest wird ein«„Hungaria-Bank A.-G." gegründet mit einem Aktienkapital vor 5 Millionen Kronen, in Aktien zu 400 Kronen Nennwert. Das Hauptgeschäft soll die Zerteilung der ausgedehnten Güter der toten Hand sein. Eine Pariser Geschäftsgesellschaft übernimmt eine größere Anzahl der Anteilscheine. Vier ungarische Bischöfe haben 500 000 Kronen ge» zeichnet(Du sollst nicht Schätze sammeln auf Erden!), zwei Millionen übernehmen die Pariser Pankleute und eine Million eine Wiener Firma mit einer tschechischen Bank gemeinschaftlich. Hus aller Melt. Wahllokale. Hier ist es sehr gemütlich—: am Vorstandstisch alte, brave, ordentliche Herren, die den anwesenden Listenführern der ver- schiedenen Parteien gern Auskunst geben— bereitwillig, ruhig, sach- lich. Und so sind wohl die meisten Wahllokale m Berlin,— aber auf dem Land! in den kleinen Städten!— Das.geheime" ReichStagSwahlrecht ist da zur Far« ge- worden. Tie Genossen, die in der Landagitation gearbeitet haben, wissen ein Lied davon zu singen: schon vor der Wahl arbeiten die Feudalen mit Hochdruck, Säle werden teils kunstvoll, teil» mit plumper Boykottdrohung abgetrieben, Gesetze verletzt. Verordnungen nicht befolgt— pro patria. Aber am 12. Januar, im„Wahllokal". Sorgsam find Me Bezirke so verkleinert worden, datz womöglich unter 100 Wähler auf den einzelnen Bezirk kommen, so datz sich genau kombinieren läht, von wem die paar liberalen Stimmen herrühren.(Wie der preutzische Hoch- und sonstige Adel diese Subordination zu rächen pflegt, ist bekannt.) Im Wahllokal präsidiert irgendein verwaltungSbeamter. Der Herr lätzt sich gewöhnlich vom Wirt das HauSrecht für diesen Tag übertragen und weist alle ihm nicht Genehme aus. DaS sind So« zialdemokraten. Liberale— wie eS trifft. Als Wahlurne fungiert irgend ein Kasten, ein, Hutschachtel. eine Zigarrenkiste, schön regelmätzig schichten fich die KuveNS auf, ein Beisitzer schreibt mit, und abends um 7 beschließt di« heilige Feme: der Mann muß hin! Das sind alles bekannte Tatsachen: Datz die Arbeiter zur Wahl auf die Stellwagen verladen werden, datz alte Leute stundenlang in der Kälte herumjuckeln müssen, um die»Volksversammlungen zu besuchen, datz Leute, die nicht recht lesen und schreiben können, einen Zettel in die Hand gesteckt bekommen— zur»Wahl"— das wissen wir alles I Dieser Zustand ist beschämend, aber bezeichnend. Menschen, die sich zu den Besten der Nation zählen, verschmähen es nicht, gegen politische, offen austretende Gegner Mittel anzuwenden, wie es keifende Dirnen nicht tun würden. Wir wissen das alle und werden dagegen ankämpfen. Diskussion, Reden, Vorwürfe gegen diese Gegner find wertlos; wieweit man mit diesen Bitten und Beschwörungen kommt. zeigt das Fiasko des Liberalismus. Nicht links, nicht recht»— was Genaues weitz man nicht. Aber d a S weitz man: datz in den Berliner Wahllokalen Szenen vorkommen, die auf eine horrende politische Unbildung der Wähler schlietzen lassen. Sie haben die Wählerlisten nicht eingesehen, fie wissen nicht, datz der Stimmzettel geheim in das Kuvert getan wird, fie wissen gar nichts. Und wenn man sich die Leute ansieht, wer ist e» s-- Liberale. Die Konservativen wissen, waS sie wollen— da« haben ihre Erfolge bewiesen. Das Zentrum weiß es— eS lügt, verrät, aber eS fetzt sich durch. Nur die Liberalen wissen eS nicht. Sie ruhen in Friede». Wir aber wollen weiter und dafür sorgen, datz das Reichstag»« Wahlrecht, da? einzige des deutschen Volkes, nicht in Wahllokalen von gehässigen Vorsitzenden verkümmert und vernichtet wird. K. T. WVl>1* MW MB r i. B. KOCH � r Kohlen- und Brikett-Großhandlung Haaptkontor: Berlin 0. 34, Petersburger Straße 1. Telephon: Arn« 7, 3040 und 3098. ligerplatr 1: O. 84, RDdersdoHer Str. 71(Kästriner Fiat«, alt.Oetb.). Lagerplatz 2: 0. 17, FruchtstraBe 13(Ostbahn-Güterbahnhof) Preise kür la Marken ab meinen Lagerplätzen von 10 Zentnern an: pr. 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Januar igi2 findet un Gewerkschastshause, Engeluser 15, Saal 3, abends B'l, Uhr, die ordentliche Generaloersammlung sämtlicher Delegierten statt. 270/5 Tagesordnung: L Dahl von 4 Arbeitnehmern in den Verstand sllr die Jahre>912—13. 2. Dahl von 2 Arbeitgebern in den Vorstand sür die Jahre 1912—13. 3. Dahl von 3 Revisoren zur Prüfung der Jahresrechnuna für>911. 4. Antrag aus Zulassung der«asse als besondere OrtS-Krankcn fasse gemäß Artikel 18 des Einführung»- gcsetzeS zur Reichsversicherungs- ordnuug. 5. Verschiedenes...... Einladungskarte legitimiert zum Eintritt. Ter vorstand- I. Au Otto Almendinger, Vorsitzender. Langcnbeckslr. 4.___ Schreiner Heyl Joseph volle seine Adresse angebe» wegen Erbschaft. Erb- und RachlassenschaftS-Gericht ». R. 2131/11 München, Mariahilsplatz. Sechster Wahlkreis. Tonntag, den 14. Januar, abends 8'/, Uhr, im Moabtter Gesellschaftshaus. Wiclefstr. 24- fieffentliehe politische Versammlung für Wimner und Frauen. 224/8 �'cVo�cifoT'1™ Nach der Hauptwahl. Nach der Versammlung: 0. -Der Einberufer: Alfred Paerscb, Oldenburger Str. 10. Arbeitsnachweis: Hos I. Amt Norden, Nr. 1239. Ifervaltungsstelle Berlin CharitHstraste 3. Hauptbureau: Hos in. Amt Norden, Nr. 1987 Achtung! Achtung! Montag, den 1.5. Januar 1912, abends 6 Uhr: GroHe Versammlung aller in Kilrilneikn btschöstigite Kollegril und ßoilfjinncn Im großen Saale des Gewerkschaftshauses, Engelufer 15. Tagesordnung: 1. Jahresbericht der Agitattonskommisflotl. 2. Dislussion. 3. Neuwahl deS Branchenvertreters. 4. Neuwahl der gesamten Kommission. 5. Verschi-dencs. ggf Mitgliedsbuch legitimiert!"TpQ Da die Tagesordnung eine äuizerst wichfige Ist, darf niemand sehlcn. Alle müssen erscheinen._ Montag, den 15. Januar 1912, abendS 6 Uhr: ßezirks-Vcrfammlund sür Tegel in Trapps Festsälen, Tegel, Bahnhofstr. 1. Tagesordnung: 1. Dortrag de« Kollegen Cohen über den Streik der Former und Giestereiarbetter. 2. Diskussion. 3. BcrbandSangelegenheilcn. 4. Verschiedene«. U»».. Ohne Mitgliedsbuch kein Zutritt.'MG Zahlreicher Besuch wird erwäget. Dienstag, den 10. Januar 191Ä, abends 8� Uhr: Kezirks-Yerlammlung sür Spandau im Lokal von Pezelis, Pichelsdorfer Straße 5. Tagesordnung: 1. Jahresbericht der Bezirksleitung. 2. Neuwahl derselben. MT" Ohne Mitgliedsbuch kein Zntrirt k"WB Zahlreicher Besuch wird erwartet. Metallarbeiter- Notiz- Kalender sür daS Jahr ivI2 ist erschienen und im Bureau sowie bei den Bezirks- tassierern zum Preise von 60 Pf. pro Stück zu haben. Desgl. ist erschienen: „Die /ZrbeitS2e!ten in der Silen- und fMetall- induftric Deutfchlandö" zum Preise von b0 Pf. pro Exemplar. i,o/9_ Tie Ortsverwaltuug. Jtntrilvetbonii d» Meschieijike»«» Keiler sowie Krrilssgcilijsrii Keiiislisloeds >-- Verivaltunesstelle Berlin.■—— Sonntag, den 14. Januar, vorm. O'l, Uhr, in den Armtnhallcn, Kommandantenstr. 56/59: Versammlung sämtlicher Maschinisten und Heizer sowie deren Hilfs- arbciter, welche in den ttauf« und Warenhäusern be- schäftigt sind. Tagesordnung: 145/1 Vortrag: Tie Arbeitsverhältnisse und vetrlebSverhültnisie im Warenhaus Tie» am Alexanberplatz. Erscheinen aller Kollegen, besonder« der Miorganisierten, Ist notwendig. _ Tie Verwaltung. Tkdellqy IM. wöchentlich Teilzalümg Uetcre elegante Hra-idi!» fertig und nach Mass. Qarantie für tadellosen Sitz und teuiste Verarbeitung. J. Kurzberg Mass- Schneiderei Rosenthaler Str. 40-41 1| Frankfurter Allee 104 dir. am Hackesehen Markt. II part.— Ecke Friedenstr > IDdmc jßwcvw* witl, $nic CßnßoiSA'\ 0X0 Bouillon-Würfel 5 Stück 20 Pfg. Mz Einzelne Würfel 5 Pfg. der Compü LIEBIG \m i Mii. S"„Frostikon"-Balsani gegen Frostbeulen. Froströte. sohe'„Bo8t!lion"-8alds geg. Frostwnnden, offene Frost> 'chädeu. Preis 66 Ps., 73 Ps., 1 M (Porto 20 Bs.) Erfolg oft überraschend I Prompter Versand nach auswärts. Otto Reichel, Berlin 43, Eisenbahnsttasi« 4. mmmmmmmmmSL Greift zu! jcd. Herrn, der sich eleu. u. biU. kleiden will, empfehle eleg. Monatsgarderobe in feinsten Werkstatt. 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Die siegreiche Beendigung der Tabakarbeiter» aussperrung. Der Floße Kampf, der die Tabakarbeiter Deutschlands ein Vierteljahr �ang in Spannung hielt und desien Verlauf auch sonst in der gesandten deutschen Arbeiterschaft lebhaftes Interesse der- ursachte, hat tV-nuneljr mit dem Siege der Tabakarbeiter sein Lude gefunden. Um den Erfolg zu würdigen, mutz man sich einmal kurz den Gang des Kampfes vergegenwärtigen. Bei einer Firma in Vlotho und bei Lemgoer Firmen wurden, nachdem bereits eine Anzahl Firmen in Westfalen und Lippe Lohnzulagen gemacht htettem Forderung«! gestellt; dieselben wurden von den Unter- nehmern abgelehnt. Darauf traten die Arbeiter dieser Firmen in den Streik. Nun beschloh am Lb. November 1911 der Westfälische Figarrenfabrikaiuen-Vcrband, die sämtlichen organisierten Tabak- arbeiter und Tabakarheiterinnen auszusperren, falls nicht bis zum 28. September 1911 in den bestreikten Betrieben die Ar- Veit bedingungslos wieder aufgenommen worden sei bezw. die Kündigungen zurückgezogen werden würden. Diese Matzregel wurde ausdrücklich dämm begründet, datz die Lohnforde- rungen nicht erfüllt werden könnten und deshalb der Fabrikantcnverband seinem Mitgliedern zu Hilfe kommen mutzte. Deutlicher wurde der GcischäftSführer des Westfälisch:» Zigarren- fabrikanten-Verbandes in den Vereinigten Tabakzeitungen, indem er schrieb:„Der Kamps gelte den Organisationen der Tabak- arbeiter." Als die Aussperrung der westfälisch-lippischen Arbeiter Tatsache geworden war. beantworteten die Hamburger und Bremer Tabakarbeiter diese, soweit sie bei Firmen beschäftigt waren, die in Westfalen ausgesperrt hatten, mit dem Sympathiestreik. Nun legten sich auch die Fabrikantenvcreine der genanntcu Orte ins Mittel und sperrten aus Solidarität mit ihren in Westfalen pro- du ftecenden Mitgliedern ihre Tabakarbeiter aus, so datz schlietzlich etwtt 13 599 Mann am Kampf beteiligt waren. Aber der Streich hrr Fabrikanten ist gründlich vorbeigelungen. Zilie verschiedentlich bekanntgegeben, schwebten seit mehreren Wochen Verhandlungen unter der Leitung des Landrats Cornelsen in Mindvn bezw. der von diesem Beauftragten, der Herren Land- rat Borries in Herford und Oberbürgermeister H o l a n d in yifTPfln>.letztereo beiden gelang eine Bermittelung zwischen den ursprünglich� Streikenden und ihren Firmen nicht, und es drohte das Scheiter»! der Verhandlungen. Sollte aber der Frieden zu- stände kommen., mutzten den Arbeitern der bestreikten Firmen erst beftiedigende Lohnerhöhungen gewährt werden. Und die Firmen bequemtet sich denn schließlich dazu. Auf 198 Sorten er- hielten die Zigarre nmacher Lohnzulagen von 25 Pf. bis zu 1 Mk. pro Tausend, verschiedene andere, die Arbeit erleichternde Zuge- ständmfie wurden gemacht und auch die Sortierer erhielten Zu- lag» bis zu 40 Pf. pro Tausend. Die Arbeiter dieser Firma er- klärte» nach diesen Zugeständnissen den Streit für aufgehoben, und damit war die Bahn frei znun allgemeinen Frieden. Am 8. d. MtS. geschlossen dann die Fabrikanten, am 9 die Christen und am 10. die beide» frei gewerkschaftlichen Verbände, auf folgender Grundlage de» Kampf zu beenden: 1. Sobald die Ark«eitcrorganisationen die schwebenden Streiks einschließlich der(Sympathiestreiks für beendet erklären, heben gleichzeitig der Wejftfälische Zigarrenfabrikanten-Verband und die in Betracht komicienden Arbcitgcbervcrbände die Aus- sperrung auf. 2. Die bestreikten Fi-cmen halten die bisherigen Zugestand- nisse aufrecht und werden sie loyal erfüllen. 3. Nach Beendigung der Aussperrung und nach Wieder- aufnähme der Arbeiten wird der Westfälische Zigarrenfabrikanten- Verband seinen Mitgliedern empfehlen, freiwillig in den ein- zelnen Betrieben seines Bezirks in eine Nevidierung der Löhne zu Anfang des kommenden FrühjahrS einzutreten. 4. Nach Beendigung der Streiks und nach Aufhebung der Aussperrungen werden Maßregelungen nicht beabsichtigt. Bis zum 1. Mai 1912 sollen die Fabrikanten keine fremden Arbeiter in einem ihrer Betriebe einstellen, bevor ihre im Streik oder in Aussperrung gewesenen Arbeiter dieses Betriebes nicht eingestellt sind, soweit diese nicht inzwischen anderweit Arbeit gefunden haben. 5. Die Fabrikanten sichern den Arbeitern, die von ihnen nicht wieder eingestellt, worden sind, volle Freizügigkeit zu. 0. Der Westsälische Zigarrenfabrikcmten-Verband ist von den Hamburger. Bromer und Burgdamme-r Vereinen ermächtigt, deren Zusage zum ersten, vierten und fünften Punkte zu er- klären. Außerdem werden bei sechs anderen, zum Teil sehr großen Firmen, bei denen vor der Aussperrung Forderungen gestellt waren, es jedoch noch ulcht zur Kündigung oder znin Streik ge- kommen war, diese Differenzcm mit den Arbeitern geregelt. Es ist ein prächtiges Ergebnis, das die Tabakarbeiter in dem langen, heißen Kampf erfochten haben. Man wollte die Orgam- sation vernichten und hat sich von der Unmöglichkeit überzeugen und diese Lehre noch mit furchtbaren wirtschaftlichen Verlusten bezahlen müssen. Man sagte. Lohnzulagen nicht gewähren zu können und die bestreikten Firmen haben sie doch machen müssen; und zwar wesent- lich höher, als sie sie bei den verschiedenen Verhandlungen vor- schlugen. Und mehr als das: nach Ziffer 3 der Friedensbedingungen sind die Fabrikanten verpflichtet, zum Frühjahr in allen Betrieben in eine Nevidierung der Löh!« einzutreten; und wenn auch zunächst das Resultat davon nicht feststeht, so hat man doch schon jetzt Lohn- erhöhungen grundsätzlich zugegeben. Also, was ist nun das Fazit? Die Fabrikanten konnten ihre Position nicht halten und haben schließlich eingesehen, datz sie daneben gehauen haben; so mutzten sie sich denn in dieser Situation zu Zugeständnissen herbeilassen, die man erst weit von sich wies und die man durch die Aussperrung von sich abzuwenden suchte. Die Aufnahme der Arbeit wird, soweit technische Schivieri g- leiten nicht im Wege stehen, allgemein am Montag, den 15. Januar, erfolgen. Im letzten Augenblick sind die christlich Organisierten noch davongelaufen, indem sie aus der Neunerkommission austraten und haben, ohne die Entscheidung der Freiorganisierten abzuwarten, die Einheitlichkeit gestört, um ihre Mitglieder in die Betriebe hin- einzudrängen. Zwar hat der Kampf 13 Wochen lang gedauert, die Vlothoer und Lemgoer»varen gar 18 Wochen im Kampf, aber es war auch nötig, best Unternehmern der Tabakindustrie einmal zu zeigen, datz auch die armen, furchtbar ausgebeuteten Tabakarbeiter nicht mit sich spähen lassen, und datz ihre Organisation ein Fels ist, an dem noch manches Scharfmacherschiff zerschellen wird. Ein ostpreusiischer Amtsvorstcher. Endlich entdeckt hat der kgl. preußische Aintsvorsteher in Ruh (Ostpreußen), wie mit einem Schlage dem Entwickelungsgang der verhaßten Arbeitetbewcaung Einhalt geboten werden kann.— Im April 1911 wurden anläßlich einer Agitation unter den Fabrik- arbeitern in Rutz die Genossen W o l l e r m a un- Bromberg und Götze- Tilsit verhaftet und 18 Stunden hinter Schloß und Riegel gehalten. Längere Zeit nachdem erhielten beide ein Strafmandat über 18 M. Götze sollte die Strafe zahlen, weil er Beiträge und Eintrittsgeld von Leuten angenommen, welche noch nicht Mitglieder des Verbandes waren; Wollermann, obgleich er keine Mitglieder aufgenommen, sollte auch 18 M. bezahlen, weil er sich in Gesell- schaff von Götze befand. Selbstverständlich wurde gegen diese un- glaublichen Strafbefehle Einspruch erhoben. Am 14. November wurden dann beide Uebeltäter vom Schöffengericht in Ruß frei- gesprochen; die Kosten fielen der Staatskasse zur Last. Der Scharf- sinn des Amtsvorstehers, welcher die Klage als Amtsanwalt ver- trat, geht jedoch weiter. Er legte gegen das freisprechende Urteil Berufung ein. In dieser heißt es u. a., daß nach der Verordnung des Oberpräsidentcn von 12. April 1877 in dam Vorgehen der bei den Genossen die Abhaltung einer Kollekte zu erblicken ist. Somit steht zu erwarten, datz die Staatskasse, d. h. die Staatsbürger, noch mehr belastet wird.— Bezeichnend ist noch, datz der Amisvorsteher, nach- dem die Verhaftung stattgefunden, Götze alle Zlufnahmescheine der beigetretenen Mitglieder abnahm, die Leute amtlich vorladen ließ und ihnen das Eintrittsgeld aus dem Portemonnaie Götzes, welches er sich auch angeeignet hatte, zurückliefern wollte. Allerdings ver- weigerten die Arbeiter die Annahme des Geldes. HusUnd, Der Streik der 5tohlenarbeiter im Bormage. Brüssel, 11. Januar.(Eig. 58er.) Die Versammlung der Föderation der Bergarbeiter(Borinage) hat gestern ents!l 21. Januar Neuheiten der Saison 1912 flusnaliiiie-Aitteliote uon m. 10.000 Unsen Herren Herren Herren Herren Herren Hosen Serie I ■ Hosen Seriell ■Hosen Serie in ■Hosen Serie IV Hosen SerieV dunkelgestreifte kins......... Zwirnbucks- ....... M. Kammgarncheviots in vielen Streifen Sehr haltbar............ M. Cheviots und Kammgarnarten, bestund dunkelgestreiit........ M. 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Verlag: Barwärt« vuchdruckerei u.«erlasfmstalt»aul Singer a.«a, Berliv 5W. 5r. 10."9. Jidizaiiz. 3 . j-cüU des„üentiitls" öttlintr l'nHisMnll. Zomabeck. 13 Imnm I'.IIS. 25 Zahre Kupfcrfcbniiedc-Verband In Berlin. Am heutigen Tage ist rund ein Vierteljahrhnndert der- gangen, da in Berlin die Kupferschmiedegesellen sich zu- sammenschlosscn, nachdem kurz vorher der Zentralverband über ganz Teutschland erstanden war. Von der Zunft zur Brüderschaft und dann zur Kampfesorganisation nach moder- nen gewerkschaftlichen Grundsätzen hat die Entwicklung sich vollzogen, nicht ohne Fäyrnisse und Widerwärtigkeiten, aber unverrückbar dem Ziele zusteuernd. Wie andere Organisa- tionen der erwachenden klasseiibewußten Arbeiterschaft, hatte auch der Kupferschmiedeverbanö unter deni heimtückischen und verruchten Sozialistengesetz zu leiden und der brutale Junker- sticfel Bisniarcks stampfte auch so manches Opfer auö den Reihen der organisierten Kupferschmiedegesellen nieder. Toch Bismarck ist tot und die Arbeiterbewegung blüht kräftiger denn je: der Kupferschmiedeverband aber hat heute über 8 l) P r o z. aller Berufsangehörigcn in seinen Reihen. Insbesondere die Filiale B e r l i n hat einen Aufschwung und eine Entwicklung genommen, die von dem rastlosen Fleiß, von unermüdlicher Schaffenskraft und hingebendem Jdealis- mus aller im Verband organisatorisch und agitatorisch Täti- gen zeugt. Tie erzielten Erfolge sind denn auch respckt- heischend, die Löhne konnten erheblich gesteigert, die Arbeits- bedingungen wesentlich verbessert werden. Interessant ist der Umstand, daß schon 1889 tarifliche Lohnvereinbarungen ge- slbafsen werden konnten mit einem Minimallohn von 40 Pf. pro Stunde. Im vergangenen Jahre wurden wiederum von der Filiale Berlin mit dem Verein der Kupferschmiedereien Deutschlands und der Berliner Innung Abmachungen ge- troffen, denen ein Minimallohn von 67� Pf. zugrunde liegt. Um eine Verkürzung der Arbeitszeit kämpften die Berliner Kupferschmiede schon 1890 volle 13 Wochen: aber erst 1906 ge- lang es, die offizielle Anerkennung der errungenen Arbeits- zeit seitens der Arbeitgebcrkörperschasten durchzudrücken. Unterstlltzungseinrichtungen wurden frühzeitig geschaffen. In den achtziger und neunziger Jahren sah noch ein Teil der Arbeiter geringschätzig auf diese neue Art gewerkschaft- licher Arbeit, bald aber folgten andere Verbände nach und herzte ist das Unterstützungswesen ein nicht zu unterschätzen- der Faktor fast aller Kampfesorganisationen. Mit dem heutigen Feste des 23jährigen Bestehens der Filiale Berlin des Kupfcrschmiedeverbandes feiern gleichzeitig 28 Kupferschmiede ihre 23jährige Mitgliedschaft zur Organi- sation, von denen 18 1886 und 10 am 1. Januar 1887 einge- treten sind. Im ganzen sind es von den 700 Mitgliedern 46, welche 23 Jahre und länger der Organisation angehören. Auch der Borsitzende W. K ü h n e feierte am 1. Januar d. I. seine 23jährige Mitgliedschaft und ist außerdem der an Jahren jüngste Jubilar. Um ein einigermaßen übersichtliches Bild von der Entwicklung der Berliner Filiale zu geben, müßte man die Gesamtorganisation mit einbeziehen, die einen unge- mein interessanten Ausschnitt aus dem epochalen Wirtschaft- lichen und gewerblichen Umwälzungen in Teutschland dar- stellt und fesselnde Bilder von dem Wirken und Ringen des organisierten Proletariats bietet, welches Material in einer prächtigen Schrift niedergelegt ist, die von I. S a u p e im Auftrage des ZentralvorstandeS im vorigen Jahre heraus- gegeben wurde. Möge, die Organisation der Kupferschmiede weiter blühen und gedeihen, möge der Ausgang der Reichs- tagswahi ein gutes Omen sein: Ihr aber, die des Tages Weihe Umklingt mit feierlichem Ton, Wahrt dem Verband die alte Treue, Werbt für die Organisation! Wo fünfundzwanzig Jahre stiegen Ins Meer der Zeit, hcmmts nicht den Lauf! Schließt drum die Reih'n! Die Banner fliegen Schoil neuen Zielen zu! Glück auj! Soziales* Internationaler Tuberkulosckongreß. Am 11. April soll der 7. internationale Tuberkulose- kongreß in Rom eröffnet worden. Elend im schwarzen Rock. Der Verband der B u r e a u a n g e st e l l t e n hat kürzlich eine Statistik über die Änstellungsverhällnisse seiner Mitglieder vcröffent- licbt. Die Erhebung umfaßt 1S73 Betriebe mir 7321 Angestellten, von denen 1037 weiblichen Geschlechts waren. Insgesamt dürften in Deutschland 8000 Bureaus mit 30 Ovo Angestellten vorhanden sein. Es ist also schon ein recht erheblicher Prozentsatz, über dessen Lohn- und Arbeitsverhältnisse die Erhebung Auskunft gibt. Sie zeigt vor allem das traurige Ergebnis, daß im Bureau- angeslelltenberufe eine Lehrlingszüchlerei schlimmstcr Art stattfindet. Nicht weniger als 2648<— 36 Proz.) aller Angestellten waren Lehr- linge. Weitere 294S Personen(— 40 Proz.) aller, waren Gehilfen und 1727(= 24 Proz.) Bureauvorsteher. Nur 15,3 Proz. der Angestellten waren über 30 Jahre alt, woraus hervorgeht, daß die älteren Leute, wenn sie nicht frühzeitig an Entbehrungen zugrunde gehen wollen, gezw. ngen sind, sich eine lohnendere Beschäftigung zu suchen. Die Gehaltsverhältnisse der von der Statistik erfaßten 7321 Personen waren äußerst traurige. DaS Gehalt, das in den weitaus meisten Fällen monatlich postnumerando ausgezahlt wird, betrug für 3465 Personen=» 47,1 Proz. unter 50 M. 1842.. 25,1. 51—100. 1170.. 16,0. 101—150. 578,, 7,9, 151—200. 266.. 3.7„ über 200. Rund drei Viertel aller Augestellten mußten sich also mit einem Gehalt von unter 100 M. monatlich begnügen, die Hälfte aller sogar mit weniger als 50 M. Die Arbeitszeit beträgt für 36 Proz. der erfaßten Personen 8 Stunden tägjich, für 43 Proz. 9 Stunden, für den Rest mehr. Sonntagsaibeit hatten 15,5 Proz. zu leisten. Bezeichnend ist es auch, daß 48,8 Proz. der männlichen und 43,7 Proz. der weiblichen Personen weniger als ein Jahr in der gegenwärtigen Stellung beschäftigt waren. Die Bureauangestelllen, die sich auf Grund ihres schwarzen Rock.'S und ihrer weißen Stehkragen oft für etwa» Besseres als „gewöhnliche" Proletarier halten, können sich aus ihrer elenden Lage nur durch die Erkenntnis befreien, daß auch für sie da» Heil im ge- werkschaftlichcn Zusammenschluß mit ihren BerufSgcnossen und in ihrem Anschluß an diejenige Partei liegt, die allein und ehrlich im Staate die Interessen aller Unterdrücklen und Ausgebeuteten vertritt: an die Sozialdemokratie!_ Ein neues Organ für Arbeiterrecht gibt die Generalkommission der Gewerkschaften Deutschlands als Beilage des„Correspondenzblattes" heraus, dessen erste Nummer der Nr. 2 des„Eorr.-Bl." beigegeben wird. Damit hat die General- kommrssion einem Wunsche der zweiten Konferenz oer Arbeiter- sekretäre 1911 zu Dresden entsprochen. Die„Arbeiterrechtsbeilage" soll monatlich einmal im Umfange von acht Seiten, später nach Be- darf in größerem Umfange, erscheinen. In dem neuen Blatt sollen die Gebiete der Arbeiter-, An- gestellten- und Privatversickcrung, des Arbeits- und Dieustber- träges, des bürgerlichen Rechts, des Koalitions-, Vereins- und Ver- sammlungsrechts, des Preßrcchts, des Strafrechts und des Zivil- und Strafprozeßwesens sowohl durch Genossen, die in der Praxis des Arbeiterreckts tätig sind, als auch durch Sachverständige, juristische und ärztliche Mitarbeiter behandelt werden. Die„Ar- beiterrechtsbeilage" soll sich indes auf Abhandlungen in der Praxis des Arbeiterrechts beschränken, während alle Fragen der Reformen nach wie vor im„Eorr.-Bl." selbst erörtert werden. Die„Arbeiterrechtsbeilage" Nr. 1 bringt außer einem Ein- führungsartikel eine Arbeit von Rechtsanwalt Dr. H. Sinzheimer- Frankfurt a. M. über„Tarifvertragspflichten", eine Information über die neuen Vorschriften der Invaliden- und Hinterbliebenen- vcrsickerung, eine übersichtliche Darstellung der Rechtsprechung bei entschädigungspflichtigen Handvcrletzungen, sowie eine Reih« inter- essanter Entscheidungen aus der Praxis der Unfall- und Kranken- Versicherung, der Gewerbegerichte, des Vereinsrechts und des Haft- pflichtgefetzes. Gerichts-Zeitung. Unfall durch Herabfallen von hartgefrorenem Schnee..D-gS Reichsgericht beschäftigte am Donnerstag folgender Rechtsstreit. Der Kläger ging am 30. November 1904 die Weinstratze in München an dem neu gebauten Teil des Rathauses hin. Plötz- lich löste sich vom Dach des Rathauses ein Stück hartgefrorener Schnee los, fiel herab und traf den Kläger mit solcher Wucht auf den Kopf, daß er schwere körperliche Schädigungen davontrug. Er erhob deshalb gegen die Stadtgemeinde München Klage und ver- langte Ersatz allen ihm entstandenen Schadens. Das Landgericht und OberlandcSgericht München wiesen die Klage ab. DaS Ober- landesgcricht nahm an. der Stadt könne irgend ein Verschulden nicht beigemessen werden. Das Dach sei von Anfang an gemäß der baupolizeilichen Vorschrift mit einem 28 Zentimeter hohen Schnee- fanggittcr verschen worden. Kurz vor dem Unfall sei dieses Gitter sogar auf 60 Zentimeter erhöht worden. Die Arbeiten selbst seien einem hervorragenden zuverlässigen Architekten übertragen worden. Die vom Kläger gegen das Urteil eingelegte Revision machte gel- tend, daß bei dem starken Straßenverkehr die Stadt hätte eine gesteigerte Sorgfalt walten lassen müssen. Beim Eintritt des Tauwetters hätte sie die Schnecmassen können fortschaffen lassen. DaS Reichsgericht hob das Urteil des ObcrlandeögerichtS München auf und wies die Sache zur anderwciten Verhandlung und Entscheidung an das Oberlandesgcricht München zurück. 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'!,J■ 190 93 320 834 991[300] 93010 199[300] 602 73 035 53 887 930 94067 153 383[100] 054 77 95174 463 615 845 983 98014[100] 270 325 691 926 38 40 9 7375 454[100] 502 601 732 54 82 85 920 98484 [100] 99033 91 685 636 66 814 087 199082 482 647 662 191367 904 77 192029 173 [200] 575 737[100] 45 81 846[10000] 193167 612 681 194342 666 876 1 95010 489 640 604»Ol 43 72 199080 417 633 968 197049 85 227 465 660 723 900 188022 279 372 78 403 824 64 971 199028 57 473 978[200] 110038 264 609 708 927 111324 525[100] 919 39 112004 182 488 94 630 738 994 113163 646 67 114043 90 281 80 668 606 739 873 115207 24 430 89 648 689 769 80 828 989 119027 91 HO 901 9 10 117118 609 13 895 329 935 118180 82 903 118061 499 681 748 82 120213 74 434 92 688 83« 818[100] 121120 35 93 241 69 89 318 1100] 620 746 906 122177 228 362 617 19 123328 487 88 031 124205 2» 97 419(800) 653 722 125503 24 49 744 881 62 94 128179 92 419 87 604 725 843 67 127171 128130 676 686 918 63 128110 317 829 130011 440[100] 80 93 723 131039 123 72 82 434 765 857 132003 321 89 427«41 78 818 24 77 133438 861 BDI 36 82 134031 282 135121 28 258 68 912 136739 48 891 137030 90 106 423 98 838 138116 45 64 1 39143 88 298 321 808 74 807 835 140193 369 89 SOS 617 731 868 141087 79 261 691 738 142031 259 822 37 803 143069 307 71 418 526 083 948 144281 416 91 849 919 145008 524 611 880 93 146285 829 147100 12 271 405 77 858 944 95 1 48043 202 440 1 49022 74 183 314 414 668 1*0031 85 486 87 603 703 12 820 151003 181 832 85 808 152687 721 859 938 95 183270 787 827 154118 768 083 1*5021 203 613[100] 801[100] 156042 814 937 157154 351[30001 683 786 923 39 1 58005 1 59028 316[100! 88 447 599 608 79 739 969 160064 580 86 87 98 952 181002 60 376 734 857 162230 014 790[300] 10*108 164534 864 897 165011 101 518 879 809 1 6S084 184 293 442[100] 987 167059 112 89 201 330 45 624 108149 245 743 1OO400 800 17 0375 459 619 605 768 93 822 57 958 1 7 1 081 164 243 382 709 934 42 98 172366 724 893 931 173008 74 798 924 36 37 80 1 7 4097 229 439 791 962[100] 17 5350 502 918 43 1 76104 50[400] 64 808 11 931 80 82 177105 413«41 78 784 981 178144 83 318 698 830 97 901 7l 176207 558 699 807 71 180084 108 299 374 604 665[1001 739 181084 329 72 503 793 850|200] 182231 39 345 685 84 789 183046 61 159[200] 244 69 858 984 184084 381 84 417 646 90 918 185003 143 232 718 85 861 186053 92 107 35 883 1 8 7 078 tlOO) 205 433 608 687 188122 60 323 81 52 453 610 737 830 008 79 188370[200] 71 048 51 785 90 832 89 i ii 1. Ziehung I. KI. 226. Kgl. Preuss. Lotterie. Ziehung vom 12. Januar 1912 nachmillags. im jede geavgen«.Nummer elnd jwe, gleteh uok« ue- wmne gefallen, und»war je einer nnf dl» Loee rlelcber Nummer In den beiden Ahtellunven 1»ed II Nur die Gewinne Uber 50 Mark Bind den betreffenden Nummern in Klammern belgefilgl. (Ohne OewShr.)(Nachdruck rerbbten.) 232 557 050 85 812 987 1244 318 1100) 627 2043 353 473 655 604 718 830 49 76 3250 148 500 824 30 65 4459 573 659 01 929 49 5380 8459 501 674 801 64 7076 166 266 331 626 50 730 38 908 8119 254 337 9008 531 605 703 938 10532 713 11077 109[100] 38 241 64 530 844 900 47 12016 639 873 13040 124 689 863 824 927 14147 887 557 990 15060 299 307 92 521 22 618 47 899 900 18087 99 185 247 432 637 58[1000] 17201 381 409 10 59 744 70 84 18022 186 292 450 612 832 843 18223 615 28025 439 618 801[600] 2 1 940 2 2470 511 639 814 948 2*013 188 203 58 414 904 79 24069 804 29 70 25223 1100) 685 998 28205 8 306 43 887 27489 (1001 554 092 717 833 972 28203 14 71 407 83 670 77 1100! 663 716 57 95 939 29034 109 37 364[100) 768 95 981 30038 321 44 493 840 745 31027 87 101 16 395 [300) 400[100] 31 542 685 747(200) 972 32242 83 83 307[100] 89 721 3*063 235 349[100] 433 706 34148 314 430 95 674 833 77 994*5002 270 494 680 780 841 46 36028 74 218[100] 377 866 913 91 *7302 60[100] 73 552 91 96 697 911 70 38130 77 687 741*»06« 682 40327 41 45 840 41093 188 218 46 68 31« 70 449 518 636[500] 42666 74 4*378 462 67 606 635 831 44000 45. 63 97 374[200] 639 810 700 12 54 958 [50000] 4*042 427 828[100] 46302 432 63 605 788 90 968 47277 30» 413 881 984[100] 4*291 330 60 810 27 993 49050 61[800] 84 131 231 45 371 588 811 6O009 85 100 29 283 420[100] 733 44[100] 959 51756 98 810 923.5*213 323 542 5*376 749 90 888 64002 268 650 726 55088 132 849 79 310 52 56009 843 997 57199 304 58 473 684 710[1001**319 77 (100) 424 660 59149 67 368 811 701 98 830 8*090 109 358[100] 72 410 763[SOÖ] 987 8 1 210 6 2051 68 225 425 8*043 170 309 601 906 64173 609 779 822 26 942 6 5413 845 751 817 8 8438 72 74 014 707 87310 63 83 410 668 90 610 716 888 6*305 469[200] 690 839 79 08241 319 414 996 70081 312 405 652 930 71342 630 865"58 72426 881 7*2)8 341[200] 517[300]-818 7 409 1 264 389 4 54 681 75412 630 849 78284 458 837 77162 200 33 312 694 7 5329 44 840 071 79006 02 137 295 440 80592 009 768«3 887 89 90« 81071[200] 282 «44 978«2141. 44 285 412 970 8*159 200 25 378 051 778 1100] 936 79 84042 1100) 377 485 617 8*169 70 [1001 241 804 15 66 924 86000 148 66 774 87030 143 427[200] 68 918 32 88150 286 653 831 89104 88 618 90015 243 473 789 91078 109 40 06 268 72 333 68 454 607 37 687 878 92142 80 811 41 904 15 29 9*285 324 408 531 50 807 94077 177 255[100] 330 544 88 783 9*282 542 909 98053 168 369 415 848 768 904 97374 403 677 630 716 824 98127 93 230 336 44 87 751 810 40 945 95 93001 49 127 72 91 262 348 791 109003 67 179 308 81 495 549 64 602 44 783 908 64 1 01181 301 604 61 102362 831 103162 296 364 71 73 i 100] 766 911 104552 8.9 71 1O50U 187 678 734 188051 90 03 322 474 89 187620 43 618 44 738 97 942 72 108222 31[30000] 62 390 109021 390 603 634 87 858 900 24 27 75 118463 96 773 ,200] 111281 118142 757 945 11*069 307 610 84 114587 945 115417 691 702 75 118030 252 352 663 87 872 117257 831 91 692 902 118213 61 1 19062 122 70 686 984 128318 432 7 7 91 582 99 851 12 1 427 65« 754 88« 904 20 122003 175 248 424«20 677 12*040«48 86« 80 124006 89 544 845 55 608 125121 380 77 83 649 7 6 742 1 28406 986 1 2 7 069 264 665[200] 12*059 824 683 723 831 70 901 51 129094 241 403 528 757 1*8131 50 290 883 1*121? 302 805 54 838 1*2070[100] 13*123 085 711[100] 53 1*4105 283 135419 24 524 899[100] 642 1 38713 818 25 63 13 7 049 904 1 38258 379 810[300! 56 SO 98 958 83 139044 232 02 308 82 33 421 23 911[100] 14(1905 373 35 0,2 844 913 92 14111S 89 449 651 741 142108 256 352 428 685 727 812 14*I'9 400 882 833 945 1 4 4 239 45 67 390 678 145188 233 35«[1001 503«47 909 148101 217 822 90 611 [100] 684 1 47066£80 791 822 989 14818« Tt 649 708 14(1917 31 457 715 79 801[100] 74 1S0C61 629 39 83 620 773 820 97« 1*1261 849 643 44 152146 90 609 1**037 169 482«12[100]. 27 90 778 154086 107 260 90 864 462 15*074 249 732 15*455 706[100] 931 1*7 1 01 260 424 844 158171 417 18 42 15*479 613 33 728«09 963 160121 376 563[100] 553 68 90 739 92 161267 09 310 33 1200] 80 102112 81 245 482 18*011 201 785 899 902 184142 229 311 702 930 185333 393 66 088 732[100] 108059 344 63« 79 811 931 167328 601 77 168080 020 811 10*101 3 30 72 360 86 170,00 89 020 770[200] 171019 214 630 71 717 48 94 928 172008 42 446 17*108[200] 205 «12 90[300] 854 01 174749 970 1 7506«[100] 291 484 915 170395[2001 840 87 177169 341 42 408 692 736 178074 116 58 273 321 60 437>02 67 17*0=1 104 283 671 887 180043 63 240 316 536 1 8115« 538 860 11X162 257 754 71 915 20 73 183054 727 806 1»4083 499 75 92 663 956 115802 899 180760 460 633 86[1001 986» 0 7 050 395 417 79[100] 188334 60«[100] C3ä 803 64 188019 78 219 471 Jedes Wort 10 Pfennig. 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Maßregelung. von süns Kollegen bt» au> weitere» gesperrt. 7g, 2« Nie Ortsverwaltuuir. iL W. 29. Jahrg. KtilW des„Ulm W■ APkPil fit Kßt«, Sini, iflleii. 13. Itmt 1913. Für alle Fälle. Ztitungsmeldung: I« den Kasernen der Garnisonen von Grog-Berlin werden heule einzelne Truppenteile in ständiger Marschbereitschaft ge- halten. Äußer bestimmten Kompagnien der Infanterie- Regimenter werden vor allem auch Schwadronen der Gardekavallcrie und auch einige Batterien den ganzen Tag über in Bereilschast bleiben. Auch im königliche» Schloß sollen besondere Truppen konsignicrt werden. Der Minister spricht: Ja, Majestät, das Volk geht nun zur Wahl, Und wir, wir können ruhig es entscheiden lassen. Wir sorgten für sein Wohl: und manchesmal Sah Majestät der Hurrarufer srohbewegte Massen. Jedoch für olle Fälle möcht' ich raten:— Vorsicht ist stets von nöten in Berlin— Jede Kaserne halte marschbereit Soldaten— So etwa zwanzig, dreißig Kompagnie'»! Dank Majestät und Heer und Flottenmacht Gelang es uns mit Klugheit stets den Frieden zu erhalten. Das Volk ist ganz entzückt, wie sich des Reiches Pracht Durch unsrcr Diplomaten Künste könnt' entfalten, Jedoch für alle Fälle wird sich's lohnen— Die Straßen säubert schnell die Kavall'rie— Laßt satteln eine Anzahl von Schlvadronen. Und Lanzen spitz' und Säbel schärfe siel Das Volk ist treu und auch der Freisinnsmann Blickt, Majestät, der Ehrfurcht voll nach Ihrer Krone. Der Nörgler Hetzen uns nicht stören kann. Denn fest steht die Nation zu Altar und zu Throne. Jedoch wär's gut für alle Fälle, Wenn angespannt sich halten s ejch s B a t t r i e n. Und in den Protzen schußbereit Schrapnelle. Und fertig alles auf die Straß' zu zieh'n! Heut, Majestät, das Volk darf wählen frei. Doch morgen haben wieder wir das Recht, die Masse zu regieren Wie einst im Schloß ein Fenster offen sei. Wenn patriol'sche Männer kommen gratulieren. Jedoch für alle Fälle wird sich's lohnen, Wenn Grenadier' und Reiter sind im Schloß. Und jeder Hab' in: Rahnien die Patronen. Denn Borsicht nie den klugen Mann verdroß. Wir können ruhig in deS Volkes Mitte wohnen. � Jedoch viel besser ist die Sicherheit. Die geben Flime, Säbel und Kanonen. Vertrau'n wir, Majestät, auf die Dreieinigkeit. __ E. D. Partei- Angelegenheiten. Bsxhageii-Rummclödurg. Sonntag, den 14. d. M., vormittags 6 Uhr, treffen sich die Genossen in den bekannten Lokalen zur Flugblativerbrcitung für die Gemeindcvcrtreterwabl. Jeder muß zur Stelle sein. Tie Bezirksleitung. Pankow. Zur Einsichtnahme in die Gemeindewählerliste fordert das Flugblatt auf, welches am Sonntag von den bekannten Stellen verbreitet wird. Reinickendorf- Ost und.West. Sonntag, den 14. Januar früh von 8 Uhr ab: Flugblativerbrcitung von den bekannten Stellen Die Bezirksleitungen. Tegel. Sonntag früh 8 Uhr: Flugblattverbreitung.— Am Dienstag, den 10. d. M., abend? S'/o Uhr: Generalversammlung bei «ippenstein._ �_ Tie Bezirksleitung. Verlimr Nachrichten. Einc Bersammluug des Zweckverbandes Grost-Berlin wird am heutigen Sonnabend mittag im Rathause zusammen- treten, um zu der Wahl des Verbandsdircktors Stellung zu nehmen. Es sind eine Reihe von Namen in die Presse lau- eiert worden, nm verschiedene Personen in empfehlende Er- innerung zu bringen. Aller Voraussicht nach wird die Aus- schreibung der Stelle beschlossen werden. Ein»irderträchtiger Streich ist von den Reaktionären und Anti- semiteu begangen worden. Sie haben in einen Teil der Auslage der„VolkSzeilung* ein durch und durch verlogene« Wahlflugblatt eingeschmuggelt. Die„Volkszeitung- brandmarkt dieses reaktionäre Wahlmanövcr als einen gemeinen Schwindel und fügt hinzu, daß er sich von selbst richte. Eine Erprcssungsaffäre, die auch nach Berlin hinüberspielt, cust in Oranienburg Aufsehen hervor. Eine dort wohnhafte hochangesehcne Persönlichkeit erhielt seit einiger Zeit von un- bekannter Hand Drohbriefe, die sich als Erprcssungsvcrsuche dar- kellten. Wahrscheinlich rührten die Briefe aus Berlin her. Sie md vermutlich von einem Oranienburger in Oranienburg in den öriefkastcn gesteckt worden, um dadurch die Spur des wahren Ab- enders zu verwischen. In den Schreiben, die anonpm gehalten waren, wurde der Empfänger unter den schwersten Drohungen auf- gefordert, eine höhere Geldsumme unter einer bestimmten Chiffre auf dem Postamt niederzulegen. Der Bedrohte setzte sich jedoch mit der Polizei in Verbindung, und als vorgestern abend ein Mann auf dem Postamt anfragte, ob unter der betreffenden Chiffre etwas lagere, wurde er von einem bereitstehenden Kriminalbeamten ver- hastet. Bei seiner Vernehmung behauptete der Unbekannte, er sei von einer anderen Person zur Abholung von Chiffrebriefen noch dem Postamt gesandt worden. Dies scheint auch zu stimmen. Jedenfalls handelt es sich um den Helfershelfer des eigentlichen Erpressers. Die Polizei ist dem letzteren auf der Spur. Mit einem Gepäckschein.arbeitet" ein Schwindler, der die Kellner hiesiger Hotels brandschatzt. Zuletzt trat der Gauner in eineni Hotel im Norden der Stadt auf. Er erschien dort, übergab dem Kellner gleich nach seinen: Eintreffen e!n?n Gepäckschein und beauftragte ihn, sein Gepäck von der Bahn zu holen. Gleichzeitig ließ er sich von ihm zur Aufgabe eines wichtigen Telegramms 5 M. geben und entfernte sich dann wieder. Der Kellner holte auch das Gepäck, der Gast ließ sich jedoch nicht mehr blicken. Als der Kellner später das Paket aus seinen Jnlwlt hin untersuchte, machte er die unliebsame Entdeckung, daß dieses nur wertloses Packpapier enthielt. Mit diesem Trick dürfte der Schwindler auch anderwärts mit Erfolg auftreten, es sei deshalb vor ihm gewarnt. Er nannte stch zuletzt Orgelbautechniker Ernst Zinner und will im Jahre 4883 m Hannover geboren sein. Wahrscheinlich sind diese Angaben jedoch falsch. Er ist ungefähr 23 bis 20 Jahre alt. 1.70 Meter groß und schlank, hat schwarzes, völles, links gescheiteltes Haar, einen englisch gestutzten Schnurrbart, ein blasses, ovales Gesicht und trug einen dunklen Ueberzieher, einen Stehumlegekragen, einen schwarzen, steifen Hut und schwarze Schnürstiefel. Im Grunewald erschossen bat sich der 20 Jahre alte Kauimann Robert Meilich aus der Alten Jakobstr. 25. Meilich war in seinem Geschäft gekündigt worden. ES siel ihm nun schwer, eine neue Stelle p» finden, um so mehr als er an einer unheilbaren Krancheit litt., Am Mittwochvormittag entferiue er sich mit seinen besten Kleidern und einem gut gefüllten Portemonnaie aus seiner Wohnung und kehrte nicht wieder in diese zurück. Gestern abend erhielten seine Eltern die Meldung, daß seine Leickie im Grunewald in der Nähe von Zehlendorf gefunden worden ist. Meilich hatte sich dort durch einen Revolverschuß getötet. Einen Erbschaftsschwindler hat in diesen Tagen die Wilmers- dorfer Kriminalpolizei unschädlich gemacht. Vor ungefähr zwei Jahren ging durch die Presse eine Notiz liber ungehobene Schätze in England. Unter anderem sollte in London um das Jahr 1860 ein reicher englischer Offizier namens Weiß gestorben sein, der ein zirka 100 Millionen großes Vermögen hinterlassen hatte, ohne Erben zu haben. Diese..Ente" griff ein in den Kreisen der Wcchselschieber bekannter Schlepper auf, um damit Geschäfte zu machen. Es fanden sich auch bald Leute, deren Verwandtschaft mit diesem„Weiß" er angeblich nachwies. Er spiegelte den Leuten vor, daß er imstande wäre, ihnen diese große Erbschaft zuzuwenden, wenn sie ihm das nötige Geld zur Durchfcchtung ihres Anspruchs zur Verfügung stellten. Ein Wilmersdorfer Schlächtermeister, der auch einen größeren Betrag geopfert hatte, schöpfte später Verdacht und ließ den Schwindler verhaften. Die Polizei stellte fest, daß er weder bei dem Ministerium für Nachlaßfachen in London irgend- welchen Nachweis geführt, noch Schritte unternommen, sondern das ihm anvertraute Geld verjubelt hatte. Dem Lntersuchuugsrichter vorgeführt, legte er ein umfasse, ä)es Geständnis ab. Geschäftseinbrccher waren in den vergangenen Nächten wieder eifrig tätig. An verschiedenen Stellen haben sie auch mit gutem Erfolge �gearbeitet". So'drangen Diebc in der Nacht zum gestrigen Freitag in die Kontor- und Arbeitsräume der Blusengroßbandlung von Adolf Solomon in der Markgrafenstr. 61, Ecke Leipziger Straße, ein, indem sie eine eiserne Tür vom Flur aus mit Nach- schlüffel öffneten. Nachdem sie so in dos Kontor gelangt, aber trotz sorgfälliger Durchsuchung nichts gefunden hatten, öffneten sie zwei weitere Türen, durch die sie in die Lager- und Arbeitsräume kamen. Hier packten sie nun für 2000 M. Seidenstoffe und für 1000 M. Blusen zusammen und verließen damit das Geschäft auf demselben Wege, auf dem sie gekommen waren, ohne überrascht zu werden.— Für 3000 M. verschiedenfarbige PIcureuscn. Damen- Pelzschals und Seidenstoffe erbeuteten Einbrecher, die das Putz- geschäft von Alma Reinhäckcl in der Elsasser Str. 34 heimsuchten. Hier verschafften sich die Diebe Einlaß, indem sie eine Tür er- brachen, eine andere mit Nachschlüssel öffneten. Ein Hausbewohner sah gegen 3 Uhr, als er seine Wohnung aufsuchen wollte, zwei Männer mit Paketen aus dem Hause kommen. Als er sah, daß die Türe zu dem Putzgeschäft aufstand, wollte er ihnen nachgehen, sie waren jedoch schon unterdessen verschwunden.— Bei der„Arbeit" gestört worden sein müssen Einbrecher, die dem Herrcngarderobcn- geschäfi von Hermann u. Kübel in der Rosenthaler Str. 18 einen nächtlichen Besuch abstatteten. Als der Geschäftsinhaber am anderen Morgen öffnete, fand er zahlreiche Kleidungsstücke und Stoffe verpackt auf dem Fußboden liegen, außerdem fehlten Hosen und Stoffe für ungefähr 500 M. Hier waren die Diebe vom Hof aus durch da« Oberlicht in die Küche eingedrungen und von dort mittels Nachschlüssel in die Arbeits- und Geschäftsräume. Verloren gegangen ist ein schwarzes Futteral mit Militärpaß und zwei für den Finder wertlosen Scheinen am 11. Januar 1912 hin 4 Uhr auf dem Wege von der Badstraße bis Prinzenallee 44, Der ehrliche Finder wird gebeten, dieselben bei Alex Slaege, Prinzen- aller 44, abzugeben. Vorort-Nachrichten« Charlotteuburg. Desinfektion von Büchern. Um die Ucbertragung von an- steckenden Krankheiten zu verhindern, hat sich die Nolwendigkeit herausgestellt, unter Umständen auch Bücher, die von Hand zu Hand gehen, zu desinfizicreir. Versuche durch das städtische UiitersuchungS- amt für ansteckeude Krankheiten in Charlottenburg haben zu dem Ergebnis geführt, daß mit seinem Rubnerschcn Formalin- Desinfeklionsapparat Bücher ohne Beschädigung einwandsfrei deS- infiziert werden können. Die Stadl beabsichtigt nun, solche Des- infektionen nach Bedarf vorzunehmen und an Gebühren für die TeSinseklion eines KorbeS mit Bücheni 2 M,, für jedes weitere» Korbes l M. einzuziehen. In einen Korb lassen sich etwa 100 Bücher gewöhnlichen Formats einstellen. Schöneberg. Wegen eines DachsluhlbraudeS wurde gestern vormittag die Schöneberger Feuerwehr nach der Wartburgstr. 51 alarmiert, wo der Dachstuhl des Vorderhauses in Flammen stand. Als die Feuerwehr dort ankam, bräunte schon eine Menge am Abend vorher auf dem Boden aufgehängter Wäsche, Hausrar in den Bodenverschlägen und die Dachkonstruktion, sowie der Fußboden mit der Balkenlage in großer Ausdehnung, so daß die Wehr längere Zeit mit der Löschung zu tun hatte. Ein mysteriöser Todesfall beschäftigt die Schöncbergcr Kriminalpolizei. In dem Hause Kronprinzendamm 1 in Wilmers- darf wurde am gestrigen Freitag das 42jährige Fräulein Martha Harzmann in ihrem«ckstafzimmer tot aufgefunden. Da die Todes- ursacke nicht festgestellt werden konnte und auch einzelne Umstände die Möglichkeit eines Verbrechens nicht ausgeschlossen erscheinen lassen, wurde die Leickie beschlagnahmt, lieber den rätselhaften Vorfall werden folgende Einzelheiten gemeldet: Das 42jährige Fräulein Martha Harzmann bewohnte eine Fünfzimmerwohnung allein ohne jedes Dienstpersonal. Fräulein H., die angeblich als Korrcspondentin tätig gewesen sein soll, galt als sehr wohlhabend. Sie unterhielt jedoch wenig Verkehr mit den Hausbewohnern und war offenbar sehr mißtrauisch und ängstlich. Schon seit dem zweiten Weihnachtsfciertag wurde das Fräulein nicht mehr gesehen, doch kümmerte man sich nicht weiter darum, weil man annahm, daß die H. verreist sei. Gestern erschien in dem Hause Kronprinzendamm ein Elektrotechniker, der die elektrische Leitung in der Harzmannschen Wohnung revidieren sollte. Als ihm auf wiederholtes Klopfen nicht geöffnet wurde, benachrichtigte er den Hauswirt, der die Korridortür durch cincn Schlosser öffnen ließ. Die Eintretenden fanden die Wohnungsinhaberin im Schlaf- zimmcr vor dem Bett am Fußboden liegend, mit dem Gesicht nach »nten und nur mit Hemd, Rock und Strümpfen bekleidet tot vor. Aeußere Verletzungen waren, abgesehen von geringfügigen Kon- tusionen an der Nase und an der Stirn, nicht vorhanden. Von dem Todesfall wurde sofort die Schönebergcr Kriminalpolizei bc° nachrichtigt, und schon nach kurzer Zeit traf Polizeipräsident Frei- Herr v. Lüdinghausen in Begleitung der Kriminalkommissare Steinmetz und Sanders, sowie des Medizinalrats Flaftcn am Tatorte ein. Es wurde eine genaue Durchsuchung der ganzen Woh- nung vorgenommen, doch ließ nichts darauf schließen, daß ein Raubmordversuch vorlag. Tie Wohnung war im großen und ganzen in Ordnung. Bares Geld oder Wertpapiere wurden nicht vorgefunden, doch wird angenommen, daß die sehr ängstliche Dame ihre Barschaft respektive ihre Wertpapiere anderweitig unter- gebracht hat. Die polizeilichen Feststellungen ergaben auch, daß der Tod des Fräulein.Harzmann bereits am ,20. Dezember eingetreten sein muß. demi von diesem Tage an sind Briefe aus dem an der Tür befindlichen Briefkaste» nicht mehr entnommen worden. Auch wurde die Zeitung vom 30. Tezemoer ab im Hausflur aufgefunden." Da aber durch ärztliebe Untersuchung die genaue Todes- Ursache nicht festgestellt werden konnte, wurde die Leiche polizeilich beschlagnahmt und nach der Halle in der Maxstraße gebracht, wo die Obducktiön crfolßen soll. AerztlichcrseitS wird angenommen, daß Fräulein H. vielleicht am 20. Dezember einen Schlaganfall erlitten und dann mehrere Tage lang hilflos am Boden liegend gegen den Tod angekämpft hat. Diese Annahme wird dadurch unterstützt, daß die Leiche erst sehr wenig in Verwesung über- gegangen ist. Ein kleiner Spitz, den die Verstorbene sehr heute und stets um sich hatte, sprang munter in der Wohnung umher. seine Nahrung hat er aus einer Kiste l»it Hundekuchen entnommen. Dagegen war" ein Papagei in seinem?auer verhungert. Adlershof. Die Ersatzwahl eines Mitgliedes des VerbandsauSschusscs des WasserversorgiingSverbandes für die Landgemeinden Adlershof, Alt-Glie nicke und Grünau findet am Sonnabend, den 20. Januar, nachmittags von 1.20 bis 1.35 Uhr. im hiesigen Sitzung«- saal der Gemeindevertreter statt. Die Ersatzwahl erfolgt an Stelle deS aus der Gemeindevertretung ausgeschiedenen Genossen Horlitz für die Zeit bis zum 15. September 1917. Nowawes. Aus der Gemeindevertretung. Anläßlich des im Herbst d. F. stattfindenden Kaisermanövers sind für den Kreis Teltow größere Eingnartieruugen zu erwarten. Der Laudrat verlangt daher die Auf» stellung von Hmquartierungslisten, die die Gestellung von Gespannen, Geipannsührern, die Einquartierung der Truppen usw. regeln. Der Bürgermeister teilte hierzu mit, daß die Gemeinde aus dem Jahre 1899 eine solche BeleguugSliste besitzt, die, um den Wünschen des Landrats zu genügen, nur einer Prüfung und Berichtigung bedürfe. Da der Gemeinde anheimgestellt wird, ent» weder ein solches Ortsstatnt zu erlassen oder bestimmte Grnndstitzs aufzustellen, entschloß sich die Vertretung auf Vorschlag des Bürger- meistcrs zu letzterem.— Der letzte Punkt des öffentlichen Teils betraf Geländeaustausch mit dem EisenbahnsiSkus. Letzterer möchte einen Streiten der Schulstraße von der Gemeinde käuflich erwerben, um bei Höherleguug der Eisenbahn statt der teuren Futtermaucr eine einfache Böschung anlegen zu können. Die Gemeinde dagegen hatte dem Fiskus das betreffende Gelände als Tauschobjekt jür die Ueberlasjung der neuen Bergstraße angeboten. mit der Bedingung, daß der übrigbleibende Teil des Geländes nicht zu gewerblichen Zwecken, sondern zur Anlage eines Schmuckstreifens verivendet wird, dessen Unterhaltiing der Fiskus übernehmen müßte. Da letzterer jedoch von einer Ileberlassung der Bergstraße an die Gemeinde nichts wissen will, vielmehr aus Kauf des betreffenden GeländestreifenS ohne jede einschränkende Bedingung besieht, beschloß die Vertremng dem von der Eisenbahn- und der Finanzkommission gemachten Lorschlage gemäß an dem dem Fiskus gemachten Augebot festzuhalten, jedoch mit der Einschränkung, daß die Gemeinde die Unterhaltung der Schmuckanlagen übernehmen-würde. Jug endveranstaltung ea. Rixdorf. Sonntag, den 14. Januar: Schncepartien. 1. Nach Tegel. Stolpe, HermSdors. Treffpunkt: Ecke der Hermann- und Steinmetz. stratze und am' Hcrmannplatz um 7 Uhr früh. Fabrgcld 50 Pf. 2. Nach der Märkischen Schweiz. Treffpunkt am Schles. Bahnhof(Breslauer Straße) um°/«7 Uhr. Fahrgeld 1,90 M. Gerichts-Leitung» Die leichtgläubigen Berlinerinnen „Es ist eine notorische Tatsache, daß in Berlin die jungen Mädchen furchtbar sorglos sind und häufig sehr leichtfertig sich mit allen möglichen Leuten einlassen und jedem ihre Ersparnisse opfern. der mit ihiren schön tut!" Dieses gewiß etwas harte Urteil über die jungen Berlinerinnen wurde von einem Vorsitzenden des Schöffengerichts Berlin Mitte als mildernder Umstand für einen Heiratsschwindler angeführt, der sich wegen Betruges zu ver- antworten hatte. Der Versicherungsagent Kurt Plato war de» Betruges in drei Fällen angeklagt, begangen an jungen Mädchen. die er um ihre Ersparnisse gebracht hat. Ter Angeklagte war vor einigen Jahren in Berlin als Redakteur und Jonrnalist tätig; er lebte über seine Verhältnisse und verschaffte sich die Mittel dazu in der Weise, daß er armen, leichtgläubigen Mädchen ihre paar Spargroschen unter falschen Vorspiegelungen abnahm. Sein erstes Opfer war eine Freundin seiner Wirtin, ein junges Mädchen, das sich mühsam ein paar hundert Mark erspart hatte, um damit ein kleines Gesckstift zu eröffnen. In kleinen Beträgen nahm er dem Mädchen die Ersparnisse im Betrage von 530 M. ab. Er bc- zeichnete die geliehenen Summen als Geschäftsanteile für ein journalistisches Unternehmen, aus dem aber nichts wurde. Nach- dem der Angeklagte im Berliner Zcitungswcscn unmöglich gc- worden war, wurde cr Versicherungsagent. Bei Schramm in Wilmersdorf lernte er ein junges Mädchen kennen, dem er die Ehe versprach, sie dann aber sitzen ließ, nachdem sie ihm 100 M. geopfert hatte. Angeblich brauchte cr das Geld als Grundkapital für die Einrichtung einer Zeitungskorrespondenz. Das nächste Opfer ivar eine Buchhalterin, die sich 4000 M. erspart Hatte. Plato verlobte sich mit dem Mädchen und nahm ihr alles Geld ab, um damit eine„Gcncralagcntur" zu begründen. Auch hier er- losch die Liebe des Angeklagten in demselben Augenblick, wo der letzte Groschen der Braut in seiner Tasche war. Das Verteidigungs« system des Angeklagten bestand darin, daß er seinen Opfern noch einen moralischen Makel anhängen wollte. Das gelang ihm freilich nicht und rief allgemeine Entrüstung hervor. Als der Angeklagte unter anderem erklärte:„Ein Mädchen von Schramm heiratet man doch nicht!", bemerkte der Vorsitzende:„aber man pumpt es an!" DaS Gericht verurteilte den Angeklagten zu sechs Monaten Gefängnis. Bei der Urteilsbegründung führte der Vorsitzende aus, daß das Treiben des Angeklagten äußerst verwerflich sei. Strafmildernd komme einzig die Tatsache in Betracht, daß die jungen Mädchen in Berlin trotz aller Warnungen so unglaublich und sorglos jedem Heiratsschwindler ins Garn laufen.— Bei Lichte betrachtet, hätte dieser Milderungsgrund richtiger als Strafverschärfungsgrund verwendet werden sollen. Titelschacher. Das Versprechen einer Vergütung für die Verschaffung eines ausländischen Konsulatstitels verstößt gegen die guten Sitten. So hat das Kammergcricht kürzlich entschieden. Aus den in den „Bl. f. Rechtspfl." veröffentlichten Urteilsgründen ist zu ersehen, daß ein titelsüchtigcr Herr sich mittels Reverses verpflichtet hatte. dem Subdirektor einer Versicherungsgesellschaft, der ihm die Uebcr» tragung eines Konsulats uird die Erteilung des Exequatur ver» schaffen wollte, als Entgelt für die Bemühungen 7000 M. zu zahlen. Das Kanimergericht sagt nun: Da der Kläger weder auf die staatliche» Maßnahmen des fremden Staates bei der Ueber- tragung des Konsulats, noch auf diejenigen des Deutschen Reiches oder eines Bundesstaates bei der Erteilung des Exequatur einen unmittelbaren Einfluß hat. so sollte und konnte seine Gegenleistung im Ivesentlichen nur darin bestehen, mit solchen Persönlichkeiten in Verbindung zu treien, welebe bei den genannten Regierungen von Einfluß waren, und diese Persönlichkeiten zu bestimmen, ihren Einfluß in einem dem Beklagten günstigen Sinne auszilüben Diese Tätigkeit enthält so lange nichts Sittenwidriges, als sie uiu enigeltlich und mit erlaubten Mitteln geschieht; dagegen verletzt eS die Gebote der guten Sitte auf das empfindlichste, eine der» artige Tätigkeit gegen Entgelt und mit verwerflichen Mitteln aus- zuüben. Die Ernennung einer Person zum Konsul ist ein staat- licher Hoheitsakt; sie darf, wenn auch nur mittelbar, nicht zum Gegenstand eines Handelsgeschäftes gemacht werden. Der Kläger hat sich nun die TOGO M. nicht nur für seine Bemühungen, sondern auch für den Zweck versprechen lassen, um damit auf andere Per- sonen einzuwirken. So sollte unter anderen allein der General- konsul von P.(P. ist der Absendcstaat) nicht weniger als ZOOV M. von dem Gelde erhalten. Es bedarf keiner Ausführung, daß ein Generalkonsul oder ein sonniger Vertreter des Absendcstaates in bedenklicher Weise seine AMspflichtcn verletzt, wenn er bei dem Vorschlag eines zu ernennenden Konsuls nicht ausschließlich �in pflichtgemäß« Ermessen wriWi läßt, sonder» iich für seinen Borschlag Geld versprechen oder gewähren läßt, und daß der Klager verwerflich handelte, wenn er ihn durch Geld zu der Pflichtver- letzung bestimmte oder ihn darin unterstützte. Durch dieses Ver- fahren wurde, was den Parteien bekannt gewesen sein muß, auch mittelbar bewirkt, daß dem Beklagten in Deutschland das Exe- quatur erteilt wurde. Die Parteien können nicht im Zweifel dar- über gewesen sein, daß die deutsche Regierung Bedenken getragen haben würde, einem von einem sremden Staate ernannten Konsul das Exequatur zu erteilen, wenn sie gewußt hätte, daß der Konsul seine Ernennung unlauteren Mitteln verdankte. Die Ehre der Arbeitswillige« wird von der sächsische« Justiz besonders hoch geschätzt. Da? be- weisen die hohen Strafen, die die Gerichte über Arbeiter ver- hängen, die in gerechter Entrüstung sich zu einer Beleidigung von Arbeitswilligen hinreißen lassen. Die Ehre gewöhnlicher Sterb- licher wird bei weitem geringer geachtet. Das kam auch zum Aus- druck in einem Beleidigungsprozeß, den der Landtagsabgeordnete Genosse Eastan gegen den Schachtmeister August Roder anhängig gemacht hatte. Castan hatte am 29. Mai in seiner Eigenschaft als Vorstandsmitglied des Verbandes der Bauarbeiter an bei einem Straßenneubau in Alt-Chemnitz beschäftigte Bauarbeiter Einladungen zu einer Bauarbeiterversammlung verteilt. Das hatte Roder bemerkt, war aus Castan zugekommen und hatte ihn angeschrien:„Vagabund. Faulenzer, da kann jeder Lump von der Straße reinkommen und die Leute von der Arbeit abhalten!" Weiter fügte er hinzu, nachdem ihm der Arbeiter K. gesagt hatte, daß der von ihm Beschimpfte der Landtagsabgeordnete Castan sei: „Da hätte ich Ihnen mehr Grütze zugetraut." In der Verhandlung verlegte sich der Verklagte in der Hauptsache aufs Leugnen und bezichtigte Castan des Hausfriedensbruches mit der Behauptung, das Grundstück, auf dem der Straßenbau vorgenommen wurde, sei abgesperrt gewesen und Castan hätte es wrderrechtlich betreten. Vagabund und Faulenzer habe er Castan auch nicht genannt. Dem widersprach der Privatkläger, dessen Angaben im vollen Um- fange durch Zeugen bekräftigt wurden. Der Verklagte wurde vom Gericht mit ganzen 2S M. Geldstrafe belegt. In der Urteils- begründung wurde diese Strafe als hohe bezeichnet, die deshalb am Platze gewesen sei, weil die gebrauchten Ausdrücke erheblich ehr- verletzender Art waren. Man habe aber zugunsten des Be- schuldigten dessen Unbescholtenheit, seine Erregung und dsn Um- stand gewürdigt, daß er im Interesse des Arbeitgebers gehandelt habe. Hätte Castan oder ein anderer einen Arbeitswilligen in be- rechtigter Erregung so vorgenommen, wie Roder ihn, dann wäre ihm Gefängnisstrafe wohl sicher gewesen. Tins aller ödelt Unwetter und Schneestürme. Das Unwetter hat in ganz England großen Schaden an- gerichtet. Aus allen Teilen des Landes treffen Meldungen über Schnee stürme ein, während die Schiffahrt auf der Themse und auf der Humber durch dichten Nebel zu leiden hat. Der Nebel ver- ursachte mehrere Schiffszusammenftößc. Heftige Schneefälle werden aus Nordengland gemeldet. In der Umgegend von Lothion liegt der Schnee einen Fuß hoch. Im Bezirk von Heriot sind zahlreiche Automobile im Schnee stecken geblieben. Die Insassen derselben mudten weite Strecken durch den Sckmee waten, um Unterkunft zu finden. In der Grafschaft Berwick liegt der Schnee anderthalb Fuß hoch. In der Umgegend von Äaniollen sind durch anhaltende Regengüsse alle Flüsse aus den Ufern getreten. Der Shannonfluß erreichte einen Höchststand, den er seit 27 Jahren nicht mehr gehabt hat. Die ganze Gegend bei Partunan steht unter Wasser. Viele Familien mutzten aus ihren Wohnungen flüchten. Aus La R o ch e l l e wird berichtet: DaS Sturmwetter hat weitere Schiffsunfälle verursacht. Der Dreimaster.Coffette" aus Port Louis ist auf der Höhe von Obero gesunken. Die Mann- schast ist gerettet. Der Sturm, der in den letzten Tagen auf dem Adriatischen Meere herrschte, hat etwas nachgelassen. Nunmehr werden eine große Anzahl von Schiffskatastrophen gemeldet. Wie depeschiert wird, find im Außenhafen von Brindisi drei Boote mit sechs Mann untergegangen. Die Bemannung ist ertruukeu. Der kleine Dampfer.Benedetto" ist bei Portici an die Küste geworfen worden. Die Besatzung von sechzehn Mann konnte gerettet werden. Ein Hospitalschiff des Roten Kieuzes ist mit vierundzwanzig- stündiger Verspätung in Brindisi angekommen. ES hatte 2t Kranke und Verwundete an Bord. Im Gebiete der südrussischen Bahnen herrscht seit einigen Tagen ein furchtbarer Schneesturm, der die Strecken vollständig verweht, so daß die Züge im Schnee stecken bleiben. Die Kommunikation zwischen den verschiedenen Ortschaften ist fast unmöglich gemacht. Schneller, als man erwartet hatte, hat sich der P e g e l st a n d der Seine gestern erhöht. Die gesamten Seineniederungen stehen unter Wasser und in den Tunnels der Ostbahn macht sich be« reits ein Durchsickern des Wassers bemerkbar. Die Verwaltung der Bahn teilt mit, daß dieser Umstand zu keinen ernsten Befürchtungen Anlaß gibt, trotzdem wurden mehrere Pumpen aufgestellt, um im Notfalle sofort in Betrieb gesetzt zu werden. Auch die Nebenflüsse der Seine sind aus ihren Ufern getreten und haben das Ufer- geländ« überschwemmt. Man erwartet für heute, daß die Seine ihren Höchststand erreichen wird. Massenvergiftungen in Amerika. Nach einem Telegramm aus L e a v e n w o r t h in Kansas sind Veteranen aus dem Bürgerkriege in dem großen Leteranenheim der Stadt Leavenworth nach dem Abendessen am letzten Mittwoch unter Vergiftungserschcinun- gen ernstlich erkrankt. Fünf Veteranen sind bereits gestorben, eine Anzahl von ihnen liegt auf den Tod im Krankenhause. Bis jetzt hat man noch keine Ahnung, auf welche Ursache die Vergiftungen zurückzuführen sind. Die Behörden haben sofort alle Utensilien beschlagnehmen lassen. Eine Analyse ist be- reitS eingeleitet worden, um auf die Spur des Grundes der Vergiftungen zu kommen._ Kleine Notizen. Ein Schäferhund als fünffacher Lebensretter. Ein Schäferhund rettete gestern 5 Personen in der M a x w e Frack-Korsette grau Dreil m. OK Ausschnitt..— w 1 Ko sette �be Form m. Spi- QC„ ralatange..——' Wäsclie Damenhemden Ä» Damen.Phantasiebemde.i'iÄ- und Stickerei-Garnierung..... Damenhemden U p"se Kniebeiikeider gene oder Stickerei....... Passenbeinkie dar£*ZZTBeZä Laugen» oder Stickerei..... tfoohtiaplron iD Sommer- n. Winter naullljatMill ,loffen m. Bangetten. In Bare Langatle Trlkotasen Normalhemd., Nonralhosen, Makohemden, Hosen ap und Jacken ditTeen"Q""*3 pl Blusenschoner �„�remeenw"id. Belorm- Kinder-Trikot-Höschen Länge 85—65 cm...... tfnnfephale reine Wolle, eitra lang, (lUpIgullala tereebiedsne Muater. 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