N-. 16. RbonnementS'Bedingunseo: Abonnement-> Preis ttönumeranbos »ierte.'jährl. 330 SM, monaü. 1,10 SKf, wöchentliÄ W Pfg. frei WS Hau». Einzelne Nununer S Pfg, SonnlagS» nummer mit illustrierter Sonntags« Beilage.Die Neue Welt" 10 Pfg. Post« Abonnement: 1,10 Marl pro Monat. Eingetragen in die Post- Zeitung». Prel-Iifte. Unier Kreuzband lür Deurschiand und Oesterreich- Ungarn 2 Marl, für das übrige Ausland 3 Marl pro Monat. Postabonnemems nehmen an: Belgien, Dänemark Holland. Italien. Luxemburg. Portugal, Rumänien, Schweden und die Schweiz. 39. Jahrg. Vilbel»! tSsII»»llSer llloattgr. Verlinev Volksblslk. Die TnferfionS'Gcbflfjp beträgt für die fech-gespaltenc Kolonel- geile ober beten Raum 60 Pfg.. für politische und gewerlschastliche Vereins- und Verfamintuiigs-Anzeigen 30 Pfg. „Kleine Hnreigen", das fettgedruckte Wort 20 Pfg.(zulässig 2 fettgedruckte Worte), jede» weitere Bort 10 Pfg. Etellengesuche und Schlafstellenan- zeigen da» erste Wort 10 Pfg., icdeS weitere Worts Pfg. Worte über 15 Buch- ftabcn zählen für zwei Worte. Inserate für die nächste Nummer müssen bis 5 Uhr nachmittags in der Erpedition abgegeben werden. Die Expedition ist bis 7 Uhr abends geöffnet. Telegramm- Adresse: „SMialiUnioKrat Rcrffl". Zentralorgan der fozialdem okr ati f eben parte» Deutfchlands. Redaktion: SW. 68, Lindenetrasse 69. Fernsprecher: Amt Moritzplatz. Nr.»983. Sounabend, den ÄO. Januar 1913. Expedition: SCCl. 68, Lindenetrasse 69. Fernsprecher: Slmt Moritzplatz. Nr.»984. läge der Lnlicheidung. Sonnabend ist der erste Stichwahltag und eine Woche später wird das politische Geschick des neuen Reichstags be- stimmt sein. Eine große Verantwortung lastet jetzt auf jedem einzelnen Staatsbürger. Seine Stimme soll mit- entscheiden, ob Deutschland von der Herrschaft des schwarz- blauen Blocks befreit wird, ob in das Bollwerk der Junker- Herrschaft die erste Bresche geschlagen, ob der Zentrumsturm endlich erschüttert werden soll. Zwei Drittel des deutschen Volkes haben bei den Wahlen den Willen bekundet, der Herr- fchaft der Reaktion ein Ende zu setzen- Jetzt gilt es, den Willen dieser erdrückenden Mehrheit zu vollziehen! Für die S 0 z i a l d e m 0 k r a t i e ist die Situation klar. Keine Stimme den Konservativen oder dem Zentrum, keine Stimme der Reichspartci oder den Antisemiten. Und alle Kraft drangesetzt, die Herrschaft des schwarzblauen Blocks zu zertrümmern! Mann für Mann werden unsere Genossen dort, wo der sozialdemokratische Kandidat nicht selbst in Stichwahl steht, an die Urne treten und s ü r den Gegner des schwarzblauen Blocks die Stimme abgeben. Denn bei den Stichwahlen können wir nicht mehr fragen, wen wollen wir, sondern wir müssen fragen, wen wollen wir nicht. Wir wollen nicht die Konservativen, die geschworenen Feinde der deutschen Arbeiterklasse, wir wollen sie nicht, die Junker, die unablässig sinnen und trachten, ihre politische Macht zur Plünderung der Volksmassen auszu- deuten. Wir wollen nicht die Schützer des Portemonnaies der Neichen. Denn was sie denken, sind Ausnahmegesetze, was sie sinnen, ist Volksentrechtung. Und ebenso wenig wollen wir ihre Helfershelfer, die scharfmacherischen Freikonser- vativen, die erbärmlichen Antisemiten oder die reaktionäre Schar der Wirtschaftlichen Vereinigung. Wir wollen keine Klerikalen! Auf Gedeih und Verderb hat sich das Zentrum den Konservativen ver- bändet und fühlt sich jetzt sicher im Schutze der Staatsmacht. Als es noch selbst Bedrückungen zu befürchten hatte, verur- teilte es jede Ausnahmegesetzgebung. Jetzt ist es zu allen Schandtaten bereit, um den sozialdemokratischen Ansturm ab- znwehren- Bei der preußischen Wahlreform schon hatte es mit List und Perfidie dasselbe verübt, was die Konservativen mit Brutalität verüben. Zu Beschützern der Drei- k l a s s e n s ch m a ch, der politischen Entrechtung hat sich das Zentrum in Preußen prostituiert. Und das Zentrum in Bayern, einst wegen seiner demokratischen Allüren zu günstig beurteilt, ist zum Rufer im Streite gegen das Koali- t i 0 n s r e ch t der Arbeiter und der Angestellten, zum Vor- kämpfer für Ausnah niegesetze gegen die Gewerk- schaften geworden. Deshalb ist es das Interesse der deutschen Arbeiterklasse, alles aufzubieten, um ihre gefährlich st en Bedränger bei den Stichwahlen aus der Macht zu werfen.' Deshalb werden wir trotz des tief- gehenden Gegensatzes, der uns von den Liberalen trennt, f ü r die Kandidaten der Fortschrittspartei stim- men, weil wir nur so auf das wirksamste das Ziel erreichen tonnen:die Zertrümmerung des schwarz blauen Blocks. Deshalb werden wir auch für jene National- liberalen stimmen, die die StichwahlbedingunZen von Jena akzeptiert haben. So wird die Sozialdemokratie alles daran setzen, die Gefahr einer Wiederkehr der konservativ-klerikalen Herrschaft vom deutschen Volke abzuhalten. Soll aber das Ziel erreicht werden, dann müssen auch die liberalen Wähler, denen es ernst ist mit der Bekämpfung des Junkertums und des Klerikalismus, entschlossen sein, das Gebot der politischen Vernunft zu erfüllen. Wollen sie die R.eaklion aufs Haupt schlagen, dann dürfen sie nicht zaghaft zu Hause bleiben, bann müssen sie den Reaktionär zu Boden werfen, wo es aus ihre Stimme ankommt, und dem Sozialdemo- kraten den Sieg bereiten. Tann, aber auch nur dann kann der Liberalismus in Deutschland hoffen, wieder zu politischeni Einfluß zu gelangen, dann wird er auch zeigen tonnen, was er zu leisten vermag. Wenn die liberalen Wähler noch einer Ermunterung be- dürfen, dann ist es das Geheul, das die„Nord- Mg. Ztg." »etzt Tag für Tag ausstößt. Morgens kommandiert die „Deutsche Tageszeitung" und abends hat Herr von BetH- mann den Befehl gehorsamst ausgeführt. Da wird die Fortschrittspartei angeschnauzt und des Verrats am Bürgertum beschuldigt, weil sie ihre Wähler nicht zum Stimmvieh für Konservative und Klerikale degradieren will. Da wird abwechselnd gedroht und gewimmert, als verfügte diese Re- gicrung iin ganzen deutschen Volke auch nur über das ge- ringst? Ansehen, auch nur über den geringsten Einfluß. Macht sich doch sogar die„Post" über die Regierung lustig, die jetzt so hysterisch gegen die Sozialdemokratie aufkreischt, gegen diese Partei, auf deren Hilfe sie angewiesen war, als sie � das einzig leidliche Gesetz in diesem reaktionären Reichstag zur Verabschiedung bringen wollte: die Verfassungsreform für Elsaß-Lothringen. Nicht einmal soviel politischen In- stinkt haben diese Regierungsleute, daß sie sich sagen, daß ihre Warnungen nur ebenso viele Aufforderungen sind, gegen ihre Schützlinge oder vielmehr ihre Herren, gegen Konservative und Klerikale zu stinimen. Wie aber immer die Entscheidung der liberalen Wähler schließlich ausfallen mag, die Sozialdemokratie geht ihren Weg. Und mit Lust und Freude werden wir den Kampf ausfechten, wo wir allein gegen andere Parteien stehen, wo wir nur auf die eigene Kraft ange- wiesen sind. Vor allem werden wir in B e r l i n alles daran- setzen, um auch den letzten Kreis zu holen. Ueber 300 000 Stimmen haben wir in den sechs Berliner Wahlkreisen be- kommen und die geben uns wohl den Anspruch darauf, die sechs Mandate in dieser Stadt der Arbeit unser zu nennen. Und wie in Berlin, so müssen wir überall diese Tage zur regsten und intensiv st en Agitation nützen, den letzten indifferenten Arbeiter aufrütteln und ihn über die Bedeutung der Stunde aufklären- Wo es möglich ist, da muß der S i e g unser sein. Und deshalb auf zur Arbeit, auf zur großen Eni- schcidung I Der schwarzblaue Block muß zerlrümniert werden! Das Todesurteil, das das deutsche Volk in der Haupt- wähl über die konservativ-klerikale Reaktion gefällt hat, es muß in der Stichwahl vollstreckt werden! Alle Energie muß angespannt werden zur letzten Kraftanstrengung. Der Sturz der schwarzen Herrschaft wird gelingen, wenn wir nicht im Stiche gelassen werden. Tun wir unsere Pflicht, uns ist um den Sieg nicht bange! Nieder nnd fort mit den Schwarzblanen! phlt die SoDldemIniittk; Wählt die von nns unterstützten Gegner des schwarzblauen Blocks! Steuerleiltung und Wahlrecht. Die dem Landtag unterbreitete Novelle zum Einkommen- steuergesetz enthält eine Bestimmung, die bei oberflächlicher Betrachtung den Anschein erwecken könnte, als beabsichtige die Negierung, dem plutokratischen Charakter des Dreiklasscn- Wahlsystems einen Damm entgegenzusetzen. Es soll nämlich ein neuer s 17u geschaffen werden, demzufolge bei Berechnung der zu entrichtenden Steuerbeträge für Wahlzwecke von den Steuersätzen in den Steuerstufen von mehr als 12 500 bis 31 000 M. ein Zehntel und in den Steuerstufcn von mehr als 31 000 M. ein Fünftel abzusetzen sind, und zwar mit der Maßgabe, daß die Herabsetzung nicht weiter erfolgen darf, als auf den Steuerbctrag der nächsten unter den angegebenen Grenzen liegenden Stufe. Diese Bestimmung soll auch auf die Gemeindeeinkommensteuerbeträge entsprechende Anwen- dung finden. In den Motiven hebt die Regierung hervor, daß die Gesetzgebung Preußens dauernd von der Tendenz beherrscht war, einer allgemeinen und wesentlichen Verschiebung des Wahlrechts zugunsten der Höchstbestcuertcn entgegenzutreten. Betrachten wir zunächst, ohne auf diele Behauptung näher einzugehen, die Wirkung des neuen 8 17ir! Nehmen wir ein Einkommen von 13 000 M. als Grundlage und nehmen wir weiter der Einfachheit halber einen Kommunalsteuerzuschlag von 100 Proz. an. so hatte ein solcher Zensit vor dem Jahre 1909 zu zahlen jährlich 390 M. Staats- und ebensoviel Ge- meindeeinkommensteuer, zusammen also 780 M.. die ihm bei Berechnung der zu entrichtenden Steucrbeträge für Wahl- zwecke voll angerechnet wurden. Seit 1909 hat er zu zahlen an Staatssteuer 390 M. und 15 Proz. oder 58.50 M. Zuschlag und an Gemeindesteuer 390 M., zusammen also 838,50 M. Angerechnet wurden ihm jedoch nur 780 M. Nach der neuen Vorlage hätte er zu zahlen an Staatssteuer 420 M., an Gemeindesteuer gleichfalls 420 M-, zusammen 840 M. An- gerechnet würden ihm 756 M. Ein Zensitjnit einem Einkommen von 105 000 M. zahlte vor 1909 an Staats- und Gemeindesteuern zusammen 8000 Mark, der Betrag wurde ihm voll angerechnet. Seit 1909 zahlt er zur Staatseinkommenstcuer einen Zuschlag von 25 Proz. oder 1000 M., insgesamt also 9000 M.. wovon ihm 8000 M. angerechnet werden. Wird der Entwurf Gesetz, so hat er zu zahlen 5200 und 5200, d. h. 10 400 M. Hiervon werden ihm angerechnet 8320 M. Soviel über die Wirkung des Gesetzes. Man wird zu- geben, daß von einer Tendenz, einer wesentlichen Verschiebung des Wahlrechtes zugunsten der Höchstbesteuerten entgegen- zuwirken, nicht oder doch nur in ganz verschwindendem Maße die Rede sein kann. Eine solche Tendenz wird sich in der Praxis niemals bemerkbar macheu. weil es nun einmal in der Natur des Dreiklassenwahlsystems liegt, dem Geldsackc ein Uebergewicht einzuräumen. Ob ein Zensit mit 105 000 Mark Einkommen bei 10 400 M. Steuern 8320 M. oder bei 9000 M. Steuern 8000 M. für Wahlzwecke angerechnet be- kommt, ist für die Bildung der Wählerabieilungen völlig be- langlos, und man streut dem Volke nur Sand in die Augen, wenn man angesichts dieser„Reform" den Anschein zu er- wecken trachtet, als mildere man dadurch den plutokratischen Charakter des Geldsackwahlrcchts. Tiesem Wahlrecht einen Flicken aufzusetzen, hat gar keinen Zweck, das verschossene Gewand wird dadurch nicht brauchbarer, man werfe es dahin, wohin es gehört— in den Lumpensack. Allerdings behauptet die Regierung, daß die gesetzgeben- den Körperschaften Preußens schon bei Einführung einer pro- gressiven Einkommensteuer an Stelle der früheren Klassen- und klassifizierten Einkommensteuer die Notwendigkeit er- kannt hätten, einer allgemeinen und wesentlichen Verschie- bung des Wahlrechts zugunsten der Köchstbesteuerten entgegen- zutreten.„Tie durch das Einkommensteuergesetz vom 24. Juni 1891 angebahnte Entwickelung der Einkommensbesteueruna nach dem Gesichtspunkte, die Steuer der Leistungsfähigkeit des Pflichtigen genauer anzupassen, durfte nicht dazu führen, von den früher den beiden ersten Wählerklassen zufallenden Steuerzahlern eine steigende Anzahl nach der dritten Klasse abzudrängen und die beiden ersten zu einer Domäne einer immer kleiner- werdenden Gruppe Höchstbesteuerter zu machen." Ist dies Ziel, vorausgesetzt, daß die Regierung und der Landtag es überhaupt jemals ernsthaft erstrebt haben, erreicht worden? Sind tatsächlich die beiden ersten Wählerabteilungen keine Domäne einer immer kleiner werdenden Gruppe Höchstbesteuerter geworden? Ziehen wir die Statistik zu Rate! Die Prozcntzahl der Urwähler betrug: 1888 1893 1898 1903 1908 in der I. Abt. 3.62 3.52 3,28 3,36 3,82 „„ II.„ 10,82 12.08 11.38 12,07 18.87 „. in.„ 85.56 84,42 85.88 84.57 82.32 Die amtliche Statistik muß selbst eingestehen, daß es iw der Natur des Dreiklassenwahlsystcms liegt, wenn die beiden ersten Abteilungen eine verhältnismäßig dünne Aus- lese von der Gesamtzahl der Wähler bilden, und sie fügt hinzu, daß diese Auslese im allgemeinen auch noch immer dünner geworden ist. Ganz unsere Meinung. Nicht aber können wir dem Bearbeiter der amtlichen Statistik beipflich- ten, wenn er weiter sagt, daß dies für die Wahlen, welche während und nach der Steuerreform stattfanden, nicht zu- trifft, ja, daß sogar die entgegengesetzte Erscheinung zu beob- achten sei. Wenn sich die Zahl der Wähler erster Abteilung von 1893 bis 1908 um ganze 0,3 Proz., die der Wähler zweiter Abteilung um 1,81 Proz. vermehrt hat. so kann mau doch beim besten Willen nicht davon roden, daß der Pluto- kratische Charakter des Wahlrechts irgendwie nennenswert abgeschwächt ist. Dazu kommt, daß durch das Gesetz vom 19. Juni 1906 die Arbeitgeber verpflichtet sind, auf Ersuchen Auskunft über die Löhne ihrer Angestellten mit weniger als 3000 M. Einkommen zu geben. Tie Arbeiter sind dadurch schärfer zur Steuer herangezogen. Würde man auch das Ein- kommen der Zcnsitcn über 3000 M. bis auf den letzten Pfennig erfassen, genau so wie das der Arbeiter, dann würde es sich erst recht deutlich zeigen, wie einflußlos die Steuer- reform auf das Wahlrecht geblieben ist. Genau das gleiche gilt von den später erlassenen Gesetzen, insbesondere von der Anrechnung von 3 M. für jeden staatscinkommenstcuerfreien Urwähler.„Das Dreiklasscnsystem, wie es heute geworden ist," sagt Jastrow in einer unmittelbar nach der Steuer- reform von 1893 erschienenen Schrift,„behandelt das Gros der Wähler als eine unterschiedslose Herde und macht die genauere Unterscheidung zu einem Privilegium der etwas besser Situierten und der Reichen. Und wenn die Dreimark- männer grundsätzlich auf die dritte Klasse beschränkt bleiben und die Dreimarkfiktion ihnen also niemals zu einem Vorteil gereichen soll, so ist dies nur die gesetzlich ausdrückliche Pro- klamierung des bloßen Scheincharakters, den die Fiktion eines gleichmäßigen Steuersatzes in einem System, das auf Abstufung beruhte, ohnedies getragen hatte." Diese Worte treffen auch heute noch zu. das Gros der Wähler ist unter dem Drciklassenwahlsystem eine unterschiedslose Herde und wird eine unterschiedslose Herde bleiben, solange es sich die Entrechtung gefallen läßt. Das klassenbewußte Proletariat hat deutlich bekundet, daß es gewillt ist, sich sein Recht zu erkämpfen, und es wird � sich durch Vorspiegelungen falscher Tatsachen, wie wir sie in den Motiven zur Steuernovellc finden, nicht abhalten lassen, den Weg, den es als richtig erkannt hat, zu gehen. vi? Nieckereroberung Sachlenz. In dem unbefriedigenden Bilde der NrichitagSlvablen von 1907 bildete das griliuveißc Land die dunkelste Stelle. Denn hier waren nicht nur Mandate verloren gegangen, hier war auch ein erheblicher Stiinmenrückgang zu verzeichnen— erheblicher als in allen anderen Teilen des Reiches, wo sich diese nncrirenliche Erscheinung zeigte. Dieser Stimmenrückgang verteilte sich über das ganze Land. Fast alle Wahlkreise waren daran beteiligt— die drei, die die Ausnahme bildeten, DreSden-Land. Leipzig-Land und Chemnitz, zeigten ein so geringes Wachstum der sozialdemokratischen Stimmen— in Dresden« Land 62. in Chemnitz 231, in Leipzig-Land 1893 Stimmen—. daß es einem Stillstand fast gleich kam, zumal die Gegner weit stärker zugenommen hatten. Die anHeren 20 Wahlkreise hatten s8mt« lich Stimmenverlust. der zwischen einigen Hundert bis über 2000 Stimmen differierte. Der höchste Verlust war der im erzgcbirgischen Wahlkreis Marienberg, wo er 25S5 betrug. Insgesamt hatte die Sozialdemokratie in Sachsen 23 194 weniger Stimmen als 1993, während die bürgerlichen Parteien um 136 31S gewachsen waren und die sozialdemokratische Stimmcnzahl um 26 216 überflügelten, gegen die sie 1903 um 138 293 Stimmen zurückstanden. DaS war das böse Ergebnis von 1907, das uns auf einen Schlag 12 sächsische Mandate kostete.(EinS, Marienberg, war schon in der Nochwahl nach dem Tode Rosenows verloren gegangen.) Es war eine Schlappe, wie sie die sächsische Sozialdemokratie uoch nicht erlitten hatte. Im Jahre 1887 gingen zwar alle sächsischen Mandate verloren, aber die bedenklichste Erscheinung, der Stimmenrückgang, fehlte. Dennoch hat diese Niederlage von 1907 die Genoffen Sachsens so wenig wie die im Reiche auch nur kurze Zeit entmutigt. Allgernein war das Empfinden, dafi der Kern der Partei trotz alledem gesund sei, daß von dem Strom der ver- meintlich nationaler Begeisterung nur Mitläufer fortgerifien worden waren und zwar vornehmlich jener Teil der Mitläufer, der weniger durch seine soziale Lage inr ganzen, als durch einzelne Beschwerden der Sozialdemokratie zugetrieben wird. Jene Mitläufer vor allem waren abgesplittert, die den sozial- demokratischen Stimmzettel nicht deshalb abgeben, weil sie in der Sozialdemokratie, so wenig sie auch noch von ihr wissen, den Hort der Unterdrückten und Ausgebeuteten instinktiv erkennen, sondern die ihn lediglich benutze», uin ihrer Unzufriedenheit mit der Re- gierung und den regierenden Parteien, mit einzelnen ihrer Hand- lungen Ausdruck zu geben, denen im übrige» aber die Sozial« demokratie nichts weniger als sympathisch ist. Und solcher Mitläufer hatte die Sozialdemokratie damals in Sachsen viele, mehr als anderswo im Reich, denn Steuerzuschläge. Wahlentrcchtung und die Zlronprinzessinnenflucht, hinler der die Patrioten damals die wegen des katholischen Königshauses besonders gefürchteten und verhaßten Jesuiten als treibende Kraft vermuteten, alles das hatte im sächsischen Bürgertum weile, weite Kreise mit wilder Erbitterung erfüllt. Diese Mitläufer waren in Scharen wieder abgefallen, nachdem die sächsische Regierung ihnen eine Wahlreform, die de» Mittelsland gegen die Arbeiterklasse be- günstigen sollte, und eine Herabsetzung der Steuer versprochen hatte- Der Montignosorummel war an seinem eigenen Unsinn gestorben' Die.nationale" Parole und die Bilanzen DernburgS aber erweckten Hoffnungen und Begeisterung in der Brust des OrdnungSmannes, der 1903 in wilder Wut den roten Stimmzettel abgab. So' kam denn der große Umschwung und daS Aufgebot ver bis dahin In- differenten, die die fürchterliche Holtentottengefahr auS dem Schlafe schreckte, vollendete den Sieg der Bourgeoisie. Allerdings, auch von den Mitläufern der zweiten Kategorie. von den Proletariern, Angestellten, kleinen Beamten und Ge- werbctreibenden, die noch nicht aus klarer Erkenntnis der sozialdemokratischen Ziele, sondern lediglich aus dumpfen, Klaffenempfinden für die Sozialdemokratie stimmten, sind damals nicht wenige abgefallen, die gegen den nationalen Rummel noch nicht gefeit waren. Der Umstand. daß große Teile des sächsischen Proletariats der Heimindustrie angehören und daß unter den Großbetrieben die Textilindustrie voransteht, ist eine Erklärung dafür, daß der Hotientottenschwindel unter der Arbeiterschaft Sachsens größer« Verheerungen anrichten konnte, als' in den meisten änSeiken � Gebieten/ des Reiches. Der isolierte Heimarbeiter entbehrt viele der stärkende», disziplinirrenden Einflüffe, die auf den Arbeiter der Großindustrie und auch deS Handwerks einwirken: die ArbettS- geineinschaft, die Schulung deS Lohnkampfes. Und die Proletarier der Textilindustrie gehören zumeist zu den am schlechtest gelohulcu, meist gedrückten Arbeiterkategoncn. Für manche dieser im steten abstumpfenden Elend Vegetierenden hat damals der Dernburgfche Schwindel von der billigen Kolonial- baumwolle, die eine ungeahnte Blüte der deutschen Textil- iudusirie und hohe Löhne für ihre Arbeiter bringen sollte, wie eine frohe Botschaft geklungen. Dir rauhe Wirklichkeit hat fie freilich alsbald eines Besseren belehrt. AuS allen diesen Gründen hatte die Sozialdemokratie Sachsens durchaus recht, wenn sie dem Jubel der Gegner die kühle, aber feste Zuversicht entgegenstellte, daß ihr Triumph nur ein Pyrrhussieg fei, daß die Arbeiterpartei die Scharte in Kürze wieder auswetzen werde. Und sie durfte um so mehr solchen Glandens fein, da sie sah, wie die Arbeitermasse» auf die Niederlage ainworteleii. Sie quittierte» die Niederlage mit einem starken Zustrom zur sozialdemokratischen Organisation. Die sozialdemokratischen Bereine wuchsen und sind die ganzen Jahre hindurch kräftig gewachsen. Im Jahr« 1906/07 betrug die Mitglicderzahl 79 959(wobei zu bemerken ist, daß daS Geschäftsjahr vom 1. Juli bis 80. Juni geht, ein Teil dieser Mitglieder also nach der Wahl, die im Januar stattfand, cingrtretcil ist). Heute hat die Organisation deS Landes 120 584 Mitglieder. Dabei ist zu beachten, daß die Frauen schon unter dem alten sächsischen Vereinsgesetz den politischen Vereinen angehören durften und auch angehörten. Innerlich wurde die Organisation durch die Einführung des 10 PfennIg-WochenbeitragS für alleKreiS- . vereine gekräftigt, Parteifekretariote wurden gegründet, BelehrungS- turfe eingerichtet und eine intensive Agitation betrieben. Die Frucht dieser eifrige» Arbeit trat schon bei den Landtags- wählen und in der starken Zunahme der Leser der Arbeiterpreffe zu- tage. Volle Genugtuung aber konnten den sächsischen Genoffcn nur die RcichStagSwahlen geben und sie haben das denn nun in glän- zendcr Weise getan. Sachsen ist wieder da? rote Königreich Bon den 418 570 Stimmen deS Jahns 1907 stieg die Sozialdemokratie auf 512 102, also um 93 532 Stimmen und überflügelte pamit auch die des Jahres 1903(441764) noch um 70 338. Dieser Erfolg verteilt sich auf olle Wahlkreise; überall wurden Stimmen gewonnen und auch die Wählerzahlen von 1903 übertroffen. Das Verhältnis der bürgerlichen Stimme» zu den sozialdemokratischen aber hat sich gegen 1907 völlig umgekehrt; hatten damals die Gegner einen Vorsprung von 25 943 Stimmen, so stehen sie nun mit ihren 402 017 Stimmen um 110 085 gegen die Sozialdemokratie zurück. Die Gegner haben 42 436 Stimmen verloren. Allerdings war das Verhältnis der sozialdemokratischen Stimmen zu denen der Gegner 1903 noch günstiger als jetzt, damals betrug bei 750796 Wählern der sozialdemokratische Vorspruug 132 732 Stimmen, diesmal bei 914119 Wählern 110 085 Stimmen. Dafür dürfen wir aber dies- mal annehmen, daß die Gegner nicht mehr über nennenswerte Reserven verfüge», die sie, wie 1907. in überraschender Weise ins Feld sühren könnten. Die Wahlbeteiligung ist zwar noch nicht genau zu berechnen, indes berechtigen Stichproben zu der An- „ahme, daß sie größer gewesen ist als 1908. Das jetzige Wahl» resultat bringt also dqS SrärleverhältniS der Parteien zulreffender zum AnSdruck als das von 1903. Damit ist auch die Frage be- antwortet, ob der diesmalige. Erfolg dauerhafter sein wird. alS der von 1903; er ist nicht so leicht zu erschiiltem wie dieser. Die Modi- lisicrung der Indifferenten im Jahre 1907 ist schließlich der Sozial- demokratie zugute gekommru. Infolge dieser stärkeren Wahlbeteiligung und Aufrültelung der (Plektygfiltigen hat die Sozialdemokratie diesmal acht Stichwahlen auSzufechten, während e« 1993 fünf waren. In drei Kreisen. Frei« berg, Oschatz- Grimma und Borna-Pegau hat sie mit den Kon« servativen bezw. Freikonservativcn zu kämpfen, in drei, Löbau-Neu- stadt, Dresden-Allstavt und Leipzig-Stadt mit Nationalliberalen, in einem, Bautzen, mit den Antisemiten und in einem, Plauen, mit dem Fortschritt. In den meisten dieser Kreise steht die Sozialdemokratie dicht an der absoluten Mehrheit und nur in einem, Bautzen, erheblich hinter dem Gegner zurück. Es sind deshalb, trotz des ZusammenschluffeS der Gegner, bei den Eiichwahlen neue Erobeiungeu zu erwarten. Das rote Sachsen wird auch am 20. und 22. Januar feinem neu- gefestigten Rufe Ehre machen. Zu den Stichwahlen. Die Stichwahlparolcn in Heffcn-Naffau. Wie wenig ernst es den Liberalen mit ihrem früheren Rufe gegen den schwarzblauen Block war, zeigt ihre Haltung zu den Stichwahlen in Heffen-Naffau. Die Nationalliberalen schwenken hier ganz offen zur Reaktion über und die Fortschrittler stellen in einem Kreise(Eschivegc-Schmalkalden), in dem der Sozialdemokrat mit dem reaktionären Antisemiten in Stichwahl steht, die Stimmabgabe in das Belieben ihrer Anhänger! In 4 Kreisen in Heffen-Raffau stehen unser« Genossen mit Antisemiten oder Zentrümlern in der Stichwahl. In drei davon wäre die Wahl der Sozialdemokraten ganz zweifellos, wenn die Liberalen für oder wenigstens nicht gegen sie eintreten. Die Rationalliberalen richten aber die Front nach links und treten für Reaktionäre ein. In Rinteln. Hofgeismar steht der Sozialdemokrat(6233 Stimmen) mit dem Antisemiten(7912) in Stichwahl. Den Ausschlag geben die 6111 Stimmen der National- liberalen. Und nach einem Beschluß der Landesorganisation de: nationallibcralen Partei für Kurheffen sollen diese 6000 Stimmen dem Antisemiten zugeführt werden. Die Stichwahlparole lautet auf Unterstützung des Antisemiten! In einem weiteren Kreis, Höchst-Homburg-Usinge�, wollen die National- liberalen dem Zentrum treu zur Seite stehen, um diesen Kreis der Linken, den Sozialdemokraten, abzunehmen! Freilich, hier wiod alle Mühe umsonst sein. Unser Genosse B r ü h n e wird das Mandat auch ohne nationalliberale Hilfe und trotz Eintretens der Nationalliberalen für das Zentrum behaupte?» Er hatte bei der Hauptloahl 21 277, sein Stichwahlgegentarrdidat Jtschert(Zentr.) nur 9775 Stimmen. Würden rrun auch die 6396 nationalliberalen Stimmen ganz auf den Zentrumskandidaten übergehen, sie könnten diesem zu einem Siege doch nicht reichen. Den Ausschlag geben die 6072 Stimmen der F o r t s ch r i t t l e r. Diese haben im Kreise zur Stunde, in der wir dies schreiben, noch keine offizielle Wahlparole herausgegeben Und schon werden in der Frankfurter„Kleinen Presse" Stimmen laut, die eine Unter- stützung des Zentrums erwägen, wenn diese? in Frankfurt am Main für den Fortschrittler Oeser eintrete. VorauSsickitlich wird aber die freisinnige Parole auch hier sich nach der des Vorsts n- des der gesainten Fortschrittspartei richten. Und we?m sie dies nicht würde: die Mehrheit der freisinnigen Wähler in Höchst-Usingen wäh- len den ZentrumSkandÄatcn nicht. Da nützen all« Scbacbergeschäfte nichts. Als Gegenleistung für die nationalliberale Unterstützung in Höchst will das Zentrum in Wiesbaden für de» Notionallibe- ralcn Bartling eintreten. Im Wahlkreise Eschwege-SchPalkalden hat unser Genosse Thöne- Kassel(11 074 Stimmen) alle Aussicht, den Anti- semiten Raab.(6932) zu verdrängen. Die Fortschcittlcr(5732) haben hier Stimm enfreigabe beschlossen, sie habe» nicht den Mut, sich für den Sozialdemokraten zu erklären: ein Beweis ihrer politischen Kurzsichtigkeit. Schwenken die Fortschri-ttler aber nicht Mann für Manu zu den Antisemiten über, muß Genosse Thöne glänzend gewählt werden. Die Sozialdemokratie hat sich bei ihrer Stichwahl» entscheidung von keinen wahltaktischen Erwägungen leiten lassen. Ihre Entscheidung war lediglich von allgemeinen politischen Gesichtspunkten diktiert: gegen den schwarzblauen Block und Anerkennung der Jenaer Stichtvahlforderungen. Das Zlgitwtionskomitee für den Bezirk Frankfurt a. M. gab bereits dementsprechend« Stichwahlparole aus. Nach dieser haben sich für die Jenaer Bedingungen erklärt die Herren Bürgermeister Hepp (natl.)» der im Wahlkreise Limburg-Diez-Weilburg gegen den Zentrumsbündler Neu in Sttchivahl steht; vom Rath(natl.), der in Wetzlar-Altenkirchen in Suchwahl mit dem Christlichsozial>cn Behrens steht, und v. Gerlach(Dem.), der im Wahlkreise Marburg- Kirch Hain-Frankenberg mit dem Antisemiten Rupp in Stichwahl ist. In diesen drei Wahlkreisen empfiehlt dos Ägitationskomiiee und die Wahlkreisvertreter unseren Parteigenossen und Wählern, restlos ihre Stimmen am Stichlvahltage für die genannten Kan- didaten der bürgerlichen Linken abzugeben. Ungenügende Erklärungen gab auf die vorgelegten sechs Fragen Herr Dr. Lohmann(natl.), der im Wahlkreise Dillenburg-Herborn- Oberwesterioald gegen den Christlichsozialen Dr. Burkhardt in Stächwahl steht. In diesem Wahlkreise wurde deshalb von den maßgebenden Instanzen unseren Wählern und Parteigenossen die Stimme frei- gegeben, mit der Motzgabe, keine Stimme dem schwarz- blauen Blockkandidaten Dr. Burkhardt. Während also unsere Genossen konsequent den Kampf gegen rechts führen und auch Nationalliberale unterstützen, schwenken diese zur Reaktion über und fallen uns in den Rücken. Die Sozial- demokratie hat also ihr Schild rein gehalten. Bon den National- liberalen und Fortschrittlern in Hessen-Nassau kann man dies nicht sagen. Sozialdemokratisch-fortschrittliches Stichwahlabkommen in Württemberg. Die Stellung der Parteien zu den am nächsten Montag statt- enden Stichwahlen in Württemberg hat sich nunmehr vollständig geklärt. Die Parole des Zentrums, die auf Unterstützung der Bündler und auf Wahlenthaltung zwischen liberalen und sozio- listischcn Kandidaten lautet, wurde schon gemeldet. Heute(Frei- tag) erläßt der sozialdemokratische Lairdcsvorstand die Aufsorde- rung, im 8., 11. und 14. Wahlkreise mit allen Kräften für die Kandidaten der Volkspartei und gegen die des schwarzblauen Blocks einzutreten. Im 14. Kreise steht, wie berichtigend fest- zustellen ist. nicht der Sozialdemokrat, sondern der LandeSbündler mit dein Volksparteiler in Stichwahl. Im 4., 5. und 10. Kreise, wo die Sozialdemokratie einen früheren Besitzstand zu vertreten hat, empfiehlt der Landesvorstand, alle Kräfte aufzubieten, um das Mandat wieder in unseren Besitz zu dringen. Im 6.. 7. und 9. Kreise soll der Kampf unter Berücksichtigung der augenblicklichen Konstellation der Parteien urck» der Lage im Reich zu Ende ge- führt werden. Die Erklärung des Landesvorstandes enthält zu- gleich die Mitteilung, daß die Fortschrittliche Volkspartei sich ver- pflichtet habe, die Sozialdemokratie im 3. Kreise mit allen Kräften zu unterstützen. In Uebereinstimmung hiermit erläßt der Wahl- lreisausschuß der Fortschrittlichen Volkspartei für den 8. Kreis am Freitag die entschiedene Ausforderung an die Wähler Nau- manns, geschlossen, ihre Stimmen für den sozialdemokratischen Kandidaten Feuerstein abzugeben. Die Nationalliberalen dagege» haben sich mit den konservativen Bündlern verständigt; sie unter» stützen den konservativen Kandidaten im 3. Kreise und empfangen dafür die Hilfe des Bundes der Landwirte im 4. und 5. Kreise.— Die liberale Einigung ist also bei den Stichwahlen in die Brüche gegangen, was bei dem reaktionären Charakter der württembergi- schen Rationalliberalen nicht überraschen kann. Trotzdem die Nationalliberalen seit 2X' Jahren über die Herrschaft des schwarz- blauen Blocks zetern, unterstützen sie jetzt dessen extremste Kandidaten. » Nationalliberal-klerikaler Wahlschacher. Dem„Berliner Tageblatt" wiro aus Essen gemeldet, daß der Vorstand der nationalliberalen Part«? Westfalens beschlossen hat, mit dem Zentrum in Verhandlungen einzutreten behufs gegenseitiger Unterstützung in den Wahlkreisen Dortmund-Hörde, Bochum-Gelsenkirchen, Essen ul?d Duisburg-Mülheim. Die Verhandlurigen werden auf der Basis geführt, daß die Nationalliberalen dem Zentrum in Dortmund-Hörde und Essen Stichwahlhilse leisten und dieses dafür die Nationalliberalen in Bochum-Gelsenkirchen und Duisburg. Mülheim unterstützt. Mit Rücksicht auf die besonderen Verhält- nisse im Wahlkreise Saarbrücken, wo Baffermann auf die Sozialdemokratie angewiesen ist, wird Köln in das Wahl» abkommen nicht eingeschlossen. Bezeich?rend ist, daß die Nationalliberalen hier die Bittenden sind. In Essen und Dortmund-Hörde sind in den für die nationalliberalen Kandidaten abgegebenen Stimmen ein gut Teil volkspartcrlicher enthalten, und das„Berliner Tageblatt" hält es siir garcz selbstverständlich, daß die Fortschrittliche Volks» Partei nicht für die Kandidaten des Zentrums stimmen wird, sondern gegen den schwarzblaucn Block. Auch in Württemberg sind die Nationalliberalen mit den Konservativen zu einem Einverständnis gelangt. Die national»» liberale Partei Württembergs nnd die k o n s e r v a ti v e Partei sowie der Bund der Landwirte haben beschlossen, sich gegenseitig Stichwahlhilfe gegen die Sozialdemokratie zu leisten. Dementsprechend soll der konservative Kandidat Dr. Wolfs im 3. Wahlkreise Hcilbronn, der früher durch Naumann vertreten war, von den Rationalliberalen unterstützt werden, wogegen die nationaliberalen Kandidaten Kcinath und List in den Wahlkreisen Böblingen u??d Eßlingen von den Konservativen und dem Bund der Landwirte Hilfe erhalten. « Die Zentralleitung der badischen ZentrnmSpartel empfiehlt den ZentrumSwävlern in den beiden Wodlkreiien Karls» rube und Heidelberg, in denen Liberale mit Soziatdemokraten in Slicbivahl stehen, unbedingte Wahlenthaltung. da das Zentrum weder Stimmen für Nationalliberale noch Fortschrittliche abgeben dürfe. » Die Leitung nnserer Partei in der Pfalz gibt, wie auS Ludwigshafen gemeldet wird, zu der Stichwahl» parole der bayerischen liberalen Arbeitsgemeinschaft folgende Erklärung ab: „Eine den Liberalen günstige Stichwahlparole der pfälzischen Sozialdemokratie kann nur dann ausgegeben werden, wenn die Liberalen in der Pfalz die Wahlparole der liberalen Arbeits» gemeinschast auch auf die Pfalz übertragen. Andernfalls haben wir am Ausgang der Sticdwahl in Pirmasens, Neustadt-Landau und Gennersheim keinerlei Interesse. Die liberalen mögen dann sehen, wie weit sie dabei ohne die Hilfe der Sozialdeinokratie kommen.* Stichwahlparole der nationalliberalen Partei Thüringen?. Der Landesverband der Nation alliberalen Partei für Thüringen hat nunmehr für die eiichwahirn in den Wahlkreisen Meiningen l. Weimar I. Jcna-Ne»stndl und Altenburg die Stichwahlparole ausgegeben: Die notioiialliberale Partei betrachtet es als vaterländische Pflicht, ihre Wähler ans- zufordern, in diesen vier Wahlkreisen geschlossen und mit Eulschieden- heil für die.bürgerlichen" Kandidaten einzutreten. » Görlitz-Lauban. Zur Stichwahl Görlitz-Lauban geben der konservative verein und der Bund der Lcmdwine bekmint, daß sie eine Stichwahlhilfe für die Freisinnigen ablehnen wegen Nichtbeivilliguug einer Gegenleistung in Schweidnitz-«lriegau. Sie überlassen jedem Wähler Stellung zur Stichwahl, fordern aber: keine Stimme für den Sozialdemokraten. « HSchst-Homburg. Die VertrauenSmännerversainmlunz- der nationalkiberalen Partei de« Reichstagswahlkreise« H ö ch st- H o m b u r g hat beichlosseit, für dcn ZenirumSkandidaien Jtschert einzutreten, nachdem der Vor- stand der nassauischen Zentrumspartei als Gegenleistung die Unter» stützung der nationalen Kandidatur Bcmliiigs im Wahlkreis Wiesbaden zugekagt hat. Ohne Gegenleistungen treten wohl auch die Breslauer Schwarzblauen nicht für den Stadtrat Grund ein.-V * Kalau-Luckau. Im Wahlkreis Kalau-Luckau proklamieren die National» liberalen S t i m m c n f r e i gab e. da die Konservativen ihnen cineni LandtagSjitz nicht bewilligen wollen. Die gestrigen VerHand- lungen zwischen beiden Parteien sind ergebnislos verlausen. Die Fortschrittliche Volkspartei tritt für dcn sozialdemokratischen! Kandidaten ein. * Konservative Bestechungsversuche. Das liberale Wahlkomitee im Wahlkreise Liegnitz veröffentlicht folgende Mitteilung: „Herr Pehner-Licgnitz ermächtigt uns zu folgender Ver. öffentlichung: Im Austrage des konservativen Wahl» Vereins Löwenberg ist der Malermeister Weymann aus Löweubcrg zum Vorsitzenden des sozialdemokratischen Wahl« Vereins. Herrn Alte aus Plagwitz, gekommen und hat ihm 500 M.geboten dafür, daß die Sozialdemokrat:» für die Stichwahl Stimmenthaltung pro- kla mieren. Ferner bemerkte er. daß es den Konservativen noch der Wahl auf weitere 1000 M. nicht an, kommen werde. � Das liberale Wahlkomitee." Sozialdemokratie und Zentrum. Nachdem Herr v. Schubert, der nationalliberale Kandidat im WahlkreiseOttweiler-Zkeunkirchen. sichbereit erklärt hat, die Jenaer Stichwahlbedingungen restlos zu unter. schreiben, hat die sozialdemokratische Partei im dortigen Wahlkreise für Schubert gegen das Zentrum Parole aus» gegeben. In den oberschlesischen Stichwahlen zwischen Polen und Zentrum gilt für die S o z i a I d e m 0» kratie die Parole Wahlenthaltung. Das Ende einer Partei und einer Tiluilon. Paris, 17. Januar-(Eig Set.) Das Ministerium P o i n ca rß hat von den bürger- lichen Parteien ein einhelliges Vertrauensvotum als Morgen- gäbe empfangen. Diese Einmütigkeit ist selten und sie ist auch sicher nicht haltbar, aber gestern war sie nicht verwundet- lich. Die Regierungserklärung entsprach der Zusammen- setzung eines Ministeriums, das als„national" gelten will und nicht anders kann, weil seine in bunter Reihe aneinander- geschlossenen Mitglieder den Zweifel an ihrer politischen Standfestigkeit hervorrufen würden und sie entsprach nicht minder der mutlosen Stimmung einer Mehrheit, die die Verantwortung für die Leitung der Staatsgeschäfte nicht weiter tragen will. So bekamen die Stellen über die aus- wärtige Politik einen stärkeren Akzent, der, ohne im geringsten die Lust zu irgendwelchen Abenteuern anzudeuten, der ge° steigerten nationalen Empfindlichkeit Rechnung trug und zu- gleich die an der Erhöhung der militaristischen Ausgaben interessierten Kreise befriedigte. Dafür wurden in den auf die innere Politik bezüglichen Sätzen alle Kanten mit aka- demischer Feile abgeschliffen, so daß schließlich unverbindliche und vieldeutige Wendungen über die Wahlreform, die zu einer„exakteren Vertretung führen soll, über die Einkommen- .steuer ohne vexatorisches Versahren", über den Schutz der Laienschule mit Verbürgung der Gewissensfreiheit, über die Beschleunigung eines Einvernehmens zwischen Senat und De- putiertenkammer über die von dieser ins Finanzgesetz auf- genommene Verbesserung der Altersversicherung und über das „Studium" derJnvaliditätsversicherungmit Heranziehung der Selbsthilfsvereine übrig blieben. In diesen wässerigen Redensarten waren die alten Programmforderungen der Radikalen, die etwa dem sozialistischen Gegenwartsprogramm entsprechen und noch vor ein paar Jahren den sozialistischen Reformisten als Bürgschaft der sozialpolitischen Erleuchtung und Moralisierung des fortschrittlichen Bürgertums erschienen waren, aufgelöst. Die geeinigten Sozialisten haben sich der Ab- stimmung über das Vertrauensvotum enthalten. In ihrein Namen verlas Genosse M i st r a l eine Erklärung, die be- sagt, daß sich die Fraktion die Aufrollung der vergangenen und künftigen Probleme der auswärtigen Politik für den endgültigen Abschluß des deutsch-französischen Abkommens vorbehält und unverzüglich die Fragen der inneren Politik und der sozialen und fiskalischen Reformen präzis formu- lieren wird. Die Erklärung schließt mit folgenden Sätzen: „Wir haben keinerlei Illusion über die Tendenz der Re- gierung. Wir sind überzeugt, daß die jetzige Kombination die natürliche Folge und daS deutlichste Symptom der Zersetzung der radikalen Partei ist. die sich seit Jahren vollzieht. Nach- dem diese den Plänen der Reaktion und dem Sozialkonservatis- mus gedient hat, leistet sie offiziell in ihre Hände Verzicht. Die radikale Demokratie dankt definitiv ab. Wir aber kämpfen ohne Rast weiter, um die Arbeiterklasse und die Demokratie vor den Konsequenzen dieser Politik zu schützen." Tie sozialistische Partei, die sich offenbar der Abstim- mung enthalten hat, um der Regierung zu zeigen, daß sie sie an das wichtigste Werk des Augenblicks, die Beendigung der fKlnzösisch-deutichen und der französisch-spanischen Verh�nd- "fthröen und die Wahlresorm berantrelen lassen will, bringt W« klar zum AusdrÄ, daß si« auch von der- neuen Regie- rung keinen W a f f e n st i l l st a n d' i m Kia sse n- kämpf erwartet, mag auch die Regierungserklärung keine offen drohenden Wendungen gegen die Arbeiterorganisationen enthalten, Herr Bourgeois das Arbeitsministenum als Werkstätte für seinen geliebten„Solidarismus" ansehen und selbst Briand sich vorbereiten, als Justizminister das Ventil der„Gnade" zu öffnen und etwas„apaisement" auch auf die revolutionäre Opposition niederträufeln zu lassen. Die Radikalen haben die Verlesung des Totenscheins ihrer Partei angehört, ohne selbst zu einem Protest die Energie zu haben. Sie haben sich anscheinend in ihr poli- tisches Schicksal gefügt und suchen nur noch eine erträgliche Versorgung im neuen opportunistischen Regime. Die ,.L a n t e r N e" versucht freilich heute einen schüchternen Be- weis, daß der Radikalismus nicht ganz tot sei, sondern nur der Führer ermangele. Sicher ist, daß sein Todeskampf etwas länger gedauert hätte, wenn die Katastrophe von Jssy- les-Moulineaux ihm nicht den in der Kammer so einflnß- reichen B e r t e a u x entrissen hätte, dem nicht nur die Partei viel schuldig war. Aber eben die Tatsache, daß die Clemenceau und Deleass6 ihr Schicksal von dem der radikalen Demokratie getrennt haben und selbst der„unabhängige" Sozialismus große politische Begabungen gewinnen konnte, beweist, daß die radikale Partei denen, die in der bürgerlichen Politik ihren Willen zur Macht befriedigen wollten, nichts mehr versprach. Sie haben den Leichengeruch gewittert und sich zur Partei des neuen M�linismus geschlagen, der, wenn auch vielleicht etwas sozialpolitisch aufgeputzt, die Herrschaft der konservativen Bourgeoisie über das Land wiederherstellen wird. I a u r d s selbst, einst der sckstoungvolle Verkünder der Blockpolitik, kündigt seine Wiederkehr an. Aber welche Hoff- nung auf ein neues Erblühen der Reformdemokratie bliebe noch, wenn sich der alte P e l l e t a n mit einer Totenklage auf der Greisenbank des Senats niedersetzt und B o u r- g e o i S. der müde König Marke des Radikalismus, den Progressisten duldsam seinen republikanischen Segen gibtl Das Marokkoabkommen. Paris, t8. Januar. In der S e n a t s k o m m i s s i o n zur Beratung des deutsch-französischen Abkommens gab Ministerpräsident P o i n c a r e dem Wunsche der Regierung Aus- druck, daß das Abkommen sobald alS möglich ratifiziert »Verden möge. Der Ministerpräsident teilte sodann mit, daß die Ausgaben für die Besetzung im Jahre 1811 sich auf «1S«t>00 Fr. belaufen hätten und 1812 88 bis W Millionen be- tragen würden einschließlich der Ausgaben für die ersten in Ma- rokko einzuführenden Reformen. Poinrare führte weiter au», er glaube nicht, daß es zurzeit notwendig wäre, den Effektivbestand des OkkupationSkorp» zu verstärken. Er sei jedoch der Ansicht, daß 28 888 Manu notwendig seien, um das Protektorat zu sichern. Später könne der Efsektivbestand durch die Schaffung scherifischer Truppen, die nach dem Muster des französischen Heeres formiert seien, verringert werden. Sofort nach Annahme des Vertrages würde ein Beamter mit dem Sultan über ein Abkommen ver- handeln, wie es auch im Jahre 1881 in Tunis geschehen sei. In Beantwortung verschiedener Fragen aus der Kommission erklärte PoincarS, die rechtliche Stellung Frankreichs hinsichtlich des Vor- kaufsrechts auf Belg> sch-Kongo sei nicht verändert. Er gab sodann der üleberzeugung Ausdruck, die Verhau d l u n g e n mit Spanien würden in nicht mehr ferner Zeit beendet fein und durch eine für beide Länder annehmbare lind befriedigende Rege- dng ihren Abschluß finde«. PoUtilebe(leberlicbt. Berlin, den 19. Januar 1912. Hoffen und Harren! Tie Wahlparolen des sozialdemokratischen Parteivor- standes und des geschäftsführenden Ausschusses der Fort- schrittlichen Volkspartei haben in den Regierungskreisen teils Wut. teils Niedergeschlagenheit ausgelöst. Nach den Hcuiptwahlen am l2. Januar hatte man dort noch immer da- mit gerechnet, durch einen kräftigen Appell an den Patriotismus und die sogenannte„nationale" Gesinnung die Liberalen zur Unterstützung der konservativen und klerikalen Kandidaten bestimmen zu können und so die schwarzblaue Mehrheit zu retten. Jetzt ist diese Hoffnung verschwunden und trauernd sitzt ein Teil der großen Staatsmänner und Staatsphilosophen des herrschenden Regimes an den Ufern der Spree und bläst Trübsal. Der andere Teil versucht da- gegen durch die ihm gefügigen Blätter und Korrespondenz- bureaus, nochmals die Fortschrittler einzufangen für den ge- planten großen bürgerlichen Versöhnungsblock, in- dem er sich auf das Prophezeien verlegt und den Freisinnigen in den schwärzesten Farben die politische Zukunft des teuren Vaterlandes ausmalt. So schickt die halboffiziöse Kor- respondenz Woth noch zu guter Letzt vor den Stichwahlen folgende Rührepistel in die Welt: „Heber den Ausfall der Stickyvahlew schreibt man uns aus parlamentarischen Kreisen: Das Zusammengehen der fortschritt- lichen Bolkspartei mit den Sozialdemokraten bei den Reichstags- stichwahlen hat in Abgeordnetenkreisen recht überrascht. Man hatte gehofft, daß die fortschrittliche Vvlkspartei eine allgemeine Stich- Wahlparole nicht ausgeben werde, sondern die Arrangements für die Stichwahlen den Provinzialverbänden überlassen würde. Nachdem die fortschrittliche Volkspartei ein Zusammengehen mit den Sozialdemokraten für notwendig erachtet hat und eine Stich- Wahlhilfe für die bürgerlichen Parteien mit Ausnahme der Nationallibcralen ablehnt, wird eS bei den Stichwahlen zwischen Rechts und Links zu einem erbitterten Kampfe kommen, der auch nach den Wahlen noch recht unerquickliche Folgen zeitigen wird uno die Arbeit des Reichstages zu einer unfruchtbaren machen muß. Die Zeit der Kompromisse zwischen der Rechten und der Linken scheint endgültig vorbei zu sein. Schon in den nächsten Wochen wivd es sich im neuen Reichstage zeigen, daß Rechte und Zentrum mit den liberalen Parteien zusammen zu arbeiten, nicht gewillt sein werden. Wie es bestimmt heißt, wird die Regierung die neue Flotten- und Hceresvorlage dem Reichstage noch im Februar vorlegen. Schon die erste Beratung dieser Vorlage dürfte zeigen, daß eine zuverlässige nationale Mehrheit im Reichstage nicht zu haben ist. Dieser Erkenntnis dürfte die Notwendigkeit der Auflösung des Reichstages auf dem Fuße folgen. Wenn man die Stichwahlaussichten auf Grund der Stichwahlparolcn berechnet, so sieht die Sache sowohl für die Rechte und da» Zentrum als auch für die bürgerliche Linke nicht sehr verheißungsvoll aus. Im nationalliberalen Lager ist man deshalb auch schon zu der Erkenntnis gekommen, daß eine einseitige Bekämpfung des schwarzblauen Blocks auch die Interessen deS Liberalismus schädigen mttß. Die nationalliberale Partei bedarf in einer großen Anzahl ihrer Stichwahlen unbedingt der Hilfe des Blocks. Sie hat deshalb auch bereits in einzelnen Kreisen mit den Block- Parteien Stichwahlabkommen getroffen und Gegenleistungen in Aussicht gestellt. Auf diese Weise dürfte die nationalliberale Fraktion etwa 4S Mandate erringen können. Anders liegt es mit der fortschrittlichen Volkspartei. Da sie die Sozialdemokratie unterstützt, werden die Blockparteien bei allen Stich- wählen, in denen die Volkspartei sich gegen die Sozialdemokratie zu verteidigen hat, S t i m m en t ha l t u ng e n au S üb en.(?? Dix Red.) So werden u. a. Berlin l, Lieynitz-Haynau und Görlitz-Lauban den Sozialdemokraten zufallen. Mit anderen Kreisen steht es ähnlich. Die Volkspartei dürfte im günstigsten Falle höchstens 38 Mandate erringen. Für den Fall, daß wirklich alle Frei- sinnigen bei Stichwahlen zwischen Blockparteien und Sozial- demokraten den letzteren unterstützen, würden die Konser- vativen 18 ihrer bisherigen Mandate nicht de- haupten können, bei weiteren 8 stehen die Aussichten für sie ebenfalls ungünstig, daS Zentrum würde auf diese Weise an die Sozialdemokratie res p. den Libe- ralismus noch 6 Mandate verlieren. Soweit man die Lage bisher übersehen kann und falls Ucberraschungen nicht eintreten, dürfte die sozialdemokratische Fraktion mit einer Stäke von 128 Mitgliedern erscheinen, während die Liberalen 75 Mann stark sein werden, so daß ein- schließlich der zur Linken neigenden Fraktionslosen die Linke im Reichstage eine Stärke von 285 Mitgliedern aufweisen wird, ivährcnd die Rechte nur noch 175 Mitglieder und die Polen etwa 17 Mitglieder zählen werden." Hoffen und Harren macht manchem zum Narren! Wir hoffen, daß die Stichwahlen noch manchen großen„Staats- mann" als politischen Narren entlarven werden. Prcnstischer Amtsterrorismus. Während die Staatsbehörden und die„staatStreiien" Magnaten über den Terrorismus der sozialdemokratischen Partei schreien, gestatten sie sich gegen ihre sogen.„Unter- gebenen" ganz ungeniert ohne Rücksicht auf die Verfassungs- bestimmungen die Anwendung der schärfsten terroristischen Maßnahmen. Dafür ein neues Beispiel: In den Königsberger StaatSeisenbahniverkstätten prangte am Wahltage folgender empörender Erlaß: In einem Aufsatz der„£»»igSb. Boikszeitung» vom 10. d. M. wird der Versuch gemacht, zu den bevorstehenden ReichSiagSwahlen die Bediensteten zur Abgabe eines sozialdemokratischen Stimm- zettels zu verleite», dadurch, daß eine 1883 im Landtage gefallene mißverstandene Aeußerung des Herrn Ministers v. Budde:.Die Eisenbahner möge» wäble», wie sie wollen, meinetwegen auch sozialdemokratisch", in Erinnerung gebracht wird. Diese Aeutzermig bezweckte lediglich die Zurückweisung der Wablbeeinfliislung und darf keineswegs so ausgeiatzt werde», als ob die Bediensteten ihre Stimme zugunsten der Sozialdemokraten abgeben dürfen. Jeder Eisenbahnbcdicnstetc, welcher die sozialdemokratischen Bestrebungen durch Abgabe seiner Stimme für eiurn sozialdcmo- kratischen Kandidaten unterstützt, wird nach de» mchrfachc» Be- lchrungen und Ermahnungen die Kündigung des Dienstverhältnisses zu gewärtigen haben. Krüger. Der unterzeichnete„Krüger" ist der Direktor der Staatseisenbahnverwaltung in Königsberg und eine der Leuchten der dortigen nationaMbetalen Partei. Noch ein TerrorismnSbeifpiel. Verschiedenen Mietern der bei Potsdam gelegenen Kolonie „Cecilienhöhe" ist dieser Tage folgende., Drohung" des Vorstandes des Potsdamer„Arbeiter- Bauvereins" zu- gegangen: Arbeiter-Bauverein Potsdam. Potsdam, den 11. Januar 1812. E. G. m. b. H. An die Herren Mieter in der Kolonie Cecilienhöhe. Bei der RcichStagSwahl am 12. d. MtS. sind in der Kolonie Cecilienhöhe 12 sozialdemokratische Stimmen abgegeben. Wir machen darauf aufmerksam, daß nach den Satzungen des Arbeiter- BauvcreinZ nur christlich und königötreu gesonnene Männer Mitglieder des Vereins und Mieter seiner Wohnungen sein können und daß alle Mitglieder bei ihrer Ausnahme in den Verein erklärt haben, diesen Grundsätzen deS Vereins zu eut- sprechen.„ Christliche und königstreue Gesinnung ist aber unvereinbar mit der Wahl eines sozialdemolratifchen Kandidaten, ES dürfen daher auch bei der bevorstehenden Stichwahl Stimmen für den Sozialdemokraten nicht abgegeben werden, denn auch darin liegt eine Unterstützung der religions- und Vaterlands- feindlichen Bestrebungen. Wir erwarten daher, daß diejenigen Mieter, welche in der Haupiwahl den Sozialdemokraten gewählt haben, sich noch einmal prüfen, ob ihr Verhalten mit den Satzungen deS Vereins vereinbar ist und jetzt anders wählen, oder aber, daß sie die richtige Folge aus ihrem Verhalten ziehen und baldigst ihre WohnungZ uiid ihre Mitgliedschaft im Arbeiter-Bauverein aufkündigen. Sollten Sie da? eine oder das andere nicht tun, so müßten wir ihre anständige Gesinnung anzweifeln und uns weitere Schritte vorbehalten. Der Vorstand. gez. Paetow. gez. Günther. Es ist nicht recht zu verstehen, was die ehrenwerten Herren„Paetow" und„Günther" mit der Drohung des letzten Satzes sagen wollen. Die Wahl ist geheim! Wollen Sie das Wahlgeheimnis brechen? Dadurch würden Sie sich strafbar machen I Es dürfte sich empfehlen, auf das Treiben dieser beiden Patrioten am Stichwahltage ein wach- sames Altge zu haben._ Die Maske fällt k Der Wahlausfall veranlaßt die Feinde deS RcichStagSwahlrcchtS sich zu demaslieren und die Einiühning des preußischen Drciklassen- Wahlrechts im neuen Deutschen Reich zu fordern. Ein Artikel deS Konteradmirals z. D. Kälau vom Hofe in der„Post" schließt mit den Worten: „Das Drciklassenwahlrecht ist schlecht, aber die Schaffung von organisch gegliedertem Ober- und Unterhaus sehr wohl möglich. Das unbegrenzte ReichstagSwahlrecht aber ist das denkbar schlechteste." Noch schärfer sprach sich der konservative Frhr.». d. Horst im Wablkreise Minden- Lübbecke aus. Der„Mindener Ztg." wird darüber ans dem Amt Levern berichtet: „Die Konservativen zeigen in unbewachten Augenblicken ihr wahres Gesicht; so hielt der koinervaliv-agrarische Frhr. v. d. Horst aus Haldem vor der Haupiwahl in Wehdem eine Vcrsanimlniig ab und sprach sich dahin aus, daß„das Rcichstagswahl« recht sn ein D r« i k l a s s e n w a h l r e ch t abgeändert werden m üsse." Das heulige Wahlrecht zum Reichstag sei ungerecht, dwin er, der Großgrundbesitzer, besitze nicht mehr Stimm» recht, als jetet Hausierer. Eine dreiste Zumutung. Der Wahlaussctmß für die nationalliberale Kandidatur Grund in Breslau versendet folgendes Zirkular, das der Breslauer„Volksmacht" ein günstiger Zufall zuführte: An die Herren Hochschullehrer erlauben wir uns die höfliche Bitte zu richten, am Montag, den 22. d. MtS., dem Stichwahllage in Breslau-Ost, die Bor- l e s u n g e n und Hebungen ausfallen zu lassen. Nack dem Ergebnis der Hauptwahlen ist es nur dann mög- lich. einen sozialdemokratischen Sieg zu verhindern, wenn eS u»S gelingt, nicht nur sämtliche bürgerliche Wähler geschloffen für Stadtrat Dr. Gruiid an die Hrne bringen, sondern wenn wir auch alle noch verfügbaren Reserven heranholen und insbesondere die 7888 Wähler, die bei der Hauptwahl der Hrne ferngeblieben sind, an ihre Wahlpflicht erinnern. Dazu bedarf eS ganz außcrordent- licher Anstreiigungen und eines bis inS kleinste organisierten Schleppdienstes. Schon bei der Hauptwahl haben uns zahlreiche Studierende sehr wertvolle Hilfe geleistet. Hnd es gilt nun am Stichwahltage erst recht, möglichst viele von ihnen zu freiwilligen Helfern für die bürgerliche Sache gegen die Sozialdemokratie zu gewinnen. Wir wären Ihnen ganz besonders dankbar, wenn Sie vielleicht auch selbst Ihre Hörer an die vater- ländische Pflicht erinnern wollten, alle« daran zu setzen, einen sozialdemokratischen Sieg in BreSlau»O st zu verhindern. Mit vorzüglicher Hochachtung Der Wahlausschuß für die Kandidatur Grund I.A.: gez. Dr. BarielS. RegierungSrat a. D. Die Hochschulen werden demnach direkt zum Mißbrauch ihrer Amtsgeivalt aufgefordert I Gegen Kacmpf— für Dütvell! Daß die Behauptungen d?S„Bert. Tagebl.', eine Anzahl von demokratischen Wäblern GädkeS babe versichert, daß sie bei der Stichwahl im ersten Berliner Wahlkreise für Kaempf eintreten würden, nichts war. als ein Versuch zur Irreführung der demo- kratischen Wähler, obcndlein ein mißlungener Versuch, das bewies der Verlans der stark besuchten sozialdemokratischen Versammlung in Dräscls FesHälen, die am Donnerstag stattfand. Nach dein von stürmischem Beifall begleiteten Vortrag des LandtagSabgeordneten Ströbel»ahmen aus den Reihen der erschienenen demokratischen Wähler die Herren Flalow, PiucnS, sowie Frau Regina Deutsch das Wort, um unter stürmischem Beifall der ganzen Versammlung in der schärfsten Form zu versichern, daß eS selbstverständlich jeder demokratische Wähler als seine Pflicht betrachten werde, am nächsten Montag seinen Stimmzettel für den sozialdemokratischen Kandidaten Düwell abzugeben._ Eine besondere Wurst für Kriegervereine. DaS Oberverwaltungkgericht Posen fällte eine Entscheidung, die den Kriegervereinen besondere Borteile einräumt. Der Magistrat einer Stadt hatte einen Kriegervercin zur Lustbarkeitssteuer heran- gezogen. Dieser erhob Klage mit dem Antrage auf Feststellung, daß von einem GcselligkeitSverein, dessen Heranziehung berechtigt wäre, nicht die Rede sein könne. Der Bezirksausschuß trat dieser Ansicht bei. Er betonte, daß, wenn ein Kriegerverein auch hin und wieder eine Vereinsfestlichkeit veranstaltet, so könne doch nicht gesagt werden, daß der Verein zu Geselligkcitszwecken gegründet worden sei. Dieser Entscheidung trat da» OberverwaNungSgerlch» des. Sin Krtegerverein gehöre nicht zu den vereinen, die zu LustbarteitS- oder Geselligkeit» zwecken gegründet werden, derartige Festlichkeiten bilden nicht den Haupt» zweck der Kriegervereine. ' Welchen Zwecken die Kriegervereine dienen, wurde nicht gesagt. P o l i t i s ch w o l l e n sie nicht sein, wirtschaftliche Jnter- essen verfechten sie nicht und zu Geselligkeit»- zwecken sind sie auch nicht gegründet. Nun rate einer, was für Zwecke die Kriegervereine verfolgen, vielleicht ist da» Ober- Verwaltungsgericht in Poien der Ansicht, dah der Zweck der Krieger- vereine in der nützlichen Vertilgung von Alkohol und in der Kon- servierung der Einfältigkeit besteht. Aemter für verabschiedete Offiziere. Der BreSlauer Maginral versendet folgendes Rundschreiben an die gröberen Ortskrankenkassen: .Den geehrten Vorstand fragen wir ergebenst an, ob er ge- neigt wäre, zu gestatten, daß in der dortigen Kasse verabschiedete Offiziere zum Zwecke ihrer Ausbildung in Krankenverficherun-,»- angelegenheiten unentgeltlich beschäftigt würden. gez. Mark. Beglaubigt Scholz, Rotssekretär. Die Kasiendorstände sollen also die verabschiedeten Offiziere zu- nächst im Krankenkasfenwesen ausbilden, damit diese dann später als besoldete Vorsitzende amtieren können. Damit ist also der Be- weis erbracht, daß die MehrheitSparteien bei Schaffung der Reichs- versicherungSordimng nicht nur allein den Zweck verfolgten, die Rechte der Versicherungspflichtigen zu schützen. franhmcb. Klassenjustiz. vouai, 19. Januar. Das Zuchtpolizeigericht hat den An- archisten Broutchoux zu einem Jahr Gefängnis -unid 109 Fr. Geldstrafe verurteilt, weil er während einer Ver- sammlung, die aus Anlaß der Lebensmittelteuerung in A u i ch e im September des vorigen Jahres stattgesunden hatte, offen zur Sabotage aufgefordert hat. Portugal. Die Kolonialpolitik. Lissabon, 19. Januar. Im Senat erklärte der Minister des Aeußern Vasconcellos in Beantwortung einer Jnter- pellation, die äußere Politik Portugals werde auf der Grundlage des Bündnisses mit England fort- gesetzt werden. Die Richtlinien der portugiesischen Kolonial- Politik seien deninach in Uebereinstimmung mit diesem Bündnis festgelegt. Die Verhandlungen mit Deutschland über die Abgrenzung des südlichenAngola nähmen den besten Fortgang. Dies sei ein Beweis der freundlichen Ge- sinnungen Deutschlands gegenüber Portugal. Stigland. Deutsch-englische Beziehungen. London, 19. Januar. Ter ausfühende Ausschuß der Ratio- nal Liberal Federation nahm auf Anirag des Vorsitzenden Sir Jones Brunner eine Resolution an, in der es heißt: Angesichts der immer steigenden Kosten für maritime Rüstungen sei der Regierung das Bestreben zu einer freundschaftlichen Verständigung mit Deutschland dringend nahezulegen, da England keinen wirklichen Grund zu Kon- s l i k t e n habe, vielmehr beide Länder durch starke Bande der Raffe, der Handelsintereffen und der Geschichte verknüpft seien. ver Krieg. Ter französisch-italienische Zwischenfall. Paris, 19. Januar.„Petit Parisiew" meldet aus Rom: Die diplomatischen. Besprechungen, die zwischen, der Konsulta und der französischen Botschaft aufgenommen wurden, dauern fort. Die Konserenzen sind ans einen sehr herzlichen Ton gestiment» und es ist möglich, daß der Zwischenfall mit dem Dampfer„Carthage" innerhalb 24 Stunden beigelegt sein wird.„Echo de Paris" will ferner telephonisch aus Rom erfahren haben: Einem in Rom ein- getroffenen Privattelegramm aus Cagliari zufolge habe die italienische Regierung Befehl erteilt, den französischen Po st- dampfer„Carthage" freizugeben. DaS Schiff sei bereits auf dem Wege nach Tunis. Ein zweites französisches Schiff beschlagnahmt. Marseille, 19. Januar. Tie Kompagnie Mixte teilt mit, daß der nach Tunis bestimmte Po st dampf er„Manuba", der am Mittwoch von Marseille abgegangen war, vondenJtalienern aufgegriffen und nach Cagliari gebracht worden sei. An Bord waren 99 Paffagicre. einschließlich 29 türkisch« Kranken» Pfleger, die zum Roten Kreuz gehörten. Die Gesellschaft erklärt. der Dampfer„Manuba". der heute abend in Tunis fein sollte, habe keine verdächtigen Waren geführt. Tunis, 19. Januar.(Meldung der Agence HavaS.) Der Post- dampfcr„Manuba". der den regelmäßigen Postdienst versieht und außer den Passagieren 400 Tonnen Waren mit sich führte, war von Marseille am Mittwochmittag abgegangen zu gleicher Zeit mit dem deutschen Dampfer„Schleswi g". Beide Schiffe, die dicht beieinander fuhren, wurden gestern abend auf hoher See bei der Insel Sardinien von italienischen Torpedobootszersdörern angehalten. Die„Schleswig" wurde nach summarischer Durchsuchung freigelassen und ist heute vormittag in Biserta angekommen. Das französische Frachtschiff„Tafn a", das gestern abend in Tunis angekommen ist, war an der Küste von Sardinien eben- falls von zlvei italienischen Torpedobootszer- störern verfolgt worden, die es nach allen Richtungen mit Scheinwerfern ableuchteten und eS dann seine Fahrt fortsetzen ließen. Ein ernstes Gefecht in der Nähe von Tripolis. Tripolis, 19. Januar.(Meldung der Agence Havas.) Eine italienische Truppenabteilung stieß gestern auf dem Marsche nach Gargarcsch(ungefähr 19 Kilometer westlich der Stadt Tripolis) auf den Feind. Es entspann sich ein erbitterter Kampf, dcrdenganzenTag dauerte. Die Verlustziffern sind noch nicht bekannt. Tripolis, 19. Januar.(Meldung der Agenzia Stefani.) Da das Oberkommando die Errichtung zweier Schanzen angeordnet hat. deren jede geräumig genug sein soll, um zwei Kompagmeu zum Schutze der Steinbrüche von Gargaresch aufzunehmen, woher die für die Hafenarbeiten in Tripolis nötigen Steine genommen werden sollen, ging gestern früh 7 Uhr eine Truppenabteilung vom kleinen Fort B dahin ab, um mit den Arbeiten zu beginnen. Als die Kavallerie gegen 9 Uhr an der Grenze der Oase Gargaresch an- kam. wurde sie vonarabischen und türkischenTrupps, die in der Oase verborgen waren, mit Feuer empfangen. Alsbald säuberte die Kavallerie das Vorgelände, das Grenadierbataillon rückte vor und bezog einen Kilometer im Westen der Oase eine Stellung mit der Kavallerie, die sich zu ihrer Linken sammelte, und einem Bataillon des 52. Regiments als Unterstützung. Die anderen Truppen bildeten die Reserve beim Turm Gargaresch. Nachdem die zum Schutze der Arbeiten bestimmten Truppen so verteilt waren, ging die Pionierkompagnie an das Abstecken der RichtungSlimen ' Lerantw. Redakteur: Albrrt Wachs, Berlirü' Inseratenteil oerantwl: der beiden Schanzen. Inzwischen aber kehrte der Feind, der bor dem Feuer der Deckungstruppen sich zurückgezogen hatte, gegen 12 Uhr 39 Min. mit viel beträchtlicheren Streit- k r ä f t e n zurück und macht« einen entschlossenen Angriff gegen die Grenadiere, die von Fonduk el Toger vorgingen, und be- gann zu gleicher Zeit eine Vorwärtsbewegung, um den rechten Flügel der Italiener gegen das Meer hin einzuschließen. Sofort nahm die italienische Artillerie Stellung auf der 29 Meter hohen Anhöhe und eröffnete auf 599 Meter Entfernung vom Turm Gar- garesch das Feuer auf die angreifenden Kolonnen des Feindes, der zum Angriff und zur Einschließung der Italiener vorrückte. während die Grenadiere und ein Bataillon deS 52. Regiments sich am äußetsten westlichen Ende der Oase sammelten, um dort den Angriff abzuwarten. Gegen diese Stellung der Italiener rückte der Feind zu wiederholten Malen vom Westen und Süden her vor, aber alle Angriffe wurden durch das italienische Infanterie- feuer und namentlich auch durch das der Artillerie zurückgewiesen. so daß um SVz Uhr nachmittags die Araber und Türken in vollem Rückzug gegen Fonduk el Toger begriffen waren, immer verfolgt von dem Feuer der italienischen Geschütze, daS ihnen sichtlich be- deutende Verluste zufügte. Tripolis, 19. Januar.(Meldung der Agence HavaS.) Der Kampf bei.Gargaresch dauert« bis 6 Uhr abends und endete mit dem Rückzug der Araber. Bei den Italienern sollen 59 Mann außer Gefecht gesetzt worden sein. Große Heldentaten der italienischen Flotte gegen einen unbkfestiqten Ort. Rom, 19. Februar. Die Agenzia Stefani meldet aus Tri- p o l i S: Um die Einwohner und die Besatzung von Z u a r a, die die kleinen italienischen Schiffe auf ihrer Kreuzfahrt in der Nacht vom 16. zum 17. Januar mit Gewehrfeuer empfangen hatten, zu bestrafen, fuhren gestern die italienischen Kriegsschiffe„Carlo", „Alberto".„Jride",„Fulmiine",„Cigno" und„Canope" von Tri- polis ab, um Zuara energisch zu bombardieren. DaS Feuer wurde gegen 8 Uhr auS einer Entfernung von 159 Metern gegen Gruppen von Aarabcrn und Türken eröffnet und hatte guten Erfolg Darauf wurde das Land selbst ebenfalls mit auSgczeich» netem Erfolge beschossen. Durch das Bombardement wurden die Kaserne und die Residenz des Kaimakam zerstört. Gruppen von Arabern zu Fuß und zu Pferde und reiterlose Pferde stürmten, in sinnlosem Schrecken nach allen Seiten und fielen unter den italie- nischen Granaten. Das Feuer, das kurze Zeit um Mittag unter- krochen worden war, wurde gegen 1 Uhr mit Nachdruck wieder- aufgenommen und gegen die Schanzgräben gerichtet, die aus einer Entserroing von weniger als 799 Metern von dem Artillerie- und Gewehrfeuer der kleinen italienischen Schiffe getroffen wurden. Auf italienischer Seite find keine Verluste zu verzeichnen Die Revolution In China. Vorbereitungen zur Einführung der Republik. London, 19. Januar. Die„Times" meldet aus Peking vom 18. d. Mts.: Gestern fand im Palast eine Konferenz von acht Mongolenfürsten der inneren Mongolei mit den Prinzen der kaiser- licheu Familie statt, um das bei der Abdankung einzuschlagende Verfahren zu erörtern. Mit einer einzigen Ausnahme waren alle Anwesenden mit dem vorgelegten Programm einverstanden. Ueber dieses Programm ist zwischen den beiden Parteien ein Einver- ständniS erzielt worden. Es sollen zwei Edikte erlassen werden. In dem ersten Edikt soll Juanschikai Vollmacht zur Dil- dung einer republikanischen Regierung erhalten. Juanschikai wird annehmen. Die Konserenz der Delegierten auS 17 Provinzen, die jetzt in Nanking versammelt ist. wird ihn zum Präsidenten erwählen, während Sunyatsen zurück- tritt. Juanschikai wird die Präsidentschaft über- nehmen, worauf der Thron in einem zweiten Edikt abdanken wird. Nach der Abdankung wird Sunyatsen nach Peking kommen, um mit Juanschikai über die Bildung einer neuen Regierung zu beraten. Die republikanischen Führer sind bereit, dem Kaiser nach seiner Abdankung den Titel eines Mandschukaisers. aber nicht den Titel Kaiser von China zu lassen. Juanschikai hat an der gestrigen Konferenz nicht teilgenommen, und wird auch der morgen stattfindenden Konferenz nicht beiwohnen. Er beantragt, dem Hof Pensionen in der Gesamthöhe von 5 Millionen Taels jährlich zu gewähren. Besondere Ehren sollen der Kaiserin-Witwe bezeigt werden, weil sie die Witwe KwangsüS, des ersten Reformers unter den modernen chinesischen Kaisern, ist. London, 19. Januar. Wie dem„Daily Telegraph" auS P e» k i n g gemeldet wird, haben am Mittwoch neue Verhaftungen stattgefunden, man glaubt allgemein, daß weitere Attentate bevor- stehen. HLuq Induftne und Handel Der SchnapSkousum! Eine der schmerzlicvsten Erscheinungen für unsere lieben Junker ist der Rückgang des Tchnapskonsiims. Das triffi die Edelsten der Nation an ihrer empfindlichsten Stelle— nämlich am Portemonnaie. Je geringer der Konsum— umso geringer die Liebesgabel Und in den letzten Monaten ist der Verbrauch wiederum gesunken. Daher auch das Gejammer im Schnapsblock über die schlimmen Zeilen. Im Dezember l9ll sind nur nock 189 926 Hektoliter nach der Ver- steuerung in den freien Veikehr gelangt gegen 184 229 Hektoliter im Dezember vorigen Jahres. Gesamlerzcngung und Trinkverbrauch in den letzten drei Monaten der auigeführ en Jahre geben folgendes Bild: 1997 1998 1909 1910 1911 in 1900 Hektoliter Erzeugung... 1247 1452 1147 1929 937 Trinkverbrauch.. 644 657 419 539 523 Eine lehr starke Vorversorgting im Sommer 1999 ließ die im letzten Luartal in den Verbranch Lbergetührten Oiiantität ungewöhnlich zurückgehen; im nächsten Herbst war der AuS- gleich hergestellt. Das von dem Handel übernommene Ouantnin entsprach dem wirklichen Konsum, der im vorigen Jahre nun wiederum gesunken ist. Aber er muß weiter sinken, um die Liebes- gäbe illusorisch zu machen. Einmal ist die Regierung den armen Schnapsjunkern schon hilkreick beigesprnngen, indem sie das Kon- tingenl von 21/« Millionen Hektoliter auf 1.8 Millionen Hektoliter heruntersetzte. Die Schnapspatrioten müssen in der Ziiknnft doch noch uni die Liebesgabe geprellt werden, die sie nun schon jähr- zehntelang den SchnapStrinkern aus der Tasche stibitzt haben. Der Verbrauch muß noch weiter unter das Kontingent hinabsinken. Dazu ist aber unbedingt notwendig. daß die Konsumenten sich deS verderblichen SchnapSgeausscS noch mehr wie bisher enthalten._ Vom Stahlwerksverband- In der Hauptversammlung der Stahlwerksbesitzer wurde über die Geschäftslage mitgeteilt: In Halbzeug ist der Abruf vom In- lande infolge andauernd guter Beschäftigung der Verbraucher weiter recht rege, so daß für den Rest des laufenden Geschäfts- jahres mit einem Versand im Umfange der letzten Monate ge- rechnet werden kann. Auch die Lage des Auslands- marktes ist fortgesetzt recht gut. J5n schwerem Oberbaumaterial wurden die für die preußischen Staatsbahncn zu liefern- den Restmengen an Schienen und Schwellen für das EtatSjahr 'Th.GIiilte. Berlin. Druck u. VerlagsVorwärtS Buchdr. u öerlagsanstält 1918 de« lverken zur Lieferung zugewiesen. O» fßt die preußischen Staatsbahnen noch Nachtragsbeda rs herauskommt, ist heute noch ungewiß. Nach den eingehenden Anfragen für Klein» bahnen dürfte für das Frühjahr auf größere Bedarfsmengen für diese zu rechnen sein. Das Rillenschienengeschäft ist zurzeit recht flott, und die Abschlußtätigkeit im Jnlande sowohl als auch besonders im Auslande recht umfangreich. Ebenso ist das Grubenschienengeschäft noch immer recht lebhast bei gebesserten Preisen Mit den Rheinisch-Wcst sälischen Zechen wurde der Jahresbedarf an Gruben» schienen abgeschlossen. In Formeisen hat mit Eintritt des Winters das Baugeschäft und somit auch der Formeijenverbrauch eine Stockung erfahren. Außerdem waren die Händler in letzter Zeit mit Jnventurarbeiten beschäftigt, so daß sich der Abruf langsamer vollzog. Das Auslandsgeschäft in Formeisen hat sich seit dem letzten Berichte in erfreulicher Weise weiter entwickelt. besonders in England ist die Lage außerordentlich günstig, und die englischen Werke sind namentlich in Schiffsbaumaterial sehr gut und auf Monate hinaus beschäftigt. Auch in den nordsichen Ländern, in Holland, der Schweiz und den Balkanstaaten ist daS Formeisengoschäft befriedigend, und die Aussichten für daS Früh» jähr werden günstig beurteilt. Soziales. AnstellungSvertrage, die gegen die guten Sitten verstoßen. Die Lübecker Feuerverficherungsgesellschaft hatte den Akquisiteur Mook mit einem Monatsgehalt von 199 M. engagiert. In dem§ 6 des bei dieser Gesellschaft üblichen Anstellungsvertrages heißt eS, daß für die zu zahlenden 199 M. von dem Akquisiteur mindestens 25 Versicherungsanträge getätigt werden müssen, für joden weniger gebrachten Antrag reduziere sich das Gehalt um 4 M. Mook halte bereits zum 31. Juli seine Kündigung eingereicht, bekam aber am 1. Juli kein Gehalt, weil er für den Monat Juni mir einen Ver- sicherungsantrag eingebracht hatte. Infolge der GehaltSverweige» rung verklagte er die Gesellschaft mit dem Erfolge, daß ihm vom Kaufmannögericht das Gebalt für Juni in Höbe von 100 M. zu» gestanden wurde. Obwohl er auch den Dienst der Gesellschaft sofort verlassen hatte als ihm die Auszahlung des Gehalts ver» weigert wurde, verurteilte das Gericht diese noch zur Gehaltszahlung für die Zeit im Juli, während der der Kläger stellungslos war. Tie Behauptung des Vertreters der Beklagten, daß der Kläger deSlalb nur einen einzigen Antrag im ganzen Monat für die Gesell'chaft getätigt habe, weil er inzwischen für eine andere Gesellidtaft gearbeitet habe, kann nicht bewiesen werden. Tagegen erklärt das Gericht den infolge der Gehaltsverweigerung erfolgten Austritt des Klägers für berechtigt. Außerdem verstoße die Bestimmung deS § 6 des Anstellungsvertrages in eklatanter Weis« gegen die gute» Sitten. Aus dem Aermel konnte der Akquisiteur keine Vcrsiche» rungsanträge schütteln. Habe er einmal Peck beim akquirieren, dann brauche die Gesellschaft nach ibrem Vertrage ihm eventuell überhaupt kein Gehalt zu zahlen. Dieser sittenwidrigen Bestim- mung konnte das Gericht keinen Vorschub leisten. Für Radfahrer. Die Oberprösidial-Polizeiverordnung für Westpreußen be- stimmt gleich der für Brandenburg, daß bei eintretender Dunkelheit und bei starkem Nebel das Rad durch die Laterne hell erleuchtet sein muß. Wegen Ucbertretung dieser Bestimmung war Kohle» von der Strafkammer in Roseuberg verurteilt worden. DaS Kammergericht verwarf die Revision des Angeklagten mft folgender Begründung:„Unter Dunkelheit im Sinne der Ver- orduung sei die Zeit zu verstehen, die ungefähr eine Stunde nach Sonnenuntergang beginne und etwa eine Stunde vor Sonncn» aufgang ende. Wenn man davon ausgehe, dann fei K. noch.den tatsächlichen Feststellungen mit Recht verurteUt." Konsumbonkott als Sprengmittrl für einen Unternehmerverbaifo Der Verband der fcknvcizrrischen Schuhfabrikanten hat in seiner Generalversammlung vom 29. Dezember 1911 wegen des Boykotts gegen den Konsumverband seine Auflösung beschlossen. Der etwa 15 Jahre lang bestandene Verband ließ sich immer von den Schuh» Händlern in seinem Kampfe gegen die Konsumvereine mißbrauchet», woran er nun auch zugrundcgcgaugen ist. Zuerst boykottierte er sämtliche Konsumvereine und Warenhäuser, und da diese aber trotzdem Sckmhe in genügender Menge geliefert erhielten, sah er sich schließlich trotz des WidcrstaüdcS der Schuhhändler genötigt, den Boykott aufzuheben. Dafür aber verhängt« er ihn gegen den Konsumverband, der inzwischen eine Zcatralsbelle für den Schuh- Handel der Konsumvereine errichtet hatte. Natürlich erhielt auch dieser Verband so viel Schuhwaren geliefert, als er haben wollte, von schweizerischen wie ausländischen Schuhfabrikanten und auch selbst von Mitgliedern des boykottierenden Verbantcs. Da der Jahresbedarf des Konsumverbandes auf etwa 2 Millionen Franken gestiegen ist und er angesichts der Weigerung des Fabrikanten» Verbandes, endlich den unsinnigen Boykott aufzuheben, beschlossen hat. eine eigene moderne Schuhfabrik zu errichten, ist die Nervosität der Herren aufs höchste gestiegen, so daß sie in diesem Zustande die Auflösung ihres Verbandes beschlossen haben, mit der auch der Bovkott aufgehoben ist. Der Präsident deS ausgelösten Fabrikanten- Verbandes brachte sofort die frohe Kunde persönlich dem Vev» waltungsrat des Konsumverbandes in Basel, wobei er sich wohl in empsehlende Erinnerung brachte. Der Boykott hat also seine eigenen Urheber getroffen und seine tragikomische Geschichte sollte eine heilsame Lehre und Warnung für alle Scharsmacher. Genossen schafls- und Arbeiterfeindc sein, Hetzt« IVacbricbtcn. Daö deutsche Rom fällt. Köln, 19. Fanuar-(Eig. Tel. des..Vorwärts'.) Die Kölner Nationulliberalen beschlossen die Stichivahlvarole: Wahlftciheit._ Jtalienerfeindliche Stimmung in Marseille. Paris, 19. Januar. Aus Marseille wird berichtet: Die Beschlagnahme der„Manuba" hat die unter der Bevölkerung Herr- sehende Erregung noch gesteigert. Tie Behörden haben weitere Vor- sichtsmaßregeln getroffen, um Ausschreitungen gegen die etwa 199 999 hier ansässigen- Italiener zu verhindern. Tag italienische Generalkonsulat wird durch Polizei überwacht. Schlägerei bei einer protestantischen Demonstration. London, 19. Januar.(28. T. B.) Unmittelbar vor Beginn der Sondervorstellung des„Mirakel", die Max Reinhardt für G e i st l i ch e angesetzt hatte, zog eine Schar von etwa 59 extremen Protestanten mit Bannern, die die Inschrift:„no poperx!" oder ähnliche Devisen trugen, heran, um gegen die Anwesenheit der Geistlichkeit bei der Vorstellung zu protestieren, weil sie diese Vor- stellung als Propaganda für den Katholizismus ansehen. Es kam zu einer Schlägerei zwischen den Demonstranten und den Statisten und Angestellten deS Theaters. Mehrere Personen wurden leicht verletzt und die Banner zersetzt. Tie Demonstranten zogen sich ja Unordnung zurück.___ Streik der Baumwollarbeiter beendigt. Manchester. 19. Jaintar.(W. T. B.) Ter Baumwollarbeiter» streik ist beigelegt worden, die Arbeit m den Fabriken wird am Montag wieder aufgenommen. PaulSinstttEö�öersinSVV. H�rzu 3 Beilagen».UnterhaltunaSb� i, te. 29.mw t Ktillllje des LWlirts" Kerlilltt Nllldgdllltt. auf Marokko gehalten haben. Es sind Wohl auch Fehler gemacht worden, auf die die„Grenzboten" zu anderer Zeit hingewiesen haben und die uns neranlatzten, die Regierung auch einmal scharf anzugreifen. Während wir aber die Gesamtinteressen im Auge hatten, stellte sich ein Teil der Presse bald auf die Seite einer Wirtschaftsgruppe, die sich seit 1906 in Marokko festzu- setzen begonnen hatte. Ein Teil der Alldeutschen Presse eröffnete ein Kesseltreiben gegen die Regierung. Diese Massnahmen begannen, bald nachdem einer der Gebrüder Mannesmann seine Hochzeitsreise in Marokko gemacht hatte. Ihm hatte oas Land sehr gut gefallen und er mochte dabei auf den Gedanken gekommen sein, dass sich da©o schäfte machen lassen. Die„Rheinisch-Westfälische Zeitung" schickte einen ihrer Redakteure nach Marokko und hat dann alle Arten Nachrichten gebraebt, die aus der Quelle der Firma Mannesmann stammten. Das Nachrichtei,. Material der Gebrüder Manüesmann war sehr umfangreich. Sie gaben Bücher heraus, in denen die Regierung in rücksichtsloser Weise angegriffen war. Sie haben auch eine Anzahl Journalisten angestellt, die ihnen Denkschriften ausarbeitete». Dagegen wäre nichts einzuwenden, wenn die Herren Mannesmann diese Ver- öffentlichungen offen als Vertretung ihrer wirtschaftlichen Interessen ausgegeben hätten. Diese Broschüren wurden aber als Stimmen und Meinungen der Nation ausgegeben und die natio- nalen Kreise Deutschlands gaben die Schuld an der Entwicklung der Regierung. Es kam dann nach der Entsendung des„Panther" eine Journalistenversammlung in Berlin zustande, die der Chefredakteur der„Täglichen Rundschau", Heinrich Rippler, einberufen hatte und auf der di« Stellung der Regierung zur Marokkofrage so dargestellt wurde, als sei die Regierung im innersten Herzen eigentlich für eine Be- setzung Marokkos, doch fehle es der Regierung an Schneid, die Sache zu machen, und es müsse deshalb die öffentliche Meinung aufgemuntert und in Wallung gebracht werden. Unter dem Drucke dieser öffentlichen Meinung sollte die Regierung gezwungen werden, Marokko zu besetzen. Auf dieser Versammlung wurde auch ein Bortrag vom Generalleutnant v. Wrochem ge- halten, der sich als eine Nachempfindung der Broschüre crivies, die im Auftrage der Gebrüder ManneSmann Herr O s man veröffentlicht hatte. Herr Nippler hätte uns nicht gesagt, dass der Pressevertreter der Firma Mannesmann, Herr v. R e i b n i tz zugegen war und dass durch die Ver- mittelung des Herrn v. Retbnitz Herr Generalleutnant v. Wrochem als guter Marokkokenner vorgeführt worden ist. Als Journalist, der sich jahrelang mit diesen Dingen beschäftigt hatte, genierte ich mich, dass uns ein solcher Mann, als Marokkokenner vorgeführt wurde. Ich hatte das Gefühl, als ob wir für eine Sache mobil gemacht werden sollten, die das Licht der Oeffentlichkeit zu scheuen hatte. So geschah es auch. Rippler sagte uns am Schluh der Versammlung, dass sie selbstverständlich vertraulich sei, und dass über sie nichts berichtet werden dürfe, vor allem nicht in einem Sinne, der den dort ausgesprochenen Ideen entgegenstand. Ich habe mich nach der Versammlung mit dem Generalmajor v. Löbell in Verbindung gesetzt. Wir hatten beide den Ein- druck, dass die Versammlung von den Gebrüdern Mannesmann inszeniert war. Ich war gegen eine Besetzung Marokkos, denn uns fehlen im eigenen Lande die Leute, um den Osten zu besiedeln und nun fordern die Herren Alldeutschen, wir sollten eine Sie- delungskolonie in Afrika gründen, nur um den Bevölkerungs» Iberschutz abzustohen. Sehr zustatten kamen ihnen die Bnschan- ungen sehr vieler Offiziere, die glauben, ihr Lebensglück verfehlt zu haben, wenn sie sich nicht kriegerisch betätigen können. Diese Stimmung hat sich der Pressevertreter der Gebrüder Mannesmann ausserordentlich geschickt zunutze gemacht und wo eine solche Ströniung austauchte, da trat er auf. wirkte bestimmend aus di« Leute ein und bearbeitete sie im Sinne der „Rheinisch-Westfälischen Zeitung", uns in den Krieg mit Frank- reich hineinzustürzen. Die„Post" ging sogar so weit, dass sie direkte Angriffe gegen den Kaiser erhob. Die„Rhein.-Wests. Ztg." hat die wirtschaftlich politischen In- teressen der Gebrüder Mannesmann unterstützt hat und nicht die des Deutschen Reiches.— Vors.: Was für Beziehungen sollen aber bestanden haben?— A ng e k l.: Ich nehme an, dass freundschast- liche Beziehungen bestanden haben.— Vors.: Tann spricht man aber doch nicht vom Fäden-Blosslegen.— A n g e k l.: Dieser Vorwurf richtet sich mehr gegen die Brüder Mannesmann, die viel zu weit gegangen sind. Die Gebrüder Mannesmann haben ein Pressebureau unierhalten, und alle möglichen Leute sind im Auftrage dieses Bureaus an die Presse heran- getreten, von E x c e l l e n z e n herab, bis zu ganz gewöhn- iichen Schreibern. Diese Fäden habe ich gemeint. � Ich kann beweisen, dass der bekannte Artikel der„Post", in dem die Bezeichnung des Kaisers als„CuiUeaume poUron et tirnide" vorkam, durch einen Agenten der Gebrüder Mannesman» in die„Post" hinein- gebracht worden ist, und zwar im Einverständnis mit Herrn Dr. Reihmann-Grone.— Vert. R.-A. Dr. Niemcyer: Dieser Artikel ist in der„Rhein.-Westf. Ztg." als L e i t a r t i k e l gebracht worden.— Privatkläger Dr. Rcitz mann-Grone: Die Be- hauptung, dass ich diesen Artikel in die„Post" lanciert habe, ist a b- olut erfunden. Im Gegenteil ist auf meine Veranlassung Dr. Pohl zurückgerufen worden und hat dem Verfasser des Artikels, Dr. Lufft, die Kündigung überreicht. Ich kenne die Brüder Mann es mann nicht, ich habe nie einen Brief von ihnen be- kommen, habe mit der Familie Mannesmann nichts zu tun und alles, was Herr Cleinvw behauptet hat, ist erfunden. Ich beantrag?, den Vorsitzenden des Alldeutschen Verbandes, Rcchtsan- Walt Class. zu laden. Er hat sich auf meinen Wunsch hin mit Herrn v. Kiderlen in Verbindung gesetzt. Der Staats- sekretär hat Herrn Claß eingeladen und am 19. April sind beide Herren im Pfälzer Hof in Mannheim zusammengekommen und haben dort stundenlang konferiert. Der Staatssekretär hat gesagt: „Die Politik der Aufteilung Marokkos unterstütze ich. Das all- deutsche Verlangen ist durchaus berechtigt. Wir werden Marokko durchhalten. Sie können sich darauf verlassen, dass Sie an der deut- scheu Marokkopolitik Ihre helle Freude haben werden. Ich bin so alldeutsch wie Sie!" Rechtsanwalt Class hat diese Aeutzerungen sofort wörtlich seinen Freunden mitgeteilt. Einige Tage nachher suchte Class den Staatssekretär nochmals auf. Er traf Herrn v. Kiderlcn aber nicht an, sondern nur den Unter st oatssekrctär Zim- m e r m a n n. Es war gerade der Tag der Entsendung des „P a n t h e r" nach Agadir. Unterstaatssekretär Zimmermann jagte zu Herrn Class, er könne ihm eine freudige Mitteilung machen: „Sie kommen eben recht, gerade um diese Zeit erscheint der„Pan- ther" vor Agadir. Wir werden Agadir behalten und nichts heraus- geben. Wir brauchen ja unbedingt ein Bcsiedelungsland für unfern Geburtenüberschuss. Verhüten sie, dass Kompensationsansprüche in der Presse erhoben werden. Wir wollen keine Kompensationen, wir wollen Marokko. Frankreich will uns den Kongo an- bieten." Rechtsanwalt Class wird das alles unter seinem Eide bekunden. Es ist also absolut unwahr, dass wir gegen die deutsche Regierung gearbeitet haben. Im Gegenteil. In diesem Monat war die deutsche Regierung durchaus mit der alldeutschen Politik gegangen. Weiter beantrage ich. den Chef- redakteur der„Täglichen Rundschau". Herrn R i p p l e r, vorzu- laden. Er wird aussagen, dass er zu der fraglichen Journalisten- Versammlung sich veranlasst sah, nicht durch die Gebr. Ntannesmann, sondern durch das Auswärtige Amt. Das Auswärtige Amt hat nur gebeten, die Versammlung streng geheim zu halten. Es ist auch absolut erfunden, dass die Brüder Mannesmann die Presse be- einflusst hätten. Im Gegenteil, es handelt sich um eine Aktion der patriotischen Journalisten, und zwar unter voller Villi- gung des Auswärtigen Amtes. Herr v. K i d e r l e n hat Herrn Rippler zehn Tage nach der Entsendung des„Panthers" vor Agadir gesagt, dass er entschlossen sei,«ine kräftige Marokkopolittk zu machen, dass er durchhalten iverde und dass er w e n i g st c n s M aga d o r haben wolle. Das ist also viel mehr, als wir selbst verlangt haben. Diese Tatsache beweist die Unrichtigkeit alles dessen, was Herr Clei- now uns unterstellt hat und woraus er uns einen Vorwurf nwcht. Wir können nachweisen, dass wir in der ganzen Marokkoaffäre völlig d'accord mit dem Auswärtigen Amt gewesen sind. Ich stelle ferner unter Beivcis, dass um dieselbe Zeit das AuSNiärtige Amt sämtliche Landrätc aufgefordert hat, der Regierung sofort mitzuteilen, welche Interessen die Industriellen in Marokko haben, um daraus das Juice- esse Deutschlands an Marokko zu begründen. Nach der bckanntr» Sie IBarolillO'flffäre vor Gericht. Telegraphischer Bericht.) Hg. Essen, 19. Januar. Der Beleidigungsprozetz der„R h � i n i s ch- W c st f ä l i s ch e n Zeitung" gegen die„G r enzbo t e n" kam heute vor dem Essener Schöffengericht unter Vovsitz des Amtsrichters Kobbe zur Verhandlung. Als Kläger traten auf der Verleger Dr. R e i ss- mann-Groue und Chefredakteur Dr. N i e b e n e r. denen Justizrat Wallach-Ejsen zur Seite stebt, als Beklagter der Her- ausgeber der„Grenzboten" George E l e i n o w. den Justizrat Sello und Rechtsanwalt Dr. Mattvitz-Berlin verteidigen. Zwischen der Wochenschrift„Die Grenzboten" und einer Reihe deutscher Zeitungen, oie die Wochenschrift unter der Bezeichnung„Mannesman n p r e s s e" zusammenfaßt, besteht seit Anfang August 1911 eine heftige Pressfehde. Kurz vorher war in der„Post" der be- kannte, äusserst scharfe Artikel gegen den Kaiser und gegen das Auswärtige Amt erschienen, und dieser Artikel hatte zur Entlassung seines Verfassers Dr. Luft aus der Redaktion der „Post" geführt. Auch die„Rheinisch-Westfälische Zeitung" und die „Tägliche Rundschau" kritisierten die Marokkopolitik des Aus- wältigen Amtes aufs schärfste. Daraufhin brachten die„Grenz- boten" am 9. August einen längeren Artikel, der sich gegen die„journalistischen Helfershelfer be/r Brüder Mannesmann" wandte und der Mannesmannpresse den Vor- wurf machte, daß sie im Interesse des Geldbeutels der Brüder Mannesmann die Oeffentlichkeit irre- geführt hätte. Während die„Grenzboten" aber hierbei die in Betracht kommenden Blätter nicht namentlich aufgeführt hatten, veröffentlichten sie in ihrer Nummer vom 7. September 1911 «inen Artikel, in dem ausdrücklich gesagt wird:„Die ManneSmannpresse („Rheinisch-Westfälische Zeitung",„Post" und„Tägliche Rund- schau") ist m erster Linie für die Irreführung des deut- scheu Publikums verantwortlich zu machen, die wegen unserer Absichten in Marokko eingetreten ist, und es wird wohl demnächst angebracht sein, die Fäden bloßzulegen, die die genannten drei Blätter mit den Herren Mannesmann ver- knüpfen." Wegen dieser Angriffe hat die„Rheinisch-Westfälische Zeitung" Klage erhoben. Jir der heutigen Verhandlung bekennt sich der Angeklagte Chefredakteur Cleinow als Verfasser des unter Anklage stehen- den Artikels.— Vors.: Wollen Sie uns wohl erklären, was Sie mit oen Artikeln haben sagen wollen. Insbesondere interessiert, «vas Sie über die Bezieh ungen des Herrn Dr. Reissmann- Creme von der„Rheinisch-Westfälischen Zeitung" zu den Brüdern ManneSmann haben andeuten wollen."— Angekl.:.�Jch habe damit sagen wollen, dass verschiedene Vorgänge seit 1906 darauf hindeuten, dass die„Rheinisch-Westfälische Zeitung" und ihr Ableger, die„Post" in gänzlicher Abhüngigleit von den Ge- brüderu Mannesmann sich befunden haben. Ich habe nicht sagen wollen, dass üiese Beziehungen persönlicher Art waren und daß die Blätter bestochen lovrden sind. Ich habe aber beobachtet und bin in der Lage, es zu beweisen, daß sich die„Rheinisch- Westfälische Zeitung" lediglich auf das Material ge- st ü tz t hat, das aus der Quelle der Gebrüder Mannesmann geflossen ist und alles andere Material ignoriert hat."— Vors.:„Sie sagen aber weit mehr in dem Artikel; da heißt es„es ist wohl angebracht, die Fäoen bloss- � zulegen."— Angekl.: Es handelt sich hier um einen Artikel aus einer Reihe von Aufsätzen. Wenn sich die Blätter in loyaler Auseinandersetzung mit mir eingelassen hätten, würde ich weiter darauf hingewiesen haben, wie Freiherr v. R e i b n i tz als Ver- treter der Prefseabteilnngen der Gebr. Mannesmann Jnfon- «Nationen an die Prasse gegeben hat."— Vors.:„Aber was ver- stehen Sie denn unter den Fäden?"— Angekl.:„Ich kann dar. aus nur antworten, wenn mir gestattet wird, einen längeren Bortrag über die Marokkofrage zu halten. Die Maroklofrage war lange Zeit lediglich eine Frage der Diplomatie. DaS deutsche Wirtschaftsleben ist sehr zurückhaltend. Als aber unser« Diplo- maten sahen, daß Frankreich sich dauernd in Marok-o festsetzen wollte und darauf ausging, das Land wirtschaftlich abzuschließen. da war es ihr Verdienst, dass sie die ganzen Jahre die Finger kleines Feuilleton. Die Winterlandschaft. Die sich immer höber entwickelnde Kultur bringt eS mit sich, daß der in ihr lebende Mensch Dinge„sibön" findet, an denen er früher gleichgültig vorüberging. Die Schönheit des menschlichen Körpers lernte die Menschheit schon früh empfinden, auch die eines Tieres oder einer Blume: aber die einer Landschaft sah man erst verhältnismässig spät. Erst im letzten Jahrhundert hat sie indem besten Kulturspiegel: in der Kunst den ihr gebührenden Platz erobert. Und auch da war eS zuerst nur die gewaltige, die herorische Land- schast, die machtvoll den Blick deS Menschen auf sich zog. Ihre stillen Reize lernte man erst viel später kennen. Die intimen Stimmungen der märtischen Kiefcrnwaldungen mit ihren versteckten Seen liess uns erst«in Leistikow verstehen. Ueberhaupt setzt eS schon «ine ziemlich hohe geistige Kultur voranS. sich an ver Schönheit einer Landschaft erfreuen zu können. Der schwer schaffende und geistig weniger rege Landmann wird selten die Landschaft um ihrer selbit willen betrachten: auch viele Städter finden sie nur schön im Früh- jähr, wenn alle Farben ihre Auferstehung feiern. Doch nur wenige Beobachter gibt eS. denen auch die nur scbeinbar so öde Winterland- schast etwas zu sagen weiss. Und doch hat sie etwas voraus vor allen Jahreszeiten, denn sie bringt ein ganz neueS Moment in das Bild: den Schnee I Nehmen wir ein verschneite? Dorf im Mittaqsi'onnenschein. Hui, wie das fnnlelt und glitzert; und wie grosszügig da alles ist Das Nebeniäcbliche verschwindet. Immer ist'S eine grosse gescdlossene Linie. Und dann erst die Farben! Wie— der Winter hätte leine Falben? l-- O, seht nur die zarten violettblauen Schotten hinter den sonneiibestrahlten Schneehaufen. So rein, so frisch lugt's hervor. Und dann die zarten Rauchichleier, die dort drüben den Schornsteinen entquellen— und dann das Licht! Das blendende, flirrende Licht. Es hebt, es trägt uns fast hinauf in die klare Lust. Und zuletzt die Stille— jeder Ton klingt so kurz, so abgedämpft. Goldigrot beendet die Sonne an der wollenlosen stahlsaroenen Himmelstappel ihre Bahn. Und während sie niederivärtS gleitet. hu'chen»ocb einmal Lichtwellen durch die unendlichen Räume. Am westlichen Himmel leuchtet im gelbgrünen Lichte eine gewaltige 8urVn Rande deS WaldfeeS erglühen noch einmal die Himmel- anstrebende» Kiefenislämme im brennendsten Rot. um dann ebenfalls in die liefen Schallen zu versiulen. Von dem schioarzen Eisipiegel kriecden sie. iclbst dein Schnee einen magischen Schein verleidend, in den Wald hinein. Immer dunkler lvird's um uns her. Ueberall recken sich in dranilicdwarzen Tinte» die Stämme empor. Gleich einem Spitzengewebe. so duftig, hebt sich das feingliedrige Geäst der Birten vom leuchtenden HimmelSgrunde ab— schwer und düster die maisigen Kronen der Kiefern.— Es ist Nacht. Und doch gebt noch ein stilles Leuchten durch den Wald. Das fahle Licht des Schnees leuchtet so märchenhaft durch die braun-schioarze Finsternis.� Ein seltsamer Ton dringt vom Eise zu uns herauf: Die scharfe Kälte zieht ihre Risse in die Eis- decke. Ucber uns aber entfaltet der Sternenhimmel seine ganze Pracht. Und mit der grimmen Kälte, die aus dem WelUiuaum auf die stille bleiche Erde herniederflutet, erscheint uns auch die Prackt des Sternenhimmels in feiner erhabenen Schönheit. Ist er doch nie so schön wie in den frostknirschenden Januarnächten. Die automatische Stabilität der Flugmaschine. AuS England kommt die Kunde von einer neuen, praktisch mit vollem Erfolg er- probten Erfindung auf dem Gebiete des Flugwesens, die— wenn sie sich in dieser Form bestätigt— in der Tat als ein bedeutungs- voller Fortschritt der Flugkunst betrachtet werden müßte. Alle Be- mühungen um die Vervollkommnung der Flugmaschine gipfeln in dem Bestreben, eine wirkliche Lösung des Problems des Gleichgc- Wichts zu gewinnen. Man hat bisher die Frage durchweg auf mccha- nischem Wege zu lösen versucht. Der junge Engländer, der jetzt auf dem Flugplatze von Eastchurch auf der Insel Shcppcy sein neues Flugzeug in Gegenwart von Sachverständigen vorführte, geht andere Wege und sucht ein automatisches Gleichgewicht, das auf kompli- zierte technische Hilfsmittel verzichtet. Im„Daily Telegraph" wird ein genauer Bericht über diese bedeutungsvollen Flüge des jungen Erfinders I. W. Dünne gegeben. Im Beisein von Vertretern der englischen äronautiichen Gesellschaft stieg Dünne mit seinem Appa- rate auf, flog b'A Minuten, beschrieb zwei Kreise und landete wie- der. Vor dem Ausstieg hatte man ihm ein loses weisses Blatt Pa- pier gegeben und während des Fluges schrieb der Pilot auf dieses Blatt eine ausfiihrliche Meldung, deren Faksimile in der Presse reproduziert wird. Tie Schrift ist klar und deutlich und läßt an Lesbarkeit nichts zu wünschen übrig. Das Uebcrraschende dieses Vorganges liegt in der Tatrnche, dass der Pilot beim Schreiben beide Hände von den Kontrollhebeln nahm. Nur wer selbst einen Flug gemacht hat, wird die Bedeutung dieser Leistungen würdigen können. Bei allen anderen Flugmaschinen darf der. Pilot die Hände nicht von den Kontrollhebeln nehmen, eine einzige kleine Unacht- samkcit kann eine Katastrophe nach sich ziehen. Dünne hat mit seinem Apparat den Beweis erbracht, daß im Gegensatz zu allen mehr oder minder zlveifclhcrften mechanischen Vorrichtungen zur Erhaltung des Gleichgewichtes ein sozusagen„natürliches" erzielt werden kann, das von dem Piloten völlig unabhängig ist. Das wird erreicht durch die besonderen Formen und Masse der Tragflächen, die in ihrem Zusammenwirken diese Stabilität automatisch hervor- bringen. Dünnes Flugzeug ist ein Eindecker ohne Schwanz oder Steuerruder; die Steuerung wird nur durch zwei kleine keilförmige Stofflächen erreicht, die an der äusseren Spitze der Flügel ongc- bracht sind. Die natürliche Stabilität wird hervorgebracht durch die eigenartige Form der Flügel, die vom Mittelpunkt ab zurück- gleiten und so gebogen sind, daß sie die Einwirkung von Windstößen absorbieren und neutralisieren. Die ältesten botanischen Gärten. Lebende Pflanzen- samnilungen haben hier inid da schon im MitlelaUer bestanden, zu- erst wabricheinlich im 13. Jahrhlmdert. Sie konnten aber keine grössere Bcdeuliing gewinnen, weil eS an einer Verbindung mit Ländern fehlte, die zu einer iveientlichen Bereicheuing deS heimischen Beilandeö Höllen beitragen tönnen. Ämerika war noch nicht ent- deckt, der Seeweg nach Ostindien noch nicht gefunden. Infolge- dessen beschiänlien sich diese botanikchen Gärten aus ileine Anlagen, die gewöhnlich im Schatten der Klöster lagen und von pflanzcnliebeuden Mönchen begründet und gepflegt wurden. Nach der L«it der grossen Entdeckungen, also seit dem Beginn des sechzehnten Jahrhunderts, entwickelten sich die botanischen Gärten lebhafter und wurden geradezu eine Mode. Im Jabre 1560 soll es in Jtalie» bereits über 50 botanische Gärten gegeben haben, andere fanden sich in Deutschland. Frankreich, der Schweiz und den Niederlanden. Sie wurden auch schon zu Lehrzwecken benutzt, ineist aber in weilig wissenschaftlicher Weise. Nach einer llcbersicht, die Paul CombeS der Jüngere im„Cosmos" gegeben hat. wurde der erste botanische Garte» mit Slaotsmitteln im Jahre 1543 in Pisa begründet. Darin sollen fast alle eingeborenen Pflanzen Italiens ver- einigt geweien sein, und dazu kamen besonders schöne und seltene Gewächse auS fernen Ländern. ES sind begeisterte Schilderungen dieses Gartens au« jener Zeit vorhanden. Schon 1546 er- folgte die Gründung eines zweiten botanischen Gartens in Padua im Aiischluss an die Universität, die damals auf der Höhe ihres Ruhmes stand. 1568 stiftete Aldrovandi den botanische» Garten zu Bologna, und etwa um dieselbe Zeit erstanden die ahn- lichen Anlagen in Rom und Florenz. 1575 erhielt auch die cbr- würdige Universität Lehden einen botanischen Garten, 1580 alö erste in Deutschland die Universität Leipzig. Der botanische Garten in Königsberg stammt von 1531, der Breslauer von 1587, der Heidcl- berger von 1593. Humor und Satire. Die verpuffte Sammlung. Vater Berhmann sprach mit bangem Sinn: Nun, so hiss' ich denn die NotstandSflagge, lind, indem ich stark verlassen bin, Schluchz' ich in das Reich hinaus: Au Backe! Eine Ahnung überkommt mich schwer Und ich bibbre, gleich dem Laub der Espe, Denn nun bleibt mir keine Wahl nicht mehr vor dem letzten Stich der roten Wespe! Leg' nun, Johann, meinen Kant in? Fach— Her die nationale Autohuppe, Blase mächtig Sammlung— gib nicht nach— Alles andere ist jetzt wurfcht und schnuppe!... Und der unentwegte Jobann blieS; Lieblich säuselie der LockungStriller, Aber Belbmann sprach nur traurig: MftS..' Ouinquilliere. Freund, nun etwas stiller I Ach, wie eS da sanft und lieblich klang! Manche nationalen MächenS weinten, Und sie solgten schluchzend t>«,n Gesang, vis sie sich mit Vater» fast oereinten. Aber plötzlich gab es einen Riss. Denn man sah sogleich: Da fehlen welche, Und die schöne Harmonie blieb dis... Vater sass allein beim WermutSlelche. Und er sitzt und spricht: Jetzt ist es mau— Johann, nieder mit der Sammlungsflagge! Lieber Gott, mir wird bald schwarz, bald blau..; Und ich sage nur nvch dies: Au Backe! Peter Sch-� Tischreb« tto« Ll-Hb Georse fiel iaS Auswärtige Amt am. Ich niache ihm daraus keinen Vorwurf, aber ich brauche nicht mit um- �"�Chefredakteur Dr. Niehsnerr Ich erkläre hier öffentlich. daß wir von jedem Großindustriellen u n a b h ä n g, g find und auch von jeder Partei und Regierung. Allerdings haben wir zolilreiche Freunde in der Schwerindustrie; damit ist aber doch noch nicht ge- sagt, daß wir uns in einer Abhängigkeit von Kirdorfs und Krupp befinden. � Privatkläger Dr. Reißmann-Grone: �ch mochte folgendes erklären: Ich bin zwar finanziell an der„Post" in- teressiert, habe aber nicht den Einfluß, dtfß ich dort kommandieren könnte. Ich bin jedoch über die Berhältinsie orientiert und erkläre hier öffentlich: es sind niemals Gelder von den Brüdern Mannesmann der„Post" gegeben worden. Angekl. Cleiuow: Ich bitte allen Beweisanträgen soweit wie möglich stattzugeben. Sie sollen bestätigen die Jnfiltrie- rung der Zeitungen durch das Noch richtend ureau derBrüderMannesmann, wodurch die Oeffentlichkeit irre- geführt worden ist. Ich kann mir nicht denken, daß Herr v. Kider- len-Waechter, den ich als sehr vorsichtigen Diplomaten kenne, selbst in der Weinlaune zu Herrn Claß Bemerkungen gemacht haben soll, von dem er ja genau wußte, daß er sie verwerten würde. In seinem Schl u ßwo r t erklärt der Angeklagte Cle i now gegenüber dem Privatkläger Dr. Reitzmann-Grone, daß der Ver t reter Mannesmanns, Herr v. Retblitz, nach einer Zu sammenkunft mit dem Staatssekretär erklärt habe, er sei unmittel bar an Mannesmann herangetreten wegen Beteiligung an der„Post", aber auf seine Beranlafiung sei dies zurückge wiesen worden, da es ihm nicht opportun erschien, mit diesem Blatte in diesem Moment in Verbindung zu treten. Das Nrtcil lautete: Das Gericht ist nicht der Ansicht, daß der Angeklagte nur habe sagen wollen, die Leitung der„Nheinisch-Westfälischen Zeitung" habe unbeabsichtigt Interessen Mannesmanns vertreten, vielmehr uxir das Gericht der Ansicht, daß gesagt worden sei, die„Rhein. Wests. Ztg." habe die Interessen Mannesmonns unterstützt und sei durch Geld bestochen oder geschmiert worden. Die Beleidigungen sind so schwer, daß eine hohe Geldstrafe angemessen ist und der Au geklagte wird zu 300 Mark Geldstrafe verurteilt. Auch dieser Prozeß hat aufsallenderweise keine Auf k l ä r u n g über die wirklichen Vorgänge gebracht, obwohl daran die Oeffentlichkeit das größte Interesse hat. Hat Herr v. K i d e r l e n wirklich die Alldeutschen zu ihrer frevel haften Kriegshetze aufgestachelt, hat er sie bewußt irregeführt oder hat er zu Beginn der Marokkokampagne wirklich die Ab ficht jjehabt, Agadir zu behalten und Südwestmarokko zu okkupieren entgegen der feierlichen Versicherungen, die später im Reichstag gegeben wurden? Es ist sehr bedauerlich, daß über diese Fragen, die an Gerichtsstelle aufgeworfen worden sind, nicht auch Beweiserhebung stattgefunden hat- Dagegen verbreitet der Prozeß helles Licht über die Machenschaften der Gebrüder Mannesman», die es ja in der Tat zuwege gebracht haben, daß ein großer Teil der bürgerlichen Presse ihre Privatangelegenheiten al? Interessen des Deutschen Reiches und als Gebote der natio- nalen Ehre ausgegeben hat. Herr Cleinow hat einen Spezialfall zu behandeln geglaubt, er hat aber nur die all- gemeinen Triebkräfte kapitalistischer K o- lonialpolitik an dem Einzelfall nachgewiesen. /üus der frauenbewegunq, Was haben die Frauen vom kommenden Reichstag zu erwarten? Soweit sich nach der Hauptschlacht da? Terrain überblicken läßt, dürften die Frauen, auch wenn der blauschwarz« Block zer- trümmert wird, nicht viel mehr Aussicht haben, mit ihren be- rcchtigten Forderungen und Wünschen im Reichsparlament durch- zudringen wie bisher. Die Zusammensetzung des Reichstages wird auch trotz der verstärkten Zahl der sozialdemokratischen Vertreter eine derartige sein, daß die Forderung aus da? Frauenwahl- und Stimmrecht nach wie vor eine geschlossene, über- wältigende Majorität gegen sich haben wird. Gehen doch selbst die Männer des Linksliberalismus um diese Frage herum, wie die Katze um den heißen Brei und die Sozial- dcinokratie allein ist nicht imstande, diese Forderung der Zeit durchzudrücken. Der Gang der Dinge wird also auch in der nächsten Reichstagsperiode der sein, daß die Forderungen der Frauen um Gleichberechtigung als Staatsbürger verhallen wird gleich der Stimme des Predigers in der Wüste. Die bürgerlichen Parteien bis zum Freisinn herab benutzen die Frauen sehr gerne, wenn es zu den Wahlen geht, zu Kulidiensten, wie wir erst neulich an dieser Stelle zeigten; damit ist aber auch ihr ganzes Entgegen- kommen erschöpft. Wären die bürgerlichen Damen nicht so un- verwüstliche Optimisten, dann müßten sie verzweifeln bei dem Ge- danken an den Fortschritt. Aber in ihrem Geiste malt sich die politische Welt in rosenrotem Lichte und sie hoffen, hoffen bis zur Bewußtlosigkeit, ahne müde zu werden. So hat im Verein für Fraucnstimmrecht dieser Tage Frau Professor S e l e r über die Llussichten der Frauenforderungen im neuen Reichstage gesprochen. Nicht neu. aber charakteristisch ist das Ergebnis einer Umfrage, die der Verein bei den Berliner ReichstagSkandidaten mittels Fragebogen über ihre Stellung zum Frauenstimmrecht veranstaltet bat. Abgesehen von den Demokraten, die zurzeit aber Positives für die Frauenforderung nicht leisten können, da sie keine Ver- treter im Reichstag haben, waren die Sozialdemokraten wieder die einzigen Vertreter einer politischen Partei, die un- bedingt und rückhaltlos dafür«intraten, während die Frei- sinnigen, ihrer ganzen bisherigen Haltung gemäß, ihre Zu- siimmung mit einem Wust von Klauseln verdeckten. Daß die Konserdativen die Frage glattweg verneinten, ist weiter nicht verwunderlich. Gab doch einer dieser Herrn die klassische Antwort: „Jede Frau, die sich politisch betätige, sei eine abstoßende und abschreckende Erscheinung." Wschreckend und abstoßend scheint den Herren die Frau aber nur dann zu sein, sofern sie sich als gleichberechtigte Staats- bürgerin betätigen will, wenn sie Schlepperdienste leistet für ton- servative Kandidaten, aus der Straße an die Droschkenkutscher Flugblätter verteilt und sonstige Wahlarbciten verrichtet, stellt sie sicherlich eine liebliche, gewinnende Erscheinung dar. Wir kennen das von den Herren. Es war ja auch einer der ihren, der im Reichstage erklärte, wie müsse das aussehen, stellte sich eine Frau in anderen Umständen auf die Reichstagstribüne. Jenem Herrn wurde ja damals von sozialdemokratischer Seite sofort sehr treffend erwidert, daß der Gedanke an seine eigene Mutter, die sich einst in demselben Zustande befunden habe, jede frivole Anwandlung im Keime ersticken müßte. Die Herren, denen das zartbesaitete Wesen, die Frau, so abstoßend und abschreckend vorkommt, wenn sie sich mit sozialen, wirtschaftlichen und politischen Fragen be- schästigt, haben sonst sehr robuste Anschauungen, wenn es sich um die erwerbstätige Frau handelt. Die froinmen und feinfühligen Aestheten sehen«s seelenruhig mit an, wie auf ihren Gütern, in ihren Forsten, in ihren Berg-, Hütten- und Ziegelwerken usw. arme, sieche, ausgemergelte und oft genug auch schwanger« Frauen in unendlich langer Arbeitszeit unmenschlich ausgebeutet und mit den schwersten«nd anstvengendsten Arbeiken beschäftigt«erben zu Löhnen v.ni 60—70 Pf. pro Tag. Wie gesagt, da rührt sich das feinempfindliche Gewissen nicht. So hat als.o die Frau auch in diesem Reichstage keine Aussicht, in die Reihen der gleichberechtigten Staatsbürger eingereiht zu werden. Hunderte von stichhaltigen Gründen sprechen mit zwingender Notwendigkeit dafür: was hilft es? Die bürgerliche Mehrheit ist taub pasür. Sie wird so lange den Forderungen ihr Ohr verschließen, bü? sich eine gewaltig« Flutwelle der Empörung auS der Tiefe des Volkes heraus mit einem gebietenden Machtwort die erwachsene und reife Frau an die ihr zukommende Stelle rückt. Die steigenden roten Wasser haben es ja schon vermocht. daß sämtliche reaktionäre Parteien die Frau von dem goti geheiligten häuslichen Herde weg in den politischen Strudel lockten, um sie als Arbeitstiere zu verwenden, und die unaufhaltsame Eni- Wickelung wird es mit sich bringen, daß man die Frau eines Tages als Sturmblock für die Reaktion gegen die immer breiter und wuchtiger anmarschierende Sozialdemokratie benutzen wird, indem man ihr notgedrungen, wenn auch widerwillig den Stimmzettel in die Hand drückt. Wir sehen diesem Moment nicht nur mit größter Seelenruhe, sondern auch mit freudiger Erwartung und un- erschütterlicher Entschlossenheit entgegen. Hat doch gerade in diesen Fragen Schweden einen anerkennenswerten Schritt in dieser Hinsicht getan, indem die politische Reife und Erziehung so weit gediehen ist, daß der König bei der Eröffnung des Reichstages in seiner Thronrede sagen konnte und mußte, daß die Regierung es für gerecht und dem Staate dienlich ansehe, unter gleichen Bedingungen wie für die Männer auch für die Frauen Wahlrecht und Wählbarkeit zu verlangen, worüber eine Vorlage im Reichstage eingebracht werden wird. Auch für Preußen-Deutschland, den Hort allen Rückschritts, aller Reaktion wird die Stunde kommen, wo man Millionen von Er- wachsenen und Reifen und zum großen Teil Erwerbstätigen nicht mehr einzig nnd allein deshalb wohlbegründete Rechte wird vor- enthalten dürfen, bloß weil sie anderen Geschlechtes sind. Die Sozialdemokratie wird. bei diesem Akt von kultureller und historischer Bedeutung Geburtshelferin sein. Frauen als Staatsbeamte. Aus Kristiania wird gemeldet: Der Odelsting nahm gestern abend den Gesetzentwurs an. nach dem Frauen unter den gleichen Bedingungen wie Männer Staatsämter erhalten können, ausgenommen Ministerposten, geistliche, diplomatische. konlulare und militärische Aemter. Die Anträge, Frauen auch zu oiesen Aemtern zuzulassen, wurden abgelehnt. Gerichts-Leitung. Unmenschliche Mißhandlungen hatte das 23 Jahre alte Dienstmädchen Emma Kitte von dem Bauern» gutsbesitzer Bruno Lange und dessen Frau in Oberlangenau, wo es im Dienst war, zu erdulden. In der Sache, die kürzlich vor dem Berufungsgericht in Görlitz verhandelt wurde, hatten sich wegen fortgesetzter schwerer Körperverletzung außer dem angeklagten Dienstherrn Lange auch dessen Frau Alwin« und der etwa neun. zehnjährige Pferdeknecht Göthlich zu verantworten. Die mißhandelte Magd ist ein geistig zurückgebliebenes, an ZKämpfen leidendes Mädchen, das nach Meinung de» Dienstherrn träge und unsauber ist. Ihr Dienstherr schlug ihr unter anderem mit der Peitsch« in die nackten Beine, zog sie an einem um den Hals geworfenen Strick im Hofe umher, traktierte sie mit Rechen- und Hackensticl und stopfte einmal ter am Boden Liegenden, um sie am Schreien zu verhindern, Pferdekot in den Mund. Die Ehefrau ohrfeigte das Mädchen, schlug ihr u. a. mit einem Rechen in txn Rücken, und auch der Knecht traktierte sie in rohester Weise. In einem Falle verging sich der Knecht in einer nicht wiederzugebenden Weis« mit noch einem jüngeren Knecht an dem Mädchen, weswegen er sich in nicht- öffentlicher Verhandlung zu verantworten hatte. AI» dos gequälte Mädchen nach mehrmonatigem Dienst endlich durch ihren Vater von ihren Peinigern befreit wurde, attestierte ihr der Arzt eine große Anzahl blutunterlausener Stellen, Schwellungen und dergleichen an fast allen Körperteilen. Die Angeklagten wollen nur mit der Peitsche bezw. einem Rechenstiel einmal auf das Mädchen ein- geschlagen haben, weil sie„durch ihr Verhalten schwer gereizt worden seien". Die mißhandelte Zeugin erklärte, daß sie ihve Arbeiten stets nach Kräften, soweit sie bei ihrem kränklichen Zustande dazu imstande gewesen, ausgeführt habe. Vom Schöffengericht war der Angeklagte Lange zu— 60 Mark, dessen Frau zu 20 Mark Geld- strafe verurteilt worden. Der Staatsanwalt, der gegen das Urteil Berufung eingelegt hatte, gab seiner Verwunderung Ausdruck, wie das Schöffengericht angesichts so schwerer Mißhandlungen und der scheußlichen BeHand. lung mit Pferdekot zu so geringen Geldstrafen gekommen sei, und beantragte gegen den Dienstherrn 6 Monate Gefängnis, gegen den Knecht einen Monat Gefängnis und gegen die Frau 50 Mark Geldstrafe. Das Berufungsgericht„erhöht« die Strafe des Dienstherrn auf— 400 Mark und die der Ehefrau auf 50 Mark Geldstrafe. Bezüglich des Knechts Göthlich verblieb eS beim erstrichterlichen Urteile. Dieser erhielt dagegen in der nachfolgenden geheimen Ver. Handlung wegen tätlicher Beleidigung de» Mädchen» 6 Manatr Gefängnis, ein Mitangeklagter Knecht namens Garbe einen Monat Gefängnis. Dieser Bauerngutsbesitzer und seine Frau, die in unmenschlich roher Weise das arme wehrlose und obendrein noch kränkliche Dienstmädchen traktiert haben, brauchen sich wahrhaftig nicht über strenge Richter zu beklagen. Das Urteil deS Schöffengerichts fiel so unendlich milde auS, daß es selbst die Bewunderung des Staats- anwaltS erregte. Leichtgläubige Frauen. „Komm' den Frauen zart entgegen. Du gewinnst sie auf mein Wort!" Unter dieser Devise hat eS der Handelsmann Hermann Rochow, der gestern der 7. Strafkammer des Landgerichts I vor- geführt wurde, verstanden, eine Reihe von Schwindeleien aus- zuführen, bei denen man wiederum staunend erkennen kann, wie leichtgläubig viele Berlinerinnen sind. Der Angeklagte hat schon eine mit acht Jahren Zuchthaus beschwert« kriminalistische Ver- gangen heil hinter sich. Zuletzt hat er sieben Jahr« im Irrenhaus« ugebrächt und ist dann als geheilt entlassen worden. Nach seiner Behauptung ist er ohne jede Subsistenzmiltel in die Freiheit zurückgekehrt, und so sei ihm nichts weiter übrig geblieben, als wieder zu dem alten Schmiedel zu greifen, den er schon in früheren Jahren mit Erfolg ausgeübt hat und der sich auch jetzt wieder als recht einträglich erwie». Er ging durch die Straßen und studierte die in den Häusern angebrachten Mietervcrzeichnisse der sogen. „stillen Portiers'.� Wenn er da auf den Namen eines kleinen Beamten, Briefträgers, Weichenstellers, Eisenbahnarbeiters und dergleichen stieß, versuchte er sein Glück: er klingelte an der be- treffenden Wohnungstür, und wenn die Fräu des Mieters öffnete, fragte er nach dem Ehemann und tat so, als ob er ein Kollege des letzteren sei und diesen gern sprechen möchte. Das freundlich« Wesen'des Mannes mit dem kühn aufgesetzten blonden Schnurr- bart bezauberte die Frauen gleich so. daß sie den Angeklagten zum Nähertreten einluden und ihn zum Platznehmen in der»guten Stube" ausforderten. Daran schloß sich dann, wie der Angeklagte gestern dem Gerichtshof mit einem Anfluge Von Stolz über seinen Erfolg bei Frauen erzählie, ein nettes Plauderstündchen, in welchem ihm Kaffee oder eine kleine Erfrischung vorgesetzt wurde. Er leitete die Unterhaltung so geschickt, daß die freundliche Wirtin die volle Ueberzeugung gewann, in dem netten Besucher wirklich einen Kollegen ihres Mannes vor sich zu haben. Wenn dann die übliche Frage„nach dem Befinden seiner lieben Frau" kam, dann folgte seitens des Angeklagten der Trick, den cr sich zurechtgelegt hatte. Er erzählte, daß seine„liebe Frau" in ihre Heimat gereist sei, an dem nächsten Tage aber zurückkehre und von ihn in einer sinnigen Weise überrascht werden solle. Er habe ein großes Familienbild anfertigen lassen, sei eben auf dem Weg« gewesen, eS abzuholen, habe aber nur 54 M. bei sich, während das Bild, wie er zu seinem Staunen gehört. 20 M. mehr toste. Gerade deshalb wäre es ibm lieb gewesen, wenn er den Kollegen zu Hause getroffen und dieser ihm bis zum nächsten Tage ein Tarlehn in dieser Hohe gegeben hätte. Die erwünschte Wirkung dieser Worte blieb nicht aus: die freundlichen Frauen erklärten ihm bereitwilligst, daß ihm auch in Abwesenheit des Ehemannes geholfen werden könne, gingen an ihren Sparstrumpf und liehen dem Schwindler„von Herzen gern" die Summe, die er braucht«. In einem Falle mußte die gütige Geberin, die bareS Geld nicht zu Hause hatte, erst ihren Sohn zum Schlächter schicken und von diesem selbst das Geld borgen, in einem anderen Fall« hak eine Frau dem Angeklagten ohne weiteres 50 M. mit auf den Weg gegeben. Zur Anklage standen 14 Fälle des vollendeten und 10 Fälle deS versuchten Betruges, die der Angeklagte zu�ab. Er will aus Not gehandelt haben. Tie Gerichtsärzt« Medizcnalrat Dr. Hoffmann und Dr. Strauch erklärten den Angeklagten zwar für einen minder» wertigen, aber nicht geisteskranken Menschen.— Der Gerichtshof verurteilte ihn unter Zubilligung mildernder Umstände zu einem Jahr Gefängnis unter Anrechnung von sechs Monaten Unter- suchungshaft._ Ein Amtsanwalt wegen Vergehens im Amte vernrteilt Das Landgericht Zweibrllcken hat am 7. November v. I. den Amtsonnxrlt Jakob Vutz wegen Vergehens im Amte zu 6 Wochen Gefängnis verurteilt. B. mar Amisanwall beim Amtsgericht Homburg(Pfalz); da er nicht imstande war, die eingegangenen Sackwn rechtzeilig aufzuarbeiten, griff er. um diese Verzögerungen der Dienstgeschäfte zu verdecken, zu Fälschungen; er änderte die Taten der Eingänge der einzelnen Sachen, indem er eine Zahl vor. etzte oder radierte oder er machte auch einen großen Tintenflex auf das Datum, so daß man es nicht mehr lesen konnte. Da. wie fest- gestellt. B. das Manöver eine geraum« Zeit hindurch gemacht hat, o hat das Gericht ein fortgesetztes Bergehen angenommen. Gegen obiges Urteil hatte B. Revision eingelegt, in dieser mhrte er aus. er babe die Fälschungen begangen in ecnem Augen« blicke krankhafter Störung der Geistestätigkeit, die bei chm durch Nichtbeförderung und Krankheit seiner Schwester hervorgerufen worden sei. Ihm hätte der Schutz des Z 51 Sd G. B. zugebilligt werden müssen. Ferner rügte er, daß der Vorderrichter eine fort- gesetzte Handlung angenommen hat; denn er habe alle Aenderungen an einem Nachmittag in seiner Wohnung vorgenommen. Das Reichsgericht hielt indessen beide Rügen für unbeachtlich und ver- warf deshalb daS Rechtsmittel als unbegründete WittervngSsiberstcht vom IS. Januar ISIS. Etattonen Ilotnemd« Hamkurg Berlin Franks a M München Wien .? � Ii s i 77HDSO 775 D 7740 77035® 7720 780i®O Setler S heiter b baid bd libeller I fl«gen Lbedeckt J;iioileiil »K 4» S" 1? ti lc -10 — 6 —10 0 - 7 —10 -dapmanda Pelersburg Seilitz A&ccbetn Part» 782» 787« 75'» SO 7e:;ISO 7*>0NO �bedeckt tWebeJ e.iDoina 3Regen 1 fctOeckl rfS u- f* «5, 8 -7 5 9 5 Wetterprognose für Sovnabrn»,»«n SO. Januar 19IS. Etwa« geimderes F ostwetier mit veräude-.licher Sewöilung; leichte Schneesälle mit ziemlich Irischen süvösUichen Winden B riiner Wettersnrean Min der Berliner Buclrdrucker IB II II II und SchriftgieBer ii ii ii ii Der Beitrag beträgt vom 21. Januar ab wiederum 1.80 M. Die Druckereikafiierer werden gebeten, befonders darauf zu achten, daß der Beitrag in Höhe von 2.— M. für die Woche vom 14. bis 20. Januar zum letzten Male erhoben wird. ver Qauvorstand. Snventurverkaiif vom 13. hiti 37 Januar. Nach beendeter Inventur habe einen Poot* Reste welche sich in RoatUmen nnd RuntOmw*««*«» eignen, im fireiao bedeutend ermflßlg�t- Ebenso gebe ich meine Reslbestände in fertiger Konfektion cn and anter Selbatkoatenprela ab. C. Pelz, Kottbuser Straße 5. »MMMMMMMMMMMMMMMMMM- Dem Silberpaare >VUKe!m Lcküler nebst Gemahlin Lortzingstrafte Nr. 15 | die besten Glückwünsche I Die Kollege» der A. E.-G. Ackerstraste, Abt. Kuhrock. Unserem Genossen VHV. Kabnke � Langeftr. 60 j»r Silberhochzeit die besten Glückwünsche! 01« Genossen d. 302. Bez.(4. Kr.) I [ Todes-Anzeigen Deutscher Transportarbeiter-Verband. Bezirksverwaltung GroB-Berlln. Den Mitgliedern zur Nachricht, dag unser Kollege, der Fensterputzer ftirl Bollmann am 16. Januar im Älter von 35 Jahren verstorben ist. Ehre seinem Andenke«! Die Beerdigung findet am Montag, den LS. Januar, nach- mittags 3 Uhr, von der tscichen- Halle des Georgen» Kirchhose» in Weihensee, RSlkeirratze, aus statt. 61 /S Um rege Beteiligung ersucht Ol« Bezirksverwaltung Um Mittwoch, den 17. Januar, abends 10 Uhr, entschlies Piöslich mein lieber Mann, unser Herzens- guter Vater und Echwtegeroaler, der Tischler Ernst Rabe im 64. Lebensjahre. Dies zeigen in ttejer Trauer an I«»amen der Hinterbliebenen Louise Rabe geb Seiger. Georg Rabe««d Freu Berta Rabe. Sellin, den 18. Januar 1912. Palisadenftr. 46. Di. Sonnabend, mittags S'l, Uhr von der Leichen- Halle des Zentral-FrtedhoseS in FriedrichSselde(am vahnhos Lichtenberg> Frtedrichsselde) aus statt. Beerdigung findet heute >bend, den 20. Januar, nach Dantsagttng. fisttr die Beweis« ker,iicher Teil« »ahme und zahlreichen Kranzspenden bei der Beerdigung meiner lieben Frau, Tochter. Mutter und Brost- gntter Luise Jorge sage ich allen Bekannten. Freunde« und Genossen meine» herzlichsten Danl. Im Austrage der Hinterbliebenen W. Jnrgu. Für die herzliche Teitnohme und zahlreiche» Kranzipenden bei der Beerdigung meine» lieben Manne», unseres gulen Vater» und Schwieger. Vater« 16412 Gustav Peters sagen wir allen Verwandten, Freunden und Bekannten, der Firma Schmidt, sowie dem Bühnenverband.Nor- mannia-, dem Zentralverband der Glaier unseren herzlichsten Dank Witwe Reters nebst Kindern m Danksagung. Für die herisliche Teilnahme und die vielen Kranzspenden bei der Be- «digung meines lieben Manne» kkrrrmnn Eg�eling sage ich allen meinen herzlichsten Dank, besonder» der Firma Sentker, den werten Kollegen sowie dem Metall- arbeileivci bände Mio. Keduns EMling. Mm-Mchk SchluB Sonntag. I swe Cnnnfon unsere Berliner Geschäfte nur Ton 12-2, FTtdXkknak Alll ÜUUUmy unser Schöneberger Geschäft v. S-'/slO u.'/zl2-2 IJvUlluCle Ausnahme- Angebote von Tausenden Hosen Herren Herren- Herren Herren- Herren Aus Resten -Hosen Serie l Dankelgestreifte Zwirn- bnckikhu............ 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Schwitten. Mi ArbalUnachweit: Hol I Unit Norden. Nr. 1239. Htiingssteile Berlin CharitHstraste 3. Hauptbureau: Hos in. Amt Norden, Nr. 1937 Sonntag, den 13. Januar 1913, vormittags 19 Uhr: = Versammlung= Bauanschläger in den Andreas-Festsäle». Andreasstr. 21. Tagesordnung: Beratung und veschlnstfaffung über die neue Tarif- Vorlage. Mit RSckficht auf die Wichtigkeit der Tagesordnung und damit ein jeder Kollege über die zukünftige Bezahlung der einzelnen Positionen unterrichtet ist, muß jeder Anschläger in dieser Versammlung an- wesrud sein»_ der MelaiidrQeker Berlins und der Umgegend im grohen Saal des Gewerkschaftshauses, Engeluser 15. Tagetordnuug: t. FahreSbericht der AgUattonSlommission. 2. DiSkusston. 3. Neuwahl de« Branchenvertreters. 4. Neuwahl der gesamte» Konunisfion. 6. Verschiedenes. ■■ nttcliedfibach legitimiert. Die Kollegen«erden ersucht, pünktlich zu erscheinen, da der Saal am 8 Nhr anderweitig vergeben ist. Metallarbeiter- Notiz- Kalender Dr des Vahr ISIS ist erschienen und im Bureau sowie bei de» Bezirk». tasflerern zum Preise von Sv Pf. pro Stück zu haben. DeSgt ist erschienen: »Die Hrbeitszeiten in der Eisen- und JVIctall- üiduftrie Deutfcblandö" zum Prost» MB SO Pf. pro Exemplar. 110/17 Die OrtSverwaltnng. Deutscher Bauarbeiter-Verband. Zwelwrereln Berlin. Sonntag, den 31. Januar d. I., vormittags, finden in untenstehenden Lokalen Kezirks-Nersammlnnge« statt, zu deren Besuch die in dem Bezirk wohnendeu Mitglieder oer- pfltchtet find. Unräon I N II Oblfflo, Schwedter Str. 23 24, KOrQCO I U. 11 vormitrags 10 Uhr. Wilmersdorf"•SSÄS.fiÄ*"-'' fir.-Lichlerfelde � ■ iehtanhaon bei Plehenhnsen. Scharnwedevstr. 00, Licnienuerg vormittags»>,. Uhr. krledi lodsbazeo � Ciltlan im.�Sttrhlnchen Hof'. Admiralstr. 18 0, OUueO vormittags s /, Uhr. Südwesten 6d vergmannftr. S/0. MöfttHt' 0 vormittags 10 Uhr Netan II in der„LOwen- Krauerei1*, Franks. Allee 68/55, USIcO 11 vormittags 10 Uhr. Cfirfaetan bei Wollenbere. Naunynftr. 6, SUUvSlvU vormittags 10 Uhr. Mittwoch» de« 34. Januar d. I.» abendS 8 Uhr: vormittags 10 Uhr. Brauerei Patzenhofer", Dnrmstr. 85/26, In.den BoruMvial- b»ttlcu", B/7. Oranienburger Vorstadl A-erstr.« WeißenSee bei PenUert, Berliner Allee 851. V eddlng bei Ewald,„llieuen Klubtaans", Schalst». SO. Hut der Tagesordnung steht M allen Versammlnngen:»Vorschläge zur Aenwohl»e« ZweigvereinSvorstandcs. der Peifttzer, Revisoren, der Beschwerde- und der Schlichrungstommisston.- 12S/S» Ber Zwe ig verein» vor» tand. Oerband der ßrauere). u. liJöblenarbcilcr und verwandter Bcrufsgenoiicn. bÄ VeschästSstelle: 0. 64, Mulackstr. 10.— Fernspr.: Amt Norden<613. Sonntag, den 21. Januar 1012. nachmittags l1/, Uhr» pr General-Vcrfammlung m üb Sewertschastshause, Engeluser Ott. 15. grvster Saal. Tagesordnung:» 1. Geschäfts- und Kassenbericht vom 4. Quartal 1S11. 2. Jahresbericht pro 1911. 3. Neuwahl der Ortsvenvaltung, der Gruppenleiter, der Revisoren und des Vergnügungs- komitees. 4. Verbandsangelegenheiten. Illtslled»bach oder Kantrollkarte legitimiert! Ohne diene keinen Zutritt! WAP ES ist Pflicht aller Mitglieder, tn der Generalversammlung zu aHeinm.___ Di« OrtSverwaltung. Berantwonlicher Redalteur: Albert Wachs. Berlin. LnsKev HVskIkvois. Morgen Sonntag, den 21. Januar, mittags 12 Uhr: Zwei Wähler-Bersammlungen in Dräsels Festsälen in den Corona-Sälen Neue Friedrichstraf-e 35.«ommandauteustraste 78. Tagesordnung: ~ Wählt Wilhelm Dttwell= am 33. Januar 1913. Referenten: Rechtsanwalt Dr. H. lleinemann, Stadtverordneter Waldeck llaiiasse und Ingenieur Rieh. Woldt. Wahler erscheint! Privatangestellte und Handlungsgehilfen find besonders eingeladen. Montag, den 22. Januar: Vertündung der Wahlresultate in Dräsels Festsälen, Neue Friedrichstraße 35, und Cafs Gärtner, Holsteiner Ufer 27/23. 206/6* Ter Einberufer. Zentral- Kranken- und Sterbekaffe der deutkben Wagenbauer «■ Filiale RIxdorf.■ Sonntag, de» 31. Januar, vormittags 10 Uhr, bei Hoppe, Hermanustr. 48/49(kleiner Saal): Außerordentt. Qeneraluersammlung. Tagesordnung: 1. Bericht de? Bevollmächtigten. 2. Bericht deS Kassterert. 3. Teilung der Filiale. 4. Wahlen zum Vorstand. 6. Kassenangelegenheiten. ZIl»Sllednbucl> legitimiert. 257/3 Sie LrlSverwoitung. I. A.: llarl loeenr, Bevollmächtigter. Kisiz-I-Mlie! Die betten Winter- PaletoiS und 3—400 getragene Anzüge sür Herren, Smoking-Anzüge, Frack- anzüge, sowie von Kavalieren ge- lragene, sastneue Iachen(a.Setde), sür jede Figur passend, tu geSSter »uvMadi zu unüdertrofien* billigen Preisen. lTr.deShalbbilltger wie im Laden ~", Wassertor. UtraSelZ/IS I i««!!«] lüctalldrückcr! Monntag, den 33. Januar, abends 6 Uhr: Versammlung ►♦♦♦♦♦< SSSSSSSSSSSSOSSSOeeOSSSB Hoffnung Berliner Schneiderei-Genossenschaft, E. Q. m. b. H. gegründet von organisierten Schneidergehilfen Berlins BERLIN BT. 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Um zahlreiches Erscheinen der Mit- glieder ersucht LSS/11 »er- Vorstand. I. SL: Möbelfabrik„Fortuna". (Eingetragene Genoffenschast mit b»- --(rfp nnn.r Hastpslicht.)■ Ordentliche General- Versammlung am 4. Februar 1918, vormittags 10 Nhr, bei Rothe, Holzmarktstr. 21. LÄSb Tagesordnung: 1. Vorlegung der Bilanz. 2 Bericht d«S Vorstandes und der Revi- soren ö. Wahlen. 4. Anträge. S. Ber- schied eneS. Der Borstand. 4* WilStlllkidc« I Bei Verdauungsstirungen, Appetit- mangei, verdorbenem Magen, Sodbrennen, Blähungen, Magen- schwäche, Magenkrampt, Uobel- keit mit Erbrechen, Oberhaupt llingenbesch werden jeder Art find di« berühmten M Keicberai w Magentropfen von überaus wohltuender, heilsamer Wirkung l 8« pt, einzig ecb&f Jedico Wo in den vregerien nicht eibältlich, bei Otto lleichei, SO., Eisendahnstr. 4. wOetseuiliobo Teilzahlung •laoant* Heuen- M (ertU-od nscb Mass, leinst« Verarheitana, Herren Sch-eMerel nur ___ Lwilan TUaliei ötn Greift zu! jod. 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Rate 4000,—. Verband der Buchbinder, Zahlstelle Berlin 1000,—. Liste 1376 Firma Schröder 5,—. St. Kaulslh 10,—. G. Eckstein 10,—. Zigarrenhändler. Verein Rixdorf, Ü. Rate 85,90. Rauchllub.SchmokeS-Wcike" 3,—. Mobelsabrik Gerion 15,—. Liste 30 Firma Benecke 14,90. Firma Pintsch, 81..®., auf 13 Listen 120.20. Mitfahrer der K.-G. B. u. ll. 9,—. Verband der Brauerei» und Mühlenarbeiter, Zahlstelle Berlin, a Konto auf Listen 1381,50. Metall- arbeiter bei Baichwitz 10,—. Kranzüberschust.Dcuta-Werke" 18,45. Liste 58 Graveme bei Schiele u. So. 10,50. Knopfjabrik Kegler 10,—..Belcuch» wngskunft' 6,—. L. Figner 8,70. Rauchlwb»Freie Alliance', M. d. A.» R.-B. 19,—. Verband der Gcmcindearbeiter, 5. Rate, aus folgende Listen: Gasanstalt Schmargendorf 721 5,35. Röhrensyslem 847 3,50. Revier- Lnfpcltionen 519 8,50. 581 4,65. 583 8,50. 831 9,15. Laternen- Wärter 567 1,15. Rieselfelder 857 4,25. Kanalisation 607 1,50. 687 0.25. Englische Gasanstalten 708 5,85. Strahenreinigung 775 3,15. Virchow- Rrankenhaus 683 13,70. Krankenhaus Moabit 839 3,95. Irrenanstalt Dalldorf 852 2.70. Badeanstalten 727 5.25. 780 3.20. 856 6,80. Bartsernzaltung 602 1.—. 632 2,70. Charlottenburg 743 12,20. 745 9,80. 751 4.05. Lichtenberg 546 2.20. 547 7,65. 550 6,55. Rixdorf 801 1,70. 806 1.60. 807 6.05. 808 3.65= 150,05 M. Von Angestellten des Bäcker. und Kondiiorenverbandes, Zahlstelle Berlin 18.00. Verband der HandlungS- gehilfen. Bczirl Berlin, auf Listen 144,40. Verband der Schuhmacher, Zahl- stelle Steglitz 11.—.(Kewerkichaftskartell tzildburghausen 29,—. Scchfer- tasse der Tischlerei Haafe, Pankow 5,—. 2. Abt. des WahlveremS Rummels. bürg 5,32. Sparverein.Tresor' 3,80. Wahlverein Rixdorf 400,—. Eiwcstcrjeter beim alten Dessauer in Petershagen 2 50. Groschen- lasse der Frewrganisierten in der N. A.- G. in Ober- Schöneweide Llbt. Nisse 5.—. Kollegen bei Paul Kcgner 5,—. Liste 39 Benzinwerkstatt der A. B. A.-G. 28,25. Liste 25 Bureau 9,50. Druckerei-HilsSarbeiter des Vorwärts(Rotalion) 20,—. Verband der Transportarbeiter, Bezirk Groß- Berlin auf folgende Listen: 1273 4,10,>282 0,90, 1302 2,65, 1305 3.20, 1322 Gebr. Smion 14.20, 1331 9,35, 1332 10,—, 1338 verlorene Liste»Packraum Gebr. Simon' 7.35, 1350 10.55, 1353 5,40, 1359 0.80, 1370 Berliner Spe- dUeurvercui, Schöneberger Straße 6,45, 1383 0,20, 1426 Chauffeure vom Kon- fum Lichtenberg 5,15, 1430 7,10, 1432 Ficgner, Handtuch- Verleih- geichäft 7,05, 1433 dito 14,30, 1320 4.30. Summa 113,65 Mark. 64 Graveure bei Thiele u. Co. 9,80. 50 8,40. 62/63 d. Schwarze 37,50. Tcchn. Personal der Buchdruckerei u. Kontobüchersabrit Ferd. ASHettn 30,—. Hausdiener bei A. Werlheim, Roscnthaler Straße 20,—. Abrend, Frucht- slra>ze 3,—. Chauffeure der Konsumgenossenschaft B. u. U. 6,—. Tag- ' schneider bei Barr Sohn 4,40. 2382 U. K. Lichtenberg 2,20. Verband der Bureauangestellten aus Listen 104.15. Rauchklub.Wiedersehen', M. d. A.- R.-B. 3.10. 1996,97 u St. Köpenick 8,35. 3153 1,50. Kollegen bei Locb u. Co. 10.—. Tischlerei verndl 20,—. U. K Lichtenberg aus Listen 108,25. In Summa 8014,27. Bisher find oeröffenllicht 26 332,48 M. Dazu komme» 8014,27 M. In Summa 34 346,75 M. Alle G e w erksch a f t s v ertreter und sonstigen Funktio- n ä r e werde» hiermit höflichst ersucht, die noch in ihren Händen befindlichen Listen und etwaige Gelder umgehend abzuliefern. Gelder, welche per Post eingesandt werden, sind an A. Körsten, LO. 16, Engelufer 16 I, zu senden. Alle Sammlungen sind sosori aus unserem Bureau, Engelufer 16 I, Zimmer 23, in den Wochen- tagen vormittags von S— l2'/z Uhr und nachmittags von 4— 7'/, Uhr (außer Sonnabends nachmittag) oder in den Bureaus ihrer Gcwerk- , fchoft abzuliefern. Die Listen SSO. 846, 1667, 291V und 1926 find verloren ge» ff gangen und sind beim Vorzeigen anzuhalten. Der Ausschuß der Gcwerlschastskommisfiou für Berlin und Umzrzcnd. o_ Der Stlchwalflbainpf Im etilen Berliner (ßeichstagswalilltreis. Bei Träsel in der Neuen Foiedrichstraßc tagte am Donnerstag eine außerordentlich gut besuchte Wählerversammlung, die sich mit der im ersten Berliner Kreise notwendigen Stichwahl zum Reichstag beschäftigte. Um 9 Uhr nahm unser Kandidat Genosse Düwell da- Wort zu einer Ansprache an die Wähler. Stach einer kurzen Betrachtung des Ergebnisses der Haupiwahl bedauerte er, daß die Kampflinie gegen den schwarzblaucn Block von den Liberalen durch Stichioahiabiommen mit den Rechtsparteien in einer Anzahl von Wahlkreisen durchlöchert wird. Wie notwendig es aber ist, daß wir nach links marschieren, haben die letzten Ereignisse schon erwiesen. Die Regierung hat schon verschiedene Drohungen laut werden lassen, die sie verwirklichen will, wenn die Wähler so in der Stichivahl fortfahren, wie sie es in der Hauptwahl getan haben, nach links abzuschwenken. Eine Militärvorlag« ist schon fertig urtd eine Marinevorlage ist bald gemacht. Wenn aber das Volk artig ist und regierungLfromm, dann werde sie diese Vorlage noch ein Weilchen in den Silberschrein stellen. ES ist das eine Provokation schlimmster Art. Die preußische Regierung, Bethmann Hollweg hat ausgerechnet jetzt vor den Stichwahlen in der Thronrede neue Ausnahmegesetze gegen die Arbeiterklasse angekündigt. So ein Arbeits- willigenschutzgesetz. um die Verlumpung der deutschen Arbeiter zu fördern. Ferner ein Gesetz, welches den Arbeitszwang obligatorisch macht, welches sich, wie er glaubt, nicht gegen die gewerbsmäßigen Faulenzer, die vom Ertrage der Arbeit anderer sehr gut leben und das Arbeiten längst vergessen haben, sondern nur gegen die Eni- erbten, richten wind. Auf reichsgesetzlichem Wege soll das materielle Strafrccht ausgebaut werden, um den Umsturz niederzuhalten. Ein Antrag der Scharfmacher zum Entwurf des Strafgesetzbuchs verlangt sogar, daß die lleberwachung von Arbeitsplätzen. Straßen, Wegen. Plätzen, Brücken usw. durch Streikende bei 1VVV M. Geldstrafe dczw. ein Jahr Gefängnis verboten werden soll. Dies alles sind ihrem Inhalte nach Ausnahmegesetze. Und da man eS wagt, nocb nach dem Ausfall der Wahlen am 12. Januar mit solchen Drohungen zu operieren, muß die Parole sein:„Nun erst recht am Mo: tag alle Stimmen für die Sozialdemokratie!". Nachdem sich per Beifall, mit dem die Versammelten die Aus- fübrunaen chres Kandidaten quittierten, gelegt hotte, erhielt Ge- nasse S t r ö b e l das Wort. Es sei durchaus kein heroischer Eni- schluß, wie eS die freisinnigen Tagcsblätter glauben machen wollen, wenn nun die fortschrittliche Parteileitung die Parole ausgegeben hat:„Keine Stimme für ein Mitglied der d«utschkonservaiiven Partei, der Reichs Partei, des Zentrums, der Wirtschaftlichen Ver- einigung oder einer anderen antisemitischen Partei." Nachdem die Freisinnigen den Kampf in der Hauptwahl geführt haben unter der Parole:„Gegen den sckwarzblauen Block!" würden sie sich dem Geluvter der ganzen Well preisgegeben haben, wenn sie nun in den S::ch>oahlcn, bei denen sie den Ausschlag zu geben haben, für die Kandidaten der Rechtsparteien ihre Wähler ins Feld führen wollten. ES'shl! aber dieser Stichwahlparole das Entscheitende. icaien.zu puu»»"-" n X', 77'"''.— schwarzblauen Blocks gegenübersteht_ Im übrigen basiere d,e ganze Stichwahlparole nur ans einem nüchternen Rechenexempel. Ter Freisinn lociß. auf welche«eise er bei den Stichwahlen am besten abschneidet. Im weiteren Verlaufe seiner Ausführungen erläuterte der Redner ausführlich die Forderungen der Sozialdemokratie auf dem Gebiete deS soeerwesenS. des Schulwesens, der Kunst u. a. Auch die demokratischen Wähler, die jetzt von de: freistrmigcn TageSpresse für Kaempf einzufangen gesucht werden, tonnen keinen anderen als den sozialdemokratischen Kandidaten wählen, wenn die Demokratische Vereinigung ihrem Programm getreu blelben will. ,vur demokratische Forderungen ist bisher nur dle Soz:al�:mokralie ein- getreten. Tie Sozialdemokratie ist die einzige waschechte Kultur- Partei. Darum muß im ersten Berliner Reichstagswahlkreise der Sozialdemokrat zum Siege gelangen. Stürmischer anhaltender Beifall. Als erster Diskussionsredner nahm Herr Flatow, Handels- Vertreter, das Wort. Er würde nicht gesprochen haben, wenn nicht die Berliner Tagesblätter ihm Veranlassung dazu gegeben haben würden, die nun Barth gegen seine eigene Gründung auszu- spielen suchen. Schon am Abend nach der Hauptwahl habe der demokratische Kandidat Oberst Gädke die Parole ausgegeben: „Nun Mann für Mann für den Sozialdemokraten!" Und als jene Versammlung die Hände zum Beschluß erhob, war es ihm, als ob sie eine Art Eid schwören, für den Sozialdemokraten einzutreten. In kurzen sarkastischen Worten schilderte er, was der Freisinn schon von Eugen Richter hör für den Hcmdelsstand übrig gehabt habe, wie er stets gegen die Ausdehnung der Ruhezeit der Angestellten auf- getreten sei. Die Sozialdemokratie ist die Partei der Abhängigen. Es gibt nur noch zweierlei Menschen: die UnabhänAigen, das sind die Kapitalisten, und die anderen, die von diesen abhängen. Wer in der Hauptwahl den Oberst Gädke gewählt hat, muß auch bei der Stichwahl zur Wahl gehen und Düwell wählen. Auch Herr P i n k u s gedenkt der demokratischen Wähkerver- sammlung am Abend nach der Hauptwahl. Die Demokraten haben von Anfang an mit offenem Visier gekämpft und ihre Wähler richtig erzogen, indem ihnen schon vordem erklärt worden ist, daß sie im Falle einer Stichwahl für den Sozialdemokraten stimmen müßten. Das unterscheidet die Demokraten von den anderen bürger- kichen Parteien, die erst nach den Hauptwahlen, je nach dem Ausfall, die Stichwahlparole machen. Die Demokraten wollen nicht einen Mann in den Reichstag senden, der weder liberal noch sozial ist. Und Kaempf ist weit schlimmer als mancher Freisinnige. Er steht innerhalb der Fortschrittspartei soweit rechts, daß er sich, wenn er im Westen Deutschlands kandidieren würde, als nationalliberal bezeichnest dürfte. Die Demokraten wollen, daß ein Mann auf den Schild erhoben wird, der mehr liberal und demokratisch ist als Kaempf, der den Kreis fünf lange Jahre vertreten! hat. Man sagt den Wählern, Kaempf sei der Kandidat der Bürgerlichen. Die Wähler sollen sich aber dadurch nicht einfangen lassen, sondern er« wägen, ob er auch fähig ist, die Interessen aller derer wahrzunehmen, die nicht von Kapital und Rente leben. Nur danach müssen sie ihre Entscheidung treffen. Ihm, Redner, sei es ganz egal, ob ein Kan- didat als bürgerlicher oder proletarischer empfohlen wird. JBenn er nur für Bolksrechte eintritt, dann ist er der Kandidat, für den wir stimmen müssen. Frau Regina Deutsch spricht im Sinne ihrer Vorredner. Die demokratischen Frauen, die Staatsbürgerrechte verlangen, werden bei der Sftcbtvahl alles tun, um dem Kandidaten der Partei, die die staatsbürgerliche Gleichberechtigung der Frauen nicht anerkennt, den Sieg zu entreißen. Sie werden es nicht ver- gessen(zu den Sozialdemokraten), daß es Ihr geachteter Führer August Bebel war, der zuerst die Gleichberechtigung der Frauen anerkannt hat. Sie, Rednerin, hofft, daß eS den vereinten Bemühungen gelingen wird, auch in Berlin I die Fahne des Fort- schritts und der Freiheit zu hissen. Wegen der ungemütlichen Kälte, die im Saale herrschte, ver- zichteten unsere Genossen auf eine Beteiligung an der Debatte. Auch S t r ö b e l verzichtete aufs Schlußwort. Der Leiter der Versammlung, Genosse Täterow, gab zum Schluß noch das vom sozialdemokratischen Wcchlkomitee vorgesehene Programm bekannt. Danach finden am Freitag und Sonntag noch Wählerdersammlungen statt. In kurzen Worten feuerte er noch zur regen»Wahlagitation an, damit der Sieg unseres Genossen Düwell gesichert wird. Mit dem Hoch auf die Partei wurde die Versammlung geschlossen. In den Eorona-Sälen, Kommandantenstraße, sprach der neu- gewählte ReichsdagSabgeordnete Heinrich Schulz vor einer gut besucbten Versammlung. Der Rodner verglich den 12. Januar mit dem Wahltag vom Jahre 1907 und feierte den Sieg, den die Sozial« demokratie errungen hat. Zugleich aber betonte er, daß die Partei sich von ihren Erfolgen nicht berauschen lassen werde, denn der Ausfall einer Reichstagswahl habe für die Partei nicht etwa die Be- deutung wie für den bürgerlichen Liberalismus. Bei diesem handelt es sich um Sein oder Nichtsein, während unsere Fortschritte in den Verhältnissen wurzeln und mit deren EntWickelung weitergehen. Im weiteren Verlauf der Rede kritisierte der Vortragende den Liberalismus scharf und legte seine politische Unzuverlässigkeit bloß. Darum sollte für fortschrittlich gesinnte Wähler kein Zweifel sein, wem sie bei einer Wahl zwischni einem Liberalen und einem Sozialdemokraten ihre Stimme geben. Von den Demokraten, die bei der Stichwahl im ersten Kreise den Ausschlag geben können, sollte man unter allen Umständen erwarten, daß sie den sozialdemokratischen Kandidaten wählen, weil diese Abstimmung für die Zukunft und Bedeutung dieser kleinen Partei von größter Wichtig- keit sein muß.— Der Redner schilderte in kurzer, lebendiger Dar- stellung die Bestrebungen der Sozialdemokratie, mehrmals von stürmischem Beifall unterbrochen! er gab dann der Hoffnung AuS druck, daß bei den Stichwahlen vollendet werde, was bei den Haupt ivahlen so schön begonnen wurde. Hier in Berlin gelte es, den ersten Kreis zu erobern, und zu diesem Zwecke sollte man keine Anstrengung scheuen.— Der Kandidat des Kreises, Wilhelm Düwell, hielt eine längere Ansprache an die Versammelten, in der er sich besonders gegen die Inkonsequenz des Liberalismus wandte. Da» Eintreten der Freisinnigen für die Nati-onalliberaleln bedeute die Richtung der Front gegen links, entgegen der Parole:„Die Front gegen rechts." Es sei geradezu eine Komödie zu nennen, wie der Hansabund den Kampf gegen rechts führt. Mit Schärfe wandte sich Düwell gegen das Verhalten der Regierung, die als geschäfts- führender Ausschuß des schwarzblauen Blocks in den Wahlkampf ein- greift. Zum Schluß polemisierte Düwell gegen ein Flugblatt der Liberalen, das zur Wahl Kaempfs aufforderte. Er verlangte, daß die Wähler prinzipiell unterscheiden zwischen dem Vertreter des inkonsequenten, unzuverlässigen Liberalismus und dem Vertreter der durchaus zuverlässigen Sozialdemokratie. Düwells Ansprache wurde sehr beifällig ausgeuommen. Zur Diskussion meldete sich kein Gegner; ein Parteigenosse gab seinem Mißtrauen in die Stich- Wahlparole der Freisinnigen dagegen einen sehr beredten Ausdruck, worauf die Versammlung mit Hochrufen auf die Sozialdemokratie geschlossen wurde.__ Gewcrkfcbaftlicbea. Die Gewerkrcbaftcn im neuen Rdcbstage. Der Reichstag von 1903 hatte 21 Vertreter von Gewerkschaften als Mitglieder. Es waren 19 bei der Sozial- demokratischen Fraktion. 1(Goldschmidt, der Führer der Hirsch-Dunckerschen Gewerkvereine) bei der Freisinnigen Volks- Partei und 1(Giesberts) beim Zentrum. Die Wahl von 1907 verschob dies Bild völlig. Beim Zentrum sah man immer mehr ein, daß die christlichen Ge- werkschaften ein Anrecht auf politische Vertretung hatten, und dies um so mehr. weil die �Sozialdemokratische Fraktion wieder willig eine Anzahl ihrer Sitze den freigewerkschaftlichen Arbeiterführern überließ, um so in positivstem Sinne für direkte Vertretung der organisierten Arbeiter an der Gesetzes- Maschinerie so sorgen. Aus der christlichnationalen Arbeiter- bewegung fanden sich im jetzt endgültig gestorbenen Reichs- tage Becker, Behrens, Giesberts. Hamecher, Schock. Schiffer, Schirmer und Wiedeberg zusammen. Ihr politischer Stütz- punkt war das Zentrum. Die Hirsch-Dunckerschen Gewerk« vereine hatten zwar drei Reichstagskandidaten gehabt, bei der Wahl fielen sie aber gemeinsam aus, auch die Goldschmidtsche Vertretung der„Blauen" ich Reichstage ging verloren. Von den Führern der freien Gewerkschaften fanden sich wieder bei der sozialdemokratischen Fraktion rund ein Dutzend ein. Es waren Bömelburg, Brey, Geyer, Hildenbrand, Hoch, Horn, Hue, Legin, Roske, Sachse, R. Schmidt und Sevcring. Der Generalsekretär der katholischen Arbeitervereine Ber- liner also orthodoxer Richtung, Dr. Fleischer, machte die gc- werkschastlichen Gegensätze im deutschen Reichstage komplett. Rur die Harmonieapostel Hirsch-Dunckerscher Couleur sehlten. Der neugewählte Reichstag wird, so sweit sich bis jetzt übersehen läßt, wieder eine beachtenswerte Anzahl führender Gewerkschaftler zu seinen Mitgliedern rechnen können. Inner- halb dT sozialdemokratischen Partei sind es— bis jetzt—: R. Schmidt, Sachse, Silberschmidt, Legten, Brey, Hoch, Horn. Geyer, Bock. Hildenbrand. Roske, Simon und Körsien. In aussichtsreicher Stichwahl stehen noch eine ganze Anzahl Gewerkschaftsführer, unter ihnen auch Hue und Severing, die dem Reichstag schon in der vorigen Legislaturperiode an- gehörten. Bömelburg ist, durch finsteres Leiden gepackt, leider aus den Reihen.der Arbeitervorkämpfer ausgeschieden. Von der christlich-nationalen Arbeiterbewegung muß dies- mal erst noch abgewartet werden, was sie an Vertretern in der Stichwahl durchbringt. So weit wir übersehen können, sind bis jetzt als christliche Gewerkschaftler nur gewählt: Becker und Schirmer. Giesberts. Behrens, Wiedeberg und Schiffer stehen noch in Stichwahl. Zu ihnen gehört auch Sauernmnn. der im Saargebiet aufgestellt ist, sehr gegen den Wunsch der christlich-gewerkschaftlichen Leitung, die darin eine Gefahr für den Glauben an die parteipolitische Neutralität der— Zentrumsgewerkschaften sieht. Was dort, wo sie noch nicht allzu viel Gefolgschaft hat. natürlich schwer tnL Ge- wicht fällt. Am schlechtesten kommen wieder die Hirsch-Dunckerschen Gewerkvereine weg. Ihr Kollege Braun, der in Dortmund für die demokratische Vereinigung kandidierte, fiel ebenso gleich in der Hauptioahl durch wie Schmidt, der von der Fortschritt- lichen Volkspartei in Duisburg, und Schumacher, der für die- selbe Partei in Randow-Greifenhagen aufgestellt war. Gold- schmidt und Erkelenz, der erste in Rothenburg-Hoyerswcrda, letzterer in Gießen aufgestellt, sind beide ebenfalls nicht einmal in die Stichwahl gekommen. Es bleibt also wieder bestehen, was schon durch die Vcr- gangenheit bewiesen war: innerhalb der sozialdemokratischen Fraktion sitzen die meisten Arbeiterorganisationsvertreter, hier ist ihnen die selbstverständliche Basis zum Kamps gegen die reaktionäre Arbeitergesetzgebung gegeben! Berlin und Umgegend. Die Anerkennung gewissenhafter Pflichterfüllung bei der„Großen Berliner". Seit Monaten stehen bei der Großen Berliner Straßenbahn Maßregelunqen und Einlassungen von Angestellten auf der TageS- ordnung. Welch sonderbare Blüten die Maßregelungslvut zeiligt, beweist ein aus der Menge herauszugreifender Fall, der gleichzeitig auch als Kommentar zu dem bekannten Kaiierwort gellen kan»—, daß für den deutschen Arbeiter bis in sein hoheö Alter gesorgt ist. Der Fahrer Otto Kaufmann, der bisher auf den: Bahn« Hof 12 der„Großen" bcdienstel war, hatte erst vor einem Viertel- jähr, ani 17. Oktober 1911, folgendes Anerkennungsschreiben von der Direliion erhalten: An den Fahrer Herrn Otto Kaufmann. Bahnhof IS. In Anerkennung für gute Führung und gewissenhafte Er« füllung Ihrer Dienstpflichten während mehrjähriger Dienstzeit als Fahrer haben wir Ihnen das für bewährte Fahrer b. stimmte Geschenk einer silbernen Taschenuhr bewilligt. Wir erwarten, daß diese Auszeichnung Ihnen erneut Beran- lastung geben wird. Ihre Dienstobliegenheiten mit Pflichttreue zu erfüllen. Die Dimtion. gez. Meyer. In der Zeit vom 17. Oktober 1911 bis zum Augenblick ist der also beschenkte und ausgezeichnete Fahrer sich nicht bewußt, irgend- wie seine Dienstobliegenhciien verletzt zu haben. Trotzdem erhielt er am 15. Januar er. ein weiteres Schreiben der Direktion folgenden Inhalts: An den Fahrer Herrn Otto Kaufmann. Wir sehen uns veranlaßt, Ihnen hierdurch das Dienstver- hältniS zum 1. Februar 1912 zu lündigen. Die Direklion. gez. Dr. 23. Mücke. Daß dem Fahrer, der vor drei Monaten belobt und beschenkt wird, ohne jeden Grund der Stuhl vor die Türe gesetzt wird, hat bisher schon manchem Straßenbahner zu denken gegeben, so daß ge- rade in den letzien Tagen verschiedene Saumselige ihren Beitritt zur Organisanon vollzogen haben. Sie haben erkannt, daß der„An- ertennung" der„Großen Berliner" doch nicht über den Weg zu trauen ist. Mit den sonstigen Angestellten geht man auch nicht glimpflich um. Leute, die sich kleiner Verfehlungen schuldig machen, werden einfach entlasten. Daß die.Obergelben" und ihre Trabanten dabei ihre Hand im Spietc halten, beweist der Umstand, daß sich einige dieser Herren, unter anderen ein Schaffner Schnitze, bekaunt unter seinen Kollegen unter dem Namen..Kaiionen-Schultze", ebenso ein Fahrer Laube und der Fahrer R e h b o ck I bereits vor Wochen rühmlen, von„oben" her erfahren zu haben, wer entlassen werde und wer bleibt. Die Taktik der Direktion bietet dem Verband der Straßenbahner ein ausgezeichnetes Aguatiansmatenal. Um aber dem elenden Spitzelivescn und Denunziantentum der Obergelben und ihres An- Hanges endlich EinHall zu lun. will der Verband die Namen und die Dienstnummern der als Spitzel tätigen Gelben dem Publikmn bc- kanut geben, damit diese edlen Seelen sich nicht nur mit der An- erkennung der Direltion zu begnügen brauchen. Ter Konflikt im Biichdrurkerei-Hilfsarbeiterverbande ist, wie die„Solidaritär", das Organ der Buchdruckerei-HilfS- arbeiter, nntteilt, zu einem höchst eigenartigen Ende gekommen. In der Nummer vom 13. Januar brachle das„Mitteilungsblatt" der Berliner DrtStjerwallimcj des Verbandes folgende Erklärung! »Eine am 9. Januar tagende Bertrauenspersoriensitzung be» schafiigte sich eingehend mit der Tarifairgelegenheit. Von den Bertrauensleutcn wurde erkannt, daß eS im Augen- vlid für das Berliner Hilfspersonal nicht möglich ist, gegen die Anerkennung des vom Haupivorstaud abgeschlossenen Tarises etwas zu unternehmen. Prinzipale und Buchdriicker-Hauptvorstand haben zu deutlich erklärt, was im Falle einer Bewegung und auch nur Bewegungeu tn einzelnen Betrieben geschehen würde, und unser Haupivorstaud wird zweifellos durch die Haftpflicht veranlaßt, mit" beiden oben angefuhrren Gegnern gemeinsam zu gehen. In Erwägung dessen hat die VertraucnSpersonen-Sitzuna be» schloffen, den Berliner L-Hntaris anzuerkennen. 6 8 Wir bringen dies zur Kenntnis der Mitglieder. Die Ousverwaltung Berlin." ZZach bkfet ErVSnmg der Ortsverwaltung Serfln dürfte der Terfammlungsbefchlutz vom 7. Ja, mar keine praktischen Folgen haben. Was von dem Konflikt übrig bleibt, ist vermutlich mehr Persönlicher Natur. Lohnbewegung in der Kartouindustrie Berlins. In der Kartonindustrie Berlins ist eS bisher nur soweit die Postkartonbranche in Frage kommt gelungen, die Lohn« und Ar- beitsverhältniss« tariflich zu regeln und damit einigermaßen er« träglich zu gestalten. Im übrigen ober herrschen in der Karton- industrie noch sehr traurige Verhältnisse. Die Löhne der mann- lichen Kartonarbeiter betragen höchstens 30 M., gehen aber hin» unter bis zu 15 M. oie Woche, und der Durchschnittslohn ist nicht höher als 20,50 M. Für die Hilfsarbeiter ist der Durchschnitts- lohn 20 M..Für die Arbeiterinnen gilt als Höchstlohn 13 M., im übrigen erhalten sie bis hinunter zu 5 M. die Woche. Die wöchentliche Arbeitszeit beträgt in einzelnen Betrieben 53 Stunden, im übrigen ober bis zu 65 Stunden und darüber. Dazu kommt, daß ein Teil der Unternelhmer danach trachtet, die Arbeit immer mehr in der Heimarbeit unterzubringen, so daß schließlich nur noch ein Luschneider, ein Arbeitsburfche und ein Kutscher im Betriebe tätig ist. Tie Heimarbeiterin wird natürlich noch viel mehr gedrückt als die Werkstattarbeiterin, und die Zustände werden noch elender als sie so wie so schon sind. Im Laufe des verflossenen Jahres hat sich nun die Karton- Ärbeiterschaft stärker alS je zuvor organisiert und Vorbereitungen zu einer durchgreifenden Lohnbewegung getroffen. Die Zeit, diese Bewegung mit Erfolg durchzuführen, scheint jetzt bald einzutreten. Lim Donnerstag füllte den großen Saal des„Gvivertschaftshauses" eine außerordentlich zahlreich besuchte Versammlung der Kartonarbeiter, die über den bereits in den Werkstatt- sitzungen vorberatenen Entwurf zu einem Tarife ertrag zu de- schließen hatte. Der Entwurf sieht eine Arbeitszeit von 52 Stunden die Woche vor. und zwar täglich 9 Stunden, an den Sonnabenden und am Tage vor Festtagen 7 Stunden; am Tage vor Weihnachten, Ostern und Pfingsten soll jedoch um 2 Uhr Arbeitsschluß sein. Ueberzeitarbeit soll soweit wie möglich ver- mieden werden, im übrigen aber den Arbeitern für die erste und zweite Stunde mit je 25 Pf., für die dritte uno vierte mit je 40 Pf., den Arbeiterinnen mit 15 und 25 Pf. Zuschlag bezahlt werden. Als Wochenlöhne werden verlangt: für Zuschneiden im ersten Jahr« nach der Lehrzeit 26 371., im zweiten 30 371., danach 35 37?.; für Ritzer 30 37?., für Hilfsarbeiter nach den verschiedenen Altersklassen 16, 19. 21 und 25 M.. für Lohnarbeiterinnen im ersten Vierteljahr der Berufstätigkeit 9 37?., im zweiten 11 37?., im dritten 14 37?., im vierten 17 M. und danach 21 37?., für Maschinenarbeiterinnen 22 M., für Kalikoarbeiterinnen 24 M. Die Akkordpreise sollen so berechnet werden, daß eine eingear- bettete Durchschnittsarbeiterin mindestens 24 M., die Maschinen« arbeiterin mindestens 25 M. verdient._ Für lernende Akkordarbeiterinnen sind besondere Wochenlohnsätze vorgesehen, und zwar steigend in den vier Vierteljahren der Lehrzeit von 10 auf 12, 15 und 18 M. Den Heimarbeiterinnen müssen dieselben Akkordsätze wie den Werkstattarbeiterinnen gezahlt werden nebst einem Zu- schlag von 15 Proz. als Entschädigung für den Arbeitsraum sowie für Heizung und Beleuchtung. Für die Zuschnerderlehrlinge soll eine dreijährige Lehrzeit festgelegt werden mit Minimallöhnen, die von Halbjahr zu Halbjahr steigen von 12 auf 14, 16, 18, 20 und 22 M. Im übrigen enthält der Entwurf noch eine Reihe allgemeiner Bestimmungen, und selbstverständlich ist auch ein Schiedsgericht zur Schlichtung von Streitigleiten ruS dem Tarifvertrag, sowie ferner die allgemeine Benutzung des paritätischen Arbeitsnachweises für Buchbinder und verwandte Gewerbe vor- gesehen. Ter Tarif soll am 1. März eingeführt werden und gelten bis zum 1. September 1915.— Der Referent Klappen. bach fchilverte, wie oben wiedergegeben, die traurige Lage der Kartonarbeiterschaft, begründete die Forderungen und ermahnte zu festem Zusammenhalten in der Lohnbewegung. Die kurze Diskussion zeigte, daß die Atbeiterschaft vollauf verstanden hat, um waS es sich jetzt handelt. Es wurde einstimmig folgende Re- folution angenommen: „Die im„Gewerkschaftschau, V versammelten 1000 Arbeiter und Arbeiterinnen der Karton» und Kartonagenindustrie er- klären sich mit den Ausführungen des Referenten einverstanden und erachten die tarifliche Regelung der Lohn, und Arbeits- Verhältnisse sowie eine der Teuerung entsprechende Lohnerhöhung im Interesse der Berufsangehörigen wie auch im Interesse des Gewerbes für dringend erforderlich und beauftragen die Orts- Verwaltung und Branchenleitung, den vorgelegten Tarif unveo züglich den Fabrikanten zu überreichen. Gleichzeitig erklären die Versammelten, ihrerseits mit allen Kräften dahin wirken zu wollen, daß auch der letzte Kollege und die letzte Kollegin für die Einführung des Tarifs eintritt." Zur Beweguug der Zigarrenarbeiter von Groh-Berlin Um Irrtümer, wie sie scdon aufgetaucht find, zu vermeiden, sei an dieser Stelle betont, daß die Beilegung der Ausiperrung in Westfalen die Lage der Dinge in Berlin nicht ver- ändert. Räch wie vor ersuchen wir diejenigen Interessenten, die mit ihren Sympathien auf feiten der Zigarrenarbeiter stehen, nur bei den Finnen ihren Bedarf an Zigarren zu decken, die sich mit ihren Arbeitern und dem Deutschen Tabakarbeiterverband tariflich geeinigt haben. Arbeiter. Parteigenossen! Fragt nach den grünen Plakaten, unterschrieben Alwin Schulze. Beachtet die Veröffentlichungen der Tarif« und Einigungsfirmen Der Vertrauensmann der Tabakarbciter. Alwin Schulze. im.Vorwärts". So» eine« eigenartigen Grenzkonflikt zeugt folgende Zuschrift die uns von der Berliner Ortsvcrwaltung deg Steinarbeiter» Verbandes zwecks Veröffentlichung zugeht: Achtung, Steinmetzen! Am Neubau Synagoge, Fosanenslraße, werden Platten von Solnhofer Stein durch Fliesen- leger verlegt. Da» Zuarbeiten derselben überläßt man großmürigst unseren Kollegen, die sich jedoch laut VersammlnngSbeschluß vom 18. d. M. weigern, lediglich alS Notnagel zu dienen. Die Be- arbeitung von Naturstein inkl. Versetzen und Verlegen desselben ist bisher Aufgabe der Steinarbeiter gewesen und erfordert es unser »teresse. daß uns diese Arbeiten auch in Zukunft erhalten bleiben. ein Kollege begünstige daher die Verringerung unseres Arbeits- gebieteS durch Leistung der notwendigen Hauarbeiten, sondern richte sich streng nach der von der Versammlung ausgegebenen Parole: „Ohne die Ausführung der Versetz- bezw. Veclegearbeit auch keine Hauardeit. AIS vergebende Firma kommt das Steinmetzgeschäft Kästner, als ausführende Firma das Fliesengeschäft P f l ü g e r, Dorkstraße, in Betracht. Zentralverband der Steinarbeiter.(Ortsverwaltung Berlin.) Der Ausstand der Mühlstemarbeiter der Firma Karl Galt- dammer, Berlin».«Lichtenberg, Bürgerheimstr. 101, dauert un- verändert fort. Die Firma bemüht sich, aus anderen Mühlstein- brikationspläyen wie Hamburg, Stettin, Leipzig usw. Arbeits« fte heranzuziehen, was ihr aber schwerlich gelingen dürfte. Die Firma Golldammer ist nämlich im ganzen Reiche wegen ihrer noblen Bezahlung bei allen Mühlsteinarbeilern bekannt. Die Firma G o l t d a m m e r ist für organisierte Mühlsteinarbeiter gesperrt. Zuzug ist fernzuhalten. Verband der Brauerei« und Mllhlenarbeiter, Ortsverwaltung Berlin. Fernspr. Amt Norden 4518. Ocutfchea Reich. Christliche Gewerkschafts»„Neutralität" und Reichstagswahle«! Keniger noch als da« Zentrum dürften die christlichen GeWerk« schaften nach den Reichstagswahlen befriedigt sein. Wie sich die letzteren auch bemüht haben, die Parteistreitigkeiten nicht in das GewerkschastSlager eindringen zu lasten, geglückt ist ihnen das nicht. Vornehmlich im Saarrevier ist eS zwischen den nationalliberalen und zentrümlichen Arbeitern in den christlichen Gewerkschaften zu Auseinandersetzungen und Gegensätzen gekominen, die sich nach den Wahlen nicht ausgleichen lasten werden. WaS übrigen« sehr uatür- lich ist. Christliche Gewerkschaftskührer treten auf, um die katholische:: Arbeiter für daS Zentrum einzufangen, andere Fübrer machen für die Nationalliberalcn Propaganda. In welcher Weise daS geschieht, ersieht man neuerdings wieder auS einem Eingesandt. daS wir in der zentrümlichen„Neunkirchener Zeitung" vom 17. Januar 1912 vorfinden. DaS Eingesandt lautet: Zur Aufklärung! Ein dem Zentrum angehörender Führer der christlichen De» werkschaften schreibt der.Saarpost": Mit allen Mitteln hat man im Wahlkreise Ottweiler- St. Wendel-Meisenbein von selten der liberalen Partei versucht, die katholischen Mitglieder der christlichen Gewerkschaften gegen den Kandidaten der Zentrumspartei, Herrn Lrbeitersekrelär Koß- mann scharf zu machen. Zum größten Leidwesen der liberalen Partei haben aber alle Tricks nicht gezogen und die katholischen Mitglieder der christlichen Gewerkschaften haben doch den Zentrums- kandidaten gewählt. Bei der bevorstehenden Stichwahl suchen die nationalliberalen Herren neue Pläne auszuführen, um die katholischen Mitglieder der christlichen Gewerkschaften von neuem gegen den Kandldaten des Zentrums autzubetzen. Ich erachte es als meine Pflicht als Katholik und Zentrum?- anhänger, die katholischen Mitglieder der christlichen Gewerkschaften hiermit offen auszufordern, sich nicht eiufangen zu lasten und jetzt erst recht den Zentrumskandidaten zu wählen. Bestehen auch jetzt zwischen den katholischen Mitgliedern der christlichen Gewerlschaften und dem Kandidaten der Zentrums- Partei in Fragen der Organisation geleilte Anfichte», so stehen wir doch in Fragen der christlichen Welianlchauung und kirchenpolitischen usw. mit Herrn Arbeitersekrelär Koßmann auf einem Boden. Gerade um diese Fragen dreht fich, um mit Bassermann zu sprechen, der Wahlkamps. Darum, katholische Mitglieder der christlichen Gewerkschaften, alle Mann an Bord und die letzte Stimme dem Zentrumskandidaten Herrn Koßmann I' Bisher hat man geglaubt, Weltanschauungen und kirchenpolitische Anschauungen trennten die katholischen und evangelischen Arbeiter in den christlichen Gewerlschaften nicht. In der.Auftlärung" lesen wir das Gegenteil I Wir können uns nach den Wahlen als» auf allerhand gefaßt machen. Auslanck. NuSsperrnngswütige Unternehmer. Uebsr zwanzig der größten Maschinen« fabriken Böhmens haben, einem Telegramm aus Prag zufolge, beschlossen, sämtliche Arbeiter auszusperren, weil diese die neue Arbeitsordnung nicht anerkannt haben. Von der Aussperrung, die am Dienstag in Kraft treten soll, wer- den über Ist 0(10 Arbeiter betroffen. Der Streik de? Ballettpersonals in der„Großen Oper" zu Pari« ist noch nicht beigelegt. Gestern abend hielten die Musiker und das technische Personal eine Versammlung ab. in der sie zu der Frage Stellung nahmen, ob sie fich mit den Ballettmirgliedern solidarisch erklären sollten. In der Versammlung wurde beichlossen, mit dem Streek vorläufig bis Sonnabend zu warten und nach der Vorstellung nochmals in einer Versanunlulig über diese Frage zu beraten. Eine Zusammenkunft der Tänzer verlies ohne jedes Resultat, so daß also der Streik vorläufig Weiler datiert Gestern abend war in Pari? das Gerücht verbreitet, daß der Direktor der Oper. Andrer Messagi», wegen der vielen Aergernifie, die er in der„Großen Oper" in der letzten Zeit durchzumachen hatte, seine» Posten aufgeben w'll. Drr .Malin" erklärt diefes Gerücht für ganz unbegründet nach In» formaiionen. die er aus bester Quelle geschöpft hat. 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HaIlbrndi,Honn.,f»akal5,gt5i.läTl Heröd,H., Blaaugnl 27. L Bowalci rL Jordan, Alfr., Fegcstr. 61, gegr. 1888. Witto Mo* Muskaueratr. 16 II lllC, Li SA htk« KaaMtUelau. Dr. Simmel Spezial-Arzt für Haut- und Harnleiden. Prinzeüslr. 41, ä'ä IS— 2- 6—7. Sonntags 10—12. S— 4. ist der schönste Ausflugsort? ? Immer noch Pichelswerder, VeX*? beim Alten Freund. Rosenthaler Hof Jnh. Ott« Schilling. X X X X Boaenthnleratr. 11/1*. 3 Säle m. Theatrrbühue. 160—100 Pers..» verein», wimrr. i Kegelbahnen an Eeiverfichasten tutb vereine unter luianten vedtngnngen zn vergeben. Sonnadende»nd Eonntage«ach frei. klillilloMiisiöl dsshs ynal., im lZssonmaol wie frische Fleischbrühe; 100 St. M. 2.-, bei 500 St M. 1.78. ötto Keicüsl, so\�h� BerantjpotUichej ötebaltem;«ihr« iWach»,»veriin. gut ven Jnjerglonttii y6r«niiv.t Th.Gi,lle»>Lerlin. Druck u. vertag: Vorwärlg Vuchdruckerei u. BerlagSanstalt Paul Singer u-Co., Berlin SW. Dr.lS. 29. Zshrgttß. 3. Scilnjf i>cs.IdtBärts" Knlim NcksbIM. Soavabtlld. 20. Illltttsr l0!2. Partei- EtagelegetiKeiten. Verband der sozialdemokratischen Wahlverelne Berlins und Umgegend. Am Montag, de» SS. Januar, findet im 1, Berliner Reichstagswahlkreise die Stichwahl statt. Wir ersuchen unsere Parteigeuosse» recht dringend, fich am Montag dem 1. Kreise zur BerfSguug zu stellen. Es darf kein Mangel au Kräften eintreten. Namentlich bitte» wir die- jeuigeu Parteigenossen, für die dadurch kein Lohnverlust ent- steht, sich an den Wahlarbeiten zu beteilige». Damit die Einteilung der vorhandenen Kräfte möglich ist, bitten wir die hilfsbereiten Genossen, sich möglichst umgehend bei dem Genossen Weihnacht, Grünstraße 21, zu melden. _ Der Aktionsausschuß. Erster Wahlkreis. Heute abend 7 Uhr: Flugblattverbreitung von folgenden Lokalen: Schulz, Parochialstr. 36: Weihnacht, Grünftr. 21; Soive, Holzgartcnstr. 6: Tor«, Mittelstr. 39; Jäckel, Mauerstr. 89; Äartusch, Kanonierstr. 6; Rothe, Flens- burgerstr. 24. Genossen erscheint pünktlich. Die Genossen ans anderen Kreisen werden hiermit ersucht, fich zahlreich an der Arbeit zu beteiligen._ Dritter Wahlkreis. Der Wahlverein hält am heutigen Sonn- abend in den Gelamiräumen des GewerkickaslShauses. Engelufer lö. fem 2t. SliftungSfest ab. Das Konzert wird ausgefiihrt von Zivil- bcrufsniusikern iZkopellmeister Herr Hascheck) unler Milwirlung des Gesangvereins Liberlv lM. d. D. A.-S.-B). Chorinelsler Herr P. A Joseph, Frau Anno Schubert, Konzertsängerin, Frl Erna Hascheck, Cellistin, Chr. Fey. Rezilator. Ansang 8»/, Uhr. Billetts a 30 Pf. sind bei den BezirtSführern zu haben. Charlottenburg. SonntagfrühSUhr findet eine wich- tige Flugblattverbreitung für die 3. und 8. Gruppe Von den bekannten Stellen aus statt. Kein Genosse darf fehlen. Der Borstand. Rixdorf. Billetts zu der am Sonnlag, den 21.. stattfindenden Theateivorstellung.Die Ehre" sind noch in den Parteiipeditionen und bei den Restauratcuren Genossen Pfeiffer, Hermannstr. 49. Meier, Prinz-Handjery-Sir. 3. Krömke, Jdealpassage, zu haben.— Wir erwarten ein volles Haus. Der Blldungsausschutz. Groß-Lichterfelde. Sonntag, den 2t. d. M., früh 8 Uhr: Hand- zettelverlciiung. Osten: Vom Kaiierhof. Kranoldplatz. 6., 7., 19. und!2. Bezirk: Wrowicki, Rurgstr. l7. 9. u n d t t. B e z i r k: Bovow-Bierquelle. Horlensienitrabe. am Bahnhof Botanischer Gatten. 8. Bezirk: LenSki. Chauffeestr. SS. 8 a. B e z i r k: E. Richter, Chausseestr. 104. Tempelhof. Sonntag früh 8 Uhr findet von allen Be- zirkSlokalen aus'eine Flugblattverbreitung statt. Die Ge- nassen werden ersucht, zahlreich zu erscheinen. Rudow. Am Sonnrag, den 2l. Januar, nachmittags 4 Ubr: Mitgliederversammlung des Wahlvereins im Lokal von August Pgtm. Tagesordnung: 1. Die bevorstehende Gemeiudewahi. 2"' »--von der Rcichsiagswahi. 3. Verschiedenes. Freunds die verein anschließen wollen, sind w i ll komm en.4HM?"� Grünau. Am Dienstag, den 28. Januar, im Jägerhaus: Ocffentliche Beikanimlung. Agitiere jeder fllk zahlreichen Bestich. Sonntag sehr wichtige Flugblattverbreitung. Der Vorstand. Alt-Glicnicke. Eine Zusammenkunst der Arbeitersänger des S. Bezirks(Kau Berlin) findet am Sonntag, den 2>. Januar, vor- mittags 10 ll Alle Parteigl hierzu eingeldd« Span! Vit»Hr. liebe oder B e r obneschen Lokale. Grünauer Str. S4. statt. ie Freunde deS Gesanges sind freundlichst iit . en Sonntag, den 2t. Januar, nachmittags Saale der Brauerei Pichelsdorf: Oeffent- r s a m m l u n g. Tagesordnung:„RnckiväriS Referent: RcichSlagSabgeordneter Eduard rlin. üh 8 Uhr: Flugblattverbreitung in samt- Genossen, seid auf dem Posten! LerUner i�admckten. Im Segelschlitten. Sobald unsere großen Seen mit einer hinreichend starken Eisschicht bedeckt sind, bietet sich uns ein eigenartiger An- blick. Uebcr die weiten Eisflächen saust in rasender Geschwindigkeit ein segelbootartigcs Gefährt: der Segelschlitten. Die Stelle des Bootskörpers nimmt ein spitzivinkeliges drei- eckiges Gestell ein, das auf drei eiscnbeschlagenen Kufen ruht. deren eine beweglich ist und zum steuern Das Segelzeng besteht meist nur aus einem Arofflegel; nur die Sportfahrzeuge haben die Möglich- Wß,»noch mehr Zeug auszusetzen. Die Heimat dieses merk- WWtigen Fahrzeuges liegt in den Tundren Sibiriens niit fast ininier vereisten gewaltigen Flüssen und Seen. In .'r auch dem gesunden Wintersport sehr zugctanen Zeit it sich der Segelschlitten einer wachsenden Beliebtheit. it auch einen eigenartigen Reiz, in ihm über iveite Eis- a dahinzufliegen, wie z. B. auf den» Müggelsee; besonders das Eis von einer so vorzüglich ebenen Beschaffenheit 'ie dicsntal. Bald haben wir die mehr am liegenden Tummelplätze der Schlittschuhläufer hinter vor uns liegt die weite, unheimlich starr aussehende w�,. des Sees. Rur hin und wieder begegnen wir einem �.ourenschlitischuhläufer. der wohl gar selbst auf einem Bainbusgerüst ein leichtes Segel mit sich führt und, den Körper in das Zeug gelehnt, an den Füßen die langen, gut befestigten Schlittschuhe, in rasender Fahrt dahinsaust. Wehe. wenn er unsicheren stellen— die es zwar aus der Müggel, abgesehen von den Ein- und Ausflüssen der Spree nicht gibt — nicht rechtzeitig ausbiegt; im letzten Augenblick ist da kein �lten mehr. Vorüber kommen wir an den Abhängen des SeeS, an "» man Rodelbahnen errichtet hat. Bis aus die spiegelblanke 'che des Sees sausen die kleinen flinken Schlitten. Ueber- lpt nimmt eine große Anzahl der sich auf der riesigen che der Müggel Tummelnden ihren Weg nicht durch die ßrn Lokale Fnedrichshagens. wo man von ihnen für das irrten einen Obolus erhebt, sondern von den überall zu- 'glichen, von Forsten umgebenen Ufern. Ohne Schlitt- "he ist ein Betreten des östlichen Teiles, wo scharfe Winde leichte Schneedecke von dem spiegelglatten Eise fortwehten. tcht zu empfehlen. Uebergriffe eines Armenvorstehers bei der Wahl. Aus dem ersten Wahlkreise wird uns geschrieben: »Im 3. Wahlbezirl deS 1. Wahlkreises saß als Beifitzender im Wahlvorstande auch der Armenvorsteher dieses Bezirks. An der Hand einer Liste prüfte er bei jedem Wähler, ob er nicht nach der Ausstellung der Wählerliste Armenunterstützung erhalten habe. Bei einzelnen Wählern stellte sich heraus, daß sie nach Auslegung der Wählerliste noch eine Unterstützung erhalten hatten. Bei viele» war eS eine einmalige Unterstützung, bei einem andern hatte dessen Frau infolge Erkrankung des ManneS Schmalz und Brot vom Armenvorsteher empfangen. Der Wahlvor- steher wies diese Wähler, nachdem der Armenvorsteher- Belsitzeiide gesagt hatte,»nach meiner Liste hat der Mann Armenunterstützung erhalten" einfach zurück und stellte sicki aus den Standpunkt, daß es an sich gleich ist, ob der Mann in der Wählerliste steht oder nicht. Wenn er auch nachträglich eine Armeniinterstützung erhalten habe, sei er nicht mehr wahlberechtigt. Jeder Belehrung durch unsere Genossen war der Wahlvorstand un- zugänglich und so blieb, um den Wählern da? Wahlrecht zu sichern. nichts anderes übrig, als sich an den Wahlkommissar zu wenden und durch den Herrn belehren zu lassen, daß alle in der Wählerliste Stehenden auch wahlberechtigt sind. Nachdem dies durch einen besonderen Boten geschehen war, ließ der Wahlvorstand die zuerst zurückgewiesenen Personen, etwa IS, zur Wahl zu." Es ist direkt unzulässig und auch sungehörig, daß der Armen- Vorsteher seine UnterstützungSliste in daS Wahllokal mitbringt und einzelne Wähler» die etwa einmal oder einigemal die Armen- Verwaltung haben in Anspruch nehmen müssen, offensichtlich bloßstellt. Dazu hat der Mann gar kein Recht; schon daS Gelöbnis zur Amts- Verschwiegenheit verbietet ihm daS. Dann aber durfte auch der Wahl- Vorsteher gar nicht dulden, daß der als Beisitzer fungierende Armen- Vorsteher in dieser ungehörtgen Weise verfährt. Für den Wahlvorsteher ist nichts anderes als die Wählerliste maßgebend: ein Recht auf Korrektur dieser Liste durch Abweisung von Wählern steht dem Wahl- vorstände nicht zu. Und endlich sollte auch der Wahlvorsteher Kenntnis des Wahlgesetzes besitzen. Die Novelle vom März 1909 zum Wahlgeietz besogt ausdrücklich, daß nur laufende Armenunter- stützung— alio Almosen— das Wahlrecht nimmt, nicht aber Unter- stützuiigen vorübergehender Natur, wie sie Extraunterstützungeu und Unterstützungen durch Gewähtung von Naturalien darstellen. Die Studierenden für Kaempf. Der Ortsverband GroßÄerlin des Hcnsabundes verteilt einen Aufruf an die Herren Studierenden, in dem er wie bei der Haupt- wohl die Studierenden zur Mitarbeit für Kaempf bei der bevor- stehenden Stichwalst ausfordert. In dem Ausruf heißt es u. a.: „Wir hossen, daß unser Appell an die Studentenschaft auch aus dem Grunde um so nachdrücklicher wirken wird, als der Kampf zwischen dem bürgerlichen Kandidaten Kaempf und dem Sozialdemokraten Düwell sich a u f dem alten historischen Boden des Königlichen Schlosses, der Berliner alma Maler und der H a u p t p f I e ge st ä t te n von Kunst und Wissenschaften abspielt. Die rote Fahne darf nicht auch über diesem letzten der 6 Berliner Wahlkreise ausgepflanzt werden, und daher hofft der Sansabund, der in diesen Wahlkampf eingreift, um seine Grundsätze: L Gerechte Wirtschaftspolitik, Gerechte Verteilung der Staatslasten, I Moderner Geist im modernen Staat«, Gleichberechtigung aller Erwerbsstände in Gesetzgebung, Leitung und Verwaltung des Staates! durch die Person seines Mitgliedes, Herrn Kaempf, zur Durch- sührung bringen zu helfen, daß die Herren Studierenden an die Seite der Kämpfer des Hansabundes treten, um mit ihnen ge« meinsam Herrn Kaempf gegen den Sozialdemokraten zum Siege zu führen!" Der Hoffnung deS HausabundeS, den Kreis für den Freisinn zu erhalten, setzen wir die unserige entgegen, den 1. Wahlkreis für die Sozialdemokratie zu erobern. Unsere Genossen werden den Herren Studierenden, waS Wahl- Hilfe betrifft, sicher nicht nachstehen. Zu den Genehmigungen zur Angelfischerei in den Schonzeiten muß von jetzt an ein Stempel von 3 M. verwendet werden. Dem — an daS Polizeirevier zu richtenden— Antrage aus Erteilung der Genehmigung ist daher zur Vermeidung von Verzögerungen stets eine Stempelmarke von 3 M. beizufügen. Die Suche nach den Raubmördern. Die zahlreichen Meldungen, die bei der Kriminalpolizei fort- gesetzt einlaufen, haben trotz genauester Nachprüsung noch nicht die geringste Spur auf die Raubmörder gelenkt. Alle auf Grund dieser Meldungen sistierlen Personen konnten einwandfrei nachweisen, daß sie mit der Bluttal nichts zu tun haben. Wie festgestellt ist. wurde der Goldschmied Schulze, mit seinem Paletot belleidet, bewußtlos in seinem Blute schwimmend aufgefunden und ist auch im Ueber- zieher in die Charitö eingeliefert worden. Dadurch gewinnt die An- nähme an Wahrscheinlichkeit, daß sich die Verbrecher die Abwesenheit des LadcninhaberS zur Ausiührung des beabsichtigten Raubes zu Nutze machen wollten. Sie haben wahrscheinlich den Laden betreten, als Frau Schulze ganz allein, der Ehemann aus dem Oranienbad noch nicht zurückgekehrt und die Tochter zum Eücholen von Schnittlauch für das Mittagessen fortgegangen war. Zuerst haben die Mörder wohl die Frau niedergeschlagen. Sie wurden zunächst von der Tochter überrascht, und von dieser sind auch wohl die gehörten Hilferufe ausgestoßen worden. Als die Verbrecher mit dem AuS- räumen deS Schaufensters beschäftigt waren, überraschte sie der zurückkehrende Schulze. Er wurde sofort niedergeschlagen, nach der Htnierstube geschleift und diese abgeschlossen, damit etwa den Laden betretende Kunden die Bluttat nicht sosott entdecken konnten. Auch die Feststellungen bezüglich der geraubten Gegenstände sind von großer Wichtigkeit. ES steht nunmehr fest, daß die Mörder nicht nur wertvolle Uhren und Schmuckgegeiistände, sondern auch die Briestasche, das Pottemoimaie und andere Wertgegeiistände an sich genommen haben, die Schulze bei sich trug. Die Liste der ge- raubten Gegenstände soll vorläufig noch nicht veröffentlicht werden. Zu den vermißten Gegenständen gehört auch ein kostbarer Schlangen- ring, der einen Brillanten von 3'/, und einen Saphir von S Karat trägt.— Eine Spur der drei verdächtigen Fahrgäste deS«uto- omnibuffeS führt nach Groß-Besten an der Görlitzer Bahn. Geiiern nachntiitag ist die Leiche der Frau Schulze von den Gerichtsä>-z«en Geimrat Sttaßmann uit»> Dr. Slrauch obduziert worden. Die Feststellung der Aerzte bestätigen die neuere Annahme, daß Frau Schulze daS erste Opfer der Raubmörder gewesen ist. Die Frau hatte mehrere Kopfverletzungen, die nicht tödlich wirkten und die wahrscheinlich nicht von dem Hammer des Schulze, sondern von einem attderen Hammer herrühren. Dazu gehört auch die lange Kopfwunde, die wir früher schon erwähnten. Die Mörder habe» also wahrscheinlich ein Werkzeug eigens mitgebracht, uin die Frau, die sie bediente, zu betäuben oder zu töten. Als ihnen daS mit ihrem Werkzeug nicht gelang, griffen sie zu dem Hammer, den sie bei Schulze fanden. Mit der scharfen Seite dieses Hammers brachten sie dann ihrem Opfer vier Kopfschläge bei. die den Tod zur Folge hatten. Den Hammer gebrauchten sie nun auch weiter, um die Tochter und den Mann niederzuschlagen. Alle drei Leichen find jetzt von der Staatsanwaltschaft zur Beerdigung freigegeben worden. Wann sie stattfindet, darüber haben nun die Angehörige» der Er« mordeten zu befinden._ Vermutlich auf dem Eis« eingebrochen. Zwei Berliner, der Referendar Dr. Georg Heyn und der Kandidat für daS höhere Lehramt Ernst Balcke find seit Dienstag früh verschwunden. Sie hatten sich nach dem Wattnsee begeben, um dort Schlittschuh zu lausen. Alle Nachforschungen sind bis jetzt ergebnislos gewesen. Man ver- mutet, daß sie in eine offene Stelle geraten und ertrunken sind. Auch die Nachforschungen nach den Leichen waren bisher ohne Erfolg. Es hat sich dabei ergeben, daß es auf dem Wannsee und auf der Havel trotz der anhaltenden Kälte eine Menge offener Wafferstellen gibt, die weder durch Taielu. noch durch Stangen mit Strohwischen oder Eisschollen usw. als gefährliche Stellen kenntlich gemacht worden sind, so daß dort noch mehr Unfälle vorkommen können. DaS Nicht- Vorhandensein dieser Warnungszeichen haben wir schon Vor einigen Tagen gerügt, hoffentlich wird nun Wandel geschaffen. Ein schwerer Straßenunfall ereignete sich am Freitagabend in der Dirckienstraße, Ecke Königsgraben. Von einem Automobil- omnibuS wurde ein außer Betrieb geratenes Gefährt derselben Art durch die Ditcksenstraße transporliett; beide Wagen verband ein dickes Tau. An der Ecke KönigSgrabe» versuchte ein etwa vierzig- jähriger Mann, anscheinend ein Abträger aus der Zentralinarkthalle, zwischen den beiden Omnibussen hindürchzugehen. Er hatte jedoch übersehen, daß der eine derselben von dem andern geschleppt wurde und stürzte über daS Verbindungstau. Dabei fiel er so unglücklich, daß der zweite Wagen ihn überfuhr! die Räder gingen ihm über Kopf und Leib. In bewußtlosem Zustande wurde der Verunglückte zunächst nach der nahe gelegene» Zentralinarklhalle geschafft; auf dem Wege zur Unfallstation starb der Mann in der Droschke. Straßenbahnunfall. Am Kurfürstendamm, in der Nähe der Kaiser-Wilhelm-GedächtniSkirche. stürzte gestern nachmittag Frau Dr. Matzhorn, Kurfürstendamm 52 wohnhaft, vom Vorderperron eines Straßenbahnwagens der Linie A herab, als der Wagen eine Kurve befuhr. Frau Dr. M. erlitt eine Quetschwunde am Hinter- topf, sowie eine leichte Gehirnerschütterung. In der Unfallstation am Zoologischen Garten erhielt die Verunglückte die erste Hilfe und wurde von dort mittels Droschke nach ihrer Wohnung ge- bracht._ Verbesserung von Ortstafeln und Wegweisern. Es wurde wiederholt über die unzweckmäßige Ausstellung und schlechte Lesbarkeit von Ortstafeln und Wegweisern Klage geführt. Mit Rücksicht auf die vermehrte Benutzung der Landstraßen durch den Automobilverkchr haben beide erhöhte Bedeutung gewonnen. Der Regierungspräsident von Potsdam hat sich daher veranlaßt gesehen, durch eine Verfügung an die Landräte und Ortspolizei- behörden bestimmte Grundsätze für die Aufstellung von Wegweisern und Ortstafeln festzusetzen. In der Verfügung heißt es: „Di« Ortstafeln müssen, wie eS ursprünglich auch wohl all- gemein gewesen ist, an den Haupicingängen des Ortes an gut sichtbaren Stellen angebracht sein. Die Aufstellung und Erhaltung der Wegweiser gehört zur Wegeünterhaltuugslast und liegt daher dem Wegebaupflichtigen ob. Die Aufschrist mutz vor der Er- reichung der Wegelreuzung vom Wogen aus gelesen werden können. Zu diesem Zwecke müssen die Arme auf beiden Seiten mit der Ausschrift verschen werden. Ferner empfiehlt es sich, die Arme deS Wegweisers in verschiedener Höhe anzubringen, damit ein Arm nicht durch den andern verdeckt wird. Die Verwendung von Steinen zu Wegweisern ist meist ungeeignet. Keineswegs sind Steine zu dulden, die weniger als einen Meter hoch sind, da sie leicht mit Kraut bewachsen und der Gefahr des Einschneiens ausgesetzt sinid."_ Verhaftung eines„schweren Jungen". Von einer im Dienste der Polizei stehenden Frau wurde Tonnerstag abend am Wein- bergSweg ein Mann beobachtet, der sich in verdächtiger Weise in einem Hause zu schaffen machte. Als sich der Fremde bemerkt fühlte, ergriff er die Flucht und lief in das Haus Elsasser Str. 7. Hier zog er seinen Paletot aus und versuchte dann als harm- loser Mieter des Hauses mit einem Eimer an der Hand das Ge- bäude zu verlassen. Ein inzwischen benachrichtigter Schutzmann nahm jedoch den Burschen fest, und brachte ihn nach dem Polizei- rcvier 62, wo der Verhaftete als ein gewisser Dittmer rekcg- nosziert wurde, der von der Polizei schon seit längerer Zeit gesucht wurde. Stichwahlparole:„Front nach rechts!" lautet da? Thema, über das Dr. R u d. B r e i t s ch e i d am Sonntag, den 21. d. Mts., mittags 12 Uhr. in einer vom Demokiaiiscbcn Wahlausschuß ein- berufenen öffkittliweit Wädlervcrsaminlnng spricht, die im»Tier» garteuhof" am Bahnhof Tiergarten, stattfindet. Jedermann hat Zutritt. � Der plötzliche Tod eines unehelichen PflegclindeS hat in Rix- darf großes Aufsehen erregt. Am Donnerstag starb im Hause Kopfstraße 32 ein zehn Woche» alter Säugling, der dem kindcr- losen Ehepaar G 0 d a w a im November durch private Vermittelung gegen eine Abfindung von 600 M. in Pflege gegeben worden ivar. Godawa hatte seine Frau durch Mißhandlungen dazu getrieben, ihn im Dezember kurz vor Weihnachten zu verlassen. Die Pflege des damals etwa sieben Wochen alte» Kindes blieb dann einem jun- gen Mädchen überlassen, das zu Godawa gezogen war und ihm die Wirtschaft besorgte. In der Nacht vom Dienstag zum Mittwoch dieser Woche kam Godawa mit seiner Wirtschafterin erst gegen Morgen von einem Vergnügen nach Hause. Es wird erzählt, daß er an demselben Ndorgen das schreiende Kind geschlagen habe. Als am Donnerstag das Kind plötzlich starb, bescheinigte ein Arzt zunächst Magen- und Darmkatarrh und nannte eine Herz- lähmuiig als letzte Todesursache. Später wurde die Leiche beschlag- nahmt, um durch eine Obduktion die Todesursache zu ermitteln. Näheres hierüber ist bisher nicht bekannt geworden. Der Frau Godawa wird von Leuten, die sie kennen, da? beste Zeugnis gegeben. Ihr wird nachgerühmt, daß sie das Kind wie ein eigenes gepflegt habe. Als sie von ihrem Ehemann, weil sie eS bei ihm nicht länger aushielt, weggegangen war, wurden zwei in der W a i s e n p f l e g e tätige Personen sowie die Polizei benach- rnickstigt. Unbegreiflich ist, daß dessenungeachtet daS Kind in der Behausung des Mannes gelassen wurde. Konnten Godawa und seine Wirtschafterin als geeignet zur Pflege und Erziehung deS Kindes erscheinen? _ Ein dreister Ucberfall. Im Zigarrengeschäft von Nicke, Saar- brück« Straße 7, erschien gestern abend gegen 9 Uhr ein etwa 33 Jahre alter Mann, um sich einige Zigaretten zu kaufen. Während sich N. umdrehte, erhielt er von dem angeblichen Käuftr mit einer Feile einen Schlag auf den Kopf, daß er zur Seite taumelte. Auf sein Schreien nach Hilfe erschien ein Schlächtermesstcr Vültz, der den Uebeltäter, ehe er die Flucht ergreifen konnte, festnabm und seine Verhaftung veranlasste. Die Verletzungen Nickes sollen nicht ernster Natur sein. Im Bcrnharö Rose-Thcater wurde am Donnerstag die fünf» altige Tragödie„Zwilling e" von Hans Werner-Tann- heim aufgeführt. Schon der Titel klingt gruselig-anheimelnd. Wer kennt nicht die Geschichte zweier Brüder, deren ein« allen Edelmut der Menschenkreatnr förmlich mit Löfsein gegessen hat. während der andere ein ausgekochter Junge im Sinne der Scherl» scheu„Hinauflesebibliothek" ist? Dieser andere, der Verbrecher nämlich, ist diesmal ein preußischer Gerichtsassessor und späterer Rechtsanwalt, ein Individuum also, das sich auf die Rechtsver» drefjung aus dem„ff" versteht. Mit einer solennen Kneiperei honoriger Kumpane setzt die Handlung ein. Der Assessor wird über- morgen heiraten. Was wunder, daß er sich noch einmal gründlich bei Sekt und Rotspon erlusliert! Aber da er in gewohntel korps- studentischer Uebung des Guten zuviel getan, rempelt er schließlich einen ihm fremden Wirtshausbesucher an, der ihm sofort eine Forderung aus Pistolen schickt. WaS nun?„Schießen" muß er sich doch. Ei, wenn er„fällt"! Sein Bruder, ein biederer Kaufmann, denkt anders. Weil er unglücklich liebte— des Assessors Brarrt hatte es ihm angetan—, übernimmt er die Duellforderung, um sich auf so billige Weise aus der Welt schaffen zu lassen. Richtig wird er auch totgeschossen. Sein Mörder kriegt sechs Monate Festung. Fatal ist nur, daß der Assessor und jetzige Advokat bei der Gerichtsverhandlung beschworen hat, sein Bruder— nicht er— sei wirklich jener provokante Skandalmacher gewesen. Natürlich ist das ein kompletter Meineid. Ein ehemaliger Kellner, nunmehriger Zeitungsreporter, weiß das, macht«inen Erpressungsvcrsuch, wird mjt vorgehaltenem Revolver hliiauskomplimentlert, und man tann Tausend aus Eins wetten, er werde direkt»um Staatsanwalt lausen. Dem meineidigen Rechtsanwalt bleibt nur noch die Wahl zwischen Zuchthaus— oder Selbstmord. Und siehe da: er selbst- mordet sich coram publico, denn alle Schuld rächt sich auf Erden. Der Verfasser hat sich, ohne Aufwendung von psychologischer Mo- tivierung, bemüht, ein„Drama" zurechtzuschneidern, das den An- sorderungen jenes Stammpublikums vollkommen Rechnung trägt. Er kredenzt ihm erbauliche Holzschniitbilder von Saufkommcrsen, einen Polterabend mit kurzröckigen Ballettratten, die ihre Sache ganz ma-nierlich machen; er sorgt für derbschlächtigen Berliner Klischeehumor, den Rosa S ch ä f f e l als Witwe Dunsing sehr wasch- echt zu vertreten versteht, und hat schließlich noch einen richtig gehenden Erpresser und blinden Knalleffekt auf der Pfanne. Egon Weidlich gibt sich als Assessor forsch, schneidig zunächst. Daß er so jämmerlich enden muß, ist ja nicht seine Schuld. Aber der Dichter war glücklich; denn er empfing auf der Bühne ein Lorbeer- kränzelein; und das Theater ist glücklich; denn es hat wieder ein Stück von totsicherer„Wirkung", sowohl aus die Tränendrüsen wie auss. Zwerchfell seiner Getreuen. T Gefunden. Bei der Veranstaltung des BcerdigungSvereinS Berliner Zimmerleute im Böhmischen Beaubause ist ein Siegelring gefunden worden. Abzuholen bei Postör, Badstraße 19, von 7—9 Uhr abends. Vorort-Nachrichten. Ripdorf. Stadtverordnetenversammlung. In der Sitzung am Donnerstag nachmittag fand zunächst die Neuwahl des Bureaus statt. Stadwerordnetenvorfteher Sander wurde einstimmig wieder- gewählt. Gegen die Kawdidawr des bisherigen Vorstcherstellvcr- treters V.ögelke wandte sich Stadtv. Wützky(Soz.) und ver- langte die Wahl des Kandidaten Scholz von der sozialdemo- kratischen Fraktion, welch letztere als zlvcit stärkste Gruppe Anspruch auf den Sitz im Präsidium hat. Der bisherige Zustand— so führte Redner aus— verstößt gegen die guten Sitten des Par- lamentarismus. Ferner muß einmal offen ausgesprochen werden, daß der zur Wiederwahl vorgeschlagene Kandidat sich seinem Amte durchaus nicht gewachsen gezeigt hat, also auch um deswillen nicht wiedorgewäblt werden kann. Gründe der persönlichen Rücksicht- nähme, wie sie von einigen Freunden des altbüvgerlichen Kandidaten als allein mäßgebend bezeichnet worden sind, dürsiin hier nicht maßgebend sein. Von der kleinen Fraktion der Neubürgerlichen wurde hierauf der Stcrdtv. Prailge noch als Kandidat in Vorschlag ge- bracht. Bei der folgenden Wahl fiel dieser jedoch aus, wodurch sich Stichwahl zwischen V ö g e l k e und Scholz notwendig machte. Ersterer wurde mit 27 Stimmen g�gen 20 Stimmen, welche auf letzteren entfallen, gewählt; 14 Stimmzettel wurden weiß abgegeben. Trotzdem nur eine Minorität der Versammlung für Herrn V ö g e l k e votierte, nahm er die Wahl an. Die bisherigen Schrift- sührcr, Bureaudirektor M a e r k e r und Stadtsekretär Lehmann, wurden wiedergewählt, nachdem vom Sprccher der sozialdemo- kratischen Fraktion der Erwartung Ausdruck gegeben worden loar. daß der crstcre unbedingt absolute Unparteilichkeit zu üben habe. was von der bisherigen Amtsführung nicht gesagt werden kann. Als Beisitzer gehören dem Bureau wieder die Stadtverordneten Scholz(Soz.) und Prange(Neubürgerl.) an. Beim Punkt„Geschäftliches" gab der Vorsteher u. a. bekannt, daß die„Neue bürgerlich« Vereinigung" den Namen „Kommunalksortschrittliche Fraktion" angenommen habe.(Zuruf links: Hört! hört!„fortschrittlich"?)' Als P u b l i k a t i o n s o r g a n e wurden„Rixdorser Tage- blatt" und„Rixdorser Zeitung" bestimmt. Stadtv. G r o g e r(Soz.) regte auch diesmal wieder an, ein kommunales Nachrichtendlatt zu schassen. Die Stadtv. Dr. Dietrich und Emmeluth er- klärten, der Anregung fympathisch gegenüberzustehen und wünschten Kommissionsberatung. Nachdem der Oberbürgermeister die Bereit- Willigkeit des Mogistrats dazu erklärt hatte, wurde eine gemischt« Kommission eingesetzt, welcher u. a. auch die Genossen Groger. Jhen und K l o t h angehören. Den Antrag, den Ortsnamen„Rixdors" in„Neukölln" um- zuändern, begründete Oberbürgermeister Kaiser. Die Aenderung sei immer wieder aus den Kreisen der Bürgerschaft angeregt worden. Trotzdem sei vor Jabrcn die Namensänderung von den städtischen Körperschaften abgelehnt worden. Bei Gelegenheit der Ein- gemeinidmnaSverbandlungen mit Treptow habe dann aber die ein- gesetzte Kommission sich in ihrer Mehrheit für die Aenderung des Namens ausgesprochen. Vom Stau Punkt des Gefühls und Ge- fchmacks möge man sich dagegen aussprechen können; den" es sei gewiß nichts leichtes, einen alten gesck'ichilich gewordenen Namen abzulegen. Die praktische Politik dränge aber dazu. Die Vor- urleile gegen den Namen Rixdors reichten weit über die Grenzen Groß Berlins hinaus, woraus der Sladt ohne Zweifel wirtschaftliche Nachteile erwachsen. Bei cllem Respekt vor'der Geschichte, sei der Name nicbt mehr zu halten.„Neukölln" sei um deswillen gewählt worden, weil ein großer Teil der S'adtgemarkung mit ker früheren Stadt Cölln zusammenfällt. Der Plan der Namensänderung habe auch an maßgebenden behördlichen Stellen Sympathien gesunden. — Die Stadtv. Dr. Dietrich und Winter sprachen sich„im Jirferesse praktischer Kommunolpolilik" für die Aenderung aus, obwohl-in ib en Fraktionen erst Widerstand dagegen vorhanden war. — Stadtv. Groger(Soz.) erklärte, daß die gehegten Hoffnungen auf die Wirkungen der Nameiisändevung falsche seien. Deshalb hält seine Kra'tion am altbewährten Namen Nixdorf fest. Von denen, welche die Aenderung wollen, werde man sagen, daß sie sich ihres StadtnameuS schämen. Das trifft für die überwiegende Mehrheit der Bürgerschaft nicht zu. trotzdem ein Lokalblatt in seinem schwülsti- gen Hymnus aus„Neukölln" von einer eventuellen Urabstimm»"g das Gegenteil sich erträumte. Nur ganz wenig« hätten ein Person- liches wirtschaftliches Interesse gegen den Namen Rixdörß die Ar- beiferfchaft aber durchaus nickt. Trotz aller sehnsüchtig betriebenen Versuche würden sich die Verhältnisse in unserer Arbeiterstadt nicht äüoerb. wie das Resultat der Reichslagswohl es beweist. Auch Neilkölln werde die sozialdestiokratische Hochburg bleiben, wie es Rixdors war.— Nach kurzer, teils von Heiierkeitssälven unker- brockiener Disiüss/on und nachdem Stadtv. Zou'sall als alter Rixdorser„mit tiefer Wehmut Abschied vom Namen Rixdors" ge- nommen hatte, beschlossen die bürgerlichen Ftaltionen die Um- tausung Mixdorfs in„Neukölln". Die Sozialoewokraten stimmten hagegru. Auf Vorsck'lag der Kommission, welche zur Sichtung der End- würfe für das Preisausschreiben zur baulichen Erschließung städtischer Terrains eingesetzt war, wurde beschlossen, neben den preisgekrönten noch 4 weitere Entwürfe zum Preise von je bOO M. «Mzukaufe: parandenanstalt in Rixdorf würbe nach Maßgabe des bor- gehegten Vertragsentwurfs zugestimmt. Genehmigt wurde nach kurzer Debatte der Verkrag über Durchführung der Berliner städtischen Straßen» bahn durch die Friede!- und Weserstraße. Tie Linie kommt vom Norden und Osten Berlins über den Görützer Bahnhof und soll durch Rixdorf und dann weiter durch die Urban-, Tempelherren-, Jo- hanniter-, Alexandrinenstraße bis zur Marlgrafen- und Behren- straße geführt werden. Wegen Herstellung ein es neuen Bahnhofes an der Johannisthaler Anschlußbahn in der Nähe des Dammweges soll mit der Eisenbahnverwaltung ein Vertrag geschlossen werden. Der Bahnhof wird den Namen..Köllnische Heide" führen und der Stadt einen Zuschuß von 540 000 M. tosten. Die!»--mmunal-fortschrittliche Fraktion hatte beantragt, die auf Kündigung angestellten Beamten nach einer gewissen Frist auf Lebenszeit anzustellen und den Militäranwärtern 1 bis 3 Jahre aus ihr Besoldungsdienstalter in Anrechnung zu bringen. Stedw. K a s cho w begründete die Anträge. Stadtrat Dr. Mann sprach die Sympathie des Magistrats dafür aus,.während stadtv. Dr. Silber st ein(Soz.) grundsätzlich Anstellungen aus Lebens- zeit ablehnte. Die Anträge wurden darauf dem Rechnungsausschutz überwiesen. Hieraus folgte eine nichtöffentliche Sitzung. Ichöneberg. Familieniragödit. Eine erschütternde Familientragödie bat sich am gestrigen Ruckmiittag in dem Hause Grunewaldstr. 86 zugetragen. Tort versuchte die 2öjährige Ehefrau des Bildbauers Waag ihr ein Jahr alles Kind zu vergiften und wurde bei dem Anblick des sich in entsetzlichen Schmerzen windenden Knaben wahnsinnig. Die nn- selige Tal soll auf Familienzwistigkeiten zurückzuführen sein. Eine Bewohnerin des Haines nahm sich"des Kindes an, dem ein hinzu- gerufener Arzt zweckentsprechende Hilfe angedeihen liefe. Es besteht Hoffnung, den Kleinen am Leben zu erhalten. Frau W. wurde auf Veranlassung der Polizei einer Heilanstalt zugeführt. Weiftensee. Aus der Gemeindevertretung. Die ersten Arbeiten für die neu Seebndeanstali, den Unterbau, wurden an die mindestbietende Firma Ernst Mcier-Berlin zum Preise von 9145,49 M. vergeben. Für die höhere Mädchenschule sollen einige Schulbaracken aufgestellt werden. Der Errichtung einer neuen Oberiehrerstelle für das Realgymnasium zum 1. April 1912 wurde zugestimmt. Mit dem 1. April d. I. er- öffnet die Gemeinde eine Handelsschule als erste für Groß-Berlin. die sich in Gemeüideregie befindet. Dieselbe kann für Schüler beiderlei Geschlechts besucht werden. DaS Schulgeld beträgt pro Jahr 180 M. Das Handelsministerium will sich verpflichten, der Kosten zu übernehmen. Eine Anregung unserer Genossen, wonach durch Errichtimg von Borschulklassen auch den Bolksfchülern die Aufnahme in die Handelsschule möglich gemacht wird, soll Beachtung finden. Ferner soll die SeminarübungSschule in eine Mittelschule umgeioandelt werden. Von der vierten Klasse der Semmarübungsschule baut sich die Mittelschule auf und zwar für Knaben und Mädchen. Das Schulgeld beträgt pro Monat sechs Mark für einheimische und sieben Mark für auswärtige Schüler. Für letztere Schule werden bis zu zehn Prozent Freistellen gewährt. In den Lehrplan soll der Unterricht im Fraiizösischeii tmd Englischen aufgenommen werden, so daß die Schüler unter anderem die Reite für die Handelsschule erlangen. Des weiteren wurde die Errichtung eines Omnibusbetriebes für die Strecke vom Ringbahnhos bis zum SäuglingskrankenhauS nochmals erörtert. DaS SänglingSkraitken- Haus ist völlig ohne VerkehrSverbindung, ein Zustand, der zu Be- schwerden der Aerzte sowohl wie der Besucher Anlaß gegeben bat, so daß man min ernstlich die Frage eines Verkehrsmittels erwägen muß.«>t den Bau einer elektrischen Bahn nach Hohen- Schönhaufen ist vorläufig nicht zu denken, da die Straßen erst reguliert werden müssen. Kalkberge(Niederbarnim). Mit der Bithnangelegenheit Kalkberge— Schöueiche beschäftigte ficfr die letzte Gemeindevenretersiyung. Zunächst wurde der Vertrag mit dem Kreise Niederbarnim wegen Benutzung der Kreischaussee zur Bahitattlage einer nochmaligen Beratung unterzogen. Der Kreis hat sich gewisse Stcherdetlsgaratttten verschafft, u. a. die, daß. wenn sich die Bahn nicht rentieren sollte, die Gemeinde für die ordnungs- mäßige Wiederherstellung der Kreischaussee zu sorgen hat. Die An- gelegenheit wurde nochmals vertagt. Jedoch wurden Gemeinde- Vorsteher LübteS und Schöffe Köpiich beauftragt, mit dem Landrat über den Verlrag nochmals persönlich Rücksprache zu nehmen.— In Schöneiche muß die Dorfftraße zur Bahnanlage aus 8 Meter verbreitert werden. Es entstehen der htesigen Gemeinde dadurch Kosten in Höhe von über 3000 M.— Die Arbeiten zur Fundainentierting in Schöneiche, sowie zum Bau der Wagen- tmd Warlehalle wurden dem Bauunternehmer C. Konrad- Berlin zum Preise von 195 000 M. übertragen.— Sodann kam u. a. noch die Gasangelegenhett zur Sprache. Die Gasanstalt Lichtenberg will das Gaswerk Rüdersdorf unter gewiffen Brdtiigungen käuflich erwerben und dann Gas für 14 Pf. pro Kubikmeter bezw. für Straßenbeleuchtung für 13 Pf. pro Kubikmeter abgeben. Da man aber befürchtete, da» Elektrizitätswerk Kolkberge würde sich dadurch nicht mehr rentieren, hat die Gasanstalt erklärt, nur Gas für technische Zwecke und zum Kochen abgeben zu wollen. Der "weckverbaitd eleuchkungS bekämpfen Pflicht eine« jeden Krieger« ist. Sm eigene« Leibe ver« spüren es freilich die Veteranen, in weichen Kreisen ihr Feind zu suchen ist. Dampferkatastrophe ans hoher See. Wie uns ein Telegramm ans London meldet, ist der der Cunardlinie gehörige Dampfer„Veria" auf der Höhe von Swansea mit einem unbekannten Danipfer zu- sammengestoßen. Der Zusammenstoß war so stark, daß der zweite Dampfer in wenigen Minuten sank. Die Versuche, die Mannschaft des sinkenden Schiffes zu retten, blieben erfolglos. Die gesamte Besatzung des verunglückten Schlffes, die aus elf Mann geschätzt wird, ist ertrunken. Von einer Lawine verschüttet. In der norditaltenischen Ortschaft RachemolleS sind von einer niedergehenden Lawine sechs Wohnhäuser vollständig verschüttet worden. Es ragen von ihnen nur noch die Doch- spitzen aus den Schnee- und Steinmassen hervor. Truppen der Garnison Bardonacchia find nach der Unfallstelle abgegangen und haben die Rettungsarbeiten begonnen. Die Soldaten mußten Schächte graben, um durch die Schnee« und Steinmaffen zu den Verschütteten zu gelangen. Bis jetzt sind zehn Verletzte ge« borgen._ Ein Arzt als Giftmischer. Mehrere Polizeibeamte nahmen in der Skäh« von Diso« eine Perhaftung vor, die unter der Bevölkerung in der Gegend mt- geheuere Aufregung hervorrief, nämlich die eines ArzleS. des Dr. V i o i S. Der Verhaftete wird beschuldigt, versucht zu haben, einen Kollegen zu vergiften. Die Tat wurde bereits im vergangenen April begangen. In dieser Zeit erhielt der betreffende Doktor anonym eine Kiste, die eine Flasche Kirschwasser enthielt. Die Sendung erregte jedoch den Verdacht des Arztes, der sie durch einen Chemiker txnterfncheit ließ. Die Untersuchung zeitigte denn auch das üveiraschende Resultat, daß dem Kirschwasser ein Gift beigemischt war. das den sofortigen Tod de» Arztes herbeigesührt hätte. Der Verdacht lenkte sich auf den ttmunehr verhaftete» Dr. BioiS. Kleine Notizen. Reiche» Segen. In der holländischen Ortichast S ch i e d a m wurde eine Familie durch überaus reichlichen Kindersegen„beglückt". Nachdem die Frau des ViebbändlerS van Nüchtern am 1. Dezember lSIO Zwillingen das Leben gegeben hatte, kam sie nach 13 Mo» naten, am 16. Januar 1912 mit Drillingen nieder. Sieue Erdstöße in Württemberg. In Hechtngen und Rottenburg wurden in der letzten Nacht gegen 38/4 Uhr zwei neue heftige Erdstöße verspürt, die die stärksten seit dem Erdbeben anr 16. November v. I. waren. Die Erdstöße wurden auch in Stuttgart wahrgenommen. Schweres Bcrgwrrtsunglück. Auf der Zeche„König Ludwig" bei Recklinghaufen wurden zwei Arbeiter durch nieder- gehende GesteinSmaffen verschüttet. Beide Verunglückte find tot. Drei Mensche« verbrannt. Bei einem Brande auf dem dänischen Gute Bögebjerg sind ein Gärtner, ein Gärtnerei» g e h i i f e und der Oberknecht in den Flammen um» gekommen. Ein sauberer Sparkassen direkt»?. Bei der Sparkasse in Bogdan (Ungarn) wurde bei einer Revision ein Manko von t'/4 Millionen Kronen entdeckt. Der Direktor der Spartasse. Tavajst. der al» Täter in Betrocht kommt, verübte Selbstmord. Absturz eines Fliegers. Auf dem Flugplatze bei S e n I i« xeitagnachmittag der Flieger Leutnant Börner 'he abgestürzt. Der Flieger erlitt so ig e n, daß sein Zustand Hoffnung«- Dem Abschluß eines Vertrages über die Gründung einer mit dem preußischen Fiskus evangelischen Prä- Borschlag der Gemeinde Rüdersdorf, hierzu etnen Tasdorf-Kalkberge Rü derSdors zu bilden, wurde der kommifsion zur Prüfung überwiesen.— Wie der Gemeindevorsteher zum Schluß noch mitteilte, wird auch im nächsten Etaisjahre die Kommuualsteuer um 10 Proz., also aus 130 Proz. erhöht werden. Mit der Angelegenheit wird sich auch noch die Revisionskommtsfion zu befassen haben. Herzfelde. Aus der Gemetndevertreterfifettng. Mit dem von der hiesigen Gemeinde in Vorschlag gebrockten Vertrag mit der Märkischen Elettrizitätswerk-AktieN-Gesellschaft wegen Lieferung elektrischer Energie für das hiesige Elektrizitätswerk hat sich die Aktien-Gcsell- schaft nicht einverstanden erklären können. Die Vertretung be- schloß, von der Lieferung überhaupt Abstand zu nehmen. Trotz- dem wählte die Vertretung eine Kommission, die, falls die An- gelegenheis dennoch weiter verhandelt würde, sich hiermit be- schöftigen soll. Der Kommission gehört auch Genosse Stöfs an. Herrn Groniottka, der seinerzeit die Chaussiecung der Möllcnstraße vornahm und jetzt hierfür ein« Abfindung verlangt, wurde, um einem langwierigen und kostspieligen Prozeß auS dem Wege zu geben, eine Entschädigung von 1000 M. zugebilligt.— Unter anderem machte dann noch der Vorsitzende von einem Schreiben des KreisauSschusses Mitteilung, demzufolge letzterer beschlossen hat. die im Gebiet des Gemeindebezirks Erkner liegenden, zu Herzfelde gehörigen Enklaven umzugemeinden. Hus aller Melt. Veteramnelend. Einen Einblick in die trostlose Lage eines iveteranen gewährt unS eine»uizeige. die wir im Düsseldo-.ker.Genecal-Auzeiger" finden: sie hat nachstehenden Wortlaut: Welcher Edeldenkende würde Veteran zu Ueberzieher und abgetragenen Kleidern verhelfen? Feldzflge 64. 66, 70/71 mitgemacht. Offerten unter A. 6444 an die Expedition. EZ ist wirklick weit gekommen, wenn die alten Vaterlands- Verteidiger, die drei Feldchge für Neudeutickland» Herrlichkeit mit- gemacht haben, betteln geben müssen, um ihre Blöße zu decken. Und da kommen unsere Hetzpairiote» ber und versuchen den alten Kämpfern einzureden, daß die Sozialdemokratie der innere Feind sei, den zu Fretrrltg« BiSBs" Gemeinde. Sonntag, den 21. Januar, vormittag» 9 Uhr, Pappclallee 15—17, und Rixdors, Jdealpassage: Freireligiöse Vor- icfung. Votmiltags 11 Uhr, Kleine Franksueter str. e: Vortrag von Herr» Ewald Bogiderr:„Der gniammenbruch de« iKeaubenb."— Damen und Herren als Gäste sehr willlommen. Zlllgrinriue Srautrn- und Sterbekail« i Sinzelchriebene HilsSkalse 2S, Hamburg). Fit_ den 21. Januar, vormittags 10 Uhr, in Hab straße 5— 7: Wahl eines KaisiererS.— Filiale Ber! 21. Januar, vormittag» lOV, Uhr, im Marliiche» i Versammlung— Filiale Berlin 3. Eonnab abend» 8Y, Uhr, bei Kahler, Reichenberget Str. 1 Filiale Berlin 4. Sonnabend, den 20, Januar, MetkowSti, AndreaSftr 26: Versammlung.— Filiale Be den 2t Januar, vormittag« 10 Uhr, im Swinemünder Sioiiiemünder Str. 42: Versammlung.— Filiale E b a Sonnabend, den 20. Januar, abends 8'/, Uhr. im Vo! stratze 3: Mitgliederversammlung.— Filiale Rixdors. 20. Januar, abends 8'/, Uhr, bei Tabbert. Stcinmchstr. 114: ctoDardcitcc lt. Sonntag, Beigmann« inttag, den atftr. 18o: Januar, dr. bei ntag. lause, rg. neu- den eisaittmlnng. ÄV».•OUIIUU«., UUCIIUS» O'/j tu/t, ÜCl — Filiale Rummelsburg. Soirnabend, den 20. Januar, abends 8'/, Uhr. bei Blume. All-Boxhageo, Ecke der Reuen vahnhosstratze: Versammlung. ßrkflusten der Rcdahtton. TU(ntlftltdlt epttHrflnnDr flnört 8«n»t«fttB»t69, MO»In I.evrr» — F a h r l»» h t—,»»ihcoat glich»»»«V» dt» 7W Uhr«drud«, e»nna>>»»d«, von 4Y, ms 6 Uhr»de»»« stall Jever tstr de» Brtrttastr» bttttmmtrn«ittra«e Ist cm«»chstare nu» rtnt zahl al« Merttnaien deiuiiugcn. vrlrsUchr»»r< wir» uichl erieU» Auftagra.»rne» klar«donnrme>ir»q»Ituiuz»eigetstg» lft. werden Nlchl decatworlcl.»lüg' s»azeu trage«a» t» der«vrechstirndc Ott, P. B. P. 70. Es-mpficblt sich, zu Lebzeiten der Frau b« Ichreibu, g aus Ihren Rainen z» bewirten.— Bra unschweia. Die< s»rderu:ig beilebt noch zu Recht. Die Beantivortuiig der Frage Arbeitsstelle töuncn Sie ablebnen. ein« ialsche AebeitSstell« dursen i_ angeben. Wegen der länger als drei Monate täcknäiidigen Slcue nur die Psäuvnng des 28.85 JUi. wockeullich iiberstelguiden Lolmbe zulässig. Reichen Sie bei der Steaerbehörde Beschwerde ein.— I. I. — Ott« 1250. Der von Jdnen genannte Nachweis ist«m Unternehmen, vor dem ernstlich gewarnt werden mutz. Marktdrrtchr von Berlin am Itt. Januar l9IZ, nach Ermlt des löiiigl. Polizeipräsidiums. Marklbatlenpreise. ichteu der Landesanstalt für Gewässerkunde, mitgeteilt vom Berliner Weiterbureau. Spree. Weser. Wassersla..a tS.t 17 1. Wasserstand cm cm1 Memel, Tilsit—— P r e g e l, Jnfterburg—_ Weichsel. Thor» 76') 4-10 Oder. Ralibor 145»)—5 Krossen 165«)—8 FionOutl 154»)+2 Warthe, Scknimm 68») fl , Landsberg 50»)+8 Netze, Sordainm&s») 0 Elbe, Leitmeritz—66—16 Dirtden.18LH-14 Berby 93«)— 19 Magdeburg m'ji+SS ')+ bedeutet Wuchs.- Fall.-») Unterpegel.-») «) EiStieiben. Der Bober ist von Ehristianstadt an RS otcrhnld GrundeiS versetzt und zu gefroren. Saal«,«roch»» Havel. Sv>'nd»u') Raldenowft Sorcmberg») Beeskow Minden Minden Rhein. MnximllianSau , Kaub „ Köln Neckar. Heilironn Main, Wcnheün Mosel, Trier Tbeatcr. S»»»aSelld. 20. Januar 1912. Anlang 3 Uhr. Berliner. Bumuielfwdenten. Ansang 3'/, Uhr. Weite» Sciiauipieldaus. AgneS Leniauer. Ansang 3ll, Uhr. Schiller> tzharlonenburg. 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Monlug, abends 8 Uhr: _ Der tillometertreaaer._ Sehiller-Thealer Sonnabend, nachm. 3ll, Uhr: Prinz Friedrich von Hon barg. Sonnabend, abends 8 Uhr: Der KltoaReterLre-xer. Sounlag, nartm. 3 Uhr: Na, 1» Vitaart. Sonnlag, abends 8 Ubr: Der hVejr aar Hölle. irer*» eg; Montag, uveiids 8 Ubr: (Zm Feier von LeisingS GeburtSlag) Kim I. Mal:«q.llla«aloUl. Berliner Theater. Abends 8 Ubr: Grohe Nofinen 8 Uhr Die S Frankfurter. 9!eues Theater. Abends 8 Uhr: Nie klkiit licnniiin. Loulson: Prltsi Nauiary. Sonntag nachmittag S'l, Uhr: Da« Madet von«koutmartre. Idester des �esteas. Abend» 8 Uhr: Wiener Blut. . Sonntag g>,. Uhr: PatlaltKM. Lniscn-Theatcr. Sonnabend, mchin« Uhr: Prtu- »u» Schweinehirt. Abends « Udr: Vcrltn«. .»°-mt°g abend« 8 Uhr: Der«er- t"' � Äaa'm- 8 Uhr: Wir in bnrch« Lebe». Montag; In Dunkel gehüllt. vnsnZs. Wissörtsctioftlictres Theater. 4 Uhr: lebende Tierbilder von nah u. fern. 8 Uhr: Tan Heran zum Ortler. Hörsaal 8 Uhr: Prof. Donath: Die Ausnutzung� der Natarkräfte. 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Es wird auf eine durchaus selbständige Kraft gerechnet, die nicht nur gewerkschaftlich tätig sein kann, sondern auch den Arbeiter-Sekretär vertreten kann. 285/14 Das Bewerbungsschreiben muß Angaben über die bisherige Tätigkeit enthalten und ist bis zum 20. Februar d. J. mit dem Vermerk»Bewerbung"1 einzusenden an Otto niindel, Augsburg F. 313. 999tiMMMM9999999999999999999999999999 Atietsgesuciie. Möbliertes Herren mibe mil Preisangabe Vorwärls-spedttion, Rheinsberg«- straße 67._+104 Herr sucht sauber möbliertes Zimmer nahe Oranienplatz. Flur« zimmer bevorzugt. P. K., Postamt 26, Adalbertstraße._+60 — Juuger Mann sucht möblierte» Zimmer, allein(Osten), Preis bis 18 Marf.»D. V.' postlagernd Postamt 34.+35 Arbeitsmarkt. Stellenangebote. Altmetalle, tüchtiger Sortterer gesucht. Goldschmivt, AndreaSftraie 32. ~80 Aibeiterinner» auf gestickte DamenpateiotS, glatte Prima-Arbeit, höchste Stücklöhne. 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