N-tS. ." BboBncracntS'BdiflgungeB: Abonnements- Preis bränumer-mdai Licrtcljährl. Z,30 MI., monatl. l.lv Mk, wöchcnllich 28 Pfg. frei inS Hau«. Einzelne Nummer s Pfg. Sonntags. immmer mit illuflrierter Sonntags- Beilage„Die Neue Welt» 10 Pfg. Post. Abonnement: 1.10 Mari pro Monat. Eingetragen in die Post.ZeitlMgS. Preisliste. Unter Kreuzband für Deutschland und Oesterreich- Ungarn 2 Marl, für das übrige Ausland 8 Marl pro Monat. Postabonnements nehmen an: Belgien, Dänemark, v>olland. Italien, Luxemburg. Portugal, Kuniänien, Schweden und die Schweiz. 39. Jahrg. Vicht»,» ttgNch«lStk mcnftgt. Vevlinev Volksbl�kt. Zctitralorgati der rozialdem okrati f eher, Partei Deutfchlands. B!e TnlertlonS'Gcbflljr Betrügt für die fechSgespallene Kolonelzeile oder deren Raum 00 Pfg.. für polistsche und gcwerlschasUiche Percins- und VersammlungS-Anzeigen 00 Psg. „kleine Anrelgen", das fettgedruckt- Wort 20 Psg. lzulSssig 2 fettgedruckt-! Worte), jedes weitere Wort 10 Psg. Stellengesuche und Schlasstcllcnan- zeigen das erste Wort 10 Pfg.. jedes weitere Wort o Pfg. Worte über 15 Buch- (toben zählen für zwei Worte. Inserate für die nächste Nummer inüsten bis 5 Uhr nachmittags in der Expedition abgegeben werden. Die Expedition ist bis 7 Uhr abends geöffnet, Pelegramm. Adresse: „s»i»>llemsllkzl lUrlin". Redaktion: SM. 68, Lindcnstrassc 69. Fernsprecher: Amt Moritzplatz, Nr. 1S8S. Mitttvoch, den 24. Januar 1912. Expedition: SM. 68» Lindcnstrassc 69. Fernsprecher: Amt Moritzplatz, Nr. tS84. Cndkampf. Das Wahlergebnis. Sie röchelt noch, die tonservativ-klerikale Reaktion und am Grabe noch pflanzt sie neue Hoffnung auf. Und die „Germania" hat schon recht, wenn sie darauf verweist, daß unter den nationalliberalen Abgeordneten sichere Parteigänger des schwarzblauen Blocks sich befinden. wie die Herren v. Hehl, Wittum, Beck und manche andere. Hätten die Fort- schrittler am ersten Stichwahltage nicht sechzehn Mandate der Ne- aktion überliefert, der schwarzblaue Block wäre heute schon zer- trümmert. So wird erst am Donnerstag die Entscheidung fallen und harteArbeit wird notwendig sein, dasZiel zu erreichen. Bis jetzt zählt die konservativ-llerikale Reaktion mit ihren Helfershelfern 188 Abgeordnete; die Liberalen haben 77 Ab- geordnete, die Sozialdemokraten 99. Am Donnerstag finden 33 Stichwahlen statt. In vier kämpfen Schwarzblaue unter- einander, diese sind ihnen also sicher. Dazu kann noch als fünftes Mandat das von Mörs-ReeS kommen, wo das Zentrum mit konservativer Unterstützung nach den Zahlen der Hauptwahl über die Mehrheit gegen den nationalliberalen Stichwahlgegner verfügt. Das würde aber bereits 193 Mandate ergeben. In den 28 verbleibenden Kreisen sind in zwölf die Stichwahl zwischen Sozialdemokraten einersefts, Nationalliberalen und Fortschrittlern andererseits auszufechten. Die eigentliche Entscheidung wird also in den 16 ver- bleibenden Kreisen fallen und die liberalen Wähler müßten hier ganze Arbeit leisten und vollzählig für den Sozialdemokraten zur Urne gehen. soll der schwarzblaue Block zertrümmert werden und eine halbwegs ausreichende Abwehrmajorität zustande kommen. Die Nationalliberalen verüben aber Verrat. Sie haben in Dortmund. Essen und Düsseldorf die Parole für das Zentrum gegen die Sozialdemokrafte ausgegeben, um sich die Zentrumsunterstützung in Bochum und Duisburg zu erkaufen. Und nicht minder schmählich ist der Kuhhandel, den sie im Osten abgeschlossen haben. In S 0 r a u steht der Führer der Nationalliberalen Herr Bahn mit unserem Genossen Schumann in Stichwahl. Der saubere Nationalliberale hat, wie die„Germania" mitteilt, sich die Hilfe deS Zentrums für feine Wahl gesichert gegen die Verpflichtung, daß die Nationalliberalen nicht nur in Oberschlesien für die Klerikalen gegen die Polen stimmen, was sie am Montag auch getan haben, sondern auch am Donnerstag in Kalau-Luckau gegen unseren Genossen Wels für den Konservativen Henning. Dieser schimpfliche Handel setzt dem nationalliberalen Verhalten wirklich die Krone auf und man kann nur hoffen, daß die liberalen Wähler so viel Ehrgefühl haben werden, um diesen schäbigen Mandatsjäger in Sarau mit Schimpf und Schande durchfallen zu lassen und in Kalau-Luckau für den Sieg unseres Kandidaten Wels erst recht alle Kraft einzusetzen. Aber diese Vorgänge zeigen zugleich, wie schwer am Donnerstag der Kampf werden wird, wie um jedes Mandat mit aller Kraft gerungen werden muß. Wir Sozial- demokraten stehen in 21 Stichwahlen, viermal gegen Konservative, zweimal gegen die Reichspartei, dreimal gegen das Zentrum und je sechsmal gegen Nationalliberale und Fortschrittler. Wir werden natürlich alles daransetzen, um die Siege, die wir bisher errungen, durch neue Erfolge würdig zu krönen und wir zweifeln nicht daran, daß die Genossen Berlins in gewohnter Opferwilligkeit ihre Arbeitskraft zur Verfügung stellen werden, um die Wahlarbeit in Brandenburg zu einer wirksamen und intensiven zu gestalten. Um wichtige Kreise handelt es sichl In Potsdam-O st Havelland fällt Donnerstag die Eni- fcheidung. Dieser industriell rasch sich entwickelnde Kreis gehört wirtschaftlich immer mehr zu Groß>Berlin. Jetzt soll er auch politisch sich dem ruhmvollen Beispiel Berlins anschließen. Frankfurt-Lebus, das wir bei der Nachwahl wiedererobert hatten, muß in hartem Kampf gegen den Gegner behauptet, Kalau- Luckau, Sorau- Forst, Landsberg-Soldin müssen gewonnen werden I Da gibt's am Donnerstag noch viel Arbeit, die getan werden muß. Aber sie wird, wie immer, in mustergültiger Weise von unseren Genossen geleistet werden, in Brandenburg wie überall sonst im Reiche. Die Liberalen stehen in acht Kreisen gegen Blauschwarze. Wären wir ihrer Unterstützung überall so sicher wie sie der unseren, der Ausgang des Endkampfes wäre für den reaktionären Block schon heute nicht zweifelhaft. Wie immer aber der schließliche Entscheid fallen mag: Wie wir Sozialdemokraten bisher unsere Pflicht getan haben, wir werden sie bis ans Ende tun. Von herrlichen Siegen kommen wir her. zu. neuen Siegen wollen wir am Donnerstag schreiten! � Sächsische Qolksfchnlrtform. Aus Dresden wird unS geschrieben: Seit Jahren wird in Sachsen der Kampf für ein neue? Volks- schulgesetz geführt, an dem sich die Lehrerschaft lebhaft beteiligte. Auch die organisierte Arbeiterschaft hatte besonders im Frühjahr des verfloffenen Jahres eine lebhafte Volksschulbewegung entfacht. Die Sozialdemokratie rückte dabei ihre bekannten Volksschulforderungen in den Vordergrund, die von der Landesversammlung in Leipzig (1910) erneut präsentiert worden sind. Die Lehrerschaft trat u. a. auch für Einheitsschule, Herabsetzung der Klassenfrequenz auf 3S Schüler und eine Reform des Religionsunterrichts ein, wonach dieser mit den Ergebnissen der wissenschaftlichen Forschungen in Uebereinstimmung gebracht werden sollte. Während dieser Volksschuldewegung hat die Regierung mehrfach versichert, sie arbeite fleißig an der Herstellung eines neuen Volksschulgesetzes, das ja auch schon 1907 vom Landtage auf Grund von Anträgen von liberaler Seitk gefordert wurde. DaS war zu einer Zeit, wo die Sozialdemokratie keine Vertretung dort hatte. Denn Genosse Goldstein, der einzige Sozial- demokrat im verflossenen sächsischen Dreiklassenparlament, war zu jener Zeit durch seine Krankheit lahmgelegt. Jetzt ist der Entwurf für ein neues Volksschul- gesetz endlich erschienen. Sein Inhalt muß alle enttäuschen, die auf eine durchgreifende Reform im fortschrittlichen Sinne ge- rechnet haben. Wohl bringt der Entwurf eine ganze Anzahl Aendc- rungen, darunter auch mehrere, die alz Verbesserungen gelten können, aber die wichtig st en Wünsche des Volkes und der Lehrerschaft bleiben unerfüllt: die allge- meine Volksschule kommt nicht einmal für die ersten vier Schuljahre, der Religionsunterricht wird nach wie vor als wichtigstes Unterrichtsfach an erster Stelle genannt, die konfessionelle Verunstaltung der Volksschule soll er- halten bleiben, am Religionsunterricht soll nichts geändert werden, die Erhebung von Schulgeld soll zwar nicht mehr durch Gesetz vorgeschrieben werden, doch sollen die Schulgeineinden das Recht er- halten, die schlimmste aller Kopfsteuern nach wie vor zu erheben. Neuzeitliche Schulforderungen sozialer Natur, wie die Unent- geltlichkeit des Schulunterrichts und der Lern- mittel, sind nicht nur völlig unbeachtet gelassen worden, eS wird sogar mit Schärfe bestimmt, daß die Eltern die Lernmittel selbst zu beschaffen haben, widrigenfalls das Einziehungsverfahren Platz greifen soll. Einer der schlimmsten Krebsschäden im sächsischen Volksschulwesen, die Uebcrlastung armer Gemeinden, die jeden Fortschritt unmöglich macht, wird nach wie vor bestehen bleiben. Es sind also die wichtigsten Wünsche, die bedeutendsten Volksschul- forderungen völlig unbeachtet geblieben. Im Bergleiche mit den Forderungen, die unberücksichtigt ge- blieben sind, müssen die V e r b e s s e r u n g e n. die die Regierungs- Vorlage bringt, als unbedeutend bezeichnet werden: Die Klassenstärke soll in den einfachen und mittleren Volksschulen von 69 auf 59 und in den höheren Volksschulen auf 49 herabgemindert werden. In kleineren, armen Gemeinden wird diese Forderung aber auf dem Papier bleiben, weil sie die Anstellung neuer Lehrer der finanziellen Unzulänglichkeit wegen nicht durchführen können. Im übrigen bleibt diese Herabsetzung der Klassenfrequenz selbst weit hinter den Leitsätzen der Lehrer zurück, die 35 Kinder als zu- lässige Höchstzahl forderten.— Der Geistliche soll als Orts- schulinspektor zwar abgesetzt werden, doch soll ihm die Aufsicht über den Religionsunterricht verbleiben. In den Schulvorstand sollen zwar auch Einwohner der Gemeinde gewählt werden können, den Frauen soll der Zutritt jedoch nach wie vor versperrt sein. Die allgemeine Volksschule wird zuschanden an der Bestimmung, wonach die Gemeinden befugt sein sollen, ncbenein- ander verschiedene Volksschularten, einfache, mittlere und höhere, zu errichten. Damit wird dem Standcsschulunfug, der jetzt schon in Sachsen arg grassiert, Tür und Tor geöffnet. Aller- dings wird die Errichtung verschiedener Volksschulen nicht mehr, wie es bisher der Fall war, direkt vorgeschrieben. Doch wird da- durch an dem Standesschulunwesen nichts geändert, denn in den Gemeindevertretungen, die in Zukunft darüber zu entscheiden haben, sitzen die Leute, die dem Standesdünkel der Besitzenden durch Errichtung von Sonderschulen mit besonderem Eifer Kon- Zessionen machen. Für schwachbefähigte Kinder sollen Hilfsschulen oder Hilfsschul- klasscn errichtet werden, verbrecherisch veranlagte Kinder aus der Volksschule entfernt und einem besonderen Unterrichte zugeführt werden.— Als wesentlichste Besserung kann die Einführung der Fortbildungsschulpflicht für schulentlassene Mädchen gelten. Dieser Unterricht soll zwei Jahre dauern, wenn die wöchentliche Unterrichtszeit wenigsten? zwei Stunden beträgt, und ein Jahr, wenn vier Stunden in der Woche Unterricht erteilt wird. Als Unterrichtsgegenstände für die Mädchenfortbildungs- schulen werden genannt: Hauswirtschaftsstunde in Verbindung mit Bürgerkunde, Gesundheitslehre, Erziehungslehre, Kinderpflege, so- wie deutsche Sprache und Rechnen.— Bemerkt sei noch, daß auch dr Fortbildungsschulunterricht für Knaben etwas ausgebaut und durch Bürgerkunde ergänzt werden soll. Diese soll auch in den letzten Jahren des Volksschuluntcrrichts gelehrt werden, während für die Knaben in der Volksschule auch HandfertigkeitSunterricht obligatorisch eingeführt werden soll. Hinter den sozialdemokratischen Volksschulforderungen bleibt bie Regierungsvorlage himmelweit zurück, doch auch die Lehrer werden schwer enttäuscht sein. Was die Regierung Plant, ist kaum als Volksschulreform zu bezeichnen. Bus dem Aahlliampf. Ein perfider Wahlschwindel. In der gestrigen Nummer veröffentlichten wir unter den Vor- ort-Nachrichten als Beweis dafür, mit welchen unsauberen Mitteln im Wahlkreise Potsdam-Osthavclland die Konservativen arbeiten, einen Auszug auS einem Artikel der ehrsamen»Potsdamer Tageszeitun g", in dem den Potsdamer Geschäftsleuten damit gedroht wird, daß dann, wenn am 25. Januar in Potsdam der sozialdemokratische Kandidat K. Liebknecht gewählt werden sollte, der Kaiser künftig nicht mehr in Potsdam Hof halten werde und ferner mehrere in Potsdam stationierte Garderegimentcr nach anderen Städten verlegt würden,— Mahnahmen, die den Pols- damer Geschäftsleuten einen beträchtlichen Teil ihrer Einnahmen entziehen würden.— Die ganze Nachricht trug deutlich die Merkmale eines perfiden Wahlmanövers. Um darüber Sicherheit zu erlangen, hat sich der Potsdamer Korrespondent des„Bcrl. Tagebl.", wie dieses Blatt mitteilt, direkt an das Kriegsininisterium gewandt und dort er- fahren, daß die Nachricht des konservativen Potsdamer Blattes glatt erfunden ist; im Kriegsministerium ist, wie festgestellt wurde, von der ganzen Sache garnichtSbekannt, und cS kann von irgendwelchen Vorbereitungen zur Umgarnisonierung von Potsdamer Regimentern gar keine Rede sein. »» » AuS Düsseldorf. In Düsseldorf hat die Liberale Vereinigung, zu der sowohl Rechtsnationalliberale wie Jungliberal? und Fort- schrittler gehören, die Parole ausgegeben:„Keine Stimme der Sozialdemokratie!" Der„Rheinisch-Westfälischen Zeitung" wird darüber ans Düsseldorf berichtet: „Die VertraucnSmännervcrsammlung der liberalen Verein!- gung hat nach stundenlanger Erörterung folgende Parole für die Stichwahl ausgegeben: Die Beteiligung an der Stichwahl wird empfohlen; keine Stimme der Sozialdemokratie. Für diese Parole stimmten 49, dagegen 34 Personen. Ein vorher gestellter Antrag. für das Zentrum einzutreteu, wurde mit großer Mehrheit ab- gelehnt. Der Vorsitzende der Fortschrittlichen Volkspartei, die ebenfalls der liberalen Bereinigung angehört, erklärte in der heute im Apollothcater abgehaltenen sozialdemokratischen Wähler- Versammlung, daß die Forlschrittler im ersten Wahlgange nicht für den nationalliberalen Kandidaten gestimant haben würden, wenn sie nicht ein Abkommen zwischen Liberalen und Zentrum für vollständig ausgeschlossen gehalten hätten. Die Lührer der liberalen Vereinigung dürfte aber der Verlauf der Vertrauens- männervcrfammlung überzeugt haben, däß die liberalen Wähler der Stichwahlparole keine Folge leisten wurden. 34 der Versam- melten hätten sich für eine Unterstützung der Sozialdemokratie ausgesprochen."... Dann behauptet das Blatt, daß von sozialdemokratischer Seite auf ein eventuelles Gemeindewahlbündnis mit den ralen hingewiesen worden sei. »• » Aus Osnabrück. Die Paiteigenossc» im Wahlkreise Osnabrück stimmen am 25. Januar für den nationalliberalen Kandidaten, nachdem dieftr die Jenaer Bedingung!« unterschrieben» hat. Die sozialdemo- kratische Parteileitung veröffentlicht dort folgende Stichwahlparole: „An die Wähler der sozialdemokratischen! Partei im 4. Hanno- Derschen Reichstagswahlkreises Ter 12. Januar hat uns einen - erfreulichen Zuwachs unserer Stimmen im Kreise gebracht und wir danken allen Parteifreunden für ihre opferfreudige Mitarbeit. In der beborstehenden Stichwahl haben wir zu entscheiden zwischen dem Kandidaten der NationaUibcralen und dem der Zentrums- Partei. Die Parteileitung fordert die sozialdemokratischen Wähler auf. am 25. Januar ihre Stimme für den Kandidaten der natio- nalliberalen Partei, Generaldirektor Stove in Berlin, abzugeben. — Herr Stove hat die vom Jenenscr Parteitag aufgestellte» Stich- Wahlbedingungen unter schriftlich anerkannt und fer- ncr folgende Erklärung schriftlich abgegeben: Ich erkenne für die bei dem Verein chemischer Fabriken Aktiengesellschaft in Zeitz bc- schäftigten Arbeiter und Angestellten das Koalitionsrecht an und werde die Leitungen der einzelnen Betriebe der Gesellschaft vcr- anlafjen, den Arbeitern und Angestellten wegen der Ausübung des Koalitionsrechts keine Schwierigkeiten zu bereiten. Ich werde auf Wunsch der Arbeiterorganisationen der betreffenden Orte mit diesen über die Arbeitsverhältnisse in den Betrieben der Gesell- schalt verhandeln und auch auf die Leitungen der einzelnen Bc- triebe einwirken, vorkommendcnfalls in solche Verhandlungen ein- zutreten. Parteigenossen! Das Volksintcressc erfordert, dah die schwarz- blaue Mehrheit im Reichstage nicht wiederkehrt! Unsere Parole ist das Ergebnis eingehender Beratung: wir erwarten, daß unsere Wähler strikte dieser Parole folgen und sich nicht durch etwa von anderer Seite ausgehende Veröffentlichungen irreführen lassen." Nationalliberal-konscrvativer Wahlschacher. In Frankfurt-Lebus treten die Konservativen in einem Aufruf für den Kandidaten der vereinigten Liberalen Bollert ein. Als Gegengabe gewähren die Nationalliberalcn— nicht der Fortschritt— in Landsberg-Soldin den Konservativen Wahlhilfc. Auch in Kalau-Luikau haben nach der„3f. Z. am Mittag" die Na- tionalliberalen erklärt, ohne besondere Parole geschlossen für den Konservativen Henning stimmen zu wollen. Zentrumskrawalle in Saarbrücken. Zu schweren Wahlausschreitungen ist es in Saarbrücken gc- lcgentlich eines Fackelzuges gekommen, der aus Freude über die Wahl Bassermanns unternommen wurde. Fanatisierte Zentrums- Wähler suchten wiederholt den Zug zu stören. Aus dem katholischen Vercinshaus wurde ein Bombardement mit Bicrgläsern gegen den Zug und gegen die Polizei veranstaltet. Zahlreiche Verhaftungen wurden borgenommen. '.» Christlich-soziale Wahlparole in Lennep. Der Wahlausschutz der christlich-sozialen Partei des Wahlkreises Lcnncp-Mettmann-Remscheid gab die Wahlparole aus: Keine Stimme dem fortschrittlichen Kandidaten(Eickhoff). •* « Ohne Trimborn kein Eickhoff! In der am Kölner Wahltag erschienenen Nummer der„Kölni- schen Volkszeitung" steht folgende.Stichwahl st immung in L c n n e p- R e m s ch e i d": .Mit Spannung sieht man dem Ausfall der Stichwahl am Montag, besonders in Köln Stadt entgegen, wo der Freisinn den So zialdemokraten gegen das Zentrum unterstützen will, während hier das Zentrum den freisinnigen Kan- didaten heraushauen soll. Dem Zentrum wäre es eine willkommene Gelegenheit gewesen, mit der Sozialdemokratie, deren Frechheit aufs höchste gestiegen ist, abzurechnen; es hat aber keine Lust, die Fußtritte, die ihm anderwärts versetzt werden, mit dem Stimmzettel zugunsten dieser Partei, des Freisinns, zu quittieren. Es herrscht unter den Zentrumswählern des hiesigen Wahlkreises eine entschlossene Stimmung: FälltTrimborn, dann fällt Eickhofs! In unseren Reihen wird zwar nicht rot gewählt, wir können aber Gewehr bei Futz halten und dem Kampfe der Gegner ruhig zusehen. Wenn also hier die rote Fahne gehißt werden sollte, dann ist es nicht die Schuld des Zcn- trums, sondern derjenigen, die ihm eine Teilnahme an der Wahl unmöglich machen. • Im Wahlkreise Konstanz-Ueberlingen haben sich die Zentrumsführer bemüht, die Sozialdemokraten zur Stichtvahlhilfe zu bewegen. Wie der„Seebote" mitteilte, wurde vor zwei Tagen der Führer der Ueberlingcr Sozialdemokratie in die' Redaktion des Zentrumsblattes, des„Linzgau-Boten" geladen, wo der Redakteur dieses Blattes, der Vorsitzende des Windthorstbundes, ein Bencfiziat und später noch der Vorsitzende der Zentrumspartei, ein Rechtsanwalt, anwesend waren, um mit dem Vertreter der sozialdemokratischen Partei über dos Eintreten der Sozialdemo- kratie für den Zentrumskandidaten zu verhandeln. Die Besprechung verlief ergebnislos, da der sozialdemokratische Partei- führer das Ansinnen der Herren ablehnte. Line SiteireichUche Kriegsparte). Aus Wien wird uns geschrieben: Immer deutlicher enthüllen sich die Umrisse einer Politik. die uns eine nahe Zukunft bescheren wird, eine Zukunft, die immer näher rückt, je älter Kaiser Franz Josef wird. Denn daß die österreichische Kriegspartei ihren Sammelpunkt in dem Thronfolger besitzt und ihre Gefährlichkeit nur von diesem Zusammenhang sich ableitet— denn was die Völker in den beiden Stackten der Monarchie betrifft, so haben sie selbstvcr- ständlich an dieser herausfordernden Politik nicht den ge- ringsten Anteil—, kann nach dem, was man weiß, nicht niehr bezweifelt werden. Wohl mag es sein, daß man in diesem kriegerischen Gehaben, das sich zu der beschaulichen Gelassen- heit der Hofburg in bewußten Gegensatz stellt, nicht mehr zu erblicken hat als die übliche Kronprinzenfronde: aber sicher ist, daß sich hier Anschauungen bilden, die ein- mal, wenn sie mit der Macht bekleidet werden, für den Frieden Europas bedrohlich und den Völkern in Oesterreich und in Ungarn sehr gefährlich werden können. Und deshalb ist in Oestereich und in Ungarn das Mißbehagen über diese bekannte-unbekannte Zukunft allgemein. Diese kriegerischen Tendenzen sind zum ersten Male bei der Entlassung des Chefs des Generalsstabs, des Freihcrrn Conrad von Hötzendorff, den die schwarzgelben Klopffechter als einen österreichischen Moltke ausgeschrien haben, sichtbar geworden. Der militärische Generalissimus wollte in Südtirol Befestigungen anlegen, eine Armee sam- meln, kurz: an der italienischen Grenze eine militärische De- inonstration in allergrößtem Stile unternehmen. Warum und warilm gerade in diesem Augenblick? Denn daß von Italien setzt, wo es mit dem Kolonialkrieg in Afrika be- schäftigt ist. von dem es nicht so bald loskomnien wird, und der ihm schwere Opfer an Gut und Blut auferlegen wird, Feindseligkeiten oder auch nur Drohungen nach Oesterreich ain wenigsten zu erwarten sind, liegt auf der Hand. Und es ist sicherlich auch eine Fabel, die die österreichischen Kriegs- Hetzer zur Begriindung ihrer auf eine�großc Militäraktion gerichteten Absicht vorbringen: daß nämlich in Narditalien xiefige Militärmassen beisammm seien, die nur auf die Be- ' endigung des tripolitanischen Feldzuges warten, um Oester reich zu überfallen, und als nichts anderes wie einen ganz gewöhnlichen Schwindel wird man die Behauptung bezeichnen dürfen, daß Italien, von dem Rausche der tripolitanischen Siege trunken— es wird wahrscheinlich weniger ein Rausch als ein Katzenjammer sein—, danach den Krieg mit Oester- reich wagen werde. Gauz im Gegenteil, soweit kriegerische Stimmungen in Italien vorhanden sind, werden sie durch die schweren Opfer, die das tripolitanische Abenteuer dem Lande auferlegt, nur iu Zügel gehalten werden: die Gefahr, die Oesterreich-Ungarn von Italien droben soll, ist also jetzt ohne Zweifel geringer als sie je war. Jene militärische Aktion, die der österreichische Moltke beabsichtigte, wäre also keines- Wegs ein Akt der Vorsicht, ein Akt der Abwehr, wäre un- zweifelhaft ein Akt der Herausforderung gewesen und hätte es auch sein sollen. Denn es ist bei den öfter- reichischen Militärs eine fire Idee gewesen, daß Italien mit uns Krieg führen will, also geht ihre Meinung dahin, daß man ihnen das Präveniere spielen, den Krieg gegen sie führen soll, wenn sie noch schwach sind, ihn also am besten jetzt führen sollte, wo sie in Tripolis einen so beträchtlichen Teil ihrer Streitkräfte festgeraunt haben. Es ist also nicht über- raschend gewesen, daß Aehrenthal gegen diese herausfordern- den Absichten der Militärpartei Stellung nahm und gegen die beabsichtigte Demonstration sein Veto setzte. Bei dem alten Kaiser drang er auch durch, und der Konflikt schloß, wie man weiß, damit ab, daß Herr von Hötzendorss unschädlich gemocht wurde, aus dem Amte des Chefs des Generalstabs entlassen und auf den ungefährlichen Posten eines Truppeninspektors versetzt ward. Aber, und das war das ernste an dem Konflikt der zwei Minister, hinter dem Generalstabschef stand der Thronfolger; die militärischen Vorkehrungen, aus denen sich so leicht ein Krieg hätte entwickeln können, wollte auch er. Daß diese Ab- ficht bei den: alten Kaiser Zustimmung nicht gefunden hat, bedeutet also nur, daß sie notgedrungen vertagt werden mußte; aber leider wird die Zeit kommen, wo kein Veto von oben mehr hindernd in den Weg treten wird. Das wird nun dann die peinliche Umwälzung sein: während Oesterreich- Ungarn heute, als Folge des hohen Alters des Kaisers, eine fast absolut friedliche Macht darstellt, wird es danach, soweit es auf den Monarchen ankommt, eine mit dem Kriege drohende Macht werden— eine Umwälzung, deren Gefahren sich niemand verschließen wird. Vorläufig richtet sich der Zorn der Enttäuschten gegen den Aehrenthal, und alles, was sich vom Belvedere Weisungen holt, iu erster Linie die Christlich- sozialen, sind auf den armen Minister losgelassen, der vor denselben Leuten vor gar nicht langer Zeft als der„öfter- reichische Bismarck" angestaunt worden war. Die Situation ist nicht unähnlich der. die nach der Marokkoaffäre zu dem Zusammenstoße des Reichskanzlers mit Herrn v. Heydebrand führte: wie der Junker unter dem Beifallsnicken des Krön- Prinzen den Kanzler angriff, weil sich dessen Politik die kriegerischen Drohungen nicht einverleiben wollte, so geht in Oesterreich der christlichsoziale Heerbann gegen den Aehren- thal los, weil dieser der kriegerischen Gebärde widerstand, wobei die Angreifer freilich von der Zustimmung des Thron- folgers nicht bloß begleitet sind, vielmehr auf dessen un- mittelbare Weisung vorgehen. Und wie sich der Junker über die Tatsache, daß die Friedenspolitik auch die Politik des Kaisers war, bedenkenlos hinweggesetzt hat. so stört es auch die schwarzgelbcn Patrioten nicht, daß sie mit der Hetze gegen die Minister indirekt auch auf den alten Kaiser losgehen: die Stützen von Thron und Altar bleiben sich eben überall gleich. Daß sich der Aehrenthal gegen die Abneigung des Belvederes lange behaupten werde können, ist nickt recht wahrscheinlich: es wird ihm nicht anders gehen als dem Kriegsminister Schönaich, dem das Belvedere, obgleich er sich in? Parlament einer ungewöhnlichen Beliebtheit erfreute und beim Kaller Liebkind war, bald zur Strecke gebracht bat: nach der Session der Delegationen wird der österreichische Bismarck wohl ausgehaucht haben. Das könnte die Welt ruhig lassen, wenn eben der alleinige Grund der von oben kommen- den Hetze nicht der wäre, daß Aehrenthal deshalb zu leicht befunden wird, weil er sich geweigert hatte, an Dingen mit- zuwirken, die zum Kriege hätten führen können, wenn ihre Absicht überhaupt nicht direkt auf den Krieg gerichtet ge- Wesen war; das kann die Welt schon ernstlich beunruhigen. Es sind dunkle Schatten, die die leider unvermeidliche Zu- kunft auf Oesterreich breitet. Hoffentlich wird die Sozialdemokratie, die jetzt durch den unseligen' tschechischen Separatismus in ihrer Bereitschaft so stark beeinträchtigt wird, bald wieder so kräftig, so einig und so geschlossen sein, um den imperialistischen Gelüsten, die die heutige Friedensstimmung einmal ablösen werden, ein energisches Paroli bieten zu können. Stichtvahlergedvisle. Nachstehend geben wir das Stichwahlergebnis der Wahlkreise, aus denen gestern noch keine Ziffern vorlagen. Kömgmeb Preußen. Ostpreußen. Mcmel tzcvdekrug. Schwabach(Natl.) 8730, Streckie»(Litauer) 5808, Merlins iSoz.) 8830, zersplittert 14. Stichwahl: Schwabach(Natl.) 11 003. Streckies(Litauer) 7281. Gewählt: Schwabach Natl.). Bisher: Schwabach(Natl.). Westpreußen. Stadtkreis Danzig. Weinhausen(Vp.) 0418, Marckwald(Soz.) 8038, Dentler(Kons.) 7121, KupczinSki(Pole) 408, Schümmer (Z.) 31, zersplittert 15. Stichwahl: Wcinhausen(Vp.) 13 578. Marckwald(Soz.) 10 735. Gewählt: Weinhausen(Vp.). Bisher: Mommsen(Vp.). Graudenz-Strasburg. Sieg(Natl.) 13 441, v. Donimirski(Pole) 12117, Wieczorkowski(Soz.) 1437. Schmidt(b. k. F.) 712, Spahn(Z.) 145, zersplittert 11. Stichwahl: Sieg(Natl.) 13 361. v. Donimirski(Pole) 12 973. Gewählt: Sieg(Natl.). Bisher: Sieg(Natl.). Brandenburg. Oberbarnim. Bruns(Loz.) 8571, Hubrich(Bp.) 6134, Bredcrcck (Kons.) 5651, zersplittert 16. Stichwahl: Bruns(Soz.) 8070. Hubrich(Vp.) 9793. Gewählt: Hubrich(Vp.). Bisher: Pauli(Rp.). j Arnswalde-Friedeberg. V. Schuckman»'(Kons.) 57», f&fen(Dtsch. Rcformp.) 4794, Brückner(Soz.) 4496, PönsgfB—jQtatL) 2798, zersplittert 13. Stichwahl: v. Schuckmann(Kons.) 7297. Brnhn(Resormp.) 9702.-ftnSffiMt Gewählt: Bruhn(Resormp.). Bisher: Bruhn(Resormp.). Pommern. Rügcn-Franzbnrg. Frhr. v. Maitzahn(Kons.) 10 244t Hehn(Bp.) 7339, Katzenstein(Soz.) 5903, zersplittert 6. Stichwahl: Frhr. v. Maltzahn(Kons.) 11 112. Heyn zö fische Regierung habe der italienischen Regierung be kanntgegeben, daß, falls die 2 9 türkischen Reisenden des Dampfers„Manuba" nach Tunis oder Marseille, nach Ajaccio oder nach Toulon gebracht würden, eine Untersuchung über ihre Identität eingeleitet werden solle. ES würden alle italienischen und türkischen Zeugen angehört werden, und falls sich unter den Reisenden Militärpersonen befänden, würde ihnen die Fortsetzung ihrer Fahrt nicht gestattet werden. Unter der Be- dingung, daß die italienische Regierung diesem Ansuchen Folge leiste, habe sich die französische Regierung bereit erklärt, alle an- deren Punkte des Streitfalles dem Haager Schiedsgericht zu unterbreiten. Falls Italien jedoch diese Vorbedingungen nicht annehmen sollte, sei die französisch« Regierung entschlossen, ohne Schwäche ihre Forderungen durchzusetzen. Zürhcl Das Ende des Revolutionsparlaments. Genosse Parvus schreibt uns aus Konstantinopel: Nach seiner Zusammensetzung bestand das erste Parlament i» der Hauptsache aus Gutsherren, Beamten und Geistlichen und einer Beimischung von Advokaten und Kaufleuten. Das war durchaus natürlich, denn die türkische Revolution kam ja nicht wie in Nußland von unten, und die Volksmassen mußten erst zur politischen Betätigung erzogen werden. Die herrschenden Elemente waren die ersten am Platze, um ihre Interessen unter dem neuen Regime wahrzunehmen, und sie bildeten dieses erste Parlament.— Zunächst stand das Parlament im Banne der revolutionären Auto- rität des„Komitees". Wer das„Komitee" zeigte durch seine Tätig- keit nach der Revolution, daß es selbst Fleisch vom Fleische und Blut vom Blute dieser herrschenden Elemente sei. Es suchte sich gerade auf diese herrschenden sozialen Schichten zu stützen, sich dem sozialen Milieu des Parlaments anzupassen. Und es entfernte sich zielbewußt von den Volksmassen. So geringfügig auch die Organisationen des„Komitees" vor der Revolution waren, so hatten sie doch einige Fühlung mit Ar- beitern und Handwerkern, und einige ihrer Mitglieder unterstützten die Schaffung von Handwerkerverbindungen. Das hörte mit der Revolution auf. Die Handwerkerorganisationen wurden bernach- lässigt, die Komiteeleute entfernten sich immer mehr vom werk- tätigen Volke und nahmen schließlich den Arbeitern gegenüber eine direkt feindliche Stellung ein. Wenn auch die Gesetze, die das Streikrecht der Arbeiter der öffentlichen Betriebe einschränken, unter dem Druck der Großmächte votiert wurden, so ist doch der Polizeikampf, der gegen die Arbeitergewerkschaften und gegen die sozialistischen Organisationen geführt wird, der eigenen Initiative des„Komitees" zuzuschreiben. Das„Komitee" war überhaupt bestrebt, sich nicht als revolu- tionäre, sondern als staatserhaltende Kraft zu entfalten. Getreu dieser Taktik suchte eS auch in der auswärtigen Politik Anschluß nicht an die Völker, sondern an die herrschenden Ele- mente. Sie erlebten die Genugtuung, daß die türkische Revolution nicht nur salonfähig, sondern selbst hoffähig wurde. DaS Land aber bat das schwer büßen müssen. Sie suchten Freundschaft mit der Hochfinanz, und die Hoch- finanz verlangte, daß sie ihr ihr Vaterland verkaufen. Sie suchten Freundschaft mit den Regierungen, und die Re° gierungen verlaligten, daß sie ihnen ihr Vaterland verraten. Indessen je mehr der revolutionäre Nimbus des„Komitees" schwand, desto mehr wagten sich im Parlament einzelne Interessen- gruppcn hervor. Ter Kampf um die Macht, um die periodische Ausnützung der politischen Stellung, um die Teilung der Beute, der alle politischen Vertretungen charakterisiert, wenn sie sich aus Leuten zusammensetzen, die an eine bevorzugte soziale Stellung, cm Macht und Reichtum gewöhnt sind, griff immer mehr um sich. Da einige unter den Komiteeleuten auch persönlich zeigten, daß sie eS wohl verstehen, Rang und Stellung zu erreichen und den politischen Einfluß geschäftlich auszunützen, so faßten die Alten die Jungen einfach als Emporkömmlinge auf, die sich in ihre Reihen drängten. Unter diesen Umständen war sowohl ein Pak- tieren mit den Jungen wie aber auch ein Widerstand ihnen gegen- über möglich. Die Alten begannen sich zu regen; ja, sie traten jetzt selbst als Junge aus, lernten die parlamentarischen Waffen zu gebrauchen und machten Opposition— zum Schutz« des Paria- mentarisn.us, im Interesse ihres eigenen Emporkommens. So entstand ein wahres Chaos von Jnteresienkämpfen. Intrigen, Beütcjägerei, ein persönliches Ringen und Würgen, wobei kein Mittel unbenützt blieb, inklusive Meuchelmord und Landesverrat— kurz, die alte B y z a n z lebte unter dem parla- mentarischen Regime wieder auf. Aber wenn auch der Parlamentarismus diese EntWickelung nicht hat verhindern können, so führt er doch selbst über sie hinaus. Die wilden Kämpfe kleiner Gruppen lassen keine einzelne dieser Gruppen aus die Dauer an der Macht festhalten. Die Gruppe, die an der Macht ist. vereinigt schließlich alle anderen gegen sich. Das ist es, was jetzt in der Türkei geschehen ist. woraus sich der Bruch zwischen der Regierung und vem Parlament erklärt. So- dann aber spielen sich alle diese Jntercssenkämpfe im Parlament vor den Augen des Volkes, in breiter Oeffentlichkeit ab, sie dis- kreditieren die Parteien und erwecken den Protest der Volks- Massen, wobei die jedesmalige Opposition eifrig bemüht ist, diesen Protest durch ihre Agitation möglichst zu verschärfen und zu ver- allgemeinern. Und diese umstllrzlerische Wirkung deS Parlaments, daß das Parlament die Politik der herrschenden Elemente sie war der zweite und auSschlag- gebende Grund für die Auflösung des türkischen Parlaments. fmnlanck. Fortschreiteiide Regierungsbarbarei. Unser finnländischer Mitarbeiter schreibt uns: Seitdem Ko- kowzew die Liquidation der politischen Erbschaft Stolypins in trautem Einvernehmen mit den echtrussischen Pogromisten betreibt, wird auch in Finnland die von Stolypin inaugurierte Erobc- rungspolitik energisch fortgesetzt. Die russische Regierungsbarbarei bleibt sich eben überall treu. Ob sie ihre bluttriefenden Hände nach Persien, nach der Mongolei, nach dem Balkan oder nach Finn- land ausstreckt, überall ist Vernichtung von Menschenglück, Tod und Zerstörung ihr Ziel. Nicht die«gelbe Gefahr" bedroht die heiligsten Güter der Völker Europas, eine wirkliche Gefahr für die Zivilisation ist der russische Zarismus, der mit der Blutgier eines Vampyrs die Kulturfeindschast des Barbaren vereinigt. Ueberall heftet sich Verrat, Gemeinheit, Blut und Tod an seine Fersen. Man sollte meinen, daß die russischen Regierungsbarbarcn wenigstens in Europa, vor den Augen der„zivilisierten Welt" doch etwas weniger brutal sein müßten als in Asien. Aber weit gefehlt! Der russische Zarismus ist sich dessen bewußt, daß er in der kapita- listischen Reaktion Westeuropas seinen sichersten Rückhalt hat, und daß alle Prinzipien der Humanität und des Fortschrittes vor dem Ränkcspiel der internationalen Diplomatie zerschellten. Die Herr- schenken Klassen Europas liebäugeln sogar mit dem barbarischen Zarismus und verleihen ihm eine Stärke und einen Einfluß, der seiner inneren Kraft keineswegs entspricht. DaS Schicksal Persiens und Finnlands, die Qualen der russischen Freiheitskämpfer und der infame Justizmord an den sozialdemokratischen Abgeordneten der zweiten Duma sind dem bürgerlichen Europa höchst gleichgültig. In Finnland hat die russische Regierung bisher nicht den nötigen Anlaß finden können, um ebenso wie in Persien mit Kriegsgerichten und Hinrichtungen, mit Mord, Brand und Plünde� rung vorzugehen. Sie versucht es deshalb, von der reaktionären Duma unterstützt, mit der„friedlichen Durchdringung" des Landes. Dies System besteht in folgendem: Vor allen Dingen werden mit Hilfe deS klingenden Mammons käufliche Elemente unter den finnischen Reaktionären gesucht, die der russischen Regierung bei ihrer Unterdrückungspolitik zur Hand gehen. In der höchsten Verwaltungsbehörde, dem Senat, gibt es bereits solche Elemente aus den Reihen der Altfinnen, die bereit sind, auch die brutalsten Verfügungen des Säbelsenats mit zu unterzeichnen. Die Polizei hat bereits längst aufgehört, etwas anderes zu sein als ein In- strument der Unterdrückung des Volkes. Auch die finnische Justiz ist bereits von der russischen Regierung zertrümmert worden. Bis- her war der Richterstand, da er unabsetzbar ist, soweit daS in einem Klassenstaate möglich ist, dem Gesetze treu. Nun ist aber die ju- ristische Abteilung des Senats in eine Instanz umgewandelt war- den, wo alle Prozesse ihre endgültige Erledigung finden. Die zahl- reichen Majestätsbeleidigungs- und Landesverratsprozesse fanden früher ihre endgültige Erledigung in den Hofgerichten. Gegen Freisprechung der Hofgerichte fand keine Appellation an den Senat statt. Jetzt ist es anders geworden. Die freisprechenden Urteile der Hofgerichte werden im Senat zu harten Verurteilungen um- gewandelt. Mehrere Redakteure der Arbeiterpresse sind auf diesem Wege in den Kerker gekommen. Auch die Verantwortlichkeit der Beamten ist nun von dem Prokurator Chosjainow zertrümmert worden. Sämtliche Klagen, die in der letzten Zeit wegen Ver- letzung der Versammlungs-, Rede- und Preßfreiheit gegen eine Reihe von Beamten erhoben wurden, sind auf Verfügung deS ProkuratorS, dessen Pflicht es ist, Recht und Gesetz im Lande auf- recht zu erhalten, abgewiesen worden. Derselbe Beamte �at zugleich verfügt, keine Anklagen gegen Beamte aus ähnlichen An- lassen anzunehmen. Der Vernichtung der bürgerlichen Freiheiten ist damit Tür und Tor geöffnet. Dies alles genügt aber den Petersburger Raubpolitikern noch nicht. An die Stelle der finnischen Beamten sollen nun russische Kreaturen kommen. Zu diesem Zweck ist in der Duma eine Vor- läge über die Gleichberechtigung der Russen in Finnland eingc- bracht und angenommen worden. Ihm folgte das Gesetz über die „gleichartige Regelung" des Presse- und VereinLwesenS in Finn- land wie in Rußland. Erwähnt sei noch daS Bestreben der russischen Militärs in Finnland, durch provokatorische Maßnahmen den Boden für den Belagerungszustand vorzubereiten. In der- selben Richtung arbeitet auch der Generalgouverneur Sehn, der durch Auskundschaftung der Vorstandsmitglieder verschiedener Ver- eine und Verbände, vor allem der Arbeitervereine Material für die künftigen Proskriptionslisten zu beschaffen sucht. So sieht es nun in Finnland mit der russischen Eroberungspolitik aus. Die Selbsttätigkeit des sinnischen Volkes wird auf allen Gebieten gehemmt, die finnische Staatskasse wird von den Petersburger Bankerotteuren ausgeplündert und das mühsam aufgerichtete Gebäude des Fort- chritts verfällt der barbarischen Unkultur einer Rotte fauler Macht- Haber, die den Kadaver des russischen Absolutismus hüten, Letzte rfochrichteti« Maura wird nicht Canalejas Nachfolger. Madrid, 23. Januar. Die Rückkehr der Konservativen zü( Macht, welche heute morgen für fast wahrscheinlich angesehen wurde, erscheint nunmehr schtoicriger. Man spricht von einem liberalen Kabinett unter Mo rat oder NomanoneS. Die liberale Presse gibt ihrer einstimmigen Verblüffung über die Krise Ausdruck und erhebt Einspruch gegen die Art und Weise, wie diese hervorgerufen worden sei. (Canalejas hat aus Umtriebe MauraS demissioniert.) Dringender als die Notstandsbcseitigung. Petersburg, 23. Januar.(W. T. B.) Der Marineminister for- derte heute im Ministerrat einen Nachtragskredit von 11509 009 Rubel zum Van der Schwarzen Meer-Flotte. Frauen als Falschmünzer. Köln, 23. Januar.(H. B.) Zwei im benachbarten M ü l- heim a. Rh. wohnende Frauenspersonen wurden gestern abend hier verhaftet, weil sie falsche Zweimarkstücke verausgabt hatten. Eine von ihnen ist geständig, die Geldstücke selbst hergestellt zu haben, die andere ist bei der Anfertigung behilf?» gewesen. Auch in anderen Vororten KölnS sind falsche Zweimarkstücke verausgabt worden. Aerantw WI6frtW«iM m-r-rin Inseratenteil m--sin'Driiit ii.Berlaa: Vorwärts Buckdr. u Verlaasansfalt Nledcrgebrannte Färberei. Eilenburg, 23. Januar.(W. T. B.) In der Eilenburger Kattun-Manufakwren-Aktiengcsellschast brach in der vergangenen Nacht vermutlich infolge Selbstentzündung ein größeres. � u e r aus, das die Färberei z e r st ö r t e. Der Schaven ar». Maschinen und Gebäuden ist durch Versicherung gedeckt. Ter chaoen an Waren ist u n e r h e b l i ch. Die Betriebsstörung wird nach Mitteilung des Vorstandes nur eine kurze sein, da ein Um- sichgreifen des Feuers aus die übrigen Gebäude verhindert wird. Eisenbalinunglnck. Bukarest, 23. Januar.(P. C.) Heute ereignete sich bei Bra- nesti auf der Strecke Bukarest— Konstanza ein Zusammenstoß zweier Eisenbahnzüge. Beide Lokomotiven wurden aus den Schienen geschleudert und eine Anzahl Waggons umgeworfen. Zwei Personen des Zugpersonals sind tot, vier Reisende wurden schwer, eine größere Anzahl leicht verletzt. Pai>l?'nqe?�Eo..Berlin?!1V. Hierzu 3 Beilagen«.Nnterhaltungsbl. 9, i9. 29.1.N..8. j Ktilllßt des JortDürts" Kerliiltt AIKsdlM. vis hegende vom alten frftz. Die liberalen Geschichtsschreiber und erst recht unsere! liberale Journalistik sind seit jeher bemüht gewesen, Friedrich den Großen, den Freigeist auf dem Thron, zu einer Art Vor- i känipfer liberaler Ideen zu stempeln. Bis zum Ueberdruß hat die liberale Presse das Wort von den Konfessionen, die toleriert werden müssen, und den Gazetten, die nicht geniert werden dürfen, wiedergekäut. Und auch in den Gedächtnis- artikeln, die unsere liberale Presse sich diesmal leisten wird, werden wir diese schnöde mißbrauchten Aeußerungen eines zielbewußten Despotismus wiederum als den Ausdruck reinster Toleranz preisen sehen! Und das. trotzdem Franz Mehring in seiner klassischen„Lessing-Legende" die Entstehung des friderizianischen Mythus unter die Lupe ge- uommcn und dessen Nichtigkeit in der schlagendsten Weise aufgezeigt hat. Aber unser Liberalismus lebt nun einmal von politischen Illusionen, und er mag deshalb auch nicht auf die alte liberale Illusion verzichten, wonach Friedrich II. ein geistiger Ahne und politischer Vorkämpfer freiheitlicher Be- strebungen gewesen sein soll. Und doch gibt es kaum ein schlagenderes Beispiel für die Richtigkeit der materialistischen Geschichtsauffassung, als gerade die politische Wirksanikeit dieses begabtesten Hohenzollernkönigs. Gerade die Geschichte Friedrich II. zeigt, daß die Verhältnisse stärker sind als die persönlichen Eigenschaften, daß die ökonoinischen und politischen Zustände eines Landes dessen Entwickelung bedingen, nicht aber die besonderen psychischen Dispositionen sei es selbst eines absoluten Monarchen. Friedrich II., der größte Kriegsheld unter den Hohen- zollern. schien von Haus aus seinen Anlagen und Fähigkeiten nach zu allem anderen vorherbestimnit als zur Erringung kriegerischen Lorbeers. Sein Vater, der nüchtern-derbe Friedrich Wilhelm I. verspottete, haßte und verprügelte ihn als„Ouerpfeifer und Poeten". Und scheinbar von seinem Standpunkte aus mit vollem Recht. Denn bis kurz vor seinem Regierungsantritt interessierte sich der Kronprinz Friedrich weit weniger für die Regierungsgeschäfte als für Musik, Poesie und Philosophie. Er schien ganz in schön- geistigen Neigungen aufgehen zu wollen, und soweit der Aesthet und philosophische Freigeist sich auf seine Regierung vor- bereitete, verriet er eine Auffassung von dem künftigen Herrschcrberuf, die etwa jenem Ideal entsprach, das Voltaire in seiner Henriade verherrlicht hatte: dem Ideal eines wohlwollenden, sein Volk beglückenden, reformbegeisterten Herrschers, der von seiner Macht nur Gebrauch macht, um den bürgerlichen Reformen zum Siege zu verhelfen. Spottete er doch in einem Briese an Voltaire über die Leiden- schasten der Fürsten für ihre Stamnibäume, wie er denn überhaupt mit überlegener Skepsis alle fürstlichen Vorurteile abtat. Die Herrscherstellung des Fürsten, so führte er in feinem Anft-Machiavell aus, beruhe auf einem Vertrage mit dem Volke. Daher müsse die Sorge für die Gerechtigkeit und das Wohlergehen des Volkes die vornehmste Aufgabe fürst- licher Tätigkeit sein, während alle persönlichen und egoistischen Motive, wie Ehrgeiz, Herrschsucht, im Idealbild des guten Fürsten zurückzutreten hätten. Besonders eiferte er gegen die Eroberungsgelüste der Fürsten:„Was kann, ich bitt' Dich, einen Menschen dazu antreiben, sich vergrößern zu wollen, worauf kann er den Plan gründen, seine Macht wachsen zu lasten, wenn dieses Wachstum doch nur mit dem Elend und mit dem Untergang anderer Menschen bezahlt wird? Wie kann nian glauben, sich berühmt zu machen, wenn man nur Unglückliche schafft? Die neuen Eroberungen eines Fürsten machen die Länder, die er besaß, nicht wohl- habender und reicher: seine Völker haben gar keinen Vorteil davon und er täuscht sich, wenn er glaubt, selbst dadurch glück- licher zu werden.... Das heißt viele Menschen unglücklich machen, um die Phantasie eines einzigen zu befriedigen, der oft nicht einmal verdient hätte, daß man auch nur seinen Nanien kennt." Allerdings sagten schon vor der Thron- besteigung die auswärtigen Diplomaten dem philosophierenden Thronerben brennenden Ehrgeiz nach. Der französische Ge- sandte schrieb nach Hause:„Der ivahre Gegenstand seiner Wünsche ist der Ruhm". Und der österreichische Gesandte be- richtete:„Sein Grundsatz ist. mit einem großen Schlage zu beginnen." Trotzdem verriete es nur eine ganz primitive Psychologie, wollte man die philosophischen Deklamationen Friedrichs über den Fürstenberuf der Völkerbeglückung etwa nur als Spielerei oder gar Heuchelei betrachten. Friedrich mag eS mit seinen Vorsätzen durchaus ernst gemeint haben. Der Hcrrscherchrgeiz an sich verträgt sich auch durchaus mit seiner philosophischen Vorurteilslosigkeit und seinen philanthropischen Tendenzen. Allein seine Geburt Hatto ihn auf einen Posten und vor die Lösung politischer Ausgaben gestellt, bei denen sofort seine Philosophie und Philanthropie in die Brüche gehen mußten. Der preußische Militärstaat war eben ein hartnäckiges Ding und seiner gänzen Entstehung und Entivickelung nach von dem Regierungsidea! des Kronprinzen so total verschieden, daß Friedrich entweder an den ehernen Realitäten des preußische» Systems zerschellen oder aber sich den gegebenen politischen Notwendigkeiten widerstandslos fügen mußte. Und Friedrich rieb sich nicht in vergeb- lichem Widerstand aus, sondern er bequemte sich den gegebenen Verhältnissen vollständig an, derart, daß der ver- meintlich freigeistige, reformfreudige Fürst in Wirklichkeit nichts wurde, als der typischste Vertreter des aufgeklärten Despotismus und der willfährigste Förderer der junkerlich- feudalen Interessen. Unter Friedrich II. gerade entwickelte sich Preußen noch konsequenter als bisher zum Militärstaat schlechthin, dessen politisches und ökonomisches Rückgrat das Junkertum bildete und dessen Volksmosten unter absoluter Rechtlosigkeit und ärgstem ökonomischen Druck seufzten. Dieser Militär- und Junkerstaat Preußen existierte schon lange zuvor. Schon der große Kurfürst hatte dazu das Fundament gelegt. Auch dieser Ahne Friedrichs hatte damit freilich keine freie Schöpfting geschaffen, sondern nur die Konsequenz aus ben Verhältnissen gezogen. Nach den Wehen des dreißig- lährigcn Krieges lag für den Beherrscher des hart mit- genommenen brandenburgischen Staates nichts näher, als durch Schaffung einer starken Militärmacht für die Zukunft zu verhüten. daß der Staat wiederum der wehrlose «Pielball mit einander ringender Gegner werden konnte. Tie Vorbedingung für die Schaffung des Militär- ! staates, ein wirtschaftlich rückständiges Land mit fast rein bäuerlicher Bevölkerung und ein für Militärdienste I ebenso geeigneter wie geneigter Adel, war ja gegeben. Und indem Friedrich Wilhelm die Bauern dem Junkertum preisgab, machte er den Adel seinen Wünschen gefügig. Der Vater Friedrichs IL, der König Friedrich Wilhelm, führte die Militarisierung Preußens mit eiserner Konsequenz fort. Dieser Monarch machte daneben freilich auch den Versuch, seine fürst- liche Souveränität gegenüber dem Regiment der privilegierten Junkerkaste fester zu stabilisieren. Sein Streben war namentlich darauf gerichtet, durch Schaffung eines starken und der Krone ergebenen Beamtenelements, zu dem auch ein starker Prozent- satz Bürgerlicher hinzugezogen wurde, den Einfluß des Land- juukertums möglichst einzuschränken. Aber dieser Versuch scheiterte an der Macht des Adels. Militärstaat und Junker- Vorherrschaft bedingten und ergänzten sich nun einmal gegen- seitig. Gegen die Vermehrung des Heeres hatten die Junker, die sich selbst vor den Lasten der Heeresvermehrung ja virtuos zu schützen verstanden, nichts einzuwenden, da ihnen ja die Offiziersposten reserviert blieben, die bei der Art der Rc- kruticrung und Besoldung der Mannschaften für sie das denkbar glänzendste Geschäft darstellten. Das blieb genau so auch bei Friedrich U. Wenn auch der Fähnrich und der Leutnant gerade keinen üppigen Sold erhielten, so hatte doch der Junker, der es erst bis zum Hauptmann gebracht hatte, die günstigste Aussicht, es auch ohne unerlaubte Kunstgriffe binnen einer Reihe von Jahren zu einem Vermögen.zu bringen. Erhielt doch der Hauptmann als Pauschsumme die ganze Löhnung ftir alle etatsmäßigen Unteroffiziere und Ge- meine. Da er nun seit der Kantonsverfassung vom Jahre 1763 das Recht hatte, die einheimischen Soldaten auf 9 oder 19 Monate wieder in ihre Heimat zu entlassen, so konnte er ein gut Teil ihrer Löhnung im Laufe des Jahres in die eigene Tasche stecken. Da es aber um 1759 bereits weit über 9�9 Kompagnien in der preußischen Armee gab und jede dieser Kompagnien ihrem Hauptmann das Ansammeln eines Kapitals erlaubte, so liegt auf der Hand, in welch eminenter Weise das Junkertum an dem militärischen System Preußens materiell interessant war! Es leuchtet ein, daß auch das größte Genie und eine noch viel leidenschaftlicher freigeistiger Philosophie ergebene Natur aus solch verjunkertem Militärstaat keinen bürgerlichen Freistaat hätte schaffen können. Es verrät deshalb nur den trotz aller ästhetischen Neigungen klaren Blick Friedrichs, daß er bei seiner Thronbesteigung im Jahre 1749 an dem Negierungs- system des geistig ihm so unähnlichen Vaters so gut wie nichts änderte, sondern die traditionelle preußische Politik unentwegt iveiter führte. In einer Beziehung fiel der von unseren Liberalen verhimmelte' Freigeist sogar noch hinter seinen Vater zurück: darin nämlich, daß er die Begünstigung des Adels noch.: viel, konsequenter betrieb und ff die von seinem Vater geschaffenen Ansätze eines kräftigen Beamten- tums wieder beseitigte. In einem Punkte namentlich wurde der sonst klarblickende Monarch ein Opfer seiner philosophischen Einbildungen. Er wähnte, dadurch, daß er den Absolutismus bis auf die Spitze trieb und die gesamten Venvaltungs- geschäfte dcS Staates unter Ausschaltung einer relativ selbst- ständigen Beamtenschaft selbst übernahm, in der Tat der„erste Diener des Staates" fein zu können. Der erste„Diener" eines Staates, den er doch selbst verkörperte, genau wie der französische Sonnenkönig sich eingebildet hatte, den Staat in seiner Person zu repräsentieren. Wie sehr Friedrich den Staat als sein Eigen- tum betrachtete, geht aus seinem Testament hervor, worin er neben seinem„Gold- und Silbergeschirr. Bibliothek. Bilder- galerie" usiv., auch daS„Königreich Preußen" wie den ersten besten Mcierhof seinem Neffen vermachte. Diese absolutistische Einbildung Friedrichs, persönlich das ganze Staatswesen dirigieren zu können, lieferte es in Wirklichkeit nur um so mehr dem mitregierenden Junkertum aus! Denn so sehr Friedrich sich auch um alle möglichen Einzelheiten kümmerte und sich häufig an die kleinlichsten und nichtigsten Dinge verzettelte, so wenig vermochte er gerade deshalb die Zügel fest in der Hand zu behalten. Dieser Wahn des auf- geklärten Despotismus rächte sich in der verhängnisvollsten Weise. Daß der preußische Staat allmählich einem Fäulnis- Prozeß verfiel, der dann bei Jena so kraß zutage trat, liegt im wesentlichen in nichts anderem begründet als dem selbst- herrlichen Negierungssystem Friedrichs II., das den Staat einem mehr und mehr korrumpierten Junkertum auslieferte. Es ist hier nicht die Stelle, weitläufig von den Kriegen zu handeln, in die Friedrich sich gleich bei seiner Thron- besteigung stürzte. Doch muß hier festgestellt werden, daß diese Eroberungspolitik keinesivegs allein dem Ehrgeiz des jungen Thronerben entsprang, sondern wiederum ganz in den Tradiftonen der brandenburgisch-preußischen Militärpolitik lag. War es doch nur das Vermächtnis des Großen Kurfürsten, das Friedrich II. durch seinen Einfall in Schlesien realisierte. Auch über die strategischen Fähigkeiten Friedrichs soll hier kein Urteil gefällt werden. Sicher ist, daß Friedrich, der lebendige und vielseitige Geist, auch auf strategischem Gebiete hervorragende Eigenschaften verriet. Ebensowenig soll ihm bestritten werden, daß er auch in den schwierigsten Zeiten eine unverzagte und heroische Fassung bewies, die von ungewöhnlichen Charaktereigenschaften zeugte. Eine andere Frage allerdings ist es, ob die Friedrich-Mythologcn wirklich ein Recht haben, den Preußenkönig als überragenden Genius hinzu» stellen. Friedrich hat nicht nur durch energische Vorstöße und überraschende Augriffe glänzende Siege errungen, sonder« sich auch durch seine Wagehalsigkeit oft genug schwerste Niederlagen zugezogen. Die unparteiische Geschichte wird auch den österreichischen Gegnern Friedrichs Gerechtigkeit widerfahren lassen müssen. Das Geheimnis der Erfolge Friedrichs aber hat schon Clausewitz sehr gut mit den Worten gekennzeichnet:„Die Feldherren, welche Friedrich dem Großen gegenüberstanden, waren Männer, die im Auftrage handelten und eben deswegen Männer, iit welchen die Behutsamkeit ein vorherrschender Charakterzug war. Ihr Gegner war. um es kurz zu sagen, der jtriegsgott selbst." Uebrigens sprach Friedrich selbst in seinen Schriften mit an- zuerkennender Bescheidenheit von seinen kriegerischen Erfolgen. DaS Heer Friedrichs aber war alles andere als eine kriegsbegeisterte Armee von Helden. Durch Zwang zusammen- gebracht, wurde es nur durch den Stock zusammengehakcen. Wo sich den preußischen Soldaten die Möglichkeit irgend dazu bot. desertierten sie in Massen. Um die Desertion' zu verhüten, stiegen die Soldatenmißhandlungen ins Unerträg- liche. Die abscheulichen Stubenexekutionen begannen sich damals einzubürgern. Selbstmord und Wahnsinn rafften zahl- reiche Rekruten hinweg. Und auch das muß konstatiert»verden, daß Friedrich, der die Osfizierstcllen eifersüchtig dem Junker- tum reservierte, keineswegs besonderen Scharsblick für die Tüchtigkeit dieser Offiziere bewies. Wenn man nun gar von der sozialen Tätigkeit Friedrichs ein so großes Wesen gemacht hat, so bedarf diese � Geschichts- klitterung erst recht der schärfsten Korrektur. Es liegt auf der Hand, daß ein relativ so schwach bevölkerter Staat wie Preußen für die Kriege und die enormen militärischen Friedenslasten Unsummen aufbringen mußte. Die Militär- kosten verschlangen derartige Summen, daß für wirkliche Kultur- arbeit nur äußerst wenig übrig blieb. Nach der Berechnung des Ministers v. Hertzberg hat Friedrich in den 23 Jahren von 1763 bis 1736 kaum mehr als 24 Millionen Taler für die Hebung der„allgemeinen Wohlfahrt" aus- gegeben. Viele Millionen davon verschlangen aber allein seine kostspieligen Prunkbauten, die er in Potsdam errichten ließ. Ein sehr großer Teil der Friedens- ausgaben wanderte zudem in die Taschen der Junker. Nach dem Siebenjährigen Kriege erhielten die Städte nur der- hältnismäßig sehr wenig, die westfälischen Städte z. B. ganze 25999 Taler. Aber selbst den 109999 Talern. die er Frank- furt an der Oder zum Wiederaufbau der Häuser und zur Hebung der Industrie anwies, stehen 2'/z Millionen gegenüber. die allein dem Adel Pommerns und der Neumark gespendet wurden. Auch die Aufwendungen für Meliorationen werden von bürgerlichen Geschichtsschreibern kolossal übertrieben. So z. B. die Eindeichung der Oder und die Besiedelung des vor- her versumpften Oderbruchs.„Hier habe ich eine Provinz in: Frieden gewonnen", sagte Friedrich selbst. Tatsächlich aber waren es nur 1200 Familien, die hier in 43 Kolonialdörsern an- gesiedelt wurden. Demgegenüber lastete das System der direkten und indirekten Besteuerung ftirchtbar schwer auf der Bevölkerung, namentlich dem Bauernstande. Und während den Bauern schier uncrschwing- liche Abgaben erpreßt wurden, wurden auch die indirekten Steuern in Gestalt der Akzise, die an französische Steuer- erheber, die Friedrich selbst ein Gaunergesindel nannte, ver- pachtet waren, immer drückender. Fast alles aber verschlang der Militarismus, während die Ausgaben z. Ä. für das Schul- we.scy..yersch>vinlwn�.LMMsüMe waren. Dabej wqr � um die Hochschulen ebenso elend bestellt wie um die VolkK schüren. Man braucht nur aus die kläglichen Etats der vier Landes- Universitäten einen Blick zu werfep. Duisburq haits.'ktzlS, Königsberg 6929, Frankfurt an der Oder 12 648 und Halle 18 116 Taler Einkünfte. So sieht im Lichte der nüchtenien Tatsachen das Regiment auS, das der freigeistige, liberale oder gar soziale Preußen- könig geführt hat." Indem wir aber den Mythus, den eine byzantinische Hohenzollernlcgcnde und eine liberale Ideologie um die Person und die Taten Friedrichs gewoben haben, unbarm- herzig zerstören, sind im Grunde gerade wir es, die das Bild des bedeutendsten Hohenzollernkönigs von entstellenden Flecken säubern. Denn man kann Friedrich im Grunde doch keinen schlechteren Dienst leisten, als wenn man ihm Absichton unterstellt, die er niemals durchführen konnte, als wenn man ihm eine Mission zuschreibt, die völlig aus dem Nahmen seiner Persönlichkeit und der politischen und sozialcu Möglichkeiten seiner Zeit herausfiel. Gerade darin bestand die Größe Friedrichs U., daß er, der ästhetische Schwärmer, der„Ouerpfeifer und Poet". im großen und ganzen sich in die politischen Reali- täten seines Staatslebens so überraschend schnell hinein- fand. Auf den Ruhm des regierenden Freigeistes, des libe- ralen oder gar sozialen Monarchen muß Friedrich freilich unter solchen Umständen völlig verzichten und sich mit dem ihm von einsichtigerer Seite gespendeten Lobe begnügen, daß „der beherrschende Gesichtspunkt seiner Politik im allge- meinen und seiner Wirtschaftspolitik im besonderen der war, die ökonoinischen Bedingungen für die militärisch- politische Machtentfaltung des Staates zu erfüllen". Und es unterscheidet die konservative Geschichtsdarstellung nur vorteilhaft von der liberalen Ideologie, wenn- in dem 12. Beiheft zum„Militär-Wochenblatt" der Privatdozeut Dr. phil. Skal- »veit einen Aufsatz über die Wirtschaftspolitik Friedrich hes Großen resümierend dahin zusammenfaßt: „Also: die noch halb feudale Gesellschaftsordnung mit ihren Standes- und Erwerbsnnterschieden ist in dem Frieden- zianischen Preußen zur Unterlage für eine eigentümliche Art von politischer Arbeitsteilung geworden. Der Edelmann, der Bürger, der Bauer— ein jeder hat seine besondere Last und Arbeitsleistung für den Staat und er wird dafür in seiner besonderen wirtschaftlichen und Erwerbssphäre geschlitzt und erhalten. Diese Lasten sind nicht gleich ver- teilt, das brachte eine jahrhundertelange Entwickelung mit sich und das hat das System auf die Dauer unhaltbar gemacht: der Bürger hat schwerer zu tragen als der Edel- inann und der Bauer am allerschwersten: aber alle- Stände tvaxen doch bereits in den Dienst des Staates gestellt, uiid ihre Leistungen für das Heerwesen waren das regulierende Prinzip der wirtschaftlich-sozialen Poliftk Friedrichs des Großen." Tie Nutzanwendungen für die Gegenwart liegen iiichr allzu fern. Denn auch im 20. Jahrhundert hat sich der Grundzug der preußischen Poliftk, die inzwischen ja auch die Reichspolitik beherrscht, kaum wesentlich verändert. Die ganze preußisch- deutsche Politik ist auf den Militarismus, auf die Begünstigung des Junkertums(und der Schlotjunkcr) eingestellt, und der Erwerbsstand hat wie im 18. Jahrhundert die schwersten Lasten zu trägem Der Unterschied ist nur der, daß heute dem borussischeu Geiste in der Sozialdemokraftc ein unüberwindlicher Gegner erwachsen ist. Die feudal-absolutistische Barbarei des junkerlichen Militärstaates hat trotz der modernen kapitalisft? scheu Auffrisierung in der Aera der Weltpolitik im Sozialismus seinen Ueberwinder gefunden! IL L. Weitere LliickMMtelegrZwnie zu unierem Wahlsiege. Die öffentliche Versammlung derAmsterdamerGenossen feierte den glänzenden Sieg unserer musterhaften Bruderpartei und sendet Euch ihre Wünsche.« Der Vorstand der sozialdemokratischen Föderation. Vanderwaerden. AuZ Madrid kam folgendes Telegramm: Das National- komitee der spanischen Sozialdemokratie sendet enthusiastische Glück- wünsche zu dem glänzenden Triumphe bei den Wahlen. Pablo JglefiaS. Ferner hat die Filiale Glasgow, der British Social! st Party in einem Schreiben die herzlichsten Glückwünsche zu dem glorreichen Wahlsiege übermittelt. Glückwunschschreiben sind auch eingegangen von der British Socialist Party aus den Filialen: East-St., PancraS, London; Jnsburry, London dl; North-Jslington, London N; GolderS Green, London IlW; Hampstead, London WO; Enfield, Middlesex; South- Jslington, London dl; Walthamstown, London D; Hentiahtown, London dl; Brixton, London; Central Hackney, London dlO; Komitee zur Feier des 1. Mai, London; WilleSdon Social Democratic Club and Institute; Jndependent Labour Party, Browlen Brauch, London. AuS Boston kommt ein Glückwunsch des AuSlandSkomitees der armenisch-sozialistischen Partei; auS TammerS« s o r S einer derfinnländischenSozialdemokraten; aus Karlsbad einer von der westböhmisch?» Kreisvertretung. Außerdem hat„LÄvanguardia", v att der italienischen Jugendgenossen, aus Rom Glückwünsche gesandt. Z Familie fetzt geringer sei als damals, als getviffe diplomatische Persönlichkeiten ihm finanzielle Unterstützung versprachen, die je- doch nie gekommen ist. Dadurch sei er seinerzeit bewogen worden, mit den Revolutionären einen Wvffenstillstand abzuschlietzen, der besser nicht geschehen wäre. Militärische Operationen der Revolutionäre gegen Peking. London, 23. Januar.„Daily Telegraph' meldet aus Peking: Die republikanische Regierung hat 13 Dampfer der Chinesischen Schiffahrtsgesellschaft gechartert, um den Hauptteil der Expedi- tionskolonne nach der Küste von Schantung zu bringen. Die Vorhut unter Langtienweit, etwa eine Brigarde stark, ist bereits ig Tschifu angelangt. Ser Krieg. Ter Kampf bei Gargarcsch in türkischer Darstellung. Konstantinopel, 23. Januar. Ueber den Kampf bei Gar- garesch am 18. Januar veröffentlicht„Tanin" folgenden Bc- richt auS authentischer türkischer Quelle: Am ZRorgen rückte eine feindliche Kolonne, aus Infanterie, Kavallerie und Artillerie be- stehend, von Gargaresch vor, um Zanzur zu besetzen. Das türkische Kommando schob sofort türkische und arabische Streitkräfte vor, die die Italiener bei Gargaresch angriffen. Der Kampf dauerte drei- einhalb Stunden. Durch eine Umgehungsbewegung des linken türkischen Flügels wurden die Italiener gezwungen, zwei ihrer Verteidigungslinien aufzugeben. Am Nachmittag zogen sie sich auf eine dritte Linie zurück, um Verstärkungen von Tripolis abzuwarten. Gegen Abend unternahmen die Türken und Araber einen weiteren Angriff auf den Feind, der bereits Verstärkungen erhalten hatte. Der Nachtkampf gestaltete sich äußerst blutig. Die Italiener mußten schließlich auch die dritte Linie aufgeben und sich bis indie Oase vor die Stadtmauern von Tripolis zurückziehen. Die Italiener hatten 150 Tote und viele Verwundete und ließen auch Kriegsmaterial im Stich. Die Türken und Araber hatten achtzehn Tote und einige Verwundete. Sie Hevolutiou in Gfrina. Neue Verwicklungen. '"'Peking, 23. Januar. Die Meinungsverschiedenheiten unter den Führern der Revolutionäre haben hier einen vollständigen Umschwung der Dinge im Gefolge gehabt. Nach einem Kabinettsrat, in welchem die pro et contra der Abdankung dcS Kaisers erörtert wurden, beschloß die Kaiserin-Witwe, nicht abzudanken und lieber den Krieg bis zum äußersten fortzuführen und mit Ehren zu sterben. Es ist bereits zu kleineren Zusammenstößen zwischen Kaiserlichen und Revolutionären ge- kommen. Der Befehlshaber der kaiserlichen Truppen im Norden von Nanking, General Chang Hu Sun erklärt, daß er in der Lage fei, die unter ihm stehenden wohlgeschulten 18 000 Truppen in kurzer Zeit auf 100 000 zu erhöhen. Er sei nicht gewillt. Befehle, die ihm von der neuen Regierung zugingen, zu befolgen. Das Verhalten, das I u a n s ch i k a i beobachtet, erscheint vielen höchst rätselhaft. Er scheint nicht die Absicht zu haben, die Offensive zu ergreifen. Er beklagt sich, daß die Streitmacht der kaiserlichen Soziales. .. Ruhestörender Lärm am Tempelhofer Ufer. Nach der grundsätzlichen Regelung, die das Nachbarrecht im Bürgerlichen Gesetzbuch findet, kann der Grundstückseigentümer Einwirkungen, die vom Nachbargrundstück ausgehen, dann nicht verbieten, wenn sie unerheblich oder der örtlichen Lage der Grund- stücke angemessen sind. Die Frage, ob die Geräusche und Gerüche ortsüblich sind, ist eine der wichtigsten bei Jmmissionsstörungen. Doch ist ihre Entscheidung dem Tatrichter überlassen, das Reichs- gericht kann hierin keine Entscheidung treffen. Zu den vorstehen- den Aeußerungcn interessiert der kürzlich vom Reichsgericht ent- schiedene Rechtsstreit: Der Kläger ist Eigentümer des Grundstücks Nr. 13 am Tempel- hofer Uker in Verlin. Auf dem Nachbargrundstück betreibt die Rorddcuische Gummi- und Guttaperchawarenfabrik- die Herstellung ihrer Produkte. Der Kläger behauptet, daß durch!tfe von dem Grundstück der Beklagten ausgehenden Geräusche und Erschütte- rungen die Benutzbarkeit seines Grundstücks beeinträchtigt werde. Die Beklagte macht geltend, es finde hier nur eine unerhebliche Be- einträchtigung statt, und außerdem seien die Geräusche und Er- schütterungen nach den örtlichen Verhältnissen ganz gewöhnlicher Art. Am Tempelhofer Ufer befinden sich zahlreiche gewerbliche Be- triebe, außerdem fährt auch die Hochbahn dort, und in der Nähe befindet sich der Güterbahnhof des Anhalter Bahnhofs. Der Kläger erwiderte noch, daß die Vorkehrungen der Beklagten ungenügend seien und daß das betreffende Gebiet, das von der Möckernstraße, Teltower Straße, Großbeerenstraße und dem Tempelhofer Ufer begrenzt werde, vorwiegend Wohngebiet sei. Mit dem Gebiete des gegenüberliegenden Halleschen Ufers sei es nicht zu vergleichen, weil dieses durch den Kanal, die Hochbahn und zwei Stratzenzüge von ihm getrennt sei. Landgericht und Kammergericht zu Berlin erkannten die Klage auf Beseitigung der Geräusche und Erschütterungen für begründet an. Das Kammergericht untersuchte die verschiedenen Geräusche und führt aus, daß es sich bei den Geräuschen durch die Fabrik- anlagen der Beklagten um erhebliche Beeinträchtigungen handelt. Denn es macht sich, wie das Kammergericht ausführt, den ganzen Tag über ein eintöniges dumpfes Rollen deutlich bemerkbar. Da diese Immission von früh bis abends ununterbrochen fortdauere. sei sie nicht mit den Geräuschen der Hochbahn zu vergleichen, die heftig, aber ganz kurz sind. Die Geräusche, die vom Werke der Bc- klagten ausgehen, sind geeignet, die Gesundheit und das Wohlsein der Bewohner zu beeinträchtigen und überschreiten das Maß des Erträglichen. Bezüglich der Ortsüblichkeit zählt das Kammergericht die einzelnen Wohnhäuser und die in dem Viertel liegenden ge- werblichen Betriebe und spricht dann die Ueberzeugung aus, daß das Viertel mit den 33 Wohngebäuden und den 11 gewerblichen Bc- trieben vorwiegend den Charakter eine? Wohngebietes habe, weil die Zahl der Wohngcbäude die Zahl der gewerblichen Anlagen er- heblich übersteige. Da für den wohnlichen Charakter des betreffen- den Gebietes die Geräusche der beklagten Fabrik übermäßig sind. ist die Verurteilung auf Unterlassung der übermäßigen Geräusche ergangen. Das Reichsgericht hat durch Urteil vom 22. Januar die Re- Vision der Beklagten zurückgewiesen, womit das Urteil des Kammer- gerichts als bestätigt gilt._ Betriebsunfall. Der Schlosser Bernhard H. aus Rixdorf schlug am 4. Oktober 1909, als er sich in einer Flasche Trinkwasser holen wollte, auf den asphaltierten Hof hin und zog sich einen Schädelbruch zu. Am Nach- mittag desselben Tages traten bei H. Anfälle typischer Epilepsie ein, am nächsten Morgen brach Delirium-IreMenS auS, am 7. Oktober verstarb der Verletzte. Als Todesursache wurde Herzschwäche bei Delirium-tremens und Entartung des Herzens festgestellt. Die Nordöstliche Eisen- und Stahl-Berufsgenossenschaft, Sektion I. lehnte den Anspruch der Hinterbliebenen aus Entschädigung ab, weil es sich nicht um einen Unfall handelt, für den der Betrieb resp. dessen Einrichtungen haftbar zu machen sind. Des weiteren wurde der Zusammenhang der Todesursache mit einem Betriebsunfall be- stritten. Der Krampfansall, durch den H. gestürzt sei, sei durch den Alkoholmißbrauch zu erklären. Hiergegen wurde Berufung beim Schiedsgericht für Arbeiterversicherung für den Regierungsbezirk Potsdam eingelegt, dasselbe wies die Berufung jedoch zurück, in- dem es sich den Gründen der Berufsgenosscnschaft anschloß. Das Schiedsgericht kam zu der Ueberzeugung, daß H. infolge eines Krampfanfalles umgeschlagen ist. Wörtlich sagt dann das Schieds- gericht: „Entschädigungspflichtig würde dieser Unfall sein, wenn Be- triebseinrichtungen als wesentlich mitwirkende Ursache in Betracht kämen, d. h. wenn H. in Maschinenteile, herumliegende Materialien, Erzeugnisse oder Rückstände des Betriebes gefallen und sich daran verletzt hätte.' Äerztlicherseits wurde der Unfall als indirekte Ursache des Todes angesehen. Der Rekurs beim ReichsverficherungSamt gegen diese Ent- scheidung deS Schiedsgerichts hatte Erfolg. Das Reichsversiche- rungsamt teilte nicht den engherzigen, rein formalistischen Stand- Punkt des Schiedsgerichts, sondern erklärte: „Der Verstorbene ist hiernach nicht bei einer Betriebstätigkcik, sondern bei der Vornahme einer eigenwirtschaftlichen Verrichtung verunglückt. Der erkennende Senat hat jedoch kein Bedenken ge- tragen, sie trotzdem dem Betriebe zuzuzählen, weil solche kurze Unterbrechungen der Arbcu insbesondere dann, wenn sie mit dem Verlassen der Betriebsstätte nicht verbunden sind, nach der Rechts- Übung des Reichsversicherungsamts den Zusammenhang mit dem Betriebe nicht lösen.— Dieser Krampfanfall ist zweifellos durch den Betrieb nicht veranlaßt. Es bleibt aber noch zu prüfen, ob etwa der Zusammenhang des Unfalls mit dem Betriebe dadurch hergestellt ist, daß eine Einrichtung des Betriebes, nämlich die Be- schaffenheit der Unfallstelle, als wesentlich mitwirkende Ursache zu dem Unfälle anzusehen ist.— Der erkennende Senat hat diese Frage bejaht. Der Schädelbruch und dadurch mittelbar der Tod des H. wäre vermutlich nicht herbeigeführt worden, wenn die Be, triebsstätte nicht mit Asphaltpflaster versehen gewesen wäre.' Die Hinterbliebenen sind nun durch diese Entscheidung in den Besitz einer Entschädigung gelangt. Die Anträge der Sozialdemo- kraten zur Rcichsversicherungsordnung, Unfälle auf dem Wege von und zur Arbeitsstelle als entschädigungspflichtig zu erklären, hat die bürgerliche Mehrheit abgelehnt. Wäre der Antrag angenommen worden, würde in Zukunft die Anstrengung von Klagen in Fällen wie den oben geschilderten nur noch selten notwendig werden. Witterungsübersicht vom 23. Januar ISIS. «t-ttonm Swinemde, Hamburg Berlin Franff.a.K. München Wien XB i| 759;® 759'Stia 758:3 758 SO 762 764 SW SSO Detter t, Dunst Nebel l gedeckt 1 Regen 1 wolkig 1 Nebel »K tiS. *11 t"* ai 1 2 1 3 -4 —3 Stationen taparanda etersburg Scilly Aderdem Paris ie xs II s« 747 N 7573 75t.OSO 760529228 755 5 Wetter Schnee Schnee Sbedcckt 4iheiter Ibedeckt 1912. C-» HS> -8 -14 8 1 7 Wetterprognose für Mittwoch, den 24. Januar Ziemlich milde, vorwiegend nebelig oder wolkig mit geringen Nieder- Ichlägen und mätzigen südwestlichen Winden. Berliner Wetterbureau. Wafferstauds-Nachrichten der LandeSanstalt für Gewässerkunde, mitgeteilt vom Berllner Wetterbureau. Wasserstand M e m e I. Tilsit P r e g e l, Jnsterburg Weichsel, Thorn Oder, Ratibor » Krossen , Frankfurt Warthe, Schrimm , Landsberg Netze, Vordamm Elbe, Leitmeritz » Dresden , Bcrby , Magdeburg Wasserstand Saale, Grochlltz Havel, Spandaus , Rathenow Spree, Sprembergfl . Becskow Weser, Münden , Minden Rhein, MaximilianSau , Kaub , Köln Neckar, Heiwron» Main, Wertheim Mosel, Trier am 22. 1 om 182») 54-) 104') 84 70-) 164 223 396 218 255 115 seit 21. 1. ein') 0 +19 0 0 —6 + U —8 —10 —14 +5 128-11 ')+ bedeutet Wuchs,— Fall.—») Unterpegel.—•) NSstand. Uerionien Sie bei Ihren Emmen ..fchwarz BouUU nwurfel Problem Bouillonwürfel : r' f-"■■■ i';'' c' r| „Jcnwarz laucenwuriel .'■*■'•••• c■ .Schwarz luppcnwurrel 'r �' & Co., BERLIN SW. 68 SuppenwUrfelges. m. b. H., Alezandrinenstr. 135/136 Ohne jede Anzahlung varkanfe ich erstklassiges Fabrikat ■ 1# 4 TÄ iMk(9mal prämiiert Staata- BK B HB mV medaille) in allen Bolz- üi B B* HB chJT and Stilarten von •S � wanderbarer Tonfülle. £(Flägelton) ecson hlelnemonatllcheTcilcahlans, 5, ohne Jeden PrelMantschias. 2/1* � Für jedes Instrament gewähre ich 20jähr. schriftl. Garantie. Conrad Krause Nciifg., Ec"Äet�h�ÄS+i�io. Ancb Sonntags scOlTnet. Dr. Simmel Spezial-Arzt für Haut- und Harnleiden. Priozenslr. 41, ÄÄ, 10—2. 5—7. Sonntags 10—12. 2— 4. Brennholz derbe Fabrikaticnsabfällc, sehr billige? Brennmaterial. 3 Ctr. für 4,85 M. mit Fuhrlohn, srei Keller. Holz- schneiderei Merkur, Hohen» Schön« hausen. Fernspr. Lichtenberg 3021. Flausch- Slotle, angcwebten Füller, für Ulster, JnventurpreiS jetzt Mir. 3 u. 4,50 H. Tuchlager Xocd& Seeland, G.m.b.H. OertrailiÄM,'gatV' Malchower Kautabake Sior echt, wenn mit Zettclelnlase Johann Dannehl, Malchow. Generalvertrieb durch Carl RÖckOPy Est. 8861. Berlin 0 27, Gruner Weg 110. lüii! Gummisohlen um Aniebranbea. D. B. 6. M. Neil» SrfriS fflt Summllckiub und L«dkid,vpel- lodle. Vieilachi vullforlttt. Kein SluS- gicitcn. sondern iititrtt ,eröulchlos«r. onnenehnt weicher öcrj. Sitnm statu ©djnifVjen auf Judsohle und Hoendoul. Durchdringen der Schrauben unmöglich. Paar Je saeb Gross» lukl. Sehranben (.SO bis 3,2V Mark. sUtrtrtlcr überall erwünicht. litofbefte und Dieiilille durch Fnus-Heil-Elnlageii-Manulaklnr Berlin W 19, Neue Wlnterteldtetr. 40. Alpen-Trachten Tiroler Joppen 9.— 7.— 5.25 Tiroler Hosen 5.50 450 350 Tiroler Hüte 2.— 1.75 1.25 Gürtel, Träger, Stufen, Hemden Krawatten, Federn, Ringe ils, w, T 1 i Schweizer, Meraner, Posseyer,—», Irachten Pasterthaler, Altenbnrger, iraenten Zilletthftler, Steiermarker etc.————— BaenSohn Kleider-Werke efiaumt-SfraBe 29/30 o 11. BrOcRan-StraBa n Or. Frankfurter Str. 20 Q SchSneberg, Hauptatr. 10 »| Haupt-Katalo» Ho. W toat-afrsl|" �chnltheiß Jnh.: Frana Schirm Charlottenstr. 7—8(Berl. Theater). Zimmer bis 100 Pers. zu Sitzungen und Festlichkeiten.— Gr. Mittags- tisch. 2 Kegelbahnen. 2gl3b Straße 22 s an der Miiilersiraße Otavistraße jetzt habe ich in meinen neu erbauten, elegant ausgestatteten Häusern noch einige 264/8* I- und 2- Zimmer- Wohnungen mit Warmwasserversorgung per K AprU billig ra vermieten. Ko ftnthaler Hof. :: Säle m Theaterbühne. 150-400 Pers.. 9 Pereinszimmer. 2 Kegelbahnen an Gewerkschaslen und Vereine unter kulanten Bedingungen zu vergeben. Tonnabende und Sonntaae«eck, frei.— Amt Norden Nr. 2438. Sorussis-FesisSle •Axkerelr. 6/7. Telepbon: Amt Norden, 2674. Georg Wolffgramm. fi?£;%• Bouillon- Würfel Nur mit kochendem Wasser Obef- gossen, geben sie augenblicklich delikate FieischbrOSie zu Supiten, Gemüsen. Saucen und Trinkbouillon. Man verlange stets ausdrücklich IfflAGGI® Bouillon-Würfel und weise andere Marken zurück! Theater und Vergnügungen �Keater. Mittwoch, 24. Januar 1912. Anfang 3 Uhr. Zirkus Sarrasaui. Groß« vor- stellung. Ansang 3'/, Uhr. Rottes Slbauivieldaiis. Des Meeres und der Liebe Wellen. Anfang 7'/, Uhr. R. Schauspielhaus. FlgaroS Hochzeit. Deutsches. Minna von Barnhclm. Haverland. Spezialitäten. .tirkus Vilich. Eala-Vorftellung. Zirkus Schumann. Gala-Vor- stellung. Zirkus Sarrasani. Gala- Vor- stellung. Ansang 8 Ubr. Urania. Daubenstrasie 48/4S. Von Meran zum Ortler. Hörsaal: Ingenieur H. Grad: Flugwesen und Flugtechnik. 5t. Operuhnns. Der grotze König. Rammerspiele. Nathan der Weise. Sessing. Gespenster. Neneö Schauspielhaus. Agnes Betitaucr. Residenz. Ein Walzer von Chopin. Knrfiirsteiioper. Tiefland. fiamtkche Over. La Traviata. Westen. Russisches Ballett. Lustspielhaus. Die Damen des Regiments. Berliner. Groß« Rosinen. Skenes Onerotten. Eva. Schiller V. König Heinrich. Schill-�- Ebarlottenburg. Der Kilometecsresser. Friedr.- Wild. Schauspielhaus. Zwei glückliche Tage. Neues. Die kleine Frcundw. Luisen. In Dunlel gehüllt. Rose. Heimat. tköniggrnher Strafte. Die stias Frankfurter. tUeiiies. LottchenS Geburtstag. Gentz und Fanny Elgler. Hocken- joS. Vletronol. Die Nacht von Berlin. Trianon. Das kleine Cafs. Thalia. Polnische Wirtschaft. (tafino. Der Kamps ums Dasein. Stpliilo. Soezialitälen. Vatiaae. Sveztalitäten. Hcrrnfeld. Schmerzlose Behandlung. DaS Kind der Firma. Rcichsliallen. Stettiner Sänaer. Königltadt-Kasino. Spezialitäten. Wintergarten. Spezialitäten. Anfang 8'/, Uhr. Folios isaprice. Mandelblüth'S Polterabend. Walhalla. Teufel, daS hat ewge- schlagenl Noack. Die Bettlerin und ihr Kind. Botgt. Der Lumpensammler von Paris. Anfang 8'l, Ubr. NeueS Bolkstheater. Fritzchen. Der zerbrochene Krug. Belle- Allianee. Sherlock Holmes. Sternwarte. Jnvalidcnftr. 57— 62. SchlilerTtolerO.IS»; Millwoch, abends 8 Uhr: KUnlg Heinrich. Donnerstag, abends 8 Uhr: Der Probepfeil. Freitag, abends 8 Uhr: Der Probepfeil. Schiller-Theater cXnen Mittwoch, abends 8 Nhr: Der KilomctcrfreMser. Donnerstag, abends 8 Uhr: Der Weg zur HUlie. Freitag, abends 8 Ubr: Emilin Caiotti.__ Berliner Theater. Abends 8 Uhr: Zum ÜS Male: Grotze Rosinen. 8 Uhr: Die 5 Frankfurter. Theater des Westens. Abends 8 Uhr: RusnlMchcN Ballett. Mrilion der Armida— Karneval Scheherazade. Nenes Theater. MendS 8 Uhr: Die hieine Freundin. Sonnt. NM. 3llt Uhr: Der fidele Bauer. Residenz-Theater. Dircltion Richard Zllerander. ZlbcndS 8 Uhr: Ein Walzer von Chopin. Schwank in 3 Akt. v. Ksroul u. Barrs. Morgen und folgende Tage: Ein Walzer von Ehopin. Luiscn-Thcater. Mittwoch: In Dunkel gehüllt. Donnerstag: Die Grille. Freitag(Premiere): AuS Mangel an Beweise». Sonnabend 4 Uhr: Frau Holle. Sonntagabend 8 Uhr: Der Bcr- schwendet'. BeHcsIIiaticeo'nAestsf. Mittwoch bis Freitag 8 Uhr: Sherlock Dölmes. baslspiel kerd. Bona. OSE-THEATEI Große Franksurter Str. 132.\ Ansang 8 Uhr. Heimat. Schauspiel in 4 Akt. v. H. Suderniann. Doiincrölag: Salon und Kloster. Metropol-Tlieater, Ansang 8 Uhr. Rauchen gestattet. Uis IlgM vgli Berlin! Große JahreSreone in 7 Bildern von Jul. Freund. Musik von V. Holländer. In Szene gefeyt vom Dir. R. Schultz. Ä i SÄSGGSGHÄKGSGGGGGE-GHGGGSGGG« Deutseber Buchbinder-YerbaDd, Zahlstelle Berlin Zentral-Krankeiikasse der Buchbinder u.?erw. Berufe(0r,sSl),un8 Männer-Gesangverein Liberte, Mitglied des d. a.-s.-b. Sonnabend, den 27. Januar, im gr. Saale der Neuen Welt, Kasenheidc 108-114: ¥/" A.'*£. Ä. darstellend ein 23/3 ivostuniiesi Sommerfest am Tegernsee ununterbrochene Ballmusik von 2 Kapellen, ausgeführt von der Original-Bayerisch. Bauernkapelle, unter persönl. Leit. der Bnroneß Susi, und dem Zentr alverband der Zivil-Berufsmusiker Deutschi. Großartige neue Deleorationcn. Ratschbahn. Gebirgsterrasisen. Allerlei Belustignagcn. Schah plattier. Alpenglühen. Anfang 8 Fhr. Eintritt inkl. Tanz pro Person 60 Pf. Ende? Kasse findet nicht statt. Garderobe 20 Pf. WM- Wir bitten alle Festteilnehmer im entsprechenden Kostüm zu erscheinen."•B Billetts sind im Verbandsbureau, Engelufer 14, Zimmer 39— 10, in der Zeit von 11 bis 1 Uhr und 4—7 Ubr, auf dem Bureau der Krankenkasse, En�olufer 14, Zimmer 24, in der Zeit von ö'/j— 71/... Ubr. Sonnabends von 61;1,— O'/i Uhr, bei allen Vertrauensleuten und Kassierern sowie bei allen Mitgliedern des Gesangvereins Libertö zu haben. n Einen gemütlichen, frohen Abend verspricht allen Besuchern DllS KomitCC. 95 Berliner Konzerthaus, Mauerstr. 82 Zimmerstr. 90/91. Großes Konzert !!l Zillertbaler und Tegernseer Sänger, Platttcr und Jodler ii! Anfang 8 Uhr. Anfang 8 Uhr. Anstich von 3 Künigsbriu, dem kSstlichsten aller Münchener Ooppolbiero. An allen Wochentagen nachmittags: Gr. Promenaden-Konzert bei freiem Eintritt. CLOU" Urania. Ab 8 Uhr: Ectr.tc Tage!"TDQ Die grandiosen Spezialitäten. 9 Uhr: Nur noch kurze Zelt! Harry Waiden in Sei» Herzeusjunge._ Arnold 8cholz. llascnhclde 108-114. mttvroch, den S4. Jannar 1913: Elitefag. Sockbierfest in den bayer. Mpsn. Heute im neuen 8aal: Großer Hall. Morgen, Donnerstag, den 25. Januar 1912: Prämiierung der engsten Taille der Damen von 120— UO Pfund, von 140—160 Pfund, von 160 Pfund und darüber. 3 bare Geldpreise a 33 M. Anfang 7 Uhr.— Entree SO Pf. 80 baverlxche Madi.— Vier Kapellen. Wonderbare Alpendckoratlon. h—i Kabarett und Theater. Jeden Dienstag: Kastanienwäldchen Badstrafte iß. Anfang S'/j Uhr, Sonntag? 8 Uhr. Passage- Theater. Xirjan Korwitz BÄ"Bis fa|le" Mlie. Maroussia The Meteors Lina Loos mi 10 Deue ittraktiooen! BeidenFeuerfressern Lebend! Lebend! Die wilden Essauas. Karawane sudanesischer Heul- und Fouer-Fakire in ihrem Originaldorfo. Ohne Extra-Entree. Brauerei Friedrichshain am Künig�tor. Heute! Mittwoch: Elitetag. Das größte bayerische Bockbierfest. Gratisverl. v. 200 Wertgegenständen. Anfang 8 Uhr._ Entree 30 Pf. MWZ TSy!«/ ■•v". ' WW» M' Vv.-f äiV:;.-.■ .El MEt JE AU/. TELI UNGJH ALIEN AM ZOO BERLIN>191 2 vcK20.-30JANUAR EINTRITT FREI GEÖFFNET v. 10 8 ÜHR Germania-Praclitsäle'i N., Chaussaestr. 110. Carl Richter. Jeden Mittwoch: Paul Mantheys lustige [Sänger. Ansang 8 Uhr. Ginhill 150 Pf. Nachdem Freltans. — Vorzugskarten gelten.— Morgen Donnerstag: Gr. Bodbierkonzert. Anschließend: Famillenkrinzehen ohne Nachzabluna. wwwmwwmwwwmwmmw w Voigt-Theater. Gefundbrunnen Badstraße 58. Mittwoch, den 34. Januar 1913: Der Fumpensammlerv. Paris Drama in 5 Abt. von F. Phat. Mittwoch, 7. Februar: Zum Benesiz für Baumeister: Bin armer lllielmann. Kasfcneröfsnung 7,, Ansang 8'/, Uhr. Trianon-Theater. Täglich abendS 3 Uhr: Das kleine LakS. WisseaLcdg/Üictiss Theater. 8 Uhr: Von Meran zum Ortler. Hörsaal Ingeniour H.Grad, 8 Uhr: Flugwesen u. Flngtcchnik Zirkus A.£>c]miiiann Mittwoch, 24. Jan, abds. 71/. Uhr; Belchhalt. Programm! Um 9 Uhr: Das neueste, noch nie dagewesene, nicht zu Ubertr. Ausstattungsstück der Gegenwart Das Motorpferd in 5 Akten. Besonders hervorzuheben: Der 3. Akt: Im Innern des Warenhauses. Das Spielzeugballett. arrasanil Seiiliauser Allee. Telephon: Nord 4100.1 Mittwoch, den 24. Januar 3 Uhr»"™- 7'/, Uhr Nachmittags zahlen Kinder auf edlen Plätzen, Militärs bis z. Feldwebel auf allen Sitzplätzen halbe Preise. Vorverkauf a. d. Oirons- kasse und— nur für abends— an sämtlichen Billettverkaufsstellen v A. Wertheim Casino-Theatep Lotbnngcr Str. 37. Ansang 8 Uhr Der nröfttc Theatererfolg! Täglich ausverkausi. Der Kampf ums Dafkiu. Aktuell l Dem heutigen Leben«nt- nommen. Allabendlich losender Beifall l Folies Capriee. Täglich 8>/, Uhr: Losgelassen. Wskkenübunx. Mandelbliiths Polterabend. Zirkus Busch| Mittwoch, 24. Januar, ab. 7'/, Uhr: Großer Gala- AbendS Das große Volts-Manege-Schauspiel; IMe Mexe. Besonders hervorzuheben: Auf dem Scbeiterhaulen. Vorher: Hr. Taft, der Geheimnisvolle. Sandi-Siwel and Amats(Java) Fräul. Stennis, Schulreiterin. Ernst Schumann, Neudressureu. 3 Schwestern Blumenfeld, Keit- 1 Künstlerinnen, und das groOe Gala-Programm. Das Kind der Firma mit Anton u. Donai Herrnfeld in den Hauptrollen. Vorher: Anfang 8 Uhr. Vorverkaut.. 11—2 Uhr. Noacks Theater. Direklion: liodert Dill. Berlin N.. Brmmcnstraßc 15. Die KeMenn und ihr Kind. Schauspiel in 5 Akten von Meißner. Ansang 8'/« Uhr. Bons usw. gültig. Morgen: Tieselbe Vorstellung. Reichshaiieii-Thealet'. Stettiner Sänger. Nen! Blen! Pantoffel-Helden. Burleske v Reichardt. Ansang 8 Uhr. Sonniag 7 Uhr. kSnigslaüt-üasüiir EckcHolzniarkt- u. Alexanderstraße Biö 4. Februar täglich: Im Taumel des Glückes. Volksstück in 2 Bildern. Die erstklassigen Spezialitäten Jeden 1. u. 16. Programmwechsel. AmDAfanbofl E i s- A r e n a. Nachmittags: Hilitiir- Konzert Kunstlauf- Produktionen. Abends die Novitäten: Tänze a. d. Eise, Rheinländer, Russisch, Engl, Alt-Wiener Walzer und, | Die kleine Charlotte.] Der norwegische Meister Harry PaaUen sowie d. prächt. Eisballett| Alpcnzanber. I Bis 6 Uhr u. von 10'/, 9 Uhr halbe Kassonpreise. Restaurant I. Ranges. Fnr den Inhalt der J»-ernte Nderntmmi die Redaktion dem Pndlttu« gegenüber keinerlei Berantworlung. Todes-Anzeigen Sozialdemokrat. Wahlvereio Rixdorf. Den Parteigenossen zur Nach, richt daß unser Mitglied, der Zchristsctzer LZö/S ?aul pikler Jnnstraße 24/25 verstorben ist. Ehre seinem Andenken! Die Beerdigung findet heute, Mittwoch, nachmittags 3'/z Uhr. von der Leichenhalle des Rixdor er Gemeinde. Friedhofes, Marien- dorser Weg, aus statt. Um rege Beteiligung ersucht v«? Voi-stsud. Allen Freunden und Kollegen die traurige Nachricht, daß unser lieber Freund und Kollege, der Schriftsetzer Paul Rißler im Buckower Krantenhause an den Folgen eines Schlagansalles gestorben ist. WIIIivIiu Schmidt, Rixdorf, Jnnstraße 24. Beerdigung heute Mittwoch, nachmittags 3'/, Uhr, von der Halle des Rixdorfer Geuicindejriedhoses, Mariendorjer Weg. SozIaliieniokratisetierWaiilYefeiii Marien dorf. Den Mitgliedern zur Nachricht, daß unser Genosse, der Gastwirt Emil Helpinski NalhauSstr. 94, im Alter von 52 Jahren gestorben ist Ehre seinem Andenken! Die Beerdigung findet am Mittwoch, den 24. Januar, nach- mittags 3 Uhr, von der Leichen- Halle des Mathias- Kirchhofes, Südende, Schöneberger Straße, aus statt. Um rege Betelligung ersucht 201/5 Der Vorstand. Zentral-Kranken- und Sterbe- taldeutsekentfapbauer Berlin, Bezirk 10. Am 20. Januar verstarb unser Mitglied Hermann Kralisch. Ehre seinem Andenke«! Die Beerdigung findet am Donnerstag, den 25. Januar, nach- mittags 3 Uhr, von der Leichen- halle der Segens- Gemeinde. Weißensee, aus statt Um rege Beteiligung bittet 257/5 Der~ Oeutscher Metallarbeiter-Verband Verwaltungsstelle Berlin. Todcttanzelgcii. Den Kollegen und Kolleginnen zur Nachricht, daß unier lang jähriges Mitglied, der Klempner IBrnst Reich am 22. Januar an Herzleiden gestorben ist Die Beerdigung findet DonnerS- tag. den 25. Januar, nach- mittags 3'/, Uhr, von der Leichen- balle des Zentralstiedhoses in Friedrichsselde aus statt. Ferner starb unser Mitglied, die Arbeiterin Kreitkreut? am 22. d. M. an Schlagansall. Die Beerdigung findet am Donnerstag, den 25. Januar. nachmittags 3 Uhr, von der Leichenhalle des Rixdorser Gc- meinde-Friedhoses, Mariendorser Weg, anS statt Ehre ihrem Andenken! Rege Beteiligung erwartet. 111/4 Die OrtSverwaltnug. Für die vielen Beweise herzlicher Teilnahme und die vielen Geld- spende» beim Hinscheiden meines SohneS Zanke sage ich allen ArbcitSkollcaen, sowie der Firma Lorenz meinen herzlichste» Daut. 2K0Sb Dir trauernde ivluttcr. Danksagung. Für die vielen Beweise herzlicher Teuiiahrne und die zahlreichen Kranz- spenden, welche mir anläßlich des Todes meines lieben Mannes, unseres guten VaterS, des Fensterputzers Kurt Hoffmann zugegaugen sind, sage ich allen Freunden und Bekannten, ins- besondere seinen ChesS und seinen lieben Kollegen meinen herzlichsten Dank. 1SK2L Die trauernde Witwe Anna Hoffman«. I Mb fts Imb-Hii J Räumung der gesamten Bestände erwünscht!@ Eleganteste Plüsch-M«intel 1* g I an. 55., 33., 50.— bis«00.- Wollpiüsch- Mäntel M. 45.. 55. 83— Vornehme Kostüme scbtckaod spart M IS., 18.—, 34—.»0. bis 150.- Blendendscliüne Äbendmäntel aCh«ib" II. 14., 17., 33.. 36. 30 bis>20— fcs 'Ilster und üe.ergangs- Mäntel kv.rw"h! 9 M.«.75. H.. 10.-. 13.. 15.- bis 40.- W Lohuender ISesurb ga antlertt 'Uh'olnmmi I 9ttofirm5tr.37s fkosse Smuikfurterstr. 115. SURGERLICHE WOHNUNG/* EINRICHTUNGEN. 5KiiL ! /PEZIALITÄT: |EiN-6ZWEZIMMER WOHNUNGEN. 1 NEUZEITLICHE FORMEN. ■:f:141h« BEWILLI GUNG DECORATIONEN TEPPICHE kTreJ BETT&TI/CHDECKEN GARDINEN PORTIEREN! CHAI/ELONQUiEDSCKEN, VORNEHME AU/WAHL B.FEDE R BERLN.N. BRUNNCNITR.1 MITGLIED DER TIICHLER INNUNGe«e#ee#e«e ••••••• NITGLliD DER TAPEZIERER INNUNG Orts-Krankenkasse der TislhlkrHMails. üenerslverskimmliing. am Mittwoch, den 31. Januar 1912, abendS 8 Uhr, im Lokal von Emil Zchubert. Kurstraße 21. Tagesordnung: 1. Bericht des Vorstandes. 2. Neu- wähl des Vorstandes(2 Arbeitgeber, 2 Arbeitnehmer). 3. Wahl einer Rech- »ungsprüfungSkommission. 4. Vcr- schiedcnes 270/13 Der Vorstand. Karl Marzitger, Vorsitzender. Orts-Krankenkasse der Stadt Schöneberg. Für das Jahr 1912 sind als Ver- tretcr der Kasse gewählt worden: a) der Packer Fritz Krakow, als Vorsitzender; b) der Buchdrucker Hermann Backen- eoker, als Schriftführer; c) der Buchbindermeister A. Wäller, als stcllverlreteiidcr Vorsitzender; 6) der Malermeister F. loims, als stellvertretender Schristsührcr. Schöneberg, den 23 Januar 1912. vcr Vomtaiid. (ü Haben Sie ölott9 ich fertigt davon An zun 0d- nach Mass, schick, dauerfu Zutaten von 25 Mark an. Moritz Labandt Neue Promenade 8, IL(Stadib. Bän.) !?j H WestinannsTrauerniasazin Extra- Ab toi Ising I. Gesch.: BorlinW.. Mahren-■ Straße 37a(2 Haus von der , Jerusalemer Strafle). |ll. Gesch.: Berlin NO., Große' Frankturt.Str.11S(2. Haus' Jvon der Andreasstraßs). Sehr kt-Auuw. fort. Kleider, Hllte, Handschuhe, Schleier etc. v. einfachsten bis mm hochelegant. Genre c. äußerst niedrigen Preisen. Sonder-Äbteiinng: llaßaiifcrtiguiig in 10 bis 12 Stunden. Knorr- Hahn- Maccaroni verlangen alle Hausfrauen, die etwas Gutes haben wollen. Die appetitliche Fabrikation, das ausgesucht gute Rohmaterial, die große Ergiebigkeit und der feine Geschmack sind wichtige Vorzüge. ßestbewährte gesunde und magen- darmkranke Nahrung für: sowie schwächlich� In der Entwlckhntz) zuruckgebliebens Kinder. Würzburger Hähneraugentnittel von Or.» l'ngor.— Kcgeu 30 Pseunig aus 10 Pf. Anweisung frei. Ohne Zweljcl die bequemste».wirksamste Hilfe. Der Schmer? ist in äMiu. sort. Das Hühnerauge selbst in 3 Tagen.(Enthält Salichlsäure u. indischen Hansextrakt) � � UngCF IN WÜrZburg. I» Berlin(20 Ps.): Salomen• Apotheke, Charlottenftraße Creif- Wo nicht, zu haben: Roscn-Apotheke Würzburg. frdeitei'-villltingZLelltile. voollerstaz, tleo 25. Janaar, abends S1/.. Uhr, im Scbullokale, Grenadierstraße 37: 6/3* General'Versammlung. Tagesordnung; 1. Bericht des Vorstandes, des Lohrer- kollegiums und der Revisoren. 2. Anträge. 3. Schnlangelegen- heiten und Wahl zweier Unterrichtsvertretor. 4. Verschiedenes. Slitglledsbach legitimiert. Beiträge werden entgegen genommen Zentralarbeitsnachweis: Andreas str. 17, in der Geschäftsstelle. — Geöffnet 8—1 und 5—7 Uhr, außer Mittwochnachmittag.— Telephon: Amt Königstadt, Nr. 1873. Am Donnerstag, den 25. Januar 1912, abends 8 Uhr, bei Nowottnick, Langestr. 39, Nähe Andreasstraße: General- Versammlung. Tagesordnung: t. Kassenbericht und Jahresbericht. 2. Neuwahl der OrtSverwaltung. 3. Verschiedenes. 137/9 HOF* Mitgliedsbuch legitimiert.-MW»er ToimtemS. Verwaltung Berlin Emisetzer. Kezirks N�rsammlungen Donnerstag, den 25. Januar 1912, abends 8 Uhr: 1. Bezirk: Merkolvski, Andreasstraße 26. 4.„ Schenk, Rixdorf, Roscnstraße 24. 7.„ Tu nack, Charlottenburg, Wielandstr. 4. Sonntag, den 28. Januar 1912, vormittags 9'/, Uhr: 2. Bezirk: Gliesche, Kopcnhagener Straße 74. S.„ Lausch, Bredowstraße 21. 5.„ Wiemer, Bülowstraße 58. 9.„ Mix, Skalitzer Straße 59. 8.», Melzer, Wiesenstraße 29. Sonntag, 4. Februar, im Gewerkschaftshanse: Greftes QHnter-Vergtiiigen. Billetts find bei den Bezirkskassierern zu habe». 77/19 Stellmacher. Donnerstag, 25. Januar, abends 8'/, Uhr, im Rosenthaler Hof, Rosenthalerstr. 11/13: Branchen- Versammlung. Tagesordnung: 1. Bericht und Reuwahl der Kommissio». 2. Lranchenangelegenheiten. Zweigverein Berlin. Sektion der Fliesenleger und Hilfsarbeiter. Mittwoch, den 24. Januar, abends 8'/, Uhr: SreuvraR» Versammln iik im Saale 5 des GewerkschaftShauseS, Engelufer 15. Tagesordnung: 1. Bericht des Vorstandes. 2. Neuwahl des BorstaudeS. 3. Verschiedenes. Vollzähliges Erscheinen aller Kollegen erwartet ver Arbeitsnachweis: Hos I. Amt Norden, Nr. 1239. ferwaltiiiigsstelle Berlin Eharitestraste 3. Hauptbureau: Hos III. Amt Norden, Nr. 1937. Tonnerstag, de» 25. Januar, abends 8',, Uhr: Branchen- Vers ammlnng der CIcktromontciire und Helfer Berlins und Umgegend im Englischen Garten, Alexaudcrstraste 27e. Tagesordnung: 1. B ertrag des Kollegen Adolf Cohen. 2. Diskussion. 8. Branchen- angelegen Helten. 4. Verschiedenes. 111/3 Kalle gen I ES ist notwendig, diese Versammlung zu einer recht iuipo- santen zu gestalten; eS darf keiner fehlen, crfcheiist in Massen. Donnerstag, den 25. Januar, abends v Uhr: veiirlis-VerLSmmiiiiig für Tegel in Trapps Festsäle, Tegel. Bahnhosstr. 1. Tagesordnung: Fortsetzung der Bezirksversammlung vom 15. Januar. - Olrne Ztitgliettslmcl» kein Zutritt.—— Zahlreichen Besuch erwartet Die Ortsverivaltiins. Achtung! Gewerkschaflea, Vereine! Hierdurch zur gefl. Kenntnis, daß in den Lokalen Andreas-Festsäle. Inb. Borgmann, Andreasstr. 2i, Concordla-Fcstsäle, lob. Schülzi Wend,Andreasstr.64, Buss* Ballsalon, Ind. Taucr. Or. Frankfurter Str. 85 keine mitzriiedee nnsorerOrgÄnisntion beschältigt werden. Verbandslokal; Fürstenhot, Inh. Köls, Köponickor Str. 137. Sitzung jeden Freitagabend 9 Uhr.— FesteUungon erbitten an die GaschiHU- stelle, Wrangelstr. 107(Amt Moritzplstz, 10 381} zu richten. Der Vorstand des Tanzlehrer-Verbandes„Solidarität" 1892. 200/1 t A.:"Wilh. Scheel. verantwortlicher Redakteur: Albert Wachs. Berlin. Für den Snseratenteit verantw.: Th. Glocke. Berlin. Druck».Verlag: Vorwärt» Buchdruckeret u. Verlagsanstalt Paul Singer u. Co, Berlin L1V. Nr. 19. 29. ZahMvg. 2. KtilM iits.Amiirls" fiftliittt floltislilatt.«>«.-.»»»»» Der ßlxdorfer 0al)lrect)tstragödie letzter flfit. Auf UngültigerNärung von 28 Stadtverorbnetenwahlen, die im November 1310 in den drei Abteilungen stattgefunden hatten� richtete sich die Klage der Genoffen Alschcr, Scholz und Dr. Silber- stein, über die gestern(23. Januar) das Obcrverwaltungsgericht in letzter Instanz entscheiden sollte, nachdem, der Bezirksausschuß die Ungültigkeit der Wahlen bereits ausgesprochen hat. Es handelte sich gleichsam um den Schlußakt in dem bekannten Rixdorfer Wahlrechtsstreit. Die Klage unserer Genossen, die sich auf rechtliche, prinzipielle Gründe stützt und darum auch die damals gewählten Angehörigen der eigenen Partei miit umfaßt, geht zunächst aus davon, daß die ganze Wählerliste für 1910 ungültig ge- Wesen sei, wie auch der Bezirksausschuß rechtskräftig entschieden habe in Anlehnung an die Stellungnahme des Oberverwaltungs- gerichts.— Es nruß des Verständnisses halber hier kurz rekapitu- liert werden, worum es sich handelte. Das Gesetz vom 30. Juni 1900, das für die Bildung der Wählerabteilu-ngen bei Dreiklasscnwahl- recht die Drittelung der von den Wahlberechtigten insgesamt auf- gebrachten Steuern vorschreibt, macht im§ 2 für Gemeinden mit mehr als 10 000 Einwohnern eine Ausnahme. Dort soll nämlich nach ß 2 die nach Z I erfolgte Drittelung derart verändert werden, daß jeder Wähler, dessen Steuerbetrag den auf den einzelnen Wähler entfallenden Durchschnitt aller Steuerbeträge übersteigt, stets der zweiten oder der ersten Abteilung zugeschrieben wird. sferner bestimmt§ 3, daß an Stelle des einfachen Durchschnitts im Sinne des Z 2 durch Ortsstatut der anderthalbfache Durchschnitt gesetzt werden kann. Ein solches Ortsstatut hatte damals Rixdorf. Es ist nun aber Magistrat und Stadtverordnetenmehrheit so ver- fahren, daß man alle Wähler, die nach den eigenartigen Bcvölke- rungsverhältnissen Nixdorfs bei der Drittelung ohne weiteres in die zweite Abteilung gehörten, aber den anderthalbfachen Steuerdurch- schnitt nicht erreichten, in die dritte Abteilung abschob. Deshalb erklärte da» Obcrverwaltungsgericht die Wählerliste für 1909 für ungültig und der Bezirksausschuß in dem erwähnten rechtskräftigen Urteil auch die für 1910 nach demselben Prinzip aufgestellte Liste. Das Oberverwaltunstsgericht erklärte es für dem Gesetz wider- sprechend, diejenigen in eine niedrigere Abteilung zu verweisen, die nach dem System der Drittelung der zweiten oder der ersten Abtei- lung angehören. Nach den 2 und 3 des zitierten Gesetze» solle die Aenderung der grundlegenden Drittelung nur darin bestehen, daß jeder Wähler, dessen Steuerbetrag den Durchschnitt übersteige sent- »veder den einfachen oder unter einem Ortsstatut den anderthalb- fachen) stets der zweiten oder ersten Abteilung zugewiesen, werden solle. Die Kläger Alscher und Genossen mochten nun geltend, daß die angefochtenen Wahlen schon deshalb ungültig seien, weil sie auf Grund einer derartig zustande gekommenen ungültigen Liste statt- gefunden hätten. Die erste Abteilung hätte 315 Wähler mit einer Steuersumme von rund 831 257 M., die zweite Abteilung 2158 Wähler mit einer Steuersumnre von rund 830 512 M., und die dritte Abteilung 37 733 Wähler mit einer Stcuersurnme von rund 1633 257 M. umfaßt. In dieser erheblichen Verschiebung der nicht nach dem Drittelungsgrundsatz eingestellten Wählermasse sei ein« so erhebliche Beeinträchtigung zahlreicher Wähler zu sehen, daß dies die Ungültigkeit der Wahlen nach sich ziehen müsse. Ferner machten die Kläger noch geltend, daß auch die Vorschriften über das söge- nannte Kinderprivileg falsch angewendet worden seien. Der Mags- strat habe grundsätzlich den Betrag, um den sich die Gemeindesteuer auf Grund des Kinderprivilcgs ermäßigte, von dem, Steuerbetrage des Wählers abgezogen, was nicht hätte geschehen dürfen. Dadurch sei auch noch eine Verschiebung erfolgt. Auch das müsse bei der Frage nach der Gültigkeit der Wahlen in Betracht gezogen werden. Der Bezirksausschuß stellte zunächst fest, daß nach einer Eni- scheidung des Obcrvcrwaltungsgcrichts auch bei den steuerlich durch das Kinderprivileg Bevorzugten neben dem vollen Staatsein- kommensteuersatz auch der volle Gemeindeeinkommensteuers«,(nicht der infolge des KinderprivilegD ermäßigte) in der Wählerliste ein- zustellen sei, und daß, wenn die infolge des Kinderprivilegs er- mäßigten Beträge ganz in die Wählerliste eingestellt würden, im vorliegenden Falle in der ersten Abteilung 597 M. von 37 Wählern. in der zweiten Abteilung 7922 M. von 528 Wählern, in der dritten Abteilung 77 955 M. von 11 251 Wählern hinzukommen müßten. Der Bezirksausschuß erkannte dann auf Ungültigkeit der 28 Stadtvcr-rduetcnmandatc. In der Begründung wurde unter anderem ausgeführt: Der Bezirksausschuß habe den Klägern in beiden Punkten folge» müssen. Es sei entscheidend, daß bei Aufstellung der Wähler- kleines Feuilleton. Friedrich II. und die deutsche Literatur. Friedrich N. verhielt sich zur Literatur seiner Zeit ungefähr wie sein heute lebender Nachfolger zur Kunst im allgemeine». Er kannte weder Lessing, noch Herder und Wieland und erwähnt Goethe gelegentlich ebenso flüch- tig wie abfällig. In seiner französisch geschriebenen Abhandlung „Heber die deutsche Literatur" läßt er von deutschen Geistern nur Leute ivie den Prediger Ouandt gelten, der eine Predigt mit den selbstgedichteten Versen begann: Du, o schönes Weltgebäude Magst gefallen, wein du wilt, Deine scheinbarliche Freude Ist mit lauter Angst umhüllt. Denen, die den Himmel hassen� Will ich ihre Weltlust lassen; Mich verlangt nach dir allein, AllerschönsteS Jesulein. Oder er vegcistert sich für ein„im französischen Geschmack" ab- gefaßtes Gedicht, das lüstern schildert, wie ein auf eine Insel ver- schlagen«! Mann die Götter anfleht, die Steine in Mädchen zu ver. wandeln, unter denen er dann als König allgenießend herrscht. Freilich fanden sich in diesem Poem Huldigungsverse auf Friedrich, wie sie die deutschen Klassiker nicht hervorbrachten: Trägt mein Friedrich indeß erhabene Kronen der Erde: O, so mangelt doch mir kein pierischer StrauS, Der durchdringender riecht als die exotische Staude, Die im indischen Feld edle Balsame weint. Als Probe aber des Tiefstandes der deutschen Literatur er- scheinen ihm die Worte, die einmal HeinecciuS an eine Königin ge- richtet habe:„Ihre Majestät glänzen wie ein Karfunkel am Finger der jetzigen Zeit." Nebenbei ein Irrtum des Königs I Noch ver- ächtlicher spricht er über GoetheS„Götz". Shakespeare könne man, schreibt dieser königliche Kenner, schließlich entschuldigen; denn die Geburt der Künste sei nimmer die Höhe ihrer Reife:„Da ist aber noch ein Götz von Berlichingen, der auf der Szene erscheint, eine abscheuliche Nachahmung jener schlechten englischen Stücke, wo da? Parterre applaudiert und mit Begeisterung verlangt es die Wieder- holung dieser widerlichen Plattheiten." Sicher, wenn es damals schon einen Schillcrprcis gegeben hätte, kein Klassiker hätte ihn er- halten. Trotzdem gab es nur marklose Proteste gegen diese Beschimpfung deutscher Äunst; und man überbot sich in Versicherungen, den aller- höchsten Weisungen nachzukommen. Da hieß es in einer dieser Gegenschriften:„Wenn cS zuweilen dem deutschen Leser scheint, daß der Verfasser seine Sprache zu tief herabsetzt, die neuesten liste von ganz falschen Grundsätzen ausgegangen worden sei. Die Grundlagen des ganzen Wahlverfahrens seien also unzureichend gewesen." Grundsätzliche Mängel der Wählerliste könnten aber auch noch beim Slngriff auf dir Gültigkeit der Wahlen geltend gemacht werden. Zu berückfichtigen sei allerdings auch, welchen Einfluß die als unrichtig erkannten Grundsätze auf die Rechte der Wähler gehabt hätten. Die oben wiedergegebenew Zahlen ließen nun deut- lich erkennen, daß die Rechte einer großen Anzahl von Wählern durch die unrichtigen Grundsätze der städtischen Körperschaften bc- rührt worden seien. Auch von diesem, Gesichtspunkte aus mußte deshalb die Ungültigkeit der gesamten Wahlen als notwendige Folge der grundsätzlich unrichtigen Aufstellung der Listen anerkannt werden. Die Stadtverordnetenversammlung legte Berufung ein, über die am 23. Januar vor dem, Oberverwaltnngsgericht verhandelt wurde. Ihr Vertreter machte geltend, daß Fehler in der Liste, so, wie sie sich nach dem Berichtigungsverfahren gestalte, niemals geeig- net seien, die Ungültigkeit von Wahlen nach sich zu ziehen. Unsere klagenden Genossen waren durch Rechtsanwalt Wolfgang Heine vertreten. Er verwies darauf, daß gerade die Erfahrungen in Rixdorf gegen die von der Stadtverordnetenversammlung ver- treten« Auffassung sprächen, wonach das Klageverfahren gegen eine unrichtige Liste nur gegeben sei, um für die Zukunft Remedur zu schassen. Obwohl die Grundsätze, wonach man bei Aufstellung der Liste erstmalig verfuhr, vom LberverwaltungSgericht für falsch er- klärt wurden, wäre man noch ein paarmal danach verfahren. Nein, wenn derartig, wie hier, Grundsätze verletzt würden bei Einteilung der Wähler in Abteilungen, dann müsse das bei der Frage nach der Gültigkeit von Wahlen berücksichtigt werden. Wie sehr die prakti- zierte Verletzung der Grundsätze Rechte verschiebend gewirkt hätte, zeigten wenige Zahlen. Bei Anwendung der gesetzwidrigen Praxis seien sechs Prozent aller Wähler in der zweiten Klasse gewesen, hei der nach richtigen Grundsätzen aufgestellten Liste seien es 2ll>Proz. Unzweifelhaft müsse die Vorentscheidung bestätigt werden. Das Obervcrwaltungsgericht bestätigte nach langer Beratung das Urteil des Bezirksausschusses mit folgender Begründung: Durch rechtskräftig gewordenes Erkenntnis des BczirksauS- schusscs zu Potsbam vom 21. Februar 1911 sei entschieden worden, daß die im Juli 1910 offengelegtc, den jetzt angegriffenen Wahlen vom November 1910 zugrunde gelegte Liste ungültig sei. Nach dieser Entscheidung habe eine Liste für 1910 also überhaupt nicht existiert. Infolgedessen könnten die Wahlen nicht für gültig erachtet werden. Somit müsse der vom Bezirksausschuß am 16. Mai 1911 auSgc- sprochenen Ungültigerktärun» der Wahlen beigetreten werden. Das GefyeMs von Dabendorf. Der Lokaltermin. In der kaum 500 Einwohner zählenden Ortschaft Dabendorf bei Zossen entwickelte sich gestern morgen ein seltsames Treiben. Schon in aller Frühe hatte sich am Bahnhof der zuständige Gendarm aufpostiert, so daß mancher Bewohner des Dörfchens verwundert ob des frühen Besuchs den Kopf schüttelte. Mancher nickte seinem Arbeitskollegen zu und sagte nur bedeutsam:„Wegen Kolbe!" Als damals vor mehr als zwei Jahren der Sekretär Behm plötzlich verschwand, entstand erst ein Tuscheln, dann ein Flüstern im Dorf- Wirtshaus, immer aber wurde der Name„Kolbe" genannt, ohne daß man damals wußte, welche Vergangenheit er hatte. Viele wollten gehört haben, daß zwischen ihm und der Frau des„Andern" daS trauliche und vielsagende„Du" gebraucht wurde— wenn der Mann in Berlin war. Man wußte aber auch, daß die Ehe der Behms nicht glücklich war, daß die Frau sogar von dem Manne mißhandelt war. Vorsichtigere schloffen allerdings auch nicht die Möglichkeit eines Selbstmordes aus, andere sogar glaubten, daß der nach Ansicht der Anklage Ermordete sich irgendwo versteckt halte. Die Kund«, daß ein Lokaltermin am Tatorte stattfinden werde, hatte sich wie em Lauffeuer verbreitet und zahlreiche Neugierige waren erschienen, jturz nach VH12 Uhr läuft der von Berlin kom- mende Zug ein, der die sämtlichen Prozeßbeteiligtcn nach Daben- dorf bringt. Auf einem schmalen mit einem lebensgefährlichen Glatteis bedeckten Wege längs der Bahn hin geht es dann nach dem etwa 20 Minuten entfernten Hause, welches den Tatort dar- stellt. Es ist dies ein kleines Häuschen mit einem Parterrestock- werk, ein typisches ziegelgcdccktes Landhäuschen der Mark. Es hat nur drei Fensterchen»ach der unmittelbar daran vorüberführenden Bahn hinaus. Durch einen schmalen Hof getrennt liegt dahinter ein kleines Wirtschaftsgebäude mit Pappdach. Unmittelbar an- schließend befinsct sich ein kleiner, drahtumzäunter Garten mit einem Dutzend junger Obstbäume inmitten des umgegrabenen mit Schriftsteller derselben zu weniger Achtung würdiget, so wird er wenigstens zugestehen, daß er beiden den Weg vorgezeichnet hat, wie sie sich erheben und allgemeine Achtung erhalten können." Von Goethe und Lessing also empor zur— Mädcheninsell Goethe hat Anfang 1781 eine Gegenschrift gegen da? unsinnige und unwissende Pamphlet des Königs verfaßt, der kurz zuvor— auf der Hohe deutscher Kunst— an d'Alembert daS merkwürdig nationale Wort geschrieben hatte:„Die Deutschen haben bisher nichts gekannt als essen, trinken, lieben und sich schlagen." Goethes Entgegnung ist verloren gegangen; sie ist sicher höflicher und auch wohl hofischer gewesen als das Urteil, das seine Mutter deutsch und herzhaft fällte:„Von dem schönen Gelese deS königlichen Verfassers habe ich mir viel erzählen lassen. Aber sonderbar ist'S doch, daß sogar unsere Philister sagen, Ihre Konijjlichleiten hätten sich damit ooch etwas prostituiert. Der größte Kömg ist doch nur ein Mensch!" Lessing hat in einer seiner letzten Schriften, die erst nach seinem Tode herauskam(„Ueber die sogenannten Fabeln aus den Zeiten der Minnesinger"), über die Legenden gespottet, daß man den Hohenstaufen die Blüte der schwäbischen Poesie verdanke:„Denn Gott weiß, ob die guten schwäbischen Kayser um die damalige deutsche Poesie mehr Verdienst haben, als der itzige König von Preußen um die gegenwärtige. Gleichivohl will ich nicht darauf schwören, daß nicht einmal ein Schmeichler kommen sollte, welcher die gegenwärtige Epoche der deutschen Literatur die Epoche Frie- drichs deS Großen zu nennen für gut findet." Wie eine Antwort auf Friedrichs Anmaßung in den Sätzen deS Pamphlets:„Auguste werden Virgile schaffet' oder„Laßt uns Medicis haben, und wir werden Genies aufblühen sehen", klingen Schillers stolze Verse: Kein Auaustisch Alter blühte. Keines MediceerS Güte Lächelte der deutschen Kunst. Von dem größten deutschen Sohne. Von des großen Friedrichs Throne, Ging sie schutzlos, ungechrt. Das hindert aber noch im Jahre 1912 den Berliner Professor Reinhold Koser nicht, in der jubilierenden(gekürzten) Volksausgabe seines Friedrich-Werkes, trotz aller Vorbehalte, den„edlen Patriotis- muS" deS Libells zu preisen und schüchtern anzudeuten, daß eigent- lich doch die deutsche Literatur den ihr von Friedrich gewiesenen Weg schließlich gegangen sei:„Tatsächlich kam die deutsche Literatur in ihrer weiteren Entwickelung dem Standpunkt Friedrichs entgegen, als sie aus dem Sturm und Drang in den Klassizismus einlenkte. Die ein Jahr nach des Königs Tode erschienene Iphigenie würde seinem Schönheitsideal mehr genügt haben als der Götz." Es ist' im Grunde also Goethes eigene Schuld, daß er nicht schon früher im Sinne Friedrichs gedichtet und vor dessen Tode seine Iphigenie herausgebracht hatte. Dann wäre alles noch gut geworden. Wobei dann freilich noch die Verwirrung Kofers ig schmutzig-grauem Schnee bedeckten Erdbodens. DaS Grundstück ist jetzt von dem Besitzer, einem Möbelhändler Palm in Berlin, an den Hilssbahnsteigschaffner Schuck seit April v. I. verpachtet. In der Nähe befindet sich ein kleines Wäldchen, in das die Frau Behm s. Z., als ihr Mann auf sie geschossen hatte, geflüchtet sein� will. Neben dem Grundstück läuft ein breiter, uneraründlich tief morastiger Feldweg entlang, der nach dem 15 Minnten entfernten Dabendorfer See führt. Dieser soll nach den Angaben der Bc- wohner ca. 80 Meter tief sein, während das sich anschließende von Weiden und Birken umsäumte Moor tatsächlich unergründlich fer-t soll. Ein schwerer Körper, hier versenkt, mag tatsächlich nie mehr zum Vorschein kommen. Nachdem sämtliche Prozeßbeteiligte sich versammelt hatten, wurde als Zeuge der Gendarm Schanmann vernommen, der jetzt wegen Erblindung pensioniert ist. Er machte verschiedene, die beiden Angeklagten belastende Angaben und bekundete u. a., daß er an dem Tage nach dem Verschwinden deS Behm an dem Fenster des Behmschen Häuschens vorübergegangen sei und dort bemerkt habe, daß ein bor dem Fenster stehender Ebereschenstrauch verschiedene Blätter zeigte, die offenbar versengt waren. Außerdem lag ein Bündel Zweige an der Erde, die nach seiner Meinung offenbar voll dem Täter, der seiner Ueberzeugung nach von außen durch das Fenster auf Behm gcsckwssen, abgebrochen waren, damit ihm auf diese Weise ein besseres Schuß- felb gewährt werde. Hierauf begaben sich sämtliche Prozeß» beteiligte in das kleine Häuschen, dessen Räume bald gedrängt voll Menschesi waren. Es wurde dann das Fenster eingehend besichtigt, durch das nach Annahme der Anklage der tödliche Schutz abgegeben worden sein soll. Alsdann wurde der Glasermeister Raue vernom- men; auch seine Aussagen waren in mehreren Punkten belastend für die Angeklagten. In dem hinter dem Fenster liegenden Zim- mer erläuterte Assessor Böttcher den Geschivorenen und dem Ge- richtshofe die Situation, die er nach dem Verschwinden des Behm vorgefunden. Sehr interessant waren die vom Sachverständigen Hofbüchsenmacher Barclla vorgenommenen Schießvrrsuchc. Es handelte sich dabei um die Wahrnehmungen, die von den in der Nachbarschaft des Behmschen HauscS wohnenden Personen gemacht worden sind, als sie die beiden Schüsse hörten, die am Abend des VerschwmdenS des Behm in oder vor dem Behmschen Hause ge- fallen sind. Vor dem Behmschen Hause wurde dann noch ein- gehend die Möglichkeit der Tötung eines Menschen durch einen Schuß durch die Scheibe erörtert uno festgestellt, daß schicßtechnisch diese Möglichkeit durchaus gegeben sei. Nach diesen Versuchen begaben sich sämtliche Prozeßbeteiligte nach dem See, wohin bekannt- lich eine Wagenspur vom Behmschen Hause auS geführt haben soll. Nachdem fanden auch dort noch verschiedene Erörterungen über die mögliche Erklärung des Verschwindens statt. " Ter Lokaltermin zog sich bis in die späten NachmittagSstunben hin und mußte der Vorsatz, um 4 Uhr nachmittags mit der Weiter- verhawdlunfl im Schwurgerichtssaale in Moabit zu beginnen, auf- gegeben werden. Die Verhandlung wird deshalb erst Mit.twvch vormittag 9� Uhr fortgesetzt.., Bus der parte!» „Die Sozialdemokratie und die Wahle» zum Deutschen Reichstage", unter diesem Titel erscheint schnellstens nach den Stichwahlen im Verlage der Buchhandlung Vorwärts, G. m. b. H., Berlin L.�V. 68, Lindenstr. 69, ein Buch von Paul Hirsch und Bruno Borchardt. Es wird enthalten ein Verzeichnis aller Wahlkreise, die noch Abschluß der Wahlen sozialdemokratisch vertreten sind oder die schon einmal sozialdemokratisch vertreten waren.— Die sozialdemokratischen Abgeordneten und ihre Wahlkreise.— Vergleichende Ueberstcht der Reichstagswahlen von 1907 und 1912.— Eine viel- farbige Karte von den ReichSlagSwahlen mit genauen Bezeichnungen, durch welche Parteien die einzelnen Kreise vertreten sind.— Der Preis wird zirka 1 M. betragen. Bestellungen mögen rechtzeitig bei den Parteibuchhandlungen aufgegeben werden. Potireitlches, Gcricbtltch« ufw. Die Kandidatur deS ReichSverbSudlers Professor Dr. GörSe bildete den Gegenstand einer Verhandlung, die daS Schöffengericht in Brandenburg a. H. beschäftigte. Angeklagt wegen Beleidi- gung war als verantwortlicher Redakteur unseres dortigen Partei- organS, der„Brandenburger Zeitung", Genosse Erich Baron. Die Verteidigung führte Genosse Rechtsanwalt Wolfgang H eine. CS handelte sich um zwei Artikel, die in scharfer Weise die Quertreibereien kennzeichneten, durch die Dr. Görcke und seine Kauf genommen werden müßte, daß Lesfing/ Wieland, Klopstock durch ihren„Sturm und Drang" den Schönheitssinn des König? verletzt hätten. Friedrich ll. und die Tortur. Friedrich II. hat vielerlei Mttek- alierlicheS beseitigt, die Zensur, die Leibeigenschast, die Tortur. In seinen Staaten wurden die Gazetten nicht genieret, aber die— Zensur verschärft und keinerlei politische Kritik geduldet; existierte die Leib« eigenschaft nicht, aber die viel schlimmere Erbuntertäniakeit; wurde die Tortur„gänzlich abgeschafft"(der König hat eS selbst 1754 gesagt), aber es wurde in Preußen bis ins 19. Jahrhundert hinein gefoltert. Richtig ist, daß zu den vielen schönen Edikten aus den ersten Tagen seiner Regierung auch eines gegen die Tortur gehört. Aber erstens wurde dieses Edikt nicht publiziert, und dann gab es Ausnahmen„bei dem Oriwins laeaae Maiestatis(Majestätsbeleidigung) und Landesverräterei, auch denen großen Mordthaten, wo viele Menschen umS Leben gebracht, oder viele Delinquenten, deren Connexton herauszubringen nöthig, implicieret sind". Wir wissen auch, daß in verschiedenen Fällen— so bei einem Einbruch im Jahre 1752— der König ausdrücklich die Tortur ge- nehmigte, da„verschiedene schwere Jndicia vorhanden, selbige aber alles läugnen und sich dadurch loShalftern wollen". Auch zwei KabinettSorders vo» 1754 heben die Tortur keines- Wegs allgemein auf, der König erklärt lediglich, daß die Tortur ein unsicheres Mittel sei und daß man auch ohne Bekenntnis deS Angeklagten„die gesetzmäßige Todesstrafe sonder Bedenken" erkennen könne. Aber selbst in den Fällen, wo„die Umstände den Jnquisiten nicht völlig compliciren'(überführen), aber doch„höchst wahrscheinlich" sei. daß der Angeklagte da» Verbrechen be- nen Hobe,„alsdann muß dergleichen Jnquistt, wennschon er sich inem Bekenntnis bequemen will, der FestunaSarrest oder die ffestungsarbeit aus Zeit seines Leben«, und dabei in Eise» ge« chmiedet zu werden, zuerkannt werden". Damit ward freilich die zeitweilige Folter überflüsfig, sie wurde durch die lebenslängliche Tortur ersetzt, was nicht hinderte, daß auch daneben, recht nach der Schule, gefoltert wurde. Im Mililärwesen vollends gab es ja überhaupt nichts als fort- gesetzte Tortur— gegen Menschen, die daS einziae Verbrechen b-»» gangen hatten, in Preußen als Söhne dienstpflichtiger Bauern geboren zu werden. Theater. Charlottenburger Schiller-Theater: Vmilia � a l o t t i von L e s s i n g. Die Anregung zur Emilia Galotti kam Lessing au« der römischen Geschichte. Um seine Tochter Virginia den Nachstellungen eines der herrschenden Dezemvim zu entreißen, erdolchte der Bater daS von bestochenen Richtern dem Wüstling zugesprochene Mädchen auf dem Forum; und diese Tat heroischer Gegenwehr war Anlaß und Signal für eine allgemeine Volks- erhebung, die das Regiment der städtischen Tyrannen stürzte. Freunde seine Reichstagslnudidatur zustande gebracht hattein Durch ZeugenauZsagen wurde bestätigt, daß auf Grund eine-Z für die ganze Provinz getroffenen Gesamtabkaminenö zwischen Fortschritt- lern und N a t i o n a l l i b e r a l e n der Kreis Brandenburg Westhavelland allein den Fortschrittlern zustand, und daß Herr Dr. Görcke als national liberales Parteimitglied sich an diese Abmachungen hätte gebunden suhlen müssen. Gvrcke hielt sich aber unter dein Zutun reichsverbändlerischer Freunde ein Hintertürchen für seine„nationale" Kandidatur offen, weil er sich angeblich für den anssichtsvollsten Gegner der �Sozialdemokratie hielt. In Wirk- lichkeit hat seine Kandidatur den Sieg unseres Genossen P e u s schon in der Hauptwahl nicht verhindern können. Görcke blieb in seiner Stimmenzahl sogar hinter dem auch von den Nationalliberalen offiziell unterstützten Kandidaten der fortschrittlichen Bolkspartei er- heblich zurück. Das Gericht stellte sich jedoch auf den Standpunkt des Klägers, dah er nicht gegen Treu und Glanben verstoßen habe und ver- urteilte den Genossen Baron wegen beleidigender Ausdrücke in den beiden Artikeln nach fünfftündiger Verhandlung zu 550 M. G e I d- strafe, billigte ihm aber in der Hauptsache den Schutz des 5j 193 (Wahrung berechtigter Interessen) zu. Der Amtsanwalt hatte 1000 M. Geldstrafe event. Ivb Tage Gefängnis beantragt. Das eigenartige Ver- langen des Dr. Görcke auf Zahlung einer Buße von 3 909 M.— für die ihm durch die„Brandenburger Ztg." verursachte Mehrarbeit im Wahlkampfe sowie etwa für die ihm uun entgangenen Reichstagsdiäten und für den verlorenen, bei journalistischer Mitarbeit wertvollen Titel M. d. l>t.— lehnte das Gericht als völlig unbegründet ab. Selbst der wie ini Bruhnprozejz auch hier geladene Kronzeuge L i m a n ans Leipzig vennockte in dieser Be- ziehung für Görcke nichts herauszuholen. Auch für den Reichs- verband war die Verhandlung nicht sehr rühmlich, denn selbst der Rcichsverbändler Dr. Görcke wollte sich durchaus nicht mit dessen Kampfesweise in Flugblättern usw. identifizieren lassen. Das beleidigte Kncgsmiiiistcnum. Am 26. September v. I. brachte die„Leipziger Volks- z e i t u n g" eine Notiz, wonach der T-berfileutnant v. Bodenhausen zum Obersten des Ulanenregiments in Oschatz befördert sei. Dieses Regiment sei wegen schenfflicher Soldatenmiffhandlungen in ganz Deutschland bekannt geworden, und im Reichstage sollte über die Beförderung ein Wörtlein geredet werden. Es stellte sich aber her- aus, dah hier ein Irrtum unterlaufen sei, da Oberst v. Bodenhausen von Borna nach Oschatz versetzt war. Die„Leipziger Volkszeitung" berichtigte daher ihren Irrtum, aber sowohl der Kriegsminister als auch der Oberst stellten Strasantrag wegen Beleidigung. Der ver- antwortliche Redakteur Genosse Müller wurde daher zu 499 M. Geldstrafe verurteilt. (SewevKscKaftlicKes. Die Rache der Scharfmacher, Der große Erfolg, den die Sozialdemokratie bei den Wahlen errungen, hat bei ihren Gegnern eine furchtbare Wut ausgelöst. Von verschiedenen Orten werden bereits Enff lassungen gemeldet, von welchen Arbeiter betroffen wurden. die nach Meinung der Unternehmer sozialdemokratisch gewählt haben. In besonders rigoroser Weise läßt die Erz gebirgische Holzindustrie A.-G. in Brand bei Freiberg in Sachsen ihren Rachegelüsten die Zügel schießen. Auf die sozialdemokratisch gesinnten Arbeiter kann sie freilich nicht verzichten, wenn sie ihren Betrieb nicht einstellen will, aber an denen will sie wenigstens ihr Mütchen kühlen, die um Wahlarbeiten für die Partei zu leisten, am Wahltage Arbeitszeit versäumt haben. Nicht genug damit, daß die Firma deswegen 13 Arbeiter entlassen hat, sie schickt gleichzeitig ein„streng vertrauliches" Rundschreiben an alle Stnhlfabriken, um zu verhüten, daß die Missetäter anderweitig Arbeit erhalten. Der in der„Holzarbeiter-Zeitung" abgedruckte Uriasbrief hat folgenden Wortlaut: Erzgebirgische Holzindustrie-Aktiengesellschaft. Brand, 18. Januar 1912. bei Freiberg i. S. Streng vertraulich. P. P. Wir halten es im Interesse unserer Branche für unsere Pflicht, Sie davon in Kenntnis zu setzen, daß wir genötigt waren, am 13. d. M. 13 Stnhlbauer aus unserem Betriebe zu entlassen und uns somit von Elementen zu befreien, die weder ihrem Arbeit- gcber noch Kollegen zu Nutz und Frommen dienen. Lessing wollte aus dem oftmals behandelten Stoff ursprünglich gleichfalls eine Römertragödie machen, aber er kam rasch von dem Gedanken ab.„Eine bürgerliche Virginia— so schreibt der Dreißig- jährige einem Freund, anderthalb Jahrzehnte bevor er an die endgültige Aussührung des Planes ging— soll daraus werden: ich habe nämlich die Geschichte der römischen Virginia von allem dem abgesondert, was sie für den ganzen Staat interessant machte; ich glaubte, daß das Schick'al einer Tochter, die von ihrem Vater umgebracht wird, dem ihre Tugend werlerZ.ist als ihr Leben, für sich schon tragisch genug und fähig genug sei, die ganze Seele zu erschüttern, wenn auch gleich kein Umsturz der ganzen Staats- Verfassung darauf folgte." Es ist das eine Umformung, die durch- aus mit den in der Hamburgi'chen Dramaturgie dann später in weiterem Zusammenhang entwickelten Grundsätzen übereinstimmt: daß Haupt- und Staatsaktionen überhaupt der dichterisch konkreten Veranschaulichung widerstreben, daß die Namen von Helden und Fürsten ein überflüssiger Pomp sind, der zum Wesentlichen, auf das der Dichter abzielt, durch Darstellung der menschlichen Natur�zu rühren, gar nichts beiträgt. Aber die Entpolitisicrung. die Lessing mit dein Stoffe vornahm, indem er ihn in die Gegenwart verlegte. ist nur eine relative. An den Tod des Mädchens knüpft sich hier keine Staalsnmwälzung, wie in der alten Ueberlieserung. Der realistische Stil und das moderne Zeitkolorit schließen das aus. Doch wenn Emiliens Schicksal im Drama selbst nicht als politisches Agens erscheint, wirkt es in der vom Dichter ge- schaffenen Form politisch um so mächtiger als Anklage wider die Verrnchtheit des damals herrschenden Despotentums, und will so wirken. Schillers revolutionärstes Jugenddrama„Kabale und Liebe" knüpft in dieser Hinsicht an die Emilia an. Nicht der Kunst allein, auch der politisch-etbischen Tendenz verdankt das Werk die Kraft, mit der es heute noch nach anderthalb Jahrhunderten bewegt und packt.— Die Aufführung bot überwiegend Gutes. Vorzüglich waren Hedwig P a u l y in der Rolle der Orsina und P a e f ch k e als elegant ge- schmeidiger Fürst. B ild ts Marinelli, der in dem ersten Akte wenig versprach, hob sich dann in den entscheidenden Momenten zu beträcht- licher Höbe. P a t e g g s Odouardo hatte starke Momente. Sym- palhisch wirkte Leonore E h n s jugendlich-schlichte Emilia sowie ihr Partner, der melancholisch-weiche Aggiani Alfred Brauns, ät. Musik. DaS BlütSner-Orchester führte in seinem Sonntags- konzert eine„Sprechtondichtung" ans. Sie will kein „Melodram" der üblichen Art sein, will nicht Balladen oder der- gleichen als Stoff wählen, sondern Lyrisches, und nicht bloß den Sinn, sondern zugleich die rhythmischen und tonlichen Eigenschaften der Dichtung vertonen. Für eine solche„Programmusik, zu der das Programm gesprochen wird", haben sich als Dichter E. Köhler- Haussen und als Komponist Paul olberg zusammengetan. Ihr gemeinsames Werk:„Das große Narrenspiel", bereits in einigen sächsischen Städten aufgeführt, hat als dichterisches Motiv eine nächtliche Phantasie Nachstehende Zeilen sollen Ihnen Aufklärung über die Sach- läge geben: Am 11. d. M. verlangten in den Nachmittagsstunden 13 Stuhl- bauer für den Tag der Wahlschlacht Befreiung von der Arbeit, uni der Sozialdeinokratie Schlepverdienste leisten zu können. Durch Verlängerung der Mittagszeit gaben wir unserer Arbeiter- schaft genügend Gelegenheit, ihrer Wahlpflicht zu genügen und vertveigerlen daher den verlangten Urlaub mit dem Hinweis, daß wir von unserem Rechte eventuell Gebrauch machen würden, sofern die Arbeit am Wahltage nicht aufgenommen würde. Diese Leute hielten es jedoch für notwendiger, ihre Funktion bei ihrer Ge- sinnnngspartei zu versehen, als sich die Stellung zu erhalten. Wir möchten Sie nun in Ihrem eigenen Interesse bitten, diesen Leuten, deren Namen wir nachstehend geben, die Arbeit in Ihrem Betriebe zu versagen, da diese Leute im allgemeinen eine hetzerische und wühlerische Tätigkeit in unserem Orte seit langer Zeit intensiv betreiben.— Nur wenn Arbeitgeber und Arbeit- nehiner Hand in Hand arbeilen, wird ein Wachsen und Gedeihen der Industrie möglich sein, und so geben wir der Hoffnung Aus- druck, daß Sie unserer Bitte entsprechen. Mit Hochachtung Erzgebirgische Holzindustrie-Aktiengesellschaft, Brand bei Freiberg i. S. Diesem Briefe liegt eine Schwarze Liste bei, welche die Namen der 13 Sünder nebst Geburtstag und Ort cuthält. Die Kollegen der Gemaßregelten haben das Vorgehen der Firma selbstverstäudlich nicht ruhig hingenommen, sondern ihrerseits gekündigt. Das gab der Firma Gelegenheit, einen iveiteren„streng vertraulichen" Uriasbrief herauszugeben. Dieses Dokument, welches für die Beurteilung der Charakter- eigenschaften der wild gewordenen Scharfmacher recht bezeichnend ist, sieht so aus: Brand, den 29. Januar 1912. Streng vertraulich! P. P- Im Anschluß an unser Rundschreiben vom 18. d. M. machen wir Ihnen die Mitteilung, daß heute 13 Stuhlbaner, deren Namen wir Ihnen endstchend angeben—, gezwungen durch ihre Organi- sation, gekündigt haben und somit in vierzehn Tagen ihr Arbeits- Verhältnis bei uns auflösen. Wir möchten Sie nun auch mit heutigem bitten, diesen Leuten die Arbeit in Ihrem Betriebe zu verweigern. Sie handeln nur in Ihrem Interesse, denn Sie würden durch Einstellung dieser Leute nur dem Holzarbeiterverband den Rücken für spätere Kämpfe stärken. Hoffend, daß Sie auch unseren heutigen Zeilen Beachtung schenken und uns in unserer schwierigen Lage unterstützen, be- grüßen wir Sie mit bekannter Hochachtung Erzgebirgische Holzindustrie A. G B r an d bei Freiberg Fink, Direktor. Wir glauben gern, daß sich die Firma mit ihrer klein- lichen Sache in eine schwierige Lage versetzt hat. Und wenn sie für die unanständigen Mittel, deren sie sich im Politischen Kampfe bedient, einen gehörigen Denkzettel davon trägt, so ist ihr das aufrichtig zu gönnen. Kuslancl. Der Streik des Ballettkorps sowie eines Teils des technischen Personals der Großen Oper in Paris hat sein Ende erreicht. Die Delegierten der Streikenden haben sich mit den Vorschlägen des Direktorlums der Großen Oper einverstanden erklärt. Von heute abend ab wird wieder das ganze Personal an der Oper be- schästigt sein._ Die Aufnahme der Arbeit in Lancashire. In den Webereien von Lancashire wurde am Montag die Arbeit wieder aufgenommen; dabei kam es zu einer Kundgebung der Arbeiter gegen die drei Weber, deren Weigerung, der gewerk- schaftlichen Organisation beizutreten, den Anlaß zu dem Streik und der darauf folgenden Aussperrung gegeben hatte.— In Accrington weigerten sich die organisierlen Arbeiter, die Arbeil zu beginnen, solange nicht zwei Nichtorganisierte die Arbeit niedergelegt hätten. — In Great Harvood legten 299 Weber die Arbeit nieder, als die einzige Nichtorganisierte Arbeiterin die Fabrik betrat. Ein Streik, der einen Minister stürzt! Der Streik der Eisenbahner von Buenos Aires dauert ohne Zwischenfall fort. Vertreter der Eisenbahngescllschaften legten dem Präsidenten Saens Peua die Gründe dar, die sie angeblich ver- Pierrots von der Untreue seiner Colombine. Aber� es ist nur ein Spuk.„Ich bin der Narr in Eurer eigenen Brust." Und dann jagt er ins Morgenlicht hinaus zu junger Liebe neuem Glühn. Der Dichter sprach seine Verse selber. Hätte er sie statt besten einem Rezilaior vom Fach übertragen, so würde vielleicht die Haupt- lache, eben die versuchte rhythmische und sonstige Uebereinstimmung von Worliprache und Tonsprache. besser zur Geltung gekommen sein. Aber auch dann— das Halbheitswesen alles Musikiprechens ist im vorliegenden Fall erst recht deutlich, weil streckenioeise das Wort allein, nachber die Musik allein und nur manchmal beide zugleich kommen. Man wird hin und her gerissen ivie in einem hopsenden Wagen auf holpriger Straße und weiß nicht warum. Fragt man uns aber, ob wir derlei etwa unseren Volkskonzerten empfehlen, so möchten wir doch Ja sagen, mindestens um des Gegen- beispieles echterer Kunst willen. Gerade weil Dichtung und Kom- Position manches Hübsche, auch speziell dem eigentlichen Klange nach, enthalten, wird das Bedürfnis wach, aus dem Gehörten auch ficht- bare Gestalten aufsteigen zu sehen— und damit haben wir den Kern des musikalischen Dramas erfaßt. Die beiden Autoren halten ein neues Beispiel bereit:„Der gläserne Berg". Es mag wieder eines Versuches wert sein. 02. � Vorträge. die Herren v. Wiese Notizen. In der Urania werden am Donnerstag und Dr. Schubotz einen Vortrag über die zweite deutsche Jmierasrikaexpedilion des Herzogs Adolf Friedrich zu Mecklenburg halten. Der Vortrag ist durch farbige Lichtbilder erläutert und wird ani 29. Januar noch einmal wiederholt. — K u n st ch r o n i k. In der A k a d e in i e der Künste wurde die Ausstellung„Friedrich der Große in der K u n st" eröffnet.— Ini Märkischen Museum ist eine Sammlung von Stichen. Schnitten nnd Kunstblättern ausgestellt, die sich mit Friedrich II. befassen. — Ein Gruß der de»itschen Südpolexpedition. In Berlin ist von dem Führer der Deutschen" Antarktischen Expedition, Filchner, auf dem Wege über die Falklandinseln folgende Nachricht eingegangen: Herzlichen letzten Gruß vom Eisrande. Möge uns das Schickial in Zukunft ebenso hold sein wie bisher. Alle unsere Erwartungen sind erfüllt und beinahe überlroffen. Es herrscht freudiges Zusammenarbeiten. — S t r i n d b er g- E h r u n g e n. Strindberg wurde zur Feier seines 63. Geburtstages von dem Tlriiidberg-Komitee das Ergebnis der„nationalen Sammlung" niiigeteilt. Sie hat ganze 59 999 Kronen erreicht. Der Fackelzug fand programmäßig statt, und in den schwedischen Theatern wurden überall Strindberg- Dramen aufgeführt.— Der Stockholmer„Socialdemocrat" widmet Strindberg eine ganze Seite seines Riesenformats— und Strindberg selber Hai eine» Beitrag über Menschenrechte dazu ge- liefert, ein schönes Symbol des Zusammengehens von Schwedens größtem Dichter und Schwedens Kiilturpartei. hinderten, alle Ausständigen wiederanzustellen. Me es heißt, soll den Gesellschaften eine F r i st gewährt werden, um den Dienst in normaler Weise wieder einzurichten. Nach Ablauf dieser Frist aber soll daS Dekret zurückgezogen werden, das die Gesellschaften er« mächtigt, währsld des Streiks Personal zu verwenden, das den vom Gesetz geforderten Bedingungen nicht ent- sprichtl— Es geht das Gerücht, daß der Minister der öffentlichen Arbeiten demissionieren werde. Kammer hat beschlossen, die Regierung von neuem über Streik zu interpellieren. Die den /Zus der frauenbe�egung. Hausdieustausschüsse. DaS Dienstbotenproblem hat den bürgerlichen Frauen schon schwere Kopfschmerzen verursacht. Dies Problem besteht für die Hansfrauen der besitzenden Klaffe hauptsächlich darin, wie man den wachsenden Ansprüchen der Hausangestellten entgegentreten kann, wie man die sich jeweilig stark steigernde Abneigung gegen den Hausdienst unter der alten Gesindeordnung verhindern kann. Mit der Anwendung der Gesindeordnung läßt sich freilich in den großen Städten keine Seide mehr spinnen, das haben die Haus- frauen längst eingesehen und deshalb machen sie auch gern das Zu- geständnis, daß„Reformen" notwendig seien, um die G e- sindeorduungen zeitgemäß zu gestalten. Von einer Abschaffung der Gesindeordnungen, von einer radikalen Aus- kehr des hundertjährigen Moders von mehreren Dutzenden verschiedener Gesindeordnungen in Deutschland wollen sie nickits wissen. Daß ein Hausmädchen soviel Recht der Herr- scbaft gegenüber haben soll wie eine Fabrikarbeiterin gegenüber dem Fabrikbesitzer, das wollen sie durchaus nicht zugestehen. Trotzallcdem müssen sie mit der EntWickelung der Verhältnisse rechnen, die ihnen den immer wiederkehrenden schweren Äerger' mit den Dienstboten bringen. Und nun grübelten sie über R c- formen nach! Die Mühlen der Gesetzgebung in Gang zu bringen, ist nicht nur sehr schwierig, sondern auch bedenklich, denn jeder refornrntorische Stoß aus diesem Gebiete müßte die alten Ruinen der Gemeinde- ordnungen rechts und links zusammenpurzeln lassen und manches Herrschastsrecht wäre darunter begraben. Die alten Herrschaftsrechte möchte man aber nicht gern preisgeben, denn die alte Abhängigkeit, so verhaßt sie auch den Dienstboten sein mag, soll erhalten bleiben.— Wie konnte nun der Pelz gewaschen werden, ohne ihn naß zu machen, das war die Frage. Die Hausfrauen machten sich einen Vorschlag zu eigen, der von den christlichen Gewerkschaften auS- gegangen war und darin bestand, daß in den Orten, wo die Vor- bedingungen dafür gegeben sind, Hausdienstausschüsse ge- gründet werden sollen. Der Vorschlag ist wahrlich nicht mehr neu er enlstand schon im Jahre 1997 und zwar aus dem Bestreben. der freigewerkschaftlichen Organisation der Dienstboten, die im Jahre 1999 in einer Reihe von Städten begann, das Wasser abzugraben. Damals berief der Vorstand des Gesamlverbandes der christlichen Gewerkschaften nach Köln eine Konferenz ein, die von 11 Vertreterinnen evangelischer und katholischer Frauenvereine besucht war. Der Vorschlag, paritätisch zusammengesetzte H a u S d i e n st a uSschüsse zu gründen. wurde angenommen. Die Ausschüsse sollten zusammengesetzt werden aus Vertretern konfessioneller Dienstmädchenvereine und interkonfessio- neller HauSfrauenvereine. Es dauerte lange, sehr lange, bis man begann, diesen Vorschlag in eine Tat umzusetzen. So hörte man in Berlin erst etwas davon, als am 5. Mai v. I. eine Versammlung von Frauenvereinen resp. deren Vertretern nach dem Bürgersaale des Rathauses ein- berufen wurde, lieber diese Versammlung ist auch im„Vorwärts" berichtet worden. Die Einsetzung eines HausdienstauSschusseS für Berlin wurde beschlossen. Seine Aufgabe sollte„die friedliche Lösung der Dienstbotenfrage" sein, der„Ausgleich von Gegensätzen", und gemeinsame Aktionen von Dienstboten und Hausfrauen sollten durch ihn eingeleitet werden, die Gesindeordnung wollte man beiseite setzen oder wenigstens versuchen, ohne die Gesindeordnung auszukommen. Man gab sich zugleich Mühe, die Stadt» behörden für den HauSdienstauSschuß zu interessieren. Die Tarnen scheinen allerdings keine Eile zu haben; eS ist bald wieder Mai, und noch ist kein greifbares Gebilde von einem Hausdieust» ausschuß, der so viele große Aufgaben haben soll. da. Allerdings sind die Damen an der Arbeit und stoßen dabei auf ungeahnte Schwierigkeiten. Im September fing man endlich an und bildete Kommissionen für die Bearbeitung der ver- schiedenen Fragen. Eine wichtige und grundlegende Frage drehte sich um die Ausarbeitung eines Dienstvertragcs. Die zu diesem Zwecke eingesetzte Kommission bat neuerdings um die Mittvirkung des Zentralverbandes der Hausangestellten, der schon seit einigen Jahren einen Dienstvertrag mit bescheidenen und annehmbaren Forderungen propagiert. Dieser Vertrag wurde dann auch den ersten Beratungen zugrunde gelegt, aber gegen jede For- dernng der Dienstboten hatten die Hausftauen schwere Bedenken und wollten nichts zugunsten der Dienstboten übrig lasten. Di»/ Vertreterinnen des Zentralverbandes gaben ihre Mitwirkung wieder auf, nachdem sie sich von der U n« fruchtbarkeit der Beratungen überzeugt hatten. In dem HauSdienstauSschuß von Berlin sind vertreten: 19 Hau?» frauenvereine, 6 Bereine für Wohlfahrtsbestrebungen. S Arbeits- nachweise und 2 Dienstbotenvereine, von deren Existenz man fast nicbts bemerkt, die weder Berichte noch Mitgliederzahlen vcröffcnt- lichen. Ter Zentralverband der Hausangestellten ist weder in Berlin noch in anderen Städten in HanSdienstauSichüssen vertreten, weil er von der Tätigkeit dieser Ausschüsse nichts für das Wohl der Dienstboten erwartet. Es ist im besten Falle eine Selbsttäuschung, wenn Hausfrauen glauben, durch solche Ausschüsse die Dienstbotenfrage lösen zu können; sie übersehen voll- ständig den Gegensatz der Interessen zwischen Herrschaften und Dienst- boten, und sollten es den letzteren ruhig überlassen, ihre Interessen durch eigene Organisationen zu schützen; sie selber aber sollten sich begnügen, in den HauSfrauenvereinen für sich wie bisher zu wirken. ohne den Schein zu erwecken, daß sie am liebsten die Interessen der Dienstboten wahrnehmen. Leseabende. Bohnsdorf nnd Umgegend. Am Donnerstag, den 25. Januar, abends 8>/z Uhr. in„Villa Kahl": Vortrag des Genossen Jaßlau! über„Geschichte der Ehe und Familie". Marktbericht von Berlin am SS. Januar ISIS, nach Ermittelung deS tomgl. Polizeipräsidiums. M a r k t h a ll e n p r e i s e.(Kleinhandcli 100 Kilogramm Erbsen, gelbe, zum Kochen 36,00— 50,00. Speis ebobnen weise. 40.00—60,00. Lmsen 40,00—80,00. Kartoffeln 11,00—14,00. 1 Kilo- gramm Rindfleisch, von der Keule 1,60-2.40. Rindfleisch. Bauchfleisch 1.30 bis 1,80 Schweinefleisch 1,30—1,80. Kalbfleisch 1,40—2,50. Hammelflciich 1,30—2,20. Butter 2,60-3,20. 60 Stück Eier 4,20—7,60. i Kilogramm Knrvsen 1,00—2.40. Aale ILO— 2.80. Zander 1,60-3,60. Hechte 120-2 60, Barsche 1.00- 2,00. Schleie 1,60-3,20. Bleie 0,80-1,40.'60 Stück Krebse 3,00�-24,00. X �bzahluiiBogsächaft�� Berliner Credit-Haus Ko�mandantcnstr. 67. AMohoifreie Got�anfce� i Abraham Hamb. Messina-u.Rtjmertrank-Kell. N 4, S�bleg-elst.S Fernsp. III, 7727 S�Iter-s.'jJinonad.-Fabrik .lülilJ, Thaerstr. 44. T.A.7.8176. tSchfitze, Em Webcrstr. 15a. 1.7. l 1 j 85. £ Beste» alköbcl- Zi. Ai treies Setränk. yl Berlin 0,S3i)«lffl.4 farbciÜB�SBkleidMnB� IC* Zowfncrstr. S! �«*«.klrv. Bergraannsl.'Jj Hamburger Laden, Charl.,WaIUl.69 J. Kastn erEAv7rSir0.si Äotert�den�Schöne�Haupts� ��äckcralenr�toäiditorr� Erscheint 2 mal wöchentlich. BeziggsquaeSien-iyerzeScIimSs j Ur.tonstehendo GoschäHe emofehlen sich bei Einkäufsn i VesterjE. d�Ts�. Weiner, H., Greifswaiderstr. 33. Wlrtsdia?terstr.,NcliF.. brüinensl.167. Bio&tner's Großbäckerei Geschäfte u> Berlin, CharlottenbuPBi Schönebero, Wil'meradopf. AdienhOfer Bäckerei, M. Zagwartt. it"»X Hacker, Ramlerstr. 36. Bäckerei und Konditorei Wild. Toerlitj, Mariannenstr. 5. Emil Beyer. Thornerstr. 6. Ost-Bad, Palllsadenstr. 76. Kuranstalt lang-jähr. I. Assistent d. ehemal weltberühmt. Jakobi-H eilanstalt &W Pflauzenheilverfahren"VL Atteste von Geheilten. Lad PMkow, VVoilankstr7 267 Passage- Bad Damm ra! Reform-Bad, Wiener Str. 65. RßlM-Eafl- SonnUgs�r"�- p§ L2 C|'S' El£? dl MB CD M» � B B C 9 1 cH Schlesischo Str. 31. Viktor* ia- Bxxd'' Kottbuser Damm 75 FrledpIchWühelmsbad Chausseestr. 87. � Bade-Elnrichtungen J fi.V» arschaa.St. Das gesündeste und billigste Bad ist das Jdcal-Ricselbad Marke Z.& Co. ganz? BadeeinrichlungeB Tön H. 12.50 an. Soliden Kunden Teiblg. gestait.). UUstr. Prclsbroseh. 160 iSeitca nratis n. franko. J.Zaruba& Co�Haitiburg C- | örot-h abrik„Vorwärts" Hermann Ullrich, Köpenick. .,ürDttaarik"b.Ä.S Brotfabrik Buehl&Sohn, Willy Belor, Prenzlauer Allee 42. Hermann Carl, Biidf., Hermanns ir. 231 Irierm» Eder, Sohonenscbestr. 1 Engel's Landbrot� Heinersdorfer Mühle Verkfsstell.: Kol oaiest. 9, Rodenbergs! 2, l.üderi!a�5SLcdjveldeinvrAt.44,5v!r.e- mösdcrstr�S�Pnnknwjn mEBjejwÄÄ.L Verkauf in Milchgeschäften Berlins Bttssiil gtgeteii. d. PUtale. �vl?n?�?!?ntäcrs??�br��� Ftlkon«telBstr. 20, KHpeniclerslr. 172. W Gertach, Schdn'bg. Scdssjtr. 6.7. F Gottwald, Btni»iifrsl.78,T.A.IIU143 Alfred Graf, Beusselatr. 24. Karl Glesmaun, Wittstockstr. 7. H. Glück, Wilhelmsha venerstr. 51. August Hühner, Schwedter3tr.ä2. August Hauch, föpenick. TBSibäö 73 Qeschüfte | in allen Stadtteilen Berlins| und in Eixdorf. begründet IN02. lierberg, Paul, Amsterd.-Str. 29. ütrechterstr, 17. Burgdorfstr.14. VnsuHt KhoidioI, Pankstr, 46. L. Kierzkowskl, Wichcrtatr. 5 Kilies-Großbäckerei. Boßestr. 8. Ii. Krause, Tegelcrstr. 32 a. Triftslr. 43. Kroker, Rixdorf, Nansenstr. 33. llarl Laudahn, Weberstr. 30. Landbrot-Bäck., Schulz, Fr., Bachholr. Band" nen, Gummlw. � : H. Hauke, Stralauer Str. 56. Berkholz, Köpenickeratr. 70. , Lange, A. E.. Brunnenstr. 167. 1 1 Liepe, Schöneberg, Granewaldstr.SO. I' Meyer, P.pRi.jBerlinerstr. 49— 50. | J. Ch. Pollmann, Lolhringcrslr. 60. ' Wende, A., To�k�u' 1 Pptrhp A ßeydelstraße 15. i\ClLIICf H« Lief, aller Kassen Fritz Reibe, Schöneberg, Hanptstr. 18 Fr. Schulte, Adlershof, Bismarckst.S Zareiriba�.�i5� ( Beerdig-Anst., Sai'Qm. j j A. Butti j�Zoni�orf e r ötr. 23. . R!xd.,Hohenzollernp.... 1 Buckow a. Kixd. Krankenhaus. Flpfhnr Rixd., Eohenzollernpl.il u. lidLllül Buckow a. Kixd. Krankenhaus. ÜSäX fiiCliS Frankfurter- Allee 170 Hiekel, Fr., Gr. Hamburgerst. 37 G. Lehmann, Rasewalkerstr. 1 E. Gerichtsir. Moldt, Fritz, Rixd., Reuterplatz. Gust. Nobert, Potsdamerstr. 115a H. Petermeier, Strelitzerstr. 8. Peter-Schloy, Wilh., Zoascnerstr.l 1. �' Beieucht.'-Geseiist. 3 BunzeLR/Klis�lti C2rIIfflD!eillO„a«ÄÄ. BUttner, A., Danzigerstr. 36. Scllril IllDliir, II„ RichardstAIS. Veüiin, H. Br™gtr- f��ierufnklelifunB Keiner, Otto, Geridustraiie 86. Weckep.fi. Mühlendamm 3, Kottbusordamm 32 c Bettfedern u. Betten UtUfeilern tun seliiiigcschl. hca.eu 1 1.131 Haosknec!!!, Hä iMüggelheiraerstr. 8_ 1 B e r liner, R i xd., H e r in a n n at. 230, A.Hampel,Ui,Berstr.44-45. Reinigung Carl Hönze, Audrcasslr. 55, Kciuigang. Bierbraucre!er!lBi0rh. Landbrot- Großbäckerei O. Senf, Ndif. Krug, Waldstr. 4 Hermann Lebelt, Hussittenstr.SS Alfred Lier, Wielefstr. 36. litfifenlierüBr Brotfabrik Ä E. Martin, Gl eimatr, 55.__ Mollwelde's bew. Bäwi»es.FriMtersL67 Llngel, Fritz, Eiser.balinslr. 5. A.H. JleverNchL, iS.'hlr.i.rhMlr, 14. Willy MQnstermann,Gledil,ch»lr.48. (r� Damenkonfektion � CÖEnTtSMcEw�nie�männsrrra. Dombrowskyii;ac'.ti.siill PahrradhansSüd-Ost Rcichenbcrnerü 1 1 2 1 Carl Möller Ss�Ä106' Rüper. C::r;.!le[�rs;i].-Sl2.'..d|irkf.Allc6 ��Apdepelen�ie�Hep. H. BERGKMNN Birkenstr. 53 über 40 Filialen in Greg- Berlin Ref o/, »ff. toß MWWWM'�? DarnplwästlierBi Dampfw Weiß.Stera,Hi.,Bet(i«ll32 Dampfwäscherei M E R K L R A. Bachmonn, Fmkfarler-Allee 47. Heissnier, 0. ßreithaupt, Falisadenstr. 97. Tel.-A. VII, 2634 'n Schöneberg Jjj, Hauptfit. 25, Bad trlcdricnshaiu.I.iadsb. Badeanstalt, Hasenhoide 18. Jungbpunnen-Bad Baum scliuTen wog, Kiefhoizstr. 177/78 ''�»" Friedrichs Bad.liirl.a.Ehl. g�llp-Änstalt,, Löser" ---— Bosentalerstr. 70. Mationai-Bad, Brunnenstr. 9. Bad Ostend �.Äsen WWr F. W. BllsM l-fi. Lagerbier«ml Hqizbier L_Blunien_und JCpgnzo) Dakar Albert ua, Müllerstr. 41. Fr.Ahrendt,E«xlij.,KeneBiliaIior»lr.31 Blumen-Becker, 0. rrtnkfurter Allee 3. Caaper. Charl., Krummestr. 29. EDeg»r.Rixä ,K«i�Friciir.Sl.lO,Berjsl.58 Richard FeUrb. Prinzen- Allee 30 Faul Gross, Liiidc3it.6ll(Y,rTan]litu) Toblas Lewin, Sdmcidormeister Badstr. 44, 1. Spz. Maßanfertigung User in Hinteln a. Kostümen aller Art cc«-— rr-r- r?—,—-- Damen-liorifsKlioii SöäEit Gebr. Neumann I Koiibnserdoiaia Tti ■»C28 a5,�aBramiciistr.33 A. Selowsky ,£1" w. Paul Zutei'mann Konfektionshane— Ch&nsßwstr. 66 NaeSe ehem. Wäscherei I z. Damengarder. allen Stadtteilen| Rixdorf, Schöneberg{ A 8aiiJ3 �erichtsstraße 23 Tel. III 1309 FisohhandSuneien _______ D C.AIilcrsACo., Saeficchhaiidlung. C.Dittmann BeS�,42. Weidenweg 79, auch wüd uad Geflügel tireoru Heiter Echte Brannscbw. n. Thiiriuger Wnrstw. I. Gesch., Andreasstr.SO, Blumenstr.73a Ernst H3ne, Schwedenstr. 3 2. W. Hoppe Friedrichshagen, Friedrichst.68 Ernst Ibsdier, Wiesenstr. 11. Jakobik, Schmargendorf, Breitcstr. 24. fllbcrt Jähnert Se6: Fritz JentsdiÄ,�" L.Irnier,Flnistr.,AiUershof.Bi9inarckst.36a Jul. Rcmpe,BoyÄe 5i Fritz Klein, Kottbnserdamm 12. Willi Klewlt), Allensteinerstr. 18. Max Knaut, Alt-Boxliagen 50. Ernst Kolbe, O.l 12. Weichselstr. 15 Ernst Kurth, Muskaueratr. 33. G. Krause, Weiße nsce. Langhansstr 1 35 M.Kops, Reinickend., Residenzstr. 154. Fritz Leotz WuLräe�em w- A. Lange, K«inictdI.lScbarn«eliersti.l I> linke's FieisdizeM Ä* Wilhelm Lenz, Falkensteinatr. 9 Fritz Lentz, Linienstr. 109 K. Lawrenz, Reinickendf. 0. Hanptstr. 54. Wilhelm Liebherr Fr Lindemann, Emdonerstr. 45. Locbmann, Malplaquetstr. 32. lUÄJOll. FleiÄw�sHabl: Aug. Maar, Schulstraßo 103. Maiwald, Rixd., Uuncbner-KBerlioentr. ErnstMäckler, Rixd., Ricbardstr.3 1-32. � Mariannen- Str. 28 a. ff. Fleisch- u. Wurstw. Großbeereustr. 78. R. Müller, Pankow, Wollankst.lOl Neubauer, O., Kottbus.-Damm 24. KarIPetrichÄÄ Rcinf eld, Spandau, KeunieUlersi.r. 9 0.flosßraannilai..fuÄnk7. G. Krüger, Weißenburgerstr. 79. A. Wilborn, Brunnenstr 16. Winkelmaim,WilheIramenstr.23. Oberschöneweide, Rathenau8tr.27. ZuncJie,Schönebcr'j.Fisen�cberstr.60-61 ( Sprechm/j Zum Hutwinkel S. Kohls, Chaniseeatr. 85. {' KtHfee-Suppogate � Otto GootzelK'i'i��Trt'TänTm 1 s 1 7 IM. Paul Henkel i-i»-«»«" c Str. 48. Kaufhäuaep Hoyer, A., 1631. C Haap-Apfikel D E Jod �P.e"al"I�aar"�aus j Chausseestr. 121. Rob. Kortmann, 8chnnwalderstr. 28. Gebe auf IIa&r-Ärlik.50i�ihb. F. KÜSter Zionskirchstr. H.N!xdorf,FrankfarterÄll.I'J7I5%Rab. Albert Pose, Fennstr. 16. �Haus- u. Küchengeräte� ßCmgÖWSkiselfen'Büriten. Vümnifl/ Spandau, Schönew.St. 92 AullüliiA, Emaille, Glas, Porzellan, Lamp. i{öä(slrn!i,K3rlGÄ.,weasschin. SaillflW.P.Dl.W"eSnrm 1 c Herren-Artikel Andreasstr. 37. Krawalicn-Schulze H.Bock, Hijcdorf, Kaiser Friedrichair. 1 0. Ä Magazin England Kettl Pamm 73, Orauienstr. 1 6ä. lldle, Wasche, Crawatten. Dittmer, lekerstr. 68a, Hutgeschäft. Torkol, Artilleriestr. 4 Rieb. Jahn, Treptow, Grätzerstr. 6 Emil Jäger ÄÄeV5Tor. E. Klahn, Frankfurter Allee 26. Krause, Wilh., Ri., Herm.-St. 168. Ad. Kuntze Fs?®dm' Gg.Kursch, Britz, Rudowerstr.95. Ad. Mahnke SÄ'.3 A. Nitschpan, Bergmannstr. 11. A. Samuel, O.Mirbacnst.62, Schirme. Ocilf ����tr. 141. ütHül�, UÄW.Ri. Uermannstr 171. Qnrpncrpl A Wien erstr. 14 B. �PrclIgCl,a.Hüteu. schirme VVaizenegger,J., Pelersburgcratr.43. fi.Zellcr10.-Scnöne\v.,WilhelmiDeiihfs!.Ha G Herren-u.Knabsngard D Anierikan.Veikanisliallen Jn n n>a Badstr. 26, Ecke . JI»« A-r prinzen.Allee. Besser, Julius, Ri., Bergstr. 19. E. Elnnann, Rixd., Bergstr. 38. Ilaraburg-St�iilzsshtrotl03. Zielonackl, Oranienstr. 21. Leske A Slupecki, Schönh.-Allee 70 e Marone Q Rixd., Bergstr. 44-46 lUfll lUo, üi fertige n. MaßKchneidcrei. Raitzig, Ad., Frankf. Alice 107. ItAVIlAf Vor Schneidermeister, IlUSIIIT, iUdA Rixd..Bergst.30 31, Lager fertig und nach Maß. Csrusiuiacikiui ,ibiAu., Merker, P. 77 Kottbuserdamm 77 ■■ August Schega■■ Schachmann, Louis, Bnmnenstr. 51. Berth. Schweriner, Wrangelstr.93 { Kaffee-Spezlaigesch."� Dsäar KröJdie aÄS?" Bauers Mschongen ■# etJ.ir.5par f. Kottbuser Damm 31 MUlIrl, U. Hena.8t.l55,Kne>sbeckstl3 A. Plaacke, Oderberger Str. 55. Priebe, E., Boxhag.-Cnausseo 22. R. Puhimann, Woldonbergerst.32 Carl Quast, Primen-Alleo 15. A. Ranihold, Prinzen-Allee 18. Carl Robra, Lnnghansstr.58u.148. Willy Rolae Runge, Otto, Ri., Hermannst. 55. A. Sägebarth, Fehrbellincr 511.24. Schäfer, H., Neue Hochstr. 5. Schneider, F., RiiA, Kai, er-Kried.8t 71 Schettler Carl, Badstr. 16. Scheffler.Eugen.GrünorWeg 120 Fritz Scheel, Schwedtergtr. 47. Schienther, Emil, Huttenstr. 7. Schröck, Fr., Ri. Wcsorstr. 4. Wilh. Schräder, Brunnenstr. 47. Wilh. Schulze, Ri., Bergstr. 98. Adolf Schulz, Matternstr. 9. M. Schulze Rudolf Spremberg.Wörtherstr.l. P. Siraund, Rixdf., Ziethenstr. 46. W.Tietzsch, SO. Heidelb. Str. 80 Wilh. Thomas, Beinickend.-Str. 54. Otto Tüdc, Gubenerstr. 11. Ulbridi, F., Ri.. Wathestr. 13 s. 69 Fritz ißlzel Ulli. VILILCl junkorBtr li> Emst Wilde, Bastianstr. 1. Wernirfte, Ober-Sdiöne weide. U. Wucknitz, Mariendorf, Dorfalr 2 � Korbwar., Klnderwag, � Metznerw��1�� f Krankanbedarfaartlk. � Flacher, Wllh.,N, Swlaemönd.-St. 1 1 1 Lanjej�A-�RjItrunnenatr�eT. c Lederwaren Carl Fessel �Ät.tli. Spez. Tasch., Mappen, PcrlcTnonnaieHnsw. R.Genehr,Rnnmelsbnrg,Scliiliprsir.3 1. Wilh. Langtrar, Eoffer'SchnlzeÄm Richard Kurtzke DlmT Fortsetzung siekie nUctiste Selfo. Fortsetzung des Bezugsquellen-Verzeichnisses« Wienerttr. 11 i Eig. Werkst.!. Hause C.Richter, Ripdorf, Friedeletr.4!). (tob. Voigt, Bairxsebnljtr. 87.Elg. Fabr. atlnWeliDertSr«,"; � Lehranstalten J Zu'schnBUte-Scl'ulo dos Oesitach. Zusohneider- Uerbtandas, e. W., BERLIN, Rfiauerstr. C 5 88, T. 1 3401. Rudolf Maurer Friedrichotr.CSa�Ecke Mohrenotr Strahlendorff s Handels» AKademle. Beuthst. 10 u. ll,I.,II.,in.Etage Größtes Institut Berlins Ausführt. Lohrpläne umsonst. Linoleum u. Wachst. loocn Kitdorf-r Linoleum' JaftOü Rjxdorf. Bsrgstr. 62. HänfschXÄÄr Rausch, Rieh, Niederta£e�«rschouer8� f Manutahtiirwaren � SränliErg � WehlhfndlMneen � W. Bachmann, Charf.jSehrüigsilS. BethKe, GeorflT SÄ Rixd.>Elbest.63,Kiii-Friedr.-8164 Weserstr. 189, Friedeistr. 23 Treptow, Grtti-StraSe 61. Gus.Meyer, Hclmh.-Sl. l9,Wittsl.-St.1. C. Neugebaucr Ober-Schöneweide HiÜtJtil 8 BM, �iivasTr.lSS Otto Nownck Nachfol. Spandau. AlJraiieiariÄ�t. F. PTlugmacher, Colonnenstr.iS. PRpnfltPP Manstemstr. 17, . llUUlllCl Steinmetzstr. 27 >ini4«« R Marlannenstr. 14. h\] ß 3tt»rkth.JÄÄrheinekflst. '"iMwkth, Dorotheeopl. l�e2ia»ter,0b.Schöoew6ide,SdisoDst.59 Schwanke, Rixdf.,Hermann8tr.229 WilöRlm Slotawa Turmstr. Sf, Waldeuserstr. 34 Stimeiiler. k«il Walter Seidel, Beusselstr. 26. Thieke, Nacht., Prinrenstr. 10. R. IV. nOIer, Reiniekendorferst. 61 Reinhold Werner, Tijil.Tiesloiritr.lO. B. Zyczynskl, Ri. Pannicrstr. 19. c MSbelmagazine 3 Tischlernistr.4.aaiiea- Cfer 23, am OrasieaplaM. Berliner HnF'l.m*' let«t5it.120.s. MAbcihalleuRUrtlrli �STalidtaal. 1 18. Daehne, F., Ri., Neue Jonasstr.36. L Dohmann, Slrorastr. 44. Treptow,'___ Bordiiach, o. RiTRais.-Frdr.'St.29 C. Bosse, Reinickendorf eratr. 29. Ja). Conrad, Rhein sbergerstr. 14. Beruhard Danoe,KaiUni«T>ll.50-5l. jFrege, Ernst s Geschäfte 1 im SO. GaegegOtto"�;0" PaulGaege, Spandau. Inc lJa,,LaMehl-u.Kolonialw. JUa.naUnB Bergmannstr. 95. HeeTm«,H.,RI., Renuannstr.172 g H Riidorf, I.IL Berestr. 114, _".Ktii.-Fried.-81811 Karl Huhn, Soiiererstr. S. Korn, Ku�o aUrhlinlt Iiralidit.1 88, T.I.Nord 8te3 , Ruuilcll«ia-i-TiaStettig.IIsaptlaliDb. B. Krüger, Scfa6neb.,Hanptetr.l5S E. Kunze, Chart., Knobelsd.-St. 16 Lanzft JaemaRn, Winsstr. 53, Po8eneratr.l5,Stralauer-AUeel8. Lfidtke, H., Fruehtetr. 67. Wllh. Oairäart, Brunnen- Str. 162. ert, Paul, Zossenerstr. 32. GeHcke, Fritz, Möüeratr. 145. Gleisep,A.,Änid2: !§ H.ÜSllSfl, MShef- Fabrik. Q rill, Reinkkwdorf. Sr harnweberstr. 15. Unvnnfb Stallschreiberstr. 57, Bar- und Teilxahlung, ZV. _ Verkauf i. Fabrikgeh Hopp, Jul., Brunnenetr. 133. KSnlg, A., ßi., Berllnerstr. 102. ierm. Kogel-Bl3Ed-o3rf- Herrn anpgtr.12. Küchenmöbel BerlinerKüchenmöbel-Fabrik Neue Königst. 31-32, T. VII 4746 Lange iMl «UoTfBuser t Damm Mn vSch wedter St. 2. 9lfVu.A».Rb>Ber�str�l2. c Molkeralen J "BraBerstr. 50 iircdo.str.30 Miiclikuranstalt amViktoriapark Erenibergstr. 27-28, T. A. VI. 1070 Kinder- und Kurmlloh. ffiilch Sckmidt Rlzdorf Hermannslr. i3, Hermannstr. 95-60. „SchweUerhof", Meierei und Milchkuranstalt. Emdener Str. 46.:: Tel. H 2565. ( Musikallen] Niemeyer,Brüfken.st E.Ki'penickerst.Te ~"" Frankfurter- Allee 73 b Frankt.-Cfaaussee 115. Scholz_ lÜjyiilfclnrtrumeiita) raun, Emil S Ä Kirst, Rieh., Brunncnstr. 45. Plato A Co., Köpenickerst. 105/6. Lorenz Rahmel, Oranienstr. 181 Lorbeer1, Müllerstr. 14. MusslK- kaaa- enzcnSifiuer Größtes Spezialgeschäft der Branche. Spittelraarkt 14 a. Reetz. Spandau, Havelstr. 21. Schnötke, Otto, Ri.pRlckardilMlS. � Wghfwaaohlnen) BeUraaun, E., ÄÄ"- fkfoff bestes deutsches Fabrikat rlull Steiuhauer, Spandau. LiHafler.Yerlf.ülilke, KiÄ«: Stob. Seelisch, Bertis 0., Kigseritr. 71j73>.8pe>i>litit: Klciae s. mittlere TVehositceisriebtg. »Irb»liy7v?�?üs>seusustr. 18, Nähmaschineii Lüden in allen Stadtteilen. C Pfandleihen ) M. Mleilis ou�eS. 58 Spotlbillljer Bettesvertssf, Hochmodenie Herrcsjcrd. Ctreurrrk, Bcbrnsrttsceb. etc. E. Krön, Köpenickerstr. 65 a, I. Langer, Wnsgelstr.92, BiliigerVerkstif. Schmidt, Fannair. 3 HSenftlabenjJfoU�Dam�mMjI. fPut���edaa�rmH� m. HoBSERfu£!Sfn JllBiäiÖfl amenhüte. tHninyi Speziaihs. f. Damenhüte B In! teil Li. F rankf.-Chauss. 152 a| ILiefr. d. KonsumgenosBenschft.l Fiedr.A. Lange, Landsbergerilr. 68. Paul Lehmann, Friedrichahagen. Ernst Müller, Teitowerstr. 59. Nehring.Charlbg�Ksw.-Aogaste-ÄlIeeaO G. Nenmann, Falkensteinstr. 37. Petersohn, Osk., Müllerstr. 155. # Plamnann, Jagowstr. 20, SV Reetz, Max G.Redienbergt8chcQebg.,Äkczie&3t.l. Schmidt, Gebr., Fennstr. 59. idioiiwarete de: Westens Schwenenzer, Turm Straße 48. Alb. Seeger, Wrr., Lortzingstr. 6 Sommer, Wlih., N, Scbiiob.-AII» 85. A.Trettin,Fricdriebshsg.,Friediieh!tr.23. Witt, Spand., Weuendorferstr 99 Girod, F., Spandau, Potsd. Str. 19 Herrmaan,L7cbeperst.5.Eii.Fabrilute. Jehuicheu, Kirdorf, Kau.Friedr.-Sli, 18 a. Lerche, Sciwaelera, K»lloiiiieostr.62 A.Rleke.Badstr.ll.Bezüge billigst Herrn. Rosenky, W, aassteiutr. 4. O.Schleuzsner, War3Chaner8t.86, c Ou Seifen ) KA�Ltav'?'L2uda!�?antst?�L Keidke, Paul, Burgsdorfstr. 18. Schnmlj nski ,1: i..Eerggi■ 1 6 1 ,1' ntz, Pappe, ( Puppen � P. B. Zierow, ( RenterhandlanBen} LtnSeFromeTGreiTswäkrerstrrt� Carl Joch, NO, Palisadenstr. 97. Pauilne Preiuiag.BeüiicIteiidfenLlBJ, Bertb�dhreiberjfeo�onigitr�� { Schuhwaren, Schuhm. J ErasnCSom�PnednclishägenT Anhalt, E., Andreasatr. 13. Baumgart, H., Manteuffeistr. 23. Bllllee Stiefel, Siekingenstr. 6 Bayenbach.TreskewjtlS.z.eiigr.Prti». Usm BfU Warachauerstr. 31 Dflill DI) Rumburg, Mozartstr. 3. Damaschke, Invaiidenstr. 114. J. Deuzig Ndif., Chansseestr. 26 Eiler«, Anhaltstr.4,Lindeu5tr.ll2. Engel, W., Reinickendorfentr. 93 Osk. Engier, Swigemiitidcnlr. 63. Oew. Fabian, Kcpeaiek, Kietientr.I, Fieer, FHedr., Sparr-Str. 17. For.Tianowil[,Yotcuir.63(100/�tl>.) OttoOrütscfa, Chansseestr I2u.67. Goidmann, SpstdgxSckligvalderiL81. Heluridi, Johann, Pet erab.-Str.86. H. Jetzt äff, Badstr. 61. Hera. Künner, Cöpenlek. Q. Kramer, Wüm.. Berllnerstr. 131. Fabrikmarke für haltbarste Filzschuhe und Pantoffeln. P.Lange, Nowawes�Priesterstr.JO Teppiche u. Bnrdlnen) |.«. Scholz w.Tr.T Treuer.Mngnzln) Westmatiii Mohrenstr�Ta�r�rkLStnl�fi. f Uhren u. Qoldwaron] GoUz8tr.3Q.- am Winterfeldpl. Ose arAldag, Chart., Krummest.29. J. Behrendt, Wrangelstr, 52. Otto Brauer, Müllerstr. 161 WWM MaxEisermaim, Spandauerst. 32 J E-LJUrsf b, fr. Trenk ;axEl8ermann)'Jhtrl.,ftebriüg5ir.l(). Brüggemanu, ReisifkeBdorfcrstr. 96. Bürger, Jnl., Müllerstr. 6. Max Busse W.Elsolt, Chart., Wünersdorferstr.i 1 1. Ellinghausen, Gedr., Gniaenreg46. Fenskc, S., Kottbusserdaram 96 P. Fischer, SO., Michaelkirchstr.S j. Gebhardt�»: George, Adolph, Badstr. 65. Ernst Grübet, Brunnenstr. 78. MiraspnErKoÄÄcn. H. Kamm ler, Charl., Krumme8tr.23 Kniebnsch.W., Frft. Cbausseaül E. Knutb, Boxhzgtn, Sonnlagstr. 3 ß.Lechtennann.Drejze-E.Wilmckeril Lehmann, Alb., Frankf. Allee 10. Lehmann, Wilh., Kottb. D«rom23. um Piflitz, Brunnenstr. 112. _____________ Brunnenstr. 81 QnltzOT, Job, Müllerstr. 1«. EmilQuadeH�a Carl Schlewlnaky, Koppenstr.4. R.Schmelz,be™hs™:1is Willy Schmidt, FriedenaB,Hh«iBatr.l8. IBiistav Sstifliz h�pTsSI Scfcönemann, G., Ri.,Bori.-Str.73. F.SchSnwtß, Bert. 0.,G Prozent Eprarubatt, selbst bei Sc- � legcnheitstätifcn. Teppich. ThomaS. OranieiistrasjC 1S0, Orantenvlutz i - Rosenwlerstraffe 54. 817K' Federbetten. Stand 10,00, 15,00, 25,0». jeinste Bruutbettrn, Wäsche, WinterpalctotS. Decken. Pfaiidleib- Haus, Küslrinerplatz 7. 304 K' In Freien Stnndrn. Wochen. schrist für daS arbeitende Volk. Romane und Erzählungen. RhenneMentS wöchentlich 10 Ps. nehmen alle Auz. gabesicllen deS„LorwärtZ' cntzcgen. Prebrbrjte gratis. NtntiatsauzÄge, Paletots, groffe «nswabi, speziell für starke Figuren. sowie eiegante neue Garderobe 20 Prozent billiger wie kl Laden. direkt vom ScktneidermetNer Ftirften- zell.RuienIbatcrttratze l» Teppiche kFarben'cblert, Stepp. deckru. Gardinen. Tischdecken, Tüll betldecken, Nebergardinen, Sosa. stoffrcste spottbillig Fabriklazer Mauerhrff. Große Arankfurterstratze S Fiureiitgaug. BorwärtSlesern zehn Prozent. Sonntags geöffnet. 2488»' Monatsanznze und Winter- paletolS von 5 Mark sowie Hosen von 1,50. Gebrnckarizüge von 12.00. Fracks von 2,50, sowie im torvnlente Figuren. Reue Garderobe zu stauneui. billigen Preisen, auS Psandlrtben ver- sallene Sache« kani! man am billigsten bei Ras;, Mulacksiraffe 14.» Lritiltans.Brnniien" und Per- laufgeichäst. Alles spottbillig: Betten, Stand 9,—. mit 2 Kissen 10,—. BrunnovAreche IIS, Ecke llsedomstraffe Federbetten. Prachtstand, zwei schläfrig, 15,00, bochieinc 22.00, Wäscheverkans spottbillig Zciittollcih- Hans Schönebcrg, Hauptstraße III.* Griiudbegriise der Politik, von Friedrich Stampfer. Gebunden 3 M. Buchhandlung Vorwärts, Anden- firahe 09 iLadeu)._ «Ziugcrmnidtinc 9,00 Neue Köniq- sttalle 24. Seitenflügel.__ 211/15 Tuftgt v._ Verantwortlicher Redakteur: Gutgehendes Obst-, Gemüse-, Fisch-, Wild- und Geslügelgeschäst, schöne Ecke, billigt Miete, 2 Stuben, Küche, todessallhalber, für aunchm- baren Preis, billig. Auskunft Ver- treter Nitschke, Weinstr. 11 III, bei Prippcnow._ slb Seifrngeschäft. sichere Existenz, evcnwcll Teilzahlung, Rixdors, Kaiser- Fticdrichstrasie 103.________+52 Schankwirtschaft, krankheitshalber, in bester Baublüte. Offerten unter bl. F. 99, Postamt 58. siZ Möbek Möbel- Lechner, Brunnenstr. 7. zwischen Roscnibaler Tor und In- validenstrasie. Riesen-Auswahl in Möbeln jeder Art. Billige Presse aus Kredit und gegen bar. Kleine Einzahlung, bequeme Abzahlung. Licjere auch nach auswärt?. Vorzeigrr dieses Inserats erhält bei Kauf 5 Mark gutgeschrieben. Sonntag nur von 12—2 geöffnet.' Möbel ohne Geld! Bei ganz kleine Anzabtung geben Wirtschaften und einzelne Stücke aus Kredit unter äitsierster Preisnotierung, auch Waren aller Art. Der ganze Osten taust bei uns. Kretschmann u. Co., Koppen- straffe 4.(Schlesiichcr Babnbos.)» Brautleuten empfehlen Wohnungs- einrichtungen von 20» Mark an gegen günstige Teilzahlung. Möbelfabrik, Drcödencrstraße t4 /kein Abzahlungs- geschöst)._ 907.»* Möbrlangcbot. Vorteilhafteste Gelegenheitskäufe durch Ankauf ganzer Warcnläger. Einzelmöbel, komplette Einrichtungen, schlichteste, eleganteste Schlafzimmer, Speisezimmer, Herren- lner, Riescnauswahl, 5 Etagen. Erikgebände, Neue Königftraffe 5— 6, «ahiung gestattet. Sonntag» ge- öffnet.* Metallbetten, zwei, modern, spottbillig verkäuflich. Zossencr. straffe 10, Hulgeschäit._ 10/18* Möbel« Jnventurverkaus, bis 30 Prozent billiger, 150 hübsche W hiizinimer, 50 Schlaszimmer, 100 Kuchen. Trumeaus. Kleiderschränke, Vertikos MöbelcngrvShaus Dwinatzki, Andreasstraffe 30. geradeüber Markt- hnlle. bl6K' Nuffbaumwirtschaft, modern, Kücheneinrichlung verkäuslich(Händler zwecklos), darunter t Plüschsosa, Um- bau, Heircnschreibtisch.Ankleidelchrank, Englischbetten, Trumrau, Chaise- lonaue, Prachtwandbilder, GaSkrone, Verschiedenes Königsbergerftraffe 1t, vorn I rechts, bei Mscher. 12/16 Sofort verkäuflich Nußbaumwirt- schnst, elegantes Plüschsosa, Plüsch- garnitur, rot, Zorndorjet straffe 4, Liese. ff3S sNusiliinstpumente. PiautnoS, neue und gebrauchte. groffe ZiuSwahl, solide Arbeit, beste? Material. Bequeme ZahlungSweise. Mantheh, Potsdamerstraffe 3t.' Pianinos, gebrauchle, von 125,00 an. Aloenslibenstraffe 13 I. 883K Piauino, gebraucht, groffer Ton- mir 300,—. Diverse gebrauchte- Schiedmaycr, Potsdamerstr. 27 R- �Pianino, kreuzsaitia, 120 Mark, Zander, Turmstraffe 8 I. 12/14 Platinabfälle, Eilberallsälle, Rück- stände, Zahngebiffc, Ourcksilbcr, Me- talle hochstzahlend. Goldschmelze Nieper. Köpenickerstraffe 20a(gegen- über Manteuffelstraffe). 2S95K Zahngebiste, Zahn bis 80 Psennig, Goldsachen, Stanniol, höchstzahlend- Kobn. Reue Königstrahe 7S. 211/11' I Platina- alte Goldsachcn, Bruch- gold, Silber. DoublSeabsälle, Treffen, Gebisse, Kebrgold, Goldwatten, Gold- gummiS, Stannlolabsälle, Oueckstlber, sämtliche gold-, silber- und Platin- balligen Rückstände kauft vroh, Goldschmelze, Kövenlckerstraffe 29. Telephon A/orltzplatz«958. 12/12' Platinabfälle, Gramm 5,75, Gold-, Silber, Zahngcbisse, Stanniol, Queck- silber kaust Blümel, Slugnststtaffe 19. Kreissäge, kleinere, gebrauchte. Offerten mit Preis, Wtrth, August- straffe 51. ffö? Untemckt. Unterricht in der englischen Sprache. Für Anfänger und Fort- geschrittene, einzeln oder im Zirkel, wird englischer Unterricht erteilt. Auch werden llebersehungen an- gejertlgt. G. Swienly- Liebknecht Cbariotlcnburg. Etuttgarterplatz 9 Gartenhaus III. 44 K* Versekieäenes. Wirkliche Ha«s«acherwnrst. Sackepeter, Gr. Franksurtcrstraffe 106. �Patentanwalt Müller, Gstichtiier- straffe 81._' 2139»* Kitnttitupferet von KranKotoSky Schlachtensee, Kursttaffe 8 III. Arbeiter- Wohnnngbeiurich- Inn gen m groyer Auswahl. Fünf Etagen. Einfach, gediegen und kon- kurrenzloS billig. Stube und Küche 195.00 an. Bequeme Teilzahlung nach Belieben des Käufers gern ge- stattet. Geringe Anzahlung. Trotz- dem streng reelle Kassapreise und es Vergütung.� Tisch!«meister Re- ske. Badstraffe KS. Zwei Minuten vorn Bahnhoj Gesundbruimen. 12/18 tzrhatfelnitgue, neue«, 16,00. Herbst, Groffe Hamburgersttaffe 18/14. stnnahmeiiellen kör„Meine flnzelgeo" Berlin C. Sl. Hahuiich, Sluguststr. 50. Eingang Joachim straffe. "W. G. Schmidt, Kirchbach ftr. lt. �. O. R. Hackelbitsch. Petersburger Platz 4. Gustav Bogel. Koppen. straffe 83. R. ZSengels. Gr. Frankfurter Str. 120. KO. L. Zucht, Jmmanuelkitchilr. 12. I. Rcul, Barnimstr. 42. U. W. Panmattu. Rbeinrbergcr str. 67. F. Trapp. Stettiner Str. 10 Karl Mars. G'.etsenbagenerStr. 27. J.Hönisch, Nazarethkirchstr. 49. H. Pogel, Lortzingstr. 37. St- Tiotz- Invaiidenstr. 124 L. Dechand, Ruheplatzftr. 24. H'HP. Karl Ander«, Salzwedelerstr. S. Lnworcnz. GotzkowSkystr. 29. H. stSerner. Gneisenaustr 72. Taehn. Hagelberger Etr. 27. S. St. Friv. Prinzenstt. 3t. F. Gutschuiib», Kottbuler Damm 8. «4». Pant Böhm, Laiisitzer Platz 14/45. P- Horich, Engeluser 15. �Älcrsh«». Karl Schwarzloie. Hoffmannstr. 9. IS«a>mscI>nIcny,«K. H. Hornig. Marienlbalerftr. 13, I. «orsie««>«>«. Paul Ktenaft. Räuschftr. IG. «.'heirlottcnhnrK. Gustav Scharnberg, Sesenbetmer Str. t. Frlcelriclisliacen. Grnst fts-ertisann, Köpcmcker Str. 18. tiriinau. Franz Kteiu. Ftiedrichftr. 10. �«Iirt«rti«4»h«al. Piriitfo. Kaiser. Wilhelm. Platz 6. liaarlshatrst. Richard Kntrr, Atövciftt. 9, U. Ititpcnlcl:. Gmit SSifjlcr, Zdirtzcnir. 6. Laden. tz.ichte-iihcrx. Cito Zeile!. Wartenbergltt. 1. Xfedor-SehönewoUle. Gchrt, Brttzer Str. 6. Koviawcs. Wilhelm Jappe. Friedrichstr. 7. Obcr-Schöiiewelde. Ntfred Badrr. Wilhelmwenhofstr. 17 n. Pankow. Ctto Ristmonn, Mfiblenfti. 30. Kelnickendort. P. Gursch, Provinzstr. 56, Laden. Klxdorf.'Vt. dir rtn rirtj, Neckarstr. 2. Conrad. Hermannstr. SV. E. Rohr- Siegfriedstr. 28/29. RmantrlsDaiirx. 21. Ziosenkranz, Alt-Loxhagen 56. Sckftncberff. Wilhelm Bänin/er, Martm-Luther-Str. 69 i« Laden. SpantlMa. Köppe«. Sreitcstr. 64. Steglitz. H. Bcrnfee, Msenstr. 5. Xcrnpelhof. Fraun, Berliner Str. 76, Laben. Tt-optow. Rodert Gramen;, Kiefbolzstr. 412, Lade». HVoiBontsoe. Fuhrmann, Sedanstr. 105. Schillert. Kömg-Chauflee 39a �st'Nitacrslori. graut smunerr, Wiroermsaue zo, yo, parterre_ tschtffvauerdamm 1. ia/ia rmaie». a.»n. Albert Wachs. Berlin. Für den Inseratenteil derantw.: TH.Glvckr.Bsrlin. Druck».Verlag: Vorwärt» Buchdrucker«! u. BerlagSanstalt Paul Singer u.$&, Berlin SW, Ar. 19. 29. Zahrgang. 3. KcilU Ks Jormiitls" Anlim Bollistiliitl. Pittiüodj, 24. 1912. Zum StichMhIKampf Im Kreife IPotsdam--Ostl)avcIIand. Wahlbettelei bei den Arbeitern der königl. Institute. Wie sich die Agrarier der geknechteten Landarbeiter erinnern, wenn sie sie zur Wahlhilfe gebrauchen, so sind auch gegenwärtig die in den Spandauer Staatswerkstätten be- schäftigten Arbeiter zu begehrenswerten Objekten avanciert, dieselben Arveiter, denen die Anträge aus Verbesserung ihrer Lebenslage sonst stets abschlägig beschieden werden. Am Sonntag wurden die Angehörigen der königl. Institute zu einer Besprechung über die politische Lage und die„drohenden" Gefahren nach der Brauerei Pichelsdorf eingeladen. Gleich bei Eröffnung der Versammlung gab der Obermeister Traut- mann zu verstehen, daß er die Räume gemietet habe und daher jeder Störung mit Gebrauch seines Hausrechts begegnen werde. Nachdem die Veriammlung so erfahren durste, wie nicht nur innerhalb der königl. Institute auf strenge Zucht gehalten, sondern auch austerhalb derselben eine solche durch geführt werde, konnte sie ein Referat des Betriebstechnikers Sckirmbeck über sich ergehen lassen. Die Versammelten erfuhren nicht etwa etwas von dem volksverrätischen, auch ihre Lebenslage in erheblichem Mäste verschlechternden Treiben der konservativ klerikalen Mehrheit des alten Reichstages, sondern mutzten sich das Gestöhne von dem eventuellen Verlorengehen des Hohen zollernwahlkreises anhören. Auch werde ihre, der Staatsarbeitcr, Lage niemals durch die Vermittlerrolle eines Liebknecht verbessert werden können, wie dies durch den früheren konservativen Vertreter Pauli geschehen sei. In eine recht heikle Situation geriet der Redner, als er auf die Frage des Koalitionsrechts zu sprechen kam. Das ' Koalitionsrccht sei den Arbeitern gegeben, nur dürften sie sich nicht mit den freien Gewerkschaften verbinden. Mit einem Salto mortale half sich der Herr Betriebstechniker über dieses schlüpfrige Gebiet hinweg, indem er nur noch erklärte, dast, wenn die Arbeiter zufrieden wären, sie gar keine sozial demokratischen Führer brauchten. Nachdem dieser Redner geendet, trat der bekannte Reichsverbandskämpe Dr. F r ä n k e l auf das Podium, um seinen auch den Staatsarbeitern bekannten Zitatensack gegen die Sozialdemokratie auszuschütten. Dast sich dieser Redner noch in den unqualifiziertesten Angriffen und persönlichen Verunglimpfungen auf den Gen. Liebknecht erging, kann der sozialdemokratischen Sache am Stichwahltage zum Glück nichts schaden. Am Schlust der Versammlung legte der Obermeister Trautmann der Versammlung eine Resolution vor, wonach sich die Versammelten verpflichten sollten, für den Sieg des konservativen Kandidaten Sorge tragen zu helfen. Die versammelten StaatSarbeiter hätten unklug gehandelt, wenn sie unter den zahlreich versammelten Spitzeln ihre Hand gegen jene Resolution erhoben hätten. Sie werden am Wahltage unter dem Schutze des ge- Heimen Wahlrechts ihren ganzen Groll über die infame Anmaßung ihrer Betriebsleiter, ihnen die Rolle als Schleppen- träger der Rcaftion zuzumuten, zum Ausdruck bringen durch die Wahl des sozialdemokratischen Kandidaten: Dr. Karl Liebknecht. Eine von über 2200 Personen besuchte Wäblerversammlung tagte am Sonntag in der Brauerei Pichelsdorf, um zu der am Donnerstag, den 25. Januar, zwischen dem sozialdemokratischen Kandidaten Dr. Karl Liebknecht und dem Freikonservativen BoSberg stattfindenden Stichwahl Stellung zu nehmen. Das Referat hatte der Reichstagsabgeordnete Eduard Bernstein über- nommen, der am Schluffe seines mit stürmischem Beifall auf- genommenen Bortrages namentlich an die liberalen Wähler einen dringenden Appell richtete, am Stichwahltage dem reaktionären Kan- didaten BoSberg eine Niederlage bereiten zu helfen. Kein ehrlicher Liberaler könne sich zum Schleppenträger der Reaktion hergeben. In der Diskussion teilte Genosse Richter mit, in wie verlogener und schmutziger Weise Genoffe Liebknecht in der Bor- mittagSversammlung von einem Redner des ReichSver b a n d e S angegriffen worden sei. Die Versammlung gab ihrer Meinung über eine solche daS politische Leben vergiftende Kampfes- Methode durch entrüstete Zwischenrufe Ausdruck. Mit stürmischen Hochrufen aus die Sozialdemokratie sowie aus den Kandidaten Dr. Karl Liebknecht wurde die glänzend verlaufene Bersamm- lung geschloffen., 9• An die Arbeiter Berlins richtet das sozialdemokratische Wahlkomitee des Kreises Pols- dam Osthavelland die Bitte, jeden in Berlin arbeitenden Wähler des Kreise« auf die Wichtigkeit seiner Stimmabgabe am Stichwahltage, dem 23. Januar, aufmerksam zu machen. Des- gleichen mutz jeder ersucht werden, so zeitig als möglich sein Stimmrecht auszuüben. Die Gegner, die staatlichen Behörden sowie der Reichs- wahrbcitsverband lassen kein Mittel unversucht, um den „Hohenzollcrnwahlkreis" auch fernerhin einem reaktionären Vertreter auszuliefern. Deshalb erwächst für jeden klaffen- bewußten Arbeiter die Pflicht, in diesem entscheidenden Kampfe nach Möglichkeit seine Schuldigkeit zu tun für die Wahl des sozialdemokratischen Kandidaten Dr. Karl Liebknecht. Partei- Angelegenheiten. Zur Stichwahl im 1. Kreise. Von einigen Seiten wird berichtet, dast bei der Stichwahl am Montag in einigen Fällen Unregelmäßigkeiten vor- gekommen sein sollen. Es wird gebeten, Mitteilungen darüber sofort an A. Taeterow, Sebastianstraste 37/38 ge- langen zu lassen._ Potsdam-Spandau-Osthavelland. Am Sttchwahltage, Donnerstag, den 25. Januar, benötigen wir noch der Wahihilsc der B-rlincr Genossen. Wir bitten deshalb, daß sich die Genossen, welche sich znr Mitarbeit im„Hohen- zollcruwahlkreis" zur Verfügung stellen wollen, am D o u n e r S- tag, früh 7 Uhr bei Schubert, Spandau, Kur- ftraße 81 melde«. Der Kreisvorstand. Berliner Nachrichten. Eisernte. Die Verwendung von Eis spielt bei der Nahrungsmittel- Versorgung unserer modernen Großstädte eine wichtige Rolle. Die seit einer Reihe von Jahren ziemlich milden Winter ge- nügten schon lange nicht mehr, den ständig steigenden Bedarf mit hiesigem Natureis zu decken. Man mußte neben der ver- mehrten Kunsteisfabrikation zur Einfuhr norwegischen Eises übergehen, was die Eisvreise allgemein in die Höhe schnellen liest. Die durch den vergangenen hetßen Sommer hervor- gerufene Eisnot wird noch bei allen Interessenten in unan- genehmer Erinnerung sein. In diesem Jahre ist das nicht zu befürchten, kann man doch mit bedeutend größeren Eisbestän- den in die Saison eintreten. Die Eisdecke unserer Gewässer hat diesmal eine Stärke(etwa 13— 14 Zoll), wie man sie seit vielen Jahren nicht beobachten konnte. Das plötzlich wieder einsetzende warme Wetter kann dem dicken Eispanzer so schnell nicht schaden: aber immerhin erschwert es das Einbringen der reichen Ernte etwas. Mit welcher fieberhaften Tätigkeit dessenungeachtet doch daran gearbeitet wird, jene Eismassen in Sicherheit zu bringen, können wir in den Betrieben der Norddeutschen Eis- werke beobachten, deren ganzer technischer Apparat jetzt mit Hochdruck arbeitet. Sehen wir uns einmal das Getriebe auf dem Rummels- burger See an. Etwa 4lK)— 500 Mann sind damit beschäf- tigt, die vier schwarzen, über haushohen Schuppen dort am Ufer des Sees mit Eismassen zu füllen. Und jene gewaltigen Ungetüme haben einen guten Magen, können sie doch über 1�4 Million Zentner E i s in ihren weiten Räumen beherbergen. Auf dem See bietet sich ein eigenartiges Bild. Fast glauben wir ein weites Feld mit pflügenden Bauern zu sehen. Tie spiegelglatte Eisfläche scheint mit Furchen bedeckt zu sein, und überall sehen wir Männer, die eine Art Pflug führen, der von Pferden oder ebenfalls Menschen gezogen wird. Mit Hilfe dieses Pfluges, der aber statt der Schar unten ein messerartiges Instrument hat, wird die Eisdecke in lange, schmale Streifen geschnitten, die dann mit einer starken Stichsäge in kurze Blöcke zerlegt werden. In größeren Partien bringt man diese zerschnittenen, aber immerhin noch ziemlich fest zusammenhängenden Eisflösse in eine schmale offene Wasserstraße, die über den See nach den Eisschuppen führt. Hier werden sie durch in die Schnittfurchen hineinge- stostene schwere Bootshaken auseinandergebrochen. Sie schwimmen nun, in ein Kanalsystem verteilt, den durch Dampf- kraft betriebenen schrägen, baggerartigen Aufzügen zu. die Block für Block in die Schuppen hinaufbefördern. Wir treten von der anderen Seite durch eine schmale Oeff- nung in die Schuppen. Eine mächtige Eiswand starrt uns entgegen, an der uns aus Eisblöcken bestehende Stufen hinaufführen. Das Innere dieser durch keine Zwischenwände getrennten riesigen Holzbauten machl in seinem halbdunklen Zwielicht und den Block neben Block gepackten Eismassen einen imposanten Eindruck. Und Block auf Block prasselt von der Aufzugsöffnung auf den Rutschbahnen heran, um von den auch hier zahlreichen Arbeitern sachgemäß verstaut zu werden. Ucbrigens keine leichte Arbeit, wiegt doch jeder der heran- sausenden Blöcke seine drei bis vier Zentner. Noch eins. Es fällt förmlich auf, dast. obgleich doch hier viel Arbeiter zusammen sind, eine merkwürdig düstere Stim- mung herrscht. Es ist, als ob sich jeder schäme, daß auch ihn die Not, die Arbeitslosigkeit dazu trieb, hier Arbeit zu nehmen. Wohl ist es nicht die Arbeit selbst, obgleich sie nicht gefahrlos ist, der ein solches Odium anhaftet, sondern, dast die meisten der hier Beschäftigten als gelernte Arbeiter— die Mehrzahl sind Bauhandwerker— sonst einen höheren Lohn verdienen, und sich nun hier mit 35— 10 Pf. die Stunde begnügen müssen. Dast hier ihre Arbeitskraft so niedrig gewertet wird, drückt ihr Selbstbewußtsein herab und mag auch auf ihre Schaffenslust hemmend wirken. Und dann hält auch diese Arbeitsgelegenheit nicht lange vor. In zwei, drei Wochen ist die ganze Eisernte vorüber, die Speicher überall gefüllt. Mißwirtschaft beim Berein„Dienst an Arbeitslosen". Bei größeren Wohltätigkeits-Jnstituten wächst sich erfahrungS- gemäst nach mehrjähriger Wirksamkeit fast immer hinter den Ku- lissen irgend etwas aus, daS dem Tageslicht vorsichtig auS dem Wege geht. Ein paar wirklich uneigennützige, von reiner Liebe zur Sache erfüllte Menschen opfern sich auf und bringen ihr HerzenSwerk in die Höhe. Dann setzen sich Schlauere in das warme Nest, wählen die Schöpfer rücksichtslos hinaus und sind von nun an hauptsächlich darauf bedacht, sich mehr oder minder die eigenen Taschen zu füllen. Verschiedene derartige„WohltätigkeitS".Einrichtungen sind genau besehen weiter nichts als Sinekuren für eine Handvoll Lebens- künstler und ihren Anhang. Die Leiter machen sich vor der düpier- ten Oeffentlichkcit einen Namen und noch mehr Geld. Mit ziel- bewußter Bettelei werden große Barbeträge und Geldwerte zu- sammengebracht, von denen der Riesenanteil dem eigentlichen Zweck verloren geht, durch Verwaltungskosten und Gehälter aufgefresser wird. Aehnliches wird seit Jahren gemunkelt von dem Verein „Dienst an Arbeitslosen", an dessen Spitze der Hofkammerrat Ei« mann als ehrenamtlicher Vorsitzender und der frühere Inspektor Gilweit als besoldeter Direktor steht, nachdem man im Jahre 1003 den bisherigen Leiter Liebich, der ein Vierteljahrhundcrt die G«. schäfte führte, hinausgebcten hat. Der Verein unterhält die söge- nannten Schrippcnkirchen im Vereinshause Ackerstr. 52 und in der alten Klosterkirche, ferner eine Zusluchtshalle. ein Jugend- und Männerheim, eine Schreibstube und insbesondere die Brockensamm» lung. Bei allen diesen Unternehmungen ist die Hauptsache der Seelenfang und das Herausschinden von Geld. Wer den in alle Welt und in möglichst viele Geberkreise flatternden Jahresbericht mit der Jahresrechnung liest, muß und soll nach den hier veröffeni- lichten Zahlen zu der Meinung gelangen, daß das Institut seine reichen Einnahmen für reine Wohltätigkeitszwccke verwendet. Die Verwaltungskostcn und Gehälter machen hiernach nur etwa ein Sechstel der gesamten Einnahmen aus Die Durchsicht der uns zu» geflogenen Voranschläge und der monatlichen FinanKcrichte ergibt aber ein vollständig anderes Bild. Der Vergleich zeigt, daß bei- spielsweise für das Vereinsjahr 1909/10 die festen Gehälter nicht bloß 10 aüv M.. wie in der Jahresrechnung steht, sondern 40 938 M. betragen haben! Davon entfallen allein auf die Brockcnsammlung 15 222 M.. auf die Schreibstube 1200 M., auf Jugendheim, Männer- Heim und Zufluchtsstell? 2020 M., auf die Jugendhilfe 11990 M., auf die Hauptverwaltung 9900 M.. wovon der Direktor Gilweit 5000 M. und sein Inspektor 4000 M. einsacken. Zu diesen Ge- Kältern kommen aber noch rund 25 000 M. Unterhaltungskosten, so ck ] daß die Gesamtausgabe bedeutend höher ist als im Jahresbericht nachgewiesen wird. Woher fließen denn nun aber die zur Deckung der Gehälter benötigten 40 938 M.. wenn die Einnahmen auS frei- willigen Geldspenden diesen Betrag nicht erreichen? Sehr einfach — aus dem Verkauf der erbettelten„Brocken", die also an sich dein Verein nicht einen Pfennig kosten. So würde für das Rechnungs- jähr 1906/07 aus den keineswegs übermäßig billig verkauften Brocken eine Einnahme von 39 644 M. erzielt, der aber nicht weniger als 33 573 M. Ausgabe gegenüberstanden. In diesen nicht detail- lierten„Ausgaben" stecken eben hauptsächlich die Gehälter. Die An- nähme des Publikums, daß die Brocken vornehmlich armen Leuten zugute kommen, ist also grundfalsch. Die Brocken sind das Lebenselement des Vereins und sichern den Ver- einsmacherndie Existenz. Ohne die Brockenverschacherung sind Gehälter in einer jährlichen Gesamthöhe von über 40 000 M. unmöglich. Wenn demnach in der Jahresrechnung, soweit sie dem „Freundeskreise" und der Oeffentlichkeit zugänglich gemacht wird, nur rund 10 000 M. für Gehälter ausgeführt werden, so ist das eine regelrechte Bilanzverschleierung, die das Publikum über die Sinekuren wir tschaft hinwegtäuschen soll. Wir halten es für erforderlich, daß die Vereinsleitung genötigt wird, der Oeffentlichkeit eine Abrechnung vorzulegen, welche die wahren Verhältnisse erkennen läßt. Daran sollten die verschiedenen hohen Beamten und Geistlichen, welche dem Vereinsbcirat angc- hören oder sonst zum Verein in enger Beziehung stehen, ein Person- liches Interesse haben. Wird die Bilanzverschleierung fortgesetzt, so muß dagegen protestiert werden, daß der Verein noch weiter die behördliche Genehmigung für Hauskollekten erhält. Eine Bennchrung der Berliner Bollringziige erweist sich immer mehr als dringende Notwendigkeit. Die Eisenbahnverwaltung hat damit schon den Anfang an Sonntagen gemacht. Es ist zu wünschen und zu hoffen, daß diew Züge auch an Werktagen vermehrt werden. Insbesondere mutzte die Zeit, während lvelcder diese Züge ver- kehren, länger ausgedehnt werden. Jetzt hören sie zwischen 7 und 8 Uhr abends schon auf. Die zunehmende Bebauung der an der Ringbahn belegenen Teile von Grotz-Berlin steigert in wachsendem Matze den Verkehr zwischen diesen Stationen am Nord- wie am Südring. Dazu bringen alle Vorortbahnen an den Schnittpunkteir Fahrgäste, die nach anderen Stationen des VollringS sich begeben wollen. Der Vollringverkehr ist auch geeignet, den Verkehr der Stadtbahn zu entlasten, die keine neuen Züge mehr anfnehmen kann. Insbesondere vom Osten, von Strausberg und Rüdersdorf, von Fürstenwalde und Erkner, von KönigSwusterhausen und Grünau verlangen immer mehr Vorortzüge über die Berliner Stadtbahn durchgeführt zu werden. Um diese zu entlasten, ist es unvermeidlich, einige der Nord- und Südringzüge durch Vollringzüge zu ersetzen. Die wenigen Fahrgäste sind dann allerdings genötigt umzusteigen. Es fährt doch ober niemand z. B. von Tempelhos mit dem Südring »ach Bahnhos Friedrichstratze. Die Eisenbahnverwaltllng mutz eben die grötzere Masse ihrer Fahrgäste in geschlossenen Zügen durch- sühren, so daß im Notfall die Minderheit auf das Umsteigen an- gewiesen ist. Ter Vertrag mit der A. E. G. Der Stadtverordnetenausschuß zur Vorberatung der Magistralsvorlage über den Vertrag mit der A. E. G. wegen des Baues einer Schnellbahn Gesundbrunnen— Rixdors hat nach einer mehrstündigen Beratung den Vertrag mit einigen Anträgen, die aber an dem wesentlichen Inhalt des Ver- träges wenig ändern und den Vertrag nicht gefährden,. angenoistyM. Geldschraukeinbrechcr statteten in der vergangenen Nacht in der Belforter Str. 4 dem Privaikontor des Direktors der Berliner Stadt» brauerei einen unerbetenen Besuch ab. Die Diebe öffneten die vom Hof zum Bureau führende Tür mit einem Nachschlüssel und machten sich dann daran, den dort siebenden Geldschrank zu„knacken". Dnöci erbeuteten sie nicht weniger als 6000 M. in barem Gelde.— Ge- schäftseinbrecher suchten in der Nacht zum vergangenen Sonntag die Werkstatt des Schneidermeisters Adolf RinS in der Pappelallec 56 heim. Während sich der Mann mit seiner Familie aiitzerhalb seiner Wohnung an einem Vergnügen beteiligte, inachten Diebe die nach der Arbeitsstätte sowohl wie nach der Wohnung führende Tür auf und stahlen von den Vorräte» Anzüge und Stoffe im Werte von ungefähr 4000 M. Die Zahl der entwendeten Anzüge, Ucberzieher, Joppen. Hosen und Stoffe ist so groß, daß die Einbrecher sich zur Fortschaffung der DiebeSbeute unbedingt eines Wagens bedient haben müssen. Von dem Einbruch ist jedoch im Hause nichts ge- merkt ivorden. Erst als der Schneidermeister am anderen Morgen seine Wohnung aussuchte, fand er die Türen geöffnet und den größten Teil seines Warenbestandes geraubt. Berlorcne Orden. Eine Ordenskette verlor in der Nacht zum Sonntag ein Besucher des Piesseballes entweder in den Festräumen am Zoologischen Garten selbst oder in einer graugestrichenen Kraft- drosch!?, die er auf der Fahrt von den Festsälen nach dem Alexander- platz benutzte. An der Kette befanden sich mehrere Miniaturorden: ein roter Adlerorden, ein Kronenordcn, zwei russische, ein japanischer und ein persischer Orden, eine Landwehrdienstauszeichnung und KriegSerinnerungSmedaillen. Auf dem Wege zur Hilfswache gestorben ist der 89 Jahre alte wohnungslose Gelegenheitsarbeiter Oskar Pohl. Gestern nachmittag gegen 4>/z Uhr fand ihn ein Schutzmann hilflos im Hausflur Wrangelstr. 44 liege». Er brachte ihn mit einer Droschke»ach der Hilfswache am Görltzer Bahnhof. Hier konnte der Arzt aber nur noch den Tod des ManneS feststellen, der infolge allzu großen Alkohol- genusseS eingetreten war.— Festgestellt ist die Persönlichkeit der Frau, die vor einigen Tagen tot im Hause Eldenaer Straße lv auf- gefunden wurde. ES handelt sich um die Ehefrau des Schlächters Merten aus der Thaerstratze 35. Sie wurde auf dem Wege zum Einholen plötzlich vom Herzschlage getroffen. Em Opfer der Massciivcrgiftungen unter den Asylisten ist ein 35 Jahre alter Händler Franz NapiralSki auS der Fliederstratze 6 mittelbar geworden. Der Mann handelte auf der Straße uiid in Stdauklokalen mit Bücklingen. Seitdem die Vergiftungen unter den Asylistc» Furcht und Schrecken verbreiteten, war es mit seinem Geschäft zu Ende, weil die Massenerkrankungen und Todesfälle zunächst aus den daoillus botulinus. den die von den Asylisten genossenen Bücklinge enthalten haben sollen, zurückgeführt wurden. Die wirkliche Ursache der Vergiftungen ist nun zwar längst aufgeklärt, der Rückschlag auf den Handel mit Räucherwaren aber immer noch nicht überwunden. In den Ladengeschäften merkt man davon ja wohl kaum noch eiwaS, die Slratzcnhändlcr aber haben darunter immer noch zu leiden. NapiralSki klagte wiederholt, daß er nichts mehr verkaufen könne. Weil er auch leine Ersparmisse hatte, so borgte er sich kümmcr- lich durch und mutzte auch die Miete schuldig bleiben. Als er keinen Ausweg mehr sah. griff er zum Strick. Gestern nachmittag fand ihn ein Arbeiter, mit dem er Stube und Küche teilte, erhängt und tot auf. Im Kriminalgericht erhängt hat sich der 23 Jahre alt« Kontorist und Schreiber Gustav B. aus der Adalbertstraß» 54. Der junge Mann stammt auS Wien, wo sein Vater ein größeres Kauf- maimSgeschäft betreibt. Nachmittags um 4 Uhr fand eine Rein- inachesrau am Flur der Staatsanwaltschaft 1 im Neuen Kriminal- gericktögebäude m Moabit die Tür eines Klosetts verswlossen und glaubte, daß es noch benutzt werde. Als es eine Stunde später rmmer noch nicht geöfinet war. brach man die Tür auf und fand jetzt einen jungen Mann tot an dem Spülkasten hängeu. Es war B.. der hier seinem Leben ein Ende gemacht hatte. Ei» tödlicher Straßenunfall ereignete sich am Montagabend gegen 6 Uhr in der Erasmusstraße. Dort spielte der siebenjährige Ernst Sch.. dessen Eltern in der Erasmusstr. 1 wohnen, mit mehreren Altersgenossen auf dem Damm. Plötzlich kam ein Kohlen- wagen, dessen Pferde durchgegangen waren, im schnellsten Tempo aus der Bcnsselstraße herans. Der kleine SÄ. konnte sich nicht mehr reiten und geriet unter die Räder des schweren Wagens, die ihm über die Brust hinweggingen. In schwerverletztem Zustande wurde das Kind nach der Unfallstation in der Eramusstraße gebracht, wo es nach kurzer Zeit infolge der schweren inneren Verletzungen verstarb. Unfall in der Technischen Hochschule. In der Versuchsanstalt für Statik der Baukonstruklionen in der Technischen Hochschule zu Charlottenburg ereignete sich gestern früh gegen 8 Uhr ein Unfall, bei dem ein Arbeiter ziemlich schwer zu Schaden kam. Bei Aus- besscrangsarbeiten an einer gewölbien Kellerdecke stürzte plötzlich ein Teil der Decke ein. Die herabfallenden Steinmassen trafen den Arbeiter Bruno Schmidt aus der Brunnenstr. S2. Der Verunglückte erlitt Kopf-, Fuß- und Rückenverletzungen und erhielt von den Sainaritern der herbeigerufenen Charlottenburger Feuerwehr die erste Hilfe. Dann wurde er mit einem Krankenwagen nach dem Krankenhause Moabit geschafft. 37 auf der Rodelbahn Verunglückte wurden in den letzten beiden Tagen in die Unfallstation in der Badstraße eingeliefert und fanden dort die erste Hilfe. Neben leichteren Fällen kamen mehrere Arm- und Beinbrüche zur Behandlung. Ein ganz besonders schwerer Unfall trug sich Montagnachmittag zu. Ein junger kaum zwanzig- jähriger Kaufniann sauste mit seinem Rodel über die Bahn hinweg, konnte den Schlitten nicht halten und fuhr dicht vor einem in raschem Tempo herannahenden Straßenbahnwagen über den Fahrdamm hin- weg. Beim Bestreben, den Schlitten anzuhalten, blieb der junge Mann mit der einen Kufe in der Schiene hängen, stürzte rücklings zu Boden und zog sich einen Schädelbruch und schioere Gehirn- crschütterung zu. In bewußtlosem Zustande wurde der Verunglückte in das Rudolf- Birchow-Krankenhal-s gebracht. Die Bahn nn Humboldthain führt nicht nach der Straße und cS war deshalb von dem B. eunglückten recht leichtfertig, einen solchen Weg zn wählen. Der Verein für Kindcr-Bolksküchen und Volkskinderhorte hat in seinen Iti Anstalten im Monat Dezember 1911 181 131 Portionen Mittagessen an dedürfiige Schulkinder verteilt, welche demselben von der städtischen Schulbehörde, von den städtischen Säuglingsfürsorge- stellen, den Anskunfts- und Fürsorgestellen für Lungenkranke und anderen WohltätigkcitSvereinen überwiesen wurden. Vorort- Nacbnchtem Schöneberg. Die Stadtverordnetenversammlung bewilligte zunächst mehrere Nachforderungen, sodann nahm sie Kenntnis von der Zuschrift des Polizeipräsidenten, daß bei der angeordneten Räumung der an Künstler vermieteten Ateliers mit der bisherigen Milde verfahren werden soll. Demnach sollen in Zukunft unter der Voraussetzung, daß teuer- und sicherheitspolizeiliche sowie gesundheitliche Bedenken dem Einzelfall nicht entgegenstehen, weitgehende Fristen für die Räumung von KünstleralelierS gewährt, insbesondere auf bestehende Mietsverhält- nisse möglichst Rücksicht genommen werden.— Das Elektrizitätswerk Südwest hat für den erfolgreichen Schutz ihrer Gebäude gelegentlich des Großfeuers auf dem Holzplatz von Kassierer u. Co. dem Feuer- wchr-UnterstützungSfond-'.909 M. überwiesen.— Um eine schnellere Beförderung der Ortsbc.efe zu erzielen, sollen fortan nicht mehr Magisiratsboten zum Austragen benutzt werden, sondern die Post; damit würde auch eine Entlastung deS PcnsionSfondS eintreten.— Der Rechnungsrat Willmann, der einen größeren Komplex Ländereien mit hohem Gewinn verkaufte, beabsichtigt, der Stadt einen allen Springbrunnen zu schenken mit der Maßgabe, daß derselbe an geeigneter Stelle innerhalb des neu entstehenden Parke- zloisthen der Rubens- und Sponholzstraße aufgestellt wird. Genosie K ü t e r beantragte, diese Schenkung abzulehnen, da der Stadt dadurch nur dauernde Lasten auferlegt werden. Der»beste Beweis sei der geschenkte Brunnen auf dem Viktoria-Luise-Platz, der bereits recht erhebliche Unkosten verursacht hätte. Wenn durchaus ein Brunnen notwendig sei, möge man eine Vorlage einbringen, die zugleich das künstlerische Moment berücksichtige. Nachdem Stadt- rat Härder für die Annahme des Geschenks plädiert, wurde die Vorlage einem Ausschuß überwiesen. Die hierauf vorgenommene Wahl von 8 Stadträten ergab folgendes Resultat: eS erhielten Pro sessor Franke, Brauereidirektor Finke und Dr. Kriege! je 34 Stimmen; die Herren Jßberner, R o senberg und W a tz- mannsdorf je 35 Stimmen; Direktor Wikander 42 Stimmen und Eiiei.bahndircktor Bartelt 45 Stimmen. Hierauf erfolgte geheime Sitzung. Chcirkotteuburg. Zu den Straßcnkoste» der Bismarckstraße haben die An- l i c g e r(Grundbesitzer) beizutragen. So hat gestern das O b e r- B e r w a l t u» g S g e r i ch t entschieden, indem es die Revision verschiedener Kläger �— Architekt Vogt, Klosterbrauerei- Akliengesellschast usw.— zurückwies. Die Entscheidung ist natürlich präjudiziell auch für andere Anlieger der Straße. Insgesamt dürften der Stadt durch den Ausgang dieses Prozesses 2'/« Millionen an Beiträgen zu den Kosten der Herstellung der Straße in ihrer jetzigen Gestalt gesichert sein. Britz. Der von der Gemeinde veranstaltete Kartoffel- und Seefisch- verkauf findet regelmäßig jeden Freitag beim Kaufmann Herrn Eduard Lange, Chansseestr. 116, und Chausseestr. 75 statt. Es wird gebeten, von dieser Einrichtung regen Gebrauch zu machen. Em Induftne und Ftendd. Daö Roheisen. Die Entwickelung der Industrie ist nur durch das Eisen möglich geworden. Ohne Eisen und Stahl gibt eS keine Werkzeuge und keine Maschinen wie sie der Kapitalismus von heule braucht, die Roheisenprodnktion der Welt ist das Rückgrat der wirtschaftlichen Entwickelung. Im zunehmenden Bedarf an diesem Stoffe spiegelt sich das Maß des Wachstums der kapitalistischen Produktion der Erde. Als Hauptproduzenten dieses wichtigsten aller industriellen Rohstoffe sind die Vereinigten Staaten, Deutschland und Großbritannien zu nennen. Wie sich bei ihnen das Tempo der Roheisenausbeutung des Schoßes unserer Mutter Erde gesteigert hat. zeigen die folgenden Ziffern: Die Roheisenerzeugung betrug in Vereinigten Staaten Deutschland Großbritannien in tausend Tonnen 1882. 4 623 3 331 8 587 1885. 4 045 3 687 7 415 1888. 6 490 4 337 7 999 1891. 3 280 4 641 7 406 1894. 6 658 5 380 7 427 1897. 9 652 6 881 8 796 1900. 13 789 8 520 8 960 1903. 13 009 10 018 8 835 1906. 25 307 12 293 10109 1909. 25 795 12 917 9 531 1910. 27 303 14 793 10 217 1911.(geschätzt) 23 750 15 534(gesch.) 10 250 Die gewaltigste Entwickelung haben nach diesen Ziffern die Ver- einigten Staaten von Nordamerika durchgemacht. Der Abstand der amerikanischen Roheisenproduktion von der Deutschlands ist seit 1**" großer geworden. Hier spielt selbstverständlich die quanti- m-�iwnrtl'cher Redakteur: B>l,m zynchs. Berl'n K"' ven tative Größe_ der Vergleichsländer eine ausschlaggebende Rolle. Interessanter, weil in geographischein Umfang gleich- artiger, ist die Entwickelung von Deutschland und Großbritannien, Deutschland hat die englische Produktion an Roheisen, die 1882 bald 150 Proz. größer>var, heute um rund 50 Proz. überflügelt. Dabei muß beachtet werden, daß jetzt gerade in Deutschland neue Erz- gebiete erst noch zur Ausbeutung gebracht werden sollen, im be- sonderen in Batzern. Dann ist's aber auch Luxemburg, das zu Deutschland rechnend, immer neue Riesenerzlager zur Verfügung stellt._ Gerichts- Zeitung. Eine aufregende Szene vor Gericht. Vor einer Abteilung des Schöffengerichts Berlin-Mitte hatte sich eine Frau M. zu verantworten. Sie soll mit einem Herrn ein hiesiges Hotel besucht und Gelegenheit gesunden haben, ihrem Begleiter, während dieser schlief, fein mit 150 M. gefülltes Porte- monnaie und die goldene Uhr zu stehlen und dann zu verschwinden. Sie leugnete entschieden, die Diebin zu sein, wurde aber von dem Stubenmädchen des Hotels auf das bestimmteste wieder erkannt. Rechtsanwalt Dr. Costmann machte geltend, daß man auf solche Rekognitionen doch wenig geben könne; der Gerichtshof kam aber zur Ueberzeugung von der Schuld der Angeklagten. In demselben Augenblick, als der Vorsitzende Amtsgerichtsrat v. Tresckow das auf zwei Monate Gefängnis lautende Urteil verkündete, ertönte von der Anklagebank her ein furchtbarer Schrei: die Angeklagte rief verzweifelt aus:„Ich bin unschuldig, so wahr ich dieses Gift hier trinke!", setzte ein Fläschchen an den Mund und trank es leer. Natürlich entstand im Saale ein allgemeiner Wirrwarr; der Vor- sitzende, die Gerichtsdiener und der im Zuhörerraum anwesende Ehemann stürzten auf die Lebensmüde zu und es wurde ihr sofort herbeigeschaffte Milch eingeflößt. Dann brachte man sie zum Krankenhause Moabit, wo ihr der Magen ausgepumpt wurde. Anscheinend wird sie keine bösen Folgen von diesem Verzweiflungs- akt davontragen. Der„mißverstandene" Amateur. Diebstähle auf der Landwirtschaftlichen Ausstellung in Posen liegen einem Strafverfahren zugrunde, welches sich gegen den Ge- Heimen Kanzleisckretär K. aus Berlin richtet. Der Beschuldigte besuchte am 11. August v. I. die Landwirtschaftliche Ausstellung in Posen und hielt sich hier längere Zeit in einem Pavillon aus, in welchem mehrere Alben mit künstlerisch ausgeführten Photo- graphien der verschiedenen Hirschartcn ausgelegt waren. In einem unbewachten Augenblick eignete er sich drei derartige Auf- nahmen an. Ter Diebstahl wurde sofort von einem Aufseher entdeckt, der besonder- aufmerksam gemacht worden war, da schon wiederholt in dem Pavillon gleiche Diebstähle verübt worden waren. Das Schöffengericht in Posen verurteilte K. zu der niedrigsten gesetzlichen Strafe von einem Tage Gefängnis. Gegen dieses Urteil legte K. unter Beistand de» Rechtsanwalts Dr. Puppe Berufung ein. Zu, der am 30. d. M. stattfindenden Ver- Handlung wird von der Verteidigung unter Berufung auf eine Reihe mittlerer uud höherer Beamten der Beweis dafür an- getreten worden, daß-K. mit seiner Behauptung, er habe sich von den Bildern nur Vergrößerungen anfertigen und die Bilder dann dem Besitzer, dessen Adresse er sich auf der Rückseite extra notiert habe, zurückschicken wollen. Glauben verdiene! Zum Tode verurteilt! Das Reichsgericht verwarf die Revision der Logisvcrmieterin Magdalene Voigt, die am 16. Oktober 1911 vom Schwurgericht zu Chemnitz wegen Giftmordes an ihrer Tochter und Brandstiftung zum Tode, zwei Jahren fünf Monaten Zuchthaus und dreihundert Mark Geldstrafe verurteilt worden war. In der Revisionsschrift waren nicht weniger als 36 Rügen vorgebracht, die sämtlich als belanglos erachtet wurden. )Zus der frauenbewegung. Grete Meifel- Heß:„Die Intellektuellen", Roman. Verlag von Lesterheld u. Co., Berlin. Die geiswolle Verfasserin der..Sexuellen Krise" trägt hier ihre Ansichten über die Notwendigkeit einer neuen Sexualordnung unter dem Vorwande eines Roman- vor. Dieser Roman hat nur ein Kapitel, das gerade die Exposition bildet. Die Fortsetzung besteht aus Abhandlungen über„Geschlcchtsnot und Frauen- bcwegung" und Stimmungsbildern aus der Berliner Boheme. Kein Dichter schrieb da- Buch, sondern ein starkes feuilletonistisches Talent, eine streitbare Frauenrechtlerin, die sich größere Wirkun- gen von ihren Thesen versprach, wenn sie sie an geeigneten Typen romanhaft erläuterte. Die lehrhafte Wsicht ist unverkennbar: es wird in dem Roman ungeheuer viel geredet. Viel Kluges, aber auch mancherlei Triviales, oas sich dann gern in Paradoxe ver- kleidet. Soviel über die Form. Ter Inhalt: Propaganda für die Re- form der heutigen Gcschlcchtsmoral. Das Recht auch der Frau auf natürliches sexuelles Sichau sieben wird proklamiert. Das ist freilich schon zuviel gesagt. Grete Meisel-Hetz ist keine Revolutionärin. Ihr gegenüber"ist der gute alte Heine niit seiner leiden- schaftlichen Versemung des Nazarenertums, seiner Emanzipation deö Fleisches ein ungefüger Tempelstürmer, ganz zu geschwelgen des seligen Stirner, der da sagte: eine Lais, eine Nimm gegen tausend in Tugend ergraute Jungfern. Von solcher Ruchlosigkeit hält sich eine wohltemperierte Frauenrechtlerin fern. Nicht die freie Liebe fordert sie, sondern die freie Ehe. Sie begnügt sich mit der Vcrkündung der funkclncuen Ansicht, daß ein Weib, das ein Kind bekommt, ohne durch den Trauring dazu legitimiert zu sein, darum noch keine„Gefallene" ist. Daß Menschen zweierlei Geschlechts sich zusammentun dürfen, ohne erst auf dem Standes- amt gewesen zu sciiu Wir geben gern zu, daß solche Dinge für Leute ans bürgerlichem Milien in der Praxis recht kitzlich sein mögen, wir bestreiten auch gar nicht, daß die Geschlcchtsnot für diese Schichten ein wichtiges und aktuelles Problem ist— ein Problem freilich, das schon uralt und in der Theorie für jeden modernen Menschen längst abgetan ist. Daß die längst als überlebt empfundene Geschlechtsmoral bei uns noch immer herrscht, läßt sich nur vom Standpunkt der mate- rialistischen Geschichtsauffassung aus begreifen. Solange nicht die Frau, und zwar das ganz- Geschlecht, ihre ökonomische Unabhän- gigkeit und damit auch starkes PersönlichkcitSbewutztsein errungen, solange nicht die Jugenderziehung zur Sache der Gesellschaft ge- worden, muß notwendigerweise der Mann die Stütze der Frau, den Ernährer der Familie bilden. Diese einfache ökonomische Tat- fache wird aber für dir Psyche der Masse auch derart dir sexuelle Moral bestimmen, daß jede Abweichung von der Norm als un- moralisch empfunden wird. Wer sich die individuelle Lösung des nur durch ökonomische Umwälzungen durchzusetzenden Entwicke- lungsproblems vorwegzunehmen erkühnt, darf sich vor Läster- mäulern und— was viel schlimmer— vor schwersten inneren Konflikten nicht fürchten! Grete Meisel-Heß hält es mit einem gemütlich-bescheidenen Kompromiß. Wenn auch ihre Heldinnen ihre reife Weiblichkeit einmal dem Unrechten schenken, so harren sie doch unverzagt des Eine», des Wundermanns, der all ihr Sehnen stillt, alle Wirrun- gen ihres Tricblcbens harmonisch auflöst. Wenn nur erst der „Rechte" kommt— ganz wie im Familienblattroman!£ch an Stelle der verlogenen Gartenlaubensentimentalität hysterische Ver- zückung und mystische Gefühlsschwelgerei getreten ist, macht schließlich in der Sache keinen so großen Unterschied Vor allen Dingen ist eZ auch ein lvenig anmaßlich, den Roma» „Die Intellektuellen" zu nennen. Die Intellektuellen der Ver- fasserin find schließlich doch nur Deklassierte und Bohemiens. Daß es darunter ganz interessante und geistvolle Menschen und originelle Käuze gibt, wer wollte das bestreiten— aber die großen Leistun- gen in Kunst und Wissenschaft, in Technik und Politik werden doch nicht von diesen ewig konvulsivisch bewegten, ewig redenden und kritisierenden, dabei aber kläglich unproduktiven Elementen voll- bracht, sondern von den schlichten und still arbeitenden Geistern, die man im Cafe Größenwahn vergeblich sucht. Die Intellektuellen Grete Mciscls find �.ils LebenZinvnlidcn, teils Phantasten.„Wir Welt" klingt es renommistisch fast aus jeder Serie des Buches. Die Welt der literarischen Boheme ist aber in Wirklichkeit recht eng und steril. Das zeigt sich verblüffend, sobald die Verfasserin sich die Hirnspannung ihrer Helden in Gcnieblrtze entladen läßt. Hinter den geschwollenen Worten und geistreichen Begriffsspiele- rcien steckt nur zu häufig abgedroschenste Banalität! Immerhin wiederholen wir: Da- Buch spiegelt die Strebun- gen und Lebenskämpfe gewisser Intellektuellen. Es ist ein inter- essantcr Beitrag zur fortschreitenden Zersetzung der bürgerlichen Weltanschauung. Spricht auch aus ihm kein starkes poetisches Talent, so doch sehr achtbare feuilletonistische Begabung und— mit den hervorgehobenen Einschränkungen— eine eindringlich zerfasernde Psychologie._ Hus aller Alelt. Absturz eines Fliegers. Bei dem zurzeit in Los Angelos in Kalifornien statt- findenden internationalen Wettfliegen ist gestern während eines Fluges der Aviatiker Rutherford-Carge aus 50 Meter Höhe abgestürzt. Der Verunglückte wurde tot unter seinem zertrümmerten Apparat aufgefunden. Folgenschwere Explosion. In einer Wirtschaft in Hausbach(Rheinland) explodierte die Karbidanlage, wodurch das Gebäude zerstört und viele Fenster- scheiben der umliegenden Häuser zerbrochen wurden. Der Wirt wurde zehn Meter weit fortgeschleudert und schrecklich ver- stümmelt tot aufgefunden. Erdbeben in Steiermark. Am Montagabend um 9 Uhr 8 Minuten wurde im unteren Mörztale, sowie im Murtale ein heftiges Erdbeben wahr- genommen. Besonders stark war die in südnördlicher Richtung ver« laufende Erschütterung in Graz und Umgegend zu spüren. Lese- und Diskutierklub„Süd- Ost". Heute Mttwoch, abends 8'/, Uhr, bei Ncidhardt, Görlitzer Straße 58: Generaloersammlung. Gäste willkommen.- KmfKasten der Rcdahtion. Die luristtsche Sorechlluiide ftndet Ltndenftrade KS, vorn vi» rredvei, — Fahrftuhi—, toodKiitnflliii) von«H bis 7V, Uhr abends, Sonnabende, von s'z, bis 6 Uhr abends ftaie. Jeder für den Briesiasien besiimmtea Anfrage ist ein Buchstabe uud eine Zahl als Merkzeichen beizufügen. Briefliche Antwort wird nicht erteilt. Anfragen, denen leine AboiinemriiiSquittiing beigefügt ist, werden nicht deautwortct. Eilige Fragen trage mau in der Evrechstunde vor. E. 5¥. 73. 10 bis 30 M., ausschließlich der Enlschädizung für die Wochenbehlche mit 1 bis 2 M. für jeden Besuch.— P. 1000. Die Steuer- Pflicht an dem jetzigen Ausenihaltsort bleibt bestehen.— A. S. O. 83. 1. Nein, da die deutsche Reichszugchörigleit verloren gegangen ist. 2. Ja. Es wird sogen. Dauerdelikt angenommen.— R. ch. 0. I. bis 3. Die Befreiung dauert fort.— G. T. 1818 u. P. B 31. Das AuslösungZ- recht des Bundesrats ist durch Gefell nicht beschränkt.— P.®. 99. Ja, sosern Sie nicht BetricbSbcamter oder Angestellter sind.— 31. B. 58. Die Liquidation erscheint um 8,50 St. zu hoch. Wir halten 1,50 M. für jeden Besuch als angemessen.— 31. A. 1000. Vorzeitiges Räumen kann nur empsohten werden, wenn der Kreisarzt erhebliche Gcsundhcitsgesöbrdung begutachtet.— 31. Z., Reisender. 1. Nein. 2. Wenn nachweisbar: ja. 3. Läßt sich nur an Hand der Statuten beantworten. 4. Nein. Aus Nn- erkenntnis kann das Urteil nicht gestützt werden. S. Ja, falls die zweite Ehe vor rechtskräftiger Scheidung geschlossen ist. Nußer- dem tritt Nichtigkeit ein.— 31. M. 100. Nur dann, wenn uach Abgabe des EheverfprcchenS Gefchlechtsverkehr stattgcsunden hat. Zeitnngs-AusgastrsteUen und Inferaten-Annahme. : Zllbcrt ö a fin i( ch, Nuguststr. 50, Eingang Joachimftrahe. Jf. Wahlkreis, W.: Guft. Schmidt, Kirchbachslr. l4. Hochvarlerre. 8. und 8tV.: Hermann Werner, Gneisenaustr. 72. 3. Wahlkreis: St. Fritz, Brinzcnstr. 31, Hos rechts Part. 4. Wahlkreis: Ost e n: Robert W e n g c l s, Gr. Franksurterstr. 120. — Richard H a lk c l b u s ch, Pelersbnrgcrvlatz 4 sLaden). 4. Wahlkreis. Südosten: Paul Böhm. Launtzervlatz 14/15. 3. Wahlkreis: Leo Zuch l, JnimanueMrchstr. 12(Hos). 1». Wahlkreis(Hoahlti: Karl A Uders, Salzwcdelcrstr. 8. Wedding: I. H ö n i i ch, Nazarethkirchstraße 4g. Kuseathaier und Oranienbiirgcr Vorstadt: Wilhelm Naumann, Rheinsbergerslr. 67, Laden. Gcsnndbrnnncn: F. Trapp. Stettinerstr. 10. Sehlinhauser Vorstadt: Karl Mars, Greifcnhagener Str. 27. ,%diershoe: Karl Schwarzlofe. Hoffmannftr. 3. A lt-