Ur. SS. RbonnementS'Bdingungen: SOonncmmtä- Preis tränumetonbo: Bierteljöhrl. 3,30 SKt., monolL 1,10 Ml, wSchenllich 28 Psg. frei ins HauS. Einzelne Nummer 5 Pfg, EonntagS- nummer mit illustrierler Sonntags» Beilage.Die Neue Welt" 10 Pf». Post» Abonnement: 1,10 Marl pro Monat. Eingetragen in die Post-Zeitungs- Preisliste. Unter Kreuzband fiir Deutschland und Oesterreich, Ungarn 2 Marl, für das übrige Ausland Z Marl pro Monat. PostabonnementS nehmen an: Belgien. Dänemarl Holland. Italien, Luxemburg. Portugal, Rumänien, Schweden und die Schweiz, 39. Jahrg. VIe TnfertlonS'GebQIir velrägt für die sechsgespaltene Kolonel- zeile oder deren Raum 00 Psg. für politische und gewerlschastliche Vereins» und Bersammlungs-Anzeigen 30 Pfa. „Alelne Hnzeigcn", das fettgedruckte Wort 20 Psg.(zulässig 2 fettgedruckte Worte), jedes weitere Wort 10 Psg. Stellengesuche und Schlasstcllenan- zeigen das erste Wort 10 Psg., jedes wettere Wort 5 Psg. Worte über 15 Buch- stabcn zählen für zwei Worte. Inserate für die nächste Nummer müssen bis ö Uhr nachmittags in der Expeditton abgegeben werden. Die Expedition i bis 7 Uhr abends geöffnet. ist CtldKlnt«glich außer Montag«. Berliner Volksblnkl. Zcntralorgan der fozialdcmokratifchen parte» Deutfcblands. Telegramm-Adresse: „Sozlaldcmohrät Berlin". Redaktion: SM. 68, Lindcnstrasac 09. Fernsprecher: Amt Moritzplatz, Nr. 1983. Expedition: SM. 63» I»indenstrasse 69. Fernsprecher: Amt Moritzplatz, Nr. 1981. Im neuen Reichstag. Die Kampstage sind vorüber und wenn je. so waren es diesmal Festtage für die Sozialdemokratie. Jetzt tritt an die Stelle des lauten Schlachtgetöses die unermüdliche Arbeit des Alltags, die stiller zwar, aber nicht weniger bedeutsam ist. Jetzt geht es wieder an die Arbeit zur Stärkung unserer Organisationen, zur Ausbreitung unserer Presse, zur Auf- klärung und Weiterbildung unserer Kampfgenossen, an jene zähe. unscheinbare Arbeit, die die Vorbereiterin künftiger Siege ist. Eine neue Machtstellung hat sich die Sozialdemokratie erobert und die gesamte Presse beschäftigt sich niit dem Einfluß, den diese Tatsache auf die nächste politische Gestaltung haben wird. Die reaktionären Organe wüten über ihre Niederlage und da sie ihre eigene volksfeindliche Politik nicht zugeben wollen, beschuldigen sie die Regierung, just die Regierung des fügsamen Bethmann Hollweg, die Hauptschuld an dem Wahlausfall zu tragen. Die habe es verabsäumt, der„Steuer- hetze" scharf genug entgegenzutreten, die Sozialdemokratie genügend zu bekämpfen, und ihre Sammlungsparole sei viel zu spät erfolgt. Herr Bethmann als schwarzblauer Prügeljunge ist sicher kein übles Wahlkuriosum. Da aber schließlich Herr v. Beth- mann schlecht und recht die Politik gemacht hat, zu der ihn die Klerikalen und Konservativen genötigt haben, sind die An- klagen gegen die Regierung in Wirklichkeit Selb st anklagen dieser Parteien. Im übrigen entlädt sich die Wut über die Niederlage in Klagen und Schimpfen über die Liberalen, die als die Gefangenen der Sozialdemokraten hingestellt werden. Ein klerikales Blatt spricht sogar schon von der sozialdemo- kratischen Linken, zu der es die Fortschrittler und National- liberalen hinzurechnet. Auf der anderen Seite ist die liberale und insbesondere die fortschrittliche Presse mit dem Ergebnis der Wahlen sehr zufrieden. In der Tat sind ja Nationalliberale und Fort- schrittler in diesem Reichstag zu einem politischen Einfluß ge- langt, den sie im vorigen Reichstag völlig entbehren mußten. Vielfach wird auch anerkannt, daß der Liberalismus diese Stellung der Hilfe der Sozialdemokratie bei den Stich- wählen verdankt. Daß die Sozialdemokratie dazu gelangt ist, ergibt sich aus der ganzen politischen Situation. Das System der Stich- Wahlen zwingt dazu, soll nicht die Möglichkeit wichtiger poli- tischer Einflußnahme von vornherein versäumt iverden, zwischen bürgerlichen Kandidaten eine Entscheidung zu fällen und das kleinere Uebel zu wählen, um das größere zu vermeiden. Daß die Klerikalen und Konservativen, insbesondere seitdem das Zentrum sich offen für Ausnahmegesetze gegen die gewerk- schaftliche und politisä)? Arbeiterbewegung ausgesprochen hatte, das größere Uebel waren, war klar. Und in dieser Erivägung waren auf dem Jenaer Parteitag die Stichivaylbedingungen so formuliert worden, daß sie für jeden halbwegs Liberalen ohne weiteres annehmbar ivaren. Die Taktik der Unterstützung der Fortschrittspartei und jener Nationalliberalen, die unsere Stichwahlbedingungen unterschrieben, hat auch vollen Erfolg gehabt. Wir rechnen da nicht nur mit dem Gewinn an Mandaten, so hoch man diesen auch einschätzen mag; noch wichtiger erscheint uns die unleugbare Gunst der volitischen Situation, die diese Taktik der deutschen Arbeiterklasse verschafft hat. In- dem die Sozialdemokratie sich sofort bereit erklärte, die Libe- ralen gegen Zentrum und Konservative zu unterstützen, wurden diese vor die Entscheidung gestellt, ob sie an ihrer Parole „Kampfs gegen den schwarzblauen Block" festhalten wollen oder nicht. Die Fortschrittler und selbst in einigen Kreisen Nationalliberale mußten, lvollten sie nicht politischen Selbst- mord begehen, unter diesen Umständen bei ihrer„Front gegen rechts" bleiben. Damit war aber der Zusammenschluß der bürgerlichen Parteien bei der Stichwahl, dem unmittelbar darauf auch der Zusammenschluß im Reichstage hätte folgen können, verhindert, die Kluft zwischen den bürgerlichen Parteien Vergrößert. Nun haben wir Sozialdemokraten sicher die triftigsten Gründe für die Annahme, daß die Klassengegensätze sich ver- schärfen, die Unterschiede zwischen den bürgerlichen Parteien geringer werden. Und auch die Erfahrungen, die ivir in diesen Tagen gemacht haben, sind nicht geeignet, uns in dieser Auffassung irgendwie schwankend zu niachen. Aber keines- wegs kann es Aufgabe sozialdemokratischer Taktik sein, diesen Zusammenschluß etwa gleichsam durch künstliche Mittel zu beschleunigen. Ergibt sich dieser Zusammenschluß aus der sozialen Entwickelung. schwenken die liberalen Parteien. kapitallstischen Klasseninteressen gehorchend. von selbst ins Lager der Reaktion ein, dann wirkt dieses Ereignis aufklärend und führt uns neue Anhänger zu. Könnten aber die Liberalen darauf hinweisen, daß die Sozialdemokratie sie, die ja bereit gewesen ivären. gegen die Reaktion zu kämpfen, im Stiche gelassen hätte, daß sie. nur der Not gehorchend, um sich eine Vertretung zu retten, in öas Stichwahlbündnis mit den Konservativen getrieben worden seien, so würden wir Sozial- demokraten in den Augen der Indifferenten und der noch nicht ge- wonnenen proletarischen oder dem Proletariat nahestehenden Schichten die Verantwortung tragen. Unsere AbWehrkraft gegen reattionäre Pläne, unsere Angriffskraft gegen die Reaktion s wäre vermindert, und das in einem Augenblick, wo sehr einflußreiche Kreise an einer Durchsetzung jener arbeiter- feindlichen Bestimmungen arbeiten, die die Regierung bereits angekündigt hat. Schließlich verlangte es das Interesse der Sozialdemo- kratie, daß dem Liberalismus Gelegenheit gegeben werde, die Forderungen durchzusetzen, die er als so dringend pro- klamiert hatte. In der Presse, und namentlich in der reak- tionären, werden allerhand Bemerkungen gemacht, daß der „rosarote Block" sehr wenig arbeitsfähig sein werde. Wir kennen keinen rosaroten Block und zwischen uns und den liberalen Parteien besteht, darin sind Sozialdemokraten und Liberale einig, ein unüberbrückbarer prinzipieller Gegensatz. Wir haben wiederholt gesagt, daß wir selbst uns über den deutschen Liberalismus keine Illusionen machen. Die Fortschrittspartei— von den Nationalliberalen gar nicht zu reden— gibt selbst zu, daß sie in den letzten Jahren, seit- dem sie unter Bülow ein Stück Negierungsmajorität war, allerlei Wandlungen durchgemacht hat. Sie hat ihre frühere Opposition gegen Militär-, Flotten- und Kolonialforderun- gen aufgegeben und ist ins imperialistische Lager hinüber- geschwenkt. Die Erbitterung, mit der die Liberalen seit ihrer Ausschaltung aus der Majorität den Kampf geführt haben, entspringt ja zu einem großen Teile gerade aus dem Gefühl einer unverdienten Zurücksetzung. Sie sind ebenso bereit wie Konservative oder Klerikale, alle nationalen For- derungen zu bewilligen. Sie sind also ebenso regie- r u n g s f ä h i g wie die anderen. Also nicht etwa aus einer Radikalisierung der Liberalen, sondern umgekehrt gerade aus ihrer Bekehrung zum Imperialismus und zur staatlichen Machtpolitik, wobei auch die frei- händlerischen Anschauungen der Fortschrittspartei ins Wanken gekommen sind, erklärt sich die Schärfe., mit der die Libe- ralen diesmal gegen Konservative und Klerikale Front ge- macht haben. Nur weil sie bei dem halbabsolutistischen Re- gierungssystem von der Macht ausgeschlossen blieben, deshalb haben sie sich jetzt bei den Stichwahlen nicht oder wenigstens nicht vollständig zur Wahlhilfe für die Reaktionäre ver- stehen können. Hier ist aber auch zugleich der Punkt gegeben, wo die Sozialdemokratie im künftigen Reichstag einsetzen kann. Die Liberalen können zur Macht nur kommen, wenn sie Deutschland politisch modernisieren und größere Freiheit für die Entfaltung der politischen Kräfte durchsetzen. Das ist aber auch das Interesse der Arbeiterklasse. Haben wir größere politische Freiheiten erobert, haben wir die Herrschenden zu Konzessionen gezwungen, dann wird es sich ja zeigen, ob diese politische Freiheit, wie die Liberalen sich ein- bilden, uns Abbruch tun wird. Und neben dem Kampf um die Ausgestaltung der Verfassung, um die Durchsetzung der preußi- schen Wahlreform, um die Beseitigung der reaktionär en Wahlkreiseinteilung, neben diesem politischen Kampf werden wir den Kampf um so- zialpolitischeReformen führen. Und da kann unsere parlamentarische Stärke von unmittelbarer Bedeutung werden. Nach der Verminderung unserer Mandatszahl im Jahre 1907 sagte Fürst Bülow, nun erst recht Sozialpolitik. Daraus ist nichts geworden, konnte nichts werden, weil die treibende Kraft— die parlamentarische Vertretung der Ar- beiterklasse— nicht stark genug war. Jetzt sind 119 Sozial- demokraten im Parlament, und die bürgerlichen Parteien müssen sich sagen, daß ihr Widerstand gegen Sozialpolitik un- fehlbar diese Zahl bei den nächsten Wahlen noch vermehren würde. Das ist ein Beweggrund, der ganz anders das Handeln der bürgerlichen Par- teien beeinflußt, als die guten Vorsätze im Rausche eines angeblichen Wahlsieges. So liegen die Dinge. Ob der kiinftige Reichstag für die Erfüllung politischer und sozialer Reformen etwas leisten wird, das hängt jetzt vor allem von der Haltung der Liberalen ab. Wir Sozialdemokraten haben keinen Grund, uns zu ändern. Wir bleiben was wir sind, Vertreter der Interessen der Arbeiterklasse in der bürgerlichen Gesell- schaft in dem unerschütterlichen Bewußtsein, daß diese In- teressen sich ganz nur durchsetzen können in der sozialisti- schen Gesellschaft, deren Herbeiführung all unsere Einzelkämpfe gelten. Wir sind groß und mächtig geworden in Be- folgung unserer Prinzipien, die unsere Gegner gehöhnt und verlacht haben. Wir haben uns nicht beirren lassen in den Tagen des Rückschlags, und wir werden uns nicht ändern in den Tagen des Sieges. All unsere Kraft gilt der Gegenwartsarbeit, weil diese Gegenwarts- arbeit Zukunftsarbeit ist. Aber wir würden die Quelle unserer Kraft verschütten, wenn wir dort paktieren wollten, wo dies Paktieren eine Stärkung des Gegners wäre. Für die Machtmittel des bürgerlichen Staates, für die i m p e r i a- listische Politik haben wir heute wie gestern keinen Mann und keinen Groschen übrig. Der Arbeit �ür die Wohlfahrt und Freiheit des Volkes haben wir uns nie versagt, und für sie werden wir all unsere Kräfte aufbieten. ceopolcl Ciepmann. Der Tod hat ihm gestern abend um 7 Uhr die Augen geschlossen! Ein wackeres, treues und immer hilfsbereites Herz hat aufgehört zu schlagen. Die Berliner Parteigenossen haben einen schweren Verlust zu beklagen. Zwar war Leopold Licpmann schon seit Jahren leidend. Seit 17 Jahren rang er mit der Krankheit, der er nun dennoch erlegen ist. Mit zäher Energie und Willenskraft stand er aber, auch als sein Leiden in den letzten Jahren schlimmer und schlimmer wurde, immer wieder auf den Füßen und in der ersten Reihe der Genossen; kämpfend für die Bewegung, der er sein Leben geweiht. Der Befreiung der Arbeiterklasse galt des jungen Reisenden Streben, sie blieb das Ziel des selbständigen Geschäftsmannes und erst recht die Abbeit und die Freude des älteren Mannes, dem seine Genossen das Amt des Parteisekretärs von Groß-Berlin und das eines Mitgliedes des deutschen Partei- Vorstandes anvertraut hatten. Früh trat er für die Schaffung einer Organisation seiner Berufsangehörigen ein, energisch gegen die Unternehmer- und Angestellten-Jnteressengemeinschaft protestierend, die zu jener Zeit in diesen Kreisen so außerordentlich schwer zu bekämpfen war. Als am 12. November 1883 in Ahlgrimms Salon in der Sophien- stratze— im fünften Reichstagswahlkreis— eine„öffentliche Versammlung der jungen Kaufleute" tagte, um über„die Notwendigkeit einer Organisation der jungen Kaufleute" zu beraten, finden wir Leopold'Liepmann auf der Rednertribüne, für eine straffe Organisation eintretend und die Besprechung„populärer Tages- fragen" fordernd, die des Ausnahmegesetzes wegen in politischen Versammlungen nicht möglich war. Der Handlungsgehilfen- bewegung hat er bis zuletzt gedient. Im Jahre 1897/98 war er sogar eine Zeitlang Redakteur ihres Fachorgans. Seine Haupttätigkeit aber gehörte der politischen Partei. Im fünften Berliner Reichstagswahlkreise hat er der Reihe nach wohl alle Ehrenposten bekleidet, die zu vergeben waren. Zuerst Revisor und bald darauf Kassierer im sozialdemokratischen Verein, dann Preß- kommissionsmitglied und Vertrauensmann in den Berliner Körper- schaften, arbeitete er unermüdlich für den Ausbau der Organi- satwn. Als im Jahre 1895 die politischen Organisationen durch den„Köller-Coup" der Auflösung verfielen, wurde Liepmann mit zwei weiteren Genossen die Fortführung der Organisation im fünften Kreise übertragen. Oft hat er davon als der schönsten Zeit gesprochen. Als im Jahre 1905 die Gründung der Be- zirksorganisation Groß-Berlin erfolgte, war es Wohl ein Zeichen ehrendster Anerkennung, daß man ihm das Amt des Sekretärs für das notwendig gewordene Parteibureau durch Beschluß der Berliner Verbands-Generalversammlung e i n st i m m i g über- trug. Auf dem Parteitage zu Leipzig wurde er als Beisitzer in den Parteivorstand gewählt und bekleidete diesen Posten bis jetzt. Vor zwei Jahren setzte seine Krankheit wieder mit größerer Schärfe ein. Zweimal nötigte sie ihn zu den Heilquellen jlarlS- bads. Jedesmal schien es, als sei die Krankheit zurückgedrängt und besonders bei ihm. dem hierin unverwüstlichen Optimisten, lebte die Hoffnung auf Gesundung von neuem auf. Leider um- sonst. Schon seit über einem Vierteljahr zwang ihn die Zer- mürbung des Körpers durch die jahrelange Zuckerkrankheit zur zeitweiligen Bettruhe, bis dann am 22. Dezember seine Heber- führung in das St. Hedwigs-KrankenhauS in der Großen Ham» burger Stratze notwendig wurde. Nach wenigen Tagen schon er- folgte die Amputation des linken Beines bis zum Knie, die et mit wunderbarer Gefaßtheit und Hoffnungsfreude überstand. „Auf die Beine kann ich ja nicht mehr kommen, aber mit dem einen Bein wird es wohl noch ein paar Jahre gehen," äußerte er sich einigen Freunden gegenüber. Mit lebhafter Teilnahme ver- folgte er auf seinem Schmerzenslager die Siege der Partei bei der Reichstagswahl. Wie viel hatte der Sechsundfünfzigjährige sich noch vorgenommen. Wie wollte er noch wirken. U n d n u n— der Tod hat ein Menschenleben weggerafft, reich an Arbeit, Mühen und Hoffen, aber auch reich an moralischen Erfolgen. Geliebt, nicht nur von Frau und Tochter, sondern von allen, die mit ihm in Berührung kamen, wird sein Wirken bei denen unvergessen bleiben, denen es galt. Die Arbeiterschaft wird in seinem Sinne und Geiste schaffen und streben, bis das Ziel erreicht, dem er seine Lebensarbeit gewidmet hat. Und sie nimmt Abschied von einem Menschen, der wahrhaft gut. für menschliches Leid stets mensch. licheS Empfinden hatte, mit wehem Herzen, denn er war der Besten einer. Der filahlausfall. Der Präsident des Hansabundes hat in einer Rede in München einige Anschauungen über die nächsten politischen Aufgaben getan, die Beachtung verdienen. Er machte sich über den Sammlungsversuch der Regierung lustig, verlangte zunächst eine völlige paritätische Behandlung des Bürgertums und fuhr dann fort: „Was not tut und was die Regierung nach der Beendigung der Wahlen sofort in die Hand nehmen muß I--,». b0n Garantien für eine Parität tnche Behandlung aller ErwerbSstände und des deutschen Bürger- tums-in seiner Gesamtbeil. von Garantien für eine moderne Reform des preußischen Wahlgesetzes, und was nach meiner Ueberzeugung noch viel wichtiger ist. für eine Reform der Wahlkreiseinteilung in Preußen und im' Reich ndlich d e Schaffung von Garantien Mr einen energischen Widerstand der Regierung gegenüberemer Wiederholung jener öden Interessen! p 0 l i t l r, kraft deren man bei der Fmanzreform die Erbschafts- steuer abgelehnt, dagegen m der Branntwein st euer zugunsten de-Z GroßgrundkefitzeS neue und dauernde Vorteile geschaffen hat. Dann, aber nur dann, kann das Bürgertum, da c9 aUiaim nicht mehr befürchten mutz, um die Früchte eines etwaigen SiegeS betrogen zu werden, mit allen anderen bürgerlichen Elementen zusammen gegen dsc Sozialdemokratie Front machen. Ties wird auch grfchchrn. falls die Sozialdemokratie nicht inzwischen ei n�e sehen hat. datz es, nachdem sie eine grotze Partei geworden ist, underiköar ist. datz sie sich weiter aus einen rein negatiden Standpunkt stellt, undenkbar, datz sie ferner eine antibiirgerliche Partei bleibt und nationalen Forderungen entgegentritt, statt eine radikale Arbeiter- Partei zu werden und sich belvntzt aus den Boden der heutigen Staats- und Wirtschaftsordnung zu stellen. Als entschiedener G eguer der soizraldemokratischen Bestrebungen, als ein Feind des nebelhaften ZnknnffsstaateS würde ich der erste sein, der, fall» sich die Sozialdemokrane nicht von Grund aus ändert, dann die SommluiigSpolitit mitmache» würde,• wen» e» sicher ist, datz das Bürgertum nicht die Zeche zahlen mutz, wie eS sie heule zahlen mutzte, wenn e», ohne die vorgedachte« Garantien, zusammen mit den iu der Macht befindlichen Parteien die sozial- demokratie zu beseitigen suchen würde, zusammen nüt jenen Parteien, die noch einem solchen Siege da» Bürgertum noch inehr als sonst unter ihr Joch bengen würden. So ist e« den» die Ausgabe der Regierung nach de» Wahlen, dem heutigen Zustande der Ver- bitlerung beinahe aller Stände und ErwerbSgruppen durch solche Garantien ein Ende zumachen und nach dieser Richtung mit de» liberalen Parteien, unter Zuziehung des Hansa- b u ii d e s, zu verhandeln, der mit diesem Bürgertum vor allem eine gerechte Etiitcilrmg der Wahlkreise und ein ge> rechtes Wahlgesetz' verlangen und der fordern mutz, datz der moderne Staat in allen seinen Betäiiguiigen der. vor- handenen sozialen Mischung aller Kräfte entsprechen, müsse. Die Sozialdeniokratie steht aber, gerade dann, wemi sie gestärkt auS dem Wahlkainpfe hervorgeht, vor einen, Wendepunkt. Sind ihre Führer blind geling, aus dem heutigen Boden der Negation und des Z e r stö r u» g» w i l l e u s zu beharren, so wird ihre Macht, voraus- gesetzt nur, datz dem Viirgeriinu jene nnerlätziichen Garantien ge- geben sind, bald zu Ende sein. Jeder verkümmert und mutz ver- kümmern, der auf die Dauer ideale und nationale Jntereffeu mitz- achtet, der sie ersetzen zu können glaubt durch eine öde I ii t er essenpol iliktvie der Bund der Landwirte oder durch eine ebenso öde Klassenpolitik wie die der Sozial- demokratie." Daß just Herr R i e ß e r. der Führer einer aus- gesprochenen Interessenvertretung des Handels-, Börsen- und eines Teil des Industriekapitals, der Sozialdemokratie, die die Interessen der ungeheuren Mehrheit der Nation vertritt, öde Klassenpolitik vorlverfen kann, beweist nur, daß er für die hohe Kiilturbedeutung der Arbeiter- bewcgung kein Verständnis besitzt. Aber das- ist schließlich seine Privatsache. Interessanter iZ die Bereit- Willigkeit des Herrn Rießer zur Sammlung» Politik und seine Voraussage, daß sie unvermeidlich sei. Denn daß di» Sozialdemokratie plötzlich sich selbst aufgeben und ihre Ziele verleugnen wollte, bloß um des Triumphes des Hansabiindes willen, das wird wohl Herr Rießer selbst nicht glauben... j■. Wichtig wäre bloß, ob Herr Rießer mtd seine Gefolgsleute in der nationalliberalen Partei wirklich erst dann die Smsimlungkpolitik bctreiftm ivolkeNJ wenn jne potitischen-ffis-i formen, die Herr Nießer fordert, und die wir gern« noch näher pmizisiort gesehen hätten, auch- durchgeführt slnb. Hält H«» Meßer dieses Versprechen auch wirklich ein, dann wollen wir. ihn gerne den Kampf der„Gesammelten" organisieren lassen. Nur über Klassenpolitik sollte Herr Rießer fein stille sein. Oder weiß er wirklich nicht, wie ganz er im Banne kapita- l i st i s ch e r Klassenpolitik befangen ist? Von den Urteilen der bürgerlichen Presse über den Wahlausfall seien die lvichtigsten kurz verzeichnet. Die „Vossische Zeitung" sagt: Herrn tx Hehdcbrand und seinen Freunden kommt das Ver«. dienst zu/die Sozialdemokratie zur weitaus stärksten Partei im Reichstag gemacht zu haben. Aber wichtiger noch als diese Tatsache ist die von der früheren Mehrheit bewirkte An- Näherung zwischen der-bürgerlichen Linken und der Sozial- demokratie. Zwischen beiden Gruppen gähnt heule wie ehedem eine liefe Kluft; die grundsätzlichen Meinuiigs- Verschiedenheiten können nicht schwinden; es stehen sich nach wie vor zwei W-ltanschauungen gegenichcr. Aber das alles hindert nicht, daß Fortschrittspartei, Nationalliberale und Sozialdemokraten fast allenthalben bei den Wahlen dem schwarz- blauen Block als geschlossene Phalanx entgegengetreten sind, uno duß sie im neuen Reichstag, werden versuchen müssen, wenn nicht aus allen, so doch auf vielen Gebieten nicht bloß eine Abwehr-, sondern auch eine A r b e i t s m e h r h e i t zu bilden. Die neue Lag« belastet die Parteien der neuen Mehrheit mit einer Verantwortung, deren sie sich hoffentlich allenthalben bewußt zeigen werden. Auch hier wird es gelten, mit mancher alten Gewohnheit zu Brechen. Indessen wird es nützlich sein/ weniger theoretische Erörterungcir zu pflegen, als die Praxis sprechen zu lassen. Tic Zusanimensetziiiig des Präsidiums wiro eine A-sideaing erfahren. Ten Anspruch auf den Sitz des- ersten Präsidenten haben jetzt die Parteien der neun, Mehrheit.... Dabei versteht es such von selbst, daß der Sozial- d e in o k r a t i c mit ihren 110 Abgeordneten ein Platz im Präsidimn eingeräumt iverdcu»uiß.wie in einer. Reihe Landtage und wie im österreichischen Rcichsrat. Das„Berliner Tageblatt" meint:. Tie Frage war: soll die schwarzblaue Mehrheit wciterregiercn? Die Wählerschaft antwortete darauf mit 7'h Millionen Nein gegen S.7 Millionen Ja. Die 7-P Millionen Nein setzten sich um in— knapp gerechnet— 202 Mandate, die 4,7 Millionen Ja in ILö Man- dato. Das Verhältnis der Mandate zur Zahl der Wählerstimmen schreit zum Himmel, und wenn oic neue Mehrheit von einem ebenso einheitlichen und rücksichtslosen Willen-beseelt wäre wie der sch-warzblaue Block, den sie verdrängt' hat, so würde sie wissen, was ihr zu tun obliegt. Sie hätte schonungslos und ohne .Sentimentalität alles daran zu setzen� um die himmelschreiende Ungerechtigkeit der WahlkreiScinteilung zu beseitigen und dafür zu sorgen, das; eine überwältigende Mehrheit von Wähler- stimmen sich in Zukunft nickst mehr auszudrücken braucht in einer knappen Mehrheit von Mandaten. o knapp— das darf aller- dings nicht verschwiegen werden— hätte die Mehrheit freilich gar nicht zu werden brauchen. Tie schwächliche S e n t i m e n- talitnt. von der liberale Kreise sich' am ersten Stl'chwahktage haben übertölpeln lassen, rächt sich naturgemäß, und zivar am Liberalismus. Tie 12 bis 15 Mandate, die der Reaktion an jenem ersten Tage von den Liberalen geschenkt wurden, werden der Mehrheit noch manchmal fehlen. Und den Liberalen, tvemi sie sich durchsetzen wollen, auch. Denn es ist ja klar, daß 90 Liberale neben 125 Sozialdemokraten einen weit stärkeren parlamen- tarischen Einfluß gehabt hätten, als sie neben 110 haben werden., Die„Deutsche Tagesztg." wirft die Frage nach- dem Hauptschuldigen an der Niederlage ihrer Leute auf und findet ihn in der Regierung: Nicht gegen die Parteien hat sich der gegnerisch« Ansturm be- sonders und in erster Line gerichtet, sondern gegen die Finanzreform und die Dinge, die damit zusammenhängen. Die Re- g i« r nng hat lange, lange'Zdit stillschweigend geduldet, daß die Finanzreformhetze die jtzöpfe verwirrte und die Leidenschaften ent- sletmmte. Als sie endlich das Wort ergriff,>var es z u s p ä t. Untz daS, was sie sagte, war schwächlich und lahm. Die Regierung hat gegen die sozialdemokratische VolkSvergiftung lange, lange Zeit hindurch ckeiu ernstes, kein scharfes Wort gefunden. Ms sie es end- lich fand, war es zu. spät.... Bleibt die Regierung auf dem bisher eingenommenen Stm»dp»nkte der sogenannten Parteilosig- teit. ttinunt sie wie lwshvr die Mehoheiten. w» sie sie findeh. be- schränkt ff« sich darauf, anststr zu fikkwe» und zu regiereu, sich schieben zu küssen. Sann l-egc die Gefahr eines wirklichen Großblack es tjm Reiche ruchc. Daun ist aber auch die monarchische(Jeu nÄ läge des Reiches bedroht. Tenselfez Tieffirm pcoiwjzieretj auch die„G e r IN a n i a" und die„Kreuzztg."' und die„P o st" stimmt folgendes Klagelied an: Noch schlimmer, ja geradezu chery'ängnisvoll kann die Zustuumcnsehung de» Reichstages auf utnsere Sozialpolitik einwirke». Der uicherer Jndustme. wie unserem Gewerbe not- wendige, von der. Regierung gepkante Schutz d c>. Arbeits- w i l I.i ß c.n firrni natürlich von vornberrin als abgetan gelten. (Skgeit rund 110 Srimmen der Sosialdeiuokratie. rund 60 des LiberaliSinus mrd uugefähr ofl Stimme» des Zentrums s soviel dürften Wehl aSsplittern-r würde jede derartige Vorlage, oder auch nur der Versuch eiuei: solchen Vorlage glatt erledigt sein. Und was auf de» anderen Seit,» diese soziaUntopistische Mehrheit der Industrie für neue Lasten anfzubürdr« oermag und wahrscheinlich auch ausladen wird, mag. die Zukunft erweisen. Hoffmtfrch tieffcu die Befürchfcmgen des Scharfmacherorgans auch alle eüi.___ Die Bahlen in Baden. Wenn wir auf das Ergebnis der Wahlen zurückblicken, können Ivir, was die S-timmenzahk anbetrifft, zujrieden sei»; denn im ganzen hat die sozialdemokratische Partei Badens um 22000 Stimmen zugenommen. Mit 135 000 Stimmen haben wir nahezn ein Drittel aller in Baden abgegebenen Stimmen erreicht. Anders steht es mit der Zalst. der Mandate. Seit dem Iah«. 1398 hatte unsere Partei die Wahlkreise Mannheim. Karlsruhe und Pforzheim ununterbrochen besetzt; doch wurden Karlsruhe und Pforzheim bis jetzt immer nur mit. Zentrumshilfe erobert. Wer Misere Stimmener- gebnisse in den katholischen Orten der Kreise Pforzheim und Karlsruhe in Betracht zieht, kann sich dem Gedanken nicht verschließen, daß vielleicht gerade mit Rücksicht auf die früher ge- leistete Stichwahlhilfe des Zentrums in diesen Orten nicht mit der notwendigen Energie gearbeitet wurde, sonst hätte ei nicht vor- >o Minen können, daß vor den Toren der Hauptstadt katholische Ar- beitec Mann für Manu dem Scharfmacher Wittum die Stimme gaben. Verschiedene kleinere Stimmenverluste an einzelnen Orten zeigen uns auch, daß unser Rekrntierungsgebiet vorerst die Ar- beiterschast bleibt und daß alles das, was uns früher an demo- kratischen Stimmen zu gute kam, diesmal vollständig in das bürger» liche Lager eingeschwenkt ist. In Pforzheim fehlten uns nur 400 Stimmen gegen die vereinigten bürgerlichen Parteien,- und ist es höchst wahrscheinlich das letztemal. daß dieser Wahlkreis durch einen bürgerlichen Abgeordneten vertreten wird. In Karlsruhe dagegen bedarf es noch großer Arbeit, wenn der Kreis dem sicheren Besitz- stand der Partei eingereiht werden soll. Erst zwei Fünftel der Stimmen wurden hier für uns abgegeben. .1 Wenn jxgendiqo im. Reich, so �hatle. d-w ZensrumZu Hsthen den Zusammenschluß der Liberalen und Sozialdemokraten für o«e Stich- ivahterT zu erwarten. Die ZentruMSpartei, dir in Baven voll- ständig unter der Herrschaft des Brucellosen Pfarrer Wacker steht. hat denn auch alles getan um eine recht verworrene Stichwahl- srtuation zu schaffen. Wacker scheut vor keinem Mittel zurück um den Großblock zu sprengen. Er setzte es durch, daß- in Karlsruhe, wo das Zentrum auf efcva 8000 Stimmen rechnen konnte und die kon- fervativen auf etwa 2000, kein ZentrumSkandidat, sondern ein vom Zentrum unterstützter Konservativer, Herr v. Gemmingen. auf. gestellt wurde. Wacker rechnete darauf, daß dieser Mann in di« Stichwahl kommen werde. Um die Nationalliberalen zu zwingen. dann für Gemmingen zu stimmen, wurden im Heidelberger Kreis zwei schwarzblaue Kandidaten aufgestellt, damit dort der Sozial- demokrat mit dem Liberalen in die Stichwahl lomme. In Karls- ruhe fiel aber der Konservative aus. Im 13. KreiS wurde der bis- herige Abgeordnete vom Bund der Landwirte, ein Herr Ru pp, vom Zentrum unterstutzt, und geschlossen haben die katholischen Tabak- arbeiter diesen Bauernbündlec gewählt und ihm im ersten Wahl- gang zum Sieg verholfen. In Freiburg wurde neben dem Zentrumskandidaten ebenfalls ein Reichsparteiler aufgestellt. Dieser sollte den Liberalen in den protestantischen Orten soviel Stimmen wegnehmen, daß statt der Liberalen der Sozialdemokrat in die Stich» wähl komnie. Das Zentrum rechnete damit diesen Kreis dann mit Hilfe dieser Reichspcrrteiler und rechtsstehender nationalliberalen Bauern zu behaupten. Im 4. Kreis(Lörrach) wurde gleichfalls ein konservativer Kandidat aufgestellt. Dort wollte man verhindern. daß konservative Bauern für das Zentrum stimmten. Das Zentrum wollte dort gar nicht in die Stichwahl kommen, damit eS im 4. Kreis den Liberalen seine Stimmen zur Verfügung stellen konnte als Gegenleistung für Freiburg. Der Hauptstreich aber wurde in Pforzheim geführt. Dort stimmte das Zentrum für den»arionalliberalen Kandidaten, da dieser«in Großblockgegner war. So hoffte Wacker eine Stichtvahlfiwation zu schaffen, bei welcher das-Zentrum alle seine Mandate rettet und zudem den Großblock sprengt. Von all den sein ausgeklügelten Plänen ist aber bei der Hauptwahl nur der Streich in Pforzheim gelungen. Dieses Mandat wurde uns abgenommen. Die Zcntrumsblätter feierten diesen Sieg als«inen Zentrumssieg und seiner: Gesinnung nach gehört Witt u m tatsächlich zu den Schwarzblauen. Daß ein solcher Mann von den Rationalliberalen aufgestellt werden konnte. beweist, daß die nationalliberalen Scharfmacher eiirf ihre Partei pfeifen, wenn diese nicht nach ihrer Pfeife tanzt. Die erbärmliche Haltung der Nationalliberalen in Pforz- heim und auch die ZlgitationSmethodc. wie sie besonders in F r ei- bürg in den letzten Tagen vor der Wahl geübt wurde, hat natür- lich in den Reihen unserer Genoffen starke Erbitterung hinterlassen. Zuerst war ganz allgemein die Meinung vorhanden, daß die Liberalen nur Stichwahlhilfe erhalten dürften, wenn Karlsruhe für uns freigegeben werde. In vier Kreisen standen die Liberalen mit dem Zentrum in Stichwahl und brauchten unsere Hilfe. Aber die Liberalen hatten uns in Baden nichts zu bieten. Nur in Karls. ruhe stand der freisinnige Kandidat mit unserem Genossen Geck in Stichwahl. Vom Zentralwahlkomitee wurde deshalb auch an die Liberalen die Forderung gestellt, den Karlsruher KreiS freizugeben, weil nur dann in den oberbadischen Kreisen damit gerechnet werden könnte, daß alle Sozialdemo! raten für die Liberalen zur Wahl gehen würden.. Die badischen F«islnnigen gingen aber nicht daraüf ein. Sie ließen sich vom Zentrum die Versicherung geben, daß die WahkenthaltungSparole nicht ernst gemeint sei und ihr Kandidat HaaS von den Klerikalen herausgehauen werden würde, und hielten darauf an ihrer Kandidatur fest. Als das Zentralwahlkomitee am Dienstag, den 18. Januar, zum zweitenmal zusammentrat, wußten wir, daß wir zu dem Pforzheimer Mandat auch noch das Karlsruher verlieren würden, wenn wir entsprechend den Parteitagsbeschlüssen und ent- sprechend der politischen Situation die Liberalen gegen paS Zentrum unterstützen würden. Große Begeisterung für die Liberalen war unter diesen Umständen nihil vorhanden; der Beschluß sitr die Liberalen einzutreten, wurde aber doch bereits einstimmig gefaßt. Und er ist auch gehalten worden. Es ist eine Unwahrheit, wenn das„Berliner Tageb lackt-" schveibt, der Konstanzer Kreis sei dadurch verloren gegangeii, weil nicht alle Sozialdemokraten die Parole befolgt hätten. Gerade im ersten Ktreis ist die Parole muster- hast befolgt worden, trotz aller- Zentrvmstcicks die angewandt worden sind. Gesiegt hat dort das Zechtrum, weil e» noch BOO Mann an Reserven aufbrachte, und die Nationalliberalen mir 300. Im zweiten KreiS hat sich der liberale Kandidat R o m b a ch durch allerlei Kulturkampfphrasen selbst de» Bok>en abgegraben. Dann find im zweites Kreis in der Stichwahl auch eine Anzahl protestanti- 'scher Geistlicher für den Zentrumskandidaten eingetreten, weil nach ihrer Meinung zwar nicht die- Religion, wohl aber das Dotations- gesetz, das die Bezahlung der Pfarrevsgehälter beider Konfessionen aus allgemeinen Steuermitteln sichert, gefährdet ist. So hat auch den Zentrumsabgeordnete Fehrenbach sein Mandat nur mit Hilfe der protestantischen Pietisteii behaupten können. Der Zentrumssührcr W a ck e r aber hat sein unehrliche; Spiel bis zum letzten Moment fortgesetzt. Was er leistete übertrifft alles, was bisher an politischer Unehrlüchkeit geleiftet wurde. In dcr feierlichpen Weise wurde in der Presse und Versammlungen Wahl- enthaltung proklamiert. Diese Haltung wurde eingehend begründet. und manche unserer Genossen glaubten, haß ez ernst dajnit sei. Am Freitag wurde die Parole noch einmal in Fettdruck bekanntgegeben, doch schon am Freitag wurde ein Zirkular an die Vertrauensleute verschickt, in dem aufgefordert wurde, nicht vor' vier Uhr nachmittag zu wählen, jeder Vertrauensmann solle aber so viel Wähler wie nur möglich auf diesen Zeitpunkt beisammen haben, damit dann die Parole gegen Geck und für Haas ausgegeben werden könne. Es wurden schon am Freitag Flugblätter gedruckt, auf welchen die Wähler aufgefordert wurden für Haas zu stimmen, weil im Oberland die Sozialdemokraten für die Liberalen stimmten. Im Oberland dagegen wurden Zettel verteilt mit dem Inhalt:»In Karlsruhe übt das Zentrum Wahlenthaltung, damitistdieWahl Gecks gesich e rt." Ferner wurden an Parteigenossen, allerdings anonym, Zettel verschickt mit folgendem Inhalt:.Werter Genossel Wegen Pforz- heim üben wir an den Liberalen Rache. S ch m i d muß durchfallen. Wir wählen alle D i e z." So hoffte das Zentrum Verwirrung in uirsere Reihen zu tragen, um sich seine Mandate zu sichern und uns dann im letzten Moment Karlsruhe zu nehmen. Wähpcnd in Karlsruhe schon die Aufforderung verteilt wurde, Haas zu wählen, kam in F r e i- bürg ein Abgesandter des Zentrums auf das Bureau der„Volks- wacht", um dort den Genossen nahe zu legen, die Sozialdemokratie solle mit der Unterstützung der Liberalen aufhören, dann werde das Zentrum in Karlsruhe seine Parole einhalten. Jetzt suchen die Zentrumsparteiler � zu beweisen, daß sie in Karlsruhe nur deshalb so gewählt haben, weil im Oberland die Sozialdemokraten liberal wählten. Das wußten dje Herren aber schon bevor sie ihre Parole ausgaben. Der Zentrumsführer Trunk m Karlsruhe hat am Stichwahlabend selbst gestanden, daß er den Freifinnigen schon am Montag, den 15. Januar, abends gesagt habe, sie sollen nur die Kandidatur Haas aufrecht erhalten. Haas werde gewählt. Damit ist klar bewiesen, daß die ganze Wahlparole nichts wartn„Vorwärts". Kein Schutzmann oder Vertreter der StaaiSaukorstüt trat ihnen entgegen' Nachdem sie am„Vorlvätts" ihre Huldigung dargebracht hatte, zerstreute sich die Masse wie aus iSerabredutig in ruhiger Weise. Wahrlich, es ist weit gekommen in Berlin! Die Schutzmänner werden als„Wanzen" öffentlich beschimpft, aber man schweigt und überläßt den Revolutionären das Feld. Wer biete Arbeiter einhermarschieren sah, dem mußte sich da« Herz zusamineiikrampsen in dem Bewußtsein, daß die staatliche Autorität selbst keinen Gebrauch mehr machen will von den ihr zustehenden gesetzlichen Mitteln. Wir haben gestern nacht den Beweis gesehen, daß wir in Berlin nicht mehr vor, sondern bereits mitten in der Revolution sehen! Einst hieß es:„Die Straße gehört dem Verkehr", gestern aber fühlte sich die Umsturz- Partei als Herrin der Straße. Das Rachtbild vom 23. Januar in d fei en Straßen Berlins wird hoffentlich vielen, die gestern noch den sozialdemokratisckien Siegen zujubeln halfen, die Augen über die vorhandenen Gefahren öffnen, hoffentlich aber auch der Obrigkeit! Dieser Schrei nach Jagow verrät die geradezu beängstigende GeisteSverfasiung, in die der Wahlausfall und der Volksjubel über die Zertrümmerung des Blocks der Ritler und der Heiligen die armen Leidtragenden versetzt hat. Weil etliche tausend Menschen die paar hundert Schritte vom„Lokal- Anzeiger" bis zum Vorwärtshaus gezogen sind und ein paar Hochs ausgebracht haben, soll Jagow gleich mit der Plenwe dreinhauen oder gar mit blauen Bohnen dazwischenschietzen lassen! Dabei wäre der Biedermann, der sich so kläglich über die Herrschaft der„Revo- lution" entrüstet, wahrscheinlich selbst im Zuge mitmarschiert, wenn eS diesmal wieder ein„Niederreiten" gegeben hätte I Wir empfehlen dem Gewährsmann deS.Reichsboten" und der gleich schwer mit- genommene.» Redaktion deS Blattes eindringlichst Kaltwasier- dehandlung Z_• Wahlkrawalle in Schwetz. Dqs Wölfische Telegraphen-Bureau meldet ans Schwetz: Nach dem Bekamttwerden des Wahlergebnisses entstand gester» gegen Mitternacht auf dem Marktplatz« vor dem Kaiser Wilhelm- > Denkmal ein A u s r u h r, an dem mehrere hundert Polen teil- nahmen. Die Menge stürmte ein Cafs, in dem sich deutsche Bürger aufhielten, zertrümmerten dort die Marmortische und rick' ten auch an dem übrigen Inventar große» Schaden an. An- laß des TuniulteS war, daß die polnischen Wähler erfahren hatten, - daß Danziger Studenten. die zur Wahlhilfe nach Schwetz gekommen waren, sich in dem Lokal befänden. Als aus einer anderer Wirtschaft den Bedrängten Hilfe wurde, entstand eine große Prügelei, bei der auch geschossen wurde. Zwei Studenten wurden schwer verletzt. Nach den, Tumult durchzogen die Polen die Stadt, zertrümmerten die Schausenster der deutschen Kaufleute und schlugen die Türen ein. Dann begaben sie sich nach dem Landratsamt, in den, der Reichstagsabgeordncte von Halem wohnt, und warfen dort die Fenster ein. Es wurde Sturm geläutet. Endlich gelang eS der Polizei, die zunächst der Menge gegenüber macht- los war, diese zu zerstreuen. Die Bürgerschaft ist in großer Erregung, da sie weitere Belästigungen durch die Polen befürchtet. Es ist militärische Hilfe requiriert worden. Mehrere Personen wurden verhaftet. Für Kaisers Geburtstag planm die Pole» weitere Kund« gebimgen, Ferner: Schwetz, 26. Januar. 150 Mann vom 2. Pommerschen Jägerbataillon sind aus Kulm hier eingetroffen. Auch die Schwetzer Sanitätskolonue, die gestern abend helfend eingreifen wollte. wurde in ihrem Samariterwerk durch die Polen behindert. Einzelne Mitglieder berfelb«, wurden in Ausübung ihrer Tätigkeit schwer verletzt. Bekanntlich gehören die Polen mit den Ultramontanen lMd den Konservativen zu dem„nationalen" schwarz- blauen Block, dessen Aufgabe eS nach eigener Versicherung! seiner Geistesgrößen ist, nicht nur das Vaterland vor der vaterlandslosen roten Rotte zu schützen, sondern auch die „völkischen" Eigenheiten der deutschen Bevölkerung zu erhalten. Das Kuriose ist nur, daß die Herren Junker, Klerikalen und Polen etwas ganz Verschiedenes unter„Vaterland" und „völkischer Eigenheit" verstehen. Kröcher bleibt dem Reichstag erhalten. Einige liberale Blätter wissen zu melden, daß Herr Jordan v. Kröcher, Wirkl. Geh. Rat, Rittmeister a. D. und Rittergutsbesitzer, auS seinem bisherigen Wahlkreise Salzwedel-Gardclegen heraus- gewählt worden sei. TaS stimmt nicht. Das Wolffsche Telegraphen- Bureau meldet: Nach vorläufiger anitlichen Feststellung erhielten v. Kröcher Millionen gestiegen: sie betrug aber im Verhältnis zur Gesamteinnahme 1999 29 Proz. und 1919 nur 19 Proz., während die Ueberschüsse von 25,59 Proz. im Jahre 1999 auf 29,95 Proz. im Jahre 1919 im Verhältnis zur Gesamteinnahme gestiegen sind. Der Ueberschuß betrug 1999 12 757 497 M. und 1919 52 933 733 M. Das Jahr 1911 brachte nun eine weitere gewaltige Steigerung des Verkehrs und damit eine ungeheure Mehrbelastung des Personals. Aus dem statistischen Bericht ist weiterhin aber auch er- sichtlich, daß die Löhne der unteren Eisenbahner gänzlich un- zureichend sind. So beträgt der durchschnittliche Tagesver- dienst im Jahre 1919(vom 1. Oktober 1911 ab konimt dazu durchschnittlich 29 Pf. Zulage) für die Bauunterhaltungs- arbeiter 3,93 M., bei der Bahnbewachung sogar nur 2,72 M., bei den Neubauämtern 3,26 M., beim Zugbegleitungsdienst 3,24 M., bei den Werkstattarbeitern iin Zeitlohn nur 3,69 Mark, im Stücklohn 3,48 M. Der Durchschnittsverdienst sämtlicher Arbeiter, deren Zahl sich auf rund 39 999 beläuft,� wird auf 3,46 M. pro Tag angegeben. Bei solch geringem Lohn muß das Personal, init Ausnahme der Arbeiter in den .Hauptwerkstätten, deren Arbeitszeit täglich 9 Stunden be- trägt, wöchentlich bis zu 142 Stunden Dienst leisten. Nicht mehr als 56 Stunden durchschnittlich pro Woche arbeiten mir 4,78 Proz.. über 56 bis 63 Stunden 4,34 Proz., über 63 bis 79 Stunden 22,66 Proz., über 79 bis 77 Stunden 37,54 Proz., über 77 bis 84 Stunden 19,29 Proz., über 84 bis 91 Stunden 7,17 Proz. und mehr als 91 Stunden wöchentlich noch über 4 Proz. Das ist eine ungeheuerliche Ausbeutung menschlicher Arbeitskraft, und die Lage der sächsischen Eisen- bahnarbeiter ist nach diesen amtlichen Ziffern eine tief traurige. Dazu konimt aber noch die Entrechtung und die oft schimpfliche Behandlung des unteren Personals durch die Vorgesetzten. Wenn trotzdem ein solcher Geist, wie er sich wieder gelegentlich der Reichstagswahlen bei den sächsischen Eisenbahnern offenbart hat, die große Mehrheit des bedrück- ten und abgerackerten Personals beherrscht, so ist das ein gutes Zeichen des erwachenden Klassenbewußtseins der Eisenbahner. Wenn diese Arbeiter in der nächsten Zeit die Augen auf den sächsischen Landtag richten, so wissen sie wohl, daß sie Vertretung ihrer Interessen nur von der So- zialdeniokratie zu erwarten haben. Sie wissen aber ailch, daß sie vom Parlament allein das Heil nicht erwarten dürfen, sondern daß sie gleich ihren Arbeitsbrüdcrn in der Industrie und im privaten Verkehrs- und Transportgewerbe in der freien gewerkschaftlichen Organisation für eine bessere Lebenshaltung kämpfen müssen. Das wissen sie wohl. Der Staat aber, der sie ausbeutet bis aufs äußerste, entzieht ibnen das Recht der Koalition. Deshalb richtet sich ihr Kampf zu- nächst auf die Erringung des Koalitionsrechts und in diesem Kampfe verdienen die Eisenbahner die weitgehendste Unter- stützung und Förderung durch die organisierten Arbeiter. Serlin und Hmgegend. Tie gelbe Plage bei Ludwig Löwe. Um dcn nur allzu berechtigten Forderungen der organisierten Arbeiterschaft einen Danim entgegenzusetzen, hclt das selbst sehr mächtßz organisierte Unternehmertum schon zu dcn verzweifelsten Mitteln gegriffen, allerdings ohne sein Ziel zu erreichen. Einen besonderen Erfolg versprach man sich von der Gründung einer gelben Gewerkschaft. Die Metallindustrie. wurde vornehmlich von diesem Gelbfieber infiziert und hier in Berlin sind es die größten Firmen wie Siemens und Löwe, in deren Betrieben die gelbe Organisation treibhausartig gezüchtet wird. Die Art. wie diese gelbe Gewerkschaft, genannt Werkvcrcin. entstanden ist und sich, wenn auch recht kläglich, entwickelt, bietet vorzügliches Material bei kommenden Vorlagen für Ausnahme- und Zuchthausgesetze. Als vor zwei Jahren im Löweschen Betriebe die Gründung dieses Wer'- Vereins erfolgte, mußte sich jeder Neueintretende durch Unterzeichnung eines Reverses verpflich- ten, keiner Organisation anzugehören, die Streikunterstützung auszahlt usw. Die in den Be- trieben beschäftigten Arbeiter wurden teilweise gezwungen, diesem sogenannten Wcrkverein beizutreten. Sträubten sie sich, so folgte in der Regel die Entlassung. Der Arbeiterausschuß wurde daraufhin vorstellig und verlangte im Namen der Arbeiterschaft, daß dieses Treiben zu unterbleiben habe und bei der Einstellung niemand gefragt werden dürfe, welcher Organisation er angehört und nie- mond eine Unterschrift zu leisten braucbe, die den Eintritt in den Werkverein bezweckt. Die Direktion erklärte damals dem Arbeiterausschuß kurz und bündig, sich in dieser Hinsicht«einerlei Vor- schriften machen zu lassen. Daraufhin legten die Arbeiter deS Spezial-Mafchincnbaues am 18. März 1011 die Arbeit nieder. Es folgten mehrere Verhandlungen und nach längerem Sträuben ließ sich die Direktion zu dem Zugeständnis herbei, daß von den Ar- beitern keine Unterschrift mehr verlangt werde und die'Beamten und Vorarbeiter des Betriebes keine Propaganda für den gelben Werk- verein machen dürften. Dadurch waren die Differenzen erledigt und die Arbeiter nahmen die Arbeit wieder auf..Bald jedoch begann da? Spiel von neuem, es wurden Unterschriften„gesammelt" und die gelben Agitatoren agitierten frisch drauf loS. Um nun die Durchführung der Vereinbarungen mit der Direktion zu sichern, Peramw. Redakteur: Alber, Wachs. Berlin. Inseratenteil verantw.: legten die Arbeiter des alten Maschinenbaues am 4. Mai die Arbeit nieder. Bei den nun stattfindenden Verhandlungen erklärte der Herr Dirck tor Wallschmied namens der Direktion schrift- lich, daß die Vereinbarungen, die im März zwischen den beiden Parteien getroffen wurden, noch zu Recht beständen und er, der Direktor, jeden Beamten, der dagegen verstoße, zur Rechenschaft ziehen werde. Die Arbeiter schenkten der Versicherung abermals Vertrauen und beendeten den Streik. Wenn sie aber glaubten, jetzt Ruhe zu habe», so mußten sie bald einsehen, daß sie sich getäuscht hatten. Trotz der zweimaligen schriftlichen Versprechungen mußten sie sehen, daß durch die Beamten und bezahlten Aghatoren weiter ein Zwang auf die Arbeiter ausgeübt wird. In einer Versammlung, die am 19. d. M. stattfand, wurde eine Reso- lution angenommen, in der das Verhalten der Direktion gewiß- billigt und eine fünfgliedrigc Kommission beauftragt wurde, zum dritten Male auf die Durchführung der zweimal schriftlich gegebenen Zusicherung zu dringen. Auch wurde betont, daß jode Agitation und jeder Zlvang zu unterbleiben habe. Es wurde aber auch noch weiter erklärt, daß die Versammlung den seitens der Direktion während der Aussperrulcg gewählten gelben Ausschuß nicht anerkennen iönne, und so lange die gewählte Kommission als ihre Vertretung betrachte, bis ein neuer Arbeiterausschuß gewählt sei. Die Reso- lution wurde einstimmig angenommen. Am Donnerstag fand nun in den Prachtsälen Nordwest, Wiclefstr. 24, eine äußerst stavt besuchte Betriebsversammlung aller bei der Firma L. Löwe u. Cie., A.-G., beschäftigten Arbeiter und Arbeiterinnen statt, die sich mit der Antwort der Direktion und der weiteren Stellungnahme beschäftigte. Die Direktion hatte der Kommission folgendes Antwortschreiben zukommen lassen: Auf das Gesuch vom 19. d. M. erwidere ich, daß nach Z 41 der Arbeitsordnung die offizielle und einzige Vertretung der ge- samten Arbeiterschaft der Arbeiterausschuß ist. nicht aber eine von einem Teil der Arbeiterschaft gewählte Kommission. Ich stelle anheim, ihre Beschwerde enttveder durch den derzeit im Amte befindlichen Arbeiterausschuß, oder durch den Arbeiteraus- schuß der aus den Wahlen vom 29. d. M. hervorgehen wird, vorzubringen. Inzwischen habe ich bereits in der Betriebs» onferenz vom 20. d. M. Ihre Beschwerde zur Kenntnis der Herren Werkstätten- leiter und die von Ihnen in bezug genommene Abmachung in Erinnerung gebracht. Folgt Unterschrift.■ Nachdem in der Versammlung dieses Schreiben verlesen war nahm Handle das Wort zu einer kurzen Darstellung des Sech- Verhalts. Nachdem der jetzige Vorstand der Betriebskrankenkasse, der zugleich den Arbeiterausschutz darstellt, von der übergroßen Mehrheit der Arbeiterschaft bei Löwe als Vertretung nicht aner- kannt worden sei, habe die letzte Versammlung eine Kommission gewählt, die jedoch von der Dirc/tion nicht empfangen wurde. Die Löwefchcn Arbeiter bedankten sich dafür, den jetzigen gelben Aus- schuß als ihre Interessenvertretung zu betrachten. Das habe die Direktion schon bei der Abfassung des Schreibens auch gewußt. Dieser Ausschuß sei nicht von Arbeitern gewählt, sondern von Gnaden der Firma bestimmt. Weil die Firma nun dieses wußte, habe sie in ihrem Schreiben auch anheim gestellt, den Ausschuß, der aus der Wahl am 29. Januar hervorgeht, mit der Vertretung der Forderung zu betrauen. Die Vereinbarungen mit der Direktion bestehen auch heute noch' zu Recht. Ties bestätigte die Direktion in ihrem Schreiben, indem sie darin mitteilt, daß sie den Werkstättenleitern ihre damaligen Maßnahmen nochmals zur Kenntnis gebracht habe. Es«verde sehr wichtig sein, in den nächsten Tagen festzustellen, in wie weit die Ermahnung gefruchtet hat. Die Firma werde schon eitannt haben, daß die übergroße Zahl ihrer Arbeiter von dem gelben Verein nichts wissen will. Mit Urlaub als Lockspeise soll ein Teil der Arbeiter dahingebracht werden, daß am 29. Januar ihre Stimme denen zufällt, die der Direktion an- genehm sind. Der Urlaub besteht darin, daß wer 5 Jahr« im Betrieb ist, 3 Tags, und wer 10 Jahre im Betrieb ist. ö Tage frei bekommen soll bei fortlaufendem Geholt. Aber nur wer ununterbrochen in dieser Zeit im Betriebe ist, soll diese Vergünstigung erhalten. Die Arbeiter wissen aber, daß eine Unterbrechung der Arbeitsdauer schon rechtzeitig eintreten werde. Am 29. Januar sollten die Av beiter der Direktionen die richtige Antwort erteilen. In der Diskussion wurden die Ausführungen des Redners be stätigt und noch ergänzt. Die gelbe Agitation im Betriebe werde flott betrieben, die Löhne seien zum Teil sehr gering, Ueberstunden müßten laut Beschlutz verweigert werden. Alte Leute hätten gesagt. wenn sie nicht in den gelben Verein eintreten, habe die Firma keine Arbeit mehr für sie. Handle nahm nocb einmal das Wort und ging unter anderem auch auf die Hirsch-Dupckerschen ein. Diese fühlten sich nickt stark genug, eine Liste durchzubringen und hätten deshalb beschlossen, sich der Stimme zu enthalten. Jede Stimm- enthaltung sei aber eine Stär: u n g der Gelben und ein Vorteil für die Direktion. Er nehme an, daß die Mitglieder des Hirsch-Dunckerschen Gewerkvereins sich nicht an die Parole kehren werden. Weiter warnte Redner vor dem kollegialen Verkehr mit den� Gelben. Wer nicht mit uns sei. sei gegen uns. Unter den Hirsch-Dunckerschen gäbe es manchen, der seinem Fühlen und Denken nach zu der freien Arbeiterschaft gehört. Nur der Wirt- schaftliche Zwang bringe sie dazu, uns fern zu bleiben. Auch sollten sich freie Gewerkschaftler nicht dazu hergeben, Kolonnenführer zu werden und gelbe Zöglinge auszubilden, wie man schon versucht habe. Mit einem nochmaligen Appell, bei der Wahl des Ausschusses am 29. Januar die volle Pflicht und Schuldig- feit zu tun, schloß der Redner die Versammlung. Um den Böttcher-Tarifvertrag. Dem Essigfabrikanten W. T i m n e r. Biischingstr. S. scheint die Organisation ein Dorn im Auge zu sein. Um nicht durch organi- sierte Böttcher belästigt zu werden, hat dieser Herr es fertig gebracht, einen Familienvater, der über künf Jahre im Betrieb als Böttcher beschäftigt war, kurz vor Weihnachten angeblich wegen Betriebs- einschränkung zu entlassen. Jetzt sucht Herr Timner tüchtige Böttcher durch die.Morgenposl"!— Der Böttcher-Tarifvertrag sowre der Arbeitsnachweis, den jeder Klein», cister aiierkennt, existiert für dielen Herrn nicht. Die im Betrieb beschäftigten Arbeiter und Böttcher werden schlecht entlohnt. Die Arbeitszeit für Böttcher beträgt täglich 19'/, Stunden. Da Herr Timner den Böttcherlarif nicht anerkennen wiÜ. ist diese Essigfabrik für Böttcher gesperrt. Erfolgreiche Lohnbetvcgnng der Werkstattschrciber bei der deutschen Waffen- und Munitionsfabrik Wittenau. Die im Verband der Burealiangestellten organisierten Werkstattschreiber dieses Betriebes traten Anfang Januar in eine Lohn« bewegung ein und verlangten Erhöhung des AnfangSgehalt« von 18 M. auf 24 M. pro Woche, steigend bis zum Höchstgehalt von 36 M. pro Woche; ferner Klarstellung der Rechtsverhältnisse. inS- besondere bezüglich der monatlichen KündigungSftist, Bewilligung eines Sommerurlaubs von. 3— 14 Tagen, steigend mit der Dauer der Dienstzeit. Es kam zur Verhandlung mit der Direktion und wurde dabei folgendes vereinbart: Erhöhung des Gehalts von 18 M. auf 22 M. pro Woche, steigend bis zu 34 M. Die monat- liche Kündigung besteht für sämtliche Angestelllen. Urlaub ivird gewährt: bei ein- bis dreijähriger Beschäftigung eine halbe Woche und über drei Jahre eine Woche. Oeurfche» Relch. In der Leipziger Werkzeugmaschinenfabrik A.-G. vorm. W. v. Pittler. Wahren u. Co., Leipzig, sind wegen deS terra- riftischen Vorgebens der Direktion Differenzen ausgebrochen. Diese Firma versucht mit ollen Mmeln. den Arbeitern das Koalitionsrecht zu verkümmern, sie versucht, eintretende Arbeiter zun, Beitritt in den gelben Werkverein zu zwingen und fordert gleichzeitig den Austritt ejus der Gewerkschaft und aus der politischen Organisation. Außer- dem wurde einem Teil der Arbeiter eine verschieden lange Küu- digungSfrist aufgedrängt, zu welchem Zweck läßt sich leicht erraten. Dazu sucht jetzt die Firma in Leipzig und namentlich auch in aus- ---- tLn----»:*---- c-rtf-rii----- o». u---- 2 Jt. f i. cm__>_________ � Sie hat auch schon etliche Metallarbeiter entlassen, die an« dem gelben Werkverein, in den sie hineingepreßt worden waren, wieder ausgetreten sind.— Die Leipziger Metallarbeiter ersuchen deshalo, Arbeitsangebote der Firma abzulehnen. Mechaniker. Tischler, Buchbinder! Die Nettel-Kamerawerke in Sontheim bei Heilbronn haben ihre sämtlichen Arbeiter tvegen ganz geringfügiger Differenzen plötzlich entlassen. Die Firma sucht nun durch unzählige Inserate und durch Streikbrechcragenten„, allen Gegenden Mechaniker, Tischler und Buchbinder. Die Angeworbenen haben hier schon große Enttäuschungen erlebt und viel schaden erlitten. Falle deshalb kein Arbeiter auf diese Gesuche herein. Helfe jeder mit, den Zuzug fern zu halten. Deutscher Metallarbeiterverband, Verwaltungsstelle Heilbronn. Der Streik der Konfektionsarbeitcr in Aschaffenburg ist beendet und ein Tarifvertrag mit der Organisation der Konfektionäre ab- geschlossen worden. Huslancl. Die Mctallarbeiteraussperrung in Prag ist aus dem Kampf um die neue Arbeitsordnung hervor- gegangen, die grundlegende Aenderungen bestehender Kollektiv- Verträge enthält. Ihr Hauptvorzug aber ist, daß sie indirekt und heimtückisch die Arbeiter zwingen will, Akkordarbeit für einfachen Stundenlohn zu leisten. Nachlrägliche Bemängelung von Lohn- zablungen. durch die sich der Arbeiter benachteiligt fühlt, soll unzu- lässig sein I Der Kampf wird gemeinsam von Zentralisten, Separa- tisten. Nationalen und Christlichen geführt. Landarbeiterstreik in Portugal. In Portugal streiken etwa SOVOO Landarbeiter in 21 Ortschaften. Zwischen den Ausständigen und der republikanischen Garde kam es in Evora zu blutigen Zusammenstößen, wobei ein Arbeiter getötet und viele verwundet wurden. Mehrere Berbaftungen wurden vorgenoinmen. Unter den verhastete» streikenden Landarbeitern be- fanden sich auch die Anführer der Aufstandsbeivegung. Am Donners- lag fand eine Bersammlung aller Syndikate in Lisiabonjtatt, um die Pioklamation des Generalstreiks zu beraten. Der Streik ge- wiimt immer mehr an Ausdehnung. C-ctztc Nachroehtcn. Sozialdemokratischer Kommunalwahlsieg. Wolfcnbüttel, 26. Januar.(Eig. Tel. des„Porw.") Bei der heutigen Stadtverordneten Wahl wurden die Genossen S ch e l z mit 518, S ch e e r l e mit 489 Stimmen gegen 287 bezw. 399 bürgerliche Stimmen gewählt. Beilegung des italienisch-französischen Zwischenfalls. Paris, 26. Januar. Der Kabinettsrat ist heute nachmittag 7 Uhr im Ministerium des Aeutzeren unter dem Vorsitz Poincares zusammengetreten, um die Antwort des französischen Botschafters in Rom Barrere zu prüfen. Die Minister erklärten, als sie sich zurückzogen, der französisch-italienische Zwischenfall sei zur Zu- frirdenh�t beider Länder beigelegt. Ein italienischer Mißerfolg. Konstantinopel, 26. Januar. Nach amtlichen Meldungen bom» barbierten die Italiener die Häfen L i o l und S u l e i m a n bei Derna und versuchten eine Landung. Der Versuch schei- terte jedoch an dem Widerstand der Türken und Araber. Schon wieder eine Dampferbeschlagnahme. ck ' Marseille, 26. Januar.(W. T. B.) Wie der Compagnie Mjxte aus Tunis telegraphiert wird, ist der Dampfer.Tavigmtju," md) einer Meldung angehalten und beschlagnahmt worden. Wie die Gesellschaft erklärt, versah der Dampfer den P o st d i e n st an der tunesischen Küste. Die Revolte der Italiener in Disserdingen. Luxemburg, 25. Januar. In der heutigen Sitzung der De- putiertenkammer gab. wie die„Luxemburger Zeitung" meldet, der Staatsminister E Y s ch e n eine Aufklärung über die Vorkommnisse in Differdingen. wo mehrere hundert Arbeiter der Deutsch-Luxemburger Bergwerk- und Hüttcn-Aktiengesellschast sich im Ausstände befinden. Nach den dem Minister vorliegenden noch unkontrollierten Nachrichten scheinen sich die Ausständigen vor dem Eingang des Werkes versammelt zu haben, um zu verhindern, daß die Arbeiter drinnen Essen erhielten. Es kam zu einem Zu- sammenswß, wobei auf beiden Seiten geschossen wurde, ein junger Deutscher getötet und zwei andere Arbeiter verwundet wurden. Tann drangen die Italiener ein und schössen durch ein Fenster in das Bureau, wo der Verwaltungsrat versammelt war. Von Luxemburg sind 50 Mann des Freiwilligen- korps abgegangen. Um 3 Uhr telegraphierte der Bürgermeister von Differdingen. der Ausstand hat revolutionären Charakter an- genommen, die Gendarmerie wird überlaufen. Die Ausständigen sind 500 Mann stark. Sie haben die Tore des Werks erbrochen; es wurde mit Steinen geworfen und Revolver- schuf se abgegeben. Zwei Mann sollen tot und zwei ver- wundet sein. Es wird dringend militärische Hilfe verlangt. Der Fall i st sehr e r n st. Ter Staatsminister fügte noch hinzu. � daß der italienische Konsul sofort nach Differdingen gefahren sei. Buchdruckerstreik in Brünn. Brünn, 26. Januar.(P.-C.) Infolge Lohndifferenzen zwischen den Buchdruckereibesitzern und dem Maschinenpersonal tn einigen hiesigen Etablissements dürfte bereits morgen ein allgemeiner Ausstand in den Buchdruckereien erfolgen. Man nimmt an. daß den Zeitungen seitens der Arbeiterschaft das Erscheinen unmöglich gemacht wird. . Bttaarb-iterstreik in der belgischen Kammer. Brüssel. 26. Januar.(W. T. B.) Da die G r u b e n b e s i tz e r im Bor i nage das von den streikenden Bergarbeitern vor- geschlagene Schiedsgericht auch heute trotz Vermittelungsversuche des Arbeitsministeriums wiederholt ablehnten, hat die Kammer heute auf Antrag der Sozialisten einstimmig eine Tagesordnung angenommen, in der der Wunsch aus- gesprochen wird, die Regierung möge auf eine baldige Lösung deS Konfliktes dringen. Peking, 26. Januar��eldung � de" �ftute�'schen Bureaus.) Drei BataillMe kaiserliche Truppen mit zehn GebirgSgeschützen und sechs Maschinengewehren haben Tsinanfu verlassen, entweder mit der Absicht, die Revolutionäre in Tschifu anzugreifen»der die Eisenbahn zu schützen. Der Vizekönig von Hufuang hat ge. meldet, er halte die dortigen kaiserlichen Truppen nicht für zu- verlässig. Die Panik unter den Chinesen in Peking dauert an, die Intrigen im Palast und in der Regierung nehmen überhand. DaS Ende eines ehemaligen BolkSIieblingS. Guayaquil, 25. Januar.(W. T. B.) Der revolutionäre General Monte ro, der heute vom Kriegsgericht zu 16 Jahren Gefängnis verurteilt worden ist. wurde nach der Urteilsverkündung von dem erbitterten Pöbel erschossen, sein Leichnam durch oie Straßen geschleift, enthauptet und schließlich verbrannt. Die Er- regun� der Bevölkerung dauerte die ganze Nacht, an vielen Stellen miaito artd,.,. ,».5-11 ------«.-»UZ«---.....»....,...... ,... Nr. 22. 29. Jahrgang. 1. Irilngt des Jorniirts" Öetlititt WksdlM. Zonilabttld, 27. Jannar l912. Der neue Reichstag. Sozialdemokraten 110. preulZen. Stadtkreis Berlin. Berlin II Richard Fischer Berlin III Wilhelm Pfannkuch Berlin IV Otto Büchner Berlin V Robert Schmidt Berlin VI Georg Ledebour Provinz Brandenburg. Nieder-Barnim Artur Stadthagen Teltow-Beeskow Fritz Zubeil Potsdam-Osthavelland Karl Liebknecht Brandcnburg-Westhavelland Heinrich Pens Kalau-Luckau Otto Wels Kottbus-Sprcmberg Karl Giebel Sorau-Forst Oswald Schumann Provinz Ostpreußen. Königsberg-Stadt Hugo Haase Provinz Pommern. Stettin-Stadt Ewald Vogtherr Nondow-Greifenhagen Alwin Körsten Provinz Breslau-West Breslau-Oft Striegau-Schweidnitz Waldenburg Reichenbach-Neurode Grünberg-Freystadt Görlitz-Lauban Schlesien. Eduard Bernstein Gustav Bauer F. Feldmann Hermann Sachse Äugust Kühn Georg Davidsohn Paul Taubadel Provinz Sachsen. Jerichow I und II Magdcburg-Stadt Wanz leben Afcherslcben-Kalbe Oschcrslebcn-Halberstadt Bittcrfeld-Delitzsch Saalkreis Halle Naumburg-Weistcnfels Rordhauscn Erfurt-Schleusingen Wilhelm Haupt Otto Landsberg H. Silberschmidt Adolf Albrecht Brandes Gustav Raute Fritz Kunert Adolf Thiele Oskar Cohn Heinrich Schnlz Provinz Schleswig-Holstein. Kiel.Rendsburg Karl Legie» Altona-Stormarn Karl Frohme Provinz Hannover. Hannover-Stadt August Brey Hameln-Linden Gustav Fischer Hildesheim Friedrich Rauch Einbeck-Rortheim Karl Dcichman« Provinz Westfalen. Altena-Jserlohn Karl Spiegel Hagen Max König Dortmund August Erdmann kleines feuilleron Die ftmiUeri» mstlcana im BarictS. Der heftige Kampf zwischen de» großen Londoner VarietSdnhnen und den Theatern wegen der Bercchlignng. Opernwerke im VarietS aufzuführen, ist kürzlich durch eine Emfcheidung der Behörden provisorisw geschlichtet worden. Während bisher in London eine Barietömlinmer nichl länger als 30 Minuten spielen durfte, ist diese schematische Zeit- beschränkung aufgehoben. Im übrigen»nitzte man dem Variete das Recht zuerkenne», einzelne Szenen oder erheblich abgekürzte Fassungen von Schauspielen oder Opern aufführen zu dürfen. Aber die Aufhebung der 30 Minuten-Grenze scheint jept eine neue Aera im Varielöwcscn Englands hcraufznführe»: Soeben hat Edward Moh mit MaScagni einen Vertrag abgeschlossen, der den itallcinichen Komponisten verpflichtet, die Cavallcria rusticana im Variete, im Londoner Hippodrom, zu dirigieren. Es handelt sich nicht etwa um eine abgekürzte Aufführung der Cavalleria, sondern um eine� Ans- führimg des ganzen Werkes ohne KütHrmgen, während die Bajazzi iciner- zeit auf eine AufführungSdauer von etwa einer halbe» Stunde zmanunen- gestrichen war. Das dürfte der erste Fall sein, dag eine reguläre Oper, die an allen Opernbnhnen der Welt gespielt wurde, unver- kürzt ins Variete übersiedelt. Und dieser für die gesamte Theater- weit bedeutende Fall wird wahrscheinlich nicht lange ohne Nachahmer bleiben. MaScagni erhält 40 000 Mark die Woche. Ivofür er täglich eine Nachmittags- und eine Abendvorstellung dirigieren muh; die Dekorationen werden nach den Wünschen Mascagnis in Mailand angefertigt und ebenso verpflichtet sich die Varictedirektion, cmen Chor von 50 Stimmen nach de» Wünschen Mascagnis in Italien zu engagieren. Das Orchester wird bei diesen Ausführungen aus 70 Mann bestehen; kurz, das englische Variete tntl hiermit end- gültig den Erobernngszug in die ureigenste Domäne der Opern- Häuser an. Ein Untcrgrundkonal. Ein eigenartiger Plan eines KanalbaneS erreni in der New V o r k e r Jugenicurwelt lebhaftes Jnlereste: die Siadt Jamaika auf Brookltin bei New Jork soll durch emcn .mi der Kluihingbai verbunden werden und man will dabei eine Wasserstrasze schaffen, auf der Lastkähne bis zu 1000 Tonnen lg.ni,.. nee kehren können. Bei der AnSarbeitung de» Planes stellte »S nes. deeane. datz ein offener Kanal unerschwingliche Kosten ver- Ursachen würde weil die Bodcnpreise abnorm hoch sind und weil man eine ungewöhnlich große Anzahl von Brücken baue» mud-e. um die zahlreiche» Strabe" und Chauffeen über den Kanal zu fuhren. D» ne..e V on siebt nun einen Kanal vor. der strcckeniveise unter- Edisch aefü�rt wird also einen Unterarundkanal. Der Tunnel wird eine Breit« von M Ft>d bnben. so daß zwei Lastkähne aneinander- -die Wölbung über dem Wasserspiegel, al o der sreie Naiiin von'der üochwasicriiiarke bis zum oberen Rande des � 4? �uü bemessen. Die Kosten des eigenartigen Projektes sind von den Fachleuten auf rund 43 Millionen Mark ge- schätzt worden, während die Anlage e.neS gewöhnlichen Kanals ,° teuer sei» würde, daß die Rentabilität des llnternchmen» von vorn- herein onsq?schsoü-n wäre. Provinz Hessen-Nassau. Höchst-Homburg Friedrich Brühne Frankfurt a. M.- Stadt Max Ouarck Kassel-Melsungen H. Hüttmann Eschtvege-Schmalkalden G. Thöne Hanau-Gelnha»tsen Gustav Hoch Rhcinprovinz. Köln-Stadt Lennep-Remscheid Elberfeld-Barmen Solingen Düsseldorf öayern. München II Speyer Kaiserslauter»» Hof Bayreuth Nürnberg Erlangen-Fürth Ansbach-Schwabach Würzburg Sackfen. Zittau Bernstadt-Löbau Dresdcn-Neust�t DreSden-AltstaWt Tresdcn-Land Meisten Pirna Freiberg-Oederaa Döbcln-Rostwein Leipzig-Land Mittwcida-Burgstädt Chemnitz Mecrane-Glauchau Zwirkau-Crimniitschau Stollberg-Schnceberg Zschopau-Marienbcrg Annaberg-Schlvarzenberg Kirchbcrg-Aucrbach Plauen Adolf Hofrichter Wilhelm Dittman» Fritz Ebert Philipp Scheidemann Karl Haberland Georg v. Volkmar Jakob Binder Hoffmann Joseph Simon Karl Hügel Albert Südekum Martin Segitz Michael Hierl Franz Schmitt Edmund Fischer Hermann Krätzig August Kaden Georg Gradnauer Georg Horn Richard Schmidt Otto Rühle Hermann Wendel Karl Pinka« Fritz Geyer Daniel Stücklen Gustav NoSke Hermann Molkenbuhr Wilhelm Stolle Georg Schöpflin Paul Göhre Ernst Grenz Paul Lenfch Hermann Jäckel Mllrttemberg. Stuttgart Karl Hildenbrand Eannstatt Ludwigsburg Wilhelm Keil Hcilbronn-Besigheim Franz Feuerstein Baden. Mannheim Hessen. Tarmstadt-Grost-Gerau Offcubach-Dieburg Erbach-Bensheim Mainz Ludwig Frank Ludwig Quessel Karl Ulrich Ludwig Hasenzahl Eduard David Mecklenbiirg-Schwerin. Rostock-Doberan Joseph Herzfeld Sachsrn-Weimar. Wcimar-Apolda August Baudert Jena-Ncustadt Paul Leutert Theater. Neues Schauspielhaus: I'iat �ustitia. Kriminal- groteske pon Lothar Schmidt und Heinrich Ilgen st ein. Das Stück war gut empfohlen: Die Schöneberger Zensur hatte die Aufführung verbieten wollen. Indessen die Erwartungen, die sich an diese Vorgeschichte knüpfen, gingen nur zum Teile in Erfüllung. DaS Ziel, nach dem die Auloren die Pfeile der Satire schösse», war trefflich gewählt. Der Angriff galt der Klassenjustiz, die hohen Herrichaslcn gegenüber(man denke etwa an de» Fall Eulenburg) von respektvoller Niicksichinahme überfliegt und gegen arme Teufel, lumpige Namenlos« so gern die sogenannte volle Strenge dcö Gesetzes wallen lägt. Er galt dem öden juristischen Formalismus und polizeilich-bureaukratischen Schikanen. Doch die Verfasser kamen nicht über einzelne cpigrainmalisihe Wendungen hinaus, die eben« so ivie ihre witzige Schlufgwinte, vom Drum und Dran szenischer Auöspinnung abgelöst, in knappem.Simplicissi- »ms"-Format serviert, weit amüsanter, schneidiger hätten wirken können. Für eine bühnenmäßige Groteske von einigermaßen einheitlichem Stil reicht die Erfindung nicht. Es wird gereckt, gedehnt, allerhand verdrießliche Gewaltsamkeiten müssen die Lücke» stopfen. Von frischer Verve spürt man keinen Hauch. So fehlt dem karikaturistisch Uebertreibciiden die rechte Stimmungsresonanz. Im ersten Akte breitet der Herr Polizeipräfekt— natürlich ein irgendivo im Ausland, in Serbien residierender— seine Weisheit aus. Ein nnigekehrter Shcrlock HolniS, der nie den Wald vor lauter Bäumen sieht und einen harmlosen Arrestanten nach einem»ichlssagenden Verhör für den Urbeber des letzten sensationellen Mordes erklärt. Seine schnauzende amtliche Erhabenheit verwandelt sich bei dem Besuche eines Grafen, der eine» widerspenstigen GntSarbeiter»iedertnallie, in demütig zu- stiininende Ehrerbietung. Ansätze zur Satire, die sich indes zu keinem starken Eindruck runden. Das Gericht spricht über den unglücklichen Burschen, der sich vergebens darauf beruft, daß der angeblich Er- mordete, spurlos Verschwundene sein bester Freund gewesen, das Todesurteil ans. Die breite Ausmalung dieser Szenen, die Hinein- Mischung von allerhand Burlesken verslimint. Erst im dritten Akt, der in dem mit großen Paragraphenzeichen und dem Bilde einer schielenden Justitia geschmückten Saale des obersten Gerichtshofes svielt, gibt es dann schlagkräftige Trümpfe, geschickt satirisch zugespitzte Ueberraschimgen. Der RcvisionSantrag des Verurteilten wird mit alle» Finessen, unter feierlichen Reden des Stnalsanwalls und reichlicher Verteilung von Ordnungsstrafen durch den Vorsitzenden, verhandelt. Plötzlich stürmt. der angeblich Ermordete herein. Er hat in Amerika von dem Prozeß gelesen und ist zurückgekehrt, um so durch sein Erscheinen die Unschuld deö Freundes uilividerleglich zu beweisen. Aber für das löbliche Gericht, daS die Urteile erster Instanz nur bei formalen juristischen Versehen annullieren darf, ist dieser Zeuge, auf Grund der vorliegenden Ge- richtSaktcn. Luft. Gerichtsnotorisch ist er tot. Seine Existenz ist widerrechtlich und kann deshalb juristisch nichts beweisen. Da kein Formfehler im Urleil vorliegt, muß es bestätigt werden I Nur die Findigkeit des Advokaten, der im letzten Augenblick noch glücklich entdeckt, daß die Vornamen seines Klienten von der Anklage in um- Brauuschweig. Braunschweig-Stadt Wilhelm Blos Holzminden-Gandcrsheim Otto Antrick Sachsen-Meiningeu. Sonneberg-Saalfeld Paul Neiszhaus Sachsen-Koburg-Gotha. Gotha Wilhelm Bock. Sachsen-Altenbnrg. Altenburg Hermann Käppler Anhalt. Desfau-Zerbst Wolfgang Heine Bernbnrg-Ballenstedt Ferdinand Bender Schwarzburg-Rudolstadt Rcuff ältere Linie Rens; jüngere Linie Hamburg I Hamburg II Hamburg III Lübeck Bremen Hausestädte. Artur Hoffm anu Hermann Förster Emannel Wurm August Bebel Heinrich Dietz Wilhelm Metzger Theodor Schwartz Alfred Henke Elsasz-Lothriuzeu. Mülhausen Ludwig Emme! Colmar Jakob Pcirotes Strastburg-Stadt Bernhard Böhle Strastburg-Land R. Fnchs Metz Georg Weil! Zentrum SS. Angerpointer.— Astor.—• Becker(Arnsberg 2).— Dr. Decker (SiegkreiS).— Dr. Beizer.— Birkenmaycr.— Bolz.— Chryfant.— Dr. Dahlem.— Koßmann.— Engelcn.— Erzbergcr.— Dr. Faß- bender.— Fehrenbach.— Dr. FerverS.— Graf v. Galen.— Gersten- berger.— Frerckcr.— Gleitsmann.— Gröber.— HaeuSler.— Hartrath.— Hauß.— Herold.— Dr. Freiherr V.Hertling.— Dr. Hitze. — Horn(Neisse).— Hubrich.— Irl.— Dr. Jaeger.— Klose.— Kohl.— KrebS.— Klings.— Kritz.— Dr. Lender.— Leser.— Fürst zu Löwenstein-Wertheim-Noseuberg.— Freiherr v. Malserr.— Dr. Marconer.— Marx.— Dr. Matzinger.— Dr. Mayer(Kaufbeuren). — Müller(Fulda).— Nacken.— Pauly(Cochem).— Dr. Pfleger.— Dr. Pichler.— Ponschab.— Richter.— Dr. Pieper.— Graf Praschma.— Dr. Pfeiffer.— Pütz.— Ranner.— Roeren.— Fürst und Altgraf zu Salm-Reifferscheidt-Krautheiin und Dyck.— Reichs- gras Saudizell.— Sapletta.— Schwarz.— Dr. Schgedler. � Schatz.— Schedlbauer.— Woerle.— Schiffer.— Schirmer.— Freiherr v. Kerkering.— Schüler.— Schtvarze(Lippstadt).— Ski — Sittart.— Dr. Spahn(Bonn). Speck.— Sperlich.— Stamm.— Steindl.— Dier.— Strzoda.— Stupp.— Thuinan�. — Freiherr v. Thünefeld.— Dr. Trendel.— Wallenborn.— Well- stein.— Dr. Will.— Duffner.— Dr. Am Zehnhoff.— Dr. Zehnter. Graf Oppersdorff. Glowatzki.— GicsbertS.— Dr. Bell. Fortschrittliche Volkspartei 45. Dartschat.— Kopp.— Siehr.— Kvpsch.— Leube.— Waldstein.— Dr. Braband.— Dr. Slruve.— Dr. Heckscher.— Fegter. Kiel.— v. Schulze-Gävernitz.— Dr. Haas.— Dr. Pachnicke.— Dr. Mendorf.— Dr. Müller-Mciningen.— Dr. Neumunn-Hofer.—- Kaempf.— Hoff.— Wcinhaufen.— v. Payer.— Kerschbaum.— Krömer.— Schweickhardt.— Licsching.— Gunsser.— Kerschen- steiner.— Hubrich.— Hausmann.— Hähnle.— Röser. � Gothein — Ahlhorn.— Heyn.— Tracger.— Dr. Blunck.— Laux.— Windcck.— Dr. Doormann.— Bruckhoff.— Ablaß.— Dove.— Koch.— Fischbeck.— v. Liszt. gekehrter Reihenfolge angegeben sind, verdankt es dieser, daß er mit heiler Haut davonkommt.— Gespielt wurde flott, die Aufnahme war freundlich. ät. Humor und Satire. Geist und Witz des alten Fritz. Alles hängt von dem Augenblick ab, in dem man auf die Welt kommt. Ein Alexander der Große, in unseren Tage» in Mazedonien geboren, wäre nur ein Lumpenkerl. und, wenn Ludwig XIV. der Enkel Ludwigs XV. wäre, so würde er bei seiner Thronbesteigung mit einem StaatSbankcrott debütieren, der ihm nichl gerade Ruhm eintragen würde. Die Talente allein genügen nicht, wenn nicht die Mittel da sind, sie zu betätigen. Wenn der große Eonde Kapuziner- mönch gewesen wäre, so hätte er nie in Europa von sich reden gemacht; und wenn Voltaire als Winzer in der Bourgogne geboren wäre, hätte er seine.Henriade- niemals geschrieben. In einer schlesischen Kirche werden wiederholt der Maria als Dankopfer dargebrachte Silberstücke gestohlen. Der Küster hat Ver» dacht auf einen Soldaten, der beim Gottesdienst immer der erste und der letzte ist. Mau hält ihn an und findet solche Silberstücke bei ihm. Der Soldat leugnet: er habe sich in seiner, Not an die Muttergottes gewandt und diese selber habe ihm dann die Silber» stücke in sein Quartier gebracht. Er wird kncgSrechtlich ver- urteilt und das Urteil dem Könige zur Bestätigung vorgelegt. Der fragt einige talholische Geistliche, ob nach den Lehren ihrer Kirche ein solches Wunder möglich sei, waS diese bejahen. Da schreibt der König unter das Urteil:.Der vorgebliche Uebeltätcr wird von der Strafe losgesprochen, da er zumal den Diebstahl zu lengnett beharrt, und nach der Erklärimg der Theologen seiner Kirche das gewirkte Wunderwerk nicht unmöglich ist. Allein für die Zu« kunft verbiete ich ihm bei harter Strafe, weder von der heiligen Jungsrau»och von irgeudeinem anderen Heiligen irgendetwas mehr anzmiehmen.* An den Kardinal von Sinzendors, Bischof von Breslau: Der Heilige Geist und ich sind übereiiigekoiume», daß der Prälat Schaff- gotsch Koadjutor von Breslau sein soll, und die von Ihren Dom- Herren, die sich dem widersetzen, sollen als Leute betrachtet werden, die dem Wiener Hofe und dem Teufel ergeben sind und die den höchsten Grad der Verdammnis verdienen, weil sie dem Heiligen Geist Widerstand leisten. Randverfügung auf der Eingabe zweier Beamtenfrauen, der König möge entscheiden, welche von ihnen den höheren Rang habe: «Die größte Närrin geht voran." Notizen. — Vortragsabende. Au, Sonntag, abends 8 Uhr, der- anstaltet Gertrud Eysoldt im Beethovensaal einen Vortragsabend an dem sie Werke von Walt Whitman. Bilke, Prcvost, Schmidtbonn! L-uthold und Goethe rezitiert.— Am Sonntag, den 4. Februar' abends 8 Uhr findet em humoristischer Otto Ernst» Abend im Klindworth-Scharwenka-saal statt. Nationalliberale 45. Safer.— Schlee.— Dr. Semler.— Wittum.— Held.— Hoppe. » v. Richthofen.— Meyer.— Schulenburg.— Bartling.— Hepp- — Heflermnmi.— Puasche.— Bassennanu.— Dr. van Calcker.— Lützel.— Dr. Thoma.— Dr. Junck.— Blankeuhorir.— Kölsch.— Beck.— Zimmermann.— Lücke.— Klehe.— Dr. Ouarck.— Keinath. — Bärtvinlel.— List.— Strack.— Marquardt.— Jckler.— Goetting.— Heck.— Sieg.— Schwabach.— Schifferer.— Meyer. — Dr. Bollert.— W am ho ff.— Stove.— Heckmann.— Dr. Böttger. — Dr. Ortmann.— Prinz Carolalh.— Dr. Becker. Konservative 45. v. Bieberstein.— v. Boniir.— v. Brockhause».— v. Breder- loiv.— Graf v. Carmer.— Frommer.— Dr. v. Hcydebrand und der Läse.— Graf v. Kanitz.— v. Kaphengst.— Kreth.— Malkewitz.— v. Michaelis.— Nehbel.— Niederlöhner.— v. Nor- niann.— Dr. Oerlel.— zu Pntlitz.— Reck.— Rother.— Rupp. — Graf v. Schiverin-Löwitz.— Siebenbürger.— Dr. v. Veit.— Wcilnböck.— Graf v. Westarp.— Bill.— v. Winterfeldt-Menkin. — v. Massow.— Dr. Dietrich.— Kramer.— v. Boehlendorf.— v. Carmer.— v. Bolko.— Dr. Giese.— Pauli.— v. Graefe.— Freiherr v. Knigge.— Ritter.— Arnstadt.— Hoesch.— Meyer.— Holtschke.— v. Kröcher. Polen 18. Leo v. Czarlinski.— v. Dunajsli.— v. Grabsli.— KurSzawsli. — v. Laszewsli.— Graf Mielzynski sPlesz).— Graf Mielzynski sSamter-Birnbaum).— v. Morawsli-Zierzylraj.— Riegolewili.— Nolvicki.— Fürst Nadziwill.— Seyda.— v. Trampcynsli.— Sosinsli.— Tombeck.— v. Chlopoivski.— Brandys. Neichspartei 15. Freiherr v. Gamp-Massaunen.— Mertin.— Schultz(Bromberg). — Witt.— Znern.— Stnbbendorf.— Loescher.— v. Oertzen.— Hegenscheidt.— Dr. Arendt.— v. Liebert.— Doerksen.— Warmuth. — v. Haler».— Schröder. Wirtsch. Vereinigung und Neformpartei 14. Bachmaier.— Gebhardt.— Lic. Mumm.— Vogt sCrailsheim). — Burkhardt.— Herzog.— Rupp.— Behrens.— Bogt(Hall).— Vietmeiyer.— Werner(Gießen).— Werner.— Gräfe.— Bruhn. Elsäffer 5. Dr. Ricklin.— Thumann.— Wetterls.— Delfor.— Dr. Schatz. Lothringer 1. Leveque. Welsen 5. ColShorn.— AlperL.— Freiherr v. Wangenheim.— Freiherr V. Scheele.— v. Medmg. Däne 1. Hansen. Wilde 2. Graf PosadowSly.— Freiherr v. Hehl. Lliiclttviiukche zu unierem Ashliiege. Beim Parteivorstand und der Redaktion des„Vorwärts" sind noch. eine ganze Anzahl Glückwunschtelegramme eingelaufen, von denen wir»achstehend die wichtigsten wiedergeben. Aus Wien wird depeschiert: „gn der herrlichen Vollendung des Sieges, der am 12. Januar so ekäuzend eingeleitet wurde, unsere herzlichsten Glückwünsche. Die Parteileitug der deutschen Sozialdemokratie Oesterreichs und der Klub der deutschen sozialdemokratischen Ab- geordneten Oesterreichs". Bon der gewerkschaftlichen Landeszentrale Eng- l a n d s giiig folgender Glückwuusch ein:„Herzlichen Glückwunsch zu dem Erfolge der sozialdemokratischen Partei. Nicht erlahmen mit den Anstrengungen bis»ach dem zweiten Wahlgang. Appleton." Durch den Genossen Stauning wird uns aus Kopenhagen folgender Gruß übermittelt: „Die d äni s ch e S o zia ld em o kr a t i e hat Euren Kampf mit Spannung verfolgt. Einen herzlichen Gruß zu Eurem groß- artigen Erfolge. Es lebe die inlernationale Sozialdemokratie." JluS Paris wird telegraphiert: „Im Namen der Sozialdemokratischen Arbeiter- Partei Rußlands senden das Zentralorgan der Partei und die Organisationskommission an die deutsche Sozialdemokratie zu ihrem glänzenden Sieg über die ganze bürgerliche Gesellschaft ihren brüder- lichen proletarischen Gruß." Die Parteileitung der ungarlLndischen Sozial» demokratie drahtet aus Budapest: „Ueberwältigend ist der errungene Sieg, zu den, wir Euch noch- mals beglückwünschen. Die deutsche Sozialdemokratie ist und bleibt unser Vorbild und unsere Hoffnung inmitten schwerer Känipse." Genosse Demetrowitsch sendet aus Zagreb(Kroatien) folgende Worte:„Die kroatische Sozialdemokratie bewundert Euren Kampf und Sieg." Birmingham, den 26. Januar 1912.„Die Konferenz der Labour Party sendet zu dem Endresultat der Wahlen die herzlichsten Glückwünsche. Mit brüderlichen Grüßen Ramsel) Macdonald." Lissabon, den 23. Januar 1912.„Der Zentralrat der portugiesischen Sozialdemokratie sendet im Namen der por- tugiesischcn Genossen die wärmsten Glückwünsche zu den Wahlsiegen Euerer Partei. zu diesem großen Trininphe deS Sozialismus über den Imperialismus, der ein wahrhafter Triumph dcö iutcrnatioualen Sozialismus ist, weil Euer Wahlsteg in der Tat für die gesamte Arbeiter-Jntcrnationale die Bedeutung einer großen Eroberung hat. Mit herzlichen Grüßen Der Sekretär: Cesar Bogueiro." Sofia, den 26. Januar 19t2.„Die bulgarische Arbeiter- schaft in Sofia sendet cnlhnsiastische», sozialistischen Gruß an das deutsche Proletariat für seine glänzenden Wahlerfolge am 12. Januar und bei den Stichwahlen. Rieder mit dem kapitalistischen Jmperia- liSmuS und Militarismiis! Hoch der proletarische Klassenkampf l Die geeinigte Sozialdemokratie in Sofia." Außerdem ist noch eine große Anzahl Glückwunschtelegramme von Orgaiiisationeii des In- und Auslandes eingetroffen. Der Krieg. Der französisch- italienische Zwischenfall formell noch nicht beigelegt. Paris, 25. Januar.„Echo de Paris" berichtet ans Rom: Man teilt»lit, daß bis zur Stunde eine endgültige Formel für die Beilegung des sraiizöfisch-ilalienische» Zwischenfalls noch nicht gefunden ist. Es bleiben noch gewisse Schwierigkeiten zu beseitigen, jedoch glaubt man, daß sich bei gutem Willen der beiden Regierungen eine Verständigung bald erzielen läßt und daß daS Uebeuinkommen die Eigenliebe beider Nationen wahren wird. (Die ganze Streitfrage beschränkt fich jetzt daranf, daß Italien die 29 auf der„Mannba" fefigciiomiiicueii und nach Cagliari gebrachten Türken entlassen will, weil sie tatsächlich Vertreter des roten Halbmondes sind, Frankreich dagegen verlangt, daß die Entlassung erfolgen soll, weil es sich bei der Festnahme der Türken um einen Bruch der Neutralitätsbestimmmigen gehandelt habe. Vorläufig will aber die italienische Regierung die von ihrem Kriegsschiff begangene Vcr- letzung der Neutralität nicht zugeben.) Paris, 26. Januar.(Meldung der Agence Havas.) In dem französisch-italieni scheu Zwist ist noch immer keine Einigung erzielt worden über die Formel, durch welche der Zwischenfall beigelegt und die Rechte Frankreichs betont werden sollen, ohne daß der Würde und dem Ansehen Italiens zunahe- getreten wird. Politische Kreise hoffen immer noch, daß die Vcr- zögerung der Beilegung des Zwischenfalls nur von kurzer Dauer sein wird und daß die Besprechungen zu einem befriedigenden Er- gebniS führen werden. In den späten Abendstunden trat mit großer Bestimmtheit ein ans italienischer Quelle stammendes Gerücht auf, die italienische Regierung habe die Abficht kundgegeben, die 29 in Cagliari zurückgehaltenen Türken den französischen Be- Hörden in Marseille auszuliefern, sobald eine Einigung über die Formel erreicht sei. PariS, 26. Januar.„Echo de Paris" zufolge hat Paincaro den Botschafter Barrere angewiesen, in Rom zu betonen, daß die französische Regierung die Ergebnisse der von den italienischen Behörden ange st eilten Unter- suchung nicht anerkennen wolle, sondern die Rückgabe der türkischen Reisenden ohne jeden Kam in entar verlange, und daß es für die guten Beziehungen der beiden Länder nützlich wäre, wenn mit dem Bestreben, eine Formel zu finden, nicht allzuviel Zeit verloren ginge. Die Revolution in China. Berständiguug zwischen Suuyatse» und Juauschikai. Schanghai, 26. Januar.(Meldung Hes Reuterschen Bureaus.) Die Friedensverhandlungen haben eine unerwartete Wendung zum Besseren genommen. Dr. Sunyatsen hat ein in den freundlichsten Ausdrücken abgefaßtes T e k e g r.a m m an Juauschikai geschickt, in den, er das Mißverständnis auf- klärt, das sein neuliches Ultimatum an Juanschikai verursacht hatte. — Das Edikt über die Abdankung des Thrones wird vor dem 29. Januar, dem Tage des Ablaufs des Waffenstillstandes, er- wartet. Strategischer Aufmarsch der Revolutionsarmee. London, 26. Januar.„Daily Telegraph" meldet aus Peking vom 23. Januar: Telegramme von der Front melden, daß die Republikaner die Hankau-Bahn bis zum 71. Kilometer besetzt halten und alleS verfügbare rollende Material auf der Endstrecke am Jangtse für Truppentransporte ansammeln. Genral Li und die Armee bei Hankan rüsten sich für eine große Schlacht nach Ablauf des Waffhnstillstaiides. Die Truppen aus Hupeh und Kiausu, die fast die ganze republikanische Armee bilden, marschieren gegen die Kaiser- lichen bei Hwang-pei. Die dritte Armee marschiert auf Hantschung am Flusse Hau. Kämpfe in der Mandschurei. Zizikar, 26. Januar.(Meldung der Petersburger Telegraphen- Agentur.) Wie die Behörden aus Tichalantun melden, wurde der Gouverneur, als er mit einer chinesischen Truppenabteilung Chun- chusen verfolgte, von fünf Banden, die über 200 Mann stark waren, umringt. Die Hälfte der chinesischen Truppenabteilung wurde ge- tötet; auch der Gouverneur befindet sich unter den Gefallenen. Deutschland und die chinesische Revolution. Das Gouvernement des Schutzgebietes Kiau- t s ch o u hat die telegraphische Anweisung erhalten, von den Ende Februar d. I. planmäßig zur Ablösung gelangenden Truppenteilen der Besatzungen von Tsingtau und Tientsin(Matrosen- artillerie-Abteilung und Seebataillon) 500 Mann nebst den er- forderlichen Offizieren zunächst zurückzubehalten. Hiervon sind 200 Mann als Ersatz derjenigen Truppen bestimmt, aus denen vor einiger Zeit die in Tientsin stationierte Schutzwache gebildet wurde. Diese Mannschaften sind damals den BesatzungStrnppen Tsingtaus entnommen worden. Freiwillige Meldungen sollen bei Auswahl der Zurückbleibenden in erster Linie Berücksichtigung finden. Diese Maßnahme soll eine Schutzmaßregel zur Sicherung even- tuell gefährdeter deutscher Reichsangehöriger, ihres Leben« und Eigen- tums sein. Hus der Partei. Der Jahresbericht der franzSsischen Partei. Das Wochenblatt der geeinigten Partei„Le Socialiste" ver- öffentlicht die Jahresberichte der Vcrwalrmigskommissio», der Partei- buchhaudlung und der Fraktion an de» Parteitag in Lyon. Der voni Parteisekretär Genosten D u b r e u i l h vorgelegte Bericht der BerlvaltnngSkoinmission ist wenig günstig. Die Gesamtzahl der ein- geschriebenen und Parteistcuer zahlenden Mitglieder— oder genauer der für die Vertretung der Föderationen auf dem Parteitag maß- gebende Quotient, der sich ergibt, wenn man die Summe der bei den Föderationen eingezahlten Beiträge durch die ach» Monals- beitrage entsprechende Ziffer dividiert— ist von 63,358 im Jahre 1910 auf 63657 gewachsen, so daß man von einem Fortschritt kaum reden kann. Genosse Dubreuilh bringt diesen Stillstand damit in Verbindung, daß im Wahljahr 1910 das Wachstum der Partei ungewöhnlich groß war und dieser Elan im folgende» nicht anhalie» konnte. Aber immerhin erklärt dies nicht, warum der Zuwachs diesmal viel geringer war als in irgend einem Jahr feit der Einigung der Partei. Das schlechteste Jahr— 1907/1908— zeigte noch einen Gewi»» von 1111 Mitgliedern. Noch unerfrenlicher ist das Bild, wenn man auf die Details eingeht. Bisher war es die Regel, daß die Föderationen um so mehr zunahmen, je größer sie waren, u»d der Abfall sich Haupt- sächlich aus die kleinsten Föderalionen beschränkte. Diesmal haben aber auch große Föderationen Mitglieder verloren. Betrachtet man die Guipp« der 16 größten Föderationen— derjenige», die 1910 über 1000 Milglicder hatten— besonders, so findet man, daß nur 6 zu-, 9 abgenommen haben und eine stehen geblieben ist. Der Gesamtverlust in dieser Gruppe beträgt 1674 Mitglieder l Zwei Föderationen haben 500 und mcbr Mitglieder verloren: Jssre, das van 1437 auf 937, also um mehr alz ein Drittel heruntergegangen ist, und P a s- d e- C a l a i s, das von 2837 ans 2312 inni Und mich von den zwei stärksten Föderationen der Partei hat der Bericht nicht gerade Gutes zu melden. Die Nord sörderalion hat wohl um 5 Milglieder zugenommen— sie hat jetzt 11530 Mitglieder—, dagegen ist die Seine von.8750 auf 8500 gesunken. Van allen Parteiförderationen find 51 gewachsen, 2 stehen geblieben. 30 zurückgegangen. Dagegen hat fich die Zahl der Föderalionen von 83 auf 86 erhöht, durch Anerkennung der tunesischen Föderation und Teilung von 2 anderen. 15 Födc- rationen haben weniger als 100 Mitglieder— 1910 waren es nur 12— und entiprecheu„ich! den vom neuen Parteistatut für die An- erkennung festgestellten Bediiiguilgcn. Die Zahl der Parteideputierten ist gleich geblieben. Ein Mandat wurde verloren, ein anderes gewonnen. Bei den Wahlen für die General- und BezirkSrate gewann die Partei eine Reihe von Mandant«. Die Abonnementsziffer des„Socialiste" ist noch immer be« trübend gering. Sie ist von 1333 auf 1357� gestiegen. Trotzdem die Aboilncnientspflicht wiederholt den Parteisektionen in Erinnerung gebracht wurde, sind nur in 28 Föderationsgebieten mehr als zehn Exemplare abonniert. Wenn der Inhalt des Blattes durch manche polilische Artikel, die zu dem in der politischen Parteipreste Gelesenen nichts hinzufügen, nicht an Interesse gewinnt, so enthält es doch manches werlvolle Material— wir erwähnen mir Compöre-Morels monographische Serie über die agrarischen Zustände in den ver- schieden«» Departements— das bei dieser geringen Verbreitung einfach verloren geht.— Der Einzelverkauf des Blattes geht weiter zurück, die Gesanitauslage beträgt uach wie vor 2300. Im Bericht der F-raktion verdient die zum Schluß ge- gebeiie Statistik über die Einigkeit b e i d e n A b st i in- inuiigen besonderes Interesse. Im Laufe des Jahres 1911 gab e-Z in der Deputiertenkammer 157 Abstlinmungeil. Bei 89 war die Ab- stimmulig der Fraktion vollständig einmütig, 54mal gab es A b s p l i t t e r u n g e n von 1 bis 9 Deputierten, bei 14 Abstimmung en eine eigentliche Spaltung. Das Resultat wäre>>l An- belracht der geschichtlichen Bedingungen des französischen Sozia- lismiis und im Vergleich mit den bürgerlichen Parteien nicht un- günstig, wenn zur letzten Kategorie nicht gerade Abstimmungen von besonderer Wichtigkeit gehörten, wie die über die Alters- Versicherung und das deutsch-französische Abkommen. Dagegen war die Fraktion bei der A b l e h n u n g des Budgets mit einer einzigen Ausnahme, einer Enthaltung, einig. Der Parteitag wird vom 18. bis 21. Februar tagen. Auf der Tagesordnung stehen außer den Berichten die Punkte: Antisemitismus und Freimaurerei. Agrarfrage, Munizipalprogramm. Jugcndorgani- sation. Bon den Föderationen ist eine Reihe weiterer Puilkre bean- wogt worden. Doch schlägt die Verwaltungskommisfion vor, nur einen davon: die L e b e n s in i t t e l t e u e r u n g, zu diskutieren und behält sich vor, das Amendement Vaillant-Keir- Hardie über den General st reik derKriegS Material liefernden I n d u st st r i e n zur Verhandlung auf den, Partei- tag, der dem internationalen Kongreß in Wien vorangehen wird, vorzuschlagen._ Wahlproteste. Die Genossen, die gegen den Ausfall einer Wahl wegen gesetzlvidriger Vorkommnisse Protest erheben wollen, müssen den Protest späte st cns bis zum 16. Februar an das Bureau des Reichstags eingesandt haben. Wir warnen aber die Genossen ausdrücklich, Proteste auf bloße Behauptungen oder Vermutungen hin zu machen. Die Beschwerdepunkte müssen genau angegeben und durch namhaft gemachte Zeugen oder unbestreitbare Tatsachen gegründet werden. Das Beweismaterial ist dem Protest beizufügen. Ein Fraktionsbild, enthaltend die Porträts aller sozialdemo- kratischen ReichstagSabgeordnelen. erscheint in kürzester Zeit im Ver- läge der Buchhaiidliing Vorwärts, Paul Singer G. m. b. H. DaS Bild wird auf gutein Karton in Kunstdruck hergestellt und daher sowohl als Zimmerschmuck, als auch zum Dekorieren von VereinSzimmern und Sälen sehr geeignet sein. Der Preis beträgt 50 Pf. Bestellungen nehmen die örtlichen Parteibuchhandlungen schon jetzt entgegen. LaiidtagSwahlsieg i» Hesse». Bei der Ersatzwahl für Genossen Orb im Landtagswahlkreis Mühlheim bei Offenbach wurde Genosse Adelung- Mainz mit 3700 gegen 1986 ZentrnmSstiinme» gewählt. polireikicbes, 0 erlebt(ich es ukw* Zu Unrecht verbotener Maiumzug. Das preußische Oberverwaltungsgcricht hat schon wieder mal einer Polizeiverwaltung und den ihr vorgesetzten Be- Hörden attestieren müssen, daß sie das RcichsvereinSgesetz nicht verstehen. Es handelte sich um den Festzug, den die gewerkschaftlich und politisch organisierte Arbeiterschaft von Altona und Ottensen für den 1. Mai 1910 geplant hatte. Ter Festzug sollte sich am Nachmittage des 1. Mai, einem Sonntage, von der Fritz-Rcuter-Straße durch Altona nach Bahrenfeld bewegen. Tie Parteisekretäre Sichert und Kürbis als Vorstandsmitglieder der sozialdemokratischen Vereine von Altona und Ottensen beantragten die Genehmigung bei der Polizeiverwaltung in Altona. Diese versagte die nach 8 7 des Vcreinsgesetzes erforderliche Genehmi- gung mit der Begründung, daß mit dem Aufzuge Gefahren für die öffentliche Sicherheit verbunden sein würde». Voraussichtlich würden viele tausend Personen daran teilnehmen. Gerade aber sonntagsnachmittags sei der Verkehr zwischen Altona und dem Vororte Bahrenfeld außerordentlich groß. Dieser Verkehr wurde gefährdet werden. Der Umzug habe aber auch den Charakter einer Demonstration tragen sollen. Bei diesem gegen die heutige Ge- sellschaftSordnung gerichteten demonstrativen Charakter des Mai- umzuges der Sozialdemokraten und der mit ihnen haItendcl>~Gc- wcrkfchaften würden weite Bevölkerungskreise beunruhigt werden und es könnte so zu Störungen der öffentlichen Sicherheit kommen. Die Genossen Sichert und Kürbis beschwerten sich beim Rc- gierungspräsidcnten und beim Obcrpräsidcnten. ohne damit Erfolg zu haben. Darauf klagten sie beim OberverwaltungSgericht. Sie bestritten, daß irgendwelche konkrete Tatsachen vorlagen, die die Befürchtung der Störung der öffentlichen Sicherheit begründen könnten. Ohne Rücksicht auf�solche Tatsachen sei denn auch tatsächlich das Verbot lediglich die Folge einer Anordnung d c» M i n i st e r s. Der Oberpräsident erwiderte nichts, sondern reichte nur die sogenannten„polizeilichen Vorgänge" ein, die zumeist aus Polizeibcrichten zu bestehen pflegen. Hier handelte es sich nur um einen solchen Bericht, der Auskunft geben sollte über die Motive der Polizei. In dem Bericht ylürd nun als entscheidend hervor- gehoben daß am Sonntag, dcrl. Mai 1910, auf dem bekannten Bahrcnsclder Rennplatz ein großes Pferderennen stattfinden sollte. Tann pilgerten, so wurde ausgeführt, mindestens 10900 Personen nach Bahrenfeld hinaus, die ungefähr dieselben Wege gingen die der Zug der Genossen genommen haben würde. Nicht nur Fuß- gänger besuchten das Rennen, sondern es führen auch diele Per- stmen mit Automobilen hinaus, und andere ritten. Wenn sich nun noch 10 000 Sozialdemokraten und Gewerkschastler dahin bewegten, dann seien sehr leicht Störungen möglich Das Oberverwaltungsgericht, das'seinerzeit die Sache vertagte, hat nun zctzt entschieden, daß die Beschwerde- Kescheid« des Regierungspräsidenten und des Oberpräsi deuten aufzuheben seien und daß die Verfügung der Altonaer Polizcwerwaltung. wonach die Genehmigung des Umzuges V«, boten wurde, außer Kraft gesetzt werde. Nach§ 7 des ReichsvereinSgesetzeS darf die Genehmigung zu einer öffentlichen Versammlung unter freiem Himmel oder zu einem öffentlichen Aufzuge nur versagt werden� wenn aus der Veranstaltung eine Gefahr für die öffentliche Sicher- heit zu befürchten ist. Das Obe r ver waltungsger icht geht nun davon aus, daß die Behauptung einer solchen Gefahr mit Tatsachen lokaler Natur belegt sein müsse, aus denen sich nach vernünftigem Ermessen eine nahe Möglichkeit der Verwirklichung der Gefahr e�gedc. und daß allgemeine Scntiments nicht genügten. Im vorliegenden Fall f e h l e es an jener Voraussetzung der Annahme einer Gefahr für die öffentliche Sicherheit. Em Industrie und Kandel. Aus der Verkehröstatistik der Rcichspost. 8,4 Milliarden Sendungen befördert die Reichspost nach ihrer soeben erscheinenden Verkehrs st ati st ik jetzt jährlich; davon entfallen auf den eigentlichen Briefberlehr 3,8 Milliarden, auf die Zeilungsnuminern und auxergewvhnlichen Zeitungsbeilageu 2 Milliarden, auf die Packerei- und Wertsendungen 27t Millionen Stück. Der Gesamtbetrag der Wertangaben sowie der Postbankvcrkehr(Postanweisungen, Postausträge, Postnachnahmen, Zahlkarten, Zahlungsanweisungeni umfafcte nahezu'42 Milliarden Mark. Die Zahl der beförderten Telegramme betrug 33,8 Millionen, die Zahl der vermittelten Gespräche 1664 Millionen. 64 666 Post- anttaltcn, 35 466 Telegraphenanstalten, 36 666 Fernsprechanstalten und S67 776 Fernsprcchstellen dienten der Bewältigung dieses Ver- kehrs. Das eigentliche Beamtenpersonal uinfajjte 269 396 Köpfe; darunter befanden sich t9 446 tveibliche Personen und 124 666 Unter- bcamte. Außerdem waren noch insgesamt 66 966 Beamte und Be- aintinnen iin Nebenamt(Postagcntcn und Hilfsstelleninbabers und außerhalb des BeamtcnverhälmisteS stehende Personen(Telegraphen- arbeiter, AnShelfer und jugendliche Telegrammbestcller) beschäftigt. Die neue R c i ch s p o st sl a t i st i k bringt erstmalig auch An- gaben über die Zahl der reichseigenen Po st Wertzeichen- und P o st k a r l en a u l o m a t e n(567), über die im Postbetriebe verwandten Stempel-, Schreib- und Rechenmaschinen(1364>, über die Gesamtzahl der Dienst- und Wohngebäude(3g25>»nd der Familienwohnungen für Beamte und Unterbeamte(241t>. über die Zahl der Postfahrräder»nd Motorräder(7728), über die Zahl der inr letzten Jabre ausgestellten PostauSweiskarten(28 966) und Post- lagerkartcn(21 366). Postbriefkasten waren nicht weniger als 123 476 im Reickispostgcbiet vorhanden. An Postwertzeichen lvnrden 4615 Millionen Stück abgesetzt im Gesamlwerre von 431 Mill. Mark. Die Zahl der u n b e st e l l b a r e n P o st s e n d u n g e n betrug 2 Millionen. Im Verhältnis zu der Gesanitzahl der aufgelieferten Sendungen entfielen danach auf 1 Million Briefe 266, auf 1 Million Postkarten über 1666, auf 1 Million Drucksachen 66 und auf 1 Million Pakete 6 unbestellbare Sendungen dieser Art, woraus erhellt, in welchem Umfange das Publikum noch immer Postkarten ausliefert, die entweder gar keine oder eine ungenügende Adresse tragen. Im Vergleich mit den übrigen Ländern Europas nimmt die deutswe Post, wobei Bayern und Wllrtteniberg mit eingerechnet sind, mit 9,3 Milliarden beförderter Postsendungen bei weitem die c r st e Stelle ein. Nach Deutschland folgen Großbritannien mit 5.5 Milliarden, Frankreich mit 4 Milliarden, Oesterreich und Ungarn mit insgesamt 3,1 Milliarden und Rußland mit 1,8 Milliarden Sendungen. In, Telegrammverkehr wird Deutschland mit rund 39 Millionen beförderter Telegramme in Europa nur von Groß- britannien i92 Millionen Telegramme) übenroffen, Frankreich hat 32 Millionen, Rußland 33 und Italien nur 18 Millionen aufzu- weisen. Im Fernsprechverkehr wird Teutschland mit über 1 Million Vcrniililungsanstaltcn und Sprechstellen und 1836 Millionen Ge- sprächen auch nicht annähernd von einem anderen Lande der alten Welt erreicht. Großbritannien besitzt demgegenüber 613 666 Ver- mittlungsanstalten und Sprechstcllen, Italien 53 666, Oesterreich und Ungarn zusammen 153 666, Schweden 174 666, Dänemark 88 666 und Rußland 136 666._ Ueber 100 Millionen Mark Ausfuhrprämien f Nach den amtlichen Ausweisen sind im vergangenen Jahre die Zölle mittels Einfuhrscheincn in der Höhe von 164379662 M. beglichen worden. Im Lande starben Taufende von Menschen an Unterernährung, die Familienväter konnten oft trotz fleißigster Arbeit nicht genug Brot kau'en,— und die Agrarier bekommen aus der Reichskasse viele Millionen Mark, damit fie_ deutsches Getreide billig iw Auslande losschlagen und durch die Entblößung des Bdterlandes hier den Preis in die Höhe treiben können I Die Junker wenden allerdings ein, daß nur für die Mehrausfuhrmenge die Prämie bezahlt werde. Lassen wir das Argument einmal gelten. Dann ergibt sich für den Außenhandel mit Roggen und Roggen- mehl folgendes Resultat: Unterstellt man für Mehl eine Aus- beute von zirka 86 Proz., dann macht der Ausfuhrüberschuß rund 4 Millionen Doppelzentner aus. Die Ausfuhrprämie beträgt pro Doppelzentner 3 M. Mithin haben die Brotkonsumenten L6 666 666 M. opfern müssen für die Ausfuhrprämie, die als Preishebel im Inlandc wirkt. Das ist ein aufreizender, skandalöser Zustand, den aber die Agrarier und Ultramontancn verteidigen. Versammlungen. und Staatsnrbeiter(Filiale Gewerkschaftshause seine Ter Verband der Elcmeinde- Groß-Berlin) hielt am Tonnerstag vierteljährliche Gcncralversainmlung ab, die sich eines sehr gute» Besuchs erfreute. Hoffmann erstattete zunächst den Bericht für das abgelaufene Ouartal. Die Hanptkasse balanciert in Ein- nahnie und Ausgabe mit 42 412,46 M. Die Lokalkasse hat im vierten Quartal eine Einnahme von 33 333,63 M. gehabt. Dazu kommt der Bestand vom dritten Ouartal mit 43 211,33 M. Die Ausgaben beliefcn sich auf 16 517,32 M., so daß ein Kasscnbcstand am Schlüsse des vierten Quartals von 66 627,64 M. verbleibt. Mitglieder zählte die Filiale am Schlüsse des dritten Quartals 7839 männliche, 367 weibliche und 63 jugendliche. Im Laufe des vierten Quartals traten ein 1197 männliche, 163 Weibliche und 46 jugend- liche. 262 männliche, 96 weibliche und l jugendliches Mitglied sind ausgetreten oder wurden ausgeschlossen, so daß am Schlüsse des vierten Quartals die Filiale 8794 männliche, 316 weibliche und 164 jugendliche, zusammen 9214 Mitglieder zählte. Tic Filiale hat also ihren Mitgliederbestand um 983 vermehrt. Zu Beginn des Jahres zählte die Filiale 7463 Mitglieder, und zwar 7183 männliche, 224 weibliche und 36 jugendliche. Die Filiale hat also im Laufe des Jahres um 1749 Mitglieder zugenommen. Aufnahmen wurden allerdings 3686 gemacht. Es haben zamit 1931 wieder die Betriebe verlassen oder sind aus der Organisation aus- getreten. Die Einnahme für die Hanptkasse betrug 133 373,16 M., gegen 127 323,85 M. im Vorjahre; sie hat sich also um 26 647,23 Mark gesteigert. Die Lokalkasse vereinnahmte im Berichtsjahre 39 486,41 M. mehr wie im Vorjahre, denn sie erhielt 1916: 91663,22 Mark und 1911 dagegen 131 143,63 M. Die Ausgaben beider Kassen zusammen bezifferten sich auf 224 489,69 M. gegen 184 329,34 M. im Vorjahre; es wurden also im Berichtsjahre 46139,73 M mehr ausgegeben. An Unterstützungen wurde aus beiden Kassen gezahlt: 1916 Bei Sterbefällen..... 8 382,56 M. Krankheit...... 26 853,53, Arbeitslosigkeit.... 6591,83, Maßregelungen.... 339,65, Streiks....... 243,85„ Notständen..... 1 516,—„ 43 826,78 M. Das ist also eine Mehrausgabe für Unterstützungen 13 451.36 M. Der 1911 11 712,36 M. 33 673.32. 8 294,84, 1 147,38, 1 009,90, 1345,-, 30 278,14 M. Zusammen eine Mehrausgabe für Unterstützungen von Bestand der Lokalkasse stieg von 34 639,73 M. auf 66 027.64 M.. also um 23 367,91 M. Zu beachten ist noch, das die Einnahmen aus den Maibeträgen sich im Berichtsjahre a» 2458,26 M. beliefen, gegen nur 1163,73 M. im Vorjahre. Die Sammlung für die Tabakarbciter hat bis setzt einen Ertrag von 1871,32 M. gehabt. Wenn auch die Filiale im verflossenen Jahre eine gute Entwickelung genommen hat, meinte der Kassierer, so muß es doch das Bestreben sein, im Jahre 1912 weitere, wenn möglich noch bessere Fortschritte zu machen. Auch in der Diskussion kam die Befriedigung über das Wachsen der Mitgliederzahl und die gute Finanzentwickelung, die trotz der wesentlich gesteigerten Inanspruchnahme der Untcrstützungscinrichtungen zu konstatieren ist, zum Ausdruck.* Alsdann wählte die Versammlung die Ortsverlvaltung, die wie folgt zusammengesetzt wird: Wutzkn, Borsitzender, Hofs mann, Kassierer, B u sack c r, Geipcl, Kiel, Müller Neu mann, Polenskc, Schabel, S ch a r l a n, Schulz, Schultze, Schünemann, Süß und Zabel Beisitzer. Zu Revisoren wurden H c n t s ch k c, Krumm und S ch a b b e l wiedergewählt. Als Delegierte zur Gcivcrlschaftskommission wurden Bn sacker, Dittmcr, Hoff mann, PolenSke, Scharlau und W u tz k y gewählt. Inzwischen traf die Nach richt vom Siege Karl Liebknechts in Potsdam-Ofthavelland ein, die von der Versammlung mit einem tosenden Beifallssturm begrüßt wurde. Als weiteres Bureauangestellten wählte die Ver- sammlung Otto Becker, der in kurzen Worten für das Ver- trauen dankte. Ein von W n tz k h eingehend begründeter Aus- schlutzantrag gegen das Bkitglied Fahl wurde angenommen. Einem Antrage der Qrtsvcrwaltung�den auf die Filiale entfallen- den Anteil mit 1866 M. von der Summe, die der Verband zur llntcrstützuufl der ausgesperrten Tabakarbciter an die Gencral- kommission abgeführt bat, ans der Lokalkasse anstatt durch Extra» beitrage zu decken, fand gleichfalls Annahme. Die weiteren Ver- Handlungen diverser untergeordneter Angelegenheiten wurden durch die Beifallskundgebungen, die die sozialdemokratischen Siegesnachrichtcn auslösten, noch mehrmals unterbrochen, konnten aber zu Ende geführt werden. Zcntralverband der Fleischer. In der Generalversammlung vom 23. Januar wurden gewählt: Als erster Vorsitzender Paul Berg- mann, als zweiter Vorsitzender Wilh. Schäfer, als Schriftführer Paul F ä s ch k e und als Kassierer Jos. Schnaubclt, als Beisitzer Kästner, Fräse, K o k r o w, Bösel und T s ch a r n i l._ Huö aller Alelt. Das Erdbeben in Griechenland. Bei dem Erdbeben in Kephallenia sind mehrere Dörfer zerstört worden; acht Personen wurden ge- tötet und zwei verwundet. Die Erdstöße dauern an. Mehrere tausend Menschen sind obdachlos. Zwei Kriegsschiffe sind mit Lebensmitteln und mit anderen Hilfsmitteln nach dem Ort des Erd« bebens abgegangen._ Eine Köpenirkiade. Einen erfolgreichen Conp vollführte am Mittwochabend ein gerissener Gauner im Postamt der Altstadt in I n n S b r u ck. Er erschien in der Kleidung der Postamtsdiener und holte einen Teil der zu expedierenden Post auf einem Postwagen ab. Einen weiteren Teil brachte er etwas später auf einem g e- w ähnlichen Holzkarren fort. Auf diese Weise gelangte er in den Besitz von 17 186 Krono-n in Wertpapieren und Gold. Bis jetzt konnte man den Gauner noch nicht ermitteln. Ter sanfte Heinrich. Eine Zeitung in Rakel bringt, wie wir der kommen, � �_.Saarbrücker Zeitung" entnehmen, folgendes Inserat:«ES ist mir zu Ohren«4» kommen, ich hätte Kollegen denunziert wegen Duldens von GlüefiG» spielen.Tannenbaum". Da ich keine Lust habe, meine Zeit vor Gericht Dl vergeudch, so verspreche ich hiermit dem, der dies Gerücht aus Dummheit glaubt, 3 Mark, jedem, der es auS Bosheit weiterverbreitet, 3 Mark, dein Urheber 16 Mark, die er persönlich bei mir in Empfang nehmen kann. Hermann Dunkelberg. Für einen guten, brauchbaren Ochsenziemer zahle angemessenen Preis. Dunkelberg. Gastwirtschaft zum„sanften Hemrich'." Kleine Siotizen. Religiöser Wahnsinn. Dreißig Anhängerinnen einer von der Gruppe der Moriavitinnen gebildeten neuen Sekte versuchten in Lodz einen gewissen Kowalski, den sie al» ihren Heiland betrachten und dessen Auferstehung ihre Lehre recht- fertigen soll, zu bewegen, sich kreuzigen zu lassen. Während man noch verhandelte, umringten die Anhängerinnen das Hau« und nur ein rechtzeitiges Eingreifen der Polizei rettete Kowalski vor einem sicheren Tode. Mehrere der Frauen sind verhaftet worden. Schwerer Jagdunfall. Wie aus Frankfurt a. M. gemeldet wird, erschoß der Kaufmann Wolf auf einer Treibjagd aus nächster Nähe den Treiber W e n g e r i ch. Explosionskatastrophe in Südamerika. Ein Telegramm au» Guayaquil in Ecuador meldet, daß gestern etwa 66 Per- sonen bei einer Explosion, die in den Militärbaracken stattfand, ihr Leben verloren. Lirosser Inventur-VerKauf in unseren sämtlichen Geschäften W, Leipziger Strasse 29 Ecke Friedrich»traj«e(Mädlerhaus) S, Oranienstrasse 155 Eck« Piinreesinncnstrassa itöl W, KöniggrätzerStr Hotel Fürstenhof ÜMf) J ewCari Weilest b Preise Völlige Räumung der Restbestände der Saison üfaEMfiOlf Nur erstkl. Schuhwaren der diesjähr. Mode Moderne Strassen-Stiefel Warm gefütt. Hausschuhe„Carola�-Kinder'S tiefei d a für Damen und Herren Q n Vorzügl. Chevreau od. Boxealf. Viele Ausführungen. □ Lackkappe, Lackbesatz etc. Serie 1..... früher 1050 jetzt 8 0 Serie 2..... früher 1250 jetzt 980 Serie 3..... früher 1550 jetzt II60 Serie 4..... früher 1800 jetzt 1460 u. Hausstiefel für Herren u. Damen* auch Schnallenverschluß» Leder, Melton oder Kamelhaarartstoff früher bis 2,30 I früher bis 3,75( früher bis 4,75 jeUt I jetzt 2i0 jetzt 290 Bieg. Damen-Tanzschuhe Chevreau, Lack, früher 7,50 Dord, Atlas, früher 9,00 Samt, weiß Glacd früher 10,50 jetzt 580 jetzt 680 jetzt 780 Ein Posten. Ges.gesch.Marke □ Höchste Haltbarkeit 25—26 27—30 31-35 36—40 jetzt 410 jetzt 510 jetzt 610 jetzt?10 Ein Posten Knaben-Stiefel Aus vorzüglichem Boxcalf, sehr strapazkräftig 31-35 680 36-40 780 CarlStiller2!ml2£ Auf sämtlichen Waren ist der bisherige Preis deutlich ersichtlich! W, Leipziger Str. 29| S, OrardenstrTlSS-lSö 1 W, Königgrätzer Str. 124-129 Ecke Fricdrichstr.(Mädlcrbau»)[ Ecke Prinzessinnepstrafle J Hotel Fürstenhof s * s I 1 I Puma Stiefel 10!; für Damen und Herren Alleinverkauf für Berlin AJandorf&O i Belle-Alliancestrasse Grosse Frankfurterstrasse Brunnenstrasse Kottbuser Damm vis mit L: bezeichneten Artikel sind von der Zusendung ausgeschlossen Wurstwarei« Cervelat- od. Salamiwurst..... pjunu 1,2© Schinkenwurst.............. pf°°- 1,20 rhöringer Knoblauchwurst..... pftmd I.ZH Teewurst...................... pfuna 1,1© ff. Leberwurst.............. pf°°ä 901,[- Landleberwurst............ pf»nd 70pi. Hausmacher-Leberwurst pf°°d ASpk. Rotwurst I................ p/und Zwiebelleber- od. Rotwurst pro. 4S" Nusschinken................. mnd 1.1© Schinkenspeck............. kn.°° SB Wiener Würstchen....... 2 ZZpf. ItskkSSk,.1.Z0,1.H0 � Käse kmmentaier Käse......... Pfand 1.15 Schweizer Käse........... prond 85 p,. Tilsiter Käse............... Pfund 78 pt Limburger Käse........... Pfund 5©?/. Romatour-Käse............. stock KAp-. Land-o. Kuhkäse....... 2 stock IZ?,. Spitzkäse................. 3 stock AH?,. Neuchatelier................ stock 25 p. 'Kassler................... 73 HOliiier.......... I.25, 1.95 Ananas................ 55.. - Frisches Fleisch- Schmorfleisch. nua 80,90 pr. Fehlrippe 0. Querrippe p.� 75?-. Kamm oder Brust...... p� 70?-. CiouEasch.......... pmnd E©?.. Schweineschinken 65 pr. .... Pfund 80 Pf. SCoSeletts Bauch....... .Pfund 55 pf. Hammelkeule im Ganzen Pfnnd 70p Oicbce§lSpp@.... Pfand 65pf. Ounnung........... Pfund S5p.. behacktes....... pmnd 60?,. iisbaln............ pm-d 45 po �ückenfett..... pmnd 50p,. Kiisseh............... Pfund 55?,. Sardinen in Oel o--- 38, 48, 65 p< Appetit-Sild....Dose 23,38,48p Deiikatess-Heringe&ecp, in verschiedenen Saucen.. Dose arvy Sardinen oder Anchovis...«m. 24pf. Heringe in Aspick......... dos« ZZpf. ROllmOpS in Eomouladen-Sauce...... 43 Pi. Brat- o. Bismarckheringe dos« 42 p-. GemöseRonserven i/2 Dose Vi Dos« Stangenspargel.... 65 f. Stangenspargel... 73p». Bruchspargel �?e. 43?'. Gemischt. Gemüse 30?-. Gem. Gemüse il... 4©?'. Schoten............ 26?». Junge Schoten..... 3©?». Feine junge Schot. 35 pt Karotten n Streifen...— Kohlrabi in Scheiben..- Spinat..................— Grünkohl............— 1.20 1.35 75?». 50?». 70™ 33™ 50™ 60 pt 30?». 33?». 42pt> 32?». Obst U. Gemüse i? Apfelsinen Dutzend 20, 25, 30?». Amerikaner Aepfel..plaDd18, 25?». Essäpfel......................... pmnd 15?». Kochäpfe!.................... pmnd 15?» Blumenkohl............ Kopf 9, 15?» Kohlrüben.................. 3 Pfund IQpt Petersilie................... Topfen 15?» Schnittlauch.............. m Topfen 25?» I SÄNGER: REDNER: MUCKER: l�BERTlÄBlEnEN EpKälllicK in allen flpolKeken."und Drogerien. Preis Mklr, sckülzen. Sie vor: HUSTEN HEISERKEIT KaiMRH MWBffl Verkäufe. Herman nplalt 6 Piaiidleibbau-Z. JrdeimannS oHcvbilliijft« Waren» einfnuf. Rieienauswahl Pelzsachcn. tzerrenvalclolS. Iackkllauzüge.>»�0. rcckaiizüge. Herteneeie». Damcn- sochen. Exlrabilliger Bellcnvetfaui. iluSsieueibkNeii. VcnniclungSbeit. Nussleucrwäsche. Bettwäsche. Reich- haltige i�ai OuwnauswahI. Portieren. 2et>l>ichoilswahl, Plüichtnchhcckeii. Sleppdedcn. ZSalidnbrcn. Wand- bildrr. Schmucksachen. Taickenubren. KcitciiauSwahl. RingeanSwahI. Fest- geschkiilc. Warenvcrkauj cbeusalls Eo»lita>|j. ToO- iäorlunrtolcict crdnlleii chni Piojcn. i4i;iinr(t6nlt. selbst bei Ge- legeiibcitskänscn. Teppich- Thomas, Oraiiicnilrahe 160, Oranienvlad: Rosentalerstrasje Ss._ 817»' Federbetten. Stand 10,00, IsW, 25,00, scinste Brautbettcn, Wäsche, WinicrpalctolS. Decken. Psaudleib- Haus,»üsirincrplatz 7. 901»' S1tonafsa»zii<,e und Winler! Paletots von ä Muri sowie Hosen von 1,50, Gcbrockanzüpe von 12.00, Fracks von 2,50, sowie jül lorpulente Figuren. Neue Ölardcrobe zu stauneud billigen Preisen, ans Pjandtcihcn vcr- sallcue Sachen faui! nian am billigsten bei Rast, Mulackstraste II,_ J �Teppiche tKartensebier). Slevo- deckeu, Gardinen, Tüchdccken, Tüll bcttdeckcn, Uebergardincn, Soja- ftossreite spottbillig Fabritlagcr Maucrbois, Große Frantiuricrstratze 9 Flureiugaiig, BonvärlSlejeni jcliti Prozent Sonntags geöffnel 2188»' ' In Freien T tnnde». Wochen- schrijt sür das arbeitende Poll, Romane und Erzählungen,»'Abonnements wöchentlich 10 Pi. nebnien alle Aus- gabcstcllrn des„Vorwärts'«ulgegen. Probebeile gratis,__ Ladeueinr chtung, Konformöbcl' Schilder, Lchanfästcn. Gaskronen, Teilzahlung gestattet. Heilen, Prinzen- strastc 100,_____ 13/2* Teppiche. Prachtstücke mit kleinen Farbschlcrn, t2,50, Portieren� alle Farben 1.25, Plüschdecken 6,75. Stepp- decken 1,50 Gardinen, Einzelsenstcr 2,50, Erbstüll-Belldecken 1,50. Gün- ttigfte Kaulgelegenheit. Georg Lange Rachsolger, Cbausscestraste 73/71, »VorwSrts'lclern noch 5 Prozent Sxlrarabatt.__ 880»* ' Grundbegrisie der Politik, von Friedrich Stantpser. Gebunden 3 M. Buchhaudlnllg Vorwärts, Linden- Froste 693/11 � MonatSanzüge, Wiutcrpaletois, Ulster, Joppen, Gcbrocknnzüge, Smo- kiiignuzügc, Frackauzüge, spottbillig Rosciilbalcrittastc 18, eine Treppe,' Teifertstäline» Zuchlwcibchen billig Hochmcistcrslrastc 11, Jaraudt. s-55 Fensters Leihhaus, Skalitzer« straste 103(Hochbahn): Verlaus auS Auktionen herrührender Waren, Betten, Wäsche, Gold-, Silberwaren, Herengarderobe, Dauiengarderobe, ccleppdecken, Tischdecken, Portieren, Gardinen zu billigen Preisen, 911K' � Kinderwagen, sast neu, verlaust Spiegelberg.Reinickendors-West, Kogel- slraste 11. fl38 QescliAktsverkAuke. ZigarrengeschSft billig verkäuflich, Näheres VorwärtSausgabestellcNeckar« straste, fo2* Schau kgcschäft, sehr gangbar, nahe dem GewerkschastShause, ist sosort oder später bill!g zu verkausen, Fu ersragen Melchiorstraste 31, Grün- lraingeschäsi,_ flll* Nestauration, schönes Gcschäst, sosort spottbillig zu verkausen, Offerten rH. 200" Postamt 3, Rixdors. tl6 Ilmslündehalber Rcstanrations« räume billig sofort, eventuell Kon- Zession, Hollmannstraste 33. 2616b /Uodel. Möbel- Lcchncr, Brunneustr. 7, zwischen Rojcittbalcr Tor und In- valideustraste. Riesen-Auslvahl in Möbeln jeder Art. Billige Pielse aus Kredit und gegen bar. Kleine 'Anzahlung, bequeme Abzahlung. Liescrc auch nach auswärts. Vorzeigcr dieses Inserats erhält bei Kails 5 Mark gulgcschricbcn. Sonntag nur von 12—2 gcöfjncl.' iviöbcl! Für Braullcitte günstigste Gclcgcnbeil. sich Möbel aiizuichasscn. Mil kleinster Auzabluug gebe ichon Slube und Küchc. An jedciu Siück dcuiiicher Preis. Ucbcrvortciiuug daber auSgeichlosscu. Bei Krankbeits- tülleu und'ArbeilSlosigkcit anertannl gröstte Rückstch:. Möbclgeichäjl M. Goldstaub. Zassenerstraste 38. Ecke Giieijciianfti aste.»ein Waren- Ab» znblnngsgeichäfl!_ 2901»* Möbel-KclcgenheitSkäuse in aller- gröxicr Answnbl i ciuiache iowie bessere Wobnüiigscinrichtuiigeu bc- dculend billiger wie regulär. Er, gänzungtuiöbel. Büfette, Schreib- tische 15, SoiaS 15, Garnituren 65, TruineauS 37. Schränke, Vertikos 27. Kronen, Teppiche, Bilder, Küchen- möbel,»lubicssel, Lcdersoias, Um- baue. Lcdcrstüble usw. spottbillig. LeiiiicrlS Möbelspeicher, Lothringer- straste 55, Roseulbalcr Tor. Die Möbel sind in vier Etagen aui- gestellt, 865K* Möbel ohneGeldl Bei ganz kleiner Anzablung geben WirAchasten und einzelne Stücke auf Kredit unter äuyerfter PreiSnolierung, auch Ware» aller Art, Der ganze Osten tanjl bei uns,»relichiiiaiiii u So., Koppen- straste 4.(Sch lesisch er Babnbos.)* Rehfeld, Vadstrasic 49. Woh- nuiigscinrichtungen 165,— an, auch augerhalb,' Rehfeld, Badstrahe 19, Umba:-, Plüschsofas 45.—,* Rchfcld. Badstrastc 19. englische Bettstellen, Matratze 39,—, gebrauchte 12,—, 15,—, 18,— usw.* Rchfcld, Badstraftc 49, Klcider- schränke 25,- AuSwahl. gebrauchte, graste 282 IK* Mein Jnvciiturvcrkauf bieiot Braulleuten und Möbelsuchenden eine niewiederkehrende günstige Kauf- aclegeuheit. Gediegene Herren-, Speise-, Schlas-, Wohuzimnicr, Salons, ErgänzungSmöbel. Klubsessel. Stand- uhrcn, Küchen, Polstermöbel bis 30 Prozent billiger, Transport und Lagerung kostenlos. 10 Jahre Garantie. Nur Slalitzerstratze 25 an der Hechbahn. 7/6' /Uusiliinstrumente. Piaiiino, hohes, krenzsaitig 110,—, Zander. Turmstrage 8 i(Teil- zahlung),» Biltter. Bilder! Meine Jiiventurpreise. nur bis 15, Februar, erregen all- gemeines Aussehen, und bitte ganz besonders zu beachten Bilder-Bogdan, Wciiimclstet straste 2, 9l2ft* Kaufgesuche. Platiiiabfälle. Silberallsälle. Rückstände, Zabngrbisse, Quecksilber, Me- lalle bochftzahleud, Goldichuielze Ziieper, Köpeilickerstraste 20a.(gegenüber Manieusielstraste). 2995K Zalingi bisse, Koldsachcn, Silber, Plalilia, Staiuiiol, Quecksilber, höchst- zahlend. Edclschiiiclzerci. Friedrich- straste 139 lWcidciidamnicrbrücke),* Tilarliia, alle Geldsachen, Bruch- gold, Silber, Doublöcabsälle, Tressen, Gebisse, Kcbrgold, Goldivatlen, Gold- giiinmis, Staiiniolabjälle, Quecksilber, iämitiche gold-, silber- und plattu- balligen Rückstände taust Brob, Goldschuieizc, Kövcnickcrstiastc 29, Telepbon Moritzplatz 6958, 12/12* Verantwortlicher Redakteur: Albert Wach?. Berlin. Für den Jttseratenleil verantw-: TH GI-lse. Berlin. Druck u. Berlag: Porwärls Buchdrlickerei u. Perlagsanslali Paul Singer u. Co., Berlin S�V. Dr. 22. 29. Zalirgavs. 2. Sfilfliif Ks„WmNs" Jttlinft PullifiWatt Zounadtnd, 27 Januar l9l2. Für die misgchmten Tlibliwrbeitu ßeütHlands gingen bei der G e w e r k s ch a f t s k o m m i s s i o n für Berlin und Umgegend ferner ein: Vom Verein der Berliner Buchdrucker 5., 6. und 7. Rate 6000,—. Verband der Fabrikarbeiters Verwaltung Berlin aus Listen: Cbem. Fabrik Schering. Berlin 901 20.75. 902 2,55. 903 Riedel 13,10. 904 Gummis. Bergemann 6,50. 910 Kabelwerk Bichelmwenhos 7.80. gll Gummis. Herz 13,30. 917 1,20. 919 Gummis. Herz 12,50. Breitkreutz 939 4,85, 940 9,60, 941 3,25. 1478 Lackfabrit Hcydcrlwf 8,65. 1479 P. Flick 5,30. 1482 Schubert, Köpenick 6,25. 1483 Putzmittcl Lubszinski 7,20. 1884 9,—. 1488 Spandau 11,20. 1489/90 Anilins. Treptow 15,10. Summa 158,40. Vom Verband deutscher Gastwirtsgchilsen, Ortsverwaltung Berlin I, aus Listen: 2136 durch Zciste 12,65, 2137 durch Jiillich 12,80, 2138 durch Ocstreich 2,—, 2139 durch Riemamt 19,80, 2140 aus den Germania-Salen 12,85, 2141 durch Scissprt 4,—, 2142 durch Bürde 16,50, 2143 durch Jäkel 13,—, 2144 durch Bormann 9,30, 2145 durch Sirstein 9,70, 2147 aus den Hohenstausen-Sälen 4,70, 2148 aus dem Gewertschastshaus 10,—. 2149 aus den Arminhallen 3,70, 2150 aus den Zlndreas-Sälen 3,—, 2151 vom Rose-Theater 2,65, 2152 Brauerei Frtcdrichshain 13.25, 2153 Böhmisches Brauhaus 3,75, 2154 Sophien-Säle 4,70, 2155 Festsäle Alt-Berlin 3,55, 2156 durch Jager 1,70/ 2157 Konkordia-Säle 7,10, 2158 Industrie- Festsäle 4,90, 2159 mit dem Prater 2.—, 2160 Zieuc Philharmonie 2,60, 2161 aus den Mufikerfälcn 3,60, 2162 aus Forkerts Hackepeter 2,75, 2163 durch Gutmann 9,20, 2164 durch Zeiske 11,45, 2165 aus Klicms Festsälen 3.10, von den Caso-Angcstellten 5.30. Schneidergenosscnichast„Hoffnung" 20,—. Verband der Bäcker, Zahlstelle Köpenick 5,—. Sechserkassc Lux 3,10. Rauchklub Emst und Scherz. M. d. A.-R.-B. 9,—. Sparvcrcin „Hoffnung" 5,—. 3020 1,90. Von den Kreuzbergern 50,—.„Thertnos" A.-G. 8,25. Rohrleger bei Miland 5,—. 51— 54 Stock it. Co., Mariendors 33,75. 2200 5,50. Autobetricb Girke 3,90. Verband der Stein- arbciter aus Listen 56,30. Verband der Glaser aus Listen 4,55. 41 Fuhrhos Schulze 4,75. 2390 4,—. 21 und 43 durch Mascrkops 20,05. Buchdruckcrei Paß u. Garleb 1,80. Athlctcnvercin Vorwärts in Gommern 5,—. Vcr- band der Steinsetzer, Ortsverwaltung Berlin, auf Listen 81,—. In Summa 6701,85.„ � Bisher sind veröffentlicht 34 346,75 M, Dazu kommen 6701,85 M. In Summa 41 048,60 M. Alle G e w e r ksch a st s v er tr et er und sonstigen Funktio- n ä r e werden hiermit höflichst ersucht, die noch>n ihren Händen befindlichen Listen und etwaige Gelder umgehend abzuliefern. Gelder, welche per Post eingesandt meiden, sind an A. Körsten, SO. 16. Engelufer 15 I. zu senden. Alle Sammlungen sind sofort aus unserem Bureau. Engelufer 15 I, Zimnwr 23, in den Wochen- tagen vormittags von ö— Ii1/« Ubr und nachmittags von 4— Uhr außer Sonnabends nachmittag) oder in den Bureaus ihrer Gewerk- schaft abzuliefern. Die Listen 846. 930, 1473, 1567, 1926, 2146 und 2910 sind verloren gegangen und sind beim Vorzeigen anzuhalten. Der Ausschuß der Gewerkschaftskouimission für Berlin und Umgegend. Huö der Frauenbewegung. Das neue Kellnerinnenheim in Stuttgart. Der Beruf der Kellnerin gehört zweifellos zu den sittlich am meisten gefährdeten weiblichen Berufen. Ist schon der Ort seiner Ausübung im allgemeinen eine Stätte leichterer Lebensauffassung. so kommt hinzu, daß viele männliche Gäste es als selbstverständlich betrachten, daß sie mit dem Trinkgeld nicht nur die Arbeitsleistung - sondern auch das gefällige Entgegenkommen der nxib- lichen Angestellten bezahlen. Die in manchen Gegenden Deutschlands erlassenen Vorschriften, die entweder das Wohnen beim Wirt verbieten oder es gerade zur Vorschrift für die Kellnerin machen, können au diesen Zuständen natürlich nichts ändern, die nur durch eine ansreicheiioe Entlohnung oec Kellnerin, die sie von den Launen und Wünschen des Gastes unabhängig machen würde, aus der Welt gc- schafft werden könnten. Immerhin können einzelne vor dein Versinken bewahrt werden durch Einrichtungen wie das in der württembergischen Hauptstadt soeben vom Verein zur Fürsorge der Gasthofs- gehilfinnen in der Rotebühlstraße eröffnete neue Kcllncriiinc»- heiin, das den familicnlosen Gastwiutsgehilfinnen einen behaglichen Aufenthalt bieten soll. Das Heim wurde mit einem Kostenaufwand von 270 000 M. errichtet, wovon 120 000 M. auf den Ankauf dcS Hauses und 150 000 M. auf den zweckentsprechenden Umbau entfielen. Zu ihrer Aufbringung gab die städtische Sparkasse ein Darlehn von 120 000 Mark und zwei Privatpersonen ein solches von je 60 000 bezw. 40 000 M. Im Erdgeschoß des Hauses befinden sich Läden; im ersten Stock ist das Schiedsgericht für Arbeiterversicherimg untergebracht. Die hier erzielten Mieten decken bereits den größten Teil der aufzubringenden Zinsen, so daß das in den drei oberen Stockwerken untergebrachte Heiin nur noch 2000 M. aufzubringen hat. Die Preise für ein Zimmer mit mehreren Betten betragen für die erste Nacht 90 Pf., später 80 Pf. pro Bett. Zimmer mit Einzelbetten kosten 1,20 M. Für 20—25 M. ist monatlich ein Privatzimmer zu mieten. Gemeinsame Aufenthalts- und Leseräume stehen natürlich zur Verfügung. Immerhin zeigen die genannten Preise, daß das Heim nur Kellnerinnen mit schon recht ansehnlichen Ein- nah in e n zugänglich ist._ Kristiania unter der Herrschaft der Frauen. Unter der Frauenherrschaft würde die Stadt Kristiania stehen, wenn die Frauen die kommunalpolitische Macht, die ihnen das allgemeine Gemeindewahlrecht gibt, als Gegenpartei der Männer ausnützen wollten. Nach dem statistischen Jahr- buch der Stadt Kristiania für 1910 sind in die Wählerliste 59 744 Frauen, und zwar 29 472 verheiratete sowie 30 272 unverheiratete und Witwen eingetragen, und nur 41 200 Männer. Die Zahl der wahlberechtigten Frauen über iviegt also die der wahlberechtigten Männer um 18 544. Aber es hat sich bisher bei allen Wahlen, so lange das weibliche Geschlecht das Wahlrecht besitzt, gezeigt, und es wird sich auch immer wieder zeigen, daß das Geschlecht höchstens insofern für die Parteinahme ausschlaggebend sein kann, als die Frauen nicht einem Manne ihre Stimme geben, der gegen die Gleichberechtigung der Frau i st, sonst aber keine Partei- politische Rolle spielt. Die Frauen schließen sich eben den be- stehenden Parteien oder deren Aussassungen an, und Versuche, eine besondere Fraucnpartei zu bilden, erweisen sich als zwecklos. Letzten Endes müssen natürlich die Klassengegensätze ausschlaggebend sein für die politische Stellung der Frauen wie der Männer, und man kann auch immer wieder die Beobachtung machen, daß die Damen der„besseren" Gesellschaft auf dem Posten find,' wenn es gilt, die höckisten Güter der besitzenden Klasse zu wahren, z. B. eine höhere Belastung durch direkte Steuern zu verhüten. Leider ist die große Masse der proletarischen Frauen in Nor- wegen und in der norwegischen Haiwtitadt noch nicht so weit auf- geklärt, inn im selben Umfange von ihrem Wahlrecht Gebrauch zu machen. Bei den letzten Stadtverordneten wählen, im Jahre 1010, waren cS in den Stadtteilen, wo die reichen Leute ivohiicn, 8(1 bis 82 Prozent der wahlberechtigten Frauen, die ihre Stimme abgaben, in den armen Stadtteilen aber nur 00 Prozent und darunter. Es gibt eben unter den Proletarierfrauen zu viele, die den ganzen Tag und ein gut Teil der Nacht unablässig arbeiten, um nur das Nötigste zum Leben herbeizuschaffen, und so nicht Zeit finden, sich um öffentliche Angelegenheiten zu be- kümmern. Nach und nach wird es aber ohne Zweifel gelingen, auch hier der Anfllärung freie Bahn zu schaffen. Vi'lefkaftLN cter Redaktion. Tie iurlsttsche Spicitistmidc findet Linden st raße 69, vor» vier Trcvvea — s 0 9 r st u 6 l—, NJOrticnlnBlidi Bon 4V4 bis 7>z> llltt abends, Sonnabends, Bon 41«. bis 6 Uhr abends statt. Jcbcr fite den Brieslaftcn bcsttinmtcn Anfrage ist ein Bnchsiabc und eine Zahl als Mertzetlhen brtjiifngrn. Briefliche Antwort wird nicht erteilt. Anfragen, denen keine AbonnemciitSgutttung betgefngt ist, werden nicht beantwortet. Eilige Fragen trage man in der Sprechstunde vor. Koloniestr. Das ist kein Grund zur Zurückweisung,— Vuillcrmot. Die Ellcrii haben Anspruch aus die Halste des Nachlasses der Verstorbenen, ausgenommen die HauShalwngsgegcnltände, die der Ebemann sämtlich er- hält. Antrag aus Lcrmittclung an das Amtsgericht, in dessen Bezirk der letzte Wobnsit der Verstorbenen gewesen ist. Die Kosten der Krankheit hat der Wann allein zu tragen. Die übrigen Fragen lassen sich nur nach Kenntnis des Anslellungsvertrages Ihrer Eltern beurteilen. — 2. Pankow, E. K. Testament nicht empfehlenswert, dagegen ein Ver- trag zu Lcbzcit-n, der am zweckmäßigsten zu notariellem Protokoll erklärt wird.— E. B. 1. Polizeiptäsidiuin. 2. Einige Monate Ebarits. 3, Etwa 300 M.— M» W. 200. 1. Ja. 2. Geldstrafe. 3. Zunächst Ladung vor den Schiedsmann, demnächst Klage beim Schöffengericht. 4. In Ihr Be- lieben gestellt.— I. 13. Die Psändung in die Einrichtung würde voraus« sichtlich erfolglos sein, da die Tante intervenieren kann.— M. 13. Ein« eidesstattliche Versicherung des Möbclhändlers reicht für die Intervention aus. Ob ein Antrag aus Erlaß der Steuer Aussicht aus Erfolg hat, läßt sich aus Ihrer Darstellung� nicht entnehmen.— K. 100. Einbehailung der Mklc nicht zulässig. Sie können gegen die Gesellschaft klagen, falls Sie Ihre Behauptung beweisen können,— F. 85. Ja, salls die Eheschließung nach deutschem Recht zulässig war,— B. 101. 1. Reichen Sie, unter An- gäbe Ihrer Personalien, einen Antrag an das Amtsgericht ein, in dessen Bezirk Sie wohnen, 2. Kosten 3,50 M, 3, Fragen Sic bei Ad. Hofsmann, Blumcnstr. 24, an.— O. 25. Beschweren Sie sich über den Bescheid der LandesversichetungSanstalt beim Rcichsvcrstchcrungsamt.— Nr. 24. 1. und 2. Mitteilung an das Gericht unter Beifügung des Zeug- uisses. 3. Das hängt oon der Stellungnahme des Vermieters ab. 4. Wenn sie arm ist t Ja. 5. Sie können als Beistand erscheinen. — P. 1000. Die vorzeitige Anmeldung bcsreit nicht von der Steuerpflicht am Aufenthaltsorte.— E. L., Rixdorf. Bis zum Abend.— F. L., Pankow. Nein. Anspruch auf Rente und die Möglichkeit, Heilbehandlung zu erlangen, bleibt flir den Fall der Weitervcrsicherung besteben.— H. S. 88. 1. Nein. In der Regel besteht aber die Schadensersatzpflicht für den Unternebmer. 2. Nur dann, wenn enlsprechende Vorbildung vor- handen ist. 3. Nein.— Gellcschnn, Rixdorf. 1. Ja dahin, ist für ordnungsgemäße Heizung Sorge zu tragen. 2. 14 Tage reichen apS. 3. Ja, falls Sie tibre Behauptungen beweisen können.— P. H. 250. 1. Etwa 26 M. wöchentlich. 2. In der Regel Ja.— G. Z. 20. 32 Ps. M. 58. Zu einer Beisteuer von etwa 5 M. monatlich.— A. Z. 24. Soweit die Ansv rllche länger als vier Jahre zurückliegen.— M. R. 15. Die vereinbarte einhalbjährliche Kündigungsfrist ist maßgebend. Ihre An» gaben reichen zur vorzeitige» Ausgabe der Slellung nicht aus. Das Reise- geld kann nicht gekürzt werden, salls die Kürzung nicht ausdrücklich ver- einbart ist— Traczyt, Baumschulenstr. Karte hier nicht angekommen. »»»>»»»»»»»'> Dauer vom 21. Januar bis 4. Februar. Am Sonntag nur von 12—2 Uhr geöffnetl Aeußerst günstige Kaufgelegenheit für Neueste Frübjahrs-Anzüge zu besonders billigen Preisen! Hervorragende Leistungen unserer Kleiderwerke: r., IJ C 1 1 A" � 1 und 2reihi!r. Modernste Cheviots und OC �eri e' nerren-OakKO-AnZUge Kamm�arnartenlürjed, Geschmack, nur M. �3*50 Serie ii Herren-Sakko- Anzüge wt2,™?: 34.50 Modernste Kleidung zur Ball-Saison: Hochzeits- Anzüge Gehrock-Anzüge Frack-Anzüge Ball-Westen Oberhemden Krawatten Gesellschalts Anzüge Smoking-Anzüge Schwarze Hosen Ball-Wäsche Zylinder Handschuhe «Nehehw Ntchdrueh verbettn Kleider-Werke □ Deutschlands größte Fabrik dieser Art Chausseestraße 29-30 □□ 11 Brückenstraße 11 Gr. Frankfurter Straße 20 00 Schöneberg, Hauptstr. 10 Der Haupt-Katalog No. 43(Neueste Moden) kostenfrei Großer Inventur-Verkauf der alten Stiller- Firma Haupt-Geschäft: Jerusalemer Str. 32-35 Potsdamer Strafse 2 Tauen�ienstra�e 19a Königstrahe 25 u. 26 Sdiöneb�Hauptstr.146 RixdorfJBergstr.25-26 Rosenthaler Strafte 5 Charlottenburg Wilmersdorfer Str. 45 Oranienstrafte 161 Gr.FrankfurterStr.123 Der Verkauf findet nur in obenstehenden Geschäften statt. Zur Vermeidung von Verwechselungen achte man genau auf Straftennamen und Hausnummern der alten Stiller Firma(gegründet 1867). Der stadtbekannte enorme Erfolg unserer alljährlichen jnventur-Verkaufstage beruht auf den fabelhaft billigen Preisen bei nur bekannt guten Qualitäten, größter Auswahl, wofür der Jahrzehnte alte Ruf unserer Firma bürgt Da der Andrang nachmittags besonders groß ist, wolle man nach Möglichkeit auch die Vormittagsstunden zum Einkauf benutzen Extra billig Grojie Posten Herren- und Damen-Stiefel u. Schuhe in besten Qualitäten, nur noch große u. kleine Nummern durchweg 6 75 Werl bis zu Mark 18.00 Moderne Herren- und Damen- Stiefel Große Posten erstklassiger Fabrikate in vorzüglichen Qualitäten, In Boxkalf, Chevreau, schwarz u. braun, Chevreau mit Lackbesatz, sowie Stiefel mit Stoff- und Wildleder-Einsätzen, Stiefel mit Woll- u. Lammfutter, Stiefel m. Doppelsohlen Serie I Serie II Serie III Serie IV 875 früh. 10.50 1075 früher 12.50 12" früher 15.50 14" früher 18.00 Extra billig Große Post, amerikanische Gummischuhe für Herren und Damen durchweg Damen.- 2'° Herren: 3'° Damen-Tanz- Schuhe in hocheleganten Ausführungen, in Chevreau, Lade,- Bronze, Atlas, weiß Qlacö, Gold, Silber usw. usw. Serie 1 Serie II Serie III Serie IV 8" früher 10.50 9" früher 12.50 11" früher 15-50 14" früher 18.00 Grefte Resfbestände vieler Arten Kinder- Spangen-Schuhe und Kinder-Ohren- Schuhe : Baby-Schuhe: Hausschuhe jeder Art sowie Kamelhaarsloff-Schuhe, große Restbestände, für Herren und Damen, besonders preiswert Serie I 1 10 Serie II 23S jene III 3B Rationelle Kinder-Stiefel zu hervorragend billigen Preisen Serie I Kinder-Schnür- u. Knopf- Stiefel, verschiedene Ober- lederarten, schwarz u. braun 25-27 28-30 31-35 36-39 3.80 4.80 5.80 6.80 Serie II Kinder-Schnür- u. Knopf- Stiefel, Boxkalf, Chevreau. schwarz. braun, beige und weiß Qlac6 25-27 28-30 31-35 36-39 4.80 5.80 6.80 7.80 Serie III Knaben- Schnür- Stiefel . schwarz und braun, verschiedene Oberledersorten 31-35 5.80 36-39 6.80 Nur Hau pi Geschäft Jerusalemer Str. b Extra billige Posten Große Posfen Damen-Tanz-Schuhe und Abend• Schuhe, in den feinsten Ausführungen, unsortiert 275 extra billig! und 47S Große Posfen Damen-Haus- Stiefel Chagrinleder mit Filzfuller u. Pelz- Besatz, schwarz, braun, bordeaux prima Ausführung 4.®� früher 8.50 4� Große Posfen Leinen-Stiefel u. Schuhe sowie auch Tennis-Sfiefel und Schuhe für Herren und Damen Serie I 275 auch Sandalen Serie 11 375 Kein Kaufzwang! Keine Auswahlsendungen! Kein Versand nach auswärts! Die früheren Preise sind auf jedem Paar deutlich ersiditlidil Kein Umtausch! Berimer Credit-Haus IXT Kommandantenstr. 67. f Alkoholfreie Isetränke� F'rauz Abrnliam Btnib. Messina-u.Röniertrank'Kells N 4. Sehlegelst.9, Fernsp. 111,7727 r.nfrrh Selfef-'u. Limonfiil.-Führik milHll, Thaerstr. 44. T. A.7.S176. Schütze, Bm Wel?«rstr. löa. T. 7, 1 11 25. Btstes»üioksl- freies ectränk. SerlinO.Bubolfä.f Erscheint 2 mal wBchentlich. BexugsqueKfien-MepzeichniSs Untenstehende Geschäfte omnfehlen sieh bei Einkäufen $i-$i___ � ürbeHer-Beklelduna � FSV*«si 3 lr V Zoisesentt. ZZ •* Bei�stSmtLtS Hamburger Laden. Ch*rl.,Ws!l!l.69 J.KaatnePj�Ä.�. [ Bäckereien, Konditor.� S�ottner's r üroCSiäckerei Geschäfte tn Berlin, Charlottenburg, SchSnebarg, Wilmeradorf. I Adlershof er Bäckerei. Sl. ZojwomI Max Backer, Ramlerstr. SC. Bäckerei und Konditorei Wllh. T oerilt), Msriannenstr. 5. Enü�jtejeTj�ftornerstr�l� I �Brotfaörik'VS:�!} *> 1 r< es r> Pni- 1•» Brot-F abrik„Vorwärts" Hermann Ullrich» Köpenick frjf Brotfabrik Buehl&Sohn, Willy Delor, Prenzlauer Allee 42. Hermann Carl, Rii4f..HeriBaBBsir. 231 Kerm. Eder, Schonenscbestr. I PÜEriBel's Landbrot| V Keincrstlorfer Mühle 1 VcrkfME'.ell.; Koloaiest.9. Bcdeibergst. 2, |LttdcrH2st.35,Sfkivp|leiiersi.44,SviJic- ImBBdprfltT. 43. Pawkaw, FifraMr. 8fi. | Verkauf in MÜQjigescnaften Borlins. Bck�aat gegecea. d. Plakate. P KoB5isTi5rI»rorstrrTS krlkriitlflBslr. 2(1. Kdpnilfkerjlr. 172. W. Gerlach, Schnnrbj. SciiHtlr. 6/7. F.Gottwald,nci7i>3eist.78,T.ä 11141 iS Alfred Graf, tSeustelstr, 24. Karl Giesmanu, Wittstockstr. 7. H. Glüdi,Wilbeimshaveuer>tr. 6t. Augutt Hübner, Schwerl terstr.63. August Haudr, Cöiieniek. fElE Brotbätoi j 73 GeacHülte ) in allen Siadttoilen Berlin»| und in Rixdorf. Cogrlindet 1X93. Herberg, faul, kmelerd.-Str. 23. ütrochterstr 17 Bmgdorfstr. 14 kngait Kflmirel, Pankstr. 41!. L. Klerxkowskt, Winhertstr. 5 KIlIcs-GroBbickerei, Boi5ei.tr. 8. H Krause, ftselerklr. 32 n. Irifisir. 43. Kroker, Bixdorf, Nansenstr. 83. Carl Laudahn. Wehcrstr. 30.■ Laudbro:-Bäd<.,Se!iult.Fr..6acthelr. 1 Landbrot* Grodbfickepell 0. Senf, Ncfaf. Krug, Waldatr. 4| HcroianrTLeE'cuTtussitujnsTrSB Alfred Lier, Wic-lefstr. 36. litesligfiei Eroüabrik �e.8": E. Martin, Qleinjatr. 55. Ost'Bad, Pailisadcnstr. 76. Kuranstalt Ungiähr. 1. Assistent d. ehemal weltberühmt� Ja kobi- Heilanstalt MT Pfiauzcnbeilvorfahren Atteste vou Geheilten. Bad Paiikow,\Vol!änksfr. 2S. Passage- Bad Reform-Bad, Wiener Str. 6o. Mrn-M SbOCiSo• ß(-d m rx m M "®I'*'®*e*Schle3iäc!ie Str. 31. VlKtor>la-BacI—— Kottbaser Damm 75 FrledFlch'iSiifsotmebad Chaupseeair. 67._ 1 Badc-ElRrlchfungon""� j Das ge5ündeste''ünd fiiriigsre Bad ist dsj(''"Jl-Fifiilbirf Mr.rt'Z, 4 Co. i ga»r> 8»4r.'i»rirki»i!Zr3 tob H 12.50 aa. i iSaiiilen Kuiirt Mblg. gesüni). Uiasir. j Prawosdi. 160 Seiiea gratis». fraik«. }.?arubj 5, Cc.,Hamh�.o C. (" Bandegen, Gummliw.') R. Bauke"""aiäner Str. 56. Berkholz, Köponickerstr. 70. Lange, A. E.. P.r'mnenetr. 167. 1: Liepe, Schänebcrg. Giuüewaldstr.JO. Meyer, F., Ri., Bcrllaerstr. 49— 50. I J. Cb. Pollmacn, Lotiiriagerstr. 60. Wende, A., T'Är84' I?Aif»fiP Ä Seydcktraße 15. ACSUIC, H, Lief.allerKassen Fritz Reibe,»ScLöneberg. Haaptslr. 18 Fr.Scbulte, Adlcriljof,BiiiDarckBl.3 Zsremba Beerdig.-Anst., SargmT� TBuft!7�or�or?9?�trr23T� SClrrhor ä!xd.,Uobenrr>»ernpI.lI . rioltik! Burkov a. Kill. Krarlrnhaos. Kl FBtill Fnmkfnrter-Allee 170 Kiekel, Fr., Gr. Hamburgerat. 37 8. Lfhmaiui, Fasewsllerstr. 1 E. 8srlciit«lr. Moldt, Fritz, Kixd., Reuterplatz. Gust, Nobert, Potsdaiaorstr.ll5a H. Petermeicr, Strelitierstr. 8. Feter��ble�V�!!b�fss»a»rsinN. risele�cbL�GoßknaLl Bunzei, R. icäi».EHe?>?.-st.4s Carl teiun.«ÄÄJk« Büttner, A., Danzigerstr. 96. Selirammar, II., Bich�Äa. Vettin, H. R�n3�'tr- f��BeruHhleldungi���J Keiner, Ott""".crichmralte 86. lUnnMQu Ä Mülilcndamm 3, faSuKul ,N. Kottbusei-dac.im 32 � Bettfedern u. Betten) R. Gruner, Kopenhaccnerftr. 9. S. Grossmar.n, landsbcrgerstr. 34. Henkes Blomenhaiiii, Manteoffelslr- 9t. Otto Hln.I, Graunstraße H. Alb. Hllse, tVciCenscp.Brrlmer Allee 36 Bertha Herhold, Carmeo Sylvasir. 1 66 Janiszewski. Felix, Eisealalmstr. 7. Alb.KeH.81iari5g.,lCaisei-Friei!lickst.20 Gl oiinOnf Brunoemstr. 63 . LtilS! ijlll Pclcisbarsetsit. U Gustav Mal, Schonbaua. Allee 177. 1 Menzel.K.Rixdorf, Hermannst 124; H.Penski, ScixtJeasir 19,Eck.Baiistr. j Ww Rutschke, Ri.Hermannst.62' Th. Sdtlrbel, K. Stettineratr. 8., C-Soramsr. iVr«nplsl.44.Am! 1Y 12066 i Aug. Trott«, AVrangelstr. 11. 1 Thiedtke, Rixdorf, Hermannst.Gt. i Aug. Wandelt, Rixd., Bergstr. 96. K.Zinke, Kosawes.krieär,• E.Pricstersi W dfTnor P H i id., Bergstr. 42. IIoili-I.in6er.berg,S!re!ilz.Str.74Serd-Mk. Artelt. Kurt, Ri.,Reuterstr.43 44 Arnold Ndtf., Charlbg., Lciiinlzsir..26 Rcinb. Assmus, Gerichtstr. 10. Becker, C. Littbauerstr. 6. Gustav Bersug, Weidenweg 00. Bcrifcr. Box, Rcmmi'Pbi., SoaatoifslT. n. V.I, D(-f"4iiir Schönhasitr Alle 134». nill. üülSliUS, Poakow.iierlijer Str.46 Siimtl. hygienische Bedarfaartik. Cer.tral-Drogecio, Droiitteiaerst.31. DomsaI!a,WM,Falekenstein3tr.44. A. Diepow, Tauroggenerstr. 12 PharF Mar Koperuikusstr. 17. JjBviI'j Ifldi War9cbauerstr.21. Edison-Drogeriea. O.-Scliönöweide. D 40 Filialen (ä in Berlin und Vororten August Hoitz GefchX' Kerslen, Gebr., Wörther-Str. 33». Kosmaila, E., 4 Geschäfte Paul Lindzer, Strelitzerstr. 65. ButterliandlnngFrihMath. Iii » 48 eigene Detaiigeschäfte W Nordstern in Schöne! eldl, Britz. Chausseest.51 Schröter, R.v51 stellen. Schulz, Arthur, Ri»Hermannst.öS ühiy&Wolrram WMj tr. 8 » »Zihhiieth!.' MSggelhsimerst_ .Berlinsr!!!nör�T?erm3nnsrS39 A.Hamp€l,Ui.,Bevistr.44-4ü,licini!iong Carl Henze, Andreisslr. 55, FtinigiiBj. Ihöt lfhliaB L»nd«befg«rAUeel49 9iepbr8UGrelen,Biarh. Mallwelda'« hew. Bäckerei aon.-kiri-5pl.l.B"!-ze«3tr.31,oth.Sl 34,35 Siisiav MÜblsliph�Rhlnowersir. 2. h»5 ir. Brot v. Bctiit. KopeiicL, k.ri-horsi «, S«n sewfii»- R. N'oak, i'rioätickoiugti TtBönwnann.Oldenburgeräffii Hcm. Proeil, Nonnendzmi. AP in Quaadt, Tilsit■..jr, A. Bäckerei„Mürdbtern� Inh.: Gust, BIQIler Filitiea i. veraehied. ftlodtteilen Albart Pfennig, Gräizstr. 10. Paul RiSmaun, Turinorstr. 36. Max Uetplucli, kfemeierstr. 66. IConpad Richter I Brotfabrik Nied.-Schönhau&eii iNiederl.in all. ßtadtteü. Berlins Mäi�anSer,""/»i'Lk v 22. g OttO SZÜlai ßsn B.'eiwlre) Slkcnki.B«iJeuto,H«iccr56arferilr.l 1 P. Springer BeÄr.% Staehr', Bäckerei, S. Triftslt. 66. Paul Steczel, Baumschuieaaee. (.c.tii» T'vpR«, Prinzen-Allee 6L Tboma'a bew. Bäckerei Ackerstr. LH.. Geru-iitstr. 84. i CrVcot. v�elftenseo Z 8Fi!iaI.H»Bptga«cb.8edanst.l0fll öf. Wagerkntchl, 5B5uIbC 17. Aibert",Vlo»e, K don estr. 3t. Heinrich UfiHier raffipera'ftl-. Kckwirtärol- u. Sbeoes- Bnt-Fabrik. I II. 1213. Maiolt. 7. Y»tktcf»!ki!-l»ll.bogoad.Lrol-I>krI-6o . y im I y offinai Akt.-Brauer. Potsdam. Eig.Niedcrl. Berlin SW, Tempclliofcr Ufer. 15 Brannenburg a. H. Fehrd�r Str., 3 Spez. Potsd. Stangenbier Bnei MWili!, I feinste Ouaiitatsbiere.l raucreirM'erberg' Versand- tuid Pilsener Bier. .„ii Weiß- u. Malz- -" Bier-Brauerei, FrucJ>i..r. 37 Fruchtstr. 70, I,£ck6 äöncii-bergentr. � Cacao, Chooolade) JSEni�rjtiiVlWal'.jiiilmMtnfi. PäzIlQY G Filialen!. all V FranlcfurterChausseeS Thüriug. Fleisch- u. Wurst-Fabr. F. Soramormann, Baxbagenerst.Sg E.T rapn, WarstzentralCiWaldenserstr. 1 a Max Tünimel,Christburgerstr.24. Karl Unte Wilh. Vogel Bar Weiß, Georg, Elseoslr. 40,1X17 10585 O. Wellnitz, Nanuynstr. 66. EUÜatvßl 1. Fleisch- ii.Wur«tw. • foStZLiI Weidenweg 67. Emil Wilhelm, Graunstr. 38. WsaiMeBÄX Vester, E. Weiner, H., Greifswaldcrstr. 33. Wirt5cliafterstr.,Nchf., Unii>:iPnsU67. Zum Slutiwinkel S. Kohl». Chausscestr. 85. Kaffiee-Smepogate � OttoGoctze.Kelltc"rd»iiia 16.17 lief. f Kaptotfeln, Gemüse J Paul Henkel'"SIS"' c Kaufhäuser OUer& Ca., Mit 55. B. fienriig& Co. CR0, T. UI, 5663. Dls FabrikaRe der „Sarottl" Gbokoladen- o.Cacao-Industrle- Aktiengescllschaft sind überall erhältlich. Neu: Slmpli-Sdtokolade Bonbonhaus Fr. Schröder J.Spandau, Filialen i. all. Stadttl., Schti�YVarsciiauerärö�ggnTOo Seiffert,Ericb,ÄiÄ1„to GC?nnff Audrcasstr. 36 . UUllll Bczugsqn. f. Händler. I Hi �.Habels Brauerei hell- Hnbalbräu- dunkel. ..empoi, ti., l.\!:l'oret!r!°läSTir" K«h!enhorg. A-, l.'e'j�seiJtrTl 4 GoStllsie� ist nicht nur ein ErfrischoagsgeträBk, sondern auch ein fit.undbcüibler ersten Ranges. 38rliü8f llnions-S- amrei, Berlin S. ! iTs? nl� r a u ei- k 1 �eiüensee. StoilwercK Gold Silber Kupfer Schokolade■ Kakao In drei Preislagen. Die verschiedenen Sorten sind untereinander gleichwertig und unterscheiden sich, wie die deutschen Edelweine, nur durch ihr Aroma. .Voigt.GräfesrW.feel-eUrbanst" Frifizenstr. 103 Hoffmann Franz Schönbeck, Obarsrbeaewelde. Fr Scblussuuss, Liebanerstr. 23. Hugo Schultz, Müllerstr. 166 a. Hyjr.Gummtw., Photogr.- Artikel. SlÄ-!lrsßm"o,ISSoi Edinund Buchloh, Soldincrstr. 26, Lief, sämtl. Krankenk. f. 11,2658. PTSünderhaufACa.Or.Frsnkr.Stt.BS. Herrn Vincent, Rixd., Bergstr. 131. Werder-Drogerie, Brilr.Rndowersl. 5a. Wedding-Drogcrle, Genterstr, 37. Weissbach ä Fischer, BellesllisicMlfS Zohei, Geo-gj N, Ackerstr 50. � EUaw. u. Stahlw., Waff.� �n�b.'ISrn�ämör-i'riedriclistr.Ö. Otto Anders, Bruuneristr. 109. W. Allner, Alulack str. 24. Otto Bcllz, O."Grüner Weg 49. HDcrnnr Eisenwar., Workzenge . Ceiyci, ScibiieUrg.Guii.ÜBlliTür.l Beutcl.C.,Boxli.,NoueBahnb.Sl 26 Herrn. Braun, Landsbg. Allee 149. 8renneke,C.,w?cngöi«n94 Q. Branneke, Srhockilleo 156. G. Brucklacher, 60trrÄ Willy Erpel, Turmstr. 29. Finch, F., tpacdto, SchöDCwaldenlr. S4. LRfllii» Wilmeridorfcrstr. 102 3 lililci Haus- u. Küchcnger&te Carl Jung, Stromstr. 81. WM SchTÄe�dC 9. Kantner Nf..0.Stliöse veldc.Eilisoostr. 1 0 -flnoD Kcialckend., Kesidcszstr. 109 illUOS Werkzeuge. Ad. Kunze, Rix dX.,KalserFrlcdfi.f;li»tr.l78 Gust. Lenz«Ä«. Huckt, Rixdorf, Fricdelstr. 9. E.LÜbcke Nf.E. Sturm. SaDiarltentlS Qnnl jnrji» Göpenickerstr. 126 rkul Lulü! Haus- u. Küchenger. E. Mental Nchf., KojicDhagcncrslr. 4. FranzPfeifer,0. Frankf. Allee 159. B3if|toiner,aKS~3 Rühlraann.P.Müllorst.lOb.E.Seest. C. SChr5tfBPGr Frs«"Äl09. Grtintalerstr. 33 Wattstr. 14. Hormannstr. 48. Wesch>Charltbp.,Knobclsdorff!tr.23. Bragrock, A., Manteuttelstr, 39. P. ISuekwitz Rigaerstr. 106~. Spez.-Gesch. f. Fleiscfa-u. Wurstw. AjitonBucbhelm,i!l?ti.itoinerslr. 12. A. Bentele, Thaerstr. 21. Barge, O., Fin'owstr. 5. Daniel, J., Ri., Hermanngtr. 147, täK7A kauft man Flelaoh und Wurst gut und billig? '38/18 utmapaaenqHOH 'rnngpoH-mnAA n-tp»iaiJ an 1 P. Wontora, O�Kricdric b9bfrgTsi.2L Nord-Deutsche flelccli-ientrale P. ZiinRicrrasaa. Seeslr. 78, Güiasislr. 49 Paul Zwarg, Landsberg. Allee 136. Ernst Ziffer, Oderbergerstr. 37. Wilh. Ziegler, Seumestr. 20. DanzlgerFlelsch-Centrale -- Danzigcr Straße 14-- Dannenberg, Neue Hochstr. 6. Rieh. Deckert, ��9tr FTSreyo�erJ�nn�SugenBtr. 21. Job. Durzynskl, Kopernikusstr. 1 DüIl.M., Rixd., Kais. Friedr.Str.U Wrangclstr. 64 WrOSüg, Fleisch- a. Wurstw. Herm.Flebig,Bixd«rf,Ziethenstr.l3 5tr. 6 Fabrik feiact Warst-». Flelschwaf. Wurst, Sjwk, Srhinken kauf.Sle a.beeteau. blUIgüten bei Anton Fehlau, Gonthardtst. Stadtbahnb-Ecke Königegrab., Andr.-St,47,Lands- bergerst. 98, Königsbergerst. 8, Landab.- AlleeSO.Rixd.jBergstr.ig. Franz Frltzch.DeuUch-Kronagt.l. Fleisch- u. Kupst-CentpalB Frankfurter-Allee 182 Erste g. bi[ligs;e Bozogsquelle des OsleM. Fri8tiel)MaxuÄger C. Gerlach wa�tb«»?.' 70. HXJeratitiip re sgc r s 1. 1 7.£ic(j.i.jDislt.. Fr. Geriach, Tauroggenerstr. 1 a. Rob.Gleue.WeiteccGuaUAdolf.Hr.ll PauiGnädtg, Britz, Hudowerstr- 14 Gott Heb, Hoinickdf., Astcndcsl. 199 O tto€»}rubeHoohgute37. Gusinde, Ricli. ÄTt. ßetsthQiaflD'Sclttwickcti�: O. Gleich, P.Udorf. Iloheazollcrapl. 7, Hempe, R., Hermanngtr. 58. Hiilcnberg, C., Raumerstr. SO. Siüiaiilisiüiel�T�Ä!�8 Georg Halnold, Harienburgenlr. 5. Franz Heyer, Gaudystr. 40. i, Köpenick-Str. 60,6t Landsbcrgerstr,>07 ____ Oollnowstr. gl. Bürger-Bad g--, Bad, Münzstraße 2. �anilZ- Kofc cnüeferant. totfrai-Sad». runhfl Vtl�rs*)rfer»U0u| l üeissbler, d Hreithanpt, Palisadenstr.97. Tel.-A.VlI,2634. ■ftoä a Lagerbier und Malzbier Blumen und Kränz» ) Fordern Sie Wesentoerg Ä�sjEacsKKssiSLÄSaaa Cbga rre n h n n d SungönJ Fr.lic hrend.Nf., r'rM k fu ric"TTicriL Brager, J., Rixdorf, Bc-rgstr. 57. Bräuer, F., 0. 12Proakanerat.l2 Iflt'l'n Willi Mf-Uergtr. 184, tVILIll, V> IUI. Ohcrbaum 1. Klemmer W.,Spaadin�cb«w«ldorst.s2 A.Kui»straann,A»sa*ci,l'rifäl(r5'.«7 Lingel, Fiitz, Eissabsbnstt. 5. A.R. Meyer N'rhf., Sdi-sisohcslr. 14. Willy Miinstonnanu.OMüaeliair.H. Dcmenkonfektlon � ��UST�eschw"'"'.'egmannstr. 9. DombrowskyÄ*� Sehönoberg 1 Hauptst.26, Tobias Lewin, Sdtneidermelster Badstr. 44, 1. Spz. Maßanfertigung liuier i» asalelr c. KsHilaga aller An. rDanien-ROfiftKüon Moabit I Gebr. Neuraann Hi» Süiolifiög c Seilach, Th., Ri., Wesch.Charltbg. ArtharWeigeUr"� { FahrrAd., Hältinasoh.' 1 B a ucn, icfm itTb clici n" tTT/ e'rUcr ist. 1 Brennenbor KnÄ Falirrail-LgiiaDi Lotimano Neue Scltönhauser-Str. 11. FshrradhsssSfid' ___ Ost KeicheDberacrst, 1 2 1 Carl iiier jföpf-Cgrl, rclerl>bg.-5l.2 s.d.Frkf.Allt« f Färbereien, WasoHer, S H. BERGMAMM Birkenste. 53 lüder 40 Filialen in Groß- Berlin jtGreorg Heiter 1 Lebte Bmuehw. i. Thii ringet Wnrstw. Ii. Gesch., Andre asslr. 39, Blamenstr.VSa ße/ ch Sgart" W "■3s Q l Osk*r Aihertu«, Müllerstr. 41 1 r*'r.Ahrcqüt,n«Abg..Keac Babühnf.ir.si Blumcti-Secker, 0. Frankfartcr Ali« 3. Casper, Charl., Krummestr. 29, E.i)caar.P.ixd..Kai5.Fricdj�U0�eriial.5.4 Richard Falsch, Prinzen-Ailee 30 ü>nc.|.£rd SToiiliaserif.r.iniö PMUZaS«,«> wi�3»F,ranacn»!i'.53 A. SelowskyÄ�v, fi*aul Zutermaihii Kaafektioasbass— Fhaaasccstr. 68 MMM Dumpfw WelB.Stern.Ri.FcnKt.132 lamofwästherel MERKUR i■ lYJ'- iiniann, Fraiibfnriev-Ail.c 17. oTNaefe* Färberei u. ehem. Wäscherei f. Herren- u. Damongarder Läden in allen Stadtteilen DJ j. ilaaia C FisohhendtunBen €. Alil ers& Co., _ Sseflschhandiutifj. C. Dittmann ¥ciiinic..?i'uBsehink.,Scbi8kon.M'eci: Oscar ROhP.Friedriehshageo Prima Wurst- u. Fleisehwaren giiedelyÜ. Rodewald T".nKstA32M 29 Wilhelm Röder, Stettineratr. 14 R Rothe, Boxhagener Ohe usaec 11 Gttornar Rudolph, GZrlneratr.l?. Sehiwek.K.Paitisadenat.l, Ecke. ottoSohFeihsl' ZZZZnt E. Schauer, Huttenstr. 70. A.SIewert.Sd.Schöneweide.Berünst.IJf. WilhelmSthaale, Zosseneretr.tO. Beiße, Rud., Chausseoatr. 96. Casper, Ed., Rixd., Bergstr. 133. im. Grund Br�. ,77 I HatttPn Rixd., Berliner Str. 11, liailoCU, Osten, Kopponstr. 18. Jacob. Oskar. Schönti.-Allee 104. Kehr-Hüte Hut-Engr.-La2er,Bi)ib.,Gerlners'.24. A. Lemaltre.VGlauiirf.Bcrliaersl.Uf, M ätz.-Moldonhauer.tlasit/eagUS,!. Oscar Ortmann Spandau: Cbarlottcnstr.ß fkohlen» Koks, Briketts� P�ul Bieger, KaiDroderstr. 113. ' hl BraatZinTähM � Ferd. Gräning � Jungstr. 11 P.Hante J. Mannheim Teloph. VIT 7924 Grünthalerötr. Elätze 22-25, 111.4458 Filialen: im Osten. Siemon, A. R-, Kohlenbbf. AV'cdding. � Kolonialwaren � Abend, R«, Rummbg., Sonalagslr. 6. Heinrich Arndt, Fennatr. 49. Theodor Anthofner, Solmsstr. 22. Babel& Hauke, Wiisnackerstr. 38. G. Bärend, SchöncDerg, Coloanenstr.?! fiostav Eßtireas Bennewitz, Fr., Huehhvlz, Berlinerst. 49 Bruno Block, Nonnendamm. Alex Borgmann, Jagowstr. 16. Braan,R.,Rixdf.,Prinznaadjerystr.29. R.BrosrnleOriedrichsbg.Sch&rnwebstr.S Budach, Franz, G. Goßlerstr. 23. Georg Burow, Stromstraße 39- Job. Clecior, Neue Hochstr. 82/34 A. Duiin, Schönflioßerstr. 10. R. Fhrig. Hebenwalderstr. 47. GustavEigendorf ,0. Müggelst 29. Arthur Enke, Amsterdamerst.10 inEöa(]ina(iii.KL8ÄÄ A. Fiedler, Köpenick, MöggelLSt. 41. C. E. Fink, N, Pankstr. 7. L. Friedridi, Mariendorf, Borgst. 15. Fritz Gerull, Beusselstr. 75. W.Oehring, Reinickendr.Residenzst.lBS II Ooerlicb, Reiflickendf., Pminzsir.54, Hermann Ocnsch, Adalbertstr. 19. Goetsch, Ernst sÄ?" Grabitz, Breslauer Str. 4. Richard Groggert, Wismarplatil Max Hanheiser, Göbenstr. 16. Albert Haube, Dunkerstr. 83. Heinickc.WlIh.jMarkgrafend. 27. HpjiUirfl R Bergsf�Ut, IICIUIIUI, II. r.l..Frlsic.St 243. Warth,[BöJÄSc28hön-, Fritz Hühner, Schliemannstr. 11. N Paul lathoff, Ramlerstr, 19. SerlaChi Liegnitzet iStr. 31 c Kakao-Wülfel „Sarotfi" 5 Pfg. überall zu haben Willy Knobepst1r!39Ln' Kohle, W., Lichteuberg, Uagcwlr. 59. Kraatz, Georg, Schönholzerstr.ll. Krämer. Ridi., 0,Ii'roDprin/t:n8tr.37;38 Kühn, Oswald, Müllerstr. 131. W.Langc,Friedrichshg.,Kiirze8t.9. Longe, H., Rixdorf, Walterstr. 16. G. L. Liege, Cöpenick, Scbloßstr. 8. Rieh. Llo�e, Acknrstr. 132. Ups, Chamissoplatz 8 Herrn. Loewa, Tegel, Bcrlinerslr.Il. Lossier, G., Warschauer Str. 5. l.nckner, Felix, Rixd., Weiehselst.7 Martini, Erldt, Rixd., Allerstr. 39. KariMercl6r,Hutten8t.3 Michaelis, Paul\wLB«ima Hewes. Adolf, Warschanerstr. 55. Huga IHÖIIhoff, GlogaucrStr.33. Max Moyaick, W ilheimahav. St. 46. Paul Mulack, Marianncnstr. 8. ynilnr f. Kottbnser Damm 31 WM, U. Herrn. Sl.l 55, KnesebeetstlS A. Plaatke, Oderberger Str. 65. Prleoe. E., Boxhag.-Chaussee 22. R. Puhimann.Woidenbergerst.SJ Carl Quast, Prinzen. Allee 15. A. Kambold, Prinzen-Allee 18. Carl Robra, Langhsnsstr.58n.148, WÜly ROilSß Kreuzbergstr�Sß. Runge, Otto, R!�, II ermannst. 55. A. Sageharth, r«I>rde>H»er 5Ir.24. Schäfer, H.> Neue Hochstr. 5. Schaelder;F.,Rixi,K«l!.«r-FtieiSt75 Scbeffier, Carl, Badstr. 16. Sdiefficr, Eugen, GrünerWeg 120 Fritz Scheel, Schwedterstr. 47. j Schienther, Emil, Huttenstr. 7. Schröck, Fr., Ri. Weseratr. 4. Wllh. Schröder, Brunnenstr. 47. Wllh. Schulze, Ri., Bergstr. 96. Adolf Scholz, Mattornstr. 9. iStlielir�KfornÄr!0�1' jöUcyzBwSÄ. Rudolf Sprembcrg,Worfherstr.l. P. Simnnd, Rixdf., Ziethenstr. 46. W.Tietzsch, SO. Heidelb. Str.30 Wilh. Thomas, Reinickend.-Slr. 54. Otto TOck, Gabonerstr. 11. Ulbrid), F., Ri.. Watbestr. 13 n. 69 Flit!»ei SÄ I'» Ernst Wilde, Bastianstr. 1. Wernicke, Obcr-SchSnewcide. Ii. Wuckaitz, Mariondorf, Lur.�Ir X f Koi-btsiap., Klni{eg.wag. J Met zners l'yiale' �"xranfcaabedarfsartlk. j Fischer, Wilh., N, Sxiaemnnd.-St. III Lange, A. E., Brunnenstr. 167. c Ledarwaren Nächtig., akL-St.135, D Gr. Carl Fessel Fran_..... Spez. Tsseh., Mspge», Fortemennaicsiüw" R.Genchr,KoiBmelfibnrg,Schillcrstr 31 m Wilh. Langirar, SS SÄt| Koffer-Schülze/Ä Panama-j akob �rüctTf RiookzEm-?�-"' Scboerr, Herin. ÄÄaTt1 i Richafd Rurtzke Dam» r Fortsetzung sletie nächste Wmm WT � SIHPU-KAKAO ?W«ÄW2VMN SiMPLI-SCHOKOLADE Rippe 5 Pf�fTafel von 8 Rippen 40 Pf> C-Richter, Ripdorf, Friedelstr.lD. lllol). Voigt, Eäimschulst'. S7. Elg. Fabr. 8ttnWehnertct"r!5o � Lehranstaltsn 'yuscFtnelde- Schule de» Deutsch. Zuschneider- Verbandes, e. V., BERLIN, üäauerstr. 86 88, T. 13401. Ludolf Maurer griedrichstr.GSa, Ecke Mohrenstr Stralilenclopf fs Hancflels- AKademie. Beuthst. lOu. 11, 1., II. ,111. Etage Größtes Institut Berlins Ausführl. Lehrpläne umsonst. � Linoleum u. Wachst. IJ�,��Q,,?nx�oi7erT!inoieulm� I naaod Bixdort, Bergstr. 62. HanfcpYi Weißensce, Berliner- ■laniÄCn Anee 228, Tapeten. Ransch, Rieh. Niederla��Varsch»uer� c ) 'CrfinliErallailitJ/Modo�e'nR. W.Bachniann, Charl.,Kelirmgst. 1 5. Bethke, Georg,' Rixd.,Elbest. 33, Kais.driedr.-St.S4 Weserstr. ISS, Friedclstr. 23 1 Treptow, Grätz-StraBe 64 Bordasch. G, Iii., Kais.-Frdr.-St.29 C. Bosse, Reiniekendorferstr. SS. Jul. Conrad, Rhoinsbergerstr. 44. Bernhard Danne.Railznimull.SO-Sl. (Frese, Ernst 5"so"6 Gaege.Otto Chltrg™' Paul Gaege, Spandau. fnc Uafil/nMelil-u.Kolonialw. JUb.ridUKt; Bergmannstr. 95. Heerma, H.,Hi., Herniannstr.172 Heinrich, -- 2— Kai8.-fried.-St.246 Karl Huhn, Schererstr. 9. Korn, flugo IM" AUnhhnlt Invalid.sl.l-JHj.A.XorJ 83C3 . uUllUcIl vis-a-visSlcf.in.Hauplbahnh. B. Krüger, Schöneb.,Hauptstr.l53 E.Kunze, Charl., Knobelsd.-St. 16 Lenz& Jag mann« Winsstr. 53, Bosenerstr.15, Stralauer- AlleelS. Lüdtke, H., Fruchtstr. 67« Gus.Meyer, Belmh.-St. 19,Witt8t.-St.l. C. Neugebauer Ober-Schöneweide llielscil ä fialisaiil, Otto Nowack Nachfol. Spandau. JiLPeBoer�fÄÄt. F. Pflugmacher, Colonnonatr. 48. P. Rentner Ä«1«1 Sciinitz s sÄÄ.Vt: UUlICillllll,, H. Jiarkth., Dorolheenpl. Stlmeiöef. Emil be�tÄ Walter Seidel, Beusselstr. 26. Thieke, Nach!-, Prinzenstr. 10. R. Wenfller, Reinickendorferst. 64 Reinfiold Werner, Tegel, Trcskowslr.20. B. Zyczynski, Ri. Pannierstr. 59. c M6belmaBazlne) r,ntlati. Berliner»lnrJnn" Acker«lr.l20.j, Möbelhalle„IIUl licll»Invalidcnst. 118. Daehne, F., Ri-, Neue Jonasstr.36. A. Dolimann, Strorastr. 44. Willi. Gabbsrt, Brunnen- Str. 162. Geppert, Paul, Zossenerstr. 32. Gericke, Fritz, Müllerstr. 145. Gleiser, A., Än«: M ü. ÜOliert, MäbeN Fabrik. Ö Grill, Reinickendorf, Scharnweberslr. 15. Stallschreiberstr. 57, Bar- und Teilzahlung, Verkauf i. Fabrikgeb. , Jul., Brunnenstr. 133. König, A., Ri., Berlinerstr. 102. lerm. Kogel- 3P"*3::aoIf- Hermannstr.12. Küchenmö be l Berliner Küchenmöbel- Fabrik Neue KÖnigst. 31-32, T. VII 4746 Kottbuser _ Damm._„ I anno MaYSchw€dter Lt. 2. Laiiyc,ITidA a.d.Kast. AlIeeG L. Lazarus, Petersburger Str.62. LQddecke, R, Ri., Bergstr. 4. gm und Drcsd.-St.lC anc�eilzhl Rebsch, E., WM. C. Reiher Nachf.,Veteranenst. 21. Emil Huflar Tischler-Innungsmeister Prinzenstr. 34 Schmidt, Otto �rbÄk lJ?ob. Seelizch, p.ww. Fabrik I Berlin 0., Rlgaerslr. 71/73a. Spezialität; [Kleine n. mittlere 4Volmpngsemrichtg._ i Siebe ky« w., Gneisenaustr.lS, A. Schuster, Oh. Schöncwcide.Edisonst.SS Schwanke, Rixdf.,Hermannstr:220 WiitielDi Slotawa Turmstr. 81� Waldehserstr. 34 eig. Tischlerei u.Tapezierrv-erksf ffendland, Ernst Möbelfabrik— Bar- u. Teilzahl. Rcinickcnd.� Straße 114. In« VJornor Charlottenburg kehähhenstr. 10. � Möbel-1Vsnsoc>i'f Robert Frenze 1,"ö p enicke r" t l" 2. Krüger, Riidorf, Hennaniistr.254,T.5 18. I I anfffl Ritterstr. 96, IV., 4195 J. Luil-Jo Billigste Preisberechng. Paul Schur, G.iP.b.II.,Dirkscnstr.Bg.82. Afrana-Nähmaschinen 6. Ä. Büttner, Andreasstr. 79, Petersdarger- slr��ijanda�Schönw� f Opiikar � i Bar3S?7�oabitnnTrmstiTTrB� ; Öäse, PauS, N, Müllerstr. 174. i Groß, Paul, WarsChauerstr. 66. Herrn. Hasler. Gollnowstr. 18. Schubert, Carl, Ri., Bergstr. 148. 1 Wlenstru�i�x�ndn�foisdamerstT��. � Papier» u« Schrelbw,"� O. Prochnow, Hixd., Herraannsir. Sei�eT�Qui��L��eT�stT�2. Pfandleihen Molkereien Z Rixd. Mleifis 58 Spotlbillijer Bcllenrerk.uf, Hochmoiienie Unrengr-rJ. Uhrmrert, Schmnckaacli. tlc. E. Kran, Köpenickerstr. 55 a, I. Langer, W™gcl3tr.92, BilligerVerkaif. Schmidt. Fennstr. 3 E Senfilebcn, Kottb.-Damm 2s, I. c Putz- FI u. Modewaren j �aTI�RbcSoSriJe r'gst r 1 j « bIBmuP Putzgeschäft| 34B8nnaDn-Rr.34fT/lau,au3 [)amenhütä. MilEMEFlö Milcltkuranstalt amYiktoriupark Kreuzborgstr. 27-28, T. A. VI. 1070 Kinder- und Kurmilch. IHilch Schmidt Rixdorf Hermannstr. 53, Hcrmannstr. SS-Cfi. „Schwelxerhof", Meierei und Milchkuranstalt. Emdener Str. 46. Tel II. 2565. Musikallen) NiemeyerjbruckcnNt E. köpenrctersj.TS 1 �_ ReStephandiunpen) nnfore Spezialhs. f. Damenhütel FclLlJ Li. Frankf.'Chaüss. 152 aj Liefr. d. Konsumgenossenschft. 1 chmahnskljK� ( Puppen � P. R. Zierow, ti<:AhSa.Tr Scholz Frankfurter-Allee 73 b � Musikinstrumente � Itrau ii, E m i 1 Kirst, Rieh., Brunnenstr. 45. Plato& Co., Köpenickerst. 105/6. Lorenz Rahmel, Oranienstr. 181 Lorbeer�Mftllferstr. 14. usik.- ü a u s«— • ÄenzenSiatser Größtes Spezialgeschäft der Branche. Spittclmarkt 14 a. Reetz. Spandau, Havelstr. 21. Schnötkc, Otto, Ri., Ricliardstr.il 5. Fdnhmaschtnen L u i s c Pro rn e l" G rei'VwaTders t rT 109. Carl Joch, NO, Palisadenstr. 97. Pauline Preissing, Relntckendferst.lSJ, Be rth.�Sj±re Iber, Xcn c K K rn s t"Xcl a iii�Frio drl'hsiKi'geä. j Anhalt, E., Andrcasstr. 13. Baumgart, H., Manteuffelstr. 28. Billige Stiefel, Sickingenstr. 6 Bayenbach,Tre8kow5t.l8,z.cngr.Prei3. Hanf H*!! WarsChauerstr. 31 Uulia üij Rumburg[, Mozartstr. 3. Damaschke. Invahdenstr. 144. J. Denzig Nchf., Chausseestr. 26 Eilers. Anhaltstr.4,Lindenstr.ll2. Engel, W., Reiniekendorferstr. 93 Osk. Engler, SwiDcmfindcrstr. 63. Fiedr.A. Lange, Landsbergerstr. 68. Paul Lehmann, Friedrichshagen. Ernst Müller. Teltowerstr. 59. Nehrmg.Charlbj.Kaiä.-lagnsta-lllceQÖ C. Neumann, Falkensteinstr, 37. Petersoha, Osk., Müllerstr. 155. K Plaumänn, Jagowstr; 20, 50'0. Reetz, Max �Ä.irn- G.Red3enberg,Scliäaebg.,Äkazlcflst.4. Schmidt, Gebr., Fennstr. 59. WwäfeDhsQstfAteoiJuV Scfawersenzer, Turmstraße 48. Alb. Seeger, IVw., Lortzingstr. 6 Sommer, Wilh., N, Scfeonli.-AIIee 85. A.TreÜin,Friedricbshag.,Friedriclistr.23. Witt, Spand., Neuendorferstr 99. c Schirme u. Stücke J Girod, f;, Spaiidau. Potsd. Str. 19. Herrmann, Lychencrst.ö.Eig.Fabrikate. Jehuichen. Riidorf, Kai.s.Friedr.-Slt,1 8 M. horche, Scboceberg, Kollonncostr.6§ A.Rieke,Badstr.ll, Bezüge billigst Herrn. Rosenky, W. Maasteinslr. 4. G. Schleussner, Warschauerst."" c Seifen Gustav Gambal, Kantstr. 64. Heidke, Paul. Burgsdorfstr. 13. � Teppiche u/ßarcilnen J. C Schulz"f C Trauep- Klaonzln D West mann Mohrenstr. 37 a. Gr. Frkf. Str. 11 5. ( Uhran u. Goltlwaren j Goltzstr. oU. am Winterfeld pl. Oscar Aldag, Charl., Krummest.29. J. Behrendt, Wrangelstr. 52. Otto Brauer, Müllerstr. 164. Bcilniann, E., �oIlnoKstr- K- Yaschmasch. bestes deutsches Fabrikat Plall Steinhauer, Spandau. LillaiieF.Yerlr.lfilke, Nälunaschinen Läden In allen Stadtteilen. Osw. Fabian, Köpenick. Kiclzcrslr.I. Fleer, Friedr., Sparr-Str. 17. Formanowit5,Yorckslr.53(l00y.Rab.) OttoGrätsch, Chausseestr 12u.67. Goldmann, SpaBdan,b'cböDwaI(l«r«L84. Heinrich, Johann, Petersb.-Str.36. H. Jetzlaff, Badstr. 54. Herrn. Kärrner, Cöpdnick. G Kramer, Wilm., Berlinerstr. 131. Fabrikmarke für haltbarste Filzschuhe 81 i.el unci Pantoffeln. 1*. Lauge, Nowawes#Priesterstr.20 1 i Spandauerst. 3� __.L.Uirsch.fr. Trenk_ ilax£isennann,lliarl..4\ehringstr. I � Brüggemann, Reiniekendorferstr. 98. Bürger, Jul., Müllerstr. 6. Max Busse Br?�1e7n7,tr- W.Einolt, Charl., Wilmcrsdorferstr, III. Ellinghausen, Gebr., Grünerweg 40. Fenske, S., Kottbusserdamm 96 P. Fisdier, SO., MichaeLkirchstr.8 J. Gebhardt George, Adolph, Badstr. 63. Ernst Gräber, Brunnenstr. 78. MiraDpserK�ÄBirP�cl H. Kammlcr, Charl., Krummestr.28 X�.lSairieIBrt,�n3tr- Kniebusch. W., Frft. Chaussee61 E. Knuth, Boibagen, Sonnlagstr. 3 B.Lechtermann.üreyse-E.Wilsnackerst. Lehmann, Alb., Frankf. AUeo 40. Lehmann, Wilh., Kottb. Damm 23. gLtiders,H.,rSl] «ölte, K-, bimou-Uacbstr. 13, NM Plooz, Quitzow, Job., Müllerstr. la. Emi!Quade„8fahPTÄ Carl Schlewfnsky, Eopper.str. 4. R.SchmeliboÄm Willy Sdimldt.Ffletoi!,lliieas'-f.l3. !M? Ml Hauptstr. 155. Schöneraann, G, Ri.,Berl.-Str.73. F, Schön wi§j Bort, O., Gosslers fr. 27 W.SchulltßoibagcnA>üeBahDhofstr.32 Schumacher, Ö.�TegeljBerl.-StSa, Schulz, Osw., Frankf. Allee 24. Gust.Schoder, Qranionstr.löö-Sgi Wftnnrfnl Swinein ünderstr. 86 . jlüiillcl Ecke Lortzingstr. Max Storch, Elbingerstr. 100. VL Tcmedma Ndif., Bröckenstr. 16. PaulTreük, Charl., Spand.-Str. 32. A.Trenner, Wilhelmsruh, Hauptstr. 12. Truxa� W., Frankft. Alles 185. Dhren- Berlin 220, Lindenstr. 16. Beste direkt. BezugsqueUe! Katalog gratis. Versand nach auSerhalb, billigste Preise. R. Welse, Nowawes, Priester3t.74 Wlf f Ad., Beriiner3tr.44. Zabel Nchf Charlbg., Berlincrstr.l 1 8. c Uli Versloherungen 3 „Oeutschiand*' Berlin Arbeltcrverslcherung— Schützen- Sterbekassenversicherg. straße 3. „Friedrich Wilhelm" BdPlin W8, Behrenstr 58-61 iebeas-.Sterbekassea-u.Arbeiterrorsicbg. Mit u. ohne ärztl. Untersuchung. Jahres-, Monats-, Wochenbeitrage F-orerwi ,Iduna' zu Halle a. S. Berlin, Charlottenstr. 82 Volks- und Lebens Versicherung. Warenhäuser Spandau Wilh. Herrn. Lesser KolonstSA Schoneberg Kolonst.54 am Ringbahnhof. Bei jedem Einkauf Rabattm Weine, Liköre u. Fruchtsäfte | KkU-g'» I 60 Filialen in: allen Stadteilen. Bettiuger, E., Wald-Ecke, Wicklefslr. Eile m.Wcylc, Likörfabr., Gcrichtstr. 16. Großd..ZiirSonne*, P. Freudenberg. Martin, Bruno, Ri-, Herniannspl.5. I IrtnaA«« nuchLiköre u.Säfte. ®roß!,est!-uation- Ornnienstr. 207. Waschmittel tfeilangen äie „Edelweiß" Krone aller Waschmittel. f wriri-.Wollw.. Trikot.) Ahlscher,(just., Uüunnerbir. 75. H. Barts, Schönhauser Allee 187. Bredow, Otto, Ri-, Hermannstr.»« M. Gardeis | Georfli, Ernst s�mII Hoffmann, Carmen SyiTastr. 6 Hoppe, E-, Scharnweberstr. 52. Julias John{furnÄ1; Jonas, Hermann Ä? BeSei Juncker, H. HeÄi(tr.m. Carl Klein, Höohstestr.16, N-O-IS. Robert Kutsche, Gubenerstr. 86. Kricbei, Schöneberg, Leuthenst-S A. Kassier, Caprivistr. 5. CiL Loe3vy.teBa� Meyer, litroaoerst. 17,(ArbsitarkemJen) Nachmann, Müllerstr. I81a, Kons.-Lief Fr. OliwetzkI, Alte Mobstr. 137. Schaefer,»rr M. Schaefer S.W. Hollmannstr. 43 W. Maassenstr. 17. Schrom, Lina, Mirbachstr. 31. Otto Seelisch, Kocbhanstr. 8. Hermann Meyer, SchiTelbeinerSt 21. j.Stein Reiaictendf.W.Schaniwebcrat.l 1 6 Ad. Schäfer Nchf. SO. Admlralstr. 4. �ochnehJer�Q�oTaeratr�� Tffhannn Eliaabethlrirchstr. 13 ISÜIuBhC Wische, Bettfedera. Thuro\v,0., Charlbg., Cauorstr.14 L. Vierann, Zionskirchstr. 34. E.Vaigt, Reinickendorf, Aaetdestr.lOl. Albert Vogt f Wild u. Geflügel} C.Dittmann BeSsfr'.«. P. Hildebrandt Äfk Schmidt, E., Spandau, HavelstJd Z astro w, Landaberger-Allee 1 47;Fihche. � Zahnnitelicp� j E.Bade, N. Schönhauser Allee43,I. HoUbrucfa, Herrn., Pu)kit.5,gegT.1871 Heröd,H.f Blaaaaent 97, a. RoseiuU'l. Jordan, Alfr.,FennitT. 61, gagr. 1888. WiffQ Kf QV Muskaueratr. 16 TV illvi filct A fck« HMUuIfelBir. ■■•;, vr v•.wH iWi-f- Fortsetzung des Bezugsquellen-Verzselctinisses« t verantwortlicher Redakteur: Albert Wachs. Berlin. Für den Znseratenteil verantw.: TH. Glocke, Berlin. Druck u.Verlag: Vorwärt» Buchdruckerei u. VerlagSanstalt Paul Singer u. To., Berlin SW. j. Dr. 22. 29. Zahrgaag. 3. KeilM des Jormirts" forliiiet Sonnabend. 27. Jannar 1012 Partei- Hngelcgenbeitcn. Loxhageu-Rummelsdurg. Zur Errichtung einer zweiten Verkaufs- stelle für den Orrsteil B o x h a g e n findet am Sonntagvonnitag 8 Uhr von den bekannten Stellen aus eine Flugblattvcrbreitung statt. Folgende Bezirke sind daran beteiligt: Abteilung 1, Bezirk 1—4 und Bezirk S, Abteilung 3, Bezirk 9—14. Die Genosse» der Nacbbar- bezirke werden gebeten, daran teilznnehinen. Ferner findet zu diesem Zweck Mitlwocb. den 31. Januar, im Cafv Bellevue eine öffentliche Versammlung statt. Zossen. Am Donnerstag, den 1. Februar, abends 8 Uhr, im Saale von Äurzner: Wahlvereinsveriammlung, Tagesordnung: Vortrag: Wie festigen wir unsere errungene Position? Referent wird noch bekannt gegeben. Bruchmühle, Eggersdorf. Am Sonntag, den 28. Januar, nach. mittags 4 Uhr, im Lokal von Ernst Zkutzner: Mitgliederversammlung. Tagesordnung: Bericht des Vorstandes, die Agitation im Bezirk und Verschiedenes. Sozialdemokratischer Wahlverei» für den ReichstagSwahlkreis Arnswaldc-Friedcberg. Ortsvcrein Berlin. Sonntag, den 28. Januar, abends 6 Uhr. bei Thimm, Tilsiter Str. 79: Generalversammlung. Gaste willkommen._ Berliner Nachrichten. Die amtliche Feststellung des Wahlergebnisses im ersten Wahlkreise fand gestern vormittag im Schulsaale der Gemeindeschule Hinter der Garnisonkirche statt. Weite Kreise waren bei dem geringen Stimmenunterschiede gespannt, welche Zahlen die amtlichen Ermittelungen ergeben und ob die amtlichen Fest stellnngen an dem bekannt gegebenen Resultat etwas ändern würden. Die Prüfung des Wahlergebnisses erfolgt in der Weise, daß der amtliche Wahlkomnnssar, im vorliegenden Falle Stadt- rat Dr. Franz- 12 Beisitzer aus den Wählern des Kreises beruft zur Feststellung des Resultats. Unter den Beisitzern befanden sich in der Hauptsache Stadtverordnete des Kreises, bei denen auch unsere Partei vertreten war. Es lagen die Wählerlisten und die für jeden Reichstagswahlbezirk ange- fertigten Protokolle zur Prüfung vor. Alle Stimmzettel, die für ungültig erklärt worden sind, sind dem Wahlprotokoll bei- geheftet. Die Beisitzer und der Wahlkommissar haben nach einer alten Pkinisterialverfügung kein Recht, Stimmzettel die vom Wahlvorsteher für ungültig erklärt worden sind, für gültig zu erklären. Es ist nur zulässig. Bedenken wegen ungerechter Ungültigkeitserklärung von Stimmzetteln zu Protokoll zu geben. Die Entscheidung hat nur die Wahlprüfungskomniission des Reichstages. Es ist im 1. Kreise aufgefallen, daß die Zahl der ungültig erklärten Stimmzettel eine recht große war, nicht weniger denn 128 Zettel waren ungültig. Die Gründe sind verschieden� Vielfach war derNamcKaempf dl»rchstrtchcn, ohne daß ein anderer Name schriftlich hinzugefügt war. Dann wieder warenZettel vor- Händen, auf welche ein Name geschrieben war, ohne den gedruckten Namen zu durchstreichen. Dann gab es auch eine Anzahl weißer Zettel. Manche Wähler versahen den Stimmzettel mit Bemerkungen. Ein Zettel ist für ungültig erklärt worden, weil derselbe von eineni Block abgerissen und auf der einen Seite etwas bcrändert war. Dieser Zettel, auf dem der Name Düwell stand, ist für ungültig erklärt morden, Iveil er ein äußeres Kennzeichen besäße. Genosse Arons beantragte die Aufnahme eines Bedenkens gegen diese Ungültigkeitserklärung ins Protokoll. Der Wahlausschuß lehnte aber die Auf- nähme ab. Schließlich wurde als amtliches Ergebnis der Wahl fest- gestellt: K a e m p f S588 Stimmen, Düwell 5579 Stinunen, ungültig 128 Stimmen. Kaempf gilt als gewählter Abge- ordneter._ Jubilanuiswoche. Wieder mal, wie so oft schon im zwanzigsten Jahrhundert, hat nian aus der vaterländischen Rumpelkammer die eingestaubten Festrcquisiten hervorgekramt. Seit acht Tagen iverden in allen deutschen Gauen Fahnen gewaschen, Gips- figurcn frisch getüncht, papicrne Transparente geklebt, Gir- landen geflochten, Jubelouverturen geübt, Hurragedichte ein- gepaukt. Festreden studiert, Ehrenjungfrauen geprobt. Fracks und Zylinder aufgebügelt, Kanzleidiencr schleppen aus den Winkeln des Aktenbodcns gipserne Jllnminations- leuchter heran, damit vorschriftsmäßig mit zwei Talglichtern an jedem Staatsfenster das Hohenzollernlicht leuchten kann. Ungezählte Hoflieferanten schmücken geschäftstüchtig ihr königs- treues Aushängeschilds Hunderte von Festsälen sind für die Oeler an der Staatsmaschine auf Kommando mit Beschlag belegt. Alles,>vaS zur purpurnen Fahne schwört, spiegelt sich im höfischen Fettglanz und kräht schmalzig: Heil dir im Siegerkranz! Ein echter Chinese auf Berliner Pflaster fragt, was denn der papierne, tanncne, flitternde Schmuck an den Häusern, auf den Straßen zu bedeuten habe, und belustigt schreit nian ihm in die Ohren: Bockbiersaison! In den Lokalen, wo um diese Jahreszeit der Alkohol die Narren züchtet, sichts genau so talmifestlich aus. Kopsschüttelnd sagt sich der bezopfte Sohn des Himmels: da hättest Du eigentlich zu Hause bleiben können! So viel hat man ihm erzählt von Europens beleckter Kultur, und nun sieht er, daß alles nicht anders ist wie daheim. Für den Chinesen ists ein Hochgenuß. Preußische Mandarinen mit der Pfauenfeder auf dem StaatShclm, Rangknöpfcn auf der Helden- brüst und im Ehrenschmuck der gelben Jacke wuchern ivic Pilze aus dem Lindenbodcn. Bekohlen zr-ni Glückwünschen! Polizei-Chinesen sperren die Straßen ab, hemmen den Ber- kehr und drängeln die mit patriotischem Zündstoff geladene Gafferschar an die Häuser: immerander Wand lang... Richtet euch... Stillgestanden... Achtung... Hurra. Hurra. Hurra! Chinese, was willst du noch mehr V Die Heimat, die lieblich freie, taucht vor dir auf und»och ein paar Zoll tiefer dein landesüblicher Kotau. Und mitten zwischen all dem künstlich geschrobenen Patriotcngeklingcl. ganz nahe dem Feld- marschallstab, kommt auf ehernem Postament scheinbar Bewegung in den historischen Krückstock. Siehts nicht aus, als ob der alte Mann mit dem Dreispitz seinem Rosse die Sporen geben, die Tannengirlanden zersprengen und mit einem Tonncrivcttcr unter die hündische Menge reiten ivill? .Messieurs, das muß anders'werden in Preußen! Auf dienernde Hundsfötter verlaß ich mich nicht!"... Da blitzen vom Lustgarten her preußische Kanonen auf, die im Ernstfall auf Vater und Mutter schießen sollen. Tie Feststraße er- strahlt von neuem im Glänze der Pfauenfedern, der Rangknöpfe und der gelben Jacken. Die berauschte Menge neigt sich vor dem Feldmarschallstab tief bis zur Erde. Mit kaltem, sarkasti- schein Lächeln, mit verächtlichem Zucken im Runzelgesicht sieht's der aus eiserner Ruhe zum Leben geweckte König.„Viktoria schießen sie? Freiheit rufen sie??i ciono... schlagt ihn erst mal tot, euren Kretinismus. Ein Volk, das s o regiert sein ivill. muß auch auf seine Fasson politisch selig werden!" Mit mächtigem Satz flieht das Königsroß zum Denkmal zurück. Starr blicken die großen Königsaugen wieder ins Leere, Weite. Untätig hängt neben der Satteltasche der Krückstock. Und über Stacht, als die Festbeleuchtung erloschen, das Hurragebrüll verstummt ist, war ein Wunder geschehen: der alte Fritz auf hohem Postament hat sich verächtlich um- gedreht._ Unter den Freunden des Angelsports erregt eS große? Aufsehen, daß dieser Tage öffentlich bekanntgegeben wurde, die Erlaubnis zum Sonntagsangeln müsse in Zukunft mit 3 M. Stempelgebühr bezahlt werden. Der bisherige Zustand war der, daß für die Erlaubnis zum Angeln eine Gebühr an diejenigen Körperschaften gezahlt werden mußte, in deren Gerechtsame der Angelsort ausgeübt wird, sei es an den Stromfiskus, an Gemeinden oder an Fischerinnungen. Diese Gebühr ist sehr verschieden; sie bewegt sich zwischen S— 19 M. Für die weniger bemittelten Leute, die in der Woche ihrer Be» schäftigung nachgehen müssen, kommt für dieses Vergnügen nur der Sonntag in Frage. Diesen Personen soll ihre kleine Freude be- sonders verteuert werden; sie sollen in Zukunft neben der Gebühr noch eine Sondersteuer zahlen für das Angeln am Sonntag. Der Minister für die Forsten und Domänen hat die Behörden— in Berlin die Polizeireviere— angewiesen, daß die Erlaubnis zum Sonntagsangeln stempelpflichtig ist und mit 3 Mark erkauft werden mutz. Diese Verfügung ist ganz unverständlich. Einmal begreift niemand, wie jetzt auf einmal eine solche Verfügung erlassen werden kann, nachdem bisher eine solche kostenpflichtige Stempelpflicht nicht bestand. Es muß die Frage ausgeworfen werden: Auf welche gesetzlichen Bestimmungen stützt sich diese Verfügung? Irgend welche Gesetzesveränderungen sind in letzter Zeit nicht erfolgt. Und dann soll nur die Erlaubnis zum Sonntagsangeln stempelpflichtig sein. Das ist noch sonderbarer, die Stempelpflicht an einen besonderen Tag zu binden. Maßgebend für die Stenipel- Pflicht könnte doch nur ganz allgemein die Ausstellung gewisser Quittungen oder Bescheinigungen sein, nicht aber dürfte eine Be- steuerung von der Ausübung einer Erlaubnis an einem bestimmten Tage abhängig gemacht werden tönnen. Wie wir hören, werden Anglervereinigungen in einem bestimmten Falle eine Klage provoziere», um gerichtlich die Unzulässigkeit der Verfügung feststellen zu lassen. Sie tun gut daran. Die Post am Geburtstage deS Kaisers. Sämtliche Post- anstalten des Ober- Postdirektionsbezirks Berlin sind am Geburtstage des Kaisers von 8—9 Uhr vormittags, 12 bis 1 Uhr und 5—7 Uhr nachmittags für den Verkehr mit dem Publikum geöffnet. Die Briefbestellung findet zweimal vor- mittags, die Geld- und Pakctbestellung einnial vormittags statt. Die Ursachen der ungewöhnlichen, lang andauernden Trocken- heit des vorigen Sommers find ermittelt. Die Meteorologen vom Fach mögen die Ohren spitzen und uns dankbar sein, daß wir ihnen eine Entdeckung vermitteln, die ihnen sonst wahrscheinlich verborgen geblieben lväre. Der Teltower Kreiskalender für 1912 (herausgegeben vom Verlag des„Teltower Kreisblattes") hat er- gründet, woran es gefehlt hat: am richtigen, inbrünstigen Gebet. Wohl haben noch viele im Kreis Teltow den Weg des Gebetes eingeschlagen,„haben so recht aus Herzensgrund gebetet: Herr Gott, erbarme Dich der verdorrenden Felderl" Aber die Zahl der Beter war im Verhältnis zur Masse der Kreiseingesessenen doch zu gering, um„Ihn", den„großen, gütigen, erbarmenden Gott", zu rühren. Deshalb hat„Er" die„Notzeit uns zum Segen geschickt". Er wollte uns damit plausibel machen, daß die vielen klugen �ute, die es heute gibt, mit all ihrer„Weisheit", ihren „Forschungen", ihren„neuen Offenbarungen" den Feldern. Gärten und Triften kein Wasser zu verschaffe» vermögen, wenn„Er" es nicht aus den Wolken träufeln läßt. Da haben also in dem sozialdemokratisch verseuchten Teltow- Beeskow-Storkow-Charlottenburg die Gerechten einmal böse mit den Ungerechten leiden müssen. Merkwürdig bleibt freilich, daß auch in Kreisen, in denen, wie erst jetzt wieder die Reichstags- ivahlen gezeigt haben, die frommen Beter in der großen Mehrheit sind, die gleiche Trockenheit herrschte wie in Teltow. Doch das geht offenbar den Teltolver Krciskalender nichts an. Der erscheint eben nur für die Eingesessenen des Kreises Teltow. Die Ein- gesessenen anderer Kreise mögen sehen, wie sie sich mit der Ge- schichte abfinden. Es genügt, ivenn für Teltow durch das amtliche Krcisblatt festgestellt wird, womit es gehapert hat. Wenn nun etwa, was leicht möglich ist, das Jahr 1912 sich recht fruchtbar ge- staltet, wird dann der Kreiskalender auch richtig folgern, daß der 12. Januar„Sein" Vaterherz so erfreute, daß er daS ganze Füllhorn seiner Gnade über Teltow ausschüttete? Wir wollen es abwarten. Ungültige Vorschrift von Umsatzsteuerordnungcn. Die Umsatz- steucrordnungei! unterivcrfen allgemein den Erwerb von Grund- eigentum, das im Gcmcindebezirk liegt, der Umsatzsteuer. Nun enthält die Spandaucr Ordnung über die Erhebung einer Umsatz- steuer, gleich den Ordnungen verschiedener anderer Orte, worunter sich auch Berlin befindet, eine Bestimmung folgenden Inhalts: „Die Steuer gelangt ferner auch im Falle des Wechsels im Pcrsonenbcstande oder in der Beteiligung am Vermögen von Gesellschaften mit beschränkter Haftung, Kommanditgesellschaften, Gewerkschaften, eingetragenen Genossenschaften und ein- getragenen Vereinen von deren Grundeigentum insoweit zur Hebung, als es der Beteiligung des ausscheidenden oder hinzu- tretenden Gesellschafters oder Mitgliedes entspricht." . Auf Grund dieser Bestimmung ist von Spandau und Berlin die Abtretung von Gesellschaftsanteilen einer Gesellschaft mit be- schränkter Haftung besteuert worden. Das Oberverivaltungsgericht als letzie Instanz erklärte am 25. Januar derartige Bestimmungen für ungültig und erkannte zugunsten der Kläger. Begründend wurde ausgeführt: Allerdings sei die Besteuerung des obligatorischen Rechtsgeschäfts zulässig. Aber unzulässig sei es, für eine derartige Besteuerung, wie es hier geschehe, lediglich davon auszugehen, daß die Gesellschaft im Ge- mcindebczirk Grundbesitz habe. Inserate für die Sonntagsnummer bittet die Expedition des„Vorwärts" cntlvcder per Boten oder per Rohrpost zu- stellen zu lassen, da heute um 10 Uhr vormittags die letzte Briefbestollung stattfindet. Zu dem dreifachen Raubmord wird jetzt bekannt gegeben, daß unmittelbar nach der Ausführung des MordeS dicht vor dem Hause Alte Jakobstr. 94,05 eine Nickeluhrkette gefunden worden ist, an der der Karabiner abgebrochen Ipar, Dies läßt die Möglichkeit zu, daß sie einem der Mörder gehörte, dem sie bei dem Kampfe von seinen Opfern zerrissen worden ist. Es ist eine einfache Nickelkette, die aus drei uebeneinanderliegciiden einzelnen Ketlchen besteht, die in der Mitte mit einem Anhänger zusammengehalten werden. Der Anhänqer zeigt das Sinnbild von Glaube, Hoffnung und Liebe, also in der bekannten Stellung ein Kreuz, einen Anker und ein Herz. Die Uhrkette ist zur Feststellung des Eigentümers im Kasten des Polizeipräsidiums ausgestellt.' Sollte durch diese Feststellung ein Mörder ermittelt werden können, so erhält der Rekognoszent einen Teil der ausgeschriebenen Belohnung von 3999 M. Bei der Arbeit tödlich verunglückt ist gestern nachmittag der 39 Jahre alte Klempner Oskar Gürke aus der Maxstr. 13g. Görke wollte im Auftrage des Klempnermeisters Brabandt mit einem Dach- decker zusammen auf dem Dach des fiskalischen zur Charit? ge- hörigen Hauses Luisenstr. 4 Reparaturen an einer Rinne vornehmen. Hierbei glitt er plötzlich aus und stürzte kopfüber auf den Hof hinab. Er blieb mit schweren Kopfverletzungen und zerschmetlerien Gliedern bewußtlos liegen uud wurde in die Charilö geschafft, wo er aber wenige Minuten später starb. Die Leiche wurde von der Polizei beschlagnahmt. Gürke war verheiratet und Pater eines Kindes. Wieder Einer von den„Alten". Mehr und mehr lichten sich die Reihen der Parteigenossen, die noch unter dem Sozialistengesetz für die Partei tätig waren. So starb in der Nacht vom Dienstag zum Mittwoch der Genosse Johann Diener, den älteren Ge- »ossen als Hanne Diener bekannt. Schon Anfang der achtziger Ivar Hanne Diener überall dabei, wenn von der Partei Agitationstouren, Flugblattverbreiten oder Festlichkeiten stattfanden. Nirgends hielt er mit seiner Meinung zurück. Im Dezember 1883 trat er dem Ar- beiter-BezirkSverein der Oranienburger Vorstadt und des Wedding bei. der einzigen Organisation der Sozialdemokratie des Nordens, die sich einige Zeit halten konnte. Johann Diener blieb Mitglied bis zur Auflösung. Und als der Wahlverein des sechsten Kreises ins Leben trat, da war er ebenfalls bald Mitglied desselben. Seit Jahren war er nicht mehr politisch organisiert. Durch einen kleinen Flaschenbierhandel schlug er sich kümmerlich durchs Leben. Aber nach wie vor nahm er regen Anteil an dem politischen Leben und immer vertrat er ohne Bedenken das Interesse der Partei. Die Beerdigung findet heute nachmittag S1/� Uhr von der Leichenhalle des städtischen Friedhofs, Ecke Müller- und Seestraße, aus statt. Arbeiter-Bildungsfchule. Am Sonntag, den 23. Januar, findet das 21. Stiftungsfest in Kellers„Neue Philharmonie", Köpenicker Straße 96/97 statt. Das uns vorliegende Textbuch zeigt einen Wagner-Abend an unter Mitwirkung des Berliner Volks- Chors, einer 45 Mann starken Künstlerkapelle, sowie der Solistin Frl. Lucie Haenisch(Sopran) und des Herrn königl. HofopernsängerS Max Gießlvein(Tenor). Die bisherigen Arrangements der Schule sprechen dafür, daß auch dieser Abend einer der besten zu werden verspricht, und laiin denjenigen, die einen wirkliche» Kunstgenuß haben wollen, nur empfohlen werden, dieses Fest zu besuchen, sich aber frühzeitig mit BilletlS zu versehen. Um jede Störung zu ver- meiden, werden die Saaltüren beim Beginn geschlossen, während dieser Zeit wird nicht serviert. Die Damenhüte müssen in der Garderobe abgelegt werden; ebenso ist Rauchen nicht gestattet. Pünktliches Erscheinen ist dringend geboten. Ein mutmaßlicher Kindesmord beschäftigte schon wieder ein- mal die hiesige Kriminalpolizei. Auf einem Kohlenplatz an der Stralauer Allee fand man gestern nachmittag gögen 2 Uhr die Leiche eines neugeborenen Knaben, die in graues Packpapier und einem'Bettvorleger gewickelt war. Die Nachforschungen nach der Mutter waren bisher ergebnislos. Die kleine Leiche wurde nach dem Schauhause gebracht. Seinen Brandwunden erlegen ist gestern der 81 Jcchra alte Klempner Kurt Halber aus der Tegeler Straße 39. Halber war am vergangenen Sonntag in Tegel damit beschäftigt, ein zu- gefrorenes Wasserrohr aufzutauen. Hierbei wurde er plötzlich von einem Ohnmachtsanfall überrascht und stürzte zu Boden. Er fiel so unglücklich, daß er mit dem Körper auf einen m i t glühenden Holzkohlen gefüllten Eisentopf zu liegen kam. Obwohl ihm sofort Hilfe zuteil wurde, hatte er sich schwere Brandwunden an beiden Beinen und der Brust zugezogen. Man brachte ihn nach dem Paul-Gerhard-Stift, wo er gestern nach einem viertägigen großen Schmerzenslager vom Tode erlöst wurde. Er hinterläßt seine Frau mit zwei ilcineu Kindern die. ihres Ernährers beraubt, jetzt völlig mittellos sind. Die Witwe kann zum Unterhalt vorläufig noch nichts beitragen, weil si� einem Kinde erst vor wenigen Tagen das Leben geschenkt hat. Verhaftung eitteS ungarischcn Juwelendiebes. Der Schöneverger Kriminalpolizei ist ein guter Fang gelungen; sie verhaftete gestern den aus Budapest gebürtigen 25jährigen Martin Goldschmidt, de» nach VerÜbung eines großen Juwelendiebstahls und anderer Straf. taten»ach Berlin geflüchtet war. Goldschmidt, der der Sohn wohl- habender Eltern ist und fast säintliche moderne Sprachen spricht. hatte sich bis Ende vorigen Jahres in Frankreich aufgehalten und dann von Le Havre aus die Ueberfahrt nach Amerika angetreten. Aus dem Schiffe lernte er eine junge, bildhübsche und reiche Amerikanerin kennen, die sich zu dem siattlichen und feurigen Ungarn bald hingezogen fühlte, zumal G. alle Segel aufzog, um die reiche Amerikanerin für sich zu ge- Winnen. Bei der Ankunft in Neiv Dork bezogen die beiden dasselbe vornehme Hotel und daS junge Mädchen hatte bereits zu ihrem Ge- fäbrlen so viel Zutrauen gefaßt, daß sie ihm einen Brief, der einen auf eine größere Summe lautenden Scheck enthielt, zi,r Beförderung übergab. Goldschmidt behielt jedoch die Anweisung sür sich und benutzte überdies die erste sich bietende Gelegenheit dazu, um der Amerikaneri» ihre sämtlichen kostbaren Schmucksachen«u rauben. Mit der Beute, die mehrere tausend Dollar wert ist. floh der Gauner nach Budapest, wo seine Eltern wohnen Hier begab er sich zu dem Juwelier Friedmann, dem er vor- schwindelte, er sei von seinem Vater beauftragt worden, von dem Juwelier 599 Kronen zu leihen und außerdem eine Kollektion goldener Ringe zur Auswahl zu erbitten. Friedländer, der die wohlhabenden Eltern des G. sehr gut kannte und mit diesen in Ge- schäftsverbiiiduiig stand, trug keinerlei Bedenken, dem Ersuchen des Gauners zu entsprechen, der nach VerÜbung dieses Be- Iruges nach Berlin reiste..Hier versuchte er zunächst den gestohlenen Scheck bei der American Expreß Comvany in der Charcottenstraße zu Geld zu machen. Die Ba,' beaustaudete jedoch die Auszahlung, weil der Scheck einen kleinen Formfehler aufwies. Als Goldichmidt dann wiederholt bei anderen Bank- insliluten den Scheck vergeblich zur Zahlung vorlegte, erhielt die Kriminalpolizei Kenntnis hiervon. Der Ungar wurde beobachtet und nach vieler Mühe gelang es schließlich der Schöneberger Kriminal- Polizei, die Wohnung des G. in Schöneberg zu ermitteln, wo er gestern festgenommen wurde. Bei einer Haussuchung wurden bei dem Verhafteten zahlreiche Pfandscheiue über versetzte Juwelen sowie ein Teil der in New g)ork geraubten Schmuckstücke vorgefunden. Goldschmidt wurde gestern nachmittag dem UlitersuchungSgefäiianiz zugeführt. Ein frecher Handtaschenräuber ist gestern im Norden der Stadt aufgetreten. Die Frau eines Kaufmanns aus der Chorincr Straße 52. sah. als sie gestern abend gegen 7 Uhr an der Ecke der Schönhauser Allee und der Oderberger Straße einen Straßenbahn- wagen verließ, wie ein Mann ihr in verdächtiger Weise folgte. Sie kümmerte sich aber weiter nicht um ihn. Als sie nun in ihr Haus ging, schlüpfte derselbe Mensch mit hinein. Sie wollte nun machen, dag sie schnell ihre Wohnung erreichte. Auf der ersten Treppenstufe aber ritz ihr der Mann die Handtasche aus der linken Hand und eilte damit davon. Auf das Hilfegeschrei der Frau eilten auch im Hofe beschäftigte Arbeiter herbei, die noch gerade sahen, wie der Räuber in der Richtung nach der Schwedt« Stratze zu davonlief. Er wird beschrieben als ein ungefähr 25 Jahre alter untersetzter Mensch, der einen bräunlichen Jackettanzug und eine dunkclgraue Sportmütze trug. Zur_ Frage der Einschränkung der Soimtagsnrbcit in offenen Verkaufsstellen erlätzt der Polizeipräsident folgende Bekanntmachung: Aus Eingaben und Beschwerden von Kleinhändlern habe ich eut- noinmen, dag das am 1. Januar d. I. in Kraft getretene Orrsstatut der Stadt Berlin vom 14 Oktober 1811 über Einschränkung der Sonntagsarbeit in offenen Verkaufsstellen von den Polizeirevieren ungleich gehandhabt wird. Die Reviere sind deshalb angewiesen worden, nur kür solche Geschäfte die bisherige Verkaufszeit auch serner zuzulassen, die a u s s ch l i e tz l i ch Nahruugs- und Genutz- inittel verkaufen, da nur auf diese der§ 1 des OrlsstatutS bezüglich der Beschäftigung von Gehilfen, Lehrlingen und Arbeitern an Sonn- und Feiertagen keine Anwendung findet. Für alle übrigen Ge- schäfte, auch wenn sie nebenbei Nahrungs- und Gen'utzmittel führen sz. B. Seifenhandlungen und Drogerien), ist der Z 1 des Ortsstatuts mahgebend. In diesem Sinne wird nunmehr strenge Kontrolle geübt und jede Uebertretung zur Anzeige gebracht werden. Das Polizeipräsidium teilt mit: Am 20. d. Mts. 9 Uhr abends wurde an der Endstation der Omnibuslinie 5(Bülowstratze) im Auto-Omnibus eine unbekannte Frauensperson iin bewutztlosen Zu- stände aufgefunden und nach dem städtischen Krankeuhause Am Urban geschafft, wo sie noch besinnungslos daniederliegt. Die Person ist etwa 25—30 Jahre alt, 1,53 Meter grotz, von kräftiger Gestalt, hat braunes volles Haar und hat alte breite Operationsnarbe in der Mitte des Bauches. Sie war bekleidet mit schwarzem Rock, a» dem sich vorn zwei Reihen mit je 4 Knöpfen befinden, einer schwarzen Bluse mit Spitzenkragen, weitzem Hemd ZI. T., weitzem Barchendunterrock M. T. und gelbe» Schnürschuhen ZI. D. gezeichnet, halb- langem graubraunen, kleinkarierten Winterpaletot, schwarzem runden einfachen Filzhut. Mitteilungen werden von der Kriminalpolizei zu 378IV/66. 12 im Zimmer 409 oder von jedem Polizeirevier entgegen- genommen. Die Klosterstraße zwischen König- und Siebertstraße wird wegen Pflasterarbeiten vom 26. d. Mts. ab bis auf weiteres für Fuhrwerke und Reiter gesperrt. Der„Verband der Laubcnkvlonisten Berlins und Umgegend" hielt am Sonntag, den 21. Januar, in den„Sophien-Salen" seine diesjährige Generalversammlung ab. Der Verband hat im ver- flossencn Jähre 21 Vereine gewonnen. Es ist dem Verband gc- lungen, für gekündigte und leider auch vom Generalpächter gc- maßregelt.: Kolonisten Verbandskolonien einzurichten, deren er im letzten Jahre vier anlegte. Der Verband hat für ein annähernd 300 Morgen großes Laubenland das Vorpachtsrecht erworben. Es wurde ein Antrag angenommen, der eine Versicherung der Lauben gegen Feuerschaden in eigener Regie" Vorsicht und eine Kommission gewählt, welche die näheren Be- stimmungen ausarbeiten soll. Zeugen gesucht. Personen, die gesehen haben, wie in der Nacht vom Sonnabend, den 6., zum Sonnlag, den 7. Januar, an der Ecke Gabelsbergcrstratze und Frankfurter Allee zwei Personen verhaftet und nach der Polizeiwache Proskauer Stratze gebracht wurden, werden gebeten, ihre Adresse an Max Hanisch. Frankfurter Allee 50. Hof 4 Treppen, gelangen zu lassen. Vorort- JSadmebtem Charlotte nb urg. Stadtverordnctrnwahl am morgigen Sonntag. Morgen Sonntag, den 28. Januar, finden in den Stunden von S— 6 Uhr. für den 3. und für den ü. Kommunalbezirk Neuwahlen für das S ta d tv e r o r d n e tcn ko lle g i u m statt. Die Kandidaten der Sozialdemokratie sind: Für den 6. Bezirk: Wilhelm Ahrens, Buchdrucker. Für den 3. Bezirk: Hermann Scheel, Kassenbote. Versäume lein K o in m u n a l w ä h I e r obiger Be- zirle sein Wahlrecht auszuüben! Sorge jeder dafür, daß die Kandidaten der Sozialdemokratie mit großer Majorität gewählt werden._ Nixdorf. Gin SittlichkeitSattentäter wurde vorgestern in der Person des arbeits- und wobnungslosen 28 jährigen Hermann Berger fest- genomnten. Der Unhold halte in dem Hause Lichtenrader Str. 55 ein sechsjähriges Mädchen, das aus der Schule kam, im Hausflur überfalle» und vergewaltigt. Auf das Schreien des Kindes kam ein in demselben Hause ivohnender Arbeiter hinzu, der sofort die Ver- folgung des nun Flüchtenden aufnahm. Nach einer längeren Jagd, an der sich auch zahlreiche Pasianten beteiligten, gelang eS schließ- lich, den Verbrecher nach heftiger Gegenwehr zu überwältigeir. Der Unhold wurde dem erste» Rixdorfer Polizeirevier zugeführt. Die Ortsgruppe Rixdorf des Bundes der Festbesoldeten wendet sich in einem Eingesandt der„N. Ztg." gegen den sozialdemokrati- schen Redner, der sich in der letzten Stadtverordnetenversaminlung bei Beratung des Antrages Mehle und Genossen grundsätzlich gegen die lebenslängliche Anstellung der Beamten gewendet hat. In dem Eingesandt heißt es: Vergleicht man hiermit das Wohlwollen, welches diese Partei vor den'ReichStagSwahlen in ihren Flugblättern den Beamten entgegenbrachte, so sieht man, dasz dieses große„Wohlwollen" lediglich auf dem Papier steht. Die Festbesoldcten aber er- kennen hieraus klar und deutlich:„Wo steht der Feind?!" Die Ortsgruppe Rixdorf des Bundes der Festbesoldcten muß, wenn sie die Stellung der Sozialdemokratie, wo immer es sei, ver- folgt, wissen, daß die Sozialdemokratie stets für eine notwendige Besserstellung der Beamten eingetreten ist. Zu der in unserem burcankratischen Staatswesen üblichen lebenslänglichen Anstellling der Beamten können sich sozialdemokratische Vertreter allerdings nicht verstehen. Sie befolgen dabei nur dieselben Grundsätze, die in der Sozialdemokratie ivie in der modernen Arbeiterbewegung üblich sind, indem sicb hier jeder angestellte Beamte nach einem ge- wissen Zeitraum zur Reuwahl stellen muß. Daß damit, daß wir diese Stellung auch den heutigen staat- lichen und Kominunalbeamtcn gegenüber einnehmen, das iit den Flugblättern entgegengebrachte Wohlwollen in Frage gestellt ist, wird außer der Ortsgruppe Rixdorf des Bundes der Festbesoldeten nur schwerlich jemand behaupten können. Martendorf. Die letzt« Gemeindevertretersitzung hatte sich zunächst mit dem Projekt der Durchführung der Teltower Kreisbahn, die bisher vom Bahnhof Steglitz bis zum Bahnhof Südende geht, in Zukunft aber bis Mariendorf, Kaiserstraße, Ecke Ehaussecstratze, verlängert wer- den soll, zu beschäftigen. Dem Projekt selbst lagen drei wichtige Anträge des KreiSausschusses zugrunde. Vor allem handelt es sich um die Verlegung des schon gebauten Straßenbahnbankettcs in der Ringstraße vom Bahnhof Mariendorf bis zur Kanalbrücke. Der Kreisausschuß vertritt die zum Teil von der Gemeindevertretung anerkannte Aujfassuiig, daß bei dem spitzen Winkel, den die Kreis- bahn am Bahnhof Marieudorf in die Ringstraße machen muß. eine große Verkehrsgefahr entstehe, die bei der abfälligen Uutcrführnng aur Bahnhof noch verstärkt wird; er verlangt daher, daß das Straßcnbahnbankett von der Südseite nach der Nordscite verlegt werden soll. Dies bedeutet natürlich für die Gemeinde eine ganz gewaltige Ausgabe, um so mehr, als die Ringstraße erst in der letzten Hälfte des verflossenen Jahres ausgebaut wurde. Im Laufe der langen Debatte machte der Gemeindevorsteher Dr. Prühß folgende für die Amtsführung des alten Varstehers Westphal be- zeichnende aktenmäßige Feststellung. Am 25. Juli v. I. fand in dieser Angelegenheit mit der zuständigen Behörde in Bahnbauan- gelegenheiten ein Lokaltermin statt, an der von Mariendorf der Gemeindevorstchcr nebst dem Schöffen Machon teilnahmen. Die gepflogenen Verhandlungen wurden protokollarisch festgelegt und ergaben jetzt, daß damals schon das Straßenbahnbankett aus der Nordseite verlangt wurde. Der Vertretung wurde weder das Protokoll verlesen, noch sonst etwas berichtet. Zu der Zeit war aber gerade die Straße erst in Bau genommen und es jväre da- mals eine Kleinigkeit aewesen, das Straßenbahnbankctt nach der Nordscite zu verlegen. Der Gemeindevorstchcr Westphal hat dies einfach nicht beachtet. Die Anlage blieb auf der Südseite und jetzt muß die Gemeinde die Kosten tragen. Genosse Reichardt kennzeich nctc dies Verhalten in gebührender Weise. Leider ist keine Mög lichkeit vorhanden, um den Herrn regreßpflichtig machen zu können. — Um wenigstens etivas Kosten zu sparen, einigte sich die Ver- tretung dahin: bis zur Kanalbrücke das Stratzenbahnbankett fallen zu lassen und das Straßcnbahngleis bis dahin in die Mitte der Fahrstraße zu legen. Ferner wurde beschlossen, das Straßenbahn- bankett überall, bis auf die Uebcrgänge, die Steinpflaster haben müssen, mit Rasen zu bedecken. Die zwischen Blumenweg und Kaiserstraße geforderte Weiche verlangt die Verringerung des Bürgersteiges um 40 Zentimeter, die ebenfalls genehmigt wurde. An Kosten hat die Gemeinde den einmaligen Beitrag von 100 000 Mark zu zahlen und im ferneren nur die Unterhaltungskosten des Rasens usw. zu tragen, bis auf den Umbau des Straßenbahn- banketts in der Ringstraße, den die Gemeinde gleichfalls herstellen muß. Die Errichtung eines Gewerbegerichts, das die Vertretung im vorigen Jahre zum 1. April d. I. im Prinzip beschlossen hatte, wird jedenfalls zu einem späteren Termin hinausgeschoben werden müssen, da sich der neue Gemeindevorsteher bisher noch nicht damit beschäftigen konnte. Dem Gemeindevorsteher wurde hierauf von unseren Genossen noch folgendes zur Prüfung und Annahme unter- breitet: Die Gemeindevertreterwahl für die 3. Wählerklasse im März nicht mehr an zwei für jeden Ortsteil besonderen Tagen, sondern bei der immer geringen Beteiligung in Südende an einem Tage in � einem Lokale vollziehen zu lassen. Ferner die Wahlen auf einen Sonntag festzusetzen. Bei der Begründung wies Ge- nasse Reichardt auf die Versuche anderer Kommunen hin.— Vom Genossen Günter wurde darauf aufmerksam gemacht, daß der des Sonnabends stattfindende Kartoffelverkauf der Gemeinde jetzt einen erheblichen Zuspruch zu verzeichnen habe; allein am letzten Sonnabend seien 187 Zentner in Quanten von 10— 50 Pfund verkauft worden. Es hätten bei dem Andrang wieder viele Leute leer„ach Hause gehen müssen. Er empfahl daher der Vertretung. schnellstens in Erwägung zu ziehen, ob nicht noch einmal ein Ein- kauf gemacht werden könnte, denn von den 2000 Zentnern sei nicht mehr viel übrig, und gerade jetzt bei den steigenden Preisen könne die Gemeinde für viele segensreich wirken. Marienfelde. Die diesjährige Gemeindewählerliste, die außer im Gemeindeamt auch beim Genossen Kreutzberg. Lankwitzstr. 11, eingesehen werden kann, weist 636 Wähler auf. Davon gehören zur 1. Kl. 4, zur 2. Kl. 39 und zur 3. Kl. 593. Der höchste Steuersatz in der 1. Kl. beträgt 25 490 M., der niedrigste 3365 M.; die 2. Kl. beginnt mit 2863.30 M. und endet mit 653,87 M; zur 3. Kl. gehört, wer 586,39 M. bis herunter zu 7,80 resp. 4,80 M. bezahlt. Bei dem Satze von 7,80 find bekanntlich 3 M. Staatseinkommen fingiert angenommen. Es sind in diesem Jahre in der 3. Klasse 65 Wähler mehr als das vorige mal. Es scheidet in dieser Abteilung der in hiesigem Ort als Dauerredner bekannte Herr Otto Gericke aus. Ober-Schönelveide. Di« Frage der Müllbeseitigung ist durch den Verkauf der Wühl- Heide an die Stadt Berlin äußerst schwierig geworden, indem Berlin nunmehr die Benutzung des in der Wnhlheide gelegenen Ablade- Platzes gekündigt hat. Die fernere Beseitigung des Mülls wird die Gemeinde jedenfalls auf dem Eisenbahnwege, allerdings unter er- hebliche» Mehrkosten vornehmen müssen. Von den Grundbesitzern ist geplant, das Hausmüll durch die Berliner WirtschaftSgenosseuschaft abfahren zu lassen. Wildau-Hoherlehme. Bei der Durchficht der Gemeiudewählerliste hat sich ergeben, daß fast alle Chanibregarnisten, auch solche, welche schon vor vier Jahre» mit gewählt haben, nicht in der Liste enthalten sind. Wir ersuchen unsere-Genossen, soweit sie mit solchen Kollegen in Berührung komme», dieselben darauf aufmerksam zu machen, damit noch recht- zeitig Einspruch erhoben werden kann. Diejenigen, die verhindert sind, selbst Einsicht' in die im Gemeindebureau ausliegende Liste zu nehmen, können sich an den Genossen Tänzer(Zigarrengeschäst) wenden, der sich zur Einsichtnahme bereit erklärt hat. NowaweS. Die Gemeindevertretung beschäftigte sich in ihrer letzten Sitzung fast ausschließlich mit der Frage des Grunderwerbes anläßlich der Eisenbahnhöherlegiing. Der Bürgermeister bemerkte, daß es sich hauptsächlich um Geländeerwerb zivecks Anlage der neuen Bergstraße. jetzt Moltkestraße, und zur Vergrößerung des Grundstücks der Höheren Mädchenschule handle. Herr Fabrikbesitzer Lcvy hatte sich seiner- zeit zur kostenfteien Hergabe deS zur Anlage der neuen Straße benötigten Geländes von 15 Meter Breite bereit erklärt, dieses Angebot jedoch wieder zurückgezogen, als die Gemeinde gegen die vom Fiskus geplante Verlegung der alten Bergstraße Protest erhob. Er verlangte nun. daß die Gemeinde einen 5 Meter breiten Ge- ländestreifen käuflich erwerbe. Räch erneuten Verhandlungen habe sich Herr Levy zur Aufrechterhaltung des ursprünglichen Angebots bereit erklärt, dies jedoch von der � Erfüllung gewisser Bedingungen abhängig gemacht. So wünsche er zun» Beispiel Befreiung von Landcrwerbs- und PflasterungSkosten für die neue Moltkestraße, auf Antrag Bauerlaubnis für Ge- bände an dieser Straße ohne irgendwelche Anliegerkosten, Befreiung von Kanalisationsanlagekosten in der neuen Roonftraße, Bauerlaubnis auch an dieser Straße ohne irgend welche Beschränkung, das Recht— wie solches auch für die alte Bergstraße bestand—. über die Moltke- und Roonstraße himveg unterirdische Kabelleitungeii zu verlegen, um seine an diesen Straßen belegenen Terrains mit eleitrii'chein Strom aus der eigenen Zentrale zu versorgen. Verpflichtung der Gemeinde, von ihrem Gelände in der Bismarckstraße einen vor seinen Grundstücken Nr. 17— 21 belegenen 3 Meter breiten Streifen der Eisenbahn unentgeltlich zu übereignen. Erwerb eines den Vobackiichen Erbe» gehörigen Gebäudedreiecks südlich der Bah» durch die Gemeinde und gebühren« und lastensreie Nebmignung desselben an die Eisenbahn zwecks An- läge der Moltkestraße sowie Genehmigung der Gemeinde zu einer elektrischen Hängcbahuanlage über die Biömarckstraße hinweg auf sein Fabrikgrundslück. Das von der Gemeinde für eigene Zwecke gewiinschle Terrain, nämlich erstens die vor dem Junkerschcn Grnndstück längs der Moltkestraße liegenden Geländestreifen von zirka 140 Onadrawieter, zweitens den hinter dem Junkerschen Gnind- stück liegenden Teil des Gartenlandes bis zur Höhe des Schnlgrund- slücks, etwa 400 Onaoratmeter, will Levy zum Selbstkostenpreise, d. i. 20 M. pro Ouadratmeter, hergeben.— In der Dls- kussion wandte sich Genosse N e u m a n n gegen die von Herrn Levy der Gemeinde gesetzte Frist bis zum 28. d. M. Diese sei in An- betracht der Wichtigkeit des Vertrages viel zu kurz u»d könne zu Beschlüssen siihrep, die sich später als verfehlt erweisen konnten. Auch sei der geforderte Preis von 20 M. pro Quadrat- nietcr des angebotenen Geländes zur Erweiterung des Sckml- grundstücks und für die Maske am Jmikerscheu Grundstück geradezu exorbitant. Der Ankauf des Vobachschen Gelände- dreieckS sei lediglich Angelegenheit der Gemeinde; in dieser Be- ziehung habe weder Herr Levy noch der Eisenbahnfiskus etwas zu fordern. Die geforderte nnwiderrnfliche Genehmigung zur Anlage der Hängebahn dürfe die Vertrewng nicht erteilen, auch müsse die Gemeinde an dem Eigentumsrecht an der Bismarckstraße fest- halten. In der vorliegenden Gestalt dürfe der Vertrag unter keinen Umständen die Genehmigung der Vertretung finden; es sei vielmehr angebracht, denselben an die Wegekommission zurück- znverweisen, um eine den Wünschen der Gemeinde entsprechende «enderung herbeizuführen. Der Bürgermeister erklärte die der Ge- meinde gestellte kurze Frist damit, daß zwischen Herrn Levy und der Eisenbahn gleichfalls Verhandlungen schweben, die aber rhre Er- ledigunq erst dann finden können, wenn Herr Levy mit der Gemeinde im klaren ist. Der geforderte Preis von 20 M.� pro Ouadratmeter sei nicht zu hoch. Gemeindevertreter Nathan ist bezüglich des Vertrages derselben Meinung wie Gen. Neumann. Auch er hält es ftir notwendig, daß die Gemeinde'Eigentümerin der Bismarckstrabe werde und an Herrn Levy die Forderung auf Auflassung des Terrains der alten Bergstraße, das vor dem MLllerschen Grundstück liegt, stellt. Da der Wunsch nach Aenderung des Vertrages auch von den übrigen Vertretern unterstützt wurde, erklärte sich der Bürgermeister zu einer noch« maligen«erbandlung mit Herr» Levy bereit.— Der letzte Punkt des öffentlichen Teils betraf die Entgegennahme der Auflassung eines Straßcnteils an dem neu eröffneten Teil der Zietenstraße. Die Ueoernahme der verlängerten Lützowstratze nahm die Vertretung ohne Widerspruch entgegen. Potsdam. Ein Brillantcnimitator wurde gestern berhastet. Der Berhafteie schickte gestern einen Dienstmann in ein Pfandinstitut mit ein Paar Ohrringen und forderte dafür 300 M. Der Pfandleiber schöpfte Verdacht und verständigte die Kriminalpolizei, die bald die Person des Auftraggebers ermittelt hatte. Man prüfte die Steine, die jür den Laien absolut täuschend nachgeahmt waren und sogar Fachleuten als echt vorkamen. Es bestand aber kein Zweifel mehr, es mit ge- lungenen Imitationen zu tun zu haben. Bei den Nachforschungen stellte es sich heraus, daß derselbe Jnstiwtionsinhaber bereits an- gebliche Vrillantringe, ohne den Similicharakter der Steine erkannt zu haben, in Pfand genommen hatte. Wegen Betruges fistierte die Kriminalpolizei diesen„Brillantenhändler", der nach längerem Leugnen angab, die Brillanten selbst verfertigt und gefaßt zu haben. Der„Fabrikant dieser echten Brillanten" dürfte auch in Berlin zahl- reiche Personen düpiert haben. Er ist mit dem 22jährigen Gold- arbeitcr Adolf Lang aus Böhmen identisch. L. wurde dem Unter- suchungsrichter vorgeführt._ Jugendveranstaltunge». Schölleberg. Sonntag, den 26. Januar: Besichtigung der Arbeiter« wohljahrtsausstellung üi Chavlotlcnburg. Treffpunkt vormittags 9 Uhr, am Ulitergrundbahnhos Nollcadoftplap. Der Ausschuß. Ädlersbof, Silt-Glirnlcte. Bohusdorf. Der Verein jugcnd- sicher Arb eiter und Arbeiterinnen für Adlershos und Umg eg im Lotali ab. Tagesordnung: Vortrag: nähme neuer Mitglieder. Die Versammlung beginnt Punkt 3 Uhr nachmittags und bitten wir alle Freunde unserer Sache um rege Beteiligmig. Die Mitglieder von Adlershos marschieren um 2 Uhr vom Jugendheim ab. Freireligiöse Gemeinde. Sonntag, den 28. Januar, vormittag« 9 Uhr, Pappelallee 15—17, und Rixdorf, Fdealpassage: Freirellgiöse Vorlesung. Vormittags 11 Uhr, Kleine Frankfurter Str. 6: Vortrag von Fräiliein I. Allnuum:„Religiöse Verimmgen."— Damen und Herren als Käste sehr willkoliunen. Zlligrincine Kranren- nnd Stcrbeiasse der Metallarbeiter lEinzeschricbene HUsskaffe 29, Hainburg). Filiale Baumschulenweg. oi.uab cnd, den 27. Januar, abends 6'/, Uhr, bei Käding, Baumschulen- strafe 67: Mitgliederversammlung. sp Unserem Genossen n. Genosfiii« Oi Richard Westphahl und st- Margarete Schildow die® herzlichsten Glückwünsche zur � Vermählung. 26!5b y) vis Gsimso« P des 443. Bezirks, 5. Kreis. «»ÄSSZIZi; Jf» Unserem Kollegen% Gustav Troseka| liebst seiner jnngen Frun® die besten Wünsche zur heutigen Ä Eheschtießnng! D Deine Kollegen.{$ Todes-Anzeigen SozlaMemoMübefWabiverein des 6. Berl. Reictislags-Watilkrelses. Tode-saiizcige. Am 24. Januar verstarb unser Genosse, der Schlosser Paul /Nickler Thlinieysierstr. 5. Ehre seinem Audeuken 1 Die Beerdigung sindci heute Sonnabend, den 27. Januar, nach- mittags 2'/, Uhr. von der Leichen- Halle des jtädliichcn FricdhoscS, Seestraße. Ecke Müllerstraße. aus statt. Um rege Beteiligung ersucht Der Vorstand. Rixdorf. Den Parteigenossen zur Nach- richt, daß unser Mitglied, der Metalldrücker Otto GoKlau Schiller-Promenade 13(21. Bez.) verstorben ist. Ehre seinem Andenken k Die Beerdigung findet am Sonntag, den 28. d. MIS., nachmittags 4'/, Uhr. von der Leichen- Halle des Reuen Fakobi-Kirchbofcs. Rirdori Hcrmannstraße, aus statt. Um rege Bcteilianiig ersucht vor Vorstaad. Rixdorf. Zentral-KrankenkasseiierKaarerete.. „finmilstelD zur Einigkeit". � Sonntag, den ä8. Januar,! vormittags 10 Uhr, im Lokale von O.Wolss, Kirchhosstt. 41: Wiglielies-VmWmIiilfg.' Tagesordnung: Abrechnung vom i. Quartal und JahreSbertchl; Wahl der örtlichen Verwaltung; Verschiedenes. Zahlreichen Besuch erwartet 149/1 Die OrtSverwaltnng. Kranken- uud Sterbekasse der Fuhrherr«, Kutscher und verwandten BernfSgenosse« „Eintracht" iE. H. Rr. 80) z» Berlin, Gormannstraße 28. Montag, den 29. Januar 1912, abends S1/. Uhr, im»Rosenthaler Bercinshaus-, Rosenthalerstt. 57: ------- Ordentliche------- Vellers!vei'5»mmlllog. Tagesordnung: 1. JahreS- und Rechenschaftsbericht für daS VerwallungSjahr 191l. 2. Saht des Vorstande« und der Kassenrevisoren. 3. Verschiedenes. 2640b Der Borstaub. Krankenkaffe der Hutmachergesellen flu Berlin.(®. H. 67.) Mittwoch, de» 31. Januar 1912, abends 8'/, Uhr, Große Hamburger Eft. 18/19: Kellem-Verzsmmluof. Tagesordnung: 1. Jahresbericht. 2. Kassenbericht. 3. Wahl des Vorstandes. 4. Wahl von zwei Revisoren. 5. Verschiedenes. Um zahlreiches und pünktliches Er. scheinen der Mitglieder ersucht vor Vorstand. 285/17 L. Georgelowitz. Op. Simmel Spezial-Arzt für Haut- und Harnleidea. Priuzenstr. 41,»XZz 10-2. 5—7. Sonntags 10—12. 2—4 Der Verkauf der znrttckgelieferten KJonatsgarclerobe des größten Abonnementshauses für feine Herrenbekleidung J» STOCK& Co. befindet sich von jetzt ab nur Friedrichstraße, Ecke Johannisstr., Eingang Johannisstr. Anzöge und Paletots v. 10 M. an. Allgemeine Kranken- u. Sterbekasse der deutschen Drechsler und deren Berufsgenossen(E. H. 86 Hamburg). MitgUrder-Uerjammlimge» sindcn stall: \ am Sonntag, de» Ä«. d. Mts.. vormittags 10-/. Uhr. n. i» im Gcwerkschoftshaiis, Saal g. » am Sonntag, den s«. d. Mts.. vormittazs 10-/z Uhr, *•' bei Shlert, Wiener Strohe 25. r am Sonntag, den Ä«. d. Mts.. vormittags lO'/z Uhr. v' bei B&rtscb, Alte Iakobftr. 18/19. 1) am Sonntag, den 28. d. Mts.. vormittags lO'/z Uhr, 11 bei llnmmcl, Sophielistr. 5. Tagcs-Ordnnng: 1. Geschäftliches. 2. Kassenbericht vom 4. Quartal 1911. 3. Verschiedenes. Im Dczirl I) sindct die Wahl einces Revisors statt. 265/15 Die Ortsverwaltnnge». », « »> fin (E. H. Nr. 2, Hamburg.) Oertliche Verwaltung Berlin. Tienötag. den 30. Januar, abends H'U Uhr. im Gewerkschaftshause. Engelufcr 13(großer Saal): ZKitgUsüvr-Vsrssmmwug. Tagesordnung: 1. Abrechnung vom 4. Quartal. 2. Wahl der Revisoren. 3. Stellung- nähme zur Generalversammlung und Wahl der Delegierten. SV" Mitgliedsbuch legitimiert! Ber Yonstaiid. 253/1* I.?I.: Richard Schröder, Berlin O., Tilsiter Str. 7, vom IV. NoseuttsaterHof, Inhaber: Ott« iScbUliiis. Rosenthalerstr. 11/12. Säle m. Tbeatcrbiihne, 159—490 Pers., 9 Vercinszimmer, 2 Kegelbahnen au Gcwcrlschastcn utld Vereine unter kulanten Bedingungen zu vergeben. Sonnabende und Sonntage noch frei.— Amt Norden Nr. 2438. MIMMWIIlhlNW rSuu yi4£! «KiiiiniiiiiiiiiingiiiiniitiMiiiiiiiiiiiiiMiMiiuiii|niiiiijiliiiiiiiiuimiiiuutllliu»iiii"(/'i'>uiuiiuuiuui> Theater. Sonnabend, 27. Januar 1912. Ansang 3 Uhr. Bor- Große Zirkus Sarrasani stellung. Ansang 3'/, Uhr. Kcnes SchanspielhanS. Agnes Bernauer. Llnsang 3-/, Uhr. Berliner. Torquato Tasso. Anfang 4 Uhr. Urania.* Taubenstrahe 48/40. Aus dem Leben des Meeres. Belle-Alliance. Königin Luise. Luise». Frau Holle. Rose. Frau Holle. Ansang 7-/., Ubr. K. Schauspielhaus. DieEntsühmng aus dem Serail. Tcntichcs. Tnrandot. Havcrland. Spezialitäten. Zirkus Busch. Gala-Vorstellung. Zirkus Schumann. Gala»Vor« stellung. Zirkus Sarrasani. Gala-Bor- stellung. iilntang 8 Ubr. Urania. Tanbruftrahe 48/40. Bon Meran zuin Ortler. K. Opernhaus. Der große König. Kammrrspiele. Eine glückliche Ehe. Lrtsing. Gudrun. Rcues Schauspielhaus.?iat zuLtitra. Rrstdrnz. Alles für die Firma. Knrsürsteiiopcr. Der Schmuck der Madonna. Kainiiche Over. Nigolctto. Westen. Wiener Blut. Lnftfpielbaus. Die Damen des Regiments. Berliner. Große Rosinen. stencs Overetrc». Eva. Schiller O. Der Weg zur Hölle. Sch'Ner-(svarlottenvurg. Der Kilomctcrsrcsser. Fried r.- Wilh. Schauspielhans. Taisun. Reue?. Die kleine Freundin. Luisen. Berlin O. Rose. Salon und Kloster. Koniggrätirr Stras.e. Die sü.rs Franlsurtcr. Kleines. Lottchcns Geburtstag. Gentz und Fanny Elßlcr. Hocken- jos. Metropol. Die Nacht von Berlin. Triauo». Das kleine Eass. Thalia. Polnische Wirtschaft. Gasino. Der Kamps umS Dasein. Stvotlo. Spezinliriicii. tviisiigr. Spezialitäten. Herrufeld. Schmerzlose Behandlung. Da? Kind der Firma. Reichs»., lle». Stcttincr Sänger. Konigstadt-Kasinv. Im Taumel dcS Glückes. Spezialitäten. Wintergartc». Spezialitäten. Ansang Uhr. FolirS Eaprice. Maiidelblüth's Pollcrabend. Losgelassen. Wassen- Übung. Walhatta. Teufel, das hat einge- schlagen! Noact. Die Bcillcrin und ihr Kind. Boigt. Geschlossen. Auiaiig«,/, Uhr. Renes BolkSthrater. Frißchen. Der zerbrochene Krug. Belle-ZUIiancc. Trilby. • Sternwarte, Jnvalidenstr. 57— 62. Seliiller-TliealerO.�"""' i Tkcalcr. Sonnabend, abends 8 Uhr: Der Wey«iir Hollo. Sonnlag. nachm. 3 Ubr: Hop Pi-obckniuliflat. Sonn lag. abends- 8 Ubr: »op Pi-obepfell. Montag, abends 8 Uhr: Dop Wey im* Hölle. Seiiüler-Tlieater Chab�;,.en- Sounabciid, abends 8 Uhr: Dop KlIoMieteplpeimcp. Sonntag, nachm. 3 Uhr: Haria Stnsirt. Sonnlag. abends 8 Ubr: Emilia fcialotti. Montag, abends 8 Ubr: __ Dcp Ppobcprcil. Ab 8 Uhr: 5fW" lictztc Tage!' 9U Die grandiose» Spczialitiiten. 0 Uhr: Rur noch kurze Zeit! io Sein Hrrzensjnngc. berliner �tiester. Abends 8 Uhr: Große Itosineu. 8 Uhr: vis S siMitkurler. Neues Theater. Mends 8 Uhr: Hl« Iilclao Ppcundin. Sonntag nachmittag 3-/, Uhr: Das Mädel von Montmartre. Residenz-Theater. Direktion Richard?llcrander. AbendS 8 Uhr: Alles für die Finna. (Äims des fennnos.) Schwank in 3 Allen von M. Hennequin u. G. Mitchell. Für die deutsche Bühne bearbeitet von Botten-BaeckerS. Morgen u. solg. Tage: AMesl. d. Firma. Theater des Westens. WendZ 8 Shr: Wiener Btut. Sonnt, nachm. 3-/, Uhr:»patiiiiva. Sonntag 8 Uhr: Wiener Blut. Moni. 8 Uhr: Russisches Ballett. Bellealliance=Yheater. 4 Uhr: Königin Luise. 8-/z Uhr: Trilby. ViortlctzteS Gastspiel Ferdinand Bonn. Ab Donnerstag, l. Februar, täglich: tlapoteon Svoaparte und seine Frauen Lmien-Theatcr. Sonnabend 4 Uhr: Frau Holle. Abends L Uhr: k'-opl-i,«. Sonntag nachmittags 3 Uhr: Wir tanzen durchs Lebe». AdLS. 8 Uhr: Der'Berfchwender. osc-inc�ie Große Irantjurier Str. 132. Nachmittags 4 Uhr: Fra» Holle oder: Gold- marie und Pechmarie. Abends 8 Uhr: Salon und Kloster. Sonntag 3 Uhr: Zwillinge. 8 Uhr: Salon und Kloster. lMpI-IiMlSs. Ansang 8 Uhr. Rauchen gestattet. Die MI von Berlin! Große Jahresreoue in 7 Bildern von JnI. Freund. Musik von B. Holländer. In Szene geseht vom Dir. N. Schulh. Morgen nchm. 3Uhr: Mist Helvett. Habapott aa<1 Vlioatop. Jeden Mittwoch, Sonnabend. Sonntag: Theater üll-ßerün BIumcnNtP. IO. Anfang S'l, Uhr. Sonntags 7 Uhr. Trianon-Theater. Täglich abends 8 Uhr: Das Ideme Cafe. Admir&l '/feißahnholS Eis-Arena. Nachmittags: HllitUp• Konaert. Kunstlaui■ Produktionen. Abends die Novitäten: Tänae ct. d. Eise, Bheiu- i tänder, Russisch, Engl, Alt-Wiener Walzer und„ I>le kleine Charlotte.! Der norwegische Meisler Harry Puulsen | sowie d. prächt. Eisballett| Alpcnzanbcr. Bis 6 ülir u. von 10%[ | Ubr halbe Kassenpreise j Restaurant 1. Ranges. Zentralverband der Bäcker und Konditoren Krbeiter-ßesanp.„lorgengrauen" KS Sonntag, 28. Jan., in„Mörners Festsäien", Koppenstr. 29 Der Meistersinger v. Nürnberg. Schauspiel mit Gesang X 3 MusikkapeUen Hiermit laden wir unsere Freunde und Gönner zu einem fröhlichen altdeutschen Feste ein. Basalte Nürnberg mit seinen ehrwürdigen Türmen und Giebeln, seiner gewaltigen Burg, seinen Folterkammern, aber auch mit seinen poesieumwobenen Stätten, der Katharinen- kirche, dem Bratwurstglöckle, den Patrizierammorn und nicht zum letzten dem grünen Anger, wo die Meistergesänge erklangen und die Jugend den Roigen tanzte, wird uns für einen Abend in seinen Mauern beherbergen. Edellcutc, Raisschreiber. Handwerker aller Art, die Kaulmann- schatt. Landsknechte, Raubritter, Herolde und sonstiges Getriebsame werden sich in großen Gruppen vereinigen; sie bilden einen großen historischen Festzug: mit symbolischen Prachtwagen. 40/2 Nach dem Bühnenfestspiel und dem Festzug; ~ Ora FesibaEi uns§ Tomboia.-- Di-* Festzeitung mit Programm und Fettzug-Erklärung wird an der Tageskasse für 10 Pf, verabreicht. Im BrafwurstglSckle dürfen ganze und halbe Würste nicht auf den Fußboden geworfen werden. Für Klagen über zu große Würste liegt das Beschwerdebuch aus. Auch ist in der Folterkammer die„eiserne Jungfrau" nicht zu belästigen. Preußisch sprechen verboten! Das Fest wird geleitet vom Genossen Kanofsky. Saalöffnnng 3 Uhr. Billett 75 Pf. Um zahlreiche Beteiligung bittet Das Feslkomitoe. Lwssa=Park. Ausschank von „Triumph ator" aus dem Münchenor Bürger- Bräu. „Wintersportfest" In Hepchtcsgadcn. Volksbelustigungen, sonst. Attraktionen. 3 Kapellen. „CLOU" Berliner Konzerthaus, Mauerstr. 82 Zimmerstr. 90/91. Großes Konzert I!! Zillerthaler und Tcgernseer Sänger, Plattier und Jodler!!! Anstich von 3 Königsbräu, dem kästlichsten aller Müiichener Doppelbiere. Anfang 8 Uhr. Anfang 6 Uhr. An allen Wochentagen nachmittags; Gr. Pronienadcn-Konzci't bei freiem Eintritt. Urania. Wissenschaftliches Theater. 4 Uhr: Aus dem leben des Meeres. 8 Uhr: Van Meran ziim OHier. Zirkus A. �chnm aim Sonnab., 27. Jan, abend« T'/j Uhr: tiala-Vopstellnng. Große» Feucpwerk. I Auserwähltes Gala-Programm 1 und 9 Uhr das neueste, noch 1 nie dagewesene, nicht zu | übertreffende Ausstattungsstück der Gegenwart: Das Moiorpferd in 5 Akten. [Sonntag in beid. Vorstellungen j nachm. 3 Uhr, abends 7'/, Uhr: I Das Hotorpicrd. Nachm. j endet das Ausstattungsstück j mit dem 4. Akt. Nachmittags j 3 Uhr ein Kind unter 10.Iah- ) ren frei auf allen Sitzplätzen. arrasaoi Seiöliauser Ailee. Telephon: Nord 4100 Sonnabend und Sonntag E Vorstellungen" 0 Nachmittags zahlen Kinder auf allen Plätzen, Militärs bis zum Feld-] wobei auf allen Sitz-| platzen halbe Preise. Vorverkauf a. d. Circus- kasse und■— nur für 1 abends— an sämtlichen Billettverkaufsstellon v. A. Wcrfhclm leise Welt; Hnacnlicide 108-114. Täglich: Bockbierfest in den bayerischen Alpen. 4 Kapellen. 30 bayerische Mad'l. Anfang 7 Uhr.— Entree SO Pf. Das Kind der Firma mit Avlon u. Donat Herrnfelüin den Hauptrollen. Vorher: Königstadt-Kasiiio. Ecke Holzmarkt- u. Alexanberstraße Bis 1. Februar täglich: Im Taumel des Glückes. Volksstück in 2 Bitbern. Die erstklassige» Spezialitäten Jeden I. u. 18. Programmwechsel. Zirkus Busch Sonnabend, 27. lan., ab. 7'/z Uhr; Große Galavopstcllang. Gastspiel Gertnr. Arnold Bie Hexe. Besonders horvorznheben: Der Traum des Hexenmeisters (eine Darstellung des Volksaberglaubens jener Zeit). Vorher: Taft!'-Agg Das unlösbare Rätsel! Sandi-Siwel and Amata(Javaner). Hr. Schumann, Meisterdrossur., 3 Schwest. Blumenfeld, Kunstreiterinnen, und das grolle Gala-Programm. Passage-Theater. lictztc Tage: Miriam Korurite S.Ä ,-Die Falle" Mite. Marcussia The Meteors Lina Loos dhü 10 neue MM«! Heute und morgen Aolkstage. Jedermann ein Uisid frei! Jedes Kind erhält ein Geschenk! BeiöenFeuerrresseFii Fcbcnd! liebend! Die wilden Essauas. Karawane sudanesischer Heul- und Feuer-Fakire in ihrem Originaldorfe. Olme Extra-Enlree. Casino�Tlieatee Lothringer Str. 37. Anfang 8 Uhr Der nröfffc Dveatererfolg J Täglich auSverkaiist. Der Kampf ums Dafkiil. Aktuell l Dem heutige» Leben ent- nomine». Allabendlich tosender Beifall l Boigt-Theater. kNelnndbriiimen Badstraße 58. Morgen Soniitag, den 28. Januar: Nachmittags 3 Uhr: Das Glück des Lebens« AbendS 7 Uhr: Der Lnmpeusainmler von Parts. Mittwoch, 7. Februar: Zum Benefiz für Baumeister: Ein armer Edelmann. Jf nffentröffn. 10 Uhr. Stuf. 8«. 7 Uhr. Helchshallen-TIiealer. Stettiner Sanger. Wen! NcnJ Pantoffel-Helden. Burleske v. Reichardt. Ansang S Uhr. Sonntag 7 Uhr. !IJI Anfang 8 Uhr. Vorverkauf 11-2 Uhr. Noacks Theater. Direktion: llobort Hill. Berlin N.. Brinmenstraße 16. Die Kettlmu und ihr Kind. Schauspiel in 5 Akten von Meißner. Ansang 8'/4 Ubr. Bons usw. gültig. Morg en: Dieselbe Norstellung. Folies Capriee. Täglich 8'/. Uhr: Losgelassen. Waffenübung. MandelblüthS Polterabend._ Für den Inhalt der Jnterare übernimm« die Redaktion dem Publikum gegenüber teinerlri Birgntwortnus, Deutscher Metallarbeiter-Verband Verwaltungsstelle Berlin. TodesaviBclircn. Den Kollegen zur Nachricht daß unser Mitglied, der Drücker vttn(M!äu am 24. Januar an Lmigenlciden gestorben ist. Die Bcerdiaung sendet am Sonntag, den 28. Jamia.". nachmittag» 4'/, Uhr, mm der �nchcn- hnllc des neuen Jakobi-Kirch hoses in Nixdors, Hermannstraße, aus statt. � 1H/7 Ferner starb unser Mitglied, der Maschinensornier Alfred Germersdorf. Die Beerdigung findet am Sonnabend, den 27. Januar, nachmittags Z'/z Uhr, von der Leichenhalle des Gcthsemanc-Kirch- Hofes in Nordend aus statt. Ferner starb unser Mitglied, der Metallarbeiter Paul Binder am 22. d. M.(Freitod). Die Beerdigung findet am Sonnabend, den 27.Januar, nach- mittags 2 Uhr, von der Leichen- Halle des Nindorfer Gemeinde- Kirchhofes, Maricndorfer Weg, aus statt._ Ferner starb unser Mitglied, der Dreher BiiKo Bischoff am 24. d. M. an Lungenleiden. � Die Beerdigung findet am Sonntag, den 28. Januar, nach- mittags 3 Uhr, von der Leichen- Halle des Thomas-Kirchhofes in Nixdors, Hermannstrahe, aus statt. Ehre ihrem Andenken Z Rege Beteiligung erwartet Die Ortsverwaltung. Zeßtral-Kranken- und Sterbe- kasseil.deutsMasenliauei' Filiale Nixdorf. Am 24. Januar starb unser langjähriges Mitglied,' der Rohr- leger �icdarä Lässig. Ehre seinem Andenken! Die Beerdigung findet am Sonnabend, den 27. Januar, nach- mittags 3 Uhr, von der Leichen- halle der Kreuz- Gemeinde i» - Mariendorf aus statt. Die Ortsverwaltung. Am Donnerstag früh II1/. Uhr entschlief sanft mein lieber Mann, unser unvergeßlicher guter Bater, Schwiegervater und Großvater, der Schneidermeister Rudolf Jeworski im 66. Lebensjahre. 2644b DicS zeigen tiesbetrübt an Oie trauernden Hinterbliebenen. Die Beerdigung., findet am Sonntag, den 28. d. M., nachm. 31/, Uhr, von der Kapelle des Jerusalem s-Kirchhoses, Rixdorf, Hermannstraße, aus statt. Todes-�iiieige. Allen Freunden und Bekannten die traurjge Nachricht, daß unsere Tochter Haase nach kurzem Krankenlager ver- starben ist. Die Beerdigung findet am Sonntag, nachmittags 3 Uhr, v on der Leichenhalle der ZivnS-Gc- meinde, Nordend, aus statt. Um stilles Beileid bitten tievi-x? Haaso nebst Frau und Kindern, Schwedter Str. 226a. Verband der freien Gast- und Schankwirte Deutschlands. Zalilstelle Berlin. Den Mitgliedern zur Nachricht, daß die Frau des Kollegen ölarr, Pauliue ä Pettenkoserstr. 34(Bezirk 3) verstorben ist. Ehre ihrem Andenken! Die Beerdigung findet heute Sonnabend, den 27. Januar, nach. mittags I1/, Uhr, von der Leichen- halle des Zentral- Friedhofes in Friedrichsselor«us statt. Um rege Beteiligung ersucht 72/6 Oie Ortsverwaltung. Für die zahlreichen Kranzspenden und innige Teilnahme bei der Bc> erdigung unserer lieben Tochter Ella sagen wir allen Freunden und Be- kannten, insbesondere den Kollegen der Brauerei Hilscbein, den Mit- arbeiterinnen der Verstorbenen, der Arbeiterjugend und der Frau Jeehe für die trostreichen Worte am Sarge unseren herzlichsten Dank. Die liefbetrübte Familie Lodert Hsrtmmul. 8xtra- Verkauf von Leinen- und Baumwolivaren zu besonders billigen Preisen. Besonders preiswerte Tischwäsche. , u. Tafeltücher in Drell TlSChlUGlier und Blumenmuster 0(1�. i lauiiuuici stück 6 � 4 50 bis ÖU Pf. Comriaffan z- d. Tischtüchern passend t 35 OCI Vlclicll Dtzd. 8,50, 6,75 bis*-M. Tiscil-Geaetke s'ÄÄr 5.'S Tisck-CeaeckeÄSifÄSb 8.1 __,, weiß od. buntkantig Kaffee-Gedecke-e od. 12 75 Gedeck 12,00, 9,50b.«»M. Meedecken SktÄÄ. 85« Besonders preiswerte Bettwäsche. __ ,, bunt, 1 Deckbett und Be'Garn ur 2«issen, fertig genäht y SO «sumsuR 5 75 4,50 bis••M. __ ,, weiß Linon o.Hemden- Bß-Garn UF tuoh' 1 Deckbett und 9 95 0CII uniuuui 2Kissen S,: ktln Laden, u Verantwortlicher Redakteur:«liiert k'acki».«erlrn. Kür den Inseratenteil perantw Tb Glocke.'Urrlin Druck u. Verlag: Borwürt« WwZ-HsMil Die besten Winter. Paletots und 3-400 getragene Anzüge für Herren, Smoking. Anzüge. Frack- anzöge, sowie von Kavalieren ge- tragene, sastneueSachen(a.Seide). sür jede Figur passend, in grSOter Auswahl zu unübertroffen» billigen preisen. 1Tr.,dcshalbbilliger wieim Laden __ Buchdruckerei u. Verlagsanstalt Paul Singer u. Co., Berlm'LW. zu! Jod. Herra, der sich eleg. iL bilL kleidon will, empfehle eleg. Mo- natsgarderobe in feinsten Werkstatt. Berlins geaib., von Herr- __ TA 1. 0',._____ Monats-Rock- Anzüge 10,'t2,'l6,'20 m! Monats-Wint-Paletots 8,. 10, 14, 18 M. Monats-Herron-Hosen 2,50, 6,00 M. Warme Winter-Joppen v 4,50 M. an. GroBe Abteilung neoer Garderobe. Moldauer, Bitte genau aul Ho. 98 zu achten 1 ilt.22. 29. Jahrg. KeiiM Ks„ Injfip fiit Sien ml Weßc«. 27. ZltttMlSIS. 8o2iales. AuS dem Ausschuß des Berliner KaufmannSgerichtS. De� Ausschuh des Berliner Kaufmannsgerichts erledigte in seiner Sitzung am Mittwoch die Anträge, welche darauf abzielen, eine Abänderung und Berbesserung des Tienstrechtcs der HandlungS- gehilfen herbeizuführen. Bei dem Punkt Zeugnis und Auskunft wurde beantragt: 1. Der Handlungsgehilfe hat Anspruch auf das Zeugnis vom Tage der Kündigung an. 2. Liegt zwischen dem Tage der Kündigung und dem der Beendigung des Dienstverhältnisses ein Zeitraum von mindestens einem Monat, so kann Ergänzung des Zeugnisses ver- laugt werden. 3. Das Zeugnis bezeichnet nicht die Dauer der Bc- fchäftigung, sondern die Dauer des Dienstverhältnisses. 4. Der Handlungsgehilfe kann wählen, ob das Zeugnis auf die Leistungen, oder die Führung, oder auf beides ausgedehnt werden soll. 8. Das Lehrzeugnis ist sechs Wochen vor Beendigung der Lehrzeit aus- zustellen. 6. Der Inhalt der Auskünfte, welche über den Inhalt der Zeugnisse hinausgehen oder von denselben abweichen, ist dem Gehilfen auf Bcrlangen schriftlich mitzuteilen. 7. Erlängt ein Handlungsgehilfe trotz Bemühung keine Stellung, und es stellt sich heraus, daß ein früherer Geschäftsherr unwahre Auskunft über ihn erteilt hat, so gilt für die Schadensersatzansprüche des Gehilfen die RcchtSvermutung, daß die Stellenlofigkeit auf dt« falsche Aus- kunft zurückzuführen ist. Die Antragsteller führten in der eingehenden Begründung dieser Anträge u. a. aus: Schon heute stehen die Kaufmannsgcrichte auf dem Standpunkte, daß das Zeugnis vom Tage der Kündigung an dem Gehilfen auszuhändigen sei, damit er sich auf Grund desselben eine andere Stellung suchen kann. Bevor aber das Gericht zugunsten des Handlungsgehilfen entschieden hat, ist die Zeit für den Austritt in den meisten Fällen verflossen, ohne daß eine neue Stellung gefunden ist. Der Handlungsgehilfe hat Zeit zur Stellungsuche nmsonst vergeudet, weil er ohne Zeugnis aus der letzten Stellung kein Engagement findet. Wird der Angestellte zu Unrecht entlassen, so steht in dem Zeugnis der Tag der Entlassung, trotzdem das Gehalt bis Schluß des Monats oder darüber hinaus gezahlt und zu zahlen war. Der Antrag zu 3 will dem einen Riegel vorschieden, damit der Chef, welcher den Gehilfen engagieren will, nicht glaubt, der Austritt aus dem früheren Geschäft sei mitten im Monat erfolgt, weil 1»er Gehilfe Grund hierzu gegeben habe. Deshalb solle nicht die Dauer der Beschäftigung, sonScrn die Dauer des Dienstver- hältnisses im Zeugnis stehen. Nach der Fassung des§ 73 des Handelsgesetzbuches ist das Zeugnis auf Verlangen des Gehilfen auch auf die Führung und die Leistungen auszudehnen. Man lege das dahin aus, daß der Prinzipal nicht verpflichtet fei, ein Zeugnis zu geben, indem nur entweder die Führung oder die Leistungen bescheinigt werden. Es gäbe aber Fälle, in welchen dem Angestellten daran liegt, nur die Führung oder nur die Leistungen bescheinigt zu erhalten. Aus diesem Grunde soll der Angestellte entscheiden, ob er da? Zeugnis nur auf Führung oder Leistungen oder auf beides ausgedehnt wissen will. Nach 8 80 deS Handelsgesetzbuches„ist dem Lehrling nach Be- cndigung des Lehrverhältnisses ein schriftliches Zeugnis vom Lehr- Herrn über die Dauer der Lehrzeit und die während dieser ex- wordenen Kenntnisse und Fähigkeiten sowie über'sein Betragen auszustellen." Sehr häufig wird mit dem Tage der Beendigung der Lehrzeit der Lehrling entlassen und ist dann stellungslos. Um diesem Mißstande zu begegnen, solle der Lehrling berechtigt sein, das Zeugnis sechs Wochen vor beendigter Lehrzeit zu verlangen.— Damit der Geschäftsherr sich Unannehmlichkeiten erspart, wird drtn Angestellten häufig ein annehmbares Zeugnis ausgestellt, hinterher aber eine schlechte Auskunft erteilt; die unter den Kauf- leutcn als diskret gilt. Der Gehilfe erfährt nie, welche Auskunft fein früherer Chef über ihn erteilt hat. Diesen Unfug will der An- trag unter Ziffer 6 beseitigen. Weiter soll zugunsten des Gehilfen auch, falls er durch die falsche Auskunft seines früheren Chefs leine neue Stellung erhält, für die Schadensersatzklage die Rechts- Vermutung gelten, daß die Stellenlofigkeit auf die falsche Auskunft zurückzuführen ist. Diese Klagen seien nicht beim Kaufmanns- gcricht, sondern beim ordentlichen Gericht anzubringen, da sie keine Streitigkeiten aus den Dienst- oder Lehrverhältnissen darstellen. Nach dem heutigen Stand der Rechtsprechung sei es dem Gehilfen fast unmöglich, seine aus falscher Auskunfterteilung herzuleitenden Ansprüche geltend zu machen. Di« Anträge wurden von sämtlichen Gehilsenbeisitzern sowie dem sozialdemokratischen Kaufmannsgerichtsbeisitzer befürwortet, dagegen von den bürgerlichen Kaufleutebeisitzern energisch bekämpft. Letztere führten u. a. aus, diese Anträge tragen nur zur Ver- hctzung zwischen Prinzipalen und Angestellten bei! Gewiß gebe es unter den Kaufleuten unsaubere Elemente; diese seien aber auch bei den Gehilfen zu finden und letzteren würden durch diese An- trage nur die Wege geebnet. Es kam hierbei auch zur Sprache, daß verschiedene Firmen ihre Angestellten maßikegeln, trotzdem die- selben sonst ihre Schuldigkeit tun, nur weil sie mißliebigen Vereinen angeboren. Die bürgerlichen Kaufleuttbeisitzer entgegneten hierauf: „Wer einem Berlande angehört, muß auch die Berantwortung dafür tragen." Bei der Abstimmung wurde Punkt 1 mit 12 Stimmen(10 Ge- bilfenbeisitzer. der sozialdemokratische Kaufleutebeisitzer und der Vor sitzende stimmten dafür, die 0 bürgerlichen Kaufleutebeisitzer da gegen) angenomulen; Punkt 2 mit 10 gegen 10 Stimmen abgelehnt der sozialdemokratische Kaufmannsbeisitzer enthielt sich der Stimmet; Punkt 3 mit 11 gegen 0 Stimmen angenommen(der Vorsitzende enthielt sich der Stimme); Punkt 4 mit 12 gegen 9 Stimmen an- genommen; Punkt ü einstimmig, Punkt 6 mit 11 gegen 10 Stimmen, Punkt 7 mit 11 gegen 0 Stimmen augenemmen(der Vorsitzende enthielt sich der Stimme). Weiter kam folgender Antrag zur Verhandlung:„Die Ver- vflichtung des Prinzipals, zur Regelung des Geschäftsbetriebes und der Arbeitszeit, um den Gehilfen gegen eine Gefährdung der Ge- sundheit zu schützen, ist dahin auszudehnen, daß dem HandlungS- gehilfen nach einjähriger Dienstzeit ein Urlaub von mindestens U Tagen unter Fortzahlung des Geholtes zu gewähren ist."— Begründend hierzu wurde ausgeführt, zum großen Teil werde schon beute den Angestellten ein Sommerurlaub gegeben, und vom hygie- nischen Standpunkt ans müsse der Urlaub gefordert werden. In Oesterreich habe dieser Antrag bereits in erweiterter Form Gesetzes- kraft erlangt. Auch gegen diesen Antrag wandten sich sämtliche bürgerlichen Beisitzer mit der Motivierung, daß wohl die großen Warenhäuser, Banken und Geschäftshäuser den Urlaub geben könnten, nicht aber die kleinen Geschäfte, welche 1 und 2 Angestellte beschäftigen.— Der Antrag wurde mit 11 Stimmen ßegen die 0 Stimmen der bürgerlichen Beisitzer angenommen und hierauf die Weiterverhandlung auf den 7. Februar vertagt. Nichtige Bnstellungsverträge. In der Sonnlagnummer deS„Vorwärts" gaben wir einen Bericht über eine Verhandlung vor dem Kaufmannsgericht wieder, in der die Firma Gärtner u. Co. mit einer Klage gegen den Hand- lungsgehilsen Wilke wegen Vertragsbruch abgewiesen wurde. Der Handlungsgehilfe W. teilt uns noch mit, daß er seine Stellung bei genannter Firma nur deshalb aufgegeben habe, weil er sich durch eine unpassende Acußerung des Inhabers schwer beleidigt suhlte. TaS Weihnachtsgeschenk ist vom Lohn nicht abziehbar. In manchen Gewerben besteht noch die Gepflogenheit, am Weihnachtsfest die Angestellten für ihre geleisteten treuen Dienste durch eine Extragratifikation zu belohnen. So mancher Unternehmer glaubt nun. daß er sich mit dem Weihnachtsgeschenk auch die ArbeilS- kraft feines Arbeiters für die Zukunft gesichert hat. Durchan« nicht selten begegnet man der Auffassung, daß der Unternehmer, wenn ein Arbeiter unmittelbar nach den Feiertagen daS Arbeitsverhältnis löst oder doch zur Lösung desselben Anlaß gibt, berechtigt wäre, das „Geschenk" zurückzufordcrn und sich am Lohne schadlos zu halten. Dieser Ansicht war auch der Fleischermeister Otto Günther, gegen den der bei ihm beschäftigt gewesene Geselle H. beim JnnungSschiedsgericht als Kläger auftrat. Der Beklagte hat den Kläger am 13. Januar entlassen, weil er die Meisters- nichte angeschnauzt haben soll, uns ihm das erhaltene Weihnachtsgeschenk im Betrage von 10 Mark vom Lohne ab- gezogen. Wegen dieses Lohnabzuges und einer Entschädigung von 6,70 M. für die Kündigungsfrist war die Klage erhoben worden.— Das Schiedsgericht wies den Kläger mit dem Entschädigungsanspruch a b, weil dieser auf das Angebot des Meisters, die Kündigungsfrist abzuarbeiten, nicht eingegangen ist und sich somit den Schaden selbst zugefügt hat; doch wurden ihm die vom Lohn in Abzug gebrachten 10 M. zugesprochen. Das Schiedsgericht ließ eS dahingestellt, ob der Beklagte überhaupt zur Rückforderung des Weihnachtsgeschenkes be- rechtigt ist, vom Lohne darf es aber keinesfalls abgezogen werden. da solchen Lohnkürzungen die Bestimmung des ß 394 des Bürgerlichen Gesetzbuches im Wege steht._ Der schlechte Rat deS Polizeileutnants. Die Verkäuferin K. war seit Anfang Oktober beim Fleischer- meister L o o f beschäftigt. Am 8. Januar wurde sie, nachdem fich der Meister bei dem Leutnant deS für ihn zuständigen Polizeireviers Rat geholt hatte, entlassen und klagte nun beim JnnungsschiedS- geeicht auf 41 Mark Entschädigung. Der Bellagte machte geltend, daß die Klägerin den Kops voll Ungeziefer gehabt hätte und ihm somit nicht zugemutet werden konnte, sie noch weiter zu beschäftigen. Die Klägerin hielt dem entgegen, daß sie sauber zu dem Beklagten gekommen sei und erst in der Zeit der Beschäftigung bei ihm daS Ungeziefer bekommen hätte. Die beiden Mitarbeiterinnen der Klägerin wurden darüber als Zeugen vernommen. Sie vermochten jedoch nicht zu bekunden, daß die Klägerin schon init dem Ungeziefer behaftet die Stellung angetreten hätte. Als sie bei der Klägerin das Ungeziefer bemerkten, waren sie alle drei damit behaftet. Ja, eine der Zeuginnen hatte sogar das Ungeziefer früher an sich bemerkt, bevor sie ihre Feststellungen bei der Klägerin machte. Das Schiedsgericht kam einstimmig zur Verurteilung des Beklagten. Die AuStünfle der Polizeileutnants, meinte eS, sind manch- mal recht wunderliche. DaS Schiedsgericht steht trotz der Polizei- lichen Auskunft auf dem Standpunkt, daß die Entlastung der Klägerin unbercchtigterweise erfolgt ist._ BrtrauenSärzte. Als Vertrauensärzte beim Schiedsgericht für Arbeiterversichc- rung Stadtkreis Berlin für das Jahr 1912 amtieren die Herrn Geh. Medizinalrat Dr. Becker, Sanitätsrat Dr. Köhler, Sanitäts- rat Dr. Wagner, Sanitätsrat Dr. Hehl, Dr. Engel und Dr. Erwin Frank.— Die Arbeitcrvertreter der Beisitzer des Schiedsgerichts haben nur für die Herren Dr. Engel und Dr. Erwin Frank ge- stimmt, da nur diese beiden Aerzte und namentlich der letztere das Vertrauen der Arbcitnehmerbeisitzer haben. Genebte- Zeitung. Sammeln— Betteln I Unter dem Sozialistengesetz feierte die gerichtliche Jnterpretationskünstelel tvahre Orgien. Es gab kaum irgend eine Handlung oder Unterlassung eines Arbeiters, aus der nicht eine der staatsanwaltschaftlichen Hobel-, Preß- und Dehn-Fabriken eine Straftat konstruiert hätte. So wurde das Fechten der Handwerksgesellen auch dann als„Betteln" erachtet, wenn um die ortsübliche Gabe angesprochen wurde. Das Reichsgericht erklärte sich scharf gegen diese Vorbildung der Sprache und Begriffe. Das half eine Weile. Dann kam Ende der achtziger Jahre ein Assessor aus Köpenick auf den sublimen Gedanken, das Sammeln zur Unterstützung eines Streiks als Betteln zu erfassen. Der„Bettler" aus Friedrichshagen wurde verurteilt. Das Land- gcricht hob die Verurteilung auf, sprach den Streiklisten- sammler frei und legte die Kosten der Verteidigung der Staats- lasse auf. Der Verteidiger hatte boshaft dargelegt: wenn die Behauptung der assessoralen Begründung zuträfe, es bettle jeder, der, ohne einen Rechtsanspruch zu haben, zum Unter- halt für sich oder andere ettvas annehme, so sei ja der Assessor selbst, der, ohne einen Rechtsanspruch hierauf zu haben, von seinen Eltern Lebensunterhaltszuschüsse annehme, ein Bettler, nicht minder so mancher Leutnant. Jetzt lebt in der staatsanwaltlichen Schmiede der Versuch wieder auf, Sammeln zu politischen oder gewerkschaftlichen Zwecken als Bettelet zu konstruieren. Das zeigt folgender Fall: Der Schneider Jellonek betrat im August 1911 ein in der Neanderstraße gelegenes Schanklokal und ersuchte die dort gerade anwesenden Gäste, auf die zur Deckung der Unkosten des Jenaer Parteitages ausgegebenen Sammellisten einen Beitrag zu zeichnen. Einer der Gäste zeichnete den Betrag von 10 Pf. und übergab denselben an Jellonek, welcher sich darauf ein Glas Vier geben ließ und mit dem eben erhaltenen 10 Pf.-Stück bezahlte. Auf Grund dieses Tatbestandes wurde gegen Jellonek Anklage wegen Bettelei erhoben. Er wurde von dem Schöffengericht Verlin- Mitte freigesprochen. da das sogenannte Kollektiercn den Tatbestand des Bettelns nicht erfüllt. Die Staatsanwaltschaft legte gegen dieses verständige Urteil Berufung ein. Sie meinte, der An- geklagte habe das Einsammeln von Beiträgen nur vorgeschützt, um Almosen zu erhalten, und daß es sich daher um eine ver- steckte Form der Bettelei handele. In der Verhandlung vor dem Berufungsgericht, der 9. Strafkammer des Landgerichts I, die jetzt stattfand, bekundete der aus Antrag des Verteidigers Rechtsanwalts Dr. Kurt Rosenfeld geladene Parteisekretär Müller, daß Jellonek alle auf die Liste gezeichneten Beträge an die Parteikasse abgeführt hatte. Trotzdem hielt der S t a a t s a n w a l t die Berufung aufrecht. Der Verteidiger beantragte nicht nur die Freisprechung des Angeklagten, sondern auch die U c b c r n a h m e der Kosten der Verteidigung auf die Staatskasse. Das Gericht folgte dem Antrag, sprach den An- geklagten frei und legle die Kosten der Ver- teidigung der Staatskasse auf. Wird die Staatsanwaltschaft den Bettel noch weiter führen?_ Der„Vorwärts" vorm Reichsgericht. Im Dezember 1910 hatte der„Vorwärts" über eine VerHand- lung vor dem JnnungSschiedsgericht der Schmiede berichtet, in der ein Kutscher den Schmiedemcister Weddeler wegen einer Lohff» forderung verklagte. Der klagende Kutscher behauptete in der Ver. handlang, der Arbeitgeber habe mit seiner Frau ein intimes Ver- hältnis unterhalten. Diese Behauptung wurde— da ihr in der Verhandlung niemand entgegengetreten ist— im„Vorwärts" als Tatsache hingestellt und unser Kollege Barth wegen dieses Irrtums von der Strafkammer zu zwei Monaten Gefängnis verurteilt. Gegen dieses außerordentlich harte Urteil hatte Barth Revision ein» gelegt, die gestern vom Reichsgericht verworfen wurde. DaS hat mit seinem Bellen ein Schäferhund getan. Aufregung im Hause— Einschreiten eines PolizeileutnantZ— Eingabe an das Polizeipräsidium— Stvafantrag— gerichtliche Verurteilung— Verhandlung dcS OffizierS-Ehrcnrates! Das alles hat ein junger deutscher Schäferhund durch sein übermütiges Bellen verursacht. DaS Benehmen dieses HundeS, welches von der einen Seite als durchaus gesittet, von der anderen Seite als selbst für einen Hund ungehörig bezeichnet wird, stand im Mittelpunkt einer Verhandlung, die sich gestern vor der 138. Abteilung dcS Schöffengerichts Berlin-Mitte abspielte. Auf der Anklagebank saß allerdings nicht der Hund, sondern sein Besitzer, der Kaufmann Ernst Levy.— Polizeileutnant Goldalmcr, der den zuständigen Rcviervorstand kurze Zeit vertrat und der Flurnachbar Levhs im Hause Michaelkirchstr. 13 war. fühlte sich durch das Bellen des Hundes belästigt. Eines Tages, als Polizeileutnant Goldalmer im Begriff Nxw das Haus zu ver- lassen, kam Frau Levy mit ihrem Hunde zur Haustür herein. «"■BeBeBBraBBTOaraHremaroi Peine Herren-HnB-Stlinelilerei Sakko- Anzüge 55- 64- 75= Paletots..Ulsier 50- 60- 75- SpeiBaaitat: Geh rock-, Frack- u. Smoking-Anzüge Meine Stoffe sind die besten Fabrikate dar Tuch-Industrie. Bei Lieferung feinster Schneiderarbelt(Tariflohn In eigener Werkstatt) übernehme Ich weitgehendste Garantie für tadellose Ausführung aller Bestellungen, | Ein Versucli wird Sie zu meinem slündigenRoniien mnciien\ A. SchfiSa KoHbnserDaimn 17 vorm. A. W 0 R M A N M, G. m. b. H. Dem futigetf Nere Bat noch nicht F