Nr. 228. Grscheint täglich außer Montags. Prets pränumerando: Biertel fährlich 8,80 Mart, monatlich 1,10 Mt., wöchentlich 28 Pfg. fret in's Haus. Einzelne Nummer 6 Pfg. Sonntags- Nummer mit illuftr. Sonntags- Beilage Neue Welt" 10 Pfg. Poft- Abonnement: 8,30 Mt.pro Quartal. Unter Kreuz band: Deutschland u. DefterreichUngarn 2 Mt., für das übrige Ausland 3 Mt.pr.Monat. Eingetr. in der Post- Bettungs- Preisliste für 1898 unter Nr. 6708. Vorwärts 10. Jahrg. Infertions- Gebühr beträgt für die fünfgespaltene Petitzeile oder deren Staum 40 Bfg., für Bereins: und Beriammlungs- Anzeigen 20 fg Inferate für die nächie Nummer müssen bis 4 Uhr Nachmittags in Der Grvedition abgegeben werden. Die Grpedition ift an Wochentagen bis 7 Ubr Abends, an Sonnund Festtagen bis 9 Uhr Bormittags geöffnet. Fernsprecher: Amt I. 4186. Telegramm- Adresse: „ Sozialdemokrat Berlin! Berliner Bolksblatt. Zentralorgan der sozialdemokratischen Partei Deutschlands. Redaktion: SW. 19, Beuth- Straße 2. Donnerstag, den 28. September 1893. Expedition: SW. 19, Benth- Straße 3. Volksschule und Kapitalismus. ſtellt und auf Koften des Unterrichts Halbtagsschule und in Württemberg sieht man es ruhig mit an, oder Rübenferien eingeführt. In der Provinz Sachsen wie jeden Sommer hunderte von tiroler Schul Der Als vor kurzem die Berichte der preußischen Gewerbe- zum Beispiel sind die Kinder dadurch so verwahrlost, kindern zur schändlichsten Ausbeutung durch die LandInspektoren erschienen, da war ein Rühmen und Preisen daß die Lehrer von Aschersleben an die Regierung wirthe importirt" werden, genau, wie der ostpreußische in den Regierungsblättern darüber, daß die Kinderarbeit wegen Aufhebung der Halbtagsschule vorstellig wurden. Landwirth sich polnische und russische Hüteknaben über die in den Fabriken infolge der Gewerbeordnungs- Novelle fast Eine Antwort erhielten sie nicht, nur wurde ihnen von Grenze holt oder sogar in Häckselsäcken einschmuggelt. verschwunden sei und daß sich hier wieder einmal eine der ihren Schulinspektoren bedeutet, daß eine Beschränkung in So liegen die Dinge jetzt schon. Dieselben Kreise, welche herrlichen Seiten der gouvernementalen Sozialreform offen- der Verwerthung freier Kräfte nicht Sache der Schule sein die Unbildung" und" Rohheit" der Arbeiter als drittes bare, welche die+++ Sozialdemokraten niemals anerkennen tönne." Bor Jahren verfügte einmal die Merseburger Wort im Munde führen, fapituliren vor dem agrarischen wollten. Nun ist das halbe Verbot der Kinderarbeit, wie Regierung: Auf's nachdrücklichste ist es zu rügen, wenn Kapitalismus auf Kosten der Volksschule hinten und vorne. es jetzt in der Gewerbe- Ordnung steht, bekanntlich nur ein die Arbeitskräfte der Kinder über das Maß der Billigkeit Wir wundern uns also nicht, wenn wir Gerichtsverhalbes Zugeständniß an unsere seit Jahrzehnten betriebene hinaus ausgebeutet und die( Rüben-) Arbeiten sogar an handlungen erleben, wie diejenige vor der Straffammer in Agitation für gänzliches Verbot, nicht blos in den Fabriken, Sonn- und Feiertagen zur Ausführung gebracht werden." Billfallen, wo kürzlich der Hütejunge G. wegen schweren sondern auch in der Hausindustrie, wohin nebenbei jezt einfach Irgend eine Wirkung hat diese Verfügung aber nicht her. Sittlichkeitsverbrechens verurtheilt werden mußte. ein Theil der Kinder den Arbeitsplatz gewechselt hat, sodaß an vorgebracht und nicht hervorbringen können. In ost Minister Goßler schrieb 1883 zur Begründung der bis zum ihrer Ausbeutung gar nichts geändert ist. Aber darauf wollen preußischen Kreisen gar nicht großen Umfanges werden zur vollendeten 14. Jahre reichenden Schulpflicht, die Unterwir heute gar nicht einmal eingehen. In dem Rühmen der Rübenzeit 200, 300 und mehr Kinder aus der Volts- richtsverwaltung habe keine Veranlassung, egoistischen AbRegierungsblätter liegt auch noch nach einer anderen Seite schule beurlaubt( Inowrazlaw, Osterode, Friedland 2c.). sichten uachzugeben", welche die Kinder frühzeitig der eine Herausforderung, die wir nicht unbeantwortet lassen Das find Eldorados für die Agrarier! Das Vermiethen Schule entreißen wollen. In den 10 Jahren, die seitdem können. Wenn der Regierung das Wohl der Arbeiterkinder schulpflichtiger Kinder zum Hüten u. s. w. ist unter ge- verflossen sind, ist die preußische Unterrichtsverwaltung wirklich so am Herzen liegt, was thut sie denn, um dieselben wissen, sehr leicht zu erfüllenden und kaum kontrollirten glücklich bis auf das Nachgeben an die egoistischen Abvor den Klauen des ländlichen Kapitalismus zu retten? Bedingungen überall gestattet. Der Erlaubnißschein wird sichten" heruntergekommen. Und das nennt man bei uns Gar nichts, oder vielmehr sogar das Gegentheil einer beispielsweise nach einer Verfügung der Breslauer Re- Kulturfortschritt! Nieder mit der Volksschule, es lebe der humanen Fürsorge: sie treibt den Agrariern die Kinder der gierung vom 30. März 1889 ertheilt, wenn das Kind das Kapitalismus!! ländlichen Arbeiter direkt zur Ausnutzung in die Arme. 10.(!) Jahr vollendet und seinem Lebensalter entsprechende(!) Es besteht nämlich schon seit Jahren in Preußen eine amt Kenntnisse erworben hat", ohne diese Bedingungen aber liche Verfügung über Beginn und Ende der Volts: auch, wenn ein Kind keine Eltern hat oder von den Eltern " Berlin, den 27. September. Schulpflicht, die neuerdings durch bürgerliche Blätter nicht unterhalten werden( 1) kann. Die Danziger Regierung Politische Uebersicht. in Erinnerung gebracht worden ist, die hauptsächlich hat erst durch Verfügung vom 22. April d. J. wieder den ländliche Verhältnisse trifft und in der es wörtlich Vormittagsund in der es wörtlich Vormittags- bezw. Halbtagsunterricht in den westheißt: Kinder tönnen unter Berücksichtigung ausreichender, preußischen Volksschulen, sowie die Ertheilung von HüteDer Reichstag soll in der dritten Novemberwoche zuin der Person der Kinder oder der Eltern liegender Gründe, scheinen unter einigen nichtssagenden, für die Praxis sammentreten. An Arbeit wird es ihm nicht fehlen, wir insbesondere wegen bedrängter wirthschaftlicher Verhältnisse ganz bedeutungslosen Erschwerungen gutgeheißen. In müssen auf eine sehr lange Session gefaßt sein, oder besonderer Gelegenheit zu einem guten Fortkommen, Liebenau( Pr. Brandenburg) sollte dieses Jahr die Hüte denn die Steuervorlagen werden nicht so schnell erledigt schon zu Ostern entlassen werden, wenn sie erst bis zum klasse der Volksschule aufgehoben werden; die städtische werden als die Militärvorlage, dann werden Gesezentwürfe 31. Dezember das 14. Jahr vollenden", d. h. auch wenn Schuldeputation hat sie sowohl an der evangelischen als an über die Organisation des Handwerks, über die Depotsie kaum erst 13 Jahre alt sind. Das ist schon mit bezug der katholischen Schule ruhig fortbestehen lassen mit dem geschäfte, die Abzahlungsgeschäfte, ferner die famose lex auf die traurige Bestimmung der Gewerbenovelle, daß Hinweis auf die wirthschaftliche Lage der überwiegend Heinze und vieles andere dem Reichstage vorgelegt werden, 13jährige, nicht mehr schulpflichtige Kinder fabrikmäßig Ackerbau treibenden Bevölkerung". Angeblich aus Anlaß so daß man kaum in einer Session das Material wird ausgenügt werden dürfen, das Gegentheil einer reforma der Futternoth find im Regierungsbezirk Wiesbaden durch bewältigen können und die Vertagung des Reichstags im torischen Verfügung; es ist aber ganz besonders mit Verfügung vom 11. Juli d. J. ohne weiteres alle über nächsten Sommer schon jetzt als wahrscheinlich bezeichnet bezug auf die ländlichen Verhältnisse unternehmerfreundlich 12 Jahre alten Kinder bis zum 15. Oktober(!) vom Besuche werden kann. gedacht, so unternehmerfreundlich, daß mit ihrer der Nachmittagsschule dispensirt worden. Und diese richtigen" Anwendung sehr leicht ein Wunsch rheinischer Beispiele tönnen verhundertfacht werden. Nur, damit Der bayerische Landtag tritt morgen zusammen. Agrarier erfüllt werden kann, den diese vor einigen die Erniedrigung der Volksschule vor dem Agrarier- Eine neue Epoche deffelben beginnt mit dem Eintritt zweier Tagen als Antrag bei der Generalversammlung des land- thum nicht etwa als eine blos preußische Eigen neuer Parteien, der proletarischen sozialdemokratischen und wirthschaftlichen Vereins für Rheinpreußen in Coblenz ein- thümlichkeit angesehen werde, sei hinzugefügt, daß in der kleinbäuerlichen Bauernbündler. An die Stelle der brachten, der dort abgelehnt wurde, der aber natürlich die Braunschweig die Regierung, als sie im Frühjahr dieses Kirchenpolitischen Bänkereien werden Debatten treten über Sehnsucht aller ländlichen Ausbeuter bleibt. Jahres durch neue Lehrpläne den Sommernachmittags die Forderungen der Arbeiterklasse und über die gegen die Herrschen denn etwa jetzt auf dem Lande Vorschriften, Unterricht auch in den Landschulen systematisch geordnet Organisationen der Arbeiterklasse geübte polizeiliche Willdie das Kind des ländlichen Arbeiters übermäßig be- hatte, sofort die weitgehendsten Dispensationen zuließ, als tür. Man wird sich nunmehr häufiger über das elende günstigten? So muß man sich angesichts der Auffrischung sich die ländlichen Kapitalisten mit aller Brutalität, die Vereinsgesetz und über die Verfolgungen der Arbeiter als jener Verfügung fragen. Das Gegentheil ist der Fall. ihnen eigen ist, gegen diesen Eingriff" auflehnten. Und in über das päpstliche Placet streiten. All' die elenden In allen rübenbauenden Gegenden hat die Regierung seit Süddeutschland ist es nicht besser. In Bayern dauert die Machenschaften, welche von der flerital liberalen Langem die Volksschule hinter den Kapitalismus ge- Bolksschulpflicht gefeßlich überhaupt nur bis zum 13. Jahre, Reaktion gegen die Sozialdemokratie geplant werden, wie " Feuilleton. Der Aufruhr ( 19 Cevennen. in den Eine Erzählung von Ludwig Zied. 0 und ermüdend, umher gestreut, und dazwischen Kiesgerülle mir der Erbarmende nach wenigen Stunden abgekürzt und und etwas tiefer das finstere, einsame Städtchen. Hier dann seine Baterarme wieder geöffnet hat. Sie hätte auch warf ich mich wieder nieder und schaute in die wüste Ber Wochen und Monden dauern können, wenn er nicht Mitleid störung hinaus und über mir in den dunkelblauen Himmel mit meinem schwachen Herzen gehabt hätte. Sie glauben hinein. Sonderbar, wie sich hier mein Gemüth verwirrte. mir nicht, Sie zweifeln, aber was werden Sie sagen, wenn Ich kann es in feinen menschlichen Worten wiedergeben, ich Ihnen die unleugbarsten Beweise geben kann, daß meine wie mir plöglich hier jedes glaubende Gefühl, jeder edle Erleuchtung keine falsche, keine erkünftelte ist, wenn Sie Gedanke untersant, wie mir die Schöpfung, die Natur und mir selbst werden gestehen müssen, daß ich durch Sie nicht dus seltsamste Räthsel, der Mensch, mit seinen wunderbaren blos mich, sondern auch alles außer mir auf die rechte Art Kräften und seiner gemeinen Abhängigkeit vom Element, ertenne?" wie toll, widerfinnig und lächerlich mir alles dies erschien. Wie meinst Du das?" fragte der Alte verwirrt ,,, ich Jm tiefsten Walde warf ich mich hin und ließ meinen Ich konnte mich nicht zähmen, ich mußte unaufhaltsam verstehe Dich nicht, mein Sohn." fließenden Thränen ihren Lauf. Nun erging die dritte dem Triebe folgen und mich durch lautes Lachen erleichtern. Als ich wieder zu Menschen gelangt war und mich Mahnung an mich, und ich widerstand ihr nicht länger. Da war kein Gott, kein Geist mehr, da war nur Albern- erquickt hatte, wandelte ich wieder zum grünen Wald, der In nächtlicher Einsamkeit ergoß sich mein ganzes Wesen in heit, Wahnwig und Fraße in allem, das kreucht, sich nach Florac zu erstreckt, dort, wo die Klippen den Gebet und Lobgesang, wundervoll fanden sich ohne alle Be- schwimmt und fliegt, am meisten in dieser Kugel, die denkt, großen Charakter annehmen, bis nach dem Gebirge Lozere. mühung die feltensten Worte zusammen, wie die Thräne sinnt und weint und unterhalb frißt und fäut. O lassen hier ward mir wieder wohl und ich blieb die Nacht im ohne Vorsatz rinnt, wie Welle der Welle im Strome folgt, Sie mich verschweigen und nicht wieder finden, welche Freien. Was thaten Sie in dieser zweiten Nacht meiner wie der Wind das unzählige Laub des Waldes erregt, so rasende Gebilde meinen Sinn bemeisterten. Vernichtung, Entfernung? Wo ist Franz geblieben? Glauben Sie, daß von einem höheren, unsichtbaren Geist getrieben, ward meine todtes faltes Nichtsein schienen mir einzig wünschens- ich nicht alles weiß?" Rede Weissagung. Dann war ich erschöpft und wie ein werth und edel. Ich war ganz zerstört, und schwer ward Der Vater sah ihn erschreckend an. Was weißt Du?" neuer Mensch. Ich kannte mein Gestern nicht mehr. Im mir der Rückweg zum Leben, aber ich fand ihn endlich mit fragte er stotternd. Spiegel meines Inneren sah ein ander Auge mir entgegen Hilfe des Erbarmenden." " Indem ich mein Gemüth wieder zum Heiland wandte", als das gewohnte, und doch war dieses nur mein wahr Der Vater faßte die Hand des Sohnes. Sieh, mein sagte der Sohn, und meine Verblendung ergründen wollte, haftes Selbst. Kind", sagte er weich, so wie alle diese wunderlichen Zu daß ich ihn auch hatte verfolgen helfen, mußte ich im Sinne Bald ruhend, bald wandelnd kam ich mit der Dämme- stände im irren Wechsel durch Deinen Geist gezogen find, an Sie, meine Schwester und unser Haus denken. So rung der Frühe in die Gegend von Sauve hinüber, im so wirst Du Dich auch gewiß wieder sammeln und ganz zu wird es auch gewiß nach dem Tode sein, daß sich die Seele inneren Gebirge. Sie kennen, mein Vater, die hohe Lage uns zurückkehren können. Dein verstörtes Herz wird von noch lange in die süße alte Gewohnheit zurückfehnt und der dortigen traurigen Landschaft, kein Baum, kein diesen Erschütterungen ausruhen und sich befinnen, und dann ängstigt und noch lange nicht die neuen Gedanken und das Strauch weit umher, faum einzelne Grashalme auf dem wird Dein Verstand und freier Wille Deinen schrecklichen fremde Dasein fassen kann. Plöglich, indem meine Sehndürren weißen Kalkboden, und so weit das Auge Borsaz wieder aufgeben." sucht Sie erfaßte, sah ich Sie; alles war still im Hause. reicht, Blöcke, Gruppen, Massen von Kalksteinen in Nie! mein Vater", rief der Jüngling mit plöglicher Sie gingen mit Franz leiser als gewöhnlich und höchst vors allen Formen, wie Menschen, Thiere, Häuser blendend Heftigkeit, dies war meine Versuchung in der Wüste, die sichtig in Ihre Bibliothek. Die Laden wurden vor die 3. B. der Ausschluß aus den Ausschüssen, und die Verhinderung der sonst üblichen Debatte über die Thronrede, werden es nicht verhindern können, daß nunmehr auch die Interessen des Proletariates im bayerischen Landtage gewahrt werden. " Charakteristisch für das preußische LandtagsWahlrecht ist die starke Benachtheiligung der großen Städte. Berlin, das seiner Bevölkerungsziffer nach 30, seiner Steuerleistung nach sogar doppelt so viel Abgeordnete wählen sollte, wird durch blos 9 Boltsvertreter" im Landtage repräsentirt. Nach einer der Volks- Zeitung" zur Verfügung gestellten Tabelle gestaltet sich das Wahltableau folgendermaßen: Uebersicht der Berliner Landtags- Wahlbezirke 1893: Landtags. Ortsanwesende Be- Zahl der Zahl d. zu wählenden Wahl völkerung nach der Urwahl- Wahl- Abgeord freis Bählung 1890 I. II. III. IV. 833 038 874 499 544 614 326 648 " bezirke männer 232 1223 265 1858 871 325 1998 1194 neten 3 222 Die Tabelle zeigt u. a. die Ungeheuerlichkeit, daß im ersten Wahlkreise auf 333 033 Einwohner drei, im dritten Wahlkreise mit seiner um zwei Drittel größeren Bevölkerung aber nur zwei Abgeordnete zu wählen sind. Gegen das Jahr 1882 hat der erste Wahlkreis 277 Wahlmänner mehr, der zweite 315, der dritte 767, der vierte 312 mehr! Die Zahl der Abgeordneten aber bleibt unentwegt" dieselbe, die sie seit mehr als 40 Jahren ist, von einer Zeit her, als Berlin 410 000 Einwohner hatte! Die Ungerechtigkeiten sind in die Augen springend, aber weniger bedeutungsvoll als die verschiedene Größe der Reichstags Wahlkreise, die das ganze Volk interessiren, während es auf etwas mehr oder weniger Unvernunft bei dem elendesten aller Wahlgesetze nicht ankommt. Auch in den oldenburgischen Landtag dürfte nun die Sozialdemokratie einziehen. Wie der„ Boff. Btg." aus Oldenburg unter dem 25. 6. M. gemeldet wird, erhielt in Bant, Heppens und Neuende die sozialistische Liste 138, die gegnerische blos 55 Stimmen, sämmtliche 30 Wahl männerstellen wurden mit Sozialdemokraten besetzt. Die Aussichten für die Wahl unseres Genossen sind, obgleich die Resultate aus den Landbezirken noch nicht bekannt sind, sehr gute. Die oldenburgische Sozialdemokratie kann stolz darauf sein, daß ihr erstes Eintreten in die Landtags wahl- Agitation von so großem Erfolge begleitet war. Die deutsch- ruffischen Handelsvertrags- Verhand: lungen sollen geheim gehalten werden. Wohl gerade so wie die Verhandlungen der Finanzminister- Konferenz? Es sind zum Theil starke Ausdrücke, welche hier gebraucht werden, aber die Tonart, welche andere zuschriften anschlagen, ist zum Theil noch sehr viel lebhafter. An maßgebender Stelle möge man diese Stimmen der landwirthschaftlichen Kreise wohl beachten. Finden sie bei den Ver= handlungen mit Rußland kein Gehör, so wird eine dauernde Verbitterung und Entfrem dung weiter Kreise, welche bisher die zuverIässigste Stüge der Regierung waren, bie Folge sein. Unter diesem Gesichtspunkte gewinnt die Frage des deutsch russischen Handelsvertrages neben der wirthschaftlichen eine eminent politische Be= deutung. = Das heißt aus dem diplomatischen Junkerdeutsch in ehrliches Deutsch übersetzt: wenn uns die Regierung das Brotvertheuerungsgeschäft verdirbt und den- Lohn aus der Wirthschaftspolitik" türzt, so hören wir auf, der Regierung zu dienen und fechten gegen sie, wie die Landsfnechte des Mittelalters, die sofort, wenn der Sold nicht hoch genug war, den Dienst kündigten und zum Feind überliefen. Wo ist da die Vasallentrene"? Die Ritterlichfeit"? Die Loyalität"? Die Begeisterung für das„ monarchische Ideal"? Alle edlen und edelsten" Tugenden redu ziren sich auf ein hundsgemeines, echt jüdisches" Rechenexempel: Was bringt's ein? point d'argent, point de tein Kreuzer, fein Edelster"! Brotvertheue rung oder Rebellion! Younker 11 " " " Staatsministerium, wonach Prof. Hardy„ bei Gelegenheit einer politischen Rede am 7. Juni in unziemlicher und ungehöriger Weise die Person des Landesherrn in die Debatte gezogen habe". Als Beweis führte der Senat die nnkontrollirbaren Mittheilungen unbenannter, Ohrenzeugen" an; den ,, Schuldigen" selbst zu vernehmen, hielten die Herren für überflüssig. Die am 16. Juni abgegangene Denunziationsschrift enthielt ferner die Mittheilung, der Senat habe mit Stimmeneinhelligkeit beschlossen, sein lebhaftes Bedauern und seine ernste Mißbilligung über diese Art des öffentlichen Auftretens des Genannten zum Ausdruck zu bringen", außerdem- jetzt kommt das Allerschönste die ganz ergebenste Bitte an Se. Grzellenz den Staatsminister Nott, hiervon Sr. tal. Hoheit dem Großherzog in einer geeigneten Weise Kenntniß geben zu wollen". Dem gegenüber wird im Bad. Beobachter" festgestellt, daß einmal die Person des Landesfürsten nicht in die Debatte" gezogen werden konnte, weil damals in der Sängerhalle überhaupt feine Debatte stattgefunden hat, und daß weiterhin nach Ausweis des aufgenommenen Stenogramms die Person des Landesfürsten überhaupt gar nicht genannt worden ist. Weit entfernt, durch dies unerhörte Vorgehen der akademischen Behörde sich einschüchtern zu lassen, legte Dr. Hardy sofort bei dem Senate selbst die entschiedenste Verwahrung ein und wandte sich beschwerdeführend an den Staatsminister. Die Beschwerde, in welcher er zudem auf das mannhafteste für seine bürgerliche und akademische Freiheit eintrat, scheint wenigstens den Erfolg gehabt zu haben, daß die Staatsaktion des Senats im Sande verlaufen ist. Also geschehen im Jahre 1893! Die liberale Presse hat dem Denunziantenstücklein noch die Krone aufgesetzt, indem sie die Züge verbreitet, Professor Hardy habe infolge jener Anklage auf einen Wink von Oben hin" sein Amt niedergelegt, während sich Dr. Hardy nachweisbar schon seit mehreren Jahren mit dem Gedanken getragen hat, in ein Kloster einzutreten. und Um Schouzeit bittet das geplagte deutsche Rapital. Was auch hat es nicht in den letzten Jahren erleben müssen? Schwankungen in der Handelspolitik, geänderte Politik gegenüber der sozialdemokratischen Propaganda", Berggesetznovelle und Gewerbegerichte, Wuchernovelle und Arbeiter- Pfui Teufel! Von dieser nationalliberalen Gesellschaft versicherung, Gewerbenovelle und Landgemeinde- Ordnung, ist freilich nichts Besseres zu erwarten. Der Piloty- Standal, Steuer, reform" und Wahlrechts, reform". Deshalb ist die obgleich fünfzehn Jahre alt, ist in frischem Gedächtniß, Bitte gerechtfertigt, daß ihm eine zum Einleben in das weil er sich hundert Mal wiederholt hat Neue nothwendige Schonzeit" gewährt werde. Wohlwollend die Gesinnungslumperei deutscher Professorenschaft ist befürwortet das Organ Caprivi's diese Bitte. Das deutsche sprichwörtlich. Sie spiegelt nur die Verkommenheit unserer Kapital will, daß ihm vergönnt werde das deutsche Volt Bourgeoisie wieder, die in der Aera Bismarck, und namentnach Herzenslust zu scheeren, ohne durch die Sozialreform lich unter der Herrschaft des Sozialistengesezes bei tausend von Oben gestört zu werden. Sogar dieser Arbeitertruß ist Gelegenheiten ihre Feigheit und Denunziationssucht bewiesen dem Geldsack zu sozialreformerisch. hat. Am ärgsten treiben es die" Liberalen" in SüdNiedertracht geworden ist. deutschland, wo das Wort liberal" der Deckmantel gemeinſter Servilität und niedrigster Streberei kurz jeder erblickt noch heute in Bickmard fein Jdeal. Der Göße ist Und dieses Pack nennt sich die deutsche Nation" und seiner Diener und die Diener sind ihres Gößen werth. Wer liefert das Ekrasit, das ranchlose Pulver, das Pikrin? Das schwatzschweifige Blatt des Berliner Nationalliberalismus wehtlagt über die„ Propaganda der That". In der National- Zeitung" liest man: Militärisches. Die an Bord eines Kriegsschiffes zu gewährenden Tafel- und Messe" Gelder sind marineamts, der kommandirende Admiral, wenn diese eigene wie folgt festgesetzt: Der Staatssekretär des ReichsMessen führen, sowie der Chef einer Flotte erhalten( neben ihrem fortlaufenden Gehalt) an Tafelgeldern: auf stationären Schiffen täglich 18 M., auf feegehenden Schiffen in Ostund Nordsee täglich 36 M., sobald die Straße Dover Calais passirt ist täglich 60 M., macht monatlich 1800 M.! Der Chef eines Geschwaders oder einer Flottendivision 12, 24 Point d'argent point de Suisse- kein Kreuzer, und 45 M., Kommandanten der Schiffe 1., 2. und 3. Ranges, tein Schweizer so hieß es früher in der guten alten der Chef des Stabes eines Flotten- oder Geschwader- KomMan sollte meinen, daß bei solchem Grundsatze eine OrganiLandsknechtszeit, wo die Schweizer in aller Herren Dienste mandos und der Chef einer Flottille 6, 12 und 18 M. dem ist keineswegs so. Daß sich die Fäden von New- York und sation der Anarchistenbande selbst ausgeschlossen wäre; allein gingen, das heißt der meistbietenden und meistzahlenden. Die Kommandanten der Schiffe 4. Ranges und der Chef London nach Wien hinüber- und herüberziehen, hat die am Denn die Schweizer waren gesuchte Waare, und hatten sie einer aus Fahrzeugen oder Torpedobooten bestehenden Division Freitag erfolgte Aushebung eines Anarchistennestes in Wien, fich einmal verkauft, dann waren sie auch treu so lange 4,50, 9 und 13,50 M. so lange 4,50, 9 und 13,50 M. Die Mannschaften, denen es auf welche lettere Stadt überhaupt eine große Anziehungskraft das Geld reichte. Länger nicht point d'argent point den Kriegsschiffen bekanntlich sehr gut geht, werden an auf die Propagandisten der That" auszuüben scheint, de Suisse. Heute gehen die Schweizer nicht mehr in fremden diesen Tafelgeldern ihre helle Freude haben. Wir haben bestätigt. Abgesehen von den Korrespondengen, sind die Dienst sie verlieren ihr Bürgerrecht, wenn sie, die freis für solche Dinge heidenmäßig viel Geld. aufgefundenen Bombenhülsen genau nach Włost'scher Vorund schrift angefertigt, in dem in der Wohnung geborenen Eidgenossen, sich zu Söldnern von Despoten herabwürdigen. In diesen Republikanern steckt eben noch Nationalliberales Denunziantenthum. In der zweier Tischlergesellen entdeckten Arsenal hatten auch die Erfindungen der neuesten Zeit auf dem Gebiete des militärischen Ehrgefühl. Von den Schweizern gilt also das Sprichwort Kölnischen Volks- Zeitung"( Nr. 540) lesen wir: heute nicht mehr. Aber wenn wir den gestrigen AbendGin kollegialisches Stückchen wird anläßlich des Eintritts Sprengwefens Efrafit und Pitrin ihren Play, ja selbst ranchLeitartikel der Kreuz- Zeitung" lesen und ihn mit anderen des Herrn Prof. Hardy in das Benediktinerkloster zu Beuron lofes Pulver wurde vorgefunden, lauter Gegenstände, die im Auslassungen des Organs der Edelsten" und mit den nach Verzicht auf seine Profeffur an der philosophischen Fakultät allgemeinen nichts mit dem Tischlergewerbe zu thun haben und Thaten und Handlungen der„ Edelsten" selbst zusammenfassen, zu Freiburg i. Br. bekannt. Am 12. Juni, als die Wogen an sich schon auf weiter reichende Verbindungen hinweisen. Es des Wahlkampfes um den heiß umstrittenen fünften badischen besteht also eine, wenn auch vielleicht sehr lofe gehaltene Organiso entdecken wir, daß der Grundsah, der in dem SprichWahlkreis am höchsten gingen, hielt Prof. Hardy in der ſation oder jedenfalls thatsächliche Verbindung sogar internatioworte steckt, noch heute lebendig ist, und zwar gerade in Sängerhalle zu Freiburg vor einer zahlreich besuchten Ver- naler Art. Unter allen Umständen sind die anarchistischen Verder Klasse oder Kaste, die für sich das feinste und ge- fammlung eine Rede, in welcher er die Auswüchse des Mili- anstaltungen sehr wirksamer Art." läutertste Ehrgefühl beansprucht. Besagter Artikel des tarismus scharf kritisirte und die Schwenkung der National- Es ist gut, das Gedächtniß des Organs der Gentlemen" Junkerblattes trägt die Ueberschrift:" Zum deutsch- russischen liberalen bezüglich der Militärvorlage beleuchtete. Auch durch eine zeitgemäße Erinnerung zu schärfen. Der Vorstand Handelsvertrag", und besteht im wesentlichen aus einer die Heidelberger Rede des Großherzogs sowie ihre den des Züricher Polizeikommandos erklärte in einer vom 6. Januar Berichten der Ohren zeugen widersprechende Wiedergabe in der giftigen Zuschrift aus landwirthschaftlichen Junkerkreisen, deren staatsgefährliche Erbitterung",„ Unzufriedenheit" und Habgier darin zu dankenswerth deutlichem Ausdruck tommt. Kein Handelsvertrag mit Rußland, der das„ Recht" der Junker beeinträchtigt, dem arbeitenden Volk den Brot forb höher zu hängen und sich vom Hunger des Volks die Taschen mit klingendem Golde zu füllen. Wir kennen das Lied, wir kennen den Text. Was uns hauptsächlich interessirt, das sind die redaktionellen Bemerkungen der„ KreuzZeitung". Sie schreibt zu dem Brief des brotvertheuerungswüthigen„ Edelsten": offiziösen Presse wurde durch Herrn Hardy gestreift. Wer sich datirten im Deutschen Reichstage bei der ersten Lesung der erinnert, in wie ungeziemender Weise die Anhänger der Expatriirungsvorlage am 27. Januar 1888 durch den AbMilitärvorlage die Person des Großberzogs in den Wahlkampf geordneten Singer vorgelegten amtlichen Urkunde, daß bei dem hineinzerrten, konnte in dieser Kritik, die sich in durchaus ge- seit Jahren in Diensten der Berliner Polizei stehenden Polizeimessenen Grenzen bewegte, nur eine begründete Abwehr er" blicken. Trotzdem erhob die liberale Presse sofort einen großen agenten Schreiner Schröder in Zürich eine Riste Dynamit, Lärm und verlangte eine Anklage wegen Majestäts- aus der Dynamitfabrit Opladen, Regierungsbezirk Düsseldorf, beleidigung". Was aber das Schönste an der Sache ist: stammend, gefunden worden ist, die Schröder von den Anarchisten auch der Senat der Universität Freiburg veranstaltete,& r Etter und Wübbeler empfing. Schröder bezog auf Anweisung hebungen" und leitete eine Untersuchung" ein; = das Ergebniß war eine Denunziation gegen den einem des Polizeidirektors Krüger in Berlin, des damaligen Zeiters der gewissen Ring schon längst unbequem gewordenen Lehrer beim politischen Polizei, einen Monatsgehalt zuerst von 200, " Fenster gelehnt, die Thüre verschlossen, es brannte nur eine wöhnliche Geleise der Menschheit, von jenen furchtbaren Wo?" fragte der Rath. Kerze. Darauf rückten Sie mit Franzens Hilfe die Klippen hinweg, auf denen Du verfchmachten mußt?" " Er ist noch weit hinter dem Berge, ich seh' ihn nur erste Reihe der Folianten mit dem Schranke zugleich zu- Sie verstehen mich nicht, sage ich noch einmal", rief mit meinem innern Auge. Der übervorsichtige Alte! er rück, durch den Druck einer Feder öffneten Sie das Baneel, der Jüngling, ob ich gleich Ihre Meinung ganz verstehe. hat den Brief in seinem Stiefel verborgen, da lehnt er sich das sich an der Wand hinzieht, und leuchteten in den kleinen Sie vertrauen selbst den Zeichen nicht, die ich Ihnen ge- an einen alten Baum und zieht ihn hervor. Ich könnte verschlossenen Schrein. Mehrere Kästchen sah ich dort geben habe. Doch," fügte er lächelnd hinzu: Sie sind Ihnen den Brief lesen, wenn ich wollte, aber ich sehe, daß stehen, es waren Juwelen von kostbarem Werth, von denen nicht so ganz verstarrt, soeben kommt ein besserer Ge- er für Sie gute Zeitungen enthält, damit sei es genug. ich nie gewußt, von denen Sie mir nie etwas gesagt hatten, dante, zwar auch aus der Gegend des Unglaubens, in Lassen Sie mich nun gehen, eh' der Alte kommt und mic aber Franz schien alles zu fennen. Sie öffneten die Etuis, Ihrer Seele." mit seinem Heulen das Herz von neuem schwer macht oder Sie ordneten, Sie fügten noch einiges hinzu. Franz weinte Und welcher?" fragte der Vater, fast wirst Du mich meinen Zorn erregt." und fagte:" So wird nun endlich mein Wunsch erfüllt, in glauben machen, daß Du in alle verborgene Tiefen des Genf fünftig zu leben und den Glauben offen zu bekennen, Herzens dringen kannst." Vater und Sohn hielten sich lange umschlossen; der Greis schien in Wehmuth und Thränen zu vergehn; Edmund den ich hier habe verleugnen müssen." Auch das war mir Soeben dachten Sie," sagte Edmund:, laß ihn machte sich gelinde aus den väterlichen Armen los, kehrte neu und unerwartet. Sie umarmten hierauf den alten sein Wesen treiben, das Schlimme hat ja nun schon den noch einmal zurück und küßte den Vater. Eilig ging er Diener recht herzlich, küßten ihn auf den Mund und sagten höchsten Grad erreicht, vielleicht will es Gott, daß er auf durch den Garten, den Weinberg hinauf, stand oben noch gerührt: Du bist nun nicht mehr mein Diener, sondern diesem mehr als wunderbaren Wege endlich sein Heil findet einmal still und winkte grüßend mit dem Tuche herunter, mein Freund, mein vertrautester Freund, denn Dir übergebe und die Schwärmerei, die ihn jetzt zum Wahnsinnigen indem Franz von der entgegengesetzten Seite aus dem Walde ich meine ganze Wohlfahrt, mein Vermögen und meine macht, später durch Vernunft und wahre christliche Demuth trat und schon von fern den Brief triumphirend hoch empor Kinder. Gott führe Dich auf Deinem Weg hin und zurück, abkühlen lernt. So denken Sie von mir, so verleugnen hielt. gieb die Briefe dort in die sichere Hand zugleich mit diesem Sie den bessern Geist." 8 weiter Abschnitt. fleinen Schab; schleiche Dich, wie Du kannst, über die Mein Sohn," sagte der Alte mit erhobenem Blick ,,, ist In dieser Zeit war die Landschaft und das Gebirge von Grenze, daun sind wir geborgen, und komme recht bald mit es ein guter Geist, der Dich treibt? Ist es nicht vielleicht neuem mit Erzählungen angefüllt, die Schilderungen der guten Antworten zurück." Noch in derselben Nacht hat er die vermilderte Natur selbst in Dir, die Dich über ihre eigenen schrecklichsten Grausamkeiten enthielten, welche die Kamisards fünf Meilen zurückgelegt." Schranken hinausreißt?" sollten ausgeübt haben. Selbst ihre besten Freunde und Der Alte zitterte heftig; er betrachtete den Sohn Der Sohu sah ihn wieder mit jenem schrecklichen Blicke solche, die ihnen gern Vorschub thaten, wurden stuzig, und zweifelud, sein Geficht war blaß. Wo hast Du dies alles an, der den Vater verstummen machte. Du bist frei," viele der Rebellen selbst wagten es nicht, die Greuel auch gefehen?" fragte er endlich. sagte der Alte, nur die Liebe soll Dich zurückhalten, feine nur zu entschuldigen, die sie gegen tatholische Briefter, Drüben im Gebirge Lozere, sieben Meilen von hier." Gewalt. Geh denn und folge Deinem Herzen. Mein Gutsbesizer, ja selbst gegen heimliche Protestanten sich Man schwieg. Ich muß Dir glauben", sagte der Vater, Gebet wird Dich begleiten, und vielleicht hat es auch die erlaubt hatten. Es schien, als wollte die schwächere Partei sei es Wunder, Wahnsinn, eine unentdeckte Kraft der Kraft, das Schrecklichste zu mildern oder zu verhüten." die Härte ihrer Feinde in trogender Verzweiflung noch Natur, ich sehe, aber ich begreife nicht. Alles ist freilich" Sie haben gewiß nichts dagegen," sagte Edmund ganz überbieten; aber es wandte ihnen viele Herzen ab und entso, wie Du gesagt hast, aber Dein Wesen ist mir entfeßlich. milde,„ daß ich meinen armen Brüdern mein geringes fremdete ihnen deren Hilfe, die sich sonst gern öffentlich für Glaubst Du denn nicht, wie Du auf so ungewöhnlich selt- Vermögen mitbringe, denn sie bedürfen es mehr als wir." sie gezeigt hätten. # " same Weise in diese Stimmung, Ueberzeugung und Wunder-" Nimm auch noch diese Börse von mir," sagte der Ein heiterer Sommermorgen Leuchtete über das Gegabe gerathen bist, daß es auch wieder Wege geben kann, Bater, ich will nicht wissen, wozu ihr sie anwendet; aber birge, als Edmund sich mit hastigem Schritt, ohne die Dir der Himmel, wenn Du ihn gläubig und demüthig die Unglückseligen dort sind bedürftig." anrufft, eröffnen mag, um Dich zurückzuführen in das ge-" Franz tommt!" rief Edmund. Weg und Fußpfad, Fußpfad, nach den inneren versteckten Wüsteneien begab, die er nur aus der Schilderung dann von 250 Mark. Seine Verbindung mit der Berliner Polizei vermittelte der Anarchist Kausmann, der nach Schröder'- Aussage gleichfall» im Treuste der Berliner Polizei stand. Schröder besorgte auch die Her- stellung der„Freiheit", während Most im Gesängniß saß, und Schröder bezahlte den Drucker der„Freiheit". Der preußische Polizci-Agent Schröder unterhielt mit dem Anarchisten Peukert und Neve persönliche Beziehungen, er stand mit den Anarchisten Justus Schwab in Aew-Pork in brieflichem Verkehr. Er hatte alle neu erscheinenden sozialistischen und anarchiftiichen Druckschriften für die Berliner Polizei anzuschaffen und ihr sofort zu über- senden, er überwachte die Versammlungen der Sozialisten und Anarchisten und denunzirte die darin anwesenden Personen. Schröder hehte in Versammlungen und Wirthschaften die Arbeiter durch seine Reden auf, verwies sie auf den Weg der Gewalt, als das einzige Mittel zur Rettung und forderte auf zur „Propaganda der That". Schröder hat im Jahre 1883 der Züricher Konferenz der Anarchisten präsidirt, wo die anarchistischen Verbrechen in Wien und bei Heilbronner in Stuttgart berathen und beschlossen worden sind. Er war ein Busenfreund Stell- macher's und Kammerers. Schröder war also betheiligt an den Machenschaften, die der österreichischen Regierung dann die Handhabe zur Einführung des sogenannten Anarchistengesetzes boten. Ein anderer Agent der preußischen Polizei, der zu gleicher Zeit mit Schröder Ende Dezember 1837 entlarvt worden ist, Haupt in Genf bezog Jahrelang 100 M. für den Monat. In einem Briese des Polizeiraths von Hacke an Haupt heißt es:„Wir sind unzufrieden mit Ihnen. Ihre Berichte sind nichtssagend. Wir müssen mehr haben." Ter von Bismarck zum Geheimrath beförderte Krüger drängte 1831 in Genf den Haupt, er solle mehr Material liesern. Haupt solle sich mehr um die in Genf lebenden Polen und Russen kümmern. Krüger sagte:„Sie sind ja ein baumstarker Mann; sausen Sie die Kerle über den Haufen, führen Sie sie nach Hause, bleiben Sie in deren Zimmer über Nacht, so be- kommen Sie das Nöthigste." Haupt's Gehalt wurde damals auf 125 Mark erhöht, struger erklärte dem Agenten:„Machen Sie sich an die Arbeit. Ich verstehe vollkommen, daß Sie noch von Humanitätsrücksichtcn geplagt werden. Das wird sich schon verlieren; arbeiten Sie nur fort." Im Januar 1884 besuchte Polizcirath von Hacke den Haupt und forderte ihn auf, sich unter die Anarchisten zu drängen. Im Jahre 1885 erhielt er 150 M., seit dem Jahre 1380 200 Franken Gehalt. Haupt wurde auch als Militärspion gegen Frankreich, Italien und die Schweiz verwendet. Wie Polizeihaup'.mann Fischer bekundet, hat Polizeirath Krüger dem Haupt geschrieben, er wisse, das nächste Attentat gegen den Zaren werde von Genf ausgehen; darüber brauche er Berichte. Vielleicht geht den siebengescheiten Männern der„National- Zeitung" nun ein Licht darüber auf, wie der österreichische Polizeimechanismua�eganisirt ist, wie es kommt, daß die„Pro- paganda der That" gepflegt wird, und daß„die Erfindungen der neuesten Zeit auf dem Gebiete des militärischen Sprengwesens", wie„Ekrasit, Pikrin, ja selbst rauchloses Pulver" in dem Wiener „Verschwörernest" gefunden wurden,„lauter Gegenstände, die im allgemeinen nichts mit dem Tischlergewerbe zu thun haben". Wenn'S beliebt, können wir mit mehr aufwarten. Graf Taaffe, der vcrständnißinnig den Wiener Polizei- Präsidenten zu dem„glucklichen Fange" beglückwünscht hat, will ein Werkzeug haben, um die mächtig erstarkte sozial- demokratische Bewegung niederzuhalten. Alle Mittel, die ihr nützen oder zu nützen scheinen, sind der Reaktion recht. Ausnahmezustand. Zwangsmaßregeln, rücksichtslose Gewaltmittel gegen die Wahlrechtskämpfer, wie sollen sie dem Spießer plan- sibel gemacht werden? Aufsteigt der Wauwau, ausgerüstet mit dm neuesten Erfindungen der Kriegskunst,„ja selbst! mit rauch- losem Pulver". Unsere Wiener Genossen haben, wie bereits ein Telegramm in unserer gestrigen Nunimer meldete, mit aller Ent- schiedenheit die bösartigen Plaue des Taaffe ausgedeckt und zurückgewiesen.— CKepcKe- le mouchapdl Wann immer eine „Aitarchistenverschwörung" auftaucht, hat die erste Frage zu lauten: wo ist der Spitzel? In W i e n ist sie leicht be- antwortet: Ehren-Peukert war bei der Hand. Wie kannte. Es war nicht anders, als ob seine wunder- bare Gabe der inneren Anschauung ihn richtig führte, denn er entdeckte die geheimsten Merkzeichen, an denen die dort eingewöhnten Aufrührer nur allein die Schlupfwinkel fanden, ohne sich in den Felsengewindcn zu verirren oder von plötzlich erscheinenden Abgründen aufgehalten zu wer- den. Er ließ die Festung St.- Hippolite seitwärts liegen und gerieth nach einiger Zeit, nachdem er steile Berge er- klimmt hatte, in eine starre Felfengegcnd, zu der nur schmale Steinwege führten, und die weit umher durch ge- räumige Höhlen und Schlünde zerrissen war. Hier hatten in den Höhlen die Kamisards ihre Schwerverwundeten, die sie ans den Gefechten hatten retten können; war ihnen dies unmöglich, so erschossen sie sie selbst, um sie nur nicht dem grausamen Scharfsinn der Henker zu überliefern. In diesen Spelunken verbarg auch Roland seinen Vorrath an Waffen und Pulver, wenn er davon einmal Ueberfluß hatte, sowie auch Lebensmittel und Wein, ebenfalls Arzneien und was zur Pflege seiner Kranken diente. Die Regierung hatte schon ansehnliche Preise ausgesetzt, um diesen wichtigen Zufluchtsort zu entdecken, aber bisher vergeblich, denn unter den Aufrührern kannten nur die Vertrautesten diese Gegend, die sie natürlich nicht verriethen, und diese sorgten dafür, daß auch vom Landvolk nur diejenigen hin- zugelassen wurden, deren Treue sie versichert sein konnten. Als Edmund den schmalen Weg hinging, der sich rechts unter einem steilen Berge hinzog, indem links, wenige Spannen entfernt, ein schwindelnder Abgrund gähnte, und er eben darüber nachdachte, wie leicht und sicher sich dieser Paß vertheidigen lasse, hörte er sich plötzlich von einer breiten Figur mit bärtigem Gesicht und wildem Ausdruck anrufen, welche das Wort von ihm begehrte. (Fortsetzung folgt.) viele der Verhafteten„echt" sind, das heißt Betrogene, wie viele nicht— das wird sich bei der Gerichtsverhandlung Heransstellen, oder schon vorher.— lieber die Wiener Zlnnrchisterei schreibt die„Nene freie Presse", das Organ des österreichischen Geldsack- liberalismus: „?l»f keinen Fall ist eine groß angelegte und weit- verziveigle anarchistische Verschwörung zu vermuthen. Dafür sprechen sowohl alle bisher vorgekommenen Typen des anarchistischen Verbrechens, als der Umstand, daß die am meisten gravirten Verhafteten, bei denen die Presse und die Sprengstoffe gefunden wurden, in der Wiener Arbeiterschaft fast unbekannt sind." Das ungarische Abgeordnetenhaus ist heute zu- sammcngetreten. Fragen der Kirchenpolitik werden den Hauptgcgenstand der Verhandlungen bilden. Ein Antrag, das Ministerium wegen Aenßerungen des Kaisers in An- klageznstand zu versetzen, wird von den Regierungsmamelucken natürlich abgelehnt werden.— Unsere schweizer Genossen treffen die letzten Vor- bereitlingen für die Nationalrathswahlen, die Ende Oktober stattfinden werden. Zu den bisher gemeldeten Kandidaturen sind noch die folgenden nachzutragen. Im Beruer Mittel- land(Stadt Bern und Umgebung) werden sie für den früheren Fürsprech Steck und den Eisenbahnangestellten Siebenmann, Mitglied des Berner Stadtraths(Stadtver- ordneten-Bersammlung) eintreten. Ter schwarze Streik in F r a n k r e i ch ist noch im Wachsen begriffen.— Wer die Streiks will, das zeigt sich wieder einmal recht deutlich in dem Handeln der Grubenbesitzer von L e n s. Diese Herren mit den riesigen Dividenden haben dem Friedensrichter, der im Aus- trag der Regierung einen Vermittlungsversuch niachte, die kategorische Erklärung abgegeben, sie wiesen jeden Ausgleich und jedes Schiedsgericht z u r ü ck. Natürlich, die Herren machen ein besseres Ge- schüft, als wenn gearbeitet wird. Die Kohlenpreisc steigen, die Löhne und die Betriebskosten werden gespart, und wenn die Arbeiter hungern, schmeckt den fetten Herrn Grubenbesitzern die Mahlzeit um so besser. Das Beispiel von Lens steht nicht vereinzelt da? fast alle größeren Streiks der Neuzeit sind von den Unternehmern hervor- gerufen: die letzten englischen Kohlcnstreiks, der Spinner- streik in Lancashire u. s. w. So„regelt" das Unter- »ehmerthum die Produktion und Konsumtion auf Kosten der Arbeiter.— Zum Gehirnschwund der herrschenden Klassen. Die„Post" leistet sich in einer und derselben Notiz in zwei unmittelbar aufeinanderfolgenden Sätzen folgendes: „V a i l l a n t fährt fort in seinem Widerspruch gegen die Russomanie der französischen S o z i a l i st e n." „Vorgestern hielt er(Vaillant) im Salle Faviö in Paris eine große Rede über die russisch-sranzöstschen Feste und er- klärte unter dem Beifall seiner Zuhörer, daß die Sympathien des französischen Volkes den russischen Nihi- liste» gehören." Tie französischen Sozialisten thun Vaillant, der gegen die Russomanie(Ruffentollheit) protestirt, ihren„Beifall" kund, aber trotzdem sind sie von„Russomanie" besessen! Kann man gedankenloseres Zeug schreiben? Beiläufig haben sich G u e s d e, L a f a r g u e und viele andere der fran- züsischen„Arbeiterführer"— mit Ausnahme einer winzigen Minderheit zweifelhafter Sozialisten— ebenso energisch wie Vaillant gegen die Russenseuche gewandt.— Paul Brousse, Tyrannenmörder und Ferschtekiller a. D., hat im Pariser Gemeinderath sür die 350 000 Franken zur Ver- brüdcrung mit der Knute gestimmt. Nichts kennzeichnet den Brousse besser, als sein Ja für den Russenkredit.— Cornelius Hcr§ ist wieder einmal am Sterben. Neu- lich wurde er in Paris gesehen, gestern war er in Bourne- mouth in England, und drei Acrzte bezeugen ihm, daß er nicht transportfähig sei und demnächst das Zeitliche segnen werde. Wir zweifeln auch nicht, daß gelegentlich ein Tobten- schein einlaufen wird. Es ist so leicht, betrogen zu werden, wenn man betrogen sein will.— In Belgien dehnt der Kohlenstreik sich rasch aus, darin stimmen alle Berichte übcrein. Seit voriger Woche hat die Zahl der Ausständigen sich verdreifacht.— Aus Charleroi wird telegraphirt: Das Komitee der Bergarbeiter beschloß, darauf zu dringen, daß die Bergarbeiter am nächsten Donnerstag den allgemeinen Ausstand beginnen, wenn die lOprozentige Lohnerhöhung am Donnerstag nicht gewährt wird. In dem Bassin du Centre hat sich der Streik ein wenig ausgedehnt, in dem Bassin von Lüttich stehen einige kleine Kohlenbergwerke still, in dem Bassin von Möns streiken 7000 Bergarbeiter.— Nach den letzten Nachrichten— von heute Nachmittag— haben die Dinge sich derartig zugespitzt, daß von den organisirten Arbeitern sämmtlicher belgischen Kohlenbecken morgen— Donnerstag— der allgemeine Streik verkündigt werden soll, wenn bis dahin nicht eine Lohnerhöhung von 10 pCt. bewilligt ist. Die Arbeiter stützen diese Forderung auf das Steigen der Kohlenpreise, die seit Beginn des englischen Kvhtenstreiks um fast 4 Franks die Tonne in die Höhe gegangen sind.— Der englische Kohlenstreik treibt die Kohlenpreise in England derart empor, daß immer mehr Fabriken den Betrieb einstellen, und die London- and North-Western-Bahn von nächsten Sonntag an keine Züge mehr ablassen will. Die Grubenbesitzer bestehen aber hartnäckig aus der Lohn- reduktion, obgleich sie jetzt enorme Profite haben. Die Gier nach Gold macht sie blind für alle Rücksichten der Hnma- nität und selbst der Klugheit— und das ist sehr gut sür die sozialistische Bewegung. Auch hier gilt das alte Wort: „Wen die Götter verderben wollen, den schlagen sie mit Blindheit". Die Profitwuth der Grubenbesitzer treibt sie zu einem Handeln, das jedem denkenden Menschen die Gemein» schädlichkeit des kapitalistischen Betriebes zeigen muß.— Heute findet in Derby eine Besprechung zwischen Ver- tretern der Kohlenarbeiter und des Grubenbesitzer- Bundes statt. Eine Anzahl von Grubenbesitzern soll unter dem Druck der öffentlichen Meinung, die mehr und mehr sür die Arbeiter Partei nimmt, bereit sein, zu den früheren Preisen die Arbeit wieder aufnehmen zll lassen. Die größeren Grubenbesitzer werden sich aber gegen den Vorschlag sträuben, denn s i e können es aushalten, und wenn die kleinen Kon- knrreuten bankrott werden, so haben sie davon nur Vor- theil.— Diebe überall. Als Spanien im Jahre 1891 durch die Ueberschwemmungen von Almeria und Consuegra heim- gesucht wurde und überall der Klingelbeutel umging, war es jedem, der die Verhältnisse kennt, von vornherein klar, daß auch die Sammelgelder zum großen Theile an den Fingern der Regierenden kleben blieben. Der Marquis de Campos, der Verwalter der Spenden, weigert sich, über den Rest der Gelder Rechnung abzulegen. Ein„Edelster und Bester" legt nicht Rechnung ab, das überläßt er dein gemeinen Pöbelvolk.— Die Mistwirthschaft in Griechenland treibt zu einem Krach. Der Kurs der griechischen Staatspapiere fällt un- aufhörlich, das Goldaufgeld ist über 85 pCt. gestiegen, die Lebensmittelpreise steigen, die Geschäfte stocken, die große Masse nagt am Hnngertuche. Die herrschenden Parteien bereichern sich auf Kosten des Gemeinwesens, sie treiben ihr Räuberwesen aber offenherziger als in den von westlicher Kultur mehr beleckten Ländern. Beim Staatsbankrott, ver unvermeidlich scheint, wird der kleine Mann die Zeche zahlen müssen.— Das �ell des Bären. Die„Revolution" in �ra- s i l i e n hat in phantasievollen Gemüthern die Hoffnung er- weckt, das Kaiserthum werde dort wieder hergestellt werden. Thatsache ist: Die„Rebellen" sind noch ein bischen „radikaler" und„republikanischer" als der Präsident, dessen selbstherrlich monarchistische Manieren ihm viel Feinde gemacht haben. Die„Revolution"— wenn man einen blutigen Krakehl zwischen verschiedenen Sippen der herrschenden Klasse so nennen kann— zielt also nicht auf eine Wiederherstellung des Kaiserthums, sondern umgekehrt auf die gründlichere Ausrottung des monarchischen Elements. Statt das Fell des sehr lebendigen amerikanischen Bären im Voraus zu verkaufen, sollten unsere Schwärmer sich lieber mit der Frage beschästigen, wie die Erlegung etlicher europäischer Bären zu v e r h i n d e r n ist, z. B. des portugiesischen, spanischen, italienischen u. s. w. Pnvkchrnckirivlikett: Unverzagt. Bei der Stadtverordnetenwahl in Saal» feld, die vor einigen Tagen erfolgte, sind die von unser» Parteigenossen aufgestellten Kandidaten unterlegen. Schlug der Angriff diesmal noch fehl, so wird er daS nächste Mal gelingen. »» Parteipresse. Vom 1. Oktober ab wird die„Hessische Volksstimine" mit der„Mainzer Volks-Zeitung" vereinigt, welche von diesem Tage ab unter dem erweiterten Titel„Mainzer Volks-Zeitung, Hessische Voltsstimme" erscheinen wird. « 9 Eine Parteikonferenz der drei oldenburgischen Reichstags-Wahlkreise wird am 8. Oktober, Morgens 10 Uhr, in Oldenburg, Lokal der Wittwe Ratjen in Eversten stattfinden. Die vorläufige Tagesordnung lautet: 1. Bericht der Agitations- kommission. 2. Auflösung derselben. 3. Bericht über Agitation und Organisation. 4. Stellungnahme zu den Landtags- und Gemeinderaths-Wahlen. 5. Die Presse. 6. Anträge aus der Versammlung. Die Beschickung der Konferenz geschieht von ge- wählten Delegirten vorhandener Organisationen: von Orten, wo keine Organisation besteht, werden die einzelnen Genoffen als Delegirte betrachtet. Anfragen sind zu richten an I. Diermann in Oldenburg. 9 9 Polizeiliches, Gerichtliches te. — Vor dem Schöffengericht in Scheibenberg standen dieser Tage 12 hiesige Genossen, angeklagt der Frevelthat, eine antisemitische Versammlung gestört zu haben. Der Sachverhalt ist folgender: Zwölf Genossen aus Geyer begaben sich am II. Juni nach Elterlein, um Flugblätter und Stimmzettel zu vertheilen. Nach gethaner Arbeit gehen dieselben in eine antisemitische Ver- sammlung, hören ruhig dem Referenten Dr. Oertel zu und gehen schließlich nach dessen Referat ruhig wieder fort? Diskussion gab es nicht. Jetzt aber waren sie öffentlich angeschuldigt, die Ver- sammlung durch Stuhlrücken, Scharren mit den Füßen re. gestört zu haben. Weil nun keiner von den Zwölfen etwas begangen hatte und die Belastungszeugen nichts beweisen konnten, so mußten sie sämmtlich freigesprochen werden. Belastungszeugen waren der Bürgermeister, FabrikantNeubertundderPastor in Elterlein.— Der Vorfall beweist wieder einmal, von weichem Holze die Anti- semiten sind. Beim geringsten Anlaß schreien sie nach dem Staatsanwalt und ziehen ihre Gegner vor die Schranken des Gerichts. Darum ist es auch am besten, daß man die Herren unter sich läßt— so zeigt sich auch am ehesten die Bedeutungs- losigkeit und Hohlheit der ganzen sogenannten antisemitischen Bewegung. — In E e l l e waren fünf Parteigenossen, die am II. J>mi er. während der Kirchzeit Wahl-Flugblätter verbreitet hatten, diesert- wegen mit einem Strafmandat von 0 M. beglückt worden. Aus erfolgten Widerspruch sprach das Schöffengericht sie jedoch am 20. September kostenlos frei. — Wegen Beleidigung eines Wachtmeisters wurde am 23. September der Redakteur der„Freien Presse" in Apolda, Karl Haupt, zu zwei Wochen Gesängniß verurtheilt. Dviefkapkett Vev Vedakkto»L. Sleyl, Schöneberg. Wenn die Hauslhierchen in so großer Fülle ihr Wesen treiben, daß sie den gemeingewöhnlichen Ge- brauch der Wohnung unmöglich machen würden, so haben sie das Recht, zu verlangen, daß der Wirth einen erfolgreichen Ver- tilgungskrieg führe. Weigert er sich dessen, so haben Sie das Recht, nach Ihrer Wahl, auf Kosten des Wirths diese Hausthierchen zu erlegen oder vom Vertrage abzugehe». Zum gemeingewöhnlichen Gebrauch einer Wohnung gehört die Mög- lichkeit, ohne nächtliche Anzapfungen schlafen zu können. E. F. RS. Der Ort, ist zur Armenunterstützung verbunden, in dem Ihr Vater mindestens 2 Jahre lang ohne Unterstützung wohnte, nach Ihrer Darlegung also Demmin. Schkd. Miilbr. 1. Die Beschwerde würde am besten bei dem Minister«inzulegen sein. 2. u. 3. Die Anzeige müßte bei der Staatsanwaltschaft angebracht werden, wäre aber wohl er- folglos.— Besten Dank. Derartige Uebergriff« werden uns aus allen möglichen Theilen Preußens mitgetheilt. Sie werden ge- legentlich in einem Artikel Verwendung finden. A. F. vi. Die Einreichnng muß beim Patentamt erfolgen. Sprechen Sie eventuell zwischen l2 und 1 Uhr vor. Refchke. Sie können auf Erfüllung des Miethsvertrages, eventuell auf Schadenersatz, klagen, wenn der Wirth die Ihnen vermiethete Wohnung Ihnen nicht einräumt. Ein Abonnent. Wenn zwischen Betriebsbeamten oder Werkmeistern und dem Fabrikanten über die Kündigung nichts vereinbart ist, so kann das Arbeitsverhältniß nach§ 132» G.-O. von jedem Theil mit Ablaus jedes Kalendervier leljahres nach 6 Wochen vorher erklärter Aufkündigung aufgehoben werden. Neujahrsgruft. Vollstreckung ver Strafe ist«och zulässig. «.«. 100. Ja. Für den Inhalt der Inserate über. nimmt die Redaktion dem Bublikum gegenüber keinerlei Verantwortung Theater. Donnerstag, den 28. Septbr. Opernhaus. Cavalleria rusticana. ( Bauern Ehre.) Das goldene Kreuz. Neues Theater. Vom landwirthschaftlichen Balle. Meister Gert Westfaler. Militärfromm. Deutsches Theater. Der Talisman. Berliner Theater. Wallenstein's Tod. Leffing- Theater. Erlaubte Sünden. Friedrich- Wilhelmstädt. Theater. Der Vogelhändler. Residenz- Theater. Madame Agnes. Besuch nach der Hochzeit. Adolph Ernst- Theater. Charley's Tante. Vorher: Die Bajazzi. Central- Theater. Berliner Vollblut. Viktoria Theater. Frau Venus. Alexanderplatz- Theater. Das Damenbad. Vorher: Die Balletschule. National Theater. Lehmann auf der Weltausstellung in Chicago. Borher: Die juten Flinten. Wintergarten. Spezialitäten Vorftellung. Reichshallen- Theater.SpezialitätenVorstellung. Apollo Theater. Vorstellung. Spezialitäten Kaufmann's Variété. SpezialitätenVorstellung. Gebrüder Richter's Variété. Spezialitäten- Vorstellung. National- Theater. Große Frankfurterstraße 132. Doppelvorstellung zu einf. Preisen. Sensationelle Novität! Lehmann auf der Weltausstellung in Chicago. Große Ausstattungsposse mit Gesang und Tanz in 5 Akten von Eugen Prudens. Kouplets v. Linderer. Musik von Adolph Wiede de. Regie: May Sam st. Vorher: Die juten Flinten oder: Hirsch in der Tanzftunde. Poffe in 1 Att von R. J. Anders. Musik von verschiedenen Komponisten. Kasseneröffn. 61/2 Uhr. Anfang 71/2 Uhr. Morgen: Dieselbe Vorstellung. Sonntag Nachm. 21,2 Uhr: Volks vorstellung zu bedeutend ermäßigten Preifen: Wilhelm Tell. Wallner- Theater. Sonnabend, den 80. September 1893: Gastspiel des Schliersee Bauerntheater. Zum 1. Male: ' s Lisert vom Schliersee Boltsstück mit Gefang und Tanz von H. Neuert. Billetverkauf von 10-2 Uhr. Central- Theater. Alte Jakobstrasse No. 30. Donnerstag, 28. Septbr. 1893: Berliner Vollblut. Posse mit Gesang und Tanz in 4 Akten v. Jean Kren. Mutfit v. Julius Einödshofer. Tagestaffe von 10 bis 2 Uhr und von 5 Uhr an. Anfang der Vorstellung 7/2 Uhr. Im dritten Akte: Bajazzi- Parodie Frau Carl vorgetragen von Grant Jessier. Dora Morgen: Berliner Vollblut. Adolph Ernst- Theater. Charley's Tante. Schwant in 3 Aten v. Brandon Thomas. Vorher: Die Bajazzi. Parodistische Poffe mit Gesang in 1 Att D. Ed. Jacobson und Benno Jacobson. In Szene gefeßt von Adolph Ernst. Anfang 7/2 Uhr. Morgen: Dieselbe Vorstellung. Castan's Panopticum. Unferm Oskar- zum 33. Ge- Sozialdemokratischer Wahlverein für den 5. Berliner Reichstags- Wahlkreis. " burtstage ein 3x33= 99x donnerndesHoch! ProstOtte! DieGenossen. Na, wann tönn' wir denn nu rücken helfen? 22346 Am Donnerstag, den 28. September, Abends 8% Uhr, im Schützenhause, Linienstraße Nr. 5: Dersammlung. Weltberühmte Ausstellung Allen Freunden und Genoſſen, inzvon Wachsfiguren und Gruppen. Juustonen. Irrgarten. Schreckenskammer. Passage378/18 Tagesordnung: besondere dem Arbeiter- Bildungsverein zu Schöneberg, dem Arbeiter- Bildungsverein Trebbin, dem Holzarbeiterverband Trebbin, sowie dem Reichstags- Abgeordneten Herrn Zubeil und Der Vorstand. den Trebbiner Parteigenossen für die Die Zahlstellen des Vereins befinden sich in den Lokalen Hirtenstr. 10, rege Theilnahme bei der Beerdigung meines lieben Mannes, des Puzzers RI. Hamburgerstr. 27, Landsbergerstr. 41, Neue Königstr. 89. Den Mitgliedern zur Mittheilung, daß in dieser Versammlung herzlichsten Dank. 48982 die Broschüre zu Schutz und Truz" zur Vertheilung kommt. Ww. Rösler nebst Angehörigen. Aufforderung. 22245 Kollegen und Genossen, die 1. Vortrag des Genoffen Timm. 2. Diskussion. 3. Verschiedenes. Um zahlreiches Erscheinen ersucht Panopticum.. Rösler sage ich hiermit meinen Soeben aus Chicago eingetroffen: Der blaue Mann.gen waren, als meine am 8. b. M. Die Affendame. im September früh um 53/4 Uhr in Weißensee erfolgte Sistirung stattfand, 11-1 Uhr. 4-9 Uhr. mögen die Güte haben, Ihre Adressen unter Hahne, Friedrichsberg, Kronprinzenstr. 27a, behufs Klarlegung obiger Sache abzusenden. Kaufmann's Variété Stadtbahn- Station Alexanderplatz. Täglich: Gross. Concert. Specialitäten- Vorstellung von nur Künstlern I. Ranges. Zaro, Engl. Afrob. Derington, 4 Personen, Radfahrer- u. Draht feilfünstler. Elsa Rosinska, Soubr. Cordes, Gesangs Humorist. Alfonso, Instrumental- Humorist. A. Engel, 8 dress. Hunde. Ballet Excelsior, 8 Damen. Solotänzerin M. Kunschmann. Kassenöffnung: Sonntags 5 Uhr, Anfang 6 Uhr; Wochentags 7 Uhr, Anfang 8 Uhr. Entree 50 Pf. A. Zimmermann. # sche ratweil' Bierhallen Achtungsvoll A. Hahne, Friedrichsberg, Kronprinzenstr. 27a. Verein schlesisch. Sozialdemokraten. Sonntag, den 1. Oktober, Vorm. 101/2 Uhr, im Saale des Herrn Brochnow, Sebastianstraße 39: General- Versammlung Tages Ordnung: 1. Vortrag des Genossen A. Hoffmann aus Pankow über: ,, Das moderne Raubritterthum". 2. Diskussion. 3. Rechnunglegung und Bericht der Revisoren. 4. Ergänzungswahl eines Schriftführers. 5. Verschiedenes. Zahlreiches Erscheinen der Mitglieder ist erwünscht. Gäste haben Butritt. 282/7 Die Beleidigung gegen die Frau Zeuthen, Hankels Ablage und Umgegend. Töpfer, Schwedterstr. 47, nehme ich hierdurch zurück. Frau Mosolf. Sämmtliche Beleidigungen, die ich gegen meine Schwägerin Frau Marie Polzin, wohnhaft Wiesenstr. 28, vorn 3 Tr., ausgesprochen habe, nehme ich hiermit zurück und erkläre sie für eine 48922* ehrenhafte Frau. Frau Polzin, Köslinerstr. 11, v. 1 Tr. Der in unbekannter Abwesenheit lebende Tischlergefelle 20776 Robert Heseler wird hierdurch aufgefordert, behufs Abhebung der von seiner Schwester Emilie Heseler hierselbst ihm zugefallenen Erbschaft bei dem Unterzeichneten oder bei dem Töpfermeister Kommandantenstr.77-79. Albert Hefeler, Berlin W., Kleist straße 5, recht bald sich zu melden. 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Die 1., 2., 3. und 4. Abtheilung find gefüllt. Herr Ungering hat die von ihm innegehabte Bahlstelle 25 niedergelegt; die Bahlstelle ist dem Zigarrenhändler Herrn Max Kothe, Koppenstr. 90, übertragen worden. Die Mitglieder, die bisher bei Herrn Ungering zahlten, werden gebeten, von nun an bei Herrn Kothe zu zahlen. Die nächste Vorstellung findet am 8. Oktober für die 1. Abtheilung statt. Der Vorstand der Freien Volksbühne. J. A.: Julius Türk, SW. Solmsstraße 24. 396/5 brauchbare Fabrikate angeboten werden, Sozialdemokratische Reichstags- Fraktion 1893. Da viele minderwerthige und unverlange man nur Richard Poppe's Universal- Metall- Puy- Pomade. ( Schuhmarke" Stern".) Ueberall vorräthig. Berlin NO. Richard Poppe, Gollnowstr.11. Jede Uhr zu repariren ( außer Bruch) unter Garantte toftet bei mir 1,50 Mk. Kleine Reparaturen entsprechend billiger. Uhren, Gold- u. Silberwaaren C. Wunsch, b. Dranienplay ungur. 38, a. Arbeitsmarkt. Ein tüchtiger Schweizerdegen ( 1. 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Jacob, Inselstr. 1.* metstr, 49. Reichenbergerstr. 37. Verantwortlicher Redakteur: Wilhelm Schröder in Berlin. Druck und Verlag von Mag Bading in Berlin SW., Beuthstraße 2065b 2238b G. Elkhuysen, Alte Schönhauserstr. 5. Den Genossen empfehle meine Beitungsspedition u. Buchhandlung. W. Gaßmann, Grünthalerstr. 67. 2. Hierzu eine Beilage. Beilage zum„Vorwärts" Berliner Volksblatt. Ar. AA8. Donnerstag, den 28. September 1893. 10. galjrg. UoKsles. .. 3«r �rage der BePflanzung Berliner Strafe» mit Bäumen»st dem Vorstand des Bezirksvereins„Moabit" auf ein Gesuch an die Park- und Garten-Deputation des Magistrats um Bepflanzung einer Reihe von breiten Straßen des Stadttheils nur eine theilweise zusagende Auskunft ertheilt morden. Man habe infolge der Kanalisirung die Erfahrung gemacht, daß Baum- wurzeln durch in oer Erde liegende Thonröhren angezogen und daß nach einiger Zeit diese durch die Wurzeln durchbrochen und sonach völlig untauglich gemacht werden. Aus diesem Grunde werde zur Verhütung schwerer Schädigung der Kanalisations- Anlagen an den Bordschwellen der Straßen, neben welchen Thonrohrlängsleitungen sich befinden, die Anbringung von Vaninpflanzungen für unzulässig erklärt. Von dem Bezirksverein„Moabit" war ein Gesuch um Bepflanzung fol< gender Straßen abgesendet worden: Dreyse-, Krupp-, Lehrter-, Qnitzow-, Gotzkowsky-, Wald-, Benssel-, Bremer-, Otto-, Zwingli-, Calvin-, Spener-, Gerhard-, Melanchton-, Paul- und Flens- burgcrstraße. Dieses Gesuch wurde zunächst der Verwaltung der Kanalisationswerke behufs Auskunfterlheilung über die Straßen überwiesen, in denen sich Thonrohrleitungen befinden. Nach der darauf eingegangenen Auskunft, welche dem Bezirksverein zur Kenntnißnahme mitgctheilt worden, ist die Bepflanzung fast aller genannten Straßen mit Ausnahme von Theilen der Krupp-, Otto- und Quitzowstraße unzulässig. Die beantragte Bepflanzung der übrig bleibenden Straßenstrecken soll in den Etat pro 1834/95 in Aussicht genommen werden. Ueber die ttnzulänglichkeit der Berliner Vieh- und Schlachthof-Anlagen hat sich nach der„Volks-Zeitung" Direktor Hausburg in einem Gutachten wie folgt ausgesprochen:„Ich mag nicht schließen, ohne auf das Dringendste, auf die Roth- wendigkeit aufmerksam gemacht zu haben, noch vor dem Winter für einige Stallungen und Schlachträume auf dem neuen Echlachlhofterrain Sorge zu tragen, da die Zustände am Schlacht- Hof im bevorstehenden Winter unhaltbar zu werden versprechen." FiskuS und Ttadtgemeindc. Der Magistrat hatte an die Regierung die Bitte gerichtet, zu genehmigen, daß die Bewachung des Denkmals auf dem Kreuzberge durch die städtischen Wächter im Viktoriapark erfolgt. Ter Fiskus hat das Ersuchen abgelehnl, so daß die Bewachung auch in Zukunft durch einen gebrechlichen Militärinvaliden erfolgen wird. Bei dieser schroffen Haltung des Fiskus hat der Magistrat die Verhandlungen abgebrochen, welche er in der letzten Zeit mit der Btinisterial-Baukommission über den Ankauf des Wächtergrundstücks im Viktoriagark geführt hat. Die Stadtgemeinde beabsichtigte, dieses Grundstück lediglich deshalb zu erwerben, um eine der Umgebung angemessene Ber- schöncrung herbeizuführen.— Wer buckelt, kriegt Schläge. Ter stenographische Nntcrricht im Hause der Abgeord- neten beginnt am Montag, den 2. Oktober. Es finden sowohl Kurse für Anfänger statt, wie praktische Nebungen für solche, die bereits der Stenographie kundig sind. Meldungen werden im stenographischen Bureau des Abgeordnetenhauses, Leipztgerstr. 75, am Freitag, den 29., und Sonnabend den 30. September, Vor- mittags von 11—1 Uhr entgegengenommen. Die„faule Pauliue", deren offizieller Titel bekanntlich Panlinenaue- Neu-Ruppiner Eisenbahngcsellschaft lautet, soll durch Ausdehnung des Bahnnetzcs von Ruppin nach Neustadt a. D., von Wildberg nach Dammkrug, Friesack, Herzberg nach Beschluß der Generalversammlung erweitert werden. Die ministerielle Bau- Erlaubniß ist nachgesucht. Sollte das Projekt zur Aus- sührung gelangen, so wäre eine etwas größere Beschleunigung der Fahrgeschwindigkeit angebracht: zur Zeit vermeidet bekannt- lich Jeder, der es etwas eilig hat, die Benutzung der Eisen- bahn und verläßt sich lieber aus die Geschwindigkeit der eigenen Füße. Hungerlöhue.„Stellen Sie doch Mädchen ein," rieth bekanntlich Eugen Richter einmal— allerdings vergeblich— der„Volks-Zeitung". Sein Rath ist bei dem„ L o k a l- A n- z e i g e r" auf fruchtbaren Boden gefallen. Die Falzer des „Lokal-Anzeigers"— etwa 70— erhalten einen Lohn von nur 12 Mark die Woche hindurch, von denen noch 5b Pfennig für Krankenkasse und Klebegeseh in Fortfall kommen. Die Arbeitszeit geht von 8 Uhr Abends bis 4>/z, Sonntags früh auch oft bis 6>/l Uhr Morgens. Die Pause ist eine halbstündliche. Für außerdem 3 Stachmittags 3 Stunden Arbeit erhalten einige Arbeiter noch 3 M. die Woche. Am Sonnabend erbaten die Falzer unter Berücksichtigung des Umstandes, daß die anständigen Verleger fast durchweg das Doppelte, auch mehr, zahlen, eine Erhöhung um drei Mark. Am Montag wurde ihnen denn auch die gerechtfertigte Forderung um Erhöhung auf 15 M. bewilligt. Heute— Mitlwoch— wurden jedoch s ä m m t l i ch e Falzer ohne jede Veranlassung entlassen: Kündigungsfrist war vertraglich ausgeschlossen. Der Verleger halte nämlich statt der männlichen Falzer inzwischen weibliche Arbeitskräsle eingestellt. Nette Harmonie zwischen Arbeil und Kapital! So verdient man allerdings leicht Millionen und kann sich wie Herr Scherl— früher ein unbemittelter Mann— in Baiern und anderswo Villen bauen! Achtung vor F-rischbier! Einen argen Mißstand thcilt die„Deutsche Gastw.-Ztg." aus unserem Nachbarorte Weißcnsee mit. Dieselbe weist darauf hin, wie leichtsinnig in jetziger Zeit, wo Cholera, Typhus und andere ansteckende Ikrankheiten die Menschheit bedrohen und alle Augenblicke Verhaltungsmaßregeln zur Abwehr derselben erlassen werden, bei dem Frischbier-Verlauf einzelner Brauereien verfahren wird.„Die Brauerei von Ralhgeb in Berlin, Bernauerstr. 102", so heißt es wörtlich,„hat auch nach unserem Orte den Wagen Nr. 1 mit Frischbier herausgesandt, um ihre Waare an den Mann zu bringen. Wenn auch meist nur ärmere Leute Frischbier kaufen, so könnte die Brauerei doch wohl darauf sehen, daß die Gefäße, Kannen rc. rein und sauber sind. Oder glaubt die Brauerei vielleicht, daß es für arme Leute schon übrig genug ist, wenn sie überhaupt Bier bekommen?" Wie der Gewährsmann aber ferner mittheilt, ist die gedachte Unfauberkeit noch nicht das Schlimmste. Es kommt noch besser.„Viele Brauereien", so heißt es weiter,„haben Hähne in die Fässer eingeschlagen und ver- zapfen mit Hilfe dieser das Bier; anders aber der Kutscher der lliatbgeb'schen Brauerei. Derselbe legt einen Gummischlauch in das Faß und benutzt denselben als Heber. Bei jedesmaligem Verkauf saugt er mit dem Munde das Bier in den Schlauch. Ob der Kutscher das Bier, welches er beim Anheben in den Mund bekommt, ausspeit oder hinunterschluckt oder was sonst damit geschieht, können wir nicht feststellen; jedenfalls aber ist das ganze Verfahren eine Ungehörigkeit, die eine öffentliche Rüge verdient." Auktion von Flitterkram. Große Auktion hat am Mittwoch das Schauspielhaus begonnen. Was sonst nur in der ver- schönernden Theaterbeleuchtung sich eines schimmernden Daseins erfreute, ist jetzt ans grelle, jeden magischen Reiz raubende Tages- licht gezogen. Da liegen die mächtigen Schilde aus der .Walküre" und offenbaren sich als eitel Blech, Holz und Pappe. Nach langem Zögern zahlt ein Alteisenhändler des„Vergnügens wegen" 0,50 M. Es ist schier unglaublich, was da alles heran- geschleppt wird: eine vorsündfluthliche Nähmaschine, die auch ihren Bieter findet, Plältbolzen, Kaffeekannen. Theekessel, Stricke u. s. w. Da liegen in zärtlicher Berührung trotz Hoch- berg's Sittlichkeitsverein Trikots für Männlein und Weib- lein, zum idyllischen Stillleben vereint mit Perrücken, Ballschuhen, Theatersticfeln, Fechthandschuhen. Und Trikots finden, wie auf der Bühne ihre Bewunderer, so hier ihre sich oft überbietenden Abnehmer. Es sind meist Direktoren von Vorstadttheatern und ähnlichen Musentempeln. Auf die Theaterkostüme, die durch ihre Gold- und Silber- stickcreien noch daran erinner», daß sie„Hofdamen" und „Königinnen" zum Gewände gedient haben, richten sich nicht minder die Blicke der kunstverständigen Direktoren wie der Maskenverleiher und-leiherinnen. Eine„Leihlene" überschlägt, wie jenes farbenprächtige Seidenkleid mit dem billig erstandenen Blumengewinde dazu dienen wird, um eine heirathslustige Schöne in eine strahlende Königin der Nacht umzuzaubern— für 15 M. ivird ihr der Zuschlag. Immer neue Körbe werden herbeigeschafft, deren Innern Helme, Rüstungen, Schwerter. Lanzen, die mannigfachsten Kopfbedeckungen entsteigen. Alles findet sein Gebot und die nöthige Kritik mit echt Berliner Witz Zur Cholera in Berlin. Neue Einlieferuugen von Cholera-Patienten und Cholera-Verdächtigen haben in den städtischen Krankenhäusern seit unserem letzten Bericht nicht stattgefunden. In den Cholerabaracken des Krankenhauses Moabit befindet sich nur das Wilke'sche Ehepaar. Die Cholera- baracken der übrigen Krankenhäuser stehen leer. Ein ungetreuer Hausdiener ist am gestrigen Abend in Weißensee in seiner Wohnung, Große Seestraße 30, von der Kriminalpolizei verhaftet worden. Der Hausdiener Richard Nauditt war seit ca. 1>/s Jahren bei dem in der Großen Frankfurter- straße 102 wohnenden Kaufmann A. beschäftigt und hat seinem Prinzipal in letzter Zeit Tuchwaaren im Werths von 600 Mark entwendet, wobei der Bursche in geschickler Weise es verstand, den Verdacht von sich ans Andere abzulenken. Durch Zufall kam Serr A. dahinter, daß N. der Thäter, und bei einer gestern bend abgehaltenen Haussuchung in der Wohnung des N. ivurde der größte Theil der gestohlenen Waaren entdeckt. Der Dieb ivurde sofort nach dem Untersuchungsgesängniß in Moabit über- führt. Bei einer Gasexplosion erheblich verletzt wurde am Dienstag Abend in einem Restaurant in der Meyerbeerstraße ein Kaufmann Müller, welcher mit mehreren Bekannten auf der Kegelbahn des erwähnten Lokals verweilte. Gegen 1/il0 Uhr Abends entfernte sich M. nach dem daran stoßende» Kloset, in welchem von unberufener Hand das Gas ausgedreht und der Sahn wieder geöffnet worden war. M., welchem der intensive asgeruch ausfiel, zündete ein Streichholz an, in demselben Augenblick ertönte ein heftiger Knall und eine Feuergarbe schoß dem Käufmann ins Gesicht. M. wurde sofort nach der Sanitätswachs in der Prenzlauerstraße geschafft und, da der Verletzte erhebliche Brandwunden am Gesicht und beiden Arme» davongetragen, nach dem städtischen Kranlenhause Friedrichshai» überführt. Vorsicht beim Absteigen von Omnibussen? An der Ecke der Markgrafenstraße stürzte ein Fahrgast, der im Begriff war, abzusteigen, so unglücklich vom Wagen, daß er besinnungs- los auf den Damm fiel und nach einein Krankenhause geschafft werden mußte. Arbeiterrisiko. Auf dem Neubau des Lagerspeichers der Werslstation III an der Oberspree machte am Dienstag Nach- mitlag ein Steinträger bei dem Hinauftragen der Mauersteine in die dritte Etage auf der angesetzten Leiter einen Fehltritt, wodurch er ins Schwanken gerieth, so daß die mit Steinen be- ladene Mulde hinteuüberfiel und auf die beiden untenstehenden Arbeiter Schmitz und Grabsky aus Äerli», die init Kalklöschen beschäftigt waren, stürzle, so daß beide blutüberströmt zusammen- brachen. Der Arbeiter Grabsky Halle einen komplizirte» Schädel- brach erlitten, so daß er, noch che der requirirte Hascnarzl zur Stelle war, bereits verstarb. Der mitverunglückte Arbeiter Schmitz war von einem herabgefalleneu Mauerstein in dem Augenblick, als er nach oben sah, ins Gesicht getroffen ivorden, wodurch er in demselben schwer verletzt worden war. Aus An- ordnung des Hafenarztes wurde der Verunglückte nach dem Krankenhause geschafft. Gewarnt wird vor einem Schlafstellen-Diebe, der seil voriger Woche den Osten, Nord- und Süd-Osten unsicher macht. Beim Miethen der Schlafstelle giebt er an, daß er sehr früh auf- stehen müßte, um aus Arbeit zu gehen, früh Morgens entfernt er sich dann, che die anderen ausstehen und nimmt mit, was er er- wischen kann. Vorige Woche wurde aus diese Weise eine Familie in der Fruchtstraße von dem Marder heimgesucht. Der Dieb ist etwa 31—35 Jahre alt, schlank, etwa 1,75 Meter groß, hat dunkelblondes Haar, starken Schnurrbart und ein rundes volles Gesicht. Bekleidet war er mit einem schwarzen Kamm- garn-Anzug und bunter Weste und mit einem modernen grauen Filzhut. Er spricht das Deutsche gebrochen, während er der polnischen Sprache mächtig ist. Selbstmordversuch. Einaroßer Auflauf bildete sich Dienstag Abend um 8 Uhr an der Weidendammer Brücke. Ein un- bekannter Mann war vom Schifsbauer-Damm aus in die Spree gesprungen. Hilfe war sofort zur Stelle, und der Lebensmüde konnte noch lebend dem nassen Element entrissen werden. Er wurde nach der Charitee gebracht und als der 25 Jahre alte Bäckergeselle Richard Krziminsky, Veteranenstr. 18, festgestellt. Den Beweggrund zur Thal verweigert er hartnäckig. Auf die Unverwüstlichkeit der Gattung derer, die nicht alle werden, spekuliren manche Geschäftsleute in der unver—- blümteste» Weise. So liest man in der Leipzigerstraße, nahe der Markgrafenstraße, an einem Geschäft: Der amerikanische Silber- krach und der russische Zollkrieg hat es verschuldet, daß viele Waaren zurückgesetzt werden mußten. Darum natürlich großer „reeller" Ausverkauf zu„spottbilligen" Preisen. Gesunken. Eine seltsame Begegnung hatte vor einiger Zeit ein Polizeibeamter, der aus dem Städtchen Gransee stammt, seit Jahren aber in einem Vororte Berlins angestellt ist. Als Sohn eines Handwerksmeisters wurde er mit vielen Geschwistern zusammen in großer Einfachheit erzogen. In demselben Städtchen lebte damals der Bürgermeister Blankenberg, der mehrere Töchter, aber nur einen einzigen Sohn hatte. Martin B. wurde als einziger männlicher Nachkomme sehr verhätschelt und erregte den Neid aller übrigen Knaben. Hatten die Handwerkerkinder ein- mal mit ihm spielen dürfen, so meldeten sie dieses Ereigniß den Eltern, die nicht wenig stolz darauf waren. Martin B. kam später auf das Gymnasium, die Handwerkersöhne gingen in die Welt hinaus, und die ehemaligen Spielkameraden sahen sich nicht mehr. Ein Sohn des Handwerksmeisters wählte später den Soldatenberuf und trat endlich in den Polizei- dienst. Da eines Tages las er unter den in das Gesängniß eingelieferten Personen den Namen Martin B. aus Gransee und wollte sich seinen Landsmann ansehen, der als Kal- saktor mit Reinigungs- und anderen Arbeilen beschäsligt wurde. Auf die Frage des Beamten, der ihn nicht erkannte, wer er denn sei, antwortete B. kleinlaut:„Sie kennen mich ja doch." Da nun aber in Gransee noch ein Ackerbürger B. gewohnt hatte, so forschte der Polizist weiter und erhielt unter Thränen die Auskunst, daß er den Sohn des Bürgermeisters vor sich habe. Der Beamte konnte nur die Worte ausstoßen:„Du bist Marlin Blankenberg!" Das war der früher so verzärtelte und be- neidete Knabe, über dem nach des Vaters Tode die Wogen des Lebens zusammengeschlagen waren. Er war aber schon zu tief gesunken, um noch Kraft zur Umkehr zu besitzen. Obgleich man ihn nach seiner Entlassung mit Geldmitteln vorläufig ausgestattet halte, wurde er bald wieder wegen verschiedener" Betrügereien gesucht. Im„Cafe DalleS" festgenommeu wurde Mittwoch Vor« mittag ein seit langer Zeit gesuchter Mann. Vor fünf Monaten lernte ein Bäcker auf der Straße einen beschäftigungslosen Menschen kennen, den er als Hausdiener bei einem Bäckermeister unterbrachte. Schon nach einigen Tagen batte der Unbekannte seine Stellung heimlich verlassen, einem Geselle» des Meisters aber vorher Uhr und andere Werthsachen gestohlen. Er führte auf den Namen Fischer lautende Papiere bei sich und trieb sich unter dieser Benennung umher. Sein Wohlthäter erfuhr diesen Streich und setzte alles daran, den Ganner ausfindig zn machen. Gestern Morgen erkannte er ihn trotz der veränder'en Kleidung im Cafs Dalles und rief einen Schutzmann herbei, um die Fest- »ahme zu bewirken. Interessant ist noch, daß er die entwendete Uhr durch einen Dienstmann nach demLeihamt bringen ließ, mit dem c" in demselben Hause wohnte und der die Verpfandung in gutem Glauben auf den eigenen Namen bewirkt hatte. Mord oder Nnfast? In das Kaiserin Friedrich-Kranken- haus wurde am Sonntag Nachmittag das zwei Monate alle Kind des Wcißgerbergesellen Dittmann, auf dem Gesundbrunnen im Hause Biesenthalerstr. 16 wohnhaft, in hochgradig verbrühtem Zustande eingeliefert. Unter entsetzlichen Schmerzen oerstarb das Kind noch in der nächsten Stacht. Die Eltern haben angegeben, daß der Vater das Kind auf dem linken Arme trug, während er sich mit der rechten Hand an der Kochmaschiue zu schaffen machte. Dabei sei ihm das Kind vom Arme und in einen auf der Maschine stehenden Topf voll kochenden Wassers gefallen. Dieser Darstellung gegenüber sind Zweifel laut geworden. Zlvei Selbstmorde ans Liebesgram. Die Untreue ihres Bräutigams, welchen sie erst seit diesem Sonntag kannte, hat die unverehelichte 27jährige Arbeiterin Martha Riemann in der Nacht vom Montag zum Dienstag in den Tod getrieben. Das in der Boxhagenerstr. 42 bei Verwandten in Schlafstelle wohnende Mädchen halte am Sonntag Nachmittag in einem Tanzsaal in Friedrichsberg einen jungen Mann kennen gelernt, welcher sich ihr als Buchhalter Franz ftöppen vorstellte und in der Frucht- straße zu wohnen vorgab. Der Buchhalter beschäftigte sich während des ganzen Abends ausschließlich mit dem Mädchen. Auf dem Nachhausewege verlobten sich die beiden. Das Liebespaar ver- abredete sich bei der Trennung, am Montag Abend am Frankfurter Thor zusammenzukommen. Als aber K. bei dem Rendezvous nicht erschien, begab sich das Mädchen nach der angeblichen Wohnung desselben m der Fruchtstraße, um dort zu erfahren, daß ein zunger Mann dieses Namens niemals daselbst gewohnt habe. Die aus allen Himmeln Gestürzte, welche bereits ihren Freundinnen und Arbeitskolleginnen während deS Tages Mittheilung von ihrer Verlobung mit dem feinen hübschen Herr» Koppen gemacht und nun den Spott derselben fürchtete, die Un- treue und Falschheit des Mannes, der ihr tausend Eide ge- schworen, merkend, wurde hierdurch so zur Verzweiflung getrieben, daß sie nach Hause zurückkehrte und sich am Fensterriegel er- hängte. Am gestrigen Morgen fand man die Aermste, deren Liebesfrühling nur wenige Stunden gedauert, als Leiche vor.— Ein ähnlichen Motiven entsprungener Selbst- m o r d wird aus Stralau gemeldet. Unweit der dortigen Cholera-Kontrollstatioii entdeckte man am Sonntag Morgen, un- mittelbar an der Schiffsanlegestelle, die Leiche eines an einem Baume hängenden Mannes, der sich kurz vorher den Tod gegeben haben mußte. Bei dem etwa 26 zährigen Lebensmüden wurde ein Notizbuch gesunden, in welchem auf der ersten Seite die Worte standen:„Ich will nicht mehr leben, weil meine Frau nichts mehr von mir wissen will, mein Tod ist meine Rache!" Unterzeichnet waren die letzten Zeilen des Selbstmörders mit „Wollmann". llnbeariindeter Diebstahlöverdacht. In einer Familie zu Groß-Lichterfelde war ein goldener Kettenring abhanden ge- kommen und konnte trotz allen Suchens nicht gefunden werden. Da bemerkte die Hausfrau vor einigen Tagen einen solchen Ring an der Hand ihres Dienstmädchens, riß ihn an sich und erklärte das Mädchen für eine Diebin. Obgleich der Bräutigam des Mädchens, ein Schlächtergeselle, durch eine Quittung nach- wies, daß er den Ring, den er dem Mädchen geschenkt, gekauft habe, obgleich ferner aus ein an dem Ring befindliches goldenes Herz hingewiesen wurde, das an dein Ringe der Frau nicht vorhanden war, so ließ man sich dennoch nicht umstimmen, nahm vielmehr an, daß das Herz zum Zwecke der Täuschung aus dem enlivendeten Ringe befestigl ivorden sei. Jetzt rief die muth- maßliche Diebin selbst die Polizei an, deren Nachforschungen er- gaben, daß der verhängnißvolle Ring minderwerthiger ist, als der verlorene. Das Mädchen ist nunmehr durch die Polizei selbst von dem unberechtigten Verdachte gereinigt worden. Marktpreise in Verlin am 26. Septemb., nach Ermittelungen des königlichen Polizeipräsidiums. Weizen per 100 Kg. guter von 15,50—15,00 M., mittlerer von 14,90—14,50 M., geringer von 14,40—14,00 M., Roggen per 100 Kg. gilter von 13,10 bis 12,30 M., mittlerer von 12,70—12,50 M., geringerer von 12,40 bis 12,20 M. Gerste per 100 Kg. gute von 19,00— 17,50 M., mittlere von 17,40—16,00 M., geringe von 15,90—14.50 M. Haser per 100 Kg. guter von 18,80—17,50 M., mittlerer von 17,40—16,20 M., geringer von 16,10 bis 14,80 M. Stroh, Richt- per 100 Kilogramm von— ,— Mark. Heu per 100 Kilogramm von— ,— Mark. Erbsen, gelbe zum Kochen per 100 Kg. von 40,00—24,00 M. Speisebohnen, weiße per 100 Kg. von 50,00—20,00 M. Linsen per 100 Kg. von 80,00 bis 30,00 M. Kartoffeln, per 100 Kg. von 8,00—4,00 M. Rind- fleisch von der Keule per 1 Kg. von 1,60—1,20 M. Bauchfleisch per 1 Kg. von 1,30—0,90 M. Schweinefleisch per 1 Kg. von 1,50-1,00 M. Kalbfleisch per 1 Kg. von 1.60-0,30 M. Hammelfleisch per 1 Kg. von 1,50—0,90 M. Butter per 1 Kg. von 2,80—2,00 M. Eier per 60 Stück von 4,80—2,60 M. Fische per 1 Kg.: Karpfen von 2,40—1,20 M. Aale von 2,30 bis 1.20 M. Zander von 2,40-1,20 M. Hechte von 2,00-1,00 M. Barsche von 1,60-0,80 M. Schleie von 2,40-1,10 M. Bleie von 1,40 bis 0,60 M. Krebse per 60 Stück von 15,00-1,50 M. Polizeibericht. Am 26. d. M. Vormittags wurde am Stadtbahnhos Lehrter Bahnhof ein Arbeiter durch eine Droschke überfahren und am Knie bedeutend verletzt.— Ein geisteskranter Arbeiter versuchte in seiner Wohnimg, Krautstr. 26, sich durch einen Stich in den Unterleib zu tödten. Er wurde nach dem Krankenhause am Friedrichshain gebracht.— Aus dem Alexander- plake gerieth Nachmittags eine Frau unter die Räder eines Ge- Izur Betheiligung am Streit mit heranzuziehen, vergeblich waren. I für angemeffen bezahlt. Der Kläger hob hervor, daß er sein schäftswagens und erlitt bedeutende Quetschungen beider Ober- Deshalb können sie nur als persönliche Beleidigungen angesehen Papiere, Buch und Karte erst 14 Tage nach der Entlassung be schenkel. Vor dem Hause Müllerstraße 150 fiel ein Portier werden, da die angeblich Beschimpften aber feinen Strafantrag tommen hätte, obgleich er sich am Tage nach der Entlassung per beim Abspringen vom Hinterraum eines in voller Fahrt befind: gestellt haben, so könnten auch die Angeklagten nicht bestraft sönlich bei Herrn Körstermann darum bemüht habe. Beklagter lichen Pferdebahnwagens zur Erde und erlitt anscheinend einen werden. Sie wurden freigesprochen und die nicht geringen gab das zu, meint aber, er hätte feine Marken gehabt und erst Schädelbruch. Auf dem Felde bei der Petersburgerstraße stießen Kosten der Staatstaffe auferlegt. Wer aber ersetzt den Anemen Tag später die Angelegenheit in Ordnung bringen fönnen. spielende Kinder einen fünfjährigen Knaben in ein von ihnen an- geklagten die ihnen durch diese haltlose Anklage erwachsenen Kläger habe sich dann die Papiere nicht geholt. Der Vorsißende belehrte gezündetes Feuer, er erlitt bedeutende Brandwunden am Kopfe. Kosten? den Beklagten, daß er Buch und Karte sofort bei der Auflösung des Nachmittags fuhr ein Kutscher mit seinem Arbeitswagen gegen ein vor dem Hause Mittenwalderstr. 4 aufgestelltes BockWegen Bierplantscherei standen gestern der Restaurateur Arbeitsverhältnisses dem Kläger hätte geben müssen, und daß er, gerüft. Gin darauf befindlicher 10jähriger Knabe wurde herab- Wilhelm Dörig, dessen Bruder Karl Dörig und der Bier wenn da beide nicht in Ordnung waren, sie ihm sobald wie geschleudert und erlitt bedeutende Verlegungen an den Händen zapfer Fischer vor dem hiesigen Schöffengericht. Wilhelm Gründe: Der Preis für die fragliche Borte sei nach dem Ürtheil und am Unterschenkel. Beim Absteigen vom Verdeck eines in Dörig, welcher am Engel- Ufer ein Restaurant erworben hatte. Des gerichtlichen Sachverständigen angemessen. Kläger weigerte Der Fahrt befindlichen Omnibus fiel an der Ecke der Koch- und war mit der Vorbesizerin in Differenzen gerathen, welche vor sich, die Arbeit zu machen. Der Wertführer wäre deshalb im Gericht ausgekämpft werden mußten. Die Söhne der VorMarkgrafenstraße ein Mann zur Erde und erlitt so schwere befizerin erstatteten alsdann eine Anzeige, in welcher sie behaup- Recht, wenn er ihn entließ. Aus der Ginbehaltung des Buches innere Verlegungen, daß er nach der Charitee gebracht werden teten, daß die Angeklagten beim Verschänken von Bier unsaubere dies, so müsse ein sich darauf stüßendes Urtheil der Verhandlung und der Karte habe Kläger keinen Anspruch erhoben, wolle er mußte. Vor dem Hause Wallner- Theaterstr. 42 wurde Abends ein Schuhmacher mit einer erheblichen Verlegung am Bein auf- Mischereien vornähmen, indem sie die in den Gläsern der Gäfte dies, so müsse ein sich darauf stüßendes Urtheil der Verhandlung ein Schuhmacher mit einer erheblichen Verlegung am Bein auf gefunden. Er scheint in der Trunkenheit gefallen zu fein und stehen bleibenden Bierneigen sammelten und dem frischen Biere eines neuen Prozesses überlassen bleiben. zusetzten. Die Angeklagten bestritten dies mit aller Entschieden- Der Breslauer Aufruhrprozeß" findet vom 5. bis fich einen Beinbruch zugezogen zu haben. In der Nacht zum heit und behaupteten, daß es sich bei der Denunziation lediglich 7. Oftober vor dem dortigen Schwurgericht statt. Es handelt 27. d. M. sprang ein Bäcker von der Weidendammer Brüde in um einen Rache- Aft handele, da in der Handhabung des Schank- sich um jenen Auflauf, der im Juni d. J. in der Matthiasstraße die Spree, wurde jedoch noch lebend aus dem Wasser gezogen geschäfts jede Unreellität peinlichst vermieden werde. Die Be- entstand und bei welchem ein Fleischerladen gestürmt und zerstört und nach der Charitee gebracht. Im Laufe des Tages fanden weisaufnahme ergab auch für den Besitzer Wilhelm Schröder, wurde. Angeklagt find wegen Aufruhrs, gemeinschaftlich verübter zwei kleine Brände statt. absolut nichts Belastendes, im Gegentheil wurde Körperverlegung und Hausfriedensbruchs 28 Arbeiter und Handerwiesen, daß derselbe wiederholt das Weggießen aller Bier- werter, ein Militärinvalide und 4 Frauen. neigen angeordnet hatte. Dagegen hatten nach der Beweisaufnahme die beiden anderen Angeklagten allerdings mehrmals In Hamburg schwebte bekanntlich seit einiger Zeit eine die unappetitliche Mischung vorgenommen. Das Schöffengericht umfangreiche Untersuchung wegen Betruges und aktiver sowie verurtheilte Karl Dörig zu 100 Mart, Fischer zu 30 M. passiver Bestechung gegen eine Anzahl Hamburger und Berliner Viehhändler, sowie mehrere Eisenbahnschaffner. Es handelt sich Jeder Preuße hat das Recht, durch Wort, Schrift Geldbuße. um planmäßige betrügerische Ausnuzung von Rundreise- und Druck und bildliche Darstellung seine Meinung frei zu Eine für Zeitungshändler wichtige Entscheidung. Der Rückfahrkarten. Die Untersuchung ist nunmehr geschlossen und äußern", besagt Artikel 27 der preußischen Verfassung. Daß Beitungshändler Fritz Berger steht mit seinem Zeitungskaften die Anklage erhoben worden. Dieselbe richtet sich gegen 50 Andiese Bestimmung dem Paradepferd gleicht, das, in Gebrauch ge- schon seit langen Jahren an den Königskolonnaden, noch nie geklagte, von denen ein Theil gegen mehr oder minder hohe nommen, den Reiter sofort abwirft, lehren tausende von Ge- bat er aber, wie er versichert, so viel Scherereien mit der Bürgschaft auf freiem Fuße belassen worden ist. richtsurteln, bei deren Lektüre man zu der Ansicht gelangt, man- Bolizei gehabt, als seit Erlaß der neueren Bestimmungen der cher Richter habe die Freiheit so lieb, daß er sie niemand anders Gewerbe- Ordnung, welche ein Feilbieten von Waaren auf der Groben ufug" soll der Schlosser Johann Meyer nach gönnt, als sich selber. Das Oberverwaltungsgericht hat bekanntlich in Straße an Sonntagen verbieten. Berger stand vor einiger Zeit Ansicht des Gemeindevorstehers von Apolda dadurch verüvt wiederholten Entscheidungen zum Ausbruck gebracht, bezüglich vor dem Schöffengericht, weil er nach den Beobachtungen der haben, daß er in der Versammlung im Schüßenhaus", in der Aufführung von Theaterstücken bestehe in Preußen trop Bolizei in zwei Fällen am Sonntag Beitungen an Vorüber- welcher der Boykott über das Bier der Vereinsbrauerei verhängt Art. 27 noch die polizeiliche Zenfur. Abermals zur Prüfung der gehende verkauft hat. Er wurde jedoch freigesprochen, weil er wurde, zur Ausführung des Boykotts aufgefordert haben soll. Rechtslage wird dieses Gericht am 2. Oftober gelangen. An nachwies, daß es sich in diesen zwei Fällen um Wochen. Der Bürgermeister hatte 5 M. für erforderlich erachtet, um die diesem Tage steht um 12 Uhr die Verhandlung in abonnenten handelte, welche das Zeitungsgeld pro Woche voraus- böse That genügend zu fühnen. Auch der Amtsanwalt glaubte, ter Klagesache des Dichters Gerhard Hauptmann bezahlen und sich die Zeitungen dann täglich von ihm ab- daß bei den Aktionären, die in der betreffenden Versammlung wider den Polizeipräsidenten von Berlin auf Aufhebung des holen. Der Angeklagte nahm es als sein gutes Recht anwesend gewesen seien," Aergerniß" erregt worden sei. Dadurch von letterem erlaffenen Verbots der Weber" an. Der Bein Anspruch, in feiner Eigenschaft als Zeitungsspediteur habe aber Meyer den groben Unfug begangen, und dafür müsse zicksausschuß hatte bekanntlich seinerzeit die Klage abgewiesen. feinen Abonnenten wie es jeder Zeitungsspediteur er mit 5 M. bestraft werden. Meyer machte geltend, daß er in Gerichts- Beifung. " Selbst wenn das Ober- Verwaltungsgericht jedoch abermals zu thue- die Zeitung auch Sonntags zu verabfolgen. Das derselben Sache eine Anklage wegen Erpressung zu gewärtigen der Auffassung gelangt, der Polizei stehe das Recht einer Schöffengericht erblickte in dieser Abgabe an feste Abonnenten habe: er habe eben die Nachricht erhalten, daß die VorTheaterzensur zu, so würde bei Beibehaltung anderer Grund- fein Feilbieten" und sprach den Angeklagten frei. Der Staats- untersuchung geschlossen worden sei. säge desselben Gerichts der Dichter dennoch zum Siege gelangen anwalt legte Berufung ein und beantragte gestern vor der Hauptverhandlung zu vertagen und durch Gesicht in die Akten müssen. Es ist nämlich ständig angenommen, daß das aus 5. Strafkammer 40 W. Gel buße. Wenn die Ansicht des sich zu überzeugen, ob die Angaben Meyers auf Wahrheit § 17 II, 10... abgeleitete Verbotsrecht der Polizei nur dann Schöffengerichts sanktionirt werden würde, so würde es nach beruhen. Anwendung finden darf, wenn ohne dieselbe unmittelbare, Ansicht des Staatsanwalts allen fliegenden Beitungshändlern " fofortige, auf andere Weise nicht zu beseitigende Gefahr für die außerordentlich leicht sein, die Bestimmungen bezüglich des Feil- fremdende Art des Strafvollzuges wurde vor einigen Wochen bei Ein Säugling im Gefängniß eingesperrt! Gine be Sicherheit, die Sittlichkeit, oder die Nuhe des Publikums" vor- haltens an Sonntagen zu umgehen. Der Gerichtshof war der fremdende Art des Strafvollzuges wurde vor einigen Wochen bei liege. Daß die Aufführung der Weber" veredelnd und erhebend Ansicht, daß der Angeklagte thatsächlich am Sonntage feil. Frau Thomas im Amtsgerichts- Gefängniß zu Wurzen anwirkt, so erscheint die Anwendbarkeit des landrechtlichen Polizei- geboten" habe. Die Thatsache, daß er seinen ganzen Zeitungsgewendet. Die Frau hatte ihr noch nicht ein Jahr altes Kind, mädchens für alles auf die Weber" ausgeschlossen und die Ver- fasten dicht bei sich gehabt, zeige, daß er wohl die Absicht ge- impfen lassen, weil das Kind frank und schwächlich war. Sie welches noch an der Mutterbrust lag, nicht in diesem Jahre urtheilung des Beklagten geboten. Aber wer fann mit Sicher- habt habe, vorkommenden Falles auch an andere, als an Abon- wurde deshalb bei der Amtshauptmannschaft Grimma zur Anheit den Erfolg eines gerichtlichen Verfahrens voraussagen? nenten Zeitungen an verabfolgen. Das Gericht verurtheilte Wegen zweier Betrugsfälle und wegen Pfandver- Herrn Berger zu 10 M. Geldbuße. Revision wird wohl des seige gebracht und mit einer Strafe von drei Tagen Gefängniß belegt. Da die Frau aber noch ihr Kind an der Brust hatte, so schleppung ftand gestern der frühere Inhaber des in der Prinzips halber eingelegt werden. wurde der Vollzug der Strafe wohl verschoben? Mit nichten! Chausseestraße gelegenen Restaurants 3 um Storchneft", Gewerbegericht. Rammer I. Vorsitzender: Assessor Fürst. Die arme Frau wurde mitfammt ihrem Säugling in die GefängnißGastwirth Franz Schulz, vor der achten Strafkammer des Sigung vom 25. September. Der Schneider Schmoll, welcher zelle gesperrt!! Licht, Luft, paffende Nahrung, entſprechenbe Landgerichts 1. Im vorigen Sommer erhielt der Angeklagte von 60 " Er wird unter -wiederholt den Besuch des Reisenden der Radeberger Brauerei, stützt sich mit seiner Klage darauf, daß ihm gesagt worden sei, ein fränklicher Säugling, wird dem armen Kind auf drei Tage welcher sich die größte Mühe gab, ihn als Kunden zu gewinnen, Schulz verhielt sich anfangs ablehnend unter dem Hinweise, daß auf ihn speziell werde die durch seine Unterschrift anerkannte, entzogen? Das arme Kind fühlte sich in der lichtlosen, dumpfen er mit dem bisher von ihm geschänkten Bötzow'schen Vier sehr von der beklagten Firma vorgeschriebene eintägige Kündigungs- talten Zelle denn auch höchst unbehaglich, was es dadurch zu zufrieden sei. Der Neisende ließ in seinem Drängen nicht nach frist wohl keine Anwendung finden, er brauchte feine Angst zu erkennen gab, daß es ganze Stunden erbärmlich jammerte und und als Schulz erwähnte, daß er von Böhow ein Darlehn in haben, es sei nur Formsache. Hierdurch sei er zum Unter- schrie. Mit welchem Recht ist der Säugling verhaftet? Weil er schreiben veranlaßt worden. Der Vertreter der Beklagten be- der mütterlichen Nahrung bedurfte? Nein, für solche Umstände Höhe von 1500 M. habe, wofür er allerdings eine Hypothet treitet nicht, daß diese oder eine ähnliche Neußerung gefallen läßt§ 487 Str.-Pr.-D. ausdrüdlich einen Auſſchub der Straßhabe hinterlegen müssen, erklärte der Reisende, daß der Angeklagte fei, als Schmoll seine Unterschrift gab. Schmoll sei eben ein vollstreckung zu. Aus Humanitätsrücksichten ist diese Bestimmung von der Radeberger Brauerei ein noch höheres Darlehn erhalten könne. Dies veranlaßte den Angeklagten, feinem äußerst tüchtiger Arbeiter gewesen und die Firma hätte ihn gern ausdrücklich in das Gesez aufgenommen bisherigen Lieferanten untreu zu werden, er erhielt 2000 Mark länger beschäftigt, wenn er nicht zuletzt mit dem Liefern unDer Beruf des Mädchens. In einem Blatte ist folgen Daran hätte auch nichts geändert, Darlehn und verschänkte von da ab Radeberger Bier. Im baß der Kläger gelegentlich des Streits gegen die Firma agitirte. Des zu lesen:" Sollte Jemand über den" Beruf des Mädchens" Herbste vor. J. begab der Angeklagte sich nach dem Bureau der Brauerei und erbat sich von dem Prokuristen Hoffmann noch ein Der als Zeuge anwesende Schneider Gebauer hätte hierin den noch im Zweifel sein, das Urtheil eines hauptstädtischen Richters, Darlehn von 200 M., da er in seinem Tunnel einen Schieß- Kläger unterstüßt und sei heute noch für die Firma Gerson be- das dieser weise Hüter des Gesetzes gebracht, würde ihn darüber stand für die zu seinen Gästen zählenden Freiwilligen einrichten dem Kläger 15 M., um so auf dem Vergleichwege die Klage ein armes 18jähriges Mädchen, das wenig mehr besitzt, stand für die zu seinen Gästen zählenden Freiwilligen einrichten schäftigt. Herr Germer, der Vertreter der Beklagten, bietet aufklären. Vor dem bezirksgerichtlichen Salomo stehen zwei weibliche Parteien. Die Klägerin ist Fräulein S. D., wolle. Der Profurist erinnerte sich noch des früheren Umstandes mit der angeblichen Sypothel, er will sich dadurch verer verlangt 45 W. oder ein Erkenntniß. desselben zu erledigen. Der Kläger geht darauf nicht ein, als ihre reizende Unschuld und ihre blühende Jugend, die anlaßt gefunden haben, auch dieses Darlehn zu bewilligen. Bald er verlangt 45 W. oder ein Erkenntniß. darauf erfuhr die Brauerei, daß es mit dem Angeklagten schlecht folgender Begründung mit seiner Klage abgewiesen. Er habe Geflagte eine Frau R. G., eine den höheren Gesellschaftsschichten ftehe, sie machte ihre Forderung gegen ihn geltend, es zeigte unterschrieben, mit einer eintägigen Ründigung zufrieden sein zu angehörige Dame. Letzterer Umstand erscheint für die Beurtheifich, daß Schulz eine Hypother gar nicht besaß und auch die wollen. Es sei zwar, wie erwiesen ist, ihm gesagt worden, daß lung des Urtheils von Wichtigkeit. Fräulein O. und Frau G. Schuld nicht zahlen konnte. Die Forderung wurde ausgeflagt, als davon ihm gegenüber fein Gebrauch gemacht werden solle; jedoch sind vor einiger Zeit in einen Wortwechsel gerathen, in dessen Entdie Zwangsvollstreckung aber erfolgen follte, hatte Schulz bereits habe er sich durch die Unterschrift in die Hand der Firma ge- wickelung Frau G. dem Mädchen zurief, fie möge das liebenswürdige schleunigst sein Geschäft verkauft und dieBrauerei das Nachsehen. Der geben und es vom guten Willen derselben abhängig gemacht, ob Stumpfnäschen nicht so hoch tragen, denn alle Welt wiffe, daß Angeklagte bestritt, von einer Hypothet gesprochen zu haben, fie thatfächlich davon Gebrauch machen wolle oder nicht. Dazu nämlich Fräulein D. ihre sechswöchentliche Sommererholung benügt habe, um einem funkelnagelneuen Weltwurde aber durch die Zeugen widerlegt. Der Staatsanwalt hob komme, daß furz vorher( vor der Leistung der fraglichen Unter- azu hervor, daß die Bereitwilligkeit, mit der die Brauereien im schrift) Lohndifferenzen mit der Firma vorgekommen feien; der bürger das Leben zu schenken. Fräulein D. flagte natürlich Intereffe des Bierabfazes an Gastwirthe Darlehne zu gewähren läger hätte wissen müssen, als ihm der Schein vorgelegt wurde, wegen Ehrenbeleidigung und über diese Klage hatte der einsichtspflegen, sehr häufig mit Undant gelohnt werde. Ein solcher Fall daß dies einen bestimmten Zweck habe, um so mehr, als er dem volle Richter des Bezirksgerichts zu entscheiden. Die einvernommenen liege hier vor. Durch die Handlungsweise des Angeklagten werde Anschein nach ein gewandter und luger Mensch sei. Diese Ent- Beugen, welche die Angeklagte stellte, fonnten nur aussagen, daß fich Frl. D. thatsächlich sechs Sommerwochen hindurch erholt hätte, Treu und Glauben im laufmännischen Verkehr erheblich erschüttert scheidung ist unzutreffend, aber leider rechtskräftig. Kammer VI. Vorsitzender: Assessor Leo. Der Musiker fonnten sie natürlich nichts aussagen. Der weise Diener der Themis aber über die von Frau G. behauptete Verwendung dieser Zeit und beantrage er deshalb gegen denselben ein GefängnißSonnenfeld war von dem Restaurateur Neumann engagirt strafe von drei Monaten. Das Gericht verurtheilte den Angeklagten dem Antrage des Staatsanwalts gemäß. worden, um in dessen Restaurant von des Nachmittags um 61/2 fällte nun ein Urtheil, in welchem er mit der Motivirung, daß bis 1 Uhr Nachts Unterhaltungsmusit auszuführen. Er spielte das Weib nur seinen Beruf erfülle, wenn es Kinder zur Welt Eine Anklage wegen Straßenraubes, welche ein fleines abwechselnd zur Unterhaltung" und zum Tanz auf", manchmal bringe, die hochgestellte Angeklagte freisprach! Es ist jammerLicht auf die Sicherheitszustände im Thiergarten warf, beschäf- bis 8 Uhr. Eines Tages war Sonnenfeld verhindert, au kommen, schade, daß der Name des findigen Salomo nicht der zu der Name dessen, der zur tigte gestern das Schwurgericht am Landgericht I. Angeklagt und schickte den Pianisten Dietrich als Stellvertreter. Dieser Nachwelt überliefert wird, war ein Franz Bieg, welcher in einer Sommernacht in der wurde nicht als solcher angenommen, und als am nächsten Sonn- Freude aller derjenigen, die im Weibe ein untergeordnetes Bellevue- Allee die Bekanntschaft eines dort promenirenden Mannes tag Sonnenfeld wieder kam, wurde er ebenfalls fortgeschickt. Beschöpf erblicken, den einzigen" Beruf des Weibes festgestellt gemacht und denselben feiner Uhr und seines Portemonnaies ge- Er erhob Klage und beanspruchte 15 M. als Entschädigung hat. Ob das Obergericht die Ansicht des Klugen Mannes theilt, bleibt abzuwarten. waltsam beraubt hat. Bei der Begegnung des Straßenräubers für sich und für Dietrich, behauptend, es sei mit ihm vereinbart und seines Opfers walteten so häßliche Nebenumstände ob, daß worden, daß er ev. einmal einen Stellvertreter schicken könne. Der Moderne Sklaven. Das 16jährige Dienstmädchen Mathilde auf Antrag des Staatsanwalts während der Verhandlung die Beklagte bestreitet das, worauf ihm der Kläger den Eid zuschieben Gärtner aus Berlin hat sich wegen Diebstahls, Unterschlagung, Deffentlichkeit ausgeschlossen wurde. Die Geschworenen sprachen will. Der Vorsitzende räth eindringlich zum Vergleich; der Be- Mißhandlung und Beleidigung zu verantworten. Die Angeklagte den Angeklagten des Straßenraubes schuldig, und der Gerichtshof tlagte möge dem Dietrich 6 M. und dem Kläger 1,50 M. geben. stand im Dienste der Frau Architekt Tiedt hierselbst und hat geverurtheilte ihn mit Rücksicht auf seine Borstrafen zu se ch 3 Der Beklagte verpflichtet sich zu nichts und beschwört, daß er nie ständigermaßen ihrer Dienstherrin nach und nach 12 Eier entJahren Zuchthaus und 10 Jahren Ehrverlust. mit der Stellung eines Vertreters einverstanden gewesen sei. wendet, welche sie ihrer tranten Großmutter überbracht Der Kläger muß infolge dessen abgewiesen werden. Der hat. Sodann wird die Angeklagte beschuldigt, wiederholt Die Urtheilsverkündigung in dem Geheimbundsprozeß Gerichtshof unternahm nun eine Sammlung beim Einkauf von Petroleum je 2 Pfennig unterschlagen zu Leimert u. Gen." erfolgte heute vor der 3. Straftammer am für den Stellvertreter" Dietrich, um diesen zu haben, was jedoch nicht erwiesen werden konnte. Am Landgericht I. Das Urtheil lautete gegen Leimert auf vier Monate Gefängniß, wovon 2 Monate auf die Untersuchungshaft wenigstens ichadlos zu halten. Es wurden ihm 24. Juni d. J. stellte Frau Tiedt das Dienstmädchen wegen der 7 M. übermittelt. angeblich unterschlagenen Pfennige zur Rede und als das abzurechnen sind. Die Mitangeklagten Gerndt und Lorenz wurden Bei Verhandlung einer anderen Prozeßsache wurde zum Mädchen sich verantwortete, gab ihm Frau T. eine Ohrfeige. freigesprochen. Desgleichen erkannte der Gerichtshof auf die Auf größten Erstaunen des Gerichtshofes und des anwesenden Bubli- Schließlich soll das Mädchen über ihre Dienstherrin hergefallen hebung der bei Leimert beschlagnahmten Gelder, die zur Unterhebung der bei Leimert beschlagnahmten Gelder, die zur Unter- fums festgestellt, daß der beklagte Arbeitgeber eines Barbier- fein und derselben den Hals zerkragt haben. Die Angeklagte be stützung der Familien der inhaftirten Genossen bestimmt waren. gehilfen Arbeiter bei der städtischen Straßenhauptete, sich in Nothwehr befunden zu haben, auch sei nicht Aufforderung zum Streik. Vor der Straffammer des reinigung ist. Der Mann arbeitete auf seine Art und ließ ausgeschlossen, daß Frau Tiedt die Verlegungen bei den Landgerichts II zu Berlin standen am 26. September die Töpfer- durch einen Barbiergehilfen sein Geschäft führen. Er selbst ist Differenzen mit ihrem Ehemann erhalten habe. Nach gesellen David und Hagen, angeklagt wegen Bergehens gegen nicht etwa Barbier, der fich das Straßenreinigen angenommen" der Mißhandlung wurde das Mädchen sofort entlassen. 153 der Gewerbe- Ordnung. Sie sollten am 6. Februar d. J. hat, sondern das Barbiergeschäft machte er als Straßenreiniger auf. Am nächsten Morgen tam dasselbe, um ihre Sachen während des Töpferstreits auf einem Bau in Spandau versucht Rammer II. Vorsitzender: Assessor Welt. Sigung vom und ihren Lohn zu holen. Der lektere wurde dem haben, durch beschimpfende Nedensarten anderen zur Theilnahme 26. September. Der Posamentier Krupfact war am 1. August Mädchen vorenthalten, worauf dieselbe rief:" Sie können am Streit zu verleiten". Das Schöffengericht zu Spandau in der Posamentenfabrik des Herrn Körstermann eingetreten. Am mir ja meinen Lohn nicht geben, denn Sie haben ja kein Geld!" Sprach sie frei." Der Staatsanwalt legte Berufung ein, zog die anderen Tage sollte er eine Borte fertigen. Hierfür schien ihm Die Angeklagte giebt an, sie habe die Richtigkeit dieser Worte felbe, soweit sie David betraf, während der Verhandlung der Preis für das Meter mit 8 Pf. zu wenig. Er verweigerte angenommen, weil die Sachen damals versiegelt zurück. Gegen Hagen beantragte er jedoch 3 Tage Gefängniß. Die Fertigung der Borte. Der Wertführer fagte ihm, als er gewesen wären. Der Gerichtshof erkannte gegen das Das Gericht sprach auch den Letzteren frei, da fein Beweis für andere Arbeit verlangte: Sie können nach Hause gehen und ihre Dienstmädchen wegen der Mißhandlung auf vier Wochen die Untlage geliefert wurde. Sollten sie wirklich gefallen fein, Sachen mitnehmen. Er ging und flagte nun auf Bahlung einer Gefängniß nnd wegen der Beleidigung auf zwanzig fo sei es erwiesenerutaßen erst geschehen, nachdem die Ange ohnentschädigung für 14 Tage. Ein Sachverständiger, Mart Geldstrafe ev. 5 Tage Gefängniß. Bezüglich der flegten gesehen haben, daß ihre Bemühungen, die Streifbrecher welcher vernommen wurde, hielt die Borte mit 8 Pf. per Meter Unterschlagung wurde auf Freisprechung, bezüglich des Diebstahls auf Einstellung des Verfahrens mangels rechtsgiltigen Straf- P antrags erkannt. Prächtiger Rechtsstaat! Ein halbwüchsiges Mädchen nimmt ein paar Gier aus Mitleid für die franke Großmutter, erhält Prügel, wehrt sich etwas energisch damit ist eine Strafe verwirkt, die dem armen Kind ein ehrliches Fortkommen fast zur Unmöglichkeit macht. Das Strafgesetzbuch ließ die Verhängung eines Verweises statt der erkannten Strafe zu. genau), welche darauf gerichtet sind, die Arbeitsbedingungen dem Vorredner zu, sprach sich aber gegen den Vorschlag in bezity einseitig vorzuschreiben, und insbesondere die zu diesem auf den Vorwärts" aus. Faber blieb bei seinem Vorschla Zwecke geplanten oder veranstalteten Ausstände gemeinsam und meinte, bei Verbilligung des Vorwärts" würde di abzuwehren und in ihren Folgen unschädlich zu machen. Abonnentenzahl desselben steigen, eventuell solle man eine be ( Schwarze Listen und Aussperrungen!) fondere Lokalausgabe des Vorwärts" für Berlin schaffen 4. Andere wirthschaftliche, die gemeinsamen Interessen be- Stabernad wandte sich gegen die Vorschläge Faber's rührende Fragen zu berathen und die Anschauungen des Mattutat hielt auch eine Verbilligung für wünschenswerth Verbandes in geeigneter Weise zur Geltung zu bringen." und durchführbar und meinte im Uebrigen, durch die Stellung, Die bekannte Affäre wegen angeblicher Unterschlagungen Paragraph 2 der Ausführungsbestimmungen lautet: welche der Vorwärts" einnimmt, würden die Berliner Genossen im Rechtsschutzverein der Bergleute im Saarrevier beschäftigte Ausstand oder eine Sperre erklärt, so ist dem Vorstande sofort ein Wird in einem Verbandswerke von seiten der Arbeiter ein benachtheiligt. Es solle daher statt des Zentralorgans das Reichsgericht am 25. September. Im Auguſt 1889 wurde mittheilung zu machen. Dieser foll fofort eine Untersuchung lichen Provinzblättern beigelegt würbe. Auch die BreßRorrespondenzblatt geschaffen geschaffen werden, das sämmtanläßlich des großen Bergarbeiterstreits im Saarrevier ein Rechtsschutzverein" gegründet, in dessen Vorstand vier ab. einleiten, welche Klarstellt, ob( natürlich„ ob") und inwieweit tommission müsse sorgen, daß sie einlaufende Beschwerden gelegte Bergarbeiter gewählt wurden, nämlich Nikolaus den Arbeitgeber ein Verschulden trifft. Falls der Vorstand be- schneller erledige, als dies z. B. im vorigen Jahre mit einer von Warten zum Vorsitzenden, Bachmann zum stellvertretenden schließt, daß der Fabrikant den Forderungen der Arbeiter ganz ihm erhobenen der Fall gewesen. Sto black trat dem BorVorsitzenden, Bär wanger zum Schriftführer, und Nikolaus oder theilweise nachgeben solle, so ist das Nähere hierüber fest- redner bei und regte an, einen einheitlichen Beitrag für die Kton, Gastwirth in Bildstock, zum Kassirer. Der Verein zusehen und der Fabrikant verpflichtet, diesen Beschluß durch Arbeiterbewegung, b. h. sowohl für die politische wie für die fand viel Antlang bei bei den Bergleuten, so daß er zuführen und durch Anschlag zur Kenntniß der Arbeiter zu gewerkschaftliche, zu schaffen. Schulz wies auf die finanzielle felbst zur Herausgabe einer eigenen Zeitung, bringen. „ Schlägel Wichtigkeit der Inserate und das nach seiner Meinung zu er und Eisen" schreiten konnte. Die Einnahmen des Vereins feßten Findet eine Beilegung des Ausstandes oder der Sperre nicht wartende Defizit bei Verbilligung des Abonnementsgeldes hin. sich zusammen aus den Eintrittsgeldern und Mitgliederbeiträgen statt, so hat der Vorstand das Recht, die in der nothleidenden Böhm wünschte, daß bei Anstellung der Redakteure auch die der Mitglieder, aus den Abonnement@ beträgen und den Fabrik vorliegenden Aufträge auf die übrigen Fabriken zu ver- Preßtommiffion mitzureden habe, und daß in Zukunft auch die Insertionsgebühren und endlich aus den sogenannten Liebes- theilen, während lettere verpflichtet sind, dieselben mit gleicher Angestellten des„ Borwärts" am 1. Mai die Arbeit ruhen lassen gaben, welche opferfreudige Genoffen und Freunde der Arbeiter Sorgfalt wie ihre eigenen Aufträge auszuführen. sollten. Gadega ft erachtete die Gehälter der Angestellten des bewegung beiſteuerten. Diese" Liebesgaben" sollten in erster Aufträge zugewiesen find, bei deren Ausführung thätig zu sein, ben„ Vorwärts" immer halten würde, wie hoch sich auch der Weigern sich die Arbeiter in einer Fabrit, welcher derartige Vorwärts" für zu niedrig und meinte, daß ein wackerer Genosse Linie zur Unterſtügung der abgelegten und deshalb brotlos gefo find biefelben fofort zu entlassen. Wenn es durch Weigerung Abonnementspreis belaufe. Wegen der vorgerückten Zeit wurde wordenen Bergleute dienen. Der Verein entwickelte fich anfangs zur Zufriedenheit der Interessenten, schließ der Arbeiter unmöglich sein sollte, diese nothwendigen Aufträge von einer weiteren Erörterung abgesehen. lich aber wurden Stimmen laut, welche laut, welche von Unregel- auszuführen, so ist der Vorstand berechtigt, bei der Generalv. genannten vor dem Leider die mäßigkeiten in der Kassenverwaltung Sprachen. Die Frauen- Agitationskommiffion hatte zum 26. b. M. versammlung den Antrag zu stellen, eine Arbeitssperre bei einem hatten, wie es scheint, der vielbeschäftigte Borsigende und Theile oder in allen Fabriken anzuordnen.( Alles zur„ wert wiederum eine öffentliche Volksversammlung einberufen, um die fein Stellvertreter zu viel Vertrauen zu der Gewissenhaftigkeit thätigen Förderung des Arbeiterwohls")! durch die polizeiliche Auflösung der Versammlung am 21. b. M. des in kaufmännischen Dingen erfahrenen Kassirers und hatten Arbeitseinstellung steht der Generalversammlung zu. Die Beschlußfassung über eine gänzliche oder theilweise unterbrochene Diskussion über den Vortrag der Frau Klara naturgemäß als Bergleute hinreichende kaufmännische Kenntnisse Bettin über das Thema: 1, Frauenrechtelei und Arbeiterinnenſelbſt nicht ſammeln können. So kam es, daß ein kuddelmuddel der beschlossenen Maßnahmen bei einer bedeutenden Konventional- diese Versammlung war wiederum ausgezeichnet besucht.. Frau Ein weiterer Paragraph bedingt die sofortige Folgeleistung schutz" fortzusehen und zu einem Endergebniß zu gelangen. Auch entstand, aus dem ein einfacher Bergmann nicht flug werden strafe. Die Nürnberg- Fürther Arbeiter werden die richtige Ant- Klara Bettin wohnte der Versammlung bei und leitete die Berfonnte. Bekannt ist, trozdem auch Warten mitten im Bergarbeiterstreit verhaftet und von Minifter wort zu geben wissen, doch sind derartige sagen wir Beichen handlungen mit einem furzen Resumé ihres in der vorigen Verder f. p. Berlepsch in von Sachkenntniß wenig getrübter Weise der Zeit ernste Mahnungen für das Proletariat, das zu thun, fammlung gehaltenen Bortrags, über welchen i. 8. berichtet im Reichstag mit scharfen Worten kritisirt wurde. Warken's was dessen ureigenstes Interesse ist, Sie betonte besonders, daß - sich den Arbeiter- Organi- worden ist, ein. Freilaffung erfolgte nach Beendigung der Streitbewegung. Die fationen anzuschließen. Berliner Genossen und Genossinnen zu Tage getretenen vier oben verschwinden möchten. Erfte irrthümlichen Anschauungen Borstandsmitglieder hatten fich Die Arbeiterfreundlichkeit des Kapitalismus. Daß Rednerin aur Distusfion am 15. April war Frau Rautsty London, Landgericht อิน Saarbrücken das einzige Streben der Kapitalisten dahin geht, soviel wie mög- welche darüber zu verantworten. Warten und Bachmann wurden freilich Profit aus ihren Unternehmungen herauszuschlagen, ohne in Deutschland eine eigentliche Frauenrechtsbewegung nicht be mit Frau Bettin übereinstimmte, daß gesprochen, da auf der Hand lag, daß fie völlig alle Rücksicht auf Menschlichkeit und die oft so sehr gerühmte stehe. In England bestehe die Frauenrechtsbewegung schon unschuldig an vorgekommenen Veruntreuungen waren. Dagegen Nächstenliebe, das wurde schon sehr oft gesagt. Ginen neuen 70 Jahre. Rednerin beleuchtete die schrecklichen Arbeiterinnenwurde der Kassirer Kron zu drei und der Schriftführer Bär- Beweis hierfür bringt uns eine Meldung aus Mannheim. Dort verhältnisse in England und die durchaus arbeiterfeindliche wanger zu sechs Monaten Gefängniß verurtheilt. Charakteristisch wurde in der Beinwaaren- Fabrik von Kreichgauer u. Pfefferkorn Haltung der englischen bürgerlichen Frauenrechtlerinnen, welche für die Frivolität Bärwanger's ist der folgende festgestellte Vor- in der Neckarvorstadt sämmtlichen männlichen Arbeitern ge- theilweise sogar ein gesetzliches Eingreifen zu gunsten der ausgang. Ein Vertrauensmann H. hatte ihm 11-13 m. und ein kündigt. Es werden hinfort nur mehr Arbeiterinnen beschäftigt, gebeuteten Proletarierinnen verhindert und fich entschieden gegen anderer 4 M. als Liebesgabe für den Verein übergeben. Bär- weil sie billiger und williger sind und sich mehr Entbehrungseinen gesetzlichen Arbeiterinnenschutz erklärt haben. Während die wanger wollte erst eine Quittung darüber ausstellen, zerknitterte lohn aus ihnen herausschlagen läßt. Wohin die Arbeiter jest, besitzenden bürgerlichen Frauen für sich alle möglichen Rechte erdann aber das Papier und unterließ es. Als H. ihm Vorwürfe wo der Winter vor der Thüre steht, sollen, ob sie verderben und strebt und erreicht haben, hätten dieselben für die Arbeiterinnen darüber machte, daß er allem Anschein nach das Geld in seine sterben, ist dem Fabrikanten völlig gleichgiltig. Er will mehr ver- absolut nichts gethan. Das einzige sei, daß die Frauenrechtlerinnen eigene Tasche fließen laffe, obgleich es doch für die abgelegten bienen". Unter den Gekündigten ist eine Anzahl Verheiratheter, für Anstellung weiblicher Fabrifinspektoren plädirten, jedoch beiBergleute bestimmt sei, erwiderte Bärwanger ganz unverfroren: darunter ein Vater von 7 Kindern. Wenn er nicht bald wieder leibe nicht aus Interesse für die Arbeiterinnen, sondern lediglich Sei ruhig, ich bin auch ein abgelegter Bergmann; die anderen Arbeit findet, so können sie Hungers sterben. Was geht das die um des Prinzips der Gleichstellung der bürgerlichen Frau machen es auch so!" Für diese Frivolität verbüßt er jegt seine Firma Kreichgauer und Pfefferkorn an? Sie muß aus ihrem mit dem Manne, damit die Frauenrechtlerinnen auch Strafe. Der Mitangeklagte Kron hatte Revision eingelegt. Die Geschäft mehr Profit schlagen. Das fann fie aber nur, wenn sie in diesen Beruf Eingang fänden. Noch schlechter seien die Ver eingelegte Revision wurde verworfen, möglichst geringe Arbeitslöhne bezahlt und die Mädchen ar- hältniffe in Amerika, wo die Frauen noch weit größere Rechte Gin ,, Edelster". Ein Graf v. B. tlagte kürzlich gegen ein beiten um 60 Pf. bis 1 M., wo ein Arbeiter schon 2 M. fordert. hätten, als in England. Rednerin wies nach, daß die Frauenin Frantjurt a. M. wohnendes wohlhabendes Bürgermädchen tanten nicht. Jeder ist sich selbst der Nächste! Können die Bewegung stehe und trat vor allem ebenfalls für Verkürzung der Und Verpflichtungen gegen ihre Lohnftlaven haben die Fabri- recht Bewegung im vollsten Klassengegenfaße zur Arbeiterinnenauf Ghelichung oder Entschädigung. Die Beklagte gab zu, den Seläger einst recht gern gehabt zu haben, sie tönne ihn aber nicht arbeitslosen Familienväter Frau und Kinder nicht mehr er- Arbeitszeit ein, um die Frauen zum Selbstbewußtsein zu bringen. Stläger einſt recht gern gehabt zu haben, fie fönne ihn aber nicht nähren, für was ist die Armenpflege da? Die Unverheiratheten Gine besondere Frauenbewegung gebe es innerhalb der proles ehelichen, weil sie später erfahren habe, daß Se. Erlaucht ganz aber mögen auf die Landstraße gehen. Das ist kapitalistische tarischen Bewegung nicht. Frauen im wahren Sinne des mittellos fei und er es nur auf ihr Geld abgesehen habe. Der Kläger fei Offizier gewesen, aber entlassen worden, und in seiner Moral! Wortes würden die proletarischen Frauen erst innerhalb der Gesellschaft könne fie fich gar nicht mehr sehen lassen. Der Graf ftande sind, burch starke Organisationen der kapitalistischen Ge- tennzeichnete im Anschluß hieran die bürgerliche FrauenrechtsUnd diese Moral wird so lange gelten, bis die Arbeiter im sozialistischen Gesellschaft werden.( Bravo!) Frau 3ettin behauptete, die Dame habe das alles vorher gewußt, auch daß fellschaft bessere Zustände abzutrogen. Möge diese Erkenntniß bewegung als klaffenegoistische, welche naturgemäß den Interessen er ein armer Schlucker. Die Ziviltammer wies die Klage ab, da nach nassauischem Rechte auf derartige Gheversprechen nicht sich überall im Proletariat Bahn brechen. getlagt werden könne. Der Graf behauptete nun, er habe sich gar nicht nach naffauischem Rechte verlobt, sondern beim Beginn der Beziehhungen sich entschloffen gehabt, außerhalb Nassaus zu leben. Das Fräulein bestreitet das. Der merkwürdige Prozeß wird nun demnächst nochmals verhandelt werden. Nichtraucher- Koupees auch nur mit einer in der Hand gehaltenen brennenden Bigarre zu betreten, ist nach mehreren vom hiesigen Landgericht in lester Beit ergangenen Erkenntnissen strafbar. Soziale Lebersicht. Der Zieglerstreik in Zehdenick und sein Nachspiel. Wie noch erinnerlich sein dürfte, brach Ende Juni in Zehdenick ein Zieglerstreit aus, der seinen Grund in Lohnstreitigkeiten hatte. Bu ihrem Unglück ließen sich die Ausständigen, die natür lich keiner Drganisation angehörten und auch sonst kaum etwas von der deutschen Arbeiterbewegung gewußt haben mochten, gegen die Streitbrecher zu Ausschreitungen hinreißen, die vor dem Landgericht Prenzlau am 25. September ihre gerichtliche Sühne fanden. Die Anklage lautete, wie uns berichtet wurde, auf Hausfriedensbruch und Körperverlegung. Verurtheilt wurden von den acht Angeklagten einer zu 3 Jahren 2 Monaten Gefängniß, einer zu 1 Jahr 6 Monaten, ein dritter zu 1 Jahr 14 Tagen und zwei zu 4 Monaten Gefängniß. Zwei Angeklagte erhielten 14 Tage Haft, einer wurde freigesprochen. Die Vergehen gegen die heilige Ordnung von heute wären somit nach Gebühr gerächt worden, doch verlautet nichts darüber, ob die jammervolle Lage der Ziegelei- Arbeiter sich inzwischen gebessert hat. der Proletarierinnen widerstrebe. In der weiteren Diskussion M Das in Stuttgart geplante städtische Arbeitsamt, berührte Herr Ka ßler die Pflicht der Frauen, ihre Kinder im über das wir neulich furz berichteten, bildet, seitdem der Ge sozialistischen Geiste zu erziehen und wies demgegenüber auf die meinderath einige Verböserungen beschloffen hat, in Volks- und Pflicht der Männer hin, die Frauen hierin zu unterstützen. Be= Gewerkschaftsversammlungen den Gegenstand eingehender Er- sonders hob er die Pflicht der Männer hervor, die Kinder in örterungen. Eine dieser Tage von der Mitgliedschaft Stuttgart der Schule vom Religionsunterrichte zu befreien und zu diesem des Verbandes deutscher Buchdrucker abgehaltene Bersammlung Zwecke aus der Landeskirche auszuscheiden.( Große Zustimmung.) legte ihre Ansicht über das Arbeitsamt in folgender Re- Frau Wengel3 erklärte, in der Frauen- Agitationstommiffion für die Resolution der Frau Kautsky auf dem Züricher Kongresse solution tlar: Die heutige Mitgliedschaftsversammlung erblickt in der nur aus dem Grunde nicht gestimmt zu haben, weil die darin Schaffung eines städtischen Arbeitsamtes" einen großen Fort- gestellten Forderungen in Deutschland bereits erfüllt feien. Trotzschritt gegenüber den bis jetzt bestehenden korporativen und dem sei auch sie selbstverständlich für gesetzlichen Arbeiterinnenprivaten Arbeitsnachweisen. Sie ist aber auch der festen Ueberschutz und für die Resolution für Länder, welche in der zeugung, daß das zu errichtende städtische Arbeitsamt" nur dann Arbeiterinnenschutz Gesetzgebung noch hinter Deutschland zurück für alle dabei in Betracht kommenden männlichen und weib- seien. Frau Fahrenwald hob u. a. die Nothwendigkeit lichen Arbeitgeber und Arbeitnehmer Grsprießliches zu leisten im ber Arbeiterinnenschutz- Gesetzgebung auch für die Haußindustrie stande sein wird, wenn es im Gegensatze zu den Beschlüssen des hervor. Demgegenüber wies Frau Bettin darauf hin, daß die Züricher Resolution die Ausdehnung der Schutzbestimmungen 1. vollständig dem derzeit bestehenden Gewerbegericht unter- nicht nur auf die in der Hausindustrie, sondern auch auf stellt, somit Vorsitzender des Gewerbegerichts und Vor- die im Handelsgewerbe und in der Landwirthschaft beschäftigten fizender des städtischen Arbeitsamtes" ein und dieselbe Arbeiterinnen und noch erweiterte Schutzbestimmungen verlange, Person ist und jedwedem Einfluß des Gemeinderaths wie als die deutsche Reichs- Gesetzgebung fie biete. Das Ergebniß der des Bürgerausschusses entzogen bleibt; Verhandlungen war die einstimmige Annahme folgender Re2. das Obligatorium der Betheiligung resp. Inanspruch- solution: nahme des städtischen Arbeitsamtes" für alle Arbeitgeber Die heutige Volksversammlung für Frauen und Männer und Arbeitnehmer männlichen und weiblichen Geschlechts erklärt sich im Gegensaße zu den nur die Interessen der Frauen ausgesprochen wird; der Bourgeoisie fördernden sogenannten Frauenrechtlerinnen für einen durchgreifenden Arbeiterinnenschuß, wie er durch die Refolution des Züricher internationalen Arbeiter- Kongresses ge= fordert wird." Gemeinderathes 3. die An- und Abmeldungen sowie Nachweisung von Arbeit unentgeltlich erfolgen und 4. die Kommission, welche ein Statut auszuarbeiten und dem Gemeinderath wie Bürgerausschuß zur Kenntnißnahme zu unterbreiten hat, aus den jeweiligen Mitgliedern des Gewerbegerichts gebildet wird, je zur Hälfte Arbeitgeber und Arbeitnehmer. Nur ein unter solchen Gesichtspunkten ins Leben zu rufendes städtisches Arbeitsamt" kann bei den wirthschaftlich Schwächeren Vertrauen erwecken und zu einer wirklichen Wohlthat für das werkthätige Bolt sich gestalten." Dersammlungen. " Nachdem nahm Frau Fahrenwald Veranlassung, gegen die Konsumvereine Front zu machen, welche die Konsumenten qualitativ und quantitativ beeinträchtigen und nur einer Anzahl von Beamten eine Lebensstellung böten. Sie forderte die Frauen auf, bei Lieferanten von Konsumvereinen nicht zu kaufen. Für ihr baares Gelb könnten die Proletarierfrauen dieselben Vortheile beanspruchen, wie für Blechmarken. Nachdem sodann die Vorsitzende, Frau Wengels, bekannt gegeben hatte, daß die nächste öffentliche Versammlung am 10. Ottober bei Märtens in der Friedrichstraße stattfinden und in derselben Hoffmann Beiß einen Vortrag über die zehn Gebote halten werde, wurde die Versammlung mit einem dreifachen Hoch auf die internationale Sozialdemokratie geschlossen. Was das wohl für Arbeiter fein mögen? Nach der " Sozial- Korrespondenz" sollen Arbeiter der Stadt St. Gallen einen Entwurf zu einer Eingabe an den Stadtrath veröffentlicht haben, die sich mit der Arbeitslosenversicherung unter städtischer Kontrolle befaßt. Die Leute, die diesen Entwurf fabrizirt haben, müssen aber eine gar seltsame Spezies Arbeiter sein, denn in ihrem Entwurf" ist bestimmt, daß grobe Ver gehen, Theilnahme an einem Streif und muthwillige Ründigung den Verlust aller Rechte an die Kaffe nach sich stehen sollen. Zur Ehre der St. Galler Arbeiter wollen freis hielt am 26. September eine Sitzung ab, in der Genosse auf Holzpläken beschäftigten Arbeiter und Ar= Der Verband der in Holzbearbeitungs Fabriken und wir annehmen, daß irgend ein Spaßvogel der Sozial- Korres Mähr über die deutsche Reichsverfassung sprach. Redner gab beiterinnen, Filiale Rigdorf, hielt am 19. September eine spondenz" eins aufgebunden hat, oder was noch wahrscheinlicher, einen Ueberblick über die Entwickelung der deutschen Rechts- Verbandsversammlung ab. Da der Referent nicht erschienen daß die geistigen Urheber dieses Scherzes in den schweizerischen verhältnisse und Reichsverfassung im Mittelalter, und schilderte war, so leitete Kollege Netter die Diskussion über den Werth Kühnemännern zu suchen find. Arbeiter, die sich vor der Deffent, Kühnemännern zu suchen find. Arbeiter, die sich vor der Deffent die Borgänge, welche zur Auflösung des alten Deutschen Reiches der Kontrollmarte ein. Redner spricht sich im allgemeinen gegen lichkeit selber schänden; giebt es heutigen Tages doch nicht mehr. und zur Einsetzung des Bundestages führten. Länger verweilte die Kontrollmarke aus. An der Diskussion betheiligten sich die Ein Fabrikantenring nach Kühnemann's Rezept ist vor der Redner bei der Verfassungsgeschichte von 1848 an und be- Kollegen Batte und Heinzmann. Der sozialdemokratische Wahlverein im vierten Wahleiniger Zeit auch in Nürnberg- Fürth gegründet worden. Bisher leuchtete eine Anzahl Bestimmungen der 1871 zu stande ge= " B war immer noch geleugnet worden, daß schriftliche Sagungen kommenen Reichsverfassung. Es war ihm ein leichtes, darzuthun, Eine Delegietenversammlung der Ortstranten zur Bekämpfung der Arbeiter bestehen, jedoch war die Metall- wie groß die Fürsorge der Verfassung für die besigende Klasse tasse der Töpfer fand am 18. September statt, um zur arbeiter Beitung" in der Lage, das Statut zu veröffentlichen. Der und die Vernachlässigung der Interessen der Arbeiterklasse ist.freien Arztwahl Stellung zu nehmen. Herr Lampe, Rendant § 2 des genannten Statuts lautet: An der Diskussion betheiligten sich mehrere Genossen. Die Ver- von der Bildhauerkaffe, referirte gegen die freie Arztwahl. A ß= Der Verband der Nürnberg Fürther Metall Industriellen fammlung wählte dann zu Revisoren für das dritte Quartal die mann und Dähne traten der Auffassung des Referenten entbezweckt: Genoffen Mattutat, Meier und Rumpf. Der Vorsitzende schieden gegenüber und widerlegten Sah für Saß die AusBöhm forderte hierauf die Versammlung auf, sich über führungen des Redners. Die Diskussion hierüber war eine sehr die Tagesordnung des Kölner Kongresses zu äußern. Zu dem lebhafte, jedoch sprachen nur wenige Redner gegen die freie Punkte: Parteipresse und Agitation mit Berücksichtigung der Arztwahl. Schließlich gelangte eine Resolution zur Annahme, Landagitation" regte Genosse Faber an, daß der Vorwärts" die sich für die freie Arztwahl aussprach; und wählte die Berals Zentralorgan der Partei nicht auch Inferate und Lokales sammlung 7 Mitglieder, die die Aufgabe haben, mit einer Kaffe aufnehmen solle. Ferner sollte der Parteitag aussprechen, daß in Berbindung zu treten, die bereits diese Einrichtung getroffen 8. Unberechtigte Bestrebungen der Arbeitnehmer( was die berjenige kein guter Parteigénoffe ist, der nicht gewerkschaftlich hat, um sich zu orientiren, welchen finanziellen Einfluß diese Rapitalisten darunter verstehen, weiß jeder Arbeiter sehr organisirt ist. Genoffe Petric stimmte in letterer Anregung Einrichtung auf die Kaffe ausübt. Sodann wurde beschlossen, 1. Das Wohl der bei den Mitgliedern beschäftigten Arbeiter fortgefeht wertthätig zu fördern.( Siehe z. B. die fortgesezten Lohnabzüge). 2. Streitigkeiten zwischen Arbeitgeber und Arbeitnehmer nach Sträften zu einem beide Parteien befriedigenden Resultat zu führen und zu erledigen. " zugestimmt. Rosenstr. 30. Flora, Abends 8½ Uhr. St. Urban, Annenstr. 9, bei Prog. 1 Kornblume, Blumenstr. 54, bei 1 worden. Depeschen. Dem Rendanten Röhr zu fündigen, aber einer Gehaltserhöhung| 8% Uhr. ,, Brüderlichkeit" Abends 9 Uhr, im Restaurant Bernau, Cholera gemeldet worden. In Altona iſt ist eine Er Diskutirklub„ Gleichheit"( Weißensee) bet Hannemann, zur frankung vorgekommen. Rom, 26. September. In den Die Freie Vereinigung der Barbiere, Friseure und Bereinstalender fine zu richten an Briebrich Kortum, Manteuffelstr. 70. und 13 Todesfälle, in Livorno 26 Erkrankungen und 4 TodesArbeiter- Sängerbund Berlins und Umgegend. Alle Menderungen im letzten 24 Stunden sind in Palermo 16 Erkrankungen an Cholera Perrückenmacher Berlins hielt am 18. September ihre Monats- Donnerstag. Uebungsstunde Abends 9 Uhr. Aufnahme neuer Mitglieder. fälle vorgekommen. Konstantinopel, 27. September. sich die mit der ist der GesundheitsBersammlung ab. In einer sehr lebhaften Debatte beschäftigte Buttte.- Frühlingsluft, Bülowstr. 59, bei Werner.- Brezelschl us, Hier ist ein Todesfall an Cholera vorgekommen. In Skutari Redner gegen eine Mehrbelastung der Vereinskasse durch die Böttcher.- Morgenroth 1, Rummelsburg, Berlinerstraße 9, bei Friesecke.- zustand der Stadt zufriedenstellend. Im Irrenhause zu Skutari Einrichtung der Damenfrisirschule aussprachen. Zum Schluß Dorf glödlein, Wilmersdorf, Berliner- und Auguſtſtr.- Ecke bei Schulz. gelangte ein Antrag zur Annahme, der die Erledigung der An- tnigteit( Sutmacher), Bappel- Alce 3/4, b. A. Meinhardt. Harmonie, fam fein neuer Fall vor, von den früher erkrankten Personen Tempelhof, Dorfstr. 10, bei Gerth. gelegenheit der Fachschul- Kommission überweist. Als Lehrer für Gesangverein, Solzmarttstr. 3, bei Deter. Ost- und Westpreußischer Männer find zwei gestorben. In Bagdad kamen vom 22. bis 23. d. M. Edelweiß, Potsdam, 6 Erkrankungen vor. Sofia, 27. September. Eingegangenen die gewöhnlichen Fächer wurden die Kollegen Schlonski, Brandenburger Kommunitation 16 bei Glaser. Borar, Wienerstr. 31 bei Haase, Helbig und Kurth ernannt. Die vom Stiftungs- Trügemüller. Maiglöckchen 2, Süd- Ost, Reichenbergerstr. 16 b. Bagold. Berichten zufolge ist in Schumla die asiatische Cholera ausFreie Sänger, Strautstr. 6, bei Rudolf. Butunft 3, Velten, bei gebrochen. fest erstattete Abrechnung ergab einen Ueberschuß von 6 Mart.. Grunow.- Kreuzberger Harmonie, Fichteftr 29, bet Krösche. Ueberschwemmung in Japan. Den Time3" wird aus Nordstern, Müllerstr. 7 bei Reichardt. Morgengrauen,( Bäcker), Eine sehr gut besuchte Versammlung der Töpfer und 3-5 Uhr Nachm.. Gipsftr. 3 bei Pyrtec. Steinfeger- Sängerchor Yokohama vom 15. d. M. über Viktoria gemeldet: Durch Berufsgenossen tagte am 26. September, um endgiltig Beschluß Kaftanten Allee Nr. 28 bei Maiwald. Liedes Echo, Reichenberger starte Ueberschwemmungen sind in Gifu mehrere Tausend straße Nr. 145-146 bei Brandt. Liedertafel Westend, Blumenthalzu faffen über die diesjährige Fenster- und Koakskorbfrage. ftraße 5 bei Behrendt. Borwärts 9, Charlottenburg, Bismard: Häuser zerstört worden. Zahlreiche Famlien sind ohne Obdach, Hagen gab einen furzen Rückblick über die Verhandlungen der Straße 80. Gefangverein Abendroth in Deutsch- Wilmersdorf bei 50 Personen sind beim Einstürzen der Häuser ums Leben geverschiedenen Bauhandwerker- Bersammlungen, die sich auch in straße 30 bei Preußer.- Arbeiter- Gesangv. Spandau Lynarstraße Restaurant Mölter. Gesangverein der Stuckateure Berlins und Umgegend, Seydel: femmen. Der Hongwanji- Tempel ist durch Feuer zerstört diesem Jahre mit der tief einschneidenden Frage befaßt haben. Stiefers. Gefangverein, Vorwärts 2" Schönhauser Allee 28, bei KuhlUeber die Nothwendigkeit der Abstellung des Üebels seien alle men. Arbeiter- Gesangverein 2yra 2, Charlottenburg, Wallstraße 54. Arbeiter der verschiedenen Branchen im Baufach einig, nur er efsangverein der Kürschner, Landsbergerstraße 31 bei Seehauſen. Gesangverein Felsenfest( Gemischter Chor), Badstr. 12, Victoriagarten. flären die Maler und Stuckateure, die hauptsächlich mit den sesangverein Arion in Wittenberge, bei Goring. Gesangverein Töpfern schwer darunter zu leiden haben, daß sie infolge der lodenrein( gemischter Chor) Kastanien- Allee Nr. 95/96. Gesangverein Sängerrunde, Rottbuserstraße 6 übergroßen Zahl Arbeitsloser und der schwachen Organisation Steinnette, Röslinerstraße 17. bet Braun. Frohsinn 2, Alpenrose, Grenzstr. 16 bei Geibel. in ihrem Beruf außer stande seien, fraftvoll die Lösung der Friedrichsberg- Lichtenberg, Frankfurter Chauffee bei Müller. Treu und Sofia, 27. September. Die Regierung ersucht die fremden Frage in die Hand zu nehmen. Somit feien die Töpfer und fest, Lebuferstraße 5 bet Nemiz. Gesangverein Brüderschaft StallTöpferträger auch in diesem Jahre wieder auf sich schreiberstraße 29"" Sum eifernen Stab". Gesangverein Freundes- Regierungen durch eine Zirkularnote, ihr ein Verzeichniß ihrer selbst angewiesen. Gleichzeitig Gesangverein Ein- in Bulgarien lebenden Unterthanen einzusenden. treue( gem. Chor), Landsbergerstr. 31 bei Seehausen. Von den Maurern sei ihnen mora- tracht 2, Neu- Glienicke, Rudowerstraße bei Hasdorf." Iris" Naunyn werden die Mächte aufgefordert, ihre Unterthanen mit ordnungslische und petuniäre Hilfe zugesagt; nun müsse end- straße 86, bei Frig Zubeil., Waldesgrün"( gem. Chor) Böchstr. 8 lich entschieden werden, ob man gesonnen sei, Arbeiter- Gesangverein Oranienburger Borstadt, mäßigen Pässen zu versehen, da die Ausländer ohne Pässe aus ben bei A. Moewes. Kampf mit dem Unternehmerthum aufzunehmen. Gesangverein Feldblume Lübbenerfir. 30, Bulgarien ausgewiesen würden. Stuckateur bei Wilhelm Meyer. Sochstraße 32a, bei Wite. Gesangverein 2tbertee 1, Guvrystraße 24, bei Cettinje, 27. September. Fürst Peter Karageorgevic ist Müller gab im Namen seiner organisirten Kollegen die Er- Thielsch. Flöter'scher Gesangverein, Koppenftr. 43 c bei Lorenz. nach Florenz abgereist, um mit seinem jüngeren Bruder die geklärung ab, daß sie überall wo nöthig, mit den Töpfern gemein- tühicht( gemischter Chor), Berlebergerstraße 28, bet Hermerschmidt. Eintracht 3, Eberswalde, Eisenbahnstr. 77 bei Düball. meinsame Erklärung betreffs des Thronprätendententhums zu ver sam vorgehen werden. Thieme, Hoffmann und Schmidt Bund der geselligen Arbeitervereine Berlins und Umgegend. einbaren. Der Fürst von Montenegro wünscht, die Familie verwiesen auf den bereits früher gefaßten Beschluß: vom Alle zuschriften den Bund betreffend find zu richten an:: B. Sentel, 16. Oktober ab auf allen Bauten, wo die Fenster nicht verglast Bergmannftr. 14, Hof 2 Tr. Donnerstag: Bergnügungsverein Bruder Karageorgevic folle feierlich den Ansprüchen auf den Thron bund, Andreasstr. 3 bei Noll. sind, die Arbeit niederzulegen. Sie beantragten, diesen Beschluß Rauchtlub Graue Wolfe, Krautstr. 48. Serbiens entsagen und den König Alexander anerkennen, da der Musikverein Osiris, Adalbert Straße 21. Berein Grüne Erbprinz Danilo nur dann seinen Besuch in Belgrad machen festzuhalten und seine Durchführung und die Regelung der Eiche( vor dem Salle'schen Thor), Solmsstr. 1 bet Razorke. RegelUnterstüßung dem Verein zu überweisen. Beide Anträge wurden Klub uftige 18", Wienerstr. 1 bei Boll. Bergnügungsverein Jugend- fönne. Rauchklub Frisch auf, Roppenstr. 43 bet einstimmig angenommen. Auf Anfrage Bergemann's gaben orenz. Rauchflub Dezimalwaage, Strautstraße 36 bei Jnsinger. Thieme und Hagen die Erklärung ab, daß Arbeitslose, die sich Rauchtlub Erholung, Wienerftr. 13 bet Driesener. als unorganisirt ausweisen, während des Streits ebenfalls Unter- Gesangverein Alt- Dessau, Abends 9 Uhr, bei Kind, Wrangelſtr. 91. Gefang-, Turn- und gesellige Vereine. Donnerstag. Männer stützung erhalten. Töpferträger Sauer forderte seine Gesangsabtheilung des sozialdemokratischen Arbeitervereins für Kollegen auf, überall etwaige unsichere Elemente unter weißensee und Umgegend. Donnerstags und Sonnabends Abend; den Töpfern an ihre Pflicht zu erinnern und nöthigen bei Müller( Pfeifenmüller), Königs Chauffee. Männer Gesangverein Tyrolienne, Abends 9 Uhr bei Faustmann, Reichenbergerstr. 73a. falls diesen die Arbeitsleistung zu verweigern. Zur Gejangverein Giodenrein, gemischter Chor, Abends von 9 bis 11 Uhr Entgegennahme der Berichte wird am 16. Oktober, Vormittags, bei Knapp, Kastanien- Allee 95/96. eine Versammlung stattfinden. wie Die Delegirten zur Gewerkschaftskommission, Daudert und abang, berichteten hierauf über die Verhandlungen in der letzten Sigung. Die Resolution der Bauhandwerker- Versammlung, welche eine Zusammensetzung der Kommission nach Industriegruppen verlangt, ist dem Ausschusse unterbreitet und wind wahrscheinlich in der nächsten Sizung zur Verhandlung tommen. In der auf den Bericht folgenden längeren Diskussion wurde allseitig das Vorgehen des Genossen Faber gegen das Bauarbeiter Kartell verurtheilt. Im übrigen erklärten einige Redner Neumann, Hoffmann, Daudert, Hagen zc. ihren gegentheiligen Standpunkt zur Kontrollmarke und dem ständigen Gewerkschaftsbureau. Der vom Vertrauensmann Melzer verlesene Rassenbericht vom 3. August bis 21. September weist mit dem früheren Bestande von 1510,71 M. eine Einnahme von 2105,66 M., eine Ausgabe ron 283,35 M. auf, mithin einen Bestand von 1822,31 M. Nach Ertheilung der Decharge wurde an ftelle von 3 efsti, der sein Amt niederlegte, Mary als Revisor gewählt. Vom legten Bergnügen sind die Gewinne, welche auf die Strn. 285 und 730 entfielen, bei Rlische, Memelerstr. 43, und ein gefundenes Armband nebst Brosche im Arbeitsnachweis Gipsstr. 3 abzuholen. Zum Schluß wurde bekannt gegeben, daß auf den Bauten Wilmersdorferstraße in Charlottenburg die Töpfermeister Prill wih und Richter verlangen, daß Ueberstunden gearbeitet werden, und diese Bauten deshalb zu meiden sind. Frauen- und Mädchen- Bildungsverein des arbeitenden Volks für Berlin und Umgegend. Bersammlung der Filiale Gesundbrunnen am Donnerstag, den 28. September, Abends 8 Uhr, im Bittoria- Garten, Badftraße 22. Vortrag der Frau Jhrer. Arbeiter- Radfahrerverein Berlin. Donnerstag, den 23. September, Abends 8 Uhr, im Restaurant Philipp, Rosenthalerstr. 38: Versammlung. Sefe- und Diskutir- klub Süd- on". Donnerstag, den 28. September, Abends 8% Uhr, bei Toltsdorf, Görligerstr. 57, Ecke Sorauerstraße. Bortrag des Genossen Mattutat: Gin Bufunftsbild des Pessimismus. Arbeiter- Bildungsschule. Donnerstag Abends 8%-10% Uhr: Süd). Schule, Mariendorferstr. 5( bei Grube): Unterricht in Deutsch( oberes. Südost Schule, Reichenbergerstr. 133: Unterricht in Kaufmännischem Rechnen, Korrespondenz und Geschichte. Ost Schule, Martusstr. 31: Unterricht in Physiologie. In allen Unterrichtsfächern, mit Ausnahme Mathematik und Buchführung, fönnen noch Schüler und Schülerinnen, auch jezt im Laufe des Semesters, eintreten. Iuft, Ohmgasse 2 bei Krebs. 1 1 -Gesangverein Proletariat Geselliger klub der alten Waldesgrün, Abends 9 Uhr Sigung bei Nebelin, Langestraße 108. ( Depeschen des Bureau Herold.) ( Wolff's Telegraphen- Bureau.) Leus, 27. September. Die Bergwerks- Gesellschaft in Lens lehnte die Aufforderung des Friedensrichters betreffs einer Aussöhnung zwischen Arbeitgebern und Arbeitern, sowie zur Unterbreitung der Streitigkeiten an ein Schiedsgericht ab, weil sie weder die Löhne erhöhen, noch auch Maßnahmen, betreffend die innere Disziplin, einem Schiedsrichter unterbreiten könne. об Privat- Theaterverein Fideler Geift 2", Abends 9 Uhr, im Märkischen Hof, Admiralstr. 18.-- Theater- Berein ,, Bultania 2" 9% Uhr, Vorstädtisches kasino, Aderstr. 144. Theaterverein Freundestreis 9 Uhr im Restaurant Bräuer, Solmsstr. 47. und Donnerstag Abend von 8-10 Uhr, in der Zurnhalle, Pantstr. 26. Turnverein Gesundbrunnen( Lehrlings- Abtheilung) turnt Montag Briefkaffen der Redaktion. ,, Mehrere Genoffen". Sie machen uns Vorwürfe wegen Geselliger Klub Blau- Weilchen, Abends 9 Uhr, Restaurant Lehmann, Naunynftr. 44. Verein ehemaliger 22. Gemeindeschüler, punti unserer Haltung in der Sonntagsfrage" und reden viel gegen 9 uhr bei Schröder, Stegligerstr. 18.-- Pfropfenverein Wedding, Abends die englische Sonntagsruhe, so daß es uns fast vorkommt, als Abends im Restaurant Göy, Oranienstr. 163. 8% Uhr, bei Selterhoff, Antonftr. 5. Vergnügungs- Verein Renata 9 Uhr, feien Sie für die kapitalistische Sonntagsausbeutung der Arbeit. ( gem. Chor) Abd. 9 Uhr, Uebungsstunde b. Möwes, Böchstr. 8.- Geselliger Verein Wir verstehen nicht recht, was Sie an uns auszusehen haben univerfum, Sigung mit Damen Abends 9 Uhr b. Hagemann, Lothringer- und was Sie eigentlich wollen. Auch wir kennen den englischen straße 81. Vorträge, Fidelitas. moabiter, Stephanftr. 23, bet Littto, Abends um 8% Uhr und Sonntag, und zwar sehr genau, aber wenn wir ihn auch nicht jeden Donnerstag nach dem 15. im Monat Sigung mit Damen. Gefelliger als christliche Einrichtung" auffassen und die Art der Feier" Verein universum, Sigung Abends 9% Uhr, im Restaurant Neumann, feineswegs durchaus billigen, so ist der englische Sonntag für Linienftr. 19: Vorträge, Fidelitas. Verein Gemüth! t tett und klub die Arbeiter im Ganzen doch unbedingt eine Wohlthat. Und Sumor, Abends 9% Uhr, Lothringerstr. 105: Geselliges Beifammensein mit, Damen, Fidelitas und Tanz. Männergefangverein Sangesfreunde, auf alle Fälle ist es eine physische Nothwendigkeit, daß jeder Abends 9-11 Uhr, Paßenhofer Ausschant, Landsbergerstr. 82. Berein Arbeiter mindestens einen Feiertag die Woche habe Bitherttub Gleichett, 2 uhr Abends, vei 5. Reimante Ghön- Sonntag oder ein anderer Tag, das ist gleichgiltig. An einem hauserfir. 42. Privat Theaterverein Crescendo bei Maißner, Garten- Tag tönnen nicht alle Arbeiter gleichzeitig feiern, weil es Arbeiten fraße 162: Sigung mit Damen. Theaterverein Matglöden, Eng- giebt, die jeden Tag gethan werden müssen. lischer Hof, Neue Roßftr. 3. 3. S. Die Depesche tam erst gegen Mitternacht, also nach Rauchflub Kollegia, Abends 9 Uhr, bet Hermann Nohr, Naunyn: ftraße 78. Rauchflub Waldesgrün, Abends 8½ Uhr, Restaurant Redaktionsschluß an, zu einer Zeit, wo Setzer und Korrektoren . Gaspar, Reichenbergerftr. 113a.- Rauchflub Ohnesorge, Abends 9 Uhr schon übermüdet sind. Wie kann ein Genosse glauben, daß dies 8 Uhr, bet A. Böhl, Rudersdorferstr. 8.Restaurant Buder, Gräfestraße 18. Rauchflub ernipige, Abends beabsichtigt war? abends 9 Uhr, b. Restaurateur Schröder, Stephanstr. 45. Klub Ohneftreit, P. G., Trebbin. Inserat kostet 3 M. Abends 9 Uhr Springftubbe's Restaurant, Manteuffelstr. 67. W. Meißner. Ihre Berichtigang" bestätigt nur das in Süd West, Abends 9 Uhr, Simeonstr. 23 bei Flick. Rauchklub Brüder der Versammlung Vorgebrachte; wir sehen daher nicht ein, was Itch tett, von 9 bis 11 Uhr bei Stabernack, Pücklerstraße 49. Rauch flub Nordstern, jeden Donnerstag nach dem 15. im Monat bei die Veröffentlichung derselben bezwecken soll. E. Heinice, Friedrich Karlstraße 11, Friedrichsberg. Rauchtlub Su= J. S. Der Schlafbursche muß nur dann die Miethe im matra, Abends 8% Uhr, im Restaurant Strause, Gitschinerstr. 93. Rauch Voraus bezahlen, wenn das wie üblich vereinbart ist. flub Fidelia Abends 8 Uhr im Restaurant Heine, Eisenbahnstr. 23. Stattlub Tournee, Abends 8% Uhr, bei Nürich, Wrangelstr. 84. Stat E. B. Es genügt die Adresse: An den deutschen Konsul flub Rüdwärts, Abends 8% Uhr bet Arndt Pallisadenstr. 47.- Stat zu Sydney. tlub Gordischer Knoten Abends 9 Uhr, bei Schilling. A. W. Eine Gnadenrente" oder ein„ Gradengehalt" hinter Schießtlub Tell, Abends 8 Uhr bei Nagel, Schwedterstr. 23. Tambour Berein Einigkeit bei Haupt, Staligerstr. 102. Un 9 Uhr einem verstorbenen Altersrentner giebt es nicht. Uebungsstunde, nach derselben Sizung. Aufnahme neuer Mitglieder. M Rauchflub Arabi Pascha, Dermischtes: Rauchklub " " Görge. Die Bestimmung des§ 43 Gewerbe- Ordnung Absatz 3 und 4 gilt für Reichstags und Landtagswahlen. Danach dürfen Stimmzetteln und Druckschrifte zu Wahlzwecken bei der Wahl zu gesetzgebenden Körperschaften von der amt= lichen Bekanntmachung des Wahltages bis zur Beendigung des Wahlattes auch an öffentlichen Orten ohne pos lizeiliche Erlaubniß vertheilt werden. Tefe- u. Diskutirklubs. Bonnerstag. Dieggen, Abends 8 Uhr, Die Cholera. Stettin, 27. September. Das hiesige bet Schröder, Wiesenstr. 39. Neue Zeit, Abends 8 Uhr, Boyenstr. 40, bei Polizeipräsidium macht bekannt, daß der am 23. d. M. erkrankte E. 2. 45. Sie können zunächst die Strafe bezahlen, Gieshoit. Süd- Ost, bei Toltsdorf, Sorauer- und Görligerstraßen Ede. „ Klub der Freunde" bei Guadt, Swinemünderstraße 120. und am 24. d. M. verstorbene Arbeiter Christian Steinweg, wie müssen sich aber die Zahlung als Zahlung der Strafe quittiren Dafenclever, Abends 8 Uhr, Restaurant Bischof, Baumschulenweg die bakteriologische Untersuchung ergeben hat, an asiatischer Cholera laffen. Treptow. Sozialistischer Lese- und Distutirtlub Abends 8% Uhr, Reichenbergerstr. 157, Sigung. Hamburg, 27. September. Bon gestern Distutirflub 8eitget ft" jeden gestorben ist. Donnerstag nach beni 1. und 16. des Monats bet Tempel," Langeftr. 65, Abends Morgen bis heute Morgen sind 6 Neuerkrankungen an strittig. H. R. Der erste Juni ist maßgebend: die Frage ist aber Um Mißverständnissen vorzubeugen, wiederholen wir hiermit, Cigarren daß für Restaurateure und Bierverleger der Preis unseres dunklen Bieres nach wie vor 22 Mark 50 Pfg. pro für Händler und Reſtaurateure, in vermit Kontroll- Schugmarke Tonne und der unseres hellen Lagerbieres 20 Mark prouerbalb. Tonne beträgt. Berlin, den 25. 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Verantwortlicher Redakteur: Wilhelm Schröder in Berlin. Drud und Verlag von Mar Bading in Berlin, SW, Beuthstraße 2.