N-.S7. RbonnementS'Bedlnganflea: Abonnements• Preis vrünumerando! Pieaeljährl. Z�0 Mi, monatl. 1.10 Mi, !röchenUich 2S Pfg. frei ins Hau». Einzelne Zw mm er b«fg. EonntagS- nummer mit illustrierter Sonntags- Vellage.Die Neue Wein 10 Pfg, Post- Aionnementt tlO Mark pro Monat. Eingetragen in die Post. Zeitung». Preisliste. Unter Kreuzband für Deutschland und Oesterreich. Unaarn 2 Mark, für das übrige Ausland z Mark pro Monat. PostaboimemeMS nebmen am Belgien, Dänemarl, .volland, Italien. Luxemburg. Portugal, Rumänien, Schweden und die Schweiz. 29. Jahrg. «cheiili ttgstch außer IDontag». Verlinev VolKsblAkk. Die Tnlertlons-Gebflljr beträgt für die fechSgespaltene Kolon ei- "''"""g, für ereins» „Klcine Hnzeigtn", das"(cttgcbnufte Wort 20 Pfg.(zulässig 2 setlgedruiiie Worte), jedes weitere Wort 10 Psg. Stellengesuche und Schlaffiellenan- zeigen das erste Wort 10 Pfg, iede» wettere Wort 5 Pfg. Worte über IS Buch- staben zählen für zwei Worte. Inserate �ür die nächste Nummer müssen bis i Uhr nachmittags in der jeben werden Die E bis 7 Uhr abends ge _..-------_.-------„pedMon abgegeben werden Die Erpedition iit ... Delegramm. Adresie: �z«ÄaIät«oImit BtrUo". Zcntralorgan der rozialdemohrati fchen parte» Deutfchlanda. Redaktion: SM. 68, Linden Strasse 69. Fernsprecher: Amt Moritzplatz, Str. 1983. Expedition: SM. 68» Lindenstrasse 69» Fernsprecher: Ami Moritzplatz, Nr. 1984. Sie bayerikhen Candtagswaljkn. Aus Bayern wird uns geschrieben: Tie am kommenden Montag stattfindenden Landtags» Wahlen haben für Bayern keine geringere Bedeutung, wie die eben vollzogenen Reichstagswahlen für das Reich. Auch dort handelt es sich darum, eine Mehrheit zu brechen, die ihre Macht in der brutalsten und perfidesten Weise ausnützte und die gegnerischen Parteien rücksichtslos unter ihre Füße zu treten suchte. Die Entwickelung der Verhältnisse, die all- mählich die gegenwärtige Lage herbeigeführt haben, ist be- kannt, so daß es genügt, sie kurz zu skizzieren. Nach zwölf- jährigem Kampfe hatte die Sozialdemokratie 1905 es durch- gesebt, die bürgerlichen Parteien der Beseitigung des in- direkten Wahlrechts geneigt zu machen. Aber in der ent- scheidenden Stunde versagten die Liberalen. Sie lehnten den Entwurf aus kleinlichen Parteirücksichten ab, weil sie sich nicht genügend bevorrechtet glaubten. Dadurch fiel die ganze Reform, weil hierzu eine Zweidrittelmehrheit erforderlich war. Tie Neuwahlen von 1905 mußten also nochmals auf Grund der indirekten Wahl, die zu den ungeheuerlichsten Zuständen führte, erfolgen. Sie fanden unter der Parole„Wahlreform" statt. Um diese zu sichern, wurde ein taktisches Bündnis zwischen Sozialdemokratie und Zentrum abgeschlossen. Die Folge war die Dezimierung der Liberalen und Erzielung einer sicheren Zweidrittelmehrheit. Das Zentrum war in der Uebermacht und nützte sie aus, um das Wahlgesetz so zu ge- stalten, daß ihm die größeren Vorteile zufielen � namentlich durch eine ihm günstige Wahlkreiseinteilung und durch die Festsetzung, daß eine relative Mehrheit zur Wahl genügt. Tie sozialdemokratischen Vertreter konnten das nicht der- hindern: stimmten aber trotzdem dem Gesetz zu, um zunächst die Beseitigung der im Gefolge der indirekten Wahl auf- getretenen ungeheuerlichen Zustände zu erreichen. Nach Annahme der Wahlreform 1907 wurde der Landtag wieder ausgelöst, um sich auf Grund des eben angenommenen Gesetzes neu zu bilden. Dabei erzielte das Zentrum,, das noch von dem Nimbus der Volksfreundlichkeit umgeben war, eine überwältigende Mehrheit, 98von 163Mandaten. Aber seine Macht stieg ihm zu Kopfe. Es enthüllte immer mehr sienen reartionären Charakter, ging mit Vergewaltigungen gegen die anderen Parteien vor und richtete seine giftigen Geschosse besonders gegen die Sozialdemokratie, die man als eine gefährliche Konkurrentin in der Gunst der Wählerschaft erkannt hatte, während das Zentrum sich durch die Reichs- finanzreform, die bayerische Steuerreform, die Arbeiter- verrätereien im bayerischen Landtag immer mehr verhaßt niachte. Es ist noch in aller Erinnerung, wie das schwarze Schreckensregiment die Regierung zu Ausnahmeinaßregeln gegen die Sozialdemokraten, zur Vernichtung des Süd- deutschen Eisenbahnerverbandes usw. drängen wollte, wie das Ministerium Schritt für Schritt zurückwich, den Zentrums- parteilichen Befehlen aber doch nicht rasch genug folgte, so daß schließlich das Parlament nach Hause geschickt wurde. Nun hat am 5. Februar das Volk zu entscheiden, ob es die schwarze Gewaltpolitik sanktionieren oder ihr einen kräftigen Riegel vorschieben will. Bei einem Einzelaufmarsch und getrenntem Vorgehen der nichtultramontanen Parteien war vorauszusehen, daß das Zentrum mit derselben oder wenigstens mit einer wenig ver- ringerten Mehrheit in den neuen Landtag zurückkehren würde. Das sind die Folgen der relativen Mehrheit. Diese Aussichten zwangen dazu, ein taktisches Zusammengehen der genannten Parteien anzustreben, um die Nachteile der Wahlkreiseinteilung und der relativen Mehrheit möglichst zu korrigieren. Ein lückenloser Großblock kam indessen nicht zu- stände. Tie Landwirtsbündler und die Konservativen schlössen sich aus und erklärten sich zu Zutreiberdiensten für das Zentrum bereit. Dagegen kam ein Abkomnien zwischen Liberalen, Sozial- demokraten, deni Bayerischen Bauernbund und dem erst in jüngster Zeit aufgetauchten Deutschen Bauernbund zustande. Das Abkomnien setzt zunächst fest, daß die beteiligten Parteien sich gegenseitig den zuletzt innegehabten Besitzstand garan- tieren. In den einzelnen Wahlkreisen, auf die sich das Ab- kommen bezieht, vereinigen alle verbündeten Parteien ihre Stimmen auf den Kandidaten derjenigen Partei, die zuletzt das Mandat im Besitz hatte. Für die Sozialdemokratie hat dies manche Nachteile, die Wahrung des Besitzstandes, an der namentlich die Liberalen festhielten, zwingt uns dazu, die' Liberalen in Wahlkreisen, die wir ihnen ganz sicher abge- � nommen hätten, unangefochten zu lassen, auch ist die Gefahr der Verwirrung der Wähler nicht ganz ausgeschlossen, doch im Hinblick auf das gesteckte Ziel wurden schließlich die Nach-' teile mit in Kauf genommen. Wenn es gelingt, die schwarz- blaue Mehrheit zu zertrümmern, so wird mit allen Kräften eine Beseitigung der relativen Mehrheit und Herbeiführung des Proporzes angestrebt werden, so daß dann alle derartigen Bündnisse überflüssig werden. Das Abkommen erstreckt sich auf 101 Wahlkreise niit 117 Abgeordneten(da eine Anzahl Kreise „zweimännig" sind, d. h. zwei Abgeordnete zusammen Wählen)..Von diesen 117 Mandaten sind 45 den Parteien,! die sie zuletzt in Besitz hatten, garantiert, und zwar 22 den Liberalen, 20 den Sozialdemokraten, 3 dem Bayerischen Bauernbund: 72 Mandate gehörten bisher den Schwarz-. ! blauen(56 Zentrum, 10 Landwirtebündler. 6 Konservative). ! In diesen 72 Wahlkreisen gehen die verbündeten Parteien ge- meinsam vor, und zwar sind zugeteilt den Sozialdemokraten 16, den Liberalen 33, dem Altbayerischen Bauernbund 15, dem Deutschen Bauernbund 8. Wenn alle nichtultramontanen Parteien dem Block an- gehören würden, so wäre die Vernichtung der Zentrums- Mehrheit nicht allzuschwer, aber durch die Absage der Land- wirtebündler und Konservativen, die nicht nur eigene Kan- didaten aufstellen, sondern auch das Zentrum direkt unter- stützen, indem sie ihm in Wahlkreisen, wo sie den Ausschlag geben, ihre Wähler zuführen, wird die Sache bedeutend er- schwert. Der letzte Landtag setzte sich aus 98 Zentrums- Ieuten,24Liberalen,22Sozialdemokraten, 16 Bauernbündlern und Konservativen und 3 Bayerischen Bauernbündlern zusammen. Die absolute Mehrheit beträgt 82, das Zentrum und seine Zu- treiber hatten zusammen 114 Mandate inne, so daß also der Block zu seinem vorigen Besitzstand(49) noch 32 Mandate gewinnen muß. Auch das ist nicht ganz unmöglich, wenn alle Wähler der Blockparteien Disziplin halten und eine rege Wahlbeteiligung erzielt wird. Wie schon die Reichstagswahl gezeigt hat, wird das Zentrum erheblich cm Sitmmen ver- lieren, die anderen Parteien, vornehmlich die Sozialdemo- kraten, bedeutenden Zuwachs erhalten. Auch wird sich die protestantische Bauernschaft nicht so ohne weiteres auf das Kommando ihrer bündlerischen oder konservativen Führer in das schwarze Joch spannen lassen. Dies haben wir auch bei den Reichstagswahlen in Mittelfranken und Unterfranken ge sehen, wo große Scharen der bäuerlichen Wähler den Bündlern den Rücken gekehrt haben und in das Lager des Deutschen Bauernbundes eingeschwerkt sind. In Oberbayern, Nieder bayern und Schwaben wird voraussichtlich der Altbayerische Bauernbund dem Zentrum zahlreiche Wähler absprengen— davon hat uns bereits der Reichstagswahlkreis Straubing einen Vorgeschmack gegeben. Von den 163 Mandaten, die am nächsten Montag zu vergeben sigd, kann man bei 68 mit ziemlicher Bestimmt heit- annehmen, daß sie den Blockparteien sicher sind. Den Schwarzblauen sind 72 Mandate absolut sicher: es verbleiben also noch 23, die die Entscheidung geben müssen. Davon müssen vom Block 14 gewonnen werden, wenn er gerade noch die Mehrheit erreichen soll. Aber selbst wenn dies nicht ganz gelingen sollte, wäre der beispiellose Kampf doch nicht ver- geblich geführt worden: die Hauptsache ist, daß der Besitzstand der Zentrumspartei so weit herabgedrückt wird, daß es allein nicht mehr die absolute Mehrheit bilden kann. Die ausschlag gebenden Landwirtbündler und Konservativen, die von vor wiegend protestantischen Kreisen abgeordnet werden, werden es sich immerhin mehr als einmal bedenken, den willenlosen Schleppenträger des Zentrums zu machen. Schsrfmzchesgelülte. Mit dankenswerter Offenheit hat Herr V. H e n ni gs- Techlin, der zweite Redner, den die Konservativen am letzten Tage der Etatsberatung, am Donnerstag, im Abgeordnetenhause losließen, die Pläne seiner Freunde enthüllt. Unverblümt hat er AuS- nahmegesetze gegen die Sozialdemokratie gefor- dert, ja, er konnte sogar seiner Sehnsucht nach der Flinte, die schießt, und dem Säbel, der haut, kaum Herr werden. Dieser Don Quichotte, den der Ruhm des Januschauers v. Oldenburg nicht schlafen läßt, hielt eine zweistündige Philippika gegen die Regie- rung, gegen die Sozialdemokratie, gegen die Parteien der Linken, ja. sogar die Freikonservativen bekamen ihr Teil ab. Einzig und allein das Zentrum verschonte er in treuer Bruderfreundschaft. Die Regierung ist ihm einmal zu zurückhaltend, sie hat die Kon- servativen noch nicht genug bei den Wahlen unterstützt, zweitens aber sie ist ihm zu schwach, sie versagt im Kampfe gegen die So- zialdemokratie, sie hält nur Reden, läßt aber ihren Reden die „Taten" nicht folgen. Sogar in Moabit waren ihm die Polizei- bchörden zu zaghaft, sie hätten die bürgerliche Kanaille einfach niederknallen müssen! Daß sie es nicht getan haben, daran ist einzig und allein die Regierung schuld, die es unterlassen hat, solche menschenfreundlichen Anordnungen zu erteilen. Hier heißt e«: entweder— oder! Entweder Herr v. Bethmann Hollweg fügt sich den Befehlen der Junker, dann mag er noch einige Zeit im Amte bleiben, oder aber, er widersetzt sich, und dann sind seine Stunden gezählt. Was der Ministerpräsident tun, wozu er sich entschließen wird, darüber erfuhr man leider nichts, denn Herr v. Bethmann ging in philosophischer Würde jeder Auseinandersetzung aus dem Wege, er glänzte wieder einmal durch Abwesenheit, und die„unter- geordneten Stellen" hatten keinen Auftrag zu antworten, sie schwie- gen sich deshalb aus. Es ist auf die Dauer ein unerträglicher Zu- � stand, daß der höchste Beamte des Staates bei so hochpolitischen De-' batten fehlt. Freilich kann sich das Abgeordnetenhaus nicht darüber beklagen, jedes Parlament wird so behandelt, wie dasselbe es ver- dient, und ein Parlament, das von dem ihm zustehenden Recht, die Anwesenheit eines Ministers zu verlangen, keinen Gebrauch macht, darf sich über die ihm widerfahrene Mißachtung nicht be- klagen. Wir können den Konservativen nur dankbar sein, daß sie so offen mit ihren Scharfmacherpläncn hervortreten. Und nicht nur das! Sie suchen auch sonst nach Mitteln, ihren geschwächten Ein- fluß auf den Reichstag auf künstliche Weise zu vergrößern, und die?. Mittel erblicken sie, wie Herr v. Hennigs erklärte, darin, daß mehr als bisher Angelegenheiten des Reiches im Dreiklassenparlament ' erörtert werden. Das Junkerparlament als aufsichtsführendes ' Organ über den Reichstag! Das kann nett werden. Vor Herrn v. Hennings hatte Abg. G y ß l i n g(Vp.) seine Freunde gegen die Angriffe der Rechten und des Zentrums verteidigt und betont, daß durch das taktische Zusammengehen der Fortschrittler mit der Sozialdemokratie bei den Stichwahlen da? grundsätzliche Verhalten der Fortschrittlichen Volkspartei zur So- zialdemokratie keine Aenderung erfahren habe. Ganz unsere Mei- nung. Auch wir unterscheiden uns von der Fortschrittlichen Volks- Partei nach wie vor in grundsätzlicher Beziehung, was natürlich nicht ausschließt, daß wir zur Erreichung eines bestimmten Zweckes ein Stück Weges mit ihr zusammen gehen können. Gyßling folgte die Rede unseres Genossen Stroebel, der nochmals mit den reaktionären Parteien, vor allem aber mit der Regierung abrechnete. Und die Abrechnung war gründlich. Aller- dings heimste Stroebel dafür drei Ordnungsrufe ein, aber es gelang ihm, seine Rede zu Ende zu halten und der Reaktion das zu sagen, was zu sagen er sich vorgenommen hatte. Und nötig war die Abrechnung vor allem mit dem Minister des Innern, dessen dreiste Herausforderung vom Tage vorher wir unmöglich ohne Erwiderung lassen konnten. Ganz besonders das, was Herr v. Dallwitz über den Beamteneid gesagt hatte, wies unser Redner als völlig haltlos und der Verfassung widersprechend nach. Herr v. Dallwitz saß dabei— und schwieg; was hätte er auch erwidern können? Zwischendurch suchten sich Abg. v. Kardorff für die Frei- konservativen und Herr L 0 h m a n n für die Nationalliberalen die Bruderhand zu reichen. Vorläufig ist der Bund ja noch nicht ge- schloffen, aber angebahnt ist er. Ob später auch die Konservativen einbezogen werden, bleibe dahingestellt. Jedenfalls scheint eS. als ob ein neuer Block der Mittelparteien unter Ausschaltung deS Zentrums im Entstehen begriffen ist— ein deutliches Zeichen da» für, wie ungeklärt die politische Situation ist. Da? Zentrum, das sich bis dahin schweigend verhalten hat, befolgte wieder einmal eine echte Jesuitentaktik; erst lange, nachdem unser zweiter Redner gesprochen hatte, fühlte sich Herr Herold bemüßigt, eine Darstellung über die Bündnisse mit den Sozial- demokraten zu geben. Der schlaue Fuchs leugnete mit dreister Stirn alles ab. er konnte es um so mehr, da er wußte, daß Genosse Hirsch, der sich nach ihm gemeldet hatte, ja doch nicht mehr zu Worte kommen würde. So geschah es denn auch, die Scklußanirag-' stellungsmaschine trat wieder in Funktion. Aber erspart wird dem Zentrum die Erwiderung nicht. Wenn nicht diesmal, so ein andermal. Auch da? Mätzchen des Herrn Herold, den Liberalismus zum Mitschuldigen angeblichen roten Landesverrats zu machen, miß- glückte. Herr Herold verlas ein schwarzblau-offiziöses Wolff- Telegramm, wonach Liebknecht nach einem Interview in der „Humanite" alles mögliche Grausliche gesagt haben sollte. Lieb- knecht erklärte jedoch in persönlicher Bemerkung, daß er von einem solchen Interview überhaupt nichts wisse, die ihm von dem offiziösen Tejegraphenbureau unterstellten Auslassungen bestreite und sich alles Weitere bis zur Einsicht der„Humanite" selbst vorbehalte. Am Montag beginnt die Beratung der Steuergesetze. Freitag und Sonnabend ist frei. ver Blahlausfall In ßlcltprcußcn. Aus Westpreußen wird uns geschrieben: Wenn We st Preußen auch nur zwei Gegner deS schwarz- blauen Blocks— den in Danzig-Stadt mit Hilfe deS Reichs« Verbandes gegen die Sozialdemokratie, der Konservativen und des Zentrums gewählten Fortschrittler Weinhausen und den National- liberalen Sieg-Graudenz— in den Rgichstag schickt, so kommt doch selbst in dieser Provinz die klägliche Niederlage der Funker-«nd Pfaffenverbrüderung in den Stimmenzahlen klar zum Ausdruck. Nack den bisherigen Feststellungen erhielten die Blo<» freunde an Stimmen: 1912 1907+ T-winn — Verlust Konservative.. 29078 49 088— 20 010 Freikonservative. 54 828 80 060+24 768 Antisemiten... 1 153 8 51«— 7 363 Zentrum.... 20 283 23 019— 2 736 Polen..... 99 067 102 390— 8 323 Sa. 204 409 213 072 Dio Blockgegner erhielten Stimmen: Sozialdemokraten. 28 099 19 925 Forisckrittler.. 13 107 8 635 Nationalliberale. 43 692 42 789 — 8 663 8174 4 472 903 +13 549 Sa. 84 898 71 349 Dem Verlust der Schwarzblauen von. 8669 Stimmen steht also auf der anderen Seite ein Gewinn von 13 549 Stimmen gegenüber. Die Blockparteien hätten noch schlechter abgeschnitten, wenn wir in Westpreutzen nicht einen völlig charakterlosen Freisinn vorfänden. Der Gewinn der Freikonservativen wurde nur dadurch möglich, daß die Freisinnigen in dem Wahlkreis Elbing-Marien- burg, um ihn vor den Sozialdemokraten zu retten, sich dem frei- konservativen Kandidaten bedingungslos an den Hals warfen. Ebenso verzichteten die Freisinnigen in'den von den Polen be- drohten Wahlkreisen von vornherein auf jeden selbständigen Kampf. So blieb den Sozialdemokraten allein die Aufgabe, das Volk gegen die politische und wirtschaftliche Knechwng durch den Schnapsblock aufzupeitschen. Und diese Aufgabe erfüllten sie durchaus ehrenvoll. so daß sie ihre Anhänger um ein Drittel vermehren konnten. Da- mit überflügelte die Sozialdemokratie an Erfolg alle übrigen Pa» teien in Westpreußen. In Tlbing-Marienburg erhielt en bei der Hauptwahl Stiunneu: Erispien(Soz.) 8133, Schröder(freikons.) 8189 und Oldenburg Versicherung. Zürich, 29. Januar.(Eig. Ber.) Der monatelange Kampf um die Kranken- und Unfallversicherung nähert sich seinem Ende und am Sonntag, den 4. Februar, fällt die Entscheidung. Viele Hunderte von Volks- und VereinSversammlungen haben in den letzten Wochen und Monaten in allen Teilen de» Landes und von allen Parteien stattgefunden, eine umfangreiche Broschüren- und Flugblätter-Literawr wurde in da» Volk hinaus- geworfen. Der größte Teil dieser umfangreichen Agitatton in Wort und Schrift ist von den Freunden de» Gesetzes geleistet worden, insbesondere von der s o z i a l d e m o k r a t i s ch e n P a r t e i, die unermüdlich und eifrig für das Gesetz wirkt. Die Gegner des Gesetzes sind in der Hauptsache die Akttonäre der Unfallversicherungsgesellschaften, ihre Agenten und sonsttgen be- teiligten Interessenten, die offensichtlich große Summen aufwenden, um ihre reichfliehende Quelle von Dividenden, Tanttemen und Gratifikationen nicht durch die Verstaatlichung der Unfallversicherung verstopfen zu lassen. Da die vom Gesetz vorgesehen« staatliche Unfallversicherung eine für Arbeiter wie Unternehmer ganz be- deutende Verbesserung gegenüber dem bestehenden Haftpflichtgesetz bringt, so können die Gegner nur mtt Lügen und Schwindel die proletarischen Stimmberechtigten bearbeiten und auch di« Unter- nehmer verwirren. Dazu kommen ferner verschiedene Handel»« kammern, deren Mitglieder in ihrer Mehrheit Gegner de» Besetze» sind, Unternehmer, die wohl zu einem großen Teil tdenttsch mit den Aktionären der UnfallverstcherungSgesellschasten find. Dabei ist die vom Haftpflichtgesetz festgesetzte Maximalentschädigung von 6000 Frank selbst für den tödlichen Unfall, welche Summe erst noch von den Gesellschaften unter verschiedenen Vorwänden um mehrere Hunderte gekürzt wird, viel zu gering. Ist die Unfallversicherung mit der Staat»anstalt an fich der Hauptangriffspunkt der Gegner, so dann insbesondere noch di» obli- gatorische Versicherung der RichtbetriebSunfälle und dt» selbst- verständliche Einbeziehung der ausländischen Arbeiter in dt» ver« sichemng. Letzterer Umstand wird benutzt, um den zu allen schlechten Streichen tauglichen Chauvinismus der Schweizer gegen die Aus- länder zu entfachen. Die offenen Gegner de» Gesetze» bilden eine klein« Schar und würde nicht ihr Rubel seine verderblichen Wirkungen äußern, so könnte man der Volksabstimmung mit froher Siegeszuversicht ent- gegensehen, umsomchr, als auch die Bauernfllhrer in Erkenntnis der für die ländliche Armenpflege wohltätigen und entlastenden Folgen der Kranken- und Unfallversicherung in zahlreichen Bauern- Versammlungen für die Annahme de« Gesetze» eingetreten find. Die meisten Gegner jede« sozialen und demottatischen Fortschritt» halten fich seit jeher feige und hinterlistig im Hinterhalte, um dann am AbstimmungStage mit dem Stimmzettel in der Hand da» Gesetz zu meucheln. Darum läßt sich auch schwor etwas über den Ausgang dieser Volksabstimmung vorhersagen. Würde das Gesetz wiederum verworfen, nachdem schon vor zwölf Jahren die erste Versicherungsvorlage in der Bolksabsttmmung ab- gelehnt wurde, so wäre da» geradezu eine Niederlage der bürger- lichen Demokratie, die sich so al» unfähig für den sozialen Fort- schritt erweisen würde. Die Verwerfung de» BersicherungSgesetze» würde den Verzicht auf den vorhandenen Versicherungsfonds von 45 Millionen Franken bedeuten und ferner auch den jährlichen BundeSbeittag von acht Millionen an die Versicherung, welche Summen dann mit dein größten vergnügen die Militaristen und die subventionShungrigen Agrarier unter sich verteilen würden, während die«rdetter leer ausgingen. Gewcrkfchaftlicbeö. Hrbeitslorenzäblung im ßauarbeiterverband. In der Nr. S des.Grundstein" wird das Resultat der ersten vom Bauarbeiterverband vorgenommenen Arbeitslosenzählung ver- öffentlicht, die in allen Zweigvereinen im ganzen Reiche am Sonn- abend, den 13. Dezember stattfand. Bei dem milden Wetter, das den ganzen Dezember hindurch herrschte, war von vornherein zu erwarten, daß der Prozentsatz der Arbeitslosen nicht allzu groß sein würde. Diese Erwartung wurde denn auch bestätigt. Von den L81 114 befragten Mitgliedern waren 33 173 oder 13,84 Proz. arbeitslos, und zwar 24 339 oder 9.87 Proz. wegen tatsächlichen Arbeitsmangels, 1433 oder 0,57 Proz. wegen schlechter Witterungs- Verhältnisse und 9391 oder 3.79 Proz. wegen Krankheit. In den einzelnen Landesteilen ist der Grad der Arbeits- losi gleit sehr verschieden, und zwar haben die ganz oder vorwiegend industriellen Gebiete eine erheblich niedrigere Arbeitslosen- ziffer aufzuweisen, als die vorwiegend ländlichen Gebiete. Am niedrigsten ist die Arbeitslosenziffer in der Provinz Westfalen mit den Fürstentümern Lippe und Waldeck. Hier wurden nur 6,3 Proz. Arbeitslose gezählt. In der Rheinprovinz waren es 7L Proz., in Hamburg und in Lübeck 8,1 Proz., im Herzogtum Braunschwcig. dem Großherzogtum Oldenburg, dem Staatsgebiet Bremen und der Provinz Hannover 8,3 Proz., im Großherzogtum und in der Pro- Ving Hessen 9,2 Proz., im Königreich Sachsen sowie in Württem- berg, Baden und der bayerischen Pfalz je 19,4 Proz. und in der Provinz Sachsen mit den thüringischen Staaten und Anhalt 11,1 Prozent. In allen übrigen Landesteilen stand die Arbeitslosen- ziffer über dem Reichsdurchfchnitt, und zwar in der Provinz Pommern auf 16,3 Proz., im Königreich Bayern(ohne die Rhein- Pfalz) auf 18 Proz., in der Provinz Schlesien auf 19,4 Proz., in Elsaß-Lothringen auf 23 Proz.. in der Provinz Brandenburg mit Berlin auch 23,1 Proz., in Ostpreußen, Westpreußen und Posen auf 29 Proz. und in Mecklenburg auf 39,6 Proz. Es kann also gesagt werden, daß die Bauarbeiter im Dezember mit der Arbeitsgelegenheit im allgemeinen Glück gehabt haben; denn in den ländlichen Gebieten wird die Bauarbeit um diese Zeit teilweise ganz eingestellt, so daß die hohen Prozentzahlen in diesen Gebieten nichts Außergewöhnliches sind. Dafür besteht aber, wenn der Winter nicht noch strenger einfetzt, allerdings die Gefahr, daß die Arbeitsgelegenheit im Frühjahr viel schlechter sein wird, als sie nach einem strengen Winter gewesen wäre. Die Bauarbeiter wissen das. und deshalb sehen viele von ihnen ein« kurze Ruhe- pause infolg« starken Frostes nicht ungern; es ist, wenn schon ge- feiert werden muß, für sie immer noch angenehmer, im Winter bei Frost und Schnee zu feiern, als dies im schönen warmen Frühling zu müssen. Im Winter ist ja der Verdienst infolge der kurzen Tage und der häufigen Unterbrechungen so wie so sehr niedrig und die Arbeit im Freien sehr unangenehm. Auch läßt die Tatsache, daß man im Winter wegen rauhen Wetters aussetzt, den Mut der Bauarbeiter nie so tief sinken, wie die sommerliche Ar- beitslofigkeit infolge schlechter Konjunktur. Die bei Frost oder starkem Schneefall Aussetzenden wissen, daß sie sofort wieder weiter- arbeiten können, wenn der Frost nachläßt oder der Schnee schmilzt, ja, sie haben sogar die Gewißheit, daß dann erst recht viel Arbeit vorhanden ist. Die bei schlechter Konjunktur wegen tatsächlichen Arbeitsmangels Feiernden müssen dagegen immer mit Angst und Grauen in die Zukunft sehen. Freilich, für den einzelnen WintcrarbeitSIosen und seine Fa- «ilie wird durch solche Erwägungen die Not nicht gemildert. Sie macht sich zumeist schon bei ganz kurzer Arbeitslosigkeit bemerkbar, und für viele Bauarbeiter bedeutet Frostwetter bei guter Kon- junktur nichts weiter, als daß sie mit besserem Gewissen die im Winter so wie so notwendigen Schulden machen können, weil sie die Möglichkeit der baldigen Abzahlung vor Augen sehen. Sehr zu bedauern ist, daß sich von den 1943 Zweigvereinen deS Verbandes 125 nicht an der Statistik beteiligt haben, und daß auch in anderen Vereinen ein großer Teil der Mitglieder nicht von der Zählung erfaßt worden ist. Dadurch wird naturgemäß der Wert der Statistik stark beeinträchtigt, und es kann nur dringend ge- wünscht werden, daß sich an den künftigen Zählungen nicht nur jeder Zweigverein beteiligt, sondern auch Einrichtungen trifft, die die Gewähr dafür bieten, daß bei den Zählungen alle Mitglieder erfaßt werden. Berlin und Umgegend, Ein �ormerstreit. Bei der Firma Härtung A.-G., Lichtenderg, haben die Former heute, Freitag, die Arbeit niedergelegt, weil die Firma die Vereinbarungen, unter denen der allgemeine Formerstrcik beendet wurde, nicht eingehalten hat. Die Wiedereinstellung der Strei- kenden sollte bis zum 31. Januar vollzogen sein. DaS ist auch in allen Betrieben außer drei, darunter Härtung A.-G., Lichtenberg, geschehen, so daß alle, bis auf 41 Mann, darunter 29 Former, wieder in Arbeit treten konnten. Im ganzen handelt« eS sich um 2299 Streikende in 23 Betrieben. In 7 Betrieben wurden inner- halb der ersten 6 Tage all« Streikenden eingestellt. Es wurde darauf geachtet, daß betriebsfremde Leute zurückstehen mußten, bis die Streikenden wieder Arbeit hatten. Bei Härtung ist dies nicht gelungen; eine Anzahl Leute wurden absichtlich, wie es schien, außer Arbeit gehalten, denn die Gründe, welche die Firma für die Nichteinftellung derselben angab, waren sehr fadenscheinig. Als nun am 31. Januar und am 1. Februar 3 betriebsfremde Former eingestellt wurden, sahen die Arbeiter darin einen Bruch der Ver. einibarung. Die eingeleiteten Verhandlungen zerschlugen sich und die Arbeiter versammelten sich am Donnerstagabend in den Borussia-Sälen, Ackerstraße, und beschlossen mit 93 gegen 9 Stimmen, die Arbeit niederzulegen. In einer Branchenversammlung der Former und Berufs- genossen, die zu gleicher Zeit in den Borussia-Sälen tagte, wurde die Nachricht von der Erklärung des Streiks mit großem Beifall begrüßt. Eine Lohnbewegung der Gärtner. Die Landschaftsgärtner von Groß-Berlin sind in eine Lohn- bewegung eingetreten. Auf Veranlassung des Allgemeinen Deut- schen Gärtnervereins fand bereits eine Besprechung zwischen Ver. treter der Arbeiter und der Unternehmer statt, und zwar am 23. Januar in Schöneberg. Die Unternehmer erklärten, daß sie einer Regelung der Arbeitsverhältnisse im Gewerbe sympathisch gegenüberstehen. Bisher verhielten sie sich sehr ablehnend. Ein« Zuschrift vom 28. März 1911, in der die organisierte Arbeiter- schaft den Unternehmerverband auf große Mißstände im Berits aufmerksam machte, fand keinerlei Beachtung, und bei der neu- lichen Einleitung von Unterhandlungen bezogen sich die Arbeiter wieder auf diese Zuschrift. Zu der Besprechung vom 25. Januar hatten die Unternehmer auch die Christlichen eingeladen und wünschten von diesen 2 Vertreter und vom Allgemeinen Deutschen Gärtnerverein 3 Vertreter zu schen. Die Arbeiter einigten sich dahin, daß die freie Gewerkschaft durch 4 und die Christlichen durch einen Mann vertreten waren, entsprechend den Stärke- Verhältnissen der Organisationen. Die Besprechung hatte kein bestimmtes Ergebnis; sie bedeutete nur die Einleitung von Ver- Handlungen. Einen Gegenstand der Aussprache bildete unter an- derem das Verlangen der Unternehmer, daß die Arbeiter dafür Verantw. Redakteur: Albert Wachs. Berlin. Inseratenteil verantw.: sorgen sollten, daß die Konkurrenz der Stadtgärtuereien auSge- schaltet werde. Am 31. Januar fand dann ein« Versammlung der Land- schaftsgärtner in Oeffs Festsälen in Schöneberg statt, in der die Arbeiter ihre Forderungen auft'tellten. Walter Kwasnik referierte und liegte den Entivurf eines Tarifvertrages zur Be- ratung vor. Der Referent berichtete über den Verlaus der statt- gefundenen Besprechung und betonte dann, daß man nur die alten Forderungen vom Jahre 1997 wieder aufstelle. Er forderte dringend zu eifriger Agitation unter den unorganisierten Kol- legen auf, denn man könne nur auf einen Erfolg der Bewegung rechnen, wenn eine starke Organisation dahinter steht.— Die Versammlung war recht gut bekucht. Der Vorsitzende der christ- lichen Organisation war ebenfalls erschienen und versicherte, daß seine Organisation mithelfen werde, die bestehenden Verhältnis e zu verbessern; er führte als Tatsache an, daß viele Landschafts- gärtner nur 45 Pf. pro Stunde verdienen. Die Versammelten erklärten sich nach längerer Diskussion mit den folgenden Forderungen eines Tarifvertrages einverstanden: Die tägliche Arbeitszeit beträgt vom 1. Februar bis 39. Ok- tober 9 Stunden ausschlreßlich 2 Stunden Pause; sie beginnt um 7 Uhr morgens und endet um 6 Uhr abends. In der Zeit vom 1. November bis 31. Januar beträgt die Arbeitszeit 8 Stunden mit einer Stunde Pause. Das Fahrgeld zur Arbeitsstelle ist vom Sitz der Firma zu berechnen. Alle Fahr- und Lauszeit ist in gleicher Weise zu berechnen und zu bezahlen. An Sonnabenden ist eine Stunde und an Tagen vor hohen Festen zwei Stunden früher Feierabend ohne Lohnabzug. Der Mindestlohn beträgt für Gärtnergehilfen 69 Pf., für Gartenavbeiter 59 Pf., für Gartenfrauen 39 Pf. pro Stunde. Ueberstunden und SonntagSarbeiten sind mit 29 Pf. Aufschlag pro Stunde zu bezahlen, sollen aber uwglichst vermieden werden. Die Lohnzahlung soll Freitags stattfinden, aber nicht in Gastwirt- schaften. Als Landzulage sollen 3 M. bezahlt werden, wenn die Arbeitsstelle außerhalb des Vorortverkehrs liegt. Tie Fahrzeit ist als Arbeitszeit zu berechnen. Es folgen dann eine Reihe von weiteren Bestimmungen, wie sie in Tarifverträgen üblich sind. Der Vertrag soll gelten vom 1. März 1912 bis 28. Februar 1913. Deutfcdes Reich. Tarifverträge tu der Steinindustrie. Der Steinarbeiterverband hat im Jahre 1911 auf dem Gebiete deS Tarifwesens anerkennenswerte Erfolge aufzuweisen. ES konnten 58 Tarife, die für 4268 Arbeiter Gültigkeit haben, neu abgeschlossen werden. Erneuert wurden 43 Tarife für 3729 Personen. Bw anders in der Granitindustrie wollen die Unternehmer gar nicht daran, auf Tarifverträge einzugehen, trotzdem gerade diese Herren sehr stark aus die Aufträge des Staates und der Kommunalverwaltungen an» gewiesen find. Die Starrköpfigkeit der Granitindustriellen erklärt sich wohl daraus, daß sie durchweg mit ungeheueren Kapitalien arbeiten. Auf die einzelnen Branchen in der Steinindustrie verteilen sich die Tarife folgendermaßen: Diese Tabelle zeigt zur Genüge, daß auch in der Steinindustrie das wilde Akkordwesen immer mehr zurückgedrängt wird. Aller- dingS mußte der Verband in den letzten 4 Jahren etwa 699 999 M. für Strelkunterstützungen aufbringen. Fürwahr, eine respektable Summe! Die Verbandsleitung wird künftig bestrebt sein, daß in die Tarife selbst mehr Einheitlichkeit im technischen Ausbau kommt. Vor einigen Tagen konnte— wie wir schon berichteten— für etwa 1999 Sandsteinmetzen im Königreich Sachsen ein Normaltarif zum Abschluß gebracht werden._ Der Streik in der Margariuefabrik von Gebr. Baum zu Elberfeld ist nach 7�!wöchiger Dauer zugunsten der Arbeiter beendet. ES wurde ein Tarifvertrag auf 2 Jahre abgeschlossen, der für die beteiligten Arbeiter wesentliche Verbesserungen ent- hält. Der Anfangslohn für Arbeiter über 21 Jahre beträgt 24 M., wodurch einige Arbeiter sofort eine Lohnaufbesserung von 3 M. pro Woche erhalten. Der Höchstlohn geht bis 39 M. pro Woche hinauf. Die Arbeitszeit wurde auf 37 Stunden pro Woche herab- gesetzt. Ferner wird allen Arbeitern nach einjähriger Beschäfti- gungsdauer ein Erholungsurlaub von 2 Tagen gewährt unter Fortzahlung des Lohnes, der für jedes weitere Jahr um einen Tag steigt bis zu 6 Tagen. Außerdem enthält der Tarif noch mehrere Verbesserungen. Sämtliche Streikenden werden wiedereingestellt. Hustaid. Die österreichischen Gewerkschaften im Jahre tSIt. Nach dem soeben erschienenen Rechenschaftsbericht der Wiener Reichsgewerkschaftskommission haben im Jahre 1911 47 von den 54 Zentralverbänden an Mitgliedern zugenommen, und zwar insgesamt um 26 399 Mitglieder. Allerdings haben die vom Separa- liSmus erst später angesteckten Verbände der Berg-, Glas- und Holz- arbeiter, sowie einige kleine Organisationen zusammen 8499 Mit- glieder verloren. Man darf sagen, daß die AngriffStrast des Separatismus nunmehr überholt ist von den Tendenzen, die den Arbeitern die Notwendigkeit des stärksten einheitlichen Zusammen- schlusses lehren. Die beginnende Prosperilätspcriode mit ihren großen Kämpfen— Prager Metallarbeiteraussperrung!— dürfte nicht un- wirksam für die gewerkschaftliche Entwickelung bleiben.— Die Zentralverbände hatten Ende 1911 429 990 Mitglieder gegen 490 999 ein Jahr zuvor; allerdings waren es 1997, ehe der Sepa- raiismus hereinbrach, 399 999! Der Vermögensstand der Verbände beträgt 12 Millionen Kronen(19 Mill. Mark). Freilich stehen die Kämpfe um die Tarifverträge für. 1913. bevor I Die Justiz gegen die Gewerkschaften. Eine für die Gewerkschaftsbewegung außerordentlich wichtige Entscheidung hat das Appellgericht in Montpellier gefällt. Es hat nämlich das Urteil des Gerichts in Millau, das die Handschuh- machergewerkschaft wegen des Boykotts eines„Gelben" zu Schaden- ersatz verurteilte, b e st ä t i g t und die Ersatzsumme noch von 1690 auf 3999 Fr. erhöht. In der Entscheidung heißt es, die Kollegen des Klägers hätten, indem sie seine Entlassung durch die Streik- drohung durchgesetzt hätten, seine individuelle Freiheit verletzt, die ihm das Recht verbürge, sich von der Gewerkschaft fern- zuhalten. Sie hätten ein gewerkschaftliches, aber kein professionelles Interesse verfolgt. Sie hätten vexatorisch, aus Rachsucht und Ge- hässigkeit gehandelt und dem Kläger die Mittel entzogen, für sich und seine Familie zu sorgen. Es ist klar, daß diese tendenziöse Justiz die Aktion der GeWerk- schaften ernstlich bedroht. Leider sind die französischen Organisationen schlechter zur Abwehr gerüstet als die englischen. Sicher ist auch, daß diese Rechtsprechung der GewerkschaftStaklik zugute kommt, die die WiderstandSfondS durch.direkte Aktion", Streikbrecherjagd usw. überflüssig machen will. Angriffe aus das Gewerkschafts- vermögen züchten die syndikalistischen Methoden, über die sich die Bourgeoisie dann heuchlerisch beklagt. Generalstreik in einer australischen Stadt. Das internationale Sekretariat der Trans- Portarbeiter erhielt über London die telcgraphische Mit- teisung, daß in Brisbane(Oueensland) ein Generalstreik fast sämtlicher Berufe ausgebrochen ist. An dem Ausstand sind nicht weniger als 59 Organisationen beteiligt. Ueber die Ursachen des Zh. Glocke. Berlin. Druck u. Verlag: Vorwärts Buchdr.u Verlagsanstalt Streiks wird leider nichts Nähere« mitgeteilt, lediglich, daß der- selbe zur Verteidigung der Prinzipien, also offenbar in der Abwehr. geführt wird. Es sind nicht weniger als 199 999 Menschen an der Sache beteiligt. Die Streikenden hoffen bei Unterstützung der Ge- samtarbeiterschaft auf einen baldigen sicheren Sieg. )Zus der Frauenbewegung. Lehrerinnen-Zölibat. Von den Lehrerinnen Wiens ist ein schwere? Unrecht � nommen worden. Das Eheverbot, das in den neunziger Jahren für die Lehrerinnen von Wien und Niederösterreich eingeführt wurde, ist nun vom Landtag wenigstens für Wien aufgehoben worden. Gegen die Aufhebung des Eheverbots auf dem Lande, liefen die Bauern Sturm und da sie Dank der. christlichsozialen Wahltaktik allmächtig im Landtag sind, haben sie ihren Willen durchgesetzt. In einer Protestversammlung führte eine Lehrerin auS, daß jeder Bauer in der Lehrerin, die heiraten darf, eine Kon kurrentin für seine Tochter sieht, daher das Zölibat für die Lehrerinnen. Nun, so wie es gelungen ist. Dank der großen Agitation, die seit zwei Jahren von den Lehrerinnen, unterstützt von den Lehrern, entfaltet wurde, das Eheverbot für die Wiener Lehrerinnen zu beseisigen, so wird es auch gelingen, die Reaktion im Lande zu besiegen. Geht doch jetzt eine besonders große Bewegung durch die Reihen der Lehrerinnen in Niederösterreich, die auch als ein Kampf um das Wahlrecht der Frauen in der Gemeinde geführt werden wird. Die Christlichsozialen haben jetzt, da sie in Wien vor Gemeinde- wählen stehen, die Gehaltsverhältnisse der Lehrer verbessert. Sie brauchen die Ssimmen der Lehrer, um wieder da? Rathaus zu erobern. Die Lehrerinnen werden mit einem Trinkgeld abgefertigt mit der Motivierung, daß Lehrerinneu keine Familie zu erhalten haben. Die freisinnigen und sozialdemokratischen Lehrer treten aber für ihre Kolleginnen ein. Mit Recht wird darauf hingewiesen, daß auch die Katecheten(katholische Priester) offiziell keine Familie zu erhalten haben und doch hat man sie den Lehrern gleichgestellt. Es wurde von den Lehrerinnen ganz richtig erkannt,> daß man sie brutalisiert, weil sie keine Wähler sind. Auch unsere Genossinnen bereiten sich vor, bei den Gemeinde- ratswahlen in eine Agitation für das Gemeindewahlrecht der Frauen einzutreten. Versammlungen— Veranstaltungen. Berein für Frauen und Mädchen der Arbeiterklasse. Montag, den 3. Febniar 8>/z Ubr in Kellers„Neue Philharmonie", Köpenicker Straße 96/97..Das deutsche Volkslied"(mit musikalischen Er- läuterungen). Vortragender: Herr Dr. Alfred Guttmann. Gäste, Herren und Damen willkommen. Versammlungen. Tie Zahlstelle Berlin des Buchbinderverbandrs hielt am Mitt- woch im großen Saale der„Arminhallen" eine Generalversamm- lung ab. in der da» neue O r t s st a t u t durchberaten wurde, das die Zahlstelle schon seit längerer Zeit beschäftigte. Die von einer besonderen Kömmission ausgearbeitete Vorlage wurde nun in ein- zelnen Punkten abgeändert und fand so die Zustimmung der Ver- sammlung. Die stärksten Meinungsverschiedenheiten waren über die Bestimmungen zur Besetzung der Ortsverwaltung hervor- getreten, und hierzu wurde nun ein Vorschlag angenommen, wonach lede Branche aus ihrer Branchcnleitung einen Beisitzer zu wählen hat, wobei der Generalversammlung das Bestätigungsrecht vor- behalten ist, und die Generalversammlung den ersten Vorsitzenden, die beiden Kassierer sowie, aus den Reihen der weiblichen Mit- glieder, vier weitere Beisitzer wählte. Die Brancheneinteilung bleibt wie bisher, so daß also nach wie vor sieben Branchen vorhanden sind. Im übrigen ist aus dem 16 Paragraphen umfassenden Orts- statut als eine Neuerung hervorzuheben, daß die Januar-General- Versammlung einen Jugendausschuß von drei Mitgliedern zu wählen hat, der das Recht der Ergänzung aus den Reihen der jugendlichen Mitglieder der Zahlstelle hat.— Das neue Ortsstatut ist sofort in Kraft getreten. Im übrigen wurde noch be- schlössen, daß die Frage der Zusammensetzung der Ge- neralversammlunp aus Delegierten von neuem er- wogen und einer Urabstimmung zur Entscheidung überwiesen werden soll._ letzte Nachrichten. Das Wahlmärchen der Heinzcanhänger. Dresden, 1. Februar. Die von verschiedenen Blättern gebrachte Nachricht, der Staatsanwalt habe eine Untersuchung darüber ein- geleitet, ob 2999 Wähler in Dresden-Altstadt doppelt gewählt haben. ist absolut unzutreffend. Wie die Alten snngen... Detmold, 1. Februar.(P.-C.) Wie aus Lage berichtet wird, wurde dort heut, zwischen zwei Gymnasiasten ein Säbelduell ausgefochten, wobei dem einen Duellanten der Brustkorb durch- stachen wurde, während der andere unverletzt blieb. Die Ursache des Zweikampfes ist unbekannt. Ein verhängnisvoller Familienstreit. Dessau, 1. Februar.(H. B.) Infolge ehelicher Zwistigkeiten kam es heute nachmittag zwischen dem Kaufmann Krüger und seiner Ehefrau in seiner Wohnung in der Wilhelmstraße zu einem Streit. in dessen Verlaufe der Mann seine Gattin erwürgte. Darauf erhängtö er sich._ Die Agramer Studentenunruhe«. Wie«, 1. Februar. Die„Neue Freie Presse" meldet zu den Studentenunruhen aus Agram: Die Studenten kamen heute an die Universität, verrammelten die Eingänge und ließen niemand passieren. Die Studenten haben an der Universität eine große schwarze Fahne aufgehängt. Sic versorgten sich mit Proviant und erklärten, sich nur mit Gewalt aus der Universität führen zu lassen. Die Studenten sind am Tage zuvor gelegentlich einer Ver- sammlung von der Polizei auseinandergetrieben worden und ver- anstalteten dann Demonstrationszüge, die zu blutigen Konflikten mit der Polizei führten._ Bandenwesen in der Türkei. Saloniki, 1. Februar.(W. T. B.) Zwei vom Markt in Rakowa heimkehrende Kaufleute sind heute ermordet worden. Ausgeschickte Gendarmen begegneten einer 12Iöpfigen Arnautenbande. die sich er- geben mußte. Bei Mukrate fand ein Kampf mit einer Bulgaren- bände statt, wobei zwei Bulgaren getötet wurden, während die übrigen entkamen._ Mexikanische«. El Paso, 1. Februar. Dem gestrigen Aufruhr in Ciudad Juarez folgten in der Nacht weitere Unruhen. Betrunkene Empörer plünderten Gastwirtschaften, Läden und Privatwohnun- gen. Fünfzehn Personen, darunter Fremde und Frauen, sind ins Gefängnis gebracht. Die Plünderungen dauern an. General O r o z c o ist mit 699 Soldaten unterwegs von Chihuahua. Ein Zug der Mexiko-Zentralbahn, der nach Mexiko fahren sollte, ist aus dem Bahnhos Juarez angehalten worden, und die Fahrgäste' sind nach El Paso zurückgeschickt worden. Die Aufrllhrer haben die Bahnlinie nach Süden zerstört. Paul Singer 4 Co.. Berlin SW. Hierzu 3 Leilage« n. UnterhaltungSbl. Dr. 27. 29. Zahrglwg. 1. KnlW des JonuBtts" Kcrlmr Freitag, 2. Februar 1912. Hbgeordnetenbaud. ö. Sitzung vom Donnerstag, den I.Februar, vormittags 11 Uhr. Am Mnistertisch: Dr. Lentze, v. Breitcnbach, v. Dali.' Witz, v. Trott zu Solz, Dr. Sydow. Die erste Lesung des EtatS wird fortgesetzt. Abg. Gyßling sVv.): Die späte Einberufung dcS Landtags müssen wir aufs tiefste beklagen; es wäre Pflicht der Regierung gewesen, diesem einhelligen Wunsche beider Häuser des Landtags nachzukommen. Das Wassergesetz hätte sehr gut vor Weihnachten in erster Lesung erledigt werden können. Auch haben wir genug Initiativ- antrage und Petitionen zu erledigen.(Sehr richtig! links.) Eine Durchpeitschung des Etats werden wir nicht mit- machen; um so weniger, da die Aufrechterhaltung der Steuer- Zuschläge verlangt wird. Die Finanzlage ist eine geradezu glänzende. Tie Schwarzseherei des früheren Finanzministers hat sich als unberechtigt erwiesen. Um so weniger Grund liegt vor, die Steucrzuschläge beizubehalten.— Die Stellung des Handelsministers zum Kohlensyndikat begrüßen wir; vor allem muß hier auch das Interesse der Konsumenten gewahrt werden,«tatt der Beibehaltung der Steuerzuschläge verlangen wir eine Ouotisierung der Einkommensteuer und eine bessere Deklarierung der Steuern. Die Landräte dürfen nicht mehr Vorsitzende der Ver- anlagungskommisstonen sein. Wie steht e§ mit der Verwaltungs- r e f o r m? Darüber haben sich die Minister ausgeschwiegen. Für die innere Kolonisation sollten viel mehr Mittel aufgewandt werden. Die Eisenbahngemeinschaft fordern wir im deutsch-nationalen Sinne. Mit Bedauern haben wir gesehen, daß in Berlin den Unter- b e a m t e n verboten worden ist, in Versammlungen ihre materiellen Interessen zu vertreten. Das ist ihr gutes Recht. Ebenso ver- wahren wir uns gegen die Ausführungen des Ministers über das Wahlrecht der Beamten. Die Unterstützung der Sozialdemokratte durch Stimmenthaltung ist bei den letzten Wahlen auch von vielen Konservativen und darunter sicher auch Beamten aus- geübt mordet(Sehr richtig I links), an diese möge sich daher der Minister des Innern mit seinen Ausführungen über Heuchelei und Lüge wenden.(Sehr gut' links.)— Di« Fahrtentschädigungen für die Landräte begrüßen wir deshalb, weil wir wünschen, daß auch unvermögende Leute Landräte werden können.(Sehr richtig! links.) Das neue hlotu proprio greift in unsere staats- rechtliche Gesetzgebung ein. Wir erwarten eine authentische Er- klärung des Ministers, ob das Clotri proprio auf Deutschland Anwendung findet oder nicht. Die Beunruhigung im deutschen Volke wäre vermieden worden, wenn das von vornherein klar ausgesprochen worden wäre. An eine Reform des Wahlrechts ist nach den Erklärungen des Ministers nicht zu. denken. Das wird neues Wasser auf die Mühlen der Sozialdemokratie führen. Tatsache ist, daß hier im Hause eine Mehrheit für das ge- Heime und direkte Wahlrecht vorhanden ist. Sie kam bei der Be« ratung des Antrags Aronsoh» nur deshalb nicht zustande, weil die Konservativen entgegen ihren Anschauungen für das gleiche Wahl- recht stimmten.(Sehr richtig'. links.) Die Reform des Wahlrechts entspricht dem Willen des Volkes.(Lebhafte Zustimmung links, Lachen rechts.) Die Ablehnung der Wahlrechtsreform ist auch ein weseirtlicher Grund für den Stimmenzuwachs der Sozialdemokratie gewesen.(Sehr wahr! links.) Durch den Ausfall der ReichstagSwahlen hat sich die Divergenz in der Zusammensetzung des Reichstages und des Abgeordnetenhauses noch verstärkt. Diese Kluft muß endlich überbrückt werden.(Sehr wahr! links.) Wir halten an der Forderung der Uebertragung des ReichStagSwahlrechtS fest, aber wir ver st eisen uns nicht darauf, wenn es gilt, eine anderweitige Reform durchzusetzen und hoffen, daß auch die Sozialdemokraten dafür zu haben sei» werden. Ebenso muß die Wahlkreiseinteilung geändert werden. Wir sollen ini Reichstagswahlkampfe eine maßlose Hetze gettieben haben.(Sehr richtig! rechts.) Wir haben aber nichts weiter vorgebrocht, als was Herr v. Zedlitz gestern gesagt hat, er hätte mit seinen Ausführungen ruhig in unsere Wahlversammlungen kommen können.(Heiterkeit und Sehr gut! links.) Sie(nach rechts) nennen es Hetze, wenn man Anschauungen im Volke vertritt, die Ihren Anschauungen nicht ent- sprechen.(Sehr wahr! links.) Herr H e r o I d stellte sich gestern als Friedensapostel hin, nachdem er die schwersten Angriffe gegen uns gerichtet hatte. ES meinte wohl: Roms. loouts, causa finita(Rom jetzt wieder eine löbli ratur" viel von sich Presse und eine' Minister des Fiphw stand der Spcctator". nalen Fe! dz nou Kleines fcuilleton. Feinde der modernen Literatur in London. Tic Prüderie in den englischen Kunst- und Literatuvvcrhältnissen wird von Tag zu Tag deäugstigender. Während vor nicht sehr langer Zeit die gute citglische Philisterwelt in Aufruhr geriet, weil zwei nackte. icdoch durchaus harinlose �tzgluen aufgestellt werden sollte», macht W' tatio» über„demoralisierende Lite- e. Tiefe Teputation repräsentiert die vßen Verlegern und ivurde�vom mna, enppfange». An ihrer Spitze r,. des altberühwtcn Wochenblattes„The Tie Deputation selbst war vom„Ratio- üähe Moral" entsandt worden. Und dieser der öffentlichen Moral", die im Grunde gc- Gefahr für die gesunde Fortenttvickelung der n Literatur bedeutet und sie im Lebensnerv .. ,i über ein Jahr. Vor mehr als Jahresfrist edeutendstcn Londoner Buchhändler und Leihbchlio- nter das bekannte Institut von Mudie, beschloffcn, alle 'rwerkc, welche nach irgendeiner Richtung hin etwas„An- /es" enthielten, auf den Index zu setzen. W~ Trotz dieser reaktionären Strömungen befitzt das moderne England glücklicherweise noch eine Reihe von Autoren, die der Wahrheit dienen und jenseits jeder Möchichfcit dieses Literatur. Boykotts stehen. Bernhard Shaw geniept genug Ansehen, um die Ränkeschmiedcreien einer lächerlichen Theaterzcnsur nnd die Prüderie der Buchhändler verlachen zu können. Ein anderer führen- der Romanschriftsteller und Dramatiker, John Galsworthy, der in seinen viclgelescnen Werten bis jetzt den öffentlichen «chädcn der Sicbcnmillioncnsiadt unbarmherzig zu Leibe rückte, steht auch außerhalb des Machtbereiches der genannten Herren. �I)aw und Galsworthy haben sich durchgesetzt, besitzen ihr Publi- tum und ihre Stellung ist nicht mehr zu erschüttern. Sie sind verhältnismäßig unabhängig und können allen Dunkelmännern trotzen. So trifft dieser Fcldzug gegen die moderne Literatur nur die Jugend, die ringenden Talente, die sich noch nicht durch- gesetzt haben. Die Jugend wird mundtot gemacht, aufblühende junge Talente werden geknebelt und besonders junge Künstler in ihrer Schaffenskrast gelähmt und ihrer Charakterfestigkeit ge- fährdet. Wenn die Moralisten ihre Prinzipien konsequent durch- führen würden, müßten sie auch Thomas Hardh, Wells und Mase- ficld als„unmoralisch" in Grund und Boden verdammen, was zu tun sie sich natürlich hüten. Ein versteinerter Liberaler. Zinn Tode M o l i n a r i§ wird uns aus Paris geschrieben: Molinari Hot 03 Jahre gelebt. Wie alt er war, das kommt einem aber erst zum Bewußtsein, wenn man daran denkt, daß er zusammen mit dem von Lassalle in seinem deutschen Rachtreter abgetanen Baftiat die.Harmonie" von- hat gesprochen, damit ist die Sache erledigt). Auf den Leim gehen wir nicht.(Heiterkeit und Sehr gut! links.) Der Abg. Hirsch hat unwiderlegliches Material gegen das Zentrum vorgebracht. Auch die Konservativen haben nicht das mindeste Recht, uns wegen unseres Verhaltens bei den Wahlen Vorwürfe zu machen. Infolge ihrer Politik haben die Sozialdemokraten in der Hauptwahl so und soviel Mandate gewonnen und weitere in der Stichwahl durch die kon- servative Stimmenthaltung.(Sehr wahr! links.) Unsere Stellung den Sozialdemokraten gegenüber hat sich durch unser Verhalten bei den Wahlen nicht im miudesten geändert.(Lautes Lachen rechts.) Unsere Haltung war lediglich eine Konsequenz unseres Zieles, die Mehrheit der Konservativen und des Zentrums zu werfen.(Sehr richtig! links.) Eine»namenlose Hetze" ist nicht von uns, aber von der konservativen Presse betrieben worden.(Sehr wahr! links.) Redner führt Bei- spiele dafür an. Wir protestieren dagegen, daß wir mit den Sozialdemokraten in einen Topf geworfen werden.(Lachen rechts.) Herr v. H e y d e b r a n d hat am wenigsten Anlaß, uns wegen unseres Eintretens für die Sozialdemokraten zu schmähen, denn er hat Stichwahlbedingungen ausgestellt, die lein Liberaler unterschreiben töimle.(Sehr wahr/ links.) Wir werden auch in Zukunft kämpfen für eine gerechte Steuerpolitik, eine gerechte Wirt' tchaftspolitik und Gerechtigkeit bei der Verteilung der politischen Staatsbürgerrechte ohne Ansehen der Person und der Partei. So glauben wir am besten dem Vaterlande zu dienen, auch der Monarchie, dem Staatsganzen und allen seinen Gliedern.(Bravo! links.) Abg. Strobcl(Soz.): Es ist höchst seltsam, daß das Zentrum und die Konservativen mich als ersten Redner der zweiten Ganntur zu Worte lassen. Die Herren fühlen sich offenbar nicht in der Lage, etwas auf die An- griffe meines Freundes Hirsch zu erwidern. Nachdem Graf P r a s ch m a durch einen Zuruf geleugnet hat, daß ein förinliches Bündnis zwischen Zentrum und Sozialdemokratie ab geschloffen worden sei, stelle ich nochmals kurz fest, daß dieses nach dem von dein Abg. Hirfcki vorgebrackiten Material tatsächlich der Fall gewesen ist. Herr Müller- Fulda hat zwar später in der „Kölnischen Volkszeitung" erklärt, daß er die Verhandlungen mit der Sozialdemokratie aus eigener Jniliative gepflogen habe. Wenn aber feststeht, daß in einer ganzen Reihe von Wahlkreisen die Sozial- demokraiie tatsächlich vom Zentrum Stichwahlhilfe erfahren hat. so kann man unmöglich glauben, daß Herr Müller-Fulda so ganz als Privatmann gehandelt hat.(Sehr wahr! bei den Soz.) Das kann höchstens ein Zenttumsanhänger glauben nach dem Grundsatz ereclo quia absurdum> ich glaube es, weil es absurd ist). Zu der- selben Zeit, wo Herr Müller-Fulda den Sozialdemokraten ein Zu- sammengehen gegen die Reaktion anbot, ist er auch mit den Nationalliberalen in Verhandlungen eingetreten wegen eines Zusammengehens gegen die Sozialdemokratie. Diese gingen darauf ein und wurden so lange hingehalten, bis sie schließlich die wirkliche Sachlage durch ein Flugblatt erfuhren, worin es hieß:»Zentrums- Wähler, leine Stimme den Liberalen!" und das unterzeichnet war von demselben Herrn M ül l e r- F u l d a. Das ist die famose Stich- Wahltaktik des Zentrums. Eine Partei, deren angesehener Vertreter so vorgeht, hat wirklich keine lstfachc zur sittlichen Entrüstung über das diesmalige Zusammengehen zwischen Freisinnigen und Sozialdemokraten. Aber das Zentrum streitet immer die-klarsten Tatsachen mit den unglaublichsten Mätzchen ab.(Sehr wahr I bei den Sozialdemokraten.) Ich erinnere nur an die Abstreitung des im Dom zu Speyer abgeschlossenen Wahlbündnisses, die dann von dem Zemrumsabgeordneten Dr. I a e g e r selbst als unrichtig zurück- gewiesen wurde. Die Konservativen erinnere ich an das be- kannte Wort des Ruprecht auf Ransern vor Eriindung des Bundes der Landwirte:„Ich schlage Ihnen nichlS mehr und nichts weniger vor, als daß wir unter die Sozialdemokraten gehen."(Zuruf rechts: Es ist keiner gegangen!) Von Ihnen würden wir auch leinen genommen haben, Agrararier können wir nicht brauchen! Herr Herold hat dann auch wieder von dem„großen Werke der Reichsfinanzreform gesprochen. Es gehört ein eigenartiger Mut dazu, daß das Zentrum stolz ist auf ein solches Werk, wobei der Löwenanteil der Lasten nicht aus die Schultern der Besitzenden, sondern derjenigen gelegt worden ist, die unter der elenden Lebens- läge am schwersten zu leiden haben. Es ist nicht zu bestreiten, daß fich gerade die großen Vermögen in den letzte» Jahren ganz außer- ordentlich erhöht haben. Das hätte dem»volksfreundlichen Zentrum" die Verpflichtung auferlegen müssen, neue Steuern auf die Schultern der besitzenden und nicht der arbeiten Kapital und Arbeit gepredigt, mit dem seligen Thier? wetteifernd die»Heiligkeit" des Eigentum? verkündet, den Sozialismus zu einer Zeit, als dieser sich erst anschickte, sein wissenschaftliches Gewand anzulegen,„widerlegt" und die französische' Freihandelsbewegung mit- begründet hat. Und volle 70 Jahre ist der Mann dabei stehen ge- blieben, die„moralisatorischen" Aufgaben der Konkurrenz und die Wunder des heiligen Manchester�n preisen. Er hat unendlich viel geschrieben— Bücher und Zeitungsartikel— über Fortschritt, Frei heit und Frieden— und seit seinen Jugendtagen so wenig gelernt nnd vergessen, daß er eine Walze:„Ultima vsrka" noch vor Jahresfrist einlegte und den Leiertasten drehen konnte:»Freie Konkurrenz ist Fortschritt und Völkerfriedcn... Ein Chinese über Liberalismus. Der hochgebildete chinesische Literat Ku Hung Ming urteilt in seiner Schrift»Chinas Ver- teidigung gegen europäische Ideen" über unseren Liberalismus: „Der europäische Liberalismus des 18. Jahrhunderts hatte Kultur, der Liberalismus von heute hat seine Kultur verloren. Der Liberalismus der Vergangenheit las Bücher und verstand Ideen, der madenre Liberalismus liest höchstens Zeitungen und benutzt die großen liberalen Phrasen der Vergangenheit als Schlagworte für feine selbstischen Interessen. Der Liberalismus des 18. Jahrhunderts focht für Recht und Gerechtigkeit, der Pseudo-LiberaliSmuS von heute ficht für Recht nnd Handelsprivilegien. Der Liberalismus der Vergangenheit kämpfte für die Sache der Menschheit, der Pseudo-LiberaliSmus von heute sucht die investierteir Interessen von Kapitalisten und Finanzleuten zu fördern. Wenn wir unS vor- stellen, wie einer der großen Liberalen des 18. Jahrhunderts, die das grausame Werk des Königsmordes, ja beinahe die Zerstörung des Königtums überhaupt zu vollbringen hatten, von den Toten auf- erstünde, so würde er über den Pseudo-LiberaliSmus unserer Tage wohl mit den Worten von Shakespeares Brutus ausrufen: Wie, soll nun einer derer, die den ersten von ollen Männern dieser Welt erschlugen, bloß weil er Räuber schützte: sollen wir mit schnöde« Gaben uns're Hand besudeln und uns'rer Würden weiten Kreis verkaufen für soviel Plunders, als man etwa greift? Ein Hund fein lieber und den Mond anbellen, als solch ein Römer! Die Tragödie des Reihers. Auch bei uns in Deutschland wird der Kampf gegen den Vogelmord, durch den die Hüte der„Damen" ihren Sckimuck erhalten, eifrig geführt, aber leider nicht mit großem Erfolg. Wer sich aber die Fülle von Qualen und Grausamkeiten vorstellt, mit denen solch vrächtige Rciherfrdcrn erkauft werden, der wird sich licim Anblick dieser Zier ejnes Schauers nicht erwehren können. Deshalb ist auch für uns der Bericht eines australischen Vagclfrcundcs über„Die Tragödie des Reihers" interesiaitt, der in der Zeitschrift für Vogclhändler„Emu". erschienen ist. Der Reiher, dieses graziöse Ticr, das von den Fcdcrsägcrn als den Klaffen zu legen. Das wäre vor allem die Pflicht' der sogenannten Arbetterbcrtreter des Zentrums gewesen. Herr Gro nowski erklärte gestern aus seinem bösen G e w i s s e n heraus, er habe hier für die Neueinteilung der Wahlkreise gestimmt. Gewiß, aber das Zentrum hat dagegen gestimmt und da gc- nügt es nicht, wenn die»Arbeitervertreter" des Zentrums, um ihre Person ihren Wählern gegenüber zn rechtfertigen, dafür stimmen. sondern es wäre ihre Pflicht, die volksfeindliche Haltung des Zentrums innerhalb der Partei selbst zu brandmarken.(Sehr wab>'' bei den Sozialdemokraten.) Nun, die Taten des Zentrums werden vom Volke verstanden, das beweist das Zurückgehen der Zcntrumsstimmcn trotz aller religiösen Verhetzung der katholischen Arbeiter. Die Arbeitervertreter des Zentrums sind gewissermaßen nur die Hehler der Volksfeindlichkeil und W a h l r e ch t S g e g n c r s ch a f t des ZentrSms; es ist traurig genug, daß die Arbeiter sich dazu hergeben.(Sehr wahr! bei den Sozialdemokraten.) Herr v. Z c d l i tz hat zur Sparsamkeit gemahnt. Er meinte, namentlich an höheren Beamten könne gespart werden. Er muß ja wissen, daß viele höhere Beamte sehr viel Zeit übrig haben: hat er doch seinerzeit selbst als vortragender Rat im Handels- Ministerium und Seehandlungspräsident mit einem Gehalt vo n 14 00 0 Mark so viel Zeit übrig gehabt, daß er 18S7 für 10 590 Mark. 1898 für 86Ö0 Mark Artikel für die.Post" schreiben konnte. Er erwarb sich damals auch das Recht, gegen eine regierungsfeindliche Tätigkeit von Beamten zu wettern, indem diese Artikel der Organisierung der Kanalrebellen galten.(Hört! hört! links.) Diese Angriffe richteten sich damals gegen die Person des Monarchen selbst, der sich aufs schärfste für das Zustandekonimen der Kanalvorlage inS Zeug gelegt hatte. Das sind die Stützen der Regierung! Ein höherer Beamter hat danach also das Recht, die Politik des Monarchen in r ü ck- sichtslosester Weise zu bekämpfen, aber ein Unter beamtcr, der von den ihm verfassungsmäßig zustehenden Recht der freien Wahl Gebrauch macht, verdient nach Herrn v. Zedlitz. gcmaßregelt zu werden. Herr v. Zedlitz hüllte sich damals bei seinen Angriffen aus die Regierung sorgfältig in den Mantel der Anonymitäl. Hätte der»Vorwärts" damals nicht die Skandalaffärc aufgedeckt, so säße heute vielleicht Herr v. Zedlitz an Stelle des Herrn v. Dallwitz, was allerdings kein großer Unterschied wäre.(Sehr wahr! bei den Sozialdemokraten.) Die.Post" hat sich inzwischen anderweitigen Ersatz verschafft. Manche Artikel in rl: machen den Eindruck, als ob sie aus Dalldorf stammten, eine so wahnsinnige verbrecherische Kriegshetze wird in ihnen betrieben. Auf derselben Höhe steht es, wenn im Wahl- kämpf in einem freikonserbativen Flugblatt geschrieben wurde:»Wer H o f f m a n u wählt, sorgt dafür, daß der Krieg unter da? deutsche Volk kommt, wer aber den Friedensfreund Dr. A r e n d t wähli, sorgt für die Sichming�deS Friedens.(Hört I hörtl bei den Sozialdemokraten.) Die Sozialdemokratte hat mit ihrem Friedens- Programm rinc Million neue Stimmen gewonnen. Weim der Kaiser da§ Wort gesprochen hat, er wolle sein Volk herrlichen Zeiten entgegeiisühren, so ist das dasselbe Zieh was sich die Sozialdemokratie gesetzt hat.(Sehr wahr! bei den Sozial- demokraten.i Es ist ärgster Schwindel, wenn man behauptet, die Sozialdemokratie wolle das Volk wehrlos machen. Wir sind fteis für militärische Jugenderziehung, für Volksbewaffnung eingetreten. aber wir verlangen dann auch, daß alle Kräfte, die im Volke vor- Händen sind, in den Dienst der Wehrhaftigkeit des Vaterlandes gestehr werden. Was wir bekämpfen, ist die Ablichtung zumKadaver- gehorsam, die Verwendung der Soldaten gegen den inner-en Feind.(Sehr wahr! bei den Sozialdemokralen.- Dann einige Worte über die Ausfiihrnngen des Minister v. D a l l w i tz. In der Thronrede vor bald vier Jahren ist die Reform des Wahlrechts als dringendste Aufgabe der Gegenwart bezeichnet worden. Wenn die Regierung wirklich Ernst machen wollte mit der Einlösung dieses Versprechens, so brauchte sie nur den Landtag aufzulösen, und wenn dann der Kamps so geführt werden würde, wie er bei den ReichstagSwahlen geführt worden ist, so würden sehr viele auS den Reihen der Konservativen und des Zentrums auf der Strecke bleiben. Also die Möglichkeit, das Versprechen der Krone einzulösen, besitzt die Regierung, wenn sie davon keinen Gebrauch macht, so beweist sie damit nur, daß eS ihr nicht Ernst damit ist, dies Königswort einzulösen.(Sehr wahr! links.) Wenn Sie glauben, die Wahlrcform ins Endlose verschleppen zu können, so kostbarste Beute so heiß begebrt wird, ist zwar in den verschiedenen Staaten Australiens durch Gesetze geschützt, aber die ungeheuere Ausdehnung des Landes und die geringe Dichtigkeit der BevöU rung begünstigen die Beutezüge der Fedcrjäger. Der Verfasser des Aussatzes, A. Ö. Mattingley, hatte sich die Aufgabe gestellt, da- Leben eines Reihers in Photographien festzuhalten. Zum Studium wählte er eine große Niederlaffung von Reihern in den Sümpfen von Riverina in Nordsüdwalcs. Vor zwei Jahren hatte er hier 700 Reiherpaare gefunden, aber dann waren die Fcderjäger qe- kommen und hatten die Zahl der Nester auf 150 verringert. Als er in diesem Jahre wiederkam, welch ein Anblick bot sich ihm dar! „In dem trüben Wasser des Sumpfes lagen die nackten Leichnainc von etwa 20 Reihern, die dicht bei ihren Nestern getötet worden waren, als sie Futter für ihre Jungen holten. 50 Vögel getötet um ein paar Federn und ihre 200 Kleinen dem Hungcrtodc.überantwortet! Eine große Anzahl der jungen Vögel war bereits tot; die anderen zu Skeletten abgemagert, stießen jammervolle Schreie aus."— Da die Federn den Höhepunkt ihr-er Schönheit und ihres Kaufwcrtcs in der Zeit erhalten haben, wenn die Reiher ihrc?i Eltcrnpflichtcn obliegen, so will es die Grausamkeit der menschlichen Habgier, daß die Tiere zu dieser Zeit getötet werden und so mit den Alten �auch die junge Brut zugrunde gehen muß. Von dem traurigen Schauspiel, das sich ihm darbot, nahm Mattingley sieben Photographien auf. Die Bildcrscrie wurde als Agitationsmittcl gegen den Vogelmord benutzt und hatte den denkbar größten Erfolg. Die Photographien wurden vergrößert und in„Protcstversamm lungen" in den wichtigsten Städten Australiens borgeführt. Dieser Bewegung ist es zu danken, daß in Australien der Export von Reiherfcdern völlig verboten wurde, und dieses Verbot wird mit großer«strenge durchgefiibrt. Auch in den Vereinigten Staaten und in England machte„Tie Tragödie des Reihers" starken Ein- druck. Die Vereinigten Staaten bedrohten jedem, der Reiherfcdern zu Handclszwcckcn verkauft, mit schweren Strafen. Die gewaltige Propaganda, die in Großbritannien gegen den Vogclinord bc trieben wurde, führte ebenfalls zu einem greifbaren Erfolg: dd Regierung versprach, ei« Gesetz einzubringen, das den Verkauf von Rciherfedern untersagt. Notizen. — Theaterchronik. Da« Russische Ballett hat sein Gastspiel im Theater des Westens nochmals verlängert, es wird noch am 4., ö., 8., 10. und 11. Februar auftreten. — Ein Dichtergrab. Hermann Bang hatte vor einigen Jahren einem Freunde einen Brief übergeben, der erst nach seinem Tode geöffnet werden sollte. Wie sich jetzt herausstellt, wünscht Bang, daß er aus Banghö, wo er die glücklichsten stunden verleb: habe, beigesetzt werde. Er verbittet sich jedes christliche Begräbnis und verlangt, daß weder Photographie, Zeichnung noch Totenmaske von ihm genommen werde. Luch soll auf seinem Grabe lein Gedenk- stein errichtet werden. befinden Sie sich im Irrtum. DaZ SJoT!, die Wahlrcchtsheloten Preußens werden sich noch energischer rühren als bisher und wir hoffen diesmal auf die enistliche Unterstützung der Herren Liberalen im Wahlrechtssturm. Hat doch Herr Naumann .schon vor wenigen Tagen erklärt:.Es ist nun Zeit, daß die Wahl- rechtsfanfaren geblasen werden". Wenn jetzt die Sozialdemokratie wiederum in die Trompeten zu stoßen beginnt, werden die Frei- sinnigen hoffentlich folgen. Das Volk muß von außen zum Sturm gegen die preußischen Junker aufgerufen werden. Glauben Sie doch nicht, daß durch alle möglichen Kom- promisscleien mit den Konservativen schließlich ein Reförmchen herauskommt: dafür sind wir nicht zu haben und auch das Äolk wird sich nicht damit begnügen. Der Angriff muß konzentrisch von außen wiederholt werden, bis die Junkerfeste zusammenbricht.(Bravo l bei den Sozialdemokraten.) Uns warf der Minister Verdrehungen und Eni- stellungen vor. Die finden Sie auf unserer Seite nicht, aber wie auf der anderen Seite mit Hilfe der Regierung gearbeitet wird, das beweist der -'Aufruf an die Staatsarbeiter, der ein trauriges Stück Wahlmache von der der- logen st en Sorte darstellt. Die Vertreter der StaatSarbeiter find nicht aus freien Stücken zusammengekommen, sondern sie sind m letzten Augenblick telegraphisch zusammengerufen worden und dann hat man ihnen die Pistole auf die Brust gesetzt, damit sie unterschreiben. Sie haben sich zuerst geweigert unter Hin- tveiS auf die Neutralität ihrer Organisationen, aber die Vertreter der Regierung haben ihnen erklärt, sie sollten nicht für oder gegen eine Partei Stellung nehmen, sondern nur gegen die Sozialdemo- kratie.(Hört I hört! bei den Sozialdemokraten.) Die Beamtenvertreter haben gesagt: Wir können es den Beamten unter Umständen nicht verdenken, wenn sie für die Sozialdemokratie eintreten, hat doch auch die Regierung wiederholt die Sozialdemokratie ge- braucht, um Gesetze zustande zu bringen. Ich erinnere an die Feuerbestattungs- Vorlage und die e l s a ß- lothringische Wahlreform.(Sehr gut! bei den Sozial- demokraten.) Die Vertreter wiesen auch darauf hin, daß die So- zialdemokratie vielfach für die Beamten eingetreten i st, und in der Tat ist gerade bei der Bcamtenbesoldungsreform die Sozialdemokratie die einzige Partei gewesen, die sich der Interessen der Beamten und Unterbeamlen mit aller Entschiedenheit angenommen hat.(Sehr wahr! bei den Sozialdemokraten.) Herr v. Pappen- heim, wenn Sie lachen(Abg. H o f f m a n n: Dann ist eS immer richtig I Heiterkeit), so ist das eine scheußliche Heuchelei.(Vize- Präsident Dr. Krause ruft den Redner zur Ordnung.) Als wir damals forderten, daß Gehälter unter 1200 M. nicht gezahlt werden dürfen, haben alle anderen Parteien dagegen gestimmt. Im Reichstag traten dann, als die Reichstagsauflösung bevorzustehen schien, auch die Konservativen für die Unterbeamlen ein. Aber als die Finanzreform zustande kam und die Gefahr der ReichStagsauflösnng vorbei war, fielen die Konservativen und das Zentrum wieder um. DaS haben sich die Unterbeamten gemerkt und haben deshalb trotz des famosen Aufrufs, der ihnen abgepreßt ivorden ist, in Massen sozialdemokratisch gestimmt. In jener Sitzung erzählte man den Beamtenvertretern, der französische Kriegsminister hätte schon einen Plan ausgearbeitet, nach dem im Kriegsfall von der deutschen Sozialdemokratie der General st reik erklärt würde. Durch solche und ähnliche Argumente suchte man die Beamten zur Unterschrift zu bewegen. Das ist Terror ollcrschlimmstcr Art, wenn man sein« Macht ist dieser Weise mißbraucht. Nirgends habe ich noch einen solchen Sturm jubelnden Beifalls gesunden, als bei meinen kurze» Worten in der Persanimlung der StaatSarbeiter in der Hasenheide. Die Minister v. Dallwitz und v. Breiten- bach sollten sich einmal in solche Versammlungen hinein begeben. um die wirkliche Stimmung des Staatsarbeiter kennen zu lernen. Wenn die Herren glauben, mit geistigen Waffen uns besiegen zu können, so mögen sie doch in höchst e, gener Person cS wagen, in solchen Versammlungen die Klinge mit den Sozialdemokraten zu kreuzen.(Sehr gut I bei den Sozialdemokraten.) In England tun das die Minister, bei uns in Preußen haben sie noch immer die Vorsicht als den besseren Teil der Tapferkeit gewählt. Wir haben keine Furcht, aber Sie beweisen, daß Sie Furcht vor der sozialdemokratischen Aufklärung haben durch den ikanda- lösen Terror gegenüber den Beamten. Es ist unbegreiflich, daß die Regierung den Wählermassen mit solchen Dallwitzlosigkeiten kommen konnte.(Heiterkeit und sehr gutl bei den Sozialdemo- traten.) Wenn der Minister behauptet, daß kein Beamter sozial- demokratisch wählen dürfe, so bedeutet das. einem großen Teil der Staatsbürger� s e i n verfassungsmäßiges Recht zu rauben.(Sehr wahrl links.) Ueber eine Million Wähler, der zwölfte Teil aller Wähler würbe dadurch seines verfassungsmäßigen Wahlrechte« beraubt. Selbst Bismarck und der frühere Kultusminister v. G o ß le r haben das Recht der Beamten auf Wahlsreiheit anerkannt. Ich erinnere an die bekannte Parole Bismarcks:»Fürst wünscht Sabor." Danach hätte also auch er gemaßregelt werden müssen.(Sehr gut! bei den Sozialdemo- kratcn.) Bayerische Minister haben niemals das Wahlrecht der Staatsbeamten angetastet, und der bayerische Thronfolger P r i n z L u d w i g hat gesagt:»Es gibt leider gewissenlose Menschen, die ihre Untergebenen zwingen, gegen ihre Ueberzeugung zu wählen.(Hört! hört! bei den«azialdemokraten.) Die Berufung auf den Diensteid ist völlig hinfällig. Dieser Eid verpflichtet nur zu treuer Dienstleistung und hat nichts zu tun mit der außerdienstlichen Ausübung der Staatsbürgerrechte. (Sehr gutl links.) Es ist schmählichste Rechtsberaubung, wenn den Staatsarbeibern und Beamten das freie Wahlrecht der- kümmert wird. Herr v. D a l l w i tz hat den Eid auf die Verfassung geschworen, die auch da» freie Wahlrecht verbürgt. Wenn Herr o. Dallwitz trotzdem den Beamten das freie Wahlrecht nimmt, zo hat der Minister selbst damit auf seine eigene Stirn da? Kainsmal de? Eidbruchs gedrückt.(Lebhafte Zustimmung bei den Sozialdemokraten; große Unruhe rechts.) Vizepräsident Dr. Krause: Ich rufe Sie wogen dieser Be- leidigung des Ministers wiederholt zur Ordnung.(Abg. Ho ff mann(Soz.): Aber der Minister darf beleidigen!) Nach ->em mir vorliegenden Stenogramm haben Sie im Laufe Ihrer Rede gesagt: Das ist der Patriotismus der sich lakaienhaft an den Thron herandrängt, der Patriotismus der After- Patrioten, die da drüben sitzen. Da Sie damit Mitglieder dieses Hauses genieint lxiben, rufe ich Sie auch wegen dieser Bemerkung zur Ordnung.(Bravol rechts., Abg. v. Hennigs-Techlin(k.): Die Steuerzuschläge können nicht entbehrt werden. Auf das Wahlrecht hier ein- zugehen, ist sehr undankbar.(Heiterkeit links.) In meinem Wahlkreise, einer Universität mit viel Bildung und politischem Interesse, spreche ich sehr gern über das Wahlrecht. Wird gründ- lich im staatsrechtlichen Sinne darüber gesprochen, dann sieht die Sache ganz anders aus. als wie Sie das agitatorisch hinstellen. (Bravo! rechts.) Was die Wahlkreiseinteilung anlangt, so würde ja die Konzentration in den Großstädten, in der Industrie, wenn man an die reinen Zahlen denkt, eine Aenderung rechtfertigen. Will man aber Gerechtigkeit üben, so muß die Wahlkreis. cinteilung auch das platte Land und die kleinen Städte berück- sichtigen. Sie wollen das platte Land totmache»., Widerspruch lints.) Wohin der Weg der Wahlrechtsänderung führt, bat ja Herr H i r i ch angedeutet. Er hat mit so jchämigem Lächeln zu den Nalionalliberalen gemeint: wenn wir die erst hinter un« haben, dann geht das alte Preußen in Trümmern, aus denen das neue Preußen emporkommt. Also ein Preußen pyn Sozialdemo- kraten.'(Bravo! rechts. Lachen bei den Sozialdymokraien.si Nun gut, wir nehmen den Kampf auf. Wir halten das jetzige Wahlrecht in Preußen für gut und seine Aufrechterhaltung für um so notwendiger, nachdem die Zustände sich im Reich in demokratischer Richtung entwickeln. (Bravol rechts.) Zu unserem Erstaunen haben wir in der„Nord- deutschen Allgemeinen Zeitung" gelesen, diesmal würde der Wahl- kämpf ruhig verlaufen. Hoffentlich hat das Material auf die Re- gierung aufklärend gewirkt. Dieser Schmutz, diese Hetze, diese Verlogenheit(große, andauernde Unruhe links) hat in mir ein Ge- fühl des Widerwillens erweckt.(Bravo! rechts.) Wir haben seinerzeit das Odium neuer Steuern auf uns genommen. Als aber der GrotzkapitaliSmus herangezogen werden sollte, da kam wie der Phönix aus der Asche der.idanfabunb hervor.(Sehr gut! rechts; Lachen links.) Das Stichwahlbündnis mit den Sozial- demokraten wird den Liberalen noch unbequem werden. Wir wußten genau, daß wir Einbuße an Mandaten haben würden, als wir die Finanzreform machten. Wir sagten uns aber: das Staatswohl über die Partei!(Lebhafter Beifall rechts; stürmisches Gelächter links und Zurufe: Erbschasts- steuerl Liebesgabel) Unsere Verluste werden wir wieder gutmachen; wir haben ein gutes Gewissen. Nun hat uns Freiherr v. Zedlitz vorgeworfen, daß unsere Politik nicht volkstümlich genug sei. Er hat von Liebesgaben, von Standesvorrechten und anderen Dingen gesprochen, die wir schon bis zum Ekel ge- hört haben.(Bewegung und Unruhe links.) Wir werden ja sehen, wie weit Freiherr v. Zedlitz seine Partei hinter sich Jjat. (Hört! hört! links.) Wir können nur unser Befremden darüber ausdrücken, daß er gerade in diesem Augenblick uns unberechtigte Vorwürfe gemacht hat.(Hört! hört! links.) Nun ein besonderes Moment. Als wir die Finanzreform machten, konnten wir nicht voraussehen, daß die Regierung dann schweigen würde.(Lebhafter Beifall rechts.) Die Regierung hat ihre Pflicht nicht getan. Machen Sie sich die Folgen klar! Wie soll eine Partei sich durch Steuern unbeliebt machen, wenn sie nicht die Gewißheit hat, daß die Regierung durch dick und dünn mit ihr geht. Wie soll eine Partei dann hier oder im Reichstage der Regierung ihre Vor- läge bewilligen. iAhal links.) Die Negierung mußte unser Verdien st bei der ginanzreform hervorheben. (Lebhafter Beifall rechts; Gelächter links.) Dazu kam der un- erhörte Vorgang, daß der abgehende Kanzler sich dazu verstiegen hat. das Verhalten der Mehrheit als den Volks- interessen entgegengesetzt zu charakterisieren.(Beifall rechts.) Das hätte die nachfolgende RegieVung entsprechend kennzeichnen müssen.— Wie wollen die Liberalen jetzt mit der roten Kette um den HalS nationale Politik treiben!(Lachen links.) Wir sind dem Block von Bassermann bis Bebel immer näher gekommen. (Abg. Schiffer(natl.): Wir haben vom Zentrum gelernt.) Wir werden ja sehen, wohin die Reise geht. Der Freisinn wird nur noch galvanisiert durch die Sozialdemokratie. In der Provinz mußte ihnen die Sozialdemokratie Helsen und in Berlin die höchsten Staatsbeamten.(Große Heiterkeit.) Un« trifft nicht der Schatten eines Vorwurfes wegen unserer Haltung zur tjozial- demokratie. Wenn in Löwenberg ein Mann den Sozialdemy- kraten Geld für die Verbreitung von Flugschriften gegeben bat, so hatte er dazu keinen Auftrag von der Partei. Wir schauen ohne Furcht in die Zukunft; wir haben schlimmere Zeiten überwunden. Was der Minister des Innern über den Kampf gegen die Sozialdemokratie gesagt hat, unterschreiben wir Wort für Wort. Abrr die Reden genügen nicht, wenn nicht dir feste Absicht der Tat dahinter steht. (Sehr richtig? rechts; Hört! hört! bei den Sozialdemokraten.) Da haben wir die schlimmsten Ersahrungen mit der RcichSregiernng gemacht, z. B. bei der elsäsfisck�n Wahlreform. Da« hat die Patrioten schwer betrübt. Und ivenn wir sehen, daß süd- deutsche Beamte für die Sozialdemokraten eintreten, so sagen sich die Leute bei unS: das kann ja alles nicht so schlimm sein.(HörtI hört! bei den Sozialdemokraten.) In der„Norddeutschen All- gemeinen Zeitung" hat der Reichskanzler erklärt, er mache keine Ausnahmegesetze.— Gut, wenn es ohne sie geht, um so besser. Aber nach dem Gewinn der Sozialdemokratie im Wahlkampf sieht es nicht so aus, als ob nun alles gut ist.(Sehr richtig! rechts.) Bor allem müssen die bestehenden Gesetze mit aller Energie angewandt werden. Ich erinnere nur an Moabit, wo einige Tage lang der Pöbel die Straße beherrschte.(Zuruf bei bei den Sozialdemokraten: I n II n i f o r m I) C» ist ganz sicher, daß damals die Möglichkeit vorhanden war, durch energisches Eingreifen der bewaffneten Macht, sei es auch durch Blutvergießen, die Unruhen sofort zu dämpfen. (Stürmische Unruhe links; Pfuirufe bei den Sozialdemokraten. Abg. Dr. Liebknecht ruft: Freche ProbokationI und wird dafür vom Vizepräsidenten Krause zur Ordnung gerufen.)— Es ist traurig, wenn es nicht»hne Ausnahmegesetze geht, aber die Schuld tragen diejenigen, die die Gesetze überschreiten. Wir»er- langen dir Aufrechterhält«»» der Ordnung, evrntuell mit Gewalt. (Großer andauernder Lärm links.) Wir haben das beispiellose Schauspiel erleben müssen, daß in Moabit die Aufrührer vor dem ganzen Publikum vor Gericht es so darstellten, als wenn die Schutzleute eS gewesen seien.(Sehr wahr! bei den Sozial- demokraten. Abg. Hirsch(Soz.): Die Rede verbreiten wir als Flugblatt!) Vor allem ist der unbedingte Schutz der Arbeitswillige« notwendig und weiter der Schutz der persönlichen Ehre.(Bravol rechts. Erneute Unterbrechungen links. Vizepräsident Dr. Kraute: Ich bitte, die Zurufe zu unterlassen; der Redner spricht doch jetzt ganz objektiv. H«ijerk«it links.) Wir wollen eine feste Politik, dann werden die politisch Müden sich wieder für das politische Leben interessieren. Unsere politischen Ziele sind klar.(Abg. Hoffmann: Ausplünderung des Volkes, Füllung Ihres Portemonnaies!) Vizepräsident Dr. Krause: Durch solch« Zurufe schädigen Sie das Parlament.(Bravo! rechts.) Abg.». HennigS(fortfahrend): Unsere erste Aufgabe ist, ein- zutreten für ein« starke Monarchie, nicht eine Monarchie mit verfassungsmäßigem Ausbau. Wir wollen kein Scheinkönigtum, sondern einen König, der die führende Rolle im Staate spielt. Geben wir das auf, dann ist es mit Deutschland zu Ende.(Bravo! rechts.) Wir wollen auch den Schutz der christlichen Religion. Nicht wir haben die Religion in den Wahlkampf hineingezogen, sondern Sie. (Lachen links.) Wie hat die jüdische Presse das Christentum ge- schmäht, in den Kot gezogen! DaS ist Revolution, diese Art Pretzfreiheit.(Große Unruhe links.) Weiter wollen wir Schutz der nationalen Produktion, auch im Interesse der Konsumenten. Unsere Wehrkraft muß gestärkt werden und wir müssen den Mut haben. Opfer dafür zu bringe». Vor allem müssen wir uns ein st a r k e S P r e u ß c n erhalten.(Lachen bei den Sozialdemokraten.) Aus diesem Wege werden wir uns wohl mit der Regierung begegnen. Aber wir buhlen nicht um diese Begegnung; wir werden allein und auf eigenen Füßen stehen. (Lebhafter Beifall rechts.) Abg. v. Kardorff(fl.): Freiherr». Zedlitz hat seine Aus. sührungen'unter Zustimmung all meiner politischen Freunde gemacht.(Hört! htzrt I— Abg. V. F i i ch l> e ck zu den Sozialdemukrate»: Di« wollen in den Großblock!) Was Herr V. Hennigs über de» notwendige««chutz der persönlichen Ehre, den Schutz der Arbeitswilligen und der nationalen Arbeit gesogt hat, unterschrriben meine Freunde, Bedauern aber muß ich den Ton, den Her? B. H«mlgs gegenüber bem Abg. v. Zedlitz eingeschlagen hat. Ich mutz Verwahrung gegen diesen Ton einlegen.(Sehr gut! bei den Freikonservativen. Hört! hört! links.) Die Konservatwen zeigen leider für modernes Empfinden kein allzu großes Verständnis. �(Hört! hört! links.) Von dem Artikel in der„Post", den Herr Ströbel er- wähnte, ist unsere Partei abgerückt. Ein- unerträglicher Zu- stand ist es, daß der konfessionelle Friede fortgesetzt durch solche Edikte wie das jüngste blotu proprio in Frage gestellt wird.(Leb- hafte Zustimmung.) Wir haben den ernsten Willen, aus unseren Niederlagen zu lernen. Wo etwas morsch geworden ist, wollen wir es durch modernes Material ersetzen. Nur dann bleibt Preußen der Fels, aus dem das Reich gegründet ist.(Bravo! bei den Frei- konserativen.) Abg. Fischbcck(Vp.): Für das geheime und direkte Wahlrecht ist eine Mehrheit in diesem Hause vorhanden.(Bravo! links.) Die Konservativen werfen uns WahlterrorismuS vor, was sie aber an Verlogenheit und persönlicher Verunglimpfung an uns geleistet haben, steht einzig da. (Beifall links.) Die Konservativen verlangen Hilfe von der Regie- rung, während sie es doch sind, die den Reichskanzler gestürzt haben. (Beifall links.) Wir haben bei der Reichstagswahl 300 000 Stimmen gewonnen, wenn wir nicht mehr Mandate haben, so beweist daS die Unsinnigkeit der Wahlkreiseinteilung. (Sehr richtig! links.) Gegen die Vorschläge des Herrn ti. Zedlitz nehmen Sie Stellung, weil der Kastengeist das Rückgrat Ihrer Politik ist. Den Kriegslockungen der Rechten wird die Regierung hoffentlich nicht folgen.(Lebhafter Beifall links.) Abg. Herild(Z.): Das Motu proprio findet auf Deutschland keine Anwendung und geht auch nur die Katholiken an. (Sehr richtig! im Zentrum.) Die Behauptung des Abg. Hirsch von einem Wahlbündnis der Elsässer mit den Sozialdemokraten ist u n- richtig. Auch davon, daß das Zentrum in Oberschlesien an die Sozialdemokraten herangetreten, ist kein wahres Wort.(Heiterkeit rechts. Widerspruch bei den Sozialdemv- kraten.) Herr Müller-Fulda hat ausschließlich aus eigener Verantwortung gehandelt.(Unruhe links./ In der„Humanste" ist über ein Interview mit Herrn Lieb- knecht berichtet, wonach er gesagt haben soll, wenn de? Krieg er- klärt werden sollte, so müssen wir uns dem �einfach widersetzen. 1 (Hört! hört!) Das ist die Partei, mit der Sie(nach linkS) zusammengehen.(Bravo! im Zentrum. Stürmische Zurufe links: Und Sie früher auch!) Abg. Lehmann(natlib.) polemisiert gegen den Abg. Herold. Die nationalliberale Partei ist von der Sozialdemokratie nicht abhängig. Herr v. H c n n i g s hat allen Parteien ein Miß- trauensvotum ausgestellt, nur dein Zentrum nicht, das ist ja ver- ständlich. Das Anschwellen der Sozialdemokratie halte ich für eine sehr traurige Erscheinung. Das einzige Mittel dagegen ist die Vermeidung jeden Scheins von Ungerechtigkeit.(Bravo! bei den Nationalliberalen.) Die Debatte wird geschlossen. ES folgen persönliche Bemer- kungen. Abg. Frhr.». Zedlitz(fl.) betont, er habe eS als eine Unter- stellung bezeichnet, daß die Großgrundbesitzer Vorteil aus der Liebesgabe zögen und die Erbschaftssteuer abgelehnt hätten, um sich vor Steuerdrücke ceicn zu schützen. Dr. Liebknecht(Soz.): Von dem von Herrn Herold erwähnten Interview ist mir-nichts bekannt; ich muß den Bericht de:. W. T. B. als unzutreffend und unwahr bezeichne».(Hört! hört! bei den Sozialdemokraten.) � Abg. Hirsch(Soz.): Mit den Bündnissen zwischen Zentrum und Sozialdemokratie verhält es sich so, wie ich eS vorher geschildert habe. Herr Herold hat sein« Ausführungen darüber zu einer Zeit gemacht, als er wußte, daß ich u j ch t mehr erwidern konnte. Der Etat geht an die Budgetkommission. Nächste Sitzung: Montag 11 Uhr.(Stcuervorlage.) Schluß 5% Uhr._ Der Krieg. Kämpfe an der türkisch-montenegrinischen Greaze. Saloniki, 3l. Januar.(Meldung des Wiener fl. JL Telegr. Korr.-BureauS.) Einige von den Türken wegen der strengen Kälte H verlassen« Blockhäuser an der montenegrimsch-türkischen Grenze bei Berane sind von den Montenegrinern in Brand gesteckt worden. Ferner wird auS Plava gemeldet, daß sich zwischen der türkischen Grenzwache und einer Gruppe Montenegriner ein Streit entspann und auf beiden Seiten gefeuert wurde. Hin Montenegriner wurde erschossen Soldaten elend. Rom. den 29. Januar.(Gig. Ber.) Einen Einblick �in die Mühsal des LagcrlebenS gewähren mehrere Briefe von Soldaten, die das Genueser„L a v o r o" unter dem 28. Januar veröffentlicht. Ein Soldat schreibt aus T ob r u k: „Ich bin an einen bösen Platz gekommen, mitten in der Wüste, wo man nichts sieht als Himmel und Sand. Dabei regnet es immerzu, und in der Nacht ist es sehr kalt. Wir leben wie die Hammel, und wie die Hammel müssen wir uns von Gras nähreu. denn andere Speise haben wir vier volle Tage lang nicht be- kommen. Fast jeden Tag gibt es Gefechte mit diesen Arabern, die überall auS ihren Höhlen hervsyjommen, ohne daß wir sie auch nur sehen können. Sie sindsoirruch wie Tiere, und Neger gibt es massenweise, daß man sich N»«.entsetze» kann. Das Wasser, das wir trinken, ist sehr sciiiMW us»/' Ein zweiter Soldat, schreibt Nkeliana an seinen Bruder:„Ich schreibe Dir diese wenkflwWWlapaipi Dich wissen zu lassen, was es fiir rin» zu essen tfM. H�WWHißleiscb stinkt«'� und ist ganz voll Erde. Wenn wir zu? mar- schieren, dann müssen wir vier bis fünf SiuMBHQ��Ilnandc r Laufschritt machen, mit dem Tornister auf bis uns die Zunge ans dem Halse hängt, wie deif VWMUH»kn- ihnen warm ist. Wie kann man das aushalten�������� pflegung und mit dem Tornister in der Wüst« marsWoMtAW) man bis zum Knie in den Sand sinkt? Ich bin daß ich am liebsten daS Gewehr gegen mich selbst richte.������ Bruder, Du liest die Zeitungen in Italien, die machen alle««W. aber Du solltest wissen, daß ich nicht mehr die Wäsche gewechM habe, seit ich von Genna abgefahren bin. Wie soll man da« an halten?" Der Brief eines Driften fft an seine Schwester gerichtet und lautet:„Ich teile Dir mit. daß wir nach 32 Tagen in den Ver- schanzungen jetzt abgelöst worden sind, so daß wir nun bei den Brunnen von Bu Meliana im Lager sind zur Untentützung des 32. Regiments. So wie wir heute leben, nrerken wir gar nicht daß Krieg ist, denn seit mehreren Tagen hört man keinen Schuß mehr, abrr lange wird das wohl nicht dauern. Liebe Schwester, wenn Du mich jetzt sähest, wo ich schon so lange unter den Arabern lebe, ich bin noch häßlicher als sie. Hier wäscht man sich nicht, nicht das Gesicht und nicht die Kleidung, man schläft auf dem nackten Boden, aber jetzt bin ich daran gcwühnt und � merke es gar nicht mehr." In einem anderen Briefe heißt es:„Ich habe eine Zeitung! gelesen, wo darin steht, daß«s uns beinahe gut geht. Du wirst auch so etwas gelesen haben, aber wenn Du wüßtest, was wir| für ein Loben führen! Läuse haben wir ein- Unmasse. Du kannst Dir denken, daß wir nicht einmal Zeit haben nach Hause zu schreiben. Die Schildwachen schießen jede Nacht. Die Opfer find 1 die Araber, die gar nicht wisse», um was es sich handelt. I jeljeu an dem Lager porbei. die Schildivachc ruft sie an. sie ver- 1 tehcn»atnrtich kein Wort, und so bekam wen sie einen Sck'un» n de» Leib,.. i So sieht das fröhliche Lagerleben für die aus, die es«lebe« mugen. Die Revolution in Cl)ina. Vor der Abdankung. Peking, den 1. Februar. Die Unterhandlungen in bezug auf die Abdankung der Mandschudynastie machen große Fortschritte. Der Thron hat sich dem Unvermeidlichen gefügt, da er einsieht, daß c» zwecklos ist, sich den Forderungen und Drohungen des Volkes zu widersetzen. Prinz Ching, ein Anhänger der Abdcrnkungserklärung, ist in Peking vor Zlblauf des Urlaubs, den er infolge Krankheit er- halten hatte, angekommen. Tie Zeitungen halten die Abdankung für bevorstehend. Juanschikai hat die loyalen Truppen der drei Divisionen nach Peking berufen, um in erster Linie das Leben und Eigentum der Ausländer zu beschützen, im Falle daß durch das demnächstige Edikt, das den Wechsel der chinesischen Regierung an- kündigen wird, Unruhen entstehen sollten. Thieh Liang, der schärfste Gegner Juanschikais, hält sich in der ausländischen Besitzung von Tientsin versteckt. Finanzielle Operation der republikanischen Regierung. Schanghai, 1. Februar. Die Eisenwerke von Hanhang haben auf Anweisung der republikanischen Regierung und durch Vermittelung der Uokohama Specie Bank einen vorläufigen Per- trag mit japanischen Finanzmännern unterzeichnet. Der Zweck ist die Zulassung japanischen Kapitals in die Gesellschaft unter Bedingungen, welche die chinesischen Interessen sicherstellen. Die Gesellschaft wird später der republikanischen Regie. rung eine Anleihe von fünf Millionen TaelS ge- währen. Hus der Partei. Mehr Rücksicht auf die Gesamtpartei! In Württemberg scheint man das Bedürfnis zu haben, die durch den Wahlkampf unterbrochenen Streitereien von neuem und in verschlechterter Auflage wieder aufzunehmen. Der I?-Korrespendenl just der.Mannheimer Volksstimme*, die vielleicht in größerer Nähe Stoff zu Untersuchungen� über Ursachen von Mandatsverlusten finden könnte, hat einen ebenso provozierenden wie überflüssigen Artikel über die württembergischen Wahlen geschrieben, worin er die G ö p- p i n g e r Genossen und die Redaktion ihres Blattes für die bedauer» liche Tatsache verantwortlich machen will, daß wir das Mandat nicht erobert haben. Was Genosse El— der Buchstabe bezeichnet diesmal das Karnickel, das anfängt— begonnen hat, wird in dem.Neckar-Echo*. das überhaupt zur Verbitterung der württem- bergischen Parteiverhältnisse einen guten Teil beigetragen hat, in einer Schimpfkanonade gegen das Göppinger Parteiblatt fort» gesetzt. Den Zweck der Uebung erkennt man, wenn man weiß, daß die Göppinger Redaktion in sehr scharfer Opposition zu der opportunistischen Haltung der Fraktion und des Landesvorstandes steht und daß die Genossen West meyer und Bullmer an der Agitation während des Göppinger Wahlkampfes hervorragend be- teiligt waren. Es scheint da die Absicht bei einigen Fanatikern zu bestehen, die radikalen Genossen, um es einmal deutlich heraus- zusagen, niederzuhetzen. Wir meinen, es genügt, das aus- zusprechen, um solche Absichten zu durchkreuzen. Einen Dienst erweisen diejenigen, die gerade jetzt den Streit von neuem auf- zurühren beginnen, der Partei in keiner Weise. Neberflüsfig.� In badischen Parteiblättern veröffentlichte kürzlich Herr Professor Schulze-Gävernitz eine Danksagung an unsere Genossen, die ihn bei der Stichwahl in Freiburg unterstützt haben. Jetzt fühlt gar Genosse Dr. E r d m a n n das Bedürfnis zu folgenden gefühlvollen Worten: Aus Anlaß meiner Wahl zum Reichstagsabgeordneten von Dortmund-Hörde find mir aus meinem Wahlkreise von Genossen und Freunden so zahlreiche Glückwünsche und sonstige Beweise der Zuneigung zugegangen, daß ich mich bewogen fühle, für das alles meinen besten und aufrichtig st en Dank auszusprechen. Wir Westfalen geraten nicht leicht in einen Ueberschwang der Gefühle; aber wo wir uns mal gefunden und erprobt haben, da halten wir fest zu einander. Und d«S soll, so hoffe ich, auch der Fall sein mit dem Wahlkreis Dortmund-Hörde und seinem jetzigen Reichstagsabgeordneten. Ich danke bei dieser Gelegenheit auch den Herren von der Demokratischen Vereinigung, die sich in der Stich- wähl offen und entschieden auf die Seite meiner Partei gestellt haben. Ich danke ferner den Herren von der Fortschritt- l i ch e n V o l k S p a r t e i, die der von ihrer Hauptleitung ge- aebenen Anweisung: Gegen Rechts I in Dortmund wirksame Geltung verschafft haben. Ich danke endlich dem kleinen, aber dafür um so wertvolleren Teil der nationalliberalen Wähler, der in der Stichwahl für mich eingetreten ist und damit bekundet hat, daß ihm der Liberalismus mehr ist als ein politische» Paradewort oder ein Mittel zu politischen Handels- geschäften. Zu den wichtigsten und dringendsten Aufgaben unserer Politik rechne ich die Erkämpfung und Sicherung der bürgerlichen Freiheiten, und wer im liberalen Lager die Wichtigkeit und Dring- lichkeit dieser Aufgabe erkannt hat, wird es nicht zu bereuen brauchen, in der Stichwahl sich nach links gewandt zu haben. Wir meinen zu solchen Danksagungen liegt gar keine Ver« c n l a s s u n g' vor. Wir haben die Liberalen unterstützt, um die Interessen des Proletariats zu wahren; denn die blauschwarze Herrschaft erschien uns als eine Gefahr, die unter allen Umständen beseitigt werden mußte. Wir haben also auf liberale Dankbarkeit aar keinen Anspruch. Ebenso wenig liegt in der liberalen Unter- stützung sozialdemokratischer Kandidaten irgend ein Grund zur .Dankbarkeit*. Die Liberalen haben dort, wo sie unS unterstützt haben, das getan, aus der richtigen Erwägung heraus, nur auf diese Weise zu einer einflußreicheren Stellung im Reichstage gelangen zu können. Das ist alles, und für Sentimentalitäten scheint un» da kein Raum. Genossin Altobelli im italienischen ReichSarieitSrat. Rom, 2ö. Januar. fEig. Ber.) Auf den Borschlag deS Zentral- Verbandes der italienischen Landarbeiter hat der Minister für Acker« bau und Industrie die Genossin Argentiua Altobelli zum Mitglied des RcichsarbeirsrateS ernannt. Dieser Körperschaft, deren Mit- glieder alle drei Jahre ernannt werden, liegt es ob, die Arbeiter- schutzgesetzenlivi.rse auszuarbeiten und Erhebungen über die Lage der arbeitenden Klassen zu organisieren. Sitz haben im Arbeitsrat die Vertreter der großen Arbeiter- und Unternehmerorganisationen sowie des AenostenschaftSverbandes, des Verbandes der Hilsskassen, der Handelskammern' usw. Diese Organisationen bringen ihren Ver- treter in Vorschlag, woraus die Ernennung durch den Minister er- folgt. Die Genosspss Altobelli, die rührige Sekretärin des Land- arbeiterverbandes, tritt als erste Frau dieser Körperschaft bei. Hus Industrie und ftandel. Die Einfuhr von Eisenerzen ist im Jahre 1811 von 88 168 LA Doppelzentner auf 1l>8 12b9b1 DoppelzenMer gestiegen. Dem Werte nach ergibt sich eine Zunahme von 161,00 auf 177.33 Millionen Mari. In den Jahren 1807 bis 1811 entwickelte sich die Zufuhr von Eisenerzen aus dem NuSlande in Millionen Doppelzentner, Wik» fuTrtf-" wie folgt Januar— Dczemher tbü» iniifcr QJ«7« ------- W. l808 1900 1810. 1011 Eiuiuhr..... 84,76 77,33 83,66 08,17 108.13 So-«fp. Abilahme.— 7,4»+6,33+14,61+9,96 von Ivo? auf 1911 ist der Import um LS 36S 101 Doppel- zentner gestiegen. Auf die wichtigsten Erzländer verteilte sich die' Einfuhr in den Jahren 1907 und 1811 in nachstehender Weife: 1907 1911 Zu- refp. Abnahme Schweden... 36033 051 32 488 913— 3 343106 Spanien... 21 492 883 28 612 283+ 7 119 290 Frankreich.. 7 915 202 17 738 090+ 9 822 888 Rußland... 6 643 364 7 794 023-f- 1 148 659 Belgien... 3801523 3266432— 535088 Die Einfuhr aus Schweden hat besonders im letzten Jahre stark nachgelassen. Der Import aus Frankreich und Spanien hat in den letzten fünf Jahren kräftig zugenommen. Als wichtige Lieferanten kommen neuerdings noch Nordafrika und Neufundland in Betracht. Das englische Kapital in Rußland. Die„Handels- und Jndustriezeiwng" veröffentlicht im Hinblick auf den Besuch der englischen Deputation in Petersburg eine Auf- stellung über den Import der englischen Kapitalien«ach Rußland. Insgesamt sind in Rußland 33 Mill. Lstr.(700 Mill. M.) placiert, davon 8 Mill. Lstr. in Naphthaunternehinungen, 5 Mill. Lstr. in Bergwerken, 16 Mill. Lstr. in Regierungsanleihen. Im Jahre 1910 importierte Rußland 3,9 Mill. Lstr. englischen Kapitals, von denen placiert wurden 1,13 Mill. Lstr. in Eisenbahnanlagen und 2,8 Mill. Lstr. in verschiedenen Jndustrteunternehmungcn. Das russische offiziöse Blatt ist von dem langsamen Zustrom des eng- lischen Kapitals nach Rußland nicht ganz befriedigt, obgleich es sich andererseits damit tröstet, daß etwa die Hälfte sämtlicher eng- lischer Kapitalien(17 Mill. Lstr.) bloß in den letzten drei Jahren in Rußland eingeführt wurden. ES klagt darüber, daß Rußland in der Reihe der Staaten, wo da? englische Kapital Anlage findet, erst an achter Stelle rangiert. Was tut's, daß das englische, wie überhaupt das ausländische Kapital, in erster Linie die Bodenschätze Rußlands plündert und seine Profite aus dem Mark der russischen Arbeiter saugt! Die Zarenregierung bedarf eben der Unterstützung des ausländischen Kapitals, und deshalb ist sie, die sonst den wüten- den Chauvinismus als„Patriotismus" verherrlicht und begünstigt, hinsichtlich der Profitmacherei— international! Gerichts- Zeitung Vorgänge auf der Polizeiwache standen im Mittelpunkt einer Verhandlung, die sich gestern vor der 141. Abteilung des Schöffengerichts Berlin-Mitte abspielte Die vom Rechtsanwalt Dr. Oskar Cohn verteidigten Angeklagten Blankenburg, Beck, Bollak, Koppen und Küken sollen nächtlicher- weile durch lautes Singen und Schreien groben Unfug verübt haben. Schutzmann Voß will ihnen vergebens Ruhe geboten haben Dann ergriff er den Angeklagten Vollak, um ihn zu sistieren. Die übrigen Angeklagten gingen ebenfalls mit nach der Polizeiwache in der Albrechtstraße, ihrer Meinung nach als Zeugen für Vollak. Auf der Wache angekommen, wurden auch sie vom Schutzmann Voß als Ruhestörer bezeichnet. Nach Angabe dieses Schutzmanns und des Tekegraphisten Schrimmer sind die Angeklagten unter furcht barem Lärm zur Wache hereingekommen und auch nach wieder« Holter Aufforderung nicht ruhig gewesen. Die Angeklagten gaben dagegen an, der„Lärm" habe nur darin bestanden, daß sie bei dem Telegraphisten eine Beschwerde über den Schutzmann Voß anbringen wollten, der auf der Straße zu ihnen gesagt habe: „Euch Schweinebande werden wir schon kriegen."— Unbestritten ist, daß vier der Angeklagten bald nach ihrer Ankunft auf der Wache in zwei Zellen gesperrt wurden. Nur Küken entging diesem Geschick. Er wurde nach Feststellung seiner Personalien sogleich entlassen. In einer der Zellen fanden die Angeklagten bereits einen Arrestanten, dem man auf der Wach« Ueberzieher und Rock abgenommen hatte und der nun jammerte, daß ihn friere und energisch seine Kleidungsstücke verlangte. Die Angeklagten pochten an die Zellentüren und verlangten ihre Freilassung, denn sie hielten ihre Einsperrung mit vollem Recht für eine unstatthafte, da sie als Billetthändler schon öfter mit der Polizei zu tun hatten und deshalb den Beamten des Reviers gut bekannt waren. Wegen der Personalienfeststellung war also die Festhaltung auf der Wache nicht nötig.— Nach einiger Zeit wurde Vollak aus der Zell« geholt, feine Person festgestellt und entlassen. Die übrigen An- geklagten ließ man noch länger in der Zelle.- Beck ist sogar ge- fesselt worden. Nun kam auch der Vorsteher des Reviers, Polizei- lentgant Schmitke hinzu. Als er hörte, daß die Eingesperrten ihre Freilassung verlangten, kommandierte er:„Eins, zwei, drei, zu Boden!" Darauf wurden Beck und Blankenburg von Schutz- leuten zu Boden geworfen und an Händen und Füßen gefesselt. Erst nach drei bis vier Stunden wurden die letzten drei Ange« klagten von der Wache entlassen. Auf Fragen des Verteidigers gab der Telegraphist Schrimmer, der die Einsperrung angeordnet hatte, zu, daß diese drei Ange- klagten ihm genau bekannt waren, eine Feststellung ihrer Per- sonalien also gar nicht nötig war.— Auf die Frage, warum sie denn eingesperrt und gefesselt wurden, gab Telegraphist Schrimmer unumwunden zu, daß das nur deshalb geschehen sei, weil sich die Angeklagten renitent benommen und gelärmt hätten. Eigent- lich hatten nicht nur zwei, sondern alle Angeklagten die Schließung verdient, aber wir haben nicht so viel Schließzeug, sagte der Telegraphist Schrimmer.— Es war also, wie der Verteidiger ganz richtig bemerkte, nicht so, daß die Angeklagten hätten ein- gesperrt und gefesselt werden müssen weil anders die Feststellung ihrer Persönlichkeit nicht möglich gewesen wäre, sondern die Be- amten maßen sich ein disziplinares Straf- und Züchtigungsrecht über Personen an, die sich nach Ansicht der Schutzlrutr ungehörig benehmen. HehrigenS behauptet der Angeklagte Beck, er habe, schon ehe fchw«,"': 65 k Lebende Plötzen.. Pfand 40 tu Lebende Bleie.... Pfand 40 tu Lebende Aale...... prond 76 tt. Lebende Scbleie.. Pfand 88 pr. Geflügel Wildenten..... shur 1.25» 1.75 BirKbäbne StBcR 1.75»»kennen 1.20 Suppentauben...... smuk 46 pt Suppenbübner 1.50 bb 2.75 Brathühner 1.10» 1.65* 2.25 Poulets......... stück 1,75» 2.25 Wolgabübner st«ck 1.65» 1.80 Tilsiter Puten..... 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Lerlag: Lorwartt Auchdrucker««. BerlagSansialt Paul Singer».Co, Berlin LW. Nr. 27. 29. ZahrMg. 2. Knlue des Jurroilrtf Knlim WsM fititaj, 2. Felm« 1912. Stadtverordneten-Versammlung. 4. Sitzung vom Donnerstag, den 1. Februar� nachmittag? 5 Uhr. Vorsteher Michelet eröffnet die Sitzung nach 5X Uhr. Die Interpellation unserer Genossen, das Slchtklassenspstcm der Gemeindeschuten betr., wird über 14 Tage auf die Tagesord- nung gesetzt werden. Das Ergebnis der Au s fchu ß v er han d l u ng e n zur Borbereitung der Neuwahl der ständige» Ausschüsse, der Abordnung der Mitglieder in die BerwaltungS- Deputationen und Kuratorien, der Zuteilung der Stadtbezierke an die Mitglieder behufs der Ausführung von Recherchen, Erledigung der Wahlsachen usw., und der Besetzung frcigewordener Stellen in den von 1911 übernommenen Sonder- ousschüssen und gemischten Deputationen liegt vor. Die bisherige Zusammensetzung der Ausschüsse für Besoldete und Unbesoldete bleibt bestehen und sind nur verschiedene Personenveränderungen vorgeschlagen, denen nach den Ausschutzanträgen zugestimmt wird. Der Vertrag mit der A. E. G. wegen des Baues einer Schnellbahn Gesundbrunnen— Rixdorf ist von dem niedergesetzten Ausschusse unter unerheblichen Modi- filationen mit allen gegen drei Stimmen angenommen worden. Die wichtigste Aenderung ist der Zusatz:.Die an dem Bau be- ichästigten Arbeiterkategorien sind nach den in diesen Berufen bestehenden und vom Magistrat als allgemein gültig anerkannten Tarifverträgen zu entlohnen." Von den Stadtverordneten Dr. A r o n S u. Gen. iSoz.) geht der Antrag ein, die Bahn in städtischer Regie zu bauen und zu bc- treibe». Stadw. Heimann sSoz.): Bei der ersten Beratung im März 1911 habe ich bereits betont, datz der Vertragsentwurf juristisch sehr sorgfältig durchgearbeitet und so gut ist, wie ein solcher Eni- Wurf nur sein kann; aber es besteht unter der Herrschaft des Kleinbahngesctzes nicht die geringste Gewähr, datz die be- rcchtigten Interessen der Beteiligten nicht durch sie geschädigt oder gefährdet werden. Nur wenn die Kommunen selb st Eigen- tümer sind, können sie hoffen, sich auch den Aufsichtsbehörden gegenüber durchzusetzen. Das haben uns ja in der Verkehrs- Deputation gerade die Juristen des Magistrats sehr oft und höchst eindringlich vor Augen gefichrt. Der für uns wichtigsteZufatz ist die Erweiterung des§ S hinsichtlich der Tarifverträge: wir hoffen, datz diese neue Bestimmung den beschäftigten Arbeitern eine grötzere Sicherheit geben wird. Erfreulich ist es auch, datz vier direkte Uebergänge auf andere Linien festgelegt worden sind; die allgemeinen Verkehrsinteressen verlangen das gebieterisch. Leider aber ist es nicht gelungen, eine Tarifgemeinschaft auf breiter, umfassender Basis festzu- legen; eine solche ist nur in der kümmerlichsten Weise, in der Ausdehnung bis zu drei Stationsabscknitten, vorhanden, und auch diese kleine Konzession zu erreichen, hat schon unglaubliche Mühe gekostet. Bedauerlich ist auch, datz die Vergünstigung der Aus- dehnung der' Früh karten bis auf 8 Uhr morgens nicht zu erlangen war; Taufende oder Zehntausend« von Handlungs- angestellten hätten dann die A. E. G.-Linie mit Frühkarten be- nutzen können. Die HandelSangcstellten werden nun eben not- gedrungen auf die konkurrierenden Stratzenbahnlinien übergehen müssen und der A. E. G. vollständig verloren gehen. Auch für den Einheitssatz von 19 Pf. -bis zur fünften Haltestelle ist die A. E. G. leider nicht zu gewinnen gewesen. Von der Christianiastratze kann man also nur bis zur Bernauer Strasse fahren, wo aber nur ein geringer Teil der Reisenden feine Reise beenden dürfte, während ein sehr grosser Teil der Reisenden Interesse hat, an der fünften Haltestelle, Roscnthaler Tor, auszusteigen. Die schwer- sten prinzipiellen Bedenken aber haben wir gegen die Borlage, insofern sie Bau und Betrieb aus der Hand geben will. Wir verstehen gar nicht, wie die Stadt nach allem, was wir in 20 Jahren von den grossen ivkonopolaesellschaften und von den Äufsrchtsinstanzen erlebt haben, dazu kommt, sür drei Menschen- alter ihre Strassen und Plätze einer dritten Monopol- gesell schaft auszuliefern. Der Oberbürgermeister hätte da doch auf unserer Seite stehen müssen: er zog sich aber darauf zurück, datz die Stadt mit grossen Bauprojekten so überlastet sei, datz sie nicht auch noch diese Arbeit übernehmen könne. Wir haben da ein grösseres Vertrauen zum Magistrat als er selbst. Die Nord— Südbahn soll ja gar nickt in eigener Regie der Stadt ge- baut werden, sondern im Wege der Vergebung an Unternehmer in einzelnen Abschnitten; Moabit— Rixdorf liegt noch in weiter Ferne, da spielt der Bau des neuen Opernhauses mit, der erst völlig geklärt werden soll. Die Verkoppelung dieser beiden Fragen mag man für falsch, ja für pnerhört halten; aber wir stehen hier vor einer Mauer, über die wir zunächst nicht hinwegkommen. Von den beiden Häfen be- findet sich der eine noch in den Uranfängen, der andere geht seiner Vollendung bereits entgegen. Man könnte daher, ohne Unbilliges oder Unmögliches zu verlangen, der Tiefbauverwaltung den Bau auch dieser Linie Gesundbrunnen— Rixdorf noch über- geben. Bleibt die Frage der Kapitalbeschaffung. Jeder Privatunternehmer ist glücklich, wenn er neue Kapitalien aufnehmen kann, wenn er die Sicherheit hat. sie in gewinn- bringende Unternehmungen zu stecken; warum sollte die Kommune Berlin also davor zurückschrecken? Die neue Linie ist ein drin- gendes Verkchrsbedürfnis. Die riesige Benutzung wird sich ivahr- scheinlich nicht in entsprechend riesige Betriebsgcwinne umsetzen, weil der Bau recht kostspielig ist; die A. E. G. ihrerseits wird angelockt durch die R i e s e n g e w i n n c, die sie an dem Bau zu machen hofft. Dennoch ist klar, datz die Gewinne des Betriebes derartige und derartig sichere sein werden, datz die Kommune mit der grösstcn Ruhe ihre Kapitalien hineinstecken kann. Wir gehen aber noch einen grossen Schritt weiter. Unsere Ueberzcugung ist unersckültcrlick, datz die Regelung des Berkchrswescns in die Hände der Stadt gehört; es ist zwar eine der schwierigsten, aber auch eine der wichtigsten kommunalen Aufgaben; die Erträge solcher Unternehmungen, die von der Allgemeinheit aufgebracht werden, gehören auch in den allgemeinen Säckel. Private Erwerbsgesell- schaften vertreten naturgemäss rückhaltlos die Interessen ihrer Aktionäre; wir können davon ein trauriges Lied singen; die Geschickte der Verkehrsdeputation ist ja nichts als eine grosse Leidensgeschichte. Wir nehmen diesen Monopolgesellschaften ihre Stellungnahme gar nicht übel. Die hier vorliegenden inneren Widersprüche müssen sich aber immer mehr erweitern, je weiter die Verkchrsanlagen auf die benachbarten Gemeinden übergreifen; diese Widersprüche sind auch durch die schönen Verträge nicht zu überbrücken, ebenso wenig wie durch den Hinweis auf den Zweckverband, der vom 1. April 1912 ab an die Stelle der Vielheit der Gemeinden von Grotz-Berlin tritt. Es scheint uns auch nicht richtig, gerade jetzt, unmittelbar vor dem Inkrafttreten des Verbandes, einen so weitschichtigcn Ver- trag zum Abschluss zu bringen. Alle meine Bemühungen, in den Vertrag eine Erweiterung der Erwerbs möglich- ketten durch den Zweckverband hineinzubringen, sind erfolglos geblieben. Mit unserem Antrage find wir ja gar nicht an den Stichtag des 1. April gebunden. Die Unzulänglichkeit der Er- werbsrechte, die 90jährige Konzession, alles das mutz letzten Endes die Interessen der Stadtgemeinde und der Bürgerschaft schädigen. /Mit nur etwas Entschlußfähigkeit und Tatkraft können Sie getrost unseren Antrag annehmen.(Beifall.) Stadtv. Jacobi(A. L.): Die prinzipielle Stellung der Herren kennen wir ja; auch die Stadt ist ja dem Prinzip des Baues in eigener Regie nicht abhold. Hier aber liegt die Sache anders. Die Rentabilität für die Stadt steht nach autoritativer Ansicht in Zweifel; die technischen Ansprüche, die ein solches Werk stellt, kann die Stadt nicht erfüllen. Kollege Heimann ist in beiden Punkten anderer Meinung: ich halte mich an die Fachmänner des Magistrats. Es gibt hier keinen anderen Ausgang, wenn wir nicht den Bau auf 10 Jahre und länger verschieben wollen. Stadtrat Alberti teilt noch mit, datz die A. E.-G. die Aende- rungen des Vertrages akzeptiert, bezüglich der Rückfahrtkarten aber weitere Konzessionen nicht machen könne. Der Antrag A r o n s wird abgelehnt, der Vertrag in der Ausschutzfassung mit grosser Mehrheit angenommen. Die Magistratsvorlage wegen Vornahm« einer Ersatzwahl für den verstorbenen Stadtrat Böhm gibt dem Stadtv. Körte (Fr. Fr.) Veranlassung, aufs neue auf die Stellung des Postens eines selbständigen städtischen Medizinalrats als stimmberechtigten Magistratsmitgliedes zu dringen. Oberbürgermeister Kirschner: Die Versammlung kann darüber nicht allein bestimmen; es ist dazu ein Gemeindebcschlutz er- forderlich. Im Dlagistrat bestehen in der überwiegenden Mehrheit dagegen die grötzten Bedenken. Ueber einen Ausweg, der beiden Teilen konvenieren könnte, hat eine Magistratskommission beraten, ist aber noch nicht zum Abschluß gelangt.' Daß ein Laie die K ü h n- heit hat, den Gedanken zu vertreten, dafür eine juristische Stelle im Magistrat eingehen zu lassen, mutz mich wundern. Nicht von Verminderung, höchstens von Vermehrung könnte die Rede sein. Stadtv. Dr. Wetzl(Soz.): Wir betrachten die Anregung des Kollegen Körte als dankenswert. Wir sagen nicht, datz die Juristen- zahl vermindert werden soll; mögen die Juristen ver- mehrt werden, namentlich wenn der Zweckverband das erfordern sollte. Aber wir haben zurzeit keinen hervorragenden, den heutigen Anforderungen des Sanitätswesens gewachsenen Mediziner im Magistrat. Wir müssen diese Gelegenheit benutzen, um sozusagen eine Art Erpresserpolitik zu treiben.(Heiterkeit.) Ein Jahr ist verflossen, seit wir den bezüglichen Beschlutz gesetzt haben; die Sache ist verschleppt worden, und wir hören auch heute noch nicht, wann sie aus der erwähnten Kommission herauskommen wird. 59 Jahre schon läuft diese Mcdizinalratsfrage. Vielleicht veranlasst die Stellungnahme Körtes, der wir uns an- schließen, den Magistrat, etwas schneller zu arbeiten. Wenn w i r den Medizinalrat bekommen, möge er seinen Juristen bekommen. Als wesentlichsten Grund gegen den Medl zinalrat wurde vom Oberbürgermeister der Platzmangel im Magi strat angeführt. Nun gut, jetzt ist ein Posten frei, da könnte doch der Medizinalrat eintreten. Stadtv. Körte: Der Oberbürgermeister hat überhört, datz ich erklärte, wir seien durchaus nicht abgeneigt, auch einen I u r i st.e n zu wählen, hielten aber den Mcdizinalrat für wichtiger. Gegen die„K ü h n h e i t", d. h. Ueberhebung, ver wahre ich mich. Ich habe betreffs solcher Anregungen und Mitzver ständnisse allerdings ein besonderes Glück; ich erinnere nur an die Nord-Südbahn. Stadtv. Sonnenfeld(A.J2.); Kollege Körte hat gerechten Grund sich gekränkt zu fühlen.(Stadtv. Hoffmann(Soz.): Sönnern seid als Samariter! Grosse Heiterkeit.) Aber Herr Körte bat auch bei Dr. Wetzl Missverständnis gefunden. Für„Erprcsscrpolitik" ist die Mehrheit der Versammlung nicht zu haben. Stadtv. Ladewig sN. L.) spricht sich gegen den Antrag Körte aus. Stadtv. Cassel Wt den Antrag Körte für sachlich völlig be- r e ch t i g t, und kein jupiter tonsng könne dagegen etwas aus richten. Er lehnt die„Erpressertaktik" ab. Aehnlich plädiert noch Stadw. Galland(A. L.). Stadw. Dr. Nathan(Fr. Fr.) nimmt den Kollegen Körte als „Laien" in Schutz. Mit dem„Laien" im Sinne des Vorwurfs negiere der Oberbürgermeister geradezu den modernen Parlamen- tarismus. Der Oberbürgermeister erklärt, es sei ihm gar nicht einge fallen, die Berechtigung des Antrages Körte zu bezweifeln; er habe nur gesagt, ein Sachverständiger würde die Behauptung, es wäre möglich, die Zahl der Juristen im Magistrat zu vermindern, als eine kühne bezeichnen. Stadw. Dr. Wetzl: Es handelt sich hier doch tatsächlich um eine durchaus berechtigte cko ut ckes-Politik; ob man das„Erpresser- taltik" oder sonst wie nennt, ist von sekundärer Bedeu- t u n g. Wir hören doch heute, daß die große Mehrheit des Ma- gistratS von dem Medizinalrat nichts wissen will; um so mehr müssen wir die heute gegebene Anregung ergreifen und können uns dabei von sentimentalen Erwägungen nicht leiten lassen. Die Angelegenheit geht an einen Ausschutz von 15 Mit- gliedern; auch die Anregung Körte wird durch eine Mehrheit, be- stehend aus Sozialdemokraten und Freier Fraktion, dem Ausschutz übergeben. Die vorgeschlagene Zusammenlegung von Armenkommissionen in der Cittz Berlins sieht auch die Aufteilung der Armen- kommission 81z vor. Stadtv. Hoffmann(Soz.) erinnert daran, daß diese Kom- Mission seinerzeit zwei von ihm vorgeschlagene Mitglieder, die sie für Sozialdemokraten hielt, nicht einzuberufen die Dreistigkeit ge- habt hat.?lls einer der beiden starb, habe er eine Dame vor- geschlagen; die Kommission lehnte aber auch diese ab. Nach Ein- tritt einer weiteren Vakanz habe er 2 Damen vorgeschlagen, die b e st ä t i g t und eingeführt wurden. Darauf hätten alle bürgerlichen Mitglieder einzeln ihre A-e m t e r niedergelegt. Die Kommission sei dann von ihm mit einem Bürgerlichen, dem einzigen, den er gewinnen konnte, und mit Ge- sinnungsgenossen besetzt worden. Die Frau G e r n d t sei ein- st i m m i g zur Vorsteherin gewählt und wiedergewählt worden, auch der bürgerliche Herr habe sich eiftig und anerkennend dafür erklärt. Jetzt sehe man, ent- gegen allen bisherigen Nachrichten, daß die Kommission aufgelöst werden solle! Sie habe einen Etat von über 2000 M., 81b nur 1500 M. Ter Vorsteher von 81b sei auch noch Bezirksvorsteher und Schiedsmann. Jetzt aber wolle man gerade bla auflösen, um die einzige Armenvorsteherin in Deutschland aus der Welt zu schaffen! Stadtverordnctcnvorsteher-Stellvertreter Cassel rügt den Aus- druck„Dreistigkeit" Stadtrat Kaltsch bestreitet, datz hier irgendwie aus Vorurteil gehandelt worden sei; die Dame werde in einer anderen Kommission den Vorsitz erhalten. Stadw. Dr. Paul(N. L.) bleibt völlig unverständlich. Stadtv. Hoffmann: Die Kommission war wiederholt von der Armendircktion und vom Magistrat zur Einberufung aufge- fordert worden und bat dies doch nicht getan; das konnte ich nicht anders als mit„Dreistigkeit" bezeichnen. Aus der 81a-Kom- Mission ist 81b erst hervorgegangen; wie kann man da die ältere und grössere auflösen wollen? An der weiteren Besprechung beteiligen sich Stadw. Schulze (A. L.), Friedberg(Fr. Fr.) und Hintze(soz.). Letzterer bestätigt, datz in der Armendirektion ausdrücklich versichert worden sei, daß die Kommission 81z bei der Austeilung gar nicht in Frage komme. Stadtrat Italisch: Die Kommissionen müssen doch örtlich zu- sammengelegt werden. Hier war die Teilung der grötzeren Kom- Mission praktischer. Stadw. Hoffmann: Tatsächlich ist dem früheren Kollegen Rosenow auf seine Anfrage erwidert worden. 81z komme nicht in Frage. Das hat mir Herr Rosenow noch heute im Landtage be. stätigt. Jetzt ist 81z doch dabei. Aus 81b, die nur aus bürgerlichen Herren besteht, wird man die neue sozialdemokratische Vorsteherin sehr bald hinausgeekelt habe«, dar- über geben wir uns ebensowenig wie Sie Illusionen hin. Min- bestens müssen Sie die Sache noch in einem Ausschutz näher an- sehen. Stadtrat Kalisch: Ich mutz auf das Entschiedenste gegen die Unterstellung protestieren, datz man da eine„Genossin" beseitigen wolle. Auch Stadw. Hammerstein(A. L.) erklärt, ma» habe die Auf- teilung nach bestem Wissen und Gewissen vorgenommen. Der Vorsteher stellt anheim, die ganze Sache der Armen- direktion zurückzugeben. Stadtv. Hoffmann tritt dagegen nochmals für Einsetznng eines Ausschusses ein. Siadtv. Dupont(Soz.): In der Sitzung der Armendirektion sagte Herr Schulze:„Die Kommission kommt ja gar nicht in Frag c." Sonst wären wir ja doch gar nicht ruhig ge- blieben. Die Versammlung beschließt für die 3 in Frage kommenden Bezirke Ausschutzberatung. Die städtischen Straßenbahnen sollen vom Görlitzer Bahnhof nach Rixdorf(Hernrannplatz) ver- längert werden. 2>er Bau der VerbindungSstrccke wird etwa 250 000 Mark kosten. Die Vorlage wird angenommen. In Ladeburg(Kreis Oberbarnim) soll ein dem Landwirt Wege- mund gehöriges Grundstück, das vollständig von städtischem Besitz eingeschlossen ist, gegen eine städtische Fläche eingetauscht werden. Der städtische Besitz in Ladeburg rührt daher, datz die Stadt sich seinerzeit den Landstreifen südlich der Dorflage von Lade- bürg jut Verlegung von Druckrohren usw. sichern mutzte. Stadw. Dr. Arons(Soz.) regt an, zu erwägen, ob nicht für den Fall des Weiterverkaufs des von der Stadt abzugehenden wertvollen Grundstücks der Preisunterschied an die Stadt nachgezahlt werden und eine entsprechende Eintragung verlangt werden solle. Er bc- antragt Ausschutzheratung. Demgemäß wird beschlossen. Die Vorlage betreffend die für 1912 erforderlichen Bauausführungen in den städtischen Gaswerke» und am Röhrcnsystcm wird ohne Debatte angenommen. Der Bau der 1905 beschlossenen drei städtischen Südlinien Her- mannplatz-Dönhoffplatz, Kreuzberg-Markgrafenstraße-Behrenswatzc und Grotzgörschenstratze-Markgrafenstratze-Behrenswatze soll jetzt endlich, nachdem alle Vorverhandlungen erledigt sind, und zwar in etwas abgeänderter Linienführung, in Angriff genommen werden. Auf Antrag des Stadw. Imberg(N. L.) wird die Einsetzung eines Ausschusses beschlossen. Schluß 3,�9 Uhr. Soziales. Ersahpflicht des Lehrlings für Geldverluste. Die Rechtsfrage, ob der Lehrling bezw. dessen Vormund für einen Geldverlust ciustehen mutz, den der erftere auf einem Boteigange erleidet, stand gestern vor der 2. Kammer des Berliner KaufmannsgcrichtS zur Entscheidung. Eine Drogen-EngroSftnna hatte ihren Lehrling Albert F. regelmäßig zur Bank geschickt. damit er dort grötzere Beträge abhole. Nachdem der junge Mensch bereits zwei Lehrjahre hinter sich hatte, ohne datz ein Fehler beim Kassieren vorgekommen wäre, kam ihm plötzlich von den bei der Bank kassierten 1500 M. die Summe von 000 M. abhanden. Während die Firma bor Gericht die Ansicht verfocht, der Vater des Lehrlings fei für den Verlust des Geldes ersatzpflichtig, klagte der letztere auf Feststellung, datz eine Ersatzpflicht in diesem Falle nicht gegeben sei. Es sei gar nicht die Aufgabe für einen Lehr- ling, Arbeiten zu verrichten, die eigentlich zu den Obliegenheiten eines Kassenboten gehörten, und überdies habe die Firma auch insofern leichtfinnig gehandelt, als sie dem Jungen keine« ge- eigneten Behälter zur Unterbringung des Geldes, wie einen> Leinenbeutel usw. mitgab. In der Verhandlung vermochte der Lehrling darüber, auf welche Art ihm die Summe abhanden gekommen sei. keine Er- klärung zu geben. Obgleich ein Beisitzer dem Vertreter der Firma vorhielt, es sei doch unrecht, einem Lehrling eine derartige Summe kassieren zu lassen, ohne für Sicherung des Geldes Sorge zu tragen, kenn das Kauftuannsgericht dennoch zur Bejahung der Haftpflicht. Da F. schon zwei Jahre in der Lehre war. so ist er auch für den Verlust des Geldes verantwortlich zu machen, insbesondere, da er keinen plausiblen Grund für daS Abhanden- kommen des Geldes geben konnte. Dies Urteil ist zu Unrecht gefällt worden. Ein Lehrling oder Angestellter kann nur dann haftpflichtig gemacht werden, wenn ihm ein Verschulden nachgewiesen worden ist. Hier war dies nicht der Fall und hätte das Kaufmannsgericht die Frage der Haft- Pflicht verneinen müssen. Kein anderes Gericht dürfte ein der- artiges Urteil, ohne die geringsten Beweise für ein Schuldig zu besitzen, gefällt haben. Prämien für Kassenbetrüger! Vor der 3. Strafkammer des Landgerichts l hatte sich am Montag der Gürtlcrmcister Globig wegen Betruges und Unter- schlagung von Krankcnkassenbeiträgen zu verantworten. Globig, der mehrere Ziseleurgehilfen beschäftigte, hat seit vielen Monaten diesen die der Ortskrankenkasse der Graveure zu- stehenden Beiträge in Abzug gebracht, an die zuständig« Stelle aber nicht abgeliefert. Die seitens der Kasse beantragte Exekution fiel wiederholt ftuchtlos aus. Wie der Rendant jener Kasse als Zeuge aussagte, beträgt der hinterzogene Betrag zirka 440 M. Der Staatsanwalt meinte anerkennen zu müssen, datz es dem Angc- schuldigten schwer fiel, regelmäßig Geld einzubekommen, in An- betracht der hohen hinterzogenen Summe beantrage er— eine Geldstrafe von 150 M. ev. 15 Tage Haft. Das Gericht erkannte die„Milderungsgründe" in noch höherem Matze an. E« ver- urteilte den Angeklagten zu einer Geldstrafe von 59 M. cv. 10 Tage Haft. Wie stellt sich die Rechnung für den Angeklagten? Hinter- zogene Beiträge: 440 M., hierfür Strafe: 50 M., Reingewinn: 390 M. Solche niedrigen Strafen wirken geradezu als Anreiz zu neuen Unterschlagungen, als Prämien für dieselben. Handelt- cS sich nicht um besonders schutzbedürftige öffentliche Institutionen und um Arbeitgeber, sondern etwa um Angestellte, die an» Not den zehnten Teil von 440 M. unterschlugen—_2,00. Schleie 1,60-3,30. Bleie 0M-1M 60 Stück Krebse 4,00— 30,00, NNORR Suppen-WUpfel 1 Würfel— Z Teller Suppe lO Pf.— Über 40 Sorten. Knoir»Stippen sind anerkannt die besten im Geschmack. Schnelle und bequeme Zubereitung. W M W V G N G Unserem Abteilung»sührer Philipp Kerngtin zu seinem SO. Wieaenseste die herzlichsten Alllrkwunsche und ein dreimal donnernde» Hoch! vis Bezirkglflhrer 6. Abt 1. Kreis(HansaTlertel). Philipp, wir halten sest zu- sammen. 27S3b Todes-Anzeigen kür den 4. Herl. Reiehstags-faliM. Frankfurter Viertel. (Bezirk 313.) Den Mitgliedern zur Nachricht. daß unser Genosse, der Bauarbeiter Ltnil Kiekeber Palisaden ftr. 82 gestorben ist. 212/16 Ehre seine« Andenke«! Die Beerdigung findet am Tonnabend, den 3. Februar, nach- mittag» 2'/, Uhr, vom Trauerhause au» aus dem Städtischen Frtedhos in FricdrichSselde statt. Um rege Beteiligung ersucht _ Der Borstand. Den Genossen de» 313. Bezirk» zur Nachricht, daß unser Genosse Lmii Kiekeber am 30. Januar verstorben ist. Die Beerdigung findet Sonn- abend, den 3. Februar, nachm. 2'/, Uhr, vom Trauerhause, Paltsadenstraße 52, au» nach dem städtischen Friedhos in Friedrichs- selbe statt. 1S02L Um rege Beteiligung ersuchen Die BezirkSführer. Kranken-Dnlfrsliilziiiigs-Qiiil Be- grälmlSTereiii für Bau- unil gewerbliche Arbeiter Berlin« und Umgegend. Am 30. Januar verstarb unser Mitglied, der Bauarbeiter Lmi! Kiekeber. Ehre seinem Andenken! Die Beerdigung findet am Sonnabend, den 3. Februar, nach- mittag» 2'l, Uhr, vom Trauer. Hause, Paiisadensttaße 82, au» aus dem städtisch. Friedhos in Friedrich». selbe statt. Rege BeteUigung erwartet 37/2 Her Verstand. Deutseher Bauarbeiter-Verband Sektion der Pntzer. Am DienZtqg, den 30. Januar, oertlarb nach langen Leiden unser Mitglied' � August Linke im Alter von 64 Jahren. Ehre seinem Andenken: Di« Beerdigung findet am Sonnabend, den 3. d. M., nach- mittag» 3 Uhr, vom Trauerhause Elsasser Straße 15/46, aus nach dem St. Eoangelist- Kirchhof Bar- susstraße, statt. Rege Beteiligung erwartet 136/15 vis firtliche Verwaltung. Danksagung. s »ahme bei ür die vielen Beweise der Teil- der Beerdigung meine» unvergeßlichen Ehemanne» lUeUnrd Prltzkow sage ich allen Freunden und Be- kannten, besonder» sewen Mit- arbeilern der Wagensabrik Erdmann u. Rossi und dem Deutschen Holz- arbeiteroerbande memen innigsten Dank. Witwe Anna Prttukow geb. Stolzenburg, Psalzburger Str. 5. SoziaidemoMeherWaiilYerebi des 6. Beri. Reiehstags-Valilkreises. Todes-Anzeige. Am Mittwoch, den 31. Januar, verstarb unser Genosse, der Drechsler KspI Bendin Rheinsberger Str. 20. Ehre seinem Andenke«! Die Beerdigung findet am Sonnabend, den 3. Februar, nachmittags'/«3 Uhr, von der Leichenhalle de» städtischen Fried- Hose» Mällerstraße, Ecke See- straße, au» statt. Um rege Beteiligung ersucht Der Torstaad. Deutscher Hoizarbeiler-Verband Den Mitgliedern zur Nachricht, daß unser Kollege, der Drechsler Karl Bendin Rheinsberger Straße 20 im Alter von 80 Jahren g«. starben ist. Ehre seine« Andenke«! Die Beerdigung findet am Sonnabend, den 3. Februar, nach. mittag»'M Uhr, von der Hall« de» Städt Friedhosei w der Müller- straße. Ecke Zeeitraße, au» statt. Um rege Beteiligung ersucht 78/7 Die OrtSdenvaltung. ZuziaiiteMcherVaiiU des 6. BerL Relebstags-Wahlkrelscs. Am 30. Januar verstarb unser Genosse, der Kassenbeamte dnlhis Hesse Schönhauser Allee 178. Ehre seinem Andenken! Die Beerdigung findet am Sonnabend, den 3. Februar, nach- mittag» 3 Uhr, von der L-ichen, balle de» städtischen Friedhofe» In FrirdrschZselde au» statt. Um rege BeteUigung ersucht 228/3 Der Vorstand. Vei'dRRililei'kiii'eBiiRBMIIteli Ortsgruppe Qro6-Berlin. Ortsgruppe Den Mitgliedern Kenntnis, daß der! tin: gefälligen follege Julius Hesse (OrtSkranlenkafle der Schneider) am 30. Januar an Herzschlag verstorben ist. Ehre seine« Andenke»! Die Beerdigung findet am Sonnabend, nachmittag» 3 Uhr. von der Leichenhalle de» Zentral« �riedhose» in FrtedrichZselde au» 47/1 vis Ortsverwaltuag. Am 30. Januar verschied plötzlich unser lieber Kollege Julius Hesse insolge eine» Herzschlage» im besten ManneSaiter. 2778b Sein offener lauterer Charakter wird ihm bei seinen Kollegen ein dauernde» Andenlen bewahren. Oie Angestellten dar Ortskrankenkasse der Schneider, Berlin. Am Dienstagabend entschlies nach kurzem schweren Leiden meine liebe Frau und herzen». gute Mutter tlise Tiiiein geb. Sauer. Die» zeigt tiefbetrübt an Hermana Thlem Rixdori, Jdealpassage 4. Die Beerdigung findet am Sonnabend, den 3. Februar, nachmMag» 3'/, Uhr, von der Leichenhalle de» Nixdorser Ge- meinde- Friedhof», Mariendorser Weg, au» statt. Am Montag, abends II1/« Uhr, folgte nach längerem Leiden unser bisheriger hochverehrter Chef Herr Geheimer Kommerzienrat Julius Pintsch | seinem erst kürzlich verstorbenen Bruder Oskar in den Tod.| Sein persönliches, liebenswürdiges Wesen hat viel zur Erhaltung des bestehenden patriarchalischen Verhältnisse» zwischen der Firma und uns beigetragen. Wir werden ihm stets ein ehrendes Andenken bewahren. Die Arbeiterschaft der Julius Pintsch Aktieneeseilschaft 2762k Berlin und Fürstenwalde. Allen Freunden und Bekannten die traurige Nachricht, daß meine liebe Frau und meine gute Mutler Klara �Viexeri geb. Hejraer am 80. Januar nach langem, schwerem Leiden verstorben ist. Die» zeigen tiesbetrübt an Hermann Wiegert und Sohn. Di« Beerdigung findet am Sonnabend, nachmittag« 2 Uhr, von der Leichenhalle de» Zentral- Frtedhose» in Frtedrichsselde au» statt. 2773b Mtatalt. VahM Neukölln. Den Parteigenossen zur Nach, rtcht, daß unser Mitglied, Frau Elise Thiem Jdeul-Passag« 4(8. Bezirk), verstorben ist. Ehr« ihre« Andenken! Die Beerdigung findet am Donnabend, den 3. Februar, nach- mittag» 3'/�lIhr, von der Leichen- Halle de» Neuköllner Gemeinde- Friedhose» am Mariendorser Weg au» statt. Um rege BeteUigung ersucht Der Vorstand. Allen Freunden und Bekannten die traurige Nachricht, daß meine inniggeliebte Frau, meine gute Mutter, unsere liebe Großmutter, Schwester, Schwägerin und Tante geb. pvepiow Februar nach langen, Leiden im 73. Lebensjahre kuiss Schubert am 1. chiveren mit der Bitte um a'nst entschiascn ist. Die»«eigen, sttlle Teilnahme, tiesbetrübt an Im Namen der Hmlerbliebenen Ed. Schubert und Sohn. Die Beerdigung findet am Sonntag, bell 4. Februar, nach- mittag» 8 Uhr, von der Leichen- halle de» Friedrich« Werderichen Kirchhose». Lergmannslr. 42—14, au» statt. 1301L Am Montag, den LS. Januar, -erstarb nach langen Leiden der Schristsetzer 2 777b KU an« KUe�Sr. Die» zeigen ttesbetrübt an Die trauernden verwandten. Die Beerdigung findet am Sonnabend, nachmittags 3'/, Uhr, aus dem neuen Mchael-Kirchhos am Mariendorser Weg statt. Danksagung. Für die herzliche Teilnahme, welche uns bei dem Ableben unsere» Ge- schästSführer» Herrn Molk Petruschke verlin, Brunn enstr. 35 von allen Seiten zugegangen find, sagen wir aus diesem Wege unseren besten Dank. 102/11 Fahrrad-Haus„Frisch auf" Offanbaeh a. M. Der Antsirhtarat. Die GeschSftsleltnng. Danksagung. Zurückgekehrt vom Grabe unsere» teuren Sntschlasenen, de» Maurer» Anton Elsemüller sagen wir allen Verwandten, Freunden, Genossen. Insbesondere dem Genoflen Lobütte für die trostreichen Worte am Grade sowie allen für die letzte Ehre, die fie chm zuteil werden keßen, unseren herzlichsten Dank. Die trauernden Hinterbliebenen. Für die aus richtige Teilnahme und ihlretchen Kranzspenden alf )er Liebe und Verehrung Zeichen bei der Beerdigung meine» inniggeltcbten Manne», unvergeßlichen Sohne». Bruder», Schwager» und Schwieger- söhne», de« Kasfierer« vom Handel»« und Trantporlarbeiter-Verband Hermarm Kartbeuscr Namen der t Dank allen und Bekannten sowie den Funktionären de» Handel»« und Transportarbeiter- Berbande», dem Handels- und Transportarbeiter- Verband, dem WahloeretnRtxdors und dem 20. Bezirk, der BerlGewerkschast»- Kommission und dem Bezirk Rixdors- Britz-Treptow, den Beisitzern de» Ge- Werbegericht» Rixdors, dem Sparvcrew ,Kute- und besonder» den Rednern für die Nachrufe am Grabe de» so srüd Entschlasenen. 2767b Rixdors, 1. Februar 1S12. Elise Karthenser. Danksagung. Für die innige Teilnahme bei der Beerdigung meine» lieben Manne» und unsere» guten Vater» Adolf Petruschke sagen wir allen reunden und Belannten unseren erzlichften Dank. 2770b Cl. Petruschke nebst«fubern. Danksagung. Für die vielen Beweise der Liebe und Teilnahme beim Begräbnisse meine» lieben Manne» und unsere» guten Vater» sagen wir dem Wahl- verein Schöneberg, dem Deutschen Metallarbetterverband, den Kollegen der Firma Kairmann sowie den Anschlägern und Einsetzern unseren lies- gesühtten Dank. Insbesondere dem Herrn KUinr für die schönen Trostworte. 276gb Frau Martha Kolbe and Kinder. Ntoffe Damentnche für elegante Kleider, Paletot» ic., Mir. 2,80, 3,50. 4,50 M. Duchlager Koeh 4 Seeland 0. m b. H. BtrlMtep.M.SSÄT Dr. Rolbschllil Arzt für Nieren-, Blasen-Leiden Potsdamer Str. 94, von der Reise zurück. Arbeitcr-Raillahrer- Riuid Solidarität Ortsgruppe Berlin. Touren zum Sonntag, de» 4. Februar: 1. Abt.: 2 Uhr: PichelSwerder (Atter Freund). 2. Abt.: Märkische» Museum. Treff- punkt: 1 Uhr: Stralauer Brücke 3 (Lehmann). Nachdem: Eick«, Schön- letnstraße 6. 3. Abt.: 12 Uhr: Fußtour durch den Grunewald. 10/10 4. Abt.: 1'/, Uhr: K-ulSdors(Ge- sellschaftShau»). 8. Abt.: 1'/, Uhr: Ravenstrtner Mühle. 6. Abt.: l'l, Uhr: Plötzensee (Brost)). 7. Abt.: 1 Uhr: Glienicke a. Nordb. (AUermann). 8. Abt.: 2 Uhr: WilhelmSaue (GeselllchastZhauS). Start an den bekannten Stellen. ffothan OTand 129 Skalttzer Str. 129. Die schönsten Rerren-Winter-PaletotsL Ulster und Anzüge ,e�-"ui°° erstklaifigi, aus Seide gearbettete Garderobe, von 4072L Kavalieren getragen, fast neu, für jede Figur passend. speziell Bauchanzüge sind in großer AuswahlftetSzu staunend W billigen Preisen zu haben. Natkan Wan 129 Skaliher Str. 129. Hochbahnstatien KetlduserTer. Bitte im eigenen Interesse auf Hausnummer zu achten. ■ I I Bekanntmachung. Mit dem heutigen Tage ist die Allgemein« OrtStrankenkaffe sür Steglitz und Dahlem mtt dem Sitze in Sieglitz WS Leben getreten. Die beteiligte» Arbeitgeber und Arbeitnehmer weisen wir ans die vom Bezirksausschuß zu Potsdam am 28. November 1S11 genehmigten Statuten vom 25. August 1911 bin. Dieselben liegen der Nummer des Blatte» bei, in dem diese Bekannt« machung erscheint. Außerdem liegen die Statute» im Ratdause zu Steglitz Zimmer 11 und im KeschästShaui« de» GutSvorstande» zu Dahlem während 14 Tagen zur Einsichtnahme au». Da» GeschäftSlokal her kranken- lasse befindet fich ta Steglitz, Martinstraße 8. 270/17 Steglitz, 29. Januar 1911. Der Gemeindevoretaad. Dr. Simmel Spezial-Arzt für Bant- and Harnleiden. Prinzensir. 41,.X5« 10—2. 8— 7. Sonntags 10— 11 2—4 Eraek Verleih Institut Frack-, GeHrock-, Smokwg-Anzüge, für jede Größe passend, w grsster Aus- laeiOllrehakiil. Friedrioftstr 1 15 La. Oranienburg. To.. __ Tel Nord 7401 [challplatten Verleih-Instttvi" ■toll— wlrh. 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Russisches Ballett. Lustspielhaus. Di« Dame» de« Regiments/ Berliner. Groß« Rosine». Sieurs Overette». Eva. Schiller O. König Heinrich. Sch«!-Charlottenvurg. Maske- rade. Friedr.. Wtlh. Schauspielhaus. Taisun. Neues. Geschlossen. Luisen. Sommerspul. Rose. DeS Meeres und der Liebe Wellen. SöniggrStzer St-ahe. Di« stuf Frankfurter. Steines. Lottchen» Geburtstag. Geich und Fanny Schier. Hocken- joS. Metrovol. Die Nacht von verktu. Driano». Da« kleine Tass. Thalia. Polnische Wirtschaft. Eustuo. Der Kamps um» Dasei«. ApoUo. Speziaiftaten. Paiiage. Sprzialttäteu. Herrufeld. Schmerzlos« Lehaudiuug. Das Kind der Firma. Reichsvallen. Stettwer Sänger. Söuigftadt-Kasino. Ei» dunkler Punkt. Spezialitäten. Wintergarte». Spezialitäten. Ansang 8*1, Uhr. FolieS(f opeice. Mandelblitth'S Polterabend. Losgelasse». Waffen» ubung. Walhalla. Teufel, da» hat eiuge- ichlagen! Noack. Dt« Bettlerin und ihr Kind. Boigt. Pfeffer- Rösel. Ansang 8'/, Uhr. ReneS Bolkstheater. grttzche«.— Der zerbrochene Krug. Belle. Allianec. Trilby. » �» Sternwarte, Invalid enftr. 57— 62. ■|........ Urania. WiBBenechaftliches Theater. 8 Uhr: Dr. Schubotz: Schilderungen von der letzten Zentral- afrika-Expedition Seiner Hoheit des Herzogs Adolf Friedr. zu Mecklenburg. Hörsaal 8 Uhr: Prof. Eckstein: Winter Im Walde. Belle-Allianee-Tbeater. 8»/, Uhr: Letztes Gastspiel Ferd. Bonn in„Trilby". Ab morgen täglich: Napoleon Bonaparte und seine Frauen. Gastsp. Bonn als Napoleon Bonaparte. 8elüner-7dealer0.�Ä Freitag, abends 8 Uhr: KOnlcr Heinrich. Sonnabend, abend» 6 Uhr: Der Probepfell. Sonntag, nachm. 3 Uhr: Der Probekandidat. Sonntag, abends 8 Uhr: Der Probepfeil. Sehiller-Thealer chV«Se#" Freitag, abend» 8 Uhr: Haakerade. Sommbend, nachm. 31/, Uhr: Prüu Friedrieb ton Hombarg, Sonnabend, abend« 8 Uhr: Emllla Galotti. Sonntag, nachm. 3 Uhr: Ilarla Stuart. Sonntag, abends 8 Ohrt Die Wildente. Berliner Theater. AbendS 8 Uhr: Große Rosinen 8 Uhr: Die§ Frankfurter. Neues Theater. Heute geschlossen.— Morgen 7*1, Uhr: Zum l. Male: Der liebe Augustin. Sonntag 3'/. Uhr: Der fidele Bauer. Theater des Westens. 8 Uhr: KoHBlschea Ballett. Kleopatra. Geist der Rose. Polowetzer Tänze. Scheherozade. Sountag 3'lt Uhr: gsatiuitzn. Luisen-Theater Ansang 8 Uhr. Ans Mangel an Beweisen. Sonnabend 4 Uhr: WaS Hanl und Liesel im Zauberwald erlebten Abends 8 Uhr: Sommerspuk, Residenz-Theater. Direktion Richard Alexander. Abend» 8 Uhr: Alles für die siirma. (Aime des komm es.) Schwank in 3 Akten von M. Hennequin u. G. Mitchell. Für die deutsche Bühne bearbeitet von Bolten-Baecker«, Morgen u. folg. Tage: Alles 1. d. Firma. Trianon-Theater. Täglich abends 8 Uhr: vas Kieme Csk6. jOSE=THEATE Grotze Frankfurter Str. 132. Abend» 8 Uhr: De« Heere» nnd der Liebe Wellen. Trauerspiel in 5 Akten v. Grillparzer. Sonnabend 4 Uhr: Eiskönig und Goldprinzeßche». 8 Uhr: Salon und Kloster. NlckpI-IMf. Abends 8 Uhr: Rauchen gestattet, vis Nacht von Berlin! Grosse JahreSreoue in 7 Bildern von Jul. Freund. Mufik von B. Holländer. In Szene gesetzt vom Dir. R. Schultz. Ab 3 Uhr: vollständig neues Program». 8 für Berliu neue Debüts! tv Uhr: Der Gipfel der«»»11 Paul Beckers daS, Original'. HEPW Nur noch bis Montag, B. Febr.: Das Kind der Firma nnd Schmerzlose Behandlung. Dlenatag, den 6. Febrnnr: Premiere der Novitäten: Wie man Muver bessert Komödie in 2 Akten von Anton nnd Donat Herrnfell nnd Der Jfansteufel Schwank in 1 Akt v. H. Pohlmann. Billetts ab heute zu haben. Passage-Theater. Sebnelder-Doneker Carl and Lotty die berühmt Eicentr.-Tänzer. Luise Schäfer V ortragskünotlerin. The Hevaldos Trappe d. best Schleuderbrett-Akrob. and d. Febr.-Olanzprogr. 14 eratkl. Spezialitäten. Das Londoner Mirakel •«r Kanne! Befreiung aus d. Wassargrab. labend! Lebend! PaklraTruppe 15 Personen in ihren religiösen SWrtyror-Prodaktlonen Wochentags 4— 7 Uhr: Lichtspiele Ohne Extra-Entree. J? Voigt-Theater. Gesundbrunnen Badstrasse 58. Freitag, den 2. Februar 1912: Pfeffer-Rösel. muspiel in b Akten. Kasseneröffnung 7, Ansang 6'l, Uhr. Mittwock, 7. Februar: Zum Benefiz fttr Baumoistor: Ein arwier Edelmann. Reichshallen-Thealer. Stettiner Sänger. Neu t Ken! Pantoffel-Helden. Burleske v Reichardt. Anfang 8 Uhr. Sonntag 7 Uhr. „ci�ou" Berliner Konzerts Haus. Hanerstr. 82 Zirnrnerstr. 90(91. Zillerthaler nnd Tegernseer Singer, Plattler n. Jodler! Anstich von 8 Königtbräu, dem köstlichsten aller MQnchener Doppelbiere. Anfang 8 Uhr. Anfang 8 Uhr. An allen Wochentagen naohmittags: . Gr. Promenaden-Konzert bei freiem Eintritt. Großes Konzert u. Brauerei Friedrichshain am Kttnlgstor. Größte Sehenswürdigkeit Berlins. Heute Freitag: Elite>Tag. Gratisverteilg. von 200 Wertgegenständen, j Größter Bock-Jubel u. Trubel. Auf der Alm.| Die berühmtesten Festwirte Ehren gruber und Welnzlerl. 4 Kapellen. 100 Oberhayem. I Anfang 8 Uhr. Entree 80 Pf. Passierkarten haben volle Gültigkeit j Tage-Rennen im SportePalast 3.-9. Februar. Alleiniger Vorverkauf Theaterkassen und Filialen. bei A. 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Februar abends l'h Uhr Prolog: gesprochen von Josef Giampietro vom Metropol-Theater und HofBchauspielor Schmidthflßler Der Billettverkauf zur Eröffnungs-Vorstellung beginnt ab Sonnabend 10 Uhr morgens an den Theaterkassen Telephonische Billettbestellungen können nicht berücksichtigt werden Von Sonntag, den 4. Februar ab täglich Vorstellung von 4-11 Uhr Preise der Plätze: 75 Pf., 1.00, 1.25, 1.50, 2.0«, Logen 3.00 M. -,■■. Wochentags 30 PI. Entree. SoiintagS s0 pf. Zirkus Bnscli| Heute abend 7'/, Uhr: HroBc Galavorztellnng.| Zum I.Male in Deutschland! j Forts, der großen japanischen| Ringkümpio! 80 Teilnehmer der hosten! japanischen Ringerklasse 80.| Nähere Einzelheiten Uber den[ Ringkampf und die Teilnehmer;; tm Programm. Clown Armand« mit seinen dressierten Tieren. Daa boxende Känguruh 1 Um S1/, Uhr: Gastsp. Gertrudi Arnold: Die Hexe. Torher das gr. Galaprogramm. 1 arrasam Telephon: Nord 4100. 1 Abends T'/i Uhr: Das berühmte, echte Oircns- Programm. Sonnabend nnd Sonntag 8 Uhr und 7lL Uhr: | Zwei Vorstellungen Naohmittags zahlen Kinder auf allen Plätzen, Militärs bis zum Feldwebel auf allen Sitzplätzen halbe Preise. Vorverkauf a. d. Oircus- kasse nnd an sämtlichen Bülettverkanfsstellen von A. Wertheim. Galerie 40 Pf., III. Platz I 70 Pf., II. Platz 1,80 M., ma I. Platz 2 ML, Parkett WM 3 M., Loge 4 M. WW Roacks Theater. Dtrektton: Robert Dill. verlin N., Brunnenstrasse 16. Die Kettlenn und ihr Kind. Schauspiel in 5 Akten von Meissner. Ansang 8'/, Uhr. Bon» usw. gültig. Morgen: Dieselbe Borstellung. Casino-Theater Lothringer Str. 37. Ansang 8 Uhr Der größte Dheaterersolg! Täglich auSoerkaust. Der Kampf ums Dasein. Aktuell I Dem heutigen Leben ent- nommen.— Sonntag nachm. 3�, Uhr: Der selige HollschinSky. RSnigstadt-Kasino. SckeHolzmartt- u. Nlexanderstrasse Täglich Barietö Und Theater. Bom 1.— 1«. Februar Riesruprogramm. In jeder Vorstellung: O Bn llnnlilss pnntt. O Burleske mit Gesang in 2 Bildern. Polles Capriee. Täglich 8lU Uhr: Losgelassen. Waffen Übung. MaudeldlüthS Polterabend. �dmü�bpalosif Am Bebobcck IttodndiUftzMcS K i s- A r e n». Nachmittags: HUIltttr• Konzert. Konstlaof• Prodnktlonen. Abends die Novitäten; Tänze a. d. Eise, Rheinländer, Russisch, EngL, Alt- Wiener Walzer und I Die kleine Charlotte.! Der norwegische Meisterl Harry Panlscn sowie d. prächt. Eisballett| Alpenzanber. Bis 6 Uhr und von lO*/« I Uhr halbe Kassenpreise. J Restaoraat l. Ranges. Deutscher Dauarbetteruerbaud. Iwkigvtrem Kerlw. Sektion der Pnher. Aoktung! Putzer, Aoktung! Sonntag, den 4. Februar, vormittags 10'/, Uhr, bei Dräsel, Nene Friedrichstr. 36: MgUeüerverssmmwng. Tagesordnung: 1. Bortrag über das GewerbegerichtSverfahren. Referent: Arbeitersekretär Ad. Ritter. 2. Aufstellung und Diskussion über die Kandidaten zum Sektionsvorstand für das Jahr 1912/13. 3. Wahl eines Wahlkomitees und Verschiedenes. BW Hinsichtlich der wichtigen Tagesordnung ist es Pflicht jeden Mtgliede», pünktlich in dieser Versammlung zu erscheinen. 106114__ Die artllehe Terwaltwng, Deutscher Metallarbeiter- Verband. ----- Terwaltnngflstclle Berlin. Arbeitsnachweis: Hof I. Amt Norden, 1233. EharltSstr. 3. Hanptbureau: Hof Hl. Amt Norde», 1387. Achtung! SvKlDSSSI'! Achtung! Sonlltag, 4. Februar, vom. 10 Ahr, in der Iranern Friedrichshain,'"" �SeÄ1":16'83' Branchenversammlung der Schlosser Berlins u.Uing. Tagesordnung: 1. Bericht der Tarifkommisfio«. 2. DiSknsfion. Kolleg« l Da in dieser Versammlung über unsere Tarisvorlage Befthlutz gefaßt wird, ist et Pflicht eine» jede» Kollegen, in dieser Versammlung zu erscheinen. Sorgen Sie alle für einen zahlreichen Besuch dieser Ber- sommlong. Keiner von Ihnen darf sehlen, damit ein jeder uMerrichtet ist. 111/1« Ohne Mitgliedsbuch kri« Zutritt: ZentrsMsnl! der Dachdecker Terwaltancastelle Berlin. Sonntag, den 4. Februar, vormittags 10 Uhr, = im Gewerkschaftshause, Engelufer IS, Saal 3:= Versammlung der Dachdeckerhilfsariieiter. Tagesordnung: 1. Bericht der Delegierten vom Gautage. 2. VerbmtdSangelegen- Helten. St/3 9W Pflicht aller SerufSgenossen ist et, in dieser äußerst wichtigen Versammlung zu erscheinen. Der Borstand. Die OrtaTerwaltanc. r mm Verwaltung Berlin. Heute, Freitag, aieudS 81', Uhr, im Gewerkschaftshause, Engel- »ser 14/15, Saal 4(Arbeitslosensaal,: Stt-ung der Orlsverwaltung. Achtung! LehrlwgeujugendltcheArbeiter der Holzindustrie! Sountagnachmtttog von 3—8 Uhr abends ist der Srbeitsloseuiaal im GewerkschastShause, Engeluser 14/1S, als Lesesaal für die Lehrlinge und jugendlichen Arbeiter geöffnet. Sämtliche Bücher und Zeitschriften der Algendbibliothek liegen zur freien Benutzung aus. Auch stehen de» Besuchern Unterhaltungsspiele zur Verfügung. Die WerkstattverttauenSmäuner werden gebeten, die Lehrliage auf den Besuch deS Lesesaales aufmerksam zu machen. 78/6 Verband der Lederarbeiter »»»»—» Filiale Berlin I.—— Souutag, ben 4. Februar, vormittags 10 Uhr, Prmzeuallee 33: � Versammlung. � Tagesordnung: 1. Lohnbewegungen. 2. Vereinsangelegenhette». BW Die Wichtigkeit der Tagesordnung bedingt, daß jeder Sollege zur Stelle ist. 143/3 Ber Foratand. DeutkHer Bauarbeiter'Verband. Zweig/verein Berlin. Sektion der Kunftftcinvcrfctzcr Montag, den 6. Februar, abends 8 Uhr- �ektlonsversammlnn g im Saal 10 des Gewerkschaftshauses. Engeluser Nr. IS. Tagesordnung: 1. Jahresbericht. 2. Neuwahl des S-ktionSvorstandeS. 3. Verschiedenes. Vollzähliges Erscheinen aller ScktionSangehöngen erwartet Der Obmann. ZmicuIittcM der MeslhiMcu»a Heim sowie öerufsgeoosseo Deutslhlnuds =s=s= Berwaltttttgsstelle Berlin. Sonntag, den 4. Februar, pünktlich mittags 1'/, Uhr: BW" Außerordentliche"WS General-Versammlung i« den Arminhallen, Kommaudantenstr. 58—59. Tagesordnung: Bericht von der Gaukonserenz in Wittenberg.— Berawng und Beschluß- jasjung der Anträge zum BerbandStage in München. i. Mitgliedsbuch legitimiert!■, ,■ Die Mitglieder der Zahlstelle Berlin werden dringend ersucht, zu dieser Versammlung zu erscheine». Die Vernaltnne. Nene lerliner Genossenschasts-Iiickerti. (Eingeschriebene Genossenschaft mit beichränkter Hastpflicht.) «einickendorf-Ost. Wiltestr.«2. Sonnabend, den 17. Februar 1912, abends 9 llhr: Ordentliche General-Versammlung im Versammlungszimmer der Bäckerei. Tagesordnung: 1. Bericht des Vorstandes und Auf« fichtsrateS. 2. Vorlegung der Bilanz und Beschlußfassung über dieselbe. 3. Neuwahl des Vorstandes und Auf- sichtSrates. 4. Statutenänderung. S. Anträge,«. Verschiedenes. Me Bilanz liegt den Genoffen im Kontor der Bäckerei zur Einsicht aus. 102/8 Der Vorstand. Schluß Sonntag.— Sonntag nur von 12— 2 geöffnet. Aeußerst gunstige Kaufgelegenheit für neueste Frühjahrs-Anzüge zu besonders billigen Preisenl | Hervorragende Leistungen\ unserer Kleider-Werke i Serie I Herren-Sakkoanzüge 1- and 2 refhig. Modernste Cheviots and Kammgarne für jeden Geschmack.......... nur M. Serie II Herren-Sakkoanzüge 1- u. 2 reihig. Englische Muster und vorzügliche Verarbeitung aar M. Baer�ohn 25 34 Kleider-Werke □ Deutschlands größte Fabrik dieser Art Chausseestraße 29-30. 11 Brücken straße II = Schöneberg, Hauptstr. 10 jegKchct Naehdrock' in Gr. Frankfurter Straße 20 Der Haupt-Katalog Nr. ss(Lestte Moden) kostenfrei Verband der Jtfaler, Caekierer, Anstreicher etc. Bureau: Melchiorftr. 28, Part, ll!!!»!» vooliu Arbeitsnachweis: Rückerstr. S, Fernspr.: Ami Morttzplatz, 4787. I llllllv llol IUI. Fernspr.: Amt Norden, 8708. Heute Freitag, den S. Februar, abends 8 Uhr: im In l ■i/i im Englischen Garte«, Alexanderstr. 27c. Tagesordnung: l. Bericht und Neuwahl der Branchenletwug. 2. Verbandsangelegenheiten. MitgltedSduch legitimiert: Wir erwatten, daß die Kollegen vollzählig erscheinen. 127/2_ WO tV»ONN\ Zrituugs Ausgabestelle»� und Inferaten-Annahme. Z?enti-Uii»: Alltert H a b n i f ch. Auguststr. SO, Eingang Joachtmsteaß«. «. HS'ahlhi-olu, W.: Gust. Schmidt, Kirchbachstr. 14, Hochvarterre. , L. und 81V.: Hermann Werner, Gneis enaustr. 72. 3. HVahlhi-«!»: St. Fritz, Prinzenstr. 3t. Hos rechts pari. 4. tVahlkreiu: Dften; Robett WengelS. Gr. Franlfutterstr. 1«. — Richard H a ck e I b u f ch, Petersburgerplatz 4(Laden). 3. Wahlhrcl». Südosten: Paul Böbm. Laufltzerplatz 14/13. 3. tVaUlIii-el«: Leo Zucht, Jmmanuelkirchftr. 12(Hof). «. tb alillli-vl»(Zloaklt): Karl Ander». Salzwedelerstr.». SH'eddlnx I. H ö n i I ch. Nazarethkirchstraße 49. B<»»«ntl»al«i- und Di-anlenkni-zx«»' Vorstadt! Gsthelm Baumann, RheinSbergersrr. 87, Laden. (SoBOiHlkrannoii: F. Trapp. Stettinerstr. 10. i8«-livnlianN«r Vorstadt: Karl MarS, Gretfenhagen« Str. 27. �dl«-r>»l>or: Karl Schwarzlose, Hofftnannftr. 9. �It-t»llenleUe: Wilhelm Dürre, Köpenickeritr. 8. Baoniseliolona ojr: H. Hornig, Marientbalerstr. IS, I. Bernau, Köntgontal. Zepernick. Schönow und BekBn- brück: Hemrich Brost, Mühlenstr. 8. Laden. Bohnsdorf und Falkcnberf: Alois Laos, Bohnsdorf, Ge» noffenschastShauS.Paradies». Ohnrlottenhiirjx: Gustav Scharnberg, SeienHednerstwch» t klchwalde: OSkar Mahle, Stubenrauchstr. 99. Erkner: Ernst Hoffmann, Friedrichshagener Ehauste«. Eredersdorf-Deteroha�en: E. Hölelbarth, PeterShogen. Erleden»n-d»texlltr-!8Udende-t>!rt.L-I-lehterfeldo-Eaak- wlt»: H. B e r n i e e, Aisenitr. 5 in Steglitz. .....— nn, Ki Erlcdrlcht>hagen: Ernst W e r k m a: Köpenick« Straß« 13 Mutter wid Kinder kennen die Vorzüge von PalnUn(Pflanzenfett) und Palmona(Pflanzen.Bnttcr. Margarine) als Speifefctt und als Brotaufftrid). 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S. sti o« awes: Wilhelm I a v v e, Friedrichstr. 7. Dhcr-wehöneweide: Alfred Bader, WilbelminenHosstr. 17 U. Eankorv-Xledersehönlinnsen: Ritz mann, Müdlenstr. 30. h Uelnlckcndorf- Ost, Wilhcliusruh und&>ctaönhol>: P. G ur s ch, Provinzstr. 56, Laden. Btx dorf: M. Heinrich, Neckarstr. 2, im Laden Rohr, Siegfried» strage 28/29. RnRinielsbarj», Boxhagen:A. Rosenkranz, Alt-Voxbagen 56. hchöneberg: Wilbelm«aumler, Martin Lulhrrstr.«9. im Laden. Spandau, Vonnendanun, Staaken, Seegefeld und Ealkenhagen: Koppen, Breiteslr. 64. Teeel, Uorsiewalde, SS'Utenaa, Waldmann»last, llornittdorf und Heinlckendorf- tiVest: Paul Kteuast, Borsigwalde, Räujchslratze 10. Teltow: Wilhelm B o n o w, Teltow, Berliner Str. 18. Tcmpelhof: Frantz, Berliner S trotze 76, Laden. Treptow: Rod. Gramenz, Riesholzslratze 412, Laven. SV elllensee: K. Fuhrmann, sedanitr. 108, patterre. Sd Ilinersdorf-Balensee-Sohniarwendorf: Paul Schubert, WiHelmSaue 26. Reuthen, Blersdorf: Ernst Hüttig. Zeuthen. Dorsstr. 18. Sämtlich« PatteMleratur sowie alle wisienschasllicheu Lette werden gellesert. Ermtldea LI« loiedt, baden Sie Lebmorroa I � � � in der Hacke, im Mittelfuss, am Ballen, anf der Lobte?— so wenden Sie sich an daa einzige Spezials-eaeH&ft: Berlin W. 19. Fusa-Heil'EinlaBen-Manufaktur Heu�WhrterJeWiirnli�SjjahejniterJtliMat�� Verantwortlicher Siedafteur: Albert Wachs. iSerlcn. Für den 2»jercUe»teÜ veilantw.: Th. Glocke. Berlin. Drud u. Verlag: L/orwattS Luchvrudere, u. Lerlagsanstalt Paul Singer n. Es, SerUo StzV. -->»« KeilGt Ks.Amiilts" Knlim WIlisdlÄ.»-»-»w-« Flugblattverbreitung für Berlin und größere Vororte findet heute Freitag, den A. Februar, abends 7 Uhr von den bekannten Stellen ans ftatt. Partei-)Znge1egenkeiten. Charlottenburg. Sonntag, den 4, Februar, früh 8 Uhr: Flugblattverbreitung von den Bezirkslokalen aus. Steglitz. Die Flugblattverbrcitung findet nicht beute Freitag, sondern Sonntag, den 4. Februar, vor» mittags 10 Uhr von den Bezirkslokalen aus statt. Treptow-Baumschulenweg. Heute abend 7'/» Uhr: Flugblatt- Verbreitung von sämtlichen Bezirkslokalen aus.* Der Vorstand. Adlershof. Am Sonntag, den 4. Februar, vorinittags 8 Uhr, vom»Jugendheim?, Bismarckstraße 11, aus: Wichtige Flugblatt- Verbreitung. Britz. Heute Freitagabend 8 Uhr: Flugblattverbreitung von den Bezirkslokalen aus. Pankow. Heute abend V28 Uhr: Flugblattverbreitung von den bekannten Stellen aus. Die Bezirksleitung. Marieineldc. Am Sonntag, den 4. Februar, nachmittags 3 Uhr bei Schuster, Kirchstr. 08: Generalversammlung des Wahl- Vereins. Tagesordnung: 1. Vortrag des Genossen Karl Kali- nowski:„Die sozialen Zustände im alten Rom vor seinem Unter- gang." 2. Diskussion. 3. Bericht des Vorstandes und Wäbl der Delegierten zur Kreis-Generalversammlung solvic zu Grotz-Berlin. Reinickendorf- Ost und West. Heute abend vdn 7 Uhr ab: Flugblattverbreituug. Am Sonntag findet eine Haus- agitation statt. Der Borstand. Nieder-Schönhauscn-Nordcnd. Heute Freitag 7 Uhr abends: Flugblattverbreitung von den bekannten Stellen aus. Franz.-Buchholz. Heute Freitag, den 2. Februar, abends 7'/z Uhr: Flugblattverbreitung im ganzen Bezirk. Sonntag, den 4. Februar, vormittags lOVz Uhr ab: Hausagitation. Staaken. Sonntag, den 4. Februar, nachmittags 3 Uhr, arrangiert der hiesige Wahlvereiu in Gnädigs Gasthof eine Siegesfeier unter Mitwirkung des Gesangvereins.Männcrchor Moabit" und deS Tamboricaklubs„Edelweiß". Die Festrede hält Reichstagsabgeord- neter Dr. K. Liebknecht. Nachdem Ball. Wir bitten die Span- dauer und Seegeselder Genossen, diese Feier recht zahlreich zu be- suchen._ Das Komitee. Berliner JVaebriebten� Die Stadtverordnetenversammluitg hatte gestern endgültig zu beschließen über das Projekt der Schnellbassn Gefundbr-unneu— Rixdorf, deren Bau lind Betrieb der A l l g c in e i u c u E l c k- trizitäts-Gescllfchaft überlassen werden soll. Tic sozialdemokratische Fraktion machte aufs neue den Versuch, zu verhüten, daß hier wieder einer privaten Erwerbsgescll- schaft dieses für das Verkehrswesen Berlin? so wichtige Unter- nehmen auf drei Menschenalter überlassen wird. Genosse H e i m a n u begründete die Notwendigkeit und Möglichkeit der Ausführung durch die Ge m e i n d e in einer Rede, die noch einmal die ganze Verkehrspolitik der Stadt be- leuchtete. Er erinnerte an die schlimmen Erfahrungen, die Berlin mit den das Verkehrswesen beherrschenden Gesell- schatten geniacht hat. Aber die freisinnige Mehrheit hatte nicht Lust, sich auf große Debatten einzulassen. Nach einer kurzen Erwiderung des Stadtverordneten I a c 0 b i, der dem Freisinn in Verkehrsfragen allemal als der„richtige Mann" gilt, wurde der Antrag unserer Genossen, der der Ge- m e i n d e den Bau und Betrieb der geplanten Schnellbahn als Aufgabe zuwies, abgelehnt. Sodann wurde in der Gesamtabstimimmg der ganze Vertrag mit den vom Ausschuß vorgeschlagenen Aenderungen angenommen. Gegen ihn stimmte die sozialdemokratische Fraktion. Um die Frage der Neubesetzung des Stadtrat- p 0 st e n s, der durch Stadtrat Böhms Tod frei geworden ist, entbrannte ein heftiger Redekampf, weil bei dieser Gelegen- heit der berechtigte Wunsch, das Magistratskollegium um die schätzenswerte Kraft eines Stadt medizinalrats zu bereichern, von neuem vorgebracht wurde. Als Stadtver- ordneter Körte diese alte Forderung begründete, wurde Oberbürgermeister K i r s ch n e r nervös und wehrte sich gegen den dem Magistrat zugedachten ärztlichen Fachmann mit der eigensinnigen Hartnäckigkeit, die er in dieser Frage schon früher gezeigt hat. Herrn Körtes Meinung, daß der Magistrat einen tüchtigen Medicus in seiner Mitte sehr gut brauchen und Vdfür einen Juristen opfern könne, wurde von Herrn Kirschner als„K ü h n h e i t" bezeichnet. Soll's eine„Kühnheit" sein, den übrigen Juristen im Ma- gistrat ein ausreichendes Quantum Weisheit zuzutrauen? Daß Berlin einen Stadtmedizinalrat nötig hat, wies auch Genosse Wehl nach. Nach langem hin und her endete die Debatte mit der Annahme des den Stadtmedizinalrat fordernden Antrages Körte. Der Ausschuß, der die Wahl vorzubereiten hat, wird sich darüber schlüssig zu machen haben. Eine scheinbar sehr geringfügige Angelegenheit, die vom Magistrat beantragte Z u f a m m c n l e g u n g mehrerer A r in c n k 0 nc in i s s i 0 n e n, führte zu einer sehr erregten Aussprache. Genosse Hoff mann fragte an, warum dabei ausgerechnet die Kommission 81a aufgelöst und ihre Teile den benachbarten Kommissionen zugeschlagen werden sollen. Sie ist diejenige Kommission, die vor Jahren dadurch berühmt ge- worden ist, daß in ihr sitzende bürgerliche Herren sich gegen das Zusammenarbeiten mit einigen neu gewählten, zur Sozialdemokratie gehörenden Mitgliedern wehrten und auch die Hinzuziehung von Frauen als unerwünschte Neuerung empfanden. In diese Kommission wurde dann, nachdem die hitrgerlichen- Protestler ihre Aernter niedergelegt hatten, ein Sozialdemokrat nach dem dem anderen hineingewählt, und schließlich wurde sogar einer Frau, der Genossin Gerndt, das Amt des Vorstehers übertragen. Die Angriffe, die Genosse Hoffmann wegen der Absicht, gerade diese Kommission auf- zulösen, gegen die Arnipndircktion richtete, scheuchten auch mal den jetzigen Chef des Armenwesens. den Stadtrat K a- lisch, aus seinem Schlummerstuhl auf. Genosse Hoff- mann und mit ihm die Genossen Hintze und Dupont machten trotz allen Erklärungen des Herrn Stadtrats und semer Leute kein Geheimnis aus ihrer Meinung über den Zweck der Aufteilung dieser Kommission. In einem Aus' s ch u ß soll weiter darüber verhandelt werden. Die Stärke der Gruppen i« der Berliner Stadtverordnetenversammlung ist folgende: Die Fraktion der alten Linken zählt 55 Mitglieder, die sozialdemokratische 43, die Freie Fraktion 30 und die Neue Linke 16 Mitglieder. Früher bestand noch eine fortschrittliche Gruppe, die sich aber nicht halten konnte. Die letzten vier Mitglieder sind der Freien Fraktion beigetreten, die verstärkt wurde durch den Hinzutritt von einigen Mitgliedern der alten Linken, die erklärten, nicht länger unter der Casselschen Herrschaft bleiben zu»vollen Trotz einiger Nuancen sind die bürgerlichen Gruppen nach ihrer Meinung alle liberal. Freistellen an Realschulen. Aus dem Rathause wird berichtet In den Jahren 1005—1011 sind durchschnittlich 70 Proz. aller Schüler der städtischen Realschulen ehemalige Gemeindeschüler ge Wesen. Davon hatten in den Realschulen ehemalige GemeindeschiUcr Freistellen in den Klassen IV 8,35 Proz., III 12,47 Proz., II 15,00 Proz., I 18,80 Proz. Bisher erhielten 10 Proz. der Knaben in den Klassen IV— I Freischule. Außerdem kamen die an den Voll- anstalten ersparten Freistellen den Realschülern zugute, so daß tatsächlich über 13 Proz. dieser Schüler unentgeltlichen Unterricht erkielten. Die Klassen VI und V der Realschulen kommen hierbei nicht in Betracht, weil in diesen Klassen nur Elementarunterricht erteilt wird und daher Freistellen nicht verlieben werden. Um einer noch größeren Zahl würdiger und bedürftiger Schüler der Ge meindeschulen die Wohltat des unentgeltlichen Besuches der Real- schulen zu gewähren, wird beabsichtigt, die Zahl der Freistellen an den Realschulen von 10 auf 12 Proz. zu erhöhen. Schwere der Postkarte und Strafporto. Ein Leser unsere? Blattes sendet uns eine aus Stolp zugegangene Ansichtspostkarte, für die er, obgleich sie mit einer Fünfpfennigmarke frankiert war, 15 Pfennig Strafporto zahlen mußte. Als Grund zu dieser Maßnahme fand sich auf der Karte der Vermerk:„Zu schwer I" ES wird vielen Leuten nicht in den Kopf wollen, daß man für eine frankierte Karte Straf- Porto zahlen muß. weil sie„zu schwer" ist. Und doch ist dem so Aach den Vorschriften der Postverwaltung dürfen Postkarten, die in der Privatindustric hergestellt worden sind, das Doppelte deS Gewichts der amtlich ausgegebenen Postkarten nicht überschreiten. Die uns vorliegende Karte überschreitet das zulässige Gewicht. Die Privatindustric sollte sich bei Herstellung von Ansichtskarten an die postalischen Bcstimmniigen kehren, damit dem Publikum Acrgcr und Kosten erspart bleiben.__ Ei» Borortzug in eine Kolonne hineingefahren. Ein folgenschweres Unglück, wobei eine Person tödlich und eine zweite lebensgefährlich verletzt wurden, hat sich gestern morgen in der siebenten Stunde am Bahnhof Gesundbrunnen ereignet. Au der nördlichen Vorortstrecke in der Nähe des Verbinders hatte eine Kolonne von Streckenarbeitern den Schnee, der sich infolge der Vcrwehungen auf den Schienen angesamniclt, gefegt. Es herrschte in jener Stunde noch starker Nebel, so daß die Arbeiter mit der größten Vorsicht zu Werke gehen mußten. Als nun von dem Bahnhof Gesundbrunnen ein Vorortzug herangcbraust kam. traten die Leute beiseite, um nach dem Nebengleis hinüber zu gehen und den Zug vorüber zu lassen. In diesem Augenblick kam aber auch aus der anderen Richtung von Wittenau her ein Vorortzug herangefahrcn. Diesen vermochten die Arbeiter bei dem Nebel nicht früh genug zu sehen, so daß es zu einer Katastrophe kommen sollte. Einigen der Gefährdeten gelang es noch, zurückzuspringen, doch wurden drei von ihnen von der Lokomotive erfaßt. Die Maschine war direkt in die Leute hineingefahren und richtete sie schrecklich zu. Gut davon kommen sollte nur einer der Verunglückten, der äußere Hautabschürfungen davontrug. Dagegen wurde der 24jährige Streckenarbeiter Fritz Lemke, Swinemündcr Str. 72 wohnhaft, furcht- bar verstümmelt. Dem Aermsten wurde der linke Fuß vollständig abgefahren, die Beine und Arme gebrochen und der Schädel ein- gedrückt. Schwer verletzt wurde ferner der gleichaltrige Strecken arbeiter Karl Jordan, ebenfalls Swinemünder Str. 72 wohnhaft. I. erlitt einen komplizierten Schädelbruch sowie Verletzungen im Ge ficht. Nur noch schwache Lebenszeichen von sich gebend wurde L. nach dein Virchow-Krankenhaus gebracht, wo er bald nach der Ein- lieferung starb. Auch I. fand in dem Krankenhause Aufnahlne Sein Zustand gibt gleichfalls zu den größlen Besorgnissen Anlaß. Ob an dem Unglück einer dritten Person eine Schuld bei zumessen ist, wird die eingeleitete Untersuchung ergeben. ES ist eher anzunehmen, daß die Katastrophe allein dem starken Nebel, der den Leuten die Aussicht fast gänzlich versperrte, zuzuschreiben ist. Die Leiche deS L. ist von der Polizei beschlagnahmt worden. Der Lokomotivführer wurde sofort einem Verhör unterzogen, in welchem er angab, daß er durch die Rauchentwickelung des ihm entgegen kommenden Zuges und durch den morgens herrschenden Nebel am Sehen behindert worden sei, so daß er den Unfall nicht verhüten konnte._ Wenn Lehrer prügeln, so haben sie mindestens zu verhüten, daß der geprügelte Schüler eine Gesundhcitsschädigung erleidet. Kommt es bei einer Prügclexekntion z» einer Verletzung, die über den Zweck der Züchtigung hinausgeht, so fällt die Verantwortung dem Lehrer zur Last. Oder vielmehr: sie sollte ihm zur Last fallen— meinen die Eltern. Lehrer sind meist anderer Meinung. Sie lehnen in der Regel die Verantwortung für nichtgcwollte Wirkungen ihres Stockes ab, und leider stimmen nur zu oft nicht nur ihre Vorgesetzten ihnen hierin bei, sondern auch Gerichte. Das Ergebnis ist, daß nicht der prügelnde Lehrer, sondern das geprügelte Kind verantwortlich zu inachen sei für Verletzungen, die entstanden sind. Das Kind hat schuld, weil es nicht nach Vorschrift still hielt; der Lehrer aber ist schuldlos, denn er hat das �nicht vor- aussehen können. So sagen Leute, die„etwas von der Sache ver- stehen": Lehrer und Lehrerinnen, Schulinspektorcn, Richter. Manche Eltern vermögen es auch dann noch nicht zu fassen, daß ein Pädagoge, der das Prügelrccht hat und gebraucht, nicht nötig haben soll, sich alle möglichen Folgen klar zu machen. Auch die S ch u l d e p u t a t i 0 n der Stadt Berlin ist der An- ficht, daß ein prügelnder Lehrer nicht zu wissen braucht, wie ge- prügelt,: Kinder sich während einer Prügelexekution zu benehmen pflegen. Einen von diesem Gesichtspunkte ausgehenden Bescheid hat sie einem Vater gegeben, der ihr eine Beschwerde gegen einen an der 100. Gemein dcschulc iStephanstraßej tätigen Lehrer cingereicbt fjatJe, weil dieser in Klasse III-M. dem Sobn des Beschwerdeführers einen Finger� mit seinem R 0 h r st 0 ck verletzt hatte. Die Verletzung irar entstanden, während der Lehrer dem Jungen einige Stockhiebe über das Gesäß gab. Die Schuldcputation antwortete dem Bater folgendes: „Nach dem Bericht des Herrn Domaszewski und de? Herrn Rektor Hoffmann hat Herr Domaszewski leider, als er Ihren Sohn aus berechtigten Gründen züchtigte, auch die Hand des Knaben verletzt. Doch hat der Knabe offenbar selbst schuld, da er die Hand hingehalten hat, als der Lehrer den Schlag nicht mehr aushalten konnte. Das ist bedauerlich, die Schuld trifft aber allein den Knaben selbst." Aus dem Wortlaut dieses Bescheides kann geschlossen werden, daß die Schuldcputation sich lediglich auf die Angaben des Lehrers Domaszewski und des Rektors Hoffmann stützt. � Das entspräche auch dem Verfahren, das die Schuldeputation bei solchen Unter- suchungen leider als zulässig ansieht. Wir selber haben nichts dar- über zu ermitteln vermocht, daß auch der geprügelte Knabe oder Mit- schüler von ihm über den Sachverhalt befragt worden seien. Sollte das aber geschehen sein, so müssen wir annehmen, daß die Be- sragung nicht sehr eindringend gewesen sein kann. Unsere eigenen Ermittelungen haben ergeben, daß Lehrer Domaszewski jenen Schüler bei der Züchtigung genötigt hat, sich über die Tischplatte zu bücken und dabei rnitbciden Händen den Hosenboden zu fassen und st raff zu ziehen. Man versichert uns, dieses Verfahren sei bei Herrn Domaszewski überhaupt üblich. Wir verstehen nun nicht, wie unter solchen Umständen die Schuldepu- tation antworten konnte, daß„der Knabe offenbar selbst schuld" habe. Ist das die Meinung der Schuldeputation, obwohl sie weiß, daß der Junge bei der Prügelei die Hände an die Hosen legen mußte? Oder hat sie dem Vater die oben wiedergegebene A»t- wort erteilt, ohne über diesen Sachverbalt sich unterrichtet zu haben? So oder so, in jedem Fall muß der Bescheid der Schuldeputation allen Eltern zu denken geben. Der Vater hat sich an uns erst gewandt, nachdem er diesen durchaus unbefriedigenden Bescheid erhalten hatte. Er hätte nicht mal die Sckuldeputation angerufen, wenn Herr Domaszewski ihm gegenüber sich entschuldigt hätte. Rektor Hoffmann sagte dem Vater, man könne doch nicht„Abbitte" von dem Lehrer fordern; sein Verhalten erkläre sich übrigens— so verstand der Vater— ans Ueberlastung. Wenn der erst 30jährige Lehrer DomaszewcSki etwa sich wirklich überlastet fühlt, so sollte die Schuldeputation einmal untersuchen, woran das liegt. Und wenn er als prügelnder Lehrer nicht weiß, daß bei Schlägen auf das Gesäß eine die Hosen haltende Hand die geschlagene Stelle zu schützen suchen wird, so sollten seine Vorgesetzten ihm das sagen. Aus der Ausfassung, daß ein Lehrer für die unge- wollten Wirkungen seines Stockes nicht ein zu- st e h c n brauche, müßte für die Lehrerschaft und für die Schul- behörden sich die Schlußfolgerung ergeben, daß aufdaSPrügcl- r c ch t, in Anbetracht seiner Gefahren für die Kinder, am besten überhaupt zu verzichten fei. Wir möchten hier auf ein Vorkommiiis hinweisen, das sehr viel schlimmer als das oben geschilderte verlaufen ist und allen Pädagogen in Schule und Haus als ernste Warnung dienen kann. Ein Berliner Gemcindcschullehrcr hat vor einiger Zeit mit einem Schlag, den er nach dem Rücken eines 10jährigen Mädchens führte, den Nacken getroffen, da das Mädchen dem Schlag ausweichen wollte. Die Folge war eine N e r v e n I ä h m u n g, die eine langwierige ärzt- liche Behandlung nötig macht. Es ist die„Pädagogische Zeitung", der wir diese Mitteilung entnehmen. Sie berichtet über den Fall, weil diesmal ein Schul- inspektor und auch ein Schularzt dem Lehrer amtlich erklärt haben, er sei unbedingt schadenersatzpflichtig. Da der Lehrer daraufhin dem Vater sofort ein Zahlungsversprechen gegeben Hot, so will die„Pädagogische Zeitung" öffentlich feststellen, daß die Ansicht jenes Schnlinspcktors unhaltbar fei. Wir lesen da:„Gewiß wird sie für viele Fälle zutreffen, aber allgemeine Geltung kann sie nicht beanspruchen. Da der Lehrer zu einer Züchtigung berechtigt ist, prüft das Gericht in jedem Falle, in dem ein Schlag an einer Stelle Schaden angestiftet hat, die nicht getroffen werden sollte, ob den Lehrer dabei ein Verschulden trifft. Wird dies« Frage verneint, so erfolgt nicht nur Freisprechung im Strafverfahren, sondern auch Abweisung aller Schadenansprüche." In dem Lehrcrblatt wird das Vorkommnis besprochen, um vor einer„übereilten Zusage des Ersatzes aller Kurkosten" zu warnen. Von einer Warnung anderer Art sagt die.Pädagogische Zeitung"— nichts._ KindeSmißhandlung ivird einer im Hause Wittstocker Str. 3 wohnenden Frau Jahn vorgeworfen, die den unehelich geborenen Sohn einer Arbeiterin in Pflege gehabt hat. Daß Frau Jahn den vierjährigen Knaben stark prügelte, war im Hause aufgefallen. In der vorigen Woche wurde gegen diese Erziehungsmethode die Polizei angerufen, auf deren Rat dann die Mutter das Kind einem Arzt vorstellte. Die Dkutter hatte an dem Körper des Knaben die Spuren der erlittenen Schläge gesehen, als sie bei Gelegenheit eines Besuches ihm eine felbstgesertcgtc Hose anprobierte. Sie nahm der Frau Jahn das Kind sofort ab, brachte eS noch an demselben Abend bei einer anderen Familie unter, zeigte eS einem herbeigeholten Schutzmann und ließ es am nächsten Tage durch einen Arzt untersuchen. Das Attest über das Ergebnis der Untersuchung ist der Polizei übergeben worden. Personen, die den Kleinen besichtigt haben, versichern, daß Rücken, Gesäß, Ober- und Unterschenkel mit zahlreichen Prügelspurcn bedeckt waren. Da über dem Gesäß in der Kreuzgegend eine schmerzhafte Schwellung, anscheinend eine Blutbeule, sich gebildet hatte, so brachte die Mutter das Kind am Abend dieses Tages in ein Krankenhaus. Zur Prüfung der Anzeige, die gegen Frau Jahn eingereicht worden ist, hat die Polizei bereits einige Haus- bewohner vernommen. Wir wollen abwarten, was aus dem Er- mittclungSverfahren herauskommen wird. Die Uebergabe des für den verstorbenen Genossen Gtadiv. Emil Voigt errichteten Gedenksteins findet am Sonntag, den 4. Februar mittags 12 Uhr, auf dem Zentralfriedhof in Friedrichs felde statt. Die Ehetragödie in der Löwestraße, über die wir berichteten, hat jetzt ein Todesopfer gefordert. Die 55 Jahre alte Ehefrau des Kassenbotcn Julius Sonntag, die mit ausdrücklicher Einwilligung von ihrem Ehemann in den Kopf geschossen wurde, weil beide wegen andauernder Krankheit aus dem Leben scheiden wollten, ist gestern nachmittag um 5� Uhr im Krankenhause gestorben. Man glauble erst, daß sie weniger schwer verletzt sei als ihr Mann, der fich eben- falls eine Kugel in die rechte Schläfe schoß, weil sie zunächst noch bei Besinnung war. Jetzt hat sich das Befinden des Mannes etwas gebessert, sein Zustand ist aber auch noch immer lebensgefährlich. Abgestürzt. Gestern vormittag gegen S Uhr stürzte der Fenster- nutzer Karl Krause beim Reinigen der Fenster in. künsten Stockwerk des Seitenflügels Neue Friedrichstr. 88—40 auf der. Hof hinab, wo er tot liegen blieb. Ein Zusammenstoß zweier Sttaßeniahnwagcu, bei welchem drei Personen verletzt wurden, ereignete sich gestern morgen an der Ecke der Leipziger und Mlhelmstraße. Infolge der dünnen Eisdecke, die sich in den Schienen gebildet hatte, verinochte der Fahrer des Motorwagens 1802 der Linie HI seinen Wagen nicht genügend abzubremsen und fuhr gegen den Hinterperron des Trieb- Wagens 3084 der Linie 87 auf. Bei dem Zusammenstoß erlitten dre» Personen Berietzungen. Die Verletzten mußten sich sämtlich in ihre Wohnungen begeben. Mordversuch an der Ehefrau. Ein blutiges Drama Hai sich gestern nachmittag im Norden der Stadt abgespielt. In dem Hause Intxrlidenstr. 140 schoh der Bahnbeamte Oskar Gülland seine Ehe- trau nieder, worauf er sich selbst das Leben zu nehmen versuchte. Während die Frau in fast hoffnungslosem Zustand nach dem Krankenhaus Moabit gebracht wurde, fügte sich G. nur eine leichte Verletzung bei. Der Selbstmord eines Bankiers erregt im Westen der Stadt großes Aufsehen. Vor 13 Jahren gründeten der 62 Jahre alte Bankier Paul Wilscheck und ein Offizier a. D. das Bankhaus Wilscheck u. Co., die ihr Bureau in der Potsdamer Str. 123 eröff- neten. Nach kurzer Zeit trat der Offizier aus dem Bankizeschäft aus, das nun von Wilscheck unter der alten Firma allein weiter geführt lvurde. Zu den Kunden des Geschäfts gehörten in erster Linie Offiziere und höhere Beamten. Wilschecks Geschäfte bestanden Haupt- sächlich in Spekulationen mit ausländischeir Papieren; mit Berliner Großbanken und an der hiesigen Börse arbeitete er nur wenig. Diese Spekulationen brachten ihm in den letzten Jahren außerordent- lich große Verluste, die er zum Teil, wie«S scheint, mit dem Gelde seiner Kunden gedeckt hat. Gestern gegen 9'/, Uhr vormittags kamen ein Herr und eine Dame, um von dem Bankier ihr Geld zurück zu verlangen, das fie ihm in Verwahrung gegeben hatten. Von 800 000 M.. die sie deponiert hatten, konnten sie bisher nur die Hälfte zurückbekommen. Gestern früh wollten sie nun wieder mit dem Bankier dieserhalb Rücksprache nehmen. Als der Bureaudiener sie bei dem Bankier anmeldete, zuckte dieser nur mit den Achseln. Der Angestellte wollte sich darauf wieder entfernen. Im selben Augenblick, als er die Tür zumachte, hörte er einen Schuß fallen. Er öffnete gleich wieder und sah nun seinen Chef mit einer Schuß- wunde in der rechten Schläfe besinnungslos in seinem Sessel sitzen. Es wurde sofort ein Arzt herbeigeholl, der den ersten Notverband anlegte und ihn nach dem Elisabcth-KrankenhauS in der Lützow- straße bringen ließ. An seinem Aufkommen wird gezweifelt. GeschKftSeinbrecher sind an zwei Stellen wieder aufgetreten. Schuhwaren im Werte von ungefähr 3500 M. erbeuteten sie bei einnu Besuch, den sie der Schuhwarcnhandlung von Hermann Arenstein in der Königsberger Straße 8 über Nacht abstatteten. Si« verschafften sich vom Hof aus mittels Nachschlüssel Eingang und hielten dann unter dem Warenvorrat eine Auswahl. Mit zahlreichen Herren-, Damm« und Kinderstiefeln verließen sie dann unbemerkt wieder daS Grundstück.— Eine Flurtür gewaltsam erbrechen mußten Diebe, die in die Geschäftsräume der Blusen- Handlung von Türk u. Löwe in der Markgrafenstr. 59 eindrangen. Si« stahlen dort ungefähr 400 Batist- und Voileblusen mit Sticke- rcien in Weiß und F-arbig und etwa 30 weiße Voilekleider im Gesamtwerte von 1500 M. Auch sie entkamen unbemerkt. Arbeitcr-Samaritcr-Kolonne Grotz-Berlin. Am Montag, den 5. Februar d. I., abends pünktlich 9 Uhr veranstaltet die Arbeiter- Samariter-Kolonne Groß-Berlin in ihrem Lehrlokal der 1. Ab- tcilung, DräselS Festsäle, Berlin, Vortragsabend für Frauen und Frauenkrankheiten. Vortragender: Schöneberg. Der Eintritt ist frei. Neue Friedrichstr. 35, einen Mädchen über das Thema: Herr Dr. med. Grotzmann- Vorort- I�acbrickten. Charlottenburg. Die Charlottenburger Stadtverordnete« bewiesen in ihrer Sitzung vom Mittwoch, daß sozialpolitische Aufgaben, auf deren Lösung gerade Charlottcnburg früher so stolz war, von der heutigen Mehrheit aufs ärgste vernachlässigt werden. Zunächst knüpfte sich eine längere Debatte an eine Magistrats» Vorlage, die, unter dem Deckmantel einer Erhöhung einer Etats- Position, tatsächlich einen ganz neuen Weg zur Bekämpfung der Arbeitslosigkeit einschlagen will. Neben der Beschäftigung von minderwertigen Arbeitskräften, zu deren Lohn die Stadt etwas zulegt, hält der Magistrat es für angebracht, ohne Befragung der Versammlung, mit dem Verein für soziale innere Kolonisation in Verbindung zu treten und ihnen Arbeitslose zu überweisen. Der Verein verfolgt nach seinen Satzungen den Zweck, den vorübergehend Arbeitslosen der Großstädte und Jndustriebezirke Arbeit auf kultur- fähigem Oedland zu verschaffen und dadurch neue Kulturflächen zu erschließen. Er will für sich keinen Erwerb und Gewinn erzielen und verfolgt keine politischen Ziele. Als erster Versuch sind etwa 40 Morgen Ocdland bei Reppcn erworben. Der Magistrat hat bc- schlössen, den Versuch in der Weise zu unterstützen, daß er den Arbeitslosen, die diese Arbeit übernehmen, zu dem Tagelohn von 2 M. einen Zuschuß von 1 M. für ledige und von 1,50 M. für verheiratete Arbeiter gewährt. Am 2. Januar sind, wie es in oer Vorlage heißt, bereits 18 Arbeiter nach Reppen„versandt" worden, die auch die Arbeit angetreten haben. Genosse Dr. B o r ch a r d t brachte eine Reih« von Bedenken gegen die Vorlage vor. Einmal bezeichnete er den für minder- wertige Arbeitskräfte in Aussicht genommenen Lohn von 3 M. als nicht ausreichend, und zweitens wandte er sich gegen die Absicht, gelernte Industriearbeiter zur Kultivierung von Oedland heran- zuziehen. Aufs schärfste protestierte unser Redner gegen die Art, wie der Magistrat über städtische Gelder verfüge, ohne die Stadt verordneten vorher zu fragen, und endlich gab er auch seinen Zwei rein daran Ausdruck, daß der Verein ausreichende Arbcitsgelegen heit beschaffen könne. Die Vorlage wurde schließlich einem Ausschuß überwiesen. Hoffentlich arbeitet dieser Ausschuß schneller, als der zur Beratung der Magistratsvorlagc über Maßnahmen zur Bc- tämpfung der Arbeitslosigkeit eingesetzte Ausschuß, der nicht von der stelle kommt. Fast scheint es, als ob die stadtischen Körper- schaften glauben, wenn sie den Berein für innere Kolonisation unterstützen, können sie auf die Einführung der Arbeitslosenunter- stützung verzichten. Die ganze sozialpolitische Rückständigkcit der bürgerlichen Mehr- heit kam bei der Beratung der Magistratsvorlage betr. wertere Ver- mehrung der Bettenzahl im Krankenhaus Westend und Aufstellung einer Baracke mit 20 Betten zum Ausdruck. Trotz wiederholter Vermehrung der Bettcnzabl hat sich der Bedarf an Krankenbetten noch weiter gesteigert, uno er ist, wie der Magistrat nachweist, ganz besonders dringend und umfangreich geworden, als im Oktober vorigen Jahres eine sehr heftige Scharlach- und Diphthericepidemie einsetzte. Zurzeit sind die Verhältnisse freilich wieder etwas günstiger geworden, da die Zahl der Diphtheriekranken allmählich abgenommen hat. Da aber ein Wiederansteigen der Krankheitsfälle nicht ausgeschlossen ist, da bis zur Fertigstellung des Pavillons für Leichtkranke auch noch mindestens sechs Monate vergehen werden und bis dahin, im Hinblick auf mögliche Massen- erkrankungen� jede Reserve im Krankenhause fehlt, so sind zur Ver- hütung eines' Notstandes außerordentliche Maßnahmen notwendig. Man hätte annehmen dürfen�, daß eine Stadtverordnetenversammlung, die sich auch nur einigermaßen ihrer sozialen Pflicht bewußt ist, sich von diesen Gründen hätte leiten lassen und ohne viel Reden? die Vorlage bewilligt hätte. Aber die Mehrheitsparteien dachten anders, man will durchaus sparen, natürlich an unrechter Stelle. Der Magistrat bemühte sich nach Kräften, die Vorlage zu verteidigen. Aber sein Nachweis, daß in letzter Zeit 1700 Personen, die um Aufnahme ins Krankenhaus nachsuchten, zurückgewiesen werden mußten, nutzte ebenso wenig wie sein Hinweis darauf, daß die Stadt auf Grr.-.'.d des Scuchengrsetzes zur Aufstellung einer Reserve- baracke verpflichtet sei, oder wie die eindringlichen Mahnungen unserer Genossen Vogel und Dr. Borchardt. Die Vorlage, soweit sie die Aufttellung der Baracke betraf, wurde mit 31 gegen 27 Stimmen abgelehnt. Nach Erledigung einer Reihe weiterer Vorlagen, die für die Allgemeinheit nicht von großer Bedeutung sind, folgte endlich die Beratung der Magistratsmitteilung über Lebensmittel- t e u c r u n g. Am 20. Dezember hat die Versammlung den Mngi- strat um schleunige Einbringung einer Vorlage ersucht, durch welche den städtischen Beamten, Angestellten und Arbeitern, soweit sie ein Einkommen von nicht mehr als 2000 M. beziehen, eine einmalige Beihilfe gewährt werden soll. Der Magistrat teilt nun mit, daß er diesem Beschlüsse, in Nebereinstimmung mit der Depukation, keine Folge geben Werve. Genosse Hirsch kritisierte die Haltung der Deputation, die nichts zur Linderung der Lebensmittelteuerung getan habe. Denn deren Beratung sei ausgelaufen wie das Hornberger Schießen; so seien allerdiichs die Liberalen die Hauptschuldigen, erst hätten sie ihren Teuerungsantrag im Plenum eingebracht und hinterher hätten sie bei der Beratung des Antrages in der Deputation durch Abwesenheit geglänzt. Stadtv. Dr. Meyer(lib.) versuchte zwar, das Verhalten seiner Freunde zu entschuldigen, aber über ein paar inhaltslose Phrasen lief seine Entschuldigung nicht hinaus. Die Versammlung nahm von der Magistratsmittei- lung sowie von dem weiteren Beschlutz Kenntnis, daß die Depu- tation betr. die Lebensmittelteuerung bestehen bleibt und auf Antrag von drei Mitgliedern zusammentreten soll. Ob dabei etwas in Zukunft herauskommt, ist nach den bisherigen Erfahrungen recht zweifelhaft. Schöneberg. Versuche mit einem neuen EisbeseitigungSmittel hat die Straßenreinigungsdeputation vornehmen lassen. Das neue Mittel besteht aus einer Mischung von Antistubit und Coeberit, die in Wasser aufgelöst wird. Die angestellten Versuche haben erwiesen, daß das neue Mittel den vereisten Straßenkehricht außerordentlich schnell auftaut. Bisher ist es nur schwer gelungen, die vereisten Straßenzüge aufzutauen, so daß dem Fuhrverkehr namentlich bei ansteigenden Straßenzügen große Hindernisse in den Weg traten. Sollte sich das neue Mittel betvähren, so werden die Versuche auf das ganze Stadtgebiet ausgedehnt werden. Mariendorf. Der von der Gemeinde eingeführte Kartoffelverkauf ist vorläufig eingestellt. Die 2000 Zentner sind bis auf einige 60 Zentner ver- kauft; der Rest soll an gänzlich Unbemittelte unentgeltlich abgegeben werden. Die Verwaltung gibt sich indessen die größte Mühe, noch malS eine Waggonladung aufzukaufen, um sie wiederum zum Selbst kostenpreis abzugeben. Allerdings wird eS nicht möglich sein, den bisherigen Preis— 10 Pfund 35 Ps.— weiter aufrecht zu erhalten, da alle bisherigen Angebote höhere Preise forden,. Im gegebenen Fall wäre zu wünschen, daß die Gemeinde einen anderen Verkaufs- modus einführt; denn an den letzten Sonnabenden war ein solcher Andrang, daß die Frauen und Kinder stundenlang frierend auf dem Schulhof stehen mußten, um schließlich ohne Kartoffeln wieder nach Hause zu gehen. So sehr die Einrichtung selbst zu begrüßen ist, müßten, um solche Vorkommnisse nicht wieder Platz greifen zu lassen, entweder zwei verschiedene Verkaufsstellen eingerichtet werden, oder aber der Verkauf müßte an mehreren Tagen in der Woche statt- finden. Rudow. Eibe in der LemnSkasse scheint bei dem Turnverein.Jahn' ein getreten zu sein. Der Verein feiert nämlich am 3. Februar einen Maskenball, und da braucht er ein volles.HauS. Um diesen Zweck zu erreichen, werden natürlich auch diejenigen Arbeiter nicht ver- schmäht, die bei der Reichstagswahl ihre Stimme dem sozialdemo- kratischen Kandidaten gegeben haben. Daß die Arbeiterschaft aber durchaus keine Ursache hat, diesem Verein das HauS füllen zn helfen, geht daraus hervor, daß derselbe sich am Tage vor der Reichstags- ivahl in einem hektographierten Schreiben an seine Mitglieder ge- wendet hatte, lvorin er dieselben auffordert,.im Interesse der Er Haltung der bestehenden Gesellschaftsordnung' dem Sozialdemokraten, der nur den.Klassenhaß schüre' und der den.häßlichsten Terrorismus übe', nicht die Stimme zu geben. Unterzeichner des Sckreibens waren außer dem Turnverein.Jahn' der.Landwehr- und Veteranen� verein' sowie der.Flottenverein'. Die 135 sozialdemokratischen Wähler des OrteS ersehen hieraus, daß fie Veranstaltungen solcher Vereine nicht beiwohnen dürfen, wenn anders sie nicht ihre Gegner unterstützen wollen. Wer sich zu der sozialdemokratischen Anschauung bekennt, hat Gelegenheit, in dem sich in bester EntWickelung befind- lichen sozialdemokratischen Wahlverein Beftiedigung zu finden. Retnickendorf. Ein aufregender varfall trug sich vorgestern in der Berliner Straße zu. Dort hatte in den Vormittagsstunden ein unbekannter Mann die Aufmerksamkeit der Possanten durch sein sonderbares Wesen erregt; er lief schimpfend und tobend die Straße auf und ab und versuchte wiederholt die Laternenstangen oder die Träger der Haltestellenschilder emporzuklcttern. Als Augenzeugen Miene machten, den offenbar Geisteskranken zu seiner eigenen Sicherheit festzuhalten, lief er plötzlich wild um sich schlagend und fluchend davon und er- kletterte eine Hallestellentafel, an der er einen Sttick befestigte. Die Schlinge legte der Mann um seinen Hals und ließ dann die Stange los, so daß er frei in der Luft hing. Paffanten konnten den Kranken, der sich mit aller Kraft werte, bald besteien. Zwei Männer wollten den Lebensmüden nach der Polizeiwache bringen, unterwegs riß sich der Unbekannte jedoch los und flüchtete in der Richtung nach Borsig- walde. Ein schwerer Unfall wurde am Mittwochabend vor dem Hause Residenzstr. 106 hervorgerufen. Der Kutscher der Firma Sckiwanebeck, Schönbauser Allee 47, fuhr in raschen Tempo die Residknzsttaße ent- lang. Vor dem oben bezeichneten Hause lies daS Tier gegen den Vorderperron des Triebwagens 1284 der Linie 35 und fiel zu Boden. Bei dem Zusammenstoß fiel der Kutscher vom Bock und zog sich eine Gehirnerschütterung, sowie innere Verletzungen zu. Der Verunglückte mußte nach dem Reinickendorfer Krankcnhause übergeführt werden. Rüdersdorf. Die Gemeindevertretung beschloß in ihrer letzten Sitzung, im Etatöjahre 1912 Teile der Schloß-, Marien- und Lindcnstraße pflastern zu lassen. Die Kosten hierfür belaufen sich auf zirka 12 000 M. Sodann kam die GaS- und Wasserversorgunas- angelegenheit zur Sprache, welche eine längere Debatte hervorrief. Bcscblüsie wurden indessen nicht gefaßt. Es wurde jedoch cine Kom- Mission gebildet, die beauftragt wurde, in den nächsten Tagen mit den Kommissionen von Kalkbcrgc und Tasdorf über diese An- gelegcnhcit zu verhandeln. Herzfelde. Ein„Berein für BolkSunterhaltung" ist hier ins Leben gerufen. Nach dem Muster der Freien Volksbühne in Berlin soll er für die Mitglieder in jedem Monat eine künstlerische Theatervorstellung ver- anstalten, welche von Berliner Schauspielern vorgeführt werden. Bereits am 11. Februar wird die Eröffnungsvorstellung:„Der Raub der Sabincrinnen' gegeben. Die Vorstellungen finden im Henzeschen Lokale, Hauplstr. 57. statt. Der Beitrag beträgt 40 Pf. monatlich bezw. 10 Pf. wöchentlich. errlrfltchc siittwatt wirb niitt erteilt. Rnfragen, Beatn l-tuc HBanncmcntcUtuitlun« Bctacffigt tft, wcrdc« nicht bcaniworttt. Eilige Fragen trage man in der KprcchftNBde Bar. Hoffmann, Skalitzer Str. 1. Ohne Grund nicht statthast. 2. Auch darf daS Zuchtigungsrccht nicht überschritten werden.— S. S. 109. 1. Nach stbrcr Darstellung sind Sie nicht zahIungSpslichtig. 2. Unter Vorlegung der. mit RechtSkrastattcst versehenendungsurtcils an das StandcSaint. vor dem die Ehe geschlossen ist. Nach Abgabe der Erklärung küimett Sie Ihren Mädchennamen sühren.— Martha. 1. Kuli? Aus niedriger Kultucsl use stehende, anspruchS- und rechtlose Menschen. 2. 10—30 M. Hilse bei der Entbindung Jeder Wochenbesuch ist mit 1—2 M. besonder» zu honorieren. - Sc. R. 99. Sie find zu: Nachzahlung von noch 50 Ps. verpflichtet.— M. B. 100. Ihre Mutter hat nicht« zu befürchten: über die 900 M. kann sie srel vertilgen.— itohnansfall 1918. Die Bauverwaltung lastet n i ch t.— A. St. 828. Ja, wenn sie die Aufforderung beweisen können. Witterungsnbersicht vom I. Februa»19l8. Swinemde. 74SjNW Hamburg Berlin ! 752?! 751;® Frankfla.®!. 75571® Haparanda 7533? Petersburg! 741 scillq Aberdeen Paris SO 75k OSO 754 22 NW 1 7583153 t balb 6S.—27 3 bedeckt—8 l bedeckt, 6 Ziwolklg— 1 2 bedeckt 4'Schnee 2wolkenl 3'bedeckt—2 Lbedeckt 0 München 757SSS 4 Schnee—2 Wien 1755®| SlStHn« 0 Wetterprognose für Freitag, den SS. Februar 1918. Vielsach heiter, aber veränderlich mit leichten Regenfällen und sti'chcn westlichen Winden; nachts ziemlich strenger, am Tage gelinder Frost. B-rlincr Wetterbureau. WafferstandS-Nachrichtcn der LandeSanstalt für Gewässerkunde, mitgeteilt vom Berliner Wetterbureau. Wafferstand M e m» I, Tilfit P r- g e I, Jnstcrburg Weichsel, Thorn Oder, Ratlbor , Kroffen , Franksutt Warthe, Schrimm , Landsberg Netze, Vordamm Elbe, Leitmerttz , Dresden „ Bcrby . Magdeburg am! feit 31. 1. 30. 1. cm j ernst 127-) l—i -37st-3 74st 164') 155') 140st 46") 74'» 50») 92 -SO») 184 st 175») —2 —8 +2 +2 —2 —4 —« —8 —12 —7 —10 Wasserstand»�) S a l e, Grochlitz Havel, Spandau st pialhenow») Spree, Sprembergst BeeSkow Weser, Münden . Minden Rhein, MaximllianSau Kaub Köln Neckar. Hcllbronn M a i ii. Wertheim Mosel, Trier am 31. 1. cm 116») 56») 93 70 68«) 146 218 348 158 193 79 seit 30. I. ernst —11 +1 0 —1 —12 —6 —6 —18 —23 +7 Verantwortlicher Redakteur: Albert Wachs. Berlin. Für den Jnjeratenteil verantw.: Tb-Glocke, Berlin. Druck».Verlag. Vorwärts st st- bedeutet Wuchs,— stall.— st Untcrpegel. 108 1—8 ») Eisstand. Buchdruckerei u. Lerlagöanstalt Paul Singer u. Co.. Berlin SW,