Ur. 29 Ndonnements-Keäingllnsen: Abonnements» Preis vränumeranbo: Bierteljährl. 330 MI.. monctL 1,10 SRI, wöchentlich 28 Pfg. frei inS HiuS. Einzelne Nummer 5 Ptg. Sonntags, nummer mit iHusiriertcr SonntagS- Bellage.Die Neue fflcir 10 Pfa. Post- Abonnement: 1,10 SNarl pro Monat. Eingetragen in die Post.ZeitungS- Preisliste. Unter Kreuzband für Deutichland und Oesterreich. Ungarn 2 Marl, für das übrige Ausland g SRart pro Monat. PostadonnementS nehmen am Belgien, Dänemarl, d Italien. Luxemburg. Pornigal, nen. Schweden und die Schweiz. 39. Jahrg. CMtlat tZzllch auBtr MsolZg». Verlinev Volkslrlntk. Die TnfertlonS'Gebüljf vetrügt für die fechSgcfpaliene Kolonel- zeste oder deren Raum 00 Pfg., für politische und gewcrtschaflliche Vereins, und VerfammlungS-Anzeigen 80 Pfg. „Kleine Hnieigen", das feltgcdruckle Wort 20 Pfg.(zulässig 2 fettgedruckte Worte), jedes weitere Wort 10 Pfg. Stellengesuche und Schlafstellenan- zeigen das erste Wort 10 Pfg., jedes weitere Wort 5 Pfg. Worte über lö Buch- ftaben zählen für zwei Worte. Inserate für die nächste Nummer müssei B I" _ Uhr nachmittags in der Expedition abgegeben werden. Die Expedition ist bis 7 Uhr abends geöffnet. Telegramm- Adreffe: „SszllsIätwsMt Rerti»". Zcntralorgan der fozuldemoltrati fehen Part« Deutfcblands. Rcdahtlon: 8 Tl. 68» Linden atraaec 69. Fernsprecher: Amt Moritzplatz, Nr. 1983. Sonntag, den 4. Febrnar 19 1£* 6xpcd{tions 8 Tl. 68» Lindenstraeae 69» Fernsprecher: Amt Moritzplatz, Nr. 1981. ? 035 russische elend. Aus Petersburg wird uns geschrieben: Welche Wandlung! Noch vor einem Jahr erklärte der Finanzminister der Duma, das russische Wirtschaftsleben und die rusischen Finanzen seien nicht nur gefestigt, sie seien viel- mehr herrliche. Und wie kläglich sieht es schon nach einem Jahre aus! Eine noch nie dagewesene Hungersnot. 20 Mit- lionen hungernde Bauern und 120 Millionen Rubel müssen zu deren Unterstützung ausgegeben werden! Nach zwei glor- reichen Jahren eine Hungersnot, die selbst nach dem„Nowoje Wremja" die furchtbare Hungersnot von 1891 weit über- trifft; nach zwei Jahren ungewöhnlich guter Ernte sind nicht' nur keine Vorräte auf dem Lande, sondern über 20 Gouverne- ments leiden unter furchtbarer Hungersnot mit all ihren Be- � gleiterscheinungen: Typhus, Skorbut, Hungerstot. Bekannte� Bilder.... Nur einige Beispiele aus dem gewaltigen„Grostruß- 1 land". Aus dem Kreis Buzluk schreibt man unS:„Schon sehr früh ist das Vieh geschlachtet und aufgegessen. Selbst Pferde sind nicht mehr da. Es entwickeln sich die gewöhnlichen Krankheiten: Typhus und Skorbut.... In den Dörfern am Ural haben die Menschen verlernt, aufrecht zu gehen, sie be- wegen sich nur noch auf allen Vieren, weil sie außerstande sind, sich auf den kranken, geschwollenen Beinen zu erheben: hier liegen die Toten mehrere Tage im Hause, weil niemand da-ist, der sie begraben könnte.... Von den Kirgisen wird gemeldet, daß sie die Toten verzehren...", Und wer weiß, welche Tatsachen no h ans Tageslicht ge- langt wären, wenn die Regierung nicht Kgit allen Mitteln die Nachrichten aus dem Hungergebiet zi unterdrücken suchte. Vielen Provinzzeitungen ist es einfach erboten, auch nur die Nachrichten aus den anderen Zeitungen zu übernehmen; die Torsvcrwaltungen dürfen unter keinen Umständen Auskunft über die vorhandene Not an Private, ja selbst an einige Land- schaften geben; Privatleuten ist der Zutritt zu diesem Gebiet erschwert, teilweise ganz unmöglich gemacht. Auch die private Unterstützung gilt den Behörden als verdächtig. So äußerte der Gouverneur von Kasan zu den Landeshauptleuten: „Durch Euer Geschrei über die Hungersnot macht Ihr die Leute aufrührerisch! Wenn Sie so weiter fortfahren, so werden Sie binnen dreier Tage Ihres Amtes entietzt werden.. So steht Rußland nach fünf Jahren..Bauernreform" und zwei Jahren glänzender Ernte trostlos da. Ein schreckliches Fiasko des konterrevolutionären Regimes. Und wie könnte es auch anders sein. Zwar gelang es der Regierung an einigen Orten, der Bauerngcmeinde bedeu- tende Wunden zu schlagen. Bis zum 1. April 19! I haben sich rund 16 Proz. der Gemeindemitglieder von ihr losgetrennt. Das waren aber meist Elemente, die entweder sowieso das Band gelöst haben, das sie an die Scholle fesselte, wie Hand- werker und Fabrikarboiter. deren Zusammenhang mit der Gemeinde bloß darin bestand, daß sie jährlich deni Gemeinde- starosten für den Reisepaß Geld schicken mußten. Ein anderer Teil wanderte nach Sibirien aus. und nur ein geringer Teil suchte sich an Ort und Stelle aus dem„eigenen" Boden ein- zurichten. Dabei ist durch die Ausscheidung einzelner aus der Gemeinde keineswegs die Gemengelage der Felder beseitigt worden. Zum Teil ist sie für den Parzellenbesitzer ja eine Notwendigkeit; meist dient sie aber den reicheren Bauern (Kulaki) als ein furchtbares Mittel, die Nachbarn aus- zubeuten. indem sie die angrenzenden Landstreifen zu wuche- rischen Preisen verpachten. Ein sehr großer Teil der Bauern, die sich von der Ge- meinde lostrennten, hat seinen Landanteil daraufhin auch verkauft; viele werden es jetzt, im Hungersjahr, tun misten. Denn wenn der Bauer um Unterstützung bittet, bekommt er häufig zu hören: Tritt aus der Gemeinde aus und verkaufe Deinen Landanteil, so wirst Du zu essen haben. So läßt sich also schon beute sagen, das das Stolypinschc „Reformwerk" wohl die Mobilisierung des Grund und Bodens beschleunigt, keineswegs aber die Produktivität der bäuer- lichen Wirtschaft erhöht hat. Ter reine Ertrag pro Dessjätine (nach Abzug der Aussaat) war 1897 bis 1900 gleich 34.6 Pud, 190ä bis 1908 ebenfalls 34.0 Pud. Tie Jahre 1909 und 1910 bliben eine gute Ernte gebracht. Aber wie Marx in einem Briefe an Nicolai-on festgestellt hat. m ü s s e n in Rußland wegen der ganz unzureichenden Düngung Mißcrntejabre auf gute �ahre folgen. Und in der Tat hatte Rußland 1911 einen Ausfall von nicht weniger als 258,7 Millionen Pud gegenüber dem Durchschnitte der Jahre 1906 bis 1910 zu verzeichnen. Tie fetten Jahre haben die Banernwirtschaft nicht ge- kräftigt weil sie gezwungen war. den Rest auszuführen. Tie Ausfuhr stellt sich 1908 auf 10 Proz. der Gesamternte, 1909 auf 16 Proz. und 1910 gar auf 19 Proz., also säst auf ein Fünftel der Bruttoernte! Und selbst in diesem schrecklichen Hungersjahr treibt der Steuerexckutor die Bauern an. möglichst viel auszuführen. Bis zum 1. Oktober 1911 wurden 20 Proz. des geernteten Getreides ausgeführt. Für den einheimischen Verbrauch blieben 1909/1910 etwa 21 bis 23 Pud pro Kopf. 1911 nur noch 16 Pud(262 Kilogramm) Getreide gegenüber einem durchschnittlichen Verbrauch in Deutschland von 470 Kilogramm. Und das nennt der Mi- visterpräsident Kokowzew eine«befriedigende" Versorgung mit QWreide!... Dagegen zog der Großgrundbesitz aus der Teue- rung und der Reaktion natürlich große Vorteile. Die Löhne der landwirtschaftlichen Arbeiter sind seit 1906 fast stabil ge- blieben, die Pachtrenten gehen dagegen unaufhörlich hinauf. Zum Teil gehen die Großgrundbesitzer zur Selbstbewirt- schaftung über, führen intensiveren Betrieb mit besseren Ma- schinen ein. Me Lage der großen Masse der bäuerlichen Be- völkerung aber hat sich eher verschlechtert als verbessert, wie es jetzt in diesem ungewöhnlichen Hungerjahre mit all seinen Folgen allen klar sein muß. Nicht viel besser hat sich die Lage der Fabrik- arbeiter gestaltet. Professor Manuilow führt in den „Russkja Wjedoniosti"(1912, Nr. 1) sehr interessante An- gaben über die Bewegung der Löhne und der Lebensmittel der Moskauer Arbeiter in den letzten Jahren. Es ergibt sich, daß die Löhne von 1901 bis 1910 etwa um 18 Proz., die Lebensmittel aber um 37,6 Proz., also mehr als Das Dokument lautet: .Wir Wilhelm, von Gottes Gnaden König von Preußen usw. verordnen unter Zustimmung beider Häuser deS Landtages der Monarchie, was folgt: § t. Fällt weg. §2. Fällt weg. § 3. Fällt weg. §4. Fällt weg. § 5. Fällt weg. § 7. Fällt weg. Uebrig blieben von der Kanolvorlage, die.mit unbeugsamem Willen" durchgeführt werden sollte, nur die ßZ S und 3, die neben« sächliche AussührungSbestimmungen festlegten I AIS die Regierung so durch ihre eigenen, in den Reihen der Konservativen sitzenden Beamten mit verhöhnt, wild wurde und die aktiven Amtspersonen, welche als Abgeordnete im preußischen Drei- klassenhauie saßen, an ihren Beamteneid erinnerte, fiel jenes doppelt so rasch gestiegen sind. Insbesondere die notwendigsten Wort, das wir erst kürzlich zitierten: Die Regierung kann niemals Lebensmittel sind rasch im Preise gestiegen: so Schwarzbrot'� um 51 Proz., Fleisch um 42 Proz. Nach den Angaben einiger Moskauer Fabriken hat sich der Unterhalt der Arbeiter von 1901 bis 1909 um rund 50 Proz., zuweilen sogar bis 63 Proz. erhöht. Das gleiche Bild ergibt sich aus Berichten der Fabrik- inspektoren.') Der Leiter einer großen Fabrik hat dem Pro- fessor Manuilow selber gesagt, daß die Lohnerhöhung durch die Lebensniittelteuerung zunichte gemacht wurde. Dabei steht der Lohn der russischen Arbeiter noch immer sehr, sehrniedrig. Nach Manuilow ettva auf derselben Höhe wie der Lohn eines englischen Arbeiters im Jahre 1856, d. h. er macht die Hälfte davon aus. was ein englischer Arbeiter der gleichen Kategorie jetzt erhält. Unter diesen Umständen geht es auch mit der industriellen Entwickelung nicht vorwärts. Zwar förderte die Regierung wiederum den Eisenbahnbau. indem sie privaten Gesellschaften außerordentliche Vorteile garantierte; zwar floß aufs neue ausländisches Kapital nach Rußland, und die Banken konnten gewaltige Summen sammeln. Doch all dies konnte nur zeit- weilig eine günstige Lage hervorrufen. Die wichtigste Kon- sumindustrie. die Baumwollindustrie, machte keinen Schritt vorwärts. Nach den Angaben eines Ingenieurs in den„Russkja Wjedomosti"(Nr. 38, 1911) betrug der Verbrauch von Baum- wolle in Rußland 1901 bis 1904 5,8 Pfund pro Person, 1905 bis 1908 bloß 5,4 Pfund und 1909 ebenfalls 5.4 Pfund.... Und mit dem ersten Hungerjahre brach die Krisis los.... Die Zeitungen berichten von zahlreichen Betriebseinstellungen, Fallissements usw. In Lodz sollen 20 000 Arbeiter ohne Be- schäftigung sein; viele sterben auf den Straßen Hungers. Die Krise in der Baumwollindustrie ist aber nur der Vorbote des Herannahens einer allgemeinen Krise. So zeigt die Betrachtung der ökonomischen Verhältnisse mit aller Klarheit, daß die Konterrevolution das furchtbare Elend des russischen Volkes, das es in die Revolution getrieben hat, in keiner Weise beseitigt hat. Diese ökonomische Schwäche aber ist zugleich eine politische. Es gehört die ganze Ein- falt zünftiger Diplomaten dazu, diesen tönernen Koloß wieder zu einem einflußreichen Faktor der Weltgeschichte werden zu lassen._ JunherlKUClKlei. Das Bittere ist in Preußen: Selbstverständlichstes muß immer und immer wieder begrünOel und erläutert werden, in anderen Ländern schon geschlechteralte StaatSmaxime n sind bier ZnkunftSsorderungen. Gibt eS eine lächerlichere Forderung als die, daß jeder Beamte den Eid. den er ausdrücklich in dem Sinne geleistet bat. daß er seineBeruiSpflichtalSBeamter erfüllen will, nun plötzlich so verstehen«oll: ich muß auch all das für richtig halten. was die sehr zufällig regierenden Minister und die n 0 ch mehr an Z» s S l l e n reiche persönliche Politik gerade in diesem Moment für richtig hält. Da die Bcamicn nahezu ausnahmslos länger im Staatsdienst sind, als unsere Reichskanzler leben reip. der jeweilige Kurs dauert, müßien sie ibre Meinungen wie Hosen wechseln können. Solche Versuche, aus den Beamten des Volkes königliche Hosschar>.en zu machen, sind dabei um deswillen noch lächerlicher, »ls sie eS an sich schon sind, weil eS eine ganze Anzahl Beispiele anS der preußischen RegierungSgeichichte gibt, da gerade die hohen preußi'chen Beamten und mit ihneii die Parteien, die jetzt von den Beamien den absoluten Uinertauenglauben und-gehoi sam verlangen, alles andere getan haben, nur nicht daS, was »ihr König" wollte! Ein historisches Dokument wird immer die Gesetzesvorlage sein, die am lS. August und den folgenden Tagen des JadreS ISW im preußi'chen Dreiklassenhause unter anderem von 20 aktiven iLandrälen und zwei Regierungspräsidenten aus einer von der Regierung und dem König von Preußen kommenden Kanalvorlage gemacht wurde. *) Es möge hier eine Fälschung des Finanzministers erwähnt werden, der in der Budg�tdenkschrift die Gesamtsumme der 1910 gezahlten Löhne auf die Zahl der Arbeiter von 1909 teilt und erhält, daß die Löhne 1910 gegenüber 1909 um 8.7 Proz. gestiegen sind. In Wirklichkeit baben sie sich bloß um 2 Proz. erhöht, was durch die gestiegenen Lebensmittelpreise und Wvhnungsmieten mehr als wettaemacht wurde. die Absicht haben, mit Lumpen, nämlich mit Beamten, die ihre Meinung verleugnen, zusammen zu af beiten. Die„Kreuz-Zeitung", jenes merkwürdige Organ, daS heute am liebsten alle Beamten„die nicht an ihren Treueid denken" und„rot" wählen, mit oltfrideiiciauischen Krückstöcken durchgeprügelt sehen möchte, schrieb am 31. August 1899: „Der Laudrat ist nicht nur der Beamte der Regierung, sondern zugleich auch der Vertrauensmann seines Kreises, und er ist berufen, gegebenenfalls die Interessen seines Kreises auch gegen die Wünsche der Regierung zuver» treten." Mit anderen Worten: Der Beamte braucht sich wenn er ander? denkt, als seine Regierung, durchaus nicht durch den Treueid zwingen zu lassen, im Sinne»seines" Königs zu bandeln. Er ist sogar verpflichtet dem König Opposition zu machen, wenn dieser auf, nach seiner Meinung, salschein Wege ist. „Kein Könitz, keine Kähnel" war der Schlachtruf der Konservativen, inklusive ihrer Landräte und Regierungspräsidenten, als sie dem Kaiser zumuteten,„Brotwucherpolitik zu treiben". Die Laudräte haben dem Reichskanzler C a p r i v i die unglaub« lichsten Schwierigkeiten bei seiner Handelsvertragspolitik gemacht, trotzdem gerade diese Politik durch Wilhelm II. als eine„rettende Tat" bezeichnet worden war, und er davon gesprochen hatte, daß„Millionen diesen Tag(des Abschlusses der Verträge) segnen" werden. Daß in neuester Zeit keine agrarischen Frondeure im Lager der höheren Beamten mehr bemerkbar geworden sind, liegt nicht daran, daß die Agrarier und ihre hohen Regierungsbeamten plötzlich den Diensteid so ausfaßten, wie sie es von den Unterbeamten verlangen. Nein, eS liegt nur daran, daß die preußische Regierung jetzt alles so macht, wie diese. Beamien deS Königs" es wollen. Deswegen soll Preußen keine Wahlreform bekommen. Deswegen soll in Preußen kein fortschrittliches Gesetz ge- macht werden. Und gerade deswegen wird die Stoßkraft der Massen auch Preußen vorwärts bringen! vom ScIMtfelde der Arbeit. Die von uns schon kurz erwähnten RechnungSergcbnisse der Be- rufSgenossenschasten für daS Jahr 1910 sind der Spiegel mancher sozialen Erscheinung. Als besonders bemerkenswert heben wir die Verringerung der e r st m a l i g neu bewilligten Reuten hervor. Die seit einigen Jahren betriebene Rentenprellerei kommt in den neuen Zahlen schon recht drastisch zum Ausdruck. Brutaler Kapitalsegoismus feiert eine neue Orgie. Die kleinen Reuten— von Junkern und Zentrümlern als SchnapSrenien charakterisiert— kommen immer mehr in Fortfall. Manche Verkrüppeluug. ja das Fehlen von Gliedmaßen gilt der durch alle Schikane der Technik, bei der Untersuchung Unfallverletzter auf Streckstüblen usw. zu einer Kunst ausgebildete» Rentenquetscherei nur noch als Schöubeitsfehler. Dafür werden keine Renten gezahlt! Und so tan» man aus den letzte» Ergebnissen konstatierctt: Zunahme der Unfallverletzten, Abnahme der Uiifallrenten! Zunächst geben wir hier eine Zusaminenstellung auS den Ergeh- Nissen aller Berufsgenossenschaften, Versicherungsanstalten und AuS- sührungsbehördeu. ES betrug die Zahl aller Uiifälle......... der eiiiichädigungSvflichtigcn Unfälle der Unfälle mit daucruder, völliger 1909 304 247 139 070 1910 6:2 961 132 064 1118 9 363 einem Jahre I 072 8 857 lieferte daS Erwcrbsuniähigkeil..... der Unfälle mit tödlichem Ausgange 672 961 Verletzte, 8857 Tote in Schlachtfeld der Arbeil I Gegen das Vorjahr Hai die Zahl der Ver letzten um 8714 zugenommen, aber es find 3906 weniger Renten zuerkannt worden. In den nachfolgenden Uebersichten aus den gewerblichen und landwirtschaftlichen Berufsgcnossenschaften k.mmt die Praxis der Reiitenfestsetzung zur Darstellung. Die Ergebnisse der 36 gcwerb- lichen Berussgenossenschaslen zeigt diese Aufstellung: Unfälle Renten pro pro>000 100 Unfall- Versicherte verletzte 44.8? 16,45 60.03 16.60 51,59 10,20 51,60 14,34 Ein scharfer Rückgang in der Rentengewährung ist ganz unverkennbar. Er tritt um so schärfer hervor, wenn man die prozentuale Steigerung der Unfälle, als das Resultat hemmuiigs- loser Antreiberei und Mißachtung der UnfallverhütungSvorschriften, mit berücksichtigt. Die Praxis unserer Sozialpolitik wird dadurch trefflich beleuchtet. Slehnlich liegen die Verhältnisse bei den vierzehn l a n d w i r t- schaftlichen Berufsgenossens Kasten. Hier ist aller- ding- eine genaue Erfassung des Verhältnisses der Unfälle zur Zahl der versicherten Personen nicht möglich, da diese nicht gezählt, sondern nur geschätzt werden. Auffällig ist der Rückgang der Un- fälle, obwohl grade in den letzten Jahren die unfallvermehrende Maschinenarbeit in der Landwirtschaft in sehr starkem Maße Ver- breitung gesunden hat. Aber trotz der Verminderung der Unfälle ist das' Verhältnis der entschädigten Verletzten zur Zahl der Ver- letzten überhaupt nicht stationär geblieben, es hat sich zuun- gunsten der Krüppel verschlechtert. Die nachstehenden Angaben zeigen das: 189S 1304 1907 1310 Zahl aller Unfall- verletzten... 107 361 146 306 141375 131671 Bewilligte Renten überhaupt... 51 287 66 003 62 673 56 525 pro 100 Unfälle.. 57,55 45,10 44,14 42,92 ES wird den Verletzten imiacr schwerer, eine Entschädigung zu erlangen, wenn im Dienste der Profitmachcrei ihr Leben und ihr Körper Schaden genommen hat. Die Tendenz der Rentenquetscherei tritt noch schärfer in die Erscheinung, wenn nian die Klassifizierung der entschädigungspflichtigen Unfälle näher würdigt. Dann zeigt sich die Abneigung, Dauerrenten zu bewilligen, möglichst nur noch vorübergehende' Ertverbsverrniliderung an zu- nehmen, wodurch das Bestreben, die Renten nach kurzer Zeit unter der beinahe berüchtigt gewordenen Begründung der Gewöhnung wieder zu entziehen, starke Anreizung erhält. Die folgende Zusam- menstellung laßt das deutlich erkennen. Als Folgen der entschädigungspflichtigen Unfälle bei den gewerb- lichen Berufsgenossenschaften wurden festgestellt: Dauernde Erwerbs- Vorübergebende Tod Unfähigkeit Erwerbs- völlige teilweise unfäbigkeit 1830,.. 4772 58s 25 857 19 985 1304... 4376 608 28 86« 30 753 1907... 6073 517 80 280 38 441 1910... 5292 455 25 800 59 756 Im Vergleich mit dem Jahre 1883 ist die Zahl der Renten für dauernd völlige Erwerbsunfähigkeit im Jahre 1010 um 128 gesunken, die für völlige teilweise Erwerbsunfähigkeit gleich geblieben, während die Gesamtzahl der Unfälle um 20 156 gestiegen ist. Dafür bat sich die Zahl der nur vorübergehend Entschädigten um fast 20 000 gehoben. Daß die Unfallgefahr allgemein nicht gesunken ist, die Schwere der Verletzungen nicht abgenommen hat, bezeugt die Zu- «ahme der Fälle mit tödlichem Ausgang. Die Technik der Renienprellerei feiert Triumphe, sie machte unter der Systematik der Quälerei der Verletzten großartige Fortschritte. Fast genan das gleiche Bild wie die Ergebnisse der gewerblichen, zeigen die landwirtschastlichen Berussgenossenschaften. Als Folgen der entschädigungspflichtigen Unfälle bei den 14 landwirtschaftlichen Lerufsgenossenschasien iverden ausgewiesen: T v Dauernde Erwerbsunfähigkeii Vorübergehende � völlige teilweise Erwerbsunfähigkeit n 1899. 2608 440 23 515 22 926 1904. 2943 668 81 428 30 059 . 1907. 2843 507 27 049 32 274 1910. 2788 425 21 595 31 721 Mehr Todesfälle. weniger dauernd völlig Erwerbsunfähige. weniger dauernd teilweise ErwerbSimsähige, abet viel mehr nur vorübergehend Entschädigte! Als weitere bemerkenswerte Tatsache läßt sich auZ den Ergebnissen der BernfSgenossenschaften konstatieren: eine Zunahme der weiblichen und jugendlichen Verletzten! Die kapitalistische Gewinnjagd, sowohl in der Industrie als wie auf dem Lande, vernichtet auch immer mehr Frauen und Kinder. DaS ist ebenfalls ein besonderes Merkmal der vielgerühmten göttlichen Welt- ordnung, die anzutasten als todeswürdiges Verbrechen gilt. Wie i» dieser Ordnung vernichtet wird, illustrieren folgende Angabe». Bon den entschädigungspflichtig Verletzten der gewerblichen Berufs- gencssenschaften waren: tt Jugendliche Pro 1000 Versicherte «rwacyiene unt jg ga6reu entichadiMngspfl. männl. weibl. mannt, weibl. Unfälle überhaupt 1893... 45 633 1712 1040 185 7,30 1004... 60 762 2206 2026 211 8,31 1907,.. 69 864 2755 2473 278 8,83 1910... 63 901 2811, 2319 280 7,89 Die Erwerbsarbeit reißt immer mehr Frauen in Fabriken und Werkstätten hinein, und immer mehr Feouenleiber werden von Maschinen zersetzt ober der Staat versagt den Frauen Schutz und Rechte, Ein nicht minder schwarzes Blatt bildet das Kapitel von der Kinderarbeit und der Vernichtung junger Menschenkörper. 2811 weib- liche, 2599 jnoendliche Krüppel allein aus der Industrie, hat das letzte Jahr gebracht. Auf solches Resultat kam, die herrschende G-- sellschaft stolz sein. Und die Landwirtschaft stellt ein noch stattlicheres Kontingent verkrüppelter Frauen- und Kinderkörper. Bon den/, stündigen Mittags- pause konnte nicht durchgesetzt werden; die Unternehmer verpflichteten sich aber, diese sofort durchzuführen, sobald dies von den größeren Fabriken am Ort(Uhrenindustrie) geschiebt. Von besonderer Bedeutung ist der moralische Erfolg der Ar- beiter. War es doch darauf abgesehen, die Organisation aus Jahre lahmzulegen, woran die Großindustriellen der Uhrenindustrie be- sonders interessiert sind. Die Arbeiter standen aber nach 16 Wochen so geschlossen da. wie zu Beginn deS AuSstandcS. Die christliche Organisation, die mit sieben Personen am Streik beteiligt war. bat sich auch bei diesem Kampf wieder einmal als eine Organisation des ArbeiterverratS gezeigt. Anfangs streikten die Leute mit. Am 16. Dezember aber verlangte der Vertreter der Christlichen, daß diei'e die Arbeit wieder autnehmen. Die jetzt von diesem Herrn Hautli zur Verdickung seiner Handlungsweise beliebte„Berichterstattung" wurde von einem Fabrikanten mit dem Ausdruck belegt:„Das ist einfach gelogen!"_ HusUnd- Streiks in Amsterdam. Die in der Privatarbeit tätigen Elektromonteure Amsier- damS stehen seit Ende voriger Woche im Strklk und verlangen eine tarifliche Regelung ihrer Lohn- und Arbeitsverhältnisse. Ein Teil der Firmen hat die Forderungen bewilligt, so daß die Arbeit fort- gesetzt werden konnte, im übrigen aber scheint ein längerer Kamps notwendig zu sein, um zum Ziele zu gelangen. Die Unternehmer hatten die Streikenden aufgefordert, die Arbeit bis zum Donnerstag wieder aufzunehmen, wenn sie nicht endgültig entlassen sein wollten. Diese Drohung hat jedoch ihre Wirkung gänzlich verfehlt, die Strei- kh. Glocke, Berlin. Druck u. Verlag: Vorwärts Buchdr. u Verlagsanjtali kenden harren tapfer au» im Kampf.— Ein Streik der Schiff«» schmiede und-Vernieter ist auf der Niederländischen Schiffsbaugesellschaft ausgebrochen, wobei es sich ebenfalls um Regelung und Erhöhung der Löhne handelt. Außerdem sind die Abrißarbeiter sowie auch die Bleiarbeiter von Amsterdam in den Streik getreten, um eine Verbesserung ihrer Lohn- und Arbeitsverhältnisse zu erkämpfen. Hus der frauenbewe�uncf« Zu der Dienstboten-Bewegung. Eine der erfreulichsten Erscheinungen unserer Arbeiterbewegung ist die Tatsache, daß immer neue Schichten des Proletariats von ihr erfaßt und festgehalten werden. Mit Genugtuung kann man diese Erfolge konstatieren, weil sie die Erfüllung von Auf- gaben sind, die früher nicht lösbar schienen. Wer das„Erfurter Programm" kennt, erinnert sich an das Kapitel über Gesinde und Bediententum, wo auseinandergesetzt wird, daß es sich da nicht um Rekrutierungsgebiete der Arbeiterbewegung handeln könne. Und nun sehen wir in Deutschland wie in Oesterreich überall D i e n st m ä d ch e n o r g a n i s a l i o n e n entstehen; sie schaffen sich eigene Zeitungen, haben ein lebhaftes Versammlungsleben und gewerkschaftliche Errungenschaften verschiedenster Art. Jetzt ist auch von der unermüdlichen Vorkämpferin der Organisierung der Dienstmädchen, von der Genossin Adelheid Popp- Wien, eine Schrift erschienen, die jeder mit Interesse lesen wird, der sich für die eigenartigen Arbeits- und Lebensbedingungen der Dienst- mädcbcn interessiert. Die unter dem Titel„Haussklavinnen" erschienene 32 Seiten starke Schrift bildet einen lehrreichen Beitrag zur Lage� der Dienstmädchen und ist zum Preise von 29 Pf. von der Wiener Volksbuchhandlung zu beziehen. Der Inhalt bietet eine Fülle von Material über die Uebermacht des Unternehmers, die Rechtlosigkeit der Arbeiterin, die für das Gesinde in den vom feudalen Geiste beherrschten Tienstbotenord- nungen festgelegt ist. Sie sind nicht wirkungslose Gesetze, sondern wirken leider mit voller Kraft. Ten Beweis liefert die Verfasserin vollauf, und oft wird uns die Schamröte ins Gesicht getrieben ob der unerhörten Behandlung der zum Gcsindedienste verurteilten Proletarierin. Die- Kapitel dieser trefflichen Schrift, die in mannigfacher Weise zur Agitation verwendet werden kann, lauten: Arbeits- zeit und Lohn; die Dienstbotenordnungen; Dienst- m ä d ch e n m a r tv r i u m; weiteres von der Haus- sklaverei; bescheidene Wünsche; kranke und a r- beitsunfähige Dienstboten; alte Dienstboten, Schutzder weiblichen Ehre; Zukunftshoffnungen. DaS Schriftchen schließt mit einem warmen Auftuf an die Dienst- mcidchen, sich zu organisieren und kann zur weitesten Verbreitung nur empfohlen werden. Fraueningeuieltre. In Serbien sind mehrere Frauen, die ihr Epamest absolviert haben, mit Erfolg als Privatingenieure tälig. Leseabende. Zehlendorf(Wannleebahn). Mittwoch, den 7. Februar, abestdZ 8'/z Ubr bei Mickley: B o r t r a g. Akt-Gllenicke. Dienstag, den 6. Februar, abends 8 Uhr. im Lokale des Genossen Petermann, Rudower Str. 54: Bortrag über Kinderschutz. letzte Nachrichten. Ersatzwahl für den doppelt gewählten Pole». Rybnik, 3. Februar.(W. T. B.) Bei der heutigen Reichstags- ersatzwahl im Wahlkreise Oppeln 7, �Pleß-Rybnik, erhielten Frhr. v. Schleinitz(Kons.) 5995 Stimmen, Pfarrer B o i d o l (Zentrum) 5492 Stimmen, Pospisch(Pole) 17 473 Stimmen und R i tz m a n n(Sog.) 1882 Stimmen. Gewählt ist Pospisch(Pole). Sturmlauf gegen das französische Zchnstundengesetz. Paris, 3. Februar.(W. T. B.) Die dem Höheren ArbeitSrat angehörigen Arbeitgeber richteten an den Handelsminister und den Minister der öffentlichen Arbeiten einen lebhaften Ein- spruch gegen den der Kammer unterbreiteten Gesetzentwurf über den zehnstündigen Arbeitstag. In dem Einspruch wird besonders bedauert, daß der Wunsch der Arbeitgeber, über eine so wichtige Maßnahme eine gründliche Enquete bei allen beteiligten Körper- schaften anzustellen, nicht beachtet worden sei. Aviatikerlos. Versailles, 3. Februar.(W. T. B.) Kapitän Lmnagiret, der mit einem Flugzeug aufgestiegen war. stürzte aus emer Höhe von etwa 59 Metern ab. Sein Zustand ist h o f f n u n g S l o». Streikende Briefträger. Belgrad» 3. Februar.(W. T. B.) Die hiesigen Briefträger sind in den Ausstand getreten, weil ihre Forderungen bezüglich Erhöhung ihres Monatsgehaltes nicht erfüllt wurden. Schneestürme im nordwestlichen Sibiries. TobolSk, 3. Februar.(W. T. B.) Während der letzten zwei Tage sind im Jschimbezirk 18 Menschen und 7 Pferde erfroren. 39 Personen sind durch einen Schneesturm verschüttet worden. Ihre Ausgrabung ist in Angriff genommen worden. Chinesische Revolutionäre sprengen eine Eisenbahndrücke. Tienffin, 3. Februar.(P. C.) Die Eisenbahnbrücke bei Schin- wangtau im Westen der Stadt Schanhaikwan ist heute morgen 3 Uhr von den Revolutionären in die Luft gesprengt worden. Der Zug, der aus Schanhaikwan nach Mulden fahren sollte, stürzte infolgedessen in den Fluß, da der Zugführer das Hin- dernis erst so spät bemerkte, daß es ihm nicht mehr gelang, den Zug zum Stehen zu bringen. Zahlreiche Reisende— die genaue Zahl ist noch nicht bekannt— wurde» bei dem Absturz getStet oder ertranken bei den Versuchen, sich zu retten, in den eisige« Fluten. Viele sind schwer verletzt. Einzelheiten fehlen noch. Unternehmertrick wie bei unS. Buenos Aires, 3. Februar.(W. T. B.) Ein n e u e r D i« n st. plan der Eisenbahnen ist von der Regierung genehmigt worden. Die Bahngesellschaften betrachten den Streik als beendet, dank dem Verhalten des neueingestellten Personals.__ Paul Singer& Co., Berlin SW. Hierzu 4 Beilagen Nr. 29. 29. Jahrgang. i Itilujt ko Jaraiitts" fftliiitt WsM Sonutiig, 4. Irtmiit 1912. Zur(Revolution In Gleina. II. Gsg�n die Mandschudhnastie und deren Drangsalierungen hat sich das Volk des„klassischen Landes der Revolution" während der 367 Jahre ihrer Existenz wiederholt erhoben. Im großen ganzen haben diese Bewegungen, die freilich auch oft nichts weniger denn fortschrittliche Ziele hatten, wenig Ersprießliches gebracht. Die Macht und Herrscherwillkür der Dynastie ist vom Volkszorn wenig beeinträchtigt worden, noch haben die Stürme der Verwaltung und der Staatsverfassung ein moderneres Gepräge geben können. Die Erfolglosigkeit der Revolutionen hat nun weniger ihre Ursache in der politischen Weisheit und kviegerischen Strategie der herrschen- den Kaste, als in anderen, man möchte fast sagen von der Natur geschaffenen Umstände. Die Noandschuregierung hat gegenüber regierenden Ge- schlechter» in Europa gewichtige Vorteile voraus. Zur Verwirk- lichung der Despotcrwegel: viviäe et imperal(Teile und herrsche!) brauchten die Staatslenker des Reiches der Mitte weniger Kraft und Klugheit erfordernde Vorkehrungen zu treffen. Eine tausend- jährige EntWickelung hatte sie für sie schon vor der Thronbesteigung getroffen. Eines hohen nationalen Fluges war bis jetzt der chinesische Volksgeift nicht fähig. Ein die ganze Nation umschlingendes Band existiert nicht. Da» Volk steht nach Gegenden oder Landsmann- schaften gesonderten Haufen beieinander, die nicht selten in passiver oder offener Feindschaft leben. Im Ausland, in den amerikanischen Großstädten oder in den Kolonien, also selbst dort, wo die Chinesen von den„Weißen Barbaren" hart bedrängt werden, gestatten sie sich den Luxus blutiger Clanzwistc. Der Chinese lebt für seine Familie, interessiert sich für sein Dorf; aber damit hat es sein Bewenden. Er ist Lokalpatriot, nichts mehr; für Dinge, die jenseits seines Dorfzaunes geschehen, hat ev wenig Verständnis. Außerhalb feiner engeren Heimat fühlt er sich als Fremder. Selbst das nationale Bindemittel, die eine Sprache, entbehrt er. In seinem Geburtsland werden an die achtzig Sprachen gesprochen, womit außerhalb ihres Geltungsbereichs selten etwas anzufangen ist. In den Hafenstädten, wo sich Angehörige aller Sprachgebiete stauen, wird, mangels etwas Besserem, eine Verständigung versucht mit dem Pidgin-Englisch, dem aus chinesischer Syntax und englischen Wortbrocken konstruierten, überaus drolligen Kauderwelsch. Die Schwierigkeit der Verständigung kann auch durch die eine Schriftsprache nicht überbrückt werden. Denn für die Masse des Volkes würde sie wenig Vorteile bringen, selbst wenn nicht zu ihrer Erlernung ein halbes Menschenalter notwendig wäre, weil es all- gemeinen Volksschulnnterricht nicht gibt und von der Bevölkerung SV Proz. Analphabeten sind. Daheim bietet der Familienverband oder die berufliche Gilde noch eine gewisse Sicherheit gegen die Fährnisse des Lebens. In der Fremde steht der Chinese allein mit seinem Elend und Sorgen. Selbst auf die Solidarität der Klasscngcnossen ist nicht zu rechnen. Jeder hat alle Kraft zusammenzuraffen, um den Wolf von der eigenen Tür zu halten, so daß es unmöglich wäre, sich um den anderen zu kümmern, auch wenn an Stelle der Selbstsucht der gute Wille stände. Freilich gibt es seit geraumer Zeit berufliche Ver- einigungen unter den Kauflcuten und anderen Berufsgruppen, die eifrig über die Interessen des Gewerbes wachen und mit dis- ziplinärcr Gewalt ausgestattet sind. Auch von gewerkschaftlichen Ansätzen wird aus den Hafenstädten berichtet. Aber diese sind eben erst Ansätze und erstrecken sich nur auf einen sehr kleinen Kreis von Personen. In den Mangel an nationaler und klassengenössischcr Solidari- tat, in der Unmöglichkeit, die Glcichfühlenden landauf landab um eine Fahne zu scharen, ihre geistigen und physischen Kräfte vereint für ein Ziel einzusetzen, ist die Erfolglosigkeit dev meisten Volks- bewegungcn zu suchen. Ten getrennt nebeneinander stehenden Volksteilen gegenüber hatte die zentralisierte Staatsautorität leichtes Spiel. Die unver- eint in geistiger und strategischer Isoliertheit kämpfenden Haufen konnten gegen die zentral geleitete Militärmacht nicht aufkommen. Einer Fratcruisierung von Volk und staatlichen Organen ward durch die regelmäßig vorgenommenen Versetzungen vorgebaut. Uebrigens verhinderte oder erschwerte auch die Sprachschwierigkeit, daß die Beamten festen Fuß in der Volksgunst faßten. Aus der Unmöglichkeit, direkt mit den staatlichen Organen zu verkehren, aus der Schwierigkeit, ihnen die Wünsche und Beschwer- den der Regierten plausibel zu machen, ist die Unzufriedenheit gegen das Regime, gegen alles, was nach Mandschus riecht, zum guten Teil entstanden und genährt worden. Ter Haß gegen die Mandschudhnastie hätte bei weitem nicht genügt, in dem durch Sprachuntcrschicde. Gleichgültigkeit und Pariser Hagebucdbilcler. Obdachlos. 27. Januar. Frühdämmerung. Paris schläft noch. Vom Are de Triomphe her jagt ein kalter Wind die Nebel über die leeren Champs-Elysees und ihre Paläste nach dem Place de la Concorde: dort sangen sich die Winde aus allen Richtungen. Sic tanzen um den dünnen Obc- lisken, der in der Mitte des Platzes ficht, zerreißen die Nebel, treiben sie über die Seine nach der Abgeordnetenkammer hinüber, durch die Rue Royale an den Schaufenstern der Tiamantgcschäfte entlang zur Kirche La Madcleine oder in die Tuilerien und den hinter ihnen liegenden Louvrehof hinein... An eines der Denk- mäler in den kablen Gärten stehen zwei Polizisten gelehnt. Sie sehen dem Spiel der Nebel zu und schweigen. Plötzlich sichten sie sich auk und horchen in die neblige Dämmerung hinein. Sie hörten nicnschliche Stimmen. Es klang fast, als ob einige Männer lachten und kleine Kinder weinten. Karrenräder knarrten und die Lichter von Traglaternen brachen durch den Nebel. Vom östlichen Tor kam ein ganzer Zug von Menschen auf sie zu: fünfzehn, zwanzig. vielleicht auch dreißig mochten es sein. Tic beiden Polizisten sehen sich einen Augenblick schweigend an, ohne sich zu rühren. „Halt!" rief jemand. Der Zug blieb stehen. „So. jetzt ans Werk. Rückt die Karren zusammen. In einer Stund? müssen wir fertig sein. Herunter mit den Brettern und macht beim Zusammennageln keinen unnötigen Lärm, damit uns Polizisten, die etwa hier irgendwo stehen, nicht zu früh überraschen." Die Polizisten näherten sich leise der Gruppe. Durch das Halbdunkel huschten anderthalb Dutzend kräftiger Arbeiter. Einige Meter weiter entfernt hing ein schmaler, gebückter Mann am Arm einer etwas größeren Frau, die acht unerwachsene Kinder um sich hatte, von denen zwei ununterbrochen weinten. „Versteht Du etwas von alledem, was die da machen?" flüsterte der eine Polizist dem anderen zu. Der machte mit der Hand ein Schwcigczeia?n und nickte halbbejahend mit dem Kopf.„Wollen wir hingehen," fragte her eine wieder.„Warte noch," erwiderte Aer zweite. Schweigend sahen sie dann zu, wie eine Bretterbude Interessengegensätze dermaßen zerklüfteten Lande Bourgeoisie, Intelligenz, Arbeiter, Reformer und Revolutionäre zu einer ge- meinsamen, entschlossenen Aktion zu vereinen, wenn nicht im Laufe der letzten Zeit tiefgehende Wandlungen im Volksgeiste vor sich gegangen wären. Und wenn diese Wandlungen sich schneller und gründlicher vollzogen, als es die geistige Verfassung dev Zopfträger und die Verhältnisse des Reiches erwarten lassen konnten, so ist dies der chinesischen Intelligenz, wir meinen die, die auf aus- ländischen Hochschulen geworden ist, wie dem Einfluß des Aus- landes überhaupt, in nicht geringem Maße zu verdanken. Seit dem Jahre 1872, wo 120 junge Chinesen auf amerika- nischen Hochschulen eintrafen, hat sich die Zahl der studierenden Chinesen in fremden Ländern ständig vermehrt. Noch mehr als die Vereinigten Staaten, wo gegenwärtig fast tausend Chinesen studieren, wurde Japan besucht. Die geringen Reisekosten, Billig- kcit des Lebensunterhaltes, Gleichheit der Schrift und Rassenver- wandtschaft wirkten anziehend. Im Jahre 1007 wurden IS 000 chinesische Studenten im Reiche des Mikado gezählt. Neben den Sühnen der wohlhabenden Schichten zogen auch Tausende von Proletarier hinaus. Diese brachten gestärktes Selbstbewußtsein, ein Häufchen blanke Dollars und Berichte von der viel besseren Lebens- läge der Arbeiter im Auslande, jene Uebersctzungen der Werke Spencers, A. Smiths, I. S. Mills, Montesquieus und andern mit heim. Zurückgekehrt aus der viel freieren Atmosphäre wurde die Misere des Vaterlandes erst eigentlich in ihrer ganzen Größe ge- fühlt. Die Vergleiche zwischen dem Ausland und der Heimat fielen durchweg zuungunsten der letzteren aus. Mit dem Feuereifer der Jugend begannen sie alle staatlichen und gesellschaftlichen Funk- tionen Chinas kritisch zu untersuchen. Eine Stuvinflut von pole- mischen Schriften und Zeitungsartikeln ergoß sich über das Land. Die populäre Sprache und packende Darstellung übten eine mächtige Wirkung auf die niederen Volksschichten aus. Ten einen der Pamphletistcn schwebte als Ideal eine große Republik, wie die jen- scits des Stillen Ozeans, den anderen ein geeinigtes und starkes Reich, wie Japan, vor. Die Umformung Chinas in einen modernen, dem Ideal gleichenden Staat konnte, an den Beispielen gemessen, die die Geschichte Amerikas und Japans bot, nicht allzu schwierig sein. Die armen amerikanischen Kolonien hatten die starke plün- dernde und gewalttätige Fremdherrschaft überwunden und ein freies, demokratisches Gemeinwesen geschaffen, in dem der Volks- Wohlstand und der Nationalreichtum gewachsen war wie sonst nir- gcnds auf der Welt. Der«Affenrasse"(den Japanern) war es gelungen, die vielen Dayinios(Feudalherren) zu Paaren zu treiben, den Schogun(Militärkaiser) abzusetzen und ein ge- cinigtes, respektgebietendes Reich zu gründen, dessen staatliche Ein- richtungen innerhalb fünf Jahrzehnten ein modernes Gepräge er- halten hatten, und dessen wirtschaftliche Lage sich von Jahr zu Jahr besser gestaltete. Was den amerikanischen Kolonisten und dem kleinen braunen Mann möglich gewesen war, konnte den Jungchinesen nicht mißlingen. MeS was nötig war, war Samm- lung der fortschrittlich gesinnten Elemente und entschlossenes Vor- gehen. Diese Erwägfingen nahmen bald die feste Form von recht radikalen Forderungen an. Neben anderen wurde die Abdankung des Kaisers Kwang Hsu, Zurückziehung der dem Ausland gewährten Eisenbahnkonzcssionen, dann die Einsetzung einer parlamentarischen Regierung gefordert. Die wachsende, drohende Gestalt annehmende Agitation hieß die Regierung, es mit Konzessionen zu versuchen. Welchen Geist diese atmeten, läßt der Verfassungsentwurf erkennen. Ein aus allgemeinen Wahlen hervorgegangenes Parlament sollte geschaffen werden. Aber vom aktiven und passiven Wahlrecht sollten ausgeschlossen bleiben die Analphabeten(das sind 99 Proz. der Be- völkerung), Opiumraucher, die Personen, die„kein einwandfreies Leben" führen, die, die sich mit„vertverflichcn Dingen" beschäftigen und schließlich die„Mitglieder verachteter Familien". Unter diesen Bestimmungen kann alles mögliche verstanden werden und schließt jedenfalls nahezu alle Kleinbauern, Arbeiter und Kleinkaufleute vom Wahlrecht aus. Die Jungchinescn sind keine Unmenschen. Mit ein paar großzügigen Reformen hätten sie sich schließlich zufrieden gegeben. Aber dieses Machwerk einer asiatisch-reaktionären Bureau- kratie wirkte wie ein Faustschlag in das Gesicht der bis dahin in ihrer Lethargie verharrenden unteren Volksschichten. Was hier geboten wurde, glich dem berühmten Messer ohne Heft und Klinge. Die Pamphlctisten sorgten dafür, daß im weitesten Maße dem Volk darüber 51Iarheit wurde. Schon um„das Gesicht zu wahren" mußte die Bewegung mit allen Kräften verstärkt werden. Nicht nur daö. Sollten einer Herrschcrkaste vom Schlage der Mandschus wirkliche Reformen abgerungen werden, so mußte vom Streite mit der Feder zum Kampfe mit dem Schwerte übergegangen werden. Es mußte die mandschufcindliche Stimmung, die sich in einigen Landstrichen und Bevölkerungsklassen zeigte, organisiert und in das Bett geleitet werden, wo sie Energie entfalten konnte. Eine Partei aufgeschlagen wurde, so wie sie um die Weihnachts- und Neujahrs- zeit herum auf allen Boulevards standen: sie sahen, wie die Männer von den Karren einen armseligen Tisch, drei zerbrochene Stühle, ein altes breites Bett, zwei Kinderwagen, drei zerrissene Matratzen herabholten und in die Bude trugen.... Zwei Kinder weinten, und einer der Männer sagte zu der Frau:„Trösten Sie sich. Das wird helfen. Natürlich wird die Polizei kommen. Lepine, unser teures Präfektchen, kann doch nicht dulden, daß sich die armen Leute in den Tuilerien Bretterwohnungen aufschlagen. Aber ganz Paris wird morgen und heute schon davon sprechen. Alle Welt muß wissen, daß in unserer herrlichen Republik eine arme Familie mit acht Kindern mitten im Winter auf die Straße gesetzt wird und keine Wohnung finden kann. Gestern hat diese„Welt" gelesen, wie reich man im Pariser Departement ist, waren doch unter den Leuten, die im vergangenen Jahr hier starben, nicht weniger als 354 mehrfache Millionare. Heute soll sie das Gegenbild dazu er- halten. Wir wollen den edlen Patrioten, die sich das ganze Jahr über den Bevölkerungsrückgang beschweren, einmal zeigen, daß ihre Gesellschaft eine arme Familie mit acht Kindern auf dem Pflaster erfrieren und verhungern läßt. Weinen Sie nicht, Madame..." „Im Namen des Gesetzes erklären wir Sie für verhaftet." Vier schwere Polizistenhände lcgten�sich auf die Schultern des Mannes, der halb lachend sagte:„Schon gut, schon gut— wir werden alle miteinander sofort auf das nächste'Polizeikommissariat gehen." Siebzehn Männer lachten. Acht Kinder weinten. Langsam setzte sich der Zug in Bewegung. Der eine Polizist blieb zur Be- wachung der Bude zurück. Die ersten Autos und Geschäftswagcn fuhren über die Straße, am Louvrehof vorbei. Zwischen den Kut- schein und den Arbeitern wurden allerlei Zurufe gewechselt. Fragen, Antworten. Flüche, Beleidigungen... Auf dem Polizeiamt mußte der Herr Kommissar erst geweckt werden; er war vor seinem Tisch eingeschlafen. Zuerst schien er gar nichts zu verstehen. Stumpf- sinnig stierte er einmal den berichtenden Polizisten, ein anderes Mal die„Verhafteten" an. Als er ansing zu verstehen, erklärte er für seine Person alle Anwesenden für verhaftet. Nachdem er ein paarmal gegähnt hatte, beschränkte er die Verhaftung auf die Frau, ihren Mann und ihre Kinder... die Frau sing an fürchter- mußte geschaffen werden, die nichts mehr und nichts weniger als den Sturz der Dynastie und ihrer Trabanten auf ihre Fahne schrieb. Wer aber sollte diese verwegene Tat wagen? Während auf der öffentlichen Bühne der Meinungsstreit ge- führt wurde, entstand in ihrem Untergrund die so notwendige rc- volutionäre Partei. Und diese sollte bald in den Vordergrund des aktiven Kampfes zwischen Dynastie und den vorwärts drängenden Volksteilen treten und ihm ein revolutionäres Gepräge geben. Die Gründung einer Umsturzpartei ist in dem asiatischen Despotenstaat ein halsbrecherisches Unterfangen. Es konnte sich zu- nächst nur um eine Gchcimorganisation handeln. Daß es solche oft in China gegeben hat, zeigt die Geschichte des Sturzes der vielen Dynastien. Ein gutes Teil des Scharfsinns und der Kraft der Herrschenden sind auf die Ausrottung der Verschwörerbanden verwendet worden. Voller Erfolg war diesen Bemühungen nicht gegönnt. Und so lange die Gcheimorganisationen nur auf das alte Verschwörerncst Kanton, auf die südöstliche Ecke des Landes be- schränkt blieben, brauchte es der weit im Norden sitzenden Regie- rung nicht allzu bange zu sein. Der Geist der neuen Zeit brachte einem der Geheimbünde, dem Komingtang, viel frisch pulsierendes Blut. Ueber die Ge- schichte dieser tatkräftigen Organisation weiß man eigentlich nicht viel mehr als vage Erzählungen. Sie hat, den blutigsten Ver- folgungen trotzend, landauf landab Zweigvereine gegründet, Ge- sinnungsgenossen in der Armee und Flotte geworben und ein Pro- gramm entworfen, das ihre Gesinnung und Weitsichtigkeit in keinem so üblen Lichte erscheinen läßt. Die leitenden Leute des Koming- tang>, vor allem sein bester Kopf, Sunyutsen, haben in den Vereinigten Staaten lange genug amerikanische und französische Geschichte studiert, um zu wissen, wie man die revolutionäre Energie eines Volkes erhöht und sie am rationellsten verwendet. Es verrät nicht, wenig politische Klugheit und taktisches Geschick, daß sie in ihren Proklamationen und durch die Tat den Schutz der Ausländer garantierten und von allem Anfang an bestrebt waren, den Mittelpunkt der Bewegung in die Provinzen der Dangtscebcne zu verlegen. Erst hier konnte die Bewegung den Charakter einer Verschwörung verlieren und zu einer kräftigen und aussichtsreichen Volksbewegung auswachscn. In diesen Provinzen lebt noch ein von einer Gentry geführter Menschenschlag, der seine unabhängige Ge- sinnung in vielen Scharmützeln mit der Regierung und dem Be- amtentum bewiesen hat. Hier haben geistige Regsamkeit und Ge- werbcfleiß, verbunden mit einer günstigen geographischen Lage, einen relativen Wohlstand geschaffen, der die Widerstandskraft der Bevölkerung erheblich förderte, und die physische Beschaffenheit der Bewohner wird durch die Tatsache dargctan, daß die Negierung dort ihre Soldaten mustert. In ihren Erwartungen auf den Geist der Dangtseprovinzen sollten sich die Revolutionäre nicht täuschen. Der Flammenschetn der brennenden Städte am Dangtse, die Weigerung der Soldaten, gegen das aufständische Volk in Hankau zu kämpfen, und die wehende republikanische Flagge über dem größten Handels- und Industrie- zcntrum Chinas, Hankau-Wuschang-Hangang, ließ das deutlich erkennen. TaS Programm der Revolutionspartei zeigt, daß ihre Autoren die Revolutionsgeschichte des Westens gründlich studiert haben:„Der Moment der großen, einmütigen Erhebung des chinesischen Volkes ist gekommen. Alle Männer und Frauen, die das Wort Koming (Umsturz) aussprechen können, mögen sich rüsten", heißt es in einem hunderttausendfältig verbreiteten Auftuf. Manche der Pro- grammsätze könnten wörtlich aus der Unabhängigkeitserklärung der amerikanischen Kolonien stammen:„Die persönliche Freiheit und die Nutznießung des Lebens sind vom Himmel gewährte Rechte. Die wichtigste Aufgabe ist, das Volk von den ranzigen Tataren zu befreien" und den wirtschaftlichen Tiefstand und die politische Rück- ständigkeit durch„Schaffung einer Republik der Vereinigten Staaten des Reiches der blumigen Mitte" zu beseitigen und die Staatsverwaltung„nach dem Muster der amerikanischen Selbstver- waltung" zu organisieren. iF. K. Hus der parte!. lieber die Wiener Parteibewegung gibt der soeben erschienene Bericht des niederösterreichischen Landes- Parteisekretariats(Abg. Genosse Bretschneider) an den Landes- Parteitag Ausschluß. Die ReichSratswahlen deS verflossenen Sommers brachten der Partei einen Zuwachs von 10 Mandaten(von 15 auf 25) und von 26 296 Stinnnen in Niederösterreich. In 25 größeren Gemeinden de» österreichischen Stammlandes eroberten unsere Ge- nassen im letzten Jahre 79 Mandate, davon 35 neue. In den Wiener Wahlvereinen sind 39 617 Genossen organisiert(etwa 4V Proz. der sozialdeinokralischen Wähler), auf dem Lande sind 13 849 Partei- Mitglieder. Die gewerkschaftlichen Zentralverbände haben in Wien 141 724 Mitglieder, also fast e i n Drittel ihrer Gesamtstärke, im lich zu weinen, als ein Polizist einige Teller warmer Suppe für die Kinder brachte, die vor Kälte am ganzen Leibe zitterten.„Gut so," brummte der Kommissar,„schließlich brauche ich überhaupt nie- manden zu verhaften. Ich will mich mit der Feststellung der Adressen begnügen.. Die Frau lächelte. Der Herr Kommissar schien ganz wach geworden zu sein und verstand:„Ach so, Sie haben gar keine Adresse, jaaa..." Der Herr Kommissar rieb sich verzweifelt die Augen.„Da werden Sie einstweilen doch hier- bleiben müssen." *.« Sechs Stunden später lasen die Pariser in den Extrablättern. was sich am frühen Morgen ereignet hatte. Die Abendpressc ver- öffcntlichte„tiefempfundene" Betrachtungen ihrer sozialpolitischen Mitarbeiter.„Es muß anders werden," rief alle Welt. Die reichen Damen der Wohltätigkeitsgcsellschasten ließen sich interviewen und fanden für ihr„Entsetzen" herzliche Worte. Die„Herren" unter- hielten sich im Bad mit ihren Dienern über den Skandal. Ein früherer Minister erinnerte in einem Artikel an einen Gesetzent- wurf, der von einem früheren Ministerpräsidenten eingebracht worden war, um der Wohnungsnot abzuhelfen und den alle Welt vergessen hatte. Kurz, eine„ganze Bewegung" setzte ein.... Vor- gestern erhielt ich(und mit mir Millionen Pariser Mieter) ein Briefchcn, in dem unser Hausbesitzer uns mitteilte,„daß angesichts der allgemeinen Teuerung ich es wohl nicht als unbillig empfinden würde, wenn er von mir jährlich hundert Frank mehr als Mietspreis fordere." Und da ich ein geduldiger Mensch bin(und mit mir Mil- lionen Pariser Mieter), werde ich eben hundert Frank mehr zahlen, damit mein Hausbesitzer die Lebcnsmitteltcuerung nicht so schwer empfindet. Hunderttausend Arbeiterfamilien wissen aber nicht, woher sie'L nehmen sollen und fliegen auf die Straße: besonders, wenn sie Kinder haben. Damit man sie nicht vergißt, werden sie wohl von Zeit zu Zeit in den Tuilerien, auf den Champs-Elysees oder vor dev großen Oper Bretterwohnungen aufschlagen müssen. 2. Februar. Ein Wohltäter hat sich gefunden. Die Familie mit den acht Kindern durfte sich vor den Jestungswällen eine Bretterbude auf- schlagen, um dort zu wohnen. Die beste Gesellschaft hat ihre Ruhe wieder gefunden. L. C, . übrigei»?!iedervsterreilli 27 867. Koilsilmgeuosselischaftler sind Ivt 613 Proletarier. DaZ Landesoriiaii„Volkstribiine", ein Wochen- blatt, hat eine Auflage von 61 000 Stück, außerdem erscheinen als lokale Wochenblätter die.Gleichheit" in Wiener-Neustadt, für die Wahlbezirke Pernerstorfers und RennerS und der„Volksbote" in dem erst seit kurzem zu Wien gehörigen, weitansgedehnten Donaugebiet deS 21. Bezirks. Der Verband jugendlicher Arbeiter hat ein eigenes Provinzialselretariat für Ricderösterreich. Dessen Tätigkeit, sowie die Bilduugsarbeit sind sehr beträchtlich. Eifrig wurde das Bildungsweflen gepflegt. Die Landes stelle für das Bildungswesen vermittelte 1432(l. V.: 1357) Vorträge für Wien, 73 für 26 ändert Orte. 82 Unterrichte mit 1826 Abenden wurden in Wien, 7* Zyklen mit 33 Vorträgen in der Provinz veranstaltet. Die A r b e i t e r s ch u l e zählte in zwei Kursen 121 und 65 Teilnehmer. Neu eingeführt wurde die Vermittelung von Lichtbildervorträgen. Die Arbeiter- Svmphoniekongerte wurden von 10 300 Genossen besucht.— Ferner wurde die Umbildung des Bibliotheks- Wesens eingeleitet, iin Anschluß an die günstigen Ergebnisse der Ottalringer?ugendbibliothek und zweier Bezirksbllchereien. In einigen Bezirken wurden die Bibliotheken zusammengefaßt.— Ein gutes Stück uinfassender und tiefeindringender Arbeit, das in der zweiten Hülste 1911 noch kräftig gefördert wurde, kommt in dem Berichte zun» Ausdruck. Die im April bevorstehenden Wiener GemeinderatSwahlen dürften weitere große Erfolge dem bisher Errungenen hinzufügen. Am wertvollsten aber bleibt die prächtige Einheitlichkeit, in der alle Zweige der österreichi- schen Arbeiterbewegung sich zusammenfinden, und die Einigkeit in der gemeinsamen Arbeit, die sachliche Meinungsverschiedenheiten zurückdrängt und persönliche Zänkereien gar nicht aufkommen läßt. Große Fortschritte hat infolgedessen der Konsumverein„Vor- tv ä r t S" gemacht, der in de» nächsten Tagen seinen 10jährigen Be- stand feiern wird. Die Dividende konnte auf 4 Proz. herabgesetzt, der Geschäftsanteil von 20 auf 30 Kronen erhöht werden. Das Ver- trauen der Mitglieder zur Genossenschaft spricht sich darin auS, daß die Spareinlagen gegen das Vorjahr um 23 Vz Proz.. nämlich um 206 000 Kronen gestiegen sind Zu Weihnachten wurden 400 000 Kronen Nückvergülung ausgezahlt. Der Verein hat Schuh- und Schnittivarcnabteilniigen enichtet und erbaut gegenwärtig eine Größselcherei. Die letzte Generalversammlung bcscvloß die Grün- dung einer Bau- und Wobnungsgenossenschaft und die Einführung der Hinterbliebenemittterstiitzung nach dem Tode eines Mitgliedes. ES wird an die Hinterbliebenen eines Mitgliedes, das ün letzten Jahre mindestens 450 Kronen umsetzte, der Betrag von 100 Kronen ausgezahlt werden._ Bon der schweizerischen Parteipreffe. Die sozialdcmokratiscke Partei des KaiitonS T h u r g a u, die bisher die„Thurgautr Post" als Kopfblatt der Winterthurer„Arbeiter- Zeitung" bezogen hatte, hat sich ein selbständiges Blatt, die«Thür- gauische Arbeiter-Zeitimg" geschaffen, die in der Industriestadt Arbon an« Bodensee erscheint und in einer gleichzeitig errichteten Genossen- schaftSdruckerei hergestellt wird.— In O l t e n ist eine sozialdemo- kratische Aktiengesellschaft gegründet ivorden, die die dortige täglich erscheinende sozialdemokratische„Neue Freie Zeitung" übernimmt und den Luzcrner Genossen statt ihres jetzt»ur zweimal wöchentlich erscheinenden„Demokrat" sotvie den Aargauer Genossen statt ihres ebenfalls nur zweimal wöchentlich erscheinenden„Freien Aargauer" täglich erscheinende Kopfblätter liefert. Eine Manifestation der Brüsseler Arbeiter gegen die Klassenjustiz des 8 310. Man meldet uns aus Brüssel: Die von der Brüsseler Föderation �veranstaltete Manifestation gegen den berüchtigten sj 310 des Strafgesetzes, der die Aktions- und Agitationsfreihcit der Gciverkschaften beeinträchtigt und die gewerksckzaftlichen Führer unter ein förmliches Ausnahmegesetz stellt, führte an 6000 Arbeiter Brüssels und der Vororte in den Straßen der inneren Stadt zu einein imposanten Umzug zusammen. Zahlreiche Aufschriften deuteten auf den Zweck der Manifestation, die die Arbeiter vieler Branchen, auch der einer Grrippe Handels- angestellter, umfaßte. Letztere demonstrierte auch gleichzeitig für ihre gegemvärtige Forderung des Siebe nuhrladen- s ch l u s s e S. Die Demonstration cndctcte vor dem„Maison du Pcuplc", wo von einem Balkon der Deputierte Meysinans und Gen. Chapelier Ansprache,« an die Menge hielten, in welcher sie die mit dem§ 310 zusammenhängenden Klafsenurteile kritisierten und die Abschaffung dieses Ausnahmegesetzes forderten. Aus der italienischen Partei. Bei den Wählen des Exekutivkomitees der römischen Partei« scktion, die an« 30. Januar stattgefuiidcu haben, haben die Re- sormisten mit etwa 10 Stimmen Mehrheit ihre Liste durchgebracht. Zur Abstimmung, die zweimal vertagt ivorden ivar, hatten sich sehr wenig Arbeiter eingefunden, während die Beaintenschaft stark vertreten war. Seit vielen Jahren ist die Mehrheit der röinischen Parteisektion revolutionär, und sicher würde bei ciirer vollbesuchten Versammlung auch heute die Mehrheit der revolutionären Fraktion zufallen. Nichtsdesloiveniger haben die Reformisten diesmal durch größeren Eifer und bessere Disziplin den Sieg über die revolutio- iiärei« Genossen davongetragen. kleines femUeron Elise Schweichel, die Witwe von Robert Schwcichel, ist Sonn- abend nachinittag nach nur kurzer Krankheit gestorben. Wenn sie auch»ieinals in der Partei sich betätigt hat, so ist doch ihr Name durch den ihres Mannes unlöslich mit der Sozialdeinotratie ver- knüpft geblieben. Elise Schweichel, am 17. September 1831 zu Königsberg geboren, stand»eben Bebel und Liebknecht gewisser- maßen an der Wiege der Partei, die sie seit 1867 von Leipzig auf- merksam in ihrem Wachstum verfolgt hat. Sie war Sozialdeino- Icatii« mit Leib und Seele bis an ihren Tod. Als Erzählerin hat sie unsere Ideale und Anschauungen zu vertreten und zu propa- gieren gelvußt, und noch in jüngsten Tagen der Reichstagswahlen bat sie mit fieberndem Interesse jedweden Sieg unserer Genossen über die Reaktion mit leuchtenden Augen und begeisterten Worte» gepriesen. ES war ihr eine wahre Besricdigung, diese Zeit«n�h erlebt zu haben. Dennoch ist seit ihres Mannes Tode und dann uainentlich, als Julie Bebel, ihre liebste Freundin seit 13 Jahren, dahirigmg, kaum ein Tag verflogen, gn vcin sie nicht nach den« Grabe verlangt hätte. Sic lebte nur noch dem Angedenken ihres Gatten, dessen Schriften ihre einzige Lektüre bildeten. Als sie vor nahezu einem Jahre sich in ihrer Wohnung durch einen Sturz von« Schreibtisch beide Unterarme gebrochen hatte, erholte sie sich in lvenigeu Monaten so vollständig, daß man ihr»och ein längeres Leben hätte voraussagen können. Erst im Januar nach den Reichs- tagswahlen kündigten sich Zeichen einer baldigen Auflösung an. Nun hat endlich diese lautere tapfere Frau ihren Frieden gefunden, diese Frau, die während eines langen Lebens immer auf feiten des Voltes mit glühendem Herzen gestanden hat. Ihr Name wird uns unvergessen bleiben. � Die Beerdigung findet Montag nachmittag 4 Uhr auf dem Friedhof in Schöneberg, Maxstraße, statt. Ein Musrum für Beleuchtungswesen existiert— was wohl nur wenigen bekannt fein dürfte— in Charlottenburg tWittenbergplatz 5, Besuchszeit von 10 Uhr vorm- bis 5 Uhr nachur.). Tie Amegung zur Gründung eines folchew MufeuinS entstand iin Jahre 1896 aus der Berliner Gcwerbcausflellung, w» verschiedene Fachleute und Industrielle eine Sammlung historischer Beleuck>- tungsgegenstände ausgestellt hatten, die damals berechtigtes Auf- sehen erregten und deren dauernder Zusanunenhalt von einem Fachausschuß der Gas- und Wasserfachmänner beschlossen wurde. Nachdem verschiedene Institute, so das Märkische Museum, die Auf- xiahnve der Sanrmlung abgelehnt hatten, nahm die Stadt Ehar- Eine Richtigstellung zum Prozeff Domanico. Rom, den 31. Januar. Unter dem Titel„Ein Prozeß gegen ciuei« falschen Sozialisten" haben wir qn« 26. Dezember über den Verleuindungsprozetz berichtet, den der frühere Sozialist G i o- v a n n i Domanico gegen zwei Florentiner Genossen ange- strengt hatte. Es sind uns bei dieser Notiz Irrtümer und Un- genauigkeitcn unterlaufen. Das von Domanico angerufene Par- teischieosgcricht hat diesen nicht aus der Partei auSgschlossen, da es den Beweis seiner Schuld nicht für erbracht hielt; allerdings hat sein Schiedsspruch Domanico nicht zufriedengestellt, was ihn bewogen hat, sich aus dem Parteileben zurückzuziehen. Unrichtig ist auch, daß Domanico nach Amerika gegangen sei; er hat sich seit der Affäre in seiner Heimat Calabricn ausgehalten. Wir «verde» weiter darauf aufmerksam gemacht, daß unser Bericht über den Prozeß einseitig die Giovanni Dou«anico schädigenden Aussagen hervorhob, was sich aus der Berichterstattung der ita- lienischcn Presse erklärt, auf die wir mrscre Angaben stützten. Bc- kanntlich wurden die Genossen Celli und Del Buono als Verleumder zu je einem Jahre Gefängnis verurteilt. Sobald uns die Urteilsbegründung vorliegt, werden wir ihr in einem kurzen Resume gerecht werden. Parteiliteratur. Reichstagsivahlen und Gcmeindepolitik. Mit dieser Ueverschrist bringt die soeben zur Ausgabe gelangte Nr. 5 der„Kommu- n a l e n Praxis" einen äußerst aktuellen Artikel, dessen Lektüre für die Gemeindevertreter und Stadtverordneten sehr zu empfehlen ist. Auch der weitere Inhalt der„Kommunalen Praxis" ist wichtig und zeigt erneut die Bedeutung, die diese Zeitschrift für alle Kommunalpolitiker hat. Die„Kommunale Praxis" erscheint wöcheutlich und kostet pro Quartal 3 M. Neu hinzutretende Abonnenten erhalten die bereits erschienenen Nummern nach- gesandt. Bestellungen nehmen alle Postanstalten, Buchhandlungen und Speditionen entgegen. Probenummern kostenlos vom Verlag. Buchhandlung Vorwärts Paul Singer G. m. b. H. Berlin SW. 68. Dir Aufgaben der Geineindevcrwaltungen in der Sozialgesetz- gebung. Von Friedrich Klecis. Berlin 1912. Verlag: Buch- Handlung Vorwärts Paul Singer G. m. b. H. Berlin SW. 68. Preis 1 M., VereinsauSgabe 40 Pf. Zu beziehen durch alle Buch- Handlungen. Die als Heft 13 des Sammelwerks„Sozialdemokratische Ge- meindepolitik" erschienene Abhandlung dürfte nicht nur den Ge- meindevertretern, sondern auch den Arbeitersekretären ein wert- voller Wegweiser durch das weitverzweigte Gebiet der Sozialpolitik sein. Ter Verfasser beschränkt sich nalurgemäß auf den Teil der Sozialgesetzgebung, deren weiterer Ausbau den Gcineinden möglich ist. So erläutert er u. a. eingehend die Aufgaben der Gemeiirden auf dem Gebiete der reichsgesctzlichen Arbeiterversicherung auf Grund der Ncichsversicherungsordnung, ihre Mitwirkung am Ar- beiterschutz nach der Gewerbeordnung, Mithilfe am Kinderschutz und die gewerbliche Rechtsprechung. Wie die früher erschienenen, so wird auch dies neueste Heft der Sammlung unseren tätigen Parteigenossen die Ausübung ihrer Aemter wesentlich erleichtern und sie zu immer neuen Anregungen anspornen. Au« den Berichten der Bibliotheken ist zu ersehen, daß die Bände der Zeitschrist„In Freien Stunden" von den Lesern der Bibliotheken sehr begehrt sind. Es wird daher interessieren, daß ssebc» ein neuer Band zur Ausgabe gelangt ist, dessei« An- schafsung wir nur empfehlen können, da derselbe wegen seines viel- fertigen und intercssauten Jrihalts ebenso gerne gelesen wird als die früher erschienenen. Aus dem Inhalt erwähnen wir folgendes: Oliver Twist, Roman von Charles Dickeirs; illustriert von Max Fabian. Aus jüngster Vcrgangewheit von Gregor Gerschuni. Die Brüder Mathieu, Novelle von Äioritz Hartmann. Rolof, der Rekrut von Edmund Hoefer. Ter zerbrochene Krug von Heinrich Zschokke. Ter Preis beträgt in Leinen gebunden 3,50 M., Halbfranzband 4 M. F ü r B i b l i o t h e k c n ist eine Anzahl Exemplare auf bc- sonders gutem Papier gednickt worden. Der Preis für diesen Band beträgt in Halbfranz gebunden 3 M. Bibliotheken, welche die Bände „In Freien Stunden" nicht haben, diene die Mitteilung, daß ein großer Teil der früher erschienenen noch zu haben ist. Ein Ver- zeichnis derselben steht auf Verlangen zur Verfügung beim Verlag. Buchhandlung Vorwärts Paul Singer G. m. b. H. Berlin SW.68. D«e Abschaffung des Eigentums, des Staates und der Religion. Vorträge von Dr. A. Panneloek. Gehalten im Oktober 1911 in Stuttgart. Verlag: H. Bullmer, Parteifekretariat Stuttgart. Die Erfurter Parteigenossen bcfchäfUgtcn sich am Donnerstag- abend in der Generalvcrsaminlung des Sozialdemokratischen Wahl- Vereins mit dem Ausfall der R e i ch s t a g s w a h l e n, der für sie das erfreuliche Ergebnis hatte, daß der bisherige Vertreter des Wahlkreises Erfurt-Schleufingen-Ziegenrück,'der an der Spitze des Reichsverbandes stehende nationalliberale Landgerichtsrat Ha gewann, auf der Strecke blieb und dafür unser Genosse Heinrich Schulz gewählt«vurde. In der Versammlung konnte aber auch mitgeteilt«verden, daß der Wahlkompf eine recht ansehn- liche Stärkung der Parteiorganisation und der P r e s s e im Wahlkreise zur Folge hatte. Seit Juli vorigen Jahres lottenburg sie unter ihre Obhut und richtete das Museunr am Wittenbergplatz ein, wo neben- den, kult««rgefchichtlichen> Gegen- ständen zur Geschichte der Beleuchtung, wie Feuerzangen, Kien- span-, Kerzen-, und OellamPcnbeleuchtung, Gasbrennern, Gas- und Spiritusglühlicht, elektrischen- Beleuchtungskörpern und ähnlichen, auch wissenschaftliche Apparate, GaSbereitungSapparate, Rohstoffe und verschiedenes andere sowie die neuesten Einrichtungen, für Koch- und Hcizziveckc, für T-ekorations- und Jnnenheleuchtung, für Preß- und Wassergas. für Warmtvasserversorgung usw. zu sehen sind. Außerdem ist in den Räumen- des Museums eine reichhaltige Fachdibliothek und eine Sammlung von Bildern und Zeichnungen aus den- genannten Gebiete«» untergebracht. Bon dem ältesten Boll der Erde. Die Maori von Ncu-Seela>«d genießen- de«, Ruf, das altertüm-lichste Volk der Erde zu sein. Leider sind sie fast ausgestorben, und es ist daher die höchste Zeit, Kennt- nisse und Urkunden ihm Lebensweise zu sammeln. Eine wahrhast großartige Zusammenstellung verschiedener Gegenstände der altci« Maori hat Leo Buller dem- Staatsmuscum- in Wellington auf Ncu-Seeland zum Geschenk gemacht. Es sind rund 700 Stücke von unschätzbarem- Wert. Da sind zunächst Schni-uckstückc und Wassel« aus Grün-steine». dann eine Anzahl schöner Holzschnitzereien, wie sie von den MaoriS in ihre» Behausungen hergestellt wurden-; ferner ein großes aus Holz geschnitztes Kanoe, mit allen- Geräten und reichem Schmuck sowie ein kleines, besonders schön geformtes Leichtboot. Tic Sammlung enthält weiterhin»Stcingcräte, die größten und schönste««, die überhaut je bekannt geworden, sind. Von höchstem- Wert ist eine Sammlung von Maorikleider». darunter zwei vollständig erhaltene aus Hundefellcn, die im Jahre 1838 erworben wurden. Auch eine Kollektion- von Geräten, die von den Maoris bei verschiedenen Arbeiten gebraucht wurden, liegen in der Sammlung. Hauptsächlich wurde diese von- dem Vater des Stifters, Walter Buller. zusammengebracht, der auch die Vogelwelt Neu- Seelands erforscht hat. Bei der Regierung des Inselstaats hat die Schenkung eine begreifliche Freude erregt. Bon der Völkerkunde wird der Wert dieser Sammlung als schlechthin unschätzbar be- zeichnet, und diesem Urteil wird auch dadurch Rechnung getragen werden, daß sie in einem eigenen Museum mit besonderen Bor- richtungen gegen Fcucrsgcfahr untergebracht werden soll. Humor und Satire. Rückwärts. Der Rektor der Berliner Universität hat der Abteilung der Freien Studentenschaft für Staatswissenschaslen den geplanten Besuch der Druckerei deS„Vorwärts" verboten. Dieses Verbot ist mit Freude, ja mit Juvel zu begrüßen. hat der sozialdemokratische Kveisöerein seine Mitgliederzahl von 3130 auf 3918<3272 männliche, 646 weibliche) erhöht. Die Stadt Erfurt allein hatte in den letzten Monaten einen Zuwachs von 266 männlichen und 45 weiblichen Mitgliedern. Die Auflage der „Tribüne", die am 1. Januar 1911 rund 13 000 betrug, war am 1. Februar 1912 auf über 17 500 gestiegen, während sie am 1. Ol- tober v. I. noch 14 538 betrug. Wie intensiv die Genossen in dem gesamten Verbreitungsgebiet der„Tribüne" und ihres Kopfblattcs „Thüringen" an der Ausbreitung in den letzten Jahren gearbeitet haben, ergibt sich aus der Tatsache, daß am 1. Januar 1907, nach Abgang zweier, eigene Blätter gründenden Kreise die Auflage 9200 betrug.. Hus Induftm und fjandel. Bom Einfuhrscheinskaudal. Deutschlands Haferernte reichte im letzten Jahre für den In- landskonsum nicht aus. Die Interessenten fanden eS aber doch vorteilhaft, eine starke Ausfuhr zu unterhalten, obwohl überdies der Preis im Auslände zuweilen niedriger war als in Deutschland. Da bei der Ausfuhr durch das famose Einfuhrscheinsystein eine Ausfuhr- Prämie in der Höhe von 50 M. pro Tonne gezahlt wird, konnte man trotz niedriger Auslandspreise mit der Ausfuhr iinmer noch ein gutes Geschäft machen. Dabei wirkte die forcierte Ausfuhr auch gleichzeing als Preiöhebel für das Inland. In der Zeit vom 1. August bis 30. Dezeniber 1911 ging in« Vergleich«nit der gleichen Periode deS Vorjahres die Einfuhr von Roggen um'/z Million Doppelzentner zurück, dagegen stieg die Ausfuhr mn 14 804 Doppelzentner aus 1 836 336 Doppelzenmer. Infolgedessen hob sich der Preis im Dezember 1911 um fast 40 M. pro Tonne über den Satz in« gleichen Monat des Vorjahres. Die Preisentwickelung veranschaulicht diese Aufstellung. ES kostete eine Tonne Roggen im Dezember Mar!: 1910 1911 Berlin 430 g. d. l.,.. 146,23 183,66 Breslau, Mittelivare... 140,30 172,90, Danzig, inländischer... 147,77 179,81 Frankfurt, hiesiger... 137,00 194,00 Köln, inländischer.... 130,00 189,31 , ausländischer... 160.00 193,25 Königsberg, 447 g. d. l., 138,00 177,85 Leipzig, deutscher.... 161,25 201,81 Lindau, bayr...... 166,00 200,00 Magdeburg, Mittelware.. 160,00 193,36 München.„.. 139,50 197,00 Posen, Durchschnittsware. 142,30 173,00 Nun wird auch der MilitärfiSkuS durch die Praxis der Einfuhrscheine in Mitleidenschaft gezogen. Die Proviantäinter sind gehalten, ihren Bedarf nach Möglichkeit direkt bei den Landwirte» zu decken, dainit dieser den Händlergewinn selbst einstreichen kann. Die Ausfuhr lockte aber mehr als Vaterlandsliebe und Begeisterung für daö viel- gepriesene Heer. Der Hafer wanderte in großen Mengen ins Ausland. Die Proviantäinter gerieten in Verlegenheit und mußten sich sogar auf die Wanderschaft begeben, um Hafer zu bekam, neu. Dabei ereignete sich nach dem„B. T," dieser Tage an einem süd- deutschen Marttort folgendes: Ein deutsches Proviantaint bot ans ein Quantum zur Verfügung stehenden Getreides. Da trat ein aus- ländisches Proviantaint als Konkurrent aus; es schlug dann auch mit seine», Angebot den deutschen Reflektanten siegreich aus dem Felde und kaufte doch williger ein, als das vaterländische Proviantamt bei den gebotenen niedrigeren Preisen getan haben ivürde. Wie ist deS Rätsels Lösung? DaS ausländische Amt bringt den Roggen über die Grenze in seine Hciinat und erhält bei der Ausfuhr auf Kosten der deutschen ReictiSkasse einen AuSfuhrschein im Werte von 30 M. pro Tonne, Nun sage noch ein Mensch, dieses System schütze nicht in großartiger Weise die nationale Arbeit«md seine Erhaltung sei kein vaterländisches Gebot! Die schwarzen und die blauen Liebesgaben- Politiker nennen die Gegner des Einsuhrscheinskandals in patriotischer Portemonnaiebegier: Agenten des Auslandes! Es gehU eben nirgends toller zu als im Lande der gottgegebcnen Abhängig- leiten von Junkers Gnaden. Gericdts- Rettung. Urbock Münchner. Die Berliner Bockbrauerei bietet ein Bier unter der Bezeich- nung Urbock Münchner a». Ter Berein Muaihener Brauereien und mehrere andere Münchener Brauereien behaupten, daß die Bezeichnung Münchner Bier SerkunftSbezeichnung se«. Sie haben deshalb gegen die Berliner Bockbrauerci Klage erhoben und ver- langt, daß vie Beklagte es unterlasse, ihr Bier weiterhin als Urbock Münchner zu bezeichnen, außerdem machten sie einen Schaden- ersatzänspruch in Höhe von 5000 Mark geltend. Auf diese Klage hat das Kammcrgcricht zu Berlin ausgesprochen, daß die Beklagte verurteilt ist, bei Vermeidung einer Geldstrafe von 300 Mark für jeden Fall der Zuwiderhandlung die Bezcichisting ihres Bieres als „Urbock Münchner" ohne deutliche Angabc der Herkunft, insbesondere des Brauorts, zu unterlassen. Außerdem hat das Kammergericht den für die Brauereien bisher entstandenen Sck>aden auf zusammci« 1000 Mark geschätzt. In den Entscheidungsgründen führt das ' � 1■--' Wenn die Studenten durchaus den Betrieb einer Druckerei kennen lernen wollen, wanim gehen sie nicht in die Druckerei des„Pill- kallener Anzeigers", warum wollen sie gerade die Druckerei des „Vorwärts" sehen? Nein, das geht nicht. Der Rektor hat den jungen Studptfcn auch den Besuch deS Kammergerichts verboten, weil das Kammer- gericht in derselben Straße liegt wie die„ V o r w ä r t S'-Druckerei, in der Lindcnstraßc. Auch den Besuch der Operette„Fatinitza" hat er untersagt, damit die Studenten nicht den Ruf vernehmen: Vorwärts«nit frischen« Mull Ferner dürfen sie die Straße Unter den Linden nicht betreten, eimnal weil die Aehnlickkeit dieses Straßennamens mit dem der Lindenstraße in ihrer Brust rote Gefühle wachrufen könnte, und dann weil am Anfang der Straße das Marmorbild des Marschall V o r w är tS'steht. Endlich hat der Rektor die Universität geschlossen, weil die Studenten durch das Anhören der Vorträge vorwärts kamen. _(„Kladderadatsch.") Notizen. — Vorträge. Im Institut für Meereskunde spricht Montag Professor P. Krainer. über„den Schiffsantrieb durch Gasmaschinen", DienStag Professor M. Friederichsen über „Borpommerns Küsten und Seebäder", Freitag Professor v. M a n c S über„Geschichte der Seeversicherung. — Theaterchronik. Das alte Spiel von„Jedermann" wird im Zirkus Schumann Freilag, den 9. Februar, wiederholt.-MI — Die zweite Juryfreie Kunst schau sSkizzen, Studien, Graphik) nntd. Sonnlag, mittags 12 Uhr, Potsdamer Straße 39— 39a eröffnet. Es sind nur Werke bis zum Preise von 100 M. ausgestellt. Der Katalog weist gegen 800 Werke auf. Josef Ettlinger. der Begründer de«„Literarischen Echo" und früherer Vorsitzender der Berliner Neuen Freien Volksbühne ist in Frankfurt a. M. gestorben, ivobin er im vorigen Jahre als ffeuillelonredakteur der„Franks. Ztg." übersiedelte. E. hat einige einsiniiige literarische Arbeite» über Theodor Fontane und Benjamin Constant geschrieben, auch als Uebersetzer(darunter der Madaine Bovarv) sich betätigt. Aber seine besten Leistungen lagen auf de», 'organisatorischen Gebiete. Das„Literarische Echo" war sein Wer� und die Neue Freie Volksbühne erfuhr unter ihm die riesige Eni- Wickelung, die er bis zu einen« gewissen Grade durch die Gründung deS„Neuen VolkStheaterS" abschloß. Die allzu große Arbeitslast, die er sich aufgebürdet, hat ihn aufgerieben, er«st nur 42 Jahre alt geworden. Nammergericht u. a. aus: Tcr Ausd'ruck Münchner Bier ist in Berlin und seinen Vororten noch nicht zur bloßen Beschaffenheits- bczeichnung geworden. Er bezeichnet nicht Bier einer bestimmten Brauerei, sondern hat heute noch die Bedeutung einer Herkunfts- bczeichnung. Wer aber Münchner Bier fordert, und solches er- halten will, das in München gebraut ist, der betrachtet sich als betrogen, wenn er anderes Bier erhält. Wohnt mithin dem Münchener Bier eine Herknnftsbezeichnung inne, so kann die Bezeichnung..Münchner Bier" höchstens dann die Natur des Un- erlaubten bcrliercn, wenn durch die Hinzufügung des wirklichen Brauorts die Nichthertunft aus München klar erkenntlich gemacht wird. Dieser Zusah muh so deutlich sein, daß er nicht nur Zweifel aufwirft, sondern die Möglichkeit der Verwechselung vollkommen aufschließt. Er muß so beschaffen sein, daß auch der flüchtige Beschauer, der nur die Schlagworte liest, die er nicht übersehen kann, keinen Zweifel über die Beschaffenheit des Bieres und seine Herkunft hat. Gegen das Urteil des Kammergcrichts hatten beide Parteien Revision beim Reichsgericht eingelegt. Das Reichsgericht hat am Freitag die Revision der Beklagten (Berliner Bockbrauereis zurückgewiesen. Auf die Revision der Klägerin ist das Urteil des Kammergerichts aufgehoben und die Beklagte verurteilt worden, sich zur Bekanntmachung des von ihr hergestellten Bieres der Bezeichnung Urbock Münchner in der gc- schrhencn Art und Weise zu enthalten. Eine neue v-Berhanblung. Eine der jetzt in dem Moabitcr Kriminalgericht„modern" gewordenen Dauer-Berhandlungen begann gestern vor der 4. Straf- tammcr des Landgerichts I unter Vorsitz des Landgerichtsdirektors Dr. Gaher. Unter der Anklage des Wuchers und der Verleitung zum Meineide hat sich der Geldvcrleiher Gustav Motzte vor dem Strafrichter zu verantworten. Ter Angeklagt� der sich seit längerer Zeit mit der gewerbs- mäßigen Geldvcrinittlung befaßt, erließ in mehreren Zeitungen Inserate folgenden Inhalts: Geld an Beamte sofort, ohne Sicher- heit, vergibt Privatmann. Auf dieses Inserat hin meldeten sich bei ihm zahlreiche geldbedürftige Beamte aller Kategorien, vom Gcrichtsobersckretär bis herunter zum PosthilfSboten. Der Angeklagte gab in allen Fällen auch die gewünschten Tarleheir, nach- dem er sich das Anstellungspatent und ein Zession auf die Gehalts- forderung des betreffenden Beamten hatte aushändigen laffcm Wie die Anklage behauptet, foll er die Hergabe der Darlehen in mehreren Fällen davon abhängig gemacht haben, daß die Betreffenden gleich- zeitig ein Meyer- oder Brockhäus-Lcxikon bei ihm bestellten, so daß er außer den nicht gerade geringen Zinsen auch noch an diesem Geld verdiente. Die Ankluge behauptet ferner, daß der Durch- schnittszinssatz, den die DarlehnSempfänger bezahlen mußten, tiv bis SO Prozent betragen habe. Außerdem wird der Angeklagte noch beschuldigt, in einem gegen einen Schuldner angöstrengien Prozeß es uniernommen zu haben, einen Zeugen zu einer falschen eidlichen Aussage zu verleiten.— Der Angeklagte bestritt in seiner Vernehmung, sich irgendwelche wucherischen Vorteile verschafft zu haben.— Da die Anklage zum. Beweise der Schuld des Angeklagten auf das Zeugnis von über l>0 Zeugen bezng nimmt, sind für die Verhandlung vorläufig 3 Sitzungstage in Aussicht genommen. So- tvcit nicht die Erörterung der einzelnen Fälle ein besonderes Jnter- cffe bietet, werden wir uns aus die Bnttcilung des Urteils bc- schränke»?,........... Mocken Spielplan de? Berliner Cheater. Köuigl. Lvernhaus. Somüag: Der große König. Montag: Iphigenia in Aulis. Tienstag: Der Roscnkavalier. Mittwoch: Der groze König.(Ansan-i h Uhr.) DonnerStag: Di- Walküre.(Anfang 7 Uhr.) Freitag; Der Rosenkavalier. Sonnabend: Aida. Sonntag: Der große 5iön><». Montag: Lohengrin.(Ansang 71/, Uhr) Röntgt. Schauspielhaus. Sonntag: Mignon.� Montag: Der Krampus. Dienstag: Der Schlagbauni. Mittwoch: �Sobvmc. Donnerstag: Äiet Lärm um Nichts. Freitag: Der Bettler von Syrakus. Sonnabend: Die(Acschwisler. Rod. Guiskard. Dcr zcibrochene Krrig. Sonntag: Mignon. (Anfong 7'/, Uhr.) Montag: Götz von Berbchingen.(Ansang 7 Uhr) Deutsches Theater. Sonntag: Hamlet. Montag: Nathan der Weise. Dienstag: Pentbestlea. Mittwoch: Turandot. Donnerstag: Hamlet. Freitag: Faust. I.Teil. Sonnabend: Romeo und Julia.(Ans. 7 Uhr.) Sonntag: Don Carlos. Montag: Faust. L.Teil.(Ansang k-<, Uhr.) ädtnmeHpu'U'« Sonntag und Montag: Eine glückliche Ehe. Dienstag: Olsiziere. Mittwoch bis Freitag: Emc �öckliche Ehe. Sonnabend: Nathan der Wetze. Sonntag und Montag: Eine glückliche Ehe. rUiismig S Uhr.) Lesnnq Theater. E«mtaguach>nittag 3 Uhr: Rosenmontag. Abends: Erde. NoMlcjje Mizzi. Montag: Gudrun. Dienstag: Erde. Komtcsie Mizzi. Mittwoch: Die Natten. Donnerstag: Erde. Komtesse Mi-zi. Freitag: Gudrun Sciiilabend und Sonntag: Erde. Komtesse-iizzi. Montag: Glaube und Heimat.(Ansang 8 Uhr.) Berliner Theater. Svi.ulagiwchnlittag L Uhr: Bummclstudeutcn. Abend« bis Monlaa: Groß-. Roitmi!(Anfanj, 8 Uhr.) Neues Schautpielhano. Sonntag: Fiat juotitia. Montag: Heiligen- wald. Dienstag: Fiat sinititl». Miliiooch und DoimerSIag:sAlI-HcideIberg. Freitag: Fiat niotitia. Sonnabend und Sonntag: Heitigenwald. Sonn- lag nachmittags 3 Uhr: lieber unsere Krast. I». Teil. Montag: Fiat lUütititb.(Alisang 8 Uhr.) ttomi'che Cvcr. Sonntagnachnnttag 3 Uhr: Nigoletto. Abends. Der Troubadour Montag: Der Bampyr. Dienstag: La Traviala. Mittwoch: Undine. Tvimcrstag: Der Bampyr. Freitag: Fra Diavoto. �oiinabeiid: Der Troubadour. Sonntag: Ter Bampyr. Montag: Uiidine.(Ansang 8 Uhr.) Kurfürsten- Lper. Soimtagiiachmittag 3 Uhr: Die lustigen Weiber von Wtudsor. Abends: Ter Schmuck der Madonna. Montag: Das goloene Kreuz. Der Dorsbarbicr. Dienstag: Tiefland. MUtwoch und �oiinrrStcn: Der Schmuck der Madonna. Freitag: Ttesland. Soimabend und Sonntag: Der Schmuck der Madonna. Montag: Tiefland �Kleines Theater. Soimtagnachmittag 3 Uhr: Angele. I. Klasse. All- abendlich: LöllchenS GcdtlrtStag. Gcntz und Fanny Elßler. HockenjaS. Neues Theater. Soliuiaaliachniitlag 3'/, Uhr: Der fidcle Bauer. Abends bis aus weiteres: Der liebe Augustin.(Ansang 8 Uhr.) SchiUeo-Tvoiuer O. Soimtagnachmittag 3 Uhr: Der Probe- kandidai. Abends: Der Probepseil. Montag: Die Wildente. Dienstag: Der Weg zur Hölle. Mittwoch: Der Probepseil. Donnerstag: Der Weg zur Hölle. Freitag: Don Carlos. Sonnabend: Der Probepseil. Sonnlag: Der Psarrer von Kirchseld. Montag: Die Wildente.(Ansang 8 Uhr.) Schtller-Theater Charlotteuburg. Sonntagnachmittag 3 Uhr: Maria Stuart. Abends: Die Wildente. Montag: Der Äilomelersresser. Dienstag: Der Probepieil. Mittwoch: Emilia Galotti. Donnerstag: Der Probepseil. Freitag: Der Kilomelersresscr. Sonnabend: Der Weg zur Hölle. Sonntag: Der Probepseil. Montag: Der Kilometersrehcr. (Anfang 8 Uhr.) Friedrich, Wilhelmstädtisches Schauspielhaus. Sonntagnach- mittag 3 Uhr: Minna von Barnhelm. Abends: Der Feldherrnhügcl. Montag: Taifun. Dienstag: Geschlossene Vorstellung. Mittwoch: Zwei glückliche Tage. DonnerStag: Der Feldhcrrnhügel. Freitag: Taüun. «lmnabcnd: Der Fcldhcrrnhugcl.«onntag: Taisun. Montag: Der Feld- hcrrnhügcl.(Ansang 8 Ubr.) Nefidenz-Theater. Täglich: AlleS für die Firma.(Anfang 8 Ubr.) Theater in der»öniggrätzer Straße. Sonntagnachmittag 3 Uhr: Ein Fallissement. Täglich: Die jüns Franksurler.(Ansang 8 Uhr.) Theater des Westens. Sonntagnachmiitag 3>/, Uhr: Fatinitza. Abends: Russisches Ballett. Montag: Wiener Blut. DienStag: Russisches Ballett. Mittwoch: Wiener Blut. Donnerstag: NussischeS Ballelt, Freitag: Wiener Blut. Soimabend und Sonntag: Russisches Ballett. Montag: Unbestimmt.(Ansang 8 Uhr.) Thatia-Thcalcr. Allabendlich: Polnische Wirtschast.(Ansang 8 Uhr.) Lustspieltiails. Sonnlagnachmittag 3 Uhr: Das große Geheimnis. Allabendlich: Die Damen des Reglmcnts.(Ansang 8 Uhr.) Neues Lperetteii-Thrater. Soimtagnachmittag 3 Uhr: Der Gras von Luxemburg. Allabendlich: Eva.(Ansang 8 Uhr.) Trianoii-Theatcr. Sonntagnachmittag 3 Uhr: Francillon. All- abendlich: Das kleine Cass.(Ansang 8 Uhr.) lltosc-Theatcr. Sonntagnachmittag 3 Uhr: DeS Meeres und der Liebe Wellen. Abends: Salon und Kloster. Montag: Heimat. Dienstag: Salon und Kloster. Mittwoch: Des Meeres und der Liebe Wellen. Donnerstag bis Montag: Der Spielteusel.(Ansang 3 Uhr.) Luisen-Thcater. Somitagnachmittag 3 Uhr: Der Verschwender. Abends und Montag: Sommersput. Dienstag: Baronesse Ciaire. Mitt- woch: Sommerspul. Donnerstag: Zops und Schillert. Freitag: Sommer- spuk. Sonnabend: Unbestimmt. Sonntag: Zops und Schwert. Montag: Der Verschwender.(Ansang 8 Uhr.) Bellr-Alliaucc-Thentcr. Sonntagnachmittag 3>/z Uhr: Trilbh. Abends: Bonaparte und seine Frauen.(Anfang 8 Uhr.) Montag: Der Poslillon von Lonjumeau. Dienstag: Geschlossene Borstellung. Von Mittwoch bis Sonntag: Bonaparte und seine Frauen. Montag: Der Postillon von Lonjumeau.(Anfang 8'/» Uhr.) Neues Bolksiheater.(Neue Freie Volksbühne.) Sonntagnachmittag und abends: Fritzchen. Der zerbrochene Krug. Montag: Der Strom. Dienstag: Strindberg-Feier. Mittwoch: Leidenschaft. DonnerStag: Fritzchen. Dcr zerbrochene Krug. Freitag: Leidenlchasi. Sonnabend und sonnlag: Fritzchen. Dcr zerbrochene Krug.(Ansang 8'/. Uhr.) Gasino-Tlienter. Sonntagnachmittag 3ll, Uhr: Dcr seellge Holl- schiiioly. Abends täglich: Der Kampf ums Dasein.(Ansang 8 Uhr.) Metropot-Tbenicr. Soimtagnachmittag 3 Uhr: Miß Helyett. All- abendlich: Die Nacht von Berlin.(Ansang 8 Uhr.) Foltes Gavrice. Allabendlich: MandelMthS Polterabend. Waffenübung. Losgelassen.(Anfang 8'/, Uhr.) Hmnseld• Theater. Sonntag und Montag: Da? Kind der Firma. Schmerziose Behandlung. Bon Dienstag ab täglich: Wie mg» Männer bessert. HausteuZel.(Ansang 8 Uhr.) Slpolio- Tlieater. Sonntagnachmittag 3'/, Uhr und abends täglich: Spezialitäten(Ansang 8 Uhr.) Walhalla. Somitagnachinitlag 3stz Uhr: Die größte Sünde. All- abendlich: Tcusel, das hat eingeschlagen!'(Ansang 8'/, Uhr.) Zirkus Busch. Sonntagnachmittag 3'/. Uhr: Große Borstellung. Täglich: Gala-Borstellung.(Ansang 7tz., Uhr.) Zirkus Schumann. Sunntagnachmiktag 3'/- Uhr: Große Vorstellung. Allabendlich:(Äala-Vorstcllung.(Ansang 7'/, Uhr) Freitag: Vorstellung des Deutschen Theater: Iedeniimm.(Ansang 8 Uhr.) Zirkus Sarrasani. Mittwoch-, Sonnabend- und Sonntagnachmittag 3 Uhr: Große Vorstellung. Allabendlich: Gala-Borstellung.(Ansang 7'/a Uhr.) Passage- Theater. Sonntagnachmittag 3 Uhr: Spezialitäten. Tag- lich: Spezialitäten.(Ansang 8 Uhr.) Reichsball««-Theater. Täglich: Stelliner Sänger.(Anfang 8 Uhr, Souiltags 7 Uhr.) Königstadl-Kasino. Täglich: Spezialitäten.(Anfang 8 Uhr.) Earl-Havcrland-Theatcr. Täglich: Speztalitäten.(Ansang 70. Uhr.) Intimes Theater. Täglich: Der Brandstitter.(Anjang 8'/, Uhr.) Wintergarten. Täglich: Spezialitäten.(Ansang 8 Uhr.) Sonntag- nachmittag 3 Uhr: Spezialitäten. Urania- Theater, Tanbenstr. 48/49. Bis aus weiteres täglich: Der Großglockncr, Gastein und die Salzburger Alpen.(Ansang 8 Uhr.) Sternivartc, Jnvalidenstr. 57—62. Hiis aller Melt. Blinder Eifer.»» Folgendes drollige Polizeistückchen lesen wir in der„Münchener Post": Ein Familienvater wurde vor einiger Zeit durch einen Er- Presserbrief erschreckt. Der anonyme Briefschreiber forderte den Familienvater— wir wollen ihn Meier nennen— auf, in einem Kuvert 100 Mark an einem genau bezeichneten Winkel zu hinterlegen. Meier, um Frau und Kinder mehr als um sich besorgt, wandte sich sofort an die Polizei. Ein Polizeimann hörte herablassend die Klage Meiers an und klopfte dann dem Besorgten freundlich auf die Schulter: „Rur keine Angst, Herr Meier", erklärte der Polizei- mann,„den Erpresser werden wir gleich fangen. M. w.(Machen wir) sage ich Ihnen, folgen Sie nur meinen Anordnungen". Meier atmete erleichtert auf und prägte sich genau die Instruktion des Polizeimomies ein: Papier- schniyel in ein Briefknvert legen, das Kuvert persönlich an dcr bczcichitctcn Stelle hintnlegen; Kriminaler würden dann dem Er- presser auflauern und ihn festnehmen, wenn er in die Fall« ging. Meier schnitt also zu Hause ein Blatt Papier in kleine Stricke, verpackte sie in einem Briefumschlag, suchte den Winkel auf und legte dort das Kuvert nieder. Dann ging er wieder. Er kam aber nur einige Schritte weit. Von verschiedenen Seiken sprangen Kriminaler auf ihn zu und hielten ihn fest.„W a s h a b e n S i e in diesem Winkel gemacht?" herrschte ihn einer der Detektivs an. Meier war zuerst etwas überrascht, fand sich aber bald in die Situation.„Meine Herren," sagte er,„ich Hab ja den Brief erst hinterlegt. Der Erpresser, den Sie suchen, sollte doch erst nach mir kommen. Aber wenn der Erpresser sich vielleicht jetzt in der Nähe irgendlvo versteckt hält und beobachtet hat, wie Sie mich verhaften wollen, wird er wohl erkannt haben, daß die Er- presscrei schon der Polizei angezeigt ist. Ich fürchte, er wird sich nicht mehr blicken lassen." Meier hotte recht; der Erpresser holte den Brief mit den Papierschnitzeln nicht. Die übereifrigen Krimi- naler machten verdutzte Gesichter. Sie hatten die Sache— nach ihrer Ansicht— doch ss'o fein eingefädelt. „Die ganze Welt beneidet uns um unsere tüchtige Polizei" soll einmal ein bayerischer Minister gesagt haben.— Wer zweifelt noch an der Intelligenz der Schutzmannschast? Zum Untergang des englischen Unterseebootes. Den Arbeiten zur Rettung' der mit dem Unterseeboot untergegaugenen Mannschaft stellen sich durch stürmisches Wetter und Schneetreiben große Schwierigkeiten entgegen. Eine große Menschenmenge harrte trotz des stürmischen Wetters ain Ufer der Insel Wight, um die Rettungsarbeiten zu verfolgen. Erst in der Nacht gelang es jedoch, d i e L a g e des Schiffes mittels Scheinwerfer fest- z u st e l l e n. � Das Unterseeboot ruht auf einer Sandbank 40— 50 Fuß tief unter dem Meeresspiegel. Die Rettungs- arbeiten inußten jedoch bald eingestellt werden und können erst heute wieder aufgenommen werden. Es dürfte jedoch noch einige Tage dauern, bis das gesunkene Unterseeboot gehoben werden kann._ Abgeschlachtet! Scheußliche Szenen haben sich bei der Hinrichtung des bor wenigen Tagen in Dresden zum Tode beförderten Arbeiters G ö h l e r t abgespielt. Wie die Kulturtat vor sich ging, schildern die„Dresdener Nachrichten" folgendermaßen: Göhlert ist s ch w e r gefesselt, die Hände liegen auf dem Rücken. Er hat, wie man später erfuhr, noch aus dem Wege von der Zelle bis zum Hofe dem ihn begleitenden Anstaltspfarrer zu- gerufen, Liebe, Treue und Gerechtigkeit seien aus Erden der- schtvunden.' Angesichts der Guillotine schweigt er zunächst. Die Gehilfen des Scharfrichters drehen ihn mit dem Gesicht den Zeugen zu. Staatsanwalt Dr. Weichert verliest mit lauter Stimme:»Der hier vorgeführte Ernst Friedrich Göhlert ist vom Schwurgericht zu Dresden wegen Mordes rechtskräftig zum Tode verurteilt worden. Se. Majestät haben beschlossen, vom Begnadigungsrecht keinen Gebrauch zu machen. Die übrigen, an den Landes- scharfrichter gerichteten Worte werden übertönt von der lauten, kreischenden Stimme GöhlertS, der sich so heftig sträubt, daß sechs Mann ihn Schritt für Schritt auf das Gerüst förmlich hinauf- schleppen müssen. Schaurig klingen seine Worte von den hohen Wänden wider und in die Stille des Morgens hinaus: „Meine Herren, ich möchte erst noch etwas mit Euch sprechen. Ich bin zu Unrecht verurteilt worden. Das ist Ihnen nicht mitgeteilt worden von der Justiz. Nehmen Sie sich das zu Herzen. Es ist mein letzter Gang. Ich habe ein Schriftstück an meine Frau abgegeben, da steht das drin; das ist aber nicht abgegeben worden. Ihr wißt nun, wie es zugegangen ist. Meine..." So weit kam Göhlert. dann hörte man ein dumpfes Aufschlagen des Fallbeils.... Tieferschüttert verließen die Zeugen, der Aufforderung der Beamten ensprcchend, sofort den Host Wie lange noch werden sich solche widerliche, aller Kultur Höh» sprechende Barbareien abspielen? Kleine Notizen. Schwerer Automobilunfall. Am Freitagabend fuhr ein Last» automobil gegen die geschlossene Schranke des Bahnüberganges in der Frankenthaler Straße in L u d w i g S h a f e n. Durch den Anprall schnellte die Schranke i n d i e H ö h e. In diesem Augenblick wurde das Auto von einem Eilzuge erfaßt und beiseite geschleudert. Der Chauffeur war sofort tot, das Auto wurde gänzlich zertrümmert. Wahrscheinlich hatte der Chauffeur bei dem herrschenden Schneegestöber übersehen, daß die Schranke ge- schloffen war. Nahrungsmittelvergiftung. In B e rtn i ch im Kreise Euskirchen ist nach dem Genuß von Hefeplätzchen die Familie eines Guts- besitzerö, die aus 11 Personen besteht, schwer erkrankt. Statt Karten. Dr. med. I. Hirfchfeld Isabella Hartmftnn Vvi-IoKtv 19/3 Neuenburgerslr. 4 Pelersburgerstr. 83 Enipsmlg sindet nicht statt. Eclimnl Wolf Agnes Wolf geb. Krämer Vermählte. Dem Jubelpaar 280261 Heinrich Bergan und Gemahlin\ zur Silberhochzeit die besten Glück-» wünsche! v DjeGenosseiid.61.Boz. Lichtenberg j Große Firma««gibt Teppiche, Gardinen, Stores, Steppdecken, Portieren auf Teilzahlung ohne Anzahlung. Keine Kassierer. Chissre 8. 100,„Bor- wärts"-Spcdition, Auguststr. SO.• Eine|0€issikesr>"Bibli©tliek die Lesen« lies nVorwäpts� Ausschneiden und einsenden k Dleisterwerbe Settfscher Klassiker für Schule und Keim. r't.nmleer. 1 Bd., ctDgol. 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Pattor und Polizei gegen Kutter und Md. Bis vor kurzem wohnte in Stettin die Witwe Pohle mit ihren sechs Kindern, für welche sie Arnienunterstiitznng bezog. Aus einem für uns noch nicht aufgeklärten, anscheinend aber sehr zweifelhaften Grunde wurde der Frau Pohle das Bestim- mungsrccht über ihre Kinder entzogen und Pastor Meister in Stettin zum Vormund derselben bestellt. Die Kinder wurden ins Waisenhaus gebracht, mit Ausnahme des ältesten, eines 14jährigen Knaben, den Pastor Meister, als Frau Pohle nach Schöneberg bei Berlin zu übersiedeln beabsichtigte, bei einer Frau in Stettin gegen eine tägliche Entschädigung von 35 Pf. in Pflege geben wollte. Als die Frau einwandte, für den 14jährigen Knaben seine eine Mark täglich notwendig, da rechnete ihr der Pastor vor, wie sich der Junge mit 35 Pf. pro Tag in Stettin durchschlagen könne. Er empfahl Mittag- essen in einer Volksküche, und als billiges Logis bezeichnete er eine Herberge, die von Ortskundigen als Penne niedrigster Sorte angesehen wird. Das Muttergefühl der Witwe Pohle empörte sich gegen die Zumutung, ihren Sohn, der übrigens lungenkrank ist, in solcher Situation in Stettin zurückzulassen. Frau Pohle fragte bei der städtischen Arinenvcrwaltung an, ob sie ihren Sohn mitnehmen dürfe nach Schöneberg. Man antwortete ihr: Ja, aber in diesem Falle bekäme sie für den Jungen keine Unterstützung mehr. Dainit war Frau Pohle einverstanden. Die mit der Rechtslage nicht vertraute Frau dachte in dieser Situation nicht an"den Vormund, sondern glaubte, durch die Auskunft, welche sie bei der Armcnver- waltung erhalten hatte, sei alles Erforderliche erledigt. Ge- trösten Mutes zog also Frau Pohle am 15. Oktober mti ihrem Sohne nach Schöneberg. Doch sie hatte die Rechnung ohne den Pastor Meister gemacht. Der hatte andere Absichten mit dem Jungen. Wie es scheint, hat sich der Pastor an das Gericht gewandt, um mit dessen Hilfe den Sohn wieder von der Seite der Mutter zu reißen. Soviel steht jedenfalls fest, daß von Stettin aus eine gerichtliche Verfügung an das Polizei- Präsidium in Schöneberg erging des Inhalts, die Polizei solle sich des Jungen bemächtigen und ihn nach Demmin über- führen, wo er bei einem Malermeister in die Lehre treten solle. � Anscheinend hat Pastor Meister diese Lehrstelle besorgt.— Eine Malerlehre für einen lungenkranken Knaben! Frau Pohle wußte nichts von dieser ganzen Sache. Nichts von gerichtlicher Verfügung, nichts von einer Aufforderung an die Polizei. Sie war deshalb äußerst überrascht und bestürzt, als am 18. November im nächtlichen Dunkel, morgens zwischen 5 und K Uhr, ein Schutzmann an ihre Tür pochte und nach ihrem Jungen verlangte. Der Knabe schlief noch. Der Schutz- man befahl ihm, aufzustehen und ihm zu folgen. Frau Pohle, die nicht an die Hand des Pastors dachte, sondern befürchtete, ihr Sohn, der eine Laufburschenstelle hatte, habe sich vielleicht irgend etwas zuschulden kommen lassen, fragte nach der Ur- fache des polizeilichen Verlangens. Auskunft erhielt sie von dem Schutzmann nicht. Er bestand nur auf der Mitnahme des Jungen. Frau Pohle, von der Angst der Mutter um ihr Kind getrieben, verweigerte die Herausgabe des Jungen. Der Schutzmann entfernte sich, erschien aber bald in Begleitung eines zweiten Schutzmannes wieder, um den Jungen abzu- führen. Bei dieser Gelegenheit gab einer der Schutzleute auf wiederholtes Fragen der Mutter die Auskunft, der Junge sei aus der Lehre entlaufen und soll durch die Polizei wieder dahin zurückgeführt werden. Fran Pohle wandte ein: Hier müsse ein Irrtum obwalten, ihrem Sohne geschehe Unrecht, denn er sei ja noch nie in der Lehre gewesen, sie werde mit- gehen nach dem Polizeirevier, um diesen Irrtum aufzuklären. — Sie dürfe nicht mitgehen, nur den Jungen wollten sie haben, erwiderten die Beamten. Frau Pohle stellte sich schützend vor ihren im Bett liegenden Sohn und soll sich nach Angabe der Beamten über das Bett geworfen haben. Nach ihrer eigenen Darstellung ist die Frau von einem der Schutz- leutc auf das Bett geworfen worden, worauf ihr hinzu- gckornmencr Schwager den Schutzmann auf das Unschickliche dieser Behandlung einer Frau aufmerksam machte. Schließ- lich zog auch die zweite Expedition der Polizei ohne den Jungen ab. Bald darauf aber kehrte sie, auf drei behelmte und bewaffnete Beamte verstärkt, in die Pohlesche Wohnung zurück. Den vereinten Bemühungen des polizeilichen Expeditionskorps gelang es nunmehr, der sich immer nockz sträubenden Mutter ihren Sohn zu entreißen und abzuführen. Bei dieser Gelegenheit kam es zu einem Zusammenstoß zwischen der bewaffneten Macht und der in ihren natürlichsten Empfindungen verletzten Mutter. Wie immer in solchen Fällen, wolien die Beamten die Angegriffenen gewesen sein, während Frau Pohle behauptet, daß sie von den Schutzleuten beschimpft und vor die Brust gestoßen worden sei. Sicher ist. daß Frau Pohle sichtbare und fühlbare Spuren diesem Kampfes davontrug. Ein unmittelbar nach diesem Vorgänge ausgestelltes ärztliches Attest stellt fest, daß Frau Pohle Haut- abschürftmgen, Schwellungen und Rötungen an beiden Armen hatte. Ein Nachspiel des siegreichen polizeilichen Vorgehens gegen Mutter und Kind fand gestern vor dem Schöffengericht Bcrlin-Schöneberg statt. Die im Kampf für ihre natürlichen Mutterpflichten unterlegene Frau Pohle war des Wider- standcs gegen die Staatsgewalt und der verslichten Ge- fangenenbefreiung angeklagt. Die siegreichen Schutzleute waren als Zeugen geladen.— Da sich der zweite Punkt der Anklage als völlig haltlos erwies, so ließ ihn der Vertreter der Staatsanwaltschaft fallen, beantragte aber wegen Wider- standes eine Geldstrafe von 100 Mark. Der Verteidiger, Rechtsanwalt Theodor Liebknecht, for- derte die Freisprechung und begründete dieselbe mit dem Hin- weis auf das unzweckmäßige und taktlose Vorgehen der Polizei sowie auf die durchaus berechtigten Empfindungen der Mutter. Es lasse doch jeden Takt vermissen, wenn Polizei- beamte in aller Morgenfrühe ausgeschickt werden, um einen Knaben aus dem Bette zu holen, dessen man doch auch zu anderer Zeit und in anderer Weise hätte habhaft werden können. Wenn die Angeklagte, die der ganzen Sachlage nach annehmen mußte, daß ihrem Sohn objektiv Unrecht geschehe, daswenneintlichc Unrecht abwehren, den Irrtum, an den sie glauben mußte, ausklären wollte, so habe sie eine moralische Handlung begangen, wie sie von einer»Mutter in solchem Falle nicht anders zu erwarten sei. Moralisch minderwertig würde ja eine Mutter sein, die nicht in solchem Falle für ihr Kind eintritt. Wenn dabei wirklich eine Ueberschreitung des rechtlich Zulässigen vorgekommen wäre, so habe die unter dem Einfluß des Muttcrgefühls handelnde Angeklagte nicht das Bewußtsein der Strafbarkcit gehabt. Die Schuld an diesem Lorfall treffe nur die Polizei. Das Gericht sprach die Angeklagte soweit frei, als sie ver- sucht haben soll, einen Gefangenen zu befreien. Dagegen hielt das Gericht einen Widerstand gegen die in rechtmäßiger Aus- Übung ihres Amtes sich befindenden Schutzleute für vor- liegend, ließ aber die natürlichen Empfindungen der Mutter als Mildcrungsgrund gelten und erkannte auf eine Geld- strafe von 35 Mark. » Das Gericht hätte keinen Rechtsirrtum begangen, wenn es in diesem Fall putative(angenommene)"Notwehr und straflose Ueberschreitung derselben angenommen und freigesprochen hätte. Viel stärker interessiert die Ocsfentlichkeit aber das dem Interesse des Kindes aufs schärfste widersprechende Ver- halten des Vormundes und Vormundschaftsgerichts. Ein Antrag auf Absetzung des Pastors als Vormund, eine Schadenersatzklage gegen ihn wegen des dem Kinde neben dem seelischen Leid zugefügten Vermögcnsschadens und schleunigste Entfernung des lirngenkranken Kindes aus der Malcrlehr- stelle wäre am Platz. Ist auch ein Schutz des Kindes gegen die eigenen Eltern mitunter Vonnöten— im vorliegenden Fall lag zu dem geschilderten rücksichtslosen Vorgehen gegen Mutter und Kind keine Veranlassung vor. SericKts- Reitling. Wegen 10 Pf. 6 Monate Gefängnis! Das Landgericht M.-Gladbach hat am 9. Oktober 19tl den wegen Betruges mehrfach vorbestraften Kaufmann Alois Flesch wegen Rückfallbetruges zu 6 Monaten Gefängnis verurteilt. Flesch hatte sich eine Eiscnbahnfahrkarte vierter Klasse gelöst und sich damit in ein Abteil zweiter Klaffe gesetzt. Als er das Heran- kommen des revidierenden Schaffners wahrnahm, stellte er sich schlafend. Sein betrügerisches Verhalten wurde indessen doch fest- gestellt.— Die Revision des Angeklagten wurde am Freitag vom Reichsgericht verworfen. In der letzten Rcichstagssession fiel hauptsächlich durch das Verschulden der Antisemiten ein Kompromitz-Gcsetzentwurf ins Waffcr, der solchen Ungeheuerlichkeiten vorbeugte. Es wäre dringend zu wünschen, daß im neuen Reichstage sich ein Block von allen Parteien bilde, der den Entwurf wieder ins Leben ruft. eingegangene DrncKfdmften. »Der Kampf-. Sozialdemokratische Monatsschrift(Wien). 5. Jahr» ganz. Heft 5.?IuZ dem Inhalt heben wir hervor: Rudolf HUserding- Berlin: Das Wablgcwiller.— Karl Renner: Ein Zerrbild der Autonomie.— Alexander Tänbler: Cbrisllichsoziale Kirchen- und Klosterfürsorgc.— Emmerich Basch-Budapesl; Kommunale Wohnungssürsorge.— Matthias Eldersch: Die neue«ozialversicherungsvorlagc.— Anton Bchr-Reichenbcrg; Aus den Ansängen der Arbeiterbewegung in Nordböbme».— Julius Deutsch: Aus der Frühzeit der Kewerkschasten.— Otto Lang-Zürich: Kameradschast und Abstinenz.— Lu Märten: Charles de Costcrs„Ulm- spiegel. 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Trianon-Theater: Francillon. Neues Operetten- Theater: Der Gras von Luxemburg. Theater in der Königgrätzer Straße: Gin Fallissement. Kleines Theater. Angele.— Erster Klasse. Hochschule in Eharl. Geographie und ~ Liebe. Neues Volks-Theater. Fritzchen. Der zerbrochene Krug. Abends 8 Uhr: Neues Volks- Theater. Sonntag: Fritzchen. Der zerbrochene Krug. Abends 8'/z Uhr: Neues Volks-Theater) Montag: Der «ström. Dienstag: Strindberg- Feier. Donnerstag und Sonn- abend: Fritzchen. Der zerbrochene Krug. Mittwoch und Freitag: Leidenschaft. Hochschule in Charlottenburg: Sonn- abend: Geographie und Liebe. Le�Zer-IveAlero.Hhemer' Sonntag, nachm. 3 Uhr: I�nol,cItaii/,Uhr(halbe Preise) und abends ab 8 Uhr. In beiden Vorstellungen die sensationellen neuen Attraktionen init ;PzuiI Beckers. Trianon-Theater. Täglich abends 8 Uhr: Das kleine Cafe. MM!» Nur noch bis Montag, 5. Febr.: Das Kind der Firma und Schmerzlose Behandlung. Dienstag, den O. Februar: Premiere der Novitäten: Wie man lanner bessert. Komödie in 2 Akten von Anton und Donat Herrnfeld. und Der Kausteulel. Schwank in 1 Akt v. H. Pohlmann. Billetts ab heute zu haben. ftohenstanfen- Säte Kottbuser Dauim 76. Sonntag 7 Uhr: Krolle Flite-Solree der beliebten Leipziger Sänger. Einmalige Aufführung d gr. Operette DerlrompsfervottKraotigingen. Eintritt 50 Pf. Nachdem: Tanz. I i fi ♦ i M Montag, den 5. Februar, abends SVa Ubr, in Kellers„Nene Philharmonie", Köpenicker Sir. 96/97: = Das deutsche Volkslied= (mit musikalischen Erläuterungen) Votragender: Herr Dr. Alfred Gattmann. Gäste willkommen. Der Vorstand. - 53/1 Sonntag, den 18. Februar, nachm. 6 Uhr, In Kellers„Neue Philharmonie", Köpenicker Str. 96/97; 13. Stiftungsfest"a»"..'' PEOGRAMM: Ansprache. Trio für Klavier, Violine und Viola. Arie aus der Oper („Ihr, die Ihr die Triebe des Figaros Hochzeif Herzens kennt"). Sonate für Klavier und Violine.— Lieder:„Komm lieber Mai",„Wiegenlied",„Das Veilchen", ..Warnung".— Quartett für Klavier, Violine, .Viola und Violoncello. MITWIRKENDE; Wally Zepler(Ansprache). Elisabeth Ohlhoff(Gesang). Kestenberg-Trio: Leo Kestenberg(Klavier), Louis van Laar(Violine), Marie Loewensohn(Violoncello), Gottlieb Kuschka(Viola) Nach dem Konzert: BAlili.——— Billetts a 56 Pt. sind zu haben im Verein, bei Horsch, Engelufer 15, Gottfried Schulz, Admiralstr. 40, Frau Klotzsch. Fiohtestr. 1, Frau Jordan, Lübecker Str. 43, Frau Kulicke, Prinzenstr. 102, Frau Köhler, Schreinerstraße 58, Frau Panzeram, Pappelallee 76, Frau Guhn, Zorndorfer Str. 39, Frl. Petereif, Naunynstr. 5, Frau Hannemann, Rixdorf, Fontanestr. 25, Frau Jakobey, Wiesens tr. 10, Frau Pohl, Rostocker Str. 27. 2*5 Luna-Park. Ausschank von „Triumph ator" aus dem Münchener Bürger- Bräu. „Wintersportlest" Orlg.s Oberlandlers Kapelle, Orig.-Dachauer Bauern-Kapelle, Orig.-Tiroler Tänzer und Sänger, Humoristische Szenen, Volkskomiker Volksbelustigungen, sensat. Attraktionen. 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In beiden Vorstellungen: Armando mit dem boxenden Känguruh. Vorführen und Reiten der bestdressierten Schul-, Freiheits- und Springpferde, sämtl. Clowns mit neuen Entrees. Abends 7J, Uhr; Bie Hexe. Gr. Volks-Manege- Schauspiel| des Zirkus Busch in 7 Bildern ZWEI Nachmittags zahlen Kinder auf allen Plätzen, Soldaten und Unteroffiziere auf allen Sitzplätzen halbe Preise. Casino-Theater Lothringer Str. 37. Anfang 8 Uhr Der gröstte Xheatererfolg k Täglich ausverkaust. Der Kampf»ms Dasein. ZUtuell! Dem heutigen Leben ent> nominell.— Sonntag nachm. 3ft, Uhr: Der selige HollschinSkh. keiehZüsiien-ThesteF. GMines Sänger. Blen! Vcn! Pantoffel-Helden. Burleske v Reichardk. Ansang 8 Uhr. Sonntag 7 Uhr. M petris Jestsäle, Kenhölln, KnesebeckstraSe 113. Sonntag, den 4. Februar: Or, Boettier-Jiiliel- u.TriiM-Fesl Uli Elite-Ball.«ÄÄ;e,.. Um 11 Uhr Prämiierung der drei grögten Damen mit den engsten Taillen(drei wertvolle Preise). Tanzleitung: W. Schollin. Anfang 5 Uhr. Entree 20 Pfennige inkl. 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Eis-Ballett Alpenzauber. Außerdem abends: Die Afovltttten 1 TJinze ant dem Ficte, j Kheinländer, Bns- | siKcb, Englisch, Alt- 1 Wiener Walzer und Der norwegische Meister Harry Paulsen . Bis 6 Uhr u. von lO'/, I Uhr halbe Kassenpireise. Restaurant I. Ranges. | Mittags v.-/,I«-4 Uhr; j Korso bei Musik. iDinerrEls-Arenal Couvert a M. 3 oder M. 5 einschließl. Eintrittspreis. Nißles Fest-Säle Dennewitzstraße 13. Jeden Sonntag: tanzkränzchen. 27526 C. ItTIßlc. Königstadt-Kasino. Ecke Holzmarkt, u. Al exanberstraße Täglich Parietö und Theater. Vom I.— I«. Februar Riesenprogramm. In jeder Vorstellung: O tin dunkler Punkt.# �urleSkemtt�Gesang�n�Bköerw AI Hamb ra Nallner-Theaterstratze 15, Großer Ball Jeden Sonntag: GroßeS Orchester. Ansang Sonntag? 5 Uhr. A. Zamcitat. 6erniania-?racWsäle 1 | N., Chausseesir. 110. Karl Richter.! Jeden| Sonntag: Paul Hantbejs: lustige Sängeri . xxm. o-/s l,' in. Eintritt 50 Pf.[ ] Anschließ.: Familiankränzchen.[ g Im weißen Saale von 5 Uhr ab i « SV CroBcr«all.-7553( I Montag; Heiterer Künstlerahend. 1 WMWWWVW»' Markgrafen-Säle 34. Markgrafen-Damm 34. ■ An per stralauer Allee.==: Jeden Sonntag: Grofier Ball. Im Restaurant täglich mnstkalische Unterhaltung. Vorzügliche Küche. st.Biere u.Weine. Billard U.Kegelbahn Für den Inhalt der Jnierule übernimmt die Redaktion dem Publikum gegenüber teinerlel Verantwortung. inzzziggsgssnxsxsxsgxxsxsxxgsssszaastek Sonnabend, 24. Februar, in der Neuen Welt, Hasenheide 108-114: Gr. AlperuFest. EröSnung abends 8 Uhr. Eintritt 60 Pf.(inkl. Tanz). Mitwirkende' Sa'zl,urger Alpenbänkler-Terzett{urkomisch. Trio); Baronesse Sissi mit ihrer ausgez. D* Defreggers, berühmte Jodler- u. Mitglieder des Turnvereins Oberlandler-Truppe; Schuhplattler-Gesellschaft; „Fichte"; Reigenmannscbaft der Ortsgruppe. c BALL. Zwei Orchester. ) Alpenzauber, wundervolle einzig dastehende Gebirgsdekoration, die romantische Vergnügungsalm, Rodelbahn,„Saratti"-Schokoladen- Tombola u. dergh m. Pr&sentvertellang(30 praktische Wertgegenstände im Gesamtpreis von 150 Mark werden gratis ausgelost). ; Prätniierung: prämiiert wird die größte Dame und der kleinste Herr (über 20 Jahre alt) mit 30, 20 und 10 Mark pro Paar. Meldung mit Legitimation bis 12 Uhr an der Kontrolle. ------ Ehrentanz der prämiierten Paare.== Eintrittskarten a 60 Pf. sind in den Abteilungs-Sitzungen, im Fahrradhaus,.Frisch auf", Brunnnnstr. 35 und Kott- buser Str. 9, sowie im Restaurant„Neue Welt" zu haben. Folgende Straßenbahnen führen zum Festlokal: R, X, II, V, 3, 5, 7, 15, 19, 20, 21, 27, 28, 29, 30, 47, 48, 49, 53, 55, 58, 65, 89, 95. Einen recht fröhlichen Abend verspricht allen Fest- teilnehmera[10/U*] Die Festkommission. |SZXXX«Z»ggXXXggggXXXgggXggggSM!XZrXgl DD CLOU" Berliner Konzert»Haus. Mauers tr. 83 Zimmerstr. 90/91. Heute: Großes Konzert. - 3 Kapellen!- Zillerthaler und Tegernseer Sänger, Plattler und Jodler! Anfang 4'/» Uhr. Anfang 41/j Uhr. Konkordia-Festsäle. Jnh.: M. Wendt und A. Schütze. Andreasstr. G4. Jeden Sonntag: lüär- Streich- Konzert und die beliebte» Hoffmanns Sänger. Direktion Fr. Fanther. Jede Woche neues Programm.— Heule: ElMMerliurslhe. Lustspiel in 1 Alt. Ansang des KanzvIZ 6 Uhr, der Vorstellung 7 Uhr. Im oberen Saale von 5 Uhr an: Großer Ball. Berllnerl Ilk-Trio «Ji Rizdorf-Berlin.«v Lalmstr.74.i- 1 Burgtheater-Kino und Paclcälo SchWnhnnser reatsalv, Allee 189 Säle für Hochzeiten u. Vereins- vergnügen. 4 hocheleg. Kegelbahnen. Uadoir Merz ZU Uereiiisfesttlchlttlttll Damenspcnden, VerlosungSgegen« stände, Kopsbedeckungen, Girlanden in großer Auswahl zu billigen Preisen. 2733b* Erust Minnich Nachf., Admiralstr.*18c. Einrichtungen 1912 veHtuidifttvoratferein BcrlinerMöbel- JndusrrieHer 2ZJanuar bis 17. März 1912 Eintrittfrei Verband der Sattler u. Portefeuiller Ortsvemaltung Berlin. Die nächsten Branchen-Versammlungen sillden an nachfolgenden Tagen statt: Trkibttemnbrllilliie: Sonnabend, den 10. Februar, abends 8-/, Uhr, im Rosenthaler Vereinshaus, Rosenthalerstraße 57. Nortefenittrs- und Keisrartihttbrailch?: 1�$™' Bei Grauman», Nauiihnstraße 27. Pilitnr�rillldff: Mittwoch, den 7. Februar, abends 6 Uhr, im Englischen Garten, Mexanderstr. 27 c. Liiioteliinlegkr u. Teppichlläher: min$cmVü lc£uar' bei Weihnacht, Grünftr. 21. WllgtN-Krlllidjk: Mittwoch, den 7. Februar, abends 8>/, Uhr, im Gewerkschaftshause, Engelufer 15. Zahlreichen Besuch dieser Versammlungen erwarten 156/4 Die'Vranchenleitungen. Heniiehe Touren-Eisbahn Spandau, Saatwinkel, Tegeler See von Spandau, Festungsgraben und Tegel zu erreichen. 19/9 Stenographie! nilii- Verein Neue Ausängerkurse in der ganz vereinfachten Stenographie(Systems Arends) beginnen: PbaHniianbiirn am Donnerstag, den 8. und 15. Februar, Rosinenstr. 3 UnöriUllBnüUig(Volksbans), abends 8-/2 Uhr. am Dienstag, den 6. und 13. Februar, Oldenburger strage 10, Lokal Paersch. abends 8'/, Uhr. am Sonntag, den 11. und 18. Februar, Vorbergstr. 9, Lokal Poschmann, vormittags 10 Uhr. am Sonntag, den 11. und 18. Februar, Greisswalder S trahe 37, Lokal Sachse, vormittags 10 Uhr. am Sonntag, den 11. und 18. Februar, Müllerstr. 162a, Lokal Mattner, vormittags 10 Uhr. Uardon am Montag, den 5. und 12. Februar, Brunnenstr. 79, nUIUBH Lokal Döhling, abends 8-/, Uhr. am Donnerstag, den 8. und 15, Februar, Romintener Strabe 47. Lokal Görlich, abends 8-/, Uhr. am Sonntag, den 11. und 13. Februar, Goblerstr. 16, Lokal Beez, vormittags 10 Uhr. am Montag, den 5. und 12. Februar, Lüschmgstr. 12, Lokal Jreke, abends 8'/, Uhr. am Sonntag, den 11. und 18. Februar, Adalbertstr. 59, Lokal Bieberstein, vormittags 10 Uhr. am Donnerstag, den 8. und 15. Februar, Hagelberger Straße 52, Lokal Abert. abends 8'/, Uhr. am Dienstag, den 6. und 13. Februar, Gräfestr. 8, Lokal Neinide. abends 8'/, Uhr. am Dienstag, den 6. und 13. Februar, Hermannstr. 75, Lokal Pohrmann. abends bi/z Uhr. Die gesamlen Ausgaben bestehen in 3 M. für Lehrmittel, sür Jugend- Ilche 2 M. Auweldungen ersolgen am besten in den einzelnen Lokalen zu Beginn des Unterrichls. Zu jeder weiteren Auskunft ist bereit J. Arndt, SO. 26, Naunynstr. 70, H. IV. 286/» Schöneberg Norden Norden Osten Osten Nordosten SOdosten Südwesten Soden Neukölln Konsum-, Produktiv- u. Sparverein Zehlendorf und Umgegend eingetragene Genossenschaft mit beschränkter Hastpflicht. _ Bilanz am 30. September 1911._ Stammeinlag.-Konto bei d. G.-E.-G....... 591,85 Kassenkonto...... 1652,47 Jnventarkonto..... 4323,64 Kaulioushinterleg.-Konlo. 950,- Wechselkassenkonlo... 150,— Girokonto...... 691,71 Bankeinlagenkonto... 675,90 Warenlonto...... 18368,60 Debitorenkonto.... 493,29 Bersicherungskonto... 499,44 Einrichtungskonto.... 509,20 Lieserantenrabattkonto.. 60,25 Hauskonto...... 77240,— Kohlenkonto..... 1024,55 KaulionSkonto..... 880,— Dispositionssondskonto.. 600,— Zielervesondskonto... 2541,50 Notsondskonto..... 85,— Sparrabattkonto.... 6016,80 Spareinlagenkonto... 5817,04 sparmarkenkonto.... 344,— Lieserantenkonto.... 8723,26 Hausameitkonto.... 8200,— Htzpothekenkonto.... 63950,— Geschästsgulhabenkonto.. 4882,16 Dividendenkonlo.... 214,49 Konto noch zu zahl. Unkosten 795,— Gewinn- u. Verlustkonto. 4151,66 Sa.. 107230,91 Sa.. 107230,91 Mitgliederbewegung: Eingetreten sind........... 315 Mitglieder Ausgeschieden sind.......... 10„ Bestand am 30. September 1911..... 565 Die Geschäslsguthaben vermehrten sich nm... 430 M. Die Hastsuniiiie vermehrte sich nm...... 9150, Die Gesamthastsumme beträgt am 30. Septb. 1911 16950„ Zehlendors im Februar 1912. IVcr Vorstand. Iah. Brekeler. Karl Banaw. Aug. Stuhr. 102/14 Die bedeutendsten Rennfahrer der Welt, widi Vialthour fährt Arcona-Rad Fehler... fährt Arcona-Rad Root..... fährt Arcona-Rad Collins. fährt Arcona-Rad Moran.. fährt Arcona-Rad MS...... fährt Arcona-Rad SSo!..... fährt Arcona-Rad Drobadt fährt Arcona-Rad Arend.. fährt Arcona-Rad Sfabe...fähn Arcona-Rad Marx.... fähn Arcona-Rad Kudela fährt Arcona-Rad HoSsfaedt fährt Arcona-Rad tährt Arcona-Rad RotKmck fährt Arcona-Rad _____ PoHedrl.. fähn Arcona-Rad Howack fährt Arcona-Rad Marke„ARCONA" Bar weil leichtlauffend, stabil und zuverlässig Ernst Machnow, Berlin, Ueinnikiitcrstr. 14 Sämtliche Fahrer benutzen Im bevorstehenden Berliner H-Tage- Rennen aueschliesslich die Dcutfcber Bauarbeiter Verband. Zweig/verein Berlin. Sektion der Kunftttein�erfetzer Montag, den 5. Februar, abends 8 Uhr: W SektionsTersamiwiiiifis»' im Saal 10 des Gewertschaftshauses. Engeluser Nr. 15. Tagesordnung: 1. Jahresbericht. 2. Neuwahl des Sektionsvorstandes. 3. Verschiedenes. Vollzähliges Erscheinen aller Sektionsangehöngen erwarret Der Obmann. » Verwaltung Berlin. Bezirk Ober-Schöneweide. Dienstag, den K. Februar, abeuds S1/. Uhr, im Lotal von Warnete. Wilhelminelchosstr. 18: l�itglisÄer-Verkantimlung Tagesordnung: 1. Wahl der Vezirlsleltmig.' 2. Verbands. angelegenhesten._ Mittwoch, den 7. Februar: Vertrz«e«mZmer-VmzmmkWu der Zezirke und Zraneken. Tagesordnung in allen Versammlungen: t Ausstellung der Kandidatenliste sür die Delegierten zur General. Versammlung. 2. Bericht des Obmannes. 3. Bericht der Werkstattvertrauens- leiste. 4. Verbandsangelegenheiten. Schirmmacher. Mittwoch, den 7. Februar, abends 6'U Uhr, im»Englischen Hos�, Neue Roststr. 3: 78/9 Sraneben- Versammlung. Wegen der Wichtigkeit der TageSordnuilg ist es die Pflicht eines jede» _ Kollegen, zu erscheinen. IM Arheitsnaciweis: Hol 1- Anit Norden, Nr. 1239. Vürwilltuiptelle EharitHstraste 3 Hauptbureau: Hos III. Amt Norden. Nr. 1987. Montag, den 5. Februar 1912, abends 5 Uhr: Versammlung für illle in der MöbelschloWranche beschästigten Koltegen mid Kollegintit» im Lokal von Merkowski, Andreasstr. 26. Tagesordnung: 1. Bericht des Branchenverlreters. 2. Diskussion. 3.. Verschiedenes. 1U/13 Die Versammlung wird pünktlich eröffnet. Die Mitgliedsbücher sind zur Kontrolle mitzubringen. Das Erscheine» aller Kollegen wird bestiinnst erwartet. Mhin! Meißmetall. Dienstag, den 6. Februar, abends 6 Uhr: Versammlung alter in der Weißmetallbrauche beschäftigten Kolttgen lind Kolleginnen in den Rittersälen, Ritterstraße 75. Tagesordnung: 1. Vortrag. 2. Diskussion. 3. Verschiedenes. Zahlreichen Besuch erwartet_ Die Ortsverwaltnng. Oerband der tzlit- und Filzwarenarbeiter und'Arbeiterinnen Deutschlands Ortsvcrwaltnng Berlin. .Adi'm'jj' goiifgfii unb lolltfliniifii. Mittwoch, de» 7. Februar 1912. abends S'/s Uhr: General- Versammlung im Lokale von Witte, Sebastianstr. 39. Tagesordnung: 1. Bericht des Vorstandes. 2. Kassenbericht vom 4. Quartal und Jahres. Bericht. 3. Wahl des Vorstandes. 4. Wahl der Agitationskommission. 5. Wahl der Beschwerdekonimissioii. 6. Verschiedenes. 7(3/4 Der wichtige» Tagesordnung wegen ist das Erscheinen aller Mitglieder notwendig._________ Der Vorstand. Zentral-Verband der Sdiuhmaclier Deutschlands. Mittwoch, den 7. Februar 191Ä, abends S'/j Uhr: General- Versammlung bei Boeker, Weberstrasze 17. Tagesordnung: 1. Kassen, und Geschäftsbericht vom 4. Quartal. 2. Jahresberichts pro 1911 3. Neuwahl der OrtSverwaltung. Neuwahl der Beschwerdekommission. 5. VerlchiedeueS. Das Mitgliedsbuch ist als Legitimation vorzuzeigen, ohne dasselbe kein EinlaS. Vollzähligen Besuch erwartet Tie Qrtsverwaltuug. Zur Beachtung! Am Sonnahend, den 24. Februar, sindet im Schweizer Garte», am Königstor, der diesjährige BaüdrenbaU statt. Eiulasstalten find im Bureau. Blankenseldestr. 10, bei den VertrauchlS- mäiinern und Bezirkskassierern zu haben. MMw Afbeiter-Sängeriiund. _ Gau Berlin und Umgegend. Sonntag, II. Februar, vormittags pünktlich 10 Uhr, im Gewcrkschafttihaase(Saal 1): Ausschuß-Sitz ung. �|| Tagesordnung:• 1. Aufnahme von Voreinen. 2. Wahl der Revisoren und a Kontrolleure. 3. Bundesangelegenheiteu. 17/1 Der Vorstand. Z 169/2 Erstattung des 4. Bericht und ALEXANDERPLATZ Bis Mittwoch LEIPZIGERSTRASSE Soweit Vorrat FRANKFURTER ALLEE Grosser Konserven-Verkauf Vi Vzvoss Pf. ZlllWWW! 1" 63 StangenspaEH I25 68 Stnnsenspnri— I50 80 ElMBnäenspuräj'5 83 0fllCi1spiirs.lA3O,IO Brnchsporg. Ii 90, 50 Anonos- Erdbeeren ' pf. 1 pf. i pf. i pf. i pf. v, Vs Dose BrnclispnrsLi l" 60 BrutliMel sa l25 68 Mciiotenni 42,- Jge.Schotenii55,33 Jge. Schoten 1 30,- Kfllsersciiot..J8,54 155 Pf. Pf. Pf. Pf. Pf. Pf. , Dose Dose Rmserschot.�15 63 Leipi Allerlei ,.J0— LsipzJlle?lekS5,53 RohlrDhlm33,- (Olrslngkohl 32,- Pfloninen:�.50, 30 'Winnen pf. pf. pf. pf. pf. pf. Vi'/, Dow süss, sauer Reinecloiiden 65, 38 SenkMen 35.- Nelangefrilch.90,- BirneHviFrucht'l Der. 6 S Mdemeeren ooJS Stachelbeeren 35 'A Dose 48 Pt. Pf. Pf. Pf. Pf. Pf. Wurstwaren Jagdwurst......... p�od 85 pl Pastetenleberwurst. Pfund 95 pl Landleberwurst.... Pwod 85 pl Mettwurst Westfälische Art Pfund 95 Pf. Sülzwurst.......... Pfund 60 PL Rotwurst........... Pfund 65 pl Teewurst........... Pfund l10 Zervelat und Salami Pfund l10 Schinkenspeck..... Pfund 90 pl Mausschinken------ Pfund l15 Speck pLd 53 pf=73 pf. Harmegaien£.eArgt f 65 Erdheer. Aprikosen Kirschen, Pflaumen Frisches Fleisch Leipziger Strasse und Alexanderplatz ScMneüotelett... 30« ZrUMMm..... StMnes(hlnKen..p'�7@pr. HUSSiSt....... 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Schmalor, Berlin ZI. 4, TlcckstraBc 11. tJeUlfnet 8—8 Gegründet IS�O Moebel-Boebel Sonntag» 18—8 Kein Laden!■ nes. qeschOlJt Berlin S, Oranienstr. 58{iininitteifiaF8ni«oritzpi.)�rkaufnurimFabrjkgebaude Spezialität; Ein- u.Z(i)ei-Ziininer-Einrichtuneen Wohnzimmer, echt Nußbaum furniert. I Kleiderspind.,. H. 53.-11 Trumeau mit Stufe. M. 36,— 1 1 Vertiko. 4 Stühle a 6—.. M. 8t.— 1 1 Auszugtisch... M. 30.—) 1 Sofa., Eigene Werktstätten . M. 273.— Schlafzimmer, echt Eiche gewachst, komplett...... M- 299.— .... M. 68.— 1 Ankleideschrank m. Spiegel M. 105.— 1 1 Waschkommode m. Marmor M. 36— 1 1 Nachttisch m. Marmor M. 10.- .... M. 68.— 2 Bettstellen a 51=.. M. 108.— j 1 Kachelspiegel.... M.85.—| 2 Stühle a 6=.. M 18- 5 Jabre Garantie BeHichtlgung erbeten Verantwortlicher Redakteur: Albert Wachs, Berlin. Für de« Jnjeratenteil verantw.: Th. Glocke, Berlin. Drucku-Verlag. Vorwärts Buchdruckerei u. Verlagsanstatt Paul Singer u. Eo� Berlin Die Reichstagsnmhien von 1S1A nach den amtlichen Ermittelungen. Name des Wahlkreises Zahl der Wahl- berech tigtcn 1312 Preuße». Proviuz Ostpreußen. Memel-Heydekrug. Labiau-Wehlau.. Äunigsberg lSladt) Köniqsberffmm-Sa>roda. Wreichen-Pleschen. Krolo'ckiil.... Adelnau- Sch'ldberg Czarnikau-Kolmar. Wirsitz-Schubin.. Broinberg.... Hohcnsalza..> Gncsen- Wongrowilz Provinz Schlcftcn. Guhrau-Sleinau Militich-Trebnitz.. Wartenberg-OelS. Namslau-Brieg.. Ohlau-Nimptsch.. Breslau-Ost... Breslau-West. Brcslau-Reumarkt. Striegau- Schweidnitz Waldenburg. Reichenbach-Neurode Glatz-Habelichwerdt Franlenstein-Militsch 22lKg 20138 47303 27362 18088 21003 18586 21652 27008 21235 20723 21881 25175 24153 15481 2SS04 22609 33054 24621 32807 30445 30238 20771 21703 32071 34227 18170 18511 27200 12988 13407 78330 27583 133822 35019 219782 20520 16868 31322 28098 24397 152115 50312 28236 39301 338788 21557 32836 22350 36723 21177 21577 26172 28197 31166 38279 17948 26935 47773 40497 25163 22268 18588 32913 29200 28882 22534 15570 27870 22204 45809 33615 24741 28452 18000 14273 22677 22404 14349 29192 32558 25236 29739 30009 27619 22300 21423 22523 19354 23440 51616 52400 35136 29688 36915 26726 24663 15753 Abgegebene Stimmen 1907 1912 sozial demokratische Stimmen 1907 18183 16525 30989 21204 14886! 17034 13027 19918 21544 19809 24322 17767 20074! 18374 � 12141 21860 17833 26616 16373 24571 26542 26884 18932 20036 28072 30958 16470 15070 22926 11213 ■ 18411 17168 38099 22756 15410 15871 11905 21651 19554 20963 24706 10220 21717 20917 13582 25889 19245 26997 19210 2512! 26893 26698 18341 20255 27863 31187 16976 15678 24372 11327 13174 11155 66312 25909 108497 26548 138933 63727 22741 108656 25879 176409 16044 13650 24629 21243 19143 94806 40822 24204 32679 199595 168�3 26492 18458 30434 16594 20507 21262 24388 26166 30282 15252 20625 39344 32015 20949 16742 13419 26557 24118 21099 17065 12606 21448 18811 34692 29328 21607 23580 45337 12043 18890 19224 12339 23566 26451 23129 25621 26926 24301 17982 17645 17899 15932 19963 38912 40989 27746 25565 31225 22876 17092 12167 16948 13771 24572 22952 20372 129269 45379 25889 33703 279041 17829 27448 18325 32061 16513 20327 22391 25498 27797 33039 15987 22224 40648 34993 21150 18627 15627 28335 24737 24828 18795 13140 23492 19516 37246 30112 214i9 -3230 14881 12334 18559 19293 12207 24002 27174 24032 26690 26615 25046 19021 18070 17657 16322 19855 44529 14796 30458 26381 33576 23760 15771 11655 3342 8179 17821 5316 773 204 264 504 76 2304 4610 2291 2517 645 429 630 334 6838 2787 6391 142 146 670 148 1424 528 75 252 169 355 5012 35208 14259 82039 15029 99560 3506 1527 6506 4237 7235 57862 17158 11154 11742 104104 3681 6477 4671 12388 1636 3814 5916 10214 9082 9059 1803 6113 17162 14528 1865 1451 1322 1937 1255 3390 1393 633 4172 3450 1377 544 102 329 550 115 1327 162 1602 320 82 787 1245 565 2659 3169 16591 19659 7684 8341 15835 9890 1176 404 Hauptwahl 1912.— Es erhielten Stimmen 14 1 6 49 27 53 67 2 45 52 5 8 6 19 15 34 I 15 109 15 9 9 42 14 11 25 21 13 7 5 7 27 20 96 18 203 6 1 56 29 3 6 5 13 5 13 15 11 6 5 12 7 22 10 10 5 10 40 4 10 36 V 11 20 7 9 9 12 1 7 29 37 38 6 9 6 38 67 Stichwahl 1912— Es erhielten Stimmen Soz� 7594 10736 5579 10364 24526 12649 13119 Natl. 10906 15433 16355 14301 13047 21071 BP. 8694 12112 15071 12673 13577 6588 9795 11396 12981 10518 6407 Kons. 9104 10167 9147 11718 Rp. 8210 15106 11529 8608 15145;— 5388 13900 7298 16835 10644 15811 12576 11177 9377 16917 17069 12644 9882 8181 20369 16942 10341 12602 3716 Zenit. 0706 Sintis. u. D.Bg. 9702 Polen Wels. Dan. B.-Bd Li! 7399 13084 8039 7221 8864 8406 Bisherige Per- tretumz Natl. Vp. Np. Kons. Kons. Zenit Kons. Kons. Zentr Kons. Rons. Kons. Kons. Kons. Kons. Natl. Kons. Kons. Rp. Vp. Pole Pole Rp. Kons. Natl. Natl. Pole Pole Kons. Rp. Soz. Soz. Soz. Soz. Soz. Rp. Rp. Kons. Kons. Rp. Soz. Kons. Natl. Rp. Soz. Anlis. Kons. Kons. Soz. Kons. Rp. Natl. Natl. Rp. Kons. Kons. Soz. Kons. Kons. Kons. Kons. Kons. Kons. Kons. Kons. Kons. Vp. Vp. Pole Pole Kons. Pole Pole Np. Pole Pole Pole Pole Kons. Pole Rp. Pole Pole Kons. Kons. Kons. Kons. Kons. Rp. Vp. Kons. Kons. Soz. 'entr entr Zentr. Name und Parteistellung des Gewählten Schwabach, Natl. v. Massow, Kons. Hanse, Soz. Barlschat, Vp. Frommer, Kons. Dr. Preuh, Zentr. v. Veit, Kons. v. Nehbel, Kons. Krix, Zentr. v. Brederlow, Kons. Kopp, Vp. Graf Könitz, Kons. Siehr, Vp. Krclh, Kons. Paser, Natl. Reck, Kons. v. Bieberstein, Kons. Schröder, Rp. Doerksen, Rp. Weinhausen, Vp. v. Laszewski, Pole Dunajski. Pole Witt, Rp. Zuern, Rp. Sieg, Natl. Schlee, Natl. v. Halem, Rp. b. Czarlinski, Pole Bioron Knigge, Kons. v. Ganip, Rp. Kaempf, Vp. Fischer, Soz. Pfannkuch, Soz. Büchner, Soz. Schmidt, Soz. Lcdebour, Soz. Stubbendorff, Rp. Löscher, Rp. Dietrich, Kons. v. Wintcrfeld, Kons. Hubrich, Vp. Stadthage», Soz. Lieblnecht, Soz. Peus, Soz. v. Oertzen, Sip. Zubeil, Soz. Brubn, Antis. Holtschke, Kons. Krahmer, Kons. Dr. Bollert. Natl. v. Kapbengst, Kons. Bruckhoff, Vp. Schönaich-Carolath, Ntl. Schumann, Soz. Giebel, Soz. Wels, Soz. Schwerin-Löwitz Kons. v. Böhlendorff, Kons. Körsten, Soz. Bogtherr, Soz. zu Puttlitz. Kons. Siebenbürger, Kons. v. Normann, Kons. Will. Kons. v. Michaelis, Kons. Malkewitz, Kons. v. Brockhausen, Kons. v. Bonin, Kons. Heyn, Vp. Gorhein, Bp. Nowicki. Pole v. MielczynSki, Pole Graf Westarp, Kons. v. Morawski, Pole Stychel, Pole v. Oppersdorff, Zentr. v. NiegolewSli, Pole Seyda, Pol« v. ChlapowSki, Pole Fürst Nadziwill, Pole Ritter, Kons. KurzawSki, Pole Schultz, Rp. v. TrampezonSki, Pole v. Grab-ki, Pol« b. Carmer, Kons. v. Heydebrand, Kons. Mertin, Rp. Dr. Oertel. Kons. Rother, Kons. Bauer, Soz. Bernstein, Soz. v. Carmer. Kons. Feldmann, Soz. Sachse, Soz. Kühn, Soz, Sperlrch, Zentr. Graf v. Praschma, Zentr. Name des Wahlkreises Zahl der Wahl- berech tigtcu 1912 Noch: Provmz Schleficu. Kreuzburg-Rosenberg Oppeln..... Grotz-Strelitz-Kosel Lublinitz-Gleiwitz. Beuthen-Tarnowitz. Kattowitz-Zabrze. Plek-Rhbnik... Ratibor..... Lenbschutz..... Neustadt, O.-S... Falkenberg-Grottkau Neisse..... Grünberg-Freystadt Sagan-Sprottau. Groh-Glogou.. Liiden-Bunzlau.. Löwenberg... Hainau-Liegnitz.. LandeShut-Jauer. Schönau-Hirschberg Lauban-Görlitz.. Rotenburg-Hoyerswerda Provinz Sachsen. Salzwedel-Gardelegen. Ostcrburg-Stendal... Ierichow I und II'... Magdeburg-Stadt... Wolmirstedt-NeuhaldenSl. Wanzleben..... Ascherslcben-Kalbe... Os ch erslebeii-Halberstadt. Liebenwerda-Torgou.. Schweinitz-Wittenberg.. Bitterfeld-Delitzsch... Saalkreis Halle.... fWansfeldec Kreis... Sangerhausen.... Ouer'urt-Merseburg.. Naumburg-Zeitz.... Nordhansen..... Heiligenstadt-WorbiS.. Müh Ihausen-Langensalza. Erfurt- Schleufingen.. Provinz Schleswig-Holstein HaderSlebep-Sonderburg. Apenrade-Flensburg.. Schleswig...... Tondern-Husunr.... Mrd.-n.Süd.-Dithmarsch. Lttensen-Pinneberg.. Kiel-Rendsburg.... Altona....... Oldenburg-Segeberg.. Lauenburg...... Provinz Hannover. Norden-Emden.. Aurich-Witlmund. Bentheim-Meppen. Osnabrück-Jburg. Mclle-Diepholz.. Verden-Achim.. Nienburg-Stolzenau Hannover.... Hameln-Linden.. Hildesheim... Einbeck-Nortbeim. Göttingen-Minden. Goslar-Harzburg. Celle-Gifhont.. Lüchow-Helzen.. Lüncburg-Winsen. Harburg-Buxlehude Stadc-Breinervörde Otterndorf-Neuhaus Provinz Westfalen. Teckl'nburg-AhauS... Münster-KöSseld... Borken-Recklinghausen.. Lüdinghausen-Warendorf. Minden-Liibbecke... Hcrford-Halle.... Bielefeld-Wiedenbrück.. Paderborn-Büren... Warburg-Höxter... Wittgenstein-Siegen.. Olpe-Arnsberg... Aliena-Jserlohn... Hagen....... Bocvum...... Dortmund...... Hamm-Soest.... Lippstadt-Brilon... Provinz Hesse» Nassau. Usinaen Höchst.. Wiesbaden... Goarshauien-Nassau Diez-Limburg.. Dillenburg-Herborn Frankfurt o. M. Rinteln-HofgeiSmar Kassel..... Eritzlar-Ziegenhain. schwege-Schmallalden Marburg-Franlenberg Hersfeld-Rotenburg Fulda-Schlllchtern. Hanau-Gelnhausen. 18934 28607 37321 8S14ö �7314 79126 46566 29031 16574 18775 15893 18583 25576 22431 15917 21398 14128 38888 24717 25657 48503 25341 28328 30965 35873 61599 28914 21054 48636 41255 27286 25360 33950 59810 37925 26711 33908 47856 16688 19241 31706 49783 21805 30860 28449 26061 38761 53952 81976 ,54489 22287 18284 28477 28634 30660 41090 22449 80527 30177 93808 34016 87139 23694 26980 26622 41060 30027 33437 48899 30466 48519 41226 40377 92583 35609 34803 33388 46334 20871 19793 40912 32620 50991 58214 162005 125651 43493 19369 51803 50449 26287 26847 26002 88584 25067 49098 18881 27399 28310 20463 25631 49051 Wgcgebenc Stimmen | 1907 1912 13183 21093 21204 27105 49573 51485 30504 22405 12499 14681 13249 14010 21059 18745 18263 18298 11891 26837 20109 19699 40755 19651 21683 23366 28997 51288 24374 18454 42668 35040 21448 19696 27745 47214 33863 22101 28002 40205 15311 14486 22683 39601 16406 23939 21314 16553 30219 43281 64457 42652 19071 11271 23354 20443 26340 34493 18444 23229 23773 71522 28355 81050 19217 22735 22570 31442 28590 26528 38816 22689 31085 33746 29784 58851 24421 26803 25982 87258 16843 10916 80629 26681 39076 42567 125440 02457 35085 15588 40431 40041 23748 23297 21510 61319 19005 15610 21923 20534 28995 55348 59354 31407 20956 10094 13028 11547 15037 22254 19710 13837 18470 13057 28927 21202 21430 42030 32410 24772 26610 30181 56682 25632 19422 43562 36232 23117 21267 29964 51486 34827 22666 30663 42814 16484 15115 26888 44463 sozial deino- Iva- tische Stimmen 1907 18074 25910 23044 20650 j 32061 ! 47556 >73320 48638 10666 11570 14146 21657 16625 16273 21885 86224 24058 21941 26171 38219 19273 25678 35508 82502 31200 38260 20401 24314 28330 84650 26150 28366 44686 25687 34456 38966 31037 77895 27654 29207 28961 43233 17762 17051 85084 25926 43957 50167 144886 109016 38816 16004 45058 42545 21959 22084 21985 73907 20275 44787 16029 23642 19417 17185 18006 43644 73 1105 451 1397 5974 6665 347 1394 429 1196 220 677 5478 4233 2179 6003 1900 8316 5010 5905 16318 4845 2105 5808 8351 24258 8487 8814 21918 14005 6868 4598 10100 21941 8384 5790 8517 17509 5498 585 6016 17107 784 6289 5309 2004 11.188 19617 33008 27473 8707 3869 3711 2276 214 6471 892 8491 3152 86113 11084 9109 5611 6249 7779 7391 1806 5061 14667 6142 10918 1308 2103 11415 924 4602 5758 18642 168 487 949 684 12129 17579 42480 38849 7246 407 16078 12630 870 1667 1049 28869 4805 17073 795 7262 1554 1797 808 17933 Hauptwahl 1912.— Es erhielten Stimmen l! i Stnn! W«: Soz.' Natl. � Bp.| Kons.> Np.! Zentr 644 2285 1247 2219 11534 14904 2420 2418 899 2182 560 1480 8534 6347 2798 5661 2462 10678 6814 8185 20498 6550 2407 7434 11992 80927 10911 11090 24136 17373 8941 5791 12920 27279 13445 7991 11128 21900 7462 1304 8286 28247 1110 7977 6838 2140 12180 32636 38709 27664 4313 3808 4542 2686 661 8017 2046 8466 5269 43755 14387 11403 8226 7086 9924 11289 2974 6942 19218 8509 18771 2488 2541 21245 3103 7301 9918 17287 166 551 2578 1750 17703 23184 53383 2586- 1635— --- I 171 6134'- 10176'— 94161— - 49 1059>— 82 182 460 4671 1 6641 4003 1 10479' — 6104! —> 9501 — 13901 — 5180 7015 Anlis.! u.! Polen W.Bg- — I 8715 — i 9837 — 110327 — 112957 — 11356 6988 - 3303 242 90 116 7804 6367 6158 3588 7767 2766 7615 — 12073 8921-T- 10612 - 8291; 9870 5639— 4880 4192 3174!— 19363!— 12654'— 6188 6560!— —' 6268 0206 29! 6670;— -! 17079!— —! 6042'—'15285 8187— 6483 10776; 8653 11559; 9807 — 6208'— 88 10683 6652 11092 9489 10667 13036 1272 1927 969 6297 10069!— 7098— r< 70! 6604 13876- 4134 6683 8133! 8050 7928 6378 8367 8496 11092 13752 28839 4946 8768 1665 5826 662 3344 12865 11892 1846 9023 690 21279 15222 2374 8604 2062 85686 6253 21814 1027 11813 1100 8603 1620 22519 5075— 12772 1304 7226 8721 3465 7749 - 22006 9978 10338 6178 7138 6942 723 11048- 7829 7598 7311 8549 9697 1654 6827 _| S2i 4880 1020 61 9168 4825 11213! 9883 —; 13480 12000il4737 48257 25385 9818 6598 981 6434 j 6072 10421! 8922 6878;- 7508; 1208 5614' 4078 — 81306 6104i- 13342- 1914 5801 1299 12635 302 11978 78" 44 Dcm.I Elsäss.I„ Weis. Zer- Dän. iplU- B.-Bd 5657— 9258— 9252— 10312— 20671! Kali. 1 17918; 5755' 16339- 4131 zip. — j 86 96,3.<9, Zentr. 31 53 3303 231 48 - 3811 — 12624;— 2219 5199 Uniesi. 221— 3650— S. b. S '410s 2629— — j 9601— 1786 361— B.-Bd. 650 W«d 8322 B.-»b 10271 Säilb 25603 Unbesi. 998 Täne 11744 3560 1985 01'- 7857— 1879- 8113 938 2970 10782 5057 8180 783 9245 6142 4516— — 30191 14416 2966 4397 3898 3024 6018— 5231— 5497,25064 25728 1969 183 '.'Fr. 3899 2949 4347 1741 5787 4399 — 40488 442408? 1942 UnJtfL— 211141— 331'17108 1131 11812 = N — 22568! 143 ->10963 U?4 598! 10649 Zentr. 2167 18395 3enlt 234 318 214 7748 210 Zentr 1342 1670 65 4116 37650 25708! 18428! 14294 9786;- -! 274 12674— - 10216 5708 1289 ! 7912 251!— 9374 t 321 231 10630 6878 393 Welse 771 7022 4967 8085 9546 3424 863 5989 6286 1364 7287 7573 8030 7781 3915 8 30 27 3 10 9 8 1? 89 28 56 30 12 7 1 10 7 8 8 19 6 6 21 14 28 0 10 9 36 22 7 2 45 30 7 5 6 48 3 81 20 18 2859 13 15 28 5 12 43 32 46 4 8 11 38 61 6 9 3 8 38 18 24 8 6 30 28 15 9 2 11 19 — 193 _'94 _ 1 38 — 210 — r 4 12 7 125 —! 48 Tcm. 15 64! 365 1772! 89 Dem. Dein. 717' Unbesi. 7089 3546' — 5025 3292! 4841 —>14728- — I 43461- 0 16 20 1 129 13 33 15 20 8 1 6 • 6 9 3 57 29 herige Vcr- Kons. Pole Zentr. Pole Pole Pol« Pole Zentr, Zentr. Zentr Zentr Zentr Kons. Kons. Lp. Vp. Lp. Vp. Lp. Vp. Lp. Natl. Kons. Natl. Kons. Natl. Natl. W.Bg. Soz. Natl. Natl. Vp. Rp. Soz. Rp. Np. Kons. Vp. Vp. Zentr Kons. Natl. Däne Natl. Vp. Vp. Natl. Vp. Soz. Soz. Vp. Vp. Bp. Natl. Zentr. Zentr. Natl. Welse Natl. Soz. Natl. Kons. Natl. Welse W.Vg Natl. Np. Natl. Rp. Natl. B.d.L. Soz. Soz. Zentr. Natl. Chr.S Vp. Antis. Antis. Antis. Antis. Antis. Antis. Zentr. Soz. Name und Parteistellung des Gewählten Meyer, Kons. Brandys, Pole. Glowatzki, Zentr. Warlo, Zentr. Dombeck, Pole Sosinski, Pole p Mielzynski, Pole Sapletta, Zentr. Klose, Zentr. Strzoda, Zentr. Hubrich, Zentr. Horn. Zentr. Davidsohn, Soz. v. Bolko, Kons. v. Liszt, Bp. Dr. Doorman», Bp. Kopsch, Vp. Fischbeck, Vp. Warmuth. Wild Ablaß, Vp. Taubadel, Soz. Hegenscheidt, Rp. v. Kröcher. Kons. Hocsch, Kons. Haupt, Soz. Dr. Landsbcrg, Soz. Schiffer, Natl. Silbcrschmidt, Soz. Albrecht, Soz. BrandcS, Soz. Dr. Ortmann, Natl. Dove, Vp. Raute, Soz. Kunert, Soz. Arendt, Rp. Wamhöff, RaL. Koch, Vp. Thiele, Soz. E'ohn, Soz. Poppe, Zentr. Arnstadt. Kons. Schulz, Soz. Hänssen, Däne Leube. Vp. Waldstein. Vp. Blunck. Bp. 'Hoff. Vp. Braband. Vp. Legte», Soz. Frohme, Soz. Struve, Vp. Heckscher, Bp. Fegter, Bp. Semler, Natl. Engelen. Zentr. Stove, Natl. Eolshörn, Wels« Held, Natl. v. Scheie, Welse Brey, Soz. Fischer, Soz. Rauch, Soz. Tcichmann, Soz. Jckler, Natl. Vötting. Natl. Meyer, Natl. v. Meding. Welse v. Wangenheim, Weife AlperS, Welse Hoppe, Natl. v. Richthofen, Natl. . Herold, Zentr. P. Hertling, Zentr. Schiffer, Zentr. Flerker, Zentr. Kiel,' Bp. Meyer, Natl. GrasPosadowsky.llnbst v. Savigny, Zentr v.' Kerckering, Zentr. Mumm, W. Bg. Becker, Zentr. Spiegels Soz. König, Soz. Heckmann, Natl. Etdutann, Soz. Schulenburg, Natl. Schwartze, Zentr. Brühne, Soz. Bartling. Natl. Dr. Dahlem, Zentr. topp. Natt. r. Burckhardt. SS. Bg. Dr. Quarck, Soz. t erzog, SS. Bg. üttwann, Soz. Hestermann, Bbd. Thöne, Soz. Rupp, W. Ba. Werner. D. Resormp. Müller-Fulda, Zentr. H»ch/ Soz. Name des Wahlkreises Rhemprovinz. Köln(Stadt)... Köln lLand)... Bergheim-EuSkirchen Rheinbach-Bon».. Siegkreis-Waldbröl Mülheim-Wippersürth Lennep-Mertmann. Elberfeld-Barmen. Solingen... Düsseldorf... Essen..... Duisburg,.. Mörs-Nees.. Cleve-Geldern. Kempen.... München-Gladbach Krefeld.... Nelch-Grevenbroich Wetzlar- Alien kirchen Neuwied... Koblenz-St. Goar Kreuznach-Slmmern Mayen-Ahrweiler Adenau-Kochem. Daun-Prüm.. Wiltich-Perneastel Trier..., Saarburg-SaarlouiS Saarbrücken... Litweiler-St. Wendel Schleiden-Malmedy Eupen-Aachcn... Aachen �Sladt)., Dürcn-Jülich.. G e ilenkirchen-Heinsberg Regierungsbezirk Sigmaringen. Königreich Bayer». München I.. München ll. Aichach... Ingolstadt,. Wasserburg. Weilheim.. Rosenbeim.. Traunstein.. LandShut.. Straubing.. Passau... Pjarrkirchen. Deggendorf. Kelhemt.,. Speyer... Landau... Germersheim. Zweibrücken.. Homburg.. Kaiserslautern Regensburg. Aniberg... Neumarkt.. Neunburg vorm Neustadt a. W. N Hof..... Bayreuth,.. Forchheim... Kronach.... Bamberg... Nürnberg... Erlangen-Fiirth. Ansbach« Schlvabach Eichstätt. Dinkelsbühl Rotenburg o. d. Tauber Aschaffenburg.. Kitzingen... Lohr..... Neustadt o. Eaale Schweinfurt.. Würzburg... Augsburg... Donauwörth, �. Dillingen... älllertisten... kaufbeuren.. Jmmenstqdt.. Wald Königreich Eachs,». Zittau.... Löbau-EberSbach Bautzen.... Dresden-Neustadt DreSdeu-Alistadt Dresden-Tharandt Meißen-Grostenhai» Pirna.... Frciberg-Oedero» Döbeln-Rohwein Oschab Leipzig-Stodt!! Leipzig�a,,d.. Borna-Pegau. Mittweida-Limbach Chemnitz,. Glauchau-Meerane. Zwickau-Crimmitschau A�berg-Schneeberg Zlchopau-Gelenau. »nnaberg-Eihenstock KirchberZ-Auerboch. Plauen..... Z-HI der SM. berech. tjgien 1»tS «'.063 82048 28218 40122 SL1S0 47830 öä0Ö7 7827S 50409 108984 I24öö1 128929 41910 26904 22178 48484 39973 30588 35078 21254 34986 27735 28268 26462 21259 29396 40862 59566 43527 23803 43668 26357 33470 26170 16304 34689 128912 27107 26076 25800 31525 38906 32141 23721 29499 26915 24598 24971 20003 49440 84619 21718 36364 27158 34868 32319 23818 20110 20437 26576 31995 27308 23555 27907 29116 81200 39458 24228 20214 1974V 24817 31782 23290 26846 25874 24976 26407 43802 23041 21186 28854 25994 81885 28882 28488 36498 65296 53196 73940 38048 36575 28791 29986 28348 45705 134754 28671 39592 78912 34720 52434 40703 2959? 82958 43855 50192 Abgegebene Stimmen ISO?| 1912 44456 44680 53200 j 66596 16206 il8121 31103 1 31776 25547 1 25770 99775 j 42801 51464 58075 61749 68000 38471 44245 70189 84607 94826 113610 93077 110733 34121 88051 22168. 22101 17958 18900 86452 38140 80803 34009 21910: 24445 26249' 38668 18669 19115 27386 27296 24226 24317 21505 23672 20279; 1913) 22878 21294 19358| 17913 21943 21824 33580 29751 43447 53495 37820 40468 18543<7899 34045 33141 19729 i 19271 25620- 25685 23113 i 23647 Sozial demokratische Stimmen 1907 15829 14300 25548 28004 82800 101665 20387 21546 18658 I 19955 17984 i 18593 21094: 28395 26000 27819 22t-ll' 24171 17394 17583 20521 j 20901 16392: 1.8480 17280 18850 12991 17787 14560 14633 40419 43852 29738 30464 19289 19309 30418 82495 20453 20974 27412 29482 22307"25738 16994 17500 15472' 15904 14384 14530 19051 20817 26887 27284 21725, 22707 24480 23286 23369 i 23040 28803: 24204 63511: 70194 31915 1 33934 18785! 19721 16390 16491 14952 15481 19603■ 18078 25016 1 26220 20063"20894 21464> 21666 31867.21080. 20603 i 21487 21886 i 23096- 32668, 36577 18771! 18265 16070 1 16220 31703[23946 19702; 21159 24651: 26988 24964 i 25530 24859 i 25146 30272! 32659 52515' 58223 43781: 46889 60371 67380 31309, 33534 30825 32973 24105: 24002 26937 27787 24751 i 26090 38637. 39299 97592 119026 25386 26 126 33855-;-86134 58223 65500 30184 30293 43108 45994 33658 j-34785 26033. 25329 37040| 29990 35272 38070 39863 42800 15661 17810 608 2651 495 8588 21371 28256 19589 25389 29378 21650 2792 585 2483 4375 8617 2038 2579 581 2172 1162 1081 59 87 9*3 403 2922 571 334 2445 3830 1295 73 205 Hauptwahl 1912.— Es erhielten Stimmen Soz.! Natl. Vp.: Zons. 8723 40384 2617 1742 968 2850 5443 2145 1343 1504 1710 854 1287 548 18539 6840 1547 5720 1711 7629 3641 1241 388 865 1401 11785 8278 2557 4345 3430 35033 14142 5100 877 625 il52 4592 1038 1742 915 3121 6840 6706 504 449 1522 991 1999 10725 10441 8619 26458 19388 33848 14174 14397 9455 12760 9537 14366 56712 9841 18304 34547 16076 23744 19000 11281 11830- 17306 15197 18666 24203 894 4149 985 11927 27120 33644 24571 36759 40508 34187 5385 972 2834 5865 10155 ' 3878 4471 1767 8568 1541 2036 483 196 131 1346 1112 4157 1627 439 6536 5292 1922 191 63-1 7154: 8500, 3562' 4138 4?! 4345 3524 — 15992; 11543— - 10301 11478— 25987 33934 9180 55 706! 3771 55351 2330; 5318 5158 5547 10637 W 1675 256 3104 1926 2620 25108 18628 697 1696 Hntii. IFcntr.) v. B.Pö * Dem. s Polen fleh! i 2er* B.-Bd 2231'; 1165 2018 823 3646 576 264 1546 8487 386 16768 23e 1717 58 2129 169 10190 347 486 3394; 991 724 3365 11594'— 10949 563 56601 I— 28399 544 8776— 1204,— 2161 1699-— 1413 821:—— 3794— 3121— 6880] 2835!-;— 1804j--- 1462— 3795— 2911]— 1871 i— 1969:— 2481 1869 1228|— 1982— 737;— 21811! 10786 8440 11652;— 2696 6295'— 8564!10958>— 8655 58971— 11306— i 8401; 9770 4384— 3390— 2298—; 2521 978 661 1435— 1230-! 1773 2446 2760' 14694— 9147 10953 6012 17343 33331; 17138; 22811! 166021 22093 6046 SSSV- 31544 42832 31559' 17283 20617! 15330; 25473' 17491 18191! 10468 18158 19668 16550, 20657' 14109' 18410 25789' 24228, 20192; 16523! 26847 10571: 2250T1 22606 310. 200 786 568 14788 146 Z«rtr. 3182 67 155 10868 4756 6669 5026 42585 18180 6655 1826 1473 2920 70?0 2281 2446 5721 14351 1485 4134'- -r- 4081 —! 4439 — 20272 — 10163 — 1 6331; 6724' 4037;- 1042 4368!— 1 9638 '—- 2518!— — 8969 — j 8231 4167;— 4074,— 8542 5674 5618 4881 7226— 10898!- 1441: 5490 1056 1295 2810 5476 2005 4065 8568 10928 12908 12316 11412 31640 23058 30911 17130 17108 11072 14672 11217 17526 76509 11566 21360 42000 19270 27846 22379 14319 19070 21291 30887 0483 84101 575 208 32 476 4882— 19213— 14596— 14747;- 18884:— 14862' 16808 15013 12450 10094 12658 7722 11218 11161 10247 10369 8129 2188 11722 1248 - 11419 16216' 11660 13740 11435 15163 191 3248 10797 14724 3892 1406 9563 15220 10378 14915! 13708! 10482; Ii«M 17265 11247 11524 12677 —>14650 — 113495 041 i_ 2332! 507 578; 3744 — 7370 1268 330 1011 13091 Dem.; 1161! itm. 645; Dem 1978 «nb 216 52 »ild 7171 B.Lbd 1349 1726 2412 1609 2786 4415 1770 8814 1448 9882 770 2574 1228 415 Dem. 206 D.BSd. 6355 46 218 85 38 20 4 58 9 16 6 13 71 30 12 5 46 13 25 28 16 105 76 185 83 84 231 2 21 240 62 14 165 36 48 Stichwahl 1912.— Es erhielten Stimmen Soz. Natl. Vp. Kons. 26635-— H! Z 28760 3622« 42850 52510 43881 778 Nntif. 13354 13893 4410 5623 1800' 5740! 3425, 3655! - j 7889- I i— 12363— j 23140!__| 17859— 9277 — 6357- 1 8351—; 7494 6015|—! 6911 7568— 5537 — 4531 10339 18190-—; 24394 9167—( 8812 7317——; 7381■—!— 7406 4108 3362— j—!— 165C6— 6842— 1 144— —; 7818 3198_| 1 17982—!—— 148,— — 2120 10371— — 6806 4710— 310 677 274— 128! 9913 —>B. Bg 105, 3424 — 7148 «,»»!> 42 — 2945 - 418 12768— 16691— '10070,11859 11541— 43 36 59 244 35 63 19 60 28 30 34 34 18 07 61 8 15 43 40 92 33 4 31 5 8 15 8 18 11 23 2 14 7 12 23 30 30 18 4 45 21 7 11 10 4 8 14 50 6 20 4 10 9 55 113 12 9 9- 7 18 15 4 sr 8» 14 63621 17680 13369 13793 25963 Rp.| Zentc. 28607 20942 33388— —; 12067 —! 57700 — 19735— 10771 13002 15750 12727 11184 11094 9778 12473 18316 13646 15092 34906 12289 13840 18898 13058 17974 9860 18621 7465 13454 14125 12764 34170 11865 9783 22314 Antis. u. V.Bg, ' I Wels, Polen' Dän !B.-Bd Bisherige Per- trctung 15859 25455 I 21016 11366 10169 14033 13916 11887 10751 18859 13419 10172 «>tb 8545 Bbd. 12983 «»1 17430 31567 340«- 131406 12173;— 13328!— - 14081 D.Bbd 11780 Soz. Vp. Kons. Zentr. Kochs. Bndl. Zentr, Zentr. Zentr. Zentr. Zentr. Zeritr.- Zentr.. Zentr. Zentr. Zentr. Zentr. Natl. Vp. Natl. Antis. Soz. Natl. Soz. Antis. W.Vg. Kons. Natl. Kons. Natl. Soz. Rp. Soz. Soz. Soz. Soz. Soz. Soz. Natl. Natl. Vp. Name und Parteistellung des Gewählten Hofrichter, Soz. Kuckhoff. Zentr. Dr. Faßbender, Zentr. Dr. Spahn, Zentr. Dr. Becker, Zentr. Marx. Zentr. Dittmanu, Soz. Ebcrt, Soz. Scheidemau», Soz. Haderland. Soz. Kiesberts, Zentr. Dr. Böltger. Natl. Dr. Bell. Zentr. Dr. Marcour, Zentr. ChrystuU. Zentr. Dr. Hitze, Zentr. Dr. Pieper, Zentr. nm Zehnhoff, Zentr. Behrens, W. Vg. Krinas. Zentr. 'Wellstein, Zentr. Dr. Paasche, Ratl. Wallenborn, Zentr. 'Pauly, Zentr. -Fürst' zu Löwenstein, Z. Ästor,' Zentr. Hartraty, Zentr. 'Roereu,'Zentr. 'Bassermann. Natl. Koßmarln, Zentr. Dr. Fervers, Zentr. Nacken, Zentr. .Sittart, Zentr. '.Fürst zu Salm, Zentr. Stupp, Zentr. Zentr-."Beizer, Zentr. Kerschensteiner, Vp. v. Bollmar, Soz. Gras v. u. z.Sandizell, Z. .Vpnschab, Zentr. Irl, Zentr. Frhr. b.Thünefeld, Zentr. Ränncr, Zentr. Angerpoinlner, Zentr. v. Malse», Zentr. Lqux. Bahr. Bbd. .Dx. Matzinger, Zentr. Bachmeier, B. Bbd. Schedlbauer, Zentr. Steindl, Zentr. Bindrr, Soz. 'Dr. v. Calker. Natl. Nichter, Zentr. Lützel, Ratl. Gebhart. W. Bg.(Bdl.) Hpffqmnn, Soz. .Dr. Trendel, Zentr. .Sir. Zentr. Kohl. Zentr. Schirmer, Zentr. Dr. Pfleger. Zentr. Simon, Soz. Hügel, Soz. Weilnböck, Kons. Dr. Pfeiffer, Zentr. Dr. Schädler, Zentr. Dr. Siidekn«, Soz. Segitz, Soz. Hterl', Soz. 'Speck, Zentr.' Niederlöhner, Kons./ Kerschbaum, D. Bhd. .Gerstenberger, Zentr. Baumaon, Zentr. Stamm, Zentr. Häusler, Zentr. Schwarz, Zentr. Schmitt, Soz./ Warle, Zentr. Pütz, Zentr. Dr. Jäger, Zentr. Hebel, Zentr. Dr. Mayer. Zentr. Dr. Thpmo, Natl. Fischer, Soz. Krätzig, Soz. Gräfe, Antis. Kaden, Soz. Dx. Gradnauer, Soz. Horn, Soz. Schmidt, Soz. Rühle. Soz. Wendel, Soz. Pinkau. Soz. Dr. Giese. Kons. Dr. Junck. Natl. Geher, Soz. v. Lieber!. Rp. Sttickken, Soz. NoSkc, Soz. Molfcnbuhr, Soz. Stolle, Soz. Schöpflin, Soz. Göhre, Soz. Grenz, Soz. Dr. Lensch. Soz. Jockel, Soz. Stichwahl 1912.— Es erhielten Stimmen Soz. 18138 10039 16326 7161 6862 10670 13027 17214 11158 11381 10643 21611 11913 9017 8755 12700 15399 7706 15766 11202 15180 11128 13925 11390 10706 21472 19015 18532 8522 3987 8171 9882 11690 16885 Nall. 11980 16372 15066 12317 12099 12712 16294 11708 9395 16757 18222 12012 11592 12682 12391 17014 7960 15620 16024 10053 Vp. 13313 11280 12878 Kons. Zip.' Zentr. Antis. u. 1 Polen S.SSg-l Wels. Dän. B.-Bd 14294 7373 13594— 13602 10732 16759 16866 20787 12010 11287 11040 14471 13572 14734 15629 13235 6039 5044 15185 9842 11974 9865— 8203 7982 9350 13720 7568 19080 8248 15344 12743 6907 15603 12704 11958 13032 8154 9181 6192 16409— Bis- herige Per- tretung Name und Parteistellung des Gewählten soz. Soz. Vp. B.d.L. Noll. Vp. Vp. Vp. Vp. Vp. B.d.L. B.d.L. Zentr. Vp. Zentr. Zentr. Zentr Natl. Zentr Zentr. Natl. Zentr. Zentr Zentr. Zentr. Soz. Soz. Soz. Natl. B.d.L. Zentr W.Vg Soz. Änlis. Natl. Soz. Noll. Wild Zentr soz. Vp. Kons. Vp. Kons. Natl. Kons. Rp. Antis. Soz. Natl. Vp. Zentr Rp. Natl. W.Vg Vp. Vp. Ellas,. 9015 8571 Lolhr. 17997 12840 RP. soz. Rp. Vp. Natl. Natl. Natl. Vp. Kons. Natl. Rp. Vp. Soz. soz. Soz. soz. Hildenbrand, Soz. keil, Soz. Feuerstein, Soz. Keinath, Natl. List. Natl. v. Paper, Vp. Schweickhardt, Lp. Liescbing, Vp. Hauhmann, Bp. Gunsser. Bp. Vogt. W. Vg.(B. d. L.) Vogt. W. Vg.(®. d. 2.) Bolz. Zentr. Häbnle, Vp. Gröber. Zentr. Erzberger. Zentr. Löjer, Zentr. Diez. Zentr. Duffner, Zentr. Birlenmayer. Zentr. Dr. Blanlenhorn, Natl. v. Sckulze-Gävernitz.Vp. Eehrenbach, Zentr. ölscd. Natl.' Dr. Lender, Zentr. Wittum. Natl. Dr. Haas. Vp. Dr. Frank, Soz. Beck. Natl. Rupp. Kons. Zehnter, Zentr. Dr. Werner. SS. Vg. Strack, Natl. Heck, Natl. Dr. Quessel, Soz. Ulrich, Soz. Hasenzahl, Soz. Heyl z. Herrnhetm(SSlld) Dr. Becker, Natl. Dr. David, Soz. Pauli, Kons. Zimmermann, Natl. Dr. Packinicke. Bp. Dr. Wendorff. Vp. Dr. Herzfeld, Soz. V. Gräfe, Kons. Roland-Lücke, Ratl. Baudert, Soz. Marquart, Natl. Leutert, Soz. Ahlhorn, Bp. Träger, Bp. Gras v. Galen, Zentr. BloS, Soz. Kleye. Natl. Antrick, Soz. Dr. Müller, Bp. Reißhaus, Soz. Ääppler, Soz. Dr. Ouarck. Natl. Bock, Soz. Heine, Soz. Bender, Soz. Dr. Bärwinkel, Natl. Hosmann, Soz. Vietmeyer, SS. Lg. Förster, Soz. Wurm, Soz. Krämer, Vp. Dr. Neumann-Hofer, Vp. Schwarh, Soz. Henke, Soz. Beiel, So». Dietz, Soz. Meyger, Soz. Dr. Ricklin, Eis. Ewmel, Soz. Peirotes, Soz. Zhumonn, Elf. Welterls, Elf. Dr. Will. Zentr. Delsor, Elf. Bähte, Soz. Fuchs, Soz. Haust. Zentr. Roeier, Bp. Dr. Sckay. Zentr. Windeck. Lolhr. Dr. Wrill, Soz. Löveque. Lothr. Verantwortlicher Redakteur: Albert Wachs, Berlin. Für den Inseratenteil oerantw.: Th. Glocke, Berlin. Druck».Verlag: Vorwärts Buchdruckerei u. Verlagsanstalt Paul Singer u. Co., Berlin Ar. 29 29. Jahrgang. Z. KtilM Ks Jotmft" Krlim öollislilatt. Sflktag, 4. Februar 1912. Blirticbaftlkber Vochendericht. Berlin, 3. Februar 1912. Deutschlands Außenhandel im Jahre 1911.— Zunahme der Ein- fuhr landwirtschaftlicher Erzeugnisse.— Steigerung der Ausfuhr von Rohmaterialien.— Verkehrte Wirtschaftspolitik, kein Schul? der nationalen Arbeit. Die nun varliegenden Nachweise über den deutschen Außen- Handel im Jahre 1911 geben zu verschiedenen Betrachtungen Ver- anlassung. Die Gesamtsummen stellen Rekorde dar. Der Menge nach stieg die Einfuhr gegen das vorausgegangene Jahr von 645 Millionen Doppelzentner auf fast 684 Millionen Doppelzentner, dem Werte nach von 9396 Millionen Mari auf 9812 Millionen Mark. Hinzu kommen für das letzte Jahr— für 1910 in Klammern— noch 142 655(149 104) Pferde und 518(857) Wasserfahrzeuge. Die Ausfuhr rangiert in der Statistik mit folgenden Ziffern— die Zahlen für 1910 in Klammern— der Menge nach: 591 Millionen Doppelzentner(542), 7940 Pferde(7116) und 828 Wasserfahrzeuge(753), dem Werte nach; 8220 Millionen Mark (7644). AuS diesen Zahlen ergeben sich folgende Resultate. Es hob sich die Einfuhr, dem Werte nach um 5,4 Proz. der Menge,» 6,0, die Ausfuhr, dem Werte,, 7,5, ,, der Menge,.9,1. Die Einheitswerte sind sowohl in der Einfuhr wie auch in der Ausfuhr gesunken. Aber für die Ausfuhr ist die Differenz größer. Bei der Einfuhr macht die Steigerung der Menge nach nur 0,6 Prozent mehr aus als wie dem Werte nach, bei der Aus- fuhr dagegen ergibt sich«ine entsprechende Spannung von 1,6 Pro- zent. Wir haben für die gleiche Summe wohl«in etwas größeres Cuantmn Ware hereinbekommen, aber wir mußten doch in einem viel größerem Ausmaß die Ausfuhrmenge für die gleiche Geld- summe steigern. Diese Erscheinung kann verschieden« Ursachen haben, Sie kann in einem allgemeinen Sinken der Warenpreise, aber auch in einer Qualitätsveränderung der AuhenhandelSware begründet fem. Versuchen wir, uns an der Hand der Ziffern über die konstatierte Veränderung zu orientieren. Die Steigerung der Einfuhr resultiert zu einem erheblichen Teil aus einer vermehrten Zufuhr landwirtschaftlicher Erzeugnisse und solcher der Nahrungs- mittelindustrie. Im vorigen Jahre ergab diese Zufuhr 236 Mil- lionen Doppelzentner, in diesem Jahre 265 Doppelzentner. Das ist eine Zunahme um über 12 Prozent, womit der Gcsamtdurch- schnitt weit übertroffen wird. Dem Werte nach stieg die Ein- fuhr der Waren dieser Gruppe von 5951 Millionen Mark auf 6458 Millionen Mark oder um 8,5 Prozent. Daraus ist zu ent. nehmen, daß wir in umfangreichem Maße minderwertige Agrar- Produkt« einführen mußten. Diese Tatsache verweist die Be- hauptung, die heimische Landwirtschaft könne den Inlandsbedarf decken, ins Reich der Hypothesen. Die Ausfuhr von Waren der erwähnten Gruppe ist der Menge nach etwas gesunken, nämlich um etwas über 300 000 Doppelzentner, dem Werte nach jedoch um 49 Millionen Mark gestiegen. An dieser Steigerung sind tierische Produkte mit rund 21 Millionen Mark, Erzeugung landwirtschaft- licher N«benbctriebe mit 16 Millionen Mark, sowie Rahrungs. und Gcnußmittel mit 13 Millionen Mark beteiligt; der Wert der Aus- fuhr forstwirtschaftlicher Erzeugnisse hat um 4 Millionen Mark abgenommen. Diese Ziffern spiegeln die Verteuerung der Lebens- mittel auch auf dem Weltmarkt. Die Einfuhr von Rohprodukten für die Industrie hat sich im allgemeinen wenig verändert, nur die Textilindustrie ist mit einer größeren Zunahme vertreten. Die Zufuhr von Fabrikaten hat ebenfalls zugeiwimnen. Das Wesentliche der oben betonten Ver- schiebung zeigt sich in der Ausfuhr. Die relative Verschlechterung unseres Außenhandels ist eine Folge forzierten Exportes von in- dustriellen Rohmaterialien und von Halbzeug. Die nackistehende Aufstellung veranschaulicht das. Es wurden ausgeführt: 1310 1311 in 1000 Doppelzentner Mineralische und fossile Rohstoffe. 375 815 415 062 Eisen und Eisenlegierungen... 48 685 53 773 Maschinen, elektrotechnische Erzeug- nisie, Fahrzeuge...... 5 507 6 541 Feuerwaffen. Uhren, Tonwerkzeuge, Kinderspielzeuge...... 796 847 Es gehen demnach ganz gewaltige Mengen Rohmaterial und Halbzeug ins Ausland. Während die Ausfuhr von Maschinen der Menge nach um fast 20 Proz. gestiegen ist, macht die Steigerung dem Werte nach nur 14 Proz. aus. Der Verfcincrungsindustric ist demnach die Konkurrenz auf dem Weltmarkt erschwert worden. Diese Tatsache macht sich immer mehr unliebsam bemerkbar. Aus Anlaß der jüngst vorgenommenen Verteuerung des Brennmaterials durch das Kohlensyndikat, wobei der Fiskus Pate stand, weist auch die„Deutsche Industrie", das Organ des Bundes der Industriellen, auf diese Tatsache hin. Es klagt:.. Stark anziehende Kohlen- preise folgen nunmehr dem Anwachsen zahlreicher anderer Roh- stoffprcisc, wirken zusammen mit der fortgesetzten Erhöhung der Geschäftsunkosten, der Steuern und der sozialpolitischen Lasten. Und derselbe Staat, der im Inlands zur Erhöhung der Rohstoff- preise mithilft, dessen tatkräftigen Schutz vermißt die Industrie, wenn ihrem Absatz im Auslande von jedem beliebigen Lande oder Ländchcn immer höhere und rücksichtslosere Zollsätze entgegengesetzt werden." Das Blatt vergißt die treibenden Kräfte dieser Ab- schlietzungspraxis herauszuheben. Unsere„bewährte Wirtschafts- Politik", die dem Auslande die Ausfuhr von Agrarprodukten nach Teutschland erschwert, provoziert dieses direkt dazu, sich auf die be- klagte Weife zu revanchieren. Und noch in einem anderen Um- stände, der mit der agrarischen Zollpolitik innig zusmnmenhängt, findet die unserer Fcrtigindustric auf dem Weltmarkt mehr und mehr fühlbar werdende Konkurrenz ihre Erklärung. In der Syndikatspolitik und den Zöllen auf industrielles Rohmaterial. Agrarier und Großindustrielle bilden in der Zollfrage eine Gesellschaft zur gegenseitigen Beschcnkung auf Kosten der Gesamt- hcit. Die Montankönigc stimmen den Lebcnsmittelzöllen zu, dafür erhalten sie die Zölle auf Eisen und Halbzeug. Diese Zölle wieder begünstigen die Monopolisierung des Jnlandmarktes. Die Grubenlcutc erfreuen sich der günstigen Position ohne Zölle. Beide Gruppen benutzen nun ihre Monopolstellung zu einer Preis- diktatur gegenüber den inländischen Verbrauchern und zu einer Verschleuderung der überflüssigen Erzeugung auf dem Weltmarkt. Diese Politik stärkt naturgemäß die Konkurrenzfähigkeit der aus- ländischcn Weiterverarbeiter. Wenn dazu deren Land auch noch deutsche Fertigerzeugnisse mit Eingangszöllen als Revanche für unsere Agrarzölle belegt, dann wird unseren Verarbeitungs- gcwcrben der Wettbewerb natürlich immer mehr erschwert. Allmählich mehren sich die Fälle, wo diese Erschivcrung, dank der nationalen Politik unserer Rohstoffindustricn, die Grenze der vollständigen Ausschließung deutscher Fertigerzeugnisse erreicht. Wenn sich diese Folgen unserer ganzen Wirtschaftspolitik noch nicht mit aller Wucht zeigen, dann ist das kein Grund, die un- zweideutigen Erscheinungen nicht zu beachten. Deutschland mit seinem starken Wachstum an Arbeitskraft, bei einem Mangel an Naturprodukten, arbeitet unrationell, antinational, um mal ein von den Anhängern der verderblichen Wirtschaftspolitik kultiviertes Schlagwort zu gebrauchen, wenn es auf Kosten der Verarbeitungs- industrie Rohmaterial und wenig vergegenständlichte Arbeitskraft entl�altenes halbfertiges Material ausführt und dadurch der heimischen Vcrarbeitungsindustrie den Absatz auf dem Außenmarkt erschwert. Die Kolonialfexe verlangen ein größeres Deutschlands um für die angeblich überschüssige'Arbeitskraft Raum und Erwerbs- gelegcnhcit zu schaffen, undan Deutschland betreibt man zugunsten einer kleinen Interessengruppe eine Wirtschaftspolitik, die uns in wachsendem Maße Arbcitsgelegenhest raubt. Daß unsere Wirt- schaftspolitik nicht den Bedürfnissen Teutschlands Rechnung träg:, zeigt ein Blick auf die Entwickdung des deutschen Außenhandels. In 20 Jahren hat sich das Bild unseres SpezialHandels wie folgt verändert: Einfuhr Ausfuhr in Mill. Mark in Mill. Mark 1831 1910 1891 1910 Rohstoffe für Jndustriezwecke 1734 5083 687 1918 Fabrikate....... 904 1368 2049 4796 Nahrungs- und Genußmittel 1513 2483 449 761 Die Armut Deutschlands an Rohstoffen kommt in der ge- waltigen Zunahme der Einsuhr dieser Waren zum Ausdruck. Auch die Fabrikatseinfuhr ist stark gestiegen, noch mehr allerdings die Zufuhr von Nahrungs- und Genußmittdn. Das sich hier geltend machende Bedürfnis zeigt, wie sehr tvir auf einen Güteraustausch angewiesen sind, um die einheimische Bevölkerung ernähren zu können. Unsere Wirtschafispclitik müßte nun darauf eingestellt sein, nach Möglichkeit für die Lebensmittel- und Rohmaterial- einfuhr hochwertige Jndustricerzeugnisse in Zahlung zu geben. Statt dessen ist die Ausfuhr von Rohstoffen in den letzten 20 Jahren um 180 Proz. gesteigert worden, während gleichzeitig die Ausfuhr von Fabrikaten nur um 134 Proz. zugenommen hat. Das all- gemeine Interesse gebietet die Abwendung von der verkehrten, nur auf das Wohlergehen kleiner Erwerbsgruppen berechneten agrarisch- großindustricllcn Zollpolitik. D. Wasserstands-Nachrichten der Landcsanftalt für Gewässerkunde, mitgeteilt vom Berliner Dctterburcan. Wasserstand Kernel, Tilsit P r e g e l, Jnsterbnrg Weichsel, Thorn Oder, Ratibor , Krassen , Franlsurt Warthe, Schrimm , LandSbcrg Netze, Vordamm Elbe, Lcitmcritz , Dresden , Bcrby , Magdeburg ') 4- bedeutet Wuchs,— Fall,—*) Unlerpegcl.—•) Eissssnh,- — 4) Schwaches Eistrcibcn. !□□□□□□□□□□□□□□□□□□□□ Unser bekannter, alijährlich nur einmal stattfindender □ □ □ □ □ □ □ □ o □ □ □ □ □ □ □ □ □ □ □ □ p □ □ □ □ □ E □ D □ □ □ □ □ O 8 □ im Selbstaussuchen! 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Februar, nach� mittag»'1,2 Uhr, von der Halle des Zentra'lsrtedhofS in Friedrichs« sctde auS statt. Um rege Beteiligung ersucht Ter Vorstand. ZoÄaldeWiri'sli'seliei'MstitWtti - lies !K. kerl. KeielislagsHMi'eises. Am 1. Februar verstarb unser [ Genosse, der Handels manu Zw!« Zeitviie Lortzingstr. 40. Kirchhoses, l Plöheitjee, auS statt. Ilm rege Beteiligung ersucht 1 225/6 Ter Vorstand. Swlalileinokrat. Watilverein NeuköBln. Ten Parteigenossen zur Nach, richt, dag unser Mitglied, der Arbeiter Johann van Rienen Elbestrahe 18(6. Bezirk) verstorben ist. Ehre seinem Andenken! Die Beerdigung sindct am Rontag, den 5. Februar, nach- mittags 2',', Uhr. von der Leichen- Kalle des Neuköllner Gemeinde, Friedhoscs am Mariendorfer Weg aus statt. Um rege Beteiligung ersucht Iden Vorstand. Todes-Anzeige. Allen Freunden und Bekannten die traurige Nachricht, dafi mci» lieber, herzensguter Mann, unser guter Sohn, Sticf-.undSchwicger, valer, Bruder, Schwager und Onkel Stsnislsiiz tMIi nach langem, schwerem Leiden am Freitag verstorben ist. Die Beerdigung findet am Dienstag, nachmiitags V/, Uhr, vom Tranerhause Äoppeuslr. 26 aus nach dem städiischen Zentral- Friedhof in Friedrichsseldc statt. llie trauernde Witwo Elisaiietii Nawratti, Den Kollegen, Freunden und Bekannten zur Nachricht, dajj mein lieber Mann, unser guter Pater. der Händler 2820b IßfayGiep am Freitag vcrstoiben ist. Die» zeigt licsbctrlibt mr 0!e trauernde Niwe nebst Kindern. Tic Bcerdigiuiz findet am Moiitagnachimiiag g Ubr von der Leichenhalle de» Heilig-Kreuzlirch- hos» in Mariendors aus statt. ttletallaldeites-Vesband Verwasluagsslelie ßerlin. Todesanzeigen. Ten Kollegen zur Nachricht dag unser Mitglied, der Schlosser �clo!k VVaclimann am s. Februar an Lungen, ciitzündung gestorben ist. Tie Beerdigung sindct heute Sonntag, den 4. Februar, nach. mittags" 2'/, Uhr, vom Trauer- dause, Gatienslr. 77. aus ans dem St.-Zcbnslinn- Kirchhof in Ncinickendors- West(Hnmboldt- straße) statt. Ferner starb unser Mitglied, der Fräser Hemrich pnes saut 1. Februar an Lungcnleidcn. '!e Beerdigung findet am Montag, den 5. Februar, nach- mittags 0,2 Ubr, von der Leichen- Halle des'»lädtifchcn FriedHoscS in Friedrichsseldc aus slalt. Ferner starb unser Mitglied, der Mctallarbeilcr Max Reh am 1. Februar an Lnngcnleidcn. Tie Beerdigung findet am Montag, den 5. d. MtS., nach- mittags 2'/, Uhr, von der Leichen- balle dcS Nazareth-Kirchbo'cS in Reinickendorf, Berliner'«trage, ans statt. Rege Beteiligung wird erwartet. Ehre ihrem Andenke»: 111/19 Tic Orisverwaltung. SozialfieiDolffalls�erWalilvereiD! 2lm 1. Februar verstarb unser j | Genosse, der Metallarbeiter Msx Fleh Schulslr. 21. Ehre seinem Andenken: Die Beerdigung findet am Montag, den 5. Februar, nacki- mittags 2'/, Uhr, von der Leichen- Halle des neuen Nazarcth-Kirch- hoseS in Rcinickendotl-West, Kögel- sirastc, auS statt.. 225/7 Um rege Beteiligung ersucht Dei- Voi-st»ii>d. -a-k»-! oetuseket' KoMeUer-Veital! Den Mitgliedern zur Nachricht, datz unser Kollege, der Tischler Rtulolk Sautowskl Neukölln, Kaiser-Fried rich-Jtr, 230, im Ätttcr von 30 Jahren ac. starben ist. Ehre seinem Andenken: Die Beerdigung findet heute, Sonntag, den 4. Februar, nach- miitagS 4 Ubr, von vor Halle des alten Jatobi-Kirchhvjes in der Berliner Slrasjc ans statt. Um rege Beteiligung ersucht 78/16 Tie Ortsvertvoltung. Deiitscder Buelibinder-Verbanü. (Zahlstelle Barlin.) Ilm. 2. Februar verstarb unser Mitglicd.dieBuchbindcreiarbcitcrin k'i'zÄs Lopenz. geb. Pctruschinskl. Ehre ihrem Andenken: Die Beerdigung findet am Montag, den 5. Februar 1912, nachmittags 21/2 Uhr, von der Leichen- balle des siadlischcn Friedhoses in FricdrichSfclde auS statt. Um zahlreiche Beteiligung ersucht 23/8 l)rl8vee«altunz. I>tackrut. Unserem am 30. Januar 1912 durch Herzschlag so jäh entrissenen braven Kollegen Luhus Hesse den lchlcn Schcidegrnst! Die Kollegen der Orts- Krankenkasse der Schneider, welchen daS letzte Geleit verwehrt ivurde! Am Freitagabend entschlief nach kurzem Leiden meine liebe Frau, unsere herzensgute Mutter �nnaWeiKbecKer geb. Jacobi. DteS zeigt tiefbetrübt an Johannes Weißbecker nebst Kindern. Die Beerdigung findet am Dienstag, den 6. Februar, s-ch. mittags 3'/« Uhr, auf dem Fried- hose der St. BartbolomäuS-Ge- nieinde in Weihensee, Fatkenberger Straße statt. 1848L Danksagung. Für die vielen Beweise autrichtiger Teilnahme anläßlich des Todes unserer lieben herzensguten Mutter, Frau ?l. iUetlmei', tagen wir allen Lelannten, Verwand- ten, dem technischen Personal des Neuen Thealers sowieHni.Dr. Schütte unleren herztichslen Tank. 2861b Tic trancrnde» Kinder. /GVniil ttwe-fivivtevvu! Ätw OjvßoM! Bm Danksagnttg. Für die vielen Beweise herzlicher Teilnahme bei der Beerdigung meines lieben Mannes, dcS Drechslers Karl Bendin sage ich allen Freunden und Be« kannten, sowie den Modclldrechslern und den Kollegen der Tischlerei der A. E. G.. Briinnenftraßc, den Gc< nossen des sechsten WahllreileS, Be- zlrk 505, und den Mitgliedern des HolzarbeiicrvcrbnndeS meinen herz- Ilchen Dank. 1856L Wnit. Luise Bendiu, nebst Kindern. Danksagung. Für die liebevolle Teilnahme und die herrliche» Kranzspenden bei der Beerdigung unseres lieben Sohnes, Bruders und VaterS 1849L Max Kühnitzsch sagen wir allen Beteiligten, ins- besondere dcnt�'Verband der Ge- meindc« und SlaalSavbeitcr Miale Groß-Bcrlin) und den Kollegen der Sektion Revierinspektion(7. Revier) unseren herzlichsten Dank. Die trauernden Hinterbliebenen. Allen Bekannten, Freunden und Parteigenossen zur Nachricht, daß ich mein früheres Lokal wieder könslich erworben habe und von heute ao unter dem Namen Restauration Zill Jmeil ßfiurrbfdjaft" führe. 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Richter, Chausseestr. 104: Oeffentliche Versammlung, Referent: Genosse Dr. Jul. Moses-Berlin, Dienstag, den 6. Februar, abends 7 Uhr: Handzettel- und Flug- blattverteilung, Empfangnahme des Materials für den Osten Montag abends 7 Uhr im Kaiserhof, für den Westen, Montag abends Vorwärtsausgabestelle Dürerstr. 42, I. Der Vorstand. Treptow-Baumschulcnwcg. Morgen abend S1/� Uhr im Lokal „Sporl-Restauran:", Elsenstr. 115/116: Generalversammlung des Wahlvereins. Tagesordnung: Bericht des Vorstandes und der Funktionäre, Anträge, Wahl der Delegierten, Vereinsangelegenheiten und Verschiedenes. Mitgliedsbuch legitimiert. Der Vorstand. Eichwalde, Zeuthen, MierSdorf. Mittwoch, den 14. d. Mts., abends 8'/? Uhr: Ordentliche Generalversammlung des Bezirks- tvahlvereins in Zeuthen, Lokal Lindemann. Tagesordnung: 1. Be- richte. 2. Stellungnahme zu den Gcmeindevertreterwahlen. 3. Ab- rechnung von den Reichstagswahlen, Vereinsangelegenheiten. Der Vorstand. Wcißensce. Dienstag, den 6. Februar, abends S1/� Uhr, im Vereinshaus, Charlottenburger Str. 150: Gemeindewähler- Versammlung. 1. Bortrag des Genoffen Max Groger-Neu- kölln über:„Wen entsenden wir in das Dorfparlament." 2. Freie Aussprache. 3. Aufstellung der Kandidaten für die zweite und dritte Wählerabtcilung. Genossen! Sorgt für guten Besuch der Versammlung. Der Vorstand. Spandau. Heute Sonntag, früh 8 Uhr, von allen Bezirkslokalen aus wichtige Flugblattverbreitring. Nachmittags Uhr für Gatow und Cladow auf dem Grund- stück des Restaurateurs Herrn Karl Ambos in Cladow: Oeffentliche Versammlung. Tagesordnung: 1. Die ungesetzlichen Vor- gänge in Gatow bei der am 2 5. Januar stattgefun- denen Reichstags st ichwahl. Referent: Genosse Emil Schubert- Spandau. 2. Freie Diskussion. Für die Genossen Spandaus, welche an der Versammlung teil- nehmen wollen, erfolgt der Abmarsch nachmittags 1>/z Uhr vom Ge- »offen Scior, Gatower Straffe 1, aus. Montag, den 5. Februar, abends 8�/, Uhr, in der Brauerei Pichelsdorf: Oeffentliche Versamm- lung. Referent: Reichstagsabg. Genosse Dr. Karl Liebknecht. Jeder Genoffe agitiere für Massenbesuch beider Versammlungen. __ Der Vorstand. Berliner Nacbricbten» Um die Jugend. Die herrschenden Kreise sind lebhaft bemüht, die heran- wachsende Jugend im patriotischen Geiste zu erziehen. Zu diesem Zweck werden keine Mittel gescheut, die geeignet sind� dem Ziele näherzukommen. Der Staat hat größere Summen bewilligt, um der Jugend Königstreue und Patriotismus einzuimpfen; auch die Machtmittel des Staates, Schule, Polizei und Staatsanwaltschaft. werden in den Dienst der Jugenderziehung gestellt, um d i e Be- strebungen zu bekämpfen, die sich hierbei in den Weg stellen und die im proletarischen Geiste gehaltene Förderung der Jugend niederzuhalten. Es ist bekannt, datz das Kultusministerium auf diesem Gebiete besonders hervorragendes zu leisten unternommen hat. Es hat an die ihm unterstellten Schulbehörden Anweisungen ergehen laffen. Ansialten zu treffen, die geeignet sind, die heran- wachsende Jugend im hurrapatriotischen Geiste zu erziehen. So- weit die Volksschulen in Frage kommen, ist der Unterricht schon immer in'diesem Sinne gehalten gewesen. Ader das genügt längst nicht mehr; man will auch auf die der Schule entwachsende Jugend Einfluß haben. Seit einiger Zeit werden auch lebhafte An- ftrengungen gemacht, um durch Veranstaltungen geselliger Natur die Jugend immun zu machen gegen„das sozialdemokratische Gift". Allzuviel Erfolg werden diese Bemühungen aber nicht haben, wenn die Arbeiter sich über die Bedeutung der Erziehung der heran- wachsenden Generation im klaren sind und wenn sie darauf halten, daß ihre Söhne und Töchter in ihrem Sinne erzogen werden. Bemerkenswert ist, daß auch die Berliner Gemeindebehörden sich»n den Dienst dieser Jugenderziehung stellen wollen. Und weil sie wissen, wie oben der Wind weht, hatte der Berliner Magistrat ge- glaubt, in der in diesem Jahre an den Kaiser gesandten Geburts- tagsadresse durch einen Hinweis auf die Förderung der Jugend- crziehung sich in besonders empfehlende Erinnerung zu bringen. Wie sehr der Magistrat beim Kaiser ins Schwarze getroffen hat. beweist der Wortlaut der Antwort, die der Kaiser den Magistrat gesandt hat und die wie folgt lautet: „Der Magistrat hat mich auch zu meinem diesjährigen Geburtstage mit freundlichen Glückwünschen begrüßt und mit treuer Verehrung und Dankbarkeit des großen Königs Er- wähnung getan, dessen 200jähriges Geburtsjubiläum das ge- samte preußische und deutsche Volk soeben einmütig begangen hat. Besondere Freude hat mir in der Adresse der Ausdruck des lebhasten Interesses an der mir sehr am Herzen liegenden Für- sorge für die schulentlassene Jugend gewährt. Große, für die Wohlfahrt und Zukunft deS Staates schwerwiegende Aufgaben sind auf diesem Gebiete noch zu lösen. Es bedarf des auf- opferungsvollen Zusammenwirkens aller von Liebe zur Jugend erfüllten Kreise, um Ersprießliches zu leisten, die großstädtische Jugend an Körper und Geist zu kräftigen und für reine Lebens- freuden empfänglich zu machen. Indem ich die Mitarbeit der städtischen Behörden und der Bürgerschaft meiner Haupt- und Residenzstadt Berlin an diesem segenverheißendcn Werke mit aufrichtiger Befriedigung begrüße, spreche ich dem Magistrat für die mir zum Geburtstage erwiesene Aufmerksamkeit meinen Dank aus. Berlin im Schloß, den 31. Januar 1S12. Wilhelm. R.' Mit dem Kaiser stimmen wir dahin überein, daß die groß- städtische Jugend an Körper und Geist gekräftigt und für reine Lebensfreude empfänglich gemacht werden müsse. In dieser Richtung bewegen sich die Bestrebungen der Arbciterjugendausschüsse schon seit Jahren. Wenn mit dieser Absicht nlcht andere Zwecke verbunden wären, müßten die Arbeiterjugendausschüsse auch von den Behörden alle Förderung erfahren. Wir erleben ober, daß selbst harmlose Ausflüge unserer Arbeiterjugend von den Behörden in der unerhörtesten Weise gestört und vereitelt worden sind und daß die Jugcndausschüssc polizeilich verboten werden. Es ist außer jeder Frage, daß zwischen der Jugenderziehung. die der Kaiser gefördert sehen will, und der von den Jugend- ausschüssen der Arbeiterjugend geübten, ein fundamentaler Unter- schied klafft. Die heranwachsende Jugend im proletarischen Geist zu erziehen, ist unsere Aufgabe. Sie wird um so eher und mit um so größerem Erfolge gelöst werden, wenn die Arbeiter ihre Kinder in ihrem Geiste erziehen und alle Bestrebungen unter- stützen, die dieses Ziel verfolgen. Aus der Fürsorgeerziehung wollte der in der Berliner Waisenverwaltung tätige Magistrats- a s s e s s o r Dr. Alexander in der letzten Sitzung des V e r- b a n d c s der Waiscnpflcgerinnen erzählen. Er bc- schränkte sich darauf, in juristischen und verwaltungstcchnischen Dar- legungcn zu zeigen, unter welchen Voraussetzungen das Gericht die Fürsorgeerziehung anordnen muß und in welcher Weise sie von den dazu berufenen Verwaltungsorganen ausgeführt wird. Anordnung und Ausführung der Fürsorgeerziehung nehmen sich leider in der Praxis manchmal anders aus, als es der Vortragende schilderte unter Hinweis auf alle die mehr oder minder schönen Gesctzesvor- schriften, Gerichtsentscheidungen, Verwaltungsgrundsätze, Anstalts- ordnungen usw. In der Aussprache, die sich dem sozusagen nur den äußeren Rahmen der Fürsorgeerziehung aufstellenden Referat anschloß, sollten die Waisenpflcgerinnen einiges aus ihren Ersah- rungen hinzutun, doch kam auch hierbei nicht viel heraus. Die Fürsorgczöglinge selber und ihre Angehörigen gelten der Waisenverwaltung begreiflicherweise nicht als zuständige Beurteiler des Wertes oder Unwertes der Fürsorgeerziehung, wie wir sie jetzt haben. Aber lernen kann man doch manches von ihnen, wenn man s i e erzählen läßt, wie an ihnen die Wohltat der Fürsorge- crziehung probiert worden ist. In Dr. Alexanders Referat wurde unter anderem die Not- wendigkeit betont, zur Rücker st attutig der Fürsorge- erziehungskostcn die Eltern heranzuziehen, damit„nicht ihr sittliches Verantwortlichkeitsgefühl abgeschwächt" werde. Wie leicht sich so etwas hinspricht, wenn man das Glück hat, nicht selber in der Haut desjenigen zu stecken, von dem man das Gefühl„sitt- licher Verantwortung" fordert! Wenn ein Junge wegen geringer Verfehlung, vielleicht wegen Schulschwänzerei, in Für- sorgeerziehung genommen worden ist und nun in ihr nicht besser, sondern erst richtig schlecht wird, so daß er der Familie auf viele Jahre hindurch entzogen bleiben mutz, dann soll einer z. B. mal einer Witwe klarmachen, daß sie für den 18- oder ISjährigen Sohn, der ihr schon eine Stütze sein könnte, von Rechts und Sittlichkeits wegen auch noch die Kosten der erfolglosen Besserungsvcrsuche zu tragen hat. Dem Herrn Magistratsasscssor von der Waiscnverwal- tung könnte auch bekannt sein, daß die Eltern der Fürsorgczöglinge meist in recht bescheidenen und oft geradezu dürftigen Verhältnissen leben, so datz sie nur unter Entbehrungen die Für- s o r g c c rz i c h un gS k o sie n zurückerstatten könnten. Sie sollen überhaupt nur dann zur Rückerstattung herangezogen werden, wenn das Jahreseinkommen der Eltern 1506 M. übersteigt, und wir können nur allen Eltern raten, sich gegen jeden weitergehenden Anspruch der Waisenverwaltung zu wehren. Es war schon da, daß Fürsorgezöglinge, die sich der immer wieder verlängerten Kur schließlich durch die Flucht entzogen und nun vollends als Unverbesserliche angesehen wurden, Jahre hin- durch als verfolgte Flüchtlinge in ehrlicher Arbeit sich selber besserten und treue Stützen ihrer Eltern wurden zu einer Zeit, wo sie in den Akten noch als„Unverbesserliche" standen. Aber auch das war leider schon da, daß»an Flüchtlinge, wenn sie wiedcrcrgriffen wurden, aus ihren Arbeitsstellen herausriß und gewissenhafl sie an die Stätte zurückschleppte, wo hilflose Erzieher vergeblich ihre Besserungsversuche an ihnen gemacht hatten. Unter den uns bekannt gewordenen Fällen ist der schlimmste der, daß in Berlin ein entlaufener Fürsorgezögling, der seit Monaten bei einem Kaufmann als Geschäftsdiener tätig war, noch in den allerletzten Wochen vor Vollendung seines 21. Lebens- jahres wiedercrgriffen und in die Anstalt Lichtenberg zurück- gebracht wurde, um den Rest der ihm zudiktierten Fürsorge- erziehung ordnungsgemäß„abzusitzen", wenn man so sagen darf. Als er an seinem 21. Geburtstag seine Freiheit wiedererlangte, fand er die Arbeitsstelle besetzt— aber dem Gesetz war Achtung der- schafft worden und die Anstalt hatte ihre Autorität gewahrt. In der Diskussion über Dr. Alexanders Vortrag wurde von der beim Polizeipräsidium angestellten Fürsorgcdame Frl. Dittmar zur Sprache gebracht, daß in neuerer Zeit die Waisendeputation der- fügt habe, wiederergriffene Fürsorgezöglinge in den selber beschafften Arbeitsstellen zu belassen, wenn sie darin sich bewährt haben. Frl. Dittmar fragte, ob solche Fälle öfter vorkommen. Dr. Alexander erklärte, jene Verfügung sei im Publikum und auch bei Behörden falsch aufgefaßt worden, so daß die Waisenvcrwaltung viel Aerger davon gehabt habe. Nur das habe man gesollt, daß solche Zöglinge nicht ohne weiteres von der Polizei auf Grund älterer Zuführungsersuchcn wieder zur Fürsorgeerziehung eingeliefert, sondern zunächst der Waisenvcrwaltung als wiedcrergriffen gemeldet würden, damit diese nach Prüfung der Sachlage entscheiden könne. Der Referent fügte hinzu, die falsche Auffassung sei wie ein Blitz auch durch die Reihen der Fürsorgezöglinge gelaufen und seitdem werde von ihnen noch mehr als bisher das Verfahren befolgt, die Flucht zu ergreifen und eine Arbeitsstelle anzunehmen, um dann fordern zu können, daß man.sie nicht wieder in die Anstalt bringe. Diese Aeußerung läßt vermuten, daß bei der Waisenverwal- tung das Vertrauen zu dem Ernst der Besserungsabsichten eines entflohenen FürsorgezöglingS nicht besonders groß ist. Die oben erwähnte Frage, wie oft es vorkommt, daß so ein Zögling tat- sächlich in seiner Arbeitsstelle belassen wird, wurde von dem Herrn Magistratsassessor leider nicht beantwortet. Nur daS konnte man aus seiner Auskunft schließen, daß in diesem Punkt die Waiscnverwaltung überschätzt worden ist. Die Schneefälle in der letzten Wockie haben besondere Anordnungen zur schnelleren Reinigung der Straßen notwendig gemacht. Infolge des Schneefalles am letzten Mittwoch wurden am Donners- tag 1330 Hilfsarbeiter und zur Abfuhr der Schneemengen 330 Wagen gegen besondere Bezahlung eingestellt. Statt der Kehr- Maschinen werden zum Teil die Schneepflüg« eingestellt. Infolge der erneuten Schneefälle vom 1. und 2. d. M. wurde die Zahl der Silssarbeikr auf 2006 und die der Abfuhrwagen auf 1000 erhöht. Der Schnee wird hauptsächlich in die Kanalisation und in die Wasserläufe geschüttet. Der Schneefall am 7. Januar d. I. machte die Einstellung sämtlicher 66 Schneepflüge und von 1578 Hilfs- arbeitern notwendig. Zur Abfuhr des Schnees waren neben allen vorhandenen Schneekarren 660 Wagen gegen besondere Bezahlung eingestellt worden. Die Gesamtkosten für die Schneebeseitigung im vergangenen Winter IStO/ll haben rund 200 000 M. betragen. Wie hoch sich die Kosten in diesem Jahre belaufen werden, läßt sich noch nicht übersehen. Zur Berstadtlichung deS RettungSwesenS. Aus dem Rathause wird geschrieben: Die auS der Verhandlung des Aerztevereins vom 30. v. M. an die Presse gelangten Mittel- lungen geben von dem Gang der amtlichen Verhandlungen mit dem Magistrat vielfach ein so schiefes Bild, daß sie zur Aufklärung der Oeftentlichung wenigstens in einigen Punkten der Richtigstellung bedürfen: 1. Es ist nicht richtig, daß seitens des Vorstandes des Aerztc- Vereins jemals die ungünstige Bezahlung als Grund für die festgestellten linregelmäßigkeiten des ärztlichen Dienstes bezeichnet worden sei. Der gegenwärtig gezahlte Satz entspricht der eigenen Forderung des Aerztcvereins vom Jahre 1907 und bedeutete da- malS eine von der Stadt gewährte Erhöhung der bis dahin be- zogencn wechselnden Sätze auf das Ist- fache bis Toppelte. Auch in dem offiziellen Antwortschreiben des Aerztcvereins vom 29. No- vcmber v. I. auf die offizielle Anfrage des Magistratskommissars vom 15. desselben Monats wegen der Verstadtlichung ist unter den vom Aerztevcrein mitgeteilten Bedingungen und Wünschen eine Er- höhung der bisherigen Bezüge mit keiner Silbe erwähnt. Ob angesichts dieser Sachlage es angemessen war, nachträglich der Oesfentlichkeit gegenüber die ungenügende Bezahlung als Grund der mangelhaften Dienstführung hinzustellen, darf billig bezweifelt werden. 2. Es ist nicht richtig, daß erst„einige Zeit" nach dem vor- erwähnten offiziellen Schriftwechsel der Magistratskommissar dem Vorsitzenden des Aerztevereins erklärt habe,„daß sich allerlei Miß- stände im Rettungswesen gezeigt hätten". Der Aerzteverein und sein Vorsitzender sind vielmehr fort und fort schriftlich und mündlich innerhalb der letzten 3 Jahre über die beobachteten Fehler und Mängel und Dicnstvcrsäumnissc auf dem laufenden gehalten werden. 3. Es ist nicht richtig, wenn in den Zeitungsveröffentlichungen der Anschein erweckt wird, als sei seitens des Magistratskommissars die vom Aerzteverein am Schlüsse seines Schreibens vom 29. No- vember v. I. erbetene weitere kommissarische Beratung abgelehnt worden. In einer amtlichen mündlichen Besprechung—„rein privatim" hatte der Magistratskommissar mit dem Vorsitzenden nichts zu besprechen— hat der Magistratskommissar ausdrücklich erklärt, daß, da er kein Arzt sei, die weitere Besprechung der vom Aerzteverein mitgeteilten Wünsche besser in dem nunmehr alsbald einzusetzenden Ktiratorium, dem zweifellos eine Anzahl Aerztc au- gehören würden, stattfinden werde, da anderenfalls ja doch durch das Kuratorium Aenderungen herbeigeführt werden könnten und 10 leicht unnütze Arbeiten geleistet würden. Gegen dieses Vorgehen wurde seitens des Vorsitzenden des Aerztevereins mit keiner Silbe Widerspruch erhoben. Ob angesichts der hierin deutlich zum Aus- druck gebrachten Rücksichtnahme auf die ärztliche Mitarbeit bei der Neugestaltung des Dienstes der Aerztevereins bezw. sein Vorsitzender Anlaß hatte, sich über das Gegenteil zix beklagen, darf wiederum billig bezweifelt werden. 4. Es ist nicht richtig, daß der Magistrat eine Dienstzeit„von mindestens 5 Stunden" gefordert und„dafür" eine Bezahlung von 1500 M. in Aussicht genommen hat. Die Vorlage spricht vielmehr nur von einer„erheblich ausgedehnteren Dienstzeit" und fügt hinzu, „ob die Zahl der Acrzte einer Wache mit 5 oder 6 o d e r w i e s o» st richtig gegriffen ist, darüber wird man verschiedener Meinung sein können". Desgleichen spricht sie auch nur von einem Einkommen von etwa gegen 1500 M. und schließt:„Wie im einzelnen der Dienst künftig zu gestalten sein wird, das tvird noch näherer Per- Handlungen, insbesondere auch noch mit dem Aerzteverein, bedürfen." Wie demgegenüber der Aerzteverein Anlaß nehmen konnte, sich wegen Ilcbcrgehung zu beklagen, ist wiederum nicht leicht vcr- ständlich. Elendsziffern. Am 1. Februar 1912 befanden sich im städtischen Familicnobdach 186 Personen, und zwar 28 Fa- Milien mit zusammen 69 Köpfen(darunter 11 Kinder und 21 Säuglinge) und 117 Einzelpersonen. Der Gesamtbcstand betrug am 1. Januar ebenfalls 186 Personen. Das nächtliche Obdach wurde während des Januar von 148 138 Männern und 138k Frauen besucht. Der Tag des geringsten Besuches war der 1. Januar mit 3612 Personen, der des stärksten Besuches der 13. Januar mit 3349 Personen. Gebadet haben in den Brausebädern täglich durchschnittlich 863 Personen. Wannenbäder wurden während des ganzen Monats an 828 Männer und 473 Frauen verabreicht. Eine entsetzliche Famitientragödie wird aus dem äußersten Norden der Stadt gemeldet. Es ist die fünfte in drei Tagen. In der Bornholmer Straße 9 schnitt in der Nacht vom Freitag zum Sonnabend die 24 Jahre alte Fabrikarbeiterfrau Elisabeth Pacch, geborene Meister, ihrem 4}4 Jahre alten Töchterchen Elise den Hals durch und erhängte sich dann selbst. Beide sind tot. Paech, ein Mann von 32 Jahren, war zuletzt als Bauarbeiter beschäftigt und wird als fleißiger und ordentlicher Mensch ge- schildert. Auch seine Frau half durch Zcitungsaustragen mit der- dienen. Die Ehe war zunächst nicht unglücklich. Das änderte sich aber, als die junge Frau sehr nervös wurde. Es kam wiederholt zu Zerwürfnissen, die sich in der letz/en Zeit so steigerten, daß Paech beschloß, von seiner Frau weg nach der Pappel-Allee zu seiner Schwester zu ziehen. Diesen Entschluß teilte er vorgestern auch dem Hauswirt mit, als er die Miete zahlte. Die Trennung ging so ruhig vor sich, daß die Nachbarn nichts davon merkten. Bei Frau Paech und ihrem Kinde blieb ihre Mutter. Die Per- lasscnc zeigte in ihrem Wesen keine Veränderung, und niemand ahnte das Entsetzliche, das sie sich vorgenommen hatte. Freitag abend sprach sie noch mit Nachbarn, ohne irgendwelche Selbstmord- gedanken oder dergleichen zu äußern. Dann ging sie in ihre Wohnung hinauf und schrieb Abschiedsbriefe an eine Zeitungs- austrägerin und mehrere Nachbarinnen. Allen teilte sie ihren wohlüberlegten Plan mit, aus dem Leben zu scheiden und ihr Töchtcrchen in den Tod mitzunehmen. Hierauf legte sie die Kleine zur Ruhe, gab ihr ihre Puppen in den Arm und schnitt ihr dann den Hals durch. Heimlich, ohne daß auch nur ihre Mutter etwas merkte, schlich sie sich dann, nur mit dem Hemd bekleidet, aus ihrer im zweiten Stock des Seitenflügels belegenen Wohnung nach ihren, Boden hinauf und erhängte sich dort. Als gestern morgen die Nachbarinnen die Briefe erhielten, sah man nach und entdeckte die furchtbare Tat. Die Frau wurde erst nach einigem Suchen als Leiche auf dem Boden gefunden. Revier- und Kriminalpolizu nahmen den Befund auf und ließen dann die beiden Leichen nach dem Schauhause bringen. Paech konnte nicht gleich benachrichtigt werden, weil niemand seinen Aufenthalt kannte. Beim Schlittschuhlaufen ertrunken. Erschreckend hoch ist in diesem Winter die Liste der Opfer des Eissports. Fast täglich finden Schlittschuhläufer bei der Ausübung des Eissports den Tod in den eisigen Fluten. Auch gestern hat sich wieder ein töd- licher Unfall zugetragen. Auf der Havel unweit Schwanenwerder lies ein junger Mensch an einer Stelle, die für den Eissport nicht freigegeben ist. SchlUtschuhe. Er kam dabei an eine Stelle heran, an der erst vorgestern geeist Ivordcn war. Die dünne Eisschicht, die sich tn der Nacht wieder gebildet hatte, vermochte die Last nicht zu tragen und so brach der unvorsichtige Schlittschuhläufer ein und ertrank, che Hilfe zur Stelle sein konnte. Wahrscheinlich handelt es sich be» dem Verunglückten um einen jungen Berliner Kauf- Leiche eines Ertrunkenen wurde gestern nachmittag aus dem Müggelsee gelandet. Es handelt sich um den sechzehn Jahre • m Tlschlerlehrling Wilhelm Rödiger aus der Schmidtstraßc tn Berlin. R. sollte in der gleichen Weise den Tod finden. Auch er war beim Schlittschuhlaufen an eine geeiste Fläche herangekom- men und eingebrochen. Auf Veranlassung der Eltern wurde die Leiche des jungen Menschen nach Berlin übergeführt. Ein Opfer des Frostes. In völlig erstarrtem Zustand wurde gestern früh an der Reinickendorfer Grenzgemarkung in einer Laube ein etwa fünfzigjähriger Mann aufgefunden. Der Un- bekannte hatte in einer Laube genächtigt und sollte nicht wieder erwachen. Als er gestern morgen von Arbeitern aufgefunden wurde, war er total erstarrt. Auf dem Transport nach dem Krankenhaus starb der Acrmste. Zweifellos liegt hier der Tod des ErfricrcnS vor, Große Aufregung"herrschte gestern früh zwischen 2 und Z Uhr bei einem an sich kleinem Brande in der Reinickendorfer Siras;c44. Das Feuer war dort im zweiten Stock des Vorderhauses in einer Schncidcrwohnung ausgekoinmcei, und zwar waren auf dem Korri- dor Möbel und Kleidungsstücke in Brand geraten. Ehe man die Gefahr bemerkte, war die Wohnung und auch das Treppenhaus schon stark verqualmt, so dah den Mietern der drei oberen Stock- tvcrkc jeder Ausweg abgeschnitten war. In der Wohnung des Schneiders selbst schwebte das IL Jahre alte Dienstmädchen Anna Schlicper, das auf dem Korridor schlief, in größter Lebensgefahr. Als es das Feuer bemerkte, war es vom Rauch schon hart mit- genommen und stürzte halb bewußtlos nach der Küche, wo es zusammenbrach. Es war in Glasscherben gefallen und hatte sich Schnittwunden im Gesicht und am Hals zugezogen. Als die Feuer- wehr eintraf, war der Hof in dichten Rauch gehüllt. Da das Treppenhaus, wie schon erwähnt, unpassierbar war und eine mechanische Leiter wegen der engen Durchfahrt nicht in den Hof einfahren konnte, ließ der Brandinspcktor sofort auf dem Hof zwei Hakcnlcitcrgänge errichten, über die hinweg die Rettungsmann- schaftcn in die einzelnen Wohnungen einstiegen. Aus der Schneiderwohnung mußte ein zweijähriges Kind mit einer Fang- leine auf den Hof hinabgelassen werden. Das verunglückte Dienst- mädchcn wurde von anderen Mannschaften über die Treppe in Sicherheit gebracht und sofort nach dem Virchowkrankenhaus trans- porticrt. Die Mieter in den oberen Stockwerken ließen sich durch die"Zurufe des Feuerwehroffiziers beruhigen und verblieben in ihren Wohnungen. Das Feuer selbst ivurde mit einer Schlauch- lcitung gelöscht. Die Panik wurde hauptsächlich dadurch herbei- geführt, daß die Wohnungen nur einen Vorderausgang haben, der total verqualmt war. Die Ursache des Brandes ist nicht ermittelt. Das zweijährige Kind wurde von den Samaritern in Behandlung genommen und konnte später den Eltern wieder übergeben werden. Im Apollo-Thcatcr wurde am Freitag das Premicrcupubliknm von einer Neuheit auf dem Gebiete des Humors und der grotesken Komik überrascht. Paul Beckers„Das Original", so beißt der Mann, der durch seine urkomische Darbietung wahre Lachsalven in dem vollen Hause entfesselte. Sein„Hundchändler Lehmann aus der Krausenstr. 4" ist köstlich und nrir Humor durchwürzt, desgleichen die Geschichte vom jungen verliebten Hühnchen und dein gerupften Hahn. Von dem übrigen Programm verdient das amerikanische Quartett„Dlls Brooklyn Comedy Bour" sowie die japanische Riohohu-Fanrilie lobende Erwähnung. In letzterem zeigt sich die halsbrecherische Kunst in höchster Vollendung. Grete, die Wunder- jchimpansin, schien am Freitagabend eine Peitsche zu fürchten, die ihr der Impresario Herr Ernst Perzina überreichen wollte, damit sie sich den sie verfolgenden Hund abwehren sollte. Allem Anschein glaubte Grete, daß sie etwas mit der Peitsche bekommen sollte, denn sonst wäre sie nicht so schleunigst iiis Publikum geflüchlet. Das Schimpansenfräulein wurde aber bald eingefangen und zur Ab- Wickelung seines Programms angehalten. Die Lichtspieltheater in Berlin vermehren sich in rapider Weise. Dabei wird auf die verschiedensten Schichten der Bevölkerung Rück- ficht genommen. Am Potsdamer Platz ist am Freitag ein solches Institut eröffnet worden, daß auf das bessere Publikum zugeschnitten ist. Zu diesem Zweck ist ein besonderer Barl aufgeführt worden. Die Bank für Grundbesitz und Handel als Erbauerin hat einen Theaterbau herrichten lassen, der aufs eleganteste ausgestattet ist. Die Wände im Parkett und in den Logen zeigen Mahagonipaneele mit Leistenteilung aus Ebenholz und reichvergoldetcr Schnitzerei, die Wände im Rang Stoffbespannnng ans resedagrünem Stoff mit weißlakierter Holztcilung. Die Beleuchtung ist so eingerichtet, daß eine vollständige Dunkelheit, wie sonst üblich, während der Vorstellung nicht eintritt, so daß es dem Besucher noch möglich ist, seinen Platz zu finden. Stützen und Pfeiler sind nicht vorhanden, um dem Publikum seinen Ausblick zu ermöglichen.„Kammer- Lichtspiele" nennt sich das neue Unternehmen. Das Programm des Abends enthielt recht gute Bilder, ernsten und heiteren sowie belehrende» Charakters. Auf gute Musik ist Wert gelegt. Auch ein anspruchs- voller Besucher dürfte zu seinem Rechte kommen. Die Zentralkommisslon der Krankenkassen Berlins und der Vororte veranstaltet auch in diesem Jahre wiederum hygienische Vorträge, die nachstehend aufgeführt sind. Der Zutritt ist für jedermann zu diesen Vorträgen unentgeltlich. Am Montag, den 5. Februar, spricht Herr Geh. Medi- zinalrat Professor Dr. Briegcr im Bürgers aal des Ber° liner Rathauses über das Thema:„Das Wasserheilvcr- fahren(Hydrotherapie)". Am Donnerstag, den 8. Februar, sprechen in den Aulen der nachbcnannten Gemeindeschulen über das Thema:„AI- kohol und Gesundheit" Herr Dr. Grotjahn in der 2-11.1252. Gemeindeschule, Rigacr Str. 81/82, Herr Dr. Wegscheider in der 240.1254. Gemeindeschule, Waldenserstr. 25/26, Herr Dr. Pletzner in der 1l7./178. Gcmeindeschule, Eberswalder Str. 16 und Herr Dr. Zadek in der 115./257. Gemeindeschule, Skalitzerstr. 55/56. Am Freitag, den 9. Februar, sprechen über das Thema:„Nervenkrankheiten" Herr Dr. O. Aronsohn. in der 81./169. Gemeindeschule, Tilsiter Str. 4/5, Herr Dr. H. Hirsch- seid in der 118./127. Gemeindeschule, Pankstr. 3, Herr Dr. v. Rut- kowski in der 228./279. Gemeindeschule, Pastcurstr. 5 und Herr Dr. Pleßner in der 133./149. Gemeindeschule. Bergmannstr. 28/29. In Boxhagen-Rummelsburg spricht am Dienstag, den 6" Februar, Herr Dr. O. Kaiserling in der Neuen Schule. Marktstraße, über das Thema:..Wasserheilverfahren(Ht>- drotherapie)". In Charlottenburg spricht am Mittwoch, den 7. Februar, in der 12. Genicindeschule, Sophie-Charlotten- Straße 69/76, Herr Professor Dr. G. Gutmann über das Thema: „Hygiene des Auges". In Friedenau spricht am M o n t a g, d e n 5. Februar. in der Aula des Gymnasiums am Maybachplatz Herr Dr. O. Kaiser- ling über das Thema:„Wasserheilverfahren(Hydrotherapie)". In Lichtenberg spricht am Donnerstag, den 8. Februar. in der Gemeindeschule Kronprinzenstr. 16, Herr Dr. Bunk über das Thema:„Hals-, Nasen- und Ohrenkrankheiten". In P a n k o w spricht am Donnerstag, den 8. Fe- b r u a r. in der 2. Gemcindcschule, Grunowstraße, Herr Dr. Sek- biger über das Thema:„Hygiene des Ohres und der Nase". In Reinickendorf spricht am Mittwoch, den 7. Februar, in der 3. Gemeindeschule, Lette-Allee 26/27, Herr Dr. O. Kaiserling über das Thema:„Wasserheilverfahren(Hydro- therapie)". In Rixdorf(Neukölln) spricht am Freitag, den 9. Februar, in der 9./16. Gemeindeschule, Kaiser-Friedrichstr. 4, Herr Dr. O. Kaiserling über das Thema:„Wasserheilverfahren (Hydrotherapie)". 'In Schöneberg spricht am Dienstag, den 6. Fe- b r u a r, in der 16./11. Gemeindeschulc, Feurigstr. 61/62, Herr Dr. Grosser über das Thema:„Tie Folgen der Geschlechtskrank- Helten auf die Nachkommenschaft". In Steglitz spricht am Mittwoch, den 7. Februar, in der Gemeindeschule Plantagenstr. 8/9, Herr Dr. W. Friedländer über das Thema:„Aus dem Gebiet der Haut- und Geschlechts- !rankheiten". In Weißensee spricht am Freitag, den 9. Fe- b r u a r, in der Gemeinoeschule Langhansstr. 126, Herr Dr. Jaquet über das Thema:„Aseptische Operationen oder Bäk- tcrien"(evtl. mit Lichtbildern). Sämtliche Vorträge beginnen pünktlich um 8 Uhr abends. Gegen die Schundliteratur! Daß die Bestrebungen unserer Paitei zur Verdrängung der Schundhefle, wie sie massenhaft in den Wohnniigen der Arbeiter geduldet ivurden und noch werden, von gutem Erfolge begleitet sind, zeigt das immer größere Interesse, welches die arbeitende Bevölkerung der im Verlage der Buch- Handlung Vorwärts Paul Singer G. m. b. H., Berlin SW. 68, erscheinenden Wochenschrift„In Freien Stunden" entgegenbringt.„In Freien Stunden", als guter Ersatz für�die schlechte Literatur geschaffen, bringt stets nur die besten Romane, Novellen, Skizzen, Huiiiorcskcn usw. zum Abdruck. Gegenwärtig erscheint als Hauptromaii Emile Zolas bedeutendes soziales Werk Gcrniinnl. Die packenden Szenen dieses Romans hat der bekannte Mmichener Künstler Josef Damberger durch lebenswahre Zeichnungen den Leser» besonders nahe gebracht. Da auch der übrige Juhall der einzelnen Hefte stets abwechselungsreich und interessant� ist, können wir die Lektüre der Wochenschrift„In Freien Stunden" unseren Lesern durchaus einpfeblen. Jede Woche erscheint ein Heft zum Preise von 16 Pf. Die Zeitungsträger bringen„In Freien Stunden" ohne Erhebung einer besonderen Zustelluugsgcbühr in die Wohnung der Abonneuleil. Neu hinzutretende Leser können die bereits er- schienenen Hefte nnchgcliefert erhalten. Bestellungen nehmen Spe- diteure und Kolporteure entgegen. Ter Zentralverein für Arbeitsnachweis vermittelt zur Gesell- schaftssaison zuverlässig erprobte Koch- und Serviersrauen, Ab- »vaschmädchen für einzelne Abende, Ausbesserinnen, Rollwäsch- und Feinwäschplätterinncn. Aushilfmädchen können ebenso wie Wasch- und Rcinmachfraucn jederzeit nachgewiesen werden. Bestellungen durch Postkarte C. 54, Riickerstraße 9, oder durch telcphonischen Anruf Amt 3, 3791— 3797. Bureaustundcn nur vormittags von 8—1 Uhr. Damen, die ihre Bestellungen persönlich abgeben wollen, treffen in diesen Stunden Personal zur Auswahl an. Arbeiter-Samariter-Kolonne Groß-Berlin. In dieser Woche finden folgende Lehrabcnde statt: Montag, den 5. Februar, abends 9 Uhr, bei Dräsel, Neue Friedrichstr. 35, Vortrag des Herrn Dr. Grotzmann über„Frauenkrankheiten". Eintritt nur für Frauen und Mädchcn.— Mittwoch, den 7. Februar, Abteilung 5, Rixdorf, Erkstratze 8; Donnerstag, den L. Februar, Abteilung 3, Schöncbcrg, Vorbergstr. 9. In allen Abteilungen Gäste willkommen. Vorort- cd ridrtm Neukölln(Rixdorf). Der Termin für die Stadtverordnetcnwahlcn soll, wie eine Korrespondenz zu berichte» weiß, in die Zeit vom 14. bis 19. April d. I. gelegt sein. Da der Magistrat an die Presse über die Festsetzung der Wahl noch nichts mitgeteilt hat, können wir diese Meldung nur mit Vorbehalt wiedergeben. Träfe der für die Wahl angegebene Termin aber zu, so müßte auf das enlschiedensie gegen diese Hinmiszögernng protestiert werden. Die kommunalen Geschäfte können durch das gegenwärtige Rumpfparlament jetzt nur schwer erledigt werden und es wäre daher unverantwortlich, den jetzigen in der Geschichte der Kommunalpolitik beispiellosen Znstand noch künstlich zu verlängern._ Ein Brmidungliick, dem wahrscheinlich ein Menschenleben zum Opfer fallen dürfte, hat sich am Freitagabend in dem Kinemato- graphentheater von Kelln am Böhmischen Platz zngelragen. Dort wollte der Filmvorführer Max Pochert aus der Kaiser- Friedrich- Straße 12 gegen 1/.ß Uhr vor Beginn der Vorstellung die elektrische Beleuchtungsanlage in dem Vorführeraum in Ordnung bringen. Beim Ausprobieren der Lampe fiel nun ein Stück glühenden Kohlen- stiftS auf den Film, der im Augenblick in hellen Flammen stand. Die Kleidung des Vorführers wurde von dem Feuer ergriffen und Pochert erlitt schwere Brandwunden, namentlich im Gesicht und an den Armen. Auf die Hilferufe des Unglücklichen eilte der Besitzer und Angestellte des Kinotheaters hinzu, denen es nach längeren Be- mübungen gelang, die Flammen zu ersticken. P. wurde»ach der Un- fallstation in der Steinmetzstraße gebracht, wo ihm die erste Hilfe zuteil wurde. Von dort wurde er dem städtischen Krankcnhanse in Buckow zugeführt. Der Zustand des Verunglückten ist sehr bedenklich. Gcwerbcgerichtöwahl! Heute von 12—4 Uhr finden die Arbeit- nehmerwahlen statt. Diejenigen, welche sich noch nicht mit einer vorgeschriebenen Legitimation versehen haben, können dieselbe heute noch auf jedem Polizeirevier erhalten. Am Montag, den 5. Februar, nachmittags von 4—7 Uhr, finden die Arbeitgeberwahlen statt. Es wird von jedem mit uns sympathisierenden Arbeitgeber erwartet, daß er sein Wahlrecht ausübt. Zur Wahlhilfe werden die Genossen ersucht, sich am Sonntag- vormittag 11 Uhr und am Montagnachmittag 2 Uhr bei Schenk, Rosenstr. 24, einzufinden. Wir erwarten von den Arbeitslosen, daß sich dieselben zahlreich zur Verfügung stellen. Berliner Gewerlschafts-Kommission. I. A.: A. Hendrischke, Thomasstraße 26. Schöneberg. Unter Hinterlassung ekuer Schuldenlast von 150666 M. verschwunden sind seit einigen Tagen die Inhaber einer in Schvneberg ansässigen Schwindelsirma, der KoSmos-Reklamegesellschaft, deren Geschäfislokal sich in dem Prachtbau Hauplstr. 24 befindet. Wie die polizeilichen Ermittelungen ergeben haben, haben die Geflüchteten eine Reihe von Berliner und Schöncberger Geschäftsleuten um rund 156666 M. geschädigt. Wie gemeldet wird, gründeten im Oktober 1916 der 45jähr!ge Kaufmann Hadrian und der 27jährige Kaufmann Treumann die Kosmos-Reklamegesellschaft. Die beiden Sozicn traten als vermögende, einflußreiche Leute auf und mieteten in dem Prachtbau Hauptstr. 24, Ecke der Akazienstraße, über der Nebenstelle der Neichsbank und dem Grand Cafö Schöneberg die ganze Etage. Sie bestellten bei drei der angesehensten Berliner Möbelfirmen eine Wohnungseinrichtung zum Preise von 46 666 M. und gaben als Anzahlung Wechsel. Die beiden Inhaber bewohnten in der Stier- bezw. Akazienstraße elegant eingerichtete Wohnungen. Hadrian und Trcumann hatten das Firmen- schild„Kosmos-Reklame-Gesellschaft" nur als Deckmantel für ihre eigentlichen Geschäfte benutzt, die darin bestanden, daß sie Waren in Kommission nahmen und die ihnen überlasscnen zum Teil sehr wert- vollen Gegenstände lombardierten. So kauften sie durch eine Berliner Kommissionsfirma W. für LI 666 M. Pelze, die sie weiter der- schleuderten und verpfändeten. Einen Kaufmann S. nahmen die beiden Gauner 18666 M. ab, indem sie ihm für diese Summe Akzepte gaben und ihm zur Sicherheit die Bureaueinrichtung ver- pfändeten, die sie bereits mehreren anderen Firmen verschrieben hatten. Außerdem wurde eine Reihe angesehener Berliner und Schöneberger Firmen durch die Manipulationen der beiden „Direktoren" um ziemlich hohe Summen geschädigt. Die beiden suchten ihre Opfer in allen Kreisen und schädigten auch kleinere Leute um Beträge von 266 bis 366 M. Bei Ausübung dieser Schwindeleien bedienten sich die Inhaber eines Agenten Samson Elias, der die Opfer beranschleppte und dafür eine angemessene Provision erhielt. Seit einiger Zeit waren einige der Geschädigten auf das schwindelhafte Treiben der Komosgesell- schaft aufmerksam geworden nnd erstatteten bei der Staatsanwalt- schast Anzeige. Namentlich zwei Berliner Firmen, die durch schwindelhafte Hypotheken und Wechsel schwer geschädigt sind, stellten vor einigen Tagen Strafantrag. Die beiden Inhaber merkten jedoch, daß gegen sie etwas im Gange war und verschwanden vor einigen Tagen nach Frankreich. Man nimmt jedenfalls an, daß die Flüchtigen sich nach Paris gewandt haben, da sie aus Mev an einen ihrer Bekannten eine Ansichtspostkarte sandten. Eine Eröffnung des Konkurses dürfte kaum stattfinden, da das gesamte Mobiliar mehr- fach verpfändet ist. Der gesamte Kassenbestand der Kosmos- gesellsckaft bestand bei Oeffnung des Geldschranks auS vier deutschen Reichspsennigen. Der Agent Elias ist am gestrigen Sonnabend vormittag verhaftet und dem Untersuchungsrichter zugeführt worden. Charlottenburg. Der Verein Arbeiter-Jügendheim Charlottenburg hält am Mon- tag. den 5. Februar, abends SVa Uhr. im Volkshause seine General- Versammlung ab. Tagesordnung: l. Vortrag. II. GeschäfilicheS. VorstairdSbericht. Alle Ritglieder sind hierzu eingeladen. Lichtenberg. Die Generalversammlung des WahlvercinS nahm den Bericht über das letzte Halbjahr entgegen. Genojie Jaffke erörterte die Erfolge am Ort und hob besonders hervor, daß durch die „Vorwärts-Agitation die Leserzahl von 3881 auf 4965 gestiegen ist. Die Zahl der Mitglieder stieg von 3198 auf 3694. In der Berichts- Periode fanden drei öffentliche und sechs Mitgliederversammlungen statt; zur Stadtvcrordnctenwahl wurden sieben und zur Reichstagswahl sechs Wählerversammlungen abgebalten. Die Vereinskasse weist einen Bestand von 1626,29 M. auf; den Gesamteinnahmen von 16 499,66 M. standen Ausgaben von 9478,44 M. gegenüber.— lieber die Tätigkeit der L a n d a g i t a t i o n S k o m m i j s i o n be- richtet Genosse Thurm. Sechs Flugblattverbreitungen wurden vorgenommen: die in den Landorten veranstalteten und überall gut besuchten Versammlungen mußten leider alle unter freiem Himmel staltfinden. Den Bericht der Bibliothekskommission gab Genosse Förster; das Lesebedürfnis war ein sehr regeS, besonders seitdem die Bibliothek in einem eigenen Räume untergebracht worden ist. Genosse Hennig erstaltete den Be- richt der Z e i t u n g s k o m m i s s i o n. Einstimmig wurde ein An- trag angenommen, der die Generalversammlung von Groß-Berlin ersucht, den Beschluß vom 9. April v. I., die Zcitrmgskommissionen betreffend, baldigst zu erneuern. An den Zenlralvorstand und die Preßkommission soll das Ersuchen gerichtet werden, Beschlüsse der Generalversammlung in Zukunft möglichst schnell durchzuführen. Nenetthagen(Ostbahn). Der Gesamtschulverband unterbreitete der letzten Gemeinde- vertrctersitzung ein Baugesuch für die Errichtung einer achtklassigcn Schule an der Niedcrhaidenstraße. In dem Entwurf sind vor- gesehen, eine Turnhalle mit darüberlicgender Aula, im Erdgeschoß Brausebad, Schulküche und Schnldienerivohnung. Von allen Reo- nern wurde mit Entrüstung betont, daß die Vertretung wohl die Mittel zum Bau bewilligen darf, daß sie aber über die Vergebung der Arbeiten, über die Bedingungen dazu und über die Ein- richtung der Schule, ihren berechtigten Forderungen leider nicht Nachdruck verleihen kann.— Wie recht unsere Vertreter hatten, als sie in einer Sitzung, bei der vom Schöffen Herrn Schiuidt beantragten Kassierung eines Teiles der Straße 29(79) des Be- bauungsplancs, der Gemeindevertretung persönliche Vorpin- gcnommenheit nachsagten, bewies die Behandlung des Antrages Theuerkauf; derselbe verlangte die Kassierung der ganzen ge- nannten Straße. Nur Gen. Göller und Herr Amnion sprachen sich grundsätzlich gegen jede Kassicrüiig aus. Weil nicht die aus- drückliche Uebernahme der Kosten im Antrage enthalten und weil der Landrat der ersten von Herrn Schmidt beantragten Kassierung nur ausnahmsweise zugestimmt habe, sei auf Genehmigung nicht zu rechnen; es wurde desivegen der Antrag von der Tagesordnung abgefetzt.— Fünf Einsprüche über die Richtigkeit der Gemeinde- Wählerliste wurden als berechtigt anerkannt, drei als unberechligt abgewiesen.— Eine eigentümliche Behandlung wurde unfcnn Antrage:„Abhaltung der Gemein de Vertreter Wahl an einem Sonntage" durch den Gemeiudevorstcher zuteil. Derselbe Antrag wurde im vorigen Jahr mit 5 zu 5 Stimmen abgelehnt; jetzt erklärte der Gemeindevorsteher, daß die Fest- setzung der Wahlzeit Sache de» Gemeindevorstehers fei; er streite der Vcrtretiiiig des Recht ab, darüber zu beschließen; die Rücksicht auf seine vorgesetzte Behörde sei die Begründung. Unsere Ver. treter widersprachen der Auffassung des Gemeindevorstehers. Ein Beschluß wurde nicht gefaßt. Tcni Vorschlag des Gen. Köseling bei Ablehnung der �onntagSwahl dafür wenigstens die Wahlzeit der 3. Klasse bis 7 Uhr abends festzusetzen, wurde nicht entsprochen. Auf weiteres Drängen unseres Genossen will der Gemcindcvor- sicher großmütig die Wahlzeit von 12— 5 Uhr ansetzen.— Ter andere sozialdemokratische Antrag:„Ausgabe amtlich er Wahlkarten zur Gemcindcvertreterwahl" tvurde wider Erwarten einstimmig angenommen.— Tie periodische Ar» beitSlosenzählung wurde wieder unfern Genossen Göller und Käse- ling übertragen.— Zu dieser schwierige», aber zur späteren Ein- führung einer Arbeitslosenunterstützung durch die Gemeinde not- Wendigen Arbeit, wird aus die Hilfe der Parteigenossen gerechnet. Karlshorst. Die Situation nach den Reichstagswahlen behandelte Genosse H. S t ü h»i e r in der letzten Versammlung des Wahlvereins. Nach einem Rückblick auf den letzten Wahlkampf und srichere Wahlen er- örkerte er den großen Einfluß, den die Sozialdemokratie sich im Volke erworben hat. Dem Parlament muß die Bedeutung errungen werden, die ihm gebührt. Wenn dies»och nicht gelungen ist, so trifft die Hauptschuld den Liberalismus, der nicht energisch genug den Kampf gegen die Vorherrschaft der Jnnkerrliqnr zu führen ver- steht. Linksliberale Blätter fetzen große Hoffmingen ans den„Block der Linken, doch ist ersrenlicherweise unsere Parteipresse frei von solchen, Jubel. Redner kam noch auf das Arbeitsprogramm des »enen Reichstages zu sprechen und forderte zu unablässiger Agitation für Partei und Gewerkschaften auf. Lebhafter Beifall lohnte die Ausführungen. Eine Diskussion fand nicht statt. Als Kandidat für die Gemcindevertreterwahl wurde Genosse Engel eiiistiinmig nominiert. Friedrichshagen. Die Generalversammlung des Wahlvercins nahm die Berichie über das letzte Halbjahr entgegen. Die Vereinsangelegenheiten wurden in einer ordentlichen und zwei außerordentlichen Mitglieder- Versammlungen erledigt, außerdem wurden fünf Agitationstouren und acht Fliigblattverbreitimgen vorgenommen. Die Mitgliederzabl beträgt inkl. 32 Fraueil 392. Die Berichte über die Kiiiderfchutz- kommiffion und Leseabende gaben die Genossinnen Schwartz und Rose. Die vom BildungsauSschuß getroffenen Veranstaltungen er- läuterte Genosse Micke. Nach dem Kassenbericht, de» �Gc« nosse Schötzau erstattete, betrugen die Einnahmen 1217,65 M. und die Ausgaben 923,22 M., der Kassenbestand beträgt 294.43 M. An- stelle der aus dem Borstand ausscheidenden Genossen Kliemsch und Brunner wurden die Genossen Aßmann und Mitlenzwei gewählt. Nachdem fünf Neuaufnahmen vollzogen waren, wurde mitgeteilt, daß demnächst ein neuer Samariterkursus abgehalten wird. Im März finden bekaiintlich die G e m e i n d e w a h l e n slalt und scheiden von unserer Seite die Genossen Grau und Schmidt aus. Der Vorsitzende forderte noch zu reger Beteiligung an den Arbeite» lindDzu reger Agitation sür unsere Ideen auf. Spandau. In einer fünfstündigen Sitzung erledigte die Stadtverordneten- Versammlung von 16 vorliegenden Einzcletats 9 Der Park. etat zeigt in der Ausgabe 51 460 M. und in' der Einnahme 6510 M. Nach längerer Debatte genehmigte die Versammlung den Etat. Der A r m e n k a s s c n e t a t balanziert in Einnahme und Ausgabe mit 243 560 M. Es ist dies ein Mehr von 13 266 M. gegen das Vorjahr. Der Zuschuß der Stadtkasse beträgt 186 391.21 Mark, ein Mehr als im Vorjahre von. 11 455,62 M. Der Etat wird in der beantragten Höhe festgesetzt.— Der Kranken. hauskassen-Eta.t schließt ab in Einnahme und Ausgabe mit 339 112,53 M., 22 651,16 M. mehr wie im Vorjahre. Der Etat sür das Siechenhaus, der mit zum Krankenhauskasscn-Etat gehört. balanziert m Einnahme und Ausgabe mit 17 418.25 M. Zur An- nähme, gelangte bei diesem Etat eine Resolution des Genossen Pieck, die Kur- und Verpflegungssätze zu ermäßigen, damit ein. mal das Krankenhaus besser belegt wird und damit die Kranken- kassen ihre Kranken nicht nach außerhalb schicken brauchen. Ter Etat wurde genehmigt.— Ter Straßcnreinigugsetat zeigt eine Einnahme von 52 561 M. und eine Ausgabe von 159 667 Mark, mithin eine Mehrausgabe von 106 596 M. Nach mehrfachen Klagen des Stadtverordneten Dr. Kantorowicz über die Bc- schmutzung der Bürgerstcigc durch Hunde wurde der Etat ge. nehmigt.— Der Brenn materialicnetat. über welchen Genosse Pieper berichtete, zeigt nur eine Ausgabe von 47 916,68 Mark, er wurde in dieser Höhe festgesetzt.— Ter Kanali» sationsetat wurde in Einnahme und Ausgabe mit 433 666 Mark zur Festsetzung borgeschlagen. Der Autrag wurde abgelehnt. Geklagt wurde auck darüber, datz verschiedene Staatswerkstätten noch nicht an die Kanalisation angeschlossen sind und inü ihren Absuhrwagcn die Stratzen verpesteten. Ter Etat wurde in der beantragten Höhe festgesetzt. Die alte Kanalisationsgebühr von S.S Proz. bleibt bestehen.— Der Wasscrwerksctat schließt ab in Einnahme und Ausgabe mit 438 600 M. Der Wasserzins soll mit 16 Pf. pro Kubikmeter bestehen bleiben. Bei diesem Etat brachte der Stadtverordnete L i c r o w eine angebliche llnrcgel- Mäßigkeit im Betriebe des Wasserwerks zur Sprache und beantragte, für die städtischen Betriebe überhaupt einen akademisch gebildeten Maschineningenieur einzustellen. Der Antrag wurde nach längerer Debatte, abgelehnt, dagegen?ourdc beschlossen, die gegen den Leiter des Wasserwerks vorgebrachte Beschwerde durch eine gemischte Kommission untersuchen zu lassen. Der Etat wurde bierauf genehmigt.— Es gelangten nunmehr noch die Etats der Spandaucr Straßenbahnen zur Verhandlung. Zuerst der Etat der N o n n c n d a m m bah n. Derselbe balanziert in Einnahme und Ausgabe mit 197 744,76 M. Diese Bahn erfordert noch permanent einen Zuschuß, der in diesem Jahre auf 36 866 M.�bcmesscn ist und aus den Ueberschüssen der Span- dauer Straßenbahn bestritten werden soll.— Der Etat der Spandaucr Straßenbahn bietet ein günstigeres Bild. Er schließt ab in Einnahme und Ausgabe mit 103 200 M. Von den Ueberschüssen sollen 16 666 M. dem Reservefonds, 46 666 Mark der Stadthauptkassc und 36 856 M. der Ronnendammbahn zugewiesen werden. Es ist das erstemal, seitdem die Straßen- bahn im Besitz der Stadt ist, die zirka 4 Millionen Mark dafür aufgewendet hat, daß eine Summe an die Stadtkasse abgeführt wird. Bei diesem Etat wurden auch die verschiedenartigsten Klagen und Wünsche vorgelegt. Erreicht wurde, daß die Fahr- zeitbestimmung für die Arbcitertvochenkartcn in Wegfall kommen nnd daß den Schaffnern, die jetzt mit einem Anfangsgehalt von 65 M. eingestellt werden, ein höheres Gehalt in Aussicht gestellt wurde. Auch diese beiden Etats wurden in der beantragten Höhe genehmigt. Wegen vorgerückter Zeit wurden die übrigen Sachen vertagt. Ter Arbeiter-Bildungs-Ansschuß veranstaltet im Lokal von Matetzki, Bismarckslr. 8, einen Bortragskursus über Deutsche Ge- schichte des 19. Jahrhunderts in 8 Vortragsabenden. Der Kursus beginnt Mittwoch, den 14. Februar, abends 8% Uhr. Der Preis für alle acht Abende beträgt 1 M., für den einzelnen Abend 26 Pi. Anmeldnngen hierzu werden entgegengenommen bei E. Köppen sVorwärtsbnchhandlung). Breiteste. 64, Restaurant Peczillis, Pichels- d orfer Str. 5»nd im Restaurant Matetzki, Bismarckstr. 8. Die Ge- nossen wollen sich recht zahlreich daran zu beteiligen. Tcinpelhof-Maricudorf. Die hiesige Arbeiter-Samariterkolennc hält morgen Montag, den 5. Januar, abends 8>/z Uhr, eine llebungsstunde im Vokal von Becker, Tempclhoj, Berliner Straße 41/42 ab. Gäste will- konimcn. Lese- und Diskutierklub„Paul Singer". Sitzung am Mittwoch, den 7. d. Mts., im Lokale von Karl Leck, Samariterstr. 17: Vortrag. Gäste willkommen._ Bnefhaften der Redaktion. Tie luristischc Svrcchstunde findet Linden st raße VS, vorn vier Stewtn — F a h r st n I> i—, wochcntäglich von 4>,b vis 7 Ii Mir abends, Sonnabends, von tiz. bis v»yr abends ftalt. Jeder für den Brieslaste» bestimmten Anfrage ist ein Buchstabe und eine Zahl als Merkzeichen beizufügen. Briefliche»lntworl wird nicht erteilt. Anfragen, denen keine AbonnenirntSgnittnng beigefügt ist, werden nicht beantwortet. Eilige Fragen trage man in der Sprechstunde vor. Z. 100. 50 Ps., da es sich um Räume bandelt, die zum Gewerbe- betriebe dienen.— M. 306. In der Regel nur Geburtsurkunde und Militärpasj.— F. W. 33. Nein.— L. S. N. Ä. 1. Läßt sich nur nach Kenntnis des Inhalts des Vertrages beurteilen. 2. und 3. Nein. 4. So- weit ersichtlich ja. 5.-7. Nein.— 100 C. 21. Ja.— C. I. 76. Ja. 2ö. B. 10. 1. Ja, soweit die Lohnsorderung 28,85 M. wöchentlich übersteigt. 2. Beantragen«sie Stundung.— M. A. 09. 1. und 2. Ja. — Hersfeld 13. Die Anwartschast ist nicht, verloren. Fordern L-ie die am 1. August 1909 ausgestellte Karte zurück und beschaffen Sic sich eine Bescheinigung über Ihre Krailkheitsdaucr.— Ltto Schmidt, Kolonie- strnsic 30. Das Auslösungsrccht des Bundesrats ist durch Gesetz nicht beschränkt.— G. S. Richten Sic an. die Staatsanwaltjchast beim Land- gericht 1 Berlin eine Anzeige unter Berufung ans tz 341 Reichsstrasgesetz- buchS.— Zl. B. 62. 1 und 3. Rein. 2. Ja, beim Polizeipräsidium.— W. Sch. C. 34. Verjährung ist nichi eingetreten.— W. T. 23. 1. Jw 2. Das hängt von dem betreffenden Pfarrer ab. 3. Ja.— M. W. 666. 1. Ja, falls daS Vornmndschastsgcricht nicht anders entscheidet. 2. Ja, der Betrag ist von der Höhe des Einkommens abhängig. 3 und 4. Läßt sich vorher nicht sagen.— M. G.«4. 1 und 3. Nur mit Zustimmung des Vermieters. 2. Ja, falls derselbe den Mielsvertrag nicht unterschreibt. An dem Geschästsinvcntar hat der Vermieter ein Pfand- nnd somit ein Zurück- behaltuugsrccht.— M. C. 999. Das Pflegekind kann bei den beschränkten Wohnnngsverhältnissen auch iu Bertin fortgenommen iverden. F. L. 86. Siehe Adreßbuch, 2. Teil, Seite 256/57.— Jobnnnisstr. 100. Bei Nachwahl 1904 gewählt.— E. F. 87. Uns nicht bekannt.— — B. 11. I.Für Berlin 35— 40M. monatlich. 2. Der Vormund muß llagcu. Marktbericht von Berlin am S.Februar 191S, nach Ermittelung des tönigl. Postzeiprüsidiums. M a r k t h a I l c n p r c i s e. Mcinhandcli 100 Kilogramm Erbsen, gelbe, zum Kochen 36.00—50,00. Speisebohnen weiße, 40,00—60,00. Linsen 40,00— 80,00. Kartoffeln 10,00— 14,00. 1 Kilo- gramm Rindfleisch, von der Keule 1,60—2,40. Rindfleisch, Bauchfleisch 1,30 bis 1,80 Schweinefleisch 1,30—1,80. Kalbfleisch 1,40—2,50. Hammelfleisch 1.30—2,20. Butter 2,60—3,20. 60 Stück Eier 4.20—7,20. 1 Kilogramm Karpfen 1,20—2,40. Aale 1,20—2,80. Zander 1,60-3,60. Heckte 1.20—2,60, Barsche 1.00-2,00. Schleie 1,60—3,20. Bleie 0,80-1,40. 60 Stück Krebse 4,00-30,00.____ Witterungsübersicht vom 3. Februar 1912. BSetterprognose für Sonntag, den 4. Februar 191S. Vielfach heiter, aber veränderlich mit leichten Schneefällen und frischen nordöstlichen Winden; strenger Frost. Berliner W e t t c r b u r c a n. rliweitfürAusvarliauf c&isen dauert nur noch kurze Zeit 0 mv* /(jErrnabpi�anÖ »1 fimentzLensbrZO Or'anienstr'.öU Wieitere WarenP0Sten omlViüenfer&'ffi. pTWilenstr�a M.. Herabgesetzt:: Jcipzigcr&trtöS OfluCCer'&r'a&edj.|J %Dnigbtfa��% ßLKdojfßerQ&rZd:ä Sensationell bill ig ■M Ganz besondere Kaufgelegenheit in grossen und kleinen Nummern IjLVorskht! Man verlange ausdrücklich KRONENbommm-WÖRFEL und weise alle anderen Marken entschieden zurück Kronen-Suppen■ Kronen-Würze Jedes Wort 10 Pfennig. Das fettgedruckte Wort 20 Pfg.(zulässig fettgedruckte Worte). Stellengesuche und Schlalstellen-Anzelgen 5 Pfg.; das erste Wort(fettgedruckt) 10 Pfg. Worte mit mehr als IZ Buchstaben zählen doppelt. 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