Ur. Bl. Hbor.ncmcnts-Scdingungfn: ?lbonnenients- Preis vrSnumerando: Viertcljährl. SPV M!., monatl. 1,10 Mk,, wöchentlich 23 Pfg. frei ins Haus. Einzelne Nummer S Pfg. Sonntags- iiingctragcn in die Post-Zcitunas- Preisliste. Unter Kreuzband lür Teutschland und Oesterreich- Ungarn 2 Mark, für das übrige Ausland L Mark pro Monat. Postabonnements nehmen am Belgien, Dänemark, Holland, Italien, Luxemburg. Portugal. Rumänien, Schweden und die Schweiz. Vlchelllt laglich außer ßlontags. 39. Jahrg. Sie TnlerflonS'Geblfyf beträgt für die sechsgefpaltene Kolonei- zeile oder deren Raum«o Pfg., für Volitifche und aewerkschaftliche Vereins- und Vcrsammlungs.Anzcigen L0 Pfg. „lilelne Anreizen", das settgedruckle Wort 20 Pfg. tsuläsfig llfettgedruckle Worte), jedes weitere Wort 10 Pfg. Stellengesuche und Schlafstellena'n- zeigen das erste Wort 10 Pfg., iedos wertere Worts Pfg. Worte über ISBuch- ftaben zählen für zwei Worte. Inserate für die nächste Nummer müssen bis S Uhr nachmittags in der Erpcditton abgegeben werden. Die Expedition ist bis 7 Uhr abends geöffnet, Derlinev VolkSbletkk. Zcntralonjan der rozialdemokratifcben Partei Deutfchlands. Telegramm- Adreff« sSsÄslliemollrat Serliii". R,edakrion: 8AI. 68, l-indenstrasse 69. Fernsprecher: Amt Wtorinplali, Nr. 1983. Expedition: 8M. 68, I�indenstrasse 69. Fernsprecher: Amt Morihplatz, Nr» 1984. für Kulturpolitik. Es ist bezeichnend, daß der neue Reichstag, der ani Mittwoch zusammentritt, sich über die gesetzgeberischen Aust gaben, die er zu erledigen haben wird, noch durchaus im Uno klaren befindet, daß aber das eine bereits sicher ist, daß die neugcwählte Volksvertretung dem Militarismus und Marinismus abermals riesige Summen opfern soll. Wie groß das dem Moloch Militarismus darzubringende Opfer sein soll, darüber gehen ja einstweilen noch die Nachrichten auseinander. Die einen beziffern die Kosten für die Heeres� Vorlage auf 70 oder 80 Millionen, die anderen höher. Wie dem aber auch sei, daß die Summe der Mehrforderungen für Rüstungsausgaben sich auf mindestens 100 Millionen belaufen wird, ist todsicher. Hundert Millionen neuer Militär- und Marincforderungen aber werfen sofort unsere schöne Finanzanfstellung und den angeblich so günstigen Abschluß des Neichsetats über den Haufen. Hundert Millionen mehr bedeuten die Fortsetzung der S ch u l d c n w i r t s ch a f t, statt daß daran zu denken wäre, endlich einmal wirkliche Schuldentilgung vornehmen, d. h. mehr Schulden tilgen als neue Anleihen aufnehmen zu können. Denn eine Schuldentilgung bei fortgesetzt weit beträcht licherem Schuldenmachen ist ja nichts als eine abgeschmackte Komödie. Ja, hundert Millionen neuer Rüstungsausgaben rücken sogar die Gefahr neuer Steuern in die drohendste Nähe. Und selbst, wenn die besitzende Klasse sich diesmal zu einer wirklichen Besitzsteuer bequemte, so ist hundert gegen eins zu wetten, daß mit einem solchen Köder nur nach neuen i n- direkten, die Volks masse schwer belastenden Steuern geangelt werden würde. So lägen die Dinge zurzeit günstiger wirtschaftlicher Konjunktur. Jede Krise aber würde nicht nur den durch den Brot- und Fleischwucher und zahllose andere Verbrauchsabgaben ausgeplünderten Volksmassen den brutalen Steuerdruck mit doppelter Brutalität bemerkbar machen, fondern auch wieder ein derartiges Sinken unserer Reichs- einnahmen zur Folge haben, daß das Reich trotz der glor- reichen Finanzrcform in die uferloseste Dcfizitwirt- s ch a f t hineingeriete. Aber Schüldcnwirtschaft und neue Steuern wären nicht das einzige, was uns das forcierte Rüsten bescheren würde. Die Fortsetzung der Rüstungspolifik bedeutet zugleich auch den ärgsten Hemmschuh für jede Kulturpolitik. Wie kann an eine soziale Rcformpolifik gedacht werden, die Anforderungen an den Reichssäckel stellt, wenn der Moloch Militarismus nicht nur alle verfügbaren Reichseinnahmen verschlingt, sondern noch darüber hinaus zum Schulden- niachen zwingt! Und nicht nur im Reiche wird jede soziale, jede Kulturpolitik vollständig lahmgelegt, sondern auch in den Einzelstaatcn. Denn selbst der günstigste Fall, daß ein Teil der neuen Steuern auf das Einkommen oder das Vermögen der Besitzenden gelegt wird, wird die Politik der Einzelstaaten in der ungünstigsten Weise beeinsiusscn. Bekanntlich sind ja fast alle Kulturaufgabcn den Einzelstaaten reserviert. Wenn aber in Preußen zum Beispiel von der Sozialdemokratie Knlturforderungen geltend gemacht werden, etwa für die Schule, für die soziale Hygiene, für die Riescnarmee der Staats- arbcitcr usw., so werden diese Forderungen einfach mit dem Argument zurückgewiesen, daß dafür leider kein Geld vor- Händen sei. Und wenn unsere preußischen Genossen dann eine Erhöhung der Steuern und natürlich der direkten Steuern empfehlen werden, so ivird man ihnen einfach ant- Worten, daß ja der Besitz bereits durch die n c u e R e i ch s- sc e u e r in Anspruch genommen worden sei. So bringt der Militarismus nicht nur Sozialpolitik und alle Kulturpolitik überhaupt im Reiche ins Stocken, sondern er verurteilt auch die Landespolitik zur traurigsten Stagnation. Dabei wollen wir heute gar nicht eininal sprechen von den ungeheueren Gefahren, die der uferlose Rüstungswahnsinn mit sich bringt. Denn die tollwütigste Kriegshetze unserer Alldeutschen, Freikonservativen und Agrarkonservativen, Aster- und Prozentpatrioten hat ja den Volksmassen längst die Augen darüber geöffnet, daß das Wettrüsten in Wirklichkeit kein Mittel zur Erhaltung des F r i e d c n s ist, sondern die g e f ä h r l i ch st e K r i e g s p r 0 v 0 k a t i 0 n, die sich denken läßt. Daß aber ein Weltkrieg— und zu einem solchen müßte sich jedes cniste KriegSabenteucr zwischen europäischen Nationen auSwachsen die Fundamente moderner Kultur überhaupt erschüttern würde, ist nachgerade in das Bewußtsein des letzten Proletariers übergegangen. Wae- liegt bei alledem näher, als daß sich auch die neue Bell- Vertretung zu dem Entschlüsse aufraffen müßte, dem uferlosen, vcrderbenschwangeren, barbarischen Wettrüsten endlich ein energisches Halt zu gebieten. Wenn der Liberalis- inus mehr ist als ein leeres Wort, wenn er ein modernes Kulturprogramm bedeutet, so gibt es für ihn keine driizglichere Verpflichtung, als das uferlose Wettrüsten als den Hort aller Barbarei und aller kultureller Rückständigkeit nach- drücklichst zu bekämpfen. Daß er dabei die Volksmasscn hinter sich hätte, kann ihm nicht zweifelhaft sein. Bekennt doch selbst bie„Kölnische V 0 l k s z e i t n n g". eins der führenden Organe des Zentrums, in der Nummer 100 vom letzten Sonntag. daß das Schreckgcspeqst des Aus- landes, der alldeutsche Verband, in Wirklichkeit nichts sei als eine„ausgestopfte Logelscheuche". Denn die letzte Reichstagswahl hätte denn doch gerade den Alldeutschen eine „schwere Niederlage" bereitet. Wie hätten die Alldeutschen während des Marokkokonflikts renommiert! Man habe förmlich gegen den Reichskanzler und gegen Herrn v. Kiderlen-Waechter getobt, weil sie auf Marokko verzichtet und sich mit dem Zipfelchen Kamerun begnügt hätten. Die Reichstagswahl, so hätten die Alldeutschen gedroht, solle der Regierung ihren Mangel an Schneid fürchterlich heimzahlen. Und was sei g e- s ch e h e n? 4'/« Millionen sozialdemokratische Stimmen seien abgegeben worden, um eine Million Stimmen habe sich die rote Rotte vermehrt, trotzdem die Sozialdemokraten so laut gegen jeden Konflikt wegen Marokkos demonstriert hätten, daß es„selbst der Regierung fast unbequem" geworden sei. Gerade die letzte Wahl habe also bewiesen, daß sich der Volkszorn nicht gegen die Sozialdemokratie, die Partei des Friedens gewandt habe, sondern umgekehrt gegen die alldeutschen Kriegshetzer, deren unverfrorenste Demagogen auf der Strecke geblieben seien. In der Tat, die Lehren der Reichstagswahl sind evident. Sie beweisen die Friedensliebe der Volks massen, sie beiveisen, daß die Nation mit den anderen großen Kulturstaaten in friedlichen: Wettbewerb leben will, aber der unerträglichen, konfliktsschwangeren Kriegs rüstungen gründlichst überdrüssig ist. Und es ist ein Zeichen der Zeit, daß selbst in der„Täglichen Rund schau", einem der wütendsten Kriegstreibcrorgane, der ehemalige Gouverneur von Kamerun, I c s k 0 v. P u t t k a m e r, sich mit aller Entschiedenheit für ein friedliches Zusammengehen niit Frankreich ausspricht. Und Herr v. Puttkamcr predigt nicht nur unseren Pangermanen Freundschaft mit Frankreich, sondern er weist auch nach, daß Frankreich selbst gar nicht an jener Deutschenfresserei leidet und leiden kann, die ihm von der deutschen Hetzpresse nachgesagt wird. Die in der französischen Hetzpresse verübten Dcutschfrcssereien hätten bisher keinerlei Einfluß auf Frankreichs Haltung ausgeübt und würden auch in Zukunft daL französische Volk nicht zum Krieg zu treiben vermögen. Das französische Volk habe vielmehr ein sehr feines Empfinden für das Lächerliche und begreife durchaus das Komische dieser chauvinistischen Hetzergüssc. Nichts stehe also einem friedlichen Zusammengehen Frankreichs mit Deutschland im Wege. Was aber der ehemalige Gouverneur von Kamerun über das Verhältnis zwischen Deutschland und Frank reich äußert, gilt nicht minder von dem Verhältnis zwischen Teutschland und England. Sicherlich sind gewisse Kreise Englands beunruhigt gewesen wegen des deutschen Flotten rüstens, gewiß hat man in diesen Kreisen die Möglichkeit eines Krieges mit Deutschland erwogen und— gleich den deutschen Hetzpatrioten— gelegentlich die Ansicht der treten, daß ein sofortiger Krieg dem doch später unausbleib lichen Zusammenstoß vorzuziehen sei. Aber ebenso sicher ist, daß die Beunruhigung weiter englischer Kreise zum aller- größten Teil auf Deutschlands unmotiviertes Flot- t e n r ü st e n und die so prahlend und provokato- risch proklamierten weltpolitischen Ansich- t e n Deutschlands zurückzuführen war. Trotzdem wäre Eng- land auch heute noch zu einer Verständigung mit Teutschland bereit. Bekanntlich hat ja England bereits ein- mal. wenn nicht ein Abrüsten, so doch einen Rüstungs- stillstand vorgeschlagen. Deutschland hat damals diesen Vorschlag ohne weiteres abgelehnt und Herr v. Bethmann Hollweg hat diese Ablehnung obendrein in der beleidigendsten und rücksichtslosesten Weise begründet. Es wäre endlich an der Zeit, daß unser Liberalismus es als eine seiner vornehm- sten Aufgaben erachtete, einer Verständigung mit England auf Grund mindestens einer Vermeidung jedes weiteren Wettrüstens die Wege zu bahnen. Die Einschränkung der 'Rüstungen müßte aber auf der anderen Seite natürlich auch nicht so verstanden werden, daß man auf ein paar Jahre die F l 0 t t c n v c r m e h r u n g c n zurückstellt, um dafür um so intensiver das Rüsten zu Lande fortzusetzen! Viel- mehr handelt es sich darum, daß mit dem ganzen S y st e m des Wettrüstens endgültig gebrochen wird und endlich der Anfang mit inneren Reformen, mit einer Kulturpolitik zum Wohle der breiten Volksmassen ein ernstlicher Anfang gemacht würde! Nur wenn der nene Reichstag durch seine gesetzgebcri- schen Taten beweist, daß ihm Deutschlands Zukunft nicht mehr auf dem Wasser oder jenseits der Wasser in den Kolonien liegt, sondern im deutschen Volke selbst, in der Emporbebung der breiten Volksmassen zu materieller und geistiger Kultur, nur dann wird in ihm von einem merkbaren Ruck nach links die Rede sein können. Wie dem aber auch sei: die 110 So- zialdemokraten werden alle Kraft einsetzen, um den Reichstag in diesen Kurs zu bringen. Der AppellandieMassen, die Aufklärung und Aufrüttelung des Vol- k e s wird dabei wie bisher das wichtigste Kampfmittel der Partei bilden!._ Volk und Regierung in Bayern. Am Montag hat das Volk in Bayern gesprochen. Das Zentrum hat von seinen früheren 98 Mandaten 11 verloren. Die mit ihm verbündeten Konservativen nicht weniger als 9 von ihren früheren 16 Sitzen. Trotzdem behält das Zentrum� die Majorität und der Hauptzweck der Wahl ist für diesen ersten Ansturm noch nicht erreicht worden. Das Zentrum behauptet sich in der Macht allerdings nur dank der reaktionären Wahlkreiseinteilung. In der Bevölkerung war es schon bei den letzten Wahlen nur eine Minorität; es hatte nur 44 Proz. der abgegebenen Stimmen erhalten. Liegen auch jetzt noch keine genauen Stimmenziffern vor, so läßt sich doch mit Sicherheit sagen, daß das Zentrum an Stimmen verloren, seine Gegner dagegen einen starken Stimmenzuwachs zu verzeichnen haben. Trotzdem schickt es sich an, dem Lande jetzt seinen Willen zu diksieren. Und da ist es charakteristisch, daß das Zentrum in Bayern sich vor allem dem Kampf gegen die Sozialdemo- k r a t i e zuwendet und dabei an Arbeiterfeindlichkeit hinter keinem preußischen Konservativen zurückbleibt. Gegen das Koalitionsrecht der Beamten und Staatsarbeitcr, gegen die Anerkennung der staatsbürger- lichen Gleichberechtigung der Sozialdemokraten will jetzt das Zentrum mit aller Macht anstürmen. Die Regierung aber, und das ist das Charakteristische für den Scheinparlanientarismus, der in Süd deutschland genau so, wenn auch unter einem besseren Wahl- recht, sich noch behauptet hat wie im übrigen Deutschland, die Regierung hat schon am Tage vor der Entscheidung bc- dingungslos vor dem Zentrum kapituliert. Der Sieg, den da das Zentrum bei Hofe über das Ministerium errungen hat, ist sogar für seine Augcnblickspolitik noch wichtiger als die Behauptung seiner Majorität, die die Niederlage bei den Wahlen, die das Zentrum in Wirklichkeit erlitten hat, in den Augen politisch Urteilsfähiger doch nicht verhüllen kann. Denn es ist damit von der Furcht befreit, daß die Regierung ein zweites Mal an das Volk appelliert, wenn das Zentrum seine Herrschaft allzu straff an- spannt. Denn das bayerische Ministerium ivird jetzt eine gründliche Reinigung erfahren, und die dem Zentrum nicht genehmen Miisister, vor allem Herr F r a u c n d 0 r f e r, der die scharfmacherischen Gelüste gegen den süddeutschen Eisen- bahnerverband nicht befriedigen wollte, werden nicht wieder- kehren. Herr-v on Bethmann Hollweg hat mit seiner Sammlungsparole bei den süddeutschen Regierungen Glück. Daß Berliner Einflüsse neben' der höfischen Zc'ntrumSkamarilla bei den Demissionen dcS Ministeriums' mitgespielt haben, deutet ja auch das Münchener Zentrumsblatt„Der Bayerische Kurier" an, wenn es schreibt:''- .Die bayerische Regierung sei durch ihre Begünstigung der Sozialdemokratie„in eine vollendete Isolierung hineingeraten gegenüber den Regierungen anderer Bundesstaaten und hat Zustände im Lande Bayern ge- schaffen, die tief beklagenswert sind;' es ist ein voller Umsturz der Ordnung eingetreten durch die Rotbldck-Mobilisicrung des Beamtentums." Und man darf wohl annehmen,, daß die Scharfmacher- rede des Ministers v. Dusch in Baden gleichfalls zu den Erfolgen der Berliner Sammlungspolitik gehört. In bezug auf diese Rede meinte Genosse Frank mit Recht, in Deutsch- land herrsche der umgekehrteParlamentarismus. Die Regierung sei die Vertretung der Minorität. Aber das enthüllt zugleich die Schwäche derGrotzblockPolitik, die vor allem eine Schlvächc der deutschen Liberalen ist. Deyn was nützt schließlich diese viclgerühmke Politik, tvcnn sie nicht einmal dazu ausreicht, den Willen der parlamentarischen Majorität zur Geltung zu bringen. Würden die Liberalen wirklich entschlossen sein, die parlamentarischen Machtmittel rücksichtslos zur Anwendung zu bringen, würden sie einer Regierung, die sich der Politik der Majorität so feindlich gegenüberstellt, wie es Herr v. Dusch getan hat, z. B. das Budget verweigern, anstatt über die selbstverständliche sozialdemokratische Budgetverweigeruna zu zetern, dann würde wenigstens in Süddeutschland der Krypto-Absolutismus sein Ende finden können. Auch in Bayern wäre es das natürlichste, daß das Zentrum jetzt selbst die Regierung übernimmt, seine Führer die Ministerposten erhalten und die Partei auch vor allem Volke die Verantwortung für ihre Taten trägt. Das iväre zugleich das beste Mittel, um die Zentrumsherrschaft möglichst rasch uiW ein für allemal zu überwinden. So wird es aber nicht kommen. Ein Beamtenministcrium wird wieder erscheinen und im Vorder- gründe agieren, während hinten die Zentrumsführer die Drähte ziehen. Bei ihren Wählern aber werden die Herren sich nach wie vor als unabhängige Partei aufspielen und die Vcrantlvortung für alle ihre Sünden der Regierung zuschieben. Allzulange freilich wird auch dieser Schwindel nicht vor- halten. Dafür bürgen die Fortschritte, die unsere Partei auch bei diesen Wahlen gemacht hat.� Die Sozialdemokraten haben neun Mandate erobert und verfügen jetzt über dreißig Mandate. Sie werden in- und außerhalb des Landtags schwere Kämpfe zu bestehen haben, aber wir zweifeln nicht daran, daß der Ausgang dieser Kämpfe die endgültige Nieder- läge des Zentrums auch in seinem stärksten Bolllverk sein wird. Das Wahlergebnis. Die 163 Mandate verteilen sich nach dem Schlußergebnis wie folgt: Sozialdemokraten 36, Liberale und Deutscher Bauernbund 35,, Bayerischer Bauernbund 4— Linke zusammen also 69; Zentrum 87,' Bund der Landwirte 7— Rechte zusammen 94. Zentrum und konservative Bündler haben also 12 Stimmen, das Zentrum allem S Stimmen über die absolute Mehrheit. Bisher hatten Zentrum und Äonserbative nnt t14 Mandaten iöS Zentrum, IS Konservative und Bündler) über die Zweidrittel- Mehrheit. Diese Zweidrittelmehrheit, die für Verfassungsänderungen notwendig ist. ist jetzt gebrochen. Freilich kann die Linke bei den jetzigen Mehrheitsvcrhältnisscn das Proportional Wahlrecht nicht durchdrücken, das eine gerechte Vertretung deS bäuerischen Volkes und eine dauernde Beseitigung der absoluten Zentrums- nichrheit bringen würde. Das Zentrum hat 11, der Bund der Landwirte 9 Sitze ver- loren. Die Sozialdemokratie gewinnt 9, die Liberalen 11, der bayerische Baucrnbund 1 Mandat. Bon wichtigsten Kreisen verlor das Zentrum München-Land, Würzburg l, Speyer, Kempten, Augsburg II. Landau. Memmingen, Traunstein, Bamberg I. Eggenselden, Sulzbach. In München-Stadt hal ver liberal-sozialdcmokratische Block 10 990 Stimmen gewonnen, das Zentrum 400 Stimmen verloren. Die Bündnistrcue d�r Liberalen hat sich bewährt, nur über die schlechte Organisation des Bauernbundcs war zu klagen. Folgende S0 Ge n o s s e n wurden in den beigefügten Wahlkreisen gewählt: Pickelmann(München II). Schmitt(München IV). Rosthaupter(München VII). Müller(München Vlll). Auer (München IX). Timm(München X). Schmid(Müncn XI). v. Wollmar(München XII). Niinmerfall(München-Land). Profil (Speyer). Hoffmann(Kaiserslautern). Klement(Kaiserslautern). Hubcr (Ludwigshafcn I). Körner(Ludwigshafen II). Keidel(Frankenthal). Säckler(Nürnberg I). Süßheim(Nürnberg III). Dorn(Nürn- berg IV). Simon(Nürnberg V). Schneppenhorst(Nürnberg>1). Scgitz(Fürth). Klampfer(Fürth). Hierl(Schwabach). Dr. v. Haller (Erlangen). Bogel(HerSbruck). Lämmermann(Ansbach). Sndres (Würzburg I). Rollwagen(Augsburg II). Gölzer(Kempten). Geutncr(Kulmbach). Wahlbeciufluffung. Nürnberg, 6. Februar. Ein hiesiges Lokalblatt meldet von angeblich gut unterrichteter Seite einen für Bayern unerhörten Eingriff der Militärbehörden in die Wahlfreiheit. danach hatten die sämtlichen hiesigen Reserveoffiziere vom Bezirkskommando Nürnberg eine Mitteilung zur LandtagSwahl er- halten, wonach jeder, der sozialdemokratisch wähle, seinen Abschied erhalte._ Der Aufstieg der Sozialdentokratie. Die Wahlschlacht vom 12. Januar 1912 ist geschlagen und wir haben unsere wohlverdienten Siege eingeheimst. Mit Stolz konnten Ivir konstatieren, daß die Zahl der für die sozialistischen Kandidaten im ersten Wahlgange abgegebenen Stimmen von 3 258 734 oder 28,9 Proz. aller gültigen Stimmen im Jahre 1907 auf 4 250 829 oder 34.9 Proz. aller gültigen Stimmen iin Jahre 1912 gestiegen ist. Im Vergleich zur Zahl aller abgegebenen gültigen Stimmen ist also unsere Siimmenznhl in diesen fünf Jahren um S Proz. gewachsen. ?latürlich verteilt sich diese Steigerung nicht gleichmäßig über das ganze Reich. In einigen Gegenden haben wir raschere, in anderen langsamere Fortschritte gemacht. Dies im einzelnen kennen zu lernen, hat für uns nicht nur ein theoretisches, sondern auch— insbesondere für die Propaganda— ein eminent praktische? Jntereffe. Wir haben daher auf Grund der nunmehr vorliegenden amtlichen Berichte über die Wahlergebnisse eine Berechnung auf- gestellt, wieviel Stimmen wir in den einzelnen Staaten erhalten . haben, welchen Prozentsatz dies von den überhaupt abgegebenen gültigen Stimmen ausmacht und wie groß infolgedessen das Wachs- tum der sozialistischen Stimmen, gemeffen an der Gesamtsumme der gültigen Stimmen in den einzelnen Staaten und Landcstcilen ist. Hier das Ergebnis der Berechnung: 1997 Stallt«mm.'N'/o toojia. a�tv oder Landcstcil tiftische güitiq. Stimm. Summ. 44 739 13,5 51479 14.3 19 925 7.0 28 232 9.7 251215 60,2 307 702 74,9 291939 40.0 418 848 49,1 00 474 19,9 77 390 24.0 0 510 1,9 12 967 3.8 160 029 20,6 236 332 27,9 200 654 35,7 265 991 42,7 113 348 38,9 127 375 40,3 142 767 26.5 187 150 31,8 160 630 23,7 221049 28,8 114 079 28,7 149 381 34.» 238 355 18,5 322 936 23,7 1912 Sozia- listijche Prob. Ostpreußen... Wcstprcußcn... Berlin....... Prov. Brandenburg.. , Pommern.... . Posen..... , Schlesien... . Sachsen.... » Schlcswig-Holstcin . Hannover.... , Westfalen... , Hessen-Nassau.. Nheinprovinz.. 20,4 2 407 498 20,9 331 271 513 216 153 335 117154 98 074 Königreich Preußen.. 1816 664 Königreich Bayern... 237 892 Sachsen... 418 570 Württemberg. 115 724 Großhcrzt. Baden... 93 380 . Hessen... 76 992 , Mecklenburg. 44 271 , Sachs.-Weimar 28 736 Mecklenb.-Strel. 6 059 Oldenburg.. 21 705 Thür. Staaten.... 92049 Herzogtum Braun schweig 37 203 Anhalt... 27 641 Fürstentum Lippe... 8 424 Fr. u. Hansast. Lübeck.. 11 575 „.. Bremen. 27 362 ,.„. Haniburg. 112 892 Elsaß-Lothringen..'. 81 589 Ganz-Z Reich..... 3258 734 28,9 4250329 34,9 Zunächst geht aus dieser Aufstellung hervor, daß C 48,5 27,9 23,9 32,7 34,3 38,2 29,9 27,1 40,0 40,1 42,7 23,7 50,6 48,4 60.0 23,7 Zunahme in•/„ der sozial. aller in"1, aller flüllia. gültigen islmnn. Stimmen 4-1,3 --2,7 8,7 8,5 -ff 4,1 1,9 7,3 + 7,0 --1,4 --5,3 --5,1 + 5,9 5,2 5,7 + 6,3 6,5 + 5,6 4,3 + 6,6 --4,1 -7,7 --0,8 -6,0 9,2 8,7 + 3,5 + 5,7 + 1,9 5,0 0,6 8,0 50 210 37 570 6 492 26 799 119 585 48 200 31465 11227 13 353 35 862 138 343 110 675 32,1 27,2 55,0 32,5 28,2 39,3 37,4 45,9 30,7 33,1 49,2 48,6 46,2 29,4 52,5 53,4 61,2 31,7 + 6,0 ! r e u ß c n sowohl hinsichtlich des Prozentsatzes der sozialistischen Stimmen als auch hinsichtlich ihrer relativen Zunahme nicht ganz den Reichs- dnrchschnilt erreicht, trotzdem es die riesige sozialistische Metropole Berlin w sich schließt, in der diesmal 74,9 Proz, aller Stimmen auf iliiscre Partei entfielen und die mit 8,7 Proz. nächst den thüringischen Staaten und neben Braunschwcig auch die größte relative Zunahme auftveist. Die Tabelle belehrt uns darüber, daß die äußerst rückständigen östlichen Provinzen, in denen unsere Propaganda vielfach an dem TerroriSmuS der Junkcrsippe scheitert, die Schuld daran trägt.?Findcn wir doch in O st p r e u ß e n mir 14,8, in W estpreußen nur 9,7 und in Posen gar nur 3.8 Proz. sozialistische Stimmen. Von allen preußischen Provinzen hatten nur Brandenburg(ohne Berlin), Sachsen und Holstein einen höheren Prozentsatz sozialistischer Stimmen, als dem Reichsdnrchschnitt entsprechen würde. Und nur die Provinzen Brandenburg, Schlesien und Sachsen hatten eine stärkere als durchschnittliche Zunahme der sozialdemokratischen Stimmen. In: übrigen Reiche stehen die Hansestädte und das„rote Königreich" an der Spitze. In ihnen wurden mehr als die Hälfte aller Stimmen für den sozialdemokratischen Kandidaten ab- gegeben. In Sachsen war auch die Zunahme eine mehr als-durch- schnittliche. Wenn sie in den Hansestädten Lübeck und Hamburg weit hinter diesem Durchschnitt zurückbleibt, so ist dieser Rückgang nur ein scheinbarer; er erklärt sich au? der starken M- Wanderung der Arbeiterbcvölkcrung aus dem Stadtgebiet in die umliegenden zu Preußen gehörigen Ortschaften. Nahezu die Hälfte aller Stimmen erhielten wir ferner noch in den kleinen thüringischen Staaten, in Braun schweig, in Anhalt und in S a ch s e n- W e i m a r. Eine den Reichs- durchschnitt übersteigende Zahl von Stimmen kam auf unsere Kan- didatcn auch in Hessen, Rtecklenburg-Schwerin. Trotz seiner vorwiegend katholischen Bevölkerung stellte Bayern immer- hin 27,2 Proz. sozialistische Stimmen gegen 29,9 Proz. bei der letzten Wahl, was eine sehr erfreuliche Zunahme bedeutet. Große Fortschritte haben wir auch in Elsaß-Lothringen gemacht, wo wir 31,7 Proz. aller abgegebenen Stimmen erhielten gegen 23,7 Proz, im Jahre 1907. Angesichts dieser Zahlen dürfen wir also behaupten, daß wir überall vorwärts gekommen sind; und wenn in manchen Gegenden das Licht der Ansklärung nur langsam sich durch die Finsternis Bahn bricht, wie im Nordosten deS Reiches, so wissen wir, daß wir dort nun erst recht zu arbeiten haben, um die Landarbeiter und Bauern aus ihrem Autoritätsglauben zu reißen und sie dem Heer des unter der sozialistischen Fahne kämpfenden Proletariats einzureihen. Der Krieg. Die Romreisc des Generals Caucva. Paris, 6. Februar..Echo de Paris" meldet ouS Rom, daß der eigentliche Grund der Romreise deS Generals Eaneva der ist, mit dem Kriegsministcr zu konferieren. Der General wird der Rc- gierung seinen Plan für ein Vorrücken und die Organisation im Innern von Tripolis vorlegen. In Anbetracht der Wiedereröffnung der Kammer will man genau über alle Einzelheiten der Kampagne informiert sein. Erst nachdem man zu einem vollen Einverständnis zwischen dem General Caneva und den maßgebenden Persönlichkeiten der italienischen Regierung gekommen ist, werde die definitive Ent scheidung getroffen werden, ob eS ratsam ist, vorzudringen und die türkisch-arabischen Truppen aus ihren Positionen, die auf dem hohen Plateau, 80 Kilometer von Tripolis entfernt liegen, zu vertreiben. Eine solche Expedition würde den Ausgang des Kriege? entscheiden. Die Affäre von Hodeida in italienischer Darstcllnng. Rom, 5. Februar. Die Agenzia Stefani teilt mit: Ausländische Zeitungen haben Nachrichten gebracht, italienische Kriegsschiffe hätten Hodeida beschossen und die Werkstätten und Häuser der Gesellschaft, die eine Eisenbahn nach RaS Ketib baut, bombardiert und zerstört. Der Kommandant der italienischen Flotte im Roten Meer hat bis heute keinerlei Bombardement, weder auf Hodeida noch auf die Gebäude der genannten Gesellschaft, gemeldet. ES bleibt also nur die Annahme übrig, daß ein Lager regulärer türkischer Truppen bei Djubbanah, einer Ortschaft, die 16 Kilo- meter von Hodeida und 6 Kilometer von RaS Ketib entfernt ist, beschossen worden ist. Die Regierung erwartet indessen noch Nachrichten über diesen Gegenstand. Gegenüber den Meldungen einiger ausländischer Blätter, daß Hodeida nicht beschossen werden dürfe, weil eS nicht befestigt sei, wird hervorgehoben, daß Hodeida durch ein kleines Fort im Norden der Stadt geschützt wird und daß die Kanonen dieses Forts am 2. Oktober aus den italienischen Kreuzer„Voltunio" und aus da? Kanonenboot.Arettisa' feuerten. ES muß auch Feldartillerie im Süden der Stadt, dem Meere gegen- über, aufgestellt gewesen sein. Vom tripolitauischen Kriegsschauplatze. Konstanttuopcl, 6. Februar. Im Kriegsministerium ist eine Depesche des Majors Euver Bei eingegangen, wonach die Türken und Araber drei nächtliche Angriffe auf Dcrna und Bcnghosi unter- nommen haben, bei denen die Italiener größere Verluste hatten. Auf feiten der Türken sind 30 Mann gefallen und 40 Mann ver- mundet worden. Tripolis, 6. Februar.(Meldung der Agenzia Stefani.) Die allgemeine Kriegslage ist unverändert; nur ein regerer W a ch t d i e n st auf feindlicher Seite, durch den die Vcrbin- dung der Italiener untereinander gehindert werden soll, ist zu be- merken. Die florentinischen Ulanen unternahmen ErkundungSritte auf Fonduk Tokar zu und bemerkten in Richtung auf Fonduk Magur ein Lager sowie einen Zug von Menschen und Tieren, der sich von Zanzur nach Tokar bewegte. Aus der Ferne wurde auf die Auf- klärungSpatrouillen ein Gewchrfeuer eröffnet, das jedoch wirkungslos blieb. Tobruk, 6. Februar.(Meldung der Agenzia Stefani.) Gestern früh eröffnete eine Gruppe von ungefähr 60 Feinden sowie andere kleine zerstreute Trupps im Süden und Osten der italienischen Stellungen ein Feuer gegen das Fort, zogen sich aber schleunigst nach einigen Schüssen der italienischen Feldgeschütze zurück.— Aus M a s s a u a wird gemeldet, daß der Kreuzer„Calabria" die türkischen Forts bei Schech Said unbrauchbar gemacht sowie zwei Sambukkcn, welche die türkische Flagge führten, genommen hat. Zw Revolution in China. Rcvolutionäre Konzessioucn. Naukiilg, 6. Februar.(Meldung deS Rcuterschen BurcauS.) Wutingfang, Tangschaohi und Suniatscn hatten eine lange Be- sprechung über die letzten Forderungen der Mandschus. Trotzdem eine endgültige Antwort noch nicht erteilt ist. besteht Grund zu der Annahme, daß dem Kaiser gestattet werden wird, seine» Titel auf Lebenszeit beizubehalten, daß dieser nicht erblich oder mit irgendwelchem Einfluß auf die Politik verbunden sein soll. Die Pension des Kaisers soll vier Millionen TaelS betragen, sein Wohnsitz ein Palast in Peking sein. Die Generale deS Nordens fordern die Rcpublikancr in Nanking auf, dem Hofe in Anbetracht des Umstände?, daß durch seine Abdankung der Frieden erhalten und Millionen gerettet werden, möglichst entgegenzukommen. Die Verhandlungen werden also auf eine Republik mit einem Schattenkaiser hinauslaufen. Kämpfe iu der Mandschurei. Peking, 5. Februar.(Meldung deS Neuterschen BureauS.) Eine Abteilung Revolutionäre landete an der Mündung des Dal u- f l u s s e S und brachte den aus Mnkden gegen sie entsandten Kaiser- lichen eine Niederlage bei. Zwanzig Revolutionäre und achtzig Kaiserliche sind gefallen. Desgleichen haben die Revolutionäre die Armee des Vizekönigs von Kwangtung und Kwangsi, Changhsun, geschlagen, die durch Desertionen geschwächt war. Hierbei sind etwa hundert Mann gefallen. politische deberNckt. Berlin, den 6. Februar 1912. Tic erste Zitzung der sozialdemokratischen Reichstags- sraktion. Die sozialdemokratische Fraktion trat Dienstag zu ihrer ersten Sitzung zusammen. Die Mitglieder der Fraktion hatten sich vollzählig eingesimdcn. Bebel begrüßte die Mitglieder der Fraktion mit einer längeren Ansprache, in der er seiner Freude über den glänzenden Wahlsieg der Sozialdemokratie Ausdruck verlieh. Die Fraktion trat dann in die Wahl des Fraktionsvorstandes ein, die folgendes Resultat hatte: Bebel, Haase, Molkenbuhr als Vorsitzende; Fischer-Berlin und Dr. David als Schriftführer; Kaden und Ebcrt als Kassierer. — In den Seuiorcnkonvcnt werden entsandt: Bebel, Molken- buhr, Geyer, Haase, Dietz und Fischcr-Berltn. Kartenverwaltcr der Fraktion ist Genosse Zubeil. Das Ende der Steucrdcbatten im Abgeordnetenhause. Auch am Dienstag haben sich die Aussichten der Steuer- vorlagen nicht gebessert. Die Redner der fortschrittlichen Volkspartei, die Abgg. Cassel und W a l d st e i n stellten ebenso wie der Nationalliberale Dr. Fricdberg die Not- tvendigkcit einer dauernden Belastung mit neuen direkten Steuern angesichts der günstigen Finanzlage Preußens in Abrede. Im Gegensatz, dazu wollen die Konservativen die Steuer bewilligen, aber auch sie haben eine Reihe von Wünschen, deren Erfüllung das Zustandekommen des Gesetzes wesentlich erschweren dürfte. Von der Einführung einer Reichs- erbschaftssteuer wollen sie nach wie vor nichts wissen, ivcnigstens- gaben sie ihrer Abneigung hiergegen durch lebhafte Zurufe Ausdruck, als der Abg. Cassel auf diese Steuer anspielte. Neue Momente zeitigte die Debatte nicht mehr. Tie Fortschrittlcr verlangen in Ucbercinstimmung mit uns die Einführung der Progression bei der Ergänzungsstener, die Freilassung der untersten Stufen und die Ucbertragung des Veranlagungsgeschäfts air besondere Kommissare. Im Gegen- saß dazu pries Abg. von Bockelberg(k.) die Tätig- kcit der Landräte, denen die Konservativen auf keinen Fall den Vorsitz in den Vcranlagungskommissionen nehmen wollen; sie wissen, warum. Gegen unseren Vorschlag auf Freilassung der Swfen bis zu 1590 M. von der Steuer, machte der konservative Redner wieder den alten, längst abgetanen Ein- wand geltend, daß die Sozialdemokratie und die Gcwcrk- schaften die Arbeiter wer weiß wie hoch belasten. Um ihm die verdiente Abfuhr zu ersparen, nahm die Mehrheit einen Antrag auf Schluß der Debatte an und schnitt dadurch unserem Genossen S t r ö b e l das Wort zur Erwiderung ab. Die Vorlage wurde einer Kommission von 28 Mit- gliedern überwiesen, in der auch die sozialdemokratische Fraktton vertreten sein wird. Am Mittwoch stehen Initiativanträge ans der Tages- ordnimg. Reqkernng und Reichstag. Die„Nordd. Allg. Ztg." bezeichnet als Hauptaufgabe deS neuen Reichstags natürlich die Verstärkung der Wehr- f ä h i g k e i t nebst der Deckung der Mehrkosten. Ucber die Art dieser Deckung wird näheres nicht mitgeteilt. Ein nachgeordneter Offiziosus aber verkündet: Wem: mehrfach jetzt angeregt worden ist, den Bedarf für die Heeres- und Flottenvorlage durch ReichsvermögenS- oder Einkommensteuer zu decken, und wenn auf Grund solcher Möglichkeiten im Abgcordnctenhause die Verschiebung der definitiven Ordnung der preußischen Besteuerung als erforderlich erachtet tvorden ist, so mag darauf hingewiesen werden, daß der Bundesrat gc- schlossei: auf dem Standpunkte steht, die Besteuerung des Vermögens �und Einkommens den Bundesstaaten für ihre eigenen Staatsersordernisse ausschließlich vorzu- behalten. Abgesehen von den nahezu unüberwindlichen technischen Schwierigkeiten, die die Konsttuktion einer Reichs- Vermögens- oder Ernkommensteucr bieten würde, ist es im Jntereffe der Sicherheit der Finanzen der Bundesstaaten und dem- zufolge eines befriedigenden Verhältnisses derselben zum Reiche völlig unerläßlich, ihnen das Gebiet der Vermögens- und Eiukoinmcn- steuern mit der vollen Sicherheit zu überlasten, daß sie auf ihm Eingriffe deS Reiches nicht zu befürchten haben. Aus diesen grund- sätzlichen Erwägungen heraus hat im Frühjahr 1909 der Bundesrat bekanntlich einstimmig sogar das in der Finonzkommission dcS Reichstages beschlossene sogenannte Besitzsteuerkompromiß avgelehlit, obwohl es einen Ausweg auS den Schwierigkeiten zu bieten schien, auf die die Lösung der Besitzsteuerfrage bei der RcilbSfinattzreform. stieß. Von einer Inanspruchnahme der Einkommen- oder Ver», ögensbesteuerung für das Reich kann daher nicht die Rede sein. Es wird sich ja bald zeigen, ob die Regierung wirklich der Meinung ist, die einzig rationelle Bestcuerungsart. die Einkommen- und Vermögenssteuer, aus p a r t i k u I a- r i st i s ch c n Bedenken und zur Beruhigung reaktionärer Portcmonnaicbefürchtungen dem Reichstag auf die Dauer vor- enthalten zil können. Allzuviel Gewicht kommt übrigens der Stellungnahme der Regierung nicht zu. Denn die Erfahrung lehrt, wie leicht ein„Unannehinbar" der verbündeten Regie- rungen gerade in Steucrsachen wiegt. Außer dieser„Hauptsache" und dem neuen Reichs- und Staatsangchöngkcitsgesetz kündigt die„Nordd. Allg. Ztg." noch folgende Vorlage an: Vorbereitet sind Gesctzenttvürfe über die Sonntagsruhe im H a n d c l s g e w e r b e und über die Versorgung von Personen, die in gemeinnütziger Tätigkeit beim Netten oder Bergen von durch Feuers- oder WasicrSgefahr bedrohten Menschen oder bei Ausübung eines öffentlichen Dienstes von Unfällen betroffen worden sind; ein Nachttagsetat für das Direktorium der zur Ausführung des Ver- sicherungsgesetzeS für Angestellte erforderlichen ReickiSanstalt; eine Vorlage wegen Schaffung der für die koloniale Rechtsprechung not- wendigen dritten Instanz und ein Schutztruppcngesetz- ein' Post- scheckgesey. Unsere Rechtsbcziehungen zu Bulgarien' sind durch drei Verträge, nämlich einen Konsularvcrtrag, einen Vertrag über Rechtsschutz und Rechtshilfe in bürgerlichen Angelegenheiten und einen Auslieferungsvertrag neu geregelt worden; diese Verträge sowie ein gleichzeitig abgeschlossenes Abkommen über die Ver« längerung unseres Handelsvertrages mit Bulgarien werden dem Bundesrat und dem Reichstage zur Genehmigung zuaehen. Man sieht also, für die Bureaukratte existiert das Verdikt der Rcichstagswahlen nicht. Um so dringender lväre es. daß der Reichstag selbst in seiner Arbeit auf die Wünsche des Volkes Rücksicht nimmt und sich nicht zu einer Para- graphcncrledigungsanstalt für die Regierung degradieren läßt. Verfehlte Ersastwahltaktik. Bei den infolge Mandatskassierung durch das kaiserl. Ober- landeSgericht Colmar i. Elf. notwendig gewordenen Landtags- ersatzwahlcn in den zwei lothringischen Mahl- kreisen Diedenhofen-Großhettingeu und Bitsch- Rohrbach-Wolmünster wurden am letzten Sonntag die zwei Kassierten mit größeren Mehrheiten wiedergewählt. Da« beweist zunächst, daß man sich von der gerichtlichen Feststellung geistlicher Wahlbccinflussung in schwarzen Gauen eine direkte aufklärende Wirkung bei diesen unwissenden Wählerschaften nicht verspreche» darf. ES beweist aber auch, daß die Bedenken richlig sind, die gegen die hierbei von den Linksparteien angewendete Taktik vorhanden waren. Diese Taktik bestand darin, daß die Sozialdemokratie in diesen politisch zurückgebliebenen zwei Kreisen, dem liberalen Wunsche genM, die Meralen Kandidaten gleich von dornverein unterstützte und von der Aufstellung eigener Kandidaten Abstand nahm. Da geschah's denn, datz der liberale Kandidat in Diedenhofen-Groß- hettingen nur 1648 Stimmen erhielt gegen 1666 bei der Hauptwahl während dort ein sozialdemokratischer Kandidat noch 471 Stimmen erhalten hatte; und in Bitsch-Rohrbach-Wolmünster gar nur 1716 Stimmen gegen 2253 der linksstehenden bürgerlichen Kandidaten bei der Hauptwahl, während dort ein sozialdemokratischer Kandidat auch in diesem Kreise 526 Stimmen auf sich vereinigt hatte. Es ist offenbar, datz die sozialdemokratischen Wähler weder hier wie dort marschiert sind oder datz in beiden Kreisen die bürger- liche Linke seit der Hauptwahl im Oktober vorigen Jahres Hunderte von Wählern eingebützt hat, was bei der kurzen Zeitspanne denn doch nicht wahrscheinlich ist. Die einzig richtige Taktik ist und bleibt augenscheinlich das getrennte Vorgehen der Links- Parteien zum ersten Wahlgange mit dem Vorbehalte des Zusammengehens am Nachwahltage— ein Vorgehen, das die Sozial- demokratie gegen den Wunsch der Liberalen soeben in den beiden ebenfalls infolge Wahlkasfierung erneut zur Wahl stehenden Mül- Häuser Landtagswahlkreisen HabSheim-Landser und Hü- ningen- Sierenz einzuschlagen beschlossen hat. Der Verzicht auf die eigene Kandidatur für den ersten Wahltag seitens der Sozial- demokratie, um einem Liberalen zum Siege zu verhelfen, bedeutet, wie fich bei diesen zwei Ersatzwahlen in Lothringen gezeigt hat. die glatte Niederlage der gesamten Linken bei allen Kämpfen um kassierte Mandate. Die Demokraten. Nach Beendigung des Wahlkampfes traten Zentralvorstand und Ausscbutz der Demokratischen Vereinigung zu einer gemeinsamen Sitzung zusammen. Nachdem von dem Ausscheiden Dr. Breitscheids aus dem Vorstand mit Bedauern Kenntnis ge- nommen und die erforderliche Ersatzwahl zum Vorstand vorgenommen worden war, wurde einmütig eine Resolution beschlossen, in der das Fortbestehen der Demokratischen Vereinigung als eine nach rechts und nach links unabhängigen, rein demokratischen Organisation für eine politische Notwendigkeit erklärt wird und die Parteifreunde zu eifrigster Mitarbeit aufgefordert werden. Aus dem Wahlkreise Mansfeld. Einer der Kreise, auf die besonders die Aufmerksamkeit gerichtet war, ist der Mansfelder gewesen. So ungünstig auch das Resultat von 1L67 gewesen war, so glaubten doch viele Genossen, den Kreis diesmal zu holen. 1967 hatte Dr. Arendt 23066 Stimmen, Freisinn und Sozialdemokratie zusammen 16 666. Seitdem waren die Mansfelder Bergsklaven erwacht, die Maschinengewehre hatten die grotze Umwälzung herbeigeführt und diesmal hatte Dr. Arendt nur 2666 Stimmen Vorsprung gegen 13 666 im Jahre 1967. Gewitz ein groher Fortschritt. Wenn die 2666 abgewanderten Bergleute noch hier gewesen wären, so wäre die Wahl unsere« Genossen Ad. Hoffmann sicher gewesen. Zudem hat eine Wahl im Kreise stattgefunden, die geradezu als Terrorwahl bezeichnet werden mutz. Die Mansfelder Zeitungen waren für die Partei gesperrt, keine Annonce oder Vcrsammlungsanzeige wurde aufgenommen. Säle durften die am Gängelbande geführten und geänstigrcn Wirte nicht geben. Am Wahltage selbst häuften fich noch die Niederträchtigkeiten. In vielen Lokalen durften unsere Genossen nicht hinein, trotz Hinweises auf den Ministerialerlah. Wo es doch gelang, wurden Stühle ent- fernt, dem Wirt verboten, unseren Leuten weder Speise noch Trank zu geben. In Neehausen wurden unsere Leute gemitzhandelt, getreten, ein Gutsbesitzer trat raffiniert unserem Genoffen mit solcher .Kraft auf die grotze Zehe, datz der Nagel abging. Dazu die Redens- 'arten, wie Zuchthäusler, entlassene SlrSfliuge usw. Hinweise auf das Wahlgesetz wurden beantwortet mit: Wir sch..... auf das Wahlgesetz. Solche Leute gehörten zum Wahlvorstande. Auch der tt a n d r a t konnte nichts gegen die Herren ausrichten, denn die Be« schwerden vom Hauptwuhltage kehrten in 26 Orten am Stichwahl- tage wieder, trotzdem der Landrat uns versicherte, er hätte den Wahlvorstehern die nötigen Weisungen erteilt. Selbst an den Minister mutzten wir uns wegen des übergrotzen Druckes wenden. So wurde da» bedrohte Mandat dem Dr. Arendt gerettet, von Staats- und Privatbeamten, durch Lügen, Reichsberbaud und TcrrorismuS engros. Aber gerade deshalb ist der Ausgang für uns als ganz erfreulich zu bezeichnen. Gegen die Terrorwahl wird P r o t c st eingelegt werden.'_ Tie Schulreform im sächsischen Landtage. Die Vorberatung der wichtigsten Vorlage dieser LandtagSsession, der Schulreforni, stand DienSiag zur Tagesordnung. Das Haus war in allen Teilen autzcrordcntlich stark besetzt. Die Tribünen waren zumeist von Schulmännern und Lehrern gefüllt. Die Schul- Vorlage der sächsischen Regierung lätzt in der Hauptsache bekanntlich a l l e s b c i m a l t e n. Alle Forderungen, die sowohl die Lehrer- schast, als auch die Sozialdemokratie auf ihrer letzten Landes- Versammlung erhoben haben und die eine wirkliche Reform dargestellt hätten, sind in der Vorlage nicht berücksichtigt. Es ist der dogmatische Religionsunterricht beibehalte» und eine viel zu hohe Klassenfrequenz. Es ist ferner als besondere Ausgabe der Schule neu hinzugekommen die vaterländische, d. b. die burrapatriotische Erziehung. Auch die Stellung der Lehrer zu ihren Vorgesetzten ist die gleiche geblieben; die Geistlichen sollen nach wie vor eine Kontrolle des Religionsunterrichts in der Schule vornehmen können. Der Kultusminister, der die Vorlage begründete. sang zunächst den sächsischen Schulverhältniffen ein widerliches Lob- lied, verteidigte alle rückständigen Bestimmungen der Vorlage und bestritt die Berechtigung selbst der bescheidensten Forderungen der Lehrerschaft. AIS erster Debatteredner sprach der nationalliberale Seminar- direktor S e t> f e r t. der beste Schulmann der Nationalliberalen. Er sprach merkwürdig matt und versuchte in äutzerst vorsichtigen Worten die Forderungen der Lehrer zu verteidigen. Auch will er den Religionsunterricht beibehalten wissen. nur soll derselbe mit den Ergebnissen der Wiffenschaft in Einklang gebracht werden. Längere Zeit hielt er sich bei der Begründung der Arbeitsschule auf. die er in durchaus einwandfreier Weise ausbauen will. Auch die Einheitsschule vcr- teidigte er. Als zweiter Redner sprach der Konservative Opitz! dieser alte Reaktionär verleugnete auch in der Schnlftage seinen Volks- und arbeiterfeindlichen Standpunkt nicht. Die Schulreform im Sinne der Lehrer müsse scheitern an den ungleichen sozialen Berhältmffen. Er will sowohl den dogmatischen, wie auch den kon- sessionellen Religionsunterricht beibehalten wissen. Er kennzeichnete die Aufgabe der Schule als Drillanstalt für sogenannte Vater- ländische Gesinnung. Von unserer Seite sprach Genoffe F I e i tz n e r, der unsere bekannten prinzipiellen Forderungen zur Schulreform darlegte. Er erklärte, die Sozialdemokratie würde den Kampf für eine wirkliche Schulreform durchsühren und eventuell, wenn in der Kammer nichts zu erreichen sei, in Versammlungen an dos Volk appellieren, das schon einmal seiner Meinung unzweideutig Ausdruck gegeben habe. Für die Freifinnigen sprach Scminaroberlehrer Dr. D i e t e l. Er bewegte sict, im Rahmen der Zwickauer Thesen. Der morgige Mittwoch ist ebenfalls der Debatte gewidmet. Marine und Sittlichkeit. Uebcr das Thema werden unserem Kieler Partei- blatt von gut unterrichteter Seite die folgenden sehr charaktc- «stlschen Mitteilungen gemocht: Doö heutige militärische System hat es fich, wie jeder Rekrut in der JnstruktionSstundc lernt, zur Pflicht gemacht, die Soldaten zu ehrliebenden und moralischen Menschen zu erziehen. Welche Auffaffung aber das militärische System über Sittlichkeit und Moral hat, darüber können die Kapitulanten der Marine ein eigenartiges Lied singen. Seit dem Jahre 1966 besteht in der deutschen Marine eine Ver- fügung, wonach sämtliche Unt:roffi ziere, die zur Ehren- rcttung der Braut heiraten, nicht Deckoffizicr werden können, weil ihnen die nötige Moral fehlt. Zahlt der Unteroffizier jedoch Alimente und heiratet das Mädchen nicht, so kann er Deckoffizier werden, Alnn steht er nach Ansicht der Kaiserlichen Kommandos auf der moralischen Höhe, auf der ein Deckoffizier stehen soll. Man ver- setze sich in die Lage eines Unteroffiziers, der schon 8 bis 12 Jahre gedient hat, um einmal Deckoffizier zu werden, vielleicht auch schon, wie es vielfach vorkommt, die Deckoffizlerschule besucht und die Prüfung glänzend bestanden hat, im Dienst außerdem ein sehr tüchtiger Unteroffizier ist, wenn, was bei einer langen Brautschaft nur zu erklärlich ist, seine Braut schwanger wird. Was bleibt dem Unteroffizier und was der Braut übrig? Entweder muß der Unteroffizier Knall und Fall von der Marine abgehen, um seine Braut noch heiraten zu können, oder er muß gemäß der Moral der Kaiserlichen Marine weiterdienen und Alimente bezahlen. DaS Mädchen aber ist dann nach den heutigen Ehrbegriffen gc- schändet fürs Leben. Den Bräutigam beziehungsweise den Vater des Kindes hat es für immer verloren. Ihm sind vom Kommando Fesseln angelegt, so daß ihm nur der eine Ausweg bleibt, seine Liebste sitzen zu lassen. Das ist die Moral und Sittlichkeit, die man den StaatSdienern predigt! Wieviel Menschen werden durch diese Verfügung unglücklich gemacht! Woher kommt es. datz so viele sittlich heruntergekommene Mädchen in Kiel herumlaufen? Nehmen wir zum Beispiel an, das Mädchen hat keine Eltern mehr, es will sein Kinj» aus Mutter- liebe nicht in anderer Leute Hände geben. Mit 15 M. Alimente kann es sein Kind nicht ernähren. ES kann vielleicht nebenher arbeiten— wo aber immer Arbeit finden—, und meistens ist es noch so, daß niemand gern ein Mädchen in Stellung nimmt, das ein Kind hat. Was bleibt schließlich dem Mädchen übrig, ohne datz es seine Absicht ist? Würde die Verfügung nicht bestehen, wäre das Mädchen jetzt eine achtbare Familienmutter; die Verfügung hat es aber zum„Mädchen fürs Geld" gemacht. Hat das Mädchen noch Eltern, fühlen sich oft auch diese mitgeschändet, weil der Bräutigam ihrer Tochter nicht die Sittlichkeit haben darf, das Mädchen zu heiraten. Dann wird vielleicht die Tochter von den Eltern verstoßen, und das Ende ist wieder� nicht zweifelhaft. Wenn der Bräutigam wenigstens nach der Beförderung zum Deck- offizier seine Braut heiraten könnte, um so dem Kinde den Vater zu geben, aber auch dies ist vom Kommando verboten. Die Folge davon ist in vielen Fällen die wilde Ehe. Nimmt man nun zum Schluß den günstigsten Fall an für das Mädchen. Der Unteroffizier hat aus ehrlicher Liebe zu seiner Braut, trotz der Verfügung des Kommandos, seine Braut ge- heiratet. Damit hat er auf die Beförderung zum Deckoffizicr verzichtet. Welche Aussichten hat die Familie fiir die Zukunft? Der Vater erhält nach zwölfjähriger Dienstzeit den Zivil« Versorgungsschein(genannt Hungerschein) und wird entlassen. Anstellung im Staatsdienst ist zedoch wegen Ueberfiillung ans- geschlossen. Wenn er Glück hat, ist vielleicht gerade eine Nacht- Wächter- oder Straßenrcinigerstelle frei, so daß er dadurch seine Familie so lange ernähren kann, bis nach Jahren eine Bureau- diener- oder Portierstclle im Staatsdienst frei wird und er in dieser Laufbahn angestellt wird, mit der Aussicht auf Avancement bis zum Oberportier. Gerade im Interesse der Moral und der Sittlichkeit liegt cS, datz diese Verfügung aus der Welt geschafft wird. Hoffentlich spricht der setzt gewählte Reichstag in der Sache einmal ein ernstes Wort mit der Marincverwaltung. Die äeutkk-englileken Beziehungen. London, 6. Februar.„Daily CHronicle* erörtert in einem Leitartikel die dcutsch-cnglischen Beziehungen. Das Blatt hält die jetzige Lage für wesentlich hoffnungs- reicher, als sie noch vor kurzer Zeit war. In der ganzen Frage feien zwei Hauptfaktorcn zu beachten. Erstens herrsche in Deutschland der Glaube, daß England entschlossen sei, Deutschland an der Verwirklichung seiner kolonialen Wünsche zu hindern, und dieser Verdacht müsse zunächst be- seitigt werden. Das Blatt erkennt an, daß es an Grund zu diesen deutschen Klagen nicht fehle. Es erkennt auch die Notwendigkeit der deutschen Expansion an und sagt: Wir werden ohne Eifersucht auf die territorialen Erwerbungen Deutschlands blicken. Wenn Deutschland ein afrikanisches Reich von Meer zu Meer gründen will, wird es nicht auf englischen Widerstand stoßen. Der zweite Hauptfaktor ist der englische Argwohn, daß Deutschland die englische Vorherrschaft zur See herausfordern wolle. Niemand könne etwas gegen eine deutsche Flotte haben, die für den Schutz des deutschen Handels und der deutschen Kolonien ausreiche. Aber ein Programm, das eine Herausforderung der englischen Seegeltung zu ent- halten scheine, würde zu einem neuen kostspieligen W e t t r ü st e n führen. Das Blatt spricht fich im Sinne der Rede Lloyd Georges für eine Verständigung in der Rüstungsfrage aus und gibt der Hoffnung Ausdruck, daß die Staatsmänner beider Länder an das Problem mit dem festen Entschluß herantreten würden, daS gegenseitige Verständnis und Vertrauen wiederherzustellen. Schweiz. Ein Siegestag. Zürich, 5. Februar.(Eig. Ber.) DaS Kranken- und Unfall- Versicherungsgesetz wurde in der gestrigen Volksabstimmung mit 285 990 gegen 238 966, also nüt einer Mehrheit von 46 924 Stimmen a n- g e n o m ni c n. Die Genugtuung darüber gilt nicht allein den, Gesetz, das ja nichts weniger als ein Ideal und in der Zukunft sehr verbesserungsbedürftig ist, sondern ebenso sehr der Ueberwindung der sozialpolitischen Oede und Unfrucht- barkeit, die es verschuldet, daß seit 1877, in welchem Jahre das Fabrikgesetz in der Volksabstimmung Annahme fand, kein nennenswerter sozialer Fortschritt mehr im Bunde gemacht werden konnte. Die korrumpierende Kapitalmacht hat keine Mittel verschmäht, daS Versichcrungsgesetz in der Volks- abstimmung zu Fall zu bringen. Advokaten waren mit 200 Franken für jedes Versammlungsrcfcrat gegen daS Versichcrungsgesetz gekauft worden. Zum Abstimmungsrcsultat sei noch bemerkt, daß 17 Kantone das Gesetz angenommen und 8 es verworfen haben, worunter alle welschen Kantone(Genf, Waadt, Neuenbürg, Wallis und Freiburg). Die großen Kantone Zürich, Bern, St. Gallen und Aargau haben mit ihren, zum Teil sehr großen annehmenden Mehrheiten das Gesetz gerettet. In manchen Arbeitcrgcmeinden ist das Gesetz mit einer Dreiviertel- bis Vicrfünftelmehrhcit angenommen worden, in Außcrsihl. dem III. Stadtkreise von Zürich, mit 9129 gegen 1810 stimmen. Im Mai 1900 war das erste Versichcrungsgesetz mit 341419 gegen 148635 Stimmen verworfen worden. Der 4. Februar 1912 mit der Annahme des Versicherungsgesetzes bedeutet nicht nur einen begrüßenswerten sozialen Fortschritt, sondern auch die Rettung der bürgerlichen Demokratie vordem Bankerott. Bedenklich ist immerhin, daß von den 830000 Stimmberechtigten mehr als 300000 am Sonntag von ihrem wichtigen demokratischen Rechte keinen Gebrauch machten. Eine solche große Zahl von polittschen Idioten— 37 Proz. der Stimmberechtigten!— ist für ein kleines Land etwas zu- viel. Es harrt der Sozialdemokratie noch ein sehr großes Er- ziehungswcrk. Unsere Freude über den letzten Sonntag wird noch vcr- größert durch die schönen Siege in Zürich und Basel. Im Bezirk Zürich ist unser Genosse Lehrer D e- brunner im zweiten Wahlgange mit 15 530 gegen 13 655 Stimmen, die auf seineu liberalen Gegner, Dr. Zwingli. fielen, ins Bezirtsgericht, in Basel unser Genosse Rc- gierungsrat Wullschleger mit 7324 gegen 3659 Stimmen in den Nationalrat gewählt worden, womit die Zahl der sozialdemokratischen Abgeordneten auf 16 steigt. Ebenso wurde ohne Gegenkandidaten in Basel unser Genosse Dr. B l o dh e r als Zivilgcrichtspräsident gewählt. Dagegen ist bei der Ersatzwahl in den Nationalrat im Kanton Waadt unser Genosse Golay mit 3299 gegen 12 370 Stimmen seinem Gegner unterlegen._ Belgien. Vandervelde über den ucuen Reichstag und die Situatton tu Belgien. Unser Brüsseler Korrespondent schreibt unS unterm 4. d. M.: Im Sonntags- Leitartikel des„Peuple* spricht Vandervelde über die durch den Wahlsieg der deutschen Sozialdcmokratte im Reichstag geschaffene Situation und in Verbindung damit über die zu erwartende parlamentarische Lage in Belgien. Kein anderes Land, meint Vandervelde, hätte so viel Interesse, der Entwickelung der Dinge im deutschen Reichstag zu folgen, als Belgien, das bei aller Ver- schiedenheit der Verhältnisse in den beiden Staaten, binnen kurzem— nämlich nach den Wahlen— voraussichtlich eine der deutschen analoge Parlamentarische Situatton bieten wird. Galt es in Deutschland den schwarz-blauen Block zu zer- trümmern, so gilt es in Belgien der klerikalen Mehrheit den Garaus zu machen. In Deutschland hat die Sozialdemokratie, bei aller Betonung der Gegensätze, die Hilfe der Liberalen bcau- spracht und ihnen welche gewährt, um den gemeinsamen Feind niederzuringen. Die Arbeiterpartei in Belgien, wo sich etliche polittsche Fragen in einer analogen Form wie in Deutschland präsenttcren, wird sich insbesondere für die Art der Lösung des Problems über die Beziehung zwischen Liberalen und Sozialdemokraten interessieren, die die deutschen Genossen— im Lande Marx' selbst— gefunden haben, um mit dem konservattv-klerikalcn Block fertig zu werden. Die belgischen Sozialisten, sagt Vandervelde, werden sich zweifellos von der Erfahrung jenseits des Rheins inspirieren lassen, um ihre eigene Haltung zu be- stimmen, falls sich das parlamentarische Kräfteverhältnis der Patteien in Belgien wie das in Deutschland gestalten würde und die Parteien der Rechten und Linken ungefähr über die- selbe parlamentarische Stärke zu verfügen haben würden. Um den, von einer solchen Situatton untrennbaren Schwierig- keiten zu entrinnen, werden die belgischen Sozialisten indessen alle Kräfte in Bewegung setzen, damit am Tage nach den Wahlen die Kammer über eine sichere Majorität für das allgemeine Wahlrecht verfügt. Die Wirksamkeit der interparlamentarischen Union. Brüssel, P. Februar. Der Rat der interparlamenta- rischen Union wird am Sonnabend in Brüssel zusammen- treten. Auf der Tagesordnung steht ein Antrag der italienischen Gruppe, daß es der Union nicht gestattet sein soll, im Falle kriege- rischcr Verwickelungen zwischen zwei Ländern einem der beiden Kriegführenden einen Tadel auszusprechen. Wenn dieser Antrag abgelehnt wird, wird Italien die Union verlassen, da der Rat der Union Italien wegen der Ereignisse in Tripolis jüngst getadelt hat. Dolland. Die Regierung für den Schutzzoll. Die holländische Regierung, die sich in der Kammer auf eine Mehrheit von 60 Konservativen und Klerikalen gegen 40 Liberale, Radikale und Sozialisten stützt, hat einen Zoll- tarif entworfen, der eine bedeutende Erhöhung der bestehenden mäßigen Zölle vorsieht. Fast alle Zölle, die heute im all- gemeinen 5 Proz. des Warenwertes ausmachen, sollen auf durchschnittlich 12 Proz., die auf Halbfabrikate von 3 auf 6 Proz. erhöht werden. Der Mehrertrag tvird auf 10 Mill. Gulden(17 Mill. Mark) im Jahre veranschlagt. Dabei hat die Regierung, tvie Genosse V l i e g e n im„Peuple" zeigt, bisher' schon für 8 Millionen indirekte und nur 2 Millionen direkte Steuern bewilligen lassen. Als Zugpferde der Vor- läge, die, wie fast alle Schutzzollpläne, der Scheu der Besitzenden vor direkten Steuern Rechnung trägt und zugleich gewissen einflußreichen Gruppen größere Ein- nahmen ohne größere Anstrengung sichern soll, sollen natürlich auch hier allerhand„arbeiterfreundliche' Vor- spicgclungcn dienen. Man verspricht den Arbeitern ans dem natürlich nur ihretwegen in Szene gesetzten„Schutze der nationalen Arbeit" goldene Berge und erzählt ihncii gleichzeitig, daß damit die Mittel zu der geplanten Invaliden- und Altersversicherung aufgebracht werden sollen. Der Staats- zuschuß von 8'/, Millionen, der hierzu vorgesehen ist, soll also nicht aus den Taschen der Kapitalisten, die in den letzten zehn Jahren ihre Vermögen um 1312 Millionen Mark erhöht haben, sondern von den breiten Massen, denen sie zugewandt iverden sollen, selbst genommen Werden. Dazn kommt, daß gerade Holland mehr als irgend ein anderes Land auf den Freihandel angewiesen ist. Ist doch sein A ußen Handel der verhältnismäßig größte aller Länder. Während der Betrag der Ein- und Ausfuhr, der auf den Kopf des Einwohners entfällt, im Deutschen Reiche 133,8 und in England 282,6 Gulden ausmacht, ist dieser Bettag in Holland nicht weniger als 850,20 Gulden. Von 108 Wirtschaftlich tätigen Personen entfallen auf den H a n d e l in Deutschland 10,6, England 10,8— in Holland aber 17,3. Am meisten würden unter einer Erschwerung des Handels die beiden größten Städte des Landes, Amsterdam und Rotterdam. mit zusammen einer Million Einwohner leiden. Das ist natürlich für die maßgebenden Pfaffen und Agrarier kein Grund, von ihrem Plane Abstand zu nehmen. Aber vielleicht wird es doch dem Zusammenwirken der gefährdeten �nter- effcnten gelingen, die Gefahr abzuwehren. GewerhlchaftUcbcs. vie Gcwcrkrcbaften und das Vereinsgelet?. Nach dem Reichsvereinsgesetz brauchen Gewerkschafts- Versammlungen nicht angemeldet zu werden und die Polizei bat nicht das Recht, solche Versammlungen zu überwachen. Dringt aber die Polizei dennoch in gesetzwidriger Weise in eine derartige Versammlung ein, dann muß diese sich die Ucberivachuug gefallen lassen. Diese Schlußfolgerung ist zwar für den Laienvcrstand nicht ohne weiteres einleuchtend, aber das L a n d g e r i 6) t Könitz hat kürzlich in einem Prozeß wegen Uebertretung des Vereinsgesetzes so entschieden. An- geklagt war der Gauvorsteher S i ck f e l d vom Deutschen Holzarbeitcrverband. Er hatte in einer Fabrikvcrsammlung dem zur Ueberwachung gesandten Gendarmen auf dessen Verlangen keinen Platz eingeräumt, und als der Beamte die noch nicht formell eröffnete Versammlung auflöste, der Aufforderung, sich zu entfernen, keine Folge geleistet. Vom Schöffengericht in Könitz war der Angeklagte nicht nur freigesprochen worden, das Gericht hatte auch die Ucber- nähme seiner notlvendigen Auslagen auf die Staatskasse be- schloffen. Gegen dieses Urteil hatte der Staatsanwalt Berufung eingelegt und das Landgericht verurteilte den Sünder zu 6 M. Geldstrafe. In den Urteilsgründcn führt das Land- gericht aus: „ES ist richtig, daß der Polizeibehörde nach§ 13 des Reichs- vsreinSgesetzes die Befugnis, einen Beauftragten zu entsenden, nur zusteht, wenn cS sich um eine öffentliche Versammlung handelt, und daß sich die Auslösungsbefugnis der Polizei gemäß ß 14 a. a. O. ebenfalls nur auf öffentliche Versammlungen bezieht. Darüber aber, ob eine Versammlung eine öffentliche ist und ob in sie ein Beauftragter zu entsenden ist. steht die Entscheidung nur der Polizeibehörde, nicht aber den Einberufern und Leitern der Versammlung zu. Diesem gegenüber ist die Ent- scheidung der Polizeibehörde selb st dannmaß- gebend, wenn sie irrig sein sollte." Mit dieser Entscheidung ist die Versammlungsfreiheit völlig der Willkür der Polizei ausgeliefert und der§ 6 des „liberalen" Vereinsgesetzes ist überffüssig. Bei Betriebs- Versammlungen, die man vor der störenden Ueber- wachung schützen will, empfiehlt es sich, von allen Matznahmen Abstand zu nehmen, welche geeignet sind, die Polizei auf ihr Stattfinden aufmerksam zu machen. Im vorliegenden Fall war die Fabrikversammlung überflüssigerweise bei dem zuständigenAmts- Vorsteher in Czersk angemeldet worden. Dieser aber hat die angemeldete Mitgliederversammlung als eine öffentliche angesehen und angenommen, daß es sich um eine politische Versammlung handle. Uni zu solchen Schlüssen zu kommen, gehört allerdings ein besonderer Scharf sinn, aber„die Entscheidung der Polizeibehörde ist selbst dann maßgebend, wenn sie irrig sein sollte". Berlin und Umgegend. Tie in den GaSmefferfabriken beschäftigten Klempner kamen am Montagabend zu einer Besprechung in den Andreas-Festsälen zusammen. Sie sind sehr ungehalten darüber, daß die getroffene Vereinbarung mit den llnternehmern, die nach einem Streik von vier Wochen am 22. Mai 1911 festgesetzt wurde, nicht in vollem Maße gehalten wird. Nach einem Referat von Dietrich, Ver- treter des Deutschen Mctallarbeiterverbandcs, sind aus den ein- zelnen Betrieben mancherlei Klagen eingelaufen, besonders von der Firma Pintsch, die den größten Teil der Gasmcssergehäuse usw. in ihrer Filiale in Fürstenwalde herstellen läßt. Dort sind die Löhne niedriger und die Produktion ist billiger. Auf eine Beschwerde bei der Direktion der städtischen Gaswerke, die für diese Angelegenheit maßgebend ist, wurde den Arbeitern geant wartet, daß Fürstenwalde zum Lohngcbiet Berlin gehöre. Tie Arbeiter wenden dagegen ein, daß dieselbe Direktion von ihren Arbeitern immer verlangt, daß sie in Berlin wohnen.— Vom Zentralmagazin, von der Englischen Gasanstalt und von den andern Betrieben kamen ebenfalls viele Klagen. Man kritisierte den sehr zweifelhaften Wert der..Wohlfahrtseinrichtungen" ein- zelner Betriebe, man erinnerte daran, daß Arbeiter über 3ö oder über 40 Jahre nicht mehr eingestellt werden, daß Arbeiter, die sich krank melden, mit Mißtrauen betrachtet werden, daß Straf- geldcr rücksichtslos erhoben, daß schlechte Werkzeuge geliefert werden; besonders aber richteten sich die Beschwerden gegen die Nichterfüllung der Bestimmungex über die Lohn- und Akkordarbeit. — Die Vereinbarung ist abgeschloffen worden für die in den Gasmesserbctricben Bessin, Elster, Jahn, Kiesewetter u. Co. und Pintsch beschäftigten Klempner, und zwar zwischen dem Vertreter der Unternehmerorganisation einerseits und einem Vertreter des Deutschen Metallarbeiterverbandes sowie einem Vertreter des H.-D. Gewerkvereins andererseits. In der Diskussion wurde auch darauf hingewiesen, daß manche Beschwerde Abhilfe finden könnte, wenn die Arbeiter der ein- zelnen Betriebe einig und geschlossen dafür eintreten würden, doch daran mangele es zuweilen. Die folgende Resolution wurde von den Versammelten einstimmig angenommen: „Die heute, am b. Februar, in den AndreaS-Festsälen tagende Versammlung der Gasmefferklempncr beauftragt die in Be- tracht kommenden Organisationen, mit den betr. Firmen in Unterhandlung zu treten betreffend Absatz 3 und Absatz 3 der Vereinbarung." Der Absatz 3 lautet: Der Stundenlohn beträgt für die in den GaSmesser-Werkstätten beschäftigten Klempner KS Pf. Solche Klempner, die noch nicht auf Gasmesser gearbeitet haben, erhalten die ersten 4 Wochen nach ihrer Einstellung 60 Pf., die nächsten 3 Wochen 621-2 Pf. und nach 12 Wochen den Stundenlohn von KS Pf. Klempner, die 13 Wochen lang im Akkord mindestens 70 Pf. verdient haben, erkalten, wenn sie nach dieser Zeit in Lehn beschäftigt werden. 70 Pf. Stundenlohn. Der Absatz S lautet: Neue Akkorde werden auf Grund des festgesetzten Stundenlohnes von KS Pf. kalkuliert. Die alten Akkorde werden revidiert. Als Vertreter des Gewerkvereins erklärte Joseph, daß die Mitglieder des Gewerkvereins sich in dieser Angelegenheit in Uebereinstimmung mit den Mitgliedern des Deutschen Metall- arbciterverlmndes befinden und für das gemeinsame Interesse mit- arbeiten werden. Zur Tarifbewegung in der Stapelkonfektion. Tie Organisation der Zwischenmeister, der Verband der selb- f.andigen Schneider für die Herren- und Burschenkonfektion, hatte tiii* iJiontagarenb nach ben„Königs�älen" eine Mitglieberderiamm- lung einberufen, um über die Stellung zum Gesellentarif zu be- raten. Die Versammlung dauerte bis gegen 2 Uhr, verlief jedoch ziemlich resultatlos. Wie schon am Sonntag in der Gesellenver- sammlung erwähnt wurde, sind einige Zwischenmeistcr und Mit- Glieder ihres Verbandes, ja sogar der Tarifkommission, ihren Kollegen ins Haus gekommen, um sie von der Unterzeichnung des �.arifcS abzuhalten, obwohl dock, dieser Tarif von der Kommission wie auch von der vorigen Versammlung der Zwischenmeister an- erkannt tvar und ebenso die Zustiinmung der Gesellen gefunden hatte. Man hatte überdies in dem Meisterverband eine Art Protest- bcwegung gegen die Unterzeichner des Tarifs, und namentlich gegen den �rganisationsvorsitzcnden Heinrich Joseph, der als erster unterzeichnet hatte, veranstaltet. Diese Gegensätze traten nun auch in der Versammlung scharf hervor, und zwar so, daß ein großer Teil der Zeit Mit persönlichen Angriffen verbracht wurde. Die Gegner der Tarifunterzeichnung meinten, den Tarif unterschreiben, hieße sein Todesurteil unterzeichnen, und man müßte erst einmal dafür sorgen, daß die Zwischenmeister in den Geschäften die höheren Preise bekämen, dann erst könnten sie den Tarif der Gesellen durchführen. Es wurde ein Antrag gestellt, wonach die Unter- Zeichner des Tarifs sich mit den übrigen Mitgliedern solidarisch erklären und die Gesellen nicht eher beschäftigen sollten, als bis alle sich einig seien. Herr Joseph bemerkte dagegen, daß er den Gesellen gegenüber sein durch Unterschrist gegebenes Wort halten werde. Die Unterzeichnung des Tarifs sei ja nichts als die selbst- verständliche Pflicht vor allem derjenigen Meister, die in der Ve?- sammlung für den Tarif stimmten, und eigentlich müßte sich auch die Minderheit, die dagegen stimmte, dem Mehrheitsbeschluß fügen. Wenn die Meister in den Geschäften trotz der mit den Äonfektio- nären getroffenen Abmachungen noch immer so erbärmliche Preise erhielten wie früher, so sei eben der Umstand daran schuld, daß sie sich nicht getrauten, anständige Bezahlung für ihre Arbeit zu ver- langen. Die Sache liege in manchen Fällen so, daß die Meister erst durch die Gesellen dazu getrieben werden müßten, in den Geschäften ihr Recht zu verlangen. Wären die Meister sich einig, so könnten sie eine Macht bilden, mit der die Geschäfte zu rechnen hätten, und sie könnten auch ihren Gesellen den Tarif bewilligen und sich trotze dem einen anständigen Verdienst sichern.— Im allgemeinen mochie die Versammlung den Eiadruck, daß ein großer Teil der Zwischenmeister noch allzu wenig von der ge werkfchaftlichen Bewegung und den damit verbundenen Verpflich hingen begriffen hat, um aus eigener Kraft vorwärtszukommen. Andererseits sind sie aber noch viel weniger imstande, ihren Ar- beitnehmern gegenüber den Herrenstandpunkt herauszukehren. Die unter der Leitung des Schneiderverbandes zu organisatorischer Macht erstarkten Arbeiter und Arbeiterinnen sorgen mittlerweile dafür, daß eine immer größere Zahl von Zwischenmeistern ihren Tarif anerkennt und somit gezwungen wird, für sich selbst in den Geschäften die seinerzeit getroffenen Abmachungen zur Geltung zu bringen. Bis gestern mittag war die Zahl der Zwischenmeifter, die teils auf friedlichem Wege, teils durch Arbeitsniederlegung zur Anerkennung des Gesellentarifes veranlaßt wurden, bereits auf 21 angewachsen, und im Laufe des Nachmittags sind noch weitere Unterschriften hinzugekommen. Die Arbeiter un&_ Arbeiterinnen der Stapelkonfektion sind also die treibende Kraft, und ob die Zwischenmeister wollen oder nicht, die allgemeine Regelung der Lohn- und Arbeitsverhältnisse wird doch durchgeführt. Achtung, Kostümschneider nnd-Schneiderinnen! Der Zwischen meister Braun. Netielbeckstr. S. fertigt für die Firma Ch. Drecoll Slreikarbeit an.— Wir verhängen daher über dessen Werkstätte die Sperre. Verband der Sckmeider und Schneiderinnen. Die OrtSverwaltung. Lohnbewegungen in der Glatzelederindustrie. Die Filiale Berlin I des Lederarbeitcrvcrbandcs hielt dieser Tage eine zahlreich besuchte Versammlung ab, in der dcr� Vor- sitzende Heidelberg über die Lohnbewegungen der Filiale berichtete, und zwar zunächst über eine Bewegung der Handschuh- wacher bei der Firma S a m t e r. Die Verhandlungen, die mit dem Firmeninhabcr über eine bescheidene Erhöhung der Löhne gepflogen wurden, scheiterten, und Herr Samter erklärte schließlich. daß er keine Lust habe, sich länger mit seinen Leuten herumzu- streiten; er sei wohl geneigt, die Forderungen zu bewilligen, aber nicht den jetzt bei ihm beschäftigten Arbeitern, er�wcrde an ihrer Stelle andere einstellen. Bei dem jetzigen Geschäftsgang in der Branche wird es Herrn Samtcr aber jedenfalls nicht leicht werden, irgendwie brauchbaikcn Ersatz zu finden.— Tie Versammlung erklärte sich einstimmig mit der Arbeitsniederlegung bei der Firma einverstanden. Sodann berichtete der Vorsitzende über die Tarif- b e w c g u n g in der G l a c ö l e d e r i n d u st r i e, in der der seit drei Jahren geltende Tarif zum 1. März abläuft. Ueber die eingereichten Forderungen haben am Donnerstag der verflossenen Woche Verhandlungen stattgefunden, die allerdings nur als eine Vorbesprechung aufzufassen sind und zu irgendwelcher Einigung nicht führten. Die Unternehmer waren weder für die Verkürzung der Arbeitszeit noch für die geforderte Erhöhung der Löhne zu haben. Was die Löhne betrifft, erklärten sie sich bereit, für die Gerber etwas zuzulegen, aber nicht für die Färber, solange diese an ihrem„Beschluß" festhielten, nicht mehr als vier Felle die Stunde zu färben. Daß ein solcher Beschluß oder irgendein Uebereinkommen der Färber über eine Begrenzung ihrer Arbeits- leistung nicht besteht, ist den Unternehmern schon bei den Ver- Handlungen gesagt worden. Wie nun auch in der Versammlung von mehreren Färbern ausgeführt wurde, liegt die Sache so, daß es dem Färber bei der jetzt üblichen Bearbeitung und bei der Unreinheit der Felle tatsächlich nicht möglich ist, mehr zu leisten. Im übrigen waren die Unternehmer nicht einmal für die bescheidene Forderung zu haben, daß jedem Arbeiter wöchentlich ein Handtuch und Seife geliefert werden soll, obwohl doch diese Dinge für die Lieferung einer sauberen Arbeit unentbehrlich sind. Zur Forderung der Arbeitszeitverkürzung von 9M> auf 9 Stunden erklärten die Unternehmer, daß sie darauf nicht eingehen könnten, da aus Rücksicht auf die Konkurrenz von auswärts jede Minute der geltenden Arbeitszeit voll ausgenutzt werden müsse. Bei dem früher Feierabendmachen am Tage vor den hohen Festen wollten sie schließlich eine Stunde der ausfallenden Arbeitszeit vergüten, aber mehr nicht. Ferner äußerten sie das Verlangen, daß der neue Tarif auf vier oder auf fünf Jahre abgeschlossen werden sollte, wogegen die Arbeitnehmervertreter erklärten, daß sie mit Rück ficht auf eine so lange Tarifdaucr ihre Forderungen noch erst cm mal revidieren müßten, wenn die Arbeitgeber darauf bestehen wollten.— In der regen Diskussion, die dem Bericht folgte, zeigte es sich, daß die Glaceledcrarbeiter an ihren Forderungen festhalten und entschlossen sind, sie durchzuführen. Zur Teilnahme an den folgenden Verhandlungen wurden noch zwei Färber gewählt, um besonders die Interessen dieser Gruppe den Unternehmern gegen- über zu vertreten._ Zur Zigarrenarbeiterbewegung in Groß-Bcrlin. Nack, nahezu fünfmonatiger Dauer der Bewegung, nachdem die Mehrzahl der Unternehmer den berechtigten Ansprüchen der Zigarren- arbeiter und Wickelmacher wenigstens in etwas Rechnung getragen, sei nunmehr noch auf einen Punkt hingewiesen. Es ist Tatsache, daß eine ganze Anzahl von Zigarrengeschästen sowie Gastwirten und Kantincninhabern bisher Mittel und Wege ge- funden habe», den Forderungen auszuweichen. Sogar Lokale, die einen starken Arbeiterverkehr aufweisen, sind noch vorbanden, welche zum Empfang des grünen Plakats nicht berechtigt sind. In verklangen Zeit von 20 Wochen müßte es jedem Geschäfts- mann, der es einigermaßen ehrlich mit der Sache der Arbeit meint, gelungen fein, feine geschäftlichen Beziehungen so zu regeln, daß seine Ziqarrenbezüge nur noch Tariffirmen zugute kämen. Denn nur für viese Firmen kann das grüne Plakat ausgehändigt werden. Arbeiter. Parteigenossen! Beachtet die lonntäglichen Ver- öffenilichungen im„Vorwärts" I Fragt nach den grünen Plakaten, unterschrieben Alwin Schulze. Der Vertrauensmann der Tabakarbeiter. veutlcbes Reich. Auch ein Erfolg der Gewerkschaften. Die Handelskammer Mannheim erstattete dem Bezirksamt da» selbst ein Gutachten über den Wohnungsmarkt. Unter anderem kommt sie nach den ihr von den Industriellen zugegangenen Berichten zu dem Schluß, daß die Beschaffung von Arbeiterwohnungen durch die Unternehmer nachgelassen habe, weil sie im allgemeinen dabei keine günstigen Erfahrungen gemacht haben. Namentlich hätte der „Widerstand der Gewerkschaften" gegen die Fabrikwohnhäuser in Verbindung mit den teuren Bodenpreisen die Unternehmer veranlaßt, das Bauen von Arbcilerwohnungen einzustellen.— Der Widerstand der Gewerkschaften gegen die Fabrikwohnhäuser ist berechtigt. Wollen die Unternehmer helfen, den Mangel an Kleinwohnungen zu be« seitigen, dann mögen sie den Baugenossenschaften und Gartenstadt« gesellschaften Kapitalien zur Verfügung stellen. Tie Aussperrung der Schuhmacher in Wermelskirchen ist am Sonnabend, den 3. Februar in neun Betrieben vorgenommen war- den; in drei Betrieben wird die Aussperrung am Tonnerstag und Freitag erfolgen. Einschließlich der 62 Streikenden bei der Firma Jserhardt u. Kattwinkel werden bis zum Schlüsse der Wocke zirka 800 Arbeiter und Arbeiterinnen in den Orten Wermelskirchen, Hilgen, Burscheid und Dabringhausen durch die Aussperrung be- troffen sein. Tie Fabrikanten lehnen es ab, den Angestellten des «chuhmacherverbandes zu den Verhandlungen zuzulassen. AIS Grund für die Ablehnung muß hier die Stellungnahme des Orts- bcamten in der Stadtralssitzung vom 22. Januar gegen die Fabri- kanten, die die Verlegung des Fortbildungsschulunterrichts auf Sonntagvormittag haben wollten, herhalten. Die Fabrikanten ver- langen, die Organisation solle den Ortsbeamtcn veranlassen, seine Ausführungen, durch die die Fabrikanten sich beleidigt fühlen, zu- rückzunehmen. Der Vorsitzende des Zentralverbandes der Schuh- macher, Genosse Simon, erklärte jedoch den Fabrikanten:„Wir lehnen es ab. unseren Angestellten Vorschriften über ihre politische Tätigkeit zu machen."— Der Ablehnungsgrund der Fabrikanten ist nur ein Schcingrund, denn der Fabrikantenverband lehnte Ver- Handlungen über die Differenzen bei Jserhardt u. Kattwinkel bereits am 5. Januar ab, und am 20. Januar wurde den Ver- bandsmitgliedern gekündigt, unter Mißachtung der zwischen beiden Organisationen getroffenen Vereinbarung, nach der vor einer Aus- sperrung Verhandlungen zwischen den Verbänden stattzufinden haben."Die Fabrikanten wollten also schon am 20. Januar nicht mit den Organisationsvertretern verhandeln, während der Grund für die Ablehnung erst am 22. Januar gesunden wurde. Die Stimmung der Ausgesperrten ist ausgezeichnet nnd wird der Schlag, den die Fabrikanten gegen die Organisation unternehmen wollten, ein Schlag ins Wasser bleiben. £liis Induftm und Kandel.' Die internationale Zuckerkonferenz. Seit Wochen tagt in Brüssel die ständige Kommission der internationalen Zuckerkonvention. Die Ver- Handlungen drehen sich in der Hauptiacbe um den Antrag Rußlands, das einen höheren Anieil für feine Ausfuhr fordert. Eine Einigung kam bisher nickit zustande, gestern machten die deutschen Dele- gierten einen vermittelnden Vorschlag nnd beantragten, Rußland anstatt der verlangten Erhöhung seines EWortkontingentcS für 1911/12 um 300 000 Tonnen 150 000 Tonnen zu be- willigen. Da die russischen Delegierten diesem Vorschlage der deutschen Delegierten nicht bedingungslos zustimmen konnten, wurden von anderer Seite Vermitlelungsanträge gestellt: unter anderem wurde beantragt, Rußland zu gestatten, das verlangte PlnSquantum der A u s f u h r z i f fer auf mehrere Jahre zu verteilen. Schließlich hat sich die Kommission auf Mittwoch nachmiitag vertagt, um den russischen und deutschen Dele- gierten die Möglichkeit zu bieten, sich vvn ihren Regierungen In- struktionen zu holen. Für den Fall, daß eine Einigung am Mittwoch nicht erzielt werden kann, wird mit der Möglichkeit einer noch- maligen Vertagung der Kommission ans ein späteres Datum ge- rechnet, da die Zuckerunion erst.am 1. September 1913 erneuert werden muß. Die von Rußland geforderte Erhöhung seines Exportkontingents würde zu einer Berbilligung des ZuckcrS führen, daher der Wider« stand der übrigen Zuckerindustrie. Die deutsche Regierung vertritt natürlich die Interessen der Industriellen und nicht die des Volkes. Kleine Nachteile, die für einige Zuckerindustrielle eintreten würden, lassen sich infolge der großen Borteile, die den Zuckerkonsnmenten entstehen, leicht verschmerzen. Eine unerfreuliche Erscheinung. Die Hoffnung auf billiges Fleisch muß angesichts des Rückganges der Viehbestände wohl oder übel preisgegeben werden. Jetzt liegen die Ergebnisse der Zählung vom 1. Dezember 1911 aus dem Königreich Sachsen vor. Sie konstatieren einen beängstigenden relativen und absoluten Rückgang der Bestände. Wir veranschaulichen die Ent- Wickelung durch folgende Vergleiche. Es wurden gezählt: 1907 1911 Rinder.... 731 528 669059 Schweine... 744 517 705 739 Schafe.... 66 120 52 972 Ziegen.... 144 853 126 724 Trotz Bevölkerungszunahme bei allen Viebsorten ein beträchtlicher Rückgang. Diese Eniwickelung macht eine Erleichterung der Vieh« und Fleischeinfuhr zwingend notwendig. Rückgang in Prozent 9,3 5,3 24, S 14,3 Hetzte Nachrichten. Die Gctreidczölle in der französischen Kammer. Paris, 6. Februar.(W. T. B.) In der heutigen Sitzung der Kammer forderte der Sozialist Lauche von der Regierung die Aufhebung der Getreidczölle. Er stellte fest, daß die Getreideernte zufriedenstellend und eine Hausse ungerechtfertigt sei. Andere Deputierte forderten ebenfalls die Aufhebung der Zölle und verlangten, daß man der Spekulation entgegentrete. Auf Antrag des Ministers wird der Vorschlag Lauches an eine Kommission verwiesen._ Eiltigungsverhandlungen in der böhmischen Metallindustrie. Prag, 6. Februar.(P. C.) Zwischen den ausgesperrten Metallarbeitern und den Maschinenfabrikanten fand beute eine Konferenz statt, in der die Arbeiter sich zu einem fricd- lichen Uebereinkommen bereit erklärten. Man hofft, daß es in den nächsten Tagen gelingen werde, die Grundlage ftir eine Eini- gung zu finden._ Unfälle in der Aviatik. Paris, 6. Februar.V. Hierzu 3 Beilagen u.NnterhaltüngSbl. Ar. 3t. 29. Jahrgang. t Skülißk des.Amärls" Kttlim NcksdlM. Mwolh, 7. kebrnar l9t2. MgeorclnetenKaus. 7. Sitzung vom Dienstag, den 6. Februar, Uhr. vom Dienstag, vormittags 11 Am Ministertische: Dr. Lentze. Die erste Lesung der Novelle zum Einkommensteuergesetz Wird fortgesetzt. Abg. Cassel(Vp.): Eine dauernde Belastung der Bevölkerung mit den Sleuerzuschlägen ist bei unserer Finanzlage durch nichts begründet. Für schlechte Jahre haben wir ja den Ausgleichs- fonds. Zu th-sourieren brauchen wir nicht. Im Reiche wird zweifellos die Erbschafts st euer doch kommen, um die K o st e n der Wehrvorlage zu decken.(Lachen rechts.) Ihr Lachen ist nur der Ausdruck Ihrer Verlegenheit über Ihre falsche, unheil- volle Politik, durch die Sie um der Erbschaftssteuer willen den Fürsten Bülow gestürzt haben, eine Politik, deren Schläge jetzt auf Sie selbst zurückfallen.(Sehr richtig I links.)— Eine Einarbeitung der Steuerzuschläge in das Gesetz scheint ja nach den Erklärungen der Vorredner nicht auf Annahme rechnen zu können. Aber damit kommen wir nicht weiter. Wenn die Zuschläge nickt notwendig sind, müssen sie überhaupt wegfallen. Im anderen Fall wäre eine wirklick organische Aenderung des Gesetzes besser als die provisorische Beibehaltung der Zuschläge. Zu einer organischen Aenderung gehört vor allen« die Ouotisierung der Ein- kommen st euer, zuin mindesten des Mehrbetrages der Zuschläge. Die Hoffnung des Finanzministers, daß die Gemeinden die Prozentsätze heruntersetzen würden, kann ich nicht teilen, dazu sind die Anforderungen an die Gemeinden im Laufe der letzten Jahr- zehnte zu gros} geworden. Notwendig ist eine progressive Steigerung der ErgönzungSsteuer. DaS Kinderprivileg mutz ausgedehnt werden. Was die Freilassung der unter st cn Steuer st ufen bis 1600 Mark betrifft, so würde das allerdings einen Ausfall von 40 Millionen, die Freilassung der Einkommen bis 1200 Mark einen Ausfall von 28 Millionen bedeuten. Aber früher bat die R e- gierung selbst den Fortfall der Steuer bis 1200 M. Einkommen beantragt und nur an dem Widerstand dieses Hauses scheiterte damals diese Reform. Diesen abgerissenen Faden sollte man wieder anknüpfen. Nach der Belastung der grossen Massen durch die indirekten Steuern der Reichsfinanzreform ist es eine Pflicht der Gerechtigkeit, die Einkommen unter 1200 M. st e u e r f r e i zu lassen.(Bravo! links.)— Die Gefängnisstrafe für Steuerhinterziehungen ist durchaus gerechtfertigt; wer den ffiskus betrügt, ist genau so ein Betrüger wie jeder andere und chSdigt ausserdem nicht nur den Fiskus, sondern auch diejenigen, die ihr Einkommen richtig angeben. Vor allem muss den Landräten der Vorsitz in den Ver- anlagungskommissionen genommen und steuertechnisch gebildeten Beamten übertragen werden. Wenn die Regierung uns in dieser Frage nicht nackgibt, so ist das lediglich ein neuer Beweis für die Macht der Landräte und der Herrschaft der Reaktion in Preussen. Nur aus politischen Gründen weigern sich die Konservativen dieser Forderung nachzugeben und wir bedauern es, dass die Re> gierung sich diesen politischen Wünschen der Konservativen fügt. (Lebhafte Zustimmung links.) Abg. v. Saß-Jaworski(Pole) wendet sich gegen die dauernde Erhebung der Zuschläge; das angebliche Defizit sei nur ein Rechenkunststück. Abg. v. Dewitz(fk.): Eine Reorganisation der VeranlagungS behörden ist noiwcndig, vor allem durch Ausbau des Instituts der Stcuerkommissarien. Redner verteidigt des weiteren eingehend feinen Vorschlag auf Besteuerung des Vermögenszuwachses und Konjunkturgewinnes. Abg. Dr. Fricdberg(natl.): Die Finanzverwaltung wird das Defizit nicht eher los werden, als sie nicht das Extraordmarium auf Anleihe übernimmt. Wir sind nicht dafür zu haben, neue Steuern aus Vorrat zu bewilligen. Finanzminister Dr. Lentze: Wir können auf die 60 Millionen Mehraufkommen aus den Steuerzuschlägen nicht verzichten. Wir brauchen die Steuern nicht nur für den Augenblick, sondern für die Zukunft. Eine Revision der StenerveranlagungSkommissionen findet fortgesetzt statt. Abg. Waldstcin(Vp.): Die Regierung hat selbst zugegeben, dass sie die Vorlage nur eingebracht hat, gezwungen durch den Z 8 der Borlage von 1S0S. Es hätte aber zur Erfüllung der damals übernommenen Verpflichtung genügt, wenn die Regierung eine Ver» längerung d e s P r o v is o r i um s von 1909 beantragt hätte. Dafür hätte sie auch eher eine Mehrheit in diesem Hause gefunden. Doch müsste dann bestimmt werden, dass bei Ablauf des Provisoriums die Zuschläge wegfallen. Nach unserer Meinung könnten sie jetzt schon fallen. Redner befürwortet als neue Einnahmequelle die iBesteuerung industrieller Unternehmungen wie � Likörfabriken usw., die von religiösen Gesellschaften betrieben werden. Die Progression der Steuern ist nicht, wie Graf Spee meinte, ein 'taatssozialistischer Gedanke, sondern sie ist eine einfach selbstverständ- liche Forderung der Gerechtigkeit. Nach oben muss die Grenze nur insoweit beschränkt werden, dass nicht der egoistische Erwerbstrieb ab- getötet wird, nach unten muss das Existenzminimum frei- gelassen werden. Die Ausdehnung der Anzeigepflicht lehnen wir ab; sie führt nur zur Belästigung der Arbeitgeber.(Bravo I links.) Abg. v. Bockelbcrg(k.>: Die Progression der Vermögenssteuer lehnen wir ab; diese Einnahmequelle werden wir uns vor- behalten für Zeiten der Not. Die Frage der Organisation der Ver- anlagungsbehörden darf nicht vom rein steuertechnischen Standpunkt aus beurteilt worden. Wir haben die schwersten Bedenken dagegen, dem L a n d r a t den Vorsitz in den Veranlagungskommissionen z u nehmen. Herr Hirsch hält es für zu viel, wenn Arbeiter mit einem Einkommen von 900 Mark 6 Mark Steuern zahlen sollen, aber die Partei sowie die Gewerkschaften genieren sich gar nicht, den Arbeitern viel höhere Steuern aufzuerlegen.(Sehr richtig l rechts.) Die Behauptung des Herrn Cassel, dass die Landräte mit ihrem Amt als Vorsitzende der VeranlagungS- kommiffionen politischen Mihbrauch treiben, weise ich auf das entschiedenste zurück.(Bravo I rechts.) Ein Schluhantrag wird angenommen. Die Vorlage geht an eine Kommission von 28 Mitgliedern. Abg. Graf v. Spee(Z.): Wie recht ich mit meiner gestrigen Be- hauptuug von der sozialistischen Gefahr gehabt habe, haben mir die nackfolgenden Ausführungen des Abg. Hirsch bewiesen. Im übrigen irrt sich Abg. H i r s ck, wenn er aus meinen Worten den Schluss gezogen hat, dass ich für die Besteuerung landwirtschaftlicher Genosiensckaften bin. Abg. Hirsch(Soz): Ich gebe zu, dass ich bezüglich der Be- steuerung der landwirtschaftlichen Konsumvereine den Grafen Spee falfch verstanden habe. Ich habe eben seinen Gerechtigkeitssinn überschätzt.(Heiterkeit links.) Im übrigen nehme ich mit Genugtuung davon Kenntnis, dass ich für den Grafen Spee oberste Autorität bin.(Heiterkeit.) Damit ist die Tagesordnung erledigt. Nächste Sitzung: Mittwoch 1 Uhr(Initiativanträge betr. die Aufbesserung der Altpensionäre und Regelung des VerdingungS- wefens.)_ Schluss i'/r Uhr. Kleines feuilleton. Hinrichtung. Sachsen, das sich in Dingen der Verwaltung und Justiz durch ein Unmass von Gemüt auszeichnet, ist für jede Oppo- sition von nicht zu unterschätzender agitatorischer Bedeutung. So hat eS jüngst wieder bei einer Hinrichtung eines Raubmörders Werl volles Material zur Abschaffung der Todesstrafe geliefert. Um sich die Szene zu vergegenwärtigen, muh man sich abge- tvöhnen, bei dem Wort„Gefängnishof" an etwas Ausserordentliches zu dchiken. Ein Gefängnishof ist schliesslich ein Hof wie jeder andere, nur fehlt die Teppichklopfstange, und er wirkt vielleicht ein bisschen grau und trübselig durch die Gitter, mit denen die Hoffenster der umliegenden Gebäude versehen sind. Aber er ist doch ein Hof, mit Steinen gepflastert, er steht auf ebenderselben Erde wie wir... Nun denke man sich, eine Tür öffnet sich und pe zerren einen Menschen heraus, der soll sterben und will nicht.(Sein Opser wollte eS auch nicht— also wozu die Sckeusslichkeit wiederholen?> Der Staatsanwalt, Beamter bis in die Schnurrbartspitzen, liest dem Halb> irren, vor Angst Vertierten, etwas vor,. von lemem Be gnadigungSrecht keinen Gebrauch geniacht"... er wird iiberbrullt, überkreischt von dein Tollen, der sich abquält und sich windet unter den Fäusten der Scharfrichterknechte. Dieser hier(Göhlert hiess er wohl) rief zum Beispiel, man habe ihn unschuldig verurteilt, dre Justiz solle sich das merken, er habe das auch an seine Frau ge schrieben, irres Zeug, hervorgesprudelt von einem Tier, einem Tier. Unter den Zuschauern befanden sich d r e i S ö h n e und ein Schwiegersohn der Erniordeten!— Ich bin überzeugt, eS war auch ein Pfaffe da mit der Bibel: Richtet nicht, auf dass ihr nickt gerichtet werdet I— Was die Söhne wohl bei dieser Scheusslich- keil gedacht haben?— Rache? Befriedigung?— Im ganzen waren es diesmal nur 60(sechzig) Zuschauer. Bei Grete Beier fand ja ein kleines Volksfest statt: damals zierten 200 � Diesmal war eS ein kleines, aber gewähltes Publikum, das den spannenden Vorgängen auf der Bühne mit Interesse folgte und nach Eckluss der Aufforderung der Beamten Folge lelslend, sogleich den � Mso-'c'-e massige Vorstellung. K. T Wilhelm TZlsche hielt am Sonntag in der Singakademie der ersten seiner diesjährigen Vorträge. Die Art, wie er den Stof meiitert ist vortrefflich. Er gibt nicht bloss nackte Tatsachen, womit die Wissenschaftler die Zuhörer nur zu oit totschlagen. Er gestaltet nach einen, wohldurchdachten Plan, gibt Ausblicke. Verknüpfungen. Das Thema wird nickt erschöpft, aber abgerundet, im Rahmen seiner kulturellen und philosophische» Bedeutung behandelt. Die Teilnahme wird sofort wach, weil man merkt, dass cm Problem aufgeworfen wird, an dem man selber milarbeiten kann. DieSage vom Drachen im Lichte der Natur- forsch un g hatte Bölsche zum Gegenstande seiner Betrachtung ge- macht. Das fabelhafte Tier spielt seit altersher seine Rolle in den Sagen und mythologischen Vorstellungen der Völker. Es nimmt Hm der Partei» parlamentarisches. Die Budgetkommission des Dreiklassenhauses beschäftigte sich in ihrer letzten Sitzung zunächst mit der Moor- kultur, für die im laufenden Jahre 145 Millionen Mark aus- gegeben werden sollen. Der Landwirlschaftsminister v. Schorlemer verwies darauf, dass Preussen seit 1858 über 400 Millionen Mark für Moorkultur ausgegeben habe. Dann beschäftigte sich die Kommission mit der Denkschrift über die innere Kolonisation. Dabei entspann sich eine Debatte über die Arbeiteransiedelungen im Osten. Von verschiedenen Parteien wurde erklärt, dass die Arbeiteransiedelungen sehr geringe sind, weil es an zweiten Hypotheken fehle. Dagegen wurde wieder auf die Gewährung solcher Hypotheken durch die Landesversichernngsanstalt hingewiesen. Ein fortschrittlicher Redner forderte die Ansiedelung der Arbeiter besonders für Ostpreussen wegen der dort besonders un« günstigen Bevölkerungsverhällnisse. Der preussische Minister erklärte, dass die preussische Regierung für jede Ansiedelungsstelle 800 M. als nicht rückzahlbare Beihilfe gebe. 1907'seien 2776 Arbeiterstellen geschaffen worden. Dagegen lehnte das Finanzministerium das Er suchen ab, dass sich der Staat mit einer niedrigeren Verzinsung der den Ansiedlern geliehenen Gelder begnügen wolle. Das Wahlrecht zu den Stadtparlamenten. Der Abg. P o r s ch hat mit Unterstützung des Zentrums zwei Anträge gestellt, die sich auf die Einführung der ge- Heimen Wahl bei den Wahlen zu den Stadtverordneten» Versammlungen und zu den �Landvertreterver- sammlungen beziehen. Mehr als überflüssig! Im Inseratenteil der„Neckar-Zeitung' findet sich zwischen der Anpreisung von Haustrinkkuren, der Wichse Gentol und vierprozentiger deutscher Rcichsanleihe wie vierprozentiger preussischer KonsolS in besonders auffälliger Schrift folgende Danksagung: Den Wählern des 3. württ. Reichstagswahlkreises, die mir am Stichwahltage des 22. Januar einen so überaus stattlichen Beweis ihres Vertrauens gegeben haben, insbesondere auch denen der Fortschrittlichen Volkspartei, die nach schwerem Vorkampfe daS politische Gesamtinteresse des Volkes entscheidend in die Wagschal» der Abstimmung legten, sage ich hiermit aufrichtigen und herz- lichen Dank. Ich werde mich bemühen, dieses Vertrauen auch zu verdienen, um es der von mir vertretenen Sache dauernd zu erhalten. Hcilbronn, 24. Januar 1912. Franz Feuerstein. Die„Neckar-Zeitung" ist ein bürgerliches Blatt. Franz F e u e r st e i n ist der sozialdemokratische Kandidat, der im Kreise Heilbronn-Besigheim gewählt wurde. Ein solcher Dankbarkeits-lleberschwang eines Sozialdemokraten in einem bürgerlichen Blatte ist noch deplacierter als die Dank- ugung des Genossen Erdmann in einem Parteiblatte. Es handelte ich bei den Wahlen um ein einfaches, nüchternes politisches Geschäft, bei dem die Sozialdemokratie in der Mehrzahl der Fälle der gebende Teil war. Zu solchen Gefühlsduseleien lag also nicht die geringste Veranlassung vor. Da wir übrigens gerade in der Nähe sind, möchten wir dem Neckar-Echo", das überhaupt gut daran täte, Parteipolemilen etwas zurückhaltender zu führen, doch noch bemerken, dass die Art seiner Polemik gegen uns die notwendige Loyalität leider völlig vermissen lässt. Das„Neckar-Echo" kann unserthalben seinen Lesern auftischen, uns seien die süddeutschen Verhältnisse nicht genügend bekannt. Es hat aber kein Recht, den Lesern sorgfältig alles vorzuenthalten, was wir gesagt haben und sie so um die Möglichkeit eines selb- st ä n d i g e n Urteils zu bringen. Denn gerade das ist der Zweck jeder Parteidiskussion und die Redakteure haben die Leser nicht zu bevomiunden und ihnen nicht ihre fertige Meinung aufzli- oktroyieren, sondern ihnen die Mittel zu liefern, um sich selbst ein Urteil bilden zu können._ Aus den Organisationen. Die zunehmende Erstarkung der Partei« und Gewerkschafts- organisationen in Breslau erheischt dringend eine Erweiterung des eigenen Heims der Breslauer Arbeiterschaft. Infolgedessen wurde in einer Versammlung aller Partei- und Gewerkschaft?- funktionäre beschlossen, spätens am 1. April d. I. mit dem Um- bezw. Erweiterungsbau des Gewerkschaftshauses zu beginnen und die hierzu noch fehlenden 160 000 M. aus den Reihen der Arbeiter- schaft aufzubringen. Von Privatkapitalisten war eine Hypothek in dieser Höhe nicht zu erlangen, obwohl die Breslauer Arbeiterschaft schon 122 000 M. eigenes Geld für den geplanten Erweiterungsbau zur Verfügung shat. Die noch fehlenden 160 000 M. sollen durch Anteilscheine und Beiträge der Gewerkschaften aufgebracht werden. Geplant ist, den grossen Saal durch Anbau eines kleineren Saales so zu vergrössern, dass beide Säle zusammen 2500 Personen fassen. An der Strassenfront sollen vorläufig zwei Wohnhäuser mit Restaurations-, Bureau- und Wohnräumen sowie Herberge errichtet werden. Zwei weitere Wohnhäuser sollen später errichtet werden. Ebenso ist die Errichtung der Parteidruckerei nach Ablauf des noch bis zum Jahre 1915 laufenden Vertrages auf dem Grundstück des Gewerkschaftshauses in Aussicht genommen. Also in Jahresfrist werden die Breslauer Arbeiter sich aus eigenen Mitteln ein Heim geschaffen haben, das zum Zeutralpunkt der gesamten Arbeiter- bewegung von Breslau werden wird. Der sozialdemokratische Verein BreSlau»(Land)»Reu- in a r k t ist jetzt so erstarkt, dass am 1. April ein besoldeter Partei- sekretär angestellt werden soll. ganz bestimmte Formen an, die immer wiederkehren: bei den Babyloniern nicht minder wie in den ältesten bildlichen Dar- stellungen der im 16. Jahrhundert erwachenden Tierkunde. AuS den Folianten des eifrigen Sammlers von Tiernachrichten Conrad Gessners wurden eine Reihe von Drachengestalten im Bilde vor- geführt. Ein gestreckter schlangenähnlicher Körper mit zwei oder vier(manchmal vogelartigen) Füssen, mit fledermausartigen Flügeln und womöglich mit Stacheln am Schwänze— das ist der Gesamt- eindruck, der sich wiederholt. Ist das nun alles blosse Fabel oder auch Symbol? Oder liegt etwas Wirkliches zugrunde? Und nun zeigte uns Bölsche eine Tier- weit, die so fabelhaft erscheint, wie unsere Vorstellung vom Drachen, die aber vor fünf oder sechs Millionen Jahren gelebt hat und in vielen Zügen an unser Drachenbild erinnert. Die riesigen Geschöpfe der Kreidezeit, deren Knochen in unseren Museen erhalten sind, wurden uns in den nach wissenschastlichen und künstlerischen Methoden vorgenommenen Rekonstruktionen(nach Osborn und Härder) mit zum Teil farbigen Lichtbildern vorgeführt. Die zehn Meter langen Trachodonten, die Stegosaurier mit ihrem Schwanzgehirn, die mit Riesenschwänzen, aber ganz kleinen Köpfen ausgestatteten Brontosaurier, alle diese pflaiizensresjcnden Kolosse— und auf der anderen Seite ihre Feinde die Allo- und Tyrannosaurier, ivahre Spriilgungetüme wurden da wieder lebendig. Auch das Urbild einer Seeschlange von 8—12 Meter Länge, die fischartigen und vogelartigen Tiere, darunter der Pterodaktylus mit seinen Fledermausflügeln und vor allem der Flngdrachen, die vollendeste aller Flugmaschinen, wurden uns vorgeführt. Alle diese merkwürdigen und übergrossen Tiere sind au? gestorben, nur hier und da haben sich(andere) Tierarten dieser Epoche bis in die historische Zeiten gehalten. Aber vielleicht haben doch Nachzügler dieser Vorbilder unserer Drachen biS in die Zeiten gelebt, da der erste Mensch mit Schrecken sie sehen und jahrtausende lang den Eindruck weitergeben konnte. DaS Theater der Wiener Freie» Volksbühne wird im Herbst 1912 eröffnet. In der Vereinszeilschrift.Der Strom" wird daS Programm entwickelt; „Dieses Haus— heiht es dort— wird nach unseren i dürfnissen und Wünschen gebaut, die Schauspieler werden nach unserem Geschmack und unserem Repertoir engagiert werden, keine Kuliffe wird auf dieser Bühne stehen, die wir nicht selbst bestimmt haben. Endlich werden wir darangehen können, die Klassiker in guten Aufführungen herauszubringen! Eine Volksbühne ohne Shakespeare i st ein Unding. Auf viele moderne Dramen muhten wir bisher verzichten, weil die Verleger sie uns nur die Nachmittagsyprstellungcii nicht überlassen wollten. Um unser eigenes HanS— und das ist vielleicht die hellste Perspektive!— werden sich viele junge Dichter natürlich gruppieren. Der Spielplan unseres Theaters wird jede Gattung umfassen, mit Ausnahme der banalen und langweiligen. Das alles setzt vielseitige Schauspieler voraus. Wir werden sie aus der Suche durch ganz Deutschland finden." Die Volksbühne hat jetzt 16 000 zahlende Mitglieder. Die Ver- waltung ruft die Mitglieder auf, bis zum Sommer die Stärke des Vereins zu verdoppeln. 35 000 Mitglieder sind nötig, damit die Theater wirklich das Haus der Volksbühne sei. 8000 davon will das Sekretariat selbst aufbringen, so dass jedes Mitglied nur einen Käme- raden zu werben hat. Mufir. Die„Komische Oper" tat recht darun, in einer Neuein» studierung einen ungebührlich zurückgesetzten Komponisten der Romantikerzeit wieder zu Ehren zu bringen. Heinrich Marschncr, der getreueste Fortsetzer Webers und einer der Vorläufer Wagners, ist jetzt nur noch durch sein dramatisches Hauptwerk„HanS Heiling" Mannt. Seine Jnstrumentalwerke sind ganz vergessen; seine laug beliebte Oper„Templer und Jüdin"� schwindet dahin, und seines dritten dramatischen Meisterwerkes, des „Vampyrs", erinnern wir uns vielleicht noch aus unserer Jugend. Dass es jetzt hervorgeholt wurde, geschah wohl um eines berühmten Baritons willen, den ein schlecht besuchtes Theater zur Aushilfe ruft. Heut ist man gewöhnt, bei der kleinsten Wendung des Textes das Orchester sich gcberdcn zu hören, als ginge die Welt unter. Kommt aber bei Marschncr der Vampyr, der drei reine Mädchen den Höllischen opfern mutz, um eine Gnadenfrist zu er- langen, so rollen ein paar Läufe hinauf und hinunter. Das ist nicht modern. Aber welche Gediegenheit liegt in der hier auf- gewendeten Musik— kein falsches Pathos— noch weniger kon- ventionelle Fügungen als bei Mozart— stets künstlerische Ver- uunft— von den Melodien gar nicht zu sprechen. Fast vergisst man die unfreiwillige Komik des Textes. Der Tiefstand der„Komischen" hat sich nicht gehoben. Man kann einem Künstler wie Franz Egenieff nur wünschen, dass ihn ein derartiges Ensemble nicht herunterziehe. Und wiederum die vereinzelten Tüchtigen, gerade in kleineren Partien! So Else Osten, so auch Lilly Küster, die nur eben noch nicht für die ganze, ihr übrigens zu tief liegende, Rolle zureicht, so endlich ein Buffotenor Alfred Tewis. Auch ein Quartett— das allbcliebt gewordene Lied:„Im Herbst, da mutz man trinken"— und die Chöre gingen nicht übel. Ganz ist eben künstlerisches Material und Wollen nicht umzubringen. Notizen. Führungen im Museum für Naturkunde (Jnvalidenstr. 43). Sonntag, den 11. und 18. Februar, finden von 10)� Uhr ab Führungen unter Leitung von Beamten statt; in der zoologischen Abteilung wird behandelt 1. Die Mechanik des Schwimmens, 2. Ter Vogelflug; in der geologisch-paläontologischen Abteilung Uebersicht über die Geologie von Deutschland, und in der mineralogisch-petrographischeit Abtsilung 1. Die Mineralbil- düng in Quellen, Seen und Meeren, 2. Zinn. Wolfram, Uran, Platin. Karten zu 30 Pf. und für Mitglieder von Vereinen und Studierende zu 15 Pf. beim Pförtner des Museums. Der Zcntialwahlvcrcm ObcrLarniul hielt am Sonntag in Wriczen seine Äreisgeneralversannnlung cB. Der Vorsitzende, Genosse Gräbcrt, gab einen Rnckblicl aus die Reichstagswablein Zum Schlüsse seiner Ausführungen kam er auf das am Stich iv ahltage in einigen Teilen des Kreises verbreitete Flugblatt zu spreche», worin der bekannte Aufruf des konservativen Wahlkomitees für Oberbarnim zur Wahlenthaltung, unterzeichnet vom Grafen von der Schulenburg-Grünthal und vonKreich-Schulzendorf, enthalten ist mit dem Hinweise, den Aufruf strikte zu beacbten oder den sozial- d e in o kra t i s ch e n Kandidaten zu wähle». Diese Aufforderung ist unterzeichnet:„Das nationale Wablkomitce EberS- Wälde", Unter Hinweis aus einen Artikel im„Berliner Tageblatt" über dieses Flugblatt, erklärte Genosse Gräbcrt, dafz er und der ganze Kreisvorstand, die Wahlleitinig wie überhaupt alle leitenden und verantwortlichen Personen mit der Herausgabe dieses Flugblatts selbstverständlich nicht das geringste zu tun hätten. Ihm sei daS Flugblatt überhaupt erst jetzt zu Gesicht ge- kommen. Die liberale Presse möge sich hüten, Verdächtigungen aus- zusprechen, die sie nimmermehr beweisen könne. Die Sozialdemo- kratie arbeite und kämpfe nicht init solchen Waffen. In dieser Flngblattaiigclegeuheil bringt die„Brandenburger Zeitung" noch folgende Erklärungen: linier der Stichmarke„Ein nationales Wahlkomitee für die Sozialdemokratie" nimmt das„Verl. Tagebl." in Nr. 64 eine Erklärung� des G-iicralmaiorS von Zeppelin- Eberswalde auf, worin dieser auf ei» Flugblatt hinweist, das am Stichwahllage in Obcrbarnim verteilt worden ist und das die Unterschrift„Nationales Wahlkomitee" trägt. Der Unterzeichnete als Leiter des sozialdcino- kratischen WahlkomitrcS in EbcrSwaldc erklärt, dast ihn, dieses Flug- blatt erst am 4. d. M. bekannt geworden ist und daß er der Heraus- gäbe fern steht. Alle für die Wahl von uns herausgegebenen Schrift- fachen sind durch nieine Hände gegangen. W. Ulm- Eberswalde. Der hier vom EberSlvalder Wahlleiter abgegebenen Erklärung schließe ich mich an. Auch mir ist daS fragliche Flugblatt bis zum heutigen Sonntag unbekannt gewesen. Wriezen, 4. Februar 1Sl2. R. Gräbert, Bors, des Zentralwahlvereins Lberbarnim. Soziales. Straßenbahnfiihrer und Alkohol. Einer der verantwortungStwllsten Berufe ist zweifellos der der Straßenbahnführer.„Tie Verantwortung, die heutzutage einem Wagenführer der„Elektrischen" in den belebten und teilweise engen Straßen der Großstadt auferlegt ist"— so spricht sich der Verkehrs- inspektor der Städtischen Straßenbahn in Köln, Herr R. Krüger, in Nr. 44 der.Deutschen Straßen, und Kleinbahnzeitung" aus— „steht wohl derjenigen eines Lokomotivführers nicht viel nach. Ein unbedachtsamcr� Griff an der Schaltkurbcl, und ein Unglück m-it unabsehbaren Folgen kann passieren!" So stellt dieser Beruf an die Klarheit des Denkens und Urtcilens, an die Schnelligkeit des Eni- schließenS und Handelns besonders große Anforderungen. Darum lassen sich einsichtige Verwaltungen gerade von derartigen Verkehrs- austeilten' die Einschränkung des ÄlkoholgcnusseS angelegen, sein. Als vorbildlich verdienen in dieser Hinsicht, schreibt der Deutsche Verein gegen den Mißbrauch geistiger Getränke, die Wohlfahrts- eiurichtungen der Städtischen, Straßenbahn in Köln weithin bekannt zu werden. Verkchrsinspcktor Krüger macht darüber an der genannten Stelle sehr interessante Mitteilungen. Zuerst wurde in Verbindung mit einem größeren, Milchlieferunten auf einein der Slratzcnbahnhöse der Verkauf von abgekochter, sterilisierter Milch eingerichtet. Da das Resultat über Erwarten günstig toar, wurde die Einrichtung des Milchverkaufs auf sämtlichen Straßenbahnhöfen vom t. Juli 1908 ab angeordnet. Die Milch, konmnjt zu billigein Preis in luftdicht verschlossenen' Flaschen zur Ausgabe und hält sich bei jeder Temperatur mindestens 24 Stunden in genutzmhigein Zu- stände. Das Ergebnis war ein vorzügliches, in dem ersten Monat wurden schon 2708 Liter abgesetzt. Hierdurch ermutigt, schuf man Gelegenheit, neben der Milch für wenige Pfennige eine schninckhafte Tasse Bouillon zu bekommen. Es wurden zu billigem Preis Bouillonwürfel geliefert und in den Personalräumen, dafür gesorgt, daß stets heißes Wasser und Tassen zur Verfligung stehen. Auch hier zeigte der enorme Verbrauch an Bouillonwürfeln, daß die Ein- richtung Anklang im, Personal gefunden hatte, tourden doch von diesem, i» den beiden ersten Monate» 7022 Stück Bouillonwürfel getauft. Wenn nun auch die beiden ermähnten Maßnahmen für die kühle Jahreszeit das Pcrfonal in jeder Beziehung zufriedenstellten, so zeigte sich doch für die heiße Jahreszeit noch das Bedürfnis nach einem anderen Erfrischungsgetränk, und so wurde denn zunächst, ebenfalls imt gutem Erfolg— Verkauf von 27 568 Flaschen in den ersten 3 Monaten—, billige Lieferung von Selterwasser und Setter- wasscrlimonvden durch den Besitzer der Selterwaffer-Häuschen ins Werk gesetzt. Doch besser noch bewährte sich, der Ausschank dieser Getränke mittels eines Autvniaten, der gegen Einwurf eines 10-Pfennigstückcs ein schmackhaftes, gut temperiertes Glas Sclter- wafserlimouade(mit reinem Fruckstsaft) oder aber reines Sclter- wafser gegen gleichzeitige Rückgabe eines 2-Pfenn „Wahrheit" abgelehnt hatte, gab die BerufungSkammer«S cm Teil dieser Anträge statt. Als Zeugen waren geladen, der Verleger der „Welt am Montag", Hering, Schriftsteller Dr. Böttcher, die als Zeugen im Bruhnprozeß aufgetreten waren und Staatsanwalt Leisering, der im Bruhnprozeß die Anklage vertreten hatte. Als Sachverständige hatte das Gericht den gerichtlichen Gutachter für Presseangelegeilheiten, Dr. Grosser, und der Verteidiger den Chef- redakteur der„Berliner Volkszeitung", Vollrath, geladen. Vor diesem Forum konnte also der Kläger Bruhn der Beweiserhebung über sein Treiben in der„Wahrheit" und der Würdigung desselben in dem Erpresilingsprozcß nicht ausweiche». Einstweilen ist er allerdings »m diese ihm gewiß nicht angenehme Erörterung herumgekommen. Sein Vertreter. Rechtsanwalt Bredereck, stellte einen Ablehn ungs- an trag gegeir die ganze Kammer.(Landgerichts- dircktor Neiienfeld, Landgcrichtsräte Thieme und Hart.) Er be- gründete den Antrag damit, daß dieselben Richter eine Privatklage Bruhn gegen die„Tägliche Rundschau" verworfen hätten und zwar mit einer Begründung, die der Persönlichkeit des Klägers eine so subjektiv gehaltene Beurteilung zuteil werden lasse, daß er ein objektives Urteil von dieser Kammer nicht erwarten könne, ES komme noch hinzu, daß für den gegenwärtigen Prozeß nur solche Zeugen und Sachverständige geladen worden seien, von denen eine ultgüitstige Beurteiliiiig des Klägers zu erwarten sei. Der Vorsitzende wandte ein, dem Anwalt des Klägers sei doch die Ladung der Zeligen und das BeweiSthema lange genug bekannt gewesen, er hätte also Gegenzeugen beiiennen können. Da daS Gericht in längerer Beratung nicht zu der Ansicht kommen konnte, daß der Ablehnungsantrag nur der Verschleppung wegen gestellt ist, so blieb nichts übrig, als die Verhandlung zu vertagen, damit erst ein anderes Richterkollegium über den Ab- lchnungSantrag befinden kann._ Ein geuieiiigeföhrlicher Kindcrfreund tourde gestern auf mehrere Jahre unschädlich gemacht. Aus der Ulitersuchlliigshast wurde der Gelegenheitsarberter Franz Florian vorgeführt, um sich vor der zweite» Strafkammer des Landgerichts I wegen Sittlichkeitsverbrechens zu verauttvorten. Der Angeklagte ist schon ziveimal wegen des gleiche» Verbrechens vorbestraft und zwar mit zivei Jahre» Gefängnis und dann mit künf Jahren Zuchthaus, Mitte Dezember vorige» Jahres wurde er i*i«dc_rum bei der Berti bung eines gleichen Attentats anf die sechsjährige Charlotte L, überrascht und der Polizei übergeben. Kurze Zeit daraus erkrankte daS Kind an einer Krankheit, an der auch der Angeklagte litt. Das bedauernstverte Kind mußte deshalb bis jetzt dem Schulunterricht fern bleiben. Vor Gericht behauptete der Angeklagte, seinerzeit be- trunken gewesen zu sein und von nichts mehr zu wisse». Die Beweis- aufnähme ergab jedoch, daß der Angeklagte keineSsalls betrunken ge- wesen ivar. Mit Rücksicht auf die außerordentliche Schwere und Gemeingeiährlichkeit der Tat de? Angeklagten erkannte das Gericht auf fünf Jahre Zuchthaus und sechs Jahre Ehrverlust. Aus Fahrlässigkeit zum Mörder geworden. Zu den, Gerücht von der E r m o r d u n g e i» e r F r a u hatte die Tat eines leichtsinnigen jungen Burschen Anlaß gegeben, welcher durch daS unvorsichtige Umgehen mit einer Schußwaffe ein Menschen- leben vernichtet hatte. Wegen fahrlässiger Tötung hatte gestern die 3. Strafkammer dcS Landgerichts III unter Borsitz des LandgerichtsdirektorS S e h m e r gegen den 13 jährigen Schlosser Friedrich Schumann aus Spandau zu verhandeln.— Am 28. August v. Js. wurde dem Kriminalkommissar Markus in Spandau gemeldet, daß an der Falkenhagener Chaussee die Leiche einer älteren Frauensperion liege. Mehrere Polizeibeamte begaben sich sofort dorthin und erkannten in der Toten die 48 jährige geschiedene Frau Minna W o l s ch k e aus Spandau wieder. Die Tote, die eine Schußwunde in der Herzgegend aufwies, war der Polizei auS verschiedenen Diebstahlssacheu bekannt. Sie war dem Trunk ergeben und lebte seit einiger Zeit mit einem Invaliden Böhm zusammen. Neben der Leiche lag die zertrümmerte Schnaps- flasche und mehrere Butterbrote. Trotzdem die geringe» Habselig« keilen bei der Toten gefunden wurden, tauchte doch die Vermutung auf. daß die W. einem Verbrechen zum Opfer gefallen sei. Der zu- erst der Tat verdächtigte Böhm konnte sein Alibi einwandfrei nach- loeise». so daß jeder Verdacht gegen ihn hinfällig wurde. Die Recherchen nach dem Täter blieben ohne Erfolg. Auf die Mit- teiluiigeu verschiedener in der Gegend wohnhafter Personen, daß dort wiederholt von jungen Burschen geschossen worden sei, nahm die Polizei nach der Richtung hin die Ermittelungen wieder auf. daß die Frau möglicherweise durch die Tat eines fahr- lässigen Schützen ums Leben gekommen war. Es wurden deshalb mehrere Polizeipatrouillen in jene Gegend geschickt, um dort auf verdächtige Personen zu fahnden. Bei dieser Gelegenheit wurde u. a. auch der jetzige Angeklagte Schumann festgenommen, der auch, als man ihm die Tat ans den Kops zusagte, sofort eingestand, die Frau aus Fahrlässigkeit erschosien zu haben. Er gab an, daß er sich für 50 M. eine Browningpistole und 100 Kugelpatronen gekaust und »nl dieicr dann in der Heide an der Falkenhagener Chansse Schieß- Übungen unternommen habe. Als er plötzlich eine Person auf- tauchen sah, habe er die Pistole schnell wegstccken wollen. In diesem Augenblick habe sich die Waffe von selbst entladen. Als er hörte, daß die Frau zu Boden fiel, sei er vor Angst schnell davongelaufen. — Poe Gericht bekundete der Kreisarzt Dr. A u st- Nauen, der in Ge- mcinschaft mir dem Mcdizinalrat Dr. Hofsmann die Obduktion der Leiche vorgenoininen hatte, daß die Kugel da« Herz durchbohrt lind dies den sofortigen Tod der Frau zur Folge gehabt halte,— Bor Gericht gab der Angeklagte an. daß er mit der Pistole gespielt habe; hierbei sei plötzlich der Schuß losgegangen. SlaatöanwaltSrat Reiner wies auf die betrübende Tatsache hin, daß eS trotz aller Maßnahmen leider immer noch möglich sei. daß sich jeder dumme Juuge in den Besitz einer so gefährliche» Waffe setzen könne. Mit Rück- ficht ans die grobe Fahtlässigkeit deS Angeklagten beantragte er ein Jahr und vier Monate Gefängnis, Das Gericht erkannte auf neun Monate Gefängnis unter Anrechnung von fünf Monate» der erlittenen Untcriuchtlngshast. Da sich die anwesende Mutter des Angeklagten bereit erklärte, ihn wieder auf- zunehmen, wurde er auch aus der NiltersuchungShaft entlassen. Versammlungen» Die Verwaltung Berlin deS Zcntralverbandes der Bäcker und Konditoren hatte zum Sonntag nach den„Arniinhallen" eine Generalversammlung einberufen, die überaus stark besucht war. Ter Geschäftsbericht für das Jahr 1911, der gedruckt vorlag, wurde pom Vorsitzenden Schneider und dem Kassierer Barth»och mündlich erläutert. Das Jahr 1911 war eines der bewegtesten für den Verband, da die schon im Jahre 19l0 wiederholt angeregte Lohnbewegung gleich zu Beginn des Jahres einsetzte, und bei der es infolge des Verhaltens der im Zweckverbandsgebiet bestehenden Bäckerinnungen zum Kampfe tam. Die Großbetriebe mit ihren Arbeitern schieden dabei fast alle aus, weil es schon vor Ausbruch des Streiks mit den Inhabern der Großbäckereien zur Einigung kam, so daß bei Ausbruch des Streiks die Situation folgende war: In 30 Großbetrieben mit 934 Arbeitern waren die gestellten Bc- dinguilgcn erfüllt. Für 670 Arbeiter in 28 dieser Betriebe waren 5071 Stunden Arbeitszeitverkürzung pro Woche und 877 M. Lohn- erhöhung pro Woche neu erreicht worden. Außerdem für 148 Ar» heiter in 11 Betrieben ein drei- bis achttägiger Sommerurlaub. Für 110 Arbeiter in fünf Beirieben wurde die achtstündige Arbeits- zeit, für 145 Arbeiter in sockst Betrieben, die zuvor niemals be- willigten, der 36stündige Ruhetag erreicht, und zwar für 48 Arbeiter in drei Betrieben alle Woche, für 65 Arbeiter in zwei Betrieben alle zwei Wochen und für 32 Arbeiter in einem Betriebe in zwei Wochen drei Ruhetage. Nachdem so mit den Großbetrieben eine Einigung erzielt war. wurde dann der von dem Einigungsamt ge- fällte Schiedsspruch, der von den Innungen abgelehnt worden war. mit einigen Verbesserungen am 24. Mar an 3412 Belriebe in Berlin und 67 Vororten mit 7500 Beschäftigten gesandt. Am 26. Mai wurde der Streik beschlossen, an dem sich 5337 Arbeiter beteiligten. Am nächsten Tage waren es aber nur noch 1940, weil inzlvischen 1617 Betriebe mit 3397 Gesellen und 417 Lehrlingen die Forderungen bewilligt hatten. Am 6. Juni hatten 2209 Betriebe mit 4833 Gesellen und 580 Lehrlingen den Tarif anerkannt. Im Streik standen nur noch 674 Gesellen. Das waren weniger als zu Zeiten normaler Arbeitslosigkeit. Deshalb wurde der Streik an diesem Tage für beendet erklärt. Etwas länger und schwieriger gestaltete sich die Lohnbewegung in Spandau, bei der es ebenfalls zur Arbeitsniederlegung kam. Die Ausständigen wurden sämtlich in Berlin untergebracht und über die Betriebe, die nicht bewilligt hatten, der Boykott verhängt. Konnte dieser Kampf nicht wie in Berlin mit einem glänzenden Erfolge der Arbeiter beendet werden, so hat er doch wesentliche Ver- besserungen gebracht, lleberall in Berlin und den Vororten, sowie auch in den zum Bezirk Groß-Berlin zählenden Zahtgellen Ebers- tvalde, Frankfurt a. Hennigsdorf, Köpenick, Luckenwalde, Pots- dam, Rathenow, Spandau und Velten hat der Verband gute Fort- schritte gemacht, trotz der gegnerischen Maßnahmen und der Quer- treibereien der Gelben. Wo zu den Jnnungskörperschasten Wahlen stattfanden, ist der Verband überall als Sieger über die Gelben hervorgegangen. Das Backverbot, mit dem die Forderung des 36stündigen Ruhetages von den Meistern hintertrieben werden sollte, sollte damals in zwei bis drei Wochen kommen. Der Ver- bandstag der Bäckerinnungen erklärte sich aber mit überwältigen- der Melirhcit gegen das Backverbot. Heute sind bereits acht Monate verstrichen und es ist noch nicht da und wird auch noch lange nicht kommen.. Die Bureautätigkeit war im Berichtsjahre eine gewaltig große. Dem Bericht vom paritätischen Arbeitsnachweis ist folgendes zu entnehmen: Einschreibungen erfolgten 9751 mit Gebühr und 7740 ohne Gebühr. Feste Stellen wurden 4409 gemeldet und 4288 besetzt. Die Frequenz des Arbeitsnachioeises hat sich seit 1999 nahezu ver- doppelt. Auf dem Arbeitsnachlvcis der Konditoren waren 941 Ar- beitslose eingeschrieben worden. Feste Stellen wurden 413 ge- meldet, wovon 254 besetzt wurden. Der Kassenbericht weist eine Einnahme von 140 816,66 M. aus. dazu kommt der Bestand von 3345 71 M. Dieser Summe stehen 140 027,11 M. an Ausgaben gegenüber, so daß ein Bestand von 4135.26 M. verbleibt. Während vor 10 Jahren der gesamte deutsche Verband etwa 54 000 M. ver- einnahmte. hat im Berichtsjahr die Berliner Verwaltung allein über 140 000 M. vereinnahmt. Der Mitgliederbestand ist von 3746 auf 5418 gestiegen und der- teilt sich auf die einzelnen Branchen wie folgt: Bäcker 4388, Konditoren 432. Schokoladen- und Zuckerwarenindustrie 116 männ- licke und 433 weibliche. 23 Hilfsarbeiter in Bäckereien und 26 Lehr- linge. Auch in der Dikussion gaben die Redner sämtlich der Befriedi- gung über das Wachstum und die Fortschritte des Verbandes Aus- druck. Die Agitationskommission, der die Verwaltung obliegt, wird wie folgt zusammengesetzt: Schneider, Vorsitzender, N i tz s ch k e, Stellvertreter, Hahn, Schriftführer, N i e s i ck, Stellvertreter, Hanke, Obmann der Weißbäcker. Stock, Obmann der Brotbäckcr, Mende, Obmann der Konditoren, Schöbet, �bmann der Fabrikbranche, Schumann. Grätsch und W i n c z i e r s, Beisitzer. Zu Revisoren lvurden Liefländer. Müller. Raschorn. Albrecht und Lucht gewählt. In die Beschwerdekommission werden gewählt: Nölte, Karger, Feige Schuster. Hahn, Müller und Kurzweg. H e tz s ch o l d behandelte dann die Aufgaben der am 18. Fe- bruar in Berlin tagenden Bezirkskonferenz. Die Versammlung nahm dann noch die Wahl der Delegierten zu dieser Bezirkskonfe, renz vor.__ Hus aller Alelt. Aus dem russischen Sumpfe. Wieder einmal hat sich ein hoher russischer PolizeiSeamter in dem weitmaschigen Netze des russischen Gesetzes gefangen. In würdiger Nachahmung der Elite der russischen Bureaukratie hat der Chef der Staatspolizei in Kiew. Oberst Kuljabko. bedeutende Summen unterschlagen Die Veruntreuungen wurden von ihm begangen an Geldern, die znr Organisation des Sicherheitsdienstes gelegentlich des Zarenbesuches in Kiew im August vorigen Jahres ausgeworfen wurden. Bekanntlich erlitten die Fest- tage eine unangenehme Störung durch da« Attentat auf den Minister Stolypin. Oberst Kuljabko wurde gestern verhastet und wird zur Aburteilung nach Petersburg übergeführt. Wer ist der nächste?_ Sozialistenreines Klosettpapier. In einer Königsberger Zeitung befand fich dieser Tage folgendes �n1'Ctat' Makulaturpapier aus deutschen Zeitungen, frei von sozialdemokratischem Inhalt, zu Klosettzwecken geeignet, wird in Mengen von 50 Kilogramm aufwärts freihändig aufgekauft. Angebote sind möglichst umgehend einzusenden. Gnrnisonvermaltung Königsberg l. Pr. Die bürgerliche Presse wird nicht gerade sehr entzückt sein von dieser Einschätzung, aber ihr Wert ist von der Garnisonverwaltung richtig erkannt worden. Diese ist davon überzeugt, daß sozial- demokratische Zeitungen gelesen und weitergegeben werden. daß aber die bürgerlichen Blätter nur ihren Beruf erfüllen als— Klosettpapier._ UeberschtvemmunFen in Spanien. Seit mehreren Wochen sind sündflutartige Regengüsse über ganz Spanien niedergegangen, die in vielen Ortschasten großen Schaden verursacht haben. Besonders stark ist Andalusieu mitgenommen worden. Der Guadalquivir ist aus seinen Ufern getreten und hat die EleltrizitätSwerle der verschiedenen Uferstädte voll« ständig überschwemmt, so daß diese den Betrieb einstellen mußten. Die Eisciibahuverbilidungcn sind ebenfalls unterbrochen. Bei C a d i x ist die See sehr aufgeregt und die tiefer gelegenen Stadtviertel sind bedroht, überschwemmt zu werden. Die Meeres« wogen haben die Mauer, die die Strandpromenade einfaßt, fort- a« r i i s e n. Der hinlere Teil der St. Rochus-Kaserne sowie die Schutzwälle sind eingestürzt. Mehrere Schiffsunfälle werde» bereits gemeldet, auch die Leichen vieler Personen sind an das Ufer geschwemmt worden. Der M a n z a n a r e S ist gleichfalls aus seine» Ufern getreten. Der Bautcnminister ist der Ansicht, daß 35 Millionen Pesetas notwendig sind, um den Schaden auszubessern, der an öffentlichen Wegen durch Ueberschwemmung verursacht worden ist.__ Kleine Notizen. Tödlicher Sportunfall. Wie der„Bote an? dem Riesengebirge' meldet, verunglückte der Berliner Student der Medizin Rosen« b a ch, ein geborener Hildesheimer, am Sonntag während einer Skifahrt auf dem Gehängeweg und erlitt eine Gehirn« e r s ch ü t t e r u n g. Er st a r b im Arnsdorfer Kraukenhause. Im Schneesturm verirrt. I» S ch w a b e g g(Rärnten) haben sich aus dem Heimwege von der Schule mehrere Kinder in, Schnee st urm verirrt. Obwohl über hundert Personen zwölf Stunden die Gegend absuchte», wurde keine Spur von den Ver- mißten gefunden: man verinntet, daß die Kinder verweht und erfroren sind. Zur Ruhe gebracht. Im Pfründner-Asyl zu Terre-Nsgre bei Bordeaux wurde ein K r a n k e n w ä r t e r verhaftet, der einem Pflegling, der durch sein Geschrei und sein Stöhnen die Ruhe störte. so den Mund geknebelt hatte, daß er am anderen Morgen in seine», Bette erstickt aufgeflinden wurde» { Abzahlunoggochäfte � Berliner Credit-Haus tW Kommandantepstr. 67."Wg (Alkoholfreie Getränke� franz Abraham HaBil.Messina-u.Römertrank-Kell. N 4, Schlegelst. 0. Fernsp. III. 7727 � rernsp. Iii,< tti f-nterh Seher- u. Limonad.-Fabrlk UUlUil, Thaerstr. 44. T.A.7.8176. 'Sdiutze,EM\\>b. rar. 1 1.7, 1 1 12?». Lette» alkohol freie» 6«tränk. Berlin 0,|!ntigifS. 4 §i°§i �Arbeiter-BukieldunB-� FC*jr» 1 1*- f Zossentrstr. Zi «***».• Bergrasnnstse Hamburger Laden, CharI.,Williit.69 i. Ka stn epERwmrtH.st. RoterLadeptScb5neb rHagptstr.lOS ( Bäckereien, Kondifor!� Blottner's Großbäckerei Geschäfte In Berlin, Chariottenburg, Schöneberg, Wilmersdorf.! Adlershofer Bäckerei, M. Zagwurst. Max Backer, ItamlcrBtr. 3ü. Bäckerei und Konditorei Wilh. Toerllh, Mariannenstr. 5. femil Be�c�THiornerätnii. Ost-Bad, Pailisadenstr. 76 Kuranstalt E�9fccrM langjähr. I. Assistent d. ehemal weltberühmt. Jakobi-Heilanstalt SW Pflauzenheilverfahren __ Atteste von Geheilten. Bad Pankow, Wollänkstr. 28. Passage- Bad 5°�� Reform-Bad, Wiener Str. 65. Mm-M-6hongnUgs®r.m4bg- Siiesia" sT T TIKtonla- Bad örot-P abrik„Vorwärts" Hermann Ullrich, Köpenick. „BrotfaürirbaS� Brotfabrik Buehl&Sohn, Willy Dclor, Prenzlauer Allee 42. Hermann Carl, Riidf.,llerniannstr. 231 Herrn. Edc-r, Schonenscbestr. 1 S EnsePs Landbrot Heinersdorfer Mühle Verkfsaiell.: KoloBiest.9,ßodenberflit. 2, hll6er:list.55,8cdjveldemerst.44,!>viBe- BiindcrHtr. 43. Pankow, i-lof»slr.»0. Engel' Brotfabrik Wclßonscc, Partstr. 4, Verkaul in Milchgeschäften Berlins. Cekanat gegeben, d. FlaUie. [ischer, GörlitzeTstr. öö/' Falkensteinslr. 20j Köpenlekerslr. 172. W. Gerlach, ßchönebg. ßcdinstr. 8/7. Cafö und L Neu! cp�koo;ei WDWWMWWWWMMWMW£erUiiertit.48. Alfred Graf, Pcusöolstr. 24. Karl Giesmann, Wittstockstr. 7. H. Glück, Wilhelmshavenerstr. B1. August Hühner, Sch wedterstr.52. August Haudc, Copenick. I Oüartlanke's Brolbäikerei 7B OescHäfte in allen Stadtteilen Berlins und in Rixdorf. Cegriindet I89g, Kottbuser Damm 75 V Friedrich Walhelmsbad Chausseestr. S7. ( Bade-Elnrlchtuncen"� Das gesündeste und billigste Bad ist das Ideal-Rieselbad Marke Z. i Co. ganze Badccinrichtnngen von M. 12.50 an. I /Soliden Kunden Teilrlg. geslalt.), Illnstr. Preisbrosch. 160 Seiten gratis n. franko. J.Zaruba& Gc Homburn C. ( Bandagen, Gummlw, j | Berkholz, Köpenickerstr. 70. ! Lange, A. E., Brunnenstr. 167. ; Liepe, Schöneberg, Gninewaldalr.30. Meyer, P., Ri., Berlin erstr. 49—50. J. Ch. Pollmann, Lothringerstr. 60. Wende, A., pAirfiA A Seydelstraße 15. IvCIVilCt H» Lief.allerKasson Fritz Reibe, Schöneberg, llauptstr. 18 Fr.SchuIte, Adlershof.BismarcketS 7ArDmhA Weinbergiweg 1 ! Ad�CinU�nDroe�byg�Artikel. ( BeerdlB-Anst., Sarpm. J j A�Butn��orndorTer'�tr!'�!"� BCirrhn? Hixd.jHohenzollernpl.ll . limi Buckow a. Kiid. Krankenhaus. 1 MUl EfltllS FrankfurterlAllee 170 Hlckei, Fr., Gr. Hambureerst. 37 j G.Lthmjiii.l'Mew.lkeritr.l E. Gerichtitr. Moidt, Fritz, Rixd., Renterplatz. i Gust. N'obert, Potsdamerstr. 115a H, Petermeier, Strelitzerstr. 8. Peter�chle�WillVjZoij� Bunzßl, R. Kaig, F ricdr.-St.49 Carl Imnie jDD.,.»ÄÄ». Büttner, A., DanzigerMr. 96. Sfhramraar,ll.,Kichard08Lh8. Vettin,». Iirun3n|°str- { Berufsklaldung Keiner� öito,('ieriolitstraße 86. Wecker, A.jyiiieniianini 3. ( Bettf edern u. Betten S. Grossmann, Landsbergcrslr. 34. lienkes Blumenhaas, Mantenffelstr. 94. Otto Hinz« Graunstraßo 8. Alb. Hilse, Weißensee, Berliner Allee 36 Bertha Herhold, Carmen Sjlrastr. 168 Janiszewski, Felix, Eiacnfcahnstr. 7. Alb.Keil.Cbarlbg.jKaiser-Friedrichst.ZO CT QnrOllf Brunnenstr. 63 . LdUlGUl Pelersbargcrstr. 1 1 Gustav Mai, Schönhaus. Allee 177. Menzel.K.Rixdorf, Hermannst 124 H.Penski,8chireden8tr.l9,Efk.Badstr. Ww.Rutschke, Rf. Hermannst.62 Th. Schirbel, N. Stettinerstr. 8. C.Sommer. Wrangelst.il.AmtIV 12066 Aug. Trothe, Wrangelstr. 11. Thiedtke,RixdorfJHermannst.64. Aug. Wandelt, Rixd., Bergstr. 96. H. Zinke. Kowawe�Friedr.- E.Priflsterst. Butter, Eier, Kane� JDiiitlerliundiung J. F. Assmann 20 Filialen in Berlin O. ffatriior P Rixd., Berg-tr. 42. 1? K O, Damenm., Petzw. Westmann 1. Geschäft: Mohrenstr. 37a. 2. Geschäft: Gr. Frankf.-Str. 115. Bei Vorzeigung 5% Rabatt. Damenkieiderstoffe Ädolt UäiMann 0rai8ostr' c Drogen u. Farben OskarBecko.,�� Dresdenerst. 97, Blüch erstr. 11 Reichenbergerstr. 18 u. westl. Vororte. Vorzugspreise. Buntrodt, W. BodÄs. Carl Davidsohn Drei Kronen fisdißr, Ernst-ieu,straß! Fried. GSseke, 7 Filialen. 40 Filialen in Berlin und Vororten 1 f. i Adler-Drogerle, 0.,Müggelstr.8. Apoth.Paul Frank, Slr«t«iniitr. 41. Apolh.Liniieubtrg.Sirelitz.Str.74Ni)rä-yt. Artelt, Kurt, Ki.,Reuter»tr.4S,44 Arnold Ndif., Chsrlbg., Leibgtistr.. 26 Reinb. Assmus, Gerichtstr. 10. Becker. C. Littbauers tr. 6. Gustav Bersug, Weidenweg 80. Berger, Boi. Uammebbg., SonnUgs". 8. II[S.ßo[a}ifls,Sch"b,""A1"j34'' August Holtz Kenten, Gebr., W3rther-6tr. 83». Kosmaila, E., 4 LesebäNe I'anl Lindaer, Strelitzerstr. 65. BiitterliandlnngFritzMnth. I r B 48«igen« Detailgeschäfte Nordstern B�ru!! n�no. Schönefeldt, Britz. Chausscest. 51 "-- 35 Verkaufsstellen. Schulz, Arthnr.Ri.Hermannst. 65 Beltfedcrn von»elb�tgcschl. üMsea Mai HaoskootH Eöpenick Müggelheimerstr. 8 TT Schröter, R. Schulz, Arthnr.Ri.Her Ühly&Wolfram Herberg, Paul, Arasterd.-Str. 29. ütrechterstr.17. Burgdorfstr.14. August Knmmel, Pankstr. 46. L. KierzkowskL, Wiehert« tr. 5 Kilf es-Großbäckerei, Boßestr. 8. H.Krause, Tegelmlr. 32 s. Trifiitr. 43. Broker. Rixdorf, Nansenstr. 33. Carl Laudahn, Webcrotr. 30. Landbrot-B ä. Bnchholz. j .BerlineT�ixTrrfn�nuTmisS A.Hampol,Ki..Ber}-tr.44-45.KeinigBng Carl Henze, Andrea.ssir. 55, Reivigung. Mi* trhnnn LandsbergerAlleel49 ifidÄ JUlülIg reell und billig. BlerbrauerelentSlerh� [Landbrot- OroRbäckerei O. Senf, Ndif. Krug, Waldstr. 4 Hermann Lebelt. Husüitcenstr.Sfc Alfred Lier, Wlelefstr. 36. Liditeiibgrger Broltahnk Ä E. Martin, Gleimstr. 65. Gustav Muhlsleph, Rhinowerstr. 2. llugr.llflv.Berlis. Köpsilrk.Ktrlihoni ».SthiiSW.jj». 8. Noak, Friedricluktgtt TlnVcumann,1 U li iiburgcrgtr.21. Herrn. Prooll, Konnendaram. Albin Gnandt, TilsiUratr. 68. Hl. Akt.-Brauer.Potsdam.Eig.Nicderl. Berlin SW, Tempelhofcr Ufer. 15 llraudenburg a. ILWilhelmsdorfcrsU 10 Spcz. Potsd- Stangenbier Bergs-.r.MHI Ii' Feinst. Caramelbier erghraDErei� Vereinigte 48 Pommersche ferkacis Meiereien Stettiner Butterhalle InvaPdcnstr 123 Stclfiner Bahabof ißÖriWUDtiiiii�e�H�M�erilr. ( Caceo, Chacolade � AREänsyräü!ärBi)ö�rml7ferstr!l6. FvlIaY fi klbalenLall. \>yilaA,\i., Stadtteilen. FerU.Hahn,r.frlia,Perlerslnrger8l.7Ja H.Paehlke.Srhillingilr.lO. Konfllürcn. »taut feinste Quaiitätsbiere. Die Fabrikate der „Sarottl" Choboladcn- u.Cacao-Industrle- Akticngwellschaft Bind überall erhältlich. Neui Slmplt-Schokolade , FzukiiT.BerliDer Slr.il Sämtl. hyp-icnische Bodarfaartik. Centrai-Drogerie, Oronfkeii&erstSl. A. Diepow, Tauroggenerstr. 12. Eberl, Max ÄSii. Edison-Drogerien. O.-Scbone weide. Franz Fischer Franhf. Chaussee 148, Sämtl. Gummlarükel:: Dishr. Bedienimg. Friedrich, Paul, O, Gärtnerstr. 29. Germania-Drogerie, Mockemit 63. Ocmiania-Drog.Spand.WilhelmBtr Alfr. Gotting, Friü�.r Günther,„löwenDr(igtrie",Stromsl.37 Hanisch, Rob., Boxhag. CbausslS. Haeberleln, Irr,!., Graeu-Bouchfitr. Hansa-Drogerie, N. Rauraerst.50. F. Hotop, tfnjo-Drog., tfnauslr. 6. Klahn, H., Ri., Kiiäer-Frltdricblr.136 Rn8seö8tk-Broo..HerR™t.ii9. Kottkes Drogerie, Eanaichiilenweg. Krönlng»Adler-Drogerie,R»mleritr.7. G.Lcbrmann, Grünberger Str.116 P.Lehrke,K(mbii«rDimni8I-83, Parfüm Max Llerkr, O. 34, Ebertystr. 35. Ewald Lockte, IVilbeimihireiitratr.<0 Luiscn-Drog., brifürichsf. Berlinern. 32 Alfr. Marsch, Culmetr. 37. NellO, Felix, Memelerstr. 16 a. Dehmke, Keinickend., frorlnntr. 82. Otto Opitz, Bornholmerstr. 16. Ramien, Otto, Landabg. Platz 1. Rathaus-Drogerie, Ri. Ilonaaitr. 24. Arno Reil, Webcratr. SO. HüOlll. MBifBf, Ri°r"'r!edr"lr242 Rf Swklnaa Grünaueratr. 8 kVOIlier' Wiid u, Geflügel. Seeflsoha vom Fangplatz Preialiaten gratis Hans Kunkel Birh Hsrrfft Brunnenstr. 146 nilil. Iliillläi Räucherw., Wurst. Werner WinkletfeBärlhfllij.RL�eks".� f FleUchep. u. Wurst»?.) Hermann AI brecht, Motzerstr. 7 Jol. ÄioaDilfiwilz G1 sfr0!6'" A. Barthmuß, Izrkgnfendann 33. WDnrl/nr Tegel, Brunowatr. 55 . DKUlcr. IT. Fleisch-». Wantwares. Rieh. Becker, Memcleratr. 74-76. Bebic, Rixdf., Hermannatr. 13. Blümiein, J., Bild., Mareschslr. 14/16. A, Bllzer, Rüderador feratr. 82. August BIrnstelnDunkerstr.78. iBBBltBieDerlAngu.ueAUee 9. Wilhelm Behr Wurstfabrik, Spedf- und Schinkensalzerei. BerIIn-Schöneberg,KoIoDQeDst57-58 Beste und billigste Bezugsquelle f. Wiederverkäufer. Bragrock, A., Manteuffelstr. 39. P. Buckwitz Rigaerstr. 106. Spez.-Gesch. f.Fleisch-u.Wurstw. Anton Bochheim, Aliensteiners tr. 12. A. Bentele, Thaerstr. 21. Darge, O., Finowstr. 5. D amel, J., Ri., Hermannstr. 147 Prinzenstp. 103 fl,fpoa .....---------— �Hoffmann Franz Scfaönbeck, Obcrschoneweide. Fr Schlussnuss, Liebauerstr. 23. Hugo Schultz, Müllerstr. 160a. Hyg.Gummiw., Photogr.-Artikel. CiflnfrinH RTflirnrin Schwedenstr.i jiLyi[lcU'U[üyLllt!,Koloniestr.l20. Edmund Buchloh, Soldinerstr. 26, Lief, sämtl. Krankenk. T. II, 2658. Bäckerei„Nordstern" Inh.: Gust. Müller Filialen i. verschied. Staclttcilen Albert Pfenzlg, Grätzstr. 10. Paul Rißmann, Turinerstr. 36. Max UospleMch, Memelerstr. 65. Conrad Richter Brotfabrik Nied.-Schonhausen Niederl. in all. Stadtteil. Berlins fax Sander, gOttoSzillatÄS SollÜ 1 1, O. o" no. SI korskl, W eitcnsce.Heincrsderferslr. 1 1 P. Springer BSÄeV Staebr's Bäckerei, K. Trlfttlr. 66. Paul Stenzel, Baumsebulenweg. Cmtav Tanpll«, Prinzen-Alle« 01. fhoma's bow. Bädcerel Aekerstr. III. Gerichtstr. 81. {""5. t/or;t, tüeinenaeo 1 3FiHul.ll:ui..tge;cli.Socl.iiiat.l0t4i os. Wogtnknecht, Clo-jauer-i. fr. Albert Wiese, Kolonieatr. 31. j Heinrich Wittler | Pnairtraick«!-. Sobfiribtol- a. Simons- 1 ! brot-Fabrik. 1,11,3213. Masstr. 7. | Vcrkaafzattll. I.«li.tirgead. CroC-Berlini| Arkona-Batl, Anklamor-titr. 04. Augusta-Bad.Köpeaick.-Str.CO 61 Landsbcrgeratr. 107 Oollnowstr. 41. Bürger- Bad w�rr Bad, Münzstraße 2. v>cinilZ" Kassenlieferant. EOiltlärSlfl Anzo*grubcrstr. 25. livm-liad, i lilul.i Wilnur.dariCHl.Kii'Sl Brauerei Ffellerberg Versand- nnd PilsenerBler. Brauerei Tivoli Srau«�; Frucbtstr. 27 Carainel-Weilsbier fast aikobolfrci, erfrischend, bekömmlich, Berliner Weißb.-Braucrci E.WIlfner. Qrotcrjans Malzbier. Sckönt-AIle« 1 36, T. M 6063. C. Habels Brauerei bell— HabelbnSu— dunkel. F. W. Hilsebein A.-G. Lagerbier und Malzbier Hempel, E., Müllerrtr. 138 d. Kahlenberg. A.. UabtawaUtrel. 45 Unser Goldbier ist nicht nur ein Erfrisch ungsgetränk, sondern auch ein Gesundhcltsblcr ersten Ranges. Berliner önians-Braiierel, Berlin S. .ui.s,-iil)iauerei Welflt-nsee, t Mönftensr Biaotiaüs Berlin, t Bonbonhaus Fr. Schröder Spandau, Filialen i. all. Stadttl. Schütz, Warsobauerst.b'i.ggr. 1900 Sciffcrt, Erich,™SVonrortrenn Androasstr. 36 Bezugsqu. f. Händler. C.Senff �TotWERO� Gold Silber | Kupfer Schokolade• Kakao In drei Preislagen. Die verschiedenen Sorten sind untereinander gleichwertig und unterscheiden sich, wie die deutschen Ed ei weine, nur durch ihr Aroma. rT'oIgt� ra f es l''27!Tc1{cT?r!Tan�t P.Süudefhauf&Co.Gr rrankf.Str.S'J. Herrn. Vincent, Rixd., Bergstr. 131. Wcrder-Drogcric, Britz.Radowerst. 5a. Wedding Drogerie, Genterstr. 37. Welssbach ft Fischer, BelleaIIl&nce3t.2S Zobel, Georg, N, Aekerstr 50. f EUeii' u. Stahlw., Waff,) Ain, 0., Ri., lCaiser-Friedrichstr.6. Otto Anders, Brunnenstr. 109. W. Aliner, Mulackstr. 24. Otto Bellg, 0. Grüner Weg 49. HCnrnnr Eisenwar., Werkzeuge . mM, Schöneberg, Gc«t. Mdllcnitr.l Beutel, C.,Boxh.,NoueBahnh.St.26 Herrn. Braun, Landsbg. Allee 149. Brenneke,C.,wran1i0ei®tr;94 G. Branneke, Scbbab. Allee 196. G. Brucklacher, Ä5; Willy Erpel, Turmstr. 29. FInck, K., Spandan, Schöncwalderatr. 34. [Hillnr Wilmersdorf erstr. 102/3 . mm Haus- u. Küchengeräte Carl Jung, Stromstr. 81. lungbluth, HEimannstr. 172. Knntncr NIMO.Scböne«elde,Eiiiiioulr.l 0 IAIood Reiaickenä., Hesidtnulr. 100 IVIUOC Werkzeuge. All. Kunze, Riidf., KsisttFriedrichstr. 178 Gust. Lenz aabS,,. Llncke, Rixdorf, Friedolstr. 9. E.Lübcke Nf.E.Stunn, Sarasrilersl.lS Paül LütM�Äe�er. E. Menbel Nchf.. KopeDhagenerHr. 4. FranzFfei»er,O.Frankf. Allee 139. Baorg»oinir.SSSrs Rühlinann.P.,Müllerst.40b,E.Seeat. [. Schröder ot.Ft>°lf?t°t?lt.ioo. Mai Sömiifiiig 0rwattt.0t?.t5i.w Seilach, Th., Ri., Hermannatr. 48, Wesch,Charltbg.,Ka()bel»Jorffilr.23. Arthur Weigeri�1- f Falirrgd., Wähma«oh.} BaumlEmll,.Scli6neb.,Herbert8t.l Brennabor Lnbd"A! falimii-leiiaDs loiiaDD Neue Schonhauser-Str. 11.| L DanzigerFleiscli-Centrale - Danzigcr Straße 14- Dannenberg, Neue Hochstr. 6. Rieh. Deckert, Wi'�litf- n5reyöcker, Prm�Sugenstr. 21. Joh. Durzynski, Kopernikuastr. 1 Dai!>M.,Rixd.lKais.Fricdr.Str.l4 Drost�.S0.15™. flnio Fisöiet"10«'6" Fabrik feiner Warst- n. Fleischwar. Wurst, Speck, Sehinken kauf.Sie a.besten u. billigsten bei Anton Fehlau, Gonthardtst. Stadtbahnb-Ecke Königsgrab., Andr.-Lt.47, Lands- bergerst. 98, Königsbergerst. 3, Landsb.-Allee30,Rixd.,Bcrg5tr.l6. Franz Fritsch, Deutsch-Kronast. 1. Fleisch- u. Burst-CintralB Frankfurter-Allee 182 Erste u. billigste BeingHqncllc des Ostens. Priedel, Mai Lansrurf.er C. Gerlach Wa�tbeatr.' 70. H Genidt, Sprengeril. 1 7,Elng.Bamoulr Fr. Gerlach, Tauroggenerstr. 1 a. Rob.Gleue,Weißeiisee,Gast.4.dölfstr.l3 PaulGnädig,Britz,Rudowerstr.U Gottlieb, Keinickdf., Amendest. 109 OttoOi'ubcHo?h»utes7. Gu8md8,Rich.strr'.aeeT7. GetJdimanii'sÄwÄ�ii: O. Gleich, Riidorf, nobeneollcrapl. 7. Hempe, Hermannatr. 59. HiftardBeinzeÄÄw™" Georg Helnold, Uerieaburgerstr. 6. Franz Heyor, Gaudystr. 40. Oeorg Heiter Ecble Braansehw.ii. Thüringer Wirst». I. Gesch., Aadreustr.30, Elointnstr.73a FahrredhaaiSüd-Uat Reicbeebergerst. 1 2 1 fori limine Reinickond.-Str. 106, Iflll IlIUllcl Chausseestr. 81. Röper.Carl, Peter8lg.-St.2»d.mf.Allee Färberelen. Wäscher. H. BERQMANM Birkenstr. 53 über 40 Filialen in Groß-Berlin Erstes Lohtannin-Bad «•51. fr.Abkofhaaj, kein Extrakt.«'»II- iir.70 7I.Lie!.i.KÄ»«.Nea-lollai.W�8 B«d Frankfurt. Gr.Frklt.Str. 130. Lieferant sämtl. Krankenkassen l4 lascheiibiervcrsand nOldilU G.m.b.H. CphoHp Grüner Weg III. OLllauC, Weiß- u. Malzbier. Schulz, Horm., Schönleinstr. 23. MMMMtBOWS?, Clgarrenhandlunqen rnBehrenü�RrTTanklurlcr-Allee 27. Brager, J., Rixdorf, Bergstr. 57. Bräuer, P., 0. 12 Proskauerat. 12 Klein Wilh Mü,lerßtr- 184' VVIIII. oberbaura 1. Klemmer W.,SpandaB,.Scl)önwald«r8l.82 A.Kanstmann.Nowawes.Friestersl.fi? Lingel, Flitz, Eieenbahnstr. 5. A. R. Meyer Nchf., SchlesiachMtr. 14. WlHj�Jünstennann� ( Pamenkonfoktlon � Cohn, Gesch' w «arV- Oer, "•55 Cohn, Geschw., I>Vorst-Fabr. * F. SommermannjBoxliagenerst.Sg E.Trapp.Waratzcnlralc/Waldenwrstr. 1 9 Max Tümmel,Christburger8tr.24. Karl Unte Wilh. Vogel Bar Weiß, Georg, Glienstr. 40,T.A.IT 10585 O. Wellnitz, Nannynstr. 66. EUtohalBerIlnsl.l27. WilhelmSchaale, Zos8öner8tr.49. E. Scherzberg, Reinickendf.; Hansast, 9. Eduard Schmied, Lübbenerst. 15 Max Schubert Mü156"str- Albert Schucht sÄHr E. Steeger, FleUch. EmniielklrcbP.r.23 Stelnldbe, Waracbaueratr. 25. ElhBtMaS Brunnenstraße 52, Badstr. 65 Huthaus Norden Chaosseestr. 53, Ecks Wöhlertslr. Kaftee-SiirrÖBate��l oT��joeTx�oU�gscrSämn lfi.17il.if. c Beiße, Rud., Chausseestr. 66. Casper. Ed., Rixd., Bergstr. 139. Mo Grund Brun""«!. 177 Hermann Hanse, Invalidenst 129. Üuncon Rixd., Berliner Str. 11, ndlläCll, Osten, Koppenatr. 18. Jacob, Oskar, ScbSnh.-Allee 104. Kehr-Eüte �Ä35 Hut-Engr.-Lager,Boih.,C3rtoer5l.24. A.Lemaltre.Wilmidrf.Bcrlicerit.lSl, Mutz.-Moldenhauer.UiuilieiiiUS.I. Panama-Jakob ��KartoffeJIn�Gemnso� Paul Henkel SmZmTer Kaufhaussp J Z. Aleisodet& Eo., Badstr. 55. B. Hsiig 8 Co. CH itrirahn ob- Schöneweide .nur Udnn Putz, und Modew. flllr.KirstliGßr is,nflÄ-.161 Eduard Röhn, Ob.-Schönoweide. H, WeiD 8 Ed., FriedridisliagEn. ( Kohlen, Kok«, Bplketta) Paul Bieger, Kmproderstr. 113. > Aug. BraatzJähTt, X Ferd. Gräning X Jungatr. 11. Teleph. VII 7924 !ph PHnnfcx Grüuthalcrstr. . 1 1 dll IC Plätze 22-25. III. 41 Plätze 22-25, 111.4453 J.Mannheim. im Osten. Siemon, A. R, Koblenbhf.JWeddin3 ����löniäiwa�n��� Ab�n�T�Turambg/�onatagströ. Heinrich Arndt, Fennstr. 49. Theodor Anthofner, Solmsatr. 21 Babel 4 Hauke, Wiliaackerstr. 88. O. Bürend, ßebügeberg, Colonne»«tr.7* Oflstav Beta Ätfil Bennewitj,Fr.,Bucbholz,BerliBenUI Bruno Bleck, Nonnendamm. Alex Borxmann, Jsgowstr. 16. Brsun,B.,Rixdf.,Pri!iiHaaüJerjstr.2». K.Rro9ioleil,Frieilrlcb>hg.Scbani»eb>tr.S Bodach, Franx, O, Goßlerstr. 23. Georg Burow, ötrorastraße 39. Joh. Cleclor, Neue Hochatr. 32/3» A. Durin, Schönfließeratr. 10. R. Ehrig, LIebenwaldorstr. 47. GuatavElgendorf ,0. Müggelat 29. Arthur Enke, Amsterdamcrst.10 #.n8B2dlRaiM.ÄÄe.r»i A. Fiedler, Köpenick, Mäsgelb.St. 41. L. Friedrich, Mariendorf, Berget. 15. Fritz Gerull, Beuaaelstr. 76. W. Gehring, ReinlckenJL.Kesiilenzat.l 38 H. Goerllch,Eeinickendf.,FroTigz8lr.54, Hermann Genach, Adalbertetr. 19. Goetsch, Ernst Grabitz, Breelaner Str. 4. Richard Groggert, Wisraarplatsl Max Hanheiser, Gübenatr. 16. Albert Haube, Dunkerstr. 83. Helnlcke, Wilh., Markgrafend. 27. Heinrich, AML IUI BHffartli, Eog., wpaÄr.sM.ön' Fritz Hübner, Schliemannstr. llfe, M Paul Imhoff, Ramlerstr. 19. Gerlaoh, Liegnitzpr Str. 31. Kakao-Würfel „Sarotti" 5 Pfg, überall zu haben Willy ZnobeF Kohls, W» Licbteaberp, I Pailisadenstr. 97. ,,............ Hagensir. 5».. Kraatz, Georg, Scli5nholzor8tr.il. Kramer, Rieh., O.Krogprlnieistr. 37/38 Kühn, Oswald, MQUorstr. 131. W.LÄnge1Friedrich8hg.,Ktirzcat.9. Lange, H., Rixdorf, Walterstr. 16. G L. Liese, Cöpenick, Schioßstr.ß, »Ich. Liese, Aekerstr. 132. Lips, Chamissoplatz 8 Herrn. Loewa. Tegel, Berlinerstr. 12. Lossier, G., Warschauer Str. 5. Luckner.Fellx, Rixd., Weichseist. 7 Martini, Eridi, Rixd., Allerstr. 39. KarlMercier,Hutten8t.3 Michaelis, Paul Mewes. Adolf, Waracbaueratr. 35. Hugo Meilhoff, OlogauerStr.33. Max Moyslch, WilbelmahaT. St. 46. Paul Mulack, Mariannenstr. 8. HMiillnw Gebe autWar. S'foR. ■ IVlUlier Tegelerat. 1 II 7002. IIP, II-, P Kottbuser Damm 81 Rillllci, ü. Herrn. St. 155, KaeiebeckatU A. Piaacke, Oderberger Str. 55. Prlebe. E., Boxhag.-Chaussee 22. R. Pithlmann,Woldenborgerst,31 Carl Quast, l'iinzen- Allee 15. A. Rambold, Prinzen-Allee 18. Carl Robra, Langbansatr.58u.14B. Willy W° ÄÄä Runge, Otto, Ri., Hermannst. 55. A. Sägebarth, Fehrbelliner Str.24. Schäfer, H-, Neue Hochatr. 5. SQ HaiilfQ�e�'u'KoIonialw. JUS.nctUKU Bergmannstr. 95. Heenna,H.,Ri.f HermannBtr.172 Heinrich, Lg Barl Hahn, Schererstr. 9. Korn, tluto lÄ1 A UnhhoIt��USS.T.A.NordSSOS H» nUHucll Tii-a-TisStettiD.Haaptbalmh. B.Krüger, Schöneb.,Hauptstr.l53 E. Kunze, Charl., Knobelsd.-St. 16 LenzAJagmann« Winsstr. 53, Posenerstr.lö, Stralauer- AlleelS. Lfldtke, H., Fruchtstr. 67. OdSeMeyer, Helmh.-St. l»,Witt§i-St.I. C. Neugebauer Ober-Schöneweide «IM 5 Raiisalil. cä.ih Otto Nowack Nachtol. Spandau. F. Pflngmacher, Oolonnenatr. 4S Inl Unrninr Qreitswalderstr. 11, JQ1. rSQDel riearia Lippehnerat. PRonfnOF Uanatelnatr. 17, < IVBUlIlBr Steinmetzstr. 27 liMHClIlllt, B�MirktlL, D«rotlieeBpl. Uheiiler. Eiii Walter Seidel, Beusaelatr. 26. Thieke, Nacht., Prinzenstr. 10. B. Wendler, Reinickendorferst. 64 Reinhold Werner, Tegel, Treslo*«tr.20. IL�JcsjnskljJRij�Pannierstr�äSI. c Möbslmacazlna ) r.netoil D n,n-;5,'iilermstr..Lo:i:.en- UUMoV Duic Ufer 22, im Oraaienplelz. Berliner Hn.il«»" äcterilr.UO.a. MdbcihallepilUlOBn.lerelideaei. 118. vaehne,F.,Ri., Nene Jonaestr.36. A. Dohmann, Stromstr. 44. Wilh, Gahbert, Brunnen- Str. 162. Geppert, Paul, Zosseneratr. 32. Gericke, Fritz, UüUerstr. 145. Gleiser, B B.GSÖßrf, MSbeN Fabrik. E Grill, Reinickendorf, Scharnweberstr. 15, UnMnn«ili Stallschreiberstr. 57, nGl lÜLll Bar' und Teilzahlung, HUlliUbll yerkauf j. Fabrikgeb i, Jul., Brunnenstr. 133. König, A., Bi., Berlineratr. 102. lerm. Kogel Hermannatr.ia. Küchenmöbel BgrlinerKüchenmöbel-Fairik Neue König st. 81-32, T.VII 4746 lüäeäT'SrSriiil I onnp May Schwedter St. 2. LctliyC,mdA t.d.Kast. Alleeß L. Lazarus, Petersburger Str. 62. Lflddecke. R.. Bi.. Rergstr 4. Hugo Moh, W. 67, FoisCerst?�?? Rebsch, E., SpaadaD. C.Reiher Nadif.,Veteranenst. 21. Emil Rufiar Tischler-Innungsmeister Prinzenstr. 84 Schmidt, Otto Mäbelfabr,k ' Garten8t.52. Jiob. Seelisch, mb"- _, Fabrik Bcrli» 0., Rlgterstr. 71/73B. Spezielität' Kleine n. mittlere Wohnangieinriehtg. Slebeky, W-, Gneisenaustr.lS A.SchQ.ter,Ob.Schonewei(le,Edlsonst.5" Wilhelm Slotawa Turmstr. 81, Waldenserstr, 84 Schwanke. Itizdf.,Hermannstr.229 eig. Tischlerei u.Tapeziorwerkst. Wendland, Ernst 8sSÄid: Möbelfabrik— Bar- n. Teüzahl. Reinickcnd.- StraBe 114. Jos. Werner �"n6.?� RoSerTTTeMeTTopenicrerslr. 102. KrGger,Rixdorf, flermannstr.2 5 4,1.5 1 8. I I anno Ritterstr. 96, IV., 4195 J. LüliyU Billigste Preisberecbng. Paul Schur, �in.b.H..DirkseP3tr.Bg.82- c Molkerelan ) liolkntliüWiSä Milchkuranstalt amYiktoriapark Kreuzbergstr. 27-28, T. A. VI. 1070 Kinder- und Kurmilch. Milch Schmidt Rlxdorff Heraiannttr. 53, Hermannttr. 95-06. SchweUerhof", Meierei und Milchkuranstalt. Emdener Str. 46.:: Tel- II- 2565. ff £ Blualkallen J emeyer��ruc�öllkt��opsaielsn�TG Frankfurter- Allee 73 b Frankf.- Chau sseellS. Scholz r Muelklnetrumente) Braun, Emil S,& KIrat, Rieh., Brnnnenstr. 45. Plato k Co., Köpenickerst. 105/6. Lorenz Rahmel, Oranienstr. 181 Lorbeer. Mülierstr, 14. 4~— enzenhauer Größtes Spezialgeschäft der Branche. Spittelmarkt 14 s. FeeS�pändiiü�JäYelstr�L Schnötke, Otto, Ri., Eichardtlr. 115, c NShmaachlnen ) Bellraann, E, Gollnow'tr- 28- "•> Waschmasch. KT a mm 4M Hermannstr. 177. ■ CFFÄ j Kottbuser Damm 28. bestes deutsches Fabrikat ---- Steinhauer, Spandau. Lltlaüer.Yertr.Wilke, Pfaö Nähmaschinen LSden in allen Stadtteilen. Afrana-Nhhmaschlnen 6. A. Bättier Jiadreautr. 79, keter, karger- ■ti. 87, Spandau, SckoaTaldentt. 19 (■ Optiker � J BarSorfTSoaTnt'r'fürniätr�I� Oese, Paul, N, Mülierstr. 174. Groß, Paul, Warschauerstr. 66. Haaler, Gollnowstr. 18. Kessealief. Schubert, Carl, Ri., Bergatr. 148. WienstouAjSpeDdanjPoUdemerihJä. ( Papier- u. Schrelbw. � SeldlerjLouiSjRhjBereatr�«. Pfandleihen d Rix! Ptandleiiie Rixdorf CD nur Berget. JU Spottbilliger BettenTerkanf, Hochmodeme Herrengard. UhrenTcrk, Schmncksach. etc. E. Krön, Köpenickerstr. 55 a, I. Langer, WroEgelstr.ga.BilligerVerkauf. Schmidt, Fennstr. 3 J Phot. Apparate, Bedfsart. J �Tty�SeTtuU��unersLrasse��a Proj.-Ap. Kinos A.E.A.50IqT.H1986 Zaremba,Weinberg8weg t, T.Ndn.8532. Putz- u. Modewaren _ Z M HaüCP Rudorf, Bergstr.l| lila llufluB Putzgescbäft j . Damenhüte. innlnre Spezialh». f. Uamenhüte IrKlliri Li. Frankf.-Chauss. 162 a I Liefr. d. Konsurogenoasenschft !>chmalin»kl,Ki.,Berg81. 1 6 l�uU�appe. f���Puppen����� P. R. Zierow, � Neeferbendlunpei� � LuiecFrömcl, Groifswalderatr. 199. Carl Joch, NO, Palisadenstr. 97. Paullne Preissing, EeiaickendfereUS,!, Berth. Schreiber, Neee Königiir. 85. f Sohuhweren, Schuhm.� Ernst Adam, Friedrichshagen. Anhalt, E-, Andreasatr. 13. Baumgart, H-, Manteuffolstr, 28. BayenDacb,Trc>ko«aU8,i.eDgr.!Teii. Hanl Bm warschauerstr. 31 Uulll Dl J Rumburg, Mozartstr, 8. Damaschke. InTalidenstr. 144. J. Deuz Ig Nchf., Chausseestr. 26 Ellerz. AnhaItstr.4,Lindenstr.ll2. Engel, W.,Eeinickendorferetr. 93 Osk. Engler, Swinemänderstr. 58. Osw. Fabian, Köpealck, Kietientr. I. Fieer, Friedr., Sparr-Str. 17. Formanowlk,Yorei«tr.53(IO°;,R»l.) OttoGr&tsch, Chausseestr 12u 67. Goldmann, Sp«läjl,8ch«liwtidetll.84. Helnrl di, Johann, Petersb.-Str. 36. H. Jelzlaff, Badstr. 54._ Fabrikmarke für haltbarste Filzschuhe und Pantoffeln. P.Lange, Nowawes,Pri#steratr.20 Herrn, KSrmer, Cöpeaiek. C. Kramer, Wüm., Berliners tr. 181. Fiedr.A. Lange, Laadibergerstr. 68. Paul Lehmann, Friedrichshagen. Ernst Müller, Teltowerstr. 69. Nehrlng.Charlbg.,Kaii.-Aaguta-AllM96 C. Neumann, Falkensteinstr. 37. Petersahn, Olk., Mülierstr. 155. # Flaum ann, Jagowstr. 20, 6°/». Reetz, Max lÄ.8!?011- G.Rechenberg,Schöcebg.4tszieast.4. Schmidt, Gebr., Fennstr. 59. MwareötiaDsMßJtßiis™: Schwersenzer, Turmstraße 48. Alb. Seeger, Ww., Lortzingstr. 6 Sommer, Wilh., N, Schönh.-Allce 85. A.TretHnlFriedrich8hsg.,PriedrichHlr.23. Wltt�8p�id�Xeuen6orferstr�9 Schirme u. Stöcke ) Girod, F., Spandau, Potsd. Str. 19 Hernnaiin,Lychener8t.5.Big.Pabrikate. Jehnichen.Rixdorf, Ksu.Friedr.-Str,! 8 M. l.erche, Schöneberg, Kcllonncnstr.62 A.Rieke,Badstr.ll.Bezöge billigst Herrn. Rosenky, W. M&nstei&str. 4. G. Schleuggner, Warschanerst.SS. c Seifen Gustav Gambal, Kantstr. 64. Heidke, Paul, Burpadorfstr. 13. Teppiche u. Sordinen] , k. Scblz Westmann Mohrenstr. 37 a, Gr. Frkf, Str. 115. f Uhren u. floldwarcw J Oscar Aldag, Charl., Krummest.29. J. Behrendt, Wrangelstr. 52. Otto Brauer, Mülierstr. 164. Spandauerst 32 1 ___________ RL.Hiriek, fr Tnikl _ Jaxfcisermann,Cbarl.,Relini>gitr. 1 6. Brüggemann, Keinickendorfenti. 96. Bürger, Jul., Mülierstr. 6. Max Busse Br�,tr- W.Ei8olt,Charl.,WilneridorferstT.ll!. Ellinghausen, Gebr., GrnBenreg46. Fenske, S., Kottbusserdamm 96 P. Fischer, SO., Michaelkirchstr.8 J. Gebhardt Berlin.«�«!: George, Adolph, Badstr. 65. Ernst Gräber, Brnnnenstr. 78. M.GraDpnerK�r�yiriüfaüV H. Kammler, Charl., Krummestr.28 »lE.SgÄsri©lBru�8e.n,tr- Kniebuscb.W., Frft. Chaussee 61 E. Knuth, Boxhagen, Sonntag, tr. 3 B.Lechtermann.Dreyge-E.Wihnackerst. Lehmann, Alb., Frankf. Allee 40. Lehmann, Wilh., Kottb.Damm 28. E Ltiders,H.,�S1 [olte, K., Simou-Dachstr. 13. Mm Brnnnenstr. 112. I, Brnnnenstr. 81 Quitzov, Job, Mülierstr. 1 a. Emil Quade Carl Schlewlnsky, Koppenstr. 4. R.Schmelz, be?±setbi43 WUly Sdhmidt, Fri«dtp»n,Rheiii»-.r.l3. IfiOitaY Miolz HaaunP0tDsS1 Schönemann, G, Ri.,Berl.-Str.73. F. Schönwltj, Berl. O., Gosslerstr. 27 W.SchultzBoxhagcn.Neue Bahnhof8tr.32 Schumacher, O., Tegel, Berl.-St.6a. Schulz, Osw., Frankf. Allee 24. Gust.Schoder, Oranienatr.155-56. WCtnnrinl Swinemönderstr. 86 . jlcllücl Ecke Lortzingstr. Max Storch, Elbingerstr. 100. M. Tomedina Nchf., Bröckonatr. 16. Paul Trank» Charl., Spand.-Str. 32. A.Trenner, Wilkelniim, HanpUtr. U. Trnxa, W., Frankft. Allee 185. Dhren- u. GoltfwareD-lndostrie Berlin 220, Lindenstr. 16. Beste direkt.BezugBquelle! Katalog graü,. Versand lach anSerbalb, billiggte Preise. R. Welse, Nowawes, Priesterst.74 WiMig,Ad.,BeÖ44 Zabi�NchfyChzrlbg�Berto c Verslohepungen , Deutschland" Berlin Ärbeitervertlchernng— Schützen- Sterbe kaz»triverslcherg._»Gaße�b� „Friedrich Wilhelm" Berlin W8, Behr.natr 58-61 L«b«u-, Surbekuiea-o. Arbeile rrenlehg. Mit n. ohne ärztl. Untersuchung. Jahre s-, Mens ts-'Wochenb.lträge .Iduna'zu Halle a.S. Berlin, Cheriottenstr. 82 Volke- und Lehenevereiehernng. r Wae�nhiusar Ufarenliaus M. irscli Sparidati Wiih. Herrn. Lesser Kelenit.64 Schöneberg KeIeutS4 Bei jedem Einkauf Rabattm. Weine, Liköre a. FrachtiAfte Sugo S©lixig| I 60 Filialen in allen Stadteilen.| Bottlnger, E-, Wald-Keke, Wieklefetr. Elle m.Weyle, Likerfabr., Geriehletr. 16. Oroßd. ,ZorSonne', P. Freudenberg. Martin, Bruno, Ri., Hermannspl.5. Brunnenstr. 16 und Filialen. EiazelrerLi.Eogi.-fteis Pnnpflri Großdestillatlon bUOrdU Oranienstr. 207» c Waschmittel Verlangen Sie „Edelweiß" Krone aller ffaschmittel [ WelB-, WollwM Trikot.| Ahlscher, Gust., Ohorinerstr. 75. H. Barts, Schönhauser Allee 107. Bredow, Otto, Bi..Hermannstr.56 H. Gardeis | Georgi, Ernst s�mUI Hoffmann, Carmen Sylvastr. 6 Hoppe, E., Scharnweberstr. 62. jQliQS JOlm Dunk�tr'' L Jonas, Hermann Sn BaSi Juncker, H, ZAnÄ�T» Carl Klein, Höchstestr.16, N O. 18. Robert Kutsche, Gubenerstr. 56. Kriebel, Schöneberg, Leuthenst.ß A. Kassier, Caprivistr. 5. flh fiOPWV Riidorf Bergit52/M LH. Laoewyg ris.Ayu der xu-eh«. Meyer, Bernau erst. 12,(ArbeiterhemdoB) Nadimann, Mnllerslr. 131a, Kons.-Lief. Fr. Oliwetzki, Alte Jakobstr. 137. Schaefer, M. Schaefer S.W. Hollmannstr. 43« W. Maassenstr. 17. Schrom, Lina, Mirbachstr. 81. Otto Seelisch, Kochhanstr. 8. Hermann Neyer.SehiTelbeiner St 21. �telnReinicke�� Ad. Schäfer Nchf. SO. Admlraletr. 4. L. Schneider, Weberstr. 61. I Trrhdnnn Elisabethkirchstr. 18 iL IdUldcyc Wäsche, Bettfedern. TburoWfO., Charlbg.jCauerstr.li L, Vierarm, Zionskirchstr. 34. E.Voigt, Reinickendorf, AmendcatrlOl. Albert Vogt Wlid u. QeflOgel ) C.Dittmann BeruiÄ.a«. P. Hildebrandt Äfit. Schmidt, E., Spandau, HaTelst.19 Zastrow,Ltndibergtr-Alle»t47.Fitelit. E.Bade, N.SchönhauserAUee43,I. Hollbru di, Herrn., Pzckst.S.gegr. 1871 Heröd,H.,Elsi.«er!t»7, z. BoieaUl.FI. Jordan, Alfr.,Fegiitr. 51, gegr. 1888. Wifta Ifav Muskauerstr. 16 n lllC, flluA Eck« Kattealtelitr. ____________________ Jedes Wort 10 Pfennig. Das fettgedruckte Wort 20 Pfg.(zulässig 2 fettgedruckte Worte). Stellengesuche und Schlafstellen-Anzeigen 3 Pfg.; das erste Wort(fettgedruckt) 10 Pfg. Worte mit mehr als IS Buchstaben zählen doppelt. Kleine Anzeigen[ ANZEIGEN für die nächste Nummer werden In den Annahme* stellen IDr Berlin bis I Uhr, für die Vororte dl6 12 Uhr, In der Haupt-Ezpedltlon, Lindenttrasse 69, bis 5 Uhr angenommen. Hermnnnplcit» 6 Pfandleibbauä. SebentumnS allerbilligster Waren« einfouf. Riesenauswahl Pelzsachen. Herrenvalelols. Jackeilanzüge. lÄeb- rackanzüge. t>erreiiboiet!. Damen- fachen. Extrabilliger Betienvcrkaus. Aussteuerbeilen. Permictungsbeit. AuSileuerwäsche. Bettwäsche. Reich- baliige Mardmenauswahl. Portieren. Zeiwiibauswahl. Blüichttichdccken. Steppdecken. Wanduhren. Wand- bildcr. Schmucksachen. Taschenuhren. ÜcltenauSwabt. RingcauswaHl. Fest- gescheute. Warenverkauf cbensalls EonnlagS. f-50» Voriuärtdleser erhalten sün' Prozeiu Extrarabatt, selbst bei Ke- legenbcitZkäusen. Teppich- Thomas, Oranienftratze 160, Oranienblap; Rosentalcrstratze 54._ 926.tt* Federbetten, Stand 10,00, 15,00, 26,00, feinste Brautbetten, Wäsche, WinterpaletotS, Decken. Pfaiidleib- Haus, Küstrinerplatz 7._ 904fi* Teopiehe!(jtblerhafte) m allen Größen, fast tür die Hälste des Wertes Tepvilbiager Brünn. Hackeichet Marti 4, Babnbol Börse.(Leier deS »Vorwärts' erhallen o Prozenl Rabali.) Sonntags geöffnet!* GUoncn zu �>ves Guools und Sigismund Lacrotx' ,D!e wabre Ge> stall des CbriftenlumS', von August Bebel. Preis 75 Ps., billige Ausgabe 30 Ps. Expedition Lindenstratze 6g Laden.____ Monatsanzüge und Winter- palelolS von 5 Marl sowie tzoicn von 1,50, Gchrockanzüge von 12.00. Fracks von 2,50, sowie iüt lorpulente Figuren. Neue Garderobe zu stauneud billigen Preisen, auS Pfandleihen ver- falle»? Salben tauft man am billigsten bei Nag Mulackstrasie 14.• lvtoiiaisanzüar, PaleiolS, zro?« Auswahl, speziell iüt starte Figuren sowie iieg> ine neue Garherobe. 20 Prozenl billiger wie im Laden, diret! vom Sdineidermeiiler Fürsten. zeii, Rolentdaierilrape>0_* Gaczuglampen 7,00, GaSzwei- lochtocher 3�0. Wullneitheaterstr. 32. Griliidbegriffe der Politik, von Friedrich Stampser. Gebunden 3 M. Bnchhandlilng Vorwärts, Linden strajze 63(Laden). Leihhaus„Brunnen" und Ver- tausgeschäst. Alles spottbillig: Betten, Stand 9,—, mit 2 Kissen 10,—. Brunnenstrahe 118, Ecke Nsedomstrahe Teppiche(Farbcniebter), Steppdecken, Gardinen. Tischdecken, Tüll> betidecken, Uebergardincn, Sofa- ftoffreste spottbillig Fabrttlager Mauerboff, Große Frantiunerstratze 9 Fiureiugang. Vorwärtsleiern zehn Prozent. Sonntags gcöfjnct. 2488K' QescliSftsverlLSufe. Seifengeschäft, Emaille, Porzellan, Wirischastsartikel und Rolle nach Inventur-Ausnahme zu verlausen, Kaiserin-Nugufta-Allee 40._ Destillation, Todesfall meiner Frau, geradeüber Schulbau, gute Er- werbSguelle, sofort oerkäuslich. Er- forderlich 1000 Mark. Brauereihilse. Petlenloferstrake34. i-58* Leifengeschäft mit schöner Wohnung, Nixdorf. Ziethenftraße 26.-f53 Kohlengeschäft, gutgehend, krankheitshalber sofort zu vertausen. Nazarethkirchstrabe 40. 1-83 Möbel. Möbel. Lechner, Brunnenstr. 7. zwischen Roseulbaler Tor und In- validenstraße. Riesen-Auswahl in Möbeln jeder Art. Billige Preise aus Kredit und gegen bar. Kleine Anzahlung. bequeme Abzahlung. Liefere auch nach auswärts. Vorzeiger dieses Inserats erhält bei Kauf 5 Mark gutgeschrieben. Sonntag nur von 12—2 geöffnet.__* Möbel ohne Geld! Bei ganz kleiner Anzahlung geben Wirtichaiteu und einzeltie Stücke aui Kredit unter äugeriler Preisnotierung, auch Waren aller Art. Ter ganze Osten taust bei uns. Kretlchmann u. Co.. Koppen- strahe 4.(Slbteliilber Bahnhoi.) Arbeitrr-Dkils.crwobuungen.Fur jedermann leicht crwerbbar, sehr billig. auch gcbrauchie Möbel, gut erhallen. große Auswahl, Teilzahlung gern geslaltei. Kassenpreis Zlnsvekgülung, kleine Anzal lung. bequeme Abzah- lung nach Wunsch der Käufer. Gabbert Tischlermeister, Acker- sirape 54. stlieiallbctten, zwei, modern, fvoribillig vcrtäuilich. Zossener- straßc 10, Huigeschäft. 17/14� Möbelangebot. Vorteilhasteste Gelegenhestskäuse durch Anlauf ganzer Warenlager. Einzelmöbel, komplette Einrichtungen, schlichteste, eleganteste Schlaszimmer, Speisezimmer, Herren- zimmer, RiescnauSwahl, 5 Etagen. Fabrikgebäude, Neue Königstraße 5— 6, Teilzahlung gestattet. Sonntag» ge- öffnet._* Verkäufltch: Modernes Wohnzimmer, Schlaszimmer, aparte Küchen- einrichlung.( Händler zwecklos!) Elegantes Plüschsosa. Umbau, Herren- schreibtisch, Anlleideschrank, Englisch- betten, Chaiselongue, Trumeau, Pracht- Wandbilder, GaSkrone, Verschiedenes. Königsbergcrstraße 11, vorn I rechts, bei Fischer._ 20/2 Möbelknchende lausen Möbel, englische Nußbaum Bettstellen mit Matratzen 55.—, Schränke mit Spiegel 55— und billiger, moderne Küchen, 7 teilig, 60.—, ganze Einrichtungen, Schlaszimmer, Speisezimmer, Herren- zimmer zu jedem annehmbaren Preis, auch gegen leichte Zahwngsbedin- gungen ohne Ausschlag. Kein Ab- zablungsgcschäst,-wirtliche Gelegen- heilskäuse. Möbel-Zentrale Chaussee- straße 123. SonnIagS von 12—2 geöffnet. 28456* Musikinstrumente. Nussbaumpianino, gebrauchtes. 360,—, zu verlausen. MuulkeY, PotSdamcrstraße 31. 13/13* Piaiiinos, gebrauchte, von 125,00 an. Zltvenslebenstraße 13 I. K83K Schwcchtenpiaitiiio. neuerhalten, hoch, 225,—. Krüger, Friedenstraße 2 (KönigStor). 213/4 Pianino, Hoslicscranien Biese instiumeni, hochfein, seltener, sofortiger GelegenheitSvertaus. Verwalter Hart- wig. Rixdors, Reulerstraße 85. 20/3 Bilder. Meine Jnventurprcise. nur bis 15. Februar, erregen allgemeines Aussehen, und bitte ganz besonders zu beachten Bilder-Bogdan. Wein- meiste, straße 2. 3I2K* PslirrSder. Herrentahrrnd, Damensahrrad, modern, gute, halten, fofoit ganz billig. Große Fianlsurierstraße 14. Hos Keller. 18/18* Kaufgesuche. Plattnabfälle. Stlberallsälle, Rückstände, Kahngebisse, Quecksilber. Me- talle hochstzahtend, Goldschmelze Nieper. Köpcnickerstraße 20»(gegen- über Manteustelstraße)._ 2395K Zahngebiste, Zahn bis 1 Mark, Goldsachcn, Stanniol, höchstzadlend. Kobn, Neue Königstraße 76. 213/3* Platina- alte Goldsachen, Bruch- gold, Silber. Gebisse, Kebrzold, Gold- watten, Quecksilber, sowie sämtliche gold-, silber-, platinhaltigen Rück- stände taust Edelmetallschmeize, Scheideanstalt BroH, Kövenicker- straße 29. Telephon Moritzplatz 6358.* Platinabfälle, Gramm 5,75, Gold- Silber, Zabngebiffe, Stanniol, Queck- silber kaust Blümel, Auguststraße 13. Uutemckt. Unterricht in der englischen Sprache. Für Anfänger und Fort- geschrittene, einzeln oder im Zirkel. wird englischer Unterricht erteilt. Auch werden Uebcrsetzungen an- gesertigt. G. Swienth- Liebknecht Cbarloltenburg. Stuttgarterplatz 9 Gartenhaus III. 44K* Versdiiedeues. Kuiiststopferet von Frau KokoSkh öchlachteniee. Kurstraße 8 III. Patentanwalt Müller. Gitichmer- straßc 81._ 2433K» Patentanwalt Weiset, Gitichiner- strage 34a. „Friedrich-Withelm" General- agenlur-Zahlstelle, O. 112, Mainzer- straße 24(Frankfurter Allee). LcbenS. Versicherung, stc> belasse, Kindcrver- silverung Ausnahme bis 60. Lebens- jähr. Steuer abzugssähig. 328K* Ehrenerklärung. Die Beleidigung gegen Familie Rölke, Schöneberg. Bahnstrage 34. nehme ich mit Be- dauern zmück. Ferdinand Rölle. Ficht-sllaße 23. M* mr lieber 10® geübte"WZ Gberhemden-Käherinnen finden noch in und außer dem Hause dauernde Beschäftigung bei höchsten Löhnen. RefarmwKsche-Favrik, lg/so__ Michaelkirchstraße 20. Nrantwortlicher Nedakteur- Albert de« Lnl«q.en:eil veva-ttv- Th- Glocke.'-Lerlin. Trucku-Äerlag.- Porwäcl» Buchdrücke«, u- Vertagsanitcitt Pautü-mger u.E°.. iverUnL�. Nr. 31. 29. ZahrMg. des Jormnrtö"§nkn Polblilütl. � Partei- Angelegenheiten. Steglitz. Am Freitag, den 9. Februar, abends 8>/z Uhr, bei Schellbase. Abornstr. lS»: Außerordentliche Mitglieder- Versammlung. Tagesordnung: 1. Berich« über den Reichslags» wablkanipf am Orte. 2. Die Gemeinderatswahl und Aufstellung des Kandidaten. 3. Kassenbericht vom II. Quartal 1911/12. 4. Wahlen zur Verbands- und Kreisgeneralversammlung. 5. Ver- schiedcnes. Der Borstand. Groß-Lichterfelde. Heute, Mittwoch, den 7. Februar, abends 8 Uhr. im Saale des Herrn E. Richter, Chausseestt. l(H: Große öffentliche Versammlung. Tagesordnung: Unsere neue Aufgaben. Referent: Genosse Dr. Jul. Moses, Berlin. Sorge jeder für guten Besuch der Versammlung. Der Einberufer. Biesdorf. Heute, abends Uhr: Zahlabend bei Gustav Berliiu Marzahner Str. 24. Die Bezirksleitung. Friedrichsfelde. Donnerstagabend von 7 Uhr ab von den Be- zirkslokalen aus«vichtige Flugblattverbreitung. Sonntag Haus- agitotion. Außerdem treffen sich die Teilnehmer an der Land- agitation früh 7 Uhr bei Brunk. Stralau. Ain Donnerstag, den 3. Februar, abends 8 Uhr, in der„Perle", Mt-Siralau 21: Generalversammlung. Tagesordnung: 1. Aufnahme neuer Mitglieder. 2. Bericht der Funlttonäre. 3. Diskussion. 4. Aufstellung der Kandidaten zur Gemeinde- Vertreterwahl. 6. Verschiedenes. Die Bezirksleitung. berliner JVacbricbten. Geburten und Sterbefälle in Berlin. Die Verminderung der Geburten hat in Berlin im Jahre 1911 sich weiter fortgesetzt. Werden die Tot- geburten mitgezählt, so ergeben sich für 1911 nur 44 481 Ge- burten, während die fünf vorhergehenden Jahre von 1919 bis 1996 noch 45947, 47 728, 51 959, 52 998, 53 393 Geburten gebracht hatten. Von 1999 bis 1911 sank die jährliche Ge- burtenzahl von 53 393 um 8912 auf 44 481, das heißt um ein volles Sechstel der damaligen Zahl. Die Vergleichung mit der Durchschnittszahl der Einwohner zeigt, daß im Jahre 1911 auf je 1999 Einwohner nur noch 21,48 Geburten kamen, nachdem schon in dem Jahrfünft 1996 bis 1919 die Geburten- ziffer in unaufhaltsamer Abwärtsbewegung sich auf nur 25,97, 25,56, 24,78, 23,28, 22,31 pro 1999 Einwohner der betreffenden Jahre gestellt hatte. Die Differenz zwischen 1911 und 1996 tritt hier noch auffälliger hervor. Die Sterbefälle hatten sich im letzten Jahre gleich- falls vermindert, allerdings nicht in demselben Maße wie die Geburten. Im Jahre 1911 aber ist es wieder zu einer Vermehrung der Sterbefälle gekommen, hauptsächlich in- folge der durch die Sommerhitze herbeigeführten Erhöhung der Äindersterblichkeit. Werden auch hier die Totgeburten als Sterbefälle mitgezählt, so haben wir für 1911 die be- trächtliche Zahl, von 33 945 Sterbefällen, gegenüber 31917, 33 617, 34 259, 34 277, 34 587 Sterbefällen aus den fünf Jahren von 1919 zurück bis 1996. In dem Jahrfünft 1996 bis 1919 sank die Sterbeziffer zunächst wenig und dann in 1919 beträchtlich: auf je 1999 Einwohner starben 16,82. 16,56, 16,63, 16,39, 15,59 Personen. In 1911 aber stellte sich die 'Sterbeziffer plötzlich wieder auf 16,38 pro 1999 Einwohner. Der Ueberschuß der Geburten über die Sterbe- fälle war infolgedessen 191 1 ganz ungewöhnlich gering. Nachdem schon die fünf Jahre 1996 bis 1919 mit ihren Ueberschüssen von nur 18 896, 18 631, 16 797, 14 111, 14 939 Geburten eine zicinlich scharfe Abwärtsbewegung ge- zeigt hatten, ist in 1911 der Geburtenüberschuß plötzlich auf nur noch 19 536 zusammengeschrumpft. Pro 1999 Einwohner berechnen sich die Geburtenüberschüsse für 1996 bis 1919 auf 9,15, 9,99, 8,15, 6.89, 6,81 und nun für 1911 auf nur 5,19. Bei weiterer Andauer des Rückganges der Geburtenziffer er- leben wir es vielleicht in nicht zu ferner Zeit, daß einmal in einem Jahre mit wieder ungewöhnlich vielen Sterbefällen gar kein Geburtenüberschuß mehr bleibt. Eine seltsame BcrkehrSpolitik betreibt die Firma Becker u. Co., die unter Milbilfe der an der Strecke belegenen Gemeinden die Reinickendorf— Liebenwalde— Groß schönebecker Eisenbahn erbaute und auch betreibt. Wiederholt konnten wir von wunderlichen Tarifkuriosas berichten. Auch über die mongel- hafte Beivachung der Buhnfibergünge wurde lebhafte Klage geführt: sind doch wiederholt Unglücksfälle beim Neberschrcilen der Gleise auf dieses Konto zu buchen. Aüe Versuche diesen Betrieb zu modern!- siere», eine dem Verkehr entsprechende Zugfolge zu erreichen, und vor allem den geradezu ungeheuerliche» FahrprciStarif zu ermäßigen, scheiterten an dem Starrsinn der Besitzerin der Bahn. Wie wenig sie aber glaubt auf die Interessen ihrer Fahrgäste Rücksicht nehmen zu brauchen, lehrt die diesjährige Aufstellung des Sommerfahrplans. Vor einigen Jahren mußte die Betriebsleitung auf Drängen der Interessenten die Verlegung eines nachmittags 1 Uhr den Bahnhof Reinickendorf verlossenden Zuges auf 1.4g Uhr bewilligen. Es wurde dadurch erreicht, daß Kinder, die die Berliner Schulen besuchen, zur Rückfahrt diesen Zug benutzen konnten. Zur allgemeinen Ueberrnschuug aller Jntereffemen ist jedoch in dieiem Jahre bei der Neufeststellung des Fahrplanes die Rückverlegung des Zuges auf die frühere Abfahrtzeit vorgesehen worden: so daß die Schüler erst den um etwa 2 Stunden später fahrenden Zug benutzen können. Und dies ist auch der beabsichtigte Zweck. Die Firma Becker u. Co. ist nämlich Terrainbesitzerin in Wandlitz. Eine von ihr dort errichtete höhere Schule fehlt es an Schülern, sie kann nicht leben und nicht sterben. Da sollen ihr nun durch diese famose Fabrplanpolitik Schüler zwangsiveiie zugeführt werden. Hier ist der Punkt erreicht an dem der Privatbesitz an den Verkehrsmitteln beginnt gemeingefährlich zu werden. Gegen dielen völlig unzulässigen Zwang sollten sich alle Interessenten ailfö leb- hasteste wehren; denn der Tarif bedarf zu seiner Gültigkeit der Ge- nehmigung des EisenbahnpräsidiumS.— Verwunderlich nach dem Borhergesagten ist es freilich dann auch nicht, daß die Gesellschaft im verflossenen Jahre mit Unterbilanz gearbeitet hoben will; und daher nach ihrer eigenen Mitteilung am 1. April 1913 den Betrieb gänzlich einstellen will. Den Fahrgästen kann's nur recht sein— denn schlechter wie jetzt kannS wohl kaum noch werden. Besichtigung des Stadthau es. Für die Besichtigung des nach den Einwürfen von Ludwig Hoffinaiin in den Jahren 1902—1911 erbauten neuen Stadthauses sind folgende Anordnungen getroffen: Die Stadthalle mit dem von dem Bildhauer Wika geschaffenen Bären kann täglich außer Sonntags von 11— 3 Uhr besichtigt werde». Der Eintritt ist frei. Die Besteigung deS Turmes, bis zu dessen oberstem Geschoß ein Fahrstuhl führt, kann in der gleichen Zeit er- folgen. Es wird für die Besteigung ein Eintritlsgeld von 20 Pf. I für die Person erhoben: doch ist MontagS und Donnerstags der .Antritt frei. Die Einlaßkarten sind beim Pförtner am Erngang ' Jüdenstraße zu erhalten. Die Gastwirtschaft uuter Polizeiaufsicht, über deren ständige Bewachung durch Schutzleute wir im Januar berichteten, erfreut sich noch immer derselben Aufmerksamkeit seitens der Polizei. Es handelt sich, wie noch erinnerlich sein wird, um das von dem Gastwirt Wagner betriebene„Wirtshaus zum Straußen", Pappel- Allee 26. Tag für Tag findet immer wieder am Vormittag ein Schutzmann sich im Lokal ein, der am Abend durch ein Schutzmanns« paar ersetzt wird, und gewissenhaft beobachten diese im Lokal als Wachposten sich aufstellen den Beamten bis zum GeichättSichluß alle Vorgänge, um sofort jede etwa beabsichtigte llebertretung im Keime ersticken zu können. Diese Bewachung von früh bis spät wird seit nun beinahe drei Wochen ausgeübt, weil Wagner des ihm nicht erlaubten Ausschankes von Schnaps und der Uebertreiung seiner Polizeistunde beschuldigt wird und der Polizcileutnant Otto vom Revier 97 durch diese Bcaussichtigung eine Wiederholung von vornherein verhüten zu sollen meint. Eine hier- gegen eingereichte Beschwerde an den Polizeipräsidenten, die schon im Januar abgegangen ist. harrt noch der Beantwortung. Wir sind gespannt darauf, wie das Polizeipräsidium diesen Eingriff in das Hausrecht des Ga st Wirtes zu rechtfertigen versuchen wird. Es wäre zu wünschen, daß auch aus der Bevölkerung des 97. Polizeireviers heraus gegen eine derartige, die allgemeine Sicher- heit nicht fördernde Speziolverwendung der Schutzleute Einspruch er- hoben würde. Man sagt immer, daß es an Schutzleuten mangelt und daß die zur Verfügung stehenden Schutzleute über- bürdet seien. Hier wird aber Wochen hindurch Tag für Tag vom Vormittag bis in die sinkende Nacht die Arbeitskraft der Schutz- leute in einer Weise verwendet, die den behaupteten Mangel an Schutzleuten sowie eine etwaige Ueberbürdung der Diensttuenden Schutzleute nur noch fühlbarer machen muß. Die Beantten, die dazu verurteilt werden, im Lokal unter den Gästen umherzustehen und dort eine wirklich nicht beneidenswerte Rolle zu spielen, könnten auf der Straße sich nützlicher betätigen. Uns wird gemeldet, daß aus- gerechnet das unter Polizeiaufsicht gestellte Wagnersche Lokal in der Nacht vom Montag zum Dienstag von Dieben heimgesucht worden ist, die die Ladenkasse ausgeräumt haben. Dem Manne wäre besser gedient gewesen, wenn die Polizei ihn in seinem Lokal unbehelligt gelasien und lieber durch mehr Wachsamkeit außerhalb seines Lokals dafür gesorgt hätte, daß sein Eigentum wirk- samer geschützt wurde. Gegen die Erhebung von Eintrittsgeldern zu den Natureisbahnen, soweit es sich um zugefrorene öffentliche Wafferläufe handelt, wird von den Eisläufern lautester Protest erhoben. Wahrscheinlich wird die Angelegenheit noch gerichtlich geklärt werden. Anlaß dazu geben die hohen„Eintrittspreise". Der Forderung von 10, ja auch 20 Pf. würde wobl niemand erheblichen Widerstand entgegensetzen. Wenn aber 40, 60 und 75 Pf. verlangt werden, und zwar selbst von Personen, die das Eis nur als Zuschauer betreten— da hört denn doch alles auf. Es wird dem Fiskus bestritten, das Recht zu haben, zugefrorene öffentliche Flüsse und Seen an Unternehmer zu ver- pachten. Nach dem allgemeinen Landesgesetz stehen die öffentlichen Wasserläuse jedem zur Benutzung frei. Darauf basiert ja auch das Recht, diese Gewässer mit Booten und Kähneil befahren zu dürfen. Sind die öskenlliche» Gewäffer in nicht gefrorenem Zustande jedem zugänglich, so sind sie, auf Grund der Bestimmungen des Landes- gcietzes dies auch, wenn sie gefroren sind. Auf diesen Standpunkt hat sich vor Jahren schon einnial ein OberlandeSgencht gestellt. Auf die in Ausficht stehenden Prozesse wegen Rückzahlung der er- bobenen Eislauf-Eintrittsgelder darf man daher mit Recht ge- spannt sein._ Unter den Bier-, Speise- und ähnlichen Wcrtmarken wird gegenwärttg„fürchterliche Musterung" gehalten. Am 1. April tritt eine neue Gesetzesbestimmung in Kraft, welche auf das Münzwesen Bezug nimmt. Danach dürfen die genannten Marken nicht das Bildnis des Kaisers oder eines Bundesfürsten in der auf den Reichs- münzen befindlichen Darstellung tragen oder mit einer auf dem Rande befindlichen Schrift verschen sein. Auch dürfen sie nicht die Bezeichnung einer im Deutschen Reiche geltenden Münzgattung oder auch nur die Angabe eines GeldiverteS enthalten. Runde Wert- marken dürfen in, Durchinesser höchstens 20—23 Millimeter groß sein. In Gastwirtschaften, Casss und anderen Geschäften werden bereits jetzt Marken, die gegen diese neue münzpolizeiliche Vorschrift verstoßen, ausgemerzt und durch einwandfreie Werlmarken ersetzt. Rückzahlung von Fahrgeld für unbenutzte Eisenbahnfahrkartcn. Unverständliche Grundsätze befolgt die hiesige ElsenbahnverkebrS- inspeklion, wenn es sich um Rückzahlung von Fahrgeld handelt. Ein hiesiger Einwohner H. hatte die Absicht, am Svnntag, den 21. Januar, mit einem Freunde einen Ausflug nach Müncheberg zu machen. Da der Freund erst einige Minuten vor Abgang des Fern- zuges mit dein Nordringzuge eintreffen konnte, löste H. gleich eine zweite Karte für den Kameraden. Nun blieb der letztere aber aus. H. sandle nun die unbenutzte Fahrkarte an die Verkehrsinspektion ein und ersuchte um Rückzahlung des Fahrgeldes für die Karte. Zum großen Erstaunen erteilte die VerkchrSinspektion die formularmäßige Antwort, daß ein Antrag wegen Rückzahlung des Fahrpreises für eine Fahrkarle nur dann berücksichtigt werden könne, wenn die unvollständige Aus- Nutzung der Karte auf deren Rückseite durch einen Stalionsbeamten bescheinigt ist. Da ein solcher Vermerk fehle, werde die Karte zurück- gesandt, um einen anderen glaubhaften Nachweis für die angegebene Nichlausnutzung der Karte beizubringen. Es ist nicht ersichtlich, welchen Nachweis H. eigentlich beibringen soll. Gibt eS denn einen besseren Nachweis als die völlig un- benutzte Karte, die doch nur für den einen Tag der Lösung Gellung hatte? ES gehört wirklich nicht viel dazu, um das zu begreifen. lieber den ErkeniiungSdienst der Kriminalpolizei wird berichtet: In der Meßkartenregislraiur der Zentrale stieg die Zahl der Karten um 0004 von 102 038 auf 103 042. Von dieier Gesamtzahl entfallen auf erwachsene Männer 83 784. auf die Frauen 6 602 und auf die Jugendlichen 13 766. Der Bestand der Fingerabdruck- karten ist gegen das Vorjahr um 16 686 von 97 826 auf 113 510 gestiegei». Mit Hilfe beider Karlenarten wurden an der Hand von eingesandteii Karten und durch deren Vergleichung mit dem Be- stand der Zentrale 6565 Personen mit Sicherheil festgestellt. Es ergab sich, daß von ihnen 5636 ihren richtigen Namen angegeben, während sich 1029 einen falschen beigelegt halten Von diesen „Falschen" wurden 242 durch Meßkartei, und 787 durch Finger- karren„entlarvt". Dazu kommen dann noch 39 Personen, die durch schriftlichen Verkehr der hiesigen Zentrale mit den AnSlandzeiitralen durch die dort vorhandenen Karten fest- gestellt werden konnten. In diese 6604 Festgestellte sind nicht einbegriffen 139 Personen, die sich zwar bei ihrer Ergreifung einen falschen Namen beilegten, endlich aber, als es un das Messen ging, ihre Masken ablegte» und ihre richtigen Namen nannten. Durch Schriftwechsel mit anderen Behörden schaffte man ohne Körpermessung und Finger- abdrücke noch über 804 Perionen, die eine» falschen Name» führten, ein- wandfrei Klarheit. Aus dem Verbrecheralbum wurden 244 Berüber von Verbrechen und Vergehen erkannt, durch AushSngiing von Photographien in den Dieuflgebäuden der Krimmalpotizei»och 6 Personen, Phoiographiert wurden im letzten Jahre im Atelier der Kriminal- Polizei 2660 Personen. Das Atelier stellte außerdem 1276 pboto- � graphische Platten nach vorhandenen Bildern her, lieferte 32 013! photographische Abzüge, nahin 34 Tatorts auf und fertigte außer-! dem noch 164 Aufnahmen von Gegenständen und Fingerabdrucken an. Selbstmord eines Fabrikbesitzers. Selbstmord, der in den wei« teren Kreisen Aufseben erregen dürfte, verübte am gestrsgen Diens- tag morgen gegen 7SU Uhr der 44 jährige Kaufmann Selmar yeme- mann, der Inhaber der Fellfabrik Hermann Gast. Grüner Weg 103. Heinemann hatte im letzten Jahr finanzielle Mißerfolge, da. die Fabrik nickt in der gewünschten Weise florierte. Er trug deshalb schon in letzter Zeit ein aufgeregtes Wesen zur Schau und brach nach Ausstellung der Bilanz völlig zusammen. Es zeigten sich be, ihm Spuren von Geistesgeslörlheit, iodaß der Fabrikbesitzer von seinen Angehörigen auf Schritt und Tritt bewacht wurde, da cr Selbstmordgedanken äußerte. Am gestrigen Tage versuchte er aus einem Geichänsweae. auf welchem il»n der Proknritt �r Frrma be- gleitete, zweimal in die Spree zu springen, doch wurde er hieran glücklicherweise verhindert. Am gestrigen Dienstag morgen erschien er schon vor 8 Uhr in der Fabrik und eilte, ohne daß ihn jemand hindern konnte, aus das Dack des fünfstöckigen Hauses, von wo er sich kopfüber auf den gepflasterken Hof hinabstürzte. Ein hinzu gerufener Arzt konnte nur noch den bereits eingetretenen Tod fest- stellen. Ein schwerer Straßenvahnunfall ereignete sich gestern nachmittag auf dem Slratzenbahnhof Westend. Dort war der Schlosser Paasch, Sophw-Charlotten-Srr. 107 in Charlottenburg wohnhaft, mit dem Schmieren der Achsen des Motorwagens 282 der Linie dl beschäftigt, als der Triebwagen 2773 der Linie 64 über eine Weiche vom Neben- gleis in den Schuppen hineinfuhr. Der Schlosser wurde zwischen beide Wagen eingeklemmt und erlitt mehrere Rippenbrüche und innere Verletzungen. In bedenklichem Zustande wurde P. nach dem Krankenhause Westend gebracht, wo er schwer daniederliegt. Erfroren aufgefunden wurden Montagabend drei Männer. Einen von ihnen, dessen Peisönlichkeit noch nicht festgestellt wurde, fand ein Schutzmann gegen 8 Uhr bewußtlos auf dem Bürgersteig der Jannowitzbrücke liegend. Er wurde nach dem Krankenhause am Friedrichshain gebracht. ES ist ein ungefähr 36 Jahre alter Mann, der 1,65 Meter groß und schwächlich gebaut ist, einen blonden Schnurrbart und schwarzes Haar hat und einen braunen Jackett- anzug, einen dunkelgraucn Ueberzieher und einen schwarzen Schlapp- Hut trug.— Einen wohnungslofen 44 Jahre alten Arbeiter August Hein fand man besinnungslos in der Krappstraße liegend. Man brockte ihn in das Krankenhaus Moabit.— Auf dem Brunnenplatze wurde in der letzten Nacht ein Obdachloser, der wegen Ueberfüllung der Asyle keine Unterkunft gefunden hatte, erstarrt aufgesunden. Ein Schutzmann brachte den Erfrorenen nach der Revierwache. Ein tödlicher Straßcnbahnunfall ereignete sich am Diensiagabend in der Warschauer Straße, unweit der Romintener Straße. Dort wollte der Romintener Straße 34 wohnhafte Arbeiter August Schulz kurz vor einem herannahenden Straßenbahnwagen der städtischen Elektrischen über die Schienen laufen; cr wurde jedoch von der Vordcrplattform erfaßt und so unglücklich mit voller Wucht auf den Straßendamm geschlendert, daß er bewußtlos liegen blieb. In einer Droichke brachte man den Verunglückten zunächst nach der Unfall- station- doch konnte man dort nur noch den inzwischen eingetretenen Tod feststellen. Ein schwerer Betriebsunfall ereignete sich gestern nachmittag 4 Uhr in der Automobillackiererei von C. W. Hebel am Schiffbauer« dämm 19. Als dort in einer Werkstclle mit Salmiakgeist zur Ent- fernung von altem Lack gearbeitet wurde, entwickelten sich giftige Dämpfe in solcher Menge, daß die drei Arbeiter Willy Kramer, Wilhelm Bartel und Joseph Kujavar bewußtlos umfielen. Sie be- kamen später heftiges Erbrechen und mußten alle drei mit einem Krankenwagen nach der Charitö gebracht werden. Im Passagr-Theater ist das neue Programm für den Februar in seinen Einzelbeilen wohl vorzüglich zu nennen, im ganzen aber dock etwas einfeitlg. Akrobatik und Gymnastik sind allzusehr be- tont. Einzelne Piecen, wie die Borführungen der persischen' Hand- alrobaten The Dzairs und der Melangrakt der La Cremo- l i n a u. Co.- Truppe, die an und für sich Glanznummern auf ihrem Gebiete genannt werden können, ähneln einander stark. Aber der Zuschauer kommt trotzdem auf seine Kosten; denn prächtig waren auch die Leistungen, die Mic aela und Fernawd auf der frei- stehenden Leiter boten; die The Heraldos Truppe zeigte staunenswerte Künste als Schleuderbrettakrobaten; The 5 Meteors glänzten in den wagehalsigsten gymnastischen Darbietungen. Bielen Beifall fanden ferner die VorlragSkünstler: Luise Schäfer brachte schon mit ihrer drolligen Mimik die Zuschauer zum Lachen; der Hnmorist S chneider-Duncker brillierte mit seinem neuen, teilweise recht aktuellen Repertoire. Auch die radfahrenden Jong- leure(Moral Barlo) und die kleinrussische T r o u p e Esmanoff mit ihren charakteristischen Tänzen seien noch erwähnt, jedoch dürften die Berliner Varietöbühnen ähnliches schon deS öfteren ihren Besuchern geboten haben. Im Wintergarten ist nach langer Pause die S a h a r e t wieder- gekehrt. Sie schwingt das Tanzbein so graziös und elegant, ins- besondere in der Serenade, die sie mit ihrem Partner ranzt, daß Freunde der Tanzkunst vollauf befriedigt werden. Ein Hexenmeister eigener Art ist Herr Albert Herz, der Uhren, Vögel und selbst Menschen verschwinden und wieder erscheinen läßt und manchem Zu- schauer zu raten aufgibt. Als geschickte Radfahrkünstlerinnen pro- duzierten sich wieder die Mitglieder der bekannten Kaufmann» Truppe. Die aus zwölf Damen bestehende Gesellschaft be- herrscht in formvollendeter Weise das Fahrrad, mit dem die hals- brecherischsten Kunststücke vollführt werden. Auch ein Hundetheater ist vorhanden, das zeigt, wie gelehrig ein solcher Vierfüßler sein kann. Gaukler, Exzentriker sowie englische Tänzerinnen vervollstän- digen das reichhaltige Programm. Vorort- 1>fodmd)tem Neukölln(Rixdorf). Ein Täuschungsmanöver� Zu dem von uns schon gestern bekannt gegebenen Antrage unserer Fraktion im Rathause, über den Erlaß eines Ortsstatiits über die Bildung der Wählerabteilungen nach dem Prinzip der Zwöiftelung, nimmt auch die Lokalpresse Stellung. Wir würden diesen Aeußerungen nur die Beachtung schenken, die sie verdienen, wenn nicht der Artikel, den das„Neuköllner Tageblatt" dieser Frage widmet, offenbar seine Entstehung im Rathause selbst verdanlt. Form und Aufmachung drücken demselben den Stempel des Offiziösen auf. Es ist unglaublich, was darin an Verzerrung der Tatsachen geleistet und die Wahrheit in beispielloser Weise auf den Kopf gestellt wird. Das Ganze hat nur den einzigen Zweck, die Wähler kopfscheu zu machen. Wir sind allerdings der Uebcrzeugung, daß solche Verdrehungskünste wirkungslos verpuffen werden. Der Antrag unserer Fraktion hat nur das Ziel, das Drei» klaffenwahlsystem, soweit die Städteordnnng es zuläßt, weiter zu demokratisieren. Für jeden Demokraten und erst recht natürlich für unsere Partei eine alte programmatische Forderung. Die Städteordnung gibt den Gemeinden das Reckt, die Bildung der Wählerabteilungen nach dem Prinzip der Zwöiftelung durch Ortsstatut festzusetzen. Auch in Rixdorf hatten unsere Genossen seinerzeit schon einmal den Antrag gestellt, der natürlich abgelehnt wurde. Wie sehr aber die Bildung der Wählerabteilungen nach den Grundsätzen, wie eS der Antrag un ierer Parteigenossen will, demokratisch wirkt, zeigt folgende mogistrats- offiziöse Aufstellung: Nack der jetzt gültigen Wählerliste sind in der zweiten Abteilung 83S6 Wähler, während nach dem Antrage uuferer ffienoften 13 600 Wähler der zweiten Abteilung zugehören würden. Die unterste Steuergrenze der zweiten Abteilung würde von 72 M. auf 62 M. sinken. Also in jeder Beziehung eine weitere Demokrati- sierung dcZ Drciklassenwahlrechts. Das«Neuköllnische Tageblatt" will Bergeltung üben und nennt den Antrag einen Wahlrechtsraub. Es bildet sich auf diese geistreiche Formulierung scheinbar recht viel ein. Eine böswillige Entstellung ist eS geradezu, wenn diese offiziöse Inspiration davon fabuliert, daß durch den Antrag unserer Genossen jemand seines Wohlrechts„beraubt" wird. Im Gegenteil! Durch die Auf- Hebung von Privilegien wird dem Volke erst das Wahlrecht gegeben, das ihm so lange vorenthalten ist. Nun bedeutet natürlich die Ein- führung der Zwölftelung bei der Bildung der Wählcrabteilungen noch lange nicht die Aufhebung von Klassen- oder Besitzprivilegien. Lediglich um bequem im Trüben fischen zu können, wird das Täuschungs- manöver unternommen. Die Haltung der bürgerlichen Parteien und Fraktionen wird bei der Beratung des Antrages nicht ohne Interesse sein, wenngleich schon heute als feststehend gelten kann, datz er eine Unterstützung nicht erfahren wird. Die Bezirksvereine und ihre kommunale Vertretung nennen sich jetzt offiziell„kommunalfortschrittlich". Wenn das Wort einen Sinn haben soll, so doch nur dann, wen» sie auch das Wahlrecht im Sinne der Demokratie zu erweitern besttebt sind. Bei der Reichstags- wähl übten in Neukölln von 6b 041 eingeschriebenen Wählern 67 361 ihr Stimmrecht aus, von denen nicht weniger als 48 000(genau 47 907) für den Kandidaten der Sozialdemokratie stimmten. 83.50 Proz. aller derjenigen, die von ihrem Wahlrecht Gebrauch «lachten, wählten sozialdemokratisch. Diese gewaltige Mehrheit aller Wähler soll dazu verurteilt bleiben, dauernd die Minorität in der Stadtverordnetenversammlung zu sein? Die Kommunalfort- schrittler haben Gelegenheit zu beweisen, ob mit der Regeneratton des Namens auch gleichzeitig eine Erneuerung der Gesinnung zur demokratischen Auffassung vor sich gegangen ist, oder ob auch in diesem Fall nur der Name Schall und Rauch ist. Zu der am komwenden Sonntag vom BildungsauSschuß vcr- anstalteten Urania-Borstellung sind noch Billetts in den Partei- speditione» und bei den Genossen Meier, Prinz-Handjery-Straße 3, Pfeiffer, Hermannstr. 49 und Fischer, Weisestr. 14 zu haben. Die Funktionäre werden gebeten, die nickt verkaufte» Karten an die zu- ständigen Stellen sofort abzuliefern.— Der Bortrag„Ans dem Leben des MeereS" bietet auf wissenschaftlicher Basis i» leicht- verständlicher Weise einen Einblick in das Leben und Treiben der Meeresbewohner. Neben vorzüglichen Lichtbildern werden auch tinemaiographische Borführungen eine Fütterung der Seetiere und Krieg und Frieden auf dem Meeresgrunde veranschaulichen. Grotzes Interesse dürsten auster den Nutzfischen die prächtigen„Blumen des MeereS", die Seerosen und Seeanemonen erwecken, Tiere, die wegen ihrer Formen- und Farbenschönheit mit diesem Namen belegt werden. Bei der Gewerbegerichtswahl am Sonntag hatten die Gegner daratli verzichtet, eigene Kandidaten auszustellen. Ihre Nicht- oeterligung sollte ein Prolest dagegen fein, dag nicht das Pro- pvrtionalwablsystem zur Anwendung kam. Die Liste der freien Gewerkschaften wurde mit 5809 Stiinmen gewählt. Der Antrag auf Einfübrung des Proporz ist von den freien Gewerkschaften wieder- holt gestellt, ober von den Arbeitgebern ständig abgelehnt worden Die Herren Arbeitgeber fürchten, das; sie durch Aendernng des Wahl- syltenis an Mandaten Verluste erleiden würden. Am Montag, de» 6. d. Mts., fanden die Arbcitgeberwahlen statt. Die vereinigten Innungen erhielten 620, die Liste der Gewerkschaftskommission 355 Stimmen. Dieses Resultat überrascht keineswegs, wenn man sich vergegenwärtigt, mit welchen Mitteln die Gegner gegen die steicn Gewerkschaften operierten. Die gemeinsten Verdächtigungen, so echt nach reickSverbändlerischer Art. muhten herhalten, um de» unter- zcichuelen vereinigten Innungen die Mandate zu sichern. Die Auf- stelluilg der Wählerliste ergab, dah nicht mit der nötigen Genanig- keil vorgegangen ist; Einsprüche wurden zurückgewiesen, mit Ab- lehnungsgründen, die recht sonderbar anmuten. Die Stimmzettel waren schon von weitem zu erkennen! während in den Vorjahren Oltavformat verwandt wurde, waren die Stiinmzettcl diesmal niedriger, dastir aber etwas breiter, auherdem auck.durchsichtig und durch- gedruckt, Zu bedauern ist noch die Gleichgültigkeit einzelner Partei- genöfsischer Arbeitgeber, die den Gegner dadurch unterstützten, daß sie ihr Wahlrecht nicht ausübten. Der plötzliche Tod eines Mädchen? beschäftigt die hiesige Kriniinalpolizei. In der Weichsetstrahe erkrankte die mit einem Witwer zusammenwohnende 25 Jahre alte Frida Beyer am Sonn- abend. Um 8 Uhr abends starb sie. Der Bräutigam holte eine» Arzt, der aber nicht mehr helfen konnte. Die Todesursache konnte der Arzt nicht feststellen. Die Leiche wurde deshalb beschlagnahmt und nach dem Schauhause gebracht. Die Obduktion wird erst den plötzlichen Tod aufklären. Lichtenberg. Ein gefährlicher Brand, bei dem ein Feuerwehrmann schwer verletzt wurde, würete gestern früh auf dem Gelände der Eiienbahiisignalbauanstalt und Maschinenfabrik I. Gast in der Sieg- friedstrahe 202. Aus bisher noch nicht ermittelter Ursache geriet dort gegen l/z8 Uhr morgens ein großer Schuppen, in welchem ein bedeutender Holzvorrat aufgestapelt war, in Brand. Das Feuer fand an den trockenen Bohlen und Balken reiche Nahrung und innerhalb ganz kurzer Zeit stand der Schuppen in hellen Flammen, die jeden Augenblick auf die angrenzenden Fabrikgebäude überzugreifen drohten. Auf die Meldung von dem Ausbruch des Brandes rückte sofort die Lichtenberger Feuerwehr aus, und bald darauf wurde von der Brandstelle aus der Zug 20 der Berliner Feuerivehr zu Hilfe gerufen. Inzwischen war die Situation sehr kritisch geworden und nur dem energischen Eingreifen der vereinigten Wehren ist eS zu danken, dah die umliegenden Gebäude, die zum Teil leicht brennbare Materialien und wertvolle Maschinen be- hcrbcrgtcn, gerettet werden konnten. Der Holzschuppen nebst seinem werivollen Inhalt wurde vollständig ein Raub der Flammen. Bei den NetumgSarbciten ist ein Oberfenerwehrinann von der Lichten- bcrgcr Wehr verunglückt. Er wurde von einem herabfallenden Holz- stück getroffen und trug erhebliche Brandwunden im Gesicht und an den Armen davon. Der Verunglückte erhielt auf der Rettung?- wache im Nathans Notverbände und mutzte von dort nach dem RuimnelsburgerKrankenhause übergeführt werden. Erst gegen 11 Uhr konnte die Feuerwehr wieder abrücken. Schöneberg. AuS der Stadtvcrordnetcilversammlimg. Zunächst wurden mehrere Nachsorderungen bewilligt, darunter 2250 M. zur Deckung der Kosten für die Arbeiten der Neuvermessung und der Berhandlungen im Südgelände. Die Versammlung nahm hierauf eine Resolution an. in der der Magistrat ersucht wird, in Zukunft mehr, wie dies bei dieser Borlage der Fall gewesen ist. den gemeinsamen Beschlüsse» Rechnung zu tragen, insbesondere das Bewilligungsrecht der Ver- fammlung in vollem Umfange zu wahren.— Genosse H o f f m a n n berichtete über Nachsorderungen von insgesamt 85 300 M. zum Armenelat, die damii begründet wurden, daß die Preise auf alle» Gebieicn in die Höhe gegange» seien. Die Nachbewilligung wurde beschlossen.— Der Polizeipräsident hat mitgeteilt, dah so lange die MictSverträge laufen und der Landtag das neue Polizeirevier nicht bewilligt hat, an eine günstigere Begrenzung der Reviere nickt gedacht werden könne.— Der Hans» und Gcundbesitzecvereiii ernicht um Errichtung von öffentlichen Gebäuden, zunächst um das Reichs- versichcrungsamt z dem wurde zugestimmt.— Der Arbeiter- Turnverein bittet, den Zuschuß zur Turnhallemniete von ISO M. auf 300 M. zu erhöhen. DieS wurde abgelehnt und dem Petenten anheimgegeben, zur nächstjährigen EtalSberatung erneut und recht» zeitig um Erhöhung des Zuschusses zu bitten. Eine Petition des Verbandes der Gemeinde- und Staatsarbeiter ersucht um Neuregelung der Löhne der städtischen Arbeiter. Der PetilionsauSschuß hatte beschlossen, über die Petition zur Tages» ordnung überzugehen, weil die Petenten irgend welches Material zum Beweise für die in der Resolution enthaltenen Behauptungen nicht beigebracht haben. Der Berichterstatter Dr. I a c o b i(Lib. Bg.) betonte, daß die Erhöhung der Löhne den Etat jährlich mit 17 000 M. belaste, es müßte daher Rücksicht auf die Finanzen genommen werden. Im übrigen hatten ungefähr 10 Proz. keine Erhöhung erhalten. Die niedrigen Löhne seien alle aufgebessert worden. Starke(Lib. Fr.) stellte fest, daß jetzt geringere Lötme gezahlt werden, als vor der iogenannte» Regelung.— Genosse M o h s meinte, selbst wenn der Etat berücksichtigt würde, brauchte noch lange keine Pfcnnigfuchserei betrieben werden, denn ein Etat dürfe niemals auf Kosten der städtischen Arbeiter und Angestellten bilanziert werden. Die neue Regelung habe den Kanatlsations- und Arbeitern der Straßen- rcinigung knapp einen Pfennig Zulage gebracht, nun kommt der Abzug von lOO auf 50 Prozent für Ueberstunden mit hinzu, so daß eine tatsächliche Berschlechterung eingetreten ist. die unter allen Um- ständen beseitigt werden mutz.— Genosse K ü t e r ist der Ansicht, daß es dem Pelitionsausschuß leicht gewesen wäre, festzustellen, ob eine Verschlechterung gegen früher staltgefunden hat. Es brauchten nur die Lohnlisten eingesehen zu werden, daraus hätte es sich schon ergeben. Weiter sei bedauerlich, daß der Magistrat die Verwal« tungen nicht genügend anweist, wie Beschlüsse auszuführen sind. Obwohl den Handwerkern tarüliche Löhne gezahlt werden sollen, werden doch nur Mindestlöhne angewiesen. Den Heizern im Kranken- hause werde jetzt noch nickt der ihnen zustehende höhere Betrag gezahlt. Stadtrat Bötz erklärte, daß nur die Löhne der schlechter Bc- zahlten erhöbt worden seien. Ferner seien auch in vielen Ver« waltnngen bisher nur 50 Prozent für Ueberstunden gezahlt worden, so daß von einem Abzug keine Rede sein könne. Die Tariflöhne sollen gezahlt werden, allerdings sind die Heizer des Krankenhauses nicht mit einbegriffen gewesen. Genosse M o h s wies noch einmal darauf hin, daß eine große Anzahl von Verwaltungen die höheren Zuschläge für die Sonntagsarbeit bewilligen, während hier ein Zurückweichen zu konstatieren sei. Ebenso könne eS nicht gutgeheißen werden, daß kurz vor dem WeihnachtSfeste eine Anzahl Arbeiter entlaffen wurden, um nur Geld zu ersparen.— Stadtrat Härder meinte, daß, wenn die Entlasiungen erst kurz vor dem Feste stattfanden, dies nur ihm zu danken sei, da Entlassungen sonst früher hätten geschehen muffen. Die Petition wurde hierauf dem Magistrat überwiesen. Zugestimmt wurde dem Geschenk des Herrn Willmann, den Springbrunnen an geeigneter Stelle aufzustellen, da die Gesellschaft„Berlin Nord" bereits 2000 M. zugezahlt habe. Der vor einiger Zeit von den 25 Liberalen angenommene An« trag auf Ausschreibung des Schulneubaues am Sladtpark war einer Deputation überwiesen worden, die nunmehr empfahl, von einer Nusschreibliirg Abstand zu nehmen, aber bei einer Prüfung des Projekts das äfthettsche Moment besonders zu empfehlen. Nach einer längeren Debatte beschloß die Versammlung in diesen, Sinne, jedoch mit dem Zusatz Reinbacher, wonach die praktischen Zwecke des Gebäudes voll gewahrt werden. Mehrere Mitglieder der Liberalen Fraktion enthielten sich der Abstimmung. Hierauf folgte geheime Sitzung. «Kroft-Lichterfelde. Den Tätigkeitsbericht erstattete in der Generalversammlung des WablvereinS Genoffe Wienecke, der u. a. betonte, daß es durch die aufopfernde Tätigkeit der Genossen sowohl wie auch der Genossinnen und der Radfahrer am Tage der ReichötagSwahl möglich gewesen sei, alle 35 Posten zu besetzen und unsere Stimnienzahl am Orte um 1127 zu vermebren.— Zur bevorstehende« Gemeindevertreterwahl war ei« Schreiben vom Gemeindevorsteher eingegangen, welches besagte, daß dem Antrage des sozialdemokratischen Wahl- Vereins geinätz wohl der westliche Ortsteil in zwei Teile zerlegt. von der Vornahme der Wahl an einem Sonntage oder gesetzlichem Feiertage jedoch Abstand genommen worden sei, da durch die neue BezirlSteilung die Wahlhandlung hinlänglich vereinfacht erscheine. Verschiedentlich wurde Klage geführt, daß der Eintragung von Chanibregarnislen in die Wählerliste unberechtigte Schwierigkeiten durch Gemcindebeamte bereitet worden seien. Die Zahl der „Vorwärts'lcser vermehrte sich im letzten Halbjahre im Westen auf 348, nn Osten inkl. Lankwitz auf 386. AIS Vertrauensmann für Großbeeren wurde an Stelle des Genossen Schindler Genoffe Zenzel gewählt. Lankwitz. Eine EtatberatungSkomödie wurde in letzter Sitzung im hiesigen Gemeindeparlainent aufgeführt. Die Finanzkommiffion hatte den Etat in zwei Sitzungen von zusammen Stunden„gründlich" durch» beraten. In der Gemeindevertrelersitzung, wo man sonst zwet bis drei Sitzungen von je 4—6 Stunden dazu brauchte, entledigte man iick diesmal der Arbeit in 2l/o Stunden. Der Schöffe Bruchwitz hatte einen Antrag, von einer Debatte über den Etat Abstand zu nehmen, gestellt, der merkwürdigerweise auch mit 9 gegen 6 Stimmen angenommen wurde. Es ist bedauerlich, daß sich für eine solche Vergewaltignng eine Mehrheit fand. Zu denken sollte es aber den, Gemeindevorsteher Anlaß geben, daß zum Schluß sogar drei bürger- liche Vertreter gegen den vorgelegten Etat stimmten. Nachdem mehrere Redner den Etat kritisiert hatten, stellte der Gemeindever- treter Pein, als bekannter Schlußanttagsteller, den Antrag auf Schluß der Debattp, welcher mit 8 gegen 6 Stimmen in nament- lickcr Abstimmung angenommen wurde. Der auf Abänderung in schicdenen Punkten gestellten Anträge entledigte sich der Gemeinde- Vorsteher in der Weise, daß er nicht etwa diese Anträge zur Ab- stin, mung brachte, sondern über die darauf bezugnehmenden Etats- aniätze abstimmen ließ und seine Majorität stimmte allem zu.— Hoffentlich sorgen die Lanlwitzcr Einwohner dafür, daß auch in das Gemeindeparlament Männer einziehen, die solchen Machenschaften energisch entgegentreten. Die Gelegenheit hierzu bietet sich schon im März bei der Gemeindevertreterwahl. Der Etal, der mit 987 500 M. gegen 826 000 M. im Vorjahre abschließt, ist dadurch balanziert worden, daß für fast alle Unter- nehmungen Fonds geschaffen worden sind, aus welchen man auch die Lcrzuiiuug derselben, und beim Parkfonds sogar die Arbeits- löhne und die ganze Instandhaltung desselben daraus bestreitet.— An Znichüsseii erfordern in diesem Jahre die allgemeine Verwaltung 107 600 M., die Polizeiverwallung 29 700 M.. die Armeiiverwalrung 1 5800 M.. das Gymnasium 82 800 M., die höhere Mädchenschule 32 900 M., die Geineindeschulcn! 127 000 M., die Fortbildungsschule: 3000 M., die Slraßenverioaltung: 50 900 M., das Feuerlöschwesen: 10 800 M., für genieinnützige Zwecke 2450 M.— Als Gemeindecinkommcnsteuer werden erhoben 115 Proz. Die Grundsteuer beträgt 3 vom Tausend für bebaute und 4 vom Tausend für unbebaute Grundstücke. Die Gewerbesteuer beträgt für die Klassen I und ll 200 Proz. und ftir die Klaficu III und IV 150 Proz. der staatlich veranlagten Beträge. Das Schulgeld ini Gyninasiuin wurde erhöht und beträgt jetzt für die Vorschule 120 M., für das Gymnasium 160 M., für auswärtige Scküler 20 M. nicht.— Mitgeteilt werden kann, daß eine bescheidene Aufbesserung der Arbeiterlöhne vorgenommen worden ist.— Es sollen erdalten die Vorarbeiter und Gärtner im 1. Jahre 45 Pf. die Stunde, im 2. Jahre 47. im 3. Jahre 49. im 4. Jahre 50. im 5. Jabre 51, im 6.— 8. Jahre 52, im 9.— 11. Iahet 53 und im'12 Jabre 55 Ps. pro Stunde. Die Straßenarbciler er- haiten im 1. Jahre 40 Pf., im 2. Jabre 42, im 3. Jahre 44. im 4. Jahic 45, im 5. Jahre 48, im 6.— 8. Jahre 47, im 9. bis 11. Jahre 48 und im 12. Jahre uO Ps. pro Stunde. Die Kanali- sarionsarbeilcr werden um 3 Pf. höher bezahlt wie die Straßen- arbeiter.— Alle VcrbesserungSanträge und Aendernngen überging der Gemeindevorsteher mit Schweigen.— Einsprüche gegen dix Gemeindewählerliste lagen drei vor. welche zurückgewiesen wurden. Verschiedene Wähler, welche mit den Steuern im Ruckitande waren, beantragten Ausnahme in die Wählerliste, das wurde abgelehnt. Aufgenommen werden nur solche Gemeindewähler, welche spätestens bis zum Beginn der Auslegung der Wählerliste ihre Steuern eist- richtet haben. Britz-Buckow. Die lebte Generalversammlung ehrte zunächst La? Andenken des verstorbenen Genossen Oe streich. Genoffe Kapke er- stattete den Vorstandsbericht vom letzten Vierteljahr. Danach haben 2 Mitglieder- und 8 öffentliche Versammlungen, 4 Handzettel- und 4 Flugblattverbrettungen, sowie 5 Landagitationstouren stattgefunden. Die Zahl der Mitglieder beträgt 501(darunter 74 weib- liche).„Vorwärts" leser sind 609 vorhanden. Die Einnahmen bc- trugen 701,57 M.. denen an Ausgaben 620,72 M. gegenüberstehen. Der Kassenbestand beträgt 80,85 M.— In der Diskussion brachte Genosse Beuthmann zur Sprache, daß den Turnwarten der Freien Turncrschaft Rixdorf-Britz bei 100 M. Geldstrafe verboten wurde. die hiesige Lehrlingsabteilung weiter zu leiten.— In die Biblio- thekskommission wurde an Stelle des Genossen Deistler Genosse V r a u n gewählt. Der Vorsitzende wies dann noch auf die am 18. Februar stattfindende öffentliche Versammlung hin und erwartet regen Anteil der Genossen an den Parteiarbeiten. Adlershof. Den Tätigkeitsbericht vom letzten Quartal erstattete in der Generalversammlung des Wahlvereins Gen Klodt. Redner ließ die wichtigsten Aktionen der Organisation nochmals Revue passieren. Außer der Abhaltung einer Reihe öffentlicher Versammlungen wurden die Genossen 12 mal zur Flugblattverbreitung zusammenberufen. Die Mitgliederzahl ist von 602 am 1. Oktober 1911 auf 653 am 1. Januar 1912 gestiegen. Die Zahl der Vorwärtsleser stieg in dem gleichen Zeilraum von 762 auf 81 l. Bei der Reichstagswahl wurden für den Genossen Fritz Zubeil 1318 Stimmen--- 75 Proz. gegen 1381=» 63,7 Proz. im Jahre 1907 abgegeben. Die Konservativen erhielten im Jabre 1807 noch 246, dagegen 1912 nur noch 159 Stimmen. Die Liberalen haben eine kleine Zunahme an Stimmen zu verzeichnen. In diesem Jahre scheiden 5 Gemeindevertreter aus, und zwar je einer in der 1. und 2. und zwei in der 3. Abteilung. Ein Vertreter der 1. oder 2. Abteilung wird ausgelost. Es wurde beschlossen, in allen drei Abteilungen Kandidaten auszustellen. Für die Nachtarbeiter werden jetzt Zahlmorgen stattfinden, und zwar immer an dem am Zahlabend folgenden Vormittag. Der erste Zahlmorgen findet mithin am 15. Februar, vormittags um 9 Uhr, tm Jugend- beim statt Ferner werden, um eine intensivere Agitation sowie ein leichteres Arbeiten zu ermöglichen, die Bezirke neu eingeteilt. Den Kassenbericht gab Gen. Hitze. Einer Einnahnie von 791,95 M. steht eine Ausgabe von 696.28 M. gegenüber. Gen. Fischer gab den Kassenbericht von der Bildungs- und Jugendausschußkasse. Die Kasse des BildungSausichnsies weist eine Einnahme von 46,90 M. und eine Ausgabe von 82,70 M. auf, die des JngendauSschusses eine Ein- nähme von 153,40 M. und eine Ausgabe von 73,35 M. Zum Schluß gab. Gen. Liegner noch den Bericht von ver Landagitation. Boxhagen- RummelSburg. lieber Lebensmittclteuerung und ihre Bekämpfung referierte in einer im Cafö Bellevue tagenden öffentlichen Versammlung Genosse Buchholz. Die Versammlung nahm nach Anhörung des Referats eine Resolution an, in welcher sie neben der Notwendigkeit der Zu- geHörigkeit zur gewerkschaftlichen und politischen Organisation auch die zur KonsumgenossenschatlSbewegung aussprach. Da in der Gegend von Alt-Boxhagen eine neue Verkaufsstelle eröffnet werden soll, forderte Genoffe Witzle die Versammelten auf, für dieselbe Mitglieder zu werben. Der Aufforderung kamen bereits 35 Be» sticher nach., Weiffensee. AuS der G-meindevertretung. Der deutsche Verein gegen den Mißbrauch alkoholischer Getränke beabsichtigt in der Turnhalle der Gemeiudeschule in der Gustav- Adolfstraße eine Ausstellung auf die Dauer von 14 Tagen zu veranstalten. Die Gemeindevertretung bewilligt hierfür die Summe von 200 M. Vormittags soll die Aus- stellung für Schüler, nachmittags für das Publikum und abends für die Vereine unentgeltlich zugänglich fein. Der Leiter des Wohlfahrt»- amtes betonte ganz besonders, daß der Vortragende ein Arbeiter sei, der seinen Genossen die Schädlichkeit des AlkoholgenuffeS vor Auge» führen wird.— Sobald etwas für das Ritter- gut Birkholz bewilligt werden soll. dann kommt ge- loöhnlich Leben in die Bude. Zurzeit wird der abgebrannte Kuhstall neu aufgebaut und nach den modernsten Errungenschaften hergerichtet. Der Administtalor beantragte, stir die Herausschaffung des Düngers eine Schwebebahn einzubauen, die mit allem Inventar 6500 M. kosten solle. Hierüber soll endgültig die Rieselfcldkommission entscheiden. Der Anttagsteller will mit dieser Einrichtung der Seuchengefahr Einhalt tun.— Genosse Frentz forderte den Gemeindevorstand auf, unverzüglich wieder mit dem Karloffelverkauf zu beginnen; ferner verlangte er, daß die Armenverwaliung ein übrige» tue und den Armen wöchent- lich ein bestimmtes Onantum Kartoffeln gratis verabreiche, oder aber ganz bedeutend unter dem Preis abgebe. Ihm wurde erwidert, daß da» Wohlfahrtsamt sich die redlichste Muhe gebe, Kartoffeln zu unnehmbaren Preisen anzukaufen, der Kälte wegen seien jedoch keine zu haben. Die Gefahr des ErsrierenS der Kar» toffeln fei jetzt so groß, daß die Bauern ihre Mieten gar nicht öffnen. DaS Wohlfahrtsamt behalte diese Angelegenheit im Auge und werde den Verkauf auch wieder eröffnen.— Für die Ei:- gewinnung bat sich in diesem Jahre ein Pächter nicht gefunden, so daß die Gemeinde die Füllung der Schuppen selbst in eigene Regie genommen bat. In den drei Schuppen lagern zurzeit 150 090 Zenln.-- Eis. Eine lange Debatte entspann sich um das Zudecken dieser Eis- massen. Auch hierbei käme» die„sachverständigen" Geme?e- schlössen. Diese sollen an Einwohner mtt einem Einkommen 6:3 zu 1350 M. zu einem Preise von 3,30 Ml für den Zentner— von 14 Zentner an— abgegeben werden. Ter Antrag unserer Ge- nossen, 500 Zentner anzukaufen, wurde abgelehnt. Die durch die Anstellung einer technischen Lehrerin an den hiesigen Gemeinde- schulen erforderlichen Mittel in Höhe von 1000 M. Grundgehalt und 470 M. Mictentschädigung wurden beschlössen.— Der Ingenieur Richter klagt gegen die Gemeinde, da ihm der Gemeindovor- stand sei» Gehalt bis zum 1. April verweigert. Er ist vom Ge- meindevorsteher entlapen worden, weil er sich dem Eemeindcvoo- steher gegenüber unanständig benommen haben soll und seinen Dienst vernachlässigt habe.. Nach einem Antrage des Genieindevom stände» soll die Gemeindevertretung einem Rechtsanwalt in dieser Angelegenheit Vollmacht erteilen. Genosse Tiele und Gemeindever- trcter Graf traten für die Zahlung des Gehaltes ein. In gchcimer Sitzung soll tvoiter darüber verlMdeft werden. Schmargendorf. Nach dem Bericht deS Vorstandes, den Genosse Lanke in der letzten Generalversammlung des Wahlvereins erstattete, fanden im letzten Quartal zwei öffentliche, eine Mitglieder« und eine General» Versammlung sowie drei Zahlabende statt. Die Zahl der Mitglieder hat fich von 82 auf 34 erhöhl. Gestrichen wurden fünf Mitglieder Den Kassenbericht gab Genosse P r a ö k y. Einer Einnahme von 123.40 M. stehen an Ausgaben 115,93 M. gegenüber. Die G-meindewahl erforderte einen Zuschuß von 37,70 M. Zum Bericht sprachen die Genoffen Cullmann, Leidner, Reck. Genosse Cullmann gab noch einen kurzen Bericht von der letzten Gemeinde- Vertreter sitzung. Herzfelde. Eine umfangreiche ArbettSlofigkeit ist infolge der in den letzten Tagen herrschenden Kälte am Orte eingetreten. Fast alle hiesigen Ziegeleibetrirbe haben die Arbeit einstellen lassen. Auch in der hiesigen ivic in den Rüdersdorfer Sandsteinfabriken mußte der Be- trieb eingestellt werden. Erdarbeiter, Bauarbeiter konnten natürlich schon längst nicht mehr fortgesetzt beschäftigt werden. Die Masse der Arbeiter ist beschäftigungslos und infolgedessen auch mit ihren Familien brotlos geworden. Neinickendorf-Ost. In der letzten Mitgliederversammlung referierte der Genosse T. Braun über die durch die ReichstagSwahlen entstandene poli» tische Situation in Deutschland und über die Lehren des Reichstags- wahlkampfes. Eine Diskussion folgte dem eingebenden Referat nicht. Hierauf berichtete die Bezirksleitung über ihre Tätigkeit sowie über die Aufgaben und die Agitation im verflossenen Halbjahre. Außer fünf öffentlichen Versammlungen wurden zwei Mitgliederversammlungen abgehalten, zehn verschiedene Flugblätter wurden in einer Auflage von zirka 60 000 Exemplaren verbreitet. Zahlabende wurden 64 ab- gehalten, Frauenleseabende vier. Letzlere erfreuten sich fast aus- nahmsloS eines guten BesuweS. Die Agitation zu den Reichstags- Wahlen wurde eifrig betrieben und zeitigte ein gutes Resultat, 4441 Stimmen gleich 86 Proz. der abgegebenen Stimmen entfielen auf den Genossen Stadthagen. Ein nicht ebenso erfreuliches Bild zeigt der Stand der Mitgliederzahlen. Hat sich dieser doch um nur 39 bei den männlichen und drei bei den weiblichen, also ins- geiamt um 42 Mitglieder erhöht, so daß jetzt 819 männliche und 161 weibliche Mitglieder vorhanden sind. Hier ist der Hebel der Agitation an- zusetzen; noch nicht ein Viertel der sozialdemokratischen Wähler sind organisiert. Pflicht der Genossen und Genossinnen ist es, dieses Mißverhältnis durch eifrige Propaganda für Eintritt in den Wahl« verein auszugleichen. Die Einnahmen betrugen 2319,90 M., die Ausgaben 2984,46 M.. so daß nicht nur der vorhanden gewesene Bestand von 647,30 M. mit verausgabt, sondern noch ein Manko zu tilgen ist. Die Bibliothek des Wahlvereins umfaßt jetzt zirka 450 Werke und erfreut sich einer stets steigenden Benutzung. Die uns zur Bearbeitung überwiesenen AußenagitationSbezirke Liebenwalde, Hammer, Kreuzbruch wurden fleißig beackert, wie die außerordentlich gestiegene A�hl von abgegebenen sozialdemokratischen Stimmen zeigt. Räch dem Bericht der VorwärtSspedition waren zum Jahresschluß Leser deS»Vorwärts" 1525, des.Wahren Jakob" 287, der.Gleich- heit" 05,.In freien Stunden" 115, der.Arbeiter-Jugend" 39. Welch freundlicher Aufmerksamkeit und liebevoller Beachtung durch die Polizei fich jetzt neuerdings die jugendlichen Arbeiter Rsinicken- dorfö erfreuen, davon konnte ein Genosse zur großen Freude der Mitglieder Mitteilung machen. Wegen ständigen Boykottbruchs wurde sodann der Genosse Chailier ausgeschlossen. In der letzten Sitzung der Gemeindevcrtrcwug wurde durch LoS das Ausscheiden des vor vier Jahren in der 1. Klasse gewählten GemeindevertretevS Thater bestimmt. Der Preis für das der Gemeinde Wittenau zu liefernde Wasser soll von 13 auf 12 Pf. pro jhibikmeter ermäßigt werden, falls diese Gemeinde der Ver- längerung des noch 6 Jahre gültigen Vertrages um weitere 10 Jahre zustimmt. In den Hauptverkehrsstraßen sResidenz«, Mark- und Scharnweberstraße) sollen die Vorgärten durch Rasenstreifen ersetzt und hierzu beim Regierungspräsidenten die Genehmigung nachgesucht werden. Jedoch soll der' Ausbau nur sukzessive erfolgen und unter der Bedingung, daß sich die Anlieger verpfliwleii, zum Ausbau und zur laufenden Unterhaltung beizutragen. Die Kosten dürften ziem lich beträchtlich sein, da die Anlage der Streifen in der Scharnweber- siraße allein schon etwa 26 000 M. erfordert. Die laufenden Unter baltungSkosten dürsten jedoch kaum 1500 M. jährlich übersteigen. Der Landrat hatte den Gemeindevorstand aufgefordert, der Gemeindevertretung ein Ortsstatut zur Beschlußfassung vorzulegen, durch welches der Absatz 3 deS s 33 der Gewerbe ordnung aufgehoben wird. Dieser Paragraph bestimmt, daß in Ge- »leinden von über 15 000 Einwohnern die Errichtung von Gast- und Cchankwirtschaflen nur dann von der Bedürsnisfrage abhängig ge macht werden darf, wenn dicS durch ein Ortsstatul bestimmt wird. Wiederholt hatte der Bürgermeister bereits auf eigene Faust ein deiwrtiges Statut durchzudrücken versucht, stets mit negativem Erfolg. denn stets war er der einzige, der dafür stimmte. Diesmal fanden sich jedoch sieben landrätlich Ucberzeugte, sie waren jedoch gegen die übrigen vierzehn Opponenten, darunter unicre Genossen, in der MssrderHeit; und wieder fiel das Lieblinasprojekt des Bürgermeisters. hoffentlich diesmal für immer. Der Ueberschreitung des Etats- Voranschlages in der Schulverwaltung infolge Neuanschaffung von Turngeräten wurde zugestimmt. Reinickendorf- West. In der Generalversammlung deS BezirkS-Wahlvcreins referierte der Stadtverordnete Genosse Paul B r ü h l über„Die letzten Reichs- tagSwaHlen". Redner schilderte die Enlw'ckeliing der Partei und wies statistisch nach, daß sich die Partei auS kleinen Anfängen zur stärksten Partei Deutschlands emporgearbeitet hat. Zum verflossenen Wahlkampf übergehend, schilderte der Redner die Agitation der bürgerlichen Parteien, besonders die des Zentrums.— In der Diskussion sprach Genosse Scharf im Sinne des Referenten.— Genosse Bahr gab den Bericht der Bezirksleitung für das ver- flossene Halbjahr. Danach haben fünf Mitglieder- und sechs öffent- liche Versammlungen staltgefunden. Die Bezirksleitung� erledigte ihre Arbeiten in neun erweiterten und zwei engeren Sitzungen. Flugblattverbreitungen, bei denen 36 200 Flugblätter verbreitet wurden, haben neu» stattgefunden. Die Zahl der„VorwärtS"leser im Bezirk deträgt 838. In den Vorstand wurde» die Genossen Bahr. Neuhoff und Ohl gcivählr. Neu aufgenommen wurden 1, männliche und 6 weibliche Mitglieder. Potsdam. In erstarrtem Zustande wurde am Montagmorgen der 22jährigc einarmige Kellner Franz Minas aus Berlin in den Treppen- aufgängen deS Palastes Barberini aufgefunden. Auf der Revier- ivache, wohin man den Aermsten erst brachte, waren angestellte Wiederbelebungsversuche von Erfolg. Von dort aus erfolgte die Ucberiührniig deS Erkrankten nach dem städtischen Krankenhaufe. Tic Errichtung einer Schulzahnklinik scheint nun gesichert. Im Vorjahre Halle der Magistrat bereits den Stadtverordneten eine solche Vorlage gemacht? sämtliche Kosten sollte die Stadt tragen. Sie wurde aber von den Stadtverordneten abgelehnt und dafür eine ambulante Behandlung empfohlen. Der Magistrat hat nun unter de» Eltern der Schultmder eine Rundfrage veranstaltet, ob sie gewillt find, für die zahnärztliche Behandlung ihrer Kinder 1 Mark pro Jahr zu zahlen. Von 4700 Bcfrogtcn haben sich 2200 zu- sliminend geäußert. Taraushin hat der Magistrat die Vorlage erneut an die Stadtverordneten gegeben, die sie in einer Kommission beraten werdeit. Tie Zustimmung ist sicher. Ikrilikcn. Z» einer imposnnten Lttindgebung, Ivie sie unser Ort»och nicht erlebt hat, gestaltete sich die ain Sonntag veranstaltete Feier, die der Eroberung deS»Hohenzollernwahlkreises" durch die Sozialdemo- kratic galt. Saal und RestaurationSräume im Gasthof zum Hirsch waren überfüllt. Die Feier wurde durch den Vortrag einiger de- geistert aufgenommener FreiheitSlieder durch den MSnnerchor Moabit eröffnet, worauf der Abgeordnete des Kreises Genosse K a r l L i e b« I n e ch t das Wort zu einem Festvortrag nahm. In zündender Rede warf er einen Rückblick auf den Wahlkampf und gedachte allen, die mithalfen daS stolze Banner der Bruderliebe auf- zuPflanzen. Durch unermüdliche Organisation und Agitation, zu der Redner am Schlüsse aufforderte, werde es gelingeu, den Kreis zu einem sicheren Besitzstand der Sozialdemokratie zu machen, zu einem festen Bollwerk, an dem alle reaktionären Gelüste der Scharfmacher zuschanden werden. Der stürniische Beifall, der dem Redner dankte, legte Zeugnis davon ab, daß die Anwesenden zu neuen Kämpfen bereit sind, daß sie das Feuer der Begeisterung weiter schüren wollen, um alle diejenigen, die bisher noch müßig zur Seite standen, zu Mitkämpfern unserer Sache zu machen. LflefKaften der Redaktion. M. 100. Der Ausdruck ist so auszufasien: Alles andere wie günstig. Daher ist Ihr Ersatz„nicht* nicht anwendbar.— E.®. 22. Nach Rücksprache mit dem Klassenlehrer Ihrer Söhne tragen Sie die Ansragen dem Rektor der Schule vor. Von dort werden Sie dann die nötigen Unter Weisungen und Auskunft gewiß erhalten.— K. P. 100. Wenden Sic sich an die Armendirektton, Am Mühlendamm 1, Zimmer 13. W. Nein. — No. 200. Im II. Teil des Berliner Adreßbuchs.— Müggelftr. 13. Wenden Sie sich an den Bereüi jür Sprachpflege, Hugo Tietz, Pafteur- flraße 13.— O. K. Sie erfahren das vielleicht im Bauburcau der Bahn oder im Rathaus zu Wilmcrsdors.— M.<£. O. 40. Bedauern, nein.— M. P. 70. 1. Neue Königstr. 36. 2. Unter Umständen ja.— Marg. F. 2 Beim'Hauptpostami in der Königstraße. Bevorzugt werden Töchter der Postbeamten. Alles nähere dort.— H. I. 78. Es schneiet. — N. N. Da für uns die Sache wertlos war, haben wir sie der ge- eigneten Stelle überliefert.— O. 3. 110. Nein.— C. Roloff. Diese Kasse ist uns nicht bekannt.— A. E. 66. An einen Jnstrumentenbauer. Adressen verzeichnet im Berliner Adreßbuch.— K. 3. 6387. Ignosce ilüs, cum nesciant, quid faciant.— W. 3t. 14. Ihre Fragen gehen doch wirklich über den Rahmen des im Brieskasten zu behandelnden Gebietes hinaus.— Zwei Wettende. Weiten ensscheiden wir nicht.— R. 3. 100. 1. Für Straßburg. gewählt 1893. 2. Zweistündiger Kursus 2 M., vier stündiger 4 M. halbjährlich.— Schreiber ES. Wissen wir nicht.— A. G. 4. StiftungSdeputation, Poststr. 16, Zimmer 24—29.— E. R. 17. Nein.— P. 3ch. 22. LIumenstr. 2—26, 59— 74 u. 76—83, Grüner Weg 1 bis 13a u. 114— 125, Jfflandstraße, Markusstr. 45— 46, Marsiüusstr. 9—15, Wallner-Theater-Str. 13—25 u. 28—34.— C. F. 78. SäuglingSsürforge stelle, Pankstr. 15.— 21. 113. Arzt fragen.— Berta Hcrzberg. Größtenteils aus Stanniol.— W. ft. 100. Die wichtigsten Annahme bedingungen sind: 1. Mindestmaß 1,65. Alter nicht über 26 Jahre. 2. Prosession: Bauhandwerker, Metall-, Holz- oder Lederarbeiter oder Fahrer von Sattel und Bock.(Schneider, Gärtner, Musiker, Schreiber, Zeichner usw. gelangen nur ganz ausnahmsweise zur Einstellung.) 3. Gute Zivil-, Militär- und polizeiliche Führungsatteste. 4. Vorzügliche Gesundheit, insbesondere tadellose Beschaffenheit der Bnssteingewcide, volle Sehschärfe, normale Hörsäbigkeit, gute Zähne.(Bruchanlage und Krampsadern schließen von der Einstellung aus.) 5. Guter Turner. 6. Reisekosten werden nicht vergütet. 7. Verpflichtung zmn Beitritt zur Haslpflichtversichcrung. — P. B.. Tsch. 1. Für die letzten vier Jahre. 2. ß 197 Bürgerlichen Gesetzbuchs. 3. und 4. Der Käuser ist für den Fall der Klage für daS Fehlen beweispflichtig. Gelingt ihm der Beweis, so würde die Kürzung a S begründet angesehen.— E. 3t. 200. Ja, falls Sie Ihre Behauptung beweisen können.— Feuerbestattung. Am zweckmäßigsten eigenhändig ge- und unlerschriebene, mit Ortsbezeicknung und Datum versehene Er. klärung.— O. 3. 23, Stammtisch bei Fuchs, P. Z. 25 und N. u. M. DaS AuslösungSrecht deS Bundesrats ist durch Gesetz nicht beschränkt.— 2t. II. 1. Januar 1871.— R. H 26. Dauerdclikt. BiS zu 1500 M. Geldstrafe eventuell Hast.— E. III. Jg. Anders, wenn der Vermieter in den vorhergegangenen Monate» die Miete unpünktlich angenommen hat. Der Richter kann aus Antrag„eine den Umständen nach angemessene* Räumungssrist gewähren.— W. M. 56. 1. Nein. 2. In. — O. K. 2. Nein.— Prehm. Pankow. Ihre Frau hat Anspruch aus Schadenersatz, falls Verschulden des WtrtS vorliegt. Ihr Schreiben läßt nicht erkennen, ob das der Fall war.— W. 67. Nein.— P. 3. 22 Beiprechcn Sie die Angelegenheit mit Ihrem Armenvorsteher, Tapezierer- mcister Stengert, Weinstr. 6.— M. G. 62. 1. Nein. 2. Verlust aus. geschlossen. 3. Nach dem Wortlaut deS OrtSstaluts und der Bekannt. machung des Polizeipräsidenten u. E. nein, sosern nicht Angestellte tätig sind. Die polizeiliche Bekanntmachung enthält u. E. insoweit eine Lücke. 4. Charlottenburg rund 369 000, Rixdors rund 247 000.— Januar 31. 1. u. 2. Soweit aus Ihrem Schreiben ersichtlich: nein. Art. 71 des Ein- sührungSgesetzeS besagt, daß Ansprüche aus Hinterbliebenenbezüge nicht be. stehen, salls der Versicherte am 1. Januar 1912 bereits verstorben oder an dem genannten Tage im Sinne des Gesetzes dauernd erwerbsunfähig war. Den Todestag haben Sie nicht mitgeteilt? jedoch lag anscheinend douenide Erwcrbsunsähigkeit vor.— M. D. 29. 1. Sie sind zahlungs pflichtig. 2. Der 28,85 M. wöchentlich übersteigende Betrag ist deschlag- uahmeiäbig. 3. Ja. 4. Nicht erreichbar.— W. St. 12. Verlangen Sie von der Buchhandlung Vorwärts ein Schristenverzeichnis und beachten Sie darin die Seiten 88(Neuselds Volksbibliothek) und 136(Unterricht). M. 3. 26. 1. Durch Verabredung mit dem Anwalt. 2. An den Armen- Vorsteher Ihres Bezirks.— Gerwin, Katharinenstr. In der Regel nach 30 Jahren.— 2t. 22. Nein.— St. S. 200. Etwa 25 M. wöchentlich sind zu belassen.— W. 100. Fragen Sie bei der Staatsanwaltschaft an. — G. L. 100. Der Verwalter ist dazu besugt.— E. F. Ja.— Wiebestraste. In der Regel nach Abiaus der 26. Krankhcilswoche.— R. 18. Nein.— St. R. 1. Ja.— Brandeiibnrgstr. 74. 1. Nein. 2. Klage, nachdem vorher daS Polizeirevier um Vcrmiltelung angegangen ist.— L. St. 70. Ihre Angaben reichen nicht aus. Kommen Sie in die Sprechstunde.— 2t. R. 222. Ja, nach vorheriger Fristsetzung.— G. 78. II. E. nicht. Beschweren Sie sich bei dem Landrat.— O. G. Nr. 20 Die Fragen lassen sich nur nach Kenntnis des Inhalts des von Ihnen unterschriebenen Schriststückcs beantworten.— M. W. Zwei Mark jür jedes ttalenderjahr.— H. B.. Rixdorf. Reklamation erscheint anssichts> loS.— H. 3. 5. Wenden Sie sich an das österreichische Konsulat.— H. K. 46.'Ihnen steht weder ein Anspruch aus Hcrabsetzung der Alimente noch aus Herausgabe des Kindes zu.— 2t. B. 10. Antrag an die Landes- versichcrungSanstalt.— 3t. 100. Nein.— 2t. H. 40. Ja.— G. R. Sic können verlangen, daß sich das Zeugnis auch über Führung und Leistungen ausläßt.__ Witterungsübersicht vom 6. Februar 1912. Etattoneir ßll eS- s 5 a.f Swlnemde. 7ö4O Hamburg 74930 Berlin 751;3C Franks. nM. 1 749 SD München 1 75413 tili Wien 757i3ttn Wetter Zh-deckt 4Dunst 1 bedeckt 1 Regen halb bd. Nebep öS cSV Ä fl W« —14 —9 -0 — 1 —5 -10 Stationen S S ? 2 s s c5 «s Haparanda 755)31 I 4 wölke nl!— 30 Petersburg 75ffWSW l 3 bedeckt—3 "cillq! 734 SSO 3chedeckt |74�3Q 1744» Aberdeen Paris Wetter öS t» HS) wolkig wölken! Wetterprognose für Mittwoch, den 7. Februar 1912. Borwlcgcnd nebelig oder wolkig bei inäßigen südwestlichen Winden, wärmerer?>acht und wenig veränderter TagcSIcmperatur? geringe Nieder- schlüge. B»rltner W e l t e r b u r e a u. WasserftandS-Nachrichte» der LandeSanstalt für Gewässerkunde, mitgeteilt vom Berlwer Wetterbureau. Wasserstand M- m e l. Tilsit P r e g c l, Jnstcrburg Weichsel, Thorn Oder, Ralibor . Krassen . Franliurt ar t h e, Schrimm , LandSbcrg Netze, Vordamm Elbe, Leitmeritz » Dresden m Bcrby » Magdeburg am( 5.2. i cm l 1313)' -47-)' 72-) 133») 147») 130») 30») 56») 40») 46 •106») 156»)! 152-)! fett 4. 2 cm') 0 --10 +2 —3 _ 2 —6 —•6 —6 +9 —11 -3 Wasserstand Saale, Krochlitz Havel, Spandau») , Rathenow») Spree, Sprcmbcrg») , BccSlow Weser, Münden Minden Rhein, MaximilianSau , Kaub . Köln Neckar, Heilbronn Main, Wcrlheim Mosel, Trier am j seit S. 2. 4. 2, cm i cm1) 90»)) 0 E.6'1 0 98») ■ 0 52») 93«) 298») 326«) 133») 144 47 116«) 122') — 1 0 —3 -10 +78 —5 -32 —11 —13 -2 +26 l)+ bedeutet Wuchs,— Fall.— —«) Grundeistreiben.—») Höchster Wasserstand mn 10 Uhr abends 32-1 cm, Eisslaiid.—«) Eistreiben.— st Die Mosel führt starke? Treibeis. st Untcrpcgel.— st EiSstand. m" Uhr Marktbericht von Berlin am 5. Februar 1912 deS königl. Polizeipräsidiums. Markthalkenpreise. 100 Kilogramm Erbsen, gelbe, zum Kochen 36,00—50,00. nach Ermittelung (Kleinhandel! Speis ebohncn weiße, 40.00— 80,00. Linien 40,00-80,00. Kartoffeln 11.00—1 5.« 1>'•' qramm Rindfleisch, von der Keule 1,60—2,40. Rindfleisch, Bauchst bis 1,80 Schweinefleisch 1,30—1,80. Kalbfleisch 1,40—2,50. Hann 130—2 20. Butter 2,60—3,20. 60 Stück Eier 4,20—8,00. 1 Sltt. Karpscn 1,20—2,10. Aale 1,20—2,80. Zander 1,60—3,60. Hechte 1,2» Barsch- 1,00—2,00. Schleie 1,60—3,20. Bleie 0,80—1,40. 60 stück 4,00—30,00.__ rGermania-Praclilsäle H., Ctiausseestr. 110. Carl Richter. Jeden Mittwoch: Paul Mantheys lustige [Sänger. Ansang 8 Uhr. Eintritt 30 Ps. Nachdem Preitanz. — Vorzugslarteii gelten.— Morgen Donnerstag: Gr. Bockbicrkouzert. Anschsseßcnd: RamilieithrSnechen ohne Nachzahlung. .»öööö»«. Zigarren- M HerbS Fabriken iiv i eeerr. 1862. Tel.: Moritzplatz 3873. BERLIK 8\V.. Bitterntr. 83 Erstklassige Ware. Ziearren- händlern bestens emptohlen. —— Tarlfarbclt.- Dr. Simmei Spezial-Arzt für Haut- und Harnleidc:. PrinzenstF. 41, Ä", 10— 2. 5— 7. Sonntags 10— 12. 2— 1 Flauseh- Stoffe, angewehten Futter, für Uistes, Jnvenlurpreis jetzt Mir. 3 u. 4,50 8. Tuchlngcr Koch& Seeland, G.m.b.H. Gertrantetr. 20-21, (i Haben Sie Stoff? •ch fertige davon Anzug od. Paletot nach MßSS, schick, dauerh. Zutaten von 25 Aisrk an. Moritz Laband� Neue Promenade 8, Ii.(Sfadtb. Bors.) 51 v r. Teilzahlung liefert auf beq ue bei kleinster Anzahlung in bekannter Güte* (mit gröBter Rücksicht bei Krankheit und Arbeitslosigkeit) E.Cohn,Gp.FraB!({UFterstr.58 s Ohne jede Unzahiung Pianos verkaufe ich erstklassiges Fabrikat (9mal prämiiert Staatsmedaille) in allen Holz- und Stilarten von wunderbarer Tonfülle. s .§(Fltteelton) segten kleine monatliche Teilzablunc,~ ä ohne Jeden Preisanfnehlas- 16/18*— 2 Für jedes Instrument gewähre ich 20jähr. echriftl. Garantie. Conrad Krauso Nchfg., ccke�KuHü?8te�s"w'�Tei.�a/b 10410. Auch Sonntag« gcblTnet. i Malchower Kautabake ii Kar echt, wenn mit Zcttelelnlace Johann Dannehl, Malchow. Generalvertrieb durch Cai"! RockGI*) Kst 3861. Berlin 0 27, Crüner Weg 110. Würzburger flühneraugenmittel von Dr. H. Unger.— Gegen 30 Pfennig auf 10 Pf. Anweisung frei. Ohne Zweifel die bequemste u.wirkiamste Hilfe. Der Schmerz ist in 5 Min. sert. Das Hühnerauge selbst in 3 Tagen.(Enthält Salicylsäure u. indischen HanfeEtraft) Dr H# Unger in WÜFZbUrg. Berlin(20 Ps.); Salomen- Apoihoke, Eharlottenstraßc 54.— Greil- Apothe ke, Barnimstr. 33.— Wo nicht, zu haben: Rosen-Apotheke, Würzhurg. = Holzhäuser neu und gebraucht, jetzt noch billig Stein, prenSlaiier Allee 90. VII 6672. Uerlonsen Sie hei Ihren ElnMen .jijJiwarz' Bouillonwürfel Problem Bouillonwürfel .Jchwarz" Saucenwürfel .Schwarz" luppenwürfel SCHWARZ& Co., BERUSM SW. 68 Suppenwürfelges. m. b. H., Alezandrinenstr. 135/136 flnnahmdtelkn für„Kleine Anzeigen" Berlin C. 9t. Habniich, Augnststr. 50, Eingang Joachimstraße. W. G. Schmidt, Kirchbachstr. 14. O. R. Haceelbiisch, Petersburger Platz 4. Gustav Bogel, Koppen» streßc 82. R. Wengcts, Gr. Frankfurter Str. 120. AiO.«. Kliclic. Jmmanuelkirchslr. 12. I. ttteiil. Barnimstr. 42. IV. W. Bniiina»». RbciiiSbcrger Str. 67. F. Trapp, Stettiiier Str. 10. 5tarl Mnrs.GresscnhagencrStr.L?. J.Hbiilfch, Nazaretbkirchstr. 43. H. Bogel, Lortzingstr. 37. St. Tiest, Jnvalidenstr. 124, it. Decbnnb, R'-hevlatzstr. 24. IVW. Karl Zludrrs, Salzwcdelcrstr. 8. Lawerrnz, GotzkowSchsw. 29. 81V. H. Werne»,©neiieiiauflr 72. Tachn, Hagelberger Str. 27. 16. St. Fritz, Prinzenjtr. 31. F. Lehmann. Kottbuser Damm«. l8N. Paul Böhm. Lansitzer Platz 14/15. P. Harsch, Engeluser' 15. .Arllerabok. Karl Schwarzloie, Hofimannstr. 9. Banmaeknlensveg. H. Hornig, Marientbaierstr. 13, I. Norulgnalcie. Paul Kieiiast, Ränschstr. 10. Obarlottenbnrg. Gustav Scharnverg, Sescnheimer Str. 1. I'rlechrlekisliagen. Ernst Werkmauu, Köpenickcr Str. 16. <»rltnan. Franz Klei». Friedrichstr. 10. Johannisthal. Piclicte. Kasscr-Wilbclm-PIatz 6. Barlshorsr. Richard Kiitrr. RSdcistr. 9, II. Bönenieh. Emil Wisilcr, Kietzcrstr. 6, Laden. I,lchtenl>erg, Otto Seikel, Wartenberg str. 1. k'le»ler-8ehi>neHvel«le. GeHrt. Britzcr Str. 6. Nowawca. Wilhelm Jappe, Friedrichsw. 7. «her-hiehbneneitte. Alfred Bader. WilHelminenHofstr. 17 II. Bankov. Otto Rlssuiann, Müblenstr. 30. Belnlekenilorl. P. Gursch. Provinzstr. 56, Laden. BlacOort. 91t.«icinnch, Neckaffn. 2. Eonrad, H ermann str. 50. E. Rohr, Siegsricdslr. 28/29. Bnmrnelsbnpg. A. Rosenkranz, AII-Bor.hagcn 56� 8ehöneherg. Wliiirtm Bäu«(tt» Marfin-Litther-Str. 69 im.Laden, 8pa««ia,i. Koppen. Breitestr. 64. biteglltie. H. Bernsee, Asscnstr. 5. l'empelhoß. Frantz. Berliner Str. 76, Laden. Trentosv. Rodert Gramenz, Kiesbolzjtr. 412, Laden. Weiüensee. Fuhrmann. Sedanitr. 105. Schillert. König-Thausset W Urnei'sUork. Paul Schubert, Wilhclmsaue 26, Hos parlcrrc Zlla. j Todes-Anzeigen j SozialdeiDoMehJablvereio für den 2. Berl. fleictistaijswalilkreis. (vezirk 73. alt«S.) Am Montag, den 5. Februar, verstarb unser Mitglied, der Tischler- mcistcr �uxust Lcdul? Planuser 27. Ehre seinem Zlndenken! Die Beerdigung findet am Donnerstag, den 8. Februar. nachmittags-l Ubr, von der Halle dcS Kreuz-KirchhoseS, Marienoorf, Eisenacher Straße, aus statt. lim rege Beteiligung ersucht 207/6 Der Vorstand SozialdemokratlsctierWalilverein des 8. Berl. ßeichstaijS-Waiilkreises. Am 4. Februar verstarb unser Genosse, der Arbeiter tteinrick?sbst Lübecker Str. 22. Ehre seinem Andenken l Die Beerdigung findet heute Mittwoch, den 7. Februar, nach- mittags 4 Uhr, vom Zkraukenhausc Moabit auS nach dem Johannis- Ziirchhos in Plötzensee statt. Um rege Beteiligung ersucht 225/3 Dor Vorstand. Deutscher Metallarbeiter-Verband Verwaltungsstella Berlin. Den Kollegen zur Nachricht. daß unser Mitglied, der Metall- arbciter tkinridi Pabst am 4. Februar an Lungenentzündung gestorben ist. Ehre seinem Andenken! Die Beerdigung findet heute Mittwoch, den 7. Februar, nach- mittags 4 Uhr, vom.Kranlenhautc Moabit aus nach dem Johannis- Kirchhos in Plötzensee statt. Rege Beteiligung erwartet Uf/LtZ Die Lrtsvcrmaltung. Ilnlionb drr Maler, fadiierrr, Anstreicher usw. Filiale Berlin. Den Mitgliedern zur Nachricht, daß der Kollege Wielm Holtz Bezirk Nordwest am 3. Februar verstorben ist. Ehre seinem Andenken! Die Beerdigung findet in seiner Heimat Wamemünde statt. 128/erQ-T£ Orxmien&tr JpLpzigeföWöö OfluICer'&rtL&edz Konigstfazxl1* QöcdDiyßerQstrZQ ScMiiss; Sonnabend, den 10. d. Mts. CX 5lö C* Weitere Warenposten " herabgesetzt!! Sensationell billig! /QBraaddi�rnö Ganz besöndereKauf- gelegenheit in grossen und kleinen Nummern Hi iS; fm selbsttätige ■■•-v, fe'.. v 8 Wer seine Wäsche schonen und ihr größere Gcbrauchsdauer sichern will, nehme zum Waschen nichts anderes als Persil, das bewährte, selbsttätige, unschädliche Waschmittel von Millionen Hausfrauen.— Erhältlich nur in Original• Paketen. Der Waschtag bringt Ihnen keinen Arger mehr! Persil wäscht ganz von selbst! Die Wäsche wird eingesetzt, etwa Vi—'A Stunde gekocht und gut ausgespült; sie ist dann fertig, blütenweiß wie auf dem Rasen gebleicht. HENKEL& Co., DÜSSELDORF. Rlleinigc Fabrikanten auch der weltberühmten kels Bleirti-Soda Verkaufsstellen durch Plakate kenntlich. Fabrik-TViederlaire für Berlin nnd Vororte: Joh. Schmalor, Berlin K. 4, Tieckstraße 11. □ □□ Theater und Vergnügungen □□ Mittwoch, 7. Februar 1312. Ansmia 3 Ubr. Zirkus Sarrasant. Große vor- stellung. Slnfanl,?'/, Uhr. Kgl. TchansliiclhaiiS. Bohöme. DenticheS. Turandot. Havcriand. Spezialitäten. Zirkus Busch. Gala-Vortiellung. Zirkus Schul» n»». Gala- Vor- stellunz. lllnlana 8 Nbr. Zirkus Sarrasaui. Gala» Vor- stellung. Urauia. Taube» strasie 48H9. Ter Grosjglockuer, Gastein und die Salzburger Alpen. Hörsaal b Uhr: Ingemeur H.Grade: Flugwesen und Flugiechnik. Kgl. CpenihauS. Der große König. Neues. Der liebe Augustin. tlauiiuerit'ieic. Eine glückliche Ehe. Leiiiiig. Die Raiten. Neues Schauspielhaus. Alt-Heidel- bcrg. Residenz. Alles für die Firma. Kursürsteuoper. Der Schmuck der Madonna. Koiuiiclie iClier. Undine. Westen. Wiener Blut. LusiipielhauS. Die Damen des Regiments. Berliner. Große Rostnen. Neues Loeretrrn. Eva. Schiller<1. Der Probepscil. Set: a-tLparlotteutinrg. Emilia Galotti. Friedr.- Wilh. Schauspielhaus. Zwei glückliche Tage. Luisen. Sommcrspuk. Rosc. Des MeercS und der Liebe Wellen. KöniggriiNer Strafte. Die süas Franksurter. Kleines. LotlchenS GcburckStag. Gcntz und Fanny Elßler. Hocken- jos. Wlctrot'o!. Die Nacht von Berlin. Trinnon. Das kleine Cafö. Tlialia. Polnische Wirtschast. Cnsiuo. Der Kamps ums Dasein. Apollo. Svezialitälcn. Paiiaae. Svczlalilätcn. Herrnfeld. Wie man Männer bessert. Hausleusci. ReiaiSl-alleu. Sieitiner Sänger. Königsladt-Kasino. Ein duiiller Punkt. Spezialitäten. Wintergarten. Spezialitäten. Ansang 8'/, Uhr. »olieS(eapricc. MandewIüth'S Polterabend. Losgelassen. Massen- Übung.. �, Walhalla. Tenscl, daS hat emge- Noack!' Die Bettlerin und ihr Kind. Voigt. Ein armer Edelmann. Ansang 8'/, Ubr. Neues Volkstheater. Leidenlchast. Belle-Alliauce. Napoleon Bona- parte und seine Franen. Sterntvnrte, Jnoalidciistr. 57— 62. SpiiniPr-TheaterO.IS: bcndS 8 Uhr: tbcpfeil. ibciidS 8 Uhr: cur Hülle. ndS 8 Uhr: Urion. | � � Charlollen- nds 8 Uhr: Calotti. ibciidS 8 Uhr: obcpfeil. bends 8 Uhr: iictcrf reuscr. Theater. lldS S Uhr: Der ut'dc Ungnsthr Reiciisliallen-Tlieater. Stettiner Sänger, Xeu! Xen! Pantoffel-Helden. Barles le u Rcichardt. Ansang 8 Uhr. Sonntag 7 Uhr. Berliner Theater. Abend? 8 Uhr: Große Nofinen. fdMjgilei'WgMl'Sti'M 8 Uhr: Die 5 Franklurter. Theater des Westens. Heute 8 Uhr: Wiener Blnt. Donnerstag. Sonnabend u. Sonntag: Abschiedsgastspiele des l!nt,«l»eben Balletts. Nefidenz-Theater. Direktion Richard Alexander. Abends 8 Uhr: Alles für die �irma. Schwant in 3 Akten von M. Henneguili u. G. Mitchell. In Szene gesetzt und sür die deutsche Bühne bearbeitet von Bvitcii-Bacckcrs. Morgen u. folg. Tage: AMost.<1. Firma. Luisen-Theater. Mittwoch: Toininorspuk. DonnerSiag: Benefiz für den Ober- regisseur Georg Wald. Premiere: Zopf und Schwert.___ Belle- Älliancc-Theater. 8'/» Uhr: Gastspiel ftzerb. Bonn in »Napoleon Bonaparte nnd seine Ttzrauen«. SensationS-AllSstnttlmgz- stück o. W. G. WillS. Musik v. Sullivan. jOS�THWiTT Große FranksiMer Str. 132. Anfang 8 Uhr. Bes Heeres nnd der 1-lebe Wellen. Ti auerspicl in 5 Akten v. Grillparzcr. DonnerSlag: Zum ersten Male: Der Spicltenfel. Hckllhlll-IllSglLs. Abends 3 Uhr: Rauchen gestattet. Hie UM von Berlin! Große JahreSrevilc in 7 Bildern von Jul. Freund. Mustt von 85. Holländer. In Szene gesetzt vom Dir. R Schultz. TO wv Hauptstadt von Liliput mit Ihren Bewohnern FriedrlchstraBe 166, in den Räumen von Castans Panoptikum. Geöfln. von 2 Uhr nachm. bis 10 Uhr abends. Entree 1 Mark. Kinder die Hälfte. NM- Im Liliput-Zirkus groBe Ringkampf-Konkurrenz. WD 3? CLOU" Berliner Konzert« Haus. Mauerstr. 82 Zimmerstr. 90/91. Großes Konzert l'�Zr IT,"" Anstich von 3 Kfinigsbräu, dem köstlichsten aller Münchener Doppelbiere. Anfang 8 Uhr. Anfang 8 Uhr. An allen Wochentagen nachmittags: Gr. Promenaden-Konzert bei freiem Eintritt. iccadilly BESITZER HEINRICH BRAUN J �Potsdamer Platz Gr Öffnung Freitag Ab 8 Uhr: Vollständig neues Prograuim. 10 Uhr: Noch nie dagewesener Lacherfolg Paul Beckers das „Original". Brauerei Friedriclisliain am Königstor. Größte Sehenswürdigkeit Berlins. Heute Mittwoch: Elitetag. Gratisverteilg. von ZOOWerigegenständen. Größter Bock-iubel u. Trubel. Auf der Alm. Die berühmtesten Festwirte Ehrengruber und Welnalerl. 3 Kapellen. 100 Oberbayern. Anfang 8 Uhr. Entree 30 Pf. Passiorkarten haben volle Gültigkeit. Theater Ueuer großrr Erfolg! Wie mm Wnner teert. 2 Akte von Anton u. Donat Herrnseld mit de» Antoren in den Hauptrollen und Ler Zlmsteulel. Familienschwank in 1 Zikt v. Pohlmann. Ansallg 8 Uhr. Billettvorverkans I I— 2(Theaterkasse). Noacks Theater. Dirrklion: Robert Dill. Berlin U.. Brunneiistraße 18. Die Kkttlmn und ihr Kind. Schauspiel in 5 Akten von Meißner. Ansang S1/. Uhr. BonS usw. gültig Morgen: Dieselbe Vorstellung. CssBus-fhea-isr Lothringer Sir 37. Ansang 8 Uhr Ter gröftte Theatererfolg 1 Täglich ausverkanit. Der Komps ums Dofeiu. Aktuell! Dein beutigeii Leben c»t. nommen.— Sonntag nachm. 3>/, Uhr: Der selige Hollschinsky. Illxe-steimell im 8port»Pala8t 3.-9. Februar. Alleiniger Vorverkauf bei A. Wertheim, seinen Theaterkassen und Filialen.* ii©aae i Arnold Scholz. Hasenheldc 108-114. Heute Klttwoch. den 7. Februar: Sockbierfesft in den bayer. Alpen. Morgen Donnerstag, den 8. l'ebrnar 191%: ZW" Elitetag. IBf Prtimüerung der größten modernen Promenadentasche von der Sclinltcr herabhängend zu tragen. 3 bare Geldpreise; 50,—, 30,—, 20 Mark. a®r" Anmeldungen bis 10 Uhr abends an der Kasse."Wg| 4 Kauellen. SO bayerische Mad'l. Anfang 7 Uhr.— Entrea SO Pf. Zirkus ♦♦♦ Alb. Schumann Allabendlich 71;, Uhr: Gala-Programm und Homy I. lief Iffemneiiseli vom Kongo. Um 9 Uhr: Das neueste, einzig dastehende Ausstattungsstück Das Motorpferd in 5 Akten. Dieses große Ausstattungsstück zu übertreffen ist unmdglichl arrasanii SeMausor Allee. Telephon: Nord 4100. Voigt-Theater. Getlindbriiiincn Badstraße 58. Mittwoch, den 7. Februar 1912: Zum Benefiz für Kurt Baumeifter. Ein armer Edelmann. Schauspiel in 5 Ausz. v. Okt. Fcuillet. Kasscneröffnuiig 7, Ansang S'lt Uhr. Freitag, 16. Febr.: Benefiz F. Rühle: Das Geheimnis eines Königshauses. Passage-Theater. Scbneider-Duncker Carl and Lotty die berühmt. Excentr.-Tänzer. Luise Schäfer Vortragskünstlerin. The Hevaldos Truppe d. best. Schleuderbrott-Akrob. und d. Febr.-Glanzprogr. 14 erstkl. Spezialitäten. I Das Londoner Mirakel Die Frau,. in i« Kanne! Befreiung aus d. Wassergrab. Liebend 1 Lebend! Fakir-Truppe 16 Personen in ihren reHgiösen Märtyrer-Produktionen Wochentags 4— 7 Uhr: Lichtspiele Ohne Extra-Entree. Ucania. Wissenschaftliches Theater. Mittwoch 8 Uhr: Der Großglockner, Gastet und die Salzburger Alpen. Hörsaal 8 Uhr: Ingen. II. Grade: Flugwesen und Fiugtechnik. IKIrktis Hnsch j Mittwoch, den 7. Februar 19t2, abends 71/, Uhr: Großer Gala-Abend. 1 Fortsetzung der japanischen[ 11 In kämpfe! Clown Armande mit dem boxen- I den Känguruh. Frl. Blumenfeld», I Kunstreiterinnen. Herr Ernst I Schumann, Neudressuren. Frl.[ Martha Molmke, Schulreiterin, i Um 9'/. Uhr: „Die liexe". Großes Volks-Manege-Schau- j spiel in 7 Bildern. Folies Caprice. Täglich S'/« Uhr: Losgelassen. Waffen Übung. Mandelblüths Polterabend. Koniystadt-Kasino. EckeHolzniarkt» u. ZU exanderstraße Täglich Variclä und Theater." Vom 1.— Ki. Februar Riesenprogramln. In jeder Vorstellung: Gk! dunlllör Guulll. O Burleske mit Gesang in 2 Bildern. Am BahnhoS! K i s- A r e n a. Nachmittags: Militär- Konzert. Kunstlaut- Produktionen. Abends die Novitäten■ Tänze a. d. Eise,.Rheinlander, Russisch, Engl., Alt-Wiener Walzer und, J IHe kleine Charlotte.! Der norwegische Meistert Barry Paulsen f sowie d.prächt. Eisballett Alpcnzanber. Bis C Uhr und von LO'/, Uhr halbe Kassenpreise. Restaurant 1. Ranges. Concordia- Festsäle. Inh.: M. Wendt 4 A. Schatze. O l AntlreaMMtraUe H t. leden Donnerstag: Große Soiree d. allgemein beliebten und bekannton floffmanns Sänger. Direktion Fr. Fanther Heute: Ein Masterbursehe. Lustspiel. Anfang 8 Uhr. Ä."r, Trei-Tanz. Vorzugskarten haben Galligkeit. Trianon-Theater. Täglich abends 8 Uhr: Das kleine Lais. Fnr den Ziuiau»er Luicrare ■hernimmt Sie Redaktion dem Publikum gegenüber keinerlei Vrrnntwori»»q. Lerantlvortlicher Nedalleur: stlbert Wachs. Berlin. Für den Jnjeralknietl oeranliv.: Th. Gleckr, Berlin. Druck u. Verlag: Vorwärts söuchdruckerei u. PerlagSanstalt Paul Singer u. Co.. Berlin LW.